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thyssenkrupp AG — Annual Report 2015
Jan 20, 2016
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Annual Report
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Publication

ThyssenKrupp AG
Duisburg und Essen
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2014 bis zum 30.09.2015
Konzernlagebericht - mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst -
VORBEMERKUNGEN
Zusammengefasster Lagebericht
Der vorliegende Lagebericht fasst den Konzernlagebericht und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Dieser zusammengefasste Lagebericht wird anstelle des Konzernlageberichts im Geschäftsbericht des thyssenkrupp Konzerns veröffentlicht. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach HGB enthalten. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) „Konzernlagebericht“ wurde angewendet.
GRUNDLAGEN DES KONZERNS
PROFIL UND ORGANISATION
Wir entwickeln mit viel Leidenschaft und umfassendem Technologie-Know-how hochwertige Produkte und intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen für nachhaltige Infrastruktur und Ressourceneffizienz. Unsere Ingenieurkompetenz verbinden wir mit traditionell hoher Werkstoffkompetenz. So schaffen wir weltweit Mehrwert für unsere Kunden und können die vielfältigen Chancen in den Märkten von morgen erfolgreich nutzen. Ingenieurkunst, hohe Synergiepotenziale (Verbundkraft), Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Wir handeln unternehmerisch und leistungsorientiert.
Den hohen Anspruch an uns selbst und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgehalten; Sie finden es auf unserer Website.
Leistungsprofil
Unsere Technologien und Innovationen sind für uns die Schlüssel, um mit der Verbundkraft des Konzerns Produkte und Lösungen für die aktuellen und zukünftigen Kunden- und Marktbedürfnisse weltweit anzubieten, auf den Zukunftsmärkten zu wachsen sowie hohe und stabile Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge zu erwirtschaften. Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir in den Anwendungsfeldern „Mechanik“, „Anlagenbau“ und „Werkstoffe“ wettbewerbsfähige Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft. Wir ermöglichen unseren Kunden, dank unseres umfassenden Leistungsspektrums, innovative Produkte wirtschaftlich und ressourcenschonend herzustellen und so Vorteile im weltweiten Wettbewerb zu erzielen. In unserem Anwendungsfeld „Mechanik“ entwickeln und fertigen wir hochwertige Komponenten für die Automobilindustrie sowie die Maschinenbau-, Energie- und Baubranche. Außerdem produzieren wir innovative Technologiegüter, wie moderne Aufzugsysteme, die zum Beispiel im One World Trade Center in New York zum Einsatz kommen. Das Anwendungsfeld „Anlagenbau“ reicht von Engineering, Planung und Bau kompletter Industrieanlagen sowie Instandhaltung durch unser weltweites Servicenetzwerk bis hin zu moderner Marinetechnik. Unsere Leistungen im Anwendungsfeld „Werkstoffe“ umfassen kundenspezifische Werkstoff-lösungen, effiziente Werkstoffherstellung und -verarbeitung sowie Materialdienstleistungen.
Organisations- und Führungsstruktur
Unsere Geschäftsaktivitäten sind in sechs Business Areas gebündelt: Components Technology, Elevator Technology, Industrial Solutions, Materials Services, Steel Europe und Steel Americas. Die Business Areas untergliedern sich in Business Units und Operating Units. 497 Tochterunternehmen sowie 23 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, werden in den Konzernabschluss einbezogen – dabei konsolidieren wir Gesellschaften aus 77 Ländern.

Die strategische Führung des Konzerns obliegt der thyssenkrupp AG. Sie wurde 1999 als Aktiengesellschaft nach deutschem Recht gegründet und hat einen Doppelsitz in Essen und Duisburg. In Essen befindet sich mit dem thyssenkrupp Quartier die Konzernzentrale. Der Vorstand der thyssenkrupp AG legt die Strategie für die Konzernentwicklung fest und steuert die Business Areas, die Konzernfunktionen, die Regionen und die Service-Einheiten. Regionale Zentralen befinden sich in Nord- und Südamerika, China, Indien und in der Region Asien/Pazifik. Darüber hinaus befindet sich derzeit eine regionale Zentrale für den Nahen Osten & Afrika im Aufbau.

Die Strategische Weiterentwicklung des Konzerns setzt zum einen auf konkrete Einzelziele für die Business Areas, zum anderen auf eine noch stärkere, weltweite Vernetzung und Zusammenarbeit. Daher agieren wir in einer mehrdimensionalen Managementstruktur (Netzwerkorganisation) aus operativen Geschäften, Konzernfunktionen, Regionen und Service-Einheiten. Innerhalb dieser Organisation wurden Rollen und Verantwortlichkeiten, Regeln und Standards für die Zusammenarbeit sowie Prozesse und Berichtslinien festgelegt. Die neue effiziente Managementstruktur sowie die Prozesse werden derzeit in den Business Areas, in den Regionen sowie in den Service-Einheiten umgesetzt. Die weltweit aufgestellte Service-Einheit „Global Shared Services“ bündelt wesentliche, dezentral ausgeführte Funktionen in konzerninternen Servicecentern und organisiert diese so, dass sie wettbewerbsfähig sind. Dabei handelt es sich um Aufgaben, die grundsätzlich standortunabhängig erbracht werden können, wie etwa Teilprozesse im Rechnungswesen, in der IT, im Immobilienservice und im Personalwesen. Neben dem zentralen Servicecenter in Essen sind bereits Center in Bochum (Deutschland), in Danzig (Polen) und in Porto Alegre (Brasilien) aktiv. Weitere der insgesamt sechs vorgesehenen Servicecenter werden in China und Indien 2016 aufgebaut.
Die Konzernorganisation wird regelmäßig im Rahmen des jährlichen Strategieprozesses überprüft und bei Bedarf angepasst. Damit stellen wir sicher, dass wir uns der aktuellen Umfeldsituation entsprechend wettbewerbsfähig aufstellen. Im Zuge der stärkeren konzernweiten Integration und Harmonisierung wird die Zahl der rechtlich selbstständigen Gesellschaften im gesamten Konzern dabei weiter reduziert werden.
STRATEGIE
Positionierung als diversifizierter Industriekonzern
Mit unserer Positionierung als diversifizierter Industriekonzern verbinden wir den Anspruch, hohe und stabile Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge zu erwirtschaften. Wir diversifizieren unser Geschäft entlang mehrerer Dimensionen: mit einer globalen Präsenz, einer breiten Kundenbasis und unterschiedlichen Geschäftsmodellen unserer Business Areas in verschiedenen Branchen mit verschiedenen Zyklen. Diversifizierung ist für uns dabei kein Selbstzweck. Vielmehr ermöglicht sie uns, vielfältige Wachstumschancen wahrzunehmen und gleichzeitig die Stabilität unseres Geschäftes in einem volatilen Umfeld zu erhöhen. Für die deutliche Verbesserung unserer Ertragsstärke setzen wir den Hebel an zwei Punkten an: Wir steigern konsequent die Ertragskraft in den Business Areas und wachsen dort profitabel. Zugleich nutzen wir durch gezielte übergreifende Initiativen konsequent und systematisch die Verbundkraft des Konzerns.
Alle Geschäfte in unserem Portfolio haben klare Mindestanforderungen zu erfüllen oder einen überzeugenden Geschäftsplan für deren Erreichung umzusetzen: Alle Geschäftseinheiten müssen nachhaltig ein positives Ergebnis, einen positiven Cashflow und im Durchschnitt über den jeweiligen Branchenzyklus hinweg einen positiven Wertbeitrag (thyssenkrupp Value Added) erwirtschaften sowie bei der Profitabilität im Branchenvergleich zu den Besten gehören oder dorthin aufschließen.
Die Freisetzung und Realisierung der Verbundkraft erreichen wir durch die funktions-, geschäfts- und regionenübergreifende Zusammenarbeit etwa bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Rahmen von InCar®plus oder beim Transfer von Fertigungs-Know-how von unserem Komponentengeschäft in die Aufzugssparte. Große Synergien und Prozessverbesserungen ergeben sich weiterhin aus den übergreifenden Initiativen, z.B. der professionellen Steuerung und Bündelung im Zuge der Umsetzung unserer Einkaufs- und Materialkostensenkungsinitiative „synergize+“, der konzernweit vereinheitlichten IT-Infrastruktur, der Daten- und Prozessharmonisierung sowie der Einführung von Global Shared Services.
Unsere Positionierung als diversifizierter Industriekonzern geht einher mit einer zunehmenden strategischen Ausrichtung auf ertragsstarke Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte, die im Vergleich zu unseren Werkstoffgeschäften geringere Volatilität und Kapitalintensität aufweisen, sowie auf die weltweiten Wachstumsregionen und -branchen. Den Anteil der volatileren und kapitalintensiven Geschäfte haben wir durch Portfoliomaßnahmen deutlich gesenkt; zum Ende des Berichtsjahres lag der Anteil der stahlproduzierenden Geschäfte am Umsatz der Business Areas bereits unter 30 % und der Anteil des Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfts bei gut 70 %. Die Ausrichtung auf die Wachstumsregionen in Asien, Südamerika, den USA und Naher Osten & Afrika treiben wir durch unsere Regionalorganisation mit effizienten Strukturen und einem einheitlichen Marktauftritt voran.
Ausrichtung entlang globaler Megatrends
Geschäftschancen ergeben sich für thyssenkrupp aufgrund globaler Megatrends, die sowohl „mehr“ als auch „besseres“ Wachstum hervorrufen: Die demografische Entwicklung, das rasante Wachstum der Megastädte infolge zunehmender Urbanisierung, die Globalisierung der Warenströme und die Digitalisierung führen dazu, dass die weltweite Nachfrage kontinuierlich steigt. Menschen und Unternehmen benötigen immer „mehr“ Konsum- und Investitionsgüter, Infrastruktur, Energie, Rohstoffe sowie digitale Dienste. Dieser wachsenden Nachfrage steht jedoch die Endlichkeit natürlicher Ressourcen gegenüber. Der Schutz von Umwelt und Klima sowie strengere politische Vorgaben erfordern „bessere“ Lösungen. Ressourcen müssen effizienter genutzt, Konsum- und Industriegüter umweltschonender produziert sowie eine nachhaltigere Infrastruktur aufgebaut werden. Zudem erfordert eine sowohl physisch als auch digital zunehmend vernetzte Welt intelligente Produkte und ganzheitliche Lösungen. Diese Zusammenhänge sind in der folgenden Grafik noch einmal dargestellt.

Für diese aktuellen und zukünftigen Kunden- und Markterfordernisse streben wir mit unserer Ingenieur-kompetenz nach technologischen und geschäftlichen Lösungen, um den Bedarf nach „mehr“ auf „bessere“ Weise zu erfüllen. Dies tun wir mit unseren Technologien, Werkstoffen, industriellen Verfahren und Dienstleistungen auf zahlreichen Gebieten – in den Industrieländern ebenso wie in den aufstrebenden Märkten. So schaffen wir mit unseren Kunden Mehrwert und damit für uns klare Wettbewerbsvorteile.
Erfolgreiche Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung
Unser ganzheitliches Programm für die Positionierung von thyssenkrupp als diversifizierter Industriekonzern ist die Strategische Weiterentwicklung, die wir seit Mai 2011 konsequent umsetzen. In den letzten Geschäftsjahren haben wir uns insbesondere auf die Stärkung unserer Finanzkennzahlen und unserer nachhaltigen Wertperspektive sowie die solide Finanzierung konzentriert. Darüber hinaus legen wir besonderen Fokus auf Kultur- und Organisationswandel, eine erfolgreiche Personalstrategie, stärkere Leistungsorientierung sowie auf unsere Kunden und Märkte.
Zu den vier Handlungsfeldern im Einzelnen:
• Kulturwandel: Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Unternehmenskultur und Zusammenarbeit zu stärken. Damit schaffen wir die Grundlage, um die operative Leistungsfähigkeit des Konzerns deutlich und nachhaltig zu steigern und Risiken zu minimieren. Die Pfeiler unserer Unternehmenskultur sind: konzernweite Kooperation, stärkere Kunden- und Leistungsorientierung, klar definierte Prozesse sowie mehr Transparenz, Offenheit, Ehrlichkeit und gegenseitige Wertschätzung. Wir arbeiten in einer Netzwerkstruktur und haben mit unserem Leitbild hohe Ansprüche an uns selbst formuliert. Diese beinhalten auch ein Höchstmaß an Compliance und exzellente Governance.
• Personalstrategie: Unsere Personalarbeit richten wir konsequent an der Strategischen Weiterentwicklung und unserer Positionierung als diversifizierter Industriekonzern aus. Unsere Maßnahmen stärken Zusammenarbeit und Vertrauen, Qualifizierung und Talententwicklung sowie Vielfalt bei und Austausch zwischen Mitarbeitern und Führungskräften. Die besondere Relevanz gerade dieser Themen wurde auch durch die erste konzernweite Mitarbeiterbefragung Ende 2014 noch einmal bestätigt: mit ihr ist es uns gelungen, Rückmeldung von über 105.000 Mitarbeitern weltweit einzuholen. Basierend auf den Ergebnissen wird derzeit an allen Standorten an konkreten Folgemaßnahmen gearbeitet. Als konzernweite Handlungsfelder wurden „Vertrauen und Zusammenarbeit“ sowie die „bessere Vermittlung der Unternehmensziele“ definiert.
• Leistungsorientierung: Um die Leistungsorientierung im Konzern weiter zu stärken, haben wir im Berichtsjahr erneut in zahlreichen Geschäftsbereichen Benchmarking-Projekte durchgeführt. Mittels strukturierter Vergleiche wollen wir die Lücken zu den Besten im Wettbewerb erkennen und Maßnahmen definieren und umsetzen, um diese Lücken zu schließen. Als Grundlage für die Leistungsbeurteilung und Portfolio-Entscheidungen verwenden wir die Kenngrößen Ergebnis, Cashflow und Wertbeitrag. In unserem konzernweiten Effizienzprogramm „impact“ bündeln wir Initiativen und Maßnahmen zur Verbesserung dieser Kenngrößen. Dadurch konnten wir von 2012/2013 bis einschließlich 2014/2015 einen positiven EBIT-Effekt aus Performance-Maßnahmen von kumuliert 2,7 Mrd € erzielen und das ursprünglich gesteckte Ziel auf vergleichbarer Basis um 400 Mio € übertreffen. Auch das zu Beginn des Berichtsjahres formulierte „impact“-Ziel für 2014/2015 von 850 Mio € haben wir mit 1,1 Mrd € erneut deutlich übererfüllt. Die Methodik und Systematik von „impact“ sind mittlerweile als integraler Bestandteil unserer Leistungskultur fest etabliert; für 2015/2016 streben wir EBIT-Effekte von 850 Mio € an.
• Kunden & Märkte: Kunden- und Marktorientierung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Wettbewerb. Wir wollen noch näher an unsere Kunden rücken, sie voranbringen und passgenaue technologische Lösungen hierfür anbieten. Dabei nutzen wir gezielt die integrierte Kraft des Konzerns. Eine wesentliche Initiative dabei ist die Stärkung unseres Markenversprechens und unserer Marke: Mit einem einheitlichen Markt- und Markenauftritt werden wir unsere Kunden noch besser von unseren Produkten und Lösungen überzeugen können. Gleichzeitig wirkt das Kundenversprechen nach innen wie ein Katalysator für den Kulturwandel hin zu mehr Leistungs- und Kundenorientierung. Darüber hinaus arbeiten wir an Initiativen und Projekten zu strukturierten Kundenbefragungen, zum Ausbau der Kundenbeziehungen und der Vertriebswege, zum systematischen Austausch von Industrie- und Marktwissen im gesamten Konzern und zur erweiterten Nutzung von Kundenmanagement-Systemen.

Indem wir diese vier strategischen Handlungsfelder konsequent bearbeiten, können wir die finanzielle Situation unseres Konzerns weiter verbessern. Das wiederum eröffnet uns strategische Freiräume für Investitionen und Forschung und Entwicklung und damit für Wachstum. In den kommenden Jahren wollen wir sowohl in den aufstrebenden Wachstumsregionen als auch in den Industrieländern weiter profitabel expandieren.
Mehr über die Fortschritte in den vier strategischen Handlungsfeldern finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt „Geschäftsverlauf in den Business Areas“ sowie in den Kapiteln „Compliance“ und „Mitarbeiter“.
Mehr über die Stärkung der strategisch wichtigen Wachstumsfelder sowie über unsere Forschungs- und Entwicklungstätigkeit erfahren Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt „Investitionen“ sowie im Kapitel „Technologie und Innovationen“.
UNTERNEHMENSSTEUERUNG
Unsere konzernweit verwendeten Leistungsindikatoren für Profitabilität, Wertbeitrag und Liquidität bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir verwenden sie, um Ziele zu setzen, Erfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte festzulegen. Die für uns bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren – also die Kernsteuerungsgrößen im Sinne des Deutschen Rechnungslegungsstandards 20 (DRS 20) – sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der thyssenkrupp Value Added (tkVA) und der Free Cashflow vor Desinvestitionen (FCF vor Desinvest) bzw. ab dem Geschäftsjahr 2015/2016 der Free Cashflow vor M&A (FCF vor M&A).
Im Zuge des jährlichen Strategieprozesses definieren wir auch für die Business Areas langfristige Ziele. Aus diesen leitet die Unternehmensführung kurz- und mittelfristige finanzielle Ziele für die Budget- und Mittelfristplanung ab, die alle Einheiten erstellen müssen.

Bereinigtes EBIT
Das EBIT steht für die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können; u.a. sind das Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten – also ohne Veräußerungsverluste und -gewinne, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen sowie weitere nicht operative Aufwendungen und Erträge. Es ist besser als das EBIT dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.
Das Konzern-EBIT, das EBIT der Business Areas und die Bereinigung um Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten „Geschäftsentwicklung im Konzern“ und „Geschäftsverlauf in den Business Areas“ des Wirtschaftsberichts.
tkVA
Der tkVA ist der in einer Berichtsperiode geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht einen Vergleich des finanziellen Erfolgs von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT ab- bzw. zuzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital – das Capital Employed. Zur Ermittlung der Kapitalkosten wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert: Dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und Fremdkapitalkostensatz sowie dem Zinssatz für Pensionsrückstellungen zusammen.
Über die Entwicklung des tkVA im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt „Geschäftsentwicklung im Konzern“.
FCF vor Desinvest und Weiterentwicklung zu FCF vor M&A ab Geschäftsjahr 2015/2016
Der FCF vor Desinvest ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquidi-tätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzufluss oder -abfluss aus operativer Tätigkeit nach Berücksichtigung von Auszahlungen für Investitionen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzuflüsse aus Desinvestitionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen. Details zur Entwicklung des FCF vor Desinvest enthält der Abschnitt „Geschäftsentwicklung im Konzern“.
Um beim Cashflow die operative Leistungsfähigkeit des Konzerns, d.h. vor Zahlungsmittelzu- und -abflüssen aus Portfoliomaßnahmen, noch besser abzubilden, haben wir die liquiditätsorientierte Kernsteuerungsgröße weiterentwickelt: Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2015/2016 verwenden wir den FCF vor M&A. Dabei wird bei Investitionen und Desinvestitionen zwischen M&A-Transaktionen und sonstigen Sachinvestitionen oder Verkäufen differenziert. Desinvestitionen, die nicht aus M&A-Transaktionen resultieren, können z.B. der Verkauf von Immobilien oder gebrauchter Maschinen sein. Der FCF vor M&A wird aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzu- oder -abflüsse aus wesentlichen M&A-Transaktionen ermittelt. Der FCF vor M&A enthält somit weder Mittelzuflüsse aus Desinvestitionen noch Mittelabflüsse aus Akquisitionen, die aus wesentlichen M&A-Transaktionen resultieren. Der FCF vor M&A für das Berichtsjahr 2014/2015 beträgt 115 Mio €.
Anpassung der Kapitalkostensätze ab 2015/2016
Beginnend mit dem neuen Geschäftsjahr wird der gewichtete Kapitalkostensatz des Konzerns auf 8,0 % (Vorjahr: 9,0 %) gesenkt. Hauptgrund für diese Anpassung ist, dass die Kosten für Fremdkapital und Pensionsrückstellungen, die einen relativ hohen Anteil am Gesamtkapital ausmachen, gesunken sind. Die Berechnung der Kapitalkostensätze des Konzerns und der Business Areas unterscheidet sich grundsätzlich lediglich durch die bereichsspezifischen Risiken. Eine Übersicht zu den angepassten Kapitalkostensätzen (WACCs) für den Konzern und die Business Areas sowie eine pro forma-Darstellung der entsprechenden Wertbeiträge (tkVA) enthält folgende Tabelle.
| Kapitalkostensätze und (pro forma) Wertbeiträge | ||||
|---|---|---|---|---|
| WACC (%) |
tkVA (Mio €) |
|||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 2014/2015 | 2015/2016 | Ist Geschäftsjahr 2014/2015 | Pro forma 2014/2015 mit angepassten WACCs | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Konzern | 9,0 | 8,0 | – 399 | – 238 |
| Davon: | ||||
| Components Technology | 9,0 | 8,5 | – 23 | – 6 |
| Elevator Technology | 8,0 | 7,5 | 559 | 566 |
| Industrial Solutions | 8,5 | 8,0 | 557 | 549 |
| Materials Services | 9,0 | 8,0 | – 449 | – 403 |
| Steel Europe | 9,5 | 8,5 | 14 | 66 |
| Steel Americas | 10,5 | 10,0 | – 374 | – 363 |
Definitionsänderungen ab 2014/2015
Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 hatten wir die Definitionen von EBIT, Bereinigtem EBIT und Capital Employed angepasst. Dies betrifft zum einen die Behandlung von aktivierten Bauzeitzinsen: Im EBIT und Bereinigten EBIT werden die Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen nicht mehr zurückgenommen. Analog werden die aktivierten Bauzeitzinsen wieder Bestandteil des Capital Employed. Zweitens wenden wir seit dem Geschäftsjahr 2014/2015 beim Capital Employed Korrekturfaktoren an, die die Leistungsanforderungen an einen positiven Wertbeitrag erhöhen. Drittens erhöhen wir das EBIT der Business Areas – insbesondere bei solchen mit langfristigen Fertigungsaufträgen – nicht mehr um einen kalkulatorischen Ergebnisbeitrag, der sich aus Anzahlungsüberschüssen bzw. den zugehörigen Zins- und Finanzierungseffekten ableitet. Somit werden die Anzahlungsüberschüsse auch bei der Ermittlung des Capital Employed nicht mehr berücksichtigt.
ZIELE
Wie die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen in den vergangenen Jahren belegt, zeigen die Maßnahmen im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung spürbar Wirkung. Doch obgleich wir das Bereinigte EBIT im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut deutlich steigern konnten, haben wir unseren nachhaltigen Mindestanspruch noch nicht erreicht. Daher sind anspruchsvolle Ziele für unsere finanziellen Steuerungsgrößen sowie die zielgerichtete Verbesserung strategischer Bereiche auch über indirekt finanzielle Größen wichtige Bestandteile der Strategischen Weiterentwicklung.
Finanzielle Ziele
Mit Nachdruck arbeiten wir daran, wieder einen deutlich und dauerhaft positiven Free Cashflow zu erwirtschaften, um die nötigen Mittel für den Ausbau unserer Wachstumsgeschäfte bereitstellen und unseren Aktionären eine solide Dividende auszahlen zu können. Dazu benötigen wir ein EBIT von mindestens 2 Mrd €. Wir sind überzeugt, das für diesen Mindestanspruch erforderliche Ergebniswachstum – und mehr – erreichen zu können, wenn wir unser Programm der Strategischen Weiterentwicklung in allen Business Areas konsequent fortführen. Hierfür haben wir klare Ziele definiert:
• Components Technology – Profitables Wachstum bei mittel- bis langfristiger Rückkehr zu EBIT-Margen von 6 % bis 8 % durch den erfolgreichen Hochlauf der neuen Werke sowie Fortsetzung der Effizienz- und Restrukturierungsmaßnahmen
• Elevator Technology – Profitables Wachstum sowie Effizienz- und Restrukturierungsmaßnahmen für eine anhaltende Verbesserung der EBIT-Marge um jährlich 0,5 % bis 0,7 %-Punkte auf langfristig 15 % und einen EBIT-Beitrag von über 1 Mrd €
• Industrial Solutions – Umsatzsteigerung um langfristig durchschnittlich rund 5 % pro Jahr auf 8 Mrd €, bei einer nachhaltigen EBIT-Marge von 6 % bis 7 %, durch Umsetzung der neuen Wachstumsstrategie
• Materials Services – Rückkehr zu einem höheren Margenniveau bei Erholung der Werkstoffmärkte und durch erfolgreiche Restrukturierung von AST
• Steel Europe – EBIT-Verbesserung durch Effizienzmaßnahmen und Differenzierungsinitiativen, um über den Branchenzyklus hinweg nachhaltig mehr als die Kapitalkosten zu verdienen
• Steel Americas – Weitere operative Verbesserung mit positiven EBIT-Beiträgen
Wir erwarten, dass unsere Kernsteuerungsgrößen insgesamt auch im Geschäftsjahr 2015/2016 die weiteren Fortschritte bei unserer Strategischen Weiterentwicklung widerspiegeln. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingetrübt und die Unsicherheiten zugenommen haben. Insbesondere unsere Werkstoffgeschäfte sind beträchtlichen Außenhandelsrisiken ausgesetzt, da die wachsende chinesische Überproduktion massiv in Exporte umgelenkt wird, was zu regionalen Angebotsüberhängen und weltweiten Preisstürzen führte. Trotz dieser Herausforderungen und der Tatsache, dass weite Teile unserer Werkstoff- und Komponentengeschäfte im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld nicht wesentlich über ein Quartal hinaus verlässlich geplant werden können, erwarten wir einen deutlichen Anstieg des tkVA, einen FCF vor M&A auf Vorjahresniveau sowie ein Bereinigtes EBIT zwischen 1,6 – 1,9 Mrd €. Mehr zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt „Unternehmenssteuerung“, Details zur Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem Prognosebericht.
Indirekt finanzielle Ziele
Die kurz-, mittel- und langfristig positive Entwicklung unserer finanziellen Steuerungsgrößen setzt auch voraus, dass wir die operative Leistung in wichtigen, indirekt finanziellen Größen konsequent verbessern. Folglich hat sich thyssenkrupp in den Bereichen Technologie und Innovationen, Umwelt, Klima, Energie, Einkauf und Mitarbeiter sogenannte indirekt finanzielle Ziele (IFTs) gesetzt. Unsere Fortschritte beim Erreichen dieser Ziele überprüft jährlich das Sustainability Committee von thyssenkrupp, dem der Konzernvorstand, die Vorstandsvorsitzenden der Business Areas und Leiter von Konzernfunktionen angehören. Über die einzelnen bereits erreichten Verbesserungen, den Stand der Zielerreichung und die damit verbundenen Managementprozesse wird in den entsprechenden Kapiteln und auf unserer Website berichtet.
Technologie und Innovationen
• Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) haben wir in den vergangenen Jahren signifikant auf ein effizientes Niveau gesteigert. Durch eine F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5 % (bereinigt um Handels- und Distributionsgeschäfte) sollen die kontinuierliche Innovationskraft und die Effizienz der Forschungsausgaben sichergestellt werden.
Umwelt, Klima, Energie
• Durch systematische Ermittlung und Erschließung von Energieeffizienzpotenzialen in den operativen Einheiten wollen wir bis zum Geschäftsjahr 2019/2020 die Energieeffizienz nachhaltig um 3,5 TWh erhöhen (Vergleichsbasis: 2012/2013).
• Auch das operative Umwelt- und Energiemanagement verbessern wir Zug um Zug. Unser Ziel lautet hier, bis zum Geschäftsjahr 2019/2020 für alle Aktivitäten mit relevantem Energieverbrauch ein Energiemanagement gemäß ISO 50001 und für alle umweltrelevanten Aktivitäten ein betriebliches Umweltmanagement gemäß ISO 14001 zu implementieren.
Einkauf
• Um Reputations- und Ausfallrisiken zu vermeiden und die Lieferantenperformance zu verbessern, haben wir unsere Nachhaltigkeitsanforderungen an Lieferanten im „thyssenkrupp Supplier Code of Conduct“ (Verhaltenskodex für Lieferanten) dokumentiert. Dessen Einhaltung soll durch jährlich 100 Lieferanten-Audits überprüft werden.
Mitarbeiter
• Damit thyssenkrupp auch künftig in der Belegschaft und der Führungsmannschaft auf ein Höchstmaß an Motivation, Qualifikation und Leistungsstärke bauen kann, streben wir mehr Vielfalt, vor allem in Bezug auf Alter, Geschlecht und Herkunft an. In einem ersten Schritt wollen wir den Anteil von Frauen in Führungspositionen bis zum Geschäftsjahr 2019/2020 auf 15 % erhöhen.
• Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz haben bei thyssenkrupp dauerhaft höchste Priorität. Daher haben wir das Ziel zur Reduzierung der Unfallhäufigkeit im Berichtsjahr in ein kontinuierliches Ziel umgewandelt: Die Unfallrate pro 1 Mio Arbeitsstunden soll jedes Jahr um mindestens 10 % gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden.
WIRTSCHAFTSBERICHT
MAKRO- UND BRANCHENUMFELD
Weltkonjunktur 2015 durch Schwellenländer gebremst – Entwicklung 2016 mit hohen Unsicherheiten
Nachdem die Weltwirtschaft bereits im vergangenen Jahr nur unterdurchschnittlich wuchs, zeichnet sich auch für dieses Jahr ein schwaches Bild für die weltweite Konjunktur ab. Aktuelle Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die konjunkturelle Dynamik 2015 sogar leicht verringern und die Weltwirtschaft mit knapp 3 % etwas weniger stark als im Vorjahr wachsen wird. Dabei verlagern sich die Antriebskräfte weiter von den Schwellenländern hin zu den Industrieländern; hier dürfte insbesondere die nach wie vor sehr expansive Geldpolitik die durchschnittliche Wachstumsrate auf rund 2 % ansteigen lassen. In den Schwellenländern – die sich derzeit größtenteils einem sehr schwachen, zum Teil sogar rezessiven Konjunkturverlauf ausgesetzt sehen – wird das Wirtschaftswachstum 2015 dagegen mit knapp 4 % voraussichtlich spürbar geringer ausfallen als im vergangenen Jahr. Insgesamt kommt den Industrieländern und einigen Schwellenländern der niedrige Ölpreis zugute; im Euro-Raum stützt zusätzlich der relativ schwache Euro-Kurs die Konjunktur. Für 2016 rechnen wir hinsichtlich des globalen Konjunkturverlaufs mit einer heterogenen Entwicklung; im Saldo erwarten wir – nachdem die Prognosen im Trend der vergangenen Wochen zurückgenommen wurden – bei hohen Unsicherheiten bestenfalls eine moderate globale Wachstumssteigerung auf 3,3 %. Ein breit angelegter und selbsttragender Aufschwung ist nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Wachstumsrisiken kaum zu erwarten.
Risiken für die Weltwirtschaft ergeben sich nach wie vor aufgrund zahlreicher geopolitischer Unsicherheiten, beispielsweise aus der Ukraine-Krise und den Konflikten im Nahen Osten, sowie aus der europäischen Verschuldungsproblematik und der absehbaren Zinswende in den USA. Spürbar negativ könnte es sich auch auswirken, wenn es in China nach den hohen Volatilitäten im Finanzsektor zu einer weiteren deutlichen konjunkturellen Abschwächung käme.
Die Konjunktur im Euro-Raum hat im bisherigen Jahresverlauf 2015 nur leicht an Dynamik gewonnen. Perspektivisch dürfte der private Konsum von einer langsam ansteigenden Beschäftigungsquote, etwas höheren Lohneinkommen und energiepreisbedingten Kaufkraftzuwächsen profitieren. Die Investitionsausgaben sollten infolge verbesserter Finanzierungsbedingungen und günstigerer Absatzperspektiven, aber auch als Folge des relativ niedrigen Euro-Dollar-Kurses, ebenfalls allmählich zunehmen, wobei allerdings wachsende Unsicherheiten bezüglich der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Investitionsneigung schmälern. Überschattet wird der Wachstumsausblick auch von der Notwendigkeit zahlreicher struktureller Reformen, die zum Teil nur zaghaft in Angriff genommen werden. Nach einem Plus von 1,6 % im laufenden Jahr wird für 2016 eine marginal höhere Wachstumsrate von 1,7 % erwartet.
In Deutschland hat die Konjunktur seit Jahresbeginn 2015 leicht angezogen. Positive Impulse kamen von den privaten und staatlichen Konsumausgaben, von den Investitionen und auch vom Außenhandel. Für 2015 wird eine BIP-Zuwachsrate von 1,7 % erwartet. 2016 ist bestenfalls mit einem leichten Anstieg auf 1,9 % zu rechnen, sofern sich die Weltkonjunktur verbessert.
Die US-Konjunktur hat nach einem schwachen Auftakt im Jahresverlauf 2015 an Dynamik gewonnen. Angesichts der Fortschritte, die bei der Konsolidierung der privaten Haushalte erzielt wurden, sowie der fortlaufenden Verbesserung der Arbeitsmarktlage wird der private Konsum weiterhin zunehmen. Auch die Unternehmensinvestitionen sollten angesichts dieser Rahmenbedingungen wieder stärker steigen. Insgesamt dürfte die US-Wirtschaft 2015 um 2,3 % und 2016 um 2,8 % expandieren.
Von den BRIC-Staaten dürfte lediglich die Wirtschaft Indiens in den Jahren 2015 und 2016 mit einem voraussichtlichen Wachstum von 7,5 % bzw. 8 % weiter Fahrt aufnehmen; hierfür sprechen die positiven Geschäftsaussichten der Unternehmen und eine weitere Umsetzung bereits laufender Infrastrukturprojekte. In China wird das Wirtschaftswachstum – nach einem Plus von 7,3 % im Vorjahr – 2015 vermutlich an Dynamik verlieren und lediglich knapp 7 % erreichen. Der angestrebte Wandel zu einem Wachstum, das stärker vom privaten Verbrauch und dem Dienstleistungssektor getragen wird, wird noch nicht genügend Wirkung zeigen, um die geringere Investitionsdynamik auszugleichen. Für 2016 ist in diesem Kontext mit einer weiteren Abschwächung und einer Wachstumsrate von schätzungsweise 6,5 % zu rechnen. Das BIP Brasiliens, das 2014 stagnierte, wird aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise und der fortdauernden strukturellen und politischen Probleme 2015 voraussichtlich um 2,7 % und 2016 um 0,6 % zurückgehen. Für Wachstum braucht Brasilien vor allem günstigere Rahmenbedingungen für Investitionen, etwa durch den Abbau von Bürokratie, die Vereinfachung des Steuersystems und den Ausbau der Infrastruktur. Die Wirtschaft Russlands wird 2015 aufgrund des niedrigen Ölpreises und des weiterhin ungelösten Ukraine-Konflikts bei einem Minus von 4,5 % sogar deutlich schrumpfen und 2016 im Rahmen einer moderat aufwärtsgerichteten Weltkonjunktur bestenfalls stagnieren.

Industriekonjunktur regional sehr heterogen und mit hohen Unsicherheiten
Automobilbau – Die weltweite Nachfrage nach Pkw und leichten Nutzfahrzeugen wächst insgesamt weiter. In den USA stieg der Absatz im Zeitraum Januar bis September 2015 auf 13,0 Mio Einheiten, das sind 5 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Der gesamteuropäische Markt entwickelte sich von Januar bis September besser als erwartet: Der Pkw-Absatz belief sich auf 12,5 Mio Einheiten, das entspricht einem Plus von 4 % gegenüber dem Vorjahreswert. Die Entwicklung war allerdings regional sehr unterschiedlich: Der deutsche Markt verzeichnete 2,4 Mio Neuzulassungen und wuchs somit um 6 %. Einige andere Märkte konnten noch stärker zulegen: Die Steigerungsraten bei den Absatzzahlen in Spanien, Schweden, Portugal, Irland, Dänemark und Italien waren allesamt zweistellig. In anderen Ländern gingen die Neuzulassungen teils deutlich zurück. Den stärksten Rückgang der Neuzulassungen in Europa verzeichnete Russland: Im Zeitraum Januar bis September 2015 gab es dort 1,2 Mio Neuzulassungen und damit 33 % weniger als im Vorjahr. In den übrigen BRIC-Staaten waren sehr unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten: In China stieg der Pkw-Absatz aufgrund der stark nachlassenden Dynamik um nur noch 5 % auf 13,7 Mio Einheiten. Für 2015 wurde Anfang des Jahres noch ein Wachstum von 6 % erwartet, mittlerweile geht man von 4 % aus. Im Schwellenmarkt Brasilien verbesserte sich die Absatzlage in den ersten 9 Monaten nicht: Hier wurden von Januar bis September 1,9 Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verkauft; das bedeutet einen weiteren Rückgang um 22 % gegenüber dem Vorjahr. In Indien hingegen legte der Pkw-Absatz um 6 % auf 2,0 Mio Einheiten zu und übertraf damit die Wachstumserwartungen vom Jahresanfang, als noch von 5 % ausgegangen wurde.
Für die weltweite Automobilproduktion erwarten wir im laufenden Jahr nur noch einen sehr moderaten Anstieg um 0,4 % auf 85,3 Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge; für 2016 wird derzeit noch – allerdings bei hohen Unsicherheiten – eine stärkere Zunahme um knapp 3 % (und damit auf 87,7 Mio Einheiten) prognostiziert. Regional bleibt die Entwicklung sehr unterschiedlich. Für China ist – bei im Trend jedoch rückläufigen Prognosen – mit einem Wachstum von 4 % auf 23,8 Mio Einheiten zu rechnen. Chancen könnten sich durch staatliche Kaufanreizprogramme ergeben. In den USA lauten die Prognosen auf ein stabiles Wachstums von knapp unter 4 %. Für die brasilianische Automobilfertigung erwarten Beobachter nach dem erneuten starken Rückgang von über 20 % in diesem Jahr ein weiteres Minus von knapp 5 % im kommenden Jahr. In Deutschland ist für 2015 mit leichtem Wachstum zu rechnen, für 2016 bei stark zunehmender Unsicherheit bestenfalls mit einer Seitwärtsbewegung. In Westeuropa insgesamt dürfte die Produktion 2015 etwas stärker zulegen als in Deutschland, 2016 um knapp 3 %.
| Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten | |||
|---|---|---|---|
| 2014 | 2015 1) | 2016 1) | |
| --- | --- | --- | --- |
| Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge | |||
| Welt | 85,0 | 85,3 | 87,7 |
| Westeuropa | 13,2 | 14,0 | 14,4 |
| Deutschland | 5,8 | 5,9 | 5,9 |
| USA | 11,4 | 11,8 | 12,3 |
| Japan | 9,2 | 8,6 | 8,7 |
| China | 22,6 | 22,8 | 23,8 |
| Brasilien | 2,9 | 2,3 | 2,2 |
| Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr | |||
| Deutschland | 1,3 | 0,0 | 0,0 |
| USA | 4,7 | 0,8 | 1,2 |
| Japan | 9,8 | 3,0 | 4,5 |
| China | 7,2 | 3,4 | 4,5 |
| Bauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr | |||
| Deutschland | 5,3 | 1,0 | 1,5 |
| USA | 3,1 | 5,0 | 6,7 |
| China | 8,9 | 4,0 | 3,0 |
| Indien | 4,7 | 5,8 | 7,2 |
| Marktversorgung Walzstahl, in Mio t | |||
| Welt | 1.540 | 1.513 | 1.523 |
| Deutschland | 39,4 | 39,5 | 40,5 |
| USA | 107 | 104 | 105 |
| China | 711 | 686 | 672 |
1) Prognose
Maschinenbau – Der weltweite Maschinenbau wird 2015 deutlich langsamer wachsen als im Vorjahr. In China wird die Maschinenproduktion dieses Jahr infolge der Wachstumsschwäche nur noch um rund 3,5 % expandieren und 2016 mit 4,5 % nur geringfügig stärker zulegen. Ähnlich in Japan: Hier wird das Wachstum der Branche im laufenden Jahr wie auch 2016 mit nur noch 3 % bzw. 4,5 % deutlich an Dynamik verlieren. Auch der US-Maschinenbau wächst nur mit mäßigem Tempo: Lag die Wachstumsrate im vergangenen Jahr bei 7 %, wird sie 2015 und 2016 nur noch rund 1 % betragen – was vor allem auf niedrigere Investitionen zurückgeht. Unter anderem wirkt sich der stark gefallene Ölpreis negativ auf Explorations- und Fracking-projekte aus. Exportorientierten Industriezweigen macht der starke US-Dollar zu schaffen. Schließlich dürften auch in Westeuropa die meisten Länder 2015 aufgrund im Rahmen der abgeschwächten weltweiten Konjunkturdynamik kaum Zuwächse verzeichnen. Ähnliches gilt für 2016.
Der exportorientierte deutsche Maschinenbau konnte seine Produktion im Jahr 2014 nur um 1,3 % erhöhen. Ursächlich war hier insbesondere der schwache Konjunkturverlauf in vielen Schwellenländern – speziell in Russland und Lateinamerika – sowie die nur mäßige Entwicklung der Ausrüstungsinvestitionen in Deutschland bzw. der EU. Auch die Nachfrage in diesem Jahr war bisher sehr mäßig: Die Auftragseingänge stiegen nur leicht, die Produktion lief sogar ins Minus. Nachdem das Statistische Bundesamt die Produktionsindizes für den Maschinenbau deutlich korrigiert hatte, wurde die Prognose für 2015 auf Stagnation abwärts revidiert. Auch 2016 dürfte die Branche nicht über ein Nullwachstum hinauskommen.
Bauwirtschaft – Für die Bautätigkeit im Euro-Raum ist in den Jahren 2015 und 2016 mit einem Wachstum von rund 1 % bzw. 1,5 % zu rechnen. Die deutsche Produktion im Bauhauptgewerbe erhöhte sich 2014 um 5,3 %, im bisherigen Jahresverlauf 2015 war lediglich ein knappes Plus gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Die anhaltend hohe Zuwanderung nach Deutschland, ein solider Arbeitsmarkt – verbunden mit steigenden Realeinkommen der privaten Haushalte – und ein weiterhin niedriges Hypothekenzinsniveau dürften den deutschen Wohnungsbau auch künftig stützen. Insgesamt aber wird sich die deutsche Baukonjunktur 2015 und auch 2016 bei einem Zuwachs von 1 % bzw. 1,5 % merklich abkühlen. Auch in China wird das Produktionswachstum in der Bauwirtschaft in diesem und im nächsten Jahr aufgrund der geringeren gesamtwirtschaftlichen Dynamik niedriger ausfallen als in den Vorjahren: Die Wachstumsraten werden 4 % bzw. 3 % voraussichtlich nicht übersteigen. Der US-Immobilienmarkt scheint sich hingegen weiter zu erholen: Sowohl die Anzahl der Baugenehmigungen als auch die der Baubeginne zogen gegenüber dem Vorjahr deutlich an, die Immobilienpreise legten bis Juli 2015 um rund 5 % zu. Die US-Bauproduktion dürfte 2015 um 5 % und 2016 um gut 6,5 % expandieren.
Stahlmarkt – Der Rückgang der Stahlnachfrage in China, der bereits seit 2014 andauert, bestimmte im Berichtsjahr wesentlich die Entwicklung der internationalen Stahlindustrie sowie der relevanten Rohstoffmärkte. Doch auch in vielen anderen Schwellen- und Industrieländern sank die Stahlnachfrage seit Jahresbeginn 2015, so dass sich derzeit ein weltweiter Rückgang abzeichnet. Vor allem die wachsende chinesische Überproduktion wurde massiv in Exporte umgelenkt, was zu regionalen Angebotsüberhängen führte und weltweit stark auf die Preise drückte.
In der EU war die Nachfrage nach Qualitätsflachstahl bis einschließlich August 2015 um rund 4 % höher als in der Vorjahresperiode. Zu verdanken war dies einer im Branchendurchschnitt soliden Konjunktur in der Stahlverarbeitung. Insbesondere der Bedarf der Automobilindustrie erhöhte sich deutlich. Im ersten Quartal kamen notwendige Lagerergänzungen hinzu; diese Nachfragekomponente verlor jedoch in den Folgemonaten bei ausreichender Materialverfügbarkeit und kurzen Lieferzeiten an Gewicht. Von der leichten Markterholung profitierten die europäischen Flachstahlhersteller allerdings nur eingeschränkt – ihr Versand in die EU nahm nur um 2 % zu. Erhebliche Zuwächse verzeichneten hingegen die Anbieter aus Drittländern – und dies trotz des schwachen Euros. Die Flachstahlimporte der EU erhöhten sich um 19 %; dabei nahmen allein die Einlieferungen aus China, die 29 % der Gesamtimporte ausmachten, um 37 % zu. Doch auch die GUS-Länder, begünstigt durch Währungsabwertungen, weiteten ihre Exporte in die EU spürbar aus.
Anders als in Nordamerika und in Asien, wo die Stahlpreise im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen waren, blieben sie in Europa zunächst vergleichsweise stabil. Fallende Rohstoffpreise, verbunden mit einem latenten Überangebot auch infolge hoher Importe, setzten aber auch hier die Spotpreise ab Jahresmitte erneut unter Druck. In erster Linie waren davon die südeuropäischen Länder betroffen, da sie der niedrigpreisigen Importkonkurrenz besonders stark ausgesetzt sind.
Der US-amerikanische Stahlmarkt, der 2014 ein außerordentlich starkes konjunkturelles und lagerzyklisches Wachstum verzeichnet hatte, wird im laufenden Jahr durch einen Lagerabbau und den schwachen Energiesektor gebremst. Brasilien erlebt derzeit die schwerste Rezession seit einem Vierteljahrhundert, die Stahlnachfrage geht daher merklich zurück.
Im kommenden Jahr dürfte sich die weltweite Stahlnachfrage stabilisieren. China wird jedoch weiter belasten, hier erwarten wir nochmals einen Rückgang. Allerdings dürften eine Stabilisierung in anderen Schwellenländern und die fortgesetzt kräftige Expansion des indischen Stahlmarktes die Rückgänge in China kompensieren. In den Industrieländern ist von einer leichten Mengenerholung auszugehen. In der EU könnte, sofern sich das Investitionsumfeld verbessert, die Stahlnachfrage mit 2 % wieder etwas schneller wachsen als in diesem Jahr (+1 %). Die außenwirtschaftlichen Risiken für die EU bleiben indes bestehen; der Importdruck aus Asien und anderen Regionen dürfte weiterhin hoch bleiben.
ZUSAMMENFASSENDE BEURTEILUNG DURCH DEN VORSTAND
In einem weiterhin anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Umfeld zeigt die Entwicklung unserer Kern-steuerungsgrößen und Bilanzkennzahlen auch im Berichtsjahr insgesamt deutlich, dass die eingeleiteten Maßnahmen zur Strategischen Weiterentwicklung des Konzerns weiterhin ihre Wirkung entfalten. Das Leistungsprofil von thyssenkrupp hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut erheblich verbessert, das Risikoportfolio konnte weiter reduziert werden. Die zu Beginn des Berichtsjahres formulierten finanziellen Ziele für die Entwicklung von Effizienz, Ergebnis, Cashflow und Bilanz des Konzerns haben wir erneut voll erreicht oder übertroffen und bei diesen Zielgrößen des Konzerns Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr erzielt. Mehr dazu können Sie auch dem Abschnitt „Prognose-Ist-Vergleich“ entnehmen.
Meilensteine erneut erreicht, Bilanzkennziffern weiter verbessert
Im Berichtsjahr haben wir das Bereinigte EBIT im Vergleich zum Vorjahr um 26 % gesteigert und den Jahresüberschuss um 37 % gegenüber dem Vorjahr verbessert. Zum dritten Mal in Folge erzielten wir einen deutlich positiven Free Cashflow, zum ersten Mal seit Geschäftsjahr 2005/2006 wieder einen positiven Free Cashflow vor Desinvest. Ferner haben wir den Buchwert des Eigenkapitals weiter gesteigert, die Netto-Finanzschulden weiter zurückgeführt und das Gearing im Berichtsjahr auf 103,2 % reduziert. Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien von insgesamt 8,3 Mrd € zum 30. September 2015 und einem ausgewogenen und verlängerten Fälligkeitenprofil ist thyssenkrupp solide finanziert.
Risiken weiter reduziert
Nachdem wir das Risikoprofil des Konzerns bereits im Geschäftsjahr 2013/2014 mit wichtigen Portfolio- und Finanzierungsmaßnahmen deutlich verbessert hatten, konnten wir die Risiken im Konzern auch im Berichtsjahr weiter erheblich reduzieren. Hier insbesondere durch die Einstellung des Kartellverfahrens gegen thyssenkrupp im Bereich „Autostahl“. Das Bundeskartellamt hatte in seiner Pressemitteilung zur Einstellung des Verfahrens mangels Tatverdachts die im Verfahren erfolgte Kooperation von thyssenkrupp ausdrücklich hervorgehoben. Ferner haben wir durch die Veräußerung der VDM-Gruppe bei den Netto-Finanzschulden und Pensionsverpflichtungen einen positiven Effekt in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrages erzielt und gleichzeitig den Anteil der volatilen Werkstoffgeschäfte weiter reduziert.
Wir setzen die Transformation von thyssenkrupp in einen schlagkräftigen, ertragsstarken und wertschaffenden diversifizierten Industriekonzern somit auf einer soliden finanziellen Basis und mit deutlich reduziertem Risikoportfolio fort. Einzelheiten zu den Chancen und Risiken enthält der Chancen- und Risikobericht.
Die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung des Gesamtkonzerns sowie der fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr fasst die folgende Tabelle zusammen:
| thyssenkrupp in Zahlen 1) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Konzern gesamt | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung | in % | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 41.376 | 41.318 | – 58 | 0 |
| Umsatz | Mio € | 41.212 | 42.778 | 1.566 | 4 |
| EBITDA | Mio € | 2.330 | 2.445 | 115 | 5 |
| EBIT 2) | Mio € | 1.145 | 1.050 | – 95 | – 8 |
| EBIT-Marge 2) | % | 2,8 | 2,5 | – 0,3 | — |
| Bereinigtes EBIT 2) | Mio € | 1.329 | 1.676 | 347 | 26 |
| Bereinigte-EBIT-Marge 2) | % | 3,2 | 3,9 | 0,7 | — |
| EBT | Mio € | 429 | 485 | 56 | 13 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern | Mio € | 195 | 268 | 73 | 37 |
| davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | Mio € | 212 | 309 | 97 | 46 |
| Ergebnis je Aktie | € | 0,38 | 0,55 | 0,17 | 45 |
| Operating Cashflow | Mio € | 903 | 1.300 | 397 | 44 |
| Cashflow für Investitionen | Mio € | – 1.260 | – 1.235 | 25 | 2 |
| Free Cashflow vor Desinvestitionen | Mio € | – 357 | 65 | 422 | ++ |
| Cashflow aus Desinvestitionen | Mio € | 1.054 | 597 | – 457 | – 43 |
| Free Cashflow | Mio € | 697 | 662 | – 35 | – 5 |
| Netto-Finanzschulden (30.09.) | Mio € | 3.677 | 3.414 | – 263 | – 7 |
| Eigenkapital (30.09.) | Mio € | 3.199 | 3.307 | 108 | 3 |
| Gearing (30.09.) | % | 114,9 | 103,2 | – 11,7 | — |
| ROCE | % | 7,2 | 6,5 | – 0,7 | — |
| thyssenkrupp Value Added 2) | Mio € | – 282 | – 399 | – 117 | – 41 |
| Dividende je Aktie | € | 0,11 | 0,15 3) | — | — |
| Ausschüttung | Mio € | 62 | 85 3) | — | — |
| Mitarbeiter (30.09.) | 162.372 | 154.906 | – 7.466 | – 5 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung“).
3) Vorschlag an die Hauptversammlung
| thyssenkrupp in Zahlen 1) | ||||
|---|---|---|---|---|
| Fortgeführte Aktivitäten | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung | in % | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | 41.376 | 41.318 | – 58 | 0 |
| Umsatz | 41.212 | 42.778 | 1.566 | 4 |
| EBITDA | 2.145 | 2.456 | 311 | 14 |
| EBIT 2) | 959 | 1.061 | 102 | 11 |
| EBIT-Marge 2) | 2,3 | 2,5 | 0,2 | — |
| Bereinigtes EBIT 2) | 1.329 | 1.676 | 347 | 26 |
| Bereinigte-EBIT-Marge 2) | 3,2 | 3,9 | 0,7 | — |
| EBT | 243 | 496 | 253 | 104 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern | 9 | 279 | 270 | ++ |
| davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | 26 | 320 | 294 | ++ |
| Ergebnis je Aktie | 0,05 | 0,57 | 0,52 | ++ |
| Operating Cashflow | 903 | 1.311 | 408 | 45 |
| Cashflow für Investitionen | – 1.260 | – 1.235 | 25 | 2 |
| Free Cashflow vor Desinvestitionen | – 357 | 76 | 433 | ++ |
| Cashflow aus Desinvestitionen | 1.054 | 597 | – 457 | – 43 |
| Free Cashflow | 697 | 673 | – 24 | – 3 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung“).
3) Vorschlag an die Hauptversammlung
PROGNOSE-IST-VERGLEICH
Die zu Beginn des Berichtsjahres formulierten finanziellen Ziele für die Entwicklung von Effizienz, Ergebnis, Cashflow und Bilanz des Konzerns haben wir erneut voll erreicht oder übertroffen. Bei diesen Zielgrößen des Konzerns konnten wir zudem Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr erzielen – trotz einer Reihe ungünstiger Rahmenbedingungen, die auch dazu geführt haben, dass die Ziele für das Bereinigte EBIT in einzelnen Business Areas und für den tkVA des Konzerns nur knapp oder nicht erreicht wurden. Dazu zählten bei Industrial Solutions die nach wie vor zögerliche Vergabe von Großprojekten durch unsere Kunden, bei Materials Services die negativen Auswirkungen des Streiks bei AST und bei Steel Americas die temporären Produktionsengpässe sowie die deutlich negativen Stichtagseffekte aus Wechselkursen. Der tkVA des Konzerns blieb abweichend zu unserer ursprünglichen Erwartung infolge hoher Sondereffekte unterhalb des Vorjahresniveaus: die Sondereffekte fielen vor allem im Rahmen von Restrukturierungen, Portfoliomaßnahmen und der Abwicklung einer nicht operativ tätigen US amerikanischen Gesellschaft an. Hieraus resultierten deutlich gegenläufige Steuereffekte, so dass die operativen Fortschritte im Jahresüberschuss weiterhin klar erkennbar blieben. Anders als erwartet, ist der Umsatz des Konzerns auf vergleichbarer Basis nicht im einstelligen Prozentbereich gewachsen, sondern bewegte sich auf Vorjahresniveau. Diese Entwicklung reflektiert insbesondere auch die rückläufigen Werkstoffpreise bei Materials Services sowie niedrigere Rohstoffpreise bei den Stahlgeschäften.
Das Erreichen oder Übertreffen der Ergebnis- und Cashflow-Ziele des Konzerns in einem anspruchsvollen Umfeld und trotz der beschriebenen zusätzlichen Herausforderungen geht nicht zuletzt auf die Effizienzsteigerungsmaßnahmen aus dem Programm „impact“ zurück. Das „impact“-Ziel von 850 Mio €, das wir zu Beginn des Berichtsjahres für 2014/2015 formuliert hatten, konnten wir mit 1,1 Mrd € erneut deutlich übertreffen. Mehr Informationen zu den Faktoren, die die Ergebnisentwicklung beeinflusst haben, enthalten die Abschnitte „Geschäftsentwicklung im Konzern“ und „Geschäftsentwicklung in den Business Areas“.
Die folgende Tabelle enthält Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte über das 1. Halbjahr sowie die ersten neun Monate des Berichtsjahres jeweils aktualisiert wurden, und zum Ist 2014/2015:
| Prognose und Ist für das Geschäftsjahr 2014/2015 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Prognose im Geschäftsbericht 2013/2014 | Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2014/2015 | Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2014/2015 | Ist Geschäftsjahr 2014/2015 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Konzernumsatz 1) | Wachstum auf vergleichbarer Basis im einstelligen Prozentbereich | Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich; auf vergleichbarer Basis auf Vorjahresniveau | Wachstum nominal: + 4 % auf vergleichbarer Basis: – 2 % | |
| Components Technology | Wachstum auf vergleichbarer Basis im einstelligen Prozentbereich | organisches Wachstum und positive Wechselkurseffekte | nominal: + 9 % auf vergleichbarer Basis: + 2 % | |
| Elevator Technology | nominal: + 12 % auf vergleichbarer Basis: + 3 % | |||
| Industrial Solutions | auf Vorjahresniveau | nominal: 0 % auf vergleichbarer Basis: – 2 % | ||
| Materials Services | rückläufig durch Preisdruck infolge niedrigerer Werkstoffpreise bei Materials Services und niedrigerer Rohstoffpreise bei unseren Stahlgeschäften | nominal: + 4 % auf vergleichbarer Basis: – 3 % | ||
| Steel Europe 1) | im Vergleich schwächer | nominal: – 1 % auf vergleichbarer Basis: – 2 % | ||
| Steel Americas | im Vergleich schwächer | nominal: – 14 % auf vergleichbarer Basis: – 18 % | ||
| Bereinigtes EBIT 1), 2) | mindestens 1,5 Mrd € | 1,6 bis 1,7 Mrd € | 1.676 Mio € | |
| Components Technology 2) | leichte Verbesserung | + 45 Mio € | ||
| Elevator Technology 2) | Verbesserung durch Umsatzwachstum und Steigerung Marge um 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte | + 120 Mio € + 0,5 Prozentpunkte | ||
| Industrial Solutions 2) | leichte Verbesserung | auf Vorjahresniveau | + 4 Mio € | |
| Materials Services 2) | leichte Verbesserung | auf Vorjahresniveau | – 6 Mio € | |
| Steel Europe 1), 2) | deutliche Verbesserung | + 271 Mio € | ||
| Steel Americas 2) | mindestens eine deutliche Verbesserung in Richtung eines ausgeglichenen EBIT | auf Vorjahresniveau, soweit Stichtagseffekte aus Wechselkursen nicht entgegenlaufen | – 70 Mio € | |
| Jahresüberschuss | deutliche Verbesserung | + 73 Mio € | ||
| tkVA 1), 2) | deutliche Verbesserung | – 117 Mio € | ||
| FCF vor Desinvest 1) | deutliche Verbesserung mit einem mindestens ausgeglichenen FCF vor Desinvest | deutliche Fortschritte trotz anhaltender Zurückhaltung unserer Kunden bei der Vergabe von Großprojekten; weiterhin mindestens ausgeglichener FCF vor Desinvest angestrebt | Verbesserung um 422 Mio € auf + 65 Mio € | |
| Capex 1) | rund 1,5 Mrd € | maximal 1,5 Mrd € | 1.235 Mio € |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst
(vgl. die Ausführungen im Kapitel „Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung“).
GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM KONZERN
Geschäftsverlauf
Industriegütergeschäfte treiben Umsatzwachstum
thyssenkrupp hat sich im Geschäftsjahr 2014/2015 in einem weiterhin anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Umfeld gut behauptet. Treibende Kräfte des Umsatzwachstums waren erneut die soliden Marktpositionen und die globale Aufstellung bei den Industriegütergeschäften mit entsprechend positiven Wechselkurseffekten.
Der Auftragseingang aus fortgeführten Aktivitäten belief sich auf 41,3 Mrd € und lag damit auf Vorjahres-niveau. Auf vergleichbarer Basis, d.h. währungs- und portfoliobereinigt, war der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 5 % rückläufig. Der Auftragseingang des Vorjahres hatte von einem Großauftrag bei Industrial Solutions profitiert.
Von den drei Industriegütergeschäften konnten Components Technology und Elevator Technology das Vorjahresniveau beim Auftragseingang deutlich übertreffen. In der Business Area Industrial Solutions hingegen war dieser rückläufig. Zu großen Teilen ist dies dem vorgenannten Großauftrag aus dem Vorjahr für Marine Systems zuzuschreiben; darüber hinaus zeigten sich die Kunden angesichts volatiler und rückläufiger Öl- und Rohstoffpreise zurückhaltend. Dennoch konnten wir im Berichtsjahr zahlreiche Aufträge gewinnen: Der Bereich Process Technologies beispielsweise profitierte von einer guten Nachfrage nach Elektrolyseanlagen. Resource Technologies konnte neben größeren Zementaufträgen mehrere Bestellungen für Brecher-Band-Systeme verbuchen, System Engineering die lebhafte Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie nutzen und Marine Systems Aufträge für zwei U-Boote und Korvetten notieren. Die Business Areas Components Technology und Elevator Technology erzielten beim Auftrags-eingang – zum Teil gestützt durch Wechselkurseffekte – zweistellige Zuwachsraten (11 % bzw. 13 %). Der Zuwachs im Komponentengeschäft geht auf den Hochlauf neuer Produkte und Werke, eine wachsende Nachfrage nach der Montage von Achsmodulen und deutlich positive Translationseffekte zurück. Die Dynamik im Auftragseingang ließ jedoch im 2. Halbjahr nach. Insbesondere im 4. Quartal ging in China die Nachfrage nach Komponenten für Pkw und schwere Nutzfahrzeuge zurück. Das Geschäft mit Komponenten für die Windenergie entwickelte sich hingegen im Berichtsjahr insbesondere in China, Brasilien und Indien erfreulich. Das Geschäft mit Baumaschinenkomponenten blieb schwach. Der Auftragseingang in der Business Area Elevator Technology erreichte einen neuen Höchstwert. Neben positiven Wechselkurseffekten verdanken wir dies einer weiter gestiegenen Nachfrage im Neuanlagengeschäft speziell in den USA, Südkorea und dem Nahen Osten. Der Auftragsbestand im Aufzugsgeschäft beträgt mit 4,9 Mrd € nahezu Rekordniveau. Zusammen mit dem Auftragsbestand von Industrial Solutions addiert er sich auf über 17 Mrd € – eine solide Grundlage für die angestrebte profitable Umsatzentwicklung in unseren Aufzugs- und Projektgeschäften.
Bei den Werkstoffaktivitäten lag der Auftragseingang nur leicht unter dem Vorjahresniveau und profitierte dabei von positiven Währungseffekten sowie insgesamt positiven Portfolioeffekten. Die Beiträge der von OTK übertragenen VDM- und AST-Gruppe, die seit 1. März 2014 zu Materials Services gehören, sind beide bis zum Verkauf der VDM-Gruppe Ende Juli 2015 enthalten. Auf vergleichbarer Basis hingegen war der Auftragseingang in allen Bereichen deutlich rückläufig, im Wesentlichen aufgrund niedrigerer Werkstoffpreise bei Materials Services sowie niedrigerer Rohstoffpreise bei unseren Stahlgeschäften. Bei Materials Services erhöhte sich der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 2 %; auf vergleichbarer Basis ging er um 5 % zurück. Einerseits konnte das weltweite Werkstoffstreckengeschäft insbesondere in den ersten beiden Geschäftsquartalen ausgeweitet werden, und das Lager- und Servicegeschäft in Nordamerika entwickelte sich – auch wechselkursbedingt – sehr gut. Andererseits jedoch wurden das Werkstofflagergeschäft in Russland sowie die Gleistechnikaktivitäten eingestellt und die Dienstleistungsaktivitäten der RIP-Gruppe veräußert. Die Auftragseingänge bei Steel Europe waren im Berichtsjahr bei anhaltend hohem Preisdruck rückläufig. Die Bestellmengen blieben mit 11,2 Mio t um 3 % unter dem Vorjahreswert. Bei Steel Americas lag der Auftragseingang – auch aufgrund der Veräußerung der thyssenkrupp Steel USA sowie von Engpässen in der Produktion – deutlich unter dem Vorjahreswert. Ab dem 2. Quartal machte sich zusätzlich ein wachsender Preisdruck bemerkbar. Der Stahlmarkt in Brasilien blieb durch einen weiter rückläufigen Verbrauch gekennzeichnet.
| Auftragseingang nach Business Areas | ||||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
Veränderung auf vergleichbarer Basis 1) in % |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Components Technology | 6.157 | 6.826 | 11 | 4 |
| Elevator Technology | 6.819 | 7.704 | 13 | 3 |
| Industrial Solutions | 5.732 | 4.871 | – 15 | – 16 |
| Materials Services | 13.682 | 13.945 | 2 | – 5 |
| Steel Europe 2) | 8.912 | 8.421 | – 6 | – 6 |
| Steel Americas | 2.215 | 1.723 | – 22 | – 21 |
| Corporate | 177 | 196 | 11 | 8 |
| Konsolidierung | – 2.318 | – 2.368 | — | — |
| Auftragseingang fortgeführter Aktivitäten 2) | 41.376 | 41.318 | 0 | – 5 |
| Stainless Global | 0 | 0 | — | — |
| Konsolidierung | 0 | 0 | — | — |
| Auftragseingang Konzern 2) | 41.376 | 41.318 | 0 | – 5 |
1) Währungs- und portfoliobereinigt
2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten lag mit 42,8 Mrd €, auch wechselkursbedingt, in nahezu allen Business Areas auf oder über dem Niveau des Vorjahres. Elevator Technology erzielte auch hier einen neuen Höchstwert. Ausnahmen waren lediglich die Stahlgeschäfte: Bei Steel Europe war der leicht rückläufige Umsatz auf geringere Nettoerlöse zurückzuführen, bei Steel Americas machte sich zusätzlich der Verkauf von thyssenkrupp Steel USA bemerkbar. Auf vergleichbarer Basis blieb der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten leicht unter Vorjahresniveau – hauptsächlich wegen zurückgehender Werkstoffgeschäfte, vor allem bedingt durch rückläufige Werkstoffpreise bei Materials Services sowie niedrigere Rohstoffpreise bei den Stahlgeschäften. Deutlich stabilisierend wirkte das organische Wachstum im Komponenten- und Aufzugsgeschäft.
Auftragseingang und Umsatz des Gesamtkonzerns entwickelten sich wie die der fortgeführten Aktivitäten: Wie im Vorjahr bildeten die nicht fortgeführten Aktivitäten lediglich nachlaufende Aufwendungen und Erträge ab und trugen weder zum Auftragseingang noch zum Umsatz bei.
| Umsatz nach Business Areas | ||||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
Veränderung auf vergleichbarer Basis 1) in % |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Components Technology | 6.172 | 6.753 | 9 | 2 |
| Elevator Technology | 6.416 | 7.208 | 12 | 3 |
| Industrial Solutions | 6.271 | 6.256 | 0 | – 2 |
| Materials Services | 13.660 | 14.254 | 4 | – 3 |
| Steel Europe 2) | 8.819 | 8.697 | – 1 | – 2 |
| Steel Americas | 2.060 | 1.773 | – 14 | – 18 |
| Corporate | 177 | 194 | 10 | 7 |
| Konsolidierung | – 2.363 | – 2.357 | — | — |
| Umsatz fortgeführter Aktivitäten 2) | 41.212 | 42.778 | 4 | – 2 |
| Stainless Global | 0 | 0 | — | — |
| Konsolidierung | 0 | 0 | — | — |
| Umsatz Konzern 2) | 41.212 | 42.778 | 4 | – 2 |
1) Währungs- und portfoliobereinigt
2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
Der bedeutendste Absatzmarkt für thyssenkrupp blieb – bei allerdings weiter rückläufigem Umsatzanteil – 2014/2015 wiederum Deutschland. An Bedeutung gewann hingegen das Geschäft mit Kunden in Nord- und Mittelamerika, Asien/Pazifik und Afrika. Das Geschäft in Nordamerika, hier vor allem in den USA, und Asien, hier insbesondere in China, konnte – auch begünstigt durch positive Wechselkurseffekte – in nahezu allen Business Areas ausgeweitet werden. Der Anstieg in Afrika geht weit überwiegend auf die Umsatzausweitung im Bereich Industrial Solutions zurück.
| Umsatz nach Absatzgebieten 1) | |||
|---|---|---|---|
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
| --- | --- | --- | --- |
| Deutschland | 12.109 | 11.611 | – 4 |
| Europa (ohne Deutschland) | 11.341 | 11.606 | 2 |
| Nord- und Mittelamerika | 9.041 | 9.939 | 10 |
| Südamerika | 1.997 | 1.687 | – 16 |
| Asien/Pazifik | 5.694 | 6.281 | 10 |
| Afrika | 1.030 | 1.654 | 61 |
| Weltweit | 41.212 | 42.778 | 4 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
Die Automobilindustrie blieb mit einem Umsatzanteil von 23 % die wichtigste Kundengruppe des Konzerns und hat insbesondere eine hohe Bedeutung für unser Komponenten- und Stahlgeschäft. Es folgen die Stahl- und stahlnahe Verarbeitung sowie der Handel mit hohen Anteilen im Konzernumsatz insgesamt sowie am Umsatz unserer Werkstoffgeschäfte. Die Bauwirtschaft repräsentiert 10 % des Konzernumsatzes und rund die Hälfte des Geschäfts unserer Aufzugssparte.

Bereinigtes EBIT dank „impact“ weiter gesteigert
In einem anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen und wettbewerbsintensiven Umfeld konnten wir das Bereinigte EBIT aus unseren fortgeführten Aktivitäten deutlich steigern. Dies reflektiert in erster Linie unsere umfangreichen Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Das zu Beginn des Berichtsjahres formulierte „impact“-Ziel für 2014/2015 von 850 Mio € haben wir mit 1,1 Mrd € erneut deutlich übertroffen.
Alle Industriegütergeschäfte haben das Bereinigte EBIT und die Bereinigte EBIT-Marge gesteigert. Components Technology profitierte weiterhin von den Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Restrukturierung und konnte das Bereinigte EBIT um 17 % und die Marge um 0,3 Prozentpunkte verbessern. Bei Elevator Technology ist die Ergebnissteigerung neben einer erfreulichen operativen Geschäftsentwicklung einmal mehr den „impact“-Maßnahmen zur Leistungsoptimierung und Restrukturierung zu verdanken; das Bereinigte EBIT stieg im Berichtsjahr um 18 %, die Marge um 0,5 Prozentpunkte. Im 4. Quartal 2014/2015 übertrafen das Bereinigte EBIT und die Bereinigte-EBIT-Marge bereits zum zwölften Mal in Folge den Wert des Vorjahresquartals. Bei Industrial Solutions lag das Bereinigte EBIT im Geschäftsjahr 2014/2015 aufgrund leicht verbesserten Margen knapp über dem Vorjahreswert.
Auch bei den Werkstoffgeschäften lag das Bereinigte EBIT insgesamt über dem Vorjahreswert. Bei Materials Services erreichte es knapp das Vorjahresniveau – trotz überwiegend streikbedingter Verluste bei AST in Italien im 1. Quartal sowie eines Umfeldes, das durch intensiven Wettbewerb und starken Preisdruck gekennzeichnet war. Deutlich stabilisierend wirkten zahlreiche Effizienzsteigerungsmaßnahmen und Vertriebsinitiativen aus dem Programm „impact“ und Fortschritte bei der Umsetzung der neuen Geschäftspläne für AST und VDM, die insgesamt positiv zum Bereinigten EBIT beigetragen haben. Auch bei den Stahlgeschäften zeigten die „impact“-Maßnahmen weiter Wirkung: Steel Europe konnte das Bereinigte EBIT und die Bereinigte EBIT-Marge in allen Quartalen deutlich gegenüber dem Vorjahr steigern und insgesamt mehr als verdoppeln. Das Bereinigte EBIT von Steel Americas blieb – trotz des stark erhöhten Preis- und Margendrucks sowie Produktionsengpässen auch infolge der Wasserknappheit in Brasilien – lediglich aufgrund deutlich negativer Wechselkurseffekte auf Vorsteuerguthaben bei thyssenkrupp CSA negativ. Der Vorjahreswert wurde unterschritten (wobei dieser von einer Versicherungsgutschrift profitiert hatte); doch konnte der Bereich erstmals einen ausgeglichenen Business Cashflow erwirtschaften.
Das Bereinigte EBIT des Gesamtkonzerns entwickelte sich wie die Werte aus fortgeführten Aktivitäten, da die nachlaufenden Aufwendungen und Erträge aus den nicht fortgeführten Aktivitäten als Sondereffekte berücksichtigt wurden.
| Bereinigtes EBIT nach Business Areas 1) | |||
|---|---|---|---|
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
| --- | --- | --- | --- |
| Components Technology | 268 | 313 | 17 |
| Elevator Technology | 674 | 794 | 18 |
| Industrial Solutions | 420 | 424 | 1 |
| Materials Services | 212 | 206 | – 3 |
| Steel Europe 2) | 221 | 492 | 123 |
| Steel Americas | – 68 | – 138 | -- |
| Corporate | – 426 | – 414 | 3 |
| Konsolidierung | 28 | – 1 | — |
| Bereinigtes EBIT fortgeführter Aktivitäten 2) | 1.329 | 1.676 | 26 |
| Stainless Global | 0 | 0 | — |
| Konsolidierung | 0 | 0 | — |
| Bereinigtes EBIT Konzern 2) | 1.329 | 1.676 | 26 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung“).
2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
Ergebnis durch Sondereffekte belastet
Das EBIT aus fortgeführten Aktivitäten war im Berichtsjahr mit Sondereffekten in Höhe von insgesamt 615 Mio € belastet. Davon entfielen insgesamt 244 Mio € auf Materials Services und betrafen im Wesentlichen desinvestitions- und restrukturierungsbedingte Aufwendungen. Hierin enthalten sind Effekte aus der Veräußerung der VDM-Gruppe in Höhe von 173 Mio €; nach Steuern ergibt sich ein Abgangsverlust von 127 Mio €. Weitere Sondereffekte ergaben sich bei Materials Services im Zusammenhang mit der Restrukturierung von AST, des Geschäfts in Spanien und China sowie im Rahmen der Veräußerung der Dienstleistungsaktivitäten in Brasilien. Bei Corporate wurden Sondereffekte in Höhe von insgesamt 235 Mio € berücksichtigt. Diese resultierten insbesondere aus der Erhöhung einer Rückstellung im Zusammenhang mit einem Vergleich mit der in Abwicklung befindlichen, nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company. Die entsprechende Anpassung der Rückstellung wird weitgehend durch die daraus resultierenden gegenläufigen Steuereffekte kompensiert und ist im Ergebnis nach Steuern lediglich mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag enthalten (vgl. auch Anhang-Nr. 16). Weitere Sondereffekte bei Corporate entfielen vor allem auf Restrukturierungen. Bei Elevator Technology fielen Sondereffekte von insgesamt 132 Mio € an, die in erster Linie aus Restrukturierungsmaßnahmen in Europa und Amerika resultierten. Bei Components Technology enthielt das EBIT Sonderaufwendungen in Höhe von 19 Mio € für Restrukturierungsmaßnahmen im Lenkungsgeschäft sowie Wertminderungen im Bereich Kurbelwellen. Bei Steel Americas beliefen sich die Sondereffekte auf insgesamt 9 Mio €; sie resultierten im Wesentlichen aus der aktualisierten Bewertung eines langfristigen Frachtvertrags. Bei Steel Europe waren im Saldo positive Sondereffekte von insgesamt 22 Mio € zu verbuchen, da Belastungen aus Restrukturierungsmaßnahmen durch einen Ertrag aus der Veräußerung einer Beteiligung überkompensiert wurden.
| Sondereffekte der fortgeführten Aktivitäten 1) | |||
|---|---|---|---|
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
| --- | --- | --- | --- |
| EBIT 2) | 959 | 1.061 | 11 |
| +/- Veräußerungsverluste/-gewinne | – 50 | – 42 | 16 |
| + Restrukturierungsaufwendungen | 246 | 112 | – 54 |
| +/- Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen | 49 | 241 | 392 |
| + Weitere nicht operative Aufwendungen | 158 | 336 | 113 |
| - Weitere nicht operative Erträge | – 33 | – 32 | 3 |
| Bereinigtes EBIT 2) | 1.329 | 1.676 | 26 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung“).
Auf die nicht fortgeführten Aktivitäten entfielen im Berichtsjahr Sondereffekte in Höhe von 11 Mio €. Es handelt sich dabei um Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen. In Summe – unter Berücksichtigung fortgeführter, wie auch nicht fortgeführter Aktivitäten – ergaben sich somit für den Gesamtkonzern Sondereffekte in Höhe von insgesamt 626 Mio €. Im vorherigen Geschäftsjahr hatten sie 184 Mio € betragen und waren in erster Linie auf Restrukturierungsaufwendungen bei Elevator Technology und Materials Services sowie auf Veräußerungsverluste bei Corporate zurückzuführen gewesen. Positiv hatte im Vorjahr auch ein Ertrag aus der Veräußerung von thyssenkrupp Steel USA zu Buche geschlagen, ebenso – bei den nicht fortgeführten Aktivitäten – Erträge aus dem Wegfall potenzieller Ausgleichsverpflichtungen aus fusionskontrollrechtlichen Auflagen.
Jahresüberschuss erneut höher als im Vorjahr
Auf dieser Basis erwirtschaftete der Konzern einen Jahresüberschuss in Höhe von 268 Mio € – dies trotz des negativen Abgangsergebnisses aus der Veräußerung der VDM-Gruppe und der Belastungen aus Restrukturierungsmaßnahmen. Der Jahresüberschuss lag zudem um 73 Mio € über dem Vorjahreswert. Und dies, obwohl das Berichtsjahr deutlich stärker durch Sondereffekte belastet war.
Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,17 € auf 0,55 €.
thyssenkrupp Value Added (tkVA) aufgrund von Sondereffekten unter Vorjahreswert
Im Geschäftsjahr 2014/2015 erwirtschaftete der Konzern einen tkVA von −399 Mio € und lag damit aufgrund von Sondereffekten unter dem Vorjahreswert von −282 Mio €. Deutlich verbessern konnten sich hingegen vor allem die Business Areas Elevator Technology und Steel Europe. Letztere erreichte dank umfassender operativer Ergebnisverbesserungen die höchste Steigerung und erzielte erstmals seit drei Jahren wieder einen positiven Wertbeitrag. Der größte Rückgang und auch ein deutlich negativer Wertbeitrag waren bei Materials Services zu verzeichnen, wo vor allem die hohen desinvestitions- und restrukturierungsbedingten Sonderaufwendungen negativ zu Buche schlugen. Steel Americas blieb bei rückläufiger Mittelbindung ebenfalls deutlich negativ, was auch durch negative Stichtagseffekte aus Wechselkursen bedingt war. Den größten positiven Wertbeitrag mit dem höchsten EBIT und deutlichen operativen Verbesserungen generierte Elevator Technology. Fast gleichauf folgte Industrial Solutions mit einem hohen EBIT und der geringsten Kapitalintensität: Der Rückgang im Wertbeitrag spiegelt hier vor allem die höhere bzw. weniger negative Mittelbindung wider. Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle.
| thyssenkrupp Value Added (tkVA) nach Business Areas 1) | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2013/2014 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| EBIT (Mio €) |
ø Capital Employed (Mio €) |
WACC (%) |
tkVA (Mio €) |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Konzern 2) | 1.145 | 15.853 | 9,0 | – 282 |
| Davon: | ||||
| Components Technology | 234 | 3.092 | 9,0 | – 44 |
| Elevator Technology | 480 | 1.294 | 8,0 | 376 |
| Industrial Solutions 3) | 422 | – 2.126 | 8,5 | 603 |
| Materials Services | 100 | 4.405 | 9,0 | – 297 |
| Steel Europe 2) | 195 | 5.308 | 9,5 | – 309 |
| Steel Americas 3) | 64 | 2.745 | 10,5 | – 225 |
| thyssenkrupp Value Added (tkVA) nach Business Areas 1) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2014/2015 | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| EBIT (Mio €) |
ø Capital Employed (Mio €) |
WACC (%) |
tkVA (Mio €) |
Veränderung tkVA (Mio €) |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Konzern 2) | 1.050 | 16.106 | 9,0 | – 399 | – 117 |
| Davon: | |||||
| Components Technology | 294 | 3.530 | 9,0 | – 23 | 21 |
| Elevator Technology | 662 | 1.289 | 8,0 | 559 | 183 |
| Industrial Solutions 3) | 425 | – 1.554 | 8,5 | 557 | – 46 |
| Materials Services | – 38 | 4.566 | 9,0 | – 449 | – 152 |
| Steel Europe 2) | 514 | 5.265 | 9,5 | 14 | 323 |
| Steel Americas 3) | – 147 | 2.167 | 10,5 | – 374 | – 149 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung“).
2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
3) Der Vorjahresausweis der WACCs wurde zu Vergleichszwecken an die ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 geltenden Sätze angepasst.
Mehr zur Bedeutung von tkVA und EBIT für die Unternehmenssteuerung erfahren Sie im Kapitel „Grundlagen des Konzerns“, Abschnitt „Unternehmenssteuerung“.
Investitionen
Kapitalallokation weiter verbessert, Anteil der Industriegütergeschäfte im Investitionsmix weiter gestärkt
thyssenkrupp hat im Berichtsjahr insgesamt 1.235 Mio € investiert, 2 % weniger als im Vorjahr. Der Anteil der Industriegütergeschäfte an den Gesamtinvestitionen stieg jedoch auf 41 %. Wenn man die Effekte herausrechnet, die sich aus der Übernahme von Zahlungsmitteln im Rahmen der Anteilserhöhung an Marohn Elevator bei Elevator Technology und der Erstkonsolidierung von thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers bei Industrial Solutions ergaben, betrugen die Investitionen 1.335 Mio €, lagen damit 6 % über dem Vorjahr und hatten einen Anteil der Industriegütergeschäfte von 45 %.
| Investitionen nach Business Areas | |||
|---|---|---|---|
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
| --- | --- | --- | --- |
| Components Technology | 356 | 392 | 10 |
| Elevator Technology | 87 | 89 | 2 |
| Industrial Solutions | 58 | 22 | – 62 |
| Materials Services | 104 | 115 | 11 |
| Steel Europe 1) | 516 | 458 | – 11 |
| Steel Americas | 89 | 86 | – 3 |
| Corporate/Konsolidierung | 50 | 73 | 46 |
| Investitionen fortgeführter Aktivitäten 1) | 1.260 | 1.235 | – 2 |
| Stainless Global/Konsolidierung | 0 | 0 | — |
| Investitionen Konzern 1) | 1.260 | 1.235 | – 2 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
Components Technology – Die Business Area investierte im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt 392 Mio €. Wesentliche Investitionsmittel flossen in die Erweiterung der Fertigungskapazitäten für Nockenwellentechnologie in Deutschland und China. Darüber hinaus schreitet der Ausbau der Produktion für elektrische Lenksysteme international voran; in Mexiko beispielsweise haben wir die letzte Ausbaustufe eines neuen Werks für Lenkungskomponenten eröffnet. Auch die Kurbelwellenproduktion in Europa haben wir ausgebaut. Damit setzt die Business Area ihre Strategie der regionalen Diversifizierung und Profitabilitätssteigerung im Automobilsektor konsequent weiter fort. Details dazu erfahren Sie im Abschnitt „Geschäftsverlauf in den Business Areas“.
Elevator Technology – Bei Elevator Technology beliefen sich die Investitionen im Berichtsjahr auf 89 Mio €. Hier setzen wir derzeit ein umfangreiches Wachstumskonzept um; im Zuge dessen investierten wir weiter in den internationalen Ausbau des Servicenetzes und unserer Produktionsstätten; u.a. erwarben wir die Lift & Engineering Services Ltd. in Großbritannien und erhöhten unsere Anteile an Marohn Elevator Co. Ltd., Shanghai (China), von 25 % auf 51 %. Vor Einzahlungen aus der Übernahme von Zahlungsmitteln beim Erwerb konsolidierter Gesellschaften im Zusammenhang mit der Anteilserhöhung an Marohn Elevator lagen die Investitionen insgesamt bei 136 Mio € und damit deutlich über dem Vorjahreswert. Details zum Wachstumskonzept können Sie dem Abschnitt „Geschäftsverlauf in den Business Areas“ entnehmen.
Industrial Solutions – Im Geschäftsjahr 2014/2015 investierte die Business Area 22 Mio €. Vor Ein-zahlungen aus der Übernahme von Zahlungsmitteln aus der Erstkonsolidierung von thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers betrugen die Investitionen 75 Mio € und lagen damit über dem Vorjahreswert. Im Fokus der Investitionen standen die Stärkung unseres Technologieportfolios und der weitere Ausbau unseres Servicegeschäfts. Beispielsweise hat der Bereich Process Technologies von Inventa (Singapur) Technologien für die Produktion von Spezialchemikalien auf Basis nachwachsender Rohstoffe erworben, die u.a. bei der Herstellung von Nahrungsmitteln und Kosmetika eingesetzt werden. Resource Technologies investierte in den Aufbau von Servicecentern in Chile und Brasilien; ferner erwarb der Bereich die australische Maxx Engineering Pty. und stärkte damit in Pilbara im Nordwesten des Landes – einer der größten Eisenerzregionen der Welt – seine Marktposition im Servicegeschäft. Marine Systems schließlich setzte die Investitionen in die Werftinfrastruktur fort.
Materials Services – Die Investitionen von Materials Services erreichten im Berichtsjahr eine Gesamthöhe von 115 Mio €. Vorwiegend handelte es sich dabei um Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen in den Bereichen Lager, Anarbeitung und Logistik. Rund ein Drittel entfiel auf VDM und AST: Hier mussten zur Sicherung und Ausweitung der Produktion einige Anlagen erneuert oder ergänzt werden; hinzu kamen Verbesserungen in puncto Umweltschutz und Arbeitssicherheit.
Steel Europe – Die Investitionsausgaben bei Steel Europe beliefen sich im Berichtszeitraum auf 458 Mio €. Nach der Zustellung des Hochofens 2 in Duisburg Schwelgern stellten die Maßnahmen im Nachgang zum Hochofenstillstand ab Oktober 2014 einen Investitionsschwerpunkt dar. Auch die Stranggießanlage 1 in Beeckerwerth wurde nach umfangreicher Modernisierung wieder in Betrieb genommen. Maßgebliche Investitionen zur Modernisierung und Qualitätsverbesserung wurden ebenfalls in die Warmbandwerke 2 und 3 und in die Gießwalzanlage vorgenommen. Darüber hinaus wurde das Coil-Zentrum ADC in Antwerpen erworben: Mit dem Betrieb einer eigenen leistungsstarken Warmbandquerteilanlage stärken wir die Geschäftseinheit Grobblech und ermöglichen ihr, das Lieferprogramm hin zu deutlich attraktiveren Produkten im Bereich der höherwertigen Premium-Bandbleche zu entwickeln. Eine Großinvestition in die Zukunftsfähigkeit ist die laufende Erneuerung der IT-Infrastruktur, die auf die Harmonisierung der Systemlandschaft abzielt. Ebenso investiert Steel Europe kontinuierlich in die Verbesserung des Umweltschutzes, beispielsweise sind an der Sinteranlage gleich mehrere Großinvestitionsprojekte zur Senkung der Staubemissionen gestartet.
Steel Americas – Steel Americas investierte im Berichtsjahr insgesamt 86 Mio €. Im Hüttenwerk in Brasilien lag der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit auf der weiteren Verbesserung des Umweltschutzes und der fortgesetzten technischen Optimierung der Anlagen.
Corporate – Bei Corporate wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 76 Mio € in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte investiert. Ein Großteil der Summe entfiel auf IT-Ausgaben, etwa für die Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur, die Daten- und Prozessharmonisierung und den zentralen Einkauf von Softwarelizenzen, z.B. von SAP und Microsoft. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Immobilieninvestitionen, die für den gesamten Konzern beim Asset Management gebündelt sind. Derzeit wird beispielsweise für die Business Area Elevator Technology in Neuhausen ein Multifunktionsgebäude mit angeschlossener Logistikhalle und in Rottweil ein Test- und Entwicklungsturm für Aufzüge errichtet.
Finanzierung
Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
Für die Finanzierung des Konzerns ist grundsätzlich die thyssenkrupp AG zentral verantwortlich. Eine mehr-jährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden dafür die Basis. Wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Konzerngesellschaften die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dies verringert das Fremdfinanzierungsvolumen und somit den Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Ferner nehmen wir fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme oder Operating Leases. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 17 zu finden.
Die zentrale Finanzierung ermöglicht uns einen einheitlichen Auftritt auf den Kapitalmärkten. Das stärkt unsere Verhandlungsposition gegenüber den Banken und anderen Marktteilnehmern und macht es uns leichter, Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.
Cashflow und Netto-Finanzschulden
Im Geschäftsjahr 2014/2015 haben wir erneut einen deutlich positiven Free Cashflow erwirtschaftet und im Hinblick auf unser Ziel, die Netto-Finanzschulden abzubauen und das Gearing zu reduzieren, Fortschritte gemacht. Auch beim Free Cashflow vor Desinvestitionen haben wir uns im Jahresvergleich erneut deutlich verbessert und mit 65 Mio € zum ersten Mal seit Geschäftsjahr 2005/2006 wieder einen positiven Wert erzielt. Dabei wurden Belastungen aufgrund von Zahlungsverschiebungen und eines niedrigeren Auftragseingangs im Anlagen- und Schiffbau durch stark verbesserte Cashflow-Beiträge aus allen anderen Business Areas überkompensiert.
Aus Desinvestitionen gingen uns Mittel in Höhe von 597 Mio € zu, denen im Konzern Investitionen von 1.235 Mio € gegenüberstanden. Veräußert haben wir neben der VDM-Gruppe und der RIP-Gruppe bei Materials Services auch eine Beteiligung an einem Logistikunternehmen bei Steel Europe sowie eine Beteiligung und nicht betriebsnotwendige Vermögenswerte bei Corporate. Die folgende Grafik zeigt, welche Faktoren im Einzelnen die Entwicklung unserer Netto-Finanzschulden im Berichtsjahr geprägt haben.

Die Netto-Finanzschulden berechnen sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, zuzüglich der kurzfristigen zur Veräußerung verfügbaren sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Dabei sind auch die entsprechenden zur Veräußerung vorgesehenen Werte der Disposal Groups zu berücksichtigen.
Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns beliefen sich zum 30. September 2015 auf 3.414 Mio €, damit liegen sie unter dem Stand zum 30. September 2014 (3.677 Mio €). Unter Berücksichtigung der flüssigen Mittel und der freien, zugesagten Kreditlinien sowie der ausgewogenen Fälligkeitenstruktur ist thyssenkrupp solide finanziert.
Die thyssenkrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss 150 % zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet.
Zum 30. September 2015 lag das Gearing bei 103,2 %; somit wurde die in einigen Kreditverträgen vereinbarte Obergrenze zum Bilanzstichtag eingehalten.
Die freie Liquidität des Konzerns belief sich zum besagten Stichtag auf 8,3 Mrd €. Sie umfasste flüssige Mittel in Höhe von 4,5 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 3,8 Mrd €. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten standen uns über ein Commercial-Paper-Programm mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd € zur Verfügung. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Das Programm war zum 30. September 2015 nicht in Anspruch genommen.
Die freie Liquidität bietet ausreichend Spielraum zur Deckung anstehender Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden im Geschäftsjahr 2015/2016 belaufen sich auf 1,6 Mrd €.
Die Finanzierung und Liquidität des Konzerns waren im Berichtsjahr stets gesichert.
Finanzierungsmaßnahmen
Anleihe platziert – Die thyssenkrupp AG hat am 18. Februar 2015 im Rahmen ihres 10-Mrd-€-Debt-Issuance-Programms eine Dual Tranche-Anleihe im Gesamtvolumen von 1,35 Mrd € begeben. Die Anleihe wurde in zwei Tranchen mit einer Laufzeit von fünf Jahren und neun Monaten sowie zehn Jahren emittiert. Die Tranche über fünf Jahre und neun Monate hat ein Volumen von 750 Mio €. Der Zinscoupon beträgt 1,75 % p.a. bei einem Emissionserlös von 99,328 %. Die Tranche über zehn Jahre hat ein Volumen von 600 Mio €. Der Zinscoupon beträgt 2,50 % p.a. bei einem Emissionserlös von 98,818 %. Mit einem Orderbuch von über 5,7 Mrd € wurde die Anleihe sehr gut vom Kapitalmarkt aufgenommen. Mit der Emission nutzten wir das vorteilhafte Marktumfeld und erzielten den bislang günstigsten Zinscoupon seit Bestehen des Unternehmens. Zudem konnten wir das Fälligkeitenprofil unserer Finanzschulden verlängern und den Kapitalmarktanteil im Finanzierungsmix stärken.
Syndizierte Kreditlinie verlängert – Im März 2015 konnte die syndizierte Kreditlinie mit einem Volumen von 2,0 Mrd € erfolgreich um ein Jahr vollständig verlängert werden. Die neue Laufzeit endet somit am 28. März 2018.
Rating
Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s sowie seit 2003 von Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade. Im Dezember 2014 haben S&P und Fitch den Ausblick des gegenwärtigen BB bzw. BB+ Ratings von „Negativ“ auf „Stabil“ angehoben. Moody’s bestätigte unser Ba1 Rating mit negativem Ausblick. Der negative Ausblick eines Ratings besagt, dass die Agentur die Rating-Einschätzung einem genaueren Monitoring unterzieht und üblicherweise innerhalb eines Zeitraums von 12 bis 18 Monaten über diese erneut entscheidet.
| Rating | |||
|---|---|---|---|
| Langfrist-Rating | Kurzfrist-Rating | Ausblick | |
| --- | --- | --- | --- |
| Standard & Poor's | BB | B | stabil |
| Moody's | Ba1 | Not Prime | negativ |
| Fitch | BB+ | B | stabil |
GESCHÄFTSVERLAUF IN DEN BUSINESS AREAS
Components Technology
| Components Technology in Zahlen | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 6.157 | 6.826 | 11 |
| Umsatz | Mio € | 6.172 | 6.753 | 9 |
| EBIT 1) | Mio € | 234 | 294 | 26 |
| EBIT-Marge 1) | % | 3,8 | 4,4 | — |
| Bereinigtes EBIT 1) | Mio € | 268 | 313 | 17 |
| Bereinigte-EBIT-Marge 1) | % | 4,3 | 4,6 | — |
| Mitarbeiter (30.09.) | 28.941 | 29.627 | 2 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung“).
Die Business Area Components Technology produziert und vermarktet weltweit Hightech-Komponenten für die Automobilindustrie und den Maschinenbau. Im Automobilgeschäft umfasst die Produktpalette im Bereich Powertrain gebaute Nockenwellen, Zylinderkopfmodule mit integrierten Nockenwellen und Kurbelwellen sowie im Bereich Chassis gefertigte Lenkungs- und Dämpfersysteme, Federn und Stabilisatoren; hinzu kommt die Montage von Achsmodulen. Im Industriegeschäft liefert die Business Area hochwertige Komponenten für Baumaschinen und Windkraftanlagen sowie für zahlreiche Anwendungen des allgemeinen Maschinenbaus. Das Fundament für dieses breite Produktspektrum ist unsere langjährige Erfahrung mit innovativen Werkstoffen und Massivumformungsverfahren. Components Technology deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab: von der Entwicklung und Fertigung von Hochleistungskomponenten über die mechanische Bearbeitung bis zum Zusammenbau hochkomplexer Systeme. Eine immer wichtigere Rolle spielen dabei mechatronische Lösungen mit Elektronik und Software aus Eigenentwicklung. Unser umfassendes technisches Fachwissen und unsere weltweite Marktpräsenz haben uns zu einem verlässlichen Partner für unsere Kunden gemacht, der ihnen einen echten Mehrwert bietet.
Auftragseingang und Umsatz über Vorjahresniveau
Im Geschäftsjahr 2014/2015 entwickelte sich Components Technology insgesamt erfreulich: Auftragseingang und Umsatz stiegen gegenüber dem Vorjahr um 11 % bzw. 9 %. Zu verdanken war dies dem Serienhochlauf neuer Produkte, dem Hochlauf neuer Werke sowie einer erhöhten Nachfrage nach der Montage von Achsmodulen; hinzu kamen positive Translationseffekte vor allem aus der Währungsumrechnung des US-Dollars und des chinesischen Yuan in Euro. Auf vergleichbarer Basis – also währungs- und portfoliobereinigt – lagen Auftragseingang und Umsatz um 4 % bzw. 2 % über dem Vorjahreswert. Im zweiten Halbjahr verlief die Geschäftsentwicklung weniger dynamisch. In China ging insbesondere im 4. Quartal die Nachfrage nach Komponenten für Pkw und schwere Nutzfahrzeuge (>6 t) zurück; hinzu kamen die schwache Marktentwicklung in Brasilien und Russland. Im europäischen und US-amerikanischen Markt für Pkw und Nutzfahrzeuge hingegen blieb das Nachfragewachstum robust.
Um unser profitables Wachstum fortzusetzen und unsere weltweite Präsenz in der Automobilkomponentenfertigung weiter auszubauen, haben wir im Geschäftsjahr vor allem in China und im NAFTA-Raum neue Werke eröffnet. Im Bereich Powertrain beispielsweise lief zu Beginn des Geschäftsjahres in Changzhou die Fertigung von Zylinderkopfhaubenmodulen an. Ein weiteres Werk für die Produktion dieser Module ist in Mexiko, am Standort San Miguel de Allende, geplant: Von hier sollen die Module ab 2017 hauptsächlich an US-amerikanische Kunden ausgeliefert werden. Die große weltweite Nachfrage und das hohe Wachstums-potenzial beruhen auf der Weiterentwicklung unserer Nockenwellentechnologie sowie einem verbesserten Fertigungsverfahren. Wir beliefern Kunden mit kompletten Nockenwellenmodulen und bieten ihnen damit Systeme von höchster Qualität und Funktionalität mit einem sehr attraktiven Kosten-Nutzen-Verhältnis: Unsere Nockenwellenmodule ermöglichen eine effizientere Motorenmontage, Gewichtseinsparungen von bis zu 30 %, einen reduzierten Kraftstoffverbrauch und geringere Schadstoffemissionen.
Auch im Bereich Chassis haben wir im Februar einen neuen Zulieferstandort in Mexiko, am Standort in Puebla, in Betrieb genommen. Hier werden Vorderachsen montiert. Eine Reihe von Neuaufträgen machte diese Kapazitätserweiterung notwendig. Zusätzlich haben wir in Puebla im April ein neues Werk für Lenkungskomponenten eröffnet, um besser am Wachstum des nordamerikanischen Marktes teilhaben zu können.
Im Geschäft mit Industriekomponenten konnten wir unseren Umsatz um 7 % steigern; auf vergleichbarer Basis lag der Wert leicht unter dem Vorjahresniveau. Erfreulich entwickelte sich vor allem der Absatz von Komponenten für die Windenergie, speziell in China, Brasilien und Indien; das Geschäft mit Baumaschinenkomponenten hingegen blieb schwach.
Höheres Ergebnis dank Effizienzsteigerungsmaßnahmen
Das Bereinigte EBIT von Components Technology belief sich im Berichtsjahr auf 313 Mio € und legte damit gegenüber dem Vorjahreswert (268 Mio €) deutlich zu. Neben der guten Geschäftsentwicklung bei Industriekomponenten war dies auf umfangreiche Effizienzsteigerungsmaßnahmen, u.a. aus dem Konzernprogramm „impact“, sowie auf Kostensenkungen aus abgeschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen; ferner haben wir von positiven Effekten aus der Währungsumrechnung profitiert. Auch die Bereinigte-EBIT-Marge der Business Area erhöhte sich, und zwar auf 4,6 % – dies trotz höherer Logistikkosten beim Serienhochlauf neuer Produkte, Kostennachteilen aus der Aufwertung des Schweizer Franken sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit einer Großreparatur im Bereich Kurbelwellen. Dass das EBIT deutlich höher ausfiel als im Vorjahr, lässt sich zum einen auf operative Verbesserungen zurückführen, zum anderen auf geringere Sonderaufwendungen, die im aktuellen Geschäftsjahr für Restrukturierungsmaßnahmen im Lenkungsbereich sowie Wertminderungen im Bereich Kurbelwellen anfielen.
Elevator Technology
| Elevator Technology in Zahlen | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragsbestand (30.09.) | Mio € | 4.103 | 4.863 | 19 |
| Auftragseingang | Mio € | 6.819 | 7.704 | 13 |
| Umsatz | Mio € | 6.416 | 7.208 | 12 |
| EBIT 1) | Mio € | 480 | 662 | 38 |
| EBIT-Marge 1) | % | 7,5 | 9,2 | — |
| Bereinigtes EBIT 1) | Mio € | 674 | 794 | 18 |
| Bereinigte-EBIT-Marge 1) | % | 10,5 | 11,0 | — |
| Mitarbeiter (30.09.) | 50.282 | 51.335 | 2 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung“).
Die Business Area Elevator Technology trägt mit innovativer Technik zu einer effizienten urbanen Mobilität bei. Das Produktprogramm umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Ein dichtes Servicenetz mit kompetenten Mitarbeitern an über 900 Standorten bietet kundennah individuelle und intelligente sowie zuverlässige und sichere Lösungen und Leistungen für die Personenbeförderung. Damit liefern wir unseren Kunden einen greifbaren Mehrwert und stärken das Vertrauen in unsere Marke.
Erneut Höchstwerte bei Auftragseingang und Umsatz
Der Auftragseingang der Business Area belief sich im Geschäftsjahr 2014/2015 auf 7,7 Mrd €, eine Steigerung um 13 % gegenüber dem Vorjahr. Auf vergleichbarer Basis, d.h. vor allem ohne positive Wechselkurseffekte, betrug das Wachstum 3 %. Neben den Währungsumrechnungseffekten profitiert der Bereich weiterhin von einem Nachfragezuwachs im Neuanlagengeschäft, speziell in den USA, Südkorea und dem Nahen Osten. Auch in China konnten wir mehrere Aufträge für die Ausstattung größerer Projekte mit Aufzügen und Fahrtreppen gewinnen. Das Neuanlagengeschäft in Europa befindet sich nahezu auf dem Niveau des Vorjahres; das für Europa wichtige Servicegeschäft verzeichnet ein leichtes Wachstum. Der Auftragsbestand erreichte im Berichtsjahr neue Höchstwerte und betrug am 30. September 2015 4,9 Mrd €, was einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 19 % entspricht.
Der Umsatz von Elevator Technology lag im Geschäftsjahr 2014/2015 bei 7,2 Mrd € und damit 12 % über dem Vorjahreswert. Diese erfreuliche Entwicklung resultiert aus einer starken Nachfrage im Neuanlagen-geschäft sowie aus positiven Wechselkurseffekten. Auf vergleichbarer Basis betrug der Anstieg 3 %. Deutliche Wachstumsraten beim Umsatz verzeichnete Elevator Technology in den USA, China und Südkorea; im europäischen Raum blieb er leicht unter Vorjahresniveau.
Im Zuge der Umsetzung unseres umfassenden Wachstumskonzepts hat die Business Area im Geschäftsjahr 2014/2015 weiterhin in den internationalen Ausbau unseres Servicenetzes und unserer Produktionsstätten investiert. Ein weiterer Schritt war der Erwerb von Lift & Engineering Services Ltd. in Großbritannien im Dezember 2014, der dazu beiträgt, unsere Kundennähe in der Region zu verbessern. Außerdem haben wir den Anteil an Marohn Elevator Co. Ltd., Shanghai (China), im 4. Geschäftsquartal von 25 % auf 51 % erhöht. Marohn, ein Hersteller von Aufzügen und Fahrtreppen, begleitet die fortschreitende Urbanisierung in China. Elevator Technology ergänzt damit sein Produktprogramm und stärkt durch Erschließung weiterer Kundengruppen den Zugang zum chinesischen Markt. Des Weiteren schreitet der Bau des Testturms für Aufzugsinnovationen in Rottweil, der eine Gesamthöhe von 246 Metern haben wird, planmäßig voran. Nach Fertigstellung Ende 2016 soll hier u.a. der innovative MULTI-Aufzug getestet und zertifiziert werden. Mit mehreren Kabinen im gleichen Schacht, die sich ohne Seil vertikal und erstmals auch horizontal bewegen können, ermöglicht MULTI völlig neue Höhen, Formen und Gebäudenutzungskonzepte. MULTI entstand durch gezielte Zusammenarbeit der Business Areas Elevator Technology, Components Technology und Industrial Solutions unter Koordination der Konzernfunktion Technology, Innovation & Sustainability und ist ein Beispiel, wie wir die Verbundkraft des Konzerns für relevante Innovationen nutzen.
Ergebnis und Marge weiter gesteigert
Elevator Technology hat im Geschäftsjahr 2014/2015 das Bereinigte EBIT im Vergleich zum Vorjahr umsatz- und margenbedingt um 18 % auf 794 Mio € gesteigert. Das Ergebnis- und Margenwachstum spiegelt vor allem die erfreuliche operative Geschäftsentwicklung sowie die begleitenden Maßnahmen zur Leistungsoptimierung und Restrukturierung im Zuge der Umsetzung des Konzernprogramms „impact“ wider. Zusätzlich trugen Wechselkurseffekte zur positiven Entwicklung bei. Die Bereinigte-EBIT-Marge verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr – trotz der weiterhin schwierigen Marktsituation in Europa – um 0,5 %-Punkte auf 11,0 %. Im 4. Quartal 2014/2015 konnten wir unser Bereinigtes EBIT das zwölfte Mal in Folge gegenüber dem Vorjahresquartal steigern. Das EBIT betrug 662 Mio €. Darin sind Aufwendungen aus Sondereffekten in Höhe von 132 Mio € enthalten, die sich in erster Linie aus Restrukturierungsmaßnahmen in Europa und Amerika ergaben.
Im April beschloss die Leitung von Elevator Technology, die organisatorische Struktur der Business Area zu straffen, um künftig noch effizienter am Markt agieren zu können. Als Folge wird es mit Beginn des Geschäftsjahres 2015/2016 nur noch drei statt vier regionale operativ führende Einheiten geben; das Europageschäft wird dabei künftig aus einer Hand gesteuert. Diese Maßnahme wird dazu beitragen, die Neu- und Weiterentwicklung von Technologien effizienter zu gestalten und unser Produktportfolio zu straffen. Auch werden wir mit der neuen homogenen Organisationsstruktur noch besser auf die treibenden Kräfte in den regionalen Märkten reagieren können.
Industrial Solutions
| Industrial Solutions in Zahlen | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragsbestand (30.09.) | Mio € | 13.974 | 12.307 | – 12 |
| Auftragseingang | Mio € | 5.732 | 4.871 | – 15 |
| Umsatz | Mio € | 6.271 | 6.256 | 0 |
| EBIT 1) | Mio € | 422 | 425 | 1 |
| EBIT-Marge 1) | % | 6,7 | 6,8 | — |
| Bereinigtes EBIT 1) | Mio € | 420 | 424 | 1 |
| Bereinigte-EBIT-Marge 1) | % | 6,7 | 6,8 | — |
| Mitarbeiter (30.09.) | 18.546 | 19.388 | 5 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung“).
Die Business Area Industrial Solutions umfasst vier Business Units mit einem breiten Leistungsspektrum im Projektgeschäft: Process Technologies baut Chemie- und Raffinerieanlagen; Resource Technologies stellt innovative Lösungen zur Rohstoffgewinnung und -weiterverarbeitung bereit und baut Anlagen für die Mining- und Zementindustrie; System Engineering liefert Produktionssysteme für die Automobilindustrie; Marine Systems steht für den Marineschiffbau.
Im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung des Konzerns haben wir durch Integration und Regionalisierung wesentliche Voraussetzungen geschaffen, um unsere Wachstumsziele zu erreichen und unsere Effizienz zu steigern. Als weltweit präsenter integrierter Anlagenbauer mit hoher technologischer Kompetenz treibt Industrial Solutions die strategische Entwicklung seiner Märkte, die Nähe zu seinen Kunden in den Regionen und das Geschäft mit Service-Leistungen voran. Gleichzeitig fördern wir den weltweiten Wissensaustausch und die Weitervermittlung von Engineering- und Abwicklungskompetenzen über alle Geschäftseinheiten hinweg. Führende Technologien und eine sichere und verlässliche Projektausführung bilden das Fundament unserer nachhaltigen Engineering-Lösungen.
Auftragseingang rückläufig, Umsatz stabil
Im Geschäftsjahr 2014/2015 verzeichnete Industrial Solutions mit 4,9 Mrd € erwartungsgemäß einen niedrigeren Auftragseingang als im Vorjahr, das stark von Großaufträgen bei Marine Systems und Resource Technologies profitiert hatte. Angesichts volatiler und rückläufiger Öl- und Rohstoffpreise zeigten sich die Kunden bei der Auftragsvergabe zurückhaltend.
Die Business Unit Process Technologies konnte beim Auftragseingang den Vorjahreswert nicht erreichen. Die Projektpipeline bleibt jedoch stabil. Da allgemein von weiterhin attraktiven Gaspreisen in den USA und Kanada ausgegangen wird, sehen wir weiterhin Chancen auf Folgeaufträge auch für Düngemittelanlagen. Ebenso sehen wir in der Region Naher Osten & Afrika zukünftige Wachstumspotenziale, von denen wir durch unsere fortschrittlichen Technologien und unsere Kundennähe profitieren können. Mit einem Innovations-programm ist es uns gelungen, die Energieeffizienz unserer Ammoniakanlagen deutlich zu steigern und damit unsere Wettbewerbsvorteile weiter auszubauen. Die Nachfrage nach Elektrolyseanlagen entwickelte sich im Berichtsjahr positiv, u.a. konnten wir Aufträge für Anlagen in Frankreich, Kuba und China gewinnen. Im 3. Quartal ist die Gründung eines Joint Ventures mit Industrie De Nora, Italien, vollzogen worden. Durch die Zusammenführung der Aktivitäten im Bereich Planung, Beschaffung und Errichtung von Elektrolyse-anlagen erweitern beide Partner ihre technologische Plattform und erhöhen die Kundennähe sowie die globale Präsenz. Ferner sind wir eine strategische Partnerschaft mit McPhy Energy auf dem Gebiet der elektrochemischen Wasserstofferzeugung eingegangen. Wir haben mit dieser Kooperation unsere Position im wachsenden Markt für die Speicherung erneuerbarer Energien weiter gestärkt.
Resource Technologies verzeichnete im vergangenen Geschäftsjahr trotz eines starken 4. Quartals eine rückläufige Nachfrage, die im Vorjahr u.a. von einem Großauftrag für eine Zementanlage in Algerien profitiert hatte. Wir konnten im Berichtsjahr u.a. größere Zementaufträge in Kanada und Kolumbien sowie Aufträge zur Lieferung von Brecher-Band-Systemen an Kunden in Russland, Peru und Kasachstan gewinnen. Im Zementbereich schätzen die Kunden unser umfassendes Angebotsspektrum, das von der technischen Planung über die Beschaffung bis hin zur Konstruktion schlüsselfertiger Zementlinien reicht, sowie unsere technologische Flexibilität hinsichtlich der eingesetzten Brennstoffe. Diese ermöglicht es den Kunden, auf Preisentwicklungen im Energiebereich zu reagieren und die Wirtschaftlichkeit der Anlagen zu steigern. Im Mining-Geschäft, das weiterhin unter einer schwachen Investitionstätigkeit leidet, war der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Um unser Geschäft noch breiter und weniger zyklisch aufzustellen, stärken wir weltweit unser Servicenetz. Dadurch bauen wir unsere globale Präsenz weiter aus, erreichen eine noch engere Kundenbindung und erweitern den adressierbaren Kundenkreis. In Chile wurde im Berichts-zeitraum ein neues Servicecenter für die Mining- und Rohstoffindustrie eröffnet. In Peru ist der Bau eines zusätzlichen Servicestandorts geplant. Insgesamt versprechen der hohe Auftragsbestand, das ausgewogene Produktportfolio mit einem wachsenden Anteil des Reparatur- und Servicegeschäfts sowie aussichtsreiche Verhandlungen über geplante Projekte im Zementbereich auch weiterhin eine stabile Geschäftsentwicklung.
System Engineering verbuchte im Geschäftsjahr 2014/2015 einen Anstieg des Auftragseingangs, der vor allem einer lebhaften Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie zu verdanken war. Darüber hinaus konnten wir durch verschiedene erfolgreich abgeschlossene und neu gewonnene Aufträge sowie kontinuierliche Forschung und Entwicklung im Bereich innovativer Energiespeicherlösungen unsere Position im wachsenden Markt der Elektromobilität weiter stärken. Unser umfassendes, im Lauf der Jahrzehnte erworbenes Prozess- und Technologie-Know-how im Automobilbereich übertragen wir zudem zunehmend auf zukunftsorientierte Montage- und Automatisierungslösungen im Flugzeugbau.
Marine Systems verzeichnete im Berichtsjahr Auftragseingänge für zwei U-Boote sowie für Korvetten, blieb jedoch unter dem Wert des Vorjahres, der durch einen Großauftrag gekennzeichnet war. Im Zuge der Fokussierung der Schiffbauaktivitäten auf den Über- und Unterwasserschiffbau wurden die Emder Werft und Dockbetriebe im Rahmen eines Asset Deals veräußert.
Der weiterhin hohe Auftragsbestand der Business Area Industrial Solutions von 12,3 Mrd € ermöglicht uns eine langfristige Planung für die nächsten zwei bis drei Jahre. Um das angestrebte dauerhaft profitable Umsatzwachstum zu erreichen, konzentriert sich das Führungsteam strategisch auf die konsequente Ausweitung des adressierbaren Marktes. Dieses Ziel soll durch eine intensivere Entwicklung und Vermarktung neuer technischer Lösungen, die Ausweitung des Dienstleistungsgeschäfts, den Ausbau der regionalen Präsenz und Kundennähe sowie eine Business-Area-übergreifende Marktbearbeitung erreicht werden.
Der Umsatz von Industrial Solutions blieb mit 6,3 Mrd € auch währungskursbedingt insgesamt stabil, trotz der Veräußerung der schwedischen Aktivitäten von Marine Systems gegen Ende des Vorjahres. Auf vergleichbarer Basis ergab sich ein leichter Rückgang um 2 %. Bei Process Technologies bewirkten die geringeren und teilweise später als erwartet verbuchten Auftragseingänge des Vorjahres im Berichtsjahr rückläufige Umsätze. Der Umsatz bei Resource Technologies bewegte sich auf Vorjahresniveau. Marine Systems verzeichnete portfoliobedingt einen geringfügigen Umsatzrückgang; u.a. konnte jedoch mit der Schiffstaufe der „Nordrhein-Westfalen“, der zweiten Fregatte der Klasse F125, im April 2015 ein weiterer wichtiger Meilenstein in diesem Bauprogramm für die deutsche Marine erreicht werden. Bei System Engineering setzte sich der deutlich positive Umsatztrend weiter fort.
Ergebnis und Marge leicht über Vorjahreswert
Das Bereinigte EBIT lag bei leicht verbesserten Margen mit 424 Mio € im Berichtsjahr leicht über dem Vorjahreswert. Die Bereinigte-EBIT-Marge lag zudem weiterhin im Zielbereich von 6 % bis 7 %, gestützt durch umfangreiche „impact“-Maßnahmen insbesondere durch Synergien im Rahmen der Integration des Anlagenbaugeschäfts, durch die Optimierung der Einkaufsprozesse und ein neu aufgelegtes Kosten-senkungsprogramm. Das EBIT war im Berichtszeitraum nur geringfügig durch Sondereffekte beeinflusst.
Materials Services
| Materials Services in Zahlen | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 13.682 | 13.945 | 2 |
| Umsatz | Mio € | 13.660 | 14.254 | 4 |
| EBIT 1) | Mio € | 100 | – 38 | -- |
| EBIT-Marge 1) | % | 0,7 | – 0,3 | — |
| Bereinigtes EBIT 1) | Mio € | 212 | 206 | – 3 |
| Bereinigte-EBIT-Marge 1) | % | 1,6 | 1,4 | — |
| Mitarbeiter (30.09.) | 30.289 | 20.226 | – 33 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung“).
Die Business Area Materials Services bietet ihren Kunden eine breite Palette von Roh- und Werkstoffen, verbunden mit umfangreichen Dienstleistungen zur Optimierung ihrer Wertschöpfungskette. Unsere Services reichen von der Materialanarbeitung über verschiedene Logistikdienstleistungen bis hin zu innovativen Supply-Chain-Lösungen. Materials Services tritt dabei als effizienter und zuverlässiger Partner der Kunden auf. Eckpfeiler unseres Geschäfts sind unsere genaue Marktkenntnis, unsere internationale Aufstellung mit rund 480 Standorten in mehr als 40 Ländern und nicht zuletzt unsere engagierten und motivierten Mitarbeiter.
Ab 1. März 2014 sind die Gesellschaften und Bereiche der VDM- und der AST-Gruppe in den Finanzkennziffern der Business Area – im Wesentlichen im Bereich Special Materials – enthalten. Die VDM-Gruppe wurde inzwischen mit Wirkung zum 31. Juli 2015 veräußert. Dadurch sind die Kennziffern der Geschäftsjahre nur eingeschränkt miteinander vergleichbar.
