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Südzucker AG

Annual Report Jun 24, 2020

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Annual Report

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Südzucker AG Mannheim Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.03.2019 bis zum 29.02.2020 1. März 2019 - 29. Februar 2020 veröffentlicht am 14. Mai 2020 Über diesen Bericht Der Geschäftsbericht liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Auf der Südzucker-Website www.suedzucker.de stehen PDF-Dateien des Geschäftsberichts sowie des Jahresabschlusses der Südzucker AG zum Download zur Verfügung. Im Interesse einer besseren Lesbarkeit differenzieren wir nicht geschlechtsspezifisch. Die gewählte Form steht immer stellvertretend für Personen jeglichen Geschlechts. Das Geschäftsjahr der Südzucker AG weicht vom Kalenderjahr ab und betrifft den Zeitraum 1. März bis 28./29. Februar. Zahlen in Klammern beziehen sich jeweils auf den Vorjahreszeitraum bzw. -zeitpunkt. Bei Prozentangaben und Zahlen können Rundungsdifferenzen auftreten. Finanzkalender scroll Q1 - Quartalsmitteilung 1. Quartal 2020/21 9. Juli 2020 Hauptversammlung Geschäftsjahr 2019/20 16. Juli 2020 Q2 - Halbjahresfinanzbericht 1. Halbjahr 2020/21 8. Oktober 2020 Q3 - Quartalsmitteilung 1.-3. Quartal 2020/21 14. Januar 2021 Bilanzpresse- und Analystenkonferenz Geschäftsjahr 2020/21 20. Mai 2021 Q1 - Quartalsmitteilung 1. Quartal 2021/22 8. Juli 2021 Hauptversammlung Geschäftsjahr 2020/21 15. Juli 2021 Herausgeber: Südzucker AG Maximilianstraße 10 68165 Mannheim Telefon: +49 621 421-0 Südzucker AG Kurzprofil Wir sind ein verlässlicher Produzent und Lieferant von qualitativ hochwertigen Lebens- und Futtermitteln sowie Ethanol, die wir großtechnisch aus den verschiedenen Agrarrohstoffen gewinnen. Dabei stehen die Anforderungen unserer Kunden, die wir mit sicheren und innovativen Produkten versorgen, im Zentrum. Unser Ziel ist es, profitabel zu wachsen, unserer ökologischen und sozialen Verantwortung gerecht zu werden sowie den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Südzucker - eine international agierende Unternehmensgruppe - ist mit den Segmenten Zucker, Spezialitäten und Frucht ein bedeutendes Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie sowie mit dem Segment CropEnergies der führende Hersteller von Ethanol in Europa. Im Zuckerbereich betreibt die Gruppe 23 Zuckerfabriken 1 und zwei Raffinerien in Europa. Das Segment Spezialitäten ist auf dynamischen Wachstumsmärkten tätig und umfasst die Divisionen funktionelle Inhaltsstoffe für Lebensmittel und Futtermittel (BENEO), Tiefkühl-/Kühlprodukte (Freiberger), Stärke und Portionsartikel (PortionPack Europe). CropEnergies produziert in Deutschland, Belgien, Frankreich und Großbritannien Ethanol sowie Futtermittel aus nachwachsenden Rohstoffen. Mit dem Segment Frucht ist die Unternehmensgruppe weltweit tätig, im Bereich Fruchtzubereitungen Weltmarktführer und bei Fruchtsaftkonzentraten in Europa in führender Position. Unsere Kernkompetenzen liegen in der breit angelegten, großtechnischen Verarbeitung unterschiedlicher agrarischer Rohstoffe zu qualitativ hochwertigen Produkten, insbesondere zu Lebensmitteln für Industriekunden und Endverbraucher, aber auch zu Futtermitteln und weiteren Produkten für den Food- und Non-Food-Bereich. Auf der Vermarktungsseite liegt unser Fokus im Business-to-Business-Bereich. Die stabile Eigentümerstruktur schafft einen verlässlichen Rahmen für die Unternehmensentwicklung. 1 Anzahl Zuckerfabriken Kampagne 2020/21. Konzernzahlen scroll 2019/20 2018/19 2017/18 2016/17 2015/16 Umsatz und Ergebnis Umsatzerlöse Mio. € 6.671 6.754 6.983 6.476 6.387 EBITDA Mio. € 478 353 758 709 518 EBITDA-Marge % 7,2 5,2 10,8 10,9 8,1 Operatives Ergebnis Mio. € 116 27 445 426 241 Operative Marge % 1,7 0,4 6,4 6,6 3,8 Jahresfehlbetrag / -überschuss Mio. € - 55 - 805 318 312 181 Cashflow und Investitionen Cashflow Mio. € 372 377 693 634 480 Investitionen in Sachanlagen 1 Mio. € 335 379 361 329 371 Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen Mio. € 13 15 432 164 0 Investitionen gesamt Mio. € 348 394 793 493 371 Wertentwicklung Sachanlagen 1 Mio. € 3.322 3.221 3.260 2.972 2.869 Goodwill Mio. € 740 730 1.390 1.191 1.145 Working Capital Mio. € 2.213 2.008 1.888 1.737 1.665 Capital Employed Mio. € 6.388 6.072 6.650 6.012 5.791 Return on Capital Employed % 1,8 0,4 6,7 7,1 4,2 Kapitalstruktur Bilanzsumme Mio. € 8.415 8.188 9.334 8.736 8.133 Eigenkapital Mio. € 3.673 4.018 5.024 4.888 4.473 Nettofinanzschulden Mio. € 1.570 1.129 843 413 555 Verhältnis Nettofinanzschulden zu Cashflow 4,2 3,0 1,2 0,7 1,2 Eigenkapitalquote % 43,6 49,1 53,8 56,0 55,0 Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals (Gearing) % 42,7 28,1 16,8 8,4 12,4 Aktie Marktkapitalisierung Mio. € 2.873 2.625 3.014 4.921 3.834 Gesamtzahl der Aktien per 28./29. Februar Mio. Stück 204,2 204,2 204,2 204,2 204,2 Schlusskurs per 28./29. Februar € 14,07 12,86 14,76 24,10 13,88 Ergebnis je Aktie € - 0,60 - 4,14 1,00 1,05 0,53 Dividende je Aktie 2 € 0,20 0,20 0,45 0,45 0,30 Dividendenrendite per 28./29. Februar % 1,4 1,6 3,0 1,9 2,2 Mitarbeiter 19.188 19.219 18.515 16.908 16.486 1 Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. 2 2019/20: Vorschlag. TABELLE 001 Umsatz nach Segmenten scroll Mio. € 2019/20 2018/19 +/- in % Zucker 2.258 2.588 - 12,8 Spezialitäten 2.409 2.294 5,0 CropEnergies 819 693 18,2 Frucht 1.185 1.179 0,5 Konzern 6.671 6.754 - 1,2 TABELLE 002 Operatives Ergebnis nach Segmenten scroll Mio. € 2019/20 2018/19 +/- in % Zucker - 236 - 239 - 1,3 Spezialitäten 190 156 21,8 CropEnergies 104 33 > 100 Frucht 58 77 - 25,0 Konzern 116 27 > 100 TABELLE 003 Südzucker-Konzern → S. 58 scroll 6.671 [6.754] Mio. € KONZERNUMSATZ 1,8 [0,4] % ROCE 116 [27] Mio. € OPERATIVES KONZERNERGEBNIS 6,4 [6,1] Mrd. € CAPITAL EMPLOYED 372 [377] Mio. € CASHFLOW 1.570 [1.129] Mio. € NETTOFINANZSCHULDEN 348 [394] Mio. € INVESTITIONEN, davon 19.188 MITARBEITER 335 [379] Mio. € INVESTITIONEN IN SACHANLAGEN STANDORTE Über 100 PRODUKTIONSSTANDORTE in 32 Ländern Segment Zucker → S. 65 2.258 [2.588] Mio. UMSATZ - 236 [ - 239] Mio. OPERATIVES ERGEBNIS 2.815 [2.653] Mio. CAPITAL EMPLOYED - 8,4 [- 9,0] % ROCE EUROPÄISCHER MARKTFÜHRER 28,4 Mio. t RÜBENVERARBEITUNG 4,5 Mio. t ZUCKERERZEUGUNG (inkl. Rohzuckerraffination) 23 ZUCKER-FABRIKEN 1 7 Deutschland 1 2 Belgien 2 Frankreich 1 4 Polen 1 Moldau 1 2 Österreich 1 Rumänien 1 Slowakei 2 Tschechien 1 Ungarn 2 RAFFINERIEN 1 Bosnien-Herzegowina 1 Rumänien 1 Anzahl Zuckerfabriken ab Kampagne 2020/21. Segment Spezialitäten → S. 74 2.409 [2.294] Mio. UMSATZ 190 [156] Mio. € OPERATIVES ERGEBNIS 2.267 [2.133] Mio. € CAPITAL EMPLOYED 8,4 [7,3] % ROCE Funktionelle Inhaltsstoffe für Lebensmittel, Tiernahrung, Non-Food und Pharmazie Tiefgekühlte und gekühlte Pizza sowie tiefgekühlte Pastagerichte und Snacks Stärke für den Food- und Non-Food-Bereich sowie Ethanol Portionsartikel 29 PRODUKTIONSSTANDORTE 6 Deutschland 2 Belgien 4 Großbritannien 1 Italien 2 Niederlande 4 Österreich 1 Rumänien 1 Spanien 1 Südafrika 1 Tschechien 1 Chile 5 USA Segment CropEnergies → S. 79 819 [693] Mio. € UMSATZ 104 [33] Mio. € OPERATIVES ERGEBNIS 450 [456] Mio. € CAPITAL E MPLOYED 23,1 [7,2] % ROCE Führender Hersteller von nachhaltig erzeugtem Ethanol in Europa, überwiegend für den Kraftstoffsektor PRODUKTIONSKAPAZITÄT PRO JAHR: 1,2 Mio. m 3 ETHANOL Anlage zur Gewinnung von flüssigem Kohlendioxid in Lebensmittelqualität 4 PRODUKTIONSSTANDORTE 1 Deutschland 1 Belgien 1 Frankreich 1 Großbritannien Segment Frucht → S. 84 1.185 [1.179] Mio. € UMSATZ 58 [77] Mio. € OPERATIVES ERGEBNIS 855 [830] Mio. € CAPITAL EMPLOYED 6,8 [9,3] % ROCE Weltmarktführer bei Fruchtzubereitungen für internationale Lebensmittelkonzerne (z. B. Molkerei-, Eiscreme- und Backwarenindustrie) und führender Produzent von Fruchtsaftkonzentraten in Europa 42 PRODUKTIONSSTANDORTE 2 Österreich 2 Deutschland 2 Frankreich 7 Polen 1 Rumänien 1 Russland 1 Serbien 1 Türkei 3 Ukraine 5 Ungarn 1 Ägypten 1 Algerien 1 Argentinien 1 Australien 1 Brasilien 3 China 1 Indien 1 Marokko 1 Mexiko 1 Südafrika 1 Südkorea 4 USA WIR DENKEN ZUKUNFT Vom regionalen Zuckererzeuger zur international agierenden Unternehmensgruppe - vom agrarischen Rohstoff zum qualitativ hochwertigen Produkt: Die Geschichte von Südzucker seit 1837 ist immer auch eine Geschichte von Innovationen. Dahinter stehen unsere Mitarbeiter sowie unsere Experten aus Forschung und Entwicklung, die Wertschöpfungsprozesse gezielt hinterfragen, gesellschaftliche Trends frühzeitig erkennen und vor allem die richtigen Antworten geben. Und das gruppen- und länderübergreifend. Zusammen sind wir bereit, die Zukunft immer wieder neu zu denken. Einige herausragende Beispiele dafür finden Sie gleich hier. WIR DENKEN LANDWIRTSCHAFT NACHHALTIG 250 ha Blühfläche > 1.300 Blühstreifen 800 Anbauer beteiligt Rohstoffsicherung und biologische Vielfalt verbinden 48 Nützlingsstreifen 100 m 2 Blühfläche pro Streifen 12 Standorte Südzucker ist ein eng mit der Landwirtschaft verbundenes Unternehmen. Unsere Basis sind nachwachsende Rohstoffe wie Zuckerrüben, Chicoree, Getreide, Mais oder Kartoffeln. Für den Erhalt dieser pflanzlichen Ressourcen setzen wir konsequent auf den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur - gestern, heute und morgen. Unsere Forschungsarbeiten im Bereich Landwirtschaft verfolgen deshalb zwei Ansätze: die Sicherung von Ertrag und Qualität unserer agrarischen Rohstoffe sowie eine nachhaltige Produktion. Aktuelle Beispiele sind Versuche in Zuckerrübenfeldern mit Blüh- und Nützlingsstreifen, die gezielt Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Lebewesen schaffen. Mit der richtigen Pflanzenauswahl lassen sich zudem Nützlinge fördern, die bei der Bekämpfung von Schädlingen helfen und so ermöglichen sollen, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel weiter zu reduzieren. BLÜHSTREIFEN: Neue Lebensräume für Tiere ZIEL ― Dem Insekten- und Vogelschwund entgegenwirken ― Ökologische Aufwertung der Rübenfelder als Lebensraum für Tiere ― Vereinbarkeit von Biodiversität und ertragreicher Landwirtschaft IDEE ― Anlage ein- und mehrjähriger Blühstreifen mit unterschiedlichen Saatmischungen: seit 2014 am Feldrand und seit 2017 integriert in die Anbaufläche ― Dazu Vergleich verschiedener Maßnahmen in einem umfangreichen ökologischen Monitoring AKTUELLER STAND ― Dreijähriges Monitoringprojekt mit 15 Pflanzensorten für die integrierte Variante läuft im Südzucker-Versuchsgut Kirschgartshausen / Mannheim in Kooperation mit dem Institut für Agrarökologie und Biodiversität / Mannheim ― Abschluss für Ende 2020 geplant. Ergebnisse werden veröffentlicht und fließen in die Beratung für Landwirte ein NÜTZLINGSSTREIFEN: Platz für natürliche Helfer ZIEL ― Nützlinge als natürliche Helfer gezielt bei der Schädlingsbekämpfung im Rübenanbau einsetzen ― Verwendung chemischer Pflanzenschutzmittel weiter reduzieren IDEE ― Nach der Ernte der Vorfrucht Anlage winterharter Zwischenfrüchte als Heimat von Nützlingen im Rübenfeld des nächsten Jahres ― Bestimmte Pflanzenmischungen sollen Fressfeinde von Zuckerrübenschädlingen anlocken AKTUELLER STAND ― Erste Versuche mit verschiedenen Saatmischungen für Nützlinge im Herbst 2019 an mehreren Standorten in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern gestartet ― Untersuchungen im Laufe des Anbaujahres 2020 sollen zeigen, ob gewünschte Resultate eingetreten sind WIR DENKEN LANDWIRTSCHAFT DIGITAL Chancen der Digitalisierung nutzen Die Landwirtschaft und insbesondere der Zuckerrübenanbau stehen aktuell vor vielen Herausforderungen. Dazu zählen unter anderem weitere Auflagen bei Pflanzenschutz und Düngung, der Klimawandel oder auch die angespannte wirtschaftliche Situation. Um diesen erfolgreich zu begegnen, sind im Rahmen einer nachhaltigen Vorgehensweise auch technologische Neuerungen gefragt. Südzucker sieht die Digitalisierung als Chance, um mit neuen Technologien den Zuckerertrag entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter zu steigern und sichere Erträge zu erreichen. Das Spektrum der Forschungsansätze ist weitgefasst und reicht vom kleinen Sensor in Rübenmieten über den Einsatz von Überwachungsdrohnen bis zur Fernerkundung per Satellit. Wichtig ist uns dabei, dass neue Erkenntnisse schnellstmöglich in die Beratung der Landwirte einfließen und flächendeckend umgesetzt werden. PROJEKT FARMERSPACE Digitales Experimentierfeld als Versuchsplattform ZIEL ― Das Potenzial digitaler Technologien zur Zustandserfassung und Bewirtschaftung von Pflanzen erschließen, hier insbesondere von Zuckerrübe und Weizen mit Fokus auf Blattkrankheiten und Unkrautmanagement IDEE ― Anlage eines Experimentierfelds für Tests, Vorführungen und wissenschaftliche Auswertung digitaler Technologien ― Spektrum von Fernerkundung per Drohne oder Satellit über Funkstandardtests für die Vernetzung im Rahmen von Internet of Things bis zu neuen Ansätzen für den Robotereinsatz ― Kooperation des Instituts für Zuckerrübenforschung, der Agrartechnik Universität Göttingen, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und des Fraunhofer IOSB Ilmenau; gefördert durch Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages AKTUELLER STAND ― Forschungsvorhaben im Frühjahr 2020 bewilligt ― Experimentierfeld wird angelegt MECHANISCHE UNKRAUTBEKÄMPFUNG: Alternative zu Chemie ZIEL ― Beim Rübenanbau chemische Pflanzenschutzmittel weiter reduzieren; Unkräuter auch in Zukunft wirkungsvoll bekämpfen, ohne Ertragseinbußen IDEE ― Mechanische Unkrautbekämpfung mit digitaler Unterstützung als Alternative oder Ergänzung zum Chemieeinsatz ― Test neuer Verfahren auf dem Südzucker-Versuchsgut Kirschgartshausen, z. B. moderne Hack- und Striegeltechnik in Kombination mit GPS AKTUELLER STAND ― Umfangreiche Versuche inklusive digitaler Auswertung laufen ZUCKERRUBENLAGERUNG: Herausforderung Zuckerverlust ZIEL ― Zuckerverluste bei Rüben in Feldrandmieten reduzieren durch signifikante Verbesserung der Lagerfähigkeit IDEE ― Thermografische Messungen und Sensoren in den Mieten, um die Prozesse bei längeren Lagerdauern besser zu verstehen und ein Warnsystem zu etablieren ― Einsatz von Kalkmilch, um schädliche Mikroorganismen auszuschalten ― Einsatz von speziellen Mikroorganismen, um fäulnisverursachende Pilze während der Lagerung zu unterdrücken AKTUELLER STAND ― Zusammenarbeit mit den süddeutschen Zuckerrübenanbauer-Verbänden und dem Institut für Zuckerrübenforschung ― Versuche laufen DIGITALE ERTRAGSPROGNOSE: Daten per Satellit ZIEL ― Planungssicherheit für Zuckerrüben- und Chicoreekampagnen erhöhen ― Umfang der manuellen Proberodungen deutlich verringern IDEE ― Entwicklung von Modellen für eine Ertragsprognose bei Zuckerrüben und Chicoree sowie eine zusätzliche Zuckergehaltsprognose bei Zuckerrüben ― Nutzung von unter anderem Satelliten- und Wetterdaten sowie künstlicher Intelligenz AKTUELLER STAND ― Pilotprojekte mit Zuckerrüben und Chicoree gestartet ― Entsprechende Modelle bereits entwickelt ― Überprüfung in den aktuellen Anbaujahren Weitere innovative Ideen zu alternativen Süßungslösungen entwickelt Zucker ist nicht gleich Zucker: Als europäischer Marktführer hat Südzucker dies schon lange erkannt. Neben dem klassischen Weißzucker sind Alternativen mit speziellen Produkteigenschaften gefragt. Sei es als Antwort auf den allgemeinen Wunsch nach weniger Kalorien und Zucker in Lebensmitteln oder in Form von Produkten mit ernährungsphysiologischen Vorteilen. Innovative Süßungsmittelkonzepte zählen daher selbstverständlich zum Produktportfolio der Südzucker-Gruppe. Bereits seit Jahren forschen wir nach alternativen Lösungen auf Basis von Saccharose und anderen Produkten im Unternehmen wie Fruktose, Isomalt oder Palatinose(tm) - auch gemeinsam mit unseren Kunden. Ein Ansatz ist auch die Zuckerreduktion, indem der Zuckergrundstoff Saccharose teilweise durch Ballaststoffe ersetzt wird. Andere erfolgversprechende Ideen für neue Anwendungsfelder mit Rübenzucker als Ausgangsprodukt ergeben sich durch die Kombination mit Trägermaterialien, die das Süßeempfinden positiv beeinflussen. WIR DENKEN SÜSS AUF VIELEN WEGEN BEETLICIOUS Rübenzucker neu interpretiert ZIEL ― Eine Alternative zu importiertem Roh-Rohrzucker aus Übersee auf den Markt bringen IDEE ― Eigenes, internes Start-up unter dem Namen Beetlicious gegründet, um die Idee schneller weiterzuentwickeln AKTUELLER STAND ― Beetlicious bei MassChallenge 2019 aufgenommen, einem der weltweit renommiertesten Acceleratoren-Programme für Start-ups ― Naturbelassener brauner Roh-Rübenzucker mit angenehmer Sensorik entwickelt ― Bedient heutige Ernährungstrends nach mehr Ursprünglichkeit ― Produktionsmethoden befinden sich in der Testphase SÜSSKRAFT-VERSTÄRKUNG INSIDE: Effizienter süßen ZIEL ― Entwicklung neuartiger zuckerbasierter Süßungslösungen, die in Lebensmitteln ein gleichwertiges Geschmacks- und Süßeerlebnis zu Saccharose bieten und dabei gleichzeitig mit weniger Standard-Weißzucker auskommen - ganz ohne zusätzliche Süßungsmittel IDEE ― Zucker mit bestimmten Trägermaterialien kombinieren, um das Süßeempfinden positiv zu beeinflussen AKTUELLER STAND ― Mix aus Zucker und verschiedenen Trägermaterialien, z. B. Siliziumdioxid ― Trotz deutlicher Reduktion des Zuckeranteils um bis zu 40 % kann das natürliche Süße- und Geschmacksprofil von Zucker in weiterverarbeiteten Lebensmitteln erhalten werden ― Weitere Forschungen zur Entwicklung der finalen Produkte und der Produktionstechnologie laufen WIR DENKEN ERNÄHRUNG MIT BLICK AUF MORGEN Ernährungstrends mit pflanzlichen Proteinen gerecht werden Auf der einen Seite eine wachsende Weltbevölkerung und ein höherer Proteinbedarf - auf der anderen eine Fleischproduktion am Limit und ein starker Trend zu vegetarischer und veganer Ernährung. Pflanzliche anstelle von tierischen Proteinen können die Lösung sein, um unsere Versorgung mit Eiweiß langfristig und nachhaltig zu sichern. Südzucker sitzt an der Quelle. Wir produzieren Stärke und Ethanol aus nachwachsenden agrarischen Rohstoffen wie Weizen, Mais, Reis und Kartoffeln. Bei der Verarbeitung von Weizen entsteht auch Gluten, das bisher hauptsächlich als Futtermittel und als Lebensmittel im Backwarensektor eingesetzt wurde. Sein hoher Proteingehalt von über 75 % macht es in den letzten Jahren auch für die Verwendung im Bereich Fleischersatz und vegane Ernährung besonders interessant. Die Südzucker-Forschung im Bereich Ernährung arbeitet kontinuierlich an der Entwicklung neuer Produkte auf Basis von Gluten, um Fleisch teilweise oder ganz zu ersetzen. Seit 2016 nutzen wir dazu auch ein eigenes anwendungstechnisches Labor für Fleischwaren in Tienen / Belgien. 2 Varianten marktreif 2 / 2019 Start der Großproduktion in Wanze / Belgien 80 % Gluten & 20 % Mehle Zusammensetzung BENEOPRO W-TEX: Gluten in Bestform ZIEL ― Pflanzliche Produkte insbesondere als Fleischersatz und für vegetarische Lebensmittel einsetzen ― Stärkung von Südzucker-Verbundstandorten durch Ausweitung der Produktion und Erweiterung des Produktportfolios IDEE ― Entwicklung von BENEOPro W-Tex als texturiertes Protein auf Basis von Gluten: Zusammensetzung 80 % Gluten, 20 % Mehle AKTUELLER STAND ― Zwei Varianten bereits marktreif ― Zahlreiche Einsatzmöglichkeiten in beliebten Produkten wie Burgern oder Nuggets ― Weitere Produkte für spezielle Einsatzgebiete in der Entwicklung EU-PROJEKT PROMINENT: Auf der Spur neuer Proteinprodukte ZIEL ― Gewinnung funktioneller Proteine für den Lebensmittelsektor aus Nebenprodukten, die bei Ethanolproduktion und Reisverarbeitung anfallen IDEE ― Dreijähriges EU-Forschungsprojekt PROMINENT mit acht europäischen Konsortiumspartnern aus Industrie und Wissenschaft ― Südzucker wichtiger Partner für Kernaufgaben wie Prozessentwicklung, Technologiebewertung und Pilotproduktion AKTUELLER STAND ― Projekt beendet ― Zwei Produkte entwickelt ― Aktuell laufen Anwendungstests mit C-Stärke-Proteinkonzentrat "PentoPro" (u. a. für Pudding) und C-Stärke Proteinisolat "PuriCPro" (u. a. für Pasta) 2 Produkte entwickelt 8 Konsortiumspartner WIR DENKEN VERPACKUNGEN UMWELTBEWUSST 0% Mikroplastik-Rückstände bis zu 50% Stärkeanteil 100% heimkompostierbar > 800 t weniger Plastik 2019 1 Mrd. Kühl- und Tiefkühlprodukte jährlich > 500.000 € Forschungsbudget Recyclinganteil erhöhen und Plastikeinsatz reduzieren Südzucker verarbeitet agrarische Rohstoffe großtechnisch und setzt Verpackungsmaterialien ein. Gleichzeitig können unsere Rohstoffe - insbesondere unser Zucker - selbst die Basis für nachhaltige Verpackungsstoffe sein. Als verantwortungsvolles Unternehmen verfolgt Südzucker dabei mehrere Ansätze: In unserer eigenen Produktion versuchen wir generell, den Verpackungsanteil zu reduzieren Wo es unumgänglich ist, setzen wir vermehrt auf Recyclingmaterialien. Und zudem entwickeln wir unter anderem aus Stärke Biokunststoffe als Ersatz für erdölbasierte Verpackungen für den gesamten Markt. Unsere Forschung trug bereits dazu bei, dass im Geschäftsbereich Zucker 97 % der Verpackungen recycelbar sind, bis 2022 sollen es 99 % sein. Unser gesetztes Ziel ist es außerdem, die verwendete Polyethylenmenge bis 2022 um 10 % zu reduzieren. Dazu sind in der Unternehmensgruppe bereits über 20 Projekte gestartet oder geplant. Auch im Segment Spezialitäten bei den Portionsartikeln der Südzucker-Tochter PortionPack Europe wird nach mehreren Jahren Entwicklung und Testphase ein zu 100 % wiederverwertbares papierbasierendes Verpackungsmaterial für Zucker aus nachhaltiger und verantwortungsvoller Forstwirtschaft eingesetzt. Übergeordnete Fragestellungen in der Südzucker-Gruppe reichen zudem bereits viel weiter: beispielsweise wie eine künftige möglichst CO2-neutrale Kunststoff-Kreislaufwirtschaft auf Biokunststoff-Basis aussieht. AGENACOMP(r): Rückstandsfreie Biokunststoff-Kombi ZIEL ― Vielseitig einsetzbare Biokunststoff-Lösung, die im Hauskompost 100%ig abbaubar ist, ohne Mikroplastik-Rückstände IDEE ― Entwicklung einer Verbindung aus thermoplastischer Stärke (AMITROPLAST (r)) und biologisch abbaubarem Polyester AKTUELLER STAND ― Neuartiges Produkt AGENACOMP (r) marktreif und bereits TÜV-zertifiziert; Zusammensetzung: bis zu 50 % thermoplastische Stärke, 50 % biologisch abbaubares Polyester ― Erstes Produkt mit hohem Stärkeanteil, ermöglicht gewünschte 100%ige Kompostierbarkeit ohne Mikroplastik-Rückstände ― Breites Anwendungsspektrum: vom Knotenbeutel für Obst über die Einkaufstragetasche bis zur Verpackungsfolie FREIBERGER: Zero Plastic Waste ZIEL ― Südzucker-Tochter Freiberger sieht sich als weltweit größter Hersteller von Fertigpizzen im Handelsmarkenbereich auch beim Thema Verpackungen in besonderer Verantwortung und verfolgt deshalb das Ziel "Zero Plastic Waste" IDEE ― Mit Karton statt Polystyrol, reduzierter Verpackungsstärke und dem Verzicht auf Innenbeutel im Jahr 2019 bereits über 800 t Plastik eingespart ― Forschungsprojekte sollen weitere Reduktionsmöglichkeiten aufzeigen AKTUELLER STAND ― Gemeinsames Forschungsprojekt von Südzucker, AGRANA und einer renommierten Universität ― Über 500.000 € Forschungsbudget bis 2023 ― Getestet wird unter anderem der Einsatz des Stärkebasierten und natürlich abbaubaren Biokunststoffs AGENACOMP (r) , eine Entwicklung der Südzucker-Gruppe ― AGENACOMP (r) soll Primärfolien aus Polyethylen, in die Pizzas zusätzlich zum Außenkarton eingepackt sind, ersetzen und so dazu beitragen, Plastikmüll zu vermeiden ― Parallel dazu werden verschiedene interne Recyclingkreisläufe erarbeitet, um den Ressourcenverbrauch weiter zu minimieren An unsere Aktionäre MANNHEIM, 22. APRIL 2020 Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre, nicht zum ersten Mal in der langen Geschichte der Südzucker stellen wir uns großen Herausforderungen, so etwas wie die aktuelle Corona-Krise ist bisher beispiellos. Sie beherrscht nicht nur unser aller Privatleben, sondern auch in einem vorher nie dagewesenen Maße die Wirtschaft, die Märkte und unser Geschäft. Wir haben im gesamten Unternehmen frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um die Arbeitsfähigkeit, die Lieferketten und den Schutz der Mitarbeiter zu gewährleisten. Als Produzent von Lebens- und Futtermitteln sowie Ethanol zählen wir zur "kritischen Infrastruktur", die ein besonderes Augenmerk durch Politik und Verwaltung erfährt, damit die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln sichergestellt bleibt. Wir sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und so setzen wir mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alles daran, die Betriebs- und Handlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Dafür und für unser soziales Engagement erreichen uns viele positive Reaktionen - das berührt uns sehr und bestärkt uns in unserem Tun in dieser schwierigen Zeit. Heute ist noch nicht absehbar, wie lange wir unter dem Einfluss der Corona-Pandemie leben und wirtschaften müssen. Doch wollen wir uns heute schon bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür bedanken, dass - und wie großartig - sie die privaten und unternehmerischen Herausforderungen meistern. Einschließen wollen wir in unseren Dank auch unsere Zulieferer, Dienstleister und Handelspartner. Die Folgen der Corona-Pandemie für die Gesellschaft, die Volkswirtschaften und die Unternehmenswerte weltweit sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös einschätzbar, die Auswirkungen auf die Börsen und Aktienkurse sind dagegen sehr deutlich sichtbar: Börsenindizes sind abgestürzt, der Südzucker-Aktienkurs hatte seit Beginn der Krise ebenfalls deutlich nachgegeben. Gleichwohl ist der Südzucker-Konzern gut aufgestellt, der Bedarf an kurzfristigen und langfristigen Finanzierungen ist durch entsprechende Instrumente gedeckt. Uns alle bewegen im Augenblick vor allem die aktuellen täglichen und zukünftigen Herausforderungen, trotzdem wollen wir Ihnen einen kurzen Rückblick über das abgelaufene Geschäftsjahr geben. Konzernergebnis durch weitere Erfolge der Nichtzucker-Segmente deutlich besser als erwartet Unsere langfristig verfolgte Diversifizierungsstrategie hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr als sehr stabilisierend für den Gesamtkonzern erwiesen. So konnten wir bei einem Umsatz auf Vorjahresniveau von 6.671 (6.754) Mio. € ein operatives Ergebnis von 116 (27) Mio. € erreichen, obwohl das Zuckersegment noch erhebliche Verluste geschrieben hat. Dividendenvorschlag spiegelt Ergebnissituation wider Die Ergebnissituation spiegelt sich auch in unserem Dividendenvorschlag wider. So werden wir erneut eine Dividende in Höhe von 0,20 €/Aktie vorschlagen, was einer Ausschüttungssumme von 41 Mio. € entspricht. Damit bleiben wir bei unserer Dividendenpolitik, die auf Kontinuität und eine nachhaltige Ergebnisentwicklung ausgerichtet ist. Restrukturierungsprogramm im Segment Zucker zeigt Wirkung Im Segment Zucker sind wir auf dem Weg zurück zur Profitabilität einen großen Schritt vorangekommen. Mit Fokus auf die Belieferung von Kunden in Europa haben wir mit der Schließung von fünf Zuckerfabriken die Produktionskapazitäten um 700.000 t Zucker reduziert. Unser besonderer Dank gilt an dieser Stelle den Mitarbeitern der nach der Kampagne 2019 geschlossenen Werke Brottewitz, Eppeville und Warburg, die trotz dieser belastenden Situation bis zum letzten Tag mit vollem Einsatz und Engagement für "ihre" Zuckerfabrik gearbeitet haben. In Cagny musste die Rübenkampagne wegen umfassender Streiks der Belegschaft leider bereits am 3. November 2019 beendet werden; Strzyzów schloss bereits nach der Kampagne 2018. Insgesamt haben wir in der abgelaufenen Kampagne in unseren Werken rund 4,5 Mio. t Zucker erzeugt - knapp 4 % weniger als im Vorjahr, was insbesondere auf eine deutlich reduzierte Anbaufläche zurückzuführen war. Eine Herausforderung waren die extrem niedrigen Preise auf dem europäischen Zuckermarkt; die Preise auf dem Weltzuckermarkt sind nach einer zwischenzeitlichen Erholung seit Beginn der Corona-Krise wieder gesunken. Auch an den Wettbewerbsverzerrungen in der EU, beispielsweise durch gekoppelte Zahlungen und unterschiedliche Regelungen zu Pflanzenschutzmitteln, sowie auf dem Weltmarkt durch Subventionen hat sich nichts geändert. Zusätzlich ist das At-Equity-Ergebnis im Segment Zucker stark durch Aufwendungen belastet, die durch die strategische Neuausrichtung der ED&F Man-Gruppe entstanden. Wir arbeiten daran, die Strukturen und Prozesse weiter zu optimieren, damit Kosten zu reduzieren und das Segment Zucker widerstandsfähiger zu machen. So haben wir ergänzend zur Anpassung der Produktionskapazitäten im Rahmen eines Beratungsprojekts auch die Verwaltungsstrukturen auf ihr Optimierungspotenzial hin untersucht. Die entsprechenden Empfehlungen wollen wir im Interesse des Gesamtunternehmens umsetzen und arbeiten an sozialverträglichen Lösungen im Dialog mit den Mitarbeitervertretern. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserer Strategie für das Segment Zucker auf dem richtigen Weg sind und können gleichzeitig auf die positive Entwicklung der drei Nichtzuckersegmente Spezialitäten, CropEnergies und Frucht vertrauen. Segment Spezialitäten wächst weiter Das Segment Spezialitäten mit seinem breiten Produktportfolio hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr erfolgreich entwickelt und im Zuge der steigenden Nachfrage die Kapazitäten in allen Bereichen schrittweise erweitert. Wachstumsmotor bei den funktionellen Inhaltsstoffen waren die vielseitig einsetzbaren Ballaststoffe Inulin und Oligofruktose, die unter anderem aufgrund ihrer wissenschaftlich nachgewiesenen positiven ernährungsphysiologischen Effekte zunehmend nachgefragt werden. Der Absatz unserer Kühl- und Tiefkühlprodukte konnte insbesondere im Vereinigten Königreich, in Osteuropa und in den USA gesteigert werden. Ebenso erfolgreich war die Absatzentwicklung der unterschiedlichen Produktsegmente im Bereich Stärke. Diese Entwicklung bestätigt unsere Strategie, ständig an neuen innovativen Produkten - oft auch gemeinsam mit unseren Kunden - zu arbeiten. Erfolgreiches Jahr für CropEnergies Die Klimaveränderung hat ein Umdenken in weiten Teilen der Politik eingeleitet und auf europäischer Ebene zu strengeren Vorgaben und Gesetzen geführt. Für CropEnergies ergeben sich dadurch neue Chancen: Mit Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen werden in der ökologischen Gesamtrechnung mehr als 70 % Treibhausgase eingespart und damit ein Beitrag zum Erreichen der Klimaziele geleistet. Das vergangene Jahr war das bisher erfolgreichste in der Unternehmensgeschichte von CropEnergies. Infolge der Corona-Krise mit den europaweit gravierenden Einschränkungen der Mobilität ist allerdings die Nachfrage nach Kraftstoffen und damit auch der Preis für Rohöl dramatisch eingebrochen - mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Ethanolmengen und -erlöse. Der gleichzeitig entstandene zusätzliche Bedarf an Ethanol für pharmazeutische Anwendungen, wie beispielsweise Desinfektionsmittel, kann diesen Rückgang aber bei Weitem nicht auffangen. Die längerfristigen Auswirkungen auf Absatz- und Preisentwicklung sind derzeit noch nicht abschätzbar. Segment Frucht bleibt unter den Erwartungen Unter den Erwartungen blieb die Entwicklung im Segment Frucht. Speziell im Fruchtzubereitungsgeschäft lag das Ergebnis trotz insgesamt höherer Absatzmengen aufgrund höherer Kosten unter dem Vorjahr. Positiv ist der Gewinn von Marktanteilen in den stagnierenden Märkten der westlichen Industrieländer und Asien. Erschwerend wirkte sich dagegen die allgemein schwierige wirtschaftliche Situation in Südamerika aus. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate hatten wir es mit einer Kombination aus niedrigen Verkaufspreisen für Apfelsaftkonzentrat aus einer großen Ernte 2018 mit gesunkenen Produktionsmengen und höheren Apfelpreisen aufgrund einer schlechten Apfelernte 2019 zu tun. Unsere Werke in Polen und Ungarn konnten wir aufgrund dieser schwächeren Apfelernte 2019 nicht vollständig auslasten. "Wir denken Zukunft" So lautet der Titel unseres Geschäftsberichts. Auf den vorangegangenen Seiten haben wir Ihnen einen Ausschnitt aus den Innovationen unserer unterschiedlichsten Forschungsbereiche vorgestellt, mit denen wir an Perspektiven und Chancen für unser Unternehmen arbeiten. Um hier künftig noch besser aufgestellt zu sein, haben wir in den vergangenen Jahren insbesondere in die Infrastruktur unserer Forschungszentren investiert. Mit dem Begriff "Zukunft" ist auch der Blick auf das laufende Geschäftsjahr verknüpft. In den vergangenen Jahren hatten wir Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, an dieser Stelle jeweils eine Prognose für die Entwicklung von Umsatz und operativem Ergebnis gegeben. Da eine solche Prognose im Augenblick aufgrund der Corona-Krise höchst unsicher und zudem sehr komplex ist, verweisen wir auf das entsprechende Kapitel ab Seite 89. Dort erläutern wir diese Zahlen ausführlich. Dennoch ein Satz dazu: Eine deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses und des Cashflows bleiben für uns unerlässlich. Das gilt in gleichem Maße auch für die Bestätigung des Investment-Grade-Ratings, welches für uns eine zentrale Bedeutung behält. Es ist unser Anspruch, die wirtschaftlichen Ziele zu erreichen, und daran werden Sie uns auch messen. In dieser besonderen Ausnahmesituation ist es jedoch auch unsere Aufgabe, die Bevölkerung verlässlich mit unseren Produkten aus dem Bereich Lebens- und Futtermittel zu versorgen. Und die von CropEnergies deutlich hochgefahrene Produktion pharmazeutischen Ethanols hilft, Engpässe bei der Herstellung von Desinfektionsmitteln zu beseitigen. Zurück zu den Zukunftsthemen: Südzucker wird weiterhin auf die langfristig angelegte erfolgreiche Diversifizierungsstrategie bauen. Ein weiteres wichtiges Thema ist der Umgang mit dem Klimawandel und den sich daraus für uns ergebenden Herausforderungen sowie die Umsetzung entsprechender politischer und gesellschaftlicher Forderungen an uns als Unternehmen. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, deshalb beschäftigt sich der Südzucker-Konzern intensiv mit der Zukunftsstrategie unserer Energieversorgung. In vielen Bereichen haben wir schon Erfahrungen gesammelt und Erfolge vor allem im Bereich der Energieeffizienz erzielt, ein großer Teil unserer Arbeit liegt aber noch vor uns, um erfolgreich und profitabel bleiben zu können. Großes Potenzial für die Südzucker-Gruppe bietet die Digitalisierung. Wir bearbeiten intensiv die Themen und Aufgabenstellungen, die für Südzucker einen Mehrwert generieren können, wie beispielsweise die robotergestützte Automatisierung von Prozessen oder der Austausch digitaler Daten und Dokumente auf Basis eines Datenpools. Einige Projekte aus dem Bereich Landwirtschaft haben wir bereits ausführlich auf den vorangegangenen Seiten präsentiert. Unsere Mitarbeiter - unsere Stärke Wir danken allen Mitarbeitern der Südzucker-Gruppe für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit. Besonders dankbar sind wir dafür, dass wir alle zusammen "unsere Südzucker" wieder zurück auf die Erfolgsspur bringen. Auch die Herausforderungen in den letzten Wochen haben sie alle mit Engagement und großer Flexibilität angenommen und dafür gesorgt, dass die Südzucker-Gruppe arbeits- und lieferfähig geblieben ist. Auf diese Leistung können wir alle sehr stolz sein und werden uns sicherlich noch lange an diese denkwürdige Zeit erinnern. Wir wollen und müssen das Arbeitsumfeld an aktuelle und künftige Anforderungen anpassen und weiter an der Kultur arbeiten, die eine optimale Zusammenarbeit ermöglicht, Leistung belohnt, Kreativität fördert und Wertschätzung gibt. Dazu werden wir die Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeiter und Führungskräfte stetig weiterentwickeln. Wir wollen unseren Mitarbeitern und Führungskräften weiterhin ein motivierendes und inspirierendes Arbeitsumfeld bieten. Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, für Ihre Treue in diesen schwierigen Zeiten bedanken wir uns bei Ihnen. Wir haben im vergangenen Jahr entscheidende Schritte getan, um das gesamte Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Wir freuen uns darauf, auch weiterhin gemeinsam mit Ihnen den Weg in eine erfolgreiche Zukunft unserer Südzucker-Gruppe zu gehen. Südzucker AG Mit freundlichen Grüßen Vorstand DR. NIELS PÖRKSEN, VORSITZENDER DR. THOMAS KIRCHBERG THOMAS KÖLBL JOHANN MARIHART VORSTAND 1 Dr. Niels Pörksen Limburgerhof Vorsitzender / Chief Executive Officer Ressorts ― Verkauf ― Strategie ― Öffentlichkeitsarbeit ― Organisation / IT ― Compliance ― Revision ― Qualitätsmanagement Erstbestellung: 1. März 2020 Bestellt bis: 28. Februar 2023 Jahrgang 1963. Studium der Agrarwissenschaften an der Universität Kiel; Promotion 1991. 1992 bis 2009 in verschiedenen leitenden Funktionen bei der BASF. 2009 bis 2013 Mitglied des Vorstands (CAO) der Nordzucker AG. 2014 bis 2020 bei der Nufarm AG, unter anderem als Leitung Commercial Operations und Group Executive. Dr. Thomas Kirchberg Würzburg Chief Operating Officer (COO) Ressorts ― Agrarrohstoffe ― Produktion ― Personal (seit 29. Januar 2020) ― Forschung und Entwicklung ― Convenience Food / Functional Food (seit 29. Januar 2020) ― Landwirtschaftliche Betriebe Erstbestellung: 1. September 2007 Bestellt bis: 31. August 2022 Jahrgang 1960. Studium der Landwirtschaft in Göttingen. 1989 Eintritt in die Südzucker AG in Ochsenfurt. Im Jahr 1991 Ernennung zum kommissarischen und 1995 zum Leiter der Gebietsdirektion Mitte. Ab 1997 Geschäftsführer der Südzucker International, ein Jahr später ebenfalls für Moldau zuständig. 2004 Ernennung zum Vorstandssprecher der Südzucker Polska. Seit September 2007 Mitglied des Vorstands der Südzucker AG. 1 Eine Aufstellung mit den Mandaten findet sich auf Seite 195. Thomas Kölbl Speyer Chief Financial Officer (CFO) Ressorts ― Finanzen / Rechnungswesen ― Controlling ― Investor Relations ― Recht ― Steuern ― Einkauf ― Liegenschaften / Versicherungen ― Ethanol (CropEnergies) Erstbestellung: 1. Juni 2004 Bestellt bis: 31. Mai 2024 Jahrgang 1962. Berufsausbildung zum Industriekaufmann, anschließend Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim. Beginn der Südzucker-Laufbahn im Jahr 1990. Vor der Bestellung zum Vorstand im Jahr 2004 als Direktor für die Zentralabteilung strategische Unternehmensplanung, Konzernentwicklung und Beteiligungen zuständig. Seit 2005 Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG. Johann Marihart Limberg / Österreich Ressorts ― Zucker (AGRANA) ― Stärke (AGRANA) ― Frucht Erstbestellung: 31. Januar 1994 Bestellt bis: 28. Februar 2021 Jahrgang 1950. Studium der technischen Chemie an der Technischen Universität in Wien, Fachrichtung Biotechnologie und Lebensmittelchemie. Nach dem beruflichen Start in einem Pharmaunternehmen Beginn der AGRANA-Laufbahn ab 1976 in der Stärkefabrik Gmünd. Seit 1988 Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG, seit 1992 deren Vorstandsvorsitzender. Seit 1994 im Vorstand der Südzucker AG und dort verantwortlich für die Ressorts innerhalb der AGRANA-Gruppe. Dr. Wolfgang Heer Ludwigshafen am Rhein Vorsitzender Ressorts (bis 29. Januar 2020) ― Verkauf ― Strategie ― Öffentlichkeitsarbeit ― Compliance ― Personal ― Organisation / IT ― Revision ― Qualitätsmanagement ― Convenience Food / Functional Food Bis 29. Januar 2020 Erstbestellung: 1. März 2008 AUFSICHTSRAT 1 Dr. Hans-Jörg Gebhard Vorsitzender Eppingen Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V. Franz-Josef Möllenberg 2 1. stv. Vorsitzender Rellingen Ehem. Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Erwin Hameseder 2. stv. Vorsitzender Mühldorf / Österreich Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.m.b.H. Thomas Bernhard 2 Wunstorf Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Helmut Friedl Egling a. d. Paar Vorstandsvorsitzender des Verbands bayerischer Zuckerrübenanbauer e. V. Ulrich Gruber 2 Plattling Stv. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Südzucker AG Veronika Haslinger Wien / Österreich Geschäftsleiterin der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.m.b.H. Georg Koch Wabern Vorstandsvorsitzender des Verbands der Zuckerrübenanbauer Kassel e. V. Susanne Kunschert Stuttgart Geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG Walter Manz Dexheim Vorstandsvorsitzender des Verbands der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e. V. Julia Merkel Wiesbaden Mitglied des Vorstands der R+V Versicherung AG Sabine Möller 2 Hamburg Referatsleiterin Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Angela Nguyen 2 Gerwisch Stv. Betriebsratsvorsitzende Freiberger Osterweddingen GmbH & Co. KG Ulrike Rösch 2 Bellheim Stv. Betriebsratsvorsitzende Hauptverwaltung Mannheim Südzucker AG Joachim Rukwied Eberstadt Präsident des Deutschen Bauernverbandes e. V. Bernd Frank Sachse 2 Zeitz Betriebsratsvorsitzender Werk Zeitz Südzucker AG Nadine Seidemann 2 Donauwörth Stv. Betriebsratsvorsitzende Werk Rain Südzucker AG Dr. Stefan Streng Uffenheim Vorstandsvorsitzender des Verbands Fränkischer Zuckerrübenbauer e. V. Wolfgang Vogl 2 Bernried Leiter der Werke Plattling und Rain Südzucker AG Rolf Wiederhold 2 Wabern Gesamtbetriebsratsvorsitzender Südzucker AG 1 Eine Aufstellung mit den Mandaten findet sich ab Seite 193. 2 Arbeitnehmervertreter. BERICHT DES AUFSICHTSRATS Sehr geehrte Damen und Herren, auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 war die Arbeit des Aufsichtsrats geprägt von tiefgreifenden Diskussionen insbesondere im Hinblick auf die weitere Aufstellung des Segments Zucker. So galt es doch für das Segment Zucker die im Februar 2019 gemeinsam mit dem Vorstand beschlossenen Anpassungsmaßnahmen in Werksstruktur und Verwaltung fortzusetzen sowie die Strategie weiterzuentwickeln, um das Segment Zucker widerstandsfähiger zu machen. Zur Unterstützung und Fortsetzung dieses Konzepts - insbesondere bei der Kostensenkung im Verwaltungsbereich - hat der Vorstand ab August 2019 einen Beratungsauftrag erteilt. Erfreulich ist, dass sich in einem durch politische Eingriffe schwierigen Zuckermarktumfeld die langfristig verfolgte Diversifizierungsstrategie mit den Segmenten Spezialitäten, CropEnergies und Frucht auch im abgelaufenen Geschäftsjahr als sehr stabilisierend für den Gesamtkonzern erwiesen hat. Aufgrund der Amtsniederlegung des Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Heer zum 29. Januar 2020 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 29. Januar 2020 Dr. Niels Pörksen zum neuen Vorstandsvorsitzenden ab 1. März 2020 bestellt. Gemeinsam mit den anderen Vorstandsmitgliedern wird er den bereits Anfang 2019 gestarteten, tiefgreifenden Transformationsprozess des Zuckerbereichs weiter aktiv gestalten und erfolgreich umsetzen. Unverändertes Ziel ist es, die Potenziale des Zuckergeschäfts konsequent weiterzuentwickeln, um das Kerngeschäft Zucker zukünftig gegenüber externen Einflussfaktoren widerstandsfähiger zu machen. Der Aufsichtsrat hat die vertrauensvolle und zielorientierte Zusammenarbeit mit dem Vorstand im Geschäftsjahr 2019/20 fortgesetzt. Dabei ist der Aufsichtsrat den Aufgaben nachgekommen, für die er nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung verantwortlich ist: den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens zu überwachen und beratend zu begleiten. Bei allen die Südzucker-Gruppe betreffenden Entscheidungen von grundlegender Bedeutung war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Er wurde zeitnah, umfassend und kontinuierlich über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Entwicklung, über den Gang der Geschäfte, die Lage und die Entwicklung der Südzucker-Gruppe - einschließlich der Risikolage - sowie über das Risikomanagement und Compliance-Themen unterrichtet. Der Vorstand berichtete in allen Sitzungen des Aufsichtsrats über den Gang der Geschäfte sowie die Lage des Unternehmens und auch zwischen den Sitzungsterminen des Aufsichtsrats über die aktuelle Entwicklung und alle bedeutenden Geschäftsvorgänge. Gegenstand dieser Berichte waren im Wesentlichen die Lage und Entwicklung des Unternehmens, die Unternehmenspolitik, die Rentabilität sowie die Unternehmens-, Finanz-, Investitions-, Forschungs- und Personalplanung - jeweils bezogen auf die Südzucker AG und die Südzucker-Gruppe. Darüber hinaus nahm der Aufsichtsratsvorsitzende an Vorstandssitzungen teil und wurde vom Vorstandsvorsitzenden in zahlreichen Arbeitsgesprächen laufend über alle wichtigen Geschäftsvorgänge informiert. Darüber hinaus wurde der Aufsichtsrat seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie vom Vorstand regelmäßig über die Entwicklungen, die getroffenen Maßnahmen und die Situation des Unternehmens informiert. Aufsichtsratssitzungen und Beschlussfassungen Der Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2019/20 in vier ordentlichen Sitzungen - jeweils unter Teilnahme des Vorstands - und einer außerordentlichen Sitzung. Außerdem fanden zwei Beschlussfassungen des Aufsichtsrats im schriftlichen Verfahren statt. Allen Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat - jeweils nach gründlicher Prüfung und Beratung - zugestimmt. Schwerpunkt der Bilanzsitzung am 15. Mai 2019 war die Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses der Südzucker AG sowie des Konzernabschlusses zum 28. Februar 2019. Der CFO präsentierte den Konzernabschluss 2018/19, erläuterte den Einzelabschluss und ging auf den Abhängigkeitsbericht ein. Der Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) berichtete anschließend über die Schwerpunkte und Ergebnisse der Prüfung, die auch das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem umfasste. Nach eingehender Diskussion stellte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss fest und billigte den Konzernabschluss. Der Aufsichtsrat hat sich dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen und den Bericht des Aufsichtsrats beschlossen. Der Aufsichtsrat bereitete die ordentliche Hauptversammlung 2019 vor und verabschiedete deren Tagesordnung sowie die Beschlussvorschläge. Außerdem beschloss er, gestützt auf die Empfehlung des Prüfungsausschusses, den Vorschlag an die Hauptversammlung für die Wahl des Abschlussprüfers. Turnusmäßig wurde das Thema Compliance behandelt. Der Aufsichtsrat genehmigte außerdem Finanzvorhaben der Südzucker AG, von AGRANA und Austria Juice. In der Sitzung am 17. Juli 2019 - am Tage vor der Hauptversammlung - genehmigte der Aufsichtsrat die Investitionspläne 2020/21 und die Langfristinvestitionsprogramme der Südzucker-Gruppe sowie Investitionsnachträge. Der CFO stellte die Mittelfristplanung vor. Außerdem wurden Personalia behandelt. Im schriftlichen Verfahren genehmigte der Aufsichtsrat am 13. September 2019 ein AGRANA-Finanzvorhaben und am 26. September 2019 ein Beteiligungsvorhaben von PortionPack Europe. In der Sitzung am 14. November 2019 stellte der CFO die aktualisierte Ergebnishochrechnung 2019/20 vor. Der Aufsichtsrat befasste sich schwerpunktmäßig mit der Beteiligung ED&F Man. Wie stets in der November-Sitzung behandelte er das Thema Corporate Governance. Er führte die jährliche Effizienzprüfung seiner Tätigkeit durch und beschloss die Entsprechenserklärung 2019. Der Aufsichtsrat genehmigte Investitionsnachträge der Südzucker-Gruppe, ein Investitionsvorhaben von PortionPack Europe, zwei AGRANA-Beteiligungsvorhaben und ein Grundstücksgeschäft der Südzucker AG. Außerdem wurde die Nachfolgeplanung für den Vorstand intensiv erörtert. In der außerordentlichen Sitzung am 29. Januar 2020 behandelte der Aufsichtsrat Personalia des Vorstands. In Umsetzung der Nachfolgeplanung für den Vorstand wurde die am 29. Januar 2020 erfolgte Amtsniederlegung des Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Heer angenommen und die Aufhebung seines Vorstandsdienstvertrags beschlossen. Als neuer Vorstandsvorsitzender (CEO) wurde Dr. Niels Pörksen mit Wirkung ab 1. März 2020 bis zum 28. Februar 2023 bestellt. Als Arbeitsdirektor wurde Dr. Thomas Kirchberg (COO) mit Wirkung ab 29. Januar 2020 ernannt. In der Sitzung am 30. Januar 2020 präsentierte der CFO die aktuelle Ergebnishochrechnung 2019/20. Es wurde über die Beteiligung ED&F Man und das Kostensparprogramm informiert und diskutiert. Schwerpunkt der Sitzung war das Segment Frucht. Weiter wurden Investitionsnachträge genehmigt. Im Bereich Corporate Governance wurden Änderungen der Geschäftsordnungen Aufsichtsrat und Vorstand - in Anpassung an das ARUG II - beschlossen. Außerdem wurden Personalia behandelt. Anwesenheiten In der Sitzung des Aufsichtsrats am 15. Mai 2019 fehlte Frau Halsinger entschuldigt, nahm aber mittels schriftlicher Stimmabgabe an den Beschlussfassungen teil. Ansonsten waren alle Mitglieder des Aufsichtsrats persönlich in den Sitzungen anwesend. Kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm nur an der Hälfte oder an weniger als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats oder der Ausschüsse teil. Ausschüsse des Aufsichtsrats Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat fünf Ausschüsse (Präsidium, Vermittlungsausschuss, Prüfungsausschuss, Landwirtschaftlicher Ausschuss und Sozialausschuss) gebildet, die sich jeweils paritätisch aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzen. Die derzeitige personelle Besetzung der Ausschüsse ist unter Ziffer (37) "Aufsichtsrat und Vorstand" im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt. Den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend, ist der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nicht zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats. Das Präsidium des Aufsichtsrats tagte im Geschäftsjahr 2019/20 sechsmal: Am 15. Mai 2019, am 17. Juli 2019 und am 14. November 2019 jeweils im Vorfeld der Aufsichtsratssitzungen, außerdem am 29. Juli 2019 (Telefonkonferenz), am 6. September 2019 und am 17. Oktober 2019. Es ging in den Sitzungen um die Nachfolgeplanung für den Vorstand und die Strategie für das Segment Zucker. In der Sitzung des Präsidiums am 6. September 2019 fehlte Herr Hameseder entschuldigt. Ansonsten waren in den Sitzungen oder Telefonkonferenzen alle Mitglieder anwesend oder telefonisch zugeschaltet. Der Prüfungsausschuss kam im vergangenen Geschäftsjahr fünfmal - in drei Sitzungen und zwei Telefonkonferenzen - zusammen. In seiner Sitzung am 7. Mai 2019 befasste er sich in Gegenwart des Abschlussprüfers PwC mit dem Jahresabschluss der Südzucker AG und dem Konzernabschluss. Er bereitete die Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vor, in der dieser - nach Berichterstattung durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses - den Empfehlungen des Prüfungsausschusses folgte. Darüber hinaus diskutierte er den Vorschlag zur Bestellung des Abschlussprüfers, prüfte dessen Unabhängigkeit und empfahl dem Aufsichtsrat die Bestellung von PwC zum Abschlussprüfer und zum Prüfer der nichtfinanziellen Erklärung (Limited Assurance). Er befasste sich außerdem mit dem Thema Compliance. In der Sitzung am 18. Juli 2019 - im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung - erörterte der Prüfungsausschuss das Angebot des Abschlussprüfers für den Prüfungsauftrag und erteilte den Prüfungsauftrag für die Abschlussprüfung und die Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung (Limited Assurance). In der Sitzung am 8. Oktober 2019 befasste sich der Prüfungsausschuss - wie vom Aufsichtsrat beauftragt - mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Weiterer Tagesordnungspunkt war die Erörterung des Halbjahresberichts. In den Telefonkonferenzen am 9. Juli 2019 und am 10. Januar 2020 erörterte der Prüfungsausschuss mit dem Vorstand die Quartalsmitteilungen Q1 bzw. Q3 des Geschäftsjahres 2019/20. In den Sitzungen und Telefonkonferenzen des Prüfungsausschusses waren alle Mitglieder anwesend oder telefonisch zugeschaltet. Der Landwirtschaftliche Ausschuss tagte am 30. Januar 2020. Es wurde aus dem Geschäftsbereich Landwirtschaft der Südzucker AG Bericht erstattet sowie über Herausforderungen für den künftigen Pflanzenschutz und zum Thema Landerwerb durch außerlandwirtschaftliche Investoren informiert und diskutiert. Über die Ausschusssitzungen berichteten deren Vorsitzende in der jeweils folgenden Aufsichtsratssitzung. Der Vermittlungsausschuss musste auch im Geschäftsjahr 2019/20 nicht einberufen werden. Ebenso hat der Sozialausschuss nicht getagt. Effizienzprüfung des Aufsichtsrats Der Empfehlung gemäß Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend, hat der Aufsichtsrat wieder die Effizienz seiner Tätigkeit überprüft. Dies geschieht alljährlich mittels eines Fragebogens ohne externe Unterstützung. Der Fragebogen wird jeweils an die Kodex-Änderungen angepasst. Die Auswertung der Fragebogen, die Erörterung der Ergebnisse und die Diskussion von Verbesserungsvorschlägen erfolgten in der Sitzung am 14. November 2019. Ziel ist die stetige Verbesserung der Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Compliance Am 10. Januar 2020 fand das turnusmäßige Gespräch zu Betrugs- und Korruptionsrisiken zwischen Vorstand, Abschlussprüfer und den Vorsitzenden des Aufsichtsrats sowie des Prüfungsausschusses statt. Es wurde dort über die Einschätzung von Geschäftsrisiken und Maßnahmen zur Begrenzung der Betrugs- und Korruptionsrisiken informiert und anschließend diskutiert. Corporate Governance Eine ausführliche Darstellung der Corporate Governance bei Südzucker einschließlich des Wortlauts der Diversity-Ziele des Aufsichtsrats für seine zukünftige Zusammensetzung und der von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung 2019 findet sich im Corporate-Governance-Bericht. Zudem stehen alle relevanten Informationen im Internet unter www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Corporate-Governance/ zur Verfügung. Der Vorstand ist seinen aus Gesetz und Geschäftsordnung resultierenden Pflichten zur Information des Aufsichtsrats vollständig und fristgerecht nachgekommen. Der Aufsichtsrat hat sich von der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensführung und von der Leistungsfähigkeit der Organisation der Gesellschaft überzeugt und diese Themen im Gespräch mit dem Abschlussprüfer ausgiebig erörtert. Gleiches gilt hinsichtlich der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der Südzucker-Gruppe; auch darüber hat sich der Aufsichtsrat vom Vorstand ausführlich informieren lassen. Interessenkonflikte Dem Aufsichtsrat wurde im Geschäftsjahr 2019/20 von keinem seiner Mitglieder sowie keinem der Mitglieder des Vorstands ein Interessenkonflikt - insbesondere keiner, der aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen könnte - mitgeteilt. Jahresabschluss Der von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats gewählte Abschlussprüfer PwC hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Südzucker AG für das Geschäftsjahr 2019/20, den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss und -lagebericht 2019/20 geprüft und jeweils mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk versehen. Weiterhin stellte der Abschlussprüfer fest, dass der Vorstand die ihm gemäß § 91 Abs. 2 AktG obliegenden Maßnahmen in geeigneter Form getroffen hat; er hat insbesondere ein angemessenes und den Anforderungen des Unternehmens entsprechendes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet, das geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. PwC prüft seit dem Geschäftsjahr 2003/04 den Konzern- und Einzelabschluss. Der für die Südzucker AG verantwortliche Wirtschaftsprüfer bei PwC ist seit dem Geschäftsjahr 2016/17 Herr Michael Conrad. Der Vorstand hat im Hinblick auf die Mitteilung der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, dass die SZVG aus Eigen- und Fremdbesitz über 50 % der Stimmrechte an der Südzucker AG hält, einen Bericht gemäß § 312 AktG erstellt. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht geprüft, über das Ergebnis seiner Prüfung schriftlich berichtet und bestätigt, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung nicht unangemessen hoch war und bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen. Die zu prüfenden Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers PwC wurden jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig übermittelt. Vertreter des Abschlussprüfers PwC nahmen an der Sitzung des Prüfungsausschusses am 7. Mai 2020 und an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 13. Mai 2020 jeweils telefonisch teil und berichteten ausführlich über Verlauf und Ergebnis der Abschlussprüfung sowie der Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung (Limited Assurance). Der Aufsichtsrat hat die Berichte des Abschlussprüfers PwC nach eingehender Diskussion zustimmend zur Kenntnis genommen. Das Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und das Ergebnis seiner eigenen Prüfung entsprechen vollständig dem Ergebnis der Abschlussprüfung. Der Aufsichtsrat hat keine Einwendungen gegen die vorgelegten Abschlüsse erhoben. Er billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Südzucker AG und den Konzernabschluss der Südzucker-Gruppe in seiner Sitzung am 13. Mai 2020; der Jahresabschluss der Südzucker AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands vom 22. April 2020 zur Verwendung des Bilanzgewinns mit der Ausschüttung einer Dividende von 0,20 € je Aktie schloss sich der Aufsichtsrat an. Personalia Im Aufsichtsrat gab es folgende personelle Veränderung: Wie im Vorjahr berichtet, hatte auf der Aktionärsseite Herr Ralf Hentzschel, selbstständiger Landwirt in Panschwitz-Kuckau, sein Aufsichtsratsmandat am 13. März 2019 niedergelegt. Als Nachfolger wurde Herr Walter Manz, selbstständiger Landwirt in Dexheim, am 12. April 2019 zunächst vom Registergericht bestellt und dann in der ordentlichen Hauptversammlung am 18. Juli 2019 gewählt. Im Vorstand gab es folgende personelle Veränderungen: Herr Dr. Wolfgang Heer hat im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat am 29. Januar 2020 sein Amt als Vorsitzender des Vorstands niedergelegt. Zum neuen Vorstandsvorsitzenden (CEO) wurde mit Wirkung ab 1. März 2020 Herr Dr. Niels Pörksen bestellt. Herr Dr. Thomas Kirchberg (COO) wurde mit Wirkung ab 29. Januar 2020 zum Arbeitsdirektor ernannt. Gemeinsam mit dem Vorstand gedenkt der Aufsichtsrat aller im Berichtsjahr verstorbenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ehemaligen Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Aufsichtsratsmitgliedern der Südzucker-Gruppe. Dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Südzucker AG und der mit ihr verbundenen Unternehmen spricht der Aufsichtsrat für die geleistete Arbeit Dank und Anerkennung aus. Mannheim, 13. Mai 2020 Für den Aufsichtsrat DR. HANS-JÖRG GEBHARD, VORSITZENDER SÜDZUCKER-AKTIE UND KAPITALMARKT Kapitalmarktumfeld Im Zeitraum des Geschäftsjahres 2019/20 stand die Entwicklung an den Börsen im Zeichen neuer Rekorde - sowohl an den internationalen Aktienmärkten als auch in Deutschland -, begründet durch eine massive Zuführung von Liquidität in Kombination mit einer leichten Entspannung bei den Handelskonflikten. So verzeichneten die amerikanischen Börsenindizes Dow Jones und Nasdaq, aber auch DAX (r) , MDAX (r) und SDAX (r) Mitte Februar 2020 neue Höchststände. Gleichzeitig entwickelten sich die Unternehmensgewinne und Gewinnprognosen in Deutschland angesichts nachlassender Wirtschaftsdynamik und geopolitischer Spannungen rückläufig. Die exportorientierten Börsenunternehmen litten insbesondere unter der Androhung von Strafzöllen in den USA sowie der Wachstumsabkühlung in China. Der Automobil- und Zulieferindustrie machten zusätzlich die fortgeführte Dieseldebatte und der strukturelle Wandel in Richtung Elektromobilität zu schaffen. Dass der DAX (r) dennoch seine Bewertung deutlich erhöhte, lag an einer massiven Zuführung von Liquidität infolge der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Notenbanken. Die US-Zentralbank Federal Reserve vollzog eine geldpolitische Kehrtwende und senkte dreimal die Leitzinsen. Die Europäische Zentralbank beschloss am 12. September 2019, den Einlagenzins um zehn Basispunkte auf - 0,5 % zu senken und das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten in Höhe von 20 Mrd. € monatlich wiederaufzunehmen. Dazu zählt auch der Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Bereich. An den Rentenmärkten sank die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen weiter von 0,18 % Ende Februar 2019 auf - 0,61 % am 29. Februar 2020 und vergrößerte den Unterschied zwischen Dividendenrendite des DAX (r) und zehnjährigen Bundrenditen. Nach den Allzeithochs Mitte Februar 2020 lösten Nachrichten über die Ausbreitung des Coronavirus weltweit Kurseinbrüche an den Börsen aus; DAX (r) und MDAX (r) gingen am 28. Februar 2020 erheblich geschwächt mit 11.890 bzw. 25.367 Punkten aus dem Handel. Kursentwicklung der Südzucker-Aktie Der Kursverlauf der Südzucker-Aktie war im Geschäftsjahr 2019/20 weiterhin stark von den Entwicklungen auf den Ethanol- und Zuckermärkten geprägt. Ausgehend vom Eröffnungskurs von 12,94 € am 1. März 2019 nahm der Aktienkurs nach der Veröffentlichung der ersten Prognose für das Geschäftsjahr 2019/20, der Bestätigung einer Kuponzahlung für die Hybridanleihe und der Bekräftigung der ersten Ergebnisprognose vom 16. Mai 2019 an Fahrt auf. Die Erhöhung der Prognose für das Konzernergebnis am 25. Oktober 2019, unterstützt von einer sehr positiven Entwicklung der Ethanol- und Zuckerpreise, führte die Aktie am 13. Februar 2020 auf ein Jahreshoch von 16,95 €. Aufgrund der mit Beginn der Corona-Krise ausgelösten Börsenkorrekturen gab auch die Südzucker-Aktie zum Geschäftsjahresende deutlich nach und ging am 28. Februar 2020 mit einem Schlusskurs von 14,07 € aus dem Handel. Sie verzeichnete im Geschäftsjahr 2019/20 einen Wertzuwachs von 11 %, der SDAX (r) legte im gleichen Zeitraum um 5 % auf 11.331 Punkte zu. Kursentwicklung der Südzucker-Aktie 1. März 2019 bis 29. Februar 2020 Aktienkurs in € * Die Prognose bezieht sich jeweils auf das erwartete operative Konzernergebnis im genannten Geschäftsjahr. GRAFIK 001 Kennzahlen der Südzucker-Aktie scroll 2019/20 2018/19 Marktkapitalisierung 1 Mio. € 2.873 2.625 Streubesitz-Marktkapitalisierung 1 Mio. € 903 892 Ausgegebene Stückaktien à 1 € 1 Mio. Stück 204,2 204,2 Xetra(r)-Schlusskurs 1 € 14,07 12,86 Höchstkurs (Xetra (r)) € 16,95 15,51 Tiefstkurs (Xetra (r)) € 11,24 10,99 Durchschnittliches Handelsvolumen/Tag 2 Tsd. Stück 683 851 Börsenumsatz kumuliert Mio. € 2.420 2.832 Schlusskurs SDAX 1 Punkte 11.331 10.805 Performance Südzucker-Aktie (1. März bis 28. Februar) 3 % 11,1 - 9,7 Performance SDAX (r) (1. März bis 28. Februar) % 4,9 - 11,0 Dividende 4 €/Aktie 0,20 0,20 Dividendenrendite % 1,4 1,6 Ergebnis je Aktie € - 0,60 - 4,14 1 Bilanzstichtag. 2 Gesamter Tagesumsatz an allen dt. Börsen, an denen die Aktie zum Handel zugelassen ist. 3 Südzucker-Total-Return-Index, d. h. Berücksichtigung von Kursentwicklung und Dividendenausschüttung. 4 2019/20: Vorschlag. TABELLE 004 Aktionärsstruktur stabil Die Südzucker AG verfügt unverändert über zwei langfristig orientierte Großaktionäre. Der Anteilsbesitz der SZVG aus Eigen- und Fremdbesitz an der Südzucker AG lag zum 29. Februar 2020 bei 58,3 %. Die Zucker Invest GmbH, der zweite Großaktionär, der die österreichischen Anteilseigner der Raiffeisengruppe repräsentiert, hielt einen Anteilsbesitz von 10,3 %. Der Streubesitz von 31,4 % verteilte sich auf Privatanleger sowie Investmentfonds, Pensionskassen und Versicherungen überwiegend in Europa und Nordamerika. Kursentwicklung der Südzucker-Aktie im Vergleich zu SDAX(r) und MDAX(r) 1. März 2015 bis 29. Februar 2020 Index in % GRAFIK 002 Rating Südzucker verfolgt die klare Strategie, das Investment-Grade-Rating zu bestätigen. Die konservative Finanzpolitik ist auf die Stärkung der Bilanz- und Ertragskennzahlen ausgerichtet. Seit 1991 beauftragt Südzucker die Ratingagentur Moody's mit der Bewertung und Veröffentlichung des Unternehmenskreditprofils. Seit 2003 bewertet zusätzlich Standard & Poor's (S&P) die Bonität des Konzerns und der Anleihen. Südzucker erhielt stets ein Investment-Grade-Rating, was dem Unternehmen eine hohe Kreditwürdigkeit sowie nachhaltige Cash-flow- und Ertragskraft bescheinigt. Moody's bestätigte das Unternehmens- und Anleiherating am 19. Juni 2019 mit Baa3 und behielt den negativen Ausblick bei. Nach der Veröffentlichung der Quartalsmitteilung am 14. Januar 2020 bekräftigte Moody's am 15. Januar 2020 das Rating und würdigte darüber hinaus die Verbesserung des Zuckermarktumfelds und den Anstieg des Ethanolpreises. Die nachrangige Hybridanleihe bewertet Moody's weiterhin zu 75 % als Eigenkapital. Anleihen der Südzucker AG scroll Anleihe Coupon Volumen ISIN Börsenzulassung Hybrid-Anleihe 2005 Perpetual NC 10 1 Variabel 700 Mio. € XS0222524372 Luxemburg (regulierter Markt) Anleihe 2016/2023 1,250 % 300 Mio. € XS1524573752 Luxemburg (regulierter Markt) Anleihe 2017/2025 1,000 % 500 Mio. € XS1724873275 Luxemburg (regulierter Markt) 1 Kündigungsrecht seitens Südzucker erstmals zum 30. Juni 2015. Nach § 6 Abs. 5 und 6 der Anleihebedingungen bedingt die Kündigung die vorherige Emission vergleichbaren Eigenkapitals (Hybridkapital oder Aktien) innerhalb von zwölf Monaten vor Wirksamwerden der Kündigung. TABELLE 005 S&P hatte am 24. Mai 2019 das langfristige Unternehmensrating von BBB- bestätigt und den Ausblick auf negativ geändert. Auch S&P würdigte die veröffentlichten Zahlen in dem am 14. Januar 2020 publizierten Bulletin als positiv und unterstützend für das Rating. Die Hybridanleihe wird weiterhin zu 50 % als Eigenkapital angerechnet. Kommunikation mit dem Kapitalmarkt Die Konzernentwicklung wurde Investoren, Analysten und sonstigen Marktteilnehmern von Vorstand und Investor Relations an zahlreichen Finanzplätzen Europas erläutert. Wichtige Informationen veröffentlicht Südzucker transparent und zeitnah auf ihrer Website. Börsendaten der Südzucker-Aktie scroll ISIN DE 000 729 700 4 WKN 729 700 Handelsplätze Xetra (r) , Frankfurt, Stuttgart, München, Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Hannover (Freiverkehr) Börsenkürzel SZU Tickersymbol Reuters SZUG.DE (Xetra (r)), SZUG.F (Frankfurt) Tickersymbol Bloomberg SZU GY (Xetra (r)) TABELLE 006 Konzernlagebericht GRUNDLAGEN DES KONZERNS SEGMENT ZUCKER scroll 4 Divisionen SÜDZUCKER - Geschäftsbereich Zucker * Belgien: 2 Zuckerfabriken Deutschland: 7 Zuckerfabriken Frankreich: 2 Zuckerfabriken Polen: 4 Zuckerfabriken T - Moldau * : 1 Zuckerfabrik SAINT LOUIS SUCRE - Landwirtschaft AGRANA - AGRANA Zucker Österreich: 2 Zuckerfabriken Rumänien: 1 Zuckerfabrik, 1 Raffinerie Slowakei: 1 Zuckerfabrik Tschechien: 2 Zuckerfabriken Ungarn: 1 Zuckerfabrik Beteiligung / Joint Venture ED&F MAN - ED&F MAN, Vereinigtes Königreich (35-%-Beteiligung) AGRANA - Agrana-Studen, Bosnien-Herzegowina (1 Raffinerie, 50-%-Joint-Venture) SEGMENT SPEZIALITÄTEN scroll 4 Divisionen bene connecting nutrition and health - Funktionelle Inhaltsstoffe für Lebensmittel und Tiernahrung, Non-Food und Pharmazie - 5 Produktionsstandorte Freiberger - Tiefgekühlte und gekühlte Pizza sowie tiefgekühlte Pastagerichte und Snacks - 12 Produktionsstandorte AGRANA STARCH - Stärke für den Food- und Non-Food-Bereich sowie Ethanol - 3 Produktionsstandorte - Hungrana Kft. (1 Maisstärke-, Isoglukose- und Ethanolfabrik, 50-%-Joint-Venture) SÜDZUCKER - 1 Produktionsstandort (Weizenstärkeanlage) in Zeitz PortionPack EuropeGroup - Portionsartikel - 7 Produktionsstandorte SEGMENT CROPENERGIES scroll CropEnergies mobility - sustainable, renewable - Einer der führenden europäischen Hersteller von nachhaltig erzeugtem Ethanol, überwiegend für den Kraftstoffsektor, sowie von hocheiweißhaltigen Futtermitteln - 4 Produktionsstandorte SEGMENT FRUCHT scroll 2 Divisionen AGRANA - Fruchtzubereitungen (AGRANA Fruit) Fruchtzubereitungen für internationale Lebensmittelkonzerne 27 Produktionsstandorte weltweit AUSTRIA JUICE - Fruchtsaftkonzentrate (AUSTRIA JUICE) Fruchtsaftkonzentrate, Fruchtpürees und natürliche Aromen sowie Getränkegrundstoffe und Direktsäfte für die weiterverarbeitende Getränkeindustrie 15 Produktionsstandorte in Europa und China * Anzahl Zuckerfabriken Kampagne 2020/21. GRAFIK 003 Konzernstruktur Die Südzucker AG, eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in Mannheim, ist die Muttergesellschaft der Südzucker-Gruppe und gleichzeitig die größte operative Gesellschaft. In den Konzernabschluss sind - neben der Muttergesellschaft Südzucker AG - 152 (156) Gesellschaften einbezogen, bei denen die Südzucker AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält. Die At-Equity-Bewertung wurde bei 16 (16) Gesellschaften angewendet. Weitere Details zu Beteiligungen finden sich unter Ziffer (38) "Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 313 Abs. 2 HGB" des Konzernanhangs in diesem Geschäftsbericht. Die Südzucker-Gruppe umfasst die vier Segmente Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Frucht. Die Segmente Zucker, Spezialitäten und Frucht sind in insgesamt zehn Divisionen untergliedert, die das jeweilige operative Geschäft steuern. Dabei werden die Divisionen AGRANA Zucker, Stärke, Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen geführt; ebenso das Segment CropEnergies. Im Zuckersegment verantwortet die Geschäftsbereichsleitung Zucker die Regionen Belgien, Deutschland, Frankreich und Polen. Zentralabteilungen der Südzucker AG mit Konzernfunktion übernehmen Aufgaben und Funktionen für mehrere Segmente bzw. Divisionen bzw. die gesamte Südzucker-Gruppe. Weitere Teilaufgaben sind in Shared-Finance-Centern sowie Forschungsaktivitäten an mehreren Forschungsstandorten zusammengefasst. Konzernsteuerung Der Vorstand der Südzucker AG leitet die Geschäfte eigenverantwortlich und wird dabei vom Aufsichtsrat überwacht und beraten. Der Vorstand ist an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Die Segmente Zucker und Spezialitäten führt der Vorstand gemeinsam, die Segmente CropEnergies und Frucht sind einzelnen Vorstandsmitgliedern zugeordnet. Zudem leiten die einzelnen Vorstandsmitglieder die ihnen zugewiesenen Divisionen und Konzernfunktionen im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Die Geschäftsordnung für den Vorstand bestimmt die nähere Ausgestaltung der Vorstandsarbeit. Für bedeutende Geschäftsvorgänge beinhaltet die Satzung der Südzucker AG für den Vorstand Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Vorstand hat für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen Sorge zu tragen. Ebenso ist er für eine adäquate Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen verantwortlich. Des Weiteren hat der Vorstand für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Auch für die Leitungsorgane auf Ebene der Segmente und Divisionen ist Compliance die Basis für das Führen des operativen Tagesgeschäfts. Im Rahmen einer Matrixorganisation werden sie von zentralen Konzernfunktionen, die mit einem fachlichen Weisungsrecht ausgestattet sind, unterstützt und beraten. Wertmanagement Im Mittelpunkt der Unternehmensführung steht die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Im Rahmen des Wertmanagements strebt Südzucker in den Segmenten und Divisionen an, mit der Rendite auf das eingesetzte Kapital eine Prämie über die Kapitalkosten hinaus zu erzielen und dadurch einen Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen. Südzucker setzt ein konzernweit einheitliches Berichts- und Planungssystem ein und wendet, darauf aufbauend, zentral definierte Kennzahlen an. Wesentliche Kennzahl auf Konzern- und Segmentebene ist das operative Ergebnis sowie ausschließlich auf Konzernebene die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed - kurz ROCE). Beim operativen Ergebnis wird das Ergebnis der Betriebstätigkeit laut Gewinn-und-Verlust-Rechnung um das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen sowie um das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen bereinigt. Das eingesetzte Kapital (Capital Employed) umfasst das investierte Sachanlagevermögen zuzüglich erworbener Geschäfts- und Firmenwerte sowie das Working Capital zum Bilanzstichtag. Der ROCE entspricht dem Verhältnis von operativem Ergebnis zu Capital Employed. Südzucker ermittelt die Kapitalkosten für das eingesetzte operative Vermögen als Durchschnitt der gewichteten Eigen- und Fremdkapitalkosten. Die Kapitalkosten werden für die Segmente und Divisionen spezifiziert, indem die jeweiligen Länderrisiken und Geschäftsrisiken berücksichtigt werden. Diese finanziellen Leistungsindikatoren stellen für die Südzucker-Gruppe derzeit die wesentlichen steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren dar. Finanzmanagement Die Finanzierung des Südzucker-Konzerns basiert auf der nachhaltigen Cashflow-Kraft, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Südzucker verfolgt die klare Strategie, das Investment-Grade-Rating zu bestätigen. Im Hinblick auf die Fälligkeiten und die Zinsfestschreibung nutzt Südzucker eine optimierte Struktur von Finanzinstrumenten wie Hybrid-Eigenkapital, Anleihen, Schuldscheindarlehen und Bankkredite. Zur unterjährigen Finanzierung der der Zuckerbranche eigenen Saisonalität (Finanzierung der Rübengeldraten und Vorratsbestände) ist ein flexibler Zugang zu kurzfristiger Liquidität ein wichtiges Element der Finanzierungsstruktur. Diese kurzfristigen Finanzierungserfordernisse werden vorrangig durch die Nutzung des Commercial-Paper-Programms von insgesamt 600 Mio. € sowie syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien gewährleistet. Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt langfristig und orientiert sich an den für ein Investment-Grade-Rating erforderlichen Faktoren. Die im Finanzmanagement von Südzucker verwendeten Kenngrößen für die Kapitalstruktur sind der Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Cashflow), der Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals) sowie die Eigenkapitalquote (Eigenkapital in % der Bilanzsumme). Weitere Erläuterungen zu den operativen Ergebnissen je Segment sowie zu den Kennzahlen zur Kapitalstruktur werden im Kapitel "Wirtschaftsbericht" gegeben. Die Ableitung der Kapitalkosten ist im Konzernanhang unter Ziffer (21) "Immaterielle Vermögenswerte" dargestellt. Weitere Angaben zum Finanzmanagement sowie Einzelheiten zu den eingesetzten Finanzinstrumenten werden im Konzernanhang unter Ziffer (30) "Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)" gemacht. Geschäftsmodell Das Geschäftsmodell von Südzucker umfasst die Beschaffung von Agrarrohstoffen, deren großtechnische Verarbeitung und Veredelung zu hochwertigen Lebensmitteln, Futtermitteln, Kraftstoff- und Neutralethanol sowie ihre Vermarktung. Die Südzucker-Gruppe produziert Zucker und Zuckerspezialitäten, funktionelle Inhaltsstoffe für Lebensmittel, tiefgekühlte und gekühlte Pizza, Stärke, Stärkeverzuckerungsprodukte, Portionsartikel, Ethanol, Futtermittel sowie Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate; diese Aktivitäten sind vier Segmenten zugeordnet (→ Konzernstruktur). Südzucker ist mit den Divisionen BENEO, Freiberger und dem Segment Frucht weltweit tätig. Die Produktion von Zucker, Stärke, Stärkeverzuckerungsprodukten und Ethanol ist auf Europa fokussiert. Mit diesen Produkten bedienen wir kundenorientiert und zuverlässig die Nahrungsmittelindustrie, den Handel, die Futtermittel- und die Mineralölindustrie, wobei in den jeweiligen Marktsegmenten die Kosten- und Marktführerschaft oder eine starke Marktposition angestrebt wird. Unsere Rohstoff- und Absatzmärkte sind weltweit verbunden und unterliegen Preisschwankungen, die wir kaum beeinflussen können. Unsere breite Produktpalette und regional unterschiedliche Märkte sorgen für einen Risikoausgleich. Langfristig profitieren wir von einer wachsenden Weltbevölkerung und steigenden Einkommen. Unser Geschäftsmodell basiert auf Nachhaltigkeit im Umgang mit Agrarrohstoffen. Wir produzieren ressourcenschonend durch Nutzung emissionsarmer Technologien und verwenden die Agrarrohstoffe möglichst vollständig. Die Einbindung in ländliche Regionen, europäische Standards bei Compliance, Menschenrechten und Arbeitsbedingungen sowie die Beachtung der Anforderungen an eine gesunde und sichere Ernährung sind Grundlage unseres Geschäfts. Unsere Mitarbeiter bringen eine Vielfalt an Erfahrungen, Fähigkeiten, Wissen, Persönlichkeiten und Kulturen bei Südzucker ein und machen unser Unternehmen damit erfolgreich. Konzernstrategie Wir sind ein verlässlicher Produzent und Lieferant von qualitativ hochwertigen Lebens- und Futtermitteln sowie Ethanol, die wir großtechnisch aus verschiedenen Agrarrohstoffen gewinnen. Dabei stehen die Anforderungen unserer Kunden, die wir mit sicheren und innovativen Produkten versorgen, im Zentrum. Unser Ziel ist es, profitabel zu wachsen, unserer ökologischen und sozialen Verantwortung gerecht zu werden sowie den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Um dieses Ziel auch in Zukunft zu erreichen, entwickeln wir die Konzernorganisation ständig weiter. Alle Divisionen werden als eigenverantwortliche Einheiten geführt und stehen unter anderem für Umsatz, operatives Ergebnis und ROCE in der Verantwortung. Unsere Mitarbeiter werden konsequent in die entsprechenden organisatorischen Veränderungen eingebunden und tragen diesen Prozess mit. Die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energieeinsatz werden wir auf Konzernebene noch stärker in den Fokus rücken. Wir orientieren uns an Megatrends Megatrends wie Globalisierung, Gesundheit und Nachhaltigkeit führen zu einer steigenden Nachfrage nach hochwertigen Nahrungs- und Futtermitteln. Daneben verstärken sich die Trends zum Einsatz von funktionellen Inhaltsstoffen für Lebensmittel, zu individualisierter Ernährung sowie Convenience-Produkten. Die weltweite Logistik sowie die Zunahme der Mobilität führen zu einer steigenden Nachfrage nach erneuerbaren Energien. Mit ihren vier Segmenten ist die Südzucker-Gruppe in Bereichen tätig, die auch mittel- bis langfristig von diesen Megatrends profitieren werden. Wir richten daher unsere Geschäftsfelder weiterhin daran aus. Wir sind für unsere Kunden ein verlässlicher Partner Wir liefern unseren Kunden zuverlässig und sicher die gewünschten Produkte in hoher Qualität. Mit Innovationen erfüllen wir veränderte Kundenanforderungen. Wir wollen unsere Marktposition stärken In unseren Geschäftsfeldern wollen wir führende Positionen behaupten oder ausbauen. Dafür nutzen wir Gelegenheiten zu Akquisitionen ebenso wie organisches Wachstum. Dies erreichen wir durch die Investitionen in Kapazitätserhöhungen z. B. bei BENEO und Stärke. Und auch durch unsere aktuellen Kosteneinsparungsmaßnahmen im Segment Zucker werden wir unsere Position langfristig stärken. Wir verfügen über ein diversifiziertes Portfolio Mit der breiten Basis unseres Produktportfolios sowie einer Diversifizierung in verschiedenen Regionen und Märkten sorgen wir für ein ausgeglichenes Risikoprofil. Diesen Ansatz verfolgen wir weiter. Wir nutzen Synergien Durch eine segmentübergreifende Zusammenarbeit wollen wir Synergien über die gesamte Wertschöpfungskette nutzen. Die positiven Effekte zeigen sich insbesondere an Verbundstandorten. Wir legen den Fokus auf unsere Kernkompetenzen Wir legen den Fokus auf unsere Kernkompetenzen - die großtechnische Verarbeitung von Agrarrohstoffen, die damit verbundene Logistik sowie die Vermarktung unserer Produkte - verbunden mit dem Ziel, dieses Know-how ständig weiterzuentwickeln, um alle Produktströme vollständig zu nutzen und die Wertschöpfung zu erhöhen. Dabei optimieren wir Synergien an unseren Verbundstandorten (→ Kapitel Forschung und Entwicklung). Wir verfolgen eine solide Konzernfinanzierungsstrategie Ziel ist, die nachhaltige Cashflow-Kraft des Südzucker-Konzerns zu stärken und stabile Beziehungen zu den Aktionären zu pflegen. Ein Investment-Grade-Rating sichert uns den Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und Banken, sodass weiteres Wachstum der Divisionen ermöglicht wird (→ Finanzmanagement). Wir investieren gezielt und wertorientiert Zur Sicherung des zukünftigen Wachstums werden wir alle Geschäftsfelder weiter stärken. Dabei stehen Investitionen zur Senkung des Energieverbrauchs und in Kapazitätserweiterungen im Vordergrund. Damit streben wir eine höhere Wertschöpfung aus unseren Produkten an. Beispiele sind die Anlage zur Betain-Kristallisation oder der schrittweise Ausbau der Produktion in den verschiedenen Produktkategorien der BENEO-Gruppe. Wir verstehen Nachhaltigkeit als festen und gelebten Bestandteil unserer Unternehmensstrategie Die Unternehmensführung bekennt sich zu einer nachhaltigen Ausrichtung des Unternehmens, in deren Kern der sorgfältige Umgang mit allen genutzten Ressourcen steht. Im besonderen Fokus stehen die mittel- bis langfristige Minderung von Treibhausgasemissionen durch Energieeinsparungsmaßnahmen und Austausch von Energieträgern sowie Förderung der Biodiversität (→ Kapitel Nachhaltigkeit). Wir fördern und fordern unsere Mitarbeiter Gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter sind Träger unseres Know-hows, unserer Erfahrung und unserer Innovationskraft bei Produktion, Vermarktung und Logistik. Wir richten unsere Personalpolitik so aus, dass die Mitarbeiter die Strategie des Unternehmens unterstützen und in der Lage sind, unter den sich verändernden Rahmenbedingungen erfolgreich zu agieren. Wir sorgen für sichere Arbeitsbedingungen und ein gesundes Arbeitsumfeld (→ Kapitel Mitarbeiter). Unsere Konzernstrategie bildet den Handlungsrahmen für die Segmente Ausgehend von unseren Unternehmenszielen und der Konzernstrategie haben wir für unsere Segmente und Divisionen - unter Berücksichtigung der Anforderungen auf den jeweiligen Märkten - Strategien festgelegt: Segment Zucker ― Fokussierung auf Kunden in Europa ― Stärkung der Markt- und Wettbewerbsposition durch Kosteneinsparungen in den Bereichen Produktion, Logistik und Verwaltung ― Marktorientierte Ausrichtung der Organisation ― Optimale Nutzung unseres Produktionsverbundnetzes und unseres Logistiknetzwerks zur zuverlässigen Belieferung der Kunden mit qualitativ hochwertigen Produkten ― Hohe Auslastung der Produktionskapazitäten durch lange Kampagnen ― Beibehaltung unserer stabilen Beziehungen zu den Anbauern Segment Spezialitäten BENEO ― Enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden zur Nutzung des steigenden Verbraucherinteresses an pflanzenbasierten Zutaten, mit positiven technologisch-funktionalen und ernährungsphysiologischen Eigenschaften ― Weiterer Ausbau der Marktposition auf Basis des bestehenden Produktportfolios sowie von innovativen Konzepten ― Investitionen in Kapazitätserweiterungen und Projekte zur Steigerung der Kosten- und Energieeffizienz Freiberger ― Differenzierung gegenüber Wettbewerbern. Bei den Produkten stehen Qualität, Nachhaltigkeit und Innovationen im Fokus ― Marktposition in Europa durch Weiterentwicklung der Kundenbeziehungen, Innovationen und gezielte Investitionen weiter stärken ― Nutzung des Marktwachstums in den USA und Stärkung der Marktposition durch weitere Investitionen Stärke ― Fokus auf Spezialitätenprodukte mit hoher Veredelungstiefe ― Ausbau der Kundenbeziehungen durch innovative Produkte und Anwendungsberatung ― Weitere Stärkung der führenden Position bei Bio-Stärken und GVO-freien Stärken PortionPack ― Ausbau der marktführenden Position im Bereich Portionsartikel im europäischen Außer-Haus-Verzehr sowie Nutzung von Marktchancen außerhalb Europas ― Innovationsführerschaft: Entwicklung neuer Produktkonzepte im Bereich "Portions-Lösungen" ― Weitere Erhöhung der Kosteneffizienz in der gesamten Wertschöpfungskette Segment CropEnergies ― Nutzung der Marktchancen, die sich durch die verstärkten Bemühungen zur Treibhausgasreduktion und die damit verbundene Erhöhung der Nachfrage ergeben ― Produktionsstandorte im Hinblick auf Auslastung, Rohstoffnutzung, Kostenstruktur, Energieeffizienz optimieren ― Erweiterung der Logistikinfrastruktur ― Diversifikation des Produktportfolios ― Stärkung der F&E-Aktivitäten: Entwicklung von Lösungen für die Herausforderungen aufgrund des Klimawandels Segment Frucht ― Kunden- und marktorientiertes, globales Wachstum ― Effizienzsteigerung in den Werken ― Absichern und Stärken der Marktposition durch organisches Wachstum sowie durch Akquisitions- und Beteiligungsprojekte Fruchtzubereitungen ― Präsenz weltweit ausbauen, den internationalen Kunden in neue Märkte folgen und stärker als der Markt wachsen Fruchtsaftkonzentrate ― Absatz von Fruchtsaftkonzentraten an die Getränkeindustrie steigern, die Bereiche Direktsaft, Fruchtwein, Aromen und Getränkegrundstoffe weiter ausbauen Unsere Leitlinien Der Südzucker-Verhaltenskodex ist ein wesentlicher Bestandteil für das Auftreten von Südzucker als vertrauenswürdiger und verlässlicher Partner. Er bildet ein verbindliches gemeinsames Grundverständnis über die Art und Weise der internen und externen Zusammenarbeit. Zusammengefasst sind diese Inhalte in unseren Leitlinien. ― Wir wahren Integrität im Geschäftsverkehr. ― Wir produzieren sichere Produkte von hoher Qualität. ― Wir gehen verantwortungsvoll mit unserer Umwelt um. ― Wir schützen unsere Informationen. ― Wir kommunizieren vollständig, korrekt und klar. ― Wir behandeln unsere Mitarbeiter fair und respektvoll. Nachhaltigkeit Verankerung im Unternehmen Kern unseres Geschäftsmodells ist die Verarbeitung von Agrarrohstoffen zu hochwertigen Lebensmitteln, Futtermitteln und Ethanol. Dabei spielt die dauerhafte Verfügbarkeit dieser Rohstoffe eine wesentliche Rolle. So ist Südzucker mit der Landwirtschaft und damit mit der Natur verbunden. Darüber hinaus zählt Nachhaltigkeit zu den Unternehmenswerten unserer Kunden und beeinflusst zunehmend die Einkaufsentscheidungen der Verbraucher. Entsprechend ist das Prinzip der Nachhaltigkeit ein fester und gelebter Bestandteil der Unternehmensstrategie. Nachhaltiges Handeln ist in allen Unternehmensteilen und Regionen jeweils auf allen Ebenen verankert. Nachhaltigkeitsmanagement Nachhaltiges Handeln ist in unserem konzernweit gültigen Unternehmensleitbild festgeschrieben und Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Unsere Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden auf wesentliche Auswirkungen auf Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft analysiert, deren Entwicklung verfolgt sowie entsprechende Maßnahmen ergriffen. Nachhaltigkeitsstrategie Wir richten unser Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom agrarischen Rohstoff bis zum fertigen Produkt im Sinne der Nachhaltigkeit aus und nehmen die Verantwortung gegenüber unseren Kunden, Mitarbeitern, der Umwelt und der Gesellschaft wahr. Unser Anspruch ist, ― die Agrarrohstoffe unter Beachtung hoher Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderung zu beschaffen und möglichst vollständig zu nutzen, ― die Produktionstechnologien kontinuierlich weiterzuentwickeln, mit dem Ziel, die Ressourcen zu schonen, ― effiziente Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagementsysteme anzuwenden, ― die Interessen der für Südzucker wesentlichen Stakeholder zu beachten, ― ein breites Angebot an sicheren und hochwertigen Produkten zu erzeugen. Stakeholder Die erhobenen Stakeholdergruppen und Dialogformen (→ Tabelle 007) sind im Vergleich zu den Vorjahren unverändert. Stakeholdergruppen und Dialogformen scroll Wesentliche Stakeholder Wesentliche Dialogformen Anbauer (Rohstoffe) Lieferanten (Energie, Wasser, Investitionsgüter, Hilfs- und Betriebsstoffe, Dienstleistungen, Rohstoffe) Informationsveranstaltungen (Anbauerversammlungen, Feldtage, Messen, Lieferantenforen); Internetplattformen (Rohstoffportal); Lieferantengespräche (Vergabeverhandlungen, Anbauberatung) Kunden (Endverbraucher, Handel, Industrie) Kundenberatung Anwendungstechnische Unterstützung / Serviceleistungen Produktspezifikationen, Zertifizierungen Mitarbeiter Gewerkschaften Betriebsversammlungen, Mitarbeitergespräche, Mitarbeiterzeitungen, Newsletter, Intranet, Schulungen Aktionäre, Kapitalmarkt, Finanzinstitute, Investoren Finanzberichterstattung, Hauptversammlung, Analystenkonferenzen, Roadshows, Conference Calls, Gespräche mit Ratingagenturen, Analysten und Aktionärsvertretern Südzucker-Website Gesellschaft und Öffentlichkeit (Anlieger, Behörden, Branchen- / Interessenverbände, Forschungs-/Wissenschaftseinrichtungen, Journalisten, Medien, Nachbarn, Parteien, Politiker, Schulen, Universitäten) Presseinformationen und -gespräche Werksbesichtigungen (rund 30.000 Besucher / Jahr) Forschungskooperationen und -projekte Politische Dialoge, Sitzungen, Vorträge, Diskussionsveranstaltungen Südzucker-Website TABELLE 007 Wesentlichkeitsanalyse Wie in den Vorjahren wurden auch im Geschäftsjahr 2019/20 Stakeholder befragt, welche Nachhaltigkeitsaspekte (Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Menschenrechte sowie Bestechungs- und Korruptionsvermeidung) ihrer Einschätzung nach von hoher oder sehr hoher Bedeutung sind. Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf der Befragung unserer Zuckerrübenanbauer. Die Ergebnisse sind in die bestehende Wesentlichkeitsanalyse eingeflossen. Einschätzung der Relevanz von Nachhaltigkeitsaspekten für Südzucker GRAFIK 004 Über die in den Nachhaltigkeitsaspekten zusammengefassten Sachverhalte, die damit verbundenen Leitlinien sowie die entsprechenden Managementansätze wird in den jeweiligen Kapiteln /Abschnitten des Lageberichts berichtet (→ Tabelle 008). Eine detaillierte Übersicht finden Sie im Kapitel Nichtfinanzielle Erklärung. Übersicht berichtspflichtige Aspekte scroll Nachhaltigkeitsaspekte - Inhalt der nichtfinanziellen Erklärung Kapitel / Abschnitt im Lagebericht Umweltbelange Umwelt Wirtschaftsbericht / Segmente jeweils im Abschnitt Produktion Arbeitnehmerbelange Mitarbeiter Sozialbelange Umwelt, Gesellschaft Menschenrechte Umwelt, Mitarbeiter, Gesellschaft Bekämpfung von Bestechung und Korruption Unternehmensführung und -verantwortung / Compliance TABELLE 008 Externe Nachhaltigkeitsbewertung Seit 2013 nimmt die Südzucker-Gruppe am Nachhaltigkeitsbewertungssystem EcoVadis teil. EcoVadis ist eine französische Initiative, die Unternehmen hinsichtlich der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung bewertet. Südzucker stellt EcoVadis regelmäßig umfangreiche Informationen zu Aspekten aus den Bereichen Umwelt, Arbeitsbedingungen, Compliance und Beschaffung zur Verfügung. Nach aktueller Bewertung wurde Südzucker der Silber-Status zugesprochen. Die Ergebnisse der Bewertung sind für die Einkaufsentscheidungen zahlreicher Kunden aus der Lebensmittelwirtschaft von hoher Bedeutung. Die Südzucker-Gruppe befürwortet und unterstützt die folgenden nachhaltigkeitsorientierten Initiativen und Organisationen (Tabelle 009). Wesentliche nachhaltigkeitsorientierte Initiativen und Organisationen scroll Organisation Sitz Mitgliedsunternehmen Seit Ziel Bonsucro (r) - Better Sugarcane Initiative Ltd. London / Vereinigtes Königreich AGRANA Zucker GmbH 2014 Verbesserung der Nachhaltigkeit im Zuckerrohranbau sowie der Zuckerproduktion aus Zuckerrohr EcoVadis SAS Paris / Frankreich Südzucker AG 1 2013 Lieferantenbewertung nach Umwelt- und Sozialkriterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette Fairtrade Deutschland / Transfair e. V. Köln Südzucker AG 2006 Förderung des fairen Handels SAI - Sustainable Agriculture Initiative Platform Genf / Schweiz Südzucker AG 1 2014 Förderung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken Sedex Information Exchange Limited London / Vereinigtes Königreich AGRANA Beteiligungs-AG 2009 Förderung nachhaltiger Sozial- und Umweltpraktiken entlang der Wertschöpfungskette TABELLE 009 1 Stellvertretend für mehrere Mitgliedsunternehmen der Südzucker-Gruppe. Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen (SDGs) Südzucker unterstützt die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, die einen Rahmen für nachhaltiges Wirtschaften auf ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Ebene setzen. Unser Fokus liegt dabei auf jenen SDGs, die durch unser Geschäftsmodell maßgeblich beeinflusst werden und bei denen wir tatsächlich Veränderungen bewirken können. scroll 1 KEINE ARMUT 6 SAUBERES WASSER UND SANITÄREINRICHTUNGEN 8 MENSCHENWÜRDIGE ARBEIT UND WIRTSCHAFTSWACHSTUM 10 WENIGER UNGLEICHHEITEN scroll 1 KEINE ARMUT 12 NACHALTIGER KONSUM UND PRODUKTION 13 MASSNAHMEN ZUM KLIMASCHUTZ 16 FRIEDEN, GERECHTIGKEIT UND STARKE INSTITUTIONEN 17 PARTNERSCHAFTEN ZUR ERREICHUNG DER ZIELE UMWELT Vision / Leitlinie Die Südzucker-Gruppe bekennt sich dazu, so zu wirtschaften, dass Ressourcen in nachhaltiger Weise genutzt werden und es zu keinen negativen Auswirkungen auf die Umwelt kommt. Darüber hinaus wollen wir bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Mit ihrer Umwelt- und Energiepolitik verpflichtet sich die Südzucker-Gruppe, den Ressourcenbedarf und die Umweltauswirkungen der Geschäftstätigkeiten zu reduzieren und die Energieeffizienz der Produktionsprozesse kontinuierlich zu verbessern. Dies beinhaltet, dass ― alle gesetzlichen und selbst auferlegten Anforderungen eingehalten werden, ― Anlagenkonzeptionen, Produktionsprozesse und zugehörige Lieferketten (inklusive Beschaffung) bezüglich ihrer Umweltauswirkungen und ihrer Energieeffizienz kontinuierlich überprüft und optimiert werden, ― vom Management strategische und operative Ziele sowie Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung festgelegt werden, ― die Zielerreichung systematisch überprüft und die Effektivität der festgelegten Maßnahmen regelmäßig bewertet werden, ― die für die Durchführung dieser Maßnahmen und für die Erreichung der Ziele erforderlichen Ressourcen und Informationen vom Management zur Verfügung gestellt werden. Klimaziel 2050 Da viele unserer Herstellungsprozesse energieintensiv sind, stand die Steigerung der Energieeffizienz und damit die Senkung der Treibhausgasemissionen schon immer im Fokus. Hierbei konnten bereits in der Vergangenheit erhebliche Verbesserungen erzielt werden. Insbesondere im Segment Zucker beziehen wir bei unseren Aktivitäten auch die Lieferkette ein. Mit dem Aufbau der Erzeugung von Kraftstoffethanol aus nachwachsenden Rohstoffen leisten wir seit Mitte der 2000er Jahre einen steigenden Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im europäischen Verkehrssektor. An einigen Standorten speisen wir zudem Biomethan bzw. grünen Strom aus Biogas in die Netze der öffentlichen Versorgung ein. Unser bisheriger Managementansatz steht im Einklang mit den Klimaschutzzielen des europäischen Green Deal - eine ambitionierte weitere Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2030 sowie die bilanzielle Klimaneutralität bis 2050 -, flankiert durch die Vorgaben der nationalen Klimagesetzgebungen. Den Weg hin zur Klimaneutralität im Jahr 2050 wollen wir daher mitgehen und mitgestalten. Für uns ergeben sich daraus drei Handlungsfelder: ― Klimaneutrale Produktion bis 2050: Unser Fokus liegt auf der Reduktion von Treibhausgasemissionen aus der Energieerzeugung und -nutzung. ― Lieferkettenoptimierung: Unser Fokus liegt auf der Reduktion der Treibhausgasemissionen beim Anbau unserer Agrarrohstoffe sowie bei Logistik unserer Rohstoffe und Produkte. ― Bereitstellung biomassebasierter Produkte für den Non-Food-Bereich: Unser Fokus liegt auf zucker- bzw. stärkebasierten Produkten, die Produkte auf Basis von fossilen Rohstoffen ersetzen und damit einen Klimaschutzbeitrag leisten. Neben der Bereitstellung von Bioenergie sehen wir hier Marktchancen insbesondere im Bereich von Biokunststoffen und biobasierten Chemikalien. Produktion Managementansatz An den deutschen Standorten von Südzucker, BENEO und CropEnergies wird das betriebliche Umweltmanagement innerhalb des Qualitätsmanagementsystems nach ISO 9001 geführt. Die Sicherstellung der Einhaltung von gesetzlichen Anforderungen erfolgt durch Festlegung von Verantwortlichkeiten und Prozessabläufen sowie interne Audits durch die zentrale Umweltabteilung. Die kontinuierliche Reduktion der Umweltauswirkungen unserer Produktionsprozesse erfolgt durch Benchmarking insbesondere in Bezug auf Geruchs- und Lärmimmissionen, Luftschadstoff- und Abwasseremissionen, Frischwasserbedarf und Abfallmengen. Darüber hinaus werden auf Werksebene Ziele und Maßnahmen festgelegt, auch unter Einbindung der Mitarbeiter über das betriebliche Vorschlagswesen. An den deutschen und österreichischen Produktionsstandorten von Südzucker, AGRANA, BENEO, Freiberger und CropEnergies ist das Energiemanagementsystem nach ISO 50001 zertifiziert. Gleiches gilt für die Zuckerproduktionsstandorte in Frankreich, Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn, die übrigen Standorte in der Division Fruchtsaftkonzentrate in der EU sowie den Standort von Freiberger in Großbritannien. Der Standort von CropEnergies in Großbritannien ist nach dem Energy Savings Opportunity Scheme auditiert. An den Standorten von BENEO, CropEnergies und Raffinerie Tirlemontoise in Belgien wird der Energieeinsatz nach "Les accords de branche de seconde generation" zertifiziert. Im Bereich Produktion wird über Energieeinsatz, Treibhausgasemissionen, Wasserentnahme und Wasserrückführung sowie Abfall berichtet. Dem Einsatz erneuerbarer und nicht erneuerbarer Energien und den damit verbundenen Treibhausgasemissionen messen wir herausragende Bedeutung zu. Ziel: klimaneutrale Produktion bis 2050 Die Südzucker-Gruppe bekennt sich zu dem herausfordernden Ziel, bis 2050 klimaneutral zu produzieren. Dies kann nur durch einen politisch und gesellschaftlich unterstützten Maßnahmenmix in mehreren Schritten erreicht werden. Die möglichen Maßnahmen gliedern sich im Wesentlichen in zwei Kategorien, einerseits Energieeffizienzsteigerungen, andererseits die Nutzung erneuerbarer Energieträger. Während eine weitere Verbesserung der Energieeffizienz mit den heute bestehenden Technologien nur noch begrenzt möglich ist, bieten sich für Südzucker im Bereich des Umstiegs auf erneuerbare Energieträger - neben dem Zukauf von Brennstoffen, Wärme oder Strom aus erneuerbaren Quellen -auch Möglichkeiten eigener Energieerzeugung aus Biomasse. Energie und Emissionen Bei der Produktion zeichnet sich Südzucker durch effiziente Produktionsprozesse und moderne Energieversorgungsanlagen aus. So führen z. B. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie Kaskadenschaltungen bei der Prozessenergienutzung zu einer überdurchschnittlichen Energieeffizienz. Damit reduzieren wir den Brennstoffbedarf und senken gleichzeitig die Emissionen von Luftschadstoffen und klimarelevanten Treibhausgasen. Die Biogasanlage in Rackwitz erzeugt aus nachwachsenden Rohstoffen eigener Produktion ganzjährig Methan zur Einspeisung ins öffentliche Netz. Darüber hinaus wird in drei Zuckerfabriken Biogas aus Pressschnitzeln gewonnen. Energieeinsatz im Konzern Gigajoule je Tonne Produkt GRAFIK 005 Der Einsatz von Energie je Tonne Produkt sowie der Anteil an erneuerbarer Energie sind im Vergleich zum Vorjahr weitgehend konstant geblieben, während die entstandenen Emissionen je Tonne Produkt leicht gesunken sind. Ursache hierfür ist unter anderem die Einstellung der Zuckererzeugung am Standort Strzyzów, wo Steinkohle als Brennstoff verwendet wurde. Wasserentnahme und Wasserrückführung Wasser, die global gesehen bedeutendste Ressource, ist einer von vielen Inputfaktoren in den Produktionsprozessen der Südzucker-Gruppe. Unsere Produktionsanlagen zeichnen sich dadurch aus, dass der erforderliche Frischwasserbedarf durch Kreislaufführung des eingesetzten Wassers auf ein Minimum reduziert wird. Vielfach wird auch das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser - Zuckerrüben bzw. Äpfel bestehen zu rund 75 % bzw. 85 % aus Wasser - in den Prozessen genutzt. So wird z. B. ein großer Teil des Wassers, das eine Zuckerfabrik benötigt, schon mit dem Rohstoff Rübe in die Fabrik gebracht. Insgesamt kann der Wassergehalt in den verarbeiteten Feldfrüchten dazu führen, dass die Abwassermenge die Wasserentnahme übersteigt. Daneben können hohe Niederschläge ebenfalls zu einer gesteigerten Wasserrückführung führen. Wasserentnahme / -rückführung im Konzern scroll Mio. m3 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 Oberflächenwasser 21,1 23,0 25,2 26,3 27,8 Grundwasser 10,2 10,2 11,2 12,4 12,8 Wasserversorger 2,8 2,8 3,3 3,7 3,8 Wasserentnahme 34,1 36,0 39,7 42,4 42,4 Wasserrückführung 32,9 38,1 40,7 40,3 39,6 TABELLE 010 Emissionen konzernweit aus direktem und indirektem Energieeinsatz Tonne CO2-Äquivalent je Tonne Produkt GRAFIK 006 Von der gesamten Wasserentnahme entfallen über 60 % auf die Entnahme von Oberflächenwasser insbesondere aus Flüssen, das wiederum maßgeblich für die Durchlaufkühlung bei der Zuckerproduktion verwendet wird, d. h., das Wasser wird nur zur Kühlung von Prozessen eingesetzt und dann direkt wieder den Vorflutern zugeführt. Die absoluten Mengen an Wasserentnahme und Wasserrückführung sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Abfall Durch integrierte Produktionskonzepte werden die eingesetzten Rohstoffe nahezu vollständig zu hochwertigen Produkten verarbeitet. Die Gesamtabfallmenge ist gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Ursachen dafür waren unter anderem der Wegfall bisher teilweise hinzugerechneter Rübenkleinteile im Segment Zucker sowie die geänderte Praxis, an einem Standort für Fruchtsaftzubereitungen in Mexiko bisher deponierte organische Abfälle nunmehr zu verkaufen bzw. kostenlos abzugeben und so besser zu verwerten. Abfallarten und -mengen im Konzern scroll Tsd. t 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 Recycling 376,0 241,5 296,5 302,3 276,3 Deponierung 86,5 67,0 68,6 65,9 46,6 Kompostierung 60,2 56,4 75,3 91,2 82,0 Energetische Verwertung 22,6 19,6 24,7 25,8 32,5 Übrige 17,2 20,3 28,5 16,8 10,1 davon gefährliche Abfälle 1 1,5 0,8 1,6 1,6 1,5 Gesamt 562,4 404,7 493,5 501,9 447,5 1 Im Wesentlichen verbrauchte Schmierstoffe aus der Produktion. TABELLE 011 Beschaffung Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen werden von der Südzucker-Gruppe unter Beachtung ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Gesichtspunkte eingekauft. Managementansatz Bestandteil der Ausschreibungsverfahren und Vertragsverhandlungen mit Lieferanten ist der Verhaltenskodex für Lieferanten, der Leitlinien für eine nachhaltige Beschaffung vorgibt sowie zu erfüllende Umwelt-, Arbeits- und Sozialstandards festlegt. Er gilt für Lieferanten der gesamten Wertschöpfungskette (www.suedzucker.de/de/Downloads/Lieferantenmanagement/). Die Beschaffungsbereiche werden im Rahmen verschiedener, auf den jeweiligen Beschaffungsbereich passender, jährlich stattfindender Audits, wie z. B. ISO 9001, IFS Food, GMP+ oder SAI, geprüft und zertifiziert. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden an den weltweit über 100 Produktionsstandorten insgesamt rund 35 Mio. t Agrarrohstoffe wie z. B. Zuckerrüben, Getreide, Mais, Zichorien sowie Früchte verarbeitet. Damit haben die nachwachsenden Agrarrohstoffe den weitaus größten Anteil am Beschaffungsvolumen. Die von Südzucker verwendeten Agrarrohstoffe und Vorprodukte stammen überwiegend aus europäischer Produktion und erfüllen die für landwirtschaftliche Erzeugung in der EU geltenden Grundsätze der Cross Compliance mit den entsprechenden Auflagen für die Landwirtschaft. In der EU-Agrarpolitik wird ein Schwerpunkt auf umweltgerechte Landbewirtschaftung gelegt. Neben den Verpflichtungen aus dem Greening dürfen zur Gesunderhaltung der Böden auf einem Feld frühestens in jedem dritten Jahr Zuckerrüben angebaut werden. Zur Förderung der Biodiversität unterstützt Südzucker seit 2014 die Anbauer bei der Anlage von Blühstreifen. Die Anzahl Blühstreifen am Rande von Zuckerrübenfeldern konnte von Jahr zu Jahr auf mittlerweile rund 1.800 gesteigert werden. Grundsätzlich besteht das Bestreben, einen hohen Anteil der Agrarrohstoffe, die von Südzucker verarbeitet werden, regional und direkt von den Landwirten zu kaufen, auch um Nachhaltigkeitsaspekte gemeinsam mit den Anbauern verbessern zu können. So bezieht Südzucker Zuckerrüben ausschließlich von landwirtschaftlichen Betrieben im Umfeld der Zuckerfabriken. Dabei werden für jeweils ein Anbaujahr Rübenlieferverträge abgeschlossen, die Anbau-, Liefer- und Vergütungsbedingungen regeln. Es wird ausschließlich gentechnikfreies Saatgut verwendet. Der Anbau von Biorüben gewinnt bei Südzucker an Bedeutung. Er erfolgt nach der EU-Öko-Verordnung und darauf aufbauender Richtlinien von Bioverbänden. Der Mindeststandard ist BioSuisse. Bei der Ethanolherstellung werden Agrarrohstoffe verwendet, für die besondere Nachhaltigkeitskriterien gelten. Damit wird sichergestellt, dass der Anbau der Biomasse nicht auf schützenswerten Flächen oder zulasten der biologischen Vielfalt erfolgt. Um dies zu gewährleisten, wird nach von der EU anerkannten Zertifizierungssystemen wie z. B. REDcert EU, ISCC EU oder 2BSvs zertifiziert und extern auditiert. Die Einhaltung der Kriterien ist in den Verträgen mit Rohstofflieferanten verankert. Sustainable Agriculture Initiative Platform Südzucker ist Mitglied der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI), der führenden Initiative zur Förderung nachhaltiger Anbaumethoden auf globaler Ebene. Mit der aktiven Mitgliedschaft bei SAI dokumentieren wir die Einhaltung umfassender Nachhaltigkeitskriterien. Die Südzucker und ihre Zuckerrübenanbauer konnten 2019 mit dem Erhalt des RedCert2-Zertifikats bzw. durch die Teilnahme an der Farmer-Self-Assessment-(FSA-)Befragung erneut die Einhaltung der SAI-Nachhaltigkeitskriterien belegen. Auch in den Divisionen Stärke, Fruchtsäfte und Fruchtzubereitungen nahm eine Vielzahl der zuliefernden Betriebe erfolgreich am FSA teil. Moderne und nachhaltige Landbewirtschaftung Südzucker stellt den Landwirten ein breites Know-how beispielsweise zu den Themen Bodenbearbeitung, Auswahl des Saatguts, Pflanzenschutz und Bodenfruchtbarkeit zur Verfügung, um sie bei einer modernen und nachhaltigen Landbewirtschaftung zu unterstützen. Auf dem Südzucker-Versuchsgut in Kirschgartshausen wird dieses Know-how weiterentwickelt und aktuelle Themen wie alternative Unkrautbekämpfung oder Nutzung digitaler Werkzeuge bearbeitet. Dafür werden Exakt- und Großflächenversuche angelegt, Beispielanbau für Praxis und Öffentlichkeit betrieben und Zukunftsstrategien in Bezug auf die Produktionstechnik entwickelt. Ein weiteres wesentliches Thema in der Landwirtschaft ist die Düngung. Südzucker führt als Grundlage für eine exakt auf die Kultur und den jeweiligen Standort ausgerichtete Düngung Analysen von Bodenproben nach dem EUF-Verfahren durch. Damit kann der Landwirt eine genaue Düngeplanung erstellen, den im Boden vorhandenen Stickstoff optimal nutzen, die Gefahr einer Nitratauswaschung reduzieren und gleichzeitig die hohen Anforderungen der neuen Düngeverordnung, insbesondere auch in Nitratbelastungsgebieten, erfüllen. Bei einer Düngung nach EUF gilt die Zuckerrübe sogar in diesen Gebieten als "Sanierungsfrucht", da sie die im Boden vorhandenen Nährstoffe effektiv nutzt und nach der Ernte im Herbst die geringsten Nitratwerte unter den Ackerkulturen hinterlässt. Um diese Analysen auszuweiten, sollen die Bodenproben künftig vermehrt maschinell GPS-gestützt gezogen werden und eine Grundlage für teilschlagspezifische Nährstoff- und Düngekarten schaffen. Ziel ist die weitere Optimierung der Nährstoffkreisläufe im Boden. Biodiversität Im Jahr 2019 wurden auf einer Fläche von insgesamt rund 392.000 ha Zuckerrüben für die Südzucker-Gruppe angebaut. Für Südzucker ist es von Bedeutung, die Einhaltung der Fruchtfolge sicherzustellen und darüber hinaus die Biodiversität zu fördern. In der Südzucker-Gruppe werden daher zahlreiche Maßnahmen initiiert und unterstützt, mit denen die Rohstofflieferanten ihren Beitrag dazu leisten. In Belgien, Deutschland, Frankreich und Polen werden Saatmischungen für Blühstreifen kostenlos zur Verfügung gestellt. In Österreich wird eine blühende Saatmischung als Alternative zu anderen Zwischenfrüchten verwendet. Auf den Feldern werden so der Boden gelockert, Nährstoffe mobilisiert und das Bodenleben aktiviert. Zusätzlich ergeben die blühenden Felder und Feldränder eine ideale Wildtieräsung und Bienenweide sowie ein attraktives Landschaftsbild. Logistik Managementansatz Voraussetzung für einen reibungslosen Betrieb der Fabriken ist eine effiziente Logistik. Dies bedeutet zum einen, die Fabriken bedarfsgerecht mit Rohstoffen zu versorgen, zum anderen die erzeugten Produkte kontinuierlich auszuliefern - beides vor dem Hintergrund begrenzter Lagermöglichkeiten und einer optimalen Nutzung der Produktionskapazitäten. Wesentliche Maßnahmen sind eine IT-gestützte Logistiksteuerung sowie die Auswahl möglichst ressourcenschonender Transportmittel. Beschaffungslogistik An der insgesamt verarbeiteten Menge von rund 35 Mio. t Agrarrohstoffen haben die für die Zucker- und Ethanolgewinnung benötigten Rüben- und Getreidemengen mit rund 30 Mio. t den mit Abstand größten Anteil. In Belgien, Deutschland, Frankreich, Moldau und Polen werden die Rüben mit LKWs direkt vom Acker in die Zuckerfabriken geliefert. Das gleiche System wird bei der Anlieferung der Zichorien in Belgien und Chile angewendet. Die Logistik-Anwendung farmpilot ermöglicht in Deutschland und Frankreich eine optimale Navigation der LKWs auch auf den Feldwegen, in Chile wurden erste Tests durchgeführt. Neben der Navigation ist mithilfe dieser App ein ständiger Informationsfluss zwischen den Rodern, den Lademäusen, den LKWs und der Zuckerfabrik möglich und damit die komplette Logistikkette vom Acker bis in die Fabrik vernetzt. Streckenführungen werden so kontinuierlich angepasst, unnötige Fahrten und Wartezeiten vermieden. In den AGRANA-Produktionsländern wurde in der Kampagne 2019/20 rund ein Drittel der Rüben per Bahn an die Zuckerfabriken geliefert. Der Anteil der Bahntransporte lag in Ungarn und Österreich mit rund 50 % am höchsten. Der Anteil der Rüben, die am Feldrand vorgereinigt werden, liegt konzernweit mittlerweile bei rund 93,3 %. Damit bleibt möglichst viel Erde auf dem Acker. Gleichzeitig wird das Transportvolumen und -gewicht und damit die Anzahl der LKW-Fahrten vermindert. Weitere Maßnahmen sind Schulungen der LKW-Fahrer in umweltschonender und rücksichtsvoller Fahrweise sowie der Einsatz modernster LKWs mit hoher Ladekapazität und niedrigen Emissionen. Darüber hinaus berücksichtigen Assistenzsysteme die mögliche Zuladung sowie das zulässige Gesamtgewicht und nutzen so die Ladekapazität eines jeden LKWs optimal aus. Die Ethanolfabriken in Zeitz, Wanze / Belgien, Loon-Plage / Frankreich und Wilton / Großbritannien liegen in der Nähe großer Getreideanbaugebiete und / oder Häfen und Bahntrassen. Zum einen sind dadurch die Transportwege kurz, zum anderen kann die Belieferung zu einem großen Teil per Schiff und Bahn erfolgen. In Wilton werden rund 50 % der eingesetzten Rohstoffe per Schiff angeliefert, in Wanze sind es über 66 %. Die Ethanolanlage in Zeitz arbeitet im Verbund mit der Zucker- und Stärkeherstellung und ist per Pipeline an diese angeschlossen. Darüber hinaus wurden in diesem Jahr umfangreiche Investitionen in die Wege geleitet, um die Rohstoffanlieferung per Bahn weiter zu verbessern. Die Anlieferung von Reis für BENEO in Wijgmaal / Belgien erfolgt zunehmend durch Binnenschiffe. Die BENEO-Anlage in Offstein arbeitet im Verbund mit der Zuckerfabrik und bezieht Flüssigzucker über eine Pipeline. Auch im Segment Frucht werden die Rohstoffe zur Herstellung von Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentraten teilweise per Schiff bzw. Bahn angeliefert. Vertriebslogistik Bei der Auslieferung der in der Südzucker-Gruppe hergestellten Produkte ist es unser Ziel, durch die Auswahl geeigneter Verkehrsträger sowie die Optimierung der Wegstrecken den transportbedingten Ausstoß von CO2 so weit wie möglich zu verringern. Für Zuckertransporte werden die Verkehrsmittel Bahn, Schiff und LKW mithilfe eines Supply-Chain-Planungstools optimal kombiniert und damit auch die Transportkosten verringert. Für große Entfernungen, insbesondere für Lieferungen in die Defizitregionen sowie kampagnebedingte Auslagerungen, erfolgen die Transporte - wo möglich und sinnvoll - per Bahn. Dabei hilft uns, dass der überwiegende Teil unserer Werke über einen Gleisanschluss verfügt. So erfolgten rund 75 (67) % der Lieferungen nach Italien und rund 20 (4) % 1 der Lieferungen nach Rumänien mit der Bahn. Zuckertransporte innerhalb der Länder mit eigener Produktion erfolgen aufgrund der relativ kurzen Distanzen fast ausschließlich auf der Straße. Zur Reduzierung des Transportvolumens von Futtermitteln vermarkten wir Pressschnitzel mit höherem Trockensubstanz-Gehalt. Zudem erfolgt die Auslieferung von Pressschnitzeln und Carbokalk in vielen Werken als Rückfracht nach Zuckerrübenlieferungen. Rund die Hälfte der ausgelieferten Melasseschnitzelpellets konnte klimaschonend mit Binnenschiffen und Bahn transportiert werden. Hierdurch wurde eine Menge entsprechend rund 10.000 LKW-Ladungen von der Straße auf das Schiff oder die Schiene verlagert. Melasselieferungen erfolgen zunehmend über den Verkehrsträger Bahn im Intermodalverkehr, was ebenfalls dazu beigetragen hat, CO2-Emissionen zu reduzieren. Im Segment CropEnergies erfolgt die Auslieferung der Produkte überwiegend per Schiff und Bahn. Verpackung Wir legen Wert darauf, mögliche negative Auswirkungen durch Verpackungen unserer Produkte zu minimieren. Dies erreichen wir, indem wir einerseits so weit wie möglich auf Einwegverpackungen verzichten und andererseits die eingesetzten Verpackungen so umweltverträglich wie möglich gestalten. Im Segment Zucker konnten wir den Anteil der Auslieferungen in loser Form (Fest- und Flüssigzucker in BigBags, Silowagen etc.) im vergangenen Jahr von 53 auf 60 % steigern. Im Segment CropEnergies werden nahezu alle Produkte in loser Form ausgeliefert. Im Segment Frucht werden rund 85 % der Produkte lose per Silo-Lkw, Bahn-Kesselwagen oder in wiederverwendeten Großgebinden, wie z. B. Stahltanks, ausgeliefert. Müssen Verpackungen eingesetzt werden, beispielsweise beim Verkauf kleinerer Mengen oder an Endverbraucher, setzen wir auf Recyclingfähigkeit: Bis Ende 2020 sollen alle eingesetzten Papier- und Kartonverpackungen aus FSC-zertifizierten Materialien bestehen. Darüber hinaus sollen bis 2021 alle Verpackungen zu 100 % recycelbar sein. In der Division Freiberger setzen wir derzeit ein Projekt um, das die Einsparung von rund 25 % der bisher verwendeten Plastikfolie für Pizzen zum Ziel hat. Hier wird überdies geprüft, inwieweit auf nachwachsenden Rohstoffen basierende Folien zum Einsatz kommen können. 1 Vergleichszeitraum März - Dezember 2019 zum Vorjahr. MITARBEITER Unsere Mitarbeiter sind weltweit tätig und bringen eine Vielfalt an Erfahrungen, Fähigkeiten, Persönlichkeiten und Kulturen bei Südzucker ein. Das Know-how unserer Mitarbeiter und gelebte Diversität machen uns erfolgreich. Damit das so bleibt, wollen wir talentierte Mitarbeiter für Südzucker gewinnen, sie halten und sie dabei unterstützen, sich weiterzuentwickeln. Dafür bieten wir eine Arbeitsumgebung, die Inspiration und Zusammenarbeit fördert. Wir behandeln unsere Mitarbeiter fair und respektvoll. Mitarbeiter nach Segmenten 1 Mitarbeiter zum Bilanzstichtag nach Segmenten scroll 28./29. Februar 2020 2019 +/- in % Zucker 6.597 6.950 - 5,1 Spezialitäten 6.017 6.033 - 0,3 CropEnergies 450 433 3,9 Frucht 6.124 5.803 5,5 Konzern 19.188 19.219 - 0,2 TABELLE 012 Die Anzahl der insgesamt in der Südzucker-Gruppe beschäftigten Mitarbeiter blieb zum Stichtag 29. Februar 2020 mit 19.188 (19.219) nahezu unverändert. Veränderungen gab es innerhalb der Segmente. Im Segment Zucker ging die Anzahl der Mitarbeiter um rund 350 zurück. Zum einen wurde mit der Umsetzung des zum Ende des Geschäftsjahres 2018/19 beschlossenen Restrukturierungsplans begonnen, zum anderen wurde eine Zuckerfabrik in Moldau vorübergehend stillgelegt. Im Segment Frucht stieg die Anzahl der Mitarbeiter um rund 320, insbesondere durch den weiteren Ausbau in der Division Fruchtzubereitungen in China und Indien. Managementansatz Der Südzucker-Verhaltenskodex (→ suedzucker.de/de/unternehmen/Verhaltenskodex) ist die Grundlage für den Umgang von Südzucker mit Mitarbeitern sowie für das Verhalten der Mitarbeiter untereinander und nach außen. Die Inhalte des Südzucker-Verhaltenskodex, der geltende Gesetze mit internationalen Standards, betrieblichen Regelungen, Unternehmensrichtlinien von Südzucker sowie Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis gegenüber Südzucker vereint, werden durch Schulungsmaßnahmen und die Bereitstellung entsprechender Dokumente vermittelt. Die Einhaltung der Grundsätze des Südzucker-Verhaltenskodex wird durch die interne Revision überwacht sowie durch ein anonymes Hinweisgebersystem gestützt. Integrativer Bestandteil der unternehmerischen Verantwortung von Südzucker ist die unbedingte Einhaltung der geltenden Vorschriften zum Schutz der Menschenrechte. Jeder Mitarbeiter hat die Würde und die persönlichen Rechte eines jeden anderen Mitarbeiters und Kollegen sowie Dritter, mit denen das Unternehmen in einer Geschäftsbeziehung steht, zu respektieren. Wir akzeptieren keine Form der Kinderarbeit, Zwangs- oder Pflichtarbeit (→ Kapitel Gesellschaft / Einhaltung der Menschenrechte). 1 Die Angaben zu Mitarbeitern nach Segmenten erfolgen als Vollzeitäquivalente. Alle weiteren Angaben beziehen sich auf Mitarbeiter nach Köpfen zum Bilanzstichtag. Gleichstellung der Geschlechter & Diversität Mitarbeiter nach Regionen, Beschäftigungsverhältnis und Geschlecht Im Geschäftsjahr 2019/20 waren unverändert rund 85 % der Mitarbeiter unbefristet beschäftigt. Nur 15 % der Mitarbeiter stehen in einem befristeten Arbeitsverhältnis. Sie sind überwiegend saisonal, im Wesentlichen bei der Ernteunterstützung bzw. während der Verarbeitungskampagnen beschäftigt. Mit 4.396 (4.676) ist der Anteil der Mitarbeiter, die in Deutschland tätig sind, leicht auf 22 % zurückgegangen. Dabei liegt der Anteil der Mitarbeiter mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag mit 3.780 (4.062) nahezu konstant bei 86 (87) %. Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU zum 31. Januar 2020 hat zu einer deutlichen Verschiebung zwischen den Kategorien "übrige EU" und "übriges Ausland" geführt, sodass nun mit 8.042 (9.521) rund 40 % der Mitarbeiter in den übrigen Ländern der EU und mit 7.550 (6.099) rund 38 % im übrigen Ausland arbeiten. In den übrigen Ländern der EU haben mit 7.580 (9.038) rund 94 (95) % der Mitarbeiter und in den Ländern außerhalb Europas mit 5.531 (4.190) rund 73 (69) % der Mitarbeiter einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Mitarbeiter zum Bilanzstichtag nach Regionen (Köpfe) scroll 28./29. Februar 2020 2019 +/- in % Deutschland 4.396 4.676 - 6,0 Übrige EU 8.042 9.521 - 15,5 Übriges Ausland 7.550 6.099 23,8 19.988 20.296 - 1,5 TABELLE 013 Mit einer Verbesserung der Flexibilität hinsichtlich Methoden und Formen der Arbeit sowie hinsichtlich der Arbeitszeiten erhalten die Mitarbeiter Spielräume für die konkrete Gestaltung ihrer Arbeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Für die Umsetzung notwendig sind die Machbarkeit in der Arbeitsorganisation sowie Vertrauen. Werte wie Loyalität, Zuverlässigkeit, Selbstständigkeit und Verantwortung gewinnen in diesem Kontext an Bedeutung. Der Anteil der in Teilzeit beschäftigten Mitarbeiter lag konzernweit unverändert bei rund 4 %. Zum 29. Februar 2020 stellt sich die Anzahl der Beschäftigten nach Beschäftigungsverhältnis und Geschlecht auf Konzernebene wie folgt dar: Mitarbeiter nach Beschäftigungsverhältnis und Geschlecht scroll 29. Februar 2020 Gesamt Unbefristet Befristet Vollzeit Männer 13.312 12.032 1.280 Frauen 5.930 4.189 1.741 Teilzeit Männer 137 90 47 Frauen 609 582 27 Gesamt 19.988 16.893 3.095 28. Februar 2019 Vollzeit Männer 13.472 12.205 1.267 Frauen 6.118 4.440 1.678 Teilzeit Männer 123 96 27 Frauen 583 549 34 Gesamt 20.296 17.290 3.006 TABELLE 014 Geschlechtergleichstellung Südzucker beachtet selbstverständlich alle gesetzlichen Vorgaben - so auch die des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes mit dem Verbot von Diskriminierung. Mitarbeiter werden ausschließlich nach ihrer Eignung, Qualifikation sowie Leistungs- und Lernbereitschaft eingestellt und gefördert. Auch bei der Weiterentwicklung im Unternehmen haben Frauen und Männer die gleichen Chancen. Durch die sehr starke Ausrichtung des Unternehmens auf Produktion und Technik ist nach wie vor auf allen Ebenen ein zum Teil noch deutlich höherer Anteil an männlichen Mitarbeitern zu verzeichnen. Erfreulich hat sich der Frauenanteil in den konzernweiten Traineeprogrammen entwickelt; er beträgt 50 %. Bei den International-on-boarding-Programmen liegt der Anteil an Frauen inzwischen bei rund 35 %. Management scroll 29. Februar 2020 Gesamt Männer Frauen 1. Management-Ebene 143 131 12 2. Management-Ebene 368 282 86 Gesamt 511 413 98 28. Februar 2019 1. Management-Ebene 162 146 16 2. Management-Ebene 375 294 81 Gesamt 537 440 97 TABELLE 015 In der gesamten Südzucker-Gruppe lag der Anteil von Frauen in der Belegschaft Ende 2019/20 nahezu unverändert bei rund 33 (33) %, der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist um 1 % auf 19 (18) % gestiegen. Altersstruktur und Betriebszugehörigkeit Die Altersstruktur zeigt unverändert ein relativ ausgeglichenes Bild. Allerdings wird sich die Heraufsetzung der gesetzlichen Altersgrenze künftig in einem höheren Anteil an älteren Arbeitnehmern niederschlagen. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit im Konzern ist nahezu unverändert. Über 55 % der Mitarbeiter arbeiten seit mehr als fünf Jahren für das Unternehmen. Mitarbeiter nach Altersgruppen in % Jahre GRAFIK 007 Betriebszugehörigkeit nach Jahren in % Jahre GRAFIK 008 Die nachstehende Gegenüberstellung von Neueinstellungen und Fluktuation bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen zeigt einen deutlichen Überhang der Abgänge. Die Fluktuationsrate, die arbeitgeber- und arbeitnehmerseitige Kündigungen sowie Renteneintritte umfasst, übersteigt die der Neueinstellungen um über 300. Neueinstellungen und Fluktuation scroll 2019/20 Gesamt Männer Frauen Neueinstellungen 1.703 1.317 386 Fluktuation 2.029 1.477 552 2018/19 Neueinstellungen 2.337 1.550 787 Fluktuation 1.852 1.314 538 TABELLE 016 Personalentwicklung / Aus- und Weiterbildung Die Personalentwicklung spielt vor dem Hintergrund unterschiedlicher Herausforderungen, wie z. B. dem Fachkräftemangel oder der Digitalisierung, eine weiter deutlich zunehmende Rolle. Südzucker bietet nach wie vor herkömmliche Weiterbildungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Präsenzseminare oder Coachings an. Mit dem neu eingeführten Südzucker Group Campus werden Inhalte zum Thema Softskills und Methodenkompetenz, Fremdsprachen und IT-Tools auf einer digitalen Lernplattform vermittelt. Weitere Bereiche, wie beispielsweise Produktschulungen und funktionsbezogene Prozesse, sollen auf diese Plattform übernommen werden. Daneben gewährleistet der Südzucker Group Campus die turnusmäßige Durchführung und lückenlose Dokumentation erforderlicher Pflichtunterweisungen und stellt die Einhaltung aller gesetzlichen und anderen normativen Vorgaben sicher (Arbeitsschutz, Datenschutz, Hygiene etc.). Um die Mitarbeiter in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung zu unterstützen, führt Südzucker in regelmäßigen Abständen Traineeprogramme und Nachwuchsführungskräfteprogramme durch. Die neue Initiative futurework@Südzucker verfolgt das Ziel, die Aktivitäten der Personalentwicklung - unter anderem die Führungskräfteentwicklung und das Talent Management - an die strategische Ausrichtung der Südzucker-Gruppe anzupassen. Außerdem soll futurework@Südzucker dazu beitragen, die Herausforderungen durch eine veränderte Arbeitswelt zu meistern, die sich zum Beispiel durch die Digitalisierung, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Internationalisierung ergeben. Maßnahmen in diesem Zusammenhang sind unter anderem ein leichterer Zugang zu mobiler Arbeit, die Einführung neuer digitaler Tools zur Zusammenarbeit oder die Arbeit in internationalen Projektgruppen. Berufsausbildung Das Ausbildungsangebot in der Südzucker-Gruppe ist ein wesentlicher Baustein zur langfristigen Sicherung des eigenen Fachkräftebedarfs. In der Südzucker-Gruppe ist die Anzahl der Auszubildenden zum 29. Februar 2020 deutlich auf 376 (423) Auszubildende zurückgegangen. Ursache war insbesondere die Schließung von Zuckerfabriken in Deutschland und Frankreich nach der Kampagne 2019. Bei der Südzucker AG, der Freiberger-Gruppe und AGRANA in Deutschland wurden zum 29. Februar 2020 insgesamt Ausbildung in der Südzucker-Gruppe ― Büromanagement ― Chemielabor / Chemieverfahrenstechnik ― Elektrotechnik ― Elektronik - Betriebstechnik ― Industriekauflehre ― Elektrobetriebs- und Prozessleittechnik ― Elektronik - Automatisierungstechnik ― Industriemechanik ― Informationstechnologie ― Lager-/Betriebslogistik ― Landwirtschaft ― Lebensmitteltechnik ― Maschinenbautechnik ― Maschinen- und Anlagenfahrt ― Mechatronik ― Metalltechnik ― Wirtschaftsinformatik 218 Auszubildende in unterschiedlichen Berufen nach dem dualen System ausgebildet. In Algerien, Frankreich, Österreich und der Slowakei werden rund 125 nach einem mit der deutschen Ausbildung vergleichbaren System ausgebildet. Die übrigen Auszubildenden sind in den Ländern Mexiko, Marokko sowie dem Vereinigten Königreich nach den jeweils dort geltenden Ausbildungsmodalitäten beschäftigt. Sicherheit am Arbeitsplatz und Gesundheitsschutz Sicherheit am Arbeitsplatz Leitlinie Südzucker verpflichtet sich, mit ihrer Arbeitsschutzpolitik ein hohes Maß an Sicherheit in den Produktionsanlagen sowie Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Arbeitssicherheit hat im gesamten Südzucker-Konzern einen hohen Stellenwert. Dabei gilt es, den Hebel an beiden wesentlichen Aspekten anzusetzen: Schaffung einer sicheren Arbeitsumgebung sowie Schärfung des Bewusstseins jedes einzelnen Mitarbeiters für sicheres Verhalten. Managementansatz Risiken im Arbeitsschutz und in der Anlagensicherheit werden regelmäßig ermittelt und bewertet. Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung sowie daraus abgeleitete Maßnahmen werden systematisch überprüft und die Effektivität der festgelegten Maßnahmen regelmäßig bewertet. Ein Arbeitsschutzmanagementsystem definiert die Vorgehensweisen bei der Gefährdungsermittlung, der Unterweisung sowie der Unfalluntersuchung und legt die Verantwortlichkeiten fest. Gleichzeitig entwickeln sich die gesetzlichen Anforderungen im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ständig weiter. Beispiele hierfür sind die Betriebssicherheitsverordnung, die Gefahrstoffverordnung oder die Arbeitsstättenverordnung. Berichtet werden im Bereich der Arbeitssicherheit die Unfallhäufigkeit und damit verbundene Ausfallzeiten. Ziele Als Mitglied im Verein der Zuckerindustrie unterstützt Südzucker aktiv die zwischen diesem Arbeitgeberverband und der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie abgeschlossene Kooperationsvereinbarung zur "VISION ZERO. Null Unfälle - Gesund Arbeiten!". Dies konnte für das Geschäftsjahr 2019/20 z. B. an folgenden Standorten des Segments Zucker erreicht werden: Wijchen, Ropczyce, Strzelin, Oostkamp und Roye. Darüber hinaus blieben aus der CropEnergies-Gruppe Ryssen Alcools in Loon-Plage und zahlreiche Produktionsstandorte im Segment Frucht unfallfrei. Unfallquote und unfallbedingte Ausfalltagequote 1 scroll 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 Unfallquote 11,5 12,6 11,6 12,1 10,8 Unfallbedingte Ausfalltagequote 210 236 223 189 174 1 Unfallquote und unfallbedingte Ausfalltagequote beziehen sich jeweils auf eine Million Arbeitsstunden. Arbeitsunfälle werden erfasst, wenn sie zu einem oder mehr Ausfalltagen geführt haben. TABELLE 017 Insgesamt konnte im Geschäftsjahr 2019/20 die Unfallquote gegenüber dem Vorjahr von 12,1 auf 10,8 gesenkt werden. Ebenso reduzierte sich die unfallbedingte Ausfalltagequote von 189 auf 173, was erneut einen deutlichen Rückgang bei der Schwere der Unfälle bedeutet. Jeder Arbeitsunfall wurde ausführlich untersucht und geeignete Maßnahmen festgelegt, um Wiederholungen zu vermeiden. Mit dem neu eingeführten Newsletter "Lessons learned" informieren wir gruppenweit über Arbeitsunfälle, Beinahe-Unfälle und sonstige sicherheitsrelevante Ereignisse und schlagen konkrete Maßnahmen vor. Darüber hinaus werden regelmäßig aktuelle Entwicklungen mit einem Newsletter und im Intranet kommuniziert. Die Ansätze zur Reduzierung der Arbeitsunfälle und Aufrechterhaltung der Anlagensicherheit sind in den Segmenten bzw. Divisionen jeweils unterschiedlich. Für den übergreifenden fachlichen Austausch arbeiten die regionalen Arbeitsschutzexperten der Südzucker-Gruppe eng zusammen. Im Mittelpunkt stehen Vorgehensweisen bei der Umsetzung von Best-Practice-Lösungen, Gefährdungsbeurteilungen und Schulungen für Mitarbeiter und Führungskräfte. Über das betriebliche Vorschlagswesen arbeiten Mitarbeiter aktiv an Maßnahmen zur Verbesserung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz mit. Künftig sollen über eine einheitliche Plattform verstärkt entsprechende Inhalte für E-Learning bereitgestellt werden sowie eine effiziente Dokumentation der Schulungen erfolgen. Gesundheitsschutz Wir wollen die Gesundheit unserer Mitarbeiter bestmöglich schützen. Aktuell haben wir deshalb die empfohlenen behördlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie (Homeoffice, Abstand, keine Veranstaltungen, keine Präsenzmeetings, Hygienemaßnahmen) konzernweit in einem frühen Stadium konsequent umgesetzt. Mitarbeiter, die aus Risikogebieten kamen, haben wir freigestellt. So konnten wir verhindern, dass sich das Virus in den Betriebsstätten ausbreitet. Für den Alltag macht Südzucker ihren Mitarbeitern unterschiedlichste Angebote zum Schutz der physischen und psychischen Gesundheit wie zum Beispiel Präventionsmaßnahmen (Rückengymnastik, Yoga und Gesundheitstage) oder Wiedereingliederungsmaßnahmen nach längerer Krankheit. Seminare und Trainings sollen dabei unterstützen, den beruflichen und persönlichen Alltag gesundheitsbewusst zu gestalten. Durch die Einführung des Learning-Management-Systems "Südzucker Group Campus" kann dies künftig auch als eLearning erfolgen. Altersteilzeitprogramme ermöglichen älteren Mitarbeitern, den Übergang in den Ruhestand dem eigenen Gesundheitszustand individuell anzupassen. Dennoch stieg die Krankheitsquote im Rahmen der Lohnfortzahlung im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 4,1 (3,6) %. Dialog mit den Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften Südzucker ist ein mitbestimmtes Unternehmen. Das bedeutet, dass die Hälfte der Aufsichtsratsmandate durch eigene Arbeitnehmer und externe Mitglieder der Gewerkschaft wahrgenommen wird. Damit sind die Vertreter der Arbeitnehmer in alle wesentlichen Unternehmensentscheidungen eingebunden. Der soziale Dialog ist in der Südzucker-Gruppe durch die enge Zusammenarbeit mit den Betriebsräten verankert. Ebenso bestehen für einen Großteil der Mitarbeiter Arbeitnehmervertretungen. An nahezu allen europäischen Standorten sowie an zahlreichen weltweiten Standorten sind Gewerkschaften in die Verhandlung ein- oder mehrjähriger Tarifverträge einbezogen. Im Zuckersegment haben in den meisten Regionen nahezu alle Mitarbeiter einen tarifgebundenen Arbeitsvertrag. In den anderen Gesellschaften und bei AGRANA liegt die Tarifbindung bei durchschnittlich ca. 70 %. Bereits vor über 20 Jahren wurde in der Südzucker-Gruppe ein Europäischer Betriebsrat etabliert, der regelmäßig mit dem Vorstand Themen mit länderübergreifendem Charakter erörtert. GESELLSCHAFT Unternehmerischer Erfolg und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung gehören für uns zusammen und stellen eine wichtige Voraussetzung nachhaltigen Wirtschaftens dar. An erster Stelle steht die Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern (→ Kapitel Mitarbeiter) sowie gegenüber den Verbrauchern, die unsere Produkte konsumieren. Weitere Aspekte sind eine hohe Wertschöpfung im ländlichen Raum, gesellschaftliches und soziales Engagement, der Dialog mit unseren Stakeholdergruppen sowie die Einhaltung der Menschenrechte. Produktverantwortung und Qualität Qualitätsmanagement und Produktsicherheit Wir übernehmen Verantwortung für Sicherheit und Qualität bei der Herstellung und Vermarktung unserer Lebens- und Futtermittel sowie von Ethanol. Managementansatz In allen Südzucker-Unternehmensbereichen sind Qualitätsmanagement-Systeme implementiert, um die Sicherheit und die gewünschte Qualität der Produkte zu gewährleisten - von der Entwicklungsphase eines Produkts über Beschaffung und Produktion bis zur Distribution an den Kunden. Zertifizierungen Kunden aus der Lebensmittelwirtschaft messen der Überprüfung von Sicherheit und Gesetzeskonformität unserer Produkte durch externe Zertifizierungsorganisationen eine große Bedeutung bei. Entsprechend orientieren sich unsere Qualitätsmanagementsysteme an international anerkannten Standards mit umfangreichen Anforderungen und standardisierten Bewertungsverfahren, wie z. B. IFS Food, BRC Global Standard Food Safety und FSSC 22000. Nahezu alle Südzucker-Produktionsstätten, die Lebensmittel herstellen, verfügen über derartige Zertifikate. Für einzelne Produktgruppen verfügen verschiedene Produktionsstandorte darüber hinaus - entsprechend besonderen Kundenanforderungen - über weitere spezifische Zertifikate wie z. B. Bio, Koscher, Halal oder Verzicht auf Gentechnik. Entsprechend verhält es sich bei der Produktion von Futtermitteln. Die Produktionsstätten verfügen über Zertifikate von international anerkannten Futtermittelsicherheitsstandards wie GMP+International, QS Qualität und Sicherheit oder FCA. Aufbau des Qualitätsmanagements Ein zentrales Element unseres Qualitätsmanagement-Systems für Lebens- und Futtermittel ist das HACCP-(Hazard Analysis Critical Control Point-)Konzept. Es stellt eine systematische Gefahrenanalyse dar, welche die Eigenschaften der Rohstoffe und der Endprodukte, jeden einzelnen Produktionsschritt sowie Transport- und Lagertätigkeiten umfasst. Auf Grundlage dieser Analyse werden gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Konsumenten eingeleitet. In das System eingebunden ist auch die Analyse von Reklamationen als zusätzliche Informationsbasis für die ständige Verbesserung von Prozessen und Produkten. Darüber hinaus tragen Rohstoffspezifikationen, Kenntnis der Herkunft, Qualitätsmanagement beim Lieferanten und Qualität der Lieferbeziehungen dazu bei, ein Höchstmaß an Sicherheit für den eigenen Produktionsprozess zu erhalten. Zu einem gemeinsamen Verständnis in Bezug auf die Beschaffenheit der Produkte tragen die Rohstoff- bzw. Endproduktspezifikationen bei. Außerdem bietet Südzucker den Kunden anwendungstechnische Beratung sowie Unterstützung bei der Produktentwicklung. Wertschöpfung im ländlichen Raum Die Südzucker-Gruppe erzielt an ihren Produktionsstandorten eine überdurchschnittlich hohe Wirkung auf Wachstum und Beschäftigung. So generiert die Geschäftstätigkeit der gesamten Südzucker-Gruppe weltweit eine Bruttowertschöpfung von bis zu 4,5 Mrd. € 1 pro Jahr. Der Bruttowertschöpfungsmultiplikator, der den Einfluss auf die vorgelagerten Bereiche - insbesondere in der Landwirtschaft - misst, ist mit 4,4 im Vergleich zu anderen Branchen überdurchschnittlich hoch. Die Anzahl von direkten, indirekten und induzierten Arbeitsplätzen liegt weltweit bei rund 90.000, wovon bislang mehr als zwei Drittel durch das Segment Zucker getragen werden. Die übrigen rund 30.000 Arbeitsplätze werden durch die Segmente Spezialitäten, CropEnergies und Frucht generiert. 1 2017, Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR, Darmstadt. Gesellschaftliches und soziales Engagement Schwerpunkte des gesellschaftlichen und sozialen Engagements in der Südzucker-Gruppe liegen bei der Förderung von Wissenschaft und Lehre unter anderem auch an Universitäten, der Pflege des historischen Erbes der Zuckerindustrie durch unsere "Museumszuckerfabrik" Oldisleben und unser Unternehmensarchiv in Offstein, Sportsponsoring sowie der Förderung lokaler Projekte unterschiedlicher Ausrichtung im direkten Umfeld der Produktionsstandorte. Dialog mit verschiedenen Stakeholdergruppen An unseren Produktionsstandorten legen wir Wert auf ein gutes Verhältnis zu Nachbarn und Gemeinden. So beantwortet beispielsweise die jeweilige Werkleitung lokale Anfragen und Anliegen direkt und tauscht sich mit den lokalen politischen Gremien aus. Werksführungen in unseren Zuckerfabriken geben die Gelegenheit, sich über die Produktion aus heimischem Zuckerrübenanbau zu informieren. Südzucker steht in engem Bezug zu verschiedenen gesellschaftlichen Interessengruppen. Wir sehen es als unsere Pflicht an, einen stetigen Dialog mit der Politik, Institutionen und Nichtregierungsorganisationen zu führen sowie Branchenverbände durch aktiv gelebte Mitgliedschaften zu unterstützen (→ Tabelle 018). In diesem Zusammenhang wollen wir auch zur Schaffung tragfähiger und praxisgerechter Lösungen regulatorischer Fragestellungen beitragen. Unsere Kommunikation orientiert sich dabei stets an wissenschaftlich fundierten Sachpositionen. Südzucker ist beim Transparenzregister der EU, das die Tätigkeit von Interessenvertretern auf europäischer Ebene erfasst, gelistet. Einhaltung der Menschenrechte Für die gesamte Südzucker-Gruppe ist die Einhaltung der Menschenrechte in Verbindung mit angemessenen Arbeitsbedingungen selbstverständlich. Gesetzliche Regelungen zu Arbeitsbedingungen sowie zu Kinder-, Zwangs- und Pflichtarbeit bilden die Mindestanforderungen. Daneben kommen die Regelungen der International Labour Organization (ILO) sowie der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) zur Anwendung. Managementansatz Seit 2004 ist der Verhaltenskodex über die soziale Verantwortung der Unternehmen in der europäischen Zuckerindustrie in Kraft. Bei der Erstellung wurde auf anerkannte Standards wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (AEMR) oder die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organisation) Bezug genommen. Dieser Verhaltenskodex der Zuckerindustrie ist Basis für den konzernweit gültigen Verhaltenskodex der Südzucker-Gruppe, mit dem sich Südzucker verpflichtet, die Geschäftstätigkeit auf ethische, legale und verantwortungsvolle Art und Weise auszuüben (→ www.suedzucker.de/de/Unternehmen/Verhaltenskodex/). Gleichzeitig erwartet die Südzucker AG von ihren Lieferanten bzw. Vertragspartnern, dass auch diese sich gemäß den in diesen Richtlinien dargelegten Vorgaben verhalten (Kapitel Umwelt / Beschaffung). SEDEX Südzucker ist Mitglied der Online-Plattform SEDEX. Dadurch zeigen wir unseren Kunden und Partnern, dass die Grundsätze der ethischen und sozialen Nachhaltigkeit bei uns Priorität haben und geachtet werden. An zahlreichen Standorten der Südzucker-Gruppe werden Audits nach der SMETA-(Sedex-Members-Ethical-Trade-Audit-)Methodik durchgeführt, beispielsweise im Segment Zucker sowie in der Division BENEO in Deutschland, der Division Stärke in Österreich und im Segment Frucht in Österreich, Polen, der Türkei, Marokko, Brasilien und den USA. Alle bei SEDEX registrierten Produktionsstandorte nehmen darüber hinaus jährlich ein SEDEX-Self-Assessment vor. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden an 51 (51) Standorten solche Audits durchgeführt. Mitgliedschaften in Branchen- und Interessenvertretungen scroll Branchen- und Interessenvertretung Sitz Mitgliedsunternehmen1 Wirkungsbereich AEBIOM - The European Biomass Association Brüssel / Belgien Biowanze S.A. EU BDBe - Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e. V. Berlin CropEnergies Bioethanol GmbH Deutschland BVE - Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V. Berlin Südzucker AG Deutschland CEFS - Comite Europeen des Fabricants de Sucre Brüssel / Belgien Südzucker AG EU DLG - Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft e. V. Frankfurt am Main Südzucker AG Deutschland dti - Deutsches Tiefkühlinstitut e. V. Berlin Freiberger Lebensmittel GmbH & Co. Produktions- und Vertriebs KG Deutschland ELC - Federation of European Specialty Food Ingredients Industries Brüssel / Belgien BENEO GmbH EU ePURE - European Producers Union of Renewable Ethanol Brüssel / Belgien CropEnergies AG EU FoodDrinkEurope Brüssel / Belgien Südzucker AG EU Lebensmittelverband Deutschland e. V. Berlin Südzucker AG Deutschland Starch Europe Brüssel / Belgien AGRANA Stärke GmbH EU VdZ - Verein der Zuckerindustrie e. V. Berlin Südzucker AG Deutschland WVZ - Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e. V. Berlin Südzucker AG Deutschland 1 Stellvertretend für mehrere Mitgliedsunternehmen der Südzucker-Gruppe. TABELLE 018 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Gesellschaftliche und politische Anforderungen haben zunehmend Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Südzucker-Gruppe. Daraus ergeben sich Forschungs- und Entwicklungsansätze zu allen Schritten des Wertschöpfungsprozesses vom Anbau der Rohstoffe über die Prozesstechnologie bis zu den Endprodukten. Unsere Aufgabenstellungen und Ziele sind ― die Sicherung bzw. Erhöhung von Ertrag und Qualität der agrarischen Rohstoffe im Rahmen einer nachhaltigen Produktion, ― energetisch effiziente Verarbeitungsprozesse, ― die kontinuierliche Verbesserung der Produktqualität, ― die Evaluierung neuer Rohstoff- und Produktkonzepte unter Einsatz innovativer Technologien oder auf Basis anderer interessanter Rohstoffe, um das Produktportfolio zu erweitern und neue Geschäftsfelder zu erschließen sowie Patentanmeldungen insbesondere in den Bereichen funktionelle Zutaten und Stärkederivate. Die entsprechenden Projekte werden im Bereich Forschung und Entwicklung je nach Aufgabenstellung gruppenweit und länderübergreifend bearbeitet, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Kooperationen mit externen Forschungseinrichtungen, anderen Unternehmen, staatlichen Institutionen oder Universitäten - teils im Rahmen von öffentlich geförderten Projekten - ergänzen die eigenen Aktivitäten. Um den Erfolg unserer Forschung und Entwicklung für die Zukunft zu sichern, investieren wir insbesondere in die Infrastruktur unserer Forschungszentren. Hervorzuheben sind der Ausbau der Technika zur Installation von weiteren technologischen Anlagen und die Errichtung modernster Labore, um neue Forschungsprodukte auch unter zertifizierten Bedingungen produzieren und neue Entwicklungs- und Anwendungsfelder für die Südzucker-Gruppe noch zielgerichteter bearbeiten zu können. Im Konzern arbeiten 453 (456) Mitarbeiter für den Bereich Forschung und Entwicklung. Hinzu kommen Bachelor-, Master- und Promotionsstudenten, die ihre akademischen Arbeiten in den Forschungszentren oder an den Produktionsstandorten der Südzucker-Gruppe durchführen. Das Budget im Bereich Forschung und Entwicklung betrug 2019/20 insgesamt 46,3 (44,9) Mio. €. Rohstoffsicherung Pflanzenschutz Zum nachhaltigen Anbau unserer Agrarrohstoffe gehört die Bekämpfung von Unkräutern, Krankheiten und Schädlingen. Zunehmende Einschränkungen bei den zugelassenen Wirkstoffen und sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen erfordern ständig neue innovative Forschungsansätze. Im Zuckerrübenanbau liegt ein Schwerpunkt auf den Versuchen mit unterschiedlichen Maschinen und Robotern, die als Alternative bzw. Ergänzung zur chemischen Unkrautbekämpfung mechanische Verfahren und Lösungen mit hoher elektrischer Spannung einsetzen. Bereits seit 15 Jahren wird bei Blattkrankheiten erfolgreich ein Monitoring-System eingesetzt: Repräsentative Standorte werden regelmäßig beobachtet, bei Erreichen bzw. Überschreiten festgelegter Schwellenwerte für eine Krankheit werden die in der Region betroffenen Landwirte informiert und können so sehr gezielt Pflanzenschutzmittel einsetzen. Dieses Monitoring-System mit Schwellenwerten konnte erfolgreich auf die Schädlingsbekämpfung übertragen werden. Damit werden sowohl bei Krankheiten als auch bei Schädlingen die Regeln des integrierten Pflanzenschutzes eingehalten, Pflanzenschutzmittel werden nur dann eingesetzt, wenn es notwendig ist. Ein Schwerpunkt liegt auf der Erforschung einer von Zikaden übertragenen bakteriellen Krankheit SBR (Syndrom Basses Richesses / Syndrom des niedrigen Zuckergehaltes), die in den betroffenen Regionen einen wirtschaftlichen Anbau von Zuckerrüben bedroht. Ein Ansatz sind Forschungsvorhaben mit dem Ziel, die pflanzeneigenen Abwehrmechanismen zu aktivieren. Parallel werden Maßnahmen eingesetzt, um Antagonisten zur natürlichen Regulierung von tierischen Schädlingen zu fördern. Sorten Zunehmende Resistenzen bei Krankheitserregern und Schädlingen sowie extreme Witterungsbedingungen stellen neue Anforderungen an die Ackerpflanzen. Entsprechende, neu entwickelte Zuckerrüben-Sorten werden in allen Anbaugebieten der Südzucker-Gruppe in Feldversuchen auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft. Ziel ist es, unseren Anbauern die für ihre Region jeweils am besten geeigneten Sorten empfehlen zu können. Mit neuen, widerstandsfähigeren Sorten sollte eine gewisse Reduktion von Pflanzenschutzmitteln ohne gravierende Ertragseinbrüche möglich sein. Sowohl auf nationaler wie auch auf EU-Ebene wird diskutiert, ob neue Technologien wie z. B. CRISPR / CAS als klassische Züchtungsmethode eingruppiert werden, um dadurch schnellere Fortschritte zu erzielen. Südzucker würde diesen Schritt begrüßen. Langzeitlagerung und Biostimulanzien Die unterschiedlichen, mehrjährig angelegten Versuchsreihen zu Langzeitlagerung von Zuckerrüben sind nahezu abgeschlossen. Beim Einsatz von Kalkmilch zeigen sich vielversprechende Effekte im Hinblick auf die Reduzierung von Zuckerverlusten. Die Ergebnisse werden im Laufe dieses Jahres analysiert und abschließend bewertet. Auf dieser Basis wird über die weitere Vorgehensweise entschieden. Die Versuchsreihen zu Bodenverbesserungspräparaten sowie Biostimulanzien haben gezeigt, dass Ergebnisse nur selten reproduzierbar sind. Klare, statistisch gesicherte Auswirkungen auf Ertrag und Qualität sind nicht erkennbar. Rohstoffe mit besonderen Eigenschaften Die Nachfrage nach Lebensmitteln für eine gesunde Ernährung nimmt zu. Daraus resultiert ein steigender Anspruch der Lebensmittelhersteller an die agrarischen Rohstoffe. Südzucker forscht hier beim Anbau verschiedener Ackerbaukulturen mit dem Ziel, Rohstoffe mit besonderen, ggf. gesundheitsfördernden Eigenschaften zu gewinnen. Rohstoffe für Stärke Spezialstärken sind ein Wachstumsmarkt. Deshalb forschen wir intensiv an neuen Mais- und Weizensorten sowie alternativen Stärkerohstoffen. Die Verwendung von Mais als Rohstoff für Stärke nimmt weiter zu. Wir untersuchen neu gezüchtete Wachsmaissorten hinsichtlich ihrer Eignung zur Verarbeitung und Gewinnung der Wachsmaisstärke in der Stärkefabrik. Weizensorten mit hohem Amylopektingehalt sind ebenfalls ein neuer, interessanter Rohstoff für Stärkeprodukte - insbesondere zur Verwendung in der Lebensmittelherstellung. Die Anbauversuche mit den neuen Weizensorten wurden erfolgreich fortgesetzt. Verarbeitungstechnologie In den Zuckerfabriken wird kontinuierlich an der Verbesserung von Produktionsprozessen gearbeitet. Neben der Erhöhung der Gesamtausbeute des Produktionsprozesses und der Qualität der Endprodukte stand die Reduzierung des Energieverbrauchs im Fokus. Ein weiterer Schwerpunkt der Forschungsarbeiten lag im Bereich der Rübenschnitzelabpressung. Die dabei aufgezeigten Optimierungspotenziale werden umgesetzt. Daneben wurden innovative Verarbeitungstechniken im Produktionsprozess für Biozucker etabliert; dieser läuft dadurch störungsfrei. Im Bereich der funktionellen Kohlenhydrate wurden technologische Optimierungen bei ausgewählten Prozessschritten der Palatinose(tm)- und Isomalt-Herstellung vorgenommen, die eine höhere Ausbeute und bessere Kristallqualitäten ermöglichen. Daneben wurden auch neue Technologien für die Herstellung funktioneller Kohlenhydrate geprüft. Bei der Fruktan- und Reisstärkeproduktion wurde die Produkt- und Prozessstabilität optimiert. Ein Arbeitsschwerpunkt im Bereich der Ethanol-Produktionsanlagen ist die kontinuierliche Prozessoptimierung. Dazu gehört insbesondere auch die Senkung des Primärenergiebedarfs. Vor diesem Hintergrund untersuchen wir verschiedene Konzepte und implementieren innovative Automatisierungslösungen zur Anwendung in den Produktionsanlagen. Weiteres Thema ist die Optimierung der Fermentationsprozesse. Zur Erhöhung der Ethanolausbeute werden neue marktreife Hefen und Enzyme getestet. Ein weiterer Fokus liegt auf der Steigerung der Qualität des eiweißhaltigen Futtermittels. Die Studien und Untersuchungen zur Verwendung verschiedener Reststoffe als Rohstoffe für die Ethanolherstellung - so genannte 2G-Konzepte - wurden fortgesetzt. Im Rahmen dieser Evaluierungen untersuchen wir auch den Einsatz lignocellulosehaltiger Materialien. Im Bereich Fruchtzubereitungen wurde eine neue Technologie zur Reduktion von Mikroorganismen an der Oberfläche geernteter Früchte großtechnisch implementiert. Die so behandelten Früchte können schonender weiterverarbeitet werden und sind bezüglich Geruch, Geschmack, Aussehen und Farbe besser bewertet als konventionell behandelte Früchte. Der Trend in der Lebensmittelindustrie geht zu mehr Natürlichkeit und Frische. Deshalb laufen verschiedene Forschungsprojekte, um Früchte und Fruchtzubereitungen möglichst schonend haltbar zu machen. Ziel ist es, die sensorischen Eigenschaften zu verbessern und gleichzeitig eine möglichst lange Haltbarkeit zu garantieren. Für die Verpackung von Früchten wurden verschiedene Verpackungsmaterialien in Verbindung mit Hochdruckbehandlung getestet. Ein erstes Feedback unserer Kunden zeigt großes Interesse an diesem Konzept. Für Erdbeeren wurde ein neues Verfahren entwickelt, um die Unversehrtheit und Festigkeit der Früchte über den gesamten Produktionsprozess bis zum fertigen Produkt hinweg beizubehalten. Diese Eigenschaft wird von den Konsumenten positiv bewertet. Weitere Themen im Zusammenhang mit dem Trend zu Natürlichkeit sind die Vermeidung von Stabilisatoren sowie die Reduktion von zugesetztem Zucker in den fertigen Fruchtzubereitungen. Rezepturen und Anwendungskonzepte Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Rezepturen und Anwendungskonzepte konzentrieren sich insbesondere auf die aktuellen Trends in der Lebensmittelindustrie, wie das derzeit rasch wachsende Ernährungssegment für fleischlose oder vegane Produkte, Präferenzen der Konsumenten für Clean-label-Produkte sowie die Reduktion von Fett und Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln. Um diesen Trends Rechnung zu tragen und die Ansprüche moderner, gesundheitsorientierter Konsumenten zu erfüllen, arbeiten wir intensiv an neuen Technologien, neuen Rohstoffen und innovativen Produktlösungen. Im Bereich Zucker und Zuckerspezialitäten wird weiterhin an der Entwicklung neuer Comprizucker-Varianten gearbeitet. Außerdem wird an neuen Verpackungskonzepten für unsere Einzelhandelsprodukte geforscht. Im Fokus stehen hier Materialien mit speziellen Barriereeigenschaften. Für funktionelle Lebensmittelzutaten wurden - häufig in Zusammenarbeit mit unseren Kunden - weitere spezielle Produktkonzepte entwickelt. Für eine Vermarktung dieser Produkte sind ernährungsphysiologische Auslobungen unverzichtbar. Deshalb haben wir die intensive ernährungswissenschaftliche Forschung zu Palatinose(tm), Inulin und Oligofruktose fortgeführt. Themen wie verbessertes Blutglukosemanagement, Stoffwechselregulation und Darmgesundheit standen im Mittelpunkt der Studien. Für die Verwendung von Palatinose(tm) in Getränken, Backwaren, Milchprodukten und Süßwaren wurden außerdem weitere Rezepturen entwickelt und im Markt platziert. Für Inulin und Oligofruktose werden insbesondere Rezepturen für deren Verwendung in Backwaren und Milchprodukten entwickelt. Damit können wir Kunden bedienen, die in den Endprodukten einen hohen Ballaststoffanteil bzw. eine Reduktion von Zucker oder Fett ausloben wollen. Reisstärke und Reismehl werden vor allem in Clean-label-Produkten verwendet. Die Einsatzmöglichkeiten sind breit gefächert und reichen von Suppen und Saucen über Backwaren, den Fleischbereich bis hin zu Säuglingsnahrungsprodukten. Zudem kann Reisstärke als feinkörniges Produkt in vielen Lebensmitteln den Weißgrad von Überzügen und Glasuren erhöhen und dort Titandioxid ersetzen. Für diese Anwendung wurden neue Konzepte entwickelt und gemeinsam mit Kunden erfolgreich umgesetzt. Nach erfolgreichen Tests kann galenIQ(tm) unter Zugabe von hydrophoben Wirkstoffen sowie auch in Kombinationen mit Präbiotika für die Verarbeitung zu Tabletten eingesetzt werden. Ein neues Produktkonzept ist die Darreichungsform als Kaugummidragee. Der Wirkstoff wird in der Drageedecke eingebunden und ist so für die orale Applikation gut verfügbar. Pflanzliche Proteine sind gefragte Zutaten für den dynamisch wachsenden Markt der vegetarischen und veganen Lebensmittel. Deshalb wird weiterhin intensiv an der Veredlung proteinhaltiger Nebenströme, die in vielen Produktionsbereichen der Südzucker-Gruppe anfallen, geforscht. Im EU-Projekt PROMINENT wird beispielsweise die Gewinnung funktioneller Proteine aus den Nebenströmen der Ethanolproduktion untersucht. Erste funktionelle Proteine konnten isoliert und erfolgreich für Lebensmittelanwendungen verwendet werden. Vegane Fleischalternativen auf Basis von Weizenproteinen, gewonnen ebenfalls als Nebenprodukt der Ethanolherstellung, werden mittlerweile im Produktionsmaßstab hergestellt. Im Rahmen eines umfangreichen Forschungsprogramms entwickeln und optimieren wir unter Verwendung eines Technikumsextruders verschiedene Rezepturen für spezifische Anwendungsfelder. Auch die Kombination mit anderen Pflanzenproteinen ermöglicht es, das Portfolio für Fleischersatzprodukte kontinuierlich zu erweitern. In der Produktgruppe Lebensmittelstärken wird die Expertise verschiedener naturwissenschaftlicher Disziplinen zusammengeführt. Ziel sind Produktinnovationen in den Bereichen Clean-label-Alternativen zu chemisch modifizierten Stärken, Entwicklung und Charakterisierung von Produkten zur Ballaststoffanreicherung sowie gezielter Fettersatz in Lebensmitteln. Daneben werden bestehende Produkte und deren Produktionsprozesse ständig optimiert und weiterentwickelt. Im Bereich der technischen Stärken wollen wir Prozesse zur Herstellung neuer Stärkeprodukte nachhaltig und effizient gestalten. Durch den Einsatz von ressourcenschonender Technologien, wie zum Beispiel der Reaktivextrusion, können modifizierte Stärken mit geringem spezifischem Energieeinsatz hergestellt werden. Für den Klebstoffbereich werden funktionelle Stärken produziert, die nicht nur petrobasierte synthetische Produkte ersetzen, sondern in der Praxis qualitativ durch ihre guten Applikationseigenschaften bei optimaler Verklebung überzeugen. Neue Produkte und Technologien Zucker Südzucker kooperiert mit einem Unternehmen, das über eine innovative, patentierte Technologie zur Herstellung eines Zuckers verfügt, der die Süße-Geschmacksrezeptoren im Mund stärker anspricht und damit neue Möglichkeiten zur Reformulierung von Produkten bietet. Derzeit wird an anwendungstechnischen Entwicklungen und der großtechnischen Umsetzung gearbeitet. Betain wird aus Melasse, einem Nebenstrom der Zuckererzeugung, gewonnen und zeichnet sich durch vielfältige Anwendungsmöglichkeiten aus, z. B. als Bestandteil von Futtermitteln, Nahrungsergänzungsmitteln oder Sportgetränken, aber auch Kosmetikprodukten. Auf Basis des bereits am Markt eingeführten Betain-Flüssigprodukts ActiBeet (r) L wurde nun ein neues patentiertes Betain-Trockenprodukt entwickelt, um das Produktsortiment zu ergänzen. In einem geförderten Forschungsprojekt werden extrahierte Zuckerrübenschnitzel zur Herstellung biobasierter Dämmstoffe eingesetzt. Mittlerweile ist es gelungen, erste Prototypen von Dämmplatten aus extrahierten Zuckerrübenschnitzeln herzustellen. Diese Dämmplatten sind eine interessante Alternative zu Dämmplatten aus Hanf, da Hanffasern energetisch aufwändiger aufzuschließen sind und dieser Prozessschritt mit Zuckerrübenschnitzeln dadurch kostengünstiger darstellbar wäre. Fruchtzubereitungen Der Markt für vegane Lebensmittel wächst stetig. Damit spielt auch der Ersatz von tierischen Proteinen durch pflanzliche Alternativen eine immer größere Rolle. Die Entwicklung von Fruchtzubereitungen, die mit ausgewählten pflanzlichen Proteinen in hoher Konzentration angereichert werden, soll diesen Wachstumsmarkt bedienen. Erste Produktkonzepte konnten den Kunden vorgestellt werden. Stärke Im Bereich der biologisch abbaubaren Kunststoffe soll der Stärkeanteil möglichst auf 100 % angehoben werden. In einer mittlerweile abgeschlossenen Dissertation konnte durch Funktionalisierung der thermoplastischen Stärke bereits eine Steigerung des Stärkeanteils erzielt werden, was sich wiederum sehr positiv auf die rasche Abbaubarkeit im Heimkompost auswirkt. Darüber hinaus konnte durch entsprechende Beschaffenheit der Stärke eine transparentere biologisch abbaubare Folie entwickelt werden. Diese Folien kommen unter anderem zum Einsatz in Tragetaschen oder Obst- und Gemüsetüten. Des Weiteren ließen sich durch geeignete Kombinationen von thermoplastischer Stärke mit Polyestern im Schmelzspinnverfahren biologisch abbaubare Fasern herstellen, die Potenzial zur Substitution von Polypropylen-Fasern haben. Biobasierte Chemikalien Auch in diesem Bereich ist das Ziel für Südzucker eine Steigerung der Wertschöpfung bei den Nebenströmen der Produktion in Verbindung mit Klimaschutz. Im Rahmen der CO2-Verwertung in Kombination mit Wasserstoff, der mit Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird, wurden neue Projekte initiiert. Je nach Verfahren führt dies unter anderem zu Wertstoffen, die als Kraftstoffzusatz oder als Plattformchemikalie in biobasierten Kunststoffen Anwendung finden können. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt "ZeroCarb FP" wurden weitere Fortschritte bei der stofflichen Nutzung von CO2 aus der Ethanolfermentation erzielt. Nachdem im Labormaßstab ein Kultivierungsverfahren für einen Mikroorganismus entwickelt wurde, der CO2 verwertet und chemische Zwischenprodukte liefert, erfolgt jetzt die technische Realisierung im Pilotmaßstab. Die auf diese Weise nachhaltig gewonnenen biobasierten Chemikalien sollen petrochemische Produkte ersetzen. Im Rahmen eines BMBF-Förderprogramms analysiert ein Projektkonsortium die Implementierung eines Power-to-Gas-Konzepts - ebenfalls unter Nutzung des Fermentations-CO2. Im Fokus steht die Optimierung der biotechnologischen Umwandlung von CO2 in Methan. Inzwischen wurde eine Pilotanlage entwickelt und in Betrieb genommen, sodass nun Daten generiert und Implementierungskonzepte erstellt werden können. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Power-to-X-Verbundprojekt zur Herstellung von so genanntem "grünem Methanol" wird weiter vorangetrieben, um eine wirtschaftliche Bewertung unter Berücksichtigung der standortspezifischen Gegebenheiten zu erhalten. Die Herstellung von C2-Bausteinen aus Ethanol steht ebenfalls weiterhin im Fokus. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten wir an einer Verwendung als Rohstoff für stoffliche Anwendungen. WIRTSCHAFTSBERICHT Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung Im Geschäftsjahr 2019/20 musste das Segment Zucker nach einem weiteren Preisrückgang seit Beginn des Zuckerwirtschaftsjahres (ZWJ 1. Oktober bis 30. September) 2018/19 drastische operative Verluste hinnehmen. Seit Beginn des ZWJ 2019/20 stiegen die Zuckerpreise in der EU und weltweit aufgrund der unter dem Verbrauch liegenden Erzeugung wieder an. Dieser Preisanstieg wird sich aber erst in den Ergebnissen der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2020/21 voll auswirken. Der Ende des Geschäftsjahres 2018/19 beschlossene Restrukturierungsplan mit der Stilllegung von Produktionskapazitäten wurde im Geschäftsjahr 2019/20 umgesetzt. Die Kosteneinsparungen werden überwiegend in der zweiten Hälfte des jetzt laufenden Geschäftsjahres 2020/21 wirksam. Infolge einer um 9,9 % verringerten Anbaufläche sowie trockenheitsbedingt unterdurchschnittlichen Erträgen ist die Zuckererzeugung in der Kampagne 2019 auf 4,5 Mio. t nach 4,7 Mio. t in der Kampagne 2018 erneut gesunken. Dies belastete die Ergebnisentwicklung zusätzlich. Mit dem Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres im Segment Zucker sind wir erneut nicht zufrieden. Das Segment Spezialitäten konnte die erfolgreiche Entwicklung insgesamt fortsetzen und damit einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis leisten. Die Divisionen BENEO, Freiberger, Stärke und Portion Pack konnten in ihren Märkten insgesamt zufriedenstellende Mengenzuwächse realisieren und rechtfertigen die beschlossenen Investitionen in Kapazitätserweiterungen. Die Entwicklung im Segment CropEnergies war im vergangenen Geschäftsjahr von einer Steigerung der Nachfrage nach alternativen CO2-armen Kraftstoffen und einem deutlichen Anstieg der Ethanolpreise geprägt. CropEnergies konnte bei einer um 4 % auf 1,00 (0,97) Mio. m 3 erhöhten Ethanol-Produktion als Resultat dieses attraktiven Marktumfelds das operative Ergebnis mit 104 Mio. € mehr als verdreifachen. Das Segment Frucht blieb trotz steigender Absatzmengen im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen unter unseren Erwartungen. Gestiegene Rohstoffpreise im Bereich Fruchtsaftkonzentrate aufgrund einer unterdurchschnittlichen Apfelernte führten zu einer verschlechterten Margen- und Absatzsituation. Trotz der nicht zufriedenstellenden Ergebnisentwicklung im Segment Zucker erreichte der Cashflow mit 372 (377) Mio. € wiederum 5,6 % der konsolidierten Konzernumsatzerlöse. Der Return on Capital Employed (ROCE) erreichte 1,8 (0,4) % bei einem Anstieg des Capital Employed, der auf höhere Sachanlagevermögenswerte und Vorräte zurückzuführen ist. Gesamtwirtschaftliche Lage und Rahmenbedingungen Wirtschaftliches Umfeld und Währungen Die Welthandelskonflikte und geopolitischen Spannungen versetzten der Weltwirtschaft im Jahr 2019 einen erheblichen Wachstumsdämpfer. Insbesondere die Verhängung und Androhung von Strafzöllen durch die USA, die Befürchtungen über einen harten Brexit sowie die Konjunkturabkühlung in China erzeugten Unsicherheit, Investitionszurückhaltung und damit einen Wachstumsrückgang. Die Wachstumsrate des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) sank laut Internationalem Währungsfonds (IWF) im Vergleich zum Vorjahr auf 3,3 (3,6) %. Zwar erwies sich die Konjunktur in den USA mit einem BIP-Wachstum von 2,3 (2,9) % als relativ robust. Dies war jedoch in erster Linie binnenmarktorientierten Steuersenkungs- und Subventionsprogrammen zu verdanken. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, China, litt unter den von den USA verhängten Strafzöllen und einer schwächeren Binnenkonjunktur, das Wachstum belief sich nur noch auf 6,1 (6,6) %. Die Einschränkung des Welthandels hatte auch Folgen für die EU. Die exportorientierten Länder Deutschland und Italien verzeichneten Wachstumsrückgänge. Lediglich Frankreich und Spanien entwickelten sich relativ stabil. Im Euroraum schwächte sich das Bruttoinlandsproduktwachstum auf 1,2 (1,9) % ab. Die deutsche Wirtschaft ist 2019 das zehnte Jahr in Folge gewachsen, aber mit 0,6 (1,5) % BIP-Wachstum am langsamsten seit 2013. Gerade die exportorientierte deutsche Industrie litt unter dem starken Rückgang der Nachfrage nach Investitionsgütern, was sich in einem deutlichen Rückgang der Industrieproduktion und der Aufträge manifestierte. Dazu kamen Restrukturierungskosten in der Automobil- und Zulieferindustrie. Wachstumsimpulse kamen von den privaten Haushalten, die, gestützt auf eine Rekorderwerbsquote, die privaten Konsumausgaben preisbereinigt um 1,3 (1,3) % steigerten. Konjunkturelle Entspannungssignale waren Anfang 2020 durch den Abschluss eines Teilabkommens zwischen den USA und China sowie den geregelten Brexit am 31. Januar 2020 zu beobachten. Allerdings entwickelte sich ab Februar 2020 die weltweite Ausbreitung des Coronavirus zu einer zunehmenden Belastung für die Weltkonjunktur. Die expansive Geldpolitik wurde im Euroraum fortgesetzt. Die Europäische Zentralbank (EZB) beschloss am 12. September 2019, den Einlagenzins auf - 0,5 (- 0,4) % zu senken und das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten in Höhe von 20 Mrd. € pro Monat wiederaufzunehmen. Als Folge wertete der Euro im Berichtszeitraum auf 1,10 (1,14) USD/€ zum Geschäftsjahresende ab. Dabei zeigte der USD/€-Wechselkurs die geringste Volatilität der letzten fünf Jahre. Die US-Zentralbank Federal Reserve leitete einen Zinssenkungszyklus ein und stufte die Leitzinsen in drei Zinsschritten von 2,25 auf 1,5 bis 1,75 % herab. Energie und Emissionshandel Anfang März 2019 lag der Brent-Ölpreis bei 65 USD/Barrel, Ende Februar 2020 ging er mit rund 50 USD/Barrel aus dem Handel. Zwischenzeitlich notierten die Preise in einer Bandbreite von 50 USD/Barrel Ende Februar 2020 und 74 USD/Brent Anfang April 2019. Dabei war die Preisvolatilität von Produktionsschwankungen, anhaltenden Handelskonflikten und gedämpften Konjunkturerwartungen - zuletzt durch die Ausbreitung des Coronavirus - getrieben. Im Emissionshandel lag der Preis für EU-Allowances (EUA) am Spotmarkt zu Beginn des Geschäftsjahres 2019/20 bei rund 22 €. Am 28. Februar 2020 notierten die EUA auf dem Sportmarkt bei rund 24 €. Zwischenzeitlich bewegten sich die Preise in einer Bandbreite von 21 € in der zweiten Märzhälfte 2019 und 30 € in der zweiten Julihälfte 2019, wobei sich die Preise insgesamt überwiegend seitwärts bewegten und im Durchschnitt bei 25 € lagen. Ernährungspolitik Seit 2015 besteht eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Aufnahme von zugesetzten Zuckerarten wie Saccharose und Isoglukose auf unter 10 % der täglichen Energieaufnahme zu reduzieren. Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich 2016 auf einen Richtwert für die Reduktion von zugesetztem Zucker in Lebensmitteln von mindestens 10 % verständigt. Dadurch verstärkt sich auch der Druck, politische Vorgaben zu machen, um eine Verringerung des Zuckerkonsums zu erreichen. In den vergangenen Jahren haben die EU-Länder durch eine Erhöhung der Verbrauchssteuern oder durch spezielle Herstellerabgaben vermehrt bestimmte zuckerhaltige Getränke belastet. Auch weltweit nimmt die Anzahl der Länder zu, die Zuckersteuern eingeführt haben. Darüber hinaus besteht eine Vielzahl von Initiativen, die darauf abzielen, Rezepturänderungen bei Lebensmitteln zu erreichen oder die Nachfrage der Verbraucher mittels wertender Nährwertkennzeichnungssysteme wie z. B. Nutri-Score zu beeinflussen. In Deutschland existiert eine nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz, die von der Lebensmittelwirtschaft im Rahmen einer Selbstverpflichtung Zuckerreduktionen von mindestens 10 % für einzelne Produktgruppen (alkoholfreie Erfrischungsgetränke, Frühstückscerealien und Milchprodukte) bis 2025 fordert. Konzernertragslage Geschäftsentwicklung im Konzern scroll 2019/20 2018/19 +/- in % Umsatzerlöse Mio. € 6.671 6.754 - 1,2 EBITDA Mio. € 478 353 35,3 Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. € - 362 - 326 10,9 Operatives Ergebnis Mio. € 116 27 > 100 Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen Mio. € - 19 - 810 - 97,6 Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. € - 49 22 - Ergebnis der Betriebstätigkeit Mio. € 48 - 761 - EBITDA-Marge % 7,2 5,2 Operative Marge % 1,7 0,4 Investitionen in Sachanlagen 1 Mio. € 335 379 - 11,5 Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen Mio. € 13 15 - 17,6 Investitionen gesamt Mio. € 348 394 - 11,7 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. € 313 390 - 19,8 Capital Employed Mio. € 6.388 6.072 5,2 Return on Capital Employed % 1,8 0,4 Mitarbeiter 19.188 19.219 - 0,2 1 Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. TABELLE 019 Umsatz, EBITDA und operatives Ergebnis Im Geschäftsjahr 2019/20 verminderte sich der Konzernumsatz auf 6.671 (6.754) Mio. €. Während der Umsatz im Segment Zucker deutlich zurückging, lag er im Segment Frucht auf Vorjahresniveau und stieg in den Segmenten Spezialitäten und CropEnergies an. Das Konzern-EBITDA erhöhte sich auf 478 (353) Mio. €. Der Anstieg der Abschreibungen auf 362 (326) Mio. € ist insbesondere auf die erstmalige Anwendung von IFRS 16 (Leasingverhältnisse) zum 1. März 2019 zurückzuführen. Das operative Konzernergebnis stieg auf 116 (27) Mio. €. Das Segment Zucker wies wie erwartet einen Verlust auf Vorjahresniveau aus, erreichte aber in der 2. Geschäftsjahreshälfte gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum eine deutliche Verbesserung. Während das operative Ergebnis im Segment Frucht deutlich zurückging, konnte im Segment Spezialitäten ein deutlicher Anstieg erzielt werden. Das operative Ergebnis im Segment CropEnergies wurde mehr als verdreifacht. Capital Employed und Return on Capital Employed (ROCE) Der Anstieg des Capital Employed um 316 Mio. € auf 6.388 (6.072) Mio. € resultierte im Wesentlichen aus höheren Vorratsbeständen und einer Zunahme des Sachanlagevermögens. Bei einem deutlich verbesserten operativen Ergebnis von 116 (27) Mio. € stieg der ROCE auf 1,8 (0,4) %. Gewinn-und-Verlust-Rechnung scroll Mio. € 2019/20 2018/19 +/- in % Umsatzerlöse 6.671 6.754 - 1,2 Operatives Ergebnis 116 27 > 100 Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen - 19 - 810 0,0 Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen - 49 22 - Ergebnis der Betriebstätigkeit 48 - 761 - Finanzergebnis - 39 - 23 69,6 Ergebnis vor Ertragsteuern 9 - 784 - Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 64 - 21 > 100 Jahresfehlbetrag / -überschuss - 55 - 805 - 93,2 davon Aktionäre der Südzucker AG - 122 - 844 - 85,6 davon Hybrid-Eigenkapital 13 13 - 1,5 davon sonstige nicht beherrschende Anteile 54 26 > 100 Ergebnis je Aktie (€) - 0,60 - 4,14 - 85,5 TABELLE 020 Ergebnis der Betriebstätigkeit Das Ergebnis der Betriebstätigkeit des Geschäftsjahres 2019/20 in Höhe von 48 (- 761) Mio. € umfasst das operative Ergebnis von 116 (27) Mio. €, das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von - 19 (- 810) Mio. € und das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen von - 49 (22) Mio. €. Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen Das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von - 19 (- 810) Mio. € resultierte nahezu ausschließlich aus dem Segment Zucker. Die Aufwendungen betrafen im Wesentlichen den Streik in dem von der Restrukturierung betroffenen französischen Werk Cagny. Weitere Belastungen sind aus dem Angebot von Südzucker an die Rübenanbauer der 2019 geschlossenen Werke Warburg und Brottewitz zur Rückgabe ihrer Lieferrechte bei großen Frachtentfernungen, aus der Schließung des Zuckerexportbüros in Antwerpen / Belgien im November 2019 sowie aus der vorübergehenden Stilllegung einer Fabrik in Moldau angefallen. Dem standen unter anderem Erträge aus der Veräußerung von Grundstücken in Deutschland gegenüber. Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen in den Segmenten Zucker und Spezialitäten belief sich auf - 49 (22) Mio. €. Finanzergebnis Das Finanzergebnis belief sich auf - 39 (- 23) Mio. €. Es umfasst ein Zinsergebnis von - 28 (- 22) Mio. € und ein sonstiges Finanzergebnis von - 11 (- 1) Mio. €. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Bei einem Ergebnis vor Ertragsteuern von 9 (- 784) Mio. € beliefen sich die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag auf - 64 (- 21) Mio. €. Sie betreffen die positiven Ergebnisbeiträge der Nicht-Zucker-Segmente, während bei den Verlusten im Segment Zucker keine Aktivierung von latenten Steuern erfolgte. Jahresfehlbetrag/- überschuss Vom Jahresfehlbetrag von - 55 (- 805) Mio. € entfielen - 122 (- 844) Mio. € auf die Aktionäre der Südzucker AG sowie jeweils ein Jahresüberschuss von 13 (13) Mio. € auf das Hybrid-Eigenkapital und von 54 (26) Mio. € auf die sonstigen nicht beherrschenden Anteile, die im Wesentlichen die Miteigentümer der AGRANA- sowie der CropEnergies-Gruppe betreffen. Das Ergebnis je Aktie Das Ergebnis je Aktie belief sich auf - 0,60 (- 4,14) €. Der Ermittlung liegt der zeitlich gewichtete Durchschnitt von 204,2 (204,2) Mio. ausstehenden Aktien zugrunde. Konzernfinanzlage Finanzierungsrechnung scroll Mio. € 2019/20 2018/19 +/- in % Cashflow 372 377 - 1,3 Zunahme (-) /Abnahme (+) des Working Capitals - 217 - 113 91,5 Gewinne (-) / Verluste (+) aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten / Wertpapieren 0 - 2 - Mittelzufluss (+) / -abfluss (-) aus laufender Geschäftstätigkeit 155 262 -40,8 Investitionen in Sachanlagen 1 - 335 - 379 - 11,5 Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen - 13 - 15 - 17,6 Investitionen gesamt - 348 - 394 - 11,7 Sonstige Cashflows aus Investitionstätigkeit 72 - 27 - Mittelabfluss (-) / -zufluss (+) aus Investitionstätigkeit - 276 -421 - 34,4 Tilgung (-) / Aufnahme (+) von Finanzverbindlichkeiten 272 52 > 100 Aufstockungen an Tochterunternehmen (-) 0 0 - 100,0 Abstockungen an Tochterunternehmen (+) / Kapitalerhöhung (+) / bzw. -rückkauf (-) 0 3 - 100,0 Gewinnausschüttungen - 102 - 161 - 36,6 Mittelabfluss (-) / -zufluss (+) aus Finanzierungstätigkeit 170 - 106 - Sonstige Änderungen der flüssigen Mittel 1 0 - Abnahme (-) / Zunahme (+) der flüssigen Mittel 50 - 265 - Flüssige Mittel am Anfang der Periode 148 413 - 64,2 Flüssige Mittel am Ende der Periode 197 148 33,6 1 Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. TABELLE 021 Cashflow Der Cashflow erreichte 372 Mio. € nach 377 Mio. € im Vorjahr. Die Kennzahl Cashflow in % der Umsatzerlöse liegt bei leicht rückläufigen Umsatzerlösen unverändert bei 5,6 (5,6) %. Working Capital Der Mittelabfluss aus der Zunahme des Working Capitals belief sich auf 217 (113) Mio. € und ergab sich aus einem preisbedingten Anstieg der Vorräte im Segment Zucker sowie einem Rückgang der kurzfristigen Rückstellungen, der zum Teil durch den Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen kompensiert wurde. Investitionen in Sachanlagen Die Investitionen in Sachanlagen (einschließlich immaterieller Vermögenswerte) beliefen sich auf 335 (379) Mio. €. Im Segment Zucker entfielen sie in Höhe von 103 (145) Mio. € überwiegend auf Ersatzinvestitionen, vor allem im Bereich Elektroinstallationen und Automatisierung, die Verbesserung der Logistik sowie die Erfüllung gesetzlicher oder behördlicher Vorgaben. Im Segment Spezialitäten wurden mit 150 (165) Mio. € im Wesentlichen neue Produktionskapazitäten in der Division Stärke geschaffen sowie die Anlagenkapazitäten bei BENEO und Freiberger erweitert und optimiert. Im Segment CropEnergies wurden 30 (13) Mio. € investiert, um Produktionsanlagen zu ersetzen, deren Kapazitäten zu erhöhen oder deren Effizienz zu steigern. Im Segment Frucht betrafen die Investitionen von 52 (56) Mio. € überwiegend Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen sowie Kapazitätserweiterungen in der Division Fruchtzubereitungen. Investitionen in Finanzanlagen Die Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 13 (15) Mio. € betrafen im Wesentlichen die Gründung des 50-%-Joint-Ventures Beta Pura GmbH, Wien / Österreich, den Erwerb einer Beteiligung von 3,5 % an DouxMatok Ltd., Petcha-Tikva / Israel, sowie die Aufstockung der bestehenden Beteiligung am südafrikanischen Portionsartikelhersteller Collaborative Packing Solutions [Pty] Ltd, Johannesburg, von 40 % auf 75 %. Im Vorjahr entfielen die Investitionen in Finanzanlagen maßgeblich auf den Erwerb von 100 % der Anteile an dem ungarischen Fruchtsaftkonzentrathersteller Brix Trade Kft., Nagykallö, den Erwerb von 49 % der Anteile an dem algerischen Fruchtzubereitungshersteller SPA AGRANA Fruit Algeria (vormals: Elafruits SPA), Akbou, sowie die Akquisition von 100 % der Anteile des britischen Portionsartikelherstellers CustomPack Ltd, Telford. Gewinnausschüttungen Die im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgezahlten Gewinnausschüttungen im Konzern von insgesamt 102 (161) Mio. € entfielen mit 41 (92) Mio. € auf die Aktionäre der Südzucker AG sowie mit 61 (69) Mio. € auf andere Gesellschafter. Entwicklung der Nettofinanzschulden Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit von 154 (262) Mio. € beinhaltet den Cashflow von 372 (377) Mio. € sowie einen Aufbau des Working Capitals mit einem Mittelabfluss von 217 (113) Mio. €. Die Finanzierung der gesamten Investitionen von 348 (394) Mio. € und der Gewinnausschüttungen von 102 (161) Mio. € sowie die Erfassung von Leasingverbindlichkeiten von 136 Mio. € zum 1. März 2019 in den lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 (Leasingverhältnisse) führte zu der erwarteten Erhöhung der Nettofinanzschulden von 1.129 Mio. € am 28. Februar 2019 um 441 Mio. € auf 1.570 Mio. € am 29. Februar 2020. Konzernvermögenslage Bilanz Aktiva scroll Mio. € 29. Februar 2020 28. Februar 2019 +/- in % Immaterielle Vermögenswerte 1.001 1.001 0,0 Sachanlagen 3.061 2.951 3,7 Übrige Vermögenswerte 442 519 - 14,8 Langfristige Vermögenswerte 4.504 4.471 0,7 Vorräte 2.176 1.977 10,1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 978 973 0,6 Übrige Vermögenswerte 757 767 - 1,3 Kurzfristige Vermögenswerte 3.911 3.717 5,2 Bilanzsumme 8.415 8.188 2,8 Passiva Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG 2.127 2.476 - 14,1 Hybrid-Eigenkapital 654 654 0,0 Sonstige nicht beherrschende Anteile 892 888 0,3 Eigenkapital 3.673 4.018 - 8,6 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.002 832 20,5 Finanzverbindlichkeiten 1.429 1.126 26,9 Übrige Schulden 411 440 - 6,6 Langfristige Schulden 2.842 2.398 18,5 Finanzverbindlichkeiten 625 501 24,7 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 818 786 4,0 Übrige Schulden 457 485 - 5,8 Kurzfristige Schulden 1.900 1.772 7,3 Bilanzsumme 8.415 8.188 2,8 Nettofinanzschulden 1.570 1.129 39,0 Eigenkapitalquote in % 43,6 49,1 Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals (Gearing) 42,7 28,1 TABELLE 022 Langfristige Vermögenswerte Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um 33 Mio. € auf 4.504 (4.471) Mio. €. Der Buchwert der Sachanlagen stieg um 110 Mio. € auf 3.061 (2.951) Mio. €. Erhöhend wirkte hierbei - neben den laufenden Investitionen - die Aktivierung von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen in Höhe von 132 Mio. € aufgrund der Anwendung von IFRS 16 zum 1. März 2019. Der Rückgang der übrigen Vermögenswerte um 77 Mio. € auf 442 (519) Mio. € resultierte im Wesentlichen aus dem gesunkenen Anteil an at Equity einbezogenen Unternehmen infolge der anteilig erfassten Verluste von ED&F Man Holdings Ltd. Kurzfristige Vermögenswerte Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 194 Mio. € auf 3.911 (3.717) Mio. €. Dabei verzeichneten die Vorratsbestände einen Anstieg um 199 Mio. € auf 2.176 (1.977) Mio. €, der aus einem rübenpreisbedingten Anstieg der Vorratsbestände im Segment Zucker resultierte. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 978 (973) Mio. € sowie die übrigen Vermögenswerte mit 757 (767) Mio. €, die im Wesentlichen Wertpapiere und flüssige Mittel umfassen, auf Vorjahresniveau. Eigenkapital Das Eigenkapital ging auf 3.673 (4.018) Mio. € und die Eigenkapitalquote auf 44 (49) % zurück. Das Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG reduzierte sich um 349 Mio. € auf 2.127 (2.476) Mio. €, was maßgeblich aus dem anteiligen Gesamtergebnis und den Gewinnausschüttungen resultiert. Die sonstigen nicht beherrschenden Anteile lagen mit 892 (888) Mio. € auf Vorjahresniveau. Langfristige Schulden Die langfristigen Schulden erhöhten sich um 444 Mio. € auf 2.842 (2.398) Mio. €. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen um 170 Mio. € auf 1.002 (832) Mio. € infolge der Bewertung mit dem gesunkenen Marktzinssatz von 1,00 % am 29. Februar 2020 nach 1,95 % am 28. Februar 2019. Die Finanzverbindlichkeiten verzeichneten einen Anstieg um 303 Mio. € auf 1.429 (1.126) Mio. € infolge der Erfassung von Leasingverbindlichkeiten im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 16 sowie gestiegener Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die übrigen Schulden gingen um 29 Mio. € auf 411 (440) Mio. € zurück. Kurzfristige Schulden Die kurzfristigen Schulden stiegen um 128 Mio. € auf 1.900 (1.772) Mio. €. Der Anstieg der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 124 Mio. € auf 625 (501) Mio. € resultierte aus der Erfassung von Leasingverbindlichkeiten im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 16 sowie der zur Kampagnefinanzierung aufgenommenen Commercial Papers bei einem gleichzeitigen Abbau der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 32 Mio. € auf 818 (786) Mio. € resultierte unter anderem aus dem Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern auf 212 (196) Mio. € infolge höherer Rübenschlusszahlungen. Bei den übrigen Schulden, die sich aus sonstigen Rückstellungen, Steuerschulden und sonstigen Verbindlichkeiten zusammensetzen, war ein Rückgang um 28 Mio. € auf 457 (485) Mio. € zu verzeichnen. Nettofinanzschulden Die Nettofinanzschulden sind zum 29. Februar 2020 um 441 Mio. € auf 1.570 (1.129) Mio. € gestiegen. Das Verhältnis der Nettofinanzschulden in Prozent des Eigenkapitals betrug 42,7 (28,1) %. Die langfristigen Finanzierungserfordernisse des Konzerns sind zum 29. Februar 2020 durch 795 (794) Mio. € Anleihen, 207 (7) Mio. € Schuldscheindarlehen sowie 330 (325) Mio. € Bankdarlehen gedeckt. Der kurzfristigen Finanzierung dienten am Bilanzstichtag Bankdarlehen von 266 (236) Mio. €, Anleihen (einschließlich Commercial Papers) von 330 (230) Mio. € sowie Schuldscheindarlehen in Höhe von 0 (35) Mio. €. Aus den nicht genutzten syndizierten Kreditlinien und weiteren bilateralen Bankkreditlinien standen der Südzucker-Gruppe am Bilanzstichtag mit 1,2 (1,3) Mrd. € ausreichend Liquiditätsreserven zur Verfügung. Daneben bestanden flüssige Mittel sowie Anlagen in Wertpapieren von insgesamt 485 (499) Mio. €. Wertbeitrag, Kapitalstruktur und Dividende Wertbeitrag scroll 2019/20 2018/19 2017/18 2016/17 2015/16 Operatives Ergebnis Mio. € 116 27 445 426 241 Capital Employed Mio. € 6.388 6.072 6.650 6.012 5.791 Return on Capital Employed (ROCE) % 1,8 0,4 6,7 7,1 4,2 TABELLE 023 Das Capital Employed lag mit 6.388 (6.072) Mio. € um 316 Mio. € über Vorjahresniveau, was insbesondere auf höhere Vorratsbestände und das gestiegene Sachanlagevermögen zurückzuführen war. Bei einem operativen Ergebnis von 116 (27) Mio. € stieg der Return on Capital Employed (ROCE) von 0,4 auf 1,8 % im Geschäftsjahr 2019/20. Kapitalstruktur scroll 2019/20 2018/19 2017/18 2016/17 2015/16 Verschuldungsfaktor Nettofinanzschulden Mio. € 1.570 1.129 843 413 555 Cashflow Mio. € 372 377 693 634 480 Verhältnis Nettofinanzschulden zu Cashflow 4,2 3,0 1,2 0,7 1,2 Verschuldungsgrad Nettofinanzschulden Mio. € 1.570 1.129 843 413 555 Eigenkapital Mio. € 3.673 4.018 5.024 4.888 4.473 Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals (Gearing) % 42,7 28,1 16,8 8,4 12,4 Eigenkapitalquote Eigenkapital Mio. € 3.673 4.018 5.024 4.888 4.473 Bilanzsumme Mio. € 8.415 8.188 9.334 8.736 8.133 Eigenkapitalquote in % % 43,6 49,1 53,8 56,0 55,0 TABELLE 024 Am Bilanzstichtag betrug der Verschuldungsfaktor aus dem Verhältnis Nettofinanzschulden zu Cashflow 4,2 (3,0). Die Nettofinanzschulden lagen zum 29. Februar 2020 bei 42,7 (28,1) % des Eigenkapitals in Höhe von 3.673 (4.018) Mio. €. Die Eigenkapitalquote ging zum Bilanzstichtag auf 43,6 (49,1) % bei einer auf 8.416 (8.188) Mio. € gestiegenen Bilanzsumme zurück. Die Dividendenpolitik bleibt auf Kontinuität und die nachhaltige Ergebnisentwicklung ausgerichtet. Der Vorstand hat unter Berücksichtigung der aktuellen Ergebnis- und Verschuldungssituation des Konzerns beschlossen, für das Geschäftsjahr 2019/20 erneut eine Dividende von 0,20 (0,20) €/Aktie vorzuschlagen. Die Entwicklung der Dividende je Aktie in Relation zu wesentlichen Ertragskennzahlen ist nachfolgend dargestellt. Dividende scroll 2019/20 2018/19 2017/18 2016/17 2015/16 Operatives Ergebnis Mio. € 116 27 445 426 241 Cashflow Mio. € 372 377 693 634 480 Ergebnis je Aktie € - 0,60 - 4,14 1,00 1,05 0,53 Dividende je Aktie 1 € 0,20 0,20 0,45 0,45 0,30 Ausschüttungsquote % - - 45,0 42,9 56,6 1 2019/20: Vorschlag. TABELLE 025 Auf der Grundlage von 204,2 Mio. ausgegebenen Stückaktien ergibt sich eine Ausschüttungssumme von 41 (41) Mio. €. Der Dividendenvorschlag steht unter dem Vorbehalt einer entsprechenden Beschlussfassung des Aufsichtsrats am 13. Mai 2020 und der am 16. Juli 2020 stattfindenden Hauptversammlung. SEGMENT ZUCKER AUF EINEN BLICK scroll PRODUKTIONSSTANDORTE: 23 Zuckerfabriken 1 , 2 Raffinerien ROHSTOFFE: Zuckerrübe, Rohrrohzucker PRODUKTE: Zucker, Zuckerspezialitäten, Futtermittel MÄRKTE: Europa und Weltmarkt KUNDEN: Lebensmittelindustrie, Handel, Landwirtschaft Märkte Weltzuckermarkt Das Marktforschungsunternehmen F. O. Licht geht in seiner im April 2020 veröffentlichten Schätzung der Weltzuckerbilanz für das Wirtschaftsjahr 2019/20 (1. Oktober bis 30. September) nun trotz belastender Einflüsse aus der COVID-19-Pandemie sowie der Marktverwerfungen am Rohölmarkt von einem nur leicht verringerten Produktionsdefizit von rund 9,6 Mio. t aus. Dabei steht einem Rückgang der Weltzuckererzeugung insbesondere in Indien und Thailand trotz steigender Erzeugung vor allem in Brasilien ein insgesamt nur unwesentlich steigender Weltzuckerverbrauch gegenüber. Dies wird zu einem Rückgang des hohen Bestandsniveaus und zum niedrigsten Verhältnis von Beständen zum Verbrauch seit 2010/11 führen. Weltzuckerbilanz Mio. t Rohwert GRAFIK 009 1 Anzahl Zuckerfabriken Kampagne 2020/21. Für das Wirtschaftsjahr 2020/21 erwartet F. O. Licht trotz eines Anstiegs der Weltzuckerproduktion um rund 9 Mio. t bei einem leichten Anstieg des Weltzuckerverbrauchs ein weiteres Defizitjahr. Die Bestände sollen nochmals um 1,6 Mio. t sinken und damit zu einem nochmaligen Rückgang des ohnehin schon niedrigen Verhältnisses von Beständen zu Verbrauch führen. Weltmarktpreise für Zucker 1. März 2017 bis 31. März 2020 London, nächster gehandelter Terminmonat GRAFIK 010 Im Geschäftsjahr 2019/20 bewegte sich der Weltmarktpreis für Weißzucker in einer Bandbreite zwischen rund 260 und rund 410 €/t und lag zum Ende des Berichtszeitraums bei 361 €/t. Die oben beschriebenen Erwartungen zu einem hohen Defizit in der Zuckerbilanz 2019/20 spiegelten sich seit Beginn des Jahres 2020 in steigenden Weltmarktpreisen wider. Seit Februar 2020 setzte infolge der erwarteten wirtschaftlichen Abschwächung durch die COVID-19-Pandemie ein Preisverfall bei Rohöl und den Währungen von Schwellenländern, wie Brasilien, ein. Beides setzte - trotz der unverändert guten Fundamentaldaten - den Weltmarktpreis für Zucker temporär massiv unter Druck, sodass er innerhalb weniger Wochen auf rund 310 €/t fiel. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die bedeutendsten Zuckerproduktions- und Verbrauchsländer sowie die größten Im- und Exportnationen. Weltzuckermarkt - Top 5 scroll Mio. t Rohwert 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 2020/21e Top 5 Erzeuger Brasilien 42,4 33,3 29,9 35,7 37,8 Indien 22,1 35,3 35,8 28,3 34,0 EU 1 17,5 21,4 17,8 17,8 17,3 China 10,1 11,2 11,7 11,4 11,5 USA 8,1 8,4 8,2 7,3 8,0 Top 5 Verbraucher Indien 26,7 27,6 28,3 28,0 28,5 EU 1 18,5 19,0 18,4 18,2 16,4 China 16,7 16,2 16,3 16,1 16,2 Brasilien 11,6 11,3 11,3 11,5 11,7 USA 11,2 11,1 11,1 11,1 11,1 Top 5 Netto-Exporteure Brasilien 29,6 23,2 18,5 23,1 26,4 Indien - 0,4 0,2 4,2 5,2 5,0 Thailand 7,1 9,7 10,1 9,0 4,6 Australien 3,8 3,5 3,4 3,4 3,5 Guatemala 2,0 1,8 1,9 2,3 2,1 Top 5 Netto-Importeure 2 Indonesien 5,1 5,0 5,1 4,9 5,4 China 4,0 4,4 3,4 4,6 4,7 USA 2,8 2,9 2,7 3,6 3,1 Bangladesch 2,4 2,1 2,4 2,4 2,5 Algerien 1,5 1,7 1,8 1,9 2,0 Quelle: F. O. Licht, Schätzung der Weltzuckerbilanz, April 2020. 1 Die Angaben zur EU schließen das Vereinigte Königreich bis 2019/20 ein. 2 Zucker, der im Land verbraucht wird, ohne Raffination von Rohzucker für Drittländer. TABELLE 026 EU-Zuckermarkt Im zurückliegenden ZWJ 2018/19 fiel die Erzeugung trockenheitsbedingt um 3,7 Mio. t auf 18,2 (21,9) Mio. t und lag damit unter dem Verbrauch von 19,1 (19,6) Mio. t. Für das laufende ZWJ 2019/20 geht die EU-Kommission aufgrund einer um rund 6 % gesunkenen Rübenanbaufläche und der erneuten Trockenheit im Sommer 2019 von unterdurchschnittlichen Zuckererträgen und einer Zuckererzeugung (inklusive Isoglukose) von nur 17,9 (18,2) Mio. t aus. Damit wird die Erzeugung erneut unter dem Verbrauch liegen, sodass Importe zur Versorgung des EU-Marktes erforderlich sind. Entsprechend werden die Zuckerbestände in der EU zum Ende des laufenden ZWJ sehr niedrig sein. EU-Zuckerbilanz Mio. t Weißwert Quelle: EU-Kommission, AGRI C4, Schätzung der EU-Zuckerbilanz, Dezember 2019. GRAFIK 011 Der EU-Preis für Zucker (Food und Non-Food) fiel im Oktober 2018 nochmals und bewegte sich im ZWJ 2018/19 in einer Bandbreite zwischen 312 und 328 €/t für losen Zucker ab Werk. Der letzte veröffentlichte Wert vom Februar 2020 lag bei 370 €/t. Dabei gibt es innerhalb der EU größere regionale Preisunterschiede zwischen den Defizit- und den Überschussregionen. Im weiteren Verlauf des ZWJ 2019/20 wird mit einer Erhöhung der im Preisreporting der EU-Kommission ausgewiesenen Werte gerechnet. Im April 2020 lagen die Spotpreise in Europa bei teilweise deutlich über 400 €/t. Absatzmärkte Zucker Die drei größten Kundengruppen in der zuckerverarbeitenden Industrie sind die Getränke- und Molkereiindustrie sowie die Hersteller von Backwaren. Zusammen machen sie in Westeuropa rund 55 %, in Osteuropa sogar 65 % des Zuckerbedarfs der verarbeitenden Industrie aus. Praktisch alle Hersteller sind bemüht, den Zuckereinsatz zu reduzieren. So ging der Einsatz von Zucker in Westeuropa zwischen 2015 und 2018 kumuliert um rund 3,5 % zurück 1 . Mit 14,5 % fiel der Rückgang bei den Softdrinks besonders deutlich aus. Der Trend zur Verringerung des Zuckeranteils in den verarbeiteten Lebensmitteln setzt sich nach unserer Einschätzung weiter fort. Im Einzelhandel hat sich der Gesamtzuckerabsatz zwischen 2016 und 2019 in Deutschland jährlich um 2,8 %, in Polen um 3,4 %, in Frankreich um 3,8 % und in Belgien um 3,5 % reduziert. 2 Neben dem reduzierten Zuckereinsatz findet seit dem Wegfall wesentlicher Regelungen der europäischen Zuckermarktordnung in der EU im Umfeld niedriger Weltmarktpreise ein starker Verdrängungswettbewerb statt. 1 Euromonitor International, Sugar Consumption Europe 2019. 2 Nielsen, Nitro 2016- 2019. Absatzmärkte Co-Produkte Für 2019/20 wird mit einer weltweit geringeren Melasseproduktion von 61 (65) Mio. t gerechnet, auch in der EU ist ein Rückgang auf 3,43 (3,47) Mio. t zu verzeichnen. Die weltweite Produktion von Rübenschnitzeln wird auf 15,7 (15,4) Mio. t (Trockenschnitzeläquivalent) geschätzt. Rund 45 % dieser Erzeugung - 7,3 (6,9) Mio. t (Trockenschnitzeläquivalent) -stammen aus der EU. Nach Aussagen des Dachverbands der EU-Mischfutterindustrie ist die Mischfutterproduktion im Jahr 2019 gegenüber 2018 nahezu stabil. Da die Melasseimporte der EU um 150.000 t reduziert wurden, zeigt sich der Absatzmarkt trotz eines leichten Verbrauchsrückgangs auf 5,03 (5,21) Mio. t stabil. Rechtliche und politische Rahmenbedingungen Weltmarkt / WTO Die indische Regierung hat im Wirtschaftsjahr 2018/19 rund 4 Mio. t Zucker mit hohen Exportsubventionen exportiert. Dagegen haben Australien, Brasilien und Guatemala geklagt. In der Sitzung des WTO-Streitschlichtungsgremiums am 15. August 2019 wurde den drei Klagen (Panels) gegen diese Praxis stattgegeben. Die EU-Kommission nimmt zusammen mit weiteren zwölf WTO-Mitgliedern nur als Drittpartei teil. Australien, Brasilien und Guatemala haben nun die Möglichkeit darzulegen, dass Indien tatsächlich seine Verpflichtungen aus den WTO-Abkommen verletzt hat. Das Panel soll zwischen März und Juni 2020 seinen Bericht abgeben. Aufgrund der aktuellen Blockade des Streitschlichtungsgremiums durch die USA kann es jedoch zu Verzögerungen kommen. In der Zwischenzeit hat Indien für 2019/20 weitere rund 875 Mio. USD Subventionen zum Export von etwa 6 Mio. t Zucker freigegeben. Freihandelsabkommen Die EU verhandelt mit verschiedenen Staaten bzw. Staatengemeinschaften, wie beispielsweise Australien, über mögliche Freihandelsabkommen. Sollten Zucker und zuckerhaltige Waren - entgegen der bisherigen Handelspraxis - nicht als sensible Produkte eingestuft werden, könnten künftig zusätzliche Zuckermengen zollbegünstigt in die EU importiert werden. Die MERCOSUR-Staaten 1 und die EU-Kommission haben am 28. Juni 2019 eine Grundsatzeinigung über ein neues Freihandelsabkommen erzielt. Diese Grundsatzeinigung sieht vor, dass die EU den Einfuhrzoll für mehr als die Hälfte des bestehenden CXL-Einfuhrkontingents - das entspricht 180.000 t - von 98 €/t auf null absenkt. Darüber hinaus hat die EU-Kommission Paraguay ein neues Einfuhrkontingent von 10.000 t Biozucker pro Jahr gewährt. Das Abkommen muss noch vom europäischen Parlament und den Mitgliedsstaaten ratifiziert werden. Ob es dazu kommt, ist momentan insbesondere aufgrund der kontroversen Diskussionen in der EU fraglich. 1 Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. EU-Zuckermarkt im internationalen Wettbewerb Die EU hat einen der weltweit am wenigsten regulierten Zuckermärkte. Im Gegensatz zu anderen großen Erzeugerländern wird die Ausfuhr von Zucker nicht subventioniert. Gegen diese Wettbewerbsverzerrungen sowie weitere Einfuhrzugeständnisse oder die Einfuhr unter Umgehung der Ursprungsregeln wird seitens der EU-Kommission nicht scharf genug vorgegangen. Weiterhin gekoppelte Direktzahlungen im europäischen Zucker-Binnenmarkt In elf von 19 Rüben anbauenden EU-Ländern werden nach wie vor gekoppelte Prämien für Zuckerrüben ohne regionale Differenzierung gezahlt. Damit bleiben die Wettbewerbsverzerrungen innerhalb des europäischen Zucker-Binnenmarktes zulasten der wettbewerbsfähigen Anbauregionen bestehen. Diese gekoppelte Stützung für die Zuckerrübe soll nach dem Kommissionsvorschlag auch in der neuen Förderperiode weitergeführt werden. Reform der EU-Agrarpolitik Eine Einigung über die Reform der EU-Agrarpolitik für die Jahre 2021 bis 2027 wird nun frühestens in der 2. Hälfte des Jahres 2020 erwartet. Damit werden die neuen Regelungen nicht vor 2022 in Kraft treten. Die vorliegenden Vorschläge könnten zu einer Reduzierung der Direktzahlungen der EU an die Landwirte führen, gleichzeitig ist mit einer stärkeren nationalen Ausrichtung der Agrarpolitik zu rechnen. Diese Tendenz birgt das Risiko zunehmender wettbewerbsverzerrender nationaler Maßnahmen wie beispielsweise der gekoppelten Direktzahlungen. Der Agrarausschuss des Europaparlaments fordert für Zucker eine Stärkung der Kriseninstrumente wie beispielsweise die Wiedereinführung der Intervention. Gesetzliche Einschränkungen und Verbote im Pflanzenschutz in der EU Wirkstoffe in chemischen Pflanzenschutzmitteln müssen auf EU-Ebene regelmäßig geprüft und registriert werden. Aufgrund einer Verschärfung der Kriterien für diese Registrierung ist davon auszugehen, dass eine Reihe von Wirkstoffen künftig keine Zulassung mehr erhält. Jüngstes Beispiel ist Desmedipham, das Bestandteil einer großen Anzahl von Herbiziden ist. Mit Wirkung vom 1. Juli 2020 dürfen Herbizide mit diesem Wirkstoff nach derzeitigem Sachstand nicht mehr angewendet werden. Damit bricht im Zuckerrübenanbau ein wichtiger Baustein zur Unkrautbekämpfung weg. Gleichzeitig befinden sich weitere Wirkstoffe in der Überprüfung. Unverändert ist die Lage bei den Neonicotinoiden. Hier gelten weiterhin in zahlreichen EU-Ländern Ausnahmegenehmigungen für deren Anwendung. In Deutschland galt das Verbot bereits im Anbaujahr 2019, sodass die Landwirte die gesamte Zuckerrübenfläche mit ein- bis mehrmaligen Spritzanwendungen behandeln mussten, um sie vor Fraß-Schäden und Virus-Blattkrankheiten zu schützen. Zusätzlich kommen ständig neue Herausforderungen auf die Landwirtschaft zu: Beispielsweise sind im Rahmen des Insektenschutzprogramms der Bundesregierung weitere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in bestimmten Schutzgebieten vorgesehen. Insgesamt betrachtet führt das zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der Zuckerrüben produzierenden EU-Mitgliedsstaaten und stellt in einigen Gebieten die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus in Frage. Brexit Nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs (VK) am 31. Januar 2020 folgt nun eine Übergangsphase bis 31. Dezember 2020, in der ein neues Freihandelsabkommen mit der EU abgeschlossen werden soll. Bis dahin werden die derzeitigen Handelsregelungen beibehalten. Als bedeutender Abnehmer hat das VK in den vergangenen Jahren jährlich zwischen 300.000 und 400.000 t Zucker aus Kontinentaleuropa bezogen. Ob der Abschluss eines Freihandelsabkommens bis Ende Dezember 2020 erfolgt, ist ungewiss. Eine Verlängerung der Übergangsphase ist zwar möglich, aber bereits heute umstritten. Sollte bis zum Ende der Übergangsphase kein neues Freihandelsabkommen abgeschlossen werden, gehen wir davon aus, dass sich der Marktzugang für europäischen Weißzucker zum britischen Markt erschweren wird. Geschäftsentwicklung Geschäftsentwicklung im Segment Zucker scroll 2019/20 2018/19 +/- in % Umsatzerlöse Mio. € 2.258 2.588 - 12,8 EBITDA Mio. € - 75 - 102 - 25,8 Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. € - 161 - 137 16,6 Operatives Ergebnis Mio. € - 236 - 239 - 1,3 Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen Mio. € - 17 - 769 - 97,7 Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. € - 66 5 - Ergebnis der Betriebstätigkeit Mio. € - 319 - 1.003 - 68,2 EBITDA-Marge % - 3,3 - 3,9 Operative Marge % - 10,4 - 9,2 Investitionen in Sachanlagen 1 Mio. € 103 145 - 28,2 Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen Mio. € 10 2 > 100 Investitionen gesamt Mio. € 113 147 - 22,2 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. € 252 326 - 22,7 Capital Employed Mio. € 2.815 2.653 6,1 Return on Capital Employed % - 8,4 - 9,0 Mitarbeiter 6.597 6.950 - 5,1 1 Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. TABELLE 027 Umsatz und operatives Ergebnis Der Umsatz im Segment Zucker sank im Geschäftsjahr 2019/20 um 13 % auf 2.258 (2.588) Mio. €. Der Umsatzrückgang ist auf eine deutlich geringere Absatzmenge infolge der trockenheitsbedingt unterdurchschnittlichen Ernten 2018 und 2019 zurückzuführen. Der operative Verlust im Segment Zucker lag mit - 236 (- 239) Mio. € wie erwartet auf dem Niveau des Vorjahres. Die wesentlichen Ursachen sind einerseits ein nicht kostendeckendes Preisniveau im EU-Zuckermarkt und andererseits eine deutlich geringere Absatzmenge, insbesondere im Export. Während in der zweiten Geschäftsjahreshälfte 2018/19 die Preise nochmals sanken, zeigte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr seit Oktober 2019 eine Erholung der Preise, der allerdings gestiegene Produktionskosten gegenüberstanden. Die Einsparungen aus dem Strukturprogramm werden überwiegend erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2020/21 wirksam. In der ersten Hälfte des abgeschlossenen Geschäftsjahres wirkte entlastend, dass bereits im Jahresabschluss 2018/19 die Vorräte auf die erwarteten Nettoverkaufserlöse abgewertet wurden, sodass Verluste aus der Vorjahresproduktion teilweise bereits im Jahresabschluss 2018/19 enthalten waren. Der Abwertungsbedarf der Vorräte im Jahresabschluss 2019/20 war aufgrund der seit Oktober 2019 gestiegenen Erlöse deutlich geringer. Insgesamt lag das operative Ergebnis im Segment Zucker in der 2. Geschäftsjahreshälfte deutlich über dem des Vorjahres. Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen Das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen von -17 (- 769) Mio. € betraf im Wesentlichen Belastungen aus außerordentlichen Rübentransportkosten infolge des Streiks im französischen Werk Cagny, das von der Restrukturierung betroffen war. Daneben sind Aufwendungen für das Angebot von Südzucker an die Rübenanbauer der Werke Warburg und Brottewitz zur Rückgabe ihrer Lieferrechte bei großen Frachtentfernungen angefallen. Beide Werke wurden nach der Kampagne 2019 geschlossen. Daneben ergaben sich Belastungen aus der Schließung des Zuckerexportbüros in Antwerpen / Belgien im November 2019 im Zusammenhang mit der Konzentration des Zuckergeschäfts auf den europäischen Markt; von der Schließung waren rund zehn Mitarbeiter betroffen. Weitere Aufwendungen entstanden aufgrund der vorübergehenden Stilllegung einer Fabrik in Moldau. Diesen Aufwendungen standen unter anderem Erträge aus der Veräußerung von Grundstücken in Deutschland gegenüber. Im Vorjahr umfasste das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen insbesondere die Wertberichtigung der Geschäfts- oder Firmenwerte der CGU Zucker. Außerdem waren Wertminderungen der betroffenen Sachanlagen sowie Aufwendungen für Sozialpläne für den Personalabbau infolge der Kapazitätsanpassung des durchschnittlichen jährlichen Zuckerproduktionsvolumens um insgesamt rund 700.000 t enthalten. Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen belief sich im Segment Zucker auf -66 (5) Mio. € und betraf überwiegend die ED&F Man Holdings Limited (Beteiligungsquote der Südzucker AG rd. 35 %). Es reflektiert insbesondere das unverändert schwierige Umfeld im Zuckermarkt. Neben dem nur moderaten Ergebnisbeitrag aus dem operativen Geschäft war das Ergebnis zudem durch erhebliche nicht zahlungswirksame Aufwendungen aus der strategischen Neuausrichtung der ED&F Man-Gruppe belastet. Im Rahmen dieser strategischen Neuausrichtung sollen verschiedene Industriebeteiligungen außerhalb des eigentlichen Handelsgeschäfts - beispielsweise die Zuckermühlen des mexikanischen Joint Ventures Azucar Grupo Saenz - veräußert werden, die bisher belastend auf das Konzernergebnis einwirkten. Die Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen soll überwiegend im Laufe des Jahres 2020 erfolgen. Capital Employed und Return on Capital Employed Das Capital Employed erhöhte sich um 162 Mio. € auf 2.815 (2.653) Mio. € insbesondere infolge höherer Vorratsbestände. Bei einem operativen Ergebnis von - 236 (- 239) Mio. € ergab sich im Geschäftsjahr 2019/20 ein negativer ROCE von - 8,4 (- 9,0) %. Investitionen in Sachanlagen Die Investitionen im Segment Zucker wurden auf 103 (145) Mio. € zurückgenommen. Ersatzinvestitionen waren beispielsweise die Ablegebrücke in Offstein, die zur Einlagerung der Rüben im Rübenlager notwendig ist. In den Werken in Belgien, Deutschland, Frankreich und Polen wurden der Austausch der Prozessleittechnik und die Anpassung von Elektroschalträumen fortgesetzt. Investitionen in die Verbesserung der Logistik und Infrastruktur waren unter anderem Vorarbeiten für eine neue Absackanlage für Foliensäcke in Offenau, neue Verladeanlagen für Übersee-Container in Zeitz und Ochsenfurt / Zeil sowie ein weiterer Dicksafttank am französischen Standort Roye. Investitionen in Maßnahmen zum Umweltschutz waren Abwasseraufbereitungsanlagen in Plattling, Strzelin und Swidnica sowie die Emissionsminderung im Bereich Kesselhaus in Plattling. Darüber hinaus wurden Investitionen zur Erfüllung gesetzlicher oder behördlicher Vorgaben getätigt sowie im Werk Rain die Voraussetzungen zur Biozuckerproduktion geschaffen. Investitionen in Finanzanlagen Die Investitionen in Finanzanlagen von 10 (2) Mio. € betrafen unter anderem die Gründung des 50-%-Joint-Ventures Beta Pura GmbH, Wien / Österreich, das von der AGRANA Zucker GmbH, Wien / Österreich, und dem US-amerikanischen Rübenzuckerhersteller The Amalgamated Sugar Company, Boise / Idaho, gehalten wird. Dieses Joint-Venture baut derzeit am Standort Tulln / Österreich die weltweit dritte Produktionsanlage für kristallines Betain. Daneben wurde eine Beteiligung von 3,5 % an DouxMatok Ltd., Petcha-Tikva / Israel, erworben. Das Start-up ist Entwickler einer neuen Technologie für optimierte Geschmacks- und Aromawahrnehmung. Rohstoff und Produktion Anbaufläche In der Südzucker-Gruppe wurde die Rübenanbaufläche 2019 gegenüber dem Vorjahr um 9,9 % auf rund 391.000 (434.000) ha verringert. Hauptverantwortlich waren die schwierige Marktlage, eine bereits durchgeführte Werkschließung in Polen sowie angekündigte Werkschließungen in Frankreich und Deutschland. Aussaat und Vegetationsverlauf Die Hauptaussaat begann Mitte März 2019 und somit im Durchschnitt rund zwei Wochen früher als im vorangegangenen Jahr. Die meist trockene Witterung sorgte für gute bis sehr gute Aussaatbedingungen und eine kurze Saatperiode. Kühlere Nachttemperaturen und die trockenen Böden führten jedoch zu einem eher langsamen Auflaufen der Rüben und einem langsamen Pflanzenwachstum bis Anfang Mai. Anschließend entwickelten sich die Rüben gut bis sehr gut. Die Niederschläge waren zu diesem Zeitpunkt meist ausreichend, die Temperaturen milder als im Vorjahr. Von Mitte Juni bis Ende September war es fast im gesamten Einzugsgebiet der Südzucker-Gruppe überdurchschnittlich warm und wieder ungewöhnlich trocken. Insbesondere in Frankreich litten die Rüben unter einer mehrtägigen Hitzeperiode mit Tageshöchstwerten von über 40° C. Seltene regionale Schauer sowie unterschiedliche Bodeneigenschaften führten zu inhomogenen und regional sehr unterschiedlichen Rübenbeständen. Erträge Die Wachstumsbedingungen im Sommer spiegelten sich in entsprechenden, regional sehr unterschiedlichen, Erträgen wider. Im Mittel der gesamten Südzucker-Gruppe führte ein unterdurchschnittlicher Rübenertrag von 72,6 (67,6) t/ha in Kombination mit einem leicht unterdurchschnittlichen Zuckergehalt von 17,2 (18,2) % zu einem theoretischen Zuckerertrag von 12,5 (12,3) t/ha. Kampagne 2019 Die Flächenreduktion in Kombination mit den unterdurchschnittlichen Rübenerträgen hat zu einer geringeren Gesamtrübenmenge von 28,4 (29,3) Mio. t geführt. Zu Beginn der Kampagne war die Rodung aufgrund der Trockenheit nicht an allen Standorten möglich, später musste nach flächendeckenden Niederschlägen Ende September / Anfang Oktober vielerorts die Rodung unterbrochen werden, sodass der Rodevorrat knapp war. Trotz der Herausforderungen gelang es, die Versorgung der Werke mit Rüben sicherzustellen. Weitere Niederschläge während der gesamten Kampagne ließen die Rübenerträge steigen, gleichzeitig sanken Zuckergehalte. Nahezu alle Werke haben zwischen Mitte September und Anfang Oktober 2019 mit der Kampagne begonnen. In Cagny / Frankreich wurde nach mehreren Streiks der Belegschaft am 3. November 2019 die Zuckererzeugung beendet; die Rüben aus dem Einzugsgebiet von Cagny wurden in die Nachbarwerke Etrepagny und Roye gebracht. Die Kampagnedauer der einzelnen Werke lag zwischen 23 Tagen in Falesti / Moldau und 152 Tagen in Etrépagny / Frankreich. Im Schnitt aller Werke dauerte die Kampagne 114 (115) Tage. Anbau und Erzeugung GRAFIK 012 Zuckererzeugung nach Regionen GRAFIK 013 An einigen Standorten der Gruppe wird Dicksaft als Zwischenprodukt in Tanks gelagert und in separaten Dicksaftkampagnen zu Zucker weiterverarbeitet. Teilmengen des gelagerten Dicksaftes werden auch an Kunden direkt verkauft. Die Anbaufläche für Biorüben nahm in Deutschland stark zu, da neben dem Werk Warburg erstmals auch das Werk Rain am Lech Biorüben verarbeitete. Entsprechend stieg die Menge des in den Werken Warburg, Rain und Hrušovany / Tschechien erzeugten Biozuckers. Erzeugung von Zucker und Co-Produkten Insgesamt sank die Zuckererzeugung im Konzern auf 4,5 (4,7) Mio. t, davon entfielen 4,3 (4,6) Mio. t auf die Zuckergewinnung aus Rüben und 0,2 (0,1) Mio. t auf Zucker aus Rohrrohzuckerraffination. Folglich wurde mit 1,3 (1,5) Mio. t auch eine geringere Menge an zuckerhaltigen Co-Produkten produziert. Absatz Zucker Der konsolidierte Zuckerabsatz im Konzern lag im Geschäftsjahr 2019/20 mit rund 4,8 (5,6) Mio. t um rund 13 % unter dem Vorjahr. Die Gesellschaften in der EU mussten dabei einen Absatzrückgang von rund 15 % auf 4,5 (5,3) Mio. t hinnehmen. Davon entfiel ein Minus von 7,6 % auf den Absatz innerhalb der EU, der von 4,5 auf 4,2 Mio. t sank. Nachdem der Absatz in den ersten sieben Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 noch von der vorjährigen Rekordernte geprägt war, führten die geringeren Ernten der Jahre 2018/19 und 2019/20 zu einer rückläufigen Zuckererzeugung und in der Folge zu geringeren Verkäufen. Die weiter entfernten Defizitregionen mit hohen Logistikkosten waren davon stärker betroffen als die Heimatmärkte. Deutlich stärker noch als innerhalb der EU wirkte sich die geringere Verfügbarkeit auf die Exporte aus der EU in Drittländer aus. Mit 0,3 (0,7) Mio. t wurden 58 % weniger abgesetzt als im Vorjahr. Ein Großteil der Lieferungen ging nach Israel, wo wir mit einer eigenen Vertriebsgesellschaft am Markt präsent sind. Die in der Republik Moldau und dem Westbalkan ansässigen Gesellschaften verzeichneten hingegen im gesamten Geschäftsjahr 2019/20 einen gesteigerten Absatz von rund 336.100 (302.200) t. Futtermittel und Melasse Die Nachfrage nach zuckerhaltigen Co-Produkten entwickelte sich vor dem Hintergrund einer guten Nachfrage der Mischfutterindustrie und der stabilen Nachfrage in der Fermentations- und Alkoholindustrie weiter positiv. Melasseschnitzel konnten aufgrund einer breiteren Produktpalette in Verbindung mit einer leicht geringeren Verkaufsmenge zu höheren Preisen an die Mischfutterindustrie und den Handel vermarktet werden. Die gegenüber dem Vorjahr deutlich größere Menge Bioschnitzel konnte wiederum gut vermarktet werden, da auch hier neue Produktvarianten - pelletiert und mit Melasse angereichert - erfolgreich am Markt eingeführt wurden. Zudem erfolgte die Registrierung bei Naturland. Beim Verkauf der Melasse an die Fermentations- und die Mischfutterindustrie sowie den Handel wurden konzernweit Preise über Vorjahresniveau erzielt. Hierzu hat neben der geringeren Verfügbarkeit in der EU insbesondere die Attraktivität des Rübenmelasseeinsatzes im Mischfutter aufgrund hoher Rohrmelassepreise beigetragen. Die leicht höhere Menge Biomelasse wurde zu guten Preisen vermarktet. Für Melasseschnitzelpellets konnten neue Märkte erschlossen werden. Nach erfolgreichen Platzierungen in Marokko und Japan erfolgen nun auch Lieferungen nach Saudi-Arabien. Nach aufwändigen Audits dürfen Pellets aus Deutschland seit Herbst 2019 auch nach China exportiert werden. Umwelt Energieeinsatz und Emissionen Der Energiebedarf in den Zuckerfabriken der Südzucker-Gruppe wird über hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) abgedeckt. Es wird ein Mix überwiegend fossiler Brennstoffe eingesetzt. Davon entfiel in den vergangenen Jahren mehr als die Hälfte auf Erdgas. Die Menge der CO2-Emissionen ist sowohl vom Gesamtenergiebedarf als auch vom eingesetzten Brennstoffmix abhängig. Der Elektroenergiebedarf wird in der Regel in hocheffizienten KWK-Anlagen direkt in der jeweiligen Fabrik erzeugt. Das in den anaeroben Abwasserbehandlungsanlagen gewonnene Biogas wird als Brennstoff in den Zuckerfabriken eingesetzt. Darüber hinaus werden an den Zuckerfabrikstandorten Strzelin / Polen, Kaposvar / Ungarn und Drochia / Moldau Biogasanlagen betrieben, die aus Biomasse - vor allem aus frischen bzw. silierten Rübenschnitzeln - erneuerbare Energie für die Zuckerfabriken erzeugen und ins öffentliche Netz einspeisen. Der spezifische Energieeinsatz je Tonne Produkt ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Im Berichtszeitraum haben wir die Zuckererzeugung am Standort Strzyzów, wo Steinkohle als Brennstoff verwendet wurde, eingestellt. Die Zuckerfabriken in Brottewitz, Eppeville und Warburg, die ebenfalls Kohle genutzt haben, sind nach der Kampagne 2019 stillgelegt worden. Dies wird zu einer Reduktion von Treibhausgasemissionen führen. Sofern lokal verfügbar und wirtschaftlich, wollen wir den Anteil erneuerbarer Energie durch Nutzung von grünem Strom und Gas bzw. die Aufnahme von Biomasse in den Energiemix weiter erhöhen. Wasserentnahme und Wasserrückführung Die Wasserentnahme der Fabriken orientiert sich an den lokalen Wasserverfügbarkeiten und ist auf die möglichst effiziente Nutzung der wertvollen Ressource Wasser ausgelegt. Der Großteil des entnommenen Wassers - ca. 60 % - wird für Durchlaufkühlungen verwendet, d. h., das Wasser wird nur zur Kühlung von Prozessen eingesetzt und dann direkt wieder den Vorflutern zugeführt. Die verarbeiteten Zuckerrüben bestehen zu etwa drei Vierteln aus Wasser. Dieses Wasser wird sowohl für die Wäsche der Zuckerrüben als auch für die Extraktion des Zuckers aus den Schnitzeln verwendet. Dabei bestehen Kreislaufführungen zur Mehrfachnutzung. Das Wasser aus dem Rohstoff Zuckerrübe deckt aktuell über 95 % des Frischwasserbedarfs bzw. ca. 80 % des tatsächlich zugeführten Wassers der Fabriken (exkl. Durchlaufkühlungen) ab. Die Südzucker-Gruppe verfügt an zahlreichen Produktionsstandorten über aerobe und anaerobe Betriebskläranlagen. Bei Letzteren wird das entstehende Biogas energetisch verwertet. Wasserentnahme und Wasserrückführung je Tonne Produkt haben sich im Vergleich zu den Vorjahren nicht signifikant verändert, die Mengen blieben auf konstant niedrigem Niveau. Wasserentnahme / -rückführung im Segment Zucker scroll m3 je t Produkt 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 Wasserentnahme 1,7 1,8 1,8 1,8 2,0 Wasserrückführung 1,8 2,0 2,0 1,9 1,9 TABELLE 028 Nutzung der Rohstoffe Bei der Verarbeitung agrarischer Rohstoffe nutzt Südzucker alle Rohstoffbestandteile, um daraus hochwertige Produkte herzustellen. Aus Zuckerrüben erzeugen wir z. B. neben dem Zucker ebenso Zuckerrübenschnitzel, Melasse und Carbokalk. Die Zuckerrübenschnitzel werden als Futtermittel bzw. als Rohstoff zur Erzeugung von Energie aus erneuerbarer Quelle verwendet, Melasse sowohl als Futtermittel als auch als Rohstoff für die Fermentationsindustrie zur Herstellung von z. B. Hefe, Ethanol oder Zitronensäure und Carbokalk als Kalkdüngemittel in der Landwirtschaft. Erdanhang Die Verringerung des Erdanhangs während der Ernte und der Verladung hat sowohl auf die Transportmengen als auch auf den Aufwand bei der Aufbereitung von Rüben und Abwasser positive Auswirkungen. Deshalb ist die Vorreinigung der Rüben am Feldrand übliche Praxis. Der Anteil der Rüben, die am Feldrand vorgereinigt werden, konnte nochmals auf jetzt 93,3 % gesteigert werden. Dabei haben die Witterungsbedingungen einen wesentlichen Einfluss auf die Menge an Erde, die nach der Reinigung an den Rüben haftet. In der Kampagne 2019 erhöhte sich der Erdanhang witterungsbedingt auf 6,4 (4,5) %. Die in der Fabrik abgewaschene Erde wird nach Sedimentation in Erdabsetzbecken als hochwertiger Boden zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit wieder auf die Felder verbracht. Dies erfolgt, um den Stoffkreislauf zu schließen und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, da es sich bei Rübenerde um hochwertigen Ackerboden handelt. Energieeinsatz im Segment Zucker Gigajoule je Tonne Produkt GRAFIK 014 Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz im Segment Zucker Tonne CO2-Äquivalent je Tonne Produkt GRAFIK 015 Abfall Abfallarten und -mengen im Segment Zucker scroll Tsd. t 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 Recycling 271,2 153,5 192,3 204,8 188,5 Deponierung 68,6 49,4 47,5 37,6 33,8 Kompostierung 14,3 8,6 11,1 20,7 10,9 Energetische Verwertung 9,7 1,8 3,0 2,8 3,4 Übrige 12,2 16,4 22,0 6,8 5,7 davon gefährliche Abfälle 1 1,1 0,5 1,2 1,0 1,0 Gesamt 376,0 229,7 275,9 272,7 242,3 1 Im Wesentlichen verbrauchte Schmierstoffe aus der Produktion. TABELLE 029 Durch integrierte Produktionskonzepte werden die eingesetzten Rohstoffe nahezu vollständig zu hochwertigen Produkten verarbeitet. Entsprechend gering ist - gemessen an der Gesamtmenge verarbeiteter Rohstoffe - die Menge an Abfällen. Von den dennoch entstehenden Abfällen wird der überwiegende Anteil recycelt. Der Rückgang der Gesamtabfallmenge ist im Wesentlichen auf eine Anpassung der Abfalldefinition in der Division AGRANA Zucker zurückzuführen, wo bisher Rübenkleinteile, die verkauft oder gratis abgegeben und damit weiter genutzt werden, als Abfall deklariert wurden. SEGMENT SPEZIALITÄTEN Märkte Absatzmärkte Die Absatzmärkte des Segments Spezialitäten waren in den vergangenen Jahren von einem kontinuierlichen Wachstum geprägt. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr zeigte sich eine insgesamt positive Entwicklung. Für funktionale Ballaststoffe und Kohlenhydrate sowie Reisstärke setzte sich in den wesentlichen Absatzmärkten Europa, Nordamerika und Asien der Nachfrageanstieg der letzten Jahre sowohl im Bereich Tiernahrung und Futtermittel als auch bei Lebensmitteln weiter fort. Positiv wirkte sich das anhaltend große Interesse der Verbraucher an zucker-, salz- und fettreduzierter sowie ballaststoffreicher, vegetarischer oder veganer Ernährung mit möglichst natürlichen Zutaten aus. Im Bereich Tiefkühl-Pizza konnten die großen europäischen Märkte Deutschland und Großbritannien sowohl mengen- als auch wertmäßig zulegen. Während die Verbraucher in Deutschland verstärkt zum Kauf von Markenartikeln tendierten, erwiesen sich in Großbritannien insbesondere die Handelsmarken als wesentlicher Wachstumstreiber mit zweistelligen Zuwachsraten. Auch im US-amerikanischen Markt waren 2019 sowohl mengen- als auch wertmäßige Zuwächse zu verzeichnen. Von der Neuausrichtung des EU-Zuckermarkts blieben auch die flüssigen Stärke-Verzuckerungsprodukte nicht unberührt. Darüber hinaus wirkte sich im Bereich Isoglukose ein hoher Mengendruck - vorwiegend aus Zentral- und Osteuropa - auf den Markt aus. Für native und modifizierte Stärken konnte das Wachstum im Bereich Papier- und Wellpappenindustrie hingegen fortgesetzt werden, wobei sich die Versorgungslage nach zuvor enger Verfügbarkeit zuletzt entspannte. Im Lebensmittelbereich blieb die Nachfragesituation weitestgehend stabil. Bei hochproteinhaltigen Nebenprodukten führten die erweiterten Kapazitäten gemeinsam mit den künftig zu erwartenden Angebotssteigerungen trotz eines ebenfalls weiter wachsenden Bedarfs zu einem Preisrückgang, während sich im Markt für so genannte Mittelproteine keine wesentlichen Veränderungen ergaben. Über die Entwicklung auf den internationalen Ethanolmärkten und die politischen Rahmenbedingungen für Ethanol berichten wir ausführlich im Segment CropEnergies. Die Absatzmärkte für Portionsartikel in Europa zeigten sich vor dem Hintergrund sich verschärfender Trends zur Vermeidung von Plastikabfällen und zur Verringerung des Zuckerkonsums weiterhin angespannt. Rohstoffmärkte Im Segment Spezialitäten werden unterschiedliche landwirtschaftliche Rohstoffe verarbeitet. Nachdem 2018 die europäischen Ernten von den trockenen und heißen Wetterbedingungen betroffen waren, zeigte sich 2019 eine leichte Erholung. So konnte in der EU sowohl bei Kartoffeln als auch bei Getreide ein Mengenzuwachs erreicht werden. Insbesondere beim Weizen führte dies zu einer erheblichen Preisreduktion nach einem deutlichen Anstieg im Vorjahr. Über die Entwicklungen auf den internationalen Getreidemärkten berichten wir ausführlich im Segment CropEnergies. Der Zichorienanbau konnte an die erneut gestiegene Nachfrage angepasst und um eine Biovariante erweitert werden. In den wesentlichen Beschaffungsmärkten entsprach die Inulinqualität den Erwartungen. Während sich der Preis für Käse auf dem hohen Vorjahresniveau stabilisierte, zeigten sich insbesondere bei Schweinefleisch - und in der Folge auch bei Schinken und Salami -drastische Preiserhöhungen. Diese Entwicklung wurde durch gestiegene Exporte nach China infolge der Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest ausgelöst und wirkte sich auch auf die Preise für Hühner- und Rindfleisch aus. scroll DIVISION BENEO Freiberger Stärke PortionPack Europe ABSATZMÄRKTE Weltweit Europa, USA Zentral- und Osteuropa (Schwerpunkte Österreich, Deutschland), USA, VAE Vorwiegend Europa KUNDENGRUPPEN Industrie für Lebensmittel, Tiernahrung, Pharmazie Lebensmitteleinzelhandel in Europa und Nordamerika Industrie für Nahrungsmittel, Papier, Textilien, Bauchemie, Pharmazie, Kosmetik, Mineralöl, Tiernahrung Hotels, Gastronomie, Catering (Food Service) Geschäftsentwicklung Umsatz und operatives Ergebnis Infolge der anhaltend positiven Absatzentwicklung erhöhte sich der Umsatz im Segment Spezialitäten auf 2.409 (2.294) Mio. €. Dabei konnten insbesondere die Absatzmengen bei Stärke- sowie Stärkeverzuckerungsprodukten gesteigert werden. Auch das operative Ergebnis hat sich mit einer deutlichen Erhöhung auf 190 (156) Mio. € erfreulich entwickelt. Neben den steigenden Absätzen trugen hierzu die höheren Erlöse insbesondere im Bereich Ethanol bei, welche die ebenfalls gestiegenen Rohstoffkosten mehr als kompensieren konnten. Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen Das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen von 0 (- 51) Mio. € betraf im Vorjahr die Wertberichtigung der Buchwerte der Sachanlagen der Stärkeproduktion am Standort Zeitz. Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen in Höhe von 17 (17) Mio. € betraf im Wesentlichen das anteilige Ergebnis der Stärke- und Ethanolaktivitäten der ungarischen Hungrana-Gruppe. Geschäftsentwicklung im Segment Spezialitäten scroll 2019/20 2018/19 +/- in % Umsatzerlöse Mio. € 2.409 2.294 5,0 EBITDA Mio. € 306 268 14,4 Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. € - 116 - 112 4,0 Operatives Ergebnis Mio. € 190 156 21,8 Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen Mio. € 0 - 51 - Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. € 17 17 - 0,6 Ergebnis der Betriebstätigkeit Mio. € 207 122 69,2 EBITDA-Marge % 12,7 11,7 Operative Marge % 7,9 6,8 Investitionen in Sachanlagen 1 Mio. € 150 165 - 9,1 Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen Mio. € 2 7 - 74,0 Investitionen gesamt Mio. € 152 172 - 12,0 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. € 58 62 - 5,0 Capital Employed Mio. € 2.267 2.133 6,3 Return on Capital Employed % 8,4 7,3 Mitarbeiter 6.017 6.033 - 0,3 1 Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. TABELLE 030 Capital Employed und Return on Capital Employed (ROCE) Das Capital Employed erhöhte sich maßgelblich investitionsbedingt sowie infolge gestiegener Vorratsbestände bei gleichzeitigem Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf 2.267 (2.133) Mio. €. Bei einem operativen Ergebnis von 190 (156) Mio. € stieg der ROCE auf 8,4 (7,3) %. Investitionen in Sachanlagen Die Investitionen im Segment Spezialitäten von 150 (165) Mio. € betrafen in der Division BENEO weiterhin Kapazitätserweiterungen an allen Standorten bzw. deren Vorbereitung. So wurde beispielsweise am Standort Offstein / Deutschland die Kristallisationskapazität erhöht und die Erweiterung des Warenlagers vorbereitet. In Wijgmaal / Belgien wurde mit dem Bau einer dritten Nassstärkelinie für Reisproteine begonnen. In der Division Freiberger steht der Bau eines automatisierten Tiefkühl-Hochregallagers in Muggensturm / Deutschland im Fokus. Daneben laufen verschiedene Automatisierungsprojekte - vorrangig an den Standorten von Richelieu / USA. In der Division Stärke wurde die Kapazität der Stärkefabrik in Pischelsdorf / Österreich erhöht. Nach der Inbetriebnahme des Ausbaus im September 2019 laufen Optimierungsarbeiten. Daneben werden in Aschach / Österreich die Bereiche Nassderivate und Spezialmaisverarbeitung ausgebaut. Investitionen in Finanzanlagen Die Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 2 (7) Mio. € betrafen die Aufstockung der bestehenden Beteiligung am südafrikanischen Portionsartikelhersteller Collaborative Packing Solutions [Pty] Ltd mit Sitz in Johannesburg von 40 % auf 75 %. Die Aufstockung erfolgte nach erteilter Freigabe durch die südafrikanische Wettbewerbsbehörde im November 2019. Das bisher at Equity einbezogene Gemeinschaftsunternehmen wird ab dem 1. Dezember 2019 vollkonsolidiert. Im Vorjahr erfolgte die Akquisition von 100 % der Anteile des britischen Portionsartikelherstellers CustomPack Ltd, Telford / Vereinigtes Königreich, durch PortionPack Europe. Produktion In der Division BENEO erzeugen wir an insgesamt fünf Produktionsstandorten in Belgien, Deutschland, Italien und Chile ein breites Spektrum an hochwertigen funktionellen Inhaltsstoffen mit gesundheitsfördernder Wirkung und lebensmitteltechnologischen Vorzügen für Lebensmittel und Tiernahrung. Wir verarbeiten die natürlichen Rohstoffe Zichorienwurzel, Rübenzucker und Reis zu Isomalt, Palatinose(tm), Inulin, Oligofruktose sowie Reisstärke. Bedingt durch die anhaltend positive Markt- und Absatzentwicklung wurden im Geschäftsjahr 2019/20 die Produktionskapazitäten erweitert. Daneben wurden Projekte zur Anpassung des Produktportfolios an die Marktbedürfnisse umgesetzt. Im Bereich Kühl- und Tiefkühlprodukte stellen wir sowohl gekühlte als auch tiefgekühlte Produkte wie z. B. klassische Steinofen-, Frischteigpizzen, Flammkuchen und Pastagerichte her. Zudem erzeugen wir hochwertige Snacks und Baguettes sowie Dressings und Saucen. Auch in diesem Bereich bauen wir die Kapazitäten weiter aus, beispielsweise durch eine weitere Holzofen-Pizzalinie, die wir in Großbritannien im Frühjahr 2019 in Betrieb genommen haben. Darüber hinausgehende Erweiterungen wie eine Pizza-Boden-Linie am Standort in Chicago und ein Hochregallager in Süddeutschland sollen im kommenden Geschäftsjahr fertiggestellt werden. Auch die Erzeugung von Stärke- und Stärkeverzuckerungsprodukten konnte gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht werden. Der Zuwachs stammt dabei insbesondere aus der Erweiterung der Produktionskapazität mit entsprechender Steigerung der Rohstoffverarbeitung am Standort Pischelsdorf. Darüber hinaus konnten aber auch in Zeitz / Deutschland sowie Gmünd / Österreich die Rohstoffverarbeitungs- und Produktionsmengen gesteigert werden, während die Maisverarbeitungsmenge in etwa das Vorjahresniveau erreichte. Die aus den unterschiedlichen Rohstoffen erzeugten Stärken, Verzuckerungsprodukte, Ethanol sowie Nebenprodukte werden in unterschiedlichen technischen Anwendungen sowie in Lebens- und Futtermitteln eingesetzt. Nach der Übernahme der Mehrheit an der südafrikanischen Collaborative Packing Solutions (Pty) Ltd. im November 2019 verfügen wir im Bereich Portionsartikel nun neben sechs europäischen Produktionsstandorten über ein Werk in Südafrika. An allen Standorten stellen wir für unsere Kunden nach individuellen Anforderungen ein breites Produktspektrum von Einzelpackungen für Zucker, Süßstoffe, Honig, Gewürze, Marmeladen, Kleingebäck, Saucen, Kaffeeweißer, Instant-Getränke sowie diverse Non-Food-Artikel her. scroll DIVISION BENEO Freiberger Stärke PortionPack Europe PRODUKTIONSSTANDORTE Deutschland (1), Belgien (2), Italien (1), Chile (1) Deutschland (4), Großbritannien (2), Österreich (1), USA (5) Deutschland (1), Österreich (3), Rumänien (1) Großbritannien (2), Niederlande (2), Spanien (1), Südafrika (1), Tschechien (1) ROHSTOFFE Rübenzucker, Reis, Zichorienwurzeln Mehl, Milch (Käse), Tomatenmark, Fleisch/ Salami Kartoffeln, Mais, Weizen Fertigerzeugnisse (Süßwaren, Gebäck, Zucker) Absatz Auch im Geschäftsjahr 2019/20 setzte sich die erfreuliche Absatzentwicklung bei unseren funktionellen Inhaltsstoffen für Lebens- und Futtermittel fort. Wachstumsmotor waren die aus der Zichorienwurzel gewonnenen, vielseitig einsetzbaren Ballaststoffe Inulin und Oligofruktose, die unter anderem aufgrund ihrer wissenschaftlich nachgewiesenen positiven ernährungsphysiologischen Effekte und ihrer Eigenschaften im Bereich der Zucker- und Fettreduktion zunehmend nachgefragt werden. Die größte Wachstumsdynamik zeigte hier weiterhin der amerikanische Kontinent. Der Absatz unserer Kühl- und Tiefkühlprodukte entwickelte sich in Europa sehr unterschiedlich. In den Kernmärkten Deutschland und Frankreich ging der Absatz an Tiefkühlpizzen zurück, während die Mengen im VK gesteigert werden konnten. Ebenso verzeichnete Osteuropa einen äußerst positiven Trend bei den Verkaufsmengen. In den USA mussten wir bei den Dressings und Saucen leichte Absatzrückgänge hinnehmen, während der Absatz an tiefgekühlten Produkten auch hier zulegen konnte. Im Bereich Stärke konnten die erwarteten Absatzsteigerungen sowohl im Produktsegment Papier und Wellpappe als auch im Produktsegment Stärken für die Lebensmittelindustrie realisiert werden. Trotz unverändert hohen Wettbewerbsdrucks bei stärkebasierten Verzuckerungsprodukten wurden auch hier für ausgewählte Produktgruppen Mehrmengen abgesetzt. Das Produktsegment Säuglingsmilchnahrung blieb dagegen hinter den hohen Erwartungen zurück. Die gestiegenen Absatzmengen bei eigenerzeugten Futtermitteln sind unter anderem auf die Inbetriebnahme der neuen Weizenstärkefabrik am Standort Pischelsdorf und das dort produzierte neue Einzelfuttermittel ActiGrano (r) zurückzuführen. Mit dem Erwerb von 100 % des US-amerikanischen Distributionsunternehmens Marroquin Organic International Inc. aus Santa Cruz (Kalifornien) werden die Vertriebsaktivitäten im Bereich Stärke erweitert. Marroquin Organic International hat langjährige Erfahrung im Vertrieb von Bio- und gentechnikfreien Lebensmittelzutaten. Obwohl das Marktumfeld im Bereich Portionsartikel weiterhin angespannt war, konnten wir die Absatzmengen deutlich erhöhen, nicht zuletzt durch die erstmalige ganzjährige Einbeziehung der Custom Pack Ltd. sowie den Erwerb der Mehrheit an der südafrikanischen Collaborative Packing Solutions (Pty) Ltd. Umwelt Energieeinsatz und Emissionen Bedingt durch die Vielfalt der hergestellten Produkte gibt es im Segment Spezialitäten sehr unterschiedliche Herstellungsprozesse und dadurch unterschiedliche Arten des Energiebedarfs. Die Abdeckung des Wärmebedarfs erfolgt meist über Eigenerzeugung, der Elektroenergiebedarf wird sowohl durch Netzbezug als auch Eigenerzeugung in hocheffizienten KWK-Anlagen gedeckt. Als Brennstoff wird überwiegend Erdgas eingesetzt. Die Menge der CO2-Emissionen ist sowohl vom Gesamtenergiebedarf als auch vom eingesetzten Brennstoffmix abhängig. Perspektivische Reduktionsmöglichkeiten der CO2-Emissionen ergeben sich durch die weitere Steigerung der Energieeffizienz der Produktionsprozesse und - soweit lokal verfügbar und wirtschaftlich - die Erhöhung des Energieanteils aus erneuerbaren Quellen. scroll DIVISION BENEO Freiberger Stärke PortionPack Europe PRODUKTE/ VERTRIEBSARTIKEL Functional Food Ingredients (Ballaststoffe, Zuckeraustauschstoffe, neue Zucker, Reisstärke/-mehle, funktionalisiertes Weizenprotein) Convenience Food (tiefgekühlte und gekühlte Pizza, Pasta, Baguette, Breadsnacks, Saucen, Dressings) Native und modifizierte Stärken, Verzuckerungsprodukte, Ethanol, proteinhaltige Lebens-/ Futtermittel Portionsartikel (Food und Non-Food) MARKEN Isomalt, Palatinose(tm), galenIQ(tm), Orafti(tm) Inulin, Orafti(tm) Oligofruktose Alberto, Italissimo ActiProt, BioAgnasol, AGENABEE, SüdzuckerStärke Hellma, Van Oordt VERTRIEBSSTANDORTE 9 (Europa, Asien, USA) 10 (Europa, USA) 7 (Europa) 10 (Europa, Südafrika) Energieeinsatz im Segment Spezialitäten Gigajoule je Tonne Produkt GRAFIK 016 An unserem Produktionsstandort Pemuco in Chile läuft seit 2015 ein Biomassekessel, der überwiegend aus Abfällen aus der Forstwirtschaft und der Holzverarbeitung Dampf und Elektrizität erzeugt. Hier ist vorgesehen, im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 umfangreich in Projekte zur Verbesserung der Energieeffizienz zu investieren. Am Standort Pischelsdorf / Österreich wird das bei der Fermentation pflanzlicher Rohstoffe entstehende Kohlendioxid in speziellen Anlagen gereinigt, verflüssigt und als biogene Kohlensäure beispielsweise für die Getränkeherstellung vermarktet. Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz im Segment Spezialitäten Tonne CO2-Äquivalent je Tonne Produkt GRAFIK 017 Wasserentnahme und Wasserrückführung Die Wasserentnahme in den Fabriken des Segments Spezialitäten ist auf eine möglichst effiziente Nutzung der Ressource Wasser ausgerichtet. Sie hängt vom jeweiligen Herstellungsprozess ab und variiert dementsprechend stark. Es wird vornehmlich Grundwasser sowie Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung eingesetzt. Häufig verbleibt ein Teil des Wassers in den erzeugten Produkten. In der Division Stärke wird in Österreich daneben auch Oberflächenwasser genutzt - dies vornehmlich zur Durchlaufkühlung. Die Behandlung der Produktionsabwässer im Segment Spezialitäten erfolgt überwiegend in eigenen biologischen Betriebskläranlagen. Die verbleibende Menge wird in kommunale Kläranlagen bzw. Abwasserbehandlungsanlagen Dritter eingeleitet. Wasserentnahme / -rückführung im Segment Spezialitäten scroll m3 je t Produkt 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 Wasserentnahme 4,2 4,2 3,9 4,0 3,8 Wasserrückführung 4,1 4,3 3,6 3,1 3,0 TABELLE 031 Die Wasserentnahme sowie die Wasserrückführung haben sich im vergangenen Berichtsjahr leicht reduziert. Nutzung der Rohstoffe Bei der Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in den Divisionen BENEO und Stärke nutzt Südzucker alle Bestandteile der eingesetzten Agrarrohstoffe, um daraus hochwertige Produkte herzustellen. In der Division Freiberger werden vorwiegend Zwischenprodukte wie z. B. Mehl, Tomatensauce und Käse verwendet, die bedarfsorientiert eingekauft werden. Erdanhang Im Segment Spezialitäten werden unter anderem Zichorien verarbeitet, denen trotz Vorreinigung eine geringe Menge Erde anhaftet, die mit der Lieferung in die Fabriken gelangt. Die dort von den Rohstoffen abgewaschene Erde wird entwässert und in der Regel wieder in die Landwirtschaft zurückgeführt. Abfall Abfallarten und -mengen im Segment Spezialitäten scroll Tsd. t 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 Recycling 5,6 8,0 18,2 8,0 9,7 Deponierung 7,2 5,1 4,0 8,2 4,6 Kompostierung 32,6 40,0 52,7 58,2 60,5 Energetische Verwertung 12,0 16,5 18,7 20,3 25,3 Übrige 4,0 3,4 5,1 9,1 3,6 davon gefährliche Abfälle 1 0,3 0,2 0,1 0,2 0,1 Gesamt 61,4 73,0 98,8 103,8 103,7 1 Im Wesentlichen verbrauchte Schmierstoffe aus der Produktion. TABELLE 032 Die Gesamtabfallmenge ist gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben. Der überwiegende Anteil an Abfällen wird kompostiert. Dabei handelt es sich insbesondere um Reisschalen und Vinasserückstände, die bei der Verarbeitung von Reis und Zichorien in der Division BENEO anfallen. Ein weiterer wesentlicher Teil der Abfälle wird energetisch verwertet, dies sind hauptsächlich an den Freiberger-Standorten anfallende Lebensmittelreste. SEGMENT CROPENERGIES 1 AUF EINEN BLICK scroll STANDORTE: 4 Produktionsstandorte in 4 Ländern, 1 Handelsniederlassung in Chile ROHSTOFFE: Getreide, Zuckersirupe, Rohalkohol, Stärkereststoffe PRODUKTE: Kraftstoffethanol, Neutralalkohol, proteinreiche Lebens- und Futtermittel, flüssiges CO2 MÄRKTE: Europa und Südamerika KUNDEN: Mineralölhersteller und -händler, Lebens- und Futtermittelhersteller, Getränke- und Kosmetikhersteller, industrielle und pharmazeutische Unternehmen Märkte Absatzmarkt Ethanol Die weltweite Ethanolerzeugung stieg im Jahr 2019 leicht auf rund 128 (127) Mio. m 3 an. Auf den Kraftstoffsektor entfiel dabei unverändert der Hauptanteil mit etwa 85 % der Produktionsmenge. Die restlichen 15 % werden als Neutralalkohol in Getränken, Kosmetik sowie pharmazeutischen und industriellen Anwendungen eingesetzt. Der Gesamtproduktionsanstieg ist auf eine höhere Produktion an Kraftstoffethanol zurückzuführen, wobei die erzeugte Menge von 109 (108) Mio. m 3 ca. 7 Vol.-% des weltweiten Ottokraftstoffverbrauchs entspricht. Für das Jahr 2020 wird erneut mit einem leichten Wachstum von etwa 1 % im Kraftstoffsektor gerechnet. EU-Mengenbilanz Ethanol 1 scroll Mio. m3 2017 2018 2019 2020e Anfangsbestand 0,9 0,9 1,0 1,0 Erzeugung 6,6 6,9 7,0 7,7 davon Kraftstoffethanol 4,6 4,8 4,8 5,3 Import 0,4 0,5 1,2 1,0 Verbrauch - 6,7 - 7,0 - 7,3 - 8,5 davon Kraftstoffethanol - 4,6 - 4,7 - 5,0 - 5,9 Export - 0,3 - 0,4 - 0,8 - 0,2 Endbestand 0,9 1,0 1,0 1,0 Quelle: F. O. Licht. Schätzung der EU-Mengenbilanz Ethanol, April 2020. 1 Sämtliche Werte schließen das Vereinigte Königreich aus. TABELLE 033 In der EU - ohne VK - lag die Ethanolproduktion im Jahr 2019 mit 7,0 (6,9) Mio. m 3 leicht über dem Vorjahr. Gleichzeitig stieg der Ethanolverbrauch auf 7,3 (7,0) Mio. m 3 an, was zu einem Anstieg der Nettoimporte auf 0,4 (0,2) Mio. m 3 führte. Auch beim Kraftstoffethanol überstieg der Verbrauch von 5,0 (4,7) Mio. m 3 die Produktionsmenge von 4,8 (4,8) Mio. m 3 . Grund ist die steigende Nachfrage nach Benzinsorten mit einem höheren Anteil nachhaltiger Kraftstoffkomponenten. In Frankreich erreichte der E10-Marktanteil zum Jahresende rund 50 %, der Absatz von E85 stieg 2019 um 84 % auf 335.000 m 3 . Die Verbreitung von E10 in Europa steigt: Nach der Einführung zum 1. Oktober 2019 in den Niederlanden folgten zum 1. Januar 2020 Dänemark, Ungarn und die Slowakei. Da in zahlreichen Staaten die Beimischungsziele für alternative, CO2-arme Kraftstoffe angehoben wurden, wird mit einem weiteren Anstieg des Verbrauchs von Kraftstoffethanol im Jahr 2020 auf 5,9 (5,6) Mio. m 3 gerechnet. Im Zuge der Nachfrageentwicklung stiegen die europäischen Ethanolpreise von rund 555 €/m 3 Anfang März 2019 auf 640 €/m 3 Ende Februar 2020. Die Spotpreise überschritten dabei erstmals seit 2012 zeitweise wieder die Marke von 700 €/m 3 . Absatzmarkt Proteine Die Märkte für proteinhaltige Lebens- und Futtermittel werden vor allem vom Sojapreisniveau auf dem Weltmarkt sowie den europäischen Rapsschrotpreisen beeinflusst. Die weltweite Sojabohnenernte 2019/20 wird dem Internationalen Getreiderat (IGC) zufolge mit 341 (362) Mio. t niedriger ausfallen als die Rekordernte im vergangenen Jahr. Insbesondere in den USA ging die Aussaatfläche witterungsbedingt deutlich zurück. Bei einer steigenden Nachfrage von 358 (352) Mio. t sollen sich die Bestände auf 38 (55) Mio. t reduzieren. Während sich die Sojabohnenpreise im 1. Quartal 2019/20 noch rückläufig entwickelt und dabei auch erstmals seit Dezember 2008 wieder unter 8 US-$/bushel 2 notiert hatten, war angesichts der Angebotsverknappung seit Mitte Mai 2019 eine Preiserholung zu beobachten. Zum Ende des Geschäftsjahres notierten Sojabohnen bei rund 9,0 US-$/bushel. Einer bereits niedrigen EU-Rapsernte im Vorjahr folgte im Wirtschaftsjahr 2019/20 eine historisch niedrige Ernte von nur noch 17 (20) Mio. t. Dennoch gingen die Preise für Rapsschrot, unter anderem aufgrund der niedrigen Sojapreise, zunächst zurück und erreichten im September 2019 einen Tiefstand von rund 175 €/t. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres stiegen sie angesichts der geringeren Ernten ebenfalls wieder an und lagen Ende Februar 2020 bei rund 225 €/t. 1 Weitere Informationen stehen im aktuellen Geschäftsbericht 2019/20 der CropEnergies AG zur Verfügung. 2 Ein Bushel Sojabohnen entspricht 27,216 kg Sojabohnen. Rohstoffmärkte Die weltweite Getreideernte (ohne Reis) soll im Getreidewirtschaftsjahr (GWJ; 1. Juli bis 30. Juni) 2019/20 voraussichtlich auf 2.175 (2.139) Mio. t steigen. Bei einem Weltgetreideverbrauch von 2.192 (2.163) Mio. t wird mit einem Rückgang der Lagerbestände auf 608 (625) Mio. t gerechnet, was jedoch weiterhin eine reichliche Reserve ist. Im GWJ 2020/21 sollen Getreideproduktion und -verbrauch auf 2.223 Mio. t bzw. 2.226 Mio. t weiter ansteigen. Die weltweiten Getreidebestände sollen sich dementsprechend auf 605 Mio. t reduzieren. Der EU-Kommission zufolge soll in der EU und dem VK 2019/20 mit rund 320 (290) Mio. t deutlich mehr Getreide geerntet werden als im Vorjahr. Der Verbrauch soll hingegen mit 290 (288) Mio. t nur leicht ansteigen, wobei über 60 % des Getreides nach wie vor der Tierfütterung dienen. Für die Herstellung von Kraftstoffethanol soll hingegen nur der Stärkeanteil von rund 4 % der EU-Ernte verwendet werden. Die weiteren Bestandteile des Getreides werden in erster Linie zu proteinreichen Lebens- und Futtermitteln veredelt, die dazu beitragen, die europäische Versorgungslücke an pflanzlichen Proteinen zu decken und insbesondere Sojaimporte zu reduzieren. Durch das reichliche Angebot fiel der Benchmark-Future für Mahlweizen an der Euronext in Paris von rund 190 €/t Anfang März 2019 deutlich und unterschritt zeitweise sogar die Marke von 160 €/t. Witterungsbedingte Aussaatschwierigkeiten durch starke Regenfälle in Teilen Frankreichs und Großbritanniens sowie eine hohe Exportnachfrage führten dazu, dass die Weizennotierung ab Mitte September 2019 wieder deutlich anstieg und Ende Februar 2020 wieder bei rund 195 €/t schloss. Für das GWJ 2020/21 rechnet der IGC aufgrund von Verzögerungen bei der Aussaat mit einer leicht unter dem Vorjahr liegenden Getreideproduktion. Insbesondere wird mit einer geringeren Weizenernte gerechnet. Rechtliche und politische Rahmenbedingungen MERCOSUR-Abkommen Die Grundsatzeinigung zwischen den MERCOSUR-Staaten und der EU-Kommission vom 28. Juni 2019 sieht den begünstigten Import von rund 820.000 m 3 Ethanol vor. Davon sollen rund 570.000 m 3 Ethanol für Anwendungen in der chemischen Industrie zollfrei importiert werden dürfen. Der verbleibende Anteil von rund 250.000 m 3 soll für andere Anwendungen wie den Einsatz als Kraftstoffethanol mit einer Ermäßigung um zwei Drittel des gegenwärtigen Zolltarifs in die EU eingeführt werden dürfen. Ob es zu einer Ratifizierung kommt, ist momentan insbesondere aufgrund der zahlreichen Brandrodungen im Amazonas-Gebiet und der kontroversen Diskussionen in der EU fraglich. Europäische Klimaschutzpolitik Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgas- (THG-) Emissionen bis 2030 gegenüber 1990 um mindestens 40 % zu senken. Dafür sollen die unter das EU-weite Emissionshandelssystem (EU-ETS) fallenden Unternehmen ihre Emissionen bis 2030 gegenüber 2005 um 43 % senken. Das THG-Minderungsziel für die nicht unter das EU-ETS fallenden Wirtschaftszweige liegt bei 30 %. Zu diesem Nicht-ETS-Bereich gehört neben Gebäuden, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und kleineren Industrieanlagen insbesondere der Verkehrssektor. Innerhalb der EU wurde der Nicht-ETS-Bereich dann in nationale Minderungsziele untergliedert. So sieht die so genannte Lastenteilungsverordnung z. B. vor, dass der Nicht-ETS-Bereich in Deutschland die THG-Emissionen bis 2030 um 38 % senken muss. Dafür sind auf nationaler Ebene wirksame Maßnahmen zur Begrenzung der Emissionen notwendig. Mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz, das im Dezember 2019 in Kraft getreten ist, wurden in Deutschland erstmals verbindliche Klimaschutzziele gesetzlich verankert und jährliche Emissionsobergrenzen für einzelne Wirtschaftsbereiche definiert. Im deutschen Verkehrssektor sollen die Emissionen schrittweise von 150 Mio. t CO2Äq. im Jahr 2020 auf 95 Mio. t CO2Äq. im Jahr 2030 sinken. Erneuerbare-Energien-Richtlinie Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sollen der Energieverbrauch gesenkt und zunehmend erneuerbare anstelle von fossilen Energieträgern genutzt werden. Für die Zeit nach 2020 sieht die Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU daher vor, den Anteil an erneuerbarer Energie auf mindestens 32,5 % zu steigern. Im Transportsektor ist ein Anstieg auf 14 % bis 2030 vorgesehen. Der Beitrag erneuerbarer Kraftstoffe aus Ackerpflanzen soll sich bis zu einem Prozentpunkt über dem im Jahr 2020 erreichten Niveau bewegen können. Der Anteil von Kraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen soll von 0,2 % im Jahr 2022 auf mindestens 3,5 % im Jahr 2030 steigen. Die Umsetzung in nationales Recht muss bis Mitte 2021 erfolgen und sollte in der gesamten EU zu einer steigenden Ethanolnachfrage führen. Mit einer sachgerechten Umsetzung in nationales Recht können nachhaltig hergestellte, erneuerbare Kraftstoffe weiterhin zum Klimaschutz auf Europas Straßen beitragen. Geschäftsentwicklung Umsatz und operatives Ergebnis Mit 819 (693) Mio. € konnte der Umsatz im Segment Crop-Energies im Geschäftsjahr 2019/20 deutlich gesteigert werden. Dies ist insbesondere auf gestiegene Ethanolerlöse zurückzuführen, die im letzten Quartal 2019/20 das höchste Niveau des Geschäftsjahres erreichten. Darüber hinaus wurde der Umsatzanstieg durch die Ausweitung des Produktions- und Absatzvolumens begünstigt. Trotz des preisbedingten Anstiegs der Nettorohstoffkosten konnte das operative Ergebnis mit 104 (33) Mio. € mehr als verdreifacht werden. Dieser Anstieg ist insbesondere auf das deutlich höhere Ethanolerlösniveau zurückzuführen. Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen Das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von 0 (10) Mio. € betraf im Vorjahr die Auflösung einer in 2016/17 gebildeten Rückstellung für Branntweinsteuerrisiken in Deutschland im Zusammenhang mit Ethanolverkäufen nach erfolgreich abgeschlossenen Verfahren. Capital Employed und Return on Capital Employed (ROCE) Das Capital Employed lag mit 450 (456) Mio. € leicht unter Vorjahr. Durch das mehr als verdreifachte operative Ergebnis von 104 (33) Mio. € stieg der ROCE auf 23,1 (7,2) %. Investitionen Die Investitionen in Sachanlagen wurden mit 30 (13) Mio. € mehr als verdoppelt und dienten neben Ersatzinvestitionen vor allem Kapazitätserweiterungen. Wesentliches Projekt in Wanze / Belgien war die Erhöhung der Mühlen- und damit der Gesamtproduktionskapazität. Aktuell wird der Bau einer Anlage zur Verflüssigung von Kohlendioxid geplant, die ab Jahr 2021 pro Jahr 65.000 t flüssiges, biogenes CO2 in Lebensmittelqualität herstellen soll. Der Schwerpunkt der Investitionen in Zeitz lag auf der Erweiterung der Mühlenkapazität sowie der Produktionskapazität für die Herstellung proteinreicher Futtermittel. Gleichzeitig wurde in die Infrastruktur am Standort investiert, um die reibungslose Versorgung der Anlage mit Hilfs- und Betriebsstoffen zu gewährleisten. Bei Ensus in Wilton / VK wurde in die Prozessstabilität und die Logistikinfrastruktur, bei Ryssen in Loon-Plage / Frankreich in die Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit investiert. Geschäftsentwicklung im Segment CropEnergies scroll 2019/20 2018/19 +/- in % Umsatzerlöse Mio. € 819 693 18,2 EBITDA Mio. € 146 72 > 100 Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. € - 42 - 39 7,4 Operatives Ergebnis Mio. € 104 33 > 100 Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen Mio. € 0 10 - Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. € 0 0 0,0 Ergebnis der Betriebstätigkeit Mio. € 104 43 > 100 EBITDA-Marge % 17,8 10,4 Operative Marge % 12,7 4,7 Investitionen in Sachanlagen 1 Mio. € 30 13 > 100 Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen Mio. € 0 0 - Investitionen gesamt Mio. € 30 13 > 100 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. € 2 2 9,5 Capital Employed Mio. € 450 456 - 1,4 Return on Capital Employed % 23,1 7,2 Mitarbeiter 450 433 3,9 1 Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. TABELLE 034 Rohstoffe und Produktion In Zeitz, Wanze und Wilton werden unverändert ausschließlich Agrarrohstoffe europäischer Herkunft verarbeitet. Bei der Rohstoffbeschaffung legt CropEnergies großen Wert auf den standortnahen und damit frachtkostengünstigen Bezug von Futtergetreide und Zuckersirupen. Im Geschäftsjahr 2019/20 lag die Ethanolerzeugung mit 1,00 (0,97) Mio. m 3 über dem Vorjahresniveau. Die Auslastung der Produktionskapazität wurde im Verlauf des Geschäftsjahres entsprechend den Marktbedingungen und zur Durchführung regelmäßiger Wartungsarbeiten gesteuert. Mit der Steigerung der Ethanolproduktion erhöhte sich auch die Produktion von getrockneten Lebens- und Futtermitteln auf 0,58 (0,57) Mio. t. Der Produktionsanstieg ist in erster Linie auf den durchgehenden Betrieb der Anlage in Wilton zurückzuführen. In Zeitz und Wanze blieben dagegen die Produktionsmengen aufgrund laufender Investitionstätigkeiten bzw. Wartungsarbeiten leicht unter dem Vorjahresniveau. Auch die Produktionskapazitäten von Neutralalkohol an den Standorten in Zeitz und Loon-Plage wurden entsprechend den Marktbedingungen auf hohem Niveau ausgelastet. In Loon-Plage wurde zudem die Produktion von Kraftstoffethanol im Zuge der dynamischen Entwicklung des französischen Kraftstoffethanolmarkts ausgeweitet. Umwelt Alle Ethanolanlagen von CropEnergies sind nach mindestens einem von der EU-Kommission anerkannten Zertifizierungssystem als nachhaltig zertifiziert und werden jährlich auditiert. Mit den Zertifizierungen wird sichergestellt, dass das produzierte Kraftstoffethanol die Nachhaltigkeitskriterien der Erneuerbare-Energien-Richtlinie erfüllt. Dazu gehört auch, dass z. B. im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen mindestens 50 % an Treibhausgasemissionen eingespart werden. Diese gesetzliche Forderung wird mit durchschnittlich 70 % deutlich übertroffen. Energieeinsatz und Emissionen Die Anforderungen aus der Richtlinie zur Energieeffizienz (EED) wurden an allen Produktionsstandorten von CropEnergies umgesetzt. In Zeitz wurde eine Zertifizierung gemäß ISO 50001 und in Loon-Plage sowie Wilton eine Auditierung nach dem ESOS (Energy Savings Opportunity Scheme) durchgeführt. Der belgische Produktionsstandort Wanze nimmt an einem freiwilligen branchenspezifischen Abkommen zur Verbesserung der Energieeffizienz teil ("Accords de branche de deuxieme generation"). Der Anteil an eingesetzten erneuerbaren Brennstoffen liegt bei 27 %. In Wanze wird in einem Biomassekraftwerk ein Großteil der benötigten thermischen und elektrischen Prozessenergie aus den Schalen des angelieferten Getreides gewonnen. In Zeitz wird das in der Abwasseranlage entstehende Biomethan in einem Blockheizkraftwerk zu elektrischer und thermischer Energie umgewandelt und damit der Bedarf an fossilen Brennstoffen reduziert. Der spezifische Energieeinsatz hängt neben der Prozessführung und den angewandten Technologien unter anderem auch von der Art und der Qualität der eingesetzten Rohstoffe ab. Die Höhe der CO2-Emissionen ist sowohl vom Gesamtenergiebedarf als auch vom eingesetzten Brennstoff- und Energiemix abhängig. Energieeinsatz im Segment CropEnergies Gigajoule je Tonne Produkt GRAFIK 018 Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz im Segment CropEnergies Tonne CO2-Äquivalent je Tonne Produkt GRAFIK 019 Wasserentnahme und Wasserrückführung Die Produktionsanlagen zeichnen sich dadurch aus, dass der erforderliche Frischwasserbedarf durch Kreislaufführung und damit mehrfache Nutzung des eingesetzten Wassers stark reduziert wird. Kläranlagen stellen eine umweltgerechte Behandlung der Abwässer sicher. Das gereinigte Wasser wird in die benachbarten Flüsse abgeleitet. Wasserentnahme / -rückführung im Segment CropEnergies scroll m3 je t Produkt 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 Wasserentnahme 4,0 3,1 2,8 3,3 3,5 Wasserrückführung 2,6 3,1 2,5 2,7 2,9 TABELLE 035 Nutzung der Rohstoffe Dank der integrierten Produktionskonzepte werden die eingesetzten Rohstoffe bestmöglich und ressourcenschonend zu hochwertigen Produkten veredelt. Aus den nicht fermentierbaren Inhaltsstoffen der Rohstoffe stellt CropEnergies proteinreiche Lebens- und Futtermittel her, die zudem wertvolle Ballaststoffe, Fette, Mineralien und Vitamine enthalten. Diese Produkte weisen einen hohen Nährwert auf und leisten einen wichtigen Beitrag, den europäischen Importbedarf an pflanzlichen Proteinen, insbesondere Soja aus Nord- und Südamerika, zu mindern. In Zeitz und in Wilton wird zudem das bei der Fermentation entstehende Kohlendioxid aufgefangen, gereinigt und verflüssigt. Es ersetzt beispielsweise in der Getränkeherstellung Kohlendioxid fossilen Ursprungs. Abfall Der überwiegende Teil der Abfälle wird recycelt, kompostiert oder energetisch verwendet. Bei weniger als 0,1 % der Abfälle handelt es sich um so genannte gefährliche Abfälle. Abfallarten und -mengen im Segment CropEnergies scroll Tsd. t 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 Recycling 67,4 68,8 73,8 76,0 65,7 Kompostierung 9,2 7,8 8,7 6,7 7,3 Deponierung 1,0 1,5 1,6 3,9 0,8 Energetische Verwertung 0,4 0,4 2,1 1,7 2,1 Übrige 1,0 0,5 0,7 0,5 0,5 davon gefährliche Abfälle 1 0,1 0,1 0,1 0,1 0,1 Gesamt 79,0 79,0 86,9 88,7 76,4 1 Im Wesentlichen verbrauchte Schmierstoffe aus der Produktion. TABELLE 036 SEGMENT FRUCHT 1 Märkte Absatzmärkte Die wesentlichen Konsumtrends, die die Entwicklung der Absatzmärkte für Fruchtzubereitungen (Molkereiprodukte, Eiscremes, Backwaren und Food Services) beeinflussen, sind weiterhin Natürlichkeit, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Genuss sowie Convenience. Bei Produkteinführungen sind neue überraschende Geschmacksrichtungen oder Texturen gefragt. Die Trends nach Nachhaltigkeit und Gesundheit zeigen sich am Markt verstärkt durch Einführungen von pflanzlich basierten Produkten als Alternative zu milchbasierten Erzeugnissen. Der Hauptabsatzmarkt des Geschäftsfelds Fruchtzubereitungen - löffelbares Fruchtjoghurt - ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr global nur leicht gewachsen, wobei unsere größten Märkte Westeuropa und Nordamerika rückläufig waren. Das Wachstum in Gebieten wie z. B. Südamerika, Mittlerer Osten, Europa und Nordamerika wird zudem konjunkturbedingt sowie aufgrund politischer Entwicklungen negativ beeinflusst. Der Bereich Eiscreme hat für 2019 global ein moderates, in einigen Regionen auch ein hohes Wachstum ausgewiesen. Der Absatzmarkt für Milchalternativen im Joghurt- und Eiscremebereich ist noch eine Nische im Gesamtmarkt, die jedoch ein dynamisches Wachstum zeigt. Vor allem in Westeuropa und Nordamerika wächst dieser Markt deutlich stärker als der Markt für klassische Milchprodukte. In einem Teilbereich dieses Marktes werden Fruchtzubereitungen der gleichen Art wie in Molkereiprodukten verarbeitet. Das Fruchtsaftkonzentratgeschäft ist weiterhin vom Trend zu niedrigeren Fruchtsaftanteilen in Getränken sowie direkt gepressten 100%-Säften gekennzeichnet. Somit steigt der Bedarf an Getränkegrundstoffen mit reduzierten Fruchtsaftgehalten. Kernabsatzmarkt für unsere Fruchtsaftkonzentrate ist die EU, weitere wesentliche Absatzmärkte sind Nordamerika, Russland sowie der Mittlere und Ferne Osten. Das im chinesischen Werk hergestellte Apfelsaftkonzentrat wird vor allem nach Japan, USA, Russland und Australien, aber auch nach Europa vermarktet. Rohstoffmärkte Die durchschnittlichen Rohstoffpreise für Früchte und Zutaten für Fruchtzubereitungen lagen insgesamt leicht über dem Vorjahr. Preiserhöhungen gab es im Wesentlichen bei Erdbeeren und Pfirsichen. So lag der Durchschnittspreis für Erdbeeren moderat bis deutlich über dem Vorjahr. Gründe hierfür waren höhere Marktpreise in den Anbaugebieten Marokko und Ägypten sowie ein witterungsbedingt unterdurchschnittliches Ernteaufkommen in Mexiko und Polen. Hauptbeschaffungsmärkte für Pfirsiche waren die südeuropäischen Anbauregionen Griechenland und Spanien, gefolgt von China. Die Ernten in Europa verliefen durchschnittlich, die Preise lagen leicht über dem Vorjahr. Die verfügbaren Apfelmengen für Fruchtsaftkonzentrate lagen in den europäischen Hauptanbauländern signifikant unter denen des Vorjahres. Gleichzeitig lagen die Preise deutlich über dem Vorjahr. Im Gegensatz dazu fiel die chinesische Apfelernte deutlich höher aus als im Vorjahr. Die Beerenverarbeitungssaison für die Konzentratproduktion war in Summe von einer verhaltenen Mengenverfügbarkeit bei den Hauptfrüchten gekennzeichnet; die Preise lagen über dem Vorjahresniveau. scroll DIVISION Fruchtzubereitungen Fruchtsaftkonzentrate PRODUKTIONSSTANDORTE 27 Werke in 20 Ländern für Fruchtzubereitungen 15 Werke in 7 Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten ROHSTOFFE Hauptrohstoff: Erdbeere Hauptrohstoff: Apfel PRODUKTE Fruchtzubereitungen Fruchtsaftkonzentrate, Direktsäfte, Fruchtweine, natürliche Aromen und Getränkegrundstoffe MÄRKTE Weltweit Schwerpunkt Europa KUNDEN Molkereien, Speiseeishersteller, Backwarenindustrie, Food Services Getränkeindustrie 1 Weitere Informationen stehen im aktuellen Geschäftsbericht 2019/20 der AGRANA zur Verfügung. Geschäftsentwicklung Umsatz und operatives Ergebnis Im Segment Frucht bewegte sich der Umsatz mit 1.185 (1.179) Mio. € in etwa auf Vorjahresniveau. Dabei führte das im Jahresdurchschnitt erheblich schlechtere Preisniveau in nahezu sämtlichen Produktgruppen zu deutlichen Umsatzeinbußen bei Fruchtsaftkonzentraten. Diese werden jedoch durch Absatz- und Erlössteigerungen bei Fruchtzubereitungen ausgeglichen. Beim operativen Ergebnis hingegen zeigte sich ein deutlicher Rückgang auf 58 (77) Mio. €. Die Verschlechterung im Bereich Fruchtsaftkonzentrate ist insbesondere auf erlösbedingt schwächere Margen zurückzuführen, während bei Fruchtzubereitungen gestiegene Kosten den Umsatzzuwachs mehr als aufzehrten. Capital Employed und Return on Capital Employed (ROCE) Bei einem gestiegenen Capital Employed von 855 (830) Mio. € und einem rückläufigen operativen Ergebnis von 58 (77) Mio. € ging der ROCE auf 6,8 (9,3) % zurück. Investitionen in Sachanlagen Die Investitionen im Segment Frucht beliefen sich auf 52 (56) Mio. €. Neben Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen wurden in der Division Fruchtzubereitungen Investitionen in Kapazitätserweiterungen, unter anderem durch die Installation weiterer Produktionslinien in den Werken in Serpuchov / Russland und Central Mangrove /Australien, vorgenommen. In Gleisdorf / Österreich wurde die Chocosplit-Anlage zum Geschäftsjahresende in Betrieb genommen. In der Division Fruchtsaftkonzentrate lag der Fokus neben Ersatzinvestitionen auf Produktionsoptimierungen, wie beispielsweise mit einem Brüdenverdichter am Standort Biatobrzegi / Polen, der Energie einspart und die Kapazität erhöht. Geschäftsentwicklung im Segment Frucht scroll 2019/20 2018/19 +/- in % Umsatzerlöse Mio. € 1.185 1.179 0,5 EBITDA Mio. € 101 115 - 12,1 Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. € - 43 - 38 14,3 Operatives Ergebnis Mio. € 58 77 - 25,0 Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen Mio. € - 2 0 - Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. € 0 0 - Ergebnis der Betriebstätigkeit Mio. € 56 77 - 27,7 EBITDA-Marge % 8,5 9,8 Operative Marge % 4,9 6,6 Investitionen in Sachanlagen 1 Mio. € 52 56 - 7,7 Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen Mio. € 1 6 - 91,4 Investitionen gesamt Mio. € 53 62 - 15,5 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. € 0 0 - Capital Employed Mio. € 855 830 3,0 Return on Capital Employed % 6,8 9,3 Mitarbeiter 6.124 5.803 5,5 1 Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. TABELLE 037 Rohstoffe und Produktion Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden insgesamt rund 398.000 (375.000) t Rohstoffe eingekauft und verarbeitet. Hauptfrüchte für Fruchtzubereitungen waren wie in den Vorjahren Erdbeeren mit rund 71.000 t, gefolgt von Pfirsichen mit rund 21.000 t und Heidelbeeren mit 12.000 t. Für die Verarbeitung zu Fruchtsaftkonzentrat stand einer deutlich unter dem Vorjahr liegenden Apfelmenge in den Hauptverarbeitungsregionen Europas eine Rekordernte in China mit einer entsprechenden Produktionsmenge gegenüber. Nach nur einem Jahr Bauzeit startete im März 2019 die Produktion von Fruchtzubereitungen im neuen Werk in Changzhou bei Shanghai in China. Der Verkauf des Werkes in Fidschi wurde Ende Juni 2019 erfolgreich abgeschlossen. Absatz Die Division Fruchtzubereitungen konnte ihren Absatz insgesamt steigern. Dabei waren die Absatzmengen in den Nicht-Joghurt-Produktbereichen im Vergleich zum Vorjahr höher, vor allem bei Food Services und Backwaren. Diese Bereiche ebenso wie die Absatzsegmente Eiscremes und Milchalternativen sollen weiter vorangetrieben werden. Die Mengen im Bereich Molkereiprodukte blieben stabil. In der Division Fruchtsaftkonzentrate konnte der Absatz insgesamt moderat gesteigert werden. Da es bei Fruchtsaftkonzentraten auf Kundenseite zahlreiche Überdeckungen aus der sehr guten Ernte 2018 gab, konnten im Vergleich zum Vorjahr oftmals nur geringere Verkaufsmengen realisiert werden. Die Auslieferungen aus dem chinesischen Werk waren in den Monaten Januar und Februar 2020 eher verhalten, zunächst bedingt durch das chinesische Neujahrsfest und anschließend durch Lieferengpässe im Zusammenhang mit der Verbreitung des Coronavirus in China. Die Buntsaftkonzentrate der Kampagne 2019 wurden vollständig kontrahiert. Die Markteinführung eines Bio-Sortiments in diesem Bereich wurde erfolgreich umgesetzt. Die Mengenentwicklung im Bereich Spezialitäten und Added Value blieb gegenüber dem Vorjahr konstant. Umwelt Energieeinsatz und Emissionen Der Energiebedarf der weltweiten Produktionsstandorte der Divisionen Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate wird überwiegend mit Erdgas als Energieträger gedeckt, an einigen Standorten wird auch selbst produziertes Biogas eingesetzt. Daneben beziehen die Produktionsstandorte Strom aus externen Quellen. Die Menge der CO2-Emissionen ist in erster Linie vom Gesamtenergiebedarf abhängig. Die spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Produkt des Segments Frucht sind gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken, dies vor dem Hintergrund der Umstellung von Kohle auf Gas als Energieträger am Fruchtsaftkonzentratstandort in China sowie der neu eingeführten Nutzung von Strom aus erneuerbaren Quellen am Standort Kröllendorf. Energieeinsatz im Segment Frucht Gigajoule je Tonne Produkt GRAFIK 020 Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz im Segment Frucht Tonne CO2-Äquivalent je Tonne Produkt GRAFIK 021 Wasserentnahme und Wasserrückführung Das in den Produktionsprozessen eingesetzte Wasser stammt zu rund zwei Dritteln aus Brunnen und zu einem Drittel aus der kommunalen Wasserversorgung. Es wird in der Division Fruchtzubereitungen z. B. zum Waschen frischer Früchte in den Erstverarbeitungswerken und zur Reinigung von Anlagen und Transportbehältnissen genutzt. Darüber hinaus verbleibt Wasser teilweise auch im fertigen Produkt. Wo es möglich ist - wie beispielsweise bei der Herstellung von Apfelsaftkonzentrat -, wird das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in den Herstellungsprozessen genutzt und im Kreislauf geführt. Die Mehrzahl der Produktionsstandorte des Segments Frucht verfügt über aerobe und anaerobe Betriebskläranlagen, die verbleibenden Standorte nutzen kommunale Kläranlagen zur Aufbereitung des Abwassers. Der spezifische Wassereinsatz sowie die Einleitung von Abwasser stiegen im Segment Frucht im Vergleich zum Vorjahr an, dies unter anderem aufgrund neuer Erfassungsmethodik. Im Segment Frucht wurde eine Risikoanalyse zu Wassereinsatz und -abgabe mithilfe des WWF Water Risk Filters und des Aqueduct Water Risk Atlas durchgeführt und ein Wassermanagementprogramm für alle Fruchtzubereitungsstandorte gestartet, um an jedem Standort Wasserverbrauchsziele festzulegen. Wasserentnahme/-rückführung im Segment Frucht scroll m3 je t Produkt 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 Wasserentnahme 4,3 4,3 4,4 4,2 4,7 Wasserrückführung 4,0 4,1 4,0 4,1 4,7 TABELLE 038 Nutzung der Rohstoffe Während bei der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum weiterverwendbare agrarische Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, so genannte Trester, weiter aufbereitet. Sie finden als Ballaststofflieferanten Einsatz z. B. in Müsli- und Snack-Produkten. Weitere Produkte sind unter anderem Aromen oder Apfelmehl. Anfallende Stiele und Blätter werden an die Anbauer der Rohstoffe abgegeben und dort als biologischer Dünger eingesetzt. Abfall Abfallarten und -mengen im Segment Frucht scroll Tsd. t 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 Recycling 31,8 11,2 12,2 13,5 12,4 Deponierung 9,7 11,0 15,5 16,2 7,4 Kompostierung 4,1 0,0 2,8 5,6 3,4 Energetische Verwertung 0,4 0,9 0,9 1,0 1,7 übrige 0,0 0,0 0,7 0,4 0,3 davon gefährliche Abfälle 1 0,0 0,0 0,2 0,3 0,3 Gesamt 46,0 23,0 31,9 36,7 25,1 1 Im Wesentlichen verbrauchte Schmierstoffe aus der Produktion. TABELLE 039 Der mengenmäßig überwiegende Anteil an Abfällen im Segment Frucht besteht aus Verpackungen und Produktionsabfällen und wird sachgerecht deponiert oder wiederverwendet bzw. recycelt. Die Gesamtabfallmenge ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Einerseits ist mit der Beendigung eines Bauprojekts am ungarischen Standort ein Einmaleffekt des Vorjahres weggefallen, andererseits werden am Fruchtzubereitungsstandort in Mexiko bisher deponierte organische Abfälle nunmehr verkauft oder kostenfrei zur Weiterverwertung abgegeben. TATSÄCHLICHE UND PROGNOSTIZIERTE GESCHÄFTSENTWICKLUNG scroll Prognose 2019/201 Ist 2019/20 Ist 2018/19 Konzern Umsatz Mrd. € 6,7 bis 7,0 6,7 6,8 Operatives Ergebnis Mio. € Bandbreite von 0 bis 100 116 27 Return on Capital Employed % Bis zu 1,5 1,8 0,4 Segment Zucker Umsatz Mio. € Moderater Rückgang 2.258 2.588 Operatives Ergebnis Mio. € Operativer Verlust von - 200 bis - 300 - 236 - 239 Segment Spezialitäten Umsatz Mio. € Leichter Umsatzanstieg 2.409 2.294 Operatives Ergebnis Mio. € Moderater Anstieg 190 156 Segment CropEnergies Umsatz Mio. € 720 bis 820 819 693 Operatives Ergebnis Mio. € 20 bis 70 104 33 Segment Frucht Umsatz Mio. € Moderater Anstieg 1.185 1.179 Operatives Ergebnis Mio. € Deutlicher Anstieg 58 77 1 Veröffentlicht in der Bilanzpresse- und Analystenkonferenz (Konzernlagebericht 2018/19) am 16. Mai 2019. TABELLE 040 In der vorstehenden Tabelle ist die tatsächliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2019/20 der Prognose für 2019/20, die mit dem Konzernabschluss 2018/19 veröffentlicht wurde, gegenübergestellt. Erste Prognose für das Geschäftsjahr 2019/20 am 27. März 2019 Mit der Ad-hoc-Meldung vom 27. März 2019 veröffentliche Südzucker die erste Prognose für das Geschäftsjahr 2019/20. Mit dem Hinweis auf die hohe Unsicherheit der Prognose vor dem Hintergrund der sehr volatilen Zucker- und Ethanolmärkte ging Südzucker für das Geschäftsjahr 2019/20 von einem Konzernumsatz in Höhe von 6,7 bis 7,0 Mrd. € und einem operativen Konzernergebnis in einer Bandbreite von 0 bis 100 Mio. € aus. Im Segment Zucker wurde ein operativer Verlust in Höhe von - 200 bis - 300 Mio. € und im Segment CropEnergies eine operative Ergebnisbandbreite von 20 bis 70 Mio. € erwartet. In den Segmenten Spezialitäten und Frucht wurde mit einem Anstieg des operativen Ergebnisses gerechnet. Bilanzpresse- und Analystenkonferenz am 16. Mai 2019 Mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2018/19 in der Bilanzpresse- und Analystenkonferenz am 16. Mai 2019 wurde die erste Prognose für das Geschäftsjahr 2019/20 bestätigt. Veröffentlichung der Quartalsmitteilung zum 1. Quartal 2019/20 am 11. Juli 2019 Mit der am 11. Juli 2019 veröffentlichten Quartalsmitteilung zum 1. Quartal 2019/20 wurde die Prognose der Bandbreiten im Segment CropEnergies beim Umsatz auf 740 bis 820 Mio. € bzw. beim operativen Ergebnis auf 30 bis 70 Mio. € angehoben. Die Prognose für die übrigen Segmente und den Konzern wurde bestätigt. Veröffentlichung des Halbjahresfinanzberichts 2019/20 am 10. Oktober 2019 Mit Veröffentlichung des Halbjahresfinanzberichts 2019/20 am 10. Oktober 2019 hat Südzucker die Jahresprognose für den Konzern bestätigt. Dabei wurde die Prognose der Bandbreiten im Segment CropEnergies beim Umsatz auf 740 bis 780 Mio. € bzw. beim operativen Ergebnis auf 50 bis 75 Mio. € angepasst. Gleichzeitig wurde die Prognose für das Segment Frucht mit Umsätzen auf Vorjahresniveau und deutlichem Rückgang des operativen Ergebnisses nach unten korrigiert. Ausschlaggebend für die Anpassung waren die Erwartung stagnierender Absatzmengen im Bereich der Fruchtzubereitungen und eine geringere Auslastung im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate infolge der niedrigeren Apfelverfügbarkeit. Ad-hoc-Meldung am 25. Oktober 2019 Am 25. Oktober 2019 hat Südzucker mit einer Ad-hoc-Meldung die Prognose für das operative Ergebnis im weiter positiven Ethanol-Marktumfeld erhöht. Dabei wurde die Bandbreite für das operative Konzernergebnis auf 50 bis 130 Mio. € angehoben. Die mögliche Bandbreite des operativen Verlusts im Segment Zucker wurde mit - 200 bis - 260 Mio. € reduziert und gleichzeitig die Bandbreite für das operative Ergebnis im Segment CropEnergies auf 70 bis 90 Mio. € erhöht. Ad-hoc-Meldung am 18. Dezember 2019 Eine Konkretisierung der Prognose des operativen Konzernergebnisses auf die Bandbreite von 70 bis 130 Mio. € erfolgte mit Ad-hoc-Meldung vom 18. Dezember 2019. Im Segment Spezialitäten wurde von einem deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses ausgegangen, da die Steigerung der Produktions- und Absatzmengen die Erwartungen übertraf und die Ethanolerlöse stabil auf einem hohen Niveau blieben. Im Segment CropEnergies wurde die Prognose des operativen Ergebnisses mit rund 100 Mio. € konkretisiert. Veröffentlichung der Quartalsmitteilung zum 3. Quartal 2019/20 am 14. Januar 2020 Infolge rückläufiger Absatzmengen und einer reduzierten Ernteerwartung wurde die Umsatzprognose im Segment Zucker auf einen deutlichen Rückgang angepasst. Dagegen wurde im Segment Spezialitäten von einem moderaten Anstieg des Umsatzes ausgegangen, da die Steigerung der Produktions- und Absatzmengen die Erwartungen übertraf und die Ethanolerlöse stabil auf einem hohen Niveau blieben. Im Segment CropEnergies wurde die Prognose des Umsatzes mit rund 810 Mio. € konkretisiert. PROGNOSEBERICHT Wirtschaftliches Umfeld Vor Bekanntwerden des Ausmaßes der Corona-Pandemie prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2020 in seinem Wintergutachten vom 20. Januar 2020 einen leichten Anstieg des globalen Wirtschaftswachstums auf 3,3 (2,9) %. Im Frühjahrsgutachten des IWF vom 14. April 2020 wurde die Konjunkturprognose 2020 für die Weltwirtschaft im Zuge der sich rapide ausbreitenden Pandemie deutlich von + 3,3 auf - 3,0 % gesenkt. Dabei rechnet der IWF für China, das eine zunehmende Bedeutung für globale Lieferketten und Rohstoffmärkte hat, mit einem Konjunktureinbruch auf ein Wachstum von lediglich 1,2 (6,1) %. In den USA - der größten Volkswirtschaft der Welt - wird nach einem Wachstum von 2,3 % im Vorjahr nun eine schwere Rezession mit einem Rückgang des BIP um 5,9 % erwartet. Für den Euroraum rechnete die EU-Kommission im Wintergutachten vom 13. Februar 2020 - vor Beginn der Pandemie - noch mit einem stabilen Wachstum von 1,2 (1,2) %. Das Frühjahrsgutachten des IWF geht nunmehr von einer schweren Rezession von - 7,5 (1,2) % aus. Absatz- und Rohstoffmärkte Der Weltmarktpreis für Zucker war aufgrund eines hohen Überschusses am Weltmarkt im Frühjahr 2017 um rund 200 €/t gesunken und verharrte bis Ende 2019 auf diesem niedrigen Niveau. In Erwartung eines deutlichen Defizits auf dem Weltmarkt für Zucker in den ZWJ 2019/20 und 2020/21 setzte Ende 2019 eine deutliche Erholung des Weltmarktpreises ein, er erreichte im Februar 2020 mit 413 €/t den höchsten Wert seit Mai 2017. Der EU-Zuckermarkt wandelte sich in den ZWJ 2018/19 und 2019/20 infolge zweier trockenheitsbedingt schwacher Ernten wieder zu einem Netto-Importmarkt, was zu einer zunehmenden Erholung der Preise in der EU führte. Für 2020 werden rückläufige Anbauflächen und damit ein weiterhin stabiles Marktumfeld erwartet, sodass zusammen mit der Weltmarktpreiserholung ein weiterer Anstieg der EU-Preise zu erwarten war. Seit Februar 2020 setzte infolge der erwarteten wirtschaftlichen Abschwächung durch die Corona-Pandemie ein Preisverfall bei Rohöl und den Währungen von Schwellenländern, wie Brasilien, ein. Beides setzte - trotz der unverändert guten Fundamentaldaten - den Weltmarktpreis für Zucker temporär massiv unter Druck, sodass er innerhalb weniger Wochen auf nahezu 300 €/t zurückfiel. Es ist noch nicht absehbar, welche Auswirkungen ein Anhalten dieser Situation auf das Preisniveau in der EU ab dem neuen ZWJ 2020/21 haben wird. Die Anstrengungen für mehr Klimaschutz in Europa haben die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Ethanol in der EU verbessert. Die Zielsetzungen zur Verminderung der Treibhausgasemissionen bis 2030 wurden deutlich erhöht, die Ziele des European Green Deal gehen sogar noch darüber hinaus. Dies hat weitere EU-Mitgliedsstaaten dazu veranlasst, in 2019 oder 2020 E10 einzuführen. Daher wurde ein Anstieg der Kraftstoffethanolnachfrage für 2020 um rund 6 % gegenüber 2019 erwartet. Einerseits durch den Preisverfall bei Rohöl infolge der erwarteten wirtschaftlichen Abschwächung durch die Corona-Pandemie und andererseits durch den deutlichen Nachfragerückgang nach Kraftstoffen durch die europaweite Einschränkung der Mobilität ist der europäische Ethanolpreis innerhalb kurzer Zeit von einem Niveau von im Durchschnitt über 600 €/m 3 im zurückliegenden Jahr temporär auf unter 400 €/m 3 - ein noch nie dagewesenes niedriges Niveau - eingebrochen. Aufgrund des hohen Bedarfs an Desinfektionsmitteln haben sich ab Ende März neue Absatzchancen ergeben. Der Internationale Getreiderat (IGC) rechnet mit einer Weltgetreideproduktion (ohne Reis) 2019/20 von 2.175 Mio. t. Durch den etwas stärker gestiegenen Verbrauch sollen die weltweiten Lagerbestände auf 608 (625) Mio. t sinken. Zwischenzeitlich war dennoch ein deutlicher Rückgang der Getreidepreise zu verzeichnen. Dies war vor allem auf eine sehr gute Weizenernte zurückzuführen. Aufgrund der insgesamt guten Versorgungslage und einem positiven Ausblick auf die Ernte 2020/21 wird weiterhin mit stabilen Getreidepreisen gerechnet. Nach der Märzschätzung des IGC soll die Getreideernte 2020/21 auf 2.223 Mio. t steigen. Einzelheiten zu den branchenbezogenen Rahmenbedingungen werden in den Segmentberichten erläutert. Prognostizierte Geschäftsentwicklung Die nachfolgende Prognose steht unter dem Vorbehalt der zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts im April 2020 noch nicht absehbaren wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen sowie Dauer der temporären Ausnahmesituation im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Aufgrund der sich dynamisch ändernden Situation hätten Annahmen über die weitere Entwicklung der Pandemie und deren wirtschaftliche und finanzielle Auswirkungen überwiegend spekulativen Charakter. Wir haben deshalb davon abgesehen, solche Annahmen in der Prognose zu berücksichtigen. Konzern Im Konzern erwarten wir für das Geschäftsjahr 2020/21 einen Umsatz von 6,9 bis 7,2 (Vorjahr: 6,7) Mrd. €. Dabei rechnen wir im Segment Zucker mit einem deutlichen Umsatzanstieg. Im Segment CropEnergies sehen wir einen deutlichen Umsatzrückgang (Vorjahr: 819 Mio. €). Im Segment Spezialitäten gehen wir von einem leicht steigenden Umsatz aus. Im Segment Frucht erwarten wir einen moderaten Umsatzanstieg. Das operative Konzernergebnis sehen wir in einer Bandbreite von 300 bis 400 (Vorjahr: 116) Mio. €. Dabei rechnen wir im Segment Zucker mit einem operativen Ergebnis in einer Bandbreite von - 40 bis + 60 Mio. €. Im Segment Spezialitäten gehen wir von einem operativen Ergebnis auf dem starken Vorjahresniveau (Vorjahr: 190 Mio. €) aus. Im Segment Frucht rechnen wir mit einer moderaten Ergebnissteigerung. Das operative Ergebnis im Segment CropEnergies wird deutlich rückläufig erwartet (Vorjahr: 104 Mio. €). Wir gehen von einem Capital Employed auf Vorjahresniveau aus. Auf Basis der genannten operativen Ergebnisverbesserung rechnen wir mit einem deutlichen Anstieg des ROCE (Vorjahr: 1,8 %). Segment Zucker Auf dem Weltmarkt wird für das laufende ZWJ 2019/20 ein Defizit und damit ein Bestandsabbau erwartet. In Europa werden rückläufige Anbauflächen dazu führen, dass die EU auch im ZWJ 2020/21 Nettoimporteur bleiben wird und damit ein stabiles Marktumfeld vorherrscht. Diese Grundannahmen haben auch unter Berücksichtigung der beschriebenen potenziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie Bestand. Allerdings haben die Marktverwerfungen bei Rohöl und Währungen der Schwellenländer, wie Brasilien, in den letzten Wochen zu einem deutlichen Rückgang der Weltmarktpreise für Zucker geführt. Inwieweit diese auch das europäische Preisniveau beeinflussen, hängt von der Dauer und dem Ausmaß dieser Marktverwerfungen ab. Bei nochmals rückläufigen Absatzmengen infolge der schlechten Ernte 2019 und der Werksschließungen nach der Kampagne 2019 gehen wir bei höheren Erlösen von einem deutlichen Umsatzanstieg (Vorjahr 2,3 Mrd. €) aus. Das operative Ergebnis im Segment Zucker sehen wir in einer Bandbreite zwischen - 40 und + 60 (Vorjahr: - 236) Mio. €. Dabei gehen wir für das 1. Halbjahr weiterhin von Verlusten aus, da den seit Oktober 2019 erzielten Preiserhöhungen unter anderem erhöhte Rohstoffkosten gegenüberstehen. Im Oktober 2020 erwarten wir in einem stabilen Marktumfeld steigende Erlöse und andererseits erste materielle Kosteneinsparungen aus dem Restrukturierungsplan, was dann trotz ebenfalls weiter steigender Rohstoffkosten wieder zu positiven operativen Ergebnissen führen wird. Ob und wie weit sich die Folgen der Corona-Pandemie auf unsere Erwartungen für das ZWJ 2020/21 auswirken werden, ist aktuell nicht absehbar. Segment Spezialitäten Im Segment Spezialitäten erwarten wir einen weiteren Anstieg der Produktions- und Absatzmengen. Daher gehen wir von einem leichten Umsatzanstieg (Vorjahr: 2,4 Mrd. €) aus. Aufgrund teilweise rückläufiger Erlöse und höherer Kosten infolge der Kapazitätsausweitungen sehen wir das operative Ergebnis auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 190 Mio. €). Aus der Pandemie-Situation können sich positive Impulse (z. B. für die Divisionen Freiberger und BENEO), aber auch Belastungen (z. B. für die Divisionen PortionPack Europe und Stärke) ergeben. Die konkrete Größenordnung ist aktuell nicht absehbar. Segment CropEnergies Auch im Geschäftsjahr 2020/21 wird die Geschäftsentwicklung bei CropEnergies maßgeblich von der Preisentwicklung auf den europäischen Ethanolmärkten bestimmt. Trotz der grundsätzlich positiven Marktverfassung, die durch die Klimadebatte bestimmt war, wird von einem im Vergleich zum vorangegangenen Rekordjahr deutlichen Rückgang bei Umsatz (Vorjahr: 819 Mio. €) und operativem Ergebnis (Vorjahr: 104 Mio. €) ausgegangen. Allerdings hat die nunmehr seit März 2020 europaweit eingeschränkte Mobilität zur Eindämmung der Corona-Pandemie temporär zu einem deutlichen Rückgang der Ethanolpreise geführt, der die Entwicklung insbesondere im 1. Quartal 2020/21 deutlich belastet. Die Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette sind erst im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres absehbar, wobei es eine Rolle spielen wird, inwieweit die verstärkte Nutzung von Ethanol als Basis für Desinfektionsmittel Absatzminderungen im Bereich klimaschonender Kraftstoffe zumindest teilweise ausgleichen kann. Entsprechend dem weiteren Verlauf der Pandemie wird eine Konkretisierung der Prognose vorgenommen. Segment Frucht Für das Segment Frucht erwarten wir im Geschäftsjahr 2020/21 einen moderaten Anstieg des Umsatzes (Vorjahr: 1,2 Mrd. €) und des operativen Ergebnisses (Vorjahr: 58 Mio. €). Die Division Fruchtzubereitungen rechnet mit einer positiven Umsatzentwicklung, die durch die Auslastung der geschaffenen Kapazitäten und durch das Vorantreiben der Diversifikation im Non-Dairy-Geschäft erreicht werden soll. Durch höhere Margen, aber auch durch geringere Kostensteigerungen als 2019/20 ist eine Ergebnissteigerung geplant. In der Division Fruchtsaftkonzentrate wird für das neue Geschäftsjahr von einem deutlichen Umsatzanstieg bei einer rückläufigen Ertragslage ausgegangen. Speziell im Segment Frucht mit globalen Produktionsanlagen ist die Prognose vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie besonders erschwert. Nachhaltigkeitsausblick 2020/21 Für Südzucker sind Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz und zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen wesentlicher Teil der kontinuierlichen Verbesserung der Produktionsprozesse. Ihre Umsetzung führte in der Vergangenheit zu deutlichen Effizienzgewinnen und Einsparungen. Sie sollen auch in Zukunft fortgesetzt werden und mit der Formulierung von Energieeffizienzzielen verbunden sein, die den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens und der Klimakonvention der Vereinten Nationen Rechnung tragen. Im Geschäftsjahr 2020/21 wird Südzucker eine Strategie zur Erreichung einer Klimaneutralität bis 2050 erarbeiten. RISIKO- UND CHANCENBERICHT Risikomanagement Risiko- und Chancenpolitik Die Geschäftspolitik der Südzucker-Gruppe ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern, dauerhaft angemessene Renditen zu erwirtschaften sowie den Unternehmenswert systematisch und kontinuierlich zu steigern. Um Risiken, aber auch Chancen zu erkennen und aktiv zu steuern, ist ein konzernweites Risikomanagementsystem eingerichtet. Die Südzucker-Gruppe begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Unter Risiko bzw. Chance versteht Südzucker künftige Entwicklungen bzw. Ereignisse, die das Erreichen strategischer Ziele und operativer Planungen negativ bzw. positiv beeinflussen können. Die Südzucker-Gruppe setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, ein ausgewogenes Gleichgewicht von Rendite und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung eines internen Kontrollsystems. Soweit es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, werden versicherbare Risiken durch ein konzernübergreifendes Versicherungsprogramm abgedeckt. Aufgabe des Risikomanagements Das Risikomanagement hat sicherzustellen, dass bestehende Risiken frühzeitig und systematisch erfasst, analysiert und bewertet sowie risikobezogene Informationen in geordneter Weise an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden. Damit geht eine Verbesserung der internen Transparenz risikobehafteter Prozesse sowie die Schaffung eines Risikobewusstseins bei allen Mitarbeitern einher. Zu den zentralen Aufgaben des Risikomanagements gehört die Begrenzung der strategischen, operativen und finanziellen Risiken sowie der Compliance-Risiken. Zum Risikomanagement der Südzucker-Gruppe gehören Überwachungssysteme, die die Einhaltung aller getroffenen Maßnahmen sicherstellen. Risikomanagementsystem Der Vorstand hat die Verantwortung für das konzernweite Risikomanagementsystem - insbesondere für die Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender und strategischer Risiken. Er wird dabei vom Risikomanagementausschuss sowie dem Compliance-Komitee unterstützt, die die Angemessenheit der bestehenden Risikomanagement- und Complianceregelungen regelmäßig prüfen und diese gegebenenfalls fortentwickeln. Daneben beobachtet der Risikomanagementausschuss fortlaufend wesentliche, auch geschäftsübergreifende Risiken und zeigt - falls erforderlich - Handlungsbedarf auf. Der Wirtschaftsprüfer beurteilt die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems als Teil des Risikomanagementsystems. Darüber hinaus befasst sich der Aufsichtsrat im Rahmen der Überwachung des Vorstands mit der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Organisation des Risikomanagements GRAFIK 022 Die operativen Einheiten (Divisionen und Segment CropEnergies) sowie die Zentralabteilungen sind als Risikoverantwortliche für die Identifikation und Bewertung von Chancen und Risiken sowie für das Risikomanagement in ihren Verantwortungsbereichen verantwortlich. Sie ergreifen Maßnahmen zur Reduzierung und Absicherung von Risiken aus dem operativen Geschäft sowie von finanziellen und rechtlichen Risiken. Die Veränderung von Marktpreisen kann einen erheblichen positiven bzw. negativen Einfluss auf das operative Ergebnis haben. Daher wurden in den operativen Einheiten, in denen das operative Ergebnis wesentlich von volatilen Marktpreisen beeinflusst wird, Risikokomitees eingerichtet, die Entscheidungen über den Umgang mit diesen Risiken vorbereiten. Marktpreisrisiken aus Rohstoff- und Absatzpreisen, Währungsrisiken sowie Zinsrisiken werden durch den selektiven Einsatz von Derivaten begrenzt. Die zulässigen Instrumente zur Risikobegrenzung hat der Vorstand in einer Richtlinie zum Management operativer Preisrisiken vorgegeben, die auch Sicherungsstrategien, Zuständigkeiten, Abläufe sowie Kontrollmechanismen regelt. Derivative Finanzinstrumente dürfen nur zur Sicherung von Grundgeschäften und nur mit Banken hoher Bonität oder an Terminbörsen abgeschlossen werden. Regelmäßige Berichterstattung und Dokumentation der operativen, finanziellen und strategischen Risiken erfolgen im Risikomanagementausschuss und in den Risikokomitees sowie im Rahmen des wertorientierten Führungs- und Planungssystems in allen relevanten operativen Einheiten und Konzernfunktionen. Alle wesentlichen Unternehmensrisiken werden hierbei regelmäßig von den Risikoverantwortlichen erfasst und dokumentiert. Neu eintretende Einzelrisiken oder Veränderungen der Risikostruktur sind darüber hinaus ad hoc an den Vorstand zu berichten. Im Rahmen der Risikoinventur werden die Einzelrisiken dann durch den Risikomanagementausschuss in einem gruppenweiten Risikoregister zusammengeführt. Mittel- und langfristige Chancen und Risiken werden auf der Grundlage strategischer Analysen unter Berücksichtigung risikorelevanter Einflussfaktoren, wie Marktentwicklungen auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten, Wettbewerbsposition, technische Innovationen, Entwicklung der Kostenstruktur, Mitarbeiter und Nachhaltigkeit, ermittelt. Die Identifikation und Bewertung der mittel- und langfristigen Risiken erfolgt einmal jährlich im Rahmen der Strategieentwicklung der einzelnen Divisionen und Segmente. Hierbei finden auch eine konzernweite Risikoaggregation und die Identifizierung gegebenenfalls vorhandener bestandsgefährdender Risiken statt. Interne Revision Die interne Konzernrevision nimmt als prozessunabhängige Überwachung ihre Kontrollaufgaben in der Muttergesellschaft sowie in den Konzerngesellschaften wahr. Sie ist dem Vorstandsvorsitzenden direkt zugeordnet und bewertet im Rahmen unabhängiger und objektiver Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität des Risikomanagements, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse - auch mit dem Fokus, diese und die zugrunde liegenden Geschäftsprozesse zu verbessern. Risikokommunikation Unabdingbar für das Funktionieren des Risikomanagementsystems ist die offene Kommunikation mit den verantwortlich handelnden Mitarbeitern im Unternehmen. Daher stellen der Vorstand und die Verantwortlichen der operativen Einheiten und der Zentralabteilungen eine offene und schnelle Kommunikation von Risiken sicher. Die Mitarbeiter sind angehalten, bewusst und proaktiv mit Risiken umzugehen. Unter anderem durch regelmäßige Besprechungen der Ergebnisentwicklung und der Planungen zwischen Divisionsverantwortlichen und Vorstand ist ein unmittelbarer Informationsfluss gewährleistet. Für identifizierte strategische oder operative Risiken werden in diesem Rahmen Maßnahmen definiert und initiiert. Neben den Verantwortlichen der operativen Einheiten tragen die Konzernfunktionen den Ressortvorständen regelmäßig aktuelle Entwicklungen aus ihren Verantwortungsbereichen vor. Zusammenfassende Darstellung der Risiko- und Chancenlage Der Ausbruch der Coronavirus-Erkrankung COVID-19 in China und ihre fortschreitende weltweite Verbreitung haben - insbesondere auch in Europa - zu massiven Eingriffen in das öffentliche Leben mit deutlichen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft geführt und damit die Risikolage der Südzucker-Gruppe deutlich erhöht. Derzeit sind die finanziellen Auswirkungen und die Dauer der Ausnahmesituation nicht absehbar. Die Preisentwicklung bei den eingesetzten Agrarrohstoffen und den daraus hergestellten Zucker-, Ethanol- und Stärkeprodukten hat einen wesentlichen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Südzucker-Gruppe. Die wichtigsten Faktoren für diese Entwicklung, wie z. B. aktuell die Corona-Krise, staatliche Agrarprogramme und -politik, globale Lagerbestände, Wetter- und Erntebedingungen, die Klimapolitik zur CO2-Reduzierung und Beimischungsziele für nachwachsende Rohstoffe sowie die Nachfrage nach und das Angebot von konkurrierenden Rohstoffen und Ersatzstoffen, sind kurzfristig nur begrenzt durch das Unternehmen beeinflussbar. Für die Nachfrage nach Zucker sind Reduktionsmaßnahmen in wichtigen EU-Verbrauchsländern von Bedeutung. Die langfristige Wettbewerbsfähigkeit wird durch Maßnahmen zur Optimierung der Kostenstruktur gesichert. Hierzu zählen die Konzentration des Rübenanbaus auf die ertragreichen fabriknahen Anbaugebiete sowie die kontinuierliche Verbesserung der Produktion, der Logistik und der administrativen Prozesse. Die Wettbewerbsintensität in der EU-Zuckerproduktion ist hoch. Notwendige Kapazitätsanpassungen in nicht wettbewerbsfähigen Anbaugebieten werden durch national gekoppelte Prämien für den Anbau von Zuckerrüben behindert. Die Divisionen BENEO, Freiberger und Stärke und das Segment Frucht leisten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Chancen- und Risikoprofils der Südzucker-Gruppe. Im Segment CropEnergies haben sich durch den Fokus der Klimapolitik auf erneuerbare Energien die langfristigen Chancen auf weiteres Marktwachstum erhöht. Die Gesamtrisikoposition des Konzerns ist hoch und im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der Unsicherheiten aus der weiteren Entwicklung der Corona-Krise deutlich erhöht. Bestandsgefährdende Risiken bestehen aber nach wie vor nicht und sind gegenwärtig nicht erkennbar. Übersicht der kurzfristig wirksamen Chancen und Risiken Identifizierte kurzfristige Chancen und Risiken werden nach den Dimensionen Eintrittswahrscheinlichkeit und finanzielle Auswirkung im Falle ihres Eintritts von den Risikoverantwortlichen quantifiziert. Danach werden sie mithilfe von statistischen Methoden zu Risikofaktoren aggregiert. Nachfolgend werden die für Südzucker wesentlichen Chancen- und Risikofaktoren beschrieben und deren Bedeutung unter Berücksichtigung der möglichen finanziellen Auswirkungen und der Eintrittswahrscheinlichkeit auf das Ergebnis des Geschäftsjahres 2020/21 dargestellt. Die Wirkung getroffener Gegensteuerungsmaßnahmen wird dabei jeweils berücksichtigt. scroll Bedeutung Finanzielle Auswirkung Gering oo• < 5 Mio. € Mittel o•• 5 - 20 Mio. € Hoch ••• > 20 Mio. € TABELLE 041 Die Preisvolatilität von Rohstoffen, die Risiken von schwankenden Produktpreisen, die Risiken aus Produktion und Investitionen sowie Schwankungen der Pensionsrückstellungen aufgrund von Änderungen des Marktzinsniveaus stellen derzeit die größten Einzelrisiken dar. Die finanziellen Auswirkungen der anderen dargestellten Risiken sind im Vergleich dazu von geringerer Bedeutung. Coronavirus-Krise Der Ausbruch der Coronavirus-Erkrankung COVID-19 in China und ihre fortschreitende weltweite Verbreitung haben - insbesondere auch in Europa - zu massiven Eingriffen in das öffentliche Leben mit deutlichen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft geführt. Die Südzucker-Gruppe ist als Lebens- und Futtermittelproduzent sowie als Hersteller von Ethanol, das wesentlicher Bestandteil von Kraftstoffen und Desinfektionsmitteln ist, Teil der kritischen Infrastruktur. Die Unternehmen der Südzucker-Gruppe sind mit Produktions- und Vertriebsstandorten auf allen Kontinenten vertreten und daher weltweit betroffen. Durch die enge internationale Verflechtung der Wirtschaft und die internationale Zusammenarbeit unserer Mitarbeiter treffen unsere Unternehmen die Auswirkungen dieser Pandemie auch dann, wenn sie an anderen Orten der Welt auftreten. Durch die Pandemie wird sich voraussichtlich der Krankenstand in Produktion und Verwaltung erhöhen. Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus wie bspw. häusliche Quarantäne führen zu weiteren Störungen im Betriebsablauf, denen nicht immer mit geeigneten Maßnahmen (Home Office) begegnet werden kann. Durch die Absage von Messen und die Einschränkung der Reisetätigkeit stehen die Vertriebsbereiche vor besonderen Herausforderungen. Noch kann niemand die Tragweite und Dauer seriös beschreiben, welche die Pandemie auf die konjunkturelle Entwicklung haben wird. Der Rückgang der Beschäftigung und eine Angst vor Rezession mit der Folge einer geringeren Konsumneigung wird, wenn auch in begrenztem Maße, auch die Südzucker-Absatzmärkte treffen. Die gesteigerte Selbstversorgung der privaten Haushalte seit Beginn der Krise hat zu einer erhöhten Nachfrage der Konsumenten nach Haushaltszucker und Pizza geführt. Die eingeschränkte Mobilität hat im Gegenzug zur reduzierten Nachfrage und gesunkenen Preisen bei Kraftstoffen und damit auch bei Ethanol geführt. Sowohl durch politische Maßnahmen wie z. B. Grenzschließungen als auch durch geringere Verfügbarkeit von Transportmitteln wird es zu Beeinträchtigungen der Lieferketten bei der Rohstofflogistik und der Produktlogistik kommen. Im Zusammenhang mit den anderen Auswirkungen der Epidemie kann dies zur Störung der Produktion bis hin zur Notwendigkeit von Werksschließungen führen. Die Zuckerproduktion ist davon zunächst weniger betroffen, da durch den Kampagnebetrieb die Verarbeitung der Rohstoffe des laufenden Zuckerwirtschaftsjahres weitgehend abgeschlossen ist und die Verarbeitung des kommenden Jahres erst ab September beginnen wird. Chancen- und Risikofaktoren scroll Bedeutung in 2020/21 Risiken Chancen Umfeld und Branche Markt und Wettbewerb o•• •oo Veränderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen o•• •oo Unternehmensspezifische Chancen und Risiken Rohstoffe ••• ••o Produktion und Investitionen o•• •oo Produktpreise ••• ••• Informationstechnologie o•• •oo Akquisitionen / Restrukturierung oo• •oo Rechtsrisiken o•• •oo Betrugs- und Korruptionsrisiken o•• ooo Finanzen Wechselkursschwankungen o•• ••o Sonstige finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken ••• ••• TABELLE 042 Der krisenbedingt drastische Rückgang der Rohstoffpreise hat unmittelbar den Ethanolpreis und den Zucker-Weltmarktpreis unter Druck gesetzt. Wie lange diese Situation andauert und inwieweit der EU-Zuckermarkt dadurch beeinträchtigt wird, lässt sich derzeit nicht vorhersagen. Die Finanzmarktvolatilität hat zugenommen. Auch wenn Südzucker überwiegend langfristig finanziert ist, wird sich Südzucker einem möglichen Anstieg der Zinsen im Bereich der kurzfristigen Finanzierung nicht ganz entziehen können. Derzeit sind die finanziellen Auswirkungen und die Dauer der Ausnahmesituation nicht absehbar. Entsprechend können mögliche finanzielle Auswirkungen nicht bemessen werden. Umfeld und Branche Markt und Wettbewerb Im EU-Zuckermarkt werden notwendige Kapazitätsanpassungen in nicht wettbewerbsfähigen EU-Regionen durch national gekoppelte Prämien für den Anbau von Zuckerrüben weiter behindert. Wettbewerbsverzerrungen bestehen außerdem durch eine unterschiedliche Genehmigungspraxis von Pflanzenschutzmitteln. Kurzfristig sind Änderungen in diesem Bereich kaum zu erwarten. Veränderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen Die Unternehmen der Südzucker-Gruppe sind weltweit und damit auch in Regionen mit instabilen politischen Verhältnissen tätig, weshalb auch kurzfristige negative Auswirkungen durch gesellschaftliche oder politische Auseinandersetzungen in diesen Ländern möglich sind. Der Austritt des Vereinigten Königreichs (VK) aus der EU wurde am 31. Januar 2020 vollzogen. Unter den Handelsbedingungen als Teil der EU importierte das VK jährlich etwa 300.000 bis 400.000 t Zucker vor allem aus den kontinentaleuropäischen Haupterzeugerländern. Inwieweit die Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit der EU Risiken für die Geschäftstätigkeit der Südzucker-Gruppe mit sich bringen, ist derzeit schwer abschätzbar. Änderungen der nationalen Steuer- und Zollsysteme sowie die Auslegung durch die regionalen Behörden stellen weitere Risiken im Bereich der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen dar. Aus Veränderungen des politischen Rahmens können aber auch Chancen entstehen. So sehen wir in der Etablierung von E10 im Rahmen der Klimapolitik die Chance auf eine weiter steigende Nachfrage nach Ethanol in einer zunehmenden Anzahl europäischer Länder. Unternehmensspezifische Chancen und Risiken Rohstoffe Die Südzucker-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2019/20 insgesamt 35 (36) Mio. t landwirtschaftliche Rohstoffe von über 1.000.000 ha Anbaufläche verarbeitet. Dies sind neben 28 (29) Mio. t Zuckerrüben auch Mais, Weizen, Gerste, Reis, Triticale, Zichorien, Kartoffeln und Früchte. Südzucker ist als Verarbeiter dieser Rohstoffe - trotz breiter Streuung der Anbauregionen - Beschaffungsrisiken ausgesetzt. Hier sind in erster Linie über das normale Maß hinausgehende Schwankungen der Ernteerträge durch Extremwetterereignisse sowie Pflanzenschädlinge und -krankheiten zu nennen. Die EU knüpft die Förderung von Kraftstoffen aus Biomasse an die Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsanforderungen. Ethanol aus allen unseren Anlagen erfüllt diese Anforderungen unter der Voraussetzung, dass auch die Verfügbarkeit nachhaltig angebauter Rohstoffe gegeben ist. Neben den Beschaffungsrisiken unterliegen landwirtschaftliche Rohstoffe Preisschwankungen, die insbesondere durch die weltweiten und regionalen Fundamentaldaten von Angebot, Nachfrage und Lagerbeständen beeinflusst werden. In der Südzucker-Gruppe erfolgt die Rübenpreisvergütung teilweise in Abhängigkeit von den im ZWJ erzielten Zuckererlösen. Daneben müssen bei der Vergütung weitere Faktoren, wie die Wettbewerbssituation des Rübenanbaus mit anderen Ackerkulturen sowie die gezahlten Rübenpreise im Verhältnis zu den Wettbewerbern, berücksichtigt werden. Letzteres gilt insbesondere in Regionen mit überlappenden Anbaugebieten. Zur Herstellung von Ethanol werden kohlenhydrathaltige Agrarrohstoffe wie Getreide und Zuckersirupe benötigt. Preisschwankungen an den Weltagrarmärkten beeinflussen direkt die Rohstoffkosten. Zur Risikoeinschätzung wird bei der Herstellung von Ethanol eine saldierte Betrachtung von Rohstoffkosten sowie von Erlösen für Lebens- und Futtermittel (Steuerung nach Nettorohstoffkosten) vorgenommen. Da Veränderungen im Getreidemarktumfeld in der Regel auch das Marktumfeld für eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel beeinflussen, können Preisschwankungen beim Rohstoffeinkauf teilweise durch die Verkaufserlöse für diese Produkte kompensiert werden. Bei der Ethanolproduktion wird die Geschäftspolitik verfolgt, verbleibende Risiken aus Rohstoffpreissteigerungen durch den Abschluss von längerfristigen Lieferverträgen, die Nutzung von Warentermingeschäften sowie den Einsatz von alternativen Rohstoffen zu reduzieren. Produktion und Investitionen Ungeplante Anlagenabschaltungen - insbesondere im Kampagnebetrieb - versuchen wir durch umfassende Wartung und kontinuierliche Verbesserung unserer Anlagen zu vermeiden. Risiken aus Investitionen begegnen wir mit umfassender Investitionsprojektplanung und Projektcontrolling. Insbesondere bei der Produktion von Zucker, Stärke, Inulin und Ethanol ist neben den Rohstoffkosten der Energieeinsatz ein wesentlicher Kostenfaktor. Preisschwankungen wirken sich unmittelbar auf die Herstellungskosten aus. Dies gilt für die originären Energieträger sowie für CO2-Zertifikate, die zugekauft werden müssen, wenn die kostenlosen Zuteilungen den Bedarf nicht abdecken. Im Rahmen einer vorausschauenden Einkaufspolitik erfolgen für die eingesetzten Energieträger und für CO2-Zertifikate teilweise Mengen- und Preissicherungen in Form von langfristigen Lieferverträgen oder auch durch Derivate. Dies reduziert die Auswirkungen der Preisschwankungen auf unser Ergebnis. Darüber hinaus werden Investitionen in die Verbesserung der Energieeffizienz der Produktionsanlagen konzernweit forciert. Die Verfügbarkeit von geeigneten Transportmitteln zur fristgerechten Lieferung von Rohstoffen sowie Endprodukten unterliegt ebenfalls Schwankungen. So können besonders hohe oder niedrige Wasserpegel insbesondere des Rheins zu begrenzter Verfügbarkeit und Ladekapazität von Binnenschiffen und damit höheren Logistikkosten führen. Bedeutende Ereignisse im Zusammenhang mit ernsten Verstößen gegen Sicherheitsstandards, die für Nahrungsmittel oder sonstige Bereiche gelten, könnten sich nachteilig auf die Gesundheit der Verbraucher, die Reputation von Südzucker und den Absatz unserer Produkte auswirken. Südzucker hat den Anspruch, Kunden jederzeit mit sicheren und qualitativ hochwertigen Produkten zu beliefern. Um dies zu gewährleisten, verfügt Südzucker über ein Qualitätsmanagement, in dem Verantwortlichkeiten, Tätigkeiten und Abläufe festgelegt sind. Das Qualitätsmanagement umfasst sämtliche Prozesse vom Bezug der Rohstoffe über den Produktionsprozess bis zur Belieferung der Kunden. Im Rahmen des Qualitätsmanagements wird die Einhaltung der Anforderungen intern und extern regelmäßig überprüft. Erforderlichenfalls werden Maßnahmen mit dem Ziel der Optimierung ergriffen; dies leistet einen Beitrag zur weiteren Risikominimierung. Produktpreise Im Segment Zucker bestehen Chancen und Risiken infolge von Preisschwankungen auf dem Weltzuckermarkt, dem EU-Binnenmarkt sowie den Futtermittelmärkten. Sollte das Defizit am Weltzuckermarkt geringer oder größer werden als erwartet, kann dies zu sinkenden oder steigenden Weltmarktpreisen führen. Die Entwicklung der Weltmarktpreise beeinflusst auch das Zuckerpreisniveau in der EU. Da viele Verkaufsverträge mit einer Laufzeit von einem Jahr und einem festen Preis abgeschlossen werden, wirken sich kurzfristige Marktpreisänderungen nur in begrenztem Umfang oder zeitverzögert auf das Ergebnis aus. Für direkt vom Weltmarktpreis abhängige Mengen werden je nach Marktlage Sicherungsgeschäfte in Form von Zucker-Futures an den Terminbörsen in London und New York abgeschlossen. Dem Absatzrisiko und dem Preisrisiko bei Futtermitteln wird insbesondere durch eine kontinuierliche Verkaufsstrategie sowie eine langfristig orientierte Kundenbindung Rechnung getragen. Die Preise für Ethanol in Europa unterliegen verschiedenen Einflussfaktoren, wie Angebot und Nachfrage auf lokaler Ebene, dem Preisniveau und dem Angebot in den USA, Brasilien und anderen Exportländern sowie politischen Rahmenbedingungen, und können daher größeren Schwankungen unterworfen sein. Um die Auswirkungen der Preisschwankungen auf das Ergebnis zu reduzieren, erfolgt die Steuerung dieser Risiken durch die Gestaltung der Verkaufsverträge, derivative Instrumente sowie die flexible Nutzung der Ethanolanlage am britischen Standort Wilton je nach Marktsituation und der hieraus resultierenden Kosten- und Ertragslage. Informationstechnologie Die Steuerung unseres Konzerns ist maßgeblich von einer komplexen Informationstechnologie abhängig, welche zunehmend Informationssicherheitsrisiken von internen und externen Quellen ausgesetzt ist. Mit der Implementierung von angemessenen Prozessen und Maßnahmen schützen wir die Verfügbarkeit, die Vertraulichkeit und die Integrität von geschäftsrelevanten Informationen und den informationsverarbeitenden Systemen. Die Prozesse und Maßnahmen basieren auf einschlägigen Standards, werden durch den Einsatz qualifizierter interner und externer Experten betrieben, überwacht und stetig optimiert. Vor diesem Hintergrund werden die Informationssysteme und Prozesse innerhalb der Südzucker-Gruppe weiter vereinheitlicht und standardisiert. Akquisitionen / Restrukturierung Die Südzucker-Gruppe erwirbt Unternehmen, um ihre Geschäftstätigkeit zu erweitern. Akquisitionen beinhalten das Risiko, dass strategische Ziele nicht erreicht werden oder sich die Umsetzung operativer Pläne verzögert. Außerdem bestehen Risiken im Rahmen der Integration von unterschiedlichen Unternehmenskulturen und Prozessen. Bei Restrukturierungsmaßnahmen besteht das Risiko, dass über die erwarteten Kosten hinaus Mehraufwendungen jeglicher Art entstehen können oder die erwarteten Einsparungen nicht erreicht werden. Die Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen in Produktion und Verwaltung beinhaltet Risiken, die auch die betroffenen Geschäfts- und Produktionsprozesse beeinträchtigen können. So können beispielsweise Streiks zu höheren Produktions- und Logistikkosten führen, wenn Rüben in benachbarten Fabriken verarbeitet werden müssen. Die Südzucker-Gruppe hält zudem Beteiligungen wie Joint Ventures, assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen. Diese Unternehmen unterliegen entsprechend ihrer jeweiligen Tätigkeit dem geschäftsspezifischen unternehmerischen Umfeld. Aufgrund der Beteiligungsquote ist die Möglichkeit der Integration dieser Gesellschaften eingeschränkt und sind Auswirkungen von Umstrukturierungen wie etwa bei der at Equity einbezogenen Beteiligung ED&F Man Holdings Limited nur in Grenzen gestaltbar. Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung bei ED&F Man können sich Risiken aus dem beabsichtigten Verkauf von Industriebeteiligungen, wie beispielsweise des mexikanischen Zucker-Joint-Ventures Azucar Grupo Saenz ergeben. Diese können das Zustandekommen eines Veräußerungsvorhabens und Planabweichungen von den finanziellen, zeitlichen oder zustimmungsrechtlichen Zielsetzungen betreffen. Rechtsrisiken Südzucker ist möglichen Änderungen des rechtlichen Umfelds, insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht, ausgesetzt. Derartige Risiken werden zeitnah erfasst, ihr Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns evaluiert und gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen eingeleitet. Südzucker hat die seitens der EU-Datenschutzgrundverordnung ausgelösten Pflichten und Risiken analysiert und organisatorische Maßnahmen umgesetzt, um den Schutz und die Sicherheit personenbezogener Daten insbesondere der Beschäftigten, Kunden, Lieferanten und übriger Geschäftspartner zu gewährleisten. Es besteht das allgemeine Risiko, dass Verhaltensweisen von Organen und Mitarbeitern als Verstoß gegen Wettbewerbsbestimmungen ausgelegt werden und Verfahren durch Wettbewerbsbehörden eingeleitet werden. Entsprechende Verfahren sind immer mit einem Reputationsverlust verbunden, können zum Erlass von hohen Bußgeldern führen und dann zusätzlich Ersatzansprüche von Dritten nach sich ziehen, auch wenn sie unbegründet sind. Südzucker führt Maßnahmen der Kartellrechts-Compliance -insbesondere durch Audits und im Bereich des internen Meldewesens - kontinuierlich fort. Zur Vermeidung von Kartellverstößen werden gruppenweit Schulungen durchgeführt und turnusmäßig wiederholt. Nach Abschluss des deutschen Kartellverfahrens im Februar 2014 haben Kunden erwartungsgemäß Schadensersatzansprüche wegen angeblich kartellbedingter Preisaufschläge geltend gemacht. Diese Ansprüche werden von Südzucker und den beiden anderen mit einem Bußgeld belegten deutschen Zuckerherstellern grundsätzlich bestritten, zumal verschiedene Gutachten zu dem Ergebnis kommen, dass den Kunden in dem vom Bundeskartellamt zur Last gelegten Zeitraum keine Nachteile entstanden sind. Ein Teil der Kunden hat die betroffenen Zuckerhersteller - zumeist gesamtschuldnerisch - auf Schadensersatz oder Auskunft verklagt. Die Klagen sind bei verschiedenen deutschen Landgerichten anhängig und unterschiedlich weit fortgeschritten. Die in all diesen Gerichtsverfahren erforderliche Beweisaufnahme ist aufwändig und langwierig. Sie ist auch bei den ältesten (ab Sommer 2014 begonnenen) Verfahren noch nicht abgeschlossen. Urteile zur Sache sind daher bislang nicht ergangen. Der von der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde im Jahr 2010 gestellte Antrag auf Festsetzung eines Bußgeldes wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen gegen die Südzucker AG und die AGRANA Zucker GmbH, Wien / Österreich, wurde durch das Kartellgericht Wien mit Beschluss vom 15. Mai 2019 abgewiesen. Die Bundeswettbewerbsbehörde hat gegen diese Entscheidung Rechtsmittel eingelegt; hierüber wurde noch nicht entschieden. Betrugs- und Korruptionsrisiken Betrugs- und Korruptionsrisiken können darin bestehen, dass Mitarbeiter oder Führungskräfte der Südzucker-Gruppe gegen Gesetze, interne Regelungen oder von Südzucker anerkannte regulatorische Standards verstoßen. Ebenso können unternehmensexterne Personen mit betrügerischer Absicht versuchen, mittels gefälschter Identitäten Zahlungen oder Lieferungen zu veranlassen. Um rechtskonformes und sozialethisches Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters zu gewährleisten, wurden Schulungsmaßnahmen durchgeführt sowie konkrete Handlungsempfehlungen zu ausgewählten Themenbereichen entwickelt und den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt. Finanzen Die Südzucker-Gruppe unterliegt aufgrund der weltweiten Geschäftstätigkeit verschiedenen finanzwirtschaftlichen Risiken. Hierzu zählen Risiken aus Veränderungen von Wechselkursen und Zinssätzen, Liquiditätsrisiken sowie Bonitäts- und Ausfallrisiken. Wechselkursschwankungen Finanzwirtschaftliche Auswirkungen durch Wechselkursschwankungen resultieren überwiegend aus der konzerninternen Finanzierung von Tochterunternehmen, abweichend von deren Landeswährung. In den USA, dem VK, Mexiko und Osteuropa finanziert die Südzucker-Gruppe Tochterunternehmen mit konzerninternen Euro-Darlehen. In geringem Umfang haben auch Konzerngesellschaften im Euroraum Finanzierungen an Tochtergesellschaften mit abweichender Landeswährung gewährt. Sonstige finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken Aus variabel verzinslichen oder kurzfristig fälligen Finanzverbindlichkeiten und -anlagen ist die Südzucker-Gruppe in begrenztem Umfang den Auswirkungen von kurzfristigen Zinsänderungen ausgesetzt. Der Umfang dieser Verbindlichkeiten bzw. Anlagen ist aufgrund des kampagnebezogenen Finanzbedarfs im Jahresverlauf stark schwankend. In der Südzucker-Gruppe werden Mitarbeitern Versorgungsleistungen aus beitrags- oder leistungsorientierten Versorgungsplänen gewährt. Betriebliche Pensionszusagen werden überwiegend durch entsprechende Rückstellungen in der Bilanz und teilweise durch ausgelagertes Pensionsvermögen finanziert. Um die Risiken veränderter Kapitalmarktbedingungen zu begrenzen, werden inzwischen ausschließlich beitragsorientierte Pläne angeboten. Die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's bewerten die Kreditwürdigkeit von Südzucker. Dabei sieht sich Südzucker der Erhaltung eines stabilen Investment-Grade-Ratings verpflichtet. Herabstufungen der vergebenen Ratings könnten sich bei künftigen Finanzierungserfordernissen negativ auf die Kapitalkosten des Konzerns auswirken. Weitere Informationen zu Kredit-, Liquiditäts-, Währungs-, Zinsänderungs- und Preisrisiken einschließlich des Einsatzes derivativer Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken sind im Anhang zum Konzernjahresabschluss unter Ziffer (31) "Risikomanagement in der Südzucker-Gruppe" zu finden. Übersicht der mittel- und langfristig wirksamen Chancen und Risiken Änderungen des rechtlichen und politischen Umfelds Die innerhalb der EU bestehenden, unterschiedlichen nationalen Rahmenbedingungen für die Produktion von Zucker führen aus heutiger Sicht auch mittel- bis langfristig zu dem Risiko, dass es trotz bestehender Überkapazitäten auf dem europäischen Zuckermarkt nicht zu einer Marktbereinigung durch das Ausscheiden ineffizienter Wettbewerber kommen wird. Auf internationaler Ebene gewinnen Freihandelsabkommen zwischen der EU und anderen Staaten zunehmend an Bedeutung. Durch den Abschluss weiterer Freihandelsabkommen, insbesondere des MERCOSUR-Handelsabkommens, und den Entfall von Drittlandszöllen besteht mittel- bis langfristig das Risiko, dass zusätzliche Mengen von Zucker, Kraftstoffethanol und Alkohol in die EU eingeführt werden. Es besteht zudem das Risiko, dass die subventionierte Zuckererzeugung, insbesondere in einigen asiatischen Ländern, anhält und eine nachhaltige Erholung der Zuckerpreise auf dem Weltmarkt verhindert. Aufgrund der Klimaziele und der damit verbundenen politischen Maßnahmen zur CO2-Reduzierung besteht die Chance auf ein deutliches Marktwachstum bei erneuerbaren Energien im Transportsektor. Insbesondere aus einer erhöhten Marktdurchdringung von E10 und einer Markteinführung von E20 können sich zusätzliche Absatzperspektiven für Kraftstoffethanol ergeben. Andererseits besteht durch die zu beobachtende Fokussierung der Politik auf E-Mobilität ein langfristiges Risiko für den Absatz von Kraftstoffethanol. Aus regulatorischen Veränderungen im Energiebereich, wie CO2-Bepreisung, Zuteilung von Green Certificates, Energiesteuern und die Förderung bzw. Abschaffung bestimmter Energieträger, entsteht das Risiko steigender Produktionskosten und erhöhter Investitionsanforderungen. Klimawandel und Nachhaltigkeit Risiken für die langfristige Sicherung der Versorgung mit Rohstoffen ergeben sich aus extremen Witterungsereignissen, wie beispielsweise langanhaltenden Trockenperioden, Überschwemmungen, Stürmen und Hagel, die in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen können und damit zu über das normale Maß hinausgehenden Schwankungen der Ernteerträge führen können. Da die Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in all unseren Segmenten einen Kernbestandteil des Wertschöpfungsprozesses darstellt, führen klimabedingte Ernteeinbußen zu reduzierten Produktionsmengen und steigenden Rohstoffkosten. Diesen Risiken wird durch eine entsprechende Anbauplanung sowie gezielte Anbauberatung und Forschung bestmöglich Rechnung getragen. Im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsmanagements bewerten wir auch die Chancen und Risiken, die mit den wesentlichen Auswirkungen unserer Aktivitäten insbesondere auf die Ökologie verbunden sind. Beispielsweise werden die Bereiche Energie, Emissionen, Wasser und Abfall ständig überwacht und auf Einspar- und Substitutionspotenziale untersucht. Als energieintensiver industrieller Veredler, insbesondere in den Segmenten Zucker und CropEnergies sowie in den Divisionen BENEO und Stärke, unterliegt Südzucker mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem. Daher beschäftigt sich das Unternehmen seit jeher auch intensiv mit potenziellen regulatorischen (transitorischen) Risiken im Bereich der Energiegesetzgebung. Durch politische Lenkungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel auf EU-Ebene (EU Green Deal), aber auch auf nationaler Ebene der Länder, in denen Südzucker tätig ist, sind in den nächsten Jahren potenzielle Einschränkungen bei der Nutzung oder die stärkere Besteuerung fossiler Energieträger zu erwarten, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens und der Klimakonvention der Vereinten Nationen zu erreichen. Südzucker wird diesen Risiken im Rahmen ihrer Strategie zur Erreichung einer weitgehenden Klimaneutralität Rechnung tragen. Entwicklung der Nachfrage und Trend zu nachhaltigem Konsum Die weltweit zunehmende Nachfrage nach Agrarrohstoffen, nachhaltig produzierten Lebens- und Futtermitteln sowie erneuerbarer Energie bietet langfristige Wachstumschancen für Südzucker. Maßgeblich hierfür sind die wachsende Weltbevölkerung, der steigende Wohlstand und Lebensstandard in vielen Ländern sowie der Trend zu qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. Neben politischen Maßnahmen beeinflussen auch die öffentliche Gesundheitsdiskussion und die Meinungsbildung in den Medien den Konsum von Zucker. In vielen Fällen wird Zucker einseitig als Ursache von Übergewicht und Krankheiten wie Diabetes, Karies sowie Folgekrankheiten genannt. Südzucker bemüht sich um eine Versachlichung der Diskussion und eine Darstellung der tatsächlichen Zusammenhänge zwischen Zuckerkonsum, ausgewogener Ernährung und gesundem Lebensstil. Für Zucker wird mittel- und langfristig ein schrumpfender Gesamtabsatz in der EU erwartet. Gleichzeitig bieten sich durch Entwicklung, Herstellung und Vertrieb alternativer Süßungsmittel neue Absatzchancen für Südzucker. Mitarbeiter Aufgrund der demografischen Entwicklung bildet die Gewinnung und langfristige Bindung von qualifizierten Mitarbeitern eine zunehmende Herausforderung. Gerade in den Bereichen IT, Technik und Naturwissenschaften besteht das Risiko, Stellen nicht oder nur mit Verzögerung wieder adäquat besetzen zu können. Um die Position von Südzucker zu sichern, wird im Rahmen der Personalmanagement-Aktivitäten die Attraktivität der Südzucker-Gruppe als Arbeitgeber betont und darauf abgezielt, Fach- und Führungskräfte langfristig an den Konzern zu binden. Neben attraktiven Sozialleistungen und Vergütungssystemen setzen wir auf ein breit gefächertes Fort- und Weiterbildungsangebot, Trainee-Programme, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung sowie zur Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben und Einsatzmöglichkeiten. Der Aufsichtsrat von Südzucker ist zur Hälfte mit Arbeitnehmervertretern aus der eigenen Belegschaft oder Gewerkschaften besetzt. In zahlreichen Ländern ist Südzucker an Tarifverträge gebunden und der soziale Dialog gelebte Praxis. In regelmäßigen Betriebsversammlungen werden die Mitarbeiter informiert und der Dialog mit ihnen geführt. Daneben bestehen Risiken aus Krankenstand, langen Abwesenheiten und der damit verbundenen Mehrbelastung der anwesenden Mitarbeiter. Mit Betriebsärzten, Wiedereingliederungsprogrammen und Informationsveranstaltungen sorgt sich Südzucker um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter. Damit verbunden sind auch umfassende Maßnahmen in der Arbeitssicherheit mit dem Ziel "Null Unfälle" sowie die intensive Analyse von Arbeitsunfällen. Innovationen Durch Innovationen ergeben sich zusätzliche Markt- und Absatzchancen. Daneben entstehen durch Innovationen im Bereich der Produktionsprozesse Möglichkeiten zur Verbesserung der Kostenstruktur und der Arbeitsbedingungen. Digitalisierungsprojekte in den Bereichen Produktion und Verwaltung bieten Potenziale zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Effizienz. Die konzerninterne Forschungs- und Entwicklungskompetenz und das breit angelegte Produktions-Know-how sind wichtige Wettbewerbsvorteile von Südzucker. Diese werden wir weiterhin zur Entwicklung neuer Produkte und Verfahren nutzen. Dies kommt auch durch zahlreiche Kooperationen mit Kunden und die Zusammenarbeit mit Partnern wie beispielsweise bei biobasierten Kunststoffen oder der Betainanlage in Tulln / Österreich zum Ausdruck. Neue Marktchancen ergeben sich unter anderem aus der verbesserten Verwertung stofflicher Nebenströme. Diese können beispielsweise zur Herstellung hochwertiger Lebensmittelzusätze und Futtermittel genutzt werden. Diversifizierungsmöglichkeiten in den Non-Food-Bereich ergeben sich durch die Nutzung von Agrarrohstoffen zur Herstellung biobasierter Chemikalien. Die Südzucker-Gruppe partizipiert durch Neuentwicklungen im Bereich Functional Food auch vom langfristigen Trend zu gesünderem Ernährungsverhalten. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem Grundzüge Ziel des Risikomanagementsystems im Rechnungslegungsprozess ist die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken, die einer regelkonformen Erstellung des Jahres- und Konzernabschlusses entgegenstehen. Dementsprechend hat das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem der Südzucker AG die Aufgabe, die Ordnungsmäßigkeit, Verlässlichkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung sicherzustellen und damit zu jeder Zeit ein Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, das den tatsächlichen Verhältnissen entspricht. Das System ist in den zugrunde liegenden Geschäftsprozessen in allen relevanten rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen verankert und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Wesentliche Bestandteile sind Grundsätze, Verfahren sowie Kontrollen, wie beispielsweise konzerneinheitliche Kontierungs-, Bewertungs- und Bilanzierungsvorgaben sowie Prozesse zur Sicherstellung der Vollständigkeit der Finanzberichterstattung. IFRS-Reporting-Richtlinie Die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften in der Südzucker-Gruppe einschließlich der Vorschriften zur Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS) stellen die konzernweit einheitliche Bilanzierung und Bewertung sämtlicher Geschäftsvorfälle der in den Südzucker-Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften sicher. Die interne IFRS-Reporting-Richtlinie regelt die Südzucker-relevante Anwendung der IFRS und konkretisiert Bilanzierungssachverhalte. Der Inhalt der IFRS-Reporting-Richtlinie wird zentral vorgegeben und regelmäßig aktualisiert. Internes Kontrollsystem, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess Der Konzernrechnungslegungsprozess beginnt in den Einzelgesellschaften des Konzerns. Hierbei werden in den einzelnen Organisationseinheiten die Abschlüsse erstellt, kontrolliert und mit der Einspielung in das Konsolidierungssystem an die zentrale Konsolidierungsstelle der Südzucker AG übermittelt. Für alle im Konzernrechnungslegungsprozess eingesetzten IT-Systeme bestehen klar strukturierte Berechtigungskonzepte. Die zentrale Konsolidierungsstelle der Südzucker AG verantwortet neben der Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie der Erstellung des Konzernlageberichts und -abschlusses auch den verbindlichen Konzernkontenrahmen und betreut die IT-Konsolidierungstools. Bei der Bewertung von Rückstellungen, im Wesentlichen Personalrückstellungen, werden im Rahmen des Jahresabschlussprozesses regelmäßig externe Gutachter eingesetzt. Prozessintegrierte und prozessunabhängige Kontrollen bilden die beiden Bestandteile des internen Kontrollsystems der Südzucker-Gruppe; ein wichtiger Fokus liegt auf der Funktionstrennung und dem Vier-Augen-Prinzip sowie der Einhaltung der Richtlinien für wesentliche Geschäftsprozesse. Automatisierte Validierungsregeln und Plausibilitätsprüfungen insbesondere im IT-Konsolidierungssystem stellen die Vollständigkeit und Richtigkeit von Eingabedaten der Einzelgesellschaften sicher. Die Trennung von Funktionen wie Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung sowie deren Wahrnehmung durch verschiedene Personen schränken die Möglichkeiten zu kriminellen Handlungen weitgehend ein. Allerdings können insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen mit negativen Auswirkungen, fehlerbehaftete Kontrollen, kriminelle Handlungen oder andere Umstände nie vollständig ausgeschlossen werden. Die Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung umfassen weiterhin beispielsweise die Analyse der Geschäftsentwicklung anhand spezifischer Kennzahlenanalysen, aber auch die Detailanalyse von Einzelsachverhalten. Auf Konzernebene umfassen diese Kontrollaktivitäten die Analyse und gegebenenfalls Anpassung der durch die Konzerngesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse unter Beachtung der von den Abschlussprüfern erstellten Berichte bzw. der hierzu geführten Abschlussbesprechungen. Im Rahmen der Integration neu erworbener Gesellschaften werden die vorhandenen internen Kontrollsysteme zügig an den hohen Standard der Südzucker-Gruppe angepasst. Interne Prüfung Die interne Revision prüft das interne Kontrollsystem, die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und konzerninternen Richtlinien sowie das Risikomanagementsystem. Sie entwickelt bei Bedarf entsprechende Empfehlungen und Prozessänderungen und trägt damit zu einer stetigen Verbesserung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems bei. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates befasst sich insbesondere mit der Compliance, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Abschlussprüfung; er prüft die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Externe Prüfung Der Abschlussprüfer prüft das in das Risikomanagement integrierte Risikofrüherkennungssystem auf seine grundsätzliche Eignung, Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig erkennen zu können. Zudem berichtet er dem Aufsichtsrat über wesentliche festgestellte Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Der Abschlussprüfer hat im Rahmen der Abschlussprüfung bestätigt, dass das Risikofrüherkennungssystem von Südzucker geeignet ist, bestandsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen. Der Abschlussprüfer hatte keine Feststellungen zu wesentlichen Schwächen im rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem. UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND -VERANTWORTUNG Im Folgenden wird gemäß § 315d HGB in Verbindung mit § 289f HGB über die Unternehmensführung und gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance des Unternehmens sowie im Rahmen der nichtfinanziellen Erklärung gemäß §§ 315b, 315c HGB in Verbindung mit §§ 289b, 289c HGB über die Unternehmensverantwortung berichtet. Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat Nachstehende Erläuterungen beziehen sich auf die Angaben zur Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 3, 315d HGB. Allgemeines Die Südzucker AG hat als deutsche Aktiengesellschaft ein duales Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die jeweils mit eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen. Vorstand Der Vorstand der Südzucker AG besteht derzeit aus vier Mitgliedern. Er führt als Leitungsorgan die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse. Der Aufsichtsrat hat dem Vorstand eine Geschäftsordnung gegeben; sie ist in der Fassung vom 30. Januar 2020 in Kraft. Mit der Tochtergesellschaft AGRANA Beteiligungs-AG, Wien / Österreich, besteht eine Vorstandsverschränkung: Der Vorsitzende des Vorstands (CEO) der AGRANA Beteiligungs-AG, Herr Johann Marihart, Limberg / Österreich, ist zugleich Mitglied des Vorstands der Südzucker AG und der Finanzvorstand (CFO) der Südzucker AG, Herr Thomas Kölbl, Speyer, ist zugleich Mitglied des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Vorstandsmitglieder der Südzucker AG sind Mitglieder oder Vorsitzende in den Aufsichtsgremien der wesentlichen Tochtergesellschaften der Südzucker-Gruppe. Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er wird in Strategie und Planung sowie in allen Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für bedeutende Geschäftsvorgänge - wie beispielsweise die Budgetplanung und strategische Planung, Akquisitionen und Desinvestitionen - beinhalten die Satzung der Gesellschaft und die Geschäftsordnung für den Vorstand Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend - schriftlich und in den turnusmäßigen Sitzungen - über die Planung, die Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns. Weitere Schwerpunkte der Berichterstattung sind die Themen Risikomanagement und Compliance. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben; sie ist in der Fassung vom 30. Januar 2020 in Kraft und auf der Website der Südzucker AG veröffentlicht (www.suedzucker.de/de/inves-tor-relations/corporate-governance/aufsichtsrat). Zur Vorbereitung der Aufsichtsratssitzungen tagen die Vertreter der Aktionäre und der Arbeitnehmer regelmäßig getrennt. Zusammensetzung des Aufsichtsrats Dem Aufsichtsrat der Südzucker AG gehören gemäß Satzung 20 Mitglieder an, von denen jeweils zehn von den Aktionären und den Arbeitnehmern gewählt werden. Die derzeitigen Amtsperioden sind identisch: Die Amtszeit sämtlicher Aufsichtsratsmitglieder läuft für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2021/22 beschließt (also bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung 2022). Diversitätskonzept des Aufsichtsrats Für seine Zusammensetzung orientiert sich der Aufsichtsrat der Südzucker AG durch Beschluss vom 16. November 2017 -unter Berücksichtigung der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der internationalen Geschäftstätigkeit - insbesondere an folgenden Zielen: ― Jedes Aufsichtsratsmitglied soll über ausreichende unternehmerische bzw. betriebliche Erfahrung verfügen und darauf achten, dass für die Wahrnehmung der Aufgaben im Aufsichtsrat genügend Zeit zur Verfügung steht. ― Jedes Mitglied des Aufsichtsrats soll die zur Erfüllung der Überwachungsaufgaben des Aufsichtsrats notwendige Zuverlässigkeit und persönliche Integrität aufweisen. ― Mindestens zwei Mitglieder des Aufsichtsrats sollen "unabhängig" im Sinne von Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex sein. Nicht unabhängig ist danach insbesondere, wer in einer persönlichen oder einer geschäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft, deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann. ― Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören. ― Dem Aufsichtsrat sollen mindestens zwei Mitglieder mit internationaler Erfahrung oder besonderem Sachverstand in einem für das Unternehmen wichtigen Markt außerhalb Deutschlands angehören. ― Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats soll über Sachverstand im Bereich der Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen (Financial Expert). ― Der Aufsichtsrat ist auf der Seite der Anteilseignervertreter und der Seite der Arbeitnehmervertreter jeweils mit mindestens drei Frauen und mindestens drei Männern zu besetzen. ― Zur Wahl oder Wiederwahl in den Aufsichtsrat sollen keine Kandidaten vorgeschlagen werden, die älter als 70 Jahre alt sind, es sei denn, dies ist im Unternehmensinteresse geboten. Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird - aus Gründen der Kontinuität und langjährigen Expertise im Aufsichtsrat - nicht festgelegt. Bei seinen Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird sich der Aufsichtsrat weiterhin vornehmlich an der persönlichen Eignung der Kandidaten, ihrer Fachkenntnis und Erfahrung, der Integrität und Unabhängigkeit sowie der Leistungsbereitschaft und -fähigkeit orientieren. Zum Stand des Diversitätskonzepts des Aufsichtsrats ist Folgendes zu berichten: Am 16. April 2017 fand die Wahl der Arbeitnehmervertreter durch die Belegschaft und am 20. Juli 2017 die der Aktionärsvertreter durch die Hauptversammlung zum Aufsichtsrat statt. In der Zwischenzeit hat es vier Wechsel im Aufsichtsrat (drei Arbeitnehmervertreter und ein Aktionärsvertreter) gegeben. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats gehören dem Aufsichtsrat derzeit mindestens zwei und damit eine ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Mindestens zwei Mitglieder verkörpern besonders das Kriterium der Internationalität. Dem Aufsichtsrat gehören sieben Frauen an, vier auf Arbeitnehmer- und drei auf Aktionärsseite. Ehemalige Vorstandsmitglieder der Südzucker AG gehören dem Aufsichtsrat nicht an. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats sind mit dem Sektor, in dem die Südzucker AG tätig ist, vertraut. Financial Expert im Aufsichtsrat und im Prüfungsausschuss ist Frau Veronika Haslinger, Wien / Österreich. Diversitätskonzept des Vorstands Der Aufsichtsrat hat ein Diversitätskonzept für den Vorstand der Südzucker AG mit Aspekten wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund und Internationalität erstellt. Er strebt eine Zusammensetzung des Vorstands an, durch die eine umfassende Erfüllung aller dem Vorstand obliegenden Aufgaben gewährleistet wird. Grundlage hierfür ist eine langfristige Nachfolgeplanung für die Besetzung des Vorstands, für die der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand sorgt. Dabei wird angestrebt, Vorstandspositionen mit im Unternehmen entwickelten Kandidaten zu besetzen. Es wird bei der systematischen Managemententwicklung und langfristigen Nachfolgeplanung für den Vorstand insbesondere auf folgende Kriterien geachtet: ― Frühzeitige Identifizierung geeigneter Kandidaten unterschiedlicher Fachrichtungen, beruflicher und persönlicher Erfahrungen, Internationalität sowie unterschiedlichen Geschlechts. ― Systematische Entwicklung der Führungskräfte durch die Übernahme von Aufgaben mit wachsender Verantwortung. ― Nachweis eines strategischen sowie operativen Gestaltungswillens und Führungsstärke. ― Nachgewiesene Vorbildfunktion bei der Umsetzung unserer Unternehmenswerte. Ausschlaggebend für eine Bestellung zum Mitglied des Vorstands der Südzucker AG ist letztlich die Würdigung der fachlichen und persönlichen Qualifikation. Dabei wird sich der Aufsichtsrat vornehmlich an der persönlichen Eignung der Kandidaten, ihrer Fachkenntnis und Erfahrung, der Integrität und Unabhängigkeit sowie der Leistungsbereitschaft und -fähigkeit orientieren, um eine verantwortungsvolle Wahrnehmung der Aufgaben im Unternehmen sicherzustellen. Dementsprechend orientiert sich der Aufsichtsrat der Südzucker AG durch Beschluss vom 14. November 2019 für die Zusammensetzung des Vorstands - unter Berücksichtigung der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der internationalen Geschäftstätigkeit - an folgenden Zielen: ― Anzahl: Aufgrund der Unternehmensgröße und der derzeitigen Organisations- und Aufgabenstruktur des Südzucker-Konzerns empfiehlt sich ein mindestens vierköpfiger Vorstand der Südzucker AG. Aus diesem Kreis kann der Aufsichtsrat einen Vorsitzenden oder Sprecher ernennen. ― Alter: Ein Mitglied des Vorstands soll nicht länger im Amt bleiben als bis zum Ablauf des Geschäftsjahres, in dem es sein 65. Lebensjahr vollendet. ― Geschlecht: Der Aufsichtsrat richtet seine Entscheidung prioritär nicht am Geschlecht, sondern an der Qualifikation aus. Er hat mit Beschluss in seiner Sitzung am 17. Mai 2017 das Ziel für die Frauenquote im Vorstand "Beibehaltung der 0 %" für den Zeitraum bis 16. Mai 2022 verlängert. ― Bildung und Beruf: Im Hinblick auf den Bildungs- und Berufshintergrund soll sich die Auswahl von Vorstandsmitgliedern an den im Südzucker AG-Vorstand allgemein sowie für das jeweilige Vorstandsressort erforderlichen Kompetenzen orientieren. Diese Kompetenzen können im Rahmen eines Universitätsstudiums, einer anderen Ausbildung oder auch in sonstiger Weise erworben worden sein. ― Internationalität: Es empfiehlt sich, dass dem Vorstand ein Mitglied mit internationaler Erfahrung oder besonderem Sachverstand in einem für das Unternehmen wichtigen Markt außerhalb Deutschlands angehört. Ausschüsse des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Präsidium, dem Prüfungsausschuss, dem Landwirtschaftlichen Ausschuss, dem Sozialausschuss und dem Vermittlungsausschuss Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Das Präsidium sowie der Vermittlungsausschuss bestehen aus vier Mitgliedern und die übrigen Ausschüsse jeweils aus sechs Mitgliedern; sie sind paritätisch mit Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer besetzt. Die Aufgaben des Präsidiums und der übrigen Ausschüsse ergeben sich aus der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat in der Fassung vom 30. Januar 2020; für den Prüfungsausschuss gilt dessen Geschäftsordnung in der Fassung vom 21. Juli 2009. Die derzeitige personelle Besetzung der Ausschüsse ist unter Ziffer (37) "Aufsichtsrat und Vorstand" im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist nicht zugleich Vorsitzender des Prüfungsausschusses. Aktionäre und Hauptversammlung Die Aktionäre der Südzucker AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung aus. Diese beschließt über alle durch das Gesetz bestimmten Angelegenheiten mit verbindlicher Wirkung für alle Aktionäre und die Gesellschaft. Bei den Abstimmungen gewährt jede Aktie eine Stimme. Jeder Aktionär, der die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Hauptversammlung sowie für die Ausübung des Stimmrechts erfüllt und sich rechtzeitig anmeldet, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der Südzucker AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Den Aktionären ist es außerdem möglich, im Vorfeld der Hauptversammlung auf der Website der Südzucker AG (www.suedzucker.de/de/ Investor-Relations/Hauptversammlung/) ihre Stimme abzugeben bzw. Vollmacht an die Stimmrechtsvertreter der Südzucker AG oder Vollmacht an einen Dritten zu erteilen. Risikomanagement Der verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken gehört zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. Der Vorstand der Südzucker AG und das Management im Südzucker-Konzern nutzen umfassende konzernübergreifende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Erfassung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung. Der Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Abschlussprüfung; er prüft die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Risiko- und Chancenbericht dargestellt. Corporate-Governance-Bericht Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Der nachstehende Corporate-Governance-Bericht bezieht sich auf die Angaben gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 1, 4 bis 6, 315d HGB. Eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat bildet dabei die Basis für Transparenz und den Anspruch, Aktionäre und Öffentlichkeit schnell und umfassend zu informieren. Mit Veröffentlichung dieses Corporate-Governance-Berichts trägt die Südzucker AG den gesetzlichen Vorschriften und den Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) Rechnung. Bei Südzucker ist eine gute Corporate Governance Teil des Selbstverständnisses und seit Jahren gelebte Praxis. Sie wurde konsequent an den Empfehlungen und Anregungen des Kodex ausgerichtet und ist bedeutende Aufgabe von Vorstand und Aufsichtsrat. Unserer Ansicht nach ist der Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 16. Dezember 2019 1 weitgehend ausgewogen, praxisnah und repräsentiert auch im internationalen Vergleich einen hohen Standard. Aus diesem Grund wurde - wie in den Vorjahren - auf die Aufstellung eigener unternehmensspezifischer Corporate-Governance-Grundsätze verzichtet. 1 Die Fassung vom 16. Dezember 2019 trat mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 20. März 2020 in Kraft. Grundlage der Entsprechenserklärung 2019 ist die Kodex-Fassung vom 7. Februar 2017 1 . Deren Empfehlungen wird mit den in der Entsprechenserklärung dargestellten Ausnahmen gefolgt. Entsprechenserklärung 2019 In der gemeinsamen Entsprechenserklärung 2019 von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß § 161 AktG wurde - gegenüber dem Vorjahrestext - folgende Abweichung von Empfehlungen aktualisiert: Die Passage zu Ziffer 4.1.3 (Compliance, Hinweisgebersystem) konnte gestrichen werden, da die Umsetzung dieser Empfehlung mit Einführung eines elektronischen Hinweisgebersystems im April 2018 erfolgt ist. Der vollständige Wortlaut der gemeinsamen Entsprechenserklärung 2019 von Vorstand und Aufsichtsrat ist - ebenso wie die Entsprechenserklärungen der Vorjahre - auf der Website der Südzucker AG veröffentlicht (www.suedzucker.de/de/ Entsprechenserklaerung/). Geschlechterquote Das Aktiengesetz sieht für börsennotierte und mitbestimmte Gesellschaften eine fixe Geschlechterquote von 30 % im Aufsichtsrat und die Festlegung von Zielgrößen für den Vorstand und die beiden Führungsebenen unter dem Vorstand vor. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat liegt aktuell bei 35 %; die gesetzliche Quote ist somit erfüllt. Der Aufsichtsrat hat in der Sitzung am 17. Mai 2017 unter Berücksichtigung aller relevanten Gesichtspunkte und insbesondere des derzeitigen Status quo die Beibehaltung des Frauenanteils im Vorstand von 0 % bis 16. Mai 2022 festgelegt. Der Vorstand hat in der Sitzung am 12. Juni 2017 beschlossen, dass in der Südzucker AG der Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unter dem Vorstand bis 11. Juni 2022 - von (damals) 8,3 bzw. 12,2 % - auf 9 bzw. 13 % angehoben werden soll. Aus- und Fortbildung Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Sie werden dabei von der Südzucker AG angemessen unterstützt: Im Geschäftsjahr 2020/21 ist wieder eine Informationsveranstaltung zu Corporate-Governance-Themen mit einem externen Fachanwalt vorgesehen. 1 Die Fassung vom 7. Februar 2017 trat mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 24. April 2017 in Kraft. Vergütungsbericht Vorstand Das Vergütungssystem des Vorstands der Südzucker AG beinhaltet ein festes Jahresgehalt, eine variable Vergütung, die auf der durchschnittlichen Dividende der vorangegangenen drei Geschäftsjahre basiert, eine betriebliche Altersversorgung, die im Wesentlichen nach einem festen Anteil an der jährlichen Fixvergütung bemessen ist, sowie Sachbezüge. Aktienbasierte Vergütungsbestandteile und vergleichbare langfristige Vergütungskomponenten sind nicht vorgesehen. Die Vergütung des Vorstands wird durch das Plenum des Aufsichtsrats - nach Vorbereitung durch das Präsidium - festgelegt und in regelmäßigen Abständen überprüft. § 87 Abs. 1 AktG sieht vor, dass die Vergütungsstruktur bei börsennotierten Gesellschaften auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten ist; variable Vergütungsbestandteile sollen daher eine mehrjährige Bemessungsgrundlage haben. Der Mehrjährigkeit wird in der Südzucker AG dadurch Rechnung getragen, dass die durchschnittliche Dividende von drei vorangegangenen Geschäftsjahren zugrunde gelegt wird. Aufsichtsrat Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Südzucker AG geregelt. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit zur Last fallenden Umsatzsteuer eine Grundvergütung. Diese Grundvergütung besteht aus einer festen, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbaren Vergütung von 60.000 € sowie einer variablen Vergütung von 500 € je angefangene 0,01 € ausgeschüttete Dividende auf die Stammaktie, die 0,50 € übersteigt. Bei der Berechnung der Vergütung werden steuerlich begründete Sonderdividenden nicht berücksichtigt. Der Vorsitzende erhält das Dreifache und dessen Stellvertreter sowie sonstige Mitglieder des Präsidiums erhalten das Anderthalbfache dieser Vergütung. Pro Ausschussmitgliedschaft erhöht sich die Grundvergütung um 25 %, für Ausschussvorsitzende um 50 %; dies setzt voraus, dass der jeweilige Ausschuss im Geschäftsjahr getagt hat, und gilt nicht für die Mitgliedschaft im Präsidium und im Vermittlungsausschuss. Die Südzucker AG verzichtet - wie in der Entsprechenserklärung näher dargestellt - auf einen individualisierten Ausweis der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung, da diese Beeinträchtigung der Privatsphäre in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen steht. Die gewährten Gesamtbezüge für den Vorstand und Aufsichtsrat sind unter Ziffer (36) "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" im Anhang zum Konzernabschluss angegeben. Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung Die Gesellschaft hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mit Selbstbehalt abgeschlossen, in deren Deckung die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats einbezogen ist (D&O-Versicherung). § 93 Abs. 2 AktG schreibt vor, dass der Selbstbehalt für Vorstandsmitglieder mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Anderthalbfachen der festen jährlichen Vergütung zu betragen hat. Der Deutsche Corporate Governance Kodex folgt dem als Empfehlung bezüglich der Aufsichtsratsmitglieder. Die Selbstbehalte der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sind in der D&O-Versicherung entsprechend angepasst. Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat / meldepflichtige Wertpapiergeschäfte Kein Mitglied des Vorstands oder des Aufsichtsrats hält Aktien der Südzucker AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente, die direkt oder indirekt 1 % oder mehr des Grundkapitals repräsentieren. Darüber hinaus beträgt auch der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden der Südzucker AG durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats keine meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte mitgeteilt. Compliance Nachstehende Erläuterungen beziehen sich auf die Angaben zu den Compliance-Unternehmensgrundsätzen gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 2, 315d HGB. Compliance-Management-System Compliance ist im Südzucker-Unternehmensleitbild verankert und durch ein Compliance-Management-System (CMS) konkretisiert. Das CMS von Südzucker umfasst die Gesamtheit aller Regelungen und Maßnahmen, mit denen das rechtmäßige Handeln aller Akteure im Unternehmen und die Erkennung relevanter Risiken gewährleistet werden soll. Es regelt Zuständigkeiten, Schulungsmaßnahmen sowie Berichtswege und orientiert sich an den sieben Grundelementen des IDW 1 Prüfungsstandards 980 "Prüfung von Compliance-Management-Systemen": Compliance-Kultur Compliance wird bei Südzucker als Aufgabe des Vorstands sowie des gesamten Managements aller Konzernfunktionen, Divisionen und Tochterunternehmen bzw. Beteiligungen gesehen und gelebt. Vorstand und Führungskräfte schaffen durch ihr Handeln und ihre Kommunikation ein Umfeld, das den Stellenwert von Compliance im Unternehmen klar herausstellt ("tone from the top"). 1 Institut der Wirtschaftsprüfer. Compliance-Ziele Ziel des CMS bei Südzucker ist es, das rechtmäßige Verhalten des Unternehmens und aller Mitarbeiter zu gewährleisten, Risiken für Verstöße rechtzeitig zu erkennen und diese durch entsprechende Gegenmaßnahmen zu verhindern sowie eventuell bereits eingetretene Verstöße zu verfolgen und an die zuständigen Stellen zu kommunizieren. Compliance-Risiken Compliance-Risiken bestehen grundsätzlich durch jegliche Nichteinhaltung von Gesetzen und Richtlinien. Bei Südzucker liegt das Hauptaugenmerk auf den Bereichen Kartellrecht, Korruptions- und Bestechungsprävention, Kapitalmarkt / Meldepflichten sowie Datenschutz. Compliance-Programm Das Compliance-Programm von Südzucker beinhaltet alle Maßnahmen zum Erreichen der oben genannten Ziele. Es umfasst unter anderem die Erstellung entsprechender Richtlinien, interne Vorkehrungen zur Einhaltung kapitalmarktrechtlicher Melde- und Dokumentationspflichten oder den Einsatz einer Softwarelösung zur Gewährleistung von Third Party Compliance. In allen Unternehmensbereichen finden regelmäßige Schulungen zu compliancerelevanten Themen statt. Im Januar 2020 wurde das E-Learning um ein verpflichtend zu absolvierendes Schulungsprogramm zu den Themen Kartellrecht, Korruptions- und Bestechungsprävention, Datenschutz und Kapitalmarkt-Compliance erweitert. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden konzernweit rund 6.300 Mitarbeiter geschult, was rund 92 % des definierten Personenkreises (Angestellte einschließlich Management) abgedeckt hat. Compliance-Organisation Eine konzernweite Compliance-Struktur mit klar definierten Berichtswegen für alle operativen Gesellschaften und wesentlichen Funktionsbereiche ist die Grundlage der Compliance-Organisation bei Südzucker. Alle Hinweise auf potenzielle Verstöße werden verfolgt. Neben fallbezogenen Meldungen erfolgt eine periodische Berichterstattung an den Compliance Officer der Südzucker AG und den Vorstand. Der Vorstand wiederum berichtet regelmäßig über Compliance-Themen an den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss der Südzucker AG. Compliance-Kommunikation Der Südzucker-Verhaltenskodex (→ www.suedzucker.de/de/Unternehmen/Verhaltenskodex/) und die Compliance-Unternehmensgrundsätze (→ www.suedzucker.de/de/Unternehmensgrundsaetze/) wurden allen Mitarbeitern bekannt gemacht. Um die Mitarbeiter im Alltag für Compliance zu sensibilisieren, werden beispielsweise Plakate an den Standorten ausgehängt. Verdachtsfälle können auch über anonyme Hinweisgebersysteme gemeldet werden. Compliance-Überwachung und -Weiterentwicklung Die Interne Revision von Südzucker führt geplante und anlassbezogene Prüfungen durch und überwacht so die Einhaltung aller Regelungen. Alle Elemente des CMS werden auf Basis der Erkenntnisse aus diesen Prüfungen und aus gemeldeten Compliance-Fällen fortwährend kritisch hinterfragt und gegebenenfalls weiterentwickelt. Übernahmerelevante Angaben Die folgenden Informationen sind erläuternde Angaben nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB und erläuternder Bericht gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG; sie sind Bestandteil des geprüften Konzernlageberichts. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals, Stimmrechte Zum 29. Februar 2020 beträgt das gezeichnete Kapital unverändert 204.183.292 € und ist in 204.183.292 auf den Inhaber lautende Stamm-Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1 € je Aktie am Grundkapital eingeteilt. Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag keine eigenen Aktien. Stimmrechte, Übertragung von Aktien Jede Aktie gewährt die gleichen Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich aus den Vorschriften des Aktiengesetzes ergeben. So unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen einem Stimmverbot (§ 136 AktG). Es besteht ein Stimmbindungsvertrag zwischen der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, und der Zucker Invest GmbH (Zucker Invest), Wien / Österreich, einer Gesellschaft der Unternehmensgruppe der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung (Raiffeisen-Holding), Wien / Österreich. Daneben bestehen weitere Stimmbindungsverträge zwischen Unternehmen der Raiffeisen-Gruppe. Ferner besteht ein Vorkaufsrecht der SZVG hinsichtlich 18.797.796 von Zucker Invest gehaltener Südzucker-Aktien und ein Vorkaufsrecht der Zucker Invest hinsichtlich 246.368 von SZVG gehaltener Südzucker-Aktien. Kapitalbeteiligungen von mehr als 10 % Der Südzucker AG sind zwei unmittelbare Beteiligungen an ihrem Kapital bekannt, die 10 % überschreiten: Die SZVG ist mit 58,3 % am Grundkapital beteiligt, die Zucker Invest mit 10,3 %. Über die Zucker Invest sind die Raiffeisen-Holding und die mit ihr verbundenen Unternehmen mittelbar beteiligt. Die Beteiligungen werden den Gesellschaften wechselseitig zugerechnet, sodass nach dem Wertpapierhandelsgesetz jeweils Beteiligungen in Höhe von rund 68,6 % am gezeichneten Kapital bestehen. Aktien mit Sonderrechten, Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmeraktien Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen bei Südzucker nicht. Es sind keine Arbeitnehmer am Kapital der Südzucker AG beteiligt, die einer Stimmrechtskontrolle unterliegen. Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder Die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern erfolgt durch den Aufsichtsrat gemäß §§ 84, 85 AktG, 31 MitbestG. Nach § 5 Nr. 2 der Satzung der Südzucker AG in der aktuellen Fassung vom 18. Juli 2018 bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Vorstandsmitglieder; der Aufsichtsrat hat auch die Befugnis, stellvertretende Vorstandsmitglieder zu bestellen. Satzungsänderungen Für Satzungsänderungen gelten die §§ 179 ff. AktG. Der Aufsichtsrat ist nach § 22 der Satzung (aktuelle Fassung vom 18. Juli 2019) ermächtigt, Satzungsänderungen vorzunehmen, die lediglich die Fassung betreffen. Befugnisse des Vorstands, insbesondere zu Aktienausgabe und Aktienrückkauf Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 17. Juli 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlagen ganz oder in Teilbeträgen, einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 20 Mio. € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019). Der Vorstand kann dabei mit Zustimmung des Aufsichtsrats und nach näherer Maßgabe von § 4 Abs. 4 der Satzung das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen ausschließen, wobei die unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Die Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 4 der Satzung. Von der Ermächtigung zur Ausübung des Genehmigten Kapitals 2019 wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Die Hauptversammlung vom 18. Juli 2019 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 17. Juli 2024 Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Die eigenen Aktien können unter anderem zum Zwecke der Einziehung zulasten des Bilanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen erworben werden. Der Vorstand wurde auch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern. Die Einzelheiten ergeben sich aus der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 18. Juli 2019. Von vorstehender Ermächtigung zum Erwerb von eigenen Aktien wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Kontrollwechsel- und Entschädigungsvereinbarungen Die Südzucker AG hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600 Mio. € abgeschlossen. Im Fall eines Kontrollwechsels im Sinne des Vertrags hat jedes Mitglied des Bankenkonsortiums unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung (einschließlich Zinsen) zu verlangen. Im Übrigen bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen gemäß §§ 289a Abs. 1 Satz 1 Nr. 8, 315a Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 HGB, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Es bestehen auch keine Entschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder zugunsten von Arbeitnehmern für den Fall eines Kontrollwechsels. Einzelheiten zur Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats finden sich im Unterabschnitt "Vergütungsbericht" des Corporate-Governance-Berichts und sind Bestandteil des geprüften Konzernlageberichts. Nichtfinanzielle Erklärung Die Erhebung und Darstellung der für die Geschäftstätigkeit von Südzucker wesentlichen nichtfinanziellen Informationen erfolgt in Übereinstimmung mit den GRI-Standards der Global Reporting Initiative (GRI), CORE, als internationales Rahmenwerk, die am Ende dieses Geschäftsberichts weiter erläutert werden. In dem vorliegenden Konzernlagebericht sind die nichtfinanziellen Angaben im Sinne von §§ 315b, 315c HGB in Verbindung mit § 289e HGB integriert. Die Verweise auf die Angaben zu den Inhalten der nichtfinanziellen Erklärung sind in der Tabelle am Ende dieses Abschnitts dargestellt. In den jeweiligen Kapiteln werden die Konzepte - also Leitlinien, Grundsätze und Managementansätze - für die Aspekte beschrieben. Dies schließt auch die Darstellung von Zielen und deren Erreichung ein. Die finanziellen Leistungsindikatoren sind im Kapitel Wertmanagement beschrieben. Deren erwartete Entwicklung ist im Prognosebericht dargestellt. Auf Ebene der Südzucker-Gruppe bestehen derzeit keine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Sinne von § 289c Abs. 3 Nr. 5 HGB. Der Risiko- und Chancenbericht gibt eine Übersicht über die finanziellen und nichtfinanziellen Unternehmensrisiken. Nichtfinanzielle Unternehmensrisiken bestehen bei Südzucker durch Auswirkungen der eigenen Tätigkeit auf Umwelt, Arbeitnehmer und Sozialbelange. Gleiches gilt für die mit der Tätigkeit verbundenen Geschäftsbeziehungen. Exemplarisch sind hier der Energieeinsatz insbesondere aufgrund der großtechnischen Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten, die Achtung der Rechte von Gewerkschaften und der soziale Dialog sowie die Auswirkung der Produkte auf die Verbraucher zu nennen. Zur Reduktion dieser nichtfinanziellen Risiken und zur Vermeidung von negativen Auswirkungen hat Südzucker umfangreiche Maßnahmen getroffen. Daher bestehen aufgrund der getroffenen Maßnahmen wie beispielsweise in den Bereichen Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Qualitätssicherung keine wesentlichen nichtfinanziellen Unternehmensrisiken, die mit der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen und den Produkten von Südzucker verknüpft sind. Die nichtfinanzielle Erklärung, die für den Konzern abgegeben wird, ist gleichermaßen für die Südzucker AG gültig. Die einschlägigen Leitlinien und dazugehörigen Managementansätze gelten für die gesamte Südzucker-Gruppe; es bestehen keine nichtfinanziellen Zielvorgaben, die nur auf die Südzucker AG beschränkt sind. Die Angaben zur nichtfinanziellen Berichterstattung der Südzucker AG gemäß §§ 289b ff. HGB sind enthalten. Im Rahmen der Konzernabschlussprüfung wurde vom Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), Frankfurt am Main, gemäß § 317 Abs. 2 Satz 4 HGB geprüft, dass die nichtfinanzielle Erklärung abgegeben wurde. Zusätzlich beauftragte der Aufsichtsrat PwC, die nichtfinanzielle Erklärung einer betriebswirtschaftlichen Prüfung nach ISAE 3000 (Revised) mit begrenzter Sicherheit (limited assurance) gegen die Anforderungen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes zu unterziehen. Der Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über die betriebswirtschaftliche Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit der nichtfinanziellen Berichterstattung zum 29. Februar 2020 ist in diesem Geschäftsbericht am Ende des Abschnitts "Weitere Informationen" ab Seite 219 vollständig wiedergegeben. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung als Teil dieses Konzernlageberichts sowie die Beurteilung des Prüfungsergebnisses sind als Bestandteile des Geschäftsberichts 2019/20 der Südzucker AG außerdem auf der Website von Südzucker unter → www.suedzucker.de/de/investor-relations/publikationen/finanzberichte#2019/20 zugänglich gemacht. Angaben zu den Inhalten der nichtfinanziellen Erklärung scroll Aspekte nichtfinanzielle Angaben lt. §289 HGB Sachverhalte lt. Wesentlichkeitsmatrix Kapitel Seite Geschäftsmodell - Grundlagen des Konzerns / Geschäftsmodell, Strategie, Nachhaltigkeit / Nachhaltigkeitsstrategie 34 ff Nachhaltigkeit - Nachhaltigkeit / Verankerung im Unternehmen, Externe Nachhaltigkeitsbewertung 37 39 Wesentlichkeitsmatrix - Grundlagen des Konzerns / Nachhaltigkeit / Nachhaltigkeitsmanagement 38 Umweltbelange Energieeinsatz / Emissionen in der Produktion Umwelt / Leitlinie, Produktion 40 ff Wassereinsatz in der Produktion Wirtschaftsbericht: - Segment Zucker / Umwelt 71 ff Abwasser in der Produktion Segment Spezialitäten / Umwelt 77 f Abfälle in der Produktion Segment CropEnergies / Umwelt 82 f Segment Frucht / Umwelt 86 f Umweltaspekte bei Beschaffung / Lieferantenauswahl Umwelt / Beschaffung 42 f Umwelt / Logistik / Managementansatz, Beschaffungslogistik 43 f Umweltaspekte bei Logistik / Vertrieb Umwelt / Logistik / Managementansatz, Vertriebslogistik 43 f Biodiversität Umwelt / Beschaffung / Biodiversität 43 Arbeitnehmerbelange Einhaltung der Menschenrechte an allen Standorten Mitarbeiter / Managementansatz 45 Gesellschaft / Einhaltung der Menschenrechte 51 Geschlechtergleichstellung / Diversität Mitarbeiter / Gleichstellung der Geschlechter und Diversität 45 ff Ausbildung / Personalentwicklung Mitarbeiter / Personalentwicklung / Aus- und Weiterbildung 47 f Arbeitssicherheit / Gesundheitsschutz Mitarbeiter / Sicherheit am Arbeitsplatz und Gesundheitsschutz 48 f Rechte der Gewerkschaften, Vereinigungsfreiheit und sozialer Dialog Mitarbeiter / Dialog mit den Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften 49 Rahmenbedingungen wie z. B. Tarifverträge Mitarbeiter / Dialog mit den Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften 49 Sozialbelange Soziale Aspekte bei Beschaffung / Lieferantenauswahl Umwelt / Beschaffung 42 f Produktsicherheit / Verbraucherschutz Gesellschaft / Produktverantwortung und Qualität 49 f Wertschöpfung / Arbeitsplätze Gesellschaft / Wertschöpfung im ländlichen Raum 50 Dialog auf kommunaler Ebene und Beachtung lokaler Belange Gesellschaft / Dialog mit verschiedenen Stakeholdergruppen, gesellschaftliches und soziales Engagement 50 Dialog mit politischen Institutionen, politische Interessenvertretung Gesellschaft / Dialog mit verschiedenen Stakeholdergruppen 50 Achtung der Menschenrechte Beschaffung / Lieferantenauswahl Umwelt / Beschaffung 42 Einhaltung der Menschenrechte an allen Standorten Mitarbeiter / Managementansatz 45 Gesellschaft / Einhaltung der Menschenrechte 51 Verbot von Kinder-, Zwangs- und Pflichtarbeit Mitarbeiter / Managementansatz 45 Gesellschaft / Einhaltung der Menschenrechte 51 Bekämpfung von Korruption und Bestechung Beschaffung / Lieferantenauswahl Umwelt / Beschaffung 42 f Korruptions- / Bestechungsprävention Unternehmensführung und -verantwortung / Compliance 106 f TABELLE 043 Konzernabschluss GESAMTERGEBNISRECHNUNG 1. März 2019 bis 29. Februar 2020 scroll Mio. € Anhang 2019/20 2018/19 +/- in % Gewinn-und-Verlust-Rechnung Umsatzerlöse (6) 6.670,7 6.754,1 - 1,2 Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen (7) 180,4 - 188,5 - Sonstige betriebliche Erträge (8) 113,2 122,8 - 7,8 Materialaufwand (9) - 4.628,0 - 4.460,4 3,8 Personalaufwand (10) - 978,4 - 975,4 0,3 Abschreibungen (11) - 363,9 - 435,5 - 16,4 Wertminderung von Geschäfts- oder Firmenwerten (11) 0,0 - 673,1 - 100,0 Sonstige betriebliche Aufwendungen (12) - 897,1 - 926,8 - 3,2 Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen (13) - 48,9 22,1 - Ergebnis der Betriebstätigkeit (14) 48,0 - 760,7 - Finanzerträge (15) 48,5 44,5 9,0 Finanzaufwendungen (15) - 87,6 - 67,7 29,4 Ergebnis vor Ertragsteuern 8,9 - 783,9 - Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (16) - 63,4 - 21,4 > 100 Jahresfehlbetrag / -überschuss (18) - 54,5 - 805,3 - 93,2 davon Aktionäre der Südzucker AG - 121,5 - 844,3 - 85,6 davon Hybrid-Eigenkapital 13,0 13,2 - 1,5 davon sonstige nicht beherrschende Anteile 54,0 25,8 > 100 Ergebnis je Aktie (€) (18) - 0,60 - 4,14 - 85,5 Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen Jahresfehlbetrag / -überschuss - 54,5 - 805,3 - 93,2 Marktbewertung Sicherungsinstrumente (Cashflow Hedge) nach latenten Steuern 1,5 - 10,8 - Erfolgsneutrale Änderung - 30,9 - 4,0 > 100 Erfolgswirksame Realisierung 32,4 - 11,4 - Latente Steuern 0,0 4,6 - 100,0 Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe nach latenten Steuern 8,7 9,3 - 6,5 Erfolgsneutrale Änderung 11,0 13,5 - 18,5 Latente Steuern - 2,3 - 4,2 - 45,2 Währungsdifferenzen (einschließlich IAS 29) - 25,2 - 1,7 > 100 Anteil aus at Equity einbezogenen Unternehmen 5,5 17,5 - 68,6 Zukünftig in der GuV zu erfassende Erträge und Aufwendungen (19) - 9,5 14,3 - Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente (Wertpapiere) nach latenten Steuern 0,4 0,8 - 50,0 Erfolgsneutrale Änderung 0,5 1,0 - 51,1 Latente Steuern - 0,1 - 0,2 - 55,0 Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen nach latenten Steuern (27) - 159,4 - 62,8 > 100 Erfolgsneutrale Änderung - 166,7 - 42,2 > 100 Latente Steuern 7,3 - 20,6 - Anteil aus at Equity einbezogenen Unternehmen - 0,4 0,3 - Zukünftig nicht in der GuV zu erfassende Erträge und Aufwendungen (19) - 159,4 - 61,7 > 100 Sonstiges Ergebnis (19) - 168,9 - 47,4 > 100 Gesamtergebnis - 223,4 - 852,7 - 73,8 davon Aktionäre der Südzucker AG - 281,6 - 888,2 - 68,3 davon Hybrid-Eigenkapital 13,0 13,2 - 1,5 davon sonstige nicht beherrschende Anteile 45,2 22,3 > 100 TABELLE 044 Unter Ziffer (6) bis (19) sowie (27) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung gegeben. KAPITALFLUSSRECHNUNG 1. März 2019 bis 29. Februar 2020 scroll Mio. € Anhang 2019/20 2018/19 +/- in % Jahresfehlbetrag / -überschuss - 54,5 - 805,3 - 93,2 Wertminderung (+) von Geschäfts- oder Firmenwerten 0,0 673,1 - 100,0 Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte einschließlich Finanzanlagen (+) 369,8 435,5 - 15,1 Abnahme (-) / Zunahme (+) langfristiger Rückstellungen und (latenter) Steuerschulden sowie Abnahme (+) / Zunahme (-) latenter Steueransprüche - 17,9 76,1 - Sonstige zahlungsunwirksame Erträge (-) / Aufwendungen (+) 74,8 - 2,3 - Cashflow 372,2 377,1 - 1,3 Abnahme (-) / Zunahme (+) der kurzfristigen Rückstellungen - 28,0 - 102,2 - 72,6 Zunahme (-) / Abnahme (+) der Vorräte, Forderungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte - 207,3 243,4 - Abnahme (-) / Zunahme (+) der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) 18,1 - 254,6 - Zunahme (-) / Abnahme (+) des Working Capitals - 217,2 - 113,4 91,5 Gewinne (-) / Verluste (+) aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten / Wertpapieren 0,2 - 1,6 - I. Mittelzufluss (+) / -abfluss (-) aus laufender Geschäftstätigkeit 155,2 262,1 -40,8 Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (-) - 335,3 - 378,7 - 11,5 Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen (-) - 12,6 - 15,3 - 17,6 Investitionen gesamt - 347,9 -394,0 - 11,7 Einzahlungen aus Desinvestitionen (+) 1,0 0,0 - Einzahlungen aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte (+) 6,6 11,2 - 41,1 Auszahlungen (-) aus dem Kauf von Commercial Papers - 15,0 0,0 - Aus- (-) / Einzahlungen (+) für den Kauf / Verkauf von sonstigen Wertpapieren 1 79,2 - 38,3 - II. Mittelabfluss (-) / -zufluss (+) aus Investitionstätigkeit 1 - 276,1 -421,1 - 34,4 Rückführung (-) der Anleihe 2011/2018 0,0 - 400,0 - 100,0 Rückführung (-) / Begebung (+) von Commercial Papers 100,0 230,0 - 56,5 Rückführung (-) der Leasingverbindlichkeiten - 31,2 0,0 - Sonstige Tilgungen (-) / Aufnahmen (+) 202,7 222,8 - 9,0 Tilgung (-) /Aufnahme (+) von Finanzverbindlichkeiten 271,5 52,8 > 100 Aufstockungen an Tochterunternehmen (-) 0,0 - 0,4 - 100,0 Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung (+) bzw. -rückkauf (-) 0,0 2,5 - 100,0 Gewinnausschüttungen (-) - 101,9 - 160,7 - 36,6 III. Mittelabfluss (-) / -zufluss (+) aus Finanzierungstätigkeit 169,6 - 105,8 - Veränderung der flüssigen Mittel (Summe aus I., II. und III.) 1 48,7 - 264,8 - Veränderung der flüssigen Mittel aufgrund von Wechselkursänderungen 1 1,0 - 1,4 - aufgrund von Änderungen des Konsolidierungskreises / Sonstiges 0,0 1,0 - 100,0 Abnahme (-) / Zunahme (+) der flüssigen Mittel 1 49,7 - 265,2 - Flüssige Mittel am Anfang der Periode 1 147,7 412,9 - 64,2 Flüssige Mittel am Ende der Periode 1 197,4 147,7 33,6 Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen / sonstigen Beteiligungen 18,0 19,3 - 6,7 Zinseinzahlungen (20) 13,0 14,4 - 9,7 Zinsauszahlungen (20) - 24,4 - 36,0 - 32,2 Ertragsteuerzahlungen (20) - 77,4 - 74,9 3,3 1 Der Vorjahresbetrag wurde angepasst. Weitere Angaben werden unter Ziffer (1) des Konzernanhangs gemacht. TABELLE 045 Unter Ziffer (20) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung gegeben. BILANZ 29. Februar 2020 Aktiva scroll Mio. € Anhang 29. Februar 2020 28. Februar 2019 +/- in % Immaterielle Vermögenswerte (21) 1.001,2 1.000,7 0,0 Sachanlagen (22) 3.060,7 2.950,8 3,7 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen (23) 312,8 389,9 - 19,8 Sonstige Beteiligungen (23) 20,1 23,1 - 13,0 Wertpapiere (30) 19,6 18,8 4,3 Sonstige Vermögenswerte (25) 14,7 12,9 14,0 Aktive latente Steuern (16) 74,4 74,5 - 0,1 Langfristige Vermögenswerte 4.503,5 4.470,7 0,7 Vorräte (24) 2.176,1 1.977,0 10,1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (25) 978,2 972,7 0,6 Sonstige Vermögenswerte (25) 263,7 256,8 2,7 Steuererstattungsansprüche (16) 28,3 31,0 - 8,7 Wertpapiere 1 (30) 267,5 332,0 - 19,4 Flüssige Mittel 1 (30) 197,4 147,7 33,6 Kurzfristige Vermögenswerte 3.911,2 3.717,2 5,2 Bilanzsumme 8.414,7 8.187,9 2,8 Passiva Mio. € Anhang 29. Februar 2020 28. Februar 2019 +/- in % Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG 2.127,3 2.476,1 - 14,1 Hybrid-Eigenkapital 653,7 653,7 0,0 Sonstige nicht beherrschende Anteile 891,5 888,6 0,3 Eigenkapital (26) 3.672,5 4.018,4 - 8,6 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (27) 1.001,8 831,6 20,5 Sonstige Rückstellungen (28) 242,1 245,6 - 1,4 Finanzverbindlichkeiten (30) 1.429,1 1.126,1 26,9 Sonstige Verbindlichkeiten (29) 9,8 13,5 - 27,4 Steuerschulden (16) 13,3 22,6 - 41,2 Passive latente Steuern (16) 146,1 158,7 - 7,9 Langfristige Schulden 2.842,2 2.398,1 18,5 Sonstige Rückstellungen (28) 119,5 147,7 - 19,1 Finanzverbindlichkeiten (30) 625,1 501,4 24,7 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (29) 817,6 786,4 4,0 Sonstige Verbindlichkeiten (29) 322,6 317,9 1,5 Steuerschulden (16) 15,2 18,0 - 15,6 Kurzfristige Schulden 1.900,0 1.771,4 7,3 Bilanzsumme 8.414,7 8.187,9 2,8 Nettofinanzschulden 1.569,7 1.129,0 39,0 Eigenkapitalquote in % 43,6 49,1 Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals (Gearing) 42,7 28,1 1 Der Vorjahresbetrag wurde angepasst. Weitere Angaben werden unter Ziffer (1) des Konzernanhangs gemacht. TABELLE 046 Unter den Ziffern (16) und (21) bis (30) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zur Bilanz gegeben. ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALS 1. März 2019 bis 29. Februar 2020 scroll Mio. € Ausstehendes gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Sonstige Rücklagen 1. März 2018 204,2 1.614,9 1.736,8 Jahresfehlbetrag - 844,3 Sonstiges Ergebnis vor Steuern - 39,1 Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis - 21,0 Gesamtergebnis - 904,4 Ausschüttungsverpflichtungen - 91,9 Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung 0,0 0,0 0,0 Sonstige Veränderungen - 3,2 28. Februar 2019 204,2 1.614,9 737,3 1. März 2019 204,2 1.614,9 737,3 Jahresfehlbetrag - 121,5 Sonstiges Ergebnis vor Steuern - 160,2 Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis 5,9 Gesamtergebnis - 275,8 Ausschüttungsverpflichtungen - 40,8 Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung 0,0 0,0 0,0 Sonstige Veränderungen - 26,4 29. Februar 2020 204,2 1.614,9 394,3 scroll Sonstige Eigenkapitalposten Mio. € Marktbewertung Sicherungsinstrumente (Cashflow Hedge) Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe Konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen / Hochinflation 1. März 2018 11,3 - 17,1 - 58,9 Jahresfehlbetrag Sonstiges Ergebnis vor Steuern - 16,1 13,5 0,2 Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis 4,8 - 4,2 Gesamtergebnis - 11,3 9,3 0,2 Ausschüttungsverpflichtungen Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung Sonstige Veränderungen 28. Februar 2019 0,0 - 7,8 - 58,7 1. März 2019 0,0 - 7,8 - 58,8 Jahresfehlbetrag Sonstiges Ergebnis vor Steuern 2,3 11,0 - 24,1 Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis - 0,1 - 2,3 Gesamtergebnis 2,2 8,7 - 24,1 Ausschüttungsverpflichtungen Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung Sonstige Veränderungen 29. Februar 2020 2,2 0,9 - 82,9 scroll Sonstige Eigenkapitalposten Mio. € Anteil aus at Equity einbezogenen Unternehmen Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG Hybrid-Eigenkapital Sonstige nicht beherrschende Anteile Eigenkapital 1. März 2018 - 31,8 3.459,4 653,7 917,7 5.030,8 Jahresfehlbetrag - 844,3 13,2 25,8 - 805,3 Sonstiges Ergebnis vor Steuern 18,1 - 23,5 - 3,5 - 27,0 Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis - 20,4 - 0,0 - 20,4 Gesamtergebnis 18,1 - 888,2 13,2 22,3 - 852,7 Ausschüttungsverpflichtungen - 91,9 - 13,2 - 50,3 - 155,4 Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung 0,0 0,0 0,0 0,0 Sonstige Veränderungen - 3,2 - 1,1 - 4,4 28. Februar 2019 - 13,7 2.476,1 653,7 888,6 4.018,4 1. März 2019 - 13,7 2.476,1 653,7 888,6 4.018,4 Jahresfehlbetrag - 121,5 13,0 54,0 - 54,5 Sonstiges Ergebnis vor Steuern 7,4 - 163,6 - 10,2 - 173,8 Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis 3,5 1,4 4,9 Gesamtergebnis 7,4 - 281,6 13,0 45,2 - 223,4 Ausschüttungsverpflichtungen - 40,8 - 13,0 - 42,6 - 96,4 Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung 0,0 0,0 0,0 0,0 Sonstige Veränderungen - 26,4 0,3 - 26,1 29. Februar 2020 - 6,3 2.127,3 653,7 891,5 3.672,5 TABELLE 047 Unter Ziffer (26) des Anhangs werden weitere Erläuterungen zum Eigenkapital gegeben. SEGMENTBERICHT scroll Mio. € 2019/20 2018/19 +/- in % Südzucker - Konzern Umsatzerlöse (brutto) 7.019,0 7.128,6 - 1,5 Konsolidierung - 348,3 - 374,5 - 7,0 Umsatzerlöse 6.670,7 6.754,1 - 1,2 EBITDA 478,3 353,5 35,3 EBITDA-Marge 7,2 % 5,2 % Abschreibungen - 361,9 - 326,2 10,9 Operatives Ergebnis 116,4 27,3 > 100 Operative Marge 1,7 % 0,4 % Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen - 19,5 - 810,1 - 97,6 Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen - 48,9 22,1 - Ergebnis der Betriebstätigkeit 48,0 - 760,7 - Investitionen in Sachanlagen 1 335,3 378,7 - 11,5 Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen 12,6 15,3 - 17,6 Investitionen gesamt 347,9 394,0 - 11,7 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen 312,8 389,9 - 19,8 Capital Employed 6.387,5 6.072,1 5,2 Return on Capital Employed 1,8 % 0,4 % Mitarbeiter 19.188 19.219 - 0,2 Segment Zucker Umsatzerlöse (brutto) 2.407,9 2.758,8 - 12,7 Konsolidierung - 150,7 - 170,5 - 11,6 Umsatzerlöse 2.257,2 2.588,3 - 12,8 EBITDA - 75,1 - 101,2 - 25,8 EBITDA-Marge - 3,3 % - 3,9 % Abschreibungen - 160,6 - 137,7 16,6 Operatives Ergebnis - 235,7 - 238,9 - 1,3 Operative Marge - 10,4 % - 9,2 % Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen - 17,5 - 769,7 - 97,7 Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen - 65,6 5,3 - Ergebnis der Betriebstätigkeit - 318,8 - 1.003,3 - 68,2 Investitionen in Sachanlagen 1 104,0 144,8 - 28,2 Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen 10,1 1,8 > 100 Investitionen gesamt 114,1 146,6 - 22,2 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen 252,1 326,3 - 22,7 Capital Employed 2.814,7 2.652,5 6,1 Return on Capital Employed - 8,4 % - 9,0 % Mitarbeiter 6.597 6.950 - 5,1 Segment Spezialitäten Umsatzerlöse (brutto) 2.525,6 2.411,6 4,7 Konsolidierung - 116,2 - 117,8 - 1,4 Umsatzerlöse 2.409,4 2.293,8 5,0 EBITDA 306,2 267,6 14,4 EBITDA-Marge 12,7 % 11,7 % Abschreibungen - 116,0 - 111,5 4,0 Operatives Ergebnis 190,2 156,1 21,8 Operative Marge 7,9 % 6,8 % Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen 0,1 - 50,5 - Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen 16,5 16,6 - 0,6 Ergebnis der Betriebstätigkeit 206,8 122,2 69,2 Investitionen in Sachanlagen 1 149,5 164,5 - 9,1 Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen 2,0 7,7 - 74,0 Investitionen gesamt 151,5 172,2 - 12,0 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen 58,4 61,5 - 5,0 Capital Employed 2.267,4 2.132,9 6,3 Return on Capital Employed 8,4 % 7,3 % Mitarbeiter 6.017 6.033 - 0,3 Segment CropEnergies Umsatzerlöse (brutto) 899,2 778,6 15,5 Konsolidierung - 80,2 - 85,5 - 6,2 Umsatzerlöse 819,0 693,1 18,2 EBITDA 146,1 72,1 > 100 EBITDA-Marge 17,8 % 10,4 % Abschreibungen - 42,2 - 39,3 7,4 Operatives Ergebnis 103,9 32,8 > 100 Operative Marge 12,7 % 4,7 % Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen 0,0 10,1 - Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen 0,2 0,2 0,0 Ergebnis der Betriebstätigkeit 104,1 43,1 > 100 Investitionen in Sachanlagen 1 29,9 13,2 > 100 Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen 0,0 0,0 - Investitionen gesamt 29,9 13,2 > 100 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen 2,3 2,1 9,5 Capital Employed 450,0 456,3 - 1,4 Return on Capital Employed 23,1 % 7,2 % Mitarbeiter 450 433 3,9 Segment Frucht Umsatzerlöse (brutto) 1.186,3 1.179,6 0,6 Konsolidierung - 1,2 - 0,7 71,4 Umsatzerlöse 1.185,1 1.178,9 0,5 EBITDA 101,1 115,0 - 12,1 EBITDA-Marge 8,5 % 9,8 % Abschreibungen - 43,1 - 37,7 14,3 Operatives Ergebnis 58,0 77,3 - 25,0 Operative Marge 4,9 % 6,6 % Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen - 2,1 0,0 - Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen 0,0 0,0 - Ergebnis der Betriebstätigkeit 55,9 77,3 - 27,7 Investitionen in Sachanlagen 1 51,9 56,2 - 7,7 Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen 0,5 5,8 - 91,4 Investitionen gesamt 52,4 62,0 - 15,5 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen 0,0 0,0 - Capital Employed 855,4 830,4 3,0 Return on Capital Employed 6,8 % 9,3 % Mitarbeiter 6.124 5.803 5,5 1 Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. TABELLE 048 Die Berichtssegmente der Südzucker-Gruppe sind entsprechend IFRS 8 (Operative Segmente) an der internen Berichtsstruktur gegenüber dem Gesamtvorstand ausgerichtet. Die Südzucker-Gruppe berichtet in den vier Segmenten Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Frucht. Segment Zucker Im Segment Zucker werden Zucker und Zuckerspezialitäten sowie Futtermittel produziert und vermarktet. Das Segment umfasst die Division Geschäftsbereich Zucker mit den vier Produktionsgesellschaften in Belgien (Raffinerie Tirlemontoise S.A., Tienen), Deutschland (Südzucker AG, Mannheim), Frankreich (Saint Louis Sucre S.A.S., Paris) und Polen (Südzucker Polska S.A., Wroctaw) sowie den Vertriebsgesellschaften in Griechenland, Großbritannien, Israel, Italien und Spanien. In der Division AGRANA Zucker ist die Zuckerproduktion in Österreich, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn sowie der Vertriebsgesellschaft in Österreich zusammengefasst. Des Weiteren bestehen die Divisionen Zuckerproduktion in Moldau (Südzucker Moldova S.R.L., Chişinău) und Landwirtschaft (Südzucker AG, Geschäftsbereich Landwirtschaft; Loberaue Agrar GmbH, Rackwitz; Terra Sömmerda GmbH, Sömmerda). At Equity einbezogen werden das britische Handelshaus ED&F Man Holdings Limited, die AGRANA-Studen-Gruppe (einschließlich Zuckerproduktion in Bosnien) und das italienische Vertriebs-Joint-Venture Maxi S.r.l. Segment Spezialitäten Das Segment Spezialitäten beinhaltet die vier Divisionen BENEO, Freiberger, PortionPack Europe und Stärke. BENEO produziert und vermarktet Inhaltsstoffe aus verschiedenen Rohstoffen für Lebensmittel und Tiernahrung mit ernährungsphysiologischen und technologischen Vorzügen. Die Freiberger-Gruppe ist Produzent von tiefgekühlter und gekühlter Pizza sowie tiefgekühlten Pastagerichten und Snacks mit klarem Fokus auf das Handelsmarkengeschäft in Europa und den USA. Die PortionPack-Europe-Gruppe ist auf die Entwicklung, Abpackung und Vermarktung von Portionsartikeln spezialisiert. Die Division Stärke umfasst das Stärke- und Ethanolgeschäft der AGRANA-Gruppe mit der österreichischen Kartoffel-, Mais- und Weizenstärkeproduktion, der Maisstärkefabrik in Rumänien sowie der Ethanolproduktion in Österreich. Der Division Stärke ist außerdem die Weizenstärkeanlage am Standort Zeitz zugeordnet, die operativ von der Division Geschäftsbereich Zucker geführt wird. Die Stärke- und Ethanolaktivitäten der Hungrana-Gruppe in Ungarn werden at Equity einbezogen. Segment CropEnergies Die Ethanolaktivitäten der Südzucker-Gruppe an den vier Produktionsstandorten in Deutschland, Belgien, Frankreich und Großbritannien sowie die Handelsaktivitäten in Chile sind im Segment CropEnergies gebündelt und werden als börsennotierte Aktiengesellschaft geführt. CropEnergies ist einer der führenden Hersteller von nachhaltig erzeugtem Ethanol für den Kraftstoffsektor in Europa sowie von Lebens- und Futtermitteln. Zudem ist CropEnergies zu 50 % an der CT Biocarbonic GmbH beteiligt, die in Zeitz eine Produktionsanlage zur Herstellung von flüssigem CO2 in Lebensmittelqualität betreibt; diese Gesellschaft wird at Equity einbezogen. Segment Frucht Das Segment Frucht umfasst die beiden Divisionen Fruchtzubereitungen (AGRANA Fruit) und Fruchtsaftkonzentrate (AUSTRIA JUICE). Die weltweit tätigen Unternehmen des Segments Frucht beliefern internationale Lebensmittelkonzerne vor allem aus der Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Getränkeindustrie. Ergebnis der Betriebstätigkeit Das in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesene Ergebnis der Betriebstätigkeit setzt sich aus dem operativen Ergebnis, dem Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen und dem Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen zusammen. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit ist dabei eine Kennzahl, die eine Vergleichsgröße für Unternehmen mit unterschiedlichen Finanzstrukturen und Steuersystemen darstellt, indem der Jahresüberschuss um das Finanzergebnis und den Steueraufwand bereinigt wird. Operatives Ergebnis Das operative Ergebnis ist das um Sondereinflüsse und um die Effekte aus der At-Equity-Einbeziehung bereinigte Ergebnis der Betriebstätigkeit. Sondereinflüsse sind im laufenden Geschäftsbetrieb nicht regelmäßig wiederkehrende wie auch aperiodische Ergebniseinflüsse. Das operative Ergebnis dient als Basis der internen Unternehmenssteuerung. Die operative Marge errechnet sich als Quotient aus operativem Ergebnis und Umsatzerlösen. Capital Employed Das Capital Employed spiegelt das in den Segmenten und im Konzern gebundene operative Kapital wider. Es setzt sich aus dem Sachanlagevermögen einschließlich immaterieller Vermögenswerte sowie dem Working Capital (Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und kurzfristige Rückstellungen) zusammen. Zur einheitlichen Darstellung des aus Konzernsicht tatsächlich gebundenen Kapitals werden die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte aus dem Segment Frucht wie auf Ebene der unmittelbaren Muttergesellschaft AGRANA Beteiligungs-AG voll aufgedeckt. Das Working Capital umfasst nur originär unverzinsliche Forderungen und Verbindlichkeiten. Die Geschäfte zwischen den Segmenten - mit Umsatzerlösen von 348,3 (374,5) Mio. € - erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Gesamtkapitalrendite ROCE Die Gesamtkapitalrendite ROCE (Return on Capital Employed) bezieht das operative Ergebnis auf das Capital Employed. Das Capital Employed leitet sich wie folgt ab: scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Operatives Ergebnis 116,4 27,3 Geschäfts- oder Firmenwerte 852,1 842,7 Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 261,7 270,5 Sachanlagen 3.060,7 2.950,8 Unverzinsliche Forderungen 1.232,5 1.223,4 Vorräte 2.176,1 1.977,0 . / . Kurzfristige Rückstellungen -119,5 -147,7 . /. Unverzinsliche Verbindlichkeiten -1.076,1 -1.044,6 Working Capital 2.213,0 2.008,1 Capital Employed 6.387,5 6.072,1 Return on Capital Employed 1,8 % 0,4 % TABELLE 049 Nachstehend erfolgen Angaben zur Segmentierung nach Ländern bzw. Regionen: scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Buchwerte der Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte) Deutschland 1.013,4 967,7 Belgien 481,7 480,2 Frankreich 276,7 275,2 Österreich 557,4 498,2 Polen 125,9 122,9 Vereinigtes Königreich 118,7 115,9 übrige EU 281,2 286,7 EU (inkl. Vereinigtem Königreich) 1.722,9 1.663,2 übriges Ausland 586,1 590,3 Gesamt 3.322,4 3.221,3 Mitarbeiter Deutschland 4.159 4.260 übrige EU (inkl. Vereinigtem Königreich) 9.148 9.185 übriges Ausland 5.881 5.774 Gesamt 19.188 19.219 TABELLE 050 Die Zuteilung der Buchwerte des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte) erfolgt nach den Ländern und die der Mitarbeiter nach den Regionen, in denen die Tochterunternehmen der Südzucker-Gruppe ihren Sitz haben. Die Angaben zur Anzahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter nach Segmenten erfolgen unter Ziffer (10) "Personalaufwand" Die Aufgliederung der Umsatzerlöse mit Dritten nach Segmenten und Lieferdestination ist unter Ziffer (6) "Umsatzerlöse" dargestellt. ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN (1) Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses Die Südzucker AG hat ihren Sitz in der Maximilianstraße 10 in 68165 Mannheim / Deutschland; die Gesellschaft ist im Handelsregister unter HRB-Nr. 42 beim Amtsgericht Mannheim eingetragen. Gemäß § 2 der Satzung der Gesellschaft in der Fassung vom 18. Juli 2019 ist der Gegenstand des Unternehmens die Herstellung von Zucker, dessen Verkauf, die Verwertung der sich ergebenden Nebenerzeugnisse und der Betrieb der Landwirtschaft. Die Gesellschaft ist berechtigt, sich auch an anderen Unternehmungen in jeder zulässigen Form zu beteiligen, solche zu erwerben und alle Geschäfte zu unternehmen, welche zur Erreichung oder Förderung des Gesellschaftszwecks unmittelbar oder mittelbar als dienlich erscheinen. Gegenstand des Konzernabschlusses sind die Südzucker AG sowie ihre Tochterunternehmen. Südzucker hat den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London /Vereinigtes Königreich, unter Berücksichtigung der Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt. Sämtliche vom IASB herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der Südzucker AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen. Der Konzernabschluss zum 29. Februar 2020 ist am 22. April 2020 vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die Prüfung durch den Prüfungsausschuss erfolgt am 7. Mai 2020 und die Prüfung sowie die Billigung durch den Aufsichtsrat am 13. Mai 2020. Datum der Veröffentlichung des Konzernabschlusses einschließlich des Konzernlageberichts (Geschäftsbericht) ist der 14. Mai 2020. Südzucker erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro; alle Beträge werden, soweit nicht anders vermerkt, in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Die Vorjahreswerte werden regelmäßig in Klammern dargestellt. Bei Prozentangaben und Zahlen können sich Rundungsdifferenzen ergeben. Neben der Gesamtergebnisrechnung, die eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie eine Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen umfasst, der Kapitalflussrechnung und der Bilanz wird die Entwicklung des Eigenkapitals gezeigt. Die Angaben im Anhang enthalten außerdem eine Segmentberichterstattung. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst und Zwischensummen eingefügt. Diese Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Bestandteil der Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Konzernabschluss wird grundsätzlich auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten aufgestellt, sofern unter Ziffer (5) "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" nicht etwas anderes berichtet wird. Erstmals angewendete IFRS und IFRIC Im Geschäftsjahr 2019/20 waren die nachstehenden Standards erstmals verpflichtend anzuwenden. scroll Standard Verabschiedung durch den IASB Anerkennung durch die EU IAS 19 (geändert 2018) Leistungen an Arbeitnehmer (Änderung) 07.02.2018 13.03.2019 IAS 28 (geändert 2017) Anteile an assoziierten Unternehmen (Änderung) 12.10.2017 08.02.2019 IFRS 9 (geändert 2017) Finanzinstrumente (Änderung) 12.10.2017 22.03.2018 IFRS 16 Leasingverhältnisse 13.01.2016 31.10.2017 Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS - Zyklus 2015 - 2017 12.12.2017 14.03.2019 IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 07.06.2017 23.10.2018 TABELLE 051 Die erstmals anzuwendenden Änderungen der Standards IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) und IAS 28 (Anteil an assoziierten Unternehmen) waren für Südzucker nicht relevant. Auch die Interpretation IFRIC 23 (Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung), die Regelungen des IAS 12 hinsichtlich der Berücksichtigung von Unsicherheiten bei der Ertragsteuer ergänzt, hatte im Geschäftsjahr 2019/20 keine Auswirkungen auf Südzucker. IFRS 16 (Leasingverhältnisse) In Übereinstimmung mit den Übergangsvorschriften von IFRS 16 erfolgt die erstmalige Anwendung von IFRS 16 nach dem modifizierten retrospektiven Ansatz und somit ohne Anpassung von Vorjahreszahlen. Gemäß IFRS 16 setzt der Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse als Barwert in Form eines Nutzungsrechts am geleasten Vermögenswert und einer Leasingverbindlichkeit in der Bilanz an. Der Barwert wird auf Basis des aktuellen laufzeitadäquaten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermittelt, es sei denn, der den Leasingzahlungen zugrunde liegende Zinssatz ist verfügbar. Das Nutzungsrecht wird regelmäßig über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode aufgezinst und durch Leasingzahlungen getilgt; die daraus resultierenden Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Nutzungsrecht unterliegt dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten). Mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 wurden Nutzungsrechte von 131,9 Mio. € und Leasingverbindlichkeiten von 135,5 Mio. € angesetzt. In der Bilanz werden die Nutzungsrechte gemeinsam mit dem erworbenen bzw. selbst erstellten Sachanlagevermögen ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurde eine Rückstellung für künftige Zahlungen aus einem belastenden Operating-Leasing-Verhältnis gebildet, da der geleaste Vermögenswert nach einer geplanten Werksschließung nicht mehr genutzt wird. Mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 wurde die Drohverlustrückstellung mit dem zugehörigen Nutzungsrecht verrechnet. Daneben wurde eine Rückbauverpflichtung in Höhe von 5,4 Mio. € für einen langlaufenden Landpachtvertrag erfasst. Die Anpassung bei den kurzfristigen Vermögenswerten und übrigen Schulden betrifft im Wesentlichen die im Vorjahr abgegrenzten Leasingzahlungen. Auswirkungen von IFRS 16 auf die Bilanz scroll Mio. € Betrag veröffentlicht 28. Februar 2019 Anpassungen IFRS 16 Betrag angepasst 1. März 2019 Aktiva Immaterielle Vermögenswerte 1.000,7 0,0 1.000,7 Sachanlagen 2.950,8 131,9 3.082,7 Übrige Vermögenswerte 519,2 0,0 519,2 Langfristige Vermögenswerte 4.470,7 131,9 4.602,6 Vorräte 1.977,0 0,0 1.977,0 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 972,7 0,0 972,7 Übrige Vermögenswerte 767,5 - 0,1 767,4 Kurzfristige Vermögenswerte 3.717,2 - 0,1 3.717,1 Bilanzsumme 8.187,9 131,8 8.319,7 Passiva Eigenkapital 4.018,4 0,0 4.018,4 Sonstige Rückstellungen 245,6 - 1,2 244,4 Finanzverbindlichkeiten 1.126,1 106,6 1.232,7 Übrige Schulden 1.026,4 0,0 1.026,4 Langfristige Schulden 2.398,1 105,4 2.503,5 Sonstige Rückstellungen 147,7 0,0 147,7 Finanzverbindlichkeiten 501,4 28,9 530,3 Übrige Schulden 1.122,3 - 2,5 1.119,8 Kurzfristige Schulden 1.771,4 26,4 1.797,8 Bilanzsumme 8.187,9 131,8 8.319,7 TABELLE 052 Anpassung des Vorjahresausweises bei flüssigen Mitteln und kurzfristigen Wertpapieren Aufgrund einer Neuzuordnung von Festgeldanlagen kam es innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte zu einer Umgliederung vom Bilanzposten flüssige Mittel in den Bilanzposten Wertpapiere mit einer Anpassung des Vorjahresausweises in Höhe von 206,4 Mio. € zum 28. Februar 2019 bzw. in Höhe von 172,3 Mio. € zum 1. März 2018. Entsprechend wurde auch der Ausweis der Investitionen in Wertpapiere in der Kapitalflussrechnung des Geschäftsjahres 2018/19 sowie der Währungseffekt der flüssigen Mittel angepasst. Hintergrund der Anpassung war eine klarstellende Veröffentlichung der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) im Juli 2019 zum Ausweis von Sichteinlagen. Zukünftig anzuwendende IFRS und IFRIC In der nachfolgenden Übersicht sind die Standards und Interpretationen aufgeführt, die ab dem Geschäftsjahr 2020/21 oder später anzuwenden sind, da sie bereits von der EU anerkannt wurden bzw. vom IASB veröffentlicht wurden, aber noch nicht von der EU anerkannt worden sind. Bei den noch nicht von der EU anerkannten Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. Südzucker hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewendet. Die Angaben zum Inhalt orientieren sich daran, ob und in welcher Form die Regelungen für Südzucker von Relevanz sind; sofern künftig geltende Vorschriften für Südzucker nicht einschlägig sind, wird auf Angaben zum Inhalt vollständig verzichtet. scroll Standard / Interpretation Verabschiedung durch den IASB Anerkennung durch die EU Anwendungspflicht für Südzucker ab Geschäftsjahr Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf Südzucker Rahmenkonzept (Änderung) 29.03.2018 29.11.2019 2020/21 Die Änderung ist für Südzucker nicht relevant. IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Änderung) 31.10.2018 29.11.2019 2020/21 Mit der Änderung wurde die Definition von "wesentlich" konkretisiert. IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Änderung) 23.01.2020 Nein 2022/23 Die Änderungen stellen klar, dass die Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig auf den Rechten basiert, die Erfüllung einer Verpflichtung um mindestens zwölf Monate aufzuschieben. Bei der Klassifizierung kommt es auf das Recht und die Erwartung des Bilanzierers an. Die Änderungen können ab dem Geschäftsjahr 2022/23 einschlägig werden. IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern (Änderung) 31.10.2018 29.11.2019 2020/21 Mit der Änderung wird auf die Definition von "wesentlich" in IAS 1 verwiesen. IAS 39 (geändert 2019) Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung (Änderung) 26.09.2019 15.01.2020 2020/21 Im Rahmen der Interest Rate Benchmark Reform wurde die Frage aufgegriffen, wie sich die Ersetzung eines bestehenden Referenzzinssatzes (IBOR) auf bestimmte Hedge-Accounting-Vorschriften auswirkt. Die Änderungen von IAS 39 sind für Südzucker nicht relevant. IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse (Änderung) 22.10.2018 Nein 2020/21 Mit der Änderung wurde die Definition eines Geschäftsbetriebs, in Abgrenzung zu einem Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten, angepasst. Die Änderungen können bei Unternehmenszusammenschlüssen ab dem Geschäftsjahr 2020/21 einschlägig werden. IFRS 7 (geändert 2019) Finanzinstrumente: Angaben (Änderung) 26.09.2019 15.01.2020 2020/21 Siehe Angabe zu IAS 39 (geändert 2019). IFRS 9 (geändert 2019) Finanzinstrumente (Änderung) 26.09.2019 15.01.2020 2020/21 Siehe Angabe zu IAS 39 (geändert 2019). IFRS 17 Versicherungsverträge 18.05.2017 Nein 2021/22 Der Standard ist für Südzucker nicht relevant. Diverse Rahmenwerk (selbst nicht Teil des EU-Endorsement-Prozesses, aber Änderungen an den Verweisen innerhalb der diversen IFRS) 29.03.2018 29.11.2019 2020/21 Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet. TABELLE 053 (2) Konsolidierungskreis Vollkonsolidierte Tochterunternehmen In den Konzernabschluss wurden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung neben der Südzucker AG alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Südzucker AG unmittelbar oder mittelbar über die Beherrschung verfügt. Zum Bilanzstichtag wurden - neben der Südzucker AG - 152 (156) Unternehmen im Wege der Vollkonsolidierung im Konzernabschluss erfasst. Am 1. Juli 2019 wurde die AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd., Sigatoka / Fidschi, veräußert. Die Veräußerung ist bezüglich ihrer Auswirkungen auf den Konzernabschluss von untergeordneter Bedeutung; der angefallene Veräußerungsgewinn von 0,6 Mio. € ist unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Drei Gesellschaften wurden verschmolzen und eine liquidiert. Erstkonsolidierung erworbener Unternehmen Am 26. November 2019 stockte die PortionPack Europe Holding B.V. die Anteile am südafrikanischen Portionsartikelhersteller Collaborative Packing Solutions [Pty] Ltd mit Sitz in Johannesburg von 40 auf 75 % auf. Das bisher at Equity einbezogene Gemeinschaftsunternehmen wurde ab dem 1. Dezember 2019 vollkonsolidiert. Der Kaufpreis für die Aufstockung betrug rund 2,3 Mio. €. Die erste Kaufpreisrate von 1,6 Mio. € wurde unmittelbar im Anschluss an die Wettbewerbsfreigabe im 3. Quartal 2019/20 geleistet. Zusammen mit dem zu Marktwerten bewerteten bisherigen Anteil in Höhe von 3,7 Mio. € ergibt sich nach Abzug des erworbenen Nettovermögens - dieses besteht überwiegend aus Sachanlagevermögen - und der nicht beherrschten Anteile ein Goodwill zum Erwerbszeitpunkt von 2,1 Mio. €. At Equity einbezogene Unternehmen Die At-Equity-Bewertung wurde auf 16 (16) Gesellschaften angewendet. Dies betrifft die Joint-Venture-Gesellschaften der Hungrana- bzw. der AGRANA-Studen-Gruppe, die CT Biocarbonic GmbH, die Maxi S.r.l. sowie die Collaborative Packing Solutions (Pty) Ltd bis zu deren Vollkonsolidierung ab dem 1. Dezember 2019 als auch das assoziierte Unternehmen ED&F Man Holdings Limited. Ab dem 1. Quartal 2019/20 wurde das neu gegründete Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH, Wien / Österreich, erstmals at Equity einbezogen. Bei der At-Equity-Bewertung wird das anteilige Ergebnis erfolgswirksam erfasst; der auf Südzucker entfallende Effekt aus erfolgsneutralen Marktbewertungen und Wechselkursdifferenzen ist in den sonstigen Eigenkapitalposten abgebildet. Nachstehend ist die zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Joint-Venture-Gesellschaften dargestellt, wobei der wesentliche Anteil auf die Hungrana-Gruppe entfällt: scroll 28./29. Februar 2020 2019 Mio. € Gesamt Hungrana-Gruppe Sonstige Gesamt Hungrana-Gruppe Sonstige Langfristige Vermögenswerte 181,8 113,5 68,3 159,5 112,8 46,7 Vorräte 99,2 50,9 48,3 84,9 50,4 34,4 Forderungen und andere Vermögenswerte 92,1 32,1 59,9 89,1 33,5 55,6 Flüssige Mittel und Wertpapiere 17,6 4,9 12,7 15,2 2,3 12,8 Kurzfristige Vermögenswerte 208,9 87,9 120,9 189,1 86,3 102,8 Bilanzsumme Aktiva 390,7 201,5 189,2 348,6 199,0 149,6 Eigenkapital 163,4 115,9 47,5 151,4 119,6 31,8 Externe Finanzschulden 13,5 0,8 12,7 0,4 0,0 0,4 Sonstige Schulden 6,6 1,8 4,8 7,4 1,9 5,5 Langfristige Schulden 20,1 2,6 17,5 7,7 1,9 5,8 Externe Finanzschulden 94,5 53,6 40,9 93,9 51,2 42,7 Sonstige Schulden 112,7 29,4 83,3 95,5 26,3 69,2 Kurzfristige Schulden 207,2 83,0 124,2 189,4 77,5 111,9 Bilanzsumme Passiva 390,7 201,5 189,2 348,6 199,0 149,6 Umsatzerlöse 612,9 287,1 325,8 623,0 280,1 342,9 Abschreibungen - 16,4 - 12,5 - 3,9 - 15,0 - 10,9 - 4,0 Sonstige Aufwendungen - 550,7 - 235,0 - 315,8 - 569,1 - 230,4 - 338,6 Ergebnis der Betriebstätigkeit 45,8 39,7 6,1 38,9 38,7 0,2 Zinsertrag 0,1 0,0 0,1 0,2 0,0 0,2 Zinsaufwand - 1,4 - 0,7 - 0,7 - 1,7 - 0,7 - 1,0 Sonstige Finanzaufwendungen - 0,9 - 1,7 1,0 - 0,3 - 0,9 0,5 Ergebnis vor Ertragsteuern 43,7 37,2 6,5 37,1 37,1 0,0 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 5,9 - 4,6 - 1,4 - 6,7 - 4,8 - 1,9 Jahresüberschuss 37,8 32,7 5,1 30,4 32,4 - 1,9 Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen - 7,5 - 8,4 0,9 - 1,1 - 0,8 - 0,3 Gesamtergebnis 30,3 24,3 6,0 29,4 31,5 - 2,2 TABELLE 054 ED&F MAN Holdings Limited Als einziges materielles assoziiertes Unternehmen wird zurzeit die ED&F Man Holdings Limited, London / Vereinigtes Königreich, mit der At-Equity-Methode einbezogen. Die Gesellschaft hat ein von Südzucker abweichendes Geschäftsjahr, das am 30. September endet, und erstellt die Konzernabschlüsse nach IFRS in US-Dollar. Zu den Südzucker-Abschlussstichtagen wird ein zwei Monate zurückliegender Zwischenabschluss des Teilkonzerns einbezogen. Die nachfolgend abgebildete zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der ED&F Man Holdings Limited bezieht sich somit auf den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember. scroll 31. Dezember Mio. € 2019 2018 Langfristige Vermögenswerte 713,9 711,2 Kurzfristige Vermögenswerte 23.790,4 31.836,1 Bilanzsumme Aktiva 24.504,3 32.547,3 Eigenkapital 483,3 739,6 Langfristige Schulden 665,1 651,5 Kurzfristige Schulden 23.355,9 31.156,2 Bilanzsumme Passiva 24.504,3 32.547,3 Umsatzerlöse 6.852,5 6.665,7 - sonstige Aufwendungen - 7.060,8 - 6.658,1 = Jahresfehlbetrag / -überschuss - 208,3 7,6 Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen 20,5 45,8 Gesamtergebnis - 187,8 53,4 TABELLE 055 Der Jahresfehlbetrag 2019 von - 208,3 Mio. € nach dem Jahresüberschuss 2018 in Höhe von 7,6 Mio. € reflektiert insbesondere das unverändert schwierige Umfeld im Zuckermarkt. Neben dem nur moderaten Ergebnisbeitrag aus dem operativem Geschäft war das Ergebnis zudem durch erhebliche nicht zahlungswirksame Aufwendungen aus der strategischen Neuausrichtung der ED&F Man-Gruppe belastet. Im Rahmen dieser strategischen Neuausrichtung sollen verschiedene Industriebeteiligungen außerhalb des eigentlichen Handelsgeschäfts - beispielsweise die Zuckermühlen des mexikanischen Joint Ventures Azucar Grupo Saenz - veräußert werden, die bisher belastend auf das Konzernergebnis einwirkten. Die Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen soll überwiegend im Laufe des Jahres 2020 erfolgen. Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen zeigen eine Entlastung in Höhe von 20,5 (45,8) Mio. € und resultieren im Wesentlichen aus der Währungsumrechnung. Wie im Vorjahr wies der US-Dollar zum Euro eine Stärkung um rund 4 (7) % auf. Die Erstanwendung von IFRS 15 und IFRS 9 bei ED&F Man führte zu einer Anpassung der Vorjahreswerte in der Gewinnrücklage. Diese sowie Effekte aus dem aktuellen Geschäftsjahr reduzierten die Gewinnrücklagen um 68 Mio. €, welche anteilig bei Südzucker als sonstige Veränderung in den sonstigen Rücklagen als Eigenkapitalkomponente erfasst wurden. Südzucker hält am Handelshaus ED&F Man Holdings Limited eine Beteiligung in Höhe von rund 35 %. Der Stimmrechtsanteil ist zurzeit auf 24,99 % begrenzt, jedoch steht Südzucker eine satzungsmäßige Sperrminorität und ein Vetorecht bei wichtigen Geschäften zu. Der Buchwert aller Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen beträgt 312,8 (389,9) Mio. €. Bedeutende Ereignisse bis zum Bilanzstichtag der Südzucker AG werden berücksichtigt. Für die beiden wesentlichen Beteiligungen, die ED&F Man-Gruppe und die Hungrana-Gruppe, sind nachfolgend die Buchwerte abgeleitet: scroll 28./29. Februar 2020 2019 Mio. € ED&F MAN-Gruppe Hungrana-Gruppe ED&F MAN-Gruppe Hungrana-Gruppe Eigenkapital 483,3 115,9 739,6 119,6 + / - Anpassungen (z. B. Minderheiten) 6,9 0,0 - 8,0 0,0 = Eigenkapital der Anteilseigner 490,2 115,9 731,6 119,6 davon Südzucker-Anteil am Eigenkapital 169,4 58,0 254,2 59,8 + Goodwill 55,0 0,4 52,9 0,4 = Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen (Buchwert) 224,4 58,4 307,1 60,2 Südzucker zugeflossene Dividende 0,0 14,0 0,0 15,0 TABELLE 056 (3) Konsolidierungsmethoden Konsolidierung nach der Erwerbsmethode Nach IFRS sind sämtliche Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode abzubilden. Der Kaufpreis für das erworbene Tochterunternehmen wird den erworbenen Vermögenswerten, Schulden und Eventualschulden zugeordnet. Maßgeblich sind dabei die Wertverhältnisse zu dem Zeitpunkt, zu dem die Möglichkeit der Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt wird. Die ansatzfähigen Vermögenswerte und die übernommenen Schulden und Eventualschulden werden - unabhängig von der Beteiligungshöhe - in voller Höhe mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder anderen Recht resultieren. Verbleibende Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Negative Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung werden erfolgswirksam aufgelöst. Erwerbsbezogene Kosten werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls aufwandswirksam erfasst. Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern werden wie Transaktionen mit Eigenkapitalgebern des Konzerns behandelt. Ein aus dem Erwerb eines nicht beherrschenden Anteils entstehender Unterschiedsbetrag zwischen der gezahlten Leistung und dem betreffenden Anteil an dem Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird im Eigenkapital erfasst. Kosten, die bei der Abstockung von nicht beherrschenden Anteilen ohne Kontrollverlust entstehen, werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst. At-Equity-Bewertung Die Beteiligungen an wesentlichen Joint-Venture-Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen) sowie an wesentlichen assoziierten Unternehmen sind auf der Grundlage der At-Equity-Bewertung zum Zeitpunkt des Erwerbs bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) bzw. IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen) in den Konzernabschluss eingegangen. Als assoziiert gelten Unternehmen, bei denen ein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäftsführung ausgeübt werden kann und bei denen es sich nicht um Tochterunternehmen, Joint Ventures oder Joint Operations handelt. Regelmäßig liegt dies bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 % vor. Sukzessiver Unternehmenserwerb Im Fall von sukzessiven Unternehmenserwerben (Business Combination achieved in Stages) werden die Anteile des zu erwerbenden Unternehmens nacheinander in verschiedenen Tranchen erworben, d. h., die Erlangung der Beherrschung über ein Unternehmen erfolgt stufenweise in mehreren Schritten. IFRS 3 ist auf den Zusammenschluss dann anzuwenden, sobald der Erwerber die Beherrschung erlangt hat. Vor Erlangung der Beherrschung wird die Beteiligung - in Abhängigkeit von den einschlägigen Regeln - als Anteil an assoziierten Unternehmen, als gemeinschaftliche Vereinbarung oder als Finanzinstrument bilanziert. Zu dem Zeitpunkt, zu dem Kontrolle erlangt wird, wird der beizulegende Zeitwert der Vermögenswerte und Schulden einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts des erworbenen Unternehmens neu bestimmt mit der bei Unternehmenserwerben grundsätzlich gegebenen Wahlmöglichkeit, den gesamten Geschäfts- oder Firmenwert (Full-Goodwill-Methode) oder nur den auf Basis des anteiligen neubewerteten Nettovermögens hergeleiteten Geschäfts- oder Firmenwert zu bilanzieren (Purchased-Goodwill-Methode). Die Erlangung der Beherrschung löst eine vollständige Neubewertung aller Vermögenswerte und Schulden aus. Jegliche Anpassungen eines zuvor bereits gehaltenen Eigenkapitalanteils werden bei Kontrollerlangung erfolgswirksam durchgeführt. Eliminierung von konzerninternen Transaktionen Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt. (4) Währungsumrechnung Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Die Jahresabschlüsse sind in der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft erstellt. Mit Ausnahme der Vertriebsgesellschaften BENEO Asia Pacific Pte. Ltd. in Singapur, die in Euro geführt wird, und S.Z.I.L. LTD, Kfar Saba / Israel, die in US-Dollar geführt wird, stimmt die Funktionalwährung der Tochterunternehmen mit der Währung des Landes überein, in dem die jeweilige Tochtergesellschaft ihren Sitz hat. Sofern die Jahresabschlüsse ausländischer Konzernunternehmen in anderen Funktionalwährungen aufgestellt werden als dem Euro - der Berichtswährung von Südzucker -, erfolgt die Umrechnung der Vermögenswerte und der Schulden zu EZB-Referenzkursen oder anderweitig bekannt gegebenen Referenzkursen am Bilanzstichtag (Stichtagskurs). Das Gesamtergebnis wird grundsätzlich mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Wenn jedoch die Anwendung der Jahresdurchschnittskurse zu unzutreffenden Ergebnissen führt, erfolgt die Umrechnung der betroffenen Posten zu einem angepassten Durchschnittskurs, während die übrigen Aufwendungen und Erträge unverändert zum Jahresdurchschnittskurs angesetzt werden. Bei Tochtergesellschaften in Hochinflationsländern werden sämtliche Aufwendungen und Erträge mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt (Gegenwert für 1 €): scroll 1 € = Landeswährung Land Währungsabkürzung Stichtag 29.02.2020 Durchschnitt 2019/20 Stichtag 28.02.2019 Durchschnitt 2018/19 Stichtag 28.02.2018 Ägypten EGP 17,05 18,36 19,95 20,68 21,52 Argentinien ARS 68,43 - 44,56 - 24,55 Australien AUD 1,69 1,62 1,60 1,58 1,56 Brasilien BRL 4,92 4,48 4,27 4,36 3,96 Chile CLP 900,24 804,97 741,43 760,29 724,80 China CNY 7,67 7,73 7,63 7,79 7,73 Vereinigtes Königreich GBP 0,85 0,87 0,86 0,88 0,88 Mexiko MXN 21,64 21,37 21,91 22,51 22,94 Moldau MDL 19,45 19,64 19,55 19,66 20,56 Polen PLN 4,34 4,29 4,31 4,28 4,18 Rumänien RON 4,81 4,75 4,74 4,67 4,66 Russland RUB 73,61 71,43 75,09 75,03 68,75 Tschechien CZK 25,39 25,58 25,60 25,69 25,42 Ukraine UAH 26,93 28,21 30,73 31,67 33,15 Ungarn HUF 337,57 328,05 315,96 320,22 313,93 USA USD 1,10 1,11 1,14 1,17 1,22 TABELLE 057 Konzerninterne Darlehen zur langfristigen Finanzierung von Tochterunternehmen stellen im Wesentlichen einen Teil der Nettoinvestition in diese ausländischen Geschäftsbetriebe (Net Investment in a Foreign Operation) dar; die daraus resultierenden Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Stichtagsbewertung werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung als Bestandteil der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen in der Position Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe ausgewiesen. Seit Mitte des Jahres 2018 gilt Argentinien als Hochinflationsland; entsprechend wurden die Abschlüsse der Tochterunternehmen mit Sitz in Argentinien gemäß IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) seit dem 3. Quartal 2018/19 angepasst. Die Jahresabschlüsse der argentinischen Tochterunternehmen wurden auf Basis des Konzeptes historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt. Hierbei werden diese aufgrund der Änderungen der allgemeinen Kaufkraft der funktionalen Währung (argentinischer Peso) angepasst und sind daher in der am Abschlussstichtag geltenden Maßeinheit angegeben. Dabei wurden die vom argentinischen "Instituto Nacional de Estadistica y Censos", dem nationalen Institut für Statistik und Zensus veröffentlichten Verbraucherpreise herangezogen. Der Index veränderte sich im Geschäftsjahr 2019/20 wie folgt: scroll Indexveränderung in % 2019/20 2018/19 März 4,7 2,3 April 3,4 2,7 Mai 3,1 2,1 Juni 2,7 3,7 Juli 2,2 3,1 August 4,0 3,9 September 5,9 6,5 Oktober 3,3 5,4 November 4,3 3,2 Dezember 3,7 2,6 Januar 2,3 2,9 Februar 1,9 4,0 TABELLE 058 Die Anwendung von IAS 29 führte zu einer Belastung des Währungsergebnisses als Bestandteil des sonstigen Finanzergebnisses von 0,9 (1,3) Mio. €. (5) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Bei der Erstellung der Konzernabschlüsse von den Konzerngesellschaften sind die einschlägigen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS für gleichartige Geschäftsvorfälle und sonstige Ereignisse in ähnlichen Umständen einheitlich anzuwenden. Eine Erläuterung der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erfolgt nur, soweit die einschlägigen Standards Wahlrechte bei der Bilanzierung und Bewertung vorsehen bzw. wenn die Grundsätze weiter konkretisiert werden. Insbesondere wird von einer Wiederholung der Texte der jeweiligen Standards bzw. von der Wiedergabe von Grundregeln abgesehen. Immaterielle Vermögenswerte Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte sind unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten (Triggering Events) für eine Wertminderung einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Only-Approach) unterzogen. Die Vorgehensweise bei dieser Werthaltigkeitsprüfung ist in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt. Erworbene immaterielle Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte) mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die jeweilige Nutzungsdauer bemisst sich anhand der Laufzeit des zugrunde liegenden Vertrags oder des voraussichtlichen Verbrauchs des Nutzungspotenzials des immateriellen Vermögenswerts. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer betreffen Markennamen, die im Rahmen von Akquisitionen erworben wurden. Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten; einmal jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung erfolgt eine Werthaltigkeitsprüfung. Auf immaterielle Vermögenswerte wird die Leasingbilanzierung nicht angewendet. Sachanlagen Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare bzw. kampagnebezogene planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Im Zugangsjahr werden Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig (pro rata temporis) abgeschrieben. Staatliche Zuschüsse und Zulagen werden von den Anschaffungskosten gekürzt. Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde: Nutzungsdauern scroll Jahre Immaterielle Vermögenswerte 2 bis 15 Gebäude 10 bis 50 Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 25 Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15 TABELLE 059 Leasing von Sachanlagen Gemäß IFRS 16 setzt der Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse als Barwert in Form eines Nutzungsrechts am geleasten Vermögenswert und einer Leasingverbindlichkeit in der Bilanz an. Der Barwert wird auf Basis des aktuellen laufzeitadäquaten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermittelt, es sei denn, der den Leasingzahlungen zugrunde liegende Zinssatz ist verfügbar. Das Nutzungsrecht wird regelmäßig über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode aufgezinst und durch Leasingzahlungen getilgt; die daraus resultierenden Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Nutzungsrecht unterliegt dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten). Für geringwertige Vermögenswerte und für kurzfristige Leasingverhältnisse nimmt Südzucker das Wahlrecht der Nichtaktivierung in Anspruch. Konzerninterne Leasingtransaktionen werden als Operating Leasing in der Segmentberichterstattung dargestellt. Wertpapiere Die Erstbewertung von Wertpapieren findet am Erfüllungstag zum Marktwert zuzüglich Transaktionskosten statt. Schuldtitel sind überwiegend der Bewertungskategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (mit Recycling)", aber auch der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Für Eigenkapitaltitel stehen die Kategorien "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" bzw. "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" zur Verfügung. Wertpapiere werden grundsätzlich dem kurzfristigen Vermögen zugeordnet, da diese auch als Liquiditätsreserve dienen und somit auch zu Handelszwecken gehalten werden. Sonstige Beteiligungen Die sonstigen Beteiligungen umfassen aufgrund fehlender Materialität nicht konsolidierte verbundene Unternehmen bzw. nicht at Equity einbezogene assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Diese fallen unter den Anwendungsbereich von IFRS 10 (Konzernabschlüsse) bzw. IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen). Die übrigen sonstigen Beteiligungen sind der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zugeordnet. Vorräte Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Dabei kommt die Durchschnittsmethode oder die Fifo-Methode (First in - first out) zum Ansatz. Die Herstellungskosten umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten, die auf der Grundlage der normalen Kapazität ermittelt werden. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch fixe und variable Produktionsgemeinkosten (Material- und Fertigungsgemeinkosten) einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen. Finanzierungskosten werden dabei nicht berücksichtigt. Soweit erforderlich, wird der niedrigere realisierbare Nettoveräußerungswert abzüglich noch anfallender Kosten angesetzt. Die Zuckerproduktion erfolgt überwiegend in den Monaten September bis Januar. Aus diesem Grund fallen die Abschreibungen kampagnegenutzter Anlagen überwiegend im 3. und 4. Quartal des Südzucker-Geschäftsjahres an. Soweit die vor der Zuckerkampagne angefallenen Material-, Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Produktionsvorbereitung der nachfolgenden Kampagne stehen, werden sie unterjährig über die Bestandsveränderung aktiviert und in der Bilanz unter den Vorräten als unfertige Erzeugnisse ausgewiesen. In der anschließenden Zuckerproduktion werden diese dann bei der Ermittlung der Herstellungskosten des erzeugten Zuckers berücksichtigt und damit als Bestandteil der fertigen Erzeugnisse unter den Vorräten ausgewiesen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte Die ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden beim erstmaligen Ansatz zu deren Transaktionspreis bewertet und die sonstigen finanziellen Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem Marktwert zuzüglich Transaktionskosten erfasst; anschließend erfolgt die Bewertung mit fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen sowie auf Basis historischer Ausfallraten in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderung und der betroffenen Division auch portfoliobasierte Wertberichtigungen auf separaten Wertminderungskonten gebildet. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. CO2-Emissionsrechte Die Bilanzierung der CO2-Emissionsrechte umfasst die im EU-Handelssystem ausgegebenen Emissionsrechte (EU Allowances - kurz EUA) sowie die von einzelnen EU-Ländern ausgegebenen und lokal gehandelten Emissionszertifikate wie bspw. Green Certificates in Belgien. Die Bilanzierung der EUA erfolgt nach den Vorschriften gemäß IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Zuwendungen der öffentlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr kostenlos zugeteilten bzw. erworbenen EUA sind immaterielle Vermögenswerte, die unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet, die im Fall von kostenlos zugeteilten Emissionsrechten null sind. Übersteigen die tatsächlichen Emissionen die zugeteilten EUA, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für CO2-Emissionen gebildet. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Marktwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag. Die auf Basis der tatsächlichen Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen staatlich zugeteilten Green Certificates werden in Höhe ihres Verwertungserlöses als Kürzung des Materialaufwands erfasst. Dies trifft z. B. auf die Energieerzeugung für die Ethanolerzeugung am belgischen Standort Wanze zu. Flüssige Mittel Die als flüssige Mittel ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, die zum Zeitpunkt der Anlage eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden am Abschlussstichtag mit Stichtagskursen bewertet. Hybrid-Eigenkapital Aus den Anleihebedingungen des im Sommer 2005 begebenen Hybrid-Eigenkapitals ergibt sich gemäß IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung) eine Bilanzierung als Eigenkapital der Südzucker-Gruppe. Die Verzinsung ist vom Kapitalmarkt abhängig. Die steuerlich abzugsfähige Verzinsung wird nicht innerhalb der Zinsaufwendungen ausgewiesen, sondern analog zu den Dividendenzahlungen gegenüber den Aktionären der Südzucker AG behandelt. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) mittels der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftige Anpassungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Berechnung stützt sich auf versicherungsmathematische Gutachten unter der Berücksichtigung biometrischer Daten. Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Versorgungspläne werden wie die von beitragsorientierten Versorgungsplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beiträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen decken, sofern die Eintrittswahrscheinlichkeit mehr als 50 % beträgt und eine zuverlässige Schätzung möglich ist, auch Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und -verfahren ab. Bei diesbezüglichen Angaben im Konzernanhang zur Rückstellungsentwicklung wurde von der Regelung des IAS 37.92 Gebrauch gemacht. Zur Beurteilung bzw. Schätzung der Rückstellungshöhe werden neben der Sachverhaltsbeurteilung und den geltend gemachten Ansprüchen im Einzelfall auch die Ergebnisse vergleichbarer Verfahren und unabhängige Rechtsgutachten herangezogen. Ertragsteuern Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuern ausgewiesen. Laufende Ertragsteuern Die ausgewiesenen laufenden Ertragsteuern werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, wie sie voraussichtlich bezahlt werden müssen bzw. voraussichtlich erstattet werden. Steuererstattungsansprüche und -schulden In der Bilanz werden die Ertragsteuerverbindlichkeiten aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr unter den kurzfristigen Steuerschulden und Forderungen aus Vorauszahlungen unter den kurzfristigen Steuererstattungsansprüchen ausgewiesen. Die langfristigen Steuerschulden beinhalten im Wesentlichen Ertragsteuern für noch nicht abschließend geprüfte Vorjahreszeiträume. Latente Steuern Latente Steuern werden auf temporär unterschiedliche Wertansätze von Aktiva und Passiva zwischen IFRS- und Steuerbilanz sowie auf Verlustvorträge, soweit sie steuerlich nutzbar sind, berechnet. Aktive und passive latente Steuern sind als separate Posten ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und ein einklagbares Recht zur Aufrechnung vorliegt. Ein sich danach ergebender Überhang an aktiven latenten Steuern wird nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die latente Steuer verwendet werden kann. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, unter anderem im Hinblick auf die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft. Passive latente Steuern, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und at Equity einbezogenen Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Die Berechnung der latenten Steuern wurde gemäß IAS 12 (Ertragsteuern) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen, die am Bilanzstichtag galten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Erstbewertung zum Marktwert abzüglich Transaktionskosten und bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Finanzverbindlichkeiten Die Finanzverbindlichkeiten aus Anleihen werden gekürzt um Disagio und Transaktionskosten ausgewiesen. Die Aufzinsung erfolgt nach der Effektivzinsmethode. Derivative Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert und - unabhängig von ihrem Zweck - mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieses Werts werden erfolgswirksam erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft. In diesem Fall richtet sich die Erfassung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art der Sicherungsbeziehung. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum Handelstag. Mit Fair Value Hedges werden bilanzierte Vermögenswerte oder Schulden gegen das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts abgesichert. Hierbei werden Änderungen der beizulegenden Zeitwerte sowohl der Sicherungsgeschäfte als auch der dazugehörigen Grundgeschäfte in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Wenn Grund- und Sicherungsgeschäfte bereits originär mit den beizulegenden Zeitwerten erfolgswirksam bewertet werden, kann zur Erzielung der Fair-Value-Absicherung auf die Anwendung der Sonderregelungen des Fair-Value-Hedge-Accounting verzichtet werden. Cashflow Hedges dienen der Absicherung des Risikos, dass die mit einem bilanzierten Vermögenswert, einer bilanzierten Schuld oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden geplanten Transaktion verbundenen zukünftigen Zahlungsströme schwanken. Liegt ein Cashflow Hedge vor, werden die unrealisierten Gewinne und Verluste des Sicherungsgeschäfts - sofern effektiv - zunächst unter den sonstigen Eigenkapitalposten erfasst. Sie gehen erst dann in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ein, wenn das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Führen die Transaktionen an einem Bilanzstichtag zum Ansatz von nichtfinanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, z. B. zum Erwerb von Vorräten, werden die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Beträge mit dem erstmaligen Wertansatz des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit verrechnet. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse werden in Höhe der für den Verkauf von Erzeugnissen und Waren im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit voraussichtlich zu erhaltenden Gegenleistung erfasst. Umsatzerlöse werden abzüglich Rabatten und Preisnachlässen, ohne Umsatzsteuer und nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Bei variablen Preisvereinbarungen wird eine vertragsindividuelle Schätzung der zu erwartenden Endpreise für die Umsatzrealisierung vorgenommen. Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt, wenn die Kontrolle über die Erzeugnisse und Waren auf den Kunden übertragen wurde. Der Zeitpunkt dieses Übergangs wird üblicherweise gemäß den INCOTERMS (International Commercial Terms) bestimmt, entsprechend kommt es grundsätzlich zu einer zeitpunktbezogenen Umsatzerfassung. Kosten der Umsatzanbahnung haben ganz überwiegend einen kurzfristigen Umsatzbezug und werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Im Rahmen der industrieüblichen Zahlungskonditionen bestehen bei der Umsatzerfassung keine Finanzierungskomponenten. Neben Vertragsabschlüssen für Spot-Verkäufe liegen Kundenverträge insbesondere in Form von Jahres- bzw. Kampagneverträgen vor, sodass auch die Angabe von nur kurzfristig verbleibenden Leistungsverpflichtungen unterbleiben kann. Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass Ermessensentscheidungen und Annahmen getroffen werden sowie Schätzungen erfolgen. Diese Beurteilungen des Managements können sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, auf die Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe der Eventualschulden auswirken. Bestimmte Verträge erfordern eine Einschätzung, ob sie als Derivate zu behandeln oder wie so genannte Verträge für den Eigenverbrauch als schwebende Geschäfte zu bilanzieren sind. Bei Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist unter anderem der Diskontierungssatz eine wichtige Einflussgröße. Der Diskontierungssatz für Pensionsverpflichtungen wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen erstrangiger, festverzinslicher Industrieanleihen ermittelt. Daneben werden analytisch abgeleitete Annahmen über Pensionseintrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Gehalts- und Rentenerhöhungen getroffen. Hinsichtlich der Auswirkungen der Veränderungen einzelner versicherungsmathematischer Annahmen auf die Höhe der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird auf die Angaben zur Sensitivitätsanalyse unter Ziffer (27) "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" verwiesen. Annahmen und Schätzungen beziehen sich auch auf die Bilanzierung und Bewertung von übrigen Rückstellungen. Bei der Bilanzierung von Rückstellungen oder der Angabe von Eventualverbindlichkeiten können sich Unsicherheiten ergeben, da - insbesondere im Zusammenhang mit anhängigen oder sich möglicherweise ergebenden Rechtsstreitigkeiten - Schätzungen und Annahmen z. B. über die Wahrscheinlichkeit des Ausgangs von Verfahren sowie die Inanspruchnahme von Rückstellungen und damit die Bestimmung der Fristigkeit erforderlich sind. Auch beim Ansatz von Verbindlichkeiten kann es - allerdings in geringerem Ausmaß als bei der Bilanzierung von Rückstellungen - Unsicherheiten hinsichtlich Grund und Höhe der Zahlungspflicht und der Bemessung der Herstellungskosten geben, z. B. bei der Rübenbezahlung und der Ableitung der zuckererlösabhängigen Rübenkosten zum Bilanzstichtag. Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt auf Basis von Prognoserechnungen für die Cashflows der Cash Generating Units der nächsten fünf Jahre und unter Anwendung eines an das Unternehmensrisiko angepassten Diskontierungssatzes. Auch die Bestimmung der Nutzungsdauern des abnutzbaren Anlagevermögens, des Nettoveräußerungspreises des Vorratsvermögens sowie des beizulegenden Zeitwerts von im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Schulden basiert auf Schätzungen. Aktive latente Steuern werden angesetzt, soweit die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile wahrscheinlich ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation der späteren Perioden und damit die tatsächliche Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern können von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen. Ertragsteuern können in Bezug auf Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe der erwarteten Steuerzahlung bzw. -erstattung einer Unsicherheit unterliegen, für die das Unternehmen eine Einschätzung vorzunehmen hat. Weitere Erläuterungen zu den getroffenen Annahmen und Schätzungen, die diesem Konzernabschluss zugrunde liegen, sind bei den Angaben zu den einzelnen Abschlussposten aufgeführt. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte künftige wirtschaftliche Umfeld des Konzerns berücksichtigt. Sollten sich die Rahmenbedingungen entgegen unseren Annahmen verändern, können die tatsächlichen Beträge von den Schätzwerten abweichen. Tritt dieser Fall ein, erfolgt eine Anpassung der Annahmen und, soweit erforderlich, der Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden. ERLÄUTERUNGEN ZUR GESAMTERGEBNISRECHNUNG (6) Umsatzerlöse Nachstehend sind die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden - diese werden zeitpunktbezogen erfasst - nach den vier Segmenten und nach Lieferdestinationen aufgeteilt: scroll Mio. € Zucker Spezialitäten CropEnergies Frucht Konzern 2019/20 Deutschland 690,9 461,2 211,8 128,3 1.492,2 Belgien 172,6 65,1 100,6 76,2 414,5 Frankreich 272,6 79,3 60,3 88,2 500,4 Vereinigtes Königreich 34,2 363,8 200,2 21,7 619,9 Österreich 168,7 242,9 0,3 40,5 452,4 Polen 146,9 41,5 23,3 27,5 239,2 Übrige EU 602,6 400,0 176,4 106,3 1.285,3 EU (inkl. Vereinigtem Königreich) 2.088,5 1.653,8 772,9 488,7 5.003,9 Übriges Ausland 168,7 755,6 46,1 696,4 1.666,8 Gesamt 2.257,2 2.409,4 819,0 1.185,1 6.670,7 2018/19 Deutschland 740,6 452,0 247,0 141,5 1.581,1 Belgien 188,5 58,1 64,3 77,5 388,4 Frankreich 320,3 84,2 49,6 99,4 553,5 Vereinigtes Königreich 54,0 345,8 151,6 31,8 583,2 Österreich 167,5 238,3 0,7 39,6 446,1 Polen 160,4 41,7 21,6 29,1 252,8 Übrige EU 646,8 383,2 133,9 103,9 1.267,8 EU (inkl. Vereinigtem Königreich) 2.278,1 1.603,3 668,7 522,8 5.072,9 Übriges Ausland 310,2 690,5 24,4 656,1 1.681,2 Gesamt 2.588,3 2.293,8 693,1 1.178,9 6.754,1 TABELLE 060 Wenngleich das Vereinigte Königreich zum 31. Januar 2020 aus der EU ausgetreten ist, werden die Umsätze im Vereinigten Königreich aufgrund der elfmonatigen Zugehörigkeit zur EU noch vollständig innerhalb der EU ausgewiesen. (7) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen Zucker 135,4 - 203,9 Spezialitäten 22,0 26,2 CropEnergies - 8,4 4,0 Frucht 25,5 - 20,3 174,5 - 194,0 Andere aktivierte Eigenleistungen 5,9 5,5 180,4 - 188,5 TABELLE 061 Die Bestandsveränderungen enthalten auch Abwertungen von Vorräten auf den Nettoveräußerungserlös sowie Wertaufholungen; die entsprechenden Erläuterungen werden unter Ziffer (24) "Vorräte" gegeben. (8) Sonstige betriebliche Erträge scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Währungs- und Umrechnungsgewinne 23,8 23,2 Erträge aus dem Abgang von lang- und kurzfristigen Vermögenswerten 2,9 5,3 Erträge aus Derivaten 1,8 2,8 Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 5,2 2,3 Erträge aus Sondereinflüssen 13,9 22,9 Sonstige Erträge 65,6 66,3 113,2 122,8 TABELLE 062 In den sonstigen Erträgen in Höhe von 65,6 (66,3) Mio. € sind unter anderem Versicherungserstattungen und sonstige Entschädigungen, Agrar-Ausgleichszahlungen und Zuschüsse, Erträge aus erbrachten Serviceleistungen sowie aus Vermietung und Verpachtung, periodenfremde Erträge (ohne Steuern und Zinsen) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten. Die Erträge aus Sondereinflüssen von 13,9 (22,9) Mio. € enthielten insbesondere Erträge aus der Veräußerung von Grundstücken. Im Vorjahr war hierin unter anderem der Ertrag aus der Auflösung einer in 2016/17 gebildeten Rückstellung für Branntweinsteuerrisiken in Deutschland im Segment CropEnergies enthalten, nachdem das entsprechende Verfahren im Geschäftsjahr 2018/19 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. (9) Materialaufwand scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 4.242,1 4.057,0 Aufwendungen für bezogene Leistungen 385,9 403,4 4.628,0 4.460,4 TABELLE 063 Die auf Basis der tatsächlichen Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen der Ethanolproduktionsanlage am belgischen Standort Wanze staatlich zugeteilten Green Certificates werden in Höhe ihres Verwertungserlöses als Kürzung des Postens Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren innerhalb des Materialaufwands erfasst. Die Zuteilungsmenge hängt von der nachhaltig aus Biomasse erzeugten Strommenge im jeweiligen Berichtszeitraum ab, wobei eine Zusage über eine Zuteilung über den Berichtszeitraum hinaus bis 2024 vorliegt. Im Rahmen einer Gesetzänderung in Belgien wird das Verfahren für neue Anträge zur Förderung durch Green Certificates zurzeit überarbeitet. Dabei wird deutlich, dass die Reduzierung von Treibhausgasen, z. B. durch den Einsatz von erneuerbaren Energien, in Belgien weiterhin einen hohen und wachsenden Stellenwert genießt. Da die Ausführungsbestimmungen zur Umsetzung des neuen Gesetzes im Einzelnen noch nicht vorliegen, kann CropEnergies derzeit keine konkreten Aussagen treffen, ob und wie sich die Neuregelung für eine Anschlussförderung ab 2024 auswirken wird. Vergleichbare Regelungen mit der Gutschrift von Green Certificates gelten für andere Produktionsanlagen mit eigener Energieerzeugung in Belgien, Polen und Rumänien. Im Berichtszeitraum belief sich der entsprechende Verwertungserlös der Green Certificates insgesamt auf 26,5 (23,0) Mio. €, wovon der überwiegende Anteil auf den belgischen Standort Wanze entfiel. (10) Personalaufwand scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Löhne und Gehälter 767,2 770,0 Beiträge zur gesetzlichen Altersversicherung 51,3 51,5 Übrige Sozialabgaben, Aufwendungen für betriebliche Altersversorgung und für Unterstützung 159,9 153,9 978,4 975,4 TABELLE 064 Vom gesamten Personalaufwand in Höhe von 978,4 (975,4) Mio. € sind 2,9 (33,6) Mio. € im Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen ausgewiesen und betrafen sowohl im laufenden Jahr als auch im Vorjahr ganz überwiegend Rückstellungen für Sozialpläne im Zusammenhang mit den geplanten Kapazitätsanpassungen im Segment Zucker. Mitarbeiterzahl am Bilanzstichtag und im Quartalsdurchschnitt (Vollzeitäquivalente) scroll 29. Februar 2020 2019/20 Quartalsdurchschnitt 28. Februar 2019 2018/19 Quartalsdurchschnitt Segment Zucker 6.597 7.156 6.950 7.378 Segment Spezialitäten 6.017 6.053 6.033 5.866 Segment CropEnergies 450 444 433 421 Segment Frucht 6.124 6.070 5.803 5.944 Konzern 19.188 19.723 19.219 19.610 TABELLE 065 Die Zahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter lag zum 29. Februar 2020 mit 19.188 (19.219) auf Vorjahresniveau. Dabei verzeichnete das Segment Zucker einen Rückgang um 353 Mitarbeiter infolge der umgesetzten Werksschließungen in Deutschland, Frankreich und Polen sowie der vorübergehenden Werksstilllegung in Moldau. Im Gegenzug stieg die Anzahl der Mitarbeiter im Segment Frucht um 321. Die höhere durchschnittliche Mitarbeiterzahl resultiert im Wesentlichen aus der unterjährigen Mehrbeschäftigung im Rahmen von Kampagnen sowie beim Ernteeinsatz insbesondere im Segment Frucht. (11) Abschreibungen scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Immaterielle Vermögenswerte 25,3 24,6 Sachanlagen 334,6 300,6 Planmäßige Abschreibungen 359,9 325,2 Immaterielle Vermögenswerte 0,0 673,9 Sachanlagen 4,2 109,5 Wertminderungen inklusive Sondereinflüssen 4,2 783,4 Erträge aus Zuschreibungen - 0,2 0,0 Netto-Abschreibungen 363,9 1.108,6 Operatives Ergebnis 361,9 326,2 Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen 2,0 782,4 Netto-Abschreibungen 363,9 1.108,6 Wertminderungen nach Segmenten Zucker 3,8 732,0 Spezialitäten 0,0 50,8 CropEnergies 0,0 0,0 Frucht 0,4 0,6 Gesamt 4,2 783,4 TABELLE 066 Die Wertminderungen im Segment Zucker von 3,8 Mio. € resultierten unter anderem aus der vorübergehenden Stillegung einer moldauischen Zuckerfabrik. Im Segment Frucht sind Wertminderungen von 0,4 Mio. € im Zusammenhang mit der Schließung eines serbischen Standorts angefallen. Im Vorjahr ergab eine Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte der Cash Generating Unit (CGU) Zucker einen Wertberichtigungsbedarf von 673,1 Mio. €. Die Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 109,5 Mio. € entfielen mit 58,9 Mio. € ebenfalls auf das Segment Zucker. Sie betrafen im Wesentlichen die vorgesehene Kapazitätsanpassung um ein durchschnittliches jährliches Zuckerproduktionsvolumen von insgesamt rund 700.000 t und die damit verbundene Schließung von insgesamt fünf Zuckerfabriken in Deutschland (Brottewitz und Warburg), Frankreich (Cagny und Eppeville) und Polen (Strzyżów). Im Segment Spezialitäten waren im Vorjahr die Buchwerte von Sachanlagen der Stärkefabrik am Standort Zeitz im Wert zu berichtigen; vom gesamten Wertberichtigungsbedarf in Höhe von 50,8 Mio. € entfielen 50,7 Mio. € auf den Standort Zeitz. (12) Sonstige betriebliche Aufwendungen scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Vertriebs- und Logistikaufwendungen 414,7 441,8 Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 284,3 286,8 Werbeaufwendungen 30,0 33,2 Aufwendungen aus Restrukturierung / Sondereinflüssen 28,4 13,4 Aufwand aus Serviceverträgen 38,5 57,6 Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des kurz- und langfristigen Vermögens 3,5 3,9 Wertberichtigungen auf Forderungen 3,9 2,1 Währungs- und Umrechnungsverluste 23,4 16,4 Aufwendungen aus Derivaten 4,2 4,6 Sonstige Steuern 29,7 24,7 übrige Aufwendungen 36,5 42,3 897,1 926,8 TABELLE 067 Die Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung in Höhe von 284,3 (286,8) Mio. € umfassen unter anderem Büro-, Kommunikations- und Reisekosten, Beratungshonorare, Gebühren und Beiträge, Versicherungsprämien, Mitarbeiterschulungen, freiwillige Sozialleistungen sowie Fremdleistungen für Instandhaltungen und Reparaturen. Die Aufwendungen aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von 28,4 (13,4) Mio. € betrafen im abgelaufenen Jahr insbesondere Belastungen infolge des Streiks im französischen Werk Cagny und im Vorjahr unter anderem die Risikovorsorge für langlaufende Logistikverträge im Segment Zucker vor dem Hintergrund der geplanten Kapazitätsreduktion. Die sonstigen Steuern in Höhe von 29,7 (24,7) Mio. € umfassen Besitz-, Verbrauchs- und Verkehrssteuern. Die übrigen Aufwendungen von 36,5 (42,3) Mio. € beinhalten unter anderem Forschungs- und Entwicklungskosten, Marktforschungshonorare, Lizenzgebühren sowie übrige bezogene Dienstleistungen. (13) Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen von -48,9 (22,1) Mio. € beinhaltet das anteilige Ergebnis der Joint-Venture-Gesellschaften der Hungrana-Gruppe, der AGRANA-Studen-Gruppe, der CT Biocarbonic GmbH, der Maxi S.r.l. und der Collaborative Packing Solutions (Pty) Ltd (bis 30. November 2019) sowie des assoziierten Unternehmens ED&F Man Holdings Limited. Es war insbesondere durch den negativen Ergebnisbeitrag von ED&F Man Holdings Limited im Segment Zucker belastet. Weitere Erläuterungen zur Entwicklung des Ergebnisses aus at Equity einbezogenen Unternehmen finden sich unter Ziffer (2) "Konsolidierungskreis" im Rahmen der Angaben zu at Equity einbezogenen Unternehmen. (14) Ergebnis der Betriebstätigkeit scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Ergebnis der Betriebstätigkeit 48,0 - 760,7 davon operatives Ergebnis 116,4 27,3 davon Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen - 19,5 - 810,1 davon Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen - 48,9 22,1 TABELLE 068 Die Aufteilung des Ergebnisses der Betriebstätigkeit und dessen Komponenten nach Segmenten erfolgt in der Segmentberichterstattung. (15) Finanzerträge und -aufwendungen scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Zinserträge 13,4 16,2 Zinsaufwendungen - 41,0 - 38,2 Zinsergebnis - 27,6 - 22,0 Sonstige Finanzerträge 35,0 28,3 Sonstige Finanzaufwendungen - 46,5 - 29,5 Sonstiges Finanzergebnis - 11,5 - 1,2 Finanzergebnis - 39,1 - 23,2 davon Finanzerträge 48,5 44,5 davon Finanzaufwendungen - 87,6 - 67,7 TABELLE 069 Das Zinsergebnis erhöhte sich auf - 27,6 (- 22,0) Mio. €. Im Zinsergebnis sind auch der Nettoaufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von 15,6 (16,5) Mio. €, der Aufwand aus der Aufzinsung übriger langfristiger Rückstellungen und Verbindlichkeiten von 0,8 (0,9) Mio. € sowie aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten von 3,5 (0,0) Mio. € enthalten. Das sonstige Finanzergebnis belief sich auf - 11,5 (- 1,2) Mio. €. Es ist durch ein negatives Währungsergebnis von - 8,5 (- 4,8) Mio. € belastet, das insbesondere aus der Abschwächung des argentinischen und chilenischen Pesos resultiert. Argentinien gilt seit Mitte des Jahres 2018 als Hochinflationsland, womit die einschlägigen Vorschriften von IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) seit dem 3. Quartal 2018/19 zur Anwendung kamen; hierdurch wurde der Währungsverlust um 0,9 (1,3) Mio. € erhöht. Daneben umfasst das sonstige Finanzergebnis Aufwendungen aus der Abwertung einer Zuckerbeteiligung und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen. (16) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Der Steueraufwand von 63,4 (21,4) Mio. € setzt sich aus laufenden gezahlten oder geschuldeten Steuern sowie dem latenten Steueraufwand bzw. -ertrag wie folgt zusammen: scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Laufende Steuern 73,0 49,3 Latente Steuern - 9,6 - 27,9 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 63,4 21,4 TABELLE 070 Der im Geschäftsjahr 2019/20 unverändert zu berücksichtigende theoretische Steueraufwand von 29,1 % ergibt sich aus dem deutschen Körperschaftsteuersatz inklusive Solidaritätszuschlag von 15,8 % sowie der Gewerbesteuer von 13,3 %. Die Überleitung vom theoretischen zum tatsächlichen Steueraufwand ist nachfolgend dargestellt: scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Ergebnis vor Ertragsteuern 8,9 - 783,9 Theoretischer Steuersatz 29,1 % 29,1 % Theoretischer Steueraufwand (+) 2,6 - 228,3 Abweichung vom theoretischen Steueraufwand durch: Abweichende Steuersätze - 7,9 6,6 Steuerminderung durch steuerfreie Erträge 8,4 - 14,7 Steuererhöhung aufgrund nicht abzugsfähiger Aufwendungen 15,5 208,0 Steuern aus Vorjahren - 3,6 - 27,0 Steuereffekte aus der Bewertung und dem Ansatz von Verlustvorträgen und temporären Differenzen 43,7 74,3 Sonstiges 4,7 2,5 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 63,4 21,4 Steuerquote - - TABELLE 071 Nach einem Ergebnis vor Ertragsteuern von 8,9 (- 783,9) Mio. € beliefen sich die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag auf 63,4 (21,4) Mio. €. Der Posten Steuererhöhung aufgrund nicht abzugsfähiger Aufwendungen enthielt im Vorjahr ganz überwiegend den Effekt aus der Wertberichtigung des Geschäfts- oder Firmenwerts im Segment Zucker, welcher steuerlich nicht abzugsfähig war. Der Posten Steuereffekte aus der Bewertung und dem Ansatz von Verlustvorträgen und temporären Differenzen enthält im laufenden Geschäftsjahr insbesondere die Verluste im Segment Zucker, für welche überwiegend keine Aktivierung von latenten Steuern erfolgte. Latente Steuern ergeben sich aus temporären Abweichungen zwischen steuerbilanziellen Wertansätzen und den gemäß IFRS bilanzierten Vermögenswerten und Schulden sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Aktive latente Steuern werden nur angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuervorteile realisiert werden können. Diese Beurteilung beruht auf unternehmensinternen Planungen über die zukünftige Ertragssituation der jeweiligen Gesellschaft. Hierbei gehen wir für die Gesellschaften im Segment Zucker auf Basis der getroffenen Planannahmen von einer mittelfristigen Ergebniserholung aus. Für steuerliche Verlustvorträge, deren Nutzung in Zukunft wahrscheinlich ist, wurden insgesamt 57,6 (44,6) Mio. € latente Steuern aktiviert. Latente Steueransprüche in Höhe von 313,1 (225,5) Mio. € wurden nicht aktiviert, da von einer Realisierung der Steueransprüche in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Von diesen nicht angesetzten latenten Steueransprüchen sind 305,8 (216,2) Mio. € unbegrenzt vortragsfähig, vom übrigen Bestand in Höhe von 7,3 (9,3) Mio. € verfällt der wesentliche Teil innerhalb eines Zeitraums von bis zu sieben Jahren. Auf in Vorjahren gebildete aktive latente Steuern auf Verlustvorträge wurde eine Wertberichtigung in Höhe von 0,0 (5,5) Mio. € vorgenommen. Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen in Höhe von 52,8 (60,2) Mio. € wurden keine latenten Steuerschulden gebildet, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist. Im Berichtsjahr haben latente Steuern die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen um 4,9 Mio. € erhöht, nach einer Reduktion um 20,4 Mio. € im Vorjahr. Wesentliche Einflussgröße waren dabei latente Steuerforderungen aus der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen, die zu einer Erhöhung des Eigenkapitals um 7,3 Mio. €, bzw. im Vorjahr zu einer Reduzierung um 20,6 Mio. € führten. Darüber hinaus wurden 5,3 (5,4) Mio. € Ertragsteuern direkt im Eigenkapital erfasst. Die latenten Steuerabgrenzungen resultierten aus den einzelnen Bilanzpositionen wie folgt: scroll Mio. € Aktive latente Steuern Passive latente Steuern 28./29. Februar 2020 2019 2020 2019 Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 9,1 9,2 215,0 207,4 Vorräte 12,0 9,5 31,5 26,1 Übrige Vermögenswerte 2,5 4,4 8,7 5,1 Steuerliche Sonderposten 0,0 0,3 34,4 30,7 Rückstellungen 112,0 105,2 8,8 7,6 Verbindlichkeiten 35,7 23,3 2,2 3,8 Verlustvorträge 57,6 44,6 0,0 0,0 228,9 196,5 300,6 280,7 Saldierungen - 154,5 - 122,0 - 154,5 - 122,0 Bilanzposten 74,4 74,5 146,1 158,7 davon langfristig 46,9 41,3 125,0 132,0 TABELLE 072 Die zum 29. Februar 2020 ausgewiesenen kurzfristigen Steuererstattungsansprüche reduzierten sich leicht auf 28,3 (31,0) Mio. € und umfassen insbesondere geleistete Steuervorauszahlungen. Die langfristigen Steuerschulden in Höhe von 13,3 (22,6) Mio. € beinhalten im Wesentlichen Ertragsteuern für noch nicht abschließend geprüfte Vorjahreszeiträume. Die kurzfristigen Steuerschulden von 15,2 (18,0) Mio. € betreffen neben den Ertragsteuerverbindlichkeiten aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr noch erwartete Nachzahlungen für Vorjahre. (17) Forschungs- und Entwicklungskosten Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind im Konzernlagebericht erläutert. Die Forschungs- und Entwicklungsaufgaben wurden von 453 (456) Mitarbeitern wahrgenommen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen insgesamt 46,3 (44,9) Mio. € und waren in voller Höhe aufwandswirksam. (18) Ergebnis je Aktie scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Jahresfehlbetrag - 54,5 - 805,3 davon Anteil der Aktionäre der Südzucker AG - 121,5 - 844,3 Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien 204.183.292 204.183.292 Ergebnis je Aktie (€) 1 - 0,60 - 4,14 1 Unverwässert / verwässert. TABELLE 073 Der Berechnung des Ergebnisses je Aktie (IAS 33) war der zeitlich gewichtete Durchschnitt von 204,2 Mio. ausstehenden Aktien zugrunde zu legen. Das Ergebnis je Aktie betrug - 0,60 (- 4,14) €. Im Vorjahr war darin insbesondere die Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte im Segment Zucker von - 673,1 Mio. € bzw. - 3,30 €/Aktie enthalten. Eine Verwässerung des Ergebnisses je Aktie lag nicht vor. (19) Sonstiges Ergebnis Das sonstige Ergebnis von - 168,9 (- 47,4) Mio. € umfasst erfolgsneutral erfasste Erträge und Aufwendungen im Eigenkapital der Südzucker-Aktionäre und der sonstigen nicht beherrschenden Anteile. Die zukünftig in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umzugliedernden Erträge und Aufwendungen in Höhe von - 9,5 (14,3) Mio. € beinhalten die Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten (Cashflow Hedge) und die Marktbewertung von Schuldinstrumenten, die Währungsumrechnung aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung sowie den Anteil aus at Equity einbezogenen Unternehmen. Die konsolidierungsbedingten Währungsdifferenzen von - 25,2 (- 1,7) Mio. € resultieren insbesondere aus der Schwächung des argentinischen und chilenischen Pesos, des polnischen Zloty und des ungarischen Forints, der eine Stärkung des US-Dollars und des ukrainischen Hrywnja gegenüberstand. Im Vorjahr waren die Währungsdifferenzen im Wesentlichen Ergebnis aus der Schwächung des US-Dollars, des argentinischen sowie des chilenischen Pesos, der eine Stärkung des polnischen Zloty und der tschechischen Krone gegenüberstand. Bei den zukünftig nicht in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umzugliedernden Beträgen handelt es sich im Wesentlichen um die Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von - 159,4 (- 62,8) Mio. €. Die Anpassung des Diskontierungssatzes von 1,95 % zum 28. Februar 2019 auf 1,00 % für wesentliche Pensionspläne zum 29. Februar 2020 führte im laufenden Geschäftsjahr zu einer Belastung des Eigenkapitals. Auch im Vorjahr war das Eigenkapital durch die Änderung des Diskontierungssatzes sowie die Anpassung der demografischen Annahmen (unter anderem erstmalige Anwendung der Heubeck-Richttafeln 2018 G für deutsche Pläne) belastet. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG (20) Angaben zur Kapitalflussrechnung Mittelzufluss (+) / -abfluss (-) aus laufender Geschäftstätigkeit Der Mittelzufluss (+) / -abfluss (-) aus laufender Geschäftstätigkeit wird aus Transparenzgründen in zwei wesentliche Blöcke aufgeteilt. Diese dienen insbesondere dazu, einen mittelfristig nachhaltigen Cashflow aus dem operativen Geschäft und die deutlich saisonal bedingten Schwankungen des Working Capitals über die Quartale zu isolieren. Letzteres ist eine Besonderheit des Südzucker-Geschäftsmodells mit einem in verschiedenen Segmenten (z. B. Zucker) vorhandenen Kampagnebetrieb. Cashflow Der Cashflow erreichte 372,2 Mio. € nach 377,1 Mio. € im Vorjahr. Der ausgewiesene Cashflow setzt sich aus Jahresüberschuss, Abschreibungen langfristiger Vermögenswerte, der bilanziellen Veränderung langfristiger Rückstellungen, (latenter) Steuerschulden und latenter Steuerforderungen sowie sonstigen zahlungsunwirksamen Erträgen und Aufwendungen, die im Wesentlichen die nicht zahlungswirksam erfassten At-Equity-Ergebnisse enthalten, zusammen. Der Cashflow dient der Ermittlung der Kennzahl "Verschuldungsfaktor" (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Cashflow). In den Hybrid-Anleihe-Bedingungen ist vereinbart, dass eine Couponaussetzung eintritt, sofern der Cashflow 5 % der konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns unterschreitet. Im Geschäftsjahr 2019/20 entsprach der Cashflow 5,6 (5,6) % der konsolidierten Konzernumsatzerlöse. Veränderung des Working Capitals Der Mittelabfluss aus der Zunahme des Working Capitals belief sich auf 217,2 (113,4) Mio. € und ergab sich aus einem preisbedingten Anstieg der Vorräte im Segment Zucker sowie einem Rückgang der kurzfristigen Rückstellungen, der zum Teil durch den Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen kompensiert wurde. Die Veränderung des Working Capitals setzt sich aus der Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen, Vorräte, Forderungen (aus Lieferungen und Leistungen) sowie der sonstigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zusammen; Letztere umfassen auch langfristige Positionen von untergeordneter Bedeutung. Hierdurch werden die von der saisonalen Schwankung hauptsächlich betroffenen Posten im Ausweis separiert. Mittelabfluss (-) / -zufluss (+) aus Investitionstätigkeit Investitionen in Sachanlagen Die Investitionen in Sachanlagen (einschließlich immaterieller Vermögenswerte) beliefen sich auf 335,3 (378,7) Mio. €. Im Segment Zucker entfielen sie in Höhe von 104,0 (144,8) Mio. € überwiegend auf Ersatzinvestitionen, vor allem im Bereich Elektroinstallationen und Automatisierung, die Verbesserung der Logistik sowie die Erfüllung gesetzlicher oder behördlicher Vorgaben. Im Segment Spezialitäten wurden mit 149,5 (164,5) Mio. € im Wesentlichen neue Produktionskapazitäten in der Division Stärke geschaffen sowie bei BENEO und Freiberger Anlagen erweitert und optimiert. Im Segment CropEnergies wurden 29,9 (13,2) Mio. € investiert, um Produktionsanlagen zu ersetzen, deren Kapazität zu erhöhen oder deren Effizienz zu steigern. Im Segment Frucht betrafen die Investitionen von 51,9 (56,2) Mio. € überwiegend Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen sowie Kapazitätserweiterungen in der Division Fruchtzubereitungen. Investitionen in Finanzanlagen Die Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 12,6 (15,3) Mio. € betrafen im Wesentlichen die Gründung des 50-%-Joint-Ventures Beta Pura GmbH, Wien / Österreich, sowie die Beteiligungserwerbe von 3,5 % an DouxMatok Ltd., Petcha-Tikva / Israel, und 10 % an Skiwater Beverages GmbH, Innsbruck / Österreich. Daneben wurde die bestehende Beteiligung an der Collaborative Packing Solutions [Pty] Ltd., Johannesburg / Südafrika, von 40 % auf 75 % aufgestockt. Im Vorjahr entfielen die Investitionen in Finanzanlagen maßgeblich auf den Erwerb von 100 % der Anteile an dem ungarischen Fruchtsaftkonzentrathersteller Brix Trade Kft., Nagykálló, den Erwerb von 49 % der Anteile an dem algerischen Fruchtzubereitungshersteller SPA AGRANA Fruit Algeria (vormals: Elafruits SPA), Akbou, sowie die Akquisition von 100 % der Anteile des britischen Portionsartikelherstellers CustomPack Ltd, Telford. Mittelabfluss (-) / -zufluss (+) aus Finanzierungstätigkeit Auf- / Abstockungen sowie Kapitalerhöhung bzw. -rückkauf Die Mittelabflüsse aus Aufstockungen von 0,0 (- 0,4) Mio. € und die Mittelzuflüsse aus Abstockungen / Kapitalerhöhungen von 0,0 (2,5) Mio. € betrafen im Vorjahr Anteilszukäufe bzw. -verkäufe von weiterhin vollkonsolidierten Tochtergesellschaften. Gewinnausschüttungen Die im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgezahlten Gewinnausschüttungen im Konzern von insgesamt 101,9 (160,7) Mio. € entfielen mit 40,8 (91,9) Mio. € auf die Aktionäre der Südzucker AG sowie mit 61,1 (68,8) Mio. € auf andere Gesellschafter. Aufnahme und Tilgung von Finanzierungsmitteln Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden überwiegend zur kurzfristigen saisonalen Finanzierung Commercial Papers in Höhe von 100,0 (230,0) Mio. € begeben und Bankkreditlinien in Höhe von 202,7 (222,8) Mio. € in Anspruch genommen. Im Vorjahr wurde im März 2018 die Anleihe 2011/2018 mit einem Coupon von 4,125 % mit einem Volumen von 400 Mio. € getilgt. Die Rückführung aus Leasingverbindlichkeiten betrug 31,2 Mio. €. Zusätzlich wurden Zahlungen von 6,8 Mio. € für kurzfristige und geringwertige Mietverträge, aber keine variablen Zahlungen geleistet. Ertragsteuerzahlungen, Zinszahlungen und erhaltene Dividenden Ertragsteuerzahlungen Der Saldo der Ertragsteuerzahlungen belief sich auf 77,6 (74,9) Mio. €. Die Mittelabflüsse aus Ertragsteuerzahlungen sind grundsätzlich der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Zinszahlungen und erhaltene Dividenden Die erhaltenen und gezahlten Zinsen sowie die erhaltenen Dividenden werden dem Mittelzufluss / -abfluss der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ (21) Immaterielle Vermögenswerte scroll Mio. € Geschäfts- oder Firmenwerte Kundenlisten, Marken, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte Gesamt 2019/20 Anschaffungskosten 1. März 2019 1.992,1 476,9 2.469,0 Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen 2,0 0,1 2,1 Währung 7,3 9,1 16,4 Zugänge 0,0 6,2 6,2 Umbuchungen 0,0 2,0 2,0 Abgänge 0,0 - 2,1 - 2,1 29. Februar 2020 2.001,4 492,2 2.493,6 Abschreibungen und Wertminderungen 1. März 2019 - 1.261,9 - 206,4 - 1.468,3 Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen 0,0 0,0 0,0 Währung 0,0 - 0,9 - 0,9 Jahresabschreibungen 0,0 - 25,3 - 25,3 Wertminderungen 0,0 0,0 0,0 Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 Abgänge 0,0 2,1 2,1 Zuschreibungen 0,0 0,0 0,0 29. Februar 2020 - 1.261,9 - 230,5 - 1.492,4 Buchwert 29. Februar 2020 739,5 261,7 1.001,2 scroll Mio. € Geschäfts- oder Firmenwerte Kundenlisten, Marken, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte Gesamt 2018/19 Anschaffungskosten 1. März 2018 1.978,3 453,5 2.431,8 Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen 2,8 0,1 2,9 Währung 11,0 14,4 25,4 Zugänge 0,0 10,1 10,1 Umbuchungen 0,0 2,7 2,7 Abgänge 0,0 - 3,9 - 3,9 28. Februar 2019 1.992,1 476,9 2.469,0 Abschreibungen und Wertminderungen 1. März 2018 - 588,8 - 183,8 - 772,6 Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen 0,0 0,1 0,1 Währung 0,0 - 0,9 - 0,9 Jahresabschreibungen 0,0 - 24,6 - 24,6 Wertminderungen - 673,1 - 0,8 - 673,9 Umbuchungen 0,0 - 0,1 - 0,1 Abgänge 0,0 3,7 3,7 Zuschreibungen 0,0 0,0 0,0 28. Februar 2019 - 1.261,9 - 206,4 - 1.468,3 Buchwert 28. Februar 2019 730,2 270,5 1.000,7 TABELLE 074 Geschäfts- oder Firmenwerte Zur Durchführung von Werthaltigkeitstests werden die Geschäfts- oder Firmenwerte im Südzucker-Konzern den Segmenten Zucker und Frucht sowie den Divisionen BENEO, Freiberger und PortionPack als relevante Zahlungsmittel generierende Einheiten bzw. Cash Generating Units (CGUs) zugeordnet. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests werden die jeweiligen Buchwerte der CGUs regelmäßig mit dem Nutzungswert (führendes Wertkonzept bei Südzucker) verglichen, um eine mögliche Wertminderung zu identifizieren. Der Nutzungswert ist der Barwert der zukünftigen Cashflows, die voraussichtlich aus einer CGU erzielt werden können. Der Nutzungswert wird auf der Grundlage eines Unternehmensbewertungsmodells (Discounted Cashflow) ermittelt. Der Bestimmung liegen Cashflow-Planungen zugrunde, die auf der im Zeitpunkt der Durchführung des Impairment-Tests gültigen Fünf-Jahres-Planung basieren. In diese Planungen fließen Erfahrungen ebenso ein wie Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Marktentwicklung sowie der gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten. Die Kapitalkosten sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten je CGU zu berechnen. Die Eigenkapitalkosten sind aus den Renditeerwartungen der Südzucker-Aktionäre, die angesetzten Fremdkapitalkosten aus den langfristigen Refinanzierungskonditionen des Südzucker-Kapitalmarktumfelds abgeleitet. Die Eigenkapitalkosten errechnen sich aus einem risikolosen Basiszinssatz, einem Renditezuschlag für das Geschäftsrisiko sowie einem Länderrisikoaufschlag. Als risikoloser Zinssatz wurde die Rendite von Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren herangezogen. Das Geschäftsrisiko ergibt sich aus dem Produkt der allgemeinen Marktrisikoprämie von 7,0 (6,5) % sowie dem für Südzucker gültigen Geschäftsrisiko, das aus Kapitalmarktinformationen abgeleitet wird. Die so abgeleiteten Eigenkapitalkosten werden für jede CGU individualisiert, indem die jeweiligen Länderrisiken und Geschäftsrisiken berücksichtigt werden. Bei den Fremdkapitalkosten werden die aktuellen kalkulatorischen Refinanzierungskosten für Anleihen und das Hybridkapital sowie der Zinssatz für Pensionsverpflichtungen angesetzt. Dabei berücksichtigt der Renditezuschlag (Credit Spread) das Südzucker-Langfristrating von aktuell Baa3 (Moody's) bzw. BBB- (S&P). Südzucker verwendete für die Extrapolation der Cashflows über den Planungszeitraum hinaus in den CGUs eine konstante Wachstumsrate von 0,5 (0,9) %. Diese Wachstumsrate zur Diskontierung der ewigen Rente liegt unterhalb der in der Fünf-Jahres-Planung angenommenen Wachstumsrate und dient im Wesentlichen dem Ausgleich einer allgemeinen Teuerungsrate. Die Investitionen des Planungszeitraums basieren auf den verabschiedeten Investitionsplänen und berücksichtigen die Ersatzinvestitionserfordernisse. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die getesteten Buchwerte der Geschäfts- und Firmenwerte und die in die jeweiligen Werthaltigkeitstests eingeflossenen Kapitalkosten vor Steuern zum regulären Bewertungsstichtag 31. August 2019. Die Kapitalkosten vor Steuern reflektieren die gegenüber dem Vorjahr gefallene Verzinsung von Bundesanleihen. Unter Berücksichtigung der EZB-Inflationserwartung - diese beeinflusst auch die angenommene Wachstumsrate - ist mittelfristig von einer Erhöhung auszugehen. scroll Mio. € Geschäfts- oder Firmenwerte Durchschnittliche Kapitalkosten 28./29. Februar 2020 2019 2019/20 2018/19 CGU Zucker 107,0 107,0 6,5 % 7,2 % CGU Freiberger 376,2 369,0 5,3 % 5,6 % CGU BENEO 84,9 84,9 6,5 % 6,6 % CGU PortionPack 43,8 41,7 5,8 % 6,1 % CGU Frucht 127,6 127,6 6,8 % 6,9 % 739,5 730,2 - - TABELLE 075 Im Geschäftsjahr 2019/20 ergab die Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte keinen Wertberichtigungsbedarf, da der Nutzungswert der CGUs jeweils über dem Buchwert lag. Der Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen und Planungen, die den Nutzungswert der CGUs bestimmen. Die Höhe der jeweiligen Nutzungswerte ist abhängig von den zukünftigen Cashflows laut der Unternehmensplanung sowie den zugrunde gelegten Kapitalkosten. Bis auf die CGU Zucker lagen zum Bewertungsstichtag in allen anderen CGUs die Nutzungswerte deutlich über den Buchwerten der Geschäfts- oder Firmenwerte. Aufgrund der in allen CGUs vorhandenen Überdeckungen führen die in einer Sensitivitätsbetrachtung angenommene Reduktion der geplanten nachhaltigen Cashflows um 10 % oder eine Erhöhung der sich am Kapitalmarkt ergebenden Kapitalkosten nach Steuern - etwa aufgrund eines wieder steigenden Zinsniveaus - um einen Prozentpunkt in keiner der CGUs zur Notwendigkeit einer Wertberichtigung. Für die CGU Zucker mit der geringsten relativen Überdickung sind die Einschätzungen der EU-Rübenzucker- und Isoglukoseproduktion, der Entwicklung der Zuckerimporte und -exporte sowie der Zuckerpreise die wichtigsten Planannahmen. Die wesentlichen Kostenelemente der CGU sind die Rohstoff- und Energiekosten. Diese Einschätzungen berücksichtigen neben den aktuellen Marktentwicklungen auch eigene Einschätzungen der jeweiligen Fachbereiche. Auf der Grundlage der Annahmen des zum 31. August 2019 durchgeführten Werthaltigkeitstests haben wir zum 29. Februar 2020 eine Überprüfung vorgenommen, um mögliche Auswirkungen der Corona-Krise zu berücksichtigen. Da wir zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses am 22. April 2020 keine langfristig negativen Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit sehen, beschränken sich die Effekte der Corona-Krise auf das erste Planjahr der Nutzungswertermittlung. Den möglichen Auswirkungen der Corona-Krise hat Südzucker hierbei mit Abschlägen auf die geplanten Mittelzuflüsse im Geschäftsjahr 2020/21 Rechnung getragen. Auch in der CGU Zucker würde sich daraus keine Wertminderung des Buchwerts der Geschäfts- und Firmenwerte ergeben. (22) Sachanlagen (einschließlich Leasing) Erworbenes Sachanlagevermögen scroll Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt 2019/20 Anschaffungskosten 1. März 2019 2.128,2 5.421,7 478,4 183,2 8.211,5 Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen 0,1 0,3 - 0,2 0,0 0,2 Währung - 16,7 - 33,5 - 1,5 - 1,8 - 53,5 Zugänge 27,9 121,9 32,7 146,5 329,0 Umbuchungen 26,2 49,6 5,7 - 84,0 - 2,5 Abgänge - 6,3 - 55,7 - 19,8 - 0,5 - 82,3 29. Februar 2020 2.159,4 5.504,3 495,3 243,4 8.402,4 Abschreibungen und Wertminderungen 1. März 2019 - 1.063,2 - 3.844,6 - 352,5 - 0,4 - 5.260,7 Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen 0,3 1,2 0,1 0,0 1,6 Währung 5,6 20,2 0,9 0,0 26,7 Jahresabschreibungen - 53,1 - 216,6 - 33,3 0,0 - 303,0 Wertminderungen inklusive Sondereinflüssen - 2,8 - 1,4 0,0 0,0 - 4,2 Umbuchungen 0,1 0,2 - 0,2 0,0 0,1 Abgänge 3,9 52,6 18,7 0,1 75,3 Zuschreibungen 0,0 0,1 0,1 0,0 0,2 29. Februar 2020 - 1.109,2 - 3.988,3 - 366,2 - 0,3 - 5.464,0 Buchwert 29. Februar 2020 1.050,3 1.516,0 128,9 243,2 2.938,4 Geleastes Sachanlagevermögen scroll Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt 2019/20 1. März 2019 96,6 26,1 9,2 0,0 131,9 Zugänge 10,0 2,4 9,1 0,3 21,8 Jahresabschreibungen - 18,9 - 8,0 - 4,7 0,0 - 31,6 Währung 0,3 0,0 0,0 0,0 0,3 Umbuchungen 0,4 0,0 0,0 0,0 0,4 Wertminderungen inklusive Sondereinflüssen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Abgänge - 0,2 - 0,6 0,0 0,0 - 0,8 Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen 0,4 - 0,1 0,0 0,0 0,3 Buchwert 29. Februar 2020 88,6 19,8 13,6 0,3 122,3 Gesamt Sachanlagen 1.138,9 1.535,8 142,5 243,5 3.060,7 TABELLE 076 Die Investitionen sind um staatliche Investitionszuschüsse in Höhe von 0,0 (1,9) Mio. € gekürzt. Wie im Vorjahr wurden keine Fremdkapitalzinsen aktiviert. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden die wechselkursbedingten Veränderungen in Höhe von - 26,5 Mio. € maßgeblich durch die Schwächung des argentinischen und chilenischen Pesos, des polnischen Zloty und des ungarischen Forints, der eine Stärkung des US-Dollars und des ukrainischen Hrywnja gegenüberstand, beeinflusst. Die wechselkursbedingten Veränderungen im Vorjahr in Höhe von 2,3 Mio. € resultierten im Wesentlichen aus der Schwächung des polnischen Zloty, des argentinischen und chilenischen Pesos, der die Stärkung des US-Dollars und des britischen Pfunds gegenüberstand. Die Anwendung von IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) wird unter Ziffer (4) "Währungsumrechnung" dargestellt. Die Wertminderungen inklusive Sondereinflüssen werden unter Ziffer (11) "Abschreibungen" erläutert. Südzucker setzt Leasing im Bereich Lagerhaltung, Logistik und in der Landwirtschaft mit der Pacht von Agrarflächen ein. Bei den Agrarflächen bestehen häufig jährliche Verlängerungsoptionen. Daneben bestehen langfristige Gebäudemietverträge in Verwaltung und Produktion. Die gesamten Zahlungen aus Leasingverhältnissen betragen 38,3 Mio. €, davon 31,2 Mio. € aus fixen und 0,3 Mio. € aus variablen Zahlungen, sowie 6,8 Mio. € aus Aufwendungen für kurzfristige und geringwertige Mietverträge. Zum 1. März 2019 bzw. 29. Februar 2020 betrug der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz für den Ansatz von Leasingverpflichtungen 2,5 bzw. 2,6 %. Erworbenes Sachanlagevermögen scroll Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt 2018/19 Anschaffungskosten 1. März 2018 2.085,2 5.291,0 455,6 112,6 7.944,4 Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen 3,0 7,7 3,6 0,0 14,3 Währung - 4,9 - 3,0 - 0,4 0,5 - 7,8 Zugänge 41,9 144,1 30,7 151,8 368,5 Umbuchungen 17,7 53,2 7,6 - 81,2 - 2,7 Abgänge - 14,7 - 71,3 - 18,7 - 0,5 - 105,2 28. Februar 2019 2.128,2 5.421,7 478,4 183,2 8.211,5 Abschreibungen und Wertminderungen 1. März 2018 - 988,4 - 3.626,2 - 333,6 - 0,4 - 4.948,6 Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen - 1,4 - 2,3 - 2,0 0,0 - 5,7 Währung 2,1 3,1 0,3 0,0 5,5 Jahresabschreibungen - 53,5 - 215,1 - 32,0 0,0 - 300,6 Wertminderungen inklusive Sondereinflüssen - 33,6 - 75,0 - 0,9 0,0 - 109,5 Umbuchungen 0,1 2,1 - 2,1 0,0 0,1 Abgänge 11,5 68,8 17,8 0,0 98,1 Zuschreibungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 28. Februar 2019 - 1.063,2 - 3.844,6 - 352,5 - 0,4 - 5.260,7 Buchwert 28. Februar 2019 1.065,0 1.577,1 125,9 182,8 2.950,8 TABELLE 077 (23) Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen, sonstige Beteiligungen Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen scroll Mio. € 2019/20 2018/19 1. März 389,9 370,3 Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen - 25,9 - 4,1 Währung 6,0 18,5 Zugänge 8,0 0,0 Anteil am Gewinn - 48,9 22,1 Umbuchungen 0,0 0,0 Abgänge / Dividenden - 16,3 - 16,9 Wertminderungen 0,0 0,0 Zuschreibungen 0,0 0,0 28./29. Februar 312,8 389,9 TABELLE 078 Die at Equity einbezogenen Unternehmen umfassen im Segment Zucker die Beteiligungen am Handelshaus ED&F Man Holdings Limited, London / Vereinigtes Königreich, an der AGRANA-Studen-Gruppe, Wien / Österreich, und am Vertriebs-Joint-Venture Maxi S.r.l., Bozen / Italien, im Segment Spezialitäten die Beteiligung an der Hungrana-Gruppe, Szabadegyháza / Ungarn, und der Collaborative Packing Solutions (Pty) Ltd, Johannesburg / Südafrika (bis 30. November 2019), sowie im Segment CropEnergies die Beteiligung an der CT Biocarbonic GmbH, Zeitz. Unter den sonstigen Beteiligungen von 20,1 (23,1) Mio. € sind auch Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen ausgewiesen, die wegen insgesamt untergeordneter Bedeutung nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen wurden. (24) Vorräte scroll 28./29. Februar Mio. € 2020 2019 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 480,1 457,8 Fertige und unfertige Erzeugnisse Segment Zucker 1.144,1 1.008,3 Segment Spezialitäten 284,7 267,0 Segment CropEnergies 40,7 49,2 Segment Frucht 161,4 132,1 Summe fertige und unfertige Erzeugnisse 1.630,9 1.456,6 Waren 65,1 62,6 2.176,1 1.977,0 TABELLE 079 Die Vorräte lagen mit 2.176,1 (1.977,0) Mio. € um 199,1 Mio. € über dem Vorjahreswert, was insbesondere aus einem preisbedingt höheren Bestandswert bei leicht rückläufiger Bestandsmenge im Segment Zucker resultierte. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von 480,1 (457,8) Mio. € enthalten die Zahlung einer Rohstoffsicherungsprämie für Rüben der kommenden Kampagne 2020 bzw. im Vorjahr für die Kampagne 2019; die Auszahlung erfolgte jeweils im 2. Quartal des jeweiligen Geschäftsjahres. Die Aufwandswirksamkeit der Rohstoffsicherungsprämien entsteht mit der Verarbeitung der Rüben der entsprechenden Kampagne. Im Segment Zucker waren auf die Bestände zum 29. Februar 2020 Vorratsabwertungen in Höhe von 19,3 Mio. € vorzunehmen, die im Wesentlichen auf zum Bilanzstichtag gesunkene Nettoveräußerungserlöse zurückzuführen sind. Gegenläufig wirken die zum 28. Februar 2019 vorgenommenen Abwertungen auf gesunkene Nettoveräußerungserlöse von 62,8 Mio. €, die sich durch Abverkauf im Geschäftsjahr 2019/20 realisiert haben. Außerdem waren Abwertungen im Segment Spezialitäten in Höhe von 2,3 (0,5) Mio. € und im Segment Frucht in Höhe von 1,8 (0,7) Mio. € vorzunehmen. Daneben waren zum 29. Februar 2020 auf Handelswarenbestände Abwertungen auf den Nettoveräußerungserlös im Segment Zucker in Höhe von 0,2 (1,9) Mio. € und im Segment Spezialitäten von 0,1 (0,0) Mio. € erforderlich. (25) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte scroll Mio. € Restlaufzeit Restlaufzeit 28./29. Februar 2020 bis 1 Jahr über 1 Jahr 2019 bis 1 Jahr über 1 Jahr Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 978,2 978,2 0,0 972,7 972,7 0,0 Forderungen an die EU 0,1 0,1 0,0 0,5 0,5 0,0 Positive Marktwerte Derivate 11,6 11,6 0,0 6,3 6,3 0,0 übrige finanzielle Vermögenswerte 52,9 40,5 12,4 52,4 39,5 12,9 Sonstige finanzielle Vermögenswerte 64,6 52,2 12,4 59,2 46,3 12,9 Sonstige Steuererstattungsansprüche 146,8 146,8 0,0 161,3 161,3 0,0 übrige nichtfinanzielle Vermögenswerte 67,0 64,7 2,3 49,2 49,2 0,0 Nichtfinanzielle Vermögenswerte 213,8 211,5 2,3 210,5 210,5 0,0 Sonstige Vermögenswerte 278,4 263,7 14,7 269,7 256,8 12,9 TABELLE 080 Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 978,2 (972,7) Mio. € auf Vorjahresniveau. Die übrigen finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 52,9 (52,4) Mio. € beinhalten maßgeblich Finanzforderungen gegen nicht einbezogene Unternehmen, Beteiligungen sowie Mitarbeiter und übrige Dritte. Die übrigen nichtfinanziellen Vermögenswerte von 67,0 (49,2) Mio. € umfassen im Wesentlichen geleistete Anzahlungen, Abgrenzungen und zugekaufte CO2-Emissionszertifikate. Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermittelt sich wie folgt: scroll 28./29. Februar Mio. € 2020 2019 Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 992,2 989,7 davon wertberichtigt - 14,0 - 17,0 Buchwert 978,2 972,7 TABELLE 081 Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten nicht nur Einzelwertberichtigungen für eingetretene Kreditrisiken - z. B. bei Insolvenz des Kunden oder bei Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen ohne belastbare Informationen zur Wertsicherheit -, sondern auch eine Wertminderungsvorsorge für zukünftig erwartete Kreditverluste. Die für zukünftig erwartete Kreditverluste erfassten Wertminderungen werden auf Basis historischer Ausfallquoten in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und getrennt nach betroffener Division ermittelt (portfoliobasierte Wertminderung). Soweit einschlägig, wird auch die erwartete zukünftige Ausfallentwicklung berücksichtigt. Hieraus resultiert ein zusätzlicher portfoliobasierter Wertminderungsbedarf von 0,5 (0,7) Mio. €. Insgesamt haben sich die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt entwickelt: scroll Mio. € 2019/20 2018/19 1. März 17,0 50,7 Veränd. Kons.-Kreis / Währungsänderungen / sonstige Veränderungen - 0,1 0,1 Zuführungen 3,9 2,1 Verbrauch - 1,6 - 33,6 Auflösungen - 5,2 - 2,3 28./29. Februar 14,0 17,0 TABELLE 082 Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die nicht einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf 978,2 (972,7) Mio. €; davon waren 893,6 (893,7) Mio. € noch nicht fällig. Die überfälligen Forderungen sowie die für die Ermittlung der portfoliobasierten Wertminderung genutzten Ausfallquoten strukturieren sich wie nachfolgend dargestellt: scroll 28./29. Februar 2020 2019 Mio. € Ausfallquote Mio. € Ausfallquote Noch nicht fällige Forderungen 893,6 < 0,1% 893,7 < 0,1% Überfällige Forderungen, die nicht einzelwertberichtigt sind 84,6 - 79,0 - davon bis 30 Tage 61,1 0,3 % 53,1 0,4 % davon 31 bis 90 Tage 15,7 0,9 % 11,3 0,9 % davon über 90 Tage 7,8 - 14,6 - Buchwert 978,2 972,7 Portfoliobasierte Wertberichtigungen 0,5 0,7 Einzelwertberichtigte Forderungen 13,5 16,3 Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) 992,2 989,7 TABELLE 083 Südzucker reduziert Ausfallrisiken, indem die Bonität und das Zahlungsverhalten von Schuldnern ständig überwacht und entsprechende Kreditlinien festgelegt werden. Außerdem werden Risiken im Wesentlichen durch Kreditversicherungen und in geringem Umfang durch Bankgarantien begrenzt. Bei den überfälligen, nicht einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gehen wir von einem Zahlungseingang aus; daneben sind auch diese Forderungen im Warenkreditversicherungsprogramm der Südzucker-Gruppe enthalten. (26) Eigenkapital Gezeichnetes Kapital Zum 29. Februar 2020 beträgt das ausgegebene gezeichnete Kapital unverändert 204.183.292 € und ist in 204.183.292 Stückaktien eingeteilt; dabei handelt es sich ausschließlich um nennwertlose Stammaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1 € je Aktie am Grundkapital. Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag keine eigenen Aktien, womit das ausgegebene gezeichnete Kapital dem ausstehenden gezeichneten Kapital entspricht. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage betrifft die Südzucker AG. Hierin sind die nach § 272 HGB aufzunehmenden externen Mittelzuflüsse erfasst, die sich aus dem Agio aus Kapitalerhöhungen oder der Vereinbarung von Optionsprämien unter Berücksichtigung der nach IFRS verpflichtenden Kürzung um damit zusammenhängende Kosten einschließlich der darauf entfallenden Steuern ergaben. Weitere Angaben zum Eigenkapital werden im Konzernlagebericht im Kapitel "Unternehmensführung und -verantwortung" unter dem Abschnitt "Übernahmerelevante Angaben" gemacht. Sonstige Rücklagen und sonstige Eigenkapitalposten Die sonstigen Rücklagen beinhalten die thesaurierten Periodenergebnisse, Beträge für Ausschüttungsverpflichtungen sowie die Effekte aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und aus Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern. Im Fall des Erwerbs eigener Aktien werden die sonstigen Rücklagen direkt um das Aufgeld gekürzt bzw. bei einer späteren Emission direkt wieder erhöht. Die sonstigen Eigenkapitalposten umfassen die erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen der Aktionäre der Südzucker AG, die zukünftig in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu realisieren sind. Hybrid-Eigenkapital Das Hybrid-Eigenkapital von 653,7 (653,7) Mio. € beinhaltet die im Sommer 2005 emittierte Hybrid-Anleihe mit einem Nennbetrag von 700 Mio. €. Weitere Informationen zur Hybrid-Anleihe stehen unter Ziffer (30) "Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)" sowie auf der Südzucker-Website zur Verfügung. Sonstige nicht beherrschende Anteile Die sonstigen nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 891,4 (888,6) Mio. € betreffen mit 723,1 (736,6) Mio. € den Minderheitenanteil am Teilkonzern AGRANA und mit 168,3 (152,0) Mio. € überwiegend den Minderheitenanteil am Teilkonzern CropEnergies. scroll Name der Muttergesellschaft des Teilkonzerns Sitz SZ-Anteil in % Sonstige nicht beherrschende Anteile in % Hauptgeschäftsfeld AGRANA Beteiligungs-AG Wien, Österreich 41,9 58,1 Zucker, Stärke, Frucht CropEnergies AG Mannheim, Deutschland 69,2 30,8 Ethanol TABELLE 084 Südzucker hält 41,9 % der Anteile an der AGRANA Beteiligungs-AG in Höhe von 39,2 % mittelbar über die Z&S Zucker und Stärke Holding AG und 2,7 % unmittelbar. Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG ist eine 100-%-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG. An der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG ist - neben Südzucker - die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. mit 50 % abzüglich einer Aktie beteiligt, in der die österreichischen AGRANA-Miteigentümer (unter anderem die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien sowie Vertreter der österreichischen Rübenproduzenten) ihre Interessen zusammengefasst haben. Details der Zusammenarbeit zwischen Südzucker und der Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. sind in einer Syndikatsvereinbarung geregelt. Danach steht Südzucker eine jederzeit nutzbare Stimmrechtsmehrheit an der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG und damit ein beherrschender Einfluss über den Teilkonzern AGRANA zu. Bei Ausübung dieser Stimmrechtsmehrheit durch Südzucker verfügt die Zucker-Beteiligungsgesellschafts m.b.H. über vertraglich definierte Schutzrechte, gleichzeitig ist diese unter Einhaltung einer mindestens einjährigen Frist berechtigt, die Stimmengleichheit unter den Syndikatspartnern herzustellen. Eine Übersicht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der beiden Teilkonzerne AGRANA und CropEnergies ist nachfolgend dargestellt: scroll 28./29. Februar 2020 2019 Mio. € AGRANA CropEnergies AGRANA CropEnergies Langfristige Vermögenswerte 1.331,9 384,7 1.252,1 382,7 Kurzfristige Vermögenswerte 1.217,5 284,9 1.137,3 203,0 Summe Vermögenswerte 2.549,4 669,6 2.389,4 585,7 Langfristige Schulden 565,3 65,5 393,0 48,5 Kurzfristige Schulden 597,0 101,2 586,5 88,5 Summe Schulden 1.162,3 166,7 979,5 137,0 Nettovermögen 1.387,1 502,9 1.409,9 448,7 Umsatzerlöse 2.480,7 899,2 2.443,0 778,6 Ergebnis der Betriebstätigkeit 87,1 104,1 66,6 43,1 Ergebnis vor Ertragsteuern 69,9 100,7 51,2 42,5 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 18,6 - 26,1 - 20,8 - 21,2 Jahresüberschuss 51,3 74,6 30,4 21,3 Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen - 10,7 - 7,3 - 2,1 - 0,9 Gesamtergebnis 40,6 67,3 28,3 20,4 Dividendenzahlungen im Geschäftsjahr 63,2 13,1 71,5 21,8 davon an Minderheiten außerhalb des Südzucker-Konzerns 37,0 4,0 42,0 6,7 TABELLE 085 Die Daten entsprechen den veröffentlichten Konzernabschlüssen der jeweiligen Teilkonzerne. Weitere ausführliche Informationen stehen in den aktuellen Geschäftsberichten 2019/20 der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien / Österreich, und der CropEnergies AG, Mannheim, zur Verfügung. (27) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Beitragsorientierte Pensionspläne Die Gesellschaften der Südzucker-Gruppe leisten im Rahmen beitragsorientierter Altersversorgungssysteme aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand im Personalaufwand ausgewiesen. Sie beliefen sich im Konzern auf 51,3 (51,5) Mio. €. Leistungsorientierte Pensionspläne Die betriebliche Altersversorgung im Südzucker-Konzern beruht im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Versorgungszusagen. Für die Bemessung der Pensionen sind in der Regel die Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und die versorgungsrelevanten Bezüge maßgeblich. Daneben bestehen pensionsähnliche Verpflichtungen insbesondere bei ausländischen Konzernunternehmen. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet. Die bilanzierte Nettoverpflichtung der Südzucker-Gruppe setzt sich aus dem Anwartschaftsbarwert der rückstellungsfinanzierten sowie fondsfinanzierten leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen abzüglich des Zeitwerts des Planvermögens zusammen: scroll 28./29. Februar Mio. € 2020 2019 Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen 1.131,3 955,3 Zeitwert des Planvermögens - 129,5 - 123,7 Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen) 1.001,8 831,6 Abzinsungssatz in % 1,00 1,95 TABELLE 086 Im Rahmen der Altersversorgung für Mitarbeiter in der Südzucker-Gruppe bestehen im Wesentlichen folgende Altersversorgungsund Abfertigungspläne: scroll Pensionspläne Mio. € Südzucker AG Deutschland übrige Belgien Frankreich Österreich Übriges Ausland 29. Februar 2020 Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen 855,2 75,4 63,6 23,1 46,7 9,7 Zeitwert des Planvermögens - 2,3 - 0,9 - 68,3 - 32,3 - 16,5 - 7,3 Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen) 852,9 74,5 - 4,8 - 9,2 30,2 2,4 28. Februar 2019 Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen 712,8 55,2 56,3 21,4 43,5 7,8 Zeitwert des Planvermögens - 2,3 - 0,9 - 65,2 - 32,3 - 14,4 - 5,6 Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen) 710,5 54,3 - 8,9 - 10,9 29,1 2,2 scroll Abfertigungspläne Mio. € Weltweit Gesamt 29. Februar 2020 Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen 57,7 1.131,3 Zeitwert des Planvermögens - 1,9 - 129,5 Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen) 55,8 1.001,8 28. Februar 2019 Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen 58,3 955,3 Zeitwert des Planvermögens - 3,0 - 123,7 Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen) 55,3 831,6 TABELLE 087 Deutschland Für die Mitarbeiter der Südzucker AG bestehen arbeitgeberfinanzierte Zusagen über Betriebsrenten, deren Höhe durch das Grundgehalt und die Dauer der Betriebszugehörigkeit bestimmt wird. Die Pensionsverpflichtungen der Südzucker AG sind rückstellungsfinanziert und stellen das mit Abstand größte Versorgungswerk in der Südzucker-Gruppe dar. Die übrigen deutschen Versorgungspläne von CropEnergies, BENEO und anderen sind in ihrer Ausgestaltung mit den Regelungen der Südzucker AG für aktive Mitarbeiter vergleichbar und sind ebenfalls nahezu ausschließlich rückstellungsfinanziert. Belgien Für die Mitarbeiter der belgischen Gesellschaften Raffinerie Tirlemontoise S.A., BENEO-Orafti S.A. und Biowanze S.A. bestehen fondsfinanzierte Versorgungspläne. Die Zusagen über Betriebsrenten werden durch die Höhe des Grundgehalts und die Dauer der Betriebszugehörigkeit bestimmt; die Auszahlungen erfolgen neben periodischen Rentenzahlungen auch durch Einmalzahlungen. Frankreich Ebenfalls fondsfinanziert ist der Versorgungsplan für die Mitarbeiter von Saint Louis Sucre S.A.S. in Frankreich. Die Leistung aus dem Versorgungsplan ermittelt sich als ein prozentualer Anteil eines vor Renteneintritt gezahlten Durchschnittsgehalts, von dem die staatliche Rente sowie andere Betriebsrenten abgezogen werden. Österreich Hierunter fallen im Wesentlichen die geschlossenen Pläne der AGRANA Zucker GmbH und der AGRANA Stärke GmbH, die rückstellungsfinanziert sind. Das Planvermögen betrifft überwiegend die Pensionszusagen der AGRANA Beteiligungs-AG für aktive und ehemalige Vorstandsmitglieder, die in eine Pensionskasse ausgelagert sind. Abfertigungspläne Die Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Vorsorgepläne für Abfertigungen. Neben den größten Abfertigungsplänen in Österreich und Frankreich bestehen entsprechende Zusagen auch in Mexiko, Polen, Rumänien, Russland, Südkorea, der Ukraine und den USA. Die Zusagen in Österreich und Frankreich stellen gesetzliche Versorgungszusagen auf eine Einmalzahlung im Fall der Auflösung des Dienstverhältnisses durch Renteneintritt oder Tod dar, nicht aber im Fall der Kündigung durch den Arbeitnehmer. Entwicklung der Nettoschuld Die Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen hat sich wie folgt entwickelt: scroll Mio. € Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen Marktwert des Planvermögens Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1. März 2018 905,9 - 125,1 780,8 Aufwand für betriebliche Altersversorgung (GuV) Laufender Dienstzeitaufwand 24,9 24,9 Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand - 0,7 - 0,7 Auswirkungen von Plankürzungen oder -abgeltungen - 0,2 - 0,2 Zinsaufwand (+) / -ertrag (-) 19,0 - 2,5 16,5 43,0 - 2,5 40,5 Neubewertung (OCI - direkte Erfassung in den Gewinnrücklagen) Gewinne (-) und Verluste (+) aus tatsächlichen Planerträgen 0,4 0,4 Gewinne (-) und Verluste (+) aus der Änderung demografischer Annahmen 9,9 9,9 Gewinne (-) und Verluste (+) aus der Änderung finanzieller Annahmen 37,0 37,0 Erfahrungsbedingte Gewinne (-) und Verluste (+) - 5,1 - 5,1 41,8 0,4 42,2 Pensionszahlungen, Beiträge, Veränderung Konsolidierungskreis u. a. Veränderung Konsolidierungskreis u. a. 1,0 0,0 1,0 Währungsumrechnung 0,0 0,0 0,0 Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0,0 - 3,9 - 3,9 Arbeitnehmerbeiträge zum Planvermögen 0,3 - 0,3 0,0 Pensionszahlungen - 36,7 7,7 - 29,0 - 35,4 3,5 - 31,9 28. Februar 2019 955,3 - 123,7 831,6 scroll Mio. € Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen Marktwert des Planvermögens Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1. März 2019 955,3 - 123,7 831,6 Aufwand für betriebliche Altersversorgung (GuV) Laufender Dienstzeitaufwand 26,2 26,2 Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand - 2,4 - 2,4 Auswirkungen von Plankürzungen oder -abgeltungen 0,0 0,0 Zinsaufwand (+) / -ertrag (-) 17,8 - 2,2 15,6 41,6 - 2,2 39,4 Neubewertung (OCI - direkte Erfassung in den Gewinnrücklagen) Gewinne (-) und Verluste (+) aus tatsächlichen Planerträgen - 5,0 - 5,0 Gewinne (-) und Verluste (+) aus der Änderung demografischer Annahmen - 0,2 - 0,2 Gewinne (-) und Verluste (+) aus der Änderung finanzieller Annahmen 169,3 169,3 Erfahrungsbedingte Gewinne (-) und Verluste (+) 2,6 2,6 171,7 - 5,0 166,7 Pensionszahlungen, Beiträge, Veränderung Konsolidierungskreis u. a. Veränderung Konsolidierungskreis u. a. 0,0 0,0 0,0 Währungsumrechnung 0,0 0,0 0,0 Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0,0 - 4,4 - 4,4 Arbeitnehmerbeiträge zum Planvermögen 0,3 - 0,3 0,0 Pensionszahlungen - 37,6 6,1 - 31,5 - 37,3 1,4 - 35,9 29. Februar 2020 1.131,3 - 129,5 1.001,8 TABELLE 088 Aufwand für betriebliche Altersversorgung Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sowie nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand als auch Auswirkungen aus Plankürzungen oder -abgeltungen werden im Personalaufwand berücksichtigt. Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Neubewertung Die Neubewertung der Pensionsverpflichtung belief sich auf 166,7 (42,2) Mio. € und resultierte aus der Anpassung des Diskontierungssatzes von 1,95 % auf 1,00 % für wesentliche Pensionspläne sowie erfahrungsbedingten Anpassungen; die Neubewertung wurde erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Auch im Vorjahr resultierte die Veränderung insbesondere aus der Anpassung des Abzinsungssatzes, der Änderung demografischer Annahmen sowie erfahrungsbedingten Anpassungen. Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen bei der Bewertung der Versorgungsverpflichtungen insbesondere die Entwicklung der Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktuation der Mitarbeiter sowie biometrische Daten wie Invaliditäts- und Todesfälle. Annahmen Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren gemäß IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Für die Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens der wesentlichen Pensionspläne wurden folgende versicherungsmathematische Parameter zugrunde gelegt: scroll 28./29. Februar in % 2020 2019 Abzinsungssatz 1,00 1,95 Gehaltssteigerung 2,50 2,50 Rentensteigerung 1,50 1,50 TABELLE 089 Bei der Ermittlung der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen in der Eurozone kamen insgesamt Zinssätze zwischen 0,80 und 1,20 (1,55 und 2,25) % zur Anwendung. Diese Zinssätze basieren auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlichen gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht. Die Anwendung unterschiedlicher Zinssätze berücksichtigt die abweichenden Durationen von Plänen. Bei den wesentlichen Plänen mit einem Mischbestand von aktiven Mitarbeitern und Rentnern (Duration um 19 Jahre) wurde mit einem Zinssatz von 1,00 (1,95) % gerechnet. Für Pläne mit überwiegendem Rentnerbestand (Duration um 11 Jahre) wurden 0,80 (1,55) %, für die übrigen Pläne mit einem Mischbestand von aktiven Mitarbeitern und Rentnern (Duration um 16 bzw. 21 Jahre) wurden 1,15 bzw. 1,20 (1,80 bzw. 2,00) % und für Pläne mit weitgehendem Bestand an aktiven Mitarbeitern (Duration um 28 Jahre) wurden 1,15 (2,25) % zugrunde gelegt. Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden jeweils die länderspezifischen, anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln - wie in Deutschland die Heubeck-Richttafeln 2018 G - verwendet. Sensitivitätsanalyse Die im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse berücksichtigt jeweils die Änderung einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben. Mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen werden dabei nicht berücksichtigt. scroll 28./29. Februar 2020 2019 Mio. € Veränderung der versicherungsmathematischen Annahme Leistungsorientierte Verpflichtung + / - Leistungorientierte Verpflichtung + / Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen 1.131,3 955,3 - Abzinsungssatz Erhöhung um 0,50 Prozentpunkte 1.037,8 -8,3 % 880,6 -7,8 % Verringerung um 0,50 Prozentpunkte 1.246,8 10,2 % 1.039,5 8,8 % Gehaltssteigerung Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 1.151,4 1,8 % 967,7 1,3 % Verringerung um 0,25 Prozentpunkte 1.118,9 -1,1 % 942,4 -1,4 % Rentensteigerung Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 1.167,8 3,2 % 979,8 2,6 % Verringerung um 0,25 Prozentpunkte 1.102,7 -2,5 % 930,3 -2,6 % Lebenserwartung Zunahme um ein Jahr 1.184,1 4,7 % 991,0 3,7 % Abnahme um ein Jahr 1.084,9 -4,1 % 917,8 -3,9 % TABELLE 090 Planvermögen Das prinzipielle Anlageziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Versorgungszusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Daher besteht das Planvermögen überwiegend aus Schuldverschreibungen, deren Risikostruktur langfristig die Erfüllung der Verpflichtungen gewährleistet. Daneben sind Eigenkapitaltitel und Versicherungsverträge sowie in geringem Umfang Immobilienanteile enthalten. Im Fall der Schuldverschreibungen orientieren sich die Renditeerwartungen an Staatsanleihen. Im Fall von Versicherungsverträgen wird mit einer garantierten Mindestverzinsung gerechnet. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbst genutzte Immobilien. Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert. Bei der Ermittlung der Zeitwerte des Planvermögens sind für die folgenden Vermögenskategorien im angegebenen Umfang Marktpreisnotierungen in aktiven Märkten zugrunde gelegt worden: scroll 28./29. Februar 2020 2019 Mio. € Zeitwerte davon Marktpreisnotierungen in aktiven Märkten Zeitwerte davon Marktpreisnotierungen in aktiven Märkten Schuldverschreibungen 20,2 20,2 52,6 52,6 Eigenkapitaltitel 14,9 14,9 14,8 14,8 Immobilienfonds 0,7 0,0 0,7 0,0 Versicherungsverträge 89,7 0,4 51,6 0,4 Sonstiges 4,1 4,1 4,1 4,1 Gesamt 129,5 39,5 123,7 71,9 TABELLE 091 Risiken Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die Südzucker-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko und dem Langlebigkeitsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen, wie Lohn- und Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter und Fluktuation. Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Veranlagungsrisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Fremdwährungsschwankungen und Änderungen in Inflationsraten. Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungssatzes liegt, erhöht sich die Nettoverpflichtung aus den Pensionsplänen. Die Höhe der Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungssatz beeinflusst, wobei das aktuell niedrige Zinsniveau zu einer vergleichsweise hohen Verpflichtung beiträgt. Ein Rückgang der Renditen von Unternehmensanleihen würde zu einem weiteren Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen, der nur in geringem Umfang durch die positive Entwicklung der Marktwerte der im Planvermögen enthaltenen Unternehmensanleihen kompensiert werden kann. Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen könnten, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen. Duration und künftige Zahlungen Die durchschnittliche gewichtete Duration des Anwartschaftsbarwerts sämtlicher leistungsorientierten Verpflichtungen beträgt 18,4 (16,6) Jahre. Im Geschäftsjahr 2020/21 werden Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen in Höhe von 3,8 (5,0) Mio. € erwartet. In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Abfertigungszahlungen in nachstehender Höhe erwartet: scroll Zeitraum Mio. € 2020/21 36,7 2021/22 37,2 2022/23 40,2 2023/24 38,6 2024/25 43,3 2025/26 bis 2029/30 210,6 Gesamt 406,6 TABELLE 092 (28) Sonstige Rückstellungen scroll Mio. € 28./29. Februar 2020 Kurzfristig Langfristig 2019 Kurzfristig Langfristig Personalbezogene Rückstellungen 102,4 33,6 68,8 112,6 21,8 90,8 Prozesse und Risikovorsorge 165,7 39,8 125,9 178,9 72,5 106,4 Übrige Rückstellungen 93,5 46,1 47,4 101,8 53,4 48,4 Gesamt 361,6 119,5 242,1 393,3 147,7 245,6 TABELLE 093 Die Erfassung der sonstigen Rückstellungen als kurz- oder langfristig, wie in vorstehender Tabelle dargestellt, gibt eine Indikation, ob die Inanspruchnahme im Geschäftsjahr 2020/21 oder in den Folgejahren erwartet wird. Während der Berichtsperiode haben sich die sonstigen Rückstellungen wie folgt entwickelt: scroll Mio. € Personalbezogene Rückstellungen Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorge Übrige Rückstellungen Gesamt 1. März 2019 (veröffentlicht) 112,6 178,9 101,8 393,3 Anpassung aus Erstanwendung IFRS 16 0,0 0,0 - 1,2 - 1,2 1. März 2019 (angepasst) 112,6 178,9 100,6 392,1 Veränderung Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen - 0,2 0,0 - 1,2 - 1,4 Währung - 0,2 0,0 0,0 - 0,2 Zuführungen und Aufzinsungen 27,8 8,9 34,9 71,6 Inanspruchnahme - 26,6 - 2,7 - 33,9 - 63,2 Auflösungen - 11,0 - 19,4 - 6,9 - 37,3 29. Februar 2020 102,4 165,7 93,5 361,6 TABELLE 094 Personalbezogene Rückstellungen Die personalbezogenen Rückstellungen von 102,4 Mio. € setzten sich im Wesentlichen aus überwiegend langfristigen Rückstellungen für Jubiläumsaufwendungen und Rückstellungen für Altersteilzeit sowie Rückstellungen für Sozialpläne zusammen. Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorge Die Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorge von 165,7 Mio. € beinhalten Rückstellungen für Marktordnungsverfahren, Verfahren aus operativen Vertragsbeziehungen und Kartellrechtsrisiken (Bußgelder und Schadensersatz). Übrige Rückstellungen Die übrigen Rückstellungen in Höhe von 93,5 Mio. € betreffen im Wesentlichen die mehrheitlich langfristigen Rückstellungen für Rückbaumaßnahmen sowie lang- und kurzfristige Rückstellungen für Rekultivierungs- und Umweltverpflichtungen, die überwiegend im Zusammenhang mit der Zuckerproduktion stehen, sowie kurzfristige Rückstellungen für den entgeltlichen Erwerb von CO2-Emissionszertifikaten. Zuführungen und Aufzinsungen Die Zuführungen umfassen die Bildung neuer sowie die Anpassung bestehender Rückstellungen, die erfolgswirksam in den einschlägigen operativen Aufwandsarten erfasst werden. Daneben ist auch die Aufzinsung langfristiger Rückstellungen enthalten, die im Wesentlichen personalbezogene Rückstellungen betrifft. Die Aufzinsungen sind im Zinsaufwand innerhalb des Finanzergebnisses ausgewiesen und beliefen sich auf 0,8 (0,9) Mio. €. (29) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten scroll Mio. € Restlaufzeit Restlaufzeit 28./29. Februar 2020 bis 1 Jahr über 1 Jahr 2019 bis 1 Jahr über 1 Jahr Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern 211,5 211,5 0,0 196,2 196,2 0,0 Verbindlichkeiten aus übrigen Lieferungen und Leistungen 606,1 606,1 0,0 590,2 590,2 0,0 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 817,6 817,6 0,0 786,4 786,4 0,0 Negative Marktwerte Derivate 20,2 20,2 0,0 17,7 17,7 0,0 Verbindlichkeiten aus Personalaufwendungen 116,0 115,7 0,3 115,0 114,4 0,6 übrige finanzielle Verbindlichkeiten 130,3 120,8 9,5 135,6 122,7 12,9 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 266,5 256,7 9,8 268,3 254,8 13,5 Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit 50,1 50,1 0,0 49,4 49,4 0,0 Übrige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 15,8 15,8 0,0 13,7 13,7 0,0 Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 65,9 65,9 0,0 63,1 63,1 0,0 Sonstige Verbindlichkeiten 332,4 322,6 9,8 331,4 317,9 13,5 TABELLE 095 Die gestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 817,6 (786,4) Mio. € entfielen mit 211,5 (196,2) Mio. € auf Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern. Der Anstieg war auf höhere Rübenschlusszahlungen zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten aus Personalaufwendungen in Höhe von 116,0 (115,0) Mio. € beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Tantiemen, Prämien, Urlaubs- und Arbeitszeitguthaben. Unter den übrigen nichtfinanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 15,8 (13,7) Mio. € sind im Wesentlichen erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen in Höhe von 8,4 (5,9) Mio. € sowie Rechnungsabgrenzungsposten erfasst. (30) Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden) scroll Mio. € Restlaufzeit Restlaufzeit 28./29. Februar 2020 bis 1 Jahr über 1 Jahr 2019 bis 1 Jahr über 1 Jahr Anleihen 1.125,0 330,0 795,0 1.024,0 230,0 794,0 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 803,7 266,4 537,3 603,3 271,3 332,0 Leasingverbindlichkeiten 125,5 28,7 96,8 0,2 0,1 0,1 Finanzverbindlichkeiten 2.054,2 625,1 1.429,1 1.627,5 501,4 1.126,1 Wertpapiere (langfristige Vermögenswerte) - 19,6 - 18,8 Wertpapiere (kurzfristige Vermögenswerte) 1 - 267,5 - 332,0 Flüssige Mittel 1 - 197,4 - 147,7 Wertpapiere und flüssige Mittel -484,5 -498,5 Nettofinanzschulden 1.569,7 1.129,0 1 Der Vorjahresbetrag wurde angepasst. Weitere Angaben werden unter Ziffer (1) des Konzernanhangs gemacht. TABELLE 096 Von den Finanzschulden in Höhe von 2.054,2 Mio. € stehen der Südzucker-Gruppe 1.429,1 Mio. € bzw. 70 % langfristig zur Verfügung. Die Finanzverbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt: scroll Mio. € 2019/20 2018/19 1. März (veröffentlicht) 1.627,5 1.572,6 Anpassung aus Erstanwendung IFRS 16 135,5 0,0 1. März (angepasst) 1.763,0 1.572,6 Zahlungswirksame Veränderung 271,5 52,8 Zahlungsunwirksame Veränderung 19,7 2,1 Erstkonsolidierung 0,0 1,7 Entkonsolidierung 0,0 0,0 Bewertungseffekte (insbesondere Leasingzugänge) 19,7 0,4 28./29. Februar 2.054,2 1.627,5 TABELLE 097 Finanzmanagement Die Finanzierung des Südzucker-Konzerns basiert auf der nachhaltigen Cashflow-Kraft, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Südzucker verfolgt die klare Strategie, das Investment-Grade-Rating zu bestätigen. Südzucker nutzt eine im Hinblick auf die Fälligkeiten und die Zinsfestschreibung optimierte Struktur von Finanzinstrumenten: Hybrid-Anleihe, Anleihen, Commercial Paper, Schuldscheindarlehen und syndizierte bzw. bilaterale Bankkreditlinien. Die Anleihen werden durch die niederländische Finanzierungsgesellschaft Südzucker International Finance B.V. begeben und konzernweit verwendet. Die Finanzierung von Akquisitionen und Investitionen wird unter Berücksichtigung der für ein Investment-Grade-Rating erforderlichen Finanzrelationen vorgenommen. Zur unterjährigen Finanzierung der der Zuckerbranche eigenen Saisonalität (Finanzierung der Rübengeldraten und Vorratsbestände) ist ein flexibler Zugang zu kurzfristiger Liquidität ein wichtiges Element der Finanzierungsstruktur. Diese kurzfristigen Finanzierungserfordernisse werden durch die Nutzung des Commercial-Paper-Programms mit einem Volumen von 600 Mio. € bzw. einer syndizierten Kreditlinie von 600 Mio. € von Südzucker sowie über syndizierte Kreditlinien von 450 Mio. € des AGRANA-Teilkonzerns gewährleistet. Daneben stehen der Unternehmensgruppe bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung. Südzucker finanziert sich derzeit im Wesentlichen durch die folgenden Finanzinstrumente: Hybrid-Anleihe Die Südzucker International Finance B.V. emittierte im Juli und August 2005 eine unendliche, nachrangige Hybrid-Anleihe im Volumen von 700 Mio. €. Seit dem 30. Juni 2015 kann die Anleihe durch Südzucker gekündigt und vorzeitig zum Nennwert zurückgezahlt werden (Schuldnerkündigungsrecht). Die Anleihe kann lediglich vollständig, aber nicht in Teilbeträgen gekündigt werden. Das Kündigungsrecht steht unter der Bedingung, dass Südzucker innerhalb von zwölf Monaten vor dem Wirksamwerden der Kündigung gleichrangige Wertpapiere und / oder nachrangige Wertpapiere mit ähnlicher Ausstattung ausgegeben hat, mit einem Ausgabeerlös in Höhe der aus der Kündigung der Hybrid-Anleihe zahlbaren Beträge (gemäß § 6 Abs. 5 und 6 der Anleihebedingungen). Die Voraussetzungen zur Kündigung und Rückzahlung der Anleihe durch Südzucker sind derzeit nicht erfüllt. Die Hybrid-Anleihe verzinst sich seit dem 30. Juni 2015 vierteljährlich variabel mit dem 3-Monats-Euribor plus 3,10 % p. a. Für den Zeitraum 31. Dezember 2019 bis 31. März 2020 (ausschließlich) wurde der Vergütungssatz auf 2,710 % festgesetzt. Die vierteljährlichen Couponzahlungen sind jeweils nachträglich fällig. Ferner sehen die Anleihebedingungen vor, dass Südzucker im Fall eines Dividenden-Ereignisses die Option zur Aufschiebung der Zinscouponzahlungen hat. Eine optionale (freiwillige) Aussetzung der Zinscouponzahlungen kann eintreten, falls auf der letzten Hauptversammlung keine Dividende für Aktien der Südzucker AG beschlossen wurde. Bei einem Cashflow-Ereignis ist Südzucker verpflichtet, die Zinscouponzahlungen ausfallen zu lassen. Eine zwingende Couponaussetzung kann eintreten, sofern der konsolidierte Cashflow 5 % der konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns unterschreitet. Maßgeblich für die Bemessung ist der veröffentlichte konsolidierte Jahresabschluss der Südzucker AG. Zum 29. Februar 2020 erreichte der Cashflow mit 372,2 (377,1) Mio. € einen Anteil von 5,6 (5,6) % am konsolidierten Umsatz von 6.670,7 (6.754,1) Mio. €. Die Nachranganleihe wird von den Ratingagenturen Moody's zu 75 % und Standard & Poor's zu 50 % als Eigenkapital bewertet und verbessert dadurch die kreditratingrelevanten Verschuldungskennziffern des Konzerns. Die Nachranganleihe ist gemäß IFRS voll als Eigenkapital auszuweisen - vergleiche auch Erläuterungen zu Ziffer (26) "Eigenkapital". Anleihe 2016/2023 Am 22. November 2016 hat die Südzucker International Finance B.V. eine Anleihe mit einem Nominalwert in Höhe von 300 Mio. € und einem Coupon von 1,25 % emittiert. Die Anleihe ist von der Südzucker AG garantiert und hat eine Laufzeit von sieben Jahren bis zum 29. November 2023. Anleihe 2017/2025 Am 21. November 2017 hat die Südzucker International Finance B.V. eine Anleihe mit einem Nominalwert von 500 Mio. € und einem Coupon von 1,00 % emittiert. Die Anleihe ist von der Südzucker AG garantiert und hat eine Laufzeit von acht Jahren bis zum 28. November 2025. Weitere Informationen zu den vorgenannten Anleihen stehen auf der Südzucker-Website zur Verfügung. Commercial-Paper-Programm Das Commercial-Paper-Programm (CP-Programm) dient der kurzfristigen Finanzierung am Kapitalmarkt. Investoren in CPs sind überwiegend institutionelle Anleger. Das CP-Programm von Südzucker im Rahmen von insgesamt 600 Mio. € ermöglicht es, kurzfristige Schuldverschreibungen je nach Bedarf und Marktlage zu begeben. Am 29. Februar 2020 waren CPs mit einem Volumen von 330,0 (230,0) Mio. € ausstehend. scroll Mio. € Fälligkeit Zinssatz Buchwert Marktwert Nominalwert 29. Februar 2020 Anleihe 2016/2023 29.11.2023 1,250 % 298,7 310,8 300,0 Anleihe 2017/2025 28.11.2025 1,000 % 496,2 504,1 500,0 Commercial Paper 330,0 330,0 330,0 Anleihen 1.125,0 1.144,9 1.130,0 28. Februar 2019 Anleihe 2016/2023 29.11.2023 1,250 % 298,4 301,1 300,0 Anleihe 2017/2025 28.11.2025 1,000 % 495,6 485,6 500,0 Commercial Paper 230,0 230,0 230,0 Anleihen 1.024,0 1.016,7 1.030,0 TABELLE 098 Die gesamten Anleihen mit einem Buchwert von 1.125,0 (1.024,0) Mio. € waren festverzinslich. Rating Moody's bestätigte das Unternehmens- und Anleiherating am 19. Juni 2019 mit Baa3 und behielt den negativen Ausblick bei. Nach der Veröffentlichung der Quartalsmitteilung am 14. Januar 2020 bekräftigte Moody's am 15. Januar 2020 das Rating und würdigte darüber hinaus die Verbesserung des Zuckermarktumfelds und den Anstieg des Ethanolpreises. Die nachrangige Hybridanleihe bewertet Moody's weiterhin zu 75 % als Eigenkapital. S&P hatte am 24. Mai 2019 das langfristige Unternehmensrating von BBB- bestätigt und den Ausblick auf negativ geändert. Auch S&P würdigte die veröffentlichten Zahlen in dem am 14. Januar 2020 publizierten Bulletin als positiv und unterstützend für das Rating. Die Hybridanleihe wird weiterhin zu 50 % als Eigenkapital angerechnet. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen auf 803,7 (603,3) Mio. €. Von den festverzinslichen Bankverbindlichkeiten von 538,8 (416,5) Mio. € standen 386,2 (242,1) Mio. € langfristig zur Verfügung. Variabel verzinslich waren Darlehen von insgesamt 264,9 (186,8) Mio. €. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 4,4 (4,4) Mio. € durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 7,8 (7,8) Mio. € durch sonstige Pfandrechte gesichert. scroll Mio. € Restlaufzeit Restlaufzeit 28./29. Februar 2020 bis 1 Jahr über 1 Jahr 2019 bis 1 Jahr über 1 Jahr Fester Zinssatz EUR 520,0 140,5 379,5 404,3 169,9 234,4 CNY 7,4 1,6 5,8 7,4 0,6 6,8 DZD 2,0 1,1 0,9 2,2 1,3 0,9 USD 9,4 9,4 0,0 2,6 2,6 0,0 Summe 538,8 152,6 386,2 416,5 174,4 242,1 Variabler Zinssatz EUR 250,5 99,4 151,1 178,6 88,7 89,9 CNY 8,7 8,7 0,0 0,0 0,0 0,0 EGP 0,4 0,4 0,0 0,4 0,4 0,0 HUF 3,6 3,6 0,0 5,9 5,9 0,0 KRW 1,6 1,6 0,0 1,2 1,2 0,0 TRY 0,0 0,0 0,0 0,3 0,3 0,0 USD 0,1 0,1 0,0 0,4 0,4 0,0 Summe 264,9 113,8 151,1 186,8 96,9 89,9 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 803,7 266,4 537,3 603,3 271,3 332,0 scroll Mio. € Durchschnittlicher Effektivzinssatz in % 28./29. Februar 2019/20 2018/19 Fester Zinssatz EUR 1,00 1,09 CNY 5,00 5,00 DZD 6,27 5,68 USD 3,33 3,55 Summe 1,11 1,20 Variabler Zinssatz EUR 0,91 0,89 CNY 4,79 - EGP 15,00 12,00 HUF 6,00 2,00 KRW 2,86 3,32 TRY - 22,85 USD 2,25 2,25 Summe 1,14 1,02 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1,12 1,14 TABELLE 099 Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten Schuldscheindarlehen von AGRANA in Höhe von 207,0 Mio. € mit Fälligkeiten in den Jahren 2022, 2024, 2026 sowie in 2029. Südzucker steht eine revolvierende Kreditfazilität über 600 Mio. € zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung und als Back-up-Kreditlinie für das CP-Programm zur Verfügung. Die syndizierte Kreditlinie hat eine Laufzeit bis Juli 2024 sowie zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr. Die Kreditlinie ist mit einem Bankenkonsortium von zwölf Banken, die den Kernbankenkreis der Südzucker-Gruppe bilden, vereinbart. Neben der Südzucker AG kann die CropEnergies AG als alternativer Kreditnehmer diese Kreditlinie bis zu einem Betrag von 100 Mio. € nutzen. Wie im Vorjahr wurde die Kreditlinie zum 29. Februar 2020 nicht in Anspruch genommen. AGRANA kann syndizierte Kreditfazilitäten über 300 bzw. 150 Mio. € zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung nutzen. Diese syndizierten Kreditlinien haben Laufzeiten bis Juni 2021 bzw. bis August 2022, Letztere mit zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr. Der Kreditrahmen wird von fünf Banken zur Verfügung gestellt. Diese Kreditlinien wurden zum 29. Februar 2020 bzw. 2019 in Höhe von 80 (75) Mio. € in Anspruch genommen. Wertpapiere und flüssige Mittel Die Anlagen in Wertpapieren von insgesamt 287,1 (350,8) Mio. € erfolgten überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren. SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN (31) Risikomanagement in der Südzucker-Gruppe Der Konzern unterliegt Kreditrisiken (Ausfall- und Bonitätsrisiken), Liquiditätsrisiken sowie in vielfältiger Weise Marktpreisrisiken. Im operativen Bereich betrifft dies im Wesentlichen die Commoditypreisrisiken aus Zucker- und Ethanolabsatz, Energie-, Getreide- und Maiseinkäufen sowie das mit Absatz und Beschaffung verbundene Währungsrisiko. Im Finanzbereich bestehen analoge Preisrisiken im Bereich Zins und Wechselkurs. Die Wertpapieranlagen, die einem Kursrisiko unterliegen, sind in der Südzucker-Gruppe unwesentlich. Zum Umgang mit diesen Risiken wurde das nachfolgend beschriebene Kreditrisikomanagement, Liquiditätsmanagement und Preisrisikomanagement konzernweit implementiert. Kreditrisikomanagement Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Südzucker-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Überfällige oder uneinbringliche Forderungen können den Erfolg der Südzucker-Gruppe beeinträchtigen. Südzucker hat Risikofrüherkennungssysteme eingerichtet, die drohende Forderungsausfälle frühzeitig signalisieren. Die Grundsätze des Kreditrisikomanagements in der Südzucker-Gruppe sind: ― Bonitätsprüfung der potenziellen Neukunden sowie laufende Bonitätsprüfung bestehender Kunden ― Abschluss von Warenkreditversicherungen pro Kunde im Rahmen eines internationalen Kreditversicherungsprogramms, die ggf. um zusätzliche Sicherheiten wie Bankgarantien bzw. Akkreditive ergänzt werden ― Systemgestützte Kreditlimit-Prüfungen bei jeder Bestellung in den operativen Systemen ― Standardisiertes Mahnwesen Jede operative Einheit ist verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung der entsprechenden Prozesse. Daneben wird von den operativen Einheiten monatlich ein Kreditrisikobericht erstellt und auf Konzernebene verdichtet. Dabei wird die Entwicklung einheitlicher Kennzahlen wie Day Sales Outstanding (DSO), Altersstruktur der Forderungen oder Art der Kreditbesicherung im Rahmen des Kreditrisikomonitorings verfolgt. Für verbleibende Restrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Einzelwertberichtigungen bei sich konkretisierendem Ausfallrisiko gebildet. Daneben erfolgt auf Basis historischer Ausfallquoten in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderung der Ansatz einer portfoliobasierten Wertberichtigung. Sofern einschlägig, wird außerdem die erwartete zukünftige Ausfallentwicklung berücksichtigt. Die Wertansätze von Forderungen werden grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto korrigiert. Das Kreditrisiko der jeweils offenen Gesamtforderungen beläuft sich im Wesentlichen auf den Selbstbehalt im Rahmen der abgeschlossenen Warenkreditversicherungen, der regelmäßig 10 % beträgt. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Ziffer (25) des Konzernanhangs angegeben. Das maximale Kreditrisiko der sonstigen Vermögenswerte entspricht dem Buchwert dieser Instrumente und ist nach Einschätzung von Südzucker nicht wesentlich. Bedeutende Risikokonzentrationen sind nicht gegeben. Im Finanzbereich bestehen im Wesentlichen bei der Anlage von Liquiditätsüberschüssen Kontrahentenrisiken. Das Hauptkriterium für die Auswahl einer Bank als Geschäftspartner ist hier insbesondere deren Short-Term-Deposit-Rating in Verbindung mit ihrem Langfrist-Rating, das regelmäßig überprüft wird. Liquiditätsmanagement Wesentliche Ziele des Liquiditätsmanagements sind die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit, die rechtzeitige Erfüllung vertraglicher Zahlungsverpflichtungen sowie die Kostenoptimierung in der Südzucker-Gruppe. Im Rahmen des Cash- und Liquiditätsmanagements stellt die Südzucker International Finance B.V., Oud-Beijerland / Niederlande, die am Kapitalmarkt aufgenommenen Mittel den Konzernunternehmen zur Verfügung. Daneben bestehen Cashpools in nationalen Shared-Treasury-Centern. Die Liquiditätsplanung ist in die Unternehmensplanung integriert und berücksichtigt die aufgrund der Zuckerkampagne besonderen saisonalen Finanzierungserfordernisse. Unterjährig wird die Planung durch drei Forecast-Planungen aktualisiert. Die strategische Finanzplanung erfolgt auf der Grundlage der Fünf-Jahres-Planung. Die saisonalen Liquiditätserfordernisse werden durch Tages- bzw. Termingeldaufnahmen oder die Ausgabe von Commercial Papers kurzfristig finanziert. Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Südzucker-Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von syndizierten und bilateralen Kreditlinien, Wertpapieren und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten. Die langfristige Fremdkapitalfinanzierung erfolgt im Wesentlichen durch die Begebung von Anleihen, Schuldscheindarlehen und Bankdarlehen. Hinsichtlich der Einzelheiten zu den von Südzucker eingesetzten Finanzinstrumenten verweisen wir auf Ziffer (30) "Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)" in diesem Konzernanhang. Die nachstehende Übersicht zeigt die Fälligkeit der finanziellen Verbindlichkeiten per 29. Februar 2020. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind nicht diskontiert und umfassen Zins- und Tilgungszahlungen. scroll Vertraglich vereinbarte Zahlungsmittelabflüsse Mio. € Buchwert Gesamt bis 1 Jahr 1 bis 2 Jahre 2 bis 3 Jahre 3 bis 4 Jahre 29. Februar 2020 Finanzverbindlichkeiten Anleihen 1.125,0 1.175,0 338,7 8,8 8,8 308,8 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 803,7 831,7 273,0 45,3 148,9 13,2 Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 125,5 166,5 32,9 26,1 19,2 15,9 2.054,2 2.173,2 644,6 80,2 176,9 337,8 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern 211,5 211,5 211,5 0,0 0,0 0,0 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 606,1 606,1 606,1 0,0 0,0 0,0 Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 130,3 130,3 120,8 9,5 0,0 0,0 Währungstermingeschäfte Auszahlungen 6,7 663,6 651,5 12,1 0,0 0,0 Währungstermingeschäfte Einzahlungen - - 644,9 - 633,2 - 11,7 0,0 0,0 Zinsswaps Auszahlungen 1,1 0,9 0,3 0,3 0,3 0,0 Zinsswaps Einzahlungen - 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Commodityderivate 12,4 12,4 12,4 0,0 0,0 0,0 968,1 979,9 969,4 10,2 0,3 0,0 3.022,3 3.153,1 1.614,0 90,4 177,2 337,8 scroll Vertraglich vereinbarte Zahlungsmittelabflüsse Mio. € 4 bis 5 Jahre über 5 Jahre 29. Februar 2020 Finanzverbindlichkeiten Anleihen 5,0 505,0 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 122,3 229,0 Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 11,0 61,4 138,3 795,4 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern 0,0 0,0 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0,0 0,0 Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 0,0 0,0 Währungstermingeschäfte Auszahlungen 0,0 0,0 Währungstermingeschäfte Einzahlungen 0,0 0,0 Zinsswaps Auszahlungen 0,0 0,0 Zinsswaps Einzahlungen 0,0 0,0 Commodityderivate 0,0 0,0 0,0 0,0 138,3 795,4 scroll Vertraglich vereinbarte Zahlungsmittelabflüsse Mio. € Buchwert Gesamt bis 1 Jahr 1 bis 2 Jahre 2 bis 3 Jahre 3 bis 4 Jahre 28. Februar 2019 Finanzverbindlichkeiten Anleihen 1.024,0 848,8 8,8 8,8 8,8 8,8 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 603,3 617,3 275,6 40,3 41,6 44,5 Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0,2 0,2 0,1 0,1 0,0 0,0 1.627,5 1.466,3 284,5 49,2 50,4 53,3 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern 196,2 196,2 196,2 0,0 0,0 0,0 Verbindlichkeiten aus übrigen Lieferungen und Leistungen 590,2 590,2 590,2 0,0 0,0 0,0 Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 135,6 135,6 122,7 12,9 0,0 0,0 Währungstermingeschäfte Auszahlungen 7,3 720,3 707,8 0,4 12,1 0,0 Währungstermingeschäfte Einzahlungen - 701,0 - 700,4 - 0,3 - 0,3 0,0 Zinsswaps Auszahlungen 1,5 2,0 1,2 0,3 0,3 0,2 Zinsswaps Einzahlungen - 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Commodityderivate 8,9 8,9 8,9 0,0 0,0 0,0 939,7 952,2 926,6 13,3 12,1 0,2 2.567,2 2.418,5 1.211,1 62,5 62,5 53,5 scroll Vertraglich vereinbarte Zahlungsmittelabflüsse Mio. € 4 bis 5 Jahre über 5 Jahre 28. Februar 2019 Finanzverbindlichkeiten Anleihen 308,8 505,0 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 109,6 105,7 Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0,0 0,0 418,4 610,7 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern 0,0 0,0 Verbindlichkeiten aus übrigen Lieferungen und Leistungen 0,0 0,0 Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 0,0 0,0 Währungstermingeschäfte Auszahlungen 0,0 0,0 Währungstermingeschäfte Einzahlungen 0,0 0,0 Zinsswaps Auszahlungen 0,0 0,0 Zinsswaps Einzahlungen 0,0 0,0 Commodityderivate 0,0 0,0 0,0 0,0 418,4 610,7 TABELLE 100 Die nicht diskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Annahme, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten zum frühesten Fälligkeitstermin erfolgt. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze. Preisrisikomanagement Das Preisrisikomanagement umfasst die Bereiche Währung, Zins und Commoditypreise. Bei den nachfolgenden Ausführungen werden Risiko- und Managementdetails bezüglich der drei genannten Teilbereiche weiter ausgeführt. Währungsrisiko Währungsrisiken bestehen aufgrund der weltweiten Ausrichtung des Südzucker-Konzerns, womit sowohl das operative Geschäft als auch das Finanzergebnis und die Zahlungsströme mit Risiken aus Wechselkursschwankungen behaftet sind. Die Kursrelationen mit wesentlichem Einfluss resultieren aus US-Dollar, britischem Pfund, polnischem Zloty, rumänischem Leu, moldauischem Leu bzw. argentinischem Peso gegenüber dem Euro sowie chilenischem Peso gegenüber dem US-Dollar. Das Währungsrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse oder Material- bzw. Wareneinsatz abweichend von der lokalen Währung (funktionale Währung) anfallen. Im Finanzergebnis resultiert das Währungsrisiko überwiegend aus der konzerninternen Finanzierung von Tochterunternehmen, abweichend von deren Landeswährung. Währungsrisikomanagement Ziel des Währungsrisikomanagements ist die Reduktion der Wechselkursrisiken. Über Art und Umfang der operativen Währungsabsicherung entscheiden die Divisionen in Abstimmung mit der zentralen Finanzabteilung. Zur Absicherung der operativen Wechselkursrisiken werden Derivate in Form von Devisentermingeschäften eingesetzt. Im Bereich der Finanzierung kommen auch Cross-Currency-Swaps zum Einsatz. Sensitivitätsanalyse Die Sensitivitätsanalyse gibt an, welche Auswirkungen sich auf das Konzernergebnis bzw. Konzerneigenkapital vor Steuern ergeben hätten, wenn zum Bilanzstichtag bestehende Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit abweichenden Wechselkursen umzurechnen gewesen wären. Dabei entspricht das Währungs-Exposure dem Nettobetrag der finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten, die Währungsrisiken ausgesetzt sind. Diese setzen sich im Wesentlichen aus Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Finanzierungstätigkeit zusammen und schließen konzerninterne Salden ein. Bestehende Währungssicherungen werden bei der Betrachtung nicht berücksichtigt, sofern sie nicht einer Forderung oder Verbindlichkeit exakt zugeordnet sind. Ein negativer Betrag bedeutet, dass ein Überhang an Verbindlichkeiten besteht. Bei der Sensitivität wird unterstellt, dass die Währungen gegenüber der jeweiligen funktionalen Währung zum 29. Februar 2020 um + 10 % abgewertet bzw. um - 10 % aufgewertet hätten. Nachstehend sind das Währungs-Exposure und die hypothetische Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern als Ertrag (+) bzw. Aufwand (-) dargestellt. scroll Mio. € Exposure Sensitivität (+) Sensitivität (-) 28./29. Februar 2020 2019 2020 2019 2020 2019 USD 41,6 59,1 - 3,8 - 5,4 4,6 6,6 GBP 54,2 44,1 - 4,9 - 4,0 6,0 4,9 RON 22,9 0,0 - 2,1 0,0 2,5 0,0 CZK - 13,3 - 0,6 1,2 0,1 - 1,5 - 0,1 HUF - 22,0 - 0,7 2,0 0,1 - 2,4 - 0,1 Übrige Währungen - 151,5 - 64,1 13,8 5,8 - 16,8 - 7,1 TABELLE 101 Das Währungs-Exposure aus übrigen Währungen betrifft Euro-Forderungen bzw. -Verbindlichkeiten von Konzerngesellschaften in Ländern mit abweichender funktionaler Währung. In den USA und Polen werden langfristige konzerninterne Euro-Darlehen in Höhe von 235,0 (322,2) Mio. € gewährt, die als Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb qualifiziert sind, weshalb die daraus resultierenden Währungsschwankungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden. Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar bzw. polnischen Zloty um 10 % abgewertet bzw. aufgewertet hätte, hätte sich das Eigenkapital vor Steuern um 21,4 (29,3) Mio. € erhöht bzw. um 26,1 (35,8) Mio. € verringert. Zinsrisiko Aus variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten beziehungsweise Geldanlagen ist Südzucker Zinsrisiken ausgesetzt. Diese Zinsänderungsrisiken ergeben sich im Wesentlichen aus kampagnetypischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen. Zinsrisikomanagement Südzucker nutzt eine auf den Liquiditätsbedarf optimierte Finanzierungsstruktur, diese beinhaltet zur Minimierung des Zinsänderungsrisikos auch Finanzinstrumente mit einer Zinsfestschreibung. Details hierzu können dem Kapitel (30) "Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)" entnommen werden. Daneben werden in begrenztem Umfang derivative Instrumente wie Zinsswaps zum Zinsrisikomanagement eingesetzt. Sensitivitätsanalyse Anleihen und langfristige Bankschulden sind überwiegend mit fester Verzinsung vereinbart. Wäre das Marktzinsniveau um einen halben Prozentpunkt angestiegen, hätte dies, bezogen auf die am 29. Februar 2020 variabel verzinslichen Finanzinstrumente und ohne Berücksichtigung von abgeschlossenen Zinsswaps, zu nachfolgender Erhöhung des Zinsaufwands geführt: scroll Zinssensitivität 2019/20 2018/19 Mio. € Gesamt davon variabel verzinslich Effekt aus Zinssensitivität Gesamt davon variabel verzinslich Effekt aus Zinssensitivität Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 803,7 264,9 - 1,3 603,3 186,8 - 0,9 TABELLE 102 Ein Rückgang des Marktzinsniveaus um einen halben Prozentpunkt hätte eine vergleichbare Reduzierung des Zinsaufwands zur Folge gehabt. Risiken aus Commoditypreisen Südzucker ist im operativen Bereich aufgrund volatiler Preise der Commodity-Märkte wesentlichen Preisrisiken auf der Absatz- und Beschaffungsseite ausgesetzt, die insbesondere Änderungen des Zuckerweltmarktpreises, der Energie-, Getreide-, Ethanol- sowie Fruchtpreise betreffen. Management von Commoditypreisrisiken Die Basis eines risikoadäquaten Umgangs mit diesen Risiken ist ein standardisiertes und fortlaufendes Monitoring des Risikoexposures und der Risikoveränderung differenziert nach Produkten. Auf dieser Basis können Entscheidungen zur Risikoabsicherung von den regelmäßig tagenden Risikoausschüssen der Divisionen getroffen werden. Als wesentliche Risikoträger wurden in der Südzucker-Gruppe Zuckerverkäufe und -importe einschließlich damit gegebenenfalls verbundener Währungsrisiken, der Verkauf von Ethanol sowie der Einkauf von Energie und Getreide identifiziert. Weitere Ausführungen siehe nachfolgender Abschnitt zu derivativen Finanzinstrumenten. Derivative Instrumente zur Absicherung von Preisrisiken Die Südzucker-Gruppe setzt zur Absicherung von Währungs-, Zins- und Commoditypreisrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit und im Finanzbereich in begrenztem Umfang derivative Instrumente ein. Im operativen Bereich werden Commodityderivate - im Wesentlichen Zucker- und Weizenfutures und Derivate auf CO2-Emissionszertifikate - sowie Währungstermingeschäfte eingesetzt. Zur Sicherung der Risiken im Finanzbereich werden marktübliche Instrumente wie Zinsswaps und Währungstermingeschäfte verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die grundgeschäftsorientierte Limits festlegen, Genehmigungsverfahren definieren, den Abschluss derivativer Instrumente zu spekulativen Zwecken ausschließen, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Sowohl die Einhaltung dieser Richtlinien als auch die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft. Das Nominalvolumen und die Marktwerte der derivativen Instrumente stellen sich wie folgt dar: scroll Mio. € Nominalvolumen Positive Marktwerte Negative Marktwerte 28./29. Februar 2020 2019 2020 2019 2020 2019 Währungstermingeschäfte 651,1 718,7 3,1 2,2 - 6,7 - 7,3 Zinsswaps 50,0 108,0 0,0 0,0 - 1,1 - 1,5 Commodityderivate 372,7 236,0 8,5 4,1 - 12,4 - 8,9 Summe 1.073,8 1.062,7 11,6 6,3 - 20,2 - 17,7 TABELLE 103 Im Fall von OTC-Derivaten (Zins- und Währungsderivate sowie Derivate auf CO2-Emissionszertifikate) unterliegt Südzucker bei positiven Marktwerten einem Kreditrisiko. Die Kreditrisiken werden beschränkt, indem Derivate nur mit Banken und Partnern guter Bonität abgeschlossen werden. Aus Derivaten, die an Terminbörsen kontrahiert werden (Zucker-, Weizen-, Mais- und Ethanolderivate), ergeben sich regelmäßig keine Kreditrisiken. Der Marktwert der am 29. Februar 2020 abgeschlossenen Derivate würde sich bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung des Marktzinses um einen halben Prozentpunkt sowie einer Auf- bzw. Abwertung der betrachteten Währungen gegenüber dem Euro um 10 %, einer Reduzierung bzw. Erhöhung der Preise für Zucker, Ethanol, Weizen, Mais, CO2-Emissionszertifikate, Gas und Öl um jeweils 10 % wie folgt entwickeln (Sensitivität): scroll Mio. € Netto-Marktwerte Sensitivität (+) Sensitivität (-) 28./29. Februar 2020 2019 2020 2019 2020 2019 Währungstermingeschäfte - 3,6 - 5,1 20,2 19,9 - 24,7 - 17,3 Zinsswaps - 1,1 - 1,5 0,7 1,1 - 0,7 - 4,0 Commodityderivate - 3,9 - 4,8 - 13,0 0,7 10,9 - 1,5 Summe - 8,6 - 11,4 7,9 21,7 - 14,5 - 22,8 TABELLE 104 Insbesondere Währungstermingeschäfte und Commodityderivate werden auch als Sicherungsbeziehung mittels Cashflow Hedge Accounting abgebildet. Hierbei werden Wertänderungen dieser Sicherungsinstrumente zunächst ergebnisneutral im Eigenkapital abgebildet und erst im Zeitpunkt der Ergebniswirkung des Grundgeschäfts bei Absatzgeschäften im Umsatz bzw. bei Beschaffungsgeschäften im Materialaufwand erfasst. Die Buchwerte der im Rahmen einer solchen Sicherungsbeziehung bilanzierten Derivate werden nachfolgend angegeben: scroll Mio. € Positive Marktwerte Negative Marktwerte 28./29. Februar 2020 2019 2020 2019 Währungstermingeschäfte 1,4 0,5 - 3,5 - 3,8 Zinsswaps 0,0 0,0 - 1,1 - 0,6 Commodityderivate 8,3 3,5 - 9,9 - 5,8 Summe 9,7 4,0 - 14,5 - 10,2 TABELLE 105 Die entsprechenden Sicherungsbeziehungen betreffen insbesondere die Absicherung der Preisrisikokomponente beim Zuckerverkauf. Das hierauf entfallende Nominalvolumen zum Bilanzstichtag beträgt bezüglich der Währungsabsicherung und der Zuckerpreisabsicherung 57,1 (114,8) Mio. USD bei einem Sicherungskurs von 280 (271) €/t. Die zum Geschäftsjahresende noch abgesicherten Transaktionen werden nahezu vollständig im nächsten Geschäftsjahr realisiert. Ineffektivitäten, die sich beispielsweise aus nicht deckungsgleichen Laufzeiten von Grund- und Sicherungsgeschäften ergeben können, waren in Höhe von - 0,5 (0,0) Mio. € zu erfassen. Das nicht in eine Sicherungsbeziehung einbezogene Derivatevolumen wird erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet. Sämtliche Derivate werden in der Bilanz unter den Posten sonstige Vermögenswerte bzw. sonstige Verbindlichkeiten gezeigt. In Abhängigkeit von der Einbeziehung in eine Sicherungsbeziehung hätte eine Veränderung der Marktpreise um 10 % das Eigenkapital um 3,0 (13,9) Mio. € bzw. um - 6,6 (- 20,2) Mio. € und das Ergebnis vor Ertragsteuern um 4,9 (7,8) Mio. € bzw. um - 7,9 (- 2,6) Mio. € verändert. Weitere Einzelheiten zu den Marktwerten getrennt nach Bewertungskategorie und Bewertungslevel werden unter Ziffer (32) "Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten" gegeben. (32) Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten Die nachstehenden Tabellen stellen die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten je Bewertungskategorie dar. scroll 28./29. Februar 2020 2019 Mio. € Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert Finanzielle Vermögenswerte Wertpapiere Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 13,3 13,3 13,1 13,1 Wertpapiere Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling) 6,3 6,3 5,7 5,7 Langfristige Wertpapiere 19,6 19,6 18,8 18,8 Sonstige Beteiligungen Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 4,1 4,1 1,1 1,1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten 978,2 978,2 972,7 972,7 Forderungen an die EU Zu fortgeführten Anschaffungskosten 0,1 0,1 0,5 0,5 Übrige finanzielle Vermögenswerte Zu fortgeführten Anschaffungskosten 52,9 52,9 52,4 52,4 Positive Marktwerte Derivate - kein Hedge Accounting Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 1,9 1,9 2,3 2,3 Positive Marktwerte Derivate - Hedge Accounting n.a. 9,7 9,7 4,0 4,0 Wertpapiere Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (mit Recycling) 125,0 125,0 125,0 125,0 Wertpapiere Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 0,3 0,3 0,3 0,3 Wertpapiere 1 Zu fortgeführten Anschaffungskosten 142,2 142,2 206,7 206,7 Kurzfristige Wertpapiere 267,5 267,5 332,0 332,0 Flüssige Mittel 1 Zu fortgeführten Anschaffungskosten 197,4 197,4 147,7 147,7 1.531,4 1.531,4 1.531,5 1.531,5 Finanzielle Verbindlichkeiten Anleihen Zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.125,0 1.144,9 1.024,0 1.016,7 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Zu fortgeführten Anschaffungskosten 803,7 809,5 603,3 609,2 Leasingverbindlichkeiten n.a. 125,5 - 0,2 0,2 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten 817,6 817,6 786,4 786,4 Übrige finanzielle Verbindlichkeiten Zu fortgeführten Anschaffungskosten 130,3 130,3 135,6 135,6 Negative Marktwerte Derivate - kein Hedge Accounting Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 5,7 5,7 7,5 7,5 Negative Marktwerte Derivate - Hedge Accounting n.a. 14,5 14,5 10,2 10,2 3.022,3 2.922,5 2.567,2 2.565,8 1 Der Vorjahresbetrag wurde angepasst. Weitere Angaben werden unter Ziffer (1) des Konzernanhangs gemacht. TABELLE 106 Nachfolgend sind die Summen je Bewertungskategorie sowie die Nettoergebnisse je Bewertungskategorie angegeben. scroll Mio. € 29. Februar 2020 2019/20 28. Februar 2019 2018/19 Bewertungskategorie gemäß IFRS 9 Buchwert Beizulegender Zeitwert Nettoergebnis Buchwert Beizulegender Zeitwert Nettoergebnis Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 19,6 19,6 10,4 16,7 16,7 6,9 Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (ohne Recycling) 6,3 6,3 0,0 5,7 5,7 0,0 Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (mit Recycling) 125,0 125,0 7,2 125,0 125,0 6,9 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte 1.370,8 1.370,8 21,9 1.380,0 1.380,0 30,2 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 5,7 5,7 - 18,0 7,5 7,5 - 11,3 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten 2.876,6 2.902,3 - 39,5 2.549,3 2.547,9 - 37,3 - - - 18,0 - - - 4,6 TABELLE 107 Die Nettoergebnisse je Bewertungskategorie umfassten Zinsen, Dividenden, Ergebnisse aus der Bewertung von Finanzinstrumenten und Währungsergebnisse. Im Vorjahr waren hierunter auch die Zuführung und die Auflösung von Wertberichtigungen erfasst. Das Nettoergebnis der Bewertungskategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten" umfasste Zinsaufwendungen in Höhe von 19,8 (18,5) Mio. €. In der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte" sind Zinserträge in Höhe von 5,5 (7,1) Mio. € enthalten. Das Nettoergebnis aus der Bewertungskategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (mit Recycling)" im Geschäftsjahr 2019/20 umfasst Zinserträge in Höhe von 6,9 (6,9) Mio. €. Bewertungslevel Für Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, unterscheidet man drei Bewertungslevel hinsichtlich der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte. Auf Bewertungslevel 1 erfolgt die Bewertung auf Basis unangepasster, auf aktiven Märkten verwendeter Marktpreise identischer Finanzinstrumente. Bei Bewertungslevel 2 wird die Bewertung mit Preisen vorgenommen, die aus Marktpreisen, die auf aktiven Märkten verwendet werden, abgeleitet werden. Für Bewertungslevel 3 erfolgt die Bewertung auf Basis von Bewertungsverfahren, in denen mindestens ein wesentlicher nicht beobachtbarer Einflussfaktor enthalten ist. Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der Forderungen an die EU, der übrigen finanziellen Forderungen sowie der Zahlungsmittel wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen. Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve ermittelt, was einer Bewertung nach Level 2 entspricht. Das Kreditrisiko lässt sich verlässlich bestimmen. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den kurzfristigen übrigen finanziellen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeit die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen. Die beizulegenden Zeitwerte der börsennotierten Anleihen 2016/23 und 2017/2025 von insgesamt 1.144,4 (1.016,7) Mio. € basieren auf der Kursnotierung am letzten Handelstag im Geschäftsjahr. Dies entspricht Bewertungslevel 1. Nachfolgende Finanzinstrumente wurden zu Zeitwerten bilanziert: scroll Mio. € Fair-Value-Hierarchie 28./29. Februar 2020 Bewertungslevel 1 Bewertungslevel 2 Bewertungslevel 3 2019 Bewertungslevel 1 Wertpapiere 144,9 12,7 125,0 7,2 144,1 12,3 Sonstige Beteiligungen 4,1 0,0 0,0 4,1 1,1 0,0 Positive Marktwerte - kein Hedge Accounting 1,9 0,2 1,7 0,0 2,3 0,7 Positive Marktwerte - Hedge Accounting 9,7 8,4 1,3 0,0 4,0 3,4 Positive Marktwerte 11,6 8,6 3,0 0,0 6,3 4,1 Finanzielle Vermögenswerte 160,6 21,3 128,0 11,3 151,5 16,4 Negative Marktwerte - kein Hedge Accounting 5,7 2,5 3,2 0,0 7,5 3,1 Negative Marktwerte - Hedge Accounting 14,5 9,9 4,6 0,0 10,2 5,9 Negative Marktwerte / finanzielle Verbindlichkeiten 20,2 12,4 7,8 0,0 17,7 9,0 scroll Mio. € Fair-Value-Hierarchie 28./29. Februar Bewertungslevel 2 Bewertungslevel 3 Wertpapiere 125,0 6,8 Sonstige Beteiligungen 0,0 1,1 Positive Marktwerte - kein Hedge Accounting 1,6 0,0 Positive Marktwerte - Hedge Accounting 0,6 0,0 Positive Marktwerte 2,2 0,0 Finanzielle Vermögenswerte 127,2 7,9 Negative Marktwerte - kein Hedge Accounting 4,4 0,0 Negative Marktwerte - Hedge Accounting 4,3 0,0 Negative Marktwerte / finanzielle Verbindlichkeiten 8,7 0,0 TABELLE 108 Die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten Eigenkapitaltitel, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bzw. erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet sind. Im Vorjahr waren zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte enthalten. Diese Titel werden zu Marktwerten bewertet, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen (Bewertungslevel 1). Soweit keine Notierungen an aktiven Märkten vorliegen, erfolgt die Bewertung mit Preisen, die aus Marktpreisen, die auf aktiven Märkten verwendet werden, abgeleitet werden (Bewertungslevel 2). Hierunter fällt im laufenden Jahr insbesondere ein unter den Wertpapieren ausgewiesener festverzinslicher Schuldtitel, der erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (mit Recycling) bewertet wird. Wesentlicher Bewertungsfaktor ist hierbei das Kreditrisiko des Emittenten. Bei einer angenommenen Änderung des Kreditrisikos um 100 Basispunkte ergäbe sich ein Bewertungseffekt von rund +/- 1 Mio. €. In den verbleibenden Fällen erfolgt die Ermittlung der Zeitwerte auf Basis von Bewertungsverfahren, deren Einflussfaktoren nicht ausschließlich auf beobachtbaren Marktdaten beruhen (Bewertungslevel 3). Die positiven und negativen Marktwerte aus Währungs-, Zins- und Commodityderivaten betreffen einerseits Derivate, die wirksamer Teil einer Sicherungsbeziehung sind. Dabei werden künftige Zahlungsströme aus festen Verpflichtungen oder aus mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Transaktionen gegen Schwankungen abgesichert. Andererseits bestehen Währungs-, Zins- und Commodityderivate in Form von Fair Value Hedges bzw. ohne formal designierte Hedgebeziehung, die der Absicherung gegen das Risiko einer Veränderung des Fair Values eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit dienen und in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst werden. Die Ermittlung der Marktwerte von Commodityderivaten wie Zucker-, Weizen- oder Ethanolfutures, die auf liquiden Märkten gehandelt werden, erfolgt auf Basis von Stichtagsnotierungen (Bewertungslevel 1). Für die Marktwerte der weiteren Commodityderivate wie z. B. Ölswaps basiert die Bewertung auf der Grundlage von Benzin- und Kohlenotierungen einschlägiger Handels- und Kursinformationsplattformen (Bewertungslevel 2). Die Bewertung der Währungstermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen (Bewertungslevel 2). Bei den abgeschlossenen Zinsderivaten handelt es sich ausschließlich um Zinsswaps. Für diese Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt (Bewertungslevel 2). (33) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Haftungsverhältnisse, die nicht in der Konzernbilanz passiviert werden, stellen sich wie folgt dar: scroll 28./29. Februar Mio. € 2020 2019 Bürgschaften 44,7 45,9 davon für Gemeinschaftsunternehmen 42,7 42,0 Gewährleistungsverpflichtungen 1,4 1,4 TABELLE 109 Bürgschaften, Gewährleistungsverpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten Die Bürgschaften betreffen vor allem Bankkredite der gemeinschaftlich geführten Beteiligungen im Segment Zucker bei AGRANA wie auch Verbindlichkeiten gegenüber Dritten. Wir erwarten, wie bei den Gewährleistungsverpflichtungen, hieraus keine Inanspruchnahme. Es besteht eine Eventualverbindlichkeit aus einer Rückerstattungsforderung auf eine EU-Förderung in Ungarn in Höhe von 5,9 (6,4) Mio. €. Das Management der Gesellschaft schätzt die Rückerstattung als wenig wahrscheinlich ein. Bestellungen für Investitionen in Sachanlagen Die Bestellungen für Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 76,6 (151,3) Mio. € betreffen insbesondere Investitionen in den Zuckerfabriken bis zu Beginn der nächsten Kampagne sowie in den Divisionen Stärke und Freiberger sowie im Segment CropEnergies. Verpflichtungen aus Operating Leasing Die Angabe der Verpflichtungen aus Operating Leasing betrifft ausschließlich das Vorjahr. Mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 (Leasingverhältnisse) im Geschäftsjahr 2019/20 ist diese Angabe entfallen, da Verpflichtungen aus Leasingverhältnissen als Leasingverbindlichkeiten innerhalb der Finanzschulden in der Bilanz ausgewiesen werden; weitere Angaben hierzu werden unter den Ziffern (1) und (22) dieses Konzernhangs gegeben. Die nicht abgezinsten Mindestmietzahlungen in Folgeperioden beliefen sich im Geschäftsjahr 2018/19 auf Basis einer aktualisierten Erhebung auf 168,6 Mio. €. Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen insbesondere aus Mietverträgen für Büroräume, Lagerstätten, Maschinen, Fahrzeuge, Eisenbahnwaggons, EDV-Anlagen sowie für Bürogeräte waren wie folgt fällig: scroll Mio. € 28. Februar 2019 Fällig in bis zu einem Jahr 42,3 Fällig in 1 bis 5 Jahren 74,2 Fällig nach über 5 Jahren 52,1 Gesamt 168,6 TABELLE 110 Der Unterschiedsbetrag zwischen den außerbilanziellen Leasingverpflichtungen gemäß IAS 17 zum 28. Februar 2019 von 168,6 Mio. € und den zusätzlichen Leasingverbindlichkeiten aus der Erstanwendung von IFRS 16 am 1. März 2019 von 135,5 Mio. € beträgt 33,1 Mio. €. Er betrifft im Wesentlichen die Abzinsung der Verpflichtungen aus Operating Leasing gemäß IAS 17 und - in geringem Umfang - die Inanspruchnahme der Ausnahmeregelung für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse sowie die abweichende Behandlung von Verlängerungsoptionen. (34) Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers Für Leistungen des Konzernabschlussprüfers, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, fielen im Geschäftsjahr 2019/20 Aufwendungen für nachstehende Leistungen an: scroll Tsd. € 2019/20 2018/19 Abschlussprüfungsleistungen 820 750 Andere Bestätigungsleistungen 78 95 Steuerberatungsleistungen 16 23 Sonstige Leistungen 0 0 Gesamt 914 868 TABELLE 111 Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten Aufwendungen für die Prüfung des Konzernabschlusses sowie des gesetzlich vorgeschriebenen Jahresabschlusses der Südzucker AG und die Konzern- und Jahresabschlüsse von deutschen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen diverse andere Bescheinigungsleistungen außerhalb der Jahresabschlussprüfung. Die Honorare für Steuerberatungsleistungen umfassen überwiegend Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen. (35) Entsprechenserklärungen nach § 161 AktG Südzucker AG Vorstand und Aufsichtsrat der Südzucker AG haben am 14. November 2019 die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären auf der Website von Südzucker unter www.suedzucker.de/de/Entsprechenserklaerung/ dauerhaft zugänglich gemacht. CropEnergies AG Vorstand und Aufsichtsrat der CropEnergies AG haben am 11. November 2019 die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären auf der Website von CropEnergies unter www.cropenergies.com/de/investorrelations/Corporate_Governance/Entsprechenserklaerungen/ dauerhaft zugänglich gemacht. (36) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Nahestehende Unternehmen und Personen Als nahestehende Unternehmen kommen in Betracht: Die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, aus deren Eigenbesitz an Südzucker-Aktien zuzüglich der von ihr treuhänderisch für die Gemeinschaft der Anteilsinhaber gehaltenen Aktien sich eine Mehrheitsbeteiligung an der Südzucker AG errechnet. Die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.m.b.H. (Raiffeisen-Holding), Wien / Österreich, einschließlich ihrer Tochtergesellschaften, die über die Zucker Invest GmbH, Wien / Österreich, am Grundkapital beteiligt ist. Das Südzucker-Unterstützungswerk (SUW), Frankenthal / Pfalz, dessen Stiftungsvermögen zur Unterstützung von Mitarbeitern und Rentnern von Südzucker in besonderen Notfallsituationen und für soziale Zwecke dient. Dem Stiftungsrat gehören unter anderem Mitglieder des Vorstands der Südzucker AG an. Die Joint-Venture-Gesellschaften und assoziierten Unternehmen, die der gemeinschaftlichen Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Südzucker-Gruppe unterliegen. Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Südzucker AG sowie ihre Angehörigen sind nahestehende Personen. Auf den für die SZVG und das SUW bei der Südzucker AG geführten Konten wurden im Geschäftsjahr 2019/20 Zahlungseingänge aus Dividenden und Zinsen aus dem laufenden Geschäftsverkehr verbucht. Zum Bilanzstichtag betrugen die Verbindlichkeiten der Südzucker AG gegenüber der SZVG 0,2 (0,4) Mio. € und gegenüber dem SUW 3,4 (3,1) Mio. €. Daneben bestanden Finanzforderungen in Höhe von 144,3 (133,4) Mio. € an die bzw. Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 53,7 (41,7) Mio. € gegenüber der Raiffeisen-Gruppe; die Finanzforderungen betreffen mit 125 Mio. € eine Nachranganleihe mit einem Zinssatz bis einschließlich 23. Februar 2021 von 5,53 %. Die übrigen Verzinsungen erfolgen ebenfalls zu marktüblichen Konditionen. Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit bestehen zwischen der Südzucker AG und ihren Tochterunternehmen umfangreiche Geschäftsbeziehungen mit Joint-Venture-Gesellschaften und einem assoziierten Unternehmen. Die Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen werden wie unter fremden Dritten abgewickelt. Das Volumen der Transaktionen der Südzucker-Gruppe mit wesentlichen nahestehenden Unternehmen ergibt sich wie folgt: scroll Mio. €1 2019/20 2018/19 Joint Ventures 188,1 207,2 Assoziiertes Unternehmen 33,3 74,9 An nahestehende Unternehmen erbrachte Leistungen 221,4 282,1 Joint Ventures 61,9 66,2 Assoziiertes Unternehmen 1,2 0,0 Von nahestehenden Unternehmen bezogene Leistungen 63,1 66,2 1 Nur Beziehungen mit voll konsolidierten Konzerngesellschaften TABELLE 112 Der Austausch der Lieferungen und Leistungen erfolgt im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit der Unternehmen. Zum Bilanzstichtag betragen die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Joint-Venture-Gesellschaften und assoziierten Unternehmen: scroll 28./29. Februar Mio. €1 2020 2019 Joint Ventures 50,7 52,8 Assoziiertes Unternehmen 0,1 10,9 Forderungen gegen nahestehende Unternehmen 50,8 63,7 Joint Ventures 6,8 6,0 Assoziiertes Unternehmen 0,2 0,1 Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 7,0 6,1 1 Nur Beziehungen mit voll konsolidierten Konzerngesellschaften. TABELLE 113 Vorstandsvergütung Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder der Südzucker AG sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt. Die variable Vergütung ist abhängig von der seitens der Hauptversammlung noch zu beschließenden Dividende; die Auszahlung erfolgt nach der jeweiligen Hauptversammlung. scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Festvergütung 3,2 3,2 Variable Vergütung 1,7 1,9 Gesamtvergütung 4,9 5,1 TABELLE 114 Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der Südzucker AG und ihren Hinterbliebenen wurden insgesamt 41,8 (28,6) Mio. € zurückgestellt. Die Pensionszahlungen an frühere Vorstandsmitglieder der Südzucker AG und ihre Hinterbliebenen beliefen sich auf 2,3 (2,3) Mio. €. Die Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstände betrugen 20,1 (25,7) Mio. €; im Geschäftsjahr 2019/20 belief sich der zugeführte Dienstzeitaufwand auf 0,5 (0,5) Mio. €. Aufsichtsratsvergütung Die Vergütung für die gesamte Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Südzucker AG ist in nachstehender Tabelle aufgeführt. Eine variable Vergütung erfolgt nur bei einer Dividende, die 0,50 € je Aktie übersteigt, und ist somit nicht angefallen. scroll Mio. € 2019/20 2018/19 Festvergütung 1,8 1,8 Variable Vergütung 0,0 0,0 Gesamtvergütung 1,8 1,8 TABELLE 115 Daneben erhalten diejenigen Vertreter im Aufsichtsrat, die auch Arbeitnehmer in der Südzucker-Gruppe sind, das ihnen vertraglich zustehende Arbeitsentgelt, das nicht im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat steht. Die Beschreibung der Vergütungssysteme für Vorstand und Aufsichtsrat ist im Kapitel "Unternehmensführung und -verantwortung" unter dem Abschnitt "Corporate-Governance-Bericht" im Konzernlagebericht enthalten. (37) Aufsichtsrat und Vorstand Aufsichtsrat Dr. Hans-Jörg Gebhard, Eppingen Vorsitzender Jahrgang 1955, Mitglied seit 3. Januar 1995 Vorsitzender seit 24. August 2000 Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V. Mandate 1 ― Süddeutsche ZuckerrübenverwertungsGenossenschaft eG, Stuttgart (Vorsitzender) ― Vereinigte Hagelversicherung VVaG, Gießen Franz-Josef Möllenberg 2 , Rellingen 1. stellvertretender Vorsitzender Jahrgang 1953, Mitglied seit 14. Mai 1992 1. stv. Vorsitzender seit 26. August 1992 Ehem. Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Erwin Hameseder, Mühldorf / Österreich 2. stellvertretender Vorsitzender Jahrgang 1956, Mitglied seit 31. Juli 2003 2. stv. Vorsitzender seit 17. Juli 2014 Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen. m. b. H. Mandate 3 ― UNIQA Insurance Group AG, Wien / Österreich (2. stv. Vorsitzender) ― RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Wien / Österreich ― RWA Raiffeisen Ware Austria Handel und Vermögensverwaltung eGen, Wien / Österreich Thomas Bernhard 2 , Wunstorf Jahrgang 1961, Mitglied seit 20. Juli 2017 Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Mandate ― Dussmann Stiftung & Co. KGaA, Berlin Helmut Friedl, Egling a. d. Paar Jahrgang 1965, Mitglied seit 16. Juli 2015 Vorstandsvorsitzender des Verbands bayerischer Zuckerrübenanbauer e. V. Mandate ― BMG Donau-Lech eG, Mering Ulrich Gruber 2 , Plattling Jahrgang 1972, Mitglied seit 1. Mai 2018 Stv. Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Südzucker AG seit 1. Januar 2019 Veronika Haslinger, Wien / Österreich Jahrgang 1972, Mitglied seit 17. Juli 2014 Geschäftsleiterin der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen. m. b. H. Mandate 3 ― Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart Ralf Hentzschel, Panschwitz-Kuckau Jahrgang 1964, Mitglied vom 21. Juli 2011 bis 13. März 2019 Ehem. Vorsitzender des Präsidiums des Verbands Sächsisch-Thüringischer Zuckerrübenanbauer e. V. Georg Koch, Wabern Jahrgang 1963, Mitglied seit 21. Juli 2009 Vorstandsvorsitzender des Verbands der Zuckerrübenanbauer Kassel e. V. Stv. Vorstandsvorsitzender der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG Susanne Kunschert, Stuttgart Jahrgang 1970, Mitglied seit 17. Juli 2014 Geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG Mandate ― Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe ― Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart Walter Manz, Dexheim Jahrgang 1964, Mitglied seit 12. April 2019 Vorstandsvorsitzender des Verbands der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e. V. Julia Merkel 4 , Wiesbaden Jahrgang 1965, Mitglied seit 20. Juli 2017 Mitglied des Vorstands der R+V Versicherung AG Mandate ― Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart Sabine Möller 2 , Hamburg Jahrgang 1964, Mitglied seit 31. Oktober 2018 Referatsleiterin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Angela Nguyen 2 , Gerwisch Jahrgang 1969, Mitglied seit 20. Juli 2017 Stv. Betriebsratsvorsitzende Freiberger Osterweddingen GmbH & Co. KG Ulrike Rösch 2 , Bellheim Jahrgang 1970, Mitglied seit 20. Juli 2017 Stv. Betriebsratsvorsitzende der Hauptverwaltung Mannheim der Südzucker AG Joachim Rukwied, Eberstadt Jahrgang 1961, Mitglied seit 24. Juli 2007 Präsident des Deutschen Bauernverbands e. V. Mandate ― BAYWAAG, München ― Buchstelle Landesbauernverband Baden-Württemberg GmbH, Stuttgart (Vorsitzender) ― Kreditanstalt für Wiederaufbau, Frankfurt am Main ― LAND-DATA GmbH, Visselhövede (Vorsitzender) ― Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt am Main (Vorsitzender) ― LBV-Unternehmensberatungsdienste GmbH, Stuttgart (Vorsitzender) ― Messe Berlin GmbH, Berlin ― R+V Versicherung AG, Wiesbaden Bernd Frank Sachse 2 , Zeitz Jahrgang 1965, Mitglied seit 1. Januar 2019 Betriebsratsvorsitzender des Werks Zeitz der Südzucker AG Nadine Seidemann 2 , Donauwörth Jahrgang 1982, Mitglied seit 1. September 2013 Stv. Betriebsratsvorsitzende des Werks Rain der Südzucker AG Dr. Stefan Streng, Uffenheim Jahrgang 1968, Mitglied seit 20. Juli 2017 Vorstandsvorsitzender des Verbands Fränkischer Zuckerrübenbauer e.V. Wolfgang Vogl 2 , Bernried Jahrgang 1962, Mitglied seit 1. März 2011 Leiter der Werke Plattling und Rain der Südzucker AG Rolf Wiederhold 2 , Wabern Jahrgang 1969, Mitglied seit 1. März 2013 Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Südzucker AG seit 1. Januar 2019 1 Mandate neben den Funktionen im Südzucker-Konzern. 2 Arbeitnehmervertreter. 3 Mandate neben den Funktionen im Südzucker-Konzern und im Konzern der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien. 4 Mandate neben den Funktionen im Konzern der R+V Versicherung AG. Ausschüsse des Aufsichtsrats Präsidium Dr. Hans-Jörg Gebhard Franz-Josef Möllenberg Erwin Hameseder Rolf Wiederhold Landwirtschaftlicher Ausschuss Dr. Hans-Jörg Gebhard (Vorsitzender) Helmut Friedl Ulrich Gruber Georg Koch Nadine Seidemann Wolfgang Vogl Prüfungsausschuss Helmut Friedl (Vorsitzender) Dr. Hans-Jörg Gebhard Ulrich Gruber Veronika Haslinger Franz-Josef Möllenberg Rolf Wiederhold Sozialausschuss Dr. Hans-Jörg Gebhard (Vorsitzender) Thomas Bernhard Helmut Friedl Erwin Hameseder Franz-Josef Möllenberg Rolf Wiederhold Vermittlungsausschuss Dr. Hans-Jörg Gebhard (Vorsitzender) Erwin Hameseder Franz-Josef Möllenberg Rolf Wiederhold Vorstand Dr. Niels Pörksen Limburgerhof Vorsitzender Seit 1. März 2020; bestellt bis 28. Februar 2023 Dr. Wolfgang Heer Ludwigshafen am Rhein Vorsitzender Vom 20. November 2012 bis 29. Januar 2020; Mitglied des Vorstands seit 1. März 2008 Dr. Thomas Kirchberg Würzburg Seit 1. September 2007; bestellt bis 31. August 2022 Mandate 1 ― Ekosem-Agrar AG, Walldorf Thomas Kölbl Speyer Seit 1. Juni 2004; bestellt bis 31. Mai 2024 Mandate 1 ― K+S Aktiengesellschaft, Kassel Johann Marihart Limberg, Österreich Seit 31. Januar 1994; bestellt bis 28. Februar 2021 Mandate 1 ― BBG Bundesbeschaffungsges. m. b. H., Wien, Österreich ― Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH, Wien, Österreich (stv. Vorsitzender) ― Ottakringer Getränke AG, Wien, Österreich ― Spanische Hofreitschule - Lipizzanergestüt Piber, Wien, Österreich (Vorsitzender) ― tecnet equity NÖ Technologiebeteiligungs-Invest GmbH, St. Pölten, Österreich ― TÜV Austria Holding AG, Wien, Österreich (Vorsitzender) 1 Mandate neben den Funktionen im Südzucker-Konzern. (38) Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 313 Abs. 2 HGB I. Verbundene Unternehmen (vollkonsolidiert) scroll Kurzbezeichnung Sitz Land Muttergesellschaft % Segment Zucker Division Geschäftsbereich Zucker Südzucker und Vertriebsgesellschaften Südzucker AG SZAG Mannheim Deutschland Sudzucker Hellas E.P.E. Agios Dimitrios Griechenland SZH 99,94 SZV 0,06 Sudzucker Ibérica S.L.U. Barcelona Spanien SZH 100,00 Südzucker United Kingdom Limited Edinburgh Vereinigtes Königreich SZH 100,00 S.Z.I.L. LTD Kfar Saba Israel SZH 100,00 Zucker Belgien Raffinerie Tirlemontoise S.A. RT Tienen Belgien SZH 99,41 Nougat Chabert & Guillot SA NC&G Montélimar Frankreich SOGELAF 99,75 S.C.I. DU MARINET Montélimar Frankreich SOGELAF 99,75 NC&G 0,25 Rafti B.V. Wijchen Niederlande TSNH 100,00 S.O.G.E.L.A.F. SARL SOGELAF Paris Frankreich RT 100,00 Tiense Suikerraffinaderij Nederland Holding B.V. TSNH Wijchen Niederlande RT 100,00 Tiense Suikerraffinaderij Services g.c.v. Bruxelles Belgien RT 100,00 Zucker Frankreich Saint Louis Sucre S.A.S. SLS Paris Frankreich SZH 99,96 Zucker Polen Südzucker Polska S.A. SZPL Wrocław Polen SZH 99,59 "POLTERRA" Sp. z o.o. Wrocław Polen SZPL 100,00 Przedsiebiorstwo Rolne "KLOS" Sp. z o.o. Wrocław Polen SZPLN 100,00 Südzucker Polska Nieruchomosci Sp. z o.o. SZPLN Wrocław Polen SZPL 100,00 Division AGRANA Zucker AGRANA Vertriebsgesellschaft AGRANA Sales & Marketing GmbH ASM Wien Österreich AB 100,00 Zucker Österreich AGRANA Zucker GmbH AZ Wien Österreich AB 98,91 ASM 1,09 AGRANA ZHG Zucker Handels GmbH Wien Österreich ASM 100,00 Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich ASM 86,00 Zucker Rumänien AGRANA AGRO S.r.l. Roman Rumänien AR 99,00 AZ 1,00 AGRANA BUZÅU S.r.l. Buzău Rumänien AR 99,00 AZ 1,00 AGRANA Romania S.R.L. AR Bukarest Rumänien ASM 100,00 AGRANA TANDAREI S.r.l. Tandarei Rumänien AR 99,00 AZ 1,00 Zucker Slowakei Slovenské Cukrovary s.r.o. Sered Slowakei ASM 100,00 Zucker Tschechien Moravskoslezské Cukrovary A.S. Hrušovany Tschechien ASM 100,00 Zucker Ungarn AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. AME Budapest Ungarn MCeF 99,70 AZ 0,30 Biogáz Fejlesztő Kft. Kaposvar Ungarn AME 100,00 Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelősségű Társaság Budapest Ungarn MCeF 100,00 Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. MCeF Budapest Ungarn ASM 87,61 Zucker Bulgarien AGRANA Trading EOOD Sofia Bulgarien ASM 100,00 Zucker Bosnien AGRANA BIH Holding GmbH ABIH Wien Österreich ASM 75,00 SZH 25,00 AGRANA d.o.o. Brčko Bosnien-Herzegowina ABIH 100,00 AGRANA Holding / Sonstige AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft AB Wien Österreich Z&S 78,34 SZAG 2,74 AGRANA Group-Services GmbH AGS Wien Österreich AB 100,00 Agrana Research & Innovation Center GmbH Wien Österreich AB 100,00 INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. Wien Österreich AB 66,67 Division Zucker Moldau Südzucker Moldova S.R.L. SZM Chişinãu Moldau SZH 99,97 Agro Credit S.R.L. Drochia Moldau SZH 100,00 Agro-SZM S.R.L. Drochia Moldau SZM 100,00 Division Landwirtschaft Loberaue Agrar GmbH LOB Rackwitz Deutschland SZAG 100,00 Rackwitzer Biogas GmbH Rackwitz Deutschland LOB 100,00 Terra Sömmerda GmbH Sömmerda Deutschland SZVW 100,00 Wolteritzer Agrar GmbH Rackwitz Deutschland LOB 100,00 Zschortauer Agrar GmbH Rackwitz Deutschland LOB 100,00 Zschortauer Futtermittel GmbH Rackwitz Deutschland LOB 74,00 Zucker übrige AHG Agrar-Holding GmbH 2 Mannheim Deutschland SZAG 100,00 AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG 1 AZS Wien Österreich SZAG 50,00 Z & S Zucker und Stärke Holding AG Z&S Wien Österreich AZS 100,00 AiH Agrar-industrie-Holding GmbH AiH Mannheim Deutschland SZAG 100,00 BGD Bodengesundheitsdienst GmbH 2 Mannheim Deutschland SZAG 100,00 Südzucker Holding GmbH 2 SZH Mannheim Deutschland SZAG 100,00 Südzucker international Finance B.V. Oud-Beijerland Niederlande SZAG 100,00 Südzucker Tiefkühl-Holding GmbH 2 SZTK Ochsenfurt Deutschland SZAG 100,00 Südzucker Versicherungs-Vermittlungs-GmbH Mannheim Deutschland SZAG 51,00 Südzucker Verwaltungs GmbH 2 SZVW Mannheim Deutschland SZAG 100,00 Segment Spezialitäten Division BENEO BENEO GmbH 2 B Mannheim Deutschland SZAG 100,00 BENEO Asia Pacific Pte. Ltd. Singapore Singapur BP 100,00 BENEO Iberica S.L. unipersonal Barcelona Spanien BO 100,00 BENEO Inc. Parsippany USA BP 100,00 BENEO India Private Limited New Delhi indien BP 99,99 B 0,01 BENEO Latinoamerica Coordenaçao Regional Ltda. São Paulo Brasilien BO 100,00 BP 0,00 BENEO-Orafti S.A. BO Oreye Belgien BR 100,00 BENEO-Palatinit GmbH 2 BP Mannheim Deutschland B 85,00 SZAG 15,00 BENEO-Remy N.V. BR Wijgmaal (Leuven) Belgien B 100,00 Orafti Chile S.A. Pemuco Chile BO 99,99 BP 0,01 REMY ITALIA S.P.A. Confienza (PV) Italien BR 66,70 Veniremy N.V. Wijgmaal (Leuven) Belgien BR 100,00 Division Freiberger Freiberger Holding GmbH 2 FH Berlin Deutschland SZTK 90,00 SZAG 10,00 Alberto Lebensmittel GmbH Berlin Deutschland FLG KG 100,00 Crestar Crusts Inc. Braintree USA RF 100,00 Favorit Lebensmittel-Vertriebs GmbH Berlin Deutschland FiB 100,00 Feinschmecker Eiscreme und Tiefkühlkost GmbH Berlin Deutschland FH 100,00 Feinschmecker Feinkost GmbH FF Berlin Deutschland FiB 100,00 Freiberger France S.A.R.L. St. Didier au Mont d'or Frankreich FIB 100,00 Freiberger GmbH Berlin Deutschland FLG KG 100,00 Freiberger Internationale Beteiligungs GmbH 2 FIB Berlin Deutschland FLG KG 100,00 Freiberger Lebensmittel GmbH & Co. Produktions- und Vertriebs Kg 3 FLG KG Berlin Deutschland FH 100,00 Freiberger Osterweddingen GmbH & Co. KG 3 Sülzetal Deutschland FLG KG 100,00 Freiberger Polska Sp.z o.o. Warszawa Polen FiB 99,00 FF 1,00 Freiberger UK Hd. Spalding Vereinigtes Königreich FIB 100,00 Freiberger USA Inc. FLU Parsippany USA FIB 100,00 HASA GmbH 2 Burg Deutschland FLG KG 100,00 Prim AS Tiefkühlprodukte Gesellschaft m.b.H. Oberhofen Österreich FIB 100,00 Richelieu Foods Inc. RF Braintree USA RH 100,00 Richelieu Group LLC Braintree USA RF 100,00 Richelieu Holdco Inc. RH Braintree USA FLU 100,00 Sandhof Limited SL Westhoughton Vereinigtes Königreich FIB 100,00 Stateside Foods Ltd. Westhoughton Vereinigtes Königreich SL 100,00 Willow Foods LLC Braintree USA RF 100,00 Division Stärke AGRANA Stärke GmbH AS Wien Österreich AB 98,91 ASM 1,09 S.C. A.G.F.D. Tandarei S.r.l. Tandarei Rumänien AS 100,00 Division PortionPack Europe PortionPack Europe Holding B.V. PPEH Oud-Beijerland Niederlande SZAG 100,00 Collaborative Packing Solutions [Pty] Hd Johannesburg Südafrika PPEH 75,00 CustomPack Hd Telford / Shropshire Vereinigtes Königreich SSL 100,00 Elite Portion Pack Belgium NV Herentals Belgien PPEH 100,00 PPH 0,00 Hellma Gastronomicky Servis Praha spol. s.r.o. Praha Tschechien PPEH 100,00 Hellma Gastronomie-Service GmbH 2 Nürnberg Deutschland PPEH 100,00 Hellma Lebensmittel-Verpackungs-Gesellschaft m.b.H Wien Österreich PPEH 100,00 PortionPack Holland B.V. PPH Oud-Beijerland Niederlande PPEH 100,00 SAES The Portion Company, S.L. La Llagosta (Barcelona) Spanien PPEH 100,00 Portion Solutions Limited PSL Telford / Shropshire Vereinigtes Königreich PPEH 100,00 Van Oordt Drukkerij B.V. Oud-Beijerland Niederlande VOP 100,00 Van Oordt Landgraaf B.V. Landgraaf Niederlande PPH 100,00 Van Oordt the portion company B.V. VOH Oud-Beijerland Niederlande PPH 100,00 Segment CropEnergies CropEnergies AG CEAG Mannheim Deutschland SZAG 69,19 Biowanze S.A. Bruxelles Belgien CEAG 100,00 Compagnie Financière de l'Artois SAS CF Loon-Plage Frankreich CEAG 100,00 CropEnergies Beteiligungs GmbH CEBet Mannheim Deutschland CEAG 100,00 CropEnergies Bioethanol GmbH CEB Zeitz Deutschland CEBet 85,00 CEAG 15,00 Ensus UK Limited Yarm Vereinigtes Königreich CEBet 100,00 RYSSEN ALCOOLS SAS RYS Loon-Plage Frankreich CF 100,00 Ryssen Chile SpA Lampa, Santiago de Chile Chile RYS 100,00 Segment Frucht Division Fruchtzubereitungen (AGRANA Fruit) AGRANA Fruit S.A.S. AF Mitry-Mory Frankreich FA 100,00 ARANA Fruit Algeria Holding GmbH AFAH Wien Österreich AIV&A 55,00 AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien AF 91,76 AFSS 8,24 AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. AF Aus Sydney Australien AF 100,00 AGRANA Fruit Austria GmbH AFA Gleisdorf Österreich AF 99,98 AIV&A 0,02 AGRANA Fruit Brasil Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda. Cabreúva Brasilien AF 99,99 AFA 0,01 AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. Dachang China AF 75,00 AFK 25,00 AGRANA Fruit France S.A.S. Mitry-Mory Frankreich AF 100,00 AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz Deutschland AF 100,00 AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED Pune Indien AF 99,99 AFSG 0,01 AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S. Istanbul Türkei AF 100,00 AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited Xinbei Zone, Changzhou China AF 100,00 AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. AFK Seoul Südkorea AF 100,00 AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. Michoacan Mexiko AF 99,99 AFSG 0,01 AGRANA Fruit Luka TOV Vinnitsa Ukraine AF 99,97 AGRANA Fruit Management Australia Pty Limited Sydney Australien AF Aus 100,00 AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Michoacan Mexiko AFUS 100,00 AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. Ostroleka Polen AF 100,00 AGRANA Fruit Services GmbH AFSG Wien Österreich AF 100,00 AGRANA Fruit Services S.A.S. AFSS Mitry-Mory Frankreich AF 100,00 AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Johannesburg Südafrika AF 100,00 AGRANA Fruit Ukraine TOV Vinnitsa Ukraine AF 99,80 AGRANA Fruit US, Inc. AFUS Brecksville USA AF 100,00 AGRANA Nile Fruits Processing SAE Qalyoubia Ägypten AF 51,00 Dirafrost FFi N. V. DFFI Lummen Belgien AF 100,00 Dirafrost Maroc SARL Larach Marokko DFFI 100,00 Financière Atys S.A.S. FA Mitry-Mory Frankreich AIV&A 100,00 o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov Russland AF 100,00 SPA AGRANA Fruit Algeria 1 Akbou Algerien AFAH 48,97 Yube d.o.o. Požega Serbien DFFI 100,00 Division Fruchtsaftkonzentrate (AUSTRIA JUICE) AUSTRiA JUICE GmbH AJU Allhartsberg Österreich AIV&A 50,01 AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD Xianyang City China AJU 100,00 AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH AJS&M Bingen Deutschland AJU 100,00 AUSTRIA JUICE Germany GmbH Bingen Deutschland AJS&M 100,00 AUSTRIA JUICE Hungary Kft. Vásárosnamény Ungarn AJU 100,00 AUSTRIA JUICE Poland Sp. z.o.o Chelm Polen AJU 100,00 AUSTRIA JUICE Romania S.r.l. Vaslui Rumänien AJU 100,00 AUSTRIA JUICE Ukraine TOV Vinnitsa Ukraine AJU 100,00 Frucht übrige AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH AiV&A Wien Österreich AB 98,91 ASM 1,09 1 Stimmrechtsmehrheit. 2 Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift von § 264 Absatz 3 HGB. 3 Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift von § 264b HGB. II. Gemeinschaftsunternehmen / assoziierte Unternehmen (at Equity einbezogen) scroll Kurzbezeichnung Sitz Land Muttergesellschaft % Segment Zucker Division Geschäftsbereich Zucker Südzucker und Vertriebsgesellschaften Maxi S.r.l. Bolzano Italien SZH 50,00 Division AGRANA Zucker AGRANA Betain Beta Pura GmbH Wien Österreich ASM 50,00 Zucker Bosnien "AGRAGOLD" d.o.o. Brcko Bosnien-Herzegowina ASB 100,00 AGRAGOLD d.o.o. Zagreb Kroatien ASB 100,00 AGRAGOLD dooel Skopje Skopje Nordmazedonien ASB 100,00 AGRAGOLD trgovina d.o.o. Ljubljana Slowenien ASB 100,00 AGRANA Studen Sugar Trading GmbH Wien Österreich ABIH 50,00 AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k. Tirane Albanien ASB 100,00 AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH ASB Wien Österreich ABIH 50,00 AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C. Prishtina Kosovo ASB 100,00 Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd Beograd Serbien ASB 100,00 STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. Brčko Bosnien-Herzegowina ASB 100,00 Zucker übrige ED&F MAN Holdings Limited London Vereinigtes Königreich SZH 34,55 Segment Spezialitäten Division Stärke GreenPower Services Kft. Szabadegyháza Ungarn HK 100,00 HUNGRANA Keményitö-és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft. HK Szabadegyháza Ungarn AS 50,00 Segment CropEnergies CT Biocarbonic GmbH Zeitz Deutschland CEBet 50,00 TABELLE 117 III. Unternehmen von untergeordneter Bedeutung und sonstige Beteiligungen > 20 % (nicht einbezogen) scroll Kurzbezeichnung Sitz Land Muttergesellschaft % Verbundene Unternehmen (nicht einbezogen) Segment Zucker Division AGRANA Zucker Zucker Bosnien AGRANA Croatia d.o.o. Zagreb Kroatien AZ 100,00 Zucker übrige Açúcar e Álcool do Sul Participações Ltda. São Paulo Brasilien SZH 100,00 AIH 0,00 Arbeitsgemeinschaft für Versuchswesen und Beratung im Zuckerrübenanbau Zeitz GmbH Kretzschau Deutschland SZAG 80,00 Südtrans GmbH Mannheim Deutschland SZAG 100,00 Südzucker International GmbH Ochsenfurt Deutschland SZH 100,00 Südzucker Reise-Service GmbH Mannheim Deutschland SZAG 100,00 Südzucker Verkauf GmbH SZV Mannheim Deutschland SZH 100,00 Segment Spezialitäten Division Stärke AGRANA Amidi srl Sterzing (BZ) Italien AS 100,00 Gemeinschaftsunternehmen / assoziierte Unternehmen (nicht einbezogen) Segment Zucker Division Geschäftsbereich Zucker Zucker Belgien Food Port N.V. Tienen Belgien RT 35,71 Zucker Frankreich Sucrerie et Distillerie de Souppes-Ouvré Fils S.A. Paris Frankreich SLS 44,50 Zucker übrige Felix Koch Offenbach Couleur und Karamel GmbH Offenbach Deutschland SZH 25,10 Liquid Feed Europe Holding B.V. LFEH Oud-Beijerland Niederlande SZH 50,00 Liquid Feed France S.A.S. Cagny Frankreich LFEH 100,00 Maritime Investment Holdings Pte. Ltd MIH Singapore Singapur SZH 25,00 Division Landwirtschaft Zschortauer-Glesiener Rübenrode GmbH Schkeuditz Deutschland LOB 45,83 Segment Spezialitäten Division BENEO INVITA Australia PTE Ltd Balgowlah Australien BP 35,00 Division PortionPack Europe Collaborative Blending Solutions Proprietary Limited Johannesburg Südafrika CoSo 49,00 Sonstige Beteiligungen > 20 % (nicht einbezogen) Segment Zucker Division Geschäftsbereich Zucker Zucker Frankreich GARDEL S.A. Le Moule Frankreich SLS 24,28 S.C.I.C.A ROYE DESHYDRATATION S.A. Roye Frankreich SLS 20,21 Division AGRANA Zucker Zucker Ungarn Cukoripari Egyesülés Budapest Ungarn MCeF 44,27 TABELLE 118 (39) Vorschlag für die Gewinnverwendung Der Bilanzgewinn der Südzucker AG beträgt 47,3 Mio. €. Der Vorstand schlägt vor, eine Dividende in Höhe von 0,20 € je Aktie auszuschütten und damit den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: scroll 2019/20 2018/19 Ausgegebene Stückaktien Stück 204.183.292 204.183.292 Dividende € 0,20 0,20 Ausschüttungsbetrag € 40.836.658,40 40.836.658,40 Vortrag auf neue Rechnung € 6.415.315,49 86.665,71 Bilanzgewinn € 47.251.973,89 40.923.324,11 TABELLE 119 Soweit am Tag der Hauptversammlung eigene Aktien vorhanden sind, wird der Beschlussvorschlag dahingehend modifiziert, bei unveränderter Ausschüttung von 0,20 € je dividendenberechtigter Stückaktie den entsprechend höheren verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. Die Hauptversammlung soll am 16. Juli 2020 in virtueller Form stattfinden; die Auszahlung der Dividende erfolgt am 21. Juli 2020. (40) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Die weltweite Ausbreitung der Coronavirus-Erkrankung COVID-19 wurde am 11. März 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer Pandemie erklärt. Damit konkretisiert sich eine höhere Wahrscheinlichkeit von möglichen wesentlichen Auswirkungen auf unseren zukünftigen Geschäftsverlauf. Bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses am 22. April 2020 war der operative Geschäftsbetrieb nicht wesentlich eingeschränkt. Aufgrund der dynamischen Entwicklung ist es jedoch nicht möglich, die zukünftigen finanziellen Auswirkungen abzuschätzen. Zum 1. März 2020 erwarb die AGRANA Stärke GmbH das in Santa Cruz / USA angesiedelte Unternehmen Marroquin Organic International, Inc. Das auf Bio-Produkte spezialisierte Handelshaus bedient B2B-Kunden und bezieht einen Großteil seines Produktportfolios von AGRANA Stärke. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Mannheim, den 22. April 2020 Der Vorstand DR. NIELS PÖRKSEN, VORSITZENDER DR. THOMAS KIRCHBERG THOMAS KÖLBL JOHANN MARIHART Der nach deutschen Bilanzierungsvorschriften aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht der Südzucker AG, die von PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden sind, werden beim Betreiber des Bundesanzeigers (Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Köln) eingereicht und im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Jahresabschluss und der Lagebericht können bei der Gesellschaft angefordert werden. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS An die Südzucker AG, Mannheim Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Bilanz zum 29. Februar 2020, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen, der Entwicklung des Eigenkapitals und der Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. März 2019 bis zum 29. Februar 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Südzucker AG für das Geschäftsjahr vom 1. März 2019 bis zum 29. Februar 2020 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse ― entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 29. Februar 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. März 2019 bis zum 29. Februar 2020 und ― vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. März 2019 bis zum 29. Februar 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung: (1) Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte (2) Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Risikovorsorge Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert: (1) Sachverhalt und Problemstellung (2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse (3) Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar: (1) Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte (1) In dem Konzernabschluss der Südzucker AG werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" insgesamt Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 739,5 Mio. € ausgewiesen. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Auf dieser Basis werden jährlich sowie anlassbezogen von der Gesellschaft Werthaltigkeitstests ("Impairment Tests") durchgeführt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich anhand des Nutzungswerts. Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Zahlungsströme der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Barwerte werden mittels Discounted Cashflow-Modellen ermittelt. Die vorgenommenen Bewertungen werden für jede Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten aus der aktuellen von den gesetzlichen Vertretern verabschiedeten und vom Aufsichtsrat gebilligten 5-Jahres-Planung abgeleitet. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der jeweiligen Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. (2) Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Impairment Tests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten beurteilt. Die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse haben wir unter anderem durch Abgleich dieser Angaben mit den aus der von den gesetzlichen Vertretern verabschiedeten und vom Aufsichtsrat gebilligten 5-Jahres-Planung abgeleiteten aktuellen Planungsrechnungen sowie durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe der auf diese Weise ermittelten Geschäftswerte haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern einschließlich der durchschnittlichen Kapitalkosten beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Aufgrund der materiellen Bedeutung der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie aufgrund der Tatsache, dass die Bewertung derselben auch von volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängt, die außerhalb der Einflussmöglichkeit der Gesellschaft liegen, haben wir die ergänzenden Sensitivitätsanalysen der Gesellschaft nachvollzogen und festgestellt, dass die Geschäfts- oder Firmenwerte in allen Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ausreichend durch die diskontierten künftigen Zahlungsmittelüberschüsse gedeckt sind. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten. (3) Die Angaben der Gesellschaft zu den Geschäfts- oder Firmenwerten sind in Abschnitt 21 des Konzernanhangs enthalten. (2) Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Risikovorsorge (1) Im Konzernabschluss der Südzucker AG werden Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorge in Höhe von 165,7 Mio. € unter dem Bilanzposten "Sonstige Rückstellungen" ausgewiesen. Diese betreffen Rechtsstreitigkeiten aus Marktordnungsverfahren, Verfahren aus operativen Vertragsbeziehungen und Kartellrechtsrisiken einschließlich Bußgeldern und Schadensersatz. In den anhängigen Gerichtsverfahren gehen die gesetzlichen Vertreter davon aus, dass rechtskräftige Urteile erst in mehreren Jahren vorliegen werden und somit überwiegend nicht von einem Abfluss von Ressourcen innerhalb der nächsten zwölf Monaten auszugehen ist. Die vorzunehmende Risikobeurteilung zum Verlauf von Rechtsstreitigkeiten und die Einschätzung, ob aufgrund eines vorliegenden Rechtsstreits die Passivierung einer Rückstellung zur Abdeckung des Risikos erforderlich, und ggfs. in welcher Höhe die gegenwärtige Verpflichtung zu bemessen ist, wird in hohem Maße durch die Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter geprägt. Vor diesem Hintergrund ist dieser Sachverhalt aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung. (2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem den von der Gesellschaft eingerichteten Prozess, der die Erfassung, die Einschätzung hinsichtlich eines Verfahrensausgangs sowie die bilanzielle Darstellung eines Rechtsstreits sicherstellt, beurteilt. Diese Beurteilung umfasste auch die inhaltliche Auseinandersetzung mit den wesentlichen Rechtsrisiken. Mit der Kenntnis, dass bei geschätzten Werten ein erhöhtes Risiko falscher Angaben in der Rechnungslegung besteht und dass die Ansatz- und Bewertungsentscheidungen der gesetzlichen Vertreter eine direkte Auswirkung auf das Konzernergebnis haben, haben wir die Angemessenheit der Wertansätze unter anderem durch Vergleich dieser Werte mit Vergangenheitswerten, Nachvollzug der stetig angewendeten Berechnungsmethodik und Einsichtnahme in zugrundeliegende Unterlagen gewürdigt. Darüber hinaus führen wir regelmäßig Gespräche mit der Rechtsabteilung der Gesellschaft, um uns die aktuellen Entwicklungen und Gründe, die zu den entsprechenden Einschätzungen geführt haben, erläutern zu lassen. Die Entwicklung der wesentlichen Rechtsstreitigkeiten einschließlich der Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der möglichen Verfahrensausgänge wird uns in schriftlicher Form durch die Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Zum Bilanzstichtag haben wir darüber hinaus externe Rechtsanwaltsbestätigungen eingeholt, die die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Einschätzungen stützen. Die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Einschätzungen zur Bilanzierung und Bewertung der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und die damit einhergehende Risikovorsorge im Konzernabschluss konnten wir nachvollziehen. Wir halten die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Einschätzungen für sachgerecht. (3) Die Angaben der Gesellschaft zu den Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorge sind in Abschnitt 28 des Konzernanhangs enthalten. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts: ― die in Abschnitt "Unternehmensführung und -verantwortung" des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB ― den Corporate Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (mit Ausnahme des Vergütungsberichts) ― die in Abschnitt "Unternehmensführung und -verantwortung" des Konzernlageberichts enthaltene nichtfinanzielle Konzernerklärung nach § 315b Abs. 1 HGB einschließlich der in den Konzernlagebericht integrierten zugehörigen Angaben Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen ― wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder ― anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus ― identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. ― gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. ― beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. ― ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. ― beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. ― holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. ― beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. ― führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO Wir wurden von der Hauptversammlung am 18. Juli 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 18. Juli 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2003/2004 als Konzernabschlussprüfer der Südzucker AG, Mannheim, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Conrad. Frankfurt am Main, den 22. April 2020 PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft MICHAEL CONRAD, Wirtschaftsprüfer CHRISTINA PÖPPERL, Wirtschaftsprüferin Weitere Informationen GLOBAL REPORTING INITIATIVE Südzucker berichtet in diesem Geschäftsbericht konzernweit zu Nachhaltigkeitsthemen. Die Erhebung und Darstellung der für die Geschäftstätigkeit von Südzucker wesentlichen Daten erfolgt in Übereinstimmung mit den Standards der Global Reporting Initiative, CORE (2016). Organisatorische und inhaltliche Berichtsgrenzen Soweit verfügbar, erfolgt die Angabe von Daten in Tabellen und Grafiken unter der Einbeziehung von vier Vorjahren. Soweit dies nicht der Fall ist, bleibt die Angabe in Text und Tabellen auf das abgelaufene Geschäftsjahr bzw. Kalenderjahr und die Vorperiode beschränkt. Organisatorische Berichtsgrenzen Grundsätzlich umfassen die in diesem Geschäftsbericht integrierten Nachhaltigkeitsinformationen alle vollkonsolidierten Unternehmen der Südzucker-Gruppe. Die Angaben zu Energie, Emissionen, Wasser und Abfall beziehen sich ausschließlich auf Produktionsstandorte. Im Segment Zucker sind dies unverändert die Zuckerfabriken in der EU sowie die INSTANTINA Nahrungsmittel- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien / Österreich. Im Segment Spezialitäten umfasst die Berichterstattung unverändert die Produktionsstandorte der Divisionen BENEO, Freiberger und Stärke. Im Segment CropEnergies sind unverändert sämtliche Produktionsstandorte einbezogen. Im Segment Frucht wurde der Kreis der einbezogenen Produktionsstandorte um die Gesellschaft für Fruchtzubereitungen in Indien, Changzhou City / China, die gegen Ende des Geschäftsjahres 2018/19 die Produktion aufgenommen hat, sowie um den im Laufe des Geschäftsjahres 2018/19 erworbenen Fruchtsaftkonzentratstandort in Nagykallö / Ungarn, ergänzt. Damit sind weltweit alle Produktionsstandorte einbezogen. Inhaltliche Berichtsgrenzen (1) Bewertung von Lieferanten bezüglich Menschenrechtsaspekten, Arbeitspraktiken und ökologischer Aspekte Aufgrund der Bedeutung der agrarischen Rohstoffe für die Produktion beschränkt Südzucker die Berichterstattung auf Lieferanten agrarischer Rohstoffe (Zuckerrüben, Zichorien, Getreide, Kartoffeln, Früchte) und auf Vorlieferanten aus der Lebensmittelindustrie (z. B. Molkereiprodukte, Gemüse, Fleischverarbeitungsunternehmen für die Pizzaproduktion, tiefgefrorene Fruchtstücke). (2) Energieeinsatz und Emissionen Da Südzucker agrarische Rohstoffe wie Zuckerrüben, Zichorien, Getreide, Kartoffeln und Früchte verarbeitet, deren Menge, Zucker- und Stärkegehalt bzw. Qualität aufgrund unterschiedlicher Einflussfaktoren in der Vegetations- und Ernteperiode jährlichen Schwankungen unterliegen, kann der mit der Produktion verbundene spezifische Energieeinsatz variieren. Entsprechend können Angaben über den Gesamtenergieeinsatz bzw. -emissionen zwischen einzelnen Berichtsperioden deutlich schwanken. Die Berichterstattung von Energieeinsatz und Emissionen entsprechend GRI betrifft den Produktionsbereich und beschränkt sich auf direkte und indirekte energiebezogene Emissionen im Rahmen von Scope 1 und Scope 2 gemäß Definition durch das Greenhouse Gas Protocol. Direkte energiebezogene Emissionen (Scope 1) umfassen den unmittelbaren Einsatz von fossilen Energieträgern (Gas, Öl und Kohle) sowie erneuerbaren Energieträgern (Biomasse) zur Erzeugung von Strom und Prozesswärme in den eigenen Kraftwerken. Indirekte energiebezogene Emissionen (Scope 2) betreffen den Verbrauch zugekaufter Energie wie elektrischen Strom oder Dampf, der zu mittelbaren energiebezogenen Emissionen beiträgt. An Verbundstandorten bestehen segmentübergreifende Energieflüsse. Um Doppelzählungen von Emissionen als Scope 1 und Scope 2 aufgrund der segmentweisen Berichterstattung zu vermeiden, wurden bei der Erhebung entsprechende Anpassungen vorgenommen. (3) Wasserentnahme und Wasserrückführung Kennzahlen zur Wassernutzung in der vorgelagerten Wertschöpfungskette im Zusammenhang mit der Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe werden nicht berichtet. (4) Abfall In Abweichung zu den heterogenen lokalen abfallrechtlichen Vorschriften erfolgt eine konzernweit einheitliche Abgrenzung zwischen Produkten und Abfällen. Danach werden z. B. Pressschnitzel, Carbokalk oder Trester dann nicht als Abfall, sondern als Produkt erfasst, wenn eine Nutzung als Futter- oder Düngemittel erfolgt. (5) Produkte Die Angaben der Intensitäten bei Energieeinsatz, Emissionen, Wasserentnahme und -einleitung beziehen sich auf die Gesamtmenge der erzeugten Haupt- und Nebenprodukte. Berichtsprofil und Prüfung Für das Geschäftsjahr 2019/20 wurde die Nachhaltigkeitsberichterstattung wiederum in den Finanzbericht integriert. Die Berichterstattung ist auf wesentliche Nachhaltigkeitsthemen sowie -aktivitäten beschränkt und folgt den Prinzipien von Ausgewogenheit, Klarheit, Genauigkeit, Aktualität, Vergleichbarkeit und Zuverlässigkeit. Die Inhalte und Daten dieses Berichts wurden auf Basis interner Prozesse ermittelt. Sie stammen aus vorhandenen Management- und Reportingsystemen und wurden in den operativen Einheiten der Segmente bzw. Divisionen abgefragt. Die Berichtsinhalte wurden von fachlich zuständigen Mitarbeitern geprüft. Der Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat die Angaben zu Nachhaltigkeitsthemen im Rahmen der nichtfinanziellen Erklärung inhaltlich mit begrenzter Sicherheit (limited assurance) geprüft. Verzeichnis der im Bericht dargestellten GRI-Standardangaben scroll GRI Beschreibung Seite GRI 102: Allgemeine Angaben Organisationsprofil 102-1 Name der Organisation 32 102-2 Aktivitäten, Marken, Produkte und Dienstleistungen Umschlagklappe 102-3 Ort des Hauptsitzes 32 102-4 Betriebsstätten Umschlagklappe 102-5 Eigentum und Rechtsform 29 102-6 Bediente Märkte 65, 74, 79, 84 102-7 Größenordnung der Organisation Umschlagklappe 102-8 Informationen über Angestellte und andere Mitarbeiter 45 ff 102-9 Lieferkette 42 ff 102-10 Signifikante Änderungen in der Organisation und ihrer Lieferkette - 102-11 Vorsorgeprinzip oder Vorsichtsmaßnahmen 37 ff, 92 ff 102-12 Freiwillige Mitgliedschaft in externen Initiativen 39 102-13 Mitgliedschaften in Verbänden 51 Strategie 102-14 Aussagen der Führungskräfte 15 ff Ethik und Integrität 102-16 Werte, Richtlinien, Standards und Verhaltensnormen 34 - 51, 106 f Unternehmensführung 102-18 Führungsstruktur 20 ff, 32 ff Stakeholdereinbeziehung 102-40 Liste der Stakeholdergruppen 37 102-41 Tarifverhandlungen 49 102-42 Bestimmen und Auswählen von Stakeholdern 37 f 102-43 Ansatz für die Stakeholdereinbeziehung 37 f 102-44 Schlüsselthemen und Anliegen 37 ff Berichtsprofil 102-45 Entitäten, die in den Konzernabschlüssen erwähnt werden 215 102-46 Bestimmung des Berichtsinhalts und Themenabgrenzung 215 102-47 Liste der wesentlichen Themen 37 ff 102-48 Neuformulierung der Informationen - 102-49 Änderungen bei der Berichterstattung 215 102-50 Berichtszeitraum 01.03. - 28./29.02. 102-51 Datum des aktuellsten Berichts 24. April 2019 102-52 Berichtszyklus Jährlich 102-53 Kontakt für Fragen zum Bericht Umschlag 102-54 Aussagen zur Berichterstattung in Übereinstimmung mit den GRI-Standards 215 102-55 GRI-Inhaltsindex 216 ff 102-56 Externe Prüfung 219 GRI 103: Managementansatz 103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 32 - 51, 215 f 103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 32 - 51, 215 f 103-3 Prüfung des Managementansatzes 32 - 51, 215 f GRI 200: Themenspezifische Standards: Wirtschaft Wirtschaftliche Leistung 201-2 Durch den Klimawandel bedingte finanzielle Folgen und andere Risiken und Chancen 95 ff Beschaffungspraktiken 204-1 Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten 50 Korruptionsbekämpfung 205-1 Geschäftsstandorte, die im Hinblick auf Korruptionsrisiken geprüft wurden 106 f 205-3 Bestätigte Korruptionsvorfälle und ergriffene Maßnahmen - 1 Wettbewerbswidriges Verhalten 206-1 Gesamtanzahl von Verfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten oder Kartell- und Monopolbildung 97 f GRI 300: Themenspezifische Standards: Ökologie Materialien 301-1 Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen 42 ff Energie 302-3 Energieintensität 41, 71 f, 77 f, 82, 86 Wasser 303-1 Wasserentnahme nach Quelle 41, 72, 78, 83, 87 Emissionen 305-4 Intensität der THG-Emissionen 41, 71 f, 77 f, 82, 86 Abwasser und Abfall 306-1 Abwassereinleitung nach Qualität und Einleitungsort 41, 72, 78, 83, 87 306-2 Abfall nach Art und Entsorgungsmethode 42, 73, 78, 83, 87 Umweltbewertung der Lieferanten 308-1 Neue Lieferanten, die anhand von Umweltkriterien überprüft wurden 42 f 308-2 Negative Umweltauswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen 42 ff GRI 400: Themenspezifische Standards: Soziales Beschäftigung 401-1 Neu eingestellte Angestellte und Angestelltenfluktuation Auslassungen: Angaben zu den Zu- und Abgängen von Mitarbeitern werden nicht nach Regionen unterteilt, da dies als vertraulich eingestuft wird. 47 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz 403-2 Art und Rate der Verletzungen, Berufskrankheiten, Arbeitsausfalltage und Abwesenheit sowie Zahl der arbeitsbedingten Todesfälle Auslassungen: Bei der Datensammlung für Angaben zu Arbeitsunfällen werden aus datenschutzrechtlichen Gründen keine geschlechtsspezifischen Daten erfasst. Da die angegebenen Kenngrößen z. B. aufgrund regionaler Gesetzgebungen nur bedingt durch Südzucker beeinflusst werden können, unterbleibt auch eine Angabe nach Regionen. Über den Krankenstand wird aus Vertraulichkeitsgründen nur auf Konzernebene berichtet. Daten zu Berufskrankheiten werden ebenfalls nicht erhoben; dies obliegt regelmäßig den Berufsgenossenschaften. Die Unfallzahlen der engagierten Partnerfirmen werden aktuell nicht erfasst. 48 f Vielfalt und Chancengleichheit 405-1 Vielfalt in Leitungsorganen und der Angestellten Auslassungen: Es werden keine Mitarbeiterzahlen nach Funktionsbereichen erhoben. Angaben zum Management werden nicht nach Regionen unterteilt, da dies als vertraulich eingestuft wird. 20 f, 45 ff, 193 f Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte 412-1 Geschäftsstandorte, an denen eine Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde 51 Soziale Bewertung der Lieferanten 414-1 Neue Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien überprüft wurden 42 f Kundengesundheit und Kundensicherheit 416-1 Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Produkt- und Dienstleistungskategorien auf die Gesundheit und Sicherheit 49 f Marketing und Kennzeichnung 417-2 Verstöße im Zusammenhang mit den Produkt- und Dienstleistungsinformationen und der Kennzeichnung 2019/20: null 1 Im Berichtsjahr sind keine wesentlichen Korruptionsfälle bekannt geworden. TABELLE 124 PRÜFVERMERK ZUR NICHTFINANZIELLEN ERKLÄRUNG Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine betriebswirtschaftliche Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit der nichtfinanziellen Berichterstattung An die Südzucker AG, Mannheim Wir haben die in Abschnitt "Nichtfinanzielle Erklärung" des Konzernlageberichts enthaltene nichtfinanzielle Konzernerklärung nach § 315b Abs. 1 HGB der Südzucker AG, Mannheim, (im Folgenden die "Gesellschaft") für den Zeitraum vom 1. März 2019 bis 29. Februar 2020 (im Folgenden die "nichtfinanzielle Erklärung") einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung der nichtfinanziellen Erklärung in Übereinstimmung mit den §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB. Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur nichtfinanziellen Berichterstattung sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen nichtfinanziellen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung einer nichtfinanziellen Erklärung zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist. Unabhängigkeit und Qualitätssicherung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Wir haben die deutschen berufsrechtlichen Vorschriften zur Unabhängigkeit sowie weitere berufliche Verhaltensanforderungen eingehalten. Unsere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen - insbesondere der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer (BS WP / vBP) sowie des vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) herausgegebenen IDW Qualitätssicherungsstandards 1 "Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis" (IDW QS 1) - an und unterhält dementsprechend ein umfangreiches Qualitätssicherungssystem, das dokumentierte Regelungen und Maßnahmen in Bezug auf die Einhaltung beruflicher Verhaltensanforderungen, beruflicher Standards sowie maßgebender gesetzlicher und anderer rechtlicher Anforderungen umfasst. Verantwortung des Wirtschaftsprüfers Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über die Angaben in der nichtfinanziellen Erklärung abzugeben. Nicht Gegenstand unseres Auftrages ist die Beurteilung von externen Dokumentationsquellen oder Expertenmeinungen, auf die in der nichtfinanziellen Erklärung verwiesen wird. Wir haben unsere betriebswirtschaftliche Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit begrenzter Sicherheit beurteilen können, ob uns Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass die nichtfinanzielle Erklärung der Gesellschaft für den Zeitraum vom 1. März 2019 bis 29. Februar 2020 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist. Bei einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir u. a. folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt: ― Verschaffung eines Verständnisses über die Struktur der Nachhaltigkeitsorganisation und über die Einbindung von Stakeholdern ― Befragung der gesetzlichen Vertreter und relevanter Mitarbeiter, die in die Aufstellung der nichtfinanziellen Erklärung einbezogen wurden, über den Aufstellungsprozess, über das auf diesen Prozess bezogene interne Kontrollsystem sowie über die Angaben in der nichtfinanziellen Erklärung ― Identifikation wahrscheinlicher Risiken wesentlicher falscher Angaben in der nichtfinanziellen Erklärung ― Analytische Beurteilung von Angaben der nichtfinanziellen Erklärung ― Einsichtnahme in Nachweise zu ausgewählten Angaben ― Beurteilung der Darstellung der Angaben. Prüfungsurteil Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass die nichtfinanzielle Erklärung der Gesellschaft für den Zeitraum vom 1. März 2019 bis 29. Februar 2020 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist. Verwendungszweck des Vermerks Wir erteilen diesen Vermerk auf Grundlage des mit der Gesellschaft geschlossenen Auftrags. Die Prüfung wurde für Zwecke der Gesellschaft durchgeführt und der Vermerk ist nur zur Information der Gesellschaft über das Ergebnis der Prüfung bestimmt. Der Vermerk ist nicht dazu bestimmt, dass Dritte hierauf gestützt (Vermögens-)Entscheidungen treffen. Unsere Verantwortung besteht allein der Gesellschaft gegenüber. Dritten gegenüber übernehmen wir dagegen keine Verantwortung. Frankfurt, den 22. April 2020 PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft MICHAEL CONRAD, Wirtschaftsprüfer PPA. THOMAS GROTH, Wirtschaftsprüfer Zukunftsgerichtete Aussagen / Prognosen Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Ein Überblick über die Risiken gibt der Risiko- und Chancenbericht in diesem Geschäftsbericht. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren. Kontakte Investor Relations Nikolai Baltruschat [email protected] Telefon: +49 621 421-240 Telefax: +49 621 421-449 Wirtschaftspresse Dr. Dominik Risser [email protected] Telefon: +49 621 421-428 Telefax: +49 621 421-425 Nachhaltigkeit Dr. Volker Proffen [email protected] Telefon: +49 621 421-574 Telefax: +49 621 421-399 Südzucker im Internet Ausführliche Informationen zur Südzucker-Gruppe erhalten Sie über die Internet-Adresse: www.suedzucker.de Bildnachweis Tatjana Figl-Wolfsberger (S. 12/13) Gitusik / Adobe Stock (S. 8/9) Ruslan Ivantsov / Adobe Stock (S. 6/7) Pavlobaliukh / Adobe Stock (S. 6/7) Alexander Seeboth (S. 20, 21, 23) Südzucker Bildarchiv (S. 4/5) Vaaseenaa / Adobe Stock (S. 10/11) Illustrationen Adobe Stock (S. 5, 7, 9, 11, 13) Konzept, Gestaltung und Realisation MPM Corporate Communication Solutions, Mainz Druck und Weiterverarbeitung abcdruck, Heidelberg (c) 2020 Südzucker AG Maximilianstraße 10 68165 Mannheim Telefon: + 49 621 421 - 0

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