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Symrise AG — Annual Report 2009
Jan 31, 2011
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Annual Report
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Symrise AG
Holzminden
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2009 bis zum 31.12.2009
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2009
Gliederung
1
ÜBERBLICK ZUM GESCHÄFTSJAHR 2009
2
STRUKTUR UND GESCHÄFTSTÄTIGKEIT2.1
Unternehmensprofil
2.2
Leitung und Kontrolle
2.3
Geschäftstätigkeit und Produkte
| 2.3.1 | Scent & Care Fragrances Life Essentials Aroma Molecules Oral Care |
| 2.3.2 | Flavor & Nutrition Beverages Savory Sweet Consumer Health |
3
MARKT UND WETTBEWERB
| 3.1 | Marktstruktur |
| 3.2 | Marktposition von Symrise |
4
ZIELE UND STRATEGIE
| 4.1 | Wertorientierte Steuerung |
5
RAHMENBEDINGUNGEN
| 5.1 | Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen |
| 5.2 | Entwicklung wesentlicher Absatzmärkte |
| 5.3 | Preisentwicklung der Rohstoffe |
| 5.4 | Politische und regulatorische Rahmenbedingungen |
6
UNTERNEHMENSENTWICKLUNG6.1
Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf
6.2
Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf
6.3
Ertragslage
| 6.3.1 | Umsatz im Konzern Geschäftsbereiche Regionen |
| 6.3.2 | Umsatz Scent & Care Regionen Top 10-Kunden Geschäftsfelder |
| 6.3.3 | Umsatz Flavor & Nutrition Regionen Top 10-Kunden Anwendungsbereiche |
| 6.3.4 | Entwicklung wesentlicher Posten der Gewinn- und Verlustrechnung |
| 6.3.5 | Ergebnissituation Konzern Scent & Care Flavor & Nutrition Finanzergebnis Steuern Jahresüberschuss und Ergebnis je Aktie Dividendenvorschlag 2009 |
6.4
Finanzlage
| 6.4.1 | Finanzmanagement Grundzüge und Ziele Finanzierungsstruktur |
| 6.4.2 | Cashflow- und Liquiditätsanalyse |
6.5
Vermögenslage
| 6.5.1 | Investitionen und Akquisitionen |
| 6.5.2 | Ausgewählte Bilanzposten |
| 6.5.3 | Nettoverschuldung |
6.6
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Muttergesellschaft
6.7
Immaterielle, nicht bilanzierte Vermögenswerte
| 6.7.1 | Operations/Supply Chain |
| 6.7.2 | Beschaffung |
| 6.7.3 | Kundenbindung |
7
GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE
8
FORSCHUNG & ENTWICKLUNG
| 8.1 | Leitlinien und Schwerpunkte |
| 8.2 | Organisation |
| 8.3 | Personal, Aufwand und Ergebnisse |
| 8.4 | Ausgewählte Projekte |
9
MITARBEITER9.1
Struktur der Belegschaft
9.2
Personalstrategie
9.3
Personalmaßnahmen
| 9.3.1 | Neue Mitarbeiter Weiterbildung Mitarbeitermotivation Vergütung und Tarifverträge Kommunikation und Unternehmenskultur |
10
RISIKO- UND CHANCENBERICHT10.1
Grundsätze
10.2
Struktur und Prozess des Risikomanagements
| 10.2.1 | Umfeld- und Branchenrisiken |
| 10.2.2 | Unternehmensstrategische Risiken |
| 10.2.3 | Leistungswirtschaftliche Risiken Produktrisiken Beschaffungsrisiken Betriebsrisiken |
| 10.2.4 | Finanzwirtschaftliche Risiken Kreditrisiko Liquiditätsrisiko Zins- und Währungsrisiken Steuerrisiko |
| 10.2.5 | Personalrisiken |
| 10.2.6 | Rechtliche Risiken |
| 10.2.7 | IT-Risiken |
10.3
Gesamtbewertung der Risikolage
10.4
Chancenmanagement
| 10.4.1 | Ausgewählte Chancen |
11
WESENTLICHE MERKMALE DES RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENEN INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS
| 11.1 | Grundzüge und Ziele |
| 11.2 | Organisation und Prozess |
12
NACHTRAGSBERICHT
13
PROGNOSEBERICHT
| 13.1 | Künftige Rahmenbedingungen |
| 13.2 | Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens |
| 13.3 | Künftige Unternehmensentwicklung |
14
VERGÜTUNG DES VORSTANDS
15
ANGABEN GEMÄß PARAGRAPH 315 ABS. 4 HGB
16
ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG
Aufgrund von Rundungen können sich im vorliegenden Bericht bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.
1 ÜBERBLICK ZUM GESCHÄFTSJAHR 2009
In einem gesamtwirtschaftlich schwierigen Umfeld hat sich der Symrise-Konzern 2009 gut behauptet. Während die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr noch deutlich vom Lagerabbau auf Seiten unserer Kunden betroffen war, verzeichneten wir in der zweiten Jahreshälfte eine dynamischere Entwicklung. Der Umsatz konnte um 3 % gesteigert werden und erreichte im Jahr 2009 1.362 Mio. €. Damit ist das Unternehmen schneller gewachsen als der Markt für Duft- und Geschmackstoffe, der weitgehend stabil blieb. Unser Marktanteil als weltweit viertgrößtes Unternehmen in diesem Markt beträgt weiterhin rund 10 %. Der Umsatzanteil mit den strategisch wichtigen Top 10-Kunden blieb 2009 mit 29 % nahezu konstant gegenüber 2008. Der Umsatz in den Emerging Markets übertraf den Vorjahreswert währungsbereinigt um rund 4 %, so dass sich der Anteil am Umsatz des Konzerns auf 41 % beläuft (2008: 40 %).
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und auf immaterielle Vermögenswerte (EBITDA) sank 2009 aufgrund einmaliger Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 20 Mio. € auf 246 Mio. €, nach 262 Mio. € im Jahr zuvor. Bereinigt um diese Restrukturierungsaufwendungen betrug das EBITDA 265 Mio. €. Dies entspricht einer Marge von 19,5 %, die nahezu auf dem Niveau des Jahres 2008 liegt (19,9 %). In den beiden Geschäftsbereichen des Konzerns ergaben sich unterschiedliche Entwicklungen. Zwar konnte Scent & Care 2009 den Umsatz währungsbereinigt um 1 % auf 682 Mio. € erhöhen, das EBITDA ging gegenüber Vorjahr jedoch um 16 % auf 109 Mio. €. zurück. Bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen belief sich das EBITDA auf 123 Mio. € und verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 6 %. Die bereinigte EBITDA-Marge betrug 18,0 %, gegenüber 19,4 % im Jahr 2008. Flavor & Nutrition steigerte den Umsatz um währungsbereinigt 5 % auf 680 Mio. €. Das EBITDA für Flavor & Nutrition konnte 2009 gegenüber Vorjahr um 3 % auf 137 Mio. € gesteigert werden. Bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen summierte sich das EBITDA auf 143 Mio. € (+8 %). Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte 21,0 %, nach 20,4 % im Jahr 2008.
Der Jahresüberschuss 2009 des Symrise-Konzerns beträgt 84 Mio. €; das entspricht einem Rückgang um 6 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie sinkt um 0,05 € auf 0,71 €. Der Vorstand der Symrise AG wird in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 11. Mai 2010 vorschlagen, eine Dividende von 0,50 € je Aktie für das Geschäftsjahr 2009 auszuschütten. Damit bliebe die Dividende stabil auf dem Niveau des Vorjahres.
Ein hoher operativer Cashflow 2009 von 226 Mio. € führte zu einem Anstieg der liquiden Mittel im Konzern zum 31. Dezember 2009 auf 81 Mio. €. Bestehende Verbindlichkeiten konnten weiter zurückgeführt werden. Dementsprechend sank die Nettoverschuldung (inklusive Pensionsrückstellungen) zum Jahresultimo auf 773 Mio. € (31. Dezember 2008: 834 Mio. €). Die Eigenkapitelquote des Konzerns erhöhte sich zum Bilanzstichtag auf 36 %, nach 34 % ein Jahr zuvor.
Wir blicken verhalten optimistisch auf das Jahr 2010 und streben ein organisches währungsbereinigtes Umsatzwachstum von mehr als 3 % an. Unter der Annahme, dass die Rohstoffpreise auf dem hohen Niveau von 2009 verharren, erwarten wir für 2010 eine EBITDA-Marge von mindestens 20 %. Basierend auf einem starken Cashflow sollte sich das Verhältnis von Nettoverschuldung (inkl. Pensionsrückstellungen) zu EBITDA, das zum Jahresultimo 2009 bei 3,1 lag, bis Ende 2010 weiter verbessern und am oberen Ende des von uns angestrebten Zielkorridors (2,0 bis 2,5) liegen.
Kennzahlen im Überblick
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| 2008 Mio. € |
2009 Mio. € |
Veränderung in % |
Veränderung in % währungsbereinigt |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 1.319,9 | 1.362,0 | 3,2 | 2,7 |
| EBITDA | 262,5 | 245,6 | - 6 | - 7 |
| EBITDA (bereinigt *) | 262,5 | 265,4 | 1 | 1 |
| EBITDA-Marge in % | 19,9 | 18,0 | ||
| EBITDA-Marge (bereinigt *) in % | 19,9 | 19,5 | ||
| Jahresüberschuss | 90,4 | 84,3 | - 7 | |
| Ergebnis je Aktie in € | 0,76 | 0,71 | - 7 | |
| Nettoverschuldung (inkl. Pensionsrückstellungen) zu EBITDA (31.12.) Verhältnisgröße | 3,2 | 3,1 |
* 2009 bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen.
2 STRUKTUR UND GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
2.1 Unternehmensprofil
Symrise entwickelt, produziert und vertreibt Duft- und Geschmackstoffe sowie aktive Wirkstoffe für die kosmetische Industrie. Zu den Kundenbranchen zählen die Parfüm-, Kosmetik- und Nahrungsmittelindustrie sowie Anbieter von Haushaltsprodukten. Darüber hinaus ist das Unternehmen mit Lösungen in den Anwendungsgebieten Ernährung und Körperpflege durch biofunktionale und bioaktive Inhalts- und Wirkstoffe tätig. Im Jahr 2009 erzielte Symrise einen Umsatz von rund 1,4 Mrd. € und ist damit das viertgrößte Unternehmen im Markt für Geschmack- und Duftstoffe weltweit. Abnehmer finden die Produkte des Unternehmens in 160 Ländern, wobei 2009 59 % der Umsätze auf Industrieländer in Westeuropa, den Vereinigten Staaten und in Teilen Asiens entfielen. Die Zahl unserer Kunden belief sich im Geschäftsjahr 2009 auf über 6.000. Einen Umsatzanteil von 41 % erreichten wir in den so genannten Emerging Markets in Asien, Südamerika, Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten und Osteuropa. In den zwei Geschäftsbereichen des Symrise-Konzerns – Scent & Care und Flavor & Nutrition – arbeiten zusammen rund 5.000 Mitarbeiter. Die Standorte des Unternehmens verteilen sich auf 35 Länder, wodurch wir auf unseren wichtigen Absatzmärkten vor Ort vertreten sind. Das Wachstum aus eigener Kraft ergänzen wir mit Akquisitionen, wenn uns diese eine stärkere Marktposition bieten oder Zugang zu wichtigen Technologien ermöglichen. Im Geschäftsbereich Flavor & Nutrition haben wir 2008 die Aromen-Sparte von Chr. Hansen, die über eine starke Position in Nordamerika verfügt, übernommen und im Jahresverlauf 2009 erfolgreich integriert. Scent & Care hatte sich 2008 ebenfalls im US-amerikanischen Markt mit dem Kauf von Manheimer Fragrances und Intercontinental Fragrances verstärkt, die im Geschäftsjahr 2009 erfolgreich integriert wurden. Kaden Biochemicals, ehemals Teil von Scent & Care, wurde zum Jahresbeginn 2009 organisatorisch Flavor & Nutrition zugeordnet. Dabei ist das Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln in dem 2009 gegründeten Anwendungsbereich Consumer Health gebündelt. Zur Ausweitung der Geschäftsaktivitäten beider Geschäftsbereiche in Nordafrika und dem Nahen und Mittleren Osten haben wir Ende 2009 eine Vereinbarung über den Erwerb von Futura Labs unterzeichnet. Futura Labs ist einer der führenden Aromen- und Duftstoffhersteller in Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bedeutende Kooperationen in den Bereichen Produktentwicklung und -forschung bestanden 2009 beispielsweise mit BRAIN, AnalyticCon Discovery, Cambridge Theranostics, InterMed Discovery und Axxam.
Der Symrise-Konzern entstand aus dem Zusammenschluss der beiden deutschen Unternehmen Haarmann & Reimer und Dragoco im Jahr 2003. Die Wurzeln von Symrise reichen damit bis in die Jahre 1874 beziehungsweise 1919 zurück, in denen die Vorgängerunternehmen gegründet wurden. 2006 erfolgte der Börsengang der Symrise AG. Seitdem ist die Symrise-Aktie im Prime Standard der Deutschen Börse notiert und zählt mit einer Marktkapitalisierung per Jahresultimo 2009 von rund 1,7 Mrd. € zu den im MDAX geführten Unternehmen. Der Streubesitz der Aktie beläuft sich auf 94 %.
Die Verantwortung für das operative Geschäft liegt in den beiden Geschäftsbereichen. Sie verfügen über eigene Abteilungen für Forschung und Entwicklung, Einkauf, Produktion und Qualitätskontrolle sowie Marketing und Vertrieb. Auf diese Weise können interne Prozesse beschleunigt werden. Es ist unser Ziel, Abläufe zu vereinfachen, sie kundenorientiert und pragmatisch zu gestalten. Großen Wert legen wir auf schnelle und flexible Entscheidungswege.
Beide Geschäftsbereiche haben ihre Organisation in vier Regionen mit eigenständigen regionalen Leitungen eingeteilt:
| • | Europa, Afrika und Mittlerer Osten (EAME) |
| • | Nordamerika |
| • | Asien/Pazifik |
| • | Südamerika |
Die Aktivitäten der zwei Geschäftsbereiche erstrecken sich auf mehrere Geschäftsfelder beziehungsweise Anwendungsbereiche. Die Geschäftsfelder des Geschäftsbereichs Scent & Care sind: Fragrances, Life Essentials, Aroma Molecules und Oral Care (ehemals Mint). Die Geschäftsfelder sind zudem anhand verschiedener Anwendungsbereiche strukturiert; Fragrances ist beispielsweise in Fine Fragrances, Personal Care und Household unterteilt. Der Geschäftsbereich Flavor & Nutrition konzentriert sich auf Produkte in den Anwendungsbereichen Beverages, Savory, Sweet und Consumer Health. Consumer Health ist ein im Jahr 2009 von Symrise neu erschlossener Anwendungsbereich. Der im Jahr 2008 ausgewiesene Anwendungsbereich Tobacco wurde dem Anwendungsbereich Savory zugeordnet.
Zusätzlich besteht im Konzern ein Corporate Center, in dem die Zentralfunktionen Strategie und Unternehmensentwicklung, Finanzen & Controlling, Unternehmenskommunikation sowie Investor Relations, Recht, Corporate Compliance sowie globales Prozess-Design zur Ausschöpfung von Synergien wahrgenommen werden. Weitere unterstützende Funktionen wie die Informationstechnologie sind auf externe Dienstleister ausgelagert oder in eigenständigen Konzerngesellschaften gebündelt, die, wie beispielsweise in den Bereichen Technik, Energie, Sicherheit und Umwelt sowie Logistik, auch Geschäftsbeziehungen zu Kunden außerhalb des Konzerns unterhalten.
Der Firmensitz von Symrise befindet sich in Holzminden. An diesem zugleich größten Standort beschäftigt Symrise knapp 1.900 Mitarbeiter in den Funktionen Forschung, Entwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb. Zudem ist ein Großteil der Mitarbeiter des Corporate Center in Holzminden konzentriert. Regionale Hauptsitze befinden sich in den USA (Teterboro, New Jersey), Brasilien (São Paulo) und Singapur. Wichtige Produktionsanlagen befinden sich in Deutschland, Brasilien, Mexiko, Singapur und den USA. Ein Beispiel ist das „Global Citrus Center“ in Sorocaba in Brasilien. Hier haben wir die Möglichkeit eines direkten und ressourcenschonenden Zugangs zu qualitativ hochwertigen Rohstoffen. Im Jahr 2009 konnten wir auf dieser Basis eine Reihe neuartiger hochkonzentrierter Zitrus-Öle entwickeln und produzieren. Entwicklungszentren finden sich insbesondere in Deutschland, Brasilien, China, Frankreich, Singapur und den USA. Eigene Vertriebsniederlassungen unterhalten wir in über 30 Ländern. Einen neuen Standort hat Symrise im April 2009 in Dubai eröffnet. Zur Stärkung der Präsenz im arabischen Raum sind in der Niederlassung Vertriebs- und Marketingaktivitäten sowie Laboratorien zur Produktentwicklung angesiedelt.

2.2 Leitung und Kontrolle
Symrise ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit einer dualen Führungsstruktur, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat.
Der Vorstand besteht zum 31. Dezember 2009 aus vier Mitgliedern: Dr. Heinz-Jürgen Bertram (Vorstandsvorsitzender), Achim Daub (Vorstand Scent & Care), Hans Holger Gliewe (Vorstand Flavor & Nutrition) und Bernd Hirsch (Vorstand Finanzen). Der Vorstand leitet die Gesellschaft eigenverantwortlich mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern.
Dem Aufsichtsrat der Symrise AG gehören 12 Mitglieder an. Er überwacht und berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und erörtert regelmäßig Geschäftsentwicklung, Planung, Strategie und Risiken mit dem Vorstand. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz ist der Aufsichtsrat der Symrise AG paritätisch mit Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer besetzt. Der Aufsichtsrat hat zur Effizienzsteigerung seiner Arbeit vier Ausschüsse gebildet.
Einzelheiten zur Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat und zur Corporate Governance bei Symrise werden im Geschäftsbericht im Bericht des Aufsichtsrats und im Corporate Governance-Bericht dargestellt.
2.3 Geschäftstätigkeit und Produkte
Symrise stellt etwa 30.000 Produkte auf der Basis von rund 10.000 zum Großteil natürlichen Rohstoffen wie Vanille, Zitrusprodukten oder Blüten- und Pflanzenmaterialien her. Die Wertschöpfungskette beider Geschäftsbereiche erstreckt sich über die Produktforschung, Entwicklung, Einkauf, Produktion und den Vertrieb der Produkte und Lösungen. Die Aromen, Parfümöle und Wirkstoffe sind in der Regel zentrale funktionale Bestandteile der Endprodukte unserer Kunden und spielen bei der Kaufentscheidung des Konsumenten häufig eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig machen die Kosten für unsere Produkte meist nur einen geringen Anteil der Gesamtkosten des Endprodukts aus. Neben den typischen Produkteigenschaften wie Duft und Geschmack besteht unsere Wertschöpfung in der Entwicklung von Produkten mit Zusatznutzen. Beispiele für eine Kombination von Aromen und Parfümölen mit weiteren innovativen Bestandteilen sind unter anderem Geschmackstoffe, die einen reduzierten Zucker- oder Salzgehalt in Lebensmitteln ermöglichen, oder ein feuchtigkeitsspendender kosmetischer Wirkstoff, dessen Einsatz den Anteil an Konservierungsmitteln in Pflegeprodukten senkt. Auf Basis dieser Produkte sind unsere Kunden in der Lage, sich im rasch wandelnden Konsumgütermarkt mit ihren maßgeschneiderten Endprodukten von Wettbewerbern zu differenzieren. Die Basis unserer Produktentwicklung bildet die in erheblichem Umfang betriebene Forschung & Entwicklung (F&E) im Unternehmen, die durch ein weit verzweigtes externes Netzwerk von Forschungsinstituten und wissenschaftlichen Einrichtungen ergänzt wird. Angesichts unterschiedlichster regionaler sensorischer Vorlieben (Europa, Asien/Pazifik, Nordamerika, Südamerika) ist auch eine umfangreiche Konsumentenforschung zentraler Bestandteil unserer F&E-Aktivitäten. Sie schafft die Grundlage für die Entwicklung marktfähiger und langfristig erfolgreicher Produkte, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Verbraucher in verschiedenen Teilen der Welt gerecht werden.
Zu unseren Kunden gehören sowohl große multinationale Konzerne als auch wichtige regionale und lokale Hersteller von Nahrungsmitteln, Getränken, Parfüms, Kosmetika, Körperpflegeprodukten sowie Reinigungs- und Waschmitteln. Insbesondere große Hersteller legen erheblichen Wert auf global tätige Lieferanten. Die weltweite Präsenz und Innovationskraft der Lieferanten sind wichtige Grundlagen für die Aufnahme in den Kreis der Kernlieferanten (so genannte Core Lists). Die Aufnahme auf eine solche Core List ist für uns die Voraussetzung, an einer deutlich größeren Zahl von Produktausschreibungen (Briefing) teilzunehmen und diese zu gewinnen. Die Kunden überprüfen die jeweiligen Listen im Schnitt alle drei bis vier Jahre. Dabei sind, neben der finanziellen Solidität und globalen Reichweite des Unternehmens, die Innovationskraft und die Kreativität die wichtigsten Faktoren, um auf die Core List aufgenommen beziehungsweise weiterhin auf der Liste geführt zu werden. Zudem entwickelt Symrise eigenständig innovative Produkte und Lösungen und präsentiert diese möglichen Abnehmern. BrewTopia®, ein neues innovatives Produktportfolio für die Brauindustrie, oder SymSitive® 1609, ein Hautpflegeprodukt mit aktiven Inhaltsstoffen, sind erfolgreiche Beispiele solcher Aktivitäten im Geschäftsjahr 2009.
Die Produktion der Geschmack- und Duftstoffe erfolgt in eigenen Fertigungsanlagen. Für den Bezug wichtiger Rohmaterialien bestehen zum Teil längerfristige Lieferverträge. Wir stehen im engen Kontakt mit unseren Lieferanten und setzen einheitliche Standards fest, um die gleichbleibende Qualität unserer Ausgangsstoffe zu gewährleisten.
Unternehmensstruktur
Geschäftsbereiche
| Scent & Care | |
| Flavor & Nutrition |
Geschäftsfelder
| Fragrances | |
| Life Essentials | |
| Aroma Molecules | |
| Oral Care |
Anwendungsbereiche
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| Fine Fragrances | Cosmetic Ingredients | Sensates (Menthole) | Beverages |
| - Active Ingredients | |||
| - Functionals | |||
| - Botanicals | |||
| Personal Care | UV-Filter | Special Fragrance & Flavor Ingredients | Savory |
| Household | Fine Aroma Chemicals | Sweet Consumer Health |
2.3.1 Scent & Care
Die mehr als 15.000 Produkte des Geschäftsbereichs werden in rund 135 Ländern vertrieben. Zum Leistungsportfolio zählen Duftkompositionen, kosmetische Inhaltsstoffe, Aromachemikalien sowie Mintprodukte. Standorte bestehen in 33 Ländern. Große Niederlassungen befinden sich in Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Mexiko, Indien, Singapur und den USA. Der Geschäftsbereich unterteilt sich in die Geschäftsfelder Fragrances, Life Essentials, Aroma Molecules und Oral Care, in denen unsere Produkte wie folgt in den verschiedenen Anwendungsbereichen eingesetzt werden.
Fragrances: Parfümeure kombinieren aromatische Rohmaterialien wie Aromachemikalien und ätherische Öle zu komplexen Duftkompositionen (Parfümölen). Parfümöle von Symrise werden in Parfüms (Anwendungsbereich Fine Fragrances), in Produkten der Körperpflege (Anwendungsbereich Personal Care) und des Haushalts (Anwendungsbereich Household) eingesetzt. Kunden erhalten die Parfümöle in flüssiger Form oder verkapselt. Die Kompositionen entstehen in der Regel auf Anfrage und nach Briefing eines Parfümherstellers. Zu den Endprodukten, in die Parfümöle eingehen, zählen im Anwendungsbereich Personal Care Haarpflegeprodukte, Waschlotionen, Hautcreme oder Duschgel. Zudem kommen Lösungen von Symrise zur Überdeckung unangenehmer Körpergerüche wie beispielsweise in Deodorants zum Einsatz. Wasch- und Reinigungsmittel sowie Lufterfrischer sind Beispiele für die Anwendung von Parfümölen in Haushaltsprodukten. Parfümöle verleihen beispielsweise Reinigungsmitteln einen angenehmen Duft. Darüber hinaus maskieren Parfümöle unangenehme Gerüche.
Life Essentials: Die hier hergestellten Produkte werden in Hautpflegeprodukten, Haarpflegeprodukten, Sonnencremes, Aftershave-Balsams, Duschgels, Waschlotionen, Anti-Schuppen-Shampoos oder Deodorants eingesetzt. Einen wichtigen Teil dieses Geschäftsfelds bilden die Produkte gegen Hautreizungen, wie beispielsweise SymCalmin® oder SymRelief®. Alternative Konservierungsstoffe sind ein weiterer Schwerpunkt. Das Geschäftsfeld unterteilt sich in die Anwendungsbereiche Cosmetic Ingredients und UV-Filter.
Bei Cosmetic Ingredients konzentriert sich Symrise auf die Entwicklung von Active Ingredients, Functionals und Botanicals. Active Ingredients sind hochwirksame Substanzen für die kosmetische Pflege, beispielsweise Stoffe, die die Hautalterung verlangsamen (Anti-Aging), entzündete oder gereizte Haut beruhigen (Anti-Irritants) oder antibakteriell wirken. Ein weiteres Beispiel ist ein feuchtigkeitsspendender Wirkstoff, dessen Anwendung eine geringere Dosierung von herkömmlichen Konservierungsstoffen erlaubt. Neuentwicklungen des Jahres 2009, die auf aktiven Inhaltsstoffen basieren, sind beispielsweise SymDeo® B125 für den Einsatz in Deodorants oder SymHelios® 1031 für die Verwendung in Sonnenschutzcremes. Functionals sind beispielsweise Emulgatoren (Basisstoffe), die in Cremes und Lotionen eingesetzt werden, um verschiedene Eigenschaften dieser Endprodukte zu verbessern. Der Anwendungsbereich Botanicals umfasst Pflanzenextrakte, die zusätzlich zu ihrer funktionalen Wirkungsweise dank ihrer olfaktorischen Qualitäten eine hohe Attraktivität beim Verbraucher aufweisen. Beispiele hierfür sind Extrakte aus Safran (hautaufhellende, antioxidative und entzündungshemmende Effekte) oder weißer Tee (antioxidative Wirkung).
UV-Filter: Im Bereich der organischen UV-Filter verfügt Symrise über ein umfangreiches Portfolio an öl- und wasserlöslichen UVB- und UVA-Filtern, die unter der Bezeichnung Neo Heliopan® vertrieben werden. Im Bereich der anorganischen UV-Filter liegt der Fokus auf Zinkoxid, das neben einer großen Bandbreite an dermatologischen Anwendungsmöglichkeiten eine höchst effektive Sonnenschutzwirkung aufweist.
Aroma Molecules: Hierzu zählen Produkte, die in flüssiger oder kristalliner Form in den Anwendungsbereichen Sensates (Menthole), Special Fragrance & Flavor Ingredients und Fine Aroma Chemicals angewandt werden. Im Anwendungsbereich Sensates wird naturidentisches Menthol hergestellt, das insbesondere bei der Herstellung von Zahnpflegeprodukten, Kaugummi und Duschgel verwendet wird. Special Fragrance & Flavor Ingredients und Fine Aroma Chemicals umfassen Aromachemikalien (Vorprodukte für Parfümöle) von besonderer Qualität. Die hergestellten Aromachemikalien werden sowohl für die eigene Produktion von Parfümölen verwandt als auch an die Hersteller von Konsumgütern vertrieben, die daraus Parfümöle herstellen. Ein wichtiger Anwendungsbereich sind unter anderem biologisch abbaubare Moschusduftstoffe, die eine deutlich erhöhte Haftung auf Haaren, Haut oder Textilfasern aufweisen und ein wesentlicher Bestandteil von Parfümölen sind.
Oral Care: Symrise bietet die gesamte Produktpalette von Mintaromen und deren Vorprodukten für die Verwendung in Zahnpasta, Mundspülung und Kaugummi an. Zu den besonders innovativen Produkten gehört Optacool®, das einen frischen Mintgeschmack mit einem kühlenden Frischeerlebnis verbindet. Ein weiteres Produkt ist Optaflow®. Dies regt auf natürliche Weise den Speichelfluss an und trägt so zur Mundhygiene und einem verbesserten Mundgefühl bei. Die Marke Optaflow® wird zum Teil von den Kunden auf ihren Endprodukten genannt und zu Marketingzwecken eingesetzt.
2.3.2 Flavor & Nutrition
Das Produktspektrum von Flavor & Nutrition besteht aus mehr als 15.000 Produkten, die in 140 Ländern verkauft werden. Die flüssigen, pulverförmigen, granulierten oder als Paste produzierten Geschmackstoffe werden von den Kunden zur Herstellung von Nahrungsmitteln (würzige und süße Nahrungsmittel sowie Milchprodukte) und Getränken genutzt und verleihen den unterschiedlichen Produkten individuelle Geschmacksbilder. Symrise liefert dabei sowohl einzelne Geschmackstoffe für die Verwendung im Endprodukt als auch Komplettlösungen, die neben dem eigentlichen Aroma weitere funktionale Grundstoffe, Farbstoffe oder mikroverkapselte Produktkomponenten enthalten können. Der neue globale Anwendungsbereich Consumer Health bedient unter anderem den wachsenden Markt für Nahrungsergänzungsmittel und pharmazeutische Präparate. Die Standorte des Geschäftsbereichs befinden sich in mehr als 20 Ländern in Europa, Asien, Nord- und Südamerika sowie in Afrika. Hauptniederlassungen befinden sich in Brasilien, China, Deutschland, England, Frankreich, Indien, Japan, Mexiko, Singapur und den USA.
Im Einzelnen kommen die Geschmack- und Inhaltsstoffe von Symrise in den vier Anwendungsbereichen zum Einsatz:
Beverages: Unsere Geschmackstoffe finden Eingang in alkoholfreie Getränke wie Erfrischungsgetränke, Fruchtsaftgetränke, Energie- und Sportgetränke, Tee- und Kaffeegetränke, Milchmischgetränke sowie funktionelle Getränke, die wahlweise mit Milch oder Joghurt, Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen oder Pflanzen- und Kräuterextrakten gemischt werden. Zudem verfügt Symrise über Anwendungen mit Aromagranulaten für Instantgetränke wie Tee- und Kaffee-Spezialitäten. Die so genannten Blossom-Teas, wie beispielsweise Roter Tee mit Rose, gehören zu den neuesten Getränkekonzepten von Symrise bei Soft-Drinks. Produktkonzepte für Erfrischungsgetränke und Fruchtsäfte haben wir konsequent um neue Früchte wie Aroniabeeren, Sanddorn oder die Acerolakirsche ergänzt. Das Spektrum wird erweitert durch Geschmackstoffe, Destillate und Extrakte für nahezu alle gängigen Formen alkoholischer Getränke – zum Beispiel für Liköre, Spirituosen, Biermischgetränke und weinhaltige Getränke. Ein besonderes Augenmerk richten wir auf Biermischgetränke, bei denen neben dem Aroma auch Farb- und Konservierungsstoffe als Komplettlösung angeboten werden, die über eine optimale Stabilität in einer Bier-Matrix verfügen.
Savory: Hierzu gehören Fleischaromen, Kräuter- und Gemüseextrakte, Weinaromen für Suppen, Saucen, Fertiggerichte sowie Aufstreuwürzungen, so genannte Seasonings für Snacks. Spezielle Geschmackstoffe von Symrise helfen auch dabei, den Salz- und Fettgehalt in Nahrungsmitteln ohne Einbußen am Geschmack erheblich zu senken. In Savory wurde der im Jahr 2008 separat ausgewiesene Anwendungsbereich Tobacco eingegliedert. Die von uns entwickelten Tabakaromen werden von der Tabakindustrie zur Herstellung von Zigaretten- und Pfeifentabak eingesetzt. Zudem bieten wir spezielle Aromatisierungsverfahren für Tabakprodukte an.
