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thyssenkrupp AG — Annual Report 2013
Feb 19, 2015
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Annual Report
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Publication
ThyssenKrupp Steel Europe AG
Duisburg
Jahresabschluss zum 30. September 2013
Auf einen Blick
ThyssenKrupp Steel Europe AG
| Geschäftsjahr | 2010/2011 | 2011/2012 | 2012/2013 | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | Mio. € | 9.982 | 8.988 | 8.107 |
| hiervon mit Kunden im Ausland | % | 27 | 27 | 28 |
| Produktion | ||||
| Rohstahl 1) | 1.000 t | 13.247 | 11.860 | 11.646 |
| Walzstahl 2) | 1.000 t | 13.303 | 11.681 | 11.058 |
| Mitarbeiter (Durchschnitt) | 18.971 | 18.846 | 19.385 | |
| Personalaufwand | Mio. € | 1.182 | 1.181 | 1.324 |
| Bilanzsumme | Mio. € | 5.122 | 4.251 | 4.422 |
| Eigenkapital | Mio. € | 1.464 | 1.464 | 1.390 |
| Anlagevermögen (netto) | Mio. € | 1.857 | 1.837 | 1.795 |
| Sachinvestitionen 3) | Mio. € | 224 | 275 | 255 |
| Abschreibungen 4) | Mio. € | 279 | 303 | 304 |
| Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | Mio. € | 707 | 315 | 263 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | Mio. € | 683 | 250 | -19 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | Mio. € | - | - | -74 |
1) einschließlich Produktionsanteil Hüttenwerke Krupp Mannesmann
2) einschließlich Lohnwalzungen
3) einschließlich Investitionen in Immaterielle Vermögensgegenstände
4) einschließlich Abschreibungen auf Finanzanlagen
Lagebericht 2012/2013
Inhalt
| • | Profil und Strategie |
| • | Makro- und Branchenumfeld |
| • | Geschäftsverlauf |
| • | Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage |
| • | Risikobericht |
| • | Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren |
| • | Beteiligungen |
| • | Voraussichtliche Entwicklung |
Profil und Strategie
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG konzentriert sich als größter deutscher Stahlproduzent auf das attraktive Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls und gehört hier zu den weltweit führenden Anbietern. Die Produktpalette umfasst Warmband, Feinblech, oberflächenveredelte Produkte, nichtkornorientiertes Elektroband und Grobblech in einem breiten Gütespektrum. Wesentliche Abnehmer der Produkte sind der Automobil- und Maschinenbau, die metallverarbeitende Industrie sowie die Bauwirtschaft. Weitere Produktbereiche entlang der vertikalen Wertschöpfungskette sind in Tochtergesellschaften organisiert: Weißblech, Mittelband und kornorientiertes Elektroband. Zusammen mit diesen Tochterunternehmen und weiteren wirtschaftlich zugeordneten Einheiten/Gesellschaften bildet die ThyssenKrupp Steel Europe AG die Business Area Steel Europe. Die strategische Führung und Steuerung der Business Area obliegt der ThyssenKrupp AG.
Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns wurde das Produktportfolio im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter optimiert - mit Auswirkungen auch auf die ThyssenKrupp Steel Europe AG: Im Juli 2013 wurde der Verkauf der ThyssenKrupp Tailored Blanks Gruppe an die Wuhan Iron and Steel Corporation (WISCO) abgeschlossen. Der Produktbereich des nichtkornorientierten Elektrobands (Werk Bochum der ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH) wurde im April 2013 im Rahmen eines Asset Deals auf die ThyssenKrupp Steel Europe AG übertragen. Die Agozal Oberflächenveredelung GmbH und die ThyssenKrupp Printmedia GmbH sind im Juni 2013 rückwirkend zum 1. Oktober 2012 auf die ThyssenKrupp Steel Europe AG verschmolzen worden. Der Vergleich mit den Vorjahreszahlen ist aufgrund dieser Umgliederungen nur eingeschränkt möglich.
In den vergangenen Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für den gesamten europäischen Stahlmarkt zunehmend verändert. So sieht sich die europäische Stahlindustrie neben den konjunkturellen Unsicherheiten und der damit verbundenen Nachfrageschwäche auch hohen und volatilen Rohstoffpreisen, Importdruck und Überkapazitäten am Markt sowie gestiegenen Umweltschutzanforderungen ausgesetzt.
Um unter diesen veränderten Rahmenbedingungen neue Potenziale zu identifizieren, wurde im vorangegangenen Geschäftsjahr das Optimierungsprogramm „Best-in-Class Reloaded" initiiert. Chancen ergeben sich aus einer konsequenten Umsetzung der in diesem Zusammenhang definierten Maßnahmen zur Erhöhung der Kundenorientierung, zur Verbesserung der Kostenposition und zur Stärkung der technologischen und logistischen Fähigkeiten bei Steel Europe.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte das identifizierte Einsparpotenzial für die ThyssenKrupp Steel Europe AG und ihre Tochtergesellschaften von über 500 Mio. € bereits sukzessive mit Maßnahmen hinterlegt werden. Hierzu zählt u. a. die sozialverträgliche Verringerung der Belegschaft der ThyssenKrupp Steel Europe AG und ihrer Tochtergesellschaften um über 2.000 Mitarbeiter. Zur Konkretisierung der personellen Maßnahmen haben Vorstand und Gesamtbetriebsrat der ThyssenKrupp Steel Europe AG einen Interessenausgleich ausgehandelt, dessen tarifvertragliche Basis im September 2013 von der Tarifkommission der IG Metall bestätigt wurde. Zudem hat Steel Europe seine gesamte Führungsorganisation neu ausgerichtet und die Zahl der Funktionsbereiche von 28 auf 23 reduziert. Die beschlossene und teilweise bereits erfolgte Stillsetzung des Standorts Neuwied und weiterer einzelner Produktionsanlagen der Oberflächenveredelung sowie die beabsichtigte Veräußerung des Geschäftsbereichs kornorientiertes Elektroband der Tochtergesellschaft ThyssenKrupp Electrical Steel im Rahmen einer Best-Owner-Lösung dienen darüber hinaus der Reduzierung interner Überkapazitäten als auch der Anpassung des Produktionsnetzwerks an das zukünftige Produktportfolio. Der Ausbau von attraktiven Kundensegmenten unterstützt zudem das Ziel, die Ertragsstärke bis zum Geschäftsjahr 2014/2015 und nachhaltig zu steigern.
Trotz der veränderten Rahmenbedingungen gelten auch weiterhin die globalen Trends zur Urbanisierung, zu steigender Mobilität und zum effizienteren Einsatz knapper Ressourcen. Diese Trends bieten in den kommenden Jahren weiterhin Chancen für den Einsatz intelligenter Stahlprodukte, welche sich schon heute im Produkt- und Leistungsportfolio der ThyssenKrupp Steel Europe AG und ihrer Tochtergesellschaften befinden.
Makro- und Branchenumfeld
Wirtschaftswachstum nur moderat
Die Weltwirtschaft expandiert 2013 nur sehr verhalten. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in einigen Euro-Ländern, das geringe Wachstumstempo in Nordamerika und die relativ zurückhaltende Wachstumsdynamik der Schwellenländer lassen einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,7 % erwarten.
Das BIP der Industrieländer nimmt 2013 voraussichtlich nur um 1,1 % zu. Dieses geringe Expansionstempo ist vor allem auf das rückläufige Wachstum im Euro-Raum zurückzuführen. Viele Euro-Länder haben erst im 2. Quartal 2013 die rezessive Entwicklung überwunden. Belastet haben vor allem der Konsolidierungszwang bei den öffentlichen Haushalten, ein schwächerer privater Konsum und zurückhaltende Unternehmensinvestitionen. Trotz der konjunkturellen Stabilisierung in der zweiten Jahreshälfte dürfte das BIP im Euro-Raum 2013 insgesamt um 0,6 % fallen. Spürbar besser zeigt sich die deutsche Wirtschaft. Vor allem der private Verbrauch, aber auch höhere öffentliche Ausgaben führen 2013 zu einem BIP-Wachstum von voraussichtlich 0,5 %.
Die USA verzeichnen 2013 nur eine sehr verhaltene wirtschaftliche Entwicklung. Dazu tragen insbesondere die Ausgabenkürzungen der öffentlichen Haushalte bei. Dank eines höheren privaten Verbrauchs und gestiegener Unternehmensinvestitionen wird das BIP 2013 im Vergleich zum Vorjahr dennoch um voraussichtlich 1,5 % zulegen.
Die schwache konjunkturelle Entwicklung in Europa und Nordamerika ist auch ein Faktor für das etwas niedrigere Wachstumstempo in einigen Schwellenländern. Insgesamt dürften diese Länder 2013 ein Wirtschaftswachstum von 4,7 % erzielen. Regionale Wachstumszentren bleiben Indien und China, auch wenn sich in diesen Ländern das zuvor hohe Expansionstempo zurückbildet.
Industriekonjunktur weiter uneinheitlich
Der globale Automobilmarkt ist 2013 verhalten gewachsen. Weltweit dürften über 81 Mio. Personen- und leichte Nutzfahrzeuge produziert werden, knapp 3 % mehr als im Jahr zuvor. Regional zeigen sich jedoch erhebliche Unterschiede. Westeuropa wird wegen der rückläufigen Nachfrage insbesondere in den südlichen Ländern das Vorjahresniveau verfehlen; die Produktion dürfte 2013 mit 13,5 Mio. Fahrzeugen um gut 1 % zurückgehen. Bei geringeren Neuzulassungen und Exporten wird auch die deutsche Automobilindustrie mit annähernd 5,6 Mio. Fahrzeugen 1 % weniger produzieren als 2012. In den USA führt 2013 ein starker Nachholbedarf zu einem Produktionsanstieg von 8 % auf 11,0 Mio. Fahrzeuge. China wird voraussichtlich 19,4 Mio. Fahrzeuge produzieren, 12 % mehr als im Vorjahr. Auch in Brasilien zeichnet sich dank staatlicher Fördermaßnahmen mit 3,4 Mio. Fahrzeugen ein hoher Produktionszuwachs von 9 % ab.
Die Maschinenbauindustrie weist ebenfalls regional unterschiedliche Entwicklungen auf. Eher verhalten ist die Lage in Europa. In vielen Ländern der EU war die Maschinenbauproduktion auch 2013 rückläufig. Im deutschen Maschinenbau hat sich im bisherigen Verlauf des Jahres 2013 die Auftragslage nicht gebessert; während die Bestellungen aus dem Ausland stagnierten, nahmen die Auftragseingänge aus dem Inland ab. Auf Grund der insgesamt verhaltenen Investitionsneigung in vielen Ländern dürfte der exportorientierte deutsche Maschinenbau 2013 das Produktionsniveau des Vorjahres nicht ganz erreichen.
Die Bauwirtschaft zeigt insbesondere in Europa Schwächetendenzen. In den meisten west- und osteuropäischen Ländern entwickelt sich die Bauproduktion auch 2013 rückläufig. Insbesondere in den südeuropäischen Ländern gibt es erneut größere Rückgänge. Aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen hat die Produktion der deutschen Bauwirtschaft 2013 zunächst nachgegeben. Trotz einer positiven Auftragsentwicklung insbesondere im Wohnungsbau und öffentlichen Bau ist es fraglich, ob der Auftragsstau noch 2013 abgearbeitet werden kann und produktionswirksam wird. Die deutsche Bauproduktion wird 2013 daher voraussichtlich leicht im Minus liegen.
Gedämpfte Stahlmarktentwicklung in Europa
Die noch verhaltene Weltkonjunktur spiegelt sich in der Entwicklung der internationalen Stahlmärkte wider. Die globale Rohstahlproduktion nahm im Zeitraum Januar bis September 2013 zwar um knapp 3 % im Vorjahresvergleich zu, dies war aber vor allem auf China und Indien zurückzuführen, wo ein Anstieg von 8 % bzw. 3 % verzeichnet wurde. In Asien gesamt, auf das mittlerweile rund zwei Drittel der Weltproduktion und auch des -verbrauchs entfallen, lag das Plus bei fast 6 %. Außerhalb Asiens ging der Stahlausstoß dagegen infolge der schwachen Nachfrage zumeist deutlich zurück. Die EU verzeichnete kumuliert bis September einen Rückgang der Stahlproduktion gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 4 %. Vergleichsweise robust stellte sich die Lage in Deutschland dar. Trotz einer Häufung von Produktionsstörungen im August lag die deutsche Rohstahlerzeugung im Zeitraum Januar bis September lediglich 2 % unter dem Volumen der vergleichbaren Periode 2012. Im September wurde erstmals seit 7 Monaten wieder ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Im Gesamtjahr 2013 dürfte der Ausstoß bei gut 42 Mio. t liegen - ca. 1 % weniger als 2012. Dabei wird unterstellt, dass im Schlussquartal 2013 das Vorjahresniveau erreicht werden kann.
Das Marktumfeld für Qualitätsflachstahl in der EU blieb vor dem Hintergrund der in vielen Ländern fortgesetzten Austeritätspolitik, des insgesamt noch verhaltenen Investitions- und Konsumklimas und der anhaltenden konjunkturellen Unsicherheit in der Berichtsperiode schwierig. Die Produktion in den wesentlichen stahlverbrauchsrelevanten Abnehmerbranchen ging im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum nochmals zurück, die Stahlnachfrage war infolgedessen weiterhin recht schwach. Während sie in den ersten Monaten des Jahres noch moderat positive Impulse durch notwendige Lagerergänzungen erhielt, entfiel dieser Effekt in den Folgemonaten weitgehend. Die Stahleinkäufer disponierten bis in den Sommer hinein unverändert vorsichtig. Im Durchschnitt der ersten neun Monate 2013 war der Versand der im europäischen Stahlverband Eurofer organisierten Werke in die EU um knapp 3 % niedriger als im Vergleichszeitraum 2012. Die Flachstahlimporte der EU aus Drittländern hatten im ersten Quartal 2013 im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode stark zugenommen, in den Folgemonaten ließ der Druck aber etwas nach. Im kumulierten Jahresdurchschnitt Januar bis September lagen sie dennoch um rd. 10 über der vergleichbaren Vorjahresmenge, die allerdings aufgrund der Rezession auch recht niedrig gewesen war.
Die Stahlpreise auf den europäischen Spotmärkten, die sich in den ersten drei Monaten des Jahres leicht erholen konnten, gerieten im zweiten Quartal wieder erheblich unter Druck, auch infolge sinkender, volatiler Rohstoffnotierungen. Im Verlauf des dritten Quartals 2013 wurde aber die Talsohle durchschritten; im September zogen die Spotmarktpreise überwiegend an. Stützend wirkten - abgesehen von einer leichten saisonalen Nachfragebelebung - wieder anziehende Rohstoffnotierungen sowie temporäre Angebotsverknappungen und verlängerte Lieferzeiten infolge technischer Probleme einzelner Werke.
Hohe Kosten der Energiebeschaffung
Erdgas wurde in Deutschland im Geschäftsjahr 2012/2013 auf dem Spotmarkt im Wesentlichen wegen des lang anhaltenden Winters um durchschnittlich 12 % teurer als im Vorjahr. ThyssenKrupp konnte aber für seine deutschen Werke von günstigen Preisabsicherungen profitieren. Die deutschen und internationalen Gaspreise lagen im Vergleich zum Vorjahr auf gleichbleibend hohem Niveau. Lediglich in den USA waren die Gaspreise - bedingt durch die erhöhte Förderung von Erdgas aus Schiefergestein - erheblich niedriger. Global setzt sich die Dreiteilung des Marktes weiter fort: mit den höchsten Erdgaspreisen in Asien, den niedrigsten in den USA und den europäischen Erdgaspreisen im Mittelfeld.
