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TDK Corporation — Audit Report / Information 2017
Aug 14, 2017
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Audit Report / Information
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Publication

EPCOS AG
München
EPCOS Jahresabschluss AG 2017
Geschäftsjahr 2017
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. April 2016 bis 31. März 2017 (in Tausend EUR)
(Vorjahr für die Zeit vom 1. April 2015 bis 31. März 2016)
| Anhang | 2017 | 2016 | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (1) | 1.795.399 | 1.504.627 |
| Umsatzkosten | -1.748.415 | -1.446.775 | |
| Bruttoergebnis | 46.984 | 57.852 | |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -4.356 | -98.957 | |
| Vertriebskosten | -75.393 | -83.367 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | -13.181 | -12.968 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | (2) | 1.535.045 | 174.134 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (3) | -359.180 | -115.163 |
| Beteiligungsergebnis | (4) | 9.576 | 69.254 |
| Zinsergebnis | (5) | -11.066 | -10.275 |
| Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 449 | 174 | |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | (7) | -33.145 | -2.371 |
| Ergebnis nach Steuern | 1.095.733 | -21.687 | |
| Sonstige Steuern | (6) | -706 | -486 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 1.095.027 | -22.173 | |
| Gewinnvortrag | 11.492 | 33.665 | |
| Bilanzgewinn | 1.106.519 | 11.492 |
Bilanz zum 31. März (in Tausend EUR)
AKTIVA
| Anhang | 2017 | 2016 | |
|---|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | (8) | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | 2.355 | 10.482 | |
| II. Sachanlagen | 24.224 | 268.423 | |
| III. Finanzanlagen | 1.569.364 1.595.943 | 498.319 777.224 | |
| B. Umlaufvermögen | |||
| I. Vorräte | (9) | 12.836 12.836 | 35.550 35.550 |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | (10) | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 78.803 | 108.292 | |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 292.753 | 666.484 | |
| 3. Sonstige Vermögensgegenstände | 252.662 624.218 | 13.222 787.998 | |
| III. Flüssige Mittel | 78.243 715.297 | 46.835 870.383 | |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | (11) | 1.405 | 1.193 |
| Summe Aktiva | 2.312.645 | 1.648.800 | |
| PASSIVA | |||
| Anhang | 2017 | 2016 | |
| A. Eigenkapital | |||
| I. Gezeichnetes Kapital | (13) | 66.682 | 66.682 |
| II. Kapitalrücklagen | (14) | 279.521 | 279.521 |
| III. Gewinnrücklagen | (15) | ||
| andere Gewinnrücklagen | 187.162 | 187.162 | |
| IV. Bilanzgewinn | (16) | 1.106.519 | 11.492 |
| 1.639.884 | 544.857 | ||
| B. Rückstellungen | (17) | ||
| 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 210.931 | 214.292 | |
| 2. Steuerrückstellungen | 30.637 | 167 | |
| 3. Sonstige Rückstellungen | 22.190 | 29.177 | |
| 263.758 | 243.636 | ||
| C. Verbindlichkeiten | (18) | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2 | 27 | |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 16.582 | 46.323 | |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 369.637 | 739.535 | |
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 22.782 | 74.422 | |
| 409.003 | 860.307 | ||
| Summe Passiva | 2.312.645 | 1.648.800 |
Anhang zum Jahresabschluss 31. März 2017
EPCOS AG, München
Handelsregister-Nummer HRB 127250 am Amtsgericht München
Allgemeines
Der Jahresabschluss zum 31. März 2017 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes aufgestellt.
Einzelne Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung hat EPCOS zusammengefasst, um die Klarheit der Darstellung zu verbessern. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen.
Alle Wertangaben erfolgen in Tausend EUR soweit nicht anders angegeben.
Aufgrund der Übertragung des Großteils des OFW-Komponenten-Geschäftes sind die Zahlen nur bedingt vergleichbar. Weitere Erläuterungen siehe unter Sonstiges, Kapitel 23.
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Infolge der Umsetzung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) sind die Umsatzerlöse, die Funktionskosten, sonstigen betrieblichen Erträge und sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Geschäftsjahres nicht mit den Angaben für das Vorjahr vergleichbar. Die Aufwandsverrechnungen gegenüber Fremden, Verrechnung sonstiger Dienstleistungen gegenüber Verbundene Unternehmen und Erlöse aus Materialverkäufen werden nunmehr unter den Umsatzerlösen ausgewiesen.
Die nachfolgende Tabelle enthält vergleichbare Werte für das Geschäftsjahr 2016, die sich aus der Anwendung von § 277 Abs. 1 idF. BilRUG ergeben würden:
| in Mio. EUR | 2016 vor Umgliederung | Umgliederung | 2016 nach Umgliederung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.504,6 | 121,1 | 1.625,7 |
| Umsatzkosten | -1.446,8 | -109,3 | -1.556,1 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -99,0 | 71,7 | -27,3 |
| Vertriebskosten | -83,4 | 21,7 | -61,7 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | -13,0 | 1,3 | -11,7 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 174,1 | -43,8 | 130,3 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -111,2 | -66,7 | -177,9 |
| außerordentliche Aufwendungen | -4,0 | 4,0 | 0 |
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände werden, soweit gegen Entgelt erworben, zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear abgeschrieben. Für Erwerbe erfolgt die Abschreibung über die betriebliche Nutzungsdauer. Sofern erforderlich, wird eine Wertminderung der immateriellen Vermögensgegenstände durch außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgebildet.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren beizulegenden Wert erforderlich ist.
Geschäfts- und Fabrikgebäude werden über längstens 50 Jahre, Technische Anlagen und Maschinen über längstens 15 Jahre, andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung überwiegend über 5 Jahre abgeschrieben. Ab dem 1. Januar 2008 angeschaffte Sachanlagen werden linear abgeschrieben, während beim Altbestand die degressive Abschreibungsmethode angewandt wird. Vermögensgegenstände mit einem Wert von 150 EUR bis einschließlich 1.000 EUR werden in einem Sammelposten bilanziert und über 5 Jahre linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Nettoeinzelwert von 150 EUR sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt.
Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. soweit erforderlich mit dem niedrigeren beizulegenden Wert ausgewiesen.
Umlaufvermögen
In den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt und mit dem gewogenen Durchschnitt bewertet. In Ausübung des Wahlrechts nach § 268 Abs. 5 HGB werden die erhaltenen Anzahlungen - sofern vorhanden - offen von den Vorräten abgesetzt. Fertige und Unfertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet; die Herstellungskosten umfassen Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne sowie Material- und Fertigungsgemeinkosten. Nach denselben Grundsätzen sind die unverrechneten Lieferungen und Leistungen bewertet. Abwertungen für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden in angemessenem und ausreichendem Umfang vorgenommen. Ferner werden Abwertungen, die aus Technik- und Preisrisiken resultieren, vorgenommen.
Die Bewertung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zum Nennwert, vermindert um notwendige Wertberichtigungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Abschreibungen auf Kreditrisiken werden in ausreichendem Umfang vorgenommen.
Die flüssigen Mittel enthalten Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten und werden zum Nennwert ausgewiesen.
Rückstellungen
Die EPCOS AG hat von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, die Pensionen und ähnliche Verpflichtungen pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abzuzinsen, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, anstatt die Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen nicht pauschal, sondern einzelvertraglich genau mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins abzuzinsen.
Das Bundeskabinett hat am 27. Januar 2016 eine rückwirkende Entlastung beim HGB-Rechnungszins für Pensionsrückstellungen beschlossen, welches am 17. März 2016 als Gesetz in Kraft trat: Demnach wird der Durchschnittszeitraum von bisher 7 auf jetzt 10 Jahre für Altersversorgungsverpflichtungen verlängert. Für den Fall, dass die Rückstellungen mit dem 7-Jahres-Durchschnittszins höher wären als nach alter Rechtslage, unterliegt der Differenzbetrag einer Ausschüttungssperre, d.h. im Falle einer Ausschüttung müssen in Höhe dieses Betrages Rücklagen im Unternehmen verbleiben. Sofern ausreichend Rücklagen aus der Vergangenheit vorhanden sind, kann also der gesamte Gewinn des laufenden Jahres (einschließlich des Zinsänderungseffekts aus der Neuregelung) ausgeschüttet werden. Die neuen Regeln des § 253 Abs. 6 HGB sind verbindlich für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2015 enden.
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren zum 31. März 2017 von 3,94 Prozent (Vorjahr: 4,25 Prozent) und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren zum 31. März 2017 von 3,12 Prozent (Vorjahr: 3,70 Prozent) ist nach § 253 HGB in jedem Geschäftsjahr zu ermitteln und beträgt zum 31. März 2017 21.482 Tausend EUR (Vorjahr: 17.520 Tausend EUR).
EPCOS hat von der Übergangsregelung nach Art. 67 EGHGB Gebrauch gemacht, dass bis spätestens zum 31. Dezember 2024 der gesamte zuzuführende Betrag in Jahresraten von mindestens 1/15 erfasst wird. Im Geschäftsjahr wurde der noch ausstehende Restbetrag in Höhe von 30.228 Tausend EUR unter Sonstige betriebliche Aufwendungen vollständig erfasst.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten ("Richttafeln 2005 G" von Professor Dr. Klaus Heubeck) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen sowie die erwartete Auszahlungsoption werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Dabei geht EPCOS derzeit von jährlichen Anpassungen von 2,75 Prozent (Vorjahr: 2,75 Prozent) bei den Entgelten und von 1,40 Prozent (Vorjahr: 1,50 Prozent) bei den Renten aus.
Zusätzlich wurde eine Rückstellung für Entgeltumwandlungszusagen gebildet. Die entsprechenden Aktiva werden gemäß § 253 HGB nach dem Niederstwertprinzip bewertet. Aufgrund der angenommenen Bewertungseinheit ist die Rückstellung in gleicher Höhe auszuweisen, wobei die Rückstellung mindestens der Rückstellung der Steuerbilanz zu entsprechen hat.
Verpflichtungen für Pensionen und vergleichbare langfristige Verpflichtungen werden mit Planvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 HGB verrechnet. Entsprechend werden auch zugehörige Aufwendungen aus der Abzinsung mit den Erträgen aus dem verrechneten Vermögen netto dargestellt. Die verrechneten Werte sind unter den Nummern (5) und (17) erläutert.
Die Jubiläumsrückstellung beträgt zum Bilanzstichtag 970 Tausend EUR (Vorjahr: 2.629 Tausend EUR).
Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen sind so bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen ausreichend Rechnung tragen. Die Rückstellungen sind zum Erfüllungsbetrag unter Einbeziehung von Preis- und Kostensteigerungen bewertet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem laufzeitadäquaten, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abzuzinsen, wie er von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wurde. Die Ermittlung der Jubiläumsrückstellungen wurde analog den Pensionsverpflichtungen vorgenommen.
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt.
Fremdwährungsbewertung
Die Umrechnung von auf fremde Währung lautenden Forderungen und Verbindlichkeiten erfolgt bei Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr nach dem Imparitätsprinzip.
Damit werden unrealisierte Kursverluste bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr, die sich bei der Umrechnung mit dem Stichtagskurs ergeben, erfolgswirksam erfasst. Sich ergebende unrealisierte Kursgewinne dürfen jedoch nicht erfolgswirksam erfasst werden.
Unrealisierte Kursgewinne und unrealisierte Kursverluste bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, die sich bei der Umrechnung mit dem Stichtagskurs ergeben, werden erfolgswirksam erfasst.
Latente Steuern
Passive latente Steuern werden angesetzt, wenn davon auszugehen ist, dass sich aus der Summe der Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Bilanzansätzen für Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten in künftigen Geschäftsjahren eine Steuerbelastung ergibt. Aktive latente Steuerforderungen können angesetzt werden, wenn aus der Umkehr der Differenzen insgesamt eine Steuerentlastung in künftigen Jahren erwartet wird. Passive und aktive latente Steuern werden verrechnet dargestellt. Dabei werden Verlustvorträge insoweit berücksichtigt, als eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb der nächsten fünf Jahre erwartet wird.
Des Weiteren werden Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten von Personengesellschaften insoweit einbezogen, als aus deren Umkehrung bei der EPCOS AG künftige Steuerbe- und -entlastungen erwartet werden.
Die Bewertung von latenten Steuern erfolgt auf der Grundlage des geltenden Körperschaftsteuersatzes sowie entsprechend den gewerbesteuerlichen Hebesätzen der EPCOS AG. Unter Berücksichtigung von Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer ergibt sich ein Steuersatz von 31,7 Prozent.
Temporäre Differenzen i.S.v. § 274 HGB ergeben sich bei folgenden Bilanzposten:
| ― | Immaterielle Vermögensgegenstände (aktive latente Steuer) |
| ― | Beteiligungen (passive latente Steuer) |
| ― | Planvermögen (aktive latente Steuer) |
| ― | Pensionsrückstellungen (aktive latente Steuer) |
| ― | Sonstige Rückstellungen (aktive latente Steuer) |
| ― | Verbindlichkeiten (passive latente Steuer) |
Darüber hinaus bestehen steuerliche Verlustvorträge bei der EPCOS AG.
Da per Saldo ein Überhang aktiver latenter Steuern besteht, wird dieser entsprechend dem Wahlrecht von § 274 Abs.1 Satz 2 HGB nicht aktiviert.
Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.
Umsätze werden bilanziert, wenn sie realisiert oder realisierbar sind. Sie sind unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Zahlung zu berücksichtigen. Als Umsatz sind die Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen nach Abzug von Skonti, Kundenboni, Rabatten und Retouren erfasst.
Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung gegen Währungsrisiken aus bilanzierten, schwebenden und geplanten Grundgeschäften eingesetzt. Die Sicherungsgeschäfte müssen geeignet sein, das in den Grundgeschäften liegende Währungsrisiko zu vermindern bzw. zu neutralisieren. In Fremdwährung denominierte Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr sowie Flüssige Mittel werden mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Die zugehörigen derivativen Devisensicherungsgeschäfte werden zum Marktwert jeweils am Bilanzstichtag angesetzt. Schwebende und geplante Grundgeschäfte in Fremdwährung werden nach vorgegebenen Risikolimits abgesichert. Diese Sicherungsgeschäfte werden imparitätisch bewertet, d.h. für negative Marktwerte werden Rückstellungen gebildet, positive Marktwerte werden nicht angesetzt. Für einen Teil der derivativen Finanzinstrumente im Nominalvolumen von EUR 554,6 Mio. wird eine Bewertungseinheit nach § 254 HGB gebildet (siehe Punkt 12 Derivative Finanzinstrumente).
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
(1) Umsatzerlöse
| Aufgliederung der Umsätze (in Tausend EUR) |
2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Nach Geschäftssegmenten | ||
| Capacitors | 161.973 | 164.545 |
| Inductive Devices | 228.240 | 208.884 |
| Other Passive Components | 1.405.186 | 1.131.198 |
| Gesamt | 1.795.399 | 1.504.627 |
| Nach Regionen | ||
| Deutschland | 189.053 | 209.875 |
| Europa ohne Deutschland | 248.015 | 232.103 |
| Übrige Regionen | 1.358.331 | 1.062.649 |
| Gesamt | 1.795.399 | 1.504.627 |
Seit Übertragung der Vertriebsaktivitäten im Februar 2015 an die TDK Europe GmbH, München, werden die betreffenden Umsätze in Europa an die TDK Europe GmbH fakturiert anstatt direkt an die Endkunden. Die daraus in diesem Geschäftsjahr resultierenden Umsätze in Höhe von 399.543 Tausend EUR (Vorjahr: 412.909 Tausend EUR) werden bei der Aufteilung nach Regionen auf Endkundenbasis dargestellt.
(2) Sonstige betriebliche Erträge
Die Sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 1.535.045 Tausend EUR (Vorjahr: 174.134 Tausend EUR) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Übertragung des OFW-Komponenten-Geschäftes in Höhe von 1.368.269 Tausend EUR, konzerninterne Leistungsverrechnungen in Höhe von 55.271 Tausend EUR (Vorjahr: 94.186 Tausend EUR), Währungsgewinne in Höhe von 109.764 Tausend EUR (Vorjahr: 70.432 Tausend EUR) und Erträge aus dem Abgang von Sachanlagevermögen und Immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von 5.480 Tausend EUR (Vorjahr: 916 Tausend EUR).
(3) Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 359.180 Tausend EUR (Vorjahr: 115.163 Tausend EUR) sind im Berichtsjahr im Wesentlichen Aufwendungen für Pensionen nach Artikel 67 Abs. 1 und 2 EGHGB in Höhe von 30.228 Tausend EUR (Vorjahr: 3.987 Tausend EUR), Währungsverluste in Höhe von 98.375 Tausend EUR (Vorjahr: 67.912 Tausend EUR), Kosten für strategische Projekte in Höhe von 62.622 Tausend EUR, Wertberichtigung auf kurzfristige Finanzforderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 84.041 Tausend EUR (Vorjahr: 25.000 Tausend EUR) sowie die Wertberichtigung einer Beteiligung in Höhe von 21.859 Tausend EUR enthalten. Darüber hinaus sind Aufwendungen aus der Weiterverrechnung an Verbundene Unternehmen in Höhe von 55.271 Tausend EUR (Vorjahr: 62.690 Tausend EUR aus Überleitungsrechnung resultieren) und dem Abgang von Sachanlagevermögen in Höhe von 1.581 Tausend EUR (Vorjahr: 1.006 Tausend EUR) enthalten.
(4) Beteiligungsergebnis
Im Beteiligungsergebnis sind Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen mit 9.576 Tausend EUR (Vorjahr: 69.254 Tausend EUR) enthalten.
(5) Zinsergebnis (in Tausend EUR)
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Zinserträge | 5.205 | 5.090 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | (4.796) | (5.006) |
| Zinsaufwendungen | -5.705 | -5.038 |
| davon an verbundene Unternehmen | (-5.460) | (-4.748) |
| Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | -10.566 | -10.327 |
| Gesamt | -11.066 | -10.275 |
Im Zinsergebnis sind im Wesentlichen Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensions- und längerfristigen Personalrückstellungen erfasst. Bei diesen handelt es sich um den Nettoaufwand nach Verrechnung mit Erträgen aus der Vermögensanlage. Die angelegten Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Pensionen und Arbeitszeitguthaben; sie sind dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen. Entsprechend § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden die Vermögenserträge mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung wie folgt verrechnet:
Verrechnung Aufzinsungsaufwendungen/ Vermögenserträge (in Tausend EUR)
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (brutto) | -10.566 | -10.333 |
| Vermögenserträge | 0 | 6 |
| Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (netto) | -10.566 | -10.327 |
(6) Sonstige Steuern
Sonstige Steuern in Höhe von 706 Tausend EUR (Vorjahr: 486 Tausend EUR) beinhalten im Wesentlichen nicht abzugsfähige Umsatzsteuer und Business Tax aus China.
(7) Ertragsteuern
Der Posten Ertragsteuern in Höhe von minus 33.145 Tausend EUR (Vorjahr: minus 2.371 Tausend EUR) beinhaltet im Wesentlichen inländische Ertragssteuern und ausländische Quellensteuer. Für das Geschäftsjahr ergeben sich trotz bestehender steuerlicher Verlustvorträge aufgrund der Mindestbesteuerung Steuerzahlungen in Deutschland.
Erläuterungen zur Bilanz
(8) Anlagevermögen
Die Entwicklung des Anlagevermögens sowie die Aufstellung des Anteilsbesitzes ist den folgenden Seiten zu entnehmen.
Entwicklung des Anlagevermögens (Handelsbilanz) zum 31. März 2017, in Tausend EUR
| 31.3.2016 | Zugänge | Umbuchungen | Abgänge | 31.3.2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltlich erworbene Lizenzen an gewerblichen Schutzrechten | 38.106 | 6.966 | 0 | -23.625 | 21.447 |
| Summe | 38.106 | 6.966 | 0 | -23.625 | 21.447 |
| Sachanlagen | |||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte u. Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken | 6.357 | 4.030 | 751 | -9.767 | 1.371 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 384.245 | 51.852 | 19.428 | -412.369 | 43.156 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 96.506 | 15.237 | 3.358 | -86.600 | 28.501 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 31.286 | 17.603 | -23.537 | -21.134 | 4.218 |
| Summe | 518.394 | 88.722 | 0 | -529.870 | 77.246 |
| Finanzanlagen | |||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 490.924 | 2.638.924 | -1.021.786 | -1.544.889 | 563.173 |
| Beteiligungen* | 0 | 0 | 1.021.786 | 0 | 1.021.786 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 7.395 | 4.088 | 0 | -5.219 | 6.264 |
| Summe | 498.319 | 2.643.012 | 0 | -1.550.108 | 1.591.223 |
| Summe Anlagevermögen | 1.054.819 | 2.738.700 | 0 | -2.103.603 | 1.689.916 |
| Abschreibungen 31.3.2016 | Abschreibungen des Geschäftsjahres | Umbuchungen | Abgänge | Abschreibungen 31.3.2017 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltlich erworbene Lizenzen an gewerblichen Schutzrechten | 27.624 | 4.612 | 0 | -13.144 | 19.092 |
| Summe | 27.624 | 4.612 | 0 | -13.144 | 19.092 |
| Sachanlagen | |||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte u. Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken | 4.201 | 534 | 0 | -4.133 | 602 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 185.894 | 22.118 | 0 | -177.293 | 30.719 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 59.876 | 7.973 | 0 | -46.148 | 21.701 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 249.971 | 30.625 | 0 | -227.574 | 53.022 |
| Finanzanlagen | |||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 0 | 21.859 | 0 | 0 | 21.859 |
| Beteiligungen* | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 0 | 21.859 | 0 | 0 | 21.859 |
| Summe Anlagevermögen | 277.595 | 57.096 | 0 | -240.718 | 93.973 |
| Buchwert 31.3.2016 | Buchwert 31.3.2017 | |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene Lizenzen an gewerblichen Schutzrechten | 10.482 | 2.355 |
| Summe | 10.482 | 2.355 |
| Sachanlagen | ||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte u. Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken | 2.156 | 769 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 198.351 | 12.437 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 36.630 | 6.800 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 31.286 | 4.218 |
| Summe | 268.423 | 24.224 |
| Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 490.924 | 541.314 |
| Beteiligungen* | 0 | 1.021.786 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 7.395 | 6.264 |
| Summe | 498.319 | 1.569.364 |
| Summe Anlagevermögen | 777.224 | 1.595.943 |
* Erläuterung zur Beteiligungsveränderung siehe unter Sonstiges, Kapitel 23
Aufstellung des Anteilsbesitzes der EPCOS AG, München, gem. § 285 Nr. 11 HGB zum 31. März 2017 (Angaben Basis IFRS)
| Tochtergesellschaften | Eigenkapital in Tsd. EUR |
Ergebnis in Tsd. EUR |
Kapitalanteil in Prozent |
|---|---|---|---|
| Deutschland | |||
| TDK-EPC AG & Co. KG, Berlin | 14.456 | 809 | 100 |
| Herrmann Beteiligungs GmbH, Berlin | 51 | 2 | 100 |
| Europa ohne Deutschland | |||
| Becromal Iceland ehf, Akureyri/Island | (37.547) | (38.733) | 100 |
| Becromal S.p.A., Rozzano, Mailand/Italien | 93.881 | 32.684 | 100 |
| EPCOS Beteiligungs GmbH, Deutschlandsberg/Österreich | 144.689 | (379) | 100 |
| EPCOS Lagerbetriebs GmbH, Deutschlandsberg/Österreich | 72 | 32 | 100 |
| EPCOS OHG, Deutschlandsberg/Österreich | 100.500 | 36.861 | 100 |
| EPCOS Verwaltungsgesellschaft m.b.H., Deutschlandsberg/Österreich | 154.635 | 36 | 100 |
| EPCOS Croatia d.o.o., Kutina/Kroatien | 3.224 | 369 | 100 |
| EPCOS Netherlands B.V., Nijmegen/Niederlande | 2.164 | 85 | 100 |
| EPCOS Schweiz Vertriebs GmbH, Baden/Schweiz | 241 | 25 | 100 |
| EPCOS s.r.o., Šumperk/Tschechien | 39.724 | 4.187 | 100 |
| EPCOS Elektronikai Alkatrész Kft., Szombathely/Ungarn | 47.190 | 5.648 | 100 |
| EPCOS Electronic Components S.A.U., Malaga/Spanien | 34.615 | 15.363 | 100 |
| Tronic's Microsystems SA, Crolles/ Frankreich | 13.667 | (1.038) | 74,67 |
| Asien | |||
| EPCOS (China) Investment Ltd., Shanghai/China | 575.337 | 292.544 | 100 |
| EPCOS (Shanghai), Ltd., Shanghai/China | 5.537 | 1.557 | 100 |
| EPCOS (Xiamen) Co., Ltd., Xiamen/China | 23.317 | 1.365 | 60 |
| EPCOS (Xiaogan) Co., Ltd., Xiaogan/China | 5.839 | 2.247 | 76 |
| EPCOS (Zhuhai) Co., Ltd., Zhuhai/China | 46.610 | 20.870 | 100 |
| EPCOS (Zhuhai FTZ) Co., Ltd., Zhuhai/China | 60.521 | 29.588 | 100 |
| EPCOS Limited, Hong Kong/China | 76.921 | 74.625 | 100 |
| EPCOS Electronic (Wuxi) Co., Ltd., Wuxi/China | 16.640 | 228 | 100 |
| EPCOS India Private Ltd., Kalyani/Indien | 39.535 | 2.909 | 100 |
| PT. EPCOS Indonesia, Batam/Indonesien | 5.013 | 40 | 100 |
| EPCOS RDC SDN. BHD., Johor Bahru/Malaysia | 28.580 | 5.713 | 100 |
| EPCOS SDN. BHD., Johor Bahru/Malaysia | 12.530 | 4.893 | 100 |
| EPCOS Components PTE LTD, Singapur | 6.511 | 504 | 100 |
| EPCOS Korea LLC, Seoul/Südkorea | 3.895 | 1.238 | 100 |
| EPCOS Taiwan Co. Ltd., Taipei/Taiwan | 441 | (23) | 100 |
| Amerika | |||
| EPCOS Inc., Iselin, New Jersey/USA (Teilkonzern) | 21.674 | 9.906 | 100 |
| EPCOS do Brasil Ltda., Gravatal/Brasilien | 72.092 | 17.656 | 100 |
| Tronics MEMS Inc., Dallas/USA | (2.024) | (923) | 70,24 |
| Assoziierte Unternehmen Asien | |||
| RF360 Holdings Singapore Pte. Ltd., Singapur 1) | 49 | ||
| Chinatronics Ltd., Hong Kong/China | (136) | (17) | 36,59 |
1) Für dieses Unternehmen ist noch kein Jahresabschluss erstellt
(9) Vorräte zum 31. März (in Tausend EUR)
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 2.006 | 7.073 |
| Unfertige Erzeugnisse | 1.077 | 15.835 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 9.688 | 12.592 |
| Unverrechnete Lieferungen und Leistungen | 65 | 50 |
| Gesamt | 12.836 | 35.550 |
(10) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögensgegenstände haben eine Laufzeit von unter einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen stellen sich wie folgt dar:
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen zum 31. März (in Tausend EUR) |
2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 49.319 | 237.560 |
| Kurzfristige Finanzforderungen | 217.563 | 305.891 |
| Langfristige Finanzforderungen | 0 | 23.028 |
| Sonstige Forderungen | 25.871 | 100.005 |
| Gesamt | 292.753 | 666.484 |
Die Veränderung der kurzfristige Finanzforderungen gegen verbundene Unternehmen resultiert im Wesentlichen aus einer Wertberichtigung.