Sweet: Hier decken wir die Bereiche Süßwaren, Backwaren, Eiscreme und Milchprodukte ab. Im Fokus stehen Produkte mit verbesserter Aromenfreisetzung und Aromasysteme mit so genannten maskierenden Eigenschaften, die den Einsatz von funktionalen Inhaltsstoffen ermöglichen und gleichzeitig deren häufig unangenehmen Geschmack überdecken. Symrise konzentriert sich insbesondere auf Vanille-, Zitrus- und Mintaromen. Im Jahr 2009 haben wir ausgewählte hochwertige Extrakte der Bourbon-Vanille, die wir auf Madagaskar gewinnen, in Bezug auf Anforderungen für den biologischen Anbau zertifizieren lassen. Damit eignen sie sich für die Verwendung in als biologisch gekennzeichneten Endprodukten (organic-food).
Consumer Health: Hierunter fallen natürliche funktionale Inhaltsstoffe zur Förderung beispielsweise der Herz- und Verdauungsfunktion, Geschmackslösungen pharmazeutischer Produkte sowie Lebensmittelfarben und färbende Lebensmittel (Spezialitäten).
3 MARKT UND WETTBEWERB
3.1 Marktstruktur
Der Symrise-Konzern ist weltweit in verschiedenen Märkten tätig. Dazu zählt der klassische Markt für Geschmack- und Duftstoffe (F&F-Markt/Flavors and Fragrances), dessen Volumen sich im Jahr 2009 nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts IAL Consultants auf 10,7 Mrd. € belief. Zudem ist das Unternehmen mit den Geschäftsfeldern Life Essentials und Aroma Molecules auf dem Markt für Aromachemikalien und kosmetische Inhaltsstoffe aktiv, der nach eigenen Schätzungen 2009 einen Umsatz von 3,3 Mrd. € aufwies. In beiden Teilmärkten sind die vermarkteten Stoffe Bestandteile einer Reihe von Produkten, die vom Endverbraucher konsumiert beziehungsweise angewandt werden. Insofern sind beide Märkte in weiten Teilen durch gemeinsame Trends und Charakteristika gekennzeichnet. Der für Symrise relevante Markt weist damit eine Größe von 14,0 Mrd. € auf und wächst langfristig durchschnittlich um etwa 2 bis 3 % pro Jahr.
Marktgröße relevanter F&F-Markt 2009 (in Mrd. €)
(etwa 14,0 Mrd. €)

Quelle: IAL, eigene Schätzungen
Weltweit sind mehr als 500 Unternehmen am Markt aktiv, wobei die vier größten Anbieter, inklusive Symrise, zusammen einen Marktanteil von über 50 % erreichen und in der Regel ein höheres Wachstum verzeichnen als die kleineren Unternehmen der Branche.
Für den F&F-Markt bestehen weltweit hohe Markteintrittsbarrieren. Die Anforderungen der Kunden an immer hochwertigere und differenziertere Produkte bei immer kürzeren Produktlebenszyklen nehmen kontinuierlich zu. Der Großteil der Produkte und Rezepturen wird speziell für einzelne Kunden hergestellt. Zudem haben lokale Geschmackspräferenzen zur Folge, dass für ein Endprodukt häufig verschiedene Rezepturen je nach Land existieren. Zudem zeichnen sich die Kundenbeziehungen oftmals durch eine intensive Zusammenarbeit bei der Produktentwicklung aus. Gleichzeitig ist seit geraumer Zeit bei unseren Kunden eine zunehmende Marktkonsolidierung hin zu global tätigen Unternehmen zu beobachten, die ihrerseits ebenfalls global tätige Lieferanten bevorzugen. Weltweite Präsenz und hohe Innovationskraft sind wichtige Grundlagen für die Aufnahme in den Kreis der Kernlieferanten (so genannte Core Lists) der großen internationalen Kunden. Sie überprüfen ihre Core Lists im Schnitt nur alle drei bis vier Jahre. Weiterhin sehen sich die Unternehmen der Branche mit einem anspruchsvollen regulatorischen Umfeld konfrontiert.
Neben den unterschiedlichen lokalen Geschmackspräferenzen und Verhaltensweisen wird die Nachfrage nach Endprodukten, in denen unsere Produkte zum Einsatz kommen, von weiteren Faktoren beeinflusst. Die Nachfrageentwicklung nach Produkten, die Duft- und Geschmackstoffe beziehungsweise kosmetische Inhaltsstoffe enthalten, wird in den Emerging Markets durch das steigende Einkommen der Bevölkerung positiv beeinflusst. Das Marktwachstum beruht dabei auch auf einfachen Produkten des Grundbedarfs, die in den Industrienationen bereits lange im Markt sind. In den entwickelten Märkten Westeuropas, Asiens und Nordamerikas bestimmen Konsumententrends wie Schönheit, Gesundheit, Wellness, Convenience und Natürlichkeit das Wachstum der Nachfrage nach Produkten, in denen Inhaltsstoffe von Symrise eingesetzt werden. Steigende Qualitätsanforderungen, schnell wechselnde Produktneuheiten sowie Multifunktionalität von Produkten sind weitere Wachstumstreiber. Entscheidende Wettbewerbsvorteile sind, Markttrends frühzeitig zu erkennen und innovative Produkte auch mittels neuer Technologien zu entwickeln und erfolgreich im Markt zu etablieren.
3.2 Marktposition von Symrise
Symrise ist das viertgrößte Unternehmen der F&F-Branche. Bezogen auf den relevanten F&F-Markt von 14,0 Mrd. € betrug der Marktanteil des Unternehmens im Jahr 2009 10 %. Die großen Wettbewerber von Symrise, wie Givaudan, IFF oder Firmenich, sind vornehmlich im traditionellen Aromen- und Duftstoff- beziehungsweise Parfümölgeschäft aktiv. Symrise hat beide Geschäftsbereiche um zusätzliche Anwendungen erweitert: Bei Scent & Care beispielsweise kosmetische Wirkstoffe, bei Flavor & Nutrition Nahrungsergänzungsmittel. Auf Basis dieser komplexeren Produktlösungen kann eine höhere Wertschöpfung erreicht werden. In Teilmärkten wie Nahrungsergänzungsmittel, Sonnenschutzfilter oder anderer kosmetischer Inhaltsstoffe steht Symrise zudem mit Unternehmen beziehungsweise einzelnen Segmenten dieser Unternehmen im Wettbewerb, die nicht zur klassischen F&F-Branche gehören.
Marktanteile F&F-Markt 2009 (in %)
(Marktvolumen etwa 14,0 Mrd. €)

Quelle: Unternehmensdaten und eigene Schätzungen
Symrise erzielte im Jahr 2009 ein Umsatzwachstum von 3 %. Wie in den vorangegangenen Jahren haben auch im Jahr 2009 beide Geschäftsbereiche neue Core List-Positionen hinzugewonnen und damit die Grundlage für künftiges Wachstum und eine weiter gestärkte Marktposition gelegt.
In einzelnen Marktbereichen nehmen wir weltweit führende Positionen ein, wie beispielsweise bei der Synthese von naturidentischem I-Menthol, dessen Derivaten und der Komposition von Mintaromen. Eine Spitzenposition hält Symrise auch im Bereich der UV-Sonnenschutzfilter. Durch die Akquisition der Parfümölgeschäfte von Intercontinental Fragrances und Manheimer Fragrances sind wir zu einem führenden Hersteller auf dem US-amerikanischen Markt für Lufterfrischer (Air Care-Markt) und Duftkerzen aufgestiegen. Unsere Position im Markt für Geschmackstoffe konnten wir in den USA durch die Akquisition der Aromen-Sparte von Chr. Hansen im Jahr 2008 ausbauen. In Ägypten erreichen wir durch den Erwerb von Futura Labs eine marktführende Stellung bei Geschmackstoffen und Grundstoffen für die Getränkeindustrie.
4 ZIELE UND STRATEGIE
Symrise hat Potenzial. Durch ertragsorientiertes Wachstum wollen wir unsere Marktposition und Unabhängigkeit weiter stärken.
| • | Marktposition: Unser Umsatz soll schneller wachsen als der Markt, der im Schnitt jährlich um 2 bis 3 % zulegt. Auf diese Weise werden wir schrittweise den Abstand auf die größten Unternehmen der Branche reduzieren. Bis 2012 wollen wir im Flavor-Bereich das drittgrößte Unternehmen sein. |
| • | Wertorientierung: Wir wollen dauerhaft zu den profitabelsten Unternehmen der Branche gehören. Wir streben langfristig eine EBITDA-Marge von mindestens 20 % an. |
| • | Finanzlage: Das Verhältnis von Nettoverschuldung (inklusive Pensionsrückstellungen) zu EBITDA soll mittelfristig in einem Korridor zwischen 2,0 und 2,5 liegen. Ein kurzfristiges Überschreiten dieses Bereichs ist aus unserer Sicht beispielsweise im Falle von Akquisitionen im Rahmen unserer Strategie möglich. Ein kontinuierlich hoher operativer Cashflow trägt zur finanziellen Stabilität des Unternehmens bei. |
Unsere Aktionäre beteiligen wir an dem wirtschaftlichen Erfolg durch eine attraktive Dividende. Für das Geschäftsjahr 2009 werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Dividende auf Vorjahreshöhe von 0,50 € je Aktie vorschlagen.
Symrise hat sich zum Ziel gesetzt, den sich wandelnden Bedürfnissen und Wünschen der Verbraucher durch Innovation und Kreativität besser gerecht zu werden als seine Wettbewerber. Unser Fokus auf Forschung und Entwicklung, auf neue und innovative Produktkonzepte und Produktgruppen soll dabei helfen, die Marktanteile im Segment hochwertiger und margenstarker Produkte weiterhin zu erhöhen.
Im vierten Quartal 2009 haben wir den neuen globalen Anwendungsbereich Consumer Health gegründet. Dieser ist ganz auf funktionale Inhaltsstoffe für Nahrungsergänzungsmittel und Geschmackslösungen für Gesundheitspräparate spezialisiert. Moderne Verbraucher wollen Produkte, die zahlreiche Ansprüche auf einmal erfüllen: Nahrungsmittel sollen gesund sein und für Wohlbefinden sorgen, dabei unkompliziert konsumierbar sein und gut schmecken. Insbesondere zwei Faktoren beeinflussen diesen Trend: Zum einen wächst das Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher, zum anderen spielt die Individualisierung von Konsumenten-Bedürfnissen eine Rolle. Der Verbraucher will maßgeschneiderte Produkte, die nicht einfach nur „gesund“ sind, sondern konkrete Zwecke erfüllen müssen: das Herz stärken, die Haut straffen, den Alterungsprozess verlangsamen oder die körperliche Fitness unterstützen.
Diesem wachsenden Markt tragen wir mit unserer Health & Nutrition-Strategie Rechnung. Teil der Strategie ist das „Competence Center for Health & Nutrition“. Das Kompetenzzentrum arbeitet unabhängig für alle vier Anwendungsbereiche (Beverages, Savory, Sweet und Consumer Health), versorgt diese mit Markt- und Konsumentendaten sowie Informationen zur Produktsicherheit und unterstützt sie bei der Entwicklung innovativer Produkte und Inhaltsstoffe, basierend auf wissenschaftlichen und ernährungsphysiologischen Erkenntnissen. Mit diesen Lösungen wollen wir ein unverzichtbarer Partner für unsere Kunden sein.

Unsere Wachstums- und Rentabilitätsziele werden wir durch die konsequente Umsetzung unserer Strategie erreichen. Unsere Strategie geht in drei Stoßrichtungen, die aus unserer Sicht die größten Werthebel für Symrise bieten:
| • | Wachstum mit globalen Kunden: Wir wollen den Anteil unseres Umsatzes mit unseren Top 10-Kunden, die besonders wachstumsstark sind, weiter erhöhen. Durch den Zugang zu wichtigen Core Lists wollen wir uns verstärkt als Hauptlieferant für die jeweiligen Produkte etablieren. |
| • | Wachstum in neuen Märkten: Wir haben frühzeitig begonnen, unsere Aktivitäten in den Schwellen- und Entwicklungsländern auszubauen. Die Akquisition von Futura Labs ist ein weiterer Schritt um am Wachstumspotenzial dieser Länder teilzuhaben. |
| • | Wachstum durch Innovationen: Wir verfügen über ein ausgeprägtes Markt- und Markenverständnis, das wir aus umfangreicher Konsumentenforschung gewinnen. Dies hilft uns dabei, innovative Lösungen zu entwickeln und Wettbewerbsvorteile für unsere Kunden zu erzielen. Dabei liegt unser Hauptaugenmerk auf Bereichen wie Life Essentials und Nutrition, die ein höheres Wachstumspotenzial aufweisen. |
Symrise wächst aus eigener Kraft. Wo es sinnvoll ist, tätigen wir zudem Akquisitionen oder gehen strategische Partnerschaften zur Produktentwicklung ein.
4.1 Wertorientierte Steuerung
Im Rahmen der wertorientierten Unternehmensführung kommen verschiedene Stellgrößen zum Einsatz. Als Indikator für die Profitabilität des Unternehmens dient die EBITDA-Marge, für die wir langfristig einen Zielwert von mindestens 20 % definiert haben. Die Steigerung des Unternehmenswertes ist im Vergütungssystem des Vorstands und ausgewählter Führungskräfte berücksichtigt. So misst der verwendete Symrise Value Added (SVA) die Steigerung des Ertragswerts über eine Mindestverzinsung des eingesetzten Kapitals hinaus. Das Konzept verbindet die zwei Werthebel Erhöhung der Profitabilität und Optimierung des eingesetzten Vermögens beziehungsweise Kapitals mit dem Ziel, eine Wertsteigerung über die Mindestverzinsung des eingesetzten Kapitals hinaus zu erzielen.
Zudem legen wir großen Wert auf die finanzielle Stabilität des Unternehmens. Wichtige Kennzahlen sind beispielsweise der operative Cashflow, Nettoverschuldung zu EBITDA oder Zinsaufwand zu EBITDA.
Zu einer wertorientierten Unternehmensführung zählt auch die Teilhabe der Anteilseigner am erwirtschafteten Ergebnis in Form einer attraktiven Dividende. Unsere Dividendenpolitik orientiert sich an der Ertragskraft des Unternehmens. Wir wollen unsere Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg beteiligen. Gleichzeitig wollen wir gewährleisten, dass Symrise weiterhin in der Lage ist, sich bietende Wachstumschancen wahrzunehmen, ohne die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu gefährden.
5 RAHMENBEDINGUNGEN
Die Geschäftsentwicklung von Symrise wird von verschiedenen Faktoren im Umfeld des Unternehmens beeinflusst. Absatzseitig spielt die gesamtwirtschaftliche Entwicklung eine große Rolle. Deutlich negative oder positive Schwankungen der gesamtwirtschaftlichen Leistung wirken senkend oder steigernd auf den Absatz von Produkten, in denen unsere Duft- oder Geschmackstoffe eingesetzt werden, was sich im Nachfrageverhalten unserer Kunden äußert. Die Teilmärkte, in denen wir tätig sind, zeigen dabei unterschiedliche Schwankungsbreiten in Abhängigkeit von der Konjunkturentwicklung.
Bei unserer Produktion greifen wir auf über 10.000 natürliche und synthetische Rohstoffe zurück. Aufgrund verschiedener Faktoren wie Wirtschafts-, Ölpreis- oder Ernteentwicklung können sich starke Preisschwankungen bei diesen Einsatzstoffen ergeben. Zudem kann die Produktion von Engpässen in der Rohstoffbeschaffung, beispielsweise auch durch politische Unruhen in Lieferländern, betroffen sein.
Die Produkte von Symrise kommen weltweit in verschiedenen Bereichen zur Anwendung: bei der Herstellung von Lebensmitteln, in kosmetischen und pharmazeutischen Endprodukten oder in Haushaltsprodukten. Dies erfordert insbesondere die Einhaltung der jeweils nationalen und international gültigen Verbraucherschutzvorschriften und Gesetzesvorgaben. Diese Vorschriften sind auf der Basis neuer Erkenntnisse in der Forschung, Entwicklung und Produktionstechnik durch ein steigendes Sicherheitsbedürfnis und durch ein weltweit stetig wachsendes Gesundheits- und Umweltbewusstsein fortlaufend Veränderungen unterworfen. Wir verfolgen die regionale und weltweite Entwicklung des regulatorischen Umfelds, um schnell auf Veränderungen oder Verschärfungen bestehender Vorschriften reagieren zu können.
5.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Das Geschäftsjahr 2009 war von einer tiefen weltwirtschaftlichen Rezession geprägt. Die globale Wirtschaftsleistung sank preisbereinigt um schätzungsweise 0,8 %, das Volumen des Welthandels schrumpfte um 12,3 %. Besonders deutlich ging die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung in den Industrieländern zurück, wo sie 2009 um 3,2 % unter dem Vorjahresniveau lag. Demgegenüber konnten die Schwellen- und Entwicklungsländer ein geringfügiges Plus der Wirtschaftsleistung erreichen, das mit 2,1 % jedoch deutlich unter den Expansionsraten 2008 (6,1 %) und 2007 (8,3 %) auslief.

Quelle: IMF
Der Tiefpunkt der internationalen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung war schon zum Jahreswechsel 2008/2009 erreicht. In den großen Emerging Markets, wie Brasilien, China, Indien oder Russland, zog die Konjunktur ab dem Frühjahr 2009 wieder spürbar an. Der Wirtschaftsverlauf in den Industrieländern drehte – gegenüber den aufstrebenden Volkswirtschaften um etwa zwei Quartale versetzt – ab dem dritten Quartal 2009 wieder in den Bereich positiver Veränderungsraten. Diese Trendwende ist auch in der Entwicklung der Lagerhaltung abzulesen: Während ein Abbau der gesamtwirtschaftlichen Lagerhaltung in den Industrieländern die Wirtschaftsleistung vom Herbst 2008 bis zum Sommer 2009 dämpfte, verleiht eine Normalisierung des Bestellverhaltens seither dem Wirtschaftswachstum in den reifen Volkswirtschaften spürbare Impulse.
Unter der Wirtschafts- und Finanzkrise der Jahre 2008/2009 litten vor allem die Exporte und die Investitionen. Sie lagen beispielsweise in Deutschland zur Jahresmitte 2009 jeweils rund 20 % unter dem Vorjahresniveau. Demgegenüber blieben die privaten Konsumausgaben weitgehend unverändert, auch weil massive staatliche Ausgabenprogramme die finanzielle Situation der privaten Haushalte stabilisierten.
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wirkt – als isolierter Einflussfaktor betrachtet – in unterschiedlicher Weise auf den Geschäftsverlauf von Symrise:
| • | Konjunkturelle Schwankungen haben in den entwickelten Märkten kaum Auswirkungen auf die Nachfrage nach den Endprodukten, die Symrise-Produkte enthalten, soweit sie Grundbedürfnisse, beispielsweise in den Bereichen Ernährung, Körperpflege oder Haushalt, abdecken. |
| • | Eine deutlich höhere Abhängigkeit der Nachfrage vom verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte besteht bei Produkten der „Luxussegmente“ in Fine Fragrances und Personal Care (etwa 10 bis 13 % unseres Produktportfolios). |
| • | In den Emerging Markets steigt die Nachfrage nach Produkten, die mit Geschmack- und Duftstoffen veredelt sind, mit dem sich dynamisch erhöhenden Lebensstandard der Bevölkerung. |
| • | Die Kundenunternehmen von Symrise steuern Produktion und Lagerhaltung mit Blick auf eine möglichst geringe Kapitalbindung. Unsicherheiten über die künftige Absatzentwicklung führen zu entsprechenden Anpassungen, auch beim Abruf der von Symrise gelieferten Einsatzstoffe. |
Das gesamtwirtschaftliche Umfeld wirkte 2009 negativ auf den Geschäftsverlauf von Symrise. Die negativen Effekte waren aber im Vergleich zu Unternehmen anderer Branchen aufgrund der Robustheit unseres Geschäfts begrenzt und wurden im Jahresverlauf von sich verbessernden gesamtwirtschaftlichen Impulsen abgemildert.
5.2 Entwicklung wesentlicher Absatzmärkte
Der für den Symrise-Konzern relevante F&F-Markt blieb im Jahr 2009 weitgehend stabil; sein Volumen lag unverändert bei 14,0 Mrd. €. In den einzelnen Marktbereichen waren dabei unterschiedliche Entwicklungen zu verzeichnen. Während der Markt für Geschmackstoffe nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts IAL Consultants 2009 auf 5,6 Mrd. € gegenüber Vorjahr etwas zulegen konnte (2008: 5,5 Mrd. €), verbuchte der Markt für Duftstoffe ein Minus um 3 % auf 5,1 Mrd. €. Der Absatz von Aromachemikalien und kosmetischen Inhaltsstoffen dürfte 2009 nach eigenen Schätzungen um etwa 6 % auf 3,3 Mrd. € gegenüber 2008 gewachsen sein.
Trotz eines generellen Rückgangs des Marktvolumens entwickelte sich der Markt für Duftstoffe uneinheitlich. Überdurchschnittlich fielen die Rückgänge in den Teilbereichen Fine Fragrances und sonstige Düfte aus. Dabei waren Abschläge insbesondere in den Regionen Westeuropa und Nordamerika zu verzeichnen, während die anderen Märkte relativ stabil blieben und in der Region Asien/Pazifik 2009 teilweise hohe Zuwächse gegenüber 2008 zu Buche standen. Die Umsätze bei Reinigungsmitteln für den Haushalt (Household) blieben im Geschäftsjahr 2009 per Saldo weitgehend unverändert gegenüber Vorjahr, doch auch hier entwickelten sich die Märkte in Westeuropa und Nordamerika negativ, während der Umsatz in den Märkten Asiens deutlich anstieg. In den Bereichen Waschmittel (Detergents) sowie Haut- und Körperpflege (Personal Care) zeigte sich ein ähnliches regionales Muster, der Umsatz ging jedoch in beiden Märkten im Vergleich zum Vorjahr zurück.
Gemäß den Marktstatistiken entwickelte sich der Markt für Geschmackstoffe im Jahr 2009 geringfügig positiv oder verharrte auf dem Niveau des Vorjahres. Regional betrachtet wurden teils deutliche Umsatzrückgänge in Ländern Westeuropas durch starke Zuwächse in Asien überkompensiert.
5.3 Preisentwicklung der Rohstoffe
Aufgrund der Vielzahl der von Symrise eingesetzten Rohstoffe und einem damit häufig sehr geringen Anteil des einzelnen Rohstoffs an der Gesamtmenge erfolgt die Beschreibung der Preisentwicklung nur auf einer stark aggregierten Ebene. Während bei einigen Rohstoffen gute Ernten zu verzeichnen waren, verringerte sich das Erntevolumen bei anderen Rohstoffen durch starke Regenfälle oder Dürre- und Kälteperioden. Insgesamt bewegten sich die Rohstoffpreise 2009 nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2008 weiterhin auf einem hohen Niveau, das über dem Jahresdurchschnitt 2008 lag. In der zweiten Jahreshälfte 2009 entspannte sich die Situation etwas, zumindest verminderte sich der Anstieg der Rohstoffpreise. Zu beobachten war eine zunehmende Volatilität der Preise. In einigen Bereichen, zum Beispiel bei Zitronensaft und -öl, bei Citral- und Terpenderivaten, die bei der Herstellung von Duftkompositionen eingesetzt werden, blieb die Versorgungs- und somit die Kostensituation angespannt.
5.4 Politische und regulatorische Rahmenbedingungen
Im Geschäftsbereich Scent & Care ergibt sich Anpassungsbedarf aus regulatorischer Sicht insbesondere in der Europäischen Union (EU). Die im Dezember 2006 verabschiedete Verordnung zur „Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien“ (REACH) war der Grundstein für eine umfassende Neuregelung des Umgangs mit chemischen Stoffen. Im Zuge von REACH wird die Eigenverantwortung der Unternehmen für die sichere Verwendung dieser Stoffe vergrößert. Mit der Vorregistrierung von 1.400 Substanzen hat Symrise die erste Phase von REACH erfolgreich abgeschlossen und die Voraussetzungen geschaffen, die Substanzen bis zur Erstellung des finalen Registrierungsdossiers weiter herzustellen beziehungsweise zu importieren (je nach Substanz bis zum Jahr 2018). Wir bereiten uns kontinuierlich auf die nächsten Schritte vor: Wir engagieren uns bei diversen SIEF (Substance Information Exchange Fora) und Industriekonsortien und bereiten die Registrierungen für die geplanten Dossiers in den Jahren 2010 und 2013 vor. Um der GHS (Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals) und der damit einhergehenden CLP-Verordnung der EU (Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures) zu entsprechen, haben wir begonnen, ein weltweit einheitliches System zur Einstufung von Chemikalien sowie deren Kennzeichnung auf Verpackungen und in Sicherheitsdatenblättern termingerecht umzusetzen. So können wir im Jahr 2010 fristgerecht unsere Produkte mit den neuen Anforderungen an unsere Kunden liefern.
Die Produkte des Geschäftsbereichs Flavor & Nutrition kommen insbesondere in Nahrungsmitteln (würzige und süße Nahrungsmittel sowie Milchprodukte), in Getränken (Softdrinks, alkoholische und nichtalkoholische Getränke) sowie in pharmazeutischen Anwendungen zum Einsatz. Die rechtlichen Vorschriften für die Verwendung von Geschmack- und Aromastoffen sind in den verschiedenen Rechtsräumen unterschiedlich gestaltet, insbesondere in der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. So gelten je nach Rechtsraum unterschiedliche Höchstmengen für bestimmte Inhaltsstoffe und spezielle Kennzeichnungsvorschriften. Am 31. Dezember 2008 wurde in der Europäischen Union (EU) eine neue Aromenverordnung verabschiedet, die neue Definitionen, Kennzeichnungsanforderungen auf Etiketten sowie neue Höchstwerte für BAPs (biologically active principles) enthält und am 20. Januar 2011 in Kraft treten wird. Symrise wird die neue EU-Verordnung zu "Aromen und Lebensmittelzutaten mit geschmacksgebenden Eigenschaften" fristgerecht umsetzen. So wurde bereits ab dem 1. Februar 2010 auf neue Etiketten und Bestandteillisten für Aromen in Übereinstimmung mit den neuen Anforderungen umgestellt.
Unsere Kunden setzen die Geschmackstoffe weltweit in verschiedensten Märkten ein, so dass der globale Aspekt erheblich an Bedeutung gewinnt. Um die rechtliche Verkehrsfähigkeit unserer Produkte in den relevanten Märkten zu gewährleisten, nutzt Symrise unternehmensweite Datenverarbeitungssysteme und verfügt über eine umfangreiche Expertise im Bereich Lebensmittelrecht. Durch unsere Expertise im regulatorischen Umfeld unterstützen wir unsere Kunden aktiv bei der Einführung ihrer Produkte in neuen Märkten.
Die Produkte im Bereich Health & Nutrition unterliegen den bereits genannten rechtlichen Regelungen für Aromen und Lebensmittel und teilweise den Anforderungen der EU-Verordnung Nr. 1924/2006 über "Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel" (Health Claims-Verordnung). Produktangaben über spezielle gesundheitsbezogene Aspekte von Inhaltsstoffen („Health Claims“) müssen gemäß dieser Verordnung zunächst bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) angemeldet und zugelassen werden. Symrise hat ein Team von spezialisierten Entwicklern und Lebensmittelrechtlern, die entsprechende Anträge einreichen, um die vorgesehenen "Health Claims" verwenden zu können.
6 UNTERNEHMENSENTWICKLUNG
6.1 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf
Das schwierige Konjunktur- und Marktumfeld, der Lagerabbau auf Kundenseite und die auf hohem Niveau verharrenden Rohstoffpreise stellten uns vor allem im ersten Halbjahr 2009 vor große Herausforderungen. Hierauf haben wir schnell und konsequent mit einem umfassenden Restrukturierungspaket reagiert. Das Restrukturierungsprogramm sieht die Schließung und Zusammenlegung von Produktionsstandorten in Spanien, der Schweiz, Deutschland, USA und Großbritannien zur Nutzung von Synergien vor.
Dementsprechend entstanden Aufwendungen aus Abfindungszahlungen an Mitarbeiter und außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögenswerte. Eine Entspannung der gesamtwirtschaftlichen Situation und die positiven Effekte aus den eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen trugen zu einer Verbesserung im Geschäftsverlauf bei. Bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen lag das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und auf immaterielle Vermögenswerte (EBITDA) auf Konzernebene mit 265 Mio. € geringfügig über dem Vorjahreswert von 262 Mio. €. Dies entspricht einer Marge bezogen auf den Umsatz von 19,5 % (Vorjahr: 19,9 %).


Der Umsatz des Konzerns stieg im Geschäftsjahr 2009 um 3 % auf 1.362 Mio. € an. Der Umsatzanteil der Emerging Markets am Gesamtumsatz des Konzerns erreichte 41 % (Vorjahr: 40 %).
Der Jahresüberschuss 2009 ging um 6 Mio. € auf 84 Mio. € zurück. Das Ergebnis je Aktie beträgt 0,71 € (2008: 0,76 €). Der Symrise-Konzern hat sich folglich auf Basis des defensiven Geschäftsportfolios auch in einem schwierigen Umfeld 2009 gut behauptet. Unsere breite Aufstellung - global und mit beiden Geschäftsbereichen - hat dazu beigetragen, negative Entwicklungen in einzelnen Regionen und Märkten auszugleichen. Gleichzeitig haben wir mit den Restrukturierungsmaßnahmen die Profitabilität des Unternehmens nachhaltig verbessert. Daher wird der Vorstand der Symrise AG in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 11. Mai 2010 vorschlagen, eine Dividende von 0,50 € je Aktie für das Geschäftsjahr 2009 auszuschütten. Damit bliebe die Dividende stabil auf dem Niveau des Vorjahres.
6.2 Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf
Wir prognostizierten zu Beginn des Geschäftsjahres 2009, dass wir auch 2009 schneller wachsen werden als der Markt und gingen unter den damaligen Bedingungen von einem währungsbereinigten Wachstum von 5 bis 7 % inklusive der 2008 getätigten Akquisitionen aus (1 bis 3 % ohne diese Akquisitionen). Ferner gingen wir davon aus, dass das erste Halbjahr 2009 schwächer ausfallen wird als das zweite Halbjahr 2009. Wegen des volatilen wirtschaftlichen Umfelds war es zu dem Zeitpunkt nicht möglich, fundierte Prognosen über Profitabilität und EBITDA-Marge zu geben. Trotzdem haben wir für 2009 einen starken Cashflow erwartet.
Im Jahresverlauf überprüften wir kontinuierlich unsere Prognose und glichen sie, soweit es notwendig war, den Entwicklungen entsprechend an. Das erste Quartal verlief wie erwartet enttäuschend.
Wir bestätigten zum ersten Quartal 2009 unsere Prognose, schneller zu wachsen als der Markt, wobei wir einen Rückgang des Gesamtmarktes aufgrund des Lagerabbaus auf Kundenseite nicht ausschließen konnten. Restrukturierungsmaßnahmen wurden zügig eingeleitet, um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken. Der Lagerabbau der Kunden setzte sich im zweiten Quartal unvermindert fort und unsere Erwartungen hinsichtlich eines Rückgangs des F&F-Marktes verstärkten sich. Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen führten bereits im zweiten Halbjahr trotz weiterhin hoher Rohstoffpreise zu einer Verbesserung der Profitabilität.
Im dritten Quartal gab es erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung: Der Lagerabbau schien weitgehend beendet, zudem verzeichneten wir ein Umsatzwachstum in allen Regionen und Geschäftsbereichen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal. Wir konkretisierten daraufhin unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2009 und erwarteten nun ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 2 %, ein EBITDA vor einmaligen Restrukturierungsaufwendungen auf Vorjahresniveau sowie eine entsprechende EBITDA-Marge von über 19 %. Gleichzeitig prognostizierten wir einen Anstieg des bereinigten Ergebnisses je Aktie im einstelligen Prozentbereich sowie eine Nettoverschuldung (exklusive Pensionsrückstellungen) von etwa 560 Mio. € beziehungsweise dem 2,1-fachen des um Restrukturierungsaufwendungen bereinigten EBITDA.