Umsatz auf vergleichbarer Basis leicht unter Vorjahr
Im Geschäftsjahr 2014/2015 erreichten Auftragseingang und Umsatz 13,9 Mrd € bzw. 14,3 Mrd €, ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 2 % bzw. 4 %. Auf vergleichbarer Basis – insbesondere angepasst um die Portfolioeffekte bei Special Materials (VDM und AST) sowie bereinigt um Wechselkurseffekte – lagen Auftragseingang und Umsatz um 5 % bzw. 3 % unter dem Vorjahreswert. Zu den positiven Effekten zählten die Ausweitung des weltweiten Werkstoffstreckengeschäfts, insbesondere in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres, des Weiteren die – auch wechselkursbedingt – sehr gute Entwicklung des Lager- und Servicegeschäfts in Nordamerika sowie schließlich der weitere Ausbau des Aerospace-Geschäfts. Mindernd wirkte sich aus, dass zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres das Werkstofflagergeschäft in Russland sowie die Gleistechnikaktivitäten eingestellt worden waren. Im 1. Quartal des Berichtsjahres wurden ferner die Dienstleistungsaktivitäten der RIP-Gruppe in Brasilien veräußert. In nahezu allen Produktsegmenten der Werkstoff- und Rohstoffseite prägten kontinuierlich fallende Preise das Bild. Auftragseingang und Umsatz im Bereich Special Materials, der im Vorjahr nur sieben Monate lang in den Kennziffern enthalten war, erreichte 2,4 Mrd € bzw. 2,6 Mrd €.
Die Gesellschaften der Business Area Materials Services verkauften im Berichtsjahr insgesamt 12,6 Mio t Werkstoffe und Rohstoffe, 2 % weniger als im Vorjahr. Auf Produktion und Vertrieb von Edelstahlflachprodukten und Hochleistungswerkstoffen (Bereich Special Materials) entfielen zusätzlich 900.000 t. Der Absatz im Lagergeschäft mit metallischen Werkstoffen blieb mit 5,6 Mio t ohne Berücksichtigung des Russlandgeschäfts nahezu konstant. Absatzzuwächse verzeichneten insbesondere die automobilnahen Servicecenter. Während das Osteuropageschäft ohne Russland auf dem Vorjahresniveau blieb, wurden in Deutschland und Westeuropa geringfügig weniger Werkstoffe ab Lager verkauft. Der Absatz im weltweiten Werkstoffstrecken- und Trading-Geschäft lag mit 4,0 Mio t um 10 % über dem Niveau des Vorjahres. Die Verkäufe von Rohstoffen betrugen 3,5 Mio t, 0,2 Mio t weniger als im vorherigen Geschäftsjahr. Insbesondere die Auslieferungen von Koks/Kohle, aber auch von Nickelerzen gingen gegenüber den sehr hohen Vorjahresmengen zurück, während der Absatz von Metallen und Legierungen leicht stieg. Unsere Kunden- und Serviceorientierung, die enge Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern auf der Lieferanten- und Abnehmerseite sowie eine hohe Zuverlässigkeit sind neben dem großen Engagement unserer Mitarbeiter wesentliche Erfolgsfaktoren für unser Geschäft. So sind wir mit unseren Aerospace Service-Aktivitäten nach der Inbetriebnahme der Standorte in Indien und Tunesien nun für unsere Kunden auf allen fünf Kontinenten vertreten und konnten so bereits mehrere Neukunden hinzu-gewinnen und Langfristverträge abschließen. In Mexiko haben wir unsere Anarbeitungskapazitäten für die Automobilindustrie ausgebaut. In unserem Rohstoffgeschäft konnten wir neue Lieferanten in Südamerika und Afrika gewinnen. Darüber hinaus digitalisieren wir unsere Geschäftsprozesse systematisch weiter: Grundsätzlich verfolgen wir eine Geschäftskunden- und auch Endverbraucherstrategie, mit der wir den unterschiedlichen Bedürfnissen unserer Kunden Rechnung tragen. Bereits seit vielen Jahren haben wir in den USA erfolgreich online-basierte Systeme für Kundeninformationen und Kundenservice etabliert, die wir kontinuierlich weiterentwickeln. Diese Webportal- und Shop-Lösungen werden wir mit Beginn des neuen Geschäftsjahres sukzessive in verschiedenen europäischen Ländern einführen und ausbauen.
Bereinigtes EBIT auf Vorjahresniveau
Materials Services stand im Berichtszeitraum in nahezu allen Produktbereichen unter starkem Wettbewerbs- und Preisdruck, der vor allem auch das Werkstofflagergeschäft in Deutschland beeinträchtigte. Hinzu kamen die – im Wesentlichen streikbedingten – Verluste aus dem 1. Quartal bei AST in Italien sowie die Veräußerung der Dienstleistungsaktivitäten in Brasilien, die sich ebenfalls ergebnismindernd auswirkten. Dennoch erreichte das Bereinigte EBIT im Berichtsjahr mit 206 Mio € nahezu den Vorjahreswert. Deutlich stabilisierend wirkten dabei zahlreiche Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Rahmen von „impact“, insbesondere aus dem Einkaufs- und Materialkostensenkungsprogramm „synergize+“. Daneben konnten wir u.a. die Anzahl der rechtlichen Einheiten um über 20 % weiter verringern, im Wesentlichen durch Verschmelzung von Geschäftsaktivitäten in verschiedenen europäischen Ländern. Ferner war die Umsetzung der neuen Geschäftspläne bei AST und VDM sehr erfolgreich; der Bereich Special Materials leistete insgesamt – trotz des hohen streikbedingten Verlustes bei AST im 1. Quartal – einen positiven Beitrag zum Bereinigten EBIT der Business Area.
Im Zusammenhang mit der Veräußerung der VDM-Gruppe wurde eine Buchwertberichtigung vorgenommen: Der EBIT-Effekt betrug −173 Mio €, der Effekt nach Steuern −127 Mio €. Insgesamt beliefen sich die primär desinvestitions- und restrukturierungsbedingten Sondereffekte im Geschäftsjahr 2014/2015 auf 244 Mio € und resultierten im Wesentlichen aus der erwähnten Buchwertberichtigung. Weitere Sondereffekte fielen im Zusammenhang mit der Restrukturierung von AST, des Geschäfts in Spanien und China sowie im Rahmen der Veräußerung der Dienstleistungsaktivitäten in Brasilien an.
Steel Europe
| Steel Europe in Zahlen 1) | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 8.912 | 8.421 | – 6 |
| Umsatz | Mio € | 8.819 | 8.697 | – 1 |
| EBIT 2) | Mio € | 195 | 514 | 164 |
| EBIT-Marge 2) | % | 2,2 | 5,9 | — |
| Bereinigtes EBIT 2) | Mio € | 221 | 492 | 123 |
| Bereinigte-EBIT-Marge 2) | % | 2,5 | 5,7 | — |
| Mitarbeiter (30.09.) | 27.858 | 27.601 | – 1 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung“).
Die Business Area Steel Europe bündelt die Qualitätsflachstahlaktivitäten des Konzerns vor allem im europäischen Markt. Sie liefert hochwertigen Flachstahl an die Automobilindustrie sowie an andere Stahl verarbeitende Industriezweige, die hohe Anforderungen an Produkte und Leistungen stellen. Unsere besondere Stärke ist die Erarbeitung kundenspezifischer Lösungen. Grundlagen sind die profunde Kenntnis der Geschäftstätigkeit und somit des Bedarfs unserer Kunden, unser hervorragendes, auf langjährigen Erfahrungen beruhendes technisches Know-how – und nicht zuletzt die Möglichkeit, die Vorteile eines starken Konzernverbundes zu nutzen, denn davon profitieren auch die Kunden. Ein kontinuierliches Qualitätsmanagement und umfangreiche Initiativen zu Prozessverbesserungen sind dabei selbstverständlich.
Auftragseingang und Umsatz preisbedingt rückläufig
Steel Europe verzeichnete im Berichtsjahr 2014/2015 ein niedrigeres Geschäftsvolumen als im Vorjahr. Hauptursache war die anhaltende Schwäche der Stahlpreise auf den europäischen Spotmärkten insbesondere infolge der deutlich niedrigeren Rohstoffpreise, die sich in unseren Geschäftsabschlüssen wider-spiegelte. Die Mengenentwicklung, die im 1. Quartal durch temporäre Engpässe in der Produktion erheblich beeinträchtigt war, normalisierte sich nach dem Jahreswechsel.
Unser Auftragseingang erreichte 8,4 Mrd € und war damit um 6 % niedriger als im Vorjahr. Mit wieder stabilerer Produktion und auch saisonal belebter Nachfrage ab dem Jahreswechsel übertraf er im 2. Quartal deutlich das Niveau des 1. Quartals, was jedoch teilweise auf vorgezogene Bestellungen zurückzuführen war. Dies und auch die übliche saisonale Nachfrageberuhigung haben den Auftragseingang in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres wieder gebremst – zumal der Preisdruck im letzten Quartal erneut wuchs, was die Kaufzurückhaltung bei vielen Kunden weiter verstärkte. Im gesamten Berichtszeitraum lagen die Bestellmengen mit 11,2 Mio t um 3 % unter dem Vorjahreswert.
Der Umsatz der Business Area ging um 1 % (wechselkursbereinigt um 2 %) auf 8,7 Mrd € zurück, bedingt durch das Absinken der durchschnittlichen Nettoerlöse. Ab dem 2. Quartal des Geschäftsjahres schlug sich zeitverzögert der vorangegangene negative Preistrend im Spotmarkt in überwiegend niedrigeren Preis-abschlüssen mit unseren Kunden nieder. Der Versand belief sich im Gesamtjahr auf 11,7 Mio t und übertraf damit leicht das Vorjahresniveau – trotz der zeitweise schwierigen Vormaterialversorgung. Dabei konnten wir den Export, vor allem außerhalb Europas, deutlich ausweiten; dies betraf insbesondere Warmbandlieferungen an die Rohrindustrie. Auch den Absatz von Verpackungsblech und kornorientiertem Elektroband konnten wir ausweiten. Handel und Servicecenter haben seit Jahresbeginn 2015 im Zuge der leichten konjunkturellen Erholung wieder merklich höhere Mengen abgenommen. Annähernd auf Vorjahreshöhe bewegte sich der Versand an die Automobilindustrie einschließlich Zulieferer, niedriger war der Grobblechabsatz.
Die Rohstahlerzeugung, einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM), erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Volumen von 12,4 Mio t und übertraf damit die Vorjahresproduktion um 1 %. Temporäre Erzeugungseinschränkungen und Rückstände aus Mindererzeugung konnten im Verlauf des Geschäftsjahres auch dank fortgesetzter Zulieferungen unseres brasilianischen Werks thyssenkrupp CSA teilweise aufgeholt werden. Die Walzstahlproduktion für Kunden erreichte im Berichts-zeitraum mit 11,9 Mio t wieder die Vorjahresmenge.
„Best-in-Class Reloaded“ weiterhin wirkungsvoll: EBIT mehr als verdoppelt
Die Business Area Steel Europe wies im aktuellen Geschäftsjahr ein Bereinigtes EBIT von 492 Mio € aus. Damit konnten wir das Vorjahresergebnis von 221 Mio € mehr als verdoppeln. Das Ergebnis lag in allen Quartalen deutlich über den entsprechenden Vorjahreswerten. Die Bereinigte-EBIT-Marge erhöhte sich im Durchschnitt der gesamten Berichtsperiode auf 5,7 % und ist ein Beleg für die Wirksamkeit unserer Effizienzmaßnahmen: Während vor allem das weiter rückläufige Stahlpreisniveau belastete, lieferten die konsequent weitergeführten Maßnahmenprogramme, insbesondere „Best-in-Class Reloaded“, positive Ergebniseffekte. Neben Kostensenkungsmaßnahmen umfasst dieses Programm auch Differenzierungsinitiativen bei Stahlgüten sowie umfangreiche Ansätze zur Optimierung des Vertriebs. Ferner erreichte Electrical Steel dank der erfolgreichen Restrukturierung – und zusätzlich gestützt durch eine Markterholung – nach den hohen Verlusten der Vorjahre erstmals wieder ein ausgeglichenes Ergebnis und trug damit spürbar zur Ergebnisverbesserung der Business Area bei. Darüber hinaus brachten die niedrigeren Rohstoffkosten eine Entlastung, wenngleich diese Kostenvorteile zum Teil durch den schwächeren Eurokurs wieder aufgezehrt wurden.
Das EBIT belief sich im Berichtsjahr 2014/2015 auf 514 Mio € – gegenüber 195 Mio € im Vorjahr. Darin sind im Saldo positive Sondereffekte von insgesamt 22 Mio € enthalten, die zum Großteil im 4. Quartal dieses Jahres anfielen und primär durch die Veräußerung einer Beteiligung an einem Logistikunternehmen entstanden.
Die breit angelegte Vermarktungsoffensive des konzernübergreifenden Entwicklungsprojektes InCar®plus, das Ende vergangenen Geschäftsjahres vorgestellt wurde, führte Steel Europe im Berichtszeitraum gemeinsam mit Components Technology und Industrial Solutions mit Nachdruck fort. Die Resonanz auf die Offensive ist bei Automobilkunden in Europa, USA und China sehr gut. Im weiteren Jahresverlauf folgen Präsentationen in Südkorea und Japan. Das Projekt wird den Kunden im Rahmen einer weltweiten Technologie-Roadshow direkt an ihren Standorten präsentiert. Es zeigt, wie wir dank unserer detaillierten Kenntnisse der Kundenanforderungen sowie unseres umfassenden technischen Know-hows gemeinsam mit den Kunden innovative, marktorientierte Lösungen zur automobilen Effizienz erarbeiten.
Steel Americas
| Steel Americas in Zahlen | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
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| --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 2.215 | 1.723 | – 22 |
| Umsatz | Mio € | 2.060 | 1.773 | – 14 |
| EBIT 1) | Mio € | 64 | – 147 | -- |
| EBIT-Marge 1) | % | 3,1 | – 8,3 | — |
| Bereinigtes EBIT 1) | Mio € | – 68 | – 138 | -- |
| Bereinigte-EBIT-Marge 1) | % | – 3,3 | – 7,8 | — |
| Mitarbeiter (30.09.) | 3.466 | 3.725 | 7 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung“).
Vom Stahlwerk in Brasilien (thyssenkrupp CSA) aus beliefert die Business Area Steel Americas insbesondere den US-amerikanischen und den brasilianischen Markt mit hochwertigen Brammen. Neben einem langfristigen Brammenliefervertrag mit einem Konsortium aus ArcelorMittal und Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation (AM/NS), der uns bereits verlässlich über mehrere Jahre eine Mindestauslastung unseres Werkes von 40 % sichert, bearbeitet thyssenkrupp CSA gezielt die Brammenmärkte in Süd- und Nordamerika.
Auftragseingang und Umsatz durch Engpässe in der Produktion beeinflusst
Im Geschäftsjahr 2014/2015 lagen der Auftragseingang und der Umsatz von Steel Americas bei 1,7 Mrd € bzw. 1,8 Mrd € und damit um 22 % bzw. 14 % unter den entsprechenden Vorjahreswerten. Neben der Veräußerung von thyssenkrupp Steel USA im Vorjahr sind dafür Produktionsengpässe verantwortlich. Sie waren die Folge eines unplanmäßigen Stillstands der Konverter im 1. Quartal, vorübergehend schlechter Rohstoffqualität im 2. Quartal, geplanter Wartungsstillstände sowie schließlich der Wasserknappheit in Brasilien, die zu Einschränkungen bei der Kühlwasserversorgung führte. Hinzu kam ab dem 2. Quartal ein steigender Preisdruck. Der Stahlmarkt in Brasilien war insgesamt durch einen weiter rückläufigen Verbrauch gekennzeichnet. Auf vergleichbarer Basis betrug der Rückgang von Auftragseingang und Umsatz 21 % bzw. 18 %.
Das brasilianische Hüttenwerk produzierte im Berichtszeitraum 4,0 Mio t und konnte damit, trotz der vorgenannten Produktionsengpässe durch eine starke operative Steigerung im Schlussquartal den Vorjahreswert nahezu halten. 2,4 Mio t Brammen wurden an das Walz- und Beschichtungswerk von AM/NS in Calvert/Alabama und 0,6 Mio t an Steel Europe geliefert.
Bereinigtes EBIT in schwierigem Preisumfeld unter Vorjahresniveau
Das Bereinigte EBIT der Business Area Steel Americas betrug –138 Mio €. Es blieb – trotz eines stark gestiegenen Preis- und Margendrucks sowie Engpässen in der Produktion – lediglich aufgrund deutlich negativer Wechselkurseffekte auf Vorsteuerguthaben bei thyssenkrupp CSA negativ und unter dem Vorjahreswert (wobei dieser auch von einer Versicherungsgutschrift profitiert hatte). Steel Americas konnte jedoch erstmals einen ausgeglichenen Business Cashflow erwirtschaften.
Das EBIT betrug im Geschäftsjahr 2014/2015 −147 Mio €. Darin sind Sondereffekte in Höhe von insgesamt 9 Mio € enthalten, die im Wesentlichen auf die aktualisierte Bewertung eines langfristigen Frachtvertrags im 1. Quartal zurückgehen. Demgegenüber enthielt der Vorjahreswert einen hohen positiven Sondereffekt, der sich aus der Veräußerung des US-Standortes in Calvert im 2. Quartal 2013/2014 ergab.
Bereich Corporate der thyssenkrupp AG
Der Konzern wird von der thyssenkrupp AG als Hauptverwaltung zentral geführt. Der Bereich Corporate umfasst die Konzernzentrale einschließlich der Verwaltung für die Regionen, das Asset Management für die konzernweiten Immobilien und die Global Shared Services-Aktivitäten. Im Einklang mit der mehrdimensionalen Führungsstruktur nach operativen Geschäften, Konzernfunktionen, Regionen und Service-Einheiten wurden in Nord- und Südamerika, China, Indien und in der Region Asien/Pazifik regionale Zentralen aufgebaut. Eine weitere regionale Zentrale ist für den Nahen Osten & Afrika vorgesehen.
Die weltweit aufgestellte Service-Einheit „Global Shared Services“ bündelt wesentliche, dezentral ausgeführte Funktionen in konzerninternen Servicecentern und organisiert diese so, dass sie wettbewerbsfähig sind. Dabei handelt es sich um Aufgaben, die grundsätzlich standortunabhängig erbracht werden können, wie etwa Teilprozesse im Rechnungswesen, in der IT, im Immobilienservice und im Personalwesen. Neben dem zentralen Servicecenter in Essen sind bereits Center in Bochum (Deutschland), in Danzig (Polen) und in Porto Alegre (Brasilien) aktiv. Weitere der insgesamt sechs vorgesehenen Servicecenter werden in China und Indien 2016 aufgebaut. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen und externe Kunden erbringen, belief sich im Berichtsjahr auf 194 Mio € und übertraf damit den Vorjahreswert um 17 Mio €.
Das Bereinigte EBIT von Corporate betrug –414 Mio € und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 12 Mio € verbessert. Die Verbesserung resultiert im Wesentlichen aus geringeren Verwaltungskosten und höheren Effizienzen bei den Shared Services-Aktivitäten. Demgegenüber sind die Projektkosten für die weltweite Konsolidierung und Modernisierung der IT-Infrastruktur sowie für die erweiterte Einführung einheitlicher Datenerfassungs-Systeme gestiegen. Das EBIT betrug –649 Mio € und beinhaltete Sondereffekte in Höhe von insgesamt 235 Mio €. Diese resultierten insbesondere aus der Erhöhung einer Rückstellung im Zusammenhang mit einem Vergleich mit der in Abwicklung befindlichen, nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company. Die entsprechende Anpassung der Rückstellung wird weitgehend durch die daraus resultierenden gegenläufigen Steuereffekte kompensiert und ist im Ergebnis nach Steuern lediglich mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag enthalten (vgl. auch Anhang-Nr. 16). Weitere Sondereffekte bei Corporate entfielen vor allem auf Restrukturierungen. Im Vorjahr betrug das EBIT –563 Mio € und war ebenfalls durch Sondereffekte belastet; der Verlust aus der Veräußerung der OTK-Beteiligung konnte dabei durch den Ertrag aus der im Vorjahr erfolgten Entkonsolidierung von The Budd Company teilweise kompensiert werden.
Stainless Global (nicht fortgeführte Aktivität)
Am 28. Dezember 2012 wurde der Zusammenschluss der Business Area Stainless Global mit dem finnischen Unternehmen OTK abgeschlossen. Nach dem Abgang fallen noch nachlaufende Aufwendungen und Erträge an, die mit dem Verkauf von Stainless Global in direktem Zusammenhang stehen und die nicht fortgeführte Aktivitäten darstellen. Der in 2014/2015 entstandene Aufwand von 11 Mio € resultiert im Wesentlichen aus Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen. Die in 2013/2014 ausgewiesenen nachlaufenden Erträge und Aufwendungen führten im Saldo zu einem EBIT von 186 Mio €. Im Wesentlichen stammen sie aus dem 1. Quartal 2013/2014 und ergaben sich aus der Auflösung von Rückstellungen, die im Zusammenhang mit dem Verkauf von Inoxum an OTK standen: Zweck war der Ausgleich etwaiger finanzieller Konsequenzen für OTK aufgrund fusionskontrollrechtlicher Auflagen gewesen.
ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE
Im nachfolgenden Abschnitt erfolgen im Wesentlichen die Analyse der Ertragslage anhand der Gewinn- und Verlustrechnung, die Liquiditätsanalyse anhand der Kapitalflussrechnung sowie die Analyse der Bilanzstruktur. Angaben zur Finanzierung und zu Investitionen finden Sie hingegen im Abschnitt "Geschäftsentwicklung im Konzern".
Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im Geschäftsjahr 2014/2015 mit 42.778 Mio € um 1.566 Mio € oder 4 % über dem Vorjahreswert. Verantwortlich für den Anstieg waren insbesondere die Geschäftsausweitung im Komponenten- und Aufzugsgeschäft sowie Wechselkurseffekte. Ferner wirkten sich auch die im Berichtsjahr mit zwölf Monaten enthaltenen Umsätze der AST-Gruppe und die bis zu ihrem Verkauf mit 10 Monaten enthaltenen Umsätze der VDM-Gruppe aus; im Vorjahr waren die Umsätze dieser Gruppen erst ab dem 1. März 2014 berücksichtigt gewesen. Die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten erhöhten sich um 897 Mio € oder 3 % und damit unterproportional zur Umsatzentwicklung. Wesentliche Ursachen für den Anstieg waren höhere Material- und Personalaufwendungen sowie im 2. Quartal des Berichtsjahres erfasste Wertminderungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem im Juli 2015 abgeschlossenen Verkauf der VDM-Gruppe. Das Bruttoergebnis vom Umsatz der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich um 669 Mio € auf 6.874 Mio €, die Brutto-Umsatzmarge stieg auf 16 %.
Die Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten erhöhten sich um 145 Mio €, die allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten um 82 Mio €. Gründe waren insbesondere jeweils höhere Personal- und Beratungsaufwendungen sowie die Tatsache, dass die Zahlen von VDM und AST im Vorjahr nur mit sieben Monaten einbezogen gewesen waren. Der Anstieg der sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten um 136 Mio € resultierte im Wesentlichen aus der im Berichtsjahr erfolgten Erhöhung einer Rückstellung im Zusammenhang mit einem Vergleich mit der in Abwicklung befindlichen, nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company. Auf die fortgeführten Aktivitäten entfielen insgesamt sonstige Verluste in Höhe von 223 Mio €; im Vorjahr ergaben sich demgegenüber insgesamt sonstige Gewinne von 235 Mio €. Hauptursachen für die Verschlechterung um 458 Mio € waren insbesondere die nur im Vorjahr enthaltenen Gewinne aus der Entkonsolidierung der nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company und aus der Veräußerung von thyssenkrupp Steel USA; hinzu kamen höhere Verluste aus der Währungsumrechnung von Erstattungsansprüchen im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern.
Die Finanzierungserträge der fortgeführten Aktivitäten stiegen um 418 Mio € an. Zurückzuführen war dies in erster Linie auf erhöhte Wechselkursgewinne im Zusammenhang mit Finanztransaktionen. Die insgesamt eingetretene leichte Zunahme der Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten um 18 Mio € enthielt deutlich gestiegene Währungsverluste im Zusammenhang mit Finanztransaktionen. Mindernd wirkten sich insbesondere der Wegfall der im Vorjahr enthaltenen Verluste aus dem Abgang der Beteiligung an der Outokumpu Oyj sowie rückläufige Zinsaufwendungen für Finanzschulden und gesunkene Nettozinsaufwendungen bei den Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen aus.
Im Berichtsjahr ergab sich bei einem Gewinn vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten von 496 Mio € ein Steueraufwand der fortgeführten Aktivitäten von 217 Mio €, der durch steuerlich wirkungslose Verluste aus der Währungsumrechnung sowie wie schon im Vorjahr durch Wertberichtigungen aktiver latenter Ertragsteuern erhöht wurde. Gegenläufig wirkte sich der erwähnte Vergleich mit der US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company aus. Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich der Gewinn der fortgeführten Aktivitäten auf 279 Mio € und war damit 270 Mio € höher als im Vorjahr.
Aus den nicht fortgeführten Aktivitäten resultierte im Berichtsjahr ein Verlust von 11 Mio € nach einem Gewinn von 186 Mio € im Vorjahr. Wesentliche Ursache für die Verschlechterung um 197 Mio € war die im Vorjahr erfolgte Auflösung einer Rückstellung für mögliche Auswirkungen aus fusionskontrollrechtlichen Auflagen im Zusammenhang mit der Abgabe von Inoxum an Outokumpu.
Im Berichtsjahr erzielten wir bezogen auf den Jahresüberschuss von 309 Mio €, der auf die Aktionäre der thyssenkrupp AG entfällt, einen Gewinn je Aktie in Höhe von 0,55 €; dies sind 0,17 € mehr als im Vorjahr. Auf die fortgeführten Aktivitäten entfiel ein Gewinn je Aktie von 0,57 € – eine Verbesserung um 0,52 €.
| Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung | ||
|---|---|---|
| Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € |
2013/2014 1) | 2014/2015 |
| --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 41.212 | 42.778 |
| Umsatzkosten | – 35.007 | – 35.904 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 6.205 | 6.874 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | – 301 | – 330 |
| Vertriebskosten | – 2.851 | – 2.996 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | – 2.202 | – 2.284 |
| Sonstige Erträge | 279 | 284 |
| Sonstige Aufwendungen | – 235 | – 371 |
| Sonstige Gewinne und Verluste | 235 | – 223 |
| Betriebliches Ergebnis | 1.130 | 954 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 4 | 33 |
| Finanzierungserträge | 902 | 1.320 |
| Finanzierungsaufwendungen | – 1.793 | – 1.811 |
| Finanzergebnis | – 887 | – 458 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) | 243 | 496 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | – 234 | – 217 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | 9 | 279 |
| Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) | 186 | – 11 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | 195 | 268 |
| Davon: | ||
| Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | 212 | 309 |
| Nicht beherrschende Anteile | – 17 | – 41 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | 195 | 268 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf | ||
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) | 0,05 | 0,57 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) | 0,38 | 0,55 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzern-Anhang.
1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
Analyse der Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung insgesamt betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ und enthält bis zu ihrer tatsächlichen Veräußerung auch die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen.
Im Berichtsjahr ergab sich ein Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit von insgesamt 1.300 Mio €. Dabei konnten die fortgeführten Aktivitäten eine Verbesserung um 408 Mio € auf einen Mittelzufluss von 1.311 Mio € verzeichnen. Einem deutlich verbesserten Jahresüberschuss vor Abschreibungen, latenten Steuern und Ergebnis aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten stand hier eine insgesamt erhöhte Mittelbindung bei den operativen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten gegenüber.
Unsere Investitionstätigkeit führte im Berichtsjahr insgesamt zu einem Mittelabfluss von 638 Mio €, der ausschließlich auf die fortgeführten Aktivitäten entfiel. Die gegenüber dem Vorjahr eingetretene Erhöhung um 432 Mio € resultierte hauptsächlich aus gesunkenen Einzahlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften. Hier standen insbesondere dem Wegfall der im Vorjahr erfassten Einzahlungen aus der Veräußerung von thyssenkrupp Steel USA geringere Einzahlungen im Berichtjahr gegenüber, die hauptsächlich den Verkauf der VDM-Gruppe betrafen. Gegenläufig wirkte der Wegfall der im Vorjahr berücksichtigten Abgabe von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten im Zusammenhang mit der Abwicklung der nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company in einem Chapter-11-Verfahren.
Im Berichtsjahr erzielten wir insgesamt einen positiven Free Cashflow von 662 Mio €, der auf Vorjahresniveau lag und nahezu ausschließlich die fortgeführten Aktivitäten betraf.
Die Finanzierungstätigkeit führte insgesamt zu einem Mittelabfluss von 78 Mio €, nach 558 Mio € im Vorjahr. Wesentlicher Grund für den Rückgang des Mittelabflusses um 480 Mio € war die Aufnahme von Finanzschulden in Höhe von 313 Mio € im Berichtsjahr, der im Vorjahr eine Rückführung der Finanzschulden um 1.428 Mio € gegenüberstand. Gegenläufig wirkten neben höheren Dividendenzahlungen insbesondere der Wegfall der Einzahlungen aus der im Dezember 2013 durchgeführten Kapitalerhöhung in Höhe von 878 Mio € sowie gestiegene, in den sonstigen Finanzierungsvorgängen enthaltene Auszahlungen aus Devisen- und Cross Currency-Swaps im Zusammenhang mit der Konzernfinanzierung.
| Konzern-Kapitalflussrechnung | ||
|---|---|---|
| Mio € | 2013/2014 1) | 2014/2015 |
| --- | --- | --- |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | 195 | 268 |
| Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating Cashflow: | ||
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | – 186 | 11 |
| Latente Steueraufwendungen/(-erträge) | – 51 | – 110 |
| Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte | 1.189 | 1.397 |
| Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte | – 4 | – 3 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam | – 3 | – 33 |
| Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | – 301 | – 58 |
| Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen: | ||
| - Vorräte | 18 | 311 |
| - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | – 475 | 636 |
| - Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | – 219 | – 138 |
| - Sonstige Rückstellungen | 95 | 77 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 432 | 36 |
| - Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit | 213 | – 1.083 |
| Operating Cashflow – fortgeführte Aktivitäten | 903 | 1.311 |
| Operating Cashflow – nicht fortgeführte Aktivitäten | 0 | – 11 |
| Operating Cashflow – gesamt | 903 | 1.300 |
| Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte | – 3 | – 2 |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 28 | 45 |
| Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | – 1.189 | – 1.150 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) | – 96 | – 128 |
| Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten | 25 | 97 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.249 | 400 |
| Abgegebene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aufgrund von Kontrollverlust bei bislang konsolidierten, aber nicht verkauften Gesellschaften | – 279 | 0 |
| Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 56 | 100 |
| Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten | 3 | 0 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit – fortgeführte Aktivitäten | – 206 | – 638 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit – nicht fortgeführte Aktivitäten | 0 | 0 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit – gesamt | – 206 | – 638 |
| Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen | 1.250 | 1.350 |
| Tilgung von Anleihen | – 1.000 | – 750 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.138 | 2.725 |
| Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | – 2.486 | – 3.074 |
| Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen | – 328 | 58 |
| Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten | – 2 | 4 |
| (Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere | 1 | 1 |
| Einzahlungen in das Eigenkapital durch nicht beherrschende Anteile | 0 | 15 |
| Dividendenzahlung der ThyssenKrupp AG | 0 | – 62 |
| Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen | 878 | 0 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | – 33 | – 63 |
| Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften | – 9 | – 1 |
| Sonstige Finanzierungsvorgänge | 33 | – 281 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – fortgeführte Aktivitäten | – 558 | – 78 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – nicht fortgeführte Aktivitäten | 0 | 0 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – gesamt | – 558 | – 78 |
| Zahlungswirksame Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – gesamt | 139 | 584 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – gesamt | 27 | – 89 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn des Geschäftsjahres – gesamt | 3.874 | 4.040 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende des Geschäftsjahres – gesamt | 4.040 | 4.535 |
| (davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen) | (10) | (0) |
| (davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten) | (0) | (0) |
| Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten enthalten sind: | ||
| Zinseinzahlungen | 132 | 122 |
| Zinsauszahlungen | – 521 | – 443 |
| Erhaltene Dividenden | 60 | 116 |
| Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | – 345 | – 274 |
Siehe Anhang Nr. 35 im Konzern-Anhang.
1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
Analyse der Bilanz
Die Bilanzsumme verminderte sich gegenüber dem 30. September 2014 um 736 Mio € auf 35.694 Mio € – trotz einer umrechnungsbedingten Erhöhung von 673 Mio €, insbesondere als Folge der im Berichtsjahr insgesamt starken Aufwertung des US Dollars gegenüber dem Euro.
Die langfristigen Vermögenswerte lagen 237 Mio € über dem Wert am 30. September 2014. Aus der Währungsumrechnung resultierte hier eine Zunahme um 485 Mio €, die hauptsächlich die in den immateriellen Vermögenswerten enthaltenen Firmenwerte sowie die Sachanlagen betraf. Weitere Erhöhungen bei den immateriellen Vermögenswerten ergaben sich aus Unternehmenszusammenschlüssen in den Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions. Darüber hinaus stiegen die latenten Steuern insbesondere als Folge der Erhöhung einer Rückstellung im Zusammenhang mit einem Vergleich mit der US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company an. Mindernd wirkten insbesondere über den Zugängen liegende Abschreibungen bei den Sachanlagen sowie rückläufige Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern, die in den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten enthalten sind.
Die kurzfristigen Vermögenswerte gingen insgesamt um 973 Mio € zurück. Hauptursachen waren die unter Berücksichtigung kursbedingter Zunahmen insgesamt starken Rückgange bei den Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die auch den Verkauf der VDM-Gruppe betrafen. Dem stand im Wesentlichen ein Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 505 Mio € auf 4.535 Mio € gegenüber, hauptsächlich weil wir im Berichtjahr einen Free Cashflow von 662 Mio € erzielten.
Das Eigenkapital erhöhte sich zum 30. September 2015 gegenüber dem Vorjahr um 108 Mio € auf 3.307 Mio €. Hauptursachen waren der im Berichtsjahr erzielte Jahresüberschuss von 268 Mio € und die im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Gewinne aus der Währungsumrechnung in Höhe von 124 Mio €. Weitere Zunahmen standen im Zusammenhang mit der Erstkonsolidierung der thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers in der Business Area Industrial Solutions. Gegenläufig wirkten die ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste (nach Steuern) von 276 Mio € aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie Dividendenausschüttungen von 125 Mio €. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 9,3 %.
Die langfristigen Verbindlichkeiten lagen mit 15.344 Mio € auf Vorjahresniveau. Die Zunahme der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 164 Mio € resultierte im Wesentlichen aus der Neubewertung, der insbesondere ein Rückgang aufgrund der Abgabe der VDM-Gruppe gegenüberstand. Der Anstieg der langfristigen sonstigen Rückstellungen betraf hauptsächlich den erwähnten Vergleich mit der in Abwicklung befindlichen, nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company. Gegenläufig wirkten die um 266 Mio € niedrigeren langfristigen Finanzschulden. Umgliederungen in die kurzfristigen Finanzschulden, die im Wesentlichen mit 997 Mio € eine im Februar 2016 fällige Anleihe und mit 361 Mio € im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2015/2016 fällige Schuldscheindarlehen betrafen, sowie Rückzahlungen von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stand vor allem die Begebung einer Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 1.350 Mio € im Februar 2015 gegenüber.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten nahmen insgesamt um 869 Mio € ab. Dieser Rückgang betraf allein mit 1.269 Mio € die kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten, hauptsächlich als Folge deutlich verminderter Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen sowie gesunkener erhaltener Anzahlungen. Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten gingen, im Wesentlichen als Folge des Verkaufs der VDM-Gruppe, um 104 Mio € zurück. Darüber hinaus verminderten sich die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen insbesondere durch Inanspruchnahmen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen. Gegenläufig wirkte hingegen die Zunahme der kurzfristigen Finanzschulden um 499 Mio €. Der Anstieg betraf im Wesentlichen die angesprochenen Umgliederungen aus den langfristigen Finanzschulden, denen die Rückzahlung einer Anleihe mit einem Volumen von 750 Mio € im März 2015 gegenüber stand.
Konzern-Bilanz
Aktiva
| Mio € | 1.10.2013 1) | 30.09.2014 1) | 30.09.2015 |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 4.219 | 4.314 | 4.529 |
| Sachanlagen | 7.801 | 8.719 | 8.728 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 287 | 283 | 239 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 718 | 399 | 303 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.013 | 51 | 47 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 335 | 442 | 343 |
| Aktive latente Steuern | 1.662 | 1.775 | 2.031 |
| Langfristige Vermögenswerte | 16.035 | 15.983 | 16.220 |
| Vorräte | 6.508 | 7.529 | 6.945 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.915 | 5.808 | 5.118 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 518 | 399 | 319 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 2.073 | 2.465 | 2.397 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 124 | 174 | 160 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.858 | 4.030 | 4.535 |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 1.543 | 42 | 0 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 19.539 | 20.447 | 19.474 |
| Summe Vermögenswerte | 35.574 | 36.430 | 35.694 |
| Passiva | |||
| Mio € | 1.10.2013 1) | 30.09.2014 1) | 30.09.2015 |
| Gezeichnetes Kapital | 1.317 | 1.449 | 1.449 |
| Kapitalrücklage | 4.684 | 5.434 | 5.434 |
| Gewinnrücklagen | – 3.816 | – 4.142 | – 4.123 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 58 | 242 | 422 |
| davon entfallen auf Veräußerungsgruppen bzw. nicht fortgeführte Aktivitäten (30.09.2014: 1) | |||
| Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG | 2.243 | 2.983 | 3.182 |
| Nicht beherrschende Anteile | 268 | 216 | 125 |
| Eigenkapital | 2.511 | 3.199 | 3.307 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 7.484 | 7.490 | 7.654 |
| Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 281 | 368 | 339 |
| Sonstige Rückstellungen | 677 | 748 | 906 |
| Passive latente Steuern | 54 | 55 | 53 |
| Finanzschulden | 7.075 | 6.651 | 6.385 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 3 | 3 | 2 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 1 | 4 | 5 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 15.575 | 15.319 | 15.344 |
| Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 298 | 311 | 362 |
| Sonstige Rückstellungen | 1.369 | 1.197 | 1.066 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 235 | 194 | 241 |
| Finanzschulden | 2.030 | 1.071 | 1.570 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3.765 | 4.936 | 4.985 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.029 | 1.330 | 1.226 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 8.497 | 8.862 | 7.593 |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 265 | 11 | 0 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 17.488 | 17.912 | 17.043 |
| Verbindlichkeiten | 33.063 | 33.231 | 32.387 |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 35.574 | 36.430 | 35.694 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzern-Anhang.
1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
Nichtbilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente
Neben dem in der Bilanz ausgewiesenen Vermögen nutzt der Konzern nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte. Es handelt sich im Wesentlichen um geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease). Einzelheiten können Sie unter der Anhang-Nr. 21 nachlesen. Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungs-instrumenten zählen zudem Forderungsverkaufsprogramme. Dazu finden Sie Näheres unter der Anhang-Nr. 10. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend freie Kreditlinien. Dies gilt auch für den regresslosen Verkauf von Forderungen, die der Konzern im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 1,5 Mrd € veräußert hat; im Vorjahr waren es 1,4 Mrd €.
THYSSENKRUPP AG
Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft des thyssenkrupp Konzerns. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und des Konzerns verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfte-entwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wurde nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt, der Lagebericht ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst; dieser wie auch der Konzernabschluss wurden gemäß § 315a HGB nach den internationalen Rechnungslegungsregeln IFRS aufgestellt. Wichtigstes Ziel im Einzelabschluss ist die Sicherstellung der nachhaltigen Ausschüttungsfähigkeit durch Darstellung eines entsprechenden Bilanzgewinns über einen im Durchschnitt mehrerer Perioden deutlich positiven handelsrechtlichen Jahresüberschuss.
Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage
Geschäftsverlauf 2014/2015
Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg des Konzerns bestimmt. Darüber berichten wir ausführlich in den Abschnitten „Geschäftsentwicklung im Konzern“, „Geschäftsverlauf in den Business Areas“ sowie „Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage“.
Voraussichtliche Entwicklung 2015/2016 mit wesentlichen Chancen und Risiken
Auch die voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2015/2016 hängt wesentlich von der Entwicklung des Gesamtkonzerns und dessen Chancen- und Risikolage ab. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts des Konzerns. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie der Risikolage des Konzerns auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG.
Als Obergesellschaft des Konzerns erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Beteiligungsgesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer sowie Ausschüttungen ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Demnach sollte sich die für 2015/2016 erwartete positive Geschäftsentwicklung im Konzern auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2015/2016 bei der thyssenkrupp AG einen Bilanzgewinn, der es ermöglicht, unsere Aktionäre angemessen an der Ergebnisentwicklung des Konzerns zu beteiligen.
Investitionen
Im Geschäftsjahr 2014/2015 hat die thyssenkrupp AG in ihr Anlagevermögen 1.717 Mio € investiert. Bei den immateriellen Vermögensgegenständen entfielen davon 15 Mio € auf die Neuausrichtung der SAP-Systeme für die Daten- und Prozessharmonisierung sowie Softwarelizenzen. Die Zugänge im Sachanlagevermögen von 24 Mio € betrafen größtenteils das thyssenkrupp Quartier in Essen, wovon 16 Mio € auf Sachanlagen im Bau entfielen.
Bei den Zugängen von 1.678 Mio € in den Finanzanlagen entfielen 1.665 Mio € auf Anteile an verbundenen Unternehmen. Im Wesentlichen betraf dies die Kapitalerhöhungen bei der thyssenkrupp North America, Inc. (883 Mio €), der ThyssenKrupp Nederland Holding B.V. (116 Mio €) und der ThyssenKrupp Austria GmbH & Co. KG (16 Mio €). Des Weiteren wurden durch die Verschmelzung der thyssenkrupp Real Estate GmbH und der thyssenkrupp IT Services GmbH auf die thyssenkrupp Business Services GmbH 647 Mio € realisiert. Weitere 7 Mio € entfielen auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen auf Grund einer langfristigen Darlehens-gewährung an die ThyssenKrupp France S.A.S.
Der Nettobuchwert der Abgänge von 1.478 Mio € bei den Anteilen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen resultierte mit 647 Mio € aus der Verschmelzung der thyssenkrupp Real Estate GmbH und der thyssenkrupp IT Services GmbH auf die thyssenkrupp Business Services GmbH sowie mit 830 Mio € aus der Rückzahlung von konzerninternen Darlehen durch die thyssenkrupp Finance USA, Inc. sowie die thyssenkrupp Electrical Steel GmbH.
Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2014/2015 erzielte die thyssenkrupp AG einen Jahresfehlbetrag von 122 Mio €, während im Vorjahr ein Jahresüberschuss in Höhe von 1.535 Mio € erzielt wurde.
Das Beteiligungsergebnis verringerte sich hierbei um 397 Mio € auf −112 Mio €.
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen fielen dabei um 294 Mio € auf 283 Mio €. Zusätzlich stiegen die Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 342 Mio € auf 635 Mio €. Treiber dieser Entwicklung war die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, deren letztjähriges positives Ergebnis (311 Mio €) ins Negative (−284 Mio €) drehte. Zudem kam es zu einem Anstieg der Aufwendungen aus Verlustübernahmen bei der thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH um 85 Mio € auf 155 Mio €. Gegenläufig dazu zeigte sich die Thyssen Stahl GmbH, deren Ergebnis sich um 57 Mio € auf 208 Mio € erhöhte.
Zusätzlich konnte ein Beteiligungsertrag in Höhe von 239 Mio € aufgrund einer Dividendenausschüttung der ThyssenKrupp China Ltd. vereinnahmt werden.
Die Verringerung der sonstigen betrieblichen Erträge um 1.202 Mio € resultierte vor allem aus den Abgängen von Finanzanlagen im Vorjahr. Im Wesentlichen betraf dies die Einbringung der thyssenkrupp Elevator AG in die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH. Im Geschäftsjahr 2014/2015 ergaben sich sonstige betriebliche Erträge aus Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 739 Mio €. Zudem ergaben sich Erträge aus der Weiterberechnung gemäß Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke sowie Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen und andere konzerninterne Dienstleistungen in Höhe von 242 Mio € (Vorjahr: 213 Mio €).
Im Geschäftsverlauf 2014/2015 wurden Abschreibungen auf Finanzanlagen für die Anteile der thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH in Höhe von 21 Mio € vorgenommen (Vorjahr: 0 Mio €).
Die allgemeinen Verwaltungskosten sind im Vergleich zum Vorjahr um 111 Mio € auf 633 Mio € angestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf Aufwendungen für IT-Beratung (Anstieg um 40 Mio €), sowie Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen (Anstieg um 41 Mio €) zurückzuführen.
Es ergab sich ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von −157 Mio € (Vorjahr:1.529 Mio €).
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen einen Ertrag für Vorjahre sowie die Steuern des Berichtszeitraums. Latente Steuern sind im Steueraufwand auf Grund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts für einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern nicht enthalten.
Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich ein Jahresfehlbetrag von 122 Mio € (Vorjahr: Jahresüberschuss von 1.535 Mio €).
Finanz- und Vermögenslage
Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 982 Mio € auf 38.768 Mio €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme war zum 30. September 2015 mit 68 % um 1 %-Punkt höher als im Vorjahr.
Das Anlagevermögen stieg um 897 Mio € auf 26.315 Mio €. Während sich die Ausleihungen an verbundene Unternehmen deutlich reduziert haben (Rückgang um 823 Mio €), kam es gegenläufig zu einem Anstieg der Anteile an verbundenen Unternehmen (Anstieg um 1.735 Mio €).
Der Anstieg der Anteile an verbundenen Unternehmen auf 22.787 Mio € ist zum einen auf Kapitalerhöhungen bei der thyssenkrupp North America, Inc. (883 Mio €), der ThyssenKrupp Nederland Holding B.V. (116 Mio €) und zum anderen auf Zuschreibungen in Höhe von insgesamt 739 Mio € zurückzuführen. Die Anteile der thyssenkrupp North America, Inc. wurden um 579 Mio € und die Anteile der ThyssenKrupp UK Plc. um 160 Mio € zugeschrieben.
Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des Konzernfinanzverkehrs wider. Zum 30. September 2015 ergab sich im Vergleich zum Vorjahr ein Abgang der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen um 272 Mio € auf 8.879 Mio €. Der Abgang betraf im Wesentlichen die Sonstigen Forderungen aus Gewinnabführungsverträgen (296 Mio €). Gegenläufig wirkte eine Erhöhung der Salden der Konzernfinanzkonten um 25 Mio €.
Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verringerten sich diese Verpflichtungen unter den sonstigen Vermögensgegenständen um 27 Mio € auf 593 Mio €. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.
Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen zum 30. September 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 409 Mio € auf 2.883 Mio €.
Das Eigenkapital verringerte sich zum 30. September 2015 um 184 Mio € auf 5.767 Mio €. Diese Verringerung resultierte aus dem Jahresfehlbetrag in Höhe von 122 Mio € und der Dividendenzahlung in Höhe von 62 Mio €. Die Eigenkapitalquote sank somit auf 15 % (Vorjahr: 16 %).
In der Veränderung der Pensionsrückstellungen in Höhe von 33 Mio € sind Zuführungen und Aufzinsungen in Höhe von 78 Mio €, Inanspruchnahmen in Höhe von 21 Mio €, erhaltene Vermögensübertragungen in Höhe von 2 Mio € und die bereits angesprochenen im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen enthalten.
Im Februar 2015 wurde im Rahmen des 10-Mrd-€-Debt-Issuance-Programms eine Dual Tranche-Anleihe im Gesamtvolumen von 1,35 Mrd € begeben. Die Anleihe wurde in zwei Tranchen von 750 Mio € (Zinscoupon 1,75 %) und 600 Mio € (Zinscoupon 2,5 %) mit Laufzeiten von fünf Jahren und neun Monaten bzw. zehn Jahren emittiert.
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Konzern-Finanzclearing. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 554 Mio € auf 25.208 Mio € an. Der Anstieg war insbesondere auf die Erhöhung der übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 297 Mio € zurückzuführen, hauptsächlich auf Grund von gestiegenen Verbindlichkeiten aus Verlustübernahmen. Darüber hinaus erhöhten sich die Konzernfinanzkontenverbindlichkeiten um 221 Mio €. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Einzelabschlusses enthalten.
Bilanzgewinn und Gewinnverwendungsvorschlag
Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG. Der Jahresabschluss weist einen Bilanzgewinn von 1.351 Mio € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2014/2015 in Höhe von 1.351 Mio € wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende von 0,15 € je dividendenberechtigter Stückaktie und Vortrag des verbleibenden Teils auf neue Rechnung.
Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
der thyssenkrupp AG
Aktiva
| Mio € | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 47 | 54 |
| Sachanlagen | 371 | 370 |
| Finanzanlagen | 25.000 | 25.891 |
| 25.418 | 26.315 | |
| Umlaufvermögen | ||
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 9.847 | 9.525 |
| Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 2.474 | 2.883 |
| 12.321 | 12.408 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 47 | 45 |
| Summe der Aktiva | 37.786 | 38.768 |
| Passiva | ||
| Mio € | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 1.449 | 1.449 |
| Kapitalrücklage | 1.473 | 1.473 |
| Andere Gewinnrücklagen | 1.494 | 1.494 |
| Bilanzgewinn | 1.535 | 1.351 |
| 5.951 | 5.767 | |
| Rückstellungen | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.098 | 1.129 |
| Übrige Rückstellungen | 297 | 213 |
| 1.395 | 1.342 | |
| Verbindlichkeiten | ||
| Anleihen | 4.850 | 5.450 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 546 | 471 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 24.654 | 25.208 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 388 | 528 |
| 30.438 | 31.657 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 2 | 2 |
| Summe der Passiva | 37.786 | 38.768 |
Gewinn- und Verlustrechnung
der thyssenkrupp AG
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|
| Beteiligungsergebnis | 285 | – 112 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2.293 | 1.091 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | 0 | – 21 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | – 522 | – 633 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | – 134 | – 76 |
| Zinsergebnis | – 393 | – 406 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 1.529 | – 157 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 6 | 35 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 1.535 | – 122 |
| Gewinnvortrag | 0 | 1.473 |
| Bilanzgewinn | 1.535 | 1.351 |
COMPLIANCE
thyssenkrupp räumt dem Thema Werte und Compliance einen hohen Stellenwert ein. Unsere Unternehmenskultur setzt die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln als selbstverständlich voraus. Compliance schafft den Rahmen für unternehmerisches Handeln und dient der nachhaltigen Absicherung des Geschäftserfolgs. Im Geschäftsjahr 2014/2015 lag der Schwerpunkt der Compliance-Arbeit auf der weiteren Ausarbeitung und der Umsetzung der Maßnahmen, die sich aus der Compliance-Strategie 2020 ableiten.
Die Grundlage: Unsere Unternehmenskultur
Die Wertekultur spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung strategischer Compliance-Maßnahmen: Es gilt, den gesamten Konzern thyssenkrupp mit einer Wertekultur zu durchdringen, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler unseres Handelns sind. Diese Wertekultur muss von allen Mitarbeitern gemeinsam getragen und von den Führungskräften konsequent vorgelebt werden. Compliance ist eine Frage der Haltung. In diesem Sinne wollen wir Vorbilder sein – für unsere Mitarbeiter ebenso wie für unsere Lieferanten, Kunden und andere Stakeholder – und so das Bewusstsein dafür stärken, dass unsere Wertekultur und die strikte Einhaltung unserer Compliance-Regeln richtig und wichtig sind. Dazu gehört auch das klare Bekenntnis, dass thyssenkrupp für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft und auf das Erreichen interner Ziele, als gegen Gesetze zu verstoßen.
Zugleich wollen wir aber auch die unternehmermische Gestaltungs- und Wagnisbereitschaft innerhalb klar definierter Rahmenbedingungen fördern, also die Bereitschaft, zum Zweck der Realisierung von Geschäftschancen berechenbare unternehmerische Risiken (keine Compliance-Risiken) einzugehen, dabei durchaus einmal Fehler machen zu dürfen und diese auch bei anderen zu akzeptieren. Die Compliance-Funktion wird als strategischer Partner frühzeitig in relevante strategische Entscheidungen der Geschäftseinheiten einbezogen.
Strategie „Compliance 2020“
Ausgehend von unserem ganzheitlichen Verständnis des Themas Compliance wurde bereits im Geschäftsjahr 2013/2014 die Strategie „Compliance 2020“ ins Leben gerufen: Es geht darum, Compliance noch umfassender und nachhaltiger im gesamten Konzern zu verankern. Dies soll mithilfe zahlreicher Maßnahmen erreicht werden – darunter die Weiterentwicklung unserer weltweiten Schulungskonzepte, die detaillierte Umsetzung der Compliance in unseren Geschäftsprozessen sowie eine zielgruppengerechte Kommunikation.
Im Berichtszeitraum bildeten die Integration bzw. der Aufbau der Bereiche Geldwäschebekämpfung, Datenschutz und italienisches Compliance-Gesetz 231/01 einen Schwerpunkt der Compliance-Aktivitäten. Bei anderen Themen – etwa Arbeitssicherheit oder Umweltschutz – hat die Konzernfunktion Compliance eine beratende, koordinierende und konsolidierende Rolle übernommen: Die inhaltliche Verantwortung bleibt stets bei der jeweils zuständigen Konzernfunktion bzw. Business Area; das Compliance-Team unterstützt und berät diese und sorgt für eine einheitliche Berichterstattung an den Vorstand.
Compliance-Programm risikobasiert weiterentwickelt
Die Compliance Officer und Regional Compliance Officer beraten, informieren und schulen die Mitarbeiter weltweit zu den relevanten gesetzlichen Bestimmungen und internen Richtlinien. Sie haben dabei Zugriff auf ein Netzwerk von über 330 Compliance-Managern, die (in der Regel) als Geschäftsführer eines Konzern-unternehmens für die operative Umsetzung des Compliance-Programms in ihrem Verantwortungsbereich sorgen.
Im Geschäftsjahr 2013/2014 hatten wir auf Ebene der Konzernunternehmen eine konzernweite Risiko-erhebung durchgeführt: Mittels eines detaillierten Fragebogens erfasste das Compliance-Team die objektiven Risiken in den Konzernunternehmen, vor allem in den Bereichen Kartellrecht und Korruptions-prävention, und prüfte den Umsetzungsgrad des Compliance-Programms. In einem zweiten Schritt fanden in über 100 Konzernunternehmen Workshops statt, in denen konkrete Maßnahmen zum Umgang mit den erkannten Risiken und zu deren Reduzierung entwickelt wurden.
Die Ergebnisse der Risikoanalyse ermöglichen eine sehr präzise und effiziente Steuerung der Compliance-Aktivitäten, sowohl auf Konzernebene als auch in den Regionen: Die Business Areas können die Ergebnisse der Analyse in ihre strategische Entwicklung einfließen lassen und ihre geschäftlichen Aktivitäten risiko-orientiert steuern. Die operativ Verantwortlichen können im Tagesgeschäft stärker auf Risikoaspekte achten und Compliance-Risiken reduzieren.
Über die Ergebnisse der Risikoerhebung haben wir im Berichtsjahr sämtliche erfassten Einheiten sowie Business Areas und Regionen detailliert informiert. Die Compliance-Funktion hat zudem die Umsetzung der daraus abgeleiteten Maßnahmen zur Risikominimierung weiterhin unterstützt.
Schulungen und Beratung im Mittelpunkt der etablierten Compliance-Aktivitäten
Die bereits etablierten Compliance-Aktivitäten wurden im Berichtszeitraum fortgeführt. Wesentlichen Raum nahmen dabei Schulungen zu den Themen Kartellrecht und Korruptionsprävention ein, die innerhalb des Compliance-Programms ein Bestandteil der Säule „Informieren” sind: Hier unterrichten Compliance Officer die Mitarbeiter über Compliance-Anforderungen, Risiken und mögliche Sanktionen. Im Berichtsjahr nahmen weltweit über 9.700 Mitarbeiter an Präsenzschulungen teil. Bei unserem Compliance-E-Learning haben von August 2012 bis Ende des Berichtsjahres nahezu 47.000 Mitarbeiter die Korruptions- und fast 41.000 Mitarbeiter die Kartellrechtskurse erfolgreich absolviert.
Ein weiteres wesentliches Element unserer Aktivitäten ist die individuelle Compliance-Beratung: Hier begleiten wir wichtige Geschäftsvorgänge, u.a. bei der Abwicklung von Großprojekten und M&A-Projekten oder bei der Einbindung von Vertriebsmittlern. Den Mitarbeitern stehen dafür die Compliance Officer der Business Areas, der Regionen und des Bereichs Corporate zur Verfügung; zusätzlich können sie sich an die zentrale Beratungshotline wenden. Darüber hinaus beraten die Compliance Officer auch die Verantwortlichen operativer Einheiten bei der Integration von Compliance in die Geschäftsprozesse.
Kernelement der Säule „Identifizieren“ innerhalb des Compliance-Programms ist die regelmäßige Überprüfung kritischer Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz. Ein weiteres wesentliches Element zur frühzeitigen Erkennung von Compliance-Risiken ist das sogenannte Whistleblower-System: Mitarbeiter können neben dem direkten Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Abteilung diesen zusätzlichen Kanal nutzen, um mögliche Gesetzes- oder Richtlinienverstöße – auch ohne Offenlegung ihrer Identität – zu melden.
Die dritte Säule des Compliance-Programms, „Berichten und Handeln“, umfasst eine intensive Compliance-Berichterstattung in allen drei Dimensionen unserer Netzwerkorganisation. Bei nachgewiesenen Verstößen gegen das Kartellrecht oder die Vorschriften zur Korruptionsbekämpfung greift unsere „Null Toleranz“-Leitlinie: Gegen die betroffenen Mitarbeiter werden konsequent Sanktionen verhängt.
Kartellverfahren gegen thyssenkrupp im Bereich „Autostahl“ eingestellt
Das Bundeskartellamt hat am 11. Dezember 2014 das Kartellermittlungsverfahren im Bereich „Autostahl“ mangels Tatverdachts eingestellt. Das Verfahren war Ende Februar 2013 mit einer Durchsuchung bei drei Unternehmen der Stahlbranche eingeleitet worden, darunter auch thyssenkrupp. Die Behörde war dem Verdacht auf Preisabsprachen bei der Lieferung bestimmter Stahlprodukte an die deutsche Automobilindustrie im Zeitraum bis zurück ins Jahr 1998 nachgegangen. Das Bundeskartellamt hatte in seiner Presse-mitteilung zur Einstellung des Verfahrens die Kooperation von thyssenkrupp im Verfahren unterstrichen.