Sonstige Vermögensgegenstände enthalten einen Teil des Kaufpreises, der im kommenden Geschäftsjahr in Höhe von rund 204 Millionen EUR zur Auszahlung kommt.
(11) Rechnungsabgrenzungsposten
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen die Lizenzabgrenzung in Höhe von 888 Tausend EUR (Vorjahr: 935 Tausend EUR).
(12) Derivative Finanzinstrumente
Im Rahmen des Risikomanagements des Unternehmens wird eine Reihe von derivativen Finanzinstrumenten eingesetzt, um Risiken, die hauptsächlich aus Wechselkursschwankungen resultieren, zu begrenzen. Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Übersicht der zum 31. März bestehenden derivativen Finanzinstrumente. Korrespondierende Geschäfte mit verbundenen Unternehmen sind nicht enthalten.
| Derivative Finanzinstrumente zum 31. März (in Tausend EUR) |
Nominalvolumen | Marktwert | ||
|---|---|---|---|---|
| 2017 | 2016 | 2017 | 2016 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Währungsderivate* | 923.496 | 278.829 | 1.745 | 4.017 |
| Rohstoffterminkontrakte | 3.840 | 4.115 | 1.361 | (358) |
* In den Währungsderivaten sind derivative Finanzinstrumente nach § 254 HGB (Bildung von Bewertungseinheiten) in Höhe von 554.594 Tausend EUR enthalten. Diese derivativen Finanzinstrumente sichern teilweise in einer Höhe von 600.000 Tausend USD das sich aus der Beteiligung an der RF360 Holdings Singapore Pte. Ltd., Singapur, ergebende Währungsrisiko im Zusammenhang mit der mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erwarteten Ausübung der mit Qualcomm vereinbarten Call-/Put-Option. Diese derivativen Finanzinstrumente haben eine Laufzeit bis zum 9. März 2018, wobei eine Verlängerung geplant ist. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wurde nach der Critical-Term-Match-Methode festgestellt.
Die Nominalbeträge der derivativen Finanzgeschäfte übersteigen nicht die Kauf- oder Verkaufsbeträge bzw. die Kontraktwerte der gesicherten Grundgeschäfte.
Als Marktwert eines Finanzinstruments gilt der Betrag, der zwischen vertragswilligen und unabhängigen Vertragspersonen unter aktuellen Marktbedingungen erzielt werden kann. Bei der Bestimmung des Marktwerts eines derivativen Finanzinstruments bleiben Kompensationseffekte aus den Grundgeschäften (z.B. schwebende Geschäfte und antizipierte Transaktionen) unberücksichtigt.
Im Einzelnen bestimmt sich der Marktwert für die unterschiedlichen Derivate wie folgt:
| Währungsderivate | Der Marktwert von Devisentermingeschäften und Devisenoptionen bestimmt sich in Abhängigkeit von Devisenterminkursen. |
| Rohstoffterminkontrakte | Der Marktwert von Rohstoffsicherungsgeschäften ergibt sich aus der Gegenüberstellung von Tagespreis und Ausübungspreis. |
Die Vertragspartner des Unternehmens bei derivativen Finanzinstrumenten sind Banken erstklassiger Bonität.
In den folgenden Bilanzposten sind die nach handelsrechtlichen Vorschriften bilanzierungsfähigen derivativen Finanzinstrumente mit den angegebenen Buchwerten erfasst:
| Sonstige Rückstellungen zum 31. März (in Tausend EUR) |
2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Derivative Finanzinstrumente | 4.185 | 3.360 |
(13) Gezeichnetes Kapital
(1) Grundkapital
Die Gesellschaft verfügt zum 31. März 2017 über ein Grundkapital von 66.682.270 EUR, eingeteilt in 66.682.270 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1 EUR je Stück.
(2) Bedingtes Kapital
Die Gesellschaft verfügt zum 31. März 2017 bzw. 31. März 2016 über kein Bedingtes Kapital.
(14) Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage enthält im Wesentlichen Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien der EPCOS AG.
(15) Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen sind gegenüber dem Vorjahr unverändert.
(16) Bilanzgewinn
Der Bilanzgewinn setzt sich wie folgt zusammen:
| Bilanzgewinn zum 31. März in Tausend EUR) |
2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Gewinnvortrag 1. April | 11.492 | 33.665 |
| Jahresüberschuss/- fehlbetrag | 1.095.027 | -22.173 |
| Bilanzgewinn | 1.106.519 | 11.492 |
Aufsichtsrat und Vorstand beabsichtigen, der Hauptversammlung vorzuschlagen, von dem zum 31. März 2017 ausgewiesenen Bilanzgewinn der EPCOS AG in Höhe von 1.106.518.705,89 EUR eine Dividende von 210.000.000,00 EUR auszuschütten und den Restbetrag in Höhe von 896.518.705,89 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.
(17) Rückstellungen
Pensionsrückstellungen
Durch die vollständige Zuführung des noch ausstehenden Unterschiedsbetrags aus der BilMoG Umstellung gibt es keinen Unterschied mehr zwischen dem versicherungsmathematischen Gutachten und der bilanzierten Verpflichtung (im Vorjahr: 30.228 Tausend EUR).
| Verpflichtung, Vermögen und Rückstellung aus Pensionsverpflichtungen zum 31. März (in Tausend EUR) |
2017 | 2016 |
|---|---|---|
| 1. Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 220.421 | 228.716 |
| 2. Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | -9.490 | -14.424 |
| 3. Nettopensionsverpflichtung (= Verpflichtung minus Planvermögen) | 210.931 | 214.292 |
Die Anschaffungskosten des zu verrechnenden Vermögens entsprechen dem Zeitwert. Bei den Vermögensgegenständen handelt es sich um EUR-Anlagen im Geldmarkt mit Laufzeiten von jeweils längstens achtzehn Monaten.
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Vorsorgen im sonstigen Personalbereich in Höhe von 9.150 Tausend EUR (Vorjahr: 14.515 Tausend EUR). Davon entfällt ein Anteil in Höhe von 1.936 Tausend EUR (Vorjahr: 3.046 Tausend EUR) auf die Rückstellung für Altersteilzeit.
Die Verpflichtungen im sonstigen Personalbereich wurden mit Vermögenswerten im Sinne des § 246 Abs. 2 HGB wie folgt verrechnet:
| Verpflichtung, Vermögen und Rückstellung aus Altersteilzeit zum 31. März (in Tausend EUR) |
2017 | 2016 |
|---|---|---|
| 1. Rückstellung für Altersteilzeit | 3.513 | 5.677 |
| 2. Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | -1.577 | -2.631 |
| 3. Nettoverpflichtung (= Verpflichtung minus Planvermögen) | 1.936 | 3.046 |
Die Anschaffungskosten des zu verrechnenden Vermögens entsprechen dem Zeitwert. Bei den Vermögensgegenständen handelt es sich um EUR-Anlagen im Geldmarkt mit Laufzeiten von jeweils längstens achtzehn Monaten.
Ferner sind Rückstellungen für derivative Finanzinstrumente in Höhe von 4.185 Tausend EUR (Vorjahr: 3.360 Tausend EUR) enthalten. Im Vorjahr waren weiterhin Rückstellungen für Lizenzen in Höhe von 3.254 Tausend EUR sowie für Rückbauverpflichtungen in Höhe von 2.988 Tausend EUR enthalten.
(18) Verbindlichkeiten zum 31. März (in Tausend EUR)
die Restlaufzeiten gliedern sich wie folgt:
| 2017 | 2016 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamt | bis 1 Jahr | 1-5 Jahre | über 5 Jahre | Gesamt | bis 1 Jahr | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2 | 2 | 0 | 0 | 27 | 27 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 16.582 | 16.582 | 0 | 0 | 46.323 | 45.281 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 369.637 | 369.637 | 0 | 0 | 739.535 | 539.535 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 22.782 | 22.782 | 0 | 0 | 74.422 | 74.422 |
| Gesamt | 409.003 | 409.003 | 0 | 0 | 860.307 | 659.265 |
| 2016 | ||
|---|---|---|
| 1-5 Jahre | über 5 Jahre | |
| --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1 .042 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 200.000 | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 0 | 0 |
| Gesamt | 201.042 | 0 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten im Wesentlichen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 200.002 Tausend EUR (Vorjahr: 505.000 Tausend EUR) gegenüber dem TDK Konzern und Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 148.664 Tausend EUR (Vorjahr: 121.865 Tausend EUR). Die Sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Steuerschulden in Höhe von 1.459 Tausend EUR (Vorjahr: 2.769 Tausend EUR) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 318 Tausend EUR (Vorjahr: 614 Tausend EUR). Besicherungen bestehen nicht.
Sonstige Angaben
(19) Materialaufwand (in Tausend EUR)
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 1.362.715 | 1.183.982 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 151.210 | 126.349 |
| Gesamt | 1.513.925 | 1.310.331 |
(20) Personalaufwand (in Tausend EUR)
| 2017 | 2016 | |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 154.448 | 149.834 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung | 21.335 | 21.234 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 15.040 | 18.238 |
| Gesamt | 190.823 | 189.306 |
Die Aufwendungen für Altersversorgung sind um den Zinsanteil der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von 10.566 Tausend EUR (Vorjahr: 10.333 Tausend EUR) gekürzt. Dieser Betrag wird als Aufwand im Zinsergebnis ausgewiesen.
Anzahl von Mitarbeitern zum Stichtag 31. März in folgenden Funktionen:
| Personalstruktur | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Produktion | 406 | 1.345 |
| Vertrieb | 122 | 156 |
| Forschung und Entwicklung | 132 | 291 |
| Verwaltung und allgemeine Dienste | 76 | 73 |
| Gesamt | 736 | 1.865 |
Durchschnittlich waren im Geschäftsjahr 1.756 (Vorjahr: 1.807) Mitarbeiter beschäftigt.
Der Mitarbeiterrückgang resultiert aus der Übertragung des OFW-Komponenten-Geschäfts an RF360, siehe auch unter Sonstiges, Kapitel 23.
(21) Organe der Gesellschaft und deren Vergütung
1. Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2017 (Stichtag: 31. März 2017)
| Dr. Werner Faber | Vorsitzender; ehemaliges Mitglied des Vorstands der EPCOS AG. |
| Takehiro Kamigama (bis 2.8.2016) | Chairman und Representative Director der TDK Corporation, Japan. |
| Shigenao Ishiguro (ab 2.8.2016) | Representative Director, President and Chief Executive Officer der TDK Corporation, Japan. |
| Dr. Bodo Lüttge | Stellvertreter des Vorsitzenden; Ehemaliges Mitglied des Vorstands der EPCOS AG; Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats bei der Messer Group GmbH. |
| Seiji Osaka | Senior Vice President der TDK Corporation, Japan; General Manager der Electronic Components Sales & Marketing Group. |
| Noboru Saito | Director und Senior Vice President der TDK Corporation, Japan; General Manager der Global Strategy HQ. |
| Dominik Asam | Executive Vice President und Mitglied des Vorstands der Infineon Technologies AG. |
| Gültekin Demirel (bis 3.2.2017) | Stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der EPCOS AG; Vorsitzender des Betriebsrats der RF360 Europe GmbH. |
| Peter Hoffmann (ab 7.3.2017) | Betriebsratsvorsitzender der Betriebsstätte Heidenheim der EPCOS AG. |
| Murat Karahan (bis 3.2.2017) | Einrichter bei der RF360 Europe GmbH. |
| Hans-Jörg Napravnik | Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle Heidenheim. |
| Joachim Niestroj (bis 3.2.2017) | Business Development SAW bei der RF360 Europe GmbH. |
| Ludwig Krieger (ab 3.2.2017) | Senior Vice President, Sales Corporate Department, EPCOS AG. |
| Michael Pfeiffer | Gewerkschaftssekretär der IG Metall Verwaltungsstelle München. |
| Claus Ryschawy | Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats; Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der EPCOS AG; Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der RF360 Europe GmbH; Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats des EPCOS Konzerns. |
| Barbara Zufall (ab 3.2.2017) | Interne SAP-Beraterin bei der EPCOS AG; Mitglied des Betriebsrats der RF360 Europe GmbH. |
2. Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2017 (Stichtag 31. März 2017)
| Joachim Zichlarz | Vorsitzender des Vorstands, Chief Executive Officer (CEO) und Chief Financial Officer (CFO), Kaufmännische Leitung (BA), Personal (HR), Recht (LD), Informationstechnik und Logistik (ITL), Revision (IA), Corporate Strategic Planning (CSP). |
| Dr. Norbert Hess | Chief Operating Officer (COO), Geschäftsbereiche Capacitors (CAP) (inkl. Becromal), Magnetics (MAG), Piezo and Protection Devices (PPD), Sensors (SEN), Technologie und Qualität (TQ), Innovationsmanagement, R&D Center Europe (R&D CE). |
| Christian Block (bis 3.2.2017) | Chief Technology Officer (CTO); Geschäftsbereich SAW, Innovationsmanagement, Bereichsübergreifende Koordination F&E-Aktivitäten. |
| Joachim Thiele | Chief Sales Officer (CSO); Vertrieb (S) und Corporate Communications (CC). |
3. Vergütung des Aufsichtsrats
Die Vergütungen für den Aufsichtsrat betrugen im Berichtszeitraum insgesamt 295 Tausend EUR (Vorjahr: 312 Tausend EUR).
4. Vergütung des Vorstands
a. Gesamtbezüge
Die Gesamtbezüge der drei (bis zum 3. Februar 2017 vier) Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2017 betrugen 2.800 Tausend EUR (Vorjahr: 2.440 Tausend EUR). Davon entfielen 1.267 Tausend EUR (Vorjahr: 1.274 Tausend EUR) auf erfolgsunabhängige Vergütungsbestandteile und 1.533 Tausend EUR (Vorjahr: 1.166 Tausend EUR) auf erfolgsbezogene Vergütungsbestandteile.
Die Beträge sind dem Geschäftsjahr zugeordnet, für das die variable Vergütungskomponente gezahlt wurde. Die tatsächliche Auszahlung erfolgt im Juni des nächsten Geschäftsjahres.
b. Ruhegehaltszusagen Jahresbetrag
Die Jahresbeträge der am 31. März 2017 an die drei Vorstandsmitglieder erteilten Ruhegehaltszusagen betrugen im Geschäftsjahr 2017 zusammen 270 Tausend EUR (Vorjahr: 300 Tausend EUR).
c. Pensionsrückstellungen
Die Pensionsrückstellungen für die Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2017 haben sich nach HGB insgesamt um rund 1.526 Tausend EUR erhöht (Vorjahr: 771 Tausend EUR).
d. Ehemalige Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen
An ausgeschiedene Vorstandsmitglieder hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2017 Bezüge in Höhe von insgesamt 563 Tausend EUR (Vorjahr: 563 Tausend EUR) gezahlt. Darüber hinaus gehende Ansprüche wurden entweder von der Siemens AG, München erfüllt oder sind bereits abgewickelt. Die Rückstellungen für Pensionsansprüche dieses Personenkreises betrugen zum 31. März 2017 nach HGB insgesamt 11.261 Tausend EUR und zum 31. März 2016 beliefen sie sich auf 9.855 Tausend EUR.
e. Sonstiges
Den Vorstandsmitgliedern wurden weder Vorschüsse oder Kredite gewährt, noch wurden für sie Haftungsverhältnisse eingegangen.
(22) Haftungsverhältnisse
Die EPCOS AG ist Verpflichtungen aus Konzern-Garantien in Höhe von 44.355 Tausend EUR (Vorjahr: 3.540 Tausend EUR) sowie Patronatserklärungen in Höhe von 218 Tausend EUR (Vorjahr: 218 Tausend EUR) eingegangen. Diese waren komplett zu Gunsten von Banken zur Besicherung lokaler Kreditlinien (42.500 Tausend EUR zugunsten der Deutsche Bank Indien) und Vermietern (Mietkaution) bzw. im Falle der 100-prozentigen Tochtergesellschaft Becromal S.p.A., Mailand/ Italien, zugunsten von Material- bzw. Stromlieferanten.
Auf Basis der derzeitigen Liquiditätssituation und Planung wird keine Inanspruchnahme der abgegebenen Garantien bzw. Patronatserklärungen in absehbarer Zukunft erwartet.
Als Gesellschafterin der EPCOS OHG, Deutschlandsberg/ Österreich, und der TDK-EPC AG & Co. KG, Berlin; haftet die EPCOS AG gesamtschuldnerisch und unbeschränkt.
Es bestehen weiterhin generelle Risiken aus der allgemeinen Geschäftstätigkeit, die nachfolgend kurz erläutert werden:
Die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften sind im Hinblick auf verschiedene Streitgegenstände und Angelegenheiten Partei in einigen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren. Nach Meinung des Vorstands, der sich dabei auf Aussagen der Rechtsberater der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften stützt, werden diese Rechtsstreitigkeiten und Verfahren allerdings selbst für den Fall ihres negativen Ausgangs keine wesentlichen Auswirkungen auf die finanzielle Situation oder das Ergebnis der Gesellschaft haben.
Die Gesellschaft unterliegt in jedem für ihre Betriebstätigkeit relevanten Rechtssystem einer Vielzahl von Umweltschutzbestimmungen, die z.B. Emissionen, Abwasserentsorgung und Lagerung von gefährlichen Materialien und Abfällen regeln. Diese Vorschriften werden auch für die zukünftige Geschäftstätigkeit des Unternehmens eine bedeutende Rolle spielen.
Unabhängig davon ist allerdings nicht auszuschließen, dass es in Zukunft Fälle geben könnte, in denen die Gesellschaft im Zusammenhang mit Umweltschutzbestimmungen Auflagen zu erfüllen hat, in die Haftung genommen wird oder Straf- oder Bußgeldern unterliegt. Ebenfalls ist nicht auszuschließen, dass zukünftige Novellierungen in Umweltgesetzgebungen die Gesellschaft zu substantiellen finanziellen Aufwendungen zwingen, die erhebliche negative Auswirkungen auf die finanzielle Lage bzw. das Ergebnis der Gesellschaft haben könnten.
(23) Sonstige finanzielle Verpflichtungen und außerbilanzielle Geschäfte
Bestellobligo
Die Gesellschaft hat aus Bestellungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Dienstleistungen langfristige Verpflichtungen in Höhe von 12,7 Millionen EUR. Ferner bestehen langfristige Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 8,3 Millionen EUR.
Konsignationslager
Die Gesellschaft hat mit verschiedenen Lieferanten Verträge über Konsignationslagerentnahmen abgeschlossen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Vorräte in Höhe von ca. 38,3 Millionen EUR (Vorjahr: ca. 38,4 Millionen EUR) über Konsignationslager erworben. Die Gründe für die Schaffung von Konsignationslagern waren unter anderem die Senkung des Vorratsbestands und die Erhöhung der Verfügbarkeit. Durch die Abrechnung nach Entnahme verringert sich die Kapitalbindung. Eine gleichbleibende Qualität der Produkte ist aufgrund gleicher Lieferanten gesichert. Ein Risiko besteht in der Lieferantenbindung.
Leasing
Am Bilanzstichtag bestehen Zahlungsverpflichtungen aus langfristigen Miet- und Leasing-Verträgen in Höhe von 29.464 Tausend EUR (Vorjahr: 150.107 Tausend EUR).
Die bilanzielle Behandlung von Leasing-Transaktionen (Leasing-Verhältnisse) hängt davon ab, ob der jeweilige Geschäftsvorfall als Finanzierungs-Leasing oder als Operating-Leasing klassifiziert wird. Ein Leasing-Verhältnis wird dann als Finanzierungs-Leasing klassifiziert, wenn im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Leasingnehmer übertragen werden. Die im Rahmen von Finanzierungs-Leasing gemietete Vermögenswerte, aktiviert die Gesellschaft und weist eine korrespondierende Verpflichtung aus. Nutzt die Gesellschaft Vermögenswerte im Rahmen von Operating-Leasing-Verträgen, werden die entsprechenden Leasing-Zahlungen linear über die Laufzeit in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Operating-Leasing:
Derzeit least die Gesellschaft diverse Einrichtungen für Fertigung, Geschäftsführung und Verwaltung sowie verschiedene Ausrüstungsgegenstände unter Operating-Leasing-Verträgen. Die Summe der zukünftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen stellt sich wie folgt dar:
| Zukünftige Mindestzahlungen Zum 31. März (in Tausend EUR) |
Operating-Leasing-Verhältnisse | |
|---|---|---|
| 2017 | 2016 | |
| --- | --- | --- |
| Bis zu einem Jahr | 3.573 | 20.984 |
| Zwischen einem und fünf Jahre | 15.413 | 88.072 |
| Länger als fünf Jahre | 10.478 | 41.051 |
| Gesamt | 29.464 | 150.107 |
In dem zum 31. März 2017 endenden Geschäftsjahr sind Aufwendungen aus Operating-Leasing-Verhältnissen in Höhe von 17.526 Tausend EUR (Vorjahr: 13.558 Tausend EUR) erfolgswirksam erfasst worden.
Der Rückgang resultiert aus der der Übertragung des OFW-Komponenten-Geschäfts an RF360, siehe auch unter Sonstiges.
Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen
Nahe stehende Unternehmen und Personen sind juristische oder natürliche Personen, die auf die EPCOS AG Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die EPCOS AG unterliegen.
Transaktionen mit nahe stehenden Unternehmen wurden zu marktüblichen Konditionen durchgeführt.
