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Südzucker AG

Annual Report (ESEF) Jul 8, 2022

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LAGEBERICHT UND JAHRESABSCHLUSS DER SÜDZUCKER AG ZUM 28. FEBRUAR 2022 (HGB) Die auf den folgenden Seiten in Klammern gesetzten Zahlen beziehen sich jeweils auf den Vorjahres- zeitraum bzw. -zeitpunkt. INHALTSVERZEICHNIS LAGEBERICHT ..................................................................................... 1 GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS ................................................................................... 1 Konzernstruktur ............................................................................................................................... 1 Konzernsteuerung ........................................................................................................................... 1 Geschäftsmodell und Strategie ........................................................................................................ 3 MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER ................................................................................ 7 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG ....................................................................................... 9 WIRTSCHAFTSBERICHT .................................................................................................. 14 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen ........................................ 14 Rechtliche und politische Rahmenbedingungen ........................................................................... 17 Rübenernte und Kampagneverlauf ............................................................................................... 19 Geschäftsentwicklung ................................................................................................................... 20 PROGNOSEBERICHT ...................................................................................................... 25 RISIKO- UND CHANCENBERICHT...................................................................................... 26 Risikomanagement ....................................................................................................................... 26 Zusammenfassende Darstellung der Risiko- und Chancenlage ................................................... 29 Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem ...................... 41 UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND -VERANTWORTUNG ............................................................. 43 Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat ................................................................................ 43 -Bericht ..................................................................................................... 47 Compliance ................................................................................................................................... 50 Übernahmerelevante Angaben...................................................................................................... 51 Gesonderte nichtfinanzielle Berichterstattung § 289b Abs. 3 HGB .............................................. 53 VORSCHLAG ZUR GEWINNVERWENDUNG ............................................................................ 54 SCHLUSSERKLÄRUNG ZUM ABHÄNGIGKEITSBERICHT GEMÄß § 312 ABS. 3 AKTG ........................ 54 JAHRESABSCHLUSS ............................................................................. 56 BILANZ ZUM 28. FEBRUAR 2022 .................................................................................... 56 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 1. MÄRZ 2021 BIS 28. FEBRUAR 2022 ............................. 57 ANHANG ZUM JAHRESABSCHLUSS .................................................................................... 58 Anwendung der Rechnungslegungsvorschriften .......................................................................... 58 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze.................................................................................. 58 Erläuterungen zur Bilanz ............................................................................................................... 64 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung ........................................................................ 73 Sonstige Angaben ......................................................................................................................... 76 VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER ........................................... 11 BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS ................... 12 Lagebericht 1 LAGEBERICHT Grundlagen des Unternehmens Konzernstruktur Die Südzucker AG, eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in Mannheim, ist die Muttergesellschaft der Südzucker-Gruppe und gleichzeitig die größte operative Gesellschaft. In den Konzernabschluss sind  neben der Mutter- gesellschaft Südzucker AG  134 (140) Gesell- schaften einbezogen, bei denen die Südzucker AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimm- rechte hält. Weitere Details zu Beteiligungen fin- den sich ab Seite 3  zes gemäß §§ 285 Nr. 11 und  des Anhangs in diesem Geschäftsbericht. Die Südzucker-Gruppe umfasst die fünf Segmente Zucker, Spezialitäten, CropEnergies, Stärke und Frucht. Die Segmente Zucker, Spezialitäten und Frucht sind in insgesamt acht produkt- bzw. re- gionalbezogene Divisionen untergliedert. Dabei wird die AGRANA Beteiligungs-AG mit den Divi- sionen Zucker, Fruchtsaftkonzentrate und Fruchtzubereitungen sowie dem Segment Stärke als börsennotiertes Unternehmen geführt; auch die CropEnergies AG ist ein börsennotiertes Un- ternehmen. Zentralabteilungen der Südzucker AG mit Kon- zernfunktion übernehmen Aufgaben und Funkti- onen für mehrere Segmente bzw. Divisionen bzw. die gesamte Südzucker-Gruppe. Weitere Teilauf- gaben sind in Shared-Finance-Centern sowie Forschungsaktivitäten an mehreren Forschungs- standorten zusammengefasst. Konzernsteuerung Der Vorstand der Südzucker AG leitet die Ge- schäfte eigenverantwortlich und wird dabei vom Aufsichtsrat überwacht und beraten. Der Vor- stand ist an das Unternehmensinteresse gebun- den und der Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet. Hierbei tragen die Mitglieder des Vorstands die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung gemeinsam. Zudem leiten die einzelnen Vor- standsmitglieder die ihnen zugewiesenen Kon- zernfunktionen im Rahmen der Vorstandsbe- schlüsse in eigener Verantwortung. Die Ge- schäftsordnung für den Vorstand bestimmt die nähere Ausgestaltung der Vorstandsarbeit. Danach leiten der Chief Operating Officer (COO) und der Chief Executive Officer der AGRANA Be- teiligungs-AG (CEO AGRANA) das Segment Zu- cker gemeinsam. Im Rahmen dieser gemeinsa- men Segmentsteuerung hat der COO die regio- nale Verantwortung für die Ländergesellschaften - Deutschland, Belgien, Frankreich, Polen, Mol- dau und Vertriebsgesellschaften - der Division Zucker (Südzucker). Der CEO AGRANA trägt die regionale Verantwortung für die Ländergesell- schaften der Division Zucker (AGRANA) in Öster- reich, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Bosnien. Dem COO ist außerdem das Segment CropEnergies zugeordnet und dem CEO AGRANA die Segmente Stärke und Frucht. Der Chief Digital Officer (CDO) leitet das Segment Spezialitäten mit den Divisionen BENEO, Freiber- ger und PortionPack Europe. Lagebericht 2 Für bedeutende Geschäftsvorgänge beinhaltet die Satzung der Südzucker AG für Vorstandsent- scheidungen zudem Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Vorstand hat für ein angemessenes Risiko- management und Risikocontrolling im Unterneh- men Sorge zu tragen. Ebenso ist er für eine adä- quate Besetzung von Führungsfunktionen im Un- ternehmen verantwortlich. Des Weiteren hat der Vorstand für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beach- tung durch die Konzernunternehmen hin (Com- pliance). Auch für die Leitungsorgane auf Ebene der Seg- mente und Divisionen ist Compliance die Basis für das Führen des operativen Tagesgeschäfts. Im Rahmen einer Matrixorganisation werden sie von zentralen Konzernfunktionen, die mit einem fach- lichen Weisungsrecht ausgestattet sind, unter- stützt und beraten. WERTMANAGEMENT Im Mittelpunkt der Unter- nehmenspolitik steht die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Im Rahmen des Wert- managements strebt Südzucker in den Segmen- ten und Divisionen an, mit der Rendite auf das eingesetzte Kapital eine Prämie über die Kapital- kosten hinaus zu erzielen und hierdurch einen Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen. Südzucker setzt ein konzernweit einheitliches Berichts- und Planungssystem ein und wendet, darauf aufbauend, zentral definierte Kennzahlen an. Wesentliche Kennzahl auf Segment- und Konzernebene ist das operative Ergebnis sowie ausschließlich auf Konzernebene die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed  kurz ROCE). Beim operativen Ergebnis wird das Ergebnis der Betriebstätigkeit laut Gewinn- und Verlustrech- nung um das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen sowie um das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen bereinigt. Nach Abzug der darin enthaltenen, nicht zah- lungswirksamen Abschreibungen ergibt sich das EBITDA als Maß der operativen Cashflow-Kraft des Unternehmens. Das eingesetzte Kapital (Ca- pital Employed) umfasst das investierte Sachan- lagevermögen zuzüglich erworbener Geschäfts- und Firmenwerte sowie das Working Capital zum Bilanzstichtag. Der ROCE entspricht dem Verhält- nis von operativem Ergebnis zu Capital Employed. Südzucker ermittelt die Kapitalkosten für das eingesetzte operative Vermögen als Durchschnitt der gewichteten Eigen- und Fremd- kapitalkosten. Die Kapitalkosten werden für die Segmente und Divisionen spezifiziert, indem die jeweiligen Länderrisiken und Geschäftsrisiken berücksichtigt werden. Diese finanziellen Leis- tungsindikatoren stellen für die Südzu- cker-Gruppe derzeit die wesentlichen steue- rungsrelevanten Leistungsindikatoren dar. FINANZMANAGEMENT Die Finanzierung des Süd- zucker-Konzerns basiert auf der nachhaltigen Cashflow-Kraft, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Südzu- cker verfolgt die klare Strategie, das Investment- Grade-Rating zu bestätigen. Im Hinblick auf die Fälligkeiten und die Zinsfestschreibung nutzt Südzucker eine optimierte Struktur von Finanzin- strumenten wie Hybrid-Eigenkapital, Anleihen, Schuldscheindarlehen und Bankkredite. Zur un- terjährigen Finanzierung der der Zuckerbranche eigenen Saisonalität (Finanzierung der Rübengel- draten und Vorratsbestände) ist ein flexibler Zu- gang zu kurzfristiger Liquidität ein wichtiges Ele- ment der Finanzierungsstruktur. Diese kurzfristi- gen Finanzierungserfordernisse werden vorran- gig durch die Nutzung des Commercial-Paper-  gewähr- leistet. Aus nicht ausgenutzten syndizierten Kre- ditlinien und weiteren bilateralen Bankkreditlinien Lagebericht 3 stehen der Südzucker-Gruppe zusätzliche Liqui- ditätsreserven zur Verfügung. Diese betrugen zum Bilanzstichtag 1,4 (1,4. Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt lang- fristig und orientiert sich an den für ein Invest- ment-Grade-Rating erforderlichen Faktoren. Die im Finanzmanagement von Südzucker verwende- ten Kenngrößen für die Kapitalstruktur sind der Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Nettofi- nanzschulden zu Cashflow), der Verschuldungs- grad (Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals) sowie die Eigenkapitalquote (Eigenkapital in % der Bilanzsumme). Für die Südzucker AG nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches bilden dagegen das Be- triebsergebnis (HGB) und der Jahresüberschuss die finanziellen Kennzahlen zur Unternehmens- steuerung. Geschäftsmodell und Strategie GESCHÄFTSMODELL Das Geschäftsmodell von Südzucker umfasst die Nutzung von Pflanzen mit dem Ziel, hochwertige Lebensmittel, Inhaltsstoffe für Lebensmittel, Fut- termittel, Ethanol sowie weitere Produkte, herzu- stellen und zu vermarkten. Für die Beschaffung und Verarbeitung der pflanz- lichen Rohstoffe werden unterschiedliche Tech- nologien genutzt, die mit Fokus auf Nachhaltig- keit und Effizienz weiterentwickelt werden. Das Produktportfolio der Südzucker-Gruppe um- fasst Zucker und Zuckerspezialitäten, funktio- nelle Inhaltsstoffe für Lebensmittel, tiefgekühlte und gekühlte Pizza, Stärke, Stärkeverzucke- rungsprodukte, Portionsartikel, Ethanol, Futter- mittel sowie Fruchtzubereitungen und Frucht- saftkonzentrate. Die Geschäftsaktivitäten zur Herstellung und Vermarktung dieser Produkte und den damit ver- bundenen Dienstleistungen sind fünf Segmenten zugeordnet (Konzernstruktur). Mit unseren Produkten bedienen wir kundenori- entiert und zuverlässig die Nahrungsmittelin- dustrie, die Futtermittel- und die Mineralölin- dustrie sowie Verbrauchermärkte, wie den Ein- zelhandel und den Food-Service-Markt. Während auf den industriellen Märkten Anforderungen, wie vor allem Menge, Verfügbarkeit und Preis entscheidend sind, spielen bei den Verbraucher- märkten unter anderem Geschmack, Innovatio- nen und Convenience eine wichtige Rolle. Südzucker ist mit den Segmenten Spezialitäten, Stärke und Frucht weltweit tätig. Die Geschäfts- aktivitäten der Segmente Zucker und CropEner- gies sind überwiegend auf Europa fokussiert. Unsere Rohstoff- und Absatzmärkte sind welt- weit verbunden und unterliegen Preisschwan- kungen. Dabei sorgen unser diversifiziertes Pro- duktportfolio und regional unterschiedliche Märkte für einen Risikoausgleich. Unser Geschäftsmodell basiert auf nachhaltigem Handeln. Wir produzieren ressourcenschonend durch Nutzung emissionsarmer und energieeffi- zienter Technologien und verwenden die Agrar- rohstoffe möglichst vollständig. Die Einbindung in ländliche Regionen, europäische Standards bei Compliance, Menschenrechten und Arbeitsbe- dingungen sowie die Beachtung der Anforderun- gen an eine gesunde und sichere Ernährung sind Grundlage unseres Geschäfts. Unsere Mitarbeiter bringen eine Vielfalt an Erfah- rungen, Fähigkeiten, Wissen, Persönlichkeiten und Kulturen bei Südzucker ein und machen un- ser Unternehmen damit erfolgreich. Lagebericht 4 STRATEGIE Marktumfeld Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und zum Teil tiefgreifende Veränderungen auf unse- ren Märkten stellen uns vor neue Herausforde- rungen. Anhaltende und neue Gesundheits- trends, verbunden mit Diskussionen hinsichtlich des Zuckerverzehrs in Europa, steigende Nach- frage nach nachhaltigen, pflanzenbasierten Pro- dukten, der Wunsch nach neuen Technologien und CO 2 -Reduktion sowie eine global wachsende Nachfrage nach Nahrungsmitteln verändern die Bedürfnisse unserer Kunden. Daneben beeinflussen auch Megatrends wie die weltweite Entwicklung des Zuckerverbrauchs, des Pro-Kopf-Einkommens, des Energiebedarfs und der Tierfutterproduktion sowie volatile und zyk- lische Marktbedingungen unser Geschäft. Als Südzucker-Gruppe nehmen wir diese Verän- derungen als Chance wahr, die Ansprüche unse- rer Kunden und der Gesellschaft in Zukunft noch besser zu erfüllen. Group Strategy 2026 PLUS Mit der Group Strategy 2026 PLUS hat sich die Südzucker-Gruppe ehrgeizige Ziele gesetzt und einen zukunftsweisenden Veränderungsprozess eingeleitet. Wir verändern uns von einem Groß- verarbeiter agrarischer Rohstoffe zu einem füh- renden Partner für pflanzenbasierte Lösungen für eine lebenswerte, gesunde und nachhaltige Welt. Unsere Unternehmensgruppe wird noch innova- tiver, kundennäher und konsequenter auf Nach- haltigkeit und profitables Wachstum ausgerich- tet. Die Grundlage unserer Strategie bilden Pur- pose, Mission und Vision. Purpose Unser Unternehmenszweck ist es, einen Beitrag für eine lebenswerte, gesunde und nachhaltige Welt zu schaf- fen. Dafür gewinnen wir das Beste aus Pflanzen. Mission Unser Auftrag ist es, aus Pflanzen Wert zu schöpfen  für Ernährung, Energie und darüber hinaus - als Partner der Wahl für Landwirte, Kunden und Verbraucher. Vision Wir wollen die führende in- tegrierte Unternehmens- gruppe für pflanzenbasierte Produkte und Konzepte werden  lokal, regional und global. Lagebericht 5 FÜNF ZENTRALE HANDLUNGSFELDER DER GROUP STRATEGY 2026 PLUS Unsere zentralen Handlungsfelder zeigen den Weg, wie wir unsere Vision erreichen wollen. Unsere Mitarbeitenden Nachhaltigkeit Märkte und Kunden Pflanzenbasierte Lösungen Profitables Wachstum: Mehr Kraft aus der Gruppe schöpfen  mit den Fähigkeiten und der Leidenschaft unserer Mitarbeite- rinnen und Mitarbei- ter Nachhaltigem Wirtschaften verpflichtet Markt- und Kundenzugang verbessern Technologie- und marktgetriebene Wertschöpfung aus pflanzlichen Roh- stoffen ausweiten Profitabler und schneller wachsen als Wettbewerber Im Mittelpunkt stehen der Ausbau des Geschäfts- felds Proteine und Aufbau des neuen Geschäfts- felds biobasierte Chemikalien sowie die Erarbei- tung und Umsetzung der Digitalisierungs- und der Nachhaltigkeitsstrategie. PROTEINE Die sich verändernden Ernährungsge- wohnheiten, Klimaschutz und Tierwohlaspekte treiben die Nachfrage nach alternativen Protein- produkten. Im Fokus steht der Absatzmarkt für Lagebericht 6 pflanzenbasierten Fleisch- und Fischersatz. Da- bei setzen wir auf eine nachhaltige Rohstoffbasis, was für uns primär eine lokale bzw. regionale Be- schaffung von Rohstoffen bedeutet. Mit der vorrangigen Verwendung von Legumino- sen unterstützen wir auch die neuen agrar- und klimapolitischen Maßnahmen zu erweiterten Fruchtfolgen. Unsere Verankerung und Verbin- dung in die Landwirtschaft ist hier ist ein starker Baustein. So arbeiten wir mit einem Netzwerk von Zuckerrübenbauern und nutzen - vor allem in der Test- und Anlaufphase  eigene Anbauflächen. Unsere Strategie setzen wir auf mehreren Wegen um: durch gezielte Investitionen in die eigene Produktion, aber auch durch Kooperationen. BIOBASIERTE CHEMIKALIEN Die Entwicklungsar- beit der Südzucker-Gruppe im Bereich bioba- sierte Chemikalien zielt unter anderem auf De- karbonisierung, Defossilierung der chemischen Produktion, Wiederverwertbarkeit und biologi- sche Abbaubarkeit von Kunststoffen. Damit ver- binden wir Ökonomie und Ökologie. Mit unseren biobasierten Chemikalien bieten wir nachhaltige Alternativen zu fossilen Produkten. Ein Beispiel ist die Produktion von Verbrauchs- und Verpackungsmaterial aus Stärke. DIGITALISIERUNG Digitalisierung bedeutet für die Südzucker-Gruppe die Sicherstellung und Wei- terentwicklung einer adäquaten und effizienten IT-Infrastruktur, die möglichst alle Unterneh- mensbereiche miteinander vernetzt und neue Geschäftsmodelle Digital unterstützt. Hierbei binden wir unsere Kunden und Partner aus der Landwirtschaft in den Prozess ein und entwickeln neue digitale Servicelösungen. Mit einer stärkeren Integration digitaler Lösungen im Produktionsumfeld - beispielsweise durch Applikationen für die tägliche Arbeit entlang der Wertschöpfungskette - ermöglichen wir mehr Transparenz, die zu einer Steigerung der Effizi- enz und Qualität beiträgt. Mit der Einführung einer gruppenübergreifenden Lösung zur Vertriebsunterstützung gestalten wir unsere Verkaufsprozesse noch effizienter und verfolgen einen systemorientierten Ansatz, der den Kunden mehr denn je in den Mittelpunkt stellt. Darüber hinaus verfolgen wir basierend auf neuen Technologien und der systematischen Nutzung von Daten aus der eigenen Landwirt- schaft ein übergreifendes Konzept, das die Grundlage für neue Optionen digitaler Geschäfts- modelle in einem sich verändernden Agrarumfeld schafft. NACHHALTIGKEIT In allen Unternehmens- und Handlungsbereichen ist die Südzucker-Gruppe nachhaltigem Wirtschaften verpflichtet. Detail- lierte Informationen zur Präzisierung unserer Sustainability Roadmap sowie zur Entwicklung und Umsetzung der darin festgeschriebenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen entnehmen Sie bitte dem Konzernabschluss Kapitel Nachhaltigkeit. STRATEGIEN DER DIVISIONEN Die Südzucker Group Strategy 2026 PLUS und die Divisionsstra- tegien sind in gegenseitiger Ergänzung und Ver- stärkung konzipiert. Neben organischem Wachs- tum haben wir als Unternehmensgruppe auch Akquisitionsmöglichkeiten und Innovationen durch Kooperationen. Darüber hinaus berück- sichtigen wir die Anforderungen und Trends auf den jeweiligen Märkten. Einzelheiten zu den je- weiligen Divisionsstrategien werden direkt in den entsprechenden Segmenten aufgeführt. Lagebericht 7 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter In unserem weltweit tätigen Konzern arbeiten Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kul- turen zusammen. Unser Blick richtet sich auf ihre individuellen Fähigkeiten und Talente. Wir arbei- ten jeden Tag daran, in unserer Unternehmens- gruppe ein Klima gegenseitigen Vertrauens sowie ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von jegli- cher Art von Vorurteilen und Diskriminierung ist, in dem alle gleichermaßen akzeptiert werden und sich mit ihren Talenten, ihrem Wissen, ihren Er- fahrungen und Meinungen einbringen können. Wir wollen diesen Weg weiterhin gemeinsam mit unseren Mitarbeitern erfolgreich beschreiten und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass diese Grundsätze im Alltag gelebt werden. Zur zielge- richteten und zukunftsorientierten Umsetzung der Konzernstrategie 2026 PLUS wurde eine neue gruppenweite umfassende HR-Strategie entwi- ckelt, die die Handlungsfelder Führung, Digitali- sierung, Diversität, Internationalisierung, Talent Management sowie Anreizsysteme, Zusammen- arbeit und Arbeitsumgebung enthält und die Ba- sis für zahlreiche neue Maßnahmen und Pro- gramme bildet. Im Durchschnitt des Geschäftsjahres waren bei der Südzucker AG 2.393 (2.512) Mitarbeiter be- schäftigt. ALTERSSTRUKTUR UND BETRIEBSZUGEHÖRIGKEIT Die Altersstruktur zeigt unverändert ein relativ ausgeglichenes Bild, die durchschnittliche Be- triebszugehörigkeit im Konzern ist ebenfalls na- hezu unverändert. Rund 55 % arbeiten seit mehr als fünf Jahren für das Unternehmen. PERSONALENTWICKLUNG/AUS- UND WEITERBILDUNG BERUFSAUSBILDUNG Das Ausbildungsangebot der Südzucker-Gruppe in rund 20 unterschiedli- chen Berufen ist weiterhin ein wesentlicher Bau- stein zur langfristigen Sicherung des eigenen Fachkräftebedarfs. Die Anzahl der Auszubilden- den zum 28. Februar 2022 ist leicht auf 348 (354) Auszubildende zurückgegangen. Bei der Südzu- cker AG, der Freiberger-Gruppe und AGRANA in Deutschland wurden zum 28. Februar 2022 ins- gesamt 198 Auszubildende nach dem dualen System oder im Rahmen eines betrieblichen Stu- diums ausgebildet. PERSONALENTWICKLUNG UND KARRIEREPLA- NUNG Wir arbeiten daran, die Personalentwick- lung - unter anderem das Talent-Management, die Führungskräfteentwicklung und die Nachfol- geplanung  an die strategische Ausrichtung der Südzucker-Gruppe anzupassen. Dafür bieten wir unter anderem einen breiten Zugang zu mobiler Arbeit, neue digitale Tools zur Zusammenarbeit und die Arbeit in internationalen Projektgruppen. In diesem Zusammenhang wurde u. a. das Cata- lyst-Programm gestartet, in dessen Rahmen Pro- jektmanagerinnen und -managern intensives Training in Sachen agile Arbeitsmethoden ange- boten wird. Mit einem neuen konzernweiten On-boarding- Konzept wollen wir neuen Mitarbeitenden eine schnelle Orientierung im Unternehmen ermögli- chen und gleichzeitig eine Basis für Personal- entwicklung und die Bildung von Netzwerken in den Divisionen und Abteilungen bieten. Ein ent- sprechender Standard wird aktuell in einem Pilot- projekt erprobt. Um Mitarbeitende kontinuierlich in ihrer persön- lichen und beruflichen Entwicklung zu unter- stützen, führt Südzucker regelmäßig mindestens einmal im Jahr Feedbackgespräche durch, in de- nen Mitarbeitende gemeinsam mit ihren Vorge- setzten Ideen für ihre Weiterbildung und indivi- duelle Entwicklung erarbeiten. Darüber hinaus werden regelmäßig Traineeprogramme und Lagebericht 8 Nachwuchsführungskräfteprogramme durchge- führt. Offene Stellen werden konzernweit intern ausge- schrieben und bei entsprechender Eignung be- vorzugt mit Mitarbeitenden aus dem Konzern be- setzt. Damit können sich Mitarbeitende inner- halb des Unternehmens weiterentwickeln; dies fördert Know-how und Erfahrung im Unterneh- men. FÜHRUNGSKRÄFTEENTWICKLUNG Im Geschäfts- jahr 2021/22 wurde unser Trainingsprogramm zur Führungskräfteentwicklung unter anderem   weiterentwickelt. Beispielsweise werden jetzt Trainings speziell für Meister in den Produktions- standorten angeboten. Weitergeführt wurde auch das im Jahr 2020 gestartete Empowering-Wo- men-Programm mit dem Ziel, Frauen im Ma- nagement zu fördern und besser zu vernetzen. Die Leitlinien für Führungskräfte werden entspre- chend der neuen HR-Strategie weiterentwickelt. Lagebericht 9 Forschung und Entwicklung Der Bereich Forschung und Entwicklung der Süd- zucker-Gruppe unterstützt alle Aktivitäten ent- lang den Wertschöpfungsketten vom Anbau der Pflanzen bis zur Marktreife der Produkte. We- sentliche Themen wurden im Rahmen der neuen Konzernstrategie herausgearbeitet und in Form von Fokusinitiativen fest verankert. So setzen wir im Bereich prozessorientierte For- schung und Entwicklung Impulse für das Errei- chen von Nachhaltigkeitszielen sowie für die zu- künftige Ausrichtung auf eine CO2-neutrale Pro- duktion. Das Innovationsfeld der Proteine wird mit verschiedenen Schwerpunkten tiefgreifend evaluiert. Angefangen vom landwirtschaftlichen Anbau über die Prozessierung bis hin zur Ent- wicklung funktioneller Marktprodukte (z. B. Flei- schersatz) untersuchen wir ein breites Spektrum proteinhaltiger Pflanzen. Außerdem bilden nach- haltige Chemikalien auf Basis der im Konzern vorhandenen und neuer Rohstoffe sowie die Ver- wendung von bei der Ethanolproduktion anfal- lendem CO2 weitere Schwerpunkte. Innovationen im Lebensmittelbereich sind eng mit dem Kerngeschäft der Divisionen verzahnt; Trends wie Zuckerreduktion und Ballaststoffan- reicherungen werden hier konzeptionell erarbei- tet und als Systemlösungen für die immer vielfäl- tigeren Anforderungen unserer Kunden zur Ver- fügung gestellt. Kooperationen mit Forschungseinrichtungen, an- deren Unternehmen, Start-ups, staatlichen Insti- tutionen oder Universitäten auch im Rahmen öf- fentlich geförderter Projekte ermöglichen es uns, frühzeitig Innovationspotenziale zu erkennen und diese in die Südzucker-Entwicklungsstrate- gien zu integrieren. Für den Bereich Forschung, Entwicklung und technologische Services arbeiten in der Südzu- cker AG 167 (158) Mitarbeiter. Das Gesamt- budget betrug 2021/22 insgesamt 25.580 (23.394) Tsd. . ROHSTOFFE Es gehört zu unseren Kernaufgaben, die Qualität der agrarischen Rohstoffe, die wir für unsere Pro- dukte verarbeiten, zu sichern bzw. zu erhöhen sowie das Rohstoff-Portfolio zu erweitern. Ökologische Landwirtschaft, Bioprodukte und neue agrarische Rohstoffe gewinnen im Konzer- numfeld an Bedeutung. Gleichzeitig steht die Pflanzenproduktion und darunter auch der Anbau von Zuckerrüben vor enormen Herausforderun- gen. Neben den politischen Vorgaben zur Reduk- tion von Düngung und Pflanzenschutz im Rah- men der Farm-to-Fork-Strategie als Teil des eu- ropäischen Green Deal erschweren zunehmende Resistenzen sowie neue Krankheiten und Schäd- linge den nachhaltigen Anbau. Deshalb stehen Forschungen und Versuchsfragen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit, Klima- schutz und Ressourceneinsparung im Vorder- grund. Ein Schwerpunkt der Entwicklungsarbei- ten liegt im Bereich der mechanischen Unkraut- bekämpfung mit gezogenen oder autonomen Maschinen. Daneben wird in einer Reihe von Ko- operationen versucht, das Abwehrsystem von Pflanzen anzuregen, um sich selber vor pathoge- nen Pilzen, Viren und Bakterien zu schützen. In diesem Zusammenhang wird auch nach in der Natur vorkommenden natürlichen Gegenspielern von Krankheiten und Schädlingen gesucht. Die rasante Entwicklung in der Analysetechnologie ermöglicht es mittlerweile ebenfalls, einen Blick in die Bodenbiologie zu werfen. Dabei steht die Bedeutung des Bodenbioms für eine nachhaltige Produktion im Fokus. Und nicht zuletzt wird ak- tuell das erarbeitete Wissen in ein digitales, indi- viduell zugeschnittenes Beratungsangebot für die Lagebericht 10 Landwirtschaft transformiert. Dabei greifen wir auf die im Unternehmen verfügbaren Daten zu- rück und kombinieren diese mit Informationen aus anderen Quellen, wie z. B. Satellitendaten. Zu dem Themenfeld rund um neue Pflanzenkrank- heiten und Schädlinge wird kontinuierlich ge- forscht. Dies erfolgt gruppenweit und wird durch Anlegen von Versuchsparzellen realisiert. ROHSTOFFE