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thyssenkrupp AG Annual Report 2016

Jan 27, 2017

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Annual Report

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Publication

ThyssenKrupp AG

Duisburg und Essen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2015 bis zum 30.09.2016

Konzernlagebericht - mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst -

Vorbemerkungen

Zusammengefasster Lagebericht

Der vorliegende Lagebericht fasst den Konzernlagebericht und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach HGB enthalten. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht" wurde angewendet.

Grundlagen des Konzerns

Profil und Organisation

Wir entwickeln mit viel Leidenschaft und unserem umfassenden Technologie-Know-how hochwertige Produkte sowie intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen. Unser Ziel dabei ist, eine effiziente Nutzung von Ressourcen zu ermöglichen und zu einer nachhaltigen Infrastruktur beizutragen. Unsere Technologien und Innovationen sind der Schlüssel, um die vielfältigen Kunden- und Marktbedürfnisse weltweit zu erfüllen, auf den Zukunftsmärkten zu wachsen sowie hohe und stabile Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge zu erwirtschaften. Ingenieurkunst, hohe Synergiepotenziale innerhalb des Konzerns, Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Wir handeln unternehmerisch und leistungsorientiert.

Den hohen Anspruch an uns selbst und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgehalten; Sie finden es auf unserer Website im Bereich Unternehmen >Unternehmenskultur.

Leistungsprofil

Unsere Ingenieurkunst koppeln wir mit unserer traditionell hohen Werkstoffkompetenz. Dadurch schaffen wir Mehrwert für unsere Kunden weltweit und können die vielfältigen Chancen in den Märkten von morgen nutzen. Gemeinsam mit unseren Kunden erarbeiten wir wettbewerbsfähige Lösungen für die künftigen Herausforderungen in ihren jeweiligen Industrien. In unseren Industriegütergeschäften entwickeln und fertigen wir hochwertige Komponenten für die Automobilindustrie sowie den Maschinenbau und die Energiebranche. Außerdem produzieren wir innovative Technologiegüter und Servicelösungen für unsere Kunden, wie beispielsweise moderne Aufzugsysteme und elektrisch unterstützte Lenksysteme. Im Anlagenbau umfasst unser Leistungsportfolio komplette Industrieanlagen (Engineering, Planung und Bau) und ihre Instandhaltung durch unser weltweites Servicenetz ebenso wie moderne Marinetechnik. In den Werkstoffgeschäften bieten wir kundenspezifische Werkstofflösungen, effiziente Werkstoffherstellung und -verarbeitung sowie Materialdienstleistungen.

Organisations- und Führungsstruktur

Unsere Geschäftsaktivitäten sind in sechs Business Areas gebündelt: Components Technology, Elevator Technology, Industrial Solutions, Materials Services, Steel Europe und Steel Americas. Die Business Areas untergliedern sich in Business Units und Operating Units. In den Konzernabschluss sind 471 Unternehmen sowie 25 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, einbezogen; insgesamt konsolidieren wir Gesellschaften aus 78 Ländern.

THYSSENKRUPP KONZERN

Die strategische Führung des Konzerns obliegt der thyssenkrupp AG. Sie wurde 1999 als Aktiengesellschaft nach deutschem Recht gegründet und hat einen Doppelsitz in Essen und Duisburg. Unsere Konzernzentrale befindet sich in Essen. Der Vorstand der thyssenkrupp AG legt die Strategie für die Konzernentwicklung fest und steuert die Business Areas, die Konzernfunktionen, die Regionen und die Service-Einheiten. Die Märkte in unseren strategischen Wachstumsregionen in Nord- und Südamerika, Indien sowie in den Regionen Asien / Pazifik, Großraum China sowie Naher Osten & Afrika bearbeiten wir integriert. Dazu haben wir im Berichtsjahr zu den bereits existierenden regionalen Zentralen in Chicago, Sao Paulo, Mumbai, Peking und Singapur in Istanbul eine weitere regionale Zentrale aufgebaut. Die Regionen Westeuropa, Zentral- und Osteuropa, die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten und den deutschsprachigen Raum steuern wir über die verschiedenen Konzernfunktionen.

Die Strategische Weiterentwicklung des Konzerns setzt zum einen auf konkrete Einzelziele für die Business Areas, zum anderen auf weltweite Vernetzung und Zusammenarbeit - folglich agieren wir in einer mehrdimensionalen Managementstruktur (Netzwerkorganisation) aus operativen Geschäften, Konzernfunktionen, Regionen und Service-Einheiten. Innerhalb dieser Organisation wurden klare Rollen und Verantwortlichkeiten, Regeln und Standards für die Zusammenarbeit sowie Prozesse und Berichtslinien festgelegt. Die Service-Einheit "Global Shared Services" bündelt wesentliche dezentrale Funktionen in konzerninternen Servicecentern und stellt sicher, dass sie in puncto Effizienz und Leistungsniveau wettbewerbsfähig sind. Dabei handelt es sich um Aufgaben, die grundsätzlich standortunabhängig erbracht werden können, wie etwa Teilprozesse im Rechnungswesen, in der IT, im Immobilienservice und im Personalwesen. Neben dem zentralen Standort in Essen betreiben wir derzeit regionale Center in Bochum (Deutschland), Danzig (Polen), Porto Alegre (Brasilien) und in Thane (Indien). Ein weiteres Center wollen wir 2017 in China aufbauen.

Die Konzernorganisation wird jährlich im Rahmen des Strategieprozesses überprüft und bei Bedarf angepasst. Damit stellen wir sicher, dass wir auch im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen stets wettbewerbsfähig aufgestellt sind.

Strategie

Positionierung als diversifizierter Industriekonzern

Mit unserer Positionierung als diversifizierter Industriekonzern verbinden wir den Anspruch, hohe und stabile Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge zu erwirtschaften. Wir diversifizieren unser Geschäft in mehrfacher Hinsicht: durch unsere Präsenz in zahlreichen Märkten weltweit, durch einen Kundenstamm in einer Bandbreite von Branchen mit verschiedenen Geschäftszyklen und durch die unterschiedlichen Geschäftsmodelle unserer Business Areas. Die Diversifizierung ermöglicht uns, vielfältige Wachstumschancen wahrzunehmen und gleichzeitig die Stabilität unseres Geschäftes in einem volatilen Umfeld zu erhöhen.

Um unsere Ertragsstärke deutlich zu verbessern, setzen wir zwei Hebel an: Zum einen steigern wir mit klar beschriebenen Maßnahmen konsequent die Ertragskraft in den Business Areas und wachsen profitabel; zum anderen nutzen wir mit übergreifenden Initiativen konsequent und systematisch die Verbundkraft des Konzerns. Dabei richten wir thyssenkrupp zunehmend auf ertragsstarke Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte in weltweiten Wachstumsregionen und -branchen aus.

Geschäftschancen erwachsen für thyssenkrupp aus globalen Megatrends, die mehr und bessere Lösungen erfordern: Bedingt durch den demografischen Wandel, die Urbanisierung, das rasante Wachstum der Megastädte und die Globalisierung steigt weltweit die Nachfrage ("Mehr"). Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die gebotenen Lösungen ("Besser"): Ressourcen müssen effizient genutzt, Konsum- und Industriegüter umweltschonender produziert und eine nachhaltigere Infrastruktur aufgebaut werden; zudem verlangt eine zunehmend auch digital vernetzte Welt intelligente Produkte und Lösungen.

GESCHÄFTSCHANCEN FÜR THYSSENKRUPP

Der Kunde steht für uns im Mittelpunkt. Wir setzen unsere Ingenieurkunst ein, um für diese aktuellen und zukünftigen Kunden- und Markterfordernisse passgenaue technologische und betriebswirtschaftliche Lösungen zu erarbeiten und so den Bedarf nach "mehr" auf immer "bessere" Weise zu erfüllen. Dies erreichen wir mit unseren Technologien, Werkstoffen, industriellen Verfahren und Dienstleistungen auf zahlreichen Gebieten, in den Industrieländern ebenso wie in den aufstrebenden Märkten. So schaffen wir für unsere Kunden - und mit ihnen - Mehrwert und für uns klare Wettbewerbsvorteile.

Erfolgreiche Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung

Unser ganzheitliches Programm für die Positionierung von thyssenkrupp als diversifizierter Industriekonzern ist die Strategische Weiterentwicklung, die wir seit Mai 2011 konsequent umsetzen:

Die vier Handlungsfelder der Strategischen Weiterentwicklung:

Kulturwandel: Wir arbeiten in einer Netzwerkstruktur und haben mit unserem Leitbild höchste Anforderungen an uns selbst formuliert. Neben hoher Kunden- und Leistungsorientierung gehört dazu auch ein klarer Wertekanon. Transparenz, Offenheit und gegenseitige Wertschätzung prägen unser Miteinander. Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit, Integrität und ein Höchstmaß an Compliance bestimmen unser Handeln.

Personalstrategie: Ziele unserer Personalarbeit sind die Stärkung von Zusammenarbeit und Vertrauen sowie Qualifizierung und Talententwicklung. Wir leben eine Kultur, die die Eigenverantwortung unserer Mitarbeiter stärkt und ihnen Raum für die persönliche Weiterentwicklung gibt. Dabei stellen wir eine hohe Integrität ins Zentrum unseres unternehmerischen Handelns.

Leistungsorientierung: Für alle unsere Geschäfte haben wir klare, am Wettbewerb ausgerichtete Zielvorgaben definiert, unter anderem für Ergebnis, Cashflow und Wertbeitrag. In unserem konzernweiten Effizienzprogramm "impact" bündeln wir alle erforderlichen Initiativen und Maßnahmen. Die Methodik und die Systematik von "impact" sind als fester Bestandteil unserer Leistungskultur etabliert.

Kunden & Märkte: Unser Ziel ist, mindestens mit unseren Märkten zu wachsen und unsere Kunden voranzubringen, indem wir ihnen passgenau wettbewerbsfähige technische Lösungen anbieten, die einen Mehrwert für sie schaffen. Dabei nutzen wir ganz bewusst und systematisch die Kraft des integrierten Konzerns. Eine wesentliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Initiative zur Stärkung unserer Marke und unseres Markenversprechens. Dieses verdichtet sich in unserem neuen Claim: engineering.tomorrow.together.

THYSSENKRUPP - STRATEGISCHE WEITERENTWICKLUNG

Indem wir diese vier strategischen Handlungsfelder konsequent bearbeiten, verbessern wir die finanzielle Situation unseres Konzerns stetig. Das wiederum eröffnet uns Freiräume für strategische Investitionen sowie für Forschung und Entwicklung und damit für künftiges Wachstum. In den kommenden Jahren wollen wir in den aufstrebenden Wachstumsregionen ebenso wie in den Industrieländern weiter profitabel expandieren.

Unternehmenssteuerung

Unsere Leistungsindikatoren für Profitabilität, Wertbeitrag und Liquidität, die wir konzernweit verwenden, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir verwenden sie, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte festzulegen. Die für uns wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren - also die Kernsteuerungsgrößen im Sinne des DRS 20 - sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der thyssenkrupp VA) und der Free Cashflow vor M&A (FCF vor M& A).

Im Zuge des jährlichen Strategieprozesses definiert der Konzernvorstand auch für die Business Areas langfristige Ziele. Diese bilden den Rahmen für die kurz- und mittelfristigen finanziellen Ziele; ebenso für die Budget- und Mittelfristplanung, die alle Einheiten erstellen müssen.

THYSSENKRUPP - KERNSTEUERUNGSGRÖSSEN

Bereinigtes EBIT

Das EBIT gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können; das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten - also ohne Veräußerungsverluste und -gewinne, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen / Zuschreibungen sowie weitere nicht operative Aufwendungen und Erträge. Es ist besser als das EBIT dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Bereinigte EBIT des Konzerns und der Business Areas und die Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Business Areas" des Wirtschaftsberichts. Ebenfalls verweisen wir auf die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

tkVA

Der tkVA ist der in einem Berichtsjahr geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht uns, den finanziellen Erfolg von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität zu vergleichen. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT ab- bzw. zuzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht-zinstragende Passivpositionen wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Um die Kapitalkosten zu ermitteln, wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert: Dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz sowie dem Zinssatz für Pensionsrückstellungen zusammen.

Über die Entwicklung des tkVA im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt "Geschäftsentwicklung im Konzern".

FCF vor M&A

Der FCF vor M & A ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquiditätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzufluss oder -abfluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzu- und -abflüsse aus wesentlichen M& A-Transaktionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen.

Eine Überleitungsrechnung und Details zur Entwicklung des FCF vor M&A enthält die Analyse der Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage".

Definitionsänderungen ab 2015 / 2016

Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2015 / 2016 haben wir die steuerungsrelevante Cashflow-Definition angepasst. Nunmehr wird bei Investitionen und Desinvestitionen zwischen M&A-Transaktionen und sonstigen Sachinvestitionen oder Verkäufen differenziert. Desinvestitionen, die nicht aus M&A-Transaktionen resultieren, können beispielsweise der Verkauf von Immobilien oder gebrauchten Maschinen sein. Nach der neuen Definition werden somit nicht mehr Einzahlungen aus Desinvestitionen, sondern Ein- und Auszahlungen aus materiellen M&A-Transaktionen bereinigt.

Ziele

Auch wenn das Bereinigte EBIT im Berichtsjahr durch das stark eingetrübte Werkstoffumfeld rückläufig war, belegen Mehrjahresbetrachtung und Ausblick für unsere Kernsteuerungsgrößen, dass die Maßnahmen im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung spürbar Wirkung entfalten. Dennoch sind wir von unserem nachhaltigen Mindestanspruch noch deutlich entfernt. Daher sind anspruchsvolle Ziele für unsere finanziellen Steuerungsgrößen sowie die konsequente Verbesserung strategischer Bereiche auch über indirekt finanzielle Größen wichtige Bestandteile der Strategischen Weiterentwicklung.

Finanzielle Ziele

Mit Nachdruck arbeiten wir daran, wieder einen deutlich und dauerhaft positiven Wertbeitrag und Free Cashflow vor M& A zu erwirtschaften, um die nötigen Mittel für den Ausbau unserer Wachstumsgeschäfte bereitstellen und unseren Aktionären eine solide Dividende auszahlen zu können. Dazu benötigen wir ein EBIT von mindestens 2 Mrd €. Wir sind überzeugt, das für diesen Mindestanspruch erforderliche Ergebniswachstum - und mehr - erreichen zu können, wenn wir unser Programm der Strategischen Weiterentwicklung in allen Business Areas konsequent fortführen. Hierfür haben wir klare Ziele definiert:

Components Technology - Profitables Wachstum bei mittel- bis langfristiger Rückkehr zu EBIT-Margen von 6% bis 8 % durch den erfolgreichen Hochlauf der neuen Werke sowie die Fortsetzung der Effizienz- und Restrukturierungsmaßnahmen
Elevator Technology - Profitables Wachstum sowie Effizienz- und Restrukturierungsmaßnahmen für eine anhaltende Verbesserung der EBIT-Marge um jährlich 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte auf langfristig 15% und einen EBIT-Beitrag von über 1 Mrd €
Industrial Solutions - Nach Umsetzung des Transformationsprogramms "planets" Umsatzsteigerung um langfristig durchschnittlich rund 5% pro Jahr auf ein absolutes Zielniveau von 8 Mrd €, bei einer nachhaltigen EBIT-Marge von 6 bis 7%; Details zu "planets" finden Sie auch im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Business Areas" des Wirtschaftsberichts.
Materials Services - Rückkehr zu einem höheren Margenniveau bei Erholung der Werkstoffmärkte und durch erfolgreiche Restrukturierung von AST
Steel Europe - EBIT-Verbesserung durch Effizienzmaßnahmen und Differenzierungsinitiativen, um über den Branchenzyklus hinweg nachhaltig mehr als die Kapitalkosten zu verdienen
Steel Americas - Weitere operative Verbesserung mit positiven EBIT-Beiträgen

Wir erwarten, dass sich die weiteren Fortschritte bei unserer Strategischen Weiterentwicklung auch im Geschäftsjahr 2016 / 2017 in unseren Kernsteuerungsgrößen niederschlagen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in weiten Teilen unserer Werkstoff- und Komponentengeschäfte kurzfristigen Schwankungen unterliegen können. Dennoch erwarten wir eine deutliche Verbesserung des Bereinigten EBIT und des tkVA und einen leicht positiven FCF vor M & A.

Mehr zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"; Details zur Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem "Prognosebericht".

Nachhaltigkeit und indirekt finanzielle Ziele

Nachhaltigkeit ist fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Als diversifizierter Industriekonzern bietet thyssenkrupp weltweit innovative Produkte, Technologie und Dienstleistungen, die den Erfolg unserer Kunden sichern und einen positiven Beitrag zu einer globalen nachhaltigen Entwicklung leisten.

Gemeinsam mit unseren Kunden richten wir den Blick stets nach vorne und beziehen - neben ökonomischen Überlegungen - auch ökologische und soziale Belange in unsere Entscheidungsprozesse mit ein. Grundlage hierfür ist ein 360°-Blick auf unsere Wertschöpfungs- und Produktionsketten. Auf diese Weise verbessern wir unsere Performance und stärken die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.

Indirekt finanzielle Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung

Ein wichtiger Bestandteil der Strategischen Weiterentwicklung ist die Steuerung indirekt finanzieller Größen. Entsprechend hat sich thyssenkrupp für die Bereiche Technologie und Innovationen, Umwelt, Klima, Energie sowie Einkauf und Mitarbeiter sogenannte indirekt finanzielle Ziele (IFTs) gesetzt. Die Fortschritte zu diesen Zielen werden jährlich vom höchsten Nachhaltigkeitsgremium des Konzerns, dem Sustainability Committee, überwacht. Es setzt sich aus dem Konzernvorstand, den Vorstandsvorsitzenden der Business Areas und Leitern von Konzernfunktionen zusammen. Die konzernweiten Ziele fließen über den Nachhaltigkeitsmultiplikator in die variable Vorstandsvergütung ein.

Im Berichtsjahr wurden beispielsweise in den Bereichen Energieeffizienz, Energiemanagement und Arbeitssicherheit wesentliche Fortschritte erzielt. Mehr zu den einzelnen Zielen findet sich in den jeweiligen Kapiteln sowie in der erweiterten Nachhaltigkeitsberichterstattung auf unserer Website.

ÜBERSICHT INDIREKT FINANZIELLE ZIELE

2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung Kapital
3,5 TWh Energieeffizienzgewinne bis 2019 / 2020 TWh 2,2 2,75 + 0,55 Umwelt, Energie, Klima
100% der relevanten Aktivitäten mit Energiemanagement nach ISO 50001 abgedeckt bis 2019 / 2020 % 25 53 + 28 %-P. Umwelt, Energie, Klima
100% der relevanten Aktivitäten mit Umweltmanagement nach ISO 14001 abgedeckt bis 2019 / 2020 % 77 77 + / -0 %-P. Umwelt, Energie, Klima
Bereinigte F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5% % 2,3 2,6 + 0,3 %-P. Technologie und Innovationen
15% Anteil von Frauen in Führungspositionen bis 2019 / 2020 % 10,2 10,9 + 0,7 %-P. Mitarbeiter
Jedes Jahr 10 % weniger Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden 4,6 3,7 -20% Mitarbeiter
Jährlich 100 Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten 135 185 + 50 Einkauf

Wirtschaftsbericht

Makro- und Branchenumfeld

Weltweites Wirtschaftswachstum bleibt 2016 gering - für 2017 nur leicht höhere Konjunkturdynamik zu erwarten

Nachdem die Weltwirtschaft bereits 2015 nur unterdurchschnittlich wuchs, zeichnet sich auch für 2016 das Bild einer schwächelnden weltweiten Konjunktur ab. Aktuelle Indikatoren deuten auf eine Verringerung des globalen BIP-Wachstums auf 2,8% hin. In den Industrieländern wird die durchschnittliche Wachstumsrate - trotz der nach wie vor sehr expansiven Geldpolitik - voraussichtlich nur noch rund 1,5 % betragen, und auch das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer dürfte 2016 mit knapp 4% geringer ausfallen als 2015. Im Jahr 2017 sollte die Weltwirtschaft zwar allmählich wieder an Fahrt gewinnen, ein kräftiger globaler Aufschwung ist jedoch nicht in Sicht. Wir rechnen daher für 2017 lediglich mit einem etwas höheren weltweiten Wachstum von 3,2%.

Der globale Wachstumsausblick ist von großer Unsicherheit geprägt. Dies betrifft unter anderem den zukünftigen politischen Kurs der USA. Dämpfend könnte eine stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft wirken. Die fragile Konjunktur in den erdöl- und rohstoffexportierenden Ländern bleibt abhängig von der Entwicklung der Öl- und Rohstoffpreise. Darüber hinaus zeichnet sich in manchen Ländern der EU eine wieder stärker nationalstaatlich ausgerichtete Wirtschaftspolitik ab. Die Erholung im Euro-Raum bleibt fragil. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Austrittsverhandlungen nach dem Brexit-Referendum dürfte die Investitionsbereitschaft spürbar dämpfen - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern der EU. Weiterhin könnte eine Verschärfung der Situation innerhalb der geopolitischen Krisenherde die Unsicherheit auf den Finanzmärkten erhöhen und die weltweite Konjunktur ausbremsen.

Im Euro-Raum ist die Wirtschaftsleistung im 1. Halbjahr 2016 weiter moderat gewachsen. Zunächst dürften die moderaten Antriebskräfte aufgrund einer weiteren Verbesserung der Arbeitsmarktlage, nach wie vor günstiger Finanzierungsbedingungen sowie eines relativ geringen Außenwertes des Euro auch erhalten bleiben; mittelfristig aber wird der bevorstehende EU-Austritt Großbritanniens die Wirtschaft des Euro-Raums durch direkte Handelseffekte und eine erhöhte Unsicherheit bei Investitions- und Konsumentscheidungen belasten. Daher erwarten wir hier - nach einem Plus von 1,6% im Jahr 2016 - für 2017 eine geringere Wachstumsrate von 1,2%.

In Deutschland dürfte sich die konjunkturelle Dynamik 2016 nach einem starken 1. Halbjahr etwas abschwächen - darauf deuten insbesondere die mäßigen Werte beim Auftragseingang und der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe hin. Insgesamt ist für 2016 eine BIP-Zuwachsrate von 1,7% zu erwarten. Im Jahr 2017 dürfte das BIP-Wachstum durch geringere Exporte und eine niedrigere Investitionsneigung, vor allem aufgrund der Brexit-Entscheidung, gebremst werden. Deshalb wird das Wirtschaftswachstum 2017 mit 1,3 % etwas geringer ausfallen als im Vorjahr.

Die US-Wirtschaft hat sich im 1. Halbjahr bei moderat positiven Zuwachsraten schwach entwickelt. Im weiteren Jahresverlauf und auch 2017 dürfte die Konjunktur dort aber wieder spürbar an Fahrt gewinnen, da die wesentlichen Antriebskräfte - vor allem ein robuster privater Konsum, gestützt von einer soliden Arbeitsmarktlage, sowie das sehr niedrige Zinsniveau - weiterhin unterstützend wirken. Dank dieser günstigen Rahmenbedingungen sollten auch die Unternehmensinvestitionen wieder stärker steigen. Insgesamt wird die US-Wirtschaft 2016 voraussichtlich um 1,5 % und 2017 um 2,4% expandieren.

In China wird das Wirtschaftswachstum 2016 - nach einem Plus von 6,9% im Vorjahr - etwas an Dynamik verlieren, mit 6,6% aber im Rahmen des Gesamtjahresziels der Regierung (6,5 bis 7%) bleiben. Für 2017 ist mit einer weiteren Abschwächung und einer Wachstumsrate von etwa 6,2% zu rechnen; auch weil die Regierung wohl auf weitere umfangreiche Konjunkturprogramme verzichten wird. Stattdessen dürfte sie die Konsolidierung defizitärer Staatsunternehmen vorantreiben und beim Übergang zu einer stärker von der Binnennachfrage geprägten Wirtschaft den Marktkräften mehr Spielraum einräumen. In Indien bleibt die Konjunktur lebhaft: Die Geschäftsaussichten für Industrieunternehmen und Dienstleister sind gut, die Umsetzung diverser Infrastrukturprojekte geht weiter voran. Nach einem BIP-Zuwachs von 7,5 % im Jahr 2016 wird das Plus 2017 mit 7,4 % nur wenig geringer ausfallen. Die Wirtschaft Brasiliens befand sich auch im 1. Halbjahr 2016 noch in der Rezession; allerdings hat sich die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen in den vergangenen Monaten aufgehellt und lässt einen konjunkturellen Wendepunkt erwarten. Angesichts der weiterhin beträchtlichen Arbeitslosigkeit, des hohen Zinsniveaus und der Verschuldung bei den privaten Haushalten dürfte die Erholung allerdings nur schleppend verlaufen. Nach einem Minus von 3,1% im Jahr 2016 wird für 2017 ein leichter BIP-Zuwachs von 0,5% erwartet. Auch die Wirtschaft Russlands scheint sich allmählich zu stabilisieren, wie unter anderem die Zahlen zur Industrieproduktion verdeutlichen. Allerdings steht hier die unsichere politische Lage einer dynamischen Entwicklung im Weg. Auf einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1% im Jahr 2016 dürfte 2017 ein geringer Zuwachs von 0,3 % folgen.

BRUTTOINLANDSPRODUKT

1) Prognose

Heterogene Entwicklung der Industriekonjunktur

Automobilbau - Die weltweite Automobilproduktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen wird - mit allerdings nachlassender Dynamik - weiter zulegen. Im Jahr 2016 dürfte sich die Produktion voraussichtlich um 3 % auf 89,2 Mio Einheiten erhöhen. Für 2017 wird derzeit eine moderate Zunahme um knapp 1% prognostiziert - damit würde sich das Gesamtvolumen 2017 auf 90,2 Mio Einheiten belaufen. Dieses Wachstum ist nach wie vor sehr unterschiedlich verteilt: Spitzenreiter China wird dank der positiven Absatzlage auch infolge der temporären Steuererleichterungen voraussichtlich mit einem Wachstumsplus im Jahr 2016 von 8 % auf 25,4 Mio Einheiten aufwarten können; für 2017 gehen wir von etwa 1% Wachstum aus. In Westeuropa insgesamt dürfte die Produktion 2016 etwas stärker zulegen als in Deutschland - nämlich um knapp 4 % - und 2017 stabil bleiben. In Deutschland rechnen wir für 2016 mit einem leichten Wachstum, für 2017 mit einem Rückgang um knapp 2%, bedingt durch die zunehmende Unsicherheit, unter anderem als Folge des Brexit-Referendums. In den USA ist für 2016 von einem Wachstum von knapp 2% auszugehen. 2017 könnte die US-Produktion ein Minus von bis zu 4% verzeichnen; dies dürfte allerdings durch ein Wachstum von 20% in Mexiko kompensiert werden und spiegelt die zunehmend wichtige Bedeutung von Mexiko als Produktionsstandort und Absatzmarkt in der NAFTA wider. Für die brasilianische Automobilfertigung bleibt die Situation sehr schwierig: Für 2016 erwarten wir erneut einen starken Rückgang um gut 12% und für 2017 eine Stabilisierung auf dem aktuell sehr geringen Produktionslevel.

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

2015 20161) 20171)
Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge
Welt 86,6 89,2 90,2
Westeuropa (inkl. Deutschland) 14,1 14,7 14,7
Deutschland 5,9 5,9 5,8
USA 11,8 12,0 11,5
Mexiko 3,4 3,5 4,2
Japan 8,8 8,7 8,8
China 23,6 25,4 25,7
Indien 3,7 4,0 4,3
Brasilien 2,3 2,0 2,0
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland -0,2 0,0 0,5
USA -1,6 -2,9 4,6
Japan -1,3 -1,3 1,0
China 5,2 2,5 3,0
Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland -0,7 1,7 1,5
USA 5,0 5,0 6,5
China 6,9 6,6 4,6
Indien 3,4 2,8 6,8

1) Prognose

Quellen: IHS Markit, Oxford Economics, nationale Verbände, eigene Schätzungen

Maschinenbau

Der weltweite Maschinenbau wird nach einem schwachen Wachstum im Vorjahr 2016 lediglich stagnieren und erst 2017 wieder einen moderaten Produktzuwachs erzielen. Dabei wird in China die Wachstumsrate 2016 auf 2,5 % zurückgehen und 2017 geringfügig auf 3,0% steigen. Der US-Maschinenbau leidet weiter unter der eingebrochenen Nachfrage nach Bergbaumaschinen: Hier wird die Produktion 2016 ein deutliches Minus von rund 3 % verzeichnen und erst 2017 wieder zulegen. Auch in Europa dürfte die schwache weltweite Konjunkturdynamik 2016 die Produktionsmengen in vielen Ländern nur geringfügig wachsen oder sogar schrumpfen lassen. Erst im kommenden Jahr ist mit moderaten Zuwächsen zu rechnen.

Der exportorientierte deutsche Maschinenbau musste 2015 ein Produktionsminus von 0,2% hinnehmen. Hauptgründe waren der schwache Konjunkturverlauf in vielen Schwellenländern, speziell in Russland und Lateinamerika, und die nur mäßige Zunahme der Ausrüstungsinvestitionen in Deutschland bzw. der EU. Für 2016 rechnen wir angesichts der bislang schleppenden Auftragsentwicklung, der schwachen globalen Konjunktur und diverser politischer Unsicherheiten lediglich mit einem Produktionsvolumen auf Vorjahresniveau. 2017 ist bestenfalls ein geringes Wachstum zu erwarten.

Bauwirtschaft

Für die Bautätigkeit im Euro-Raum ist 2016 wie auch 2017 mit einem Wachstum von je rund 2% zu rechnen. Die deutsche Produktion im Bauhauptgewerbe ging 2015 um 0,7% zurück, im bisherigen Jahresverlauf 2016 war lediglich ein knappes Plus gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Allerdings ist davon auszugehen, dass die anhaltende Binnenwanderung und die hohe Zahl an Flüchtlingen, ein solider Arbeitsmarkt - verbunden mit steigenden Realeinkommen der privaten Haushalte - und ein unverändert niedriges Hypothekenzinsniveau den deutschen Wohnungsbau weiterhin stützen werden; auch der öffentliche Bau dürfte aufgrund erhöhter Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege 2016 zulegen. Insgesamt wird die deutsche Baukonjunktur 2016 und auch 2017 einen Zuwachs von 1,7 bzw. 1,5 % verzeichnen. In China wird sich das Produktionswachstum in der Bauwirtschaft aufgrund zahlreicher staatlicher Infrastrukturprojekte nur leicht abschwächen; die Wachstumsprognose für 2016 lautet hier auf 6,6%. Im nächsten Jahr wird der Zuwachs aufgrund der geringeren gesamtwirtschaftlichen Dynamik mit 4,6% geringer ausfallen. Der US-Immobilienmarkt befindet sich weiterhin mitten in einem moderaten Aufschwung. Die Baubeginne nahmen trotz einer temporären Schwächephase gegenüber dem Vorjahr spürbar zu, die Hauspreise liegen aktuell rund 5,5 % über denen des Vorjahres. Die US-Bauproduktion dürfte 2016 um 5%, 2017 um 6,5 % wachsen.

Stahlmarkt

Die internationale Stahlindustrie steuert auch 2016 durch schweres Fahrwasser. Die Weltwirtschaft wächst nur moderat, der Stahlverbrauch bleibt gedämpft, und die Branche steht wegen struktureller Überkapazitäten unter massivem Druck. Dieser geht vor allem von China aus, wo die Stahlproduktion trotz rückläufiger Nachfrage unverändert auf Hochtouren läuft und der angekündigte Kapazitätsabbau bislang nur schleppend vorankommt. Als Folge belasteten die Stahlexporte Chinas bis weit ins Jahr 2016 hinein weiter die Weltmärkte - obgleich zahlreiche Handelsschutzmaßnahmen eingeleitet wurden, die auch China betreffen. Die Stahlpreise auf den Spotmärkten, die im Schlussquartal 2015 auf einen Mehrjahrestiefstand gefallen waren, haben sich bis zur Jahresmitte 2016 zumeist deutlich erholt. Ein wesentlicher Auslöser war auch hier zunächst der kräftige Preisauftrieb in China - einem Markt mit direktem Einfluss auf das weltweite Preisniveau -, aber auch höhere Rohstoffnotierungen begünstigten den Aufwärtstrend.

Gestützt durch die anhaltend solide Konjunktur bei wesentlichen Stahlverarbeitern - insbesondere den weiter gestiegenen Bedarf der Automobilindustrie - ist der Qualitätsflachstahlmarkt in der EU auch in den ersten 8 Monaten 2016 gewachsen. Dabei blieb allerdings die Wettbewerbssituation der europäischen Stahlproduzenten extrem angespannt. Denn während die Flachstahlimporte der EU aus Drittländern im Vergleich zum Vorjahr um 11 % anstiegen, profitierten die europäischen Anbieter kaum von der Marktbelebung. Sie verzeichneten zwar höhere Auftragseingänge, ihr Absatz in den EU-Markt blieb aber konstant. Auch die Exportmärkte brachten keine Entlastung; die Ausfuhren gingen weiter zurück, da wichtige Exportdestinationen weniger aufnahmefähig waren. Die Spotmarktpreise in Europa zogen, dem globalen Trend folgend, ausgehend von einem niedrigen Niveau ab Ende des 1. Quartals 2016 kräftig an. Die bisherigen Antidumping-Maßnahmen, die unter anderem gegen China und Russland verhängt worden waren, zeigten in Teilbereichen stabilisierende Wirkung; die Gesamtimporte blieben jedoch nahezu unverändert hoch.

In den USA ging das Stahlmarktvolumen 2016 erneut zurück. Wegen des spürbar reduzierten Angebots - insbesondere die Importe waren stark rückläufig, nicht zuletzt aufgrund zügig durchgesetzter Handelsrestriktionen - fiel die Erholung der Stahlpreise deutlicher aus als in anderen Regionen. Gegen Jahresmitte schwächten sich allerdings Nachfrage und Preisniveau ab. In Brasilien hielt die Rezession an, und die Stahlnachfrage lag einmal mehr unter der des Vorjahres.

Insgesamt wird die weltweite Stahlnachfrage 2016 kaum und 2017 nur geringfügig wachsen, nach wie vor stark beeinflusst durch den Rückgang im chinesischen Markt. Recht günstig bleiben dagegen die Perspektiven in den anderen asiatischen Schwellenländern. Brasilien dürfte 2016 mit einem nochmals starken Rückgang die Talsohle durchschritten haben und im nächsten Jahr zu mehr politischer Stabilität und leichtem Wachstum zurückfinden. In den Industrieländern wird die Stahlnachfrage auch nur verhalten zunehmen; für die EU und auch für Deutschland erwarten wir jeweils ein Stahlmarktwachstum von rund 1%, in den USA 3%. Da ein zügiger Abbau der weltweiten Überkapazitäten nicht zu erwarten ist, dürfte der Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt tendenziell hoch bleiben. Temporär kann es allerdings zu einer Entlastung durch niedrigere Einfuhrmengen kommen, bedingt durch laufende und eventuell noch folgende Handelsschutzmaßnahmen.

Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand

Erneuter Jahresüberschuss und positiver Free Cashflow in schwierigem Werkstoffumfeld

In einem insbesondere in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres stark eingetrübten Umfeld für unsere Werkstoffgeschäfte haben die eingeleiteten Maßnahmen zur Strategischen Weiterentwicklung des Konzerns eine deutlich stabilisierende Wirkung entfaltet. Die zunehmende Ausrichtung auf unsere margenstärkeren und weniger volatilen Industriegütergeschäfte sowie EBIT-Effekte im Umfang von knapp 1 Mrd € aus unserem Effizienzsteigerungsprogramm "impact" waren die Basis dafür, dass wir trotz des hohen Import- und Preisdrucks auf den Werkstoffmärkten erneut einen Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau erwirtschaften konnten. Trotz eines zudem anhaltend schwachen Marktumfelds für Chemieanlagen und Mining-Ausrüstung und fehlender Marine-Großaufträge bei Industrial Solutions haben wir darüber hinaus erneut einen positiven Free Cashflow erarbeitet; hierzu hat insbesondere auch die starke Verbesserung im Netto-Umlaufvermögen in allen Werkstoffgeschäften beigetragen.

Im gesamten Berichtsjahr blieb das Bereinigte EBIT allerdings vor allem durch das schwierige Werkstoffumfeld im 1. Halbjahr hinter dem Vorjahreswert und dem zu Beginn des Geschäftsjahres 2015 / 2016 formulierten Ziel zurück. Die Erholung auf den Werkstoffmärkten kam insbesondere in Europa später und außerdem von einem niedrigeren Preisniveau als ursprünglich erwartet. Die Auswirkungen waren so groß, dass sie die Fortschritte, die insgesamt im Rest des Konzerns erzielt wurden, überlagert haben. Ab dem 3. Quartal zeigten sich dann jedoch auf den Roh- und Werkstoffmärkten deutliche Erholungstendenzen bei insgesamt wieder gestiegenen Spotpreisen. Im Schlussquartal lagen Ergebnis und Cashflow des Konzerns wieder über den Vorjahreswerten. Das Gearing stieg trotz des Jahresüberschusses und des positiven Cashflows im Berichtsjahr auf 134,2%; dies reflektiert insbesondere die Neubewertung der Pensionen infolge niedrigerer Zinssätze. Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien von insgesamt 8,0 Mrd € zum 30. September 2016 sowie einem ausgewogenen und verlängerten Fälligkeitenprofil ist thyssenkrupp solide finanziert.

Leistungs- und Risikoprofil in vielen Bereichen erneut erheblich verbessert

Insgesamt hat sich das Leistungs- und Risikoprofil von thyssenkrupp im abgelaufenen Geschäftsjahr in vielen Bereichen des Konzerns erneut erheblich verbessert. Components Technology konnte das Bereinigte EBIT und die Marge steigern und signifikante Großaufträge für die neuen elektrisch unterstützten Lenksysteme akquirieren. Elevator Technology hat Ergebnis und Marge weiter deutlich verbessert und wichtige strategische Meilensteine des Wachstumskonzepts erreicht. Bei Industrial Solutions startete ein umfassendes Transformationsprogramm zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Kundenorientierung. Materials Services hat zahlreiche Maßnahmen für den digitalen Wandel implementiert und wichtige Fortschritte bei der Umsetzung des industriellen Konzepts für den Edelstahlproduzenten AST erzielt. Steel Europe hat ein umfassendes Programm zur nachhaltigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit initiiert und die Managementstrukturen stärker auf die Kunden und Märkte ausgerichtet. Steel Americas ist es gelungen, Produktion und Versand zu steigern, die Marktposition zu stärken, die Verluste weiter deutlich zu reduzieren und einen positiven Cashflow zu generieren. Zudem haben wir von den brasilianischen Behörden die Betriebsgenehmigung erhalten und mit der Übernahme der Minderheitsanteile von Vale an CSA die Komplexität und die Risiken deutlich reduziert und den Handlungsspielraum für die weitere Entwicklung von CSA erhöht.

Auf dieser Basis blicken wir vorsichtig optimistisch in das neue Geschäftsjahr, für das wir deutliche Ergebnissteigerungen erwarten. Wir setzen die Transformation von thyssenkrupp hin zu einem schlagkräftigen, ertragsstarken und wertschaffenden diversifizierten Industriekonzern konsequent fort.

Mehr zu unserer Zielerreichung im Berichtsjahr können Sie dem Abschnitt "Prognose-Ist-Vergleich", Details zum Verlauf den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Business Areas" entnehmen. Einzelheiten zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sowie zu den Chancen und Risiken enthält der "Prognose-, Chancen- und Risikobericht".

Die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung des Gesamtkonzerns sowie der fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr fasst die folgende Tabelle zusammen:

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Konzern insgesamt
2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 41.318 37.424 -3.894 -9
Umsatz Mio € 42.778 39.263 -3.515 -8
EBIT1) Mio € 1.050 1.189 139 13
EBIT-Marge % 2,5 3,0 0,5 -
Bereinigtes EBIT1) Mio € 1.676 1.469 -207 -12
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,9 3,7 -0,2 -
EBT Mio € 485 652 167 34
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 268 261 -6 -2
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 309 296 -13 -4
Ergebnis je Aktie 0,55 0,52 -0,03 -5
Operating Cashflow Mio € 1.300 1.387 87 7
Cashflow für Investitionen Mio € -1.235 -1.387 -152 -12
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 597 191 -406 -68
Free Cashflow2) Mio € 662 191 -470 -71
Free Cashflow vor M&A2) Mio € 115 198 83 72
Netto-Finanzschulden (30.09.) Mio € 3.414 3.500 86 3
Eigenkapital (30.09.) Mio € 3.307 2.609 -698 -21
Gearing (30.09.) % 103,2 134,2 31,0 -
ROCE % 6,5 7,5 1,0 -
thyssenkrupp Value Added Mio € -399 -85 314 79
Dividende je Aktie 0,15 0,153) - -
Ausschüttung Mio € 85 853) - -
Mitarbeiter (30.09.) 154.906 156.487 1.581 1
Fortgeführte Aktivitäten
2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 41.318 37.424 -3.894 -9
Umsatz Mio € 42.778 39.263 -3.515 -8
EBIT1) Mio € 1.061 1.189 129 12
EBIT-Marge % 2,5 3,0 0,5 -
Bereinigtes EBIT1) Mio € 1.676 1.469 -207 -12
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,9 3,7 -0,2 -
EBT Mio € 496 652 157 32
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 279 261 -17 -6
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 320 296 -23 -7
Ergebnis je Aktie 0,57 0,52 -0,05 -8
Operating Cashflow Mio € 1.311 1.387 76 6
Cashflow für Investitionen Mio € -1.235 -1.387 -152 -12
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 597 191 -406 -68
Free Cashflow2) Mio € 673 191 -481 -72
Free Cashflow vor M&A2) Mio € 126 198 71 56
Netto-Finanzschulden (30.09.) Mio €
Eigenkapital (30.09.) Mio €
Gearing (30.09.) %
ROCE %
thyssenkrupp Value Added Mio €
Dividende je Aktie
Ausschüttung Mio €
Mitarbeiter (30.09.)

1) Vgl. die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

2) Vgl. die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

3) Vorschlag an die Hauptversammlung

Prognose-Ist-Vergleich

Die zu Beginn des Berichtsjahres formulierten Ziele für die Kernsteuerungsgrößen thyssenkrupp Value Added (tkVA) und Free Cashflow vor M&A (FCF vor M&A) haben wir erreicht; die Ergebnisziele des Konzerns haben wir - trotz der insgesamt soliden Entwicklung in unseren Industriegütergeschäften und der erneut signifikanten Beiträge aus unserem Effizienzsteigerungsprogramm "impact" - jedoch nicht erfüllt. Dies spiegelt vor allem den hohen Import- und Preisdruck auf den Werkstoffmärkten wider, der sich insbesondere in Europa stärker und länger ausgewirkt hat als erwartet. Zudem entwickelte sich bei Industrial Solutions das Geschäft mit Chemieanlagen, Mining-Ausrüstung und im Marine-Schiffbau schwächer als prognostiziert; die Kunden blieben hier zögerlich bei der Vergabe von Großprojekten. Dieses äußerst schwierige Umfeld hat zu einer Umsatz- und Ergebnisentwicklung geführt, die hinter den Planungen zurückbleibt. Die angestrebte deutliche Verbesserung des tkVA und einen FCF vor M&A sogar über dem Vorjahreswert haben wir infolge geringerer Belastungen aus Sondereffekten und durch Reduzierung der Mittelbindung dennoch erreicht.

Die im Halbjahresbericht vor dem Hintergrund des insbesondere im 1. Halbjahr sehr schwachen Werkstoffumfelds angepassten Konzernziele haben wir durch eine deutliche Steigerung bei Ergebnis und Cashflow im 2. Halbjahr erreicht oder übertroffen. Dazu hat die erfreuliche Entwicklung bei Components Technology und Steel Americas beigetragen, deren Ergebnisse insbesondere durch operative Fortschritte über den Erwartungen lagen. Vor allem Steel Americas hat durch Effizienzsteigerungen, die Markterholung im 2. Halbjahr und positive Wechselkurseffekte die Erwartungen im Berichtsjahr - trotz der schwierigen 1. Hälfte des Geschäftsjahres - deutlich übertroffen.

Insgesamt wurde die Geschäftsentwicklung wieder maßgeblich durch unser Konzernprogramm unterstützt. Das "impact"-Ziel, die Kosten um 850 Mio € zu senken, das wir zu Beginn des Berichtsjahres für 2015 / 2016 formuliert hatten, konnten wir mit Einsparungen in Höhe von knapp 1 Mrd € erneut deutlich übertreffen.

Mehr Informationen zu den Faktoren, die die Ergebnisentwicklung beeinflusst haben, enthalten die Abschnitte "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsentwicklung in den Business Areas".

Die folgende Tabelle enthält Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte über das 1. Halbjahr sowie die ersten neun Monate des Berichtsjahres jeweils aktualisiert wurden, und zu den finalen Zahlen 2015 / 2016:

PROGNOSE UND IST FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2015 / 2016

Prognose im Geschäftsbericht 2014 / 2015 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2015 / 2016 Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2015 / 2016 Ist Geschäftsjahr 2015 / 2016
Konzernumsatz auf vergleichbarer Basis auf Vorjahresniveau auf vergleichbarer Basis im einstelligen Prozentbereich rückläufig auf vergleichbarer Basis: - 7 %
Components Technology Wachstum auf vergleichbarer auf vergleichbarer Basis: +1 %
Elevator Technology Basis im einstelligen Prozentbereich auf vergleichbarer Basis: +4 %
Industrial Solutions seitwärts gerichtete Entwicklung auf vergleichbarer Basis leicht rückläufig auf vergleichbarer Basis: -8 %
Materials Services im Vergleich schwächer im Vergleich deutlich schwächer auf vergleichbarer Basis: -11 %
Steel Europe auf vergleichbarer Basis: -12 %
Steel Americas auf vergleichbarer Basis: -18 %
Bereinigtes EBIT 1,6 bis 1,9 Mrd € mindestens 1,4 Mrd € Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 207 Mio. € auf 1.469 Mio €
Components Technology mindestens auf Vorjahresniveau leicht über Vorjahresniveau Verbesserung um 22 Mio € auf 335 Mio €
Elevator Technology Verbesserung durch Umsatzwachstum und Verbesserung Marge um 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte Verbesserung um 66 Mio € auf 860 Mio € bei Margenverbesserung um 0,5 Prozentpunkte auf 11,5 %
Industrial Solutions Umsatz und Marge und damit Bereinigtes EBIT auf Vorjahresniveau Rückgang durch leicht rückläufigen Umsatz und Marge am unteren Rand des Zielkorridors von 6-7 % Rückgang um 69 Mio € auf 355 Mio € bei Margenrückgang um 0,6 Prozentpunkte auf 6,2 %
Materials Services auf Vorjahresniveau angestrebt merklich unter Vorjahr Rückgang um 78 Mio € auf 128 Mio €
Steel Europe Rückgang um 177 Mio € auf 315 Mio €
Steel Americas deutliche Verbesserung Verbesserung um 105 Mio € auf -33 Mio €
Jahresüberschuss deutliche Verbesserung auf Vorjahresniveau Rückgang um 6 Mio € auf 261 Mio €
tkVA deutliche Verbesserung gegenüber Pro-forma-Vorjahresvergleichswert auf Niveau Pro-forma-Vorjahresvergleichswert Verbesserung um 153 Mio € auf -85 Mio €
FCF vor M & A auf Vorjahresniveau zwischen niedrigem dreistelligen Mio € Bereich negativ bis ausgeglichen Verbesserung um 83 Mio € auf 198 Mio €
Investitionen rund 1,5 Mrd € unter 1,5 Mrd € Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 152 Mio € auf 1.387 Mio €

Geschäftsentwicklung im Konzern

Geschäftsverlauf

Komponentengeschäft und Aufzugssparte mit stabilisierender Wirkung auf Auftragseingang und Umsatz in schwierigem Werkstoffumfeld

Der Auftragseingang und der Umsatz des thyssenkrupp Konzerns waren im vergangenen Geschäftsjahr stark rückläufig. Dafür gab es im Wesentlichen folgende Gründe: Die Werkstoffgeschäfte unterlagen insbesondere in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres einem sehr hohen Import- und Preisdruck, das Marktumfeld bei Chemieanlagen und Mining-Ausrüstung war schwach und das Vorjahr hatte von größeren Marine-Aufträgen profitiert. Stabilisierend wirkte jedoch die Entwicklung bei Components Technology und Elevator Technology, deren Auftragseingang und Umsatz auf oder über dem Vorjahresniveau lagen.

AUFTRAGSEINGANG NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Components Technology 6.826 6.740 -1 -1
Elevator Technology 7.704 7.631 -1 -1
Industrial Solutions 4.871 3.461 -29 -29
Materials Services 13.945 11.840 -15 -10
Steel Europe 8.421 8.146 -3 -3
Steel Americas 1.723 1.525 -11 -14
Corporate 196 243 24 24
Konsolidierung -2.368 -2.162 - -
Auftragseingang insgesamt 41.318 37.424 -9 -8

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte

Der Auftragseingang der Industriegütergeschäfte Components Technology, Elevator Technology und Industrial Solutions blieb insgesamt unter dem Vorjahreswert. Während sich der Auftragseingang im Komponentengeschäft und in der Aufzugssparte weitgehend stabil entwickelte, war dieser bei Industrial Solutions deutlich rückläufig. Dies reflektiert neben fehlenden Marine-Großaufträgen gegenüber dem Vorjahr insbesondere das anhaltend schwache Marktumfeld bei Chemie-Anlagen und Mining-Ausrüstung. Der Grund für die Zurückhaltung der Kunden bei der Auftragsvergabe waren die weiterhin niedrigen und volatilen Öl- und Rohstoffpreise. Dennoch konnten wir im Berichtsjahr auch im Bereich Process Technologies und Resource Technologies zahlreiche Aufträge gewinnen und unter anderem von einer guten Nachfrage nach Elektrolyseanlagen und Zementanlagen profitieren. Im Bereich System Engineering stieg der Auftragseingang für Produktionssysteme für die Automobilindustrie sogar auf einen neuen Höchstwert. Die gewonnenen Aufträge spiegeln unsere starke Markt- und Technologieposition wider.

In der Business Area Components Technology haben wir das insgesamt robuste Nachfragewachstum für Pkw-Komponenten genutzt und damit das schwierige Umfeld bei Komponenten für Nutzfahrzeuge und Baumaschinen kompensieren können. Besonders erfreulich ist die positive Kundenresonanz auf unsere neuen elektrisch unterstützten Lenksysteme - eine wichtige Basis für das erwartete Wachstum in den kommenden Geschäftsjahren. Der Auftragseingang in der Business Area Elevator Technology lag auf Vorjahresniveau und damit erneut über dem Umsatz; der Auftragsbestand erreichte einen neuen Höchstwert.

Bei den Werkstoffaktivitäten Materials Services, Steel Europe und Steel Americas verharrte der Auftragseingang unter den Vorjahreswerten. Das war insbesondere auf die deutlichen Preisrückgänge zurückzuführen und galt auch auf vergleichbarer Basis - das heißt insbesondere bereinigt um den Verkauf der VDM- und RIP-Gruppe bei Materials Services im Vorjahr. Die Bestellmengen bei unseren Stahlgeschäften lagen hingegen insgesamt deutlich über denen des Vorjahres.

UMSATZ NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Components Technology 6.753 6.807 1 1
Elevator Technology 7.208 7.468 4 4
Industrial Solutions 6.256 5.744 -8 -8
Materials Services 14.254 11.886 -17 -11
Steel Europe 8.697 7.633 -12 -12
Steel Americas 1.773 1.489 -16 -18
Corporate 194 255 32 32
Konsolidierung -2.357 -2.020 - -
Umsatz insgesamt 42.778 39.263 -8 -7

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte

Ähnlich wie beim Auftragseingang wirkten die Beiträge von Components Technology und Elevator Technology auch auf die Umsatzentwicklung des Konzerns stabilisierend. Sie konnten jedoch das anhaltend schwache Marktumfeld bei Chemieanlagen und Mining-Ausrüstung und geringere Umsätze im Marine-Schiffbau von Industrial Solutions sowie vor allem den starken Import- und Preisdruck auf den Werkstoffmärkten nicht kompensieren. Bei Materials Services und Steel Europe belasteten insbesondere negative Preiseffekte, bei Steel Europe zudem vor allem marktbedingt geringere Mengen. Den auf vergleichbarer Basis stärksten prozentualen Umsatzrückgang verzeichnete jedoch Steel Americas, obgleich wir hier die Versandmengen infolge guter Fortschritte in der Produktion und beim Ausbau langfristiger Kundenbeziehungen deutlich steigern konnten. Diese Situation spiegelt den besonders dramatischen Preisverfall in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres wider, den die deutliche Erholung der Durchschnittserlöse im Schlussquartal nicht ausgleichen konnte.

Die regionale Umsatzverteilung war weitgehend stabil. Der bedeutendste Absatzmarkt für thyssenkrupp blieb mit einem unveränderten Umsatzanteil von 29 % wiederum der deutschsprachige Raum, in dem wir Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein zusammenfassen. Relativ an Bedeutung gewann das Geschäft mit Kunden in Zentral- und Osteuropa; hier wurden Rückgänge in den Werkstoffgeschäften durch Wachstum in unseren Industriegütergeschäften weitestgehend kompensiert. Stärker rückläufig war hingegen trotz Umsatzwachstum in unserer Aufzugssparte das Geschäft im Nahen Osten & Afrika; dies spiegelt neben Rückgängen in unseren Werkstoffgeschäften insbesondere Auslieferungen im Marine-Schiffbau sowie abrechnungsbedingte Rückgänge im Chemieanlagenbau bei Industrial Solutions wider.

UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN1) in Mio €

(Vorjahreswert in Klammern)

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die neue Regionalzuordnung zum Geschäftsjahr 2015 / 2016 angepasst.

2) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

UMSATZ NACH KUNDENGRUPPEN 2015 / 2016 in %

Die Automobilindustrie blieb mit dem höchsten und auf 25 % weiter gestiegenen Umsatzanteil die wichtigste Kundengruppe des Konzerns und hat insbesondere eine hohe Bedeutung für unser Komponenten- und Stahlgeschäft. Es folgen die Stahl- und stahlnahe Verarbeitung sowie der Handel mit hoher Bedeutung für unsere Werkstoffgeschäfte und hohen, jedoch rückläufigen Anteilen im Konzernumsatz. Die Bauwirtschaft hat mit 11% am Konzernumsatz weiter an Bedeutung gewonnen und repräsentiert rund die Hälfte des Geschäfts unserer Aufzugssparte.

Bereinigtes EBIT insgesamt rückläufig trotz hoher Effizienzgewinne aus "impact" Programm

Das Bereinigte EBIT des Konzerns ging im Berichtsjahr zurück. Hauptgrund war das sehr schwierige Umfeld unserer Werkstoffaktivitäten insbesondere im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres. EBIT-Effekte in Höhe von knapp 1 Mrd € aus unserem Effizienzsteigerungsprogramm "impact" wurden vor allem durch den hohen Import- und Preisdruck auf den Werkstoffmärkten überlagert, trugen jedoch -ebenso wie die einsetzende Erholung im Marktumfeld - zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung im 2. Halbjahr bei. Im Schlussquartal lag das Bereinigte EBIT des Konzerns bereits wieder über dem Vorjahreswert.

BEREINIGTES EBIT NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung

in %
Components Technology 313 335 7
Elevator Technology 794 860 8
Industrial Solutions 424 355 -16
Materials Services 206 128 -38
Steel Europe 492 315 -36
Steel Americas -138 -33 76
Corporate -414 -497 -20
Konsolidierung -1 6 -
Bereinigtes EBIT insgesamt1) 1.676 1.469 -12

1) Vgl. die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

In den Industriegütergeschäften übertraf das Bereinigte EBIT, auch unterstützt durch nachhaltige Effizienz- und Kostensenkungsmaßnahmen, den Vorjahreswert. Dabei konnte das profitable Wachstum bei Components Technology und Elevator Technology den umsatz- und margenbedingten Rückgang bei Industrial Solutions mehr als ausgleichen. Components Technology verbesserte seine Bereinigte EBIT-Marge im Berichtsjahr um 0,3 Prozentpunkte und konnte im 4. Quartal 2015 / 2016 zum sechsten Mal in Folge das Bereinigte EBIT und die Marge gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal steigern. Elevator Technology hat die Marge im Berichtsjahr erneut um 0,5 Prozentpunkte verbessert und im Schlussquartal bereits zum 16. Mal in Folge Ergebnis und Marge gegenüber dem Vorjahreswert erhöht. Bei Industrial Solutions war die Bereinigte-EBIT-Marge im Mix der im Berichtsjahr abgerechneten Projektmeilensteine um 0,6 Prozentpunkte rückläufig, blieb mit 6,2 % jedoch im Zielkorridor von 6 bis 7 %.

Bei den Werkstoffgeschäften lag das Bereinigte EBIT trotz kontinuierlicher Verbesserungen der Quartalsergebnisse im Laufe des Berichtsjahres und erfreulicher Fortschritte bei Steel Americas insgesamt deutlich unter dem Vorjahreswert. Bei Materials Services und Steel Europe konnten umfangreiche "impact"-Maßnahmen den hohen Import- und Preisdruck nicht kompensieren, der insbesondere im europäischen Geschäft bis weit in das Geschäftsjahr hinein wirkte und zu entsprechend rückläufigen Durchschnittserlösen und vor allem bei Steel Europe auch zu geringeren Versandmengen führte. Bei Materials Services entfielen zudem die Ergebnisbeiträge der im Vorjahr veräußerten VDM- und RIP-Gruppe. Deutliche Fortschritte erzielte die Business Area bei der Umsetzung des industriellen Konzepts für AST; die italienische Gesellschaft trug trotz insgesamt rückläufiger Edelstahlpreise und entsprechender Bestandsverluste positiv zum Bereinigten EBIT bei. Steel Americas konnte dank Effizienz- und Mengensteigerungen, der Preiserholung im 2. Halbjahr sowie auch unterstützt durch positive Wechselkurseffekte das Bereinigte EBIT deutlich verbessern und die Verluste signifikant reduzieren.

Ergebnis durch Sondereffekte belastet

Das EBIT war im Berichtsjahr durch Sondereffekte belastet; die Belastungen lagen jedoch deutlich unter denen des Vorjahres. Zu den Effekten aus dem Vorjahr zählten bei Materials Services insbesondere höhere Vorsteueraufwendungen im Rahmen der Veräußerung der VDM-Gruppe und bei Corporate hohe Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Vergleich mit der in Abwicklung befindlichen, nicht operativ tätigen früheren US-amerikanischen Tochtergesellschaft The Budd Company.

SONDEREFFEKTE NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung
Components Technology 19 84 65
Elevator Technology 132 90 -42
Industrial Solutions -1 22 22
Materials Services 244 52 -192
Steel Europe -22 -1 21
Steel Americas 9 -11 -21
Corporate 235 45 -190
Konsolidierung -1 0 -
Sondereffekte insgesamt 615 280 -335

Im Berichtszeitraum ergaben sich bei Components Technology Sondereffekte in nennenswertem Umfang: Zum einen aufgrund einer überschwemmungsbedingten Werksschließung in Großbritannien im Bereich Federn & Stabilisatoren. Zum anderen aufgrund einer Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendungen zur Anpassung der Kapazitäten an die schwache Marktlage in Brasilien, den USA und Deutschland im Bereich Forging & Machining. Außerdem gab es Standortschließungen im Bereich Baumaschinenkomponenten. Bei Elevator Technology waren Sondereffekte aus der Restrukturierung und Reorganisation in Europa und im Nahen Osten zu berücksichtigen. Bei Industrial Solutions ergaben sich insbesondere erste Sondereffekte im Rahmen der Reorganisation und der Restrukturierungsmaßnahmen. Weitere vor allem restrukturierungsbedingte Sondereffekte ergaben sich bei Materials Services. Auf Steel Europe entfielen im Berichtsjahr im Saldo kaum Sondereffekte; Belastungen aus der Wertanpassung eines Grundstücks nach Nutzungsende wurden weitgehend durch die Rücknahme einer Wertminderung im Rahmen der Wiederinbetriebnahme einer Feuerverzinkungslinie in Spanien kompensiert. Bei Steel Americas ergaben sich insgesamt positive Sondereffekte aus der aktualisierten Bewertung eines langfristigen Frachtvertrags. Im Bereich Corporate resultierten die Sondereffekte im Wesentlichen aus Aufwendungen im Zusammenhang mit Desinvestitionsprojekten und Restrukturierungen.

thyssenkrupp Value Added (tkVA) deutlich über Vorjahreswert

Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 blieb der tkVA des thyssenkrupp Konzerns noch negativ, lag jedoch deutlich über dem des Vorjahres. Die Verbesserung ist auf ein höheres EBIT wegen geringerer Sondereffekte, einen Rückgang beim gebundenen Kapital sowie niedrigere Kapitalkostensätze zurückzuführen. Die Kapitalbindung konnten wir insbesondere in den Werkstoffgeschäften auch durch Abbau des Netto-Umlaufvermögens senken. Bei Materials Services schlägt sich hier auch die Veräußerung der VDM- und RIP-Gruppe im Vorjahr nieder. Ein leichter Anstieg beim durchschnittlichen Capital Employed ergab sich dagegen bei Components Technology. Darüber hinaus hat die Kapitalbindung bei Industrial Solutions deutlich zugenommen; hier war die Mittelbindung infolge geringerer Anzahlungen und der Abarbeitung des bestehenden Auftragsbestands im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weniger negativ. Mit Beginn des Berichtsjahres hatten wir die Kapitalkostensätze gesenkt; Grund waren die geringeren Kosten für Fremdkapital und Pensionsrückstellungen. Den tkVA für den Konzern haben wir jedoch auch gegenüber dem Wert des Vorjahres mit aktualisiertem Kapitalkostensatz deutlich gesteigert (Pro-forma-Vorjahresvergleichswert -238 Mio €). Den höchsten Wertbeitrag hat erneut Elevator Technology generiert und ihn zudem gegenüber dem Vorjahr weiter deutlich gesteigert. Der tkVA der Werkstoffgeschäfte war negativ; er hat sich jedoch insgesamt gegenüber dem Vorjahr verbessert. Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle.

THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA) NACH BUSINESS AREAS

2014/2015
EBIT (Mio €) Capital employed (Mio €) WACC

(%)
tkVA (Mio €)
--- --- --- --- ---
Konzern 1.050 16.106 9,0 -399
Davon:
Components Technology 294 3.530 9,0 -23
Elevator Technology 662 1.289 8,0 559
Industrial Solutions 425 -1.554 8,5 557
Materials Services -38 4.566 9,0 -449
Steel Europe 514 5.265 9,5 14
Steel Americas -147 2.167 10,5 -374
2015/2016
EBIT (Mio €) Capital employed1)(Mio €) WACC

(%)
tkVA (Mio €) Veränderung tkVA (Mio €)
--- --- --- --- --- ---
Konzern 1.189 15.933 8,0 -85 314
Davon:
Components Technology 251 3.587 8,5 -54 -30
Elevator Technology 771 1.197 7,5 681 122
Industrial Solutions 333 -475 8,0 371 -187
Materials Services 76 3.861 8,0 -233 216
Steel Europe 316 5.012 8,5 -110 -124
Steel Americas -22 2.145 10,0 -236 138

Details zur Bedeutung von tkVA und EBIT für die Unternehmenssteuerung erfahren Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".

Geschäftsverlauf in den Business Areas

Components Technology

COMPONENTS TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2014/2015 2015/2016 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 6.826 6.740 -1
Umsatz Mio € 6.753 6.807 1
EBIT Mio € 294 251 -15
EBIT-Marge % 4,4 3,7 -
Bereinigtes EBIT Mio € 313 335 7
Bereinigte-EBIT-Marge % 4,6 4,9 -
Mitarbeiter (30.09.) 29.627 30.751 4

Details zur Bedeutung von tkVA und EBIT für die Unternehmenssteuerung erfahren Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".

Geschäftsverlauf in den Business Areas

Components Technology

COMPONENTS TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 6.826 6.740 -1
Umsatz Mio € 6.753 6.807 1
EBIT Mio € 294 251 -15
EBIT-Marge % 4,4 3,7 -
Bereinigtes EBIT Mio € 313 335 7
Bereinigte-EBIT-Marge % 4,6 4,9 -
Mitarbeiter (30.09.) 29.627 30.751 4

Die Business Area Components Technology produziert und vermarktet weltweit Hightech-Komponenten für die Automobilindustrie und den Maschinenbau. Im Automobilgeschäft umfasst die Produktpalette im Bereich Powertrain gebaute Nockenwellen, Zylinderkopfhaubenmodule mit integrierten Nockenwellen und Kurbelwellen sowie im Bereich Chassis gefertigte Lenkungs- und Dämpfersysteme, Federn und Stabilisatoren; hinzu kommt die Montage von Achsmodulen. Im Industriegeschäft liefert die Business Area hochwertige Komponenten für Baumaschinen und Windkraftanlagen sowie für zahlreiche Anwendungen des allgemeinen Maschinenbaus. Das Fundament für dieses breite Produktspektrum ist unsere langjährige Erfahrung mit innovativen Werkstoffen und Massivumformungsverfahren. Components Technology deckt die gesamte Wertschöpfungskette des Geschäfts ab: von der Entwicklung und Fertigung von Hochleistungskomponenten über die mechanische Bearbeitung bis hin zum Zusammenbau hochkomplexer Systeme. Immer wichtiger werden dabei mechatronische Lösungen mit Elektronik und Software aus Eigenentwicklung. Mit unserem umfassenden technischen Fachwissen und der weltweiten Marktpräsenz sind wir unseren Kunden ein verlässlicher Partner, der ihnen einen echten Mehrwert bietet.

Positive Geschäftsentwicklung in schwierigen Märkten - Großaufträge aus der Automobilindustrie und Optimierung des automobilen Produktionsnetzwerks

In einem uneinheitlichen Marktumfeld lag der Auftragseingang bei Components Technology leicht unter dem Vorjahreswert, der Umsatz leicht darüber. Die Märkte für Pkw-Komponenten in Westeuropa, USA und China zeigten dabei ein robustes Nachfragewachstum, während sich die Nachfrage in Brasilien und Russland weiterhin stark rückläufig entwickelte. Auch die Märkte für schwere Nutzfahrzeuge, insbesondere in Brasilien und den USA, blieben unverändert schwach. Im Geschäft mit Industriekomponenten konnte der Umsatz vor allem im Bereich Windenergie zulegen, die Nachfrage nach Baumaschinenkomponenten blieb rückläufig.

Im Lenkungsgeschäft profitierten wir von Nominierungen internationaler Automobilhersteller im Umfang von rund 7 Mrd € bezogen auf den Produktlebenszyklus. Auftragsgegenstand ist jeweils die Entwicklung elektrisch unterstützter Lenksysteme für große Modellplattformen und deren Lieferung für die Serienproduktion. Die elektrisch unterstützten Lenkungen aus dem Hause thyssenkrupp sind energieeffizienter als konventionelle hydraulische Lenksysteme und ermöglichen dadurch Einsparungen im Kraftstoffverbrauch; zudem sind sie eine der technischen Voraussetzungen für elektronische Fahrerassistenzsysteme. Mit dieser Technologie haben wir uns bereits im Premiumsegment erfolgreich etabliert und wachsen zunehmend auch in den volumenstarken Mittel- und Kleinwagensegmenten sowie in den großen automobilen Absatzmärkten wie China und Nordamerika.

Beim Umsetzen unserer profitablen Wachstums- und Regionalisierungsstrategie haben wir im Berichtsjahr weitere Fortschritte erzielt; insbesondere wurden in Mexiko und Ungarn neue Werke eröffnet bzw. befinden sich in der Planung oder einer frühen Umsetzungsphase. Zugleich erschließen wir mit der Lokalisierung der Produktion verschiedener Technologien an einem Fertigungsstandort beträchtliche Wettbewerbs- und Kostenvorteile. In Mexiko etwa erweitern wir das bisherige Produktionsspektrum - Motor- und Lenkungskomponenten, Federn und Stabilisatoren, Montage von Achsmodulen - um Zylinderkopfhaubenmodule und Dämpfersysteme; in Ungarn wird das Programm zusätzlich zur Montage von Achsmodulen künftig auch elektronisch unterstützte Lenksysteme und Zylinderkopfhaubenmodule umfassen.

Höheres Ergebnis dank Effizienzsteigerungsmaßnahmen

Das Bereinigte EBIT von Components Technology stieg erneut gegenüber dem Vorjahreswert an. Positiv schlagen vor allem Verbesserungen bei den Pkw-Komponenten (unter anderem durch Hochlauf neuer Werke für Haubenmodule) und bei der Windenergie zu Buche; Rückgänge bei den Nutzfahrzeugkomponenten wie auch die schwache Marktentwicklung in Brasilien wurden dadurch mehr als kompensiert. Die Bereinigte EBIT-Marge erhöhte sich auch gestützt durch Effizienzmaßnahmen und Kostensenkungen in Produktion und Einkauf. Das EBIT von Components Technology lag aufgrund höherer Sondereffekte unter dem Vorjahreswert.

Elevator Technology

ELEVATOR TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung

in %
Auftragsbestand (30.09.) Mio € 4.863 4.974 2
Auftragseingang Mio € 7.704 7.631 -1
Umsatz Mio € 7.208 7.468 4
EBIT Mio € 662 771 16
EBIT-Marge % 9,2 10,3 -
Bereinigtes EBIT Mio € 794 860 8
Bereinigte-EBIT-Marge % 11,0 11,5 -
Mitarbeiter (30.09.) 51.335 51.426 0

Die Business Area Elevator Technology trägt mit innovativer Technik zu einer effizienten urbanen Mobilität bei. Das Produktprogramm umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Ein dichtes Servicenetz mit kompetenten Mitarbeitern an über 900 Standorten bietet kundennah individuelle, intelligente, zuverlässige und sichere Lösungen und Leistungen für die Personenbeförderung. Damit liefern wir unseren Kunden einen greifbaren Mehrwert und stärken das Vertrauen in unsere Marke.

Auftragseingang weitgehend stabil auf hohem Niveau, Höchstwert beim Umsatz

Der Auftragseingang der Business Area lag im Geschäftsjahr 2015 / 2016 auch auf vergleichbarer Basis weitgehend auf Vorjahresniveau und profitiert nach wie vor von einem Nachfragezuwachs im Neuanlagengeschäft, speziell in den USA und Südkorea. In China lag das Neuanlagengeschäft trotz des höheren Preisdrucks leicht über dem des Vorjahres; hier konnten wir durch Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Marohn Elevator zusätzliche Aufträge gewinnen. Rückläufig entwickelte sich dagegen der Auftragseingang für Neuanlagen in Europa, in Brasilien und im Nahen Osten. Das Servicegeschäft, das für thyssenkrupp in Europa besonders wichtig ist, konnte ausgebaut werden. Der Auftragsbestand von Elevator Technology erreichte im Berichtsjahr einen neuen Höchstwert.

Der Umsatz der Business Area lag im Berichtsjahr deutlich über dem Vorjahreswert. Zurückzuführen ist diese erfreuliche Entwicklung auf die starke Nachfrage im Neuanlagengeschäft und die positiven Geschäftszahlen im Service. Besonders stark wuchs der Umsatz von Elevator Technology in den USA und Südkorea; im europäischen Raum und in China hingegen lag er nur leicht über dem Vorjahreswert.

Wichtige strategische Meilensteine erreicht

Bei der Umsetzung unseres umfassenden Wachstumskonzepts hat Elevator Technology im Geschäftsjahr 2015 / 2016 wichtige Meilensteine planmäßig erreicht: Mitte Oktober 2015 fand die Grundsteinlegung für die neue Aufzugfabrik in Indien statt; im März 2016 wurde das neue Multifunktionsgebäude am Standort Shanghai eröffnet. Damit ist die Business Area weiter auf Expansionskurs und setzt die langfristige Strategie in Asien konsequent fort.

Im Technologiepark Neuhausen nahe Stuttgart haben wir im Dezember 2015 mit der Eröffnung des Multifunktionsgebäudes den wesentlichen Teil der Investitionen, die für den Ausbau unseres Aufzugswerks geplant waren, erfolgreich abgeschlossen. Unterdessen schreitet rund 90 Kilometer südwestlich, in Rottweil, der Bau des Testturms für Aufzugsinnovationen mit einer Gesamthöhe von 246 Metern planmäßig voran. Nach der Fertigstellung Ende 2016 soll hier unter anderem das wegweisende Aufzugsystem MULTI getestet und zertifiziert werden: Mit mehreren Kabinen im gleichen Schacht, die sich ohne Seil vertikal und erstmals auch horizontal bewegen können, eröffnet es ganz neue Möglichkeiten für die Planung, Gestaltung und Nutzung von Gebäuden. Ein voll funktionsfähiges Modell dieses innovativen Systems im Maßstab 1:3 präsentierte thyssenkrupp im November 2015 in seinem Innovationszentrum in Gijon (Spanien). MULTI entstand in Zusammenarbeit der Business Areas Elevator Technology, Components Technology und Industrial Solutions, koordiniert wurde das Projekt von der Konzernfunktion Technology, Innovation & Sustainability: ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie wir die Verbundkraft des Konzerns für Innovationen nutzen.