Sonstiges
EPCOS hat zum Closing am 3. Februar 2017 den Großteil seines Geschäfts mit OFW-Komponenten zunächst an die neu gegründete RF360 Holdings Singapore Pte Ltd. ("RF360") sowie an Qualcomm Global Trading PTE. Ltd. ("Qualcomm") direkt oder indirekt übertragen. In einem weiteren Schritt übertrug EPCOS 51 Prozent seiner Anteile an RF360 an Qualcomm. Für die von EPCOS weiterhin gehaltene 49-Prozent-Beteiligung an RF360 besteht zwischen EPCOS und Qualcomm jeweils eine Put-/Call-Option, mit einem festgelegten Ausübungspreis von USD 1.150 Millionen, die ab dem 2. August 2019 innerhalb von 60 Tagen von Qualcomm bzw. EPCOS ausgeübt werden kann. Die Bewertung bei Zugang der Beteiligung erfolgte zu Anschaffungskosten in Höhe von 1.021,8 Millionen EUR, abgeleitet aus dem Ausübungspreis von 1.150 Millionen USD der Put-/Call-Option.
Die Ermittlung des finalen Kaufpreises enthält weitere Bestandteile, die gemäß Verkaufsvertrag einer Überprüfung durch beide Parteien unterliegen. Der finale Kaufpreis kann sich künftig aufgrund dieser Überprüfung sowie des bedingten Kaufpreisbestandteils ändern. Der Kaufpreis enthält weiterhin für die nächsten drei Jahre eine vom Geschäftsvolumen der RF360 abhängige Komponente. Im Geschäftsjahr wurden auf Basis von Mitteilung der RF360 hieraus sonstige betriebliche Erträge in Höhe von EUR 6,3 Millionen erfasst.
Aus der Transaktion zeigt EPCOS noch offene Forderungen an Qualcomm. Der Hauptbestandteil ist ein vertraglich bedingter Einbehalt in Höhe von 230 Millionen USD, der zu jeweils 50 Prozent nach 6 und 12 Monaten nach Closing ausgezahlt werden soll.
In diesem Zusammenhang sind die nachfolgend dargestellten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit wirtschaftlicher Wirkung zum 3. Februar 2017 abgegangen.
| Übertragene Vermögenswerte und Schulden zum 3. Februar 2017 (in Millionen EUR) |
|
|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 5,4 |
| Sachanlagen | 281,2 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 1.544,9 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 2,3 |
| Vorräte | 27,0 |
| Forderungen | 404,0 |
| Summe der Vermögenswerte | 2.264,8 |
| Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 55,5 |
| Sonstige Rückstellungen | 14,2 |
| Verbindlichkeiten | 102,7 |
| Summe der Rückstellungen | 172,4 |
| Übertragenes Nettovermögen | 2.092,4 |
(24) Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG
TDK Corporation und verbundene Unternehmen
a) Die TDK Germany GmbH, Düsseldorf, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 21. Oktober 2008 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der EPCOS AG am 17. Oktober 2008 die Schwellen von 3 Prozent, 5 Prozent, 10 Prozent, 15 Prozent, 20 Prozent, 25 Prozent und 30 Prozent überschritten hat und zu diesem Tag 35,96 Prozent (das entspricht 23.890.050 Stimmrechten) betrug.
b) Die TDK-EPC Corporation, Tokio/Japan, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 5. Oktober 2009 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der EPCOS AG am 1. Oktober 2009 die Schwellenwerte von 3 Prozent, 5 Prozent, 10 Prozent, 15 Prozent, 20 Prozent, 25 Prozent, 30 Prozent, 50 Prozent und 75 Prozent überschritten hat und zu diesem Tag 95,82 Prozent (63.897.064 Stimmrechte) betrug. Davon werden der TDK-EPC Corporation 30.244.901 Stimmrechte, entsprechend einem Stimmrechtsanteil von 45,36 Prozent, gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet. Der TDK-EPC Corporation zugerechnete Stimmrechte werden dabei über die TDK Germany GmbH gehalten, die von der TDK-EPC Corporation kontrolliert wird, und deren Stimmrechtsanteil an der EPCOS AG 3 Prozent oder mehr beträgt.
Zum 31. März 2017 bzw. 2016 wurden die Stimmrechte an der EPCOS AG von der TDK-EPC Corporation, Tokio/Japan, zu 54,6 Prozent und von der TDK Germany GmbH, Düsseldorf, zu 45,4 Prozent gehalten.
(25) Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Wesentliche Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag mit Auswirkung auf den Jahresabschluss sind nicht eingetreten.
Neuerungen im Aufsichtsrat
Von grundsätzlicher struktureller Bedeutung sind hingegen folgende zwei Sachverhalte:
1. Übergang der EPCOS AG von der paritätischen Mitbestimmung in die Drittelparität
Im Zusammenhang mit dem operativen Start des Joint Ventures RF360 sank die Anzahl der Beschäftigten des EPCOS Konzerns in der Bundesrepublik Deutschland nachhaltig unter 2000, blieb aber deutlich über der Marke von 500. Damit unterfiel die EPCOS AG nicht mehr der paritätischen Mitbestimmung, sondern lediglich noch der sogenannten Drittelparität (also dem "Gesetz über die Drittelbeteiligung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat"). Mithin wurde es erforderlich, die Vertretungsverhältnisse im Aufsichtsrat der EPCOS AG zu ändern und sicherzustellen, dass der Aufsichtsrat nicht mehr jeweils zur Hälfte aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer besteht, sondern nur noch zu einem Drittel aus Vertretern der Arbeitnehmer und zu zwei Dritteln aus Vertretern der Anteilseigner.
Um diese Vorgabe umzusetzen und gleichzeitig die Gesamtzahl der Mitglieder des Aufsichtsrats an die Verkleinerung der Belegschaft der EPCOS AG anzupassen, wurde am 17. Mai 2017 eine außerordentliche Hauptversammlung der EPCOS AG durchgeführt. Diese beschloss zum einen die Änderung der Satzung, wonach der Aufsichtsrat nicht mehr aus 12, sondern nur noch aus 6 Mitgliedern zu bestehen hat und wählte zum anderen die 4 Aufsichtsratsmitglieder, die im neuen drittelparitätisch zu besetzenden Aufsichtsrat die Anteilseigner vertreten. Gewählt wurden im Zuge dessen die Herren Dr. Faber, Dr. Lüttge, Keller und Osaka. Mit Schreiben vom 18. Mai 2017 beantragte der Vorstand der EPCOS AG außerdem beim Registergericht München, die Herren Hoffmann und Ryschawy gerichtlich als die beiden Vertreter der Arbeitnehmer in den Aufsichtsrat der EPCOS AG zu bestellen. Der Antrag wurde mit Beschluss vom 8. Juni 2017 umgesetzt.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts (Juni 2017) hatten die Vorbereitungen zur Wahl der beiden Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat durch die in Deutschland ansässigen Arbeitnehmer des EPCOS Konzerns bereits begonnen. Diese Wahl wird voraussichtlich im Herbst 2017 abgeschlossen sein. Abhängig vom Ergebnis dieser Wahl bleiben die gerichtlich bestellten Arbeitnehmervertreter entweder im Amt oder werden durch neu gewählte Kandidaten abgelöst.
2. Neuaufstellung bzw. Neuwahl des Betriebsrats München der EPCOS AG
Ebenfalls im Zusammenhang mit dem oben genannten Closing ist der jedenfalls für den Standort München wesentliche Betriebsteil - und damit im betriebsverfassungsrechtlichen Sinne die sogenannte Betriebsidentität der EPCOS AG - auf eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des neu gegründeten Joint Ventures RF360 Holdings Singapore Pte. Ltd., nämlich die RF360 Europe GmbH, übergegangen. Damit wurde im Wege der rechtlichen Fiktion der bisherige Betriebsrat München der EPCOS AG zum Betriebsrat der RF360 Europe GmbH.
Der Betriebsrat der RF360 Europe GmbH übte außerdem ab Closing ein Übergangsmandat für die EPCOS AG aus. Das Übergangsmandat endete mit der Wahl eines neuen Betriebsrats der EPCOS AG für den Standort München. Diese Wahl wurde am 27. April 2017 durchgeführt.
(26) Offenlegung
Der Jahresabschluss und der Lagebericht und Konzernlagebericht der EPCOS AG für das Geschäftsjahr 2017 werden beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und sind über die Internetseite des Unternehmensregisters zugänglich.
Die EPCOS AG stellt in Anwendung von § 315a HGB einen Konzernabschluss nach IFRS und einen Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns auf. Der Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr 2017 werden beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und sind über die Internetseite des Unternehmensregisters zugänglich.
(27) Abschlussprüferhonorar
Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar braucht nicht angegeben zu werden, da es in den Angaben im Konzernanhang der EPCOS AG enthalten ist.
(28) Konzernverhältnisse
Der kleinste Konzernabschluss, in den dieser Jahresabschluss einbezogen wird, ist der Konzernabschluss der EPCOS AG. Der Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen, in den dieser Jahresabschluss einbezogen wird, ist der Konzernabschluss der TDK Corporation, Tokio/Japan. Der Konzernabschluss der TDK Corporation ist bei dieser erhältlich.
München, den 30. Juni 2017
Zichlarz
Thiele
Dr. Hess
Lagebericht und Konzernlagebericht
der EPCOS AG, München
Jahresabschluss 31. März 2017
ALLGEMEINES
Die EPCOS AG, ein Unternehmen der TDK Corporation ("TDK"), ist ein führender Hersteller passiver Bauelemente und Systeme mit Sitz in München, Deutschland. Mit seinem breit gefächerten Portfolio bietet EPCOS ein umfassendes Produkt- und Leistungsangebot aus einer Hand. Das Unternehmen konzentriert sich auf schnell wachsende und technologisch anspruchsvolle Märkte auf den Gebieten der Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Automobil-, Industrie- und der Konsum-Elektronik. EPCOS verfügt weltweit über rund 20 Entwicklungs- und Fertigungsstandorte sowie ein engmaschiges Vertriebsnetz außerhalb Europas.
Den Vertrieb in Europa hat mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Oktober 2014 die TDK Europe GmbH ("TDK Europe") übernommen, unter deren Dach die beiden zuvor bestehenden europäischen Vertriebskanäle für EPCOS und TDK Produkte zusammengeführt wurden. Die Gesellschaft hat ihren Sitz ebenfalls in München.
Historie
EPCOS war aus dem 1989 von Siemens und Matsushita gegründeten Gemeinschaftsunternehmen Siemens Matsushita Components entstanden und ging 1999 in Frankfurt und New York an die Börse. Der Handel an der New York Stock Exchange wurde 2007 eingestellt. Am 1. Oktober 2009 wurde EPCOS mit dem Bauelemente-Geschäft von TDK unter dem Dach der in Japan gegründeten TDK-EPC Corporation ("TDK-EPC") zusammengeführt. Die Notierung von EPCOS an allen deutschen Börsenplätzen endete Anfang November 2009.
Die TDK-EPC Corporation und die TDK Germany GmbH halten seit März 2010 alle Aktien der EPCOS AG.
TDK-Qualcomm Joint Venture RF360 erfolgreich gestartet
Das zwischen TDK und Qualcomm im Januar 2016 vereinbarte Joint Venture RF360 Holdings Singapore Pte. Ltd. ("RF360") hat planmäßig seinen operativen Betrieb aufgenommen. Zum Closing am 3. Februar 2017 hatte EPCOS den weit überwiegenden Teil seines Geschäfts mit OFW-Komponenten zunächst an die neu gegründete RF360 sowie an die Qualcomm Global Trading PTE. Ltd. ("Qualcomm") direkt oder indirekt übertragen. In einem weiteren Schritt übertrug EPCOS 51 Prozent seiner Anteile an RF360 an Qualcomm. Aus dem Verkauf hat EPCOS einen Gewinn vor Steuern und nach Abzug von Transaktionskosten in Höhe von 1.384,1 Millionen EUR erzielt.
Für die von EPCOS weiterhin gehaltene 49-Prozent-Beteiligung an RF360 besteht zwischen EPCOS und Qualcomm jeweils eine Put-/Call-Option, mit einem festgelegten Ausübungspreis von 1.150 Millionen USD, die ab dem 2. August 2019 innerhalb von 60 Tagen von Qualcomm bzw. EPCOS ausgeübt werden kann. Die 49-Prozent-Beteiligung wird im Konzernabschluss als assoziiertes Unternehmen bilanziert, wobei die Anwendung der Equity-Methode die vertraglich geregelte Gewinnbeteiligung und somit den erwarteten Zahlungsmittelzufluss berücksichtigt. Die Bewertung bei Zugang der Beteiligung erfolgte zum Zeitwert in Höhe von 1.021,8 Millionen EUR, abgeleitet aus dem Ausübungspreis von 1.150 Millionen USD der Put-/Call-Option.
Der bei der Erstellung des Konzernabschlusses zugrunde gelegte Gesamtkaufpreis der Transaktion in Höhe von 2.707,4 Millionen EUR beinhaltet einen vorsichtig geschätzten, über 3 Jahre bedingten Kaufpreisbestandteil. Die Ermittlung des finalen Kaufpreises enthält weitere Bestandteile, die gemäß Verkaufsvertrag einer Überprüfung durch beide Parteien unterliegen. Der finale Kaufpreis kann sich künftig aufgrund dieser Überprüfung sowie des bedingten Kaufpreisbestandteils ändern.
EPCOS hat im Geschäftsjahr 2017 aus der Transaktion einen netto Zahlungsmittelzufluss in Höhe von 1.034,8 Millionen EUR erhalten - nach Abzug eines Zahlungsmittelabflusses in Höhe von 286 Millionen EUR, der dem Zahlungsmittelbestand der verkauften Gesellschaften entspricht. Die von Qualcomm erhaltene Zahlung beläuft sich auf 1.320,8 Millionen EUR. Aus der Transaktion zeigt EPCOS noch offene Forderungen an Qualcomm. Deren Hauptbestandteil ist ein vertraglich vereinbarter bedingter Einbehalt in Höhe von 230 Millionen USD, der zu jeweils 50 Prozent nach 6 und 12 Monaten nach Closing ausgezahlt werden soll.
Mit der Entscheidung zur Gründung von RF360 hatten EPCOS bzw. TDK auf die im Mobilfunk-Geschäft rasant wachsenden Anforderungen und Risiken reagiert, denen alle Marktteilnehmer in Bezug auf Technologie- und Marktentwicklung ausgesetzt sind.1 Im Zuge der Ausgliederung des weit überwiegenden Teils des EPCOS OFW-Komponenten-Geschäfts wurden die Werke München, Singapur und Wuxi sowie die dort rund 4.400 Beschäftigten an RF360 übertragen. Darüber hinaus sind rund 550 maßgeblich mit Entwicklung oder Vertrieb der Hochfrequenz-Produktpalette beschäftigte EPCOS Mitarbeiter2 von Qualcomm übernommen worden. RF360 hat seinen Sitz in Singapur und ist mit Forschung und Entwicklung, Fertigung sowie mit Vertriebsniederlassungen weltweit aufgestellt. Geführt wird das Unternehmen von seiner operativen Zentrale in München aus. RF360 ermöglicht es Qualcomm, Hochfrequenz-Frontend-Module und -Filter in vollintegrierten Systemen für den Einsatz in mobilen Geräten und anderen wachstumsstarken Anwendungen anzubieten - etwa dem Internet of Things (IoT) sowie in Drohnen, der Robotik und der Automobil-Elektronik.
Außerhalb des Joint Venture verstärken Qualcomm und TDK ihre Technologie-Kooperation ebenfalls. Die vertiefte Partnerschaft soll marktübergreifend auch bei EPCOS dazu beitragen, technologische Herausforderungen der Zukunft frühzeitig zu meistern und zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten zu eröffnen.
1 siehe auch Lagebericht, Kapitel Abnehmerbranchen
2 Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird in unserem Geschäftsbericht der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet. Die weibliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen.
Mehrheit an Sensoren-Hersteller Tronics übernommen
EPCOS hat im Geschäftsjahr 2017 die Mehrheit an dem französischen Sensoren-Hersteller Tronic's Microsystems SA ("Tronics") übernommen. Diese Transaktion fügt sich nahtlos in die von TDK verfolgte Wachstumsstrategie, in deren Rahmen sich das Unternehmen stärker als bisher auf die Sensorik konzentriert und dabei auf diesem Technologiegebiet auch mit Unternehmens- und Geschäftsübernahmen seine Kompetenz und Innovationskraft sowie sein Lösungs-Portfolio verbreitert.
Nach Abschluss des öffentlichen Barangebots am 16. Januar 2017 sowie durch Zukauf weiterer Aktien im freien Handel hält EPCOS 74,67 Prozent der Tronics Aktien. Langfristig strebt das Unternehmen den Erwerb aller Tronics Aktien an, vorerst aber werden rund 20 Prozent davon noch von Thales Avionics ("Thales") gehalten. Thales ist Teil des gleichnamigen französischen Konzerns und wird künftig alle Entscheidungen von EPCOS als Aktionär unterstützen.
Tronics beschäftigt derzeit rund 100 Mitarbeiter - davon mehr als die Hälfte Ingenieure und Wissenschaftler - und hat in seinem abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 (endend am 31. Dezember) einen Umsatz in Höhe von rund 6,3 Millionen EUR erwirtschaftet. Das Unternehmen unterhält eine Wafer-Fertigung an seinem Stammsitz Crolles bei Grenoble in Frankreich und eine weitere Wafer-Fertigung in Dallas, USA.
Tronics ist auf dem Gebiet der Mikrosystem-Technologie tätig, entwickelt, fertigt und vermarktet insbesondere Sensoren für die Industrie-Elektronik, verfügt aber auch über vielversprechende Entwicklungen für Anwendungen in der Automobil- und Konsum-Elektronik. So lassen sich mit Tronics Inertial-Sensoren etwa Beschleunigungen und Drehraten erfassen und in nur einem Bauelement Multi-Sensor-Funktionen realisieren. Es ist abzusehen, dass sich diese miniaturisierten Bauelemente zunehmend als Schlüsselkomponenten in der Industrie- und Automobil-Elektronik, der Luftfahrtindustrie sowie auf dem IoT-Gebiet etablieren werden. Dort sind sie für den Einsatz beispielsweise in neuartigen Industrierobotern und Transportdrohnen, selbstfahrenden Fahrzeuge und in intelligenten Hausgeräten prädestiniert. Neben den Inertial-Sensoren umfasst das Tronics Technologie-Portfolio Komponenten für Gas- und Infrarot-Sensoren, Mikro-Spiegel, -Optiken und -Aktuatoren sowie zukunftsweisende BioMEMS und Mikrofluid-Elemente für den Einsatz in der Medizintechnik, etwa bei In-Vitro-Diagnostik und DNA-Analyse.
Frauenquote in Aufsichtsrat und Vorstand
Der Bundestag hatte im Frühjahr 2015 das Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst beschlossen. Gesellschaften, die, wie die EPCOS AG, nicht börsennotiert, aber mitbestimmt sind, müssen danach sowohl Zielquoten zur Erhöhung ihres Frauenanteils in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden unterhalb des Vorstands liegenden Führungsebenen festlegen als auch Fristen zur Erreichung dieser Zielquoten.
Entsprechend der gesetzlichen Vorgabe wurden im Geschäftsjahr 2016 vom Aufsichtsrat und Vorstand die nachfolgend aufgeführten Beschlüsse gefasst. Über den Status der Umsetzung dieser Beschlüsse bzw. gegebenenfalls die Gründe für eine eventuelle Nichtumsetzung werden wir im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben, also nach Ablauf der selbst gesetzten Frist, im nächsten Geschäftsbericht umfassend Auskunft erteilen.
Beschlüsse aus dem Geschäftsjahr 2016
| ― | Der Aufsichtsrat der EPCOS AG hat beschlossen, bis 30. Juni 2017 die Mitgliedschaft zumindest eines weiblichen Aufsichtsratsmitgliedes anzustreben, was einer Frauenquote von 8,3 Prozent im Aufsichtsrat entsprechen würde. |
| ― | Hingegen erschien dem Aufsichtsrat die Mitgliedschaft eines weiblichen Mitglieds im Vorstand - jedenfalls bis zum 30. Juni 2017 - nicht realisierbar. Der Aufsichtsrat hat deshalb beschlossen, sich nicht zu verpflichten, bis 30. Juni 2017 die Bestellung eines weiblichen Vorstandsmitglieds anzustreben. |
| ― | Darüber hinaus hat der Vorstand der EPCOS AG beschlossen, innerhalb der EPCOS AG bis zum 30. Juni 2017 auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Frauenquote von 5 Prozent (bisher 0%) und auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Frauenquote von 14 Prozent (bisher 11,5%) anzustreben. |
Geschäftsjahr und Berichterstattung
Der Berichtszeitraum der EPCOS AG erstreckt sich jeweils vom 1. April bis zum 31. März des darauf folgenden Kalenderjahres, das Geschäftsjahr 2017 umfasst also den Zeitraum vom 1. April 2016 bis 31. März 2017.
Im vorliegenden Geschäftsbericht konzentrieren sich die Erläuterungen auf das "fortgeführte Geschäft". Dieses wird - wie bisher auch - in den drei Geschäftssegmenten Capacitors, Inductive Devices und Other Passive Components dargestellt. Soweit es für die Beurteilung der Unternehmens-Performance vorgeschrieben ist, aus regulatorischen Gründen oder weil Angaben für das fortgeführte Geschäft nicht verfügbar sind, werden Daten und Informationen für den gesamten EPCOS Konzern genannt.
Auf das Geschäft mit OFW-Komponenten, die in das TDK-Qualcomm Joint Venture RF360 eingebracht worden sind, geht dieser Bericht nur ein, wenn vorgeschrieben oder wenn zum besseren Verständnis der EPCOS Geschäftsentwicklung angezeigt.
KONZERN
Entwicklung im fortgeführten Geschäft
| Fortgeführtes Geschäft | ||
|---|---|---|
| in Mio. EUR | 2017 | 2016 |
| --- | --- | --- |
| Umsatz | 1.519 | 1.627 |
| Operating Profit | 110 | 123 |
| Jahresüberschuss | 3 | 52 |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 109 | 105 |
| Abschreibungen | 132 | 72 |
Die weltweite Konjunkturentwicklung hat nach eher verhaltenem Start zu Jahresbeginn dann in der zweiten Hälfte 2016 an Fahrt aufgenommen und diesen Schwung in das erste Kalenderquartal 2017 mitgenommen.
Insgesamt ist die Weltwirtschaft im Kalenderjahr um 3,1 Prozent3 gewachsen, lag damit aber unter dem Wert des Vorjahres 2015 (+3,4%4 ). Zu dem moderaten Wachstum haben die fortgeschrittenen Industrieländer eher verhalten beigetragen: In Japan (2016: +1,0%) und den Vereinigten Staaten (2016: +1,6%) schwächte sich das Wachstum ebenso ab wie im Euro-Raum (2016: +1,7%), auch wenn dort Deutschland merklich zulegen konnte (2016: +1,8%). Nach wie vor also sind die Schwellen- und Entwicklungsländer die in Summe wesentlichen Konjunkturtreiber, auch wenn sich in Asien - und dort insbesondere in China - das Wirtschaftswachstum verlangsamt hat. Der größte regionale Markt für elektronische Bauelemente und Anwendungen dürfte in absehbarer Zukunft von zwar immer noch hohen Wachstumsraten gekennzeichnet sein, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau als noch in den zurückliegenden beiden Dekaden.
In diesem uneinheitlichen wirtschaftlichen Umfeld war der Bedarf an passiven Bauelementen und Systemen je nach Abnehmerbranche und Region unterschiedlich stark ausgeprägt. Weltweit in Summe allerdings hat sich die Nachfrage nach EPCOS Produkten im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr nochmals leicht belebt.
3 Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook April 2017
4 Ursprünglich - und wie im EPCOS Geschäftsbericht 2016 angegeben - hatte der IWF den Wachstumswert für 2015 mit 3,1% angegeben, hob diesen nachträglich dann aber auf 3,4% an.
Ertragslage
Umsatz
Im abgelaufenen Berichtsjahr ging der EPCOS Umsatz im fortgeführten Geschäft um 7 Prozent auf 1,5 Milliarden EUR zurück. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das fortgeführte Geschäft Aktivitäten auf dem Gebiet der OFW-Komponenten beinhaltet, die nicht in das Joint Venture RF360 eingebracht und Anfang 2017 eingestellt worden sind. Dabei handelte es sich um IT-Module für Smartphones, die von EPCOS als vom Mutterkonzern TDK zugekaufte Handelsware vertrieben wurde. Dieses im Geschäftsjahr 2017 stark rückläufige IT-Modul-Geschäft war der wesentliche Grund für den gesunkenen Konzernumsatz. Entsprechend bereinigt konnte EPCOS seinen Umsatz im Berichtszeitraum um rund 2 Prozent steigern.
