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STS Group AG — Annual Report 2023
Apr 23, 2024
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Download source fileSTS Group AG STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 1. ZUSAMMENGEFASSTER LAGE- UND KONZERNLAGEBERICHT GRUNDLAGEN DES KONZERNS GESCHÄFTSMODELL STS bietet seinen Kunden eine breite Palette an Systemlösungen und Komponenten für den Innenraum sowie für die Außenverkleidung von Fahrzeugen. Dabei werten STS- Komponenten das Fahrzeugdesign optisch auf, tragen zur Aerodynamik des Fahrzeuges bei und sorgen für eine signifikante Gewichtsreduktion durch ihre Leichtbauweise. Aufgrund ihrer hohen vertikalen Integration ist STS in der Lage, den kompletten Herstellungsprozess jeder Komponente von der Idee bis zum fertigen Produkt abzubilden. Als One-Stop-Shop-Anbieter mit langjähriger Expertise sieht der Vorstand einen klaren Wettbewerbsvorteil. Produktionsanlagen und Logistik sind hauptsächlich für kleine und mittlere Serien ausgelegt, wie sie typisch für leichte bis schwere Nutzfahrzeuge sind, aber auch für Sondermodelle und Elektromobilität oder auch gewichtsoptimierte Kunststofflösungen, wie sie zunehmend im Pkw-Bereich vorkommen. Die STS-Produktionsstätten befinden sich in der Nähe zu den jeweiligen Standorten der Kundenwerke. Das macht alle Aspekte der Zusammenarbeit einfacher, effizienter und nachhaltiger. Mit Hauptsitz in Deutschland betreibt die Gruppe ein globales Netzwerk in allen wichtigen Märkten. STS verfügt zum Ende des Geschäftsjahres über zwölf Werke in fünf Ländern auf drei Kontinenten. STS vereint die Fertigungstechnologien Spritzguss sowie Heiß- und Formpressen von Kompositen (Verbundwerkstoffen). Es stellt das Halbzeug, die Verbundwerkstoffe selbst her und kann somit flexibel auf kundenspezifische Anforderungen reagieren. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Die Gruppe produziert Teile und Systeme für Lkw, Nutzfahrzeuge und Pkw. Zum Kundenstamm gehören insbesondere namhafte Nutzfahrzeug- sowie auch Automobilhersteller, darunter viele Marktführer. Auch im rasch wachsenden Markt der Elektrofahrzeuge vertrauen zahlreiche Hersteller der Kompetenz der STS Group. Für eine schnelle Produktentwicklung und Innovation hat die Gruppe drei Forschungs- und Entwicklungszentren, zwei in Frankreich und eines in China. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 GESCHÄFTSTÄTIGKEIT Die Geschäftstätigkeit der STS Group wird teils nach Produktarten und teils nach geographischen Aspekten gesteuert. Dieses Prinzip findet sich in der nachfolgenden Segmentierung der Geschäftstätigkeiten wieder: Plastics: Das Segment fertigt eine Vielzahl von Karosserieaußenteilen und Innenmodulen für Lkw, andere Nutzfahrzeuge und Pkw. Es beinhaltet die Hard-Trim- Produkte aus Spritzguss und Verbundwerkstoffen, wie SMC (Sheet Moulding Compound), glasfaserverstärkte duroplastische Halbzeuge. Das Halbzeug spielt durch seine zahlreichen positiven Eigenschaften, wie beispielsweise hohe Steifig- und Hitzebeständigkeit, eine wichtige Rolle in der Automobilproduktion. So ersetzt es häufig Strukturteile aus Metall und leistet einen wichtigen Beitrag bei der Abdeckung von Batteriesystemen in Elektrofahrzeugen. Das Segment Plastics verfügt über Produktionsstätten in Europa und Mexiko, sowie das neue Werk in den USA. Aus Mexiko und den USA heraus werden Kunden in Nordamerika beliefert. Hard-Trim- Systeme kommen bei Nutzfahrzeugen z.B. für Außenteile (Frontmodule, Dachmodule und weitere aerodynamische Verkleidungen) oder Innenmodule („Bunkbox“ unter dem Fahrerbett und Regalelemente) und bei Pkw z. B. für Strukturteile (Heckklappe) zum Einsatz. Darüber hinaus verfügt