MIT BESONDEREN EIGENSCHAFTEN Im Bereich der Lebensmittel stehen insbesondere Produkte im Fokus, die sich mit den etablierten Technologien erzeugen lassen beziehungsweise aus Nebenströmen abgetrennt werden können. Daneben untersuchen wir die Nutzung weiterer Kulturpflanzen - vom Anbau bis zum fertigen Produkt -, um durch technologische Maßnahmen die Anreicherung und Abtrennung der Inhalts- stoffe zu realisieren sowie Produktkonzepte für die Einführung im Markt zu entwickeln. Der Fokus bei den Inhaltsstoffen liegt dabei auf funktionel- len Polysacchariden, Stärken und Ballaststoffen sowie Proteinen. ROHSTOFFE FÜR STÄRKE Die Untersuchungen an speziellen Weizensorten wurden fortgeführt und neue wertvolle Erkenntnisse bei der Umsetzung in den Produktionsmaßstab konnten gewonnen werden. Der hergestellte Stärketyp kann sowohl in unterschiedlichsten Lebensmittelapplikationen als auch im technischen Bereich für weitere Ein- satzgebiete genutzt werden. VERARBEITUNGSTECHNOLOGIE Im Rahmen der nachhaltigen Gestaltung der Pro- duktionsprozesse in unseren Fabriken stehen die Themen Energie, Ausbeute, Produktqualität und Nebenstromnutzung im Fokus. Die enge Verknüpfung von Technologieentwick- lung und Technik bietet die Grundlage für schnelle, zielgerichtete Investitionsentscheidun- gen in der Südzucker-Gruppe. Mit rechnerbasier- ten Modulationssystemen gelingt eine schnelle Umsetzung von neuen Prozessen in die Produk- tion. In den Zuckerfabriken wird kontinuierlich an der Verbesserung der Produktionsprozesse gearbei- tet. Dazu gehören die Reduzierung des Energie- verbrauchs, der Ersatz fossiler Energieträger, die Erhöhung der Gesamtausbeute und der Qualität sowie die Nutzung der Nebenströme. Bei der Stärkeproduktion liegt der Fokus auf Ver- fahren und Technologien für Bio- und soge- nannte Clean-Label-Produkte. Neben der Ent- wicklung neuer Produkte werden vor allem Pro- zesse und Technologien für bestehende Bio-Pro- dukte laufend optimiert. So konnten neue, ge- setzlich geforderte höhere Qualitätsstandards für Bio-Verzuckerungsprodukte und Säuglings- milchnahrung durch bereits implementierte An- passungen in den jeweiligen Prozesslinien erfüllt werden. Um künftig die steigende Nachfrage nach pflanz- lichen Proteinen vor allem für den Einsatz in ve- getarischen und veganen Nahrungsmittelzube- reitungen bedienen zu können, haben wir tech- nologische Evaluierungen gestartet, um aus ei- nem Nebenstrom der Stärkegewinnung neue Le- bensmittelzutaten zu gewinnen. In der Produktgruppe funktionelle Kohlenhydrate haben wir die technologischen Optimierungen zur Ausbeuteerhöhung und zur Verbesserung der Kristallqualitäten abgeschlossen. Die techni- sche Umsetzung neuer Produktionstechnologien in den Produktionsmaßstab wird intensiv beglei- tet. Im Bereich der Fructane konnten wir durch Modifikation der Prozesstechnologie neue Flüs- sigvarianten in den Markt einführen. Für die Herstellung eines neuen löslichen Ballast- stoffs aus Saccharose wurde eine bestehende An- lage umgerüstet. Hierzu wurden im Vorfeld En- zymsysteme getestet sowie die einzelnen Pro- zessschritte im Labor- und Pilotmaßstab entwi- ckelt. Die Forschung zu neuen Enzymsystemen wurde intensiviert. Bei der Ethanolproduktion arbeiten wir überwie- gend an Prozessoptimierungen. Ein besonderer Lagebericht 11 Fokus liegt auf Maßnahmen zur Energieeinspa- rung sowie zur Vermeidung von Produktionsstö- rungen. PRODUKTE, PRODUKTWEITERENTWICKLUNGEN UND ANWENDUNGSKONZEPTE Wir evaluieren neue Rohstoff- und Produktkon- zepte mithilfe innovativer Technologien. Damit wollen wir die Basis für die Erschließung neuer Geschäftsfelder  insbesondere unter Nachhal- tigkeits- und bioökonomischen Aspekten schaf- fen. Food Neue Anwendungskonzepte und Rezepturen für neuartige sowie auch bestehende Stärke- und Stärkenebenprodukte werden benötigt, um die dynamischen Entwicklungen in der Lebensmittel- industrie und am Markt begleiten zu können. Le- bensmitteltrends im Bereich der Clean-Label- Produkte, Produkte mit hohem Ballaststoffgehalt und solche aus biologischer Landwirtschaft lie- gen im Fokus der Forschungs- und Entwick- lungsaktivitäten. ZUCKER UND ZUCKERSPEZIALITÄTEN Für die Her- stellung von Rübenrohzucker wurde ein Produk- tionsprozess, der ohne weitere Hilfsstoffe aus- kommt, bis zur Produktionsreife entwickelt. Die Entwicklung zuckerreduzierter Fondants, die tro- ckene und pastöse Produkte umfasst, wurde wei- tergeführt. FUNKTIONELLE LEBENSMITTELZUTATEN Für funktionelle Lebensmittelzutaten wurden  häufig in Zusammenarbeit mit unseren Kunden  weitere Produktkonzepte entwickelt. Für eine Vermark- tung dieser Produkte sind ernährungsphysiologi- sche Auslobungen unverzichtbar. Deshalb führen wir die intensive ernährungswissenschaftliche       ruktose fort. Themen wie verbessertes Blutgluko- semanagement, Stoffwechselregulation, Darm- gesundheit und Aussagen zur Proteinwertigkeit stehen im Mittelpunkt der Studien. Die Kommu- nikation eines gesundheitlichen Nutzens von Le- bensmitteln gegenüber den europäischen Ver- brauchern wird von den EU-Behörden und den Mitgliedstaaten streng geregelt. Mit BENEO-Zuta- ten können Lebensmittelhersteller je nach BE- NEO-Zutat aus 10 zugelassenen gesundheitsbe- zogenen und 16 nährwertbezogenen Angaben wählen, um dem Verbraucher gesundheits- und nährwertbezogene Vorteile zu vermitteln. Für die Verwendung von Palatinose TM in Geträn- ken, Backwaren, Milchprodukten und Süßwaren wurden weitere Rezepturen entwickelt und im Markt platziert. Der von Südzucker entwickelte und patentierte Einsatz von Palatinose TM in Icings und Glazings zur Verbesserung der Lagerstabili- tät konnte beim Kunden erfolgreich umgesetzt werden. Durch die Produkteigenschaften ist es möglich, auf eine aufwendige Verpackung zu verzichten und durch die bessere Produktstabili- tät lässt sich Lebensmittelabfall bei den Endpro- dukten vermeiden. PFLANZLICHE PROTEINE Mit unserem For- schungsschwerpunkt im Bereich neue Lebens- mitteltrends wird es möglich, den dynamisch wachsenden Markt der vegetarischen und vega- nen Lebensmittel mit veganen Fleisch- und Milchalternativprodukten zu bedienen. Bei der Herstellung texturierter pflanzlicher Proteine lie- gen die Schwerpunkte auf der Optimierung der Faserstruktur und der Aufhellung der Farbe durch Einsatz von Additiven. Durch Co-Extrusion von Gluten mit anderen pflanzlichen Proteinen wer- den Produkte für neue Applikationsbereiche ent- wickelt, um das Produktportfolio zu erweitern. FRUCHTZUBEREITUNGEN Hitzepasteurisation von Lebensmitteln garantiert deren mikrobiologische Unbedenklichkeit und Haltbarkeit. Dies gilt auch für Schokolade, die in Fruchtzubereitungen ver- arbeitet wird. Hier konnten wir ein Verfahren zur schonenden, das Geschmacksprofil nicht negativ beeinflussenden Pasteurisierung entwickeln und umsetzen. Lagebericht 12 Die Textur von Erdbeerstücken in Fruchtjoghurts ist bei Konsumenten ein vielbeachteter Qualitäts- parameter. Dafür entwickeln wir Verfahren, die den Härtegrad von Erdbeeren trotz Pasteurisie- rung und minimalem Saftverlust erhalten. Für den Einstieg ins Konfekt-Geschäft wurde ein aufgeschäumter und schokoladeumhüllter Fruchtriegel entwickelt. Wir konnten ein stabiles Produkt mit einem sehr hohen Fruchtanteil und ohne Verwendung tierischer Gelatine generieren. ETHANOL Durch Anpassung des Herstellprozes- ses für Trinkethanol kann dieser jetzt auch als vegan ausgelobt werden. Non Food BIOBASIERTE CHEMIKALIEN Ein Ziel unserer For- schung ist, nachhaltige Produktkonzepte zu ent- wickeln, in denen im Unternehmen vorhandene Produkte und Nebenströme als Rohstoffquellen eingesetzt werden, um Alternativen zu petroche- misch basierten Produkten anbieten zu können. Dabei werden sowohl chemisch-katalytische als auch biotechnologische Verfahren verfolgt. Im Rahmen der Nutzung von Kohlenhydraten entwickelt Südzucker einen Prozess zur Herstel- lung von Hydroxymethylfurfural (HMF), einem nachhaltigen Synthesebaustein für Kunststoff- applikationen. Die Arbeiten erfolgen größtenteils intern; daneben sollen Kooperationen mit Part- nern und Universitäten, auch in Form von Förder- projekten, die Umsetzung beschleunigen. Ein Rohstoff, der in den Ethanolanlagen in großen Mengen anfällt, ist hochreines biogenes CO 2 . In Kombination mit grünem Wasserstoff lassen sich nachhaltige Produkte herstellen, die als Kraft- stoffzusatz, Plattformchemikalie oder auch Mo- nomerkomponente in biobasierten Kunststoffen eingesetzt werden können. Ein Ansatz ist die stoffliche Nutzung von CO 2 aus der Ethanolfermentation. In dem vom Bundesmi- nisterium für Bildung und Forschung (BMBF) ge- förderten    wurden hierzu weitere Fortschritte erzielt. Es konnte eine Tech- nologieplattform geschaffen werden, um aus CO 2 über mikrobiologische Verfahren nachhaltige or- ganische Säuren und auch weitere biobasierte Chemikalien herzustellen. Nach intensiven Marktevaluierungen arbeiten wir an spezifischen Umsetzungskonzepten und Hochskalierung in einen höheren Maßstab. Ein Projektkonsortium analysiert im Rahmen ei- nes BMBF-Förderprogramms zudem die Imple- mentierung eines Power-to-Gas-Konzepts  ebenfalls unter Nutzung des Fermentations-CO 2 . Im Fokus steht hier die Optimierung der biotech- nologischen Umwandlung von CO 2 in Methan. In- zwischen wurde eine Pilotanlage entwickelt und in Betrieb genommen. Die Kopplung mit einer Elektrolyseeinheit, die mit regenerativer Energie gespeist wird, liefert den notwendigen Wasser- stoff. Mit diesem nun finalen Konzept werden Daten generiert und Implementierungskonzepte erstellt. Auch die Übertragbarkeit auf die Gene- rierung weiterer Stoffe wie z. B. Methanol wird konzeptionell untersucht. In einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Power-to-X- Verbundprojekt wurde ein Konzept zur Herstel- lun beitet und die wirtschaftliche Bewertung unter Berücksichtigung standortspezifischer Gegeben- heiten ermittelt. Eine zukünftige Nutzung von biogenem CO 2 setzt die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff und eine entsprechende Infrastruktur zur Versorgung voraus. Um diese Aspekte zu untersuchen, betei- ligte sich Südzucker an der privatwirtschaftlich fi-      STÄRKE Für den Baubereich wurden neue Pro- dukttypen entwickelt, insbesondere in der An- wendung Fliesenkleber. Die Verfahrensabläufe zur Herstellung hochmodifizierter Stärkeether konnten optimiert und die Effizienz erhöht wer- Lagebericht 13 den. Durch die breite Verfügbarkeit unterschied- licher Rohstoffe haben wir das Portfolio an hoch- modifizierten Stärkederivaten den Marktvorga- ben entsprechend erweitert. Mit der Entwicklung von besonders umweltfreundlichem Stärkeether konnten wir neue Produkte mit dem Eco-Label- Trend im Markt platzieren. Insbesondere im Klebstoffbereich werden Alter- nativen zu synthetischen Bindemitteln auf Basis von Stärke nachgefragt. Mit Hilfe neuer Techno- logien konnten wir erstmals Stärkeprodukte her- stellen, die passende Klebeeigenschaften aufzei- gen. Damit wird die Nutzung von Stärke in diesen neuen Anwendungsfeldern möglich. Durch eine Optimierung der Prozessführung im Bereich heimkompostierbarer Biokunststoffe wurde die Herstellung stärkebasierter Com- pounds ökologisch vorteilhafter und wirtschaftli- cher. In Kombination von thermoplastischen Stärken mit unterschiedlichen Biopolymeren konnten neue maßgeschneiderte Lösungen ent- wickeln werden. Das Anwendungsfeld stärkebasierter Biokunst- stoffe soll weiter ausgebaut werden. Ein wesent- liches Projekt in diesem Kontext ist BioPrima. Ge- fördert durch die Fachagentur für Nachwach- sende Rohstoffe (FNR) hat sich die Südzucker- Gruppe zum Ziel gesetzt, eine heimkompostier- bare, biobasierte Primärfolie für Tiefkühlpizzen von Freiberger zu entwickeln. Das Projekt hat ei- nen Förderzeitraum von drei Jahren. VERPACKUNGEN Verpackungsänderungen im Le- bensmittelbereich sind anspruchsvoll und erfor- dern intensive Tests, um die Eignung der Materi- alien zu bestätigen. Wir prüfen aktuell neue Ver- packungsmaterialien für Zuckerprodukte im Retail-Bereich. Diese sollen die Produkte ebenso gut schützen wie die bisherigen, aber ohne Ver- bundmaterialien auskommen und damit Plastik vermeiden. Lagebericht 14 Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen WELTZUCKERMARKT Das Marktforschungsunter- nehmen IHS Markit geht in seiner Schätzung der Weltzuckerbilanz im März 2022 für das laufende Wirtschaftsjahr 2021/22 (1. Oktober bis 30. Sep- tember) von einem Defizit von 3,2 Mio. t  und damit dem dritten Defizitjahr in Folge - aus. Trotz einer leicht steigenden Erzeugung und einem ebenfalls leicht steigenden Weltzuckerverbrauch kommt es nochmals zu einem Abbau der Be- stände. Damit sinkt das Verhältnis von Beständen zu Verbrauch auf 36,9 % - das niedrigste Niveau seit über zehn Jahren. In einer ersten Schätzung für das neue Wirt- schaftsjahr 2022/23 erwartet IHS Markit eine ausgeglichene Zuckerbilanz. Die Erzeugung steigt - insbesondere in Brasilien und Thailand - stärker an als der Weltzuckerverbrauch, sodass es nicht nochmals zu einem Defizit kommen sollte. Bei einer ausgeglichenen Zuckerbilanz bleiben die Bestände auf dem sehr niedrigen Niveau. Im Kalenderjahr 2020 lag der Weltmarktpreis für  von Anfang 2021 bis Mitte Februar 2021 stieg er           schäftsjahres schwankten die Weltmarktpreise zunächst in einer Bandbreite zwischen rund 350  dann ab August 2021 nochmals an und erreichten im November 2021  sich der Weltmarktpreis zwischen 420 und 460         stieg der Weltmarktpreis wieder an. Weltzuckerbilanz Mio. t 2022/23e 2021/22 2020/21 2019/20 2018/19 Anfangsbestand 67,6 70,8 72,2 76,7 76,1 Erzeugung 186,8 181,8 180,1 180,4 184,7 Verbrauch -185,6 -183,3 -180,7 -181,2 -182,3 Mengenberichtigungen -1,2 -1,7 -0,8 -3,7 -1,8 Endbestand 67,6 67,6 70,8 72,2 76,7 In % des Verbrauchs 36,4 36,9 39,2 39,8 42,1 Quelle: IHS Markit, März 2022 EU-ZUCKERMARKT Im abgelaufenen Zuckerwirt- schaftsjahr (1. Oktober bis 30. September) 2020/21 ging die Zuckererzeugung (EU exklusive UK; inklusive Isoglukose) infolge gesunkener An- bauflächen, schwieriger Witterungsbedingungen sowie erhöhtem Schädlingsbefall nochmals zu- rück. Dieser Erzeugungsrückgang von 16,8 auf Lagebericht 15 15,2 Mio. t fällt stärker aus als der strukturell be- dingte und temporär zusätzlich durch die Corona-Pandemie verursachte Nachfragerück- gang. Damit blieb die EU im Zuckerwirtschafts- jahr 2020/21 Netto-Importeur von Zucker; es kam zu einem deutlichen Abbau der Bestände. Im laufenden Zuckerwirtschaftsjahr 2021/22 rechnet die EU-Kommission derzeit bei einer nochmals leicht verringerten Anbaufläche und ei- ner Normalisierung der Erträge mit einer Zucker- erzeugung (EU exklusive UK; inklusive Isoglu- kose) von 16,7 (15,2) Mio. t. Auf dieser Basis würde die EU im laufenden Zuckerwirtschaftsjahr zum vierten Mal in Folge Nettoimporteur für Zu- cker bleiben. Für das kommende Zuckerwirtschaftsjahr 2022/23 gehen Marktbeobachter von einer wei- ter leicht rückläufigen Anbaufläche in der EU-27 aus. ABSATZMÄRKTE ZUCKER Die größten Absatz- märkte für Zucker sind weiterhin die Getränkein- dustrie (Softdrinks und alkoholische Getränke), gefolgt von der Molkereiindustrie und den Her- stellern von Backwaren. Der Verlauf der Corona-Pandemie hat die Ab- satzentwicklung dieser Märkte weiterhin beein- flusst. So wurde auch 2021 weiterhin aufgrund von Lockdowns und anderen einschränkenden Maßnahmen deutlich weniger außer Haus konsu- miert, was zu geringeren Absätzen im Bereich Food Service und weniger Impulskäufen führte 1 . Davon betroffen waren besonders die Produkt- gruppen Softdrinks und Snacks (Convenience- Produkte), was auch einen geringeren Absatz von Zucker bedeutet. Im Gegenzug wird deutlich mehr zu Hause kon- sumiert. So ist das Bewusstsein von Konsumen- 1 Quelle: Euromonitor. ten für Nahrungsmittel gestiegen; sie wollen et- was für ihre Gesundheit tun und das Immunsys- tem stärken. Damit hält der Trend zu einer ge- sunden Ernährung weiter an, bzw. hat sich teil- weise sogar verstärkt. In diesem Kontext sind das Thema Zuckerreduk- tion und die damit verbundenen Konsumthemen politisch und gesellschaftlich weiter in den Fokus gerückt und wirken sich dämpfend auf das Zu- ckergeschäft aus. So ist beispielsweise in Deutschland, Belgien, Frankreich und Polen im Retailbereich ein Kon- sumrückgang von insgesamt mehr als 8 % zu ver- zeichnen 2 . Damit werden die in diesem Bereich grundsätzlich bekannten Absatzrückgänge von 2 bis 3 % im 10-jährigen Mittel in einzelnen Märk- ten teilweise weit überschritten, beispielsweise mit einem Minus von nahezu 10 % in Deutschland im Kalenderjahr 2021. Im Augenblick ist noch nicht absehbar, wie sich das Konsumverhalten nach dem Ende der Ein- schränkungen durch die Pandemie entwickeln wird. Auch eine Beurteilung, welche Veränderun- gen pandemiebedingt und welche konsumbe- dingt sind, kann erst dann abschließend erfolgen. ABSATZMÄRKTE FUTTERMITTEL UND MELASSE Die Märkte für zuckerhaltige Co-Produkte waren im Geschäftsjahr 2021/22 von weltweit steigen- den Rohstoffpreisen geprägt. Auch die Preise für zuckerhaltige Co-Produkte stiegen auf bis dahin ungekannte Höchststände. Der Rückgang der europäischen Mischfutterpro- duktion um 1,2 % mit einer entsprechend gerin- geren Nachfrage nach zuckerhaltigen Co-Pro- dukten hat durch weltweit stark gestiegene Preise für Agrarrohstoffe keinen Einfluss auf die Preis- steigerungen. 2 Quelle: Nielsen; Dezember 2020  November 2021. Lagebericht 16 Für 2021/22 wird mit einer weltweit leicht sin- kenden Melasseproduktion von 63,5 (64,5) Mio. t gerechnet. Im Gegensatz dazu wird in der EU mit einem Anstieg auf 3,40 (3,00) Mio. t gerechnet. Diese Produktionssteigerung wird seitens der Weiterverarbeiter dringend benötigt und hat kei- nen preisdämpfenden Effekt. Die Trockenschnitzelerzeugung in der EU wird sich 2021/22 - nach einer insbesondere in Frankreich schlechten Ernte im Vorjahr  erholen und sollte auf über 3,00 (2,78) Mio. t steigen. Ähnlich wie bei Melasse führt auch hier der leichte Anstieg bei den Mengen nicht zu sinkenden Prei- sen. Trockenschnitzel konnten  im Gegensatz zu Getreide  mit ihrer regionalen Verfügbarkeit und zumeist ungestörten Lieferketten überzeugen Lagebericht 17 Rechtliche und politische Rahmenbedingungen WELTMARKT/WTO Der Bericht des WTO-Panels (WTO-Streitschlichtungsgremium) gegen Indien wurde am 14. Dezember 2021 veröffentlicht. Der Streit betrifft Indiens inländische Subventionen für Zuckerrohrproduzenten und Ausfuhrsubven- tionen für Zucker und geht auf das Jahr 2019 zu- rück, als Brasilien, Australien und Guatemala pa- rallele WTO-Beschwerden einreichten. Die Ergeb- nisse des WTO-Panels zeigen, dass sowohl die inländischen Subventionen für Zuckerrohrprodu- zenten als auch die Ausfuhrsubventionen für Zu- cker nicht mit den WTO-Regeln vereinbar sind und dass Indien damit gegen das WTO-Agrarab- kommen verstoßen hat. Das WTO-Panel forderte Indien auf, diese Maßnahmen binnen 120 Tagen einzustellen. Indien hat inzwischen von seinem Recht Gebrauch gemacht und Berufung gegen die Panel-Schlussfolgerungen bei der WTO eingelegt. Das WTO-Streitschlichtungsgremium kann den Panelbericht somit nicht abschließend anneh- men. Da zudem die US-Regierung die Ernennung von Mitgliedern des WTO-Berufungsgremiums augenblicklich ablehnt, ist diese wichtige Instanz für den Fortgang der Streitschlichtung momentan nicht funktionsfähig und das Verfahren bis auf Weiteres blockiert. Damit ist die klare Entschei- dung der ersten WTO-Instanz für Indien nicht verbindlich. FREIHANDELSABKOMMEN Die EU verhandelt mit verschiedenen Staaten bzw. Staatengemein- schaften, wie beispielsweise Australien, über mögliche Freihandelsabkommen. Sollten Zucker und zuckerhaltige Waren  entgegen der bisheri- gen Handelspraxis  nicht als sensible Produkte eingestuft werden, könnten künftig zusätzliche Zuckermengen zollbegünstigt in die EU impor- tiert werden. Der Ratifizierungsprozess des Mercosur-Abkom- mens dauert weiter an. Das Abkommen tritt erst in Kraft, wenn der Europäische Rat, das Europäi- sche Parlament sowie alle Parlamente der 27 EU- Mitgliedstaaten zugestimmt haben. EU-ZUCKERMARKT IM INTERNATIONALEN WETT- BEWERB Die EU hat einen der weltweit am wenigs- ten regulierten Zuckermärkte. Im Gegensatz zu anderen großen Erzeugerländern wird die Aus- fuhr von Zucker nicht staatlich subventioniert. Die EU-Kommission geht kaum gegen diese Wettbe- werbsverzerrungen sowie weitere Einfuhrzuge- ständnisse oder die Einfuhr unter Umgehung der Ursprungsregeln vor. WEITERHIN GEKOPPELTE DIREKTZAHLUNGEN IM EUROPÄISCHEN ZUCKER-BINNENMARKT In elf von 19 Rüben anbauenden EU-Ländern werden nach wie vor gekoppelte Prämien für Zuckerrüben ohne regionale Differenzierung gezahlt. Damit bleiben die Wettbewerbsverzerrungen innerhalb des europäischen Zucker-Binnenmarktes zulas- ten der wettbewerbsfähigen Anbauregionen be- stehen. Gemäß der Trilog-Entscheidung von EU- Rat, EU-Parlament und EU-Kommission im Jahr 2021 sollen die gekoppelten Stützungen für die Zuckerrübe auch in der neuen Förderperiode der Europäischen Agrarpolitik bis 2027 weitergeführt werden. GESETZLICHE EINSCHRÄNKUNGEN UND VERBOTE IM PFLANZENSCHUTZ IN DER EU Wirkstoffe in chemischen Pflanzenschutzmitteln müssen auf EU-Ebene regelmäßig geprüft und registriert werden. Aufgrund einer Verschärfung der Krite- rien für diese Registrierung ist davon auszuge- hen, dass eine Reihe von Wirkstoffen künftig keine Zulassung mehr erhält. Nachdem für das Anbaujahr 2021 in 15 europäi- schen Ländern Ausnahmegenehmigungen für die Nutzung von Neonicotinoiden unter hohen Auf- lagen befristet erteilt wurden, lag die Anzahl für das Anbaujahr 2022 bei 13. Lagebericht 18 In Deutschland wurden für das Anbaujahr 2021 Notfallzulassungen für bestimmte Anbaugebiete unter strengen Auflagen und mit einer sehr ge- ringen Dosierung der Beizung erteilt; entspre- chendes Saatgut durfte 2021 auf rund einem Drittel der Anbaufläche eingesetzt werden. Für das Anbaujahr 2022 wurden - trotz intensiver Bemühungen - im Gegensatz zu 2021 keine Not- fallzulassungen ausgesprochen. BREXIT Das Vereinigte Königreich hat nach sei- nem Austritt aus der EU den eigenen Zuckermarkt weiter für Importe vom Weltmarkt geöffnet und begrenzt damit die Absatzmöglichkeiten der Zu- ckerproduzenten der EU-27 und der Rübenzu- ckerindustrie in UK deutlich. Nachdem bereits zu Beginn der Eigenständigkeit ein jährliches zoll- freies Importabkommen über 180.000 t Rohzu- cker vom Weltmarkt freigegeben wurde, kommen nun durch ein Ende 2021 abgeschlossenes Han- delsabkommen mit Australien jährlich 80.000 t zollfreie Rohzuckerimporte hinzu. Diese Menge soll sich in den kommenden acht Jahren schritt- weise um jeweils 20.000 t auf dann am Ende 220.000 t zollfreien Rohzucker aus Australien er- höhen. Lagebericht 19 Rübenernte und Kampagneverlauf Die Anbaufläche der Südzucker AG wurde 2021 um 0,7 % gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die ersten Rübenpillen wurden in den traditionel- len Frühsaatgebieten Offstein und Offenau Ende Februar 2021 ausgesät. Die Hauptsaatperiode startete um den 22. März und wurde ohne Unter- brechungen bis Anfang April fast komplett abge- schlossen, in etwa um dieselbe Zeit wie im Vor- jahr. Der April war zunächst von sehr wechselhaf- tem Wetter geprägt. Schnee, Regen und frostige Nächte bremsten das Auflaufen der Rüben. Bis Mitte April gab es vielerorts Frost mit bis zu -8°C. Dort wo die Rüben bereits aufgelaufen waren, kam es zu Frostschäden und Umbrüchen. Anfang Mai sorgten regionale Stürme für Schäden in ex- ponierten Lagen. Dennoch entwickelte sich der Großteil der Rüben im Mai gut bis sehr gut. Nie- derschläge waren ausreichend vorhanden und extreme Temperaturen blieben aus. Bis in den Juni hatten die Rübenbestände den verlangsam- ten Start in die Saison kompensiert. Zusätzlich waren die Bestände deutlich gleichmäßiger als im Vorjahr. Der nasse und milde Sommer sorgte ei- nerseits für ein sehr gutes Rübenwachstum, al- lerdings begünstigten die Bedingungen auch die Ausbreitung von Blattkrankheiten. Mitte August hellten sich viele Bestände aus unterschiedlichen Gründen auf (SBR, Stickstoff-Versorgung, Was- serversorgung). Die Erträge waren regional nicht so unterschied- lich wie in den Vorjahren. Sie schwankten von 84,3 (62,6) t/ha in Zeitz bis 94,6 (95,5) t/ha in Plattling. Die Zuckergehalte lagen in einer Band- breite von 16,7 (16,7) % in Offenau bis 18,0 (18,2) % in Wabern. Insgesamt ergab sich für die Südzucker AG eine Zuckerproduktion von gut 1,861 (1,613) Mio. t, also ein Zuwachs von 15,4 %. Die Verarbeitung der deutschen Biorüben im Werk Rain erfolgte vom 8. bis zum 19. Sep- tember. Dort wurden rund 17.000 (13.500) t Biozucker erzeugt. Die Rodebedingungen im Herbst 2021 waren fast überall gut; starke, lang- anhaltende Niederschläge blieben aus. Trotz der vierten Corona-Welle war die Rübenanlieferung in den Zuckerfabriken zu jeder Zeit sichergestellt. Offenau beendete die Kampagne am 4. Januar 2022 nach 106 Kampagnetagen; Zeitz schloss als letztes deutsches Werk am 5. März 2022 nach 177 Kampagnetagen die Verarbeitung ab. Im Schnitt der Südzucker AG dauerte die Kampagne 131 (113) Tage. Lagebericht 20 Geschäftsentwicklung Das Geschäftsjahr 2021/22 war EU-weit von ei- nem steigendem Zucker-Preisniveau geprägt. Dies führte zu einem deutlichen Anstieg der Um- satzerlöse. Das negative Betriebsergebnis HGB verschlechterte sich allerdings aufgrund von mengen- und wertmäßig gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten und aufgrund einer parame- terbedingt hohen Zuführung zu den Pensions- rückstellungen. ERTRAGSLAGE  2021/22 2020/21 Umsatzerlöse 1.383,4 1.181,3 Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen 85,6 67,9 Sonstige betriebliche Erträge 28,9 27,2 Materialaufwand -1.002,0 -884,1 Personalaufwand -311,9 -213,9 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des An- lagevermögens und Sachanlagen -66,7 -67,5 Sonstige betriebliche Aufwendungen -227,3 -208,7 Betriebsergebnis HGB -110,0 -97,8 Beteiligungsergebnis 217,4 -51,1 Abschreibungen auf Finanzan- lagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -6,5 -1,5 Zinsergebnis -14,8 -18,9 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 86,1 -169,3 Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2021/22 von 1.181,3 Mio.   202,1 Mio.  bzw. 17,1 % auf 1.383,4 Mio.  besondere auf dem EU weit gestiegenen Preisni- veau und auf einer höheren Absatzmenge. In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 28,9 (27,2) Mio. 12,3 (12,6) Mio. e- riodenfremde Erträge enthalten. Diese resultieren im Wesentlichen aus Buchgewinnen und der Auf- lösung von Rückstellungen. Darüber hinaus sind Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens mit Rücklageanteil in Höhe von 0,2 (0,2) Mio. . Der Anstieg der Materialaufwendungen um 117,9 Mio.   1.002,0 (884,1) Mio.   tierte aus der gegenüber dem Vorjahr höheren Verabeitungsmenge und damit korresponierend höheren Energie- und Rohstoffkosten. Der Personalaufwand erhöhte sich trotz eines Rückgangs der durchschnittlichen Mitarbeiter- zahl um 98,0 Mio. 311,9 (213,9) Mio. . Die Aufwendungen für die Altersversorgung stiegen um 97,7  im Wesentlichen durch Änderung der versicherungsmathematischen Parameter für Pensionsverpflichtungen. Die Abschreibungen lagen mit 66,7 (67,5) Mio.  auf dem Niveau des Vorjahres. Die außerplanmä- ßigen Abschreibungen betrugen 0,0 (0,3) Mio.  Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen aufgrund der infolge höherer Absatzmengen ge- stiegenen Vertriebskosten mit 227,3 (208,7) Mio.  um 18,6 Mio.  über Vor- jahresniveau. Das Betriebsergebnis HGB verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr um 12,2 Mio. , und liegt mit -110,0 (-97,8) Mio. aufgrund der teilweise nicht planbaren Änderungen der Pensionspara- meter deutlich unter unseren Erwartungen. Das Beteiligungsergebnis lag aufgrund der höhe- ren Ergebnisabführung mit 217,4 (-51,1) Mio.  weit über dem Vorjahresniveau. Grund ist, dass im Vorjahr Aufwendungen aus Verlustübernahme       aus erforderlichen Wertberichtigungen der Beteiligung an ED&F Man Holdings Limited in Höhe von -203,1 Mio.  und der Saint Louis Sucre S.A.S. in Höhe von -93,9 Lagebericht 21  bei der Organgesellschaft Südzucker Hol- ding GmbH das Beteiligungsergebnis stark belas- tet haben. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens von 6,5 (1,5) Mio.      Wertpapieren des Umlaufvermögens auf niedri- gere Börsenkurse waren erforderlich. Das Zinsergebnis verbesserte sich um 4,1 Mio.  auf -14,8 (-18,9) Mio.  Im Zinsergebnis sind Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensions- rückstellungen, von übrigen Rückstellungen und langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von zu- sammen 14,4 (16,8) Mio. lten. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätig- keit verbesserte sich um 255,4 Mio.   86,1 (-169,3) Mio.   2021/22 2020/21 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 86,1 -169,3 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3,0 0,3 Ergebnis nach Steuern/ Jahresfehlbetrag (-überschuss) 89,1 -169,0 Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 0,6 6,4 Entnahme aus anderen Gewinnrück- lagen 0,0 204,0 Bilanzgewinn 89,7 41,4 Als Steuern vom Einkommen und vom Ertrag fie- len wie im Vorjahr keine laufenden Steuerauf- wendungen an. Der Ausweis von +3,0 (+0,3) Mio. .betrifft Steuerertrag aus der Auflö- sung von Rückstellungen für Vorjahre. Der Jahres (Jahres) lag damit bei 89,1 (-169,0) Mio.  Im Geschäftsjahr erfolgte keine Entnahme aus den Gewinnrücklagen (im Vorjahr 204,0) Mio.  Mit dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr von 0,6 (6,4) Mio. Bilanzgewinn von 89,7 (41,4) Mio.  Lagebericht 22 INVESTITIONEN UND FINANZIERUNG Im Geschäftsjahr betrugen die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegen- stände 43,9 (58,4) Mio.  Investitionsschwer- punkte waren dabei Umwelt-, Ersatz- und Opti- mierungsmaßnahmen in den Zuckerfabriken. Nettofinanzschulden  28.02.22 28.02.21 Wertpapiere -108,2 -114,3 Flüssige Mittel -23,8 -13,2 Forderungen im Rahmen der Konzernfinanzierung -150,7 -133,4 Anleihen / Schuldverschreibungen 150,0 330,1 Finanzverbindlichkeiten Kredit- institute 144,2 105,7 Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung 760,1 731,8 Nettofinanzschulden 771,6 906,7 Die Nettofinanzschulden reduzierten sich von 906,7 Mio. 771,6 Mio. zum 28. Februar 2022. Der operative Cashflow erhöhte sich auf 219,8 (-73,9) Mio. . Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegen- stände verringerten sich auf 43,9 (58,4 Investitionen in Finanzanlagevermögen sind wie im Vorjahr nicht erfolgt. Die Dividendenaus- schüttung für das Geschäftsjahr 2020/21 betrug 40,8 (40,8) Mio. . Südzucker hat zum 28. Februar 2022 folgende Anleihen ausstehen: Coupon Volumen  ISIN Börsenzulas- sung Hybridanleihe 2015 Perceptual NC 10 3Monats- EU- RIBOR +310 BP 700 Mio. XS0222524372 Luxemburg (amtlicher Markt) Anleihe 2016/2023 1,25 % 300 Mio. XS1524573752 Luxemburg (amtlicher Markt) Anleihe 2017/2025 1,00 % 500 Mio. XS1724873275 Luxemburg (amtlicher Markt) Die Anleihen werden über die Konzernfinanzie- rungsgesellschaft Südzucker International Fi- nance B.V., Oud-Beijerland, Niederlande, bege- ben und die Finanzierungsmittel konzernweit verwendet. Die Südzucker AG hat für die Anleihen Garantien begeben. Zur saisonalen Kampagnefinanzierung steht ein Euro Commercial Paper (CP) Programm im Volu- men von 600 Mio.  zum 28. Februar 2022 in Höhe von 150,0 (330,0) Mio. in Anspruch genommen. Zusätzlich sind die saisonalen Liquiditätsanfor- derungen durch die bis Juli 2026 vereinbarte syn- dizierte Kreditlinie im Volumen von 600 Mio.  gesichert. Bezüglich der Erläuterungen zum Finanzmanage- ment der Südzucker AG verweisen wir auf das Kapitel Konzernsteuerung. BILANZ  VERMÖGENSLAGE AKTIVA  28.02.22 28.02.21 Immaterielle Vermögensgegenstände 7,5 11,2 Sachanlagen 455,6 477,1 Finanzanlagen 2.764,2 2.764,4 Anlagevermögen 3.227,3 3.252,7 Vorräte 564,6 538,1 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 504,5 412,7 Wertpapiere 108,2 114,3 Flüssige Mittel 23,8 13,2 Umlaufvermögen 1.201,1 1.078,3 Rechnungsabgrenzungsposten 2,2 2,3 4.430,6 4.333,3 Die Bilanzsumme der Südzucker AG lag zum 28. Februar 2022 mit 4.430,6 (4.333,3) Mio.  über Vorjahresniveau. Das Anlagevermögen lag mit 3.227,3 (3.252,7) Mio. 25,4 Mio. unter dem Vor- jahreswert. Lagebericht 23 Die Erhöhung der Vorräte auf 564,6 (538,1) Mio.  höheren Herstellungskosten der fertigen Erzeug- nisse der Kampagne 2021/22 zurückzuführen. Die Herstellungskosten enthalten im Gegensatz zu Vorjahren auch angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Be- triebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung, soweit diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensge- genstände lagen mit 504,5 (412,7) Mio.  über Vorjahresniveau. Neben den umsatzbedingt hö- heren Forderungen aus Lieferungen und Leistun- gen stieg die Vergabe von konzerninternen Dar- lehen an verbundene Unternehmen. PASSIVA  28.02.22 28.02.21 Eigenkapital 2.004,5 1.956,5 Sonderposten mit Rücklageanteil 28,0 28,3 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 763,6 654,6 Übrige Rückstellungen 263,5 263,6 Verbindlichkeiten 1.371,0 1.430,3 4.430,6 4.333,3 Das Eigenkapital erhöhte sich auf 2.004,5 (1.956,5) Mio.   kapitalquote beträgt 45,2 % (45,2 %). Das Anlagevermögen der Südzu- cker AG war wie im Vorjahr zum Bilanzstichtag vollständig durch mittel- bzw. langfristiges Kapi- tal finanziert; der Anlagedeckungsgrad erhöhte sich leicht auf 109,6 % (103,1 %). Die Pensionsrückstellungen erhöhten sich um 109 Mio. 763,6 (654,6) Mio. . Werterhö- hend wirkte die Anpassung des Abzinsungssat- zes auf 1,82 (2,23) % sowie die Auswirkungen der Anpassung der Gehalts- und Rentenparameter. Die übrigen Rückstellungen in Höhe von 263,5 (263,6)   betreffen Steuern, Personalauf- wendungen, Prozessrisiken und Rekultivierungs- verpflichtungen. Lagebericht 24 Die Verbindlichkeiten sind von 1.430,3 Mio. um 59,3 Mio.   1.371,0 Mio.  gesunken. Dies resultierte aus der Verminderung der Verbind- lichkeiten aus kurzfristigen Anleihen (Commer- cial Paper). Gegenläufig wirkten höhere Verbind- lichkeiten gegenüber Rübenanbauer und kon- zerninterne Finanzierung. TATSÄCHLICHE UND PROGNOSTIZIERTE GESCHÄFTSENTWICKLUNG Im letztjährigen Prognosebericht hatten wir einen deutlichen Absatz- und Umsatzanstieg erwartet. Dies ist so eingetreten. Auch der erwartete deut- lichen Anstieg des Personalaufwands durch einen sinkenden Rechnungszinssatz für Pensionsver- pflichtungen hat sich realisiert. Darüberhinaus haben sich inbesondere die erwarteten Gehalts- und Rententrends verändert, die zu höheren Pen- sionsverpflichtungen führten. Daraus resultierte mit -110,0 Mio.  ein deutlich schlechteres Be- triebsergebnis als prognostiziert. Das Beteiligungsergebnis konnte nicht nur wie vorhergesehen wieder an das Niveau 2019/20 anknüpfen, sondern hat dies deutlich übertrof- fen. Der für 2021/22 erwartete Jahresüberschuss von 93,5 Mio. . Lagebericht 25 Prognosebericht Das Geschäftsjahr 2022/23 wird von weiter stei- genden geopolitischen Unwägbarkeiten und wirtschaftspolitischen Unsicherheiten geprägt sein. Der Ukraine Krieg wird den Trend steigender Rohstoff- und Energiepreise verstetigen. Wir hof- fen, dass dieser Krieg begrenzt bleibt und bald beendet wird. Wir gehen von einer zumindest zeitversetzt gegebenen Möglichkeit der überwie- genden Weitergabe der entstehenden Kosten- steigerungen an den Markt aus und es dadurch gelingt im Verlauf des Geschäftsjahres 2022/23 einen deutlichen Umsatzanstieg zu erreichen. Aufgrund gegenläufiger höherer Rohstoff- und Energiekosten wird sich das operative Ergebnis sowohl im Geschäftsbereich Zucker als auch im Geschäftsbereich Stärke gegenüber dem Vorjahr nur leicht verbessern. Das Betriebsergebnis (HGB) 2021/22 mit einem Verlust von -   verbessern und bei einem guten Verlauf des Ge- schäftsjahres 2022/23 ausgeglichen enden. Gründe sind neben den operativen Ergebnisver- besserungen die starke Abschwächung der Be- lastungen durch Parameteränderungen für Pensi- onsverpflichtungen im Geschäftsjahr 2022/23. Das Beteiligungsergebnis wird deutlich unter der Höhe des abgelaufenen Geschäftsjahrs (217,4 bleiben. Es wird sich aber auch keine Be- lastung mehr aus den Wertberichtigungen der Beteiligung an ED&F Man Holdings Limited erge- ben. Bei einem verbesserten Zinsergebnis erwar- ten wir für das Geschäftsjahr 2022/23 deshalb einen Jahresüberschuss . Lagebericht 26 Risiko- und Chancenbericht Risikomanagement RISIKO- UND CHANCENPOLITIK Die Geschäftspo- litik der Südzucker-Gruppe ist darauf ausgerich- tet, den Bestand des Unternehmens zu sichern, dauerhaft angemessene Renditen zu erwirtschaf- ten sowie den Unternehmenswert systematisch und kontinuierlich zu steigern. Um Risiken, aber auch Chancen zu erkennen und aktiv zu steuern, ist ein konzernweites Risikomanagementsystem eingerichtet. Die Südzucker-Gruppe begreift einen verantwor- tungsvollen Umgang mit unternehmerischen Ri- siken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmens- führung. Unter Risiko bzw. Chance versteht Süd- zucker künftige Entwicklungen bzw. Ereignisse, die das Erreichen strategischer Ziele und operati- ver Planungen negativ bzw. positiv beeinflussen können. Die Südzucker-Gruppe setzt ein inte- griertes System zur Früherkennung und Überwa- chung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, ein ausgewogenes Gleich- gewicht von Rendite und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeich- net durch risikobewusstes Verhalten, klare Ver- antwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocon- trolling sowie durch die Implementierung eines internen Kontrollsystems. Soweit es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, werden versicherbare Risiken durch ein konzernübergreifendes Versi- cherungsprogramm abgedeckt. AUFGABE DES RISIKOMANAGEMENTS Das Risiko- management hat sicherzustellen, dass beste- hende Risiken frühzeitig und systematisch er- fasst, analysiert und bewertet sowie risikobezo- gene Informationen in geordneter Weise an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden. Damit geht eine Verbesserung der inter- nen Transparenz risikobehafteter Prozesse sowie die Schaffung eines Risikobewusstseins bei allen Mitarbeitern einher. Zu den zentralen Aufgaben des Risikomanagements gehört die Begrenzung der strategischen, operativen, Compliance bzw. rechtlichen Risiken sowie finanziellen Risiken. Zum Risikomanagement der Südzucker-Gruppe gehören Überwachungssysteme, die die Einhal- tung aller getroffenen Maßnahmen sicherstellen. RISIKOMANAGEMENTSYSTEM Der Vorstand hat die Verantwortung für das konzernweite Risiko- managementsystem  insbesondere für die Früh- erkennung und Gegensteuerung bestandsge- fährdender und strategischer Risiken, sowie kli- mabezogener Risiken. Er wird dabei vom Risiko- managementausschuss sowie dem Compliance- Komitee unterstützt, die die Angemessenheit der bestehenden Risikomanagement- und Compli- ance-Regelungen regelmäßig prüfen und diese gegebenenfalls fortentwickeln. Daneben beo- bachtet der Risikomanagementausschuss fort- laufend wesentliche, auch geschäftsübergrei- fende Risiken und zeigt  falls erforderlich  Handlungsbedarf auf. Außerdem informiert er den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats min- destens einmal jährlich über den Status des Risi- komanagementsystems sowie wesentliche Ent- wicklungen. Darüber hinaus befasst sich der Auf- sichtsrat im Rahmen der Überwachung des Vor- stands mit der Wirksamkeit des Risikomanage- mentsystems. Der Abschlussprüfer beurteilt die Funktionsfä- higkeit des Risikofrüherkennungssystems als Teil des Risikomanagementsystems. ORGANISATION DES RISIKOMANAGEMENTS Die operativen Einheiten (Divisionen und Segment CropEnergies und Stärke) sowie die Zentralabtei- lungen sind als Risikoverantwortliche für die Lagebericht 27 Identifikation und Bewertung von Chancen und Risiken sowie für das Risikomanagement in ihren Verantwortungsbereichen verantwortlich. Sie er- greifen Maßnahmen zur Reduzierung und Absi- cherung von Risiken aus dem operativen Geschäft sowie von finanziellen und rechtlichen Risiken. Die Veränderung von Marktpreisen kann einen erheblichen positiven bzw. negativen Einfluss auf das operative Ergebnis haben. Daher wurden in den operativen Einheiten, in denen das operative Ergebnis wesentlich von volatilen Marktpreisen beeinflusst wird, Risk Steering Committees ein- gerichtet, die Entscheidungen über den Umgang mit diesen Risiken vorbereiten. Marktpreisrisiken aus Rohstoff- und Absatzpreisen, Währungsrisi- ken sowie Zinsrisiken werden durch den selek- tiven Einsatz von Derivaten begrenzt. Die zuläs- sigen Instrumente zur Risikobegrenzung hat der Vorstand in einer Richtlinie zum Management operativer Preisrisiken vorgegeben, die auch Si- cherungsstrategien, Zuständigkeiten, Abläufe sowie Kontrollmechanismen regelt. Derivative Fi- nanzinstrumente dürfen nur zur Sicherung von Grundgeschäften und nur mit Banken hoher Bo- nität oder an Terminbörsen abgeschlossen wer- den. Regelmäßige Berichterstattung und Dokumenta- tion der operativen, finanziellen und strategi- schen Risiken erfolgen im Risikomanagement- ausschuss und in den Risk Steering Committees, sowie im Rahmen des wertorientierten Führungs- und Planungssystems in allen relevanten operati- ven Einheiten und Konzernfunktionen. Alle we- sentlichen Unternehmensrisiken werden hierbei regelmäßig von den Risikoverantwortlichen er- fasst und dokumentiert. Neu eintretende Einzel- risiken oder Veränderungen der Risikostruktur sind darüber hinaus ad-hoc an den Vorstand zu berichten. Im Rahmen der Risikoinventur werden die Einzelrisiken dann durch den Risikomanage- mentausschuss in einem gruppenweiten Risiko- register zusammengeführt. Mittel- und langfristige Chancen und Risiken werden auf der Grundlage strategischer Analysen unter Berücksichtigung risikorelevanter Einfluss- faktoren, wie Marktentwicklungen auf den Ab- satz- und Beschaffungsmärkten, Wettbewerbs- position, technische Innovationen, Entwicklung der Kostenstruktur, Mitarbeiter und Nachhaltig- keit, ermittelt. Risiken und Chancen, die für Un- ternehmen im Zusammenhang mit dem Über- gang zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft ent- stehen, wie auch auf das Unternehmen ein- wirkende physische Risiken gemäß Definition der Task Force on Climate-related Financial Disclo- sures (TCFD) werden von dem Ausschuss klima- bezogene Risiken und Chancen beurteilt. Die Identifikation und Bewertung der mittel- und langfristigen Risiken erfolgt einmal jährlich im Rahmen der konzernweit durchgeführten Strate- gieanalyse der Segmente und Divisionen. Hierbei finden auch eine konzernweite Risikoaggregation und die Identifizierung gegebenenfalls vorhan- dener bestandsgefährdender Risiken statt. Die Ermittlung, Bewertung und Handhabung kli- mabezogener Risiken (kurz-, mittel-, und lang- fristig) erfolgt im Rahmen des allgemeinen Risi- komanagementprozesses. INTERNE REVISION Die interne Konzernrevision nimmt als prozessunabhängige Überwachung ihre Kontrollaufgaben in der Muttergesellschaft sowie in den Konzerngesellschaften wahr. Sie ist dem Vorstandsvorsitzenden direkt zugeordnet und bewertet im Rahmen unabhängiger und ob- jektiver Prüfungs- und Beratungsdienstleistun- gen mit einem systematischen und zielgerichte- ten Ansatz die Effektivität des Risikomanage- ments, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse  auch mit dem Fokus, diese und die zugrundeliegenden Geschäftspro- zesse zu verbessern. RISIKOKOMMUNIKATION Unabdingbar für das Funktionieren des Risikomanagementsystems ist die offene Kommunikation mit den verantwortlich handelnden Mitarbeitern im Unternehmen. Daher Lagebericht 28 stellen der Vorstand, die Verantwortlichen der operativen Einheiten und der Zentralabteilungen eine offene und schnelle Kommunikation von Ri- siken sicher. Die Mitarbeiter sind angehalten, be- wusst und proaktiv mit Risiken umzugehen. Un- ter anderem durch regelmäßige Besprechungen der Ergebnisentwicklung und der Planungen zwi- schen Divisionsverantwortlichen und Vorstand ist ein unmittelbarer Informationsfluss gewährleis- tet. Für identifizierte strategische oder operative Risiken werden in diesem Rahmen Maßnahmen definiert und initiiert. Neben den Verantwortli- chen der operativen Einheiten tragen die Kon- zernfunktionen den Ressortvorständen regelmä- ßig aktuelle Entwicklungen aus ihren Verantwor- tungsbereichen vor. Lagebericht 29 Zusammenfassende Darstellung der Risiko- und Chancenlage Die Südzucker-Gruppe betreibt im Segment Frucht in Russland und der Ukraine Produktions- anlagen. Wegen des Kriegs musste der Betrieb der Anlagen in der Ukraine weitgehend eingestellt werden. Auch in Russland kann sich eine wirt- schaftlich verschlechterte Situation negativ auf die Produktion und das Marktumfeld auswirken. Im Segment Frucht wurde im Geschäftsjahr 2021/22 diesbezüglich eine Wertminderung des Geschäfts- und Firmenwertes in Höhe von 29  des Konflikts und die daraus folgenden finanzi- ellen Auswirkungen sind aus heutiger Sicht nur sehr schwer einschätzbar. Bei AGRANA und Süd- zucker wurden jeweils Krisenstäbe gebildet, um die negativen Auswirkungen - insbesondere auch im Hinblick auf unsere Mitarbeiter - soweit wie möglich zu begrenzen. Für denkbare Eskalati- onsszenarien mit einer Fortdauer des Kriegs und Unterbrechung der Öl- und Gaslieferungen aus Russland werden Notfallpläne durch die Krisen- stäbe erarbeitet. Die Folgen einer Unterbrechung der Produktion an den Südzucker-Standorten würde die Ertragslage massiv beeinträchtigen. Solche Folgen sind in der Prognose mit einem Ba- sisszenario eines zeitlich und regional begrenz- ten Konflikts nicht berücksichtigt. Zudem wurde in der Prognose unterstellt, dass deutlich gestie- gene Rohstoff- und Energiepreise in neuen Kun- denkontrakten weitergegeben werden können. Der Ausbruch von COVID-19 hat insbesondere in Europa zu massiven Eingriffen in das öffentliche Leben mit deutlichen Auswirkungen auf Wirt- schaft und Gesellschaft geführt und damit die Ri- sikolage der Südzucker-Gruppe deutlich erhöht. Sowohl die Aufrechterhaltung der Produktion un- ter den Bedingungen der Pandemie, die mit ver- stärkten Hygienemaßnahmen, Kontaktbeschrän- kungen und der Erkrankung von Mitarbeitenden einherging, als auch die Herausforderungen bei Beschaffung, Logistik und dem Absatz der Pro- dukte führten zu hohen Belastungen im Unter- nehmen. Die weitere Entwicklung der Pandemie und die Folgen für die Südzucker-Gruppe sind trotz der laufenden Impfungen - auch aufgrund möglicher künftiger Virus-Varianten - noch in hohem Maße ungewiss. Die Preisentwicklung bei den eingesetzten Agrar- rohstoffen und den daraus hergestellten Zucker-, Ethanol- und Stärkeprodukten hat einen wesent- lichen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Südzucker-Gruppe. Die zu Beginn des Ge- schäftsjahres 2022/23 teilweise extremen Preis- schwankungen werden vor allem durch den Krieg in der Ukraine beeinflusst. Die Entwicklung der Krise in der Region führte bereits in den letzten Monaten zu starken Preisanstiegen, was sich in den Segmenten Zucker, CropEnergies und Stärke unmittelbar auf den Zucker-Weltmarktpreis und den Ethanolpreis sowie besonders auch auf die Getreidepreise auswirkte. Auch die Preise für Energie, die bei der Herstellung unserer Produkte in allen Segmenten eine wichtige Bedeutung hat, sind sehr stark gestiegen. Wichtige weitere Fak- toren für die Preisentwicklung der Agrarrohstoffe wie z. B. die Regulierung der landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen, Einschränkungen im Pflanzenschutz, Wetter- und Erntebedingungen, die Klimapolitik zur CO2-Reduzierung, Beimi- schungsziele für nachwachsende Rohstoffe sowie die Nachfrage nach und das Angebot von kon- kurrierenden Rohstoffen und Ersatzstoffen sind kurzfristig nur begrenzt durch das Unternehmen beeinflussbar. Die Entwicklung der Nachfrage nach Nahrungsmitteln unterliegt Veränderungen, die mit Änderungen des Ernährungsverhaltens der Verbraucher, aber auch mit zunehmenden Regulierungen der EU-Verbraucherpolitik einher- gehen. Die langfristige Wettbewerbsfähigkeit wird durch Maßnahmen zur Optimierung der Kostenstruktur gesichert. Hierzu zählen die Konzentration des Lagebericht 30 Rübenanbaus auf die ertragreichen fabriknahen Anbaugebiete sowie die kontinuierliche Verbes- serung der Produktion, der Logistik und der ad- ministrativen Prozesse. Die Wettbewerbsintensität in der EU-Zuckerpro- duktion ist hoch. Notwendige Kapazitätsanpas- sungen in nicht wettbewerbsfähigen Anbauge- bieten werden durch national gekoppelte Prä- mien für den Anbau von Zuckerrüben behindert. Die Segmente CropEnergies, Stärke und Frucht sowie die Divisionen BENEO und Freiberger leis- ten einen wichtigen Beitrag zum Ausgleich des Chancen- und Risikoprofils der Südzucker- Gruppe. Im Segment CropEnergies haben sich durch den Fokus der Klimapolitik auf erneuerbare Energien die langfristigen Chancen auf weiteres Marktwachstum erhöht. Die Gesamtrisikoposition des Konzerns ist hoch. Bestandsgefährdende Risiken bestehen aber nach wie vor nicht und sind gegenwärtig nicht erkenn- bar. ÜBERSICHT DER KURZFRISTIG WIRKSAMEN CHANCEN UND RISIKEN Identifizierte kurzfristige Chancen und Risiken werden nach den Dimensionen Eintrittswahr- scheinlichkeit und finanzielle Auswirkung im Falle ihres Eintritts von den Risikoverantwortli- chen quantifiziert. Danach werden sie mit Hilfe von statistischen Methoden zu Risikofaktoren aggregiert. Nachfolgend werden die für Südzucker wesentli- chen Chancen- und Risikofaktoren beschrieben und deren Bedeutung unter Berücksichtigung der möglichen finanziellen Auswirkungen und der Eintrittswahrscheinlichkeit auf das Ergebnis des Geschäftsjahres 2022/23 dargestellt. Die Wir- kung getroffener Gegensteuerungsmaßnahmen wird dabei jeweils berücksichtigt. Bedeutung Finanzielle Auswirkung  gering  <5 Mio. mittel  5-20 Mio. hoch  >20 Mio. Die Verfügbarkeit und Preisvolatilität von Roh- stoffen, die Risiken aus dem Absatz der Produkte, die unverändert hohe Volatilität der Produkt- preise, sowie die Risiken aus Produktion und In- vestitionen stellen derzeit die größten Einzelrisi- ken dar. Die finanziellen Auswirkungen der an- deren dargestellten Risiken sind im Vergleich dazu von geringerer Bedeutung. Chancen- Risikofaktoren Bedeutung in 2021/22 Risiken Chancen Umfeld und Branche Markt und Wettbewerb   Veränderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedin- gungen   Unternehmensspezifische Chan- cen und Risiken Rohstoffe   Produktion und Investition   Absatzmärkte   Informationstechnologie   Akquisitionen / Restrukturierung   Rechtsrisiken   Betrugs- und Korruptionsrisiken   Finanzen Wechselkursschwankungen   Sonstige finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken   Umfeld und Branche MARKT UND WETTBEWERB Im EU-Zuckermarkt werden notwendige Kapazitätsanpassungen in nicht wettbewerbsfähigen EU-Regionen durch national gekoppelte Prämien für den Anbau von Zuckerrüben weiter behindert. Wettbewerbsver- zerrungen bestehen außerdem durch eine unter- schiedliche Genehmigungspraxis von Pflanzen- schutzmitteln. Kurzfristig sind Änderungen in diesen Bereich kaum zu erwarten. Lagebericht 31 VERÄNDERUNGEN DER RECHTLICHEN UND POLI- TISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN Die Unterneh- men der Südzucker-Gruppe sind weltweit und damit auch in Regionen mit instabilen politischen Verhältnissen tätig, weshalb auch kurzfristige negative Auswirkungen durch gesellschaftliche oder politische Auseinandersetzungen in diesen Ländern möglich sind. Die Südzucker-Gruppe betreibt im Segment Frucht in Russland und in der Ukraine Produkti- onsanlagen und ist im Segment Zucker mit Süd- zucker Moldova in Moldau vertreten. Im Segment CropEnergies wurde Getreide teilweise in der Re- gion (Ukraine) eingekauft. Der Krieg hatte unmit- telbare Folgen für die AGRANA Frucht Tochterge- sellschaften in der Ukraine und er kann weitrei- chende Folgen einer politischen Instabilität in Eu- ropa haben. Die Risiken für die Südzucker- Gruppe sind drastisch gestiegen, sie betreffen auch mittelbare Folgen wie steigende Energie- und Rohstoffpreise bis hin zu Betriebsunterbre- chungen durch eingeschränkte Verfügbarkeit von Energie oder gebrochenen Logistikketten. Änderungen der EU Wirtschafts- und Agrarregu- lierung, der internationalen Handelsbeziehungen oder nationaler Steuer- und Zollsysteme sowie die Auslegung durch die regionalen Behörden stellen weitere Risiken im Bereich der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen dar. Aus Veränderungen des politischen Rahmens können aber auch Chancen entstehen. So sehen wir in der Etablierung von E10 und zukünftig E20 im Rahmen der Klimapolitik die Chance auf eine weiter steigende Nachfrage nach Ethanol in einer zunehmenden Anzahl europäischer Länder. Unternehmensspezifische Chancen und Risiken ROHSTOFFE Die Südzucker-Gruppe hat im Ge- schäftsjahr 2021/22 insgesamt 33 (31) Mio. t landwirtschaftliche Rohstoffe von knapp 1.000.000 ha Anbaufläche verarbeitet. Dies sind neben 28 (24) Mio. t Zuckerrüben auch Mais, Wei- zen, Gerste, Reis, Triticale, Zichorien, Kartoffeln und Früchte. Südzucker ist als Verarbeiter dieser Rohstoffe  trotz breiter Streuung der Anbauregionen  Be- schaffungsrisiken ausgesetzt. Hier sind in erster Linie über das normale Maß hinausgehende Schwankungen der Ernteerträge durch Extrem- wetterereignisse zu nennen. Hierzu zählen einer- seits lange Trockenheitsperioden, andererseits Starkregen und lange Regenperioden bis hin zu Überschwemmungen. Gleichzeitig stellen Pflan- zenschädlinge und -krankheiten ein ernsthaftes Risiko für die Rohstoffbeschaffung dar. So waren in wichtigen Rübenanbaugebieten Europas in der Vergangenheit massive Ertragseinbußen zu ver- zeichnen. Die im vergangenen Jahr in den meis- ten betroffenen Anbaugebieten erteilten tempo- rären Ausnahmegenehmigungen zum Einsatz von Neonicotinoiden im Rübenanbau wurden in vielen Ländern - ausgenommen Deutschland - bis in das Jahr 2022 verlängert. Wie bereits jetzt zu beobachten ist, kann die Ver- schiebung von Klimazonen durch den allgemei- nen Temperaturanstieg den Einzug von neuen Schädlingen in die für die Südzucker-Gruppe re- levanten Rohstoffanbaugebiete begünstigen. Hierzu zählen u .a. die Schilf-Glasflügelzikaden, die u. a. Zuckerrüben befallen und ein Bakterium übertragen, das die Krankheit Syndrome Basses Richesses - das Syndrom niedriger Zuckergehalte  auslöst. Damit ist der Rübenanbau in den be- troffenen Regionen gefährdet. Die EU knüpft die Förderung von Kraftstoffen aus Biomasse an die Einhaltung bestimmter Nachhal- tigkeitsanforderungen. Ethanol aus unseren An- lagen erfüllt diese Anforderungen unter der Vo- raussetzung, dass nachhaltig angebaute Roh- stoffe verfügbar sind. Neben den Beschaffungsrisiken unterliegen land- wirtschaftliche Rohstoffe Preisschwankungen, die derzeit vor allem durch die Krise in der Ukraine beeinflusst werden. Diese Krise führte zu einem Lagebericht 32 starken Anstieg und extremer Volatilität der Roh- stoffpreise in den letzten Monaten, was sich un- mittelbar auf den Ethanolpreis und den Zucker- Weltmarktpreis sowie besonders auch auf die Ge- treidepreise auswirkte. Auch die Preise für Ener- gie, die bei der Herstellung unserer Produkte eine wichtige Bedeutung hat, sind sehr stark gestie- gen. Die weitere Entwicklung der Rohstoffpreise ist derzeit wegen der fortbestehenden globalen Unsicherheit nur schwer einschätzbar. Im Segment Zucker erfolgt die Rübenpreisvergü- tung teilweise in Abhängigkeit von den erzielten Zuckererlösen. Daneben müssen bei der Vergü- tung weitere Faktoren, wie die Wettbewerbssitu- ation des Rübenanbaus mit anderen Ackerkultu- ren sowie die im Verhältnis zu den Wettbewer- bern gezahlten Rübenpreise, berücksichtigt wer- den. Dieser Wettbewerb hat sich in den letzten Jahren intensiviert, was zu rückläufigen Rü- benanbauflächen führen kann. Zur Herstellung von Ethanol werden kohlenhyd- rathaltige Agrarrohstoffe wie Getreide und Zu- ckersirupe benötigt. Preisschwankungen an den Weltagrarmärkten beeinflussen direkt die Roh- stoffkosten. Zur Risikoeinschätzung wird bei der Herstellung von Ethanol eine saldierte Betrach- tung von Rohstoffkosten sowie von Erlösen für Lebens- und Futtermittel (Steuerung nach Net- torohstoffkosten) vorgenommen. Da Verände- rungen im Getreidemarktumfeld in der Regel auch das Marktumfeld für eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel sowie weitere Co-Produkte be- einflussen, können Preisschwankungen beim Rohstoffeinkauf teilweise durch die Verkaufser- löse für diese Produkte kompensiert werden. Bei der Ethanolproduktion wird die Geschäftspolitik verfolgt, verbleibende Risiken aus Rohstoffpreis- steigerungen durch den Abschluss von länger- fristigen Lieferverträgen, die Nutzung von Wa- rentermingeschäften sowie den Einsatz von alter- nativen Rohstoffen zu reduzieren. PRODUKTION UND INVESTITIONEN Ungeplante Anlagenabschaltungen - insbesondere im Kam- pagnebetrieb  versuchen wir durch umfassende Wartung und kontinuierliche Verbesserung unse- rer Anlagen zu vermeiden. Risiken aus Investitio- nen begegnen wir mit umfassender Investitions- projektplanung und Projektcontrolling. Insbesondere bei der Produktion von Zucker, Stärke, Inulin und Ethanol ist neben den Roh- stoffkosten der Energieeinsatz ein wesentlicher Kostenfaktor. Preisschwankungen wirken sich unmittelbar auf die Herstellungskosten aus. Dies gilt für die originären Energieträger sowie für CO2-Zertifikate, die