In der Darstellung nach Geschäftssegmenten wirkt sich der negative Einfluss des IT-Modul-Geschäfts darin aus, dass der Umsatz im größten Segment Other Passive Components um knapp 17 Prozent zurückging. Im Segment Capacitors sank der Umsatz um rund 2 Prozent, im Segment Inductive Devices hingegen konnte er um knapp 7 Prozent gesteigert werden.
Nach Abnehmerbranchen betrachtet erzielte EPCOS mit einem Plus von 4 Prozent das stärkste Umsatzwachstum im Geschäft mit Bauelementen für die Automobil-Elektronik. Diese Abnehmerbranche hat im Berichtsjahr den größten Anteil zum Gesamt-Umsatz beigesteuert. Auf die Industrie-Elektronik entfiel der zweitgrößte Umsatzanteil. Während EPCOS auf diesem Produktgebiet (+2%) ebenso gewachsen ist wie im Geschäft mit Bauelemente-Distributoren (+2%), ging der Umsatz mit Bauelementen für die Konsum-Elektronik zurück (-3%). Hinsichtlich des Umsatzes mit Kunden aus der Informations- und Kommunikationstechnik führte die Beendigung der IT-Modul-Aktivitäten in etwa zu einer Halbierung, womit das Geschäft mit dieser Abnehmerbranche den kleinsten Anteil zum Gesamt-Umsatz beigesteuert hat.
Ergebnis
Im Geschäftsjahr 2017 konnte EPCOS im fortgeführten Geschäft die negativen Auswirkungen weiter fallender Preise sowie weltweit gestiegener Arbeitskosten trotz umfangreicher Rationalisierungsmaßnahmen in der Fertigung und Erfolgen im Materialeinkauf nicht vollständig kompensieren.
Daher verringerte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz um 16 Millionen EUR auf 337 Millionen EUR (Vorjahr: 353 Mio. EUR), und der Operating Profit ging um 13 Millionen EUR auf 110 Millionen EUR zurück (Vorjahr: 123 Mio. EUR). Ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt blieben aber beide Ergebnisgrößen auf Vorjahresniveau.
Der Jahresüberschuss von EPCOS belief sich auf 3 Millionen EUR (Vorjahr: 52 Mio. EUR). Darin sind negative Effekte durch Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 53 Millionen EUR enthalten. Ebenfalls negativ wirkten passive latente Steuern auf geplante Dividendenzahlungen durch Tochtergesellschaften an die EPCOS AG in Höhe von 32 Millionen EUR. Positiv wirkte der Verkauf der MEMS-Mikrophon-Aktivitäten mit rund 12 Millionen EUR.
Investitionen
EPCOS hat im abgelaufenen Berichtszeitraum im fortgeführten Geschäft 109 Millionen EUR in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte investiert. Damit erhöhten sich die Investitionen im Jahresvergleich um 4 Prozent (Vorjahr: 105 Mio. EUR), lagen aber unter dem Wert der Abschreibungen in Höhe von 132 Millionen EUR (Vorjahr: 72 Mio. EUR), wobei zu berücksichtigen ist, dass in diesen Abschreibungen der oben genannte Einmaleffekt aus der Wertminderung auf Sachanlagen (minus 53 Millionen EUR) ebenfalls enthalten ist.
Mit 105 Millionen EUR wendete EPCOS fast die gesamte Investitionssumme für Sachanlagen auf, vor allem für die Anschaffung von Fertigungseinrichtungen. Bei dem Restbetrag (4 Mio. EUR) handelte es sich überwiegend um Aufwendungen für den Erwerb von Software.
Die Investitionssumme verteilte sich in nahezu gleich großen Anteilen auf die drei Geschäftssegmente. Getrieben durch die hohe Nachfrage insbesondere aus der Automobil-Elektronik hat EPCOS bei Other Passive Components und Inductive Devices vor allem in den Fertigungsausbau für neue sowie bestehende Produkte investiert. Darüber hinaus wurde in den Segmenten Inductive Devices sowie Capacitors auch stark in Maßnahmen zur Steigerung von Qualität und Produktivität investiert, etwa den Ausbau der Fertigungsautomatisierung. Solche Maßnahmen tragen wesentlich dazu bei, Fehlerraten und -kosten einzelner Arbeitsschritte zu senken, den gesamten Prozessablauf zu beschleunigen und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken sowie zukünftiges Wachstum zu sichern.
Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Der Vergleich des tatsächlichen mit dem für das Berichtsjahr prognostizierten Geschäftsverlauf basiert auf der Geschäftsentwicklung des gesamten EPCOS Konzerns, da die im Geschäftsbericht 2016 enthaltene Prognose auf dieser Grundlage gegeben wurde.
In der Bewertung des EPCOS Vorstands hat sich das Geschäftsjahr 2017 insgesamt gut und in Übereinstimmung mit der im letzten Geschäftsbericht formulierten Prognose entwickelt. Im Gesamt-Geschäft - das an RF360 übertragene OFW-Komponenten-Geschäft also eingeschlossen - konnte EPCOS seinen Umsatz um 5 Prozent steigern. Dies ist umso bemerkenswerter, als das umsatzstarke OFW-Geschäft in den letzten beiden Berichtsmonaten nicht mehr EPCOS zugerechnet worden ist. Die Geschäftsentwicklung entspricht also der im Mai 2016 geäußerten Erwartung eines gegenüber Vorjahr spürbar höheren Umsatzes. EPCOS war damals von einem in Summe weiter steigenden Bedarf an elektronischen Bauelementen ausgegangen, was sich dann vor allem in dem erneut sehr starken Umsatzwachstum im Segment Other Passive Components gezeigt hat.
Daher konnte EPCOS die erwartete spürbare Steigerung des Operating Profit übertreffen. Neben der Wirkung aus den bereits erwähnten fortlaufenden Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung hat insbesondere das starke Umsatzwachstum im Gesamt-Geschäft geholfen die negativen Einflüsse aus Preisverfall und steigenden Arbeitskosten mehr als zu kompensieren.
GESCHÄFTSSEGMENTE
Uneinheitliche Geschäftsentwicklung in den Segmenten
Kennzahlen nach Geschäftssegmenten
| Fortgeführtes Geschäft | ||
|---|---|---|
| Umsatz in Mio. EUR |
2017 | 2016 |
| --- | --- | --- |
| Capacitors | 484 | 493 |
| Inductive Devices | 410 | 384 |
| Other Passive Components | 625 | 750 |
| Gesamtumsatz | 1.519 | 1.627 |
| Fortgeführtes Geschäft | ||
|---|---|---|
| Umsatzanteile | 2017 | 2016 |
| --- | --- | --- |
| Capacitors | 32% | 30% |
| Inductive Devices | 27% | 24% |
| Other Passive Components | 41% | 46% |
Zusammenfassung
Die Entwicklung in den drei EPCOS Geschäftssegmenten hat sich im Geschäftsjahr 2017 deutlich voneinander abgehoben: Einen Zuwachs konnte das Unternehmen im Segment Inductive Devices erzielen, wo der Umsatz um knapp 7 Prozent auf 410 Millionen EUR stieg. Damit jedoch ließen sich die Umsatzrückgänge in den anderen Segmenten nicht kompensieren. Im Segment Capacitors ging der Umsatz um rund 2 Prozent auf 484 Millionen EUR zurück, bei den Other Passive Components sank er deutlich - bedingt durch die Einstellung des IT-Modul-Geschäfts - um knapp 17 Prozent auf 625 Millionen EUR.
Entsprechend hat sich die Aufteilung des EPCOS Konzernumsatzes nach Segmenten gegenüber Vorjahr merklich verschoben: So stieg der Capacitors-Anteil auf 32 Prozent (Vorjahr: 30%) und der Inductive-Devices-Anteil auf 27 Prozent (Vorjahr: 24%). Der Anteil des Geschäfts mit Other Passive Components hat sich hingegen auf 41 Prozent verringert (Vorjahr: 46%).
Die Geschäftssegmente im Einzelnen
1. Capacitors
Der Umsatz im Segment Capacitors ist im Berichtsjahr auf 484 Millionen EUR leicht zurückgegangen (-1,8%; Vorjahr: 493 Mio. EUR). In diesem Segment führt EPCOS seine Produktgruppen Aluminium-Elektrolyt- und Folien-Kondensatoren, die beide vor allem zum Stabilisieren elektrischer Spannungen und zum Entstören verwendet werden.
Bei Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren lag der Umsatz insgesamt leicht über dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere mit Herstellern von Automobil-Elektronik und im Geschäft mit Bauelemente-Distributoren konnten Zuwächse erzielt werden, womit die schwächere Nachfrage nach Typen für die Konsum-Elektronik mehr als ausgeglichen wurde. Das umsatzstarke Geschäft mit Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren für Anwendungen in der Industrie-Elektronik erreichte nahezu das hohe Vorjahresniveau.
Bei Folien-Kondensatoren war EPCOS über die verschiedenen Produktgruppen und Abnehmerbranchen hinweg mit einer überwiegend schwächeren Nachfrage konfrontiert und verzeichnete in Folge eine uneinheitliche Geschäftsentwicklung mit insgesamt gesunkenem Umsatz. Dieser ging am stärksten im Geschäft mit Leistungskondensatoren zurück, bedingt durch ein spürbar schwächeres Geschäft mit Bauelemente-Distributoren sowie ausgelaufene Kundenprojekte für Anwendungen in Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Dem gegenüber standen Zuwächse bei Leistungskondensatoren für Industrie-Anwendungen sowie bei anderen Folien-Kondensator-Typen, die allerdings nicht ausreichten, um die vorgenannten Rückgänge zu kompensieren.
Aufgeteilt nach Abnehmerbranchen hat die Industrie-Elektronik unverändert den größten Teil zum Segmentumsatz beigetragen.
2. Inductive Devices
Der Umsatz mit induktiven Bauelementen stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 410 Millionen EUR (+6,8%; Vorjahr: 384 Mio. EUR).
In diesem Segment verlief die positive Entwicklung über alle Abnehmerbranchen hinweg. Insbesondere das gute Geschäft mit der Automobil-Elektronik hat zum Umsatzwachstum beigetragen sowie dazu, dass auf diese Abnehmerbranche weiterhin der mit Abstand größte Anteil am Segmentumsatz entfällt. Für Automobil-Kunden bietet EPCOS unter anderem Übertrager und Drosseln, die in Kraftfahrzeugen beim störungsfreien Datenaustausch zwischen einer Vielzahl elektronischer Steuergeräte Schlüsselfunktionen innehaben. Spürbar gestiegen ist auch der Umsatz mit induktiven Bauelementen für Anwendungen in der Industrie-Elektronik sowie, wenn auch auf niedrigerem Niveau, das Geschäft mit Bauelemente-Distributoren. Und auch die kleineren Umsatzvolumina mit Kunden aus der Konsum-Elektronik sowie der Informations- und Kommunikationstechnik sind gewachsen.
3. Other Passive Components
Im Segment Other Passive Components führt EPCOS das Geschäft mit keramischen Bauelementen, mit Sensoren und Sensor-Systemen sowie das inzwischen eingestellte IT-Modul-Geschäft5 . In Folge dessen Beendigung ist der Segment-Umsatz im Berichtszeitraum auf 625 Millionen EUR deutlich zurückgegangen (-16,7%; Vorjahr: 750 Mio. EUR).
5 siehe auch Lagebericht, Kapitel Konzern
3.1 Keramische Bauelemente
Der Umsatz mit keramischen Bauelementen hat sich in Summe stabil entwickelt und lag in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Schutzbauelemente
Im Geschäft mit Schutzbauelementen konnte EPCOS seinen Umsatz weiter steigern, wozu vor allem die Zuwächse bei Produkten für die Automobil- und die Konsum-Elektronik beigetragen haben. Daneben entwickelte sich auch das Geschäft mit Bauelemente-Distributoren positiv. In Summe konnten damit der Umsatzrückgang bei Produkten für die Industrie-Elektronikmehr als ausgeglichen werden.
Schutzbauelemente machten unverändert den höchsten Anteil des EPCOS Umsatzes mit keramischen Bauelementen aus. Zum Portfolio gehören unter anderem Thermistoren sowie Scheiben- und Vielschichtvaristoren; diese temperatur- oder spannungsabhängigen Widerstände kommen vor allem in der Automobil-, Industrie- und Konsum-Elektronik zum Einsatz und übernehmen dort entweder Schutz- oder Heizfunktionen. Zu den keramischen Schutzbauelementen zählen auch Ableiter, die insbesondere Telefonanlagen vor zu hohen Spannungen schützen, wie sie bei Blitzschlägen auftreten können.
Piezo-Aktuatoren
Der Umsatz mit Piezo-Aktuatoren ging deutlich zurück. Diese Aktuatoren sind Schlüsselbauelemente in Piezo-Kraftstoff-Einspritzsystemen, die in Diesel- und Benzinmotoren von Kraftfahrzeugen eine sehr effiziente und schadstoffarme Verbrennung ermöglichen und damit die Trends zu mehr Energieeffizienz und Umweltschutz bedienen. Allerdings hat sich die seit Monaten anhaltende, öffentlich geführte Diskussion um manipulierte Abgaswerte bei Dieselmotoren in letzter Konsequenz auch negativ auf das Geschäft mit Piezo-Aktuatoren ausgewirkt. Darüber hinaus setzt die Automobil-Industrie neben den Piezo-Kraftstoff-Einspritzsystemen zunehmend wieder auf in ihrer Performance deutlich verbesserte konventionelle Einspritztechnologien.
3.2 Sensoren und Sensor-Systeme
Auf dem Gebiet der Sensoren und Sensor-Systeme konnte EPCOS im Geschäftsjahr 2017 seinen Umsatz deutlich steigern, wobei der gute Geschäftsverlauf mit Produkten für die Automobil-Elektronik hervorzuheben ist. Aber auch das Geschäft mit Herstellern von Konsum-Elektronik und mit Bauelemente-Distributoren ist gewachsen. Mit seinen Produkten für Anwendungen in der Industrie-Elektronik konnte EPCOS annähernd das Niveau des Vorjahres erreichen.
Zum Sensoren-Angebot des Unternehmens gehören unter anderem Temperatur- und Druck-Sensoren. Die einen messen, ob sich beispielsweise in Maschinen Betriebsflüssigkeiten wie Öl und Kühlwasser zu sehr erhitzt haben; die anderen messen den Druck etwa in rauen Umgebungen wie Abgasen und Kraftstoffdämpfen. In Systemen, mit denen Leistung, Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit von Verbrennungsmotoren merklich verbessert werden kann, sind EPCOS Druck-Sensoren Schlüsselbauelemente.
Anfang 2017 hat EPCOS sein Sensoren-Portfolio durch die Mehrheitsübernahme des auf Inertial-Sensoren und MEMS-Lösungen spezialisierten Herstellers Tronics erweitert6 . Über neue Technologiekompetenz und verstärkte Innovationskraft hinaus eröffnet sich EPCOS damit den Zugang zu dem zukunftsträchtigen Markt der Inertial-Sensoren bestehend aus einer Vielzahl attraktiver Anwendungen hauptsächlich in der Industrie- und Automobil-Elektronik, der Luftfahrtindustrie sowie auf IoT-Gebiet.
Aufgrund des Zeitpunkts der Transaktion konnten Tronics Produkte im Berichtszeitraum aber noch kaum zum Konzernumsatz beitragen.
6 siehe auch Lagebericht, Kapitel Allgemeines
ABNEHMERBRANCHEN
Wachstum bei Produkten für Automobil- und Industrie-Elektronik
| Fortgeführtes Geschäft | ||
|---|---|---|
| Umsatz nach Abnehmerbranchen in Mio. EUR |
2017 | 2016 |
| --- | --- | --- |
| Automobil-Elektronik | 508 | 488 |
| Industrie-Elektronik | 411 | 402 |
| Konsum-Elektronik | 152 | 157 |
| Informations- und Kommunikationstechnik | 141 | 277 |
| Distribution und Andere | 307 | 303 |
| Gesamtumsatz | 1.519 | 1.627 |
| Fortgeführtes Geschäft | ||
|---|---|---|
| Umsatzanteile nach Abnehmerbranchen | 2017 | 2016 |
| --- | --- | --- |
| Automobil-Elektronik | 34% | 30% |
| Industrie-Elektronik | 27% | 25% |
| Konsum-Elektronik | 10% | 9% |
| Informations- und Kommunikationstechnik | 9% | 17% |
| Distribution und Andere | 20% | 19% |
Zusammenfassung
Der von EPCOS im fortgeführten Geschäft im Berichtszeitraum erzielte insgesamt rückläufige Umsatz war hauptsächlich durch die Beendigung der IT-Modul-Aktivitäten7 bedingt, in deren Folge sich der Umsatz mit der Informations- und Kommunikationstechnik annähernd halbiert hat. Auch der Umsatz mit Kunden aus der Konsum-Elektronik war rückläufig. Dagegen konnte EPCOS sein Geschäft mit Herstellern sowohl von Automobil- als auch Industrie-Elektronik steigern.
Unverändert sind es die Megatrends Umweltschutz, Energieeffizienz, Miniaturisierung und -zunehmend - Vernetzung, die das Geschäft mit elektronischen Bauelementen über alle Zielmärkte hinweg prägen.
7 siehe auch Lagebericht, Kapitel Konzern
Die Abnehmerbranchen im Einzelnen
1. Automobil-Elektronik
Mit Lösungen für die Automobil-Elektronik hat EPCOS im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz auf 508 Millionen EUR gesteigert (+4%; Vorjahr: 488 Mio. EUR). Der Anteil am Konzernumsatz stieg um 4 Prozentpunkte auf 34 Prozent (Vorjahr: 30%), womit die Automobil-Elektronik im fortgeführten Geschäft des Unternehmens die größte Abnehmerbranche geblieben ist.
Konventionelle Kraftfahrzeugtechnik unverändert wichtigster Umsatzträger
EPCOS beliefert seine Kunden in der Automobil-Elektronik mit Produkten aus allen drei Geschäftssegmenten. Dabei sind viele dieser Produkte für Fahrzeugsysteme und -geräte unverzichtbar. Getrieben wird das von besonders anspruchsvollen Qualitätsstandards gekennzeichnete Geschäft vor allem von der Anforderung, dass Kraftfahrzeuge ihren Treibstoff immer effizienter nutzen und die Umwelt immer weniger belasten sollen sowie von den steigenden Ansprüchen bei Sicherheit und Komfort.
Keyless Entry und Keyless Start, Fahrerassistenzsysteme und Multimedia-Infotainment gehören zunehmend zur Standardausstattung von Automobilen; erst recht trifft dies auf Sicherheitssysteme wie Airbags, Antiblockier- und Stabilisierungssysteme zu. Entsprechend wachsen die Anforderungen an die Bordsysteme des Automobils, speziell im Hinblick auf Menge und Übertragungsgeschwindigkeit der dabei auszutauschenden Daten. Für dieses Anwendungsgebiet bietet EPCOS unter anderem eine umfassende Palette von Induktivitäten - etwa Übertrager und Drosseln - sowie EMV-Filtern, die für einwandfreie Signalübertragung und für Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) sorgen und damit für den störungsfreien Betrieb von Dutzenden elektronischer Steuersysteme. Auf diese Produktgruppen entfiel mit insgesamt mehr als einem Drittel erneut der größte Umsatzanteil im Geschäft mit der Automobil-Elektronik.
Zur Verbesserung der Energiebilanz von Automobilen tragen unter anderem die umsatzstarken EPCOS Sensoren und Sensorsysteme bei. Diese messen beispielsweise die Temperatur der angesaugten Luft sowie von Abgas, Öl und Kühlmittel und liefern damit wichtige Daten, die von Steuergeräten zur Optimierung des Motorbetriebs genutzt werden. Auch in Klimaanlagen ermöglichen Temperatursensoren eine verbesserte Regelung. EPCOS Drucksensoren dagegen werden im Automobil etwa in Abgas-Rückführungssystemen eingesetzt, mit denen sich die Emissionswerte von Verbrennungsmotoren spürbar weiter senken lassen. Die in umweltfreundlichen Piezo-Einspritzsystemen verbauten EPCOS Piezo-Aktuatoren sind ebenfalls Schlüsselbauelemente, auch wenn die Nachfrage im Zuge der Diskussion um manipulierte Abgaswerte von Dieselmotoren zurückgegangen ist8 .
Für viele Anwendungen in Kraftfahrzeugen müssen die eingesetzten elektronischen Bauelemente äußerst robust sein, wie beispielsweise sehr vibrationsfeste EPCOS Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren. Die meisten EPCOS Produktfamilien umfassen Typen auch für den Einsatz bei Betriebstemperaturen von bis zu 150 °C und damit einer Hitze, wie sie typischerweise in Motornähe entsteht.
Die Telematik sowie Fahrerassistenzsysteme für Anwendungen bis hin zum autonomen Fahren gewinnen im Straßenverkehr ebenfalls an Bedeutung - und damit jene Technologien, die Sensorik, Informatik und Telekommunikation miteinander verknüpfen. Dazu gehören satellitengestützte Navigation sowie funkbasierte Verkehrsleit-, Notruf- und Mautsysteme genauso wie Internet-Zugang, Einparkhilfen und radarbasierte Systeme zur Abstandsbestimmung. Für diese dynamisch wachsenden Anwendungsfelder bietet EPCOS eine ganze Reihe von Sensoren sowie eine breite Palette weiterer Bauelemente, die die hohen Ansprüche für den Einsatz in Automobilen erfüllen.
8 siehe auch Lagebericht, Kapitel Geschäftssegmente
Breites Produktspektrum für den Zukunftsmarkt Elektromobilität
Neben dem wachsenden Elektronik-Anteil im Kraftfahrzeug, der guten Verankerung von EPCOS im Markt sowie den steigenden Ansprüchen an die konventionelle Kraftfahrzeugtechnik wird auch der Trend zur Elektromobilität dem Unternehmen zunehmend neues Geschäftspotential bieten. Sowohl in Hybridfahrzeugen als auch in komplett elektrisch angetriebenen Fahrzeugen gibt es eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Für den Zukunftsmarkt Elektromobilität stellt EPCOS schon heute Folien- und Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren, induktive Bauelemente sowie Temperatursensoren und keramische Heizelemente her.
2. Industrie-Elektronik
Der von EPCOS im fortgeführten Geschäft erzielte Umsatz mit Kunden aus der Industrie-Elektronik ist im Berichtsjahr auf 411 Millionen EUR gestiegen (+2%; Vorjahr: 402 Mio. EUR). Der Beitrag dieser Abnehmerbranche zum Konzernumsatz stieg um 2 Prozentpunkte auf 27 Prozent (Vorjahr: 25%).
Fertigungsautomatisierung, Antriebstechnik und Anwendungen der erneuerbaren Energie-Erzeugung tragen zum leichten Wachstum bei
Vor allem das Geschäft mit Lösungen für die Automatisierung und die Erhöhung der Energieeffizienz von Fertigungsanlagen hat sich im Geschäftsjahr 2017 weiterhin positiv auf den EPCOS Umsatz mit Herstellern von Industrie-Elektronik ausgewirkt. Treiber waren neben der in klassischen Industrieländern fortschreitenden Fertigungsautomatisierung die Modernisierung und Neuerrichtung von Fabrikanlagen in wachstumsstarken Ländern wie China, Indien und einigen ASEAN-Staaten, wo zunehmend Produktionsabläufe ebenfalls zu durchgängig automatisierten Prozessen verkettet werden.
Auf dem Gebiet der regenerativen Energie-Erzeugung, die weltweit von staatlichen Investitionen geprägt ist, ging der Auf- und Ausbau nur verhalten voran. Während EPCOS in diesem Markt ein leichtes Umsatzwachstum erreichen konnte, verlief das Geschäft mit Produkten für die Stromumrichttechnik schwächer als im Vorjahr.