Mithilfe des Internet der Dinge (Internet of Things, IOT) und der Sammlung und Aufbereitung großer Datenmengen (Big Data) werden wir die Sicherheit und Verfügbarkeit von Aufzügen deutlich steigern. Unter dem Namen MAX hat Elevator Technology die erste Cloud-basierte Wartungslösung entwickelt, die einen vorausschauenden Service ermöglicht. Wir streben an, durch Einsatz von MAX die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz von Aufzügen auf eine neue Stufe zu heben. Die intelligente, maschinell lernende Lösung nutzt das enorme Potenzial des Internets der Dinge und kann mittels Echtzeitdiagnostik die Ausfallzeiten von Aufzügen deutlich reduzieren: MAX erkennt Wartungsprobleme, bevor sie auftreten; Servicetechniker werden rechtzeitig benachrichtigt, wenn Komponenten und Systeme ausgetauscht werden müssen. Wir planen, bis Ende 2017 weltweit rund 180.000 Aufzüge mit MAX zu überwachen.

Ergebnis und Marge weiter gesteigert

Elevator Technology hat im Geschäftsjahr 2015 / 2016 das Bereinigte EBIT im Vergleich zum Vorjahr Umsatz- und margenbedingt erneut deutlich gesteigert. Das Ergebnis- und Margenwachstum spiegelt zum einen die positive Geschäftsentwicklung wider; zum anderen machen sich hier auch die Maßnahmen zur Leistungsoptimierung und Restrukturierung bemerkbar, die wir im Zuge des Konzernprogramms "impact" umgesetzt haben. Die Bereinigte EBIT-Marge erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 11,5% - trotz der nach wie vor schwierigen Marktsituation in Europa. Das EBIT enthält Aufwendungen aus Sondereffekten, die sich vor allem aus Restrukturierungsmaßnahmen im Nahen Osten und Europa ergaben.

Industrial Solutions

INDUSTRIAL SOLUTIONS IN ZAHLEN

2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung

in %
Auftragsbestand (30.09.) Mio € 12.307 9.908 -19
Auftragseingang Mio € 4.871 3.461 -29
Umsatz Mio € 6.256 5.744 -8
EBIT Mio € 425 333 -22
EBIT-Marge % 6,8 5,8 -
Bereinigtes EBIT Mio € 424 355 -16
Bereinigte-EBIT-Marge % 6,8 6,2 -
Mitarbeiter (30.09.) 19.388 19.602 1

Die Business Area Industrial Solutions umfasste im Berichtsjahr vier Business Units mit einem breiten Leistungsspektrum im Projektgeschäft: Process Technologies baut Chemie- und Raffinerieanlagen; Resource Technologies entwickelt innovative Lösungen zur Rohstoffgewinnung und -weiterverarbeitung und baut Anlagen für die Mining- und Zementindustrie; System Engineering liefert Produktionssysteme für die Automobilindustrie; Marine Systems steht für den Marineschiffbau.

Auftragseingang und Umsatz insgesamt rückläufig, Entwicklung in den Business Units heterogen

Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 war das Marktumfeld für Industrial Solutions weiterhin schwierig: Die Ol- und Rohstoffpreise blieben auf niedrigem Niveau volatil. Der Auftragseingang ging deutlich zurück.

In der Business Unit Process Technologies war der Auftragseingang im Berichtsjahr deutlich rückläufig; die Kunden im Chemieanlagenbau zeigten sich bei Investitionen zögerlich. Dennoch halten wir die USA aufgrund weiterhin günstiger Gaspreise für einen attraktiven Markt und sehen Wachstumspotenziale in den Regionen Nahost und Nordafrika sowie Asien-Pazifik, die wir mit unseren wettbewerbsfähigen Angeboten nutzen können. Zugute kommen uns dabei unsere Technologiestärke und die Fähigkeit, dank unserer regionalen Präsenz stets kundengerechte Lösungen anzubieten. Die Nachfrage nach Elektrolyseanlagen hielt im Berichtsjahr an, unter anderem konnten wir mittelgroße Aufträge für Anlagen in Belgien und China gewinnen.

Die Business Unit Resource Technologies verzeichnete im Berichtsjahr ebenfalls einen deutlich rückläufigen Auftragseingang. Dabei konnte die gute Nachfrageentwicklung bei Zementanlagen mit einem Großauftrag von Yamama Cement in Saudi-Arabien im 1. Quartal die immer noch verhaltene Investitionstätigkeit insbesondere für Neuanlagen im Mining-Geschäft nicht ausgleichen. Weitere Aufträge erhielt Resource Technologies von Kunden aus Australien, Kanada, Serbien, Indien und den USA. Im Zementgeschäft schätzen die Kunden unser umfangreiches Angebotsspektrum, das von der technischen Planung über die Beschaffung bis hin zur Konstruktion schlüsselfertiger Zementlinien reicht. Ein weiteres großes Plus ist unsere technologische Flexibilität in Hinblick auf die eingesetzten Brennstoffe: Wir ermöglichen damit unseren Kunden, auf Preisentwicklungen im Energiebereich zu reagieren und so die Wirtschaftlichkeit ihrer Anlagen zu erhöhen. Im Mining-Bereich haben wir in einem schwachen Marktumfeld mehrere mittelgroße Aufträge akquiriert und sehen in vereinzelten Regionen erste Anzeichen einer Markterholung. Um unser Mining-Geschäft weiter zu stärken, haben wir unser Technologie-Portfolio bei den Standardmaschinen ergänzt und in entsprechende Infrastruktur und Ausrüstung investiert. Im Bereich Service haben wir unsere vollumfänglichen Life-cycle-Services weiterentwickelt: Sie bieten den Kunden Lösungen über den gesamten Lebenszyklus ihrer Minen und Anlagen hinweg - von Ersatzteilversorgung und -management über die Wartung bis hin zum Asset Management. Die integrierten Asset-Management-Lösungen tragen dazu bei, die Anlagenleistung zu erhöhen und die Gesamtbetriebskosten zu reduzieren.

Die Business Unit System Engineering hat ihren Auftragseingang im Geschäftsjahr 2015 / 2016 auf einen neuen Höchstwert gesteigert und erstmals die Schwelle von einer Milliarde übertroffen. In erster Linie war dies einer lebhaften Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie zu verdanken, insbesondere von Kunden aus Europa und Asien. Hier konnten wir unter anderem mehrere Großaufträge für Rohbauanlagen von führenden deutschen Automobilherstellern gewinnen. Auch im Bereich Elektromobilität gelang es uns, unsere Marktposition weiter zu festigen: Wir erhielten Aufträge zur Lieferung von Batteriemontagelinien, beispielsweise in China und den USA.

Marine Systems verbuchte im Berichtsjahr nur kleinere Wartungs- und Serviceaufträge, unter anderem für Indien. Derzeit bewirbt sich Marine Systems um mehrere Großprojekte; insbesondere beteiligen wir uns an der europaweiten Ausschreibung für das Mehrzweckkampfschiff 180 der Deutschen Marine und verfolgen U-Boot-Projekte, unter anderem für Indien und Norwegen.

Der Umsatz der Business Area Industrial Solutions war rückläufig. Zurückzuführen war er auf die geringere Anzahl abgerechneter Projektmeilensteine bei Chemieanlagen, bei der Mining-Ausrüstung und im Marine-Schiffbau. Bei System Engineering setzte sich hingegen der deutlich positive Umsatztrend weiter fort.

Ergebnis unter Vorjahresniveau; Marge weiterhin im Zielbereich -Transformationsprogramm "planets" gestartet

Das Bereinigte EBIT blieb mit 355 Mio € im Berichtsjahr hinter dem Vorjahreswert zurück, analog zum rückläufigen Umsatz. Dabei bewegte sich die Bereinigte EBIT-Marge weiterhin im Zielbereich von 6 bis 7 %. Gestützt wurde das Ergebnis durch die Effekte aus "impact": Im Zuge des Konzernprogramms haben wir diverse Kostensenkungsmaßnahmen umgesetzt, durch Integration des Anlagenbaugeschäfts Synergien erschlossen sowie Vertriebs- und Einkaufsprozesse optimiert und damit weitere Einsparungen erzielt.

In einem dynamischen und sehr herausfordernden Umfeld richtet die neue Führungsmannschaft mit dem Transformationsprogramm "planets" Industrial Solutions zurzeit noch konsequenter auf Kunden, Märkte sowie das margenstarke Servicegeschäft aus. Wir wollen unsere Wachstums- und Leistungsfähigkeit langfristig absichern und den Kulturwandel im Geschäftsbereich weiter vorantreiben. Ein zentraler Ansatz, um die Effizienz und Flexibilität zu steigern, ist die Bündelung von Engineering-Kapazitäten über alle Branchen des Anlagenbaus hinweg in einem "Network of Excellence". Dadurch können wir flexibler planen, Kapazitäten besser steuern und die Wertschöpfung stärker in die Regionen verlagern. Des Weiteren überprüfen wir derzeit in der gesamten Business Area die Aufstellung der einzelnen operativen Geschäftseinheiten und implementieren Maßnahmen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern.

Im Rahmen von "planets" haben wir mit Beginn des neuen Geschäftsjahres zum 1. Oktober 2016 eine neue Organisationsstruktur eingeführt und zentrale Führungspositionen neu besetzt. Industrial Solutions führt nun sein Geschäft in acht Business Units: Fertilizer & Syngas Technologies, Electrolysis & Polymer Technologies und Industrial Specialties im Chemieanlagenbau, Mining Technologies, Cement Technologies, Service sowie Marine Systems und System Engineering. Damit entfällt die Managementebene der ehemaligen Einheiten Resource Technologies und Process Technologies. Dies erhöht die Effizienz und Transparenz, stärkt die Verantwortung der operativen Einheiten und verkürzt Entscheidungswege. Uber alle Business Units hinweg wollen wir neben dem klassischen Geschäft mit Großanlagen (Engineering, Procurement, Construction) nicht nur den Anteil des Servicegeschäfts deutlich erhöhen, sondern auch unseren Umsatz aus dem Verkauf einzelner Produkte und Maschinen sowie aus der Systemintegration steigern. Dies macht unsere Geschäftsentwicklung insgesamt stabiler und weniger abhängig von einzelnen Großaufträgen und Branchenzyklen.

Materials Services

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN

2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 13.945 11.840 -15
Umsatz Mio € 14.254 11.886 -17
EBIT Mio € -38 76 ++
EBIT-Marge % -0,3 0,6 -
Bereinigtes EBIT Mio € 206 128 -38
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,4 1,1 -
Mitarbeiter (30.09.) 20.226 19.754 -2

Mit rund 480 Niederlassungen in 40 Ländern betreibt die Business Area Materials Services weltweiten Handel mit Werk- und Rohstoffen. Das Serviceportfolio umfasst vielfältige kundenspezifische Dienstleistungen - von der Materialberatung und -beschaffung über das Qualitätsmanagement und Logistikdienstleistungen bis hin zu individuellen Supply-Chain-Lösungen. Auch technische und infrastrukturelle Dienstleistungen für produzierende und verarbeitende Unternehmen gehören dazu. Eckpfeiler unseres Geschäfts sind unsere genaue Marktkenntnis, unsere internationale Aufstellung sowie unsere engagierten und motivierten Mitarbeiter.

Bei der Beurteilung der Kennziffern von Materials Services ist zu beachten, dass im Geschäftsjahr 2014 / 2015 noch die VDM-Gruppe bis Juli 2015 sowie die RIP-Gruppe in Brasilien bis November 2014 enthalten war.

Auftragseingang und Umsatz insbesondere preisbedingt unter Vorjahr

Das Geschäftsjahr war von stark rückläufigen Preisen bei fast allen Werk- und Rohstoffen geprägt, deren Ausmaß und Dauer bis teilweise in das 2. Halbjahr hinein gravierender ausfiel, als allgemein erwartet. Auftragseingang und Umsatz lagen entsprechend deutlich unter dem Vorjahreswert; auf vergleichbarer Basis belief sich der Rückgang auf 10 bzw. 11%.

Im Lager- und Servicegeschäft waren alle Regionen und Einheiten vom Umsatzrückgang betroffen; dies galt auch für unseren Processing-Bereich, obwohl die Mengenentwicklung hier nennenswert besser war als im Vorjahr. Mit dem Kauf von Servicecentern in Spanien und Ungarn haben wir unsere Position als Partner insbesondere für die Automobilindustrie weiter gestärkt. In unserem weltweiten Strecken- und Trading-Geschäft mussten wir den deutlichsten Umsatzrückgang verzeichnen: Zum einen enthielt das Vorjahr einen ungewöhnlich großen Einzelauftrag, zum anderen wurde das laufende Geschäftsjahr durch zahlreiche Handelsbarrieren beeinträchtigt. Unsere Logistikdienstleistungen für die Luft- und Raumfahrtindustrie entwickelten sich hingegen signifikant besser; hierzu haben neue Langzeitaufträge und der Ausbau des weltweiten Netzwerks beigetragen. Bei den Produktions- und Vertriebsaktivitäten der italienischen AST blieb der Umsatz trotz eines fast 10%-igen Mengenzuwachses unter dem Vorjahreswert; hier kam die schwache Edelstahl-Preisentwicklung besonders deutlich zum Ausdruck. Insgesamt verkauften die Einheiten von Materials Services 12,6 Mio t Werkstoffe und Rohstoffe nach 13,4 Mio t im Vorjahr; davon entfielen 0,9 Mio t Edelstahlflachprodukte (Vorjahr: 0,8 Mio t) auf die AST. Der Absatz im Lager- und Servicegeschäft mit metallischen Werkstoffen bewegte sich mit 6,2 Mio t nahezu auf Vorjahresniveau. Im weltweiten Werkstoff-Strecken- und Trading-Geschäft wurden 3,4 Mio t abgesetzt nach 4,0 Mio t im Vorjahr. Unser Rohstoffhandel verkaufte mit 3,0 Mio t, rund eine halbe Million Tonnen weniger als im Geschäftsjahr zuvor; bei Koks und Kohle verzeichneten wir einen starken Mengenrückgang, bei Nickelerzen hingegen ein deutliches Auslieferungsplus.

Digitalisierung als Element der Kundenorientierung und Effizienzsteigerung

Kunden- und Serviceorientierung sowie eine hohe Zuverlässigkeit sind in unserem Geschäft wesentliche Erfolgsfaktoren. Der Mehrwert für unsere Kunden steht im Mittelpunkt unseres Leistungsversprechens und unserer Initiativen. Im Zuge der laufenden Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse und Vertriebswege, deren Grundlagen unsere ausgefeilten Lager-, Logistik- und IT-Systeme sind, stellen wir unseren Bestands- und Endkunden schon heute unsere Werkstoffe über mehrere moderne Internetshops und -portale bereit. Seit Anfang des Jahres können erstmals Endkunden in ausgewählten europäischen Ländern Werkstoffe über den neuen Online-Shop "materials4me" bestellen. Mehr als 15.000 Produkte sind dort bereits verfügbar. In den USA besteht unser Shop Online Metals bereits seit 2007 und bietet heute rund 65.000 Produkte an. Bei der weiteren digitalen Entwicklung stehen für uns die Automatisierung von Prozessen in Lager, Produktion und Logistik sowie eine stärkere Vernetzung mit Kunden und Lieferanten im Vordergrund. Durch die digitale Verzahnung, die Analyse von Daten und den Austausch in Echtzeit bieten sich ganz neue Möglichkeiten des Dialogs und der flexiblen Zusammenarbeit, was zu noch stärkerer Kundenbindung und Effizienzvorteilen für beide Seiten führt.

Bereinigtes EBIT unter Vorjahr

Aufgrund des insbesondere im 1. Halbjahr sehr schwierigen Marktumfeldes blieb das Bereinigte EBIT von Materials Services deutlich unter dem Wert des Vorjahres. Neben dem starken Wettbewerbs- und Preisdruck trugen auch Substanzverluste, die sich bei Edelstählen bis in das 3. Quartal hinein erstreckten, sowie die entfallenen Ergebnisbeiträge veräußerter Aktivitäten zu Buche. Diese hatten im Vorjahr noch mehr als 40 Mio € zum Ergebnis beigetragen.

Einen erstmals positiven Beitrag zum Geschäftsjahresergebnis lieferte das italienische Edelstahlwerk AST. Der trotz hoher Substanzverluste erreichte Turnaround von AST dokumentiert eindrucksvoll die Effektivität des laufenden Restrukturierungskonzeptes.

Steel Europe

STEEL EUROPE IN ZAHLEN

2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 8.421 8.146 -3
Umsatz Mio € 8.697 7.633 -12
EBIT Mio € 514 316 -39
EBIT-Marge % 5,9 4,1 -
Bereinigtes EBIT Mio € 492 315 -36
Bereinigte-EBIT-Marge % 5,7 4,1 -
Mitarbeiter (30.09.) 27.601 27.559 0

Die Business Area Steel Europe bündelt die Aktivitäten des Konzerns im Bereich Qualitätsflachstahl mit Schwerpunkt auf dem europäischen Markt. Sie liefert hochwertigen Flachstahl an die Automobilindustrie und andere stahlverarbeitende Industriezweige, die hohe Anforderungen an Produkte und Leistungen stellen. Unsere besondere Stärke ist die Erarbeitung kundenspezifischer Lösungen. Grundlagen dafür sind die profunde Kenntnis der Geschäftstätigkeit und somit des Bedarfs unserer Kunden, unser hervorragendes, auf langjähriger Erfahrung beruhendes technisches Know-how und nicht zuletzt die Möglichkeit, die Vorteile eines starken Konzernverbunds zu nutzen. Davon profitieren auch unsere Kunden. Ein kontinuierliches Qualitätsmanagement und vielfältige Initiativen zur Verbesserung unserer Prozesse sind neben dem Kundengeschäft ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Arbeit.

Auftragseingang und Umsatz unter Vorjahr

Auch im Berichtsjahr prägte das anhaltend schwierige Markt- und Wettbewerbsumfeld die Geschäftsentwicklung von Steel Europe. Die durchschnittlichen Erlöse erreichten erneut kein auskömmliches Niveau. Der Verfall der europäischen Spotmarktpreise setzte sich bis Mitte des Geschäftsjahres fort, was sich zeitverzögert in unseren Abschlüssen niederschlug. Danach tendierte der Markt positiv, wir konnten jedoch wegen unseres hohen Anteils längerfristiger Kontrakte bis zum Ende des Berichtsjahres noch nicht in vollem Umfang davon profitieren.

Der Auftragseingang war ausschließlich preisbedingt rückläufig. Der Erlösdruck bei Neuabschlüssen hielt auch im 3. Quartal noch an. Die Bestellmengen hingegen waren im Berichtsjahr mit 11,8 Mio t rund 6 % höher als im Vorjahr. Einen merklich besseren Auftragszulauf verzeichneten wir vor allem im Frühjahr: Die einsetzende Erholung bei den Marktpreisen nahmen viele Kunden zum Anlass, ihre Lagerbestände zu ergänzen. Im letzten Quartal des Geschäftsjahres schwächte sich der Auftragseingang wieder ab - saisonal bedingt, aber teilweise auch durch vorübergehend reduzierte Buchungen aufgrund von Produktionsstörungen, u. a. durch den Brandschaden am Warmbandwerk in Bochum.

Der Umsatz von Steel Europe verringerte sich deutlich gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Hauptgrund war der Rückgang der durchschnittlichen Nettoerlöse; doch auch die Versandmengen lagen mit rund 11,2 Mio t um durchschnittlich 5% unter denen des Vorjahreszeitraums. Insgesamt und insbesondere in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres waren es vor allem marktbedingte Rücknahmen, im 2. Halbjahr überwogen produktionsbedingte Mengenkürzungen. Die Lieferungen an die Automobilindustrie stiegen jedoch im Berichtsjahr etwas an, ebenso der Absatz an die Bau- und Hausgeräteindustrie. Der Versand an die anderen Kundengruppen war rückläufig.

Die Rohstahlerzeugung, einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann, lag bei 12,0 Mio t, 3% weniger als im Vorjahr. Die Brammenversorgung gestaltete sich vorübergehend schwierig; zur Unterstützung kauften wir daher rund 0,5 Mio t Brammen von unserem brasilianischen Werk CSA zu.

Die Walzstahlproduktion für Kunden ging um 7 % auf 11,1 Mio t zurück. Hauptgrund war die selektive Versandrücknahme in der ersten Hälfte der Berichtsperiode. Zusätzlich musste in der zweiten Jahreshälfte die Produktion, insbesondere auf der Warmbandstufe, aufgrund geplanter Reparaturen und eines erhöhten Störgeschehens teils unterbrochen werden, was vereinzelt auch Probleme bei der Versorgung unserer Kunden nach sich zog.

EBIT gesunken - "one steel" auf den Weg gebracht

Die Business Area Steel Europe wies im Berichtzeitraum ein deutlich geringeres Bereinigtes EBIT aus. Ausschlaggebend für die Verschlechterung waren rückläufige Mengen und sinkende Preise. Vorübergehend rückläufige Rohstoffkosten brachten nur wenig Entlastung. Stabilisierend wirkten jedoch die umfangreichen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung im Rahmen von "impact", die auch zu einer Ergebniserholung im Verlauf des Berichtsjahres beigetragen haben. Zudem haben wir das Strategieprogramm "one steel" im Berichtsjahr initiiert. Ziel des Programms ist, die eigene Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig abzusichern; die Aufgabe ist im aktuell schwierigen Umfeld umso dringlicher. Im Programm "one steel" sind alle strategischen Initiativen gebündelt und sie werden übergreifend gesteuert. Wir streben in Europa eine Spitzenposition in allen relevanten Märkten und Bereichen an und wollen dauerhaft mehr als die Kapitalkosten erwirtschaften. Wichtige Hebel dabei sind eine noch stärkere Ausrichtung am Markt und an den Kunden, weitere Effizienzsteigerungen in der Produktion, die Optimierung der Produktpalette unter Verlagerung des Schwerpunkts hin zu margenstarken Sorten, die zügige Entwicklung und Vermarktung von Innovationen sowie schließlich deutliche Leistungsverbesserungen in der Lieferkette. Die erarbeiteten und verabschiedeten Maßnahmen werden in den kommenden Jahren Zug um Zug umgesetzt.

Steel Americas

STEEL AMERICAS IN ZAHLEN

2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 1.723 1.525 -11
Umsatz Mio € 1.773 1.489 -16
EBIT Mio € -147 -22 85
EBIT-Marge % -8,3 -1,5 -
Bereinigtes EBIT Mio € -138 -33 76
Bereinigte-EBIT-Marge % -7,8 -2,2 -
Mitarbeiter (30.09.) 3.725 3.847 3

Vom Stahlwerk in Brasilien (CSA) aus beliefert die Business Area Steel Americas insbesondere den US-amerikanischen und den brasilianischen Markt mit hochwertigen Brammen. Mit ArcelorMittal haben wir einen langfristigen Brammenliefervertrag geschlossen, der uns bereits verlässlich über mehrere Jahre eine Mindestauslastung unseres Werks von 40% sichert.

Auftragseingang und Umsatz preisbedingt unter Vorjahr

Im Berichtsjahr blieb das Markt- und Wettbewerbsumfeld für Steel Americas unverändert schwierig; insbesondere in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres war die Höhe der Erlöse unbefriedigend. Der Auftragseingang lag deutlich unter dem Vorjahreswert. Dabei waren die Bestellmengen im Jahresdurchschnitt sogar um 8% höher; sie beliefen sich auf 4,2 Mio t. Deutlich besser wurde der Auftragszulauf in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres, hauptsächlich weil sich die Marktpreise positiv entwickelten.

Der Umsatz war deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum. Hauptgrund waren die geringeren Erlöse; die Versandmengen hingegen übertrafen im Berichtszeitraum mit 4,4 Mio t den Vorjahreswert um 14%. Die Rohstahlerzeugung erreichte ein Volumen von 4,3 Mio t, ein Plus von 7 % gegenüber dem Vorjahreswert. Diese Steigerung ist vor allem auf die stabilere Produktion zurückzuführen, insbesondere in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres. Der Aufbau weiterer langfristiger Kundenbeziehungen schreitet stetig und gut voran; vor allem im Heimatmarkt Brasilien konnten wir Marktanteile hinzugewinnen.

EBIT gesteigert

Das Bereinigte EBIT der Business Area Steel Americas lag deutlich über dem Vorjahresniveau, blieb jedoch insgesamt noch geringfügig negativ: Deutliche Fortschritte mit verbesserten Mengen und umfangreichen Effizienzmaßnahmen, eine Markterholung im 2. Halbjahr und positive Wechselkurseffekte bezogen auf das Vorsteuerguthaben bei CSA konnten den starken Preis- und Margendruck der 1. Hälfte des Geschäftsjahres teilweise kompensieren. In der 2. Hälfte des Geschäftsjahres war das Ergebnis bereits deutlich positiv; im Gesamtjahr wurde ein positiver Cashflow erwirtschaftet. Bei der Umsetzung des Effizienzprogramms UP ("Ultimate Performance") haben wir deutliche Fortschritte gemacht. Es wirkt sich bereits positiv auf die Brammenkosten aus und sorgt auch langfristig für eine höhere Kosteneffizienz bei CSA.

Bereich Corporate der thyssenkrupp AG

Der Konzern wird von der thyssenkrupp AG als Hauptverwaltung zentral geführt. Der Bereich Corporate umfasst die Konzernzentrale einschließlich der Verwaltung für die Regionen, das Asset Management für die konzernweiten Immobilien und die Global Shared Services-Aktivitäten.

Das Bereinigte EBIT von Corporate betrug im Geschäftsjahr 2015 / 2016 -497 Mio € und liegt damit um 83 Mio € unter dem Vorjahr. Dies resultiert im Wesentlichen aus Projektaufwendungen im Rahmen unserer digitalen Initiativen zur Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur und der Daten- und Prozessharmonisierung. Das EBIT betrug -542 Mio € und beinhaltete Sondereffekte in Höhe von insgesamt 45 Mio €.

Zur weiteren Verbesserung der Steuerungslogik und einer transparenteren Darstellung der Aufwendungen unserer Konzernzentrale und weiterer Aktivitäten bei Corporate werden wir ab dem Geschäftsjahr 2016 / 2017 den Bereich Corporate künftig in vier Bereiche untergliedern: Corporate Headquarters ("CorpHQ"), Regions, Service Units und Special Units.

Dem CorpHQ sind im Wesentlichen der Vorstand der thyssenkrupp AG sowie die Corporate Functions zugeordnet. Dazu gehören auch die Steuerung der konzernweiten Transformationsprogramme zur Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur ("unite") und der Daten- und Prozessharmonisierung ("daproh") sowie die Harmonisierung von HR Prozessen ("HR Transformations").

Die Regions beinhalten unsere Regionalen Zentralen (sog. Regional Headquarters "RHQs") in Nord- und Südamerika, Großraum China, Indien, in der Region Asien / Pazifik und in der Region Naher Osten & Afrika sowie die Regionalen Offices und Repräsentanzen.

Zu den Service Units gehören im Wesentlichen die Global Shared Services, die Regional Services Germany und die Corporate Services.

Unter Special Units werden das Asset Management zur Verwaltung und Steuerung des Konzernimmobilienvermögens als auch Business Area-übergreifende Technologieprojekte geführt. Zusätzlich gehören hierzu auch Einheiten ohne operative Tätigkeiten, die beispielsweise für die Konzernfinanzierung benötigt werden.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

In den nächsten beiden Abschnitten folgen die Analyse der Ertragslage anhand der Gewinn- und Verlustrechnung und die Analyse der Vermögenslage anhand der Bilanzstruktur. Die anschließende Analyse der Finanzlage enthält Erläuterungen zur Finanzierung. Darauf folgt eine Diskussion der Kapitalflussrechnung einschließlich der Beschreibung wesentlicher Investitionsschwerpunkte in den Business Areas.

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse lagen im Geschäftsjahr 2015 / 2016 unter dem Vorjahreswert. Für die Abnahme waren insbesondere die Umsatzrückgänge bei den Werkstoffgeschäften als Folge des starken Import- und Preisdrucks auf den Werkstoffmärkten verantwortlich. Die Umsatzkosten verminderten sich überproportional zur Umsatzentwicklung im Wesentlichen als Folge geringerer Materialaufwendungen. Die Brutto-Umsatzmarge verbesserte sich auf 17%.

Die Vertriebskosten verringerten sich hauptsächlich als Folge verminderter Frachtaufwendungen sowie geringerer Wertberichtungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Anstieg der allgemeinen Verwaltungskosten betraf überwiegend höhere Personalaufwendungen. Die Abnahme der sonstigen Aufwendungen resultierte im Wesentlichen aus dem Wegfall der im Vorjahr erfassten Erhöhung einer Rückstellung im Zusammenhang mit einem Vergleich mit der in Abwicklung befindlichen, nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company. Hauptursache für die Verbesserung bei den sonstigen Gewinnen und Verlusten war die Währungsumrechnung von Erstattungsansprüchen im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern.

Der Rückgang der Finanzierungserträge war in erster Linie auf gesunkene Wechselkursgewinne im Zusammenhang mit Finanztransaktionen, auf geringere Erträge aus der Aufzinsung von Erstattungsansprüchen bei ertragsunabhängigen Steuern sowie auf den Wegfall eines im Vorjahr erfassten Gewinns aus der Veräußerung einer Beteiligung an einem Logistikunternehmen in der Business Area Steel Europe zurückzuführen. Die insgesamt eingetretene Abnahme der Finanzierungsaufwendungen resultierte hauptsächlich aus geringeren Aufwendungen aus Derivaten im Zusammenhang mit der Finanzierung sowie aus rückläufigen Zinsaufwendungen für Finanzschulden; gegenläufig wirkten insbesondere gestiegene Währungsverluste aus Finanztransaktionen.

Der Steueraufwand war wie schon im Vorjahr durch den Nicht-Ansatz aktiver latenter Ertragsteuern für laufende Verluste einzelner Konzerngesellschaften beeinflusst. Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag lag der Gewinn der fortgeführten Aktivitäten auf dem Niveau des Vorjahres.

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
2014 / 2015 2015 / 2016
Umsatzerlöse 42.778 39.263
Umsatzkosten -35.904 -32.637
Bruttoergebnis vom Umsatz 6.874 6.625
Forschungs- und Entwicklungskosten -330 -373
Vertriebskosten -2.996 -2.865
Allgemeine Verwaltungskosten -2.284 -2.415
Sonstige Erträge 284 234
Sonstige Aufwendungen -371 -114
Sonstige Gewinne und Verluste -223 112
Betriebliches Ergebnis 954 1.204
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 33 46
Finanzierungserträge 1.320 1.030
Finanzierungsaufwendungen -1.811 -1.627
Finanzergebnis -458 -552
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 496 652
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -217 -391
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 279 261
Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) -11 0
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) 268 261
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 309 296
Nicht beherrschende Anteile -41 -35
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) 268 261
Ergebnis je Aktie (unverwässert / verwässert) bezogen auf
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 0,57 0,52
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 0,55 0,52

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

Analyse der Bilanz

Insgesamt verminderte sich die Bilanzsumme gegenüber dem 30. September 2015.

Die hierin enthaltene Zunahme der langfristigen Vermögenswerte betraf hauptsächlich gestiegene latente Steuern insbesondere im Zusammenhang mit den im sonstigen Ergebnis erfassten Verlusten aus der Neubewertung der Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen. Erhöhend wirkten außerdem über den planmäßigen Abschreibungen liegende Zugänge bei den Sachanlagen sowie ein Anstieg der Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern, die in den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten enthalten sind. Der Rückgang der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien resultierte vor allem aus Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte als Folge des im 3. Quartal des Berichtsjahres eingeleiteten Verkaufs des als nicht betriebsnotwendig eingestuften inländischen Grundbesitzes.

Die deutliche Abnahme der kurzfristigen Vermögenswerte betraf insbesondere preis- und mengenbedingte Rückgänge bei den Vorräten in den Werkstoffgeschäften sowie geringere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, hauptsächlich durch die insgesamt erfolgte Tilgung von Finanzschulden.

Das Eigenkapital verminderte sich zum 30. September 2016 gegenüber dem Vorjahr. Hauptursachen waren die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste (nach Steuern) von 891 Mio € aus der Neubewertung der Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen infolge des gefallenen Diskontierungssatzes sowie Dividendenausschüttungen von 120 Mio €. Gegenläufig wirkten der im Berichtsjahr erzielte Jahresüberschuss von 261 Mio € und die im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Gewinne aus der Währungsumrechnung in Höhe von 74 Mio €. Die Eigenkapitalquote verringerte sich auf 7,4%.

Zum Anstieg der langfristigen Verbindlichkeiten trugen hauptsächlich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen als Folge der vorstehend genannten Neubewertung der Pensionen bei. Der Rückgang der langfristigen sonstigen Rückstellungen betraf im Wesentlichen Umgliederungen in die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten als Folge der durch Vergleich erledigten Ansprüche gegen thyssenkrupp Unternehmen im Zusammenhang mit der in Abwicklung befindlichen, nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company. Gegenläufig wirkten darüber hinaus verringerte langfristige Finanzschulden. Der Umgliederung einer im Februar 2017 fälligen Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 1.250 Mio € in die kurzfristigen Finanzschulden standen vor allem die Begebung einer Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 850 Mio € im März 2016 sowie Platzierungen von Schuldscheindarlehen im 1. Halbjahr des Berichtzeitraums gegenüber.

Der Rückgang bei den kurzfristigen Verbindlichkeiten betraf insbesondere die kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten, hauptsächlich als Folge deutlich geringerer Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen. Darüber hinaus gingen die kurzfristigen Finanzschulden zurück; hier stand der Zunahme aus der angesprochenen Umgliederung aus den langfristigen Finanzschulden insbesondere die Tilgung einer Anleihe von 1.000 Mio € im Februar 2016 sowie Rückzahlungen von Schuldscheindarlehen gegenüber. Weitere Rückgänge ergaben sich vor allem bei den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten aus der Derivatebilanzierung sowie durch Inanspruchnahmen bei den sonstigen kurzfristigen Rückstellungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen. Gegenläufig wirkten Zunahmen bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die insbesondere das Aufzugs- und Komponentengeschäft betrafen.

Konzern-Bilanz

AKTIVA

Mio € 30.09.2015 30.09.2016
Immaterielle Vermögenswerte 4.529 4.570
Sachanlagen 8.728 8.872
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 239 66
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 303 284
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 47 44
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 343 445
Aktive latente Steuern 2.031 2.322
Langfristige Vermögenswerte 16.220 16.604
Vorräte 6.945 6.341
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.118 5.003
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 319 407
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 2.397 2.376
Laufende Ertragsteueransprüche 160 172
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.535 4.105
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 65
Kurzfristige Vermögenswerte 19.474 18.468
Summe Vermögenswerte 35.694 35.072

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

PASSIVA

Mio € 30.09.2015 30.09.2016
Gezeichnetes Kapital 1.449 1.449
Kapitalrücklage 5.434 5.434
Gewinnrücklagen -4.123 -5.255
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 422 474
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 3.182 2.102
Nicht beherrschende Anteile 125 507
Eigenkapital 3.307 2.609
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.654 8.754
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 339 373
Sonstige Rückstellungen 906 589
Passive latente Steuern 53 33
Finanzschulden 6.385 6.157
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2 221
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 5 6
Langfristige Verbindlichkeiten 15.344 16.134
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 362 408
Sonstige Rückstellungen 1.066 963
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 241 279
Finanzschulden 1.570 1.455
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.985 5.119
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.226 975
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 7.593 7.130
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.043 16.329
Verbindlichkeiten 32.387 32.463
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 35.694 35.072

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

Finanzierung

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Für die Finanzierung des Konzerns ist grundsätzlich die thyssenkrupp AG zentral verantwortlich. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden dafür die Grundlage. Die wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Konzerngesellschaften die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dadurch verringert sich das Fremdfinanzierungsvolumen und somit der Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Ferner nehmen wir fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme oder Operating Leases. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 17 zu finden.

Die zentrale Finanzierung ermöglicht uns einen einheitlichen Auftritt auf den Kapitalmärkten. Das stärkt unsere Verhandlungsposition gegenüber den Banken und anderen Marktteilnehmern und macht es uns leichter, Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.

Netto-Finanzschulden und freie Liquidität

Die Netto-Finanzschulden berechnen sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, zuzüglich der kurzfristigen zur Veräußerung verfügbaren sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Dabei sind auch die entsprechenden Werte der Veräußerungsgruppen zu berücksichtigen.

Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns beliefen sich zum 30. September 2016 auf 3.500 Mio €, damit liegen sie nur knapp über dem Stand zum 30. September 2015 (3.414 Mio €). Unter Berücksichtigung der flüssigen Mittel und der freien, zugesagten Kreditlinien sowie der ausgewogenen Fälligkeitenstruktur ist thyssenkrupp solide finanziert.

Die freie Liquidität des Konzerns belief sich zum besagten Stichtag auf 8,0 Mrd €. Sie umfasste flüssige Mittel in Höhe von 4,1 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 3,9 Mrd €. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten standen uns über ein Commercial-Paper-Programm mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd € zur Verfügung. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Zum 30. September 2016 hatten wir das Programm nicht in Anspruch genommen.

Die freie Liquidität bietet ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den BruttoFinanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2016 / 2017 auf 1,5 Mrd €.

Die Finanzierung und die Liquidität des Konzerns waren im Berichtsjahr stets gesichert.

Die thyssenkrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss einen anwendbaren Grenzwert zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet. Der anwendbare Grenzwert liegt in einer Bandbreite von 150% bis 200% und ist abhängig von dem für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen von thyssenkrupp in Deutschland zugrunde gelegten Diskontierungssatz. Zum 30. September 2016 betrug der für die thyssenkrupp AG aufgrund dieser Vereinbarungen anwendbare Gearing-Grenzwert 185%.

Daneben hat CSA einen Förderkredit mit BNDES abgeschlossen (Buchwert 310 Mio € per 30.09.2016). BNDES hat einer Änderung des Gearing Covenant zum 30.09.2016 zugestimmt, danach liegt der Gearing-Grenzwert in einer Bandbreite von 150% bis 185%.

Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 134,2%. Damit wurde der vereinbarte Grenzwert in allen Fällen eingehalten.

Finanzierungsmaßnahmen

Anleihe und Schuldscheindarlehen begeben - Die thyssenkrupp AG hat im März 2016 im Rahmen ihres 10-Mrd-€-Debt-Issuance-Programms eine Anleihe über insgesamt 850 Mio € mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von 2,75% p.a. begeben. Mit der Emission haben wir das vorteilhafte Marktumfeld genutzt; wir konnten damit das Fälligkeitenprofil unserer Finanzschulden verlängern sowie den Kapitalmarktanteil im Finanzierungsmix stärken.

Außerdem hat die thyssenkrupp AG im Dezember 2015 ein Schuldscheindarlehen über 100 Mio € mit einer Laufzeit von drei Jahren und einem Zinssatz von 0,931 % p.a. sowie im März 2016 ein Schuldscheindarlehen über 150 Mio € mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinssatz von 1,75% p.a. abgeschlossen.

Syndizierte Kreditlinie verlängert - Im März 2016 wurde die syndizierte Kreditlinie mit einem Volumen von 2,0 Mrd € vorzeitig bis März 2021 verlängert.

Rating

Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's sowie seit 2003 von Fitch. Im Februar 2016 hat Moody's unser Rating auf Ba2 mit stabilem Ausblick herabgestuft. Damit befinden sich unsere Ratings derzeit bei stabilem Ausblick unterhalb der Grenze zum Investment Grade.

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B stabil
Moody's Ba2 Not Prime stabil
Fitch BB+ B stabil

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente".

Operating Cashflow

Im Berichtsjahr lag der insgesamt erreichte Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit leicht über dem Vorjahreswert. Hauptursache war der verbesserte Jahresüberschuss vor Abschreibungen und latenten Steuern.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Die Investitionen lagen im Berichtsjahr mit 1.387 Mio € über dem Vorjahreswert (1.235 Mio € bzw. 1.335 Mio € vor Übernahme von Zahlungsmitteln im Rahmen der Anteilserhöhung an Marohn Elevator bei Elevator Technology und vor der Erstkonsolidierung von thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers bei Industrial Solutions). Die Investitionen haben wir in allen Industriegütergeschäften gesteigert; bei den Werkstoffaktivitäten lagen sie insgesamt auf Vorjahresniveau. Der Anteil der Industriegütergeschäfte an den Gesamtinvestitionen hat sich entsprechend weiter erhöht, auf nun 50%.

INVESTITIONEN NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung

in %
Components Technology 392 488 24
Elevator Technology 89 135 52
Industrial Solutions 22 75 236
Materials Services 115 137 19
Steel Europe 458 400 -13
Steel Americas 86 110 27
Corporate 76 45 -41
Konsolidierung -3 -5 -
Investitionen insgesamt 1.235 1.387 12

Components Technology

Im Bereich Chassis waren die Investitionsschwerpunkte der Aufbau von Fertigungskapazitäten für elektrische Lenksysteme, insbesondere in China und Mexiko, sowie ein neues Werk in Mexiko für aktive und passive Stoßdämpfersysteme. Im Bereich Powertrain wurde in den Ausbau der Kapazitäten für Haubenmodule in China und Europa sowie Mexiko (für den US-Markt) investiert. In Ungarn entsteht ein neues, gemeinsames Werk für elektrische Lenksysteme und Haubenmodule. Im Geschäft mit Industriekomponenten wurde selektiv in den Ausbau der Großwälzlagerfertigung investiert. Schwerpunkte waren Rotorlager und große Durchmesser für Multi-Megawatt-Windenergieanlagen in Deutschland und China.

Elevator Technology

Bei Elevator Technology setzen wir derzeit ein umfangreiches Wachstumskonzept um und haben weiter in den internationalen Ausbau des Servicenetzes und unserer Produktionsstätten investiert. Details zum Wachstumskonzept können Sie dem Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Business Areas" entnehmen.

Industrial Solutions

Der Chemieanlagenbau (Process Technologies) ergänzte sein Technologieportfolio durch den Erwerb einer Sauerstoffverzehrkathoden-Technologie im Bereich Elektrolyse. Bei Resource Technologies haben wir in Messausrüstungen zur Steigerung des Servicegeschäftes investiert. Zudem wurde auch hier das Technologieportfolio erweitert, um die Marktposition bei Standardmaschinen im Bereich Mining zu stärken. System Engineering investierte in Wachstum und die weitere Internationalisierung im Bereich Umformwerkzeuge. Bei Marine Systems stand die laufende Modernisierung der Werft am Standort Kiel im Mittelpunkt.

Materials Services

Hier haben wir neben dem Erwerb eines Stahl-Servicecenters in Ungarn und der vollständigen Übernahme eines Stahl-Servicecenters in Spanien vor allem in den Ausbau und die Modernisierung der Lager- und Serviceaktivitäten weltweit investiert. Weitere Mittel flossen in die Modernisierung und Instandhaltung bei AST.

Steel Europe

Eine wichtige Investitionsentscheidung betraf den Bau eines Pfannenofens im Oxygen-Stahlwerk 2 in Duisburg. Mit diesem neuen Aggregat wird die Fertigung metallurgisch besonders anspruchsvoller Güten ermöglicht und damit eine weitere Ausrichtung des Portfolios auf höherwertige Produkte, insbesondere höchstfeste Stähle für die Automobilindustrie. Der Projektbeginn war im September 2016. Modernisierungsmaßnahmen im Berichtsjahr betrafen unter anderem die Sinteranlage; eine neue Brennertechnologie steigert die Energieeffizienz der Anlage zudem spürbar. Mit umfangreichen Modernisierungen an drei Anlagen haben wir auch den Weißblech-Standort thyssenkrupp Rasselstein in Andernach gestärkt. Nennenswerte Mittel flossen weiterhin in die Erneuerung der IT-Infrastruktur. Steel Europe investiert kontinuierlich in die Instandhaltung der Anlagen sowie die weitere Verbesserung des Umweltschutzes.

Steel Americas

In unserem Stahlwerk in Brasilien dienten die Investitionen vor allem der weiteren Verbesserung des Umweltschutzes und der fortgesetzten technischen Optimierung der Anlagen.

Corporate

Im Asset Management werden die Investitionen in Immobilien für den gesamten Konzern gebündelt. Beispielsweise entsteht derzeit für die Business Area Elevator Technology ein Test- und Entwicklungsturm für Aufzüge im baden-württembergischen Rottweil. Hinzu kamen im Berichtsjahr IT-Ausgaben, etwa für die Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur, die Daten- und Prozessharmonisierung und den zentralen Einkauf von Softwarelizenzen.

Unsere Investitionstätigkeit führte im Berichtsjahr insgesamt zu einem Mittelabfluss von 1.196 Mio €. Die gegenüber dem Vorjahr eingetretene Erhöhung resultierte hauptsächlich aus dem Wegfall der im Vorjahr erfassten Einzahlungen aus dem Verkauf der VDM-Gruppe und der Dienstleistungsaktivitäten der RIP-Gruppe bei Materials Services sowie aus der Abgabe einer Beteiligung an einem Logistikunternehmen bei Steel Europe. Gegenläufig wirkten Zuflüsse im Zusammenhang mit dem im Berichtsjahr eingeleiteten Verkauf des als nicht betriebsnotwendig eingestuften inländischen Grundbesitzes.

Free Cashflow

ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M & A

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung
Operating Cashflow (Kapitalflussrechnung) 1.300 1.387 87
Cashflow aus Investitionstätigkeit (Kapitalflussrechnung) -638 -1.196 -558
Free Cashflow (FCF) 662 191 -470
- / + Mittelzu- / -abflüsse aus wesentlichen M&A-Transaktionen -547 6 553
Free Cashflow vor M & A (FCF vor M & A) 115 198 83

Im Berichtsjahr erzielten wir insgesamt erneut einen positiven Free Cashflow. Dieser lag jedoch insbesondere als Folge der geringeren Mittelzuflüsse aus Desinvestitionen unter dem Vorjahreswert. Der Free Cashflow vor M&A, also der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen, war ebenfalls erneut positiv und lag zudem über dem Vorjahreswert. Dabei wurden Belastungen infolge des niedrigen Auftragseingangs und der Abarbeitung des Auftragsbestands bei Industrial Solutions, insbesondere im Chemie-Anlagenbau und Marine-Schiffbau, durch positive Cashflow-Beiträge aus allen anderen Business Areas überkompensiert.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Die Finanzierungstätigkeit führte insgesamt zu einem Mittelabfluss. Wesentlicher Grund war die insgesamt erfolgte Tilgung von Finanzschulden. Im Vorjahr waren im Saldo Finanzschulden aufgenommen worden. Der geringere Mittelabfluss in den sonstigen Finanzierungsvorgängen reflektiert insbesondere verminderte Auszahlungen aus Devisen- und Cross Currency-Swaps im Zusammenhang mit der Konzernfinanzierung.

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) 268 261
Anpassungen des Jahresüberschusses / (-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) 11 0
Latente Steueraufwendungen / (-erträge) -110 83
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.397 1.259
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte -3 -8
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam -33 -46
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte -58 -23
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte 311 625
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 636 74
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -138 -119
- Sonstige Rückstellungen 77 -55
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 36 146
- Übrige Aktiva / Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit -1.083 -811
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 1.311 1.387
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten -11 0
Operating Cashflow - insgesamt 1.300 1.387
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte -2 -8
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 45 -17
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -1.150 -1.216
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) -128 -146
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 97 1
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 400 9
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 100 180
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 0 2
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -638 -1.196
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - insgesamt -638 -1.196
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 1.350 850
Tilgung von Anleihen -750 -1.000
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.855 972
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -3.074 -1.140
Zunahme / (Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein- / Sonstige Darlehen 58 -142
Zunahme / (Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten 4 -4
(Zunahme) / Abnahme kurzfristige Wertpapiere 1 -3
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -62 -85
Einzahlungen in das Eigenkapital durch nicht beherrschende Anteile 15 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -63 -35
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften -1 -6
Sonstige Finanzierungsvorgänge -411 -67
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -78 -658
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - insgesamt -78 -658
Zahlungswirksame Zunahme / (Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - insgesamt 584 -467
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - insgesamt -89 37
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode - insgesamt 4.040 4.535
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode - insgesamt 4.535 4.105
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 122 89
Zinsauszahlungen -464 -432
Erhaltene Dividenden 116 61
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag -274 -324

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

Nichtbilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Neben dem in der Bilanz ausgewiesenen Vermögen nutzt der Konzern nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte. Es handelt sich im Wesentlichen um geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease). Einzelheiten können Sie unter der Anhang-Nr. 21 nachlesen. Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählen zudem Forderungsverkaufsprogramme. Dazu finden Sie Näheres unter der Anhang-Nr. 10. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend freie Kreditlinien. Dies gilt auch für den regresslosen Verkauf von Forderungen, die der Konzern im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 1,6 Mrd € veräußert hat; im Vorjahr waren es 1,5 Mrd €.

Jahresabschluss der thyssenkrupp AG

Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft des thyssenkrupp Konzerns. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und des Konzerns verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfteentwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wurde nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt; der Lagebericht ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst. Der Einzelabschluss dient der Ermittlung des Bilanzgewinns und damit der möglichen Ausschüttungshöhe.

Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage

Geschäftsverlauf 2015 / 2016

Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg des Konzerns bestimmt. Darüber berichten wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern", "Geschäftsverlauf in den Business Areas" sowie "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage".

Voraussichtliche Entwicklung 2016 / 2017 mit wesentlichen Chancen und Risiken

Auch die voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2016 / 2017 hängt wesentlich von der Entwicklung des Gesamtkonzerns und dessen Chancen- und Risikolage ab. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts des Konzerns. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie der Risikolage des Konzerns auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG.

Als Obergesellschaft des Konzerns erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Beteiligungsgesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer sowie Ausschüttungen ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Demnach sollte sich die für 2016 / 2017 erwartete positive Geschäftsentwicklung im Konzern auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2016 / 2017 bei der thyssenkrupp AG einen Bilanzgewinn, der es ermöglicht, unsere Aktionäre angemessen an der Ergebnisentwicklung des Konzerns zu beteiligen.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 erzielte die thyssenkrupp AG einen Jahresüberschuss von 161 Mio €, während im Vorjahr ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 122 Mio € erzielt wurde.

Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich hierbei um 967 Mio € auf 855 Mio €.

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen stiegen um 411 Mio € auf 694 Mio €. Zusätzlich verringerten sich die Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 551 Mio € auf 84 Mio €. Die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH konnte nach einem negativen Ergebnis in Höhe von 284 Mio € im Vorjahr nunmehr ein positives Ergebnis in Höhe von 240 Mio € verzeichnen. Die thyssenkrupp Materials Services GmbH konnte nach einer Verlustübernahme in Höhe von 165 Mio € im vorherigen Geschäftsjahr einen Gewinn in Höhe von 60 Mio € abführen. Die Thyssen Stahl GmbH hat ihr Ergebnis um 115 Mio € auf 323 Mio € erhöht.

Zusätzlich konnten Beteiligungserträge in Höhe von insgesamt 244 Mio €, insbesondere aufgrund von Dividendenausschüttungen der thyssenkrupp Nederland Holding B.V., vereinnahmt werden.

Die Verringerung der sonstigen betrieblichen Erträge um 601 Mio € resultierte vor allem aus den Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 739 Mio € im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 ergaben sich sonstige betriebliche Erträge aus Weiterberechnungen gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke sowie Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen und andere konzerninterne Dienstleistungen in Höhe von 392 Mio € (Vorjahr: 242 Mio €).

Im Geschäftsverlauf 2015 / 2016 wurden Abschreibungen auf Finanzanlagen für die Anteile der thyssenkrupp UK Plc. in Höhe von 40 Mio € vorgenommen.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sind im Vergleich zum Vorjahr um 34 Mio € auf 667 Mio € angestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf Aufwendungen für IT-Beratung (Anstieg um 45 Mio €), sowie höhere Aufwendungen für Gehälter (Anstieg um 43 Mio €) zurückzuführen. Gegenläufig entwickelten sich die Aufwendungen für Altersversorgung, die insbesondere aufgrund einer im Vergleich zum Vorjahr geringeren Zuführung zu den Pensionsrückstellungen um 36 Mio € abnahmen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten insbesondere konzerninterne Forderungsverzichte gegenüber der thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft in Höhe von 73 Mio €.

Es ergab sich ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 168 Mio € (Vorjahr: -157 Mio €).

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen einen Ertrag für Vorjahre sowie die Steuern des Berichtszeitraums. Latente Steuern sind im Steueraufwand aufgrund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts für einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern nicht enthalten.

Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich ein Jahresüberschuss von 161 Mio € (Vorjahr: Jahresfehlbetrag von 122 Mio €).

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 1.404 Mio € auf 37.364 Mio €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme war zum 30. September 2016 mit 69% um 1%-Punkt höher als im Vorjahr.

Das Anlagevermögen sank um 717 Mio € auf 25.598 Mio €. Die Anteile an verbundenen Unternehmen verringerten sich um 677 Mio € auf 22.110 Mio €. Die Abgänge sind im Wesentlichen bedingt durch die anteilige Auflösung der Kapitalrücklage bei der Thyssen Stahl GmbH in Höhe von 659 Mio €. Eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgte auf die Anteile der thyssenkrupp UK Plc. in Höhe von 40 Mio €. Ein Zugang bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen konnte durch den Erwerb von Anteilen an der thyssenkrupp Rothe Erde GmbH in Höhe von 20 Mio € verzeichnet werden.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des Konzernfinanzverkehrs wider.

Zum 30. September 2016 ergab sich im Vergleich zum Vorjahr eine Erhöhung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen um 89 Mio € auf 8.968 Mio €. Der Anstieg betraf im Wesentlichen die Sonstigen Forderungen aus Gewinnabführungsverträgen (411 Mio €). Gegenläufig wirkte eine Verringerung der Salden der Konzernfinanzkonten um 321 Mio €.

Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Der auf Grund der Erfüllungsübernahme bestehende Freistellungsanspruch, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert wird, verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 247 Mio € auf 346 Mio €. Wesentlicher Grund für den Rückgang waren konzerninterne Rückübertragungen von der thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH an die thyssenkrupp AG. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten fielen zum 30. September 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 538 Mio € auf 2.345 Mio €.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 30. September 2016 um 76 Mio € auf 5.843 Mio €. Die Veränderung des Eigenkapitals resultierte aus dem Jahresüberschuss in Höhe von 161 Mio € und der Dividendenzahlung in Höhe von 85 Mio €. Die Eigenkapitalquote stieg somit auf 16 % (Vorjahr: 15%).

Der Rückgang der Pensionsrückstellungen in Höhe von 21 Mio € resultierte insbesondere aus Inanspruchnahmen in Höhe von 24 Mio € sowie mit 38 Mio € aus der Veränderung der bereits angesprochenen im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Die Zuführung von 21 Mio € und die Aufzinsung in Höhe von 21 Mio € wirkten sich gegenläufig aus. Bei den übrigen Rückstellungen haben sich die Rückstellung für aktienorientierte Vergütung um 20 Mio € und die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen um 28 Mio € erhöht.

Im März 2016 wurde im Rahmen des 10-Mrd-€-Debt-Issuance-Programms eine Anleihe über insgesamt 850 Mio € mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von 2,75 % p.a. begeben. Außerdem wurden im Dezember 2015 ein Schuldscheindarlehen über 100 Mio € mit einer Laufzeit von drei Jahren und einem Zinssatz von 0,931% p.a. sowie im März 2016 ein Schuldscheindarlehen über 150 Mio € mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinssatz von 1,75% p.a. abgeschlossen.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Konzern-Finanzclearings. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen fielen im Vergleich zum Vorjahr um 2.189 Mio € auf 23.019 Mio €. Dies war insbesondere auf eine Darlehenstilgung in Höhe von 960 Mio €, eine Verringerung der Verbindlichkeiten auf den Konzernfinanzkonten um 654 Mio € sowie geringere Verbindlichkeiten aus Verlustübernahmen zurückzuführen. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Einzelabschlusses enthalten.

Bilanzgewinn und Gewinnverwendungsvorschlag

Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG. Der Jahresabschluss weist einen Bilanzgewinn von 1.427 Mio € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2015 / 2016 in Höhe von 1.427 Mio € wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende von 0,15 € je dividendenberechtigter Stückaktie und Vortrag des verbleibenden Betrags auf neue Rechnung.

Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der thyssenkrupp AG

AKTIVA

Mio € 30.09.2015 30.09.2016
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 54 54
Sachanlagen 370 341
Finanzanlagen 25.891 25.203
26.315 25.598
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 9.525 9.375
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.883 2.345
12.408 11.720
Rechnungsabgrenzungsposten 45 46
Summe der Aktiva 38.768 37.364

PASSIVA

Mio € 30.09.2015 30.09.2016
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 1.449 1.449
Kapitalrücklage 1.473 1.473
Andere Gewinnrücklagen 1.494 1.494
Bilanzgewinn 1.351 1.427
5.767 5.843
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.129 1.107
Übrige Rückstellungen 213 240
1.342 1.347
Verbindlichkeiten
Anleihen 5.450 6.300
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 471 375
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 25.208 23.019
Übrige Verbindlichkeiten 528 477
31.657 30.171
Rechnungsabgrenzungsposten 2 3
Summe der Passiva 38.768 37.364

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Beteiligungsergebnis -112 855
Sonstige betriebliche Erträge 1.091 490
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -21 -41
Allgemeine Verwaltungskosten -633 -667
Sonstige betriebliche Aufwendungen -76 -120
Zinsergebnis -406 -349
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -157 168
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 35 -7
Jahresüberschuss / -fehlbetrag -122 161
Gewinnvortrag 1.473 1.266
Bilanzgewinn 1.351 1.427

Technologie und Innovationen

Innovationsstrategie

thyssenkrupp verfolgt bei Innovationen einen systemischen Ansatz: Wir arbeiten im Konzern über Branchen- und Technologiegrenzen eng zusammen. Dabei optimieren und vereinheitlichen wir grundlegende Innovations- und Fertigungsprozesse. Auf diese Weise nutzen wir gezielt unsere Verbundkraft als diversifizierter Industriekonzern.

Der Motor für unsere Innovationen ist unser weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz (F&E-Netzwerk) mit mehr als 3.500 Mitarbeitern an rund 100 Standorten. Dieses F&E-Netzwerk ergänzen wir durch Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit anderen Industrieunternehmen. Ein Beleg für unsere Innovationskraft sind die rund 2.000 gewerblichen Schutzrechte, die wir im Berichtszeitraum neu angemeldet haben. Damit umfasst das thyssenkrupp Patentportfolio nun etwa 18.000 Patente und Gebrauchsmuster. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf 778 Mio €; das entspricht einer Steigerung um 6 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2014 / 2015. Die bereinigte F&E-Quote - der Anteil der F&E-Kosten am Umsatz ohne Handel und Distribution - lag bei 2,6%. Dies entspricht unserem Ziel einer bereinigten F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5 %.

Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 23 Mio € aktiviert; 2014 / 2015 waren es 18 Mio €. Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten - die Aktivierungsquote - stieg leicht auf 5,8% gegenüber 5,2% im vorangegangenen Geschäftsjahr.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung

in %
Forschungs- und Entwicklungskosten 330 373 13
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 55 44 -20
Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten 350 361 3
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen insgesamt 735 778 6

Entwicklungsschwerpunkte

Den langfristigen Horizont für unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeit bildet der "Innovation Foresight"-Prozess; aus ihm leiten wir künftige Kunden- und Marktanforderungen ab. "Innovation Foresight" ist eine etablierte und zuverlässige Methode der Zukunftsforschung, die wir nutzen, um Szenarien für die nächsten Jahrzehnte zu entwickeln.

Für die schnelle Entwicklung neuer Lösungsansätze wurde die "thyssenkrupp Garage" geschaffen. Das Format setzt gezielt auf Innovationsmethoden jenseits des F&E-Tagesgeschäfts und auf den frühzeitigen Austausch mit Kunden, Endnutzern und weiteren externen Fachleuten. In einer Start-up-Atmosphäre entstehen neue Lösungen, Produktideen und Geschäftsmodelle, in die das interdisziplinäre Know-how aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen des Konzerns einfließt. Die vielversprechendsten Ansätze aus der "thyssenkrupp Garage" werden anschließend in die Innovationsagenda des Konzerns aufgenommen und weiterentwickelt.

Die verschiedenen Stufen des Produktlebenszyklus, von der Ideenfindung bis hin zum After-Sales-Service und dem Ende des Produktlebens, steuern wir über unseren Produktlebenszyklusmanagement-Prozess (PLM-Prozess). Inhaltlich konzentrieren wir unsere Innovationsarbeit vornehmlich auf die Schwerpunkte Smart Energy (Technologien für die Energiewende), nachhaltige Mobilität, ressourceneffiziente Prozesse, intelligente Fertigung und branchenübergreifende Innovation.

Smart Energy / Technologien für die Energiewende

Unsere langjährige Erfahrung bei der Chlor-Alkali-Elektrolyse haben wir genutzt, um die Wasserelektrolyse weiterzuentwickeln, zu optimieren und so wirtschaftlich Wasserstoff mithilfe erneuerbarer Energien herzustellen. Parallel haben wir die Leistungsoptimierung der Redox-Flow-Speichertechnik weiter vorangetrieben: Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungsprojekts wird eine neue Technologie entwickelt, mit der sich die spezifischen Herstellungskosten von Redox-Flow-Batterien deutlich verringern.

Nachhaltige Mobilität

Wir stehen mit den Automobilherstellern im engen Austausch über neue Fahrzeugkonzepte. Dabei konzentrieren wir uns auf technisch anspruchsvolle Fahrwerkskomponenten: in erster Linie elektrisch unterstützte Lenksysteme (EPS) sowie aktive Stoßdämpfer. Mit der Weiterentwicklung dieser Systeme tragen wir dazu bei, das immer stärker automatisierte Fahren sicher und komfortabel auf die Straße zu bringen. Ausgehend von unseren EPS-Lenksystemen beschäftigen wir uns zudem mit "Steer-by-Wire"-Lösungen; das Lenken ohne durchgehende mechanische Verbindung ermöglicht völlig neue Lenk- und Fahrzeugkonzepte.

Im Bereich Elektromobilität arbeiten wir in einem Projekt an der Produktionstechnologie für neuartige Batterien mit sehr hoher Speicherkapazität und geringeren Kosten: Die Energiedichte von derzeit etwa 250 Wattstunden pro Liter Batterievolumen soll sich in etwa verdoppeln, während die Kosten bei etwa 200 € / kWh liegen sollen. Grundlage für diese Verbesserungen ist ein neuer Aufbau der Batterien in Form einer großflächigen Sandwich-Struktur. Das Projekt, bei dem wir für die Entwicklung von Anlagen- und Fertigungstechnik zuständig sind, führen wir gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme und dem Engineering-Unternehmen IAV durch. Das Projekt wird vom Land Sachsen und vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.

Ressourceneffiziente Prozesse

Bei unserem neuen biomechanischen Reinigungsverfahren entfernen Bakterien Giftstoffe aus Kokerei-Abwässern. Nach einem weiteren Aufbereitungsschritt ist das Wasser so sauber, dass es zu Trinkwasser aufbereitet werden kann. Hierfür wurden spezielle Bakterienkulturen gezüchtet, die selbst hohen Schadstoffkonzentrationen standhalten. Bislang musste das Abwasser erst aufwändig verdünnt werden, bevor es mit Bakterien behandelt werden konnte. Bei der Kokerei des Stahlwerks Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Duisburg reinigt das neue Verfahren bis zu 30 m3 Abwasser pro Stunde. Das Stahlwerk hat seine Abwasserreinigungskapazität mit der neuen Anwendung um gut ein Drittel erweitert.

Gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin entwickeln wir ein neues Verfahren, um aus Kokereigasen Ammoniumhydrogencarbonat herzustellen. Der Stoff wird von der chemischen Industrie für Düngemittel verwendet und bei der Produktion von Schaumstoffen eingesetzt. Ein entsprechendes Versuchsaggregat in Duisburg ist die weltweit erste Anlage dieser Art.

Intelligente Fertigung

Durch die Sammlung und Aufbereitung großer Datenmengen wollen wir zusätzliche Geschäfte generieren, Produktionsprozesse verbessern sowie die Wartung und Instandhaltung von Anlagen in unseren eigenen Werken und beim Kunden weiter optimieren. Ein Beispiel für den Einsatz der so genannten Big Data Analytics ist die Reduktion fehlerhafter Teile in der Lenksäulenproduktion durch die Auswertung von Produktionsdaten mithilfe eigens entwickelter Statistikprogramme. Eine weitere Big-Data-Anwendung, die wir bereits erfolgreich einsetzen, ist MAX, ein Konzept für die vorausschauende Wartung von Aufzügen durch die systematische Auswertung von Betriebsdaten (vgl. den Abschnitt "Elevator Technology" im Kapitel "Geschäftsverlauf in den Business Areas" im "Wirtschaftsbericht").

Die Digitalisierung verändert auch die gesamte Wertschöpfungskette und das Geschäftsmodell unseres Werkstoffhandels: Die Prozesse in den Bereichen Lager und Logistik werden immer stärker automatisiert, und wir vernetzen uns stärker mit unseren Kunden und Lieferanten. Durch Online-Handelsplattformen, die Analyse von Daten und den vernetzten Austausch bieten sich neue Möglichkeiten für den Dialog und die flexible Zusammenarbeit in Echtzeit.

Bei unserem Aufzugsservice setzen wir auf die HoloLens-Technologie von Microsoft. HoloLens ist eine spezielle Brille, die "Mixed Reality" ermöglicht. Sie unterstützt die sichere und schnelle Arbeit unserer Servicetechniker. Vor Ort ermöglicht HoloLens jederzeit Zugang zu allen technischen Informationen des Aufzugs oder auch Expertenunterstützung per Bildübertragung. Erste Versuche haben gezeigt, dass die Arbeit mit Unterstützung der HoloLens deutlich schneller erledigt werden kann.

Eine intelligente Fertigungstechnologie mit Zukunftspotenzial ist Additive Manufacturing. Bei diesem auch als 3D-Druck bekannten Verfahren ist der gesamte Entwicklungsprozess vom ersten Entwurf bis zum fertigen Produkt digital. Das Verfahren ermöglicht Geometrien und Funktionen, die mit gängigen Fertigungsverfahren nicht realisierbar sind. thyssenkrupp hat für die Weiterentwicklung des Additive Manufacturing eine interdisziplinäre Projektgruppe eingerichtet und inzwischen mehrere Patente auf 3D Druck-Bauteile angemeldet. Ein TechCenter für Additive Manufacturing befindet sich in Gründung.

Branchenübergreifende Innovation

Das von thyssenkrupp initiierte Verbundprojekt Carbon2Chem wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit mehr als 60 Millionen Euro gefördert. An dem Projekt beteiligen sich weitere 16 Partner aus der Grundlagen- und Anwendungsforschung sowie aus verschiedenen Industriebranchen. Ziel von Carbon2Chem ist es, Prozessgase aus der Stahlproduktion in chemische Grundstoffe umzuwandeln - einschließlich des darin enthaltenen CO2 . Das Klimagas würde dann nicht mehr in die Atmosphäre abgegeben. Die für die Umwandlung benötigte Energie soll aus erneuerbaren Quellen kommen. Charakteristisch für Carbon2Chem ist eine breit angelegte branchenübergreifende Zusammenarbeit. Dabei entsteht ein neues Netzwerk aus Stahlherstellung, Stromerzeugung und Chemieproduktion.

Gemeinsam mit den europäischen Stahlherstellern ArcelorMittal und Tata Steel haben wir eine Forschungs- und Entwicklungskooperation gegründet. Ziel ist die Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Quality Tracking Standards. Beim Quality Tracking werden den Kunden mit den Stahlcoils zugleich digitale Informationen über das Qualitätsniveau der Flachstähle über die gesamte Bandlänge übermittelt. Die Kunden, zum Beispiel Automobilhersteller und -zulieferer, bekommen damit exakte Informationen über die Position etwaiger Fehlerstellen.

Umwelt, Klima und Energie

Bei thyssenkrupp haben die Themen Umweltschutz, Klimawandel und Energieeffizienz einen hohen Stellenwert - von der Lieferkette über die internen Prozesse bis hin zu den Kunden. Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, den steigenden Bedarf nach Gütern und Dienstleistungen auf eine bessere Art und Weise zu befriedigen. Umweltschutz ist daher auch ein Kernbestandteil der Unternehmensstrategie.

Systematische Managementprozesse definiert

An unseren weltweit mehr als 2.000 Werks-, Service- und Bürostandorten arbeiten wir systematisch an der kontinuierlichen Verbesserung von Umweltschutz, Klimaschutz und Energieeffizienz. Auch innerhalb unserer Innovationsprozesse und beim Einkauf sind diese Themen wichtige Bausteine (siehe auch Kapitel "Technologie und Innovationen" sowie "Einkauf"). Externe Bewertungen bestätigen unseren Ansatz: Beim Klimaschutz-Rating CDP erreichte thyssenkrupp die höchste Bewertung (A) und wird als eines der global führenden Unternehmen in Sachen Klimaschutz gelistet.

Tragende Säulen des Umweltmanagements sind ein reger Erfahrungsaustausch, eindeutige Verantwortlichkeiten sowie systematische interne Monitoring- und Controllingprozesse. Im Berichtsjahr haben wir über 474 Mio € für Umweltschutz aufgewandt (-2% gegenüber Vorjahr) und weitere 76 Mio € in neue Umweltschutzanlagen wie z.B. Filter oder Ölabscheider investiert (- 12% gegenüber Vorjahr). Für unsere weltweiten Geschäfte wurde das Ziel gesetzt, dass alle relevanten Aktivitäten bis zum Geschäftsjahr 2019 / 2020 ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 sowie ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 eingeführt haben. Im Berichtsjahr konnten wir insbesondere beim Energiemanagement deutliche Fortschritte erzielen. Die Abdeckung der energetisch relevanten Aktivitäten mit ISO 50001 stieg von 25% auf 53 %. Damit werden bereits rund 2 / 3 des Energieverbrauchs von thyssenkrupp mit ISO 50001 abgedeckt. Die Abdeckung der umweltrelevanten Aktivitäten mit ISO 14001 blieb mit 77% unverändert auf hohem Niveau. Bezogen auf die Gesamtbelegschaft entspricht dies rund 57 %.

Energieeffizienz wird kontinuierlich verbessert

Bei einem Energieverbrauch im Bereich von rund 100 Terawattstunden (TWh) weltweit ist höchste Energieeffizienz für thyssenkrupp eine wirtschaftliche Selbstverständlichkeit. Mit einem systematischen Energiemanagement tragen wir dazu bei, Ressourcen zu schonen und Energiekosten zu senken.

Mit dem konzernweiten Programm GEEP (Group-wide Energy Efficiency Program) wollen wir bis zum Geschäftsjahr 2019 / 2020 nachhaltige Effizienzsteigerungen von 3,5 TWh erreichen. Davon konnten wir seit Beginn des Programms im Geschäftsjahr 2013 / 2014 bereits 2,75 TWh in standortbezogenen Projekten realisieren (+0,55 TWh gegenüber Vorjahr), u.a. durch bessere Nutzung von Abwärme, Reduzierung von Stand-by-Zeiten und Erneuerung von Anlagenkomponenten. Mit den erzielten Effizienzgewinnen vermeiden wir CO2 -Emissionen von fast 1 Mio Tonnen pro Jahr.

Weitere Information zu Umwelt-, Klima- und Energiethemen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" sowie auf unserer Website.

Einkauf

Als diversifizierter Industriekonzern kaufen wir unterschiedlichste Produkte, Produktgruppen und Dienstleistungen zu. Ziel ist dabei nicht nur ein optimales Preis- / Qualitätsverhältnis bei zugekauften Gütern und Dienstleistungen. Wir nehmen auch das Design unserer eigenen Produkte in den Blick und gestalten diese von vornherein so, dass die Beschaffung benötigter Komponenten möglichst wirtschaftlich ist.

Fast die Hälfte unseres Einkaufsvolumens entfällt auf sogenannte Commodities wie Rohstoffe oder Werkstoffe für unsere Handelsgeschäfte. Die andere Hälfte wenden wir für technologische Produkte und Dienstleistungen auf. Im laufenden Geschäftsjahr erwarten wir hier eine Steigerung.