Zielerreichung 2009
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| Zielerreichung 2009 | Ziel 2009 (Stand Q3 2009) | Zielerreichung 2009 |
|---|---|---|
| Umsatzwachstum (währungsbereinigt) | 2,0 % | 2,7 % |
| EBITDA (vor Restrukturierungsaufwendungen) | auf Vorjahresniveau (2008: 262 Mio. €) | 265 Mio. € |
| EBITDA-Marge (vor Restrukturierungsaufwendungen) | > 19,0 % | 19,5 % |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie (EPS) | Anstieg im einstelligen Bereich | 1,11 € (2008: 1,02 €) beziehungsweise 8 % |
| Nettoverschuldung (exkl. Pensionsrückstellungen) | Nettoverschuldung ca. 560 Mio. € | 574 Mio. € |
| Nettoverschuldung = ca. 2,1-fache des EBITDA (bereinigt) | 2,2 |
Mit einem Umsatzanstieg von 3 %, einem um Restrukturierungen bereinigten EBITDA von 265 Mio. € und einer resultierenden EBITDA-Marge von 19,5 % haben wir unsere Ziele erreicht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie1 (EPS) nahm um 8 % auf 1,11 € zu. Die Nettoverschuldung von 574 Mio. € liegt ebenfalls im Rahmen unserer Prognose für 2009.
1 Das bereinigte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus dem Ergebnis je Aktie bereinigt um nicht zahlungswirksame Zinsaufwendungen, Restrukturierungsaufwendungen und Abschreibungen von Rezepturen (alle unter Berücksichtigung der Steuerquote).
6.3 Ertragslage2
6.3.1 Umsatz im Konzern
Der Konjunktureinbruch im Jahre 2008 hatte gravierende Auswirkungen verbunden mit massivem Lagerabbau unserer Kunden. Im ersten Halbjahr 2009 führte dies zu spürbaren Umsatzeinbrüchen. Mit Beginn des dritten Quartals 2009 regenerierte sich der Markt: Die Absatzmengen im Flavor & Fragrance-Geschäft nahmen wieder zu und auf die schwache Umsatzentwicklung in der ersten Jahreshälfte folgte im zweiten Halbjahr eine Erholung. Im Gesamtjahr 2009 erwirtschaftete der Symrise-Konzern einen Umsatz in Höhe von 1.362 Mio. €. Dies entspricht zu aktuellen Währungskursen sowie währungsbereinigt einem Anstieg zum Vorjahr von rund 3 %.
Im Geschäftsjahr 2009 erhöhte sich der Umsatz mit den Top 10-Kunden währungsbereinigt um 4 %. Mit 29 % bleibt der Anteil am Konzernumsatz mit dieser strategisch wichtigen Kundengruppe in etwa auf Vorjahresniveau.
Geschäftsbereiche
Obwohl Scent & Care von dem schwierigen Wirtschaftsumfeld besonders stark betroffen war, konnte auch dieser Geschäftsbereich den Umsatz währungsbereinigt um 1 % auf 682 Mio. € steigern. Der Umsatz des Geschäftsbereichs Flavor & Nutrition erreichte 2009 nach einem erfolgreichen zweiten Halbjahr 680 Mio. €, dies entspricht einem währungsbereinigten Anstieg von 5 % im Vergleich zum Vorjahr.
Umsatzentwicklung des Symrise-Konzerns (in Mio. €)

Regionen
Die im ersten Halbjahr 2009 noch besonders von konjunkturellen Einbrüchen, Lagerabbau unserer Kunden und damit einhergehenden Umsatzrückgängen betroffene Region EAME, konnte im zweiten Halbjahr ein positives Umsatzwachstum verbuchen. Die gute Entwicklung konnte die Schwäche der ersten Jahreshälfte zum Teil ausgleichen; insgesamt lag der Umsatz um 4 % (währungsbereinigt: -3 %) unter dem Vorjahresniveau. Die Umsatzentwicklung Nordamerikas im Geschäftsjahr 2009 profitierte von den Akquisitionen im Jahr 2008; der Umsatz stieg um 14 % (währungsbereinigt: 12 %). Betrachtet man die Entwicklung unter der Annahme, dass die Akquisitionen bereits Anfang 2008 zum Symrise-Konzern gehört hätten, blieb der Umsatz stabil auf Vorjahresniveau. Der Umsatz in der Region Asien/Pazifik entwickelte sich im Jahresverlauf 2009 deutlich positiv; insgesamt stieg der Umsatz um 8 % (währungsbereinigt: 5 %). Der Umsatz in Südamerika wuchs im Vorjahresvergleich um 12 %. Währungsbereinigt führt die Region das Umsatzwachstum mit 17 % an.
2 Zur Verbesserung der Darstellung der Ertragslage und der Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr wurde 2009 das Gliederungsschema der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung erweitert um Restrukturierungsaufwendungen dargestellt. Siehe auch Konzern Gewinn- und Verlustrechnung sowie Konzern-Anhang auf S. 111 des Gesch ftsberichtes. In der nachfolgenden Analyse beziehen wir uns auf die um Restrukturierungsaufwendungen bereinigten Posten der Gewinn- und Verlustrechnung.
Umsätze nach Regionen
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| Veränderung in % |
||||
|---|---|---|---|---|
| 2008 Mio. € |
2009 Mio. € |
währungsbereinigt | ||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| EAME | 705,5 | 679,5 | - 4 | - 3 |
| Nordamerika | 257,2 | 293,2 | 14 | 12 |
| Asien/Pazifik | 262,2 | 282,5 | 8 | 5 |
| Südamerika | 95,0 | 106,8 | 12 | 17 |
| Gesamt | 1.319,9 | 1.362,0 | 3,2 | 2,7 |
Der Umsatz in den Emerging Markets übertraf den Vorjahreswert währungsbereinigt um rund 4 %. Der Anteil am Gesamtumsatz lag im Geschäftsjahr 2009 bei 41 % (2008: 40 %).
6.3.2 Umsatz Scent & Care
Trotz des weltweit schwierigen Wirtschaftsumfelds hat der Geschäftsbereich Scent & Care 2009 insgesamt einen Umsatz von 682 Mio. € erzielen können. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Anstieg um 2 %. Währungsbereinigt betrug das Umsatzwachstum 1 %. Während Fine Fragrances und die Luxusbereiche von Personal Care besonders unter der schwierigen Wirtschaftslage litten, konnten die Anwendungsbereiche Household und die weiteren pflegenden Produkte von Personal Care die Umsatzrückgänge im Geschäftsfeld Fragrances mehr als kompensieren. Die Geschäftsfelder Life Essentials und Aroma Molecules waren im Vorjahresvergleich stärkeren Belastungen ausgesetzt. Der Umsatz des Geschäftsfelds Oral Care konnte gesteigert werden.
Regionen
Der Umsatz in den Emerging Markets machte 39 % des Gesamtumsatzes von Scent & Care aus. Im Vorjahresvergleich ergab sich währungsbereinigt ein Wachstum um 5 %. Dabei verzeichnete der Umsatz in der Region Südamerika den höchsten Anstieg. In der Region Asien/Pazifik erzielte China ein kräftiges Wachstum, in der Region EAME konnte der Umsatz in Russland am stärksten zulegen.
Die Region EAME bleibt mit einem Anteil von 45 % am Gesamtumsatz des Geschäftsbereichs der größte Markt. Im Vorjahresvergleich nahmen die Umsätze hier währungsbereinigt um 5 % ab, was überwiegend auf die schwache Nachfrage in Fine Fragrances und dem Luxusbereich von Personal Care zurückzuführen ist. Das schwache erste Halbjahr 2009 wurde teilweise in den Folgemonaten ausgeglichen, gestützt durch die Geschäftsfelder Fragrances und Aroma Molecules.
In Nordamerika konnte die Integration der 2008 akquirierten Geschäftsbereiche Manheimer Fragrances und Intercontinental Fragrances zügig abgeschlossen werden. Diese Akquisitionen trugen erheblich zum Umsatzwachstum der Region bei. Die Umsätze stiegen in Nordamerika währungsbereinigt um 14 %. Rückläufige Umsätze bei Fine Fragrances konnten durch das Wachstum bei Personal Care, Household und Aroma Molecules überkompensiert werden.
Symrise gelang es, weitere Core List-Positionen bei internationalen Kunden zu gewinnen. Die durch die Akquisition von Manheimer Fragrances und Intercontinental Fragrances neu hinzugewonnenen Kunden wurden durch spezielle Kunden-Teams betreut und wir konnten neue wichtige Geschäftsfelder erschließen.
Die Region Asien/Pazifik erzielte im Vergleich zum Vorjahr ein geringeres währungsbereinigtes Wachstum von 3 %, was auf die ertragsorientierte Optimierung unseres Produkt- und Kundenportfolios zurückzuführen ist. Aufstrebende Märkte wie China zeigten auch weiterhin ein starkes Wachstum. Dagegen war der Geschäftsverlauf in reifen Märkten wie Japan stärker von der Wirtschaftskrise betroffen. Wir konnten unsere Position mit lokalen Kunden weiter ausbauen und uns gleichzeitig auch bei internationalen Großkunden positionieren. Das starke Wachstum in den Geschäftsfeldern Aroma Molecules und Life Essentials sowie die stabile Entwicklung im Geschäftsfeld Fragrances wurden durch die schlechtere Entwicklung bei Oral Care teilweise wieder aufgehoben.
In Südamerika konnten wir unseren Umsatz währungsbereinigt um insgesamt 13 % steigern. Dabei erreichte insbesondere Brasilien hohe Zuwächse. Die Geschäftsfelder Fragrances und Aroma Molecules erzielten ein deutliches Wachstum. Entgegen dem Trend in anderen Regionen der Welt stieg in Südamerika der Umsatz im Luxussegment Fine Fragrances kräftig an, sowohl mit lokalen wie auch international wichtigen Kunden. Im Geschäftsfeld Life Essentials konnten wir unsere Geschäftstätigkeit ausbauen und neue Kunden in den Anwendungsbereichen UV-Filter und Cosmetic Ingredients/Botanicals hinzugewinnen.
Top 10-Kunden
Auch wenn sich im Geschäftsbereich Scent & Care die Umsätze mit unseren Top 10-Kunden in den reifen Märkten traditionell gut entwickeln, stieg der Umsatz 2009 konjunkturbedingt nur geringfügig um 1 %. Das Wachstum bei der strategisch wichtigen Kundengruppe ist insbesondere auf unsere Aktivitäten in den aufstrebenden Märkten zurückzuführen.
Geschäftsfelder
Das Geschäftsfeld Fragrances, das etwa 50 % des Umsatzes des Geschäftsbereichs Scent & Care ausmacht, konnte ein deutliches Wachstum verzeichnen. Nach einer gedämpften Entwicklung im ersten Halbjahr, in dem unsere Kunden in hohem Maße ihre Lagerbestände abbauten, zog die Nachfrage im zweiten Halbjahr wieder an. Insbesondere der Anwendungsbereich Household verbuchte hier in allen Regionen das stärkste Wachstum. Der Anwendungsbereich Personal Care konnte nach einem schwachen ersten Halbjahr in den zweiten sechs Monaten aufholen und im Gesamtjahr 2009 einen Umsatz auf Vorjahresniveau erzielen, wobei insbesondere Nord- und Südamerika gut abschnitten. Die Auswirkungen der schwierigen Konjunkturlage machten sich, trotz eines verbesserten zweiten Halbjahres, im Gesamtjahr 2009 bei Fine Fragrances bemerkbar.
Das Geschäftsfeld Life Essentials war durch einen Umsatzrückgang in Europa belastet. Dieser konnte durch das Wachstum in den Regionen Asien/Pazifik und Südamerika nicht ganz aufgefangen werden. Im Laufe des Jahres wurden einige neue Produkte auf den Markt gebracht, die von den Kunden gut aufgenommen wurden. Dazu gehörten unter anderem SymHelios® 1031, SymDeo® B125 und SymSitive®. Zu den Neueinführungen zählten auch neue Peptide von TPI (Therapeutic Peptide Inc.), einem US-Biotechnologie-Unternehmen, an dem Symrise einen Anteil von 20 % hält.
Das Wachstum des Geschäftsfelds Aroma Molecules war zunächst im ersten Halbjahr 2009 gedämpft, zog aber im weiteren Jahresverlauf an. Unser Spezialchemikalien-Geschäft erzielte in den Regionen Asien/Pazifik und Nord- und Südamerika ein Wachstum.
Das Geschäftsfeld Oral Care erzielte ein leichtes Umsatzwachstum gegenüber Vorjahr, getrieben durch die Regionen EAME, Nordamerika und Südamerika.
6.3.3 Umsatz Flavor & Nutrition
Im Geschäftsjahr 2009 erzielte Flavor & Nutrition einen Umsatz von 680 Mio. €. Dies entspricht währungsbereinigt sowie zu aktuellen Wechselkursen einem Anstieg von 5 %. Die globale Wirtschaftskrise hat das abgelaufene Geschäftsjahr 2009 spürbar beeinflusst. Vor allem das erste Halbjahr war durch den Lagerabbau auf Kundenseite gekennzeichnet und hat unser Umsatzwachstum gebremst. In der zweiten Jahreshälfte hingegen konnte eine deutliche Erholung der globalen Märkte verzeichnet werden, die sich wiederum positiv auf unsere Auftragseingänge auswirkte. In allen Regionen konnten wir im zweiten Halbjahr 2009 deutliche Umsatzzuwächse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum generieren.
Regionen
Die aufstrebenden Märkte Südamerikas und Asiens bleiben ein bedeutender und wertvoller Wachstumsmotor für Flavor & Nutrition. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte hier ein starkes währungsbereinigtes Wachstum erzielt werden. In einigen Märkten Osteuropas bekamen wir, vor allem in der ersten Jahreshälfte, die schwache Konjunktur deutlich zu spüren. Der Umsatzanteil der Emerging Markets am Gesamtumsatz des Geschäftsbereichs konnte dennoch gesteigert werden und lag 2009 bei rund 44 %.
In der Region EAME lagen die Umsätze im Geschäftsjahr 2009 infolge des schwachen ersten Halbjahres währungsbereinigt rund 2 % unter dem Vorjahr. Im zweiten Halbjahr verzeichneten wir eine deutliche Erholung.
In einzelnen Ländermärkten West- und Osteuropas mussten wir als Folge der Wirtschaftskrise zum Teil deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Die Märkte des Nahen und Mittleren Ostens sowie Teile Nordafrikas entwickelten sich hingegen positiv.
Zur weiteren Stärkung unserer Position in den dynamischen Märkten Nordafrikas und der Golfregion haben wir im November eine Vereinbarung zur Übernahme der Futura Labs Group, mit Wirkung zum 1. Januar 2010 unterzeichnet. Futura Labs ist der führende regionale Hersteller von Aromen, Emulsionen, Getränke-Compounds, natürlichen Extrakten und Gewürzmischungen. Mit der Akquisition wird Symrise zum Marktführer in Ägypten. Sowohl das Produkt- als auch das Kundenportfolio von Futura Labs passen sehr gut zum bestehenden Geschäft von Symrise in Ägypten. Mit der Übernahme unterstreicht Symrise erneut seinen Fokus auf die wachstumsstarken Märkte der Emerging Markets.
In Nordamerika stiegen die Umsätze im Geschäftsjahr 2009 währungsbereinigt inklusive der Akquisition der Aromen-Sparte von Chr. Hansen um 8 %. Somit stiegen die Umsätze in dieser für uns in der Vergangenheit so schwierigen Region deutlich stärker als der Markt. Besonders erfreulich entwickelte sich das Geschäft mit den süßen Aromen im nordamerikanischen Markt; vorrangig bedingt durch unseren fokussierten Markteintritt mit natürlichen Vanille-Extrakten. Darüber hinaus war die Nachfrage bei den Süßwaren nicht so stark von dem wirtschaftlichen Abschwung betroffen. Einhergehend mit einer reduzierten Nachfrage insbesondere bei den Erfrischungsgetränken entwickelte sich das Getränke-Geschäft vor allem in der ersten Jahreshälfte rückläufig.
In der Region Asien/Pazifik sind die Umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr um währungsbereinigt 7 % gestiegen. Der Anwendungsbereich Getränke erzielte das stärkste Umsatzwachstum, insbesondere mit internationalen und großen regionalen Kunden. Trotzdem hatten wir in der Region auch Rückschläge zu verzeichnen. Die Umsätze in den Teilmärkten China, Japan und Korea blieben unter dem Niveau des Vorjahres und damit hinter unseren Erwartungen zurück. Mit unserer Produktplattform „taste for life®“ konnten wir hochwertige und innovative Produktlösungen mit Zusatznutzen anbieten. Hiervon profitierte der Anwendungsbereich Savory und erzielte ein leichtes Wachstum. Wir verfolgen in Asien zielstrebig die definierte langfristige Wachstumsstrategie. Dementsprechend haben wir in Singapur unsere Entwicklungs- und Produktionskapazitäten in den letzten Jahren ausgebaut.
In Südamerika sind wir mit anhaltendem Erfolg tätig und konnten unseren Umsatz im Geschäftsjahr 2009 währungsbereinigt um 21 % steigern. Ein Großteil des Umsatzwachstums konnte im Anwendungsbereich Beverages mit den internationalen Markenherstellern erzielt werden. Das globale Citrus Center in Sorocaba entwickelte eine neue Generation von multi-konzentrierten Ölen, die einen authentischeren Gesamtcharakter und deutlich fruchtigere und saftigere Geschmackseffekte hervorbringen. Neben technischer Kompetenz investieren wir in den konsequenten Ausbau unseres Markt- und Konsumentenverständnisses. So haben wir beispielsweise im dritten Quartal eine internetbasierte Studie in ausgewählten Online-Foren durchgeführt. Diese Erhebung gibt uns die Möglichkeit, in Ergänzung zu den traditionellen Methoden neue ‚Consumer Insights’ zu gewinnen. Erfreulich entwickelte sich in Südamerika auch unser Savory-Geschäft mit einem deutlichen Umsatzwachstum.
Top 10-Kunden
Der Umsatz mit unseren strategisch wichtigen Top 10-Kunden hat sich auch im Jahr 2009 positiv entwickelt und verzeichnete ein währungsbereinigtes Wachstum von 9 %. Das Umsatzwachstum liegt damit deutlich über dem gesamten Wachstum des Geschäftsbereichs und bestätigt einmal mehr den eingeschlagenen Wachstumspfad mit dieser wichtigen Kundengruppe. Hier zahlt sich der Aufbau eines ganzheitlichen Key Account-Managements mit definierten Kundenteams auf allen funktionalen Ebenen aus. So ist es uns beispielsweise in Nordamerika gelungen, ein weiteres wichtiges Core Listing mit einem international bedeutenden Markenhersteller zu erlangen.
Anwendungsbereiche
Im vierten Quartal 2009 haben wir den neuen globalen Anwendungsbereich Consumer Health gegründet. Dieser ist ganz auf funktionale Inhaltsstoffe für Nahrungsergänzungsmittel und Geschmackslösungen für Präparate für die pharmazeutische Industrie spezialisiert.
In den traditionellen Anwendungsbereichen hat sich unser Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr positiv entwickelt. Im Anwendungsbereich Beverages wuchs unser Geschäft gegenüber Vorjahr geringfügig. Während wir in den Regionen Südamerika und Asien/Pazifik zweistellige Zuwachsraten erzielen konnten, war die Wirtschaftskrise in Nordamerika und Europa in der ersten Jahreshälfte deutlich spürbar. Ab dem zweiten Halbjahr hat sich das Geschäft mit den Getränken erheblich belebt.
Bei Savory konnten wir ein Wachstum erzielen. Hier zahlen sich unsere strategischen Akquisitionen der vergangenen Jahre aus, die zum kontinuierlichen Ausbau unseres Produktportfolios beigetragen haben.
Bei den süßen Produkten (Sweet) steigerten wir ebenfalls unseren Umsatz. Insbesondere in den Regionen Nord- und Südamerikas erzielten wir hohe Zuwachsraten. Zahlreiche Neugeschäfte waren getrieben durch unsere ganzheitliche Vanillestrategie. So haben wir durch die Rückwärtsintegration in Madagaskar unsere Kompetenzen und Services in Bezug auf den Anbau und die Extraktion von Vanilleschoten ausgebaut. Dazu zählen die Bio-Zertifizierung unserer lokalen Produktion, aber auch unsere Bemühungen um verantwortungsvolles Handeln. So erhielten wir von der renommierten Schweizer Organisation FLOCERT das Fair-Trade-Zertifikat.
6.3.4 Entwicklung wesentlicher Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Rohstoffkosten blieben 2009 auf einem sehr hohen Niveau und belasteten das Bruttoergebnis des Geschäftsjahres wesentlich. Die Umsatzkosten stiegen, hauptsächlich aufgrund hoher Rohstoffkosten, um 32 Mio. € beziehungsweise 4 % auf 795 Mio. € an (2008: 762 Mio. €). Das Bruttoergebnis verringerte sich in den ersten sechs Monaten 2009 im Vergleich zum Vorjahr. In der zweiten Jahreshälfte verbesserte es sich jedoch kontinuierlich. Insgesamt lag das Bruttoergebnis, mit einem Anstieg von 2 % beziehungsweise 10 Mio. € über dem Wert des Vorjahres bei 567 Mio. € (2008: 557 Mio. €). Die Bruttomarge betrug hingegen 41,6 % und war damit um 0,6 %-Punkte niedriger als die Marge im Vorjahr (42,2 %). Die Vertriebskosten nahmen, im Wesentlichen umsatzbedingt, um rund 5 % beziehungsweise 10 Mio. € zu und betrugen 2009 225 Mio. €. Dies entspricht einem Anteil von 16,5 % am Konzernumsatz (2008: 16,3 %). Die F&E-Aufwendungen verzeichneten im Geschäftsjahr einen Anstieg von rund 5 Mio. € beziehungsweise 6 % auf 92 Mio. € (2008: 86 Mio. €). Die F&E-Quote lag mit 6,7 % geringfügig über dem Wert des Jahres 2008 (6,5 %). Die Verwaltungskosten erhöhten sich 2009 um 5 Mio. € beziehungsweise 7 % auf 79 Mio. € (2008: 74 Mio. €). Die Steigerung resultiert im Wesentlichen aus einer veränderten, sachgerechteren Buchungssystematik. Demnach werden einige im Vorjahr in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen Posten seit 2009 in den Verwaltungskosten berücksichtigt. Zusätzlich führten Aufwendungen im Zusammenhang mit der Einführung von SAP sowie Kosten für die Integration der 2008 akquirierten Unternehmensbereiche zu dem Anstieg der Verwaltungskosten. Im Verhältnis entsprechen die Verwaltungskosten einem Anteil von 5,8 % des Konzernumsatzes (2008: 5,6 %).
Kurzfassung Gewinn- und Verlustrechnung
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| 2008 Mio. € |
2009 * Mio. € |
Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.319,9 | 1.362,0 | 3,2 |
| Umsatzkosten | - 762,4 | - 794,9 | 4 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 557,5 | 567,1 | 2 |
| Bruttomarge in % | 42,2 | 41,6 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 10,3 | 12,3 | 20 |
| Vertriebskosten | - 215,1 | - 225,1 | 5 |
| Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen | - 86,2 | - 91,6 | 6 |
| Verwaltungskosten | - 74,2 | - 79,2 | 7 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 5,3 | - 0,6 | - 88 |
| Restrukturierungsaufwendungen | 0,0 | - 19,9 | |
| Betriebsergebnis/EBIT | 187,0 | 163,0 | - 13 |
* Um Restrukturierungsaufwendungen bereinigte Gewinn- und Verlustposten.
Im Geschäftsjahr 2009 wurde ein weltweites Restrukturierungsprogramm eingeleitet. Zur Nutzung von Synergien sahen diese Maßnahmen die Schließung und Zusammenlegung von Produktionsstandorten in Spanien, Deutschland, den USA, der Schweiz und Großbritannien vor. Um eine Neugestaltung und Optimierung der Abläufe im Konzern zu erzielen, wurde zudem im Zuge der weltweiten Bündelung von Ressourcen die Zahl der Hierarchiestufen verringert, insbesondere in den Bereichen Produktion, Supply Chain, Sales Support und Entwicklung. Das Restrukturierungsprogramm verursachte Einmalbelastungen, die das Ergebnis um rund 20 Mio. € verringerten. Es handelt sich im Wesentlichen um Abfindungen an Mitarbeiter und außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögenswerte, die durch Umgestaltung der Arbeitsabläufe verursacht wurden. Kosten für die im ersten Halbjahr 2009 abgeschlossene Integration der Akquisitionen aus dem Jahr 2008 belasteten das Ergebnis zusätzlich mit 2,4 Mio. €.
6.3.5 Ergebnissituation
Konzern
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und auf immaterielle Vermögenswerte (EBITDA) sank um 6 % auf 246 Mio. € (2008: 262 Mio. €), insbesondere aufgrund von Ergebnisbelastungen aus Rohstoffkosten und Restrukturierungen. Die EBITDA-Marge lag bei 18,0 %, gegenüber 19,9 % im Vorjahr. Die verbesserte Auftragslage und zunehmende Umsätze wirkten sich in den letzten Monaten des Jahres 2009 positiv auf das Ergebnis aus. Die Einsparungen der ergriffenen Restrukturierungsmaßnahmen zeigten bereits im zweiten Halbjahr 2009 Wirkung. Zudem war das Ergebnis der zweiten Jahreshälfte nicht mehr durch Integrationskosten belastet. Preissteigerungen, die Ende 2008 und Anfang 2009 durchgesetzt wurden, sowie der Beitrag der 2008 getätigten Akquisitionen beeinflussten das Ergebnis ebenfalls positiv.
Trotz des durch den Lagerabbau bedingten schwachen Jahresbeginns und der hohen Rohmaterialkosten belief sich das um Restrukturierungskosten bereinigte EBITDA auf 265 Mio. € und lag damit leicht über Vorjahresniveau (2008: 262 Mio. €). Im Verhältnis zum Umsatz ergibt sich eine Marge von 19,5 % (2008: 19,9 %).
Ergebnisübersicht
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| 2008 Mio. € |
2009 Mio. € |
Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| währungsbereinigt | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| EBIT | 187,0 | 163,0 | - 13 | - 13 |
| EBIT-Marge | 14,2 % | 12,0 % | ||
| EBITDA | 262,5 | 245,6 | - 6 | - 7 |
| EBITDA-Marge | 19,9 % | 18,0 % |
Ergebnisübersicht bereinigt um Restrukturierungskosten
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| 2008 Mio. € |
2009 Mio. € |
Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| währungsbereinigt | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| EBIT | 187,0 | 182,9 | - 2 | - 3 |
| EBIT-Marge (bereinigt) | 14,2 % | 13,4 % | ||
| EBITDA | 262,5 | 265,4 | 1 | 1 |
| EBITDA-Marge (bereinigt) | 19,9 % | 19,5 % |
Scent & Care
Scent & Care verzeichnet für das Gesamtjahr 2009 ein EBITDA von 109 Mio. €. Das EBITDA ging somit gegenüber dem Vorjahr um 16 % zurück. Die EBITDA-Marge beträgt 2009 16,0 %, gegenüber 19,4 % im Jahr 2008. Das um Restrukturierungen bereinigte EBITDA erreichte im Geschäftsjahr 2009 123 Mio. € und ging im Vergleich zum Vorjahr (2008: 130 Mio. €) um 6 % zurück. Die bereinigte EBITDA-Marge belief sich auf 18,0 %, gegenüber 19,4 % im Jahr 2008.
Flavor & Nutrition
Das EBITDA für Flavor & Nutrition lag 2009 3 % über dem Vorjahreswert (2008: 132 Mio. €) und erreichte 137 Mio. €. Die EBITDA-Marge betrug 20,1 %, nach 20,4 % im Vorjahr. Das um Restrukturierungen bereinigte EBITDA belief sich auf 143 Mio. €; es verzeichnete hiermit einen Anstieg um 8 % im Vergleich zum Vorjahr (2008: 132 Mio. €). Die bereinigte EBITDA-Marge stieg auf 21,0 %, gegenüber 20,4 % im Vorjahr.
Finanzergebnis
Das Finanzergebnis verbesserte sich 2009 um 6 Mio. € auf -46 Mio. €, nach -52 Mio. € im Vorjahr. Begründet ist dies wesentlich durch eine Verringerung des Währungsverlustes auf 2 Mio. €, nach 9 Mio. € im Jahr zuvor. Durch die Anwendung von Hedge Accounting auf wesentliche Zinsswaps konnte die Volatilität unserer Finanzierungskosten in der Gewinn- und Verlustrechnung deutlich gesenkt werden. Bereinigt um Wechselkurseffekte auf die Bankverbindlichkeiten und Bewertungsänderungen der Swaps, belief sich die Nettozinsbelastung auf rund 40 Mio. €. Das ist ein Rückgang von 1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr.
Steuern
Im Geschäftsjahr 2009 beliefen sich die Steueraufwendungen auf 32 Mio. € (2008: 44 Mio. €). Damit liegt der Steuersatz des Berichtsjahres mit 28 % deutlich unter dem des Vorjahres (33 %), was im Wesentlichen auf eine verbesserte Finanzierungsstruktur zurückzuführen ist. Der Steueraufwand ist im Berichtsjahr erneut durch periodenfremde Einflüsse geprägt. Nachdem im Jahr 2008 Aufwendungen in Höhe von 5 Mio. € aus Betriebsprüfungen für Vorjahre resultierten, trugen 2009 die Abwicklung laufender Betriebsprüfungen sowie die Abdeckung steuerlicher Risiken 9 Mio. € zum gesamten Steueraufwand bei.
Jahresüberschuss und Ergebnis je Aktie
Der Jahresüberschuss 2009 beträgt 84 Mio. € und ging damit um 6 Mio. € beziehungsweise 7 % im Vergleich zum Vorjahr (2008: 90 Mio. €) zurück. Dies entspricht einer Verminderung des Ergebnisses je Aktie um 0,05 € auf 0,71 € (2008: 0,76 €).
Dividendenvorschlag 2009
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Symrise AG werden der Hauptversammlung am 11. Mai 2010 vorschlagen, eine Dividende von 0,50 € je Aktie für das Geschäftsjahr 2009 auszuschütten. Symrise versteht die Dividendenzahlung als Teil seiner unternehmerischen Verpflichtung, für seine Aktionäre kontinuierlich hohe Erträge zu erzielen und diese mittels einer angemessen Dividende am Unternehmenserfolg zu beteiligen.
6.4 Finanzlage
6.4.1 Finanzmanagement
Grundzüge und Ziele
Das Finanzmanagement des Symrise-Konzerns verfolgt die Ziele jederzeit die Deckung des Finanzbedarfs des Unternehmens zu gewährleisten, die Finanzierungsstruktur zu optimieren und finanzwirtschaftliche Risiken möglichst zu begrenzen. Hierzu tragen eine konsequente zentrale Steuerung und die kontinuierliche Überwachung des Finanzierungsbedarfs bei.
Gemäß den Treasury Richtlinien wird die Finanzierung des Symrise-Konzerns zentral gesteuert. Der Finanzbedarf der Konzerntöchter wird mittels der internen Konzernfinanzierung unter anderem im Rahmen eines Cash Poolings sichergestellt. Die überschüssige Liquidität einzelner europäischer Konzerneinheiten wird auf einem zentralen Konto verbucht, so dass Liquiditätsdefizite anderer Konzerneinheiten ohne externe Finanzierungen ausgeglichen werden können und die internen Finanzmittel effizient zum Einsatz kommen. Sofern externe Kreditlinien benötigt werden, sind diese durch Garantien der Symrise AG abgesichert. Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns sind unbesichert und mit marktüblichen Kreditvereinbarungen (Covenants) verbunden, die quartalsweise überprüft werden. Zu den Covenants gehören die Verhältnisse EBITDA zu Nettozinsaufwendungen sowie Nettoschulden zu EBITDA. Der Konzern unterhält gute Geschäftsbeziehungen zu allen Konsortialbanken und vermeidet eine zu starke Abhängigkeit von einzelnen Instituten.
