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Südzucker AG

Annual Report (ESEF) May 31, 2023

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Lagebericht Grundlagen des Unternehmens Konzernstruktur Konzernsteuerung Wertmanagement Finanzmanagement Geschäftsmodell und Strategie Geschäftsmodell Strategie Fünf zentrale Handlungsfelder der Group Strategy 2026 Plus Ausbau des Geschäftsfelds biobasierte Chemikalien Ausbau des Geschäftsfelds Proteine Erarbeitung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie Erarbeitung und Umsetzung der Digita-lisierungsstrategie Strategien der Divisionen Mitarbeitende Südzucker-Verhaltenskodex Schutz der Menschenrechte Neue gruppenweite HR-Strategie Offene Kommunikation Altersstruktur und Betriebszugehörig-keit Personalentwicklung/Aus- und Weiterbildung Weiterbildung Personalentwicklung und Karriere-planung Führungskräfteentwicklung Forschung und Entwicklung Rohstoffe Rohstoffe mit besonderen Eigenschaften Rohstoffe für Stärke Verarbeitungstechnologien Produkte, Produktweiterentwick-lungen und Anwendungskonzepte Zucker und Zuckerspezialitäten Funktionelle Lebensmittelzutaten Pflanzliche Proteine Fruchtzubereitungen Biobasierte Chemikalien Stärke Verpackungen Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Weltzuckermarkt EU-Zuckermarkt Absatzmärkte Zucker Absatzmärkte Futtermittel und Melasse Rechtliche und politische Rahmenbedingungen Freihandelsabkommen EU-Zuckermarkt im internationalen Wettbewerb Weiterhin gekoppelte Direktzahlungen im europäischen Zucker-Binnenmarkt Gesetzliche Einschränkungen und Verbote im Pflanzenschutz in der EU Vorrübergehende Aussetzung der Zölle auf Zuckerimporte aus der Ukraine in die EU Embargo gegen Futtermitteleinfuhren aus der russischen Föderation Einsatz von Rübenschnitzeln für eine treibhausgasneutrale Zuckergewinnung Rübenernte und Kampagneverlauf Geschäftsentwicklung Ertragslage Bilanz – Vermögenslage Tatsächliche und prognostizierte Geschäftsentwicklung Prognosebericht Risiko- und Chancenbericht Risikomanagement Risiko- und Chancenpolitik Aufgabe des Risikomanagements Internes Kontroll- und Risikomanage-mentsystem Organisation des Risikomanagements Interne Revision Risikokommunikation Zusammenfassende Darstellung der Risiko- und Chancenlage Übersicht der kurzfristig wirksamen Chancen und Risiken Verfügbarkeit und Preisvolatilität von Rohstoffen und Energie Krieg in der Ukraine Globale Erwärmung und die Verschie-bung von Klimazonen Preisvolatilität der Produkte Operative Wechselkursrisiken Strukturelle oder politische Verände-rungen Verändertes Verbraucherverhalten und der Trend zu nachhaltigem Konsum Produktion und Logistik Produktionssicherheit und Umwelt Produktqualität Personal und Risiken aus Arbeitsunter-brechungen Akquisitionen, Restrukturierungen, Joint Ventures und Allianzen Reputationsrisiken Informationstechnologie Innovationen Rechtsrisiken Betrugs- und Korruptionsrisiken Sanktionen und Embargorisiken Wechselkursschwankungen Sonstige finanzwirtschaftliche Chan-cen und Risiken Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem Grundzüge IFRS-Reporting-Richtlinie Internes Kontrollsystem, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess Interne Prüfung Externe Prüfung Unternehmensführung und -verantwortung Vorstand und Aufsichtsrat Allgemeines Vorstand Diversitätskonzept des Vorstands Aufsichtsrat Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats Zusammensetzung des Aufsichtsrats Ausschüsse des Aufsichtsrats Corporate‑Governance Entsprechenserklärung 2022 Geschlechterquote Aus- und Fortbildung Vergütungsbericht Vermögensschaden-Haftpflichtver-sicherung Aktienbesitz von Vorstand und Auf-sichtsrat/ meldepflichtige Wertpapier-geschäfte Aktionäre und Hauptversammlung Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem Wesentliche Merkmale des internen Kon-trollsystems und des Risikomanage-mentsystems Compliance Compliance - Management-System Compliance-Kultur Compliance-Ziele Compliance-Risiken Compliance-Programm Compliance-Organisation Compliance-Kommunikation Compliance-Überwachung und -Weiter-entwicklung Übernahmerelevante Angaben Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals, Stimmrechte Stimmrechte, Übertragung von Aktien Kapitalbeteiligungen von mehr als 10 % Aktien mit Sonderrechten, Stimmrechts-kontrolle bei Arbeitnehmeraktien Ernennung und Abberufung der Vor-standsmitglieder Satzungsänderungen Befugnisse des Vorstands, insbesondere zu Aktienausgabe und Aktienrückkauf Kontrollwechsel- und Entschädigungs-vereinbarungen Gesonderte nichtfinanzielle Berichterstattung § 289b Abs. 3 HGB Vorschlag zur Gewinnverwendung Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 Abs. 3 AktG Jahresabschluss Bilanz zum 28. Februar 2023 Gewinn- und Verlustrechnung 1. März 2022 bis 28. Februar 2023 Anhang zum Jahresabschluss Anwendung der Rechnungslegungsvorschriften Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Anlagevermögen Umlaufvermögen Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Gezeichnetes Kapital Sonderposten mit Rücklageanteil Rückstellungen Verbindlichkeiten Latente Steuern Forschungs- und Entwicklungskosten Bildung von Bewertungseinheiten bei Sicherungsinstrumenten Erläuterungen zur Bilanz (1) Anlagevermögen (2) Vorräte (3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (4) Wertpapiere (5) Rechnungsabgrenzungsposten (6) Eigenkapital (7) Sonderposten mit Rücklageanteil (8) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (9) Übrige Rückstellungen (10) Verbindlichkeiten (11) Haftungsverhältnisse, sonstige finanzielle Verpflichtungen und derivative Finanzinstrumente Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (12) Umsatzerlöse (13) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen (14) Sonstige betriebliche Erträge (15) Materialaufwand (16) Personalaufwand (17) Sonstige betriebliche Aufwendungen (18) Beteiligungsergebnis (19) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens (20) Zinsergebnis (21) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Sonstige Angaben (22) Forschungs- und Entwicklungskosten (23) Gesamtbezüge des Vorstands und Aufsichtsrats sowie ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder (24) Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG (25) Nachtragsbericht (26) Konzernabschluss (27) Anteilsbesitz (28) Aufsichtsrat und Vorstand (29) Aufwendungen für Leistungen des Abschlussprüfers (30) Entsprechenserklärung nach § 161 AktG (31) Vorschlag für die Gewinnverwendung Anteilsbesitzliste LAGEBERICHT UND JAHRESABSCHLUSS DER SÜDZUCKER AG ZUM 28. FEBRUAR 2023 (HGB) Die auf den folgenden Seiten in Klammern gesetzten Zahlen beziehen sich jeweils auf den Vorjahres- zeitraum bzw. -zeitpunkt. INHALTSVERZEICHNIS LAGEBERICHT ..................................................................................... 1 GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS ................................................................................... 1 Konzernstruktur ............................................................................................................................... 1 Konzernsteuerung ........................................................................................................................... 1 Geschäftsmodell und Strategie ........................................................................................................ 3 MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER ................................................................................ 8 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG ..................................................................................... 11 WIRTSCHAFTSBERICHT .................................................................................................. 16 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen ........................................ 16 Rechtliche und politische Rahmenbedingungen ........................................................................... 19 Rübenernte und Kampagneverlauf ............................................................................................... 21 Geschäftsentwicklung ................................................................................................................... 22 PROGNOSEBERICHT ...................................................................................................... 26 RISIKO- UND CHANCENBERICHT...................................................................................... 27 Risikomanagement ....................................................................................................................... 27 Zusammenfassende Darstellung der Risiko- und Chancenlage ................................................... 30 Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem ...................... 42 UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND -VERANTWORTUNG ............................................................. 44 Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat ................................................................................ 44 -Bericht ..................................................................................................... 49 Compliance ................................................................................................................................... 53 Übernahmerelevante Angaben...................................................................................................... 54 Gesonderte nichtfinanzielle Berichterstattung § 289b Abs. 3 HGB .............................................. 56 VORSCHLAG ZUR GEWINNVERWENDUNG ............................................................................ 57 SCHLUSSERKLÄRUNG ZUM ABHÄNGIGKEITSBERICHT GEMÄß § 312 ABS. 3 AKTG ........................ 57 JAHRESABSCHLUSS ............................................................................. 58 BILANZ ZUM 28. FEBRUAR 2023 .................................................................................... 58 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 1. MÄRZ 2022 BIS 28. FEBRUAR 2023 ............................. 59 ANHANG ZUM JAHRESABSCHLUSS .................................................................................... 60 Anwendung der Rechnungslegungsvorschriften .......................................................................... 60 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze.................................................................................. 60 Erläuterungen zur Bilanz ............................................................................................................... 66 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung ........................................................................ 75 Sonstige Angaben ......................................................................................................................... 78 Lagebericht 1 LAGEBERICHT Grundlagen des Unternehmens Konzernstruktur Die Südzucker AG, eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in Mannheim, ist die Muttergesellschaft der Südzucker-Gruppe und gleichzeitig die größte operative Gesellschaft. In den Konzernabschluss sind – neben der Mutter- gesellschaft Südzucker AG – 142 (134) Gesell- schaften einbezogen, bei denen die Südzucker AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimm- rechte hält. Weitere Details zu Beteiligungen fin- den sich ab Seite 88 „Aufstellung des Anteilsbe- sitzes gemäß §§ 285 Nr. 11 und 313 Abs. 2 HGB“ des Anhangs in diesem Geschäftsbericht. Die Südzucker-Gruppe umfasst die fünf Seg- mente Zucker, Spezialitäten, CropEnergies, Stärke und Frucht. Die Segmente Zucker, Spezia- litäten und Frucht sind in insgesamt acht pro- dukt- bzw. regionalbezogene Divisionen unter- gliedert. Dabei wird die AGRANA Beteiligungs-AG mit den Divisionen Zucker, Fruchtsaftkonzentrate und Fruchtzubereitungen sowie dem Segment Stärke als börsennotiertes Unternehmen geführt; auch die CropEnergies AG ist ein börsennotiertes Unternehmen. Zentralabteilungen der Südzucker AG mit Kon- zernfunktion übernehmen Aufgaben und Funkti- onen für mehrere Segmente bzw. Divisionen bzw. die gesamte Südzucker-Gruppe. Weitere Teilauf- gaben sind in Financial Shared-Service-Centers sowie Forschungsaktivitäten an mehreren For- schungsstandorten zusammengefasst. Konzernsteuerung Der Vorstand der Südzucker AG leitet die Ge- schäfte eigenverantwortlich und wird dabei vom Aufsichtsrat überwacht und beraten. Der Vor- stand ist an das Unternehmensinteresse gebun- den und der Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet. Dabei tragen die Mitglieder des Vorstands die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung gemeinsam. Zudem leiten die einzelnen Vor- standsmitglieder die ihnen zugewiesenen Kon- zernfunktionen im Rahmen der Vorstandsbe- schlüsse in eigener Verantwortung. Die Ge- schäftsordnung für den Vorstand bestimmt die Ausgestaltung der Vorstandsarbeit. Danach leiten der Chief Executive Officer (CEO) der Südzucker AG und der Chief Executive Officer der AGRANA Beteiligungs-AG (CEO AGRANA) das Segment Zucker gemeinsam. Im Rahmen dieser gemeinsamen Segmentsteuerung hat der CEO der Südzucker AG die regionale Verantwortung für die Ländergesellschaften mit Produktion in Deutschland, Belgien, Frankreich, Polen und Mol- dau sowie für die Vertriebsgesellschaften der Di- vision Zucker (Südzucker) in Griechenland, Ita- lien, Spanien und UK. Der CEO AGRANA trägt die regionale Verantwortung für die Ländergesell- schaften der Division Zucker (AGRANA) in Öster- reich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumä- nien, Bulgarien und Bosnien. Dem CEO AGRANA in der Funktion als Mitglied des Vorstands der Südzucker AG sind auch die Segmente Stärke und Frucht und dem Chief Operating Officer (COO) das Segment CropEnergies zugeordnet. Zudem leitet der COO gemeinsam mit dem Chief Digital Lagebericht 2 Officer (CDO) das Segment Spezialitäten, wobei der COO die Division Freiberger und der CDO die Divisionen BENEO und PortionPack verantwortet. Für bedeutende Geschäftsvorgänge beinhaltet die Satzung der Südzucker AG für Vorstandsent- scheidungen zudem Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Vorstand hat für ein angemessenes Risiko- management- und internes Kontrollsystem im Unternehmen Sorge zu tragen. Ebenso ist er für eine adäquate Besetzung von Führungsfunktio- nen im Unternehmen verantwortlich. Des Weite- ren hat der Vorstand für die Einhaltung der ge- setzlichen Bestimmungen und der unterneh- mensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Auch für die Leitungsorgane auf Ebene der Seg- mente und Divisionen ist Compliance die Basis für das Führen des operativen Tagesgeschäfts. Im Rahmen einer Matrixorganisation werden sie von zentralen Konzernfunktionen, die mit einem fachlichen Weisungsrecht ausgestattet sind, un- terstützt und beraten. WERTMANAGEMENT Im Mittelpunkt der Unter- nehmensführung steht die nachhaltige Steige- rung des Unternehmenswerts. Im Rahmen des Wertmanagements strebt Südzucker in den Seg- menten und Divisionen an, mit der Rendite auf das eingesetzte Kapital eine Prämie über die Ka- pitalkosten hinaus zu erzielen und dadurch einen Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen. Südzucker setzt ein konzernweit einheitliches Berichts- und Planungssystem ein und wendet - darauf aufbauend - zentral definierte Kennzahlen an. Wesentliche Kennzahlen auf Konzernebene und Segmentebene sind die Umsatzerlöse und das operative Ergebnis sowie ausschließlich auf Konzernebene das EBITDA und die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed – kurz ROCE). Beim operativen Ergebnis wird das Ergebnis der Betriebstätigkeit laut Gewinn- und Verlust-Rech- nung um das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen sowie um das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen bereinigt. Nach Abzug der darin enthaltenen, nicht zah- lungswirksamen Abschreibungen ergibt sich das EBITDA als Maß der operativen Cashflow-Kraft des Unternehmens. Das eingesetzte Kapital (Ca- pital Employed) umfasst das investierte Sachan- lagevermögen zuzüglich erworbener Geschäfts- und Firmenwerte sowie das Working Capital zum Bilanzstichtag. Der ROCE entspricht dem Verhält- nis von operativem Ergebnis zu Capital Employed. Südzucker ermittelt die Kapitalkosten für das eingesetzte operative Vermögen als Durchschnitt der gewichteten Eigen- und Fremd- kapitalkosten. Die Kapitalkosten werden für die Segmente und Divisionen spezifiziert, indem die jeweiligen Länderrisiken und Geschäftsrisiken berücksichtigt werden. Diese finanziellen Leis- tungsindikatoren stellen für die Südzucker- Gruppe derzeit die wesentlichen steuerungsrele- vanten Leistungsindikatoren dar. FINANZMANAGEMENT Die Finanzierung des Südzucker-Konzerns basiert auf der nachhalti- gen Cashflow-Kraft, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den internationalen Kapitalmärk- ten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Süd- zucker verfolgt die klare Strategie, das Invest- ment-Grade-Rating zu bestätigen. Im Hinblick auf die Fälligkeiten und die Zinsfestschreibung nutzt Südzucker eine optimierte Struktur von Fi- nanzinstrumenten wie Hybrid-Eigenkapital, An- leihen, Schuldscheindarlehen und Bankkredite. Zur unterjährigen Finanzierung der der Zucker- branche eigenen Saisonalität (Finanzierung der Rübengeldraten und Vorratsbestände) ist ein fle- xibler Zugang zu kurzfristiger Liquidität ein wichtiges Element der Finanzierungsstruktur. Diese kurzfristigen Finanzierungserfordernisse werden vorrangig durch die Nutzung des Com- mercial-Paper-Programms von insgesamt 600 Lagebericht 3 Mio. € gewährleistet. Aus nicht ausgenutzten syndizierten Kreditlinien und weiteren bilateralen Bankkreditlinien stehen der Südzucker-Gruppe zusätzliche Liquiditätsreserven zur Verfügung. Diese betrugen zum Bilanzstichtag 1,2 (1,4) Mrd. €. Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt lang- fristig und orientiert sich an den für ein Invest- ment-Grade-Rating erforderlichen Faktoren. Die im Finanzmanagement von Südzucker verwende- ten Kenngrößen für die Kapitalstruktur sind der Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Nettofi- nanzschulden zu Cashflow), der Verschuldungs- grad (Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals) sowie die Eigenkapitalquote (Eigenkapital in % der Bilanzsumme). Für die Südzucker AG nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches bilden dagegen das Be- triebsergebnis (HGB) und der Jahresüberschuss die finanziellen Kennzahlen zur Unternehmens- steuerung. Geschäftsmodell und Strategie GESCHÄFTSMODELL Das Geschäftsmodell von Südzucker umfasst die Nutzung von Pflanzen und anderen Rohstoffen landwirtschaftlichen Ursprungs mit dem Ziel, hochwertige Lebensmittel, Inhaltsstoffe für Le- bensmittel, Futtermittel, Ethanol sowie weitere Produkte, zu entwickeln, herzustellen und zu vermarkten. Für die Beschaffung und Verarbeitung der pflanz- lichen Rohstoffe werden unterschiedliche Tech- nologien genutzt, die mit Fokus auf Nachhaltig- keit und Effizienz weiterentwickelt werden. Das Produktportfolio der Südzucker-Gruppe um- fasst Zucker, Zuckerspezialitäten und Glukosesi- rupe, funktionelle Inhaltsstoffe, tiefgekühlte und gekühlte Pizza, Portionsartikel, Ethanol, Futter- mittel, Stärke sowie Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. Die Geschäftsaktivitäten zur Herstellung und Vermarktung dieser Produkte und die damit ver- bundenen Dienstleistungen sind fünf Segmenten zugeordnet. Mit unseren Produkten bedienen wir kundenori- entiert und zuverlässig die Nahrungsmittelin- dustrie, die Futtermittel- und die Mineralölin- dustrie sowie Verbrauchermärkte wie den Einzel- handel und den Food-Service-Markt. Während auf den industriellen Märkten Anforderungen wie vor allem Menge, Qualität, Verfügbarkeit und Preis entscheidend sind, spielen bei den Verbrau- chermärkten unter anderem Geschmack, Zusatz- nutzen, Innovationen und Convenience eine wichtige Rolle. Südzucker ist mit den Segmenten Spezialitäten, Stärke und Frucht weltweit tätig. Die Geschäfts- aktivitäten der Segmente Zucker und CropEner- gies sind überwiegend auf Europa fokussiert. Unsere Rohstoff- und Absatzmärkte sind welt- weit verbunden und unterliegen Preisschwan- kungen. Dabei sorgen unser diversifiziertes Pro- duktportfolio und regional unterschiedliche Märkte für einen Risikoausgleich. Unser Geschäftsmodell basiert auf nachhaltigem Handeln. Wir produzieren ressourcenschonend durch Nutzung emissionsarmer und energieeffi- zienter Technologien und verwenden die Agrar- rohstoffe möglichst vollständig. Zahlreiche Pro- duktionsstandorte sind in ländliche Regionen eingebunden, in denen die Landwirtschaft eine große Bedeutung hat. Europäische Standards bei Compliance, Menschenrechten und Arbeitsbe- dingungen sowie die Beachtung der Anforderun- gen an eine gesunde und sichere Ernährung sind wesentliche Säulen unseres Geschäfts. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen eine Vielfalt an Erfahrungen, Fähigkeiten, Wissen, Lagebericht 4 Persönlichkeiten und Kulturen mit und machen unser Unternehmen damit erfolgreich. STRATEGIE Marktumfeld Unser Marktumfeld ist weiterhin geprägt von tief- greifenden Veränderungen auf unseren Märkten und in der Gesellschaft. Anhaltende und neue Gesundheitstrends, verbunden mit Diskussionen hinsichtlich des Zuckerverzehrs in Europa, stei- gende Nachfrage nach nachhaltigen, pflanzenba- sierten Produkten, der Wunsch nach neuen, kli- mafreundlichen Technologien und CO 2 -Reduk- tion sowie eine global wachsende Nachfrage nach Nahrungsmitteln verändern die Bedürfnisse un- serer Kunden. Daneben beeinflussen auch Megatrends wie die weltweite Entwicklung des Zuckerverbrauchs, des Pro-Kopf-Einkommens, des Energiebedarfs und der Tierfutterproduktion sowie volatile und zyk- lische Marktbedingungen unser Geschäft. Als Südzucker-Gruppe nehmen wir diese Verän- derungen als Chance wahr, die Ansprüche unse- rer Kunden und der Gesellschaft in Zukunft noch besser zu erfüllen. Group Strategy 2026 PLUS Mit der Group Strategy 2026 PLUS wird die Süd- zucker-Gruppe noch innovativer, kundennäher und konsequenter auf Nachhaltigkeit und profi- tables Wachstum ausgerichtet. Wir wollen der führende Partner für pflanzenbasierte Lösungen für eine lebenswerte, gesunde und nachhaltige Welt sein. Der gemeinsame Nenner für alle Unternehmens- bereiche ist „Get the Power of Plants“: Mit der Kraft der Pflanzen bauen wir unsere Kompeten- zen in den Bereichen Ernährung, Energie und darüber hinaus weiter aus und stärken die Posi- tion unseres Unternehmens. Neben organischem Wachstum nutzen wir als Unternehmensgruppe auch Akquisitionsmög- lichkeiten und Innovationen durch Kooperatio- nen. Dabei berücksichtigen wir die Anforderun- gen und Trends auf den jeweiligen Märkten. Purpose Unser Unternehmenszweck ist es, einen Beitrag für eine lebenswerte, gesunde und nachhaltige Welt zu schaf- fen. Dafür gewinnen wir das Beste aus Pflanzen. Mission Unser Auftrag ist es, aus Pflanzen Wert zu schöpfen – für Ernährung, Energie und darüber hinaus - als Partner der Wahl für Landwirte, Kunden und Verbraucher. Vision Unser Zukunftsbild ist es, die führende integrierte Un- ternehmensgruppe für pflanzenbasierte Produkte Lagebericht 5 zu werden – lokal, regional und global. FÜNF ZENTRALE HANDLUNGSFELDER DER GROUP STRATEGY 2026 PLUS Unsere zentralen Handlungsfelder zeigen den Weg, wie wir unsere Vision erreichen wollen. Unsere Mitarbeitenden Nachhaltigkeit Märkte und Kunden Pflanzenbasierte Lösungen Profitables Wachstum: Mehr Kraft aus der Gruppe schöpfen – mit den Fähigkeiten und der Leidenschaft unserer Mitarbeite- rinnen und Mitarbei- ter Nachhaltigem Wirt- schaften verpflichtet Markt- und Kunden- zugang verbessern Technologie- und marktgetriebene Wertschöpfung aus pflanzlichen Roh- stoffen ausweiten Profitabler und schneller wachsen als Wettbewerber Innerhalb dieser strategischen Handlungsfelder arbeiten wir an zahlreichen Fokusinitiativen, im Mittelpunkt stehen weiterhin die vier Themenfel- der biobasierte Chemikalien, Proteine, Nachhal- tigkeit und Digitalisierung. Wesentliche Aspekte Lagebericht 6 sind die Verbindung von Ökonomie und Ökolo- gie, die Verlängerung der Wertschöpfungskette sowie die Erweiterung und Ergänzung unseres Produktportfolios. AUSBAU DES GESCHÄFTSFELDS BIOBASIERTE CHEMIKALIEN Im Rahmen unserer Strategie wol- len wir mit unseren Produkten für die chemische Industrie aktiv zum Wechsel auf erneuerbaren Kohlenstoff aus allen Arten von Biomasse als Rohstoff beitragen. Damit stehen für uns die Themen Defossilisierung der chemischen Pro- duktion, Wiederverwertbarkeit und biologische Abbaubarkeit von Kunststoffen im Mittelpunkt. Südzucker verfügt neben vielfältigen Kenntnissen in Bezug auf Verfahren zur Herstellung chemi- scher Grundstoffe und von Biopolymeren über eine breite Auswahl und große Mengen an nach- wachsenden Rohstoffen als Kohlenstoffquellen sowie über industrielle Anlagen sowohl zur bio- technologischen als auch chemisch-katalytischer Umwandlung von Kohlenhydraten und deren Folge- bzw. Nebenprodukte. Diese Basis wollen wir weiter ausbauen und pla- nen im Chemie- und Industriepark Zeitz den Bau einer Anlage zur Herstellung von erneuerbarem Ethylacetat aus nachhaltigem Ethanol; als Kop- pelprodukt wird auch erneuerbarer Wasserstoff erzeugt. Die Anlage soll im Sommer 2025 in Be- trieb gehen. Des Weiteren haben wir über CropEnergies eine Beteiligung an dem niederländischen Start-up- Unternehmen für biobasierte Chemikalien Syclus BV in Maastricht/Niederlande erworben. Ziel ist die Prüfung des Baus einer großtechnischen An- lage zur Herstellung von erneuerbarem Ethylen aus erneuerbarem Ethanol. Ethylen ist eine Grundchemikalie, die in der Regel aus fossilem Öl und Gas hergestellt wird und in der chemischen Industrie, insbesondere für Kunststoffe und Poly- mere, die in Alltagsprodukten verwendet werden, weit verbreitet ist. AUSBAU DES GESCHÄFTSFELDS PROTEINE Sich verändernde Ernährungsgewohnheiten, Klima- schutz und Tierwohlaspekte treiben die Nach- frage nach pflanzenbasierten Proteinprodukten weiter voran. Im Fokus steht hier für Südzucker der Absatzmarkt für Fleisch- und Fischalternati- ven auf Pflanzenbasis. Durch die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Rohstoffen wie Reis und Weizen hat Südzucker schon seit langem Proteinprodukte im Portfolio. Ziel ist es, die Wertschöpfung dieser bestehenden Proteinquellen zu erhöhen sowie neue Protein- quellen zu erschließen und weitere Geschäftsfel- der für den Einsatz dieser Proteine aufzubauen. Nach der Entscheidung für den Bau eines eigenen Werks in Offstein zur Verarbeitung von Hülsen- früchten haben wir mit dem Erwerb des nieder- ländischen Unternehmens Meatless weitere Schritte in diese Richtung gemacht. Meatless ver- fügt über ein Produktionsverfahren, mit dem sich Texturate auf Basis von Reis, Weizen, Ackerboh- nen, Erbsen, Lupinen, Quinoa und weiteren Roh- stoffen erzeugen lassen. Diese Texturate ver- wenden wir, um geschmacklich neutrale Produkte herzustellen, die in gefrorener oder getrockneter Form als pflanzliche Alternative im Bereich Fisch- und Fleischersatz zum Einsatz kommen. ERARBEITUNG UND UMSETZUNG DER NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE In allen Unter- nehmens- und Handlungsbereichen ist die Süd- zucker-Gruppe nachhaltigem Wirtschaften ver- pflichtet. Detaillierte Informationen zu unserer Lagebericht 7 Sustainability Roadmap sowie den darin festge- schriebenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen ent- Kapitel Nachhaltigkeit. ERARBEITUNG UND UMSETZUNG DER DIGITA- LISIERUNGSSTRATEGIE Digitalisierung bedeutet für die Südzucker-Gruppe die Sicherstellung und Weiterentwicklung einer adäquaten und effizien- ten Daten- und IT-Infrastruktur, die möglichst alle Unternehmensbereiche miteinander vernetzt sowie bestehende und neue Geschäftsmodelle digital unterstützt. Vernetzte Lösungen schaffen die Grundlage für eine höhere Ressourceneffizi- enz, stärken unsere Position im Wettbewerbsum- feld und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Nachhaltigkeit. Im Fokus stehen derzeit Projekte in den Bereichen Digitalisierung der Werke, digi- tale Lösungen in der Landwirtschaft sowie die Nutzung moderner Technologien, die auf die Nachhaltigkeitsziele der Südzucker Gruppe ein- zahlen. Da die Nutzung von Daten aus unterschiedlichen Bereichen grundsätzlich an Bedeutung gewinnt, wird die Ende-zu-Ende-Datenintegration weiter ausgebaut. Digitale Basisnetze sollen zunehmend werksübergreifend Daten aus den eigenen Pro- duktionswerken sowie der gesamten Wertschöp- fungskette sammeln und wertvolle Hinweise lie- fern, um Prozesse effizienter und sicherer zu ge- stalten. Zusätzlich erfordern Veränderungen in der Land- wirtschaft und zunehmende Bemühungen zur -Fußabdrucks weitreichende Lösungen im Bereich Agrarumfeld. Gut ange- nommen und datentechnisch konsequent weiter- entwickelt wird die mobile Anwendung beet2go, die eine digitale Rundumsicht ermöglicht und den Prozess vom ‚Vertrag bis zum Ertrag‘ ganzheitlich digitalisiert. Die Südzucker-Gruppe setzt auf eine enge Zu- sammenarbeit mit strategischen Technologie- partnern und Start-Ups, um die digitalen Vorha- ben in der Praxis effektiv umzusetzen und die Mehrwerte innovativer Technologien in allen Un- ternehmensbereichen zu heben. Wichtiger Grundpfeiler ist dabei auch, unsere Mitarbeiten- den in Sachen Digitalisierung zu schulen und das Wissen über die Chancen und Anforderungen des digitalen Geschäfts zu stärken. STRATEGIEN DER DIVISIONEN Die Südzucker Group Strategy 2026 PLUS und die Divisionsstra- tegien ergänzen und verstärken sich gegenseitig. Über die jeweiligen Divisionsstrategien berichten wir direkt in den entsprechenden Segmenten im Konzerngeschäftsbericht. Lagebericht 8 Mitarbeitende In unserem weltweit tätigen Konzern arbeiten Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kul- turen zusammen. Unser Blick richtet sich auf ihre individuellen Fähigkeiten und Talente. Wir arbei- ten jeden Tag daran, in unserer Unternehmens- gruppe ein Klima gegenseitigen Vertrauens sowie ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von jegli- cher Art von Vorurteilen und Diskriminierung ist, in dem alle gleichermaßen akzeptiert werden und sich mit ihren Talenten, ihrem Wissen, ihren Er- fahrungen und Meinungen einbringen können. SÜDZUCKER-VERHALTENSKODEX Grundlage für den Umgang von Südzucker mit Mitarbeitenden sowie für das Verhalten der Mitarbeitenden un- tereinander und gegenüber Außenstehenden ist der Südzucker-Verhaltenskodex. Dieser Verhal- tenskodex vereint geltende Gesetze mit interna- tionalen Standards, betrieblichen Regelungen, Unternehmensrichtlinien von Südzucker sowie Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis gegenüber Südzucker. Seine Inhalte werden durch Schu- lungsmaßnahmen und die Bereitstellung ent- sprechender Dokumente vermittelt. Führungs- kräften kommt hier als Vorbildern und Multipli- katoren eine besondere Rolle zu. Sie werden im Rahmen von Führungskräftetrainings zu diesem Thema eigens geschult. Die Einhaltung der Grundsätze des Südzucker-Verhaltenskodex wird durch die interne Revision überwacht sowie durch ein anonymes Hinweisgebersystem ge- stützt. SCHUTZ DER MENSCHENRECHTE Integrativer Bestandteil der unternehmerischen Verantwor- tung von Südzucker ist die unbedingte Einhaltung der geltenden Vorschriften zum Schutz der Men- schenrechte. Jeder Mitarbeitende hat die Würde und die persönlichen Rechte eines jeden anderen Mitarbeitenden und Kollegen sowie Dritter, mit denen das Unternehmen in einer Geschäftsbezie- hung steht, zu respektieren. NEUE GRUPPENWEITE HR-STRATEGIE Unsere neue gruppenweite HR-Strategie ist der Rahmen für zahlreiche neue unternehmensweite Maßnah- men und Programme, die die Handlungsfelder Führung, Digitalisierung, Diversität, Internationa- lisierung, Talent Management sowie Anreizsys- teme, Zusammenarbeit und Arbeitsumgebung abdecken. Auch die neu eingeführten Werte der Südzucker-Gruppe - Verantwortung, Kreativität, Wertschätzung und Zusammenarbeit – tragen dazu bei, das übergeordnete Ziel zu erreichen: mehr Kraft aus der Gruppe zu schöpfen. OFFENE KOMMUNIKATION Südzucker pflegt eine offene Kommunikation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit einem gruppenweiten Ma- gazin, Townhall-Meetings, Newslettern, Video- botschaften und im Intranet informieren wir über die wesentlichen Entwicklungen im Unterneh- men. Schwerpunkte waren im Geschäftsjahr 2022/23 zahlreiche Facetten der Weiterentwick- lung der Unternehmensstrategie sowie Arbeits- bedingungen und Vergütungspolitik. Um die Ideen der Mitarbeitenden bei der Weiterentwick- lung des Unternehmens noch stärker berücksich- tigen zu können, wurden zudem erneut Mitarbei- terbefragungen durchgeführt, beispielsweise zur Lebensmittelsicherheitskultur und zur neuen Ar- beitskultur. Eine weitere Maßnahme war die Wei- terentwicklung des betrieblichen Vorschlagswe- sens zum neuen, digitalen und transparenten Ideenmanagement. Über die neue Software, die den gesamten Prozess des Ideenmanagements in der Gruppe einheitlich abbildet, wurden im ver- gangenen Jahr knapp 500 Ideen eingereicht. Im Durchschnitt des Geschäftsjahres waren bei der Südzucker AG 2.403 (2.393) Mitarbeiter be- schäftigt. Lagebericht 9 ALTERSSTRUKTUR UND BETRIEBSZUGEHÖRIG- KEIT Die Altersstruktur zeigt unverändert ein re- lativ ausgeglichenes Bild, die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit im Konzern ist ebenfalls nahezu unverändert. Rund 55 % arbeiten seit mehr als fünf Jahren für das Unternehmen. PERSONALENTWICKLUNG/AUS- UND WEITERBILDUNG Die 2021 gestartete Ausbildungsinitiative wurde 2022/23 fortgesetzt, um Auszubildende noch stärker zu fördern und gleichzeitig die Attraktivi- tät als Ausbildungsbetrieb zu steigern. So werden unter anderem die Ausbildungswerkstätten an den Standorten modernisiert und Auszubildende durch ein standortübergreifendes Netzwerk und ein Mentorenprogramm gestärkt. Das Ausbildungsangebot der Südzucker-Gruppe in rund 20 unterschiedlichen Berufen ist weiterhin ein wesentlicher Baustein zur langfristigen Siche- rung des eigenen Fachkräftebedarfs. Die Anzahl der Auszubildenden zum 28. Februar 2023 ist auf 370 (348) Auszubildende gestiegen. Bei der Süd- zucker AG, der Freiberger-Gruppe und AGRANA in Deutschland wurden zum 28. Februar 2023 insgesamt 200 Auszubildende nach dem dualen System oder im Rahmen eines betrieblichen Stu- diums ausgebildet. Auch hier wird das Thema Nachhaltigkeit verankert, unter anderem durch das Angebot des Studiengangs International Bu- siness mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit (Sustainable Business). In Frankreich und Öster- reich werden 132 Mitarbeitende nach einem mit der deutschen Ausbildung vergleichbaren System ausgebildet. Die übrigen 38 Auszubildenden sind in nach den in den jeweiligen Ländern geltenden Ausbildungsmodalitäten beschäftigt. WEITERBILDUNG Unsere konzernweite digitale Lernplattform, der Südzucker Group Campus, spielt eine zentrale Rolle zur Vermittlung von Wissen und Kompetenzen, einschließlich Soft Skills, Sprach- und Methoden- sowie IT-Kompe- tenz. Neu hinzugekommen sind 2022/23 unter anderem Schulungsangebote im Bereich Kom- munikation (z. B. Feedback geben und nehmen oder Grundlagen der Kommunikation). Daneben gewährleistet der Südzucker Group Campus die turnusmäßige Durchführung und Dokumentation erforderlicher Pflichtunterweisungen und stellt die Einhaltung gesetzlicher und anderer norma- tiver Vorgaben sicher (Arbeitsschutz, Compli- ance, Datenschutz, Hygiene, Umweltschutz, Menschenrechte etc.). Damit verfügt die Südzu- cker-Gruppe über ein modulares Weiterbil- dungsangebot mit unterschiedlichen Niveaustu- fen und Formaten, um alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihrer individuellen Weiterentwick- lung bestmöglich zu fördern. Aktuell wird ein Kompetenzmodell aufgebaut, das künftig den Bedarf an Weiterbildungen noch zielgerichteter ermitteln soll. PERSONALENTWICKLUNG UND KARRIERE- PLANUNG Wir arbeiten daran, die Personalent- wicklung - unter anderem das Talent-Manage- ment, die Führungskräfteentwicklung und die Nachfolgeplanung – an die strategische Ausrich- tung der Südzucker-Gruppe anzupassen. Dafür bieten wir unter anderem im Rahmen der inter- nen New Work-Initiative einen breiten Zugang zu mobiler Arbeit, neue digitale Tools zur Zusam- menarbeit und die Arbeit in internationalen Pro- jektgruppen. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem das gruppenweite Catalyst-Pro- gramm erweitert, mit dem Projektmanagerinnen und -managern intensives Training zu agilen Ar- beitsmethoden angeboten wird. Mit einem neuen konzernweiten Onboarding- Programm ermöglichen wir neuen Mitarbeiten- den eine schnelle Orientierung im Unternehmen und bieten gleichzeitig eine Basis für Personal- entwicklung und die Bildung von Netzwerken. Darüber hinaus werden regelmäßig Traineepro- gramme und Nachwuchsführungskräftepro- gramme durchgeführt. Lagebericht 10 In regelmäßig - mindestens einmal im Jahr statt- findenden - Feedbackgesprächen erarbeiten Mit- arbeitende gemeinsam mit ihren Vorgesetzten unter anderem Konzepte für ihre Weiterbildung und individuelle Entwicklung. Offene Stellen werden konzernweit intern ausge- schrieben und bei entsprechender Eignung be- vorzugt mit Mitarbeitenden aus dem Konzern be- setzt. Damit möchten wir Karrieremobilität för- dern, Know-how und Erfahrung in der Unterneh- mensgruppe halten und den Wissens- und Erfah- rungstransfer zwischen den Standorten und Divi- sionen stärken. FÜHRUNGSKRÄFTEENTWICKLUNG Im Geschäfts- jahr 2022/23 wurde unser Trainingsprogramm zur Führungskräfteentwicklung unter anderem mit den Modulen “Grundlagen zeitgemäßer Füh- rung“, „Mitarbeitende motivieren“ und „Feedback“ weiterentwickelt und um neue Inhalte erweitert. Die Basis bilden die neuen Leitlinien für Füh- rungskräfte, die in internationalen Workshops mit Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Bereichen 2022/23 gemeinsam entwickelt wurden. Für Meister an den Produktionsstandorten werden weiterhin spezielle Trainings angeboten. Weiter- geführt wurde auch das im Jahr 2020 gestartete Empowering-Women-Programm mit dem Ziel, Frauen im Management zu fördern und besser zu vernetzen. Mit themenspezifischen Schulungen bereiten wir Mitarbeitende auf die Übernahme ei- ner Führungsrolle oder laterale Führungsfunktion vor. Zudem werden Einzel-Coachings angeboten, um auf die spezifische Situation einer Führungs- kraft eingehen zu können. Lagebericht 11 Forschung und Entwicklung Der Bereich Forschung und Entwicklung der Süd- zucker-Gruppe unterstützt alle Aktivitäten ent- lang bestehender Wertschöpfungsketten vom Anbau der Pflanzen bis zur Marktreife der Pro- dukte. Im Rahmen der neuen Konzernstrategie werden auch neue Innovationsfelder erschlossen und neue technologische Möglichkeiten evaluiert, um auf Basis der zukünftigen politischen Rah- menbedingungen Lösungen zur nachhaltigen Entwicklung der Südzucker-Konzernstrategie zu finden. Fokusinitiativen sind die Etablierung einer klimaneutralen Produktion sowie die vollständige Nutzung unserer Rohstoffe im Rahmen der zir- kulären Bioökonomie. Die Innovationsfelder neue Agrarrohstoffe und Proteine sind eng miteinander verknüpft. Vom landwirtschaftlichen Anbau über die Prozessie- rung bis hin zur Entwicklung von neuen Produk- ten werden in Abstimmung mit den Divisionen der Südzucker-Gruppe innovative Konzepte ent- wickelt. Nachhaltige Chemikalien auf Basis der Südzucker-Rohstoffe sowie auch die Verwen- dung von CO 2 zur stofflichen Nutzung bilden weitere Schwerpunkte der Forschungs- und Ent- wicklungsinitiativen. Kooperationen mit Forschungseinrichtungen, an- deren Unternehmen, staatlichen Institutionen oder Universitäten auch im Rahmen öffentlich geförderter Projekte ermöglichen es uns, frühzei- tig Innovationspotenziale zu erkennen und diese in die Südzucker-Entwicklungsstrategien zu in- tegrieren. Die Zusammenarbeit mit Start-ups ermöglicht Einblicke in Entwicklungen, die schon einen ge- wissen technologischen Reifegrad erlangt haben. Über Acceleratoren-Programme wie MassChal- lenge oder das EIT Food sowie über unsere neu im Internet implementierte Open Innovation- Plattform „TheBarn“ (www.thebarn.io) können Kontakte geknüpft und Innovationsprojekte ge- startet werden. Für den Bereich Forschung, Entwicklung und technologische Services arbeiten in der Südzu- cker AG 171 (167) Mitarbeiter. Das Gesamt- budget betrug 2022/23 insgesamt 28.083 (25.580) Tsd. €. ROHSTOFFE Es gehört zu unseren Kernaufgaben, die Nutzung neuer agrarischer Rohstoffe zu evaluieren, um unser Portfolio pflanzenbasierter Lösungen für unsere Kunden zu erweitern. Der Agrarsektor in Europa steht vor gewaltigen Herausforderungen. Der stetige Wegfall von Pflanzenschutzmitteln, der Versorgungsengpass mit Düngemitteln, politische Vorgaben zur Re- duktion von Düngung und Pflanzenschutz und nicht zuletzt die erwartete Zunahme von Extrem- wetterlagen erschweren die nachhaltige Pflan- zenproduktion. Die Veränderung des Wetters hin zu wärmeren und trockeneren Sommern begüns- tigt das Auftreten neuer Krankheiten und Schäd- linge. Zur Sicherung der Rohstoffversorgung für die im Konzern bereits etablierten Ackerbaukulturen wie Zuckerrübe und Zichorie sowie künftig auch für Eiweißpflanzen wie z. B. Ackerbohnen fokussiert sich unsere Forschung im landwirtschaftlichen Bereich vor allem auf die beiden Themen Klima- wandel und Pflanzenschutz. Als Standardprüfun- gen werden im konzerneigenen unabhängigen Feldversuchswesen nach wie vor Sorten und che- mische Pflanzenschutzmittel auf ihre Wirksam- keit getestet. In der jüngeren Vergangenheit auf- getretene neue Krankheiten und Schädlinge, aber auch die Forderung des Green Deal, den Einsatz und das Risiko von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren, erfordern das Lagebericht 12 Beschreiten alternativer Wege. Dazu werden ver- mehrt auch biologische Produkte, wie z. B. aus der Natur gewonnene Bakterien, auf ihre Wirk- samkeit und Anwendungsmöglichkeiten in den Bereichen Pflanzenschutz, Düngung und Tro- ckenstress getestet. Anhand von intensiven Tests mit gezogenen und selbstfahrenden Hackrobo- tern wird die Unkrautbekämpfung weiterentwi- ckelt. Daneben werden sowohl traditionelle Ver- fahren wie z. B. der Einsatz von Bandspritzen in Kombination mit mechanischen Hackgeräten als auch Neuentwicklungen im Bereich der punktuel- len Bekämpfung von Unkräutern (Smart Spray Technologie bei Pflanzenschutzspritzen) geprüft. Nicht zuletzt entwickeln wir die digitalen Tools zur Beratung unserer Landwirte in den Bereichen Krankheitsentwicklung und Schädlingsbekämp- fung ständig weiter. ROHSTOFFE MIT BESONDEREN EIGENSCHAFTEN Im Bereich der Lebensmittel werden Produkte entwickelt, die sich mit den etablierten und auch neuen Technologien erzeugen lassen. Die Ent- wicklungen fokussieren sich auf funktionelle pro- tein- sowie ballaststoffangereicherte Zutaten. Für technische Anwendungen werden neue Roh- stoffe sowie auch Nebenströme genutzt, um Fa- sern für technische Applikationen bereitstellen zu können. ROHSTOFFE FÜR STÄRKE Bei der Evaluierung neuer Rohstoffe für die Stärkegewinnung wird das Hauptaugenmerk auf neue funktionelle Ei- genschaften bei den daraus hergestellten Haupt- und Nebenprodukten gelegt. Um diese neuen Produkte vergleichen zu können, werden weitere Untersuchungen sowohl für technische als auch für Lebensmittelanwendungen durchgeführt. Bei Anwendungen, vor allem im technischen Bereich, zeigten diese neuen Stärketypen Vorteile, sodass sich neue Anwendungs- und Absatzmöglichkei- ten eröffnen. VERARBEITUNGSTECHNOLOGIEN Im Rahmen der nachhaltigen Gestaltung der Pro- duktionsprozesse in unseren Fabriken stehen die Themen Energie, Effizienz und Ausbeute, Pro- duktqualität und zirkuläre Bioökonomie im Fo- kus. Die enge Verbindung von Technologieentwick- lung und Technik bietet die Grundlage für schnelle, zielgerichtete Investitionsentscheidun- gen in der Südzucker-Gruppe. Mit rechnerbasier- ten Modulationssystemen gelingt nicht nur eine schnelle Umsetzung von neuen Prozessen und Anlagenkonfigurationen, sie bilden auch die Grundlage für eine wirtschaftliche Bewertung. In den Zuckerfabriken wird kontinuierlich an der Verbesserung der Produktionsprozesse gearbei- tet. Dazu gehören die Reduzierung des Energie- verbrauchs, die Erhöhung der Gesamtausbeute und der Qualität sowie die Nutzung der Neben- ströme. Durch gezielte Prozessierung von Rü- benschnitzeln werden Fasern bereitgestellt, die sich als Zelluloseersatz in Verpackungsmateria- lien eignen. Bei der Verzuckerung von Bio-Stärke wurde ein neuer Prozess eingeführt, um die Qualität der spezifizierten Produkteigenschaften deutlich zu verbessern. Auch im Bereich der Verzuckerungs- produkte konnten durch Einsatz von Membran- filtrationen Verbesserungspotenziale hinsichtlich qualitativer Parameter aufgezeigt werden, wobei auch der Produktionsablauf energetisch effizien- ter gestaltet werden kann. Um künftig die steigende Nachfrage nach pflanz- lichen Proteinen bedienen zu können, wurden Verfahren zur Herstellung von proteinreichen Mehlen entwickelt sowie technologische Evaluie- rungen gestartet, um aus Nebenströmen der Stärkegewinnung neue Lebensmittelzutaten zu gewinnen. Lagebericht 13 In der Produktgruppe funktioneller Kohlenhyd- rate haben wir die technologischen Studien und Untersuchungen zur Ausbeuteerhöhung und zur Verbesserung der Kristallqualitäten abgeschlos- sen. Die technische Umsetzung der erarbeiteten neuen Produktionstechnologie soll mittels einer Pilotanlage bezüglich der Umsetzung in den großtechnischen Produktionsmaßstab geprüft werden. Der entwickelte Herstellungsprozess eines neuen löslichen Ballaststoffs, der ausschließlich aus Saccharose hergestellt werden kann, wurde in eine bestehende großtechnische Anlage inte- griert. Im Labor- und Pilotmaßstab wurden effi- zientere Enzymsysteme getestet und nach er- folgreicher Evaluierung in den Produktionspro- zess eingeführt. Bei der Ethanolproduktion arbeiten wir überwie- gend an Prozessoptimierungen. Ein besonderer Fokus liegt auf Maßnahmen zur Energieeinspa- rung sowie zur Vermeidung von Produktionsstö- rungen. Studien und Untersuchungen zur Verwendung verschiedener Einsatz- und Reststoffe als poten- zielle Rohstoffe für die Ethanolherstellung - so- genannte 2G-Konzepte - werden mit verschiede- nen Materialen im größeren Maßstab fortgesetzt. PRODUKTE, PRODUKTWEITERENTWICK- LUNGEN UND ANWENDUNGSKONZEPTE Wir evaluieren neue Rohstoff- und Produktkon- zepte mithilfe innovativer Technologien. Damit wollen wir die Basis für die Erschließung neuer Geschäftsfelder – insbesondere unter ernäh- rungsphysiologischen und Nachhaltigkeits-As- pekten – schaffen. Food Neue Anwendungskonzepte und Rezepturen für neuartige sowie auch bestehende Produkte wer- den benötigt, um die dynamischen Entwicklun- gen in der Lebensmittelindustrie und am Markt begleiten zu können. Lebensmitteltrends im Be- reich der Clean-Label-Produkte, Produkte mit funktionellen Inhaltsstoffen und solche aus bio- logischer Landwirtschaft stehen im Fokus der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. ZUCKER UND ZUCKERSPEZIALITÄTEN Für die Herstellung von Rübenrohzucker wurde ein Pro- duktionsprozess, der ohne weitere Hilfsstoffe auskommt, bis zur Produktionsreife entwickelt. Die Entwicklung zuckerreduzierter Fondants, die trockene und pastöse Produkte umfasst, sowie neuer Karamellsorten wurde weitergeführt. FUNKTIONELLE LEBENSMITTELZUTATEN Für funktionelle Lebensmittelzutaten wurden – häufig in Zusammenarbeit mit unseren Kunden – weitere Produktkonzepte entwickelt. Für eine Vermark- tung dieser Produkte sind ernährungsphysiologi- sche Auslobungen unverzichtbar. Deshalb führen wir die intensive ernährungswissenschaftliche Forschung insbesondere zu Palatinose™, Inulin und Oligofruktose fort. Themen wie verbessertes Blutglukosemanagement, Stoffwechselregula- tion, Darmgesundheit sowie Aussagen zur Pro- teinwertigkeit stehen im Mittelpunkt der Studien. Die Kommunikation eines gesundheitlichen Nut- zens von Lebensmitteln gegenüber den europäi- schen Verbrauchern wird von den EU-Behörden und den Mitgliedstaaten streng geregelt. Mit BE- NEO-Zutaten können Lebensmittelhersteller je nach BENEO-Zutat aus 10 zugelassenen gesund- heitsbezogenen und 16 nährwertbezogenen An- gaben wählen, um dem Verbraucher gesund- heits- und nährwertbezogene Vorteile zu vermit- teln. Für die Verwendung von Palatinose™ in Geträn- ken, Backwaren, Milchprodukten, Süßwaren und Fondants mit verbesserter Lagerstabilität wurden weitere Rezepturen entwickelt und im Markt plat- ziert. PFLANZLICHE PROTEINE Mit unserem For- schungsschwerpunkt im Bereich neuer Lebens- mitteltrends wird es möglich, den dynamisch Lagebericht 14 wachsenden Markt der vegetarischen und vega- nen Lebensmittel mit veganen Fleisch-, Fisch und Milchalternativprodukten zu bedienen. Bei der Herstellung texturierter pflanzlicher Proteine werden als Proteinquellen unter anderem Kartof- feln, Mais und Weizen herangezogen, deren Pro- teine in speziellen Verfahren aufbereitet werden, damit sie als funktionelle Zutaten in Lebensmit- teln eingesetzt werden können. Diese für ihre Applikationen speziell aufbereiteten Proteine dienen in Lebensmitteln dazu, Proteine tierischen Ursprungs zu ersetzen. FRUCHTZUBEREITUNGEN Eine neue Technologie zur schonenden Pasteurisierung von Fruchtzube- reitungen wird geprüft. Der wesentliche Vorteil des neuen Verfahrens liegt darin, dass die Erhit- zung der Fruchtzubereitung sehr rasch und ohne örtliche Überhitzungen erfolgt, wodurch das Aroma sowie die Konsistenz der Früchte erhalten bleiben. Die Substitution von Milchprodukten durch pflanzenbasierte Rohstoffe gewinnt an Bedeu- tung. Softeiscreme auf Basis von Getreidemehlen, welche mit verschiedenen Frucht-Geschmacks- richtungen kombiniert werden können, erlauben innovative Produktentwicklungen für den Bereich Food-Service. Spezielle Zugaben für Joghurts - zusätzlich zur Fruchtzubereitung - wurden entwickelt. Ergän- zend zu der bestehenden Produktion von Scho- koladesplits wurde ein Prozess entwickelt, der es ermöglicht, neue schokoladenbasierte Produkte herzustellen, die sich in verschiedene neue Re- zepturen einarbeiten lassen. Non Food BIOBASIERTE CHEMIKALIEN Ein Ziel unserer For- schung ist, nachhaltige Produktkonzepte zu ent- wickeln, mit denen im Unternehmen vorhandene Produkte und Nebenströme als Rohstoffquellen eingesetzt werden, um Alternativen zu petroche- misch basierten Produkten anbieten zu können. Dabei werden sowohl chemisch-katalytische als auch biotechnologische Verfahren verfolgt. Ein Rohstoff, der in den Ethanolanlagen in großen Mengen anfällt, ist hochreines biogenes CO 2 . In Kombination mit grünem Wasserstoff lassen sich nachhaltige Produkte herstellen, die als Kraft- stoffzusätze, Plattformchemikalien oder auch Monomerkomponenten in biobasierten Kunst- stoffen eingesetzt werden können. Eine zukünftige Nutzung von biogenem CO 2 setzt die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff und eine entsprechende Infrastruktur zur Versorgung voraus. Südzucker hat den Burgenlandkreis bei der Erstellung eines Projektvorschlags für einen Förderraufruf des Landes Sachsen-Anhalt zum Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur intensiv unterstützt. Die Projektskizze konnte sich gegen mehrere Konkurrenzanträge durchsetzen und ist nun als einziges Projekt zur Antragsstellung auf- gefordert. Die Fördermittelsumme wäre mit 50 Mio. € ein erster Schritt in Richtung nachhaltiger Produktkonzepte unter Einsatz von grünem Was- serstoff. Die Herstellung von biobasierten Chemikalien aus erneuerbarem Ethanol steht ebenfalls weiter- hin im Fokus. Gemeinsam mit Partnern aus Wirt- schaft und Wissenschaft arbeiten wir an Konzep- ten zur Nutzung von erneuerbarem Ethanol für die Herstellung höherwertiger Chemikalien. Ins- besondere das chemisch-katalytische Verfahren zur Herstellung von Ethylacetat wird verfolgt und unterstützt. STÄRKE Die Entwicklung neuer Stärkeprodukte sowie deren effiziente Herstellung sind wesentli- che Bausteine für den sich schnell entwickelnden Markt für nachhaltige technische Produkte. Im Fokus stehen Applikationen für biobasierte Lö- sungen im Bereich Papier, Klebstoff und Bau. Die Lagebericht 15 Substitution von petrochemisch basierten Pro- dukten durch die Entwicklung neuer Stärkederi- vate kann so fortgesetzt werden. Im Bereich der heimkompostierbaren Biokunst- stoffe konnte die Produktgruppe der stärkeba- sierten Compounds weiter optimiert werden. Mit neuen Rezepturen für die unterschiedlichsten Anwendungen wurden kundenspezifische Lö- sungen erarbeitet. Die Prozessführung zur Her- stellung dieser Compounds konnte in weiteren Schritten effizienter und energieschonender ge- staltet werden. Es konnten neue stärkebasierte Compounds mit verbesserten Verarbeitungsei- genschaften hergestellt werden, die neue techni- sche Anwendungsfelder eröffnen. Das Anwendungsfeld stärkebasierter Biokunst- stoffe soll weiter ausgebaut werden. Ein wesent- liches Projekt in diesem Kontext ist BioPrima. Ge- fördert durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe hat sich die Südzucker-Gruppe zum Ziel gesetzt, eine heimkompostierbare, bioba- sierte Primärfolie für Tiefkühlpizzen von Freiber- ger zu entwickeln. Das Projekt hat einen Förder- zeitraum von drei Jahren. Mittlerweile konnten erste Folien hergestellt werden und erste Verpa- ckungstests sogar auf der technischen Anlage durchgeführt werden. VERPACKUNGEN Verpackungsänderungen im Lebensmittelbereich führen zu intensiven Tes- tungen, da Produkt und Verpackungssystem auf- einander abgestimmt sein müssen. Aufgrund re- gulatorischer Bestimmungen ist die Recyclingfä- higkeit bei Verbundmaterialien oft nicht geben, sodass auf alternative Verpackungssysteme aus- gewichen werden muss. Von den Umstellungen sind insbesondere unsere Zuckerprodukte im Retail-Bereich betroffen, für die nun neue Lösun- gen bereitgestellt wurden. Auch an Zellulosesubstituten auf Basis von Rü- benfasern für Papierverpackungen wird gearbei- tet. Durch den Einsatz neuer Technologien könn- ten zukünftig eigene Papierverpackungen zum Teil aus Rübenbestandteilen hergestellt sein. Ak- tuell wird am Aufbau einer Pilotanlage gearbeitet. Lagebericht 16 Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen WELTZUCKERMARKT Für das Wirtschaftsjahr 2021/22 (1. Oktober 2021 bis 30. September 2022) berichtet das Marktforschungsunterneh- men S&P Global in seiner Schätzung der Weltzu- ckerbilanz vom April 2023 ein Defizit von 3,5 Mio. t Zucker. Durch eine leicht steigende Zu- ckererzeugung bei ebenfalls leicht steigendem Weltzuckerverbrauch kam es im dritten Defizit- jahr in Folge zu einem weiteren Bestandsabbau. Das Verhältnis von Beständen zu Verbrauch sank mit rund 35 % auf ein sehr niedriges Niveau. Im laufenden Wirtschaftsjahr 2022/23 (1. Okto- ber 2022 bis 30. September 2023) erwartet S&P Global nunmehr eine ausgeglichene Zuckerbi- lanz. Einer weiter steigenden Erzeugung steht ein weiterer Verbrauchszuwachs gegenüber. Für das kommende Wirtschaftsjahr 2023/24 (1. Oktober 2023 bis 30. September 2024) geht S&P Global in seiner ersten Schätzung nur von einem leichten Überschuss von 0,7 Mio. t aus. Bei einem weiteren Zuwachs bei Erzeugung und Verbrauch bleibt das Verhältnis von Beständen zu Verbrauch mit 35 % auf einem sehr niedrige Niveau. Seit Beginn des Geschäftsjahres 2022/23 stieg der Weltmarktpreis für Weißzucker von unter 500 €/t bei hoher Volatilität im Jahresverlauf an und erreichte im September mit rund 620 €/t Weiß- zucker seinen Höchststand. In der Folge sank der Weltmarktpreis durch den schwächeren US-Dol- larkurs und bewegte sich in einer Bandbreite zwi- schen rund 500 und 570 €/t. Zum Ende des Be- richtszeitraums lag er bei 530 €/t. Weltzuckerbilanz Mio. t 2023/24e 2022/23 2021/22 2020/21 2019/20 Anfangsbestand 65,5 65,5 68,9 71,1 75,4 Erzeugung 191,4 187,8 184,5 180,2 180,3 Verbrauch -189,9 -187,5 -186,0 -181,2 -181,2 Mengenberichtigungen -0,9 -0,3 -1,9 -1,2 -3,4 Endbestand 66,1 65,5 65,5 68,9 71,1 In % des Verbrauchs 34,8 34,9 35,2 38,0 39,2 Quelle: SP Global Commodity Insights, April 2023 Lagebericht 17 EU-ZUCKERMARKT Im zurückliegenden Zucker- wirtschaftsjahr (1. Oktober bis 30. September) 2021/22 wurde in der EU bei einer nochmals leicht verringerten Anbaufläche von rund 1,40 Mio. ha und gleichzeitig gestiegenen Hektarer- trägen die EU-Zuckererzeugung (inklusive Iso- glukose) auf 17,2 (15,2) Mio. t gesteigert. Für das nun laufende Zuckerwirtschaftsjahr 2022/23 geht die EU-Kommission in ihrer Schät- zung vom März 2023 von einer weiteren Verrin- gerung der Anbaufläche um rund 4 % auf rund 1,35 Mio. ha aus. Aufgrund der Trockenheit in wichtigen Anbauregionen der EU im Sommer 2022 erwartet die EU-Kommission darüber hin- aus geringere Hektarerträge, was zu einem Rück- gang der Rübenzuckererzeugung (inklusive Iso- glukose) auf 15,5 (17,2) Mio. t führt. Damit sind zur Versorgung der EU mit Zucker auch weiterhin Importe erforderlich, die insbesondere von den zahlreichen Ländern geliefert werden, die Zucker in die EU zu reduzierten Zöllen bzw. ohne Zölle importieren dürfen. Laut Schätzungen der EU- Kommission soll das Bestandsniveau zum Ende des laufenden Zuckerwirtschaftsjahr 2022/23 zum 30. September 2023 auf rund 1,4 (1,5) Mio. t weiter zurückgehen. Für das kommende Zuckerwirtschaftsjahr 2023/24 gehen Marktbeobachter von einer stabilen bis leicht steigenden Anbaufläche in der EU-27 aus. Der von der EU-Kommission veröffentlichte Preis für Zucker (Food und Non-Food, ab Werk) lag zu Beginn des Geschäftsjahres bei 443 €/t. Infolge der sich abzeichnenden schwächeren Ernte im Herbst 2022 aber auch als Konsequenz der mas- siven Kostensteigerungen für Rohstoffe und Energie, stiegen die Zuckerpreise kontinuierlich an und lagen bei der letzten vorliegenden Veröf- fentlichung von Februar 2023 bei 804 €/t. Dabei gibt es innerhalb der EU signifikante regionale Preisunterschiede zwischen den Defizit- und den Überschussregionen. ABSATZMÄRKTE ZUCKER Die größten Absatz- märkte für Zucker sind weiterhin die Getränkein- dustrie (Softdrinks und alkoholische Getränke), gefolgt von der Molkereiindustrie und den Her- stellern von Backwaren. Nach der Corona-Pandemie ist die Zuckernach- frage laut Daten der EU-Kommission wieder ge- stiegen. Während 2020/21 aufgrund von Lock- downs und anderen einschränkenden Maßnah- men 12,8 Mio. t Zucker in der EU-27 verbraucht wurden, soll der Zuckerabsatz 2022/23 mit rund 13,6 (13,7) Mio. t wiederum auf dem normalisier- ten Vorjahrsniveau liegen. Der Trend zu einer gesunden Ernährung hält aber weiter an bzw. hat sich teilweise sogar verstärkt. In diesem Kontext sind das Thema Zuckerreduk- tion und die damit verbundenen Konsumthemen politisch und gesellschaftlich weiter in den Fokus gerückt und wirken sich dämpfend auf das Zu- ckergeschäft aus. Generell ist das Retailgeschäft weiter rückläufig. Auch die Kaufkraft der Konsu- menten wird generell knapper. Insbesondere in Ost- und Südeuropa ist das Geschäft somit ext- rem preissensibel, aufgrund niedrigerer Löhne müssen Konsumenten nun anteilig noch mehr für Lebensmittel ausgeben als bisher. ABSATZMÄRKTE FUTTERMITTEL UND MELASSE Die Märkte für zuckerhaltige Co-Produkte waren im Geschäftsjahr 2022/23 geprägt von weltweit steigenden Rohstoffpreisen. Die Preise für zu- ckerhaltige Co-Produkte konnten - ausgehend von einem bereits hohen Niveau 2021/22 - wei- ter zulegen. Auch ein nochmaliger Rückgang der europäischen Mischfutterproduktion hatte keinen negativen Einfluss auf die Preisgestaltung. Für 2022/23 wird mit einer weltweit leicht sinkenden Melasseproduktion von 64,4 (65,7) Mio. t gerech- net. Von dieser weltweiten Entwicklung ist insbe- sondere der für uns sehr wichtige EU-Markt be- troffen; hier wird mit einem Rückgang auf 2,95 Lagebericht 18 (3,40) Mio. t gerechnet. Dieser Produktionsrück- gang wirkte und wirkt sich unterstützende auf die Preise aus. Für die Trockenschnitzelerzeugung innerhalb der EU liegen aktuell noch keine konkreten Zahlen vor. Es ist davon auszugehen, dass die Erzeugung rückläufig ist, da es vor dem Hintergrund gestie- gener Energiekosten sinnvoll erscheint, neue Verwertungsmöglichkeiten wie beispielsweise Direktverfütterung oder Erzeugung von Biogas für die Rübenschnitzel zu finden. Diese Verknap- pung wirkt sich positiv auf das Preisniveau von Trockenschnitzeln aus. Lagebericht 19 Rechtliche und politische Rahmenbedingungen FREIHANDELSABKOMMEN Die EU verhandelt mit verschiedenen Staaten bzw. Staatengemein- schaften, wie beispielsweise Australien, über mögliche Freihandelsabkommen. Sollten Zucker und zuckerhaltige Waren – entgegen der bisheri- gen Handelspraxis – nicht als sensible Produkte eingestuft werden, könnten künftig zusätzliche Zuckermengen zollbegünstigt in die EU impor- tiert werden. Der Ratifizierungsprozess des Mercosur-Abkom- mens dauert weiter an. Das Abkommen tritt erst in Kraft, wenn der Europäische Rat, das Europäi- sche Parlament sowie alle Parlamente der 27 EU- Mitgliedstaaten zugestimmt haben. Nach dem Regierungswechsel in Brasilien gibt es derzeit Be- strebungen, das Abkommen mit Zusatzvereinba- rungen zum Klimaschutz zeitnah umzusetzen. EU-ZUCKERMARKT IM INTERNATIONALEN WETTBEWERB Die EU hat einen der weltweit am wenigsten regulierten Zuckermärkte. Im Gegen- satz zu anderen großen Erzeugerländern wird die Ausfuhr von Zucker nicht staatlich subventio- niert. Die EU-Kommission geht kaum gegen diese Wettbewerbsverzerrungen sowie weitere Einfuhr- zugeständnisse oder die Einfuhr unter Umgehung der Ursprungsregeln vor. WEITERHIN GEKOPPELTE DIREKTZAHLUNGEN IM EUROPÄISCHEN ZUCKER-BINNENMARKT In elf von 19 Rüben anbauenden EU-Ländern werden nach wie vor gekoppelte Prämien für Zuckerrüben ohne regionale Differenzierung gezahlt. Damit bleiben die Wettbewerbsverzerrungen innerhalb des europäischen Zucker-Binnenmarktes zulas- ten der wettbewerbsfähigen Anbauregionen be- stehen. Gemäß der Trilog-Entscheidung von EU- Rat, EU-Parlament und EU-Kommission im Jahr 2021 sollen die gekoppelten Stützungen für die Zuckerrübe auch in der neuen Förderperiode der europäischen Agrarpolitik bis 2027 weitergeführt werden. GESETZLICHE EINSCHRÄNKUNGEN UND VERBOTE IM PFLANZENSCHUTZ IN DER EU Wirk- stoffe in chemischen Pflanzenschutzmitteln müssen auf EU-Ebene regelmäßig geprüft und registriert werden. Aufgrund einer Verschärfung der Kriterien für diese Registrierung ist davon auszugehen, dass eine Reihe von Wirkstoffen künftig keine Zulassung mehr erhält. Die Anzahl der Länder, die befristete Ausnahme- genehmigungen für die Nutzung von Neonico- tinoiden unter hohen Auflagen erteilt haben, ging von 15 für das Anbaujahr 2021 über 13 für das Anbaujahr 2022 auf acht für das Anbaujahr 2023 zurück. Ende Januar 2023 urteilte der Europäische Ge- richtshof, dass nationale Ausnahmeregelungen für den Einsatz von Neonicotinoiden bei der Aus- saat von Zuckerrüben Europäischem Recht wi- dersprechen. Daraufhin hat Frankreich als Land mit dem größten Rübenanbaugebiet der EU ent- schieden, im Anbaujahr 2023 keine Ausnah- meregelung zu erteilen und keine neonicotinoide Beize zu erlauben. Inwieweit die Mitgliedstaaten, die bereits vor dem EuGH-Urteil Ausnahmege- nehmigungen erteilt haben, nun von diesen noch für die Aussaat 2023 Gebrauch machen, ist frag- lich; Spanien hat dies bereits ausgeschlossen. Eine Erteilung von Ausnahmeregelungen für eine Nutzung einer neonicotinoiden Beize für Zucker- rübensaatgut ist