das Segment über eigene Kapazitäten für die Lackierung von Kunststoffen. China: In diesem Segment sind die Aktivitäten im chinesischen Markt gebündelt. Diese umfassen die Belieferung der Kunden mit Kunststoffteilen für die Außenverkleidung von Fahrzeugen, überwiegend für die Kabine von Nutzfahrzeugen, zunehmend aber auch für die von Pkws. Die Produktpalette bietet Lösungen und Komponenten für Nutzfahrzeuge wie Stoßfänger, Frontverkleidungen, Deflektoren, Dächer, Kotflügel und Einstiege sowie Teile für Pkw, wie die Batterieabdeckung für Elektrofahrzeuge bis hin zu komplexen Strukturteilen, beispielsweise die Heckklappe für SUVs. Dabei kommen Verbundwerkstoff-Pressverfahren sowie Spritzgusstechnik zur Anwendung. Zudem verfügt das Segment über eigene Kapazitäten für die Lackierung von Kunststoffen. Materials: Dieses Segment umfasst die Entwicklung und Produktion von Halbfabrikaten (Sheet Molding Compound – SMC), Faserformmassen (Bulk Molding Compound – BMC) und hoch entwickelten Faserformmassen (Advanced Molding Compound – AMC). Die Halbzeuge werden sowohl gruppenintern für Hard-Trim- Applikationen genutzt als auch an externe Dritte geliefert. Im Rahmen der Entwicklung dieser Basis-Materialien besteht bereits die Möglichkeit, wesentliche Parameter des Endprodukts zu beeinflussen. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Im Dezember 2016 erwarb die Gruppe das Lkw-Geschäft des französischen Automobilzulieferers Mecaplast France SAS (heutige Novares France) und stieg damit in das Hard-Trim-Geschäft ein. Mit der Akquisition des Nutzfahrzeug-Zuliefer- Geschäfts der Plastic Omnium Gruppe im Juni 2017 erweiterte STS ihr Produktportfolio durch Verbundwerkstoff-Halbzeug und Komponenten aus Verbundwerkstoffen für Außenteile für Lkw-Kabinen und leichte Nutzfahrzeuge sowie Strukturteile für Pkw (Heckklappe) erheblich. Im vierten Quartal 2018 errichtete die Gruppe ein neues Headquarter in Wuxi für den chinesischen Markt, welches zugleich die Entwicklungstätigkeiten vor Ort bündelt. Im April 2019 eröffnete STS in Shiyan seine insgesamt dritte Produktionsstätte in China. Zusätzlich ist die Gruppe in Qingdao und Jiangyin vertreten. Im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie für Nordamerika hat STS im März 2023 ihren ersten Produktionsstandort in den USA in der Stadt Salem im US- Bundesstaat Virginia eröffnet. Erste Prototypen liefen noch im Jahr 2023 vom Band, die Serienproduktion soll im ersten Halbjahr 2024 hochgefahren werden. Das Werk wird als eigene Gesellschaft STS Group North America Inc. als Tochtergesellschaft der STS Group AG und innerhalb BU Plastic betrieben und wird die Lkw-Montage von einem der größeren Nutzfahrzeughersteller sowie andere Lkw- und Automobilwerke im gesamten Mittleren Westen und Südosten der USA beliefern. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Die STS Group verfolgt das strategische Ziel, die zukunftsträchtigen Leichtgewichtlösungen für Nutz- und Elektrofahrzeuge weiter auszubauen. Als neuer Mehrheitsgesellschafter konnte die Adler Pelzer Gruppe1 wesentliche Grundlagen schaffen, um die Positionierung der STS Group als einen der führenden Systemlieferanten in der Automobilindustrie auch in den weiterhin herausfordernden Zeiten auszubauen. Durch die bestehende Präsenz der Adler Pelzer Group in Nordamerika, konnte zum einen die Profitabilität in Mexiko deutlich gestärkt werden, zum anderen konnte auch die Expansion im US-Markt vorangetrieben werden. Zum 31. Dezember 2023 hält die Adler Pelzer Group 74,42 % der Anteile an der STS Group AG. 1 Als Adler Pelzer Gruppe, wird die Adler Pelzer Holding GmbH mit deren sämtlichen Töchtergesellschaften bezeichnet. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 KONZERNSTRATEGIE UND STEUERUNG ZIELE UND STRATEGIE Die STS Group AG ist einer der führenden Zulieferer von Komponenten und Systemen für die Nutzfahrzeug- und Automobilindustrie. Ziel ist es, diese Positionierung auszubauen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Komponenten aus Verbundwerkstoffen und Spritzguss von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt. Der Fokus der Unternehmensstrategie liegt weiterhin auf den Zukunftsmärkten Leichtbauteile und E- Mobility. STS-Produkte sollen Fahrzeuge zukunftsfähig machen, indem sie signifikante Beiträge zur Gewichtsreduzierung und damit zur Verringerung von CO2-Emissionen leisten. Darüber hinaus verbessern die Produkte der STS die Optik, Haptik sowie die Funktionalität von Fahrzeugen. Die Wachstumsstrategie der STS Group basiert zum einen auf Prozessoptimierungen durch eine erhöhte Automatisierung von Herstellungsprozessen, aber auch zum anderen auf der Adressierung von technologischen Trends wie beispielweise autonomes Fahren oder E-Mobilität. Zudem begleitet STS die Kunden im Nutzfahrzeugbereich bei der Entwicklung von CO2-effizienteren und -innovativen Trucks. Um die Wettbewerbsposition auszubauen und nachhaltig profitabel zu gestalten, konzentriert sich die Gruppe auf vier strategische Säulen: „Marktführerschaft“, „Technologieführerschaft“, „Kundennähe“ und „Operational Excellence“. STEUERUNGSSYSTEM Alle Geschäftseinheiten und Tochterunternehmen berichten monatlich über ihre Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage, die in die Halbjahres- und Geschäftsberichte der Gesellschaft eingehen. Zudem geben die Geschäftsbereiche monatlich eine Einschätzung der aktuellen und voraussichtlichen Geschäftsentwicklung ab und die Geschäftsbereichsleiter präsentieren monatlich Abweichungsanalysen zu bestimmten operativen Kennzahlen (u. a. Produktivität, Abwesenheitsraten, Ausschuss) an den Vorstand. Darüber hinaus gewährleisten die folgenden Komponenten im Wesentlichen die Einhaltung des internen Steuerungssystems: ▪ Regelmäßige Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 ▪ Regelmäßige Gesellschafterversammlungen bei den Tochtergesellschaften ▪ Risiko- und Chancenmanagement ▪ Liquiditätsplanung ▪ Management Reporting FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN Zu den bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren der Gruppe zählen insbesondere die Umsatzerlöse, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie das adjusted EBITDA (bereinigt um Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungskosten und nicht operativen Einmalaufwendungen). Hierbei fielen im Geschäftsjahr 2023 keine Sonderaufwendungen an, daher entsprach das EBITDA dem adjusted EBITDA. Im Vorjahr vielen ebenfalls keine Sonderaufwendungen an und somit entsprach bereits in 2022 das EBITDA dem adjusted EBITDA. Mit dem adjusted EBITDA wird die operative Leistungsfähigkeit – ohne Sondereffekte – gemessen und beurteilt. Die Überleitung des adjusted EBITDA auf das EBITDA und das Ergebnis vor Steuern (vor Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich) zeigt sich wie folgt: in Mio. EUR 2023 2022 Adjusted EBITDA 20,5 9,6 Sondereffekte (saldiert) 0,0 0,0 EBITDA Gruppe 20,5 9,6 Abschreibungen -13,8 -16,2 Betriebsergebnis (EBIT) 6,8 -6,6 Finanzerträge 0,2 0,3 Finanzaufwendungen -6,5 -2,8 Finanzergebnis -6,3 -2,5 Ergebnis vor Steuern 0,5 -9,1 Bedeutsame nicht-finanzielle Leistungsindikatoren, die zur internen Steuerung verwendet werden oder Vergütungsrelevanz haben, bestehen für die STS Gruppe nicht. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 MITARBEITER Motivierte Mitarbeiter erwarten ein attraktives und faires Arbeitsumfeld, in dem sie selbstständig agieren, ihre Ideen einbringen und sich weiterentwickeln können. Maßgeblich für eine erfolgreiche und wertschätzende Zusammenarbeit ist das gemeinsame Ausprägen einer STS Kultur und ihre Verankerung im alltäglichen Miteinander. Nach wie vor legt die STS großen Wert auf die Unfallverhütung und Gesundheitsförderung. Dies zeigt sich unter anderem in den Maßnahmen zur Unfallvermeidung wie Schulung der Mitarbeiter, Durchführung von Sicherheitsaudits, standortübergreifender Austausch über „best practices“, verbesserte Prozessüberwachung und technische Maßnahmen zur Maschinensicherheit. Die Gesundheit fördert die STS durch eine Vielzahl lokaler Initiativen: Es gibt kostenfreie Impfungen für Mitarbeiter, Krebsvorsorgeuntersuchungen und Schulungen zum Thema Achtsamkeit. Darüber hinaus werden die im Vorjahr adressierten externen Überprüfungen der betrieblichen Maßnahmen fortgesetzt. Die wesentlichen Einzelgesellschaften verfügen über Zertifizierungen nach ISO 45001 (Arbeits- und Gesundheitsschutz). Im vergangenen Geschäftsjahr blieb der Schutz der Mitarbeiter vor Ansteckungen • weiterhin von zentraler Bedeutung, und die eingeführten Hygiene-, Abstands- und Schutzmaßnahmen wurden an sämtlichen Standorten fortgeführt. In den indirekten Funktionen ist das Homeoffice zu einem Bestandteil des Arbeitsmodells geworden. Aufgrund der vielfältigen personalwirtschaftlichen Anforderungen und Gesetze wird die Personalarbeit auf Länderebene verantwortet und nach Maßgabe vor Ort umgesetzt. Zur Verstärkung der Entwicklungs- und Karriereperspektiven führen die Führungskräfte regelmäßig Mitarbeitergespräche, um die Frage zukünftiger Einwirkungsmöglichkeiten innerhalb und außerhalb des Betriebs mit den Mitarbeitern zu erörtern. Die Ergebnisse dieser Gespräche bilden die Grundlage für individuelle Entwicklungspläne und daraus abgeleitete Weiterbildungsmaßnahmen. Unterstützt werden die Ergebnisse der Mitarbeitergespräche durch regelmäßige Performance Reviews, die helfen sollen, die Selbst- und Fremdeinschätzung der Mitarbeiter in Einklang zu bringen und entsprechende Maßnahmen zur Kompetenzausprägung zu definieren. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 waren konzernweit insgesamt 1.392 Personen (2022: 1.422) beschäftigt. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Innovative Produkte sind ein Eckpfeiler der Strategie der Gruppe und sollen zur Erreichung der mittelfristigen Ziele eines rentablen und nachhaltigen Wachstums beitragen. Trotz geringerem F&E-Budget im Jahr 2022 und 2023 und einer weiterhin unsicheren Lage durch den Ukraine / Russland-Konflikt, konnten zum Jahreswechsel 2022 / 2023 wichtige neue Projekte gewonnen werden. Dies betrifft hauptsächlich die STS Werke in Frankreich. Die Strategie der STS Group bestand darin, die verfügbaren Ressourcen der Entwicklungszentren zu nutzen, um erfolgreich Innovationsprogramme umzusetzen. Unsere drei Forschungs- und Entwicklungszentren in Frankreich und China bündeln auch weiterhin ihre Kompetenzen und nutzen Synergieeffekte. Finite-Elemente- Analysen und Thermoplast-Rheologie werden intern vom chinesischen Entwicklungszentrum in Wuxi durchgeführt, und die Rheologie für SMC- Verbundwerkstoffe wird vom französischen Team entwickelt. Dies stärkt unsere Simulationskapazitäten. Darüber hinaus könnten in Zukunft weitere Synergien aus der Zusammenarbeit mit den Entwicklungszentren der Adler Pelzer Gruppe entstehen. Durch die F&E-Aktivitäten konnten weitere erfolgreiche Projekte für neue Produktlinien realisiert werden: ▪ Die Marktreife eines nachhaltigen Kunststoffs ist erreicht worden, was die Möglichkeit eröffnet, weitere nachhaltige Kunststoffe einzuführen. Diese