Der Strompreis am Spot- und Terminmarkt war durch einen weiteren Preisverfall gekennzeichnet. Allerdings fiel der Anstieg der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) von 2012 auf 2013 ungefähr doppelt so hoch wie der Preisrückgang im Terminmarkt aus. Im europäischen Vergleich liegen die Stromkosten in Deutschland aber immer noch am oberen Ende. Es sind politisch bedingte Lasten wie die Umlage für die Förderung der erneuerbaren Energien, eine erhöhte Stromsteuer, die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, der Ausgleich für Netzentgeltbefreiungen, die Haftung für einen verspäteten Anschluss von Offshore-Windanlagen und steigende Netzentgelte, die den Stromeinkauf verteuern. Diese Kosten sowie die ebenfalls regulierten Netzentgelte machen inzwischen nahezu die Hälfte der Strombeschaffungskosten aus.
Emissionshandel
Die tatsächlichen CO 2-Emissionen von Steel Europe lagen im Kalenderjahr 2012 - bedingt durch die Neuzustellung des Hochofens 9 - nur bei 16,9 Mio. t, so dass die auf Grund von gesetzlichen Vorschriften Anfang 2012 zugeteilten Emissionsrechte in Höhe von 19,7 Mio. t CO 2 ausreichten. Die nicht benötigten Emissionsberechtigungen sollen in der dritten Handelsperiode des EU-Emissionshandels (2013 - 2020) eingesetzt werden. Wir haben schon jetzt EU-Emissionsberechtigungen gekauft, um uns für diese dritte Handelsperiode abzusichern.
Geschäftsverlauf
| Mio. € | 2011/2012 | 2012/2013 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | 8.767 | 8.263 | -6% | |
| Umsatz | 8.988 | 8.107 | -10% | |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 250 | -19 | -269 |
In einem weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfeld bei gedämpfter Stahlnachfrage und bestehendem Angebotsüberhang war der wertmäßige Auftragseingang der ThyssenKrupp Steel Europe AG im Geschäftsjahr 2012/2013 mit 8,3 Mrd. € um 6 % niedriger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dies war - abgesehen von den strukturbedingten Veränderungen (im Wesentlichen die Eingliederung des Produktbereichs nichtkornorientiertes Elektroband) - in erster Linie auf die gesunkenen Durchschnittserlöse zurückzuführen. Für Quartals- und Halbjahresabschlüsse mit Laufzeitbeginn 1. Januar mussten auf breiter Front Preisabsenkungen im Vergleich zur Vorperiode und auch zum Vorjahr hingenommen werden. Referenz für die Kunden war hier der bis November 2012 über weite Strecken des letzten Jahres vorausgegangene stark negative Trend bei den europäischen Spotmarktpreisen. Auch bei Verträgen mit Laufzeitbeginn 1. Juli wurden überwiegend nochmals Preisnachlässe vereinbart, nachdem die Spotmarktpreise ab dem Frühjahr dieses Jahres erneut unter Druck geraten waren. Die Bestellmengen erreichten mit 10,5 Mio. t im Durchschnitt des Berichtszeitraums wieder das Vorjahresniveau.
Der Umsatz nahm im Berichtszeitraum um 10 % auf 8,1 Mrd. € ab. Auch dieser Rückgang resultiert vor allem aus den im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Durchschnittserlösen. Der Versand lag mit insgesamt 10,5 Mio. t um 4 % unter der vergleichbaren Vorjahresmenge. Deutlich niedriger als im Vorjahr waren im gesamten Berichtszeitraum insbesondere die Lieferungen an die Automobilindustrie, den Maschinenbau und die Abnehmer von Elektroblech. Dagegen erzielten wir höhere Mengen im Geschäft mit dem Baugewerbe und Herstellern sonstiger Metallerzeugnisse. Auf dem Vorjahresniveau bewegte sich der Versand an Handel und Stahl-Service-Center und Kaltwalzer. Auch die Vormateriallieferungen für die Verpackungsblechfertigung der ThyssenKrupp Rasselstein GmbH waren so hoch wie im Vorjahr. Erlösseitig mussten infolge des negativen Marktpreistrends auf breiter Front Minderungen hingenommen werden. Auch bei Halbjahres- und Quartalsabschlüssen von Lieferverträgen zum 1. Januar und zum 1. Juli wurden vielfach Preisabschläge verzeichnet. Der durchschnittliche Nettoerlös je Tonne Flachstahl war im Jahresdurchschnitt 6 % niedriger als im vorangegangenen Geschäftsjahr.
Wegen der - abgesehen von temporären Lagerergänzungen - im Berichtszeitraum insgesamt unbefriedigenden Auftragslage waren die Eckaggregate in den Metallurgie- und Verarbeitungsstufen überwiegend nicht voll ausgelastet. An fast allen Aggregaten, mit Ausnahme der Roheisen-/Rohstahlstufe und der Warmbandstraßen, die im Ofensparbetrieb liefen, wurde von August 2012 bis Januar 2013 Kurzarbeit verfahren. Trotz der kurzzeitig günstigeren Auftragslage zur Jahreswende 2012/13 wurden die meisten Anlagen der Weiterverarbeitung auch im weiteren Geschäftsjahresverlauf nicht voll ausgelastet. Zur Vorbereitung der geplanten Herausnahme des Hochofens 2 zwecks Neuzustellung im Laufe des Geschäftsjahres 2013/2014 wurde der im Januar 2012 vorübergehend stillgesetzte Hochofen 9 im Oktober des neuen Geschäftsjahres 2013/2014 wieder angeblasen.
Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) lag mit 11,6 Mio. t im Berichtszeitraum rd. 2 % unter dem Vorjahresniveau. Während die eigenen Stahlwerke ihre Produktion leicht steigerten, waren die Brammenbezüge von HKM um 8 % niedriger als im Vorjahr. In geringerem Umfang als im Vorjahr bezog die ThyssenKrupp Steel Europe AG Brammen aus dem brasilianischen Werk von ThyssenKrupp CSA.
Die Walzstahlerzeugung für Kunden einschließlich Lohnwalzungen ging um 5 % auf 11,1 Mio. t zurück. Neben marktbedingten Ursachen war dies zum Teil auch eine Folge von Umbaustillständen und größeren Reparaturen. Reparatur- und Umbaustillstände betrafen vor allem die Warmbandwerke. Hier kam es temporär zu Produktionsrückständen, die auch Auswirkungen auf nachfolgende Verarbeitungsstufen hatten.
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG wies 2012/2013 ein rückläufiges Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von -19 Mio. € aus.
Wesentliche Ursache war die schwache Konjunktur in Europa, die vor allem mit unauskömmlichen Erlösen verbunden war. Die bereits implementierten Effizienzsteigerungsmaßnahmen leisteten einen erheblichen Beitrag zur Kostenreduktion, konnten aber die marktbedingten Rückgänge nur teilweise kompensieren. Vor dem Hintergrund der unzureichenden Ergebnisse wird intensiv an der weiteren Detailierung und Umsetzung der Maßnahmenpakete des Programms „Best-in-Class Reloaded" gearbeitet. Unter anderem wurde der Produktionsbetrieb der Feuerbeschichtungsanlagen in Spanien (ThyssenKrupp Galmed) und in Neuwied bereits im 4. Quartal 2012/2013 eingestellt. Die Kostensenkungsmaßnahmen werden durch intensivierte Vertriebsanstrengungen und Differenzierungsinitiativen ergänzt.
Die Investitionsausgaben der ThyssenKrupp Steel Europe AG für immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen beliefen sich im Berichtsjahr auf 255 Mio. € und lagen damit unter den Abschreibungen in Höhe von 298 Mio. €. Im Vorjahr waren es 276 Mio. € Investitionen, bei Abschreibungen von 288 Mio. €.
Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit im Berichtszeitraum war die Modernisierung des Warmbandwerkes 1 in Duisburg-Bruckhausen. Wesentliche Einzelmaßnahmen betrafen dabei die Profilbeeinflussung an den Fertiggerüsten FO - F3 mit 11,8 Mio. €, den Ersatz der veralteten Spritzkühlung durch eine moderne Laminarkühlung mit 4,4 Mio. € sowie die Umstellung des Bundtransportes auf waagerechte Achse mit 5,7 Mio. €. Weitere 13,3 Mio. € flossen in den Modernisierungsumbau der Stranggießanlage 1 in Duisburg-Beeckerwerth, 4,9 Mio. € wurden für den Einbau einer neuen Quertransporteinrichtung in der Grobblechstraße Duisburg-Süd ausgegeben. Die restliche Investitionsausgaben in Höhe von rd. 215 Mio. € setzen sich aus einer Vielzahl kleinerer Einzelmaßnahmen zusammen, die im Wesentlichen der Modernisierung der Anlagen dienen.
Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
| Mio. € | 2011/2012 | 2012/2013 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 250 | -19 | -269 | |
| Außerordentliches Ergebnis | 0 | 98 | 98 | |
| Ergebnis vor Steuern | 250 | 79 | -171 | |
| Ergebnis nach Steuern | 183 | 85 | -98 | |
| Eigenkapital | 1.464 | 1.390 | -74 | |
| Anlagevermögen (Netto) | 1.837 | 1.795 | -42 | |
| Investitionen | 275 | 255 | -20 | |
| Cash-Flow aus lfd. Geschäftstätigkeit | 315 | 263 | -52 |
Ertragslage
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hat sich von 250 Mio. € im Vorjahr auf -19 Mio. € verschlechtert.
Wesentliche Ursache war die schwache Stahlnachfrage in Europa. Neben dem Rückgang der Versandmengen um 4 % auf 10,5 Mio. t waren insbesondere die gesunkenen Durchschnittserlöse verantwortlich für den im Vergleich zum Vorjahr um 10 % gesunkenen Umsatz. Obwohl die Preise für den Bezug von Rohstoffen, insbesondere bei Koks, Kohle, und Schrott, im Berichtszeitraum gesunken sind, reichten die geringeren Beschaffungskosten nicht aus, um die Erlösminderungen zu kompensieren.
Zu dem negativen Ergebnis trug auch die Bildung der Personalrestrukturierungsrückstellung (sozialverträgliche Verringerung der Belegschaft) in Höhe von 86 Mio. € bei, die als Maßnahme aus dem Optimierungsprogramm „Best-in-Class Reloaded" resultiert.
Das positive außerordentliche Ergebnis von 98 Mio. € resultierte im Wesentlichen aus dem Verkauf der ThyssenKrupp Tailored Blanks GmbH in Höhe von 97 Mio. € und der ThyssenKrupp Lasertechnik GmbH in Höhe von 15 Mio. € und führt zu einem positiven Ergebnis vor Steuern von 79 Mio. €.
Das Ergebnis nach Steuern beträgt aufgrund einer Steuerumlagenerstattung aus Vorjahren 85 Mio. €. Dieses Ergebnis wurde gemeinsam mit der in Vorjahren gebildeten BilMoG-Rücklage über 74 Mio. € gemäß Hauptversammlungsbeschluss an die Thyssen Stahl GmbH ausgeschüttet (159 Mio. €).
Vermögens- und Finanzlage
Das Nettoanlagevermögen verringerte sich im Berichtszeitraum von 1.837 Mio. € um 42 € auf 1.795 Mio. €, im Wesentlichen durch ein von 1.282 Mio. € um 30 Mio. € auf 1.252 Mio. € gesunkenes Sachanlagevermögen.
Die Investitionsausgaben für Sachanlagen (u. a. Modernisierung des Warmbandwerkes 1 und der Stranggießanlage 1) beliefen sich auf 252 Mio. € und lagen damit unter den Abschreibungen von 295 Mio. €.
Die Finanzanlagen verminderten sich um 12 Mio. € auf 526 Mio. €. Unter anderem wurden die Geschäftsanteile an der Tailored Blanks GmbH und an der ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH verkauft. Dagegen erhöhten sich die Beteiligungen infolge einer Einzahlung in die Kapitalrücklage der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH.
Die Vorräte lagen mit 1.157 Mio. € zum 30. September 2013 um 49 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Die Verminderung der Vorräte resultiert aus mengen- und preisbedingten Rückgängen der Rohstoffe mit Ausnahme von Erz, dessen Preise und Bestandsmengen gestiegen sind. Die Fertigerzeugnisse sind im Wesentlichen durch Mengenabbau gesunken.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 35 Mio. € auf 411 Mio. €. Dieser Anstieg erklärt sich im Wesentlichen durch die Übernahme der Umsätze des zum 30. April 2013 per Asset Deal übernommenen Produktbereichs des nichtkornorientierten Elektrobands von ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen gegenüber dem Vorjahr um 297 Mio. € auf 499 Mio. €. Ursache dieser Mittelfreisetzung sind insbesondere Erlöse aus dem Verkauf von Finanzanlagen in Höhe von 140 Mio. € (ThyssenKrupp Tailored Blanks GmbH 124 Mio. €, ThyssenKrupp Lasertechnik GmbH 16 Mio. €) sowie eine Reduzierung des Net Working Capital.
Das Eigenkapital verminderte sich zum 30. September 2013 um 74 Mio. € auf 1.390 Mio. €. Dieser Rückgang resultierte aus der gemäß Hauptversammlungsbeschluss getroffenen Ausschüttung der BilMoG-Gewinnrücklage. Die Eigenkapitalquote ging von 34 % auf 31 zurück.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 75 Mio. € auf 1.109 Mio. €. Neben den Pensionsübertragungen, die überwiegend aus dem übernommenen Produktbereich des nichtkornorientierten Elektrobands stammen, führte im Wesentlichen das im Vorjahresvergleich weiter gesunkene Zinsniveau zu diesem Anstieg.
Die sonstigen Rückstellungen lagen mit 479 Mio. € um 156 Mio. € über dem Vorjahreswert. Dieser Anstieg resultiert aus der erhöhten Bildung von Drohverlustrückstellungen sowie aus der Bildung von Personalrestrukturierungsrückstellungen im Rahmen des Optimierungsprogramms „Best-in-Class Reloaded".
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verzeichneten einen geringen Anstieg um 33 Mio. € auf 741 Mio. €; die sonstigen Verbindlichkeiten verminderten sich um 9 Mio. € auf 202 Mio. €. Beide Veränderungen ergeben sich aus der normalen Geschäftstätigkeit.
Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit sank im Vergleich zum Vorjahr um 52 Mio. € auf 263 Mio. €. Ursache der Senkung ist das verschlechterte Ergebnis bei gegenläufiger Entwicklung des Net Working Capitals.
Die Finanzierung der ThyssenKrupp Steel Europe AG erfolgt analog der anderen Konzerngesellschaften grundsätzlich zentral durch die ThyssenKrupp AG. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden dafür die Basis. Wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Durch die Cash-Management-Systeme der ThyssenKrupp AG nutzen Konzerngesellschaften Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dies verringert das Fremdfinanzierungsvolumen und somit den Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzt die ThyssenKrupp AG Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie z. B. Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Daneben nimmt die ThyssenKrupp AG fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch und nutzt selektiv außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie z. B. Forderungsverkaufsprogramme oder Operating Leases.
Die zentrale Finanzierung ermöglicht der ThyssenKrupp AG einen einheitlichen Auftritt auf den Kapitalmärkten. Das stärkt Ihre Verhandlungsposition gegenüber den Banken und anderen Marktteilnehmern und macht es Ihr leichter, Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.