Der Symrise-Konzern sichert Risiken, die sich aus einer variablen Verzinsung von Finanzverbindlichkeiten ergeben, mit Zinssicherungsgeschäften ab. Dabei gilt der Grundsatz, dass Zinsderivate nur auf Basis eines Grundgeschäftes abgeschlossen werden dürfen. Von den 471 Mio. € variabel verzinslichen Verbindlichkeiten waren zum 31. Dezember 2009 428 Mio. € zinsgesichert, dies entspricht einer Quote von 91 %. In Bezug auf die variable Verzinsung der in US-$ bestehenden Verschuldung liegt diese Quote bei 78 %, das heißt von 225 Mio. US-$ sind 175 Mio. US-$ gegen Zinsschwankungen gesichert. Die Zinssicherungen sind, wenn möglich, in das Hedge Accounting einzubeziehen. Bedingt durch diese Anforderungen beschränken sich die eingesetzten Sicherungsinstrumente derzeit auf Plain Vanilla Payer Swaps. Darüber hinaus können allerdings auch Zinscaps oder strukturierte Produkte zur Sicherung herangezogen werden, wenn sie die Zinsrisiken adäquat absichern. Im Anhang dieses Geschäftsberichts erfolgt die Darstellung einer Sensitivitätsanalyse bezüglich der Veränderung des Fair Values von Zinsderivaten.
Symrise wickelt Geschäfte in unterschiedlichen Währungen ab und ist damit Währungsrisiken ausgesetzt. Wechselkursrisiken entstehen, wenn Produkte in anderen Währungsräumen verkauft werden als in denen, wo die Rohstoff- und Produktionskosten anfallen (so genanntes Transaktionsrisiko). Symrise stellt im Rahmen seiner globalen Strategie einen Großteil seiner Produkte in den Währungsräumen her, in denen diese auch verkauft werden sollen, um so eine natürliche Absicherung gegen Wechselkursschwankungen zu erreichen (natural hedge). Darüber hinaus betreibt Symrise derzeit keine wesentlichen aktiven Sicherungsstrategien.
Mit einer Eigenkapitalquote von 36 % zum 31. Dezember 2009 verfügt Symrise über eine solide Grundlage, um die zukünftige Geschäftsentwicklung nachhaltig voranzutreiben.
Finanzierungsstruktur
Der Symrise-Konzern deckt seinen Kapitalbedarf aus dem starken operativen Cashflow sowie über langfristige Finanzierungen. Der Finanzierungsmix mit verschiedenen Kreditlinien stellt die notwendige Liquidität für saisonale Schwankungen bereit und dient zum Ausbau der Geschäftstätigkeit. Wesentliche externe Finanzierungsquellen sind der syndizierte Kredit aus dem Jahr 2006 sowie ein Schuldscheindarlehen, das im April des Jahres 2009 emittiert wurde. Der syndizierte Kredit, geführt durch die Barclays Capital und die Commerzbank AG, umfasst ein Volumen von 380 Mio. € und 150 Mio. US-$. Ergänzt wird dies durch einen Rahmenkredit über 300 Mio. €. Beide Instrumente haben eine Laufzeit bis 2011. Im Dezember 2009 hat Symrise planmäßig mit einer weiteren Teilzahlung von 57 Mio. € und 23 Mio. US-$ den syndizierten Kredit getilgt. Damit sind noch 285 Mio. € beziehungsweise 112 Mio. US-$ ausstehend. Eine weitere Rückzahlung von 75 Mio. € ist im Dezember 2010 vorgesehen. Im Dezember 2011 ist die letzte Rate für den syndizierten Kredit zur Tilgung fällig. Die Inanspruchnahme des Rahmenkredits belief sich zum 31. Dezember 2009 auf 133 Mio. € und 113 Mio. US-$. (Vorjahr: 158 Mio. € sowie 165 Mio. US-$). Das Schuldscheindarlehen hat ein Volumen von 75 Mio. € und eine Laufzeit bis 2013.
Alle aus den Krediten resultierenden vertraglichen Verpflichtungen (Covenants) sind von Symrise im Geschäftsjahr 2009 eingehalten worden.
Zusätzlich zu dem eingeräumten Rahmenkredit besteht eine bilaterale Kreditlinie mit der Commerzbank AG über 20 Mio. €, die kurzfristige Zahlungsbedürfnisse abdecken soll. Der vereinbarte Zins für den Rahmenkredit bewegt sich auf dem marktüblichen Niveau.
Der Symrise-Konzern ist auch im Jahr 2009 nicht direkt von den Auswirkungen der Finanzkrise betroffen gewesen. Dem Konzern ist es Anfang des Jahres 2009 gelungen, ein Schuldscheindarlehen in einem schwierigen Marktumfeld zu platzieren. Das angestrebte Volumen wurde um 50 % übertroffen. Die positive Resonanz stimmt uns zuversichtlich, auch künftige Finanzierungstransaktionen erfolgreich abschließen zu können. Vor dem Hintergrund einer Refinanzierung des syndizierten Kredits hat Symrise die Geschäftsbeziehungen zu den Konsortialbanken weiter intensiviert und ausgebaut. Symrise ist in der Lage, auf einen stabilen und verlässlichen Bankenkreis zurückgreifen zu können. Zudem wird die Inanspruchnahme neuer Finanzierungsquellen geprüft. So sind zur Refinanzierung in zunehmendem Maße auch Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen, Private Placements und ähnliche Instrumente vorstellbar.
6.4.2 Cashflow- und Liquiditätsanalyse
Der operative Cashflow lag mit 226 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres (153 Mio €). Ursache hierfür war insbesondere die positive Entwicklung des Working Capitals, beispielsweise durch die Verringerung von Vorräten.
Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit fiel in der Berichtsperiode auf 74 Mio. €, nach 182 Mio. € im Jahr 2008. Der hohe Vorjahreswert war durch die Akquisitionen der Aromen-Sparte von Chr. Hansen, Manheimer Fragrances und Intercontinental Fragrances geprägt.
Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug 141 Mio. € (2008: Mittelzufluss von 10 Mio. €) und resultierte hauptsächlich aus der Rückzahlung von Bankdarlehen, bedingt durch den außerordentlich starken operativen Cashflow. Bereinigt um die Dividendenzahlung an Aktionäre betrug der Mittelabfluss 82 Mio. €. Die Zinszahlungen an Kreditinstitute in Höhe von 25 Mio. € sind deutlich niedriger als im Vorjahr (2008: 29 Mio. €).
Unter Berücksichtigung wechselkursbedingter Veränderungen in Höhe von 1 Mio. € nahmen die Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen des Symrise-Konzerns zum 31. Dezember 2009 um 12 Mio. € auf 81 Mio. € im Vergleich zum Vorjahresstichtag zu. Sämtliche Zahlungsverpflichtungen konnten im Geschäftsjahr erfüllt werden, Liquiditätsengpässe bestanden nicht.
Übersicht Cashflow
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| 2008 Mio. € |
2009 Mio. € |
|
|---|---|---|
| Operativer Cashflow | 153,1 | 225,7 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | - 181,6 | - 74,3 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 10,4 | - 141,0 |
| Liquide Mittel (31.12.) | 68,9 | 80,5 |
6.5 Vermögenslage 3
6.5.1 Investitionen und Akquisitionen
Die Investitionen des Symrise-Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2009 auf 57 Mio. €, nach 52 Mio. € im Jahr zuvor.
Für immaterielle Vermögenswerte wurden rund 17 Mio. € (2008: 14 Mio. €) aufgewendet. Der Schwerpunkt lag hierbei auf Investitionen in SAP-Software, einem Patent sowie Entwicklungskosten im Bereich der kosmetischen Wirkstoffe. Investitionen in Sachanlagen wurden im Umfang von 39 Mio. € getätigt; ein Wert geringfügig über dem Vorjahresniveau von 38 Mio. €. Dabei handelte es sich insbesondere um Investitionen in IT-Infrastruktur und die Finalisierung des im Jahr 2008 begonnenen Baus eines Sprühturms, der zur Herstellung von pulverförmigen Aromen dient. Weiterhin haben wir im Zusammenhang mit der Restrukturierung Produktionskapazitäten zusammengelegt und erweitert. Zudem fielen bei den Investitionen in Sachanlagen Ersatzinvestitionen in technische Anlagen und Maschinen in Bezug auf Sicherheit und Produktivität an.
Im November 2009 wurde, mit Wirkung ab Anfang Januar 2010, ein Vertrag zum Erwerb von 100 % der Anteile an der Futura Labs Gruppe geschlossen. Die Anschaffungskosten betrugen 24,6 Mio. €. Davon waren am Abschlussstichtag 19,5 Mio. € geflossen. Der Abschluss der Transaktion ist für das erste Quartal 2010 vorgesehen. Mit dem Erwerb von Futura Labs treiben wir den Ausbau unseres Geschäfts in den Emerging Markets voran. Futura Labs ist in den Bereichen Seasonings, Sweet Flavors, Savory Flavors, Dairy Flavors, natürliche Extrakte, Getränke-Grundstoffe und Parfümöle aktiv. Futura Labs verzeichnete in den vorangegangenen Jahren ein stabiles Wachstum und ist profitabel. Im Geschäftsjahr 2008 belief sich der Umsatz des Unternehmens auf 15 Mio. US-$. Durch die Akquisition erweitern wir nicht nur unsere Produktionskapazitäten in Nordafrika (Kairo) und in der Golfregion (Dubai), sondern übernehmen auch Mitarbeiter, die über tiefe Kenntnisse der lokalen Märkte im Hinblick auf landestypische Geschmackspräferenzen und Konsumentenwünsche verfügen. Das Produkt- und Kundenportfolio von Futura Labs ergänzt ideal das bestehende Geschäft von Symrise in Ägypten.
3 Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden Vorjahreswerte angepasst. Genaueres unter: Konzern-Anhang: TZ 2.3.3. Anpassung Vorjahreswerte/finale Kaufpreisallokation
Im Jahr 2008 wurden Akquisitionen in Höhe von 128 Mio. € vorgenommen. Diese basierten maßgeblich auf dem Erwerb der Aromen-Sparte des Unternehmens Chr. Hansen sowie Intercontinental Fragrances und Manheimer Fragrances.
6.5.2 Ausgewählte Bilanzposten
Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2009 blieb mit 1.895 Mio. € auf Niveau des Vorjahresstichtages (2008: 1.891 Mio. €).
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen gingen zum Bilanzstichtag 2009 um 2 % auf 1.224 Mio. € (31. Dezember 2008: 1.246 Mio. €) zurück und machten damit 65 % der Vermögenswerte aus. In den immateriellen Vermögenswerten sind enthalten: Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen in Höhe von 462 Mio. € (31. Dezember 2008: 456 Mio. €) sowie Rezepturen, Produktions-Know-how, Warenzeichen, Software, Patente und sonstige Rechte in Höhe von 376 Mio. € (31. Dezember 2008: 402 Mio. €). Sachanlagen beliefen sich zum Jahresultimo 2009 auf 386 Mio. € (Vorjahresstichtag: 389 Mio. €). Ein konsequentes Working-Capital-Management, das Ende 2008 initiiert worden war, führte 2009 zur Optimierung der Vorratsbestände. Demzufolge nahmen die Vorräte im Vergleich der Bilanzstichtage 2009/2008 um 24 Mio. € beziehungsweise 9 % auf 235 Mio. € ab (31. Dezember 2008: 259 Mio. €). Der Posten der kurzfristigen Vorauszahlungen, sonstigen Vermögenswerte und Forderungen erhöhte sich zum Jahresultimo 2009 um 25 Mio. € beziehungsweise 70 % auf 61 Mio. € (31. Dezember 2008: 36 Mio. €). Dies ist insbesondere auf Vorauszahlungen auf Kundenboni und Zahlungen zur Aufnahme auf Kundenlisten zurückzuführen, die über die Laufzeit der Listungsperiode aufgelöst werden. Weiterhin enthalten ist ein Guthaben auf einem Treuhandkonto im Zusammenhang mit der Abwicklung des Erwerbs der ägyptischen Futura Labs Gruppe. Die liquiden Mittel des Symrise-Konzerns erhöhten sich auf Jahressicht zum 31. Dezember um 12 Mio. € auf 81 Mio. €.
Auf der Passivseite der Bilanz gingen die kurzfristigen Schulden, im Wesentlichen aufgrund von Kredittilgung, um 45 Mio. € beziehungsweise 8 % auf 503 Mio. € zurück (31. Dezember 2008: 548 Mio. €). Langfristige Darlehen liegen zum Jahresende 2009 mit 365 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahresstichtags (363 Mio. €). Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen nahmen um 4 % beziehungsweise 8 Mio. € auf 199 Mio. € zu (31. Dezember 2008: 192 Mio. €).
Das Eigenkapital der Symrise AG erhöhte sich zum 31. Dezember 2009 um 6 % auf 689 Mio. € (31. Dezember 2008: 648 Mio. €). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem Jahresüberschuss von 84 Mio. € sowie im Vergleich zum Vorjahr reduzierten kumulierten Währungsdifferenzen. Im Jahr 2009 wurde eine Dividende von 59 Mio. € ausgeschüttet. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich zum Stichtag 2009 auf 36 %, nach 34 % Ende 2008.
Bilanzstruktur4 zum 31. Dezember 2009, in Mio. € (Veränderung gegenüber Vorjahresstichtag, in %)

4 Eine detaillierte Darstellung der Bilanz ist in der Anlage 1 dieses Berichtes zu finden.
6.5.3 Nettoverschuldung
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| 2008 Mio. € |
2009 Mio. € |
|
|---|---|---|
| Nettoverschuldung (inkl. Pensionsrückstellungen) (31.12.) | 833,6 | 773,4 |
| EBITDA | 262,5 | 245,6 |
| Nettoverschuldung (inkl. Pensionsrückstellungen)/EBITDA (31.12.) (Verhältnisgröße) | 3,2 | 3,1 |
Die Nettoverschuldung (inkl. Pensionsrückstellungen) sank zum Bilanzstichtag 2009, bedingt durch den starken operativen Cashflow, auf 773 Mio. €. Der Quotient aus Nettoverschuldung und EBITDA belief sich zum Stichtag 31. Dezember 2009 auf 3,1, nach 3,2 im Vorjahr.
6.6 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Muttergesellschaft
Der Jahresabschluss der Symrise AG wird – anders als der Konzernabschluss – nach deutschem Handelsrecht (HGB, AktG) aufgestellt. In den Lagebericht der Symrise AG wird der Lagebericht des Symrise-Konzerns übernommen, weil die künftigen Risiken und Chancen der Muttergesellschaft und ihre voraussichtliche Entwicklung untrennbar mit dem Konzern verbunden sind. Ergänzend dient die Darstellung des Geschäftsverlaufs einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie der Vermögens- und Finanzlage der Muttergesellschaft dem Verständnis des Vorschlags des Vorstandes zur Ergebnisverwendung.
Die Symrise AG übernimmt als Obergesellschaft des Symrise-Konzerns klassische Aufgaben einer Holding, wie die strategische Unternehmensentwicklung, die Corporate Funktionen Rechtsabteilung, Corporate Accounts, Corporate Controlling, Steuern, Treasury, internationales Personalwesen, interne Revision und Investor Relations. Das operative Geschäft wird ausschließlich in den jeweiligen operativen Tochtergesellschaften betrieben.
Die meisten in- und ausländischen Tochtergesellschaften werden von der Busiris Vermögensverwaltung GmbH mit Sitz in Holzminden gehalten. Alleinige Gesellschafterin der Busiris Vermögensverwaltung GmbH ist die Symrise GmbH & Co. KG, die darüber hinaus einige weitere in- und ausländische Tochtergesellschaften hält. Zwischen der Symrise GmbH & Co. KG und der Busiris Vermögensverwaltung GmbH besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Symrise GmbH & Co. KG als herrschendem Unternehmen. Die Symrise AG ist an der Symrise GmbH & Co. KG zu 100 % unmittelbar beteiligt.
Im Geschäftsjahr 2009 ergibt sich mit 71.768 T€ (i. Vj. 76.261 T€) ein gegenüber dem Vorjahr vermindertes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.
Vermögens- und Finanzlage der Symrise AG
AKTIVA
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| 31.12.2009 T€ |
31.12.2008 T€ |
|
|---|---|---|
| Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände | 1.594 | 1.431 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 450.558 | 450.558 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 663.691 | 660.363 |
| Sonstige Vermögenswerte | 2.795 | 892 |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 5.660 | 9.870 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 199 | 193 |
| 1.124.497 | 1.123.307 | |
| PASSIVA | ||
| 31.12.2009 T€ |
31.12.2008 T€ |
|
| Eigenkapital | 1.083.111 | 1.075.820 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 3.420 | 3.013 |
| Steuerrückstellungen | 1.540 | 6.534 |
| Sonstige Rückstellungen | 4.950 | 3.445 |
| Rückstellungen | 9.910 | 12.992 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 5.000 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 764 | 1.387 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 25.154 | 30.558 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 558 | 2.550 |
| Verbindlichkeiten | 31.476 | 34.495 |
| 1.124.497 | 1.123.307 |
Forderungen gegen verbundene Unternehmen
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen im Wesentlichen gegen die Symrise GmbH & Co. KG und resultieren aus der Ergebnisübernahme und aus Darlehensforderungen. Außerdem bestehen Forderungen gegenüber weiteren verbundenen Unternehmen aus dem von der Gesellschaft gehaltenen Cash-Pool.
Sonstige Vermögenswerte
Die Erhöhung der sonstigen Vermögensgegenstände ergibt sich im Wesentlichen aus höheren Forderungen aus Steuern auf Grund von zu hoch geleisteten Vorauszahlungen.
Guthaben bei Kreditinstituten
Das Bankguthaben resultiert aus dem durch die Symrise AG konzernweit durchgeführten Cash Pooling.
Steuerrückstellungen
Die Verminderung der Rückstellungen für Ertragssteuern resultiert aus der Steuerzahlung für das Jahr 2007.
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 1.505 T€ gestiegen. Diese Veränderung resultiert im Wesentlichen aus den Rückstellungen für Boni und Incentive Programme in Höhe von 2.052 T€ (Vorjahr 915 T€) und aus den Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 458 T€ (Vorjahr 187 T€).
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Hierbei handelt es sich um ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von 5 Mio. €.
Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen
Die Verminderung der Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen resultiert fast ausschließlich aus der Veränderung des Cash Pools.
Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lohn- und Umsatzsteuer in Höhe von 447 T€ (Vorjahr 2.408 T€).
Ergebnisrechnung der Symrise AG
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| 2009 T€ |
2008 T€ |
|
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 15.067 | 10.980 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 3.724 | 6.074 |
| Personalaufwand | - 8.145 | - 6.569 |
| Abschreibung | - 554 | - 203 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 16.967 | - 14.809 |
| Erträge aus Beteiligungen | 64.528 | 45.457 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 14.664 | 36.194 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | - 549 | - 863 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 71.768 | 76.261 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 5.387 | - 4.926 |
| Sonstige Steuern | - 3 | - 29 |
| Jahresüberschuss | 66.378 | 71.306 |
| Gewinnvortrag | 52.904 | 40.685 |
| Bilanzgewinn | 119.282 | 111.991 |
Umsatzerlöse
Die Kosten der Corporate Funktionen wurden gemäß den abgeschlossenen Dienstleistungsverträgen für das Jahr 2009 in Höhe von 15.067 T€ an die Tochtergesellschaften weiterbelastet. Im Vorjahr betrugen diese Erlöse 10.980 T€.
Personalaufwand
Die Personalkosten stiegen gegenüber dem Vorjahr um 1.576 T€ auf 8.145 T€ (Vorjahr 6.569 T€) im Wesentlichen auf Grund von höheren Zuführungen zu Rückstellungen für Boni und Incentive Programme.
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen realisierte Kursgewinne in Höhe von 2.703 T€ (Vorjahr 3.798 T€) und Erträge aus Kostenweiterbelastungen an Konzerngesellschaften in Höhe von 618 T€ (Vorjahr 2.088 T€).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen: Beratungskosten in Höhe von 6.329 T€ (Vorjahr 4.138 T€), Kursverluste in Höhe von 3.711 T€ (Vorjahr 3.726 T€), Werbeaufwendungen in Höhe von 1.270 T€ (Vorjahr 1.239 T€), Mietaufwendungen in Höhe von 694 T€ (Vorjahr 700 T€), Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von 660 T€ (Vorjahr 673 T€), Reise- und Bewirtungsaufwendungen in Höhe von 584 T€ (Vorjahr 733 T€), Aufwendungen für Personalbeschaffung in Höhe von 578 T€ (Vorjahr 288 T€), Gebühren in Höhe von 504 T€ (Vorjahr 470 T€) und Informatikkosten in Höhe von 326 T€ (Vorjahr 230 T€).
Erträge aus Beteiligungen
Das Ergebnis der Symrise GmbH & Co. KG für das Jahr 2009 in Höhe von 64.528 T€ (Vorjahr 45.457 T€) wurde von der Symrise AG phasengleich vereinnahmt.
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Die Zinsen und ähnliche Erträge verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 21.530 T€ auf 14.664 T€ (Vorjahr 36.194 T€) auf Grund der in 2009 gesunkenen Zinssätze.
6.7 Immaterielle, nicht bilanzierte Vermögenswerte
Der Wert von Symrise besteht nicht nur aus dem bilanzierten Vermögen. Eine Vielzahl immaterieller und nicht bilanzierter Vermögenswerte entscheidet über den Geschäftserfolg des Unternehmens. Dies umfasst insbesondere reibungslose und optimierte Verfahren in der gesamten Supply Chain sowie die bestehenden Kundenbeziehungen. Zudem leisten unsere Mitarbeiter sowie unsere F&E-Aktivitäten einen wesentlichen Beitrag zur Wertsteigerung des Unternehmens. Ausführungen zu diesen Themen finden sich in den Kapiteln auf Seite 54 und 49. Die Umwelt- und Sozialaktivitäten des Unternehmens sind ausführlich im jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht dargestellt.
6.7.1 Operations/Supply Chain
Der Bereich Operations/Supply Chain ist für den Fertigungsprozess verantwortlich und in beide Geschäftsbereiche integriert. Dies erhöht die Kundennähe und vergrößert den Handlungsspielraum der Geschäftsfelder. Mit unserem innovativen Ansatz Symchronize™ realisieren wir fortlaufend Verbesserungen entlang der gemeinsamen Wertschöpfungskette von der Rohstoffbeschaffung bis zur Auslieferung des Endprodukts für uns und unsere Kunden. Eine kontinuierliche Verbesserung der wesentlichen Leistungsindikatoren wie Arbeitssicherheit, Service, Qualität und Produktivität stellen wir durch Total Productive Maintenance (TPM) sicher. Ein Scorecard-System erfasst monatlich die Leistungen in allen relevanten Bereichen der Supply Chain und stellt eine Ergebniskontrolle sicher. So können wir Ineffizienzen und deren Ursachen schnell erkennen und beheben. Im Jahr 2009 lag der Hauptfokus von Operations auf der kontinuierlichen Optimierung durch Investition in Neuanlagen beziehungsweise Konsolidierungen. Eine große Herausforderung bestand zudem in der schnellen und flexiblen Anpassung von Kapazität und Kosten vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschaftskrise und den damit verbundenen Nachfragerückgängen. In Südamerika konzentrierten sich die Anstrengungen auf die Fortführung der Konsolidierung sowie die Vorbereitung, Durchführung und Einführung von SAP-Systemen in Argentinien und Brasilien. In Asien standen 2009 die Planung und der Beginn des Ausbaus unseres Standortes in Singapur im Mittelpunkt; ein Pilotsprühturm und die Automatisierung des Flüssigmischbetriebes wurden erfolgreich umgesetzt. Weitere Technologien folgen in den nächsten Jahren. In den USA lag der Schwerpunkt in der Stabilisierung der Integrationen der Aromen-Sparte von Chr. Hansen, Manheimer Fragrances und Intercontinental Fragrances. Im Zuge der Optimierung unserer Produktion wurde der Scent & Care-Standort in Spanien im März 2009 geschlossen und die Produktion nach Holzminden in Deutschland verlagert. Der Produktionsstandort Le Bouveret (Schweiz) wird bis Ende 2010 ebenfalls geschlossen. Im Standort Holzminden wurden aus diesem Grund die Kapazitäten erweitert und maximal automatisiert.
6.7.2 Beschaffung
Bei der Herstellung unserer Produkte verwenden wir circa 10.000 natürliche und synthetische Rohstoffe aus aller Welt. Qualität, Verfügbarkeit und Preis der Rohstoffe sind ausschlaggebende Faktoren für den Einkauf. Zur Optimierung der Versorgungskette ist die Beschaffung dezentral organisiert und jeweils in die Supply Chain der beiden Geschäftsbereiche integriert. Für die wichtigsten Rohstoffe werden globale Bezugsverträge ausgehandelt. Rund 50 % unserer Rohstoffe stammen aus Europa, den restlichen Teil kaufen wir je nach Preis, Qualität und Produktionsstandort in anderen Regionen der Welt. Lokale Produktionsstätten außerhalb Europas decken einen Teil ihres Bedarfs über Rohstoffmärkte vor Ort und beziehen Vorprodukte auch aus der Hauptproduktionsstätte in Deutschland. Um Preisrisiken der Rohstoffe zu minimieren, verfolgen wir unterschiedliche Ansätze. Für wesentliche Bezugsmengen unserer Rohstoffe fixieren wir Preise über einen Zeitraum von einem Jahr vertraglich. Um die Anzahl eingesetzter Rohstoffe zu reduzieren, entwickeln wir neue Technologien und Prozesse.
6.7.3 Kundenbindung
Der Erfolg von Symrise hängt in hohem Maße von langfristigen Kundenbeziehungen ab. Bei der Betreuung unserer multinationalen Kunden kommt dabei unserer Vertriebsplattform und den Vertriebsteams eine große Bedeutung zu. In beiden Geschäftsbereichen ist es uns in der Vergangenheit zunehmend gelungen, uns auf so genannten Core Lists dieser Unternehmen zu etablieren. Zudem gibt es mit diesen Kunden bei Neuentwicklungen häufig einen eng abgestimmten Innovationsprozess. Eine weitere Stoßrichtung unserer globalen Vertriebsstrategie ist der Ausbau unserer Marktanteile in den sich entwickelnden Märkten der Emerging Markets. Derzeit machen diese Märkte etwa 41 % unseres Geschäfts aus. Aufgrund unserer lokalen Aufstellung haben wir den direkten Zugang zu den regionalen oder auch lokalen Herstellern. In vielen der Emerging Markets, zum Beispiel in Russland, dem Mittleren oder Nahen Osten oder auch in großen Teilen Asiens ist die langfristige Kundenbindung der Schlüssel zum Erfolg.
7 GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE
Der Vorstand beurteilt die wirtschaftliche Lage des Symrise-Konzerns positiv. In einem gesamtwirtschaftlich schwierigen Umfeldhaben wir 2009 gute Ergebnisse erzielt. Der Umsatz konnte um 3 % auf 1.362 Mio. € gesteigert werden. Es ist uns gelungen, die Umsätze mit unseren Top 10-Kunden sowie in den Emerging Markets auszubauen. Bereinigt um einmalige Restrukturierungsaufwendungen lag das EBITDA mit 265 Mio. € sogar geringfügig über dem Vorjahreswert von 262 Mio. €. Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte mit 19,5 % nahezu das Niveau des Jahres 2008. Die umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen werden zu Kostenersparnissen führen und damit die Profitabilität des Unternehmens nachhaltig verbessern. Wir haben einen starken operativen Cashflow erwirtschaftet und konnten so die liquiden Mittel des Konzerns erhöhen und die Nettoverschuldung weiter senken. Symrise platzierte im April 2009 ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 75 Mio. € mit einer Laufzeit von vier Jahren. Dies ist eine erste Maßnahme, das Fälligkeitsprofil der Verbindlichkeiten zu verbessern und auch alternative Finanzierungsquellen in Anspruch zu nehmen. Die Eigenkapitalquote des Symrise-Konzerns betrug zum 31. Dezember 2009 36 %; dies entspricht einer Steigerung um 2 %-Punkte gegenüber dem Vorjahresstichtag. Die erweiterte Unterlegung unserer Geschäftstätigkeit mit Eigenkapital stützt zusätzlich die finanzielle Solidität des Unternehmens.
8 FORSCHUNG & ENTWICKLUNG
Erfolgreiche Aktivitäten im Bereich Forschung & Entwicklung (F&E) sind die Basis der Wettbewerbsfähigkeit von Symrise. Durch die Entwicklung innovativer Produkte und Lösungen nehmen unsere Kunden Symrise als kreativen und wertvollen Partner wahr.
8.1 Leitlinien und Schwerpunkte
Unsere F&E-Strategie zielt darauf ab, die einzelnen Bausteine der Produktentwicklung wie Markt- und Konsumentenforschung, Forschung & Entwicklung und Kreation im gesamten Konzern zu verbinden. Sämtliche Forschungsaktivitäten sind kunden- und marktorientiert. Neue Produkte und Technologien werden frühzeitig durch eine enge Anbindung der F&E an Marketing und Vertrieb, Einkauf und Fertigung, Produktentwicklung sowie Qualitätssicherung auf Umsetzbarkeit und Rentabilität geprüft. Sämtliche F&E-Aktivitäten sind an den Leitlinien Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit, Innovation und Kosteneffizienz ausgerichtet.
Der Geschäftsbereich Scent & Care hat seine F&E-Strategie jüngst überarbeitet und auf fünf Schwerpunkte ausgerichtet:
| • | Neue Moleküle für die Anwendung als Riech- und Kosmetikinhaltsstoffe |
| • | Funktionelle Stoffe für Mundpflegeprodukte |
| • | Bioaktive Inhaltsstoffe für kosmetische Anwendungen |
| • | Freisetzungssysteme für Duftstoffe zur Überdeckung von Schlechtgerüchen |
| • | Sensorische Forschung und neue Methoden der sensorischen Wahrnehmung |
Im Geschäftsbereich Flavor & Nutrition werden folgende fünf Technologieplattformen bearbeitet:
| • | Entwicklung natürlicher Aromen |
| • | Neue geschmacksaktive Verbindungen |
| • | Pflanzenextrakte mit besonderen geschmacksgebenden Eigenschaften |
| • | Naturstoffe für die Themengebiete „Health“ und „Wellness“ mit funktionalen Eigenschaften |
| • | Neue Technologien für die selektive Anreicherung sowie auch Freisetzung von Aromastoffen |
8.2 Organisation
Die beiden Geschäftsbereiche von Symrise verfolgen aufgrund der unterschiedlichen spezifischen Anforderungen der Märkte und Kunden weitestgehend eigene F&E-Aktivitäten. Gleichzeitig wird darauf geachtet, Technologien, Verfahren und Erkenntnisse für beide Bereiche verfügbar zu machen, um Synergien zu erzielen. Die F&E-Ressourcen sind in beiden Geschäftsbereichen unmittelbar in die Organisation integriert. Weltweit bestehen mehrere F&E-Zentren, um so die regionalen Aktivitäten beider Geschäftsbereiche optimal zu unterstützen. Die Forschungstätigkeiten in Holzminden konzentrieren sich insbesondere auf Duft- und Geschmacksforschung, analytische Chemie, kosmetische Inhaltsstoffe und die Entwicklung neuer funktionaler Inhaltstoffe für den Anwendungsbereich Consumer Health. Entwicklung und Anwendungstechnik werden außerdem in Teterboro (USA), Singapur, Tokio (Japan), Chennai (Indien), Paris (Frankreich), Cuautitlán lzcalli (Mexiko) und São Paulo (Brasilien) durchgeführt. In Teterboro verfügt Flavor & Nutrition beispielsweise seit Beginn 2009 über das Know-How-Zentrum „Technical and Culinary Center for Protein Foods“. Hier stehen Fragen der Geschmacksverbesserungen und Aromenvielfalt für proteinhaltige Lebensmittel im Vordergrund.