Entwicklung ist derzeit in Bearbeitung. ▪ Die Integration von Ökobilanz-Prinzipien in die RFI/RFQ-Phase erfolgt nun gemäß den Ökodesign-Leitlinien (noch nicht vollständig abgeschlossen). Als wichtiger Schlüsselpartner eines großen OEM ist der Ansatz, nachhaltige Kunststoffe in die Produktion einzubinden, Gegenstand eines gemeinsamen Entwicklungsprojekts und wurde von CARA, dem europäischen Cluster für Mobilitätslösungen, zertifiziert/ gekennzeichnet. Weiterhin werden die innovativen Projekte zu den Themen E-Lkw, Sicherheit, Attraktivität des Verkehrs und Differenzierung fortgeführt: ▪ Hintergrundbeleuchtete Prototypen für die Innenverkleidung und die Karosserie ▪ Verbundmodul für wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 ▪ Gemeinsame Entwicklung eines Hitzeschildes zum Schutz der Insassen im Brandfall ▪ Entwicklung eines Innenraummoduls um den Fahrerkomfort an Bord von Langstrecken-Lkws zu erhöhen Unsere vertikale Integration - die Materialentwicklung erfolgt in-house - ermöglicht es uns, Ideen schnell in Möglichkeiten umzusetzen. Das Know-how des Forschungs- und Entwicklungsteams und unsere gut ausgestatteten Entwicklungszentren und Prototyping-Einrichtungen ermöglichen es uns, innovative und zuverlässige Lösungen für diese neuen Möglichkeiten anzubieten. Zum Jahresende waren in den Forschungs- und Entwicklungszentren der STS Gruppe weltweit 40 Mitarbeiter (gegenüber 49 im Jahr 2022) beschäftigt. Im Berichtszeitraum lagen die Entwicklungskosten bei 2,9 Mio. EUR (2022: 2,5 Mio. EUR). Die nicht aktivierten Entwicklungskosten lagen mit 0,9 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahresniveau (2022: 1,4 Mio. EUR). Im Berichtszeitraum wurden 2,0 Mio EUR (31. Dezember 2022: 1,1 Mio. EUR) Entwicklungskosten aktiviert und keine Abschreibungen vorgenommen. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 WIRTSCHAFTSBERICHT GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG WELTWIRTSCHAFT OHNE SCHWUNG Nach einem guten Start in das Jahr 2023 ist die Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte erneut ins Stocken geraten. Die durch den Krieg in der Ukraine im Jahr 2022 ausgelösten Preis- und Zinsschocks haben ihre Spuren vor allem in der Industrieproduktion und im Welthandel hinterlassen. Insbesondere in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften schwächte sich die wirtschaftliche Dynamik im Jahr 2023 deutlich ab. Nur wenige Länder, wie z. B. die USA und Japan, konnten sich diesem Trend widersetzen. Auch China und Indien haben sich erneut als Stütze der Weltwirtschaft gezeigt. Zwar haben sich laut Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel viele der Belastungen im Laufe des Jahres 2023 verringert – z. B. durch eine Normalisierung bei Energie- und Rohstoffpreisen, rückläufige Inflation, steigende Löhne – gleichzeitig bleibe aber die Unsicherheit für Unternehmen und Verbraucher aufgrund zunehmender geopolitischer und wirtschaftlicher Konflikte sowie politischen Ereignissen, etwa der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahl, weiterhin hoch. Insgesamt hat sich die Weltkonjunktur vor diesem Hintergrund im Verlauf des Jahres 2023 weiter abgeschwächt. So nahm die Weltproduktion laut IfW nur noch um 3,1 % zu, nachdem im Jahr 2022 noch ein Wachstum von 3,3 % erreicht wurde. Für 2024 rechnet das IfW mit einem weiteren Rückgang auf 2,9 %.2 WACHSTUM IN CHINA OFFENBART SCHWÄCHEN In der Volksrepublik China stieg das Bruttoinlandsprodukt 2023 laut der Winterprognose 2023 des IfW um 5,4 % an3 und hat damit das Wachstumsziel der Regierung von 5,0 % wieder übertroffen. In 2022 lag das chinesische Wachstum demnach nur bei 3,0 %. Hauptgrund für diese Beschleunigung dürfte