Risikobericht
Beschaffungsrisiken
Zur Erstellung unserer qualitativ hochwertigen Produkte benötigen wir in vielen Geschäftsprozessen Rohstoffe und Energie sowie Frachtkapazitäten, die wir auf den entsprechenden Beschaffungsmärkten beziehen. Die Einkaufspreise für diese Produktgruppen können je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Wir wirken den Risiken möglichst durch angepasste Verkaufspreise und alternative Beschaffungsquellen entgegen und sichern so unsere Wettbewerbsfähigkeit. Zur Absicherung von Risiken aus schwankenden Rohstoffpreisen, insbesondere bei Nickel und Kupfer, setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein - im Wesentlichen Warentermingeschäfte.
Die Energiewende in Deutschland hat zum Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien signifikant zu erhöhen und die Stromnetze auszubauen. In der Finanzierung der Energiewende sehen wir das Risiko dauerhaft steigender Strompreise sowie einer weiter wachsenden EEG-Umlage, die insbesondere die internationale Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrieunternehmen wie der deutschen Stahlindustrie gefährden. Regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte sind mit weiteren Kosten verbunden. Wir begegnen dem Risiko steigender Energiepreise auf den Commodity-Märkten durch eine strukturierte Energiebeschaffung. Wir wirtschaften nachhaltig und arbeiten weiter konzernweit daran, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten. Dies trägt dazu bei, Treibhausgas-Emissionen zu vermeiden und die natürlichen Ressourcen zu schonen.
Regulatorische Risiken
Neue Gesetze und andere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten bedeuten, wenn sie im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder sonstigen Nachteilen für ThyssenKrupp Steel Europe verbunden sind. Zur Steuerung dieser Risiken bestehen enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen, um möglichen Wettbewerbsverzerrungen entgegenzuwirken. Den Diskussionsprozess zu politisch gewollten Mehrbelastungen der Energiepreise begleitet ThyssenKrupp Steel Europe direkt sowie über die Wirtschaftsverbände.
Aus dem EU-Emissionshandel in der dritten Handelsperiode können uns zukünftig erhebliche Kosten für Emissionsberechtigungen erwachsen. Als energieintensives Unternehmen sehen wir Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können. Risikomindernd wirken sich im Bestand gehaltene Emissionsberechtigungen und Sicherungsgeschäfte aus.
Umweltrisiken
In unseren produzierenden Werken entstehen teilweise verfahrensbedingt Risiken, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Dort investieren wir kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutzmaßnahmen, um langfristig die Ressourcen zu schonen und die Umwelt möglichst gering zu belasten. Viele Konzernunternehmen haben ihr Umweltmanagementsystem zertifizieren lassen und somit Strukturen und Prozesse aufgesetzt, um die Gefahr von Umweltschäden zu reduzieren.
Auf Grundstücken, die teilweise heute nicht mehr genutzt werden, können auf Grund der früheren Geschäftsaktivitäten Risiken aus Altlasten und Bergschäden auftreten. Wir begegnen diesen Risiken mit vorbeugenden Maßnahmen und planmäßigen Sanierungsarbeiten und bilden im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.
Compliance-Risiken
Insbesondere dem Risiko von Kartell- und Korruptionsverstößen begegnen wir durch unser striktes Compliance-Programm. Dieser Fokus ist durch das enorme Schadenspotenzial sowohl in Bezug auf finanzielle als auch hinsichtlich Reputationsschäden - bei diesen Delikten begründet.
Ausgelöst durch eine anonyme Anzeige ermittelt das Bundeskartellamt seit Ende Februar 2013 u. a. gegen ThyssenKrupp Steel Europe wegen des Anfangsverdachts auf Preisabsprachen im Zeitraum zurück bis 1998 bei der Lieferung bestimmter Stahlprodukte an die deutsche Automobilindustrie und ihre Zulieferer. ThyssenKrupp hat eine eigene interne Untersuchung der Vorwürfe mit externer anwaltlicher Unterstützung veranlasst. Im Rahmen des vom Konzern vom 15. April bis zum 15. Juni 2013 durchgeführten Amnestieprogramms hat es keine Hinweise zu den laufenden Untersuchungen gegeben. Die interne Untersuchung und die Ermittlungen des Bundeskartellamtes dauern an. Derzeit können signifikante Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht ausgeschlossen werden.
Risiken der Informationssicherheit
Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Daher überprüfen wir permanent unsere Informationstechnologien und aktualisieren die Systeme bei Bedarf. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Konzernunternehmen und für unsere Geschäftspartner minimiert sind.
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir umfangreiche Maßnahmen getroffen, unser Informationssicherheitsmanagement und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Bei der frühzeitigen Erkennung dieser Risiken unterstützt das für den Konzern aufgebaute Computer Emergency Response Team (CERT).
Zur Steigerung der Nachhaltigkeit aller getroffenen und zukünftig zu treffenden Maßnahmen sind die Konzernunternehmen verpflichtet, regelmäßig den Reifegrad ihres etablierten Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS, gern. ISO/IEC27001) nachzuweisen. Wichtig ist uns nach wie vor, dass unsere Mitarbeiter im Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen ausreichend sensibilisiert sind und technisch weitestgehend unterstützt werden. Regelmäßig finden Informationssicherheitskongresse statt, auf denen international Informationen und Erfahrungen hinsichtlich proaktiver Maßnahmen zur Informationssicherheit und Risikobehandlung ausgetauscht werden.
Darüber hinaus erlangten Geschäftsprozesse und Rechenzentren in ausgewählten Konzernunternehmen Sicherheitszertifikate, die den erreichten Stand vor allem unseren Kunden gegenüber dokumentieren. Zusätzlich wird in Begleitung des Teams „IT Compliance" regelmäßig mit externer Unterstützung die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen verifiziert und gegebenenfalls nachgebessert.
Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass in der Informationsverarbeitung personenbezogene Daten nur gemäß den Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden. Alle diese Maßnahmen werden es weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen des Konzerns sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.
Personalrisiken
Um als diversifizierter Industriekonzern mit führender Ingenieurkompetenz nachhaltig erfolgreich zu sein, benötigt ThyssenKrupp engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Dabei besteht das Risiko, solche Leistungsträger für offene Stellen nicht im ausreichenden Maße zu finden oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren. ThyssenKrupp positioniert sich daher als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an den Konzern. Dazu gehören eine konsequente Managemententwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme für Führungskräfte sowie eine zielgruppenorientierte Beratung unserer Mitarbeiter. Interessierte Jugendliche informieren wir frühzeitig über die Berufschancen bei ThyssenKrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten im Arbeitsleben. Durch unsere Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um für unsere Belegschaft den notwendigen Nachwuchs zu gewinnen.
Spezifische Risiken der ThyssenKrupp Steel Europe AG
Die Business Area Steel Europe zählt zu den Risiken der künftigen Entwicklung insbesondere Marktrisiken auf der Absatz- und Beschaffungsseite, Risiken aus Wechselkursschwankungen, aus dem Emissionshandel und dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Im Falle einer Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage steigt das Risiko aus Kundeninsolvenzen.
Mit dem ganzheitlichen Optimierungsprogramm „Best-in-Class Reloaded" wirkt die Business Area Steel Europe den Risiken für die Absatzmengen und -preise entgegen und leistet einen wesentlichen Beitrag, um das im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung von allen Konzerngeschäften geforderte Ertrags-, Cash-Flow-, Wertbeitrags- und Wettbewerbsprofil zu erreichen.
Dem Risiko einer konjunkturell bedingt schwankenden Nachfrage begegnet die Business Area mit Kostenoptimierungen in allen Bereichen, rechtzeitigen Produktionsanpassungen und Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit geringerer Zyklizität. Mögliche Kundeninsolvenzen werden durch intensiviertes Monitoring, Ausschöpfen der Möglichkeiten zur Absicherung über Warenkreditversicherungen und andere geeignete Instrumente sowie Anpassung der Zahlungsbedingungen minimiert. Eine stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten reduziert Qualitäts- und Lieferterminrisiken.
Die europäische Stahlindustrie ist Importdruck und Überkapazitäten am Markt sowie steigenden Umweltschutzanforderungen ausgesetzt. Der Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet ThyssenKrupp Steel Europe, indem sie sich durch systematische Stärken in der Technologiekompetenz vom Wettbewerb differenziert. Sollten die Rohstoffpreise weiter steigen, reagiert die Business Area nach Möglichkeit mit alternativen Beschaffungsquellen und/oder einer Weitergabe der Preiserhöhungen an die Kunden.
Steel Europe hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den Risikomanagement-Prozess integriert. Zur weiteren Optimierung des vorbeugenden Brandschutzes werden zusätzliche Investitions- und Instandhaltungsbudgets bereitgestellt. Die Risiken für sonstige Betriebsunterbrechungen werden durch laufende vorbeugende Instandhaltung, Modernisierung und Investitionen reduziert. Für den Fall einer Betriebsunterbrechung existieren Pläne, die Maßnahmen für die Schadensbeseitigung festlegen.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist für ThyssenKrupp ein wesentlicher Innovationsmotor und ein kontinuierlicher Prozess zur Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung des Unternehmens. Entsprechend ist Nachhaltigkeit fest in unserem Konzernleitbild und unserer Konzernstrategie verankert. Durch konsequentes Nachhaltigkeitsmanagement werden die richtigen Weichen gestellt, um Zukunftsthemen aktiv zu gestalten. Das gilt für eigene Prozesse ebenso wie für die Wertschöpfungskette. Bei der Entwicklung von innovativen Werkstoffen, Komponenten, Systemlösungen und Anlagen spielen z.B. Energieeffizienz, Recyclingfähigkeit und Produktsicherheit eine wesentliche Rolle. Damit trägt ThyssenKrupp zum nachhaltigen Erfolg seiner Kunden bei. Auch von unseren Lieferanten erwarten wir die Einhaltung von sozialen, gesellschaftlichen und ökologischen Standards. Zudem bekennt sich ThyssenKrupp zum Global Compact der Vereinten Nationen.
Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds wurden die Aktivitäten in den Bereichen Innovationen, Mitarbeiter, Umwelt sowie gesellschaftliches Engagement im Geschäftsjahr 2012/2013 weiter intensiviert; es konnten gezielt Verbesserungen erreicht werden.
Forschung und Entwicklung / Innovationen
Im Projekt InCar®plus entwickelt ThyssenKrupp mehr als 40 wegweisende Lösungen für automobile Effizienz. Diese Innovationen für Karosserie, Antrieb sowie Fahrwerk und Lenkung übertreffen in den Kriterien Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit, Gewicht oder Funktionalität derzeit verwendete, anspruchsvolle Vergleichsprodukte. InCar®plus vereint technologischen, ökologischen und ökonomischen Fortschritt, insbesondere im Hinblick auf Kraftstoffreduzierung, wirtschaftliche Fertigung und Integration zusätzlicher Funktionen in vorhandene Komponenten. Beim Gewicht zeigen die Lösungen Einsparpotenziale von bis zu 40 %; die Kosten lassen sich um bis zu 20 % verringern. Für die meisten Teilprojekte entstanden im Berichtsjahr bereits Prototypen; erste seriennahe Komponenten werden in Kundenfahrzeugen erprobt. Der Fokus des Projekts liegt zwar auf der Reduktion von CO 2-Emissionen im Fahrbetrieb, die Leitidee ist aber ein ganzheitlicher Ansatz, der den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs im Blick hat.
InCar®plus führt das 2009 vorgestellte erfolgreiche Vorgängerprojekt InCar® fort und steht für die strategische Weiterentwicklung von ThyssenKrupp. Der Konzern setzt seine Engineeringkompetenz für nachhaltigen Fortschritt ein - auch im Hinblick auf die stetig wachsenden Mobilitätsanforderungen. Für die Automobilbranche lauten die technologischen Markttrends Leichtbau, Elektrifizierung, Energieeffizienz sowie Sicherheit und Komfort. InCar®plus bietet Lösungen, die diese Anforderungen maßgeschneidert erfüllen. Als diversifizierter Industriekonzern besitzt ThyssenKrupp Know-how in den Bereichen Werkstoffentwicklung, Engineering, Komponentenfertigung sowie Anlagen-, Werkzeug- und Prototypenbau. Die Integration dieser Disziplinen setzt einzigartige Synergien frei und sorgt für wirtschaftlich und fertigungstechnisch abgesicherte Innovationen.
Mit der neuesten konzernweiten Initiative von ThyssenKrupp, InTruck, wird das Ziel verfolgt, innovative Lösungen zur Gewichts-, Performance- und Kostenoptimierung auch für alle Bereiche der Nutzfahrzeugindustrie in Serie zu bringen. In gemeinsamen Projekten bieten wir den Kunden an, ihre konkreten Anwendungsideen umzusetzen und in Entwicklungen bei ThyssenKrupp einzubringen. Der Schwerpunkt des Angebotes liegt in den Bereichen Kabine und Rahmen, Aufbau und Trailer sowie Fahrwerk und Antrieb. Die Präsentation der Innovationen erfolgt jeweils vor Ort in den Entwicklungszentren der Kunden im Rahmen einer Roadshow mit einer Ausstellung und parallelen Vorträgen zu den Themen. Als Zwischenbilanz der noch laufenden Roadshow kann schon jetzt herausgestellt werden, dass die Branche diese Initiative erwartungsvoll begrüßt und das Angebot gemeinsamer Projekte annimmt.
Im automobilen Leichtbau wächst der Bedarf an Werkstoffen für die Warmumformung stetig. Die konsequente Weiterentwicklung von Mangan-Bor-Stählen für diese Fertigungstechnologie hat mit dem Erlangen der Serienreife des MBW-K®1900 einen weiteren Meilenstein bei ThyssenKrupp Steel Europe erreicht. Durch die gesteigerte Festigkeit von bis zu 2.000 MPa kann bei Strukturbauteilen bei gleicher Performance eine weitere Gewichtsersparnis von bis zu 15 % gegenüber heute eingesetzten Warmformstählen mit ca. 1.500 MPa Zugfestigkeit erreicht werden.
Das durch uns patentierte Tailored Tempering Verfahren für Warmumformprozesse wird inzwischen erfolgreich bei unseren Kunden in Serie angewendet. Durch die partielle Beheizung des Umformwerkzeugs lassen sich an die Belastung angepasste, gewichtsoptimierte Bauteile mit lokal gesteigerten Dehnungseigenschaften in einem Umformschritt herstellen. Bei dieser innovativen und wirtschaftlichen Technologie verzeichnen wir eine weiterhin steigende Nachfrage und eine Ausweitung auf neue Bauteilgruppen und Automobilhersteller.
Den Kunden, die Bauteile lieber über klassische Kaltumformung herstellen, kann jetzt eine neue hochfeste Stahlgüte der 1000-Festigkeitsklasse angeboten werden. Die neue Stahlgüte DP-K 700Y980T als „DP 1000 High Yield" ist ein weiterer Werkstoff in der DP 1000 Stahlfamilie. Er unterscheidet sich durch eine hohe Streckgrenze und besonders günstige Abkanteigenschaften von den „klassischen" DP 1000 Güten (DP-K 60/98).
Zur Hebung des Leichtbaupotenzials besteht seitens der Nutzfahrzeughersteller großes Interesse an höherfesten Güten. Im Rahmen der Weiterentwicklung von S700MC wurde ein neues Produkt, die Bandblechgüte PERFORM 700, entwickelt. Der neue Stahl erreicht seine hohen Festigkeits- und Verformungskennwerte bei gleichzeitig verbesserter Oberflächenqualität im Walzzustand ohne nachträgliche Wärmebehandlung.
Zur Erweiterung unserer Grobblech-Produktpalette wurde ein neuer Druckbehälterstahl X-COR mit hohem Widerstand gegen wasserstoffinduzierte Rissbildung (HIC) entwickelt. Der normalgeglühte Stahl ist bis zu Dicken von 50 mm sauergasbeständig bei gleichzeitig hohem Widerstand gegen Spannungsrisskorrosion.