Materialaufwand

Der Materialaufwand umfasst die Gesamtausgaben des Konzerns für Produkte und Dienstleistungen und ist gegenüber dem Vorjahr um -12 % auf 23,5 Mrd € gefallen. Gleichzeitig nahm der Anteil des Materialaufwands am Konzernumsatz von 63 % auf 60% leicht ab. Die Quoten der Business Areas lagen bedingt durch ihr jeweiliges Geschäftsmodell zwischen 36% bei Elevator Technology und 82% bei Materials Services. Die folgende Tabelle zeigt den Materialaufwand für jede Business Area:

MATERIALAUFWAND NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016 Veränderung

in %
Components Technology 4.224 4.186 -1
Elevator Technology 2.631 2.682 2
Industrial Solutions 3.950 3.341 -15
Materials Services 11.791 9.750 -17
Steel Europe 5.301 4.403 -17
Steel Americas 1.159 990 -15
Corporate / Konsoldierung -2.207 -1.853 16
Materialaufwand insgesamt 26.849 23.498 -12

Unser weltweiter Einkauf hat die thyssenkrupp Werke im Berichtsjahr erneut mit ausreichend Materialien versorgt. Weitere Informationen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" unter "Beschaffungsrisiken".

Konzerninitiative "synergize +"

Mit "synergize+", der Konzerninitiative zur Senkung der Materialkosten, haben wir über alle Geschäfte, Funktionen und Regionen hinweg eine durchgängige Beschaffungsorganisation verankert. Diese konzernweit einheitliche Ausrichtung ermöglicht es uns, unser globales Einkaufsvolumen strategisch zu steuern.

Wie schon in den Vorjahren hat "synergize+" auch 2015 / 2016 rund die Hälfte der gesamten EBIT-Effekte des Konzernprogramms "impact" erwirtschaftet. Für die kommenden Jahre erwarten wir Beiträge in vergleichbaren Größenordnungen.

Ein Schwerpunkt von "synergize+" ist das strategische Cluster Management: Dabei bündeln wir die Einkaufsvolumina unseres Konzerns über Geschäfte, Regionen und Funktionen hinweg. Zugleich arbeiten wir mit modernsten Beschaffungsinstrumenten, wie etwa online-Beschaffung und online-Auktionen. Dabei nutzen wir verstärkt die Möglichkeiten der asiatischen Beschaffungsmärkte. Um dabei nicht nur wirtschaftliche Kosten, sondern auch ein Höchstmaß an Qualität zu erzielen, stehen wir stets im engen Austausch mit unseren Beschaffungsexperten vor Ort.

Diese kaufmännischen Ansätze ergänzen wir zunehmend um technische Ansätze, etwa die Standardisierung und Optimierung von Produkten. Das bedeutet, dass wir auch unsere eigenen Erzeugnisse so verändern, dass sich die Kosten für die Beschaffung von Vormaterialien verringern lassen. Diese Aktivitäten sind in einer Initiative mit der Bezeichnung "value-chain-engineering" zusammengefasst. Ziel der Initiative ist, den systematischen Einsatz modernster technischer Methoden und Tools zu intensivieren und auszuweiten - in Zusammenarbeit mit den funktionsübergreifenden Partnern des Einkaufs innerhalb des Konzerns. Damit erschließen wir weitere Ergebnispotenziale. Die laufenden Projekte decken eine große Bandbreite von Geschäftsanforderungen und Materialgruppen ab. Die Methoden reichen von klassischer Wertanalyse und Optimierung bestehender Produkte über innovative Tools zur Unterstützung von Produktentwicklung und Produktinnovation, Gemeinschaftsentwicklungen mit Lieferanten bis hin zur Digitalisierung von Beschaffungsprozessen und Lieferketten.

Im nächsten Schritt werden im Rahmen der so genannten "Supply Market Intelligence" unsere Lieferanten und Einkaufsmärkte einer weiter vertieften Analyse, insbesondere im Hinblick auf die Kostenstrukturen, unterzogen.

Die Verbundkraft des Konzerns und die stärkere interne und externe Vernetzung bergen auch künftig hohe Synergiepotenziale.

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement

Für unsere Lieferanten gilt ein eigens ausgearbeiteter Verhaltenskodex (Supplier Code of Conduct). Seine Unterzeichnung und Einhaltung wird künftig Grundvoraussetzung für die Zusammenarbeit mit einem Zulieferer sein. Jedes Jahr überprüfen wir in einem risikobezogenen Ansatz über Audits bei mindestens 100 Lieferanten, ob diese die festgelegten Grundsätze zuverlässig beachten und die Anforderungen dauerhaft erfüllen. Den Schwerpunkt der Audits legen wir auf Lieferanten aus Ländern mit erhöhtem Beschaffungsrisiko. Im Berichtsjahr haben wir 185 Lieferantenaudits durchgeführt. In aller Regel werden bei solchen Audits Verbesserungsmaßnahmen beschlossen, deren Umsetzung wir im Anschluss überprüfen. Auf diese Weise unterstützen wir die Weiterentwicklung unserer Lieferanten und minimieren unsere Risiken.

Mitarbeiter

Mitarbeiter in Zahlen

Zum 30. September 2016 waren bei thyssenkrupp weltweit 156.487 Mitarbeiter beschäftigt, 1.581 (1,0%) mehr als ein Jahr zuvor. Bei Components Technology spiegelt der Anstieg vor allem das Wachstum im Bereich Automobilkomponenten an unseren Standorten in China, Mexiko, Deutschland und Osteuropa wider. Im Bereich Forging und Machining hingegen haben wir die Mitarbeiterkapazität in Brasilien und den USA an die schwache Marktlage angepasst. Bei Elevator Technology blieb die Anzahl der Mitarbeiter im Saldo nahezu unverändert: In der Business Unit Asia Pacific verzeichnen wir Zuwächse durch den Aufbau im Service-Geschäft, denen Rückgänge in anderen Business Units gegenüberstehen. Diese Rückgänge sind vor allem auf die Schließung des Werks in Kanada, den Verkauf der finnischen Gesellschaft und die Reduzierung der Fertigungs-Aktivitäten in Frankreich sowie die Reduktion von Produktionsaktivitäten bei Access Solutions zurückzuführen. Bei Industrial Solutions steht dem leichten Anstieg der Belegschaft ein überproportionaler Rückgang bei den Fremdfirmenmitarbeitern gegenüber. Im Chemieanlagenbau war dabei sowohl die Anzahl der eigenen Mitarbeiter als auch die Anzahl der Fremdmitarbeiter entsprechend der Auftragslage deutlich rückläufig. Demgegenüber führte bei Produktionssystemen für die Automobilindustrie die erfreuliche Nachfrageentwicklung zu einem Anstieg der Beschäftigung. Bei Materials Services war die Belegschaft trotz kleinerer Akquisitionen und eines Rückgangs bei den Fremdfirmenmitarbeitern in nahezu allen Ländern, insbesondere in Deutschland, rückläufig und spiegelt die Maßnahmen zur Anpassung an das schwache Marktumfeld wider. Bei Steel Europe blieb die Anzahl der Mitarbeiter nahezu unverändert: Einem leichten Anstieg der Belegschaft in Deutschland, u.a. im Rahmen der Initiative zur Daten- und Prozessharmonisierung, sowie in Spanien im Rahmen der Wiederinbetriebnahme einer Feuerverzinkungslinie stehen Rückgänge insbesondere im Zusammenhang mit der Restrukturierung der südamerikanischen Aktivitäten des Geschäftsfelds Grobblech gegenüber. Bei Steel Americas spiegelt der Belegschaftsanstieg im Wesentlichen das Insourcing von Instandhaltungstätigkeiten zur Kostenoptimierung wider. Bei Corporate ergibt sich der Anstieg im Wesentlichen aus dem Ausbau von Global Shared Services (331 Mitarbeiter) sowie in geringerem Umfang aus dem Hochlauf des Patentmanagements, der Regional Headquarters und unserer digitalen Initiativen.

MITARBEITER NACH BUSINESS AREAS

30.09.2014 30.09.2015 30.09.2016 Veränderung

in %
Components Technology 28.941 29.627 30.751 4
Elevator Technology 50.282 51.335 51.426 0
Industrial Solutions 18.546 19.388 19.602 1
Materials Services 30.289 20.226 19.754 -2
Steel Europe 27.858 27.601 27.559 0
Steel Americas 3.466 3.725 3.847 3
Corporate 2.990 3.004 3.548 18
Mitarbeiter insgesamt 162.372 154.906 156.487 1

Die Personalstrategie

Im Mittelpunkt unserer Personalstrategie stehen sowohl unsere aktuellen als auch zukünftigen Mitarbeiter. Wir wollen Menschen mit den besten und den richtigen Qualifikationen für thyssenkrupp gewinnen, sie an der für sie passenden Stelle im Konzern einsetzen, in ihrer Weiterentwicklung unterstützen und ihnen attraktive Perspektiven bieten. Auf diese Weise leisten wir einen wertvollen Beitrag für jeden Standort und unsere Strategische Weiterentwicklung als Konzern insgesamt.

Um seine Aufgaben auch künftig effizient zu erfüllen, verbessert der Personalbereich seine Prozesse kontinuierlich. Unter dem Projektnamen "HR Transformation" optimiert thyssenkrupp die Struktur und Arbeitsweise, um den Belangen der 156.000 Mitarbeiter weltweit noch besser gerecht zu werden, effizienter zu arbeiten und potenzielle Mitarbeiter für thyssenkrupp zu begeistern. Auch im vergangenen Geschäftsjahr sind wir diesen Zielen bereits Schritt für Schritt näher gekommen und haben uns in entscheidenden Bereichen verbessert.

Potenziale entdecken und entfalten

Wer dazu beitragen will, dass andere ihr Potenzial voll entfalten, muss zunächst Talente im Unternehmen entdecken: Mit unseren regionalen Talentpools ermöglichen wir seit 2015 verschiedensten Talenten Karrieren über die Grenzen von Regionen und Geschäftsbereichen hinweg im Konzern. Der Vorteil: Unsere Talente sind "sichtbarer" und erhalten mehr Chancen. Darüber hinaus lernen die einzelnen Mitglieder unseres Managements mehr vielversprechende Mitarbeiter als je zuvor kennen. Besonders talentierte Kollegen unterstützen wir darüber hinaus mit dem "Fast Track"-Programm schon früh in ihrer Laufbahn. Dafür wurde thyssenkrupp 2015 mit dem HR Excellence Award des Bundesverbands der Personalmanager in Zusammenarbeit mit der wichtigsten deutschen Fachzeitschrift zur Personalarbeit, "HR Manager", ausgezeichnet.

Wir fördern nicht nur Talente, sondern auch Vielfalt, denn die Vielfalt unserer Mitarbeiter macht uns erfolgreich. Im Rahmen unseres Diversity & Inclusion Managements haben wir im Januar unter der Schirmherrschaft von Personalvorstand Oliver Burkhard die Gründung des LGBTI-Netzwerks (lesbian, gay, bisexual, transgender, intersex) begleitet und im März auf dem ersten thyssenkrupp Diversity Day ein sichtbares Zeichen gegen Vorurteile am Arbeitsplatz gesetzt. Beim Erreichen unseres Ziels eines Frauenanteils in Führungspositionen von 15% bis 2020, das wir uns selbst gesetzt haben, konnten wir weiter gute Fortschritte erzielen: Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Frauenanteil in Führungspositionen um 6,4% auf 10,9% (Vorjahr: 10,2%). Weitere Informationen zur Umsetzung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung.

Dass wir ganz bewusst Vielfalt fördern, zeigt sich auch in unserem im September 2015 aufgelegten Programm zur Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt. Unter dem Namen "we.help" haben thyssenkrupp und der Konzernbetriebsrat im September 2015 das Versprechen abgegeben, innerhalb von zwei Jahren für Flüchtlinge zusätzlich 230 Praktika anzubieten und 150 Ausbildungsplätze zu schaffen. Mehr als 200 Praktikums- und 40 Ausbildungsverträge sind bereits unterschrieben. thyssenkrupp ist Teil der deutschlandweiten Initiative "Wir zusammen".

WEITERE PERSONALKENNZIFFERN KONZERN Vorjahreswert in Klammern

MITARBEITER NACH REGIONEN (30.09.) Vorjahreswert in Klammern

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

Höchstleistungen ermöglichen

Mit der thyssenkrupp Academy bieten wir unseren Mitarbeitern und Führungskräften Weiterbildung auf höchstem Niveau. In den zehn Jahren ihres Bestehens hat die Academy rund 950 Programme durchgeführt. Sie hat sich von einem Lernort für Führungskräfte hin zu einem Instrument entwickelt, das den dynamischen Veränderungsprozess vorantreibt. Sie unterstützt nun auch Mitarbeiter aus den Geschäftsbereichen und Konzernfunktionen mit maßgeschneiderten Lern- und Weiterentwicklungsprogrammen.

Der Gesamtumsatz der Academy ist im Geschäftsjahr 2015 / 2016 um rund 36% gestiegen, das Angebot wurde ausgeweitet: Neben den etablierten Angeboten für funktionale Experten aus den Bereichen Projektmanagement und Einkauf gibt es nun auch je einen eigenen Campus mit online-gestützten Seminaren, Bibliotheken usw. für die Bereiche Strategy, Markets & Development sowie Human Resources. Für weitere Funktionen soll dies 2017 der Fall sein. Mit der Einführung des "Regional Learning Germany" unterstützen wir zusätzlich unsere verschiedenen Standorte. Hier steht die praxisnahe Weiterbildung mit Blick auf die persönlichen Anforderungen unserer Mitarbeiter im Vordergrund.

Im Rahmen unserer dualen Ausbildung haben im vergangenen Jahr in Deutschland 971 junge Menschen ihr Berufsleben bei thyssenkrupp begonnen. In 30 Ausbildungswerkstätten und 47 Werksschulen werden die Berufsanfänger von 149 hauptberuflichen Ausbildern betreut. Mit aktuell 5,1% liegt die Ausbildungsquote auf dem guten Niveau des Vorjahrs.

Wer seine Leistung verbessern will, braucht Feedback. Das gilt auch für Unternehmen und Führungskräfte. Im Jahr 2014 haben wir deshalb die erste konzernweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt und Antworten von mehr als 105.000 Mitarbeitern erhalten. Im so genannten Folgeprozess haben rund 4.800 Teams über 12.000 Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsprozesse und der Zusammenarbeit vor Ort entwickelt und zu großen Teilen umgesetzt. Im September 2016 haben wieder rund 150.000 Mitarbeiter die Chance erhalten, bei der zweiten konzernweiten Befragung noch einmal ihr Feedback zu Führung, Zusammenarbeit und Gesundheit zu geben. Die Ergebnisse werden uns zeigen, wo wir inzwischen stehen und wo wir noch besser werden können. Ab Januar 2017 startet der Folgeprozess für die zweite konzernweite Mitarbeiterbefragung.

Ein verlässlicher Partner

Arbeitssicherheit und Gesundheit haben für uns höchste Priorität. Mit konzernweiten Kampagnen zur Förderung einer Unternehmenskultur, in der beide Themen gefördert werden, und einer an entsprechenden Kennzahlen orientierten Führung haben wir im Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement auch im Geschäftsjahr 2015 / 2016 sehr gute Fortschritte erzielt. Beispielsweise wurden weltweit Ziele im Hinblick auf Frühindikatoren für die Notwendigkeit von Gesundheitsfördermaßnahmen und deutschlandweit Ziele zur systematischen Reduzierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz verabschiedet. Einen Beitrag zum kulturellen Wandel lieferte erneut der "Welttag für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" am 28. April 2016. Unter dem Motto "we move the world" beteiligten sich rund 60.000 Mitarbeiter aus 69 Ländern an einem Schrittzählerwettbewerb und zusätzlichen Aktionen für gesundes Arbeiten und mehr Bewegung im Arbeitsalltag. Auch auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit verzeichnen wir sehr gute Fortschritte. Die Unfallzahl konnte im Berichtszeitraum um 20% auf 3,7 Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden gesenkt werden. Bis zum Jahr 2020 soll die Unfallrate pro 1 Mio Arbeitsstunden im Vergleich zum Vorjahr jeweils um mindestens 10% gesenkt werden. Als Anreiz für die Betriebe wurde im Berichtszeitraum erstmals der "we care-Award" an Gewinner aus Südkorea, Indien und Deutschland verliehen.

Zu Verlässlichkeit zählt für uns auch die Schaffung fairer Arbeitsbedingungen. Mit einem Internationalen Rahmenabkommen zu Mindestarbeitsstandards bekennen wir uns deshalb an allen Standorten ausdrücklich zu den ILO-Kernarbeitsnormen, die neben hinreichendem Schutz bei der Arbeit menschenwürdige Arbeitsbedingungen gewährleisten sollen. Seit Januar 2016 stellen wir mittels eines IT-gestützten Meldesystems außerdem sicher, dass eigene Beschäftigte sowie Dritte über einen geschützten Internetzugang Hinweise zu möglichen Verstößen geben können, denen Vertreter von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite in einem abgestimmten Verfahren gemeinsam nachgehen.

Personalarbeit weiterentwickeln

Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 haben wir bei der Modernisierung und Vereinheitlichung der Altersversorgung gute Fortschritte gemacht. So haben wir mit der Einführung des so genannten "Flex-plans" zum 1. Januar 2017 die Altersversorgung der Fach- und Führungskräfte in Deutschland völlig neu gestaltet. Erstmals werden die Verpflichtungen periodengerecht ausfinanziert: Grundsätzlich erfolgt somit kein weiterer Aufbau von Pensionsrückstellungen. Der neue "Flexplan" beinhaltet arbeitgeberfinanzierte Beiträge, die direkt am Kapitalmarkt investiert werden und deren tagesaktuellen Wert die Mitarbeiter über ein Versorgungskonto online jederzeit abrufen können. Eigene Beiträge der Mitarbeiter werden grundsätzlich vom Arbeitgeber bezuschusst und können, je nach Versorgungs- und Finanzierungsbedarf, eingebracht werden. Im Versorgungsfall kann wahlweise eine Kapital- bzw. Ratenzahlung abgerufen werden.

Compliance

thyssenkrupp hat ein umfassendes Verständnis von Compliance: Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist für uns selbstverständlich und Teil unserer Unternehmenskultur. Compliance schafft den Rahmen für unternehmerisches Handeln und dient der nachhaltigen Absicherung des Geschäftserfolgs. Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 lag der Schwerpunkt der Compliance-Arbeit auf der kontinuierlichen Umsetzung unserer Compliance-Strategie 2020.

Compliance fest verankert in der Unternehmenskultur

Compliance gehört zu den Grundvoraussetzungen eines nachhaltigen Unternehmenserfolgs. Compliance ist ein zentraler Baustein guter Unternehmensführung. Die Compliance-Strategie verfolgt das Ziel, eine nachhaltig verankerte Integritäts- und Compliance-Kultur zu schaffen. Konkret geht es darum, thyssenkrupp mit einer breit angelegten und etablierten Wertekultur zu durchdringen, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler unseres Handelns sind. Diese Wertekultur muss von allen Mitarbeitern gemeinsam getragen und konsequent gelebt werden.

Das gilt vor allem für unsere Führungskräfte, die als Compliance-Botschafter eine besonders wichtige Rolle einnehmen: Sie agieren als Vorbilder, und zwar nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für unsere Lieferanten, Kunden und sonstigen Stakeholder. So schaffen sie ein Bewusstsein dafür, dass unsere Wertekultur richtig und wichtig ist. Denn Compliance meint für uns weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz. Compliance ist eine Frage der Haltung. Dies beinhaltet das von uns klar abgegebene Bekenntnis, dass thyssenkrupp für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft, als dass es unter Missachtung der Regeln zustande kommt.

Zugleich wollen wir allerdings auch die unternehmerische Wagnisbereitschaft innerhalb eines klaren Rahmens fördern. Dazu gehört die Bereitschaft, berechenbare unternehmerische Risiken einzugehen, Fehler zu machen und zu akzeptieren. Verstöße gegen Rechtsvorschriften und interne Regeln sind jedoch weder rechtlich akzeptabel noch mit unserem Compliance-Verständnis vereinbar. Daher gilt unmissverständlich:

Hinweisen auf Rechtsverstöße gehen wir nach und klären den Sachverhalt auf.
Mitarbeiter, die uns in gutem Glauben über mögliche Rechtsverstöße informieren, genießen besonderen Schutz vor Benachteiligung.
Festgestellte Verstöße werden sofort abgestellt.
Festgestellte Verstöße werden, sofern erforderlich, konsequent und angemessen sanktioniert.

Compliance-Strategie 2020

Bereits im Geschäftsjahr 2013 / 2014 hat die Compliance-Funktion die Compliance-Strategie 2020 von thyssenkrupp in einem umfangreichen Projekt definiert und setzt diese nunmehr gemäß Roadmap Jahr für Jahr kontinuierlich um. Die Strategie zielt im Wesentlichen auf die systemische Verankerung von Compliance innerhalb des Konzerns ab. Dazu dienen zahlreiche Maßnahmen, etwa die Weiterentwicklung unserer weltweiten Schulungskonzepte, die Verankerung von Compliance in den Geschäftsprozessen sowie eine zielgruppengerechte Kommunikation.

Die Compliance-Funktion übernimmt zudem eine beratende, koordinierende und konsolidierende Rolle in weiteren Themenfeldern, wie Arbeitssicherheit oder Umweltschutz, um eine einheitliche Berichterstattung an den Vorstand sicherzustellen. Die inhaltliche Compliance-Verantwortung verbleibt dabei jeweils bei der zuständigen Konzernfunktion oder Business Area. Dadurch wird sichergestellt, dass das Compliance-Verständnis dem thyssenkrupp-Leitbild folgt, ein intensiver Wissensaustausch zwischen Compliance- und inhaltlich Verantwortlichen stattfindet und hohe Synergien insbesondere in der Organisation sowie bei Prozessen und Methoden entstehen.

Compliance-Programm bei thyssenkrupp

Im Berichtsjahr wurde unser Compliance-Programm konsequent angewandt und umgesetzt: Den inhaltlichen Schwerpunkt des Compliance-Programms bilden die Bereiche Kartellrecht und Antikorruption, hinzu kommen die Bereiche Geldwäschebekämpfung, Datenschutz und italienisches Compliance-Gesetz 231 / 01.

Das Programm umfasst die drei Elemente "Informieren & Beraten", "Identifizieren" sowie "Berichten & Handeln". Es ist eng mit dem Risikomanagement sowie unserem internen Kontrollsystem verzahnt. So sorgen wir dafür, dass Compliance fester Bestandteil eines jeden Geschäftsprozesses wird.

"Informieren & Beraten": Auch im vergangenen Jahr informierten, schulten und berieten unsere Compliance Officer und Regional Compliance Officer die Mitarbeiter weltweit in Hinblick auf maßgebliche gesetzliche Bestimmungen, konzernweite interne Richtlinien sowie in konkreten Einzelfällen. Wie bereits in den Jahren zuvor begleitete die Compliance-Funktion wesentliche Geschäftsvorgänge, unter anderem im Rahmen von Groß- und M & A-Projekten oder im Zusammenhang mit der Einbindung von Vertriebsmittlern. Für Auskünfte rund um das Thema Compliance standen den Mitarbeitern die Compliance Officer der Business Areas, der Regionen und des Bereichs Corporate ebenso zur Verfügung wie die zentrale Beratungshotline. Im Berichtsjahr nahmen weltweit über 4.700 Mitarbeiter an Präsenzschulungen teil, vornehmlich zum Kartellrecht und zur Korruptionsprävention. Nachdem im Rahmen des 3. Compliance-E-Learning bis Ende des vergangenen Berichtsjahres bereits knapp 55.000 Mitarbeiter die Korruptions- und nahezu 45.000 Mitarbeiter die Kartellrechtskurse erfolgreich absolviert hatten, startete im November 2015 die 4. Runde des Compliance-E-Learnings, bei der bereits jetzt insgesamt über 100.000 Kurse absolviert wurden, was einer Erfüllungsquote von über 95 % der registrierten Kursteilnehmer entspricht. Zudem wurden und werden weiterhin spezielle E-Learnings zu Compliance im Einkauf und zum italienischen Compliance-Gesetz 231 / 01 angeboten.
Die Compliance-Leitsätze, die der Konzernvorstand im Sommer 2016 vorgestellt hat, geben Antwort auf die immer wiederkehrende Frage unserer Führungskräfte, wie sie ihrer Compliance-Verantwortung im operativen Geschäft praktisch gerecht werden können. Sie bieten konkrete Hilfestellung, wie die Integration der Compliance-Vorgaben in den Alltag gelingen kann. Entstanden sind die Leitsätze im intensiven Austausch zwischen Führungskräften und Compliance Funktion. Sie werden nun mithilfe von Diskussions-Workshops sukzessive in die Organisation eingeführt. Wir sind der Überzeugung, dass wir so eine nachhaltige Durchdringung im Sinne einer positiven Unternehmenskultur erreichen können.

COMPLIANCE IST EINE FRAGE DER HALTUNG - 7 LEITSÄTZE:

Kultur 1 Ich verhalte mich stets integer und bin dadurch sichtbares Vorbild für meine Kollegen, Kunden und Lieferanten.
2 Ich spreche Compliance-Themen direkt an und fördere so eine offene und vertrauensvolle Compliance-Kultur.
Rolle 3 In meinem Aufgabenbereich übernehme ich die Verantwortung - auch und gerade für Compliance.
4 Ich akzeptiere keine Regelverstöße - die Compliance-Risiken in meinem Aufgabenbereich identifiziere, kenne und minimiere ich.
5 Ich kenne, befolge und befördere die Regeln und Genehmigungsprozesse in meinem Aufgabenbereich.
Aktion 6 Ich stelle sicher, dass meine Mitarbeiter regelmäßig Compliance-Schulungen absolvieren und sie die konkreten Compliance-Herausforderungen ihrer täglichen Arbeit kennen.
7 Ich arbeite vertrauensvoll und proaktiv mit der Compliance-Funktion zusammen.
"Identifizieren": Schwerpunkt ist hier die regelmäßige Überprüfung kritischer Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz. Wesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind das interne Whistleblower-System sowie der benannte Ombudsmann, die den Mitarbeitern - neben dem direkten Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Funktion - als zusätzliche Kanäle zur Verfügung stehen, um Hinweise auf mögliche Gesetzes- oder Richtlinienverstöße, auch ohne Offenlegung ihrer Identität, geben zu können. Unsere Compliance Officer führten dementsprechend auch in diesem Berichtsjahr wieder sowohl anlassunabhängige als auch verdachtsbedingte Compliance Audits und -Untersuchungen durch.
"Berichten & Handeln": Die intensive Compliance-Berichterstattung umfasst neben den regelmäßigen Berichten an Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss alle Ebenen unserer Netzwerkorganisation: Vorstand der thyssenkrupp AG, Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen sowie regional Verantwortliche und Projektleiter mit Marktverantwortung. Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die betroffenen Mitarbeiter werden konsequent Sanktionen verhängt.

Compliance-Organisation

Unsere Compliance-Funktion hat die wichtige Aufgabe, als strategischer Geschäftspartner zu agieren, also auch frühzeitig in relevante strategische Entscheidungen der Business Areas einbezogen zu werden. Dies erfordert eine bedarfsorientierte Organisation und ein umfassendes Compliance-Programm; dazu gehören die klare Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten, eine effektive und effiziente Programmsteuerung bei angemessener Ausstattung und insbesondere eine nach den Bedürfnissen des Konzerns strukturierte Organisation und Aufgabenzuweisung.

Bei thyssenkrupp beschäftigen wir weltweit über 70 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk aus rund 350 Compliance-Managern. Diese sind in der Regel Geschäftsführer eines Konzernunternehmens und sorgen für die operative Umsetzung des Compliance-Programms in ihrem Verantwortungsbereich. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzung für eine nachhaltige Verankerung von Compliance und stehen als Ansprechpartner für die Mitarbeiter zur Verfügung.

Nachtragsbericht

Zwischen dem Stichtag des Berichtsjahres (30. September 2016) und der Freigabe des Berichts zur Veröffentlichung (15. November 2016) sind keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognose 2016 / 2017

Gesamtaussage des Vorstands

Wir erwarten, dass unsere Kernsteuerungsgrößen insgesamt im Geschäftsjahr 2016 / 2017 die weiteren Fortschritte bei unserer Strategischen Weiterentwicklung widerspiegeln werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch hohe Unsicherheiten gekennzeichnet sind, und die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in weiten Teilen unserer Werkstoffund Komponentengeschäfte kurzfristigen Schwankungen unterliegen können. Unsicherheiten ergeben sich aufgrund geopolitischer Krisenherde und betreffen zudem insbesondere

den zukünftigen politischen Kurs der USA und das Ausmaß der erwarteten Abschwächung der chinesischen Wirtschaft als wichtige Faktoren für das weltweilte Wachstum und als bedeutende Absatzmärkte
die negativen Auswirkungen des Brexit-Referendums auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und auf die Exportperspektive unserer Automobilkunden nach Großbritannien
die Volatilität und Höhe der Rohstoffpreise als wichtigem Faktor für unsere Kunden im Anlagenbau bei der Vergabe von Großprojekten sowie als wichtigem Kostenfaktor in unseren Werkstoffgeschäften
die weltweiten Überkapazitäten der Stahlindustrie, den entsprechenden Wettbewerbs- und Importdruck auf dem europäischen Markt sowie die Wirksamkeit laufender und eventuell folgender Handelsschutzmaßnahmen.

Insgesamt blicken wir dennoch vorsichtig optimistisch auf die voraussichtliche Geschäftsentwicklung 2016 / 2017 und erwarten eine deutliche Verbesserung bei Ergebnis und Wertbeitrag und einen leicht positiven Free Cashflow vor M&A.

Ein wesentlicher Treiber für die Zielerreichung im laufenden Geschäftsjahr werden wiederum die Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Rahmen von "impact" sein: Für 2016 / 2017 streben wir erneut EBIT-Effekte aus "impact" von 850 Mio € an, die den beschriebenen Risiken und Markteffekten entgegenwirken, die Basis für unser profitables strukturelles Wachstum bilden sowie Freiräume für Maßnahmen schaffen, die notwendig sind, um unsere IT-Infrastruktur und -Prozesslandschaft zukunftsfähig zu machen.

Wesentliche Annahmen

Wichtige Voraussetzung für das Eintreffen der erwarteten Entwicklung bei unseren Kernsteuerungsgrößen ist, dass es zu keiner weiteren Eskalation der geopolitischen Krisen kommt und dass die wirtschaftlichen Auswirkungen aus dem zukünftigen Kurs der USA und die Abschwächung des chinesischen Wachstums ebenso wie die Auswirkungen des Brexit-Referendums überschaubar bleiben. Für das aktuelle Geschäftsjahr unterstellen wir ein moderates Wachstum im Euro-Raum, eine etwas höhere Wachstumsdynamik in den USA, ein leicht schwächeres Wachstum in China sowie eine wieder verbesserte Konjunkturentwicklung in vielen Schwellenländern.

Weltweit wird die Stahlnachfrage nur geringfügig wachsen. Sowohl in Europa als auch in den USA dürfte sie moderat im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen. Für die Marktversorgung in Brasilien wird ein Durchschreiten der Talsohle ausgehend von einem niedrigen Niveau, in China nochmals ein Rückgang erwartet. Der Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt dürfte hoch bleiben. Wir nehmen an, dass es keine anhaltenden Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten geben wird, dass die jüngsten deutlichen Preissteigerungen bei der Kokskohle an den Markt weitergegeben werden und dass der Wettbewerb intensiv bleibt.

Die weltweite Automobilproduktion dürfte bei hohen Unsicherheiten und einer regional sehr heterogenen Entwicklung sowie einer insgesamt nachlassenden Dynamik moderat weiter wachsen. In China sollten die Stückzahlen 2017 - nach einem sehr starken Wachstum im Jahr 2016 - weiter leicht zunehmen. In der NAFTA wird die Fertigung 2017 voraussichtlich ebenfalls moderat zulegen; ein deutlicher Rückgang in den USA wird durch eine sehr dynamische Entwicklung in Mexiko kompensiert. In Westeuropa dürfte die Produktion - bei einem Rückgang in Deutschland und einem Anstieg in Frankreich - insgesamt stagnieren. Die Automobilfertigung in Brasilien sollte sich nach einem erneut starken Rückgang 2016 im Prognosezeitraum auf niedrigem Niveau stabilisieren.

Bei Elevator Technology sorgen der hohe Auftragsbestand mit guter Ergebnisqualität sowie der hohe Bestand an Wartungsverträgen dafür, dass die budgetierten Umsätze bereits bis weit ins neue Geschäftsjahr hinein abgedeckt sind.

Bei Industrial Solutions deckt der Auftragsbestand bereits einen großen Teil des geplanten Umsatzes ab. Unsere Auslastung im Zementanlagenbau und bei Produktionssystemen für die Automobilindustrie ist sehr gut. Der weitere Verlauf einer beginnenden Unterauslastung in Teilen des Anlagenbaus für die Chemie- und Mining-Industrie sowie im Marine-Geschäft hingegen ist stark abhängig von der Vergabeentscheidung unserer Kunden bei Großaufträgen.

Mehr zu den künftig erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld".

Erwartung 2016 / 2017: Deutlicher Anstieg bei Ergebnis und Wertbeitrag bei leicht positivem FCF vor M & A

Der Konzernumsatz und alle Industriegütergeschäfte sollten auf vergleichbarer Basis im einstelligen Prozentbereich zulegen.

Das Bereinigte EBIT des Konzerns wird voraussichtlich bei rund 1,7 Mrd € liegen (Vorjahr: 1.469 Mio €). Geplante EBIT-Effekte aus "impact" in Höhe von 850 Mio € wirken den beschriebenen Markteffekten entgegen; sie sind die Basis für das profitable Wachstum und schaffen Freiräume für notwendige Maßnahmen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Konzerns.

Industriegütergeschäfte

Bei Components Technology erwarten wir eine Verbesserung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: 335 Mio €) aus einer leichten Steigerung des Umsatzes und der Marge (Vorjahr: 4,9%) auch infolge des weiteren Hochlaufs der neuen Werke und unterstützt durch Effizienzsteigerungsprogramme.
Bei Elevator Technology rechnen wir mit einer Verbesserung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: 860 Mio €) aus einem leichten Umsatzwachstum und einer Erhöhung der Bereinigten EBIT-Marge um 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte aus Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen (Vorjahr: 11,5%).
Bei Industrial Solutions liegt der kurzfristige Fokus auf der Trendumkehr bei der Entwicklung von Auftragseingang und Cashflow. Dabei gehen wir von einem rückläufigen Bereinigten EBIT (Vorjahr: 355 Mio €) aus und erwarten nach dem schwachen Auftragseingang des Vorjahres einen leicht rückläufigen Umsatz. Im Anlagenbau werden wir durch umfangreiche Effizienzmaßnahmen den unteren Rand des Korridors für unser Margenziel von 6 bis 7 % verteidigen. Bei Marine Systems rechnen wir hingegen nach Auslaufen von ergebnisstarken Projekten sowie durch Unterauslastung vorübergehend mit einem deutlichen Margen- und Ergebnisrückgang. Die Marge im Mix der abzurechnenden Projektmeilensteine wird dadurch insgesamt temporär merklich unter dem Zielkorridor liegen.

Werkstoffgeschäfte

Bei Materials Services erwarten wir in einem etwas günstigeren Marktumfeld ein Bereinigtes EBIT deutlich über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 128 Mio €) durch entfallende Substanzverluste und insbesondere aus Fortschritten bei den Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen und den Vertriebsinitiativen sowie bei der weiteren Umsetzung des industriellen Konzepts bei AST.
Bei Steel Europe erwarten wir ein etwas günstigeres Marktumfeld bei allerdings weiterhin hohem Importdruck und stark gestiegenen Rohstoffpreisen. Dabei gehen wir infolge von Effizienzmaßnahmen, Differenzierungsinitiativen und steigenden Mengen von einem Bereinigten EBIT deutlich über dem Vorjahreswert aus (Vorjahr: 315 Mio €).
Bei Steel Americas erwarten wir in einem volatilen Preisumfeld mit steigenden Rohstoffkosten ein Bereinigtes EBIT auf Vorjahresniveau (Vorjahr: -33 Mio €). Unsere Effizienzprogramme und operativen Fortschritte wirken negativen Kosteneffekten aus einem stärkeren Brasilianischen Real entgegen. Unser langfristiger Brammenliefervertrag in die USA sichert uns eine Grundauslastung in einem soliden Marktumfeld; zusätzlich erwarten wir einen steigenden Versand in den sich stabilisierenden brasilianischen Markt.

Unser Ziel ist, mit einem deutlich positiven Jahresüberschuss das Eigenkapital zu stärken; für das Geschäftsjahr 2016 / 2017 erwarten wir bei anhaltenden Restrukturierungsaufwendungen eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 261 Mio €).

Der tkVA des Konzerns sollte sich dementsprechend ebenfalls deutlich verbessern (Vorjahr: -85 Mio €).

Die Investitionen des Konzerns werden sich im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich auf rund 1,5 Mrd € belaufen (Vorjahr: 1.387 Mio €).

Wir erwarten bei mengen- und preisbedingt erhöhter Mittelbindung im Netto-Umlaufvermögen unserer Werkstoffgeschäfte insgesamt einen leicht positiven FCF vor M& A (Vorjahr: 198 Mio €).

Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen sowie die Fortschritte bei der Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung werden wir - auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit - bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.

Chancen- und Risikobericht

Chancen

Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen als diversifizierter Industriekonzern

Für thyssenkrupp als diversifizierten Industriekonzern ergeben sich erhebliche Chancen aus seiner zunehmenden Ausrichtung auf ertragsstarke Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte, die weniger volatil und kapitalintensiv sind als die Werkstoffgeschäfte. Vorteile im weltweiten Wettbewerb ergeben sich für unsere Kunden und uns dadurch, dass wir uns auf Wachstumsregionen und -branchen konzentrieren und unsere Ingenieurkunst in den Anwendungsfeldern Mechanical, Plant und Materials dort gezielt einsetzen.

Signifikante Chancen ergeben sich auch aus einer früheren Umsetzung der geplanten "impact"-Maßnahmen und aus dem profitablen Wachstum in den Business Areas. Zugleich ergeben sich für uns große Chancen durch gezielte übergreifende Initiativen und die konsequente und systematische Nutzung der Verbundkraft des Konzerns.

Definitionen

Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp eine positive Zielabweichung aufgrund von Ereignissen oder Entwicklungen. Chancenmanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen. Durch die integrale Verknüpfung mit den Strategie-, den Planungs- und den Berichtsprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.

Chancenmanagement-Prozess

Im strukturierten und konzernweit standardisierten Prozess des sogenannten "Strategischen Dialogs" werden bei thyssenkrupp jährlich in allen Business Areas die Strategien, inklusive der Chancen und Risiken aus relevanten Markt- und Techniktrends, systematisch und ganzheitlich diskutiert. Die enge Verzahnung des Chancenmanagements mit dem "Strategischen Dialog" führt dazu, dass Chancen auch strategischen Charakter haben, mittel- bis langfristig orientiert sind und ihre Relevanz somit teilweise weit über den Prognosezeitraum hinaus reicht.

Im Anschluss an den "Strategischen Dialog" erfassen alle Business Areas in der operativen Planung und der monatlichen Berichterstattung Chancen und Risiken, um die aktuelle Ergebnis- und Liquiditätssituation der einzelnen Geschäfte noch besser einschätzen zu können. Wie diese Elemente in die Standardberichte eingebettet sind, können Sie der Grafik "Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp" im Abschnitt "Risiken" entnehmen.

Darüber hinaus analysieren wir systematisch, in welchen Regionen für thyssenkrupp die größten Chancen bestehen. Unsere Regionalstrukturen entwickeln wir kontinuierlich weiter und bündeln dort unsere geschäftsübergreifenden regionalen Aktivitäten.

In das Management unserer Chancen sind alle Entscheidungsträger des Konzerns eingebunden -vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen bis hin zu den regional Verantwortlichen und den Projektleitern mit Marktverantwortung. Die Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb der thyssenkrupp Netzwerkorganisation sind klar definiert und voneinander abgegrenzt. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung im Konzern gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.

Strategische Chancen für den Konzern

Unsere engagierten und qualifizierten Mitarbeiter sind die Basis unseres Erfolgs. In einem volatilen Umfeld entwickeln wir unser Unternehmen kontinuierlich weiter, um den globalen Herausforderungen auch künftig mit wettbewerbsfähigen Lösungen begegnen zu können.

Neben der Optimierung der Leistungsfähigkeit jeder unserer sechs Business Areas sehen wir als Konzern Chancen insbesondere in Verbundeffekten, die im Zusammenspiel zwischen den Business Areas, unseren Regionen und den Konzernfunktionen entstehen. Wir bündeln unsere Kompetenzen in konzernübergreifenden Projekten und Kooperationen mit ausgewählten Forschungseinrichtungen und unseren Kunden; Forschung und Entwicklung werden somit integriert betrachtet. Große Chancen bestehen darin, neue Produkte auf der Basis eines genauen Verständnisses der Kundenbedürfnisse zu entwickeln und so einen echten Mehrwert mit einem attraktiven Kosten-Nutzen-Verhältnis für uns und unsere Partner zu schaffen.

thyssenkrupp steht für effiziente Prozesse und Produktionsverfahren mit einer hohen Produktqualität. Viele unserer Anlagen setzen weltweit Standards bei Ressourceneffizienz und Umweltschutz. Durch die fortschreitende Digitalisierung werden bislang getrennte Wertschöpfungsketten immer stärker miteinander verzahnt. Es entstehen neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, die sich am besten in einem Verbund aus verschiedenen Kompetenzen entwickeln lassen. thyssenkrupp mit seiner Vielfalt an Technologien hat hier einen strukturellen Vorteil. Über konkrete aktuelle Verbundinnovationen berichten wir ausführlich im Kapitel "Technologie und Innovationen".

Darüber hinaus ergeben sich aus unserer Sicht Chancen aus der konsequenten und fokussierten Fortführung unserer bereits in den Vorjahren gestarteten Konzernprogramme. Wir arbeiten weiter an einem höchst effizienten Einkauf, harmonisieren unsere Geschäftsprozesse und vereinheitlichen unsere IT-Infrastruktur. Unser Konzernprogramm "impact" ist weiterhin eine wichtige Grundlage für unsere Strategische Weiterentwicklung und trägt wesentlich und nachhaltig - zusammen mit geschäfts- und themenspezifischen Programmen - dazu bei, die Effizienz des Konzerns über alle Business Areas und Konzernfunktionen hinweg zu steigern und die Kosten zu senken.

Über unsere Unternehmensstrategie informieren wir Sie umfassend im Kapitel "Grundlagen des Konzerns".

Bei unseren Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten des Konzerns. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten bedeuten, dass wir bestehende Chancen nur verzögert oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen dazu und zu anderen Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiken".

Operative Chancen der Business Areas

Components Technology

Der weltweit steigende Bedarf in Hinblick auf die individuelle Mobilität und den Gütertransport ist ein wesentlicher Faktor in der künftigen Geschäftsentwicklung der Business Area Components Technology. Unser Strategieprogramm "pace" bildet dabei den Ordnungsrahmen für die strategische Weiterentwicklung. Für uns als Entwicklungspartner sowie Komponenten- und Modullieferant der Automobilindustrie ergeben sich daraus weltweit Wachstumschancen. Das gilt insbesondere für die aufstrebenden Märkte in Asien und Amerika. Mit neuen Produktionsstätten haben wir uns in diesen Märkten gut aufgestellt und sehen hier langfristige Wachstumsmöglichkeiten. Den globalen Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität können wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. Die weltweit anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Emissionsreduzierung im Automobilsektor verstärken diese Entwicklung zusätzlich. Bei den dabei relevanten Themen wie Leichtbau oder Optimierung der Antriebstechnologien bieten wir unseren Kunden Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik und arbeiten daran, unseren Vorsprung stetig auszubauen. Zugleich entwickeln wir unsere Chassis-Systeme weiter und können dadurch neue Ansätze und Lösungen für innovative Fahrwerkskonzepte anbieten. Damit wollen wir den Weg hin zu stärker automatisiertem bzw. autonomem Fahren mitgestalten; Wachstumsmöglichkeiten dafür sehen wir in allen Fahrzeugklassen.

Die Windindustrie birgt für uns Wachstumspotenziale sowohl im Onshore- als auch im Offshore-Bereich. Die Windkraft gehört weltweit zu den am schnellsten und nachhaltigsten wachsenden erneuerbaren Energieformen. In Europa wird diese Entwicklung durch die verpflichtenden Ziele der EU-Mitgliedstaaten zum Ausbau erneuerbarer Energien unterstützt. Der technologische Trend hin zu immer größeren und effizienteren Windkraftanlagen verstärkt die Nachfrage nach leistungsfähigen Komponenten, die wir mit unserem weltweiten Produktionsnetz bedienen. Zudem profitieren wir zusätzlich vom sogenannten Repowering der Windkraftanlagen: Nach und nach werden Windturbinen der ersten Generationen durch modernere und leistungsstärkere Anlagen ersetzt.

Sollten sich das relevante Markt- und Branchenumfeld - insbesondere die Automobilmärkte -, die Effizienzsteigerungs- oder Wachstumsprogramme oder der weitere Hochlauf unserer neuen Werke besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Elevator Technology

Unsere Business Area Elevator Technology zählt zu den weltweit führenden Anbietern für Personenbeförderungsanlagen. Die Märkte für Aufzüge, Fahrtreppen, Fahrsteige, Fluggastbrücken sowie Treppen- und Plattformlifte bieten in Zeiten zunehmender Globalisierung und Urbanisierung attraktive Wachstums- und Gewinnchancen. Durch die breitgefächerte Produktpalette, die sowohl Standardanlagen und individuelle Kundenlösungen als auch umfassende Service- und Modernisierungspakete umfasst, sowie die lokale Präsenz durch mehr als 50.000 Mitarbeiter an über 900 Standorten kann die Business Area weltweit neue Markt- und Kundenpotenziale erschließen.

Mit unseren innovativen Produkten und Servicelösungen erfüllen wir höchste technische und ökologische Kundenansprüche. Durch unser internes Verbesserungsprogramm "elevate" und die Umsetzung der im Rahmen von "impact" definierten Maßnahmen verbessern wir zudem kontinuierlich die Effizienz und die Wettbewerbsfähigkeit von Elevator Technology.

Sollten sich die Weltwirtschaft - insbesondere die Bauindustrie -, die Effizienzsteigerungs- oder Wachstumsprogramme besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Industrial Solutions

Wenn wir unsere innovativen Technologien weiter fördern, ergeben sich für die Business Area Industrial Solutions weltweite Wachstumschancen im schlüsselfertigen Anlagenbau und bei Serviceleistungen, und zwar trotz des durch den niedrigen Ölpreis eingetrübten Investitionsklimas, einer Zunahme der Wettbewerbsintensität und politischer Unsicherheiten auf den relevanten Märkten. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und diese Wachstumschancen auf unseren Märkten konsequenter zu nutzen, treiben wir die Regionalisierung unseres Geschäfts weiter voran. Zugleich standardisieren und optimieren wir unsere Methoden in der Auftragsabwicklung kontinuierlich. Alle Initiativen in diesem Zusammenhang bündeln wir in unserem Transformationsprogramm "planets".

Im Marinebereich sorgen in den nächsten Jahren insbesondere Exportprojekte bei U-Booten für eine gute Marktperspektive. Sollten unsere weltweit laufenden Kampagnen für mehrere U-Boot-Programme erfolgreich sein, wird sich dies günstig auf Auftragsbestand und Auslastung auswirken.

Wenn sich das relevante Markt- und Branchenumfeld, die Effizienzsteigerungs- bzw. Wachstumsprogramme, die Investitionsneigung unserer Kunden oder die Auftragsabwicklung besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Materials Services

Für die Geschäftsaktivitäten von Materials Services gewinnen Dienstleistungen weiter an Bedeutung, weil Produzenten und Verarbeiter sich stärker auf ihre originären Aufgaben konzentrieren. Höhere Dienstleistungsanteile bieten Materials Services in der Regel auch eine höhere Rentabilität in einem volatilen Roh- und Werkstoffmarkt. Chancen für die Business Area ergeben sich daher durch konsequente Kundenorientierung, spezielles Markt- und Branchenwissen, ein globales Netzwerk sowie ein breites Know-how im Projektmanagement.

Materials Services hat im Rahmen seines Programms "focusX" umfassende Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Kosten- und Ergebnissituation definiert. Ein wichtiges Element ist dabei auch die Neustrukturierung des deutschen Werkstoff-Lager- und Dienstleistungsgeschäfts. Operative Chancen ergeben sich durch die konsequente Umsetzung der entsprechenden Vertriebs- und Serviceinitiativen sowie die systematische Digitalisierung der Geschäftsabwicklung bis hin zum Aufbau und Betrieb von Onlineshops für unterschiedliche Zielgruppen. Darüber hinaus wird die weitere Umsetzung der Optimierungsprogramme für AST, das seit 2014 zu Materials Services gehört, insbesondere bei Produktion, Einkauf und Vertrieb von wesentlicher Bedeutung für die Business Area sein und uns die Chance eröffnen, die Marktpotenziale besser auszuschöpfen.

Sollten sich das relevante Werkstoffumfeld, die Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsprogramme oder die Vertriebsinitiativen besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Steel Europe

Die Business Area Steel Europe ist auf das Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls fokussiert, dessen Entwicklung wesentlich vom Konjunkturverlauf in Europa abhängt.

Nach dem starken Fokus auf Effizienzmaßnahmen in den vergangenen Jahren strebt Steel Europe nun eine gesamthafte strategische Weiterentwicklung mit Schwerpunkt einer durchgängigen Markt- und Kundenorientierung an. Zu diesem Zweck hat der Vorstand der Business Area das Strategieprogramm "one steel" formuliert, das in zwölf Umsetzungsinitiativen sowohl marktseitige als auch interne Performancehebel und unterstützende Erfolgsfaktoren betrachtet.

"one steel" umfasst auch eine Stärkung der technischen Fähigkeiten von Steel Europe durch gezielte Investitionen und ermöglicht so die am Markt orientierte Optimierung des Produkt- und Kundenportfolios. Insgesamt ist Steel Europe damit auch in einem schwierigen Marktumfeld gut aufgestellt, um an den wesentlichen weltweiten Trends der Urbanisierung, der steigenden Mobilität und dem effizienteren Einsatz knapper Ressourcen, die den Einsatz intelligenter Stahlprodukte erfordern, dauerhaft teilzuhaben.

Sollten sich die im Rahmen von "one steel" definierten Maßnahmen oder das relevante Stahlmarktumfeld besser als erwartet entwickeln und sich insbesondere der Importdruck abschwächen, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Steel Americas

Wir sind zuversichtlich, dass sich die nunmehr weitaus stabileren operativen Prozesse in der Business Area Steel Americas auch im kommenden Jahr in höheren Produktionsmengen niederschlagen und hierdurch operative Chancen realisiert werden können. Nach Aufbau eines breiten Kundenstamms dürfte die weitere Optimierung der Vertriebsaktivitäten zu einer tieferen Durchdringung insbesondere der attraktiven Produkt- und Gütersegmente im brasilianischen und internationalen Brammenmarkt und somit zu gestiegenen Profitabilitätschancen und einer schrittweisen Erhöhung der Produktion auf dem Weg zur Nennkapazität führen.

Das im vergangenen Geschäftsjahr gestartete Performance-Programm "Ultimate Performance" mit dem Ziel einer signifikanten Senkung der Produktionskosten und Erhöhung der Produktionsstabilität wird in enger Verzahnung mit dem Konzern-Performance-Programm "impact" und dem Konzerneinkaufsprogramm "synergize+" bei CSA in Brasilien nachdrücklich vorangetrieben, sodass sich der Trend zur weiteren Verbesserung der operativen Leistung auch im kommenden Jahr fortsetzen sollte. Darüber hinaus erwarten wir positive Effekte aus der etablierten technischen Zusammenarbeit mit der Business Area Steel Europe.

Sollten sich das relevante Stahlmarktumfeld - insbesondere die Warmbandpreise in den USA sowie die weltweiten und speziell die brasilianischen Brammenpreise - oder die operative Leistungssteigerung besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Risiken

Gesamtaussage des Vorstands: Risiken bei thyssenkrupp weiter reduziert, Bestand des Konzerns gesichert

Das Risikoprofil des Konzerns hat sich im Berichtsjahr weiter verbessert; zum Beispiel haben wir von den brasilianischen Behörden die Betriebsgenehmigung für unser Stahlwerk in Brasilien erhalten und zudem mit der Übernahme der Minderheitsanteile von Vale an CSA die Komplexität und die Risiken reduziert sowie den Handlungsspielraum für die weitere Entwicklung von CSA erhöht. Unser transparentes und systematisches Risikomanagement hat dabei mit seinen strukturierten Prozessen für eine effiziente Steuerung der Gesamtrisiken im Konzern gesorgt.

Aus heutiger Sicht sind die Konzernrisiken begrenzt und es liegen keine den Bestand gefährdenden Risiken vor.

Definitionen

Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp eine negative Zielabweichung aufgrund drohender Ereignisse oder Entwicklungen. Das Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken. Durch seine integrale Verknüpfung mit den Planungs- und Reportingprozessen im Controlling ist das Risikomanagement ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit zusätzlich den Interessen der Kapitalgeber und anderer Anspruchsgruppen.

Wir entwickeln das Risikomanagementsystem des Konzerns kontinuierlich weiter, indem wir uns am international anerkannten COSO-Modell orientieren und es mit unserem internen Kontrollsystem verzahnen. Das interne Kontrollsystem ist dabei die wesentliche Risikosteuerungsmaßnahme, mit der wir prozessuale Risiken reduzieren. Bei der Weiterentwicklung der Systeme setzen wir zeitnah Vorgaben und Anregungen des Vorstands und des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats um. In unserer "Governance, Risk and Compliance (GRC)-Policy" haben wir die Methodik unseres Risikomanagementsystems in das Modell der drei Abwehrlinien eingebettet. Details können Sie dem Corporate-Governance-Bericht entnehmen.

Die standardisierten Risikomanagement-Prozesse stellen sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die jeweils aktuelle Risikosituation des Konzerns informiert werden. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken kann deren Eintreten aber nicht systematisch ausgeschlossen werden.

Risikostrategie und Risikopolitik

In der GRC-Policy hat thyssenkrupp die Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung definiert. Hier sind auch die allgemeingültigen und übergreifenden risikopolitischen Grundsätze des Konzerns als Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, konzernweit einheitliches sowie proaktives Risikomanagement beschrieben. Die Grundsätze orientieren sich am Leitbild des thyssenkrupp Konzerns und an den strategischen Zielen für die einzelnen Geschäftsmodelle; sie dienen als Leitlinien für einen sachgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit Risiken.

Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Unternehmerischer Erfolg setzt voraus, dass Chancen wahrgenommen und damit verbundene Risiken erkannt und bewertet werden. Chancen sollen optimal genutzt und unternehmerische Risiken bewusst und eigenverantwortlich getragen sowie proaktiv gesteuert werden, sofern damit eine angemessene Wertsteigerung erzielt werden kann. Bestandsgefährdende Risiken sind zu vermeiden.

Ziel des Risikomanagements bei thyssenkrupp ist, das Risikobewusstsein auf allen Unternehmensebenen zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Risiken und Chancen werden im Konzern transparent aufbereitet und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einbezogen.

Risikomanagement-Prozess

thyssenkrupp hat konzernweit einheitliche Teilprozesse des Risikomanagements definiert: Risiken frühzeitig erkennen und berichten, Risiken einheitlich bewerten, Risiken steuern und Maßnahmen entwickeln sowie Risiken überwachen und die Umsetzung der Maßnahmen verfolgen. Die effiziente Ausgestaltung unserer verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sorgt dafür, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert sind und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Risikomanagement-Prozess eingebunden werden. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung verbessern wir fortlaufend.

Die organisatorische Verankerung des Konzern-Risikomanagements im operativ und strategisch ausgerichteten Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Reportingprozesse integrierte, aktive und ganzheitliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Das Hauptaugenmerk bei unseren Risikomanagement-Instrumenten liegt daher auf Abweichungen bei den Kernsteuerungsgrößen "Bereinigtes EBIT" und "Free Cashflow vor M&A". Die folgende Grafik skizziert unsere verschiedenen Ansätze:

CHANCEN- UND RISIKOREPORTING BEI THYSSENKRUPP

Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung bzw. im Budget berücksichtigten Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Business Areas und leisten einen wesentlichen Beitrag zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung, indem Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen "Bereinigtes EBIT" und "Free Cashflow vor M & A" bezogen auf das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr aufgezeigt werden.

Im Planungsprozess und bei besonderen Anlässen betrachten wir darüber hinaus gesamtwirtschaftliche Klumpenrisiken; die Grundlage hierfür sind konzernweite Risikoszenarien unter Berücksichtigung zentral vorgegebener Wirkungszusammenhänge und Risikoprämissen. Diese Risikoszenarien befassen sich vor allem mit Wachstumseinbrüchen in wesentlichen Volkswirtschaften sowie mit anderen exogenen Schocks und ihren Auswirkungen auf thyssenkrupp.

Alle Konzernunternehmen weltweit nutzen eine einheitliche IT-Risikomanagement-Anwendung, mit der sie die Risikoinventur durchführen. Damit ist gewährleistet, dass Ergebnis- und Cash-Risiken mit Einfluss auf unsere Kernsteuerungsgrößen dezentral durch die operativen Risikoverantwortlichen erfasst und im Rahmen von Freigabe- und Aggregationsprozessen über die Vorstände der Business Areas bis zur Konzernspitze gemeldet werden. Alle konsolidierten Konzerneinheiten sind verpflichtet, im Zuge der Risikoinventur Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen identifizierten und im dreijährigen Planungszeitraum bewerteten Risiken zu formulieren und anschließend deren Umsetzung systematisch nachzuverfolgen. Der Betrachtungszeitraum der Risikoinventur geht über den Betrachtungszeitraum der Prognose hinaus; dadurch ist eine umfassende Transparenz der dezentralen Risikoeinschätzungen gegeben. Mit der regelmäßigen Bottom-up-Erhebung und Aktualisierung der Risiken stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein im Konzern flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.

Auch die bereits über Rückstellungen bilanziell berücksichtigten Risiken sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im Konzern-Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Steuerung sicher.

Über auftretende Risiken aus besonderem Anlass werden die Risikomanagement-Verantwortlichen unverzüglich informiert. Diese Risiken werden zusätzlich über die etablierten Berichtswege dokumentiert.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Risikomanagement bei thyssenkrupp ist ein kombinierter Top-down- / Bottom-up-Prozess. Die verbindlichen Systemvorgaben werden vom Konzern "top down" formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt "bottom up" bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.

Die materiellen Konzernrisiken präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten "Risk and Internal Control Committee" (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Das ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risikoberichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen alle Governance- bzw. Risiko- und Compliance-Konzernverantwortlichen teil. Durch diese Verzahnung von Disziplinen auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Corporate-Governance-Prozesse im Konzern.

Das Konzern-Risikomanagement hat die Aufgabe, das Risikomanagementsystem kontinuierlich in Richtung Best Practice weiterzuentwickeln und bei Bedarf an neue Erkenntnisse und Anforderungen anzupassen. In der Konzernrichtlinie Risikomanagement haben wir alle verbindlichen Vorgaben für den Risikomanagement-Prozess formuliert und die einzelnen Risikomanagement-Instrumente konzernweit einheitlich definiert.

Angelehnt an die in der Netzwerkorganisation des Konzerns definierten Aufgaben übernehmen die Konzernfunktionen und Regionen eine unterstützende und koordinierende Rolle im Risikomanagement-Prozess. Die Konzernfunktionen fungieren darüber hinaus als Risikokategorie-Verantwortliche und sind in dieser Rolle für Governance-Vorgaben in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich zuständig.

Die mit dem Risikomanagement betrauten Mitarbeiter werden regelmäßig zu den einzelnen Instrumenten geschult; wir nutzen unter anderem unsere konzernweite internetbasierte Risikomanagement-Anwendung, um ihnen die passenden Informationen und Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Die Ergebnisse der Risikoinventur werden von Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung verwendet. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen tragen zur effizienten Überwachung des Risikomanagementsystems bei und liefern Erkenntnisse, mit denen wir die Qualität der Informationsinhalte erhöhen und den Umgang mit Risiken im Konzern weiter verbessern können.

RISIKOSTEUERUNGSMASSNAHMEN BEI THYSSENKRUPP

Risikobewertung

Erkannte Risiken werden nach Vorgaben des Konzern-Risikomanagements einheitlich bewertet: Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen gemessen an den Kernsteuerungsgrößen im Planungszeitraum leiten wir gemäß der folgenden Grafik Risikoklassen ab. Die wesentlichen Einzelrisiken in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen, ordnen wir gemäß dieser Systematik in die Kategorien hoch, mittel oder gering ein:

RISIKOKLASSEN BEI THYSSENKRUPP

Risikosteuerung

Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, das heißt, sie berücksichtigt bereits ergriffene Maßnahmen der Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren.

Wir verhindern Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, wenn sie gegen Verhaltensgrundsätze und Konzernrichtlinien von thyssenkrupp verstoßen. Dazu gehören in erster Linie das Null-Toleranz-Prinzip bei Compliance-Sachverhalten sowie das Spekulationsverbot gemäß unserer Konzernrichtlinie Corporate Finance.

Wir übertragen Risiken, wenn durch zentrale Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen das finanzielle Risiko minimiert werden kann. Näheres können Sie dem nachfolgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.

Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen. Näheres zu den einzelnen Initiativen entnehmen Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas".

Versicherbare Risiken

thyssenkrupp Risk and Insurance hat auch im Berichtsjahr als zentraler Dienstleister konzernweit Risiken auf Versicherer transferiert. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab, durch die in den Konzernunternehmen versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte reduziert bzw. beseitigt werden. Abgestimmt auf die Risikotragfähigkeit des Konzerns vereinbaren wir für die einzelnen Versicherungssparten angemessene Selbstbehalte. Ein ausgewogenes Portfolio reduziert das Risiko insolvenzbedingter Ausfälle von Versicherern.

Für alle Konzernunternehmen bestehen verbindliche Standards, um die Risikoprävention auf einem nachhaltigen und angemessen hohen Niveau zu halten. Diese Standards wurden von Experten aus allen Teilen des Konzerns unter Leitung von thyssenkrupp Risk and Insurance entwickelt; sie werden laufend ergänzt. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.

Internes Kontrollsystem im Konzernrechnungslegungsprozess

Das interne Kontrollsystem ist die Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten, die das Ziel haben, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Die Etablierung eines effektiven und effizienten internen Kontrollsystems ist eine wichtige Maßnahme zur Steuerung von prozessualen Risiken.

Im Zuge der Harmonisierung der Geschäftsprozesse bei thyssenkrupp entwickeln wir konzernweit auch die Anforderungen an das interne Kontrollsystem kontinuierlich weiter und nutzen dafür eine standardisierte Risiko-Kontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess.

Im Rechnungslegungsprozess tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen dazu bei, dass eingerichtete Kontrollen trotz eventueller Risiken einen regelungskonformen Konzernabschluss ermöglichen.

Eine einheitliche, regelmäßig aktualisierte Operating Instruction für den Konzernabschluss steht allen eingebundenen Mitarbeitern auf einer konzerninternen Internetplattform zur Verfügung. Für die Konsolidierung nutzen wir ein Konzernsystem, das auf Standardsoftware basiert. So sichern wir ein einheitliches Vorgehen und minimieren das Risiko von Falschaussagen in der Konzernrechnungslegung und der externen Berichterstattung.

thyssenkrupp hat die Teilprozesse der Finanzberichterstattung eindeutig definiert und mit klaren Verantwortlichkeiten belegt. Eine angemessene Funktionstrennung und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko von dolosen Handlungen.

Die Konzernfunktion Controlling, Accounting & Risk ist fachlich für die Erstellung des Konzernabschlusses verantwortlich und formuliert verbindliche inhaltliche und terminliche Vorgaben für die dezentralen Einheiten. Dadurch gewährleisten wir konzerneinheitliche Rechnungslegungspraktiken mit möglichst geringen Ermessensspielräumen bei Ansatz, Bewertung und Ausweis von Bilanzpositionen. Konzerneigene Shared-Servicecenter unterstützen die dezentralen Einheiten bei der Erstellung lokaler Abschlüsse. Alle in den Rechnungslegungsprozess eingebundenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult.

Wir führen bei unseren relevanten IT-Systemen im Konsolidierungsprozess auf zentraler Ebene regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.

Internal Auditing prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems und ist somit in den Gesamtprozess eingebunden.

Durch diese aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen wir hinreichend sicher, dass der Konzernrechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.

Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

Wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben, sprechen wir von konjunkturellen Risiken. Nach dem EU-Austrittsreferendum in Großbritannien (Brexit) und gegebenenfalls anderen EU-kritischen Referenden könnte es weitere Austrittstendenzen geben mit der Folge einer starken Vertrauenskrise in Bezug auf die Institutionen der EU und niedrigerer Wachstumsraten in den europäischen Volkswirtschaften. Der zukünftige politische Kurs der USA, geringere Wachstumsraten in China, eine länger andauernde Rezession in Brasilien, ungelöste Schuldenkrisen im Euro-Raum oder exogene Schocks wie weitere Gewalteskalationen in Krisenregionen können einen großen Einfluss auf die Weltkonjunktur haben; ihnen könnte sich auch thyssenkrupp nicht entziehen. Die entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten wir kontinuierlich. Wir simulieren in konzernweiten Risikoszenarien die Effekte für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.

Bei einer starken Ausprägung eines möglichen exogenen Schocks sind die einzelnen Konjunkturrisiken als mittel einzuschätzen.

Unsere ausführliche aktuelle Konjunktureinschätzung können Sie dem Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" entnehmen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG als Konzernführungsgesellschaft zählt es, den Finanzbedarf innerhalb des Konzerns zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Um dies zu erreichen, optimieren wir die Konzernfinanzierung und begrenzen die finanzwirtschaftlichen Risiken. Die in dieser Risikokategorie identifizierten Einzelrisiken sind nachfolgend dargestellt und insgesamt mittel ausgeprägt.

Ausfallrisiko

Wir schließen Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten ab, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Dabei werden Geschäfte nur im Rahmen vorgegebener Kontrahentenlimite getätigt. Im Liefer- und Leistungsgeschäft werden Außenstände und Ausfallrisiken fortlaufend von den Konzernunternehmen überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden.

Liquiditätsrisiko

Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen konzentrieren sich vorwiegend auf die thyssenkrupp AG sowie spezielle Auslandsgesellschaften. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht intern an Konzerngesellschaften weitergeleitet.

Die thyssenkrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken getroffen, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss einen anwendbaren Grenzwert zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet. Der anwendbare Grenzwert liegt in einer Bandbreite von 150% bis 200% und ist abhängig von dem für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen von thyssenkrupp in Deutschland zugrunde gelegten Diskontierungssatz. Zum 30. September 2016 betrug der für die thyssenkrupp AG anwendbare Gearing-Grenzwert 185%. Daneben hat CSA einen Förderkredit mit BNDES abgeschlossen (Buchwert 310 Mio € per 30. September 2016). BNDES hat einer Änderung des Gearing Covenant zum 30. September 2016 zugestimmt, danach liegt der Gearing-Grenzwert in einer Bandbreite von 150% bis 185%. Mit einem Wert von 134,2% zum Bilanzstichtag (31 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert) wurde der vereinbarte Grenzwert in allen Fällen eingehalten. Der Anstieg des Gearings ist im Wesentlichen auf gefallene Zinssätze für die Neubewertung der Pensionsverpflichtungen von thyssenkrupp in Deutschland zurückzuführen.

Marktrisiko

Eine Reihe von Kontrollmaßnahmen begrenzen die Schwankungen der Zeitwerte oder künftiger Zahlungsströme aus Finanzinstrumenten wegen Marktänderungen oder schalten diese ganz aus. Hierzu gehören im Wesentlichen außerhalb der Börse gehandelte Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Zins- / Währungsswaps und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Die Warenpreise werden darüber hinaus auch durch börsengehandelte Futures abgesichert. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Die Kontrollen basieren auf verschiedenen Richtlinien und finden im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung statt.

Währungsrisiko

Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen - vor allem in US-Dollar - zu begrenzen, haben wir konzerneinheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Gesellschaften des Konzerns Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern, Unternehmen mit Sitz im Euro-Raum nutzen dazu unsere zentrale Clearingstelle. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.

Zinsrisiko

Um unseren Kapitalbedarf zu decken, haben wir Liquidität an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen. Teilweise sind die hieraus resultierenden Finanzschulden sowie unsere Geldanlagen dem Risiko ausgesetzt, dass sich die Zinsen ändern. Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist es, dieses Zinsänderungsrisiko zu steuern und zu optimieren. Für die Steuerung erstellen wir deshalb regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.

Risiken aus Verkäufen, Erwerben und Restrukturierungen

Aktives Portfoliomanagement ist einer der Eckpfeiler unserer Strategischen Weiterentwicklung. Unternehmensverkäufe und -käufe sowie Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten sind mit Abwicklungsrisiken verbunden. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken, die wir jeweils als gering bewerten, überwachen wir kontinuierlich und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.

thyssenkrupp hat im Berichtsjahr alle bislang von Vale gehaltenen Minderheitenanteile an unserem südamerikanischen Stahlgeschäft CSA übernommen, um die Eigentümerstruktur und äußerst komplexe Vertragssituation von CSA zu bereinigen. thyssenkrupp ist jetzt alleiniger Eigentümer von CSA und besser als zuvor in der Lage, das Stahlwerk in Rio de Janeiro strategisch weiterzuentwickeln. Gleichzeitig konnten wir mit dem Erwerb der Minderheitenanteile von Vale erhebliche gegenseitige Forderungen bereinigen und so Risiken für unser Unternehmen signifikant reduzieren.

Beschaffungsrisiken

Um unsere qualitativ hochwertigen Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien, aber auch Energie und Frachtkapazitäten. Die Einkaufspreise können dabei je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Ebenso können Lieferanten ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken sind gering. Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen wirken diesen Risiken entgegen.

Zur Absicherung von Risiken aus schwankenden Rohstoffpreisen setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein, im Wesentlichen Warentermingeschäfte. Für den Abschluss solcher Finanzinstrumente gelten strenge Richtlinien. Details zu diesen Risikofeldern finden Sie unter Anhang-Nr. 22.

Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir durch eine strukturierte Energiebeschaffung. Wir wirtschaften nachhaltig und arbeiten konzernweit daran, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten.

Weitere Einzelheiten zu den Beschaffungsrisiken können Sie auch dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Produktionsrisiken

In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir begegnen diesen Risiken mit laufender Instandhaltung sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen. In enger Abstimmung mit unserem zentralen Dienstleister thyssenkrupp Risk and Insurance Services schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir als mittel ein.

In unseren produzierenden Werken entsteht teilweise verfahrensbedingt das Risiko, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Darüber hinaus können auf konzerneigenen, heute nicht mehr genutzten Grundstücken Risiken aus Altlasten und Bergschäden durch frühere Geschäftsaktivitäten auftreten.

thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.

Weitere Einzelheiten zu Produktionsrisiken können Sie ebenfalls dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Absatzrisiken

Die im Abschnitt "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere Marktperspektiven einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei nachhaltigen Entwicklungen nehmen wir marktorientierte Anpassungen oder Kapazitätsverlagerungen vor.

Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen wirken wir durch eine konsequente Ausrichtung auf die Märkte der Zukunft entgegen. Als diversifizierter Industriekonzern mit führender Ingenieurkompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Der hohe Diversifikationsgrad mit vielschichtigen Produkt- und Kundenstrukturen trägt dazu bei, dass thyssenkrupp weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf Absatzmärkten ist. Wir schätzen die Absatzrisiken daher als gering ein.

Weitere Einzelheiten zu Absatzrisiken sowie zu unserem professionellen Debitorenmanagement zur Begrenzung von Forderungsausfällen können Sie auch dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Auftragsrisiken

Die Abwicklung von hochkomplexen Großaufträgen mit langer Projektlaufzeit ist insbesondere eine Kernherausforderung in der Business Area Industrial Solutions. Kosten- und / oder Terminüberschreitungen in einzelnen Auftragsphasen sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken sind aktuell insgesamt mittel ausgeprägt. Um diese Risiken zu minimieren, entwickeln wir unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter, um noch besser über den aktuellen Auftragsstand informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller projektspezifische Maßnahmen ergreifen zu können.

Vor Vertragsabschluss überprüfen wir die Bonität unserer Kunden sorgfältig und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstands stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und Zahlungsausfälle minimiert werden.

Risiken aus Handelsbeschränkungen

Wegen der weltweiten Ausrichtung der Geschäftstätigkeit ist thyssenkrupp Risiken ausgesetzt, die sich aus Handelsbeschränkungen wie Antidumping- / Antisubventionszöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Überwachungsmaßnahmen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen ergeben können.

Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten.

Prozessrisiken

Als Prozessrisiken definieren wir passive anhängige oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten oder passive behördliche oder verwaltungsgerichtliche Verfahren gegen thyssenkrupp. Im thyssenkrupp Konzern werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines Softwaretools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen der etablierten Risikomanagement-Prozesse an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob sie begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf mandatieren wir externe Anwälte.

Es bestehen nach derzeitiger Einschätzung keine Prozessrisiken, die im Einzelfall oder kumuliert als hohes Risiko einzustufen sind. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten von mehreren Anspruchstellern / Klägern und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und als einheitliches Prozessrisiko klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Anhang-Nr. 16 und 21).