das zu Jahresbeginn vollzogene Ende der restriktiven Covid-Politik sein, wodurch viele Einschränkungen wegfielen und sich die Wirtschaft wieder freier entwickeln konnte. Gleichwohl fiel das Wachstum angesichts 2 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2023-konjunkturelle-dynamik-bleibt-vorerst-gering-32318/ 3 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2023-konjunkturelle-dynamik-bleibt-vorerst-gering-32318/ STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 der Ausgangslage vergleichsweise enttäuschend aus und weist auf zahlreiche Probleme der chinesischen Wirtschaft hin. Konsumzurückhaltung4, die anhaltende Krise im Immobiliensektor und angespannte öffentliche Kassen, denen nach den Pandemie- Jahren das Geld für Konjunkturimpulse fehlt, sind nur einige der Belastungsfaktoren.5 Sehr positiv entwickelt hat sich in diesem Umfeld jedoch die Automobilindustrie, die sich in einer zweifachen Transformation hin zur E-Mobilität und zum autonomen Fahren befindet.6 WIRTSCHAFTSFLAUTE IM EURORAUM Die schon im zweiten Halbjahr 2022 zu beobachtende Konjunkturschwäche im Euroraum hat sich im Jahr 2023 weiter fortgesetzt. Hohe Inflation, ungünstigere Finanzierungsbedingungen infolge restriktiver Geldpolitik und fehlende außenwirtschaftliche Impulse resultierten in gedämpfter Konsum- und Investitionsbereitschaft und letztlich auch zu einer schwachen Industrieproduktion.7 Insgesamt geht das IfW von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts innerhalb des Währungsverbunds von 0,5 % im Jahr 2023 aus, nachdem es in 2022 einen Anstieg von 3,4 % gab.8 Im Jahr 2024 wird mit einer leichten Wachstumsbeschleunigung im Euroraum auf 0,8 % gerechnet, in 2025 soll das Wachstum dann auf 1,5 % ansteigen.9 Die Verbraucherpreise stiegen im Jahr 2023 im Durchschnitt um 5,4 % und damit bereits wieder deutlich langsamer als die 8,4 % des Vorjahres.10 Die Arbeitslosenquote lag 2023 im Schnitt bei 6,5 %.11 MEXIKOS FAHRZEUGPRODUKTION ERNEUT DEUTLICH GEWACHSEN Mexikos Wirtschaft legte laut GTAI (Germany Trade & Invest) in 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um real 3,2 % zu. Das Land profitiert dabei wesentlich von seiner geographischen Nähe zu den USA, dem Freihandelsabkommen USMCA mit den USA und Kanada sowie niedrigen Lohnkosten. Auch konnte die mexikanische Zentralbank durch eine strenge Geldpolitik die Inflation von über 8 % im Sommer 2022 auf nun wieder unter 5 % senken – das Erreichen der Zielmarke von 3 % wird im Jahr 2025 erwartet – und trägt damit zur wirtschaftlichen Stabilität des Landes bei. Dies lockt Investitionen an, die allein im 1. Halbjahr 2023 um 41 % auf ein Rekordhoch von 29 Mrd. EUR zulegten. Vor diesem Hintergrund ist Mexiko mittlerweile zum wichtigsten 4 https://www.gtai.de/de/trade/china/wirtschaftsumfeld/unsicherheit-statt-planbarkeit-251412 5 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2023-konjunkturelle-dynamik-bleibt-vorerst-gering-32318/ 6 https://www.china-briefing.com/news/chinas-wirtschaft-im-jahr-2023-wachstums-und-erholung/ 7 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2023-konjunkturelle-dynamik-bleibt-vorerst-gering-32318/ 8 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2023-konjunkturelle-dynamik-bleibt-vorerst-gering-32318/ 9 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2023-konjunkturelle-dynamik-bleibt-vorerst-gering-32318/ 10 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2023-konjunkturelle-dynamik-bleibt-vorerst-gering-32318/ 11 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2023-konjunkturelle-dynamik-bleibt-vorerst-gering-32318/ STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Handelspartner der USA vor Kanada und China