MITARBEITER
Zum 30. September 2015 waren bei thyssenkrupp weltweit 154.906 Mitarbeiter beschäftigt, 7.466 (4,6 %) weniger als ein Jahr zuvor. Dieser Reduzierung liegt hauptsächlich der Verkauf der RIP Serviços Industriais Ltda. (Brasilien) mit 7.121 Mitarbeitern und der RIP Comercio Ltda. (Brasilien) mit 85 Mitarbeitern im Dezember 2014 zugrunde sowie der Verkauf der VDM-Gruppe mit 2.053 Mitarbeitern Ende Juli 2015 (alle Business Area Materials Services). Zugänge aus Portfoliomaßnahmen betrugen insgesamt ca. 300 Mitarbeiter, davon entfielen knapp 200 Mitarbeiter auf die Erstkonsolidierung von thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers bei Industrial Solutions. Operativ ergab sich ein Aufbau von ca. 1.700 Mitarbeitern: Bei unseren wachstumsstarken Industriegütergeschäften kamen insbesondere im Ausland im Zusammenhang mit der Erschließung neuer Kunden und Märkte in Amerika und Asien ca. 2.600 Mitarbeiter hinzu. Bei Industrial Solutions reflektiert dies neben dem Ausbau des Servicegeschäftes und der stärkeren Regionalisierung zudem die hohe Auslastung bei Marine Systems. Der Anstieg bei Steel Americas erklärt sich vor allem durch die Reduzierung von Fremddienstleistungen sowie den Aufbau der Vertriebsorganisation. Bei Materials Services und Steel Europe hingegen war die Personalstärke um ca. 900 Mitarbeiter rückläufig, vor allem aufgrund verschiedener Maßnahmen und Initiativen im Rahmen des Konzernprogramms „impact“ und flankiert durch entsprechende sozialverträgliche Instrumente.
| Mitarbeiter nach Business Areas (30.09.) | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | Veränderung in % |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Components Technology | 31.270 | 28.011 | 27.737 | 28.941 | 29.627 | 2,4 |
| Elevator Technology | 46.243 | 47.561 | 49.112 | 50.282 | 51.335 | 2,1 |
| Industrial Solutions | 18.773 | 18.111 | 18.841 | 18.546 | 19.388 | 4,5 |
| Materials Services | 36.568 | 27.595 | 26.978 | 30.289 | 20.226 | – 33,2 |
| Steel Europe 1) | 28.843 | 27.761 | 26.961 | 27.858 | 27.601 | – 0,9 |
| Steel Americas | 4.060 | 3.992 | 4.112 | 3.466 | 3.725 | 7,5 |
| Corporate | 2.803 | 3.084 | 3.115 | 2.990 | 3.004 | 0,5 |
| Mitarbeiter fortgeführter Aktivitäten 1) | 168.560 | 156.115 | 156.856 | 162.372 | 154.906 | – 4,6 |
| Stainless Global | 11.490 | 11.846 | 0 | 0 | 0 | — |
| Mitarbeiter Konzern 1) | 180.050 | 167.961 | 156.856 | 162.372 | 154.906 | – 4,6 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
In Deutschland sank die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum 30. September 2014 um 1.604 auf 59.806, Deutschland blieb jedoch mit einem Anteil von 38,6 % an der Belegschaft wichtigste Region. 19,6 % aller Mitarbeiter waren zum 30. September 2015 im europäischen Ausland beschäftigt, 18,3 % im Raum Asien/Pazifik – insbesondere in China und Indien –, 13,8 % im NAFTA-Raum, in Südamerika 8,7 % sowie rund 1 % in Afrika.
| Mitarbeiter nach Regionen (30.09.) | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | Veränderung in % |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Deutschland 1) | 69.122 | 64.380 | 58.164 | 61.410 | 59.806 | – 2,6 |
| Europa (ohne Deutschland) | 36.319 | 34.701 | 29.921 | 30.606 | 30.413 | – 0,6 |
| Nord- und Mittelamerika | 24.518 | 22.116 | 20.564 | 20.555 | 21.422 | 4,2 |
| Südamerika | 22.568 | 21.320 | 22.078 | 21.426 | 13.529 | – 36,9 |
| Asien/Pazifik | 24.742 | 24.170 | 24.907 | 26.968 | 28.344 | 5,1 |
| Afrika | 2.781 | 1.274 | 1.222 | 1.407 | 1.392 | – 1,1 |
| Weltweit 1) | 180.050 | 167.961 | 156.856 | 162.372 | 154.906 | – 4,6 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
| Weitere Personalkennziffern Konzern (30.09.) | |||
|---|---|---|---|
| 2013/2014 | 2014/2015 | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Personalaufwand 1) | Mio € | 8.553 | 8.536 |
| Anteil Frauen an der Belegschaft 1) | % | 14,5 | 14,9 |
| Anteil Frauen in Führungspositionen 2) | % | 8,8 | 10,2 |
| Anteil Auszubildende an der Belegschaft 1), 3) | % | 5,4 | 5,1 |
| Krankenstand 2) | % | 3,1 | 3,2 |
| Unfälle (pro 1 Mio Arbeitsstunden) 2) | 4,8 | 4,6 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
2) Ohne anteilig in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen
3) In Deutschland
Personalstrategie
Die Personalstrategie „HR Global 2020“ ist ein Element der Strategischen Weiterentwicklung von thyssenkrupp. Die darin definierten Ziele und Maßnahmen stärken unsere Positionierung als diversifizierter Industriekonzern und unsere Attraktivität als Arbeitgeber. Vor dem Hintergrund des stetigen Wandels von thyssenkrupp und des für die Personalstrategie relevanten großen Trends der Digitalisierung, Vielfalt und Demografie sind die verzeichneten Erfolge in den folgenden Bereichen maßgeblich:
Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement zeigen Fortschritte
Die Sicherheit und die Gesundheit unserer Mitarbeiter stehen für uns an erster Stelle und sind die Basis für unseren Unternehmenserfolg. Im Berichtszeitraum konnte die Unfallzahl um 4,2 % auf 4,6 Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden gesenkt werden. Dies zeigt eine signifikante Verbesserung, auch wenn das selbstgesteckte Ziel von 3,8 Unfällen pro 1 Mio Arbeitsstunden damit noch nicht erreicht wurde. Wir arbeiten weiter an einer kontinuierlichen Verbesserung: Bis zum Jahr 2020 soll die Unfallrate pro 1 Mio Arbeitsstunden im Vergleich zum Vorjahr jeweils um mindestens 10 % gesenkt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, stärken wir das Bewusstsein für Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement aller Mitarbeiter und arbeiten an einer konzernweit systematischen Umsetzung und Messung von Aktivitäten durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement.
In Anlehnung an unser Leitbild haben wir eine Arbeitssicherheits- und Gesundheitspolitik verabschiedet, ein konzernweites Steuerungsgremium etabliert und das Controlling um Kennzahlen zum Gesundheitsmanagement erweitert. So erhebt thyssenkrupp beispielsweise Angebote und Teilnehmerzahlen von Gesundheitsförderprogrammen, der Ersthelfersituation und der psychosozialen Unterstützung an den verschiedenen Standorten. Anlässlich des „Welttages für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ am 28. April 2015 hat thyssenkrupp außerdem mit großem Erfolg zur konzernweiten „WE Care“-Kampagne aufgerufen: In knapp 70 Ländern wurden dabei mehr als 150.000 thyssenkrupp-Mitarbeiter und Mitarbeiter von Subunter-nehmern angesprochen.
Unternehmenskultur: erste konzernweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt
Als diversifizierter Industriekonzern stärken wir unsere Arbeitgeber-Attraktivität in den für uns wichtigen Mitarbeiter- und Bewerbergruppen. Eine Unternehmenskultur mit gemeinsamen Werten wie Teamgeist, gute Kommunikation, Leistungsbereitschaft, Erfolgsorientierung und einem respektvollen Umgang mit Kollegen, Kunden, Investoren und Wettbewerbern ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Diese Werte haben wir 2011 in unserem Leitbild festgeschrieben. Die Meinung unserer Mitarbeiter ist unser wichtigstes Instrument, um diese Kultur weiterzuentwickeln.
Mit der ersten konzernweiten Mitarbeiterbefragung im Jahr 2014 haben wir Rückmeldungen von mehr als 105.000 Mitarbeitern weltweit erhalten. Die hohe Rücklaufquote von 75 % belegt das solide Fundament unserer Kultur. Gut ein Jahr nach Abschluss der Mitarbeiterbefragung 2014 sind auch die Folgearbeiten in vollem Gange: Seit März 2015 liegen detaillierte Teamberichte in 24 Sprachen vor; in über 4.800 Workshops sind diese besprochen worden; tausende Verbesserungsmaßnahmen werden derzeit vor Ort umgesetzt. Mit einem besonderen Fokus auf die konzernweit definierten Handlungsfelder „Vertrauen und Zusammenarbeit“ und „bessere Vermittlung der Unternehmensziele“ arbeiten wir auch gemeinsam weiter an unserer Unternehmenskultur. Die nächste Mitarbeiterbefragung ist für den Herbst 2016 vorgesehen.
Weiterentwicklung bei Qualifizierung und Talententwicklung ausgehend von hohem Niveau
Hervorragend qualifizierte Fachkräfte sind die Grundlage für unsere hohe Lösungskompetenz. Dafür arbeiten wir an systematischer Nachwuchsförderung und Bewerbermanagement, passgenauen Qualifikations-angeboten und einer konzernweiten Talententwicklung.
Wir entwickeln unsere Ausbildung ausgehend von einem hohen qualitativen Niveau kontinuierlich weiter und investieren nachhaltig in diesen Bereich, beispielsweise durch den Aufbau weiterer Ausbildungszentren. Wir haben unsere Kooperationen mit Universitäten gestärkt und ein weltweit einheitliches Bewerbermanagement-System eingeführt. Um die persönliche und berufliche Entwicklung unserer Mitarbeiter zu unterstützen, bauen wir unser Talentmanagement aus. Regionale Talentpools erweitern den Blick auf Talente in weiteren Ebenen und Regionen. Neben der Entwicklung von Nachwuchsführungskräften qualifizieren wir unsere Experten spezifisch und schaffen Transparenz über die vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten im Konzern. Unter dem Dach der thyssenkrupp Academy wurden beispielsweise Lernangebote für funktionale Experten geschaffen. Sie unterstützen die Neuausrichtung der Funktionsbereiche, indem sie neue Arbeitsweisen und aktuelles Fachwissen vermitteln. Der 2014 aufgebaute konzerninterne Arbeitsmarkt JOBCOMPASS hat sich inzwischen etabliert und bietet allen Mitarbeitern, die sich aktiv weiterentwickeln oder verändern wollen, neue Beschäftigungsmöglichkeiten.
Vielfalt und Austausch gestärkt
Der Erfolg unserer Netzwerkorganisation beruht unter anderem auf der erfolgreichen Zusammenarbeit über Bereichsgrenzen hinweg. Seit Sommer 2015 können unsere Mitarbeiter deshalb im Zuge eines „Job Swap“ ihren Arbeitsplatz für einen bestimmten Zeitraum mit einem Kollegen tauschen. Auch den Austausch unter unseren Potenzialträgern bauen wir systematisch aus: Im Rahmen von Entwicklungsprogrammen können sie über strategische Herausforderungen des Unternehmens diskutieren und ebenfalls ihr Netzwerk ausbauen.
Die Zusammenarbeit in der Netzwerkorganisation ist ein Ansatz, wie wir Vielfalt fördern. Ein weiterer ist das systematische Diversity & Inclusion-Management. Eines unserer Ziele in diesem Bereich ist, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen: Bis zum Geschäftsjahr 2019/2020 wollen wir hier einen Frauenanteil von weltweit 15 % erreichen. Dazu wenden wir unter anderem durchgängig neu definierte Besetzungsprozesse für die Top-Führungspositionen an. Unsere Maßnahmen zeigen Wirkung: Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Frauenanteil in Führungspositionen bereits um 1,4 Prozentpunkte auf 10,2 % (Vorjahr: 8,8 %). Weitere Informationen zur Umsetzung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung.
Führungskompetenzen kontinuierlich weiterentwickelt
Basierend auf dem etablierten Führungskräfteentwicklungs- und -bewertungssystem thyssenkrupp PerspActive unterstützt die thyssenkrupp Academy die Führungskräfte dabei, die Führungskultur entlang gemeinsamer Werte weiterzuentwickeln. Auch hier prägen Netzwerkgedanke, Vielfalt und Austausch die Angebote. In der Leadership Academy haben sich im Berichtsjahr ca. 700 thyssenkrupp-Führungskräfte vernetzt. Auch bei strategischen und kulturellen Veränderungsprojekten unterstützt die Leadership Academy, so zum Beispiel bei den Folgearbeiten aus der Mitarbeiterbefragung.
Harmonisierung der Vergütungssystematik fortgesetzt
Einen weiteren Schritt in Richtung einheitlicher Personalprozesse hat thyssenkrupp in der Vergütungs-systematik gemacht: Im Berichtsjahr wurde die Einführung der einheitlichen Vergütungssystematik für die Führungskräfte der Managementebenen direkt unterhalb der Vorstände der Business Areas fortgesetzt. Ergänzend wurde auch die langfristige Vergütungskomponente Long-Term-Incentive-Plan (LTI) für die weiteren ausgewählten Führungskräfte angepasst. Die neuen Planparameter wurden an die des LTI-Programms für den Vorstand der thyssenkrupp AG angeglichen. Damit ist die Plangestaltung nun für alle berechtigten Ebenen einheitlich.
TECHNOLOGIE UND INNOVATIONEN
Innovationsstrategie
Um künftige Geschäftsfelder für thyssenkrupp zu erschließen, identifizieren wir die Bedürfnisse des Marktes und unserer Kunden frühzeitig und beziehen sie bereits in die ersten Schritte bei der Entwicklung neuer Lösungen ein. Wir verfolgen einen systemischen Innovationsansatz, indem wir innerhalb des Konzerns über klassische Branchen- und Technologiegrenzen hinweg miteinander kooperieren und konzernweit grundlegende Innovations- und Fertigungsprozesse vereinheitlichen. Dadurch nutzen wir gezielt unsere Verbundkraft als diversifizierter Industriekonzern.
Grundlage unserer Innovationskraft ist ein weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz (F&E-Netzwerk) mit mehr als 3.000 Mitarbeitern an über 100 Standorten. Wir ergänzen dieses F&E-Netzwerk, indem wir mit externen Partnern, etwa Universitäten und Forschungsinstituten, zusammenarbeiten. Ein Beleg für unsere Innovationskraft sind die rund 2.000 gewerblichen Schutzrechte, die wir im Berichtszeitraum neu angemeldet haben. Damit umfasst das thyssenkrupp Patentportfolio nun etwa 17.000 Patente und Gebrauchsmuster.
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf 735 Mio €; das entspricht einer Steigerung um 4 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2013/2014. Die bereinigte F&E-Quote – der Anteil der F&E-Kosten am Umsatz ohne Handel und Distribution – lag bei 2,3 %. Dabei haben wir unser eigenes Projektvolumen weiter deutlich gesteigert. Die kundenauftragsbezogenen Entwicklungskosten waren hingegen leicht rückläufig; dies reflektiert vor allem den geringeren Auftragseingang bei Industrial Solutions. Unser Ziel ist eine bereinigte F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5 %.
| Forschung und Entwicklung 1) | |||
|---|---|---|---|
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
| --- | --- | --- | --- |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 301 | 330 | 10 |
| Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten | 44 | 55 | 25 |
| Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten | 364 | 350 | – 4 |
| Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen Konzern | 709 | 735 | 4 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
Im Geschäftsjahr 2014/2015 wurden Entwicklungskosten in Höhe von 18 Mio € aktiviert; 2013/2014 waren es 16 Mio €. Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten – die Aktivierungsquote – stieg leicht auf 5,2 % gegenüber 5,0 % im vorangegangenen Geschäftsjahr.
Entwicklungsschwerpunkte
thyssenkrupp steht für hochwertige Produkte und intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen mit einem überzeugenden Kosten-Nutzen-Verhältnis für unsere Kunden. Unsere Ingenieur- und Werkstoffkompetenz trägt dazu bei, die steigenden Anforderungen, die sich aus einer wachsenden Nachfrage bei gleichzeitiger Verknappung der Ressourcen ergeben, zu erfüllen („Mehr & Besser“).
Produktlebenszyklusmanagement
Dies gilt auch für die Einführung eines konzernweiten Prozesses über den Produktlebenszyklus (Product Lifecycle Management/PLM), mit der wir im Berichtszeitraum begonnen haben. Ziele sind die nahtlose Integration und die Echtzeit-Verfügbarkeit aller Informationen, die während eines Produktlebenszyklus entstehen. Der PLM-Prozess umfasst sowohl den Innovationsprozess mit Ideenfindung, Portfoliomanagement und frühzeitiger Integration von Kunden- und Marktbedürfnissen als auch Engineering, Produktion und After-Sales-Service sowie schließlich das Ende des Produktlebenszyklus, wenn wir das Produkt vom Markt nehmen. Unsere konzernweit verbindlichen Vorgaben für das PLM gelten künftig für alle Produkte, Lösungen und Services von thyssenkrupp; sie werden von den Business Areas an ihre spezifischen Bedürfnisse angepasst. Mit diesem Rahmen ist ein Prozess vorgegeben, mit dem wir die Stufen des Produktlebens-zyklus harmonisieren und steuern. Es bildet damit die Grundlage für Spitzenleistungen in allen Phasen der Produktentwicklung, des Engineering, der Fertigung und Vermarktung. Unter anderem erhalten unsere Kunden dadurch exakt auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen.
Digitalisierung
PLM ist auch Teil der digitalen Transformation von thyssenkrupp und einer der Referenzprozesse innerhalb des Konzernprogramms „daproh“ zur konzernweiten Daten- und Prozessharmonisierung. Ziele von „daproh“ sind automatisierte, effiziente und sichere Geschäftsprozesse auf der Basis einer integrierten, zentral definierten Systemarchitektur. Wir wollen damit kundenorientierter arbeiten, Prozesse noch schlanker machen, Wissen und Kompetenzen effektiver innerhalb des Unternehmens nutzen sowie Daten jederzeit weltweit abrufbar machen. Das Programm verbessert die Transparenz innerhalb des Konzerns, verringert die Komplexität und unterstützt die operative Steuerung der Geschäfte.
Industrie 4.0
Zugleich ist PLM – neben dem werksübergreifenden Datenaustausch und der Kontrolle sämtlicher Produktionsdaten, die ebenfalls auf „daproh“ abgestimmt sind – eines der drei Hauptelemente der Implementierung von Industrie 4.0 bei thyssenkrupp. Durch die Vernetzung aller an der Wertschöpfung beteiligten Instanzen sind damit alle relevanten Informationen jederzeit verfügbar. thyssenkrupp hat bereits zahlreiche Industrie-4.0-Lösungen in seinen Business Areas eingeführt. Beispielsweise gibt es in der Liefer- und Vertriebslogistik für Stahl am Standort Hagen-Hohenlimburg ein kunden-, produzenten- und lieferantenübergreifendes Datennetzwerk: Bei dieser Lösung haben Kunden direkten Zugang zu den Produktionsdaten und können die gewünschten Produkteigenschaften bis kurz vor der Fertigung nach ihren Wünschen verändern. In der Nockenwellenproduktion am Standort Ilsenburg sind Maschinen und Werkstücke miteinander vernetzt und kommunizieren selbsttätig Fertigungsinformationen. Der Standort steigert dadurch die Qualität und Flexibilität in der Produktion und verringert gleichzeitig die Kosten. Bei Elevator Technology kommen vernetzte Aufzugssensoren zum Einsatz, die ihre Daten direkt in die Cloud senden. Diese Daten werden aufbereitet und den Servicetechnikern zur Verfügung gestellt. Das ermöglicht eine vorausschauende Wartung und Instandhaltung und damit eine deutliche Verbesserung des Servicegeschäfts der Business Area.
Innovation-Foresight-Prozess
thyssenkrupp hat im Berichtszeitraum ferner einen sogenannten Innovation-Foresight-Prozess initiiert, aus dem zukünftige Kunden- und Marktanforderungen abgeleitet werden können. Dieser Prozess wird dauerhaft im Konzern etabliert. Damit wollen wir künftig regelmäßig Zukunftsszenarien über mehr als 20 Jahre entwickeln, auf die wir unsere langfristige Forschungs- und Entwicklungsstrategie ausrichten können. Innovation Foresight ist eine zuverlässige und etablierte Methode der Zukunftsforschung,
Carbon2Chem
In unserem branchenübergreifenden Verbundprojekt Carbon2Chem wollen wir langfristig die Hüttengase aus unserem Stahlwerk in Duisburg als Ausgangsstoff für die Chemieproduktion verwenden. Dies umfasst, neben Kohlenmonoxid (CO), Wasserstoff und Methan auch das in den Hüttengasen enthaltene Kohlenstoffdioxid (CO2). Als Energiequelle für die chemischen Prozesse soll überschüssiger Strom aus erneuerbaren Quellen dienen. Beteiligt sind neben dem Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr weitere Forschungseinrichtungen sowie führende Unternehmen aus der Chemieindustrie und der Energiewirtschaft. Auch das Land Nordrhein-Westfalen wird sich in diesem langfristig angelegten Projekt engagieren. Das Projekt hat das Potenzial, sowohl zum Gelingen der Energiewende als auch zur Reduktion der kumulierten CO2-Emissionen des industriellen Verbunds nachhaltig beizutragen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde auf dem Gelände von thyssenkrupp Steel Europe ein Grundstück für den Bau eines Technikums vorbereitet. Hier sollen u.a. Betriebserfahrungen mit echten Hüttengasen gesammelt, die Reinigung von großen Mengen an Hüttengasen erprobt und unterschiedliche Katalysatoren untersucht werden.
Innovationen in den Business Areas
Für das Verbundprojekt InCar®plus, an dem die Business Areas Components Technology, Steel Europe und Industrial Solutions beteiligt sind, haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr die weltweite Vermarktungsoffensive fortgeführt. InCar®plus ist das derzeit größte herstellerunabhängige Entwicklungsprojekt eines Automobilzulieferers. thyssenkrupp bündelt hier das gesamte automobile Know-how des Konzerns. Nachdem zunächst Automobilhersteller in Europa im Rahmen einer Technologie-Roadshow über die Ergebnisse und Potenziale des Projekts informiert wurden, folgten weitere Kundenpräsentationen bei Automobilproduzenten in den USA und in China. Die Rückmeldungen der Kunden sind positiv, erste Aufträge für InCar®plus-Lösungen liegen vor.
Im Geschäftsbereich für Industriekomponenten hat Components Technology in Lippstadt eines der weltweit modernsten Prüf- und Entwicklungszentren für Großwälzlagertechnologie in Betrieb genommen. Hier werden Großwälzlager für Windkraftanlagen mit bis zu 10 MW Leistung getestet. Damit stärkt thyssenkrupp seine Entwicklungskompetenz im Bereich Großwälzlager für seine Kunden aus der Windindustrie und dem allgemeinen Maschinenbau.
Elevator Technology hat im spanischen Gijón ein voll funktionsfähiges Modell des neuen MULTI-Aufzugs im Maßstab 1:3 vorgestellt. Basierend auf der Technologie des Transrapids entwickelten wir ein seilloses Aufzugsystem, in dem sich Fahrgastkabinen nicht mehr nur vertikal bewegen, sondern auch horizontal. In einem Schacht fahren mehrere Kabinen unabhängig voneinander. Dadurch erhöht sich die Beförderungskapazität in einem Schacht um bis zu 50 %. Der Platzbedarf des Aufzugs im Gebäude kann um die gleiche Größenordnung reduziert werden. Ebenfalls auf der Linearmotor-Technologie des Transrapids beruht der Fahrsteig ACCEL. Das Beförderungssystem überzeugt mit Kapazität und hoher Geschwindigkeit – auch auf kurzen Strecken, ohne Wartezeiten für Passagiere. ACCEL transportiert bis zu 30 % mehr Personen als konventionelle Fahrsteige und kann die Transferzeit zwischen den Terminals eines Flughafens um bis zu ein Drittel verringern. Beide Projekte sind Beispiele für die konsequente Nutzung unserer Verbundkraft als diversifizierter Technologiekonzern.
Industrial Solutions hat durch ein Innovationsprogramm die Energieeffizienz von Ammoniakanlagen deutlich gesteigert. Diese Anlagen sind Teil einer Produktionskette zur erdgasbasierten Herstellung von Düngemitteln; in dieser Technologie sind wir weltweit führend. Mit dem neuen Ansatz nutzen wir u.a. den hohen Wirkungsgrad einer Gasturbine als Antrieb von Arbeitsmaschinen. Darüber hinaus wird die ent-stehende Wärme zur Dampferzeugung genutzt. So können wir den spezifischen Energiebedarf zur Herstellung von Harnstoff, der u.a. als Düngemittel eingesetzt wird, signifikant senken.
Ab Anfang 2017 soll die von Industrial Solutions entwickelte drucklose Wasserelektrolyse als Energie-speichertechnologie marktfähig sein. Der weltweite Markt für solche Lösungen wächst rapide, weil sich erneuerbare Energien immer mehr am Energiemarkt durchsetzen. Doch die Energiemengen, die sich aus Wind und Sonne gewinnen lassen, unterliegen starken Schwankungen. Energiespeicherlösungen wie Wasserelektrolyse können Phasen mit geringer Erzeugung ausgleichen. Bei dieser Technologie wird Wasser mithilfe von Elektrizität in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Der Wasserstoff lässt sich als Energieträger lagern, bei Bedarf wieder verstromen, für Brennstoffzellen-Antriebe nutzen oder für die Herstellung anderer Chemikalien einsetzen. Bei der Entwicklung der drucklosen Wasserelektrolyse hilft uns unsere langjährige Erfahrung mit der Chloralkali-Elektrolyse, für die ganz ähnliche Komponenten gebraucht werden.
Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt im Bereich Energiespeichersysteme sind Redox-Flow-Batterien. Bei der Technologie wird Strom als chemische Energie in zwei Tanks gespeichert, die anorganische Säuren enthalten, in denen Salze gelöst sind. Die beiden Tanks sind mit elektrochemischen Zellen verbunden, die den Strom in chemische Energie beziehungsweise chemische Energie in Strom umwandeln.
Redox-Flow-Batterien können sehr schnell auf die jeweilige Versorgungssituation reagieren und in Sekundenbruchteilen von Speichern auf Entladen umstellen. Ein weiterer Vorteil: Die speicherbare Strommenge ist frei skalierbar. Je größer die Tanks, desto mehr Strom kann gespeichert werden. Die Leistung der Batterien hängt von der Größe der aktiven Fläche der elektrochemischen Zellen, also der Elektroden ab. Bisher liegt die aktive Zellfläche in der Praxis bei etwa 0,4 m2.
Industrial Solutions hat sich zum Ziel gesetzt, eine Zellfläche von mehr als 2,5 m2 zu erreichen. Damit ließe sich ein industriell nutzbarer Speicher mit einer Leistung von 20 MW und einer Kapazität von 200 MWh bauen. Gleichzeitig würden sich die leistungsbezogenen Kosten für die Energiespeicherung auf mindestens ein Drittel verringern.
Nachfrage und Verbreitung von Online-Handel nehmen stetig zu. Materials Services gestaltet diesen Wandel aktiv mit und bietet seinen Kunden ausgereifte digitale Lösungen. Bereits 2007 wurde in den USA mit „Online Metals“ erfolgreich ein Online-Shop gestartet. Dieses erfolgreiche Konzept wird jetzt auch in Europa umgesetzt.
Mit seiner digitalen Business-Strategie ergänzt Materials Services konsequent seine bestehenden Vertriebsstrukturen: Die Business Area verfolgt dabei einen dualen Ansatz in Richtung bestehender und neuer Kundengruppen. So stehen den Kunden bereits Online-Portale für Werkstoffe in Deutschland sowie auch für Kunststoffe zur Verfügung. Der nächste Schritt ist der Start einer Shop-Lösung für Kleinbetriebe und Endkunden in ausgewählten europäischen Ländern.
Materials Services unterstreicht damit seine Vorreiterrolle in der Branche und ergänzt sein Angebot und seine Infrastruktur um weitere digitale Vertriebskanäle. Eine effiziente Logistik ist dabei wesentlich: Mit eigenen Lager- und Service-Centern können auch individuelle Kundenwünsche bedarfsgerecht erfüllt werden. Materials Services will mit seinen digitalen Angeboten stärker als der Markt wachsen.
Mit dem Werkstoffverbund TriBond® hat im Berichtsjahr eine wegweisende Innovation von Steel Europe den Serienstatus erreicht. Der dreilagige Werkstoff besteht aus einem Kern aus höchstfestem Stahl, der von gut umformbaren Stahlschichten umschlossen ist. So können unterschiedliche, teils konträre Eigenschaftsprofile realisiert werden, die mit homogenen Werkstoffen nicht darstellbar wären: hohe Umformbarkeit und maximale Festigkeit in einem Produkt. Durch TriBond® wird mehr Sicherheit im Fahrzeug erreicht, verbunden mit einer Gewichtsreduktion, die die Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugs erhöht. thyssenkrupp ist der einzige Automobilzulieferer, der maßgeschneiderte Werkstoffverbunde dieser Bauart serienreif anbieten kann.
Zur besseren Nutzung der Windkraft hat Steel Europe unter dem Projektnamen „TetraFlex“ ein innovatives Konzept für Windkrafttürme mit Nabenhöhen von 120 bis 200 m entwickelt. In größeren Höhen herrschen stärkere und konstantere Winde, die eine deutliche Steigerung des Stromertrags ermöglichen. Im Mittelpunkt des Konzepts steht eine erhebliche Kostensenkung bei Produktion, Transport sowie Auf- und Abbau der Türme. TetraFlex setzt auf spiralnahtgeschweißte Rohre und innovative Knotenpunkte für deren Verbindung. Deutliche Gewichtseinsparungen im Vergleich zu konventionellen Türmen erzielen wir unter anderem dadurch, dass wir die geschlossene Struktur des unteren Konstruktionsbereichs aufgebrochen und durch Ständer aus vier Rohrprofilen ersetzt haben. Derzeit wird die Zusammenarbeit mit Herstellern aus der Windenergiebranche geprüft.
UMWELT, KLIMA UND ENERGIE
thyssenkrupp entwickelt sein Umwelt- und Energiemanagement kontinuierlich weiter, um die Energie- und Ressourceneffizienz zu steigern und Umweltbelastungen möglichst gering zu halten. Dabei stellen wir höchste Ansprüche an uns selbst.
Betrieblicher Umwelt- und Klimaschutz
An unseren Standorten setzen wir weltweit modernste Umweltschutztechnologien nach dem jeweils besten verfügbaren Standard ein. Wir investieren regelmäßig in Anlagen wie Staubfilter, Abwasseraufbereitung oder Ölabscheider und optimieren unsere Fahrzeugflotten in puncto Emissionen. Im Berichtsjahr fielen laufende Aufwendungen für Luftreinhaltung und Abfallwirtschaft sowie für Gewässer-, Lärm-, Boden- und Naturschutz in Höhe von 486 Mio € an.
Verbindliches Ziel für den betrieblichen Umweltschutz ist, dass alle Konzernunternehmen mit umwelt-relevanten Aktivitäten ihr Umweltmanagement bis zum Geschäftsjahr 2019/2020 am internationalen Standard ISO 14001 ausgerichtet haben. Das heißt, dass der betriebliche Umweltschutz an unseren Standorten – entsprechend den Regelungen dieser Norm – laufend weiterentwickelt wird. Die interne Zielvorgabe betrifft derzeit über 70 Unternehmen. Mehr als drei Viertel davon erfüllen die Norm schon heute. Damit wird das Umweltmanagement bei thyssenkrupp, bezogen auf die Belegschaft, bereits zu über 50 % nach ISO 14001 gehandhabt.
Regelmäßige Audits und Prüfungen stellen zudem sicher, dass auch sonstige relevante Anforderungen und geltende Rechtsvorschriften eingehalten werden. Im Hinblick auf den EU-Emissionshandel (ETS) wurden an den betroffenen Standorten umfangreiche CO2-Monitoring-Systeme eingerichtet. Im Kalenderjahr 2014 summierten sich die CO2-Emissionen, die unter den Emissionshandel fielen, auf rund 18,9 Mio t. Die zugeteilten Zertifikate für den gleichen Zeitraum umfassten rund 18,7 Mio t.
Energieeffizienz
Der effiziente Umgang mit Ressourcen und Energie ist für thyssenkrupp ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Mit dem konzernweiten Programm GEEP (Group-wide Energy Efficiency Programme) wollen wir bis zum Geschäftsjahr 2019/2020 nachhaltige Effizienzsteigerungen von 3,5 TWh erreichen. Seit Beginn des Programms im Jahr 2013/2014 wurden davon bereits 2,2 TWh durch standortbezogene Projekte realisiert, u.a. durch bessere Nutzung von Abwärme, Reduzierung von Stand-by-Zeiten oder Erneuerung von Anlagenkomponenten. Einen wesentlichen Beitrag leisteten die Business Areas Steel Americas und Steel Europe: Mit den erzielten Effizienzgewinnen können wir CO2-Emissionen von rund 0,8 Mio t pro Jahr vermeiden. Um diese kontinuierliche Verbesserung zusätzlich zu unterstützen, werden im Rahmen von GEEP laufend Effizienz- und Benchmarking-Analysen durchgeführt und Experten-Workshops abgehalten, etwa im Rahmen der jährlichen Energy Efficiency Days.
Basis und Voraussetzung für die genannten Effizienzsteigerungen ist ein systematisches Energiemanagement in den Produktions- und Serviceprozessen. Konzernunternehmen mit relevantem Energieverbrauch müssen daher zusätzlich ihr Energiemanagement an den ambitionierten Anforderungen des Standards ISO 50001 ausrichten – Zieldatum ist auch hier das Geschäftsjahr 2019/2020. Von mehr als 50 betroffenen Unternehmen hatte im Berichtsjahr bereits ein Viertel die Vorgaben erfüllt. Bezogen auf den jährlichen Energieverbrauch ist ISO 50001 zu etwa zwei Dritteln umgesetzt.
Weitere Informationen zu Umwelt, Klima und Energie finden Sie im Chancen- und Risikobericht sowie auf unserer Website.
| Kennzahlen Umwelt, Klima und Energie | |||
|---|---|---|---|
| 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung | |
| --- | --- | --- | --- |
| Laufende Umweltschutzaufwendungen (in Mio €) 1) | 589 | 486 | – 17 % |
| Investitionen in Umweltschutz (in Mio €) 1) | 99 | 86 | – 13 % |
| Kumulierte Effizienzgewinne in TWh | 1,5 | 2,2 | 0,7 |
| Implementierungsquote ISO 14001 (in % der relevanten Unternehmen zum 30.09.) | 69 | 77 | +8 %-P. |
| Implementierungsquote ISO 50001 (in % der relevanten Unternehmen zum 30.09.) | 19 | 25 | +6 %-P. |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
EINKAUF
In den vergangenen drei Geschäftsjahren haben wir mit „synergize+“, der Konzerninitiative zur Senkung der Materialkosten, eine durchgängige Organisation für die Beschaffung über Geschäfte, Funktionen und Regionen hinweg etabliert. Auf diese Weise stellen wir eine konzernweit einheitliche strategische Ausrichtung der Beschaffung sicher und steuern unser globales Einkaufsvolumen effektiv.
Konzerninitiative „synergize+“
Über drei Geschäftsjahre hinweg, von 2012/2013 bis einschließlich 2014/2015, hat „synergize+“ rund die Hälfte der gesamten EBIT-Effekte des Konzernprogramms „impact“ erwirtschaftet. Wir erwarten, dass „synergize+“ auch in den kommenden Jahren Beiträge in vergleichbarer Größenordnung erzielen wird. Ein Schwerpunkt der Initiative ist das strategische Cluster Management, bei dem die Einkaufsvolumina des Konzerns über Cluster gesteuert werden. Im Berichtsjahr haben wir durch den systematischen Ausbau des strategischen Cluster Managements den Anteil des Einkaufsvolumens, den wir gemeinschaftlich steuern, von 65 % auf 84 % erhöht.
Im Cluster Management nutzen wir konsequent Bündelungseffekte über Geschäfte, Regionen und Funktionen hinweg, setzen modernste Beschaffungsinstrumente wie E-Sourcing und E-Auctions sowie kaufmännische Methoden, beispielsweise die Beschaffungsmarktanalyse, ein. Zukünftig werden Ergebnis-effekte aus kaufmännischen Stellhebeln zunehmend durch technische ergänzt. Dazu werden wir gemeinsam mit anderen Fachbereichen (z.B. Engineering) noch stärker technische Methoden wie Design-to-Cost nutzen. Mit ausgewählten Lieferanten haben wir bereits bereichsübergreifend Redesign- und Innovationsworkshops durchgeführt und damit nicht nur Kosteneinsparungen, sondern auch technologische Verbesserungen erzielt. Zum Beispiel konnten wir durch Verwendung von Form- anstelle von Gussteilen bei der Produktion von Komponenten für die Automobilindustrie die Fertigungszeit eines Produkts um ca. 75 % reduzieren, was eine deutlich verkürzte Lieferzeit bzw. eine höhere Flexibilität bei Änderungswünschen für den Kunden bedeutet.
In der Verbundkraft des Konzerns und der stärkeren internen und externen Vernetzung sehen wir auch künftig hohe Synergiepotenziale.
Materialaufwand
Der Materialaufwand des Konzerns ist gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 26,8 Mrd € gestiegen. Gleich-zeitig nahm der Anteil des Materialaufwands am Konzernumsatz von 63,4 % auf 62,8 % leicht ab. Die Quoten der Business Areas lagen bedingt durch das Geschäftsmodell zwischen 37 % bei Elevator Technology und 83 % bei Materials Services, wie aus der folgenden Grafik hervorgeht:

Auch im Berichtsjahr hat unser weltweiter Einkauf die Werke mit ausreichend Materialien versorgt. Weitere Informationen finden Sie im Chancen- und Risikobericht unter „Beschaffungsrisiken“.
| Materialaufwand nach Business Areas | |||
|---|---|---|---|
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 | Veränderung in % |
| --- | --- | --- | --- |
| Components Technology | 3.801 | 4.224 | 11 |
| Elevator Technology | 2.455 | 2.631 | 7 |
| Industrial Solutions | 4.111 | 3.950 | – 4 |
| Materials Services | 11.191 | 11.791 | 5 |
| Steel Europe 1) | 5.442 | 5.301 | – 3 |
| Steel Americas | 1.414 | 1.159 | – 18 |
| Corporate | 49 | 53 | 8 |
| Konsolidierung | – 2.315 | – 2.260 | — |
| Materialaufwand fortgeführter Aktivitäten 1) | 26.148 | 26.849 | 3 |
| Stainless Global | 0 | 0 | — |
| Konsolidierung | 0 | 0 | — |
| Materialaufwand Konzern 1) | 26.148 | 26.849 | 3 |
1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. Anhang-Nr. 01).
Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement
Wir arbeiten künftig nur noch mit Lieferanten zusammen, die unseren Verhaltenskodex für Lieferanten (Supplier Code of Conduct) unterzeichnet haben und sich nach den darin festgelegten Grundsätzen und Anforderungen richten. Jedes Jahr überprüfen wir in Audits bei mindestens 100 Lieferanten, ob diese die Grundsätze zuverlässig beachten und die Anforderungen nachhaltig erfüllen; bei der Auswahl der Lieferanten legen wir unseren Schwerpunkt auf Lieferanten aus Ländern mit erhöhtem Beschaffungsrisiko. Im Berichtsjahr haben wir 135 Lieferantenaudits durchgeführt. Im Anschluss an die Audits überprüfen wir, ob die beschlossenen Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden. Damit unterstützen wir die Lieferantenentwicklung und minimieren Risiken.
NACHTRAGSBERICHT
Zwischen dem Stichtag des Berichtsjahres (30. September 2015) und der Freigabe des Berichts zur Veröffentlichung (17. November 2015) sind keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.
PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
PROGNOSE 2015/2016
Gesamtaussage des Vorstands
Wir erwarten, dass unsere Kernsteuerungsgrößen insgesamt auch im Geschäftsjahr 2015/2016 die weiteren Fortschritte bei unserer Strategischen Weiterentwicklung widerspiegeln. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch hohe Unsicherheiten gekennzeichnet und weite Teile unserer Werkstoff- und Komponentengeschäfte daher aktuell nicht wesentlich über ein Quartal hinaus verlässlich planbar sind. Sorge bereitet insbesondere der Importdruck auf den Werkstoffmärkten vor allem aus Asien. Angesichts der volatilen Energie- und Rohstoffpreise zeigen sich unsere Kunden im Anlagenbau zudem nach wie vor zurückhaltend bei der Vergabe von Großprojekten. Die VW-Abgaskrise hat derzeit keine deutlich negativen Auswirkungen auf die Volumen der bei uns abgerufenen Automobilkomponenten oder Werkstoffe; der Preisdruck dürfte infolge der bereits öffentlich angekündigten Kostensenkungsprogramme hingegen zunehmen, lässt sich jedoch noch nicht eingrenzen. Insgesamt halten wir einen vorsichtigen Blick auf die Geschäftsentwicklung 2015/2016 für geboten. Wir erwarten einen deutlichen Anstieg bei Jahresüberschuss und tkVA, einen FCF vor M&A auf Vorjahresniveau sowie ein Bereinigtes EBIT zwischen 1,6 – 1,9 Mrd €. Aufgrund der hohen Unsicherheiten auf den Werkstoffmärkten mit einem unseres Erachtens aktuell nicht nachhaltigen Importdruck halten wir beim Bereinigten EBIT einen Prognosekorridor für angemessen. Entscheidend für die Zielerreichung im angelaufenen Geschäftsjahr werden wiederum die Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Rahmen von „impact“ sein: für 2015/2016 streben wir erneut EBIT-Effekte aus „impact“ von 850 Mio € an, die den beschriebenen Markteffekten entgegenwirken, die Basis für das profitable Wachstum im Aufzugsgeschäft bilden sowie Freiräume für notwendige Maßnahmen schaffen, um unsere IT-Infrastruktur und Prozesslandschaft zukunftsfähig zu machen.
Wesentliche Annahmen
Wichtige Voraussetzung für die erwartete Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen ist die Annahme, dass es zu keiner weiteren Eskalation der geopolitischen Krisen kommt und die schwache konjunkturelle Dynamik in den Schwellenländern keine stärkeren Rückschläge und Wachstumseinbrüche erfährt, die sich spürbar negativ auf die Konjunktur der Weltwirtschaft auswirken würden.
Für das angelaufene Geschäftsjahr unterstellen wir die Fortsetzung der derzeitigen Trends: eine bestenfalls moderat aufwärts gerichtete Entwicklung im Euro-Raum, eine im Saldo schwache Wachstumsdynamik in den Schwellenländern und eine stabile konjunkturelle Entwicklung in den USA.
Weltweit wird sich die Stahlnachfrage voraussichtlich stabilisieren; sowohl in Europa als auch in den USA dürfte sie moderat im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen. In Brasilien wird eine Bodenbildung bei der Marktversorgung auf niedrigem Niveau, in China nochmals ein Rückgang erwartet. Der Importdruck vor allem aus Asien wird den europäischen Stahlmarkt vermutlich stark belasten. Wir nehmen an, dass es keine weiteren größeren Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten geben wird und dass der Wettbewerb intensiv bleibt.
Die weltweite Automobilproduktion dürfte bei hohen Unsicherheiten weiter wachsen. In China sollten die Stückzahlen, nach sehr moderatem Wachstum in 2015 und auch gestützt durch staatliche Kaufanreizprogramme wieder etwas stärker steigen. In den USA und in Westeuropa insgesamt wird sich die Produktion vermutlich ebenfalls erhöhen. Für Deutschland erwarten wir eine seitwärts gerichtete Entwicklung. Die Automobilfertigung in Brasilien dürfte nach einem erneuten starken Rückgang 2015 auch im Prognosezeitraum – allerdings bei geringeren Raten – weiter rückläufig sein.
Aus der VW-Abgaskrise erwarten wir derzeit keine deutlich negativen Auswirkungen auf den Absatz unserer Automobilkomponenten oder Werkstoffe; der Preisdruck dürfte infolge der bereits öffentlich angekündigten Kostensenkungsprogramme hingegen zunehmen.
Der hohe Auftragsbestand mit guter Ergebnisqualität bei Elevator Technology und Industrial Solutions deckt die Umsatzentwicklung in unseren Aufzugs- und Projektgeschäften bereits weit ins neue Geschäftsjahr hinein ab.
Mehr zu den künftig erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt „Makro- und Branchenumfeld“.
Erwartung 2015/2016: Deutlicher Anstieg bei Jahresüberschuss und tkVA; Bereinigtes EBIT zwischen 1,6 – 1,9 Mrd €; FCF vor M&A auf Vorjahresniveau
Nachfolgend beschreiben wir die Geschäftsentwicklung für thyssenkrupp im Geschäftsjahr 2015/2016, die wir vor dem Hintergrund der beschriebenen Annahmen erwarten. Die Prognose und der Pro-forma-Vorjahresvergleichswert für den tkVA basieren dabei bereits auf dem aktualisierten Kapitalkostensatz für den Konzern. Zudem verwenden wir nun als liquiditätsorientierte Kernsteuerungsgröße den FCF vor M&A. Mehr zur Anpassung der Kapitalkostensätze sowie zu den Kernsteuerungsgrößen finden Sie im Kapitel „Grundlagen des Konzerns“, Abschnitt „Unternehmenssteuerung“.
Der Konzernumsatz sollte auf vergleichbarer Basis auf Vorjahresniveau liegen (Vorjahr: 42,8 Mrd €). Dabei erwarten wir in den Industriegütergeschäften ein organisches Wachstum bei Components Technology und Elevator Technology im einstelligen Prozentbereich sowie eine weitgehend seitwärts gerichtete Entwicklung bei Industrial Solutions. In den Werkstoffgeschäften dürfte bei hohem Importdruck der Umsatz schwächer ausfallen.
Das Bereinigte EBIT des Konzerns wird voraussichtlich zwischen 1,6 – 1,9 Mrd € liegen (Vorjahr: 1.676 Mio €). Aufgrund der hohen Unsicherheiten auf den Werkstoffmärkten mit einem unseres Erachtens aktuell nicht nachhaltigen Importdruck halten wir einen Prognosekorridor für angemessen. 850 Mio € geplante EBIT-Effekte aus „impact“ wirken den beschriebenen Markteffekten entgegen, bilden die Basis für das profitable Wachstum im Aufzugsgeschäft und schaffen Freiräume für notwendige Maßnahmen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Konzerns.
• Industriegütergeschäfte
- Bei Components Technology erwarten wir infolge des weiteren Hochlaufs der neuen Werke und der Effizienzsteigerungsprogramme trotz eines hohen Preis- und Margendrucks ein Bereinigtes EBIT mindestens auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 313 Mio €).
- Bei Elevator Technology rechnen wir mit einer Verbesserung des Bereinigten EBIT aus dem Umsatzwachstum und einer Erhöhung der Bereinigte-EBIT-Marge um 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte aus Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen (Vorjahr: 794 Mio €; 11,0 %).
- Bei Industrial Solutions werden Umsatz, Marge und damit das Bereinigte EBIT voraussichtlich auf Vorjahresniveau liegen (Vorjahr: 424 Mio €).
• Werkstoffgeschäfte
- Bei Materials Services streben wir ein Bereinigtes EBIT auf Vorjahresniveau an (Vorjahr: 206 Mio €); Belastungen aus dem Streik bei AST im Vorjahr, die im neuen Geschäftsjahr nicht anfallen, sowie Fortschritte bei den Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen und den Vertriebsinitiativen sollten dem Margendruck auf den Werkstoffmärkten entgegenwirken und die entfallenden Ergebnisbeiträge der veräußerten Aktivitäten kompensieren.
- Bei Steel Europe streben wir in einem von hohem Import- und Margendruck gekennzeichneten Stahlumfeld ein Ergebnis auf Vorjahresniveau an, konsequent weiter geführte Effizienzmaßnahmen und Differenzierungsinitiativen wirken den erheblichen negativen Markteffekten entgegen (Vorjahr: 492 Mio €).
- Bei Steel Americas streben wir in einem schwachen brasilianischen Stahlmarkt und einem schwierigen Preisumfeld aufgrund operativer Fortschritte und durch Effizienzprogramme ein Bereinigtes EBIT auf Vorjahresniveau an, soweit Stichtagseffekte aus Wechselkursen dem nicht entgegenlaufen (Vorjahr: –138 Mio €).
Unser Ziel ist weiterhin, mit deutlich positiven Jahresüberschüssen das Eigenkapital zu stärken; für das Geschäftsjahr 2015/2016 erwarten wir – auch infolge geringerer Belastungen aus Sondereffekten – erneut eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 268 Mio €).
Der tkVA des Konzerns sollte sich dementsprechend ebenfalls deutlich erhöhen (Vorjahr: –238 Mio €).
Wir arbeiten mit Nachdruck daran, die Mittelfreisetzung aus operativer Leistung nachhaltig zu verbessern; in einem eingetrübten Umfeld sollte der FCF vor M&A auf Vorjahresniveau liegen (Vorjahr: 115 Mio €).
Die Investitionen des Konzerns werden sich im angelaufenen Geschäftsjahr voraussichtlich auf rund 1,5 Mrd € belaufen (Vorjahr: 1.235 Mio €; vor Übernahme von Zahlungsmitteln im Rahmen der Anteilserhöhung an Marohn Elevator bei Elevator Technology und der Erstkonsolidierung von thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers bei Industrial Solutions betrugen die Investitionen 1.335 Mio €).
Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen sowie die Fortschritte bei der Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung werden wir – auch unter Beachtung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit – bei unserem Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung berücksichtigen.
CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
Chancen
Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen als diversifizierter Industriekonzern
Für den diversifizierten Industriekonzern thyssenkrupp ergeben sich erhebliche Chancen aus der zunehmenden Ausrichtung auf ertragsstarke Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte mit im Vergleich zu unseren Werkstoffgeschäften geringerer Volatilität und Kapitalintensität sowie auf die weltweiten Wachstumsregionen und -branchen. Darüber hinaus ergeben sich signifikante Chancen aus der Umsetzung der „impact“-Maßnahmen und profitablem Wachstum in den Business Areas. Zugleich ergeben sich für uns große Chancen durch gezielte übergreifende Initiativen und der konsequenten und systematischen Nutzung der Verbundkraft des Konzerns.
Definitionen
Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp Ereignisse oder Entwicklungen mit wesentlicher positiver Wirkung auf die Möglichkeiten, die Unternehmensziele zu übertreffen. Chancenmanagement umfasst entsprechend die Gesamtheit aller Maßnahmen, die den systematischen und transparenten Umgang mit Chancen fördern. Durch die integrale Verknüpfung der Planungs- und Reportingprozesse im Controlling mit den Strategieprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.
Chancenmanagement-Prozess
Im strukturierten und konzernweit standardisierten Prozess des sogenannten „Strategischen Dialogs“ bei thyssenkrupp werden jährlich in allen Business Areas die Strategien, inklusive der Chancen und Risiken aus relevanten Markt- und Techniktrends, systematisch und ganzheitlich diskutiert. Die enge Verzahnung mit dem „Strategischen Dialog“ führt dazu, dass auch die Chancen im Wesentlichen strategischen Charakter haben, mittel- bis langfristig orientiert sind und ihre Relevanz somit über den Prognosezeitraum teilweise weit hinausreicht.
Im Anschluss an den „Strategischen Dialog“ erfassen alle Business Areas in der operativen Planung und in der monatlichen Berichterstattung Chancen und Risiken, um die aktuelle Ergebnis- und Liquiditätssituation der einzelnen Geschäfte noch besser in Bandbreiten einschätzen zu können. Wie diese Berichtselemente in das Standardreporting eingebettet sind, können Sie der Grafik „Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp“ im Risikobericht entnehmen.
Darüber hinaus analysieren wir systematisch, in welchen Regionen für thyssenkrupp die größten Chancen für die Zukunft bestehen. Dort forcieren und bündeln wir unsere geschäftsübergreifenden regionalen Aktivitäten.
In das Management unserer Chancen sind alle Entscheidungsträger des Konzerns eingebunden – vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen bis hin zu den regional Verantwortlichen und den Projektleitern mit Marktverantwortung. Die Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb der thyssenkrupp Netzwerkorganisation sind klar definiert und voneinander abgegrenzt. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung im Konzern gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.
Strategische Chancen für den Konzern
Neben internen Verbesserungen sind die Faktoren, die aktuell und künftig das weltweite Wachstum vorantreiben, die Basis für die Strategische Weiterentwicklung des Konzerns. In einem volatilen Umfeld entwickeln wir unser Unternehmen kontinuierlich weiter, um den globalen Herausforderungen auch künftig mit wettbewerbsfähigen Lösungen begegnen zu können. Wir richten uns bei unseren Entscheidungen danach, wo der Konzern von den globalen Trends Demografie, Urbanisierung, Globalisierung und Digitalisierung profitieren kann und berücksichtigen dabei auch Restriktionen wie die Endlichkeit natürlicher Ressourcen.
Neben der Optimierung der Leistungsfähigkeit jeder unserer sechs Business Areas sehen wir als Konzern Chancen insbesondere in Verbundeffekten, die im Zusammenspiel zwischen den Business Areas, unseren Regionen und den Konzernfunktionen entstehen. Das gilt nicht nur für die gemeinsame Erschließung von Regionen oder Kundenbranchen, für Effizienzthemen wie den Einkauf, die Harmonisierung von Geschäftsprozessen oder die Vereinheitlichung unserer IT-Infrastruktur, sondern auch für die integrierte Steuerung der Forschung und Entwicklung. Das oberste Ziel und die größte Chance gleichermaßen besteht darin, neue Produkte auf der Basis eines genauen Verständnisses der Kundenbedürfnisse zu entwickeln und so einen echten Mehrwert mit einem attraktiven Kosten-Nutzen-Verhältnis für uns und unsere Partner zu schaffen.
Durch die fortschreitende Digitalisierung werden bislang getrennte Wertschöpfungsketten immer stärker miteinander verzahnt. Es entstehen neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, die sich am besten in einem Verbund aus verschiedenen Kompetenzen entwickeln lassen. thyssenkrupp mit seiner Vielfalt an Technologien hat hier einen strukturellen Vorteil. Aktuelle Verbundinnovationen wie „MULTI“, das neue Standards in der Aufzugstechnik setzt, oder das branchenübergreifende Projekt „Carbon2Chem“ sind in dieser Form nur dank der unterschiedlichen bei thyssenkrupp gebündelten Kompetenzen möglich. Über diese und andere Innovationen berichten wir ausführlich im Kapitel „Technologie und Innovationen“.
Unser Konzernprogramm „impact“ schafft auch weiterhin den Rahmen für unsere „Strategische Weiterentwicklung“ und trägt wesentlich und nachhaltig – zusammen mit geschäfts- und themenspezifischen Programmen – dazu bei, über alle Business Areas und Konzernfunktionen hinweg die Effizienz des Konzerns zu steigern und die Kosten zu senken.
Über unsere Unternehmensstrategie einschließlich „impact“ informieren wir Sie umfassend im Kapitel „Grundlagen des Konzerns“, Abschnitt „Strategische Weiterentwicklung“.
Bei unseren Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten des Konzerns. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nur verzögert oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen dazu und zu anderen Risiken finden Sie im Risikobericht.
Operative Chancen der Business Areas
Components Technology – Der weltweit steigende Bedarf im Hinblick auf individuelle Mobilität und Gütertransport ist der bestimmende Faktor für die zukünftige Geschäftsentwicklung der Business Area. Für uns als großer Entwicklungspartner sowie Komponenten- und Modullieferant der Automobilindustrie ergeben sich daraus weltweit Wachstumschancen. Das gilt insbesondere für die aufstrebenden Märkte in Asien und Amerika. Mit neuen Produktionsstätten haben wir uns in diesen Märkten gut aufgestellt. Den globalen Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Mobilität können wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. Die weltweit anspruchsvollen politischen Vorgaben zur CO2-Reduktion im Automobilsektor verstärken diese Entwicklung zusätzlich. Bei den dafür relevanten Themen wie Leichtbau oder Optimierung der Verbrennungsmotoren bieten wir unseren Kunden im Automobil- und Nutzfahrzeugbau Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik und arbeiten daran, unseren Vorsprung stetig auszubauen.
Die Windindustrie hat ein enormes Wachstumspotenzial sowohl im Onshore- als auch im Offshore-Bereich: Die Windkraft gehört weltweit zu den am schnellsten und nachhaltigsten wachsenden erneuerbaren Energien. In Europa wird dieser Trend durch die verpflichtenden Ziele der EU-Mitgliedstaaten zum Ausbau erneuerbarer Energien unterstützt. Die technologische Entwicklung hin zu immer größeren und effizienteren Windkraftanlagen verstärkt den Bedarf nach leistungsfähigen Komponenten, den wir mit unserem weltumspannenden Produktionsnetz bedienen.
Sollten sich das relevante Markt- und Branchenumfeld – insbesondere die Automobilmärkte –, die Effizienzsteigerungs- oder Wachstumsprogramme oder der Hochlauf unserer neuen Werke besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.
Elevator Technology – Die Business Area Elevator Technology zählt zu den weltweit führenden Anbietern für Personenbeförderungsanlagen. Die Märkte für Aufzüge, Fahrtreppen, Fahrsteige, Fluggastbrücken sowie Treppen- und Plattformlifte bieten in Zeiten zunehmender Globalisierung und Urbanisierung attraktive Wachstums- und Gewinnchancen. Durch die breitgefächerte Produktpalette, die sowohl Standardanlagen und individuelle Kundenlösungen als auch umfassende Service- und Modernisierungspakete umfasst, und die lokale Präsenz durch ca. 50.000 Mitarbeiter an über 900 Standorten kann die Business Area weltweit neue Markt- und Kundenpotenziale erschließen.
Durch innovative Produkte erfüllen wir höchste technische und ökologische Kundenansprüche. Die Umsetzung der im Rahmen von „impact“ definierten Maßnahmen führt zudem zu einer kontinuierlichen Effizienzverbesserung sowie einer weiteren Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Elevator Technology.
Sollten sich die Weltwirtschaft – insbesondere die Bauindustrie –, die Effizienzsteigerungs- oder Wachstumsprogramme besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.
Industrial Solutions – Für die Business Area Industrial Solutions sehen wir – trotz eines durch den aktuell gesunkenen Ölpreis eingetrübten Investitionsklimas, einer Zunahme der Wettbewerbsintensität und bestehender politischer Unsicherheiten auf den relevanten Märkten – weltweite Wachstumschancen im schlüsselfertigen Anlagenbau und bei Serviceleistungen, wenn wir unsere innovativen Technologien weiter fördern. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und die globalen Wachstumschancen auf unseren Märkten konsequenter zu nutzen, treiben wir die Regionalisierung unseres Geschäfts weiter voran. Wir standardisieren und optimieren unsere Methoden in der Auftragsabwicklung kontinuierlich. Im Marinebereich sorgen insbesondere Exportprojekte für eine anhaltend gute Marktperspektive bei U-Booten. Dabei gibt uns der hohe Auftragsbestand weiterhin die Möglichkeit, unsere Kernprodukte bei guter Auslastung kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Sollten sich das relevante Markt- und Branchenumfeld, die Effizienzsteigerungs- oder Wachstumsprogramme, die Investitionsneigung unserer Kunden oder die Auftragsabwicklung besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.