Compliance-Risiken

Durch unser striktes Compliance-Programm begegnen wir insbesondere dem Risiko von Kartell- und Korruptionsverstößen, da diese ein enormes Schadenspotenzial haben, und zwar sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden. Compliance-Risiken insgesamt stufen wir daher allgemein als hoch ein.

Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt seit 2013 unter anderem gegen (ehemalige) Verantwortliche der Atlas Elektronik GmbH (Atlas) wegen des Verdachts der Bestechung ausländischer Amtsträger und Steuerhinterziehung bei Marineprojekten in verschiedenen Ländern. Atlas ist ein Gemeinschaftsunternehmen von thyssenkrupp und Airbus. Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile in diesem Zusammenhang gegen Atlas als juristische Person ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, das Basis für eine Unternehmensgeldbuße sein soll. In Bezug auf Marineprojekte in Griechenland hat auch die dortige Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Atlas und beteiligte natürliche Personen aufgenommen. Im Rahmen dieses Strafverfahrens verfolgt der griechische Staat auch zivilrechtliche Schadensersatzansprüche gegen Atlas. Atlas kooperiert vollumfänglich mit den Behörden und wirkt in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bremen durch eine eigene interne Untersuchung an der weiteren Aufarbeitung des Sachverhalts mit. Das laufende behördliche Verfahren und die interne Untersuchung werden von den Eigentümern eng begleitet.

Regulatorische Risiken

Aus neuen Gesetzen und anderen veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können sich Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten ergeben, wenn sie im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen für thyssenkrupp direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für thyssenkrupp als hoch ein.

Als energieintensiver Industrie- und Dienstleistungskonzern sehen wir bei energie- und klimabezogenen Regularien Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können.

thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten die relevanten Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen und kooperieren auch mit den lokalen Wirtschaftsverbänden, um mögliche Risiken, wie weiter steigende Energiekosten, zu reduzieren.

Solche Risiken könnten sich beispielsweise in Deutschland aus der derzeitigen Evaluierung der Behandlung von Eigenstrom im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ergeben. Für den EU-Emissionshandel besteht langfristig weiterhin ein erhebliches Risiko in Form höherer Kosten für Emissionsberechtigungen, falls die effektiven CO2 -Zertifikatskosten für thyssenkrupp, wie politisch teilweise gewollt, in der vierten Handelsperiode (ab 2021) tatsächlich deutlich steigen sollten. Der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission lässt beträchtliche Belastungssteigerungen vermuten, allerdings ist momentan nicht abzuschätzen, wie die Regelung endgültig ausgestaltet sein wird.

Auf globaler Ebene können sich aus der internationalen Klimapolitik und dem Prozess zur nationalen Umsetzung des Paris-Abkommens der Internationalen Klimakonferenz im Dezember 2015 neben Chancen auch Risiken für unsere Geschäfte ergeben. Zur Risikominimierung werden entsprechende Aktivitäten auf Konzernebene koordiniert und durch weltweite Netzwerke und eine enge Einbeziehung der regionalen Zentralen von thyssenkrupp gestärkt.

Weitere regulatorische Risiken können sich aus steuerlichen Rahmenbedingungen ergeben, die sich im Zeitablauf verändern. Beispielsweise werden derzeit in Brasilien auf Ebene der Bundesstaaten gewährte steuerliche Vergünstigungen, von denen auch thyssenkrupp CSA profitiert, verfassungsrechtlich überprüft. Sollte es aufgrund der gerichtlichen Verfahren zu einer Aufhebung und / oder Einschränkung der Vergünstigungen kommen, sind erhebliche Steuernachzahlungen plus etwaiger Nebenleistungen nicht auszuschließen.

Risiken der Informationssicherheit

Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir als mittel bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und / oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Konzernunternehmen und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn sich mit fortschreitender Digitalisierung gesamte Wertschöpfungsketten verändern werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Zahl von Angriffen auf die IT-Infrastruktur großer deutscher Unternehmen durch Kriminelle und fremde Dienste weiter zugenommen. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Informationssicherheitsmanagement und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine für den Konzern kontinuierlich weiter ausgebaute Gruppe von EDV-Sicherheitsfachleuten unterstützend. Zusätzlich überprüft das Team "IT-Sicherheit" regelmäßig mit externer Unterstützung die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen und steuert notwendige Korrekturmaßnahmen ein.

Die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen ist für uns ein sehr wichtiges Thema. In diesem Zusammenhang werden Kommunikationskampagnen durchgeführt und die technische Unterstützung zur Gewährleistung von Vertraulichkeit sichergestellt.

Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass in der Informationsverarbeitung personenbezogene Daten nur gemäß den Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden.

Alle diese Maßnahmen werden uns weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen des Konzerns sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.

Personalrisiken

thyssenkrupp als diversifizierter Industriekonzern mit führender Ingenieurkompetenz will dauerhaft erfolgreich sein. Dazu benötigen wir in allen Geschäftseinheiten engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Es besteht dabei das Risiko, solche Leistungsträger nicht im ausreichenden Maße für offene Stellen zu finden oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren, wobei wir die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken insgesamt als mittel einstufen.

thyssenkrupp positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an den Konzern. Dazu gehören eine konsequente Managemententwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme. Wir beraten unsere Mitarbeiter zielgruppenorientiert, informieren interessierte Jugendliche frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben. Durch Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um den notwendigen Nachwuchs für uns zu gewinnen.

Risiken aus Pensionsverpflichtungen

Das zur Deckung von Pensionsverbindlichkeiten bestimmte Fondsvermögen ist Kapitalmarktrisiken unterworfen. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, werden die einzelnen Anlageformen auf Basis von Studien unabhängiger Experten ausgewählt und gewichtet. Die Kapitalanlagen werden so ausgerichtet, dass sich mit den gegenwärtigen und zukünftigen Erträgen der Anlagen die Pensionsverpflichtungen dauerhaft erfüllen lassen.

Im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionen ist thyssenkrupp dem Risiko weiter fallender Zinssätze ausgesetzt. Sinkende Diskontierungssätze für Pensionsverpflichtungen führen dazu, dass die Pensionsrückstellungen weiter ansteigen und das Eigenkapital belasten.

Bei Pensionsverpflichtungen bestehen Risiken aufgrund der höheren Lebenserwartung von Versorgungsberechtigten sowie aufgrund von Verpflichtungen, die Rentenhöhe regelmäßig anzupassen. Außerdem könnten in einigen Ländern die Zahlungen an Pensionsfonds aufgrund verschärfter gesetzlicher Anforderungen künftig beachtlich steigen. In Einzelfällen kann bei vorzeitiger Auflösung eines Pensionsplans eine zusätzliche Zuführung erforderlich werden.

Insgesamt siedeln wir die Risiken aus den Pensionsverpflichtungen im mittleren Bereich an.

Operative Risiken der Business Areas

Components Technology

Die Business Area Components Technology ist als Zulieferer im Bereich der Automobil- und Industriekomponenten weltweit vertreten und daher sowohl von der internationalen Konjunkturentwicklung abhängig als auch in den unterschiedlichen Geschäftsfeldern verschiedenen allgemeinen Risiken ausgesetzt.

Components Technology besetzt im Bereich Powertrain weltweit führende Wettbewerbspositionen. Diese Position kann durch die fortschreitende Elektrifizierung gefährdet werden.

Für die Kernmärkte der Business Area erwarten wir ein stabiles Wachstum in allen Produktsegmenten, das allerdings mit einer hohen Prognoseunsicherheit behaftet ist. Components Technology hat eine sehr gute Wettbewerbssituation in China. Eine nachlassende Dynamik der Märkte in China könnte unsere Geschäftsaussichten trüben. Darüber hinaus können geringe Wachstumsraten in den Schwellenländern, Wirtschaftskrisen in den Emerging Markets (Brasilien) sowie anhaltend hohe Haushaltsdefizite in Westeuropa und den USA Risiken für unsere Marktperspektiven darstellen. Eine Umsetzung aktueller protektionistischer Überlegungen in Nordamerika könnten den Warentransfer innerhalb der NAFTA-Region erschweren. Davon betroffen wäre in einem solchen Fall unser Produktionsnetz in Mexiko und den USA. Mit einer Ausweitung der Kundenbasis, technischen Innovationen sowie einer Verstärkung der internationalen Präsenz wirkt die Business Area der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegen.

Neben den konjunkturellen Risiken stellen sowohl der Konzentrationsprozess in der Automobilzulieferindustrie als auch der weiter zunehmende Preisdruck, verstärkt durch die Sparprogramme der Automobilhersteller, Risiken dar.

Ein generelles Risiko im Windenergiesektor ist die Abhängigkeit von nationalen Fördersystemen. In Deutschland bestehen weiterhin Unsicherheiten bezüglich der Netzanbindung und Finanzierung von weiteren Offshore-Projekten. Diesem Risiko begegnen wir mit neuen Technologien und Innovationen zur Erschließung neuer Anwendungsgebiete. Gleichzeitig drückt die hohe Wettbewerbsintensität hier weiterhin auf die Absatzpreise. Diesem Preisdruck begegnen wir mit Optimierungen und Effizienzsteigerungen im Rahmen des Konzernprogramms "impact".

Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge wirken wir diesem Risiko entgegen.

Weitere allgemeine Risiken der Business Area betreffen die Auswirkungen von veränderten Wechselkursparitäten auf Umsatz und Ergebnis, sowohl bezogen auf Translations- als auch Transaktionseffekte. Darüber hinaus sind im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen Risiken durch ungeplante Budgetüberschreitungen nicht auszuschließen. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsprobleme sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Die Business Area ergreift umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen.

Elevator Technology

Die Risikostruktur von Elevator Technology wird im Wesentlichen durch zwei Parameter bestimmt: durch die unterschiedlichen Geschäftsfelder und durch die Internationalität der Geschäftsaktivitäten.

Die unsichere Lage der Weltwirtschaft birgt weiterhin Risiken für die Business Area, die sich bei Elevator Technology vor allem in Forderungsausfällen und Projektverzögerungen niederschlagen können. Als zusätzlicher Effekt könnte die Wettbewerbsintensität auf allen Märkten zunehmen und den Preisdruck verstärken. Die Business Area wirkt diesen Tendenzen durch professionelles Projektmanagement in Verbindung mit umfassenden Bonitätsprüfungen der Kunden sowie Kundenbindungsstrategien, einer hohen Servicequalität, Effizienzprogrammen und nicht zuletzt innovativen und dauerhaft tragfähigen Produktlösungen entgegen.

Sowohl das Service- als auch das Modernisierungsgeschäft sind weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Um möglichen Verlusten von Wartungseinheiten entgegenzuwirken, greifen entsprechende Kundenbindungsstrategien. Zudem werden kontinuierlich Effizienzprogramme umgesetzt, um steigende Personal- und Beschaffungskosten zu kompensieren.

Demgegenüber kann das Neuanlagengeschäft aufgrund seiner Verzahnung mit dem Bausektor durchaus größeren Schwankungen unterliegen. Durch längere Projektlaufzeiten in diesem Geschäftsfeld sind derartige Rückgänge jedoch weitgehend antizipierbar; deshalb können wir hier frühzeitig Gegenstrategien entwerfen und Kapazitätsanpassungen vornehmen. Vor allem bei der Abwicklung komplexer Großprojekte bestehen inhärente Risiken, denen wir mit Projektsteuerungsmaßnahmen begegnen. Risiken aus möglichen Materialpreissteigerungen werden durch Effizienzsteigerungen im Produktionsprozess und optimierte Beschaffungsstrategien kompensiert.

Risiken aus den zunehmenden Geschäftsaktivitäten auf den stärker vom Neuanlagengeschäft und damit von der Baukonjunktur abhängigen asiatischen Märkten können wir durch unsere erfolgreiche Präsenz auf den etablierten Märkten in Europa und Amerika weitgehend ausgleichen. Den möglichen konjunkturellen Risiken in den Schwellenländern begegnen wir durch den Ausbau des Modernisierungs- und Servicegeschäfts sowie durch konsequente Effizienzverbesserungen. Wechselkursrisiken, die sich aus der Internationalität des Geschäfts ergeben, reduzieren wir weitestgehend durch lokale Wertschöpfung und sichern die Risiken mit finanzwirtschaftlichen Instrumenten ab.

Bei der Installation, Wartung und Nutzung der Produkte können Unfallrisiken nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur, die Auswahl von Mitarbeitern und entsprechende Personalschulungsprogramme zum sicheren Verhalten vor Ort unter der Maxime "Safety First" minimieren die Unfallrisiken unserer Mitarbeiter. Wir wählen unsere Installations- und Servicemitarbeiter sorgfältig aus und schulen sie so, dass eine größtmögliche Sicherheit und Qualität der von uns installierten bzw. gewarteten Anlagen gegeben ist und Nutzer bestmöglich geschützt werden. Elevator Technology verfolgt das Ziel, derartige Unfälle weitestgehend auszuschließen, auch um die Reputation von thyssenkrupp in diesem Geschäftsfeld nicht zu beschädigen.

Industrial Solutions

Ein wesentlicher Risikofaktor für die Business Area ist die Unsicherheit darüber, wie sich die weltweite Konjunktur entwickelt, wie stabil das Wachstum in den USA ist und wie sich andere große Volkswirtschaften wie China, Indien oder Brasilien entwickeln werden. Weitere Risiken bestehen unter anderem in Form einer geringeren Nachfrage nach Investitionsgütern von Kunden aus der Öl- und Gasindustrie sowie aus dem Bergbau aufgrund gesunkener Öl- und Rohstoffpreise. Neben der rückläufigen Entwicklung der Rohstoffpreise und des Ölpreises können insbesondere auch politische Entwicklungen in wichtigen Absatzregionen (beispielsweise in der Region Naher Osten & Afrika und im Bereich Russland / Ukraine) die Projektlage in der Business Area Industrial Solutions negativ beeinflussen und zu Projektverschiebungen oder -stornierungen führen.

Den unter "Auftragsrisiken" beschriebenen speziellen Risiken in der Abwicklung langfristiger Großaufträge und technisch komplexer Aufträge begegnen wir durch professionelles und ergebnisorientiertes Projekt- und Claims-Management, intensives Projektcontrolling sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen. Besondere technologische Risiken bestehen bei "First of its kind"-Aufträgen.

Im Anlagenbau kann sich zudem der zunehmende Preis- und Konditionenwettbewerb, etwa durch asiatische Anbieter, negativ auf die Margenqualität auswirken.

Materials Services

Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt - teilweise stärker als andere Geschäftszweige - konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- wie auch auf der Absatzseite. Dies beeinflusst unser Netto-Umlaufvermögen in erheblichem Umfang. Schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Geschäftsmodells. Deshalb arbeiten wir permanent an der Optimierung unserer Logistik und der gesamten Wertschöpfungskette, unter anderem indem wir als eine der marktführenden Unternehmensgruppen in Europa unsere Einkaufsaktivitäten weiter bündeln und zentral koordinieren.

Die im Rahmen der Konzern- und Business-Area-Programme erarbeiteten Kostensenkungsmaßnahmen steigern die Effizienz und erhöhen die Wirtschaftlichkeit. Mit unserem systematisch weiterentwickelten Management des Netto-Umlaufvermögens optimieren wir die Bestände und minimieren die Risiken eines Forderungsausfalls effektiv. Gleichzeitig intensivieren wir unsere Dienstleistungsaktivitäten rund um die Werkstoffe.

Zusätzlich reduzieren wir konjunkturell bedingte Risiken durch unsere Präsenz auf allen Kontinenten, unsere breite Kundenbasis und den hohen Diversifizierungsgrad. Daraus ergibt sich eine signifikante Risikostreuung.

In den Produktionsstandorten unserer Einheit AST kann es zu ungeplanten Betriebsunterbrechungen und Produktionsausfällen kommen. Wir begegnen diesen Risiken im Wesentlichen mit vorbeugender Instandhaltung sowie Modernisierungen und Investitionen.

Steel Europe

Zu den Risiken der künftigen Entwicklung der Business Area Steel Europe zählen insbesondere Marktunsicherheiten auf der Absatz- und Beschaffungsseite, Ergebnis- und Margenrisiken durch einen hohen Importdruck und weltweite Überkapazitäten, Risiken aus Wechselkursschwankungen sowie Risiken aus dem Emissionshandel und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Im Falle einer Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage steigt das Risiko aus Kundeninsolvenzen.

Dem Risiko einer konjunkturell bedingt schwankenden Nachfrage begegnet die Business Area mit Kostenoptimierungen in allen Bereichen, rechtzeitigen Produktionsanpassungen und der Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit geringerer Zyklizität. Das Risiko aus Kundeninsolvenzen reduziert die Business Area durch ein intensives Monitoring, durch angepasste Zahlungsbedingungen und indem sie die Möglichkeiten einer Absicherung über Warenkreditversicherungen und andere geeignete Instrumente ausschöpft. Qualitäts- und Lieferterminrisiken werden über die stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten minimiert.

Der Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet Steel Europe weiterhin mit seinen Stärken in der Technologiekompetenz und einer noch intensiveren Markt- und Kundenorientierung, die es der Business Area ermöglicht, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Hierzu zählen konsequente Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit dem Ziel, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und diese zeitnah auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus stellt Steel Europe mit der Neugestaltung des Qualitätsmanagements die Produktqualität noch stärker in den Fokus.

Die Business Area hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert. Zur weiteren Optimierung des vorbeugenden Brandschutzes werden zusätzliche Investitions- und Instandhaltungsbudgets bereitgestellt. Die Risiken für sonstige Betriebsunterbrechungen werden durch die laufende vorbeugende Instandhaltung sowie Modernisierungen und Investitionen reduziert. Für den Fall einer Betriebsunterbrechung existieren Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadensbeseitigung festgelegt sind.

Auch Steel Europe ist den unter "Risiken der Informationssicherheit" beschriebenen zunehmenden Angriffen auf die IT-Infrastruktur ausgesetzt. Dabei fokussieren wir uns gezielt auf den Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen zwecks Spionage oder Sabotage. In diesem Rahmen treiben wir gleichzeitig die weitere Digitalisierung der Geschäftsprozesse in einem sicheren IT-Umfeld voran.

Die Energiewende in Deutschland mit dem Ziel eines regenerativ dominierten Energiesystems stellt die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen vor große Herausforderungen. Mögliche Einschnitte des Bestandsschutzes für Eigenstromversorger mit der kommenden Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes stellen ein Risiko für das Unternehmen dar. Hinzu kommen weitere kostentreibende Entwicklungen durch die Integration erneuerbarer Energien, wie der erforderliche Ausbau der Stromnetze und das Vorhalten von Reservekapazitäten, um die Versorgung zu gewährleisten. Regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte sowie an unsere Kraftwerke können zu weiteren Kostenbelastungen führen. Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom begrenzt Steel Europe durch die weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung. Hinsichtlich der Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt der Konzern eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.

Aus dem EU-Emissionshandel in der dritten Handelsperiode, die sich von 2013 bis 2020 erstreckt, können uns weitere Kosten für Emissionsrechte erwachsen. Risikomindernd wirken sich jedoch im Bestand gehaltene Emissionsrechte und Sicherungsgeschäfte aus. Erhebliche Risiken ergeben sich aus den zurzeit auf europäischer Ebene diskutierten und unter "Regulatorische Risiken" beschriebenen Modellen zur Fortführung des Emissionshandels nach 2020. Ein möglicherweise deutlich höherer Zukaufbedarf bei Emissionszertifikaten könnte auf erheblich steigende Zertifikatpreise treffen, wodurch die europäische Stahlindustrie im internationalen Wettbewerb stark belastet würde.

Dem Risiko steigender Rohstoffpreise begegnen wir durch Nutzung alternativer Beschaffungsquellen, risikomindernde Beschaffungsstrategien und ein aktives Risikomanagement sowie durch Maßnahmen zur Margensicherung.

Steel Americas

Den produktionstechnischen Risiken im Hüttenwerk in Brasilien, die noch im vergangenen Geschäftsjahr vor allem in der Roheisenerzeugung und im Stahlwerk zu Betriebsunterbrechungen führten, konnten wir durch weitere Prozessoptimierungen effektiv entgegenwirken; dies schlug sich auch in einer deutlich besseren operativen Performance im abgelaufenen Geschäftsjahr, insbesondere im zweiten Halbjahr, nieder.

Im Berichtsjahr haben wir darüber hinaus von den brasilianischen Behörden die Betriebsgenehmigung für unser Stahlwerk in Brasilien erhalten. Diese Entscheidung hat unsere Produktionsausfallrisiken bei CSA weiter reduziert.

Zu den branchentypischen Risiken der Business Area zählt die zukünftige Entwicklung der Marktpreise für Roh- und Einsatzstoffe (insbesondere Eisenerz und Kokskohle) auf der Einkaufsseite und für Stahl (insbesondere in Brasilien und den USA) auf der Absatzseite. Den Absatzrisiken begegnen wir mit dem Aufbau eines eigenen Vertriebs in Brasilien. Wir konnten bereits langfristig vielversprechende Kundenbeziehungen auf dem internationalen Markt aufbauen. Auf dem lokalen Markt hat sich die Nachfrage aufgrund diverser (Teil-) Schließungen der Rohstahlproduktion bei Wettbewerbern im zweiten Halbjahr des vergangenen Geschäftsjahres sehr vielversprechend entwickelt. Inwiefern diese Erholung nachhaltig ist, wird sich im Laufe der nächsten Monate zeigen.

Für Steel Americas können Risiken aus Wechselkursschwankungen entstehen. Der brasilianische Real hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr stabilisiert, was eine Aufwertung der in Real geführten, aber in Dollar bilanzierten Vorsteuerguthaben bedeutete, im Gegenzug aber auch wechselkursbedingte Kostennachteile im laufenden operativen Geschäft bewirkte. Kurz- und mittelfristig werden Risiken aus Wechselkurschwankungen des brasilianischen Reals gegenüber dem Dollar durch Kurssicherungsderivate im Rahmen der Regelungen der thyssenkrupp Group Regulation Corporate Finance minimiert. Langfristig wird die Wechselkursentwicklung des brasilianischen Real die Kostenposition im operativen Geschäft weiterhin erheblich beeinflussen. Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten im Lande gehen wir weiterhin nicht von einer Stabilisierung des brasilianischen Reals aus.

Das Risiko der Strompreisentwicklung in Brasilien hat sich zuletzt aufgrund sinkender Preise weiterhin deutlich reduziert. Im Kraftwerk konnte zudem die Dampf- und Gaserzeugung optimiert werden, was letztendlich zu einer deutlich stabileren und höheren Eigenstromproduktion des Hüttenwerks führte sowie die Kosten des Energiezukaufs und die Abhängigkeit vom Strommarkt deutlich reduziert hat.

Weitere landestypische Risiken ergeben sich aus der sich rasch ändernden Rechtsprechung in Brasilien. Insbesondere auf neue Vorschriften in der Steuergesetzgebung müssen wir stets schnell und sorgfältig reagieren. Um solchen Fiskalrisiken frühzeitig zu begegnen, stimmen sich das Hüttenwerk und die Steuerabteilung der regionalen Zentrale in Südamerika eng ab.

Rechtliche Angaben

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB ist Teil des zusammengefassten Lageberichts und auf der Website der Gesellschaft unter www.thyssenkrupp.com / ezu2015-16 veröffentlicht.

Übernahmerechtliche Angaben

Im Folgenden sind die nach §289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2016 dargestellt. Tatbestände der §289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.448.801.144,32 € und ist in 565.937.947 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.

10% der Stimmrechte überschreitende direkte und indirekte Kapitalbeteiligungen

Zum Aufstellungsstichtag bestehen folgende Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10% der Stimmrechte überschreiten:

Direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, in Höhe von 23,03 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG;
Indirekte Beteiligung der Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, in Höhe von 15,08 % der Stimmrechtsanteile. Dabei werden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP, Cayman Islands, zugerechnet, die eine direkte Beteiligung in Höhe von 12,23% der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG hält.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§84, 85 AktG und §31 MitbestG in Verbindung mit §6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach §11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Falls das in §5 Abs. 5 der Satzung geregelte genehmigte Kapital bis zum 16. Januar 2019 nicht oder nicht vollständig ausgenutzt sein sollte, kann er die Fassung des §5 ebenfalls anpassen.

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Ausschluss des Bezugsrechts Genehmigtes Kapital - Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 16. Januar 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 370 Mio € durch Ausgabe von bis zu 144.531.250 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Er kann das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats in folgenden Fällen ausschließen:

Zum Ausgleich von Spitzenbeträgen
Soweit dies erforderlich ist, um den Inhabern oder im Fall von Namenspapieren den Gläubigern der von der thyssenkrupp AG oder deren Konzerngesellschaften ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht als Aktionäre zustehen würde
Wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien insgesamt 10% des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung überschreiten. Auf diese Höchstgrenze von 10% des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf eigene Aktien entfällt, die ab Wirksamwerden dieser Ermächtigung in unmittelbarer bzw. sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG veräußert werden, sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, auf die sich Wandlungs- und / oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 ab Wirksamwerden dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts nach § 186 Abs. 3 S. 4 AktG begeben werden.
Bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen

Die insgesamt aufgrund der vorstehenden Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und / oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 20% des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt der Ausnutzung überschreiten. Auf die vorgenannte 20%-Grenze sind bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Aktien anzurechnen (i) unter Bezugsrechtsausschluss veräußerte eigene Aktien sowie (ii) Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und / oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

Bedingtes Kapital

Nach §5 Abs. 6 der Satzung der Gesellschaft ist das Grundkapital um bis zu 250.000.000,- € eingeteilt in bis zu Stück 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus gegen Bareinlage ausgegebenen Options- oder Wandelanleihen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Januar 2014 bis zum 16. Januar 2019 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen oder, soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren, soweit nicht jeweils ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien abweichend von §60 Abs. 2 AktG festlegen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 wurde die Gesellschaft bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32€ oder - falls dieser Wert niedriger ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb kann über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch Abgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) erfolgen. Erfolgt der Erwerb der Aktien über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den am Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 5% über- oder unterschreiten.

Erfolgt der Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot, dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots erhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses vom gebotenen Kaufpreis oder den Grenzwerten der Kaufpreisspanne, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Durchschnittskurs der drei Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung einer etwaigen Anpassung abgestellt und die 10%-Grenze für das Über- oder Unterschreiten auf diesen Betrag angewendet. Das Volumen des öffentlichen Kaufangebots kann begrenzt werden. Sofern bei einem öffentlichen Kaufangebot das Volumen der angebotenen Aktien das vorhandene Rückkaufvolumen überschreitet, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der angedienten Aktien (Andienungsquoten) statt nach dem Verhältnis der Beteiligung der andienenden Aktionäre an der Gesellschaft (Beteiligungsquote) erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Gesichtspunkten vorgesehen werden.

Erfolgt der Erwerb mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten, legt die Gesellschaft eine Kaufpreisspanne je Aktie fest, innerhalb derer Verkaufsangebote abgegeben werden können. Die Kaufpreisspanne kann angepasst werden, wenn sich während der Angebotsfrist erhebliche Kursabweichungen vom Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ergeben. Der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten), den die Gesellschaft aufgrund der eingegangenen Verkaufsangebote ermittelt, darf den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem nachfolgend beschriebenen Stichtag um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Stichtag ist der Tag, an dem der Vorstand der Gesellschaft endgültig formell über die Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder deren Anpassung entscheidet. Das Volumen der Annahme kann begrenzt werden. Sofern von mehreren gleichartigen Verkaufsangeboten wegen der Volumenbegrenzung nicht sämtliche angenommen werden können, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der Andienungsquoten statt nach Beteiligungsquoten erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen vorgesehen werden.

Erfolgt der Erwerb mittels den Aktionären zur Verfügung gestellter Andienungsrechte, so können diese pro Aktie der Gesellschaft zugeteilt werden. Gemäß dem Verhältnis des Grundkapitals der Gesellschaft zum Volumen der von der Gesellschaft zurückzukaufenden Aktien berechtigt eine entsprechend festgesetzte Anzahl Andienungsrechte zur Veräußerung einer Aktie der Gesellschaft an diese. Andienungsrechte können auch dergestalt zugeteilt werden, dass jeweils ein Andienungsrecht pro Anzahl von Aktien zugeteilt wird, die sich aus dem Verhältnis des Grundkapitals zum Rückkaufvolumen ergibt. Bruchteile von Andienungsrechten werden nicht zugeteilt; für diesen Fall werden die entsprechenden Teilandienungsrechte ausgeschlossen. Der Preis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten), zu dem bei Ausübung des Andienungsrechts eine Aktie an die Gesellschaft veräußert werden kann, wird nach Maßgabe der Regelungen im vorstehenden Absatz bestimmt, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung des Rückkaufangebots unter Einräumung von Andienungsrechten ist, und gegebenenfalls angepasst, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung der Anpassung ist. Die nähere Ausgestaltung der Andienungsrechte, insbesondere ihr Inhalt, die Laufzeit und gegebenenfalls ihre Handelbarkeit, bestimmt der Vorstand der Gesellschaft.

Wird der Erwerb von Aktien der Gesellschaft unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put-Optionen, Call-Optionen sowie Kombinationen aus Put- und Call-Optionen sowie Terminkaufverträge) durchgeführt, müssen die Eigenkapitalderivate mit einem oder mehreren Kreditinstitut(en), einem oder mehreren nach §53 Abs. 1 Satz 1 oder §53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen oder einer Gruppe oder einem Konsortium von Kreditinstituten und / oder solchen Unternehmen abgeschlossen werden. Sie sind so auszugestalten, dass sichergestellt ist, dass die Eigenkapitalderivate nur mit Aktien beliefert werden, die unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes der Aktionäre erworben wurden; dem genügt der Erwerb der Aktien über die Börse. Die Laufzeit der einzelnen Eigenkapitalderivate darf jeweils höchstens 18 Monate betragen, muss spätestens am 29. Januar 2020 enden und muss so gewählt werden, dass der Erwerb der Aktien in Ausübung oder Erfüllung der Eigenkapitalderivate nicht nach dem 29. Januar 2020 erfolgen kann. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise, einmalig oder in mehreren, auch unterschiedlichen Transaktionen durch die Gesellschaft, aber auch durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgenutzt werden. Alle Aktienerwerbe unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von höchstens 5 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten unter Beachtung der Regelungen der Ermächtigung erworben, ist ein etwaiges Recht der Aktionäre, solche Eigenkapitalderivate mit der Gesellschaft abzuschließen, sowie ein etwaiges Andienungsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.

Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden. Insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre sowie gegen Sachleistung veräußern, sie zur Erfüllung von Optionsrechten und / oder Wandlungsrechten / -pflichten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen begebenen Options- und / oder Wandelschuldverschreibungen verwenden, den Inhabern solcher Options- und / oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde und sie Mitarbeitern der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen zum Erwerb anbieten. Mit Ausnahme der Einziehung ist in den genannten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen. Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Options- und Wandelschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 wurde der Vorstand bis zum 16. Januar 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats folgende Maßnahmen zu ergreifen:

auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und / oder Wandelschuldverschreibungen (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung einmalig oder mehrmals zu begeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsanleihen Optionsrechte oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelanleihen Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Die Schuldverschreibungen können auch durch ein nachgeordnetes Konzernunternehmen der Gesellschaft ausgegeben werden; für diesen Fall ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesellschaft die Garantie für die Schuldverschreibungen zu übernehmen und den Inhabern oder Gläubigern dieser Schuldverschreibungen Optionsrechte oder Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren oder aufzuerlegen.

Die Schuldverschreibungen werden in Teilschuldverschreibungen eingeteilt. Im Falle der Ausgabe von Optionsschuldverschreibungen werden jeder Teilschuldverschreibung ein oder mehrere Optionsscheine beigefügt, die den Inhaber oder Gläubiger nach näherer Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Optionsbedingungen zum Bezug von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft berechtigen. Die Optionsbedingungen können vorsehen, dass der Optionspreis auch durch Übertragung von Teilschuldverschreibungen und gegebenenfalls eine bare Zuzahlung erfüllt werden kann. Soweit sich Bruchteile von Aktien ergeben, kann vorgesehen werden, dass diese Bruchteile nach Maßgabe der Options- oder Anleihebedingungen, gegebenenfalls gegen Zuzahlung, zum Bezug ganzer Aktien aufaddiert werden können.

Im Falle der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen erhalten bei auf den Inhaber lautenden Schuldverschreibungen die Inhaber, ansonsten die Gläubiger der Teilschuldverschreibungen, das Recht, ihre Teilschuldverschreibungen gemäß den vom Vorstand festgelegten Wandelanleihebedingungen in auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu wandeln. Das Wandlungsverhältnis ergibt sich aus der Division des Nennbetrags oder des unter dem Nennbetrag liegenden Ausgabebetrags einer Teilschuldverschreibung durch den festgesetzten Wandlungspreis für eine auf den Inhaber lautende Stückaktie der Gesellschaft und kann auf eine volle Zahl auf- oder abgerundet werden; ferner können eine in bar zu leistende Zuzahlung und die Zusammenlegung oder ein Ausgleich für nicht wandlungsfähige Spitzen festgesetzt werden. Die Anleihebedingungen können ein variables Wandlungsverhältnis und eine Bestimmung des Wandlungspreises (vorbehaltlich des nachfolgend bestimmten Mindestpreises) innerhalb einer vorgegebenen Bandbreite in Abhängigkeit von der Entwicklung des Kurses der Stückaktien der Gesellschaft während der Laufzeit der Anleihe vorsehen.

Die Anleihebedingungen können das Recht der Gesellschaft vorsehen, im Falle der Wandlung oder Optionsausübung nicht neue Stückaktien zu gewähren, sondern einen Geldbetrag zu zahlen, der für die Anzahl der anderenfalls zu liefernden Aktien dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während einer in den Anleihebedingungen festzulegenden Frist entspricht. Die Anleihebedingungen können auch vorsehen, dass die Schuldverschreibung, die mit Optionsrechten oder Wandlungsrechten oder -pflichten verbunden ist, nach Wahl der Gesellschaft statt in neue Aktien aus bedingtem Kapital in bereits existierende Aktien der Gesellschaft oder einer anderen börsennotierten Gesellschaft gewandelt wird, oder das Optionsrecht durch Lieferung solcher Aktien erfüllt werden kann. Die Anleihebedingungen können auch eine Kombination dieser Erfüllungsformen vorsehen.

Die Anleihebedingungen können auch das Recht der Gesellschaft vorsehen, bei Endfälligkeit der Schuldverschreibung, die mit Optionsrechten oder Wandlungsrechten oder -pflichten verbunden ist (dies umfasst auch eine Fälligkeit wegen Kündigung), den Inhabern oder Gläubigern ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft oder einer anderen börsennotierten Gesellschaft zu gewähren.

Die Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen können auch eine Wandlungspflicht zum Ende der Laufzeit (oder zu einem früheren Zeitpunkt oder einem bestimmten Ereignis) vorsehen. Die Gesellschaft kann in den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen berechtigt werden, eine etwaige Differenz zwischen dem Nennbetrag oder einem etwaigen niedrigeren Ausgabebetrag der Wandelschuldverschreibung und dem Produkt aus Wandlungspreis und Umtauschverhältnis ganz oder teilweise in bar auszugleichen.

Der jeweils festzusetzende Options- oder Wandlungspreis für eine Stückaktie der Gesellschaft muss mit Ausnahme der Fälle, in denen eine Ersetzungsbefugnis oder eine Wandlungspflicht vorgesehen ist, mindestens 80% des volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurses der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten 10 Börsentagen vor dem Tag der Beschlussfassung durch den Vorstand über die Ausgabe der Schuldverschreibung, die mit Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ausgestattet ist, betragen oder - für den Fall der Einräumung eines Bezugsrechts - mindestens 80% des volumengewichteten durchschnittlichen Börsenkurses der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während der Bezugsfrist mit Ausnahme der Tage der Bezugsfrist, die erforderlich sind, damit der Options- oder Wandlungspreis gemäß § 186 Abs. 2 S. 2 AktG fristgerecht bekannt gemacht werden kann, betragen. §9 Abs. 1 AktG und § 199 AktG bleiben unberührt.

In den Fällen der Ersetzungsbefugnis und der Wandlungspflicht muss der Options- oder Wandlungspreis nach näherer Maßgabe der Anleihebedingungen mindestens entweder den oben genannten Mindestpreis betragen oder dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während der 10 Börsentage vor dem Tag der Endfälligkeit oder dem anderen festgelegten Zeitpunkt entsprechen, auch wenn dieser Durchschnittskurs unterhalb des oben genannten Mindestpreises (80%) liegt. §9 Abs. 1 AktG und § 199 AktG bleiben unberührt.

Der Options- oder Wandlungspreis kann unbeschadet des §9 Abs. 1 AktG aufgrund einer Verwässerungsschutzklausel nach näherer Bestimmung der Bedingungen dann ermäßigt werden, wenn die Gesellschaft während der Options- oder Wandlungsfrist durch (i) eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln das Grundkapital erhöht oder (ii) unter Einräumung eines ausschließlichen Bezugsrechts an ihre Aktionäre das Grundkapital erhöht oder eigene Aktien veräußert oder (iii) unter Einräumung eines ausschließlichen Bezugsrechts an ihre Aktionäre weitere Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrecht oder -pflicht begibt, gewährt oder garantiert, und in den Fällen (ii) und (iii) den Inhabern schon bestehender Options- oder Wandlungsrechte oder -pflichten hierfür kein Bezugsrecht eingeräumt wird, wie es ihnen nach Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde. Die Ermäßigung des Options- oder Wandlungspreises kann auch durch eine Barzahlung bei Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder bei der Erfüllung einer Wandlungspflicht bewirkt werden. Die Bedingungen können darüber hinaus für den Fall der Kapitalherabsetzung oder anderer Maßnahmen oder Ereignisse, die mit einer wirtschaftlichen Verwässerung des Wertes der Optionsrechte oder Wandlungsrechte oder -pflichten verbunden sind (z.B. Dividenden, Kontrollerlangung durch Dritte), eine Anpassung der Options- oder Wandlungsrechte oder Wandlungspflichten vorsehen.

Soweit den Aktionären nicht der unmittelbare Bezug der Schuldverschreibungen ermöglicht wird, wird ihnen das gesetzliche Bezugsrecht in der Weise eingeräumt, dass die Schuldverschreibungen von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Werden die Schuldverschreibungen von einem nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben, hat die Gesellschaft die Gewährung des gesetzlichen Bezugsrechts für die Aktionäre der Gesellschaft nach Maßgabe des vorstehenden Satzes sicherzustellen.

Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in den folgenden Fällen auszuschließen:

Zum Ausgleich von Spitzenbeträgen
Soweit dies erforderlich ist, um Inhabern oder im Fall von Namenspapieren den Gläubigern von durch die thyssenkrupp AG oder ihren Konzerngesellschaften bereits zuvor ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht als Aktionären zustehen würde
Bei gegen Barzahlung ausgegebenen Schuldverschreibungen, sofern der Vorstand nach pflichtgemäßer Prüfung zu der Auffassung gelangt, dass der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen ihren nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet. Diese Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts gilt jedoch nur für Schuldverschreibungen, die mit Optionsrecht oder Wandlungsrecht oder -pflicht ausgegeben werden, mit einem Options- oder Wandlungsrecht oder einer Wandlungspflicht auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals, der insgesamt 10% des Grundkapitals nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch - falls dieser Wert geringer ist - im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung. Auf diese Höchstgrenze von 10% des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, die seit Erteilung dieser Ermächtigung bis zur unter Ausnutzung dieser Ermächtigung nach § 186 Abs. 3 S. 4 AktG bezugsrechtsfreien Ausgabe von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und / oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht unter Bezugsrechtsausschluss entweder aufgrund einer Ermächtigung des Vorstands zum Bezugsrechtsausschluss in unmittelbarer bzw. sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben oder als erworbene eigene Aktien in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG veräußert worden sind

Die insgesamt unter den vorstehenden Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts auszugebenden Schuldverschreibungen sind auf diejenige Anzahl von Schuldverschreibungen mit einem Options- oder Wandlungsrecht oder einer Wandlungspflicht auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals, der insgesamt 20% des Grundkapitals nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch - falls dieser Wert geringer ist - im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung, beschränkt. Auf die vorgenannte 20 %-Grenze werden angerechnet (i) eigene Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Schuldverschreibungen mit Options- und / oder Wandlungsrecht oder -pflicht unter Ausschluss des Bezugsrechts veräußert werden, sowie (ii) diejenigen Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Schuldverschreibungen mit Options- und / oder Wandlungsrecht oder -pflicht aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden.

Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen, insbesondere Zinssatz, Ausgabekurs, Laufzeit und Stückelung, Verwässerungsschutzbestimmungen, Options- oder Wandlungszeitraum sowie im vorgenannten Rahmen den Wandlungs- und Optionspreis, zu bestimmen oder im Einvernehmen mit den Organen des die Options- oder Wandelanleihe begebenden Konzernunternehmens der Gesellschaft festzulegen.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen

Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:

Die Gesellschaft hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine fest zugesagte Kreditlinie in Höhe von 2,0 Mrd € abgeschlossen. Jedes Mitglied des Bankenkonsortiums hat unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50 % der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten.
Die Gesellschaft hat in den Geschäftsjahren 2011 / 2012, 2012 / 2013, 2013 / 2014, 2014 / 2015 und 2015 / 2016 Anleihen und Privatplatzierungen im Volumen von insgesamt 6,5 Mrd € begeben. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50 % des Grundkapitals bzw. mehr als 50 % der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen.
Die Gesellschaft ist Partei einer Gesellschaftervereinbarung bezüglich der Atlas Elektronik GmbH (Joint Venture), die eine Call-Option zugunsten des Mitgesellschafters Airbus Defence and Space GmbH auf bestimmte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Joint Ventures zum Marktpreis für den Fall vorsieht, dass ein Wettbewerber des Joint Ventures oder des Mitgesellschafters direkt oder indirekt ein "controlling interest" an der Gesellschaft erwirbt. Wird die Call-Option ausgeübt, besteht ein Recht auf Übernahme aller Anteile des Mitgesellschafters am Joint Venture durch die thyssenkrupp Technologies AG (heute firmierend als thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH) zum Marktpreis plus 5% Aufschlag. Wird die Call-Option nicht ausgeübt, hat der Mitgesellschafter seinerseits eine Put-Option auf die Anteile des Joint Ventures zu den genannten Kaufpreiskonditionen.
Anlässlich der im Geschäftsjahr 2014 / 2015 beschlossenen Wiederbestellungen der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG - Dr. Heinrich Hiesinger, Guido Kerkhoff und Oliver Burkhard - sind in deren Vorstandsdienstverträgen mit Wirkung ab der jeweils zweiten Bestellperiode Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen worden (sog. Change-of-Control-Regelung). Eine entsprechende Regelung wurde mit Wirkung ab der zweiten Bestellperiode auch im Zuge der in diesem Geschäftsjahr beschlossenen Wiederbestellung mit Dr. Donatus Kaufmann vereinbart. Danach haben die genannten Vorstandsmitglieder im Fall eines Kontrollwechsels ein Sonderkündigungsrecht, das eine Ausgleichszahlung in Höhe der Summe von zwei Jahresfestgehältern und zwei Jahrestantiemen, aber nicht mehr als die zu erwartende Vergütung für die Restlaufzeit des Vorstandsdienstvertrags auslöst. Die Tranchen des Long-Term-Incentive-Plans (LTI) verfallen bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts nicht. Gleiches gilt, wenn der Vorstandsdienstvertrag in zeitlichem Zusammenhang mit dem Kontrollwechsel einvernehmlich beendet wird. Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30% der Stimmrechte an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) erworben hat, (ii) mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Unternehmensvertrag nach §291 AktG geschlossen wurde oder (iii) die Gesellschaft gemäß §2 Umwandlungsgesetz (UmwG) mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Wertes der Gesellschaft.

Erklärung zur Unternehmensführung der thyssenkrupp AG

Die Erklärung zur Unternehmensführung wird gemäß § 289a Absatz 1 Satz 2 HGB gesondert im Internet öffentlich zugänglich gemacht. Sie umfasst die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, eine Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise von deren Ausschüssen und die Festlegungen zur Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes.

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat einer börsennotierten deutschen Aktiengesellschaft sind gemäß § 161 AktG verpflichtet, zumindest einmal jährlich zu erklären, ob dem Deutschen Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen des Kodex nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht. Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben die folgende Erklärung abgegeben, die am 1. Oktober 2016 auf der Website der Gesellschaft unter www.thyssenkrupp.com

veröffentlicht wurde:

"Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG

Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 12. Juni 2015 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 5. Mai 2015 und wird diesen auch zukünftig entsprechen.

Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom Oktober 2015 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 12. Juni 2015 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 5. Mai 2015 entsprochen.

Duisburg/Essen, 1. Oktober 2016

Für den Aufsichtsrat

Lehner

Für den Vorstand

Hiesinger"

Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Umsetzung der Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex

Die thyssenkrupp AG führt regelmäßig eine Prüfung der Einhaltung der Empfehlungen und der Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex durch. Sie erfüllt freiwillig auch dessen

Anregungen.

Compliance-Programm

Compliance als Gesamtheit der konzernweiten Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und verbindlichen internen Regelwerken ist bei thyssenkrupp eine wichtige Leitungs- und Überwachungsaufgabe.

Für thyssenkrupp ist Compliance eine Selbstverständlichkeit. So steht es in unserem Leitbild, das wir gemäß unserem Motto "Compliance ist eine Frage der Haltung" ernst nehmen.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG hat seine ablehnende Haltung gegenüber Kartell- und Korruptionsverstößen im thyssenkrupp Compliance Commitment unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Zur Einhaltung von Recht, Gesetz und verbindlichen internen Regelwerken gibt es ein klares Bekenntnis: Verstöße, insbesondere Kartell- oder Korruptionsverstöße, werden im Sinne von "null Toleranz" nicht geduldet.

Die besondere Bedeutung von Compliance bei thyssenkrupp wird dadurch hervorgehoben, dass ein eigenes Mitglied des Vorstands für die Konzernfunktionen Recht & Compliance bestellt wurde. In dieser Position berichtet er regelmäßig im Aufsichtsrat bzw. Prüfungsausschuss. Der Chief Compliance Officer ist für die Steuerung des Compliance Programms verantwortlich. Er berichtet unmittelbar an den Vorstand Recht & Compliance. Die Leiter der Compliance-Abteilungen von Corporate und der Business Areas wiederum berichten jeweils direkt an den Chief Compliance Officer.

Weitere Informationen über Compliance bei thyssenkrupp stehen auf unserer Website sowie im Geschäftsbericht 2015 / 2016 im Kapitel "Compliance" zur Verfügung.

Konzernleitbild als Orientierungsrahmen für eine nachhaltige Unternehmenskultur

Mit dem Konzernleitbild haben wir das Selbstverständnis unseres Konzerns formuliert - ein "WIR sind thyssenkrupp". Es stärkt die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen, gibt Orientierung und dient als Grundlage unseres Handelns. Somit spielt es auch eine wichtige Rolle im konzernweiten Kulturwandel, der uns unseren im Leitbild ausformulierten Ansprüchen näherbringt. Das Konzernleitbild wurde von Mitarbeitern weltweit entwickelt. Gemeinsam haben sie die Ansprüche von thyssenkrupp auf dem Weg zu einem diversifizierten Industriekonzern definiert.

Weitere wesentliche Unternehmensgrundsätze

Während das Konzernleitbild Auskunft über unsere Ziele und Ansprüche gibt, sind die konkreten Prinzipien und Grundregeln für unser Handeln sowie unser Verhalten gegenüber Geschäftspartnern und Öffentlichkeit im thyssenkrupp Verhaltenskodex zusammengefasst. Dieser bietet Mitarbeitern, Führungskräften und Vorstand gleichermaßen einen Orientierungsrahmen zu Themen wie Einhaltung von Recht und Gesetz, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung, Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Umwelt- und Klimaschutz sowie Datenschutz und Informationssicherheit. Anforderungen an Lieferanten sind im thyssenkrupp Verhaltenskodex für Lieferanten festgehalten. Zudem hat thyssenkrupp den Global Compact der Vereinten Nationen, die BME-Verhaltensrichtlinie und die Charta der Vielfalt unterzeichnet.

All diese Grundsätze werden mithilfe der bestehenden Programme und Managementsysteme sowie der Indirekt Finanziellen Ziele umgesetzt. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf unserer Website sowie im Geschäftsbericht 2015 / 2016 im Kapitel "Grundlagen des Konzerns" im Abschnitt "Ziele" wird hierüber ausführlich informiert.

Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise von deren Ausschüssen

Die Zusammensetzung des Vorstands kann der Website der Gesellschaft entnommen werden. Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Die Arbeitsweise des Vorstands ist in der Geschäftsordnung für den Vorstand geregelt, welche auch auf unserer Website einsehbar ist. Die Verteilung der Ressorts auf die einzelnen Mitglieder des Vorstands ergibt sich aus einem Geschäftsverteilungsplan, der Bestandteil der Geschäftsordnung ist. Die Informationsversorgung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse durch den Vorstand sowie dessen Berichterstattung sind ausführlich in einer gesonderten Informationsordnung enthalten, die ebenfalls Bestandteil der Geschäftsordnung für den Vorstand ist.

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG ist gesetzlich vorgegeben und im Einzelnen in § 9 der Satzung geregelt; die Satzung ist ebenfalls auf unserer Website zu finden. Zudem hat der Aufsichtsrat Ziele für seine Zusammensetzung festgelegt, die im Corporate-Governance-Bericht dargestellt sind. Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats ist auf unserer Website dargestellt. Dort findet sich auch die aktuelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats. Als unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats mit Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG ist Prof. Dr. Bernhard Pellens Vorsitzender des Prüfungsausschusses.

Die Arbeitsweise des Aufsichtsrats ist in einer Geschäftsordnung geregelt, die auf unserer Website eingesehen werden kann. Die Zusammensetzung der einzelnen Ausschüsse und ihre Arbeitsweise sind in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat bzw. in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse beschrieben.

Weitere Details zur Arbeit von Vorstand, Aufsichtsrat und dessen Ausschüssen ergeben sich aus dem Kapitel "Aufsichtsrat" im Geschäftsbericht 2015 / 2016.

Festlegungen zur Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes und Angaben zu Mindestanteilen im

Aufsichtsrat

thyssenkrupp verfolgt bereits seit 2013 eine konzernweite Strategie zur Förderung der Vielfalt (Diversity). Wir streben u.a. an, bis 2020 global einen Frauenanteil von 15 % in allen Führungspositionen zu erreichen. Im Geschäftsbericht der thyssenkrupp AG wird über diese Strategie und die Fortschritte bei ihrer Umsetzung berichtet.

In Deutschland gilt für börsennotierte oder mitbestimmte Gesellschaften ein gesetzlicher Mindestanteil von 30 % für den Aufsichtsrat und eine Verpflichtung zur Festlegung einer Zielgröße für die Geschäftsleitung und die beiden nachfolgenden Führungsebenen jeweils verbunden mit einer Umsetzungsfrist. Für alle betroffenen deutschen Gesellschaften sind die Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, der Geschäftsleitung und deren beiden nachfolgenden Führungsebenen sowie Umsetzungsfristen rechtzeitig bis 30.09.2015 festgelegt worden. Die Umsetzungsfristen enden einheitlich erstmals am 30.06.2017.

Für den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG gilt der Mindestanteil von 30 % für alle Neubesetzungen von seit dem 01.01.2016 frei werdenden Aufsichtsmandaten. Der Anteil an Frauen im Aufsichtsrat insgesamt liegt weiterhin bei 25 %, nachdem die Arbeitnehmerseite der Gesamterfüllung des Mindestanteils durch den gesamten Aufsichtsrat bei der gerichtlichen Bestellung eines Arbeitnehmervertreters zum Mitglied des Aufsichtsrats widersprochen hatte. Da auf der Seite der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bereits ein Anteil von 30 % Frauen bestand, lagen die gesetzlichen Voraussetzungen für die Bestellung vor.

Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat für den Frauenanteil im Vorstand der thyssenkrupp AG eine Zielgröße von 0 % und eine Umsetzungsfrist bis zum 30.06.2017 beschlossen. Die Zusammensetzung des Vorstands ist seitdem unverändert geblieben.

Ebenfalls mit einer Umsetzungsfrist bis zum 30.06.2017 hat der Vorstand der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2014 / 2015 für die Gesellschaft eine Zielgröße von 8 % für die erste Führungsebene

und eine Zielgröße von 23 % für die zweite Führungsebene beschlossen. Daneben verfolgt der Vorstand der thyssenkrupp AG unvermindert die oben genannte konzernweite Strategie, mit der bis 2020 global ein Frauenanteil von 15 % in allen Führungspositionen angestrebt wird.

Vergütungsbericht

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Leistungsbezogenes Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder

Das aktuelle Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG gilt seit dem Geschäftsjahr 2014 / 2015. Es wurde am 30. Januar 2015 von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von 98,79% des vertretenen Kapitals gebilligt.

Danach setzt sich die Vergütung für die Vorstandsmitglieder aus fixen und variablen Komponenten zusammen. Erstere umfassen die Festvergütung und Nebenleistungen sowie Pensionszusagen, Letztere die Tantieme (Short-Term-Incentive-Plan - STI) sowie den Long-Term-Incentive-Plan (LTI). Diese Komponenten werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert.

Festgelegt wird die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat, nach Vorbereitung durch den Personalausschuss. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung sind sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Ublichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Dabei bemessen sich die variablen Komponenten überwiegend nach der Entwicklung über mehrere Jahre; sie setzen damit langfristige Verhaltensanreize, wodurch die Vergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet ist. Im Falle außerordentlicher Leistungen oder Erfolge kann der Aufsichtsrat nach billigem Ermessen eine zusätzliche Sondervergütung gewähren.

Sämtliche Vorstandsverträge sehen eine Ausgleichszahlung für den Fall vor, dass die Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund vorzeitig endet. Sie ist auf maximal zwei Jahresvergütungen einschließlich Nebenleistungen begrenzt (Abfindungs-Cap) und vergütet nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels (Change-of-Control-Regelung) wurden bei Dr. Heinrich Hiesinger, Guido Kerkhoff und Oliver Burkhard in deren Vorstandsverträge für die jeweils zweite Bestellperiode (ab Geschäftsjahr 2015 / 2016) aufgenommen. Eine entsprechende Regelung wurde im Rahmen der in diesem Geschäftsjahr beschlossenen Wiederbestellung ab Geschäftsjahr 2016 / 2017 auch mit Dr. Donatus Kaufmann vereinbart. Es werden dabei dieselben Leistungen gewährt wie in dem Fall, dass die Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund vorzeitig endet.

Festvergütung und Nebenleistungen

Die Festvergütung wird monatlich anteilig als Gehalt gezahlt. Seit der letzten Überprüfung zum 1. Oktober 2014 beträgt sie für ein ordentliches Vorstandsmitglied 700.000€ pro Jahr und für den Vorstandsvorsitzenden 1.340.000€ pro Jahr. Zusätzlich erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; dies sind im Wesentlichen der Dienstwagen, Sicherheitsleistungen sowie Versicherungsprämien. Prinzipiell stehen sie allen Vorstandsmitgliedern gleichermaßen zu; die Höhe variiert je nach der persönlichen Situation.

Tantieme

Die erste Komponente der variablen Vergütung ist die Tantieme. Ihre Höhe bemisst sich nach der Entwicklung dreier zentraler Erfolgsgrößen des Konzerns: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie der Free Cashflow vor M&A (FCF vor M&A) werden jeweils mit 40% gewichtet, die Gesamtkapitalrentabilität (ROCE) ist für die übrigen 20 % maßgeblich.

Die Zielwerte für diese Erfolgsgrößen werden aus der Unternehmensplanung (Budget) abgeleitet; zusätzlich werden für alle drei genannten Größen Schwellenwerte definiert, oberhalb bzw. unterhalb derer eine weitere Verbesserung bzw. Verschlechterung des erzielten Ergebnisses keine Auswirkung mehr auf die Höhe der Zielerreichung hat. Der Aufsichtsrat überprüft die Ziel- und Schwellenwerte jährlich im Hinblick auf eine anspruchsvolle Zielsetzung und passt sie gegebenenfalls an. Zusätzlich zu den drei gewichteten Erfolgsgrößen fließt ein multiplikativer Korrekturfaktor mit in die Berechnung ein. Dieser erlaubt es dem Aufsichtsrat, die Gesamtzielerreichung in einer Spannweite von + / - 20 % anzupassen und individuell zu differenzieren. Der Korrekturfaktor berechnet sich jeweils zur Hälfte aus einem Nachhaltigkeitsmultiplikator und aus einem diskretionären Faktor. Der Nachhaltigkeitsmultiplikator basiert auf indirekt finanziellen Zielen aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Lieferanten. Den diskretionären Faktor legt der Aufsichtsrat nach billigem Ermessen zur Bewertung der Gesamtleistung fest. Die Auszahlung ist auf maximal 200% des Zielwerts begrenzt, eine Mindesttantieme gibt es nicht.

Long-Term-Incentive-Plan (LTI)

Die zweite Komponente der variablen Vergütung ist der LTI, der eine langfristige Anreizwirkung hat. Bestimmende Faktoren sind hier die Wertgenerierung - gemessen am thyssenkrupp Value Added (tkVA) - sowie die Entwicklung des Aktienkurses.

Den Vorstandsmitgliedern werden für einen im Rahmen der individuellen Vergütungszusagen festgelegten Ausgangswert (in Euro) sogenannte Wertrechte (virtuelle Aktien) gewährt. Deren Anzahl ergibt sich aus dem Ausgangswert, dividiert durch den durchschnittlichen Aktienkurs im 1. Quartal des tkVA-Performance-Zeitraums, der jeweils drei Jahre umfasst, beginnend zum 1. Oktober des Geschäftsjahres, in dem die Wertrechte gewährt wurden. Die Anzahl der Wertrechte wird am Ende des tkVA-Performance-Zeitraums angepasst - abhängig davon, wie sich der durchschnittliche tkVA in diesen drei Jahren gegenüber einem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert entwickelt hat: Pro 20 Mio €, die der durchschnittliche tkVA den Zielwert übersteigt, erhöht sich die Anzahl der Wertrechte um 1 %; pro 10 Mio € unterhalb des Zielwerts vermindert sie sich um 1%. Die Höhe der Auszahlung berechnet sich dann aus dieser angepassten Anzahl sowie aus dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie im 1. Quartal des Geschäftsjahres, das dem tkVA-Performance-Zeitraum unmittelbar folgt. Bei positiver Entwicklung von tkVA und Aktienkurs kann sie maximal 250 % des Ausgangswerts betragen; bei stark negativer Entwicklung kann sich die Anzahl der Wertrechte auf null reduzieren, sodass keine Auszahlung stattfindet.

Für die LTI-Tranche, die den Vorständen im Januar 2016 gewährt wurde, hat der Aufsichtsrat einen durchschnittlichen tkVA von null als Zielwert festgelegt. Er bezieht sich auf den tkVA-Performance-Zeitraum 2015 / 2016 bis einschließlich 2017 / 2018. Der Aufsichtsrat überprüft auch bei der jährlichen Neuauflage des LTI die Ziel- und Schwellenwerte im Hinblick auf eine anspruchsvolle Zielsetzung und passt diese gegebenenfalls an.

Höchstgrenzen der Vergütung

Gemäß der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex (Ziff. 4.2.3 Abs. 2 S. 6) sind für die Vergütung des Vorstands - sowohl insgesamt als auch für die variablen Vergütungsteile -betragsmäßige Höchstgrenzen festzulegen. thyssenkrupp hat daher zusätzlich zu den Höchstgrenzen, die für die variablen Vergütungsbestandteile gelten, auch Höchstgrenzen für die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder festgelegt. Diese wurden mit den im Geschäftsjahr 2015 / 2016 begonnenen zweiten Bestellperioden für Guido Kerkhoff und Oliver Burkhard auf je 4,5 Mio € pro Geschäftsjahr und für Dr. Heinrich Hiesinger auf 9 Mio € pro Geschäftsjahr angepasst; für Dr. Donatus Kaufmann findet die Anpassung von derzeit 4 Mio € auf 4,5 Mio € mit Beginn der zweiten Bestellperiode im Geschäftsjahr 2016 / 2017 statt.

Pensionen

Pensionen werden an frühere Vorstandsmitglieder gezahlt, die entweder die Pensionsgrenze erreicht haben oder dauerhaft arbeitsunfähig sind. Ein Übergangsgeld bei vorzeitiger Beendigung oder Nichtverlängerung des Anstellungsvertrags gewährt thyssenkrupp nicht.

Die Pension der vor dem 30. September 2012 bestellten Vorstandsmitglieder (Dr. Heinrich Hiesinger und Guido Kerkhoff) entsprach ursprünglich einem bestimmten Prozentsatz des letzten Festgehalts vor Beendigung des Anstellungsvertrags. Dieser Prozentsatz erhöhte sich mit der Bestelldauer als Vorstandsmitglied und betrug grundsätzlich 30% mit Beginn der ersten, 50% mit Beginn der zweiten und 60 % mit Beginn der dritten fünfjährigen Bestellperiode; mit Dr. Heinrich Hiesinger wurde bereits zu Beginn der ersten Bestellperiode ein Pensionsanspruch von 50% des letzten Festgehalts vor Beendigung des Anstellungsvertrags vereinbart. Als der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2014 / 2015 die Wiederbestellung beider Herren beschloss, wurde mit ihnen vereinbart, den Pensionsanspruch ab Beginn der neuen Bestellperioden auf jeweils 50 % des Festgehalts im Geschäftsjahr 2014 / 2015 zu fixieren - somit ist die Höhe ihrer Pension nicht mehr an die Bestelldauer und die Entwicklung des Festgehalts gekoppelt.

Für die Vorstandsmitglieder, die nach dem 30. September 2012 bestellt wurden (Oliver Burkhard und Dr. Donatus Kaufmann) wurde die endgehaltsbezogene Pensionsregelung durch eine beitragsorientierte Regelung ersetzt; dabei beträgt der jährliche Versorgungsbeitrag (Baustein) zurzeit 40% des jährlichen Festgehalts. Bei der im Geschäftsjahr 2014 / 2015 beschlossenen Wiederbestellung wurde mit Oliver Burkhard zusätzlich vereinbart, den Pensionsanspruch ab Beginn der neuen Bestellperiode auf 50% und den Versorgungsbeitrag auf 40% des Festgehalts im Geschäftsjahr 2014 / 2015 zu begrenzen.

Der reguläre Pensionsfall tritt ein, wenn der Vorstandsvertrag mit oder nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet. Laufende Pensionen werden im Fall von Dr. Heinrich Hiesinger und Guido Kerkhoff jährlich gemäß dem Verbraucherpreisindex, im Fall von Oliver Burkhard mit 1% pro Jahr angepasst. Bei Dr. Donatus Kaufmann wird der Pensionsanspruch grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt.

Die Hinterbliebenenversorgung sieht eine Zahlung von 60 % der Pension für den Partner und von 20% für jedes unterhaltsberechtigte Kind vor; sie beträgt insgesamt maximal 100 % der Pension. Im Falle von Dr. Donatus Kaufmann erhalten Hinterbliebene den Stand der verzinsten Versorgungsbeiträge zum Eintritt des Leistungsfalls.

Gesamtvergütung des Vorstands 2015 / 2016

Die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder weisen wir seit dem Geschäftsjahr 2013 / 2014 so aus, wie es der Deutsche Corporate Governance Kodex und die dort enthaltenen Mustertabellen (in jeweils geltender Fassung) empfehlen. Wesentliches Merkmal dieser Mustertabellen ist, dass die gewährten Zuwendungen (Tabelle 1) und der tatsächliche Zufluss (Tabelle 2) separat dargestellt werden. Die Übersicht über die Zuwendungen enthält zudem die jeweiligen Zielwerte (Auszahlung bei 100 % Zielerreichung) sowie die Minimal- und Maximalwerte. Weiterhin weisen wir die aktienbasierte Vergütung gesondert aus (Tabelle 3).

TABELLE 1: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2015 / 2016 (ZUWENDUNGSBETRACHTUNG)

Dr. Heinrich Hiesinger
Vorsitzender des Vorstands seit 21.01.2011
--- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2014 / 2015 Ausgangswert 2015 / 2016 Ausgangswert 2015 / 2016 Minimum 2015 / 2016 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 1.340 1.340 1.340 1.340
Nebenleistungen 220 304 304 304
Summe 1.560 1.644 1.644 1.644
Tantieme (bar) 1.200 1.250 - 2.500
Einjährige variable Vergütung 6. Tranche LTI 2015 / 2016 -2018 / 2019 - 1.656 - 5.000
5. Tranche LTI 2014 / 2015 -2017 / 2018 2.129 - - -
Summe 4.889 4.550 1.644 9.144
Versorgungsaufwand2)3) 1.699 1.768 1.768 1.768
Summe 6.588 6.318 3.412 10.912
HGB-Summe4) 4.788 4.280 - -
Guido Kerkhoff
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.04.2011
--- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2014 / 2015 Ausgangswert 2015 / 2016 Ausgangswert 2015 / 2016 Minimum 2015 / 2016 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 27 71 71 71
Summe 727 771 771 771
Tantieme (bar) 630 655 - 1.310
Einjährige variable Vergütung 6. Tranche LTI 2015 / 2016 -2018 / 2019 - 828 - 2.500
5. Tranche LTI 2014 / 2015 -2017 / 2018 1.124 - - -
Summe 2.481 2.254 771 4.581
Versorgungsaufwand2)3) -380 513 513 513
Summe 2.101 2.767 1.284 5.094
HGB-Summe4) 2.428 2.113 - -
Oliver Burkhard
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013
--- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2014 / 2015 Ausgangswert 2015 / 2016 Ausgangswert 2015 / 2016 Minimum 2015 / 2016 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 112 149 149 149
Summe 812 849 849 849
Tantieme (bar) 630 630 - 1.260
Einjährige variable Vergütung 6. Tranche LTI 2015 / 2016 -2018 / 2019 - 786 - 2.375
5. Tranche LTI 2014 / 2015 -2017 / 2018 1.124 - - -
Summe 2.566 2.265 849 4.484
Versorgungsaufwand2)3) 812 827 827 827
Summe 3.378 3.092 1.676 5.311
HGB-Summe4) 2.513 2.129 - -
Dr. Donatus Kaufmann
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014
--- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2014 / 2015 Ausgangswert 2015 / 2016 Ausgangswert 2015 / 2016 Minimum 2015 / 2016 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 78 80 80 80
Summe 778 780 780 780
Tantieme (bar) 630 630 - 1.260
Einjährige variable Vergütung 6. Tranche LTI 2015 / 2016 -2018 / 2019 - 786 - 2.375
5. Tranche LTI 2014 / 2015 -2017 / 2018 1.124 - - -
Summe 2.532 2.196 780 4.415
Versorgungsaufwand2)3) 266 315 315 315
Summe 2.798 2.511 1.095 4.730
HGB-Summe4) 2.479 2.060 - -

1) Zusätzlich zu den in der Spalte "Maximum" angegebenen Einzelcaps ist die jährliche Gesamtvergütung summarisch auf 9,0 Mio € (Dr. Heinrich Hiesinger) und 4,5 Mio € (Guido Kerkhoff und Oliver Burkhard) begrenzt. Für Dr. Donatus Kaufmann findet die Anpassung von derzeit 4 Mio € auf 4,5 Mio € mit Beginn der zweiten Bestellperiode im Geschäftsjahr 2016 / 2017 statt. Bei unterjährigem Ein- und Austritt gelten die Begrenzungen zeitanteilig.

2) Alle Werte nach IFRS. Die Dienstzeitaufwendungen nach HGB betragen für Dr. Heinrich Hiesinger 1.321 Tsd € (Vorjahr: 1.333 Tsd €), für Guido Kerkhoff 343 Tsd € (Vorjahr: -152 Tsd €), für Oliver Burkhard 522 Tsd € (Vorjahr: 405 Tsd €) und für Dr. Donatus Kaufmann 296 Tsd € (Vorjahr: 195 Tsd €). Die Barwerte der Verpflichtungen betragen für Dr. Heinrich Hiesinger 13.742 Tsd € (IFRS) / 8.015 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 8.893 Tsd € (IFRS) / 6.557 Tsd € (HGB)), für Guido Kerkhoff 3.966 Tsd € (IFRS) / 1.885 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 2.308 Tsd € (IFRS) / 1.520 Tsd € (HGB)), für Oliver Burkhand 5.467 Tsd € (IFRS) / 2.398 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 2.733 Tsd € (IFRS) / 1.723 Tsd € (HGB)) und für Dr. Donatus Kaufmann 818 Tsd € (IFRS) / 701 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 439 Tsd € (IFRS) / 398 Tsd € (HGB)). Zur Ermittlung vgl. Fußnote 3.

3) Um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen der endgehaltsbezogenen und der beitragsorientierten Pensionsregelung sowie zu den Vorjahresangaben zu gewährleisten, sind Dienstzeitaufwand und Barwert zeitanteilig für die im Geschäftsjahr erbrachte Vorstandstätigkeit abgegrenzt. Zur Berücksichtigung der Unverfallbarkeit der vertraglichen Ansprüche aus den Pensionszusagen der Vorstandsmitglieder sind in der Vergangenheit für Dr. Heinrich Hiesinger und Guido Kerkhoff weitere Beträge zurückgestellt worden. Unter deren Berücksichtigung und ohne zeitanteilige Abgrenzung betragen die Dienstzeitaufwendungen für Dr. Heinrich Hiesinger 7 Tsd € (IFRS) / 5 Tsd € (HGB) (Vorjahr: -355 Tsd € (IFRS) / 199 Tsd € (HGB)) und für Guido Kerkhoff 3.699 Tsd € (IFRS) / 2.272 Tsd € (HGB) (Vorjahr: -377 Tsd € (IFRS) / 37 Tsd € (HGB)). Die Barwerte der Verpflichtungen betragen dann für Dr. Heinrich Hiesinger 21.548 Tsd € (IFRS) / 12.555 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 16.474 Tsd € (IFRS) / 12.132 Tsd € (HGB)) und für Guido Kerkhoff 11.028 Tsd € (IFRS) / 5.216 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 4.597 Tsd € (IFRS) / 3.010 Tsd € (HGB)).

4) Gesamtvergütung nach HGB. In dieser sind, abweichend von den oben gezeigten Beträgen, für die Tantiemen die Auszahlungsbeträge gemäß Tabelle 2 berücksichtigt. Der Versorgungsaufwand wird gemäß HGB nicht einbezogen.

TABELLE 2: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2015 / 2016 (ZUFLUSSBETRACHTUNG)

Dr. Heinrich Hiesinger Guido Kerkhoff
Vorsitzender des Vorstands seit 21.01.2011 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.04.2011
--- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2014 / 2015 2015 / 2016 2014 / 2015 2015 / 2016
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 1.340 1.340 700 700
Nebenleistungen 220 304 27 71
Summe 1.560 1.644 727 771
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 1.099 980 577 514
Tantieme in Wertrechten 2012 / 2013 - 2015 / 2016 - 481 - 240
Tantieme in Wertrechten 2011 / 2012 - 2014 / 2015 275 - 137 -
Mehrjährige variable Vergütung Bonus in Wertrechten 2012 / 2013 - 2015 / 2016 - 674 - 337
Bonus in Wertrechten 2011 / 2012 - 2014 / 2015 403 - 201 -
3. Tranche LTI 2012 / 2013 - 2015 / 2016 - 1.662 - 831
2. Tranche LTI 2011 / 2012 - 2014 / 2015 750 - 375 -
Summe 4.087 5.441 2.017 2.693
Versorgungsaufwand1) 1.699 1.768 -380 513
Summe 5.786 7.209 1.637 3.206
Oliver Burkhard Dr. Donatus Kaufmann
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014
--- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2014 / 2015 2015 / 2016 2014 / 2015 2015 / 2016
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 112 149 78 80
Summe 812 849 778 780
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 577 494 577 494
Tantieme in Wertrechten 2012 / 2013 - 2015 / 2016 - 160 - -
Tantieme in Wertrechten 2011 / 2012 - 2014 / 2015 - - - -
Mehrjährige variable Vergütung Bonus in Wertrechten 2012 / 2013 - 2015 / 2016 - 225 - -
Bonus in Wertrechten 2011 / 2012 - 2014 / 2015 - - - -
3. Tranche LTI 2012 / 2013 - 2015 / 2016 - 554 - -
2. Tranche LTI 2011 / 2012 - 2014 / 2015 - - - -
Summe 1.389 2.282 1.355 1.274
Versorgungsaufwand1) 812 827 266 315
Summe 2.201 3.109 1.621 1.589

1) Zur Bewertung des Versorgungsaufwands vgl. Fußnoten 2 und 3 zur Tabelle 1.