jedoch spätestens ab der Aus- saat 2024 nicht mehr zu erwarten. VORRÜBERGEHENDE AUSSETZUNG DER ZÖLLE AUF ZUCKERIMPORTE AUS DER UKRAINE IN DIE EU Das EU-Parlament und die 27 EU-Mitglied- staaten haben den EU-Kommissionsvorschlag zur vollständigen Aussetzung der Zollsätze und Einfuhrkontingente für sämtliche Waren Lagebericht 20 (einschließlich Zucker und Süßwaren) aus der Ukraine im Juni 2022 gebilligt. Diese vorüber- gehende, auf ein Jahr befristete Handelslibera- lisierung unterliegt verschiedenen Bedingun- gen, insbesondere der Einhaltung der Ur- sprungsregeln und einer Schutzklausel. Aktu- ell wird davon ausgegangen, dass diese Son- derregelung für den ukrainischen Marktzu- gang in die EU verlängert wird. Die zollfreien Zuckerimporte aus der Ukraine sind durch diese Sonderregelung im Kalenderjahr 2022 von rd. 20.000 t auf über 100.000 t angestie- gen. Für das Jahr 2023 wird von Marktbe- obachtern mit einem weiteren deutlichen An- stieg der zollfreien Weißzucker Importe aus der Ukraine gerechnet. EMBARGO GEGEN FUTTERMITTELEINFUHREN AUS DER RUSSISCHEN FÖDERATION Als ein Be- standteil des sechsten Sanktionspakets der EU gegen die Russische Föderation gilt seit dem 3. Juni 2022, dass ausgelaugte Rübenschnitzel, Ba- gassen und andere Abfälle aus der Zuckergewin- nung sowie Treber, Schlempe und Pellets, die ih- ren Ursprung in Russland haben oder aus Russ- land ausgeführt werden, nicht mehr gekauft, in die EU eingeführt oder verbracht werden dürfen. EINSATZ VON RÜBENSCHNITZELN FÜR EINE  Eine erfolgreiche Umstellung auf eine treibhaus- gasneutrale Zuckergewinnung hängt essenziell davon ab, dass eine hocheffiziente, gekoppelte Wärmeerzeugung unter Einsatz von Reststoffbio- masse aus den eigenen Erzeugungsprozessen ohne Restriktionen möglich ist. Mit einem Teil der ausgelaugten Zuckerrüben- schnitzel aus eigener Verarbeitung in Kombina- tion mit Energieeffizienzmaßnahmen und Teil- elektrifizierung der Wärmeerzeugung hätten un- sere Produktionsstandorte ausreichend Substrat zur Verfügung, um den gesamten Energiebedarf der Zuckerfabriken zu decken. Diesen Weg hat die deutsche Zuckerwirtschaft in einer Roadmap zu einer klimaneutralen Zuckerproduktion bis 2050 dargestellt. Hierdurch entstehen keine De- fizite bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Viel- mehr bietet dieser Weg sichtbare gesellschaftli- che Entlastungen bei der Umsetzung des Green Deal und hilft, eine Gasmangellage zu verhindern bzw. einzudämmen. Hierfür bedarf es einer wir- kungsvollen Integration von Reststoffbiomassen- utzung (Zuckerrübenschnitzel) aus den eigenen Prozessen in das Rechtssystem der RED III im Zuge des Trilogs zur RED-Novellierung. Zucker- rübenschnitzel müssen als nachhaltige erneuer- bare Energiequelle in der RED III aufgenommen werden. Gelingt dies nicht, müssten wir für die energetische Nutzung dieser Reststoffe in unse- ren Anlagen CO 2 -Zertifikate erwerben. Lagebericht 21 Rübenernte und Kampagneverlauf Die Anbaufläche der Südzucker AG hat sich 2022 um 1,2 % gegenüber dem Vorjahr verringert. Die ersten Rübenpillen wurden in diesem Jahr sehr vereinzelt in den traditionellen Frühsaatge- bieten Offstein und Offenau Ende Februar ausge- sät. Die Hauptsaatperiode startete um den 14. März und wurde ohne Unterbrechungen bis Ende März fast komplett abgeschlossen. Der April war zunächst von kaltem sehr wechselhaftem Wetter geprägt. Schnee, Regen und frostige Nächte bremsten das Auflaufen der Rüben. Die Monate Mai bis August verliefen fast überall überdurch- schnittlich warm und in vielen Anbaugebieten auch zu trocken. Erst ab Anfang September - zum Kampagnenbeginn - konnte viel Niederschlag verzeichnet werden. Bereits am 5. September startete die erste Rübenverarbeitung in der Zu- ckerfabrik Wabern. Darauf folgte am 7. Septem- ber die Verarbeitung der deutschen Biorüben im Werk Rain. Am 9. September schlossen die Werke Plattling und Zeitz an. Auffällig war das Aufkommen von faulen Rüben, insbesondere in Offenau und Och- senfurt. Insgesamt kann rückblickend festgestellt werden, dass bis Mitte Dezember die Bedingun- gen für die Rübenentwicklung in Rodung und Transport gut waren. Nach einigen Frostereignis- sen in der ersten Dezemberhälfte mit Tempera- turen um -15 Grad Celsius und eine plötzliche darauffolgende warme Witterung, verschlechterte sich jedoch die Qualität der Zuckerrüben. Mit dem Jahreswechsel verursachten die gefaulten Rüben dann Probleme in den laufenden Fabriken wie Zeitz und Wabern. Bis Ende Januar konnten aber auch hier alle Rüben zu Zucker verarbeitet wer- den. Im Schnitt der Südzucker AG dauerte die Kampagne 110 (132) Tage. Die ausgeprägte Trockenheit im Sommer 2022 hatte unterdurchschnittliche Erträge zur Folge. Dabei ließen sich große Unterschiede zwischen den Anbaugebieten beobachten: Während in Ochsenfurt mit 58 t/ha die Erträge auf niedrigs- tem Niveau lagen, wurde in den bayerischen Wer- ken mit 89 t/ha fast auf durchschnittlichem Ni- veau geerntet. Die Zuckergehalte schwankten von 15,6 % in Offstein bis 18,1 % rund um Wabern. Insgesamt lagen Rübenertrag mit 71,8 (86,9) t/ha sowie Zuckergehalt mit 16,8 (17,5) % deutlich un- ter dem Durchschnitt. Lagebericht 22 Geschäftsentwicklung Das Geschäftsjahr 2022/23 war von einem EU- weit steigenden Zucker-Preisniveau geprägt. Dies führte zu einem deutlichen Anstieg der Umsatz- erlöse. Das Betriebsergebnis HGB verbesserte sich trotz der stark gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten stärker als erwartet. Neben dem deutlichen Umsatzanstieg resultierte dies aus ei- ner geringeren Zuführung zu den Pensionsrück- stellungen als im Vorjahr sowie aus der teilweisen Auflösung der Rückstellung für Kartellrisiken in Österreich. ERTRAGSLAGE (in Mio. €) 2022/23 2021/22 Umsatzerlöse 1.747,5 1.383,4 Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen 88,7 85,6 Sonstige betriebliche Erträge 62,2 28,9 Materialaufwand -1.241,9 -1.002,0 Personalaufwand -305,7 -311,9 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des An- lagevermögens und Sachanlagen -65,4 -66,7 Sonstige betriebliche Aufwendungen -250,6 -227,3 Betriebsergebnis HGB 34,8 -110,0 Beteiligungsergebnis 147,7 217,4 Abschreibungen auf Finanzan- lagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -7,1 -6,5 Zinsergebnis -22,2 -14,8 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 153,2 86,1 Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2022/23 von 1.383,4 Mio. € um 364,1 Mio. € bzw. 26,3 % auf 1.747,5 Mio. €. Das beruht ins- besondere auf dem EU-weit gestiegenen Preisni- veau. In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 62,2 (28,9) Mio. € sind 31,5 (12,3) Mio. € pe- riodenfremde Erträge enthalten. Diese resultieren im Wesentlichen aus der teilweisen Auflösung von Rückstellungen wegen eines Kartellverfah- rens in Österreich und Gewinnen aus Zinsswaps. Darüber hinaus sind Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens mit Rücklageanteil in Höhe von 0,2 (0,2) Mio. € enthalten. Der Anstieg der Materialaufwendungen um 239,9 Mio. € auf 1.241,9 (1.002,0) Mio. € resul- tierte aus höheren Rohstoff- und Energiekosten. Der Personalaufwand verminderte sich trotz eines Anstiegs der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl um 6,2 Mio. € auf 305,7 (311,9) Mio. €. Grund war, dass die Aufwendungen für die Altersversor- gung im Wesentlichen durch Änderung der versi- cherungsmathematischen Parameter für Pensi- onsverpflichtungen um 20,7 Mio. € geringer wa- ren als im Vorjahr. Die Abschreibungen lagen mit 65,4 (66,7) Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres. Es waren keine außerplanmäßigen Abschreibungen erforderlich. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen er- höhten sich aufgrund der allgemeinen Kosten- steigerungen in allen Bereichen sowie erhöhten Beratungsaufwendungen um 23,3 Mio. € auf 250,6 (227,3) Mio. € . Das Betriebsergebnis HGB verbesserte sich ge- genüber dem Vorjahr um 144,8 Mio. €, und liegt mit 34,8 (-110,0) Mio. € aufgrund der positiven Erlösentwicklung deutlich über unseren Erwar- tungen zu Geschäftsjahresbeginn . Das Beteiligungsergebnis lag aufgrund der gerin- geren Ergebnisabführung mit 147,7 (217,4) Mio. € weit unter dem Vorjahresniveau, weil sowohl die erhaltenen Dividenden als auch die Ergebnisabführungen von Tochtergesell- schaften deutlich geringer ausgefallen sind. Lagebericht 23 Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens von 7,1 (6,5) Mio. € waren aufgrund von Abwertungen von Wertpapieren des Umlaufvermögens auf niedrigere Börsenkurse erforderlich. Das Zinsergebnis verschlechterte sich um -7,4 Mio. € auf -22,2 (-14,8) Mio. €. Im Zinsergebnis sind Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pen- sionsrückstellungen und von übrigen Rückstel- lungen und langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von zusammen 13,9 (14,4) Mio. € enthal- ten . Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätig- keit verbesserte sich um 67,1 Mio. € auf 153,2 (86,1) Mio. €. (in Mio. €) 2022/23 2021/22 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 153,2 86,1 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -4,1 3,0 Ergebnis nach Steuern/ Jahresüberschuss 149,1 89,1 Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 8,0 0,6 Einstellung in andere Gewinnrückla- gen 0,0 0,0 Bilanzgewinn 157,1 89,7 Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag von -4,1 (+3,0) Mio. € ergeben sich unter Berück- sichtigung von steuerfreien Beteiligungserträgen und der Zuführung von Steuerrückstellungen aus Vorjahren. Der Jahresüberschuss lag damit bei 149,1 (89,1) Mio. €. Im Geschäftsjahr erfolgte wie im Vorjahr keine Entnahme aus den bzw. Einstellung in die Ge- winnrücklagen. Mit dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr von 8,0 (0,6) Mio. € ergibt sich ein Bi- lanzgewinn von 157,1 (89,7) Mio. €. INVESTITIONEN UND FINANZIERUNG Im Geschäftsjahr betrugen die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegen- stände 58,3 (43,9) Mio. €. Investitionsschwer- punkte waren dabei Umwelt-, Ersatz- und Opti- mierungsmaßnahmen in den Zuckerfabriken. Nettofinanzschulden (in Mio. €) 28.02.23 28.02.22 Wertpapiere -103,9 -108,2 Flüssige Mittel -5,7 -23,8 Forderungen im Rahmen der Konzernfinanzierung -93,0 -150,7 Anleihen / Schuldverschreibungen 0,0 150,0 Finanzverbindlichkeiten Kredit- institute 59,4 144,2 Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung 907,8 760,1 Nettofinanzschulden 764,6 771,6 Die Nettofinanzschulden lagen mit 764,6 (771,6) Mio. € zum 28. Februar 2023 auf Vorjahresni- veau. Der operative Cashflow erhöhte sich auf 301,7 (246,3) Mio. €. Infolge gestiegener Her- stellungskosten ist die Kapitalbindung in den Vorräten um 154,7 (26,5) Mio. € gestiegen. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände erhöhten sich auf 58,3 (43,9) Mio. €. Investitionen in Finanzanlagever- mögen sind auf Ebene der Südzucker AG wie im Vorjahr nicht erfolgt. Die Dividendenausschüt- tung für das Geschäftsjahr 2021/22 betrug 81,7 (40,8) Mio. €. Lagebericht 24 Südzucker hat zum 28. Februar 2023 folgende Anleihen ausstehen: Coupon Volumen (€) ISIN Börsenzulas- sung Hybridanleihe 2015 Perceptual NC 10 3–Monats- EU- RIBOR +310 BP 700 Mio. XS0222524372 Luxemburg (amtlicher Markt) Anleihe 2016/2023 1,25 % 300 Mio. XS1524573752 Luxemburg (amtlicher Markt) Anleihe 2017/2025 1,00 % 500 Mio. XS1724873275 Luxemburg (amtlicher Markt) Nachhaltigkeits- Anleihe 2022/2027 5,125 % 400 Mio. XS2550868801 Luxemburg (amtlicher Markt) Die Anleihen werden über die Konzernfinanzie- rungsgesellschaft Südzucker International Fi- nance B.V., Oud-Beijerland, Niederlande, bege- ben und die Finanzierungsmittel konzernweit verwendet. Gegenüber der Südzucker Internatio- nal Finance B.V., Oud-Beijerland, hat die Südzu- cker AG Finanzverbindlichkeiten von 225,6 (134,5) Mio. €. Die Südzucker AG hat für die An- leihen Garantien begeben. Zur saisonalen Kampagnefinanzierung steht ein Euro Commercial Paper (CP) Programm im Volu- men von 600 Mio. € zur Verfügung. Dieses wurde zum 28. Februar 2023 nicht in Anspruch genom- men (Vorjahr: 150,0) Mio. €. Zusätzlich sind die saisonalen Liquiditätsanfor- derungen durch die bis Juli 2026 vereinbarte syn- dizierte Kreditlinie im Volumen von 600 Mio. € gesichert. Bezüglich der Erläuterungen zum Finanzmanage- ment der Südzucker AG verweisen wir auf das Kapitel Konzernsteuerung. BILANZ – VERMÖGENSLAGE AKTIVA (in Mio. €) 28.02.23 28.02.22 Immaterielle Vermögensgegenstände 8,7 7,5 Sachanlagen 446,7 455,6 Finanzanlagen 2.764,2 2.764,2 Anlagevermögen 3.219,6 3.227,3 Vorräte 719,3 564,6 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 610,8 504,5 Wertpapiere 103,9 108,2 Flüssige Mittel 5,7 23,8 Umlaufvermögen 1.439,7 1.201,1 Rechnungsabgrenzungsposten 3,0 2,2 4.662,3 4.430,6 Die Bilanzsumme der Südzucker AG lag zum 28. Februar 2023 mit 4.662,3 (4.430,6) Mio. € über Vorjahresniveau. Das Anlagevermögen lag mit 3.219,6 (3.227,3) Mio. € um 7,7 Mio. € unter dem Vor- jahreswert . Die Erhöhung der Vorräte auf 719,3 (564,6) Mio. € ist auf die gegenüber dem Vorjahr höheren Herstellungskosten der fertigen Erzeug- nisse der Kampagne 2022/23 zurückzuführen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensge- genstände lagen mit 610,8 (504,5) Mio. € über Vorjahresniveau. Neben den umsatzbedingt hö- heren Forderungen aus Lieferungen und Leistun- gen stieg die Vergabe von konzerninternen Dar- lehen an verbundene Unternehmen. Lagebericht 25 PASSIVA (in Mio. €) 28.02.23 28.02.22 Eigenkapital 2.071,1 2.004,5 Sonderposten mit Rücklageanteil 27,8 28,0 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 852,4 763,6 Übrige Rückstellungen 256,7 263,5 Verbindlichkeiten 1.454,3 1.371,0 4.662,3 4.430,6 Das Eigenkapital erhöhte sich auf 2.071,1 (2.004,5) Mio. €. Die Eigenkapitalquote beträgt 44,4 % (45,2 %). Das Anlagevermögen der Südzu- cker AG war wie im Vorjahr zum Bilanzstichtag vollständig durch mittel- bzw. langfristiges Kapi- tal finanziert; der Anlagedeckungsgrad erhöhte sich auf 117,9 % (91,8 %). Die Pensionsrückstellungen erhöhten sich um 88,8 Mio. € auf 852,4 (763,6) Mio. €. Werterhö- hend wirkte die Anpassung des Abzinsungssat- zes auf 1,79 (1,82) % sowie die Auswirkungen der Anpassung der Gehalts- und Rentenparameter . Die übrigen Rückstellungen in Höhe von 256,7 (263,5) Mio. € betreffen Steuern, Personalauf- wendungen, Prozessrisiken und Rekultivierungs- verpflichtungen. Der Rückgang ist insbesondere auf die Auflösung einer Rückstellung für Kartell- risiken in Österreich zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten sind von 1.371,0 Mio. € um 83,3 Mio. € auf 1.454,3 Mio. € gestiegen. Die Verminderung der Verbindlichkeiten aus kurz- fristigen Anleihen (Commercial Paper) stand ge- genläufig wirkenden höheren Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauer und konzerninterner Finanzierung gegenüber. TATSÄCHLICHE UND PROGNOSTIZIERTE GESCHÄFTSENTWICKLUNG Im letztjährigen Prognosebericht hatten wir einen deutlichen Absatz- und Umsatzanstieg erwartet. Dies ist so eingetreten. Auch der erwartete deut- lichen Anstieg der Rohstoff- und Energiekosten hat sich realisiert. Darüber hinaus haben sich ins- besondere die erwarteten Gehalts- und Renten- trends verändert, was zu höheren Pensionsver- pflichtungen als geplant führte. Ungeplant war der Ertrag aus der teilweisen Auflösung der für Kartellrisiken in Österreich gebildeten Rückstel- lung. Daraus resultierte ein mit 34,8 Mio. € deut- lich besseres Betriebsergebnis als prognostiziert. Das Beteiligungsergebnis konnte zwar wie vor- hergesehen nicht an das Niveau 2021/22 an- knüpfen, der Effekt wurde aber durch das deut- lich bessere Betriebsergebnis überkompensiert, so dass der für 2022/23 erwartete Jahresüber- schuss von mehr als 100 Mio. € weit überschrit- ten wurde. Lagebericht 26 Prognosebericht Das Geschäftsjahr 2023/24 wird weiterhin von geopolitischen Unwägbarkeiten und wirtschafts- politischen Unsicherheiten geprägt sein. Wir ge- hen von einer Bestätigung des EU-Zuckerpreisni- veaus auch für das Zuckerwirtschaftsjahr 2023/24 (Oktober 2023 bis September 2024) und damit von nochmals deutlich steigenden Umsatzerlösen aus. Das operative Ergebnis so- wohl im Geschäftsbereich Zucker als auch im Ge- schäftsbereich Stärke wird sich gegenüber dem Vorjahr weiter signifikant verbessern. Das Betriebsergebnis (HGB) 2023/24 wird durch die operativen Ergebnisverbesserungen bei ei- nem guten Verlauf des Geschäftsjahres 2023/24 bei rund 300 Mio. € (2022/23: 34,8 Mio. €) er- wartet. Das Beteiligungsergebnis wird leicht über dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahrs (2022/23: 147,7 Mio. €) liegen. Bei einem deut- lich schlechteren Zinsergebnis (2022/23: -22,2 Mio. €) und deutlich steigendem Steueraufwand (2022/23: -4,2 Mio. €) erwarten wir für das Ge- schäftsjahr 2023/24 deshalb einen Jahresüber- schuss der deutlich über dem Vorjahr (2022/23: 149,1 Mio. €) liegt. Lagebericht 27 Risiko- und Chancenbericht Risikomanagement RISIKO- UND CHANCENPOLITIK Die Geschäfts- politik der Südzucker-Gruppe ist darauf ausge- richtet, den Bestand des Unternehmens zu si- chern, dauerhaft und nachhaltig angemessene Renditen zu erwirtschaften sowie den Unterneh- menswert systematisch und kontinuierlich zu steigern. Um Risiken, aber auch Chancen zu er- kennen und aktiv zu steuern, ist ein konzernwei- tes Risikomanagementsystem eingerichtet. Die Südzucker-Gruppe begreift einen verantwor- tungsvollen Umgang mit unternehmerischen Ri- siken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmens- führung. Unter Risiko bzw. Chance versteht Süd- zucker künftige Entwicklungen bzw. Ereignisse, die das Erreichen strategischer Ziele und operati- ver Planungen negativ oder positiv beeinflussen können. Die Südzucker-Gruppe setzt ein inte- griertes System zur Früherkennung und Überwa- chung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, ein ausgewogenes Gleich- gewicht von Rendite und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeich- net von risikobewusstem Verhalten, klaren Ver- antwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocon- trolling sowie der Implementierung interner Kon- trollsysteme. Soweit es möglich und wirtschaft- lich sinnvoll ist, werden versicherbare Risiken durch ein konzernübergreifendes Versicherungs- programm abgedeckt. AUFGABE DES RISIKOMANAGEMENTS Das Risi- komanagement hat sicherzustellen, dass beste- hende Risiken frühzeitig und systematisch er- fasst, analysiert und bewertet sowie risikobezo- gene Informationen in geordneter Weise an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden. Damit geht eine Verbesserung der inter- nen Transparenz risikobehafteter Prozesse sowie die Schaffung eines Risikobewusstseins bei allen Mitarbeitenden einher. Zu den zentralen Aufga- ben des Risikomanagements gehört die Begren- zung der strategischen, operativen und finanzi- ellen Risiken sowie der Compliance-Risiken. Zum Risikomanagement der Südzucker-Gruppe gehören Kontroll- und Überwachungssysteme, die die Einhaltung aller getroffenen Maßnahmen sicherstellen. INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGE- MENTSYSTEM Der Vorstand hat die Verantwor- tung für das konzernweite Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem – insbesondere für die Früherkennung und Gegensteuerung bestands- gefährdender und strategischer Risiken, sowie klimabezogener Risiken. Er wird dabei vom Risk and Internal Control Committee sowie dem Com- pliance-Committee unterstützt, die die Ange- messenheit der bestehenden Regelungen zu Ri- sikomanagement, Internem Kontrollsystem und Compliance regelmäßig prüfen und diese gege- benenfalls fortentwickeln. Daneben beobachtet das Risk and Internal Control Committee fortlau- fend wesentliche, auch geschäftsübergreifende Risiken sowie Kontrollerfordernisse und zeigt – falls erforderlich – Handlungsbedarf auf. Außer- dem informiert es den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats mindestens einmal jährlich über den Status des Risikomanagements und des In- ternen Kontrollsystems sowie über wesentliche Entwicklungen. Darüber hinaus befasst sich der Aufsichtsrat im Rahmen der Überwachung des Vorstands mit der Wirksamkeit des Risikomana- gements und des Internen Kontrollsystems. Der Abschlussprüfer beurteilt die Funktionsfä- higkeit des Internen Kontroll- und Risikomana- gementsystems. Lagebericht 28 ORGANISATION DES RISIKOMANAGEMENTS Die operativen Einheiten (Divisionen und Segmente CropEnergies und Stärke) sowie die zentralen Konzernfunktionen sind für die Einrichtung inter- ner Kontrollsysteme sowie als Risikoverantwort- liche für die Identifikation und Bewertung von Chancen und Risiken sowie für das Risikoma- nagement verantwortlich. Sie ergreifen Maßnah- men zur Reduzierung und Absicherung von Risi- ken aus dem operativen Geschäft sowie von fi- nanziellen und rechtlichen Risiken. Die Veränderung von Marktpreisen kann einen erheblichen positiven bzw. negativen Einfluss auf das operative Ergebnis haben. Daher wurden in den operativen Einheiten, in denen das operative Ergebnis wesentlich von volatilen Marktpreisen beeinflusst wird, Risk Steering Committees ein- gerichtet, die Entscheidungen über den Umgang mit diesen Risiken vorbereiten. Marktpreisrisiken aus Rohstoff- und Absatzpreisen, Währungsrisi- ken sowie Zinsrisiken werden durch den selek- tiven Einsatz von Derivaten begrenzt. Die zuläs- sigen Instrumente zur Risikobegrenzung hat der Vorstand in einer Richtlinie zum Management operativer Preisrisiken vorgegeben, die auch Si- cherungsstrategien, Zuständigkeiten, Abläufe sowie Kontrollmechanismen regelt. Derivative Fi- nanzinstrumente dürfen nur zur Sicherung von Grundgeschäften und nur mit Banken hoher Bo- nität oder an Terminbörsen abgeschlossen wer- den. Regelmäßige Berichterstattung und Dokumenta- tion der operativen, finanziellen und strategi- schen Risiken erfolgen im Risk and Internal Con- trol Committee und in den Risk Steering Commit- tees sowie im Rahmen des wertorientierten Füh- rungs- und Planungssystems in allen relevanten operativen Einheiten und Konzernfunktionen. Alle wesentlichen Unternehmensrisiken werden dabei regelmäßig von den Risikoverantwortlichen erfasst und dokumentiert. Neu eintretende Ein- zelrisiken oder Veränderungen der Risikostruktur sind darüber hinaus ad hoc an den Vorstand zu berichten. Im Rahmen der Risikoinventur werden die Einzelrisiken dann durch das Risk and Internal Control Committee gruppenweit aggregiert und auf die Risikotragfähigkeit untersucht. Mittel- und langfristige Chancen und Risiken werden auf der Grundlage strategischer Analysen unter Berücksichtigung risikorelevanter Einfluss- faktoren, wie Marktentwicklungen auf den Ab- satz- und Beschaffungsmärkten, Wettbewerbs- position, technische Innovationen, Entwicklung der Kostenstruktur, Mitarbeitende und Nachhal- tigkeit, ermittelt. Risiken und Chancen, die für Unternehmen im Zusammenhang mit dem Über- gang zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft ent- stehen, wie auch auf das Unternehmen ein- wirkende physische Risiken gemäß Definition der Task Force on Climate-related Financial Disclo- sures (TCFD) werden vom Group Sustainability Board beurteilt. Die Identifikation und Bewertung der mittel- und langfristigen Risiken erfolgt ein- mal jährlich im Rahmen der konzernweit durch- geführten Strategieanalyse der Segmente und Di- visionen. Dabei finden auch eine konzernweite Risikoaggregation und die Identifizierung gege- benenfalls vorhandener bestandsgefährdender Risiken statt. Die Ermittlung, Bewertung und Handhabung kli- mabezogener Risiken (kurz-, mittel-, und lang- fristig) erfolgt im Rahmen des allgemeinen Risi- komanagementprozesses. INTERNE REVISION Die interne Konzernrevision nimmt als prozessunabhängige Überwachung ihre Kontrollaufgaben in der Muttergesellschaft sowie in den Konzerngesellschaften wahr. Sie ist dem Vorstandsvorsitzenden direkt zugeordnet und bewertet im Rahmen unabhängiger und ob- jektiver Prüfungs- und Beratungsdienstleistun- gen mit einem systematischen und zielgerichte- ten Ansatz die Effektivität des Risikomanage- ments, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse – auch mit dem Fokus, Lagebericht 29 diese und die zugrunde liegenden Geschäftspro- zesse zu verbessern. RISIKOKOMMUNIKATION Unabdingbar für das Funktionieren des Risikomanagementsystems ist die offene Kommunikation mit den verantwortlich handelnden Mitarbeitenden im Unternehmen. Daher stellen der Vorstand und die Verantwortli- chen der operativen Einheiten und der Zentralab- teilungen eine offene und schnelle Kommunika- tion von Risiken sicher. Die Mitarbeitenden sind angehalten, bewusst und proaktiv mit Risiken umzugehen. Unter anderem durch regelmäßige Besprechungen der Ergebnisentwicklung und der Planungen zwischen Divisionsverantwortlichen und Vorstand ist ein unmittelbarer Informations- fluss gewährleistet. Für identifizierte strategische oder operative Risiken werden in diesem Rahmen Maßnahmen definiert und initiiert. Neben den Verantwortlichen der operativen Einheiten tragen die Konzernfunktionen den Ressortvorständen regelmäßig aktuelle Entwicklungen aus ihren Verantwortungsbereichen vor. Lagebericht 30 Zusammenfassende Darstellung der Risiko- und Chancenlage Die Südzucker-Gruppe betreibt im Segment Frucht in Russland und in der Ukraine Produkti- onsanlagen. Zu Beginn des Kriegs musste der Be- trieb der Anlagen in der Ukraine weitgehend ein- gestellt werden. Mittlerweile konnte die Produk- tion wieder aufgenommen werden, wenn auch mit verminderter Kapazität. Auch in Russland kann sich eine wirtschaftlich verschlechterte Situ- ation negativ auf die Produktion und das Markt- umfeld auswirken. Die weitere Entwicklung des Konflikts und die daraus folgenden finanziellen Auswirkungen sind aus heutiger Sicht nur sehr schwer einschätzbar. Bei AGRANA und Südzucker wurden jeweils Krisenstäbe gebildet, um die ne- gativen Auswirkungen - insbesondere auch im Hinblick auf unsere Mitarbeitenden - soweit wie möglich zu begrenzen. Im Jahr 2022 wurden Notfallpläne und Maßnahmen für Fälle der Ein- schränkung oder Unterbrechung der Öl- und Gasversorgung unserer Produktionsanlagen um- gesetzt, die weiter Bestand haben. Die Folgen ei- ner Unterbrechung der Produktion an den Südzu- cker-Standorten würde die Ertragslage massiv beeinträchtigen. Solche Folgen sind in der Ergeb- nisprognose 2023/24 nicht berücksichtigt. Zu- dem wurde in der Prognose unterstellt, dass die deutlich gestiegenen Rohstoff- und Energie- preise auch im nächsten Zuckerwirtschaftsjahr 2023/24 in neuen Kundenkontrakten weiterge- geben werden können. Die Preisentwicklung bei den eingesetzten Agrar- rohstoffen und den daraus hergestellten Zucker- , Ethanol- und Stärkeprodukten hat einen we- sentlichen Einfluss auf die zukünftige Entwick- lung der Südzucker-Gruppe. Die zunehmenden Preisänderungen erhöhen die Ergebnisrisiken in den Segmenten Zucker, CropEnergies und Stärke. Zum Ende des Kalenderjahres 2022 war zwar eine gewisse Beruhigung der Preisentwicklung bei vie- len Rohstoffen zu beobachten. Bei einer mögli- chen weiteren Eskalation des Konflikts muss je- doch mit erneuten Verwerfungen an den Roh- stoffmärkten gerechnet werden. Wichtige weitere Faktoren für die Preisentwicklung der Agrarroh- stoffe wie z. B. die Regulierung der landwirt- schaftlichen Produktionsbedingungen, Ein- schränkungen im Pflanzenschutz, Wetter- und Erntebedingungen, die Klimapolitik zur CO2-Re- duzierung, Beimischungsziele für nachwach- sende Rohstoffe sowie die Nachfrage nach und das Angebot von konkurrierenden Rohstoffen und Ersatzstoffen sind kurzfristig nur begrenzt durch das Unternehmen beeinflussbar. Die Ent- wicklung der Nachfrage nach Nahrungsmitteln unterliegt Veränderungen, die mit Änderungen des Ernährungsverhaltens der Verbraucher, aber auch mit zunehmenden Regulierungen der EU- Verbraucherpolitik einhergehen. Die langfristige Wettbewerbsfähigkeit wird durch Maßnahmen zur Optimierung der Kostenstruktur gesichert. Dazu zählen die Konzentration des Rü- benanbaus auf die ertragreichen fabriknahen An- baugebiete sowie die kontinuierliche Verbesse- rung von Produktion, Logistik und administrati- ven Prozessen. Die Wettbewerbsintensität in der EU-Zuckerpro- duktion ist hoch. Notwendige Kapazitätsanpas- sungen in nicht wettbewerbsfähigen Anbauge- bieten werden durch national gekoppelte Prä- mien für den Anbau von Zuckerrüben oder die In- tervention nationaler agrar- und wirtschaftspoli- tischer Interessen behindert. Die Segmente CropEnergies, Stärke und Frucht sowie die Divisionen BENEO und Freiberger leis- ten einen wichtigen Beitrag zum Ausgleich des Chancen- und Risikoprofils der Südzucker- Gruppe. Im Segment CropEnergies haben sich durch den Fokus der Klimapolitik auf erneuerbare Energien die langfristigen Chancen auf weiteres Marktwachstum erhöht. Lagebericht 31 Die Gesamtrisikoposition des Konzerns ist hoch und im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021/22 aufgrund der Unsicherheit der weiteren Ent- wicklung auf den Beschaffungs- und Ab-satz- märkten weiter gestiegen. Gleichwohl bestehen . bestandsgefährdende Risiken aber nach wie vor nicht und sind gegenwärtig nicht erkennbar. ÜBERSICHT DER KURZFRISTIG WIRKSAMEN CHANCEN UND RISIKEN Identifizierte kurzfristige Chancen und Risiken werden nach den Dimensionen Eintrittswahr- scheinlichkeit und finanzielle Auswirkung im Falle ihres Eintritts von den Risikoverantwortli- chen quantifiziert. Danach werden sie mithilfe statistischer Methoden zu Risikofaktoren aggre- giert. Nachfolgend werden die für Südzucker wesentli- chen kurzfristigen Chancen- und Risikofaktoren beschrieben und deren Bedeutung unter Berück- sichtigung der möglichen finanziellen Auswir- kungen und der Eintrittswahrscheinlichkeit auf das Ergebnis des Geschäftsjahres 2023/24 dar- gestellt. Die Wirkung getroffener Gegensteue- rungsmaßnahmen wird dabei jeweils berücksich- tigt. Bedeutung Finanzielle Auswirkung (€) gering   <5 Mio. mittel   5-20 Mio. hoch  >20 Mio. Die Verfügbarkeit und Preisvolatilität von Roh- stoffen, die Risiken aus dem Absatz der Produkte, die unverändert hohe Volatilität der Produkt- preise sowie die Risiken aus Produktion und In- vestitionen stellen derzeit die größten Einzelrisi- ken dar. Die finanziellen Auswirkungen der an- deren dargestellten Risiken sind im Vergleich dazu von geringerer Bedeutung. Chancen- Risikofaktoren Bedeutung in 2022/23 Risiken Chancen Beschaffungs- und Absatz- märkte Verfügbarkeit und Preisvolatilität von Rohstoffen und Energie   Krieg in der Ukraine   Preisvolatilität der Produkte   Operative Wechselkursrisiken    Strukturelle oder politische Ver- änderungen     Unternehmensspezifische Chan- cen und Risiken Produktion und Logistik    Produktionssicherheit und Um- welt    Produktqualität   Personal und Risiken aus Ar- beitsunterbrechungen    Reputationsrisiken Informationstechnologie    Innovationen Rechtsrisiken   Betrugs- und Korruptionsrisiken    Finanzen Wechselkursschwankungen   Sonstige finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken   Beschaffungs- und Absatzmärkte VERFÜGBARKEIT UND PREISVOLATILITÄT VON ROHSTOFFEN UND ENERGIE Die Südzucker- Gruppe verarbeitet jährlich über 30 Mio. t Agrar- rohstoffe. Neben 23 (28) Mio. t Zuckerrüben im Geschäftsjahr 2022/23 sind das jährlich erhebli- che Mengen an Mais, Weizen, Gerste, Reis, Triti- cale, Zichorien, Kartoffeln und Obst. Als Verarbeiter dieser Rohstoffe ist die Südzu- cker-Gruppe Beschaffungsrisiken ausgesetzt. Diese beziehen sich im Wesentlichen auf die Schwankung der Ernteerträge, vor allem aufgrund extremer Witterungsbedingungen (Klimawandel), sowie auf Schädlinge und Krankheiten, die die Kulturen befallen. Zudem stehen die Rüben bei der Anbauentscheidung der Landwirte in Konkur- renz zu anderen Kulturen, was ein Beschaffungs- risiko im Segment Zucker darstellt. Lagebericht 32 