In Shanghai befindet sich ein „Creative Center“ von Scent & Care für den chinesischen Markt sowie die Region Nordostasien, in dem sämtliche entwicklungstechnischen Abteilungen und kreativen Ressourcen gebündelt werden. Eine neue Funktion des „Creative Center“ ist das „Navigator Center“, in dessen Mittelpunkt die Marktforschung steht. Mit diesem Ansatz pflegen und erweitern wir unser weltweit bestehendes Netzwerk im Bereich „Consumer Insights“.
Neben der eigenen F&E unterhalten beide Geschäftsbereiche umfassende Partnerschaften mit Unternehmen, Universitäten und Forschungsinstituten. Dies ermöglicht die Nutzung von Synergien und erweitert das Spektrum der F&E-Aktivitäten. Hierzu zählen beispielsweise Universitäten und Forschungsinstitute wie die Technische Universität München, die Technische Universität Braunschweig, die Universität Münster, die Ruhr-Universität Bochum, das Fraunhofer-Institut für Polymerforschung in Potsdam und das Deutsches Institut für Ernährungsforschung sowie Unternehmen wie Axxam und InterMed oder die BRAIN AG, AnalytiCon Discovery oder Cutech. Scent & Care verfügt zudem über ein internationales „Scientific Advisory Board“, das aus namhaften Vertretern verschiedener Wissenschaftsdisziplinen und Anwendungsfelder besteht. Es ist die Aufgabe des Gremiums, neueste Forschungsergebnisse und deren Umsetzung in Produktinnovationen beratend zu begleiten.
Weitere Maßnahmen zum Ausbau des Netzwerks innerhalb der Scientific Community waren die Teilnahme an wissenschaftlichen Veranstaltungen wie das Jahrestreffen der European Chemoreception Organization auf Sardinien, der Kongress der Phytochemical Society of Europe in Spanien und der 15. International Congress on Photobiology in Düsseldorf. Im Geschäftsbereich Flavor & Nutrition wurden auch wissenschaftliche Studien zusammen mit verschiedenen Universitäten durchgeführt, um einen direkten Zugang zu den neuesten Entwicklungen in den für uns relevanten Forschungsgebieten zu erhalten.
Einige F&E-Projekte (beispielsweise „Anthocyane/Darmgesundheit“, „Biokatalyse 2021 - Bioflavonoide“, „Entwicklung von Verstärkern des Salzgeschmacks“ sowie „Biotechnische Gewinnung von Moschusduftstoffen aus erneuerbaren Rohstoffen“) werden auch durch öffentliche Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. 2009 konnten für das auslaufende Verbundprojekt „Entwicklung von Verstärkern des Salzgeschmacks“ zusammen mit den Partnern Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE) und der Technischen Universität München in Form eines Anschlussprojekts erneut Fördermittel des BMBF gewonnen werden. Das neu begonnene Projekt „Entwicklung von modernen, natürlichen Aromen zur Geschmacksverbesserung von gesunden Lebensmitteln“ wird durch den Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) und den Wirtschaftsförderfonds Niedersachsens (NBank) gefördert.
Der Innovationsprozess ist von der Idee bis zum marktfähigen Produkt nach einem einheitlichen Stufenmodell mit Entscheidungsfiltern organisiert. Der Prozess ist unternehmensweit etabliert. Für jedes Projekt liegt eine genaue Projektbeschreibung inklusive der Projektkosten und des Ressourceneinsatzes vor.
8.3 Personal, Aufwand und Ergebnisse
Weltweit sind knapp 20 % unserer Belegschaft beziehungsweise 920 Mitarbeiter im Bereich F&E tätig. Im Vorjahr waren es 964 Mitarbeiter. Für Scent & Care sind 388 Mitarbeiter aktiv, im Geschäftsbereich Flavor & Nutrition 532 Mitarbeiter. Die Gesamtaufwendungen für F&E beliefen sich im Geschäftsjahr 2009 auf 92 Mio. €5 (Vorjahr: 86 Mio. €), dies entspricht einem Anteil von 6,7 % am Umsatz (Vorjahr: 6,5 %). Die Ausgaben für F&E sollen auch zukünftig hoch bleiben, um die Innovationskraft von Symrise weiter zu stärken. Neben der absoluten Höhe der Aufwendungen entscheiden jedoch ebenso die Effizienz und Marktorientierung über den Erfolg der F&E-Aktivitäten und damit über die Wettbewerbsfähigkeit von Symrise.
5 Bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen.
F&E Aufwand, in Mio. €

Im Geschäftsjahr 2009 wurden Symrise zudem wichtige Auszeichnungen der Branche verliehen:
| • | Im Rahmen der Messe In-cosmetics in München im April 2009 wurde der innovative aktive Inhaltsstoff für den UV-Schutz SymHelios® 1031 mit dem BSB Innovationspreis ausgezeichnet. |
| • | Bei der jährlichen Verleihung der FIFI-Awards, dem Oskar der Parfümbranche, erzielte eine Duftkomposition von Symrise den ersten Platz. |
8.4 Ausgewählte Projekte
SymHelios® 1031: Mit SymHelios® 1031 ist es gelungen, einen Aktivstoff mit innovativen Wirkungsmechanismen gegen Langzeitschäden der Sonneneinstrahlung zu entwickeln. Darüber hinaus schützt der Wirkstoff die Haut auch gegen andere Umwelteinflüsse wie Abgase und Zigarettenrauch. SymHelios® 1031 verhindert schädliche Konsequenzen von UVB-Strahlen auf Hautzellen, wie beispielsweise Hautkrebs und Hautalterung.
SymSitive® 1609: In Zusammenarbeit mit den deutschen Biotech-Unternehmen BRAIN und AnalytiCon ist uns mit SymSitive® 1609 die Entwicklung eines beruhigend wirkenden Aktivstoffs der nächsten Generation für sensible Haut gelungen. SymSitive® 1609 reduziert das für diesen Hauttyp kennzeichnende Merkmal eines stechenden und brennenden Hautgefühls.
SymDeo® B125: Ein weiteres Beispiel für aktive Inhaltsstoffe aus dem Hause Symrise in Zusammenarbeit mit BRAIN und AnalytiCon ist SymDeo® B125, mit dem unangenehmem Körpergeruch wirksam begegnet wird. Der Aktivstoff für Deodorants hat 24 h-Wirkung. Er konzentriert sich auf die Bakterien, die für den Körpergeruch verantwortlich sind und ist auf diese Weise sehr hautverträglich.
Actipone® Superfruits: Zusätzlich zum Einsatz der so genannten Superfrüchte in Nahrungsmitteln haben wir im kosmetischen Bereich unsere Produkt-Linie Actipone® erweitert. So kommen Superfruits wie chokeberries (Aronia-Beeren), pomegranate (Granatapfel), blueberries (Blaubeere), black currants (Schwarze Johannisbeere)und Cranberries in Haut- und Haarpflegeprodukten zum Einsatz. Zu den positiven Effekten zählt beispielsweise die Bindung freier Radikale, wodurch vorzeitiger Hautalterung vorgebeugt werden kann.
Verkapselungstechnologien: 2009 haben wir eine Reihe neuer Technologien für die Verkapselung von Duftstoffen für Produkte in den Gebieten Körperpflege und Haushalt entwickelt. Durch die Verkapselung ist es möglich, dass Duftstoffe erst ihren Geruch entfalten, wenn er benötigt wird, beispielsweise beim Kontakt mit Feuchtigkeit (Deodorants).
SymLife®Mask: Symrise hat im Rahmen des SymLife®Mask Portfolios als erstes Unternehmen Lösungen entwickelt, durch die die unerwünschten Geschmackseffekte des natürlichen Süßstoffs Stevia auf ebenso natürliche Weise „maskiert“ werden können. Anwendung finden die Lösungen insbesondere in Getränken und Süßigkeiten.
NEUROFLAVORONOMICSTM: ist eine von Symrise genutzte Entwicklungsplattform, die auf neuesten Erkenntnissen beruht. Mit Hilfe des NEUROFLAVORONOMICSTM-Ansatzes wurden in der Identifizierung von neuen Geschmacksmodulatoren (Flavor Modifiers) weitere Fortschritte gemacht.
In Südostasien und Nordamerika gelang es uns, einen neuen, nach Umami schmeckenden Stoff, einzuführen. Für das in den USA neu zugelassene Süßungsmittel Rebaudiosid A konnte eine Aromaplattform entwickelt werden, die auf einigen der neuen Geschmacksmodulatoren (Bitter-Maskierer, Süßgeschmacksoptimierer) basiert.
Inhaltsstoffe (Natürliche Aromasysteme): Zu den neuen oder verbesserten natürlichen Rohstoffen gehörten 2009 unter anderem ein spezieller, nahezu farbloser Vanilleextrakt sowie die neue Generation hochkonzentrierter Zitrus-Öle unter unserer Marke NATURALLY CITRUS!. Das hochkonzentrierte Öl, das aus peruanischen Limetten gewonnen wird, eignet sich beispielsweise für besonders süße Cola-Geschmacksnoten.
SymStixx®: Durch die Entwicklung von SymStixx® sind unsere Forscher und Entwickler in der Lage, die aroma- und geschmacksrelevanten Komponenten von Lebensmitteln und Essenszubereitungen schneller und umfassender zu analysieren. Bei SymStixx® handelt es sich um einen Glasstick, der mit einer speziellen Beschichtung versehen ist und direkt mit den Zubereitungen in Kontakt gebracht wird. Aufgrund der speziellen Eigenschaften dieses SymStixx®-Werkzeuges können kulinarische Zubereitungen direkt bei der Zubereitung und beim Verzehr auf besonders authentische Weise analysiert werden. Die resultierenden Ergebnisse ermöglichen es den Flavoristen, Aromakreationen, die natürlich und sehr authentisch sind, effizient zu entwickeln.
SymLife® Salt: Symrise führt für das wichtige Thema der Natrium-Reduktion auf Rezeptorebene eine umfangreiche Studie mit Hochschulpartnern durch. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind für die Entwicklung von neuen Aromalösungen von großer Bedeutung.
9 MITARBEITER
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Symrise leisten einen wesentlichen Beitrag für den Erfolg des Unternehmens. Wir fördern und fordern unsere Mitarbeiter. Teamwork und unternehmerisch geprägte Eigenverantwortung sind wesentliche Elemente der Zusammenarbeit im Unternehmen. Ein intensiver Dialog schafft die Grundlage für eine enge partnerschaftliche Beziehung zu unseren Mitarbeitern und hilft, ihre Karrierewege optimal zu unterstützen.
9.1 Struktur der Belegschaft 6
Die Anzahl der Mitarbeiter im Symrise-Konzern hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Jahresultimo 2008 um 143 auf 4.954 zum 31. Dezember 2009 reduziert.
Damit hat unser Unternehmen auf die durch die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen negativ beeinflusste Geschäftsentwicklung reagiert. So haben wir unsere Arbeitsabläufe auf Einsparpotenziale mit Auswirkung auf den Mitarbeiterbestand geprüft und entsprechende Maßnahmen umgesetzt. Zudem ist der Rückgang auch ein Ergebnis der kontinuierlichen Prozessoptimierung zur Unterstützung der Profitabilität des Unternehmens. Insgesamt sind rund 48 % der Mitarbeiter für den Geschäftsbereich Flavor & Nutrition tätig, 37 % der Belegschaft arbeiten für den Geschäftsbereich Scent & Care. 15 % sind in den Bereichen Corporate Services, Corporate Center sowie den ausgegliederten Konzerngesellschaften Symotion und Tesium beschäftigt. Symrise legt großen Wert auf die interne Ausbildung eigener Mitarbeiter. Im Symrise-Konzern sind 121 Auszubildende und Trainees, insbesondere in den Fachrichtungen Chemielaborant und Chemikant, Wirtschaftsstudent (duale Ausbildung), Industriekaufmann sowie Industriemechaniker aktiv.
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| Anzahl der Mitarbeiter nach Geschäftsbereichen | 31.12.2008 | 31.12.2009 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Flavor & Nutrition | 2.425 | 2.396 | - 1 |
| Scent & Care | 1.924 | 1.826 | - 5 |
| Corporate Funktionen und Services | 748 | 732 | - 2 |
| Gesamt (ohne Trainees und Auszubildende) | 5.097 | 4.954 | - 3 |
| Trainees und Auszubildende | 122 | 121 | ±0 |
| Gesamt | 5.219 | 5.075 | - 3 |
Die geringere Mitarbeiterzahl im Symrise-Konzern ist vor allem auf die Reduzierung der Belegschaft im Geschäftsbereich Scent & Care um 98 Beschäftigte zurückzuführen. Der Geschäftsverlauf von Scent & Care war von der Entwicklung des wirtschaftlichen Umfeldes besonders betroffen, so dass hier Personalkapazitäten stärker reduziert wurden.
Der wesentliche Anteil der Mitarbeiter des Symrise-Konzerns ist im Bereich Produktion & Technologie beschäftigt. Etwa 28 % beziehungsweise 1.386 Mitarbeiter sind im Bereich Vertrieb & Marketing aktiv. Der Forschung & Entwicklung sind etwa 19 % der Belegschaft zuzuordnen. Der Rückgang der Gesamtmitarbeiterzahl im Konzern spiegelt sich in sämtlichen Funktionsbereichen wider. Im Zuge der Prozessoptimierung nahm die Anzahl der Mitarbeiter in den Bereichen Verwaltung sowie Forschung & Entwicklung etwas stärker ab. Dies geschah insbesondere im F&E-Bereich durch die Ausschöpfung von Synergien zwischen den F&E-Aktivitäten beider Geschäftsbereiche.
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| Anzahl der Mitarbeiter nach Funktionen (ohne Trainees und Auszubildende) | 31.12.2008 | 31.12.2009 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Produktion & Technologie | 1.982 | 1.937 | - 2 |
| Vertrieb & Marketing | 1.420 | 1.386 | - 2 |
| Forschung & Entwicklung | 964 | 920 | - 5 |
| Verwaltung | 409 | 390 | - 5 |
| Servicegesellschaften | 322 | 321 | ± 0 |
| Gesamt | 5.097 | 4.954 | - 3 |
Von den 4.954 Mitarbeitern des Konzerns ist ein Großteil an Standorten in Deutschland tätig. Deren Anteil von etwa 44 % blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Mit 19 % beziehungsweise 17 % der Belegschaft folgen die Regionen Nordamerika und Asien/Pazifik. Ein Rückgang der Mitarbeiterzahl erfolgte vor allem in den Regionen, die von der weltweiten Wirtschaftskrise besonders betroffen waren wie Nordamerika und Europa (insbesondere Schweiz, England und Spanien). Ein Zuwachs der Mitarbeiterzahl ist hingegen in Südamerika, dem am schnellsten wachsenden Markt, zu verzeichnen.
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| Anzahl der Mitarbeiter nach Regionen (ohne Trainees und Auszubildende) | 31.12.2008 | 31.12.2009 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 2.234 | 2.170 | - 3 |
| EAME ohne Deutschland | 636 | 595 | - 6 |
| Nordamerika | 982 | 934 | - 5 |
| Asien/Pazifik | 845 | 840 | - 1 |
| Südamerika | 400 | 415 | 4 |
| Gesamt | 5.097 | 4.954 | - 3 |
Die 30- bis 49-Jährigen machen etwa 64 % der Belegschaft im Symrise-Konzern aus.
Alterstruktur der Belegschaft, in %

Die Fluktuationsrate unserer Mitarbeiter hat sich 2009 auf einem niedrigen Niveau bewegt. In unseren deutschen Standorten lag sie bei 1,6 %, weltweit belief sie sich auf 4,4 %.
6 Alle Angaben in FTE (Full Time Equivalent) / Vollzeitmitarbeiter
9.2 Personalstrategie
Die Personalstrategie von Symrise macht sich an vier Eckpunkten fest:
| • | Unser Ziel ist es, die besten Mitarbeiter einzustellen und zu halten. Wir streben an, Symrise zu einem „Employer of Choice“ zu machen. Die Förderung unserer Mitarbeiter soll helfen, beste Leistungen zu erreichen. |
| • | Wir passen die personellen Ressourcen an die strategischen Bedürfnisse des Unternehmens an. Das Hauptinstrument dafür ist ein umfassendes Fortbildungsangebot. |
| • | Wir legen Wert auf Ergebnis- und Leistungsorientierung. Dies drückt sich in gemeinsamen Zielvereinbarungen sowie in ergebnisorientierten Vergütungssystemen aus. |
| • | Wir fördern Top-Management-Kompetenz durch spezielle Trainingsprogramme für unsere Führungs- und Nachwuchsführungskräfte. |
Diese Strategie setzen wir mittels einer breiten Palette von Personalmaßnahmen um.
9.3 Personalmaßnahmen
9.3.1 Neue Mitarbeiter
Die Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern erfolgt über verschiedene Wege. Wir bieten Studenten die Möglichkeit, im Rahmen von Praktika sowie Bachelor- oder Masterarbeiten Symrise kennen zu lernen. Derzeit sind in Deutschland etwa 30 Studenten im Unternehmen beschäftigt. Mit der Hochschule Ostwestfalen Lemgo prüfen wir, ob eine duale Ausbildung in chemisch/technischer Richtung ab dem Jahr 2011 angeboten werden kann. Den Kontakt mit Universitäten wollen wir in der Zukunft noch intensivieren.
Die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen ist ein weiterer wichtiger Faktor, um qualifizierte eigene Mitarbeiter zu gewinnen. Derzeit sind 121 Auszubildende und Trainees im Konzern aktiv, jährlich stellen wir etwa 40 neue ein. Um entsprechend qualifizierte Auszubildende zu erhalten, bestehen enge Kontakte zu den allgemein- und berufsbildenden Schulen in Form von Patenschaften bei Schülerfirmen, Projekttagen oder E-Learning Projekten. 2009 haben wir erstmalig den „Tag der Ausbildung“ für interessierte Schüler und Eltern in Holzminden durchgeführt. Aufgrund der positiven Resonanz soll dieser Event auch im Jahr 2010 stattfinden.
9.3.2 Weiterbildung
Symrise betreibt ein systematisches Talentmanagement und Weiterbildungsprogramm. Damit sichern wir uns die personellen und fachlichen Kapazitäten, die wir zur Umsetzung unserer Strategie benötigen und bieten unseren Mitarbeitern zugleich attraktive Aus- und Fortbildungen. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die Symrise Academy ein:
| • | In der Perfumers’ Academy werden die Aus- und Weiterbildungsangebote für Parfümeure, Evaluatoren und Vertriebsmitarbeiter gebündelt. Symrise ist seit 2007 wieder in der Erstausbildung von Parfümeuren aktiv. In der Perfumery School absolvieren derzeit fünf Teilnehmer die Ausbildung zu Juniorparfümeuren. Die Abschlussprüfungen sind für das Jahr 2010 vorgesehen. Im Jahr 2009 haben drei Trainees ihre Ausbildung als „Junior Perfumer“ erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen von Scent Expeditions können erfahrene Parfumeure ihre Kenntnisse weiterentwickeln. Für 2010 ist eine Duft Expedition nach China geplant. |
| • | In der Flavor Academy wurden im Zeitraum von 2007 bis 2009 insgesamt zehn Mitarbeiter aus verschiedenen Standorten des Unternehmens zu Flavoristen ausgebildet. Die Junior Flavoristen sind in Singapur, Deutschland und Brasilien beschäftigt. Die Ausbildung beinhaltet ein Basistraining (Umgang mit Rohstoffen, Grundlagen der Entwicklung, Analytik und Anwendungstechnologien), eine Praxisphase und einen Auslandsaufenthalt. Im Frühjahr 2009 haben zudem drei Lebensmittel- und Getränketechnologen sowie zwei Destillateure das ebenfalls zweijährige Programm zum Product Application Development Technologist für Getränke abgeschlossen. Hier befinden sich zwei weitere Mitarbeiter in der Ausbildungsphase, die mit der Entwicklung einer Getränkekomposition und einer Abschlussprüfung endet. |
| • | Als weiterer Bestandteil der Symrise Academy richtet sich die Leadership Academy an Führungskräfte im Symrise-Konzern. Schwerpunkte sind Kommunikations- und Verkaufstechniken, die Vertiefung von Management-Fähigkeiten und verschiedene Coaching-Programme (beispielsweise ein Mentoring Programm). 2009 wurde vor allem das High Performance Sales Training in der Region Asien/Pazifik durchgeführt. Darüber hinaus wurden unsere Führungskräfte im Projektmanagement und zum Thema „Stimme und Persönlichkeit“ weiterqualifiziert. |
Das Fortbildungsangebot für alle Symrise-Mitarbeiter umfasst Sicherheitstrainings, Sprachkurse, Projektmanagement und EDV-Kurse. Die durchschnittliche Schulungsdauer pro Mitarbeiter in Deutschland betrug im Jahr 2009 4,3 Tage. Die Ausgaben für Fortbildungsmaßnahmen beliefen sich 2009 auf rund 2,5 Mio. €.
In den Jahren 2008 und 2009 wurden insgesamt 60 Mitarbeiter in „Führung und Kommunikation für Meister“ geschult. Ab 2010 wird dieses interne Seminar ebenfalls auf der Ebene der Vorarbeiter angeboten. Weitere Initiativen zur Aus- und Weiterbildung umfassten die im Herbst 2009 angelaufenen einjährigen Programme für je 20 Prozess-Chemikanten, Fachmischer und Advance Lab Technicians in den Produktionsbereichen beider Divisionen.
Ein weltweit installiertes Talentmanagement hilft uns, die richtigen Talente zu identifizieren und zu fördern.
9.3.3 Mitarbeitermotivation
Wir erwarten von unseren Mitarbeitern hohen Einsatz. Dies lässt sich jedoch nur erreichen, wenn sie mit Freude bei Symrise arbeiten und Symrise als einen Teil ihres Lebens sehen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt dabei eine wichtige Rolle. Symrise bietet seinen Mitarbeitern flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeitarbeit und Job Sharing. Zudem kooperieren wir in Deutschland mit Kindertagesstätten, um die Kinderbetreuung zu vereinfachen.
Im Bereich Sport und Kultur sind wir mit einer Vielzahl eigener Initiativen wie zum Beispiel Fußball, Kara-T-Robic, Laufen, Volleyball, Walking oder Gesundheitswochen aktiv. Darüber hinaus legen wir hohen Wert auf das „Betriebliche Gesundheitsmanagement“. Das Wohlbefinden und die Gesundheit unserer Mitarbeiter sind unabdingbare Voraussetzungen für eine hohe Leistungskraft und -bereitschaft. Arbeitszufriedenheit und -motivation können gesteigert werden, Fehlzeiten und Krankheitskosten lassen sich reduzieren. Im Jahr 2009 sind Gesundheitstage, Rückenschule und Raucherentwöhnungen durchgeführt worden.
In der Weiterentwicklung der betrieblichen Zusatzleistungen haben wir 2009 insbesondere die betriebliche Altersvorsorge in den Fokus gerückt. An allen größeren Standorten bietet Symrise seinen Mitarbeitern eine attraktive Altersvorsorge an, die aus Eigenbeiträgen der Mitarbeiter und aus Unternehmensbeiträgen finanziert wird. In Deutschland haben wir im vergangenen Jahr ein neues Konzept mit einer Pensionskasse entwickelt. Ab 2010 wird für alle neu eingestellten Mitarbeiter die Mitgliedschaft in dieser Pensionskasse verpflichtend sein.
Das jährliche Zielvereinbarungsgespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter ist ein zentrales Element des Mitarbeiterdialogs. Es stellt die Transparenz in der Leistungsbeurteilung sicher und ermöglicht die Festlegung gezielter Entwicklungsperspektiven für jeden Mitarbeiter. Im Einzelnen werden Aufgaben und Verantwortungsbereiche, die Zielerreichung des Vorjahres, die Ziele für das laufende Jahr, die Einschätzung der Leistung des Mitarbeiters, die Zusammenarbeit zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter, geplante Weiterbildungsmaßnahmen und mögliche Entwicklungsschritte erörtert.
Seit vielen Jahren ist im Symrise-Konzern ein Ideenmanagement installiert, um Arbeitsabläufe kontinuierlich zu verbessern. Im Jahr 2009 lagen 355 eingereichte Vorschläge vor, umgesetzt wurden davon 250 Vorschläge. Der Gesamtnutzen belief sich auf 1,7 Mio. €. Ingesamt wurden Prämien in Höhe von 153 Tsd. € ausgeschüttet. Das Ideenmanagement unterstützt die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen. Gleichzeitig erhalten sie Anerkennung für ihre neuen Ideen – auch in Form einer Prämienauszahlung.
9.3.4 Vergütung und Tarifverträge
Flexible Vergütungssysteme, die mit variablen Entgeltbestandteilen den individuellen Leistungsbeitrag der Mitarbeiter honorieren und gleichzeitig die wirtschaftliche Lage des Unternehmens berücksichtigen, sind ein wesentlicher Bestandteil einer modernen Vergütungspolitik. Zudem erhöht eine leistungsgerechte Vergütung die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber und trägt zur Gewinnung und Bindung von Leistungsträgern bei. Im Jahr 2009 wurde aus diesem Grund eine neue transparente Vergütungsstruktur für die etwa 340 außertariflichen und leitenden Mitarbeiter erarbeitet. Sie gilt für Vertriebsmitarbeiter und Angestellte mit Managementfunktionen wie auch für Experten wie zum Beispiel unsere Parfümeure und Evaluatoren. Das Vergütungssystem berücksichtigt neben finanziellen Vorgaben, die aus den Unternehmenszielen abgeleitet sind, auch individuelle Zielvorgaben. Für etwa 70 Führungskräfte mit globaler oder regionaler Verantwortung gilt ein gesonderter Global Performance Bonus Plan, der aus finanziellen Zielgrößen (beispielsweise Umsatz, EBIT, Profitabilität), Zielgrößen mit direktem Einfluss auf finanzielle Kennzahlen (beispielsweise Reduzierung der Komplexität von Formeln und Zusammensetzungen) und qualitativen Zielgrößen (zum Beispiel Prozessoptimierung) besteht.
Ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens konnte im Rahmen der Haustarifverhandlungen realisiert werden. Zwischen Symrise und der Gewerkschaft IG BCE wurde für die deutschen Standorte eine Standort- und Beschäftigungsgarantie bis 2014 beschlossen, durch die in den kommenden fünf Jahren Einsparungen von mehr als 20 Mio. € erreicht werden. Die wesentlichen Eckdaten sind: Beibehaltung einer Wochenarbeitszeit von nicht weniger als 40 Stunden, schrittweise Übernahme der Entgelttarifverträge der IG BCE mit fest definierten Abschlägen sowie Rückführung von Schichtzulagen auf Tarifniveau.
9.3.5 Kommunikation und Unternehmenskultur
Das Miteinander unserer Mitarbeiter zu vereinfachen, war das Ziel einiger Kommunikationsprojekte im Jahr 2009. Das Intranet als weltweite Kommunikationsplattform wurde im Herbst 2009 komplett überarbeitet. Ein neues Design und eine verbesserte Nutzerführung stellen sicher, dass unsere Mitarbeiter jederzeit aktuell informiert sind und wir in der Kommunikation über Symrise intern wie extern einheitlich auftreten. Länderspezifische Informationen sind im neuen Intranet ebenso zu finden wie ein Blog des Vorstandsvorsitzenden.
Selbstbewusstes, freies Denken und der Mut zum Experimentieren sind die Basis für unsere Entscheidungen und unser Handeln. Wir haben eine Unternehmenskultur, die Grenzen infrage stellt und Neues probiert – Symrise always inspiring more.
10 RISIKO- UND CHANCENBERICHT
10.1 Grundsätze
Die Geschäftsaktivitäten des Symrise-Konzerns unterliegen kontinuierlich einer Vielzahl von Risiken und Chancen. Als Risiko definieren wir Ereignisse, deren Eintritt zu einer negativen Abweichung von unseren Planzielen im Planungszeitraum führen kann. Chancen hingegen bezeichnen Sachverhalte, die einen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens haben können. Die Erkennung von Risiken und deren Vermeidung sowie die Nutzung von Chancen sind von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Unternehmens. Ziel des Risikomanagementsystems ist es, alle potenziellen Risiken frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Gegenmaßnahmen zu reduzieren. Um die finanziellen Auswirkungen von verbleibenden Risikopositionen zu minimieren, haben wir, sofern ökonomisch sinnvoll, Versicherungsschutz erworben. Bei der Wahrnehmung von Chancen ist darauf zu achten, dass ein akzeptables Risikoprofil gewahrt bleibt. Die bestehenden Richtlinien stellen sicher, dass Risikoabwägungen von Beginn an Teil der Entscheidungsprozesse der Geschäftsführung sind. Symrise verfügt über ein Risikohandbuch, das die Prozesse des Risikomanagements regelt und für die Mitarbeiter eine Grundlage für den Umgang mit Risiken darstellt. Zudem werden Mitarbeiter regelmäßig durch Workshops geschult und tauschen hier ihre Erfahrungen zur Erkennung und Minimierung von Risiken aus.
10.2 Struktur und Prozess des Risikomanagements
Das Risikomanagement von Symrise erstreckt sich über sämtliche Konzerngesellschaften und Unternehmenseinheiten. Die Koordination der Risikoerfassung erfolgt auf Ebene des Corporate Centers innerhalb der Abteilung Corporate Compliance. Auf Basis der Einzelgesellschaften werden Risikoberichte erstellt, die anschließend auf Konzernebene zu einem aktuellen Überblick der Risikosituation zusammengeführt werden. Auf dieser Grundlage wird zweimal pro Jahr ein Risikobericht an den Vorstand geleitet. Im Risikobericht an den Vorstand werden potenzielle Risiken identifiziert und nach ihrer Gewinnauswirkung, Eintrittswahrscheinlichkeit, Risikotyp sowie Unternehmenseinheit, Geschäftsaktivität und Risk Owner klassifiziert. Zudem werden geeignete Gegenmaßnahmen und die dafür verantwortlichen Mitarbeiter aufgeführt, so dass das Risikoberichtswesen zugleich Grundlage für die Risikosteuerung und die Überprüfung durch die interne Revision des Konzerns ist. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat beziehungsweise den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats und trifft weitere Maßnahmen für den Umgang mit den Risiken. Berichtsschwellen für Risiken orientieren sich an den finanziellen Auswirkungen auf das Unternehmen sowie an der Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos. Eine sofortige Benachrichtigung des Vorstands erfolgt, sofern ein Risiko bestimmte Schwellenwerte überschreitet.
Die Auswirkungen der anhaltenden Wirtschaftskrise wurden auch im Geschäftsjahr 2009 in der Risikoerfassung und -steuerung berücksichtigt.
10.2.1 Umfeld- und Branchenrisiken
In der Konsumgüterindustrie halten wir eine weitere Konsolidierung des Abnehmerkreises für Symrise-Produkte für möglich. Infolgedessen besteht für Symrise das Risiko, Kunden und damit Marktanteile zu verlieren. Risiken aus Konsolidierungen auf Ebene unserer Zulieferer bestehen insofern, als durch den Wegfall von Lieferanten negative Einflüsse auf unsere Beziehungen zu Kunden ausgehen können.
In unserer Branche ist ein zunehmend intensiverer Wettbewerb zu beobachten. Diese Entwicklung birgt auch für Symrise das Risiko, Kunden zu verlieren. Hierauf reagieren wir durch eine verstärkte Vermarktung unserer Innovationen und Produkte der Geschäftsfelder Life Essentials sowie Consumer Health, die einen Zusatznutzen gegenüber Produkten der Konkurrenz aufweisen.
Politischen Risiken in der Form von Handelsembargos ist Symrise in einzelnen Ländern ausgesetzt, aus denen wir unsere Rohstoffe beziehen und in die wir unsere Produkte exportieren. Behinderungen des Handels können wir durch ein Ausweichen auf andere Regionen teilweise kompensieren. In einzelnen Ländern beobachten wir kontinuierlich das mögliche Risiko eines politisch bedingten Zahlungsausfalls aufgrund eines Schuldenmoratoriums. Ein Dialog mit Banken und Kunden dient zur Eingrenzung des Risikos. Wir begegnen Risiken in Exportländern, die auf politische Gründe zurückzuführen sind, durch eine entsprechende Finanzkontrolle auf Seiten von Symrise, damit ein Forderungsausfall vermieden werden kann.