Im Segment hochwertiger Architekturfassaden erlangen neben der Funktionalität auch Ästhetik und Anmutung eine immer entscheidendere Rolle. Beim Materialwettbewerb im Premiumfassadensektor setzt ThyssenKrupp Steel Europe mit der Entwicklung der Effektlackierung ReflectionsPearl® neue technische und optische Maßstäbe. Eine Kollektion mit 16 aufeinander abgestimmten Farbtönen, deren Anmutung je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel variiert, ermöglicht Kunden und Architekten kreative Gestaltungsfreiheit. Die Kombination des Premiumproduktes ZM EcoProtect® mit höchst verschleißfesten und witterungsbeständigen Beschichtungssystemen garantiert nachhaltiges, umwelt- und ressourcenschonendes Bauen. Begünstigt durch die hohe Steifigkeit des Werkstoffs Stahl lassen sich die Bauteilstärke verringern und die Spannweite der Einzelelemente erhöhen - das alles bei einer Recyclingfähigkeit von 100 %.
Bei der Koks-, Roheisen- und Stahlerzeugung in integrierten Hüttenwerken fallen die Kuppelprodukte Koksgas, Gichtgas und Konvertergas an. Diese Gase werden jeweils etwa hälftig zur thermischen Verwertung hütteninternen Verbrauchern als Brenngase zur Verfügung gestellt sowie in den Kraftwerken zur Stromerzeugung genutzt. Der integrale Energieverbund gewährleistet optimale Betriebszustände in ökonomischer und ökologischer Sicht. Er stellt damit einen Schwerpunkt unseres Nachhaltigkeitsmanagements dar. Das integrierte Hüttenwerk wird im Idealfall unter Nutzung der Kuppelgase energetisch autark betrieben - es muss kaum Strom importiert oder exportiert werden, und es besteht nur unwesentlicher Bedarf für zusätzlichen Erdgaszukauf.
In der Zukunft sind mit zunehmenden Anteilen erneuerbarer Energien gravierende Veränderungen auf den Strommärkten zu erwarten. In konzernweiter Zusammenarbeit werden bei ThyssenKrupp Projekte bearbeitet, um die bisher zur Stromerzeugung verwendeten Kuppelgase anderweitig für die Produktion chemischer Wertstoffe zu nutzen. Überlegungen zu einer möglichen alternativen Verwertung werden in enger Zusammenarbeit zwischen Anlagenbauern, Energieexperten und Metallurgen vorangetrieben. Übergreifendes strategisches Ziel ist es, ein integriertes Hüttenwerk in den nationalen Stromverbund als „Stromspeicher" einzubinden, die CO 2-Emissionen durch Abbinden des Kohlenstoffes aus den Kuppelgasen in chemischen Produkten zu reduzieren und gleichzeitig die Wertschöpfung zu steigern.
Kundenzufriedenheit als permanent wichtiges Ziel
ThyssenKrupp Steel Europe hat im Geschäftsjahr 2011/2012 erstmals eine systematische Kundenbefragung als Online-Befragung etabliert und damit ein einheitliches Messsystem für den Faktor Kundenzufriedenheit eingeführt, der von nun an regelmäßig alle zwei Jahre erhoben wird. Der Rücklauf der Befragung im Geschäftsjahr 2011/2012 umfasste 260 unserer Kunden, die zusammen für 88 % unseres Produktionsvolumens stehen. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass unsere Kunden unter anderem unsere Fachkompetenz, die Qualität unserer Produkte und unsere technische Kompetenz, auch im Vergleich zum Wettbewerb, als besonders positiv einschätzen. Die darüber hinaus identifizierten Potenziale und Defizite fließen in unseren kontinuierlichen Verbesserungsprozess ein und wurden im Geschäftsjahr 2012/2013 im Rahmen von 51 Einzelmaßnahmen adressiert, deren Ziel die kontinuierliche Erhöhung der Kundenzufriedenheit ist. Erste Hinweise auf die Wirksamkeit dieser Maßnahmen sind bereits ersichtlich. Eine systematische Evaluierung der Maßnahmenwirksamkeit findet im Rahmen der für das Geschäftsjahr 2013/2014 geplanten nächsten Kundenbefragungen statt.
Mitarbeiter
| Belegschaft | 30.09.2012 | 30.09.2013 |
|---|---|---|
| Arbeiter Angestellte | 11.214 | 11.820 |
| 6.371 | 6.680 | |
| Stammbelegschaft Auszubildende | 17.585 | 18.500 |
| Ausbildungsähnliche * | 1.137 | 1.157 |
| 260 | 176 | |
| Gesamtbelegschaft | 18.982 | 19.833 |
* Werkstudenten, Praktikanten, Doktoranden
Der deutliche Belegschaftsanstieg im abgelaufenen Geschäftsjahr begründet sich im Wesentlichen durch die Betriebsübergänge des Werkes Bochum NO von der ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH sowie der ThyssenKrupp Printmedia GmbH zur ThyssenKrupp Steel Europe AG. Weiterhin erfolgten tarifvertraglich zugesicherte Übernahmen von Ausgebildeten, auch aus der Personalentwicklungs- und Arbeitsmarktagentur (PEAG), sowie Übernahmen von Mitarbeitern von Inoxum und von Tailored Blanks.
Im Berichtsjahr wechselten insgesamt 124 Mitarbeiter in die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Weitere wesentliche Austrittsgründe waren neben dem Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze Wechsel in andere Konzernunternehmen sowie Kündigungen auf eigenen Wunsch.
Krankenstand und Arbeitssicherheit
Im Geschäftsjahr 2012/2013 erhöhte sich der Krankenstand auf 6,9 % nach 6,7 % im Vorjahr. Auch das Unfallgeschehen entwickelte sich ungünstig. Zwar ist der erreichte Wert mit 7,1 Unfällen je 1 Mio. geleisteter Stunden der zweitbeste seit Beginn der Berichterstattung nach 1-n Ausfalltagen (GJ 2007/2008), jedoch liegt er über dem Vorjahreswert von 6,9. Die ThyssenKrupp Steel Europe AG wird weiterhin die eingeleiteten Maßnahmen zur Senkung des Krankenstandes und Verbesserung der Unfallquote (neuer Masterplan mit 12 Punkten) konsequent verfolgen und intensivieren.
Die Sicherheitsbeauftragten der ThyssenKrupp Steel Europe AG unterstützen die Führungskräfte bei der Durchführung des Arbeitsschutzes in ihrem Zuständigkeitsbereich und sorgen im Rahmen ihrer Möglichkeiten für eine schnelle Beseitigung von Mängeln, die Mitarbeiter gefährden können. Bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG sind rd. 1.430 Sicherheitsbeauftragte ernannt und in ihren jeweiligen Betrieben eingesetzt. Mit gezielten Maßnahmen in den Bereichen Motivation, Erfahrungsaustausch, Wertschätzung und engere Einbeziehung soll dieses Potenzial besser ausgeschöpft und so die Sicherheitsperformance des Unternehmens weiter erhöht werden. Ein neu aufgelegtes Konzept setzt Mindeststandards für den Einsatz der Sicherheitsbeauftragten. Gleichzeitig rücken die Fachkräfte für Arbeitssicherheit am Standort Hamborn/Beeckerwerth, die bisher zentral in einem Bürogebäude platziert waren, räumlich enger an ihre betrieblichen Einsatzbereiche heran. Durch diese Dezentralisierung werden ihre Präsenz und Handlungsfähigkeit vor Ort sowie die Zusammenarbeit mit den betrieblichen Führungskräften und den Sicherheitsbeauftragten gestärkt.
Neu aufgelegt wurde in diesem Geschäftsjahr das Controlling der Unfälle von Fremdfirmenmitarbeitern, da das Unfallgeschehen der bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG eingesetzten Fremdfirmen deutlich schlechter ist als bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG selbst. Daher wurde mit Beginn des Berichtsjahres eine weitreichende monatliche Erfassung der Fremdfirmen-Unfälle implementiert, mit dem Ziel, durch eine systematische Zusammenarbeit mit den Fremdfirmen deren Arbeitssicherheit-Performance zu verbessern. Aktuell sind mehr als 100 Fremdfirmen meldepflichtig.
Ideenmanagement
Unser Wissen und unsere Fähigkeiten sind unser größtes Kapital. Unter diesem Motto zielt unser Ideenmanagement nicht nur auf Kosteneinsparung, sondern auch auf die Steigerung von Mitarbeitermotivation und Innovationskraft im Unternehmen; daher wird Verbesserungsvorschlägen eine große Bedeutung beigemessen. Über das Ideenmanagement fließen diese in die betrieblichen Prozesse ein. Die Quote der eingereichten Verbesserungsvorschläge je 1.000 Mitarbeiter belief sich auf 344. Insgesamt wurden 1,3 Mio. € an Prämien ausgeschüttet. Die höchste Einzelprämie betrug rund 23.066 €. Der Vorschlag betraf die veränderten Einsatzzeiten eines Rangiermeisters.
Talent Management
Mitarbeiter gewinnen, binden und entwickeln - das ist die Zielsetzung des Talent Managements bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG. Es umfasst die Rekrutierung, die systematische Förderung und die gezielte berufliche Entwicklung von Fach- und Führungskräften sowie die richtige Nachfolgeplanung und Stellenbesetzung. Grundlage jeder Weiterentwicklung ist die regelmäßige Auseinandersetzung mit den Stärken, Fähigkeiten und Potenzialen, um die Mitarbeiter passgenau zu qualifizieren und einzusetzen.
Die gesellschaftliche Verpflichtung der Erstausbildung sowie die damit verbundene Sicherung qualifizierten Nachwuchses stehen nach wie vor im Fokus der ThyssenKrupp Steel Europe AG. Ende September 2013 befanden sich 1.157 junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis, ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft beträgt 5,8 %. Erfolgreich beendet haben dieses Geschäftsjahr ihre Ausbildung 340 junge Menschen; 199 wurden in ein Arbeitsverhältnis direkt übernommen (davon 32 unbefristet). Bei der Personalentwicklungs- und Arbeitsmarktagentur PEAG erhielten 121 Ausgebildete einen befristeten Arbeitsvertrag. Zudem wurden entsprechend tarifvertraglicher Regelungen 204 Ausgebildete aus der PEAG von der ThyssenKrupp Steel Europe AG übernommen, davon 198 unbefristet.
Neu eingestellt wurden Anfang September insgesamt 328 Auszubildende. Jungen Menschen, die den Einstellungstest nicht bestanden haben, wird über das Programm „Chance" die Möglichkeit geboten, in halbjährigen Kursen Grundkenntnisse und Fertigkeiten aus verschiedenen technischen und gewerblichen Berufsfeldern zu erwerben. Ziel ist es, die Teilnehmer im Anschluss in ein Ausbildungsverhältnis zu übernehmen. Im Geschäftsjahr 2012/2013 konnten 54 junge Menschen von diesem Angebot profitieren. Im Geschäftsjahr 2013/2014 sind 67 Plätze für dieses Projekt vorgesehen.
Neben der betrieblichen Erstausbildung bietet die ThyssenKrupp Steel Europe AG vielfältige Einstiegsmöglichkeiten: So unterstützt beispielsweise das Young Potential Programm junge Nachwuchskräfte zwischen 18 und 30 Jahren beim berufsbegleitenden Studium. Das Programm bietet neben der finanziellen Unterstützung ein Begleitprogramm mit Seminaren, Workshops und Entwicklungsgesprächen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 28 Nachwuchskräfte in das Programm aufgenommen. Darüber hinaus gibt es das Traineeprogramm für Berufsanfänger und den Direkteinstieg für sogenannte Professionals, d.h. Berufserfahrene. Wichtig ist es, potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon früh für das Unternehmen zu begeistern. Um gezielt Ingenieure für die ThyssenKrupp Steel Europe AG zu gewinnen, knüpft das Unternehmen bereits während des Studiums Kontakt zu potenziellen Bewerbern. Es werden Werksbesichtigungen, Stipendien, Praktikumsmöglichkeiten und Hochschulprojekte angeboten.
Die Basisarbeit für naturwissenschaftliches Interesse wird schon viel früher geleistet: Die ThyssenKrupp Steel Europe AG kooperiert seit mehreren Jahren mit ausgewählten Schulen, um gemeinsam mit diesen Kooperationspartnern das Interesse an Naturwissenschaften und Technik zu fördern. Schülerinnen und Schüler sollen sich so für ein natur- oder ingenieurwissenschaftliches Studium begeistern. Derartige Kooperationsverträge bestehen mit 10 Schulen an den Produktionsstandorten Duisburg, Bochum, Dortmund und Kreuztal.
Demografiemanagement
Der demografische Wandel beeinflusst nicht nur das Arbeitskräftepotenzial. Auch die Altersentwicklung der Belegschaft stellt die ThyssenKrupp Steel Europe AG vor große Herausforderungen. Mit dem umfassenden Demografiemanagement Prolukunft bündelt das Unternehmen alle Maßnahmen und Angebote für Mitarbeiter.
Eine Maßnahme zum Erhalt der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter ist beispielsweise die Gesundheitsschicht. Dabei widmen sich 12 - 15 Mitarbeiter eine Schicht lang ihrer Gesundheit statt ihrer Arbeit an der Anlage oder im Büro. Betriebsärzte, Beauftragte für das betriebliche Gesundheitsmanagement und externe Referenten informieren die Teilnehmer zu Themen wie z. B. Ernährung, ganzheitlichem Gedächtnistraining oder klassischen Naturheilverfahren. Die Mitarbeiter haben über Wahlmodule die Möglichkeit, einen Großteil der Inhalte der Gesundheitsschicht mitzubestimmen. In den Pausen lädt ein Bewegungsraum zur aktiven Gestaltung ein. Seit Beginn im Juni 2010 haben 4.839 Mitarbeiter an der Gesundheitsschicht teilgenommen.
Um als Arbeitgeber attraktiv zu sein und Mitarbeiter zu unterstützen, Familie und Beruf in Einklang zu bringen, gibt es zahlreiche Angebote für junge Familien oder Mitarbeiter, die Familienangehörige pflegen müssen. Seit Mai 2013 rundet die Kita Stahlsternchen e.V., als erste Betriebskindertagesstätte des Trägers Zaubersterne e.V., dieses Angebotsspektrum ab. Derweil ist ein möglicher Anbau um bis zu 40 weitere Plätze geplant; dieser ist architektonisch bereits berücksichtigt.
Umwelt
Um die Umweltauswirkungen unseres Handelns so gering wie möglich zu halten, setzen wir an unseren Standorten weltweit modernste Umweltschutztechnologien nach dem bestverfügbaren Stand ein. Wir investieren kontinuierlich in Anlagen wie Staubfilter, Abwasseraufbereitung oder Ölabscheider und optimieren Fahrzeugflotten bei Service-Aktivitäten.
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG hat im Berichtsjahr für Umweltschutzmaßnahmen 361 Mio. € aufgewendet, nach 376 Mio. € im Vorjahr. In Anlagen, die dem Umweltschutz dienen, wurden weitere 13 Mio. € investiert. Von den Betriebskosten in Höhe von 361 Mio. € entfielen 43 % auf den Gewässerschutz, 41 % auf Maßnahmen zur Luftreinhaltung und 14 auf die Beseitigung von Abfallstoffen.
Steers Low Carbon Road Map 2050
Die Europäische Kommission fordert von der Industrie eine Verringerung der gesamten Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 % bis zum Jahr 2050 im Vergleich zu 1990. Alle Industriezweige waren aufgerufen, eine eigene Road Map aufzustellen, die die Wege zum Erreichen dieses Zieles aufzeigt.