zugekauft werden müssen, wenn die kostenlosen Zuteilungen den Bedarf nicht abdecken. Im Rahmen einer vorausschau- enden Einkaufspolitik erfolgen für die eingesetz- ten Energieträger und für CO2-Zertifikate teil- weise Mengen- und Preissicherungen in Form von langfristigen Lieferverträgen oder auch durch Derivate. Dies reduziert die Auswirkungen der Preisschwankungen auf unser Ergebnis. Darüber hinaus werden Investitionen in die Ver- besserung der Energieeffizienz der Produktions- anlagen und die Reduzierung der CO2-Emissio- nen konzernweit forciert. Die Verfügbarkeit von geeigneten Transportmit- teln zur fristgerechten Lieferung von Rohstoffen sowie Endprodukten unterliegt ebenfalls Schwankungen. So können besonders hohe oder niedrige Wasserpegel - insbesondere des Rheins - zu begrenzter Verfügbarkeit und Ladekapazität von Binnenschiffen und damit höheren Logistik- kosten führen. Insbesondere auch der Mangel an LKW-Fahrern führt zu Belastungen bei Produktion und Vertrieb. Bedeutende Ereignisse im Zusammenhang mit ernsten Verstößen gegen Sicherheitsstandards, die für Nahrungsmittel oder sonstige Bereiche gelten, könnten sich nachteilig auf die Gesund- heit der Verbraucher, die Reputation von Südzu- cker und den Absatz unserer Produkte auswirken. Südzucker hat den Anspruch, Kunden jederzeit Lagebericht 33 mit sicheren und qualitativ hochwertigen Produk- ten zu beliefern. Um dies zu gewährleisten, ver- fügt Südzucker über ein Qualitätsmanagement, in dem Verantwortlichkeiten, Tätigkeiten und Ab- läufe festgelegt sind. Das Qualitätsmanagement umfasst sämtliche Prozesse vom Bezug der Roh- stoffe über den Produktionsprozess bis zur Belie- ferung der Kunden. Im Rahmen des Qualitätsmanagements wird die Einhaltung der Anforderungen intern und extern regelmäßig überprüft. Erforderlichenfalls werden Maßnahmen mit dem Ziel der Optimierung ergrif- fen; dies leistet einen Beitrag zur weiteren Risiko- minimierung. Diverse Produktionsanlagen befinden sich an flussnahen Standorten, wovon ein Teil der Anla- gen auch Oberflächenwasser zur Durchlaufküh- lung verwendet, womit sie den Risiken von Hoch- wasser bzw. Überschwemmungen ausgesetzt sind. Dem wird mit Klima-Resilienz-Maßnahmen begegnet. Die Funktionsfähigkeit von Produktionsanlagen kann durch extreme Hitzewellen gefährdet sein. Dieses Risiko ist im Fall der Zucker- und Inuliner- zeugung begrenzt, da die Kampagneproduktion in einer kühleren Jahreszeit stattfindet. Das Risiko von Stromausfällen ist für die Zucker-, Inulin-, Ethanol- und Stärkeerzeugung ver- gleichsweise gering, da die Produktionsstandorte über eine eigene Energieerzeugung verfügen. ABSATZMÄRKTE Im Segment Zucker bestehen Chancen und Risiken infolge von Preisschwan- kungen auf dem Weltzuckermarkt, dem EU-Bin- nenmarkt sowie den Futtermittelmärkten. Sollte das Defizit am Weltzuckermarkt geringer oder größer werden als erwartet, kann dies zu sinken- den oder steigenden Weltmarktpreisen führen. Die Entwicklung der Weltmarktpreise beeinflusst auch das Zuckerpreisniveau in der EU. Da jedoch viele Verkaufsverträge mit einer Laufzeit von ei- nem Jahr und zu einem festen Preis abgeschlos- sen werden, wirken sich kurzfristige Marktpreis- änderungen nur in begrenztem Umfang oder zeitverzögert auf das Ergebnis aus. Das gilt für Chancen und Risiken. Für direkt vom Weltmarktpreis abhängige Men- gen werden je nach Marktlage Sicherungsge- schäfte in Form von Zucker-Futures an den Ter- minbörsen in London und New York abgeschlos- sen. Dem Absatzrisiko und dem Preisrisiko bei Futtermitteln wird insbesondere durch eine kon- tinuierliche Verkaufsstrategie sowie eine lang- fristig orientierte Kundenbindung Rechnung ge- tragen. Die Preise für Ethanol in Europa unterliegen ver- schiedenen Einflussfaktoren, wie Angebot und Nachfrage auf lokaler Ebene, dem Preisniveau und dem Angebot in den USA, Brasilien und an- deren Exportländern sowie politischen Rahmen- bedingungen. Sie erreichten im abgelaufenen Geschäftsjahr Rekordhöhen und können weiter- hin größeren Schwankungen unterworfen sein. Um die Auswirkungen der Preisschwankungen auf das Ergebnis zu reduzieren, erfolgt die Steu- erung dieser Risiken durch die Gestaltung der Verkaufsverträge, derivative Instrumente sowie die flexible Nutzung der Ethanolanlage am briti- schen Standort Wilton je nach Marktsituation und der daraus resultierenden Kosten- und Ertrags- lage. Pandemiebedingt bestehen unverändert hohe Unsicherheiten in Bezug auf die Absatz- menge von Ethanol. Sollten Kunden nicht in der Lage sein ihre Zah- lungsverpflichtungen zu erfüllen, könnten hie- raus entsprechende Verluste entstehen. Südzu- cker tritt diesen Bonitäts- und Ausfallrisiken ent- gegen, indem Risiken weitgehend durch Kredit- versicherungen und Bankgarantien begrenzt werden. Zudem werden die Bonität und das Zah- lungsverhalten von Schuldnern ständig über- wacht und durch das konzernweite Kreditma- nagement kontrolliert. Lagebericht 34 INFORMATIONSTECHNOLOGIE Die Steuerung un- seres Konzerns ist maßgeblich von einer komple- xen Informationstechnologie abhängig, welche zunehmend Informationssicherheitsrisiken von internen und externen Quellen ausgesetzt ist. Mit der Implementierung angemessener Prozesse und Maßnahmen schützen wir die Verfügbarkeit, die Vertraulichkeit und die Integrität geschäftsre- levanter Informationen und informationsverar- beitender Systeme. Die Prozesse und Maßnah- men basieren auf einschlägigen Standards, wer- den durch den Einsatz qualifizierter interner und externer Experten betrieben, überwacht und ste- tig optimiert. Als Teil der kritischen Infrastruktur unterliegen Unternehmen der Südzucker-Gruppe sowohl nationaler Regulierung als auch der Re- gulierung auf EU-Ebene. Änderungen der Vorga- ben auf nationaler Ebene (IT-Sicherheitsgesetz) führten zu einer Verschärfung der Bußgeldvor- schriften und damit einer Neubewertung des Ri- sikopotenzials. Erweiterte Anforderungen wur- den im Rahmen der stetigen Maßnahmenopti- mierung berücksichtigt. Im Bereich der IT-Sicherheit ist aufgrund des Uk- raine-Kriegs mit einer Zunahme von Desinforma- tion, Sabotage und Cyberattacken zu rechnen. Dadurch hat sich die Bedrohungslage für Südzu- cker erhöht. AKQUISITIONEN/RESTRUKTURIERUNG Die Süd- zucker-Gruppe erwirbt Unternehmen, um ihre Geschäftstätigkeit zu erweitern. Akquisitionen beinhalten das Risiko, dass strategische Ziele nicht erreicht werden oder sich die Umsetzung operativer Pläne verzögert. Außerdem bestehen Risiken im Rahmen der Integration von unter- schiedlichen Unternehmenskulturen und Prozes- sen. Bei Restrukturierungsmaßnahmen besteht das Risiko, dass über die erwarteten Kosten hinaus Mehraufwendungen jeglicher Art entstehen kön- nen oder die erwarteten Einsparungen nicht er- reicht werden. Die Umsetzung von Restrukturie- rungsmaßnahmen in Produktion und Verwaltung beinhaltet Risiken, die auch die betroffenen Ge- schäfts- und Produktionsprozesse beeinträchti- gen können. Die Südzucker-Gruppe hält zudem Beteiligungen wie Joint Ventures, assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen. Diese Unternehmen un- terliegen entsprechend ihrer jeweiligen Tätigkeit dem geschäftsspezifischen unternehmerischen Umfeld. Aufgrund der Beteiligungsquote ist die Möglichkeit der Integration und Einflussnahme bei diesen Gesellschaften eingeschränkt. RECHTSRISIKEN Südzucker ist möglichen Ände- rungen des rechtlichen Umfelds, insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht, ausgesetzt. Derartige Risiken werden zeitnah er- fasst, ihr Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns evaluiert und gegebenenfalls Anpas- sungsmaßnahmen eingeleitet. Südzucker hat die seitens der EU-Datenschutz- grundverordnung ausgelösten Pflichten und Risi- ken analysiert und organisatorische Maßnahmen umgesetzt, um den Schutz und die Sicherheit personenbezogener Daten insbesondere der Be- schäftigten, Kunden, Lieferanten und übriger Ge- schäftspartner zu gewährleisten. Es besteht das allgemeine Risiko, dass Verhal- tensweisen von Organen und Mitarbeitern als Verstoß gegen Wettbewerbsbestimmungen aus- gelegt werden und Verfahren durch Wettbe- werbsbehörden eingeleitet werden. Entspre- chende Verfahren sind immer mit einem Reputa- tionsverlust verbunden, können zum Erlass von hohen Bußgeldern führen und dann zusätzlich Ersatzansprüche von Dritten nach sich ziehen, auch wenn sie unbegründet sind. Südzucker führt Maßnahmen der Kartellrechts- Compliance  insbesondere durch Audits und im Bereich des internen Meldewesens - kontinuier- lich fort. Zur Vermeidung von Kartellverstößen werden gruppenweit Schulungen durchgeführt und turnusmäßig wiederholt. Lagebericht 35 Nach Abschluss des deutschen Zuckerkartell- Bußgeldverfahrens im Februar 2014 haben Kun- den erwartungsgemäß Schadensersatzansprüche wegen angeblich kartellbedingter Preisaufschläge geltend gemacht und diese teilweise auch einge- klagt. Südzucker verteidigt sich gegen die erho- benen Klagen und geht davon aus, dass den Kun- den in dem vom Bundeskartellamt zur Last ge- legten Zeitraum keine Nachteile entstanden sind. Die an verschiedenen deutschen Landgerichten anhängigen Klageverfahren sind aufwändig und langwierig. Urteile zur Sache sind durch das Landgericht Köln im Oktober 2020 ergangen. Sämtliche dort an- hängigen Klagen wurden kostenpflichtig abge- wiesen, da das Gericht keine ausreichend hohe Wahrscheinlichkeit für eine Schädigung der Klä- ger erkennen konnte. Eines der Urteile ist bereits rechtskräftig geworden; in den übrigen Verfahren haben die Kläger Berufung eingelegt. In allen übrigen bisher ergangenen Urteilen wur- den die Klagen wegen Unzulässigkeit abgewie- sen. Darunter auch die beim Landgericht Hanno- ver eingereichte Klage mit der bundesweit höchs- ten Klagesumme. Auch hier hat die Klägerseite Berufung eingelegt. Über einen Großteil der Klagen, insbesondere am Landgericht Mannheim, wurde bisher noch nicht durch Urteil entschieden. Der von der österreichischen Bundeswettbe- werbsbehörde im Jahr 2010 gestellte Antrag auf Festsetzung eines Bußgeldes gegen die Südzu- cker AG und die AGRANA Zucker GmbH, Wien/Österreich, wegen des Verdachts wettbe- werbsbeschränkender Absprachen wurde durch das Kartellgericht Wien im Jahr 2019 abgewiesen. Die Bundeswettbewerbsbehörde hat gegen diese Entscheidung Rechtsmittel eingelegt. Inzwischen wurden einzelne Fragen zur grundsätzlichen eu- roparechtlichen Einordnung durch den Europäi- schen Gerichtshof beantwortet. Die Entscheidung des nunmehr zuständigen Obersten Gerichtshofs Österreichs steht weiterhin noch aus BETRUGS- UND KORRUPTIONSRISIKEN Betrugs- und Korruptionsrisiken können darin bestehen, dass Mitarbeitende oder Führungskräfte der Süd- zucker-Gruppe gegen Gesetze, interne Regelun- gen oder von Südzucker anerkannte regulatori- sche Standards verstoßen. Ebenso können unter- nehmensexterne Personen mit betrügerischer Absicht versuchen, mittels gefälschter Identitäten Zahlungen oder Lieferungen zu veranlassen. Um rechtskonformes und sozialethisches Verhalten jedes einzelnen Mitarbeitenden zu gewährleisten, wurden Schulungsmaßnahmen durchgeführt so- wie konkrete Handlungsempfehlungen zu ausge- wählten Themenbereichen entwickelt und den Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt. Die Ein- haltung der Compliance-Regeln wird durch ein Hinweisgebersystem unterstützt. SANKTIONEN UND EMBARGORISIKEN Eine we- sentliches Instrument zur Prävention von Wirt- schaftskriminalität ist die Geschäftspartnerprü- fung. Sie wird risikobasiert durch eine automati- sche Überprüfung der anwendbaren Sanktions- listen in einer harmonisierten Datenbank durch- geführt. Des weiteren verfügt Südzucker zur Ver- hinderung von Umsatzsteuerbetrug innerhalb der EU über eine entsprechende Richtlinie. Unterneh- merische Verantwortung erwarten wir von allen unseren Geschäftspartnern. Finanzen Die Südzucker-Gruppe unterliegt aufgrund der weltweiten Geschäftstätigkeit verschiedenen fi- nanzwirtschaftlichen Risiken. Hierzu zählen Risi- ken aus Veränderungen von Wechselkursen und Zinssätzen, Liquiditätsrisiken sowie Bonitäts- und Ausfallrisiken. WECHSELKURSSCHWANKUNGEN Finanzwirt- schaftliche Auswirkungen durch Wechselkurs- schwankungen resultieren überwiegend aus der konzerninternen Finanzierung von Tochterunter- nehmen, abweichend von deren Landeswährung. In den USA, Vereinigtem Königreich, Mexiko und Osteuropa finanziert die Südzucker-Gruppe Tochterunternehmen mit konzerninternen Euro- Lagebericht 36 Darlehen. In geringem Umfang haben auch Kon- zerngesellschaften im Euroraum Finanzierungen an Tochtergesellschaften mit abweichender Lan- deswährung gewährt. SONSTIGE FINANZWIRTSCHAFTLICHE CHANCEN UND RISIKEN Aus variabel verzinslichen oder kurzfristig fälligen Finanzverbindlichkeiten und - anlagen ist die Südzucker-Gruppe in begrenztem Umfang den Auswirkungen von kurzfristigen Zinsänderungen ausgesetzt. Der Umfang dieser Verbindlichkeiten bzw. Anlagen ist aufgrund des kampagnebezogenen Finanzbedarfs im Jahres- verlauf stark schwankend. In der Südzucker-Gruppe werden Mitarbeitern Versorgungsleistungen aus beitrags- oder leis- tungsorientierten Versorgungsplänen gewährt. Betriebliche Pensionszusagen werden überwie- gend durch entsprechende Rückstellungen in der Bilanz und teilweise durch ausgelagertes Pensi- onsvermögen finanziert. Um die Risiken verän- derter Kapitalmarktbedingungen zu begrenzen, wird inzwischen das Angebot leistungsorientier- ter Pläne begrenzt.        cker. Dabei sieht sich Südzucker der Erhaltung ei- nes stabilen Investment-Grade-Ratings ver- pflichtet. Herabstufungen der vergebenen Ra- tings könnten sich bei künftigen Finanzierungs- erfordernissen negativ auf die Kapitalkosten des Konzerns auswirken. Liquiditätsrisiken begegnet die Südzucker Gruppe durch langfristige Kapitalmarkt- und Bankenfinanzierungen über die Ausgabe von Euro-Anleihen, Schuldscheindarlehen und Bank- krediten. Im Bereich der kurzfristigen Liquidität sind das Südzucker Commercial PaperProgramm sowie syndizierte und bilaterale Bankenkreditli- nien verfügbar. Daneben bestehen Liquiditätsre- serven in Form von Wertpapieranlagen und Emis- sionszertifikaten. ÜBERSICHT DER MITTEL- UND LANGFRISTIG WIRKSAMEN CHANCEN UND RISIKEN KLIMAWANDEL UND NACHHALTIGKEIT Die Min- derung sowie Verzögerung der Einflüsse des Kli- mawandels stellen kurz-, mittel und langfristig eine der herausforderndsten Aufgaben unserer Zeit dar. Auch die Südzucker-Gruppe ist sich ih- rer Verantwortung hierbei bewusst und versucht, dieser in sämtlichen Belangen gerecht zu werden. Der Beitrag zu einer lebenswerten, gesunden und nachhaltigen Welt ist fest als Unternehmens- zweck in der strategischen Ausrichtung veran- kert. So bewerten wir im Rahmen unseres Nach- haltigkeitsmanagements sowohl Chancen als auch Risiken aus den ökologischen Auswirkun- gen unserer Aktivitäten. Sowohl im Bereich Ener- gie und Emissionen, aber auch bei der Nutzung von Wasser sowie der ganzheitlichen Verwertung der landwirtschaftlichen Rohstoffe suchen wir stetig nach weiteren Einspar-, Substitutions- und Optimierungspotenzialen. Zur Erreichung der Klimaziele der COP26 UN-Kli- makonferenz in Glasgow 2021 sowie dem Pariser Abkommen aus 2015 hat sich die Europäische Union das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissio- nen bis zum Jahr 2030 gegenüber dem Referenz- jahr 1990 um mindestens 55 % zu reduzieren und strebt bis zum Jahr 2050 ein Netto-Null-Emissi- onsziel an. Diese Emissionsreduktion dient dem zentralen Ziel der Begrenzung des globalen Tem- peraturanstiegs auf 1,5 Grad Celsius. In dieser Transformationsphase zur Erreichung der Treibhausgasneutralität werden unterschied- liche regulatorische Maßnahmen ergriffen, wel- che Risiken infolge deutlich höherer Beschaf- fungspreise mit sich bringen. Dies betrifft in ers- ter Linie die Energie selbst, mittelbar aber auch andere Bereiche wie Transport, Logistik oder auch die Rohwarenbeschaffung und damit sämt- liche Aktivitäten der Südzucker-Gruppe. In den Segmenten Zucker, CropEnergies und Stärke so- wie der Division BENEO unterliegt Südzucker den Lagebericht 37 Regelungen des europäischen Emissionshan- delssystems und ist von potenziellen Anpassun- gen wie beispielsweise einer diskutierten Reduk- tion der freien Zertifikatszuteilung oder auch ei- ner höheren Bepreisung der CO2-Emissionen un- mittelbar betroffen. Infolge der national teils un- einheitlichen Umsetzung unterschiedlicher Maß- nahmen zur Erreichung der Klimaziele ergeben sich innereuropäisch ungleiche wirtschaftliche Risiken oder Chancen. Beispielsweise sei hierbei das individuelle Vorgehen mit Blick auf den Koh- leausstieg genannt. Auch wenn Südzucker an den Produktionsstandorten überwiegend auf Erdgas als Energieträger setzt, das nach jüngstem Vor- schlag der EU-Kommission als Brückentechnolo- gie eingestuft werden soll, werden mittelfristig weitere Anpassungsmaßnahmen erforderlich sein. Aktuell arbeiten wir intensiv an der stand- ortspezifischen Evaluierung unterschiedlicher Technologien. Für einzelne Standorte sehen wir dabei günstige Bedingungen zur Nutzung rege- nerativer Energien wie Photovoltaik oder Wind- energie. Damit können ambitionierte Eigenziele erreicht werden, die über die gesetzlichen Vorga- ben hinausgehen und Südzucker auch vermark- tungsseitig Vorteile verschaffen können. Die Ri- siken aus der technischen Umsetzung der einzel- nen Maßnahmen werden in den kommenden Jah- ren steigen, gleichzeitig wird der entsprechende Investitionsbedarf erheblich zunehmen. Hinsichtlich des internationalen Handels beste- hen andererseits Chancen aus Klimaschutzmaß- nahmen wie dem CO2-Grenzausgleichssystem (Carbon Border Adjustment Mechanism  CBAM). Dieses führt zu einer Belastung für Importe mit schlechteren Treibhausgasbilanzen. Auch stehen im Bereich der Landwirtschaft etwaigen Risiken infolge regulatorischer Maßnahmen andererseits Chancen gegenüber, beispielsweise im Rahmen von Förderprogrammen wie der From-Farm-to- Fork-Strategie oder des Carbon Farmings. Weitere Folgen der Klimaveränderung sind stei- gende Durchschnittstemperaturen, ein höherer Meeresspiegel und eine stärkere Klimavariabilität. Die veränderte Häufigkeit, Stärke, räumliche Aus- dehnung und Dauer von Wetterereignissen füh- ren zu Extremen wie Starkregen oder Trocken- heit. In Folge dessen ist vermehrt mit Hoch- und Niedrigwasser zu rechnen. Die Landwirtschaft ist direkt abhängig von Wetter und Klima. Höhere Temperaturen, Starkregen oder Wassermangel wirken sich unmittelbar auf die landwirtschaftliche Produktion aus. Eine ver- längerte Vegetationsperiode und höhere Tempe- raturen können bei ausreichendem Wassergehalt der Böden zu höheren, bei Wassermangel jedoch niedrigeren Erträgen führen. Sowohl die Gefahr von Spätfrösten bei verfrühtem Vegetationsbe- ginn als auch die Verbreitung von Schadorganis- men und Pflanzenkrankheiten, die bisher nur in wärmeren Gebieten vorkamen, können sich ne- gativ auf den Ertrag auswirken. Veränderungen der Verfügbarkeit und damit der Preise für Ag- rarerzeugnisse haben direkten Einfluss auf die Geschäftstätigkeit von Südzucker. Schäden aufgrund von Wetterextremen und Hochwasser an Standorten von Südzucker und von Geschäftspartnern können zur Beeinträchti- gung der Verfügbarkeit von Rohstoffen, Produk- tion und Produkten führen. Die Schiffbarkeit von Binnenschifffahrtsstraßen oder Schäden an Stra- ßen, Schienenwegen, Verkehrsleitsystemen, Oberleitungen und Strommasten können sowohl die Rohstoff- und Produktlogistik als auch die Er- reichbarkeit von Standorten für Mitarbeiter und Dienstleister beinträchtigen. Höhere Temperaturen lassen den Bedarf an Küh- lenergie und Kühlwasser in den Produktionspro- zessen steigen. Niedrigere Wasserstände und hö- here Wassertemperaturen in Flüssen können zu einem Mangel an Kühlwasser und damit zu einem geringeren Produktionsausstoß führen. Investitionen in angepasste Produktionstechno- logie und Verkehrsträger sind möglicherweise notwendig, um eine Aufrechterhaltung der Pro- duktions- und Absatztätigkeit zu gewährleisten. Lagebericht 38 Zudem eröffnen Maßnahmen zur Minimierung klimabelastender Einflüsse auch deutliche Chan- cen für unsere unterschiedlichen Geschäftsfelder. So können wir mit Produkten wie nachhaltig pro- duziertem Ethanol bereits kurzfristig einen we- sentlichen Beitrag zur Reduktion der Treibhaus- gasemissionen leisten. Mit Blick auf eine höhere Marktdurchdringung bei E10 oder einer Einfüh- rung von E20-Kraftstoffen im Transportsektor bestehen weitere Absatzchancen. Dem steht langfristig ein steigendes Risiko für Kraftstof- fethanol infolge der anhaltenden Fokussierung auf E-Mobilität gegenüber. Die steigende Nach- frage nach regionalen Produkten mit günstigem CO2-Fußabdruck sehen wir hingegen als Wettbe- werbsvorteil für unsere regionale Produktion in- mitten der Rohstoffanbaugebiete. Aus den veränderten Verbraucherbedürfnissen sehen wir des Weiteren erhebliches Potenzial zur Entwicklung neuer Geschäftsfelder. So evaluiert Südzucker beispielsweise unterschiedliche Opti- onen, um auf der Basis von nachwachsenden Rohstoffen oder Reststoffen chemische Grund- stoffe zu erzeugen, die mineralölbasierte Pro- dukte nachhaltig ersetzen und damit das Klima schützen können. Auch die Substitution tierischer durch pflanzliche Proteine bietet erhebliches Po- tenzial zur Schonung natürlicher Ressourcen wie landwirtschaftliche Flächen oder Wasser. Ebenso sind hiermit deutliche Einsparungen bei CO2- Emissionen erreichbar. In diesem Segment sieht Südzucker weitreichende Möglichkeiten zur wei- teren Veredelung vorhandener sowie der Ver- marktung neuer agrarischer Stoffströme. Mittels der Taxonomie wurde ein EU-weites Klas- sifizierungssystem zur Bewertung ökologisch nachhaltiger Aktivitäten etabliert. Damit sollen Investitionen mit positivem Beitrag in den Berei- chen Klimaschutz, Anpassung an den Klimawan- del, nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, Transformation zur Kreislaufwirtschaft, Vermei- dung von Umweltverschmutzung sowie Schutz der biologischen Vielfalt und Ökosysteme aner- kannt und damit Investitionen in diese Bereiche gelenkt werden. Bei ausbleibender Berücksichti- gung von Geschäftsfeldern entstehen potenzielle Nachteile bezüglich der Unternehmensfinanzie- rung oder bei staatlichen Förderungen. Infolge- dessen überprüfen wir sämtliche Aktivitäten im Hinblick auf diese Kriterien und stehen im engen Austausch mit externen Interessensgruppen. ÄNDERUNGEN DES RECHTLICHEN UND POLITI- SCHEN UMFELDS Bereits 1962 wurde mit der Ge- meinsamen Agrarpolitik (GAP) eine EU-weite Partnerschaft zwischen der Landwirtschaft und der Gesellschaft initiiert. Trotz der gemeinsamen Politik sämtlicher Mitgliedsstaaten bestehen in- nerhalb der EU erhebliche Differenzen bei den nationalen agrarpolitischen Rahmenbedingun- gen. Dies betrifft neben Subventionsmaßnahmen auch die Zulassung von Dünge- sowie Pflanzen- schutzmitteln, für die national unterschiedliche Bestimmungen gelten. Dies wurde in jüngster Zeit bei der Handhabung der Notfallzulassung für Neonicotinoide, aber auch für das sogenannte  -    krautkontrolle im Zuckerrübenanbau deutlich. Infolgedessen ergeben sich für die Verarbeiter landwirtschaftlicher Rohstoffe mitunter erhebli- che Kostenvor- bzw. -nachteile, wodurch auch ineffiziente Wettbewerber nicht aus Märkten aus- scheiden. Der damit einhergehende höhere Preis- druck auf die Endprodukte führt zu entsprechen- den Ergebnisrisiken. Im internationalen Vergleich zeigen sich darüber hinaus deutlich größere Unterschiede in den po- litischen Rahmenbedingungen, beispielsweise mit Blick auf Umwelt-, Energie- oder Sozialpoli- tik. Hieraus ergebend sich erhebliche Wettbe- werbsunterschiede zwischen den einzelnen Marktteilnehmern auf dem Weltmarkt. Die zu- nehmende Bedeutung von Freihandelsabkom- men mit entsprechenden Präferenzen, insbeson- dere zollfreier oder -reduzierter Importe in die EU führt zu einem Risiko steigender Importvolumen, insbesondere bei Zucker und Ethanol, die den Preisdruck weiter verschärfen. Andererseits kön- nen neue Handelsbeschränkungen Absätze in Lagebericht 39 Exportmärkten gefährden. Auch potenzielle Re- nationalisierungstendenzen in unterschiedlichen Branchen und Ländern, teils befeuert durch die COVID-19-Pandemie, können entsprechenden Einfluss auf die Absatzpotenziale mit sich brin- gen. Etwaige Veränderungen der politischen Rahmen- bedingungen bergen darüber hinaus Risiken mit Blick auf die Investitionstätigkeit. So können In- vestitionen infolge unsicherer Bestimmungen un- terlassen oder verzögert werden, was zu operati- ven Risiken führen kann. Andererseits fußen In- vestitionsentscheidungen auch auf der Annahme bestimmter regulatorischer Bedingungen. Bei un- vorhersehbaren Abweichungen hiervon ergeben sich teils erhebliche Renditerisiken. Hier seien unter anderem verbrauchersteuernde Maßnah- men wie Kennzeichnungsverpflichtungen oder Steuern auf einzelne Produkte, aber auch Beimi- schungsziele im Bereich Ethanol genannt. Ebenso können sich Risiken, ebenso aber auch Chancen aus veränderten Gesetzgebungen und regulato- rischen Rahmenbedingungen in Bereichen wie Hygiene, Verpackungen oder Inhaltsstoffe für Nahrungsmittel ergeben. ENTWICKLUNG DER NACHFRAGE UND TREND ZU NACHHALTIGEM KONSUM Weltweit sehen wir eine steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Agrarrohstoffen, insbesondere basierend auf dem anhaltenden Wachstum der Weltbevölke- rung. Darüber hinaus tragen ein steigendes Wohlstandsniveau und damit verbundene Le- bensstandards zu Veränderungen bei, die für die Unternehmen der Südzucker-Gruppe Chancen und Risiken beinhalten. In den Industrieländern sind bei einzelnen Pro- dukten rückläufige pro Kopf-Verbräuche festzu- stellen, insbesondere auch beim Zuckerver- brauch in der EU. Diese Entwicklung wird neben regulatorischen Maßnahmen wie der Einführung von Zuckersteuern auch von einer öffentlicher Gesundheitsdiskussion sowie medialer Mei- nungsbildung befördert. Dabei wird Zucker häu- fig eindimensional in Verbindung mit Überge- wicht, Karies sowie Krankheiten wie Diabetes oder entsprechenden Folgekrankheiten gebracht. Südzucker arbeitet gemeinsam mit weiteren Marktteilnehmern an einer Versachlichung der Diskussion. Zielsetzung ist es, die tatsächlichen Zusammenhänge zwischen Zuckerkonsum, aus- gewogener Ernährung, dem Energieverbrauch sowie eines insgesamt gesunden Lebensstils zu verdeutlichen. In diesen Regionen bieten sich andererseits er- hebliche Chancen infolge anhaltender Trends zu gesundheitsbewusster Ernährung mit qualitativ hochwertigen Produkten. Südzucker sieht sich insgesamt durch das Angebot qualitativ hoch- wertiger, gentechnikfreier sowie regionaler Pro- dukte und insbesondere mit Blick auf die Aktivi- täten im Bereich Functional Food hervorragend für diese Entwicklungen aufgestellt. Südzucker wird an weiteren Lösungen für Endverbraucher- anwendungen über das bestehende Produktport- folio hinaus arbeiten, beispielsweise an alternati- ven Süßungsmitteln. Zudem sieht die strategi- sche Ausrichtung eine Ausweitung der Aktivitäten im Bereich pflanzlicher Proteine vor. Während der Absatz von Futtermitteln nachhaltig von einem rückläufigen Konsum von Fleisch- und Fischpro- dukten gefährdet sein könnte, wächst das für pflanzliche Proteine attraktive Marktsegment zur Bedienung von vegetarischen oder veganen Er- nährungsgewohnheiten erheblich. Um diesen Trend bedienen zu können, sind Maßnahmen zur Beseitigung des seit langem bestehenden Pro- teindefizits in der EU zu ergreifen. Risiken mit Blick auf die weitere Entwicklung in diesen eher hochpreisigen Segmenten ergeben sich hingegen infolge potenzieller wirtschaftlicher Rezessions- phasen. Einen bedeutenden Einfluss auf das Konsumen- tenverhalten sehen wir auch hinsichtlich der mit der Produktion und Vermarktung von Produkten verbundenen Treibhausgasemissionen. Produkte mit entsprechend günstiger Kennzeichnung oder Lagebericht 40 gar Klimaneutralität werden erhebliche Absatz- potenziale mit sich bringen. Auch in diesem Be- reich sieht sich Südzucker auf mit dem bestehen- den Produktportfolio, das überwiegend auf loka- len Ausgangsprodukten basiert, hervorragend positioniert. MITARBEITER Die langfristige Bindung von quali- fizierten Mitarbeitenden ist für Südzucker seit jeher von essentieller Bedeutung. Gerade jedoch vor dem Hintergrund der knappen Verfügbarkeit qualifizierter Fach- und Führungskräfte sowie des entsprechend intensiven Wettbewerbs um diese gewinnt dieses Thema weiter an Bedeu- tung. Dies betrifft neben technischen und natur- wissenschaftlichen Qualifikationen insbesondere auch den IT-Bereich. Im Zuge der strategischen Neuausrichtung haben wir eine Fokusinitiative mit Blick auf die HR-Strategie verankert, um die Attraktivität als Arbeitgeber und Ausbilder weiter zu erhöhen und sich vom breit