Materials Services – Für die Geschäftsaktivitäten von Materials Services gewinnen Dienstleistungen weiter an Bedeutung, weil Produzenten und Verarbeiter sich stärker auf ihre originären Aufgaben konzentrieren. Höhere Dienstleistungsanteile bieten Materials Services in der Regel auch eine höhere Rentabilität in einem volatilen Roh- und Werkstoffmarkt. Chancen für die Business Area ergeben sich daher durch gelebte Kundenorientierung, spezielles Markt- und Branchenwissen, weltweite Verbindungen sowie ein breites Know-how im Projektmanagement.
Im Rahmen von „impact“ hat Materials Services umfassende Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Kostensituation definiert. Operative Chancen ergeben sich durch die konsequente Umsetzung der entsprechenden Vertriebs- und Serviceinitiativen sowie die systematische Digitalisierung der Geschäftsabwicklung bis hin zum Aufbau und Betrieb von Onlineshops für unterschiedliche Zielgruppen. Darüber hinaus wird die weitere Umsetzung der Restrukturierungs- und Optimierungsprogramme für AST in Bezug auf Produktion, Einkauf, Unternehmensstruktur, Personal und Vertrieb von wesentlicher Bedeutung für die Business Area sein. Im Berichtsjahr waren bereits deutliche Erfolge sichtbar. Zusätzliche Chancen ergeben sich aus mehreren neuen Initiativen zur besseren Ausschöpfung der Marktpotenziale.
Sollten sich das relevante Werkstoffumfeld, die Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsprogramme oder Vertriebsinitiativen besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, unsere Prognose für die Kern-steuerungsgrößen moderat zu übertreffen.
Steel Europe – Die Business Area Steel Europe ist auf das Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls fokussiert, dessen Entwicklung wesentlich von der konjunkturellen Entwicklung in Europa abhängt.
Die bereits seit mehreren Jahren erfolgreich umgesetzten Effizienzmaßnahmen und Differenzierungs-initiativen zur Absicherung und Verbesserung der Ertragskraft werden nachdrücklich weitergeführt.
Darüber hinaus werden die technischen Fähigkeiten der Business Area durch gezielte Investitionen weiter gestärkt und so eine Optimierung des Produkt- und Kundenportfolios ermöglicht.
Insgesamt ist die Business Area damit auch in einem schwierigen Marktumfeld gut aufgestellt, um an den wesentlichen weltweiten Trends der Urbanisierung, der steigenden Mobilität und dem effizienteren Einsatz knapper Ressourcen – die den Einsatz intelligenter Stahlprodukte erfordern – nachhaltig teilzuhaben.
Sollten sich die Effizienzmaßnahmen oder Differenzierungsinitiativen oder das relevante Stahlmarktumfeld besser als erwartet entwickeln und sich insbesondere der Importdruck abschwächen, besteht die Chance, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.
Steel Americas – Wir sind zuversichtlich, dass der Trend zur Stabilisierung der operativen Prozesse in der Business Area auch im kommenden Jahr anhalten wird und hierdurch operative Risiken weiter reduziert werden können. Die weitere Optimierung der Vertriebsaktivitäten dürfte zu einer tieferen Durchdringung des brasilianischen und internationalen Brammenmarktes und somit zu weiteren Absatzchancen und einer schrittweisen Erhöhung der Produktion auf dem Weg zur Nennkapazität führen.
Das Konzern-Performanceprogramm „impact“ mit seinen vielen Effizienzmaßnahmen und das Konzerneinkaufsprogramm „synergize+“ werden bei CSA in Brasilien nachdrücklich vorangetrieben, sodass sich der Trend zur weiteren Verbesserung der operativen Leistung auch im kommenden Jahr fortsetzen sollte. Darüber hinaus werden positive Effekte aus einer nochmals verstärkten technischen Zusammenarbeit mit der Business Area Steel Europe erwartet.
Sollten sich das relevante Stahlmarktumfeld – insbesondere die Warmbandpreise in den USA und die globalen und brasilianischen Brammenpreise – die operative Leistungssteigerung oder die Wechselkurse besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.
Risiken
Gesamtaussage des Vorstands: Risiken bei thyssenkrupp weiter reduziert, Bestand des Konzerns gesichert
Im Berichtsjahr hat sich das Risikoprofil des Konzerns weiter verbessert; dazu hat die Einstellung des Kartellermittlungsverfahrens im Bereich „Autostahl“ erheblich beigetragen. Unser transparentes und systematisches Risikomanagement hat mit seinen strukturierten Prozessen für eine effiziente Steuerung der Gesamtrisiken im Konzern gesorgt.
Aus heutiger Sicht sind die Konzernrisiken begrenzt und es liegen keine den Bestand gefährdenden Risiken vor.
Definitionen
Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp allgemein drohende Ereignisse oder Entwicklungen mit wesentlicher negativer Wirkung auf die Möglichkeiten, die Unternehmensziele zu erreichen. Risikomanagement umfasst damit die Gesamtheit aller Maßnahmen für einen systematischen und transparenten Umgang mit Risiken. Durch seine integrale Verknüpfung mit den Planungs- und Reportingprozessen im Controlling ist Risikomanagement ein bedeutender Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risiko-management dient somit zusätzlich den Interessen der Kapitalgeber und anderer Anspruchsgruppen.
Wir entwickeln das Risikomanagementsystem des Konzerns kontinuierlich weiter, indem wir uns am international anerkannten COSO-Modell orientieren und es mit dem internen Kontrollsystem verzahnen. Dabei setzen wir zeitnah Vorgaben und Anregungen des Vorstands und des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats um.
Die standardisierten Risikomanagement-Prozesse stellen sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die aktuelle Risikosituation des Konzerns informiert werden. Trotz umfassender Analyse von Risiken kann deren Eintreten aber nicht systematisch ausgeschlossen werden.
Risikostrategie und Risikopolitik
In der im Juni 2015 vom Vorstand verabschiedeten „Governance, Risk and Compliance (GRC) Policy“ hat thyssenkrupp die Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung festgelegt. Hier sind auch die allgemeingültigen und übergreifenden risikopolitischen Grundsätze des Konzerns als Rahmenbedingungen zur Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, konzernweit einheitliches sowie proaktives Risikomanagement beschrieben. Die Grundsätze orientieren sich am Leitbild des thyssenkrupp Konzerns und an den strategischen Zielen für die einzelnen Geschäftsmodelle; sie dienen als Leitlinien für einen sachgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit Risiken.
Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und darüber hinaus den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Unternehmerischer Erfolg setzt voraus, dass Chancen wahrgenommen und damit verbundene Risiken erkannt und bewertet werden. Chancen sollen optimal genutzt und unternehmerische Risiken bewusst und eigenverantwortlich getragen sowie proaktiv gesteuert werden, sofern damit eine angemessene Wertsteigerung erzielt werden kann. Bestandsgefährdende Risiken sind zu vermeiden.
Ziel des Risikomanagements bei thyssenkrupp ist, auf allen Unternehmensebenen das Risikobewusstsein zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Risiken und Chancen werden im Konzern transparent aufbereitet und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einbezogen.
Risikomanagement-Prozess
thyssenkrupp hat folgende konzernweit einheitliche Teilprozesse des Risikomanagements definiert: Risiken frühzeitig erkennen und berichten, Risiken einheitlich bewerten, Risiken steuern und Maßnahmen entwickeln sowie Risiken überwachen und die Umsetzung der Maßnahmen verfolgen. Die effiziente Ausgestaltung unserer verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sorgt dafür, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert sind und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Risikomanagement-Prozess eingebunden werden. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Berichterstattung von Risiken verbessern wir fortlaufend.
Die organisatorische Verankerung des Konzern-Risikomanagements im operativ und strategisch ausgerichteten Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Reportingprozesse integrierte, aktive und ganzheit-liche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Das Hauptaugenmerk bei unseren Risikomanagement-Instrumenten liegt daher auch auf Abweichungen in den Kernsteuerungsgrößen „Bereinigtes EBIT“ und „Free Cashflow vor Desinvest“ (ab dem Geschäftsjahr 2015/2016 auf dem „Free Cashflow vor M&A“). Die folgende Grafik skizziert unsere verschiedenen Ansätze:

Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung bzw. im Budget berücksichtigten Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Business Areas und leisten einen wesentlichen Beitrag zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung. Bei Letzteren betrachten wir Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen bezogen auf das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr.
Im Planungsprozess und bei besonderen Anlässen betrachten wir darüber hinaus gesamtwirtschaftliche Klumpenrisiken; die Grundlage hierfür sind konzernweite Risikoszenarien unter Berücksichtigung zentral vorgegebener Wirkungszusammenhänge und Risikoprämissen. Diese Risikoszenarien befassen sich vor allem mit Wachstumseinbrüchen in wesentlichen Volkswirtschaften sowie mit anderen exogenen Schocks und ihren Auswirkungen auf thyssenkrupp.
Eine weltweit in allen Konzernunternehmen eingeführte IT-Risikomanagement-Anwendung zur Durchführung einer integrierten Risikoinventur stellt sicher, dass Ergebnis- und Cash-Risiken dezentral durch die operativen Risikoverantwortlichen erfasst und im Rahmen von Freigabe- und Aggregationsprozessen über die Vorstände der Business Areas bis zur Konzernspitze gemeldet werden. Alle konsolidierten Konzerneinheiten sind verpflichtet, im Zuge der Risikoinventur Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen identifizierten und im dreijährigen Planungszeitraum bewerteten Risiken zu formulieren und anschließend deren Umsetzung systematisch nachzuverfolgen. Der Betrachtungszeitraum im Rahmen der Risikoinventur geht somit über den Betrachtungszeitraum der Prognose hinaus und gewährleistet eine umfassende Transparenz über die dezentralen Risikoeinschätzungen. Durch die regelmäßige Bottom-up-Erhebung und Aktualisierung der Risiken stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein im Konzern flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.
Auch die bereits über Rückstellungen bilanziell berücksichtigten Risiken sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im Konzern-Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Risikosteuerung sicher.
Über auftretende Risiken aus besonderem Anlass werden die Risikomanagement-Verantwortlichen unverzüglich informiert. Diese Risiken werden zusätzlich über die etablierten Berichtswege dokumentiert.
Rollen und Verantwortlichkeiten
Risikomanagement bei thyssenkrupp ist ein kombinierter Top-down-/Bottom-up-Prozess. Die verbindlichen Systemvorgaben werden vom Konzern top-down formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt bottom-up bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.

Die materiellen Konzernrisiken, die sich aus der Risikoinventur ableiten lassen, sowie die Analyseergebnisse aus Risikoszenarien und zu Risikorückstellungen präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten „Risk and Internal Control Committee“ (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Dies ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risiko-Berichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen alle Governance- bzw. Risiko- und Compliance-Konzernverantwortlichen teil. Durch diese Disziplinenverzahnung auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Corporate-Governance-Prozesse im Konzern.
Das Konzern-Risikomanagement hat die Aufgabe, das Risikomanagementsystem kontinuierlich in Richtung Best Practice weiterzuentwickeln und bei Bedarf neuen Erkenntnissen und Anforderungen anzupassen. In der Konzernrichtlinie Risikomanagement haben wir alle verbindlichen Vorgaben für den Risikomanagement-Prozess formuliert und die einzelnen Risikomanagement-Instrumente konzernweit einheitlich definiert.
Grundsätzlich sind alle operativen Einheiten verpflichtet, im Rahmen der vom Konzern definierten verbindlichen Vorgaben zum Risikomanagementsystem ein angemessenes Risikomanagement im jeweiligen Verantwortungsbereich zu etablieren und eine angemessene Risikosteuerung sicherzustellen. Alle operativen Einheiten benennen Risikomanagementverantwortliche und -beauftragte. Darüber hinaus ist jeder Mitarbeiter zu einem bewussten und selbstverantwortlichen Umgang mit Risiken und Chancen im Rahmen seiner Kompetenzen aufgefordert. Die Verhaltensgrundsätze und Konzernrichtlinien sind Bestandteil der Risikopolitik und müssen von jedem Mitarbeiter eingehalten werden.
Angelehnt an die in der Netzwerkorganisation des Konzerns definierten Aufgaben übernehmen die Konzernfunktionen und Regionen im Risikomanagementprozess eine unterstützende und koordinierende Rolle. Die Konzernfunktionen fungieren darüber hinaus als Risikokategorie-Verantwortliche und sind in dieser Rolle für Governance-Vorgaben in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich zuständig.
Die mit dem Risikomanagement betrauten Mitarbeiter werden regelmäßig zu den einzelnen Instrumenten geschult; wir nutzen u.a. unsere konzernweite internetbasierte Risikomanagement-Anwendung, um ihnen gezielt und breit Informationen und Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.
Die Ergebnisse der Risikoinventur werden von Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung verwendet. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen tragen zur effizienten Überwachung des Risikomanagementsystems bei und liefern Erkenntnisse, mit denen wir die Qualität der Informationsinhalte erhöhen und den Umgang mit Risiken im Konzern weiter verbessern können.
Risikobewertung
Erkannte Risiken werden nach Vorgaben des Konzern-Risikomanagements wie folgt einheitlich bewertet: Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen im Planungszeitraum leiten wir gemäß der folgenden Grafik Risikoklassen ab. Die wesentlichen Einzelrisiken in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen, ordnen wir gemäß dieser Systematik in die Kategorien hoch, mittel oder gering ein:

Risikosteuerung
Die Risikosteuerung als wesentlicher Teilprozess im Risikomanagement ist eine wichtige Aufgabe der operativen Risikoverantwortlichen. Der Einsatz verschiedener Risikosteuerungsmaßnahmen ist ein zentraler Bestandteil des verantwortungsbewussten Risikomanagements vor Ort. Bilanzielle Risikovorsorgen stellen dabei sicher, dass die im Konzern eingegangenen Risiken in erforderlichem Maße abgedeckt sind und nachgehalten werden.
Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, d.h. unter Berücksichtigung bestehender Maßnahmen zur Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren. Dies wird in der folgenden Grafik veranschaulicht:

Wir verhindern Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, wenn sie gegen thyssenkrupp Verhaltensgrundsätze und Konzernrichtlinien verstoßen. Dazu gehören in erster Linie das Null-Toleranz-Prinzip bei Compliance-Sachverhalten sowie das Spekulationsverbot gemäß unserer Konzernrichtlinie Corporate Finance.
Wir übertragen Risiken, wenn durch zentrale Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen das finanzielle Risiko minimiert werden kann. Näheres können Sie dem nachfolgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.
Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen. Näheres zu den einzelnen Initiativen entnehmen Sie dem Abschnitt „Operative Risiken der Business Areas“.
Risikotransfer durch zentralen Dienstleister
thyssenkrupp Risk and Insurance Services hat auch im Berichtsjahr als zentraler Dienstleister konzernweit Risiken auf Versicherer transferiert. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab, durch die in den Konzernunternehmen versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte reduziert bzw. beseitigt werden. Abgestimmt auf die Risikotragfähigkeit des Konzerns, vereinbaren wir für die einzelnen Versicherungssparten angemessene Selbstbehalte.
Für alle Konzernunternehmen bestehen verbindliche Standards, um die Risikoprävention auf einem nachhaltigen und angemessen hohen Niveau zu halten. Diese Standards wurden von Experten aus allen Teilen des Konzerns unter Leitung von thyssenkrupp Risk and Insurance Services entwickelt; sie werden laufend ergänzt. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.
Das Risiko eines insolvenzbedingten Ausfalls von Versicherern verringern wir, indem wir es streuen und mit mehreren Anbietern zusammenarbeiten; dabei berücksichtigen wir die Ratings anerkannter Agenturen für diese Versicherer.
Internes Kontrollsystem im Konzernrechnungslegungsprozess
Das interne Kontrollsystem ist die Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten, die das Ziel haben, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Die Schaffung eines effektiven und effizienten internen Kontrollsystems ist eine wichtige Maßnahme für die Steuerung von prozessualen Risiken.
Im Zuge der Harmonisierung der Geschäftsprozesse bei thyssenkrupp entwickeln wir konzernweit auch die Anforderungen an das interne Kontrollsystem kontinuierlich weiter und nutzen dafür eine standardisierte Risiko-Kontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess. Zur Stärkung des internen Kontrollsystems haben wir im Berichtszeitraum ein Projekt umgesetzt, um ein systematisches Management prozessualer Risiken sicherzustellen und – überall, wo dies möglich ist – automatisierte interne Kontrollen in den Geschäftsprozessen zu implementieren.
Im Rechnungslegungsprozess tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen dazu bei, dass implementierte Kontrollen trotz möglicher Risiken einen regelungskonformen Konzernabschluss ermöglichen.
Eine einheitliche, regelmäßig aktualisierte Bilanzierungsrichtlinie für den Konzernabschluss steht allen eingebundenen Mitarbeitern auf einer konzerninternen Internetplattform zur Verfügung. Für die Konsolidierung nutzen wir ein Konzernsystem, das auf Standardsoftware basiert. So sichern wir eine einheitliche Vorgehensweise und minimieren das Risiko von Falschaussagen in der Konzernrechnungslegung und der externen Berichterstattung.
thyssenkrupp hat die Teilprozesse der Finanzberichterstattung eindeutig definiert und mit klaren Verantwortlichkeiten belegt. Eine angemessene Funktionstrennung und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko von dolosen Handlungen.
Die Konzernfunktion Controlling, Accounting & Risk ist fachlich für die Erstellung des Konzernabschlusses verantwortlich und formuliert verbindliche inhaltliche und terminliche Vorgaben für die dezentralen Einheiten. Dadurch gewährleisten wir konzerneinheitliche Rechnungslegungspraktiken mit möglichst geringen Ermessensspielräumen bei Ansatz, Bewertung und Ausweis von Bilanzpositionen. Konzerneigene Shared-Service-Center unterstützen die dezentralen Einheiten bei der Erstellung von lokalen Abschlüssen. Für alle in den Rechnungslegungsprozess eingebundenen Mitarbeiter finden regelmäßige Schulungen statt.
Wir führen bei unseren relevanten IT-Systemen im Konsolidierungsprozess auf zentraler Ebene regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.
Internal Auditing prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems und ist somit in den Gesamtprozess eingebunden.
Durch diese aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen wir hinreichend sicher, dass der Konzernrechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.
Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
Unsere aktuelle Konjunktureinschätzung ist ausführlich im Abschnitt „Makro- und Branchenumfeld“ dargestellt.
Wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben, bestehen für den Konzern konjunkturelle Risiken. Geringere Wachstumsraten in China, eine Rezession in Brasilien, ungelöste Schuldenkrisen im Euro-Raum oder exogene Schocks wie weitere Gewalteskalationen in Krisenregionen können einen großen Einfluss auf die Weltkonjunktur haben; ihnen könnte sich auch thyssenkrupp nicht entziehen. Die entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen verfolgen wir kontinuierlich. Wir simulieren in konzernweiten Risikoszenarien die Effekte für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.
Bei einer starken Ausprägung eines möglichen exogenen Schocks sind die einzelnen Konjunkturrisiken als mittel einzuschätzen.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG als Konzernführungsgesellschaft zählt es, den Finanzbedarf innerhalb des Konzerns zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunter-nehmens sicherzustellen. Dazu optimieren wir die Konzernfinanzierung und begrenzen die finanzwirtschaftlichen Risiken. Die in dieser Risikokategorie identifizierten Einzelrisiken sind gering.
Ausfallrisiko – Wir schließen Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten ab, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Dabei werden Geschäfte nur im Rahmen vorgegebener Kontrahentenlimite getätigt. Im Liefer- und Leistungsgeschäft werden Außenstände und Ausfallrisiken von den Konzernunternehmen fortlaufend überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden.
Liquiditätsrisiko – Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen konzentrieren sich vorwiegend auf die thyssenkrupp AG sowie spezielle Finanzierungsgesellschaften. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht intern an Konzerngesellschaften weitergeleitet.
Die thyssenkrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken abgeschlossen, die vorsehen, dass das Verhältnis der Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Verschuldungsgrad oder „Gearing“) im Konzernabschluss 150 % zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) nicht überschreitet. Zum 30. September 2015 lag das Gearing bei 103,2 % und konnte damit gegenüber dem 30. September 2014 um 11,7 Prozentpunkte weiter reduziert werden. Ursache für die Verbesserung des Gearings gegenüber dem Wert vom 30. September 2014 war die Reduzierung der Netto-Finanzschulden durch den positiven Free Cashflow sowie der Anstieg des Eigenkapitals durch den positiven Jahresüberschuss.
Per 30. September 2015 belief sich die freie Liquidität des Konzerns auf 8,3 Mrd €, bestehend aus 4,5 Mrd € flüssigen Mitteln und 3,8 Mrd € freien, zugesagten Kreditlinien. Die freie Liquidität bietet ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden im Geschäftsjahr 2015/2016 belaufen sich auf 1,6 Mrd €.
Marktrisiko – Eine Reihe von Kontrollmaßnahmen begrenzen die Schwankungen der Zeitwerte oder künftiger Zahlungsströme aus Finanzinstrumenten wegen Marktänderungen oder schalten diese ganz aus. Hierzu gehören im Wesentlichen außerhalb der Börse gehandelte Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Die Warenpreise werden darüber hinaus auch durch börsengehandelte Futures abgesichert. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Die Kontrollen basieren auf verschiedenen Richtlinien und finden im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung statt.
Währungsrisiko – Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen – vor allem in US-Dollar – zu begrenzen, haben wir konzerneinheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Gesellschaften des Konzerns Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern, Unternehmen mit Sitz im Euro-Raum nutzen dazu unsere zentrale Clearingstelle. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.
Zinsrisiko – Um unseren Kapitalbedarf zu decken, haben wir Liquidität an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen. Teilweise sind die hieraus resultierenden Finanzschulden sowie unsere Geldanlagen dem Risiko ausgesetzt, dass sich die Zinsen ändern. Für die Steuerung erstellen wir deshalb regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.
Risiken aus Verkäufen, Erwerben und Restrukturierungen
Aktives Portfoliomanagement ist einer der Eckpfeiler unserer „Strategischen Weiterentwicklung“. Unternehmensverkäufe und -käufe sowie Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten sind mit Abwicklungsrisiken verbunden. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken, die wir jeweils als gering bewerten, überwachen wir kontinuierlich und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.
Mit der Veräußerung der VDM-Gruppe im Berichtsjahr haben wir den Anteil der volatilen Werkstoffgeschäfte reduziert und damit die Positionierung von thyssenkrupp als diversifizierter Industriekonzern unterstützt. Ebenso haben wir mit der Transaktion einen positiven Effekt in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrags bei den Netto-Finanzschulden und Pensionsverpflichtungen erzielt.
Beschaffungsrisiken
Um unsere qualitativ hochwertigen Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien aber auch Energie sowie Frachtkapazitäten. Die Einkaufspreise können dabei je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Ebenso können Lieferanten ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken sind gering ausgeprägt. Zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit wirken wir den Risiken möglichst durch Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen entgegen.
Zur Absicherung von Risiken aus schwankenden Rohstoffpreisen setzen wir auch derivative Finanz-instrumente ein, im Wesentlichen Warentermingeschäfte. Für den Abschluss solcher Finanzinstrumente gelten strenge Richtlinien. Details zu diesen Risikofeldern finden Sie unter Anhang-Nr. 22.
Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir durch eine strukturierte Energiebeschaffung. Wir wirtschaften nachhaltig und arbeiten konzernweit daran, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten.
Weitere Einzelheiten zu den Beschaffungsrisiken können Sie auch dem Abschnitt „Operative Risiken der Business Areas“ entnehmen.
Produktionsrisiken
In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Einhaltung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir begegnen diesen Risiken mit laufender vorbeugender Instandhaltung sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen. In enger Abstimmung mit unserem zentralen Dienstleister thyssenkrupp Risk and Insurance Services schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir als mittel ein.
In unseren produzierenden Werken entsteht teilweise verfahrensbedingt das Risiko, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Darüber hinaus können auf konzerneigenen, heute nicht mehr genutzten Grundstücken durch frühere Geschäftsaktivitäten Risiken aus Altlasten und Bergschäden auftreten. thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.
Weitere Einzelheiten zu Produktionsrisiken können Sie ebenfalls dem Abschnitt „Operative Risiken der Business Areas“ entnehmen.
Absatzrisiken
Die im Abschnitt „Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“ beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere Marktperspektiven einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei nachhaltigen Entwicklungen ist als Risikosteuerungsmaßnahme auch eine marktorientierte Anpassung oder Verlagerung von Kapazitäten denkbar.
Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen wirken wir durch eine konsequente Ausrichtung auf die Märkte der Zukunft entgegen. Als diversifizierter Industriekonzern mit führender Ingenieurkompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Unser hoher Diversifikationsgrad mit vielschichtigen Produkt- und Kundenstrukturen trägt dazu bei, dass thyssenkrupp weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf Absatzmärkten ist.
Aus der VW-Abgaskrise erwarten wir derzeit keine deutlich negativen Auswirkungen auf den Absatz unserer Automobilkomponenten oder Werkstoffe; der Preisdruck dürfte infolge der bereits öffentlich angekündigten Kostensenkungsprogramme hingegen zunehmen und führt dazu, dass wir die einzelnen Absatzrisiken als mittel einschätzen.
Weitere Einzelheiten zu Absatzrisiken sowie zu unserem professionellen Debitorenmanagement zur Begrenzung von Forderungsausfällen können Sie auch dem Abschnitt „Operative Risiken der Business Areas“ entnehmen.
Auftragsrisiken
Die Abwicklung von hochkomplexen Großaufträgen mit langer Projektlaufzeit ist eine Kernherausforderung in der Business Area Industrial Solutions. Kosten- und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Auftragsphasen sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken sind aktuell mittel ausgeprägt. Um diese Risiken zu minimieren, entwickeln wir unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter, sind so jederzeit über den aktuellen Auftragsstand informiert und können bei Bedarf zeitnah notwendige Maßnahmen ergreifen.
Vor Vertragsabschluss überprüfen wir die Bonität unserer Kunden sorgfältig und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstandes stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und Zahlungsausfälle minimiert werden.
Risiken aus Handelsbeschränkungen
Wegen der weltweiten Ausrichtung der Geschäftstätigkeit ist thyssenkrupp Risiken ausgesetzt, die sich aus Handelsbeschränkungen wie Zöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Zollbestimmungen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen ergeben können. Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten. Beispielsweise hatte der Vorstand parallel zu den im Jahr 2010 gegen den Iran erlassenen Sanktionen der EU, Deutschlands und der USA die Einstellung aller Geschäftsbeziehungen zum Iran beschlossen. Seither sind bewusst keine neuen Geschäfte mehr mit iranischen Kunden und Lieferanten oder dem Bestimmungsland Iran abgeschlossen worden. Die laufenden Verhandlungen über Lockerungen der Iransanktionen werden von uns intensiv verfolgt und unsere Position gegebenenfalls entsprechend angepasst.
Prozessrisiken
Risiken können sich aus passiven anhängigen oder bevorstehenden Rechtsstreitigkeiten oder aus passiven behördlichen oder verwaltungsgerichtlichen Verfahren gegen thyssenkrupp ergeben (Prozessrisiken). Im thyssenkrupp Konzern werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines Softwaretools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen des internen Risikomanagements an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob sie begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf werden externe Anwälte mandatiert.
Nach den geltenden Risikomaßstäben bestehen nach derzeitiger Einschätzung keine Prozessrisiken, die im Einzelfall oder kumuliert als hohes Risiko einzustufen sind. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten von mehreren Anspruchstellern/Klägern und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und als einheitliches Prozess-risiko klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Anhang-Nr. 16 und 21).
Compliance-Risiken
Durch unser striktes Compliance-Programm begegnen wir insbesondere dem Risiko von Kartell- und Korruptionsverstößen. Dieser Fokus ist durch das enorme Schadenspotenzial – sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden – bei diesen Delikten begründet. Compliance-Risiken stufen wir daher allgemein als hoch ein.
Das Bundeskartellamt hat am 11. Dezember 2014 das laufende Kartellermittlungsverfahren im Bereich „Autostahl“ mangels Tatverdacht eingestellt. Das Verfahren war Ende Februar 2013 mit einer Durch-suchung bei drei Unternehmen der Stahlbranche eingeleitet worden, darunter auch thyssenkrupp. Die Behörde war dem Verdacht auf Preisabsprachen bei der Lieferung bestimmter Stahlprodukte an die deutsche Automobilindustrie im Zeitraum bis zurück ins Jahr 1998 nachgegangen. Das Bundeskartellamt hatte in seiner Pressemitteilung zur Einstellung des Verfahrens die Kooperation von thyssenkrupp im Verfahren unterstrichen.
Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt seit 2013 u.a. gegen (ehemalige) Verantwortliche der Atlas Elektronik GmbH (Atlas) wegen des Verdachts der Bestechung ausländischer Amtsträger und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Provisionszahlungen an einen Vertriebsmittler bei Marineprojekten in Griechenland. Atlas ist ein Gemeinschaftsunternehmen von thyssenkrupp und Airbus. Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile in diesem Zusammenhang gegen Atlas als juristische Person ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, das als Basis für eine Unternehmensgeldbuße dienen soll. Auch die griechische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen Atlas und beteiligte natürliche Personen aufgenommen. Im Rahmen dieses Strafverfahrens hat der griechische Staat im Februar 2015 zivilrechtliche Schadensersatzansprüche in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionenbetrags gegen Atlas als Unternehmen gerichtlich geltend gemacht bzw. angekündigt. Atlas kooperiert vollumfänglich mit den Behörden und wirkt in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bremen durch eine eigene interne Untersuchung an der weiteren Aufarbeitung des Sachverhalts mit. Das laufende behördliche Verfahren und die interne Untersuchung werden von den Eigentümern eng begleitet.
Regulatorische Risiken
Neue Gesetze und andere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten bedeuten, wenn sie im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder sonstigen Nachteilen für thyssenkrupp direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Als energieintensiver Industrie- und Dienstleistungskonzern sehen wir Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können.
thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten die relevanten Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen und arbeiten auch über die lokalen Wirtschaftsverbände daran, mögliche Risiken, wie weiter steigende Energiekosten, zu reduzieren.
Solche Risiken könnten sich beispielsweise in Deutschland aus der für 2017 angekündigten Evaluierung der Behandlung von Eigenstrom ergeben. Für den EU-Emissionshandel besteht langfristig weiterhin ein erhebliches Risiko bezüglich höherer Kosten für Emissionsberechtigungen, falls die CO2-Zertifikatskosten für thyssenkrupp, wie politisch teilweise gewollt, in der vierten Handelsperiode (ab 2021) tatsächlich deutlich steigen sollten. Der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission lässt erhebliche Belastungssteigerungen vermuten, allerdings ist die endgültige Ausgestaltung der Regelung momentan nicht abzuschätzen.
Auf globaler Ebene können sich aus der internationalen Klimapolitik und dem Prozess zur nationalen Umsetzung der erwarteten Ergebnisse der Internationalen Klimakonferenz im Dezember 2015 Risiken für unsere Geschäfte in den betroffenen Regionen ergeben. Zur Risikominimierung werden entsprechende Aktivitäten auf Konzernebene koordiniert und durch weltweite Netzwerke und enge Einbeziehung der regionalen Zentralen von thyssenkrupp gestärkt.
Weitere regulatorische Risiken können sich aus steuerlichen Rahmenbedingungen ergeben, die sich im Zeitablauf verändern. Beispielsweise werden derzeit in Brasilien auf Ebene der Bundesstaaten gewährte steuerliche Vergünstigungen, von denen auch thyssenkrupp CSA profitiert, verfassungsrechtlich überprüft. Sollte es aufgrund der gerichtlichen Verfahren zu einer Aufhebung und/oder Einschränkung der Vergünstigungen kommen, sind hohe Risiken in Form erheblicher Steuernachzahlungen plus etwaiger Nebenleistungen in Brasilien nicht auszuschließen.
Risiken der Informationssicherheit
Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir als mittel bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Konzernunternehmen und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden.
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Informationssicherheitsmanagement und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine für den Konzern kontinuierlich weiter ausgebaute Gruppe von EDV-Sicherheitsfachleuten unterstützend.
Um die Nachhaltigkeit der umgesetzten und geplanten Maßnahmen sicherzustellen, sind die Konzernunternehmen verpflichtet, regelmäßig den Reifegrad ihres etablierten Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) nachzuweisen. Die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter im Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen ist für uns ein sehr wichtiges Thema. In diesem Zusammenhang werden Kommunikationskampagnen durchgeführt und die technische Unterstützung sichergestellt. Regelmäßig findet ein internationaler Austausch von Informationen und Erfahrungen hinsichtlich proaktiver Maßnahmen zur Informationssicherheit und Risikobehandlung statt.
Darüber hinaus haben Geschäftsprozesse und Rechenzentren in ausgewählten Konzernunternehmen Sicherheitszertifikate erhalten, die den erreichten Stand vor allem unseren Kunden gegenüber dokumentieren. Zusätzlich wird in Begleitung des Teams „IT Sicherheit“ regelmäßig mit externer Unterstützung die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen verifiziert und gegebenenfalls nachgebessert.
Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass in der Informationsverarbeitung personenbezogene Daten nur gemäß den Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden. Alle diese Maßnahmen werden es weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen des Konzerns sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.
Personalrisiken
thyssenkrupp als diversifizierter Industriekonzern mit führender Ingenieurkompetenz strebt an, nachhaltig erfolgreich zu sein. Dazu benötigen wir engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte in allen Geschäftseinheiten. Es besteht dabei das Risiko, solche Leistungsträger für offene Stellen nicht im ausreichenden Maße zu finden oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren, wobei wir die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken als mittel einstufen.
thyssenkrupp positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an den Konzern. Dazu gehören eine konsequente Managemententwicklung, Karriere-perspektiven und attraktive Anreizsysteme. Wir beraten unsere Mitarbeiter zielgruppenorientiert, informieren interessierte Jugendliche frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten im Arbeitsleben. Durch Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um für unsere Belegschaft den notwendigen Nachwuchs zu gewinnen.
Risiken aus Pensionsverpflichtungen
Das zur Deckung von Pensionsverbindlichkeiten bestimmte Fondsvermögen ist Kapitalmarktrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, werden die einzelnen Anlageformen auf Basis von Studien unabhängiger Experten ausgewählt und gewichtet. Die Kapitalanlagen werden so ausgerichtet, dass sich die zugehörigen Pensionsverpflichtungen im Hinblick auf die gegenwärtigen und zukünftigen Erträge der Anlagen dauerhaft erfüllen lassen.
Bei Pensionsverpflichtungen bestehen Risiken aufgrund der höheren Lebenserwartung von Versorgungsberechtigten sowie aufgrund von Verpflichtungen, die Rentenhöhe regelmäßig anzupassen. Außerdem könnten in einigen Ländern künftig die Zahlungen an Pensionsfonds aufgrund verschärfter gesetzlicher Anforderungen beachtlich steigen. In Einzelfällen kann bei vorzeitiger Auflösung eines Pensionsplans eine zusätzliche Zuführung erforderlich werden. Insgesamt siedeln wir die Risiken aus den Pensionsverpflichtungen im mittleren Bereich an.
Operative Risiken der Business Areas
Components Technology – Die Business Area Components Technology ist als Zulieferer im Bereich der Automobil- und Industriekomponenten weltweit vertreten und ist daher sowohl von der internationalen Konjunkturentwicklung abhängig als auch in den unterschiedlichen Geschäftsfeldern verschiedenen allgemeinen Risiken ausgesetzt.
Für die Kernmärkte von Components Technology erwarten wir weiterhin ein Wachstum in allen Produktsegmenten. Allerdings ist dieses mit einer hohen Prognoseunsicherheit belastet. Geringe Wachstumsraten in den Schwellenländern, eine nachlassende Dynamik der Märkte in China und Brasilien sowie anhaltend hohe Haushaltsdefizite in Westeuropa und den USA können unsere Marktperspektiven gefährden.
Mit einer Ausweitung der Kundenbasis sowie einer weiteren Verstärkung der internationalen Präsenz wirkt die Business Area der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegen. Darüber hinaus hat die Business Area umfangreiche Frühwarnindikatoren installiert, um einer möglichen Konjunkturabschwächung entgegenwirken zu können.
Neben den konjunkturellen Risiken stellen sowohl der Konzentrationsprozess in der Automobilzulieferindustrie als auch der weiter zunehmende Preisdruck, verstärkt durch die Sparprogramme der Automobilhersteller, Risiken dar. Hinzu kommen Preis- und Strukturrisiken in China.
Aus der VW-Abgaskrise erwarten wir derzeit keine deutlich negativen Auswirkungen auf den Absatz unserer Automobilkomponenten; der Preisdruck dürfte infolge der bereits öffentlich angekündigten Kostensenkungsprogramme hingegen zunehmen. Risiken bestehen in Verschiebungen in der Antriebstechnik zu Lasten der Dieseltechnologie, was die Nachfrage nach einem insgesamt überschaubaren Teil Dieselspezifischer Komponenten in unserem Bereich Powertrain bei Components Technology belasten könnte.
Generelle Risiken im Windenergiesektor liegen grundsätzlich in der Abhängigkeit von nationalen Fördersystemen. In Deutschland bestehen weiterhin Unsicherheiten bezüglich der Netzanbindung und Finanzierung von weiteren Offshore-Projekten. Diesem Risiko begegnen wir mit neuen Technologien und Innovationen zur Erschließung neuer Anwendungsgebiete. Gleichzeitig drückt die hohe Wettbewerbsintensität hier weiterhin auf die Absatzpreise. Diesem Preisdruck begegnen wir mit Optimierungen und Effizienzsteigerungen im Rahmen des Konzernprogramms „impact“.
Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge wirken wir diesem Risiko entgegen.
Weitere allgemeine Risiken der Business Area betreffen die Auswirkungen von veränderten Wechselkurs-relationen auf Umsatz und Ergebnis, sowohl bezogen auf Translations- als auch Transaktionseffekte. Darüber hinaus sind im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen Risiken durch ungeplante Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsprobleme sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Die Business Area ergreift umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitäts-sicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen.
Elevator Technology – Die Risikostruktur von Elevator Technology wird im Wesentlichen durch zwei Parameter bestimmt: durch die unterschiedlichen Geschäftsfelder und durch die Internationalität der Geschäftsaktivitäten.
Sowohl das Service- als auch das Modernisierungsgeschäft sind vergleichsweise unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Um möglichen Verlusten von Wartungseinheiten entgegenzuwirken, greifen entsprechende Kundenbindungsstrategien. Zudem werden kontinuierlich Effizienzprogramme umgesetzt, um steigende Personal- und Beschaffungskosten zu kompensieren.
Demgegenüber kann das Neuanlagengeschäft aufgrund seiner Verzahnung mit dem Bausektor durchaus größeren Schwankungen unterliegen. Durch längere Projektlaufzeiten in diesem Geschäftsfeld sind derartige Rückgänge jedoch weitgehend antizipierbar; deshalb können wir hier frühzeitig Gegenstrategien entwerfen und Kapazitätsanpassungen vornehmen. Vor allem bei der Abwicklung komplexer Großprojekte bestehen inhärente Risiken, denen wir mit Projektsteuerungsmaßnahmen begegnen. Risiken aus möglichen Materialpreissteigerungen werden durch Effizienzsteigerungen im Produktionsprozess und optimierte Beschaffungsstrategien kompensiert.
Bei der Installation, Wartung und Nutzung der Produkte können Unfallrisiken nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur, die Auswahl von Mitarbeitern und entsprechende Personalschulungsprogramme zum sicheren Verhalten vor Ort unter der Maxime „Safety First“ minimieren die Unfallrisiken unserer Mitarbeiter. Wir wählen unsere Installations- und Servicemitarbeiter sorgfältig aus und schulen sie so, dass eine größtmögliche Sicherheit und Qualität der von uns installierten bzw. gewarteten Anlagen gegeben ist und Nutzer bestmöglich geschützt werden. Elevator Technology verfolgt das Ziel, derartige Unfälle weitestgehend auszuschließen, auch um die Reputation nicht zu beeinträchtigen.
Potenzielle Risiken aus den zunehmenden Geschäftsaktivitäten auf den stärker vom Neuanlagengeschäft und damit von der Baukonjunktur abhängigen asiatischen Märkten können wir durch erfolgreiche Präsenz auch auf den etablierten Märkten in Europa und Amerika weitgehend ausgleichen. Den möglichen konjunkturellen Risiken in den Schwellenländern begegnen wir durch den Ausbau des Modernisierungs- und Servicegeschäfts sowie konsequente Effizienzverbesserungen. Resultierende Wechselkursrisiken aus der Internationalität des Geschäfts reduzieren wir weitestgehend durch lokale Wertschöpfung und sichern die Risiken mit finanzwirtschaftlichen Instrumenten ab.
Die weiterhin unsichere Lage der Weltwirtschaft birgt weitere Risikopotenziale, die sich bei Elevator Technology vor allem in Forderungsausfällen und Projektverzögerungen niederschlagen können. Als sekundärer Effekt könnte die Wettbewerbsintensität auf allen Märkten zunehmen und zu verschärftem Preisdruck führen. Die Business Area wirkt diesen Tendenzen durch professionelles Projektmanagement in Verbindung mit umfassenden Bonitätsprüfungen der Kunden entgegen. Schutz vor starkem Preisdruck bieten zudem Kundenbindungsstrategien, eine hohe Servicequalität, Effizienzprogramme und nicht zuletzt innovative und nachhaltige Produktlösungen.
Industrial Solutions – Ein wesentlicher Risikofaktor für die Business Area ist die Unsicherheit darüber, wie sich die weltweite Konjunktur entwickelt, wie stabil das Wachstum in den USA ist und wie sich andere große Volkswirtschaften wie China, Indien oder Brasilien entwickeln werden. Weitere Risiken bestehen u.a. aufgrund gesunkener Öl- und Rohstoffpreise in der geringeren Nachfrage nach Investitionsgütern von Kunden aus der Öl- und Gasindustrie sowie aus dem Bergbau. Neben der rückläufigen Entwicklung der Rohstoffpreise und des Ölpreises können insbesondere auch politische Entwicklungen in wichtigen Absatzregionen (beispielsweise in der Region Naher Osten & Afrika und im Bereich Russland/Ukraine) die Projektlage in der Business Area Industrial Solutions negativ beeinflussen und zu Projektverschiebungen oder -stornierungen führen.
Besondere technologische Risiken bestehen bei „First of its kind“-Aufträgen. Den speziellen Risiken in der Abwicklung von langfristigen Großaufträgen und technisch komplexen Aufträgen begegnen wir durch professionelles und ergebnisorientiertes Projekt- und Claims-Management, intensives Projektcontrolling sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen.
Im Anlagenbau kann sich zudem der zunehmende Preis- und Konditionenwettbewerb, etwa durch asiatische Anbieter, negativ auf die Margenqualität auswirken.
Materials Services – Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt – teilweise stärker als andere Geschäftszweige – konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- wie auch auf der Absatzseite. Dies beeinflusst in erheblichem Maße unser Netto-Umlaufvermögen. Schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Geschäftsmodells. Deshalb arbeiten wir permanent an der Optimierung unserer Logistik und der gesamten Wertschöpfungskette, u.a. indem wir als eine der marktführenden Unternehmensgruppen in Europa unsere Einkaufsaktivitäten weiter bündeln und zentral koordinieren.
Kostensenkungsmaßnahmen, die im Rahmen von „impact“ entwickelt wurden, steigern die Effizienz und erhöhen die Wirtschaftlichkeit. Mit unserem systematisch weiterentwickelten Management des Netto-Umlaufvermögens optimieren wir die Bestände und minimieren die Risiken eines Forderungsausfalls effektiv. Gleichzeitig intensivieren wir unsere Dienstleistungsaktivitäten rund um die Werkstoffe.
Zusätzlich reduzieren wir konjunkturell bedingte Risiken durch unsere Präsenz auf allen Kontinenten, unsere breite Kundenbasis und den hohen Diversifizierungsgrad. Daraus ergibt sich eine signifikante Risikostreuung.
In den Produktionsstandorten unserer Einheit AST kann es zu Betriebsunterbrechungen und Produktionsausfällen kommen. Wir begegnen diesen Risiken im Wesentlichen mit vorbeugender Instandhaltung sowie Modernisierungen und Investitionen.
Steel Europe – Zu den Risiken der künftigen Entwicklung der Business Area Steel Europe zählen insbesondere Marktunsicherheiten auf der Absatz- und Beschaffungsseite, Ergebnis- und Margenrisiken durch einen hohen Importdruck und weltweite Überkapazitäten, Risiken aus Wechselkursschwankungen sowie Risiken aus dem Emissionshandel und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Im Falle einer Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage steigt das Risiko aus Kundeninsolvenzen.
Dem Risiko einer konjunkturell bedingt schwankenden Nachfrage begegnet die Business Area mit Kostenoptimierungen in allen Bereichen, rechtzeitigen Produktionsanpassungen und der Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit geringerer Zyklizität. Das Risiko aus Kundeninsolvenzen reduziert die Business Area durch ein intensiveres Monitoring, das Ausschöpfen der Möglichkeiten zur Absicherung über Warenkreditversicherungen und andere geeignete Instrumente sowie durch angepasste Zahlungsbedingungen. Qualitäts- und Lieferterminrisiken werden über die stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten minimiert.
Aus der VW-Abgaskrise erwarten wir derzeit keine deutlich negativen Auswirkungen auf den Absatz unserer Werkstoffe; der Preisdruck dürfte infolge der bereits öffentlich angekündigten Kostensenkungsprogramme hingegen zunehmen.
Der Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet Steel Europe weiterhin durch systematische Stärken in der Technologiekompetenz und einer noch intensiveren Kundenorientierung, die es der Business Area ermöglicht, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Hierzu zählen konsequente Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit dem Ziel, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und diese zeitnah auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus stellt die Neugestaltung des Qualitätsmanagements die Produktqualität noch stärker in den Fokus.
Die Business Area hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert. Zur weiteren Optimierung des vorbeugenden Brandschutzes werden zusätzliche Investitions- und Instandhaltungsbudgets bereitgestellt. Die Risiken für sonstige Betriebsunterbrechungen werden durch die laufende vorbeugende Instandhaltung sowie Modernisierungen und Investitionen reduziert. Für den Fall einer Betriebsunterbrechung existieren Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadensbeseitigung festgelegt sind.
Zudem stellt die Energiewende in Deutschland hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen vor große Herausforderungen. Mögliche Einschnitte des Bestandsschutzes für Eigenstromversorger in der kommenden Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes stellen eine erhebliche Bedrohung für das Unternehmen dar. Hinzu kommen weitere kostentreibende Entwicklungen durch die Integration erneuerbarer Energien, wie der erforderliche Ausbau der Stromnetze sowie die Vorhaltung von Reservekapazitäten zur Sicherstellung der Versorgungsicherheit. Regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte sowie an unsere Kraftwerke können zu weiteren Kostenbelastungen führen. Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom wird durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung beschränkt. Hinsichtlich der Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt der Konzern eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.
Aus dem EU-Emissionshandel in der dritten Handelsperiode, die sich von 2013 bis 2020 erstreckt, können uns weitere Kosten für Emissionsrechte erwachsen. Risikomindernd wirken sich jedoch im Bestand gehaltene Emissionsrechte und Sicherungsgeschäfte aus. Erhebliche Risiken ergeben sich aus den zurzeit auf europäischer Ebene diskutierten Modellen zur Fortführung des Emissionshandels nach 2020. Ein möglicherweise deutlich höherer Zukaufbedarf an Emissionszertifikaten könnte auf erheblich steigende Zertifikatpreise treffen, wodurch die europäische Stahlindustrie im internationalen Wettbewerb stark belastet würde.
Dem Risiko steigender Rohstoffpreise begegnen wir durch Nutzung alternativer Beschaffungsquellen, risikomindernde Beschaffungsstrategien und ein aktives Risikomanagement und/oder durch Maßnahmen zur Margensicherung.
Steel Americas – Den produktionstechnischen Risiken im Hüttenwerk in Brasilien, die noch im ersten Halbjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres vor allem in der Roheisenerzeugung und im Stahlwerk zu Betriebsunterbrechungen führten, konnten wir durch eine Neuorganisation und -ausrichtung der Instandhaltungsaktivitäten sowie weitere Prozessoptimierungen effektiv entgegenwirken, was sich auch in einer deutlich besseren operativen Performance im zweiten Halbjahr niederschlug.
Zu den branchentypischen Risiken zählt die zukünftige Entwicklung der Marktpreise für Roh- und Einsatzstoffe (insbesondere Eisenerz und Kokskohle) auf der Einkaufsseite und für Stahl (insbesondere in Brasilien und den USA) auf der Absatzseite. Einer günstigen Entwicklung der Rohstoffpreise stand im abgelaufenen Geschäftsjahr ein deutlicher Rückgang der Stahlpreise und damit verbunden auch der Marge gegenüber. Diese hat sich nun, wenn auch auf niedrigem Niveau, stabilisiert. Der Aufbau eines eigenen Vertriebs in Brasilien schreitet gut voran. Wir konnten bereits langfristig vielversprechende Kundenbeziehungen auf dem internationalen Markt aufbauen. Auf dem lokalen Markt blieb die Nachfrage jedoch aufgrund der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage Brasiliens unter den Erwartungen; eine nachhaltige Erholung ist hier noch nicht abzusehen.
Die starke Abwertung des brasilianischen Reals zog zudem auch eine Abwertung der in Real geführten, aber in Dollar bilanzierten Vorsteuerguthaben nach sich, bewirkte jedoch auch wechselkursbedingte Kostenvorteile im laufenden operativen Geschäft. Kurz- und mittelfristig werden Risiken aus Wechselkurschwankungen des brasilianischen Reals gegenüber dem Dollar durch Kurssicherungsderivate im Rahmen der Regelungen der thyssenkrupp Konzernrichtlinie Corporate Finance minimiert.
Das Risiko der Strompreisentwicklung in Brasilien hat sich zuletzt aufgrund sinkender Preise und eines von den Behörden eingeführten Caps auf den Strompreis deutlich reduziert. Im Kraftwerk konnte zudem Dampf- und Gaserzeugung optimiert werden, was letztendlich zu einer deutlich stabileren und höheren Eigen-stromproduktion des Hüttenwerks führte und die Kosten des Energiezukaufs und die Abhängigkeit vom Strommarkt deutlich reduziert hat.
Weitere landestypische Risiken ergeben sich aus der sich rasch ändernden Rechtsprechung in Brasilien. Insbesondere auf neue Vorschriften in der Steuergesetzgebung müssen wir stets schnell und sorgfältig reagieren. Um solchen Fiskalrisiken frühzeitig zu begegnen, stimmen sich das Hüttenwerk und die Steuerabteilung der regionalen Zentrale in Südamerika eng ab.
RECHTLICHE ANGABEN
ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG
Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Sie umfasst die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, eine Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise von deren Ausschüssen und die Festlegungen zur Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes.
Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG
Vorstand und Aufsichtsrat einer börsennotierten deutschen Aktiengesellschaft sind gemäß § 161 AktG verpflichtet, zumindest einmal jährlich zu erklären, ob dem Deutschen Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen des Kodex nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht. Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben die folgende Erklärung abgegeben, die am 1. Oktober 2015 auf der Website der Gesellschaft unter www.thyssenkrupp.com veröffentlicht wurde:
Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken
Umsetzung der Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex
Die thyssenkrupp AG führt regelmäßig eine Prüfung der Einhaltung der Empfehlungen und der Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex durch. Sie erfüllt freiwillig auch dessen Anregungen.
Compliance-Programm
Compliance als Gesamtheit der konzernweiten Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien ist bei thyssenkrupp eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Der Vorstand der thyssenkrupp AG hat seine ablehnende Haltung zu Kartell- und Korruptionsverstößen im sogenannten thyssenkrupp Compliance Commitment unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Zur Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Richtlinien gibt es ein klares Bekenntnis: Verstöße, insbesondere Kartell- oder Korruptionsverstöße, werden im Sinne von „null Toleranz“ nicht geduldet. Sämtlichen Hinweisen auf Fehlverhalten wird nachgegangen. Zur Umsetzung des Compliance Commitments wird eine transparente und am Konzernleitbild orientierte Führungskultur kontinuierlich weiterentwickelt. Informationen zum Leitbild sind auf unserer Website abrufbar.
Das Compliance-Programm zur Korruptionsbekämpfung und zum Kartellrecht mit seinen drei Säulen „Informieren“, „Identifizieren“ sowie „Berichten und Handeln“ wurde im Geschäftsjahr 2014/2015 weiter konsequent umgesetzt und um die Bereiche Datenschutz und Geldwäschebekämpfung erweitert. Zudem wurden im Rahmen unserer Compliance-Strategie für die nächsten Jahre bis 2020 zahlreiche Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Programms beschlossen und teilweise bereits realisiert.
Mehr zu Compliance bei thyssenkrupp inklusive Informationen über das Compliance-Programm, die Organisation, Zahlen und Fakten erfahren Sie auf unserer Website.
Konzernleitbild als Orientierungsrahmen für eine nachhaltige Unternehmenskultur
Mit dem Konzernleitbild haben wir das Selbstverständnis unseres Konzerns formuliert – ein „WIR sind thyssenkrupp“. Es stärkt die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen, gibt Orientierung und dient als Grundlage unseres Handelns. Somit spielt es auch eine wichtige Rolle im konzernweiten Kulturwandel, der uns unseren im Leitbild ausformulierten Ansprüchen näherbringt. Das Konzernleitbild wurde von Mitarbeitern weltweit entwickelt. Gemeinsam haben sie die Ansprüche von thyssenkrupp auf dem Weg zu einem diversifizierten Industriekonzern definiert.
Weitere wesentliche Unternehmensgrundsätze
Während das Konzernleitbild Auskunft über unsere Ziele und Ansprüche gibt, sind die konkreten Prinzipien und Grundregeln für unser Handeln sowie unser Verhalten gegenüber Geschäftspartnern und Öffentlichkeit im thyssenkrupp Verhaltenskodex zusammengefasst. Dieser bietet Mitarbeitern, Führungskräften und Vorstand gleichermaßen einen Orientierungsrahmen zu Themen wie Einhaltung von Recht und Gesetz, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung, Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Umwelt- und Klimaschutz sowie Datenschutz und Informationssicherheit. Anforderungen an Lieferanten sind im thyssenkrupp Verhaltenskodex für Lieferanten festgehalten. Zudem hat thyssenkrupp den Global Compact der Vereinten Nationen, die BME-Verhaltensrichtlinie und die Charta der Vielfalt unterzeichnet.
All diese Grundsätze werden mithilfe der bestehenden Programme und Managementsysteme sowie der indirekt finanziellen Ziele umgesetzt. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf unserer Website sowie im Kapitel „Grundlagen des Konzerns“ in den Abschnitten „Profil und Organisation“, „Strategische Weiterentwicklung“ und „Ziele“ wird hierüber ausführlich informiert.
Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise von deren Ausschüssen
Die Zusammensetzung des Vorstands ergibt sich aus dem Kapitel „Vorstand“. Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Die Arbeitsweise des Vorstands ist in der Geschäftsordnung für den Vorstand geregelt, einsehbar auf unserer Website. Die Verteilung der Ressorts auf die einzelnen Mitglieder des Vorstands ergibt sich aus einem Geschäftsverteilungsplan, der Bestandteil der Geschäftsordnung ist. Die Informationsversorgung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse durch den Vorstand sowie dessen Berichterstattung sind ausführlich in einer gesonderten Informationsordnung enthalten, die ebenfalls Bestandteil der Geschäftsordnung für den Vorstand ist.
Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG ist gesetzlich vorgegeben und im Einzelnen in § 9 der Satzung geregelt; die Satzung ist ebenfalls auf unserer Website zu finden. Zudem hat der Aufsichtsrat Ziele für seine Zusammensetzung festgelegt, die im Corporate-Governance-Bericht dargestellt sind. Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats ist im Kapitel „Aufsichtsrat“ dargestellt. Dort findet sich auch die aktuelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats. Als unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats mit Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG ist Prof. Dr. Bernhard Pellens Vorsitzender des Prüfungsausschusses.
Die Arbeitsweise des Aufsichtsrats ist in einer Geschäftsordnung geregelt, die auf unserer Website eingesehen werden kann. Die Zusammensetzung der einzelnen Ausschüsse und ihre Arbeitsweise sind in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat bzw. mit Ausnahme des Vermittlungs- und des Nominierungsausschusses in den jeweiligen Geschäftsordnungen der übrigen Ausschüsse beschrieben.
Weitere Details zur Arbeit von Vorstand, Aufsichtsrat und dessen Ausschüssen ergeben sich aus dem Kapitel „Aufsichtsrat“.
Festlegungen zur Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes
thyssenkrupp verfolgt bereits seit 2013 eine konzernweite Strategie zur Förderung der Vielfalt (Diversity). Wir streben u.a. an, bis 2020 einen Frauenanteil von 15 % in Führungspositionen zu erreichen. Im Kapitel „Mitarbeiter“ wird über diese Strategie und die Fortschritte bei ihrer Umsetzung berichtet. Durch das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst vom Mai 2015 sind in Deutschland bestimmte Gesellschaften verpflichtet, erstmals Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und den nachfolgenden zwei Führungsebenen festzulegen und zu bestimmen, bis wann der jeweilige Frauenanteil erreicht werden soll. Die betroffenen Gesellschaften müssen ihre Zielgrößen nebst Umsetzungsfristen bis zum 30. September 2015 beschlossen haben. Dabei darf bei der erstmaligen Festlegung die Umsetzungsfrist gesetzlich nicht über den 30. Juni 2017 hinausgehen. Bei der nächsten Festlegung einer Umsetzungsfrist kann der Zeitraum bis zu fünf Jahre betragen. Eine Ausnahme sieht das Gesetz für den Frauenanteil im Aufsichtsrat börsennotierter und zugleich mitbestimmter Gesellschaften wie der thyssenkrupp AG vor: Hier gilt bereits ein gesetzlicher Mindestanteil von jeweils 30 % Frauen und 30 % Männern für Neubesetzungen von frei werdenden Aufsichtsratsmandaten ab dem 1. Januar 2016.
Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat am 9. September 2015 für den Frauenanteil im Vorstand der thyssenkrupp AG eine Zielgröße von 0 % und eine Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017 beschlossen. Damit wird der aktuelle Stand festgehalten.
Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands hat der Vorstand der thyssenkrupp AG eine Zielgröße von 8 % und eine Umsetzungsfrist bis zum Ablauf des 30. Juni 2017 beschlossen. Für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands hat der Vorstand der thyssenkrupp AG eine Zielgröße von 23 % und eine Umsetzungsfrist bis zum Ablauf des 30. Juni 2017 beschlossen. Die Zielgröße für die erste Führungsebene bedeutet eine Steigerung des Frauenanteils, der derzeit bei 5 % liegt. Die Zielgröße für die zweite Führungsebene wahrt den aktuellen Stand. Dies schließt eine Steigerung des Frauenanteils auf dieser Führungsebene selbstverständlich nicht aus. Die Umsetzungsfrist schöpft den zulässigen Rahmen für die erstmalige Festlegung der Umsetzungsfrist aus.
Für alle weiteren im thyssenkrupp Konzern betroffenen Gesellschaften sind die Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, der Geschäftsleitung und deren beiden nachfolgenden Führungsebenen sowie Umsetzungsfristen rechtzeitig zum 30. September 2015 festgelegt worden.
VERGÜTUNGSBERICHT
Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.
Leistungsbezogenes Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder
Seit dem Geschäftsjahr 2014/2015 gilt für die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ein weiterentwickeltes Vergütungssystem. Es wurde am 30. Januar 2015 von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von 98,79 % des vertretenen Kapitals gebilligt.
Danach setzt sich die Vergütung für die Vorstandsmitglieder aus erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten zusammen. Erstere bestehen aus dem Fixum und Nebenleistungen sowie Pensionszusagen, Letztere aus der Tantieme (Short-Term-Incentive-Plan – STI) sowie dem Long-Term-Incentive-Plan (LTI). Diese Komponenten werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert. Der in den Vorjahren zusätzlich gewährte Bonus auf Basis der Kennzahl Funds From Operations/Total Debt (FFO/TD) sowie die Umwandlung eines Teils der Tantieme in Wertrechte der thyssenkrupp AG werden seit dem Geschäftsjahr 2014/2015 nicht mehr fortgeführt.
Festgelegt wird die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat, nach Vorbereitung durch den Personalausschuss. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung sind sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Dabei bemessen sich die erfolgsbezogenen Komponenten überwiegend nach der Entwicklung über mehrere Jahre; sie setzen damit langfristige Verhaltensanreize, wodurch die Vergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet ist. Im Falle außerordentlicher Leistungen oder Erfolge kann der Aufsichtsrat nach billigem Ermessen eine zusätzliche Sondervergütung gewähren.
Sämtliche Vorstandsverträge sehen eine Ausgleichszahlung für den Fall vor, dass die Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund vorzeitig endet. Sie ist auf maximal zwei Jahresvergütungen einschließlich Nebenleistungen begrenzt (Abfindungs-Cap) und vergütet nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels (Change-of-Control-Regelung) bestanden für das Geschäftsjahr 2014/2015 nicht; sie wurden jedoch mit Dr. Heinrich Hiesinger, Guido Kerkhoff und Oliver Burkhard im Rahmen der in diesem Geschäftsjahr beschlossenen Wiederbestellungen für die zweite Bestellperiode vereinbart. Den vollständigen Inhalt der Change-of-Control-Regelung finden Sie im Kapitel „Rechtliche Angaben“ im Abschnitt „Übernahmerechtliche Angaben“ im zusammengefassten Lagebericht.
Fixum und Nebenleistungen
Die erfolgsunabhängige Grundvergütung (Fixum) wird monatlich anteilig als Gehalt gezahlt. Seit der letzten Überprüfung zum 1. Oktober 2014 beträgt sie für ein ordentliches Vorstandsmitglied 700.000 € pro Jahr und für den Vorstandsvorsitzenden 1.340.000 € pro Jahr. Zusätzlich erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; dies sind im Wesentlichen der Dienstwagen, Sicherheits-leistungen sowie Versicherungsprämien. Prinzipiell stehen sie allen Vorstandsmitgliedern gleichermaßen zu; die Höhe variiert je nach der persönlichen Situation.
Tantieme
Die erste Komponente der erfolgsbezogenen Vergütung ist die Tantieme. Ihre Höhe bemisst sich nach der Entwicklung dreier zentraler Erfolgsgrößen des Konzerns: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie der Free Cashflow (FCF vor Desinvest; ab dem Geschäftsjahr 2015/2016 FCF vor M&A) werden jeweils mit 40 % gewichtet, die Gesamtkapitalrentabilität (ROCE) ist für die übrigen 20 % maßgeblich.
Die Zielwerte für diese Erfolgsgrößen werden aus der Unternehmensplanung (Budget) abgeleitet; zusätzlich werden für alle drei genannten Größen Schwellenwerte definiert, oberhalb bzw. unterhalb derer eine weitere Verbesserung bzw. Verschlechterung des erzielten Ergebnisses keine Auswirkung mehr auf die Höhe der Zielerreichung hat. Der Aufsichtsrat überprüft die Ziel- und Schwellenwerte jährlich im Hinblick auf eine anspruchsvolle Zielsetzung und passt sie gegebenenfalls an. Zusätzlich zu den drei gewichteten Erfolgsgrößen fließt ein multiplikativer Korrekturfaktor mit in die Berechnung ein. Dieser erlaubt es dem Aufsichtsrat, die Gesamtzielerreichung in einer Spannweite von +/− 20 % anzupassen und individuell zu differenzieren. Der Korrekturfaktor berechnet sich jeweils zur Hälfte aus einem Nachhaltigkeitsmultiplikator und aus einem diskretionären Faktor. Der Nachhaltigkeitsmultiplikator basiert auf indirekt finanziellen Zielen aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Lieferanten. Den diskretionären Faktor legt der Aufsichtsrat nach billigem Ermessen zur Bewertung der Gesamtleistung fest. Die Auszahlung ist auf maximal 200 % des Zielwertes begrenzt, eine Mindesttantieme gibt es nicht.
Long-Term-Incentive-Plan (LTI)
Die zweite Komponente der erfolgsbezogenen Vergütung ist der LTI, der eine langfristige Anreizwirkung hat. Bestimmende Faktoren sind hier die Wertgenerierung – gemessen am thyssenkrupp Value Added (tkVA) – sowie die Entwicklung des Aktienkurses.
Den Vorstandsmitgliedern werden für einen im Rahmen der individuellen Vergütungszusagen festgelegten Ausgangswert (in Euro) sogenannte Wertrechte (virtuelle Aktien) gewährt. Deren Anzahl ergibt sich aus dem Ausgangswert, dividiert durch den durchschnittlichen Aktienkurs im 1. Quartal des Performance-Zeitraums, der jeweils drei Jahre umfasst, beginnend zum 1. Oktober des Geschäftsjahres, in dem die Wertrechte gewährt wurden. Die Anzahl der Wertrechte wird am Ende des Performance-Zeitraums angepasst – abhängig davon, wie sich der durchschnittliche tkVA in diesen drei Jahren gegenüber einem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert entwickelt hat: Pro 20 Mio €, die der durchschnittliche tkVA den Zielwert übersteigt, erhöht sich die Anzahl der Wertrechte um 1 %; pro 10 Mio € unterhalb des Zielwerts vermindert sie sich um 1 %. Die Höhe der Auszahlung berechnet sich dann aus dieser angepassten Anzahl sowie aus dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie im 1. Quartal des Geschäftsjahres, das dem Performance-Zeitraum unmittelbar folgt. Bei positiver Entwicklung von tkVA und Aktienkurs kann sie maximal 250 % vom Ausgangswert betragen; bei stark negativer Entwicklung kann sich die Anzahl der Wertrechte auf 0 reduzieren, sodass keine Auszahlung stattfindet.
Für die LTI-Tranche, die den Vorständen im Januar 2015 gewährt wurde, hat der Aufsichtsrat einen tkVA von null als Zielwert festgelegt. Er bezieht sich auf den Performance-Zeitraum 2014/2015 bis einschließlich 2016/2017. Der Aufsichtsrat wird auch beim LTI die Ziel- und Schwellenwerte für eine anspruchsvolle Zielsetzung regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls anpassen.
Höchstgrenzen der Vergütung
Gemäß der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex (Ziff. 4.2.3 Abs. 2 S. 6) sind für die Vergütung des Vorstands – sowohl insgesamt als auch für die variablen Vergütungsteile – betragsmäßige Höchstgrenzen festzulegen. thyssenkrupp hat daher (zusätzlich zu den Höchstgrenzen, die für die erfolgsbezogenen Vergütungsbestandteile gelten) die Gesamtvergütung eines ordentlichen Vorstandsmitglieds auf 4 Mio € pro Geschäftsjahr und die des Vorstandsvorsitzenden auf 8 Mio € pro Geschäftsjahr begrenzt.
Pensionen
Pensionen werden an frühere Vorstandsmitglieder gezahlt, die entweder die Pensionsgrenze erreicht haben oder dauerhaft arbeitsunfähig sind. Ein Übergangsgeld bei vorzeitiger Beendigung oder Nichtverlängerung des Anstellungsvertrags gewährt thyssenkrupp nicht.
Die Pension der vor dem 30. September 2012 bestellten Vorstandsmitglieder (Dr. Heinrich Hiesinger und Guido Kerkhoff), entsprach ursprünglich einem bestimmten Prozentsatz des letzten Festgehalts vor Beendigung des Anstellungsvertrags. Dieser Prozentsatz erhöhte sich mit der Bestelldauer als Vorstandsmitglied und betrug grundsätzlich 30 % mit Beginn der ersten, 50 % mit Beginn der zweiten und 60 % mit Beginn der dritten fünfjährigen Bestellperiode; mit Dr. Heinrich Hiesinger wurde bereits zu Beginn der ersten Bestellperiode ein Pensionsanspruch von 50 % des letzten Festgehalts vor Beendigung des Anstellungsvertrags vereinbart. Als der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2014/2015 die Wiederbestellung beider Herren beschloss, wurde mit ihnen vereinbart, den Pensionsanspruch ab Beginn der neuen Bestellperioden auf jeweils 50 % des aktuellen Festgehalts (Stand: Geschäftsjahr 2014/2015) zu fixieren – somit ist ihre Pension künftig nicht mehr an die Bestelldauer und die Entwicklung des Festgehalts gekoppelt. Laufende Pensionen werden jährlich gemäß dem Verbraucherpreisindex angepasst.
Für die Vorstandsmitglieder, die nach dem 30. September 2012 bestellt wurden (Oliver Burkhard und Dr. Donatus Kaufmann) wurde die endgehaltsbezogene Pensionsregelung durch eine beitragsorientierte Regelung ersetzt; dabei beträgt der jährliche Versorgungsbeitrag (Baustein) zurzeit 40 % des jährlichen Festgehalts. Bei der im Geschäftsjahr 2014/2015 beschlossenen Wiederbestellung wurde mit Oliver Burkhard zusätzlich vereinbart, den Pensionsanspruch ab Beginn der neuen Bestellperiode auf 50 % des aktuellen Festgehalts im Geschäftsjahr 2014/2015 zu begrenzen und den Versorgungsbeitrag auf 40 % des aktuellen Festgehalts im Geschäftsjahr 2014/2015 zu fixieren. Bei Dr. Donatus Kaufmann wird der Pensionsanspruch grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt.
Die Hinterbliebenenversorgung sieht eine Zahlung von 60 % der Pension für den Partner und von 20 % für jedes unterhaltsberechtigte Kind vor; sie beträgt insgesamt maximal 100 % der Pension. Im Falle von Dr. Donatus Kaufmann erhalten Hinterbliebene den Stand der verzinsten Versorgungsbeiträge zum Eintritt des Leistungsfalls.
Gesamtvergütung des Vorstands 2014/2015
Die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder weisen wir seit dem Geschäftsjahr 2013/2014 so aus, wie es der Deutsche Corporate Governance Kodex und die dort enthaltenen Mustertabellen (in jeweils geltender Fassung) empfehlen. Wesentliches Merkmal dieser Mustertabellen ist, dass die gewährten Zuwendungen (Tabelle 1) und der tatsächliche Zufluss (Tabelle 2) separat dargestellt werden. Die Übersicht über die Zuwendungen enthält zudem die jeweiligen Zielwerte (Auszahlung bei 100 % Zielerreichung) sowie die Minimal- und Maximalwerte. Weiterhin weisen wir die aktienbasierte Vergütung gesondert aus (Tabelle 3).
| Tabelle 1: Vergütung des Vorstands 2014/2015 (Zuwendungsbetrachtung) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Heinrich Hiesinger | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Vorsitzender des Vorstands seit 21.01.2011 | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € |
2013/ 2014 Ausgangswert 1) | 2014/ 2015 Ausgangswert 1) | 2014/ 2015 Minimum | 2014/ 2015 Maximum 2) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 1.340 | 1.340 | 1.340 | 1.340 | |
| Nebenleistungen | 182 | 220 | 220 | 220 | |
| Summe | 1.522 | 1.560 | 1.560 | 1.560 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | 1.500 | 1.200 | — | 2.400 |
| Bonus (bar) | 405 | — | — | — | |
| Mehrjährige variable Vergütung | Tantieme in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 | 500 | — | — | — |
| Bonus in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 | 495 | — | — | — | |
| 5. Tranche LTI 2014/2015 - 2017/2018 | — | 2.129 | — | 4.500 | |
| 4. Tranche LTI 2013/2014 - 2016/2017 | 1.022 | — | — | — | |
| Summe | 5.444 | 4.889 | 1.560 | 8.460 | |
| Versorgungsaufwand 3)4)5) | 1.267 | 1.699 | 1.699 | 1.699 | |
| Summe | 6.711 | 6.588 | 3.259 | 10.159 | |
| HGB - Summe 6) | 5.426 | 4.788 | — | — |
| Tabelle 1: Vergütung des Vorstands 2014/2015 (Zuwendungsbetrachtung) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Guido Kerkhoff | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.04.2011 | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € |
2013/ 2014 Ausgangswert 1) | 2014/ 2015 Ausgangswert 1) | 2014/ 2015 Minimum | 2014/ 2015 Maximum 2) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 670 | 700 | 700 | 700 | |
| Nebenleistungen | 82 | 27 | 27 | 27 | |
| Summe | 752 | 727 | 727 | 727 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | 750 | 630 | — | 1.260 |
| Bonus (bar) | 203 | — | — | — | |
| Mehrjährige variable Vergütung | Tantieme in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 | 250 | — | — | — |
| Bonus in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 | 248 | — | — | — | |
| 5. Tranche LTI 2014/2015 - 2017/2018 | — | 1.124 | — | 2.375 | |
| 4. Tranche LTI 2013/2014 - 2016/2017 | 511 | — | — | — | |
| Summe | 2.714 | 2.481 | 727 | 4.362 | |
| Versorgungsaufwand 3)4)5) | 504 | − 380 | − 380 | − 380 | |
| Summe | 3.218 | 2.101 | 347 | 3.982 | |
| HGB - Summe 6) | 2.704 | 2.428 | — | — |
| Tabelle 1: Vergütung des Vorstands 2014/2015 (Zuwendungsbetrachtung) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Oliver Burkhard | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € |
2013/ 2014 Ausgangswert 1) | 2014/ 2015 Ausgangswert 1) | 2014/ 2015 Minimum | 2014/ 2015 Maximum 2) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 670 | 700 | 700 | 700 | |
| Nebenleistungen | 24 | 112 | 112 | 112 | |
| Summe | 694 | 812 | 812 | 812 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | 750 | 630 | — | 1.260 |
| Bonus (bar) | 203 | — | — | — | |
| Mehrjährige variable Vergütung | Tantieme in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 | 250 | — | — | — |
| Bonus in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 | 248 | — | — | — | |
| 5. Tranche LTI 2014/2015 - 2017/2018 | — | 1.124 | — | 2.375 | |
| 4. Tranche LTI 2013/2014 - 2016/2017 | 511 | — | — | — | |
| Summe | 2.656 | 2.566 | 812 | 4.447 | |
| Versorgungsaufwand 3)4)5) | 626 | 812 | 812 | 812 | |
| Summe | 3.282 | 3.378 | 1.624 | 5.259 | |
| HGB - Summe 6) | 2.646 | 2.513 | — | — |
| Tabelle 1: Vergütung des Vorstands 2014/2015 (Zuwendungsbetrachtung) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Donatus Kaufmann | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014 | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € |
2013/ 2014 Ausgangswert 1) | 2014/ 2015 Ausgangswert 1) | 2014/ 2015 Minimum | 2014/ 2015 Maximum 2) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 447 | 700 | 700 | 700 | |
| Nebenleistungen | 29 | 78 | 78 | 78 | |
| Summe | 476 | 778 | 778 | 778 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | 500 | 630 | — | 1.260 |
| Bonus (bar) | 135 | — | — | — | |
| Mehrjährige variable Vergütung | Tantieme in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 | 167 | — | — | — |
| Bonus in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 | 165 | — | — | — | |
| 5. Tranche LTI 2014/2015 - 2017/2018 | — | 1.124 | — | 2.375 | |
| 4. Tranche LTI 2013/2014 - 2016/2017 | 342 | — | — | — | |
| Summe | 1.785 | 2.532 | 778 | 4.413 | |
| Versorgungsaufwand 3)4)5) | 163 | 266 | 266 | 266 | |
| Summe | 1.948 | 2.798 | 1.044 | 4.679 | |
| HGB - Summe 6) | 1.779 | 2.479 | — | — |
1) Für die im Vorjahr gewährten Tantiemen und Boni (jeweils in Wertrechten) sind die Zielwerte angegeben. Die beizulegenden Zeitwerte zum Zeitpunkt der Gewährung betrugen im Vorjahr für die Tantieme in Wertrechten für Dr. Heinrich Hiesinger 511 Tsd €, für Guido Kerkhoff 255 Tsd €, für Oliver Burkhard 255 Tsd € und für Dr. Donatus Kaufmann 170 Tsd €. Für den Bonus in Wertrechten betrugen die beizulegenden Zeitwerte zum Zeitpunkt der Gewährung im Vorjahr für Dr. Heinrich Hiesinger 428 Tsd €, für Guido Kerkhoff 214 Tsd €, für Oliver Burkhard 214 Tsd € und für Dr. Donatus Kaufmann 143 Tsd €.
2) Zusätzlich zu den in der Spalte „Maximum“ angegebenen Einzelcaps ist die jährliche Gesamtvergütung summarisch auf 8,0 Mio € (Vorstandsvorsitzender) und 4,0 Mio € (ordentliches Vorstandsmitglied) begrenzt. Bei unterjährigem Ein- und Austritt gelten die Begrenzungen zeitanteilig.
3) Alle Werte nach IFRS. Die Dienstzeitaufwendungen nach HBG betragen für Dr. Heinrich Hiesinger 1.333 Tsd € (Vorjahr: 908 Tsd €), für Guido Kerkhoff −152 Tsd € (Vorjahr: 329 Tsd €), für Oliver Burkhard 405 Tsd € (Vorjahr: 401 Tsd €) und für Dr. Donatus Kaufmann 195 Tsd € (Vorjahr: 135 Tsd €). Die Barwerte der Verpflichtungen betragen für Dr. Heinrich Hiesinger 8.893 Tsd € (IFRS)/6.557 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 6.391 Tsd € (IFRS)/3.902 Tsd € (HGB)), für Guido Kerkhoff 2.308 Tsd € (IFRS)/1.520 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 2.347 Tsd € (IFRS)/1.250 Tsd € (HGB)), für Oliver Burkhard 2.733 Tsd € (IFRS)/ 1.723 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 1.322 Tsd € (IFRS)/691 Tsd € (HGB)) und für Dr. Donatus Kaufmann 439 Tsd € (IFRS)/398 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 164 Tsd € (IFRS)/135 Tsd € (HGB)). Zur Ermittlung vgl. Fußnote 4.
4) Um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen der endgehaltsbezogenen und der beitragsorientierten Pensionsregelung sowie zu den Vorjahresangaben zu gewährleisten, sind Dienstzeitaufwand und Barwert zeitanteilig für die im Geschäftsjahr erbrachte Vorstandstätigkeit abgegrenzt. Zur Berücksichtigung der Unverfallbarkeit der vertraglichen Ansprüche aus den Pensionszusagen der Vorstandsmitglieder sind in der Vergangenheit für Dr. Heinrich Hiesinger und Guido Kerkhoff weitere Beträge zurückgestellt worden. Unter deren Berücksichtigung und ohne zeitanteilige Abgrenzung betragen die Dienstzeitaufwendungen für Dr. Heinrich Hiesinger −355 Tsd € (IFRS)/199 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 5 Tsd € (IFRS)/4 Tsd € (HGB)) und für Guido Kerkhoff −377 Tsd € (IFRS)/37 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 3 Tsd € (IFRS)/2 Tsd € (HGB)). Die Barwerte der Verpflichtungen betragen dann für Dr. Heinrich Hiesinger 16.474 Tsd € (IFRS)/12.132 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 14.568 Tsd € (IFRS)/8.855 Tsd € (HGB)) und für Guido Kerkhoff 4.597 Tsd € (IFRS)/3.010 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 4.364 Tsd € (IFRS)/2.159 Tsd € (HGB)).
5) Gegenüber der bisherigen Ausgestaltung der Versorgungszusage mit den jeweils zugrunde gelegten Bewertungsannahmen ergibt sich bei Guido Kerkhoff durch die oben beschriebene Fixierung des Pensionsanspruchs auf 50 % des aktuellen Festgehalts eine Reduktion des zeitanteilig abgegrenzten Barwerts der Verpflichtung. Die Korrektur der Bewertung erfolgt einmalig über negative Past Service Costs, die für das Berichtsjahr zu einem insgesamt negativen Versorgungsaufwand führen.
6) Gesamtvergütung nach HGB. In dieser sind, abweichend von den oben gezeigten Beträgen, für Bar-Tantiemen und -Boni die Auszahlungsbeträge gemäß Tabelle 2 berücksichtigt, für Tantiemen und Boni in Wertrechten die beizulegenden Zeitwerte zum Zeitpunkt der Gewährung (vgl. Fußnote 1). Der Versorgungsaufwand wird gemäß HGB nicht einbezogen.
| Tabelle 2: Vergütung des Vorstands 2014/2015 (Zuflussbetrachtung) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Heinrich Hiesinger | Guido Kerkhoff | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Vorsitzender des Vorstands seit 21.01.2011 | Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.04.2011 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € |
2013/2014 | 2014/2015 | 2013/2014 | 2014/2015 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 1.340 | 1.340 | 670 | 700 | |
| Nebenleistungen | 182 | 220 | 82 | 27 | |
| Summe | 1.522 | 1.560 | 752 | 727 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | 1.581 | 1.099 | 791 | 577 |
| Bonus (bar) | 362 | — | 181 | — | |
| Mehrjährige variable Vergütung | Tantieme in Wertrechten 2011/2012 - 2014/2015 | — | 275 | — | 137 |
| Tantieme in Wertrechten 2010/2011 - 2013/2014 | 221 | — | 61 | — | |
| Bonus in Wertrechten 2011/2012 - 2014/2015 | — | 403 | — | 201 | |
| Bonus in Wertrechten 2010/2011 - 2013/2014 | 228 | — | 63 | — | |
| 2. Tranche LTI 2011/2012 - 2014/2015 | — | 750 | — | 375 | |
| 1. Tranche LTI 2010/2011 - 2013/2014 | — | — | — | — | |
| Summe | 3.914 | 4.087 | 1.848 | 2.017 | |
| Versorgungsaufwand 1) | 1.267 | 1.699 | 504 | − 380 | |
| Summe | 5.181 | 5.786 | 2.352 | 1.637 |
| Tabelle 2: Vergütung des Vorstands 2014/2015 (Zuflussbetrachtung) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Oliver Burkhard | Dr. Donatus Kaufmann | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 | Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € |
2013/2014 | 2014/2015 | 2013/2014 | 2014/2015 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 670 | 700 | 447 | 700 | |
| Nebenleistungen | 24 | 112 | 29 | 78 | |
| Summe | 694 | 812 | 476 | 778 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | 791 | 577 | 527 | 577 |
| Bonus (bar) | 181 | — | 121 | — | |
| Mehrjährige variable Vergütung | Tantieme in Wertrechten 2011/2012 - 2014/2015 | — | — | — | — |
| Tantieme in Wertrechten 2010/2011 - 2013/2014 | — | — | — | — | |
| Bonus in Wertrechten 2011/2012 - 2014/2015 | — | — | — | — | |
| Bonus in Wertrechten 2010/2011 - 2013/2014 | — | — | — | — | |
| 2. Tranche LTI 2011/2012 - 2014/2015 | — | — | — | — | |
| 1. Tranche LTI 2010/2011 - 2013/2014 | — | — | — | — | |
| Summe | 1.666 | 1.389 | 1.124 | 1.355 | |
| Versorgungsaufwand 1) | 626 | 812 | 163 | 266 | |
| Summe | 2.292 | 2.201 | 1.287 | 1.621 |
1) Zur Bewertung des Versorgungsaufwands vgl. Fußnoten 3, 4 und 5 zur Tabelle 1.
| Tabelle 3: Aktienbasierte Vergütung des Vorstands (Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück und Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Heinrich Hiesinger | Guido Kerkhoff | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Vorsitzender des Vorstands seit 21.01.2011 | Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.04.2011 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2013/2014 | 2014/2015 | 2013/2014 | 2014/2015 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück | Tantieme in Wertrechten | 24.581 | — | 12.291 | — |
| Bonus in Wertrechten | 20.609 | — | 10.305 | — | |
| LTI 2014/2015 -2017/2018 | — | 90.634 | — | 47.835 | |
| LTI 2013/2014 -2016/2017 | 54.406 | — | 27.203 | — | |
| Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € | 3.167 | 442 | 1.566 | 237 |
| Tabelle 3: Aktienbasierte Vergütung des Vorstands (Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück und Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Oliver Burkhard | Dr. Donatus Kaufmann | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 | Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2013/2014 | 2014/2015 | 2013/2014 | 2014/2015 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück | Tantieme in Wertrechten | 12.291 | — | 8.194 | — |
| Bonus in Wertrechten | 10.305 | — | 6.870 | — | |
| LTI 2014/2015 -2017/2018 | — | 47.835 | — | 47.835 | |
| LTI 2013/2014 -2016/2017 | 27.203 | — | 18.135 | — | |
| Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € | 1.175 | 273 | 580 | 301 |
Die Gesamtbezüge der im jeweiligen Geschäftsjahr aktiven Vorstandsmitglieder nach HGB für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen 12,2 Mio €. Der entsprechende Vorjahreswert lag bei 12,6 Mio €. Bei der Festlegung der individuellen erfolgsbezogenen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt. Keinem der Vorstandsmitglieder wurden weitere Leistungen zugesagt für den Fall, dass es seine Tätigkeit beendet. Auch ist thyssenkrupp nicht bekannt, dass ein Vorstandsmitglied im Berichtsjahr von einem Dritten entsprechende Zusagen mit Bezug auf die Vorstandstätigkeit erhalten hätte. Wie in den vergangenen Jahren wurden Vorstandsmitgliedern im Berichtsjahr weder Kredite oder Vorschüsse gewährt, noch ist thyssenkrupp zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.
Im Berichtsjahr wurde die 2. Tranche des LTI fällig. Diese führte aufgrund der über den maßgeblichen Performance-Zeitraum 2011/2012 – 2013/2014 erreichten Stabilisierung des durchschnittlichen tkKVA – erstmals seit 2008/2009 – zu einer Auszahlung, deren Höhe sich auf gut 75 % vom jeweiligen Ausgangswert belief. Somit wurden an Dr. Heinrich Hiesinger 750.053 € und an Guido Kerkhoff 375.016 € ausbezahlt. Oliver Burkhard und Dr. Donatus Kaufmann erhielten keine Zahlungen aus dieser Tranche, da sie dem Vorstand im Geschäftsjahr 2011/2012 noch nicht angehört hatten. Im Januar 2015 wurden den Vorstandsmitgliedern neue Wertrechte aus der 5. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt verfügen die aktiven und früheren Vorstandsmitglieder nun aus der 3. bis 5. Tranche des LTI über insgesamt 554.327 gewährte, aber noch nicht auszahlungsreife Wertrechte.
Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 17,4 Mio € (Vorjahr: 17,7 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 261,6 Mio € (Vorjahr: 267,7 Mio €) bzw. nach HGB 205,2 Mio € (Vorjahr: 196,9 Mio €) zurückgestellt.
Aktienkursorientierte Vergütung für weitere Führungskräfte
Neben dem Vorstand erhalten auch weitere ausgewählte Führungskräfte des Konzerns weltweit einen Teil ihrer Bezüge in Form einer aktienkursorientierten Vergütung (LTI). Diese entspricht seit dem Geschäftsjahr 2014/2015 in Ausgestaltung und Funktionsweise dem oben beschriebenen LTI des Vorstands, jedoch mit entsprechend angepassten Ausgangswerten.
thyssenkrupp setzt dieses langfristig orientierte Vergütungsinstrument ein, um die Identifikation der Führungskräfte mit thyssenkrupp und deren Bindung an das Unternehmen zu stärken. Da die Höhe des LTI nicht nur an die Entwicklung des Aktienkurses, sondern auch an die des tkVA gekoppelt ist, fördert er ein wertorientiertes, an den Unternehmenszielen ausgerichtetes Verhalten.
Im Berichtsjahr beliefen sich die aus dem LTI für die weiteren Führungskräfte resultierenden Aufwendungen auf insgesamt 29,5 Mio € (Vorjahr: 67,8 Mio €).
Ausgewählte Führungskräfte erhalten zudem einen weiteren aktienkursorientieren Vergütungsbestandteil in der Form, dass 20 % der kurzfristigen variablen Vergütung für das jeweilige Geschäftsjahr in Wertrechte der thyssenkrupp AG umgewandelt werden, die an den Kurs der thyssenkrupp Aktie gekoppelt sind. Diese Wertrechte werden erst nach Ablauf von drei Geschäftsjahren in bar ausgezahlt; dabei richtet sich die Höhe der Auszahlung nach dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie im 4. Quartal des dritten Geschäftsjahres.
Aufsichtsratsvergütung
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung geregelt. Neben der Erstattung ihrer Auslagen und einem Sitzungsgeld von 500 € erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine jährliche Grundvergütung in Höhe von 50.000 €.
Für den Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt die jährliche Vergütung 200.000 € und für seinen Stellvertreter 150.000 €. Damit ist auch die Übernahme von Mitgliedschaften und Vorsitzen in Ausschüssen abgegolten. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder erhalten für den Vorsitz bzw. die Tätigkeit in bestimmten Ausschüssen Zuschläge, die ebenfalls in § 14 der Satzung festgelegt sind. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat oder einem Ausschuss angehören, erhalten eine zeitanteilige Vergütung.
Für das Berichtsjahr erhalten die Aufsichtsratsmitglieder einschließlich des Sitzungsgeldes eine Vergütung von insgesamt 1,74 Mio € (Vorjahr: 1,76 Mio €). Darin enthalten sind Vergütungen von Aufsichtsratsmitgliedern für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften in Höhe von 77.202 € (Vorjahr: 80.992 €).
Die nachfolgende Tabelle listet die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung auf:
| Vergütung des Aufsichtsrats 2014/2015 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in € 1) | Feste Vergütung | Vergütung für Ausschusstätigkeit | Sitzungsgeld | aus konzerninternen Mandaten | Gesamtvergütung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Prof. Dr. Ulrich Lehner | 200.000 | — 2) | 12.500 | — | 212.500 |
| (200.000) | (—)2) | (15.500) | (—) | (215.500) | |
| Dr. Sabine Maaßen | 150.000 | — 2) | 7.500 | — | 157.500 |
| (stellv. Vorsitzende seit 17.01.2014) | (125.000) | (—)2) | (7.000) | (—) | (132.000) |
| Bertin Eichler | — | — 2) | — | — | — |
| (stellv. Vorsitzender bis 17.01.2014) | (50.000) | (—)2) | (7.000) | (—) | (57.000) |
| Martin Dreher | 50.000 | — | 2.500 | 23.502 | 76.002 |
| (50.000) | (—) | (3.500) | (23.297) | (76.797) | |
| Markus Grolms | 50.000 | 32.500 | 7.000 | — | 89.500 |
| (50.000) | (19.167) | (7.500) | (—) | (76.667) | |
| Ingrid Hengster | 37.500 | — | 1.500 | — | 39.000 |
| (seit 30.01.2015) | (—) | (—) | (—) | (—) | (—) |
| Susanne Herberger | 50.000 | 32.500 | 7.000 | 16.000 | 105.500 |
| (50.000) | (32.500) | (9.000) | (16.500) | (108.000) | |
| Prof. Dr. Hans-Peter Keitel | 50.000 | 43.750 | 8.500 | — | 102.250 |
| (50.000) | (23.958) | (7.500) | (—) | (81.458) | |
| Ernst-August Kiel | 50.000 | — | 2.500 | 15.750 | 68.250 |
| (50.000) | (—) | (3.500) | (18.745) | (72.245) | |
| Dr. Norbert Kluge | 37.500 | — | 2.500 | — | 52.500 |
| (seit 17.01.2014) | (37.500) | (—) | (2.000) | (—) | (39.500) |
| Dr. Ralf Nentwig | 50.000 | 29.375 | 6.500 | — | 85.875 |
| (50.000) | (20.000) | (6.500) | (—) | (76.500) | |
| René Obermann | 50.000 | — | 2.500 | — | 52.500 |
| (seit 01.11.2013) | (45.833) | (—) | (3.000) | (—) | (48.833) |
| Prof. Dr. Bernhard Pellens | 50.000 | 52.500 | 7.500 | — | 110.000 |
| (50.000) | (52.500) | (8.500) | (—) | (111.000) | |
| Klaus Preußler | 16.667 | — | 1.500 | — | 18.167 |
| (17.01.2014 bis 31.01.2015) | (37.500) | (—) | 2.000) | (—) | (39.500) |
| Peter Remmler | 50.000 | 12.500 | 5.000 | 16.500 | 84.000 |
| (50.000) | (12.500) | (6.500) | (17.000) | (86.000) | |
| Carola Gräfin v. Schmettow | 50.000 | — | 2.500 | — | 52.500 |
| (50.000) | (—) | (3.500) | (—) | (53.500) | |
| Wilhelm Segerath | 50.000 | 45.000 | 7.500 | — | 102.500 |
| (50.000) | (45.000) | (10.500) | (—) | (105.500) | |
| Carsten Spohr | 50.000 | 4.167 | 2.500 | — | 56.667 |
| (50.000) | (12.500) | (5.500) | (—) | (68.000) | |
| Dr. Lothar Steinebach | 50.000 | 25.000 | 5.000 | — | 80.000 |
| (50.000) | (21.875) | (6.000) | (—) | (77.875) | |
| Christian Streiff | 16.667 | — | 1.000 | — | 17.667 |
| (bis 30.01.2015) | (50.000) | (—) | (2.500) | (—) | (52.500) |
| Jürgen R. Thumann | 16.667 | 12.500 | 3.000 | — | 32.167 |
| (bis 30.01.2015) | (50.000) | (37.500) | (8.5000) | (—) | (96.000) |
| Jens Tischendorf | 37.500 | 8.333 | 3.000 | — | 48.833 |
| (seit 30.01.2015) | (—) | (—) | (—) | (—) | (—) |
| Fritz Weber | 50.000 | — | 2.500 | 5.450 | 57.950 |
| (50.000) | (—) | (3.500) | (5.450) | (58.950) | |
| Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro | — | — | — | — | — |
| (bis 31.10.2013) | (4.167) | (1.041) | (—) | (—) | (5.208) |
| Klaus Wiercimok | — | — | — | — | — |
| (bis 17.01.2014) | (16.667) | (—) | (1.500) | (—) | (18.167) |
| Isolde Würz | 33.333 | — | 1.000 | — | 34.333 |
| (seit 01.02.2015) | (—) | (—) | (—) | (—) | (—) |
| Insgesamt | 1.258.333 | 298.125 | 102.500 | 77.202 | 1.736.160 |
| (1.266.667) | (278.541) | (130.500) | (80.992) | (1.756.700) |
1) Beträge des Vorjahres in Klammern
2) Gemäß § 14 Abs. 3 der Satzung durch die feste Vergütung abgegolten
Die gewerkschaftsangehörigen Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes
an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen.
Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen bzw. Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Den Aufsichtsrats-mitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.
ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN
Im Folgenden sind die nach § 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2015 dargestellt. Tatbestände der § 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.448.801.144,32 € und ist in 565.937.947 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.
10 % der Stimmrechte überschreitende direkte und indirekte Kapitalbeteiligungen
Zum Aufstellungsstichtag bestehen folgende Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten:
• Direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, in Höhe von 23,03 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG;
• Indirekte Beteiligung der Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, in Höhe von 15,08 % der Stimmrechtsanteile. Dabei werden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP, Cayman Islands, zugerechnet, die eine direkte Beteiligung in Höhe von 12,23 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG hält.
Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen
Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Falls das in § 5 Abs. 5 der Satzung geregelte genehmigte Kapital bis zum 16. Januar 2019 nicht oder nicht vollständig ausgenutzt sein sollte, kann er die Fassung des § 5 ebenfalls anpassen.
Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Ausschluss des Bezugsrechts
Genehmigtes Kapital – Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 16. Januar 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 370 Mio € durch Ausgabe von bis zu 144.531.250 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital).
Er kann das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats in folgenden Fällen ausschließen:
• Zum Ausgleich von Spitzenbeträgen
• Soweit dies erforderlich ist, um den Inhabern oder im Fall von Namenspapieren den Gläubigern der von der thyssenkrupp AG oder deren Konzerngesellschaften ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht als Aktionäre zustehen würde
• Wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet und die
ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung überschreiten. Auf diese Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf eigene Aktien entfällt, die ab Wirksamwerden dieser Ermächtigung in unmittelbarer bzw. sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG veräußert werden, sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, auf die sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuld-verschreibungen beziehen, die gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 ab Wirksamwerden dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts nach § 186 Abs. 3 S. 4 AktG begeben werden
• Bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen
Die insgesamt aufgrund der vorstehenden Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 20 % des Grund-kapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt der Ausnutzung überschreiten. Auf die vorgenannte 20 %-Grenze sind bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Aktien anzurechnen (i) unter Bezugsrechtsausschluss veräußerte eigene Aktien sowie (ii) Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.
Bedingtes Kapital – Nach § 5 Abs. 6 der Satzung der Gesellschaft ist das Grundkapital um bis zu 250.000.000,- € eingeteilt in bis zu Stück 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus gegen Bareinlage ausgegebenen Options- oder Wandelanleihen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Januar 2014 bis zum 16. Januar 2019 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen oder, soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren, soweit nicht jeweils ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien abweichend von § 60 Abs. 2 AktG festlegen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 wurde die Gesellschaft bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder – falls dieser Wert niedriger ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb kann über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch Abgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) erfolgen. Erfolgt der Erwerb der Aktien über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den am Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 5 % über- oder unterschreiten.
Erfolgt der Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot, dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots erhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses vom gebotenen Kaufpreis oder den Grenzwerten der Kaufpreisspanne, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Durchschnittskurs der drei Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung einer etwaigen Anpassung abgestellt und die 10 %-Grenze für das Über- oder Unterschreiten auf diesen Betrag angewendet. Das Volumen des öffentlichen Kaufangebots kann begrenzt werden. Sofern bei einem öffentlichen Kaufangebot das Volumen der angebotenen Aktien das vorhandene Rückkaufvolumen überschreitet, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der angedienten Aktien (Andienungsquoten) statt nach dem Verhältnis der Beteiligung der andienenden Aktionäre an der Gesellschaft (Beteiligungsquote) erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Gesichtspunkten vorgesehen werden.
Erfolgt der Erwerb mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten, legt die Gesellschaft eine Kaufpreisspanne je Aktie fest, innerhalb derer Verkaufsangebote abgegeben werden können. Die Kaufpreisspanne kann angepasst werden, wenn sich während der Angebotsfrist erhebliche Kursabweichungen vom Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ergeben. Der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten), den die Gesellschaft aufgrund der eingegangenen Verkaufsangebote ermittelt, darf den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem nachfolgend beschriebenen Stichtag um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Stichtag ist der Tag, an dem der Vorstand der Gesellschaft endgültig formell über die Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder deren Anpassung entscheidet. Das Volumen der Annahme kann begrenzt werden. Sofern von mehreren gleichartigen Verkaufsangeboten wegen der Volumenbegrenzung nicht sämtliche angenommen werden können, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der Andienungsquoten statt nach Beteiligungsquoten erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen vorgesehen werden.
Erfolgt der Erwerb mittels den Aktionären zur Verfügung gestellter Andienungsrechte, so können diese pro Aktie der Gesellschaft zugeteilt werden. Gemäß dem Verhältnis des Grundkapitals der Gesellschaft zum Volumen der von der Gesellschaft zurückzukaufenden Aktien berechtigt eine entsprechend festgesetzte Anzahl Andienungsrechte zur Veräußerung einer Aktie der Gesellschaft an diese. Andienungsrechte können auch dergestalt zugeteilt werden, dass jeweils ein Andienungsrecht pro Anzahl von Aktien zugeteilt wird, die sich aus dem Verhältnis des Grundkapitals zum Rückkaufvolumen ergibt. Bruchteile von Andienungsrechten werden nicht zugeteilt; für diesen Fall werden die entsprechenden Teilandienungsrechte ausgeschlossen. Der Preis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten), zu dem bei Ausübung des Andienungsrechts eine Aktie an die Gesellschaft veräußert werden kann, wird nach Maßgabe der Regelungen im vorstehenden Absatz bestimmt, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung des Rückkaufangebots unter Einräumung von Andienungsrechten ist, und gegebenenfalls angepasst, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung der Anpassung ist. Die nähere Ausgestaltung der Andienungsrechte, insbesondere ihr Inhalt, die Laufzeit und gegebenenfalls ihre Handelbarkeit, bestimmt der Vorstand der Gesellschaft.
Wird der Erwerb von Aktien der Gesellschaft unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put-Optionen, Call-Optionen sowie Kombinationen aus Put- und Call-Optionen sowie Terminkaufverträge) durchgeführt, müssen die Eigenkapitalderivate mit einem oder mehreren Kreditinstitut(en), einem oder mehreren nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen oder einer Gruppe oder einem Konsortium von Kreditinstituten und/oder solchen Unter-nehmen abgeschlossen werden. Sie sind so auszugestalten, dass sichergestellt ist, dass die Eigenkapitalderivate nur mit Aktien beliefert werden, die unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes der Aktionäre erworben wurden; dem genügt der Erwerb der Aktien über die Börse. Die Laufzeit der einzelnen Eigenkapitalderivate darf jeweils höchstens 18 Monate betragen, muss spätestens am 29. Januar 2020 enden und muss so gewählt werden, dass der Erwerb der Aktien in Ausübung oder Erfüllung der Eigenkapitalderivate nicht nach dem 29. Januar 2020 erfolgen kann. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise, einmalig oder in mehreren, auch unterschiedlichen Transaktionen durch die Gesellschaft, aber auch durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgenutzt werden. Alle Aktienerwerbe unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von höchstens 5 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder – falls dieser Betrag geringer ist – des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten unter Beachtung der Regelungen der Ermächtigung erworben, ist ein etwaiges Recht der Aktionäre, solche Eigenkapitalderivate mit der Gesellschaft abzuschließen, sowie ein etwaiges Andienungsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.
Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden. Insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre sowie gegen Sachleistung veräußern, sie zur Erfüllung von Optionsrechten und/oder Wandlungsrechten/-pflichten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen begebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen verwenden, den Inhabern solcher Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde und sie Mitarbeitern der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen zum Erwerb anbieten. Mit Ausnahme der Einziehung ist in den genannten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen. Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen.
Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Options- und Wandelschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 wurde der Vorstand bis zum 16. Januar 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats folgende Maßnahmen zu ergreifen:
• auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen (zusammen „Schuldverschreibungen“) im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung einmalig oder mehrmals zu begeben und den Inhabern oder Gläubigern von Options-anleihen Optionsrechte oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelanleihen Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Die Schuldverschreibungen können auch durch ein nachgeordnetes Konzernunternehmen der Gesellschaft ausgegeben werden; für diesen Fall ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesellschaft die Garantie für die Schuldverschreibungen zu übernehmen und den Inhabern oder Gläubigern dieser Schuldverschreibungen Optionsrechte oder Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren oder aufzuerlegen.
• Die Schuldverschreibungen werden in Teilschuldverschreibungen eingeteilt. Im Falle der Ausgabe von Optionsschuldverschreibungen werden jeder Teilschuldverschreibung ein oder mehrere Optionsscheine beigefügt, die den Inhaber oder Gläubiger nach näherer Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Optionsbedingungen zum Bezug von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft berechtigen. Die Optionsbedingungen können vorsehen, dass der Optionspreis auch durch Übertragung von Teilschuldverschreibungen und gegebenenfalls eine bare Zuzahlung erfüllt werden kann. Soweit sich Bruchteile von Aktien ergeben, kann vorgesehen werden, dass diese Bruchteile nach Maßgabe der Options- oder Anleihebedingungen, gegebenenfalls gegen Zuzahlung, zum Bezug ganzer Aktien aufaddiert werden können.
• Im Falle der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen erhalten bei auf den Inhaber lautenden Schuldverschreibungen die Inhaber, ansonsten die Gläubiger der Teilschuldverschreibungen, das Recht, ihre Teilschuldverschreibungen gemäß den vom Vorstand festgelegten Wandelanleihebedingungen in auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu wandeln. Das Wandlungsverhältnis ergibt sich aus der Division des Nennbetrags oder des unter dem Nennbetrag liegenden Ausgabebetrags einer Teilschuldverschreibung durch den festgesetzten Wandlungspreis für eine auf den Inhaber lautende Stückaktie der Gesellschaft und kann auf eine volle Zahl auf- oder abgerundet werden; ferner können eine in bar zu leistende Zuzahlung und die Zusammenlegung oder ein Ausgleich für nicht wandlungsfähige Spitzen festgesetzt werden. Die Anleihebedingungen können ein variables Wandlungsverhältnis und eine Bestimmung des Wandlungspreises (vorbehaltlich des nachfolgend bestimmten Mindestpreises) innerhalb einer vorgegebenen Bandbreite in Abhängigkeit von der Entwicklung des Kurses der Stückaktien der Gesellschaft während der Laufzeit der Anleihe vorsehen.
• Die Anleihebedingungen können das Recht der Gesellschaft vorsehen, im Falle der Wandlung oder Optionsausübung nicht neue Stückaktien zu gewähren, sondern einen Geldbetrag zu zahlen, der für die Anzahl der anderenfalls zu liefernden Aktien dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während einer in den Anleihebedingungen festzulegenden Frist entspricht. Die Anleihebedingungen können auch vorsehen, dass die Schuldverschreibung, die mit Optionsrechten oder Wandlungsrechten oder -pflichten verbunden ist, nach Wahl der Gesellschaft statt in neue Aktien aus bedingtem Kapital in bereits existierende Aktien der Gesellschaft oder einer anderen börsennotierten Gesellschaft gewandelt wird, oder das Optionsrecht durch Lieferung solcher Aktien erfüllt werden kann. Die Anleihebedingungen können auch eine Kombination dieser Erfüllungsformen vorsehen.
• Die Anleihebedingungen können auch das Recht der Gesellschaft vorsehen, bei Endfälligkeit der Schuldverschreibung, die mit Optionsrechten oder Wandlungsrechten oder -pflichten verbunden ist (dies umfasst auch eine Fälligkeit wegen Kündigung), den Inhabern oder Gläubigern ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft oder einer anderen börsennotierten Gesellschaft zu gewähren.
• Die Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen können auch eine Wandlungspflicht zum Ende der Laufzeit (oder zu einem früheren Zeitpunkt oder einem bestimmten Ereignis) vorsehen. Die Gesellschaft kann in den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen berechtigt werden, eine etwaige Differenz zwischen dem Nennbetrag oder einem etwaigen niedrigeren Ausgabebetrag der Wandelschuldverschreibung und dem Produkt aus Wandlungspreis und Umtauschverhältnis ganz oder teilweise in bar auszugleichen.
• Der jeweils festzusetzende Options- oder Wandlungspreis für eine Stückaktie der Gesellschaft muss mit Ausnahme der Fälle, in denen eine Ersetzungsbefugnis oder eine Wandlungspflicht vorgesehen ist, mindestens 80 % des volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurses der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten 10 Börsentagen vor dem Tag der Beschlussfassung durch den Vorstand über die Ausgabe der Schuldverschreibung, die mit Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ausgestattet ist, betragen oder – für den Fall der Einräumung eines Bezugsrechts – mindestens 80 % des volumengewichteten durchschnittlichen Börsenkurses der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während der Bezugsfrist mit Ausnahme der Tage der Bezugsfrist, die erforderlich sind, damit der Options- oder Wandlungspreis gemäß § 186 Abs. 2 S. 2 AktG fristgerecht bekannt gemacht werden kann, betragen. § 9 Abs. 1 AktG und § 199 AktG bleiben unberührt.
• In den Fällen der Ersetzungsbefugnis und der Wandlungspflicht muss der Options- oder Wandlungspreis nach näherer Maßgabe der Anleihebedingungen mindestens entweder den oben genannten Mindestpreis betragen oder dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während der 10 Börsentage vor dem Tag der Endfälligkeit oder dem anderen festgelegten Zeitpunkt entsprechen, auch wenn dieser Durchschnittskurs unterhalb des oben genannten Mindestpreises (80 %) liegt. § 9 Abs. 1 AktG und § 199 AktG bleiben unberührt.
• Der Options- oder Wandlungspreis kann unbeschadet des § 9 Abs. 1 AktG aufgrund einer Verwässerungsschutzklausel nach näherer Bestimmung der Bedingungen dann ermäßigt werden, wenn die Gesellschaft während der Options- oder Wandlungsfrist durch (i) eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln das Grundkapital erhöht oder (ii) unter Einräumung eines ausschließlichen Bezugsrechts an ihre Aktionäre das Grundkapital erhöht oder eigene Aktien veräußert oder (iii) unter Einräumung eines ausschließlichen Bezugsrechts an ihre Aktionäre weitere Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrecht oder -pflicht begibt, gewährt oder garantiert, und in den Fällen (ii) und (iii) den Inhabern schon bestehender Options- oder Wandlungsrechte oder -pflichten hierfür kein Bezugsrecht eingeräumt wird, wie es ihnen nach Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde. Die Ermäßigung des Options- oder Wandlungspreises kann auch durch eine Barzahlung bei Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder bei der Erfüllung einer Wandlungspflicht bewirkt werden. Die Bedingungen können darüber hinaus für den Fall der Kapitalherabsetzung oder anderer Maßnahmen oder Ereignisse, die mit einer wirtschaftlichen Verwässerung des Wertes der Optionsrechte oder Wandlungsrechte oder -pflichten verbunden sind (z.B. Dividenden, Kontrollerlangung durch Dritte), eine Anpassung der Options- oder Wandlungsrechte oder Wandlungspflichten vorsehen.
• Soweit den Aktionären nicht der unmittelbare Bezug der Schuldverschreibungen ermöglicht wird, wird ihnen das gesetzliche Bezugsrecht in der Weise eingeräumt, dass die Schuldverschreibungen von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Werden die Schuldverschreibungen von einem nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben, hat die Gesellschaft die Gewährung des gesetzlichen Bezugsrechts für die Aktionäre der Gesellschaft nach Maßgabe des vorstehenden Satzes sicherzustellen.
• Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in den folgenden Fällen auszuschließen:
- Zum Ausgleich von Spitzenbeträgen
- Soweit dies erforderlich ist, um Inhabern oder im Fall von Namenspapieren den Gläubigern von durch die thyssenkrupp AG oder ihren Konzerngesellschaften bereits zuvor ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht als Aktionären zustehen würde
- Bei gegen Barzahlung ausgegebenen Schuldverschreibungen, sofern der Vorstand nach pflichtgemäßer Prüfung zu der Auffassung gelangt, dass der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen ihren nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet. Diese Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts gilt jedoch nur für Schuldverschreibungen, die mit Optionsrecht oder Wandlungsrecht oder -pflicht ausgegeben werden, mit einem Options- oder Wandlungsrecht oder einer Wandlungspflicht auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals, der insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung. Auf diese Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, die seit Erteilung dieser Ermächtigung bis zur unter Ausnutzung dieser Ermächtigung nach § 186 Abs. 3 S. 4 AktG bezugsrechtsfreien Ausgabe von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht unter Bezugsrechtsausschluss entweder aufgrund einer Ermächtigung des Vorstands zum Bezugsrechtsausschluss in unmittelbarer bzw. sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben oder als erworbene eigene Aktien in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG veräußert worden sind
• Die insgesamt unter den vorstehenden Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts auszugebenden Schuldverschreibungen sind auf diejenige Anzahl von Schuldverschreibungen mit einem Options- oder Wandlungsrecht oder einer Wandlungspflicht auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grund-kapitals, der insgesamt 20 % des Grundkapitals nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung, beschränkt. Auf die vorgenannte 20%-Grenze werden angerechnet (i) eigene Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Schuldverschreibungen mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder -pflicht unter Ausschluss des Bezugsrechts veräußert werden, sowie (ii) diejenigen Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Schuldverschreibungen mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder -pflicht aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden.
• Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen, insbesondere Zinssatz, Ausgabekurs, Laufzeit und Stückelung, Verwässerungsschutzbestimmungen, Options- oder Wandlungszeitraum sowie im vorgenannten Rahmen den Wandlungs- und Optionspreis, zu bestimmen oder im Einvernehmen mit den Organen des die Options- oder Wandelanleihe begebenden Konzernunternehmens der Gesellschaft festzulegen.
Wesentliche konditionierte Vereinbarungen
Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:
• Die Gesellschaft hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine fest zugesagte Kreditlinie in Höhe von 2,0 Mrd € abgeschlossen. Jedes Mitglied des Bankenkonsortiums hat unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50 % der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten.
• Die Gesellschaft hat in den Geschäftsjahren 2011/2012, 2012/2013, 2013/2014 und 2014/2015 Anleihen und Privatplatzierungen im Volumen von insgesamt 5,6 Mrd € begeben. Sie ist ferner Garantin der 2008/2009 begebenen Anleihe ihrer Tochtergesellschaft ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. im Volumen von 1 Mrd €. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50 % des Grundkapitals bzw. mehr als 50 % der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen.
• Die Gesellschaft ist Partei einer Gesellschaftervereinbarung bezüglich der Atlas Elektronik GmbH (Joint Venture), die eine Call-Option zugunsten des Mitgesellschafters Airbus Defence and Space GmbH auf bestimmte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Joint Ventures zum Marktpreis für den Fall vorsieht, dass ein Wettbewerber des Joint Ventures oder des Mitgesellschafters direkt oder indirekt ein „controlling interest“ an der Gesellschaft erwirbt. Wird die Call-Option ausgeübt, besteht ein Recht auf Übernahme aller Anteile des Mitgesellschafters am Joint Venture durch die thyssenkrupp Technologies AG (heute firmierend als thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH) zum Marktpreis plus 5 % Aufschlag. Wird die Call-Option nicht ausgeübt, hat der Mitgesellschafter seinerseits eine Put-Option auf die Anteile des Joint Ventures zu den genannten Kaufpreiskonditionen.
• Anlässlich der in diesem Geschäftsjahr beschlossenen Wiederbestellungen der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG – Dr. Hiesinger, Kerkhoff und Burkhard – sind in den Vorstandsdienstverträgen mit Wirkung ab der zweiten Bestellperiode Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahme-angebots getroffen worden (sog. Change-of-Control-Regelung). Danach haben die genannten Vorstandsmitglieder im Fall eines Kontrollwechsels ein Sonderkündigungsrecht, das eine Ausgleichszahlung in Höhe der Summe von zwei Jahresfestgehältern und zwei Jahrestantiemen, aber nicht mehr als die zu erwartende Vergütung für die Restlaufzeit des Vorstandsdienstvertrags auslöst. Die Tranchen des Long- Term-Incentive-Plans (LTI) verfallen bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts nicht. Gleiches gilt, wenn der Vorstandsdienstvertrag in zeitlichem Zusammenhang mit dem Kontrollwechsel einvernehmlich beendet wird. Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahme-gesetzes (WpÜG) erworben hat, (ii) mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Unter-nehmensvertrag nach § 291 AktG geschlossen wurde oder (iii) die Gesellschaft gemäß § 2 Umwandlungsgesetz (UmwG) mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Wertes der Gesellschaft.
Bilanz
Aktiva
| Mio € | Anhang-Nr. | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | |||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 01 | 47 | 54 |
| Sachanlagen | 01 | 371 | 370 |
| Finanzanlagen | 02 | 25.000 | 25.891 |
| 25.418 | 26.315 | ||
| Umlaufvermögen | |||
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 03 | 9.847 | 9.525 |
| Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 2.474 | 2.883 | |
| 12.321 | 12.408 | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten | 04 | 47 | 45 |
| Summe der Aktiva | 37.786 | 38.768 | |
| Passiva | |||
| Mio € | Anhang-Nr. | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
| Eigenkapital | 05 | ||
| Gezeichnetes Kapital | 1.449 | 1.449 | |
| Kapitalrücklage | 1.473 | 1.473 | |
| Andere Gewinnrücklagen | 1.494 | 1.494 | |
| Bilanzgewinn | 1.535 | 1.351 | |
| 5.951 | 5.767 | ||
| Rückstellungen | 06 | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.098 | 1.129 | |
| Übrige Rückstellungen | 297 | 213 | |
| 1.395 | 1.342 | ||
| Verbindlichkeiten | 07 | ||
| Anleihen | 4.850 | 5.450 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 546 | 471 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 24.654 | 25.208 | |
| Übrige Verbindlichkeiten | 388 | 528 | |
| 30.438 | 31.657 | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten | 08 | 2 | 2 |
| Summe der Passiva | 37.786 | 38.768 |
Gewinn- und Verlustrechnung
| Mio € | Anhang-Nr. | 2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|---|
| Beteiligungsergebnis | 12 | 285 | – 112 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 13 | 2.293 | 1.091 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | 14 | 0 | – 21 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | 15 | – 522 | – 633 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 16 | – 134 | – 76 |
| Zinsergebnis | 17 | – 393 | – 406 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 1.529 | – 157 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 18 | 6 | 35 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 1.535 | – 122 | |
| Gewinnvortrag | 0 | 1.473 | |
| Bilanzgewinn | 1.535 | 1.351 |
Anhang
Allgemeine Angaben
Die strategische Führung des Konzerns obliegt der thyssenkrupp AG als Konzernzentrale. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Das operative Geschäft liegt bei den Konzernunternehmen. Zur Leitungsaufgabe der thyssenkrupp AG gehören die konzerninterne Zuordnung von Konzernunternehmen zu den Business Areas sowie die Gründung, der Erwerb und die Veräußerung von anderen Unternehmen, von Unternehmensgruppen oder von Beteiligungen an anderen Unternehmen.