Anwendungen rund um die mit Hilfe von Windkraft und Photovoltaik erzeugte Energie bleiben von wesentlicher Bedeutung für das Geschäft mit der Industrie-Elektronik. In den entsprechenden Anlagen werden EPCOS Kondensatoren beispielsweise in Wechsel- und Umrichtern verbaut, die den gewonnenen Strom zur Einspeisung ins Netz umformen. Der Trend zu höherer Energieeffizienz bleibt in diesem Anwendungsgebiet ein bestimmender Faktor und wird von EPCOS ebenfalls bedient: Für Systeme der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) beispielsweise liefert das Unternehmen mit seinen großen Leistungskondensatoren Schlüsselbauelemente. Bei Windkraftanlagen, die fernab von Versorgungsnetzen etwa auf hoher See installiert werden, arbeitet die mit HGÜ-Systemen realisierte Netzanbindung erheblich verlustärmer als konventionelle Wechselspannungs-Lösungen.
Umfassendes Produktspektrum für Industrie-Anwendungen
Auf dem Gebiet der regenerativen Energie-Erzeugung spielen Schutzbauelemente eine weitere Schlüsselrolle: EPCOS Varistoren und Ableiter bewahren kapitalintensive Photovoltaik- und Windkraftanlagen zuverlässig vor Schäden durch Überspannungen, wie sie etwa durch Blitzeinschläge entstehen können. Den Überspannungsschutz in den Versorgungsnetzen übernehmen hoch belastbare Blockvaristoren, kleinere Varianten in Scheibenausführung schützen Stromversorgungen und Steuereinrichtungen.
Der Markt verlangt grundsätzlich nach Lösungen, mit denen sich der Energieverbrauch von Anlagen und Maschinen sowie die Energieverluste bei der Stromerzeugung und -übertragung senken lassen. Um Energie zu sparen, setzt die Industrie beispielsweise auf drehzahlvariable Antriebe. Dafür sind Frequenzumrichter erforderlich, in denen EPCOS Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren zur Glättung der Spannung eingesetzt werden und damit entscheidende Funktionen übernehmen. Rund um den Globus werden Anstrengungen zur Kompensation elektrischer Blindleistung (BLK) in Stromnetzen unternommen mit dem Ziel, Netze zu entlasten und bei Energienutzern Stromverbrauch und Kosten zu senken. Auch für solche BLK-Systeme bietet EPCOS ein umfassendes Portfolio.
3. Konsum-Elektronik
Unter der Bezeichnung Konsum-Elektronik fasst EPCOS die Haushalts- und die Unterhaltungselektronik als weitere Abnehmerbranche zusammen. Im Geschäftsjahr 2017 ging der im fortgeführten Geschäft getätigte Umsatz mit Herstellern von Konsum-Elektronik auf 152 Millionen EUR zurück (-3%; Vorjahr: 157 Mio. EUR). Der Anteil am Konzernumsatz stieg dennoch um einen Prozentpunkt auf 10 Prozent (Vorjahr: 9%).
Fokus auf Haushaltselektronik
Annähernd vier Fünftel des Umsatzes mit der Konsum-Elektronik erzielte das Unternehmen mit seinem breiten Produktspektrum für Haushaltsgeräte und konnte damit das Vorjahresniveau erreichen. EPCOS Bauelemente werden etwa in Induktionsherden, Klimaanlagen und Kühlschränken vor allem für elektronische Regelungen und Lösungen eingesetzt, mit deren Hilfe sich der Energieverbrauch senken lässt. Auch in Haushaltsgeräten steigt der Elektronikanteil weiter an.
Der restliche EPCOS Umsatz mit der Konsum-Elektronik war deutlich rückläufig und entfiel auf Bauelemente für Entertainment-Anwendungen, beispielsweise HD-Fernsehgeräte, DVD- und Blu-ray-Geräte sowie internetfähige Spielekonsolen und MP3-Player. Darin sorgen EPCOS Produkte insbesondere für Elektromagnetische Verträglichkeit und Schutz vor elektrostatischen Entladungen.
4. Informations- und Kommunikationstechnik
Mit Lösungen für die Informations- und Kommunikationstechnik konnte EPCOS im Berichtszeitraum 141 Millionen EUR umsetzen (Vorjahr: 277 Mio. EUR). Der Umsatz sank demnach um 49 Prozent und damit am stärksten im Verhältnis zu den anderen Abnehmerbranchen, begründet war diese Entwicklung in der Beendigung des IT-Modul-Geschäfts. Entsprechend hat sich der Anteil der Informations- und Kommunikationstechnik am Gesamt-Umsatz des fortgeführten Geschäfts um 8 Prozentpunkte auf 9 Prozent verringert (Vorjahr: 17%).
Breite Produktpalette für die Festnetz-Telekommunikation und Mobilfunk-Infrastruktur
Zu dem EPCOS Portfolio für die klassische Festnetz-Telekommunikation und Mobilfunk-Infrastruktur gehören unter anderem Entstör- und Schutzbauelemente für Telekommunikationsanlagen und Basisstationen sowie Produkte für den Einsatz in Routern für den schnellen Internet-Zugang.
5. Distribution und Andere
Seinen im fortgeführten Geschäft erzielten Umsatz mit Bauelemente-Distributoren und Anderen konnte EPCOS im Berichtsjahr auf 307 Millionen EUR erhöhen (+1%; Vorjahr: 303 Mio. EUR). Der entsprechende Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich um einen Prozentpunkt auf 20 Prozent (Vorjahr: 19%).
Weltweites Netzwerk
94 Prozent des unter "Distribution und Andere" ausgewiesenen Umsatzes entfielen auf das Geschäft mit Bauelemente-Distributoren. Auch im Distributionsgeschäft passt sich das Unternehmen laufend den sich ändernden Rahmenbedingungen mit dem Ziel an, eine jederzeit marktgerechte Aufstellung sicherzustellen. Distributoren tragen maßgeblich dazu bei, dass Kunden zeitnah mit EPCOS Standard-Bauelementen und technologischer Expertise versorgt werden. Darüber hinaus gewinnen Distributoren zunehmend an Bedeutung bei der Versorgung des Marktes mit Bauelemente-Mustern - insbesondere im Fall neuer Produkte.
Distributionspartner als zusätzlicher wichtiger Vertriebskanal
EPCOS kann über seine Distributionspartner den Markt besser durchdringen, weil über diese Brücke Spezialisten in großen F&E-Abteilungen genauso erreicht werden wie kleinere Ingenieurbüros, zu denen der direkte Zugang für ein Unternehmen wie EPCOS nicht wirtschaftlich ist. Solche kleinen, flexiblen und gut vernetzten Labore sind bei großen Kunden immer häufiger in Entwicklungs- und Designprojekte eingebunden - und können dabei maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidung haben, dass später auf Kundenseite EPCOS Produkte in der Serienproduktion neuer Geräte und Systeme eingesetzt werden.
Mit Hilfe der Distribution als zusätzlichem Vertriebskanal ist EPCOS außerdem in der Lage, seine eigene Vertriebsmannschaft noch zielgerichteter und wirkungsvoller einzusetzen und Vertriebskosten einzusparen. Kunden wiederum können ihren Einkauf von Standard-Bauelementen auf Distributoren konzentrieren und die Anzahl ihrer Lieferanten und Kosten senken.
Bei den restlichen 6 Prozent des unter "Distribution und Andere" ausgewiesenen Umsatzes handelt es sich um Geschäft, das sich keiner Abnehmerbranche eindeutig zuordnen ließ.
REGIONEN
Europa steuert auf weiterhin hohem Niveau größten Umsatzanteil bei
| Fortgeführtes Geschäft | ||
|---|---|---|
| Umsatz nach Regionen in Mio. EUR |
2017 | 2016 |
| --- | --- | --- |
| EMEA (Europe, Middle East, Africa) | 759 | 763 |
| darin Deutschland | 408 | 437 |
| EMEA ohne Deutschland | 351 | 326 |
| Asien | 578 | 684 |
| darin Greater China | 417 | 518 |
| NAFTA | 152 | 148 |
| Andere | 30 | 32 |
| Gesamtumsatz | 1.519 | 1.627 |
| Fortgeführtes Geschäft | ||
|---|---|---|
| Umsatzanteile nach Regionen | 2017 | 2016 |
| --- | --- | --- |
| EMEA (Europe, Middle East, Africa) | 50% | 47% |
| darin Deutschland | 27% | 27% |
| EMEA ohne Deutschland | 23% | 20% |
| Asien | 38% | 42% |
| darin Greater China | 28% | 32% |
| NAFTA | 10% | 9% |
| Andere | 2% | 2% |
Im fortgeführten Geschäft hat sich der Umsatz von EPCOS im Berichtsjahr regional uneinheitlich entwickelt: In der NAFTA-Region konnte er leicht gesteigert werden, im EMEA-Wirtschaftsraum (Europa, Naher Osten, Afrika) lag er nahezu auf dem hohen Niveau des Vorjahres und in Asien ist er deutlich gesunken.
Nach Anteilen betrachtet, trägt die Region EMEA die Hälfte zum EPCOS Gesamt-Umsatz bei, gefolgt von Asien und der Region NAFTA.
Europa, Naher Osten, Afrika (EMEA)
Im EMEA-Wirtschaftsraum lag der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 1 Prozent unter dem hohen Niveau des Vorjahres; sein Anteil am Konzernumsatz stieg auf 50 Prozent (Vorjahr: 47%).
In Deutschland ging der Umsatz um 7 Prozent zurück, was insbesondere an dem schwächeren Geschäft mit hier ansässigen Herstellern von Automobil- und Industrie-Elektronik lag. Im Wesentlichen war diese Entwicklung darin begründet, dass die anhaltende öffentlich geführte Diskussion um manipulierte Abgaswerte von Dieselmotoren zu sinkenden Absatzzahlen von Dieselfahrzeugen und damit zu rückläufigem Umsatz bei EPCOS Piezo-Aktuatoren für Kraftstoff-Einspritzsysteme geführt hat. Darüber hinaus hatten Technologiewechsel bei Kunden zur Folge, dass im Berichtszeitraum Projekte bei EPCOS Leistungskondensatoren für Hybrid- und Elektrofahrzeugen ausgelaufen sind. Der Rückgang im Industriegeschäft wiederum lag hauptsächlich daran, dass aufgrund von Fertigungsverlagerungen unserer Kunden der mit ihnen getätigte Umsatz nicht mehr in Deutschland, sondern im europäischen Ausland gebucht wurde.
Der Anteil Deutschlands am EPCOS Umsatz blieb unverändert bei 27 Prozent.
In den EMEA-Ländern ohne Deutschland hingegen stieg der Umsatz um 8 Prozent, ihr Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich auf 23 Prozent (Vorjahr: 20%). Zu der positiven Entwicklung hat neben der oben genannten Verlagerung vor allem das gute Geschäft mit Automobil-Zulieferern und Industrie-Kunden beigetragen.
Asien
In Asien ging der im fortgeführten Geschäft erzielte Umsatz um 15 Prozent zurück, der Anteil Asiens am Konzernumsatz verringerte sich auf 38 Prozent (Vorjahr: 42%).
Der Umsatzrückgang war in dem eingestellten IT-Modul-Geschäft für Smartphones begründet.9 Dieser Sondereffekt hat sich nahezu in vollem Umfang in Greater China negativ ausgewirkt und konnte dort durch wachsende Umsätze vor allem mit Herstellern von Automobil- und Industrie-Elektronik nicht ausgeglichen werden. In dem regional größten Elektronikmarkt konzentriert sich EPCOS mit seinem fortgeführten Geschäft auf die Industrie- und Automobilbranchen und ist dort sehr gut positioniert; der in Greater China getätigte Umsatz machte 28 Prozent des gesamten EPCOS Umsatzes aus und entspricht damit in etwa dem Umsatzanteil Deutschlands.
9 siehe auch Lagebericht, Kapitel Konzern
NAFTA
In der NAFTA-Region wuchs der Umsatz im Berichtszeitraum um 3 Prozent, der Anteil am Konzernumsatz ist auf 10 Prozent gestiegen (Vorjahr: 9%).
Der leichte Umsatzzuwachs wurde hier ebenfalls im Wesentlichen durch das gute Geschäft mit Herstellern von Automobil-Elektronik getragen, aber auch das Geschäft mit Bauelemente-Distributoren konnte gesteigert werden.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Gute Rahmenbedingungen zur Mitgestaltung von Trends
| Fortgeführtes Geschäft | ||
|---|---|---|
| in Mio. EUR | 2017 | 2016 |
| --- | --- | --- |
| Kosten für Forschung und Entwicklung | 58 | 60 |
Die F&E-Aufwendungen von EPCOS sind im abgelaufenen Geschäftsjahr im fortgeführten Geschäft auf 58 Millionen EUR leicht zurückgegangen (Vorjahr: 60 Mio. EUR). Diese Entwicklung hat sich aus dem Umstand ergeben, dass das EPCOS Geschäft mit MEMS-Mikrophonen im Berichtsjahr an den TDK Mutterkonzern verkauft wurde10 und im Zuge dessen die bei dieser Produkttechnologie angefallenen F&E-Aufwendungen (rund 4 Mio. EUR) vom TDK Konzern übernommen worden sind.
Der Anteil der F&E-Kosten am EPCOS Gesamt-Umsatz hat sich mit 3,8 Prozent kaum verändert (Vorjahr: 3,7%).
10 siehe auch Konzernanhang, Kapitel 6.12
Erfolgsfaktor Innovation
Entwicklungsarbeit bei elektronischen Bauelementen ist häufig davon geprägt, auf Grundlage bewährter und beherrschter Technologien die Leistungsfähigkeit von Produkten zu steigern und ihre technischen Eigenschaften in Übereinstimmung mit den Markt- und Kundenbedürfnissen zu optimieren. Weitaus seltener ist der Fall echter Basisinnovation. Diese kann das Unternehmen in die Lage versetzen, neues zukunftsträchtiges Geschäftspotenzial zu erschließen und in Anwendungsfelder vorzudringen, die den eigenen Produkten bislang verschlossen waren. Innovation schafft die Voraussetzungen für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum und sichert den Geschäftserfolg in der Zukunft.
Fast die Hälfte der F&E-Aufwendungen flossen in das Segment Other Passive Components, in dem das innovationsstarke Geschäft mit keramischen Bauelementen sowie Sensoren und Sensor-Systeme geführt werden. Die andere Hälfte der F&E-Aufwendungen entfiel - grob gerechnet - zu etwa gleichen Teilen auf die Segmente Capacitors und Inductive Devices.
EPCOS hat im Berichtszeitraum erneut eine ganze Reihe innovativer elektronischer Bauelemente-Lösungen präsentiert:
| ― | Bei dem PowerHap™ handelt es sich um einen kompakten Aktuator mit haptischem Feedback, der auf piezoelektrischer Keramik basiert und mit dem sich beispielsweise auf Touchpanels haptische Rückmeldungen in bisher nicht gekannter Qualität realisieren lassen. Egal, ob im Auto, bei der Anlagensteuerung oder auf der Spielekonsole: Hinsichtlich Beschleunigung, Kraft und Antwortzeiten bestechen die neuartigen Aktuatoren mit Kennwerten, die bisher konkurrenzlos sind. |
| ― | Eine weitere Innovation bei den keramischen Bauelementen ist das CeraPad™: Dieses ultradünne Substrat integriert Trägerfunktion und leistungsfähigen Schutz vor elektrostatischen Entladungen, womit etwa einer neuen Generation adaptiver LED-Scheinwerfer nichts mehr im Weg steht. |
| ― | Bei Sensoren leistet EPCOS kontinuierlich Entwicklungsarbeit unter anderem auf dem Gebiet applikations- und kundenspezifischer Drucksensoren: Eine möglichst exakte Druckmessung ist Voraussetzung für die Automatisierung vieler Industrieprozesse und gewinnt deshalb gerade auch hinsichtlich der Einführung von Industrie-4.0-Konzepten immer stärker an Relevanz. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Druck-Sensoren vor allem in der Automobiltechnik fortlaufend: Allein in dem aus Verbrennungsmotor und Abgasanlage bestehenden Antriebsstrang sind derzeit bis zu 20 Druck-Sensoren erforderlich, um den Kraftstoffverbrauch zu minimieren und die immer strengeren Auflagen an den Emissionsausstoß zu erfüllen. |
| ― | Im Kondensatoren-Bereich sticht eine neue Generation extrem robuster Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren hervor, die sich durch die welthöchste Vibrationsfestigkeit von 60 g auszeichnen und in der Automobil-Elektronik eingesetzt werden. Diese Bauelemente ermöglichen ein noch flexibleres Schaltungsdesign in harschen Umgebungen mit ihren hohen mechanischen, thermischen und elektrischen Belastungen. Darüber hinaus hat EPCOS Folien-Kondensatoren für sehr hohe Betriebstemperaturen bis zu 125 °C vorgestellt, die in Industrie-Anlagen und Kraftfahrzeugen etwa in Frequenzumrichtern und Stromversorgungen zum Einsatz kommen. |
| ― | Bei Induktivitäten konnte unter anderem eine neue Serie von Transponderspulen für Fahrzeug-Zugangssysteme präsentiert werden: Diese Transponderspulen sind mit Kantenlängen im Bereich weniger Millimeter äußerst kompakt, bieten eine sehr niedrige Bauhöhe und finden somit problemlos im Fahrzeugschlüssel Platz. |
Gemeinsam mit TDK noch stärker
Forschung und Entwicklung bei EPCOS basiert auf seiner jahrzehntelang aufgebauten, breit gefächerten Material- und Technologiekompetenz. Durch die Zusammenarbeit mit TDK ist die Innovationskraft des Unternehmens zusätzlich gestärkt worden und sie wird auch künftig von der engen Kooperation profitieren:
So hat am 1. April 2016 das neu gegründete R&D Center Europe seine Arbeit aufgenommen. Das Forschungszentrum konzentriert sich auf die Applikations- und System-Entwicklung für die Automobil- und Industrie-Elektronik. Darüber hinaus bleiben die EPCOS F&E-Abteilungen eng in das entsprechende TDK Netzwerk eingebunden und nutzen die gut ausgebaute und starke Technologie-Organisation des Mutterkonzerns sowie daraus resultierende Synergien. Weiteres Geschäftspotential dürfte sich für EPCOS auch aus der Technologie-Kooperation ergeben, die zusätzlich zum Joint Venture RF360 zwischen TDK und Qualcomm vereinbart worden ist. Sie wird nicht nur neues Technologiewissen und neue Anwendungsgebiete eröffnen, sondern auf vielen zukunftsträchtigen Gebieten dazu beitragen, technologische Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und zu meistern und damit für die beteiligten Unternehmen Wettbewerbsvorteile zu schaffen.
Für EPCOS sind das in Summe gute Rahmenbedingungen, um gemeinsam mit TDK technologische Trends mitzugestalten.
Megatrends bleiben bestimmend
Die Megatrends Umweltschutz, Energieeffizienz und Miniaturisierung sowie - in zunehmendem Ausmaß - Vernetzung werden die F&E-Arbeit von EPCOS weiterhin prägen und damit das Wachstum des Unternehmens. Dabei gibt es auf Seite der zukunftsträchtigen Anwendungsfelder eine Vielzahl von Trendtechnologien wie die regenerative Energieerzeugung und die sehr verlustarme Hochspannungs-Gleichstromübertragung, mit der insbesondere Windkraft- und Solaranlagen über weite Strecken an das Stromnetz angebunden werden sollen. Hinzu kommen neue Anforderungen und Einsatzmöglichkeiten sowohl in der herkömmlichen als auch der von Elektromobilität und intelligenten Assistenzsystemen geprägten Automobil-Elektronik, in der immer stärker zusammenwachsenden Welt aus mobiler Kommunikation, Multimedia, Informationstechnologie und Internet sowie in der automatisierten und zunehmend vernetzten industriellen Fertigungslandschaft.
PERSONAL
Stellenaufbau in Folge guter Auftragslage und zahlreicher Serienhochläufe
| Fortgeführtes Geschäft | |||
|---|---|---|---|
| 2017 | 2016 | ||
| --- | --- | --- | --- |
| 31.03.2017 | Veränderung zum Vorjahr | 31.03.2016 | |
| --- | --- | --- | --- |
| Mitarbeiter Gesamt | 22.980 | +8% | 21.375 |
| Fortgeführtes Geschäft | |||
|---|---|---|---|
| Absolut | Anteile | ||
| --- | --- | --- | --- |
| 2017 | 2017 | 2016 | |
| --- | --- | --- | --- |
| Mitarbeiter nach Regionen | 31.03.2017 | 31.03.2017 | 31.03.2016 |
| --- | --- | --- | --- |
| Deutschland | 1.123 | 5% | 5% |
| Europa ohne Deutschland | 4.682 | 20% | 17% |
| China | 9.648 | 42% | 44% |
| Asien ohne China | 5.775 | 25% | 26% |
| Amerika | 1.752 | 8% | 8% |
EPCOS beschäftigte im Berichtsjahr im fortgeführten Geschäft weltweit rund 23.000 Mitarbeiter11 (Stichtag 31. März 2017). Damit ist deren Anzahl gegenüber Vorjahr (Stichtag 31. März 2016: rund 21.400 Mitarbeiter) um annähernd 1.600 Mitarbeiter bzw. 8 Prozent gestiegen.
Der Stellenaufbau spiegelt die gute Auftragslage wider, ging vor allem mit dem Serienhochlauf neuer Projekte einher und fand überwiegend an Entwicklungs- und Fertigungsstandorten in Europa und Asien statt. Der Anteil der Beschäftigten in Niedriglohn-ländern blieb mit 88 Prozent in etwa auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 89%).
11 Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird in unserem Geschäftsbericht der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet. Die weibliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen.
Rund zwei Drittel der Belegschaft in Asien
Mit mehr als 15.400 Personen waren 67 Prozent der EPCOS Mitarbeiter in Asien tätig (Stichtag 31. März 2017; Vorjahr: 70%). Annähernd zwei Drittel davon beschäftigte das Unternehmen in China, womit im größten regionalen Elektronikmarkt 42 Prozent der Gesamtbelegschaft arbeiten (Vorjahr: 44%). Der dort erfolgte Stellenaufbau in Höhe von rund 210 Mitarbeitern wurde in der restlichen Region Asien mit weiteren rund 290 neuen Beschäftigten ergänzt, womit sich im Berichtszeitraum die Belegschaft in Asien um insgesamt gut 500 Mitarbeiter erhöht hat.
Deutlicher Stellenaufbau in Europa
In Europa waren rund 5.800 Personen beschäftigt (Stichtag 31. März 2017) und damit annähernd 1.050 mehr als im Vorjahr. Den größten Zuwachs verzeichnete Ungarn, wo vor allem im Zuge von Fertigungshochläufen die Zahl der Beschäftigten um rund 570 gestiegen ist - inbegriffen rund 240 Mitarbeiter, die aus bereits mit EPCOS bestehenden Zeitarbeitsverhältnissen übernommen wurden. Der restliche Stellenaufbau in Europa verteilte sich im Wesentlichen auf Tschechien, Spanien und Deutschland und war jeweils in Fertigungshochläufen und fallweise auch in der Übernahme von Zeitarbeitnehmern begründet. Darüber hinaus sind in Frankreich mit der Mehrheitsübernahme von Tronics12 mehr als 70 Mitarbeiter hinzugekommen.
Im Zuge dieser Personalverstärkungen stieg der Anteil der im europäischen Ausland Beschäftigten auf 20 Prozent (Vorjahr: 17%), der Anteil der in Deutschland Beschäftigten blieb mit 5 Prozent unverändert.
12 siehe auch Lagebericht, Kapitel Allgemeines
Unveränderter Mitarbeiteranteil in Amerika
In Amerika beschäftigte EPCOS im abgelaufenen Geschäftsjahr annähernd 1.800 Personen (Stichtag 31. März 2017) und damit rund 50 Mitarbeiter mehr als noch zum Vorjahreszeitpunkt. Der Aufbau resultierte aus der Anpassung der Belegschaftsgröße im Kondensatoren-Werk in Brasilien an das höhere Fertigungsvolumen sowie aus der Mehrheitsübernahme von Tronics. Der Anteil der in Amerika Beschäftigten hat sich dadurch aber nicht verändert und betrug 8 Prozent.