Da die Datenbasis für die Erstellung einer solchen Road Map für die Stahlindustrie (bezogen auf die EU 27-Staaten) nicht in einer geeigneten Form vorlag, wurde vom europäischen Stahlverband EUROFER eine Studie „Steel's Contribution to a Low Carbon Europe 2050" in Auftrag gegeben. Diese wurde durch ein Konsortium bestehend aus der Boston Consulting Group (BCG) und dem deutschen Stahlinstitut VDEh und mit Unterstützung von Unternehmensvertretern aus der gesamten europäischen Stahlindustrie im Zeitraum von November 2012 bis Februar 2013 erstellt.
Zur Aufgabenstellung der Studie gehörte die Ermittlung der spezifischen und gesamten CO 2–Emissionen der europäischen Stahlindustrie für die Jahre 1990 (Basisjahr) und 2010 (Vergleichsjahr) sowie die Bewertung bestehender CO 2-Reduktionspotenziale. Als Ergebnis sollten die CO 2-Minderungspotenziale bis zum Jahr 2050 für die Staaten der EU 27 unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit aufgezeigt werden.
Im Ergebnis kommt die Studie zu dem Schluss, dass eine Verminderung der gesamten CO 2-Emissionen um 80 % bis 2050 in der Stahlerzeugung nicht realisierbar ist. Maximale Minderungen um 10 bis 38 % ohne CCUS (Carbon Capture Usage/Storage) und um 50 bis 53 % inklusive CCUS sind bei der für 2050 veranschlagten Produktionsmenge von 236 Mio. t „denkbar", bedürften aber außerordentlich hoher technischer und unrealistisch hoher finanzieller Anstrengungen.
Die Studie bestätigt, dass die Hochofen-Konverter-Route das wirtschaftlichste eisenerzbasierte Verfahren ist. Im Rahmen der Studie wird verdeutlicht, dass der Werkstoff Stahl zwar während der Erzeugung zu CO 2-Emissionen führt, diese aber durch die CO 2-Minderungen während der Nutzungsphase im Verhältnis von 1:6 überkompensiert werden.
Auf der Grundlage dieser Studie sowie einer Studie des Joint Research Center (JRC) erstellte EUROFER die Road Map für die europäische Stahlindustrie. Die Road Map mit dem Titel „A Steel Road Map for a Low Carbon Europe 2050" enthält abschließend die folgenden übergeordneten Forderungen an die Politik:
| • | Zukünftige politische Maßnahmen sind so zu gestalten, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Stahlindustrie erhalten bleibt. |
| • | Es ist eine ausreichende Förderung der Entwicklung neuer Technologien zur Emissionsminderung in der Stahlindustrie sicherzustellen. |
| • | Die zukünftige Politik ist so auszurichten, dass die positive Rolle des Werkstoffes Stahl hinsichtlich seiner Emissionsminderung angemessen gewürdigt wird. |
| • | Zukünftige politische Maßnahmen müssen kohärent sein und der Stahlindustrie eine verlässliche Planungsbasis garantieren. Die Studie wurde im September 2013 der Europäischen Kommission vorgestellt. |
Notwendige Erweiterung der Deponie Wehofen
Auf der Werksdeponie Wehofen-Nord in Dinslaken werden die Abfälle der ThyssenKrupp Steel Europe AG endgelagert. Da die gegenwärtige Deponiekapazität nur noch eine voraussichtliche Laufzeit bis 2015/2016 hat, wurde im Juni 2012 von der ThyssenKrupp Steel Europe AG ein Planfeststellungsantrag zur Erweiterung der Deponie um einen dritten Bauabschnitt eingereicht. Es hat sich eine Bürgerinitiative gegen die Deponieerweiterung gebildet, die mit mehr als 1.000 Einwendungen versucht, das Projekt zu verhindern. Der wesentlichste Einwand wurde jedoch seitens des Regionalverbandes Ruhr (RVR) erhoben, der einen Widerspruch des Projekts zu dem gültigen Regionalplan sieht (aufgestellt 1999 als GEP99 durch die Bezirksregierung Düsseldorf): in diesem ist eine zu sichernde Bahntrasse eingezeichnet. Die Strecke ist mittlerweile stillgelegt, in Teilen aus der Bergaufsicht entlassen und zurückgebaut (Radweg). Dazu enthält der Regionalplan die Vorgabe: „Trassen stillgelegter Strecken sind so zu sichern, dass sie bei Bedarf wieder reaktiviert werden können." Laut RVR steht daher das Ziel der Trassensicherung den Planungen für den 3. Bauabschnitt der Deponie Wehofen-Nord entgegen, die eine Überschüttung der Trasse vorsehen. Für die Fortführung des Verfahrens sei eine Änderung des Regionalplans (Herausnahme der Trasse) durch den Regionalrat (Verbandsversammlung des RVR) notwendig.
Durch Verhandlungen mit dem RVR konnte zwischenzeitlich erreicht werden, dass die Bedenken des RVR gegen das Planfeststellungsverfahren ausgeräumt werden können, wenn ThyssenKrupp Steel Europe sich vertraglich verpflichtet, im Falle der Reaktivierung der Bahntrasse die Kosten für eine Tunnellösung durch die Deponie zu übernehmen. Dies ist nach Vorstandsbeschluss der ThyssenKrupp Steel Europe AG erfolgt. Wir gehen daher von einer positiven Entscheidung der Bezirksregierung Düsseldorf aus und rechnen damit, dass der Erhalt des Planfeststellungsbescheides und damit der Baubeginn des 3. Bauabschnitts noch termingerecht Anfang 2015 möglich ist.
Konsequentes Energiemanagement
Im Jahr 2012 erhielt die ThyssenKrupp Steel Europe AG als erstes europäisches Stahlunternehmen das Zertifikat für ein international anerkanntes Energiemanagementsystem (EnMS) nach ISO 50001. Mit dem ausgezeichneten EnMS wird die vom Vorstand seit Jahren unter anderem durch eine Vielzahl von Energieeffizienzprojekten in den Produktionsbetrieben vorangetriebene Verbesserung der Energiebilanz bestätigt. Die Rezertifizierung des EnMS im Frühjahr 2013 verlief ebenfalls äußerst erfolgreich. Aufgrund von konsequent fortgeführten Effizienzprojekten und Energieeinsparmaßnahmen konnte im Geschäftsjahr 2012/2013 ein zusätzliches, nachhaltiges Einsparpotenzial von rund 40 Mio. € für das Unternehmen identifiziert werden, die in das Programm „Best-in-Class Reloaded" einfließen.
Der ressourcen- und umweltschonende Umgang spiegelt sich auch in den Kennzahlen des Energiemanagement Reviews wider. Obwohl die Produktionsanlagen im Berichtsjahr schlecht ausgelastet waren, konnte die energiebezogene Leistung im Vergleich zum Vorjahr noch einmal vermindert werden.
Neben der positiven Entwicklung bei den Energieverbräuchen gibt es aber auch Kritikpunkte im energiepolitischen Umfeld. Der nahezu ungebremste Anstieg der EEG-Umlage und eine Ablehnung der noch nicht beschiedenen EEG-Härtefallanträge der selbstständigen Unternehmensteile für 2013 können unsere Stromkosten erheblich verteuern. Dazu gehört insbesondere auch die Erwägung der EU-Kommission, ein Beihilfeverfahren zur besonderen Ausgleichsregelung zu eröffnen.
Beteiligungen
Im Zuge der Portfoliooptimierung im Rahmen von „Best-in-Class Reloaded" hat sich Steel Europe im abgelaufenen Geschäftsjahr von den Tailored Blanks-Aktivitäten getrennt. In diesem Zusammenhang stand die Veräußerung der ThyssenKrupp Tailored Blanks GmbH (als Beteiligung der ThyssenKrupp Steel Europe AG) an die chinesische Wuhan Iron and Steel Corporation (WISCO) im Juli 2013. Der Verkauf schloss auch die ThyssenKrupp Lasertechnik GmbH ein. Die ThyssenKrupp Tailored Blanks-Unternehmensgruppe mit rund 930 Mitarbeitern in 16 Werken im In- und Ausland erreichte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 740 Mio. €.
Die wesentlichen verbleibenden Beteiligungsgesellschaften verzeichneten unterschiedliche Entwicklungstendenzen:
Bei der ThyssenKrupp Rasselstein GmbH konnten im Berichtsjahr trotz einer witterungsbedingt schwierigen Verfassung des Weißblechmarkts die Erzeugung und auch der Absatz moderat gesteigert werden. Vor allem die Lieferungen in Drittlandsmärkte nahmen zu, im Kernmarkt Europa waren die Mengen stabil. Der Umsatz der Gruppe war im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr infolge gesunkener Nettoerlöse leicht rückläufig.
Die Hoesch Hohenlimburg GmbH hat im Berichtsjahr die größte Modernisierung der Firmengeschichte erfolgreich abgeschlossen. Im Januar 2013 wurde die nun mit einer erstklassigen Technologieausstattung und ausgebautem Logistikumfeld versehene Mittelbandstraße, deren Spezialprodukte zu 80 % an Automobilzulieferer gehen, in Betrieb genommen. Mit einer gesteigerten Produktqualität und Lieferperformance kann das Unternehmen den gewachsenen Kundenanforderungen nun noch besser gerecht werden. Der Umsatz lag vor allem aufgrund niedrigerer Erlöse unter dem Vorjahreswert.
Nach der Reintegration des Produktbereichs nichtkornorientiertes Elektroband in die ThyssenKrupp Steel Europe AG zum 1. Mai 2013 konzentriert sich die ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH ausschließlich auf kornorientiertes Elektroband. Dieser verbleibende Produktbereich mit 3 Werken in Gelsenkirchen, Isbergues (Frankreich) und Nashik (Indien) - letzteres produziert im Wesentlichen nichtkornorientiertes Elektroband - soll im Rahmen einer Best-Owner-Lösung verkauft werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden in einem weiterhin extrem schwierigen Marktumfeld signifikante Rückgänge beim Umsatz und Versand verzeichnet.
Voraussichtliche Entwicklung
Aufgrund wieder besserer Perspektiven vor allem im Euroraum und in Nordamerika dürfte das globale BIP 2014 um 3,6 % ansteigen. Im Euroraum wird bei wieder steigendem Konsum und höheren Investitionen ein Zuwachs von 0,6 % erwartet, das deutsche BIP-Wachstum dürfte 1,5 % erreichen. In den USA werden weiter zunehmende Konsum- und Investitionsausgaben auch 2014 die stärksten BIP-Beiträge zum erwarteten BIP-Wachstum von 2,7 % leisten. Eine leicht beschleunigte Erholung erwarten wir mit insgesamt 5,3 % auch in den Schwellenländern.
Der Automobilmarkt nimmt 2014 aller Voraussicht nach an Fahrt auf. Weltweit dürfte die Produktion von Personen- und leichten Nutzfahrzeugen um 4,4 % auf 84,9 Mio. Einheiten zulegen. Zuwächse sind auch wieder in Westeuropa zu erwarten; bei verbesserter Nachfrage sollte die Automobilproduktion um knapp 5 % auf 14,2 Mio. Einheiten steigen. Für die deutschen Automobilbauer wird ein leichtes Plus von knapp 1 % auf 5,6 Mio. Fahrzeuge prognostiziert. In den USA dürfte die Produktion um ebenfalls 1 % auf 11,1 Mio. Fahrzeuge zunehmen. Stärkere Zuwächse werden erneut in China erwartet; hier könnte die Produktion um mehr als 5 % auf 20,5 Mio. Fahrzeuge steigen. Nach der Rückführung staatlicher Fördermaßnahmen wächst die brasilianische Automobilproduktion nur noch um 2 % auf 3,5 Mio. Einheiten.
Der europäische Maschinenbau dürfte 2014 auf den Wachstumspfad zurückkehren. Für die deutsche Branche erwarten wir ein Produktionsplus von 3 %.
Auch die Baukonjunktur wird sich im Zuge der verbesserten gesamtwirtschaftlichen Lage erholen, in Osteuropa mit 3 % etwas schneller als in Westeuropa, wo eine Produktionszunahme von 1 % erwartet wird. Die deutsche Bauproduktion dürfte um 1,5 wachsen.
Vor dem Hintergrund der erwarteten moderaten Belebung der Weltwirtschaft bleibt der globale Stahlmarkt auf Wachstum ausgerichtet. Die weltweite Walzstahlmarktversorgung wird 2014 voraussichtlich um gut 3 % auf 1,52 Mrd. t steigen, nach 2 % im Vorjahr. In der EU haben sich die konjunkturellen Perspektiven trotz weiter bestehender Risiken und eines unverändert schwierigen Marktumfeldes leicht aufgehellt. Von einem niedrigen Niveau kommend dürfte die Stahlnachfrage im kommenden Jahr um annähernd 3 % zunehmen. Auch die deutsche Stahlnachfrage dürfte ein Wachstum mindestens in dieser Größenordnung verzeichnen und bei etwa 39 Mio. t auskommen. In den USA wird die Stahlmarktversorgung um 3 % zunehmen. Das Nachfragewachstum in vielen Schwellenländern könnte sich gegenüber 2013 wieder leicht beschleunigen. Für China wird dagegen derzeit von einer Abschwächung auf 3 % ausgegangen - nach 6 % im Vorjahr.
Auf dieser Grundlage rechnet die ThyssenKrupp Steel Europe AG im Geschäftsjahr 2013/2014 mit einer leicht verbesserten Umsatzentwicklung. Im Zuge der erwarteten konjunkturellen Erholung dürften die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr im niedrigen einstelligen Prozentbereich leicht wachsen. Trotz anhaltend hoher Wettbewerbsintensität und Volatilität der Märkte erwarten wir vorwiegend aufgrund von Effizienzgewinnen durch das Projekt „Best-in-Class Reloaded" ein wieder positives Ergebnis. Sollte sich die moderate Belebung der Weltwirtschaft fortsetzen, der wirtschaftliche Abschwung im Euro-Raum überwunden sein sowie die Wachstumsdynamik außerhalb Europas stabilisieren, gehen wir für 2014/2015 von einem weiter steigenden Umsatz aus. Höherer Umsatz und strukturelle Verbesserungen sollten sich auch entsprechend positiv auf das Ergebnis auswirken.