Neben den Beschaffungsrisiken in Bezug auf die Verfügbarkeit unterliegen die Agrarrohstoffe Preisschwankungen, die derzeit vor allem durch den Krieg in der Ukraine beeinflusst werden. Die- ser Krieg führte in den vergangenen Monaten zu einem starken Anstieg und einer extremen Vola- tilität der Rohstoffpreise, was sich unmittelbar auf den Preis für europäisches Ethanol und die Welt- marktpreise für Zucker und insbesondere Ge- treide in den Segmenten Zucker, CropEnergies und Stärke auswirkte. Auch politische Maßnah- men wie Exportverbote wichtiger Exportländer können zu einer erhöhten kurzfristigen Preis- volatilität führen. Das Beschaffungsrisiko wird insbesondere durch schlechtes Wetter und even- tuell auftretende Pflanzenkrankheiten beein- flusst. Daraus resultierende schlechte Ernten können sich sowohl auf die Verfügbarkeit als auch auf die Kosten von Rohstoffen negativ aus- wirken. Die Preisentwicklung für diese Agrarroh- stoffe, die nicht immer direkt ganz oder teilweise an den Markt weitergegeben werden kann, hat ei- nen wesentlichen Einfluss auf die zukünftige Ent- wicklung der Südzucker-Gruppe. Darüber hinaus unterliegt die Südzucker-Gruppe aufgrund des erheblichen Energiebedarfs für die Herstellung ihrer Produkte Energiepreisrisiken. Aufgrund des Kriegs in der Ukraine und der ein- geschränkten Verfügbarkeit von russischem Öl und Gas sind die Energiepreise in den letzten Mo- naten drastisch gestiegen und es ist unwahr- scheinlich, dass diese Erhöhungen in vollem Um- fang an den Markt weitergegeben werden kön- nen, was wiederum zu höheren Materialkosten und einer Verringerung des Betriebsergebnisses führen würde. Aufgrund der anhaltenden globalen Unsicherhei- ten ist es derzeit nicht möglich, die Entwicklung der Rohstoffverfügbarkeit und der Preise vorher- zusagen. Preisschwankungen können im Falle von vorteilhaften Entwicklungen auch Chancen darstellen. KRIEG IN DER UKRAINE Durch den Krieg in der Ukraine sind die Risiken für die Südzucker- Gruppe stark angestiegen. Diese beziehen sich auf direkte Folgen wie steigende Energie- und Rohstoffverfügbarkeit und -preise bis hin zu Pro- duktionsunterbrechungen infolge eingeschränk- ter Energieverfügbarkeit oder unterbrochener Logistikketten. Aufgrund des Krieges in der Ukraine mussten die meisten ukrainischen Betriebe des Segments Frucht der Südzucker-Gruppe zumindest vo- rübergehend stillgelegt werden oder arbeiteten deutlich unter ihrer normalen Kapazität. Eine sich verschlechternde Konjunktur kann sich auch auf die Produktionsstätten des Segments Frucht und die Marktsituation in Russland negativ auswirken. Neben den Beschaffungsrisiken beeinflusst der- zeit der Krieg in der Ukraine die Preise für Agrar- rohstoffe stark. Dieser Krieg führte in den ver- gangenen Monaten zu einem starken Anstieg und einer extremen Volatilität der Rohstoffpreise, was sich insbesondere auf den Preis für europäisches Ethanol und den Weltmarktpreis für Zucker sowie die Getreidepreise auswirkte. Auch die Energie- preise, die für die Herstellung der Südzucker- Produkte in allen Segmenten einen sehr wichtigen Kostenfaktor darstellen, sind deutlich gestiegen. Die weitere Entwicklung des Konflikts und die da- raus resultierende Verfügbarkeit von Rohstoffen und deren Preisentwicklung sind aus heutiger Sicht nur schwer abzuschätzen. Sollten deutlich höhere Rohstoff- und Energiepreise nicht in neuen Kundenverträgen weitergegeben werden können, hätte dies erhebliche Auswirkungen auf das operative Ergebnis von Südzucker. Liefereng- pässe bei Rohstoffen oder Unterbrechungen der Öl-, Gas-, Kohle- und Stromlieferungen, die zu einer Unterbrechung der Produktion in den Süd- zucker-Werken führen, hätten ebenfalls erhebli- che Auswirkungen auf das operative Ergebnis. Auch das Absatzgeschehen ist von diesem Kon- flikt betroffen. Dies gilt ganz unmittelbar für die lokalen Standorte sowie unseren direkten Export Lagebericht 33 von Produkten in die Ukraine und nach Russland. Mittelbar betroffen sind wir aber auch über das rückläufige Geschäft unserer Kunden in diesen Regionen. GLOBALE ERWÄRMUNG UND DIE VERSCHIE- BUNG VON KLIMAZONEN Zu den Folgen der glo- balen Erwärmung und der Verschiebung der Kli- mazonen gehören steigende Durchschnittstem- peraturen und Meeresspiegel sowie eine größere Klimavariabilität. Die Veränderungen in der Häu- figkeit, Schwere, Ausdehnung und Dauer von Wetterereignissen führen zu Extremen wie star- ken Regenfällen oder Dürren, Überschwemmun- gen, Stürmen und Hagel. Es wird erwartet, dass Hoch- und Niedrigwasser infolgedessen zuneh- men werden. Die Landwirtschaft ist direkt von Wetter und Klima abhängig. Höhere Temperaturen, starke Regenfälle oder Wasserknappheit haben unmit- telbare Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion, einschließlich überdurchschnittlicher Schwankungen der Ernteerträge. Eine verlängerte Vegetationsperiode und höhere Temperaturen können zu höheren Erträgen führen, wenn der Boden ausreichend Wasser enthält, jedoch zu niedrigeren Erträgen, wenn das Wasser knapp ist. Eine verlängerte Wachstumsperiode aufgrund von weniger Frosttagen und einer schnelleren Er- wärmung des Bodens würde auch zu einem Wett- bewerb mit anderen Kulturen führen, wenn die Landwirte entscheiden, was sie anbauen wollen. Veränderungen bei der Verfügbarkeit und damit bei den Preisen von Agrarprodukten wirken sich direkt auf die Geschäftstätigkeit von Südzucker aus. Darüber hinaus kann die Verschiebung von Kli- mazonen aufgrund des allgemeinen Temperatur- anstiegs das Eindringen neuer Schädlinge in die Anbaugebiete von Rohstoffen begünstigen. Dazu gehören Cixiidae, die unter anderem Zuckerrü- ben befallen und Bakterien übertragen, die das Syndrom Basses Richesses - das Syndrom des niedrigen Zuckergehalts - verursachen. Dies stellt eine Bedrohung für den Rübenanbau in den betroffenen Regionen dar. Schäden durch extreme Wetterlagen und Über- schwemmungen an den Standorten von Südzu- cker und ihren Geschäftspartnern können die Verfügbarkeit von Rohstoffen, Produktion und Produkten beeinflussen. Die Befahrbarkeit von Binnengewässern oder Schäden an Straßen, Schienen, Verkehrsleitsystemen, Freileitungen und Strommasten können sowohl die Rohstoff- und Produktlogistik als auch die Erreichbarkeit von Standorten für Mitarbeitende und Dienstleis- ter beeinträchtigen. Höhere Temperaturen erhöhen den Bedarf an Kühlenergie und Kühlwasser in Produktionspro- zessen. Niedrigere Wasserstände und höhere Wassertemperaturen in Flüssen können zu einer Verknappung des Kühlwassers und damit zu ei- ner Verringerung der Produktionsleistung führen. Im vergangenen Geschäftsjahr begann die Süd- zucker-Gruppe eine Untersuchung zur Einschät- zung von klimabezogenen Risiken. Zunächst werden hierbei die Auswirkungen des Klimawan- dels auf unsere rund 100 Standorte in aller Welt betrachtet. Grundlage der Untersuchung sind all- gemein anerkannte Daten und Szenarien (bspw. von IPCC oder vom World Resources Institute) über den aktuellen Stand bzw. die Entwicklung der Klimaveränderungen in der Zukunft. Erste Er- gebnisse zeigen, dass insbesondere die Verfüg- barkeit von Wasser und die Einflüsse durch Dür- ren bzw. Hitzewellen die größten Risiken darstel- len. Dabei ist das Segment Frucht am stärksten betroffen. In der Transformationsphase hin zum Ziel der Klimaneutralität werden in der EU unterschiedli- che regulatorische Maßnahmen ergriffen, die Ri- siken infolge deutlich höherer Beschaffungs- preise mit sich bringen. Dies betrifft in erster Li- nie die Energie selbst, mittelbar aber auch andere Bereiche wie Transport, Logistik oder auch die Rohwarenbeschaffung und damit sämtliche Akti- vitäten der Südzucker-Gruppe. In den Segmenten Lagebericht 34 Zucker, CropEnergies und Stärke sowie der Divi- sion BENEO unterliegt Südzucker den Regelungen des europäischen Emissionshandelssystems und ist von potenziellen Anpassungen unmittelbar betroffen. Darüber hinaus werden mittelfristig weitere Anpassungsmaßnahmen erforderlich sein. Aktuell arbeiten wir intensiv an der stand- ortspezifischen Evaluierung unterschiedlicher Technologien. Die Risiken aus der technischen Umsetzung der einzelnen Maßnahmen werden in den kommenden Jahren steigen, gleichzeitig werden der entsprechende Investitionsbedarf und die damit verbundenen finanziellen Risiken erheblich zunehmen. PREISVOLATILITÄT DER PRODUKTE Die wich- tigsten Märkte für Zucker, Futtermittel, funktio- nelle Inhaltsstoffe für Lebens- und Futtermittel, Tiefkühlprodukte, Stärke, Ethanol und Frucht zeichnen sich durch eine vergleichsweise stabile bzw. steigende Nachfrage aus. Im Segment Zucker ist Südzucker Risiken aus Preisschwankungen auf dem Weltzuckermarkt, dem gemeinsamen Markt der Europäischen Union (EU) und den Futtermittelmärkten ausge- setzt. Sollte sich der Überschuss auf dem Weltzu- ckermarkt stärker als erwartet vergrößern, kön- nen die Weltmarktpreise sinken. Die Entwicklung der Weltmarktpreise beeinflusst auch das Zu- ckerpreisniveau in der EU. Da Südzucker jedoch viele Verkaufsverträge für ein Jahr zu einem fes- ten Preis abschließt, haben kurzfristige Markt- preisänderungen nur begrenzte oder verzögerte Auswirkungen auf das Ergebnis. Die Ethanolpreise in Europa werden von verschie- denen Faktoren wie Angebot und Nachfrage auf lokaler Ebene, dem Preisniveau und der Verfüg- barkeit in den USA, Brasilien und anderen Export- ländern sowie den allgemeinen politischen Rah- menbedingungen beeinflusst. Sie erreichten in den vergangenen Monaten Rekordhöhen und können weiterhin starken Schwankungen unter- liegen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Veränderung der Marktpreise für die Produkte der Südzucker-Gruppe, aus welchen Gründen auch immer, die Ertragslage der Südzucker- Gruppe erheblich positiv oder negativ beeinflus- sen kann. OPERATIVE WECHSELKURSRISIKEN Wechselkurs- risiken entstehen in den Betrieben von Südzu- cker, wenn Umsatzerlöse oder Material- bzw. Wareneinsatz in einer anderen als der lokalen Währung anfallen. Im Segment Zucker unterliegen die Zuckerex- porte auf den Weltmarkt dem Wechselkursrisiko des US-Dollars und werden vom Zeitpunkt des Abschlusses des Zuckerterminkontrakts bis zum Zeitpunkt des Zahlungseingangs abgesichert. Die Rohzuckerraffination unterliegt dem Währungs- risiko aus allen Rohzuckereinkäufen in US-Dollar. Im Segment Spezialitäten ergeben sich in der Di- vision BENEO Währungsrisiken aus US-Dollar- Umsätzen, deren zugrunde liegende Produkti- onskosten überwiegend in Euro und chilenischem Peso anfallen. Die Umsatzerlöse der Freiberger- Gruppe in Großbritannien unterliegen einem Währungsrisiko in Bezug auf das britische Pfund Sterling. Die Rohstoffeinkäufe und Produktver- käufe des Segments CropEnergies erfolgen über- wiegend in Euro. Südzucker ist beim Einkauf von Rohalkohol in US-Dollar und beim Verkauf von Industriealkohol in Euro einem Währungsrisiko ausgesetzt. Diese Geschäfte werden unmittelbar nach dem Einkauf des Rohalkohols durch Devi- sentermingeschäfte abgesichert. Die Währungs- risiken im Segment Frucht beziehen sich in erster Linie auf die in Euro oder US-Dollar verkauften Mengen, während die Rohstoff- und Betriebskos- ten auf die jeweilige Landeswährung lauten. Wenn Rohstoffe und/oder Verkäufe auf Fremd- währungen lauten, wird das Währungsrisiko teil- weise durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Veränderungen der Wechselkurse könnten die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Süd- zucker-Gruppe erheblich beeinflussen. Lagebericht 35 STRUKTURELLE ODER POLITISCHE VERÄNDE- RUNGEN Änderungen der wirtschafts- und ag- rarpolitischen Vorschriften der EU, der internati- onalen Handelsbeziehungen und der nationalen Steuer- und Zollregelungen sowie deren Ausle- gung durch regionale Behörden stellen Risiken dar, die mit den rechtlichen und politischen Rah- menbedingungen zusammenhängen. Trotz gemeinsamer Politiken aller EU-Mitglieds- staaten bestehen weiterhin erhebliche Unter- schiede bei den nationalen agrarpolitischen Rah- menbedingungen innerhalb der EU. Insbesondere notwendige Kapazitätsanpassungen in nicht wettbewerbsfähigen EU-Regionen des EU-Zu- ckermarkts werden weiterhin national durch ge- koppelte Prämien für den Zuckerrübenanbau be- hindert. Neben den Subventionsmaßnahmen un- terliegt auch die Zulassung von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln weiterhin unter- schiedlichen nationalen Regelungen. Dies wurde zuletzt nicht nur bei der Handhabung der Notfall- zulassung für Neonicotinoide deutlich, die in ei- nigen EU-Mitgliedsstaaten weniger streng ge- handhabt wurde als beispielsweise in Deutsch- land, sondern auch bei dem "Conviso Smart Sys- tem" zur innovativen Unkrautbekämpfung im Zu- ckerrübenanbau. Dadurch entstehen den Verar- beitern von Agrarrohstoffen zum Teil erhebliche Kostenvor- oder -nachteile aufgrund ihres Standorts in der EU, was auch den Marktaustritt ineffizienter Wettbewerber verhindert. Der daraus resultierende höhere Druck auf die Endprodukte führt zu entsprechenden Ertragsrisiken. Im internationalen Vergleich zeigen sich auch deutlich größere Unterschiede in den politischen Rahmenbedingungen, etwa in der Umwelt-, Energie- oder Sozialpolitik. Dies führt zu erheb- lichen Wettbewerbsunterschieden zwischen den einzelnen Unternehmen auf dem Weltmarkt. Die zunehmende Bedeutung von Freihandelsabkom- men mit entsprechenden Präferenzen, insbeson- dere zollfreie oder zollreduzierte Importe in die EU, birgt die Gefahr steigender Importmengen, insbesondere bei Zucker und Ethanol, die den Preisdruck weiter verstärken. Umgekehrt können neue Handelsbeschränkungen den Absatz auf den Exportmärkten gefährden. Mögliche Renati- onalisierungstendenzen in verschiedenen Bran- chen und Ländern, die unter anderem durch die COVID-19-Pandemie ausgelöst wurden, können sich ebenfalls entsprechend auf das Absatzpo- tenzial auswirken. Veränderungen der politischen Rahmenbedin- gungen bergen auch Risiken im Hinblick auf die Investitionstätigkeit. Investitionsvorhaben kön- nen aufgrund regulatorischer Unsicherheiten aufgegeben oder verzögert werden, was zu ope- rativen Risiken führen kann. Gleichzeitig hängen Investitionsentscheidungen auch von der Verab- schiedung bestimmter regulatorischer Rahmen- bedingungen ab. Kommt es zu unvorhersehbaren Abweichungen, können erhebliche Renditerisiken entstehen. Dazu können Maßnahmen zur Ver- braucherkontrolle wie Kennzeichnungspflichten oder Steuern auf einzelne Produkte oder auch Beimischungsziele für Ethanol gehören. Die Eu- ropäische Kommission hat am 30. November 2022 den Entwurf einer EU-Verpackungsverord- nung zur Konsultation gestellt. Sie verfolgt das Ziel, Verpackungen einfacher zu recyclen und Verpackungsabfälle in der EU zu reduzieren. Sich daraus eventuell ergebende Veränderungen der bestehenden Regulierung könnten insbesondere die Division PortionPack negativ beeinflussen. Auch sich ändernde gesetzliche und regulatori- sche Rahmenbedingungen in Bereichen wie Hygi- ene oder Inhaltsstoffe können Risiken bergen. Aus Veränderungen des politischen Rahmens können aber auch Chancen entstehen. So sehen wir in der Etablierung von E10 und zukünftig E20 im Rahmen der Klimapolitik die Chance auf eine weiter steigende Nachfrage nach Ethanol in einer zunehmenden Anzahl europäischer Länder. Aus der Notwendigkeit für alle Wirtschaftsberei- che, ihren fossilen CO2-Fußabdruck deutlich zu reduzieren, ergeben sich für biomassebasierte Lagebericht 36 Produkte neue Entwicklungsoptionen, beispiels- weise im Bereich der Biochemikalien als nachhal- tige Alternative zu petrochemischen Produkten. Im Rahmen der Verhandlungen von Initiativen für das Reformpaket „Fit-for-55“ der EU haben sich Mitgesetzgeber darauf geeinigt, die CO2-Emissi- onen von PKW und Kleintransportern im Jahr 2035 um 100 % zu reduzieren. Verbrennermoto- ren können eine solche Vorgabe nicht erfüllen; damit ausgestattete Fahrzeuge können in diesem Fall keine Neuzulassung mehr erhalten. Eine da- mit einhergehende Elektrifizierung des Straßen- verkehrs wird den Absatzmarkt für Kraftstof- fethanol in Europa deutlich kleiner werden lassen. VERÄNDERTES VERBRAUCHERVERHALTEN UND DER TREND ZU NACHHALTIGEM KONSUM In den Industrieländern ist ein Rückgang des Pro-Kopf- Verbrauchs einzelner Produkte zu verzeichnen, insbesondere des Zuckerverbrauchs in der EU. Da die Bevölkerung in vielen Industrieländern ge- sundheitsbewusster wird, ändern sich die Vorlie- ben der Verbraucher, was zu einem Rückgang des Gesamtverbrauchs von Lebensmitteln führt, die vollkalorische Süßungsmittel enthalten. Aus Sorge um Gewichtszunahme oder Zahnhygiene verzichten einige Verbraucher auf zuckerhaltige Produkte oder entscheiden sich für Produkte mit reduziertem Zuckergehalt oder kalorienarmen Süßungsmitteln. Darüber hinaus begünstigen re- gulatorische Maßnahmen wie die Einführung von Zuckersteuern sowie die öffentliche Gesund- heitsdebatte und das Medieninteresse diese Ent- wicklung. Ein signifikanter Rückgang der Nach- frage nach Zucker und Süßungsmitteln in gesät- tigten Märkten, der nicht durch Absatzsteigerun- gen in Entwicklungsländern oder neuen End- märkten oder durch Marktanteilsgewinne kom- pensiert wird, kann sich nachteilig auf die Südzu- cker-Gruppe auswirken. Die strategische Ausrichtung von Südzucker sieht eine Ausweitung der Aktivitäten im Bereich der pflanzlichen Proteine vor. Während der Absatz von Futtermitteln durch den rückläufigen Kon- sum von Fisch- und Fleischprodukten langfristig bedroht sein könnte, wächst das Marktsegment der pflanzlichen Proteine, um vegetarischen oder veganen Ernährungsgewohnheiten gerecht zu werden. Hier sehen wir auf Basis unserer Positio- nierung erhebliche Chancen, insbesondere vor dem Hintergrund des seit langem bestehenden Proteindefizits in der EU. Die mit der Herstellung und Vermarktung der Produkte verbundenen Treibhausgasemissionen haben einen erheblichen Einfluss auf das Ver- braucherverhalten. Produkte, die positiv oder gar klimaneutral gekennzeichnet sind, werden ein erhebliches Absatzpotenzial generieren. Südzu- cker sieht sich insgesamt durch das Angebot qualitativ hochwertiger, gentechnikfreier sowie regionaler Produkte und insbesondere mit Blick auf die Aktivitäten im Bereich Functional Food hervorragend für diese Entwicklungen aufge- stellt. Auf dem Biokraftstoffmarkt konkurriert Ethanol mit etablierten Kraftstoffen, anderen alternativen Kraftstoffen und neuen Antriebstechnologien wie dem Elektroantrieb. Beispiele für konkurrierende Produkte sind Methanol und Butanol aus Bio- masse. Alternative Kraftstoffe und neue Antriebs- technologien könnten auf dem Biokraftstoffmarkt erfolgreicher sein als Ethanol, beispielsweise auf- grund der Verfügbarkeit von Rohstoffen und der Preisvolatilität, niedrigerer Produktionskosten, größerer Umweltvorteile, des Steuerniveaus oder anderer günstigerer Produkteigenschaften. Alter- native Kraftstoffe könnten auch von Steueranrei- zen oder anderen günstigen Fördermaßnahmen zu Lasten von Ethanol der ersten Generation pro- fitieren, was sich negativ auf die Ertragslage der Südzucker-Gruppe auswirken könnte. Lagebericht 37 Unternehmensspezifische Chancen und Risiken PRODUKTION UND LOGISTIK Die Südzucker- Gruppe kann nicht ausschließen, dass es durch technische, informationstechnische, logistische oder sonstige Störungen zu einem vorüberge- henden Ausfall einzelner Systeme oder für den Produktionsprozess notwendiger Systemkompo- nenten kommt. Ebenso ist es möglich, dass Un- terbrechungen in der Rohstoff- oder Energiever- sorgung die Produktion vorübergehend beein- trächtigen oder eine vorübergehende Einstellung der Produktion erforderlich machen. Insbeson- dere die Verfügbarkeit geeigneter Transportmit- tel zur rechtzeitigen Anlieferung von Rohstoffen und Fertigprodukten ist Schwankungen unter- worfen. So können beispielsweise besonders hohe oder niedrige Wasserstände, vor allem auf dem Rhein, zu einer eingeschränkten Verfügbar- keit und Ladekapazität von Binnenschiffen und damit zu höheren Logistikkosten führen. Auch der derzeitige Mangel an Lkw-Fahrern belastet die Produktion und den Vertrieb. Die daraus re- sultierenden Produktionsausfälle könnten die Fä- higkeit der Südzucker-Gruppe beeinträchtigen, ihre Lieferverpflichtungen gegenüber ihren Kun- den zu erfüllen, und im Falle unvollständiger oder verspäteter Lieferungen zu Ansprüchen dieser Kunden (insbesondere Schadensersatzansprü- chen) und zum dauerhaften Verlust von Kunden führen. PRODUKTIONSSICHERHEIT UND UMWELT Als Betreiber von Anlagen zur Herstellung von Zu- cker- und Stärkeprodukten, Bioethanol, Futter- mitteln, Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkon- zentraten etc. sowie als Eigentümer von Werks- grundstücken kann die Südzucker-Gruppe im Falle einer Verunreinigung des Bodens oder des Grundwassers öffentlich-rechtlich aufgrund einer Kausalhaftung oder einer Haftung als Grund- stückseigentümer oder -besitzer oder zivilrecht- lich durch Dritte in Anspruch genommen werden. Als Eigentümer oder Betreiber von Anlagen haftet die Südzucker-Gruppe zudem sowohl öffentlich- rechtlich als auch zivilrechtlich für die Nichtein- haltung öffentlich-rechtlicher Vorschriften und daraus resultierender Schäden. Der Südzucker- Gruppe könnte es nicht gelingen, ein Umweltma- nagementsystem aufrechtzuerhalten, das die Einhaltung aller umweltrechtlichen Vorschriften gewährleistet. Trotz eines funktionierenden Um- weltmanagementsystems kann es durch menschliches Versagen zu Umweltauswirkungen kommen, für die die Südzucker-Gruppe als An- lagenbetreiber direkt oder im Wege des Regres- ses haftbar gemacht werden kann. PRODUKTQUALITÄT Eines der erklärten Ziele von Südzucker ist es, die Kunden jederzeit mit siche- ren und qualitativ hochwertigen Produkten zu versorgen. Schwerwiegende Verstöße gegen Si- cherheitsstandards bei Lebensmitteln und ande- ren Produkten könnten die Gesundheit der Ver- braucher beeinträchtigen, den Ruf von Südzucker schädigen und die Absatzmengen ihrer Produkte verringern. Trotz der Einführung und Aufrechter- haltung eines strengen Qualitätsmanagement- systems und der Einhaltung aller anwendbaren rechtlichen Standards kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Qualität eines oder mehrerer Produkte von Südzucker negativ beurteilt wird oder dass einige Produkte nicht den internen oder externen Qualitätsstandards entsprechen. In einem solchen Fall könnte die Südzucker-Gruppe Haftungsansprüchen und Reputationsrisiken ausgesetzt sein, die sich erheblich nachteilig auf die finanzielle Lage von Südzucker auswirken könnten. PERSONAL UND RISIKEN AUS ARBEITSUNTER- BRECHUNGEN Das Wissen und Können der Mit- arbeitenden ist einer der wichtigsten Erfolgsfak- toren von Südzucker und es gilt, qualifizierte Mit- arbeitende in ausreichender Zahl zu gewinnen und zu beschäftigen. Die Südzucker-Gruppe steht mit anderen Unternehmen in intensivem Wettbewerb um qualifiziertes Personal und ist daher dem Risiko ausgesetzt, offene Stellen nicht adäquat besetzen zu können. Dies gilt neben den Lagebericht 38 technischen und naturwissenschaftlichen Qualifi- kationen insbesondere für den IT-Bereich. Dar- über hinaus birgt die Fluktuation von Mitarbei- tenden das Risiko eines Know-how-Verlustes. Es ist nicht gewährleistet, dass es Südzucker in Zu- kunft gelingt, die erforderliche Anzahl qualifi- zierter Fach- und Führungskräfte einzustellen und zu halten. Darüber hinaus könnte Südzucker nicht in der Lage sein, nach dem Auslaufen bestehender Ta- rifverträge neue Vereinbarungen mit den Be- triebsräten und Gewerkschaften zu zufrieden- stellenden Bedingungen abzuschließen oder sol- che neuen Vereinbarungen ohne Arbeitsniederle- gungen, Streiks oder ähnliche Arbeitskampfmaß- nahmen zu erreichen. Etwaige Arbeitsniederle- gungen, Streiks oder ähnliche Maßnahmen der Belegschaft könnten sich nachteilig auf die Süd- zucker-Gruppe auswirken. AKQUISITIONEN, RESTRUKTURIERUNGEN, JOINT VENTURES UND ALLIANZEN Die Südzucker- Gruppe hat in der Vergangenheit Unternehmen, Produkte und Technologien erworben, um ihr Geschäft zu ergänzen oder zu erweitern, und geht davon aus, dass sie auch in Zukunft solche Akquisitionen tätigen wird. Die Verhandlungen des Südzucker-Manage- ments über potenzielle Akquisitionen und Allian- zen sowie die Integration erworbener Unterneh- men, Produkte oder Technologien erfordern Zeit, Konzentration und Ressourcen des Managements und der Belegschaft. Akquisitionen sind mit vie- len zusätzlichen Risiken verbunden, unter ande- rem damit, dass es nicht möglich sein könnte, die erworbenen Geschäfte, Technologien, Produkte oder Verwaltungssysteme erfolgreich zu integ- rieren, wichtige Mitarbeitende zu halten, die Übernahme wesentlicher unbekannter Verbind- lichkeiten, die Aufnahme von Schulden oder er- hebliche Barausgaben zu vermeiden oder interne Kontrollen einzuführen, wiederherzustellen oder aufrechtzuerhalten. Auch die Integration ver- schiedener Unternehmenskulturen und -pro- zesse ist mit Risiken verbunden. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass erworbene Unterneh- men nicht die erwartete Leistung erbringen, was sich negativ auf die Betriebsmargen und den Ge- winn auswirken kann. Umstrukturierungsprogramme können zu Aus- gaben führen, die die ursprünglichen Schätzun- gen übersteigen, und die erwarteten Einsparun- gen können nicht erreicht werden. Risiken im Zu- sammenhang mit der Restrukturierung von Pro- duktionsstätten und Verwaltungsbereichen kön- nen sich auf die jeweiligen Geschäfte und Pro- duktionsprozesse auswirken. Die Südzucker-Gruppe besitzt darüber hinaus Anteile an Joint Ventures und assoziierten Unter- nehmen und hält weitere Beteiligungen. Diese Unternehmen unterliegen den für ihre jeweiligen Aktivitäten spezifischen wirtschaftlichen Rah- menbedingungen. Mit einer Minderheitsbeteili- gung sind die Möglichkeiten der Einbindung und Einflussnahme bei diesen Unternehmen be- grenzt. Darüber hinaus ist Südzucker zu verschiedenen Zwecken, unter anderem zur Entwicklung neuer Produkte, Allianzen eingegangen und geht davon aus, dies auch in Zukunft zu tun. Es kann nicht garantiert werden, dass derartige Ziele erfolg- reich erreicht werden oder dass Südzucker im Zusammenhang mit derartigen Vereinbarungen keine erheblichen unerwarteten Verbindlichkei- ten eingeht. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass Südzucker nicht wie erwartet von Akquisitionen oder Allianzen profitiert und dass das Unternehmen negativ beeinflusst wird. REPUTATIONSRISIKEN Südzucker ist im Falle ne- gativer Berichterstattung in den Medien - ein- schließlich sozialer Medien - über die Unterneh- mensmarke oder einzelne Marken, insbesondere im Konsumgüterbereich, möglichen Imageschä- den ausgesetzt. Diese negative Berichterstattung kann zu einem erheblichen Umsatzrückgang Lagebericht 39 führen und das operative Ergebnis von Südzucker schmälern. INFORMATIONSTECHNOLOGIE Die Steuerung unseres Konzerns ist maßgeblich von einer kom- plexen Informationstechnologie abhängig, wel- che Informationssicherheitsrisiken von internen und externen Quellen ausgesetzt ist. Mit der Im- plementierung angemessener Prozesse und Maßnahmen schützen wir die Verfügbarkeit, die Vertraulichkeit und die Integrität geschäftsrele- vanter Informationen und informationsverarbei- tender Systeme. Die Prozesse und Maßnahmen basieren auf einschlägigen Standards und werden von qualifizierten internen und externen Exper- ten betrieben, überwacht und stetig optimiert. Als Teil der kritischen Infrastruktur unterliegen Unternehmen der Südzucker-Gruppe sowohl na- tionaler Regulierung als auch der Regulierung auf EU-Ebene. Daraus resultierende Anforderungen werden im Rahmen der stetigen Maßnahmenop- timierung berücksichtigt, können bei Nichtbe- achtung aber auch zu Bußgeldern führen. INNOVATIONEN Innovationen bergen mit ihrem Einflusspotenzial auf Wettbewerbs- und Nachfra- gebedingungen stets Chancen und Risiken. Je nach Ausprägung können hieraus erhebliche Marktverwerfungen resultieren. Dabei beziehen sich Innovationen nicht ausschließlich auf Eigen- schaften und Anwendungsgebiete von Produk- ten, sondern haben ebenso essentiellen Einfluss auf Prozesse, sowohl im Produktions- als auch im Verwaltungsbereich. Auch wenn sich Risiken aus den Innovationen nicht ausschließen lassen, begreifen wir dieses Feld doch primär als Chance durch ein aktives In- novationsmanagement. So haben wir nicht nur die Forschungs- und Entwicklungskompetenzen, sondern die Innovationsaktivitäten insgesamt gruppenweit gebündelt und nutzen somit die sich bietenden Synergien in sämtlichen Bereichen aus unseren diversifizierten Geschäftsfeldern. In un- serem Innovations-Ökosystem haben wir die Prozesse marktorientiert ausgerichtet. Dabei überdenken und verbessern wir kontinuierlich unsere aktuellen Lösungen und Ansätze und su- chen aktiv nach Inspirationen und Lösungen auch über die bestehenden Geschäftsfelder hinaus. Seit Herbst 2022 sind wir mit unserer Innovati- onsplattform „theBarn.io“ auf der Suche nach ex- ternen Ideen und Kooperationsmöglichkeiten, die zu unserer strategischen Ausrichtung passen. Darüber hinaus kooperieren wir mit unterschied- lichen Partnern wie der MassChallenge Switzer- land, EIT Food, dem BioEconomy Cluster oder auch NewFoodSystems. RECHTSRISIKEN Südzucker ist möglichen Ände- rungen des rechtlichen Umfelds, insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht, ausgesetzt. Derartige Risiken werden zeitnah er- fasst, ihr Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns evaluiert und gegebenenfalls Anpas- sungsmaßnahmen eingeleitet. Südzucker hat die seitens der EU-Datenschutz- grundverordnung ausgelösten Pflichten und Risi- ken analysiert und organisatorische Maßnahmen umgesetzt, um den Schutz und die Sicherheit personenbezogener Daten insbesondere der Be- schäftigten, Kunden, Lieferanten und übrigen Geschäftspartner zu gewährleisten. Es besteht das allgemeine Risiko, dass Verhal- tensweisen von Organen und Mitarbeitenden als Verstoß gegen Wettbewerbsbestimmungen aus- gelegt werden und Verfahren durch Wettbe- werbsbehörden eingeleitet werden. Entspre- chende Verfahren sind immer mit einem Reputa- tionsverlust verbunden, können zum Erlass von hohen Bußgeldern führen und dann zusätzlich Ersatzansprüche von Dritten nach sich ziehen, auch wenn sie unbegründet sind. Südzucker führt Maßnahmen der Kartellrechts- Compliance – insbesondere durch Audits und im Bereich des internen Meldewesens - kontinuier- lich fort. Zur Vermeidung von Kartellverstößen werden gruppenweit Schulungen durchgeführt und turnusmäßig wiederholt. Lagebericht 40 Nach Abschluss des deutschen Zuckerkartell- Bußgeldverfahrens im Februar 2014 haben Kun- den erwartungsgemäß Schadensersatzansprüche wegen angeblich kartellbedingter Preisaufschläge geltend gemacht und diese teilweise auch einge- klagt. Südzucker verteidigt sich gegen die erho- benen Klagen und geht davon aus, dass den Kun- den in dem vom Bundeskartellamt zur Last ge- legten Zeitraum keine Nachteile entstanden sind. Die an verschiedenen deutschen Landgerichten anhängigen Klageverfahren sind aufwändig und langwierig. Über einen Großteil der Klageverfahren wurde nach wie vor nicht durch Urteil entschieden. Ein- zelne Klagen wurden aber bereits kostenpflichtig abgewiesen. Rechtskräftige Urteile, die eine Schadensersatzpflicht von Südzucker bestätigen würden, gibt es nach wie vor nicht. Es ist davon auszugehen, dass sich Südzucker auch in den nächsten Jahren mit den anhängigen Verfahren weiter auseinandersetzen muss. Im Zusammenhang mit dem deutschen Zucker- kartell-Bußgeldverfahren hatte die österreichi- sche Bundeswettbewerbsbehörde im Jahr 2010 wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränken- der Absprachen die Festsetzung eines Bußgelds gegen die Südzucker AG und die AGRANA Zucker GmbH, Wien/Österreich, in Höhe von insgesamt circa 28 Mio. € beantragt. Dieser