Die thyssenkrupp AG unterliegt als Energieversorgungsunternehmen den Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) in der geltenden Fassung von 2015. Die thyssenkrupp AG ist ein im Sinne von § 3 Nr. 38 EnWG vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen mit der Folge der Kontentrennungspflicht nach § 6b Abs. 3 EnWG.
Der Lagebericht der thyssenkrupp AG wurde in Anwendung von § 315 Absatz 3 HGB i. V. m. § 298 Absatz 3 HGB mit dem Lagebericht des thyssenkrupp Konzerns zusammengefasst.
Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014/2015 werden mit dem Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers im Bundesanzeiger bekannt gegeben. Sie werden unter www.thyssenkrupp.com (Investor Relations/Finanzberichte) zugänglich sein. Ferner können sie bei der thyssenkrupp AG, ThyssenKrupp Allee 1, 45143 Essen, angefordert werden.
Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung sind in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung Posten zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach Handelsrecht
Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.
Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.
Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Abnutzbare Gegenstände des Sachanlagevermögens werden planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner Gegenstände des Sachanlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten.
Für planmäßige Abschreibungen werden überwiegend folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt: Gebäude 20 bis 33 Jahre, Grundstückseinrichtungen 5 bis 20 Jahre, andere Anlagen 3 bis 25 Jahre sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre.
Die planmäßigen Abschreibungen des abnutzbaren beweglichen Sachanlagevermögens werden nach der linearen Methode vorgenommen. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Geringwertige Anlagegüter, das sind Gegenstände mit Anschaffungskosten bis einschließlich 150 €, werden im Jahr des Zugangs ergebniswirksam erfasst. Für Anlagenzugänge eines Geschäftsjahres, deren Anschaffungskosten für das einzelne Anlagegut mehr als 150 €, aber nicht mehr als 1.000 € betragen, wird ein Sammelposten gebildet. Der jeweilige Sammelposten wird im Jahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel ergebniswirksam aufgelöst.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden grundsätzlich mit den Anschaffungskosten bilanziert. Niedrigere beizulegende Werte werden angesetzt, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen vorliegen. Stellt sich in späteren Geschäftsjahren heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung bis höchstens zu den Anschaffungskosten zugeschrieben.
Wertpapiere des Anlagevermögens (Pensionsfonds) werden zu Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, zu ihrem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst; die übrigen Ausleihungen werden zum Nennwert bilanziert.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind die erkennbaren Risiken durch entsprechende Bewertungsabschläge auf den niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt; dem allgemeinen Ausfallrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden auf den Barwert abgezinst.
Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag bewertet.
Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Die Bewertung erfolgt auf Basis der an konzernspezifische Verhältnisse angepassten „Richttafeln 2005 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck und unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Gehaltssteigerungsrate von 2,5 % und eines Rententrends von 1,5 %. Die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen erfolgt mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt; dabei wird der prognostizierte Zinssatz in Höhe von 4,06 % (im Vorjahr betrug der Rechnungszins 4,67 %) verwendet. Der von der Deutschen Bundesbank am 30. September 2015 bekannt gegebene Zinssatz beträgt 4,07 %.
Die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für längerfristige Personalrückstellungen wie solche für Mitarbeiterjubiläen findet dabei ein Zinssatz von 4,06 % (Vorjahr 4,67 %) für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren Anwendung. Kurzfristige Personalrückstellungen, beispielsweise für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen, werden mit einem Zinssatz von 2,59 % (Vorjahr 3,37 %) entsprechend ihrer Laufzeit abgezinst.
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Haftungen aus Konzern- und Bankavalen werden grundsätzlich nach der ausstehenden Haftung aus den einzelnen Erklärungen bewertet. Bei Konzernavalen wird der Stand der jeweiligen Hauptschuld gegebenenfalls mit zur Bewertung herangezogen.
Latente Steuern werden für Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten, aus denen sich zukünftige steuerliche Be- oder Entlastungen ergeben, sowie für Verlust- und Zinsvorträge, deren Verrechnung in den nächsten fünf Jahren erwartet wird, gebildet. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der thyssenkrupp AG von aktuell 31,63 %. Aktive und passive latente Steuern werden für einen Bilanzausweis saldiert. Ein Überhang aktiver latenter Steuern wird nicht angesetzt.
Es werden grundsätzlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt, um Risiken aus Fremdwährungs-, Zins und Warenpreisrisiken entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen (Grundgeschäfte) werden bei Vorliegen der handelsrechtlichen Voraussetzungen zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken mit diesen derivativen Finanzinstrumenten (Sicherungsgeschäfte) im Rahmen von Mikro- und/oder Portfolio-Hedges zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Soweit die Voraussetzungen für Bewertungseinheiten mit den jeweiligen Grundgeschäften nicht erfüllt sind, erfolgt die Bilanzierung nach allgemeinen Bewertungsgrundsätzen.
In dem Umfang, in dem die durch die jeweilige Bewertungseinheit gebildete Sicherungsbeziehung effektiv ist, werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft im Rahmen der sog. Einfrierungsmethode nicht erfasst oder bei Anwendung der Durchbuchungsmethode werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus Grundgeschäften und Sicherungsgeschäften in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird auf Basis der Dollar Offset-Methode (Portfoliobewertungseinheiten) bzw. der Critical-Terms-Match-Methode (Mikro Bewertungseinheiten) beurteilt. In dem Umfang, in dem eine Sicherung ineffektiv ist, werden insgesamt verbleibende Verluste sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; ein insgesamt verbleibender Gewinn bleibt dagegen unberücksichtigt. Bei der thyssenkrupp AG kommen beide Methoden zur Anwendung.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, die durch Finanzinstrumente gesichert werden, sind im Kapitel 11 Derivative Finanzinstrumente dargestellt.
Währungsumrechnung
Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem am Buchungstag gültigen Kassakurs erfasst. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit über einem Jahr werden zum Anschaffungskurs oder zum jeweiligen ungünstigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet.
Erläuterungen zur Bilanz
01 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Die Entwicklung der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen ist im Anlagespiegel (Anhang-Nr. 02) dargestellt.
Die Zugänge in Höhe von 15 Mio € bei den immateriellen Vermögensgegenständen sind im Wesentlichen auf die Neuausrichtung der SAP-Systeme für Rechnungswesen und Entgeltabrechnungen zurückzuführen. Die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 8 Mio € entfallen weitestgehend auf Softwarelizenzen.
02 Finanzanlagen
Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im nachfolgenden Anlagespiegel dargestellt:
Entwicklung des Anlagevermögens
| Bruttowerte | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio € | 01.10.2014 | Umbuchungen | Zugänge | Abgänge | 30.09.2015 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensstände | |||||
| Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 145 | 8 | 7 | 2 | 158 |
| Immaterielle Vermögensstände im Bau | 23 | (8) | 8 | 0 | 23 |
| 168 | 0 | 15 | 2 | 181 | |
| Sachanlagen | |||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 427 | 0 | 6 | 9 | 424 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 68 | 0 | 2 | 7 | 63 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 5 | 0 | 16 | 0 | 21 |
| 500 | 0 | 24 | 16 | 508 | |
| Finanzanlagen | |||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 22.323 | 0 | 1.665 | 649 | 23.339 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 3.749 | 0 | 7 | 830 | 2.926 |
| Beteiligungen | 5 | 0 | 1 | 3 | 3 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens (Pensionsfonds) | 183 | 0 | 3 | 20 | 166 |
| Sonstige Ausleihungen | 13 | 0 | 2 | 6 | 9 |
| 26.273 | 0 | 1.678 | 1.508 | 26.443 | |
| Insgesamt | 26.941 | 0 | 1.717 | 1.526 | 27.132 |
| Abschreibungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| in Mio € | Zuschreibungen 2014/2015 | Zugänge 2014/2015 | Abgänge 2014/2015 | Aufgelaufene Abschreibungen am 30.09.2015 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensstände | ||||
| Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 0 | 8 | 2 | 127 |
| Immaterielle Vermögensstände im Bau | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 0 | 8 | 2 | 127 | |
| Sachanlagen | ||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 0 | 11 | 4 | 106 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 0 | 9 | 6 | 33 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 0 | 20 | 10 | 139 | |
| Finanzanlagen | ||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 739 | 21 | 1 | 552 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Beteiligungen | 0 | 0 | 2 | 0 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens (Pensionsfonds) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Ausleihungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 739 | 21 | 3 | 552 | |
| Insgesamt | 739 | 49 | 15 | 818 |
| Nettowerte | ||
|---|---|---|
| in Mio € | 01.10.2014 | 30.09.2015 |
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensstände | ||
| Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 24 | 31 |
| Immaterielle Vermögensstände im Bau | 23 | 23 |
| 47 | 54 | |
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 329 | 319 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 37 | 30 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 5 | 21 |
| 371 | 370 | |
| Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 21.052 | 22.787 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 3.749 | 2.926 |
| Beteiligungen | 3 | 3 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens (Pensionsfonds) | 183 | 166 |
| Sonstige Ausleihungen | 13 | 9 |
| 25.000 | 25.891 | |
| Insgesamt | 25.418 | 26.315 |
Die Angaben zum Anteilsbesitz gemäß § 285 Nr. 11 HGB sind nachfolgend im Anhang aufgeführt bzw. im Bundesanzeiger veröffentlicht und zusätzlich auf der Website der Gesellschaft unter http://www.thyssenkrupp.com/de/investor/geschaeftsberichte.html&period=2014/2015 wiedergegeben.
Anteile an verbundenen Unternehmen
Der Anlagespiegel weist im Berichtsjahr bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen Zugänge in Höhe von 1.665 Mio € und Abgänge in Höhe von 648 Mio € aus. Im Wesentlichen sind die Zugänge aus Kapitalerhöhungen bei der thyssenkrupp North America, Inc. (883 Mio €), der ThyssenKrupp Nederland Holding B.V. (116 Mio €) und der ThyssenKrupp Austria GmbH & Co. KG (16 Mio €). Des Weiteren wird durch die Verschmelzung der thyssenkrupp Real Estate GmbH und der thyssenkrupp IT Services GmbH auf die thyssenkrupp Business Services GmbH ein gleichlautender Zu- und Abgang in Höhe von 647 Mio € ausgewiesen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 wurden Zuschreibungen auf in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen auf die Anteile der thyssenkrupp North America, Inc. (579 Mio €) und der ThyssenKrupp UK Plc. (160 Mio €) vorgenommen. Darüber hinaus erfolgte eine außerplanmäßige Abschreibung auf die Anteile der thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH (21 Mio €).
Ausleihungen an verbundene Unternehmen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich die Ausleihungen der thyssenkrupp AG im Saldo um 823 Mio € auf 2.926 Mio € reduziert. Konzerninterne Darlehen wurden in Höhe von 830 Mio € getilgt (thyssenkrupp Finance USA, Inc. und thyssenkrupp Electrical Steel GmbH). Zudem wurde zwischen der thyssenkrupp AG und ThyssenKrupp France S.A.S. ein neuer langfristiger Darlehensvertrag über 7 Mio €. geschlossen.
Beteiligungen
Bei den Beteiligungen der thyssenkrupp AG ergab sich im Geschäftsjahr 2014/2015 keine wesentliche Veränderung.
Wertpapiere des Anlagevermögens (Pensionsfonds)
Der aus Wertpapieren des Anlagevermögens bestehende Pensionsfonds, der gemäß Treuhandvertrag zwischen der thyssenkrupp AG (Treugeber) und dem thyssenkrupp Pension-Trust e.V. (Treuhänder) gebildet wurde, dient der externen (anteiligen) Ausfinanzierung und (zusätzlichen) Insolvenzsicherung von Versorgungsansprüchen. Im Sicherungsfall steht das Treuhandvermögen des Pensionsfonds der Befriedigung von zu diesem Zeitpunkt bestehenden Versorgungsrechten gemäß vereinbarter Sicherungsrangfolge zur Verfügung. Zum Bilanzstichtag wurden diese Wertpapiere zu ihrem historischen Anschaffungswert bilanziert. Zum 30. September 2015 beträgt dieser 166 Mio €.
Durch das Treuhandvermögen sind Teile der Pensionsverpflichtungen besichert, die
• den auf Grund gesetzlicher Regelungen durch den Pensions-Sicherungsverein a.G. gegen Insolvenz geschützten Teil der arbeitgeberfinanzierten Versorgungszusage überschreiten, aber nicht über einen gewissen Betrag hinausgehen,
• Zusagen aus Deferred Compensation Vereinbarungen betreffen,
• Zusagen aus der Versorgungsordnung II des KOMBI-PAKT betreffen.
Vorrangig werden dabei die vorgenannten Ansprüche der Versorgungsberechtigten abgedeckt, die nicht über den gesetzlichen Insolvenzschutz durch den Pensions-Sicherungsverein a.G. gesichert werden.
Des Weiteren besteht ein Treuhandvertrag zwischen der thyssenkrupp AG (Treugeber) und dem thyssenkrupp Sicherungsverein für Arbeitnehmer-Wertguthaben e.V. (Treuhänder). Gegenstand dieses Vertrages sind die gesetzlich vorgeschriebene Insolvenzsicherung von Wertguthaben im Sinne von § 8 a AltersteilzeitG und im Sicherungsfall die Befriedigung der Ansprüche der Begünstigten auf Auszahlung der fälligen Altersteilzeit-Wertguthaben gegenüber dem Treugeber oder einem seiner Konzernunternehmen im Sinne von § 18 AktG.
Zur Insolvenzsicherung der Altersteilzeit-Wertguthaben wurde eine Bankbürgschaft in den thyssenkrupp Sicherungsverein für Arbeitnehmer-Wertguthaben e.V. eingebracht (Bürgschaftsvaluta zum 30.09.2015: 71 Mio €), welche die gesetzlich zu sichernden Altersteilzeit-Wertguthaben in vollem Umfang abdeckt.
03 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
| Mio € | 30.09.2014 | davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr | 30.09.2015 | davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 9.151 | 0 | 8.879 | 0 |
Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um kurzfristige Forderungen aus dem zentralen Konzern-Finanzclearing sowie aus Cash-Pool Vereinbarungen und Ergebnisabführungsverträgen.
| Mio € | 30.09.2014 | davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr | 30.09.2015 | davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 696 | 608 | 646 | 593 |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 696 | 608 | 646 | 593 |
Die thyssenkrupp AG hat die Altersvorsorgeverpflichtungen, die durch vertragliche Vereinbarung im Innenverhältnis (ohne Schuldbeitritt) auf einen Dritten (thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH) übertragen wurden, unter den Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen passiviert (Anhang-Nr. 06) und den auf Grund der Erfüllungsübernahme bestehenden Freistellungsanspruch unter den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe des gezahlten Entgeltes (Anschaffungskosten) von 593 Mio € (i.Vj. 620 Mio €) aktiviert.
04 Rechnungsabgrenzungsposten
Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Kostenabgrenzungen zukünftiger Wartungsaufwendungen für Lizenzen sowie Disagien.
05 Eigenkapital
Grundkapital
Das Grundkapital der thyssenkrupp AG beträgt unverändert 1.448.801.144,32 € und ist eingeteilt in 565.937.947 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 2,56 €.
Genehmigtes Kapital
Gemäß § 5 Absatz 5 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der thyssenkrupp AG bis zum 16. Januar 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 370.000.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 144.531.250 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht in bestimmten Fällen (Ausgleich von Spitzenbeträgen; Ausgabe neuer Aktien von max. 10% des Grundkapitals bei Barkapitalerhöhung, wenn der Ausgabepreis den Börsenpreis im Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich unterschreitet; Sachkapitalerhöhungen; bei Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht in dem Umfang, wie den Inhabern dieser Rechte bzw. Pflichten ein Bezugsrecht als Aktionär auf neue Aktien zustehen würde) auszuschließen. Die insgesamt aufgrund dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 20% des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung überschreiten. Anzurechnen sind unter Bezugsrechtsausschluss veräußerte eigene Aktien und Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 (siehe dazu Abschnitt Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen / Schaffung eines bedingten Kapitals) unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben worden sind.
Kapitalrücklage
| Mio € | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
|---|---|---|
| Stand 01.10. | 723 | 1.473 |
| Agio aus Kapitalerhöhung | 750 | 0 |
| Stand 30.09. | 1.473 | 1.473 |
Die Kapitalrücklage zum 30. September 2015 beträgt unverändert 1.473 Mio €.
Andere Gewinnrücklagen
| Mio € | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
|---|---|---|
| Stand 01.10. | 1.127 | 1.494 |
| Einstellung in andere Gewinnrücklagen | 367 | 0 |
| Stand 30.09. | 1.494 | 1.494 |
Die anderen Gewinnrücklagen belaufen sich zum 30. September 2015 unverändert auf 1.494 Mio €.
Bilanzgewinn
| Mio € | 2014/15 |
|---|---|
| Bilanzgewinn 01.10.2014 | 1.535 |
| Ausschüttung Dividende | – 62 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 1.473 |
| Jahresfehlbetrag 2014/2015 | – 122 |
| Gewinnvortrag | 1.473 |
| Bilanzgewinn 30.09.2015 | 1.351 |
Die ordentliche Hauptversammlung der thyssenkrupp AG hat am 30. Januar 2015 beschlossen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2013/14 in Höhe von 1.535 Mio € zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 62 Mio € zu verwenden und den restlichen Bilanzgewinn in Höhe von 1.473 Mio € auf neue Rechnung vorzutragen.
Zum 30. September 2015 wird ein Bilanzgewinn von 1.351 Mio € ausgewiesen.
Weitere Angaben zum Eigenkapital
Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen / Schaffung eines bedingten Kapitals
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 wurde der Vorstand bis zum 16. Januar 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen (Schuldverschreibungen) im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung zu begeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsanleihen Optionsrechte und den Inhabern oder Gläubigern von Wandelanleihen Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Zur Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung der Wandlungs- und Optionsrechte oder bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrages Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren, ist das Grundkapital der Gesellschaft nach § 5 Absatz 6 der Satzung um bis zu 250 Mio € durch Ausgabe von bis zu 97.656.250 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen sowie der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Von der Ermächtigung zur Ausgabe der Schuldverschreibungen wurde bisher kein Gebrauch gemacht.
Erwerb und Verwendung von eigenen Anteilen
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 wurde die Gesellschaft bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder – falls dieser Wert niedriger ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung zu erwerben. Die Gesellschaft wurde ferner ermächtigt, die eigenen Aktien unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten zu erwerben. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden. Insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre sowie gegen Sachleistung veräußern, sie zur Erfüllung von Optionsrechten und/oder Wandlungsrechten/-pflichten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen begebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen verwenden, den Inhabern solcher Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde und sie Mitarbeitern der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen zum Erwerb anbieten. Mit Ausnahme der Einziehung ist in den genannten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen. Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen.
Angaben zum Bestehen einer Beteiligung
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, hat uns darüber informiert, dass sie zum Stichtag insgesamt 130.313.600 Stückaktien der thyssenkrupp AG hielt; dies entsprach 23,03 % der Stimmrechtsanteile.
Zu weiteren Beteiligungen an der thyssenkrupp AG lagen uns Angaben zu Stimmrechtsanteilen von mindestens 3 % aus folgenden Mitteilungen nach § 21 Abs. 1 WpHG vor:
Die Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, Channel Islands, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 27. Februar 2014 die Schwelle von 15 % überschritten hat und an diesem Tag 15,08 % (entsprechend 85.321.744 Stimmrechte) betrug. Alle diese Stimmrechte waren der Cevian Capital II GP Limited gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 WpHG zuzurechnen. Dabei wurden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP zugerechnet, deren Stimmrechtsanteil zu diesem Zeitpunkt 12,23 % betrug. Die Cevian Capital II Master Fund LP, Camana Bay, Grand Cayman, Cayman Islands, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 24. Januar 2014 die Schwelle von 10 % überschritten hat und zu diesem Tag 10,06 % (entsprechend 56.927.356 Stimmrechten) betrug.
Die Franklin Mutual Advisers LLC, Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 07. Mai 2014 die Schwelle von 5 % unterschritten hat und zu diesem Tag 4,97 % (28.101.699 Stimmrechte) betrug. Alle diese Stimmrechte waren der Franklin Mutual Advisers, LLC, gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen. Dabei wurden der Franklin Mutual Advisers, LLC, Stimmrechte der von ihr verwalteten Franklin Mutual Series Funds zugerechnet, deren Stimmrechtsanteil an der thyssenkrupp AG zu diesem Zeitpunkt mehr als 3 % betrug. Die Franklin Mutual Series Funds, Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 15. Mai 2014 die Schwelle von 3 % unterschritten hat und zu diesem Tag 2,94 % (entsprechend 16.619.451 Stimmrechte) betrug.
Die BlackRock, Inc., New York, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 25. September 2014 4,20 % (entsprechend 23.781.953 Stimmrechten) betrug:
• 2,11 % dieser Stimmrechte (entsprechend 11.957.920 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr.1 WpHG zuzurechnen.
• 1,89 % dieser Stimmrechte (entsprechend 10.706.387 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr.6 i.V. m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen.
• 0,16 % dieser Stimmrechte (entsprechend 930.208 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG sowie § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr.6 i. V. m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen.
• 0,03 % dieser Stimmrechte (entsprechend 187.438 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 WpHG i. V. m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG sowie § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 i. V. m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen.
Die BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 25. September 2014 4,13 % (entsprechend 23.374.825 Stimmrechten) betrug:
• 2,11 % dieser Stimmrechte (entsprechend 11.957.920 Stimmrechten) waren der BlackRock Holdco 2, Inc., gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr.1 WpHG zuzurechnen.
• 1,82 % dieser Stimmrechte (entsprechend 10.299.259 Stimmrechten) waren der BlackRock Holdco 2, Inc., gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr.6 i.V. m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen.
• 0,16 % dieser Stimmrechte (entsprechend 930.208 Stimmrechten) waren der BlackRock Holdco 2, Inc., gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG sowie § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr.6 i. V. m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen.
• 0,03 % dieser Stimmrechte (entsprechend 187.438 Stimmrechten) waren der BlackRock Holdco 2, Inc., gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 WpHG i. V. m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG sowie § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 i. V. m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen.
Die BlackRock Financial Management, Inc., New York, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 25. September 2014 4,12 % (entsprechend 23.338.910 Stimmrechten) betrug:
• 2,11 % dieser Stimmrechte (entsprechend 11.957.920 Stimmrechten) waren der BlackRock Financial Management, Inc., gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr.1 WpHG zuzurechnen.
• 1,81 % dieser Stimmrechte (entsprechend 10.263.344 Stimmrechten) waren der BlackRock Financial Management, Inc., gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr.6 i.V. m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen.
• 0,16 % dieser Stimmrechte (entsprechend 930.208 Stimmrechten) waren der BlackRock Financial Management, Inc., gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG sowie § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr.6 i. V. m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen.
• 0,03 % dieser Stimmrechte (entsprechend 187.438 Stimmrechten) waren der BlackRock Financial Management, Inc., gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 WpHG i. V. m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG sowie § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 i. V. m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen.
06 Rückstellungen
| Mio € | 30.09.2014 | 30.09.2015 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.098 | 1.129 |
| Übrige Rückstellungen | 297 | 213 |
| davon Steuerrückstellungen | (75) | (54) |
| davon Sonstige Rückstellungen | (222) | (159) |
Den Rückstellungen für Pensionen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 57 Mio € (i. Vj. 18 Mio €) zugeführt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten Pensionsverpflichtungen in Höhe von 1.124 Mio € (i. Vj. 1.091 Mio €) und Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 5 Mio € (i. Vj. 7 Mio €).
Die thyssenkrupp AG haftet zusätzlich aus der Übertragung von Betrieben bzw. aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Im Geschäftsjahr 2014/2015 waren in der Bilanz ein Freistellungsanspruch unter den sonstigen Vermögensgegenständen und korrespondierend eine Verpflichtung innerhalb der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 593 Mio € (i. Vj. 620 Mio €) ergebnisneutral bilanziert (Anhang-Nr. 3).
Die Steuerrückstellungen bestehen im Wesentlichen für Umsatzsteuern sowie Steuern vom Einkommen und vom Ertrag.
Die sonstigen Rückstellungen decken die erkennbaren Risiken ab. Sie berücksichtigen im Wesentlichen künftige Verpflichtungen im Personalbereich, ausstehende Eingangsrechnungen und sonstige Aufwandsrückstellungen.
07 Verbindlichkeiten
| 30.09.2014 | 30.09.2015 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | bis 1 Jahr | über 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | bis 1 Jahr | über 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anleihen | 750 | 2.850 | 1.250 | 4.100 | 1.350 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 103 | 439 | 4 | 389 | 82 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 23.654 | 1.000 | 25.168 | 40 | ||
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 6 | 6 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 69 | 1 | 73 | 2 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0 | 59 | ||||
| Sonstige Verbindlichkeiten | 212 | 100 | 200 | 188 | ||
| (davon aus Darlehen) | (0) | (100) | (188) | |||
| (davon aus Steuern) | (4) | |||||
| (davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) | (0) | |||||
| Übrige Verbindlichkeiten | 287 | 1 | 100 | 338 | 2 | 188 |
Im Februar 2015 wurde im Rahmen des 10-Mrd-€-Debt Issuance Programms eine Dual-Tranche-Anleihe im Gesamtvolumen von 1,35 Mrd € begeben. Die Anleihe wurde in zwei Tranchen von 750 Mio € (Zinscoupon 1,75%) und 600 Mio € (Zinscoupon 2,5%) mit Laufzeiten von fünf Jahren und neun Monaten bzw. zehn Jahren emittiert.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen sowohl zinsfixe als auch zinsvariable Kredite mit einer Verzinsung bis zu 5,7 % p. a.
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Geldanlagen im Rahmen des zentralen Konzern-Finanzclearings in Höhe von 23.402 Mio €, sowie um Ergebnisübernahmen der Tochtergesellschaften.
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Zinsabgrenzungen in Höhe von 109 Mio €. Darüber hinaus beinhaltet die Position Schuldverschreibungen in Höhe von nominal 188 Mio €.
08 Rechnungsabgrenzungsposten
Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält ein Agio sowie Swaps für die nächste Abrechnungsperiode. Die Auflösung des passiven Rechnungsabgrenzungspostens erfolgt ratierlich entsprechend der Laufzeit der zu Grunde liegenden Verträge.
09 Haftungsverhältnisse
Die thyssenkrupp AG hat Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Auftraggebern oder Kreditgebern über 10.350 (i. Vj. 11.537) Mio €, davon gegenüber verbundenen Unternehmen 9.603 Mio € (i.Vj. 10.655 Mio €), ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien). Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten. Alle durch die thyssenkrupp AG ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.
Die thyssenkrupp AG haftet aus der Übertragung von Betrieben bzw. aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen auf die thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH. Diese hat hierfür eine angemessene Gegenleistung erhalten, die anzupassen ist, sollten sich die maßgeblichen Grundlagen für ihre Berechnung wesentlich ändern. Eine entsprechende Anpassung ist im Berichtsjahr nicht erforderlich gewesen. Zum 30. September 2015 wurden diese Verpflichtungen unter den Pensionsverpflichtungen bilanziert (siehe Anhang-Nr. 06 Rückstellungen).
Die zugrunde liegenden Verpflichtungen können nach unseren Erkenntnissen in allen Fällen erfüllt werden; mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.
10 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Die wesentlichen finanziellen Verpflichtungen betreffen die IT-Strategie des Konzerns und dabei insbesondere das Outsourcing der Infrastruktur zu T-Systems, sowie Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen.
An Verpflichtungen werden in den folgenden Geschäftsjahren fällig:
| Mio € | |
|---|---|
| 2015/2016 | 102 |
| 2016/2017 | 106 |
| 2017/2018 | 75 |
Hierin sind in unwesentlichem Umfang Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen von unter 1 Mio € enthalten.
Rechtsstreitigkeiten
Ehemalige Aktionäre von Thyssen und von Krupp haben die gerichtliche Überprüfung der Umtauschverhältnisse aus der Verschmelzung der Thyssen AG und der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp zur thyssenkrupp AG nach § 305 UmwG (alter Fassung) beantragt. Das erstinstanzliche Gericht hat die Anträge im August 2015 zurückgewiesen und festgestellt, dass das Umtauschverhältnis nicht zu niedrig bemessen gewesen ist. Einige Antragsteller haben gegen diese Entscheidung Beschwerde eingelegt. thyssenkrupp geht weiterhin davon aus, dass die Ansprüche unbegründet sind.
Aus der Eingliederung der Thyssen Industrie AG in die thyssenkrupp AG ist ein Spruchverfahren zur gerichtlichen Überprüfung der Angemessenheit der Abfindung an die außenstehenden Aktionäre der Thyssen Industrie AG anhängig. Der vom Landgericht Dortmund bestellte Sachverständige hat eine geringfügig abweichende Umtauschrelation festgestellt. Mit Beschluss vom 05. September 2013 hat das Landgericht die Anträge aller Antragsteller zurückgewiesen. Einige Antragsteller haben dagegen Beschwerde bei dem Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt. Die Gesellschaft geht weiterhin davon aus, dass es keine Nachzahlung an ehemalige Aktionäre der Thyssen Industrie AG geben wird. Sollte das Gericht dennoch in einer rechtskräftigen Entscheidung zu dem Ergebnis kommen, dass die angebotene Abfindung unangemessen war, wird die durch weitere Barzahlung erhöhte Abfindung allen außenstehenden Aktionären gewährt.
Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potentiell Geschädigte gegen die thyssenkrupp AG und Unternehmen des thyssenkrupp Konzerns Schadensersatzansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend gemacht. Ein Teil der geltend gemachten Ansprüche ist noch nicht beziffert worden. Die Gerichtsverfahren sind in Deutschland, Belgien, Österreich und den Niederlanden anhängig und befinden sich in unterschiedlichen Verfahrensstadien; teilweise sind Verfahren bereits vergleichsweise oder sonst erledigt worden. Für den Teil der geltend gemachten Ansprüche, die nach Einschätzung von thyssenkrupp wahrscheinlich zu Mittelabflüssen führen werden, hat thyssenkrupp eine Risikovorsorge durch Rückstellungen im oberen zweistelligen Millionenbereich getroffen. Für die Bemessung der Rückstellungshöhe ist eine gesamtschuldnerische Haftung von thyssenkrupp mit anderen Kartellteilnehmern berücksichtigt worden.
Darüber hinaus ist die Gesellschaft aus verschiedenen Anlässen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-, Ertragslage und Liquidität sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat ausgeführten Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Liquidität.
11 Derivative Finanzinstrumente
| Mio € | Nominalwert 30.09.2014 | Beizulegender Zeitwert | Nominalwert 30.09.2015 | Beizulegender Zeitwert |
|---|---|---|---|---|
| Devisentermingeschäfte | 1.394 | – 33 | 1.108 | – 6 |
| Zins-/Währungsswaps | 1.311 | – 97 | 1.281 | – 64 |
| Warentermingeschäfte | 118 | 0 | 39 | 0 |
| Insgesamt | 2.823 | – 130 | 2.428 | – 70 |
Die thyssenkrupp AG ist im Rahmen ihrer weltweiten Geschäftstätigkeit insbesondere Risiken aus Wechselkurs-, Zinssatzänderungen und Warenpreisen ausgesetzt. Zur Begrenzung dieser Risiken werden bei der thyssenkrupp AG unter anderem derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Der Einsatz dieser Instrumente ist nur im Zusammenhang mit der Absicherung von Risiken aus Grundgeschäften statthaft und unterliegt konzernweit gültigen Richtlinien, deren Einhaltung fortlaufend überwacht wird.
Derivative Finanzinstrumente und die entsprechenden Grundgeschäfte können als Bewertungseinheit betrachtet werden, wenn ein eindeutiger Sicherungszusammenhang nachgewiesen wird. Die thyssenkrupp AG schließt nur derivative Finanzinstrumente ab, die in einem eindeutigen Sicherungszusammenhang stehen und mit entsprechenden Grundgeschäften in einer Bewertungseinheit zusammengefasst werden. Die bilanzielle Darstellung der Bewertungseinheiten folgt sowohl nach der Durchbuchungsmethode (Devisentermingeschäfte) als auch nach der Einfrierungsmethode. Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehungen werden grundsätzlich die Critical-Terms-Match-Methode (Mikro-Bewertungseinheiten) bzw. die Dollar Offset-Methode (Portfoliobewertungseinheiten) herangezogen. Mögliche Ineffektivitäten werden nach allgemeinen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden behandelt.
Zur Absicherung von Währungsrisiken setzt die thyssenkrupp AG Devisentermingeschäfte sowie Zins-/Währungsswaps ein. Devisentermingeschäfte werden im Wesentlichen zur Kurssicherung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Konzernfinanzierung abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen in Höhe von 946 Mio € und Verbindlichkeiten von 162 Mio € abgesichert. Die im Bestand befindlichen Devisentermingeschäfte mit einer maximalen Restlaufzeit von drei Monaten wurden vollständig in Bewertungseinheiten sowohl als Mikro- und auch als Portfolio-Hedge designiert. Zur Absicherung von Währungsrisiken aus bestimmten konzerninternen Darlehen der thyssenkrupp AG mit einem Nominalvolumen von insgesamt 1.281 Mio € wurden des Weiteren Zins-/Währungsswaps abgeschlossen. Zins-/Währungsswaps mit einer Restlaufzeit von bis zu 24 Monaten, die jeweils mit der Fälligkeit der entsprechenden Grundgeschäfte übereinstimmen, wurden im Rahmen von Portfolio-Hedges in Bewertungseinheiten zusammengefasst. Zum Bilanzstichtag waren aus diesen Transaktionen keine Rückstellungen aus Bewertungseinheiten für Ineffektivitäten zu bilden.
Warentermingeschäfte werden zur Absicherung variabler Preisbestandteile aus Energiebeschaffungsverträgen abgeschlossen. Diese Warentermingeschäfte werden mit ihren korrespondierenden, in gleicher Höhe bestehenden schwebenden Geschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die im Bestand befindlichen Warentermingeschäfte mit einer Restlaufzeit von bis zu 15 Monaten, die jeweils mit den Fälligkeiten der Grundgeschäfte übereinstimmen, wurden vollständig in Bewertungseinheiten in Form von Mikro-Hedges designiert. Dem stehen Wertänderungen aus den in die Bewertungseinheit einbezogenen Grundgeschäften in gleicher Höhe gegenüber. Die bilanzielle Abbildung erfolgt durch Anwendung der Einfrierungsmethode; somit kam es zu keiner bilanziellen Erfassung. Die Feststellung der Wirksamkeit der Bewertungseinheit erfolgt prospektiv und retrospektiv durch den Nachweis, dass die wesentlichen Kontraktparameter von Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten übereinstimmen (Critical-Terms-Match-Methode).
Die Höhe der mit Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken beträgt zum Bilanzstichtag 93 Mio €, d. h. in dieser Höhe wurden Rückstellungen für drohende Verluste vermieden.
Bis zum Ende der Laufzeiten der Bewertungseinheiten, die zwischen einem Monat und zwei Jahren liegen, werden sich die Wert- und Zahlungsstromänderungen aus den Grund- und Sicherungsgeschäften voraussichtlich in voller Höhe ausgleichen.
Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Dabei gelten folgende Grundsätze:
Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminauf- und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Terminkurs.
Bei Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cash-Flows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zu Grunde gelegt und die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen, in denen die Cash-Flows stattfinden, einbezogen.
Der beizulegende Zeitwert von Warenderivaten basiert auf offiziellen Börsennotierungen sowie externen Bewertungen unserer Finanzpartner zum Bilanzstichtag. Er stellt den Preis dar, den das Unternehmen zahlen bzw. erhalten würde, wenn es die Derivate am Bilanzstichtag auflösen wollte.
Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung
12 Beteiligungsergebnis
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 577 | 283 |
| Aufwendungen aus Verlustübernahmen | – 293 | – 635 |
| Erträge aus Beteiligungen | 1 | 240 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | 0 | 240 |
| Insgesamt | 285 | – 112 |
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen fielen um 294 Mio € auf 283 Mio €. Zusätzlich stiegen die Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 342 Mio € auf 635 Mio €. Treiber dieser Entwicklung war die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH deren letztjähriges positives Ergebnis (311 Mio €) ins Negative (−284 Mio €) drehte. Zudem kam es zu einem Anstieg der Aufwendungen aus Verlustübernahmen bei der thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH um 85 Mio € auf 155 Mio €. Gegenläufig dazu zeigte sich die Thyssen Stahl GmbH, deren Ergebnis sich um 57 Mio € auf 208 Mio € erhöhte.
Zusätzlich konnte ein Beteiligungsertrag in Höhe von 239 Mio € aufgrund einer Dividendenausschüttung der ThyssenKrupp China Ltd. vereinnahmt werden.
13 Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 1.091 Mio € (i.Vj. 2.293 Mio €) umfassen Erträge aus der Zuschreibung auf Anteile an der thyssenkrupp North America, Inc. in Höhe von 579 Mio € und der ThyssenKrupp UK Plc. in Höhe von 160 Mio €. Ferner enthalten sind Erträge aus Weiterberechnungen gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke sowie Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen und andere konzerninterne Dienstleistungen in Höhe von 242 Mio € (i.Vj. 213 Mio €). Aus der Währungsumrechnung ergeben sich sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 2 Mio € (i. Vj. 0,7 Mio €).
Im Vorjahr enthielten die sonstigen betrieblichen Erträge die konzerninterne Einbringung der thyssenkrupp Elevator AG (1.287 Mio €), Zuschreibungen auf Anteile an der thyssenkrupp North America, Inc. (470 Mio €) und der ThyssenKrupp UK Plc. (110 Mio €).
Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergaben sich periodenfremde sonstige betriebliche Erträge von rund 66 Mio € (i. Vj. 52 Mio €). Im Wesentlichen handelte es sich um die Auflösung von Rückstellungen.
14 Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
Im aktuellen Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf die Anteile an der thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH (21 Mio €) vorgenommen.
15 Allgemeine Verwaltungskosten
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|
| Gehälter | 145 | 132 |
| Soziale Abgaben | 10 | 10 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 16 | 57 |
| Summe Personalaufwand | 171 | 199 |
| Abschreibungen | 28 | 28 |
| Übrige Verwaltungskosten | 323 | 406 |
| davon wirtschaftliche Beratungsaufwendungen | 96 | 84 |
| davon Dienstleistungsaufwendungen | 86 | 159 |
| davon Datenverarbeitungsleistungen | 82 | 102 |
| davon Erhaltungsaufwendungen | 20 | 25 |
| Insgesamt | 522 | 633 |
Der gesamte Personalaufwand der thyssenkrupp AG ist in der Gliederung nach § 275 Abs. 3 HGB unter dem Posten Allgemeine Verwaltungskosten erfasst. Der Aufwand für Altersversorgung umfasst den Dienstzeitaufwand der Pensionsrückstellungszuführung; der Zinsanteil der Pensionsrückstellungszuführung ist im Zinsergebnis enthalten.
Der Personalaufwand enthält Gehälter, Abfindungsaufwendungen, Urlaubs- und Sondervergütungen sowie die Veränderung von Personalrückstellungen und der Sozialplanrückstellung. Die sozialen Abgaben enthalten insbesondere den Arbeitgeberanteil der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind die Beiträge zum Pensions-Sicherungsverein ausgewiesen.
Der Anstieg der allgemeinen Verwaltungskosten um 111 Mio € auf 633 Mio € resultierte im Wesentlichen aus höheren Aufwendungen für IT-Beratungen von 47 Mio € (i. Vj. 7 Mio €), die in den Dienstleistungsaufwendungen enthalten sind. Zudem wurden im aktuellen Geschäftsjahr rund 41 Mio € mehr den Pensionsrückstellungen zugeführt.
Zum Bilanzstichtag betrug die Anzahl der angestellten Mitarbeiter 947, darunter 17 Trainees, 10 Auszubildende und 36 Praktikanten/Werkstudenten. Im Geschäftsjahresdurchschnitt waren 873 (i. Vj. 822) Mitarbeiter bei der thyssenkrupp AG beschäftigt.
16 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 76 Mio € beinhalten konzerninterne Forderungsverzichte gegenüber der ThyssenKrupp Presta Aktiengesellschaft in Höhe von 37 Mio € und gegenüber der ThyssenKrupp Encasa SA in Höhe von 2 Mio €. Ferner sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen Zuführungen zu Rückstellungen von 10 Mio € sowie Aufwand aus Devisentermingeschäften und sonstige Steuern wie Lohnsteuern, Grundsteuern und Umsatzsteuern enthalten.
Aus der Währungsumrechnung ergeben sich sonstige betriebliche Aufwendungen von 6 Mio € (i. Vj. 5 Mio €). Es ergaben sich keine wesentlichen periodenfremden sonstigen betrieblichen Aufwendungen (i. Vj. 29 Mio €).
17 Zinsergebnis
| Mio € | 2013/2014 | 2014/2015 |
|---|---|---|
| Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 176 | 71 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | 176 | 71 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 305 | 300 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | 235 | 242 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | – 874 | – 777 |
| (davon an verbundene Unternehmen) | – 474 | – 446 |
| Insgesamt | – 393 | – 406 |
Das Zinsergebnis enthält Zinsaufwendungen und -erträge, die sowohl das zentrale Konzern-Finanzclearing als auch die externe Finanzierung betreffen. Hinzu kommt ein Zinsanteil durch die vorgeschriebene Aufzinsung der Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von 22 Mio € (i. Vj. 22 Mio €) sowie durch die Aufzinsung von sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 1 Mio € (i. Vj. 1 Mio €).
18 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen einen Ertrag für Vorjahre sowie die Steuern des Berichtszeitraums. Latente Steuern sind im Steueraufwand auf Grund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts für einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern nicht enthalten.
19 Abschlussprüfergebühren
Die thyssenkrupp AG ist in den Konzernabschluss einbezogen. Das vom Abschlussprüfer der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2014/2015 berechnete Gesamthonorar wird aufgeschlüsselt nach Abschlussprüferleistungen, anderen Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstigen Leistungen in der entsprechenden Angabe des Konzernabschlusses der thyssenkrupp AG angegeben.
20 Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands
Die Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen rund 12 Mio € (Vorjahr: 13 Mio €). Darin enthalten sind neben Fixum, Nebenleistungen/Sachbezügen und Tantieme auch der LTI als aktienbasierte erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung. Für den LTI sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt sich auf rund 6 Mio € belief. Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt.
Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands der Thyssen AG und der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp und ihrer Hinterbliebenen belaufen sich auf 16 Mio € (i. Vj. 16 Mio €).
Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind 205 Mio € (i. Vj. 197 Mio €) zurückgestellt.
Für das Geschäftsjahr 2014/2015 wird den Mitgliedern des Aufsichtsrats auf Basis des noch zu billigenden Konzernabschlusses einschließlich des Sitzungsgeldes eine Vergütung von rund 2 Mio € (i. Vj. 2 Mio €) gewährt.
Einzelheiten zu den Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats enthält der Vergütungsbericht als Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts des thyssenkrupp Konzerns und der thyssenkrupp AG.
Die Angaben zu den Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands gemäß § 285 Nr. 10 HGB sind nachfolgend unter Mandate des Vorstands und Mandate des Aufsichtsrats ausgewiesen.
21 Entsprechenserklärung nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex
Die nach § 161 AktG geforderte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat im Berichtsjahr abgegeben und den Aktionären am 01. Oktober 2015 auf der Internetseite der Gesellschaft unter http://www.thyssenkrupp.com/de/ investor/kodex-entsprechenserklaerung.html dauerhaft zugänglich gemacht.
Vorschlag zur Gewinnverwendung
Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG.
Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG weist für das Geschäftsjahr 2014/2015 einen Bilanzgewinn von 1.350.353.852,45 € aus.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2014/2015 wie folgt zu verwenden:
Ausschüttung einer Dividende von 0,15 € je dividendenberechtigter Stückaktie 84.890.692,05 €
Vortrag auf neue Rechnung 1.265.463.160,40 €
Anteilsverzeichnis der thyssenkrupp AG
30. September 2015
Das Verzeichnis der thyssenkrupp AG entspricht § 285 Nr. 11 in Verbindung mit § 286 Abs. 3 Nr. 1 HGB. Die Anteile am Kapital verstehen sich auf den Anteil der thyssenkrupp AG bzw. eines oder mehrerer von ihr abhängiger Unternehmen. Bei Gewinnabführungsverträgen sind die Ergebnisse nach Abführung angegeben.