gefächerten Wett- bewerb abzugrenzen. Dabei werden neben einem attraktiven Sozialleistungs- und Vergütungssys- tem viele weitere Faktoren eine Rolle spielen wie beispielsweise das Fort- und Weiterbildungsan- gebot, die Vereinbarkeit von Arbeits- und Privat- leben, Gesundheitsförderungsmaßnahmen, aber auch die öffentliche Wahrnehmung des Unter- nehmens hinsichtlich der Internationalisierung sowie vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Themen wie Klimaneutralität und Diversität. Mittels regelmäßig stattfindender Betriebsver- sammlungen steht Südzucker im engen Aus- tausch mit den Mitarbeitenden, die darüber hin- aus selbst Ihre Interessen über Vertreter oder Ge- werkschaften im Aufsichtsrat einbringen. Beste- hende Tarifverträge sichern faire Bedingungen zwischen Arbeitnehmern und -gebern. Die Er- gebnisse der langfristigen Bemühungen in die- sem Bereich schlagen sich in einer deutlich über- durchschnittlichen Loyalität der Mitarbeitenden nieder. Trotzdem bestehen vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung Risiken bei der Neu- oder Wiederbesetzung von Stellen. Krankenstand, längerfristige Abwesenheiten und die damit verbundene Mehrbelastung der anwe- senden Mitarbeitenden stellen darüber hinausge- hende Risiken dar. Präventiv sorgt sich Südzucker durch den Einsatz von Betriebsärzten, Vorsorge- untersuchungen und Informationsveranstaltun- gen um die Gesundheit und Sicherheit der Mitar- beitenden. Aus Sicht der Arbeitssicherheit werden etwaige Arbeitsunfälle analysiert sowie entspre- chende Maßnahmen entwickelt und implemen-     beitragen. INNOVATIONEN nnovationen beeinflussen die Markt- und Absatzentwicklungen dauerhaft und können im Falle disruptiver Entwicklungen ein- zelne Bereiche bereits kurzfristig massiv gefähr- den. Andererseits bieten neue Technologien oder Produkte ebenso Chancen für völlig neue Anwen- dungen und Absatzmärkte. Ebenso können Inno- vationen sowohl im Bereich der Produktion als auch in der Verwaltung einen deutlichen Einfluss auf Leistungsfähigkeit und Effizienz sowie ent- sprechende Kostenvor- oder -nachteile mit sich bringen. Südzucker versteht Innovation primär als Chance, um sich gegenüber Wettbewerbern zu differen- zieren und Kunden neue, innovative Lösungen anbieten zu können. Ein wesentlicher Baustein hierfür sind die konzernweiten Forschungs- und Entwicklungskompetenzen, die frühzeitig unter- schiedlichste Zukunftsfelder evaluieren und ent- sprechende Projekte initiieren. Im Rahmen der Konzernstrategie 2026 PLUS wurde die außeror- dentliche Bedeutung dieser Kompetenz im Rah- men der Fokusinitiative Innovation weiter hervor- gehoben. Darüber hinaus beschäftigt sich die Ini- tiative Digitalisierung mit Chancen und Risiken auf Basis neuer Technologien im IT-Bereich. Lagebericht 41 Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem GRUNDZÜGE Ziel des Risikomanagementsystems im Rechnungslegungsprozess ist die Identifizie- rung, Bewertung und Steuerung von Risiken, die einer regelkonformen Erstellung des Jahres- und Konzernabschlusses entgegenstehen. Dement- sprechend hat das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem der Südzucker AG die Aufgabe, die Ordnungsmäßigkeit, Verlässlichkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und Fi- nanzberichterstattung sicherzustellen und damit zu jeder Zeit ein Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, das den tatsächli- chen Verhältnissen entspricht. Das System ist in den zugrundeliegenden Geschäftsprozessen in allen relevanten rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen verankert und wird kontinuier- lich weiterentwickelt. Wesentliche Bestandteile sind Grundsätze, Verfahren sowie Kontrollen, wie beispielsweise konzerneinheitliche Kontierungs-, Bewertungs- und Bilanzierungsvorgaben sowie Prozesse zur Sicherstellung der Vollständigkeit der Finanzberichterstattung. IFRS-REPORTING-RICHTLINIE Die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften in der Südzucker- Gruppe einschließlich der Vorschriften zur Rech- nungslegung nach International Financial Repor- ting Standards (IFRS) stellen die konzernweit ein- heitliche Bilanzierung und Bewertung sämtlicher Geschäftsvorfälle der in den Südzucker-Kon- zernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften sicher. Die interne IFRS-Reporting-Richtlinie regelt die Süd- zucker-relevante Anwendung der IFRS und kon- kretisiert Bilanzierungssachverhalte. Der Inhalt der IFRS-Reporting-Richtlinie wird zentral vorge- geben und regelmäßig aktualisiert. INTERNES KONTROLLSYSTEM, BEZOGEN AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS Der Konzernrech- nungslegungsprozess beginnt in den Einzelge- sellschaften des Konzerns. Hierbei werden in den einzelnen Organisationseinheiten die Abschlüsse erstellt, kontrolliert und mit der Einspielung in das Konsolidierungssystem an die zentrale Kon- solidierungsstelle der Südzucker AG übermittelt. Für alle im Konzernrechnungslegungsprozess eingesetzten IT-Systeme bestehen klar struktu- rierte Berechtigungskonzepte. Die zentrale Konsolidierungsstelle der Südzucker AG verantwortet neben der Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie der Erstellung des Konzernlageberichts und -ab- schlusses auch den verbindlichen Konzernkon- tenrahmen und betreut die IT-Konsolidie- rungstools. Bei der Bewertung von Rückstellungen, im We- sentlichen Personalrückstellungen, werden im Rahmen des Jahresabschlussprozesses regelmä- ßig externe Gutachter eingesetzt. Prozessintegrierte und prozessunabhängige Kontrollen bilden die beiden Bestandteile des in- ternen Kontrollsystems der Südzucker-Gruppe; ein wichtiger Fokus liegt auf der Funktionstren- nung und dem Vier-Augen-Prinzip sowie der Einhaltung der Richtlinien für wesentliche Ge- schäftsprozesse. Automatisierte Validierungsregeln und Plausibili- tätsprüfungen insbesondere im IT-Konsolidie- rungssystem stellen die Vollständigkeit und Rich- tigkeit von Eingabedaten der Einzelgesellschaften sicher. Die Trennung von Funktionen wie Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung so- wie deren Wahrnehmung durch verschiedene Lagebericht 42 Personen schränken die Möglichkeiten zu krimi- nellen Handlungen weitgehend ein. Allerdings können insbesondere persönliche Ermessensent- scheidungen mit negativen Auswirkungen, feh- lerbehaftete Kontrollen, kriminelle Handlungen oder andere Umstände nie vollständig ausge- schlossen werden. Die Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung umfassen weiterhin beispiels- weise die Analyse der Geschäftsentwicklung an- hand spezifischer Kennzahlenanalysen, aber auch die Detailanalyse von Einzelsachverhalten. Auf Konzernebene umfassen diese Kontrollakti- vitäten die Analyse und gegebenenfalls Anpas- sung der durch die Konzerngesellschaften vorge- legten Einzelabschlüsse unter Beachtung der von den Abschlussprüfern erstellten Berichte bzw. der hierzu geführten Abschlussbesprechungen. Im Rahmen der Integration neu erworbener Ge- sellschaften werden die vorhandenen internen Kontrollsysteme zügig an den hohen Standard der Südzucker-Gruppe angepasst. INTERNE PRÜFUNG Die interne Revision prüft das interne Kontrollsystem, die Einhaltung der ge- setzlichen Rahmenbedingungen und konzernin- ternen Richtlinien sowie das Risikomanagement- system. Sie entwickelt bei Bedarf entsprechende Empfehlungen und Prozessänderungen und trägt damit zu einer stetigen Verbesserung des inter- nen Kontroll- und Risikomanagementsystems bei. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates be- fasst sich insbesondere mit der Compliance, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Abschlussprüfung; er prüft die Wirksam- keit des internen Kontrollsystems, des Risikoma- nagementsystems und des internen Revisions- systems. EXTERNE PRÜFUNG Der Abschlussprüfer prüft das in das Risikomanagement integrierte Risikofrüh- erkennungssystem auf seine grundsätzliche Eig- nung, Risiken, die den Fortbestand der Gesell- schaft gefährden, frühzeitig erkennen zu können. Zudem berichtet er dem Aufsichtsrat über we- sentliche festgestellte Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Der Abschlussprüfer hat im Rahmen der Abschluss- prüfung bestätigt, dass das Risikofrüherken- nungssystem von Südzucker geeignet ist, um be- standsgefährdende Risiken frühzeitig zu erken- nen. Der Abschlussprüfer hatte keine Feststellun- gen zu wesentlichen Schwächen im rechnungsle- gungsbezogenen internen Kontrollsystem. Lagebericht 43 Unternehmensführung und -verantwortung Im Folgenden wird gemäß § 315d HGB in Verbin- dung mit § 289f HGB über die Unternehmensfüh- rung und gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Cor- porate Governance Kodex über die Corporate Governance des Unternehmens sowie im Rahmen der nichtfinanziellen Erklärung gemäß §§ 315b, 315c HGB in Verbindung mit §§ 289b, 289c HGB über die Unternehmensverantwortung berichtet. Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat Nachstehende Erläuterungen beziehen sich auf die Angaben zur Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 3, 315d HGB. ALLGEMEINES Die Südzucker AG hat als deutsche Aktiengesellschaft ein duales Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die jeweils mit eigenständigen Kompetenzen ausge- stattet sind. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unter- nehmens eng und vertrauensvoll zusammen. VORSTAND Der Vorstand der Südzucker AG be- steht derzeit aus vier Mitgliedern. Er führt als Lei- tungsorgan die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse. Der Aufsichtsrat hat dem Vorstand eine Ge- schäftsordnung gegeben; sie ist in der Fassung vom 30. Januar 2020 in Kraft. Mit der Tochtergesellschaft AGRANA Beteili- gungs-AG, Wien/Österreich, besteht eine Vor- standsverschränkung: Der Vorsitzende des Vor- stands (CEO) der AGRANA Beteiligungs-AG, Herr Markus Mühleisen, Wien/Österreich, ist zugleich Mitglied des Vorstands der Südzucker AG und das für Digitalisierung zuständige Vorstandsmitglied (CDO) der Südzucker AG, Frau Ingrid-Helen Arnold, Walldorf, ist zugleich Mitglied des Vor- stands der AGRANA Beteiligungs-AG. AUFSICHTSRAT Der Aufsichtsrat berät und über- wacht den Vorstand bei der Leitung des Unter- nehmens. Er wird in Strategie und Planung sowie in allen Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für bedeutende Geschäftsvorgänge  wie beispielsweise die Budgetplanung und strategische Planung, Akqui- sitionen und Desinvestitionen  beinhaltet die Satzung der Gesellschaft und die Geschäftsord- nung für den Vorstand Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet des- sen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremi- ums nach außen wahr. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend  schriftlich und in den turnus- mäßigen Sitzungen  über die Planung, die Ge- schäftsentwicklung und die Lage des Konzerns. Weitere Schwerpunkte der Berichterstattung sind die Themen Risikomanagement und Compliance. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung ein- berufen. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben; sie ist in der Fassung vom 23. Februar 2022 in Kraft und auf der Website der Südzucker AG veröffentlicht (www.suedzucker.de/de/investor-relations/cor- porate-governance/aufsichtsrat). Zur Vorberei- tung der Aufsichtsratssitzungen tagen die Ver- treter der Aktionäre und der Arbeitnehmer regel- mäßig getrennt. Lagebericht 44 SELBSTBEURTEILUNG DES AUFSICHTSRATS Der Aufsichtsrat beurteilt turnusmäßig, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Dies geschieht alljährlich mittels eines Fragebogens ohne externe Unter- stützung. Der Fragebogen wird jeweils an den Text des aktuellen Kodex angepasst. Die Aus- wertung der Fragebogen, die Erörterung der Er- gebnisse und die Diskussion von Verbesserungs- vorschlägen erfolgen jeweils in der November- Sitzung. Ziel ist die stetige Verbesserung der Ar- beit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS Dem Aufsichtsrat der Südzucker AG gehören gemäß Satzung 20 Mitglieder an, von denen jeweils zehn von den Aktionären und den Arbeitnehmern ge- wählt werden. Die derzeitigen Amtsperioden sind identisch: Die Amtszeit sämtlicher Aufsichtsrats- mitglieder läuft für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2021/22 beschließt (also bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptver- sammlung 2022). Alle Mitglieder des Aufsichtsrats verfügen über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen. Sie sind mit dem Sektor, in dem die Südzucker AG tätig ist, ver- traut. Die gesetzliche Geschlechterquote wird eingehalten. DIVERSITÄTSKONZEPT DES AUFSICHTSRATS Für seine Zusammensetzung orientiert sich der Auf- sichtsrat der Südzucker AG durch Beschluss vom 23. Februar 2022  unter Berücksichtigung der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der internationalen Geschäftstätigkeit  insbesondere an folgenden Zielen: Jedes Aufsichtsratsmitglied soll über ausrei- chende unternehmerische bzw. betriebliche Erfahrung verfügen und darauf achten, dass für die Wahrnehmung der Aufgaben im Auf- sichtsrat genügend Zeit zur Verfügung steht. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats soll die zur Erfüllung der Überwachungsaufgaben des Aufsichtsrats notwendige Zuverlässigkeit und persönliche Integrität aufweisen. Mindestens zwei Mitglieder des Aufsichtsrats  5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex sein. Nicht unabhängig ist danach insbeson- dere, wer in einer persönlichen oder einer ge- schäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft, deren Organen, einem kontrollierenden Akti- onär oder einem mit diesem verbundenen Un- ternehmen steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann. Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehö- ren. Dem Aufsichtsrat sollen mindestens zwei Mit- glieder mit internationaler Erfahrung oder be- sonderem Sachverstand in einem für das Un- ternehmen wichtigen Markt außerhalb Deutschlands angehören. Mindestens zwei Mitglieder des Aufsichtsrats soll über Sachverstand im Bereich der Rech- nungslegung oder Abschlussprüfung verfü- gen (Financial Experts). Der Aufsichtsrat ist auf der Seite der Anteils- eignervertreter und der Seite der Arbeitneh- mervertreter jeweils mit mindestens drei Frauen und mindestens drei Männern zu be- setzen. Zur Wahl oder Wiederwahl in den Aufsichtsrat sollen keine Kandidaten vorgeschlagen wer- den, die älter als 70 Jahre alt sind, es sei denn, dies ist im Unternehmensinteresse geboten. Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird  aus Gründen der Konti- nuität und langjähriger Expertise im Aufsichtsrat  nicht festgelegt. Lagebericht 45 Bei seinen Vorschlägen zur Wahl von Aufsichts- ratsmitgliedern wird sich der Aufsichtsrat weiter- hin vornehmlich an der persönlichen Eignung der Kandidaten, ihrer Fachkenntnis und Erfahrung, der Integrität und Unabhängigkeit sowie der Leis- tungsbereitschaft und -fähigkeit orientieren. Zum Stand des Diversitätskonzepts des Auf- sichtsrats ist Folgendes zu berichten: Am 16. April 2017 fand die Wahl der Arbeitneh- mervertreter durch die Belegschaft und am 20. Juli 2017 die der Aktionärsvertreter durch die Hauptversammlung zum Aufsichtsrat statt. In der Zwischenzeit hat es fünf Wechsel im Aufsichtsrat (vier Arbeitnehmervertreter und ein Aktionärs- vertreter) gegeben. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats gehören dem Aufsichtsrat derzeit zwei und damit  unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur  eine ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder an: Frau Susanne Kunschert, Stuttgart, und Frau Julia Merkel, Wiesbaden, sind unabhängig von der Südzucker AG, von deren Vorstand und vom kon- trollierenden Aktionär Süddeutsche Zucker- rübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG). Mindestens zwei Mitglieder verkörpern beson- ders das Kriterium der Internationalität. Dem Aufsichtsrat gehören sieben Frauen an, vier auf Arbeitnehmer- und drei auf Aktionärsseite. Ehe- malige Vorstandsmitglieder der Südzucker AG gehören dem Aufsichtsrat nicht an. Financial Experts sind Frau Susanne Kunschert, Stuttgart/Deutschland im Aufsichtsrat und Frau Veronika Haslinger, Wien/Österreich im Auf- sichtsrat und im Prüfungsausschuss. DIVERSITÄTSKONZEPT DES VORSTANDS Der Auf- sichtsrat hat ein Diversitätskonzept für den Vor- stand der Südzucker AG mit Aspekten wie bei- spielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- und Be- rufshintergrund und Internationalität erstellt. Er strebt eine Zusammensetzung des Vorstands an, durch die eine umfassende Erfüllung aller dem Vorstand obliegenden Aufgaben gewährleistet wird. Grundlage hierfür ist eine langfristige Nach- folgeplanung für die Besetzung des Vorstands, für die der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vor- stand sorgt. Dabei wird angestrebt, Vorstands- positionen mit im Unternehmen entwickelten Kandidaten zu besetzen. Es wird bei der syste- matischen Managemententwicklung und lang- fristigen Nachfolgeplanung für den Vorstand ins- besondere auf folgende Kriterien geachtet: Frühzeitige Identifizierung geeigneter Kandi- daten unterschiedlicher Fachrichtungen, be- ruflicher und persönlicher Erfahrungen, Inter- nationalität sowie unterschiedlichen Ge- schlechts. Systematische Entwicklung der Führungs- kräfte durch die Übernahme von Aufgaben mit wachsender Verantwortung. Nachweis eines strategischen sowie operati- ven Gestaltungswillens und Führungsstärke. Nachgewiesene Vorbildfunktion der Umset- zung der unternehmerischen Ziele im Ein- klang mit den Unternehmenswerten. Ausschlaggebend für eine Bestellung zum Mit- glied des Vorstands der Südzucker AG ist letztlich die Würdigung der fachlichen und persönlichen Qualifikation. Dabei wird sich der Aufsichtstrat vornehmlich an der persönlichen Eignung der Kandidaten, ihrer Fachkenntnis und Erfahrung, der Integrität und Unabhängigkeit sowie der Leis- tungsbereitschaft und fähigkeit orientieren, um eine verantwortungsvolle Wahrnehmung der Auf- gaben im Unternehmen sicherzustellen. Dementsprechend orientiert sich der Aufsichtsrat der Südzucker AG durch Beschluss vom 23. Feb- ruar 2022 für die Zusammensetzung des Vor- stands - unter Berücksichtigung der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der in- ternationalen Geschäftstätigkeit - an folgenden Zielen: Lagebericht 46 Anzahl: Aufgrund der Unternehmensgröße und der derzeitigen Organisations- und Auf- gabenstruktur des Südzucker-Konzerns emp- fiehlt sich ein mindestens vierköpfiger Vor- stand der Südzucker AG. Aus diesem Kreis kann der Aufsichtsrat einen Vorsitzenden oder Sprecher ernennen. Alter: Ein Mitglied des Vorstands soll nicht länger im Amt bleiben als bis zum Ablauf des Geschäftsjahres, in dem es sein 65. Lebens- jahr vollendet. Geschlecht: Der Aufsichtsrat richtet seine Ent- scheidung prioritär nicht am Geschlecht, son- dern an der Qualifikation aus. Der Vorstand der Südzucker AG besteht aus mehr als drei Personen. Gemäß § 76 Abs. 3a Satz 1 Aktien- gesetz muss dann mindestens eine Frau und mindestens ein Mann Mitglied des Vorstands sein. Derzeit sind eine Frau und vier Männer Vorstandsmitglieder der Südzucker AG. Bildung und Beruf: Im Hinblick auf den Bil- dungs- und Berufshintergrund soll sich die Auswahl von Vorstandsmitgliedern an den im Südzucker AG-Vorstand allgemein sowie für das jeweilige Vorstandsressort erforderlichen Kompetenzen orientieren. Diese Kompeten- zen können im Rahmen eines Universitätsstu- diums, einer anderen Ausbildung oder auch in sonstiger Weise erworben worden sein. Internationalität: Es empfiehlt sich, dass dem Vorstand ein Mitglied mit internationaler Er- fahrung oder besonderem Sachverstand in ei- nem für das Unternehmen wichtigen Markt außerhalb Deutschlands angehört. AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS Der Aufsichts- rat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Präsidium, dem Prüfungsausschuss, dem Land- wirtschaftlichen Ausschuss, dem Sozialaus- schuss, dem Vermittlungsausschuss und dem Nominierungsausschuss Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Das Prä- sidium sowie der Vermittlungsausschuss beste- hen aus vier Mitgliedern und der Prüfungsaus- schuss, der Landwirtschaftliche Ausschuss sowie der Sozialausschuss jeweils aus sechs Mitglie- dern; diese Ausschüsse sind paritätisch mit Ver- tretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer be- setzt. Der Nominierungsausschuss setzt sich aus vier Vertretern der Aktionäre zusammen. Am 23. Februar 2022 hat der Aufsichtsrat eine Neuordnung seiner Ausschüsse beschlossen. Da die Hauptversammlung 2022 einen neuen Auf- sichtsrat wählt, wird die Neuordnung und Beset- zung der Ausschüsse im Rahmen der Konstituie- rung des neu gewählten Aufsichtsrats umgesetzt werden. Neu gebildet wird dann ein Ausschuss für Strategie und Nachhaltigkeit, der paritätisch mit je vier Vertretern der Aktionärs- und Arbeit- nehmerseite besetzt sein wird. Da der Landwirt- schaftliche Ausschuss sich auch den zunehmend wichtiger werdenden Rohstoffthemen widmet,              mit je vier Vertretern der Aktionärs- und Arbeit- nehmerseite besetzt sein. Die Aufgaben des Präsidiums und der übrigen Ausschüsse ergeben sich aus der Geschäftsord- nung für den Aufsichtsrat in der Fassung vom 23. Februar 2022; für den Prüfungsausschuss gilt darüber hinaus dessen Geschäftsordnung in der Fassung vom 23. Februar 2022. Die derzeitige personelle Besetzung der Ausschüsse mit der je- weiligen Dauer der Zugehörigkeit ist unter Ziffer (37) Aufsichtsrat und Vorstand im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist nicht zu- gleich Vorsitzender des Prüfungsausschusses. Lagebericht 47 AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNG Die Ak- tionäre der Südzucker AG üben ihre Mitbestim- mungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversamm- lung aus. Diese beschließt über alle durch das Gesetz bestimmten Angelegenheiten mit ver- bindlicher Wirkung für alle Aktionäre und die Ge- sellschaft. Bei den Abstimmungen gewährt jede Aktie eine Stimme. Jeder Aktionär, der die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Hauptversammlung sowie für die Ausübung des Stimmrechts erfüllt und sich rechtzeitig anmeldet, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinsti- tut, eine Aktionärsvereinigung, die von der Süd- zucker AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Be- vollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Den Aktionären ist es außerdem möglich, im Vorfeld der Hauptversammlung über die Website der Südzucker AG (www.suedzucker.de/de/Investor- Relations/Hauptversammlung/) ihre Stimme ab- zugeben bzw. Vollmacht an die Stimmrechtsver- treter der Südzucker AG oder Vollmacht an einen Dritten zu erteilen. RISIKOMANAGEMENT Der verantwortungsbe- wusste Umgang mit geschäftlichen Risiken ge- hört zu den Grundsätzen guter Corporate Gover- nance. Der Vorstand der Südzucker AG und das Management im Südzucker-Konzern nutzen um- fassende konzernübergreifende und unterneh- mensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Erfassung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung. Der Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rech- nungslegungsprozesses und der Abschlussprü- fung; er prüft die Wirksamkeit des internen Kon- trollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Risiko- und Chan- cenbericht dargestellt. -Bericht Corporate Governance steht für eine verantwor- tungsbewusste und auf langfristige Wertschöp- fung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Der nachstehende Corpo- rate-Governance-Bericht bezieht sich auf die An- gaben gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 1, 4, 315d HGB. Eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Vor- stand und Aufsichtsrat bildet dabei die Basis für Transparenz und den Anspruch, Aktionäre und Öffentlichkeit schnell und umfassend zu infor- mieren. Mit Veröffentlichung dieses Corpo- rate-Governance-Berichts trägt die Südzucker AG den gesetzlichen Vorschriften und den Rege- lungen des Deutschen Corporate Governance Ko- dex (Kodex) Rechnung. Bei Südzucker ist eine gute Corporate Governance Teil des Selbstverständnisses und seit Jahren ge- lebte Praxis. Sie wurde konsequent an den Emp- fehlungen und Anregungen des Kodex ausge- richtet und ist bedeutende Aufgabe von Vorstand und Aufsichtsrat. Lagebericht 48 Unserer Ansicht nach ist der Kodex in seiner ak- tuellen Fassung vom 16. Dezember 2019 3 weit- gehend ausgewogen, praxisnah und repräsen- tiert auch im internationalen Vergleich einen ho- hen Standard. Aus diesem Grund wurde  wie in den Vorjahren  auf die Aufstellung eigener un- ternehmensspezifischer Corporate-Governance- Grundsätze verzichtet. ENTSPRECHENSERKLÄRUNG 2021 Im November 2021 haben Vorstand und Auf- sichtsrat die Entsprechenserklärung zu den Emp- fehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in den Fassungen vom 16. Dezember 2019 gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Südzucker AG entspricht den Empfehlungen mit den in der Entsprechenserklärung dargestell- ten Ausnahmen. Es gibt keine Empfehlungen des Kodex, die aufgrund vorrangiger gesetzlicher Bestimmungen für die Südzucker AG nicht an- wendbar sind. Die Südzucker AG erfüllt die Anre- gungen des geltenden Kodex mit einer Aus- nahme: Entgegen Anregung G.18 besteht die Vergütung des Aufsichtsrats nicht in einer reinen Festvergütung. Der vollständige Wortlaut der gemeinsamen Ent- sprechenserklärung 2021 von Vorstand und Auf- sichtsrat ist  ebenso wie die Entsprechenserklä- rungen der Vorjahre  auf der Südzucker-Inter- netseite veröffentlicht (www.suedzucker.de/de/Entsprechenserklae- rung/). GESCHLECHTERQUOTE Das Aktiengesetz sieht für börsennotierte und mitbestimmte Gesellschaften eine fixe Ge- schlechterquote von 30 % im Aufsichtsrat und die Festlegung von Zielgrößen für den Vorstand und 3 Die Fassung vom 16. Dezember 2019 trat mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 20. März 2020 in Kraft die beiden Führungsebenen unter dem Vorstand vor. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat liegt aktuell bei 35 %; die gesetzliche Quote ist somit erfüllt. Der Vorstand der Südzucker AG besteht aus mehr als drei Personen. Gemäß § 76 Abs. 3a Satz 1 Ak- tiengesetz muss daher mindestens eine Frau und mindestens ein Mann Mitglied des Vorstands sein. Derzeit sind vier Männer und eine Frau Vor- standsmitglieder der Südzucker AG; die gesetzli- che Quote ist somit erfüllt. Der Vorstand hatte 2017 beschlossen, dass in der Südzucker AG der Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unter dem Vorstand bis 11. Juni 2022  von 8,3 bzw. 12,2 % - auf 9 bzw. 13 % angehoben werden soll. Zum 28. Februar 2022 betrug der Frauenanteil auf der ersten Ebene und zweiten Ebene jeweils 10 %. In den kommenden fünf Jahren bis 2027 soll in der Südzucker AG der Anteil der Frauen in der ersten und zweiten Führungsebene unter dem Vorstand auf 20 % verdoppelt werden. AUS- UND FORTBILDUNG Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbil- dungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Sie werden dabei von Südzucker angemessen unter- stützt. Im Geschäftsjahr 2022/23 findet wieder eine Informationsveranstaltung zu Corporate- Governance-Themen mit einem externen Fach- anwalt statt. VERGÜTUNGSBERICHT Ab dem Geschäftsjahr 2021/22 wird ein separa- ter Bericht zur Vergütung von Vorstand und Auf- sichtsrat auf der Südzucker-Website veröffent- licht. Die gewährten Gesamtbezüge für den Vor- stand und den Aufsichtsrat einschließlich der Lagebericht 49 Vorjahresbeträge sind unter Ziffer (36)  hungen zu nahestehenden Unternehmen und Personenim Anhang zum Konzernabschluss an- gegeben. VERMÖGENSSCHADEN- HAFTPFLICHTVERSICHERUNG Die Gesellschaft hat eine Vermögensschaden- Haftpflichtversicherung mit Selbstbehalt abge- schlossen, in deren Deckung die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats einbezogen ist (D&O-Versicherung). § 93 Abs. 2 AktG schreibt vor, dass der Selbstbehalt für Vor- standsmitglieder mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Anderthalbfachen der festen jährlichen Vergütung zu betragen hat. Der aktuelle Deutsche Corporate Governance Ko- dex vom 16. Dezember 2019 folgt dem als Emp- fehlung für die Aufsichtsratsmitglieder nicht mehr. Die Selbstbehalte der Aufsichtsratsmitglie- der sind dementsprechend in der D&O-Versiche- rung ab 1. März 2021 entfallen. AKTIENBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT/ MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE Kein Mitglied des Vorstands oder des Aufsichts- rats hält Aktien der Südzucker AG oder sich da- rauf beziehende Finanzinstrumente, die direkt oder indirekt 1 % oder mehr des Grundkapitals repräsentieren. Darüber hinaus beträgt auch der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichts- ratsmitglieder weniger als 1 % der von der Gesell- schaft ausgegebenen Aktien. Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden der Südzucker AG durch Mitglieder des Vorstands und des Auf- sichtsrats keine meldepflichtigen Wertpapierge- schäfte mitgeteilt. Lagebericht 50 Compliance Nachstehende Erläuterungen beziehen sich auf die Angaben zu den Compliance-Unternehmens- grundsätzen gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 2, 315d HGB. COMPLIANCE - MANAGEMENT-SYSTEM Compliance ist im Südzucker-Unternehmens- leitbild verankert und durch ein Compliance-Ma- nagement-System (CMS) konkretisiert. Das CMS von Südzucker umfasst die Gesamtheit aller Regelungen und Maßnahmen, mit denen das rechtmäßige Handeln aller Akteure im Unterneh- men und die Erkennung relevanter Risiken ge- währleistet werden soll. Es regelt Zuständigkei- ten, Schulungsmaßnahmen sowie Berichtswege und orientiert sich an den sieben Grundelemen- ten des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) Prü- fungsstandards 980 "Prüfung von Compliance- Management-Systemen": COMPLIANCE-KULTUR Compliance wird bei Süd- zucker als Aufgabe des Vorstands sowie des ge- samten Managements aller Konzernfunktionen, Divisionen und Tochterunternehmen bzw. Betei- ligungen gesehen und gelebt. Vorstand und Füh- rungskräfte schaffen durch ihr Handeln und ihre Kommunikation ein Umfeld, das den Stellenwert von Compliance im Unternehmen klar heraus- stellt ("tone from the top"). COMPLIANCE-ZIELE Ziel des CMS bei Südzucker ist es, das rechtmäßige Verhalten des Unterneh- mens und aller Mitarbeiter zu gewährleisten, Ri- siken für Verstöße rechtzeitig zu erkennen und diese durch entsprechende Gegenmaßnahmen zu verhindern sowie eventuell bereits eingetretene Verstöße zu verfolgen und an die zuständigen Stellen zu kommunizieren. COMPLIANCE-RISIKEN Compliance-Risiken be- stehen grundsätzlich durch jegliche Nichteinhal- tung von Gesetzen und Richtlinien. Bei Südzucker liegt das Hauptaugenmerk auf den Bereichen Kartellrecht, Korruptions- und Bestechungsprä- vention, Kapitalmarkt/Meldepflichten sowie Da- tenschutz. COMPLIANCE-PROGRAMM Das Compliance-Pro- gramm von Südzucker beinhaltet alle Maßnah- men zum Erreichen der oben genannten Ziele. Es umfasst unter anderem die Erstellung entspre- chender Richtlinien, interne Vorkehrungen zur Einhaltung kapitalmarktrechtlicher Melde- und Dokumentationspflichten oder den Einsatz einer Softwarelösung zur Gewährleistung von Third Party Compliance. In allen Unternehmensbereichen finden regelmä- ßige Schulungen zu compliancerelevanten The- men statt. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden konzernweit rund 4.913 Mitarbeiter geschult, was rund 90% des definierten Personenkreises (Angestellte einschließlich Management) abge- deckt hat. 2020 wurde das E-Learning um ein verpflichtend zu absolvierendes, mehrjähriges Schulungsprogramm zu den Themen Compli- ance-Grundlagen, Kartellrecht, Korruptions- und Bestechungsprävention, IT-Sicherheit, Daten- schutz, Kapitalmarkt-Compliance und Betrug durch Identitätsfälschung erweitert, das sukzes- sive auf weitere Gesellschaften ausgerollt wird. Die Schulungen beinhalten einen zu bestehenden Abschlusstest. COMPLIANCE-ORGANISATION Eine konzernweite Compliance-Struktur mit klar definierten Be- richtswegen für alle operativen Gesellschaften und wesentlichen Funktionsbereiche ist die Grundlage der Compliance-Organisation bei Südzucker. Alle Hinweise auf potenzielle Ver- stöße werden verfolgt. Neben fallbezogenen Mel- dungen erfolgt eine periodische Berichterstat- tung durch die Compliance Officer der wesentli- chen operativ tätigen Tochtergesellschaften bzw. Lagebericht 51 durch die Compliance-Beauftragten der als we- sentlich identifizierten Fachbereiche der Südzu- cker AG an den Compliance Officer und den Vor- stand der Südzucker AG. Der Vorstand wiederum berichtet regelmäßig über Compliance-Themen an den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss der Südzucker AG. Zusätzlich besteht ein Compliance-Komitee, das in regelmäßigen Sitzungen über grundsätzliche und aktuelle Fragestellungen berät. COMPLIANCE-KOMMUNIKATION Der Südzucker- Verhaltenskodex www.suedzucker.de/de/Un- ternehmen/Verhaltenskodex/) und die Compli- ance-Unternehmensgrundsätze www.suedzu- cker.de/de/Unternehmensgrundsaetze/) wurden allen Mitarbeitern bekannt gemacht. Um die Mit- arbeiter im Alltag für Compliance zu sensibilisie- ren werden beispielsweise Plakate an den Stand- orten ausgehängt. Verdachtsfälle können auch über anonyme Hinweisgebersysteme gemeldet werden. Im Geschäftsjahr 2021/22 gingen über diese Ka- näle 28 Meldungen ein. Die Verdachtsfälle hin- sichtlich dieser Meldungen haben sich nicht er- härtet, somit ergaben sich keine weiteren juristi- schen Maßnahmen. Im Geschäftsjahr 2021/22 sind keine Korrupti- onsfälle bekannt geworden. COMPLIANCE-ÜBERWACHUNG UND WEITERENT- WICKLUNG Die Interne Revision führt geplante und anlassbezogene Prüfungen durch und über- wacht so die Einhaltung gesetzlicher Regelungen und interner Richtlinien. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden an 33 % der Produktionsstan- dorte ausgewählte Bereiche, wie beispielsweise Einkauf oder Logistik, auch auf Korruption und Betrug geprüft. Es konnten keine wesentlichen Verstöße gegen gesetzliche Regelungen festge- stellt werden. Die Südzucker AG unterliegt als Betreiber so ge- nannter kritischer Infrastruktur einer Prüfung ih- rer informationstechnischen Systeme nach dem Gesetz über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (KRITIS Prüfung). Diese Prü- fung ergab keine Beanstandungen. Übernahmerelevante Angaben Die folgenden Informationen sind erläuternde Angaben nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB und erläuternder Bericht gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG; sie sind Bestandteil des geprüften Lageberichts. ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPI- TALS, STIMMRECHTE Zum 28. Februar 2022 be-  ist in 204.183.292 auf den Inhaber lautende Stamm-Stückaktien mit einem rechnerischen An- teil von 1  Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag 23.491 eigene Aktien. Die eigenen Aktien werden von der Gesellschaft für die mehrjährige Vergütungs- komponente im Rahmen der Vergütung von Mit- gliedern des Vorstands gehalten. STIMMRECHTE, ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN Jede Aktie gewährt die gleichen Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Beschrän- kungen des Stimmrechts der Aktien können sich aus den Vorschriften des Aktiengesetzes erge- ben. So unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen einem Stimmverbot (§ 136 AktG). Es besteht ein Stimmbindungsvertrag zwischen der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Ge- nossenschaft eG (SZVG), Ochsenfurt, und der Zu- Lagebericht 52 cker Invest GmbH (Zucker Invest), Wien/Öster- reich, einer Gesellschaft der Unternehmens- gruppe der Raiffeisen-Holding Niederösterreich- Wien registrierte Genossenschaft mit beschränk- ter Haftung (Raiffeisen-Holding), Wien/Öster- reich. Daneben bestehen weitere Stimmbin- dungsverträge zwischen Unternehmen der Raiff- eisen-Gruppe. Ferner besteht ein Vorkaufsrecht der SZVG hinsichtlich 18.797.796 von Zucker In- vest gehaltener Südzucker-Aktien und ein Vor- kaufsrecht der Zucker Invest hinsichtlich 246.368 von SZVG gehaltener Südzucker-Aktien. KAPITALBETEILIGUNGEN VON MEHR ALS 10 % Der Südzucker AG sind zwei unmittelbare Beteiligun- gen an ihrem Kapital bekannt, die 10 % über- schreiten: Die SZVG ist mit 60,3 % am Grundka- pital beteiligt, die Zucker Invest mit 10,3 %. Über die Zucker Invest sind die Raiffeisen-Holding und die mit ihr verbundenen Unternehmen mittelbar beteiligt. Die Beteiligungen werden den Gesell- schaften wechselseitig zugerechnet, sodass nach dem Wertpapierhandelsgesetz jeweils Beteiligun- gen in Höhe von rund 70,6 % am gezeichneten Kapital bestehen. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, STIMMRECHTS- KONTROLLE BEI ARBEITNEHMERAKTIEN Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verlei- hen, bestehen bei Südzucker nicht. Es sind keine Arbeitnehmer am Kapital der Südzucker AG be- teiligt, die einer Stimmrechtskontrolle unterlie- gen. ERNENNUNG UND ABBERUFUNG DER VOR- STANDSMITGLIEDER Die Ernennung und Abberu- fung von Vorstandsmitgliedern erfolgt durch den Aufsichtsrat gemäß §§ 84, 85 AktG, 31 MitbestG. Nach § 5 Nr. 2 der Satzung der Südzucker AG in der aktuellen Fassung vom 16. Juli 2020 be- stimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Vorstands- mitglieder; der Aufsichtsrat hat auch die Befug- nis, stellvertretende Vorstandsmitglieder zu be- stellen. SATZUNGSÄNDERUNGEN Für Satzungsänderun- gen gelten die §§ 179 ff. AktG. Der Aufsichtsrat ist nach § 22 der Satzung (aktuelle Fassung vom 16. Juli 2020) ermächtigt, Satzungsänderungen vorzunehmen, die lediglich die Fassung betref- fen. BEFUGNISSE DES VORSTANDS, INSBESONDERE ZU AKTIENAUSGABE UND AKTIENRÜCKKAUF Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 17. Juli 2024 mit Zustim- mung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ganz oder in Teilbeträ- gen, einmalig oder mehrmals um bis zu insge- samt 20 Mio.  2019). Der Vorstand kann dabei mit Zustimmung des Aufsichtsrats und nach näherer Maßgabe von § 4 Abs. 4 der Satzung das Bezugsrecht der Ak- tionäre in bestimmten Fällen ausschließen, wobei die unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgege- benen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächti- gung noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Er- mächtigung. Die Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 4 der Satzung. Von der Ermächtigung zur Ausübung des Genehmigten Kapitals 2019 wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Die Hauptversammlung vom 18. Juli 2019 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG er- mächtigt, bis zum 17. Juli 2024 Aktien der Ge- sellschaft im Umfang von bis zu 10 % des dama- ligen Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktio- näre gerichteten öffentlichen Kaufangebots er- folgen. Die eigenen Aktien können unter ande- rem zum Zwecke der Einziehung zulasten des Bi- lanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen er- worben werden. Der Vorstand wurde auch er- mächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Un- ternehmenszusammenschlüssen oder beim Er- werb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern. Die Einzelheiten ergeben sich aus der Lagebericht 53 Ermächtigung der Hauptversammlung vom 18. Juli 2019. Von vorstehender Ermächtigung zum Erwerb von eigenen Aktien wurde bislang kein Gebrauch gemacht. KONTROLLWECHSEL- UND ENTSCHÄDIGUNGS- VEREINBARUNGEN Die Südzucker AG hat mit ei- nem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine  geschlossen. Im Fall eines Kontrollwechsels im Sinne des Vertrags hat jedes Mitglied des Ban- kenkonsortiums unter bestimmten Vorausset- zungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung (einschließlich Zinsen) zu verlangen. Im Übrigen bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen ge- mäß §§ 289a Abs. 1 Satz 1 Nr. 8, 315a Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 HGB, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeange- bots stehen. Es bestehen auch keine Entschädi- gungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vor- stands oder zugunsten von Arbeitnehmern für den Fall eines Kontrollwechsels. Einzelheiten zur Vergütung des Vorstands und  Corporate-Governance-Be- richts und sind Bestandteil des geprüften Lage- berichts. Gesonderte nichtfinanzielle Berichterstattung § 289b Abs. 3 HGB Die nichtfinanzielle Erklärung, die für den Kon- zern abgegeben wird und im Konzernlagebericht der Südzucker AG im Geschäftsbericht 2021/22 veröffentlicht wird, ist gleichermaßen für die Süd- zucker AG gültig. Die einschlägigen Leitlinien und dazugehörigen Managementansätze gelten für die gesamte Südzucker-Gruppe; es bestehen keine nichtfinanziellen Zielvorgaben, die nur auf die Südzucker AG beschränkt sind. Die Angaben zur nichtfinanziellen Berichterstattung der Süd- zucker AG gemäß §§ 289b ff. HGB sind enthalten. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung als Teil des Konzernlageberichts sowie die Beurteilung des Prüfungsergebnisses sind als Bestandteile des Geschäftsberichts 2021/22 der Südzucker AG außerdem auf der Website von Südzucker unter www.suedzucker.de/de/investor-relations/pub- likationen/finanzberichte#2021/22 zugänglich gemacht. Lagebericht 54 Vorschlag zur Gewinnverwendung Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Haupt- versammlung am 14. Juli 2022 eine Dividende von 0,40 (0,20) Stückaktie vor. Bei einem di- videndenberechtigten Kapital von 204,2 (204,2) Mio.  81,7 (40,8) Mio. Die Dividende soll am 19. Juli 2022 ausgezahlt werden. Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 Abs. 3 AktG Laut Mitteilung der Süddeutschen Zuckerrüben- verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Och- senfurt, errechnet sich aus deren Eigenbesitz an Südzucker-Aktien zuzüglich der von ihr treuhän- derisch für die Gemeinschaft der Anteilsinhaber gehaltenen Aktien eine Mehrheitsbeteiligung an unserer Gesellschaft. Der im Hinblick hierauf ab- gegebene Bericht gemäß § 312 AktG schließt mit folgender Erklärung: Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu der SZVG, dem Verband Süd- deutscher Zuckerrübenanbauer e.V., Ochsenfurt, dessen Landesverbänden und den Rübenanbau- ern aufgeführten Rechtsgeschäften oder Maß- nahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsge- schäfte vorgenommen sind oder die Maßnahmen getroffen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und wur- den dadurch, dass die Maßnahmen getroffen wurden, nicht benachteiligt Jahresabschluss 56 JAHRESABSCHLUSS Bilanz zum 28. Februar 2022 AKTIVA  An- hang 28. Februar 2022 28. Februar 2021 Immaterielle Vermögensgegenstände 7.518 11.174 Sachanlagen 455.565 477.091 Finanzanlagen 2.764.232 2.764.439 Anlagevermögen 1 3.227.315 3.252.704 Vorräte 2 564.578 538.117 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3 504.526 412.704 Wertpapiere 4 108.215 114.327 Flüssige Mittel 23.820 13.164 Umlaufvermögen 1.201.139 1.078.312 Rechnungsabgrenzungsposten 5 2.162 2.245 4.430.616 4.333.261 0 PASSIVA  An- hang 28. Februar 2022 28. Februar 2021 Gezeichnetes Kapital 204.183 204.183 Abzüglich rechnerischer Wert eigener Aktien -24 0 Ausstehendes gezeichnetes Kapital 204.159 204.183 Kapitalrücklage 1.620.579 1.620.579 Gewinnrücklagen 90.087 90.378 Bilanzgewinn 89.696 41.390 Eigenkapital 6 2.004.521 1.956.530 Sonderposten mit Rücklageanteil 7 27.955 28.340 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 8 763.635 654.572 Übrige Rückstellungen 9 263.472 263.630 Rückstellungen 1.027.107 918.202 Verbindlichkeiten 10 1.371.033 1.430.189 4.430.616 4.333.261 Jahresabschluss 57 Gewinn- und Verlustrechnung 1. März 2021 bis 28. Februar 2022 1. März 2021- 1. März 2020-  An- hang 28. Februar 2022 28. Februar 2021 Umsatzerlöse 12 1.383.477 1.181.271 Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen 13 85.581 67.933 Sonstige betriebliche Erträge 14 28.920 27.216 Materialaufwand 15 -1.002.047 -884.107 Personalaufwand 16 -311.946 -213.983 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -66.701 -67.483 Sonstige betriebliche Aufwendungen 17 -227.278 -208.668 Beteiligungsergebnis 18 217.415 -51.083 Abschreibungen auf Finanzan- lagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 19 -6.500 -1.458 Zinsergebnis 20 -14.778 -18.962 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 21 3.000 299 Ergebnis nach Steuern/ Jahresüberschuss (-fehlbetrag) 89.143 -169.025 Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 553 6.415 Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen 0 204.000 Bilanzgewinn 89.696 41.390 Jahresabschluss 58 Anhang zum Jahresabschluss Anwendung der Rechnungslegungsvorschriften Der Jahresabschluss der Südzucker AG, Mannheim, (Registergericht: Amtsgericht Mannheim HRB 0042) wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Um- setzungsgesetz (BilRUG) sowie des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Zur Verbesse- rung der Klarheit der Darstellung wurden in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung ein- zelne Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Der Abschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, soweit nicht anders vermerkt, in Tausend Euro (Tsd. Millionen Euro (Mio.  ßig in Klammern dargestellt. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich, bis auf die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse, gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenbriefkurs bei Entstehung der Forderung oder zum niedrigeren beizulegenden Wert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, angesetzt (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisengeldkurs bei Entstehung der Ver- bindlichkeit oder zum höheren Stichtagskurswert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, bewertet (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag um- gerechnet. Kursgewinne bzw. Kursverluste aufgrund abweichender Devisenkassamittelkurse zwischen dem Zeit- punkt des Geschäftsvorfalls und dem Bilanzstichtag werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Anlagevermögen Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstel- lungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, bewertet. In die Her- stellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Werteverzehr des Anlagevermögens, Jahresabschluss 59 dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht einbezogen. Die nach handelsrechtlichen Vorschriften ermittelten planmäßigen Abschreibungen erfolgen nach der degressiven oder linearen Methode. Immaterielle Vermögensgegenstände werden nach der linearen Methode abgeschrieben. Für ab dem 1. Januar 2001 angeschaffte Sachanlagen wurde bei der degressiven Abschreibung ein Satz von maximal 20 % verrechnet. Für ab dem 1. Januar 2006 bis zum 31. Dezember 2007 angeschaffte Sachanlagen wurde bei der degressiven Abschreibung entsprechend den steuerlichen Vorschriften ein Satz von maximal 30 % verrechnet. Für nach dem 31. Dezember 2008 angeschaffte Gegenstände des Anlagevermögens wurde bei der de- gressiven Abschreibung ein Satz von maximal 25 % verrechnet. Der Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibungsmethode erfolgt zu dem Zeitpunkt, in dem der auf die Restnutzungsdauer in gleichen Jahresbeträgen verteilte Restbuchwert zu höheren Abschreibungsquoten führt. Für ab dem 1. März 2010 angeschaffte bzw. hergestellte Gegenstände des Anlagevermögens kam aus- schließlich die lineare Methode zum Ansatz. Das Beibehaltungswahlrecht nach Art. 67 Abs. 4 Satz 1 EG- HGB wurde ausgeübt. Selbständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden im Jahr des Zugangs sofort im Aufwand erfasst, sofern ihre Anschaffungs- oder Herstellungs- kosten 250  nicht übersteigen. Für nach dem 31. Dezember 2007 angeschaffte oder hergestellte, ab- nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, deren Anschaffungs- oder Herstellungskos- ten 250  aber nicht 1.000 Sammelposten werden ein- heitlich über fünf Jahre abgeschrieben. Nach dem 1. März 2018 angeschaffte oder hergestellte, abnutz- bare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten 800  werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben. Ein Sammelposten wird ab dem 1. März 2018 nicht mehr gebildet. Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde: Immaterielle Vermögensgegenstände 2 bis 9 Jahre Bauten 10 bis 50 Jahre Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 15 Jahre Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagevermögen werden zum Nennbetrag angesetzt. Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Beteiligungen erfolgt zu Anschaf- fungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert. Die Ausleihungen werden zum Nennbetrag bewertet. Niedrigeren beizulegenden Werten von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens wird bei vo- raussichtlich dauernder Wertminderung durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Wertaufholungen werden vorgenommen, wenn die Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen nicht mehr bestehen. Jahresabschluss 60 Umlaufvermögen Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt gemäß den Grundsätzen der Einzel- bzw. Festbewertung zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Handels- waren werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Darüber hinaus wird bei eingeschränkter Verwertbarkeit jeweils ein angemessener Bewertungsabschlag vorgenommen. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt gemäß §§ 253 bis 256 HGB zu Herstel- lungskosten bzw. zu den vom Verkaufspreis abgeleiteten erzielbaren Reinerlösen unter Beachtung des Prinzips einer verlustfreien Bewertung. Dabei wird die FIFO-Methode bei der Bewertung der fertigen Erzeugnisse angewandt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Ver- wertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten werden der Werteverzehr des Anlagevermögens, die direkt zurechenbaren Material- und Fertigungskosten sowie angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten berücksichtigt. Fremdkapitalzinsen werden nicht einbezogen. Die Her- stellungskosten enthalten im Gegensatz zu Vorjahren auch angemessene Teile der Kosten der allge- meinen Verwaltung sowie angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für frei- willige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung, soweit diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Geleistete Anzahlungen auf Vorräte werden zum Nennwert bilanziert. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert unter Beachtung des stren- gen Niederstwertprinzips bzw. gegebenenfalls abgezinst bilanziert. Zweifelhafte Forderungen werden in Höhe des geschätzten Ausfallrisikos einzelwertberichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Unentgeltlich zugeteilte CO 2 Emissionszertifikate werden mit einem Anschaffungswert von Null, ent- geltlich erworbene Zertifikate werden zu ihren Anschaffungskosten aktiviert. Sofern die CO 2  Emissio- nen die zugeteilten Zertifikate überschreiten, werden Rückstellungen in Höhe der Anschaffungskosten der Zertifikate gebildet. Die Bilanzierung der Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen auf den jeweils niedrigeren Börsen- oder Marktpreis am Geschäftsjah- resende. Flüssige Mittel werden zum Nominalwert bewertet. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite vor dem Bilanzstichtag getätigte Ausgaben ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen. Jahresabschluss 61 Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Der rechnerische Wert von erworbenen eigenen Anteilen wird offen von dem Posten gezeichnetes Ka- pital abgesetzt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem rechnerischen Wert und den Anschaffungskos- ten eigener Aktien wird mit den frei verfügbaren Gewinnrücklagen verrechnet. Anschaffungsnebenkos- ten werden als Aufwand des Geschäftsjahres ausgewiesen. Sonderposten mit Rücklageanteil Bis zum 28. Februar 2010 wurden Sonderposten mit Rücklageanteil für Unterschiede aus steuerlich zulässigen erhöhten Abschreibungen und Sonderabschreibungen sowie den linearen oder degressiven Normalabschreibungen gebildet. Das Beibehaltungswahlrecht nach Art. 67 Abs. 3 Satz 1 EGHGB wurde ausgeübt. Rückstellungen Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch auf Grundlage biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) nach der Anwart- schaftsbarwertmethode (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Dabei wurde von einer künftigen Gehaltssteigerung von 2,50 (2,00) %, von einem Beitragsbemessungsgrenze-Trend von 2,50 (2,00) %, einer künftigen Rentensteigerungsrate von 1,80 (1,30) % und einer durchschnittlichen Fluktuation von 1,00 (1,00) % ausgegangen. Bei der Abzinsung der Pensionsverpflichtungen zum 28. Februar 2022 wurde ein Rechnungszins von 1,82 (2,23) % zugrunde gelegt. Es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank zum 28. Februar 2022 ermittelten durchschnitt- lichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungszinssatzes werden im Personalauf- wand, Zeitwertänderungen des Deckungsvermögens im Finanzergebnis ausgewiesen. Für rückgedeckte Verpflichtungen aus Entgeltumwandlungen wird der Aktivwert der Rückdeckungsversicherung ange- setzt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mit vorhandenen Deckungs- vermögen (Rückdeckungsvermögen) verrechnet, das mit dem Zeitwert bilanziert wurde. Bei dem Zeit- wert des Deckungsvermögens handelt es sich um den versicherungsmathematischen Aktivwert der Rückdeckungsversicherung, der nahezu den historischen Anschaffungskosten entspricht. Bei der Bemessung der Rückstellung für die Altersteilzeitverpflichtungen werden die Aufstockungsbe- träge entsprechend der Regelungen des gültigen IDW RS HFA 3 als Zahlungen mit Entlohnungscharakter behandelt. Der Abzinsungssatz für Rückstellungen für Altersteilzeitguthaben beträgt 0,48 (0,60) % so- wie für Jubiläumsansprüche 1,34 (1,54) %. Der Gehaltstrend entspricht dem der Rückstellungen für Pen- sionen und ähnliche Verpflichtungen. Jahresabschluss 62 Übrige Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwe- benden Geschäften gebildet. Ferner werden Rückstellungen für unterlassene Instandhaltungsaufwen- dungen gebildet, die im folgenden Geschäftsjahr innerhalb von drei Monaten nachgeholt werden. Die Bemessung der übrigen Rückstellungen erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurtei- lung erforderlichen Erfüllungsbetrags, der auch Preis- und Kostensteigerungen enthält. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden Marktzinssatz abgezinst. Verbindlichkeiten Sämtliche Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag ausgewiesen. Latente Steuern Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Neben den zeitlichen Buchungsunterschieden werden auch steuerliche Verlustvorträge und Zinsvor- träge berücksichtigt. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt auf der Grundlage des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Südzucker AG von derzeit 29,1 %. Der kombinierte Ertragsteuersatz beinhaltet Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Sofern die aktiven latenten Steuern die passiven latenten Steuern überwiegen, wird von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, keine aktiven latenten Steuern zu bilanzieren. Im Geschäftsjahr ergaben sich ins- gesamt  nicht bilanzierte  aktive latente Steuern, dabei werden steuerliche Verlustvorträge und Zins- vorträge nicht berücksichtigt. Forschungs- und Entwicklungskosten Das Wahlrecht der Aktivierung von Entwicklungskosten wird nicht in Anspruch genommen. Forschungskosten werden als nicht aktivierungsfähige Aufwendungen unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bildung von Bewertungseinheiten bei Sicherungsinstrumenten Die Bilanzierung von Bewertungseinheiten beruht auf dem Prinzip, dass vergleichbare Risiken aus einem Grundgeschäft durch gegenläufige Wertänderungen oder Zahlungsströme eines Sicherungsgeschäfts wirtschaftlich neutralisiert werden. Deshalb sind nicht realisierte Gewinne und Verluste in dem Umfang und für den Zeitraum unberücksichtigt, in dem sich die gegenläufigen Wertänderungen oder Zahlungs- ströme aus Grund- und Sicherungsgeschäft ausgleichen. Jahresabschluss 63 Sicherungsinstrumente werden als eine Bewertungseinheit mit dem Grundgeschäft betrachtet, sofern die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt sind. Für die Angabe der Markt- werte wird der Betrag herangezogen, welcher der Südzucker AG bei einer unterstellten Auflösung des Sicherungsgeschäfts zum Bilanzstichtag zu- bzw. abfließen würde. Da die Sicherungsgeschäfte markt- übliche, handelbare Finanzinstrumente umfassen, wird der Marktwert aus Marktnotierungen ohne Ver- rechnung mit etwaigen gegenläufigen Wertentwicklungen aus zugrundeliegenden Grundgeschäften ab- geleitet. Soweit sich aus der Verrechnung der Wertänderungen von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument, die sich auf das abgesicherte Risiko beziehen, ein Verlustüberhang ergibt, ist dieser aufwandswirksam in eine Rückstellung für Bewertungseinheiten einzustellen. Die bilanzielle Abbildung der wirksamen Teile der gebildeten Bewertungseinheiten erfolgt grundsätzlich nach der Einfrierungsmethode. Jahresabschluss 64 Erläuterungen zur Bilanz (1) Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen Immaterielle Vermögens- gegenstände  Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand am 1. März 2021 71.003 71.003 Zugänge 1.228 1.228 Abgänge -4.321 -4.321 Umbuchung 44 44 Stand am 28. Februar 2022 67.954 67.954 Kumulierte Abschreibungen Stand am 1. März 2021 59.829 59.829 Abschreibung des Jahres 4.908 4.908 davon außerplanmäßig 0 0 Abgänge -4.301 -4.301 Stand am 28. Februar 2022 60.436 60.436 Buchwerte 28. Februar 2021 11.174 11.174 28. Februar 2022 7.518 7.518 0 Jahresabschluss 65 Sachanlagen Grundstücke und Bauten Technische An- lagen und Ma- schinen Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen  Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand am 1. März 2021 488.737 1.404.798 129.948 11.536 2.035.019 Zugänge 3.481 22.390 6.141 10.681 42.693 Abgänge -18.529 -58.546 -19.936 0 -97.011 Umbuchung 1.770 7.840 155 -9.809 -44 Stand am 28. Februar 2022 475.459 1.376.482 116.308 12.408 1.980.657 Kumulierte Abschreibungen Stand am 1. März 2021 280.706 1.171.966 105.256 0 1.557.928 Abschreibung des Jahres 9.624 44.299 7.870 0 61.793 davon außerplanmäßig 0 0 0 0 0 Abgänge -17.235 -57.848 -19.546 0 -94.629 Umbuchung 472 -443 -29 0 0 Stand am 28. Februar 2022 273.567 1.157.974 93.551 0 1.525.092 Buchwerte 28. Februar 2021 208.031 232.832 24.692 11.536 477.091 28. Februar 2022 201.892 218.508 22.757 12.408 455.565 0 Finanzanlagen Anteile an ver- bundenen Un- ternehmen Beteiligungen Sonstige Auslei- hungen Finanz- anlagen  Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand am 1. März 2021 2.764.388 14 37 2.764.439 Abgänge -180 0 -27 -207 Stand am 28. Februar 2022 2.764.208 14 10 2.764.232 Kumulierte Abschreibungen Buchwerte 28. Februar 2021 2.764.388 14 37 2.764.439 28. Februar 2022 2.764.208 14 10 2.764.232 0 Jahresabschluss 66 (2) Vorräte  28. Februar 2022 28. Februar 2021 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 34.374 35.000 Unfertige Erzeugnisse 148.743 107.022 Fertige Erzeugnisse und Waren 355.270 317.198 Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 26.191 78.897 564.578 538.117 0 Der Anstieg der fertigen Erzeugnisse und Waren zum 28. Februar 2022 ist bei einer mengenmäßigen Erhöhung der Bestände infolge der gestiegenen Erzeugung auf eine höhere Bewertung der Zuckerbe- stände im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Die Herstellungskosten enthalten im Gegensatz zu Vorjahren auch angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie angemessene Auf- wendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die be- triebliche Altersversorgung, soweit diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Der Wert der fer- tigen Erzeugnisse und Waren am 28. Februar 2021 wäre bei gleicher Bewertung wie im laufenden Jahr um 65.506 Tsd.  höher und hätte 382.704 Tsd.  betragen. Teilweise waren fertige Erzeugnisse auf erwartete niedrigere Verkaufserlöse abzuwerten. Die geleisteten Anzahlungen zum 28. Februar 2022 betreffen die Rohstoffsicherungsprämie 2020/22 die im Juni 2021 für den Abschluss der Zuckerrübenlieferverträge für die Kampagne 2022 geleistet wurde. Im Vorjahr betrafen sie die Rohstoffsicherungsprämie 2020/21, die für den Abschluss der Zu- ckerrübenlieferverträge für die Kampagne 2021 geleistet wurde und die nun in die Bewertung der Zu- ckerbestände zum 28. Februar 2022 einging. (3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände  28. Februar 2022 28. Februar 2021 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 158.584 126.643 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 282.842 231.188 davon mit einer Restlaufzeit > 1 Jahr 0 0 Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 575 1.985 Sonstige Vermögensgegenstände 62.525 52.888 504.526 412.704 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 158.584 (126.643) Tsd.  1.839 (1.328) Tsd. einzelwertberichtigt. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Finanzforderungen aus Konzern-Darle- hen in Höhe von 0 (11.409) Tsd.  Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 72.047 Jahresabschluss 67 (48.163) Tsd. sowie sonstige Forderungen in Höhe von 210.795 (171.616) Tsd. , die die kurzfristige Konzernfinanzierung (Cash-Pooling) der Tochtergesellschaften betreffen. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 62.525 (52.888) Tsd.  enthielten zum Stichtag Umsatzsteuerforderungen sowie Energiesteuer- und Versicherungs-Erstattungsansprüche. Sicher- heitsleistungen und abgegrenzte realisierte Effekte aus Sicherungen, zu denen das Grundgeschäft noch nicht eingetreten ist, in Höhe von 9.289 (8.512) , resultieren aus der Sicherung von Zuckerpreisen und der Rohstoffsicherung für die Stärkefabrik in Zeitz. Ebenfalls enthalten sind erworbene CO 2 Zerti- fikate in Höhe von 17.160 (21.309) Tsd. . (4) Wertpapiere  28. Februar 2022 28. Februar 2021 Anteile an verbundenen Unternehmen 13.232 14.080 Sonstige Wertpapiere 94.983 100.247 108.215 114.327 In den Anteilen an verbundenen Unternehmen sind Aktien der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien/Öster- reich, ausgewiesen. (5) Rechnungsabgrenzungsposten Der Posten enthält im Wesentlichen abgegrenzte Zinsaufwendungen. Jahresabschluss 68 (6) Eigenkapital Eigenkapitalspiegel 1. März 2021 Dividende für Jahres- Eigene Anteile 28. Februar 2022  2021/22 überschuss Gezeichnetes Kapital 204.183 204.183 Abzüglich rechneri- scher Wert eigener Ak- tien 0 -24 -24 Ausstehendes gezeich- netes Kapital 204.183 -24 204.159 Kapitalrücklage 1.620.579 1.620.579 Gewinnrücklagen 90.378 -291 90.087 Bilanzgewinn 41.390 40.837 89.143 89.696 1.956.530 40.837 89.143 -315 2.004.521 0 Zum 28. Februar 2022 betrug das gezeichnete Kapital 204.183.292 st in 204.183.292 Stückak- tien eingeteilt; dabei handelt es sich ausschließlich um nennwertlose Stammaktien mit einem rechneri- schen Anteil von 1  je Aktie am Grundkapital. Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag 24.391 eigene Aktien, womit das ausstehende gezeichnete Kapital 204.158.901 . Die 24.391 eigenen Aktien (0,01% des gezeichneten Kapitals) wurden im Januar 2022 von der Gesell- schaft zur Bedienung des aktienbasierten Vorstandsvergütungssystem erworben. Die darauf entfallen- den Anschaffungskosten in Höhe von 315 Tsd.  wurden in Höhe von 24.391 Euro vom gezeichneten Kapital abgesetzt und in Höhe des darüber hinausgehenden Betrags mit den Gewinnrücklagen verrech- net. Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 17. Juli 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ganz oder in Teilbeträgen, einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 20 Mio.  erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019). Der Vorstand kann dabei mit Zustimmung des Aufsichtsrats und nach näherer Maßgabe von § 4 Abs. 4 der Satzung das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen ausschließen, wobei die unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Die Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 4 der Satzung. Von der Ermächtigung zur Ausübung des Genehmigten Kapitals 2019 wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Die Hauptversammlung vom 18. Juli 2019 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 17. Juli 2024 Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Jahresabschluss 69 Kaufangebots erfolgen. Die eigenen Aktien können unter anderem zum Zwecke der Einziehung zulasten des Bilanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen erworben werden. Der Vorstand wurde auch ermäch- tigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugs- rechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unter- nehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern. Die Einzel- heiten ergeben sich aus der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 18. Juli 2019. Von vorstehender Ermächtigung zum Erwerb von eigenen Aktien wurde im beschriebenen Umfang Gebrauch gemacht. Bei den Gewinnrücklagen handelt es sich um andere Gewinnrücklagen nach § 266 Abs. 3 A III Nr. 4 HGB. Zum 28. Februar 2022 übersteigen die frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags den Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge. Daher besteht keine Ausschüttungssperre in Be- zug auf den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres. (7) Sonderposten mit Rücklageanteil Der Sonderposten mit Rücklageanteil betrifft ausschließlich steuerliche Sonderabschreibungen. (8) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen In den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden Verpflichtungen aus laufen- den Renten und Anwartschaften ausgewiesen. Der Erfüllungsbetrag der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 765.418 (656.584) Tsd. wurde mit Deckungsvermögen (Rückdeckungsvermögen) in Höhe von 1.783 (2.012) Tsd. verrechnet. Bei dem Deckungsvermögen handelt es sich um den versicherungsmathematischen Aktivwert von Rückdeckungsversicherungen; dabei entspricht der Zeitwert nahezu den historischen Anschaffungskosten. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den ver- gangenen sieben Geschäftsjahren gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt 67.711 Tsd. . Dieser Betrag un- terliegt einer Ausschüttungssperre. (9) Übrige Rückstellungen  28. Februar 2022 28. Februar 2021 Steuerrückstellungen 21.094 19.321 Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorgen 141.893 140.060 Sonstige Rückstellungen 100.485 104.249 263.472 263.630 Die Steuerrückstellungen decken Risiken aus möglichen Steuerzahlungen für Vorjahre ab. Jahresabschluss 70 Die Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorgen betreffen Rechtsstreitigkeiten aus Marktord- nungsverfahren, Verfahren aus operativen Vertragsbeziehungen und Kartellrechtsrisken einschließlich Bußgeld und Schadensersatz. Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Verpflichtungen für Personalaufwendungen (Gewinnbeteiligungs-, Urlaubs-, Gleitzeit- und Abfindungsansprüche), Aufwendungen für Rübenerde- ausfuhr und Rekultivierung von Schlammteichen bzw. Erdarbeiten zur Bodenbearbeitung und -verbes- serung, negative Marktwerte von nicht in Bewertungseinheiten befindlichen Derivaten in Höhe von 999  (Nominalvolumen 26.244 und Risikovorsorge. Darüber hinaus bestanden Rückstellungen für im Berichtsjahr unterlassene Instandhaltungsaufwen- dungen, die durch Maßnahmen in den ersten drei Monaten des Folgejahres nachgeholt werden. Die Rückstellung für Altersteilzeit wurde für bereits abgeschlossene und zum Bilanzstichtag fest ver- einbarte Altersteilzeitverträge gebildet. Sie beinhaltet Aufstockungsbeträge und bis zum Bilanzstichtag aufgelaufene Erfüllungsrückstände der Gesellschaft. (10) Verbindlichkeiten 28. Februar 2022 28. Februar 2021  Gesamt < 1 Jahr > 1 Jahr Gesamt < 1 Jahr > 1 Jahr Anleihen und Schuldverschreibungen 150.034 150.034 0 330.098 330.098 0 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 144.163 94.738 49.425 105.685 29.022 76.663 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 227.225 227.225 0 174.329 174.329 0 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unter- nehmen 785.046 250.539 534.507 756.467 281.697 474.770 davon aus Lieferungen und Leistungen 23.686 23.686 0 23.519 23.519 0 Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 74 74 0 Sonstige Verbindlichkeiten 64.565 64.565 0 63.536 63.536 0 davon aus Steuern 5.282 5.282 0 4.605 4.605 0 davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 7.170 7.170 0 7.831 7.831 0 1.371.033 787.101 583.932 1.430.189 878.756 551.433 Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen 144.163 (105.685) Tsd. . Der Anstieg ent- fällt überwiegend auf die kurzfristigen Finanzierungserfordernisse. Von den Verbindlichkeiten gegen- über Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit über einem Jahr hatten 0 (725) Tsd.  eine Restlaufzeit von über 5 Jahren. Unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden Verpflichtungen gegenüber den Rübenanbauern von 130.266 (102.952) Tsd. ausgewiesen. Für die Bemessung der Verbindlichkeiten wurde der Rübenmindestpreis der Kampagne 2021/22 ange- setzt. Jahresabschluss 71 Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 785.046 (756.467) Tsd.  betrafen im Wesentlichen Mittelaufnahmen über die Südzucker International Finance B.V., Oud-Beijer- land/Niederlande, die CropEnergies AG, Mannheim sowie die Raffinerie Tirlemontoise S.A. Tienen/Bel- gien. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthielten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Versorgungs- einrichtungen, Steuerverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung. Sämtliche Verbindlichkeiten sind ungesichert. (11) Haftungsverhältnisse, sonstige finanzielle Verpflichtungen und derivative Finanzinstru- mente Von den künftigen Verpflichtungen aus Pacht-, Miet- und Leasingverträgen sind 12,5 (14,8) Mio.  nerhalb von bis zu einem Jahr, 22,0 (24,4) Mio. 4,0 (4,2) Mio.  fünf Jahren fällig; davon betreffen 0,1 (0,1) Verpflichtungen gegen verbundene Unternehmen, die innerhalb von bis zu einem Jahr fällig sind. Leasing wird im Wesentlichen in den Bereichen der La- gerhaltung, Logistik sowie in der Landwirtschaft mit der Pacht von Agrarflächen eingesetzt. Besondere Risiken aus den Leasingverhältnissen sind nicht ersichtlich. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus offenen Bestellungen betrugen zum Bilanzstichtag 22,9 (17,9) Mio.  Zu Gunsten der Gläubiger der von der Südzucker Finance B.V., Oud-Beijerland/Niederlande, begebenen Anleihen hat die Südzucker AG Garantien über insgesamt 800,0 (800,0) Mio.  rangigen Hybrid-Anleihe eine nachrangige Garantie in Höhe von 700,0 (700,0) Mio.  Abgabe einer weiteren Bürgschaft und Garantie erfolgte zu Gunsten der Gläubiger der BENEO Orafti Chile S.A., für eine Kreditlinie von maximal 50,0 (10,0) Mio. USD sowie zu Gunsten der Gläubiger der S.Z.I.L. LDT., für eine Kreditlinie von maximal 10 (10) Mio. ILS (rund 2,5 Mio. Euro). Eine Inanspruch- nahme aus den begebenen Bürgschaften und Garantien wird derzeit aufgrund der finanziellen Situation der Gesellschaften nicht erwartet. Neben den dargestellten sonstigen finanziellen Verpflichtungen und Haftungsverhältnissen existieren keine außerbilanziellen Geschäfte, die für die Finanzlage der Gesellschaft von Bedeutung wären. Für Zuckerverkaufsverträge im Volumen von 381.157 (224.109) t mit weltmarktpreisbasierter Preisab- leitung werden Preissicherungen mittels Zuckerterminkontrakten (Zuckerfutures) und Währungssiche- rungsgeschäften (FX-Forwards) abgeschlossen. Das Grundgeschäft (abgeschlossene oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Zuckerverkaufsverträge) und die Sicherungsinstrumente (Zuckerfutures und FX-Forwards) werden als Bewertungseinheit (Micro Hedge) betrachtet, da die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt sind. Entsprechend wird im Fall eines negativen Marktwerts der Sicherungsinstrumente keine Rückstellung gebildet (Einfrierungsmethode). Zum 28. Februar 2022 waren Zuckerterminkontrakte (Zuckerfutures) für die Preissicherung von Zuckerverkäufen mit welt- marktpreisbasierter Preisanpassung mit überwiegender Lieferung im Geschäftsjahr 2022/23 offen. Der positive Marktwert beträgt +4,2 (+0,6) Mio. -7,9 (-4,8) Mio.  damit verbundene Währungssicherungsgeschäfte (FX-Forwards) bestehen positive bzw. negative Marktwerte von +1,4 (+0,5) bzw. -7,8 (-0,3) Mio.  Erworbene Zuckeroptionen im Volumen von 27.537 (30.031) t hatten zum 28. Februar 2022 Marktwerte von -0,2 (+0,4) Mio.  Jahresabschluss 72 Zur Sicherung der Gasbezugspreise wurden im Geschäftsjahr für 954.932 (0) MWh Sicherungsgeschäfte (Swaps) abgeschlossen. Am 28. Februar 2022 bestehen positive bzw. negative Marktwerte von +20,8 (0,0) bzw. -0,1 (0,0) Mio.  Hierbei wird der zukünftige Gasbezug als Grundgeschäft zusammen mit den Sicherungsinstrumenten als Bewertungseinheit (Micro Hedge) betrachtet, da die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt sind. Entsprechend wird im Fall eines negativen Markt- werts der Sicherungsinstrumente keine Rückstellung gebildet (Einfrierungsmethode). Zur Rohstoffpreissicherung für die in Zeitz errichtete Weizenstärkeanlage setzt Südzucker neben län- gerfristigen Lieferverträgen auch derivative Sicherungsinstrumente (Weizenfutures) ein. Hierbei wird der zukünftige Rohstoffbedarf bzw. die entsprechenden Rahmenverträge als Grundgeschäft zusammen mit den Sicherungsinstrumenten als Bewertungseinheit (Micro Hedge) betrachtet, da die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt sind. Entsprechend wird im Fall eines negativen Markt- werts der Sicherungsinstrumente keine Rückstellung gebildet (Einfrierungsmethode). Zum 28. Februar 2022 waren Weizenterminkontrakte im Volumen von 135.000 (28.000) t für Lieferungen überwiegend im Geschäftsjahr 2022/23 mit einem Marktwert von +5,3 (+0,5) Mio.  offen. Die Übereinstimmung dieser Parameter wird prospektiv überprüft und im Rahmen des Risikomanage- mentsystems wird die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung regelmäßig beurteilt. Im Rahmen der Ef- fektivitätstests wurde festgestellt, dass die wesentlichen wertbestimmenden Parameter (Critical-Terms) wie Nominalbeträge, Währung, Beginn, Fälligkeit, etc. von Grund- und Sicherungsgeschäft jeweils über- einstimmen, weshalb davon ausgegangen wird, dass sich die gegenläufigen Zahlungsströme in Zukunft vollständig ausgleichen werden. Jahresabschluss 73 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (12) Umsatzerlöse  2021/22 2020/21 Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen Eigenerzeugnisse 1.067.814 864.124 davon Zucker 861.123 691.028 davon sonstige Erlöse 206.691 173.096 Leistungserlöse 139.820 135.448 Handelswaren 175.843 181.699 davon Zucker 91.535 105.103 davon Nebenprodukte 44.903 45.878 1.383.477 1.181.271 Geographische Aufgliederung Deutschland 845.725 777.947 EU 437.687 330.446 Vereinigtes Königreich 24.166 2.432 Sonstiges Ausland 75.899 70.446 1.383.477 1.181.271 (13) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen  2021/22 2020/21 Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 82.591 64.707 Andere aktivierte Eigenleistungen 2.990 3.226 85.581 67.933 (14) Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von 12.318 (12.615) Tsd. . Diese resultieren im Wesentlichen aus Buchgewinnen und der Auflösung von Rückstel- lungen. Daneben sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 3.064 (307) Tsd. enthalten. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Sonderposten mit Rückla- geanteil in Höhe von 210 (175) Tsd.  sowie Erträge aus Versicherungserstattungen für Schadensfälle enthalten. Jahresabschluss 74 (15) Materialaufwand  2021/22 2020/21 Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Handelswaren 865.510 746.172 Aufwendungen für bezogene Leistungen 136.537 137.935 1.002.047 884.107 (16) Personalaufwand  2021/22 2020/21 Löhne und Gehälter 159.212 157.987 Soziale Abgaben und Aufwendungen für Alters- versorgung und Unterstützung 152.734 55.996 davon für Altersversorgung 123.311 25.602 - Dienstzeitaufwand 71.855 16.589 - Parameteranpassungen u.a. 51.456 9.013 311.946 213.983 0 0 Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter Gewerbliche Arbeitnehmer 1.167 1.220 Angestellte 1.056 1.106 Auszubildende 170 186 2.393 2.512 Der Aufwand für Löhne und Gehälter und die Zahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter verringerte sich durch die Werkschließung in Brottewitz und Warburg. Die Aufwendungen für Abfindun- gen betrugen 0 (4.389) Tsd. . (17) Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen aus Verlusten aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 890 (1.235) Tsd. . Daneben sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 494 (2.395) Tsd.  enthalten. Jahresabschluss 75 (18) Beteiligungsergebnis  2021/22 2020/21 Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 142.071 79.019 Erträge aus Beteiligungen 75.346 90.038 davon aus verbundenen Unternehmen 75.346 90.036 davon aus sonstigen Beteiligungen 0 2 Aufwendungen aus Verlustübernahmen -2 -220.140 217.415 -51.083 0,00 0,00 Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen sind im Vorjahr maßgeblich beeinflusst durch Wertberich- tungen der Beteiligungen der Südzucker Holding GmbH an der ED&F Man Holdings Limited, Lon- don/Vereinigtes Königreich, in Höhe von -203,1 Mio.  , sowie der Saint Louis Sucre S.A.S., Paris/Frank- reich in Höhe von -. Bei ED&F Man Holdings Limited musste den Belastungen aus der Ver- zögerung bei der Umsetzung der strategischen Neuausrichtung und bei Saint Louis Sucre S.A.S. den Belastungen aus den Verlusten der letzten drei Geschäftsjahre Rechnung getragen werden. (19) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens Es war eine Abschreibung auf Wertpapiere des Umlaufvermögens auf den niedrigeren Börsenkurs er- forderlich. (20) Zinsergebnis  2021/22 2020/21 Erträge aus anderen Wert- papieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 3.969 207 Zinsen und ähnliche Erträge 5.422 9.843 davon aus verbundenen Unternehmen 1.709 1.905 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -24.169 -29.012 davon aus Aufzinsung -14.361 -16.817 davon an verbundene Unternehmen -6.325 -6.693 -14.778 -18.962 0,00 0,00 Im abgeschlossenen Geschäftsjahr sind im Zinsergebnis Aufwendungen aus der Aufzinsung von lang- fristigen Verpflichtungen in Höhe von 14.361 (16.817) Tsd.  der Aufzinsung von Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 14.077 (16.455) Tsd.  bzw. langfristigen Personalrückstellungen und Verbindlichkeiten in Höhe von 284 (362) Tsd. die mit den Erträgen in Höhe von 274 (92) Tsd. saldiert sind, die aus der Zeitwertbewer- tung des Deckungsvermögens von 1.783 (2.012) Tsd. resultieren. Jahresabschluss 76 (21) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfassen Steueraufwendungen bzw. Erstattungen aus Vorjahren. Latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Rückstellungen ermittelt. Im Geschäftsjahr ergibt sich für den Organkreis der Südzucker AG ein Überhang von aktiven latenten Steuern. Dies begründet sich im Wesentlichen aus temporären Differenzen zwischen den handelsrecht- lichen und steuerlichen Wertansätzen für Pensions-, Altersteilzeit- und Jubiläumsrückstellungen sowie übrigen Rückstellungen. Das Wahlrecht zum Ansatz des Überhangs aktiver latenter Steuern wird von der Südzucker AG nicht ausgeübt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgte auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes aus Kör- perschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer in Höhe von 29,1 %. Sonstige Angaben (22) Forschungs- und Entwicklungskosten Die Forschungs- und Entwicklungskosten belaufen sich auf 25.580 (23.394) Tsd. und wurden voll- ständig in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. (23) Gesamtbezüge des Vorstands und Aufsichtsrats sowie ehemaliger Vorstands- und Auf- sichtsratsmitglieder Die von der Südzucker AG im Geschäftsjahr 2021/22 gewährten Gesamtbezüge für den Vorstand be- laufen sich auf 4,2 (2,6) Mio. Die variable Vergütung beträgt 39 (23) % der Barbezüge; sie ist für die Vorstandsmitglieder Dr. Niels Pörksen, Dr. Thomas Kirchberg und Thomas Kölbl, die vor dem 1. März 2021 in den Vorstand eingetreten sind und nicht auf das neue Vergütungssystem umgestellt haben, von der durch die Hauptversammlung noch zu beschließenden Dividende abhängig. Für das Vorstands- mitglied Ingrid-Helen Arnold gilt das neue Vorstandsvergütungssystem, das die ordentliche Hauptver- sammlung der Südzucker AG am 15. Juli 2021 billigte, mit einer einjährigen, leistungsbezogenen vari- ablen Vergütung und eine mehrjährige leistungsbezogenen variablen Vergütung, die in Abhängigkeit von der erreichten durchschnittlichen Kapitalrendite (ROCE) des Südzucker-Konzerns durch Übertra- gung von Aktien geleistet wird. Zur Bedienung des aktienbasierten Vorstandsvergütungssystem hat Südzucker 24.391 eigene Aktien auf Basis einer Zielerreichungsquote von 100% im Januar 2022 erwor- ben. Für Markus Mühleisen ist das von der Hauptversammlung der AGRANA Beteiligungs-AG am 3. Juli 2020 beschlossene AGRANA Vergütungssystem einschlägig. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der Südzucker AG und ihrer Hinterbliebenen wurden insgesamt 34,6 (32,8) Mio. , für Pensionsverpflichtungen gegenüber aktiven Mitgliedern des Vorstands der Südzucker AG wurden insgesamt 18,9 (15,7) Mio. zurückgestellt. Die Jahresabschluss 77 Pensionszahlungen an frühere Vorstandsmitglieder der Südzucker AG und ihre Hinterbliebenen betru- gen 2,7 (2,6) Mio.  Die Mitglieder des Vorstands der Südzucker AG erhalten eine monatlich fixe Festvergütung, Nebenleis- tungen (Dienstwagen etc.) und im Fall einer beitragsorientierten Altersversorgung einen jährlich fest- gelegten Beitrag. Daneben kann die Festvergütung einschließlich Nebenleistungen auch Vergütungen von Tochternehmen enthalten, wenn die Vorstandsmitglieder Mandate in Aufsichtsgremien wahrneh- men. Je nach Ausgestaltung der Vorstandsverträge sind die variablen erfolgsabhängigen Vergütungen ein- und bzw. oder mehrjährig. Diese kann auf der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahre, ei- nem Durchschnitt der Dividende über mehrere Geschäftsjahre sowie  im Rahmen des neuen Vor- standsvergütungssystems - einer Zielvereinbarung für das EBITDA oder einen Durchschnitts-ROCE über mehrere Geschäftsjahre basieren. Im Rahmen des neuen Vorstandsvergütungssystems das bislang für ein Vorstandsmitglied einschlägig ist, handelt es sich um eine aktienbasierte Vergütung. Bei dieser wurde für den dreijährigen Erdienungs- zeitraum von Geschäftsjahr 2021/22 bis 2023/24 in Abhängigkeit der erreichten durchschnittlichen Kapitalrendite (ROCE) eine aktienbasierte Vorstandsvergütung ausgelobt; die entsprechende Auslobung erfolgt jährlich neu für einen weiteren Dreijahreszeitraum. Hierfür wird  mit Ausnahme des laufenden Geschäftsjahres mit der unterjährigen Einführung des neuen Systems  in Höhe der Aktienzusage bei einem Zielerreichungsgrad von 100 % die entsprechende Aktienanzahl zum Geschäftsjahresbeginn er- worben und bis zur Feststellung der tatsächlichen Zielerreichung im vierten Jahr gehalten. Mit Feststel- lung der Zielerreichung ist die erworbene Aktienzahl unter Berücksichtigung der mittlerweile bezahlten Dividenden und der vorhandenen Vergütungsgrenzen anzupassen und an den Vorstand zu übergeben. Über den Erdienungszeitraum ist die zeitanteilig erdiente Aktienanzahl unter Berücksichtigung der er- warteten Zielerreichung auf Basis des Aktienkurses zum Zeitpunkt der Zusage im Personalaufwand zu erfassen. Der im laufenden Geschäftsjahr hieraus erfas Die Vergütung für die gesamte Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Südzucker AG belief sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf 1,6 (1,6)  Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Südzucker AG geregelt. Jedes Mitglied des Aufsichtsrates der Südzucker AG erhält eine feste Grundvergütung. Die Vergütung des Vorsitzenden des Aufsichtsrate beträgt das Dreifache und dessen Stellvertreter sowie sonstiger Mitglieder des Präsi- diums das Anderthalbfache der Grundvergütung. Pro Ausschussmitgliedschaft erhöht sich die Grund- vergütung um 25 %, für Ausschussvorsitzende um 50 %; dies setzt voraus, dass der jeweilige Ausschuss im Geschäftsjahr getagt hat und gilt nicht für die Mitgliedschaft im Präsidium und im Vermittlungsaus- schuss. Daneben erhalten einige Aufsichtsratsmitglieder Vergütungen für die Wahrnehmung von Kon-             übersteigt. Daneben erhalten diejenigen Vertreter im Aufsichtsrat, die auch Arbeitnehmer in der Südzucker-Gruppe sind, das ihnen vertraglich zustehende Arbeitsentgelt, das nicht im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat steht Die Beschreibung der Vergütungssysteme für Vorstand und Aufsichtsrat einschließlich der Beschluss- fassungen über deren Billigung durch die Hauptversammlung vom 15. Juli 2021 sind auf der Website von Südzucker zugänglich gemacht. Jahresabschluss 78 Der Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2021/22 mit Individualisierten Angaben zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat einschließlich des Vermerks des Abschlussprüfers über die formelle Prü- fung des Vergütungsberichts wird im Rahmen der Bekanntgabe der Einladung sowie aller weiteren In- formationen zur ordentlichen Hauptversammlung am 14. Juli 2022 auf der Website von Südzucker zu- gänglich gemacht. Im Anschluss an die Hauptversammlung wird der Vergütungsbericht für das Ge- schäftsjahr 2021/22 einschließlich der Beschlussfassung über dessen Billigung für die Dauer von 10 Jahren auf der Website von Südzucker zugänglich gemacht. (24) Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG Der Südzucker AG sind zwei unmittelbare Beteiligungen an ihrem Kapital bekannt, die 10 % überschrei- ten: Die Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG ist mit 60,3 % am Grundkapital beteiligt, die Zucker Invest GmbH (Zucker Invest), mit 10,3 %. Über die Zucker Invest sind die Raiffeisen- Holding und die mit ihr verbundenen Unternehmen mittelbar beteiligt. Die Beteiligungen werden den Gesellschaften wechselseitig zugerechnet, sodass nach dem Wertpapierhandelsgesetz jeweils Beteili- gungen in Höhe von rund 70,6 % am gezeichneten Kapital bestehen. (25) Nachtragsbericht An 24. Februar 2022 begann die Russische Föderation einen Angriffskrieg gegen den souveränen Nach- barstaat Ukraine. Mit Beginn des Krieges hat sich eine höhere Wahrscheinlichkeit von möglichen negativen Auswirkungen auf unseren künftigen Geschäftsverlauf konkretisiert. In der aktuellen Situation ist es derzeit nicht möglich abzuschätzen, wie sich der Konflikt weiter entwi- ckeln und welche wirtschaftlichen und geopolitischen Auswirkungen er in der Folge noch auf die Ver- sorgung mit agrarischen Rohstoffen und auf die Absatzmärkte, die Frachtraten, die Rohstoff- und Ener- giepreise, die Inflation und die globale Bruttoinlandsprodukt-Entwicklung haben wird. Bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses am 25. April 2022 lagen keine gesicherten Indikationen vor, dass es über die dargestellten Effekte hinaus zu weiteren materiellen finanziellen Auswirkungen kom- men wird. (26) Konzernabschluss Die Südzucker AG, Mannheim, als oberstes Mutterunternehmen des Südzucker Konzerns erstellt zum 28. Februar 2022 einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind. Dieser wird zur Veröffentlichung beim Betreiber des Bundesanzei- gers eingereicht. (27) Anteilsbesitz Bei den deutschen Beteiligungen werden das Eigenkapital sowie das Jahresergebnis einheitlich nach HGB angegeben. Sofern mit der betreffenden Beteiligung ein Ergebnisabführungsvertrag besteht, wird das Jahresergebnis mit Null angegeben. Die Anteilsbesitzliste befindet sich auf den Seiten 3 ff. in diesem Anhang. Die Angaben erfolgen gemäß § 313 Abs. 2 und § 285 Nr. 11 HGB. Die Angaben zu Eigenkapital sowie Ergebnis des letzten Geschäftsjahres beziehen sich immer auf den zuletzt vorliegenden Jahresab- schluss; dies gilt regelmäßig für Unternehmen mit abweichendem Geschäftsjahr: Jahresabschluss * Arbeitnehmervertreter 79 (28) Aufsichtsrat und Vorstand Aufsichtsrat Dr. Hans-Jörg Gebhard, Eppingen Vorsitzender Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeut- scher Zuckerrübenanbauer e. V. Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten  CropEnergies AG, Mannheim Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, Österreich (1. stellv. Vorsitzender)  AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, Österreich (2. stellv. Vorsitzender)  Freiberger Holding GmbH, Berlin  Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs- Genossenschaft eG, Stuttgart (Vorsitzender)  Vereinigte Hagelversicherung VVaG, Gießen Franz-Josef Möllenberg, Rellingen 1. stellv. Vorsitzender Ehemaliger Vorsitzender der Gewerkschaft Nah- rung-Genuss-Gaststätten Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten  CropEnergies AG, Mannheim Erwin Hameseder, Mühldorf, Österreich 2. stellv. Vorsitzender Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich- Wien reg.Gen.m.b.H. Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Österreichische Nationalbank AG, Wien, Österreich  RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Korneuburg, Österreich  RWA Raiffeisen Ware Austria Handel und Vermögensverwaltung eGen, Korneuburg, Österreich Konzernmandate  AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich (Vorsitzender) Konzernmandate im Konzern der Raiffeisen-Hol- ding Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.b.H.  KURIER Redaktionsgesellschaft m.b.H, Wien, Österreich (Vorsitzender)  KURIER Zeitungsverlag und Druckerei Gesellschaft m.b.H, Wien, Österreich (Vorsitzender)  Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs-AG, Wien, Österreich (Vorsitzender)  Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriften GmbH & Co. KG, Wien, Österreich (Vorsitzender)  Raiffeisen Bank International AG, Wien, Österreich (Vorsitzender)  Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien AG, Wien, Österreich (Vorsitzender)  STRABAG SE, Villach, Österreich (stellv. Vorsitzender) Fred Adjan, Hamburg Stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Jahresabschluss * Arbeitnehmervertreter 80 Helmut Friedl, Egling a. d. Paar Vorstandsvorsitzender des Verbands bayerischer Zuckerrübenanbauer e.V. Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, Österreich  AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, Österreich  BMG Donau-Lech eG, Mering Ulrich Gruber, Plattling Stellv. Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Süd- zucker AG Veronika Haslinger, Wien, Österreich Geschäftsleiterin der Raiffeisen-Holding Nieder- österreich-Wien reg.Gen.m.b.H. Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs- Genossenschaft eG, Stuttgart Konzernmandate im Konzern der Raiffeisen-Hol- ding Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.b.H.  KURIER Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich (Vorsitzende)  Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich  NÖM AG, Baden, Österreich  Österreichische Rundfunksender GmbH, Wien, Österreich  Raiffeisen Informatik Geschäftsführungs- GmbH, Wien, Österreich Georg Koch, Wabern Vorstandsvorsitzender des Verbands der Zucker- rübenanbauer Kassel e.V. und stellv. Vorstands- vorsitzender der Süddeutschen Zuckerrübenver- wertungs-Genossenschaft eG Susanne Kunschert, Stuttgart Geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe  Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs- Genossenschaft eG, Stuttgart Ulrike Maiweg, Bellheim Stellv. Betriebsratsvorsitzende der Hauptverwal- tung Mannheim der Südzucker AG Walter Manz, Dexheim Vorstandsvorsitzender des Verbands der Hes- sisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V. Julia Merkel, Wiesbaden Mitglied des Vorstands der R+V Versicherung AG Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs- Genossenschaft eG, Stuttgart Konzernmandate im Konzern der R+V Versiche- rung AG  KRAVAG-ALLGEMEINE Versicherungs-AG, Hamburg  KRAVAG-SACH Versicherung des Deutschen Kraftverkehrs VaG, Hamburg  R+V Pensionskasse AG, Wiesbaden Sabine Möller, Hamburg Referatsleiterin der Gewerkschaft Nahrung-Ge- nuss-Gaststätten Angela Nguyen, Gerwisch Stellv. Betriebsratsvorsitzende von Freiberger Osterweddingen GmbH & Co. KG Jahresabschluss * Arbeitnehmervertreter 81 Joachim Rukwied, Eberstadt Präsident des Deutschen Bauernverbands e.V. Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten  BAYWA AG, München  R+V Versicherung AG, Wiesbaden Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Buchstelle Landesbauernverband Baden- Württemberg GmbH, Stuttgart (Vorsitzender)  Kreditanstalt für Wiederaufbau, Frankfurt am Main  LAND-DATA GmbH, Visselhövede (Vorsitzender)  Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt am Main (Vorsitzender)  LBV-Unternehmensberatungsdienste GmbH, Stuttgart (Vorsitzender)  Messe Berlin GmbH, Berlin Frank Sachse, Zeitz Betriebsratsvorsitzender des Werks Zeitz der Süd- zucker AG Nadine Seidemann, Donauwörth Stellv. Betriebsratsvorsitzende des Betriebsrats des Werks Rain der Südzucker AG Dr. Stefan Streng, Uffenheim Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeut- scher Zuckerrübenanbauer e.V. Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs- Genossenschaft eG, Stuttgart (seit dem 15. Dezember 2021) (Vorsitzender) Wolfgang Vogl, Bernried Leiter der Werke Plattling, Rain und Offenau der Südzucker AG Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  BGD Bodengesundheitsdienst GmbH, Mannheim Rolf Wiederhold*, Wabern Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Südzucker AG Jahresabschluss 82 Vorstand Dr. Niels Pörksen (Vorsitzender), Limburgerhof (Bestellung bis zum 28. Februar 2023) Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  AGCO, Duluth/USA (seit dem 21. Oktober 2021) Konzernmandate  AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, Österreich (Vorsitzender)  ED&F Man Holdings Limited, London, Vereinigtes Königreich  Freiberger Holding GmbH, Berlin  PortionPack Europe Holding B. V., Oud- Beijerland, Niederlande (Vorsitzender) (bis zum 10. Oktober 2021) Ingrid-Helen Arnold, Walldorf (ab dem 1. Mai 2021) (Bestellung bis zum 30. April 2024) Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten  TUI AG, Hannover Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Heineken N.V., Amsterdam/Niederlande Konzernmandate  AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich  AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich  AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich Dr. Thomas Kirchberg, Würzburg (Wieder-Bestellung bis zum 31. August 2022) Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten  Ekosem-Agrar AG, Walldorf Konzernmandate  AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich  CropEnergies AG, Mannheim (stellv. Vorsitzender ab dem 25. Juni 2021)  Freiberger Holding GmbH, Berlin, (Vorsitzender)  Moldau  Südzucker Versicherungs-Vermittlungs- GmbH, Mannheim Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  Forum Moderne Landwirtschaft e.V. Thomas Kölbl, Speyer (Wieder-Bestellung bis zum 31. Mai 2024) Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten  K+S Aktiengesellschaft, Kassel Konzernmandate  AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich (bis zum 31. Mai 2021)  AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich (bis zum 31. Mai 2021)  CropEnergies AG, Mannheim (stellv. Vorsitzender bis zum 25. Juni 2021)  Freiberger Holding GmbH, Berlin  PortionPack Europe Holding B. V., Oud- Beijerland, Niederlande (bis zum 10. Oktober 2021)  Südzucker Versicherungs-Vermittlungs- GmbH, Mannheim (Vorsitzender) Dipl. Ing. Johann Marihart, Limberg, Österreich (bis zum 31. Mai 2021) Konzernmandate  AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, Österreich (Vorsitzender)  AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich (Vor- sitzender)  AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich  AUSTRIA JUICE GmbH, Allhartsberg, Österreich  Freiberger Holding GmbH, Berlin  Österreichische Rübensamenzucht Gesell- schaft m.b.H., Wien, Österreich (Vorsitzender) Jahresabschluss 83 Markus Mühleisen, Österreich (ab dem 1. Juni 2021) (Bestellung bis zum 31. Mai 2024) Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien  OfficePod Ltd, Weston, Vereinigtes Königreich Konzernmandate  AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, Österreich (Vorsitzender)  AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich (Vor- sitzender)  AUSTRIA JUICE GmbH, Allhartsberg, Österreich  Österreichische Rübensamenzucht Gesell- schaft m.b.H., Wien, Österreich (Vorsitzender) Jahresabschluss 1 (29) Aufwendungen für Leistungen des Abschlussprüfers Für Leistungen des Abschlussprüfers, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, sind im Geschäftsjahr 2021/22 für die Südzucker AG folgende Aufwendungen angefallen:  2021/22 2020/21 Abschlussprüfungsleistungen 484 442 Andere Bestätigungsleistungen 69 63 Sonstige Leistungen 12 0 565 505 Für die Südzucker AG wurden Abschlussprüfungsleistungen für die gesetzliche Prüfung für den Jahres- und Konzernabschluss erbracht. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen im Wesent- lichen diverse andere Bescheinigungsleistungen außerhalb der Jahresabschlussprüfung. Die Honorare für sonstige Leistungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für fachliche Unterstützung bei Drittanfragen. Die Honorare sind in der obigen Tabelle angegeben. Für die Tochtergesellschaften der Südzucker AG wurden darüber hinaus Abschlussprüfungsleistungen insbesondere für die Prüfung von Jahres- und (Teil-)Konzernabschlüssen der deutschen Tochtergesell- schaften erbracht. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen diverse andere Bescheinigungsleistungen außerhalb der Jahresabschlussprüfung für die Tochtergesellschaften. Steuerberatungsleistungen umfassen im Wesentlichen Fragen bei Mitarbeiterentsendungen ins Aus- land. Honorare für sonstige Leistungen für Tochtergesellschaften umfassen fachliche Beratungen im Bereich IT. (30) Entsprechenserklärung nach § 161 AktG Vorstand und Aufsichtsrat haben am 11. November 2021 die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben. Sie ist im Internet unter (www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Corporate-Governance/) zugänglich gemacht. (31) Vorschlag für die Gewinnverwendung Der Bilanzgewinn der Südzucker AG beträgt 89.696 (41.390) Tsd. Der Vorstand schlägt der Haupt- versammlung vor, eine Dividende in Höhe von 0,40 (0,20)  und damit den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:  2021/22 Gezeichnetes Kapital 204.183.292,00 Abzüglich rechnerischer Wert eigener Aktien 24.391,00 Ausstehendes gezeichnetes Kapital 204.158.901,00  je Aktie auf 204.158.901 Stück 81.663.560,40 Vortrag auf neue Rechnung 8.032.459,62 Jahresabschluss 2 Bilanzgewinn 89.696.020,02 Im vorstehenden Vorschlag für die Gewinnverwendung sind die ausgegebenen Aktien von 204.183.292 Stück bereits um eigene Aktien in Höhe von 24.391 Stück gekürzt. Soweit am Tag der Hauptversamm- lung weitere eigene Aktien vorhanden sind, wird der Beschlussvorschlag dahingehend modifiziert, bei Ausschüttung von 0,40 aktie den entsprechend höheren verbleiben- den Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. Die Hauptversammlung soll am 14. Juli 2022 in virtueller Form stattfinden; die Auszahlung der Divi- dende erfolgt am 19. Juli 2022. Jahresabschluss * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 3 Anteilsbesitzliste Kurz- name Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio.  Ergebnis nach Steu- ern in Mio.  I. Verbundene Unternehmen Segment Zucker Division Zucker (Südzucker) Südzucker und Vertriebsgesellschaften Südzucker AG SZAG Mannheim Deutsch- land Sudzucker Hellas E.P.E. Agios Griechen- land SZH 99,94 1,9 0,31 Dimitrios SZV 0,06 Sudzucker Ibérica, S.L.U. Barcelona Spanien SZH 100,00 1,3 0,41 Südzucker United Kingdom Limited Edinburgh Vereinigtes Königreich SZH 100,00 1,0 0,58 S.Z.I.L. LTD Kfar Saba Israel SZH 100,00 0,9 0,15 Zucker Belgien Raffinerie Tirlemontoise S.A. RT Tienen Belgien SZH 99,41 755,7 14,96 Rafti B.V. Wijchen Niederlande TSNH 100,00 11,0 1,60 Tiense Suikerraffinaderij Nederland Holding B.V. TSNH Wijchen Niederlande RT 100,00 2,3 0,00 Tiense Suikerraffinaderij Services g.c.v. Tienen Belgien RT 100,00 22,9 -0,05 Zucker Frankreich Saint Louis Sucre S.A.S. Paris Frankreich SZH 100,00 25,5 -8,46 Zucker Polen Südzucker Polska S.A. SZPL  Polen SZH 100,00 303,9 18,04 "POLTERRA" Sp. z o.o.  Polen SZPL 100,00 0,8 0,01 Przedsiebiorstwo Rolne "KLOS" Sp. z o.o.  Polen SZPLN 100,00 0,4 0,03 Südzucker Polska Nieruchomosci Sp. z o.o. SZPLN  Polen SZPL 100,00 -1,6 -0,23 Zucker Moldau Südzucker Moldova S.R.L. SZM  Moldau SZH 99,97 41,3 2,60 Agro Credit S.R.L. Drochia Moldau SZH 100,00 0,3 0,01 Agro-SZM S.R.L. Drochia Moldau SZM 100,00 13,2 4,82 Division Zucker (AGRANA) Agrana Vertriebsgesellschaft AGRANA Sales & Marketing GmbH ASM Wien Österreich AB 100,00 55,3 -52,70 Zucker Österreich AGRANA Zucker GmbH AZ Wien Österreich AB 98,91 152,1 8,29 ASM 1,09 Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich ASM 86,00 2,5 0,27 Zucker Rumänien AGRANA AGRO S.r.l. Roman Rumänien AR 99,00 -0,1 -0,02 AZ 1,00 AGRANA Romania S.R.L. AR Bukarest Rumänien ASM 100,00 13,0 4,32 Zucker Slowakei Slovenské Cukrovary s.r.o. Sered Slowakei ASM 100,00 22,8 2,24 Zucker Tschechien Moravskoslezské Cukrovary s.r.o.  Tschechien ASM 100,00 32,2 3,22 Zucker Ungarn AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. AME Budapest Ungarn MCeF 96,67 1,9 -0,35 AZ 3,33  Kaposvár Ungarn AME 100,00 1,8 0,09 Jahresabschluss Kurz- name Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio.  Ergebnis nach Steu- ern in Mio.  * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 4   Budapest Ungarn MCeF 100,00 1,9 0,72 Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. MCeF Budapest Ungarn ASM 87,61 67,6 4,03 Zucker Bulgarien AGRANA Trading EOOD Sofia Bulgarien ASM 100,00 1,3 0,46 Zucker Bosnien AGRANA BIH Holding GmbH ABIH Wien Österreich ASM 75,00 11,2 -0,01 SZH 25,00 AGRANA Holding/Sonstige AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft AB Wien Österreich AZS 78,34 741,3 45,09 SZAG 2,74 AGRANA Group-Services GmbH Wien Österreich AB 100,00 7,0 1,99 AGRANA Research & Innovation Center GmbH Wien Österreich AB 100,00 6,5 1,29 INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. Wien Österreich AB 66,67 8,1 0,36 Division Landwirtschaft Loberaue Agrar GmbH LOB Rackwitz Deutsch- land SZAG 100,00 24,6 2,82 Rackwitzer Biogas GmbH Rackwitz Deutsch- land LOB 100,00 0,0 0,00 Terra Sömmerda GmbH Sömmerda Deutsch- land SZVW 100,00 10,2 1,41 Wolteritzer Agrar GmbH Rackwitz Deutsch- land LOB 100,00 0,2 0,00 Zschortauer Agrar GmbH Rackwitz Deutsch- land LOB 100,00 0,0 0,00 Zschortauer Futtermittel GmbH Rackwitz Deutsch- land LOB 74,00 5,5 0,41 Zucker Übrige AHG Agrar-Holding GmbH Mannheim Deutsch- land SZAG 100,00 0,0 * 1) AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG AZS Wien Österreich SZAG 50,00 523,1 41,56 2) AIH Agrar-Industrie-Holding GmbH Mannheim Deutsch- land SZAG 100,00 0,2 0,00 BGD Bodengesundheitsdienst GmbH Mannheim Deutsch- land SZAG 100,00 0,0 * 1) Südzucker Holding GmbH SZH Mannheim Deutsch- land SZAG 100,00 715,8 * 1) Südzucker International Finance B.V. Oud-Beijer- land Niederlande SZAG 100,00 18,7 1,11 Südzucker Versicherungs-Vermittlungs-GmbH Mannheim Deutsch- land SZAG 51,00 2,2 2,17 Südzucker Verwaltungs GmbH SZVW Mannheim Deutsch- land SZAG 100,00 10,0 * 1) Nougat Chabert & Guillot SA NC&G Montélimar Frankreich SOGELAF 100,00 0,1 -0,31 3) S.C.I. DU MARINET Montélimar Frankreich SOGELAF 99,75 3) NC&G 0,25 S.O.G.E.L.A.F. SARL SOGELAF Paris Frankreich SZH 100,00 6,7 -0,02 Segment Spezialitäten Division Beneo BENEO GmbH B Mannheim Deutsch- land SZAG 100,00 180,5 * 1) BENEO Asia Pacific Pte. Ltd. Singapore Singapur BP 100,00 2,4 0,18 BENEO Iberica S.L. Unipersonal Barcelona Spanien BO 100,00 0,2 0,01 BENEO Inc. Dover USA BP 100,00 24,4 2,14 BENEO India Private Limited New Delhi Indien BP 99,99 0,4 0,24 Jahresabschluss Kurz- name Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio.  Ergebnis nach Steu- ern in Mio.  * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 5 B 0,01 BENEO Latinoamerica Coordenaçao Regional Ltda. São Paulo Brasilien BO 100,00 0,4 0,06 BENEO-Orafti S.A. BO Oreye Belgien BR 100,00 304,6 30,62 BENEO-Palatinit GmbH BP Mannheim Deutsch- land B 85,00 23,6 * 1) SZAG 15,00 BENEO-Remy N.V. BR Wijgmaal (Leuven) Belgien B 100,00 282,0 33,30 Orafti Chile S.A. Pemuco Chile BO 99,99 154,0 -2,20 BP 0,01 REMY ITALIA S.P.A. Confienza (PV) Italien BR 66,70 0,7 0,02 Veniremy N.V. Wijgmaal (Leuven) Belgien BR 100,00 7,4 0,28 Division Freiberger Freiberger Holding GmbH FH Berlin Deutsch- land SZAG 100,00 75,2 * 1) Freiberger France S.A.R.L. St. Didier au Mont d'Or Frankreich FIB 100,00 3,4 1,62 Freiberger Internationale Beteiligungs GmbH FIB Berlin Deutsch- land FLG 100,00 212,5 * 1) Freiberger Lebensmittel GmbH FLG Berlin Deutsch- land FH 100,00 70,1 * 1) Freiberger Osterweddingen GmbH Sülzetal Deutsch- land FLG 100,00 2,1 * 1) Freiberger Polska Sp.z o.o. Warszawa Polen FIB 100,00 2,7 0,93 Freiberger UK Ltd. Spalding Vereinigtes Königreich FIB 100,00 4,3 4,11 Freiberger USA Inc. FLU Parsippany USA FIB 100,00 156,1 -0,55 HASA GmbH Burg Deutsch- land FLG 100,00 10,0 * 1) Prim AS Tiefkühlprodukte Gesellschaft m.b.H. Oberhofen Österreich FIB 100,00 12,5 5,06 Richelieu Foods Inc. Braintree USA FLU 100,00 400,5 -16,77 Sandhof Limited SL Westhoug- hton Vereinigtes Königreich FIB 100,00 38,8 16,81 Stateside Foods Ltd. Westhoug- hton Vereinigtes Königreich SL 100,00 28,7 10,88 Division PortionPack Europe PortionPack Europe Holding B.V. PPEH Oud-Beijer- land Niederlande SZAG 100,00 24,1 -1,28 Collaborative Packing Solutions [Pty] Ltd CoSo Johannes- burg Südafrika PPEH 75,00 3,4 0,72 Elite Portion Pack Belgium NV Herentals Belgien PPEH >99,99 0,1 0,07 PPH <0,01 Hellma Gastronomicky Servis Praha spol. s.r.o. Praha Tschechien PPEH 100,00 7,2 0,05 Hellma Gastronomie-Service GmbH Nürnberg Deutsch- land PPEH 100,00 4,4 * 1) Portion Solutions Limited Telford / Shropshire Vereinigtes Königreich PPEH 100,00 9,5 -0,45 SAES The Portion Company, S.L. La Llagosta (Barcelona) Spanien PPEH 100,00 0,5 0,05 Business Unit PP Holland PortionPack Holland B.V. PPH Oud-Beijer- land Niederlande PPEH 100,00 5,5 0,53 Van Oordt Drukkerij B.V. Oud-Beijer- land Niederlande VOP 100,00 0,2 0,00 Jahresabschluss Kurz- name Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio.  Ergebnis nach Steu- ern in Mio.  * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 6 Van Oordt Landgraaf B.V. Landgraaf Niederlande PPH 100,00 2,4 0,00 Van Oordt the portion company B.V. VOP Oud-Beijer- land Niederlande PPH 100,00 12,0 0,05 Segment CropEnergies CropEnergies AG CEAG Mannheim Deutsch- land SZAG 69,20 598,7 85,04 Biowanze S.A. Wanze Belgien CEAG 100,00 280,8 49,36 Compagnie Financière de l'Artois SAS CF Loon-Plage Frankreich CEAG 100,00 28,9 11,09 CropEnergies Beteiligungs GmbH CEBet Mannheim Deutsch- land CEAG 100,00 152,1 ** CropEnergies Bioethanol GmbH Zeitz Deutsch- land CEBet 85,00 72,4 ** CEAG 15,00 Ensus UK Limited Wilton Vereinigtes Königreich CEBet 100,00 141,8 -7,94 RYSSEN ALCOOLS SAS Loon-Plage Frankreich CF 100,00 15,5 4,23 Segment Stärke AGRANA Stärke GmbH AS Wien Österreich AB 98,91 354,7 57,32 ASM 1,09 Marroquin Organic International, Inc. Santa Cruz USA AS 100,00 14,4 1,84 S.C. A.G.F.D. Tandarei S.r.l. Tandarei Rumänien AS 100,00 4,9 0,62 Segment Frucht Division Fruchtzubereitungen (AGRANA Fruit) AGRANA Fruit S.A.S. AF Mitry-Mory Frankreich FA 100,00 175,1 30,66 AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited Changzhou China AF 100,00 12,9 0,30 AGRANA Fruit Algeria Holding GmbH AFAH Wien Österreich AIV&A 55,00 11,3 2,23 AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien AF 91,76 30,0 -0,71 AFSS 8,24 AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. AF Aus Sydney Australien AF 100,00 21,9 4,02 AGRANA Fruit Austria GmbH AFA Gleisdorf Österreich AF 99,98 21,4 -0,11 AIV&A 0,02 AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, São Paulo Brasilien AF >99,99 8,0 0,88 Importacao e Exportacao Ltda. - Cabreúva AFA <0,01 AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. Dachang Hui Autonomous County, He- bei China AF 75,00 24,4 -0,47 Province AFK 25,00 AGRANA Fruit France S.A.S. Mitry-Mory Frankreich AF 100,00 20,5 0,50 AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz Deutsch- land AF 100,00 10,6 2,35 AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED Pune Indien AF 99,90 1,3 -0,42 AFSG 0,10 AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S. Istanbul Türkei AF 100,00 3,2 0,47 AGRANA Fruit Japan Co., Ltd. Tokyo Japan AIV&A 100,00 5,5 -0,45 AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. AFK Seoul Südkorea AF 100,00 14,1 1,45 AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. Zamora Mexiko AF 99,99 15,5 1,56 AFSG 0,01 AGRANA Fruit Luka TOV Winnyzja Ukraine AF 99,97 -1,4 -2,78 AGRANA Fruit Management Australia Pty Limited Sydney Australien AF Aus >99,99 0,5 0,01 AF <0,01 AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Zamora Mexiko AFUS 100,00 24,6 6,02 AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. Ostroleka Polen AF 100,00 14,3 1,11 AGRANA Fruit Services GmbH AFSG Wien Österreich AF 100,00 16,8 2,54 AGRANA Fruit Services S.A.S. AFSS Mitry-Mory Frankreich AF 100,00 -1,6 -0,13 Jahresabschluss Kurz- name Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio.  Ergebnis nach Steu- ern in Mio.  * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 7 AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Johannes- burg Südafrika AF 100,00 0,5 -0,27 AGRANA Fruit Ukraine TOV Winnyzja Ukraine AF 99,80 18,1 -2,20 AGRANA Fruit US, Inc. AFUS Brecksville USA AF 100,00 71,5 0,55 AGRANA Nile Fruits Processing SAE Qalyoubia Ägypten AF 51,00 2,2 0,04 Dirafrost FFI N. V. DFFI Lummen Belgien AF 100,00 4,4 -0,27 Dirafrost Maroc SARL Larache Marokko DFFI 100,00 1,4 0,09 Financière Atys S.A.S. FA Mitry-Mory Frankreich AIV&A 100,00 118,6 11,37 o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov Russland AF 100,00 21,0 7,11 SPA AGRANA Fruit Algeria Akbou Algerien AFAH 99,93 4,7 1,16 AF 0,05 AFSS 0,01 Division Fruchtsaftkonzentrate (AUSTRIA JUICE) AUSTRIA JUICE GmbH AJU Allhartsberg Österreich AIV&A 50,01 48,6 -3,84 AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD Xianyang City China AJU 100,00 11,6 -0,92 AUSTRIA JUICE Germany GmbH Bingen Deutsch- land AJU 100,00 -7,8 0,24 AUSTRIA JUICE Hungary Kft. Vásárosna- mény Ungarn AJU 100,00 18,1 1,46 AUSTRIA JUICE Poland Sp. z.o.o Chelm Polen AJU 100,00 41,9 3,44 AUSTRIA JUICE Romania S.r.l. Vaslui Rumänien AJU 100,00 2,6 0,15 AUSTRIA JUICE Ukraine TOV Winnyzja Ukraine AJU 100,00 2,4 -2,48 Frucht Übrige AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset- AIV&A Wien Österreich AB 98,91 302,1 11,16 Management GmbH ASM 1,09 II. Gemeinschaftsunternehmen / assoziierte Unternehmen Segment Zucker Division Zucker (Südzucker) Südzucker und Vertriebsgesellschaften Maxi S.r.l. Bolzano Italien SZH 50,00 4,0 2,79 Division Zucker (AGRANA) Agrana Betain Beta Pura GmbH Wien Österreich ASM 50,00 6,4 -8,92 Zucker Bosnien "AGRAGOLD" d.o.o.  Bosnien- Herzego- wina ASB 100,00 3,3 0,37 AGRAGOLD d.o.o. Zagreb Kroatien ASB 100,00 1,5 0,11 AGRAGOLD dooel Skopje Skopje Nordmaze- donien ASB 100,00 0,5 0,07 AGRAGOLD trgovina d.o.o. Ljubljana Slowenien ASB 100,00 5,6 0,15 AGRANA Studen Sugar Trading GmbH Wien Österreich ABIH 50,00 4,8 1,23 AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k. Tirane Albanien ASB 100,00 0,3 0,01 AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH ASB Wien Österreich ABIH 50,00 21,4 0,05 AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C. Prishtina Kosovo ASB 100,00 0,4 0,09 Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd Beograd Serbien ASB 100,00 0,0 0,14 STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o.  Bosnien- Herzego- wina ASB 100,00 2,0 1,40 Zucker Übrige ED&F Man Holdings Limited London Vereinigtes Königreich SZH 34,37 10,5 -197,08 Segment CropEnergies CT Biocarbonic GmbH Zeitz Deutsch- land CEBet 50,00 3,9 0,21 Jahresabschluss Kurz- name Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio.  Ergebnis nach Steu- ern in Mio.  * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 8 Segment Stärke GreenPower Services Kft. Szabade- gyháza Ungarn HK 100,00 0,0 0,01 HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és For- galmazó Kft. HK Szabade- gyháza Ungarn AS 50,00 105,3 27,52 III. Unternehmen von untergeordneter Bedeutung und sonstige Beteiligungen > 20 % Verbundene Unternehmen Segment Zucker Zucker Übrige Açúcar e Álcool do Sul Participações Ltda. São Paulo Brasilien SZH 100,00 0,0 -0,01 4) Arbeitsgemeinschaft für Versuchswesen und Be- ratung im Zuckerrübenanbau Zeitz GmbH Kretzschau Deutsch- land SZAG 80,00 0,1 0,00 Südtrans GmbH Mannheim Deutsch- land SZAG 100,00 0,1 0,00 Südzucker Verkauf GmbH SZV Mannheim Deutsch- land SZH 100,00 0,0 0,00 Segment Stärke AGRANA Amidi srl Sterzing (BZ) Italien AS 100,00 0,1 0,01 Assoziierte Unternehmen Segment Zucker Division Zucker (Südzucker) Zucker Belgien Food Port N.V. Tienen Belgien RT 35,71 1,8 0,00 Division Landwirtschaft Zschortauer-Glesiener Rübenrode GmbH Schkeuditz Deutsch- land LOB 45,83 0,5 0,00 4) Zucker Übrige Felix Koch Offenbach Couleur und Karamel GmbH Offenbach Deutsch- land SZH 25,10 7,8 1,37 4) Liquid Feed Europe Holding B.V. LFEH Oud-Beijer- land Niederlande SZH 50,00 1,3 -0,01 Liquid Feed France S.A.S. Cagny Frankreich LFEH 100,00 1,7 0,23 Segment Spezialitäten Division Beneo INVITA Australia PTE Ltd Balgowlah Australien BP 35,00 6,6 1,27 Division PortionPack Europe Collaborative Blending Solutions Proprietary Limi- ted Johannes- burg Südafrika CoSo 49,00 -0,5 0,17 Jahresabschluss Kurz- name Sitz Land Mutter- gesell- schaft (%) Eigen- kapital in Mio.  Ergebnis nach Steu- ern in Mio.  * Ergebnisübernahme ** Ergebnisübernahme/Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB auf Ebene der CropEnergies AG 1) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB 2) Stimmrechtsmehrheit 3) Angaben für Teilkonzern bzw. Gruppenabschluss 4) Abschlussdaten des letzten verfügbaren Abschlusses 9 Sonstige Beteiligungen > 20 % Segment Zucker Division Zucker (AGRANA) Zucker Ungarn Cukoripari Egyesülés Budapest Ungarn MCeF 44,27 0,1 0,00 Mannheim, den 25. April 2022 D E R V O R S T A N D Dr. Niels Pörksen Ingrid-Helen Arnold (Vorsitzender) Dr. Thomas Kirchberg Thomas Kölbl Markus Mühleisen

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