TABELLE 3: AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG DES VORSTANDS

(Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück und Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr)

Dr. Heinrich Hiesinger Guido Kerkhoff
Vorsitzender des Vorstands seit 21.01.2011 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.04.2011
--- --- --- --- --- ---
2014 / 2015 2015 / 2016 2014 / 2015 2015 / 2016
--- --- --- --- --- ---
Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück LTI 2015 / 2016 - 2018 / 2019 - 109.709 - 54.855
LTI 2014 / 2015 - 2017 / 2018 90.634 - 47.835 -
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € 442 5.479 237 2.771
Oliver Burkhard Dr. Donatus Kaufmann
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014
--- --- --- --- --- ---
2014 / 2015 2015 / 2016 2014 / 2015 2015 / 2016
--- --- --- --- --- ---
Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück LTI 2015 / 2016 - 2018 / 2019 - 52.112 - 52.112
LTI 2014 / 2015 - 2017 / 2018 47.835 - 47.835 -
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € 273 2.623 301 2.237

Die Gesamtbezüge der im jeweiligen Geschäftsjahr aktiven Vorstandsmitglieder nach HGB für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen 10,6 Mio €. Der entsprechende Vorjahreswert lag bei 12,2 Mio €. Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt. Keinem der Vorstandsmitglieder wurden weitere als die genannten Leistungen zugesagt für den Fall, dass es seine Tätigkeit beendet. Auch ist thyssenkrupp nicht bekannt, dass ein Vorstandsmitglied im Berichtsjahr von einem Dritten entsprechende Zusagen mit Bezug auf die Vorstandstätigkeit erhalten hätte. Wie in den vergangenen Jahren wurden Vorstandsmitgliedern im Berichtsjahr weder Kredite oder Vorschüsse gewährt noch ist thyssenkrupp zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.

Im Berichtsjahr wurde die 3. Tranche des LTI fällig. Aufgrund der Entwicklung des tkVA und des Aktienkurses über den maßgeblichen Performance-Zeitraum 2012 / 2013 bis 2015 / 2016 ergab sich hier eine Auszahlung, deren Höhe sich auf gut 166% des jeweiligen Ausgangswertes belief. Somit wurden an Dr. Heinrich Hiesinger 1.662.394 € und an Guido Kerkhoff 831.197€ ausbezahlt. An Oliver Burkhard wurden entsprechend seines Vertragsbeginns zum 1. Februar 2013 anteilig 554.137€ ausbezahlt. Dr. Donatus Kaufmann erhielt keine Zahlung aus dieser Tranche, da er dem Vorstand im Geschäftsjahr 2012 / 2013 noch nicht angehört hatte. Im Januar 2016 wurden den Vorstandsmitgliedern neue Wertrechte aus der 6. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt verfügen die Vorstandsmitglieder nun aus der 4. bis 6. Tranche des LTI über insgesamt 629.874 gewährte, aber noch nicht auszahlungsreife Wertrechte.

Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 17,4 Mio € (Vorjahr: 17,4 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind nach IFRS 304,1 Mio € (Vorjahr: 261,6 Mio €) bzw. nach HGB 207,3 Mio € (Vorjahr: 205,2 Mio €) zurückgestellt.

Aktienkursorientierte Vergütung für weitere Führungskräfte

Neben dem Vorstand erhalten auch weitere ausgewählte Führungskräfte des Konzerns weltweit einen Teil ihrer Bezüge in Form einer aktienkursorientierten Vergütung (LTI). Diese entspricht seit dem Geschäftsjahr 2014 / 2015 in Ausgestaltung und Funktionsweise dem oben beschriebenen LTI des Vorstands, jedoch mit entsprechend angepassten Ausgangswerten.

thyssenkrupp setzt dieses langfristig orientierte Vergütungsinstrument ein, um die Identifikation der Führungskräfte mit thyssenkrupp sowie deren Bindung an das Unternehmen zu stärken. Da die Höhe des LTI sowohl an die Entwicklung des Aktienkurses als auch an die des tkVA gekoppelt ist, fördert er ein wertorientiertes, an den Unternehmenszielen ausgerichtetes Verhalten.

Im Berichtsjahr beliefen sich die aus dem LTI für die weiteren Führungskräfte resultierenden Aufwendungen auf insgesamt 76,2 Mio € (Vorjahr: 29,5 Mio €).

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung geregelt. Neben der Erstattung ihrer Auslagen und einem Sitzungsgeld von 500€ erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine jährliche Grundvergütung in Höhe von 50.000€.

Für den Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt die jährliche Vergütung 200.000 € und für seinen Stellvertreter 150.000 €. Damit ist auch die Übernahme von Mitgliedschaften und Vorsitzen in Ausschüssen abgegolten. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder erhalten für den Vorsitz bzw. die Tätigkeit in bestimmten Ausschüssen Zuschläge, die ebenfalls in § 14 der Satzung festgelegt sind. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat oder einem Ausschuss angehören, erhalten eine zeitanteilige Vergütung.

Für das Berichtsjahr erhalten die Aufsichtsratsmitglieder einschließlich des Sitzungsgeldes eine Vergütung von insgesamt 1,69 Mio € (Vorjahr: 1,74 Mio €). Darin enthalten sind Vergütungen von Aufsichtsratsmitgliedern für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften in Höhe von 69.302€ (Vorjahr: 77.202€).

Die nachfolgende Tabelle listet die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung auf:

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS 2015 / 2016

in €1) Feste Vergütung Vergütung für Ausschusstätigkeit Sitzungsgeld aus konzerninternen Mandaten Gesamtvergütung
Prof. Dr. Ulrich Lehner 200.000 -2) 10.000 - 210.000
(200.000) (-)2) (12.500) (-) (212.500)
Dr. Sabine Maaßen (stellv. Vorsitzende bis 15.03.2016) 75.000 -2) 3.500 - 78.500
(150.000) (-)2) (7.500) (-) (157.500)
Markus Grolms (stellv. Vorsitzender seit 08.04.2016) 100.000 16.2502) 3) 8.000 - 124.250
(50.000) (32.500) (7.000) (-) (89.500)
Martin Dreher (bis 31.05.2016) 33.333 - 1.500 15.202 50.035
(50.000) (-) (2.500) (23.502) (76.002)
Ingrid Hengster 50.000 - 2.000 - 52.000
(37.500) (-) (1.500) (-) (39.000)
Susanne Herberger 50.000 25.833 5.500 16.000 97.333
(50.000) (32.500) (7.000) (16.000) (105.500)
Tanja Jacquemin (seit 30.03.2016) 29.167 6.667 2.000 - 37.834
(-) (-) (-) (-) (-)
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel 50.000 50.000 6.500 - 106.500
(50.000) (43.750) (8.500) (-) (102.250)
Ernst-August Kiel 50.000 - 2.000 16.000 68.000
(50.000) (-) (2.500) (15.750) (68.250)
Dr. Norbert Kluge 50.000 - 2.000 - 52.000
(50.000) (-) (2.500) (-) (52.500)
Tekin Nasikkol (seit 01.06.2016) 16.667 - 500 - 17.167
(-) (-) (-) (-) (-)
Dr. Ralf Nentwig 50.000 32.500 5.000 - 87.500
(50.000) (29.375) (6.500) (-) (85.875)
René Obermann 50.000 - 2.000 - 52.000
(50.000) (-) (2.500) (-) (52.500)
Prof. Dr. Bernhard Pellens 50.000 52.500 5.000 - 107.500
(50.000) (52.500) (7.500) (-) (110.000)
Klaus Preußler (bis 31.01.2015) - - - - -
(16.667) (-) (1.500) (-) (18.167)
Peter Remmler 50.000 12.500 3.500 16.500 82.500
(50.000) (12.500) (5.000) (16.500) (84.000)
Carola Gräfin v. Schmettow 50.000 - 2.000 - 52.000
(50.000) (-) (2.500) (-) (52.500)
Wilhelm Segerath 50.000 50.208 8.000 - 108.208
(50.000) (45.000) (7.500) (-) (102.500)
Carsten Spohr 50.000 - 1.500 - 51.500
(50.000) (4.167) (2.500) (-) (56.667)
Dr. Lothar Steinebach 50.000 25.000 4.500 - 79.500
(50.000) (25.000) (5.000) (-) (80.000)
Christian Streiff (bis 30.01.2015) - - - - -
(16.667) (-) (1.000) (-) (17.667)
Jürgen R. Thumann (bis 30.01.2015) - - - - -
(16.667) (12.500) (3.000) (-) (32.167)
Jens Tischendorf 50.000 12.500 4.500 - 67.000
(37.500) (8.333) (3.000) (-) (48.833)
Fritz Weber 50.000 - 2.000 5.300 57.300
(50.000) (-) (2.500) (5.450) (57.950)
Isolde Würz 50.000 - 2.000 - 52.000
(33.333) (-) (1.000) (-) (34.333)
Insgesamt 1.254.167 283.958 83.500 69.302 1.690.927
(1.258.333) (298.125) (102.500) (77.202) (1.736.160)

1) Beträge des Vorjahres in Klammern

2) Gemäß § 14 Abs. 3 der Satzung durch die feste Vergütung abgegolten

3) Die Ausschussvergütung ist zeitanteilig abgegolten.

Die gewerkschaftsangehörigen Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen.

Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen bzw. Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.

Konzernabschluss

thyssenkrupp AG - Konzernbilanz

AKTIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.09.2015 30.09.2016
Immaterielle Vermögenswerte 04 4.529 4.570
Sachanlagen 05, 29 8.728 8.872
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 06 239 66
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 07 303 284
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 47 44
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 12 343 445
Aktive latente Steuern 32 2.031 2.322
Langfristige Vermögenswerte 16.220 16.604
Vorräte 09 6.945 6.341
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10 5.118 5.003
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 319 407
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 12 2.397 2.376
Laufende Ertragsteueransprüche 160 172
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.535 4.105
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 03 0 65
Kurzfristige Vermögenswerte 19.474 18.468
Summe Vermögenswerte 35.694 35.072
PASSIVA
Mio € Anhang-Nr. 30.09.2015 30.09.2016
Gezeichnetes Kapital 1.449 1.449
Kapitalrücklage 5.434 5.434
Gewinnrücklagen -4.123 -5.255
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 422 474
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 3.182 2.102
Nicht beherrschende Anteile 125 507
Eigenkapital 13 3.307 2.609
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 15 7.654 8.754
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 16 339 373
Sonstige Rückstellungen 16 906 589
Passive latente Steuern 32 53 33
Finanzschulden 17 6.385 6.157
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19 2 221
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 20 5 6
Langfristige Verbindlichkeiten 15.344 16.134
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 16 362 408
Sonstige Rückstellungen 16 1.066 963
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 241 279
Finanzschulden 17 1.570 1.455
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 18 4.985 5.119
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19 1.226 975
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 20 7.593 7.130
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.043 16.329
Verbindlichkeiten 32.387 32.463
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 35.694 35.072

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

thyssenkrupp AG - Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
Anhang-Nr. 2014 / 2015 2015 / 2016
Umsatzerlöse 24, 26 42.778 39.263
Umsatzkosten 04, 05 -35.904 -32.637
Bruttoergebnis vom Umsatz 6.874 6.625
Forschungs- und Entwicklungskosten -330 -373
Vertriebskosten -2.996 -2.865
Allgemeine Verwaltungskosten -2.284 -2.415
Sonstige Erträge 27 284 234
Sonstige Aufwendungen 04, 28 -371 -114
Sonstige Gewinne und Verluste 29 -223 112
Betriebliches Ergebnis 954 1.204
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 33 46
Finanzierungserträge 1.320 1.030
Finanzierungsaufwendungen -1.811 -1.627
Finanzergebnis 31 -458 -552
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 496 652
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 32 -217 -391
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 279 261
Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) 03 -11 0
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) 268 261
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 309 296
Nicht beherrschende Anteile -41 -35
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) 268 261
Ergebnis je Aktie (unverwässert / verwässert) bezogen auf 33
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 0,57 0,52
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 0,55 0,52

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

thyssenkrupp AG - Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) 268 261
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Jahresergebnis umgegliedert werden:
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne / (Verluste) -380 -1.272
Steuereffekt 101 381
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, insgesamt -279 -891
Anteil an den unrealisierten Gewinnen / (Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 3 -10
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Jahresergebnis umgegliedert werden -276 -901
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Jahresergebnis umgegliedert werden:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne / (Verluste) 119 73
Realisierte (Gewinne) / Verluste 5 1
Unrealisierte Gewinne / (Verluste), insgesamt 124 74
Unrealisierte Gewinne / (Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten
Veränderung der unrealisierten Gewinne / (Verluste) 0 0
Realisierte (Gewinne) / Verluste 0 0
Steuereffekt 0 0
Unrealisierte Gewinne / (Verluste), insgesamt 0 0
Unrealisierte Gewinne / (Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten (Cashflow-Hedges)
Veränderung der unrealisierten Gewinne / (Verluste) -76 -18
Realisierte (Gewinne) / Verluste 68 7
Steuereffekt -5 14
Unrealisierte Gewinne / (Verluste), insgesamt -13 3
Anteil an den unrealisierten Gewinnen / (Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 18 -9
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Jahresergebnis umgegliedert werden 129 68
Sonstiges Ergebnis -147 -833
Gesamtergebnis 121 -572
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 213 -559
Nicht beherrschende Anteile -92 -13
Der den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf:
Fortgeführte Aktivitäten 224 -559
Nicht fortgeführte Aktivitäten -11 0

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

thyssenkrupp AG - Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- --- --- --- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Aktienanzahl im Umlauf Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
--- --- --- --- --- --- ---
Stand am 30.09.2014 565.937.947 1.449 5.434 -4.142 248 6
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) 309
Sonstiges Ergebnis -276 169 0
Gesamtergebnis 33 169 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -62
Kapitalerhöhung
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften 1
Sonstige Veränderungen 47
Stand am 30.09.2015 565.937.947 1.449 5.434 -4.123 417 6
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) 296
Sonstiges Ergebnis -898 58 0
Gesamtergebnis -602 58 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -85
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften1) -456 9
Sonstige Veränderungen 11
Stand am 30.09.2016 565.937.947 1.449 5.434 -5.255 484 6
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- --- --- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Derivative Finanzinstrumente (Cashflow-Hedges) Anteil der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt Insgesamt Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital
--- --- --- --- --- ---
Stand am 30.09.2014 -51 39 2.983 216 3.199
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) 309 -41 268
Sonstiges Ergebnis -7 18 -96 -51 -147
Gesamtergebnis -7 18 213 -92 121
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 -63 -63
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -62 0 -62
Kapitalerhöhung 0 15 15
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften 1 -2 -1
Sonstige Veränderungen 47 51 98
Stand am 30.09.2015 -58 57 3.182 125 3.307
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) 296 -35 261
Sonstiges Ergebnis -6 -9 -855 22 -833
Gesamtergebnis -6 -9 -559 -13 -572
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 -35 -35
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -85 -85
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften1) -447 440 -7
Sonstige Veränderungen 11 -10 1
Stand am 30.09.2016 -64 48 2.102 507 2.609

1) Siehe Anhang-Nr. 02 im Konzernanhang zu den Eigenkapitaleffekten aus der Vollkonsolidierung von CSA.

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

thyssenkrupp AG - Konzern-Kapitalflussrechnung

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) 268 261
Anpassungen des Jahresüberschusses / (-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) 11 0
Latente Steueraufwendungen / (-erträge) -110 83
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.397 1.259
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte -3 -8
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam -33 -46
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte -58 -23
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte 311 625
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 636 74
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -138 -119
- Sonstige Rückstellungen 77 -55
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 36 146
- Übrige Aktiva / Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit -1.083 -811
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 1.311 1.387
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten -11 0
Operating Cashflow - insgesamt 1.300 1.387
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte -2 -8
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 45 -17
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -1.150 -1.216
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) -128 -146
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 97 1
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 400 9
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 100 180
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 0 2
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -638 -1.196
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - insgesamt -638 -1.196
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 1.350 850
Tilgung von Anleihen -750 -1.000
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.855 972
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -3.074 -1.140
Zunahme / (Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein- / Sonstige Darlehen 58 -142
Zunahme / (Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten 4 -4
(Zunahme) / Abnahme kurzfristige Wertpapiere 1 -3
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -62 -85
Einzahlungen in das Eigenkapital durch nicht beherrschende Anteile 15 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -63 -35
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften -1 -6
Sonstige Finanzierungsvorgänge -411 -67
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -78 -658
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - insgesamt -78 -658
Zahlungswirksame Zunahme / (Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - insgesamt 584 -467
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - insgesamt -89 37
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode - insgesamt 4.040 4.535
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode - insgesamt 4.535 4.105
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 122 89
Zinsauszahlungen -464 -432
Erhaltene Dividenden 116 61
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag -274 -324

Siehe Anhang-Nr. 35 im Konzernanhang.

thyssenkrupp AG - Konzernanhang

Unternehmensinformation

Die thyssenkrupp Aktiengesellschaft ("thyssenkrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Der vorliegende Konzernabschluss der thyssenkrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften ("Konzern") zum 30. September 2016 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 15. November 2016 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Anwendung von §315a HGB ("Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards") im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606 / 2002 des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind.

01 Grundsätze der Rechnungslegung

Der Konzernabschluss wird in Euro (€) aufgestellt, da dies die Währung ist, in der die Mehrzahl der Transaktionen des Konzerns durchgeführt wird. Alle Beträge werden, soweit nicht anders dargestellt, in Millionen Euro (Mio €) angegeben. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben.

Konsolidierung

In den Konzernabschluss sind die thyssenkrupp AG sowie alle wesentlichen Unternehmen einbezogen, die die thyssenkrupp AG mittelbar oder unmittelbar beherrscht (Tochterunternehmen). Beherrschung besteht dann, wenn die thyssenkrupp AG die Verfügungsgewalt hat, an positiven und negativen variablen Rückflüssen einer Gesellschaft zu partizipieren und diese Rückflüsse durch ihre Verfügungsgewalt beeinflussen kann. Dies ist in der Regel gegeben, wenn die thyssenkrupp AG über mehr als die Hälfte der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt. Bei strukturierten Unternehmen resultiert die Beherrschungsmöglichkeit nicht aus einer Stimmrechtsmehrheit, sondern aus vertraglichen Vereinbarungen.

Die Abschlüsse werden vom Tag der Erlangung der Beherrschung bis zur Beendigung der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei werden im Rahmen der Kapitalkonsolidierung die Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital verrechnet. Bei einem Unternehmenserwerb werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag bewertet.

Anteile von anderen Gesellschaftern (Nicht beherrschende Anteile) werden entsprechend ihrer Anteile an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Gemeinsame Vereinbarungen (Joint Arrangements), bei denen zwei oder mehr Parteien gemeinschaftliche Führung über eine Aktivität ausüben, sind entweder als gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) oder als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) zu klassifizieren. Gemeinschaftliche Führung liegt vor, wenn Entscheidungen über die maßgeblichen Aktivitäten die einstimmige Zustimmung der beteiligten Parteien erfordern. Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten handelt es sich um eine gemeinschaftliche Vereinbarung, bei der die gemeinschaftlich führenden Parteien Rechte an den Vermögenswerten besitzen und Verpflichtungen für die Verbindlichkeiten der Vereinbarung eingehen. Hierbei werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge anteilig in den Konzernabschluss der thyssenkrupp AG einbezogen. Bei Gemeinschaftsunternehmen haben die Parteien, die gemeinschaftlich führen, Rechte am Nettovermögen der Gesellschaft. Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Soweit der Konzern Transaktionen mit einer gemeinschaftlichen Tätigkeit oder einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns eliminiert.

Assoziierte Unternehmen werden ebenfalls nach der Equity-Methode bilanziert. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, auf das der Konzern durch Mitwirkung an der Finanz- und Geschäftspolitik maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung ausüben kann. Maßgeblicher Einfluss wird grundsätzlich angenommen, wenn der Konzern einen Stimmrechtsanteil von 20% oder mehr hält (assoziierte Unternehmen). Soweit ein Konzernunternehmen mit einem assoziierten Unternehmen Transaktionen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert.

Tochterunternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden zum beizulegenden Zeitwert oder, sofern sich dieser für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente nicht hinreichend verlässlich ermitteln lässt, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und innerhalb der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen.

Ein aus einem Unternehmenserwerb resultierender Firmenwert repräsentiert den Betrag, um den die Anschaffungskosten den Konzernanteil an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des Tochterunternehmens, der gemeinschaftlichen Tätigkeit, des Gemeinschaftsunternehmens oder assoziierten Unternehmens zum Erwerbsstichtag übersteigen. Der Firmenwert wird als Vermögenswert bilanziert und jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen, sofern nicht darüber hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise bestehen oder Ereignisse eintreten, die eine Wertminderung vermuten lassen.

Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Gemeinschaftsunternehmens oder eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den fortgeführten Beteiligungsbuchwerten der Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen enthalten. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens oder einer gemeinschaftlichen Tätigkeit resultieren, werden gesondert in der Bilanz ausgewiesen.

Im Falle der Veräußerung eines Tochterunternehmens, einer gemeinschaftlichen Tätigkeit, eines Gemeinschaftsunternehmens oder eines assoziierten Unternehmens wird der zurechenbare Anteil des Firmenwertes bei der Ermittlung des Veräußerungsergebnisses berücksichtigt.

Währungsumrechnung

Die funktionale Währung und die Berichtswährung der thyssenkrupp AG und der relevanten europäischen Tochtergesellschaften ist der Euro (€). Transaktionen in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt der Transaktion mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Wechselkurs erfasst. Nominal in Fremdwährung gebundene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden jeweils mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden auf Basis ihrer funktionalen Währung, welche in der Regel der Landeswährung entspricht, in die Konzernwährung Euro umgerechnet. Die Umrechnung erfolgt nach der Stichtagskursmethode, nach welcher die Bilanzen von der funktionalen Währung in die Berichtswährung mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag, die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Durchschnittskursen der Berichtsperiode umgerechnet werden. Nettogewinne oder -verluste aus der Währungsumrechnung werden zusammengefasst und innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Solche Umrechnungsdifferenzen werden in der Periode, in der das betreffende Tochterunternehmen veräußert wird, ergebniswirksam erfasst.

Bei Gesellschaften, die ihre Absatz- und Beschaffungsgeschäfte sowie ihre Finanzierung im Wesentlichen nicht in der Landeswährung abwickeln, ist die funktionale Währung die Währung des primären Wirtschaftsumfeldes der Gesellschaft. Die Umrechnung der in Landeswährung aufgestellten Abschlüsse in die funktionale Währung erfolgt in diesen Fällen nach der Zeitbezugsmethode. Danach werden alle nicht monetären Vermögenswerte (z.B. Sachanlagen) einschließlich der hierauf entfallenden Abschreibungen und das Eigenkapital mit den Durchschnittskursen des jeweiligen Zugangsjahres in die funktionale Währung umgerechnet. Alle übrigen Bilanzpositionen werden mit Stichtagskursen und alle übrigen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung mit Durchschnittskursen der Berichtsperiode umgerechnet. Entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst. Anschließend werden die Abschlüsse in der funktionalen Währung nach der Stichtagskursmethode in die Berichtswährung umgerechnet.

Die Wechselkurse der für den thyssenkrupp Konzern wesentlichen Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

WÄHRUNGEN

Stichtagskurs Basis 1

Jahresdurchschnittskurs Basis 1€
30.09.2015 30.09.2016 2014 / 2015 2015 / 2016
--- --- --- --- ---
US-Dollar 1,12 1,12 1,15 1,11
Brasilianische Real 4,48 3,62 3,43 4,03
Chinesische Renminbi Yuan 7,12 7,45 7,09 7,25

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert und abhängig von ihrer geschätzten Nutzungsdauer planmäßig über einen Zeitraum von in der Regel 3 bis 15 Jahren linear abgeschrieben. Technologie aus dem Erwerb der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH (HDW) wird über 40 Jahre abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den zukünftigen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden überwiegend in den Umsatzkosten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und jährlich auf Werthaltigkeit überprüft sowie zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise auf eine mögliche Wertminderung vorliegen. Wertminderungsaufwendungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Sachanlagen

Abnutzbare Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Aktivierte Herstellungskosten für selbst erstellte Sachanlagen umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten. Ist für die Herstellung eines Vermögenswertes ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchsfertigen Zustand zu versetzen, werden direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten bis zur Erlangung des gebrauchsfertigen Zustandes als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswertes aktiviert. Verwaltungskosten werden nur aktiviert, sofern ein direkter Herstellungsbezug besteht. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Sofern abnutzbare Sachanlagen aus wesentlichen identifizierbaren Komponenten mit jeweils unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten separat über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Abnutzbare Sachanlagen werden planmäßig linear über ihre betriebsübliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei Verkauf oder Stilllegung werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten und die entsprechenden kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen der Anlagen aus der Bilanz ausgebucht; dabei entstehende Gewinne oder Verluste werden ergebniswirksam berücksichtigt.

Für die Abschreibungen werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Nutzungsdauer
Gebäude inklusive als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 10 bis 50 Jahre
Grundstückseinrichtungen, Einbauten in Gebäude 15 bis 25 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 8 bis 25 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Immobilien sind unter Anhang-Nr. 06 dargestellt.

Wertminderungen

Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dahingehend, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt, um den Umfang einer gegebenenfalls vorzunehmenden Wertberichtigung zu bestimmen. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der Nutzungswert entspricht dem Barwert der erwarteten Cashflows. Als Diskontierungszinssatz wird ein den Marktbedingungen entsprechender Zinssatz verwendet. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (Cash Generating Unit) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann.

Aus Unternehmenserwerben resultierende Firmenwerte werden den identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten (Cash Generating Units) zugeordnet, die aus den Synergien des Erwerbs Nutzen ziehen sollen. Solche Gruppen stellen die niedrigste Berichtsebene im Konzern dar, auf der Firmenwerte durch das Management für interne Steuerungszwecke überwacht werden. Der erzielbare Betrag einer Cash Generating Unit, die einen Firmenwert enthält, wird regelmäßig jährlich zum 30. September auf Werthaltigkeit überprüft und zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 04.

Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes niedriger als der Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertberichtigung des Vermögenswertes.

Im Falle von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit Cash Generating Units, die einen Firmenwert enthalten, werden zunächst bestehende Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Firmenwertes, wird die Differenz in der Regel proportional auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der Cash Generating Units verteilt.

Ergibt sich nach einer vorgenommenen Wertminderung zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer erzielbarer Betrag des Vermögenswertes oder der Cash Generating Unit, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal zur Höhe des erzielbaren Betrages. Die Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne die Wertberichtigung in der Vergangenheit ergeben hätte. Die vorzunehmende Zuschreibung erfolgt ergebniswirksam. Wertaufholungen von vorgenommenen Wertberichtigungen auf Firmenwerte sind nicht zulässig.

Leasing

Leasingtransaktionen sind beim erstmaligen Ansatz entweder als Finance Lease oder als Operating Lease zu klassifizieren. Leasingtransaktionen, bei denen der Konzern als Leasingnehmer alle wesentlichen Chancen und Risiken trägt, die mit dem Eigentum verbunden sind, werden als Finance Lease behandelt. Dementsprechend aktiviert der Konzern das Leasingobjekt zum niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert und Barwert der Mindestleasingraten und schreibt den Leasinggegenstand in der Folge über die geschätzte Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit ab. Zugleich wird eine entsprechende Verbindlichkeit angesetzt, die in der Folgezeit nach der Effektivzinsmethode getilgt und fortgeschrieben wird. Alle übrigen Leasingvereinbarungen, bei denen der Konzern als Leasingnehmer auftritt, werden als Operating Lease behandelt. In diesem Fall werden die Leasingzahlungen linear als Aufwand erfasst.

Leasingtransaktionen, bei denen der Konzern Leasinggeber ist und alle wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Leasingnehmer überträgt, werden beim Leasinggeber als Verkaufs- und Finanzierungsgeschäft bilanziert. In Höhe des Nettoinvestitionswertes aus dem Leasingverhältnis wird eine Forderung angesetzt und die Zinserträge werden erfolgswirksam erfasst. Alle übrigen Leasingtransaktionen, bei denen der Konzern Leasinggeber ist, werden als Operating Lease erfasst. In diesem Fall verbleibt der verleaste Gegenstand in der Konzernbilanz und wird planmäßig abgeschrieben. Die Leasingzahlungen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Ertrag erfasst.

Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem geschätzten, im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich geschätzter Fertigstellungs- und Vertriebskosten. In der Regel werden Vorräte nach der Durchschnittskostenmethode bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch auf Basis einer üblichen Kapazitätsauslastung zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald thyssenkrupp Vertragspartei des Finanzinstrumentes wird. Wenn Handelstag und Erfüllungstag auseinanderfallen, ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung bzw. den bilanziellen Abgang bei originären Finanzinstrumenten der Erfüllungstag maßgeblich; bei derivativen Finanzinstrumenten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes

Für Finanzinstrumente entspricht der beizulegende Zeitwert grundsätzlich dem Betrag, den der Konzern erhalten bzw. zahlen würde, wenn er die Finanzinstrumente am Bilanzstichtag tauschen bzw. begleichen wollte. Sofern Marktpreise an Märkten für Finanzinstrumente quotiert werden, werden diese verwendet. Dies betrifft insbesondere Finanzinstrumente, die als zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte eingestuft sind. Ansonsten werden die beizulegenden Zeitwerte auf Basis der am Bilanzstichtag bestehenden Marktkonditionen - Zinssätze, Devisenkurse, Warenpreise - unter Verwendung der Mittelkurse berechnet. Dabei werden die Zeitwerte mittels anerkannter finanzmathematischer Modelle berechnet, wie z.B. des Optionspreismodells für Devisen- und Zinsoptionen oder der Discounted-Cashflow-Methode für Zinsswaps. Bei einigen Derivaten basiert der beizulegende Zeitwert auf externen Bewertungen unserer Finanzpartner.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte beinhalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, derivative finanzielle Vermögenswerte sowie gehaltene Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere kurzfristige Forderungen

Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen ausgewiesen.

Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen vorgenommen werden, tragen dem Ausfallrisiko hinreichend Rechnung. Objektive Ausfälle führen zu einer Ausbuchung der betreffenden Forderung. Forderungen, die für sich gesehen unbedeutsam sind, sowie Forderungen mit einem ähnlichen Ausfallrisiko werden in Gruppen zusammengefasst und gemeinsam auf einen Wertberichtigungsbedarf anhand von Erfahrungswerten untersucht. Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden teilweise unter Verwendung von Wertberichtigungskonten vorgenommen. Ob ein Ausfallrisiko über ein Wertberichtigungskonto oder direkt mittels Ausbuchung der Forderung erfasst wird, hängt davon ab, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Forderungsausfalls geschätzt wird und wie verlässlich das Ausfallrisiko beurteilt werden kann.

Un- oder unterverzinsliche Forderungen mit einer erwarteten Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Der Diskontierungsbetrag wird ratierlich bis zur Fälligkeit der Forderung im Zinsertrag vereinnahmt.

Der Konzern verkauft ausgewählte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Wechsel auf revolvierender oder einmaliger Basis an nicht konsolidierungspflichtige strukturierte Unternehmen und andere Finanzinstitute. Auf diese Weise verkaufte Finanzaktiva werden zum Zeitpunkt des Verkaufs aus der Konzernbilanz ausgebucht, soweit im Wesentlichen alle Chancen und Risiken auf den Erwerber übertragen werden und die Durchleitung der mit diesen Finanzaktiva verbundenen Cashflows sichergestellt ist. Wenn im Wesentlichen alle Chancen und Risiken weder übertragen noch behalten werden, werden die Finanzaktiva zum Zeitpunkt des Verkaufs nur dann aus der Konzernbilanz ausgebucht, wenn sichergestellt ist, dass die aus den Finanzaktiva resultierenden Cashflows an den Erwerber durchgeleitet werden und der Erwerber die Kontrolle über die Finanzaktiva erhalten hat. Soweit im Wesentlichen alle Chancen und Risiken beim Konzern verbleiben, werden die Finanzaktiva als Sicherung einer passivierten Verbindlichkeit weiterhin in der Bilanz ausgewiesen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel und Sichteinlagen sowie finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur geringen Wertschwankungen unterliegen; sie sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte

Derivative Finanzinstrumente, die nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 eingebunden sind, sind zwingend dieser Kategorie zuzuordnen, sofern der beizulegende Zeitwert zum Stichtag positiv ist. Ein Gewinn oder Verlust aus der Änderung des beizulegenden Zeitwertes wird ergebniswirksam erfasst.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind jene nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte, die nicht in eine der vorstehend beschriebenen Kategorien (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere kurzfristige Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) eingeordnet sind. Diese Kategorie enthält im Wesentlichen Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere, welche grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Ein Gewinn oder Verlust aus der Bewertung eines zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswertes wird direkt im Eigenkapital erfasst, mit Ausnahme von Effekten aus der Währungsumrechnung auf monetäre Posten sowie Wertberichtigungen auf monetäre und nicht monetäre Posten. Bei Abgang der finanziellen Vermögenswerte werden die bis dahin direkt im Eigenkapital berücksichtigten kumulierten Gewinne oder Verluste in der Gewinn- und Verlustrechnung der laufenden Periode erfasst. Lässt sich für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente der Zeitwert nicht hinreichend verlässlich ermitteln, werden diese zu Anschaffungskosten bewertet.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Der Konzern macht von dem Wahlrecht, finanzielle Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz in diese Kategorie einzustufen, keinen Gebrauch.

Wertminderung finanzieller Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, daraufhin untersucht, ob objektive Hinweise darauf schließen lassen, dass eine Wertminderung vorliegt. Objektive Hinweise können z.B. erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, der Wegfall eines aktiven Marktes sowie signifikante Änderungen des technologischen, marktbezogenen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Umfeldes sein. Bei Eigenkapitalinstrumenten ist eine signifikante oder länger anhaltende Abnahme des beizulegenden Zeitwertes ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung.

Die Höhe der Wertberichtigung auf einen finanziellen Vermögenswert, der zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert wird, ergibt sich als Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows, abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswertes. Der Wertminderungsaufwand wird erfolgswirksam erfasst.

Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in Folgeperioden aufgrund von Ereignissen, die objektiv nach dem Zeitpunkt der Erfassung der Wertberichtigung eingetreten sind, wird die Wertminderung in entsprechendem Umfang erfolgswirksam zurückgenommen.

Wurde der Rückgang des beizulegenden Zeitwertes eines zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswertes bisher direkt im Eigenkapital erfasst, werden diese ermittelten Wertminderungen aus dem Eigenkapital ergebniswirksam ausgebucht, sobald ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung besteht. Die Höhe der Wertminderung entspricht der Differenz zwischen den Anschaffungskosten (abzüglich etwaiger Tilgungen und Amortisationen) und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert, abzüglich etwaiger, bereits früher ergebniswirksam erfasster Wertberichtigungen des finanziellen Vermögenswertes. Ergebniswirksam erfasste Wertberichtigungen für Eigenkapitalinstrumente, die als zur Veräußerung verfügbar eingestuft sind, werden nicht erfolgswirksam, sondern nur über das Eigenkapital rückgängig gemacht. Wertaufholungen bei Fremdkapitalinstrumenten, die objektiv nach dem Zeitpunkt der Erfassung der Wertberichtigung eingetreten sind, werden erfolgswirksam erfasst.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen eine Verpflichtung, die in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert zu begleichen ist. Hierunter fallen insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, derivative finanzielle Verbindlichkeiten sowie die Bestandteile der Finanzschulden, im Wesentlichen Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Bei Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden die Finanzierungskosten einschließlich Agio, welches im Rahmen von Tilgungen oder Rückzahlungen zu erstatten ist, periodisch nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt und erhöhen den Buchwert der Verbindlichkeit, soweit sie nicht bereits in der Periode des Anfalls bezahlt wurden.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Der Konzern macht von dem Wahlrecht, finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz in diese Kategorie einzustufen, keinen Gebrauch.

Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente, die nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß lAS 39 eingebunden sind, sind zwingend als "zu Handelszwecken gehalten" einzustufen und damit erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu erfassen. Sind die beizulegenden Zeitwerte negativ, erfolgt ein Ausweis als "zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten".

Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern setzt grundsätzlich derivative Finanzinstrumente ein, um Risiken aus Fremdwährungs-, Zins- und Rohstoffpreisänderungen entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte eingesetzt. Solche derivative Finanzinstrumente und sogenannte eingebettete derivative Finanzinstrumente, die integraler Bestandteil von bestimmten Verträgen sind und gesondert ausgewiesen werden müssen, werden sowohl bei erstmaliger Bilanzierung als auch in Folgeperioden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne oder Verluste aus Zeitwertschwankungen werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Wenn derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken aus zukünftigen Zahlungsströmen und zur Sicherung von Bilanzposten eingesetzt werden, ermöglicht lAS 39 bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting. Hierdurch kann die Volatilität in der Gewinn- und Verlustrechnung reduziert werden. Es wird nach der Art des abgesicherten Grundgeschäftes zwischen einem Fair-Value-Hedge, einem Cashflow-Hedge und einem Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation unterschieden.

Bei einem Fair-Value-Hedge, der der Absicherung von bilanzierten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten oder nicht bilanzierten festen vertraglichen Verpflichtungen dient, wird das Sicherungsinstrument zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und diesbezügliche Zeitwertänderungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der abgesicherten Vermögenswerte, Verbindlichkeiten oder festen vertraglichen Verpflichtungen, die aus dem abgesicherten Risiko resultieren, werden ebenso ergebniswirksam erfasst. Im Falle eines perfekten Hedge gleichen sich die ergebniswirksam erfassten Zeitwertschwankungen des Grund- und des Sicherungsgeschäftes nahezu aus.

Wird der Vermögenswert oder die Verbindlichkeit nach den allgemeinen Bilanzierungsvorschriften zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, ist der Buchwert um die kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwertes, die aus dem abgesicherten Risiko resultieren, anzupassen. Wird jedoch das Grundgeschäft (z.B. zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere) zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, ohne nach den allgemeinen Bilanzierungsvorschriften die Gewinn- und Verlustrechnung zu berühren, werden die Zeitwertänderungen, die aus dem abgesicherten Risiko resultieren, entgegen den allgemeinen Vorschriften ergebniswirksam erfasst.

Bei einem Cashflow-Hedge werden künftige Zahlungsstromschwankungen aus in der Bilanz angesetzten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, aus erwarteten mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktionen oder aus Währungsrisiken einer festen vertraglichen Verpflichtung abgesichert. Der effektive Teil der Zeitwertschwankungen wird ergebnisneutral sofort innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Umgliederung aus dem Eigenkapital in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in der Periode, in der das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Sofern die Absicherung später im Ansatz eines nicht finanziellen Vermögenswertes (z.B. Sachanlagen oder Vorräte) resultiert, verändern zu dessen Zugangszeitpunkt die bislang im Eigenkapital erfassten Zeitwertschwankungen den Wertansatz des nicht finanziellen Vermögenswertes. Der aus der Bestimmung der Effektivität des Sicherungszusammenhangs aus Grund- und Sicherungsgeschäft verbleibende ineffektive Teil des Derivates sowie Anpassungen aufgrund von Zinseffekten werden sofort in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Bei Währungsrisiken wird für die Beurteilung der Effektivität die Wertänderung aufgrund von Kassakursänderungen als gesichertes Risiko einbezogen und die Zinskomponente außen vorgelassen.

Wenn das Sicherungsinstrument ausläuft, verkauft, beendet oder ausgeübt wird oder der Sicherungszusammenhang nicht mehr besteht, aber trotzdem erwartet wird, dass das geplante Grundgeschäft eintritt, verbleiben sämtliche bis dahin aus diesem Sicherungsgeschäft aufgelaufenen, nicht realisierten Gewinne oder Verluste innerhalb des Eigenkapitals und werden gemäß obiger Ausführungen ergebniswirksam, wenn das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Falls der Eintritt des ursprünglich abgesicherten Grundgeschäfts nicht mehr erwartet wird, werden die bis dahin innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesenen kumulierten, nicht realisierten Gewinne oder Verluste sofort in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Um Risiken aus Fremdwährungs-, Zins- und Rohstoffpreisänderungen abzusichern, wendet der Konzern überwiegend Cashflow-Hedges an. Zusätzlich führt das Unternehmen auch Sicherungsmaßnahmen gemäß den Grundsätzen des Risikomanagements durch, welche ökonomisch zur Sicherung bestehender Risiken beitragen, jedoch nicht die strengen Anforderungen des lAS 39 für Hedge Accounting erfüllen. Für Währungsderivate, die zur Absicherung von Währungsrisiken aus monetären Bilanzpositionen abgeschlossen wurden, wendet der Konzern kein Hedge Accounting an. Die ergebniswirksam erfassten Effekte aus der Umrechnung der Bilanzpositionen stehen so den ebenfalls ergebniswirksam zu erfassenden Zeitwertschwankungen der Derivate gegenüber.

Die Sicherung einer Nettoinvestition in eine ausländische Einheit durch einen Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation wird derzeit im Konzern nicht angewendet.

Weitere Ausführungen zu den derivativen Finanzinstrumenten enthält Anhang-Nr. 22.

Latente Steuern

Latente Steuern werden nach der Bilanz-Ansatz-Methode auf zeitlich befristete Differenzen zwischen Wertansätzen in der Handelsbilanz und in der Steuerbilanz sowie auf steuerliche Verlustvorträge und für anrechenbare Steuern angesetzt. Auf diese Weise ermittelte Differenzen werden grundsätzlich immer berücksichtigt, wenn sie zu passiven latenten Steuern führen. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuervorteile auch realisiert werden. Aktive und passive latente Steuern werden auch auf temporäre Differenzen angesetzt, die im Rahmen von Unternehmenserwerben entstehen, mit der Ausnahme von temporären Differenzen auf Firmenwerte, sofern diese steuerlich unberücksichtigt bleiben.

Zur Berechnung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist. Veränderungen der latenten Steuern in der Bilanz führen grundsätzlich zu latentem Steueraufwand bzw. -ertrag. Soweit Sachverhalte, die eine Veränderung der latenten Steuern nach sich ziehen, direkt im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst werden, wird auch die Veränderung der hierauf entfallenden latenten Steuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt.

Kumuliertes sonstiges Ergebnis

In dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen, soweit sie nicht auf Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern (z.B. Kapitalerhöhungen oder Ausschüttungen) beruhen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Zeitbewertung von zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerten und von derivativen Finanzinstrumenten sowie der Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen entfällt, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen wird in der Periode, in der sie als sonstiges Ergebnis erfasst wird, unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für leistungsorientierte Pensionspläne zu bildende Pensionsrückstellungen sowie Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Quartalsweise erfolgt eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens.

Soweit ein zur Refinanzierung von Pensionsverpflichtungen und ähnlichen Verpflichtungen aufgebautes Fondsvermögen die Verpflichtungen übersteigt, ist die Aktivierung des Überhangs begrenzt. Soweit im Zusammenhang mit Fondsvermögen Zahlungsverpflichtungen aufgrund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen bestehen, kann dies auch zum Ansatz einer zusätzlichen Rückstellung führen, wenn der wirtschaftliche Nutzen eines sich unter Berücksichtigung der noch zu leistenden Mindestdotierungen ergebenden Finanzierungsüberhanges für das Unternehmen begrenzt ist. Determinanten für die Begrenzung sind noch unberücksichtigter Dienstzeitaufwand aus rückwirkenden Planänderungen sowie der Barwert von künftigen Rückerstattungen aus dem Plan oder von Minderungen zukünftiger Beitragszahlungen (asset ceiling).

Im Rahmen der Bilanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne werden mit Ausnahme des Nettozinsaufwands sämtliche Aufwendungen und Erträge innerhalb des betrieblichen Ergebnisses ausgewiesen. Der in den Netto-Pensionsaufwendungen enthaltene Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Verpflichtungen des Konzerns aus beitragsorientierten Versorgungsplänen werden ergebniswirksam innerhalb des betrieblichen Ergebnisses erfasst.

Wertänderungen aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen werden in der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Diese setzen sich aus den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, dem Ertrag aus dem Planvermögen und den Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensobergrenze (asset ceiling) abzüglich der bereits jeweils im Nettozinsaufwand enthaltenen Beträge zusammen. Latente Steuern auf die Wertänderungen aus der Neubewertung werden ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst.

Der Konzern verfügt auch über Pensionspläne, die gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten werden (multi-employer-plans). Dabei handelt es sich im Grundsatz sowohl um leistungs- als auch um beitragsorientierte Versorgungspläne. Soweit im Zusammenhang mit gemeinschaftlich unterhaltenen leistungsorientierten Versorgungsplänen die erforderlichen Informationen zur Verfügung stehen, werden diese Pläne wie jeder andere leistungsorientierte Plan bilanziert, andernfalls wie beitragsorientierte Pläne. Insbesondere in den USA, Schweden und den Niederlanden gibt es gemeinschaftlich unterhaltene leistungsorientierte Versorgungspläne, die wie beitragsorientierte Pläne bilanziert werden, da eine Zuordnung der Pensionsverpflichtungen und des Planvermögens zu den teilnehmenden Unternehmen nicht möglich ist.

Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat, diese Verpflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag, wobei erwartete Erstattungen Dritter nicht saldiert, sondern als separater Vermögenswert angesetzt werden, sofern die Realisation so gut wie sicher ist. Ist der Zinseffekt wesentlich, wird die Rückstellung mit dem Marktzins abgezinst.

Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen gebildet. Die Höhe der Rückstellung basiert auf der historischen Entwicklung von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist.

Rückstellungen für drohende Verluste aus ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.

Aktienbasierte Vergütung

Der Konzern verfügt über Incentivepläne, in deren Rahmen ausgewählten Führungskräften Wertrechte gewährt werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Rechte wird zum Zeitpunkt der Gewährung (grant date) und zu jedem Bilanzstichtag berechnet und als Aufwand linear über den Erdienungszeitraum (vesting period) verteilt sowie eine entsprechende Rückstellung ausgewiesen. Weiterhin wurde den Mitgliedern des Vorstands der thyssenkrupp AG bis einschließlich 2013 / 2014 und weiteren ausgewählten Führungskräften bis einschließlich 2014 / 2015 ein Teil der variablen Vergütung in Wertrechten gewährt. Die Rückstellungen für beide Vergütungsformen werden zu jedem Bilanzstichtag und zum Zeitpunkt der Auszahlung neu bewertet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes der Rückstellung werden innerhalb des betrieblichen Ergebnisses berücksichtigt.

Hierzu wird auch auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 14 verwiesen.

Umsatzrealisierung

Umsätze aus Warenverkäufen werden ausgewiesen, sobald die wesentlichen Chancen und Risiken des Eigentums auf den Käufer übergegangen sind und die Höhe der realisierbaren Umsätze verlässlich ermittelt werden kann. Umsätze aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde. Keine Umsätze werden ausgewiesen, wenn wesentliche Risiken bezüglich des Erhalts der Gegenleistung oder einer möglichen Warenrückgabe bestehen. Im Übrigen werden Umsätze unter Abzug von Erlösschmälerungen wie Boni, Skonti oder Rabatte ausgewiesen.

Umsätze und Aufwendungen aus Fertigungsaufträgen werden nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert, wonach die Umsätze entsprechend dem Fertigstellungsgrad ausgewiesen werden. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten. Ist für die Abwicklung eines Fertigungsauftrages ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, umfassen die Auftragskosten auch direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten.

Aufträge, bei denen der Konzern Generalunternehmer- oder Engineeringleistungen erbringt, werden ebenfalls wie Fertigungsaufträge behandelt. Nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanzierte Fertigungsaufträge werden entsprechend den zum Stichtag aufgelaufenen Auftragskosten zuzüglich des sich aus dem erreichten Fertigstellungsgrad ergebenden anteiligen Gewinns bewertet. In der Bilanz werden diese Umsatzerlöse abzüglich erhaltener Anzahlungen in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst. Auftragsänderungen und Nachforderungen werden berücksichtigt, sofern sie wahrscheinlich vom Kunden akzeptiert werden und ihre Höhe verlässlich ermittelt werden kann. Verlässlich bewertbare Leistungsprämien werden berücksichtigt, wenn die Erreichung oder Überschreitung der Leistungsanforderungen wahrscheinlich ist.

Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht verlässlich schätzbar ist, werden wahrscheinlich erzielbare Umsätze bis zur Höhe der angefallenen Kosten erfasst. Auftragskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand ausgewiesen.

Ist absehbar, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen, wird der erwartete Verlust unmittelbar als Aufwand ausgewiesen.

Umsatzerlöse aus Verträgen, die mehrere Vertragselemente (z.B. Warenverkäufe in Kombination mit Dienstleistungen) beinhalten, werden erfasst, wenn das jeweilige Vertragselement geliefert oder erbracht worden ist. Die Umsatzrealisierung erfolgt auf Basis objektiv nachvollziehbarer, relativer beizulegender Zeitwerte der einzelnen Vertragselemente.

Zinserträge werden unter Berücksichtigung des ausstehenden Kapitalbetrages und des geltenden Zinssatzes zeitanteilig vereinnahmt. Dividendenerträge aus Kapitalanlagen werden erfasst, wenn der Anspruch auf Zahlung rechtlich entstanden ist.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Investitionszuwendungen werden als Reduzierung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der betreffenden Vermögenswerte erfasst und führen zu einer entsprechenden Reduzierung der planmäßigen Abschreibungen in Folgeperioden. Zuwendungen, die nicht auf Investitionen bezogen sind, werden als sonstige betriebliche Erträge in den Zeiträumen erfasst, in denen die Aufwendungen anfallen, die durch die Zuwendung kompensiert werden sollen.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Aufwendungen für Forschung werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes oder Prozesses abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Absicht besteht, die Entwicklung fertigzustellen, die Entwicklung vermarktbar ist, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und der Konzern über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügt. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen. Dabei umfassen die Herstellungskosten neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten. Ist für die Herstellung eines Vermögenswertes ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchsfertigen Zustand zu versetzen, werden direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten bis zur Erlangung des gebrauchsfertigen Zustandes als Teil der Herstellungskosten aktiviert. Verwaltungskosten werden nur aktiviert, sofern ein direkter Herstellungsbezug besteht. Solange ein Entwicklungsprojekt nicht abgeschlossen ist, erfolgt eine jährliche Überprüfung der Werthaltigkeit der aufgelaufenen aktivierten Beträge, soweit nicht darüber hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise darauf bestehen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) ergibt sich aus der Division des auf die Aktionäre der thyssenkrupp AG entfallenden Anteils am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der ausgegebenen Aktien. Während einer Periode neu ausgegebene oder zurückgekaufte Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung des thyssenkrupp Konzerns ist gemäß dem sogenannten "Management Approach" an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. Die der Ermittlung der internen Steuerungsgrößen zugrunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss abgeleitet.

Einzelne zur Veräußerung vorgesehene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)

Ein einzelner langfristiger Vermögenswert wird als zur Veräußerung vorgesehen eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Der Konzern weist Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als Veräußerungsgruppe aus, wenn diese als Gruppe in einer Transaktion verkauft oder auf andere Weise abgegeben werden sollen und insgesamt die in IFRS 5 "Non-current Assets held for Sale and Discontinued Operations" definierten Kriterien erfüllen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe werden in der Bilanz gesondert in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" und "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" ausgewiesen. Die Aufwendungen und Umsätze einer Veräußerungsgruppe sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten, es sei denn, die Veräußerungsgruppe qualifiziert sich für die Berichterstattung als eine "Nicht fortgeführte Aktivität" (Discontinued Operation). Der Konzern weist die Ergebnisse einer Veräußerungsgruppe, die die Voraussetzungen für eine sogenannte Komponente des Konzerns (Component of the Group) erfüllt, als nicht fortgeführte Aktivitäten aus, wenn diese einen wesentlichen Geschäftszweig repräsentiert oder sämtliche Aktivitäten einer geografischen Region beinhaltet. Ergebnisse aus nicht fortgeführten Aktivitäten werden in der Periode berücksichtigt, in der sie anfallen, und gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)" ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Vorperiode wird entsprechend angepasst, indem die Ergebnisse der Komponente des Konzerns in den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen werden. In der Kapitalflussrechnung werden die Cashflows der nicht fortgeführten Aktivitäten getrennt von den Cashflows der fortgeführten Aktivitäten dargestellt und der Ausweis der Vorperiode wird entsprechend angepasst. Um die Ergebnisanteile der nicht fortgeführten Aktivitäten darzustellen, werden die aus konzerninternen Transaktionen stammenden Umsätze und Aufwendungen berücksichtigt, sofern diese nach dem Abgang der nicht fortgeführten Aktivitäten nicht weiterhin anfallen.

Bei erstmaliger Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden langfristige Vermögenswerte zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, eine planmäßige Abschreibung wird nicht mehr vorgenommen. Eine Veräußerungsgruppe wird zunächst nach den für sie einschlägigen IFRS-Standards bewertet und danach wird der sich daraus ergebende Buchwert der Gruppe dem Nettozeitwert gegenübergestellt, um den niedrigeren anzusetzenden Wert zu bestimmen. Wertminderungen aufgrund der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden ebenso wie spätere Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen bis zur Höhe des kumulierten Wertminderungsaufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Abschlussgliederung

Einzelne Posten in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung sind zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen. Der Vorperiodenausweis der gekennzeichneten Posten wurde an den Ausweis der Berichtsperiode angepasst.

In der Regel klassifiziert der Konzern Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Konzernunternehmen, deren normaler Geschäftszyklus mehr als zwölf Monate umfasst, weisen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig aus, wenn diese innerhalb des normalen Geschäftszyklus realisiert oder ausgeglichen werden.

Schätzungen

Zur Erstellung des Konzernabschlusses muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Anpassungen bezüglich der für die Rechnungslegung relevanten Schätzungen werden in der Periode der Änderung berücksichtigt, sofern die Änderung nur diese Periode betrifft. Eine Änderung wird in der Periode der Änderung und in späteren Perioden berücksichtigt, sofern die Änderung sowohl die Berichtsperiode als auch spätere Perioden betrifft.

Schätzungen und Ermessensausübungen des Vorstands in der Anwendung der IFRS, die einen wesentlichen Effekt auf den Konzernabschluss haben, werden unter Anhang-Nr. 25 dargestellt.

Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 hat thyssenkrupp die nachfolgenden Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet:

Im November 2013 hat das IASB eng begrenzte Änderungen zu IAS 19 "Employee Benefits" mit dem Titel "Defined Benefit Plans: Employee Contributions (Amendments to IAS 19)" veröffentlicht. Die Änderungen sind anzuwenden auf die Erfassung von Beiträgen von Arbeitnehmern oder Dritten zu leistungsorientierten Pensionsplänen. Hierdurch ist es gestattet, die Beiträge von Arbeitnehmern oder Dritten in der Periode als Reduktion des laufenden Dienstzeitaufwands zu erfassen, in der die zugehörige Arbeitsleistung erbracht wurde, sofern die Beiträge unabhängig von der Anzahl der Dienstjahre sind. Die Änderungen des IAS 19 sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen. Im Rahmen der Übernahme in das EU-Recht wurde die verpflichtende Anwendung verschoben auf Geschäftsjahre, die nach dem 1. Februar 2015 beginnen; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hatte thyssenkrupp keinen Gebrauch gemacht. Die Änderungen haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Im Dezember 2013 hat das IASB im Rahmen des Annual-Improvements-Process-Projekts die jährlichen Verbesserungen für den Zyklus 2010-2012 und für den aktuellen Zyklus 2011-2013 veröffentlicht. Im Rahmen des Zyklus 2010-2012 erfolgen Klarstellungen bzw. kleinere Änderungen an sieben Standards: IFRS 2 "Share-based Payment", IFRS 3 "Business Combinations", IFRS 8 "Operating Segments", IFRS 13 "Fair Value Measurement", IAS 16 "Property, Plant and Equipment", IAS 24 "Related Party Disclosures" sowie IAS 38 "Intangible Assets". Im Rahmen des Zyklus 2011-2013 erfolgen Klarstellungen bzw. kleinere Änderungen an vier Standards: IFRS 1 "First-time Adoption of IFRS", IFRS 3 "Business Combinations", IFRS 13 "Fair Value Measurement" und IAS 40 "Investment Property". Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen. Im Rahmen der Übernahme in das EU-Recht wurde die verpflichtende Anwendung verschoben und zwar für den Zyklus 2010-2012 auf Geschäftsjahre, die nach dem 1. Februar 2015 beginnen, und für den Zyklus 20112013 auf Geschäftsjahre, die nach dem 1. Januar 2015 beginnen; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hatte thyssenkrupp keinen Gebrauch gemacht. Die Änderungen haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Veröffentlichte, aber 2015 / 2016 noch nicht anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften

Das IASB hat die nachfolgend dargestellten Standards, Interpretationen und Änderungen von Standards bzw. Interpretationen herausgegeben, deren Anwendung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verpflichtend ist und deren Anwendbarkeit teilweise noch die Übernahme in das EU-Recht ("Endorsement") erfordert:

Im Juli 2014 hat das IASB die finale Version von IFRS 9 "Financial Instruments" veröffentlicht. Die neue Version beinhaltet überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und erstmals Vorschriften zur Wertminderung von Finanzinstrumenten; das neue "expected loss model" zieht den Ansatz von Verlusten vor, indem sowohl eingetretene als auch in der Zukunft erwartete Verluste erfasst werden. Die neuen Regelungen sind verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen, jedoch werden diverse Vereinfachungsoptionen gewährt; eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Übernahme der Änderungen durch die EU steht noch aus. Der Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung des Standards haben wird, sofern der Standard von der EU in dieser Form übernommen wird.

Im Mai 2014 hat das lASB den neuen Standard IFRS 15 "Revenue from Contracts with Customers" veröffentlicht. Zielsetzung des neuen Standards zur Umsatzrealisierung ist es, die Vielzahl der bisher in diversen Standards und Interpretationen enthaltenen Regelungen zusammenzuführen. Gleichzeitig werden einheitliche Grundprinzipien festgelegt, die für alle Branchen und für alle Arten von Umsatztransaktionen anwendbar sind. Die Fragen, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt bzw. über welchen Zeitraum Umsatz zu realisieren ist, sind mit Hilfe des 5-Stufen-Modells zu beantworten. Daneben enthält der Standard eine Reihe von weiteren Regelungen zu Detailfragestellungen sowie eine Ausweitung der erforderlichen Anhangangaben. Durch die im September 2015 veröffentlichte Änderung des IFRS 15 wurde der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt vom 1. Januar 2017 verschoben auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen, jedoch werden diverse Vereinfachungsoptionen gewährt; eine frühere Anwendung ist weiterhin zulässig. Im April 2016 wurden einige Klarstellungen zum IFRS 15 veröffentlicht, die insbesondere die Identifizierung von separaten Leistungsverpflichtungen, die Abgrenzung Prinzipal und Agent sowie die Erfassung von Lizenzerträgen betreffen. Die Übernahme der Klarstellungen durch die EU steht noch aus.

Der Konzern hat in 2015 ein konzernweites Projekt zur Einführung des IFRS 15 aufgesetzt. Das Projekt umfasst zwei Phasen: Im Rahmen der Phase 1, die im Wesentlichen das Geschäftsjahr 2015 / 2016 betraf, erfolgte zunächst eine detaillierte Analyse der Betroffenheiten durch die Regelungen des IFRS 15 auf Ebene der in den Business Areas identifizierten 14 Geschäftsmodelle. Die Ergebnisse der initial durchgeführten Betroffenheitsanalyse wurden anschließend anhand definierter Vertragstypen auf Gesellschaftsebene verifiziert. Auf Basis der durchgeführten Vertragsanalyse wurde ein Fachkonzept für die Überleitung der Umsatzerfassung auf die neuen Regelungen des IFRS 15 entwickelt, das auch den Anpassungsbedarf hinsichtlich der bestehenden IT-Prozesse / -Systeme mit umfasst. Die sich anschließende Phase 2 des Projektes, die im Wesentlichen das Geschäftsjahr 2016 / 2017 betreffen wird, dient insbesondere der Umsetzung des im Rahmen der Phase 1 festgestellten initialen Anpassungsbedarfs bei den IT-Prozessen / -Systemen sowie der Schulung der Konzerngesellschaften im Umgang mit den neuen Vorgaben des IFRS 15.

Auf Grundlage der Ergebnisse der im Geschäftsjahr 2015 / 2016 durchgeführten Detailanalyse des IFRS 15 wurden - verglichen mit der bisherigen Umsatzerfassung - folgende wesentlichen Auswirkungen festgestellt:

Bei bestimmten Geschäftsmodellen im Automobilzuliefer-Bereich der Business Area Components Technology wird es aufgrund der in IFRS 15 erfolgten Konkretisierung der Prinzipal-Agenten-Definition über das Kontroll-Prinzip zu einer signifikanten nachhaltigen Verminderung der ausgewiesenen Umsätze durch einen erweiterten Netto-Ausweis von Agentenumsätzen kommen. Hieraus ergeben sich zugleich positive Auswirkungen auf die ausgewiesene prozentuale Umsatzmarge (bezogen auf das Bereinigte EBIT) der Business Area Components Technology, die zum Abschlussstichtag 30.09.2016 um 0,6 Prozentpunkte höher ausgewiesen werden würde.
Bei Anwendung der in IFRS 15 enthaltenen Kriterien für eine zeitraumbezogene Umsatzerfassung kann es in der Business Area Industrial Solutions im Vergleich zur bisherigen Bilanzierung nach der Percentage-of-Completion-Methode gemäß IAS 11 in Einzelfällen zu einer zeitlich nachgelagerten Umsatzerfassung kommen.
Die gemäß IFRS 15 unter bestimmten Voraussetzungen geforderte Separierung von Leistungsverpflichtungen und die hieraus resultierende Allokation des Transaktionspreises wird die zeitliche Verteilung der Umsatzerfassung beeinflussen.

Im Marinegeschäft der Business Area Industrial Solutions ergeben sich zeitliche Verschiebungen von Umsätzen im Falle der Gewährung von Optionen auf den künftigen Erwerb von weiteren Produkten, die nach IFRS 15 "wesentliche Rechte" darstellen und als separate Leistungsverpflichtung behandelt werden müssen.

Darüber hinaus ergeben sich insbesondere in der Business Area Materials Services in Abhängigkeit von den im Einzelfall mit dem Kunden vereinbarten Incoterms zu separierende Leistungsverpflichtungen im Zusammenhang mit der Erbringung von Transportdienstleistungen.
Die nach IFRS 15 bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen zwingende Aktivierung von Kosten der Auftragserlangung, insbesondere in den Business Areas Industrial Solutions und Components Technology, wird sich bilanzverlängernd auswirken. Bilanzverlängerungen werden darüber hinaus aus dem Ansatz von vertraglichen Vermögenswerten, d.h. von Forderungen gegenüber Kunden, für die noch kein Rechtsanspruch besteht, resultieren.
Es können sich Auswirkungen aus der Anwendung des IFRS 9, dessen Übernahme durch die EU derzeit noch aussteht, im Rahmen der Bewertung von vertraglichen Vermögenswerten ergeben. IFRS 9 sieht in diesem Zusammenhang die Berücksichtigung des Expected Loss-Modells an Stelle des bisher angewendeten Incurred Loss-Ansatzes vor.

Der Konzern geht derzeit davon aus, von der Möglichkeit einer vorzeitigen Anwendung des IFRS 15 vor Beginn des Geschäftsjahres 2018 / 2019 keinen Gebrauch zu machen. Die Übergangsvorschriften des IFRS 15 erlauben neben einer vollständig retrospektiven auch eine modifizierte retrospektive Erstanwendung. Der Konzern wird vor dem Hintergrund der noch nicht vollständig abgeschlossenen Detailanalyse der Auswirkungen des IFRS 15 auf die IT-Prozesse / -Systeme voraussichtlich im Laufe des Geschäftsjahres 2016 / 2017 über die Konkretisierung der vorgesehenen Alternativen für eine retrospektive Erstanwendung entscheiden.

Im Dezember 2014 hat das IASB Änderungen an IAS 1 "Presentation of Financial Statements" veröffentlicht. Die Änderungen umfassen im Wesentlichen Klarstellungen hinsichtlich der Beurteilung der Wesentlichkeit von Anhangangaben, Erläuterungen zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung, der Struktur von Anhangangaben und der Darstellung der maßgeblichen Rechnungslegungsmethoden. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat thyssenkrupp keinen Gebrauch gemacht. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass die Änderungen einen Einfluss auf die Darstellung der Anhangangaben haben werden.

Im Januar 2016 hat das lASB den neuen Standard IFRS 16 "Leases" veröffentlicht, der den bisherigen Leasing-Standard lAS 17 ersetzen soll. Kerngedanke des neuen Standards ist, dass beim Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz ausgewiesen werden. Die bislang nach lAS 17 erforderliche Unterscheidung zwischen Finance-Lease und Operating-Lease-Verträgen entfällt damit zukünftig beim Leasingnehmer. Nach IFRS 16 weist der Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse in der Bilanz eine Leasingverbindlichkeit in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich direkt zurechenbarer Kosten aus und aktiviert gleichzeitig ein entsprechendes Nutzungsrecht am zugrundeliegenden Vermögenswert. Während der Laufzeit des Leasingvertrags wird die Leasingverbindlichkeit ähnlich den Regelungen des bisherigen lAS 17 für Finance Lease finanzmathematisch fortgeschrieben, während das Nutzungsrecht planmäßig abgeschrieben wird. Für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasinggegenstände mit geringem Wert gibt es Erleichterungen für die Bilanzierung. Für Leasinggeber entsprechen die Regelungen des neuen Standards nahezu den bisherigen Vorschriften des lAS 17. Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Vermögenswert übertragen werden, werden als Finance Lease klassifiziert, alle anderen Leasingverträge als Operating Lease. Der neue Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig, sofern lFRS 15 ebenfalls angewendet wird. Die Übernahme des Standards durch die EU steht noch aus. Der Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung des Standards haben wird, sofern der Standard von der EU in dieser Form übernommen wird.

Neben den zuvor im einzelnen dargestellten Standards hat das lASB noch weitere Standards, lnterpretationen und Änderungen von Standards bzw. lnterpretationen herausgegeben, deren Anwendung zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls noch nicht verpflichtend ist und deren Anwendbarkeit teilweise noch die Übernahme in das EU-Recht ("Endorsement") erfordert. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendungen dieser Standards, lnterpretationen und Änderungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben werden:

Ergänzungen zu lFRS 11 "Joint Arrangements": "Accounting for Acquisitions of lnterests in Joint Operations", Veröffentlichung im Mai 2014, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2016 / 2017
Ergänzungen zu lAS 16 "Property, Plant and Equipment" und lAS 38 "lntangible Assets": "Clarification of Acceptable Methods of Depreciation and Amortisation", Veröffentlichung im Mai 2014, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2016 / 2017
Ergänzungen zu lFRS 10 "Consolidated Financial Statements" und lAS 28 "lnvestments in Associates and Joint Ventures (2011)": "Sale or Contribution of Assets between an lnvestor and its Associate or Joint Venture", Veröffentlichung im September 2014, erstmalige Anwendung auf unbestimmte Zeit verschoben
Annual-lmprovements-Process-Projekt für den Zyklus 2012-2014, Veröffentlichung im September 2014, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2016 / 2017
Ergänzungen zu lFRS 10, lFRS 12 und lAS 28: "lnvestment Entities - Applying the Consolidation Exception", Veröffentlichung im Dezember 2014, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2016 / 2017
Ergänzungen zu IAS 12 "Income Taxes": "Recognition of Deferred Tax Assets for Unrealised Losses", Veröffentlichung im Januar 2016, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2017 / 2018
Ergänzungen zu lAS 7 "Statements of Cash Flows": "Disclosure Initiative", Veröffentlichung im Januar 2016, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2017 / 2018
Ergänzungen zu IFRS 2 "Share-based Payment": "Classification and Measurement of Share-based Payment Transactions", Veröffentlichung im Juni 2016, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2018 / 2019
Ergänzungen zu IFRS 4 "Insurance contracts": "Applying IFRS 9 Financial Instruments with IFRS 4 Insurance Contracts", Veröffentlichung im September 2016, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2018 / 2019

02 Konsolidierte Unternehmen und Beteiligungen

Zusammensetzung des Konsolidierungskreises

Die nachfolgende Tabelle stellt die Veränderung des Konsolidierungskreises in den Geschäftsjahren 2014 / 2015 und 2015 / 2016 dar:

VERÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS

Anzahl konsolidierter Unternehmen Inland Ausland Gesamt
Stand am 30.09.2014 146 401 547
Zugänge 1 13 14
Abgänge -16 -48 -64
Stand am 30.09.2015 131 366 497
Zugänge - 1 1
Abgänge -9 -18 -27
Stand am 30.09.2016 122 349 471

Der Zugang in 2015 / 2016 resultiert aus einer Gründung, während von den Abgängen 19 auf konzerninterne Verschmelzungen zurückzuführen sind. Zu weiteren Details vgl. die nachfolgenden Ausführungen unter "Erwerbe und Abgänge" in dieser Anhang-Nr.

8 (Vorjahr: 9) Tochterunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden nicht konsolidiert; ihr Umsatz beträgt 0,02 % des gesamten Konzernumsatzes, ihr Ergebnis 0,04 % des gesamten Konzernergebnisses (vor Steuern) und ihr Eigenkapital 0,02% des Konzerneigenkapitals.

10 (Vorjahr: 10) assoziierte Unternehmen und 15 (Vorjahr: 13) Joint Ventures werden im Konzern nach der Equity-Methode bewertet. Darüber hinaus werden 8 (Vorjahr: 11) assoziierte Unternehmen wegen der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht nach der Equity-Methode bewertet; das anteilige Ergebnis dieser assoziierten Unternehmen von untergeordneter Bedeutung beträgt 0,66 % des gesamten Konzernergebnisses (vor Steuern) und ihr anteiliges Eigenkapital 0,49% des Konzerneigenkapitals.

Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com wiedergegeben.

Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen

Bis zum Erwerb der von Vale gehaltenen Minderheitenanteile am 31. Mai 2016 war die Companhia Siderúrgica do Atlantico (CSA) mit Sitz in Rio de Janeiro, Brasilien, ein Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen. Die Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile betrug 26,87 % und war mit der Stimmrechtsquote identisch. In 2014 / 2015 wurde den nicht beherrschenden Anteilen ein Ergebnisanteil von -102 Mio € zugeordnet; es erfolgten keine Dividendenzahlungen an die nicht beherrschenden Anteile von CSA. Zum 30. September 2015 beliefen sich die kumulierten nicht beherrschenden Anteile von CSA in der Konzernbilanz auf -349 Mio €. Die nachfolgende Tabelle enthält die zusammengefassten Vorjahres-Finanzinformationen für CSA:

FINANZINFORMATIONEN CSA

Mio € 30.09.2015 / 2014 / 2015
Langfristige Vermögenswerte 1.798
Kurzfristige Vermögenswerte 811
Langfristige Verbindlichkeiten 2.510
Kurzfristige Verbindlichkeiten 634
Umsatzerlöse 1.558
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) -379
Gesamtergebnis -422
Operating Cashflow -161
Cashflow aus Investitionstätigkeit -84
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 320

Die Inhaber der nicht beherrschenden Anteile von CSA hatten gewisse Schutzrechte, die thyssenkrupp daran hinderten, wesentliche operative und finanzielle Grundlagen der CSA ohne deren Zustimmung zu verändern.

Nachdem Anfang April 2016 mit Vale ein Vertrag zur Übernahme aller der von Vale gehaltenen Minderheitenanteile an CSA in Höhe von 26,87 % mit einem symbolischen Kaufpreis in Kombination mit einem Besserungsschein für den Fall eines Verkaufs von CSA unterzeichnet worden war, wurde die Transaktion am 31. Mai 2016 nach Erhalt der erforderlichen Genehmigungen vollzogen. thyssenkrupp ist damit alleiniger Eigentümer von CSA. Die daraus resultierenden Veränderungen beim Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG und bei den nicht beherrschenden Anteilen stellen sich wie folgt dar:

EIGENKAPITALEFFEKTE AUS DER VOLLKONSOLIDIERUNG VON CSA

Mio €
Kumulierte nicht beherrschende Anteile an CSA 30.09.2015 -349
Anteiliges Ergebnis Oktober 2015 bis Mai 2016 -80
Anteiliges Sonstiges Ergebnis Oktober 2015 bis Mai 2016 4
Eigenkapitaleffekt CSA -425
Kumulierte nicht beherrschende Anteile an thyssenkrupp Slab International (Gesellschafterin von CSA) -19
Veränderung Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG -444
davon: Veränderung Gewinnrücklagen -453
davon: Veränderung kumuliertes sonstiges Ergebnis: Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung 9
Veränderung nicht beherrschende Anteile 444
Veränderung Eigenkapital 2015 / 2016 0

Strukturierte Unternehmen

thyssenkrupp bezieht 4 (Vorjahr: 4) strukturierte Unternehmen im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss ein. Bei einem dieser strukturierten Unternehmen handelt es sich um die Betreibergesellschaft einer zur Produktion von Koks gemieteten Anlage. Diese Betreibergesellschaft ist Leasingnehmer im Rahmen eines Operating-Lease-Verhältnisses, so dass die Verpflichtungen aus den künftigen Mindestmietzahlungen Bestandteil der im Konzernabschluss enthaltenen sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind. Das maximale Verlustrisiko des Konzerns aus dieser Anlage beläuft sich auf 61 Mio € und resultiert aus der im Wesentlichen durch Dritte übernommenen Restwertgarantie für die Anlage zum Ende des Mietvertrages (vgl. Anhang-Nr. 21). Bei dem anderen strukturierten Unternehmen handelt es sich um eine Leasingobjektgesellschaft, die zur Realisierung des zweiten Bauabschnittes des thyssenkrupp Quartiers gegründet wurde. Das Leasingobjekt und die entsprechenden Verbindlichkeiten sind im Konzernabschluss enthalten. Verpflichtungen zur finanziellen Unterstützung bestehen nicht. Die beiden anderen strukturierten Unternehmen sind von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Darüber hinaus unterhält thyssenkrupp vertragliche Beziehungen zu 6 (Vorjahr: 6) nicht beherrschten strukturierten Unternehmen. Hieran hält der Konzern maximal Anteile in Höhe von 1 %. Bei einem dieser Unternehmen handelt es sich um die Eigentümergesellschaft und den Operating-Lease-Geber der vom thyssenkrupp Konzern zur Produktion von Koks gemieteten Anlage. Im Rahmen von Forderungsverkaufsprogrammen bestehen vertragliche Beziehungen zu einem strukturierten Unternehmen, an dem der Konzern keine Anteile hält. Zwischen den weiteren, nicht beherrschten strukturierten Unternehmen bestehen Liefer- bzw. Dienstleistungsverträge mit einzelnen Konzernunternehmen. Aus diesen Verträgen potenziell entstehende Verluste sind bereits in den unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen angegebenen Abnahmeverpflichtungen enthalten (vgl. Anhang-Nr. 21).