| Name und Sitz | Eigenkapital Mio € bzw. Fremdwährung | Ergebnis Mio € bzw. Fremdwährung | Anteil am Kapital % |
||
|---|---|---|---|---|---|
| Components Technology | |||||
| Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien | BGN | 2,0 | 0,0 | 100,00 | |
| BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal | 2,4 | *) | 100,00 | ||
| Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA | USD | 10,1 | 1,0 | 100,00 | |
| Berco (Shanghai) Undercarriage Technology Co., Ltd., Shanghai, China | CNY | -27,1 | -3,9 | 100,00 | |
| Berco (Shanghai) Undercarriage Trading Co.,Ltd., Shanghai, China | CNY | 11,0 | -0,6 | 100,00 | |
| Berco S.p.A., Copparo, Italien | 45,8 | -7,0 | 100,00 | ||
| BercoSul Ltda., Diadema-São Paulo, Brasilien | BRL | -34,1 | -14,4 | 100,00 | |
| Berco (UK) Ltd., Birmingham, Großbritannien | GBP | 0,2 | -0,5 | 100,00 | |
| Berco Undercarriages (India) Private Ltd., Andrah Pradesh, Indien | INR | 512,9 | -50,5 | 100,00 | |
| Chengdu ThyssenKrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, China | CNY | -5,6 | -1,6 | 100,00 | |
| Defontaine Ibérica S.A. (Sociedad Unipersonal), Viana, Spanien | 1,5 | 0,0 | 100,00 | ||
| Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Jiaonan City, Shandong Province, China | CNY | 422,7 | 85,4 | 100,00 | |
| Defontaine S.A., La Bruffière, Frankreich | 33,0 | 8,2 | 100,00 | ||
| Defontaine Tunisie S.A., Ben Arous, Tunesien | TND | 0,6 | 0,1 | 50,99 | |
| Nippon Roballo Company Ltd., Minato-ku/Tokio, Japan | JPY | 11.223,5 | 550,2 | 100,00 | |
| OOO PSL, Moskau, Russland | RUB | 15,6 | 1,7 | 100,00 | |
| PSL a.s., Povazská Bystrica, Slowakei | 76,5 | 3,3 | 100,00 | ||
| PSL of America Inc., Twinsburg/Ohio, USA | USD | 4,7 | 1,1 | 100,00 | |
| PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach | 9,6 | 1,0 | 100,00 | ||
| REX (Xuzhou) Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China | CNY | 1.082,1 | 187,9 | 60,00 | |
| Roballo Engineering Company Ltd., Peterlee, Großbritannien | GBP | 4,3 | -0,4 | 100,00 | |
| Roballo France S.A.R.L., Rueil-Malmaison, Frankreich | 0,2 | -0,2 | 100,00 | ||
| Rotek Incorporated, Aurora/Ohio, USA | USD | 11,1 | -5,6 | 100,00 | |
| Rothe Erde Ibérica S.A., Zaragoza, Spanien | 3,4 | 0,5 | 100,00 | ||
| Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien | INR | 1.922,4 | 173,1 | 100,00 | |
| Rothe Erde - Metallurgica Rossi S.p.A., Visano, Italien | 4,4 | 0,6 | 100,00 | ||
| Springs and Stabilizers Holding GmbH, Essen | 36,0 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Automotive Sales & Technical Center, Inc., Troy/Michigan, USA | USD | 20,1 | -0,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Hambach, Frankreich | 0,3 | 2,1 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Automotive Systems de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico | MXN | 275,2 | 23,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Automotive Systems GmbH, Essen | 18,7 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington/Delaware, USA | USD | 3,3 | 3,9 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Bilstein Compa S.A., Sibiu, Rumänien | RON | 31,4 | 12,6 | 73,09 | |
| ThyssenKrupp Bilstein GmbH, Ennepetal | 75,7 | *) | 99,50 | ||
| ThyssenKrupp Bilstein of America Inc., San Diego/California, USA | USD | 32,0 | -1,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Bilstein Sasa S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico | MXN | 1.685,8 | 356,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Crankshaft Co. LLC, Danville/Illinois, USA | USD | 9,0 | -0,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China | CNY | -160,2 | -174,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Engine Components (India) Private Ltd., Nashik, Indien | INR | -123,3 | -229,2 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, China | CNY | 420,4 | 55,0 | 60,00 | |
| ThyssenKrupp Federn GmbH, Hagen | 57,1 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen | 36,0 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Gerlach GmbH, Homburg/Saar | 54,6 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Mavilor S.A., L'Horme, Frankreich | 12,7 | 4,3 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien | BRL | 970,2 | 82,1 | 59,77 | |
| ThyssenKrupp Metalúrgica de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico | MXN | 16.335,5 | 394,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien | BRL | 121,9 | -20,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein | CHF | 48,6 | -44,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Presta Chemnitz GmbH, Chemnitz | 4,1 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Presta Dalian Co. Ltd., Dalian, China | CNY | 685,3 | 110,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Presta Danville, LLC, Danville/Illinois, USA | USD | 21,9 | 4,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Presta de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico | MXN | 434,7 | -54,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Presta Esslingen GmbH, Esslingen | 1,5 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China | CNY | 550,4 | 120,2 | 60,00 | |
| ThyssenKrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich | 48,0 | 23,4 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China | CNY | 612,3 | 144,7 | 60,00 | |
| ThyssenKrupp Presta Hungary Kft., Budapest, Ungarn | HUF | 2.296,9 | 1.260,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Presta Ilsenburg GmbH, Ilsenburg | 34,7 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr | 36,6 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck | 12,2 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Presta Servicios de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico | MXN | 0,0 | -7,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China | CNY | -19,9 | -43,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen | PLN | 9,5 | 1,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Presta TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein | CHF | 35,8 | 5,2 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Presta USA, LLC, Terre Haute/Indiana, USA | USD | 93,0 | 25,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Rothe Erde GmbH, Dortmund | 25,6 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Steering Changzhou Ltd., Changzhou, China | CNY | 168,1 | -10,6 | 3) | 100,00 |
| ThyssenKrupp Valvetrain China Ltd., Changzhou, China | CNY | 181,3 | -21,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Valvetrain GmbH, Ilsenburg (Harz) | 13,9 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Woodhead Ltd., Leeds, Großbritannien | GBP | 13,9 | 1,4 | 100,00 | |
| Xuzhou Rothe Erde Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China | CNY | 315,0 | 71,9 | 100,00 | |
| Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China | CNY | 611,5 | 66,5 | 60,00 | |
| Elevator Technology | |||||
| ThyssenKrupp Elevator AG, Düsseldorf | 347,8 | *) | 100,00 | ||
| Ascenseurs Drieux-Combaluzier S.A.S., Les Lilas, Frankreich | 7,7 | 2,0 | 100,00 | ||
| ASEL Ascensores S.L., Madrid, Spanien | 0,9 | 0,2 | 100,00 | ||
| BBZ Aufzugstechnik AG, Volketswil, Schweiz | CHF | 0,3 | 0,0 | 4) | 100,00 |
| Compagnie des Ascenseurs et Elevateurs S.A.M. 'CASEL SAM', Monaco, Monaco | 3,4 | 0,3 | 99,60 | ||
| Eggert Aufzüge GmbH, Troisdorf | 0,5 | 0,5 | 100,00 | ||
| Eggert Lifttechnik GmbH, Berlin | 0,8 | 2,6 | 100,00 | ||
| ELEG Europäische Lift + Escalator GmbH, Düsseldorf | 4,0 | *) | 100,00 | ||
| EL.SIC. Srl., Galbiate, Italien | 0,1 | 0,1 | 100,00 | ||
| Haisch Aufzüge GmbH, Gingen/Fils | 0,3 | *) | 100,00 | ||
| Lift & Engineering Services Ltd., West Midlands, Großbritannien | GBP | 22,6 | 1,3 | 5) | 100,00 |
| LiftEquip GmbH Elevator Components, Neuhausen a.d.F. | 0,1 | *) | 100,00 | ||
| Liftwork Services Ltd., Manfield/Notts, Großbritannien | GBP | 0,0 | 0,0 | 5) | 100,00 |
| Marohn ThyssenKrupp Elevator Co. Ltd., Changshu City, Jiangsu Province, China | CNY | 261,6 | 5,8 | 51,00 | |
| MGTI SNEV S.A.S., Saint Jeannet, Frankreich | 1,3 | 0,6 | 100,00 | ||
| Mulder Liftservice B.V., Nuth, Niederlande | 1,8 | 1,0 | 100,00 | ||
| OOO ThyssenKrupp Elevator, Moskau, Russland | RUB | 225,6 | -120,4 | 1) | 100,00 |
| Proxi-Line S.a.r.l., Angers, Frankreich | 0,9 | 0,5 | 100,00 | ||
| PT. ThyssenKrupp Elevator Indonesia, Jakarta, Indonesien | IDR | -6.565,0 | -9.288,5 | 94,68 | |
| Rheinstahl Union Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Düsseldorf | 0,2 | 0,0 | 100,00 | ||
| SkyLift B.V., Barneveld, Niederlande | 8,5 | 5,7 | 100,00 | ||
| Sun Rich Enterprises Ltd., Taipei, Taiwan | TWD | 18,8 | 0,3 | 100,00 | |
| Tepper Aufzüge GmbH, Münster | 3,5 | *) | 100,00 | ||
| The Britannic Lift Company Ltd., Nottingham, Großbritannien | GBP | 1,7 | 0,1 | 100,00 | |
| Thyssen Elevators Co., Ltd., Zhongshan, China | CNY | 1.708,5 | 332,1 | 1) | 100,00 |
| ThyssenKrupp Access China Ltd., Shanghai, China | CNY | 16,3 | 7,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Access Corp., Kansas City/Missouri, USA | USD | 51,3 | 0,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Accessibility B.V., Krimpen aan den Ijssel, Niederlande | 23,7 | 19,0 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Access Japan Co., Ltd., Tokio, Japan | JPY | 86,8 | 10,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Access Ltd., Stockton-on-Tees, Großbritannien | GBP | 13,5 | 5,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Access Solutions GmbH, Essen | 0,3 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Airport Services S.L., Mieres / Asturias, Spanien | 5,7 | 5,4 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Airport Systems Co. (Zhongshan) Ltd., Zhongshan/Guangdong, China | CNY | -138,9 | -26,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Airport Systems Inc., Fort Worth/Texas, USA | USD | 6,4 | 1,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Airport Systems, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien | 16,6 | 9,7 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Asansör Sanayi ve Tic. A.S., Istanbul, Türkei | TRY | 42,0 | -27,9 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Ascenseurs Luxembourg S.a.r.l., Luxemburg, Luxemburg | 10,8 | 0,4 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Ascenseurs S.A.S., Angers, Frankreich | 11,7 | -46,3 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Aufzüge AG, Rümlang, Schweiz | CHF | 24,2 | 7,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Aufzüge Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich | 27,2 | 15,9 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Aufzüge GmbH, Stuttgart | 5,0 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Aufzüge Ltd., Nottingham, Großbritannien | GBP | 26,9 | -1,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Aufzüge Norge A/S, Oslo, Norwegen | NOK | 305,9 | 174,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Aufzugswerke GmbH, Neuhausen a.d.F. | 14,0 | *) | 99,50 | ||
| ThyssenKrupp Aufzugswerke Konstruktions GmbH, Graz, Österreich | 0,3 | 0,1 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Dizala d.o.o., Zagreb, Kroatien | HRK | 11,8 | 0,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp dvigala d.o.o., Trzin, Slowenien | 0,7 | 0,1 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Elevadores S.A., Bogota, Kolumbien | COP | 15.370,8 | 1.149,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevadores S.A., Buenos Aires, Argentinien | ARS | 16,8 | -13,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevadores S.A.C., Lima, Peru | PEN | 30,3 | 3,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevadores, S.A. de C.V., Mexico City, Mexico | MXN | 71,2 | -6,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevadores, S.A., Guaiba, Brasilien | BRL | 424,0 | 175,1 | 99,78 | |
| ThyssenKrupp Elevadores, S.A., Guatemala, Guatemala | GTQ | 28,6 | 7,9 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevadores, S.A., Lissabon, Portugal | 38,6 | -4,2 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Elevadores S.A., Panama, Panama | USD | 2,0 | -0,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevadores S.A., Santiago de Chile-Nunoa, Chile | CLP | 9.499,0 | 701,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevadores, S.L.U., Madrid, Spanien | 244,2 | 67,3 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Elevadores, S.R.L., Asunción, Paraguay | PYG | 6.348,4 | 19,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevadores, S.R.L., Montevideo, Uruguay | UYU | 53,0 | 1,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Almoayyed W.L.L., Manama, Bahrain | BHD | 0,6 | 0,4 | 70,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Americas Corp., Wilmington/Delaware, USA | USD | 305,1 | 155,9 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator A/S, Glostrup, Dänemark | DKK | 54,2 | 7,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator A/S, Oslo, Norwegen | NOK | 91,6 | 20,9 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Australia Pty. Ltd., Sydney/New South Wales, Australien | AUD | 48,0 | 10,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Bahamas, LLC, Nassau, Bahamas | USD | 0,1 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator (BD) Pvt. Ltd., Dhaka, Bangladesch | BDT | 30,0 | 3,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator B.V., Krimpen aan den IJssel, Niederlande | 119,7 | 32,4 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Elevator Canada Ltd., Toronto/Ontario, Kanada | CAD | 277,9 | 58,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator (CENE) GmbH, Essen | 133,6 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Elevator (CENE) Infrastruktur GmbH, Essen | 5,0 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Elevator Corp., Wilmington/Delaware, USA | USD | 820,1 | 193,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Egypt Ltd., Kairo, Ägypten | EGP | 48,3 | -13,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator & Escalator (Shanghai) Co.Ltd., Shanghai, China | CNY | 5,6 | -0,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator (HK) Ltd., Hongkong, China | HKD | 45,3 | -2,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Holding France S.A.S., Puteaux Cedex, Frankreich | 120,4 | 32,1 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Elevator Inc., San Juan, Puerto Rico | USD | 9,9 | -0,2 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator (India) Private Limited, New Delhi, Indien | INR | 1.493,4 | 202,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Innovation Center, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien | 1,1 | 0,7 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Elevator Innovation GmbH, Essen | 0,2 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Elevator Installation and Maintenance (China) Co. Ltd., Guangzhou, China | CNY | 6,1 | 0,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Ireland, Ltd., Dublin, Irland | 0,8 | 0,0 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Elevator Israel LP, Rishon Le'zion, Israel | ILS | 22,0 | -1,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Italia S.p.A., Mailand, Italien | 8,5 | -5,4 | 99,67 | ||
| ThyssenKrupp Elevator/Jordan Ltd. Co., Amman, Jordanien | JOD | 0,9 | 0,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator (Korea) Ltd., Seoul, Korea, Rep. | KRW | 58.042,0 | 29.678,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator L.L.C., Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate | AED | 0,6 | 0,0 | 49,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Malaysia Sdn. Bhd., Selangor, Malaysia | MYR | 9,3 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator (Management) Ltd., Rishon Le'zion, Israel | ILS | -0,2 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Manufacturing France S.A.S., Angers, Frankreich | -13,1 | -18,9 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Elevator Manufacturing Inc., Collierville/Tennessee, USA | USD | 73,7 | 32,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Manufacturing Spain S.L.U., Andoain, Spanien | 0,4 | -8,9 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Elevator Maroc S.A.R.L., Casablanca. Marruecos , Marokko | MAD | 5,4 | -17,9 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator New Zealand Ltd., Auckland, Neuseeland | NZD | 1,0 | 0,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Shuaib Trading Co. WLL., Kuwait, Kuwait | KWD | 0,5 | 0,0 | 70,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator (Singapore) Pte.Ltd., Singapur, Singapur | SGD | 3,4 | -0,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator (South Africa) (Pty.) Ltd., Johannesburg, Rep. Südafrika | ZAR | 3,9 | 7,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Southern Europe, Africa & Middle East, S.L.U., Madrid, Spanien | 417,8 | 141,3 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Elevator Sp. z o.o., Warschau, Polen | PLN | 7,6 | 0,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator SRL, Bukarest, Rumänien | RON | 4,3 | 1,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevators (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | CNY | 359,8 | 280,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Sverige AB, Stockholm, Schweden | SEK | 21,7 | 9,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator (Taiwan) Co., Ltd., Taipei, Taiwan | TWD | 396,0 | 49,2 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand | THB | 96,6 | 3,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator UAE (L L C), Dubai, Vereinigte Arabische Emirate | AED | 37,8 | -26,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator UK Ltd., Nottingham, Großbritannien | GBP | 4,5 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Elevator Vietnam Co., Ltd., Hanoi, Vietnam | VND | 64.513,9 | 6.876,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Encasa Asansör Sanayi Ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei | TRY | 0,8 | -0,1 | 60,00 | |
| ThyssenKrupp Encasa N.V., Gent, Belgien | 28,4 | 5,2 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Encasa S.L., Madrid, Spanien | 0,6 | 0,2 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Encasa S.r.l., Pisa, Italien | 9,2 | 2,8 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Escalator Co. (China) Ltd., Zhongshan/Guangdong, China | CNY | 242,9 | 76,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Fahrtreppen GmbH, Hamburg | 1,3 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Hissit Oy, Helsinki, Finnland | 0,3 | 0,0 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Industries and Services Qatar LLC, Doha, Katar | QAR | 37,9 | 4,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Kazlift LLP, Almaty, Kasachstan | KZT | 219,4 | 60,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Liften Ascenseurs S.A., Brüssel, Belgien | 18,1 | 3,9 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Liften B.V., Krimpen aan den IJssel, Niederlande | 7,9 | 3,7 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Lift Kft, Budapest, Ungarn | HUF | 40,9 | 35,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Lifts Pacific Pty. Ltd., Alexandria/New South Wales, Australien | AUD | 18,2 | 0,2 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Myanmar Limited, Yangon, Myanmar | MMK | 64,5 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Norte S.A., Mieres/Oviedo, Spanien | 18,1 | 4,0 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Northern Elevator Corp., Scarborough/Ontario, Kanada | CAD | 236,0 | 75,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Rulletrapper A/S, Oslo, Norwegen | NOK | 77,9 | 17,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Saudi Arabia Limited, Riyadh, Saudi Arabien | SAR | 87,8 | -12,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Technologies (Cambodia) Co., Ltd., Phnom Penh, Kambodscha | KHR | 191,8 | 60,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Bratislava, Slowakei | -0,6 | -0,1 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Prag, Tschechische Republik | CZK | 9,7 | 5,9 | 100,00 | |
| TK Lif & Eskalator Sdn. Bhd., Shah Alam, Malaysia | MYR | 0,1 | 0,1 | 100,00 | |
| Trapo Küng AG, Zwingen, Schweiz | CHF | 8,8 | 1,9 | 100,00 | |
| Braun ThyssenKrupp Elevator LLC, Madison/Wisconsin, USA | USD | 3,0 | 3,0 | 2) | 50,00 |
| Eros Elevators & Escalators Pvt. Ltd., Mumbai, Indien | INR | 60,9 | 12,4 | 3) | 25,10 |
| Industrial Solutions | |||||
| AWG Industrieanlagen und Wassertechnik GmbH Berlin, Berlin | 0,0 | *) | 100,00 | ||
| Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien | DZD | 10,2 | 2,2 | 100,00 | |
| Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg | 0,0 | *) | 100,00 | ||
| ELEX CemCat AG, Schwerzenbach, Schweiz | CHF | -3,4 | -1,0 | 60,00 | |
| German Marine Systems GmbH, Hamburg | -0,3 | *) | 100,00 | ||
| GKI-OFU Industrieofenbau GmbH, Dortmund | 0,3 | 0,0 | 100,00 | ||
| GND German Naval and Dockyards GmbH, Emden | 3,8 | *) | 100,00 | ||
| Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland | 0,2 | 0,0 | 100,00 | ||
| Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel | 0,6 | 0,0 | 100,00 | ||
| Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala | GTQ | 0,8 | 0,8 | 100,00 | |
| IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel | 0,0 | *) | 100,00 | ||
| Innovative Meerestechnik GmbH, Emden | 1,0 | *) | 100,00 | ||
| Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz | CHF | 15,3 | 8,2 | 100,00 | |
| Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien | RON | 1,8 | 0,3 | 100,00 | |
| Maxx Engineering Pty. Ltd., Western Australia, Australien | AUD | 3,2 | 0,2 | 6) | 100,00 |
| Mining Plants & Systems Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien | BGN | -1,4 | -0,3 | 100,00 | |
| OOO ThyssenKrupp Industrial Solutions (RUS), Dzerzhinsk, Russland | RUB | 108,2 | -25,3 | 100,00 | |
| OOO ThyssenKrupp System Engineering, Kaluga, Russland | RUB | 36,0 | 3,3 | 100,00 | |
| Polysius Engineering Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia | MYR | 0,2 | -0,8 | 100,00 | |
| Polysius-Hilfe GmbH, Münster | -1,1 | -0,5 | 100,00 | ||
| Polysius Ltd., Ascot/Berkshire, Großbritannien | GBP | 3,2 | 1,0 | 100,00 | |
| Polysius (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | CNY | -0,7 | -7,1 | 100,00 | |
| PT ThyssenKrupp Industrial Solutions Indonesia, Jakarta, Indonesien | IDR | 68.478,4 | -20.236,5 | 67,00 | |
| SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg | 4,6 | *) | 100,00 | ||
| The House (Al-Bait) for Metal Technology and Engineering LLC, Bagdad, Irak | IQD | 1,0 | 0,0 | 100,00 | |
| Thyssen Erbil for Industrial Services and Elevators Limited, Erbil, Irak | IQD | 1,0 | 0,0 | 6) | 100,00 |
| ThyssenKrupp BulkTec (China) Ltd., Beijing, China | CNY | 165,9 | -18,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Engineering (Australia) Pty. Ltd., Stirling/Western Australia, Australien | AUD | 29,6 | 2,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (Africa)(Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika | ZAR | 359,8 | 61,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions AG, Essen | 192,2 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Industrial Solutions Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien | ARS | 1,4 | 0,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapur, Singapur | SGD | -0,9 | -1,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (Australia) Pty. Ltd., Stirling, Western Australia, Australien | AUD | 174,6 | 99,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (Botswana) (Proprietary) Limited, Gaborone, Botswana | BWP | 0,0 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (Canada) Inc., Calgary/Alberta, Kanada | CAD | 370,3 | 118,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (Chile) Limitada, Santiago de Chile, Chile | CLP | 1.121,5 | -2.797,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s.r.o., Brno, Tschechische Republik | CZK | 4,6 | 0,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten | EGP | 12,3 | 4,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (France) S.A.S., Aix en Provence, Frankreich | 33,5 | 10,2 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien | INR | 2.929,0 | 488,4 | 80,43 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions Ltda., Diadema-São Paulo, Brasilien | BRL | 19,0 | 43,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN. BHD., Kuala Lumpur, Malaysia | MYR | -25,8 | -20,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions Maroc SARL, Mohammedia, Marokko | MAD | 1,7 | 2,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (Mexico) S.A. de C.V., Mexico City, Mexico | MXN | 632,2 | -443,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (Mozambique) Limitada, Maputo Cidade, Mosambik | MZN | 0,0 | -8,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions Oil & Gas Ltd., Port Talbot (Wales), Großbritannien | GBP | -0,4 | -2,2 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (Peru) S.A., Arequipa, Peru | PEN | 20,7 | 1,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions S.A.U., Madrid, Spanien | -0,3 | 1,3 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Industrial Solutions Services (Mèxico), S.A. de C.V., Mexico D.F., Mexico | MXN | 81,5 | -44,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions South Africa (Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika | ZAR | 195,3 | -79,6 | 74,90 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand | THB | -87,2 | -246,9 | 48,38 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (USA), Inc., Milwaukee/Wisconsin, USA | USD | 56,0 | 5,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam | VND | 43.662,3 | 40.397,9 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien | INR | 6.149,0 | 788,3 | 54,73 | |
| ThyssenKrupp Industries (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia | MYR | -5,0 | -5,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Marine Systems Australia Pty Ltd, Victoria, Australien | AUD | 1,0 | 1,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Marine Systems Canada Inc., Ottawa/Ontario , Kanada | CAD | 0,1 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Marine Systems GmbH, Kiel | 2,1 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Marine Systems (India) Private Limited, Haryana, Indien | INR | 8,4 | -27,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Marine Systems LLP, London, Großbritannien | GBP | 0,8 | 0,9 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Marine Systems (Malaysia) Sdn. Bhd., Petaling Jaya, Malaysia | MYR | 0,8 | -0,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur | SGD | 74,1 | 4,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials Handling Pty. Ltd., Stirling/Western Australia, Australien | AUD | 0,5 | -30,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Otto Co., Ltd., Tokio, Japan | JPY | 584,1 | 701,9 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Polysius Australia Pty. Ltd., Perth/Western Australia, Australien | AUD | 50,3 | 24,9 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien | SAR | 0,4 | -9,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp System Engineering GmbH, Essen | 72,6 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp System Engineering, Inc., Auburn Hills/Michigan, USA | USD | 43,2 | 1,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp System Engineering India Private Limited, Pune, Indien | INR | 111,7 | 76,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp System Engineering Ltd., East Grinstead , West Sussex, Großbritannien | GBP | 7,7 | 4,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp System Engineering S.A., Barcelona, Spanien | 2,7 | 1,1 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Querétaro, Mexico | MXN | -109,4 | -3,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich | 4,3 | 0,1 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | CNY | 21,2 | 4,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp System Engineering Sp. z o.o., Gdansk, Polen | PLN | 9,1 | 0,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp System Engineering S.r.l., Turin, Italien | 0,2 | -0,1 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Technologies HELLAS Marketing Services S.A., Athen, Griechenland | -0,2 | 0,0 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Transrapid GmbH, Kassel | 1,9 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Uhde Chlorine Electrolysis (USA) Inc., Wilmington/Delaware, USA | USD | 4,8 | 0,7 | 6) | 100,00 |
| ThyssenKrupp Uhde Chlorine Engineers GmbH, Dortmund | 269,8 | -29,4 | 67,00 | ||
| ThyssenKrupp Uhde Chlorine Engineers (Italia) S.R.L., Milan, Italien | 0,6 | 0,4 | 6) | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Uhde Chlorine Engineers (Japan) Ltd., Tokio, Japan | JPY | 1.832,8 | -230,2 | 6) | 100,00 |
| ThyssenKrupp Uhde Chlorine Engineers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | CNY | 150,4 | 6,7 | 6) | 100,00 |
| ThyssenKrupp Uhde Energy & Power Consultants Ltd., Port Talbot (Wales), Großbritannien | GBP | 1,5 | 0,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Uhde Energy & Power Ltd., Port Talbot (Wales), Großbritannien | GBP | 0,0 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Uhde Engineering Services GmbH, Haltern am See | 0,9 | *) | 100,00 | ||
| TKMS Business Partnership, Kiel | 0,0 | 2,8 | 100,00 | ||
| TOO ThyssenKrupp Industrial Solutions Kazakhstan, Almaty, Kasachstan | KZT | 296,0 | 139,0 | 100,00 | |
| TOV ThyssenKrupp Industrial Solutions Ukraine, Kiew, Ukraine | UAH | 4,3 | -1,6 | 100,00 | |
| Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien | SAR | 3,3 | 0,0 | 60,00 | |
| Uhde Engineering Consulting (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | CNY | 10,3 | 3,2 | 100,00 | |
| Uhde Fertilizer Technology B.V., Amsterdam, Niederlande | 22,3 | 6,7 | 100,00 | ||
| Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen | 6,2 | *) | 100,00 | ||
| Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz | CHF | 6,9 | 1,4 | 100,00 | |
| Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin | 15,4 | *) | 100,00 | ||
| Uhde Services and Consulting GmbH, Dortmund | 0,4 | *) | 100,00 | ||
| Uhde Services Slovakia s.r.o., Lazaretská, Slowakei | 0,2 | 0,0 | 100,00 | ||
| Uhde Shedden (Australia) Pty. Ltd., South Melbourne/Victoria, Australien | AUD | 1,9 | -28,8 | 100,00 | |
| Umatac Industrial Processes Inc., Calgary/Alberta, Kanada | CAD | -2,4 | -4,1 | 70,00 | |
| Atlas Elektronik GmbH, Bremen | 145,4 | -3,2 | 1) | 51,00 | |
| Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar | QAR | 1,5 | 1) | 40,00 | |
| HFS Hotforming Solutions GmbH, Schwalbach | 0,2 | -0,3 | 50,00 | ||
| indurad GmbH, Aachen | 0,7 | -0,5 | 1) | 23,53 | |
| KEPCO-Uhde Inc., Seoul, Korea, Rep. | KRW | 13.676,8 | -818,7 | 1) | 26,93 |
| LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Lissabon, Portugal | 34,7 | 6,5 | 1) | 20,00 | |
| MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg | 5,8 | 0,5 | 1) | 39,00 | |
| Vecoplan FuelTrack GmbH, Bad Marienberg | 0,3 | 0,7 | 51,00 | ||
| Materials Services | |||||
| Acciai Speciali Terni S.p.A., Terni, Italien | 234,9 | -8,7 | 100,00 | ||
| Carolina Building Materials, Inc., Carolina, Puerto Rico | USD | 3,0 | 0,3 | 100,00 | |
| Cimex-Nor S.A., San Sebastian, Spanien | 1,8 | -0,2 | 74,00 | ||
| DSU Beteiligungs-Gesellschaft für Dienstleistungen und Umwelttechnik mbH, Oberhausen | 0,0 | *) | 100,00 | ||
| DvB Aufbereitungs-GmbH zur Behandlung von Metallprodukten, Oberhausen | 0,1 | *) | 100,00 | ||
| Freiburger Stahlhandel GmbH, Freiburg i.Br. | 2,1 | 0,1 | 100,00 | ||
| Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm | 6,0 | *) | 79,96 | ||
| LAMINCER S.A., Munguia, Spanien | 6,5 | 0,6 | 100,00 | ||
| Max Cochius GmbH, Berlin | 1,0 | *) | 75,00 | ||
| Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz | CHF | 21,4 | 6,9 | 100,00 | |
| Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz | CHF | 13,2 | 1,7 | 100,00 | |
| OOO ThyssenKrupp Infrastructure, St. Petersburg, Russland | RUB | 0,4 | 32,3 | 100,00 | |
| PALMETAL Armazenagem e Servicos S.A., Palmela, Portugal | 4,7 | 1,0 | 90,00 | ||
| Peiniger International GmbH, Grünwald | 734,9 | *) | 100,00 | ||
| RIAS A/S, Roskilde, Dänemark | DKK | 165,3 | 4,6 | 54,15 | |
| Röhm Italia S.r.l., Garbagnate Milanese, Italien | 5,2 | -0,8 | 100,00 | ||
| Sidcomex S.A. de C.V., Puebla, Mexico | MXN | **) | 100,00 | ||
| Terninox S.p.A., Terni, Italien | 43,6 | 3,8 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Aerospace Finland Oy, Mänttä, Finnland | 3,4 | 0,7 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Aerospace Germany GmbH, Rodgau, Nieder-Roden | 2,7 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien | INR | 162,6 | -55,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Aerospace International Holdings Ltd., Birmingham, Großbritannien | GBP | 4,1 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Aerospace (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China | CNY | -15,7 | -42,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Shanghai, China | CNY | 171,5 | 17,2 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Aerospace Tunisia S.A.R.L., Fouchana, Tunesien | TND | 0,2 | 0,1 | 99,98 | |
| ThyssenKrupp Aerospace UK Ltd., Birmingham, Großbritannien | GBP | 4,3 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Aerospace (Xi'an) Co., Ltd., Xi'an, China | CNY | 7,0 | 5,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp AT.PRO tec GmbH, Essen | -4,9 | -0,6 | 61,19 | ||
| ThyssenKrupp Autômata Industria de Peças Ltda., São Paulo , Brasilien | BRL | 15,9 | -0,6 | 80,00 | |
| ThyssenKrupp Bauservice GmbH, Hückelhoven | 6,7 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Bautechnik do Brasil Ltda., Rio de Janero, Brasilien | BRL | -17,7 | -17,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Bautechnik GmbH, Essen | 2,2 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Bautechnik Holding do Brasil Ltda., Sao Paulo, Brasilien | BRL | 1,3 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Cadillac Plastic S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich | 6,4 | 100,00 | |||
| ThyssenKrupp Christon N.V., Lokeren, Belgien | 26,2 | 0,6 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Comércio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien | BRL | 181,7 | 25,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp-Dopravné Stavby Slovensko s.r.o., Bratislava, Slowakei | 0,2 | -0,3 | 51,00 | ||
| ThyssenKrupp Edelstahl-Service-Center GmbH, Willich | 51,1 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Energostal S.A., Torun, Polen | PLN | 394,9 | 52,7 | 90,00 | |
| ThyssenKrupp Facilities Services GmbH, Düsseldorf | 452,4 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Ferroglobus Kereskedelmi ZRt, Budapest, Ungarn | HUF | 19.934,6 | 2.363,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Ferrosta spol. s.r.o., Prag, Tschechische Republik | CZK | -73,7 | -118,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Gebouwen B.V., Veghel, Niederlande | 6,9 | 0,4 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen | 14,5 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen | PLN | 48,4 | 0,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Services Canada, Inc., Windsor/Ontario, Kanada | CAD | -8,1 | -1,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Industrial Services Holding GmbH, Düsseldorf | 95,1 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Industrial Services NA, Inc., Southfield/Michigan, USA | USD | 26,8 | 6,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Information Services GmbH, Düsseldorf | 281,7 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Infrastructure Pty Ltd, North Sydney/New South Wales, Australien | AUD | 10,7 | 0,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp ISIS Holding, Inc., Wilmington/Delaware, USA | USD | 2,7 | 0,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp-Jupiter Stomana OOD, Sofia, Bulgarien | BGN | 67,3 | 1,7 | 80,00 | |
| ThyssenKrupp Logistics, Inc., Wilmington/Delaware, USA | USD | 0,3 | 0,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Mannex Asia Pte. Ltd., Singapur, Singapur | SGD | 49,0 | 3,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Mannex GmbH, Essen | 97,3 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Mannex Pty. Ltd., Sydney/New South Wales, Australien | AUD | 44,9 | 1,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien | GBP | 0,0 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials Australia Pty. Ltd., Wetherill Park/New South Wales, Australien | AUD | 12,7 | 0,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich | 5,2 | -4,9 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada | CAD | 83,5 | 14,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials de Mèxico, S.A. de C.V., Puebla, Mexico | MXN | 1.542,2 | 175,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien | 0,0 | -0,8 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich | 52,7 | 4,8 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Materials Holding (Thailand) Ltd., Samut Prakarn Province, Thailand | THB | 45,5 | -0,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien | 28,7 | -0,7 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Materials International GmbH, Essen | 690,0 | *) | 99,84 | ||
| ThyssenKrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, Korea, Rep. | KRW | 19.709,5 | 1,5 | 70,00 | |
| ThyssenKrupp Materials, LLC, Southfield/Michigan, USA | USD | -45,1 | 28,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials NA, Inc., Southfield/Michigan, USA | USD | 196,5 | 100,2 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande | 80,0 | 2,4 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien | RON | -2,8 | -0,9 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials Schweiz AG, Bronschhofen, Schweiz | CHF | 36,5 | 1,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | CNY | -28,0 | -4,0 | 70,00 | |
| ThyssenKrupp Materials Slovakia spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakei | 1,0 | -1,8 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Materials Sverige AB, Göteborg, Schweden | SEK | 19,9 | -9,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand | THB | 21,5 | -23,2 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials Turkey Metal Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei | TRY | 103,2 | 2,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials (UK) Ltd., Smethwick, Großbritannien | GBP | 113,4 | -0,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Materials Vietnam LLC, Hanoi, Vietnam | VND | 10.429,9 | 12.975,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Metallurgical Products Co., Ltd. Tianjin, Tianjin, China | CNY | 43,5 | 42,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Metallurgical Products GmbH, Essen | 43,0 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg | 36,6 | 1,0 | 68,00 | ||
| ThyssenKrupp OnlineMetals, LLC, Southfield/Michigan, USA | USD | 3,6 | 2,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Otto Wolff N.V./S.A., Lokeren, Belgien | 12,3 | 0,9 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Plastic Ibérica SL, Massalfassar (Valencia), Spanien | 18,3 | 0,2 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Plastics GmbH, Essen | 15,5 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Schulte GmbH, Düsseldorf | 25,3 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Stahl-Service-Center GmbH, Krefeld | 57,9 | *) | 99,58 | ||
| ThyssenKrupp Stahlunion Polska Sp. z o.o., Katowitz, Polen | PLN | 4,2 | 3,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Stainless France S.A.S., Tours, Frankreich | 10,5 | -0,9 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Stainless GmbH, Essen | 0,1 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Stal Serwis Polska Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen | PLN | 34,1 | 7,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Tiefbautechnik GmbH, Essen | 1,6 | *) | 100,00 | ||
| Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Curacao | USD | 3,1 | -0,3 | 100,00 | |
| Thyssen Trading S.A., São Paulo, Brasilien | BRL | 29,9 | 1,8 | 100,00 | |
| TOO ThyssenKrupp-CL COO, Almaty, Kasachstan | KZT | 24,2 | -16,8 | 100,00 | |
| TOO ThyssenKrupp Infrastructure, Almaty, Kasachstan | KZT | 50,2 | -113,9 | 100,00 | |
| UAB ThyssenKrupp Baltija, Klaipeda, Litauen | LTL | 0,0 | 0,9 | 51,00 | |
| Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH, Grünwald | 1.338,2 | *) | 100,00 | ||
| Vermögensverwaltungsgesellschaft TKAS mbH, Grünwald | 211,6 | *) | 100,00 | ||
| Vermögensverwaltungsgesellschaft Xtend mbH, Grünwald | 1,3 | 0,0 | 100,00 | ||
| Xtend new media Holding GmbH, Grünwald | 560,6 | *) | 100,00 | ||
| Aceros de America Inc., San Juan, Puerto Rico | USD | 5,9 | -0,1 | 50,00 | |
| BCCW (Tangshan) Jiahua Coking & Chemical Co., Ltd., Tangshan, China | CNY | -616,6 | -515,2 | 1) | 25,00 |
| Euroacciai S.r.l., Sarezzo, Italien | 14,2 | 0,9 | 30,25 | ||
| Ferona Thyssen Plastics, s.r.o., Velká Bystrîce, Olomouc, Tschechische Republik | CZK | 79,0 | 0,3 | 1) | 50,00 |
| Ilserv S.r.l., Terni, Italien | 7,9 | 1,9 | 1) | 35,00 | |
| Indo German International Private Ltd., New Delhi, Indien | INR | 114,1 | 3,7 | 50,00 | |
| Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapur, Singapur | SGD | 124,0 | -0,6 | 1) | 30,00 |
| MRT Track & Services Co., Inc., Bloomfield/New Jersey, USA | USD | 0,1 | 0,0 | 50,00 | |
| Polarputki Oy, Helsinki, Finnland | 22,8 | 1,9 | 1) | 50,00 | |
| Resopal S.A., Madrid, Spanien | 0,1 | -2,9 | 1) | 20,00 | |
| SIB Schell Industrieanlagen-Bau GmbH, Duisburg | 0,8 | 0,0 | 50,00 | ||
| Sidecontrol S.L., Gandia, Spanien | 0,1 | -0,2 | 1) | 50,00 | |
| Terni Frantumati S.p.A., Terni, Italien | 3,5 | 0,1 | 21,00 | ||
| Thyssen Ros Casares S.A., Valencia, Spanien | 9,5 | -0,6 | 50,00 | ||
| Steel Europe | |||||
| Antwerp Decoil Center N.V., Antwerpen, Belgien | 4,5 | -0,1 | 4) | 100,00 | |
| Becker & Co. GmbH, Neuwied | 2,2 | *) | 100,00 | ||
| B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande | 0,1 | 0,0 | 75,00 | ||
| DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach | 0,5 | *) | 100,00 | ||
| EH Güterverkehr GmbH, Duisburg | 1,5 | *) | 100,00 | ||
| Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach | 146,0 | 17,8 | 87,98 | ||
| Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande | 10,8 | 8,0 | 75,25 | ||
| Hoesch Hohenlimburg GmbH, Hagen | 48,1 | *) | 99,50 | ||
| KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH, Duisburg | 0,8 | *) | 100,00 | ||
| MgF Magnesium Flachprodukte GmbH, Freiberg | 0,5 | *) | 100,00 | ||
| Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied | 130,7 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Aceros y Servicios S.A., Santiago, Chile | CLP | 18.351,1 | -1.854,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Comercial Colombia S.A.S, Bogota, Kolumbien | COP | 1.112,5 | -3.677,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen | 96,6 | *) | 99,58 | ||
| ThyssenKrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien | INR | 3.119,9 | -108,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien | 4,0 | 0,7 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Electrical Steel UGO S.A.S, Isbergues, Frankreich | 67,3 | 0,9 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen | 55,0 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Galmed, S.A., Sagunto, Spanien | 51,4 | -2,2 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Rasselstein GmbH, Andernach | 247,0 | *) | 99,50 | ||
| ThyssenKrupp Sägenstahlcenter GmbH, Duisburg | 1,2 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Stål Danmark A/S, Kopenhagen, Dänemark | DKK | 35,0 | 0,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Steel (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapur, Singapur | SGD | -3,5 | -0,6 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg | 1.389,9 | *) | 99,53 | ||
| ThyssenKrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA | USD | 108,8 | 2,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Steel Zweite Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg | 0,0 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande | 246,9 | 92,4 | 100,00 | ||
| Acciai di Qualità, Centro Lavorazione Lamiere S.p.A., Genova, Italien | 8,4 | 0,4 | 1) | 24,90 | |
| Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen | 15,1 | 8,9 | 1) | 21,71 | |
| Holcim HüttenZement GmbH, Dortmund | 11,1 | 5,9 | 1) | 25,01 | |
| Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg | 383,4 | 0,0 | 1) | 50,00 | |
| JEVISE Corporation, Tokyo, Japan | JPY | 15,9 | 0,4 | 2) | 50,00 |
| Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf | 1,8 | 0,0 | 1) | 40,00 | |
| RKE N.V., Antwerpen, Belgien | 0,9 | -0,1 | 1) | 38,54 | |
| TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China | CNY | 2.724,1 | 921,6 | 2) | 50,00 |
| UnionStahl Holding GmbH, Duisburg | 4,7 | 1,8 | 1) | 36,60 | |
| Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen | 2,7 | 1,6 | 50,00 | ||
| Steel Americas | |||||
| RIP Serviços Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien | BRL | 0,0 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Companhia Siderúrgica do Atlântico, Rio de Janeiro, Brasilien | BRL | -1.090,6 | -1.283,9 | 73,13 | |
| ThyssenKrupp Slab International B.V., Brielle, Niederlande | 64,5 | 11,4 | 87,20 | ||
| ThyssenKrupp Servicios Siderurgica Ltda., Sao Paulo, Brasilien | BRL | -35,2 | -49,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Steel Americas, LLC, Wilmington/Delaware, USA | USD | 2.184,3 | 164,7 | 100,00 | |
| Corporate | |||||
| Banter See Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf | 11,8 | 0,1 | 100,00 | ||
| Brüninghaus Schmiede GmbH, Grünwald | 25,6 | *) | 100,00 | ||
| Buckau-Walther GmbH, Grünwald | 2.014,0 | *) | 100,00 | ||
| Budcan Holdings Inc., Kitchener/Ontario, Kanada | CAD | 7,4 | 0,0 | 100,00 | |
| CCI Crane Cooperation International Handelsgesellschaft mbH, Essen | 5,4 | 0,0 | 100,00 | ||
| Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz | -1,1 | 0,1 | 94,00 | ||
| GLH GmbH, Essen | 26,8 | 0,4 | 100,00 | ||
| GLH, LLC, Fond du Lac/Wisconsin, USA | USD | 16,3 | -0,9 | 100,00 | |
| Grupo ThyssenKrupp S.L., Madrid, Spanien | 424,4 | 127,2 | 100,00 | ||
| Hellweg Liegenschaften GmbH, Bochum | 0,1 | *) | 94,00 | ||
| Hoesch Aktiengesellschaft, Düsseldorf | 0,1 | 0,0 | 100,00 | ||
| Konsortium für Kurssicherung GbR, Essen | 0,0 | 27,6 | 90,18 | ||
| Krupp Hoesch Stahl GmbH, Dortmund | 4.956,0 | *) | 100,00 | ||
| Krupp Industrietechnik Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Grünwald | 69,8 | *) | 100,00 | ||
| Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen | 0,4 | *) | 100,00 | ||
| Rhenus Immobilien Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich | 10,1 | 0,1 | 100,00 | ||
| The Budd Company, Inc., Chicago, IL, USA | 0,0 | 0,0 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Academy GmbH, Düsseldorf | 0,0 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich | 227,8 | 0,7 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich | 221,2 | 0,0 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Austria GmbH, Wien, Österreich | 0,1 | 0,0 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Automotive (UK) Ltd., Solihull, Großbritannien | GBP | 49,4 | 1,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Brasil Ltda., Diadema, Brasilien | BRL | 182,7 | -74,1 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Business Services GmbH, Essen | 654,1 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Canada, Inc., Calgary/Alberta, Kanada | CAD | 436,4 | 109,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Carbon Components GmbH, Wilsdruff | 9,2 | -0,8 | 74,90 | ||
| ThyssenKrupp (China) Ltd., Beijing, China | CNY | 3.686,4 | 1.110,9 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf | 0,5 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Finance Canada, Inc., Calgary/Alberta, Kanada | CAD | 12,2 | -1,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Finance Nederland B.V., Krimpen aan den Ijssel, Niederlande | 6,5 | 0,5 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA | USD | 711,0 | 31,2 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp France S.A.S., Maurepas, Frankreich | 607,5 | 90,6 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Group Services Gdansk Sp. z o.o., Gdansk, Polen | PLN | 0,0 | -2,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Group Services Ruhr GmbH, Bochum | 0,0 | -0,4 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Grundbesitz-Vermietungs GmbH & Co. KG, Essen | 1,5 | 0,0 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen | 10,1 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Immobilienentwicklungs Concordiahütte GmbH, Oberhausen | 0,0 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Immobilienentwicklungs Krefeld GmbH, Oberhausen | 10,6 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Krupp Hoesch Stahl, Essen | 18,8 | 3,0 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen | 13,0 | 2,8 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp India Private Limited, Mumbai, Indien | INR | 81,1 | 13,5 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Intellectual Property GmbH, Essen | 0,0 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Italia S.r.l., Rom, Italien | 55,1 | -86,7 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Japan K.K., Tokyo, Japan | JPY | 124,6 | 34,9 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Knowsley Ltd., Dundee, Großbritannien | GBP | 4,5 | 0,0 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Korea Ltd., Seoul, Korea, Rep. | KRW | 200,0 | 0,0 | 7) | 100,00 |
| ThyssenKrupp Liegenschaften Umformtechnik Verwaltungs GmbH, Essen | 0,9 | 0,9 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia | MYR | 0,1 | 0,4 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf | 0,0 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande | 7.345,0 | 229,7 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Nederland Intermediate B.V., Roermond, Niederlande | 525,5 | 35,3 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp North America, Inc., Chicago, IL, USA | USD | 5.705,6 | 101,8 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande | 39,6 | -3,7 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Real Estate France S.A.S., Maurepas, Frankreich | 0,5 | -0,6 | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Regional Services Germany GmbH, Essen | 26,6 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Risk and Insurance Services GmbH, Essen | 6,7 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur | SGD | 119,0 | 0,7 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen | 2.917,8 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien | GBP | 313,3 | 7,3 | 100,00 | |
| ThyssenKrupp Vermietungs GmbH, Duisburg | 0,1 | *) | 100,00 | ||
| ThyssenKrupp Vermögensverwaltungsgesellschaft Kanada mbH, Essen | 3,9 | -0,2 | 100,00 | ||
| Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Industrie, Essen | 2,5 | -0,1 | 100,00 | ||
| Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen | 31,5 | 3,2 | 100,00 | ||
| Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf | 1.766,0 | *) | 100,00 | ||
| Vermögensverwaltungsgesellschaft EZM mbH, Grünwald | 5.209,2 | *) | 100,00 | ||
| Vermögensverwaltungsgesellschaft KSH mbH, Grünwald | 30,9 | 0,3 | 100,00 | ||
| Vermögensverwaltungsgesellschaft TKW mbH, Grünwald | 10,7 | *) | 100,00 | ||
| COMUNITHY Immobilien GmbH, Düsseldorf | 0,3 | -0,2 | 1) | 49,00 | |
| Fortis Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH, Grünwald | 0,0 | 0,0 | 1) | 26,00 | |
| Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH -GFW Duisburg-, Duisburg | 0,8 | 0,0 | 1) | 10,00 | |
| Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen | 0,0 | 0,0 | 33,33 | ||
| Grundstücksgesellschaft Schlossplatz 1 mbH & Co.KG, Berlin | 0,7 | 0,2 | 1) | 20,00 | |
| LEWA Attendorn GmbH, Olpe | 18,6 | 2,4 | 1) | 19,20 | |
| NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf | 0,2 | 0,1 | 1) | 94,76 | |
| VBW Bauen und Wohnen GmbH, Bochum | 88,9 | 3,1 | 1) | 13,06 |
*) Mit dieser Gesellschaft besteht ein Gewinnabführungsvertrag.
**) Daten in TK Metalúrgica de México S.A. de C.V.
1) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaften, die zum 31.12.2014 abschließen, betreffen das Geschäftsjahr 2014.
2) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaften betreffen das Geschäftsjahr 01.04.2014 - 31.03.2015
3) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaften betreffen das Rumpfgeschäftsjahr 01.02. - 30.09.2015.
4) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaften betreffen den Zeitraum September 2015.
5) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschften betreffen das Rumpfgeschäftsjahr 01.12.2014 - 30.09.2015.
6) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaften betreffen das Rumpfgeschäftsjahr 01.04. - 30.09.2015.
7) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaften betreffen das Rumpfgeschäftsjahr 01.06. - 30.09.2015.
Bestätigungsvermerk
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, der mit dem Konzernlagebericht zusammenfasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2014 bis 30. September 2015 geprüft. Nach § 6b Abs. 5 EnWG umfasste die Prüfung auch die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften sowie die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den zusammengefassten Lagebericht sowie über die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden und dass mit hinreichender Sicherheit beurteilt werden kann, ob die Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt sind. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht sowie für die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts sowie die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung des Jahresabschlusses unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, hat zu keinen Einwendungen geführt.
Essen, den 17. November 2015
**PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, Wirtschaftsprüfer
Volker Linke, Wirtschaftsprüfer
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft sowie des thyssenkrupp Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft sowie des thyssenkrupp Konzerns beschrieben sind.
Essen, 11. November 2015
thyssenkrupp AG
Der Vorstand
Hiesinger
Burkhard
Kaufmann
Kerkhoff
Mandate des Vorstands
Dr. Heinrich Hiesinger
Vorsitzender
konzernintern:
• thyssenkrupp Elevator AG (Vorsitz)
• thyssenkrupp Steel Europe AG (Vorsitz)
- ThyssenKrupp (China) Ltd./VR China (Chairman)
Oliver Burkhard
- PEAG Holding GmbH (Vorsitz)
konzernintern:
• thyssenkrupp Bilstein GmbH
• thyssenkrupp Elevator AG
• thyssenkrupp Industrial Solutions AG
• thyssenkrupp Materials International GmbH
• thyssenkrupp Rothe Erde GmbH (stellv. Vorsitz)
• thyssenkrupp Steel Europe AG
Dr. Donatus Kaufmann
konzernintern:
• thyssenkrupp Industrial Solutions AG
Guido Kerkhoff
konzernintern:
• thyssenkrupp Elevator AG
• thyssenkrupp Industrial Solutions AG (Vorsitz)
• thyssenkrupp Materials International GmbH (Vorsitz)
• thyssenkrupp North America, Inc./USA (Chairman)
• Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2015) – Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2015)
Mandate des Aufsichtsrats
Prof. Dr. Ulrich Lehner, Düsseldorf
Vorsitzender // Mitglied des Gesellschafterausschusses
der Henkel AG & Co. KGaA
• Deutsche Telekom AG (Vorsitz)
• E.ON SE
• Porsche Automobil Holding SE
– Henkel AG & Co. KGaA (Mitglied des Gesellschafterausschusses)
Dr. Sabine Maaßen, Dinslaken
stellv. Vorsitzende //Justiziarin der IG Metall
• Daimler AG
Martin Dreher, Heilbronn
Einzelhandelskaufmann // Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp System Engineering GmbH (Heilbronn) // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft thyssenkrupp Industrial Solutions
konzernintern:
• thyssenkrupp System Engineering GmbH
• thyssenkrupp Industrial Solutions AG
Markus Grolms, Frankfurt/Main
Gewerkschaftssekretär der IG Metall
Dr. Ingrid Hengster, Frankfurt/Main
(seit 30.01.2015) // Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe
• DB Mobility Logistics AG
• Deutsche Bahn AG
– Europäische Investitionsbank (EIB), Luxemburg (Sachverständige des Verwaltungsrats)
Susanne Herberger, Dresden
Ingenieurin (FH) für Informatik // stellv. Vorsitzende des Konzernbetriebsrats // Vorsitzende der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft thyssenkrupp Elevator Technology
konzernintern:
• thyssenkrupp Elevator AG
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel, Essen
Vizepräsident des Bundesverbandes
der Deutschen Industrie e.V.
• Airbus Defence and Space GmbH
• National-Bank AG
• RWE AG
• Voith GmbH (Vorsitz)
– Airbus N.V./Niederlande (Board and Nomination Committee)
Ernst-August Kiel, Blumenthal
Schlosser // Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp Marine
Systems GmbH (Kiel) // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Marine Systems // stellv. Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft thyssenkrupp Industrial Solutions
konzernintern:
• thyssenkrupp Industrial Solutions AG
Dr. Norbert Kluge, Ratingen
Diplom-Sozialwirt // Leiter Abteilung Mitbestimmungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung
Dr. Ralf Nentwig, Essen
Mitglied des Vorstands der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
– Margarethe Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge (stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats)
René Obermann, Bonn
Partner der Warburg Pincus LLC
• CompuGroup Medical AG
• E.ON SE
– Spotify Technology S.A./Luxemburg
Prof. Dr. Bernhard Pellens, Bochum
Professor für Betriebswirtschaft und Internationale Unternehmensrechnung an der Ruhr-Universität Bochum
• LVM Pensionsfonds-AG
Peter Remmler, Wolfsburg
Kaufmann im Groß- und Außenhandel // Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp Schulte GmbH (Braunschweig) // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft thyssenkrupp Materials Services
konzernintern:
• thyssenkrupp Materials International GmbH
Carola Gräfin v. Schmettow, Düsseldorf
Sprecherin des Vorstands der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG
• BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G.
– HSBC France S.A. Paris
Wilhelm Segerath, Duisburg
Karosserie- und Fahrzeugbauer // Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG
– PEAG Holding GmbH (Mitglied des Beirats)
Carsten Spohr, München
Vorsitzender des Vorstands der Deutsche Lufthansa AG
• Lufthansa Technik AG (Vorsitz)
– Dr. August Oetker KG (Mitglied des Beirats)
Dr. Lothar Steinebach, Leverkusen
ehem. Mitglied des Vorstands der Henkel AG & Co. KGaA
• ALTANA AG
• Carl Zeiss AG
• Ralf Schmitz GmbH & Co. KGaA
– Air Berlin PLC (Mitglied des Board of Directors)
– Diem Client Partner AG/Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats)
Jens Tischendorf, Zürich
(seit 30.01.2015) // Partner und Director der Cevian Capital AG
• Bilfinger S.E.
Fritz Weber, Schöndorf
Maschineneinrichter // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Bilstein GmbH // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft thyssenkrupp Components Technology
Konzernintern:
• thyssenkrupp Bilstein GmbH
Isolde Würz, Mülheim a.d.Ruhr
(seit 01.02.2015) // Rechtsanwältin, Head of Department Governance der Corporate Function Legal der thyssenkrupp AG
Im Verlauf des Geschäftsjahres 2014/2015 sind folgende Mitglieder aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden: Christian Streiff und Jürgen R. Thumann mit Ablauf des 30.01.2015 sowie Klaus Preußler mit Ablauf des 31.01.2015. Sofern von ihnen zum Zeitpunkt des Ausscheidens andere Mandate wahrgenommen wurden, sind diese im Folgenden aufgeführt:
Christian Streiff, Paris
(bis 30.01.2015) // Vizepräsident der SAFRAN S.A.
– Bridgepoint Ltd./Großbritannien
– Crédit Agricole S.A./Frankreich
– SAFRAN S.A./Frankreich (Vice-Président)
Jürgen R. Thumann, Düsseldorf
(bis 30.01.2015) // Vorsitzender des Beirats
der Heitkamp & Thumann Group
– Heitkamp & Thumann Group (Vorsitzender des Beirats)
Klaus Preußler, Essen
(bis 31.01.2015) // Industriekaufmann, Hauptabteilungsleiter Rechnungswesen der thyssenkrupp Materials International GmbH (Essen)
• Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2015) – Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2015)
Bericht des Aufsichtsrats
SEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE,
nachfolgend möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2014/2015 informieren:
Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand
Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2014/2015 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit der Risikosituation des Unternehmens, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Als Folge einer Analyse der Wertpotenziale der Konzerngeschäfte sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen klar und differenziert vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.
Der Aufsichtsratsvorsitzende und die Vorsitzenden des Prüfungsausschusses sowie des Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses haben auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand gestanden und sich über wesentliche Entwick-lungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse haben die Vorsitzenden von Aufsichtsrat bzw. Prüfungsausschuss sowie Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss spätestens in der folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzung berichtet.
Die Anteilseigner- und die Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten. Anhaltspunkte für Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichts-ratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Haupt-versammlung informiert werden soll, hat es nicht gegeben.
Sitzungen des Aufsichtsrats
Im Berichtsjahr fanden fünf Sitzungen des Aufsichtsrats statt, davon vier ordentliche und eine konstituierende. Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lag bei durchschnittlich 97,8 %. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat nur an der Hälfte oder weniger der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen es angehört, teilgenommen. Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsratssitzungen teilgenommen, soweit der Aufsichtsratsvorsitzende nichts anderes bestimmt hatte.
In der ersten Sitzung im Berichtsjahr, am 19. November 2014, haben wir uns zunächst intensiv mit der Geschäftslage sowie der Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2013/2014 nebst ersten Ergebnissen der Mitarbeiterbefragung befasst. Als weiterer Tagesordnungspunkt standen der Jahres- und der Konzernabschluss zum 30. September 2014 im Vordergrund. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer billigten wir den Konzern- und den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2013/2014. Ferner wurde die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2014/2015 verabschiedet. Zudem haben wir die Tagesordnung für die Hauptversammlung am 30. Januar 2015 diskutiert und verabschiedet. Zu den weiteren Schwerpunkten der Sitzung gehörten die Geschäftsaktivitäten sowie die Strategie der Business Area Components Technology, mit denen wir uns auf der Grundlage eines ausführlichen Berichts ihres Vorstandsvorsitzenden, Dr. Karsten Kroos, beschäftigt haben. Ferner haben wir uns mit dem Erwerb und der Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen sowie Fragen der Compliance und Vorstandsangelegenheiten befasst. Wir haben zudem die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat in Bezug auf die Altersregelung an den Zielkatalog für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats angepasst und die Abgabe einer uneingeschränkten Entsprechenserklärung beschlossen. Abschließend haben wir die Ergebnisse der Effizienzprüfung des Aufsichtsrats diskutiert, und zwar insbesondere, mit welchen Maßnahmen die Sitzungsvorbereitung, -durchführung und -nachbereitung verbessert werden können. Diese Maßnahmen wurden anschließend umgesetzt. Im Rahmen der Effizienzprüfung wurde ferner vereinbart, dass die Vorstandsvorsitzenden ihre Business Area jeweils direkt im Aufsichtsrat präsentieren und deren Strategie vorstellen sollen und dass künftig auch die Leiter der Konzernfunktionen deren jeweilige Entwicklungen im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG präsentieren sollen.
Am Tag vor der Hauptversammlung, am 29. Januar 2015, kamen die Mitglieder des Aufsichtsrats zu einer Sitzung zusammen, in der der Vorstand zunächst über die Lage des Konzerns und die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung berichtete. Weitere Themen waren die nachfolgende Hauptversammlung, die Entwicklung einer neuen Markenstrategie, der Compliance-Bericht und Fragen der Vorstandsvergütung. Zudem erstattete der Vorstandsvorsitzende der Business Area Industrial Solutions, Dr. Hans Christoph Atzpodien, einen ausführlichen Bericht über die Geschäftsaktivitäten und die Strategie seiner Business Area, den wir anschließend im Plenum erörterten.
Unmittelbar nach der Hauptversammlung am 30. Januar 2015 fand mit den neu gewählten und neu entsandten Anteilseignervertretern eine konstituierende Sitzung des Aufsichtsrats statt, in der Prof. Dr. Ulrich Lehner zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats wiedergewählt wurde. Die Ausschüsse wurden auf Seiten der Anteilseignervertreter neu besetzt. Erneut wurden Prof. Dr. Bernhard Pellens zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses und Dr. Lothar Steinebach zum Vorsitzenden des Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses gewählt.
In der Sitzung des Aufsichtsrats am 13. Mai 2015 haben wir auf der Grundlage eines umfassenden Berichts des Vorstands zunächst die wirtschaftliche Lage und die Strategische Weiterentwicklung des Konzerns erörtert. In diesem Zusammenhang haben wir uns auch mit einem Fortschrittsbericht zur Mitarbeiter-befragung befasst. Ein weiteres Schwerpunktthema dieser Sitzung waren die Geschäftsaktivitäten sowie die Strategie der Business Area Materials Services, mit denen wir uns auf der Grundlage eines ausführlichen Berichts ihres Vorstandsvorsitzenden, Joachim Limberg, beschäftigt haben. In der Sitzung haben wir uns ferner im Rahmen der zustimmungspflichtigen Geschäftsvorfälle insbesondere mit dem Verkauf der VDM-Gruppe an Lindsay Goldberg befasst. Weitere Themen waren die EMIR-Pflichtprüfung 2014 gemäß § 20 WpHG, das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen und dessen Umsetzung im thyssenkrupp Konzern, Fragen der Compliance sowie Vorstandsangelegenheiten.
In der Sitzung des Aufsichtsrats am 9. September 2015 standen erneut die operative Lage und die Strategische Weiterentwicklung des Konzerns unter besonderer Berücksichtigung der strategischen Schwerpunkte in den Regionen im Vordergrund. Schwerpunktthemen waren daneben die neue Markenstrategie von thyssenkrupp, die wir zustimmend zur Kenntnis genommen haben, und die Geschäftsaktivitäten sowie die Strategie der Business Areas Steel Europe und Steel Americas. Der Vorstandsvorsitzende der beiden Business Areas, Andreas Goss, erstattete hierzu einen ausführlichen Bericht, den wir anschließend im Plenum diskutiert haben. Ein weiteres Thema war die Verlängerung des Rahmenvertrags mit dem Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen (PwC). Die Umsetzung des neuen Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen wurde vom Vorstand erläutert. Der Aufsichtsrat hat eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand der thyssenkrupp AG festgelegt sowie die beschlossenen konkreten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats nebst ihrer Umsetzung und Aktualisierung überprüft. Wie in den Vorjahren waren aktuelle Entwicklungen der Corporate Governance auch in der diesjährigen September-Sitzung ein Thema. Nach Prüfung der Einhaltung der Empfehlungen und Anregungen des Kodex haben wir die Abgabe einer uneingeschränkten Entsprechenserklärung beschlossen. Außerdem haben wir die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat angepasst und uns mit Compliance-Themen befasst. Im Anschluss an die Sitzung hielt Prof. Christian Strenger, Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, im Zuge der Fortbildungsmaßnahmen für den Aufsichtsrat einen Gastvortrag zum Thema „Effektive Aufsichtsratsarbeit“. Über die Inhalte dieses Vortrags haben wir anschließend diskutiert.
Bericht über die Arbeit der Ausschüsse
Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Soweit gesetzlich zulässig, hat der Aufsichtsrat Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse, für den Vermittlungs- und den Nominierungsausschuss in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses und des Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses hat der Aufsichtsratsvorsitzende auch den Vorsitz in den einzelnen Ausschüssen inne. Die personelle Zusammen-setzung der sechs Ausschüsse ist im Kapitel „Aufsichtsrat“ dargestellt.
Das Präsidium ist im vergangenen Geschäftsjahr zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, die strategische Weiterentwicklung der einzelnen Business Areas sowie die konzernweiten Projekte zur Optimierung der Effektivität, Effizienz und Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt der Beratungen. Des Weiteren haben wir die Effizienzprüfung des Aufsichtsrats vorbereitet. Als Ausschussvorsitzender habe ich zur Abstimmung besonderer Projekte auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern des Präsidiums gestanden.
Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2014/2015 in vier Sitzungen die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzungen waren insbesondere Fragen zum Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen sowie Beratungen über die Wiederbestellung von Vorstandsmitgliedern der thyssenkrupp AG und – in Erfüllung unserer Sorgfaltspflichten – die Nachfolgeplanung. Des Weiteren wurden Vorschläge zur Festsetzung von Tantieme und Bonus und zur Ausgestaltung der Pensionen für die Mitglieder des Vorstands behandelt. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden.
Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2014/2015 zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern gestanden. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl von PwC zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2015 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch Vertreter von PwC an den Sitzungen teil. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen auch Leiter der Konzernfunktionen in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und die Honorarvereinbarung abgeschlossen sowie die Prüfungsschwerpunkte festgelegt. Des Weiteren wurde eine konzernweite Befragung zur Prüfungsqualität initiiert und die Ergebnisse wurden im Prüfungsausschuss diskutiert.
Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2014/2015 nebst zusammengefasstem Lagebericht, Gewinnverwendungsvorschlag und den Berichten des Abschluss-prüfers sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenfinanzberichte (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Der Prüfungsausschuss hat sich ferner mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und Compliance im Konzern beschäftigt. So wurde regelmäßig über den Stand der Weiterentwicklung und die Umsetzung der Compliance-Strategie 2020 berichtet. Ferner hat der Prüfungsausschuss die Verlängerung des Rahmenvertrags mit dem Abschlussprüfer PwC vorbereitet. Darüber hinaus hat der Ausschuss mit dem Abschlussprüfer die neben der Abschlussprüfung von PwC zusätzlich erbrachten Leistungen diskutiert und sich im Beisein des Leiters der Konzernrevision mit deren Prüfungsergebnissen, deren Prüfungsprozessen und deren Prüfungsplanung für das Geschäftsjahr 2015/2016 auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die Steuerung des Nettoumlaufvermögens, die EMIR-Pflichtprüfung 2014 gemäß § 20 WpHG, der Stand der steuerlichen Betriebsprüfung sowie die Initiative des Managements zur Weiterentwicklung der Struktur des Internen Kontrollsystems.
In einer zusätzlichen Sitzung im September 2015 haben sich die Ausschussmitglieder ausführlich mit aktuellen Rechts- und Rechnungslegungsentwicklungen, einem Update zum Vertragsmanagement und insbesondere mit dem Umsetzungsstand der Konzerninitiativen daproh, unITe und GSS beschäftigt.
Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2014/2015 fünfmal zusammen-getreten. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die strategische Weiterentwicklung des Geschäftsmodells von thyssenkrupp. Der Ausschuss erörterte zudem detailliert die vorher jeweils im Aufsichtsrat präsentierten Berichte zu den Geschäftsaktivitäten und zur Strategie der einzelnen Business Areas. Ferner wurden den Ausschussmitgliedern einzelne Konzernfunktionen und der aktuelle Stand der Konzerninitiativen daproh, unITe und GSS näher vorgestellt. Außerdem sprach der Ausschuss dem Aufsichtsrat Empfehlungen in Bezug auf die dort zu behandelnden Unternehmenserwerbe und -verkäufe (M&A-Transaktionen) aus. Zudem wurden unter Berücksichtigung der aktuellen Rating-Situation und der Finanzlage des Konzerns die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Berichtsjahr erörtert sowie entsprechende Beschlüsse des Aufsichtsrats vorbereitet.
Die Mitglieder des Nominierungsausschussessind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Ein Schwerpunkt der Beratungen war die Vorbereitung der Neuwahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat in der Hauptversammlung am 30. Januar 2015. Bei der Erstellung von Kandidatenvorschlägen hat der Nominierungsausschuss neben der Qualifikation der einzelnen Kandidaten auch die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie die vom Aufsichtsrat festgelegten Ziele hinsichtlich seiner Zusammensetzung berücksichtigt. Weitere Schwerpunkte im Nominierungsausschuss waren die Befassung mit den Auswirkungen des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen auf den Aufsichtsrat von thyssenkrupp und die Fortentwicklung der Ziele des Aufsichtsrats hinsichtlich seiner künftigen Zusammensetzung.
Für eine Sitzung des gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschussesbestand auch in diesem Berichtsjahr kein Anlass.
Corporate Governance und Entsprechenserklärung
Vorstand und Aufsichtsrat haben im Berichtsjahr zwei Entsprechenserklärungen nach § 161 AktG abgegeben. Zum einen hat der Aufsichtsrat am 19. November gemeinsam mit dem Vorstand, der die Abgabe bereits am 10. November 2014 beschlossen hatte, eine Entsprechenserklärung abgegeben, die sich auf die zum Zeitpunkt der Beschlussfassung gültige und im elektronischen Bundesanzeiger am 30. September 2014 bekannt gemachte Fassung des Kodex vom 24. Juni 2014 bezieht. Vorstand und Aufsichtsrat haben unter Berücksichtigung der Kodex-Änderungen vom 5. Mai 2015 eine weitere Entsprechenserklärung abgegeben, die seit dem 1. Oktober 2015 auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zur Verfügung steht. Darüber hinaus berichtet der Vorstand im Corporate-Governance-Bericht und in der Erklärung zur Unter-nehmensführung zugleich auch für den Aufsichtsrat über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.
Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss
Die von der Hauptversammlung am 30. Januar 2015 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2014/2015 gewählte PwC hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2014 bis 30. September 2015 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2014 bis 30. September 2015 und der Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von PwC. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
Mit Beschluss des Prüfungsausschusses vom 12. Februar 2015 hat der Aufsichtsrat den Abschlussprüfer für das Berichtsjahr mit folgendem Prüfungsschwerpunkt beauftragt: „Prüfung des Managements von vertraglichen Leistungsverpflichtungen aus langfristigen Fertigungsaufträgen des Anlagebaus in den Business Units Process Technologies und Ressource Technologies“.
Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 13. November 2015 sowie des Aufsichtsrats am 18. November 2015 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontroll- und Risikomanagement bezogen auf den Rechnungslegungsprozess und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzender in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Nach unserer Prüfung und Diskussion des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts im Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Wir haben sodann gemäß der Empfehlung des Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Nach Abschluss unserer Prüfung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung haben wir uns nach eigener Prüfung sowie unter Berücksichtigung der Ergebnisentwicklung und Finanzlage angeschlossen. Gemeinsam mit dem Vorstand schlagen wir der Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2014/2015 eine Dividende von 0,15 € je Stückaktie auszuschütten.
Personelle Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand
Im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat es drei personelle Veränderungen gegeben, davon zwei auf Seiten der Anteilseignervertreter und eine auf Seiten der Arbeitnehmervertreter. Im Zuge der Neuwahl der Anteilseignervertreter durch die Hauptversammlung schieden mit Ablauf der Hauptversammlung am 30. Januar 2015 Christian Streiff und Jürgen Thumann nach langjähriger Tätigkeit aus dem Aufsichtsrat aus. Ihre Nachfolger sind Dr. Ingrid Hengster und Jens Tischendorf. Mit Ablauf des 31. Januar 2015 schied zudem Klaus Preußler, der Vertreter der leitenden Angestellten, aus dem Aufsichtsrat aus. Seine Nach-folgerin ist Isolde Würz. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den Herren Preußler, Streiff und Thumann ihren Dank für die gute langjährige Zusammenarbeit ausgesprochen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat die Wiederbestellungen von drei Vorstandsmitgliedern für jeweils fünf weitere Jahre beschlossen: In seiner Sitzung am 19. November 2014 hat er Dr. Heinrich Hiesinger bis zum 30. September 2020 zum Mitglied und Vorsitzenden des Vorstands der thyssenkrupp AG bestellt. In der Sitzung am 13. Mai 2015 hat er Guido Kerkhoff bis zum 31. März 2021 zum Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG sowie Oliver Burkhard bis zum 31. Januar 2021 zum Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor der thyssenkrupp AG bestellt.
Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitern des Konzerns weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften für die im Geschäftsjahr 2014/2015 erbrachten Anstrengungen und Leistungen.
Essen, 18. November 2015
Der Aufsichtsrat
Prof. Dr. Ulrich Lehner, Vorsitzender
Entsprechenserklärung
Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp AG zu den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ gem. § 161 AktG
Die ThyssenKrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 12. Juni 2015 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 5. Mai 2015 und wird diesen auch zukünftig entsprechen.
Ferner hat die ThyssenKrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 10./19. November 2014 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 30. September 2014 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 24. Juni 2014 sowie, seit deren Veröffentlichung im Bundesanzeiger, in der Fassung vom 5. Mai 2015 entsprochen.
Duisburg/Essen, 1. Oktober 2015
Für den Aufsichtsrat Für den Vorstand
Lehner
Hiesinger