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Vermögens- und Finanzlage wurde im Geschäftsjahr 2017 wesentlich von der Übertragung des Geschäftes mit OFW-Komponenten an RF360 beeinflusst ("RF360-Transaktion"). Dies hat zu einer eingeschränkten Vergleichbarkeit der Bilanzen zum 31. März 2017 und 2016 geführt.
| Bilanzstruktur in Mio. EUR |
2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 2.333 | 900 |
| Fremdkapital | 1.116 | 1.618 |
| Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Eigenkapitalquote | 68% | 36% |
| Verschuldungsgrad | -4% | 102% |
| Netto-Cash-Flow in Mio. EUR |
2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Mittelzuflüsse aus betrieblicher Tätigkeit, netto, aus fortzuführenden Geschäftsbereichen | 96 | 202 |
| Mittelzuflüsse aus betrieblicher Tätigkeit, netto, aus aufgegebenem Geschäftsbereich | 166 | 135 |
| Mittelzuflüsse aus betrieblicher Tätigkeit, netto | 262 | 337 |
| Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeit, netto, aus fortzuführenden Geschäftsbereichen | -128 | -82 |
| Mittelzu- und -abflüsse aus Investitionstätigkeit, netto, aus aufgegebenem Geschäftsbereich | 788 | -324 |
| Mittelzu- und -abflüsse aus Investitionstätigkeit | 660 | -406 |
| Netto-Cash-Flow, aus fortzuführenden Geschäftsbereichen | -32 | 120 |
| Netto-Cash-Flow, aus aufgegebenem Geschäftsbereich | 954 | -189 |
| Netto-Cash-Flow | 922 | -69 |
Aktiva
Das kurzfristige Vermögen inklusive der liquiden Mittel belief sich im Berichtszeitraum auf 1.588 Millionen EUR (Vorjahr: 1.066 Mio. EUR). Die liquiden Mittel stiegen auf 735 Millionen EUR (Vorjahr: 198 Mio. EUR). Wesentlicher Grund dafür ist der netto Zahlungsmittelzufluss aus der RF360-Transaktion, abzüglich der an den TDK Konzern getilgten Finanzschulden.
Der Vorratsbestand verringerte sich um 140 Millionen EUR auf 203 Millionen EUR (Vorjahr: 343 Mio. EUR), was ebenfalls vor allem auf die RF360-Transaktion zurückzuführen ist. Auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich vorwiegend in Folge der RF360-Transaktion auf 297 Millionen EUR (Vorjahr: 448 Mio. EUR). Daneben haben sich diese Forderungen auch durch die Beendigung des IT-Modul-Geschäfts verringert, allerdings steht dem ein Forderungsaufbau in Folge des Umsatzwachstums im vierten Quartal des Berichtsjahres entgegen.
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte stiegen auf 353 Millionen EUR (Vorjahr: 77 Mio. EUR), hauptsächlich aufgrund von Forderungen gegenüber Qualcomm und RF360, die im Geschäftsjahr 2018 ausgezahlt werden sollen.
Das langfristige Vermögen hat sich in Summe auf 1.862 Millionen EUR erhöht (Vorjahr: 1.451 Mio. EUR), was vor allem auf die 49-Prozent-Beteiligung an RF360 als assoziiertes Unternehmen in Höhe von 1.027 Millionen EUR zurückzuführen ist. Die Sachanlagen verringerten sich auf 576 Mio. EUR (Vorjahr: 1.142 Mio. EUR) in Folge der RF360-Transaktion sowie einer Wertminderung im Bereich Kondensatoren in Höhe von 53 Millionen EUR. Der Rückgang der aktiven latenten Steuern im Berichtsjahr um 132 Mio. EUR beruht überwiegend auf der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge durch den Gewinn aus der RF360-Transaktion. Die immateriellen Vermögenswerte stiegen um 28 Millionen EUR auf 61 Millionen EUR (Vorjahr: 33 Mio. EUR), wobei im Rahmen des Erwerbs der Mehrheit an Tronics 38 Millionen EUR zugegangen sind. Der Anstieg der langfristigen finanziellen Vermögenswerte resultiert im Wesentlichen aus dem langfristigen Teil der Kaufpreisforderung gegenüber Qualcomm aus der RF360 Transaktion.
Somit ergab sich zum Stichtag 31. März 2017 für EPCOS eine Bilanzsumme in Höhe von 3.450 Millionen EUR (Vorjahr: 2.518 Mio. EUR).
Passiva
Die Finanzschulden von EPCOS haben sich im Berichtszeitraum vor allem durch die Erlöse aus der Übertragung von 51 Prozent der EPCOS Anteile an RF360 auf 299 Millionen EUR verringert (Vorjahr: 716 Mio. EUR). Dies resultiert im Wesentlichen aus der Tilgung der Darlehen mit TDK (-305 Mio. EUR), der Rückzahlung der Dividendenverbindlichkeit an TDK (-71 Mio. EUR) sowie dem Übertrag der Finance-Lease-Verbindlichkeiten an RF360 (-52 Mio. EUR).
Dadurch ergibt sich eine Netto-Liquiditätsposition von 94 Millionen EUR (Vorjahr: Netto-Finanzschulden von 917 Mio. EUR). Enthalten sind darin neben den oben genannten Finanzschulden Pensionsverpflichtungen in Höhe von 342 Millionen EUR (Vorjahr: 399 Mio. EUR) sowie liquide Mittel in Höhe von 735 Millionen EUR (Vorjahr: 198 Mio. EUR).
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich auf 120 Millionen EUR (Vorjahr: 217 Mio. EUR). Dies resultiert im Wesentlichen aus der RF360-Transaktion (65 Mio. EUR) sowie der Beendigung des Geschäfts mit IT-Modulen (43 Mio. EUR). Die sonstigen kurzfristigen finanziellen und nicht finanziellen Schulden sowie die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen haben sich auf 306 Millionen EUR erhöht (Vorjahr: 233,5 Mio. EUR). Diese Erhöhung wurde hauptsächlich durch einen Anstieg der Einkommensteuerverbindlichkeiten verursacht.
Das Eigenkapital hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2.333 Millionen EUR erhöht (Vorjahr: 900 Mio. EUR). Der Anstieg um 1.433 Millionen EUR resultierte im Wesentlichen aus dem positiven Ergebnis nach Steuern in Höhe von 1.411 Millionen EUR. Der Minderheitenanteil hat sich um 13 Millionen EUR hauptsächlich aus dem Erwerb der Mehrheit an Tronics erhöht. Zusätzlich wirken noch ergebnisneutrale Veränderungen im Eigenkapital: Diese beruhen im Wesentlichen aus ergebnisneutralen Währungseffekten im Eigenkapital. Die Eigenkapitalquote stieg um 32 Prozentpunkte auf 68 Prozent (Vorjahr: 36%).
Vor allem durch das gestiegene Eigenkapital bedingt ist EPCOS zum 31. März 2017 Netto schuldenfrei (Vorjahr Verschuldungsgrad in Höhe von 102%). Definiert ist der Verschuldungsgrad als das Verhältnis der Finanzschulden einschließlich Pensions- und Dividenden-Verbindlichkeiten (641 Mio. EUR) abzüglich liquider Mittel (735 Mio. EUR) zum Eigenkapital (2.333 Mio. EUR).
Neben den vorhandenen liquiden Mitteln stand EPCOS zum 31. März 2017 eine von TDK gewährte Kreditlinie in Höhe von 1.135 Millionen EUR zur Verfügung, die am 1. April 2017 auf 300 Millionen EUR reduziert wurde. Diese Linie war zum 31. März 2017 mit 200 Millionen EUR in Anspruch genommen. Darüber hinaus verfügte das Unternehmen über weitere externe Kreditlinien in Höhe von 181 Millionen EUR - davon waren zum Bilanzstichtag 65 Millionen EUR in Anspruch genommen.
Netto-Cash-Flow
Der Netto-Cash-Flow belief sich im Berichtszeitraum auf 922 Millionen EUR (Vorjahr: minus 69 Mio. EUR), worin sich der Anteil des aufgegebenen Geschäftsbereichs auf 954 Millionen EUR beläuft. Der Netto-Cash-Flow aus fortzuführenden Geschäftsbereichen beträgt minus 32 Millionen EUR.
Der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit lag bei 262 Millionen EUR (Vorjahr: 337 Mio. EUR), wobei der Anteil des aufgegebenen Geschäftsbereichs 166 Millionen EUR (Vorjahr: 135 Mio. EUR) beträgt. Dies ist auf die positive Geschäftsentwicklung des OFW-Geschäftes zurückzuführen.
Bei den fortzuführenden Geschäftsbereichen verringerte sich der Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit auf 96 Millionen EUR (Vorjahr 202 Mio. EUR). Der Rückgang begründet sich zum einen mit dem geringeren Jahresüberschuss im Berichtszeitraum, sowie einer positiven Wirkung im Vorjahr durch den Rückgang der Forderungen in Folge der Übertragung der europäischen Vertriebsaktivitäten an die TDK Europe.
Der Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit betrug 660 Millionen EUR (Vorjahr: minus 406 Mio. EUR), worin sich der Anteil des aufgegebenen Geschäftsbereichs in Folge des Mittelzuflusses aus der RF360-Transaktion auf 788 Millionen EUR beläuft (Vorjahr: minus 324 Mio. EUR).
Bei den fortzuführenden Geschäftsbereichen betrug der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit im Berichtsjahr 128 Millionen EUR (Vorjahr: 82 Mio. EUR). Die Ausgaben für Investitionen in Anlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 109 Millionen EUR. In den übrigen Positionen wirkten vor allem der Mittelabfluss aus der Akquisition der Mehrheit an Tronics sowie der Mittelzufluss aus der Veräußerung des Geschäfts mit MEMS-Mikrophonen.
EPCOS AG
Bilanzkennzahlen der EPCOS AG
Auch in diesem Kapitel wird über das Gesamtgeschäft berichtet, welches - im Gegensatz zum fortgeführten Geschäft - das an RF360 übertragene OFW-Komponenten-Geschäft, das eingestellte IT-Modul-Geschäft sowie die verkauften MEMS-Mikrophon-Aktivitäten einschließt.13
13 siehe auch Lagebericht, Kapitel Allgemeines
| 2017 | Veränderung zum Vorjahr | 2016 | ||
|---|---|---|---|---|
| Gesamtvermögen | in Mio. EUR | 2.313 | +40,3% | 1.649 |
| Eigenkapital | in Mio. EUR | 1.640 | +200,9% | 545 |
| Anteil am Gesamtvermögen | 71% | --- | 33% | |
| Anlagevermögen | in Mio. EUR | 1.596 | +105,4% | 777 |
| Anteil am Gesamtvermögen | 69% | --- | 47% |
Die EPCOS AG, München, entstand am 2. September 1999 durch formwechselnde Umwandlung aus der Siemens Matsushita Components GmbH, München (S+M GmbH). Diese Gesellschaft firmierte bis zum 17. August 1999 als Siemens Matsushita Components Verwaltungsgesellschaft mbH, München (SMV mbH). Die SMV mbH hatte zuvor, mit Wirkung zum 1. Juli 1999, durch Anwachsung die Aktivitäten der Siemens Matsushita Components GmbH & Co. KG, München (S+M KG), übernommen.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 waren in der EPCOS AG 736 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 1.865 Mitarbeiter). Der starke Rückgang resultierte aus der Übertragung des weit überwiegenden Teils des EPCOS OFW-Komponenten-Geschäfts einschließlich der dort Beschäftigten an das TDK-Qualcomm Joint Venture RF360 und an Qualcomm.14
Der Jahresabschluss der EPCOS AG zum 31. März 2017 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt - im Gegensatz zum Konzernabschluss, der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt wurde, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.
14 siehe auch Lagebericht, Kapitel Allgemeines
Umsatz
Der Umsatz der EPCOS AG ist im Berichtszeitraum um 19 Prozent auf 1.795 Millionen EUR (Vorjahr: 1.505 Mio. EUR) gestiegen. Diese Entwicklung übertraf die im Vorjahr prognostizierte spürbare Umsatzerhöhung.
Dabei haben die drei Geschäftssegmente in unterschiedlichem Ausmaß zum AG-Umsatz beigetragen: Bei Other Passive Components stieg der Umsatz um 24 Prozent, womit dieses Segment erneut das umsatzstärkste war und seinen Anteil auf 78 Prozent ausgebaut hat (Vorjahr: 75%). Um 9 Prozent ebenfalls gewachsen ist der Umsatz im Segment Inductive Devices, sein Anteil am Gesamtumsatz der EPCOS AG ist allerdings auf 13 Prozent leicht zurückgegangen (Vorjahr: 14%). Im Segment Capacitors sank der Umsatz um 2 Prozent, sein Anteil verringerte sich auf 9% (Vorjahr: 11%).
Bei der regionalen Aufteilung des AG-Umsatzes haben sich folgende Veränderungen ergeben: Während die Anteile des in Deutschland getätigten Umsatzes auf 10 Prozent (Vorjahr: 14%) und des europäischen Auslands auf 14 Prozent (Vorjahr: 15%) zurückgingen, stieg der Umsatzbeitrag der übrigen Regionen entsprechend auf 76 Prozent (Vorjahr: 71%).
Ergebnis
Die EPCOS AG erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen AG-Jahresüberschuss in Höhe von 1.095 Millionen EUR (Vorjahr: 22 Mio. EUR Jahresfehlbetrag), wobei ein positiver Einmaleffekt in Höhe von 1.275 Millionen EUR - nach Abzug von Projektkosten und Steueraufwand - aus der Übertragung des weit überwiegenden Teils des EPCOS OFW-Geschäfts an RF360 mit eingeschlossen ist. Negativ wirkten im AG-Jahresüberschuss bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen hauptsächlich erhöhte Aufwendungen für Pensionen, Wertberichtigungen auf Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sowie eine Wertberichtigung gegenüber einer Beteiligung.15
15 siehe auch EPCOS Jahresabschluss AG, Kapitel Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Investitionen
Die Investitionen in Sachanlagevermögen in der EPCOS AG beliefen sich während des Berichtsjahres auf insgesamt 89 Millionen EUR. Sie wurden überwiegend im Geschäftssegment Other Passive Components für die Erweiterung von Fertigungskapazitäten getätigt.
Ausblick EPCOS AG
Für das weitere Kalenderjahr erwartet der Internationale Währungsfond16 , dass die Konjunktur moderat weiter wachsen wird.
Das Umsatzvolumen des in der EPCOS AG verbleibenden Geschäfts - also ohne des an RF360 übertragenen OFW-Komponenten-Geschäfts, des eingestellten IT-Modul-Geschäfts sowie der verkauften MEMS-Mikrophon-Aktivitäten - beträgt rund ein Drittel des oben berichteten Umsatzwerts. Für jenes in der EPCOS AG verbleibende Geschäft wird erwartet, dass sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr in etwa stabil entwickelt. Außerdem rechnet die EPCOS AG mit einer leichten Verbesserung des operativen Ergebnisses, wohingegen der AG-Jahresüberschuss aufgrund des Wegfalls der Sondererlöse aus der RF360-Transaktion deutlich zurück gehen wird.
16 IWF World Economic Outlook April 2017
RISIKOBERICHT
Zuverlässiges Risikomanagement
EPCOS ist einer Reihe von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Diese Risiken zu begrenzen und gleichzeitig die sich bietenden Geschäftschancen wahrzunehmen, ist die dringendste Aufgabe des Unternehmens. Dementsprechend ist die Risikopolitik von EPCOS seiner Geschäftsstrategie angepasst. Innerhalb ihres Rahmens werden kontinuierlich Vorkehrungen getroffen, um unangemessene Risiken möglichst zu vermeiden.
Um Risiken zu erfassen und zu überwachen, bedient sich EPCOS einer Reihe festgelegter Verfahren. Diese sind in dem konzernübergreifenden Kontroll- und Risikomanagementsystem von EPCOS zusammengefasst, zu dem unter anderem ein regelmäßiges unternehmensweites Planungs- und Berichtswesen gehört, das einen jährlichen Bericht an Vorstand und Aufsichtsrat einschließt. EPCOS überprüft laufend die Zweckmäßigkeit und Effizienz seines Kontroll- und Risikomanagementsystems. Zusätzlich unterliegt das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem der EPCOS AG der regelmäßigen Kontrolle durch den Abschlussprüfer. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über ein geprüftes, rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem gemäß den Anforderungen des J-SOX für Japan. Zusätzlich verfügt das Unternehmen über Kontrollmechanismen in Anlehnung an den Sarbanes-Oxley-Act Section 404 (SOX).
Um Compliance-Risiken zu begrenzen, hat EPCOS die Funktion des Chief Compliance Officer eingerichtet, regionale Compliance-Beauftragte ernannt und ein Whistleblower-Meldesystem geschaffen. Über substantielle Vorkommnisse werden Vorstand, Aufsichtsratsvorsitzender und Prüfungsausschussvorsitzender zeitnah informiert.
Insgesamt wird das Kontrollumfeld des Unternehmens als effektiv eingestuft. EPCOS verfügt in allen wesentlichen Belangen über ein wirksames internes Kontrollsystem für die Finanzberichterstattung.
Durch die in der Folge aufgeführten Risiken könnten das Geschäft, die Finanzausstattung und die Ergebnisse von EPCOS beeinträchtigt werden. Diese Risiken sind aber nicht die einzigen, denen das Unternehmen ausgesetzt ist. Zusätzliche Risiken, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt sind oder derzeit für immateriell gehalten werden, könnten das EPCOS Geschäft ebenfalls beeinflussen.
Teile der beschriebenen Risiken, insbesondere im Währungs- und Zinsbereich, sichert EPCOS mit derivativen Finanzinstrumenten ab. Die zur Finanzierung des weltweiten Geschäfts zur Verfügung stehenden Kredite sind in verschiedenen Währungen mit unterschiedlichen Laufzeiten vereinbart und unterliegen zum Teil einem Zinsänderungsrisiko. Um diese Risiken auf ein Minimum zu reduzieren, führt EPCOS regelmäßig Zinsrisikoanalysen in den für das Unternehmen relevanten Währungen durch. Alle derivativen Finanzinstrumente werden im Konzernabschluss - den IFRS-Vorschriften entsprechend - zu Marktwerten bilanziert. Im Abschluss der EPCOS AG werden diese Sicherungsgeschäfte - sofern diese nicht als Bewertungseinheit angesehen werden - imparitätisch bewertet, das heißt: Ansatz von Rückstellungen bei negativen Marktwerten und kein Ansatz von Vermögenswerten bei positiven Marktwerten. Als Vertragspartner bei derivativen Finanzinstrumenten wählt EPCOS Banken erstklassiger Bonität, um Ausfallrisiken entgegenzuwirken. Darüber hinaus setzt das Unternehmen im Bedarfsfall derivative Finanzinstrumente ein, um Risiken aus Marktpreisschwankungen von Edelmetallen zu vermeiden.
Weitere Angaben zu den bestehenden Finanzinstrumenten einschließlich der abgeschlossenen Derivate sind im Konzernanhang unter 6.30 enthalten.
Gesamtwirtschaftliche Risiken
Volatilität und zyklisches Nachfrageverhalten kennzeichnen den Markt für passive Bauelemente und Systeme. Die Nachfrage hängt in beträchtlichem Ausmaß von den Schwankungen der Weltkonjunktur ab.
Die weltweite Konjunkturentwicklung hat nach eher verhaltenem Start zu Beginn des Jahres 2016 in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt aufgenommen und diesen Schwung in das erste Kalenderquartal 2017 mitgenommen. In Summe ist die Weltwirtschaft im Kalenderjahr 2016 weiter gewachsen (3,1% gegenüber Vorjahr17 ).
Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Lageberichts (Juni 2017), geht der Internationale Währungsfond (IWF) davon aus, dass sich die Weltkonjunktur dank der lange erwarteten zyklischen Erholung bei Investitionen, Produktion und Handel weiter beleben wird. Dennoch bleiben - fallweise sogar sich gegenseitig verstärkende - Unsicherheitsfaktoren bestehen, die ein schwächeres Wachstum bedingen können und in Summe zu einer fragilen Konjunkturentwicklung führen:
Dazu gehören nicht nur Kriege und sich ausweitende Krisen etwa im arabischen Raum, die zunehmend angespannte Situation im Umgang mit Nordkorea, die nach wie vor instabile Lage in der Ukraine sowie Risiken aus weniger strikt regulierten Finanzmärkten. Ein großes Risiko stellen nach Ansicht des IWF auch Tendenzen hin zu mehr Protektionismus dar, bei dem über Ländergrenzen hinweg abnehmende Handels- und Investitionsströme zu niedrigeren globalen Wachstumsraten führen würden. In diesem Zusammenhang sind eine mögliche Abschottung der USA genauso zu nennen wie der sogenannte Brexit, also der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) - in beiden Fällen könnten traditionelle Handelsbeziehungen unterbrochen und erhebliche wirtschaftliche Schäden regionalen und globalen Ausmaßes verursacht werden.
Die Wachstumsraten insbesondere in China werden absehbar zwar immer noch als verhältnismäßig hoch eingeschätzt, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau als jene in den zurückliegenden beiden Dekaden. Eine ebensolche überdurchschnittliche Wachstumsdynamik in China ist für die nachhaltig gute Weiterentwicklung von EPCOS eine genauso entscheidende Voraussetzung wie die politische Stabilität und die Bereitschaft des Landes, den Freihandel zu unterstützen18 .
In der Nachbarschaft Chinas kämpft Japan, die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft, weiterhin mit Wachstumsproblemen. Und der fortlaufende Stabilisierungsprozess des Euro-Raums dürfte ebenfalls für Störungen anfällig bleiben - so etwa stellt die andauernde Flüchtlingskrise die EU unverändert vor große Herausforderungen, nicht zuletzt aufgrund damit einhergehender Behinderungen von Verkehrs- und Warenströmen.
Die Entwicklung auf den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten stellt für den Geschäftsverlauf von EPCOS einen weiteren wesentlichen Einflussfaktor dar. Dabei waren die für EPCOS relevanten Rohstoffpreise im Berichtszeitraum erneut starken Schwankungen unterworfen und lagen teilweise erheblich über den Niveaus des Vorjahres. Darüber hinaus könnte es bei weiterer Eskalation von Konflikten insbesondere im arabischen Raum zu einem starken Anstieg von Energie- und Rohstoffpreisen kommen. Zusätzliches Risikopotential ergibt sich aus den Umständen, dass mit Rohstoffen an den Kapitalmärkten spekuliert wird und dass stark von der Erdölförderung abhängige Volkswirtschaften von dauerhaft niedrigen Erdölpreisen destabilisiert werden können.
Auch die Volatilität der Wechselkurse trägt weiterhin zu einer allgemeinen Verunsicherung der Märkte bei.
Zusammengefasst belegen die beschriebenen Einflussfaktoren, dass das Konjunkturumfeld von einer Unentschiedenheit geprägt ist, welche die Prognosen über künftige Verkaufspreise und Umsatzvolumina von EPCOS erschwert. Dazu kommt, dass die Kunden des Unternehmens teilweise selbst in zyklischen Branchen tätig sind, demzufolge ihr Bedarf an passiven Bauelementen und Systemen in starker Abhängigkeit von der Entwicklung ihrer eigenen Märkte schwankt. Dies führt dazu, dass die zeitliche Abfolge und das Ausmaß von Nachfrageschwankungen zunehmend schlechter abschätzbar sind.
Die Zyklizität des Geschäfts kann bei EPCOS zu markanten Umsatzveränderungen und in Folge zu steigenden Stückkosten führen. Darüber hinaus können widrige Rahmenbedingungen die Planung von Produktionsstückzahlen und Materialverbrauch behindern. Gleiches gilt für die Vorhersage künftiger Lieferanforderungen von Kunden. Daher passt EPCOS seine Bestände regelmäßig aufgrund möglicher Verbrauchs- bzw. Reichweitenrisiken sowie technischer Risiken an. Das Risiko fallender Preise bezieht das Unternehmen in seine Bestandsbewertung und im Rahmen seiner Bilanzierungsrichtlinien ebenfalls laufend ein.
17 siehe auch Lagebericht, Kapitel Konzern
18 siehe auch weiter unten Liquiditätsrisiken
Risiken durch schnellen technologischen Wandel und steigende Kundenansprüche
Die Märkte, in denen EPCOS überwiegend aktiv ist, zeichnen sich durch hohes Innovationstempo und schnellen technologischen Wandel aus. Dabei werden die Produktzyklen immer kürzer: Dies gilt etwa für hoch automatisierte Industrie-Anlagen und Fertigungsmaschinen genauso wie für Automobile, bei denen sich der Produktzyklus auf inzwischen drei bis fünf Jahre verkürzt hat. Daher besteht das Risiko, dass auf neue Marktentwicklungen bzw. Technologien nicht rasch genug reagiert werden und Marktanteile an den Wettbewerb verloren gehen könnten. Zur Begrenzung dieses Risikos investiert EPCOS fortlaufend einen hohen Betrag in Forschung und Entwicklung19 .