Erwerbe und Abgänge

Geschäftsjahr 2015 / 2016

Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 tätigte der Konzern im Geschäftsjahr nur kleinere Erwerbe in Form von Asset Deals sowie kleinere Verkäufe, die jeder für sich genommen und in Summe alle nicht wesentlich waren.

Geschäftsjahr 2014 / 2015

Im Geschäftsjahr 2014 / 2015 konsolidierte der Konzern erstmals das Elektrolyse-Joint-Venture thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers sowie die Marohn Elevator Co. in Shanghai und tätigte weitere kleinere Erwerbe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

ERWERBE

Mio € 2014 / 2015
Firmenwert 93
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 96
Sachanlagen 32
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen -6
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1
Aktive latente Steuern 20
Vorräte 29
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 56
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 4
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 11
Laufende Ertragsteueransprüche 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 103
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 440
Passive latente Steuern 34
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1
Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 2
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 14
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 1
Kurzfristige Finanzschulden 19
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 57
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 5
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 65
Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten 198
Erworbenes Reinvermögen 242
Nicht beherrschende Anteile 20
Kaufpreise 222
Davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 72
Davon: durch Eigenkapitalinstrumente beglichen 69

Darüber hinaus erfolgten im Rahmen der Portfoliooptimierung im Geschäftsjahr 2014 / 2015 der Verkauf der RIP-Gruppe und der VDM-Gruppe sowie weitere kleinere Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Abgangszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

ABGÄNGE

Mio € 2014 / 2015
Firmenwert 29
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 5
Sachanlagen 56
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1
Aktive latente Steuern 22
Vorräte 418
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 260
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 82
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 28
Laufende Ertragsteueransprüche 5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 50
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 956
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 113
Sonstige langfristige Rückstellungen 30
Passive latente Steuern 6
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 14
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 3
Kurzfristige Finanzschulden 330
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 138
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 32
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 48
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 714
Abgehendes Reinvermögen 242
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 3
Nicht beherrschende Anteile -19
Gewinn / (Verlust) aus den Verkäufen -5
Verkaufspreise 221
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 220

03 Veräußerungsgruppe (Disposal Group) und nicht fortgeführte Aktivität (Discontinued Operation)

Veräußerungsgruppe

Zum 30. Juni 2016 war im Bereich Corporate der Verkauf eines Pakets von in Deutschland gelegenem, als nicht betriebsnotwendig eingestuftem Grundbesitz eingeleitet worden, das sich als Veräußerungsgruppe nach IFRS 5 klassifiziert und das in der Bilanz in der Zeile "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" ausgewiesen wird. Zum 30. September 2016 umfasst die Veräußerungsgruppe als Finanzinvestition gehaltene Immobilien in Höhe von 63 Mio € sowie Vorräte in Höhe von 2 Mio €. Aus der Bewertung der Veräußerungsgruppe zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten entstanden Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 5 Mio €, die auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien entfallen und die in den Umsatzkosten ausgewiesen werden.

Nicht fortgeführte Aktivität: ehemalige Business Area Stainless Global

Die ehemalige Business Area Stainless Global wurde bis zum Verkauf am 28. Dezember 2012 als nicht fortgeführte Aktivität klassifiziert. Nachlaufende Erträge und Aufwendungen, die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf von Stainless Global stehen, sind ebenfalls als Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten in der Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen. So entstanden in 2014 / 2015 nachlaufende Aufwendungen in Höhe von 11 Mio €, die im Wesentlichen aus Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen resultierten.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

04 Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

ENTWICKLUNG IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Mio € Konzessionen, gewerbliche Schulrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Entwicklungskosten, eigenentwickelte Software und Website Firmenwerte Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 1.10.2014 1.622 631 4.188 6.441
Währungsunterschiede 32 31 123 186
Veränderung Konsolidierungskreis 35 -13 69 91
Zugänge 60 45 6 111
Umbuchungen 16 16 -1 31
Abgänge -29 -2 0 -31
Stand am 30.09.2015 1.736 708 4.385 6.829
Währungsunterschiede 0 1 23 25
Veränderung Konsolidierungskreis 7 -13 -3 -8
Zugänge 78 54 0 132
Umbuchungen 39 15 7 62
Abgänge -16 -8 -1 -25
Stand am 30.09.2016 1.845 757 4.413 7.015
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2014 1.087 433 607 2.127
Währungsunterschiede 23 20 38 81
Veränderung Konsolidierungskreis -44 -14 0 -58
Abschreibungen 94 41 0 135
Wertminderungsaufwendungen 26 14 0 40
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 1 0 0 1
Abgänge -26 0 0 -26
Stand am 30.09.2015 1.161 494 645 2.300
Währungsunterschiede 3 1 1 4
Veränderung Konsolidierungskreis 3 -8 0 -6
Abschreibungen 84 41 0 125
Wertminderungsaufwendungen 5 3 0 8
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 32 0 4 36
Abgänge -15 -8 0 -23
Stand am 30.09.2016 1.273 522 650 2.445
Nettowerte
Stand am 1.10.2014 535 198 3.581 4.314
Stand am 30.09.2015 575 214 3.740 4.529
Stand am 30.09.2016 573 235 3.763 4.570

Wertminderungen auf Firmenwerte

Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte werden in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen.

Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte

Wertminderungsaufwendungen auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte sind in den Umsatzkosten enthalten.

In 2014 / 2015 wurde in der Business Area Materials Services im 2. Quartal der Verkauf der VDM-Gruppe eingeleitet und im 4. Quartal vollzogen. Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf entstanden aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen nach IFRS 5 auf übrige immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 21 Mio €, die aufgrund des nur unterjährigen Ausweises als Veräußerungsgruppe in der oben dargestellten Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte in der Zeile "Wertminderungsaufwendungen" enthalten sind. Davon betreffen 10 Mio € Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und ähnliche Rechte und Werte sowie 11 Mio € Entwicklungskosten. Die Aufwendungen von 21 Mio € sind in den Umsatzkosten ausgewiesen. Gleichzeitig wurden aktive latente Steuern von 7 Mio € angesetzt.

Firmenwerte

Die Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) sind den Cash Generating Units (CGUs) der Business Areas zugeordnet. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU erfolgt durch Ermittlung des Nutzungswertes mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode. Dabei werden die geplanten Nach-Steuer-Cashflows aus der bottom-up erstellten und vom Management der thyssenkrupp AG genehmigten Dreijahresplanung verwendet. Das letzte Planjahr wird grundsätzlich auch für die Cashflows jenseits der Planungsperiode angenommen und unter Berücksichtigung weiterer Annahmen für die ewige Rente modifiziert. Eine geschäftsspezifische, nachhaltige Wachstumsrate wird berücksichtigt; diese beträgt in der Regel 1,5%. Der zur Diskontierung verwendete Gesamtkapitalkostensatz basiert auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 0,5% (Vorjahr: 1,5%) sowie auf einer Marktrisikoprämie von 6,5% (Vorjahr: 6,0%). Darüber hinaus werden der Beta-Faktor, die Fremdkapitalkosten sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt, die jeweils individuell für jede CGU auf Basis einer entsprechenden Peer-Group abgeleitet wurden. Zusätzlich werden CGU-spezifische Steuersätze und Länderrisikoprämien angesetzt. Zur Diskontierung der Cashflows werden Nach-Steuer-Diskontierungssätze zugrunde gelegt, aus denen anschließend auf Basis einer iterativen Berechnung die nachfolgend dargestellten Vor-Steuer-Diskontierungssätze ermittelt werden:

VOR-STEUER-DISKONTIERUNGSSÄTZE

Bandbreiten
in % 2014 / 2015 2015 / 2016
--- --- ---
Components Technology 9,3 - 11,8 8,4 - 11,2
Elevator Technology 8,7 - 12,0 9,7 - 12,4
Industrial Solutions 9,0 - 13,1 7,4 - 11,2
Materials Services 6,4 - 9,8 5,1 - 10,2
Steel Europe 8,8 7,0
Corporate 9,8 10,4

Zur Ermittlung des Nutzungswertes für die CGUs werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete Marktperformance herangezogen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein.

Im thyssenkrupp Konzern wurden 23 CGUs identifiziert. Davon ist 17 CGUs ein Firmenwert zugeordnet. Der Gesamtfirmenwert beträgt zum 30. September 2016 3.763 Mio €. 69% dieses Firmenwertes entfallen auf die CGUs Steel Europe, Americas, Europe / Africa und Marine Systems, die in der folgenden Tabelle dargestellt werden:

WESENTLICHE FIRMENWERTE

CGU (Business Area) Buchwert des der CGU zugeordneten Firmenwertes

in Mio €
Anteil am Gesamtfirmenwert

in %
Diskontierungssatz (vor Steuern)

in %
Wachstumsrate

in %
Beschreibung der Grundannahmen für die Unternehmensplanung Darlegung der Vorgehensweise zur Wertbestimmung der Grundannahmen
Steel Europe (Steel Europe) 307 8% 7,0 % 1,5 % - Absatzpreise - Beschaffungspreise - Produktions- und Absatzmengen - Konjunkturzyklen Konzerninterne Einschätzung der betreffenden Verkaufs- und Einkaufsabteilungen sowie Berücksichtigung der durch die thyssenkrupp AG vorgegebenen volkswirtschaftlichen Rahmendaten wie auch externe Marktstudien
Americas (Elevator Technology) 993 27% 10,0% 1,4 % - Beschaffungspreise - Wechselkurse und Zinsen Berücksichtigung der von der thyssenkrupp AG vorgegebenen volkswirtschaftlichen Rahmendaten sowie externe lokale Marktstudien
Europe / Africa (Elevator Technology) 346 9% 9,7 % 1,5 % - Wachstumsraten der Märkte - Konjunkturzyklen Berücksichtigung der von der thyssenkrupp AG vorgegebenen volkswirtschaftlichen Rahmendaten und externer Marktstudien sowie Ableitung der zukünftigen Nachfrage und Investitionsneigung aus der aktuellen Entwicklung der Endproduktpreise
Marine Systems (Industrial Solutions) 948 25% 7,4 % 1,5 % - Wachstumsraten der Märkte - Umsetzung der geplanten Maßnahmen Berücksichtigung der langfristigen Haushaltsplanungen der potenziellen Kunden und ggf. konkrete Verhandlungen mit den Kunden

Aus dem jährlich durchgeführten Firmenwert-Impairment-Test ergab sich bei keiner CGU ein Wertminderungsbedarf, da der erzielbare Betrag in allen Fällen über dem Buchwert der CGU lag. Der erzielbare Betrag der CGU Forging & Machining liegt weniger als 10 % über dem Buchwert der CGU.

KRITISCHE FIRMENWERTE

CGU (Business Area) Buchwert des der CGU zugeordneten Firmenwertes

in Mio €
Buchwert der CGU

in Mio €
Erzielbarer Betrag der CGU

in Mio €
Diskontierungssatz (vor Steuern)

in %
Beschreibung der Grundannahmen für die Unternehmensplanung Darlegung der Vorgehensweise zur Wertbestimmung der Grundannahmen
Forging & Machining (Components Technology) 68 556 576 10,0% - Wachstumsraten der Märkte - Auslastung der Werke - Umsetzung der geplanten Maßnahmen - Wechselkurse Konzerninterne Einschätzung der betreffenden Verkaufs- und Einkaufsabteilungen sowie Berücksichtigung der durch die thyssenkrupp AG vorgegebenen volkswirtschaftlichen Rahmendaten wie auch externe Marktstudien

Eine Erhöhung des Nach-Steuer-Diskontierungssatzes um 1%-Punkt würde zu einem Firmenwert-Impairment von 55 Mio € führen. Eine Verringerung des in der ewigen Rente unterstellten Betrieblichen Ergebnisses (gemäß Gewinn- und Verlustrechnung) um 10% würde zu einem Firmenwert-Impairment von 32 Mio € führen. Eine Verminderung der nachhaltigen Wachstumsrate in der ewigen Rente um 0,5%-Punkte würde zu einem Firmenwert-Impairment von 12 Mio € führen.

05 Sachanlagen

Die Sachanlagen des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

ENTWICKLUNG SACHANLAGEN

Mio € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleaste Sachanlagen (Finance Lease)
Bruttowerte
Stand am 1.10.2014 5.921 22.943 2.131 166
Währungsunterschiede 117 817 5 3
Veränderung Konsolidierungskreis -93 -256 -104 -3
Zugänge 66 310 136 3
Umbuchungen 64 347 22 6
Abgänge -47 -183 -100 -36
Stand am 30.09.2015 6.028 23.978 2.090 139
Währungsunterschiede 15 62 1 0
Veränderung Konsolidierungskreis 28 0 1 -6
Zugänge 51 320 130 1
Umbuchungen 89 323 58 -1
Abgänge -31 -181 -76 -7
Umgliederung w / Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -7 -1 0 0
Stand am 30.09.2016 6.173 24.500 2.203 127
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2014 3.362 17.936 1.674 100
Währungsunterschiede 78 622 3 2
Veränderung Konsolidierungskreis -84 -248 -93 -2
Abschreibungen 127 766 148 10
Wertminderungsaufwendungen 59 87 15 1
Wertaufholungen 0 -2 0 0
Umbuchungen 5 0 -16 -1
Abgänge -26 -173 -87 -30
Stand am 30.09.2015 3.521 18.988 1.644 80
Währungsunterschiede 6 52 1 0
Veränderung Konsolidierungskreis 13 -6 0 1
Abschreibungen 125 758 146 9
Wertminderungsaufwendungen 12 59 7 1
Wertaufholungen 0 -7 0 0
Umbuchungen -21 -81 -4 -1
Abgänge -20 -173 -72 -7
Umgliederung w / Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -3 -1 0 0
Stand am 30.09.2016 3.631 19.589 1.723 84
Nettowerte
Stand am 1.10.2014 2.559 5.007 457 66
Stand am 30.09.2015 2.507 4.990 446 59
Stand am 30.09.2016 2.541 4.911 480 43
Mio € Verleaste Sachanlagen (Operating Lease) Anlagen im Bau Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 1.10.2014 0 638 31.799
Währungsunterschiede 0 11 953
Veränderung Konsolidierungskreis 4 8 -444
Zugänge 1 453 969
Umbuchungen 0 -375 64
Abgänge 0 -4 -370
Stand am 30.09.2015 5 731 32.971
Währungsunterschiede 0 0 80
Veränderung Konsolidierungskreis 0 2 25
Zugänge 0 613 1.115
Umbuchungen 0 -446 24
Abgänge 0 -2 -297
Umgliederung w / Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 0 -8
Stand am 30.09.2016 6 898 33.908
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2014 0 8 23.080
Währungsunterschiede 0 0 705
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -4 -431
Abschreibungen 0 0 1.051
Wertminderungsaufwendungen 0 5 167
Wertaufholungen 0 0 -2
Umbuchungen 0 1 -11
Abgänge 0 0 -316
Stand am 30.09.2015 0 10 24.243
Währungsunterschiede 0 0 59
Veränderung Konsolidierungskreis 0 2 9
Abschreibungen 0 0 1.039
Wertminderungsaufwendungen 0 1 80
Wertaufholungen 0 0 -7
Umbuchungen 0 -5 -111
Abgänge 0 -1 -272
Umgliederung w / Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 0 -5
Stand am 30.09.2016 1 7 25.036
Nettowerte
Stand am 1.10.2014 0 630 8.719
Stand am 30.09.2015 5 721 8.728
Stand am 30.09.2016 4 891 8.872

Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen werden zum größten Teil in den Umsatzkosten ausgewiesen und in geringerem Umfang in den Vertriebs- und Verwaltungskosten.

In 2015 / 2016 erfolgten in der Business Area Components Technology im Bereich Forging & Machining in den USA und in Deutschland Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen in Höhe von insgesamt 46 Mio € zur Anpassung der Kapazitäten an die schwache Marktlage. Die für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten (USA: 45 Mio €; Deutschland: leicht negativ), zu deren Bestimmung in den USA ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,7% und in Deutschland von 6,6% angesetzt wurde.

In 2014 / 2015 wurde in der Business Area Materials Services im 2. Quartal der Verkauf der VDM-Gruppe eingeleitet und im 4. Quartal vollzogen. Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf entstanden aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen nach IFRS 5 auf Sachanlagen in Höhe von 153 Mio €, die aufgrund des nur unterjährigen Ausweises als Veräußerungsgruppe in der oben dargestellten Entwicklung der Sachlagen in der Zeile "Wertminderungsaufwendungen" enthalten sind. Davon betreffen 56 Mio € Grundstücke und Bauten, 77 Mio € technische Anlagen und Maschinen, 15 Mio € andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung, 1 Mio € geleaste Sachanlagen sowie 4 Mio € Anlagen im Bau. Die Aufwendungen von 153 Mio € sind in den Umsatzkosten ausgewiesen. Gleichzeitig wurden aktive latente Steuern von 48 Mio € angesetzt.

Die Sachanlagen enthalten auch geleaste Bauten, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, bei denen dem Konzern als Leasingnehmer das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen ist, da er alle wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasinggegenstandes trägt.

GELEASTE SACHANLAGEN (FINANCE LEASE)

Bruttowerte Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen Nettowerte
Mio € 30.09.2015 30.09.2016 30.09.2015 30.09.2016 30.09.2015 30.09.2016
--- --- --- --- --- --- ---
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 56 50 18 20 38 29
Technische Anlagen und Maschinen 58 52 43 43 15 9
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 25 25 19 21 6 4
Insgesamt 139 127 80 84 59 43

Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzschulden in Höhe von 194 Mio € (Vorjahr: 213 Mio €).

06 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

ALS FINANZINVESTITION GEHALTENE IMMOBILIEN

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Bruttowerte
Stand 1.10.2014 bzw. Stand 30.09.2015 420 351
Währungsunterschiede 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0
Zugänge 0 0
Umbuchungen 11 0
Abgänge -80 -18
Umgliederung w / Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 -204
Stand 30.09.2015 bzw. Stand 30.09.2016 351 128
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand 1.10.2014 bzw. Stand 30.09.2015 137 112
Währungsunterschiede 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0
Abschreibungen 1 1
Wertminderungsaufwendungen 2 7
Wertaufholungen 0 0
Umbuchungen 7 0
Abgänge -35 -10
Umgliederung w / Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 -48
Stand 30.09.2015 bzw. Stand 30.09.2016 112 61
Nettowerte
Stand 1.10.2014 283
Stand 30.09.2015 bzw. Stand 30.09.2016 239 66

Der beizulegende Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien des Konzerns wird unter Anwendung verschiedener international anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt. Hierzu zählen das Ertragswertverfahren, das Discounted-Cashflow-Verfahren, das Sachwertverfahren und der Vergleich mit aktuellen Marktwerten vergleichbarer Immobilien. Die beizulegenden Zeitwerte der in Deutschland gelegenen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden primär anhand von intern erstellten Gutachten nach dem Ertragswertverfahren auf Grundlage der in Deutschland geltenden "Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (Immobilienwertermittlungsverordnung - ImmoWertV)" bewertet. Außerhalb von Deutschland gelegene, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden grundsätzlich von externen Gutachtern bewertet.

Zum 30. September 2016 beträgt der beizulegende Zeitwert der von thyssenkrupp als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 81 Mio € (Vorjahr: 303 Mio €); davon wurden 28 Mio € (Vorjahr: 51 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 2 und 53 Mio € (Vorjahr: 252 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 3 der Bewertungshierarchie zuzuordnen sind, ermittelt. Vom beizulegenden Zeitwert basieren 22 Mio € (Vorjahr: 20 Mio €) auf einer Bewertung durch externe Gutachter.

In den in den Bruttowerten ausgewiesenen Zugängen sind wie im Vorjahr keine nachträglichen Anschaffungskosten enthalten.

Aus der Vermietung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien resultieren Mieterträge von 7 Mio € (Vorjahr: 12 Mio €) sowie direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen von 4 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €). Weitere 5 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) direkt zurechenbare betriebliche Aufwendungen betreffen als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, mit denen keine Mieterträge erzielt werden.

07 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sind alle einzeln für sich genommen nicht wesentlich. Die Buchwerte der assoziierten Unternehmen belaufen sich auf 41 Mio € (Vorjahr: 36 Mio €) und die der Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) auf 244 Mio € (Vorjahr: 267 Mio €).

Nachfolgend werden die aggregierten Finanzinformationen der nach der Equity-Methode bilanzierten nicht wesentlichen Beteiligungen dargestellt, wobei sich die Werte jeweils auf den Konzernanteil beziehen:

AGGREGIERTE FINANZINFORMATIONEN DER NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN

Assoziierte Unternehmen Gemeinschaftsunternehmen
Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016 2014 / 2015 2015 / 2016
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -19 -26 30 37
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 1 0 6 -2
Gesamtergebnis -18 -26 36 35

In 2015 / 2016 gab es anteilige Verluste von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 2 Mio € (Vorjahr: 24 Mio €), die nicht erfasst wurden; kumuliert gab es nicht erfasste Verluste von 46 Mio € (Vorjahr: 44 Mio €).

Die assoziierten Unternehmen und die Gemeinschaftsunternehmen sind in der Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns enthalten, die im Bundesanzeiger veröffentlicht ist und auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com wiedergegeben wird.

08 Vermietete Gegenstände (Operating Lease)

Der Konzern vermietet als Leasinggeber unter Operating Lease im Wesentlichen gewerblich genutzte Immobilien.

Die zukünftigen Mindestmieterträge aus unkündbaren Operating-Lease-Verträgen betragen zum Stichtag:

MINDESTMIETERTRÄGE

Mio € 30.09.2015 30.09.2016
Bis zu einem Jahr 14 10
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 19 15
Länger als fünf Jahre 22 29
Insgesamt 55 53

Die Angabe zu den zukünftigen Mieterträgen beinhaltet keine variablen Mietanteile (Contingent Rentals). Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr keine variablen Mieterträge aus solchen Contingent-Rentals-Verträgen vereinnahmt.

09 Vorräte

VORRÄTE

Mio € 30.09.2015 30.09.2016
Rohstoffe 1.556 1.435
Hilfs- und Betriebsstoffe 524 478
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 1.524 1.377
Fertige Erzeugnisse und Waren 3.341 3.052
Insgesamt 6.945 6.341

Von den Vorräten haben 12 Mio € (Vorjahr: 23 Mio €) eine Lagerdauer von mehr als einem Jahr. Vorräte in Höhe von 32.637 Mio € (Vorjahr: 35.904 Mio €) sind als Umsatzkosten des Berichtsjahres erfasst worden. Wertminderungen von Vorräten von 146 Mio € (Vorjahr: 87 Mio €) erhöhten die insgesamt erfassten Umsatzkosten.

10 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Mio € 30.09.2015 30.09.2016
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Fertigungsaufträge) 4.055 4.023
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden 1.063 980
Insgesamt 5.118 5.003

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 290 Mio € (Vorjahr: 238 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2016 bestehen Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen von insgesamt 355 Mio € (Vorjahr: 390 Mio €).

Zum Bilanzstichtag stellen sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:

STRUKTURANALYSE

Buchwert davon: davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig
Mio € Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig überfällig bis 30 Tage überfällig 31 bis 60 Tage überfällig 61 bis 90 Tage überfällig 91 bis 180 Tage
--- --- --- --- --- --- ---
30.09.2015 5.118 4.182 346 120 69 125
30.09.2016 5.003 4.108 315 113 77 111
davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig davon:
Mio € überfällig 181 bis 360 Tage überfällig mehr als 360 Tage zum Abschlussstichtag wertgemindert
--- --- --- ---
30.09.2015 80 44 152
30.09.2016 76 53 150

Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

FORDERUNGEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN

Mio € 30.09.2015 30.09.2016
Angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Auftragsgewinne (abzüglich ausgewiesener Verluste) 4.822 5.763
abzüglich erhaltener Anzahlungen -3.759 -4.784
Insgesamt 1.063 980

Für erhaltene Anzahlungen wurden Vermögenswerte in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 246 Mio €) sicherungsübereignet. In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen in Höhe von 8.630 Mio € (Vorjahr: 9.155 Mio €) erfasst.

Der Konzern verkauft im Wesentlichen kreditversicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen von bestehenden Programmen revolvierend sowie in Form von Einmaltransaktionen.

Per 30. September 2016 wurden Forderungen mit einem Nominalwert von 237 Mio € (Vorjahr: 226 Mio €) verkauft, die zu einer Ausbuchung aus der Bilanz führten; hieraus erzielte der Konzern einen Verkaufserlös von 236 Mio € (Vorjahr: 224 Mio €). Im Rahmen dieser Forderungsverkäufe behält der Konzern in einigen Fällen Rechte und unwesentliche Pflichten zurück; hierzu zählen vor allem die Erbringung von Abwicklungsdienstleistungen sowie das Stellen von begrenzten Forderungsausfallreserven. Die bilanzierten Vermögenswerte sowie die gegebenen Garantien, die als Forderungsausfallreserve dienen, betrugen 0,1 Mio € (Vorjahr: 0,3 Mio €) zum 30. September 2016.

11 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

30.09.2015 30.09.2016
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Kredite und Forderungen 238 17 308 16
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 5 30 6 28
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 58 - 60 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 18 - 33 -
Insgesamt 319 47 407 44

Sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 56 Mio € (Vorjahr: 54 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2016 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 16 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €) für kurzfristige und 62 Mio € (Vorjahr: 71 Mio €) für langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte.

Zum Bilanzstichtag stellen sich die sonstigen finanziellen Vermögenswerte wie folgt dar:

STRUKTURANALYSE

Buchwert davon: davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig
Mio € Sonstige finanzielle Vermögenswerte zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig überfällig bis 30 Tage überfällig 31 bis 60 Tage überfällig 61 bis 90 Tage überfällig 91 bis 180 Tage
--- --- --- --- --- --- ---
30.09.2015 366 361 1 1 1 1
30.09.2016 451 450 0 0 0 0
davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig davon:
Mio € überfällig 181 bis 360 Tage überfällig mehr als 360 Tage zum Abschlussstichtag wertgemindert
--- --- --- ---
30.09.2015 0 0 1
30.09.2016 1 0 0

12 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

30.09.2015 30.09.2016
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - 46 - 41
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen - 214 - 169
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte und sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.437 - 1.605 -
Vorauszahlungen 157 - 101 -
Übrige 803 83 670 234
Insgesamt 2.397 343 2.376 445

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 879 Mio € (Vorjahr: 343 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2016 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 26 Mio € (Vorjahr: 22 Mio €) für kurzfristige und 258 Mio € (Vorjahr: 257 Mio €) für langfristige sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte.

13 Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Zum 30. September 2016 ist das gezeichnete Kapital unverändert gegenüber dem Vorjahresbilanzstichtag in 565.937.947 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Die Aktien sind alle ausgegeben und voll eingezahlt; zum Bilanzstichtag befanden sich wie im Vorjahr 565.937.947 Aktien im Umlauf. Rechnerisch entfällt auf jede Aktie ein Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 €.

Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die Effekte aus der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses von Thyssen und Krupp sowie Agien aus Kapitalerhöhungen bei Tochtergesellschaften, bei denen nicht beherrschende Anteile bestehen.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Konzernergebnisse, soweit diese nicht ausgeschüttet worden sind. Darüber hinaus beinhaltet diese Position die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen.

Angaben zum Kapitalmanagement

Zum 30. September 2016 lagen die Eigenkapitalquote bei 7,4% (Vorjahr: 9,3%) und das Gearing bei 134,2% (Vorjahr: 103,2%). Damit wurde das vereinbarte Gearing zum 30. September 2016 wie im Vorjahr eingehalten. Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen des thyssenkrupp Konzerns zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes und die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Große Bedeutung in diesem Zusammenhang hat die Schaffung von ausreichenden Liquiditätsreserven.

Die Beurteilung der finanzwirtschaftlichen Risiken des thyssenkrupp Konzerns ergibt sich aus den Einstufungen der Ratingagenturen:

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B stabil
Moody's Ba2 Not Prime stabil
Fitch BB+ B stabil

Im Februar 2016 hat Moody's unser Rating auf Ba2 mit stabilem Ausblick herabgestuft. Damit befinden sich aktuell alle Ratings unterhalb der Grenze zum Investment-Grade bei stabilem Ausblick. Der Investment-Grade-Status bei allen Ratingagenturen hat hohe Priorität für thyssenkrupp. Für die Finanzierung des thyssenkrupp Konzerns führt ein Investment-Grade-Rating in den Kategorien des "BBB"-Bereichs zum Optimum der Kapitalkosten. Aber auch in der aktuellen Ratingsituation konnte thyssenkrupp durch die Begebung einer Anleihe über insgesamt 850 Mio € (März 2016) zu günstigen Konditionen den Zugang zu einer breiten Investorenbasis unter Beweis stellen. Das Kapitalmanagement basiert bei thyssenkrupp auf den durch die Ratingagenturen publizierten Verschuldungskennziffern. Satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen unterliegt thyssenkrupp nicht.

Ermächtigungen

Durch die Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 ist der Vorstand der thyssenkrupp AG bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder, falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Der Vorstand ist ermächtigt, bei dem Erwerb eigener Aktien das Andienungsrecht und bei der Verwendung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Beschlussfassung umfasst auch die Ermächtigung zum Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put-Optionen, Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) im Rahmen des Erwerbs sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts. Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG kann seine Zustimmung für Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Hauptversammlungsbeschlüsse vorsehen.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 wurden die nachfolgenden Ermächtigungen erteilt:

Unter Aufhebung der von der Hauptversammlung am 20. Januar 2012 erteilten, teilweise ausgenutzten Ermächtigung zur Erhöhung des Grundkapitals wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 16. Januar 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrates um bis zu 370 Mio € durch Ausgabe von bis zu 144.531.250 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen, wobei die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss auf insgesamt 20% des Grundkapitals beschränkt ist. §5 Absatz 5 der Satzung der thyssenkrupp AG wurde entsprechend neu gefasst.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und / oder Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsanleihen Optionsrechte oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelanleihen Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der thyssenkrupp AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzulegen. Die Ermächtigung gilt bis zum 16. Januar 2019. Der Vorstand ist dabei ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates in bestimmten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre auf diese Options- oder Wandelschuldverschreibungen auszuschließen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 250 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 97.656.250 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrages bei Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten, bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der thyssenkrupp AG an die Inhaber oder Gläubiger von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 bis zum 16. Januar 2019 von der thyssenkrupp AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Der Satzung der thyssenkrupp AG wurde in §5 ein entsprechender Absatz 6 eingefügt.

Dividende

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, aus dem nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) ermittelten Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2015 / 2016 eine Dividende von 0,15€ je dividendenberechtigter Aktie auszuschütten und den verbleibenden Teil auf neue Rechnung vorzutragen. Hieraus würde sich eine Dividendenausschüttung von insgesamt 85 Mio € ergeben. Für das Geschäftsjahr 2014 / 2015 wurde eine Dividende von 0,15€ (2013 / 2014: 0,11 €) gezahlt.

14 Aktienbasierte Vergütung

Management Incentivepläne

Im Geschäftsjahr 2010 / 2011 wurde als langfristig orientierte Vergütungskomponente der Long Term Incentiveplan (LTI) implementiert, in dessen Rahmen Wertrechte an die Begünstigten ausgegeben werden. Zum Geschäftsjahr 2014 / 2015 erfolgte eine leichte Veränderung des LTI-Plandesigns. Zum Teilnehmerkreis gehören neben den Vorstandsmitgliedern weitere ausgewählte Führungskräfte des Konzerns. Zum 30. September 2016 sind für den LTI in der 4. Tranche 1.677.529 Wertrechte, in der 5. Tranche 2.058.724 Wertrechte und in der 6. Tranche 2.581.453 Wertrechte ausgegeben.

Für die bis einschließlich des Geschäftsjahres 2013 / 2014 gewährten Tranchen des LTI wird die Anzahl der auf Grundlage individuell festgelegter Euro-Ausgangswerte ausgegebenen Wertrechte am Ende des jeweils dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen thyssenkrupp Value Added (tkVA) über diesen Zeitraum - beginnend mit dem 1. Oktober des Geschäftsjahres, in dem die Wertrechte gewährt wurden - mit dem durchschnittlichen tkVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre angepasst. Für die ab dem Geschäftsjahr 2014 / 2015 gewährten Tranchen des LTI (5. und 6. Tranche) wird die Anzahl der ausgegebenen Wertrechte am Ende des jeweils dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen tkVA über diesen Zeitraum mit einem im Vorhinein festgelegten tkVA-Zielwert angepasst. Die Höhe der Auszahlung für eine Tranche ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den ersten drei Monaten nach Ende des tkVA-Performance-Zeitraums, so dass sich die Laufzeit einer jeden Tranche über insgesamt vier Geschäftsjahre erstreckt.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Wertrechte, die die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag sind, werden Forward-Preise der thyssenkrupp Aktie unter Berücksichtigung der bestehenden Deckelungen berechnet. Die Forward-Ermittlung erfolgt für im Voraus definierte Perioden (Mittelungsperioden) unter Berücksichtigung des Aktienkurses der thyssenkrupp Aktie und der Euro-Zinsstrukturkurve zum Stichtag sowie der angenommenen Dividendenzahlungen der thyssenkrupp AG bis zur Fälligkeit der Wertrechte. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen:

INCENTIVEPLÄNE 2014 / 2015

3. Tranche LTI 4. Tranche LTI 5. Tranche LTI
Fälligkeit 31.12.2015 31.12.2016 31.12.2017
Mittelungsperiode 1.10. - 31.12.2015 1.10. - 31.12.2016 1.10. - 31.12.2017
thyssenkrupp Aktienkurs zum Stichtag 15,68 € 15,68 € 15,68 €
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit - 0,11€ zum 01.02.2016 0,11 € zum 01.02.2016 0,26 € zum 30.01.2017
Durchschnittliche Dividendenrendite - 0,63% 1,13 %
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) -0,09% 0,03 % 0,06 %
Beizulegender Wert per 30.09.2015
- ungedeckelt 15,68€ 15,57 € 15,30 €
- gedeckelt 15,68€ 15,57 € 15,30 €

INCENTIVEPLÄNE 2015 / 2016

4. Tranche LTI 5. Tranche LTI 6. Tranche LTI
Fälligkeit 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2018
Mittelungsperiode 1.10. - 31.12.2016 1.10. - 31.12.2017 1.10. - 31.12.2018
thyssenkrupp Aktienkurs zum Stichtag 21,22 € 21,22 € 21,22 €
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit - 0,15€ zum 30.01.2017 0,15 € zum 30.01.2017 0,15 € zum 29.01.2018
Durchschnittliche Dividendenrendite - 0,64% 0,68 %
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) -0,36% -0,21% -0,22%
Beizulegender Wert per 30.09.2016
- ungedeckelt 21,23€ 21,08€ 20,92 €
- gedeckelt 19,99€ 21,08€ 20,92 €

Im 2. Quartal 2015 / 2016 ist die 3. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 18,23€ je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 63,4 Mio € abgerechnet worden, nachdem im 2. Quartal 2014 / 2015 die 2. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 19,86€ je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 21,9 Mio € abgerechnet worden war. Gleichzeitig wurde im Geschäftsjahr 2015 / 2016 dem Vorstand und weiteren Führungskräften die 6. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt enthält das Ergebnis 2015 / 2016 Aufwendungen für die Incentivepläne in Höhe von 89 Mio € (Vorjahr: 31 Mio €). Zum 30. September 2016 beträgt die aus dem LTI resultierende Verpflichtung 144 Mio € (Vorjahr: 119 Mio €).

Für die Geschäftsjahre 2009 / 2010 bis 2013 / 2014 wurden 25% der den Vorstandsmitgliedern der thyssenkrupp AG für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der thyssenkrupp AG umgewandelt und erst nach einer dreijährigen Sperrfrist vergütet. Die Anzahl der Wertrechte ergab sich durch die Division von 25% der Tantieme durch den Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie im 4. Quartal des Geschäftsjahres, für welches die Tantieme gewährt wurde. Nach Ablauf von drei Geschäftsjahren berechnet sich die Höhe der Vergütung durch die Multiplikation der Anzahl der Wertrechte mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres. Zusätzlich wird pro Wertrecht der Dividendenbetrag ausgezahlt, der für diese drei Geschäftsjahre pro Aktie ausgeschüttet worden wäre. Sofern den Vorstandsmitgliedern der thyssenkrupp AG wie in den Geschäftsjahren 2009 / 2010 bis 2013 / 2014 neben der Tantieme ein zusätzlicher Bonus gewährt wurde, wurden von diesem Bonus 55% ebenfalls verpflichtend in Wertrechte umgewandelt und analog zur umgewandelten Tantieme behandelt. Zum Geschäftsjahr 2010 / 2011 wurde auch für weitere ausgewählte Führungskräfte die Ausgestaltung der variablen Vergütung in der Form angepasst, dass 20% der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der thyssenkrupp AG umgewandelt werden und erst nach Ablauf von drei Geschäftsjahren auf Basis des Durchschnittskurses der thyssenkrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2014 / 2015 wurde das Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstandes der thyssenkrupp AG dahingehend angepasst, dass keine Gewährung von Anteilen der kurzfristigen variablen Vergütung mehr in Wertrechten erfolgt. Für weitere ausgewählte Führungskräfte erfolgte die Umwandlung letztmalig und wurde mit Wirkung zum Geschäftsjahr 2015 / 2016 endgültig eingestellt. Das Ergebnis 2015 / 2016 enthält aus dieser Vergütungskomponente Aufwendungen von 3 Mio € (Vorjahr: 0); die daraus zum 30. September 2016 resultierende Verpflichtung beträgt 12 Mio € (Vorjahr: 13 Mio €), nachdem in 2015 / 2016 eine Auszahlung der in 2011 / 2012 gewährten Wertrechte in Höhe von 3 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €) erfolgte.

Belegschaftsaktienprogramm

Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 wurden wie in 2014 / 2015 keine Belegschaftsaktien angeboten.

15 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Mio € 30.09.2015 30.09.2016
Pensionen 7.445 8.534
Altersteilzeit 163 178
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 46 43
Insgesamt 7.654 8.754

Pensionen

thyssenkrupp gewährt betriebliche Altersversorgung in Form von leistungs- oder beitragsorientierten Plänen im Wesentlichen an Arbeitnehmer in Deutschland, in den USA, Großbritannien und Liechtenstein, deren Verpflichtungen ca. 95 % der insgesamt auf den thyssenkrupp Konzern entfallenden Pensionsverpflichtung darstellen, sodass die nachstehenden Informationen hauptsächlich auf die vorgenannten Länder Anwendung finden. In einigen anderen Ländern erhalten berechtigte Arbeitnehmer ebenfalls Leistungen nach den jeweiligen landesspezifischen Gegebenheiten.

In Deutschland bestehen aufgrund historischer Gegebenheiten verschiedenste Versorgungssysteme auf Basis freiwilliger Pensionszusagen (Leistungszusagen - defined benefit plans (DB Plans)), welchen unterschiedliche Risikoprofile zugrunde liegen. Die Versorgungspläne sehen regelmäßig Leistungen bei Eintritt eines Invaliditäts- und / oder Todesfalls sowie bei Erreichen der spezifischen Altersgrenze vor und basieren ausschließlich auf individuellen oder kollektivrechtlichen Regelungen. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Bereitstellung einer arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung gibt es in Deutschland nicht.

In der Vergangenheit wurden die im Wesentlichen arbeitgeberfinanzierten Versorgungszusagen in Deutschland regelmäßig in Form einer lebenslangen Rentenzahlung auf Basis eines definierten Leistungsversprechens erteilt. Die Leistung wurde überwiegend in Abhängigkeit der Dienstzugehörigkeit sowie des letzten Entgeltes oder aber auf Basis einer karrieredurchschnittlichen Vergütung bzw. eines Fixbetrages definiert. Zudem erfolgt im Leistungsbezug eine regelmäßige Anpassung an die Inflationsentwicklung. Da entsprechende Versorgungssysteme teilweise schon vor vielen Jahren geschlossen wurden, sind im Wesentlichen ausgeschiedene Mitarbeiter mit unverfallbaren Ansprüchen und Rentner von diesen Zusagen erfasst. Für neu in den Konzern eintretende Mitarbeiter ist eine Erteilung dieser Zusagen nicht mehr möglich.

Die Ende der 1990er Jahre bzw. Anfang des neuen Jahrtausends eingeführten und aktuell für Neueintritte geöffneten Versorgungssysteme bei thyssenkrupp in Deutschland sehen hingegen eine beitragsorientierte Versorgungsleistung mit risikooptimierter Auszahlungsform vor. Die Zahlungen erfolgen entweder in Kapital- oder Ratenzahlung oder in Form einer lebenslangen Rente, welche jedoch einer risikoreduzierten, fixierten Dynamisierung in Höhe von 1% p.a. unterliegt. Alle Arbeitnehmer haben darüber hinaus die Möglichkeit, an beitragsorientierten, mitarbeiterfinanzierten Versorgungssystemen in Form von Direktversicherungen oder Direktzusagen teilzunehmen, sodass die Arbeitnehmer eine deutlich höhere Eigenverantwortung hinsichtlich einer adäquaten Versorgung im Alter tragen. Die Entgeltverzichte werden derzeit mit einem Zinssatz von 4% oder 6% verzinst. Das Risiko der gewährten Verzinsungshöhe wird durch regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Zinssätze sowie durch die teilweise Begrenzung der maximal möglichen Umwandlungsbeträge limitiert.

Grundsätzlich besteht keine gesetzliche oder regulatorische Mindestdotierungsverpflichtung für Versorgungszusagen in Deutschland. Insoweit sind die inländischen arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanzierten Zusagen in Form von DB Plans bei thyssenkrupp nur zu einem geringen Anteil mit saldierungspflichtigen Vermögenswerten über die Bereitstellung treuhänderisch verwalteter Assets im Wege eines Contractual Trust Arrangement (CTA) hinterlegt. Daher unterliegt thyssenkrupp diesbezüglich nur einem geringfügigen Investitionsrisiko, welchem durch die Vorgabe einer Anlagerichtlinie sowie breiter Mischung und Streuung in unterschiedliche Anlageklassen zudem Rechnung getragen wird. Hintergrund der geringen Ausfinanzierungsquote der auf Deutschland entfallenden Verpflichtungen ist die Zielsetzung der Treuhandkonstruktion, welche nicht auf die Finanzierung der gesamten Leistungen abzielt, sondern ausschließlich eine auf den Insolvenzfall gerichtete Absicherung der nicht durch den Pensionssicherungsverein auf Gegenseitigkeit (PSVaG) geschützten Leistungen verfolgt.

Beitragszusagen (defined contribution plans (DC Plans)) liegen in Deutschland im Wesentlichen in Form von arbeitgeber- oder arbeitnehmerfinanzierten Direktversicherungen vor, deren Anteil im Vergleich zu den Leistungszusagen jedoch nicht materiell ist.

Die Konzerngesellschaften außerhalb Deutschlands gewähren ihren Mitarbeitern größtenteils ebenfalls Zusagen auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung. Diese Zusagen beruhen zum Teil auf gesetzlichen Verpflichtungen oder tarifvertraglichen Regelungen, teilweise wurden diese aber auch freiwillig durch die Konzernunternehmen erteilt.

Das Leistungsspektrum der Zusagen ist je nach länderspezifischer Ausgestaltung und Grundlage sehr unterschiedlich und reicht von Beitragszusagen (DC Plans) bis hin zu endgehaltsabhängigen Leistungszusagen mit laufender Rentenzahlung.

In den USA erhalten auf Stundenbasis bezahlte Arbeitnehmer Rentenzusagen auf Basis von Festbeträgen pro Dienstjahr. Arbeitnehmer mit festen Bezügen erhalten Leistungen in der Regel in Abhängigkeit von ihrer Dienstzeit und den während ihrer Dienstzeit erzielten Bezügen. Die wesentlichen DB Plans in den USA sind in Bezug auf die zukünftigen Dienstzeiten eingefroren, sodass die Mitarbeiter (bis auf wenige Ausnahmen, z.B. Teile der tarifvertraglich geregelten Arbeitsverhältnisse) Ansprüche auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung hauptsächlich im Rahmen von DC Plans erwerben.

In Großbritannien erhalten Arbeitnehmer Rentenleistungen in Abhängigkeit von ihren Dienstjahren und dem Endgehalt bei Pensionierung. In diesem Land spielen DB Plans aus personalpolitischer Sicht inzwischen eine untergeordnete Rolle, da alle aktiven Mitarbeiter über die letzten Jahre in DC Plans überführt worden sind. Das Risiko aus DB Plans erstreckt sich insoweit ausschließlich auf die Ansprüche unverfallbar ausgeschiedener Mitarbeiter, welche zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen werden, bzw. auf die laufenden Rentenzahlungen.

In Liechtenstein besteht im weitesten Sinne eine gesetzliche Verpflichtung zum Angebot einer beitragsorientierten betrieblichen Altersversorgung für alle sozialversicherungsrechtlich pflichtversicherten Mitarbeiter, zu deren Durchführung eine betriebliche Versorgungseinrichtung in Form einer Pensionskasse genutzt wird.

Die Zusagen außerhalb Deutschlands sind zur Sicherstellung der Zahlungsverpflichtung, teilweise bedingt durch rechtliche Mindestfinanzierungsvorschriften, zu einem wesentlich größeren Ausmaß durch extern separierte Vermögenswerte hinterlegt. Mindestfinanzierungsvorschriften für die betriebliche Altersvorsorge außerhalb Deutschlands sind u.a. durch den "Employee Retirement Income Security Act of 1974" i.V.m. dem "Pension Protection Act of 2006" in den USA, den "Pension Act 1995" i.V.m. dem "Pension Act 2004" in Großbritannien sowie das "Gesetz über die betriebliche Personalvorsorge (BPVG)" in Liechtenstein geregelt und sehen beispielsweise eine vollständige Ausfinanzierung der Verpflichtung bzw. eine Finanzierung im Kapitaldeckungsverfahren vor. Für weitere Informationen zur Zusammensetzung und Anlagestrategie des Planvermögens verweisen wir auf die Ausführungen zum Planvermögen.

Wesentliche, mit den Versorgungszusagen in unterschiedlicher Konstellation verbundene Risiken sind, neben vor allem finanziellen Risiken, regelmäßig im Bereich der Inflation sowie der Biometrie zu finden.

Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen können, bestehen, da es sich bei einigen Plänen um (end-)gehaltsabhängige Zusagen handelt bzw. jährliche Versorgungsbausteine unmittelbar an die aktuellen Gehälter gekoppelt sind (beitragsorientierte Zusagen). Ein Anstieg der Gehälter oberhalb des bei der Bewertung der Verpflichtung unterstellten Gehalts- / Karrieretrends würde insoweit auch eine direkte Erhöhung der Rückstellungen (Past-Service-Effekt bei (End-)Gehaltsbezug) oder der künftigen Dienstzeitaufwendungen (beitragsorientierte Zusagen) bedingen.

Zum anderen können zusätzliche Belastungen aus der Notwendigkeit eines über dem unterstellten Rententrend liegenden tatsächlichen Inflationsausgleichs während der Rentenzahlungsphase resultieren, welche zu einer sofortigen Erhöhung der Rückstellung führen. Eine entsprechende Verpflichtung zum Ausgleich des Kaufkraftverlustes besteht auf Basis einer gesetzlichen Regelung bei wesentlichen Teilen der Versorgungszusagen in Deutschland. Die Verpflichtung zum Inflationsausgleich kann aber auch durch (tarif-)vertragliche Vereinbarungen geregelt sein oder freiwillig bzw. diskretionär getroffen werden.

Biometrische Risiken können hingegen entweder durch vorzeitige Versorgungsfälle (Bilanzsprungrisiko nach Tod bzw. Invalidität) oder die Unterschätzung der unterstellten Lebenserwartung bei Rentenzusagen (Langlebigkeitsrisiko) ausgelöst werden und führen ebenfalls zu einer Belastung des Unternehmens aufgrund unerwarteter Rückstellungserhöhungen sowie gegebenenfalls vorzeitiger Mittelabflüsse.

Risiken aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes sind rein bilanziell, d.h. es erfolgt eine erfolgsneutrale Anpassung der Rückstellungen gegen das Eigenkapital. Die Mittelabflüsse bleiben hiervon jedoch unberührt.

Die Pensionszusagen in Deutschland berücksichtigen in Teilen eine mehrfache Zählung einzelner Begünstigter aufgrund von Anwartschaften in unterschiedlichen Bausteinen der Versorgungssysteme. Die Gesamtzahl der Pensionszusagen teilt sich wie folgt auf Aktive, mit unverfallbaren Ansprüchen ausgeschiedene Mitarbeiter und Rentner auf:

AUFTEILUNG DER PENSIONSZUSAGEN NACH BEGÜNSTIGTENGRUPPEN

30.09.2015 30.09.2016
Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Aktive 108.313 26.318 134.631 109.906 28.108 138.014
Mit unverfallbaren Ansprüchen ausgeschiedene Mitarbeiter 22.185 6.539 28.724 22.212 6.290 28.502
Rentner 122.799 12.694 135.493 118.632 12.583 131.215
Insgesamt 253.297 45.551 298.848 250.750 46.981 297.731

Veränderung des Anwartschaftsbarwerts und des Planvermögens

Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

VERÄNDERUNG ANWARTSCHAFTSBARWERT UND PLANVERMÖGEN

30.09.2015 30.09.2016
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes:
Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres 7.067 2.473 9.540 7.059 2.621 9.680
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 111 42 153 117 51 168
Zinsaufwand 176 83 259 170 76 246
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-) / Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen 144 11 155 -2 -30 -31
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-) / Verluste aus Veränderungen der demografischen Annahmen 3 47 50 0 -14 -14
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-) / Verluste aus Veränderungen bei den finanziellen Annahmen 83 62 145 1.096 398 1.495
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) -1 -13 -14 3 -1 2
Planabgeltungen 0 -1 -1 0 0 0
Kursdifferenzen 0 208 208 0 -101 -101
Beiträge der Arbeitnehmer 0 17 17 0 18 18
Rentenzahlungen -417 -142 -559 -445 -141 -587
Zahlungen zur Abfindung von Ansprüchen 0 0 0 0 -1 -1
Veränderung Konsolidierungskreis -107 -175 -282 0 2 2
Sonstiges 0 9 9 0 2 2
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 7.059 2.621 9.680 7.999 2.879 10.878
Veränderung des Planvermögens:
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Anfang des Geschäftsjahres 215 2.090 2.305 197 2.100 2.297
Zinsertrag 5 73 78 5 63 68
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne / (Verluste) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge 0 -29 -29 1 159 160
Kursdifferenzen 0 175 175 0 -105 -105
Beiträge der Arbeitgeber 0 82 82 0 72 72
Beiträge der Arbeitnehmer 0 17 17 0 18 18
Rentenzahlungen -23 -133 -156 -19 -135 -154
Zahlungen zur Abfindung von Ansprüchen 0 0 0 0 -1 -1
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -177 -177 0 0 0
Verwaltungskosten 0 -7 -7 0 -7 -7
Sonstiges 0 9 9 0 0 0
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres 197 2.100 2.297 185 2.163 2.348

Zum 30.09.2015 betrifft der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand im Wesentlichen einen Plan in Liechtenstein. Durch die Anpassung des Faktors zur Umrechnung der eingezahlten Beiträge in eine lebenslange Rente zum Zeitpunkt des Renteneintritts hat sich der Anwartschaftsbarwert reduziert.

Vom Anwartschaftsbarwert am Endes des Geschäftsjahres in Höhe von insgesamt 10.878 Mio € (Vorjahr: 9.680 Mio €) beziehen sich 7.187 Mio € (Vorjahr: 6.422 Mio €) auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden, und 3.691 Mio € (Vorjahr: 3.258 Mio €) auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden.

Veränderung der Nettoschuld und des Asset Ceiling

Die Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen hat sich wie folgt entwickelt:

VERÄNDERUNG NETTOSCHULD

30.09.2015 30.09.2016
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoschuld am Anfang des Geschäftsjahres 6.852 403 7.255 6.862 541 7.403
Dienstzeitaufwand zuzüglich Nettozinsaufwand 282 53 335 282 64 347
Effekte aus der Neubewertung 230 147 377 1.093 178 1.271
Kursdifferenzen 0 34 34 0 3 3
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) -1 -13 -14 3 -1 2
Planabgeltungen 0 -1 -1 0 0 0
Beiträge der Arbeitgeber 0 -82 -82 0 -72 -72
Rentenzahlungen -394 -9 -403 -427 -6 -433
Veränderung Konsolidierungskreis -107 2 -105 0 2 2
Verwaltungskosten 0 7 7 0 7 7
Sonstiges 0 0 0 0 1 1
Nettoschuld am Ende des Geschäftsjahres 6.862 541 7.403 7.814 716 8.530
davon: Rückstellungen für Pensionen 6.862 583 7.445 7.814 720 8.534
davon: Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 0 -42 -42 0 -3 -3

Der nach den Regelungen zur Begrenzung eines Vermögenswertes (Asset Ceiling) und aufgrund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen zu ermittelnde Betrag hat sich wie folgt entwickelt:

VERÄNDERUNG ASSET CEILING (EINSCHL. MINDESTDOTIERUNGEN)

30.09.2015 30.09.2016
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Betrag am Anfang des Geschäftsjahres 0 20 20 0 20 20
Zinsaufwand / -ertrag(-) 0 1 1 0 1 1
Neubewertung: Begrenzung auf die Obergrenze für den Vermögenswert ohne die im Zinsaufwand / -ertrag enthaltenen Beträge 0 -2 -2 0 -18 -18
Kursdifferenzen 0 1 1 0 -1 -1
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0
Betrag am Ende des Geschäftsjahres 0 20 20 0 1 1

Netto-Pensionsaufwendungen

Die Netto-Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Pläne setzen sich wie folgt zusammen:

NETTO-PENSIONSAUFWENDUNGEN

2014 / 2015 2015 / 2016
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 111 42 153 117 51 168
Nettozinsaufwand 170 12 182 165 14 179
Verwaltungskosten 0 7 7 0 7 7
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) -1 -13 -14 3 -1 2
Aufwand / Ertrag(-) aus Planabgeltungen 0 -1 -1 0 0 0
Netto-Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Pläne 280 47 327 286 70 356

Bewertungsannahmen

Die Ansätze für die Diskontierungssätze, die Gehaltssteigerungsraten und den Rententrend, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zugrunde liegen, wurden nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet und pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgesetzt. Zur Ableitung der jeweiligen Diskontierungssätze wird dabei grundsätzlich auf Renditen festverzinslicher, laufzeit- und währungsadäquater Unternehmensanleihen zurückgegriffen, die von den Ratingagenturen mit einem Rating von "AA" bewertet werden. Bedingt durch die starke Volatilität der Finanzmärkte lag der Diskontierungssatz zum 30. September 2016 bei den Pensionsverpflichtungen in Deutschland bei 1,30% im Vergleich zu 2,50% im Vorjahr.

Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen (= gewichteter Durchschnitt) zugrunde gelegt:

DURCHSCHNITTLICHE BEWERTUNGSFAKTOREN

30.09.2015 30.09.2016
in % Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Diskontierungssatz 2,50 3,02 2,64 1,30 1,78 1,41
Gehaltsdynamik 2,59 0,73 2,10 2,50 1,27 2,25
Rentendynamik 1,50 2,05 1,56 1,50 1,52 1,50

Die Bewertung der deutschen Pensionsverpflichtungen beruht im Grundsatz auf den "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck, wobei für bestimmte Begünstigtengruppen Modifikationen zur Berücksichtigung einer verlängerten Lebenserwartung vorgenommen werden. In den übrigen Ländern wurden im Wesentlichen folgende biometrische Rechnungsgrundlagen verwendet: USA: modifizierte Version des RP-2014 Mortality Base Table and MP-2014 Mortality Projection Scale; Großbritannien: Series Tables teilweise modifiziert; Liechtenstein: BVG2010 Gen.

Alternative Annahmen (jeweils gewichteter Durchschnittssatz über sämtliche in- und ausländische Pensionsverpflichtungen) würden zu den in der folgenden Übersicht dargestellten Veränderungen des Anwartschaftsbarwertes und damit zu entgegengesetzten Veränderungen des Eigenkapitals führen. Bei der Darstellung der Effekte ist jeweils die Änderung einer Annahme bei Konstanz aller weiteren Annahmen unterstellt:

SENSITIVITÄTSANALYSE

30.09.2015 30.09.2016
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes (Mio €) Veränderung des Anwartschaftsbarwertes (Mio €)
--- --- --- --- --- ---
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
--- --- --- --- --- ---
Diskontierungssatz Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte -412 -177 -514 -211
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte 438 189 549 228
Gehaltsdynamik Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte 16 6 19 16
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte -16 -6 -19 -16
Rentendynamik Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 153 22 181 28
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -149 -21 -177 -28
Sterbewahrscheinlichkeit Verringerung um 10,0 Prozentpunkte 243 101 294 110

Zur Untersuchung der Sensitivität des Anwartschaftsbarwertes gegenüber einer Veränderung der angenommenen Sterblichkeit bzw. Lebenserwartung wurden die Sterbewahrscheinlichkeiten für das Alter ab Rentenbeginn in einer Vergleichsberechnung um 10% abgesenkt. Dies entspricht für heute 63- bis 65-jährige Leistungsempfänger etwa einer Erhöhung der Lebenserwartung bei Übergang in den Ruhestand um ein Jahr.

Planvermögen

Die Mehrzahl der fondsfinanzierten Pensionspläne des Konzerns befindet sich in den USA, in Großbritannien und zu einem geringeren Umfang in Deutschland sowie einigen anderen europäischen Ländern. Das Planvermögen ist in diversifizierte Portfolios investiert, die jeweils verschiedene Anlageklassen umfassen. Hiermit soll eine unter Risiko- und Renditeaspekten optimale Aufteilung der Anlageklassen erreicht werden. Die Anlageklassen der Fonds umfassen im Wesentlichen nationale und internationale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere staatlicher und nichtstaatlicher Emittenten, Immobilienvermögen sowie Anteile an hochdiversifizierten Fonds. Das Planvermögen der Pensionspläne enthält keine Gläubigerpapiere oder eigenen Aktien sowie kein selbstgenutztes Immobilienvermögen von thyssenkrupp.

Bei der Anlage des Planvermögens bedient sich der Konzern professioneller Investmentmanager, die auf Basis spezifischer Anlagerichtlinien agieren. Die Anlageausschüsse des jeweiligen Plans setzen sich aus leitenden Mitarbeitern des Finanzbereichs und anderen qualifizierten Führungskräften zusammen. Sie tagen regelmäßig, um die Risiken und die Performance wesentlicher Pensionsfonds zu überprüfen; darüber hinaus bewilligen sie die Auswahl bzw. die Vertragsverlängerung externer Fondsmanager.

Für die wesentlichen Pensionsfonds des Konzerns werden des Weiteren regelmäßig Asset-Liability-Studien durchgeführt. Hierbei wird die Struktur der Pensionsverpflichtungen durch Aktuare im Detail analysiert (u.a. im Hinblick auf Altersstruktur, Duration, mögliche Zins- / Inflationsrisiken) und daraus die jeweilige Anlagestrategie sowie das Zielportfolio des Fonds abgeleitet bzw. aktualisiert.

Durch die oben erläuterten, etablierten Prozesse zur Steuerung und Überwachung des Planvermögens wird den im Zusammenhang mit der Vermögensanlage am Kapitalmarkt üblichen Risiken - Kontrahenten-, Liquiditäts- / Markt- und sonstigen Risiken - begegnet.

Wie oben beschrieben, bestehen die wesentlichen Pensionszusagen in den Ländern Deutschland, USA, Großbritannien und Liechtenstein. Das Planvermögen dieser Länder beträgt zum Stichtag 84% (Vorjahr: 87 %) des gesamten Planvermögens. Das Portfolio dieser wesentlichen Pensionsfonds umfasst zum Bilanzstichtag folgende Anlageklassen:

PORTFOLIOSTRUKTUR DER WESENTLICHEN PENSIONSFONDS

30.09.2015
Beizulegender Zeitwert (Mio €)
--- --- --- --- ---
Anlageklassen Insgesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Anteil am wesentlichen Planvermögen

(in %)
--- --- --- --- ---
Aktien 655 636 19 33
Anleihen 1.035 1.035 0 52
Derivate 0 0 0 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 57 57 0 3
Sonstige 237 186 51 12
Insgesamt 1.984 1.914 70 100
30.09.2016
Beizulegender Zeitwert (Mio €)
--- --- --- --- ---
Anlageklassen Insgesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Anteil am wesentlichen Planvermögen

(in %)
--- --- --- --- ---
Aktien 683 665 18 34
Anleihen 1.040 1.040 0 52
Derivate 0 0 0 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 52 52 0 3
Sonstige 206 154 52 10
Insgesamt 1.981 1.911 70 100

Grundsätzlich dotiert der Konzern die Pensionsfonds in Höhe des Betrages, der erforderlich ist, um die gesetzlichen Minimalzuführungserfordernisse des jeweiligen Landes, in dem der Fonds ansässig ist, zu erfüllen. In den USA richtet sich die Minimaldotierung einiger Fonds nach gewerkschaftlichen Regelungen. Darüber hinaus leistet der Konzern von Zeit zu Zeit nach eigenem Ermessen zusätzliche Zuführungen. Für das Geschäftsjahr 2016 / 2017 erwartet thyssenkrupp Bar-Dotierungen zu den fondsfinanzierten Pensionsplänen durch den Arbeitgeber in Höhe von 96 Mio € (Vorjahr: 66 Mio €).

Pensionszahlungen

Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 wurden Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland von 445 Mio € (Vorjahr: 417 Mio €) im Wesentlichen aus den Rückstellungen und für Pläne in den übrigen Ländern von 141 Mio € (Vorjahr: 142 Mio €) im Wesentlichen aus dem Planvermögen geleistet. In den kommenden zehn Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet:

KÜNFTIGE PENSIONSZAHLUNGEN

Mio € Deutschland Übrige Länder Insgesamt
(für die Geschäftsjahre)
2016 / 2017 446 130 576
2017 / 2018 416 128 544
2018 / 2019 413 133 546
2019 / 2020 410 133 543
2020 / 2021 406 133 539
2021 / 2022 - 2025 / 2026 1.921 686 2.607
Insgesamt 4.012 1.342 5.355

Die durchschnittliche gewichtete Laufzeit der leistungsorientierten Pläne beträgt in Deutschland 13 Jahre (Vorjahr: 12 Jahre) und für die übrigen Länder 16 Jahre (Vorjahr: 15 Jahre).

Beitragsorientierte Pläne (defined contribution plans - DC Plans)

Darüber hinaus gewährt der Konzern im In- und Ausland Beitragszusagen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung über Pensionskassen und vergleichbare Versorgungseinrichtungen. Der Konzern erbringt für diese Pläne Beitragsleistungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Einkommen der Mitarbeiter oder in Abhängigkeit von der Höhe der Beitragsleistungen der Mitarbeiter. Der Gesamtaufwand aus als beitragsorientierte Pläne bilanzierten Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 161 Mio € (Vorjahr: 143 Mio €). Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger von 625 Mio € (Vorjahr: 574 Mio €) gezahlt.

Altersteilzeit

Insbesondere bei deutschen Gesellschaften bestehen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen. Hierbei erbringt der Arbeitnehmer Vorleistungen durch Mehrarbeit, die nach dem Ausscheiden durch ratierliche Zahlungen entgolten werden. Zusätzlich wird den Mitarbeitern eine Aufstockung auf die gezahlten Entgelte gewährt. Für die Verpflichtungen wurden Rückstellungen nach IAS 19 "Employee Benefits" angesetzt.

16 Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen

RÜCKSTELLUNGEN FÜR LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER UND SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Mio € Leistungen an Arbeitnehmer Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen Sonstige absatz- und beschaffungsmarkt- bezogene Risiken Restrukturierungen
Stand am 30.09.2015 701 490 83 282
Währungsunterschiede 8 4 2 1
Veränderung Konsolidierungskreis 10 4 3 -4
Zuführungen 501 137 114 78
Aufzinsung 6 0 0 1
Inanspruchnahmen -383 -57 -66 -150
Auflösungen -61 -109 -33 -11
Stand am 30.09.2016 781 470 102 196
Mio € Entfernungsverpflichtungen Sonstige Insgesamt
Stand am 30.09.2015 252 864 2.673
Währungsunterschiede 0 9 23
Veränderung Konsolidierungskreis 0 6 20
Zuführungen 10 204 1.043
Aufzinsung 8 1 16
Inanspruchnahmen -5 -449 -1.110
Auflösungen -6 -111 -331
Stand am 30.09.2016 259 525 2.333

Vom Gesamtbetrag der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und der sonstigen Rückstellungen zum 30. September 2016 sind 1.371 Mio € (Vorjahr: 1.428 Mio €) kurzfristig und 963 Mio € (Vorjahr: 1.245 Mio €) langfristig. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen in Höhe von 1.117 Mio € (Vorjahr: 1.286 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Mit den Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden vor allem Jubiläumszuwendungen und Verpflichtungen aus den Management Incentiveplänen erfasst, während Sozialplan- und ähnliche Aufwendungen in der Rückstellung für Restrukturierungen innerhalb der Personalstrukturmaßnahmen berücksichtigt sind. Pensionsähnliche Verpflichtungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, die zum Teil auch im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen entstanden sind, sind Bestandteil der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Die Rückstellung für Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen umfasst sowohl die Haftung des Konzerns für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte (Gewährleistung) als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden zu ersetzen (Produkthaftung).

Die Rückstellung für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken besteht im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Die Restrukturierungsrückstellung umfasst neben den rückstellungsfähigen Personalstrukturmaßnahmen auch Rückstellungen für Sachstrukturmaßnahmen, die im Rahmen der Aufgabe von betrieblichen Bereichen für Kosten gebildet werden, die aus Maßnahmen resultieren, die keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren. Mit Ausnahme von Steel Americas werden in allen Business Areas Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Von den im Berichtsjahr erfassten Zuführungen zu Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 78 Mio € entfallen 26 Mio € auf die Business Area Elevator Technology, 19 Mio € auf die Business Area Materials Services, 18 Mio € auf die Business Area Components Technology und 8 Mio € auf die Business Area Industrial Solutions.

Die Rückstellung für Entfernungsverpflichtungen besteht im Wesentlichen aus Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden und für Rekultivierungsmaßnahmen. Die Abwicklung von Bergschäden und Rekultivierungsverpflichtungen erstreckt sich typischerweise über lange Zeiträume von teilweise mehr als 30 Jahren. Die technischen Rahmenbedingungen sind als sehr komplex einzuschätzen. Entsprechend bestehen Unsicherheiten über den zeitlichen Anfall und die konkrete Höhe der Aufwendungen.

Unter den sonstigen Rückstellungen werden die Rückstellungen für Prozessrisiken, die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen und die Rückstellungen für sonstige Risiken ausgewiesen, die aus Einzelsachverhalten resultieren, die sich keiner anderen Position zuordnen lassen. Rückstellungen für nachfolgende Sachverhalte sind enthalten:

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potenziell Geschädigte gegen die thyssenkrupp AG und Unternehmen des thyssenkrupp Konzerns Schadensersatzansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend gemacht. Ein Teil der geltend gemachten Ansprüche ist noch nicht beziffert worden. Die Gerichtsverfahren sind in Deutschland, Belgien, Österreich und den Niederlanden anhängig und befinden sich in unterschiedlichen Verfahrensstadien; teilweise sind Verfahren bereits vergleichsweise, durch Klagerücknahmen oder durch Klageabweisungen erledigt worden. Für den Teil der rechtshängigen Ansprüche, die nach Einschätzung von thyssenkrupp wahrscheinlich zu Mittelabflüssen führen werden, hat thyssenkrupp eine Risikovorsorge durch Rückstellungen getroffen.

Im Zusammenhang mit dem Schienenkartell, in dem es um verbotene Kartellabsprachen im Zeitraum von 2001-2011 bei der Lieferung von Schienen, Schwellen und Weichen an private Unternehmen ging, zu denen Bauunternehmen sowie Unternehmen, die Privatbahnen unterhalten, und kommunale Verkehrsbetriebe (sogenannter "Privatmarkt") zählen, haben verschiedene Unternehmen, insbesondere kommunale Verkehrsbetriebe als potenziell Geschädigte des Schienenkartells, Schadenersatzforderungen gerichtlich oder zumeist außergerichtlich geltend gemacht. Die Verfahren befinden sich in unterschiedlichen Stadien; teilweise sind Verfahren bereits vergleichsweise oder sonst erledigt worden. thyssenkrupp hat für die Schadenersatzforderungen Risikovorsorge durch Rückstellung getroffen.

In den USA hatte die inoperative frühere Konzerngesellschaft The Budd Company ("Budd") 2014 ein Verfahren zur Restrukturierung ihrer Verbindlichkeiten und zur Liquidation eingeleitet. Im Rahmen dieses Verfahrens wurden verschiedene Ansprüche gegen thyssenkrupp Unternehmen in dreistelliger Millionenhöhe geltend gemacht. Diese Ansprüche sind durch Vergleich erledigt worden, und der Restrukturierungsplan für Budd ist rechtskräftig geworden. Die gemäß diesem Vergleich von thyssenkrupp über mehrere Jahre zu leistenden Zahlungen dienen vor allem der Finanzierung der Gesundheitsversorgungspläne (Health Care) für ehemalige Mitarbeiter von Budd. Die dafür vorhandene Rückstellung deckt diese Zahlungspflicht vollständig, wobei die aus der Rückstellungsbildung resultierende Ergebnisbelastung weitgehend durch die Steuereffekte des Vergleichs kompensiert wurde. Die Rückstellung wurde zum 30. September 2016 in die Verbindlichkeiten umgegliedert mit einem entsprechenden Ausweis des kurzfristigen Anteils. Die Reklassifizierung wird als Inanspruchnahme in der Spalte "Sonstige" ausgewiesen.

17 Finanzschulden

FINANZSCHULDEN

Buchwerte

Mio €
30.09.2015 30.09.2016
Anleihen 5.417 5.019
Schuldscheindarlehen 81 326
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 598 537
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 33 24
Sonstige Darlehen 256 250
Langfristige Finanzschulden 6.385 6.157
Anleihen 999 1.249
Schuldscheindarlehen 361 5
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 173 175
Akzeptverbindlichkeiten 6 3
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 11 9
Sonstige Darlehen 20 13
Kurzfristige Finanzschulden 1.570 1.455
Finanzschulden 7.955 7.611

Die kurzfristigen Finanzschulden beinhalten Finanzschulden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, während die langfristigen Finanzschulden eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.

Finanzschulden in Höhe von 194 Mio € (Vorjahr: 213 Mio €) sind durch Grundpfandrechte besichert.

Per 30. September 2016 sind von den Finanzschulden insgesamt Disagien in Höhe von 34 Mio € (Vorjahr: 37 Mio €) abgesetzt und Agien in Höhe von 1 Mio € (Vorjahr: 0) aufgeschlagen. Die Verrechnung der Disagien und Agien ist im Finanzergebnis enthalten.