Duisburg, am 4. Dezember 2013
ThyssenKrupp Steel Europe AG
Vorstand
Goss
Eichelkraut
Fischer
Schlenz
Bilanz zum 30. September 2013
Mio. €
Aktiva
| Anhang-Nr. | 30.09.2012 | 30.09.2013 | |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | |||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | (3) | 16,1 | 16,1 |
| Sachanlagen | (3) | 1.282,8 | 1.252,3 |
| Finanzanlagen | (4) | 538,4 | 526,1 |
| 1.837,3 | 1.794,5 | ||
| Umlaufvermögen | |||
| Vorräte | (5) | 1.205,6 | 1.156,5 |
| Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände | (6) | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 376,1 | 411,0 | |
| Übrige Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände | 821,8 | 1.052,1 | |
| 1.197,9 | 1.463,1 | ||
| Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 2,4 | 0,2 | |
| 2.405,9 | 2.619,8 | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten | (7) | 8,1 | 7,7 |
| Summe der Aktiva | 4.251,3 | 4.422,0 | |
| Passiva | |||
| Anhang-Nr. | 30.09.2012 | 30.09.2013 | |
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital | (8) | 438,8 | 438,8 |
| Kapitalrücklage | (8) | 808,5 | 808,5 |
| Gewinnrücklagen | (9) | 171,4 | 97,8 |
| Bilanzgewinn | 44,8 | 44,8 | |
| 1.463,5 | 1.389,9 | ||
| Rückstellungen | (10) | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.034,1 | 1.109,3 | |
| Übrige Rückstellungen | 330,1 | 483,9 | |
| 1.364,2 | 1.593,2 | ||
| Verbindlichkeiten | (11) | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0,0 | 0,0 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 707,7 | 741,0 | |
| Übrige Verbindlichkeiten | 715,9 | 697,9 | |
| 1.423,6 | 1.438,9 | ||
| Summe der Passiva | 4.251,3 | 4.422,0 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2012 bis zum 30. September 2013
| Anhang-Nr. | 2011/2012 | 2012/2013 | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (17) | 8.988,0 | 8.106,9 |
| Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 4,7 | -33,0 | |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 9,8 | 10,7 | |
| Gesamtleistung | 8.964,8 | 8.122,3 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | (18) | 309,1 | 334,1 |
| Materialaufwand | (19) | 7.020,6 | 6.315,3 |
| Personalaufwand | (20) | 1.180,8 | 1.324,1 |
| Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | (3) | 288,4 | 298,2 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (22) | 612,9 | 591,7 |
| Beteiligungsergebnis | (23) | 151,2 | 119,1 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | (4) | 14,5 | 5,6 |
| Zinsergebnis | (24) | -57,8 | -59,1 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 250,1 | -18,5 | |
| Außerordentliche Erträge | 0,0 | 117,2 | |
| Außerordentliche Aufwendungen | 0,0 | 19,3 | |
| Außerordentliches Ergebnis | (25) | 0,0 | 97,9 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (26) | -67,2 | 5,7 |
| Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführter Gewinn | -182,9 | -158,7 | |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 0,0 | -73,6 | |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 44,8 | 44,8 | |
| Entnahmen aus Gewinnrücklagen | (9) | 0,0 | 73,6 |
| Bilanzgewinn | 44,8 | 44,8 |
Anhang
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg, ist über die Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf, ein Tochterunternehmen der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen. Zwischen der ThyssenKrupp Steel Europe AG und der Thyssen Stahl GmbH besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.
Die Aufstellung eines Konzernabschlusses der ThyssenKrupp Steel Europe AG unterbleibt aufgrund der Einbeziehung in den Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG nach IFRS, der im Bundesanzeiger veröffentlicht wird. Der Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG wird für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen aufgestellt.
Gemäß Asset Deal vom 18. April 2013 wurde der Geschäftsbereich nicht-kornorientiertes Elektroband von der ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen, auf die ThyssenKrupp Steel Europe AG mit wirtschaftlicher Wirkung zum 30. April 2013 verkauft und übertragen. Des Weiteren wurden die AGOZAL Oberflächenveredelung GmbH, Neuwied, und die ThyssenKrupp Printmedia GmbH, Duisburg, auf die ThyssenKrupp Steel Europe AG mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01. Oktober 2012 verschmolzen.
(1) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.
Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, planmäßig abgeschrieben. Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden generell aktiviert und planmäßig über 5 Jahre abgeschrieben. Soweit notwendig erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten für selbsterstellte Anlagen enthalten neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Darüber hinaus werden in der Bewertung auch angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungs- und Sozialkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Abnutzbare Gegenstände werden planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen.
Für planmäßige Abschreibungen werden überwiegend folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt: Gebäude 5 - 33 Jahre, Grundstückseinrichtungen 5 - 20 Jahre, Betriebs vorrichtungen 10 - 33 Jahre, technische Anlagen und Maschinen 4 - 15 Jahre, andere Anlagen 3 - 25 Jahre sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 10 Jahre. Die Nutzungsdauer für die Neuzustellung von Hochöfen wurde im Berichtsjahr von 7 auf 10 Jahre verlängert.
Die planmäßigen Abschreibungen des abnutzbaren beweglichen Sachanlagevermögens werden nach der linearen Methode vorgenommen. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Im Falle von Nachaktivierungen wird mit einem einheitlichen Abschreibungssatz unter Zugrundelegung einer einheitlichen Nutzungsdauer ab dem 1. Oktober des jeweiligen Geschäftsjahres abgeschrieben.
Geringwertige Anlagegüter, das sind Gegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis einschließlich 150 €, werden im Jahr des Zugangs ergebniswirksam erfasst. Für Anlagenzugänge eines Geschäftsjahres, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Anlagegut mehr als 150 €, aber nicht mehr als 1.000 € betragen, wird ein Sammelposten gebildet. Der jeweilige Sammelposten wird im Jahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel ergebniswirksam aufgelöst.
Für bestimmte Werksgeräte und Reserveteile bestehen Festwerte in Höhe von 40 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Reserveteile mit Einzelwerten bis einschließlich 205 € werden in den Vorräten ausgewiesen.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen werden grundsätzlich mit den Anschaffungskosten bilanziert. Niedrigere beizulegende Werte werden angesetzt, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen vorliegen.
Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst; die übrigen Ausleihungen werden zum Nennwert bilanziert.
Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet.
In den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit den Anschaffungskosten oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten bewertet. Unfertige und fertige Erzeugnisse werden mit Herstellungskosten bewertet, die neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen enthalten. Darüber hinaus werden in die Bewertung der Vorräte auch angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungs- und Sozialkosten einbezogen. Ist der voraussichtliche Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten niedriger, wird dieser Wert angesetzt. Handelswaren sind mit den Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Bei der Ermittlung des Wertansatzes gleichartiger Vorräte wird unterstellt, dass die zuletzt angeschafften oder hergestellten Vermögensgegenstände zuerst verbraucht oder veräußert werden (Lifo-Verfahren). Vertriebsrisiken und Risiken aus eingeschränkter Verwertbarkeit sind angemessen berücksichtigt.
Unentgeltlich erworbene Emissionsrechte werden zum Wert von 0 €, entgeltlich erworbene Emissionsrechte werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert bilanziert. Der Ausweis erfolgt in den Vorräten, da der Einsatz im Rahmen des Produktionsprozesses kurzfristig erfolgt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenständen sind die erkennbaren Risiken durch entsprechende Bewertungsabschläge berücksichtigt; dem allgemeinen Ausfallrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen werden auf den Barwert abgezinst.
Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.
Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken sowie alle ungewissen Verpflichtungen und werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen 7 Geschäftsjahre abgezinst.
Die Pensionsverpflichtungen sind nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Die Bewertung erfolgt auf Basis der an konzernspezifische Verhältnisse angepassten „Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck und unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Gehaltssteigerungsrate von 2,5 0/0, sowie einer Rentendynamik von 1,5 % (für Versorgungsberechtigte der betrieblichen Leistungsordnung) bzw. 2,0 % (für Versorgungsberechtigte nach der Leistungsordnung des Essener Verbands).
Die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen sowie der Jubiläumsrückstellungen erfolgt pauschal mit dem veröffentlichten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt; dabei wird der von der Deutschen Bundesbank am 31. Juli 2013 bekannt gegebene Zinssatz in Höhe von 4,93 % (i. Vj. 5,09 %) verwendet. Es wird eine Gehaltsdynamik von 2,5 % angenommen.
Für weitere Risiken oder Verpflichtungen im Personalbereich, wie beispielsweise Restrukturierungsverpflichtungen, Altersteilzeitverpflichtungen und Urlaubsansprüche werden Rückstellungen nach handelsrechtlichen Grundsätzen gebildet. Die Altersteilzeit- und Restrukturierungsrückstellungen werden unter Berücksichtigung einer Gehaltssteigerungsrate von 2,5 % sowie einem Abzinsungssatz von 3,71 % ermittelt.
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei Rentenverpflichtungen erfolgt der Ansatz mit dem Rentenbarwert.
Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen werden nach dem Stand der jeweiligen Hauptschuld bewertet.
Es werden grundsätzlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt, um Risiken aus Fremdwährungs- und Rohstoffpreisrisiken entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen (Grundgeschäfte) werden bei Vorliegen der handelsrechtlichen Voraussetzungen zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken mit diesen derivativen Finanzinstrumenten (Sicherungsgeschäfte) im Rahmen von Mikro-Hedges zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Soweit die Voraussetzungen für Bewertungseinheiten mit den jeweiligen Grundgeschäften nicht erfüllt sind, erfolgt die Bilanzierung nach allgemeinen Bewertungsgrundsätzen.
In dem Umfang, in dem die durch die jeweilige Bewertungseinheit gebildete Sicherungsbeziehung effektiv ist, werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft im Rahmen der sog. Einfrierungsmethode nicht erfasst. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird auf Basis der Critical Term Match-Methode und der Dollar Offset-Methode beurteilt. In dem Umfang, in dem eine Sicherung ineffektiv ist, werden insgesamt verbleibende Verluste sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; ein insgesamt verbleibender Gewinn bleibt dagegen unberücksichtigt.
(2) Währungsumrechnung
Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Laufzeit über 1 Jahr werden zum Anschaffungskurs oder zum jeweiligen ungünstigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr oder weniger werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Die aus Fremdwährungsgeschäften resultierenden Erträge und Aufwendungen werden zum Tageskurs im Zeitpunkt ihrer Entstehung umgerechnet. Soweit Fremdwährungspositionen kursgesichert sind, erfolgt die Bewertung zum entsprechenden Sicherungskurs.
(3) Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Die Entwicklung der Immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen ist im Einzelnen im nachfolgend wiedergegebenen Anlagespiegel dargestellt.
Die Anlagenzugänge sind im Lagebericht in den Ausführungen zu den Investitionen erläutert.
| Bruttowerte | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Entwicklung des Anlagevermögens Mio. € | 1.10.2012 | Zugänge | Umbuchungen | Abgänge | Sonstige Veränderungen | 30.09.2013 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 91,3 | 3,0 | 0,0 | 0,4 | 0,2 | 94,1 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 20,8 | 0,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 21,1 |
| 112,1 | 3,3 | 0,0 | 0,4 | 0,2 | 115,2 | |
| Sachanlagen | ||||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 1.333,0 | 11,7 | 6,7 | 2,1 | 0,6 | 1.349,9 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 7.204,0 | 178,8 | 56,4 | 66,7 | 14,0 | 7.386,5 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 497,6 | 14,5 | 2,5 | 20,6 | 2,5 | 496,5 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 157,8 | 46,9 | -65,6 | 0,0 | 0,0 | 139,1 |
| 9.192,4 | 251,9 | 0,0 | 89,4 | 17,1 | 9.372,0 | |
| Finanzanlagen | ||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 338,9 | 0,0 | 0,0 | 54,8 | -17,8 | 266,3 |
| Beteiligungen | 214,0 | 36,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 260,5 |
| Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0,0 | 15,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 15,0 |
| 552,9 | 51,5 | 0,0 | 54,8 | -17,8 | 531,8 | |
| Insgesamt | 9.857,4 | 306,7 | 0,0 | 144,6 | -0,5 | 10.019,0 |
| Abschreibungen | ||
|---|---|---|
| Entwicklung des Anlagevermögens Mio. € | Abschreibungen 2012/2013 | Aufgelaufene Abschreibungen am 30.09.2013 |
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 32 | 78,3 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 0,0 | 20,6 |
| 3,2 | 99,1 | |
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 32,3 | 987,8 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 243,8 | 6.699,6 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 18,9 | 432,3 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0,0 | 11,0 |
| 295,0 | 8.119,7 | |
| Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 5,6 | 5,7 |
| Beteiligungen | 0,0 | 0,0 |
| Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0,0 | 0,0 |
| 5,6 | . 6,7 | |
| Insgesamt | 303,8 | 13224,5 |
| Nettowerte | ||
|---|---|---|
| Entwicklung des Anlagevermögens Mio. € | 30.09.2012 | 30.09.2013 |
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 16,1 | 15,8 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 0,0 | 0,3 |
| 16,1 | 16,1 | |
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 375,7 | 362,1 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 683,4 | 686,9 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 65,9 | 84,2 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 157,8 | 139,1 |
| 1.282,8 | 1.252,3 | |
| Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 324,4 | 260,6 |
| Beteiligungen | 214,0 | 250,5 |
| Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0,0 | 15,0 |
| 538,4 | 526,1 | |
| Insgesamt | 1.837,3 | 1.794,5 |
(4) Finanzanlagen
Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im vorstehend wiedergegebenen Anlagespiegel auf der Seite 14 dargestellt. Die wesentlichen Beteiligungen der ThyssenKrupp Steel Europe AG sind auf Seite 37 aufgeführt.
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG verkaufte ihre Geschäftsanteile an der ThyssenKrupp Tailored Blanks GmbH, Duisburg, und der ThyssenKrupp Lasertechnik GmbH, Ravensburg, an die Wuhan Iron and Steel (Group) Corp., Wuhan, China. Die Anteile an verbundenen Unternehmen verringerten sich um 54,8 Mio. €.
Die AGOZAL Oberflächenveredelung GmbH, Neuwied, und die ThyssenKrupp Printmedia GmbH, Duisburg, übertrugen ihr Vermögen zu Buchwerten auf die ThyssenKrupp Steel Europe AG (Verschmelzung durch Aufnahme). In den Sonstigen Veränderungen von verbundenen Unternehmen sind diese Vorgänge mit -17,5 Mio. € und -0,3 Mio. € enthalten.
Auf den Beteiligungsbuchwert der ThyssenKrupp Galmed S.A., Sagunto, Spanien, wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 5,6 Mio. € vorgenommen.
Die Beteiligungen erhöhten sich infolge einer Einzahlung in die Kapitalrücklage der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg, um 36,5 Mio. €.
Die Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen ein Gesellschafterdarlehen an die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg.
(5) Vorräte
| Mio. € | 30.09.2012 | 30.09.2013 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 432,0 | 378,3 |
| Unfertige Erzeugnisse, Unfertige Leistungen | 89,6 | 100,0 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 684,0 | 678,2 |
| Insgesamt | 1.205,6 | 1.156,5 |
Der Buchwert der nach der Lifo-Methode bewerteten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Handelswaren sowie Erzeugnisse liegt um 326,3 Mio. € unter ihrem Marktwert am Bilanzstichtag. Davon entfallen 256,8 Mio. € auf fertige Erzeugnisse, 41,2 Mio. € auf Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und Handelswaren und 28,3 Mio. € auf unfertige Erzeugnisse.
(6) Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände
| Mio. € | 30.09.2012 | 30.09.2013 | davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr |
|---|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 376,1 | 411,0 | 0,0 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 571,6 | 778,6 | 0,0 |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 14,7 | 86,5 | 0,0 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 235,5 | 187,0 | 2,6 |
| Übrige Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände | 821,8 | 1.052,1 | 2,6 |
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Ergebnisabrechnungen, konzerninterne Finanzierungsvorgänge, geleistete Anzahlungen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten vor allem Glattstellungszahlungen für Warentermingeschäfte (Variation Margin) in Höhe von 59,2 (i.Vj. 36,2) Mio. €, Kostenabgrenzungen mit Forderungscharakter in Höhe von 37,0 (i. Vj. 99,9) Mio. €, geleistete Anzahlungen in Höhe von 29,2 (i. Vj. 40,2) Mio. €, einbehaltene Reserven für Forderungsverkäufe in Höhe von 22,2 (i. Vj. 19,3) Mio. € sowie sonstige Ansprüche an die öffentliche Hand in Höhe von 6,1 (i. Vj. 7,5) Mio. €.
(7) Rechnungsabgrenzungsposten
Die Rechnungsabgrenzungsposten enthalten unter anderem vorschüssig geleistete Pensionszahlungen von 3,0 Mio. €.