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wirkt in unterschiedlicher Weise auf den Geschäftsverlauf von Symrise. In den entwickelten Märkten ist die Nachfrage nach Endprodukten, in denen Symrise-Produkte enthalten sind, soweit sie der Befriedigung von Grundbedürfnissen dienen, kaum konjunkturellen Schwankungen unterworfen. Eine deutlich höhere Abhängigkeit bei der Nachfrage vom verfügbaren Einkommen besteht hier jedoch bei Produkten der „Luxussegmente“ in Fine Fragrances und Personal Care. In den Emerging Markets ist tendenziell für sämtliche Produkte eine erhöhte Schwankung der Nachfrage in Abhängigkeit von der Konjunktur festzustellen. Zudem steuern die Kundenunternehmen von Symrise Produktion und Lagerhaltung mit Blick auf eine möglichst geringe Kapitalbindung. Unsicherheiten über die künftige Absatzentwicklung führen zu entsprechenden Anpassungen, auch beim Abruf der von Symrise gelieferten Einsatzstoffe. Ein Lagerabbau auf Seiten unserer Kunden kann die bei Symrise abgerufenen Mengen deutlich reduzieren.
10.2.2 Unternehmensstrategische Risiken
Die Unternehmensstrategie von Symrise ist wie bei jedem Unternehmen naturgemäß mit Risiken verbunden. Negative Folgen für die Entwicklung des Unternehmens können sich beispielsweise aus der Fehleinschätzung von Kundenanforderungen und Umfeldbedingungen sowie technologischen Fehlentscheidungen ergeben. Dies betrifft insbesondere Produktentwicklungen, die Symrise teilweise auf Eigeninitiative durchführt, oder auch die Gründung eines neuen Anwendungsbereichs wie Consumer Health. Im Falle einer mangelnden Vermarktungsfähigkeit der Produkte stehen den getätigten Entwicklungsaufwendungen keine adäquaten Einnahmen gegenüber. Eine intensive Marktforschung soll die Marktfähigkeit unserer Entwicklungen gewährleisten. Akquisitionen, die von Symrise durchgeführt werden, sind ebenfalls mit Risiken behaftet. Im Zuge des Integrationsprozesses drohen Betriebsunterbrechungen oder der Verlust von Wissen und Ressourcen durch die Abwanderung von Mitarbeitern. Diesen Risiken wirken wir durch einen klar definierten Integrationsprozess entgegen.
Die mögliche Streichung von einer Core List unserer Kunden und die Gefahr, wider Erwarten nicht auf eine solche Liste aufgenommen zu werden, zählen ebenfalls zu den strategischen Risiken des Unternehmens. Diesem Risiko begegnen wir durch einen engen Kontakt zu unseren Kunden. Weitere zentrale Faktoren für den Verbleib oder die Aufnahme auf Core Lists sind Preisgestaltung, Lieferstabilität und Produktqualität. Hier sind wir bestrebt, stets zu den besten Unternehmen der Branche zu gehören.
10.2.3 Leistungswirtschaftliche Risiken
Produktrisiken: Die Geruch- und Geschmackstoffe von Symrise werden zumeist in Produkten verarbeitet, die der Endverbraucher als Nahrungsmittel aufnimmt oder auf seiner Haut anwendet. Demnach können sich unsere Produkte grundsätzlich auch negativ auf den Gesundheitszustand der Verbraucher auswirken. Um dieses Risiko zu minimieren, umfasst unser Qualitätsmanagement aktuelle Analysemethoden und interne Sicherheitsvorschriften. Die Verträglichkeit unserer Produkte wird auf der Basis wissenschaftlicher Forschung und Tests fortlaufend nach internationalen Standards geprüft. Unser Ziel ist es, Kundenbeschwerden möglichst zuvor zu kommen. Vor diesem Hintergrund besteht ein Verfahren zur internen Prozessverbesserung, um mögliche Schwachstellen und Gefährdungen frühzeitig selbst zu beheben und die Produktqualität kontinuierlich auf einem hohen Niveau zu halten.
Veränderungen in der Technologie eines Kunden können dazu führen, dass einzelne Produkte diesem Kunden nicht mehr angeboten werden können. Symrise verfügt über ein diversifiziertes Kundenportfolio, um dieses Risiko zu minimieren. Auch in Patentverletzungen durch Wettbewerber besteht ein Risiko für unsere Produkte, dem wir durch eine umfassende Patentverwaltung begegnen.
Beschaffungsrisiken: Der Einkauf von Rohstoffen, Vorprodukten, Anlagen und Dienstleistungen unterliegt stets den Risiken einer ungeplanten Preisentwicklung, schwankender Qualität oder mangelnder Verfügbarkeit. Während die Einkaufspreise vor allem aufgrund teurer werdender Rohstoffe oder durch ungünstige Wechselkurseffekte ansteigen können, kann die Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen teilweise auch von Gesetzesauflagen abhängen. Symrise hat intelligente Einkaufsstrategien entwickelt, um dem ungeplanten Preisanstieg von Erdöl oder Energie zu begegnen. Da klimatische Bedingungen und Marktmodalitäten zu Preisanstieg, Qualitätsschwund und Unverfügbarkeit führen können, hat der Einkauf eine breite Lieferantenbasis entwickelt, die auch die Belieferung von unterschiedlichen Erdteilen umfasst. Daneben sind unsere Hauptlieferanten durch langfristige Rahmenverträge gebunden. Beschaffungsalternativen werden, zum Teil auch gemeinsam mit wichtigen Lieferanten, erarbeitet, um das Risiko zu minimieren, neueste Anforderungen der Technologie, des Marktes oder der Gesetzgeber zu verfehlen. Sofern möglich, wird ein Preisanstieg von Rohstoffen durch entsprechende Anhebung der Verkaufspreise an die Kunden weitergereicht, um Auswirkungen auf unser Ergebnis zu reduzieren. Von der anhaltenden Wirtschaftskrise sind auch unsere Lieferanten betroffen, wodurch sich das Risiko eines Lieferausfalls erhöht. Eine zu starke Diversifikation der Lieferanten wirkt jedoch auch kostenerhöhend, da dies die Einkaufsmengen pro Lieferant vermindert. Symrise prüft kontinuierlich die finanzielle Bonität der Lieferanten.
Betriebsrisiken: Technische Störungen können den fortlaufenden Betrieb des Konzerns unterbrechen und einen Ausfall von Einnahmen und entsprechenden Erträgen bedeuten. Ursachen können in der Sicherheit von Einrichtungen und Prozessen, dem Brandschutz bis hin zur Sicherheit von Materialien und deren korrekter Klassifizierung oder in Erfordernissen strenger werdender, länderspezifischer Arbeits- und Umweltschutzauflagen liegen. Derartige Risiken mindern wir durch Maßnahmen der Wartung, Investition, Arbeitssicherheit sowie durch entsprechende Richtlinien, Anweisungen und Schulungen. Veränderungen länderspezifischer Umweltschutzauflagen können Geldbußen oder die vorübergehende Schließung von Produktionsstätten nach sich ziehen. Aus diesem Grund beobachten wir fortlaufend die regulatorischen Entwicklungen in den Ländern, in denen wir tätig sind.
Betriebsunterbrechungen können auch durch Fehler im betrieblichen Ablauf entstehen, beispielsweise durch Fremdkörper, die in Rohstoffen enthalten sind oder während des Verarbeitungsprozesses in Zwischen- oder Endprodukte eingebracht werden sowie durch Zwischenfälle im Rahmen des Umgangs mit Arbeitsgeräten. Risiken dieser Art minimiert Symrise durch geeignete Richtlinien (zum Beispiel Foreign Body Policy), Verfahren (Total Productive Maintenance), Schulungen, Notfallpläne, alternative Produktionsstandorte, Austausch von Best Practices und kontinuierliche Verbesserungen betrieblicher Abläufe. Kontaminationen von Produkten sind in einzelnen Ländern auch im Jahr 2009 aufgetreten. Als Reaktion haben wir Änderungen bei der Lieferantenauswahl vorgenommen oder Korrekturmaßnahmen auf Seiten der Lieferanten eingeleitet.
Um darüber hinaus auch zukünftig eine führende Stellung in der Industrie einzunehmen, hat Symrise verschiedene, zukunftsorientierte Initiativen ergriffen. Wir setzen uns für das Umfeld des Unternehmens und die Umwelt ein, um beispielsweise die Belästigung durch Lärm und Geruch durch sämtliche Produktionsstätten weitestgehend einzugrenzen. Die Einhaltung der europäischen REACH-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Substanzen sowie anderer Regelungen wie GHS (Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals) wurde in entsprechende Projekte eingebracht.
10.2.4 Finanzwirtschaftliche Risiken
Symrise ist einer Reihe unterschiedlicher Finanzrisiken ausgesetzt.
Kreditrisiko: Das Kreditrisiko besteht darin, dass Kunden oder andere Vertragspartner ihre finanziellen Verpflichtungen nicht erfüllen und Symrise dadurch einen Vermögensschaden erleidet. Um dieses Risiko zu minimieren, werden neue Kunden seit dem Jahr 2008 auf ihre Bonität geprüft. Zudem werden jährlich sowohl Bonität als auch Lieferkonditionen aller Kunden überprüft. Neben dieser Risikovorsorge hat Symrise ein Verfahren zur Wertberichtigung von Forderungen etabliert. Diese Wertberichtigung besteht aus einer individuellen Abschreibung und einer allgemeinen Kostenkomponente. Das Risiko des Zahlungsausfalls durch Bankboykott versucht Symrise durch fortwährenden Dialog mit Banken und Kunden einzugrenzen. Finanzielle Krisen in Exportländern erfordern eine entsprechende Finanzkontrolle auf Seiten von Symrise, damit ein Forderungsausfall vermieden werden kann.
Liquiditätsrisiko: Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass Symrise nicht in der Lage ist, finanzielle Verpflichtungen gegenüber Dritten zu erfüllen. Im Falle einer Verschlechterung der Geschäftsentwicklung besteht zusätzlich das Risiko, die für Kreditzusagen bestehenden Verpflichtungen (Covenants) nicht zu erfüllen. Symrise führt eine rollierende Liquiditätsplanung durch, um Liquiditätsengpässe frühzeitig zu erkennen. Parallel dazu verfügt die Gesellschaft über ausreichende Kreditlinien zur Deckung von Zahlungsansprüchen. Die Entwicklung des Unternehmens wird kontinuierlich überwacht; entsprechende Notfallpläne zur Vermeidung von Liquiditätsproblemen bestehen. Wir stellen dadurch sicher, stets über ausreichende Mittel zu verfügen, um selbst unter schwierigen Bedingungen unseren Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können.
Nachfolgend sind die Verbindlichkeiten des Symrise-Konzerns zum 31. Dezember 2009 mit den dazugehörigen Fälligkeiten aufgeführt:
Verbindlichkeiten des Symrise-Konzerns zum 31. Dezember 2009
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| Gesamt (Mio. €) |
2010 (Mio. €) |
ab 2011 (Mio. €) |
|
|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 77,1 | 77,1 | 0 |
| Darlehen | 654,5 | 78,7 | 575,8 |
| Sonstige und finanzielle Verbindlichkeiten | 125,0 | 88,8 | 36,2 |
| Gesamt | 856,6 | 244,6 | 612,0 |
Zins- und Währungsrisiken: Währungsrisiken bestehen in Wirtschaftsräumen, in denen Symrise seine Produkte auf Basis fremder Währung (beispielsweise US-$) verkauft, die jedoch zumindest zu einem Teil in einem anderen Währungsraum (beispielsweise Euro) produziert wurden. Zudem kauft Symrise Rohstoffe vielfach in Euro bewertet ein. Eine Schwächung des US-$ sowie einer dem US-$ angelehnten Auslandswährung gegenüber dem Euro können insoweit zu entsprechenden Minderungen unserer Margen führen. Diesem Risiko begegnet Symrise durch eine weitere Intensivierung der Verhandlung von Preisen. Insgesamt begrenzen wir das Währungsrisiko durch „Natural Hedging“. Dabei werden Produkte in Währungsräumen, in denen sie verkauft werden, auch hergestellt beziehungsweise eingekauft. Das verbleibende Währungsrisiko wird gegebenenfalls durch geeignete Währungstermingeschäfte und andere Sicherungsinstrumente reduziert.
Das Zinsrisiko entsteht dadurch, dass steigende Zinssätze den Zinsaufwand ungeplant erhöhen und damit die Ertragslage des Konzerns belasten können. Diesem Risiko begegnet Symrise durch den Abschluss von Zinssicherungsgeschäften, die das Risiko aus sich ändernden Zinssätzen minimieren.
Steuerrisiko: Dem Steuerrisiko ist Symrise ausgesetzt, da strukturelle Veränderungen unserer weltweiten Standorte dazu geführt haben, dass einige ertragsteuerlich relevante Sachverhalte bis heute nicht von den betreffenden örtlichen Finanzbehörden geprüft und abschließend beurteilt werden konnten. In einigen Fällen haben wir Rückstellungen gebildet, um auf eine Nachzahlung von Steuern vorbereitet zu sein. Insgesamt gehen wir davon aus, für alle uns bekannten Steuerrisiken angemessen Vorsorge getroffen zu haben.
10.2.5 Personalrisiken
Personalrisiken, die grundsätzlich in der Fluktuation von Personal in Schlüsselpositionen bestehen, wirkt Symrise durch geeignete Weiterbildungs- und Nachwuchsförderprogramme entgegen.
10.2.6 Rechtliche Risiken
Derzeit, sieht sich Symrise in eher geringem Maße rechtlichen Risiken ausgesetzt. Typischerweise resultieren diese Risiken aus den Themenfeldern Arbeitsrecht, Produkthaftung, Gewährleistungsrecht und aus dem Bereich des geistigen Eigentums. Um diesen Risiken angemessen und frühzeitig zu begegnen, analysieren wir potenzielle Risiken umfassend unter Einbeziehung unserer Rechtsabteilung und soweit erforderlich auch unter Hinzuziehung von externen Spezialisten. Trotz dieser Maßnahmen kann der Ausgang laufender oder künftiger Verfahren nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden. Derzeit sind nur wenige Konzerngesellschaften von laufenden Gerichtsverfahren betroffen. An dieser Stelle weisen wir daher nur auf einen Verfahrenstypus hin. In den USA wird der Symrise Inc., wie zahlreichen anderen Unternehmen auch, vorgeworfen Aromen verkauft zu haben, bei deren industrieller Verarbeitung schädliche Dämpfe freigesetzt werden können, sofern die Sicherheitshinweise nicht befolgt werden. In keinem dieser Verfahren ist bisher eine eindeutige Geldforderung benannt worden. Wir glauben, die Beschuldigungen im Gerichtsverfahren entkräften zu können. Wir gehen nicht davon aus, dass sich die Ergebnisse der einzelnen Verfahren wesentlich auf das Konzernergebnis auswirken werden.
10.2.7 IT-Risiken
Risiken der IT bestehen grundsätzlich in potenziellen Unterbrechungen des Austausches sowie der Verarbeitung von Informationen, was zu einer Unterbrechung von Betriebsabläufen führen kann, die von funktionsfähigen IT-Systemen abhängig sind. Symrise unterhält eine Reihe von IT- und Telekommunikationssystemen, deren Daten und Programme auf unterschiedlichen Speichermedien festgehalten und weiterentwickelt werden. Die schon im Vorjahr begonnene Einführung einheitlicher und aktueller Systeme wird weiter fortgeführt. Bereits etablierte Schutzmaßnahmen werden fortlaufend erneuert und erweitert, um eine Sicherheit der IT-Prozesse und Daten zu gewährleisten.
10.3 Gesamtbewertung der Risikolage
Basierend auf den uns zur Verfügung stehenden Informationen kann kein Risiko aufgeführt werden, das geeignet wäre, den Fortbestand von Symrise zu gefährden. Aufgrund der Tatsache, dass das bestehende Risikoberichtswesen und das integrierte Managementsystem durch das System integrierter interner Kontrollen ergänzt werden, gehen wir davon aus, auch im zukünftigen geschäftlichen Umfeld und unter sich verändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen alle Anforderungen zu erfüllen.
10.4 Chancenmanagement
Die Unternehmenskultur von Symrise legt Wert auf unternehmerisch geprägtes Denken und Handeln. Wir schätzen eine hohe Eigenverantwortlichkeit unserer Mitarbeiter. Es obliegt daher allen Mitarbeitern von Symrise, unabhängig von ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich und -umfang, kontinuierlich Chancen zu suchen und wahrzunehmen. Die Gesellschaften des Konzerns sind angehalten, Chancen auf operativer Ebene, die sich beispielsweise im Rahmen der Betriebstätigkeit oder aufgrund verbesserter Marktbedingungen ergeben, zu identifizieren, und mit dem Ziel einer überplanmäßigen Ergebnisentwicklung zu realisieren. In den Geschäftsbereichen und im Corporate Center werden strategische Chancen erfasst. Diese werden bewertet und Maßnahmen zu deren Ausschöpfen entwickelt. Es liegt zudem in der Verantwortung des Vorstands von Symrise, regelmäßig strategische Chancen zu erörtern.
10.4.1 Ausgewählte Chancen
Chancen ergeben sich für Symrise aus vielfältigen Faktoren. Unsere Mitarbeiter reichen im Rahmen des Ideenmanagements Vorschläge ein, wodurch sich Arbeitsabläufe und Verfahren verbessern lassen. Operative Chancen können sich zudem auch aus den Weiterbildungsmaßnahmen unserer Mitarbeiter ergeben. Die Umstrukturierung der beiden Geschäftsbereiche des Konzerns verfolgt das Ziel, die Kundenorientierung von Symrise weiter zu steigern. Hier sehen wir die Chance, im Rahmen des Know-how-Transfers zusätzliche Aufträge zu generieren. Ein Beispiel hierfür ist eine konzernweite Projektdatenbank, in der alle Aktivitäten dokumentiert und nachgehalten werden. So lassen sich Anknüpfungspunkte einfach herstellen. Auch die Ausschöpfung von Synergien ist nicht im vollen Umfang abgeschlossen.
Entwicklungen im Umfeld des Unternehmens, die insbesondere auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen zurückzuführen sind, eröffnen zahlreiche strategische Chancen. In entwickelten Ländern ist ein Trend zu einer gesünderen und bewussten Ernährung zu beobachten, der unter anderem auf eine zunehmende Alterung der Gesellschaft zurückzuführen ist. Auch im Bereich der Körperpflege wachsen die Ansprüche der Menschen ständig. Grundsätzlich gilt, dass im Wettbewerb um den Verbraucher stets innovative Produkte benötigt werden. Symrise positioniert sich dementsprechend beispielsweise mit neuen Geschäftsfeldern und Anwendungsbereichen wie Life Essentials oder Consumer Health. Eine intensive Marktforschung sowie umfangreiche F&E-Arbeit sind die Grundlage für Eigenentwicklungen, die wir unseren Kunden zur Verbesserung ihrer Produkte oder zur Einführung neuer Produkte anbieten können. In Schwellen- und Entwicklungsländern steigt im Allgemeinen die Nachfrage nach Produkten, die Geschmack- und Duftstoffe von Symrise enthalten. Um diese Chancen zu nutzen, bauen wir unsere Aktivitäten in diesen Ländern kontinuierlich aus.
Unternehmensstrategische Chancen erwachsen auch aus der Akquisition von Unternehmen. Um unsere Kompetenzen gezielt zu erweitern, sind wir fortlaufend auf der Suche nach geeigneten Zielunternehmen. Auch im Rahmen von Kooperationen mit Hochschulen und Unternehmen sehen wir Chancen. Die Bündelung von Kompetenzen kann die Produktentwicklung beschleunigen und innovative Produkte hervorbringen.
11 WESENTLICHE MERKMALE DES RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENEN INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS
11.1 Grundzüge und Ziele
Gemäß Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) sind kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften verpflichtet, wesentliche Merkmale des internen rechnungslegungsbezogenen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Lagebericht des Geschäftsberichts zu beschreiben.
Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem (IKS) gewährleistet die ordnungsgemäße und verlässliche Finanzberichterstattung. Mittels des rechnungslegungsbezogenen Risikomanagementsystems werden Maßnahmen zur Identifizierung und Bewertung von Risiken ergriffen, die die Erstellung eines regelkonformen Konzernabschlusses gefährden. Das System besteht aus der Dokumentation möglicher Risiken, dazugehöriger Prozesse sowie deren Kontrollen und aus der Prüfung dieser Prozesse und Kontrollen. Um die Wirksamkeit des IKS zu gewährleisten, werden die konzernweiten Kontrollmechanismen auf Einzelgesellschafts- und Konzernebene auf Eignung und Funktionsfähigkeit überprüft. Hier prüft die Abteilung Revision wie effektiv die vorgesehenen Kontrollmechanismen durch die dezentral und zentral angesiedelten Funktionsträger befolgt wurden. Die Funktionsfähigkeit des IKS kann durch unvorhergesehene Veränderungen im Kontrollumfeld, kriminelle Handlungen oder menschliche Fehler eingeschränkt werden.
Zur Darstellung bereits bestehender und gegebenenfalls noch zu erweiternder Kontrollverfahren im Unternehmen hat Symrise ein Projekt eingerichtet, um die Dokumentation und Prüfung im Rahmen eines Self-Assessment in den Einheiten und Gesellschaften des Konzerns zu unterstützen. Die Grundsätze für das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem definieren Anforderungen, dokumentieren Prozesslandschaft und Geschäftsprozesse und regeln durchzuführende Kontrollen. Aufbauend auf einer Basisschulung für Mitarbeiter findet ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch statt, damit Kontrollen stets an sich verändernde Risiken angepasst werden können.
11.2 Organisation und Prozess
Das IKS im Symrise-Konzern umfasst zentrale und dezentrale Elemente. Basierend auf Berichten der Tochterunternehmen wird dem Vorstand regelmäßig ein aggregierter IKS-Konzernbericht vorgelegt. Der Vorstand erörtert die Wirksamkeit des IKS mit dem Aufsichtsrat oder dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.
Das IKS wird regelmäßig in Bezug auf die Aktualität der Dokumentation, die Eignung und Funktionalität der Kontrollen überwacht und auftretende Kontrollschwächen werden identifiziert und bewertet.
| • | Rechnungslegungsbezogenes Risikomanagement: Anhand eines risikoorientierten Ansatzes werden zunächst die für die Rechnungslegung wesentlichen Gesellschaften und Prozesse identifiziert. Basierend auf den Ergebnissen werden spezifische Mindestanforderungen und Standards definiert, die den Risiken in der Finanzberichterstattung entgegenwirken. Das Ergebnis ist ein zentraler Risikokatalog in Bezug auf die Finanzberichterstattung, der gleichzeitig auch Arbeitsgrundlage für die an der Finanzberichterstattung beteiligten Mitarbeiter ist. |
| • | Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem: Zunächst werden die bestehenden Kontrollaktivitäten in den wesentlichen Gesellschaften dokumentiert und aktualisiert. Die durch das rechnungslegungsbezogene IKS definierten Kontrollen sollen die Einhaltung der Konzernbilanzierungsrichtlinien, Bilanzierungsrichtlinien der Einzelgesellschaften sowie Verfahrensanweisungen und Zeitpläne der einzelnen Rechnungslegungsprozesse gewährleisten. Die Kontrollmechanismen werden auf ihre Wirksamkeit zur Vermeidung von Risiken unter anderem durch den Einsatz von Stichproben regelmäßig analysiert. Für dokumentierte Kontrollschwächen erfolgt eine Bewertung der eingetretenen Auswirkungen beziehungsweise potenzieller Risiken auf den Jahresabschluss. In einem weiteren Schritt werden die einzelnen Risiken auf Gesellschaftsebene konsolidiert. Diese werden entsprechend ihrer Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung an den Vorstand berichtet. Diese Berichte stellen auch die Grundlage für die Berichterstattung gegenüber dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats dar. Im Fall festgestellter Kontrollschwächen werden Maßnahmen zur Verbesserung erarbeitet. Die neuen Kontrollmethoden werden dann im nächsten Prüfzyklus auf ihre Wirksamkeit geprüft. |
12 NACHTRAGSBERICHT
Zur Stärkung unserer Position in den Flavor & Nutrition Märkten in Russland und der CIS-Region wurden im Februar 2010 100 % der Anteile an der OOO „Armonia“, Rogovo bei Moskau, Russland, gekauft (Anschaffungskosten: 4 Mio. €). Russland (und die GUS) ist einer der dynamischsten Märkte für das Unternehmen, in dem in den vergangenen Jahren ein sehr starkes Wachstum verzeichnet wurde, der aber auch durch hohe Frachtkosten und Zölle sowie Währungsturbulenzen belastet ist. Mit der Investition sollen die Präsenz in diesem bedeutenden Markt verbessert und so Kunden schneller und effizienter bedient werden. Die Gesellschaft besteht im Wesentlichen aus einer hochmodernen Produktionsanlage im Bau, die durch Symrise fertig gestellt werden wird. Mit der Produktion wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 begonnen.
13 PROGNOSEBERICHT
13.1 Künftige Rahmenbedingungen
Wir gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2010 wieder wachsen wird. Der Aufschwung bleibt aber zunächst verhalten und weiter anfällig für Störungen, zum Beispiel ausgehend von den Finanzmärkten. Das globale Wirtschaftswachstum sollte nach Meinung des Internationalen Währungsfonds 3,9 % erreichen. Triebfeder der Expansion werden die Schwellen- und Entwicklungsländer sein, deren Wirtschaftsleistung um 6,0 % zulegen könnte, während das Plus in den Industrieländern nur 2,1 % beträgt. Insbesondere in China (10,0 %) und in Indien (7,7 %) wird eine Rückkehr zu dynamischem Wirtschaftswachstum erwartet. Demgegenüber werden die Industrieländer noch geraume Zeit mit der Überwindung des Wirtschaftseinbruchs zu kämpfen haben. Im Jahr 2010 dürfte vor allem ein Anstieg der Arbeitslosigkeit nach Auslaufen der staatlichen Förderprogramme den privaten Konsum belasten. Insgesamt geht der Internationale Währungsfonds jedoch von einer Rückkehr auf den langjährigen Wachstumspfad aus und prognostiziert für das Jahr 2011 einen Anstieg der Weltwirtschaftsleistung um weitere 4,3 %.
Der für Symrise relevante F&F-Markt blieb im Jahr 2009 trotz der weltweiten Wirtschaftskrise mit einem Volumen von 14 Mrd. € insgesamt stabil. Langfristige Schätzungen von IAL Consultants bis zum Jahr 2014 gehen von einer jährlichen durchschnittlichen Wachstumsrate von 3,7 % für die Teilmärkte Duft- und Geschmackstoffe aus. Überproportional dürften sich dabei die Märkte in Südamerika sowie in Asien entwickeln. Der Lagerbestand bei Kundenunternehmen hat sich unserer Einschätzung nach im zweiten Halbjahr 2009 wieder normalisiert, nachdem bis dahin ein deutlicher Lagerabbau zu verzeichnen war. Obwohl sich die konjunkturellen Aussichten für das Jahr 2010 verbessert haben, gehen wir aufgrund weiterhin bestehender Unsicherheiten von einem zunächst moderateren Marktwachstum von 2 bis 3 % für die Teilmärkte Duft- und Geschmackstoffe aus.
13.2 Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens
Der Vorstand der Symrise AG beurteilt die Lage des Unternehmens unverändert positiv. Wir sehen unsere gute Performance im schwierigen Umfeld von 2009 als Bestätigung unserer Strategie, die wir im abgelaufenen Jahr weiter verfeinert und präzisiert haben. Die folgenden strategischen Pfeiler für die weitere Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit sind:
| • | unser gleichermaßen robustes wie innovatives Produktportfolio, das zu fast 90 % mit der Befriedigung von Grundbedürfnissen zu tun hat |
| • | unsere Positionen auf den Core Lists großer multinationaler Kunden |
| • | unsere Position bei Regional- und Lokalkunden in den dynamisch wachsenden Emerging Markets |
| • | Fokussierung auf Segmente mit den besten Wachstumspotenzialen (Life Essentials, Consumer Health) |
Wir wollen auch in Zukunft vorrangig organisch wachsen. Wo es sinnvoll ist, tätigen wir zudem Akquisitionen oder gehen strategische Partnerschaften ein, um uns Zugang zu neuen Technologien, Know-how, neuen Märkten und Kunden zu verschaffen oder die Versorgung mit knappen Rohstoffen zu sichern.
13.3 Künftige Unternehmensentwicklung
Wir blicken verhalten optimistisch auf das Jahr 2010 und sind zuversichtlich, auch im Jahr 2010 schneller zu wachsen als der F&F-Markt. Wir streben dabei ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von mindestens 3 % an. Das erste Halbjahr 2010 wird von deutlich schwächeren Vergleichswerten 2009 profitieren, die sich im Verlauf des Geschäftsjahres aber ausgleichen werden.
Die Initiativen zur kontinuierlichen Steigerung unseres Ergebnisses werden wir mit Konsequenz fortführen. Dazu gehören Kostenreduzierung und Preismanagement, Portfoliooptimierung und der Fokus auf innovative Produkte und Technologien. Unter der Annahme, dass die Rohstoffpreise auf dem Niveau von 2009 verharren und sich die Währungskursrelationen im Vergleich zu 2009 nicht deutlich verändern, erwarten wir für 2010 eine EBITDA-Marge von mindestens 20 %.
Auch unsere Dividendenpolitik werden wir fortsetzen und unsere Aktionäre auch in der Zukunft angemessen am Unternehmenserfolg beteiligen.
Unsere Kreditfazilitäten sind bis Dezember 2011 vereinbart. Unsere Verschuldung gemessen anhand der Kennzahl Nettoverschuldung (inkl. Pensionsrückstellungen) zu EBITDA soll mittelfristig zwischen 2,0 und 2,5 liegen. Ende 2010 sollten wir aufgrund unseres starken Cashflows das obere Ende der Bandbreite erreichen. Ein kurzfristiges Entfernen von dieser Bandbreite ist bei Akquisitionen im Sinne unserer langfristigen Strategie möglich. Dementsprechend werden wir auch 2010 Akquisitionsmöglichkeiten aktiv prüfen.
Wie sich der F&F-Markt 2011 entwickeln wird, hängt stark vom weiteren Konjunkturverlauf ab. Aufgrund unserer Innovationskraft, unserer guten Positionierung in den Emerging Markets und auch weltweit sowie aufgrund unseres einzigartigen Produktportfolios sind wir aber zuversichtlich, auch 2011 schneller als der Markt zu wachsen und unseren profitablen Wachstumskurs fortzusetzen. Ende 2011 steht die Refinanzierung unserer Kredite an: Hier werden uns unser robustes Geschäft und unsere starken und stabilen Cashflows helfen, diese Finanzierung zu attraktiven und marktgerechten Konditionen zu erneuern. Dabei schließen wir derzeit keine der potenziell verfügbaren Alternativen zur Refinanzierung aus.
14 VERGÜTUNG DES VORSTANDS
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands erfolgt auf der Grundlage von § 87 Aktiengesetz. Danach legt der Aufsichtsrat die Vergütung fest. Diese umfasst feste und variable Bestandteile sowie Sachbezüge in der Form von Firmenfahrzeugen, Gruppenunfallversicherung sowie Wohnungskosten. Die variable Komponente besteht aus einem Jahresbonus und einer Bonuskomponente mit langfristiger Anreizwirkung (Long Term Incentive Plan „LTIP“). Die Vorstandsbezüge orientieren sich an den Aufgaben und der persönlichen Leistung des einzelnen Vorstandsmitglieds sowie der wirtschaftlichen Lage und dem Marktumfeld des Unternehmens insgesamt. Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats hat sich in seiner Sitzung am 1. Dezember 2009 mit den Vorstandsbezügen vor dem Hintergrund des „Gesetzes zur Angemessenheit von Vorstandsvergütungen“ beschäftigt und festgestellt, dass die Bezüge sowohl einem internen vertikalen wie auch einem externen horizontalen Vergleich standhalten.