ANLEIHEN UND SCHULDSCHEINDARLEHEN

Buchwert in Mio € 30.09.2015 Buchwert in Mio € 30.09.2016 Nominalwert in Mio € 30.09.2016 Zinssatz

in %
Beizulegender Zeitwert in Mio € 30.09.2016 Fälligkeit
Anleihe ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. (1.000 Mio €) 2009 / 2016 999 - - - - 25.02.2016
Anleihe thyssenkrupp AG (1.250 Mio €) 2012 / 2017 1.248 1.250 1.250 4,3750 1.270 28.02.2017
Anleihe thyssenkrupp AG (1.600 Mio €) 2013 / 2018 1.596 1.597 1.600 4,0000 1.700 27.08.2018
Anleihe thyssenkrupp AG (1.250 Mio €) 2014 / 2019 1.239 1.242 1.250 3,1250 1.326 25.10.2019
Anleihe thyssenkrupp AG (750 Mio €) 2015 / 2020 743 744 750 1,7500 767 25.11.2020
Anleihe thyssenkrupp AG (600 Mio €) 2015 / 2025 591 592 600 2,5000 608 25.02.2025
Anleihe thyssenkrupp AG (850 Mio €) 2016 / 2021 - 844 850 2,7500 895 08.03.2021
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (80 Mio €) 2008 / 2016 80 - - - - 15.09.2016
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (50 Mio €) 2011 / 2016 50 - - - - 11.03.2016
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (150 Mio €) 2011 / 2016 150 - - - - 11.03.2016
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (50 Mio €) 2011 / 2016 50 - - - - 29.03.2016
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (50 Mio €) 2011 / 2016 31 - - - - 12.04.2016
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (70 Mio €) 2012 / 2017 69 69 70 3,5500 74 02.10.2017
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (8 Mio €) 2014 / 2018 8 8 8 2,2500 8 30.12.2018
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (4 Mio €) 2014 / 2019 4 4 4 2,5000 4 30.12.2019
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (100 Mio €) 2015 / 2018 - 100 100 0,9310 100 14.12.2018
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (150 Mio €) 2016 / 2021 - 150 150 1,7500 153 11.03.2021
Insgesamt 6.858 6.600 6.632 6.905

Im März 2016 hat die thyssenkrupp AG im Rahmen ihres 10 Mrd € Debt-Issuance-Programmes eine Anleihe über insgesamt 850 Mio € mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von 2,75% p.a begeben. Darüber hinaus hat die thyssenkrupp AG im Dezember 2015 ein Schuldscheindarlehen über 100 Mio € mit einer Laufzeit von drei Jahren und einem Zinssatz von 0,931% p.a. sowie im März 2016 ein Schuldscheindarlehen über 150 Mio € mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinssatz von 1,75% p.a. abgeschlossen.

Per 30. September 2016 stellt sich die Finanzierungsstruktur der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der sonstigen Darlehen wie folgt dar:

VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN UND SONSTIGE DARLEHEN

Buchwert in Mio € 30.09.2015 Buchwert in Mio € 30.09.2016 davon

in €
Gewogener Durchschnittszinssatz in % 30.09.2016 davon in USD
Sonstige variabel verzinsliche Kredite 504 494 154 2,11 0
Festverzinsliche Kredite 543 481 223 5,10 98
Insgesamt 1.047 975 377 4,03 98
Gewogener Durchschnittszinssatz in % 30.09.2016 davon in weiteren Währungen Beizulegender Zeitwert in Mio € 30.09.2016
Sonstige variabel verzinsliche Kredite 0,00 340 494
Festverzinsliche Kredite 3,70 160 517
Insgesamt 3,98 500 1.011

Aus einer syndizierten Kreditfazilität (Multi-Currency-Facility-Agreement) stehen thyssenkrupp variabel verzinsliche Mittel in Höhe von 2,0 Mrd € zur Verfügung. Die Fazilität, die eine Laufzeit bis zum 28. März 2018 hatte, wurde im März 2016 vorzeitig bis zum 14. März 2021 verlängert. Die Kreditfazilität war am Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen.

Zusätzlich zur syndizierten Kreditfazilität hat die thyssenkrupp AG mit ihren Finanzpartnern bilaterale Kreditvereinbarungen über insgesamt 1,9 Mrd € getroffen, denen zufolge sie, aber auch teilweise die thyssenkrupp Finance USA, Inc. Kredite in Euro oder wahlweise in US-Dollar oder Britischen Pfund revolvierend in Anspruch nehmen kann (Roll-Over-Finanzierungen). Die bilateralen Kreditvereinbarungen waren am Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen.

Damit verfügt der Konzern insgesamt über ungenutzte und fest zugesagte Kreditlinien in Höhe von 3,9 Mrd €.

Darüber hinaus verfügt der Konzern über weitere Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Commercial Paper Programms mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd €. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Das Programm war zum 30. September 2016 nicht in Anspruch genommen.

Für Finance-Lease-Verträge betragen die zukünftigen Mindestzahlungen zum Stichtag:

ÜBERLEITUNG KÜNFTIGE MINDESTZAHLUNGEN ZUM BARWERT DER VERBINDLICHKEITEN AUS FINANCE-LEASE-VERTRÄGEN

30.09.2015 30.09.2016
Mio € Künftige Mindestleasingzahlungen Zinsen Barwert (Verbindlichkeiten aus Finance Lease) Künftige Mindestleasingzahlungen Zinsen Barwert (Verbindlichkeiten aus Finance Lease)
--- --- --- --- --- --- ---
Bis zu einem Jahr 14 3 11 12 2 9
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 30 6 24 21 5 16
Länger als fünf Jahre 17 8 9 15 6 8
Insgesamt 61 17 44 47 14 33

Die Fälligkeiten der Finanzschulden verteilen sich wie folgt auf die nächsten fünf Jahre und die Zeit danach:

FÄLLIGKEITEN FINANZSCHULDEN

Mio € (für die Geschäftsjahre) Gesamte Finanzschulden Davon: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2016 / 2017 1.455 175
2017 / 2018 1.894 210
2018 / 2019 237 112
2019 / 2020 1.354 87
2020 / 2021 1.791 53
nach 2020 / 2021 880 76
Insgesamt 7.611 713

18 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 288 Mio € (Vorjahr: 137 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

19 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

30.09.2015 30.09.2016
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten 772 2 748 221
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 326 - 163 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 128 - 63 -
Insgesamt 1.226 2 975 221

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 228 Mio € (Vorjahr: 12 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

20 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

30.09.2015 30.09.2016
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden 4.131 - 3.638 -
Erhaltene Anzahlungen 1.104 - 1.087 -
Absatz- und beschaffungsmarktbezogene Verbindlichkeiten 792 - 864 -
Verbindlichkeiten aus Put-Optionen 14 0 15 0
Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft 812 - 841 -
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 97 - 95 -
Rechnungsabgrenzungsposten 66 - 44 -
Verbindlichkeiten aus Steuern (ohne Ertragsteuern) 273 - 260 -
Übrige 304 5 285 6
Insgesamt 7.593 5 7.130 6

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 2.328 Mio € (Vorjahr: 972 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

VERBINDLICHKEITEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN

Mio € 30.09.2015 30.09.2016
Angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Auftragsgewinne (abzüglich ausgewiesener Verluste) 10.570 10.250
abzüglich erhaltener Anzahlungen -14.701 -13.889
Insgesamt -4.131 -3.638

21 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Die thyssenkrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zugunsten von Geschäftspartnern ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Maximales Haftungsvolumen Rückstellung
Mio € 30.09.2015 30.09.2016 30.09.2015 30.09.2016
--- --- --- --- ---
Anzahlungsgarantien 197 154 1 1
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 132 133 3 2
Restwertgarantien 61 61 17 12
Sonstige Haftungserklärungen 31 75 0 1
Insgesamt 421 423 21 16

In den Bürgschaften und Garantien sind Eventualverbindlichkeiten für Joint Ventures von 337 Mio € (Vorjahr: 328 Mio €) enthalten. Von den Eventualverbindlichkeiten für Joint Ventures betreffen 148 Mio € (Vorjahr: 161 Mio €) die Anteile der anderen Joint-Venture-Partner.

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von drei Monaten bis zu zehn Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die thyssenkrupp AG oder durch die Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen, aus dem zugrunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

thyssenkrupp haftet aus Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Personengesellschaften und Arbeitsgemeinschaften gesamtschuldnerisch.

thyssenkrupp hat Eventualverbindlichkeiten bei folgenden wesentlichen Rechtsstreitigkeiten:

Die von ehemaligen Aktionären von Thyssen und von Krupp verfolgte gerichtliche Überprüfung der Umtauschverhältnisse aus der Verschmelzung der Thyssen AG und der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp zur thyssenkrupp AG nach § 305 UmwG (alter Fassung) ist durch die rechtskräftige Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 18. August 2016 zurückgewiesen worden. Damit ist dieses Spruchverfahren beendet; es kommt nicht zu einer baren Zuzahlung an Altaktionäre.

Im Zusammenhang mit der früheren Mehrheitsbeteiligung der Business Area Industrial Solutions an der griechischen Werft Hellenic Shipyards (HSY) und dem Bau von U-Booten für die griechische Marine verlangt die griechische Regierung (schieds-)gerichtlich Schadenersatz in Höhe von 2,1 Mrd € sowie Erstattung einer Teilzahlung von 115 Mio € von der thyssenkrupp Industrial Solutions AG und der thyssenkrupp Marine Systems GmbH sowie von HSY und den jetzigen Mehrheitsgesellschaftern von HSY. Bislang hat die griechische Regierung lediglich Ansprüche in Höhe eines zweistelligen Millionen-Euro-Betrages konkretisiert, die ausschließlich das Vertragsverhältnis zwischen ihr und HSY betreffen. Die gegen die thyssenkrupp Unternehmen geltend gemachten Ansprüche erscheinen unbegründet. Alle vertraglichen Verpflichtungen von thyssenkrupp Marine Systems und anderen thyssenkrupp Gesellschaften gegenüber der griechischen Regierung sind seit 2010 erfüllt.

Darüber hinaus sind gegen thyssenkrupp Konzernunternehmen weitere gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüche geltend gemacht worden oder können zukünftig eingeleitet oder geltend gemacht werden. Hierzu zählen beispielsweise gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen sowie behördliche Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Bau, den gewährten steuerlichen Vergünstigungen sowie dem laufenden Betrieb des Stahlwerks in Brasilien, die zu Schadenersatz und Geldstrafen oder zu steuerlichen Belastungen führen können. Aus dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen oder Unternehmensteilen ergeben sich Auseinandersetzungen, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Leistung von Schadenersatz oder zu steuerlichen Belastungen führen können. Ferner werden beispielsweise aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern oder Subunternehmern Ansprüche erhoben. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet thyssenkrupp jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat ausgeführten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die als Operating Lease zu qualifizieren sind, least der Konzern Sachanlagen. Hieraus resultieren im Saldo Aufwendungen von 354 Mio € (Vorjahr: 336 Mio €), die sich folgendermaßen zusammensetzen:

AUFWENDUNGEN AUS OPERATING-LEASE-VERTRÄGEN

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Mindestmietzahlungen 337 354
Variable Mietzahlungen 1 2
abzgl. Erträge aus Untermietverträgen (sublease) -2 -2
Insgesamt 336 354

Die künftigen (nicht abgezinsten) Mindestmietzahlungen aus solchen unkündbaren Verträgen, die zum Stichtag eine ursprüngliche oder verbleibende Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, betragen:

KÜNFTIGE MINDESTMIETZAHLUNGEN

Mio € 30.09.2015 30.09.2016
Bis zu einem Jahr 261 284
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 392 462
Länger als fünf Jahre 66 110
Insgesamt 719 857

Im Gesamtbetrag der künftigen Mindestmietzahlungen sind die künftigen Mindestmieteinnahmen aus unkündbaren Untermietverträgen in Höhe von 0,4 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €) nicht berücksichtigt.

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich zum 30. September 2016 auf 551 Mio € (Vorjahr: 322 Mio €) und betrifft im Wesentlichen Sachanlagen in den Business Areas Components Technology, Steel Europe und Steel Americas.

Gegenüber Kapitalgesellschaften und Genossenschaften bestehen Einzahlungsverpflichtungen und Nachschusspflichten von zusammen 42 Mio € (Vorjahr: 0). Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 2.692 Mio € (Vorjahr: 3.282 Mio €). Diese betreffen im Wesentlichen die Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Koks-, Kohle- und Kalklieferverträgen sowie die Abnahmeverpflichtungen aus Strom- und Gaslieferverträgen im Konzern. Daneben bestehen in den Business Areas Steel Europe und Steel Americas langfristige Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets, aus denen Abnahmeverpflichtungen für einen Zeitraum von bis zu 13 Jahren resultieren. Aufgrund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz wurden für die Bewertung der gesamten Abnahmeverpflichtungen die zum Berichtszeitpunkt gültigen Erzpreise zugrunde gelegt; hieraus ergeben sich Abnahmeverpflichtungen von 7.127 Mio € (Vorjahr: 5.448 Mio €).

Abgestellt auf die Risikotragfähigkeit des Konzerns bzw. der einzelnen Konzernunternehmen bestehen in den verschiedenen Versicherungssparten angemessene Selbstbeteiligungen. Der Eintritt eines oder mehrerer Schadensfälle kann zu einer Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns führen.

22 Finanzinstrumente

In der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des lAS 39 angehören.

FINANZINSTRUMENTE 30.09.2015

Bewertung nach lAS 39 Bewertung nach lAS 17
Mio € Buchwert lt. Bilanz 30.09.2015 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert 30.09.2015
--- --- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.069 5.069 5.069
Kredite und Forderungen 5.069 5.069
Forderungen aus Finance Lease 49 49 49
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 366 273 58 35 366
Kredite und Forderungen 255 255
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 18 17 35
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 58 58
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 18 18
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.535 4.535 4.535
Kredite und Forderungen 4.535 4.535
Summe finanzielle Vermögenswerte 10.019
davon nach Bewertungskategorien des lAS 39:
Kredite und Forderungen 9.859 9.859 9.859
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 35 18 17 35
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 58 58 58
Finanzschulden (ohne Finance Lease) 7.911 7.911 8.007
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 7.911 8.007
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 44 44 44
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.985 4.985 4.985
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 4.985 4.985
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.228 774 326 128 1.228
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 774 774
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 326 326
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 128 128
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 14.168
davon nach Bewertungskategorien des lAS 39:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 13.670 13.670 13.766
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 326 326 326

FINANZINSTRUMENTE 30.09.2016

Bewertung nach IAS 39 Bewertung nach IAS 17
Mio € Buchwert lt. Bilanz 30.09.2016 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert 30.09.2016
--- --- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.001 5.001 5.001
Kredite und Forderungen 5.001 5.001
Forderungen aus Finance Lease 1 1 1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 451 340 60 51 451
Kredite und Forderungen 324 324
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 16 18 34
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 60 60
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 33 33
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.105 4.105 4.105
Kredite und Forderungen 4.105 4.105
Summe finanzielle Vermögenswerte 9.559
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Kredite und Forderungen 9.431 9.431 9.431
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 34 16 18 34
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 60 60 60
Finanzschulden (ohne Finance Lease) 7.578 7.578 7.919
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 7.578 7.919
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 33 33 33
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.119 5.119 5.119
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 5.119 5.119
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.196 970 165 62 1.196
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 970 970
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 163 163
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 2 62 63
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 13.927
davon nach Bewertungskategorien des lAS 39:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 13.667 13.667 14.008
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 163 163 163

Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von Ausleihungen ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert, soweit vorhanden, auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor und kann der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden, erfolgt eine Bewertung der Eigenkapitalinstrumente zu Anschaffungskosten.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrunde liegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrunde liegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zinsswaps und Zins- / Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt. Daneben werden bei Zins- / Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cashflows stattfinden.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.09.2015

Mio € 30.09.2015 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 58 0 58 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 17 15 2 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 18 0 18 0
Insgesamt 93 15 78 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 326 0 206 120
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 128 0 128 0
Insgesamt 454 0 334 120

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.09.2016

Mio € 30.09.2016 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 60 0 60 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 18 16 3 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 33 0 33 0
Insgesamt 111 16 96 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 163 0 51 113
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 2 0 2 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 62 0 62 0
Insgesamt 227 0 114 113

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. ln Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden aufgrund von beobachtbaren Marktdaten, z.B. anhand von Währungskursen, ermittelt. ln Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten bewertet wird.

Nachfolgend ist die Entwicklung der in Level 3 erfassten Finanzinstrumente dargestellt:

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG FINANZINSTRUMENTE LEVEL 3

Mio €
Stand am 30.09.2015 (Vermögenswert / (Verbindlichkeit)) -120
Ergebniswirksame Veränderungen 7
Stand am 30.09.2016 (Vermögenswert / (Verbindlichkeit)) -113

Die auf individuellen Bewertungsparametern basierende und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Verbindlichkeit beinhaltet im Wesentlichen ein Frachtderivat, das unter Berücksichtigung der vertraglich vereinbarten Mindestmenge auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle sowie unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten bewertet wurde. Der aus der Bewertung resultierende ergebniswirksame Effekt wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "Sonstige Aufwendungen" ausgewiesen.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten mit einem Buchwert von 13.667 Mio € (Vorjahr: 13.670 Mio €) haben einen beizulegenden Zeitwert von 14.008 Mio € (Vorjahr: 13.766 Mio €), der nach Bewertungsmethoden ermittelt wurde, die Level 2 zuzuordnen sind.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

Die beiden nachfolgenden Tabellen zeigen, in welchem Maße finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten die Aufrechnungskriterien des IAS 32 erfüllen und in der Bilanz saldiert werden und in welchem Maße Globalverrechnungsverträge bzw. Rahmenverträge bestehen, welche jedoch die Saldierungskriterien nicht erfüllen. Im thyssenkrupp Konzern bestehen grundsätzlich Rahmenverträge mit Aufrechnungsvereinbarungen nur für derivative Finanzinstrumente. Ausgenommen hiervon sind eingebettete Derivate.

FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN, DIE RAHMENVERTRÄGEN MIT AUFRECHNUNGSVEREINBARUNGEN UNTERLIEGEN

Beträge, die die Saldierungskriterien erfüllen
Mio € Bruttobeträge ln der Bilanz saldierte Beträge Bilanzierte Nettobeträge
--- --- --- ---
30.09.2015
Derivate mit positiven Marktwerten 83 8 75
Derivate mit negativen Marktwerten 456 5 451
30.09.2016
Derivate mit positiven Marktwerten 92 0 92
Derivate mit negativen Marktwerten 238 13 225
Beträge, die nicht die Saldierungskriterien erfüllen
Mio € Derivative Finanzinstrumente Potenzielle Saldierungsmöglichkeiten Finanzielle Sicherheiten Potenzielle Nettobeträge
--- --- --- --- ---
30.09.2015
Derivate mit positiven Marktwerten 75 42 5 28
Derivate mit negativen Marktwerten 451 42 4 405
30.09.2016
Derivate mit positiven Marktwerten 92 42 0 50
Derivate mit negativen Marktwerten 225 42 10 173

Der Konzern schließt derivative Finanzinstrumente im Wesentlichen auf Basis von Rahmenverträgen ab, die jedoch die Aufrechnungskriterien des IAS 32 entweder ganz oder zum Teil nicht erfüllen; ein Aufrechnungsanspruch ist in diesen Fällen lediglich bei Beendigung des Vertrages aufgrund einer wesentlichen Vertragsverletzung oder Insolvenz eines der Vertragspartner durchsetzbar. Daher werden die Bruttowerte dieser Derivate separat in der Bilanz dargestellt. Eine Ausnahme hiervon bilden die sogenannten Futures, für die ein täglicher Ausgleich von Marktwerten im Rahmen von Margin Calls vorgenommen wird. Diese Derivate erfüllen die Aufrechnungskriterien des IAS 32 und werden somit saldiert in der Bilanz ausgewiesen.

Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dar. Hierin sind keine Ergebniseffekte aus Finance Lease und aus Derivaten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, da diese keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

NETTOGEWINNE ODER -VERLUSTE AUS FINANZINSTRUMENTEN

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Kredite und Forderungen -468 137
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 80 8
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten) -102 159
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -46 -572

Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Kredite und Forderungen" resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen aus finanziellen Forderungen sowie Kursgewinnen und Kursverlusten aus Fremdwährungsforderungen.

In der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" sind im Wesentlichen die laufenden Erträge aus Eigenkapitalinstrumenten und Gläubigerpapieren enthalten.

Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung" enthalten.

Die Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" umfasst im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kursgewinne und Kursverluste aus Fremdwährungsverbindlichkeiten.

In den Nettogewinnen und -verlusten aus Finanzinstrumenten sind insgesamt Umrechnungsdifferenzen in Höhe von -74 Mio € (Vorjahr: -42 Mio €) enthalten.

Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern setzt verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins- / Währungsswaps und Warentermingeschäfte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der im Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dar:

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Mio € Nominalwert 30.09.2015 Beizulegender Zeitwert 30.09.2015 Nominalwert 30.09.2016 Beizulegender Zeitwert 30.09.2016
Aktiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.376 27 2.100 41
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 264 9 360 14
Eingebettete Derivate 95 1 70 1
Zinsderivate im Cashflow-Hedge1) 635 8 618 9
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 331 30 278 18
Warenderivate im Cashflow-Hedge 101 1 64 10
Insgesamt 2.802 76 3.490 93
Passiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 2.027 175 2.662 30
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 573 26 400 7
Eingebettete Derivate 101 3 169 2
Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 0 0 11 0
Zinsderivate im Cashflow-Hedge1) 817 78 406 32
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung2) 487 148 483 131
Warenderivate im Cashflow-Hedge 119 24 152 23
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 50 2
Insgesamt 4.124 454 4.332 227

1) Inklusive Zins- / Währungsderivate

2) Inklusive Frachtderivate

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

Bilanzielle Sicherungsbeziehungen gem. lAS 39 (Hedge Accounting) bestehen vor allem zur Absicherung von Währungsrisiken aus festen vertraglichen Verpflichtungen in Fremdwährung sowie zukünftiger Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, zur Absicherung von Warenpreisrisiken aus Absatz- und Beschaffungsgeschäften und zur Absicherung von Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen.

Cashflow-Hedges

Cashflow-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung künftiger Zahlungsströme gegenüber Fremdwährungs- und Warenpreisrisiken aus zukünftigen Umsätzen und Beschaffungsgeschäften sowie Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Diese Derivate werden zu beizulegenden Zeitwerten bilanziert, welche in einen effektiven und in einen ineffektiven Teil zerlegt werden. Der effektive Teil der Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Derivate wird bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäftes direkt im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis erfasst. Der ineffektive Teil hingegen wird ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt. Bei Realisierung der zukünftigen Transaktionen (Grundgeschäfte) werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst. Zum 30. September 2016 waren Sicherungsinstrumente in Höhe von 33 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €) mit positiven beizulegenden Zeitwerten und in Höhe von 62 Mio € (Vorjahr: 128 Mio €) mit negativen beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Für das Geschäftsjahr 2015 / 2016 ist im kumulierten sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ein unrealisiertes Ergebnis in Höhe von 104 Mio € (Vorjahr: 84 Mio €) (vor Steuern) berücksichtigt. Die maximale Zeitdauer, für die Cashflows aus zukünftigen Transaktionen gesichert werden, beträgt 64 Monate.

Im Berichtsjahr wurden infolge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften 1 Mio € (Vorjahr: -27 Mio €) aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ergebniswirksam in die Umsatzerlöse umgegliedert. Zusätzlich wurden 3 Mio € (Vorjahr: 36 Mio €) anschaffungskostenerhöhend aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis in die Vorräte umgegliedert, da die gesicherten Rohstoffe bilanziert wurden, aber noch keine ergebniswirksame Realisation des Grundgeschäftes stattgefunden hatte. Hieraus resultierte eine Erhöhung der Aufwendungen in Höhe von 7 Mio € in 2015 / 2016. Darüber hinaus wurden 19 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €) anschaffungskostenerhöhend aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis in die Anschaffungskosten der Sachanlagen umgegliedert. Hiervon wurden Aufwendungen in Höhe von 1 Mio € 2015 / 2016 ergebniswirksam. Darüber hinaus werden insgesamt Erträge von 3 Mio € in 2016 / 2017 und Aufwendungen von 17 Mio € in den folgenden Geschäftsjahren ergebniswirksam.

Zum 30. September 2016 resultiert aus ineffektiven Bestandteilen der als Cashflow-Hedges klassifizierten derivativen Finanzinstrumente ein Nettoergebnis in Höhe von 5 Mio € (Vorjahr: - 21 Mio €).

Der Abbruch von Cashflow-Hedges führte im laufenden Geschäftsjahr durch Umgliederung aus den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung zu einem Ergebnis von 0 Mio € (Vorjahr: -13). Diese im Vorjahr ursprünglich ergebnisneutral behandelten Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten wurden zu dem Zeitpunkt ergebniswirksam realisiert, als die Durchführung der abgesicherten zukünftigen Transaktionen in Form währungsgesicherter Umsatzerlöse und Investitionen in das Anlagevermögen nicht länger als wahrscheinlich angesehen wurde.

Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Aufwendungen aus den zum Stichtag in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten betragen 20 Mio €. Im Geschäftsjahr 2017 / 2018 werden Aufwendungen in Höhe von 9 Mio €, im Geschäftsjahr 2018 / 2019 Aufwendungen in Höhe von 10 Mio € und in den nachfolgenden Geschäftsjahren Aufwendungen in Höhe von 64 Mio € erwartet.

Fair-Value-Hedges

Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Diese Waren- und Zinsderivate werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die Buchwerte der zugeordneten Grundgeschäfte werden um die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte der abgesicherten Risiken angepasst. Zum 30. September 2016 waren Sicherungsinstrumente in Höhe von 2 Mio € (Vorjahr: 0) mit negativen beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte werden unmittelbar in Abhängigkeit von der Art der zugrunde liegenden Geschäfte ergebniswirksam in den Umsatzerlösen oder Umsatzkosten bzw. im Finanzergebnis ausgewiesen. Im Geschäftsjahr ergab sich ein Nettoergebnis aus der Bewertung der Sicherungsinstrumente im Fair-Value-Hedge in Höhe von -6 Mio € (Vorjahr: 0), während im gleichen Zeitraum ein Nettoergebnis bei den zugehörigen Grundgeschäften von 6 Mio € (Vorjahr: 0) realisiert wurde.

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung

Werden die Voraussetzungen für die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting gemäß IAS 39 nicht erfüllt oder ist die Anwendung von Hedge Accounting ökonomisch nicht sinnvoll, erfolgt ein Ausweis der derivativen Finanzinstrumente als Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung. Die hieraus resultierenden Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sind in der Tabelle zu den Nettoergebnissen aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dargestellt. In dieser Position sind auch die eingebetteten Derivate enthalten. Sie bestehen im thyssenkrupp Konzern grundsätzlich in der Ausprägung, dass gewöhnliche Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden im Ausland nicht in der funktionalen Währung (Landeswährung) eines der beiden Vertragspartner geschlossen wurden.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Der Vorstand der thyssenkrupp AG hat ein Risikomanagementsystem implementiert, das vom Aufsichtsrat überwacht wird. In den Grundsätzen für das Risikomanagement sind die Rahmenbedingungen zur Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsmäßiges und zukunftsgerichtetes Risikomanagement im Konzern formuliert. Die Grundsätze verfolgen das Ziel, alle Mitarbeiter im Konzern zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Risiken zu veranlassen sowie einen nachhaltigen Prozess zur Förderung des Risikobewusstseins zu begleiten. In der Konzernrichtlinie zum Risikomanagement und in weiteren Konzernrichtlinien sind die Prozesse des Risikomanagements, einzuhaltende Limitierungen sowie der Einsatz von Finanzinstrumenten konkret geregelt. Das Risikomanagementsystem ist darauf ausgerichtet, die Risiken zeitnah konzernweit zu identifizieren, zu analysieren, zu steuern, zu überwachen und zu kommunizieren. Insbesondere durch eine mindestens zweimal jährlich durchgeführte Risikoinventur in allen Konzernunternehmen wird die Risikolandschaft im thyssenkrupp Konzern aktualisiert. Über die Ergebnisse des Risikoinventurprozesses werden sowohl der Vorstand der thyssenkrupp AG als auch der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates informiert. Das Risikomanagement-Reporting ist ein kontinuierlicher Prozess, der in das regelmäßige Konzernreporting eingebettet ist. Sowohl die Konzernrichtlinien als auch die Informationssysteme werden regelmäßig überprüft und an aktuelle Entwicklungen angepasst. Zudem überprüft die Konzernfunktion Internal Auditing regelmäßig, ob die Konzernunternehmen die Vorgaben des Risikomanagementsystems einhalten.

thyssenkrupp ist als weltweit agierender Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken (Währungsrisiken, Zinsrisiken und Warenpreisrisiken) ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen.

Kreditrisiko (Ausfallrisiko)

Der Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwertes des betreffenden Finanzinstrumentes besteht. In Krisenzeiten steigt die Bedeutung des Ausfallrisikos; wir steuern es durch unsere Geschäftspolitik mit besonderer Vorsicht. Zur Minimierung der Ausfallrisiken werden bei thyssenkrupp grundsätzlich Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich nur mit solchen Kontrahenten abgeschlossen, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Dabei werden zur weiteren Risikominimierung Geschäfte nur im Rahmen vorgegebener Kontrahentenlimite getätigt. lm operativen Bereich werden die Außenstände und Ausfallrisiken von den Konzerngesellschaften fortlaufend überwacht und teilweise über Warenkreditversicherungen abgesichert. Die Risiken aus Warenlieferungen an Großkunden unterliegen einer besonderen Bonitätsüberwachung. Zusätzlich werden für die Absicherung von Forderungen gegenüber Großkunden Akkreditive und Ausfallbürgschaften eingesetzt. Die Forderungen gegenüber diesen Vertragspartnern sind jedoch nicht so hoch, als dass sie außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Den Ausfallrisiken wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Das Management des Liquiditätsrisikos, somit die Ressourcenallokation und die Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit des Konzerns zählen zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, werden auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorgehalten. Auch im nächsten Geschäftsjahr steht die Finanzierung auf einer gesicherten Basis.

Die in einigen Kreditverträgen vereinbarte Gearing-Obergrenze wurde zum 30. September 2016 eingehalten. Vgl. hierzu auch die Ausführungen unter Anhang-Nr. 13 im Abschnitt "Angaben zum Kapitalmanagement".

Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen sind im Wesentlichen auf die thyssenkrupp AG sowie spezielle Auslandsgesellschaften konzentriert. Die Mittel werden bedarfsgerecht intern den Konzerngesellschaften zur Verfügung gestellt.

Die folgende Tabelle zeigt die künftigen undiskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten:

KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.09.2015

Mio € Buchwerte 30.09.2015 Cashflows 2015 / 2016 Cashflows 2016 / 2017 Cashflows 2017 / 2018 bis 2019 / 2020 Cashflows nach 2019 / 2020
Anleihen 6.416 1.267 1.436 3.115 1.438
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 771 230 177 423 119
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 44 14 12 18 17
Übrige Finanzschulden 724 408 20 146 261
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.985 4.848 128 9 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 326 190 56 61 19
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 128 100 36 0 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 774 764 8 2 0

KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.09.2016

Mio € Buchwerte 30.09.2016 Cashflows 2016 / 2017 Cashflows 2017 / 2018 Cashflows 2018 / 2019 bis 2020 / 2021 Cashflows nach 2020 / 2021
Anleihen 6.269 1.460 1.755 3.084 660
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 713 247 240 281 77
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 33 12 7 13 15
Übrige Finanzschulden 596 33 101 330 246
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.119 4.982 128 10 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 163 73 27 64 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 63 45 0 23 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 970 964 4 1 2

Den Zahlungsmittelflüssen aus derivativen Finanzinstrumenten stehen Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften gegenüber, die in der Fälligkeitsanalyse nicht berücksichtigt wurden. Bei Berücksichtigung auch der Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften würden die in der Übersicht gezeigten Zahlungsmittelflüsse entsprechend geringer ausfallen.

Marktrisiken

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes aufgrund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Zu den für thyssenkrupp relevanten Marktrisiken zählen das Währungsrisiko, das Zinsrisiko sowie das Warenpreisrisiko, insbesondere das Rohstoffpreisrisiko. Aus diesen Risiken können Ergebnis-, Eigenkapital- und Cashflow-Schwankungen resultieren. Ziel des Risikomanagements ist es, die entstehenden Risiken durch geeignete Maßnahmen, insbesondere den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten, zu eliminieren bzw. zu begrenzen. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten unterliegt strengen Kontrollen, die auf Basis von Richtlinien im Rahmen des regelmäßigen Reporting erfolgen. Es werden im Wesentlichen außerhalb der Börse (d.h. OTC) gehandelte Devisentermingeschäfte, Zinsswaps sowie Zins- / Währungsderivate und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern abgeschlossen. Zur Warenpreisabsicherung werden darüber hinaus auch börsengehandelte Futures eingesetzt.

Die nachstehend beschriebene Analyse sowie die mithilfe von Sensitivitätsanalysen ermittelten Beträge stellen hypothetische, zukunftsorientierte Angaben dar, die sich aufgrund unvorhersehbarer Entwicklungen an den Finanzmärkten von den tatsächlichen Ereignissen unterscheiden können. Zudem sind hier nicht die Risiken berücksichtigt, die nicht finanzieller Natur oder nicht quantifizierbar sind, wie z.B. Geschäftsrisiken.

Währungsrisiken

Die Internationalität unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen - vor allem in US-Dollar - mit sich. Die Absicherung der hieraus resultierenden Wechselkursrisiken ist wesentlicher Bestandteil unseres Risikomanagements.

Konzerneinheitliche Richtlinien bilden die Vorgabe für das Devisenmanagement des thyssenkrupp Konzerns. Grundsätzlich besteht für alle Konzerngesellschaften Sicherungspflicht von Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung. Die im Gebiet der Europäischen Währungsunion ansässigen verbundenen Unternehmen sind grundsätzlich verpflichtet, alle offenen Positionen aus Waren- und Leistungsgeschäften in den wesentlichen Transaktionswährungen einer zentralen Sicherungsstelle anzudienen. Die angedienten Positionen werden laufzeitkongruent in Abhängigkeit vom Sicherungszweck der Derivate und der damit verbundenen Art der bilanziellen Behandlung entweder im Rahmen eines Portfolio-Hedge-Ansatzes abgesichert oder in direkter Zuordnung an Banken durchgeleitet. Die Absicherung von Finanztransaktionen sowie von Geschäften unserer Tochterunternehmen außerhalb der Europäischen Währungsunion erfolgt in enger Abstimmung mit der Konzernleitung. Die Einhaltung der zentralen Vorgaben wird regelmäßig durch die Konzernfunktion Internal Auditing überprüft.

Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungsschwankungen. Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäfts. Die Laufzeit der abgeschlossenen Devisenderivate beträgt in der Regel bis zu 12 Monate und kann in einzelnen Ausnahmefällen bis zu 6 Jahre betragen.

Als relevante Risikovariablen für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Da die Sicherungsgeschäfte grundsätzlich zur Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt werden, gleichen sich die gegenläufigen Effekte der Grund- und Sicherungsgeschäfte über die Totalperiode nahezu aus. Das hier dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert somit aus Sicherungsbeziehungen mit bisher noch bilanzunwirksamen Grundgeschäften, d.h. Sicherungen von festen vertraglichen Verpflichtungen sowie von Planumsätzen. Analysiert man das US-Dollar-Währungsrisiko, ergibt sich zum 30. September 2016 folgendes Bild:

Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2016 um 10% stärker gewesen wäre, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 8 Mio € höher (Vorjahr: 11 Mio € niedriger) und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 0 Mio € (Vorjahr: 8 Mio €) höher gewesen. Wäre der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2016 um 10% schwächer gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 10 Mio € niedriger (Vorjahr: 13 Mio € höher) und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 2 Mio € höher (Vorjahr: 12 Mio € geringer) gewesen.

Zinsrisiko

Aufgrund der internationalen Ausrichtung unserer Geschäftsaktivitäten findet die Liquiditätsbeschaffung zur Deckung unseres Kapitalbedarfs an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten statt. Die hieraus resultierenden Finanzschulden sowie unsere Geldanlagen sind zu Teilen einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist es, dieses Zinsänderungsrisiko zu steuern und zu optimieren. Hierzu werden im Rahmen des Zinsmanagements regelmäßig Zinsanalysen erstellt. Zur Absicherung des Zinsrisikos werden fallweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Instrumente werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zugrunde liegenden Grundgeschäfte zu minimieren.

Per 30. September 2016 sind wie zum Vorjahresstichtag sämtliche Zinsderivate direkt und unmittelbar bestimmten Finanzierungen zugeordnet. Zum aktuellen Stichtag sind nahezu alle Zinsderivate in Form eines Cashflow-Hedges bilanziert, während zum Vorjahresstichtag sämtliche Zinsderivate in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung standen.

Zins- / Währungsswaps wurden im Zusammenhang mit der Finanzierung von Auslandsaktivitäten im Wesentlichen für US-Dollar abgeschlossen.

Bei Zinsinstrumenten ergeben sich Cashflow-Risiken, Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken. Refinanzierungen sowie variable Finanzinstrumente unterliegen einem Cashflow-Risiko, das die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinszahlungen zum Ausdruck bringt. Die Messung des Cashflow-Risikos erfolgt mit einer Cashflow-Sensitivität. Opportunitätseffekte ergeben sich bei originären Finanzinstrumenten, da diese im Gegensatz zu Zinsderivaten nicht zum beizulegenden Zeitwert, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Dieser Unterschiedsbetrag, der sogenannte Opportunitätseffekt, schlägt sich weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Bilanzwirksame Zinsrisiken, die sich im Eigenkapital auswirken, ergeben sich aus der Bewertung von als Cashflow-Hedge abgeschlossenen Zinsderivaten. Ergebniswirksame Zinsrisiken resultieren aus nicht im Hedge Accounting bilanzierten Zinsderivaten. Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken werden mit einer Sensitivitätsberechnung der beizulegenden Zeitwerte und deren Veränderung ermittelt.

Die Zinsanalyse unterstellt zum 30. September 2016 eine Parallelverschiebung der Zinskurven für alle Währungen um + 100 / -20 Basispunkte. Die Parallelverschiebung nach unten ist auf -20 Basispunkte begrenzt, um dem anhaltend niedrigen Zinsniveau mit teilweise negativen Zinsen Rechnung zu tragen. Negative Zinsen werden dabei in der aktuellen Analyse berücksichtigt. Es ergeben sich die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte):

ZINSANALYSE

Veränderung aller Zinskurven zum
30.09.2015 um 30.09.2016 um
--- --- --- --- ---
Mio € + 100 Basispunkte -20 Basispunkte + 100 Basispunkte -20 Basispunkte
--- --- --- --- ---
Cashflow-Risiko 35 -4 30 -6
Opportunitätseffekte 250 -40 236 -49
Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten -1 4 -1 0
Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 0 0 0 0

Wenn alle Zinskurven am 30. September 2016 um 100 Basispunkte höher gewesen wären, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate um 1 Mio € (Vorjahr: 1 Mio €) niedriger und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 30 Mio € (Vorjahr: 35 Mio €) höher gewesen. Wären die Zinskurven am 30. September 2016 um 20 Basispunkte niedriger gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate um 0 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) höher und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 6 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) niedriger gewesen.

Warenpreisrisiken

Der Konzern benötigt verschiedene NE-Metalle sowie Rohstoffe wie z.B. Erze, Kohle, Koks und Energie für die verschiedenen Produktionsprozesse. Darüber hinaus werden umfangreiche Frachtkapazitäten benötigt. Die Einkaufspreise für Rohstoffe, Energie und Frachtkapazitäten können je nach Marktsituation erheblich schwanken.

Daher besteht ein Warenpreisrisiko, das Einfluss auf die Ergebnis-, Eigenkapital- sowie Cashflow-Situation haben kann. Wir reagieren mit angepassten Verkaufspreisen und möglichst alternativen Beschaffungsquellen zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Um die Risiken aus Rohstoffpreisvolatilitäten zu minimieren, setzt der Konzern zusätzlich auch derivative Finanzinstrumente, insbesondere für Erze, Kupfer, Nickel, Zink und Zinn, ein. Der Abschluss von Finanzderivaten in diesen Bereichen unterliegt strengen Richtlinien, deren Einhaltung durch Internal Auditing überprüft wird. Die Sicherung von NE-Metallen erfolgt grundsätzlich über eine zentrale Sicherungsplattform, wobei ausschließlich marktgängige Instrumente verwendet werden. Dies sind im Wesentlichen Warentermingeschäfte. Die Warentermingeschäfte sind mit ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte werden überwiegend ergebniswirksam im betrieblichen Ergebnis erfasst. Einige Warenderivate sind in Form eines Cashflow-Hedges direkt und unmittelbar einer bestimmten festen Verpflichtung zugeordnet. Zusätzlich werden in einigen Fällen die beizulegenden Zeitwerte von bestimmten festen Verpflichtungen und Vorratsbeständen in Form von Fair-Value-Hedges abgesichert.

Die aus den steigenden Energiepreisen resultierenden Risiken werden durch eine strukturierte Beschaffung auf dem Strommarkt sowie durch den Abschluss bzw. die Weiterführung langfristiger Erdgasverträge begrenzt. Diese Verträge fallen unter die sogenannte "own use exemption" und werden daher nicht als derivative Finanzinstrumente bilanziert.

Um die Risiken aus schwankenden Frachtpreisen zu minimieren, setzt der Konzern u.a. langfristige Festpreisverträge ein, wovon ein Vertrag als Warentermingeschäft mit dem beizulegenden Zeitwert bilanziert wird.

In die nach IFRS 7 für Finanzinstrumente geforderte Szenarioanalyse fließen nur hypothetische Veränderungen der Marktpreise für derivative Finanzinstrumente ein. Die gegenläufigen Effekte aus den Grundgeschäften sind nicht berücksichtigt und würden den Effekt deutlich verringern.

Die Szenarioanalyse für Warenpreisrisiken unterstellt zum 30. September 2016 eine Preisvarianz der NE-Metalle sowie der Frachtraten um +20% / -20 %. Wird ein Preisanstieg der jeweiligen NE-Metalle sowie der Frachtraten um +20 % angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung 3 Mio € (Vorjahr: 16 Mio €) und auf das Eigenkapital 9 Mio € (Vorjahr: 9 Mio €). Wird ein Preisrückgang der jeweiligen NE-Metalle sowie der Frachtraten um -20% angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung -3 Mio € (Vorjahr: -2 Mio €) und auf das Eigenkapital 4 Mio € (Vorjahr: -22 Mio €).

23 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (related parties)

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist gemäß Mitteilung nach §21 Abs. 1 WpHG vom 3. Dezember 2013 mit 23,03% an der thyssenkrupp AG beteiligt; gemäß freiwilliger Mitteilung der Stiftung vom 4. Oktober 2016 ist per 30. September 2016 die Beteiligungshöhe unverändert. Uber die in der Satzung (§ 21) festgelegten Leistungen und Gegenleistungen hinaus bestanden keine wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen.

In den Geschäftsjahren 2014 / 2015 und 2015 / 2016 hatte der Konzern Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures. Transaktionen mit diesen nahe stehenden Unternehmen resultieren grundsätzlich aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch; der Umfang der Geschäftsbeziehungen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN

Umsatz Bezogene Leistungen Forderungen
Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016 2014 / 2015 2015 / 2016 30.09.2015 30.09.2016
--- --- --- --- --- --- ---
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 0 0 1 3 2
Assoziierte Unternehmen 42 42 3 3 0 2
Joint Ventures 11 15 51 13 0 4
Verbindlichkeiten
Mio € 30.09.2015 30.09.2016
--- --- ---
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 0
Assoziierte Unternehmen 2 9
Joint Ventures 59 28

Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates

Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates.

Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:

VORSTANDSVERGÜTUNG

Tausend

2014 / 2015 2015 / 2016
Kurzfristig fällige Leistungen (ohne aktienbasierte Vergütung) 6.707 6.526
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 346 4.848
Aktienbasierte Vergütungen 5.501 4.056
Insgesamt 12.554 15.430

Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (service cost) und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand (past service cost) ausgewiesen. Die Angabe der aktienbasierten Vergütung bezieht sich auf den beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung.

Zum 30. September 2016 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.

Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrates wurden wie folgt vergütet:

AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG

Tausend

2014 / 2015 2015 / 2016
Fixe Vergütung (einschließlich Sitzungsgeld) 1.659 1.622

Darüber hinaus wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrates der thyssenkrupp AG für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften für das Geschäftsjahr 2015 / 2016 Vergütungen von 69 Tsd € (Vorjahr: 77 Tsd €) gewährt.

Zum 30. September 2016 sind Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.

Zur Individualisierung sowie zu weiteren Details der Bezüge der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder vgl. den im Corporate-Governance-Bericht dargestellten Vergütungsbericht, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist.

Vergütung ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 17,4 Mio € (Vorjahr: 17,4 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 304,1 Mio € (Vorjahr: 261,6 Mio €) zurückgestellt.

24 Segmentberichterstattung

thyssenkrupp ist in die nachfolgend beschriebenen operativen Business Areas gegliedert, die die Konzernaktivitäten rund um Industriegüter und Werkstoffe bündeln. Die Business Areas entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur und stellen die Segmente gemäß IFRS 8 dar. Dabei wird die Business Area Stainless Global in 2014 / 2015 noch als nicht fortgeführte Aktivität eingestuft; nach dem Abgang zum Ende des 1. Quartals 2012 / 2013 fielen hier noch nachlaufende Aufwendungen an, die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf von Stainless Global stehen.

Components Technology

Die Business Area bietet leistungsfähige und innovative Komponenten für die Automobilindustrie, Baumaschinen, Maschinenbau und Windkraftanlagen an.

Elevator Technology

Die Business Area betreibt den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften sowie Fluggastbrücken. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Produktpalette von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenindividuellen Lösungen nach Maß.

Industrial Solutions

Industrial Solutions ist ein international führender Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau sowie im Marineschiffbau.

Materials Services

Die Business Area betreibt den weltweiten Handel von Werk- und Rohstoffen sowie technische und infrastrukturelle Dienstleistungen für produzierende und verarbeitende Unternehmen. Im Rahmen der Entflechtung aller finanziellen Verbindungen mit OTK wurden der Business Area mit Wirkung zum 28. Februar 2014 die gesamte VDM-Gruppe, die AST-Gruppe mit ihren Werken und dem italienischen Service-Center sowie weitere Edelstahl-Service-Center in Deutschland, Frankreich, Spanien und der Türkei zugeordnet; die gesamte VDM-Gruppe wurde mit Wirkung zum 31. Juli 2015 wieder veräußert.

Steel Europe

In der Business Area sind die Aktivitäten für hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte zusammengefasst, die von intelligenten Werkstofflösungen bis zum fertigen Bauteil reichen.

Steel Americas

Diese Business Area besteht aus dem Stahlwerk in Brasilien (CSA). Sie betreibt die Produktion, Weiterverarbeitung und Vermarktung von hochwertigen Qualitätsstählen.

Corporate

Corporate umfasst die Konzernzentrale einschließlich der Verwaltung für die Regionen, das Asset Management für die konzernweiten Immobilien und die Global Shared-Services-Aktivitäten. Diese bündeln wesentliche, dezentral ausgeführte Funktionen in konzerninternen Servicecentern. Dabei handelt es sich um Aufgaben, die grundsätzlich standortunabhängig erbracht werden können, wie etwa Teilprozesse im Rechnungswesen, in der IT, im Immobilienservice und im Personalwesen. Zu der Konzernzentrale gehören ferner jene Gesellschaften, die den operativen Geschäften der einzelnen Business Areas nicht zugeordnet werden können.

Stainless Global

Dieses Segment wurde bis zum Abgang am 28. Dezember 2012 als nicht fortgeführte Aktivitäten eingestuft; nach dem Abgang zum Ende des 1. Quartals 2012 / 2013 fielen hier in 2014 / 2015 noch nachlaufende Aufwendungen an, die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf von Stainless Global standen.

Konsolidierung

Die Konsolidierung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Zwischengewinnen im Vorratsvermögen sowie die Rücknahme konzerninterner Zinsverrechnungen.

Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind. Gemäß dem für die Segmentberichterstattung relevanten sogenannten "Management Approach" erfolgen alle Angaben einschließlich der als Veräußerungsgruppen bzw. als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifizierten Einheiten. Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.

Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente ist die Ertragskennzahl EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) bzw. Bereinigtes EBIT. Die Abgrenzung des EBIT richtet sich nach wirtschaftlichen Kriterien und ist unabhängig von den IFRS-Vorschriften. Es gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten und enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können; das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT unter Berücksichtigung von Sondereffekten, also ohne Veräußerungsverluste und -gewinne, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen und Zuschreibungen sowie weitere nicht operative Aufwendungen und Erträge. Es ist besser als das EBIT dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Maß für das für die operative Tätigkeit gebundene Kapital ist das Capital Employed. Es umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht zinstragende Passivposten wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen; vgl. dazu auch die nachfolgende Überleitungsrechnung.

SEGMENTINFORMATIONEN 2014 / 2015

Mio € Components Technology Elevator Technology Industrial Solutions Materials Services Steel Europe Steel Americas
Geschäftsjahr 2014 / 2015
Außenumsätze 6.747 7.205 6.237 13.925 7.150 1.468
Konzerninterne Umsätze 6 3 19 329 1.547 305
Umsatzerlöse gesamt 6.753 7.208 6.256 14.254 8.697 1.773
Ergebnis aus der Equity-Bewertung -1 1 -7 0 32 0
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 4 129 47 121 0
EBIT 294 662 425 -38 514 -147
Bereinigtes EBIT 313 794 424 206 492 -138
Durchschnittliches Capital Employed 3.530 1.289 -1.554 4.566 5.265 2.167
Abschreibungen 309 80 64 148 409 140
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 12 16 0 175 3 0
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0 2 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -116 -106 14 -57 -116 2
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 392 83 71 114 457 86
Mio € Corporate Stainless Global1) Konsolidierung Konzern
Geschäftsjahr 2014 / 2015
Außenumsätze 46 - 0 42.778
Konzerninterne Umsätze 148 - -2.357 0
Umsatzerlöse gesamt 194 - -2.357 42.778
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 8 - 0 33
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 2 - 0 303
EBIT -649 -11 0 1.050
Bereinigtes EBIT -414 0 0 1.676
Durchschnittliches Capital Employed 837 - 6 16.106
Abschreibungen 45 0 -8 1.187
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 2 0 0 208
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 2
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -324 0 1 -703
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 76 0 -1 1.278

1) Nicht fortgeführte Aktivität

SEGMENTINFORMATIONEN 2015 / 2016

Mio € Components Technology Elevator Technology Industrial Solutions Materials Services Steel Europe Steel Americas
Geschäftsjahr 2015 / 2016
Außenumsätze 6.802 7.465 5.732 11.601 6.362 1.263
Konzerninterne Umsätze 5 3 13 285 1.271 226
Umsatzerlöse gesamt 6.807 7.468 5.744 11.886 7.633 1.489
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 2 9 -2 37 0
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 4 125 47 107 0
EBIT 251 771 333 76 316 -22
Bereinigtes EBIT 335 860 355 128 315 -33
Durchschnittliches Capital Employed 3.587 1.197 -475 3.861 5.012 2.145
Abschreibungen 319 80 65 113 401 143
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 57 6 7 7 11 0
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0 7 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -109 -146 -141 -52 -113 1
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 488 128 75 128 393 110
Mio € Corporate Konsolidierung Konzern
Geschäftsjahr 2015 / 2016
Außenumsätze 38 0 39.263
Konzerninterne Umsätze 217 -2.020 0
Umsatzerlöse gesamt 255 -2.020 39.263
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 0 46
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 2 0 284
EBIT -542 6 1.189
Bereinigtes EBIT -497 6 1.469
Durchschnittliches Capital Employed 653 -46 15.933
Abschreibungen 49 -6 1.165
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 7 0 95
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 7
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -168 0 -729
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 45 -5 1.362

Nachfolgend wird die Überleitungsrechnung der Ertragskennzahl EBIT zum EBT gemäß der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:

ÜBERLEITUNG EBIT ZU EBT

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung 1.676 1.469
Sondereffekte -626 -280
EBIT gemäß Segmentberichterstattung 1.050 1.189
+ Nicht operatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 0 0
+ Finanzierungserträge 1.320 1.030
- Finanzierungsaufwendungen -1.811 -1.627
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden -113 36
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden 39 25
EBT-Konzern 485 652
- EBT Stainless Global 11 0
EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 496 652

Die Summe der Vermögenswerte gemäß der Konzernbilanz lässt sich wie folgt auf das durchschnittliche Capital Employed überleiten:

ÜBERLEITUNG AKTIVA ZUM CAPITAL EMPLOYED

Mio € 30.09.2015 30.09.2016
Summe Vermögenswerte (Aktiva) 35.694 35.072
Aktive latente Steuern -2.031 -2.322
Laufende Ertragsteueransprüche -160 -172
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -4.535 -4.105
Anpassungen von Aktiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile -260 -143
Passivische Abzugsposten im Capital Employed:
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer -339 -373
Sonstige Rückstellungen, langfristig -906 -589
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig -5 -6
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer -362 -408
Sonstige Rückstellungen, kurzfristig -1.066 -963
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -4.985 -5.119
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig -1.226 -975
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig -7.593 -7.130
Anpassungen von Passiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile 565 560
Stichtags-Capital Employed 12.791 13.326
Effekt aus der Anpassung von Durchschnitts- auf Stichtags-Capital Employed 1.114 407
Durchschnittliches Capital Employed (5-Punkte-Durchschnitt) 13.905 13.733
Korrekturfaktoren mit erhöhender Wirkung auf Leistungsanforderungen für einen positiven Wertbeitrag 2.200 2.200
Durchschnittliches Capital Employed gemäß Segmentberichterstattung 16.106 15.933

Bei der nachfolgenden Darstellung der Informationen nach Regionen erfolgt die Länderzuordnung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden, während die Zuordnung des Segmentvermögens und der Investitionen nach dem jeweiligen Standort vorgenommen wird. Die Bestimmung der Investitionen erfolgt nach der für die Kapitalflussrechnung geltenden Abgrenzung.

Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Konzernumsatz wesentlich ist.

AUSSENUMSÄTZE NACH REGIONEN

Mio € Deutschland USA China Übrige Länder Konzern
Außenumsätze (Sitz des Kunden)
2014 / 2015 11.611 7.835 2.945 20.388 42.778
2015 / 2016 10.719 6.955 2.728 18.860 39.263

LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH REGIONEN1)

Mio € Deutschland USA Brasilien Übrige Länder Konzern
Langfristige Vermögenswerte (= immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte) (Standort der Vermögenswerte)
30.09.2015 6.683 1.443 1.999 3.714 13.839
30.09.2016 6.458 1.422 2.197 3.876 13.953

1) Inklusive Veräußerungsgruppen

25 Schätzungen und Ermessensausübungen im Rahmen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert die Vornahme von Schätzungen sowie das Treffen von Annahmen durch das Management, wodurch die Höhe der berichteten Beträge und die diesbezüglichen Anhangangaben beeinflusst werden. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln.

Bilanzierung von Erwerben

Als Folge von Akquisitionen werden Firmenwerte in der Bilanz des Konzerns ausgewiesen. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswertes und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf das unabhängige Gutachten eines externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert wird intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cashflows ist. Diese Bewertungen sind eng mit den Annahmen verbunden, die das Management bezüglich der künftigen Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat, sowie mit den unterstellten Veränderungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.

Firmenwert

Wie in den Grundsätzen der Rechnungslegung unter Anhang-Nr. 01 dargestellt, überprüft der Konzern jährlich und sofern irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des Nutzungswertes beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cashflows (vgl. Anhang-Nr. 04). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrages verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte.

Werthaltigkeit der Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag hat der Konzern einzuschätzen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert einer Sachanlage, einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie oder eines immateriellen Vermögenswertes wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen, insbesondere bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze (vgl. Anhang-Nr. 03 und 05). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen der Konzern tätig ist, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten.

Sonstige Rückstellungen

Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgten auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Der später tatsächlich eintretende Nutzenabfluss kann insofern von den sonstigen Rückstellungen abweichen, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 16.

Bewertung einzelner zur Veräußerung gehaltener langfristiger Vermögenswerte, von Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführter Aktivitäten (Discontinued Operations)

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte sowie Veräußerungsgruppen und nicht fortgeführte Aktivitäten werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten kann auf Schätzungen und Annahmen des Managements basieren, die mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sind.

Umsatzrealisierung aus Fertigungsaufträgen

Bestimmte Konzerngesellschaften, insbesondere in den Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions, tätigen einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, die nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert werden, wonach die Umsätze entsprechend dem Fertigstellungsgrad auszuweisen sind. Diese Methode erfordert eine exakte Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschrittes. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Das Management der operativen Einheiten überprüft kontinuierlich alle Schätzungen, die im Rahmen der Fertigungsaufträge erforderlich sind, und passt diese gegebenenfalls an.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Da der Konzern in zahlreichen Ländern operativ tätig ist und Einkünfte erzielt, unterliegt er in einer Vielzahl von Steuerhoheiten den unterschiedlichsten Steuergesetzen. Um die weltweiten Steuerverbindlichkeiten des Konzerns zu bestimmen, sind daher wesentliche Beurteilungen erforderlich. Obwohl das Management davon ausgeht, eine vernünftige Einschätzung steuerlicher Unwägbarkeiten getroffen zu haben, kann nicht zugesichert werden, dass sich der tatsächliche Ausgang solcher steuerlicher Unwägbarkeiten mit der ursprünglichen Einschätzung deckt. Etwaige Unterschiede könnten in der jeweiligen Periode, in der die Angelegenheit endgültig entschieden wird, Auswirkungen auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern haben.

Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u.a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern könnten sich verringern, falls die Schätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen und die durch zur Verfügung stehende Steuerstrategien erzielbaren Steuervorteile gesenkt werden oder falls Änderungen der aktuellen Steuergesetzgebung den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken. Für weitere Informationen zu potenziellen Steuervorteilen, für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt worden sind, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 32.

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen u.a. versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, erwartete Gehaltssteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsfürsorgekosten. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen, des Eigenkapitals sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen (vgl. Anhang-Nr. 15 bezüglich weiterer Informationen für Leistungen an Arbeitnehmer).

Rechtliche Risiken

Wie unter Anhang-Nr. 21 dargestellt, sind thyssenkrupp Unternehmen in einigen Fällen Parteien in Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen thyssenkrupp Unternehmen oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

26 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse enthalten Umsätze aus dem Verkauf von Gütern in Höhe von 24.259 Mio € (Vorjahr: 26.234 Mio €), Dienstleistungsumsätze in Höhe von 5.243 Mio € (Vorjahr: 5.193 Mio €) sowie Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen in Höhe von 8.630 Mio € (Vorjahr: 9.155 Mio €).

27 Sonstige Erträge

SONSTIGE ERTRÄGE

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Erträge aus Zulagen und Zuschüssen 8 11
Versicherungsentschädigungen 20 35
Übrige 256 188
Insgesamt 284 234

Die übrigen sonstigen Erträge enthalten eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 471 (Vorjahr: 497) konsolidierten Unternehmen.

28 Sonstige Aufwendungen

SONSTIGE AUFWENDUNGEN

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Zuführungen / Auflösungen von Rückstellungen 232 12
Sonstige Steuern 41 15
Übrige 98 85
Insgesamt 371 114

Die übrigen sonstigen Aufwendungen enthalten eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 471 (Vorjahr: 497) konsolidierten Unternehmen.

29 Sonstige Gewinne und Verluste

SONSTIGE GEWINNE UND VERLUSTE

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Ergebnis aus dem Abgang immaterieller Vermögenswerte -5 0
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen -1 5
Ergebnis aus dem Abgang von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 15 11
Ergebnis aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften 0 6
Übrige -232 89
Insgesamt -223 112

Die übrigen sonstigen Gewinne und Verluste beinhalten im Wesentlichen Gewinne (Vorjahr: Verluste) aus der Währungsumrechnung von Erstattungsansprüchen im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern.

30 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Erstattung von Aufwendungen des Konzerns in Höhe von 15 Mio € (Vorjahr: 11 Mio €) erfasst.

Die Gewährung der dargestellten Zuwendungen der öffentlichen Hand ist mit bestimmten Auflagen verbunden, von deren Erfüllung derzeit ausgegangen wird.

31 Finanzergebnis

FINANZERGEBNIS

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 33 46
Zinserträge aus Finanzguthaben 122 90
Erträge aus Beteiligungen 71 9
Sonstige Finanzierungserträge 1.127 931
Finanzierungserträge 1.320 1.030
Zinsaufwendungen aus Finanzschulden -452 -378
Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -183 -182
Aufwendungen aus Beteiligungen 0 -1
Sonstige Finanzierungsaufwendungen -1.176 -1.066
Finanzierungsaufwendungen -1.811 -1.627
Insgesamt -458 -552

Zu den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen vgl. auch Anhang-Nr. 07.

In den sonstigen Finanzierungserträgen sind Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 17 Mio € (Vorjahr: 20 Mio €) bzw. in den sonstigen Finanzierungsaufwendungen Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 29 Mio € (Vorjahr: 26 Mio €) enthalten.

In der Periode wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 11 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €) aktiviert; hierdurch verbesserten sich die Zinsaufwendungen aus Finanzschulden entsprechend. Soweit einer bestimmten Investition eine Finanzierung konkret zugerechnet werden kann, werden die tatsächlichen Fremdfinanzierungskosten aktiviert. Sofern kein direkter Bezug hergeleitet werden kann, wird der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns der laufenden Periode berücksichtigt; dieser lag für 2015 / 2016 bei 4,2% (Vorjahr: 4,9%).

32 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Ertragsteuern des Konzerns teilen sich wie folgt auf:

AUFTEILUNG ERTRAGSTEUERN

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Laufender Steueraufwand / (-ertrag) für den Berichtszeitraum 391 351
Latenter Steueraufwand / (-ertrag) für den Berichtszeitraum -117 115
Laufender Steueraufwand / (-ertrag) für Vorjahre -64 -43
Latenter Steueraufwand / (-ertrag) für Vorjahre 7 -32
Insgesamt 217 391

Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 / 2016 anzuwendende deutsche Körperschaftsteuerrecht sieht einen gesetzlichen Steuersatz von 15,0% (Vorjahr: 15,0%) zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % (Vorjahr: 5,5%) vor. Die durchschnittliche Gewerbesteuerbelastung der Gesellschaften des Konzerns beträgt 15,9% (Vorjahr: 15,8%). Daher werden latente Steuern inländischer Gesellschaften zum 30. September 2016 mit einem Gesamtsteuersatz von 31,7% (Vorjahr: 31,6%) bewertet. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 10,0% und 39,0% (Vorjahr: 5,7% und 38,0%). Im Ausland führten Steuersatzänderungen im Geschäftsjahr 2015 / 2016 zu einem latenten Steueraufwand in Höhe von 5 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €).

Die im Eigenkapital berücksichtigten Steuern verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Bereiche:

ERTRAGSTEUERN IM EIGENKAPITAL

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Steueraufwand / (-ertrag) laut GuV-Ausweis 217 391
Erfolgsneutraler Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis -96 -395
Sonstige erfolgsneutrale Veränderungen 0 0
Insgesamt 121 -4

Im Inland bestehen im Konzern zum 30. September 2016 Verlustvorträge in Höhe von 1.900 Mio € (Vorjahr: 1.658 Mio €) für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag, Verlustvorträge in Höhe von 859 Mio € (Vorjahr: 697 Mio €) für Gewerbesteuer sowie Zinsvorträge in Höhe von 960 Mio € (Vorjahr: 840 Mio €). Darüber hinaus bestehen im Ausland steuerliche Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 8.228 Mio € (Vorjahr: 7.247 Mio €), unter anderem 4.057 Mio € (Vorjahr: 2.974 Mio €) in Brasilien, 1.853 Mio € (Vorjahr: 2.078 Mio €) in den USA und 928 Mio € (Vorjahr: 891 Mio €) in Italien, sowie Steuergutschriften in Höhe von 66 Mio € (Vorjahr: 65 Mio €). Im Zusammenhang mit steuerlichen Verlustvorträgen, Zinsvorträgen und ausländischen Steuergutschriften ergab sich im Geschäftsjahr 2015 / 2016 ein latenter Steueraufwand von 17 Mio € (Vorjahr: 48 Mio € latenter Steueraufwand).

Zum 30. September 2016 werden u.a. die folgenden aktiven latenten Steuern angesetzt, weil für die Aktivierung substanzielle Hinweise auf ausreichende künftige zu versteuernde Ergebnisse vorliegen: thyssenkrupp North America, Inc. (USA): 727 Mio € (Vorjahr: 824 Mio €) und thyssenkrupp AG (Deutschland) 465 Mio € (Vorjahr: 377 Mio €).

Zum 30. September 2016 werden für im Konzern bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 7.337 Mio € (Vorjahr: 6.022 Mio €) keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Von diesen steuerlichen Verlustvorträgen ist ein Teilbetrag von 7.189 Mio € (Vorjahr: 5.893 Mio €) nach der bestehenden Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig, während Verlustvorträge in Höhe von 148 Mio € (Vorjahr: 129 Mio €) innerhalb der nächsten 20 Jahre verfallen, soweit sie nicht genutzt werden.

Die nicht angesetzten aktiven latenten Steuern für steuerliche Verlustvorträge belaufen sich zum 30. September 2016 auf 1.976 Mio € (Vorjahr: 1.611 Mio €). Darüber hinaus werden zum 30. September 2016 für ausländische Steuergutschriften in Höhe von 1 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) sowie für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 1.566 Mio € (Vorjahr: 2.016 Mio €) keine aktiven latenten Steuern angesetzt.

Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 hat sich der Steueraufwand des Konzerns durch die Nutzung nicht angesetzter aktiver latenter Steuern für steuerliche Verlustvorträge, Zinsvorträge und ausländische Steuergutschriften sowie abzugsfähige temporäre Differenzen um 11 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €) verringert.

Zum 30. September 2016 belaufen sich die zu versteuernden temporären Differenzen aus thesaurierten Gewinnen von Tochtergesellschaften im Konzern, für die keine passiven latenten Steuern gebildet werden, da diese Gewinne in absehbarer Zeit nicht ausgeschüttet werden sollen, auf 439 Mio € (Vorjahr: 500 Mio €).

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Positionen:

VERZEICHNIS AKTIVER UND PASSIVER LATENTER STEUERN

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Mio € 30.09.2015 30.09.2016 30.09.2015 30.09.2016
--- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte 87 91 476 500
Sachanlagen 696 696 521 452
Finanzielle Vermögenswerte 48 70 8 31
Vorräte 673 451 60 39
Übrige Aktiva 547 621 609 923
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 636 1.265 9 1
Sonstige Rückstellungen 628 284 295 328
Übrige Passiva 854 1.297 887 1.027
Steuerliche Verlustvorträge 2.670 2.982 - -
Zinsvorträge 233 266 - -
Ausländische Steuergutschriften 65 66 - -
Bruttobetrag 7.137 8.089 2.865 3.301
Wertberichtigungen -2.294 -2.498 - -
Saldierungen -2.812 -3.269 -2.812 -3.269
Bilanzansatz 2.031 2.322 53 33

Der ausgewiesene Steueraufwand des Geschäftsjahres 2015 / 2016 in Höhe von 391 Mio € (Vorjahr: 217 Mio €) ist um 184 Mio € (Vorjahr: 60 Mio €) höher als der erwartete Steueraufwand in Höhe von 207 Mio € (Vorjahr: 157 Mio €), der sich bei Anwendung des inländischen Gesamtsteuersatzes von 31,7% (Vorjahr: 31,6 %) auf das Ergebnis vor Steuern ergäbe. Die Überleitung vom erwarteten Steuer-aufwand / (-ertrag) zum ausgewiesenen Steueraufwand / (-ertrag) ergibt sich aus der folgenden Tabelle:

STEUERLICHE ÜBERLEITUNGSRECHNUNG

Mio € 2014 / 2015 in % 2015 / 2016 in %
Erwarteter Steueraufwand / (-ertrag) 157 31,6 207 31,7
Abweichungen zum inländischen Gesamtsteuersatz -19 -3,8 -9 -1,4
Änderung von Steuersätzen oder -gesetzen 3 0,6 3 0,5
Veränderung der Wertberichtigungen auf latente Steuern 99 20,0 219 33,6
Einkommenskorrekturen 24 4,8 49 7,5
Effekte im Zusammenhang mit Entkonsolidierungen -92 -18,6
Besteuerung von Veräußerungsergebnissen -14 -2,8 -1 -0,2
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -10 -2,0 -15 -2,3
Steuerlich wirkungsloses Ergebnis aus Währungsumrechnung 76 15,3 -31 -4,8
Nicht anrechenbare Quellensteuern 54 10,9 42 6,4
Periodenfremder Steuerertrag -57 -11,5 -75 -11,5
Sonstiges -4 -0,7 2 0,3
Ausgewiesener Steueraufwand / (-ertrag) 217 43,8 391 59,8

33 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) berechnet sich wie folgt:

ERGEBNIS JE AKTIE

2014 / 2015 2015 / 2016
Gesamtbetrag Ergebnis Gesamtbetrag Ergebnis
--- --- --- --- ---
in Mio € je Aktie

in €
in Mio € je Aktie

in €
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 320 0,57 296 0,52
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -11 -0,02 0 0,00
Jahresüberschuss / (-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 309 0,55 296 0,52
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 565.937.947 565.937.947

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

34 Zusätzliche Angaben zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Folgender Personalaufwand ist in den Aufwandspositionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

PERSONALAUFWAND

Mio € 2014 / 2015 2015 / 2016
Löhne und Gehälter 6.576 6.829
Soziale Abgaben 1.180 1.253
Netto-Pensionsaufwendungen - Leistungszusage1) 145 177
Netto-Pensionsaufwendungen - Beitragszusage 143 161
Abfindungen, vorzeitiges Ausscheiden u.Ä. 157 154
Aufwendungen für Unterstützung 335 368
Insgesamt 8.536 8.942

1) Ohne Nettozinsaufwand, der in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen wird.

Im Jahresdurchschnitt waren im Konzern beschäftigt:

BELEGSCHAFT IM JAHRESDURCHSCHNITT

2014 / 2015 2015 / 2016
Components Technology 29.421 30.128
Elevator Technology 51.093 51.609
Industrial Solutions 18.949 19.528
Materials Services 23.257 19.843
Steel Europe 27.527 27.385
Steel Americas 3.584 3.773
Corporate 2.977 3.318
Insgesamt 156.808 155.584
Davon:
Arbeiter 84.942 82.519
Angestellte 68.222 69.553
Auszubildende 3.644 3.512

Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Für die erbrachten Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der Gesellschaften des weltweiten PwC-Verbundes sind folgende Honorare (einschließlich Auslagen) als Aufwand erfasst worden:

KONZERNABSCHLUSSPRÜFER-HONORARE

2014 / 2015 2015 / 2016
Mio € Gesamt davon Deutschland Gesamt davon Deutschland
--- --- --- --- ---
Abschlussprüfungsleistungen 14 6 14 6
Andere Bestätigungsleistungen 3 2 3 2
Steuerberatungsleistungen 1 0 1 0
Sonstige Leistungen 1 1 0 0
Insgesamt 19 9 18 8

Die Abschlussprüfungs- und die Prüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der thyssenkrupp AG und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen die prüferische Durchsicht der Zwischenabschlüsse sowie die Honorare für Due-Diligence-Leistungen im Zusammenhang mit Akquisitionen und Desinvestitionen. In den Honoraren für Steuerberatungsleistungen sind insbesondere Honorare für die Steuerberatung bei laufenden und geplanten Transaktionen, für die Erstellung von Steuererklärungen, für steuerliche Due-Diligence-Leistungen sowie für Steuerberatung im Zusammenhang mit Projekten und konzerninternen Reorganisationen enthalten. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen überwiegend die Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.

Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

35 Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente". Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 146 Mio € stammen per 30. September 2016 (Vorjahr: 59 Mio €) von der Joint Operation HKM.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 3 Mio € (Vorjahr: 214 Mio €).

Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease im Geschäftsjahr 2015 / 2016 beträgt 1 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €).

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im Geschäftsjahr 2015 / 2016 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Brutto-Finanzschulden von 0 Mio € (Vorjahr: 19 Mio €).

Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

36 Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

Es lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.

Sonstige Angaben

37 Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach §161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären am 1. Oktober 2016 auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

Die Entsprechenserklärung der börsennotierten Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG ist am 1. Oktober 2016 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht worden.

38 Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften

Nachfolgende inländische Tochtergesellschaften in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft bzw. Personengesellschaft im Sinne des § 264a HGB haben in Teilen von der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 und §264b HGB Gebrauch gemacht:

A

AWG Industrieanlagen und Wassertechnik GmbH Berlin Berlin

B

Becker & Co. GmbH Neuwied
BERCO Deutschland GmbH Ennepetal
Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH Hamburg
Brüninghaus Schmiede GmbH Grünwald
Buckau-Walther GmbH Grünwald

D

DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH Andernach

E

EH Güterverkehr GmbH Duisburg
ELEG Europäische Lift + Escalator GmbH Düsseldorf

G

German Marine Systems GmbH Hamburg
GND German Naval and Dockyards GmbH Emden

H

Hellweg Liegenschaften GmbH Bochum

I

IKL Ingenieurkonto Lübeck GmbH Kiel

J

Jacob Bek GmbH Ulm

K

KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH Duisburg
Krupp Hoesch Stahl GmbH Dortmund
Krupp Industrietechnik Gesellschaft mit beschränkter Haftung Grünwald

L

LiftEquip GmbH Elevator Components Neuhausen a.d.F.