(8) Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage
Das zum Nennwert angesetzte gezeichnete Kapital der ThyssenKrupp Steel Europe AG beträgt wie im Vorjahr 438,8 Mio. €. Es ist eingeteilt in 171.395.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Sie werden zu 99,5332 % von der Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf, und zu 0,4668 % von der Deutsche Bank AG, Frankfurt, gehalten.
Die Kapitalrücklage besteht aus Agiobeträgen, die aus Gründungs- und Einbringungsvorgängen sowie Kapitalerhöhungen stammen. Ferner sind Einzahlungen in die Kapitalrücklage in Höhe von 503,0 Mio. € enthalten.
(9) Gewinnrücklagen
Bei den Gewinnrücklagen handelt es sich um Andere Gewinnrücklagen.
Aus den Anderen Gewinnrücklagen wurde ein Betrag in Höhe von 73,6 Mio. € entnommen und am 30. September 2013 an die Thyssen Stahl GmbH aufgrund des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages abgeführt.
(10) Rückstellungen
| Mio. € | 30.09.2012 | 30.09.2013 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.034,1 | 1.109,3 |
| Steuerrückstellungen | 6,4 | 4,5 |
| Sonstige Rückstellungen | 323,7 | 479,4 |
| Übrige Rückstellungen | 330,1 | 483,9 |
Den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 118,9 (i. Vj. 110,0) Mio. € für Pensionen, Altersteilzeitverpflichtungen sowie für Verpflichtungen gegenüber dem Pensionssicherungs-Verein ergebniswirksam zugeführt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten insbesondere Pensionsverpflichtungen (1.026,1 Mio. €) und Altersteilzeitverpflichtungen (77,5 Mio. €).
Sonstige Rückstellungen bestehen im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, Verpflichtungen aus dem Personalbereich, insbesondere für laufende Personalstrukturmaßnahmen, Jubiläumszuwendungen und Urlaubsansprüche, Absatzrisiken, Entfernungs-/Rekultivierungsverpflichtungen, Beschaffungsrisiken sowie Prozessrisiken.
Die Position enthält ferner Rückstellungen für im Geschäftsjahr unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung, die in den ersten drei Monaten des folgenden Geschäftsjahres nachgeholt werden.
(11) Verbindlichkeiten
| Mio. € | 30.09.2012 | 30.09.2013 | davon Restlaufzeit | ||
|---|---|---|---|---|---|
| bis 1 Jahr | über 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | |||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 707,7 | 741,0 | 741,0 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 353,4 | 271,2 | 271,2 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 151,5 | 224,8 | 224,8 | 0,0 | 0,0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 211,0 | 201,9 | 198,9 | 0,2 | 2,8 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 715,9 | 697,9 | 694,9 | 0,2 | 2,8 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stammen im Wesentlichen aus Ergebnis- und Steuerabrechnungen.
Zu den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, gehören auch Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstige Verbindlichkeiten.
Wesentlicher Bestandteil der Sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus der laufenden Entgeltabrechnung sowie tarifliche und erfolgsabhängige Sonderzahlungen in Höhe von 93,1 (i. Vj. 85,8) Mio. €. Darüber hinaus betreffen sie Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 27,4 (i. Vj. 32,1) Mio. € sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 12,9 (i. Vj. 10,8) Mio. €.
Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind wie folgt besichert:
| Mio. € | 30.09.2012 | 30.09.2013 |
|---|---|---|
| Durch Grundpfandrechte besichert: Sonstige Verbindlichkeiten | 1,0 | 0,9 |
(12) Haftungsverhältnisse
| Mio. € | 30.09.2012 | 30.09.2013 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Bürgschaften | 32,5 | 24,4 |
| (davon gegenüber verbundenen Unternehmen) | (1,8) | (0,3) |
| Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen | 61,2 | 61,2 |
| 93,7 | 85,6 |
Die Bürgschaftsverpflichtungen enthalten eine Bürgschaft gegenüber der ANSC-TKS Galvanizing Co., Ltd., Dalian, China, in Höhe von 24,0 Mio. €. Auf Grund der positiven wirtschaftlichen Geschäftsentwicklung des Beteiligungsunternehmens ist davon auszugehen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme aus dieser Bürgschaft gering ist.
Die Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen betreffen die Restwertgarantie für die Kokerei Schwelgern. Die ThyssenKrupp Steel Europe AG ist berechtigt, nach Ablauf der Mietperiode im Jahr 2019 die Kokerei zu einem zu diesem Zeitpunkt gutachterlich ermittelten Zeitwert zu erwerben. Wird von diesem Ankaufsrecht kein Gebrauch gemacht, haftet die ThyssenKrupp Steel Europe AG für einen eventuell eintretenden Mindererlös beim Verkauf der Kokerei in Form der Restwertgarantie, deren Nominalwert zum 30. September 2013 61,2 Mio. € beträgt. Die ThyssenKrupp Steel Europe AG geht mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass sie im Jahr 2019 vom Ankaufsrecht Gebrauch machen wird. Daneben besteht eine vertragliche Mithaftung gegenüber Vale S.A. betreffend potentielle Ausgleichsverpflichtungen der ThyssenKrupp Steel Americas, LLC im Zusammenhang mit dem Bau des Stahlwerks in Brasilien (lndemnification und Reimbursement Agreement).
(13) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
An sonstigen finanziellen Verpflichtungen werden in den folgenden Geschäftsjahren fällig:
| Mio. € | 2013/14 | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | > 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Verpflichtungen | 1.616,5 | 1.611,5 | 1.419,3 | 1.259,1 | 1.209,9 | 2.016,2 |
| darin enthaltene Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen | (13,8) | (11,1) | (10,7) | (10,2) | (10,1) | (12,8) |
Bei den Verpflichtungen handelt es sich um Lieferverträge für Erz, Koks, Kalk, Kohle und Gas sowie um Fracht-, Pacht- und Leasingverträge.
Ferner besteht mit der Konzerngesellschaft ThyssenKrupp Slab International B.V., Brielle, Niederlande, ein langfristiger Vormaterialliefervertrag. Dieser Vertrag hat eine Laufzeit bis zum 01. Oktober 2014 mit dann einjähriger Kündigungsfrist; das Volumen des Berichtsjahres beläuft sich auf rd. 0,2 Mrd. €.
Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen gegenüber einem Beteiligungsunternehmen im Zusammenhang mit einem weiteren langfristigen Vormaterialliefervertrag. Dieser Vertrag hat eine Kündigungsfrist von 7 Jahren; das Volumen des Berichtsjahres beläuft sich auf rd. 1,5 Mrd. €.
Mit diesem Beteiligungsunternehmen wurde im Dezember 2011 ein Koksliefervertrag abgeschlossen, der voraussichtlich im 1. Kalenderquartal 2014 in Kraft tritt. Er hat eine Kündigungsfrist von 7 Jahren, kann aber frühestens zum 31. Dezember 2023 gekündigt werden.
Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben hält sich im üblichen Rahmen.
(14) Derivative Finanzinstrumente
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG nutzt derivative Finanzinstrumente hauptsächlich zur Absicherung gegen Währungsrisiken und nur im geringen Maße zur Absicherung gegen Rohstoffpreisrisiken. Die Absicherung der Risiken erfolgt nach den Vorgaben der Konzernfinanzrichtlinie und den internen Arbeitsanweisungen. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente unterliegt strengen Kontrollen. Der Nominalwert eines Devisentermingeschäftes gibt den vertraglich fixierten Kaufwert der Fremdwährung in der funktionalen Währung (EUR) an. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) ermittelt. Devisenkontrakte werden einzeln auf Basis des Austauschbetrages mit den aktuellen Marktterminkursen am Abschlussstichtag im Vergleich zu den vereinbarten Termin- bzw. Kontraktkursen bewertet. Die Marktterminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Der Marktwert von Warenterminkontrakten wird mit den zum Bewertungsstichtag am Markt verfügbaren Terminpreisen bestimmt.
Das unsaldierte Nominalvolumen der Devisentermingeschäfte betrug zum 30. September 2013 248,3 Mio. €. Von dem Nominalvolumen entfielen 239,3 Mio. € auf in Bewertungseinheiten erfassten USD-Kurssicherungen. Der Marktwert der derivativen Finanzinstrumente betrug per 30. September 2013 im Saldo -1,3 Mio. € (i. W. aus USD-Kurssicherungen). Bis auf eine Kurssicherung, welche im November 2016 fällig ist, werden alle im kommenden Geschäftsjahr in Anspruch genommen.
Die Warentermingeschäfte haben ein unsaldiertes Nominalvolumen von 8,8 Mio. € und einen Marktwert in Höhe von 0,1 Mio. €. Die Sicherungsgeschäfte zum 30. September 2013 sind innerhalb eines Monats fällig.
Warenderivate zum Kauf von CO 2-Rechten bestehen über insgesamt 10,7 Mio. t mit einem Nominalwert von 143,9 Mio. €. Diese werden mit unterschiedlichem Lieferdatum von Ende 2013 bis Ende 2015 fällig. Der Marktwert dieser Geschäfte betrug zum 30. September 2013 -93,4 Mio. €. Hierfür wurde eine Rückstellung in Höhe von abgezinst 89,3 Mio. € gebildet.
Alle Derivate werden in Bewertungseinheiten zusammengefasst.
(15) Bewertungseinheiten
Die Gesellschaft setzt derivative Finanzinstrumente ein, um Fremdwährungsrisiken und Rohstoffrisiken entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Fremdwährungsrisiken werden import- und exportseitig mittels Mikro-Hedge gesichert. Die Bilanzierung der Bewertungseinheiten für Fremdwährungsrisiken erfolgt import- und exportseitig mit Hilfe der Einfrierungsmethode.
Der Buchwert der abgesicherten Vermögensgegenstände und Schulden in Fremdwährung beträgt insgesamt 133,0 Mio. € und verteilt sich wie folgt:
| Vermögensgegenstände | 6,6 Mio. € |
| Schulden | 126,4 Mio. € |
Der Umfang der mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen in Fremdwährungen beträgt 115,2 Mio. €. Die abgesicherten erwarteten Transaktionen weisen aufgrund einer verlässlichen Produktions- und Einkaufsplanung eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit auf. Der Effektivitätstest erfolgt anhand der Critical Term Match-Methode.
Insgesamt betragen die mit Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken aus Vermögensgegenständen, Schulden, schwebenden Geschäften und mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen in Fremdwährungen -3,3 Mio. €.
Am 30. September 2013 gleicht sich der in Bewertungseinheiten erfasste saldierte Marktwert in Höhe von -1,3 Mio. € durch die gegenläufigen Wert- und Zahlungsstromänderungen aus, so dass keine lneffektivitäten entstanden sind. Bis zum vorgesehenen Ende der Bewertungseinheiten werden sich voraussichtlich gegenläufige Wert- und Zahlungsstromrisiken aufgrund der negativen Korrelation des abgesicherten Risikos von Grund- und Sicherungsgeschäft in vollem Umfang ausgleichen.
Das Nominalvolumen der abgesicherten Rohstoffgeschäfte beträgt 8,8 Mio. €.
Die Höhe der mit Bewertungseinheiten abgesicherten Rohstoffrisiken aus schwebenden Geschäften beträgt -0,1 Mio. €.
Die abgesicherten Rohstoffgeschäfte weisen aufgrund einer verlässlichen Planung eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit auf. Die gegenläufigen Wertänderungen der Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente werden sich in der Zukunft voraussichtlich in voller Sicherungshöhe ausgleichen. Die prospektive Effektivität der Sicherungsbeziehung wird durch eine Regressionsanalyse nachgewiesen. Zur rechnerischen Ermittlung des Betrages der bisherigen Unwirksamkeit wird die Dollar Offset-Methode in kumulierter Form angewendet. Ineffektivitäten haben sich zum Bilanzstichtag nicht ergeben.
(16) Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte
Zum 30. September 2013 bestanden für die Beurteilung der Finanzlage der Gesellschaft bedeutsame Geschäfte, die in der Bilanz der Gesellschaft nicht enthalten waren. Folgende Arten von Geschäften waren betroffen:
Factoring
Die Gesellschaft hat im Verbund mit weiteren Konzerngesellschaften der ThyssenKrupp AG am 16. Dezember 2011 einen Vertrag über den Verkauf von Forderungen abgeschlossen. Der Vertrag hat eine Mindestlaufzeit von 5 Jahren. Zum 30. September 2013 belief sich das Nettovolumen der verkauften Forderungen auf 203,4 Mio. €. Der Forderungsverkauf dient im Wesentlichen der Verbesserung der Liquiditätslage und Finanzstruktur der Gesellschaft.
Koksabnahmeliefervertrag
Mit der PRUNA Betreiber GmbH wurde ein langfristiger Abnahmevertrag für Koks-, Kuppel-und Nebenprodukte abgeschlossen. Mit dem Vertrag, der eine Laufzeit bis 2019 hat, soll langfristig der wesentliche Teil des Bedarfs der Gesellschaft an Koks sowie an Kuppel- und Nebenprodukten aus der Koksproduktion sichergestellt werden. Die entsprechenden Aufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2012/2013 auf 514,8 Mio. €.
Auslagerung von betrieblichen Funktionen
Die Gesellschaft hat auf Basis eines Service Agreements wesentliche operative Teilaufgaben in den Bereichen Rechnungswesen/Finanzen, Entgeltabrechnung und IT auf die ThyssenKrupp Business Services GmbH bzw. auf die ThyssenKrupp IT Services GmbH ausgelagert. Die Verträge haben eine unbestimmte Laufzeit. Durch eine unternehmensübergreifende Vereinheitlichung der Prozessabläufe im ThyssenKrupp-Konzern sollen im Wesentlichen Effizienzgewinne erzielt werden. Im Geschäftsjahr 2012/2013 beliefen sich die aus den Vereinbarungen resultierenden Aufwendungen auf insgesamt 22,1 Mio. €.
(17) Umsatzerlöse
| Umsatzerlöse nach Produktbereichen Mio. € | 2011/2012 | 2012/2013 |
|---|---|---|
| Roheisen | 376,1 | 327,9 |
| Warmband | 2.785,5 | 2.509,4 |
| Grobblech | 1.222,1 | 1.076,8 |
| Feinblech / OV-Produkte | 4.158,2 | 3.728,0 |
| Elektroband | 0,0 | 101,8 |
| Sonstige Umsätze | 446,1 | 363,1 |
| Insgesamt | 8.988,0 | 8.106,9 |
| Umsatzerlöse nach Absatzgebieten Mio. € | 2011/2012 | 2012/2013 |
|---|---|---|
| Deutschland | 6.600,5 | 5.868,9 |
| Übrige EU-Länder | 1.717,1 | 1.629,1 |
| Übriges Europa/GUS | 131,8 | 162,2 |
| Lateinamerika | 198,7 | 159,3 |
| Asien | 139,9 | 122,0 |
| Nordamerika | 95,1 | 92,0 |
| Übrige Regionen | 104,9 | 73,4 |
| Insgesamt | 8.988,0 | 8.106,9 |
(18) Sonstige betriebliche Erträge
| Mio. € | 2011/2012 | 2012/2013 |
|---|---|---|
| Erträge aus Dienstleistungen | 178,3 | 181,3 |
| Erträge aus Emissionsrechten/Energieabrechnungen | 46,3 | 82,0 |
| Erträge aus Zuschreibungen des Anlagevermögens | 0,0 | 14,1 |
| Kursgewinne aus der Währungsumrechnung | 10,0 | 11,6 |
| Erträge aus Steuerumlagen von Organgesellschaften | 27,8 | 10,4 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 6,8 | 8,9 |
| Zuschüsse für Forschung und Entwicklung | 4,9 | 5,5 |
| Erträge aus Abgängen von Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens und aus Abgängen immaterieller Vermögensgegenstände | 19,4 | 4,8 |
| Versicherungsentschädigungen | 3,7 | 3,7 |
| Erträge aus der Abrechnung des Konsortiums für Kurssicherung | 3,0 | 1,8 |
| Erträge aus Abgängen von Vermögensgegenständen des Finanzanlagevermögens | 1,3 | 0,0 |
| Übrige betriebliche Erträge | 7,6 | 10,0 |
| Insgesamt | 309,1 | 334,1 |
Bei den Erträgen aus Dienstleistungen handelt es sich im Wesentlichen um Weiterberechnungen unterschiedlichster Art an fremde Dritte sowie verbundene Unternehmen. Die für die Erbringung der Leistungen angefallenen Aufwendungen sind im Wesentlichen unter den Personalaufwendungen und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
Von den Sonstigen betrieblichen Erträgen sind 32,5 (i. Vj. 39,6) Mio. € anderen Geschäftsjahren zuzuordnen.