Alle Vorstandsmitglieder erhalten ihre vertraglich vereinbarten festen Bezüge in monatlich gleichen Beträgen als Gehalt ausgezahlt. Der variable Anteil an der Gesamtvergütung bestand im Jahr 2009 aus einem Jahresbonus, der von der Erreichung der Unternehmensziele abhängig war. Für die Bemessung der Auszahlung wurde das EBIT des Symrise-Konzerns beziehungsweise seiner Geschäftsbereiche als betriebswirtschaftliche Kenngröße des Konzerns verwendet. Daneben fließen mittelfristige strategische Ziele und qualitative Bewertungskriterien mit ein. Die Zielvorgaben, nach denen sich der variable Anteil der Gesamtvergütung bemisst, wurden zu Beginn 2009 durch den Aufsichtsrat festgelegt und in Zielvereinbarungen mit den einzelnen Mitgliedern des Vorstands auf Basis der verabschiedeten Unternehmensziele vereinbart. Der Jahresbonus wird auf Basis des festgestellten Jahresabschlusses 2009 im Folgejahr (2010) ausgezahlt. Der jährlich von einem Mitglied des Vorstands zu verdienende Bonus kann nicht mehr als 130 % der jeweiligen Grundvergütung betragen.
Es gibt einen langfristigen Incentive-Plan für den Vorstand, der im Januar 2008 in Kraft trat und bis Dezember 2010 läuft. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Mitgliedern des Vorstands einen weiteren Incentive-Plan für den Zeitraum 2009 bis 2011 beschlossen. Beide Pläne sind als „Performance Cash Plan“ ausgestaltet. Sie orientieren sich in ihren Leistungskomponenten an dem Aktienkurs und der mittelfristigen Wertentwicklung des Unternehmens (Symrise Added Value). Nähere Einzelheiten finden sich im Anhang des Geschäftsberichts 2009 auf Seite 143. Beide Pläne einschließlich der Leistungskriterien sind im Aufsichtsrat und seinen Gremien diskutiert und beschlossen worden. Bezogen auf die dreijährige Laufzeit kann ein Vorstand aus diesem Bonusplan nicht mehr als 220 % der jeweiligen jährlichen Grundvergütung verdienen. Die Auszahlung erfolgt auf Basis des festgestellten Jahresabschlusses im Frühjahr des auf einen Dreijahreszeitraum folgenden Jahres.
Altersversorgung
Alle Vorstandsmitglieder haben die Möglichkeit, im Rahmen einer Gehaltsumwandlung Altersversorgungsansprüche aufzubauen („Deferred Compensation“). Lediglich für Herrn Dr. Heinz-Jürgen Bertram besteht aufgrund seines vorherigen Arbeitsverhältnisses eine Altersversorgungszusage, die allen anderen Mitarbeitern der ehemaligen Haarmann & Reimer GmbH ebenfalls angeboten wurde und die Dr. Bertram ebenfalls im Wege der Gehaltsumwandlung aus seinem eigenen Einkommen bedient.
Im Jahr 2009 haben Dr. Gerold Linzbach, Dr. Heinz-Jürgen Bertram sowie Dominique Yates im Rahmen einer Gehaltsumwandlung Altersversorgungsansprüche aufgebaut.
Vorzeitige Beendigung der Dienstverträge
Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sehen keine besonderen Vergütungen bei vorzeitiger Vertragsbeendigung vor. In diesem Falle erhält das jeweilige Vorstandsmitglied ausschließlich sein Festgehalt für die Vertragsdauer weitergezahlt. Ein Anspruch auf Bonuszahlungen für das betreffende Geschäftsjahr besteht nicht.
Bei Herrn Dr. Heinz-Jürgen Bertram bestand bis zum Ende seines Vertrags als Vorstandsmitglied verantwortlich für den Geschäftsbereich Flavor & Nutrition die Abrede, dass im Falle der Beendigung seines Vorstandsvertrags eine Abfindung auf der Basis seines der Organbestellung vorausgegangenen Arbeitsverhältnisses und der darauf beruhenden Betriebszugehörigkeit seit 1. November 1990 erfolgt. Auf diese gesonderte Abrede hat er mit seiner Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands für die Zukunft verzichtet.
Mit den Vorstandsmitgliedern ist ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot von zwölf Monaten vereinbart worden. Als Entschädigung hierfür erhält das jeweilige Vorstandsmitglied 50 % seiner vertraglich vereinbarten Grundvergütung.
Die individualisierte Offenlegung der Gesamtvergütung eines jeden Vorstandsmitglieds ist zuzüglich der Zuführungen aufgrund von Versorgungszusagen in der folgenden Übersicht dargestellt:
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| Gehalt € |
Sach- bezüge* € |
Variable Vergütung** € |
Aufwand für Bonus- systeme mit Langzeit- charakter*** € |
Gesamt € |
Zuführung zur Pensions- rückstellung aus Altersversorgungs- zusagen € |
Zuführung zur Pensions- rückstellung aus Gehalts- umwandlung € |
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Zum 31.12.2009 amtierende Vorstandsmitglieder | |||||||
| Dr. Heinz-Jürgen Bertram (Gesamtjahresbezüge 2009 bis 30.06. Vorstandsmitglied Flavor & Nutrition ab 1.07. Vorstandsvorsitzender) | 462.500 | 7.811 | 502.100 | 164.148 | 1.136.559 | 53.968 | 122.229 |
| 2008 | 400.000 | 7.356 | 117.400 | 11.290 | 536.046 | 1.665 | 26.884 |
| Achim Daub (2009) | 400.000 | 6.091 | 487.162 | 128.909 | 1.022.162 | 0 | 0 |
| 2008 | 400.000 | 8.210 | 64.838 | 11.634 | 484.682 | 0 | 0 |
| Hans Holger Gliewe (ab 5.11.2009) | 31.192 | 18.029 | 15.434 | 0 | 64.655 | 0 | 12.630 |
| 2008 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Bernd Hirsch (ab 1.12.2009) | 25.000 | 0 | 27.000 | 0 | 52.000 | 0 | 0 |
| 2008 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 2009 ausgeschiedene Vorstandsmitglieder | |||||||
| Dr. Gerold Linzbach (Vorstandsvorsitzender bis 30.06.2009) | 300.000 | 5.374 | 512.000 | 0 | 817.374 | 0 | 24.031 |
| Abfindung Bezüge vom 1.07. bis 22.10.2009 | 186.364 | 0 | 0 | 0 | 186.364 | 0 | 0 |
| 2008 | 600.000 | 10.140 | 138.000 | 0 | 748.140 | 0 | 63.498 |
| Dominique Yates (Vorstandsmitglied bis 30.11.2009) | 275.000 | 6.399 | 255.500 | 0 | 536.899 | 0 | 58.448 |
| Bezüge Dezember 2009**** | 25.000 | 582 | 27.000 | 0 | 52.582 | 0 | 0 |
| 2008 | 300.000 | 919 | 139.000 | 9.092 | 449.011 | 0 | 34.267 |
* Sachbezüge beinhalten sonstige Bezüge wie geldwerte Vorteile aus der Bereitstellung eines Firmenwagens, Wohnungs- und Umzugskosten sowie Zuschüsse zur Gruppenunfallversicherung
** Variable Vergütungen beinhalten sowohl die Rückstellungsbildung für den Bonus des laufenden Jahres als auch die Zahlungen für den Bonus des Vorjahres, soweit dieser von der Rückstellungsbildung des Vorjahres abweicht.
*** Aufwand aus Zuführungen zu Rückstellungen für Bonussysteme mit Langzeitcharakter (sog. LTIP)
**** Die Bezüge von Dominique Yates im Dezember 2009 rühren aus dem vereinbarten Ende der Laufzeit seines Anstellungsvertrages und seiner Tätigkeit bis zum 31.12.2009. Die organschaftliche Vorstandsbestellung endete hingegen zum 30. November 2009.
Beendigung der Dienstverträge von Dr. Gerold Linzbach und Dominique Yates
Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder enthalten keine besonderen Vergütungsregelungen bei einem zeitlichen Auslaufen der Verträge, insbesondere keine gesonderten Abfindungszahlungen.
Der Vorstandsvertrag mit Dr. Gerold Linzbach wurde zum 30. Juni 2009 vorzeitig im Zuge der Ernennung von Dr. Heinz-Jürgen Bertram zu dessen Nachfolger mit Wirkung zum 1. Juli 2009 einvernehmlich aufgehoben. Mit seiner letzten Entgeltabrechnung erhielt er seine festen Bezüge für den Zeitraum Juli 2009 bis 22. Oktober 2009, dem ursprünglichen Ende seines Vertrags, als Einmalzahlung ausgezahlt. Ferner erhielt er seinen zeitanteiligen Bonus für die Monate Januar bis Oktober 2009. Weitere Zahlungen erfolgten nicht.
Im gegenseitigen Einvernehmen und auf eigenen Wunsch schied Dominique Yates zum 31. Dezember 2009 aus dem Unternehmen aus. Bis zu diesem Zeitpunkt erhielt er seine regelmäßige monatliche Vergütung ausbezahlt. Ferner erhält er 2010 den vertraglich vereinbarten erfolgs- und leistungsabhängigen Bonus für das Jahr 2009. Weitere Zahlungen an ihn erfolgen nicht.
Bei beiden ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern, Dr. Gerold Linzbach und Dominique Yates, wurde auf eine nachvertragliche Wettbewerbsabrede einvernehmlich verzichtet.
Directors’& Officers’-Versicherung
Zugunsten der Mitglieder des Vorstands hatte Symrise im Jahr 2009 eine Vermögensschaden-Haftpflicht-Gruppenversicherung (sog. „Directors’& Officers’- Versicherung) abgeschlossen. Die Versicherung deckt das persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass der Personenkreis bei Ausübung der Führungstätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genommen wird. Im Jahr 2009 war kein Selbstbehalt mit den Vorstandsmitgliedern vereinbart. Ab 2010 wird ein solcher basierend auf dem „Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung“ eingeführt.
15 ANGABEN GEMÄß PARAGRAPH 315 ABS. 4 HGB
Das Grundkapital der Symrise AG beläuft sich unverändert auf 118.173.300 € und ist in nennwertlose auf den Inhaber lautende Stückaktien zum rechnerischen Wert von je 1 € eingeteilt. Die damit zusammenhängenden Rechte und Pflichten werden durch die relevanten Vorschriften des deutschen Aktiengesetzes geregelt. Es existieren keine unterschiedlichen Aktiengattungen mit verschiedenen Rechten und Pflichten. Auch Sonderrechte und Kontrollbefugnisse für irgendwelche Inhaber von Aktien bestehen nicht.
Wir wurden von keinem der Aktionäre darauf hingewiesen, dass die Meldeschwelle von 10 % oder mehr an Stimmrechten an unserem Unternehmen überschritten wurde.
Die Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands richtet sich nach den §§ 84, 85 des Aktiengesetzes. Änderungen der Satzung richten sich nach den §§ 133, 179 des Aktiengesetzes.
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 31. Oktober 2011 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 40 Mio. € zu erhöhen. Die neuen Aktien können von einem oder mehreren durch den Vorstand bestimmten Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
| a) | bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zum Zweck der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft und mit der Gesellschaft verbundener Unternehmen im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften; |
| b) | soweit dies erforderlich ist, um Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- beziehungsweise Wandlungsrechts beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten zustehen würde; |
| c) | um etwaige Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht auszunehmen; |
| d) | bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlage, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien gleicher Gattung und Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung des Ausgabebetrags durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 Aktiengesetz unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des im Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien vorhandenen Grundkapitals nicht übersteigt. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals werden angerechnet Aktien, die während der Laufzeit des genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gemäß §§ 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 5, 186 Abs. 3 Satz 4 Aktiengesetz veräußert werden, sowie Aktien, auf die ein Wandlungsrecht oder Optionsrecht oder eine Wandlungspflicht oder Optionspflicht auf Grund von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen besteht, die seit Erteilung dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gem. §§ 221 Abs. 4, 186 Abs. 3 Satz 4 Aktiengesetz ausgegeben worden sind. |
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung einschließlich des Inhalts der Aktienrechte und der Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.
Ferner hat die ordentliche Hauptversammlung am 11. Mai 2009 den Vorstand ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71 a ff. Aktiengesetz zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden.
a) Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft oder durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft ausgeübt werden. Die Ermächtigung gilt bis zum 31. Oktober 2010.
b) Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebots.
aa) Erfolgt der Erwerb der Aktien über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den am Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 5 % über- oder unterschreiten.
bb) Erfolgt der Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot beziehungsweise eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots, dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots beziehungsweise der öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots beziehungsweise der öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots erhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses, so kann das Angebot beziehungsweise die Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebots angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Durchschnittskurs der drei Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung einer etwaigen Anpassung abgestellt. Das Kaufangebot beziehungsweise die Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebots kann weitere Bedingungen vorsehen. Sofern das Kaufangebot überzeichnet ist, beziehungsweise im Fall einer Aufforderung zur Abgabe eines Angebots von mehreren gleichwertigen Angeboten nicht sämtliche angenommen werden, muss die Annahme nach Quoten erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 100 Stück zum Erwerb angebotener Aktien je Aktionär kann vorgesehen werden.
c) Der Vorstand wird ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die auf Grund dieser Ermächtigung erworben werden, zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken, insbesondere auch zu den folgenden Zwecken zu verwenden:
aa) Die Aktien können eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Sie können auch im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des anteiligen rechnerischen Betrages der übrigen Stückaktien am Grundkapital der Gesellschaft eingezogen werden. Die Einziehung kann auf einen Teil der erworbenen Aktien beschränkt werden. Von der Ermächtigung zur Einziehung kann mehrfach Gebrauch gemacht werden. Erfolgt die Einziehung im vereinfachten Verfahren, ist der Vorstand zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt.
bb) Die Aktien können auch in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre veräußert werden, wenn die Aktien gegen Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis von Aktien gleicher Ausstattung der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet.
cc) Die Aktien können gegen Sachleistung veräußert werden, insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, Teilen von Unternehmen oder Unternehmensbeteiligungen sowie Zusammenschlüssen von Unternehmen.
d) Die Ermächtigungen unter c) Buchstaben aa) bis cc) erfassen auch die Verwendung von Aktien der Gesellschaft, die auf Grund von § 71 d Satz 5 Aktiengesetz erworben wurden.
e) Die Ermächtigungen unter c) können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilen, einzeln oder gemeinsam, die Ermächtigungen unter c) Buchstaben bb) und cc) können auch durch abhängige oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehende Unternehmen oder auf deren Rechnung oder auf Rechnung der Gesellschaft handelnde Dritte ausgenutzt werden.
f) Das Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß der vorstehenden Ermächtigung unter c) Buchstaben bb) und cc) verwendet werden.
g) Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands auf Grund dieses Hauptversammlungsbeschlusses nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen.
Andere zu berichtende Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB bestehen nicht.
16 ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG
Die Erklärung zur Unternehmensführung ist auf der Internetseite der Symrise AG öffentlich zugänglich gemacht. Die Adresse lautet: www.symrise.com > Our Company > Investor Relations > Corporate Governance > Erklärung zur Unternehmensführung
Bilanz zum 31. Dezember 2009
Aktiva
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| 31.12.2009 EUR |
31.12.2008 EUR |
|
|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Software und Lizenzen | 1.440.080,66 | 1.365.242,52 |
| II. Sachanlagen | ||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 154.388,67 | 66.037,10 |
| III. Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 450.558.576,00 | 450.558.576,00 |
| 452.153.045,33 | 451.989.855,62 | |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 663.690.564,96 | 660.363.443,37 |
| 2. Sonstige Vermögensgegenstände | 2.795.111,15 | 891.665,39 |
| 666.485.676,11 | 661.255.108,76 | |
| II. Guthaben bei Kreditinstituten | 5.659.725,81 | 9.869.930,00 |
| 672.145.401,92 | 671.125.038,76 | |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 198.634,79 | 192.575,28 |
| 1.124.497.082,04 | 1.123.307.469,66 | |
| Passiva | ||
| 31.12.2009 EUR |
31.12.2008 EUR |
|
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 118.173.300,00 | 118.173.300,00 |
| II. Kapitalrücklage | 845.655.678,94 | 845.655.678,94 |
| III. Bilanzgewinn | 119.281.760,91 | 111.990.566,65 |
| 1.083.110.739,85 | 1.075.819.545,59 | |
| B. Rückstellungen | ||
| 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 3.419.935,00 | 3.013.322,00 |
| 2. Steuerrückstellungen | 1.540.000,00 | 6.534.074,00 |
| 3. Sonstige Rückstellungen | 4.950.050,00 | 3.445.069,46 |
| 9.909.985,00 | 12.992.465,46 | |
| C. Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 5.000.000,00 | 0,00 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 764.042,67 | 1.387.175,05 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 25.153.843,48 | 30.558.185,74 |
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 558.471,04 | 2.550.097,82 |
| --davon aus Steuern TEUR 446 (i. Vj. TEUR 2.408)-- | ||
| 31.476.357,19 | 34.495.458,61 | |
| 1.124.497.082,04 | 1.123.307.469,66 |
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Holzminden, 22. Februar 2010
Symrise AG
Der Vorstand
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom vom 01. Januar bis 31. Dezember 2009
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| 2009 | 2008 EUR |
||
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | ||
| --- | --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 15.067.292,00 | 10.980.000,00 | |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 3.723.691,58 | 6.073.662,74 | |
| 18.790.983,58 | 17.053.662,74 | ||
| 3. Personalaufwand | |||
| a) Löhne und Gehälter | - 7.451.406,63 | - 6.028.829,26 | |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung | - 693.794,24 | - 540.602,44 | |
| --davon für Altersversorgung EUR 354.183,96 (i. Vj. EUR 185.734,97)-- | |||
| - 8.145.200,87 | - 6.569.431,70 | ||
| 4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | - 553.587,13 | - 202.444,70 | |
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 16.967.456,72 | - 14.809.097,21 | |
| 6. Erträge aus Beteiligungen | 64.528.271,29 | 45.456.891,04 | |
| --davon aus verbundenen Unternehmen EUR 64.528.271,29 (i. Vj. EUR 45.456.891,04)-- | |||
| 7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 14.664.406,48 | 36.194.311,27 | |
| --davon aus verbundenen Unternehmen EUR 14.660.060,78 (i. Vj. EUR 36.115.442,55)-- | |||
| 8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | - 549.321,84 | - 863.350,20 | |
| --davon an verbundene Unternehmen EUR 162.608,13 (i. Vj. EUR 511.823,63)-- | |||
| 78.643.355,93 | 80.787.852,11 | ||
| 9. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 71.768.094,79 | 76.260.541,24 | |
| 10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 5.387.069,53 | - 4.926.582,70 | |
| 11. Sonstige Steuern | - 3.181,00 | - 28.758,00 | |
| - 5.390.250,53 | - 4.955.340,70 | ||
| 12. Jahresüberschuss | 66.377.844,26 | 71.305.200,54 | |
| 13. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 52.903.916,65 | 40.685.366,11 | |
| 14. Bilanzgewinn | 119.281.760,91 | 111.990.566,65 |
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2009
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| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||
|---|---|---|---|---|
| 01.01.2009 EUR |
Zugänge EUR |
Abgänge EUR |
31.12.2009 EUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Software und Lizenzen | 1.536.290,70 | 588.880,12 | 773,28 | 2.124.397,54 |
| II. Sachanlagen | ||||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 99.142,38 | 127.896,72 | 206,44 | 226.832,66 |
| III. Finanzanlagen | ||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 450.558.576,00 | 0,00 | 0,00 | 450.558.576,00 |
| 452.194.009,08 | 716.776,84 | 979,72 | 452.909.806,20 |
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| Kumulierte Abschreibungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| 01.01.2009 EUR |
Abschreibungen des Geschäftsjahres EUR |
Abgänge EUR |
31.12.2009 EUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Software und Lizenzen | 171.048,18 | 514.041,98 | 773,28 | 684.316,88 |
| II. Sachanlagen | ||||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 33.105,28 | 39.545,15 | 206,44 | 72.443,99 |
| III. Finanzanlagen | ||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 204.153,46 | 553.587,13 | 979,72 | 756.760,87 |
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| Buchwerte | ||
|---|---|---|
| 31.12.2009 EUR |
31.12.2008 TEUR |
|
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Software und Lizenzen | 1.440.080,66 | 1.365 |
| II. Sachanlagen | ||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 154.388,67 | 66 |
| III. Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 450.558.576,00 | 450.559 |
| 452.153.045,33 | 451.990 |
Hinweis: Ggf. ist die Darstellung um "Start-up and business expansion expenses".
Anhang für das Geschäftsjahr 2009
ALLGEMEINE ANGABEN
Der Jahresabschluss der Symrise AG für das Geschäftsjahr 2009 wurde nach den Vorschriften des HGB und den ergänzenden Vorschriften des AktG auf den 31. Dezember 2009 aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten vermindert um planmäßige Abschreibungen oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.
Die Abschreibungen des Sachanlagevermögens werden nach der linearen Methode vorgenommen. Geringwertige Vermögensgegenstände im Einzelwert bis EUR 410,00 netto werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten angesetzt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert unter Berücksichtigung angemessener Abschläge für erkennbare Risiken bewertet. Die Höhe der Wertberichtigungen richtet sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko.
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Für ungewisse Verbindlichkeiten werden Rückstellungen passiviert. Der Ansatz erfolgt für Pensionsrückstellungen nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß § 6a EStG nach dem Teilwertverfahren mit einem Rechnungszinsfuß von 6 %.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken. Sie werden mit dem Betrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.
Der Ansatz der Verbindlichkeiten erfolgt zum Rückzahlungsbetrag.
Währungsumrechnung
Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Kurs am Buchungstag oder mit dem niedrigeren (Forderungen) bzw. höheren (Verbindlichkeiten) am Bilanzstichtag bilanziert.
Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen
Der Zinsaufwand aus der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten Zinsen und ähnliche Aufwendungen ausgewiesen.
Leerseite für Anlagespiegel
ANLAGESPIEGEL
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
1. Entwicklung des Anlagevermögens
Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens ist auf der Seite 2 und 3 gesondert dargestellt.
2. Anteile an verbundenen Unternehmen
Die Aufstellung des Anteilsbesitzes wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Die detaillierte Darstellung des Anteilsbesitzes gem. § 285 Satz 1 Nr. 11 HGB ergibt sich aus einer gesonderten Aufstellung als Anlage zu diesem Jahresabschluss.
3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten, wie im Vorjahr, keine Posten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen im Wesentlichen gegen die Symrise GmbH & Co. KG und resultieren aus der Ergebnisübernahme sowie aus Darlehensforderungen. Außerdem bestehen Forderungen gegen weitere verbundene Unternehmen aus dem von der Gesellschaft geführten Cash-Pool.
4. Eigenkapital
Entwicklung des Eigenkapitals in 2009
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| Angaben | Gezeichnetes Kapital TEUR |
Kapitalrücklage TEUR |
Bilanzgewinn TEUR |
Summe TEUR |
|---|---|---|---|---|
| Stand 1. Januar | 118.173 | 845.656 | 111.991 | 1.075.820 |
| Ausschüttung | 0 | 0 | - 59.087 | - 59.087 |
| Jahresüberschuss | 0 | 0 | 66.378 | 66.378 |
| Stand 31. Dezember | 118.173 | 845.656 | 119.282 | 1.083.111 |
Das gezeichnete Kapital beträgt zum Jahresende EUR 118.173.300,00. Bei einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie sind insgesamt 118.173.300 Stückaktien im Umlauf.
Gemäß Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 31. Oktober 2011 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmalig um bis zu EUR 40.000.000,00 zu erhöhen.
Dabei kann die Gewinnberechtigung neuer Aktien abweichend von § 60 AktG bestimmt werden.
Den Aktionären ist ein Bezugsrecht einzuräumen. Das Bezugsrecht kann jedoch durch den Vorstand in folgenden Fällen mit Zustimmung des Aufsichtsrates ausgeschlossen werden:
| 1. | Bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zur Gewährung von Aktien zum Zwecke des Erwerbes von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie zum Zweck der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft und mit der Gesellschaft verbundener Unternehmen im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften. |
| 2. | Soweit dies erforderlich ist, um Inhabern der von der Symrise AG oder ihrer Tochtergesellschaften ausgegebenen Optionsscheine und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- oder Wandlungsrechtes bzw. nach Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten zustehen würde. |
| 3. | Zum Ausgleich von infolge einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen entstehenden Spitzenbeträgen. |
| 4. | Um neue Aktien zu einem Ausgabebetrag auszugeben, der den Börsenkurs der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages nicht wesentlich unterschreitet, wobei im Rahmen der Beschränkung dieser Ermächtigung auf insgesamt zehn vom Hundert des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen sind, für die das Bezugsrecht der Aktionäre in Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG bei Ausnutzung der Ermächtigung zur Veräußerung eigener Aktien sowie bei Ausnutzung der Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- bzw. Optionsschuldverschreibungen ausgeschlossen wird. |
5. Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen wurden für sonstige Personalrückstellungen in Höhe von TEUR 2.224 (Vorjahr: TEUR 1.074), für Aufsichtsratsvergütungen TEUR 660 (Vorjahr: TEUR 694), für die Erstellung und Prüfung des Konzern- und des Jahresabschlusses der Gesellschaft von TEUR 546 (Vorjahr: TEUR 700), für ausstehende Rechnungen für empfangene Dienstleistungen TEUR 458 (Vorjahr: TEUR 187), für die Durchführung der Hauptversammlung und Erstellung des Geschäftsberichts von TEUR 453 (Vorjahr: TEUR 495) und für sonstige Verpflichtungen von TEUR 609 (Vorjahr: TEUR 295) gebildet.
6. Verbindlichkeiten
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| (Angaben) | 31.12.2009 | 31.12.2008 | ||
|---|---|---|---|---|
| Gesamt TEUR |
bis 1 Jahr TEUR |
Gesamt TEUR |
bis 1 Jahr TEUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 5.000 | 5.000 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 764 | 764 | 1.387 | 1.387 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 25.153 | 25.153 | 30.558 | 30.558 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 559 | 559 | 2.550 | 2.550 |
| - davon aus Steuern | 446 | 446 | 2.408 | 2.408 |
| 31.476 | 31.476 | 34.495 | 34.495 |
Es bestehen wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren.
7. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
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| Angaben | 31.12.2009 TEUR |
31.12.2008 TEUR |
|---|---|---|
| Verpflichtungen aus abgeschlossenen Miet- und Leasingverträgen | 444 | 873 |
| Davon gegenüber verbundenen Unternehmen | (159) | (172) |
| 444 | 873 |
Vom Gesamtbetrag der Verpflichtungen in Höhe von TEUR 444 sind TEUR 400 in 2010 fällig. Der Restbetrag ist in 2012 fällig.
8. Haftungsverhältnisse
Es besteht eine Patronatserklärung zugunsten der Symrise Limited, Hong Kong, auf Grund derer die Symrise AG für alle Verpflichtungen dieser Gesellschaft bürgt.
Weiterhin hat die Gesellschaft mit Datum vom 30. November 2006 Verträge über Bankdarlehen in Höhe von maximal von EUR 800 Mio. abgeschlossen. EUR 500 Mio. stehen der Gesellschaft als zu tilgendes Darlehen mit festem Rückzahlungskalender zur Verfügung, bis zu EUR 300 Mio. kann die Gesellschaft im Rahmen einer revolvierenden Kreditlinie in Anspruch nehmen. Insgesamt wurden zum 31. Dezember 2009 von der Symrise GmbH & Co. KG EUR 418 Mio. und USD 226 Mio. in Anspruch genommen. In den Jahren 2008 und 2009 wurden planmäßig umgerechnet EUR 122 Mio. im Rahmen des Tilgungskalenders zurückgezahlt. Die revolvierende Kreditlinie in Höhe von EUR 300 Mio. ist derzeit in Höhe von EUR 212 Mio. ausgenutzt. Die Symrise AG hat selbst aus diesen Verträgen keine Mittel aufgenommen, haftet jedoch als Vertragspartner der Kredit gebenden Banken vollumfänglich.
Darüber hinaus hat die Symrise GmbH & Co. KG am 30. April 2009 ein Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 75 Mio. aufgenommen, für das die Symrise AG ebenfalls vollumfänglich haftet.
ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
9. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse entfallen auf die Weiterbelastung von Verwaltungskosten an andere Konzerngesellschaften.
10. Periodenfremdes Ergebnis
Im Geschäftsjahr sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 357 (Vorjahr: TEUR 109) angefallen, die im Wesentlichen aus der Auflösung von Personalrückstellungen und von Rückstellungen für die Kosten der Erstellung des Geschäftsberichts und der Durchführung der Hauptversammlung resultieren.
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten TEUR 883 Steueraufwand für Vorjahre (Vorjahr: Ertrag TEUR 42).
12. Anzahl der Arbeitnehmer
Die Gesellschaft beschäftigte 2009 durchschnittlich 30 Mitarbeiter (Vorjahr: 31), zuzüglich wie im Vorjahr vier Vorstandsmitglieder.
13. Konzernverhältnisse
Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Symrise AG werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Die Symrise AG stellt ihren Konzernabschluss gemäß § 315a Abs. 1 HGB auf. Die Aufstellung erfolgt unter Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS).
14. Abschlussprüfung
Die Hauptversammlung der Symrise AG hat am 11. Mai 2009 die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer gewählt.
Die an den Abschlussprüfer gewährten Honorare sind in der entsprechenden Angabe im Konzernabschluss der Symrise AG enthalten.
15. Deutscher Corporate Governance Kodex
Die nach §161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex wurde am 22. Juni 2009 vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und auf der Internetseite des Unternehmens zugänglich gemacht.