M

Max Cochius GmbH Berlin
MgF Magnesium Flachprodukte GmbH Freiberg

P

Peiniger International GmbH Grünwald
PSL Wälzlager GmbH Dietzenbach

R

Rasselstein Verwaltungs GmbH Neuwied
Reisebüro Dr. Tigges GmbH Essen

S

Springs and Stabilizers Holding GmbH Essen
SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH Hamburg

T

Tepper Aufzüge GmbH Münster
Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Industrie Essen
Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Stahl Essen
Thyssen Stahl GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Academy GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Access Solutions GmbH Essen
thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH Rodgau
thyssenkrupp Aufzüge GmbH Neuhausen a.d.F.
thyssenkrupp Aufzugswerke GmbH Neuhausen a.d.F.
thyssenkrupp Automotive Systems GmbH Essen
thyssenkrupp Bilstein GmbH Ennepetal
thyssenkrupp Business Services GmbH Essen
thyssenkrupp DeliCate GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Edelstahl-Service-Center GmbH Willich
thyssenkrupp Electrical Steel GmbH Gelsenkirchen
thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH Gelsenkirchen
thyssenkrupp Elevator Europe Africa GmbH Essen
thyssenkrupp Elevator Europe Africa Services GmbH Essen
thyssenkrupp Elevator AG Düsseldorf
thyssenkrupp Elevator Innovation GmbH Essen
thyssenkrupp Facilities Services GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Fahrtreppen GmbH Hamburg
thyssenkrupp Federn GmbH Hagen
thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH Hagen
thyssenkrupp Gerlach GmbH Homburg / Saar
thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH Essen
thyssenkrupp Group Services Ruhr GmbH Bochum
thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH Essen
thyssenkrupp Grundbesitz-Vermietungs GmbH & Co. KG Essen
thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH Hagen
thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Krupp Hoesch Stahl Essen
thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Stahl Essen
thyssenkrupp Immobilienentwicklungs Concordiahütte GmbH Oberhausen
thyssenkrupp Immobilienentwicklungs Krefeld GmbH Oberhausen
thyssenkrupp Industrial Services Holding GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Industrial Solutions AG Hamburg
thyssenkrupp Information Services GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Infrastructure GmbH Essen
thyssenkrupp Management Consulting GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Marine Systems GmbH Kiel
thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH Krefeld
thyssenkrupp Materials Services GmbH Essen
thyssenkrupp Materials Trading EMEA GmbH Essen
thyssenkrupp Plastics GmbH Essen
thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH Chemnitz
thyssenkrupp Presta Esslingen GmbH Esslingen
thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH Ilsenburg
thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH Mülheim
thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH Schönebeck
thyssenkrupp Rasselstein GmbH Andernach
thyssenkrupp Raw Materials GmbH Essen
thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH Essen
thyssenkrupp Risk and Insurance Services GmbH Essen
thyssenkrupp Rothe Erde GmbH Dortmund
thyssenkrupp Schulte GmbH Essen
thyssenkrupp Stainless GmbH Essen
thyssenkrupp Steel Europe AG Duisburg
thyssenkrupp Steel Zweite Beteiligungsgesellschaft mbH Duisburg
thyssenkrupp System Engineering GmbH Essen
thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH Essen
thyssenkrupp Transrapid GmbH Kassel
thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH Haltern am See
thyssenkrupp Valvetrain GmbH Ilsenburg
thyssenkrupp Vermietungs GmbH Duisburg

U

Uhde High Pressure Technologies GmbH Hagen
Uhde Inventa-Fischer GmbH Berlin
Uhde Services and Consulting GmbH Dortmund

V

Vermögensverwaltungsgesellschaft EZM mbH Grünwald
Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH Grünwald
Vermögensverwaltungsgesellschaft TKAS mbH Grünwald
Vermögensverwaltungsgesellschaft TKW mbH Grünwald

X

Xtend new media Holding GmbH Grünwald

Nachfolgende niederländische Tochterunternehmen haben von der Befreiungsvorschrift gemäß Artikel 2:403 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches (Civil Code of the Netherlands) Gebrauch gemacht:

T

thyssenkrupp Liften B.V. Krimpen an den Ijssel
thyssenkrupp Nederland Holding B.V. Roermond
thyssenkrupp Nederland Intermediate B.V. Roermond
thyssenkrupp Slab International B.V. Brielle
thyssenkrupp Veerhaven B.V. Rotterdam

U

Uhde Fertilizer Technology B.V. Amsterdam

39 Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und wird auf der Website der Gesellschaft wiedergegeben unter www.thyssenkrupp.com.

ANTEILSBESITZ THYSSENKRUPP KONZERN 30.09.2016

Geschäftsjahr 30.09.2016

A. Voll konsolidierte Tochterunternehmen

Lfd. Nr. Name und Sitz Währung Gesellschaftskapital in 1.000 € bzw. Fremdwährung Anteil am Kapital

%
gehalten über lfd. Nr.
Components Technology
Steering
1 thyssenkrupp Presta Esslingen GmbH, Esslingen 50 100,00 424 94,99 %
407 5,01 %
2 thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr 5.114 100,00 424 94,99 %
407 5,01 %
3 thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck 512 100,00 2
4 thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein CHF 15.000 100,00 424
5 thyssenkrupp Presta de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN 17.3161) 100,00 7 50,00 %
23 50,00 %
6 thyssenkrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China CNY 52.8341) 60,00 7
7 thyssenkrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich 36.215 100,00 441
8 thyssenkrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China CNY 100.5621) 60,00 7
9 thyssenkrupp Presta Hungary Kft., Budapest, Ungarn HUF 632.770 100,00 1
10 thyssenkrupp Presta North America, LLC, Terre Haute / Indiana, USA USD 4.000 100,00 450
11 thyssenkrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China 27.0001) 100,00 438
12 ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen PLN 3.664 100,00 2
13 thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd., Changzhou, China 25.0001) 100,00 438
Damper
14 thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal 5.982 99,50 424 94,49 %
407 5,01 %
15 thyssenkrupp Bilstein of America Inc., San Diego / California, USA USD 945 100,00 450
16 thyssenkrupp Bilstein S.A., Sibiu, Rumänien LEU 3.029 100,00 14 99,82 %
67 0,18 %
Springs and Stabilizers
17 Springs and Stabilizers Holding GmbH, Essen 25 100,00 18
18 thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen 25 100,00 424
19 Chengdu thyssenkrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, China CNY 55.0001) 100,00 21
20 thyssenkrupp Bilstein Sasa S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico MXN 457.5611) 100,00 17 100,00 %3)
409 0,00 %3)
21 thyssenkrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang / Liaoning, China USD 21.2781) 60,00 438
22 thyssenkrupp Woodhead Ltd., Leeds, Großbritannien GBP 7.610 100,00 435
Automotive Systems
23 thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, Essen 2.557 100,00 424
24 thyssenkrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Sarreguemines, Frankreich 152 100,00 441
25 thyssenkrupp Automotive Systems de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN 501) 100,00 23 100,00 %3)
5 0,00 %3)
26 thyssenkrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington / Delaware, USA USD 1 100,00 450
Camshafts
27 thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH, Chemnitz 25 100,00 424
28 thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH, Ilsenburg 307 100,00 424 94,98 %
407 5,02 %
29 thyssenkrupp Valvetrain GmbH, Ilsenburg (Harz) 25 100,00 424
30 thyssenkrupp Presta Dalian Co. Ltd., Dalian, China 51.600 100,00 438
31 thyssenkrupp Presta Danville, LLC, Danville / Illinois, USA USD 0 100,00 450
32 thyssenkrupp Presta TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein CHF 10.000 100,00 28
33 thyssenkrupp Valvetrain China Ltd., Changzhou, China 24.0001) 100,00 438
Forging and Machining
34 thyssenkrupp Gerlach GmbH, Homburg / Saar 34.257 100,00 424
35 thyssenkrupp Crankshaft Co. LLC, Danville / Illinois, USA USD 1 100,00 450
36 thyssenkrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China USD 76.000 100,00 438
37 thyssenkrupp Engine Components (India) Private Ltd., Nashik, Indien INR 300.0001) 100,00 34 99,90 %
424 0,10 %
38 thyssenkrupp Mavilor S.A., Villeurbanne, Frankreich 89.965 100,00 441
39 thyssenkrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien BRL 85.000 59,77 451
40 thyssenkrupp Metalúrgica de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN 77.8061) 100,00 20 100,00 %3)
5 0,00 %3)
41 thyssenkrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien BRL 58.198 100,00 39
Bearings
42 PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach 26 100,00 50
43 thyssenkrupp Rothe Erde GmbH, Dortmund 12.790 100,00 424 94,90 %
407 5,10 %
44 Defontaine Ibérica S.A.U., Viana, Spanien 721 100,00 46
45 Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Jiaonan City, Shandong Province, China 33.500 100,00 438
46 Defontaine S.A., La Bruffière, Frankreich 4.603 100,00 441 100,00 %3)
43 0,00 %3)
47 Defontaine Tunisie S.A., Ben Arous, Tunesien TND 600 53,00 46
48 Nippon Roballo Company Ltd., Minato-ku / Tokio, Japan JPY 740.000 100,00 219
49 OOO PSL, Moskau, Russland RUB 1001) 100,00 50 99,00 %
42 1,00 %
50 PSL a.s., Povazská Bystrica, Slowakei 7.769 100,00 43
51 Roballo Engineering Company Ltd., Peterlee, Großbritannien GBP 1.000 100,00 453
52 Rotek Incorporated, Aurora / Ohio, USA USD 100 100,00 450
53 Rothe Erde - Metallurgica Rossi S.p.A., Visano, Italien 1.612 100,00 443
54 Rothe Erde Ibérica S.A., Zaragoza, Spanien 1.369 100,00 430
55 Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien INR 1.190.570 100,00 43 100,00 %3)
53 0,00 %3)
56 Xuzhou Rothe Erde Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China USD 27.7491) 100,00 438
57 Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China USD 48.8001) 60,00 438
Undercarriages
58 BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal 2.387 100,00 424
59 Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien BGN 7801) 100,00 63
60 Berco of America Inc., Waukesha / Wisconsin, USA USD 50 100,00 450
61 Berco (Shanghai) Undercarriage Technology Co., Ltd., Shanghai, China 4.000 100,00 438
62 Berco (Shanghai) Undercarriage Trading Co.,Ltd., Shanghai, China 2.000 100,00 438
63 Berco S.p.A., Copparo, Italien 38.700 100,00 443 99,95 %
407 0,05 %
64 Berco (UK) Ltd., Spennymoor, Großbritannien GBP 120 100,00 453
65 Berco Undercarriages (India) Private Ltd., Andrah Pradesh, Indien INR 450.000 100,00 63 99,00 %
58 1,00 %
66 BercoSul Ltda., Hortolandia-São Paulo, Brasilien BRL 14.062 100,00 63
Sonstige Beteiligungen Components Technology
67 thyssenkrupp Federn GmbH, Hagen 15.595 100,00 14 94,99 %
407 5,01 %
Elevator Technology
Europe / Africa (EA)
68 LiftEquip GmbH Elevator Components, Neuhausen a.d.F. 25 100,00 72
69 Tepper Aufzüge GmbH, Münster 1.641 100,00 72
70 thyssenkrupp Aufzüge GmbH, Neuhausen a. d. Fildern 2.700 100,00 73
71 thyssenkrupp Aufzugswerke GmbH, Neuhausen a.d.F. 10.226 99,50 72
72 thyssenkrupp Elevator Europe Africa GmbH, Essen 7.100 100,00 183
73 thyssenkrupp Elevator Europe Africa Services GmbH, Essen 2.700 100,00 72
74 thyssenkrupp Fahrtreppen GmbH, Hamburg 1.311 100,00 72
75 Ascenseurs Drieux-Combaluzier S.A.S., Les Lilas, Frankreich 977 100,00 88
76 ASEL Ascensores S.L., Madrid, Spanien 606 100,00 101
77 Compagnie des Ascenseurs et Elevateurs S.A.M. 'CASEL SAM', Monaco, Monaco 153 99,60 88
78 EL.SIC. Srl., Galbiate, Italien 16 100,00 105
79 Lift & Engineering Services Ltd., West Midlands, Großbritannien GBP 0 100,00 453
80 MGTI SNEV S.A.S., Saint Jeannet, Frankreich 526 100,00 88
81 Mulder Liftservice B.V., Nuth, Niederlande 18 100,00 100
82 OOO ThyssenKrupp Elevator, Moskau, Russland RUB 14.3441) 100,00 72
83 Proxi-Line S.a.r.l., Angers, Frankreich 77 100,00 102
84 SkyLift B.V., Barneveld, Niederlande 18 100,00 100 99,94 %
117 0,06 %
85 The Britannic Lift Company Ltd., Nottingham, Großbritannien GBP 35 100,00 91
86 thyssenkrupp Asansör Sanayi ve Tic. A.S., Istanbul, Türkei TRY 137.864 100,00 72 67,53 %
183 32,47 %
87 ThyssenKrupp Ascenseurs Luxembourg S.a.r.l., Luxemburg, Luxemburg 34 100,00 72
88 thyssenkrupp Ascenseurs S.A.S., Angers, Frankreich 8.117 100,00 102
89 ThyssenKrupp Aufzüge AG, Rümlang, Schweiz CHF 1.165 100,00 72 85,84 %
88 14,16 %
90 thyssenkrupp Aufzüge Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 370 100,00 432
91 thyssenkrupp Aufzüge Ltd., Nottingham, Großbritannien GBP 20.990 100,00 453
92 thyssenkrupp Aufzüge Norge A / S, Oslo, Norwegen NOK 5.200 100,00 72
93 thyssenkrupp Aufzugswerke Konstruktions GmbH, Graz, Österreich 35 100,00 432 60,00 %
71 40,00 %
94 thyssenkrupp Dizala d.o.o., Zagreb, Kroatien HRK 17.204 100,00 72
95 ThyssenKrupp dvigala d.o.o., Trzin, Slowenien 1.435 100,00 432
96 thyssenkrupp Elevadores, S.A., Lissabon, Portugal 3.586 100,00 101
97 thyssenkrupp Elevadores, S.L.U., Madrid, Spanien 4.696 100,00 101
98 thyssenkrupp Elevator A / S, Glostrup, Dänemark DKK 757 100,00 72
99 thyssenkrupp Elevator A / S, Oslo, Norwegen NOK 100 100,00 92
100 ThyssenKrupp Elevator B.V., Krimpen aan den IJssel, Niederlande 4.977 100,00 449
101 thyssenkrupp Elevator Europe Africa, S.L.U., Madrid, Spanien 306.109 100,00 430
102 thyssenkrupp Elevator Holding France S.A.S., Puteaux Cedex, Frankreich 34.433 100,00 441
103 thyssenkrupp Elevator Ireland, Ltd., Dublin, Irland 63 100,00 91
104 thyssenkrupp Elevator Israel LP, Rishon Le'zion, Israel ILS 40.000 100,00 101 49,90 %
184 49,90 %
498 0,20 %
105 thyssenkrupp Elevator Italia S.p.A., Mailand, Italien 614 99,67 443
106 thyssenkrupp Elevator Manufacturing France S.A.S., Angers, Frankreich 11.902 100,00 88
107 thyssenkrupp Elevator Manufacturing Spain S.L.U., Andoain, Spanien 281 100,00 97
108 thyssenkrupp Elevator Maroc S.A.R.L., Casablanca. Marruecos , Marokko MAD 24.085 100,00 101 99,57 %
97 0,43 %
109 thyssenkrupp Elevator (South Africa) (Pty.) Ltd., Johannesburg, Rep. Südafrika ZAR 111 100,00 183
110 ThyssenKrupp Elevator Sp. z o.o., Warschau, Polen PLN 15.300 100,00 72
111 thyssenkrupp Elevator SRL, Bukarest, Rumänien RON 1.5451) 100,00 101 100,00 %3)
97 0,00 %3)
112 thyssenkrupp Elevator Sverige AB, Stockholm, Schweden SEK 8.542 100,00 92
113 thyssenkrupp Elevator UK Ltd., Nottingham, Großbritannien GBP 2.300 100,00 91
114 ThyssenKrupp Kazlift LLP, Almaty, Kasachstan KZT 234.876 100,00 101
115 thyssenkrupp Lift Kft, Budapest, Ungarn HUF 146.480 100,00 90
116 ThyssenKrupp Liften Ascenseurs S.A., Brüssel, Belgien 2.480 100,00 72 100,00 %3)
183 0,00 %3)
117 ThyssenKrupp Liften B.V., Krimpen aan den IJssel, Niederlande 1.875 100,00 100
118 thyssenkrupp Norte S.A., Mieres / Oviedo, Spanien 4.147 100,00 430 66,30 %
97 33,70 %
119 thyssenkrupp Rulletrapper A / S, Oslo, Norwegen NOK 100 100,00 92
120 ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Bratislava, Slowakei 266 100,00 90
121 ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Prag, Tschechische Republik CZK 90.593 100,00 72
122 Trapo Küng AG, Zwingen, Schweiz CHF 500 100,00 89
Americas (AMS)
123 thyssenkrupp Elevadores, S.A., Guatemala, Guatemala GTQ 10.1801) 100,00 97 90,00 %
126 10,00 %
124 thyssenkrupp Elevadores, S.A., Guaiba, Brasilien BRL 259.607 99,78 97
125 thyssenkrupp Elevadores S.A., Panama, Panama USD 8671) 100,00 97
126 thyssenkrupp Elevadores S.A., Buenos Aires, Argentinien ARS 35.4491) 100,00 97 94,98 %
127 5,02 %
127 ThyssenKrupp Elevadores S.A., Santiago de Chile-Nunoa, Chile CLP 2.289.533 100,00 97 98,84 %
126 1,16 %
128 thyssenkrupp Elevadores S.A., Bogota, Kolumbien COP 5.657.9051) 100,00 97 94,00 %
123 1,50 %
126 1,50 %
127 1,50 %
130 1,50 %
129 thyssenkrupp Elevadores, S.A. de C.V., Mexico City, Mexico MXN 75.0361) 100,00 97 99,93 %
126 0,07 %
130 thyssenkrupp Elevadores S.A.C., Lima, Peru PEN 12.5561) 100,00 97 99,81 %
126 0,19 %
131 thyssenkrupp Elevadores, S.R.L., Asunción, Paraguay PYG 1.330.0001) 100,00 97 100,00 %3)
126 0,00 %3)
132 ThyssenKrupp Elevadores, S.R.L., Montevideo, Uruguay UYU 6.303 100,00 97 95,00 %
126 5,00 %
133 thyssenkrupp Elevator Americas Corp., Wilmington / Delaware, USA USD 0 100,00 450
134 thyssenkrupp Elevator Bahamas, LLC, Nassau, Bahamas USD 90 100,00 183
135 thyssenkrupp Elevator Canada Ltd., Toronto / Ontario, Kanada CAD 181.100 100,00 139
136 thyssenkrupp Elevator Corp., Wilmington / Delaware, USA USD 26.261 100,00 133
137 thyssenkrupp Elevator Inc., San Juan, Puerto Rico USD 1 100,00 136
138 thyssenkrupp Elevator Manufacturing Inc., Collierville / Tennessee, USA USD 1 100,00 136
139 thyssenkrupp Northern Elevator Corp., Scarborough / Ontario, Kanada CAD 174.100 100,00 437
Asia / Pacific (AP)
140 Marohn thyssenkrupp Elevator Co. Ltd., Changshu City, Jiangsu Province, China* CNY 200.0101) 51,00 438
141 PT. thyssenkrupp Elevator Indonesia, Jakarta, Indonesien IDR 12.760.653 94,68 183
142 Sun Rich Enterprises Ltd., Taipei, Taiwan TWD 20.000 100,00 183
143 Thyssen Elevators Co., Ltd., Zhongshan, China USD 35.0801) 100,00 183
144 thyssenkrupp Elevator - Egypt S.A.E., Kairo, Ägypten EGP 2.500 100,00 183 75,00 %
101 24,96 %
97 0,04 %
145 thyssenkrupp Elevator Almoayyed W.L.L., Manama, Bahrain BHD 20 70,00 183
146 thyssenkrupp Elevator Australia Pty. Ltd., S ydney / New South Wales, Australien AUD 4.300 100,00 165
147 ThyssenKrupp Elevator (BD) Pvt. Ltd., Dhaka, Bangladesch BDT 3.395 100,00 149
148 thyssenkrupp Elevator (HK) Ltd., Hongkong, China HKD 164.970 100,00 183
149 thyssenkrupp Elevator (India) Private Limited, New Delhi, Indien INR 1.301.620 100,00 183 100,00 %3)
184 0,00 %3)
150 thyssenkrupp Elevator Installation and Maintenance (China) Co. Ltd., Guangzhou, China USD 6.5001) 100,00 438
151 ThyssenKrupp Elevator (Korea) Ltd., Seoul, Korea, Rep. KRW 1.273.220 100,00 183
152 thyssenkrupp Elevator L.L.C., Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate AED 500 49,00 183
153 thyssenkrupp Elevator Malaysia Sdn. Bhd., Selangor, Malaysia MYR 21.700 100,00 183
154 thyssenkrupp Elevator New Zealand Ltd., Auckland, Neuseeland NZD 1 100,00 146
155 thyssenkrupp Elevator Shuaib Trading Co. WLL., Kuwait, Kuwait KWD 300 70,00 183
156 thyssenkrupp Elevator (Singapore) Pte.Ltd., Singapur, Singapur SGD 6.800 100,00 452
157 thyssenkrupp Elevator (Taiwan) Co., Ltd., Taipei, Taiwan TWD 138.075 100,00 183
158 thyssenkrupp Elevator (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand THB 155.776 100,00 183 100,00 %3)
184 0,00 %3)
159 thyssenkrupp Elevator UAE (L L C), Dubai, Vereinigte Arabische Emirate AED 140.300 100,00 183
160 thyssenkrupp Elevator Vietnam Co., Ltd., Hanoi, Vietnam USD 730 100,00 183
161 thyssenkrupp Elevator / Jordan Ltd. Co., Amman, Jordanien JOD 1.569 100,00 183
162 thyssenkrupp Elevators (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China USD 13.9401) 100,00 438
163 thyssenkrupp Escalator Co. (China) Ltd., Zhongshan / Guangdong, China USD 14.8001) 100,00 438
164 thyssenkrupp Industries and Services Qatar LLC, Doha, Katar QAR 2.000 100,00 183
165 thyssenkrupp Lifts Pacific Pty. Ltd., Alexandria / New South Wales, Australien AUD 5.151 100,00 183
166 thyssenkrupp Myanmar Limited, Yangon, Myanmar USD 501) 100,00 156 99,00 %
452 1,00 %
167 thyssenkrupp Saudi Arabia Limited, Riyadh, Saudi Arabien SAR 2.000 100,00 72 90,00 %
185 10,00 %
168 thyssenkrupp Technologies (Cambodia) Co., Ltd., Phnom Penh, Kambodscha KHR 200.000 100,00 183
169 TK Lif & Eskalator Sdn. Bhd., Shah Alam, Malaysia MYR 100 100,00 183 70,00 %
153 30,00 %
Access Solutions (AS)
170 thyssenkrupp Access Solutions GmbH, Essen 25 100,00 183
171 thyssenkrupp Access China Ltd., Shanghai, China USD 1.970 100,00 438
172 thyssenkrupp Access Corp., Kansas City / Missouri, USA USD 0 100,00 450
173 thyssenkrupp Access Japan Co., Ltd., Tokio, Japan JPY 47.000 100,00 183
174 thyssenkrupp Access Ltd., Stockton-on-Tees, Großbritannien GBP 100 100,00 453
175 ThyssenKrupp Accessibility B.V., Krimpen aan den Ijssel, Niederlande 1.270 100,00 100
176 thyssenkrupp Airport Services S.L., Mieres / Asturias, Spanien 1501) 100,00 179
177 thyssenkrupp Airport Systems Co. (Zhongshan) Ltd., Zhongshan / Guangdong, China USD 10.3721) 100,00 438
178 thyssenkrupp Airport Systems Inc., Fort Worth / Texas, USA USD 3.510 100,00 450
179 thyssenkrupp Airport Systems, S.A., Mieres / Oviedo, Spanien 1.743 100,00 97 100,00 %3)
118 0,00 %3)
180 thyssenkrupp Encasa Asansör Sanayi Ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei TRY 1.2501) 60,00 170
181 thyssenkrupp Encasa N.V., Gent, Belgien 484 100,00 100 99,93 %
170 0,07 %
182 thyssenkrupp Encasa S.r.l., Pisa, Italien 500 100,00 105
Corporate Elevator
183 thyssenkrupp Elevator AG, Düsseldorf 100.000 100,00 424
184 ELEG Europäische Lift + Escalator GmbH, Düsseldorf 51 100,00 183
185 Rheinstahl Union Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Düsseldorf 26 100,00 183
186 thyssenkrupp Elevator Innovation GmbH, Essen 25 100,00 183
187 thyssenkrupp Elevator Innovation Center, S.A., Mieres / Oviedo, Spanien 902 100,00 118
Industrial Solutions
Process Technologies
188 AWG Industrieanlagen und Wassertechnik GmbH Berlin, Berlin DEM 50 100,00 219
189 GKI-OFU Industrieofenbau GmbH, Dortmund 26 100,00 219
190 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers GmbH, Dortmund 10.000 66,00 219
191 thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH, Haltern am See 588 100,00 219
192 Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen 1.023 100,00 219
193 Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin 3.210 100,00 219
194 OOO ThyssenKrupp Industrial Solutions (RUS), Dzerzhinsk, Russland RUB 43.9251) 100,00 219
195 The House (Al-Bait) for Metal Technology and Engineering LLC, Bagdad, Irak IQD 1.000 100,00 219
196 Thyssen Erbil for Industrial Services and Elevators Limited, Erbil, Irak IQD 1.0001) 100,00 219
197 thyssenkrupp Industrial Solutions (Australia) Pty. Ltd., South Melbourne, Australien AUD 857 100,00 219
198 thyssenkrupp Industrial Solutions Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten EGP 250 100,00 219
199 thyssenkrupp Industrial Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien INR 29.440 80,43 219
200 thyssenkrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN. BHD., Kuala Lumpur, Malaysia MYR 1.000 100,00 219
201 thyssenkrupp Industrial Solutions (Mexico) S.A. de C.V., Mexico City, Mexico MXN 57.2191) 100,00 219 99,99 %
424 0,01 %
202 thyssenkrupp Industrial Solutions (Mozambique) Limitada, Maputo Cidade, Mosambik MZN 30 100,00 230
203 thyssenkrupp Industrial Solutions Oil & Gas Ltd., Port Talbot (Wales), Großbritannien GBP 1 100,00 453
204 thyssenkrupp Industrial Solutions Services (Mèxico), S.A. de C.V., Mexico D.F., Mexico MXN 8.969 100,00 201 99,98 %
219 0,02 %
205 thyssenkrupp Industrial Solutions (Slovakia) s.r.o., Bratislava, Slowakei SKK 200 100,00 191 85,00 %
219 15,00 %
206 thyssenkrupp Industrial Solutions South Africa (Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika ZAR 1.000 74,90 230
207 thyssenkrupp Industrial Solutions (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand THB 31.000 48,38 197
208 thyssenkrupp Otto Co., Ltd., Tokio, Japan JPY 480.000 100,00 219
209 thyssenkrupp Uhde Chlorine Electrolysis (USA) Inc., Wilmington / Delaware, USA USD 700 100,00 211
210 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Italia) S.R.L., Milan, Italien 3.600 100,00 190
211 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Japan) Ltd., Tokio, Japan JPY 150.000 100,00 190
212 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China USD 2.5001) 100,00 211
213 thyssenkrupp Uhde Energy & Power Consultants Ltd., Port Talbot (Wales), Großbritannien GBP 11) 100,00 203
214 Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien SAR 2.000 60,00 219
215 Uhde Engineering Consulting (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 3641) 100,00 218
216 Uhde Fertilizer Technology B.V., Amsterdam, Niederlande 18 100,00 219
217 Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz CHF 100 100,00 219
218 Uhde Shedden (Australia) Pty. Ltd., South Melbourne / Victoria, Australien AUD 5.757 100,00 197
Resource Technologies
219 thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Essen 10.737 100,00 424
220 EIEX CemCat AG, Schwerzenbach, Schweiz CHF 100 60,00 219
221 Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala GTQ 51) 100,00 201 99,98 %
204 0,02 %
222 Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz CHF 1.000 100,00 219
223 Maxx Engineering Pty. Ltd., Western Australia, Australien AUD 01) 100,00 197
224 Mining Plants & Systems Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien BGN 51) 100,00 219
225 Polysius Engineering Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia MYR 500 100,00 219
226 Polysius Ltd., Ascot / Berkshire, Großbritannien GBP 300 100,00 453
227 PT thyssenkrupp Industrial Solutions Indonesia, Jakarta, Indonesien USD 250 67,00 219
228 thyssenkrupp BulkTec (China) Ltd., Beijing, China 5.0001) 100,00 438
229 thyssenkrupp Engineering (Australia) Pty. Ltd., Perth / Western Australia, Australien AUD 170 100,00 219
230 thyssenkrupp Industrial Solutions (Africa)(Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika ZAR 101 100,00 219
231 thyssenkrupp Industrial Solutions Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien ARS 766 100,00 219
232 thyssenkrupp Industrial Solutions (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapur, Singapur SGD 100 100,00 452
233 thyssenkrupp Industrial Solutions (Botswana) (Proprietary) Limited, Gaborone, Botswana BWP 3 100,00 230 99,97 %
219 0,03 %
234 thyssenkrupp Industrial Solutions (Canada) Inc., Calgary / Alberta, Kanada CAD 5.000 100,00 448
235 ThyssenKrupp Industrial Solutions (Chile) Limitada, Santiago de Chile, Chile USD 15 100,00 241
236 thyssenkrupp Industrial Solutions (China) Co., Ltd., Shanghai, China 12.082 100,00 438
237 thyssenkrupp Industrial Solutions (France) S.A.S., Aix en Provence, Frankreich 2.800 100,00 441
238 thyssenkrupp Industrial Solutions Maroc SARL, Mohammedia, Marokko MAD 220 100,00 219
239 thyssenkrupp Industrial Solutions (Peru) S.A., Arequipa, Peru PEN 29.088 100,00 219 99,01 %
201 0,98 %
231 0,01 %
240 thyssenkrupp Industrial Solutions S.A.U., Madrid, Spanien 601 100,00 430
241 thyssenkrupp Industrial Solutions (USA), Inc., Milwaukee / Wisconsin, USA USD 0 100,00 450
242 thyssenkrupp Industrial Solutions (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam VND 83.689.650 100,00 219
243 thyssenkrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien INR 97.865 54,73 410
244 thyssenkrupp Industries (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia MYR 100 100,00 442
245 thyssenkrupp Polysius Australia Pty. Ltd., Perth / Western Australia, Australien AUD 50 100,00 197
246 thyssenkrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien SAR 2.0001) 100,00 237 95,00 %
273 5,00 %
247 TOO ThyssenKrupp Industrial Solutions Kazakhstan, Almaty, Kasachstan KZT 366.4001) 100,00 219
248 TOV ThyssenKrupp Industrial Solutions Ukraine, Kiew, Ukraine 300 100,00 219
249 Umatac Industrial Processes Inc., Calgary / Alberta, Kanada CAD 5.636 100,00 234
Marine Systems
250 Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg 25 100,00 219
251 German Marine Systems GmbH, Hamburg 25 100,00 219
252 GND German Naval and Dockyards GmbH, Emden 3.800 100,00 219
253 Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel 26 100,00 256
254 IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel 26 100,00 256
255 SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 30 100,00 219
256 thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel 30.000 100,00 219
257 TKMS Business Partnership, Kiel 0 100,00 256 95,00 %
263 5,00 %
258 Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien DZD 10.000 100,00 264
259 Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland 66.265 100,00 253
260 thyssenkrupp Marine Systems Australia Pty Ltd, Victoria, Australien AUD 4001) 100,00 256
261 thyssenkrupp Marine Systems Canada Inc., Ottawa / Ontario , Kanada CAD 100 100,00 219
262 thyssenkrupp Marine Systems (India) Private Limited, Haryana, Indien INR 8.3671) 100,00 263
263 thyssenkrupp Marine Systems LLP, London, Großbritannien GBP 1.000 100,00 256 99,50 %
424 0,50 %
264 thyssenkrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur SGD 38.512 100,00 452
System Engineering
265 thyssenkrupp System Engineering GmbH, Essen 50 100,00 424
266 OOO ThyssenKrupp System Engineering, Kaluga, Russland RUB 4.500 100,00 265
267 thyssenkrupp Industrial Solutions Ltda., Diadema-São Paulo, Brasilien BRL 258.713 100,00 219 57,22 %
265 42,78 %
268 thyssenkrupp System Engineering, Inc., Auburn Hills / Michigan, USA USD 150 100,00 450
269 thyssenkrupp System Engineering India Private Limited, Pune, Indien INR 12.000 100,00 265 99,90 %
424 0,10 %
270 thyssenkrupp System Engineering Ltd., East Grinstead , West Sussex, Großbritannien GBP 130 100,00 453
271 thyssenkrupp System Engineering S.A., Barcelona, Spanien 60 100,00 430
272 thyssenkrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Querétaro, Mexico MXN 4.9291) 100,00 265 100,00 %3)
424 0,00 %3)
273 thyssenkrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich 458 100,00 441
274 thyssenkrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 1.0001) 100,00 438
Sonstige Beteiligungen Industrial Solutions
275 thyssenkrupp Transrapid GmbH, Kassel DEM 1.500 100,00 424
276 Uhde Services and Consulting GmbH, Dortmund 26 100,00 424
277 The Umvuso Education Trust, Sunninghill Johannesburg, Rep. Südafrika ZAR 0 0,00 2) 230
278 Ninafor (Pty) Ltd., Menlo Park, Rep. Südafrika ZAR 0 0,00 2) 277
Materials Services
Materials Distribution
279 Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm 2.807 79,96 368
280 Max Cochius GmbH, Berlin 920 75,00 368
281 thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH, Krefeld 9.963 99,58 368 95,24 %
407 4,34 %
282 thyssenkrupp Materials Trading EMEA GmbH, Essen 10.100 100,00 368
283 thyssenkrupp Schulte GmbH, Essen 1.486 100,00 368 94,00 %
407 6,00 %
284 Carolina Building Materials, Inc., Carolina, Puerto Rico USD 450 100,00 282
285 LAMINCER S.A., Munguia, Spanien 1801) 100,00 368
286 PALMETAL Armazenagem e Servicos S.A., Palmela, Portugal 1.000 90,00 285
287 Sidcomex S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN 4041) 100,00 303 99,99 %
368 0,01 %
288 Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Curacao USD 5.463 100,00 310
289 Thyssen Trading S.A., São Paulo, Brasilien BRL 19.7381) 100,00 368
290 ThyssenKrupp Christon N.V., Lokeren, Belgien 11.220 100,00 449 65,59 %
368 34,41 %
291 ThyssenKrupp Energostal S.A., Torun, Polen PLN 15.000 90,00 368
292 thyssenkrupp Ferroglobus Kereskedelmi ZRt, Budapest, Ungarn HUF 3.244.000 100,00 368
293 ThyssenKrupp Ferrosta spol. s.r.o., Prag, Tschechische Republik CZK 200 100,00 368
294 thyssenkrupp Industrial Services Canada, Inc., Windsor / Ontario, Kanada CAD 0 100,00 437
295 thyssenkrupp Industrial Services NA, Inc., Southfield / Michigan, USA USD 60 100,00 309
296 thyssenkrupp Logistics, Inc., Southfield / Michigan, USA USD 1 100,00 309
297 thyssenkrupp Mannex Pty. Ltd., Sydney / New South Wales, Australien AUD 213 100,00 299
298 thyssenkrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien GBP 0 100,00 453
299 thyssenkrupp Materials Australia Pty. Ltd., Wetherill Park / New South Wales, Australien AUD 2.549 100,00 453
300 thyssenkrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich 2.455 100,00 432
301 thyssenkrupp Materials Bulgaria OOD , Sofia, Bulgarien BGN 500 80,00 368
302 thyssenkrupp Materials CA Ltd., Concord / Ontario, Kanada CAD 14.778 100,00 309
303 thyssenkrupp Materials de Mèxico, S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN 120.5451) 100,00 368 71,95 %
375 28,05 %
304 ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien 9.990 100,00 368
305 thyssenkrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich 25.958 100,00 441
306 thyssenkrupp Materials Holding (Thailand) Ltd., Samut Prakarn Province, Thailand THB 46.900 100,00 318 51,00 %
368 49,00 %
307 thyssenkrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien 8.000 100,00 430
308 ThyssenKrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, Korea, Rep. KRW 7.000.000 70,00 368
309 thyssenkrupp Materials NA, Inc., Southfield / Michigan, USA USD 2 100,00 450
310 ThyssenKrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande 9.076 100,00 449
311 thyssenkrupp Materials Processing Europe Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen PLN 28.000 100,00 281
312 thyssenkrupp Materials Processing Iberica, S.L., Madrid, Spanien 50 100,00 430
313 thyssenkrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien RON 21.5521) 100,00 368
314 ThyssenKrupp Materials Schweiz AG, Wil, Schweiz CHF 4.600 100,00 368
315 thyssenkrupp Materials (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China CNY 23.0001) 70,00 368
316 ThyssenKrupp Materials Slovakia spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakei 1.492 100,00 368
317 thyssenkrupp Materials Sverige AB, Göteborg, Schweden SEK 23.090 100,00 368
318 thyssenkrupp Materials (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand THB 200.000 100,00 306 51,00 %
368 49,00 %
319 thyssenkrupp Materials Trading Asia Pte. Ltd., Singapur, Singapur USD 154 100,00 452
320 thyssenkrupp Materials Trading Poland Sp. z o.o., Katowitz, Polen PLN 100 100,00 282
321 thyssenkrupp Materials Turkey Metal Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei TRY 94.531 100,00 368
322 thyssenkrupp Materials (UK) Ltd., Smethwick, Großbritannien GBP 12.032 100,00 453
323 thyssenkrupp Materials Vietnam LLC, Hanoi, Vietnam VND 121.000.000 100,00 368
324 thyssenkrupp OnlineMetals, LLC, Southfield / Michigan, USA USD 1.600 100,00 309
325 thyssenkrupp Stainless France S.A.S., Tours, Frankreich 5.224 100,00 441
Special Services
326 DSU Beteiligungs-Gesellschaft für Dienstleistungen und Umwelttechnik mbH, Oberhausen 30 100,00 333
327 DvB Aufbereitungs-GmbH zur Behandlung von Metallprodukten, Oberhausen 102 100,00 333
328 thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH, Rodgau, Nieder-Roden DEM 1.000 100,00 368
329 thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, Essen 42 61,19 335
330 thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen 1.000 100,00 368
331 thyssenkrupp Industrial Services Holding GmbH, Düsseldorf 50.000 100,00 368 94,90 %
424 5,10 %
332 thyssenkrupp Infrastructure GmbH, Essen 2.557 100,00 368
333 thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg 1.875 68,00 331
334 thyssenkrupp Plastics GmbH, Essen 10.000 100,00 370
335 thyssenkrupp Raw Materials GmbH, Essen 8.000 100,00 368 82,53 %
331 17,47 %
336 Vermögensverwaltungsgesellschaft TKAS mbH, Grünwald 4.536 100,00 368
337 Neomat AG, Beromünster / Luzern, Schweiz CHF 200 100,00 310
338 Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz CHF 1.000 100,00 310
339 OOO ThyssenKrupp Infrastructure, St. Petersburg, Russland RUB 3751) 100,00 332 96,00 %
360 4,00 %
340 RIAS A / S, Roskilde, Dänemark DKK 23.063 54,15 370
341 Röhm Italia S.r.l., Garbagnate Milanese, Italien 100 100,00 443
342 ThyssenKrupp Aerospace Finland Oy, Mänttä, Finnland 59 100,00 453
343 thyssenkrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien INR 100 100,00 453 99,99 %
347 0,01 %
344 thyssenkrupp Aerospace (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China USD 2.000 100,00 347
345 thyssenkrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Shanghai, China USD 2.500 100,00 438
346 thyssenkrupp Aerospace Tunisia S.A.R.L., Fouchana, Tunesien TND 100 99,98 305
347 thyssenkrupp Aerospace UK Ltd., Birmingham, Großbritannien GBP 0 100,00 453
348 thyssenkrupp Aerospace (Xi'an) Co., Ltd., Xi'an, China USD 175 100,00 438
349 thyssenkrupp Autômata Industria de Peças Ltda., São Paulo, Brasilien BRL 335 80,00 404
350 thyssenkrupp Comércio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien BRL 95.720 100,00 335 99,48 %
402 0,52 %
351 ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen PLN 15.750 100,00 330
352 thyssenkrupp Infrastructure Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien BRL 1.273 100,00 368 100,00 %3)
436 0,00 %3)
353 thyssenkrupp Infrastructure Pty Ltd, North Sydney / New South Wales, Australien AUD 0 100,00 299
354 thyssenkrupp Materials, LLC, Southfield / Michigan, USA USD 1 100,00 309
355 thyssenkrupp Plastic Ibérica SL, Massalfassar (Valencia), Spanien 3.000 100,00 430
356 thyssenkrupp Plastics Belgium N.V. / S.A., Lokeren, Belgien 711 100,00 370
357 thyssenkrupp Plastics France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich 1.053 100,00 441
358 thyssenkrupp Raw Materials Tianjin Co., Ltd. , Tianjin, China USD 2001) 100,00 335
359 ThyssenKrupp-Dopravné Stavby Slovensko s.r.o., Bratislava, Slowakei SKK 1.0001) 51,00 330
360 TOO ThyssenKrupp Infrastructure, Almaty, Kasachstan KZT 1.152.2001) 100,00 332 99,00 %
339 1,00 %
361 TOO ThyssenKrupp-CL COO, Almaty, Kasachstan KZT 125.1501) 100,00 332 99,97 %
360 0,03 %
362 UAB thyssenkrupp Infrastructure, Klaipeda, Litauen LTL 101) 51,00 332
Special Materials
363 thyssenkrupp Edelstahl-Service- Center GmbH, Willich 100 100,00 368
364 thyssenkrupp Stainless GmbH, Essen 100 100,00 368
365 Acciai Speciali Terni S.p.A., Terni, Italien 159.682 100,00 448
366 Terninox S.p.A., Terni, Italien 20.800 100,00 365
367 ThyssenKrupp Gebouwen B.V., Veghel, Niederlande 451) 100,00 368
Corporate MX
368 thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen 283.384 99,84 407
369 Peiniger International GmbH, Grünwald 1.023 100,00 370
370 thyssenkrupp Facilities Services GmbH, Düsseldorf 59.310 100,00 368
371 thyssenkrupp Information Services GmbH, Düsseldorf 41.600 100,00 424
372 Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH, Grünwald 6.741 100,00 422
373 Vermögensverwaltungsgesellschaft Xtend mbH, Grünwald 10.516 100,00 368
374 Xtend new media Holding GmbH, Grünwald 100 100,00 371
Steel Europe
ThyssenKrupp Steel Europe
375 thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg 438.771 99,53 416
376 KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH, Duisburg 25 100,00 375
377 Pruna Betreiber GmbH, Grünwald 150 0,002) 375
378 thyssenkrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien 2.000 100,00 443
379 thyssenkrupp Galmed, S.A., Sagunto, Spanien 48.150 100,00 430 75,00 %
375 25,00 %
380 thyssenkrupp Steel North America, Inc., Dover / Delaware, USA USD 10 100,00 450
Processing
381 DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach 26 100,00 385
382 Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied 93.500 100,00 375 59,23 %
394 40,77 %
383 thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen 15.163 99,58 396 87,62 %
416 11,96 %
384 thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen 15.340 99,50 375
385 thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach 40.960 99,50 382
386 thyssenkrupp Sägenstahlcenter GmbH i.L., Duisburg 1.023 100,00 375
387 thyssenkrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai / Nashik, Indien INR 3.149.349 100,00 383 100,00 %3)
388 0,00 %3)
388 thyssenkrupp Electrical Steel UGO S.A.S, Isbergues, Frankreich 5.235 100,00 441
389 thyssenkrupp Steel Chile SpA, Santiago, Chile CLP 6.444.5091) 100,00 375
390 thyssenkrupp Steel Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien COP 1.634.9711) 100,00 389
391 thyssenkrupp Steel Heavy Plate Antwerp N.V., Antwerpen, Belgien 4.486 100,00 375 100,00 %3)
416 0,00 %3)
Other Companies Steel Europe
392 Becker & Co. GmbH, Neuwied 768 100,00 382
393 EH Güterverkehr GmbH, Duisburg 1.534 100,00 375
394 Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach 45.056 87,98 375
395 MgF Magnesium Flachprodukte GmbH, Freiberg 500 100,00 375
396 thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen 30.000 100,00 375 62,46 %
394 37,54 %
397 thyssenkrupp Steel Zweite Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg 25 100,00 375
398 B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande 45 75,00 401 50,00 %
375 25,00 %
399 Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande 4.583 75,25 401 49,50 %
375 24,75 %
398 0,99 %
400 thyssenkrupp Stål Danmark A / S, Kopenhagen, Dänemark DKK 800 100,00 401
401 ThyssenKrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande 5.000 100,00 449
Steel Americas
CSA
402 thyssenkrupp Companhia Siderúrgica do Atlântico, Rio de Janeiro, Brasilien BRL 14.382.258 100,00 405
Other Companies Steel Americas
403 RIP Serviços Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien BRL 1.000 100,00 404
404 thyssenkrupp Servicos Siderurgicos Ltda., Sao Paulo, Brasilien BRL 3.7881) 100,00 368 100,00 %3)
436 0,00 %3)
405 ThyssenKrupp Slab International B.V., Brielle, Niederlande 84 100,00 401
406 thyssenkrupp Steel Americas, LLC, Wilmington / Delaware, USA USD 1 100,00 450
Corporate
Corporate Headquarters
407 thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen 1.448.801 100,004)
408 Banter See Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf 486 100,00 422
409 Brüninghaus Schmiede GmbH, Grünwald 511 100,00 424
410 Buckau-Walther GmbH, Grünwald 9.216 100,00 424
411 CCI Crane Cooperation International Handelsgesellschaft mbH, Essen 1.534 100,00 407
412 GLH GmbH, Essen DEM 30.000 100,00 424
413 Konsortium für Kurssicherung GbR, Essen 22.477 90,18 375 64,90 %
424 14,96 %
368 5,91 %
183 3,51 %
407 0,90 %
414 Krupp Industrietechnik Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Grünwald 51.129 100,00 219 94,90 %
407 5,10 %
415 Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen 300 100,00 368
416 Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf 935.147 100,00 407 82,64 %
459 17,36 %
417 thyssenkrupp Academy GmbH, Düsseldorf 25 100,00 407
418 thyssenkrupp Carbon Components GmbH, Wilsdruff 98 74,90 23
419 thyssenkrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf 26 100,00 422
420 thyssenkrupp Intellectual Property GmbH, Essen 25 100,00 424
421 thyssenkrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf 25 100,00 422
422 thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH, Essen 15.500 100,00 407
423 thyssenkrupp Risk and Insurance Services GmbH, Essen 3.000 100,00 407
424 thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen 130.005 100,00 407
425 thyssenkrupp Vermögensverwaltungsgesellschaft Kanada mbH, Essen 100 100,00 448
426 Vermögensverwaltungsgesellschaft EZM mbH, Grünwald 25.941 100,00 459
427 Vermögensverwaltungsgesellschaft TKW mbH, Grünwald 512 100,00 422
428 Budcan Holdings Inc., Kitchener / Ontario, Kanada CAD 0 100,00 437
429 GLH, LLC, Fond du Lac / Wisconsin, USA USD 108.993 100,00 450
430 Grupo thyssenkrupp S.L., Madrid, Spanien 16.156 100,00 448
431 Rhenus Immobilien Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 70 100,00 432
432 thyssenkrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich 35 100,00 434
433 thyssenkrupp Austria GmbH, Wien, Österreich 35 100,00 407
434 ThyssenKrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich 35 100,00 407
435 thyssenkrupp Automotive (UK) Ltd., Solihull, Großbritannien GBP 13.519 100,00 453
436 thyssenkrupp Brasil Ltda., Diadema, Brasilien BRL 118.742 100,00 17 54,98 %
7 31,95 %
424 9,44 %
23 3,62 %
437 thyssenkrupp Canada, Inc., Calgary / Alberta, Kanada CAD 1.000 100,00 448
438 thyssenkrupp (China) Ltd., Beijing, China USD 200.000 100,00 407
439 thyssenkrupp Finance Canada, Inc., Calgary / Alberta, Kanada CAD 1 100,00 448
440 thyssenkrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA USD 1 100,00 450
441 thyssenkrupp France S.A.S., Maurepas, Frankreich 159.308 100,00 448
442 thyssenkrupp India Private Limited, Mumbai, Indien INR 100.0001) 100,00 448 100,00 %3)
451 0,00 %3)
443 thyssenkrupp Italia S.r.l., Rom, Italien 20.000 100,00 407
444 thyssenkrupp Japan K.K., Tokyo, Japan JPY 61.000 100,00 209
445 thyssenkrupp Knowsley Ltd., Dundee, Großbritannien GBP 25.610 100,00 453
446 ThyssenKrupp Korea Ltd., Seoul, Korea, Rep. KRW 200.000 100,00 452
447 thyssenkrupp Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia MYR 500 100,00 407
448 ThyssenKrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande 10.350 100,00 407
449 ThyssenKrupp Nederland Intermediate B.V., Roermond, Niederlande 10.000 100,00 448
450 thyssenkrupp North America, Inc., Chicago, IL, USA USD 247.989 100,00 407
451 ThyssenKrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande 100 100,00 448
452 thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur SGD 119.727 100,00 407
453 thyssenkrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien GBP 76.145 100,00 407 100,00 %3)
416 0,00 %3)
Global Shared Services
454 thyssenkrupp Business Services GmbH, Essen 25 100,00 407
455 thyssenkrupp Group Services Ruhr GmbH, Bochum 25 100,00 454
456 thyssenkrupp Group Services Gdansk Sp. z o.o., Gdansk, Polen PLN 2001) 100,00 454
Asset Management
457 Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz 51)2) 94,00 407
458 Hellweg Liegenschaften GmbH, Bochum 50 94,00 459
459 Krupp Hoesch Stahl GmbH, Dortmund 181.510 100,00 448 94,90 %
407 5,10 %
460 Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Industrie, Essen 692 100,00 424 94,90 %
454 5,10 %
461 Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen 511 100,00 416 94,90 %
454 5,10 %
462 thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen 25 100,00 407
463 thyssenkrupp Grundbesitz-Vermietungs GmbH & Co. KG, Essen 1.000 100,00 407
464 thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Krupp Hoesch Stahl, Essen 1.000 100,00 459
465 thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen 1.000 100,00 461
466 thyssenkrupp Immobilienentwicklungs Concordiahütte GmbH, Oberhausen 25 100,00 424 94,80 %
407 5,20 %
467 thyssenkrupp Immobilienentwicklungs Krefeld GmbH, Oberhausen 25 100,00 462
468 thyssenkrupp Liegenschaften Umformtechnik Verwaltungs GmbH, Essen 25 100,00 424 94,80 %
407 5,20 %
469 thyssenkrupp Vermietungs GmbH, Duisburg 50 100,00 454 94,90 %
407 5,10 %
470 thyssenkrupp Real Estate France S.A.S., Maurepas, Frankreich 100 100,00 441

B. Quotal in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen (*\=Joint Venture)

Lfd. Nr. Name und Sitz Währung Gesellschaftskapital in 1.000 € bzw. Fremdwährung Anteil am Kapital

%
gehalten über lfd. Nr.
Steel Europe
ThyssenKrupp Steel Europe
471 Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg* 103.0001) 50,00 375

C. At equity bewertete Beteiligungen (*\=Joint Venture)

Lfd. Nr. Name und Sitz Währung Gesellschaftskapital in 1.000 € bzw. Fremdwährung Anteil am Kapital

%
gehalten über lfd. Nr.
Elevator Technology
Americas (AMS)
472 Braun thyssenkrupp Elevator LLC, Madison / Wisconsin, USA* USD 1.0001) 50,00 136
Asia / Pacific (AP)
473 Eros Elevators & Escalators Pvt. Ltd., Mumbai, Indien* INR 1001) 25,10 149
Industrial Solutions
Process Technologies
474 KEPCO-Uhde Inc., Seoul, Korea, Rep.* KRW 21.721.3131) 26,93 219
Resource Technologies
475 Vecoplan FuelTrack GmbH, i. L., Bad Marienberg* 50 51,00 219
Marine Systems
476 Atlas Elektronik GmbH, Bremen* 31.2401) 51,00 424
477 Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar* QAR 1.5001) 40,00 256
System Engineering
478 HFS Hotforming Solutions GmbH, Schwalbach* 200 50,00 265
Sonstige Beteiligungen Industrial Solutions
479 indurad GmbH, Aachen 331) 23,53 219
Materials Services
Materials Distribution
480 Aceros de America Inc., San Juan, Puerto Rico* USD 1.000 50,00 282
481 Thyssen Ros Casares S.A., Valencia, Spanien* 5.000 50,00 281
Special Services
482 BCCW (Tangshan) Jiahua Coking & Chemical Co., Ltd., Tangshan, China CNY 1.130.0001) 25,00 335
Special Materials
483 Euroacciai S.r.l., Sarezzo, Italien 1.500 30,25 365
484 Ilserv S.r.l., Terni, Italien 1.9241) 35,00 365
485 Terni Frantumati S.p.A., Terni, Italien 930 21,00 365
Corporate MX
486 Ferona Thyssen Plastics, s.r.o., Velká Bystrîce, Olomouc, Tschechische Republik* CZK 16.0001) 50,00 368
487 Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapur, Singapur SGD 20.0001) 30,00 368
488 Polarputki Oy, Helsinki, Finnland* 1.0091) 50,00 368
Steel Europe
ThyssenKrupp Steel Europe
489 TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China* CNY 1.065.8061) 50,00 375
490 TKAS (Chongqing) Auto Steel Co., Ltd., Chongqing, China* CNY 4001) 12,50 375
Processing
491 Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf 3851) 40,00 385
Other Companies Steel Europe
492 Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen* 1.023 50,00 375
493 Acciai di Qualità, Centro Lavorazione Lamiere S.p.A., Genova, Italien 3.0501) 24,90 443
494 RKE N.V., Antwerpen, Belgien 6451) 38,54 375
Corporate
Corporate Headquarters
495 tk blue GmbH, Düsseldorf* 1001) 50,00 407
Asset Management
496 COMUNITHY Immobilien GmbH, Düsseldorf 1001) 49,00 454

D. Nicht einbezogene verbundene Unternehmen

Lfd. Nr. Name und Sitz Währung Gesellschaftskapital in 1.000 € bzw. Fremdwährung Anteil am Kapital

%
gehalten über lfd. Nr.
Components Technology
Bearings
497 Roballo France S.A.R.L., Rueil-Malmaison, Frankreich 180 100,00 441
Elevator Technology
Europe / Africa (EA)
498 thyssenkrupp Elevator (Management) Ltd., Rishon Le'zion, Israel ILS 39 100,00 101 50,00 %
185 50,00 %
Industrial Solutions
Process Technologies
499 ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s.r.o., Brno, Tschechische Republik CZK 1.0001) 100,00 219
Resource Technologies
500 Polysius-Hilfe GmbH, Münster DEM 50 100,00 219
501 Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien RON 2041) 100,00 222
Marine Systems
502 thyssenkrupp Marine Systems (Malaysia) Sdn. Bhd., Petaling Jaya, Malaysia MYR 300 100,00 250
503 ThyssenKrupp Technologies HELLAS Marketing Services S.A. i. L., Athen, Griechenland 60 100,00 424 99,98 %
219 0,02 %
System Engineering
504 thyssenkrupp System Engineering S.r.l., Turin, Italien 120 100,00 443 98,00 %
265 2,00 %

E. Sonstige assoziierte Beteiligungen

Lfd. Nr. Name und Sitz Währung Gesellschaftskapital in 1.000 € bzw. Fremdwährung Anteil am Kapital

%
gehalten über lfd. Nr.
Industrial Solutions
Marine Systems
506 MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg 3.0681) 39,00 256
476 10,00 %
507 LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Lissabon, Portugal 5.0001) 20,00 219
Sonstige Beteiligungen Industrial Solutions
508 Transrapid International Verwaltungsgesellschaft mbH, i. L., Berlin 80 50,00 275
Materials Services
Materials Distribution
509 Indo German International Private Ltd., New Delhi, Indien INR 38.9751) 50,00 282
Steel Europe
ThyssenKrupp Steel Europe
510 JEVISE Corporation, Tokyo, Japan* JPY 10.0001) 50,00 375
Corporate
Corporate Headquarters
511 Grundstücksgesellschaft Schlossplatz 1 mbH & Co.KG, Berlin 21.2501) 20,00 407
Asset Management
512 Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen 26 33,33 459
513 NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf 101) 94,76 460

F. Andere Beteiligungsunternehmen

Lfd. Nr. Name und Sitz Währung Gesellschaftskapital in 1.000 € bzw. Fremdwährung Anteil am Kapital

%
gehalten über lfd. Nr.
Corporate Asset Management
514 VBW Bauen und Wohnen GmbH, Bochum 12.858 13,06 459
Eigenkapital 92.730
Jahresergebnis 6.361

1) Jahresabschluss nicht 30.09.

2) nach IFRS Vorschriften einbezogen

3) Splitteranteil nach der 4. Kommastelle

4) Konzernmutter

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen

Vermerk zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, und ihrer Tochtergesellschaften - bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 geprüft.

Verantwortung des Vorstands für den Konzernabschluss

Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist verantwortlich für die Aufstellung dieses Konzernabschlusses.

Diese Verantwortung umfasst, dass dieser Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt wird und unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

Der Vorstand ist auch verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Danach haben wir die Berufspflichten einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung umfasst die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, das relevant ist für die Aufstellung eines Konzernabschlusses, der ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt. Ziel hierbei ist es, Prüfungshandlungen zu planen und durchzuführen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden und der Vertretbarkeit der von dem Vorstand ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Prüfungsurteil

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des Konzernabschlusses zu keinen Einwendungen geführt hat.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2016 sowie der Ertragslage für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr.

Vermerk zum Konzernlagebericht

Wir haben den beigefügten Konzernlagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016 geprüft. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den nach §315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit §317 Abs. 2 HGB und unter Beachtung der für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Danach ist die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der zusammengefasste Lagebericht mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Abschlussprüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt.

Gemäß §322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des zusammenfassten Lageberichts zu keinen Einwendungen geführt hat.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung des Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts gewonnenen Erkenntnisse steht der zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Essen, den 21. November 2016

**PricewaterhouseCoopers

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, Wirtschaftsprüfer

Michael Preiß, Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Essen, den 15. November 2016

thyssenkrupp AG

Der Vorstand

Hiesinger

Burkhard

Kaufmann

Kerkhoff

Bericht des Aufsichtsrats

Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2015 / 2016 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit der Risikosituation des Unternehmens, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Als Folge einer Analyse der Wertpotenziale der Konzerngeschäfte sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen klar und differenziert vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.

Der Aufsichtsratsvorsitzende und die Vorsitzenden des Prüfungsausschusses sowie des Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses haben auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand gestanden und sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse haben die Vorsitzenden von Aufsichtsrat bzw. Prüfungsausschuss sowie Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss spätestens in der folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzung berichtet.

Die Anteilseigner- und die Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten. Anhaltspunkte für Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung informiert werden soll, hat es nicht gegeben.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr fanden vier ordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lag bei durchschnittlich 97%. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat nur an der Hälfte oder weniger der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen es angehört, teilgenommen. Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsratssitzungen teilgenommen, soweit der Aufsichtsratsvorsitzende nichts anderes bestimmt hatte.

In seiner ersten Sitzung im Berichtsjahr, am 18. November 2015, hat sich der Aufsichtsrat zunächst intensiv mit der Geschäftslage sowie der Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2014 / 2015 befasst. Als weiterer Tagesordnungspunkt standen der Jahres- und der Konzernabschluss zum 30. September 2015 im Vordergrund. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2014 / 2015. Ferner wurde die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2015 / 2016 verabschiedet. Zudem haben wir die Tagesordnung für die Hauptversammlung am 29. Januar 2016 diskutiert und verabschiedet und uns mit Vorstandsangelegenheiten befasst. Abschließend haben wir die Ergebnisse der Effizienzprüfung des Aufsichtsrats diskutiert, und zwar insbesondere, mit welchen Maßnahmen die Arbeitseffizienz des Aufsichtsrats weiter verbessert werden kann. Hierzu gehörten im Rahmen der Weiterbildung für den Aufsichtsrat die Besichtigung von konzerneigenen Fertigungsstätten, um vor Ort einen direkten Eindruck der Produktionsbedingungen und der Arbeit des Managements zu erhalten, ein verbesserter elektronischer Zugang zu den Sitzungsunterlagen und die elektronische Durchführung der Effizienzprüfung. Diese Maßnahmen wurden anschließend umgesetzt.

Am Tag vor der Hauptversammlung, am 28. Januar 2016, kamen die Mitglieder des Aufsichtsrats zu einer Sitzung zusammen, in der der Vorstand zunächst über die Lage des Konzerns berichtete. Weitere Themen waren die nachfolgende Hauptversammlung und Fragen der Vorstandsvergütung. Zudem erstattete der Leiter der Konzernfunktion Technology, Innovation & Sustainability, Dr. Reinhold Achatz, einen ausführlichen Bericht über die Aktivitäten und die Strategie der Konzernfunktion Technology, Innovation & Sustainability inklusive der indirekten finanziellen Ziele; diesen Bericht erörterten wir anschließend im Plenum.

In der Sitzung am 19. Mai 2016 hat der Aufsichtsrat auf der Grundlage eines umfassenden Berichts des Vorstands zunächst die wirtschaftliche Lage und die strategische Weiterentwicklung des Konzerns erörtert. Ein weiteres Schwerpunktthema dieser Sitzung waren die Aktivitäten sowie die Strategie der Konzernfunktion Human Resources Strategy inklusive der Personalentwicklungsprogramme und der Konzernfunktion People Development & Executives Management, mit denen wir uns auf der Grundlage eines ausführlichen Berichts ihrer Leiter, Peter Dollhausen und Dr. Detlef Hunsdiek, beschäftigt haben. Ferner haben wir uns im Rahmen der zustimmungspflichtigen Geschäftsvorfälle insbesondere mit dem Verkauf nicht betriebsnotwendigen Grundbesitzes befasst. Weitere Themen waren die EMIR-Pflichtprüfung 2015 gemäß §20 WpHG, die Umsetzung des Projekts governance@thyssenkrupp im Konzern sowie Vorstandsangelegenheiten.

In der Sitzung des Aufsichtsrats am 7. September 2016 standen erneut die operative Lage und die strategische Weiterentwicklung des Konzerns unter besonderer Berücksichtigung der Business Areas im Vordergrund. Wie in den Vorjahren waren aktuelle Entwicklungen der Corporate Governance auch in der diesjährigen September-Sitzung ein Thema. Nach Prüfung der Einhaltung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat die Abgabe einer uneingeschränkten Entsprechenserklärung beschlossen. Außerdem haben wir die Geschäftsordnungen für den Vorstand, den Aufsichtsrat, den Prüfungsausschuss, den Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss, das Präsidium und den Personalausschuss angepasst und neue Geschäftsordnungen für den Nominierungsausschuss und den Vermittlungsausschuss verabschiedet. Zudem haben wir die beschlossenen konkreten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats sowie deren Umsetzung überprüft und die Ziele angepasst. Im Zuge der Weiterbildungsmaßnahmen für den Aufsichtsrat referierte Dr. Donatus Kaufmann zum Thema "Aktuelle rechtliche Entwicklungen zur Arbeit des Aufsichtsrats" und Prof. Dr. Bernhard Pellens zum Thema "Neue Transparenz- und Bilanzierungsregulierungen - Konsequenzen für die Aufsichtsratstätigkeit" mit anschließender Diskussion.

Das Thema Compliance ist bei thyssenkrupp ein zentraler Baustein guter Unternehmensführung und meint weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz: Compliance ist bei thyssenkrupp eine Frage der Haltung. In jeder seiner Sitzungen hat sich der Aufsichtsrat daher vom Vorstand ausführlich zum Thema Compliance Bericht erstatten lassen und ausgiebig die Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert.

Bericht über die Arbeit der Ausschüsse

Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Soweit gesetzlich zulässig, hat der Aufsichtsrat Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses und des Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses hat der Aufsichtsratsvorsitzende auch den Vorsitz in den einzelnen Ausschüssen inne. Die personelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse ist im Kapitel "Aufsichtsrat" dargestellt.

Das Präsidium ist im vergangenen Geschäftsjahr zu vier Sitzungen zusammengekommen. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, die strategische Weiterentwicklung der einzelnen Business Areas sowie die konzernweiten Projekte zur Optimierung der Effektivität, Effizienz und Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt der Beratungen. Als Ausschussvorsitzender habe ich zur Abstimmung besonderer Projekte auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern des Präsidiums gestanden.

Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2015 / 2016 in fünf Sitzungen die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzungen waren allgemeine Vorstandsangelegenheiten sowie die Beratungen über die Wiederbestellung von Dr. Donatus Kaufmann als Vorstandsmitglied für Recht & Compliance und - in Erfüllung unserer Sorgfaltspflichten - die Nachfolgeplanung. Des Weiteren wurden Vorschläge zur Festsetzung von Tantieme und Bonus und zur Ausgestaltung der Pensionen für die Mitglieder des Vorstands behandelt. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden.

Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2015 / 2016 zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl von PwC zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2016 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch Vertreter von PwC an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und die Honorarvereinbarung getroffen sowie den Prüfungsschwerpunkt für das Geschäftsjahr 2015 / 2016 festgelegt. Des Weiteren wurde eine konzernweite Befragung zur Prüfungsqualität initiiert; die Ergebnisse wurden ebenso wie die von PwC neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbrachten Leistungen im Prüfungsausschuss diskutiert. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern gestanden. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen zusätzlich Leiter der Konzernfunktionen in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung.

Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2015 / 2016 samt zusammengefasstem Lagebericht, Gewinnverwendungsvorschlag und den Berichten des Abschlussprüfers sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenberichte (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Der Prüfungsausschuss hat sich ferner mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und der Compliance im Konzern beschäftigt. Darüber hinaus hat sich der Ausschuss im Beisein des Leiters der Konzernrevision mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Konzernrevision für das Geschäftsjahr 2016 / 2017 auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die Eigenkapital- und Ratingsituation, insbesondere unter Berücksichtigung der Zinsentwicklung, die im Laufe des Jahres erfolgte Anpassung der Ergebnisprognose, das Vertragsmanagementprojekt, die EMIR-Pflichtprüfung 2015 gemäß §20 WpHG und der Stand der steuerlichen Betriebsprüfung. Über den aktuellen Umsetzungsstand der Konzerninitiativen daproh, daproh HR / HRT, unITe und GSS wurde regelmäßig berichtet.

In einer zusätzlichen Sitzung im September 2016 haben sich die Ausschussmitglieder ausführlich mit aktuellen Rechts- und Rechnungslegungsentwicklungen, dem Management von Produktrisiken, der Systematik und Methodik der Konzerninitiativen "impact" sowie "synergize+" und einem Bericht zum Zwischenstand zur Einführung von IFRS 15, des neuen Standards zur Umsatzrealisierung, beschäftigt. Zusätzlich hat PwC ausführlich über die Neuregelungen bei der Berichterstattung durch den Abschlussprüfer und über das Vorgehen und die Qualitätssicherung im Rahmen der Abschlussprüfung informiert. Auch die Änderung der Prüfungsrichtlinie wurde diskutiert sowie die Festlegung des Katalogs der genehmigungsfähigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und das Budget für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2016 / 2017 wurden beschlossen.

Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2015 / 2016 fünfmal zusammengetreten. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die strategische Weiterentwicklung des Geschäftsmodells von thyssenkrupp. Der Ausschuss erörterte zudem detailliert die vorher jeweils im Aufsichtsrat präsentierten Berichte zu den Geschäftsaktivitäten und zur Strategie der einzelnen Business Areas bzw. der Konzernfunktionen. Zudem wurden unter Berücksichtigung der aktuellen Ratingsituation und der Finanzlage des Konzerns die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Berichtsjahr erörtert sowie entsprechende Beschlüsse des Aufsichtsrats vorbereitet.

Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer Sitzung zusammengekommen. Ein Schwerpunkt der Beratungen war die Nachfolgeplanung für den Aufsichtsrat unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie der vom Aufsichtsrat festgelegten Ziele hinsichtlich seiner Zusammensetzung.

Für eine Sitzung des gemäß §27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschusses bestand auch in diesem Berichtsjahr kein Anlass.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Vorstand und Aufsichtsrat haben unter Berücksichtigung der im Jahr 2016 unverändert gebliebenen Kodex-Fassung vom 5. Mai 2015 eine Entsprechenserklärung abgegeben, die seit dem 1. Oktober 2016 auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zur Verfügung steht. Darüber hinaus berichtet der Vorstand im Corporate-Governance-Bericht und in der Erklärung zur Unternehmensführung zugleich auch für den Aufsichtsrat über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.

Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss

Die von der Hauptversammlung am 29. Januar 2016 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2015 / 2016 gewählte PwC hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 und der Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß §315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von PwC. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Mit Beschluss des Prüfungsausschusses vom 11. Februar 2016 hat der Aufsichtsrat den Abschlussprüfer für das Berichtsjahr mit folgendem Prüfungsschwerpunkt beauftragt: Analyse der Projektsteuerung der thyssenkrupp Marine Systems.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2015 / 2016 wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 21. November 2016 sowie des Aufsichtsrats am 23. November 2016 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontroll- und Risikomanagement bezogen auf den Rechnungslegungsprozess und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzender in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Nach unserer Prüfung und Diskussion des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts im Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat sodann gemäß der Empfehlung des Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Nach Abschluss unserer Prüfung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung hat sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung sowie unter Berücksichtigung der Ergebnisentwicklung und Finanzlage angeschlossen. Gemeinsam mit dem Vorstand schlagen wir der Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2015 / 2016 eine Dividende von 0,15€ je Stückaktie auszuschütten.

Personelle Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat es zwei personelle Veränderungen gegeben, beide auf Seiten der Arbeitnehmervertreter. Zum einen hat Dr. Sabine Maaßen ihr Mandat im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG zum 15. März 2016 niedergelegt. Durch gerichtliche Bestellung mit Wirkung vom 30. März 2016 wurde Tanja Jacquemin zum Aufsichtsratsmitglied bestellt. Nach dem Ausscheiden von Dr. Sabine Maaßen wurde Markus Grolms per 8. April 2016 zum neuen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Mit Ablauf des 31. Mai 2016 schied zudem Martin Dreher aus dem Aufsichtsrat aus. Gerichtlich bestellt zum neuen Mitglied des Aufsichtsrats mit Wirkung ab dem 1. Juni 2016 wurde Tekin Nasikkol. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben Dr. Sabine Maaßen und Martin Dreher ihren Dank für die gute langjährige Zusammenarbeit ausgesprochen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat die Wiederbestellung eines Vorstandsmitglieds für fünf weitere Jahre beschlossen: In der Sitzung am 19. Mai 2016 wurde Dr. Donatus Kaufmann bis zum 31. Januar 2022 erneut zum Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG bestellt.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitern des Konzerns weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften für die Anstrengungen im Geschäftsjahr 2015 / 2016 und die erbrachten Leistungen.

Essen, 23. November 2016

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr. Ulrich Lehner, Vorsitzender

Aufsichtsrat

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Präsidium

Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender)

Markus Grolms

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Wilhelm Segerath

Vermittlungsausschuss gemäß §27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender)

Markus Grolms

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Wilhelm Segerath

Personalausschuss

Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender)

Markus Grolms

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Wilhelm Segerath

Prüfungsausschuss

Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)

Markus Grolms

Tanja Jacquemin

Prof. Dr. Ulrich Lehner

Dr. Ralf Nentwig

Wilhelm Segerath

Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss

Dr. Lothar Steinebach (Vorsitzender)

Markus Grolms

Susanne Herberger

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Prof. Dr. Ulrich Lehner

Peter Remmler

Wilhelm Segerath

Jens Tischendorf

Nominierungsausschuss

Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender)

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Dr. Ralf Nentwig

Prof. Dr. Bernhard Pellens

Entsprechenserklärung

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG

Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 12. Juni 2015 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 5. Mai 2015 und wird diesen auch zukünftig entsprechen.

Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 1. Oktober 2015 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 12. Juni 2015 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 5. Mai 2015 entsprochen.

Duisburg / Essen, 1. Oktober 2016

Für den Aufsichtsrat

Lehner

Für den Vorstand

Hiesinger