(19) Materialaufwand
| Mio. € | 2011/2012 | 2012/2013 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 6.310,1 | 5.658,4 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 710,5 | 656,9 |
| Insgesamt | 7.020,6 | 6.315,3 |
Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren betreffen die Aufwendungen für Eisenträger, Brennstoffe und Energien, Betriebsmaterial, bestimmte Reserveteile und Werksgeräte sowie den sonstigen Stoffverbrauch.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen beinhalten überwiegend Fremdleistungen, die unmittelbar oder mittelbar der Herstellung von Erzeugnissen dienen.
(20) Personalaufwand
| Mio. € | 2011/2012 | 2012/2013 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 941,4 | 1.070,9 |
| Soziale Abgaben | 176,4 | 183,6 |
| Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 63,0 | 69,6 |
| Insgesamt | 1.180,8 | 1.324,1 |
Von den Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung entfallen 67,6 (i. Vj. 60,7) Mio. € auf Altersversorgungsaufwendungen.
(21) Mitarbeiter
| Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer | 2011/2012 | 2012/2013 |
|---|---|---|
| Arbeiter | 11.208 | 11.567 |
| Angestellte | 6.357 | 6.552 |
| Auszubildende | 1.281 | 1.266 |
| Insgesamt | 18.846 | 19.385 |
(22) Sonstige betriebliche Aufwendungen
| Mio. € | 2011/2012 | 2012/2013 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Verkaufsfrachten | 197,3 | 198,5 |
| Aufwendungen für sächliche Verwaltungs- und Vertriebsaufwendungen | 137,7 | 129,4 |
| Aufwendungen aus der Zuführung zu sonstigen Rückstellungen | 48,4 | 75,4 |
| Aufwendungen für Betriebsführungs- und -pachtentgelte | 75,5 | 69,0 |
| Aufwendungen für Konzernmarke ThyssenKrupp | 46,8 | 40,7 |
| Aufwendungen für Versicherungsprämien | 21,9 | 21,9 |
| Aufwendungen aus Abgängen von Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens und aus Abgängen immaterieller Vermögensgegenstände | 26,7 | 16,1 |
| Wirtschaftliche und technische Beratungskosten | 4,2 | 10,3 |
| Sonstige Steuern | 6,4 | 6,8 |
| Kursverluste aus der Währungsumrechnung | 15,0 | 6,3 |
| Aufwendungen aus Abgängen von Vermögensgegenständen des Finanzanlagevermögens | 14,1 | 0,0 |
| Übrige betriebliche Aufwendungen | 18,9 | 17,3 |
| Insgesamt | 612,9 | 591,7 |
Die Aufwendungen für sächliche Verwaltungs- und Vertriebsaufwendungen betreffen insbesondere Dienstleistungen, Reise- und Repräsentationsaufwendungen sowie Beiträge.
Von den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind 16,1 (i. Vj. 40,8) Mio. € anderen Geschäftsjahren zuzuordnen.
(23) Beteiligungsergebnis
| Mio. € | 2011/2012 | 2012/2013 |
|---|---|---|
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 101,1 | 57,2 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (101,1) | (57,2) |
| Aufwendungen aus Verlustübernahme | 7,8 | 11,5 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (7,8) | (11,5) |
| Erträge aus Beteiligungen | 57,9 | 73,4 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (27,3) | (17,6) |
| Insgesamt | 151,2 | 119,1 |
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen betreffen überwiegend die Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied, und die Hoesch Hohenlimburg GmbH, Hagen. Die Auf-wendungen aus Verlustübernahme betreffen im Wesentlichen die ThyssenKrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen.
Von den Erträgen aus Beteiligungen entfallen 49,6 Mio. € auf die ANSC-TKS Galvanizing Co., Ltd., Dalian, China und 15,5 Mio. € auf die Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach.
(24) Zinsergebnis
| Mio. € | 2011/2012 | 2012/2013 |
|---|---|---|
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 1,8 | 3,9 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | (0,2) | (3,8) |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 59,6 | 63,0 |
| (davon an verbundene Unternehmen) | (2,5) | (0,5) |
| Insgesamt | -57,8 | -59,1 |
Aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen sind Aufwendungen in Höhe von 61,7 (i. Vj. 56,8) Mio. € in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten.
(25) Außerordentliches Ergebnis
Das Außerordentliche Ergebnis setzt sich zusammen aus Außerordentlichen Erträgen von 117,2 Mio. € insbesondere aus dem Verkauf der ThyssenKrupp Tailored Blanks GmbH, Duisburg, in Höhe von 96,7 Mio. € und der ThyssenKrupp Lasertechnik GmbH, Ravensburg, in Höhe von 14,8 Mio. € und Außerordentlichen Aufwendungen in Höhe von 19,3 Mio. € aus der Schließung des Standorts Neuwied.
(26) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beinhalten mit - 12,4 Mio. € (i. Vj. 62,2 Mio. €) Umlagen vom Organträger für Körperschaftsteuer, Gewerbeertragsteuer und Solidaritätszuschlag.
Darüber hinaus werden die Körperschaftsteuer und der Solidaritätszuschlag auf die Garantiedividende der Deutsche Bank AG sowie ausländische ertragsabhängige Steuern ausgewiesen.
In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind laufende Steueraufwendungen und -erträge sowie Steuererträge für Vorjahre enthalten. Latente Steuern werden beim Organträger berücksichtigt.
(27) Gesamthonorar des Abschlussprüfers
Die ThyssenKrupp Steel Europe AG ist in den Konzernabschluss der ThyssenKrupp AG einbezogen. Das vom Abschlussprüfer der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2012/2013 berechnete Gesamthonorar ist, aufgeschlüsselt nach Abschlussprüferleistungen, anderen Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstigen Leistungen, in der entsprechenden Angabe im Anhang des Konzernabschlusses der ThyssenKrupp AG enthalten.
(28) Tätigkeitsbereich im Sinne von § 6b Abs. 3 EnWG
Nach § 6b Abs. 3 EnWG wurde für den Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung ein Abschluss erstellt.
(29) Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands, Kredite, Haftungsverhältnisse
Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2012/2013 beliefen sich auf 1,4 Mio. €; für Pensionsverpflichtungen gegenüber diesem Personenkreis sind 17,0 Mio. € zurückgestellt.
Für die Vergütung an den Aufsichtsrat wurden 0,2 Mio. € für das Geschäftsjahr 2012/2013 passiviert.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sind auf den Seiten 32 bis 36 angegeben.
Duisburg, am 4. Dezember 2013
ThyssenKrupp Steel Europe AG
Vorstand
Goss
Eichelkraut
Fischer
Schlenz
PERSONALIEN
Aufsichtsrat
| Dr. Heinrich Hiesinger, Vorsitzender Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG |
|
| Detlef Wetzel, stellv. Vorsitzender 2. Vorsitzender der IG Metall |
|
| Günter Back, Kraftfahrzeugmechaniker Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der ThyssenKrupp Steel Europe AG und Vorsitzender der Betriebsräte-Arbeitsgemeinschaft ThyssenKrupp Steel Europe |
|
| Dr. Franz Bartscherer ehem. Mitglied der Geschäftsführung der ThyssenKrupp Risk and Insurance Services GmbH |
|
| Prof. Dr. Diethard Bergers Inhaber des Lehrstuhls für Produktionstechnologie und Produktentwicklung an der Universität Duisburg-Essen |
|
| Prof. Dr. Gerhard Bosch, Geschäftsführender Direktor Institut Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen |
|
| Oliver Burkhard, ab 28.03.2013 Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp AG |
|
| Dr. Jürgen Claassen, bis 31.12.2012 Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp AG |
|
| Premal A. Desai, ab 28.01.2013 Head of Corporate Function Strategy, Markets & Development ThyssenKrupp AG |
|
| Reinhard Dombre ehem. Sekretär beim DGB-Bundesvorstand |
|
| Thomas Empelmann Head of Corporate Function Corporate Finance ThyssenKrupp AG |
|
| Uwe Fink Politischer Sekretär beim Vorstand der IG Metall |
|
| Dr. Hans-Günter Gaul, bis 30.06.2013 Leiter Corporate Center Information Management der ThyssenKrupp AG |
|
| Stefan Gesing, ab 01.08.2013 Head of Corporate Function Controlling, Accounting & Risk ThyssenKrupp AG |
|
| Werner von Häfen, Walzwerker Vorsitzender des Betriebsrats Duisburg-Hüttenheim der ThyssenKrupp Steel Europe AG |
|
| Dr. Eberhard Heinke ehem. Präsident der Landeszentralbank Nordrhein-Westfalen |
|
| Dr. Detlef Hunsdiek Head of Corporate Function People Development & Executives Management ThyssenKrupp AG |
|
| Thomas Kadelka Corporate Function Taxes & Customs ThyssenKrupp AG |
|
| Ralph Labonte, bis 31.03.2013 Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp AG |
|
| Wolfgang Otto, Großhandelskaufmann Vorsitzender des Betriebsrats Siegerland der ThyssenKrupp Steel Europe AG |
|
| Klaus-Peter Pachulski, Starkstromelektriker Vorsitzender des Betriebsrats Bochum der ThyssenKrupp Steel Europe AG |
|
| Dr. Wilhelm D. Schäffer, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen | |
| Marie Seyboth Justiziarin und Leiterin des Bereichs Mitbestimmung und Unternehmenspolitik beim DGB-Bundesvorstand |
|
| Ilona Stumm Vorsitzende der Geschäftsführung der ThyssenKrupp Risk and Insurance Services GmbH |
Ausschüsse des Aufsichtsrats Präsidium
| Dr. Heinrich Hiesinger, Vorsitzender | |
| Detlef Wetzel, stellv. Vorsitzender | |
| Günter Back | |
| Oliver Burkhard, ab 03.05.2013 | |
| Dr. Eberhard Heinke | |
| Ralph Labonte, bis 31.03.2013 |
Personalausschuss
| Dr. Heinrich Hiesinger, Vorsitzender | |
| Detlef Wetzel, stellv. Vorsitzender | |
| Dr. Eberhard Heinke |
Vorstand
| Edwin Eichler, Vorsitzender bis 31.12.2012 | |
| Andreas J. Goss, ab 01.01.2013 Sprecher | |
| Dr. Herbert Eichelkraut | |
| Dr. Heribert R. Fischer | |
| Thilo Lutz, ab 15.11.2012 bis 30.09.2013 | |
| Thomas Schlenz |
ANTEILSVERZEICHNIS DER THYSSENKRUPP STEEL EUROPE AG (Stand 30.09.2013)
Das Verzeichnis der ThyssenKrupp Steel Europe AG entspricht § 285 Nr.11 in Verbindung mit § 286 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HGB. Die Anteile am Kapital verstehen sich auf den Anteil der ThyssenKrupp Steel Europe AG bzw. eines oder mehrerer von ihr abhängiger Unternehmen. Bei Gewinnabführungsverträgen sind die Ergebnisse nach Abführung angegeben.
| Name und Sitz | Eigenkapital Mio. € bzw. Fremdwährung | Ergebnis Min E bzw. Fremdwährung | Anteil am Kapital % | |
|---|---|---|---|---|
| VERBUNDENE UNTERNEHMEN (§ 271 Abs. 2 HGB) | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 1 Becker & Co. GmbH, Neuwied | 4,6 | *) | 100,00 | |
| 2 Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach | 143,2 | 22,2 | 87,98 | |
| 3 Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande | 8,4 | 6,1 | 24,75 | |
| 4 Hoesch Hohenlimburg GmbH, Hagen | 52,2 | *) | 99,50 | |
| 5 Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied | 130,7 | *) | 100,00 | |
| 6 ThyssenKrupp Aceros y Servicios S.A., Santiago, Chile | CLP | 21.823,6 | 0,0 | 100,00 |
| 7 ThyssenKrupp Comercial Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien | COP | 7.420,7 | 0,0 | 100,00 |
| 8 ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen | 84,9 | -42,7 **) | 87,62 | |
| 9 ThyssenKrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien | INR | 3.781,9 | -1.027,5 | 87,62 |
| 10 ThyssenKrupp Electrical Steel UGO S.A.S., Isbergues, Frankreich | 102,1 | -28,7 | 87,62 | |
| 11 ThyssenKrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen | 55,0 | *) | 100,00 | |
| 12 ThyssenKrupp Galmed, S.A., Sagunto, Spanien | 48,2 | 38,8 | 25,00 | |
| 13 ThyssenKrupp Materials de Mexiko, S.A. de C.V. Puebla, Mexiko | MXN | 930,8 | 11,5 | 28,05 |
| 14 ThyssenKrupp Rasselstein GmbH, Andernach | 247,0 | *) | 99,50 | |
| ANDERE BETEILIGUNGEN (g 271 Abs.1 HGB) | ||||
| 15 ANSC-TKS Galvanizing Co., Ltd., Dalian, Liaoning Province, VR China | CNY | 2.570,1 | 563,7 | 50,00 1) |
| 16 Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen | 17,2 | 11,0 | 21,71 1) | |
| 17 CEMEX HüttenZement GmbH, Dortmund | 11,1 | 7,9 ***) | 25,01 1) | |
| 18 Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg | 290,4 | 0,0 | 50,00 1) | |
| 19 RKE N.V., Antwerpen, Belgien | 2,6 | -0,1 | 38,541) | |
| 20 UnionStahl Holding GmbH, Duisburg | 3,5 | 1,6 | 36,60 1) | |
| 21 Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen | 2,6 | 1,4 | 50,00 2) |
1) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaften betreffen das Geschäftsjahr 01.01.2011 - 31.12.2012.
2) Die Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaft betrifft das Geschäftsjahr 01.10.2011 - 30.09.2012.
*) Mit dieser Gesellschaft besteht ein Gewinnabführungsvertrag.
**) Gewinnabführungsvertrag zwischen der ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH und der ThyssenKrupp Electrical Steel Verwaltungs GmbH bis 30.06.2013.
***) Ausgleichszahlung an ThyssenKrupp Steel Europe AG. Daneben besteht ein Gewinnabführungsvertrag zwischen der CEMEX HüttenZement GmbH und der Cemex Deutschland AG.
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der ThyssenKrupp Steel Europe AG, Duisburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2012 bis 30. September 2013 geprüft. Nach § 6b Abs. 5 EnWG umfasste die Prüfung auch die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätigkeitsabschlüsse aufzustellen sind. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften sowie die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht sowie über die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden und dass mit hinreichender Sicherheit beurteilt werden kann, ob die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt sind. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht sowie für die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands, die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung des Jahresabschlusses unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätigkeitsabschlüsse aufzustellen sind, hat zu keinen Einwendungen geführt.
Essen, den 4. Dezember 2013
**PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Thomas Tandetzki, Wirtschaftsprüfer
ppa. Holger Brauner, Wirtschaftsprüfer