Antrag wurde durch das Oberlandesgericht Wien im Jahr 2019 vollumfänglich abgewiesen. Die Bundeswettbe- werbsbehörde hat gegen diese Entscheidung - bezogen auf die Südzucker AG - Rechtsmittel eingelegt. Durch die ergangene rechtskräftige Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Wien wurde eine deutliche Reduzierung des Tatvor- wurfs festgestellt. Da der Oberste Gerichtshof aber nicht davon zu überzeugen war, die Vor- würfe gegen Südzucker in Gänze abzulehnen, ist zu erwarten, dass das nun wieder zuständige Oberlandesgericht Wien ein – im Verhältnis zum ursprünglichen Antrag erheblich reduziertes - Bußgeld verhängen wird; ein erheblicher Teil der bei Einleitung des Verfahrens gebildeten Rück- stellung konnte aufgelöst werden. BETRUGS- UND KORRUPTIONSRISIKEN Betrugs- und Korruptionsrisiken können darin bestehen, dass Mitarbeitende oder Führungskräfte der Süd- zucker-Gruppe gegen Gesetze, interne Regelun- gen oder von Südzucker anerkannte regulatori- sche Standards verstoßen. Ebenso können unter- nehmensexterne Personen mit betrügerischer Absicht versuchen, mittels gefälschter Identitäten Zahlungen oder Lieferungen zu veranlassen. Um rechtskonformes und sozialethisches Verhalten jedes einzelnen Mitarbeitenden zu gewährleisten, werden regelmäßig Schulungsmaßnahmen durchgeführt sowie konkrete Handlungsempfeh- lungen zu ausgewählten Themenbereichen ent- wickelt und den Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt. Die Einhaltung der Compliance-Regeln wird durch ein Hinweisgebersystem unterstützt. SANKTIONEN UND EMBARGORISIKEN Eine we- sentliches Instrument zur Prävention von Wirt- schaftskriminalität ist die Geschäftspartnerprü- fung. Sie wird durch eine automatische Überprü- fung der anwendbaren Sanktionslisten in einer harmonisierten Datenbank durchgeführt. Des Weiteren verfügt Südzucker zur Verhinderung von Umsatzsteuerbetrug innerhalb der EU über eine entsprechende Richtlinie. Finanzen Die Südzucker-Gruppe unterliegt aufgrund der weltweiten Geschäftstätigkeit verschiedenen fi- nanzwirtschaftlichen Risiken. Dazu zählen Risi- ken aus Veränderungen von Wechselkursen und Zinssätzen, Liquiditätsrisiken sowie Bonitäts- und Ausfallrisiken. WECHSELKURSSCHWANKUNGEN Finanzwirt- schaftliche Auswirkungen durch Wechselkurs- schwankungen resultieren überwiegend aus der konzerninternen Finanzierung von Tochterunter- nehmen, abweichend von deren Landeswährung. In den USA, dem UK, Mexiko und Osteuropa fi- Lagebericht 41 nanziert die Südzucker-Gruppe Tochterunter- nehmen mit konzerninternen Euro-Darlehen. In geringem Umfang haben auch Konzerngesell- schaften im Euroraum Finanzierungen an Toch- tergesellschaften mit abweichender Landeswäh- rung gewährt. SONSTIGE FINANZWIRTSCHAFTLICHE CHAN- CEN UND RISIKEN Aus variabel verzinslichen oder kurzfristig fälligen Finanzverbindlichkeiten und - anlagen ist die Südzucker-Gruppe in begrenztem Umfang den Auswirkungen von kurzfristigen Zinsänderungen ausgesetzt. Der Umfang dieser Verbindlichkeiten bzw. Anlagen ist aufgrund des kampagnebezogenen Finanzbedarfs im Jahres- verlauf stark schwankend. Südzucker hat im Ok- tober 2022 die erste Emission unter dem neuen Sustainability-Linked Financing Framework mit einem Volumen von 400 Mio. € erfolgreich plat- ziert und sich mit dieser nachhaltigkeitsgebun- denen Anleihe verpflichtet, an die Investoren eine Rückzahlungsprämie von 0,50 % des Nominal- wertes zu zahlen, falls zum Beobachtungstichtag 31. Dezember 2026 das Ziel einer Verringerung der CO2-Emissionen Scope 1 + 2 (Leistungs- kennzahl) der Südzucker-Gruppe im Vergleich zum historischen Referenzstichtag 31. Dezember 2018 um -32 % nicht erfüllt wird. In der Südzucker-Gruppe werden Mitarbeitenden Versorgungsleistungen aus beitrags- oder leis- tungsorientierten Versorgungsplänen gewährt. Betriebliche Pensionszusagen werden überwie- gend durch entsprechende Rückstellungen in der Bilanz und teilweise durch ausgelagertes Pensi- onsvermögen finanziert. Um die Risiken verän- derter Kapitalmarktbedingungen zu begrenzen, wird inzwischen das Angebot leistungsorientier- ter Pläne begrenzt. Die Ratingagenturen Moody‘s und Standard & Poor‘s bewerten die Kreditwürdigkeit von Südzu- cker. Dabei sieht sich Südzucker der Erhaltung ei- nes stabilen Investment-Grade-Ratings ver- pflichtet. Herabstufungen der vergebenen Ra- tings könnten sich bei künftigen Finanzierungs- erfordernissen negativ auf die Kapitalkosten des Konzerns auswirken. Liquiditätsrisiken begegnet die Südzucker- Gruppe durch langfristige Kapitalmarkt- und Bankenfinanzierungen über die Ausgabe von Euro-Anleihen, Schuldscheindarlehen und Bank- krediten. Im Bereich der kurzfristigen Liquidität sind das Commercial-Paper-Programm sowie syndizierte und bilaterale Bankenkreditlinien ver- fügbar. Daneben bestehen Liquiditätsreserven in Form von Wertpapieranlagen und Emissionszer- tifikaten. Südzucker unterliegt einer Vielzahl von steuerli- chen Gesetzen und Regelungen. Änderungen in diesem Bereich könnten zu höheren Steuerauf- wendungen und Steuerzahlungen führen und zu- dem Einfluss auf bilanzierte laufende und latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten ha- ben. Steuerliche Risiken bestehen für alle offenen Veranlagungszeiträume, wobei für bekannte steuerliche Risiken Rückstellungen in ausrei- chender Höhe gebildet werden. Nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge könnten in Zukunft, etwa durch eine weitere positive Ergebnisent- wicklung im Segment Zucker, genutzt werden, was zu geringeren Steuerbelastungen führt. Lagebericht 42 Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem GRUNDZÜGE Ziel des Risikomanagementsystems im Rechnungslegungsprozess ist die Identifizie- rung, Bewertung und Steuerung von Risiken, die einer regelkonformen Erstellung des Jahres- und Konzernabschlusses entgegenstehen. Dement- sprechend hat das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem der Südzucker AG die Aufgabe, die Ordnungsmäßigkeit, Verlässlichkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und Fi- nanzberichterstattung sicherzustellen und damit zu jeder Zeit ein Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, das den tatsächli- chen Verhältnissen entspricht. Das System ist in den zugrunde liegenden Geschäftsprozessen in allen relevanten rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen verankert und wird kontinuier- lich weiterentwickelt. Wesentliche Bestandteile sind Grundsätze, Verfahren sowie Kontrollen, wie beispielsweise konzerneinheitliche Kontierungs-, Bewertungs- und Bilanzierungsvorgaben sowie Prozesse zur Sicherstellung der Vollständigkeit der Finanzberichterstattung. IFRS-REPORTING-RICHTLINIE Die Bilanzie- rungs- und Bewertungsvorschriften in der Süd- zucker-Gruppe einschließlich der Vorschriften zur Rechnungslegung nach International Finan- cial Reporting Standards (IFRS) stellen die kon- zernweit einheitliche Bilanzierung und Bewertung sämtlicher Geschäftsvorfälle der in den Südzu- cker-Konzernabschluss einbezogenen inländi- schen und ausländischen Tochtergesellschaften sicher. Die interne IFRS-Reporting-Richtlinie re- gelt die Südzucker-relevante Anwendung der IFRS und konkretisiert Bilanzierungssachverhalte. Der Inhalt der IFRS-Reporting-Richtlinie wird zentral vorgegeben und regelmäßig aktualisiert. INTERNES KONTROLLSYSTEM, BEZOGEN AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS Der Kon- zernrechnungslegungsprozess beginnt in den Einzelgesellschaften des Konzerns. Dabei werden in den einzelnen Organisationseinheiten die Ab- schlüsse erstellt, kontrolliert und mit der Einspie- lung in das Konsolidierungssystem an die zent- rale Konsolidierungsstelle der Südzucker AG übermittelt. Für alle im Konzernrechnungsle- gungsprozess eingesetzten IT-Systeme bestehen klar strukturierte Berechtigungskonzepte. Die zentrale Konsolidierungsstelle der Südzucker AG verantwortet neben der Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie der Erstellung des Konzernlageberichts und -ab- schlusses auch den verbindlichen Konzernkon- tenrahmen und betreut die IT-Konsolidie- rungstools. Bei der Bewertung von Rückstellungen, im We- sentlichen Personalrückstellungen, werden im Rahmen des Jahresabschlussprozesses regelmä- ßig externe Gutachter eingesetzt. Prozessintegrierte und prozessunabhängige Kontrollen bilden die beiden Bestandteile des in- ternen Kontrollsystems der Südzucker-Gruppe; ein wichtiger Fokus liegt auf der Funktionstren- nung und dem Vier-Augen-Prinzip sowie der Einhaltung der Richtlinien für wesentliche Ge- schäftsprozesse. Automatisierte Validierungsregeln und Plausibili- tätsprüfungen insbesondere im IT-Konsolidie- rungssystem stellen die Vollständigkeit und Rich- tigkeit von Eingabedaten der Einzelgesellschaften sicher. Lagebericht 43 Die Trennung von Funktionen wie Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung so- wie deren Wahrnehmung durch verschiedene Personen schränken die Möglichkeiten zu krimi- nellen Handlungen weitgehend ein. Allerdings können insbesondere persönliche Ermessensent- scheidungen mit negativen Auswirkungen, feh- lerbehaftete Kontrollen, kriminelle Handlungen oder andere Umstände nie vollständig ausge- schlossen werden. Die Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung umfassen weiterhin beispiels- weise die Analyse der Geschäftsentwicklung an- hand spezifischer Kennzahlenanalysen, aber auch die Detailanalyse von Einzelsachverhalten. Auf Konzernebene umfassen diese Kontrollakti- vitäten die Analyse und gegebenenfalls Anpas- sung der von den Konzerngesellschaften vorge- legten Einzelabschlüsse unter Beachtung der von den Abschlussprüfern erstellten Berichte bzw. der dazu geführten Abschlussbesprechungen. Im Rahmen der Integration neu erworbener Ge- sellschaften werden die vorhandenen internen Kontrollsysteme zügig an den hohen Standard der Südzucker-Gruppe angepasst. INTERNE PRÜFUNG Die interne Revision prüft das interne Kontrollsystem, die Einhaltung der ge- setzlichen Rahmenbedingungen und konzernin- ternen Richtlinien sowie das Risikomanagement- system. Sie entwickelt bei Bedarf entsprechende Empfehlungen und Prozessänderungen und trägt damit zu einer stetigen Verbesserung des inter- nen Kontroll- und Risikomanagementsystems bei. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats befasst sich insbesondere mit der Compliance, der Über- wachung des Rechnungslegungsprozesses und der Abschlussprüfung; er prüft die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomana- gementsystems und des internen Revisionssys- tems. EXTERNE PRÜFUNG Der Abschlussprüfer prüft das in das Risikomanagement integrierte Risiko- früherkennungssystem auf seine grundsätzliche Eignung, Risiken, die den Fortbestand der Gesell- schaft gefährden, frühzeitig erkennen zu können. Zudem berichtet er dem Aufsichtsrat über we- sentliche festgestellte Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Lagebericht 44 Unternehmensführung und -verantwortung Die Berichterstattung über Unternehmensfüh- rung und -verantwortung berücksichtigt die Empfehlungen des Deutschen Corporate Gover- nance Kodex (DCGK) und enthält eine Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f und 315d HGB sowie sämtliche nach den §§ 289a bis e und 315a bis d HGB notwendigen Angaben und Erläuterungen. Diese Inhalte sind zugleich Be- standteile des Lageberichts. Die Angaben in der Erklärung zur Unternehmensführung – bestehend aus den Abschnitten „Vorstand und Aufsichtsrat“ bis einschließlich „Compliance“ - sind gemäß § 317 Absatz 2 Satz 6 HGB in die Abschlussprüfung nicht einbezogen. Vorstand und Aufsichtsrat Nachstehende Erläuterungen beziehen sich auf die Angaben zur Arbeitsweise und die Zusam- mensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat ein- schließlich der Diversitätskonzepte und des Kompetenzprofils des Aufsichtsrats. ALLGEMEINES Die Südzucker AG hat als deutsche Aktiengesellschaft ein duales Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die jeweils mit eigenständigen Kompetenzen ausge- stattet sind. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unter- nehmens eng und vertrauensvoll zusammen. VORSTAND Der Vorstand der Südzucker AG be- steht derzeit aus fünf Mitgliedern und hat einen Vorsitzenden. Der Vorstand führt als Leitungsor- gan die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verant- wortung und im Unternehmensinteresse. Der Aufsichtsrat hat dem Vorstand eine Geschäfts- ordnung gegeben; sie ist in der Fassung vom 30. Januar 2020 in Kraft. Mit der Tochtergesellschaft AGRANA Beteili- gungs-AG, Wien/Österreich, besteht eine Vor- standsverschränkung: Der Vorsitzende des Vor- stands der AGRANA Beteiligungs-AG, Markus Mühleisen, Wien/Österreich, ist zugleich Mitglied des Vorstands der Südzucker AG. Ingrid-Helen Arnold ist sowohl Vorstandsmitglied der Südzu- cker AG als auch Mitglied des Vorstands der AG- RANA Beteiligungs-AG. DIVERSITÄTSKONZEPT DES VORSTANDS Der Aufsichtsrat hat ein Diversitätskonzept für den Vorstand der Südzucker AG mit Aspekten wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund und Internationalität erstellt. Er strebt eine Zusammensetzung des Vorstands an, durch die eine umfassende Erfüllung aller dem Vorstand obliegenden Aufgaben gewähr- leistet wird. Grundlage dafür ist eine langfristige Nachfolgeplanung für die Besetzung des Vor- stands, für die der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand sorgt. Es wird bei der systemati- schen Managemententwicklung und langfristigen Nachfolgeplanung für den Vorstand insbeson- dere auf folgende Kriterien geachtet: Frühzeitige Identifizierung geeigneter Kandi- daten unterschiedlicher Fachrichtungen, be- ruflicher und persönlicher Erfahrungen, Inter- nationalität sowie unterschiedlichen Ge- schlechts Systematische Entwicklung der Führungs- kräfte Nachweis eines strategischen sowie operati- ven Gestaltungswillens und von Führungs- stärke Lagebericht 45 Nachgewiesene Vorbildfunktion bei der Um- setzung der unternehmerischen Ziele im Ein- klang mit den Unternehmenswerten Ausschlaggebend für eine Bestellung zum Mit- glied des Vorstands der Südzucker AG ist letztlich die Würdigung der fachlichen und persönlichen Qualifikation. Dabei wird sich der Aufsichtsrat vornehmlich an der persönlichen Eignung der Kandidaten, ihrer Fachkenntnis und Erfahrung, der Integrität und Unabhängigkeit sowie der Leis- tungsbereitschaft und -fähigkeit orientieren, um eine verantwortungsvolle Wahrnehmung der Auf- gaben im Unternehmen sicherzustellen. Dementsprechend orientiert sich der Aufsichtsrat der Südzucker AG gemäß Beschluss vom 23. Feb- ruar 2022 für die Zusammensetzung des Vor- stands - unter Berücksichtigung der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der in- ternationalen Geschäftstätigkeit - an folgenden Zielen: Anzahl: Aufgrund der Unternehmensgröße und der derzeitigen Organisations- und Auf- gabenstruktur des Südzucker-Konzerns emp- fiehlt sich ein mindestens fünfköpfiger Vor- stand der Südzucker AG. Aus diesem Kreis kann der Aufsichtsrat einen Vorsitzenden oder Sprecher ernennen. Alter: Ein Mitglied des Vorstands soll nicht länger im Amt bleiben als bis zum Ablauf des Geschäftsjahres, in dem es sein 65. Lebens- jahr vollendet. Geschlecht: Der Aufsichtsrat richtet seine Ent- scheidung prioritär nicht am Geschlecht, son- dern an der Qualifikation aus. Der Vorstand der Südzucker AG besteht aus mehr als drei Personen. Gemäß § 76 Abs. 3a Satz 1 Aktien- gesetz muss dann mindestens eine Frau und mindestens ein Mann Mitglied des Vorstands sein. Derzeit sind eine Frau und vier Männer Vorstandsmitglieder der Südzucker AG. Bildung und Beruf: Im Hinblick auf den Bil- dungs- und Berufshintergrund soll sich die Auswahl von Vorstandsmitgliedern an den im Südzucker AG-Vorstand allgemein sowie für das jeweilige Vorstandsressort im Besonderen erforderlichen Kompetenzen orientieren. Internationalität: Es empfiehlt sich, dass dem Vorstand mindestens ein Mitglied mit interna- tionaler Erfahrung oder besonderem Sachver- stand in einem für das Unternehmen wichti- gen Markt außerhalb Deutschlands angehört. AUFSICHTSRAT Der Aufsichtsrat berät und über- wacht den Vorstand bei der Leitung des Unter- nehmens. Er wird in Strategie und Planung sowie in allen Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für bedeutende Geschäftsvorgänge – wie beispielsweise die Budgetplanung und strategische Planung, Akqui- sitionen und Desinvestitionen – beinhaltet die Satzung der Gesellschaft und die Geschäftsord- nung für den Vorstand Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet des- sen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremi- ums nach außen wahr. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend – schriftlich und in den turnus- mäßigen Sitzungen – über die Planung, die Ge- schäftsentwicklung und die Lage des Konzerns. Weitere Schwerpunkte der Berichterstattung sind die Themen Risikomanagement und Compliance. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung ein- berufen. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben; sie ist in der Fassung vom 10. November 2022 in Kraft und auf der Website der Südzucker AG veröffentlicht (www.suedzuckergroup.com/de/investor-relati- ons/corporate-governance/aufsichtsrat). Zur Vorbereitung der Aufsichtsratssitzungen tagen die Vertreter der Aktionäre und der Arbeitnehmer regelmäßig getrennt. Lagebericht 46 SELBSTBEURTEILUNG DES AUFSICHTSRATS Der Aufsichtsrat beurteilt turnusmäßig, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Dies geschieht alljährlich mittels eines Fragebogens ohne externe Unter- stützung. Der Fragebogen wird jeweils an den Text des aktuellen DCGK angepasst. Die Auswer- tung der Fragebogen, die Erörterung der Ergeb- nisse und die Diskussion von Verbesserungsvor- schlägen erfolgen jeweils in der November-Sit- zung. Ziel ist die stetige Verbesserung der Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS Dem Aufsichtsrat der Südzucker AG gehören gemäß Satzung 20 Mitglieder an, von denen jeweils zehn von den Aktionären und den Arbeitnehmern ge- wählt werden. In der Hauptversammlung 2022 wurden die Mitglieder des Aufsichtsrats neu ge- wählt. Die Amtszeit, die für sämtliche Aufsichts- ratsmitglieder identisch ist, läuft für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2026/27 beschließt (also bis zur Beendigung der ordentli- chen Hauptversammlung 2027). Alle Mitglieder des Aufsichtsrats verfügen über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen. Sie sind mit dem Sektor, in dem die Südzucker AG tätig ist, ver- traut. Die gesetzliche Geschlechterquote wird eingehalten. Die derzeitige personelle Besetzung des Auf- sichtsrats ist unter Ziffer (37) „Aufsichtsrat und Vorstand“ im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt. AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS Der Auf- sichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Präsidium, dem Prüfungsausschuss, dem Ausschuss für Landwirtschaft und Rohstoff- märkte, dem Ausschuss für Strategie und Nach- haltigkeit, dem Sozialausschuss, dem Vermitt- lungsausschuss und dem Nominierungsaus- schuss Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbe- reiten und ergänzen. Das Präsidium sowie der Vermittlungsausschuss bestehen aus vier Mit- gliedern und der Prüfungsausschuss sowie der Sozialausschuss jeweils aus sechs Mitgliedern, der Ausschuss für Strategie und Nachhaltigkeit sowie der Ausschuss für Landwirtschaft und Roh- stoffmärkte jeweils aus acht Mitgliedern. Diese Ausschüsse sind paritätisch mit Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer besetzt. Der No- minierungsausschuss setzt sich aus vier Vertre- tern der Aktionäre zusammen. Der Ausschuss für Strategie und Nachhaltigkeit wurde im Nachgang zur am 23. Februar 2022 be- schlossenen Neuordnung der Ausschüsse in der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats am 14. Juli 2022 erstmals gebildet. Der Ausschuss setzt sich aus je vier Vertretern der Aktionärs- und Arbeitnehmerseite zusammen. Der Land- wirtschaftliche Ausschuss wurde entsprechend dem Beschluss vom 23. Februar 2022 in Aus- schuss für Landwirtschaft und Rohstoffmärkte umbenannt und besteht nunmehr aus je vier Ver- tretern der Aktionärs- und Arbeitnehmerseite. Die Aufgaben des Präsidiums und der übrigen Ausschüsse ergeben sich aus der Geschäftsord- nung für den Aufsichtsrat in der Fassung vom 10. November 2022. Für den Prüfungsausschuss gilt darüber hinaus dessen Geschäftsordnung gleich- ermaßen mit Fassung vom 10. November 2022. Die derzeitige personelle Besetzung der Aus- schüsse mit der jeweiligen Dauer der Zugehörig- keit ist unter Ziffer (37) „Aufsichtsrat und Vor- stand“ im Anhang zum Konzernabschluss darge- stellt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist nicht zu- gleich Vorsitzender des Prüfungsausschusses. Diversitätskonzept und Kompetenzprofil des Aufsichtsrats Für seine Zusammensetzung orientiert sich der Aufsichtsrat der Südzucker AG gemäß Beschluss vom 23. Februar 2023 – unter Berücksichtigung Lagebericht 47 der Vorgaben des DCGK, der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der internati- onalen Geschäftstätigkeit - insbesondere an fol- genden Zielen: Jedes Aufsichtsratsmitglied soll über ausrei- chende unternehmerische bzw. betriebliche Erfahrung verfügen. Jedem Aufsichtsratsmitglied soll für die Wahr- nehmung der Aufgaben im Aufsichtsrat genü- gend Zeit zur Verfügung stehen. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats soll die zur Erfüllung der Überwachungsaufgaben des Aufsichtsrats notwendige Zuverlässigkeit und persönliche Integrität aufweisen. Mindestens zwei der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat sollen „unabhängig“ im Sinne von Empfehlung C.7 des DCGK sein. Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehö- ren. Mindestens ein Mitglied des Prüfungsaus- schusses soll über Sachverstand im Bereich der Rechnungslegung (einschließlich interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme) und mindestens ein weiteres Mitglied des Prü- fungsausschusses soll über Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügen (Financial Experts). Der Sachverstand der Fi- nancial Experts soll sich auch auf die Nachhal- tigkeitsberichterstattung und deren Prüfung erstrecken. Im Aufsichtsrat soll insbesondere in folgenden Bereichen besonderer Sachverstand vertreten sein: Funktional: o Unternehmensführung und -strategie o Rechnungslegung/Abschlussprüfung, Kontroll- und Risikomanagementsys- teme o Recht/Corporate Governance/Compli- ance o Personal/Soziale Nachhaltigkeit o Ökologische Nachhaltigkeit Sektoral: o Lebensmittelproduktion/-vertrieb und verbundene Wertschöpfungsketten o Agrarwirtschaft und Rohstoffe o Internationales Geschäft/ausländische Märkte o Innovation/Forschung und Entwicklung o Weitere Wirtschaftsbereiche außerhalb des Südzucker-Kerngeschäfts Der Aufsichtsrat ist auf der Seite der Anteils- eignervertreter und der Seite der Arbeitneh- mervertreter jeweils mit mindestens drei Frauen und mindestens drei Männern zu be- setzen. Zur Wahl oder Wiederwahl in den Aufsichtsrat sollen keine Kandidaten vorgeschlagen wer- den, die älter als 70 Jahre alt sind, es sei denn, dies ist im Unternehmensinteresse geboten. Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wurde – aus Gründen der Kon- tinuität und langjährigen Expertise im Aufsichts- rat – nicht festgelegt. Bei seinen Vorschlägen zur Wahl von Aufsichts- ratsmitgliedern wird sich der Aufsichtsrat weiter- hin vornehmlich an der persönlichen Eignung der Kandidaten, ihrer Fachkenntnis und Erfahrung, der Integrität und Unabhängigkeit sowie der Leis- tungsbereitschaft und -fähigkeit orientieren. Zum Stand der Umsetzung des Diversitätskon- zepts und des Kompetenzprofils des Aufsichts- rats ist Folgendes zu berichten: Lagebericht 48 Am 3. Mai 2022 fand die Wahl der Arbeitnehmer- vertreter durch die Belegschaft und am 14. Juli 2022 die der Aktionärsvertreter durch die Haupt- versammlung zum Aufsichtsrat statt. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass die ak- tuelle Besetzung den Zielen des Diversitätskon- zepts und des Kompetenzprofils entspricht. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats gehören dem Aufsichtsrat derzeit mindestens zwei und damit – unter Berücksichtigung der Eigentü- merstruktur – eine ausreichende Anzahl unab- hängiger Mitglieder an: Susanne Kunschert, Stuttgart, und Julia Merkel, Wiesbaden, sind un- abhängig von der Südzucker AG, von deren Vor- stand und vom kontrollierenden Aktionär Süd- deutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossen- schaft eG (SZVG). Mit Susanne Kunschert, Stuttgart/Deutschland, Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Helmut Friedl, stellvertretender Vorsitzender des Prü- fungsausschusses, und Veronika Haslinger, Wien/Österreich, Mitglied des Prüfungsaus- schusses finden sich mindestens drei Personen im Aufsichtsrat, die die Anforderungen des DCGK an Financial Experts erfüllen. Susanne Kunschert verfügt aufgrund ihres beruf- lichen Werdegangs, ihrer Tätigkeit in der Wirt- schaftsprüfung und insbesondere ihrer langjäh- rigen Funktion als geschäftsführende Gesell- schafterin der Pilz GmbH & Co. KG mit Verant- wortung für den Finanzbereich, über Sachver- stand auf den Gebieten Abschlussprüfung und Rechnungslegung, einschließlich zugehöriger Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme. Ihr Sachverstand erstreckt sich auch auf die Nachhal- tigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Frau Kunschert verantwortet gemeinsam mit ih- rem Bruder und Mitgesellschafter Thomas Pilz bei der Pilz GmbH & Co. KG auch die Nachhaltigkeits- berichterstattung und bildet sich in diesem Be- reich regelmäßig fort. Veronika Haslinger verfügt aufgrund ihrer lang- jährigen Erfahrung im Beteiligungsmanagement, sowie insbesondere aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit als Geschäftsleiterin des Kreditinstituts Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.m.b.H., jeweils mit Verantwortung für die Bereiche Controlling und Finanzen der Beteili- gungen, über Sachverstand auf den Gebieten Abschlussprüfung und Rechnungslegung, ein- schließlich zugehöriger Kenntnisse und Erfah- rungen in der Anwendung von Rechnungsle- gungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme. Ihr Sachverstand er- streckt sich auch auf die Nachhaltigkeitsbericht- erstattung und deren Prüfung. Frau Haslinger verfügt zudem über umfangreiche Erfahrung durch ihre mehrjährige Mitgliedschaft in Auf- sichtsräten unterschiedlicher Branchen und nimmt regelmäßig an Fortbildungen teil. Helmut Friedl verfügt aufgrund umfangreicher Fortbildungen und seiner langjährigen Tätigkeit im Prüfungsausschuss der Südzucker AG, zuletzt über fünf Jahre als Prüfungsausschussvorsitzen- der, ebenfalls über Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung. Dies schließt auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prü- fung ein. Herr Friedl nimmt auch in diesen Berei- chen regelmäßig an Fortbildungen teil und sitzt bei Südzucker dem hierfür verantwortlichen Aus- schuss für Strategie und Nachhaltigkeit vor. Dem Aufsichtsrat gehören sieben Frauen an, vier auf Arbeitnehmer- und drei auf Aktionärsseite; kein Mitglied ist älter als 70 Jahre. Ehemalige Vorstandsmitglieder der Südzucker AG gehören dem Aufsichtsrat nicht an. Der nach dem Diversitätskonzept und dem Kompetenz- profil erforderliche besondere Sachverstand ist im Aufsichtsrat vertreten und wird in der Qualifi- kationsmatrix gemäß Empfehlung C.1 des DCGK zusammengefasst. Lagebericht 49 Qualifikationsmatrix Aufsichtsrat Prüfungsaus- schuss Funktionale Kompetenzen Unternehmensführung und -strate- gie   Rechnungslegung / Abschlussprü- fung Kontroll - und Risikomanage- mentsysteme   Recht / Corporate Governance/ Compliance   Personal / Soziale Nachhaltigkeit   Ökologische Nachhaltigkeit   Sektorale Kompetenzen Lebensmittelproduktion / -vertrieb und verbundene Wertschöpfungs- ketten   Agrarwirtschaft und Rohstoffe   Internationales Geschäft / ausländi- sche Märkte   Innovation / Forschung und Ent- wicklung   Weitere Wirtschaftsbereiche (außer- halb des Südzucker-Kerngeschäfts)    Mindestens ein Mitglied verfügt über besonderen Sach- verstand im jeweiligen Bereich.  Mindestens 25 % der Mitglieder verfügen über besonde- ren Sachverstand im jeweiligen Bereich.  Die Mehrheit der Mitglieder verfügt über besonderen Sachverstand im jeweiligen Bereich.  Corporate Governance steht für eine verantwor- tungsbewusste und auf langfristige Wertschöp- fung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat bildet dabei die Basis für Transparenz und den Anspruch, Ak- tionäre und Öffentlichkeit schnell und umfassend zu informieren. Bei Südzucker ist eine gute Corporate Governance Teil des Selbstverständnisses und seit Jahren ge- lebte Praxis. Sie wurde konsequent an den Emp- fehlungen und Anregungen des DCGK ausgerich- tet und ist bedeutende Aufgabe von Vorstand und Aufsichtsrat. Unserer Ansicht nach ist der DCKG in seiner ak- tuellen Fassung vom 28. April 2022 weitgehend ausgewogen, praxisnah und repräsentiert auch Lagebericht 50 im internationalen Vergleich einen hohen Stan- dard. Aus diesem Grund wurde – wie in den Vor- jahren – auf die Aufstellung eigener unterneh- mensspezifischer Corporate-Governance- Grundsätze verzichtet. ENTSPRECHENSERKLÄRUNG 2022 Im November 2022 haben Vorstand und Aufsichtsrat die Ent- sprechenserklärung zu den Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 28. April 2022 gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Südzucker AG entspricht den Empfehlungen mit den in der Entsprechenserklärung dargestell- ten Ausnahmen. Es gibt keine Empfehlungen des Kodex, die aufgrund vorrangiger gesetzlicher Bestimmungen für die Südzucker AG nicht an- wendbar sind. Der vollständige Wortlaut der Entsprechenserklä- rung 2022 ist – ebenso wie die Entsprechenser- klärungen der Vorjahre – auf der Website der Südzucker AG veröffentlicht (www.suedzucker- group.com/de/Entsprechenserklaerung/). GESCHLECHTERQUOTE Das Aktiengesetz sieht in § 96 Abs. 2 Satz 1 für börsennotierte und mitbe- stimmte Gesellschaften eine fixe Geschlechter- quote von 30 % im Aufsichtsrat vor. Der Frauen- anteil im Aufsichtsrat liegt derzeit bei 35 %; die gesetzliche Quote ist somit erfüllt. Der Vorstand der Südzucker AG besteht aus mehr als drei Personen. Gemäß § 76 Abs. 3a Satz 1 Ak- tiengesetz muss daher mindestens eine Frau und mindestens ein Mann Mitglied des Vorstands sein. Derzeit sind vier Männer und eine Frau Vor- standsmitglieder der Südzucker AG; die gesetzli- che Quote ist somit erfüllt. Der Vorstand hatte 2017 beschlossen, dass in der Südzucker AG der Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unter dem Vorstand bis 11. Juni 2022 – von 8,3 bzw. 12,2 % - auf 9 bzw. 13 % angehoben werden soll. Zum 28. Februar 2022 betrug der Frauenanteil in der Südzucker AG auf der ersten und zweiten Führungsebene unter dem Vorstand jeweils 10 %. Der Vorstand hat im April 2022 als Ziel festgelegt, dass der An- teil der Frauen in beiden Ebenen bis zum Jahr 2027 auf 20 % verdoppelt werden soll. AUS- UND FORTBILDUNG Im Geschäftsjahr 2022/23 fand eine Informationsveranstaltung zu Corporate-Governance-Themen mit einem ex- ternen Fachanwalt statt. Unabhängig hiervon nehmen die Mitglieder des Aufsichtsrats die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbil- dungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Sie werden dabei von der Südzucker AG angemessen unterstützt. Im März 2023 fand zudem eine Schulung zum Thema Nachhaltigkeit statt. VERGÜTUNGSBERICHT Auf der Südzucker-Web- site wird ein separater Bericht zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat veröffentlicht. Das ak- tuelle von der Hauptversammlung gebilligte Ver- gütungssystem sowie der letzte Vergütungsbe- schluss kann unter www.suedzucker- group.com/de/investor-relations/corporate- governance/verguetungssysteme eingesehen werden. Die Vergütungsberichte einschließlich des Vermerks des Abschlussprüfers gemäß § 162 des Aktiengesetzes werden nach deren jeweiliger Billigung durch die Hauptversammlung unter www.suedzuckergroup.com/de/investor-relati- ons/corporate-governance/verguetungsberichte öffentlich zugänglich gemacht; im Vorfeld kann der Vergütungsbericht für das letzte Geschäfts- jahr mit Veröffentlichung der Unterlagen zur Ein- ladung zur kommenden ordentlichen Hauptver- sammlung, die über diesen Bericht beschließt, als deren Bestandteil eingesehen werden. Die ge- währten Gesamtbezüge für den Vorstand und den Aufsichtsrat einschließlich der Vorjahresbe- träge sind unter Ziffer (36) „Beziehungen zu na- hestehenden Unternehmen und Personen“ im Anhang zum Konzernabschluss angegeben. VERMÖGENSSCHADEN-HAFTPFLICHTVER- SICHERUNG Die Gesellschaft hat eine Vermö- gensschaden-Haftpflichtversicherung mit Selbst- behalt abgeschlossen, in deren Deckung die Tä- tigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Auf- sichtsrats einbezogen ist (D&O-Versicherung). § Lagebericht 51 93 Abs. 2 AktG schreibt vor, dass der Selbstbehalt für Vorstandsmitglieder mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Andert- halbfachen der festen jährlichen Vergütung zu betragen hat. Die Empfehlung für Selbstbehalte der Aufsichts- ratsmitglieder im Deutschen Corporate Gover- nance Kodex wurde im Jahre 2019 aufgehoben. Selbstbehalte sind daher seit dem 1. März 2021 in der D&O Versicherung für die Aufsichtsrats- mitglieder nicht mehr vorgesehen. AKTIENBESITZ VON VORSTAND UND AUF- SICHTSRAT/ MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIER- GESCHÄFTE Kein Mitglied des Vorstands oder des Aufsichtsrats hält Aktien der Südzucker AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente, die direkt oder indirekt 1 % oder mehr des Grund- kapitals repräsentieren. Darüber hinaus beträgt auch der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Auf- sichtsratsmitglieder weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden der Südzucker AG durch Mitglieder des Vorstands und des Auf- sichtsrats keine meldepflichtigen Wertpapierge- schäfte mitgeteilt. AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNG Die Aktionäre der Südzucker AG üben ihre Mitbe- stimmungs- und Kontrollrechte auf der mindes- tens einmal jährlich stattfindenden Hauptver- sammlung aus. Diese beschließt über alle durch das Gesetz bestimmten Angelegenheiten mit ver- bindlicher Wirkung für alle Aktionäre und die Ge- sellschaft. Bei den Abstimmungen gewährt jede Aktie eine Stimme . Jeder Aktionär, der die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Hauptversammlung sowie für die Ausübung des Stimmrechts erfüllt und sich rechtzeitig anmeldet, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinsti- tut, eine Aktionärsvereinigung, die von der Süd- zucker AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Be- vollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Den Aktionären ist es außerdem möglich, im Vorfeld der Hauptversammlung über die Website der Südzucker AG (www.suedzucker.com/de/Inves- tor-Relations/Hauptversammlung/) ihre Stimme abzugeben bzw. Vollmacht an die Stimmrechts- vertreter der Südzucker AG oder Vollmacht an ei- nen Dritten zu erteilen. Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem Der verantwortungsbewusste Umgang mit ge- schäftlichen Risiken gehört zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. Der Vorstand der Südzucker AG und das Management im Südzu- cker-Konzern nutzen umfassende konzernüber- greifende und unternehmensspezifische Be- richts- und Kontrollsysteme zur Erfassung, Be- wertung und Steuerung dieser Risiken. Der Vor- stand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung. Der Prüfungsausschuss befasst sich insbeson- dere mit der Überwachung des Rechnungsle- gungsprozesses, der Compliance und der Ab- schlussprüfung; er prüft die Wirksamkeit des in- ternen Kontrollsystems, des Risikomanagement- systems und des internen Revisionssystems. Ein- zelheiten zum Risikomanagement sind im Risiko- und Chancenbericht dargestellt. Lagebericht 52 WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KON- TROLLSYSTEMS UND DES RISIKOMANAGE- MENTSYSTEMS Das interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem der Südzucker- Gruppe basieren auf den vom Vorstand vorgege- benen Grundsätzen, Richtlinien und Maßnahmen. Sie umfassen das Management von Risiken und Chancen in Bezug auf das Erreichen der Ge- schäftsziele, die Ordnungsmäßigkeit und Ver- lässlichkeit der internen und externen Rech- nungslegung sowie die Einhaltung der maßgebli- chen rechtlichen Vorschriften und Regelungen. Das Management der Risiken und Chancen deckt Nachhaltigkeitsaspekte ab und schließt auch die Prozesse und Systeme zur Erfassung und Verar- beitung nachhaltigkeitsbezogener Daten ein. Das Rahmenwerk zum internen Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bestimmt dessen Elemente und setzt den Maßstab für die Bewer- tung der Angemessenheit und Wirksamkeit. Es verknüpft den Prozess des Risikomanagement mit der Finanzberichterstattung und dem inter- nen Kontrollsystem. Beide Systeme ergänzen sich gegenseitig. Alle Divisionen und Zentralabteilun- gen der Südzucker-Gruppe sind Bestandteil des internen Kontrollsystems und Risikomanage- mentsystems. Der Umfang der von jeder Division und Zentralabteilung durchzuführenden Aktivitä- ten und Maßnahmen unterscheidet sich in Ab- hängigkeit von der Wesentlichkeit der einzelnen Division für den Konzernabschluss und deren spezifischen Risiken und Chancen, die mit ihrer Geschäftstätigkeit verbunden sind. Die Gesamtverantwortung für das interne Kon- trollsystem und das Risikomanagement obliegt dem Vorstand. Das Risk and Internal Control Committee bündelt und integriert die internen Kontroll- und Risikomanagement-Prozesse und unterstützt den Vorstand bei der Gestaltung und Aufrechterhaltung angemessener und wirksamer Prozesse zur Implementierung, Überwachung und Berichterstattung von internen Kontroll- und Risikomanagement-Aktivitäten. Das Management jeder Division und Zentralab- teilung ist verpflichtet, in seinem Verantwor- tungsbereich auf Basis der konzernweit ver- pflichtenden Grundsätze ein angemessenes und wirksames internes Kontrollsystem und Risiko- managementsystem zu implementieren. In den einzelnen Divisionen und Zentralabteilung wer- den dazu Risikoverantwortliche und gegebenen- falls Risikokomitees implementiert. Das in der Konzernzentrale angesiedelte Risiko- management ist für die Überwachung und Koor- dination der gesamten Prozesse verantwortlich, um so ein angemessenes und wirksames Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem innerhalb des Konzerns zu gewährleisten. Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Ri- siko- und Chancenbericht dargestellt. Das interne Kontrollsystem und das Risikoma- nagement sowie deren beitragende Elemente sind regelmäßig Gegenstand von Prüfungsaktivi- täten der internen Revision. Diese erfolgen entweder im Rahmen des risiko- basiert abgeleiteten jährlichen Prüfungsplans oder im Rahmen von unterjährig anberaumten Prüfungen auf Anfrage. Auf Basis der zuvor beschriebenen Prozesse und Maßnahmen liegt dem Vorstand der Südzucker AG kein Hinweis vor, dass internes Kontrollsys- tem und Risikomanagement zum 28. Februar 2023 in ihrer Gesamtheit nicht angemessen oder nicht wirksam gewesen wären. Dessen ungeachtet gibt es inhärente Beschrän- kungen der Wirksamkeit eines jeden Risikoma- nagement- und Kontrollsystems. Kein System – auch wenn es als angemessen und wirksam beurteilt wurde – kann beispielweise ga- rantieren, alle tatsächlichen eintretenden Risiken vorab aufzudecken oder Prozessverstöße unter allen Umständen auszuschließen. Der Prüfungs- ausschuss ist in das interne Kontrollsystem und das Risikomanagement regelmäßig eingebunden. Lagebericht 53 Er überwacht insbesondere die Rechnungslegung und den Rechnungslegungsprozess sowie die Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und des internen Revisionssystems. Compliance Compliance ist im Südzucker-Unternehmensleit- bild verankert und durch ein Compliance-Ma- nagement-System (CMS) konkretisiert. COMPLIANCE - MANAGEMENT-SYSTEM Das CMS von Südzucker umfasst die Gesamtheit aller Regelungen und Maßnahmen, mit denen das rechtmäßige Handeln aller Akteure im Unterneh- men und die Erkennung relevanter Risiken ge- währleistet werden soll. Es regelt Zuständigkei- ten, Schulungsmaßnahmen sowie Berichtswege und orientiert sich an den sieben Grundelemen- ten des vom deutschen Institut der Wirtschafts- prüfer veröffentlichten IDW-Prüfungsstandards 980 "Prüfung von Compliance-Management- Systemen": COMPLIANCE-KULTUR Compliance wird bei Südzucker als Aufgabe des Vorstands sowie des gesamten Managements aller Konzernfunktio- nen, Divisionen und Tochterunternehmen bzw. Beteiligungen gesehen und gelebt. Vorstand und Führungskräfte sollen durch ihr Handeln und ihre Kommunikation ein Umfeld schaffen, das den Stellenwert von Compliance im Unternehmen klar herausstellt ("tone from the top"). COMPLIANCE-ZIELE Ziel des CMS bei Südzucker ist es, das rechtmäßige Verhalten des Unterneh- mens und aller Mitarbeitenden zu gewährleisten, Risiken für Verstöße rechtzeitig zu erkennen und diese durch entsprechende Gegenmaßnahmen zu verhindern sowie eventuell bereits eingetretene Verstöße zu verfolgen und an die zuständigen Stellen zu kommunizieren. COMPLIANCE-RISIKEN Compliance-Risiken be- stehen grundsätzlich durch jegliche Nichteinhal- tung von Gesetzen und Richtlinien. Bei Südzucker liegt das Hauptaugenmerk auf den Bereichen Kartellrecht, Korruptions- und Bestechungsprä- vention, Kapitalmarkt/Meldepflichten sowie Da- tenschutz. COMPLIANCE-PROGRAMM Das Compliance- Programm von Südzucker beinhaltet alle Maß- nahmen zum Erreichen der oben genannten Ziele. Es umfasst unter anderem die Erstellung entspre- chender Richtlinien, interne Vorkehrungen zur Einhaltung kapitalmarktrechtlicher Melde- und Dokumentationspflichten oder den Einsatz einer Softwarelösung zur Gewährleistung von Third Party Compliance. In allen Unternehmensbereichen finden regelmä- ßige Schulungen zu compliancerelevanten The- men statt. Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden konzernweit 7.275 Mitarbeitende einschließlich des Vorstands geschult. Dies deckt rund 91 % des definierten Personenkreises (Angestellte ein- schließlich Management) ab. Im Rahmen des ver- pflichtend zu absolvierenden E-Learnings wird ein mehrjähriges Schulungsprogramm zu den Themen Compliance-Grundlagen, Kartellrecht, Korruptions- und Bestechungsprävention, IT-Si- cherheit, Datenschutz, Kapitalmarkt-Compliance und Betrug durch Identitätsfälschung abgearbei- tet. Die Schulungen beinhalten einen zu beste- henden Abschlusstest. COMPLIANCE-ORGANISATION Eine konzern- weite Compliance-Struktur mit klar definierten Berichtswegen für alle operativen Gesellschaften und wesentlichen Funktionsbereiche ist die Grundlage der Compliance-Organisation bei Südzucker. Alle Hinweise auf potenzielle Ver- stöße werden verfolgt. Neben fallbezogenen Mel- Lagebericht 54 dungen erfolgt eine periodische Berichterstat- tung durch die Compliance Officer der wesentli- chen operativ tätigen Tochtergesellschaften bzw. durch die Compliance-Beauftragten der als we- sentlich identifizierten Fachbereiche der Südzu- cker AG an den Compliance Officer und den Vor- stand der Südzucker AG. Der Vorstand wiederum berichtet regelmäßig über Compliance-Themen an den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss der Südzucker AG. Zusätzlich besteht ein Compliance-Komitee, das in regelmäßigen Sitzungen über grundsätzliche und aktuelle Fragestellungen berät. COMPLIANCE-KOMMUNIKATION Der Südzu- cker-Verhaltenskodex ( group.com/de/Unternehmen/Verhaltenskodex/) und die Compliance-Unternehmensgrundsätze ( mensgrundsaetze/) wurden allen Mitarbeitenden bekannt gemacht. Um die Mitarbeitenden im All- tag für Compliance zu sensibilisieren, wurden beispielsweise Plakate an den Standorten ausge- hängt. Verdachtsfälle auf Verstöße gegen den Verhaltenskodex oder die Compliance-Unter- nehmensgrundsätze können über eine speziell eingerichtete Telefonnummer oder E-Mail-Ad- resse sowie über ein anonymes Hinweisgebersys- tem im Internet gemeldet werden. Im Geschäftsjahr 2022/23 gingen über diese Ka- näle gruppenweit 20 Meldungen ein. Jeder Mel- dung wird mit Sorgfalt und Vertraulichkeit nach- gegangen. Es konnten keine maßgeblichen Ver- stöße festgestellt werden. Verbesserungsvor- schläge und -maßnahmen werden laufend um- gesetzt. COMPLIANCE-ÜBERWACHUNG UND -WEITER- ENTWICKLUNG Die Interne Revision führt ge- plante und anlassbezogene Prüfungen durch und überwacht so die Einhaltung gesetzlicher Rege- lungen und interner Richtlinien. Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden an 34 % der Standorte ausge- wählte Bereiche, wie beispielsweise Einkauf oder Logistik, auch auf Korruption und Betrug geprüft. Hierbei wurden keine Verstöße gegen gesetzliche Regelungen festgestellt. Im Geschäftsjahr 2022/23 sind keine Korrupti- onsfälle bekannt geworden. Die Südzucker AG unterliegt als Betreiber kriti- scher Infrastruktur einer Prüfung ihrer informati- onstechnischen Systeme nach dem Gesetz über das Bundesamt für Sicherheit in der Informati- onstechnik (KRITIS-Prüfung). Diese Prüfung ergab keine Beanstandungen. Übernahmerelevante Angaben Die folgenden Informationen sind erläuternde Angaben nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB und erläuternder Bericht gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG; sie sind Bestandteil des geprüften Lageberichts. ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS, STIMMRECHTE Zum 28. Februar 2023 beträgt das gezeichnete Kapital unverändert 204.183.292 € und ist in 204.183.292 auf den Inhaber lautende Stamm-Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1 € je Aktie am Grund- kapital eingeteilt. Die Gesellschaft hielt am Bi- lanzstichtag 76.033 eigene Aktien. Die eigenen Aktien werden von der Gesellschaft für die mehr- jährige Vergütungskomponente im Rahmen der Lagebericht 55 Vergütung von Mitgliedern des Vorstands gehal- ten. STIMMRECHTE, ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN Jede Aktie gewährt die gleichen Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Beschrän- kungen des Stimmrechts der Aktien können sich aus den Vorschriften des Aktiengesetzes erge- ben. So unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen einem Stimmverbot (§ 136 AktG) . Es besteht ein Stimmbindungsvertrag zwischen der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Ge- nossenschaft eG (SZVG), Ochsenfurt, und der Zu- cker Invest GmbH (Zucker Invest), Wien/Öster- reich, einer Gesellschaft der Unternehmens- gruppe der Raiffeisen-Holding Niederösterreich- Wien registrierte Genossenschaft mit beschränk- ter Haftung (Raiffeisen-Holding), Wien/Öster- reich. Daneben bestehen weitere Stimmbin- dungsverträge zwischen Unternehmen der Raiff- eisen-Gruppe. Ferner besteht ein Vorkaufsrecht der SZVG hinsichtlich 18.797.796 von Zucker In- vest gehaltener Südzucker-Aktien und ein Vor- kaufsrecht der Zucker Invest hinsichtlich 246.368 von SZVG gehaltener Südzucker-Aktien. KAPITALBETEILIGUNGEN VON MEHR ALS 10 % Der Südzucker AG sind zwei unmittelbare Betei- ligungen an ihrem Kapital bekannt, die 10 % überschreiten: Die SZVG ist mit 60,7 % am Grund- kapital beteiligt, die Zucker Invest mit 10,3 %. Über die Zucker Invest sind die Raiffeisen-Hol- ding und die mit ihr verbundenen Unternehmen mittelbar beteiligt. Die Beteiligungen werden den Gesellschaften wechselseitig zugerechnet, so- dass nach dem Wertpapierhandelsgesetz jeweils Beteiligungen in Höhe von rund 71,0 % am ge- zeichneten Kapital bestehen. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, STIMMRECHTS- KONTROLLE BEI ARBEITNEHMERAKTIEN Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verlei- hen, bestehen bei Südzucker nicht. Es sind keine Arbeitnehmer am Kapital der Südzucker AG be- teiligt, die einer Stimmrechtskontrolle unterlie- gen. ERNENNUNG UND ABBERUFUNG DER VOR- STANDSMITGLIEDER Die Ernennung und Abbe- rufung von Vorstandsmitgliedern erfolgt durch den Aufsichtsrat gemäß §§ 84, 85 AktG, 31 Mit- bestG. Nach § 5 Nr. 2 der Satzung der Südzucker AG in der aktuellen Fassung vom 16. Juli 2020 bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Vor- standsmitglieder; der Aufsichtsrat hat auch die Befugnis, stellvertretende Vorstandsmitglieder zu bestellen. SATZUNGSÄNDERUNGEN Für Satzungsänderun- gen gelten die §§ 179 ff. AktG. Der Aufsichtsrat ist nach § 22 der Satzung (aktuelle Fassung vom 16. Juli 2020) ermächtigt, Satzungsänderungen vorzunehmen, die lediglich die Fassung betref- fen. BEFUGNISSE DES VORSTANDS, INSBESONDERE ZU AKTIENAUSGABE UND AKTIENRÜCKKAUF Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 17. Juli 2024 mit Zustim- mung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ganz oder in Teilbeträ- gen, einmalig oder mehrmals um bis zu insge- samt 20 Mio. € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019). Der Vorstand kann dabei mit Zustimmung des Aufsichtsrats und nach näherer Maßgabe von § 4 Abs. 4 der Satzung das Bezugsrecht der Ak- tionäre in bestimmten Fällen ausschließen, wobei die unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgege- benen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächti- gung noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Er- mächtigung. Die Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 4 der Satzung. Von der Ermächtigung Lagebericht 56 zur Ausübung des Genehmigten Kapitals 2019 wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Die Hauptversammlung vom 18. Juli 2019 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG er- mächtigt, bis zum 17. Juli 2024 Aktien der Ge- sellschaft im Umfang von bis zu 10 % des dama- ligen Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktio- näre gerichteten öffentlichen Kaufangebots er- folgen. Die eigenen Aktien können unter ande- rem zum Zwecke der Einziehung zulasten des Bi- lanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen er- worben werden. Der Vorstand wurde auch er- mächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Un- ternehmenszusammenschlüssen oder beim Er- werb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern. Die Einzelheiten ergeben sich aus der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 18. Juli 2019. Von vorstehender Ermächtigung zum Erwerb von eigenen Aktien wurde bislang kein Gebrauch gemacht. KONTROLLWECHSEL- UND ENTSCHÄDIGUNGS- VEREINBARUNGEN Die Südzucker AG hat mit ei- nem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600 Mio. € ab- geschlossen. Im Fall eines Kontrollwechsels im Sinne des Vertrags hat jedes Mitglied des Ban- kenkonsortiums unter bestimmten Vorausset- zungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung (einschließlich Zinsen) zu verlangen. Im Übrigen bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen ge- mäß §§ 289a Abs. 1 Satz 1 Nr. 8, 315a Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 HGB, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeange- bots stehen. Es bestehen auch keine Entschädi- gungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vor- stands oder zugunsten von Arbeitnehmern für den Fall eines Kontrollwechsels. Gesonderte nichtfinanzielle Berichterstattung § 289b Abs. 3 HGB Die nichtfinanzielle Erklärung, die für den Kon- zern abgegeben wird, ist gleichermaßen für die Südzucker AG gültig. Die einschlägigen Leitlinien und dazugehörigen Managementansätze gelten für die gesamte Südzucker-Gruppe; es bestehen keine nichtfinanziellen Zielvorgaben, die nur auf die Südzucker AG beschränkt sind. Die Angaben zur nichtfinanziellen Berichterstattung der Süd- zucker AG gemäß §§ 289b ff. HGB sind enthalten. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung als Teil des Konzernlageberichts sowie der Prüfungsvermerk sind als Bestandteile des Geschäftsberichts 2022/23 der Südzucker AG außerdem auf der Website von Südzucker unter www.suedzucker- goup.com/de/investor-relations/publikatio- nen/finanzberichte#2022/23 zugänglich ge- macht. Lagebericht 57 Vorschlag zur Gewinnverwendung Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Haupt- versammlung am 13. Juli 2023 eine Dividende von 0,70 (0,40) € je Stückaktie vor. Bei einem di- videndenberechtigten Kapital von 204,2 (204,2) Mio. € beträgt die Ausschüttungssumme 142,9 (81,7) Mio. €. Die Dividende soll am 18. Juli 2023 ausgezahlt werden. Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 Abs. 3 AktG Laut Mitteilung der Süddeutschen Zuckerrüben- verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Och- senfurt, errechnet sich aus deren Eigenbesitz an Südzucker-Aktien zuzüglich der von ihr treuhän- derisch für die Gemeinschaft der Anteilsinhaber gehaltenen Aktien eine Mehrheitsbeteiligung an unserer Gesellschaft. Der im Hinblick hierauf ab- gegebene Bericht gemäß § 312 AktG schließt mit folgender Erklärung: „Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu der SZVG, dem Verband Süd- deutscher Zuckerrübenanbauer e.V., Ochsenfurt, dessen Landesverbänden und den Rübenanbau- ern aufgeführten Rechtsgeschäften oder Maß- nahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsge- schäfte vorgenommen sind oder die Maßnahmen getroffen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und wur- den dadurch, dass die Maßnahmen getroffen wurden, nicht benachteiligt.“ Jahresabschluss 58 JAHRESABSCHLUSS Bilanz zum 28. Februar 2023 AKTIVA (Tsd. €) An- hang 28. Februar 2023 28. Februar 2022 Immaterielle Vermögensgegenstände 8.736 7.518 Sachanlagen 446.741 455.565 Finanzanlagen 2.764.222 2.764.232 Anlagevermögen 1 3.219.699 3.227.315 Vorräte 2 719.285 564.578 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3 610.755 504.526 Wertpapiere 4 103.890 108.215 Flüssige Mittel 5.737 23.820 Umlaufvermögen 1.439.667 1.201.139 Rechnungsabgrenzungsposten 5 2.983 2.162 4.662.349 4.430.616 0 PASSIVA (Tsd. €) An- hang 28. Februar 2023 28. Februar 2022 Gezeichnetes Kapital 204.183 204.183 Abzüglich rechnerischer Wert eigener Aktien -76 -24 Ausgegebenes Kapital 204.107 204.159 Kapitalrücklage 1.620.579 1.620.579 Gewinnrücklagen 89.389 90.087 Bilanzgewinn 157.061 89.696 Eigenkapital 6 2.071.136 2.004.521 Sonderposten mit Rücklageanteil 7 27.805 27.955 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 8 852.424 763.635 Übrige Rückstellungen 9 256.689 263.472 Rückstellungen 1.109.113 1.027.107 Verbindlichkeiten 10 1.454.295 1.371.033 4.662.349 4.430.616 Jahresabschluss 59 Gewinn- und Verlustrechnung 1. März 2022 bis 28. Februar 2023 1. März 2022- 1. März 2021- (Tsd. €) An- hang 28. Februar 2023 28. Februar 2022 Umsatzerlöse 12 1.747.504 1.383.477 Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen 13 88.716 85.581 Sonstige betriebliche Erträge 14 62.255 28.920 Materialaufwand 15 -1.241.920 -1.002.047 Personalaufwand 16 -305.703 -311.946 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -65.414 -66.701 Sonstige betriebliche Aufwendungen 17 -250.563 -227.278 Beteiligungsergebnis 18 147.677 217.415 Abschreibungen auf Finanzan- lagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 19 -7.100 -6.500 Zinsergebnis 20 -22.229 -14.778 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 21 -4.204 3.000 Ergebnis nach Steuern/ Jahresüberschuss 149.019 89.143 Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 8.042 553 Bilanzgewinn 157.061 89.696 Jahresabschluss 60 Anhang zum Jahresabschluss Anwendung der Rechnungslegungsvorschriften Der Jahresabschluss der Südzucker AG, Mannheim, (Registergericht: Amtsgericht Mannheim HRB 0042) wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Um- setzungsgesetz (BilRUG) sowie des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Zur Verbesse- rung der Klarheit der Darstellung wurden in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung ein- zelne Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Der Abschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, soweit nicht anders vermerkt, in Tausend Euro (Tsd. €) bzw. Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Die Vorjahreswerte werden im Anhang regelmä- ßig in Klammern dargestellt. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenbriefkurs bei Entstehung der Forderung oder zum niedrigeren beizulegenden Wert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, angesetzt (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisengeldkurs bei Entstehung der Ver- bindlichkeit oder zum höheren Stichtagskurswert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, bewertet (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag um- gerechnet. Kursgewinne bzw. Kursverluste aufgrund abweichender Devisenkassamittelkurse zwischen dem Zeit- punkt des Geschäftsvorfalls und dem Bilanzstichtag werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Anlagevermögen Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstel- lungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, bewertet. In die Her- stellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Werteverzehr des Anlagevermögens, Jahresabschluss 61 dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht einbezogen. Die nach handelsrechtlichen Vorschriften ermittelten planmäßigen Abschreibungen erfolgen nach der degressiven oder linearen Methode. Immaterielle Vermögensgegenstände werden nach der linearen Methode abgeschrieben. Für ab dem 1. Januar 2001 angeschaffte Sachanlagen wurde bei der degressiven Abschreibung ein Satz von maximal 20 % verrechnet. Für ab dem 1. Januar 2006 bis zum 31. Dezember 2007 angeschaffte Sachanlagen wurde bei der degressiven Abschreibung entsprechend den steuerlichen Vorschriften ein Satz von maximal 30 % verrechnet. Für nach dem 31. Dezember 2008 angeschaffte Gegenstände des Anlagevermögens wurde bei der de- gressiven Abschreibung ein Satz von maximal 25 % verrechnet. Der Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibungsmethode erfolgt zu dem Zeitpunkt, in dem der auf die Restnutzungsdauer in gleichen Jahresbeträgen verteilte Restbuchwert zu höheren Abschreibungsquoten führt. Für ab dem 1. März 2010 angeschaffte bzw. hergestellte Gegenstände des Anlagevermögens kam aus- schließlich die lineare Methode zum Ansatz. Das Beibehaltungswahlrecht nach Art. 67 Abs. 4 Satz 1 EG- HGB wurde ausgeübt. Selbständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden im Jahr des Zugangs sofort im Aufwand erfasst, sofern ihre Anschaffungs- oder Herstellungs- kosten 250 € nicht übersteigen. Für nach dem 31. Dezember 2007 angeschaffte oder hergestellte, ab- nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, deren Anschaffungs- oder Herstellungskos- ten 250 € aber nicht 1.000 € übersteigen, wurden Sammelposten gebildet. Sammelposten werden ein- heitlich über fünf Jahre abgeschrieben. Nach dem 1. März 2018 angeschaffte oder hergestellte, abnutz- bare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten 800 € nicht übersteigen werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben. Ein Sammelposten wird ab dem 1. März 2018 nicht mehr gebildet. Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde: Immaterielle Vermögensgegenstände 2 bis 9 Jahre Bauten 10 bis 50 Jahre Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 15 Jahre Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und auf Sachanlagevermögen werden zum Nennbetrag angesetzt. Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Beteiligungen erfolgt zu Anschaf- fungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert. Die Ausleihungen werden zum Nennbetrag bewertet . Niedrigeren beizulegenden Werten von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens wird bei vo- raussichtlich dauernder Wertminderung durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Jahresabschluss 62 Wertaufholungen werden vorgenommen, wenn die Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen nicht mehr bestehen. Umlaufvermögen Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt gemäß den Grundsätzen der Einzel- bzw. Festbewertung zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Handels- waren werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Darüber hinaus wird bei eingeschränkter Verwertbarkeit jeweils ein angemessener Bewertungsabschlag vorgenommen. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt gemäß §§ 253 bis 256 HGB zu Herstel- lungskosten bzw. zu den vom Verkaufspreis abgeleiteten erzielbaren Reinerlösen unter Beachtung des Prinzips einer verlustfreien Bewertung. Dabei wird die FIFO-Methode bei der Bewertung der fertigen Erzeugnisse angewandt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Ver- wertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten werden der Werteverzehr des Anlagevermögens, die direkt zurechenbaren Material- und Fertigungskosten sowie angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten berücksichtigt. Fremdkapitalzinsen werden nicht einbezogen. Die Her- stellungskosten enthalten auch angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie an- gemessene Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung, soweit diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Geleistete Anzahlungen auf Vorräte werden zum Nennwert bilanziert. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert unter Beachtung des stren- gen Niederstwertprinzips bzw. gegebenenfalls abgezinst bilanziert. Zweifelhafte Forderungen werden in Höhe des geschätzten Ausfallrisikos einzelwertberichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Unentgeltlich zugeteilte CO 2 –Emissionszertifikate werden mit einem Anschaffungswert von Null, ent- geltlich erworbene Zertifikate werden zu ihren Anschaffungskosten aktiviert. Sofern die CO 2 – Emissio- nen die zugeteilten Zertifikate überschreiten, werden Rückstellungen in Höhe der Anschaffungskosten der Zertifikate gebildet. Die Bilanzierung der Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen auf den jeweils niedrigeren Börsen- oder Marktpreis am Geschäftsjah- resende. Flüssige Mittel werden zum Nominalwert bewertet. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite vor dem Bilanzstichtag getätigte Ausgaben ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen. Jahresabschluss 63 Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Der rechnerische Wert von erworbenen eigenen Anteilen wird offen von dem Posten gezeichnetes Ka- pital abgesetzt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem rechnerischen Wert und den Anschaffungskos- ten eigener Aktien wird mit den frei verfügbaren Gewinnrücklagen verrechnet. Anschaffungsnebenkos- ten werden als Aufwand des Geschäftsjahres ausgewiesen. Sonderposten mit Rücklageanteil Bis zum 28. Februar 2010 wurden Sonderposten mit Rücklageanteil für Unterschiede aus steuerlich zulässigen erhöhten Abschreibungen und Sonderabschreibungen sowie den linearen oder degressiven Normalabschreibungen gebildet. Das Beibehaltungswahlrecht nach Art. 67 Abs. 3 Satz 1 EGHGB wurde ausgeübt. Rückstellungen Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch auf Grundlage biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) nach der Anwart- schaftsbarwertmethode (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Dabei wurde von einer künftigen Gehaltssteigerung von 2,75 (2,50) %, von einem Beitragsbemessungsgrenze-Trend von 2,75 (2,50) %, einer künftigen Rentensteigerungsrate von 2,50 (1,80) % und einer durchschnittlichen Fluktuation von 1,00 (1,00) % ausgegangen. Bei der Abzinsung der Pensionsverpflichtungen zum 28. Februar 2023 wurde ein Rechnungszins von 1,79 (1,82) % zugrunde gelegt. Es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank zum 28. Februar 2023 ermittelten durchschnitt- lichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungszinssatzes werden im Personalauf- wand, Zeitwertänderungen des Deckungsvermögens im Finanzergebnis ausgewiesen. Für rückgedeckte Verpflichtungen aus Entgeltumwandlungen wird der Aktivwert der Rückdeckungsversicherung ange- setzt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mit vorhandenen Deckungs- vermögen (Rückdeckungsvermögen) verrechnet, das mit dem Zeitwert bilanziert wurde. Bei dem Zeit- wert des Deckungsvermögens handelt es sich um den versicherungsmathematischen Aktivwert der Rückdeckungsversicherung, der nahezu den historischen Anschaffungskosten entspricht. Bei der Bemessung der Rückstellung für die Altersteilzeitverpflichtungen werden die Aufstockungsbe- träge entsprechend der Regelungen des gültigen IDW RS HFA 3 als Zahlungen mit Entlohnungscharakter behandelt. Der Abzinsungssatz für Rückstellungen für Altersteilzeitguthaben beträgt 0,73 (0,48) % so- wie für Jubiläumsansprüche 1,48 (1,34) %. Der Gehaltstrend entspricht dem der Rückstellungen für Pen- sionen und ähnliche Verpflichtungen. Jahresabschluss 64 Übrige Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwe- benden Geschäften gebildet. Ferner werden Rückstellungen für unterlassene Instandhaltungsaufwen- dungen gebildet, die im folgenden Geschäftsjahr innerhalb von drei Monaten nachgeholt werden. Die Bemessung der übrigen Rückstellungen erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurtei- lung erforderlichen Erfüllungsbetrags, der auch Preis- und Kostensteigerungen enthält. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden Marktzinssatz abgezinst. Verbindlichkeiten Sämtliche Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag ausgewiesen. Latente Steuern Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Neben den zeitlichen Buchungsunterschieden können auch steuerliche Verlustvorträge und Zinsvor- träge berücksichtigt werden. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt auf der Grundlage des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Südzucker AG von derzeit 29,1 %. Der kombinierte Ertragsteuersatz beinhaltet Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Sofern die aktiven latenten Steuern die passiven latenten Steuern überwiegen, wird von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, keine aktiven latenten Steuern zu bilanzieren. Im Geschäftsjahr ergaben sich ins- gesamt – nicht bilanzierte – aktive latente Steuern, dabei werden steuerliche Verlustvorträge und Zins- vorträge nicht berücksichtigt. Forschungs- und Entwicklungskosten Das Wahlrecht der Aktivierung von Entwicklungskosten wird nicht in Anspruch genommen. Forschungskosten werden als nicht aktivierungsfähige Aufwendungen unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bildung von Bewertungseinheiten bei Sicherungsinstrumenten Die Bilanzierung von Bewertungseinheiten beruht auf dem Prinzip, dass vergleichbare Risiken aus einem Grundgeschäft durch gegenläufige Wertänderungen oder Zahlungsströme eines Sicherungsgeschäfts wirtschaftlich neutralisiert werden. Deshalb sind nicht realisierte Gewinne und Verluste in dem Umfang und für den Zeitraum unberücksichtigt, in dem sich die gegenläufigen Wertänderungen oder Zahlungs- ströme aus Grund- und Sicherungsgeschäft ausgleichen. Jahresabschluss 65 Sicherungsinstrumente werden als eine Bewertungseinheit mit dem Grundgeschäft betrachtet, sofern die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt sind. Für die Angabe der Markt- werte wird der Betrag herangezogen, welcher der Südzucker AG bei einer unterstellten Auflösung des Sicherungsgeschäfts zum Bilanzstichtag zu- bzw. abfließen würde. Da die Sicherungsgeschäfte markt- übliche, handelbare Finanzinstrumente umfassen, wird der Marktwert aus Marktnotierungen ohne Ver- rechnung mit etwaigen gegenläufigen Wertentwicklungen aus zugrundeliegenden Grundgeschäften ab- geleitet. Soweit sich aus der Verrechnung der Wertänderungen von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument, die sich auf das abgesicherte Risiko beziehen, ein Verlustüberhang ergibt, ist dieser aufwandswirksam in eine Rückstellung für Bewertungseinheiten einzustellen. Die bilanzielle Abbildung der wirksamen Teile der gebildeten Bewertungseinheiten erfolgt grundsätzlich nach der Einfrierungsmethode. Jahresabschluss 66 Erläuterungen zur Bilanz (1) Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen Geleistete Anzah- lungen Immaterielle Vermögens- gegenstände (Tsd. €) Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand am 1. März 2022 67.954 0 67.954 Zugänge 4.096 549 4.645 Abgänge -728 0 -728 Umbuchung 986 0 986 Stand am 28. Februar 2023 72.308 549 72.857 Kumulierte Abschreibungen Stand am 1. März 2022 60.436 0 60.436 Abschreibung des Jahres 4.292 0 4.292 davon außerplanmäßig 0 0 0 Abgänge -607 0 -607 Stand am 28. Februar 2023 64.121 0 64.121 Buchwerte 28. Februar 2022 7.518 0 7.518 28. Februar 2023 8.187 549 8.736 0 Jahresabschluss 67 Sachanlagen Grundstücke und Bauten Technische Anla- gen und Maschi- nen Betriebs- und Ge- schäfts- ausstattung Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen (Tsd. €) Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand am 1. März 2022 475.459 1.376.482 116.308 12.408 1.980.657 Zugänge 2.089 20.874 7.836 22.891 53.690 Abgänge -475 -7.176 -4.321 0 -11.972 Umbuchung 269 6.718 279 -8.252 -986 Stand am 28. Februar 2023 477.342 1.396.898 120.102 27.047 2.021.389 Kumulierte Abschreibungen Stand am 1. März 2022 273.567 1.157.974 93.551 0 1.525.092 Abschreibung des Jahres 9.423 43.815 7.884 0 61.122 davon außerplanmäßig 0 0 0 0 0 Abgänge -443 -6.927 -4.196 0 -11.566 Umbuchung 0 0 0 0 0 Stand am 28. Februar 2023 282.547 1.194.862 97.239 0 1.574.648 Buchwerte 28. Februar 2022 201.892 218.508 22.757 12.408 455.565 28. Februar 2023 194.795 202.036 22.863 27.047 446.741 0 Finanzanlagen Anteile an verbun- denen Unterneh- men Beteiligungen Sonstige Auslei- hungen Finanz- anlagen (Tsd. €) Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand am 1. März 2022 2.764.208 14 10 2.764.232 Zugänge 0 0 0 0 Abgänge 0 0 -10 -10 Stand am 28. Februar 2023 2.764.208 14 0 2.764.222 Kumulierte Abschreibungen Buchwerte 28. Februar 2022 2.764.208 14 10 2.764.232 28. Februar 2023 2.764.208 14 0 2.764.222 0 Jahresabschluss 68 (2) Vorräte (Tsd. €) 28. Februar 2023 28. Februar 2022 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 73.720 34.374 Unfertige Erzeugnisse 147.473 148.743 Fertige Erzeugnisse und Waren 449.301 355.270 Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 48.791 26.191 719.285 564.578 0 Der Anstieg der fertigen Erzeugnisse und Waren zum 28. Februar 2023 ist bei einer mengenmäßigen Verminderung der Bestände infolge der gesunkenen Erzeugung auf eine höhere Bewertung der Zucker- bestände im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Teilweise waren fertige Erzeugnisse auf erwartete niedrigere Verkaufserlöse abzuwerten. Die geleisteten Anzahlungen zum 28. Februar 2023 betreffen die Rohstoffsicherungsprämie 2021/23 die im Juni 2022 für den Abschluss der Zuckerrübenlieferverträge für die Kampagne 2023 geleistet wurde. Im Vorjahr betrafen sie die Rohstoffsicherungsprämie 2020/22, die für den Abschluss der Zu- ckerrübenlieferverträge für die Kampagne 2022 geleistet wurde und die nun in die Bewertung der Zu- ckerbestände zum 28. Februar 2023 einging. (3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (Tsd. €) 28. Februar 2023 28. Februar 2022 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 208.438 158.584 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 315.264 282.842 davon mit einer Restlaufzeit > 1 Jahr 0 0 Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 140 575 Sonstige Vermögensgegenstände 86.913 62.525 610.755 504.526 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 208.438 (158.584) Tsd. € sind mit 1.149 (1.839) Tsd. € einzelwertberichtigt . Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Finanzforderungen aus Konzern-Darle- hen in Höhe von 53.500 (0) Tsd. €, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 118.189 (72.047) Tsd. € sowie sonstige Forderungen in Höhe von 143.575 (210.795) Tsd. €, die die kurzfristige Konzernfinanzierung (Cash-Pooling) der Tochtergesellschaften betreffen . Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Jahresabschluss 69 Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 86.913 (62.525) Tsd. € enthielten zum Stichtag Umsatzsteuerforderungen sowie Energiesteuer- und Versicherungs-Erstattungsansprüche. Sicher- heitsleistungen und abgegrenzte realisierte Effekte aus Sicherungen, zu denen das Grundgeschäft noch nicht eingetreten ist, in Höhe von 14.844 (9.289) Tsd. €. Sie betreffen die Sicherung von Zuckerpreisen und der Rohstoffsicherung für die Stärkefabrik in Zeitz. Ebenfalls enthalten sind erworbene CO 2 Zerti- fikate in Höhe von 16.495 (17.160) Tsd. € . (4) Wertpapiere (Tsd. €) 28. Februar 2023 28. Februar 2022 Anteile an verbundenen Unternehmen 13.600 13.232 Sonstige Wertpapiere 90.290 94.983 103.890 108.215 In den Anteilen an verbundenen Unternehmen sind Aktien der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien/Öster- reich, ausgewiesen. (5) Rechnungsabgrenzungsposten Der Posten enthält im Wesentlichen abgegrenzte Zinsaufwendungen. Jahresabschluss 70 (6) Eigenkapital Eigenkapitalspiegel 1. März 2022 Dividende für Jahres- Eigene Anteile 28. Februar (Tsd. €) 2021/22 überschuss 2023 Gezeichnetes Kapital 204.183 204.183 Abzüglich rechnerischer Wert eigener Aktien -24 -52 -76 Ausgegebenes Kapital 204.159 -52 204.107 Kapitalrücklage 1.620.579 1.620.579 Gewinnrücklagen 90.087 -698 89.389 Bilanzgewinn 89.696 81.654 149.019 157.061 2.004.521 81.654 149.019 -750 2.071.136 0 Zum 28. Februar 2023 betrug das gezeichnete Kapital 204.183.292 €. Es ist in 204.183.292 Stückak- tien eingeteilt; dabei handelt es sich ausschließlich um nennwertlose Stammaktien mit einem rechneri- schen Anteil von 1 € je Aktie am Grundkapital. Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag 76.033 eigene Aktien, womit das ausstehende gezeichnete Kapital 204.107.259 € beträgt. Die 76.033 (24.391) eigenen Aktien (0,04 (0,01) % des gezeichneten Kapitals) wurden im Januar, April und Dezember 2022 von der Gesellschaft zur Bedienung des aktienbasierten Vorstandsvergütungssys- tem erworben. Die darauf entfallenden Anschaffungskosten in Höhe von 1.065 (315) Tsd. € wurden in Höhe von 76.033 (24.391) € vom gezeichneten Kapital abgesetzt und in Höhe des darüber hinausge- henden Betrags mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 17. Juli 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ganz oder in Teilbeträgen, einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 20 Mio. € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019). Der Vorstand kann dabei mit Zustimmung des Aufsichtsrats und nach näherer Maßgabe von § 4 Abs. 4 der Satzung das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen ausschließen, wobei die unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Die Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 4 der Satzung. Von der Ermächtigung zur Ausübung des Genehmigten Kapitals 2019 wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Die Hauptversammlung vom 18. Juli 2019 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 17. Juli 2024 Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Die eigenen Aktien können unter anderem zum Zwecke der Einziehung zulasten des Bilanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen erworben werden. Der Vorstand wurde auch ermäch- tigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugs- Jahresabschluss 71 rechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unter- nehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern. Die Einzel- heiten ergeben sich aus der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 18. Juli 2019. Von vorstehender Ermächtigung zum Erwerb von eigenen Aktien wurde im beschriebenen Umfang Gebrauch gemacht. Bei den Gewinnrücklagen handelt es sich um andere Gewinnrücklagen nach § 266 Abs. 3 A III Nr. 4 HGB. Zum 28. Februar 2023 übersteigen die frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags den Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge. Daher besteht keine Ausschüttungssperre in Be- zug auf den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres. (7) Sonderposten mit Rücklageanteil Der Sonderposten mit Rücklageanteil betrifft ausschließlich steuerliche Sonderabschreibungen. (8) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen In den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden Verpflichtungen aus laufen- den Renten und Anwartschaften ausgewiesen. Der Erfüllungsbetrag der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 853.813 (765.418) Tsd. € wurde mit Deckungsvermögen (Rückdeckungsvermögen) in Höhe von 1.389 (1.783) Tsd. € verrechnet. Bei dem Deckungsvermögen handelt es sich um den versicherungsmathematischen Aktivwert von Rückdeckungsversicherungen; dabei entspricht der Zeitwert nahezu den historischen Anschaffungskosten. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den ver- gangenen sieben Geschäftsjahren gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt 50.611 Tsd. €. Dieser Betrag un- terliegt einer Ausschüttungssperre. (9) Übrige Rückstellungen (Tsd. €) 28. Februar 2023 28. Februar 2022 Steuerrückstellungen 33.446 21.094 Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorgen 115.762 141.893 Sonstige Rückstellungen 107.481 100.485 256.689 263.472 Die Steuerrückstellungen decken Risiken aus möglichen Steuerzahlungen für Vorjahre ab. Die Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorgen betreffen Rechtsstreitigkeiten aus Marktord- nungsverfahren, Verfahren aus operativen Vertragsbeziehungen und Kartellrechtsrisken einschließlich Bußgeld und Schadensersatz. Der Rückgang ist insbesondere auf die Auflösung einer Rückstellung für Kartellrisiken in Österreich zurückzuführen. Jahresabschluss 72 Im Zusammenhang mit dem deutschen Zuckerkartell-Bußgeldverfahren hatte die österreichische Bun- deswettbewerbsbehörde im Jahr 2010 wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen die Festsetzung eines Bußgelds gegen die Südzucker AG und die AGRANA Zucker GmbH, Wien/ Öster- reich, in Höhe von insgesamt 28 Mio. € beantragt. Dieser Antrag wurde durch das Oberlandesgericht Wien im Jahr 2019 voll umfänglich abgewiesen. Die Bundeswettbewerbsbehörde hat gegen diese Ent- scheidung - bezogen auf die Südzucker AG - Rechtsmittel eingelegt. Durch die ergangene rechtskräf- tige Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Wien wurde eine deutliche Reduzierung des Tatvorwurfs festgestellt. Dadurch hat sich auch die Höhe des drohenden Bußgeldes entsprechend reduziert und ein erheblicher Teil der bei Einleitung des Verfahrens gebildeten Rückstellung konnte aufgelöst werden. Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Verpflichtungen für Personalaufwendungen (Gewinnbeteiligungs-, Urlaubs-, Gleitzeit- und Abfindungsansprüche), Aufwendungen für Rübenerde- ausfuhr und Rekultivierung von Schlammteichen bzw. Erdarbeiten zur Bodenbearbeitung und -verbes- serung, negative Marktwerte von nicht in Bewertungseinheiten befindlichen Derivaten in Höhe von 849 (999) Tsd. € und Risikovorsorge. Darüber hinaus bestanden Rückstellungen für im Berichtsjahr unterlassene Instandhaltungsaufwen- dungen, die durch Maßnahmen in den ersten drei Monaten des Folgejahres nachgeholt werden. Die Rückstellung für Altersteilzeit wurde für bereits abgeschlossene und zum Bilanzstichtag fest ver- einbarte Altersteilzeitverträge gebildet. Sie beinhaltet Aufstockungsbeträge und bis zum Bilanzstichtag aufgelaufene Erfüllungsrückstände der Gesellschaft. (10) Verbindlichkeiten 28. Februar 2023 28. Februar 2022 (Tsd. €) Gesamt < 1 Jahr > 1 Jahr Gesamt < 1 Jahr > 1 Jahr Anleihen und Schuldverschreibungen 0 0 0 150.034 150.034 0 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 59.425 12.900 46.525 144.163 94.738 49.425 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 398.374 398.374 0 227.225 227.225 0 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unter- nehmen 939.506 313.916 625.590 785.046 250.539 534.507 davon aus Lieferungen und Leistungen 28.458 28.458 0 23.686 23.686 0 Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 94 94 0 0 0 0 Sonstige Verbindlichkeiten 56.896 56.896 0 64.565 64.565 0 davon aus Steuern 1.977 1.977 0 5.282 5.282 0 davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 7.124 7.124 0 7.170 7.170 0 1.454.295 782.180 672.115 1.371.033 787.101 583.932 Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen 59.425 (144.163) Tsd. €. Der Rückgang entfällt überwiegend auf die gesunkenen kurzfristigen Finanzierungserfordernisse. Von den Verbind- lichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit über einem Jahr von 46.525 (49.425) Tsd. Euro hatten 0 (0) Tsd. € eine Restlaufzeit von über 5 Jahren . Jahresabschluss 73 Unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden Verpflichtungen gegenüber den Rübenanbauern von 309.396 (130.266) Tsd. € ausgewiesen . Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 939.506 (785.046) Tsd. € betrafen im Wesentlichen Mittelaufnahmen über die Südzucker International Finance B.V., Oud-Beijer- land/Niederlande, die CropEnergies AG, Mannheim, sowie die Raffinerie Tirlemontoise S.A. Tienen/Bel- gien. Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen waren kleiner als 5 Jahre. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthielten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Versorgungs- einrichtungen, Steuerverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung. Sämtliche Verbindlichkeiten sind ungesichert. (11) Haftungsverhältnisse, sonstige finanzielle Verpflichtungen und derivative Finanzinstru- mente Von den künftigen Verpflichtungen aus Pacht-, Miet- und Leasingverträgen sind 14,7 (12,5) Mio. € in- nerhalb von bis zu einem Jahr, 22,5 (22,0) Mio. € über einem Jahr, davon 4,3 (4,0) Mio. € nach mehr als fünf Jahren fällig; davon betreffen 0,1 (0,1) Mio. € Verpflichtungen gegen verbundene Unternehmen, die innerhalb von bis zu einem Jahr fällig sind. Leasing wird im Wesentlichen in den Bereichen der La- gerhaltung, Logistik sowie in der Landwirtschaft mit der Pacht von Agrarflächen eingesetzt. Besondere Risiken aus den Leasingverhältnissen sind nicht ersichtlich. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus offenen Bestellungen betrugen zum Bilanzstichtag 61,5 (22,9) Mio. €. Zu Gunsten der Gläubiger der von der Südzucker Finance B.V., Oud-Beijerland/Niederlande, begebenen Anleihen hat die Südzucker AG Garantien über insgesamt 1.200,0 (800,0) Mio. € und im Falle der nach- rangigen Hybrid-Anleihe eine nachrangige Garantie in Höhe von 700,0 (700,0) Mio. € abgegeben. Die Abgabe einer weiteren Bürgschaft und Garantie erfolgte zu Gunsten der Gläubiger der Orafti Chile S.A., für Darlehen und eine Kreditlinie von maximal 73,0 (50,0) Mio. USD, und zu Gunsten der Gläubiger der Richelieu Foods Inc., für eine Kreditlinie von maximal 35,0 (0,0) Mio. USD. Eine Inanspruchnahme aus den begebenen Bürgschaften und Garantien wird derzeit aufgrund der finanziellen Situation der Gesell- schaften nicht erwartet. Neben den dargestellten sonstigen finanziellen Verpflichtungen und Haftungsverhältnissen existieren keine außerbilanziellen Geschäfte, die für die Finanzlage der Gesellschaft von Bedeutung wären. Für Zuckerverkaufsverträge im Volumen von 164.167 (381.157) t mit weltmarktpreisbasierter Preisab- leitung werden Preissicherungen mittels Zuckerterminkontrakten (Zuckerfutures) und Währungssiche- rungsgeschäften (FX-Forwards) abgeschlossen. Das Grundgeschäft (abgeschlossene oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Zuckerverkaufsverträge) und die Sicherungsinstrumente (Zuckerfutures und FX-Forwards) werden als Bewertungseinheit (Micro Hedge) betrachtet, da die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt sind. Entsprechend wird im Fall eines negativen Marktwerts der Sicherungsinstrumente keine Rückstellung gebildet (Einfrierungsmethode). Zum 28. Februar 2023 waren Zuckerterminkontrakte (Zuckerfutures) für die Preissicherung von Zuckerverkäufen mit welt- marktpreisbasierter Preisanpassung mit überwiegender Lieferung im Geschäftsjahr 2023/24 offen. Der positive Marktwert beträgt +0,4 (+4,2) Mio. €, der negative Marktwert beträgt -4,2 (-7,9) Mio. €. Für damit verbundene Währungssicherungsgeschäfte (FX-Forwards) bestehen positive bzw. negative Jahresabschluss 74 Marktwerte von +0,7 (+1,4) bzw. -1,3 (-7,8) Mio. €. Erworbene Zuckeroptionen im Volumen von 0 (27.537) t hatten zum 28. Februar 2023 Marktwerte von 0,0 (-0,2) Mio. €. Zur Sicherung der Gasbezugspreise wurden im Geschäftsjahr für 1.652.198 (954.932) MWh Siche- rungsgeschäfte (Swaps) abgeschlossen. Am 28. Februar 2023 bestehen positive bzw. negative Markt- werte von +18,3 (+20,8) bzw. -4,2 (-0,1) Mio. €. Hierbei wird der zukünftige Gasbezug als Grundge- schäft zusammen mit den Sicherungsinstrumenten als Bewertungseinheit (Micro Hedge) betrachtet, da die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt sind. Entsprechend wird im Fall eines negativen Marktwerts der Sicherungsinstrumente keine Rückstellung gebildet (Einfrierungsme- thode). Zur Rohstoffpreissicherung für die in Zeitz errichtete Weizenstärkeanlage setzt Südzucker neben län- gerfristigen Lieferverträgen auch derivative Sicherungsinstrumente (Weizenfutures) ein. Hierbei wird der zukünftige Rohstoffbedarf bzw. die entsprechenden Rahmenverträge als Grundgeschäft zusammen mit den Sicherungsinstrumenten als Bewertungseinheit (Micro Hedge) betrachtet, da die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt sind. Entsprechend wird im Fall eines negativen Markt- werts der Sicherungsinstrumente keine Rückstellung gebildet (Einfrierungsmethode). Zum 28. Februar 2023 waren Weizenterminkontrakte im Volumen von 133.350 (135.000) t für Lieferungen überwiegend im Geschäftsjahr 2023/24 mit positiven bzw. negativen Marktwerte von +0,8 (+5,3) bzw. -3,2 (0,0) Mio. € offen. Die Übereinstimmung dieser Parameter wird prospektiv überprüft und im Rahmen des Risikomanage- mentsystems wird die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung regelmäßig beurteilt. Im Rahmen der Ef- fektivitätstests wurde festgestellt, dass die wesentlichen wertbestimmenden Parameter (Critical-Terms) wie Nominalbeträge, Währung, Beginn, Fälligkeit, etc. von Grund- und Sicherungsgeschäft jeweils über- einstimmen, weshalb davon ausgegangen wird, dass sich die gegenläufigen Zahlungsströme in Zukunft vollständig ausgleichen werden. Jahresabschluss 75 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (12) Umsatzerlöse (Tsd. €) 2022/23 2021/22 Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen Eigenerzeugnisse 1.338.426 1.067.814 davon Zucker 1.083.824 861.123 davon sonstige Erlöse 254.602 206.691 Leistungserlöse 179.043 139.820 Handelswaren 230.035 175.843 davon Zucker 113.338 91.535 davon Nebenprodukte 40.851 44.903 1.747.504 1.383.477 Geographische Aufgliederung Deutschland 1.119.691 845.725 EU 542.881 437.687 Vereinigtes Königreich 27.279 24.166 Sonstiges Ausland 57.653 75.899 1.747.504 1.383.477 (13) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen (Tsd. €) 2022/23 2021/22 Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 85.465 82.591 Andere aktivierte Eigenleistungen 3.251 2.990 88.716 85.581 (14) Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge von 62.255 (28.920) Tsd. € enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von 31.498 (12.318) Tsd. €. Diese resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstel- lungen wegen eines Kartellverfahrens in Österreich. Daneben sind Erträge aus der Währungsumrech- nung in Höhe von 3.822 (3.064) Tsd. € enthalten. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Sonderposten mit Rückla- geanteil in Höhe von 150 (210) Tsd. € sowie Erträge aus Versicherungserstattungen für Schadensfälle und Gewinne aus Zinsswaps enthalten. Jahresabschluss 76 (15) Materialaufwand (Tsd. €) 2022/23 2021/22 Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Handelswaren 1.095.172 865.510 Aufwendungen für bezogene Leistungen 146.748 136.537 1.241.920 1.002.047 (16) Personalaufwand (Tsd. €) 2022/23 2021/22 Löhne und Gehälter 172.399 159.212 Soziale Abgaben und Aufwendungen für Alters- versorgung und Unterstützung 133.304 152.734 davon für Altersversorgung 102.600 123.311 - Dienstzeitaufwand 14.161 11.976 - Parameteranpassungen u.a. 88.439 111.335 305.703 311.946 0 0 Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter Gewerbliche Arbeitnehmer 1.157 1.167 Angestellte 1.076 1.056 Auszubildende 170 170 2.403 2.393 Der Aufwand für Löhne und Gehälter erhöhte sich durch Gehaltssteigerungen. Aufwendungen für Ab- findungen gab es keine. (17) Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen aus Verlusten aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 417 (890) Tsd. €. Daneben sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 1.041 (494) Tsd. € enthalten. Jahresabschluss 77 (18) Beteiligungsergebnis (Tsd. €) 2022/23 2021/22 Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 89.148 142.071 Erträge aus Beteiligungen 58.754 75.346 davon aus verbundenen Unternehmen 58.754 75.346 davon aus sonstigen Beteiligungen 0 0 Aufwendungen aus Verlustübernahmen -225 -2 147.677 217.415 0,00 0,00 (19) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens Es war eine Abschreibung auf Wertpapiere des Umlaufvermögens auf den niedrigeren Börsenkurs er- forderlich. (20) Zinsergebnis (Tsd. €) 2022/23 2021/22 Erträge aus anderen Wert- papieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 3.048 3.969 Zinsen und ähnliche Erträge 7.046 5.422 davon aus verbundenen Unternehmen 2.963 1.709 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -32.323 -24.169 davon aus Aufzinsung -13.857 -14.361 davon an verbundene Unternehmen -11.862 -6.325 -22.229 -14.778 0,00 0,00 Im abgeschlossenen Geschäftsjahr sind im Zinsergebnis Aufwendungen aus der Aufzinsung von lang- fristigen Verpflichtungen in Höhe von 13.857 (14.361) Tsd. € erfasst. Diese resultieren maßgeblich aus der Aufzinsung von Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 13.617 (14.077) Tsd. € bzw. langfristigen Personalrückstellungen und Verbindlichkeiten in Höhe von 240 (284) Tsd. €, die mit den Erträgen in Höhe von 78 (274) Tsd. € saldiert sind, die aus der Zeitwertbewer- tung des Deckungsvermögens von 1.389 (1.783) Tsd. € resultieren. (21) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfassen Steueraufwendungen bzw. Erstattungen aus Vorjahren sowie die Bildung von Rückstellungen für Steuerrisiken. Latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Rückstellungen ermittelt. Jahresabschluss 78 Im Geschäftsjahr und in Vorjahren ergab sich kein latenter Steueraufwand bzw. Steuerertrag, da sich für den Organkreis der Südzucker AG ein Überhang von aktiven latenten Steuern ermittelt. Dies be- gründet sich im Wesentlichen aus temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steu- erlichen Wertansätzen für Pensions-, Altersteilzeit- und Jubiläumsrückstellungen sowie übrigen Rück- stellungen. Das Wahlrecht zum Ansatz des Überhangs aktiver latenter Steuern wird von der Südzucker AG nicht ausgeübt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgte auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes aus Kör- perschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer in Höhe von 29,1 %. Sonstige Angaben (22) Forschungs- und Entwicklungskosten Die Forschungs- und Entwicklungskosten belaufen sich auf 28.083 (25.580) Tsd. € und wurden voll- ständig in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. (23) Gesamtbezüge des Vorstands und Aufsichtsrats sowie ehemaliger Vorstands- und Auf- sichtsratsmitglieder Die von der Südzucker AG im Geschäftsjahr 2022/23 gewährten Gesamtbezüge für den Vorstand be- laufen sich auf 4,6 (4,2) Mio. €. Davon entfallen 0,5 (0,3) Mio. € auf das aktienbasierte Vergütungssys- tem, dies basiert auf 51.642 (24.391) Aktien. Die variable Vergütung beträgt 52 (39) % der Barbezüge; sie ist für die Vorstandsmitglieder Dr. Niels Pörksen, Dr. Thomas Kirchberg (bis 31. August 2022) und Thomas Kölbl, die vor dem 1. März 2021 in den Vorstand eingetreten sind und nicht auf das neue Vergütungssystem umgestellt haben, von der Dividende abhängig. Für die Vorstandsmitglieder Ingrid- Helen Arnold und Hans-Peter Gai gilt das neue Vorstandsvergütungssystem, das die ordentliche Haupt- versammlung der Südzucker AG am 15. Juli 2021 billigte, mit einer einjährigen, leistungsbezogenen variablen Vergütung und einer mehrjährigen leistungsbezogenen variablen Vergütung, die in Abhän- gigkeit von der erreichten durchschnittlichen Kapitalrendite (ROCE) des Südzucker-Konzerns durch Übertragung von Aktien geleistet wird. Zur Bedienung des aktienbasierten Vorstandsvergütungssystem hat Südzucker 76.033 (24.391) eigene Aktien auf Basis einer Zielerreichungsquote von 100% im Januar, April und Dezember 2022 erworben. Für Markus Mühleisen ist das von der Hauptversammlung der AGRANA Beteiligungs-AG am 3. Juli 2020 beschlossene AGRANA Vergütungssystem einschlägig und damit nicht Teil der Vergütungsangaben der Südzucker AG. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der Südzucker AG und ihrer Hinterbliebenen wurden insgesamt 48,0 (34,6) Mio. €, für Pensionsverpflichtungen gegenüber aktiven Mitgliedern des Vorstands der Südzucker AG wurden insgesamt 10,7 (18,9) Mio. € zurückgestellt. Die Pensionszahlungen an frühere Vorstandsmitglieder der Südzucker AG und ihre Hinterbliebenen betru- gen 4,1 (2,7) Mio. €. Die Mitglieder des Vorstands der Südzucker AG erhalten eine monatlich fixe Festvergütung, Nebenleis- tungen (Dienstwagen etc.) und im Fall einer beitragsorientierten Altersversorgung einen jährlich fest- gelegten Beitrag. Daneben kann die Festvergütung einschließlich Nebenleistungen auch Vergütungen Jahresabschluss 79 von Tochternehmen enthalten, wenn die Vorstandsmitglieder Mandate in Aufsichtsgremien wahrneh- men. Je nach Ausgestaltung der Vorstandsverträge sind die variablen erfolgsabhängigen Vergütungen ein- und bzw. oder mehrjährig. Diese kann auf der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahre, ei- nem Durchschnitt der Dividende über mehrere Geschäftsjahre sowie – im Rahmen des neuen Vor- standsvergütungssystems - einer Zielvereinbarung für das EBITDA oder einen Durchschnitts-ROCE über mehrere Geschäftsjahre basieren. Im Rahmen des neuen Vorstandsvergütungssystems das bislang für zwei Vorstandsmitglieder einschlä- gig ist, handelt es sich um eine aktienbasierte Vergütung. Bei dieser wurde für den dreijährigen Erdie- nungszeitraum von Geschäftsjahr 2021/22 bis 2023/24 in Abhängigkeit der erreichten durchschnitt- lichen Kapitalrendite (ROCE) eine aktienbasierte Vorstandsvergütung ausgelobt; die entsprechende Auslobung erfolgt jährlich neu für einen weiteren Dreijahreszeitraum. Hierfür wird – mit Ausnahme des laufenden Geschäftsjahres mit der unterjährigen Einführung des neuen Systems – in Höhe der Aktien- zusage bei einem Zielerreichungsgrad von 100 % die entsprechende Aktienanzahl zum Geschäftsjah- resbeginn erworben und bis zur Feststellung der tatsächlichen Zielerreichung im vierten Jahr gehalten. Mit Feststellung der Zielerreichung ist die erworbene Aktienzahl unter Berücksichtigung der mittlerweile bezahlten Dividenden und der vorhandenen Vergütungsgrenzen anzupassen und an den Vorstand zu übergeben. Über den Erdienungszeitraum ist die zeitanteilig erdiente Aktienanzahl unter Berücksichti- gung der erwarteten Zielerreichung auf Basis des Aktienkurses zum Zeitpunkt der Zusage im Personal- aufwand zu erfassen. Die für die gesamte Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Südzucker AG gewährte Vergütung belief sich im Geschäftsjahr 2022/23 auf 1,8 (1,6) Mio. €. Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Südzucker AG geregelt. Jedes Mitglied des Aufsichtsrates der Südzucker AG erhält eine feste Grundvergütung. Die Vergütung des Vorsitzenden des Aufsichtsrate beträgt das Dreifache und dessen Stellvertreter sowie sonstiger Mitglieder des Präsi- diums das Anderthalbfache der Grundvergütung. Pro Ausschussmitgliedschaft erhöht sich die Grund- vergütung um 25 %, für Ausschussvorsitzende um 50 %; dies setzt voraus, dass der jeweilige Ausschuss im Geschäftsjahr getagt hat und gilt nicht für die Mitgliedschaft im Präsidium und im Vermittlungsaus- schuss. Daneben erhalten einige Aufsichtsratsmitglieder Vergütungen für die Wahrnehmung von Kon- zernmandaten. Eine variable Vergütung wird gewährt, sofern die ausgeschüttete Dividende 0,50 € übersteigt. Daneben erhalten diejenigen Vertreter im Aufsichtsrat, die auch Arbeitnehmer in der Südzucker-Gruppe sind, das ihnen vertraglich zustehende Arbeitsentgelt, das nicht im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat steht. Die Beschreibung der Vergütungssysteme für Vorstand und Aufsichtsrat einschließlich der Beschluss- fassungen über deren Billigung durch die Hauptversammlung vom 15. Juli 2021 sind auf der Website von Südzucker zugänglich gemacht. Der Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2022/23 mit individualisierten Angaben zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat einschließlich des Vermerks des Abschlussprüfers über die formelle Prü- fung des Vergütungsberichts wird im Rahmen der Bekanntgabe der Einladung sowie aller weiteren In- formationen zur ordentlichen Hauptversammlung am 13. Juli 2023 auf der Website von Südzucker zu- Jahresabschluss 80 gänglich gemacht. Im Anschluss an die Hauptversammlung wird der Vergütungsbericht für das Ge- schäftsjahr 2022/23 einschließlich der Beschlussfassung über dessen Billigung für die Dauer von 10 Jahren auf der Website von Südzucker zugänglich gemacht. (24) Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG Der Südzucker AG sind zwei unmittelbare Beteiligungen an ihrem Kapital bekannt, die 10 % überschrei- ten: Die Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG ist mit 60, % am Grundkapital beteiligt, die Zucker Invest GmbH (Zucker Invest), mit 10,3 %. Über die Zucker Invest sind die Raiffeisen- Holding und die mit ihr verbundenen Unternehmen mittelbar beteiligt. Die Beteiligungen werden den Gesellschaften wechselseitig zugerechnet, sodass nach dem Wertpapierhandelsgesetz jeweils Beteili- gungen in Höhe von rund 7, % am gezeichneten Kapital bestehen. (25) Nachtragsbericht Nach Schluss des Geschäftsjahres haben sich keine wesentlichen Änderungen bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beziehungsweise unserer Branchensituation ergeben. Es gibt auch keine ander- weitigen für die Südzucker AG zu berichtenden Ereignisse von besonderer Bedeutung. (26) Konzernabschluss Die Südzucker AG, Mannheim, als oberstes Mutterunternehmen des Südzucker Konzerns erstellt zum 28. Februar 2023 einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind. Dieser wird zur Veröffentlichung an die das Unternehmensregister führende Stelle elektronisch zur Einstellung in das Unternehmensregister zu übermittelt. (27) Anteilsbesitz Bei den deutschen Beteiligungen werden das Eigenkapital sowie das Jahresergebnis einheitlich nach HGB angegeben. Sofern mit der betreffenden Beteiligung ein Ergebnisabführungsvertrag besteht, wird das Jahresergebnis mit Null angegeben. Die Anteilsbesitzliste befindet sich auf den Seiten 88 ff. in die- sem Anhang. Die Angaben erfolgen gemäß § 313 Abs. 2 und § 285 Nr. 11 HGB. Die Angaben zu Ei- genkapital sowie Ergebnis des letzten Geschäftsjahres beziehen sich immer auf den zuletzt vorliegen- den Jahresabschluss; dies gilt regelmäßig für Unternehmen mit abweichendem Geschäftsjahr. Jahresabschluss * Arbeitnehmervertreter 81 (28) Aufsichtsrat und Vorstand Aufsichtsrat Dr. Hans-Jörg Gebhard, Eppingen (bis zum 14. Juli 2022) Ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V. Dr. Stefan Streng, Uffenheim Vorsitzender (seit dem 15. Juli 2022) Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeut- scher Zuckerrübenanbauer e.V. Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten  CropEnergies AG, Mannheim (seit dem 12. Juli 2022) Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, Österreich  AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, Österreich (stellv. Vorsitzender)  Freiberger Holding GmbH, Berlin (seit dem 4. Juli 2022)  Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs- Genossenschaft eG, Ochsenfurt (Vorsitzender) Franz-Josef Möllenberg, Rellingen (bis zum 14. Juli 2022) Ehemaliger Vorsitzender der Gewerkschaft Nah- rung-Genuss-Gaststätten Rolf Wiederhold, Wabern 1. stellv.Vorsitzender (seit dem 15. Juli 2022)) Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Südzucker AG Erwin Hameseder, Mühldorf, Österreich 2. stellv. Vorsitzender Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich- Wien reg.Gen.m.b.H. Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Österreichische Nationalbank AG, Wien, Österreich  RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Korneuburg, Österreich  RWA Raiffeisen Ware Austria Handel und Vermögensverwaltung eGen, Korneuburg, Österreich Konzernmandate  AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich (Vorsitzender)  KURIER Redaktionsgesellschaft m.b.H, Wien, Österreich (Vorsitzender)  KURIER Zeitungsverlag und Druckerei Gesellschaft m.b.H, Wien, Österreich (Vorsitzender)  Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs-AG, Wien, Österreich (Vorsitzender)  Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriften GmbH & Co. KG, Wien, Österreich (Vorsitzender)  Raiffeisen Bank International AG, Wien, Österreich (Vorsitzender)  Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien AG, Wien, Österreich (Vorsitzender)  STRABAG SE, Villach, Österreich (stellv. Vorsitzender) Fred Adjan, Hamburg Stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Helmut Friedl, Egling a. d. Paar Vorstandsvorsitzender des Verbands bayerischer Zuckerrübenanbauer e.V. Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten  CropEnergies AG, Mannheim (stellv. Vorsitzender) (seit dem 12. Juli 2022) Jahresabschluss * Arbeitnehmervertreter 82 Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, Österreich  AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, Österreich  BMG Donau-Lech eG, Mering  Freiberger Holding GmbH, Berlin (seit dem 4. Juli 2022) Ulrich Gruber, Plattling Stellv. Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Süd- zucker AG Veronika Haslinger, Wien, Österreich Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.b.H. Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, Österreich (2. stellv. Vorsitzender) (seit dem 8. Juli 2022)  Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs- Genossenschaft eG, Ochsenfurt Konzernmandate im Konzern der Raiffeisen-Hol- ding Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.b.H.  KURIER Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich (Vorsitzende)  Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich  NÖM AG, Baden, Österreich  Österreichische Rundfunksender GmbH, Wien, Österreich  Raiffeisen Informatik Geschäftsführungs- GmbH, Wien, Österreich Georg Koch, Wabern Vorstandsvorsitzender des Verbands der Zucker- rübenanbauer Kassel e.V. und stellv. Vorstands- vorsitzender der Süddeutschen Zuckerrübenver- wertungs-Genossenschaft eG Susanne Kunschert, Stuttgart Geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe  Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs- Genossenschaft eG, Ochsenfurt Ulrike Maiweg, Bellheim Stellv. Betriebsratsvorsitzende der Hauptverwal- tung Mannheim der Südzucker AG Walter Manz, Dexheim Vorstandsvorsitzender des Verbands der Hes- sisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V. Julia Merkel, Wiesbaden Mitglied des Vorstands der R+V Versicherung AG Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs- Genossenschaft eG, Ochsenfurt Konzernmandate im Konzern der R+V Versiche- rung AG  KRAVAG-ALLGEMEINE Versicherungs-AG, Hamburg  KRAVAG-SACH Versicherung des Deutschen Kraftverkehrs VaG, Hamburg  R+V Pensionskasse AG, Wiesbaden Sabine Möller, Hamburg Referatsleiterin der Gewerkschaft Nahrung-Ge- nuss-Gaststätten Angela Nguyen, Biederitz Stellv. Betriebsratsvorsitzende von Freiberger Osterweddingen GmbH & Co. KG Jahresabschluss * Arbeitnehmervertreter 83 Mustafa Öz, Altdorf Landesbezirksvorsitzender Bayern der Gewerk- schaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Joachim Rukwied, Eberstadt Präsident des Deutschen Bauernverbands e.V. Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten  BAYWA AG, München  R+V Versicherung AG, Wiesbaden Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Buchstelle Landesbauernverband Baden- Württemberg GmbH, Stuttgart (Vorsitzender)  Kreditanstalt für Wiederaufbau, Frankfurt am Main  LAND-DATA GmbH, Visselhövede (Vorsitzender)  Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt am Main (Vorsitzender)  LBV-Unternehmensberatungsdienste GmbH, Stuttgart (Vorsitzender)  Messe Berlin GmbH, Berlin Frank Sachse, Zeitz Betriebsratsvorsitzender des Werks Zeitz der Süd- zucker AG Clemens Schaaf, Landsberg (Saalekreis) (seit dem 15. Juli 2022) Vorstandsvorsitzender des Verbands Sächsisch- Thüringischer Zuckerrübenanbauer e.V. Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs- Genossenschaft eG, Ochsenfurt Nadine Seidemann, Donauwörth Stellv. Betriebsratsvorsitzende des Betriebsrats des Werks Rain der Südzucker AG Wolfgang Vogl, Bernried Leiter der Werke Plattling, Rain und Offenau der Südzucker AG Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  BGD Bodengesundheitsdienst GmbH, Mannheim Jahresabschluss 84 Vorstand Dr. Niels Pörksen (Vorsitzender), Limburgerhof (Wieder-Bestellung bis zum 28. Februar 2028) Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  AGCO, Duluth/USA Konzernmandate  AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, Österreich (Vorsitzender seit dem 8. Juli 2022)  ED&F Man Holdings Limited, London, Vereinigtes Königreich (bis zum 31. März 2022)  Freiberger Holding GmbH, Berlin Ingrid-Helen Arnold, Walldorf (Bestellung bis zum 30. April 2024) Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten  TUI AG, Hannover Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Heineken N.V., Amsterdam/Niederlande Konzernmandate  AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich  AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich  AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich  Freiberger Holding GmbH, Berlin (Vorsit- zende), (4. Juli 2022 bis zum 29. Januar 2023) Hans-Peter Gai, Weinheim (seit 1. November 2022) (Bestellung bis zum 31. Oktober 2025) Konzernmandate  Freiberger Holding GmbH, Berlin (Vorsitzender seit dem 30. Januar 2023)  Südzucker Versicherungs-Vermittlungs- GmbH, Mannheim (seit dem 2. November 2022) Dr. Thomas Kirchberg, Würzburg (bis zum 31. August 2022) Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten  Ekosem-Agrar AG, Walldorf Konzernmandate  AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich  CropEnergies AG, Mannheim (stellv. Vorsitzender)  Freiberger Holding GmbH, Berlin, (Vorsitzender)    Südzucker Versicherungs-Vermittlungs- GmbH, Mannheim Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Forum Moderne Landwirtschaft e.V. Thomas Kölbl, Speyer (Wieder-Bestellung bis zum 31. Mai 2024) Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten  K+S Aktiengesellschaft, Kassel Konzernmandate  CropEnergies AG, Mannheim  Freiberger Holding GmbH, Berlin (stellv. Vorsitzender seit dem 8. März 2023)  Südzucker Versicherungs-Vermittlungs- GmbH, Mannheim (Vorsitzender) Markus Mühleisen, Österreich (Bestellung bis zum 31. Mai 2024) Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  OfficePod Ltd, Weston, Vereinigtes Königreich Konzernmandate  AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, Österreich (Vorsitzender)  AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich (Vor- sitzender)  AUSTRIA JUICE GmbH, Allhartsberg, Österreich Jahresabschluss 85  Österreichische Rübensamenzucht Gesell- schaft m.b.H., Wien, Österreich (Vorsitzender) Jahresabschluss 86 (29) Aufwendungen für Leistungen des Abschlussprüfers Für Leistungen des Abschlussprüfers, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, sind im Geschäftsjahr 2022/23 für die Südzucker AG folgende Aufwendungen angefallen: (Tsd. €) 2022/23 2021/22 Abschlussprüfungsleistungen 501 484 Andere Bestätigungsleistungen 181 69 Sonstige Leistungen 0 12 682 565 Für die Südzucker AG wurden Abschlussprüfungsleistungen für die gesetzliche Prüfung für den Jahres- und Konzernabschluss erbracht. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen betreffen gesetzlich oder vertraglich vorgesehene Bestätigungsleistungen, wie die Erteilung eines Comfort Letters im Zu- sammenhang mit der Emission der Nachhaltigkeitsanleihe 2022/2027 mit einem Nominalvolumen von 400 Mio. €, die betriebswirtschaftliche Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung, die European-Market- Infrastructure-Regulation-(EMIR-)Prüfungen nach § 20 WpHG, Prüfungen gemäß des Verpackungsge- setzes (VerpackG) und andere vertraglich vereinbarte Bestätigungsleistungen. Die Honorare sind in der obigen Tabelle angegeben. Für die Tochtergesellschaften der Südzucker AG wurden darüber hinaus Abschlussprüfungsleistungen insbesondere für die Prüfung von Jahres- und (Teil-)Konzernabschlüssen der deutschen Tochtergesell- schaften erbracht. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen diverse andere Bescheinigungsleistungen außerhalb der Jahresabschlussprüfung für die Tochtergesellschaften. Steuerberatungsleistungen umfassen im Wesentlichen Fragen bei Mitarbeiterentsendungen ins Aus- land. Honorare für sonstige Leistungen für Tochtergesellschaften umfassen fachliche Beratungen im Bereich IT. (30) Entsprechenserklärung nach § 161 AktG Vorstand und Aufsichtsrat haben am 10. November 2022 die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben. Sie ist im Internet unter (www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Corporate-Governance/) zugänglich gemacht. Jahresabschluss 87 (31) Vorschlag für die Gewinnverwendung Der Bilanzgewinn der Südzucker AG beträgt 157.061 (89.696) Tsd. €. Der Vorstand schlägt der Haupt- versammlung vor, eine Dividende in Höhe von 0,70 (0,40) € je Aktie auszuschütten und damit den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: (in €) 2022/23 Gezeichnetes Kapital 204.183.292,00 Abzüglich rechnerischer Wert eigener Aktien 76.033,00 Ausstehendes gezeichnetes Kapital 204.107.259,00 Ausschüttung einer Dividende von 0,70 € je Aktie auf 204.107.259 Stück 142.875.081,30 Vortrag auf neue Rechnung 14.186.075,53 Bilanzgewinn 157.061.156,83 Im vorstehenden Vorschlag für die Gewinnverwendung sind die ausgegebenen Aktien von 204.183.292 Stück bereits um eigene Aktien in Höhe von 76.033 Stück gekürzt. Soweit am Tag der Hauptversamm- lung weitere eigene Aktien vorhanden sind, wird der Beschlussvorschlag dahingehend modifiziert, bei Ausschüttung von 0,70 € je dividendenberechtigter Stückaktie den entsprechend höheren verbleiben- den Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. Die Hauptversammlung soll am 13. Juli 2023 stattfinden; die Auszahlung der Dividende erfolgt am 18. Juli 2023. Jahresabschluss * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 5) Eintragung der Gesellschaft im HR am 02.03.2023, Gründung am 07.10.2022; EAV gültig am 01.03.2023 88 Anteilsbesitzliste Kurzname Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio. € Ergebnis nach Steuern in Mio. € I. Verbundene Unternehmen Segment Zucker Division Zucker (Südzucker) Südzucker und Vertriebsgesellschaften Südzucker AG SZAG Mannheim Deutschland Felix Koch Offenbach Couleur und Karamel GmbH Offenbach Deutschland SZH 51,00 8,0 1,93 Sudzucker Hellas E.P.E. Agios Griechenland SZH 99,94 2,4 0,54 Dimitrios SZAG 0,06 Sudzucker Ibérica, S.L.U. Barcelona Spanien SZH 100,00 1,1 0,25 Südzucker United Kingdom Limited Edinburgh Vereinigtes Königreich SZH 100,00 0,9 0,43 S.Z.I.L. LTD Kfar Saba Israel SZH 100,00 0,6 0,08 Zucker Belgien Raffinerie Tirlemontoise S.A. RT Tienen Belgien SZH 99,41 786,5 31,01 Rafti B.V. Wijchen Niederlande TSNH 100,00 13,3 2,31 Tiense Suikerraffinaderij Nederland Holding B.V. TSNH Wijchen Niederlande RT 100,00 2,3 0,00 Tiense Suikerraffinaderij Services g.c.v. Tienen Belgien RT 100,00 23,0 0,11 Zucker Frankreich Saint Louis Sucre S.A.S. Paris Frankreich SZH 100,00 26,7 3,04 Zucker Polen Südzucker Polska S.A. SZPL  Polen SZH 100,00 331,7 42,17 "POLTERRA" Sp. z o.o.  Polen SZPL 100,00 0,9 0,03 Przedsiebiorstwo Rolne "KLOS" Sp. z o.o.  Polen SZPLN 100,00 0,4 0,07 Südzucker Polska Nieruchomosci Sp. z o.o. SZPLN  Polen SZPL 100,00 0,8 2,43 Division Zucker Moldau Südzucker Moldova S.R.L. SZM Drochia Moldau SZH 99,97 48,8 6,99 Agro Credit S.R.L. Drochia Moldau SZH 100,00 0,4 0,00 Agro-SZM S.R.L. Drochia Moldau SZM 100,00 11,4 -2,07 Division Zucker (AGRANA) Agrana Vertriebsgesellschaft AGRANA Sales & Marketing GmbH ASM Wien Österreich AB 100,00 69,2 14,10 Zucker Österreich AGRANA Zucker GmbH AZ Wien Österreich AB 98,91 154,5 6,74 ASM 1,09 Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich ASM 86,00 1,9 -0,57 Zucker Rumänien AGRANA Romania S.R.L. AR Bukarest Rumänien ASM >99,99 17,1 4,09 AIV&A <0,01 AGRANA AGRO S.r.l. Roman Rumänien AR 99,00 0,0 0,07 AZ 1,00 Zucker Slowakei Slovenské Cukrovary s.r.o. Sered Slowakei ASM 100,00 23,4 4,05 Zucker Tschechien Jahresabschluss Kurzname Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio. € Ergebnis nach Steuern in Mio. € * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 5) Eintragung der Gesellschaft im HR am 02.03.2023, Gründung am 07.10.2022; EAV gültig am 01.03.2023 89 Moravskoslezské Cukrovary s.r.o. Hrušovany Tschechien ASM 100,00 24,2 5,73 Zucker Ungarn AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. AME Budapest Ungarn MCeF 96,67 1,6 -0,24 AZ 3,33  Kaposvár Ungarn AME 100,00 1,8 0,06 Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. MCeF Budapest Ungarn ASM 87,61 64,6 4,07 Zucker Bulgarien AGRANA Trading EOOD Sofia Bulgarien ASM 100,00 1,7 0,85 Zucker Bosnien AGRANA BIH Holding GmbH ABIH Wien Österreich ASM 75,00 13,7 2,48 SZH 25,00 AGRANA Holding/Sonstige AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft AB Wien Österreich AZS 78,34 760,3 65,85 SZAG 2,74 AGRANA Group-Services GmbH Wien Österreich AB 100,00 12,8 2,31 AGRANA Research & Innovation Center GmbH Wien Österreich AB 100,00 6,0 0,73 INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsge- sellschaft m.b.H. Wien Österreich AB 66,67 8,2 0,31 Division Landwirtschaft Loberaue Agrar GmbH LOB Rackwitz Deutschland SZAG 100,00 26,3 1,67 Rackwitzer Biogas GmbH Rackwitz Deutschland LOB 100,00 0,0 0,00 Terra Sömmerda GmbH Sömmerda Deutschland SZVW 100,00 11,1 0,92 Wolteritzer Agrar GmbH Rackwitz Deutschland LOB 100,00 0,2 0,00 Zschortauer Futtermittel GmbH Rackwitz Deutschland LOB 74,00 5,0 -0,12 Zucker Übrige AHG Agrar-Holding GmbH Mannheim Deutschland SZAG 100,00 0,0 * 1) AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG AZS Wien Österreich SZAG 50,00 523,2 41,57 2) AIH Agrar-Industrie-Holding GmbH Mannheim Deutschland SZAG 100,00 0,2 0,00 BGD Bodengesundheitsdienst GmbH Mannheim Deutschland SZAG 100,00 0,0 * 1) Südzucker Holding GmbH SZH Mannheim Deutschland SZAG 100,00 715,8 * 1) Südzucker International Finance B.V. Oud-Beijer- land Niederlande SZAG 100,00 19,2 1,45 Südzucker Versicherungs-Vermittlungs-GmbH Mannheim Deutschland SZAG 51,00 2,2 2,16 Südzucker Verwaltungs GmbH SZVW Mannheim Deutschland SZAG 100,00 10,0 * 1) Nougat Chabert Nougat Chabert & Guillot SAS NC&G Montélimar Frankreich SZH 100,00 1,3 0,71 3) S.C.I. DU MARINET Montélimar Frankreich NC&G 100,00 3) Segment Spezialitäten Division Beneo BENEO GmbH B Mannheim Deutschland SZAG 100,00 180,5 * 1) BENEO Asia Pacific Pte. Ltd. Singapore Singapur BP 100,00 2,6 0,22 BENEO Biodivis Holding GmbH BBH Mannheim Deutschland B 100,00 43,3 -0,03 BENEO Iberica S.L. Unipersonal Barcelona Spanien BO 100,00 0,2 0,01 BENEO Inc. Dover USA BP 100,00 29,0 3,34 BENEO India Private Limited New Delhi Indien BP 99,99 0,6 0,19 B 0,01 Jahresabschluss Kurzname Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio. € Ergebnis nach Steuern in Mio. € * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 5) Eintragung der Gesellschaft im HR am 02.03.2023, Gründung am 07.10.2022; EAV gültig am 01.03.2023 90 BENEO Latinoamerica Coordenaçao Regional Ltda. São Paulo Brasilien BO 100,00 0,5 0,13 BENEO ProtiGreen GmbH Mannheim Deutschland BBH 100,00 5) BENEO-Orafti S.A. BO Oreye Belgien BR 100,00 283,1 3,80 BENEO-Palatinit GmbH BP Mannheim Deutschland B 85,00 23,6 * 1) SZAG 15,00 BENEO-Remy N.V. BR Wijgmaal (Leuven) Belgien B 100,00 284,3 30,29 Meatless B.V. GJ Goes Niederlande MLI 100,00 0,9 -1,51 Meatless Holding B.V. MLH GJ Goes Niederlande BBH 100,00 20,1 -1,27 Meatless Industries B.V. MLI GJ Goes Niederlande MLH 100,00 7,6 -0,03 Meatless Invest B.V. GJ Goes Niederlande MLI 100,00 2,5 -0,11 Orafti Chile S.A. Pemuco Chile BO 99,99 171,8 4,32 BP 0,01 REMY ITALIA S.P.A. Confienza (PV) Italien BR 66,70 0,8 0,03 Veniremy N.V. Wijgmaal (Leuven) Belgien BR 100,00 7,7 0,32 Division Freiberger Freiberger Holding GmbH FH Berlin Deutschland SZAG 100,00 75,2 * 1) Freiberger France S.A.R.L. St. Didier au Mont d'Or Frankreich FIB 100,00 3,5 0,11 Freiberger Internationale Beteiligungs GmbH FIB Berlin Deutschland FLG 100,00 212,5 * 1) Freiberger Lebensmittel GmbH FLG Berlin Deutschland FH 100,00 70,1 * 1) Freiberger Osterweddingen GmbH Sülzetal Deutschland FLG 100,00 2,1 * 1) Freiberger Polska Sp.z o.o. Warszawa Polen FIB 100,00 3,6 0,89 Freiberger UK Ltd. Spalding Vereinigtes Königreich FIB 100,00 5,6 5,57 Freiberger USA Inc. FLU Parsippany USA FIB 100,00 149,7 -2,76 HASA GmbH Burg Deutschland FLG 100,00 10,0 * 1) Prim AS Tiefkühlprodukte Gesellschaft m.b.H. Oberhofen Österreich FIB 100,00 12,9 5,76 Richelieu Foods Inc. Braintree USA FLU 100,00 410,3 -12,24 Sandhof Limited SL Westhoughton Vereinigtes Königreich FIB 100,00 38,7 18,43 Stateside Foods Ltd. Westhoughton Vereinigtes Königreich SL 100,00 24,9 5,14 Division PortionPack Europe PortionPack Group B.V. PPG Oud-Beijer- land Niederlande SZAG 100,00 23,7 -0,34 Collaborative Packing Solutions [Pty] Ltd CoSo Johannesburg Südafrika PPG 75,00 3,6 0,64 Elite Portion Pack Belgium NV Herentals Belgien PPG >99,99 0,1 0,05 PPH <0,01 Hellma Gastronomicky Servis Praha spol. s.r.o. Praha Tschechien PPG 100,00 8,1 0,48 Hellma Gastronomie-Service GmbH Nürnberg Deutschland PPG 100,00 4,4 * 1) Portion Solutions Limited Telford / Shropshire Vereinigtes Königreich PPG 100,00 13,5 -0,19 SAES The Portion Company, S.L. La Llagosta (Barcelona) Spanien PPG 100,00 0,7 0,17 Jahresabschluss Kurzname Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio. € Ergebnis nach Steuern in Mio. € * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 5) Eintragung der Gesellschaft im HR am 02.03.2023, Gründung am 07.10.2022; EAV gültig am 01.03.2023 91 Créme de la Cream Group Orange Nutritionals Group B.V. ONG Zaandam Niederlande PPG 100,00 0,1 -0,12 Crème de la Cream Company B.V. Zaandam Niederlande ONG 100,00 1,9 0,16 Seven Oaks Food B.V. Zaandam Niederlande ONG 75,00 0,2 0,03 Verpakkingsbedrijf Zaanstad B.V. Zaandam Niederlande ONG 100,00 0,3 0,07 Business Unit PP Holland PortionPack Holland B.V. PPH Oud-Beijer- land Niederlande PPG 100,00 5,6 0,11 Van Oordt Drukkerij B.V. Oud-Beijer- land Niederlande VOP 100,00 0,2 0,00 Van Oordt Landgraaf B.V. Landgraaf Niederlande PPH 100,00 2,4 0,00 Van Oordt the portion company B.V. VOP Oud-Beijer- land Niederlande PPH 100,00 13,5 1,52 Segment CropEnergies CropEnergies AG CEAG Mannheim Deutschland SZAG 69,20 677,6 118,34 Biowanze S.A. Wanze Belgien CEAG 100,00 288,9 84,93 CE Biobased Chemicals GmbH Elsteraue Deutschland CEBet 100,00 0,1 ** Compagnie Financière de l'Artois SAS CF Loon-Plage Frankreich CEAG 100,00 23,2 5,38 CropEnergies Beteiligungs GmbH CEBet Mannheim Deutschland CEAG 100,00 152,1 ** CropEnergies Bioethanol GmbH Zeitz Deutschland CEBet 85,00 72,4 ** CEAG 15,00 Ensus UK Limited Wilton Vereinigtes Königreich CEBet 100,00 132,3 37,70 RYSSEN ALCOOLS SAS Loon-Plage Frankreich CF 100,00 14,4 8,45 Segment Stärke AGRANA Stärke GmbH AS Wien Österreich AB 98,91 358,5 59,31 ASM 1,09 Marroquin Organic International, Inc. Santa Cruz USA AS 100,00 17,1 1,93 S.C. A.G.F.D. Tandarei S.r.l. Tandarei Rumänien AS 100,00 8,0 3,04 Segment Frucht Division Fruchtzubereitungen (AGRANA Fruit) AGRANA Fruit S.A.S. AF Mitry-Mory Frankreich FA 100,00 146,0 -9,43 AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited Changzhou China AF 100,00 12,1 -0,25 AGRANA Fruit Algeria Holding GmbH AFAH Wien Österreich AIV&A 55,00 8,9 -0,04 AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien AF 91,76 34,5 -0,54 AFSS 8,24 AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. AF Aus Sydney Australien AF 100,00 21,8 3,64 AGRANA Fruit Austria GmbH AFA Gleisdorf Österreich AF 99,98 20,7 -1,19 AIV&A 0,02 AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, São Paulo Brasilien AF >99,99 8,4 0,61 Importacao e Exportacao Ltda. - Cabreúva AFA >0,01 AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. Dachang Hui Autonomous County, Hebei China AF 75,00 21,0 -1,50 Province AFK 25,00 AGRANA Fruit France S.A.S. Mitry-Mory Frankreich AF 100,00 17,6 -3,88 AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz Deutschland AF 100,00 10,6 2,35 AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED Pune Indien AF 99,90 -0,9 -2,19 AFSG 0,10 AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S. Istanbul Türkei AF 100,00 4,9 -0,42 AGRANA Fruit Japan Co., Ltd. Tokyo Japan AIV&A 100,00 4,2 -0,72 AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. AFK Jincheon-gun Südkorea AF 100,00 11,1 -1,46 Jahresabschluss Kurzname Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio. € Ergebnis nach Steuern in Mio. € * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 5) Eintragung der Gesellschaft im HR am 02.03.2023, Gründung am 07.10.2022; EAV gültig am 01.03.2023 92 AGRANA Fruit Luka TOV Winnyzja Ukraine AF 99,97 -1,6 -0,39 AGRANA Fruit Management Australia Pty Limited Sydney Australien AF Aus >99,99 0,4 0,01 AF <0,01 AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Zamora Mexiko AFUS 100,00 48,4 6,70 AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. Ostroleka Polen AF 100,00 13,7 0,25 AGRANA Fruit Services GmbH AFSG Wien Österreich AF 100,00 18,3 4,44 AGRANA Fruit Services S.A.S. AFSS Mitry-Mory Frankreich AF 100,00 1,1 0,18 AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Johannesburg Südafrika AF 100,00 -0,7 -1,30 AGRANA Fruit Ukraine TOV Winnyzja Ukraine AF 99,80 18,4 3,17 AGRANA Fruit US, Inc. AFUS Brecksville USA AF 100,00 69,5 -1,00 AGRANA Nile Fruits Processing SAE Qalyoubia Ägypten AF 51,00 1,3 0,14 Dirafrost FFI N. V. DFFI Lummen Belgien AF 100,00 4,1 -0,35 Dirafrost Maroc SARL Larache Marokko DFFI 100,00 1,6 0,19 Financière Atys S.A.S. FA Mitry-Mory Frankreich AIV&A 100,00 125,9 19,76 o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov Russland AF 100,00 37,9 9,33 SPA AGRANA Fruit Algeria Akbou Algerien AFAH 99,93 6,2 0,97 AF 0,05 AFSS 0,01 Division Fruchtsaftkonzentrate (AUSTRIA JUICE) AUSTRIA JUICE GmbH AJU Allhartsberg Österreich AIV&A 50,01 62,7 13,65 AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD Xianyang City China AJU 100,00 10,2 -0,92 AUSTRIA JUICE Germany GmbH Bingen Deutschland AJU 100,00 -7,8 0,24 AUSTRIA JUICE Hungary Kft. Vásárosna- mény Ungarn AJU 100,00 19,0 1,18 AUSTRIA JUICE Poland Sp. z.o.o Chelm Polen AJU 100,00 42,1 3,86 AUSTRIA JUICE Romania S.r.l. Vaslui Rumänien AJU 100,00 2,8 0,19 AUSTRIA JUICE Ukraine TOV Winnyzja Ukraine AJU 100,00 2,6 0,61 Frucht Übrige AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset- AIV&A Wien Österreich AB 98,91 314,9 12,85 Management GmbH ASM 1,09 II. Gemeinschaftsunternehmen / assoziierte Unter- nehmen Segment Zucker Division Zucker (Südzucker) Südzucker und Vertriebsgesellschaften Maxi S.r.l. Bolzano Italien SZH 50,00 4,1 2,85 Division Zucker (AGRANA) Agrana Betain Beta Pura GmbH Wien Österreich ASM 50,00 0,3 -6,03 Zucker Bosnien "AGRAGOLD" d.o.o.  Bosnien-Her- zegowina ASB 100,00 3,7 0,41 AGRAGOLD d.o.o. Zagreb Kroatien ASB 100,00 2,1 0,59 AGRAGOLD dooel Skopje Skopje Nordmaze- donien ASB 100,00 0,7 0,21 AGRAGOLD trgovina d.o.o. Ljubljana Slowenien ASB 100,00 6,0 0,40 AGRANA Studen Sugar Trading GmbH Wien Österreich ABIH 50,00 21,3 16,96 AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k. Tirane Albanien ASB 100,00 0,8 0,48 AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH ASB Wien Österreich ABIH 50,00 21,4 0,05 AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C. Prishtina Kosovo ASB 100,00 0,5 0,09 Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd Beograd Serbien ASB 100,00 0,0 0,00 Jahresabschluss Kurzname Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio. € Ergebnis nach Steuern in Mio. € * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 5) Eintragung der Gesellschaft im HR am 02.03.2023, Gründung am 07.10.2022; EAV gültig am 01.03.2023 93 STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o.  Bosnien-Her- zegowina ASB 100,00 6,7 4,74 Segment CropEnergies CT Biocarbonic GmbH Zeitz Deutschland CEBet 50,00 4,7 0,85 Segment Stärke GreenPower Services Kft. Szabade- gyháza Ungarn HK 100,00 0,0 0,00 HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és For- galmazó Kft. HK Szabade- gyháza Ungarn AS 50,00 86,9 22,04 III. Unternehmen von untergeordneter Bedeutung und sonstige Beteiligungen > 20 % Verbundene Unternehmen Segment Zucker Zucker Übrige Arbeitsgemeinschaft für Versuchswesen und Beratung im Zu- ckerrübenanbau Zeitz GmbH Kretzschau Deutschland SZAG 80,00 0,0 -0,03 Südtrans GmbH Mannheim Deutschland SZAG 100,00 0,1 0,00 Segment Stärke AGRANA Amidi srl Sterzing (BZ) Italien AS 100,00 0,1 0,01 Assoziierte Unternehmen Segment Zucker Division Zucker (Südzucker) Zucker Belgien Food Port N.V. Tienen Belgien RT 35,71 1,7 -0,04 Division Landwirtschaft Zschortauer-Glesiener Rübenrode GmbH Schkeuditz Deutschland LOB 45,83 0,4 -0,03 4) Zucker Übrige Liquid Feed Europe Holding B.V. LFEH Oud-Beijer- land Niederlande SZH 50,00 1,3 -0,01 Liquid Feed France S.A.S. Cagny Frankreich LFEH 100,00 1,5 -0,19 Nougat Chabert GIE Internougat Montelimar Frankreich NC&G 49,52 0,5 0,32 4) Segment CropEnergies Syclus B.V. Maastricht Niederlande CEBet 50,00 0,5 -0,15 Segment Spezialitäten Division Beneo INVITA Australia PTE Ltd Balgowlah Australien BP 35,00 7,7 1,52 Division PortionPack Europe Collaborative Blending Solutions Proprietary Limited Johannesburg (Midrand) Südafrika CoSo 49,00 -0,5 0,17 Segment CropEnergies East Energy GmbH Rostock Deutschland CEBet 25,00 -0,2 -0,24 Jahresabschluss Kurzname Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio. € Ergebnis nach Steuern in Mio. € * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 5) Eintragung der Gesellschaft im HR am 02.03.2023, Gründung am 07.10.2022; EAV gültig am 01.03.2023 94 Sonstige Beteiligungen > 20 % Segment Zucker Division Zucker (AGRANA) Zucker Ungarn Cukoripari Egyesülés Budapest Ungarn MCeF 44,27 0,1 0,00 Zucker Übrige ED&F Man Holdings Limited London Vereinigtes Königreich SZH 34,37 10,5 -197,08 4) Mannheim, den 28. April 2023 DER VORSTAND Dr. Niels Pörksen Ingrid-Helen Arnold (Vorsitzender) Hans-Peter Gai Thomas Kölbl Markus Mühleisen

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