16. Anteilsbesitz an der Symrise AG
Der Symrise AG gingen bis zum Bilanzstichtag folgende Mitteilungen von Anteilseignern der Gesellschaft nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) zu:
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| Gesellschaft | Sitz | Mitteilung am | Zeitpunkt zum | % Schwelle über- bzw. unterschritten | Anteilbesitz nachher in % |
Stimmrechte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Altrinsic Global Advisonr LLC2 | Stamford, USA | 18.12.2009 | 20.11.2009 | 3,00 % | 2,95 % | 3.489.577 |
| Gerberding Vermögensverwaltung GmbH4 | Holzminden | 28.12.2006 | 13.12.2006 | |||
| Herr Horst-Otto Gerberding4 | Holzminden | 28.12.2006 | 13.12.2006 | 10,00 % | 5,86 % | 6.928.087 |
| Gerberding Vermögensverwaltung GmbH & Co.KG4 | Holzminden | 28.12.2006 | 13.12.2006 | |||
| Bank of New York Mellon Corporation1 | Pittsburgh, Pennsylvania, USA | 01. 02 2008 | 01. 07 2007 | 5,00 % | 5,24 % | 6.190.618 |
| Bank of New York Mellon Corporation1 | New York, New York, USA | 31. 12 2008 | 30. 12 2008 | 5,00 % | 4,98 % | 5.888.136 |
| BNY Mellon International Limited 1 | London, UK | 24. 02 2009 | 5. 02 2009 | 3,00 % | 2,71 % | 3.198.784 |
| Capital Income Builder, Inc.,2 | Los Angeles, USA | 02. 09 2009 | 27. 08 2009 | 3,20 % | 5,22 % | 6.164.220 |
| Capital Research and Management Company2 | Los Angeles, USA | 24. 02 2009 | 19. 02 2009 | 5,00 % | 5,27 % | 6.222.671 |
| Deutsche Bank1 | Frankfurt/ Deutschland | 31.07.2008 | 25.07.2008 | 3,00 % | 2,90 % | 3.428.355 |
| Deutsche Bank Americas Holding Corp.1 | Wilmington, Delaware/ USA | 28.07.2008 | 22.07.2008 | 3,00 % | 2,87 % | 3.393.317 |
| Deutsche Investment Management. Americas Inc.5 | New York/ USA | 02.06.2008 | 23.05.2008 | 3,00 % | 2,87 % | 3.393.317 |
| DWS Investment GmbH1 | Frankfurt/ Deutschland | 07.05.2008 | 06.05.2008 | 3,00 % | 2,97 % | 3.511.300 |
| Deutsche Bank AG/ Taunus Corp.1 | Wilmington, Delaware/ USA | 28. 07 2008 | 22. 07 2008 | 3,00 % | 2,93 % | 3.458.490 |
| Egerton Capital Limited1 | London/ UK | 19. 02 2008 | 13. 02 2008 | 3,00 % | 2,98 % | 3.521.323 |
| Egerton Capital Limited Partnership1 | London/ UK | 22. 02 2008 | 13. 02 2008 | 3,00 % | 2,98 % | 3.521.323 |
| Fidelity Management & Research Company2 | Boston, Massachusetts, USA | 19. 02 2009 | 18. 02 2009 | 3,00 % | 2,58 % | 3.054.400 |
| FMR LLC1 | Boston, Massachusetts, USA | 20. 02 2009 | 19. 02 2009 | 3,00 % | 2,72 % | 3.218.600 |
| John Armitage1 | London/ UK | 22. 02 2008 | 13. 02 2008 | 3,00 % | 2,98 % | 3.521.323 |
| JPMorgan Asset Management (Taiwan) Limited2,6 | Taipei, Taiwan | 07. 12 2009 | 02. 12 2009 | 3,00 % | 3,03 % | 3.582.960 |
| JPMorgan Asset Management (UK) Limited2,6 | London, UK | 01. 12 2009 | 26. 11 2009 | 3,00 % | 3,02 % | 3.570.582 |
| JPMorgan Asset Management Holding (UK) Limited1 | London, UK | 17. 03 2009 | 22. 01 2009 | 3,00 % | 2,94 % | 3.474.305 |
| JPMorgan Asset Management Holdings Inc.1 | New York, USA | 17. 03 2009 | 11. 03 2009 | 3,00 % | 2,91 % | 3.439.679 |
| JPMorgan Asset Management International Limited1 | London, UK | 17. 03 2009 | 22. 01 2009 | 3,00 % | 2,94 % | 3.474.305 |
| JPMorgan Chase & Co.1,4 | New York, USA | 17.03.2009 | 11.03.2009 | 3,00 % | 2,93 % | 3.456.859 |
| JPMorgan Investment Management Inc.2,6 | New York, USA | 01. 12 2009 | 26. 11 2009 | 3,00 % | 3,02 % | 3.570.582 |
| Lazard Asset Management LLC2 | New York, USA | 30. 09 2008 | 25. 09 2008 | 3,00 % | 2,75 % | 3.246.887 |
| M&G Group Limited1 | London, UK | 03. 03 2008 | 28. 02 2008 | 5,00 % | 5,17 % | 6.114.758 |
| M&G Investment Funds2 | London, UK | 25. 03 2008 | 18. 03 2008 | 5,00 % | 5,06 % | 5.974.017 |
| M&G Investment Management Limited1 | London, UK | 03. 03 2008 | 28. 02 2008 | 5,00 % | 5,13 % | 6.056.787 |
| M&G Limited1 | London, UK | 03. 03 2008 | 28. 02 2008 | 5,00 % | 5,17 % | 6.114.758 |
| M&G Securities Limited2 | London, UK | 25. 03 2008 | 18. 03 2008 | 5,00 % | 5,18 % | 6.115.017 |
| Massachusetts Financial Services Company (MFS)2 | Boston, Massachusetts, USA | 07. 10 2008 | 30. 09 2008 | 5,00 % | 5,02 % | 5.929.174 |
| MBC Investments Corp., Greenville, 1 | Delaware, USA | 24. 02 2009 | 05. 02 2009 | 3,00 % | 2,71 % | 3.208.273 |
| Mellon International Holdings S.A.R.L, Luxembourg 1 | Luxembourg | 24. 02 2009 | 05. 02 2009 | 3,00 % | 2,71 % | 3.198.784 |
| Neptune LLC, Pittsburgh 1 | Pennsylvania, USA | 24. 02 2009 | 05. 02 2009 | 3,00 % | 2,71 % | 3.198.784 |
| New Star Asset Management Limited2 | London, UK | 17. 12 2008 | 12. 12 2008 | 3,00 % | 2,92 % | 3.453.794 |
| Newton Management Limited, Mellon Financial Centre1 | London, UK | 24. 02 2009 | 05. 02 2009 | 3,00 % | 2,71 % | 3.198.784 |
| Newton Investment Management Ltd2 | London, UK | 24.02.2009 | 05.02.2009 | 3,00 % | 2,71 % | 3.198.784 |
| Prudential plc.1 | London, UK | 27. 02 2008 | 21. 02 2008 | 5,00 % | 5,08 % | 6.013.331 |
| Schroders Administration Limited3 | London, UK | 04. 02 2008 | 25. 01 2008 | 5,00 % | 4,96 % | 5.865.659 |
| Schroders Investment Management Limited2 | London, UK | 04. 02 2008 | 25. 01 2008 | 5,00 % | 4,96 % | 5.865.659 |
| Schroders plc.3 | London, UK | 04. 02 2008 | 25. 01 2008 | 5,00 % | 4,96 % | 5.865.659 |
| Sun Life Assurance Company of Canada - US Operations Holdings Inc.1 | Wellesley Hills, Massachusetts, USA | 07. 10 2008 | 30. 09 2008 | 5,00 % | 5,02 % | 5.929.174 |
| Sun Life Financial (U.S.) Holding Inc.1 | Wellesley Hills, Massachusetts, USA | 07. 10 2008 | 30. 09 2008 | 5,00 % | 5,02 % | 5.929.174 |
| Sun Life Financial (U.S.) Investments LLC1 | Wellesley Hills, Massachusetts, USA | 07. 10 2008 | 30. 09 2008 | 5,00 % | 5,02 % | 5.929.174 |
| Sun Life Financial Inc. 1 | Toronto, Ontario, Kanada | 07. 10 2008 | 30. 09 2008 | 5,00 % | 5,02 % | 5.929.174 |
| Sun Life Global Investments Inc. (vormals Sun Life Financial Corp.)1 | Toronto, Ontario, Kanada | 07. 10 2008 | 30. 09 2008 | 5,00 % | 5,02 % | 5.929.174 |
| Sun Life of Canada (U.S.) Financial Services Holdings Inc.1 | Boston, Massachusetts, USA | 07. 10 2008 | 30. 09 2008 | 5,00 % | 5,02 % | 5.929.174 |
| The Bank of New York Mellon Corporation, New York 1 | New York, USA | 24. 02 2009 | 05. 02 2009 | 3,00 % | 2,71 % | 3.208.338 |
| Willian Bollinger1 | London/ UK | 22. 02 2008 | 13. 02 2008 | 3,00 % | 2,98 % | 3.521.323 |
1 Die Stimmrechte werden gemäß § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 6 i.V.m. Satz 2 WpHG zugerechnet
2 Die Stimmrechte werden gemäß § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 6 WpHG zugerechnet
3 Die Stimmrechte werden gemäß § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 6 und Satz 2 und 3 WpHG zugerechnet
4 Die Stimmrechte werden gemäß § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet
5 Sämtliche Stimmrechte werden der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 S.1 Nr. 6 WpHG zugerechnet, davon 0,03 % (37.934 Stimmrechte) in Verbinung mit § 22.Abs. 1 S.2 WpHG
6 Die Stimmrechte werden gemäß § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet
17. Bezüge der Organmitglieder
Die Gesamtvergütung für Mitglieder des Aufsichtsrates beträgt TEUR 660 (Vorjahr: TEUR 673).
Die Bezüge des Vorstands der Symrise AG sind im Lagebericht dargestellt.
Erstmals im Jahr 2008 ist ein langfristiger Incentive Plan für den Vorstand und die Führungskräfte mit einer Laufzeit bis 2010 in Kraft getreten ist. Der Plan wird als „Performance Cash Plan“ mit einer Leistungskomponente aufgelegt, die sich am Aktienkurs und der Wertentwicklung des Unternehmens orientiert.
In seiner Sitzung am 21. Juli 2009 hat der Aufsichtsrat beschlossen, ein weiteres „Long Term Incentive Program“ (LTIP) für die Periode 2009 bis 2011 den Vorstandsmitgliedern anzubieten, das mit Wirkung zum 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist. Von seiner Grundkonzeption ist das Programm unverändert gegenüber dem vorangegangenen LTIP.
Die Bezüge der ehemaligen nicht aktiven Vorstände und Geschäftsführer betrugen TEUR 734 (Vorjahr: TEUR 961).
Die Pensionsrückstellungen für die ehemaligen nicht aktiven Vorstände und Geschäftsführer betragen TEUR 2.190 (Vorjahr: TEUR 2.058).
18. Namen der Organmitglieder
Aufsichtsrat
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| Name | Tätigkeit | Sonstige Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsratsmandate bzw. Mandate bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien |
|---|---|---|
| Andreas Schmid* Vorsitzender | Vorsitzender des Aufsichtsrats der Symrise AG | Oettinger Imex AG (Davidoff Group) (Präsident des Verwaltungsrats) |
| gategroup AG (Präsident des Verwaltungsrats) | ||
| Flughafen Zürich AG (Präsident des Verwaltungsrats) | ||
| Barry Callebaut AG (Vizepräsident des Verwaltungsrats) | ||
| Karl Steiner AG (Mitglied des Verwaltungsrats) | ||
| Badrutt’s Palace Hotel AG (Mitglied des Verwaltungsrats) | ||
| Karl-Heinz Huchthausen, stellv. Vorsitzender | Vorsitzender des Betriebsrats und des Gesamtbetriebsrats der Symrise GmbH & Co. KG | Stadtwerke Holzminden GmbH (Vorsitzender des Aufsichtsrats) |
| Dr. Helmut Frieden | Corporate Vice President Corporate Compliance bei der Symrise GmbH & Co. KG, Holzminden | |
| Dr. Peter Grafoner* | CBR Fashion Holding GmbH, Celle (Vorsitzender der Geschäftsführung) | SKF AB, Göteborg, Schweden (Mitglied des Board of Directors) |
| MASA Aktiengesellschaft, Andernach (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats) | ||
| SCANIA Schweiz AG, Kloten, Schweiz (Vorsitzender des Verwaltungsrats) | ||
| VTI Technologies Oy, Finnland (Vorsitzender des Board of Directors) | ||
| Horst-Otto Gerberding* | Geschäftsführender Gesellschafter der Drago Invest GmbH & Co KG | InfoTech AG (Mitglied des Aufsichtsrats) |
| Yanick + Fée AG (Mitglied des Verwaltungsrats) | ||
| Francesco Grioli | Vorstandssekretär Tarifpolitik/Finanzen der IGBCE | |
| Dr. Hans-Heinrich Gürtler* | ||
| Regina Hufnagel | stellv. Vorsitzende des Betriebsrats und des Gesamtbetriebsrats der Symrise GmbH & Co. KG | |
| Dr. Thomas Rabe* (ab 22.04.2009) | Finanzvorstand der Bertelsmann AG | Arvato AG (stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats) |
| Druck- und Verlagshaus Gruner + Jahr AG (Mitglied des Aufsichtsrats) | ||
| BMG RM Germany GmbH (seit 30.09.2009) (Vorsitzender des Aufsichtsrats) | ||
| IKB AG (seit 17.06.2009), (Mitglied des Aufsichtsrats) | ||
| Sanna Suvanto-Harsaae* | selbstständige Unternehmensberaterin | Sunset Boulvard AS (Dänemark) (Vorsitzende des Aufsichtsrats) |
| Babysam AS (Dänemark) (Vorsitzende des Aufsichtsrats) | ||
| Duni AB (Schweden) (Mitglied des Aufsichtsrats) | ||
| Paulig AB (Finnland) (Mitglied des Aufsichtsrats) | ||
| Jetpak AB (Schweden) (Mitglied des Aufsichtsrats) | ||
| Candyking AB (Schweden) (Mitglied des Aufsichtsrats) | ||
| Helmut Tacke | Mitglied des Betriebsrats der Symrise GmbH & Co. KG | |
| Peter Winkelmann | Leiter des Bezirks Alfeld der IG BCE |
* Anteilseignervertreter
Vorstand
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| Name | Tätigkeit | Sonstige Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsratsmandate bzw. Mandate bei vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien |
|---|---|---|
| Dr. Hans-Jürgen Bertram | Vorsitzender | Regionaler Beirat der Nord LB |
| Chemiker Frankfurt | (ab 1. Juni 2009) | (Holzminden) |
| Mitglied des Beirats der Deutsche Bank AG (Hannover) | ||
| Dr. Gerold Linzbach | Vorsitzender | |
| Chemiker Frankfurt | (bis 30. Juni 2009) | |
| Bernd Hirsch | Finanzen | |
| Kaufmann Neuler | (ab 1. Dezember 2009) | |
| Dominique Yates | Finanzen | |
| Chartered Accountant Frankfurt | (bis 30. November 2009) | |
| Achim Daub | Scent & Care | |
| Kaufmann Paris, Frankreich | ||
| Holger Gliewe | Flavor & Nutrition | |
| Kaufmann Sao Paulo, Brasilien | (ab 5. November 2009) |
Holzminden, 22. Februar 2010
Symrise AG
Der Vorstand
Dr. Heinz-Jürgen Bertram
Achim Daub
Hans-Holger Gliewe
Bernd Hirsch
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Symrise AG, Holzminden, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Symrise AG. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Hannover, 22. Februar 2010
**KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Dr. Bartels-Hetzler, Wirtschaftsprüfer
Dr. Thümler, Wirtschaftsprüfer
Sehr geehrte Aktionäre,
das Geschäftsjahr 2009 war geprägt durch die andauernde weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise und ihre Folgen. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen kann Symrise auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Das ist keineswegs selbstverständlich. Die vom Vorstand vorausschauend ergriffenen Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen waren erfolgreich und haben sich bewährt.
Im nachfolgenden Bericht möchte ich Sie über die Tätigkeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2009 informieren. Auch im Geschäftsjahr 2009 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Ich werde insbesondere den kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand, die Beratungs- und Aufgabenschwerpunkte im Aufsichtsratsplenum und in den Ausschüssen des Aufsichtsrats, sowie die Jahres- und Konzernabschlussprüfung des Aufsichtsrats darstellen und näher erläutern.
Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und die Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht. In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Auch die strategische Planung und Ausrichtung des Unternehmens stimmte der Vorstand mit uns ab. Wie bereits im vorangegangenen Geschäftsjahr haben Aufsichtsrat und Vorstand eine eigene Schwerpunktsitzung zur Überprüfung und Bewertung der Strategie des Unternehmens abgehalten. Wir haben sämtliche für das Unternehmen bedeutende Geschäftsvorgänge auf Basis der Informationen des Vorstands im Aufsichtsratsplenum ausführlich diskutiert und beraten. Nach Gesetz oder Satzung zustimmungspflichtige Angelegenheiten legte uns der Vorstand rechtzeitig zur Beschlussfassung vor. Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands haben wir, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung unser Votum abgegeben. In dringenden Fällen erfolgte die Beschlussfassung in Abstimmung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden schriftlich oder telefonisch. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offen zu legen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, sind auch im Geschäftsjahr 2009 nicht aufgetreten.
Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung, der Investitionsvorhaben, über den Gang der Geschäfte, die wirtschaftliche Lage des Konzerns, die Risikosituation und das Risikomanagement. Auch das Compliance-Programm und die rechtskonforme Unternehmensführung waren Bestandteil der Unterrichtung durch den Vorstand. Diese Unterrichtung erfolgte sowohl schriftlich als auch mündlich. Alle wesentlichen Finanzkennzahlen wurden uns vom Vorstand monatlich berichtet. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen sind uns frühzeitig und im Einzelnen nachvollziehbar erläutert worden. Wir haben solche Abweichungen anhand der vom Vorstand vorgelegten Unterlagen überprüft und nachvollzogen. Auch außerhalb der Sitzungen des Aufsichtsrats standen ich und andere Mitglieder des Aufsichtsrats mit dem Vorstand in engem und kontinuierlichem Kontakt und haben den Vorstand beratend unterstützt. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise und deren Auswirkung auf die aktuelle und zukünftige Geschäftslage, der Stand wesentlicher Projekte und wesentliche Geschäftsvorfälle der beiden Geschäftsbereiche waren wiederholt Gegenstand unserer Gespräche mit dem Vorstand.
DIE ARBEIT DER AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS
Wie bereits in der Vergangenheit hat der Aufsichtsrat zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben insgesamt vier Ausschüsse eingerichtet, die die Beschlüsse des Aufsichtsrats sowie die im Plenum zu behandelnden Themen vorbereiten. Soweit dies gesetzlich zulässig ist, werden in Einzelfällen Entscheidungsbefugnisse des Aufsichtsrats auf seine Ausschüsse übertragen. Der Aufsichtsrat hat einen Prüfungsausschuss, den Vermittlungsausschuss gemäß §27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz, einen Präsidialausschuss und einen Nominierungsausschuss als ständige Ausschüsse eingerichtet. Letzterer hat den Auftrag, bei anstehenden Neuwahlen zum Aufsichtsrat, geeignete Kandidaten für die Anteilseignervertreter vorzuschlagen. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses führt der Aufsichtsratsvorsitzende in allen Ausschüssen den Vorsitz. Die Ausschussvorsitzenden berichten in den Plenumssitzungen regelmäßig und umfassend über den Inhalt und die Ergebnisse der Ausschusssitzungen.
Der Präsidialausschuss ist für die Dienstverträge mit den Vorstandsmitgliedern und die sonstigen Vorstandsangelegenheiten zuständig. Hierzu gehören insbesondere auch die Erarbeitung von Beschlussempfehlungen für das Aufsichtsratsplenum hinsichtlich der Bestellung von Mitgliedern des Vorstands oder bezüglich der wesentlichen Vertragsbestandteile der Dienstverträge der Vorstandsmitglieder. Auch die Nachfolgeplanung auf Vorstandsebene gehört hierzu. Dem Präsidialausschuss gehören zurzeit fünf Mitglieder an. Drei Mitglieder stellen die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat und zwei Mitglieder werden von den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat gestellt. Die Mitglieder sind: Andreas Schmid (Vorsitzender), Horst-Otto Gerberding, Karl-Heinz Huchthausen, Regina Hufnagel und Sanna Suvanto-Harsaae. Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2009 fünfmal. Breiten Raum nahmen dabei die Neu- und Umbesetzungen des Vorstands ein. Zunächst wurde das Auswahlverfahren für die Nachfolge von Herrn Dr. Linzbach als Vorsitzenden des Vorstands durchgeführt. Nachdem Herr Dr. Bertram diese Aufgabe übernommen hatte, bildete die Suche nach einem neuen Vorstand Flavour & Nutrition einen weiteren Schwerpunkt der Beratungen. Daneben hat der Präsidialausschuss auch das Auswahlverfahren für einen Nachfolger von Herrn Yates als Finanzvorstand koordiniert. Ebenfalls im Mittelpunkt der Ausschussarbeit stand die Überprüfung des Vergütungssystems des Vorstands und der Erfolgskriterien für die variable Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung („Long Term Incentive Plan, LTIP“).
Der Prüfungsausschuss überwacht den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung. Er befasst sich insbesondere auch mit der Unabhängigkeit und Qualifikation des Abschlussprüfers und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Der Prüfungsausschuss bereitet unter anderem auch die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Zu diesem Zweck obliegt ihm eine Vorprüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, der Lageberichte und des Vorschlags für die Gewinnverwendung. Ebenfalls zu den regelmäßigen Tagesordnungspunkten gehört die Entgegennahme des Berichts der Innenrevision und des Compliance Office. Mindestens ein Mitglied des Prüfungsausschusses muss unabhängig sein und über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen. Dem Prüfungsausschuss gehören zurzeit vier Mitglieder an. Drei Mitglieder werden von den Anteilseignervertretern im Aufsichtsrat gestellt und ein Mitglied von den Vertretern der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat. Die Mitglieder sind: Dr. Thomas Rabe (Mitglied und Vorsitzender ab dem 11. Mai 2009), Dr. Peter Grafoner (Vorsitzender bis 11. Mai 2009), Andreas Schmid und Peter Winkelmann. Der Prüfungsausschuss tagte fünfmal im Geschäftsjahr 2009. Er befasste sich in Gegenwart des Abschlussprüfers sowie des Vorstandsvorsitzenden und des Finanzvorstands schwerpunktmäßig mit dem Jahres- und Konzernabschluss der Symrise AG, der prüferischen Durchsicht der Quartals- und Halbjahresabschlüsse, den Prüfungsberichten des Abschlussprüfers sowie mit der Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems und des Compliance-Programms. Auch die zu veröffentlichenden Jahres- und Halbjahresfinanzberichte wurden vom Prüfungsausschuss ausführlich erörtert. In seiner Sitzung am 28. September 2009 hat sich der Prüfungsausschuss umfassend über den Stand der Umsetzung des Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts („BilMoG“) und die ersten Erfahrungen hiermit unterrichten lassen. Das zweite Schwerpunktthema dieser Sitzung bildeten die Möglichkeiten der mittelfristigen Finanzplanung vor dem Hintergrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.
Der Prüfungsausschuss hat den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, erneut zum Abschlussprüfer zu wählen, vorbereitet. Weiter hat der Prüfungsausschuss die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt. Er erteilte den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer, legte das Honorar für den Abschlussprüfer fest und stimmte einzelne Prüfungsschwerpunkte mit dem Abschlussprüfer ab.
Dem Vermittlungsausschuss gemäß §27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz ist paritätisch besetzt. Ihm gehören jeweils zwei Vertreter der Anteilseignervertreter und der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat an. Ihm gehören zurzeit vier Mitglieder an. Andreas Schmid (Vorsitzender), Karl-Heinz Huchthausen, Regina Hufnagel und Sanna Suvanto-Harsaae. Der Vermittlungsausschuss musste auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 nicht einberufen werden.
Dem Nominierungsausschuss, der den Auftrag hat, bei anstehenden Neuwahlen zum Aufsichtsrat, geeignete Kandidaten für die Anteilseignervertreter für die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung vorzuschlagen, gehören zurzeit drei Mitglieder an. Entsprechend dem Deutschen Corporate Governance Kodex sind dies ausschließlich Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat: Andreas Schmid (Vorsitzender), Horst-Otto Gerberding und Sanna Suvanto-Harsaae. Der Nominierungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 nicht einberufen werden.
THEMEN IM AUFSICHTSRATSPLENUM
Gegenstand regelmäßiger Beratungen im Plenum des Aufsichtsrats waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung der Symrise AG, des Konzerns und seiner beiden Geschäftsbereiche in den jeweiligen Regionen unter den sich dort entwickelnden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Finanzlage sowie die wesentlichen Beteiligungsprojekte und deren Entwicklung gemessen an den Planzielen. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, den Gang der Geschäfte sowie die aktuelle Lage des Konzerns. Der Aufsichtsrat hat sich fortlaufend über die Entwicklung und die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise informieren lassen. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2009 sechs ordentliche und eine außerordentliche Sitzung abgehalten. Darüber hinaus fanden zwei Telefonkonferenzen des Aufsichtsrats statt. Kein Aufsichtsratsmitglied hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.
In unserer Sitzung vom 25. Februar 2009 stand vor allem der Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands und die Dividendenpolitik des Konzerns angesichts der andauernden weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im Mittelpunkt der Beratungen. Der Abschlussprüfer hat an dieser Sitzung ebenfalls teilgenommen. Breiten Raum nahm auch die Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß §161 AktG, die Tagesordnung der Hauptversammlung am 11. Mai 2009 und die Verlängerung der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien ein. Ebenfalls in dieser Sitzung hat der Aufsichtsrat den Prozess der Eigenbewertung der Arbeit des Aufsichtsrats abgestimmt und auf den Weg gebracht.
Im Rahmen der Telefonkonferenz vom 26. März 2009 hat uns der Vorstand umfassend über eine strategische Akquisitionsgelegenheit informiert. Wir haben diese gemeinsam mit dem Vorstand erörtert und das weitere Vorgehen miteinander abgestimmt.
Unsere außerordentliche Sitzung vom 29. April 2009 stand ganz im Zeichen des sich dramatisch verschlechternden wirtschaftlichen Umfelds. Wir haben vertieft und im Detail den Geschäftsverlauf analysiert und diskutiert. Dabei lag der Fokus auf dem bisherigen Geschäftsverlauf 2009. Wir haben die vom Vorstand beabsichtigten Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen ausführlich behandelt und dabei auch deren mögliche Auswirkungen auf die Unternehmensstrategie erörtert.
In seiner Sitzung vom 11. Mai 2009 hat sich der Aufsichtsrat auf Basis des Verlaufs und des Ergebnisses des ersten Quartals 2009 mit der voraussichtlichen Entwicklung der Geschäftslage für das Gesamtjahr 2009 beschäftigt. Vor dem Hintergrund der weltweiten Konjunkturprogramme und deren kurzfristigen Effekte stand die Belastbarkeit der Planungsannahmen für das Gesamtjahr 2009 im Mittelpunkt der Beratungen. Vor diesem Hintergrund haben wir gemeinsam mit dem Vorstand auch die Wachstums- und Innovationsstrategie einer kritischen Würdigung unterzogen. Einen weiteren Schwerpunkt nahm die Präsentation und Erläuterung eines Akquisitionsprojekts durch den Vorstand ein.
In unserer Sitzung vom 22. Juli 2009 lag ein Schwerpunkt auf dem Geschäftsabschluss für das erste Halbjahr 2009 und das zweite Quartal 2009 nebst Halbjahresfinanzbericht nach §37 w WpHG. Weiter haben wir über die Nachfolge von Herrn Dr. Bertram als Verantwortlichem für den Geschäftsbereich Flavour & Nutrition und den Prozess für die Kandidatensuche beraten. Wir haben in dieser Sitzung ebenso ausführlich die Ergebnisse der Bewertung der Arbeit des Aufsichtsrats durch seine Mitglieder behandelt und gemeinsam mit dem Vorstand die zukünftige Struktur und Organisation des Corporate Center erörtert. Zur Vorbereitung der Schwerpunktsitzung zur Überprüfung und Bewertung der Strategie des Unternehmens im November haben wir einen eigenen Arbeitskreis gebildet.
Im Rahmen der Telefonkonferenz vom 16. Oktober 2009 haben wir gemeinsam mit dem Vorstand und im Vorgriff auf die Schwerpunktsitzung zur Überprüfung und Bewertung der Strategie des Unternehmens einige grundsätzliche strategische Überlegungen erörtert und diskutiert.
Im Rahmen der Sitzung vom 3. November 2009 haben wir uns intensiv der Vorlage des Geschäftsabschlusses für die ersten neun Monate 2009 und das dritte Quartal 2009 gewidmet. Gemeinsam mit dem Vorstand haben wir für die Vorbereitung der Unternehmensplanung 2010 die Basisdaten und Planungsannahmen abgestimmt. Im Rahmen der Neu- und Umbesetzungen des Vorstands haben wir Herrn Hans Holger Gliewe und Herrn Bernd Hirsch zu Mitgliedern des Vorstands bestellt.
Unsere Sitzung vom 4. November 2009 war eine Schwerpunktsitzung, die sich ausschließlich der Überprüfung und Bewertung der Strategie des Unternehmens gewidmet hat. Anlässlich dieser Sitzung haben wir auch externe Dritte aus den unterschiedlichsten Bereichen angehört, die aus ihren jeweiligen Perspektiven ihre individuelle Sicht der strategischen Möglichkeiten unseres Unternehmens aufgezeigt und analysiert haben. Unter Berücksichtigung dieser Beiträge haben wir anschließend gemeinsam mit dem Vorstand die Strategie des Vorstands diskutiert und hinterfragt. Wir haben mögliche Alternativszenarien diskutiert und vor dem Hintergrund verschiedener Entwicklungsszenarien der Weltwirtschaft auf ihre Angemessenheit und Umsetzbarkeit hin überprüft.
Die Sitzung vom 2. Dezember 2009 stand ganz im Zeichen der Unternehmensplanung für das bevorstehende Geschäftsjahr 2010. Der Aufsichtsrat hat in dieser Sitzung die Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2010 genehmigt. Analog der gesetzlichen Regelung für Mitglieder des Vorstands börsennotierter Unternehmen haben wir die Vereinbarung eines Selbstbehalts in der D&O-Versicherung für Mitglieder des Aufsichtsrats beschlossen. Die Geschäftsordnung des Vorstands haben wir um eine Altersgrenze von 65 Jahren für die Bestellung zum Mitglied des Vorstands ergänzt. Weiter haben wir die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats an die Neuregelungen des Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts („BilMoG“) angepasst.
JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS 2009
Der vom Vorstand nach den Regeln des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2009 und der Lagebericht der Symrise AG wurden vom Abschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Den Prüfungsauftrag hatte der Prüfungsausschuss entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Mai 2009 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Der Konzernabschluss der Symrise AG wurde gemäß §315 a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Der Abschlussprüfer versah auch den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Der Bericht des Abschlussprüfers hierüber sowie die weiteren Prüfungsberichte und die Abschlussunterlagen wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugesandt. Sie wurden im Prüfungsausschuss am 22. Februar und 1. März 2010 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am 2. März 2010 intensiv diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen des Jahres- und des Konzernabschlusses in beiden Gremien teil. Dabei berichteten sie über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und standen dem Aufsichtsrat und dem Prüfungsausschuss für Fragen und ergänzende Auskünfte uneingeschränkt zur Verfügung.
Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts haben wir dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und in der Sitzung am 2. März 2010 auf Empfehlung des Prüfungsausschusses den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns haben wir uns nach eigener Prüfung angeschlossen. Der Aufsichtsrat hält den Gewinnverwendungsvorschlag für angemessen.
CORPORATE GOVERNANCE
Über die Corporate Governance bei der Symrise AG berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung nach §289a HGB. Die Erklärung zur Unternehmensführung ist auf der Internetseite der Symrise AG öffentlich zugänglich gemacht. Die Adresse lautet: www.symrise.com > Our Company > Investor Relations > Corporate Governance > Erklärung zur Unternehmensführung. Wir haben die Weiterentwicklung der Corporate Governance Standards im In- und Ausland auch im Geschäftsjahr 2009 fortlaufend beobachtet und werden dies auch weiterhin tun. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 2. März 2010 eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach §161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft und als Teil der Erklärung zur Unternehmensführung ebenfalls dauerhaft zugänglich gemacht. Die Symrise AG entspricht seit dem 1. Januar 2010 ohne Ausnahme sämtlichen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers am 5. August 2009 bekannt gemachten aktuellen Fassung des Kodexes vom 18. Juni 2009.
VERÄNDERUNGEN IN VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Im Vorstand gab es im Berichtsjahr drei Veränderungen: Herr Dr. Gerold Linzbach ist mit Ablauf des 30. Juni 2009 aus persönlichen Gründen und in bestem Einvernehmen aus dem Unternehmen ausgeschieden. Mit Wirkung ab dem 1. Juli 2009 hat der Aufsichtsrat Herrn Dr. Heinz-Jürgen Bertram zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt. Mit Wirkung ab dem 5. November 2009 hat der Aufsichtsrat Herrn Hans Holger Gliewe als neues Mitglied des Vorstands bestellt. Er übernimmt die Leitung des Geschäftsbereichs Flavour & Nutrition.
Herr Dominique Robert Yates ist mit Ablauf des 30. November 2009 aus persönlichen Gründen und in bestem Einvernehmen aus dem Unternehmen ausgeschieden. Mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2009 hat der Aufsichtsrat Herrn Bernd Hirsch als neues Mitglied des Vorstandes bestellt. Er übernimmt die Leitung des Ressorts Finanzen.
Im Aufsichtsrat der Symrise AG gab es im zurückliegenden Geschäftsjahr 2009 eine personelle Veränderung auf der Seite der Anteilseignervertreter: Durch gerichtlichen Beschluss vom 22. April 2009 ist Herr Dr. Thomas Rabe zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt worden. Herr Dr. Rabe ist Finanzvorstand der Bertelsmann AG in Gütersloh. Herr Dr. Rabe wird sich in der Hauptversammlung am 11. Mai 2010 der Wahl der Aktionäre stellen.
Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Konzerngesellschaften im In- und Ausland sowie allen Arbeitnehmervertretungen für ihr Engagement und die geleistete Arbeit im vergangenen Geschäftsjahr 2009. Sie haben erneut zu einem für Symrise geschäftlich erfolgreichen Jahr beigetragen.
Holzminden, 2. März 2010
Für den Aufsichtsrat
Andreas Schmid, Vorsitzender