Risiken für die Geschäftsentwicklung von EPCOS ergeben sich auch aus dem Umstand, dass Kunden im Rahmen der immer kürzeren Produkt- und Projektzyklen ihre Entscheidungen immer kurzfristiger treffen. Das gilt sowohl hinsichtlich der Festlegung, welche elektronischen Bauelemente in der Kundenlösung eingesetzt werden als auch wie viele davon. Von EPCOS wird dabei zunehmend gefordert, Fertigungseinrichtungen für kunden- und anwendungsspezifische Bauelemente und Lösungen in ausreichender Menge vorzuhalten. Sollten sich dann aber bei den Kundenprojekten kurzfristig und nicht vorhersehbar Änderungen ergeben, lässt sich bei EPCOS die eigens dafür geschaffene Fertigungskapazität in der Regel nicht umgehend durch die Produktion anderer Produkte auslasten.
19 siehe auch Lagebericht, Kapitel Forschung und Entwicklung sowie weitere Ausführungen zum Ende dieses Risikoberichts unter der Überschrift Chancen
Risiken durch Wettbewerb
Die Industrie der passiven Bauelemente und Systeme ist von einem starken, aggressiven Wettbewerb geprägt. In der Regel fallen die Preise von EPCOS Produkten im Laufe ihres Lebenszyklus. Diesbezüglich haben sich im Zuge der Globalisierung die Rahmenbedingungen gerade des Geschäfts mit passiven Bauelementen zusätzlich erschwert: Viele Konkurrenten aus Asien, insbesondere aus China, drängen mit niedrigen Preisen auf den Markt, etablieren sich zunehmend und üben auf Bauelemente-Hersteller wie EPCOS den Druck aus, neue wettbewerbsfähige Lösungen in immer kürzeren Zeiträumen zu entwickeln und zu vermarkten. Dabei besteht das Risiko, dass der Anlauf neuer Produkte unerwartet hohe Kosten verursacht und sich negativ auf die Ertragslage auswirkt.
Diesen Herausforderungen begegnet EPCOS mit einer kontinuierlichen Verbesserung seiner Prozesse, Produkte und Dienstleistungen hinsichtlich Qualität und Produktivität sowie mit dem Verlagern ausgewählter Geschäftsprozesse in Niedriglohnländer. Ziel ist, die Kosten laufend zu verringern und gleichzeitig den Kunden den höchst möglichen Nutzen eigener Technologiekompetenz zu bieten. EPCOS investiert daher fortlaufend in die Entwicklung und Vermarktung seiner Technologien und Produkte.
Kreditrisiken
Den finanziellen Verlust, der dadurch entsteht, dass ein Vertragspartner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, definiert EPCOS als Kreditrisiko. Kredit- bzw. Ausfallrisiken bestehen in erster Linie in Zusammenhang mit Forderungen aus operativen Lieferungen und Leistungen. Zur Verringerung dieses Risikos hat das Unternehmen für jeden Kunden ein maximales Volumen offener Forderungen festgelegt. Aufgrund dessen sowie aufgrund der breiten Kundenbasis erreicht diese Forderungshöhe bei einzelnen Kunden keine Größenordnung, die im Falle eines Zahlungsausfalls den Bestand von EPCOS gefährden könnte.
Die aktuelle Höhe der ausstehenden Forderungen wird im Rahmen des EPCOS Asset Managements fortlaufend überwacht und etwaige Überfälligkeiten werden durch ein zeitnahes Mahnwesen verfolgt. Ebenso prüft das Unternehmen die Kreditwürdigkeit seiner Kunden und holt dazu unter anderem Bankauskünfte ein. Um dem erhöhten Ausfallrisiko seit der Finanz- und Wirtschaftskrise Rechnung zu tragen, hat EPCOS seine Überwachungsmethoden verfeinert.
Das maximale Ausfallrisiko aus operativen Lieferungen und Leistungen entspricht in der Regel dem Buchwert. In der Vergangenheit musste EPCOS keine nennenswerten Forderungsausfälle verzeichnen.
Liquiditätsrisiken
Liquiditätsrisiken stellen das Risiko dar, den eigenen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen zu können. Diese Verpflichtungen ergeben sich unter anderem aus Zins- und Tilgungsleistungen, aus Investitionen, Steuern und anderen Zahlungen aus dem operativen Geschäft.
EPCOS schätzt dieses Risiko als gering ein. Zum einen verfügte EPCOS zum Bilanzstichtag am 31. März 2017 über eine freie Liquidität in Höhe von 735 Millionen EUR, die hauptsächlich aus dem Verkauf des 51-Prozent-Anteils an dem RF360 Joint Venture an Qualcomm resultiert. Zum anderen verfügte EPCOS zum 31. März 2017 über eine Kreditlinie bei TDK in Höhe von 1.135 Millionen EUR, die am 1. April 2017 aufgrund der sehr guten Liquiditätslage des Unternehmens auf 300 Millionen EUR gesenkt wurde. Bei Bedarf kann diese Kreditlinie kurzfristig aufgestockt werden. Zusätzlich verfügt EPCOS über bilaterale Kreditlinien bei verschiedenen Banken, die weiterhin im bisherigen Umfang bereitgestellt werden. Ergänzend zu diesen Instrumenten verfolgt das Unternehmen kontinuierlich die an den Finanzmärkten verfügbaren Finanzierungsalternativen einschließlich deren Kosten. Ein wesentliches Ziel ist dabei, die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu erhalten und unangemessene Refinanzierungskosten und -risiken zu begrenzen.
Zu den Liquiditätsrisiken zählen auch Devisenverkehrsbeschränkungen, worunter EPCOS alle regulierenden Maßnahmen einer ausländischen Regierung zur Einschränkung des Zahlungsverkehrs mit dem Ausland versteht. EPCOS sieht ein mögliches Risiko insbesondere in China, wo mit etwa 577 Millionen EUR ein großer Teil der Liquidität verfügbar ist, während Investitionen und Zahlungsverpflichtungen in anderen Ländern anfallen. Durch Dividendenausschüttungen soll dieses Risiko in Zukunft reduziert werden.
Grundlage des langfristigen EPCOS Liquiditätsmanagements ist eine rollierende 3-Jahresplanung, auf deren Basis die Finanzierungsstruktur für die zukünftigen Jahre festgelegt wird. Für das kurzfristige Liquiditätsmanagement wird eine regelmäßige Liquiditätsvorschau sowie eine rollierende Abschätzung des Mittelzu- bzw. -abflusses aus betrieblicher Tätigkeit und Investitionstätigkeit erstellt. Dadurch kann EPCOS auf etwaige Veränderungen rechtzeitig reagieren, Refinanzierungsrisiken minimieren und kurzfristig überschüssige Mittel zinsoptimiert anlegen.
Die Zahlungsverpflichtungen aus den bilanzierten Verbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter Punkt 6.30 dargestellt20 .
20 Tabelle Fälligkeiten finanzieller Schulden
Steuerliche Risiken
Eine mögliche mangelhafte Erfüllung steuerlicher Pflichten kann global zu finanziellen Risiken führen. Die zentrale Steuerabteilung der EPCOS AG hat deswegen Richtlinien und Arbeitsprozesse geschaffen, die eine rechtzeitige und korrekte Erfüllung steuerlicher Pflichten gewährleisten. Darüber hinaus werden alle selbständigen EPCOS Organisationseinheiten von externen Steuerberatern vor Ort unterstützt. Jede Business Group verfügt über geschulte Transferprice Officers, die an die zentrale Steuerabteilung berichten.
Das von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) initiierte Programm gegen die Aushöhlung der Steuerbasis und die Gewinnverlagerung (Base Erosion and Profit Shifting (BEPS)) erhöht bei den Unternehmen die Anforderungen an die Dokumentation des grenzüberschreitenden Warenverkehrs, von Dienstleistungen und von Verrechnungspreisen. Um diesem zu begegnen haben TDK und EPCOS ein Projekt mit dem Ziel gestartet, die möglichen steuerlichen Risiken aus dem BEPS Programm frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Rechtliche Risiken
Die derzeit anhängigen rechtlichen Verfahren begründen keine bestandsgefährdenden Risiken für EPCOS.
Zinsänderungsrisiken
Die Auswirkung einer Zinsänderung auf die Gewinn- und Verlustrechnung stuft EPCOS weiterhin als moderat ein. Zum einen konnte EPCOS aus dem Verkauf eines 51-Prozent-Anteils am Joint Venture RF360 an Qualcomm den größten Teil des Finanzierungsvolumens reduzieren. Zum anderen schätzt EPCOS das kurz- bis mittelfristige Zinsänderungsrisiko an sich als gering ein.
Zur Senkung der Zinsänderungsrisiken stellt die zentrale Finanzabteilung der EPCOS AG den eigenen Konzerngesellschaften finanzielle Mittel über interne Darlehen bzw. entsprechende Cashpooling-Systeme zur Verfügung, soweit dies aufgrund länderspezifischer Vorschriften möglich und sinnvoll ist. Umgekehrt führen die Konzerngesellschaften ihre überschüssige Liquidität an die zentrale Finanzabteilung ab, soweit dies lokale Vorschriften erlauben.
EPCOS erfasst und kontrolliert ausschließlich liquiditätswirksame Zinsänderungsrisiken. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Darlehen ergibt sich in Abhängigkeit des Zinsniveaus. Dieses Risiko wirkt sich bilanziell allerdings nicht aus, da Darlehensverbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Die Zinszahlungen für die per 31. März 2017 variabel verzinsten oder die im laufenden Geschäftsjahr 2018 zur Refinanzierung anstehenden Kredite würden bei einem Anstieg des Zinsniveaus um 100 Basispunkte um 2,4 Millionen EUR pro Jahr steigen.
EPCOS bilanziert leistungsorientierte Pensionspläne in Übereinstimmung mit IAS 19. Die dafür angewandten versicherungsmathematischen Methoden erfordern die Bestimmung wesentlicher Annahmen, zu denen unter anderem der Zinssatz für die Abzinsung zählt. Eine Herabsetzung dieses Zinssatzes kann zu einer signifikanten Erhöhung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung führen, wohingegen steigende Zinssätze den Barwert signifikant senken können. Die daraus entstehenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Periode ihrer Entstehung direkt erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Die tatsächliche Entwicklung kann aufgrund sich ändernder Marktbedingungen oder wirtschaftlicher Bedingungen von diesen Annahmen abweichen und hierdurch zu einem Anstieg oder Rückgang der Verpflichtung führen.
Währungsrisiken
Die weltweite Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten von EPCOS bringt eine Vielzahl von Zahlungsströmen in unterschiedlichsten Währungen mit sich, wobei Euro (EUR), US-Dollar (USD) und Japanischer Yen (JPY) für das Unternehmen derzeit die größte Bedeutung haben. Da folglich die Konzerngesellschaften einem Währungsrisiko ausgesetzt sind, ist die Absicherung von Wechselkursrisiken ein wesentlicher Bestandteil des EPCOS Risikomanagements. Hinzu kommt, dass - bedingt durch Schwankungen auch in anderen Währungen wie etwa Chinesischer Yuan (CNY), Indische Rupie (INR), Brasilianischer Real (BRL) oder Ungarischer Forint (HUF) - sich die Kostenposition von EPCOS verschlechtern und dadurch negative Auswirkungen auf das Ergebnis entstehen können. Aus dem daraus resultierenden Kostenvorteil anderer Bauelemente-Hersteller können sich zudem Auswirkungen auf das Marktpreisniveau ergeben.
Zur Verringerung dieser Risiken wird darauf geachtet, möglichst viele Transaktionen - etwa Umsätze, Einkäufe und Finanzierungen - in der jeweiligen Bilanzwährung zu vereinbaren bzw. eine ausgeglichene Netto-Währungsposition zu schaffen. Verbleibende Währungsrisiken werden durch das zentrale EPCOS Währungs-Management laufend erfasst. Die Netto-Währungsposition in den einzelnen Währungen sichert das Unternehmen mit Hilfe geeigneter Instrumente, insbesondere Devisentermingeschäften, in der Regel über einen Zeitraum von drei Monaten ab. Die abgeschlossenen Sicherungsinstrumente für das operative Geschäft werden nicht gemäß Hedge-Accounting-Vorschriften bilanziert.
Aufgrund der mit dem Joint Venture RF360 verbunden teilweisen Sicherung des 49-Prozent-EPCOS-Anteils zum 31. März 2017 bestand im Gegensatz zu den Vorjahren eine langfristige Devisensicherung in Höhe von 600 Millionen USD. Diese wird gemäß Hedge-Accounting-Vorschriften bilanziert.
Zum 31. März 2017 bzw. 31. März 2016 war der EPCOS Konzern im Wesentlichen die folgenden Devisensicherungen (saldiert) in Millionen eingegangen:
| 2017 | 2016 | |||
|---|---|---|---|---|
| in Fremdwährung | Gegenwert EUR |
in Fremdwährung | Gegenwert EUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| USD | -1.051,4 | -983,4 | -112,4 | -98,7 |
| EUR | -68,0 | -68,0 | -60,7 | -60,7 |
| JPY | 1.119,3 | 9,4 | 6.505,6 | 50,9 |
| SGD | -3,1 | -2,1 | 9,5 | 6,2 |
| HUF | 4.500,0 | 14,6 | 3.700,0 | 11,8 |
| CZK | 161,6 | 6,0 | 63,3 | 2,3 |
| HKD | 30,3 | 3,6 | 26,3 | 3,0 |
| IDR | 79.929,0 | 5,6 | 62.662,7 | 4,2 |
Die in der folgenden Tabelle dargestellten Währungssensitivitäten und ihre Wirkung auf das Vorsteuerergebnis ergeben sich unter der Annahme, der Euro habe sich gegenüber US-Dollar, Japanischem Yen und Chinesischem Yuan zum 31. März 2017 bzw. 31. März 2016 um 10 Prozent auf- bzw. abgewertet. Ferner unterstellt diese Analyse, dass alle anderen Variablen -insbesondere Zinsen sowie andere als die genannten Währungspaare - unverändert bleiben und Währungsschwankungen auch keinen Einfluss auf die Marktpreise unserer Produkte haben.
Wechselkurs-Sensitivitäten in Mio. EUR, zum 31. März 2017 bzw. 31. März 2016
| 2017 | 2016 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| USD | JPY | CNY | USD | JPY | CNY | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Ergebnis aus Aufwertung des EUR um 10% | 2,9 | -1,1 | -1,3 | -2,4 | -3,0 | -2,1 |
| Ergebnis aus Abwertung des EUR um 10% | -3,5 | 1,3 | 1,5 | 2,9 | 3,7 | 2,5 |
Beschaffungsrisiken
Um Lieferengpässe und Abhängigkeiten bei den wichtigsten Rohmaterialien möglichst zu vermeiden, verfügt EPCOS in der Regel über alternative Bezugsquellen und arbeitet eng mit Lieferanten zusammen. Darüber hinaus begrenzt EPCOS Risiken bei der Energieversorgung seiner Fertigungen durch entsprechende technische Vorsorgemaßnahmen und vertragliche Regelungen mit Lieferanten.
Innovationen und die Weiterentwicklung seiner Technologien und Prozesse tragen zudem wesentlich dazu bei, den Bedarf des Unternehmens an kostenintensiven sowie quantitativ und/oder regional beschränkt verfügbaren Rohmaterialien zu verringern. EPCOS legt grundsätzlich Wert darauf, bei Bedarf auf alternative, besser verfügbare Materialen sowie Versorgungswege ausweichen zu können.
Für einige seiner Produkte allerdings benötigt das Unternehmen Materialien, die in der geforderten Qualität nur von einer begrenzten Anzahl an Lieferanten bereitgestellt werden können oder auf Rohmaterialien beruhen, die an der Börse gehandelt werden. Daher kann es vereinzelt zu Versorgungsengpässen oder von EPCOS nicht beeinflussbaren Preisschwankungen kommen.
Produkthaftung und Gewährleistungsansprüche
EPCOS haftet für die Qualität seiner Produkte gegenüber Kunden und Endverbrauchern. Trotz der umfassenden, regelmäßig kontrollierten sowie fortlaufend weiterentwickelten Maßnahmen des Unternehmens zur Qualitätssicherung verbleibt ein geringes Restrisiko, dass einzelne seiner Produkte fehlerhaft sind. Solche Fehler könnten auch in den Anwendungen der Kunden Schäden verursachen. Fehlerhafte EPCOS Produkte könnten also zu Gewährleistungsansprüchen gegen das Unternehmen oder zu einer Haftung für Schäden führen, die durch solche fehlerhaften Produkte bei Kunden innerhalb der gesamten nachfolgenden Lieferkette entstanden sind.
Gegen diese Risiken sichert sich das Unternehmen mit Hilfe entsprechender Versicherungen ab. Sobald stichhaltige Anhaltspunkte für Haftungsfälle vorliegen, bildet die Gesellschaft angemessene Rückstellungen.
Fehlerhafte Produkte könnten außerdem den Vermarktungserfolg und die Reputation von EPCOS beeinträchtigen.
Personalrisiken
Der Erfolg des Unternehmens hängt von dem Wissen und der Erfahrung sowie der Motivation, dem Leistungswillen und dem Einsatz seiner Mitarbeiter21 ab.
Die Weiterentwicklung einer Unternehmenskultur, in der unternehmerisches Denken und eigenverantwortliches Handeln auf allen Ebenen und in allen Teilen der Organisation gefördert werden und zur Entfaltung kommen sollen, steht bei EPCOS im Mittelpunkt der Personalführung. Um sich im globalen Wettbewerb behaupten und gegen zunehmende Konkurrenz immer besser durchsetzen zu können, ist das Unternehmen darauf angewiesen, dass sich alle Mitarbeiter -und insbesondere die besten und talentiertesten darunter - umfassend einbringen und Spitzenleistungen erbringen.
EPCOS steigert die dazu notwendige Bereitschaft seiner Beschäftigten auch mit Hilfe leistungs- und erfolgsabhängiger Einkommenskomponenten und Entlohnungssysteme. Das Unternehmen ist sich dessen bewusst, dass Leistungsträger kurzfristig nur sehr schwer ersetzt werden können. Um aufstrebende Mitarbeiter möglichst langfristig zu binden und den Verlust von Kompetenz so gut es geht auszuschließen, zumindest aber schnell kompensieren zu können, betreibt EPCOS Nachwuchsförderung und Karriereplanung. Im Bedarfsfall werden hochqualifizierte und erfahrene Fachleute angeworben.
21 Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird in unserem Geschäftsbericht der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet. Die weibliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen.
Informationstechnische Risiken
Zur Sicherung seines internen Datenverkehrs nutzt EPCOS weltweit ein umfassendes System von Datenleitungen und Netzwerken. Informationstechnische Risiken bestehen darin, dass Netzwerke ausfallen und Daten durch Bedien- und Programmfehler sowie externe Einflüsse -beispielsweise einen unerwünschten Zugriff - missbraucht, gestohlen, verfälscht oder zerstört werden könnten. Diesen Risiken begegnet EPCOS durch regelmäßige Investitionen in Hard- und Software, durch den Einsatz von Virenscannern, Firewall-Systemen, Zugangs- und Zugriffskontrollen, durch regelmäßige Datensicherungen sowie durch Nutzung von Backup-Systemen. Die zentralen Rechensysteme sind hochverfügbar ausgelegt, sodass ein Komplettausfall dieser Systeme unwahrscheinlich ist. Außerdem vergewissern wir uns in regelmäßigen Abständen durch extern durchgeführte Tests, ob unsere Systeme bzw. Netze gegen Angriffe von außen nach dem jeweiligen Stand der Technik abgesichert sind.
Kontrolliert werden diese Maßnahmen fortlaufend von den für die informationstechnische Sicherheit zuständigen Mitarbeitern. Zusätzlich überprüft werden sie auch von der Internen Revision.
Umweltrisiken
Aufgrund seines globalisierten Geschäfts unterliegt EPCOS länderspezifischen Umweltgesetzen und -vorschriften, unter anderem zu Luftemission, Grundwasserverschmutzung, Abwasserbehandlung, Abfallentsorgung, Gebrauch und Behandlung gefährlicher Substanzen sowie Bodenuntersuchung und -entgiftung. Daraus könnten sich für EPCOS Haftungsrisiken aus dem laufenden wie auch vergangenen Geschäftsbetrieb ergeben.
Zusätzliche künftige Umweltanforderungen könnten es erforderlich machen, die bestehenden hohen EPCOS Umweltstandards den neuen Verpflichtungen anzupassen. Die Konsequenzen daraus könnten sich etwa in höheren Produktionskosten und in notwendigen Veränderungen der Produktionsprozesse auswirken.
Zusammenfassende Darstellung der Risiken
Zu den größten Herausforderungen für das Risikomanagement von EPCOS zählen Risiken, die durch die Konjunktur und das wirtschaftliche Umfeld bedingt werden. Beschrieben sind diese Risiken in dem vorliegenden Geschäftsbericht unter den Zwischenüberschriften "Gesamtwirtschaftliche Risiken", "Risiken durch schnellen technologischen Wandel und steigende Kundenansprüche" sowie "Risiken durch Wettbewerb". Auch wenn sich die Einschätzung einzelner Risikoausmaße im Verlauf des Geschäftsjahres 2017 aufgrund veränderter Rahmenbedingungen und in Folge von Gegenmaßnahmen des Unternehmens gewandelt hat, ist das Gesamtrisiko für den EPCOS Geschäftserfolg im Jahresvergleich weitgehend unverändert geblieben.
Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Lageberichts (Juni 2017) hat das Unternehmen keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand von EPCOS gefährden könnten. Das Unternehmen ist überzeugt, dass sich die Herausforderungen, die sich aus den oben genannten Risiken ergeben, meistern lassen.
Chancen
EPCOS gehört seit 2009 zum TDK Konzern, wird dort zusammen mit dem Bauelemente-Geschäft von TDK geführt und wird auf den Elektronikmärkten inzwischen weit überwiegend als ein in TDK integriertes Unternehmen wahrgenommen. Mit Hilfe von EPCOS konnte TDK auf dem Gebiet der passiven Bauelemente und Systeme sein breites Fundament in den wichtigen Märkten weiter festigen. Der TDK Konzern profitiert davon, dass sich die Geschäftsaktivitäten von TDK und EPCOS sehr gut ergänzen. Dies gilt sowohl im Hinblick auf Technologien und Produkte als auch bezüglich Kunden und Absatzmärkten.
Unter dem Dach von TDK ergeben sich zusätzliche Chancen für das EPCOS Geschäft: So sind beide Unternehmen auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung sowie der Fertigung nahe zusammengerückt: Vorhandenes Know-how lässt sich gemeinsam immer besser nutzen, womit sich beispielsweise Produktionsabläufe optimieren und aufeinander abstimmen lassen.22 Vergleichbar ist die Situation im europaweiten Vertrieb, wo TDK seine beiden Vertriebskanäle für EPCOS und TDK Produkte in einer gemeinsamen Vertriebsgesellschaft führt wie in Japan, und Kunden damit aus einer Hand markenübergreifend bedient werden. In den Regionen China und NAFTA sind die Vertriebsbüros von TDK und EPCOS zwar noch nicht in gemeinsamen Vertriebsgesellschaften zusammengeführt, jeweils aber unter einem Dach untergebracht.
Das verbreiterte Produktportfolio stärkt die Präsenz bei Kunden vor Ort und schafft neue Geschäftsmöglichkeiten. Darüber hinaus bieten sich aufgrund der Bündelung von Volumina bei Lieferanten und Logistikpartnern Kostensenkungspotentiale.
Neben den allgemein gültigen Chancen unternehmerischer Tätigkeit ergeben sich für EPCOS weiterhin Chancen aus den anhaltenden Megatrends Umweltschutz, Energieeffizienz, Miniaturisierung sowie zunehmend aus dem Megatrend Vernetzung, die sich - wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß - in allen EPCOS Abnehmerbranchen auswirken. Voraussetzung dafür ist eine dauerhafte Technologie- und Innovationsführerschaft, die EPCOS in die Lage versetzen, seine Positionen in diesen Branchen nachhaltig zu stärken und weiter auszubauen. Hinsichtlich etwa des Geschäfts mit HF-Komponenten und anderen zukunftsträchtigen Produkttechnologien haben EPCOS bzw. TDK mit der vertieften Kooperation mit Qualcomm sowohl auf die im Mobilfunkmarkt rasant wachsenden Anforderungen und Risiken sowie die dort fortschreitende Integration in Systemlösungen und die damit einhergehende Konsolidierung im Wettbewerbsumfeld reagiert als auch ihre Chancen optimiert, technologische Herausforderungen der Zukunft frühzeitig zu meistern und zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten zu eröffnen.23
Diesen Zielen dient auch das neu gegründete R&D Center Europe, das im Geschäftsjahr 2017 seine Arbeit aufgenommen hat.24 Abgesehen davon sind die EPCOS F&E-Abteilungen eng in das entsprechende TDK Netzwerk eingebunden, nutzen sowohl die gut ausgebaute und starke Technologie-Organisation des Mutterkonzerns als auch die daraus resultierenden Synergien und arbeiten in einer ganzen Reihe gemeinsamer F&E-Projekte mit: Überlegene Innovationskraft bei Technologien, Prozessen und Produkten ist ein entscheidender Erfolgsfaktor zur Absicherung und Steigerung künftigen Wachstums.
Zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren im globalen Wettbewerb gehört auch die einwandfreie Qualität von Produkten und Dienstleistungen. Insofern bietet die etwa im Rahmen der Null-Fehler-Qualitätsoffensive von EPCOS fortlaufend verbesserte Qualität die Chance, die Marktpositionen des Unternehmens auf den immer qualitätssensibleren Märkten zu festigen und auszubauen.
22 siehe auch Lagebericht, Kapitel Forschung und Entwicklung
23 siehe auch Lagebericht, Kapitel Allgemeines
24 siehe auch Lagebericht, Kapitel Forschung und Entwicklung
AUSBLICK
Erwartung einer Umsatz- und Ergebnissteigerung im fortgeführten Geschäft
Nachdem die Weltwirtschaft im Kalenderjahr 2016 gegenüber Vorjahr um 3,1 Prozent gewachsen war und dabei in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt aufgenommen hatte, setzte sich die Belebung über das Frühjahr 2017 hinweg fort. Auch für das weitere Kalenderjahr erwartet der Internationale Währungsfond (IWF), dass die Konjunktur ihren Schwung beibehält und moderat weiter wachsen wird25 , wobei regionale Unterschiede bestehen bleiben.
Demnach soll das Wachstum in den klassischen Industrieländern insgesamt anziehen. Noch positiver fällt die Prognose hinsichtlich der Schwellenländer aus: In Summe soll dort das gegenüber Vorjahr erwartete Wachstumsplus insbesondere von den höheren Zuwächsen in Indien getragen werden, für den ASEAN-Raum wird eine leichte Zunahme der Wachstumsrate prognostiziert. Darüber hinaus geht der IWF davon aus, dass Brasilien und Russland die Talsohle in ihrer Wirtschaftsentwicklung überwinden dürften. In China hingegen soll sich die Konjunktur ein wenig weiter abkühlen. Auch wenn die insgesamt stark wachsenden Schwellen-und Entwicklungsländer 2017 in Summe erneut den größten Anteil zum globalen Wirtschaftswachstum beitragen werden, so entwickelten sich die einzelnen Länder doch sehr uneinheitlich; die prognostizierten Wachstumsraten liegen auf teilweise erheblich niedrigerem Niveau als jene in den zurückliegenden beiden Dekaden.
25 IWF, World Economic Outlook April 2017
Weltwirtschaft:
Störungsanfällige Rahmenbedingungen, weitere Konjunkturabkühlung in China, in Summe Wachstumsraten teilweise merklich über Vorjahresniveau
Die Weltwirtschaft betreffend erwartet der IWF für das laufende Kalenderjahr eine erhöhte Wachstumsrate von 3,5 Prozent (2016: 3,1%). Dabei werde in den klassischen Industrieländern das Wachstum auf insgesamt 2,0 Prozent steigen (2016: 1,7%); für die USA wird ein Anstieg auf 2,3 Prozent prognostiziert (2016: 1,6%). Im Euro-Raum soll das Wachstum unverändert bei 1,7 Prozent liegen. Obwohl der IWF davon ausgeht, dass in Deutschland sich die Konjunktur auf 1,6 Prozent abkühlt (2016: 1,8%), gehöre Deutschland weiterhin zu den Euro-Ländern mit der solidesten Wirtschaftsentwicklung. Die nach wie vor höchsten Wachstumsraten würden 2017 aber weiterhin in Schwellen- und stark wachsenden Entwicklungsländern erzielt, für die der IWF eine Steigerung der Wirtschaftsleistung um insgesamt 4,5 Prozent prognostiziert (2016: 4,1%). Dabei bleibt das Bild dieser Volkswirtschaften uneinheitlich: Während etwa für Indien ein verstärktes Wachstum in Höhe von 7,2 Prozent erwartet wird (2016: 6,8%), rechnet der IWF für China mit einem leichten Wachstumsrückgang auf 6,6 Prozent (2016: 6,7%).
Unsicherheiten hinsichtlich der weltweiten Wirtschaftsentwicklung bleiben bestehen, zum Teil seien diese sogar größer als noch vor Jahresfrist: Das betreffe insbesondere geopolitische Risiken und solche die im Fall von erneut deregulierten Finanzmärkten ausgehen würden. Hinzu kämen Probleme in Schwellen- und Entwicklungsländern, die ein schwächeres Wachstum bedingen könnten. In Folge sei die Konjunkturentwicklung insgesamt fragiler geworden.
Hohe Risiken birgt nach Ansicht des IWF eine Zunahme des Protektionismus, bei dem über Ländergrenzen hinweg abnehmende Handels- und Investitionsströme zu niedrigeren globalen Wachstumsraten führen würden. Sowohl eine mögliche Abschottung der USA als auch der sogenannte Brexit, der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) schürten Unsicherheiten, weil dadurch traditionelle Handelsbeziehungen unterbrochen und erhebliche wirtschaftliche Beeinträchtigungen regionalen und weltweiten Ausmaßes verursacht werden könnten. Darüber hinaus gäbe es nach wie vor immer wieder Turbulenzen an den Finanzmärkten großer Schwellenländer wie China, Brasilien und Russland, das Industrieland Japan sehe sich weiterhin mit Wachstumsproblemen konfrontiert, und die Stabilisierung des Euro-Raums dürfte unter anderem angesichts andauernder Flüchtlings- und Ukraine-Krisen ebenfalls für Störungen anfällig bleiben.
In den überdurchschnittlich stark wachsenden Schwellen- und Entwicklungsländern seien es zusätzlich Engpässe in der Infrastruktur und andere binnenwirtschaftliche Faktoren, die das Wachstum dämpfen. Auf globaler Ebene verunsichere darüber hinaus die Zuspitzung der Lage hinsichtlich Nordkoreas sowie insbesondere die weiter zunehmende Instabilität im arabischen Raum. Dort wachse die Gefahr eines sich weiter ausbreitenden kriegerischen Flächenbrands, was für die globale geopolitische Ordnung und Stabilität ein genauso massives Risiko darstelle wie für die Weltkonjunktur - nicht zuletzt hinsichtlich der Versorgung mit Erdöl. Und auch wenn die noch immer verhältnismäßig niedrigen Erdölpreise für viele Marktteilnehmer vorteilhaft seien, würden sie mittel- und langfristig doch die Gefahr bergen, stark von der Erdölförderung abhängige Volkswirtschaften zu destabilisieren.
EPCOS:
Wachstum im Fokus
EPCOS setzt auf weiteres Wachstum und will sowohl in neuen als auch in den angestammten Märkten wachsen, wo das Unternehmen bereits starke Positionen besetzt. Dementsprechend wird EPCOS im laufenden Geschäftsjahr 2018 (1. April 2017 bis 31. März 2018) rund ein Drittel seiner Investitionen für den Ausbau von Fertigungskapazitäten aufwenden. Weitere Schwerpunkte bilden Maßnahmen zur Verbesserung von Qualität und Produktivität sowie die Entwicklung neuer Produkte über das gesamte eigene Technologiespektrum hinweg.
Seine Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung führt EPCOS fort. Im Rahmen dessen wird das Unternehmen beispielsweise den Automatisierungsgrad seiner Fertigungsanlagen weiter erhöhen, unter anderem durch den Einsatz von Robotik und Industrie-4.0-Lösungen. Diesbezüglich wird das Unternehmen insbesondere in Ländern mit steigenden Arbeitskosten aktiv sein, etwa in China. Entsprechende Maßnahmen senken nicht nur die Fehlerrate einzelner Arbeitsprozesse und beschleunigen diese, sondern sie verbessern Produktqualität und Kostenposition, erhöhen die Produktivität und steigern damit die Wettbewerbsfähigkeit von EPCOS.
Erneut Umsatz- und Ergebnissteigerung
Im Rahmen einer voraussichtlich sich weiter belebenden Weltkonjunktur erwartet EPCOS einen in Summe weiter steigenden Bedarf an Bauelementen. Unter Berücksichtigung der genannten Unwägbarkeiten geht EPCOS für das Geschäftsjahr 2018 davon aus, im Vergleich zum Vorjahr seinen Umsatz leicht zu steigern (trotz des Wegfalls der Restumsätze mit IT-Modulen, die Anfang 2017 eingestellt wurden) und dabei seinen Operating Profit deutlich zu erhöhen (Geschäftsjahr 2017: Umsatz: 1,5 Mrd. EUR, Operating Profit: 110 Mio. EUR).
Dieser Geschäftsbericht enthält in Bezug auf die Geschäftsergebnisse, die finanzielle Situation, die Strategie und die Pläne von EPCOS Aussagen, die in die Zukunft gerichtet sind. Diese Aussagen sind durch Formulierungen wie »dürften«, »anstreben«, »beabsichtigen«, »davon ausgehen«, »erwarten«, »werden« oder vergleichbare Begriffe erkennbar. Solche vorausschauende Aussagen basieren auf einer Vielzahl von Annahmen, die sich als unrichtig erweisen können. Sie unterliegen außerdem einer Vielzahl äußerer Risikofaktoren, die EPCOS nur sehr bedingt beeinflussen kann. Das können zum Beispiel geringeres Wachstum in bedeutenden Märkten oder Veränderungen in Abnehmerbranchen, in Kundenbeziehungen, in der Durchführbarkeit von Kostensenkungen oder in allgemeinen wirtschaftlichen und geschäftlichen Bedingungen sein. Eine Aktualisierung der in die Zukunft gerichteten Aussagen durch EPCOS ist weder geplant noch übernimmt das Unternehmen die Verpflichtung dazu.
Bestätigungsvermerk
Zu dem Jahresabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:
"Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (,Lagebericht und Konzernlagebericht') der EPCOS AG, München, für das Geschäftsjahr vom 1. April 2016 bis zum 31. März 2017 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht und Konzernlagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht und Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht und Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts und Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht und Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."
München, den 30. Juni 2017
**Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Barth, Wirtschaftsprüfer
Westermeier, Wirtschaftsprüfer
Geschäftsjahr 2017
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Aktionäre,
Das im Geschäftsjahr 2016/2017 bedeutendste Ereignis war die Einbringung der wesentlichen Teile des Geschäftsbereiches SAW in ein Joint Venture ("RF360"), das mehrheitlich von der US-amerikanischen Firma Qualcomm gehalten wird. Diese Einbringung wurde, wie im letztjährigen Bericht des Aufsichtsrats angekündigt, Anfang des Kalenderjahres 2017 vollzogen. Die von EPCOS noch gehaltene 49-Prozent-Beteiligung an RF360 ist Gegenstand einer zwischen EPCOS und Qualcomm vereinbarten Put-/Call-Option, die ab August 2019 ausgeübt werden kann.
Die Entscheidung zur Ausgliederung der SAW-Aktivitäten aus dem TDK/EPCOS Konzern war die strategisch gebotene Reaktion auf die im hochvolatilen Mobilfunkgeschäft dynamisch wachsenden Risiken und Anforderungen, denen SAW nach der Zusammenführung mit Qualcomm mittel- und langfristig sicherlich besser denn je begegnen kann. Gleichzeitig werden die im Rahmen der RF360-Transaktion vereinnahmten Mittel - im Fall der Ausübung der zuvor genannten Option dann insgesamt ca. 3 Milliarden US-Dollar - dazu beitragen, die Weichen für eine vielversprechende Zukunft des bei EPCOS verbliebenen Bauelemente-Geschäftes zu stellen.
Im Zuge dieser Weichenstellung wird es überaus wichtig sein, die durch den Wegfall von SAW bedingten Umsatz- und Ertragseinbußen so schnell wie möglich auszugleichen. Hier ist die eigene Innovationskraft des Unternehmens gefordert, ebenso aber auch Konsequenz und Geschick beim Eingehen neuer technologischer Partnerschaften sowie beim Zukauf geeigneter Unternehmen.
Nicht von gleichrangiger struktureller Bedeutung wie die RF360-Transaktion, aber dennoch bemerkenswert war die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Fiskaljahr: Betrachtet man das Gesamtgeschäft des EPCOS-Konzerns - also das Geschäft einschließlich der SAW-Aktivitäten - wurde gegenüber Vorjahr eine Umsatzsteigerung um 5 Prozent sowie das beste operative Ergebnis der Firmengeschichte erzielt, und dies obwohl das SAW-Geschäft ab Vollzug der RF360-Transaktion Anfang Februar 2017 nicht mehr EPCOS zugerechnet wurde.
Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr regelmäßig, zeitnah und ausführlich über die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Gesellschaft, über deren Risikolage und Risikomanagement sowie über alle wesentlichen Vorhaben und Planungen mündlich und schriftlich informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von Plänen und Zielvorgaben wurden zwischen den beiden Gremien umfassend diskutiert und beraten. Alle zustimmungsbedürftigen Angelegenheiten wurden dem Aufsichtsrat vom Vorstand vorgelegt. Daneben standen die Vorstandsmitglieder mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden sowohl in regelmäßigen Sitzungen als auch häufig auf bilateraler Basis in Kontakt, um mit ihm wesentliche Pläne, anstehende Entscheidungen und wichtige Vorkommnisse zu besprechen. Auf dieser Grundlage hat der Aufsichtsrat die Führung der Geschäfte des Unternehmens sorgfältig überwacht und ist seinen Beratungsaufgaben nachgekommen.
Im Berichtszeitraum fanden fünf ordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Kernthemen dieser Sitzungen waren die Feststellung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2015/2016, die Verabschiedung von Budget und Finanzplanung für das Geschäftsjahr 2016/2017 sowie die stetige Überwachung der Quartalskennzahlen und des Geschäftsverlaufs des Unternehmens. Daneben nahmen in den Sitzungen des Aufsichtsrats unter anderem Diskussionen über den Stand der Arbeiten zur eingangs beschriebenen Einbringung der SAW-Aktivitäten in das RF360 Joint Venture sowie über die danach geplanten unternehmerischen Kurssetzungen erheblichen Raum ein. Gegenstand der Beratungen im Aufsichtsrat war auch die Mehrheitsübernahme an der französischen Firma Tronics, die auf Inertial-Sensoren und MEMS-Lösungen spezialisiert ist und etwa 6 Millionen EUR Umsatz erwirtschaftet. Nach Genehmigung durch den Aufsichtsrat wurde diese Übernahme zum Ende des Kalenderjahres 2016 realisiert.
Der Prüfungsausschuss tagte im Berichtszeitraum vier Mal. Den Schwerpunkt der Arbeit des Ausschusses bildeten dabei wie immer die Prüfung der Quartalskennzahlen des Konzerns sowie die Vorbereitung der Verabschiedung der Jahresabschlüsse der EPCOS AG und des Konzerns durch den Aufsichtsrat. Außerdem überwachte der Prüfungsausschuss die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und legte dessen Prüfungsschwerpunkte fest. Daneben standen die Vorbereitung des Zustimmungsbeschlusses des Aufsichtsrats zur Budget- und Finanzplanung für das Geschäftsjahr 2016/2017 und die Erörterung der Prüfungspläne der internen Unternehmensrevision im Berichtszeitraum auf den Tagesordnungen des Ausschusses. Im Übrigen ließ sich der Ausschuss über die Themen "Tax Compliance Management" und "IT Security im EPCOS Netzwerk" von Vorstand und Fachabteilungen gesondert Bericht erstatten.
Der Präsidialausschuss trat während des abgelaufenen Geschäftsjahres zweimal zusammen. In diesen Sitzungen wurden die Plenumsbeschlüsse über sämtliche Angelegenheiten der Vorstandsvergütung vorbereitet.
Der gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildete Vermittlungsausschuss musste nicht einberufen werden.
Interessenskonflikte in der Person einzelner Mitglieder des Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse sind nicht aufgetreten.
Kurz nach Ende des Geschäftsjahres 2016/2017, am 17. Mai 2017, fanden eine außerordentliche Hauptversammlung sowie zwei Sitzungen des Aufsichtsrats, davon eine unmittelbar vor und eine unmittelbar nach der außerordentlichen HV, statt. Die Gründe für die außerordentliche Hauptversammlung und die beiden Aufsichtsratssitzungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Mit dem operativen Start des RF360-Joint-Ventures sank die Anzahl der Beschäftigten des EPCOS-Konzerns in der Bundesrepublik Deutschland nachhaltig unter 2000, blieb aber deutlich über der Marke von 500. Damit unterfiel die EPCOS AG nicht mehr der paritätischen Mitbestimmung, sondern der sogenannten "Drittelparität" (genauer: dem "Gesetz über die Drittelbeteiligung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat"). Folglich wurde es erforderlich, die Vertretungsverhältnisse im Aufsichtsrat dergestalt zu ändern, dass der Aufsichtsrat nur noch zu einem Drittel aus Vertretern der Arbeitnehmer, aber zu zwei Dritteln aus Vertretern der Anteilseigner besteht. Um dies zu bewirken und gleichzeitig die Gesamtzahl der Mitglieder des Aufsichtsrats an die Verkleinerung der Belegschaft von EPCOS in Deutschland anzupassen, wurde am 17. Mai 2017 die vorgenannte Hauptversammlung abgehalten. Diese beschloss eine Änderung der Satzung der EPCOS AG, wonach der Aufsichtsrat nicht mehr aus 12, sondern nur noch aus 6 Mitgliedern zu bestehen hat und wählte danach die 4 Aufsichtsratsmitglieder, die im neuen, drittelparitätisch zu besetzenden Aufsichtsrat die Anteilseigner vertreten (siehe Details dazu im nächsten Abschnitt "Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand"). In der unmittelbar vor der außerordentlichen Hauptversammlung abgehaltenen Aufsichtsratssitzung wurden die Tagesordnung für die außerordentliche Hauptversammlung und die Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats hierzu verabschiedet. In der nach der außerordentlichen Hauptversammlung abgehaltenen Aufsichtsratssitzung konstituierte sich der neugewählte Aufsichtsrat.
Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand
Im Berichtszeitraum fanden zahlreiche Besetzungsänderungen im Aufsichtsrat statt: Mit der ordentlichen Hauptversammlung am 2. August 2016 schied Herr Takehiro Kamigama aus dem Aufsichtsrat aus. An seiner Stelle wurde Herr Shigenao Ishiguro, der kurz vorher zum "President and CEO" der TDK Corporation ernannt worden war, von der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt. Mit Vollzug der RF360-Transaktion am 3. Februar 2017 endeten die Aufsichtsratsmandate der Herren Gueltekin Demirel, Murat Karahan und Joachim Niestroj, da alle drei Herren zur deutschen Tochtergesellschaft des RF360 Joint Ventures übertraten und damit nicht mehr Arbeitnehmer von EPCOS waren. Für Herrn Demirel rückte Frau Barbara Zufall als bei der letzten Wahl der Arbeitnehmer gewähltes Ersatzmitglied in den Aufsichtsrat nach, für Herrn Niestroj Herr Ludwig Krieger. Das für Herrn Karahan gewählte Ersatzmitglied wechselte selbst zum RF360 Joint Venture über und konnte deshalb Herrn Karahan nicht in den Aufsichtsrat nachfolgen. Die dadurch auf der Arbeitnehmervertreterseite entstandene Vakanz wurde durch Beschluss des Registergerichtes München beendet: Am 7. März 2017 wurde Herr Peter Hoffmann auf Antrag des Vorstands als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat bestellt.
Im Vorstand gab es im Berichtszeitraum lediglich eine Änderung:
Herr Christian Block wechselte mit Vollzug der RF360-Transaktion am 3. Februar 2017 zu Qualcomm und schied damit aus dem Vorstand aus.
Kurz nach Ende des Berichtszeitraums änderte sich die Besetzung im Aufsichtsrat erneut: Mit Ende der im vorherigen Abschnitt bereits erläuterten außerordentlichen Hauptversammlung endeten die Aufsichtsratsmandate sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats. Die außerordentliche Hauptversammlung wählte mit Wirkung ab Ende der Hauptversammlung die Herren Dr. Werner Faber, Andreas Keller, Dr. Bodo Lüttge und Seiji Osaka als Aktionärsvertreter in den Aufsichtsrat. In der ebenfalls im vorherigen Abschnitt angesprochenen und unmittelbar im Anschluss an die außerordentliche Hauptversammlung abgehaltenen Aufsichtsratssitzung wurde Herr Dr. Werner Faber zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt, Herr Dr. Bodo Lüttge zum stellvertretenden Vorsitzenden. Auf Antrag des Vorstands hin bestellte in der Folge das Registergericht München mit Beschluss vom 8. Juni 2017 die Herren Hoffmann und Ryschawy als die beiden Vertreter der Arbeitnehmer in den Aufsichtsrat der EPCOS AG und komplettierte damit das Gremium.
Wir danken allen aus dem Aufsichtsrat ausgeschiedenen Mitgliedern für ihren engagierten Einsatz zum Wohle von EPCOS. Ebenso danken wir Herrn Christian Block für seine langjährige, unermüdliche Arbeit im Unternehmen.
Jahresabschluss
Der für das Geschäftsjahr 2016/2017 zum 31. März 2017 aufgestellte Jahresabschluss der EPCOS AG sowie der entsprechende Konzernabschluss gleichen Stichtags wurden, ebenso wie der mit dem Lagebericht der EPCOS AG zusammengefasste Konzernlagebericht, von Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, geprüft. Ernst & Young hat allen vorgenannten Unterlagen den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats und der Aufsichtsrat haben die Abschlüsse und den Lagebericht auch selbst geprüft. Ergänzend hat der Aufsichtsrat Ernst & Young beauftragt, die Wirksamkeit des EPCOS internen Systems zur Kontrolle der Finanzberichterstattung des Unternehmens in Anlehnung an die Anforderungen des US-amerikanischen Sarbanes Oxley Act Section 404 (SOA 404) und an die entsprechenden Anforderungen des japanischen "J-SOX" zu auditieren. Die Prüfung hat ergeben, dass EPCOS diesbezüglich in allen wesentlichen Belangen über ein wirksames Kontrollsystem verfügt.
Die vorgenannten Abschlüsse einschließlich Lagebericht sowie die Berichte von Ernst & Young über deren Prüfung wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats mit ausreichendem zeitlichem Vorlauf übermittelt. Sowohl in der Sitzung des Prüfungsausschusses vom 1. August 2017 als auch in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vom selben Tage wurden diese Unterlagen jeweils in Anwesenheit und unter Einbeziehung des Abschlussprüfers erörtert. Der Abschlussprüfer erstattete dabei über seine Abschlussprüfung und deren Ergebnisse Bericht und führte im Rahmen dessen auch aus, dass das Unternehmen den Feststellungen des Abschlussprüfers zufolge ein in allen wesentlichen Belangen funktionsfähiges Kontroll- bzw. Risikomanagementsystem eingerichtet habe. Prüfungsausschuss und Aufsichtsrat hatten gegen die ihnen vorgelegten Unterlagen keine Einwendungen und stimmten dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.
Prüfungsausschuss und Aufsichtsrat haben auch den Vorschlag des Vorstands geprüft, von dem zum 31. März 2017 ausgewiesenen Bilanzgewinn der EPCOS AG in Höhe von 1.106,518.705,89 EUR eine Dividende in Höhe von 210.000.000,00 EUR auszuschütten, die am 31. August 2017 in Höhe von 105.000.000,00 EUR und am 28. Februar 2018 in Höhe von 105.000.000,00 EUR ausbezahlt wird und den Restbetrag in Höhe von 896.518.705,89 EUR auf neue Rechnung vorzutragen. Der Aufsichtsrat stimmt diesem Vorschlag zu.
Der Aufsichtsrat dankt den Mitarbeitern, den Betriebsräten und dem Vorstand für die geleistete Arbeit.
München, im August 2017
Dr. Werner Faber, Vorsitzender des Aufsichtsrats