aufgestiegen. Sehr dynamisch entwickelt sich insbesondere die Automobilindustrie, die etwa ein Viertel der Industrieproduktion des Landes ausmacht und inzwischen auch wieder das Vor- Pandemie-Niveau erreicht hat. Auch wenn die Fahrzeugproduktion im Dezember nach einer Serie von 19 Monaten ununterbrochenen Wachstums um 9,9 % rückläufig war, wurden im Jahr 2023 in Mexiko rund 3,8 Millionen Fahrzeuge produziert, was einem Plus von 14,2 % zu 2022 entspricht.12 Im Bereich der Nutzfahrzeuge war Mexiko Im Jahr 2022 der fünftgrößte Produzent13 schwerer Lkw und der größte Exporteur14 von Lkw weltweit, was die Bedeutung des Landes für die Branche und die STS Group unterstreicht. ROBUSTE US-WIRTSCHAFT STÜTZT WELTKONJUNKTUR Deutlich stärker als ursprünglich erwartet entwickelte sich die US-Wirtschaft im Jahr 2023. Trotz einer anhaltend restriktiven Geldpolitik mit vier weiteren Zinserhöhungen im Jahresverlauf wuchs das Bruttoinlandsprodukt in den USA um deutliche 2,4 %15. Ursprünglich hatte das IfW nur ein Wachstum von 0,8 % prognostiziert16. Gestützt wurde die Entwicklung insbesondere durch eine expansive Fiskalpolitik sowie einen robusten Arbeitsmarkt, der sich positiv auf den privaten Konsum auswirkte. So blieb die Arbeitslosenquote mit 3,7 % weiterhin auf niedrigem Niveau und die privaten Konsumausgaben verzeichneten mit plus 2,2 % erneut ein stabiles Wachstum17. Die expansive Fiskalpolitik zeigt sich u.a. an drei Gesetzen, die maßgeblich zu einer Steigerung der Unternehmensinvestitionen beigetragen haben: Der Infrastructure Investment and Jobs Act (IIJA) vom November 2021 ermöglichte rund 550 Mrd. US- Dollar zusätzliche Ausgaben über die Jahre 2022 bis 2026 vor allem zur Stärkung der öffentlichen Infrastruktur, einschließlich Netzen zur Versorgung mit Strom, Breitband- Internet und Ladestationen für Elektromobile. Mit einem Gesamtvolumen von ca. 450 Mrd. USD sehen auch der CHIPS Act (Creating Helpful Incentives to Produce Semiconductors) und der Inflation Reduction Act (IRA), die im August 2022 in Kraft traten, umfangreiche Subventionen zur Förderung von Investitionen vor.18 Entsprechend nahmen die Staatsausgaben um 3,7 % zu.19 Die umfangreichen Förderungen lösten u.a. einen Bauboom im verarbeitenden Gewerbe aus.20 Die US- 12 https://www.marklines.com/en/statistics/flash_prod/automotive-production-in-mexico-by-month 13 https://www.oica.net/wp-content/uploads/Heavy-Trucks-2022.xlsx 14 https://www.worldstopexports.com/exported-trucks-country/ 15 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2023-konjunkturelle-dynamik-bleibt-vorerst-gering-32318/ 16 https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/f2e72647-7f30-4e39-b08d-0ce5f536503e-KKB_99_2023- Q1_Welt.pdf 17 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2023-konjunkturelle-dynamik-bleibt-vorerst-gering-32318/ 18 https://gemeinschaftsdiagnose.de/wp-content/uploads/2023/10/IfW_Kiel_GD_2_2023_RZ_3_web.pdf 19 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2023-konjunkturelle-dynamik-bleibt-vorerst-gering-32318/ 20 https://gemeinschaftsdiagnose.de/wp-content/uploads/2023/10/IfW_Kiel_GD_2_2023_RZ_3_web.pdf STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Automobilwirtschaft profitierte wie im Rest der Welt von der Normalisierung der Lieferketten und der aufgestauten Nachfrage aus der Pandemiezeit. Gegenüber dem schwachen Vorjahr stiegen die Autoverkäufe um 12,4 % auf 15,5 Millionen Einheiten in die Höhe.21 Der Absatz von Nutzfahrzeugen verbesserte sich um 6,6 %.22 21 https://www.visualcapitalist.com/best-selling-vehicles-in-america-in-2023/ 22 https://wardsintelligence.informa.com/wi967612/december-us-bigtruck-sales-end-2023-with-41-decrease-calendar-2023-up-66 STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG Auch vor dem Hintergrund des Endes der Null-Covid-Politik in China haben sich die Lieferkettenprobleme des Vorjahres in der ersten Hälfte des Jahres 2023 zunehmend entspannt, was für deutlichen Auftrieb an den globalen Nutzfahrzeugmärkten gesorgt hat. Gleichzeitig treten hier nun strengere Emissionsregulierungen und damit die Transformation von herkömmlichen Verbrennungsmotoren hin zu emissionsfreien Antriebsarten wie Elektromobilität oder Wasserstoff in den Fokus. Laut der Herstellervereinigung ACEA stiegen die Neuzulassungen mittlerer und schwerer Lkw in der EU um 16,3 %.23 In Deutschland betrug der Zuwachs laut ACEA 24,4 % und in Frankreich 11,3 %. In den USA stieg der Absatz entsprechender Fahrzeuge um 6,6 %.24 In China nahm der Absatz von Nutzfahrzeugen um 22,4 %25 zu, wobei der Absatz schwerer Lkw sogar um 35 % anwuchs.26 In Mexico erreichte die Nutzfahrzeugindustrie im Jahr 2023 neue Rekorde – etwa 222.800 Fahrzeuge (+11 %) wurden produziert, wovon ca. 177.500 Fahrzeuge (+6 %) exportiert wurden.27 Der größte Exportmarkt, mit einem Anteil von 96 %, waren die USA. Der Inlandsabsatz stieg um 33 % und markierte mit gut 55.100 Einheiten ebenfalls ein neues Rekordhoch.28 GESCHÄFTSVERLAUF Die Segmente der STS Group verzeichneten trotz anhaltender Unwägbarkeiten aufgrund des Krieges in der Ukraine eine positive Geschäftsentwicklung. Sehr stark zeigte sich das Segment China, während die Segmente Plastics und Materials an die gute Leistung des Vorjahres anknüpfen und erneut solide Zuwächse nach der Covid- 19-Pandemie erzielen konnten. Alle drei Segmente profitierten von einer deutlichen Erholung des europäischen, mexikanischen und insbesondere des chinesischen Lkw- Marktes. Dies wirkte sich in allen Segmenten in steigenden Kundenabrufen aus. Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite, insbesondere bei Rohstoffen, die zu einer deutlich erhöhten Materialaufwandsquote führten, konnten dabei nur zum Teil an die Kunden weitergegeben werden. Jedoch führten die im vergangenen Jahr in allen Regionen eingeleiteten Effizienzmaßnahmen insgesamt zu einer gestiegenen Profitabilität und trugen damit zur Ergebnisverbesserung im Geschäftsjahr bei. 23 https://www.acea.auto/files/Press_release-commercial_vehicle_registrations_2023.pdf 24 https://wardsintelligence.informa.com/wi967612/december-us-bigtruck-sales-end-2023-with-41-decrease-calendar-2023-up-66 25 https://english.www.gov.cn/archive/statistics/202401/20/content_WS65ab0813c6d0868f4e8e34ff.html 26 https://www.steelorbis.com/steel-news/latest-news/heavy-truck-sales-in-china-up-35-percent-in-2023-1321498.htm 27 https://mexicoindustry.com/noticia/celebra-anpact-crecimiento-historico-en-el-transporte-pesado 28 https://mexicobusiness.news/automotive/news/anpact-reports-33-sales-jump-2023 STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Entsprechend konnte die STS Group ihre Profitabilität in Mexiko weiter steigern, was sich in der Gesamtbetrachtung ebenfalls positiv auf das Segment Plastics niederschlug. Der Standort profitierte dabei auch von der starken Nachfrage aus den USA. Insgesamt ist und bleibt der Ausbau des Nordamerika-Geschäfts für die STS Group von großer Relevanz. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Eröffnung des Produktionsstandortes in Salem im nordöstlichen US-Bundesstaat Virginia im Frühjahr 2023. Die Prototypenfertigung hat dort bereits begonnen und im Laufe des ersten Halbjahres 2024 wird auch die Serienfertigung anlaufen und damit die angestrebte Expansion des Nordamerika-Geschäfts vorantreiben. Innerhalb der europäischen Standorte konnten insbesondere durch die Zusammenführung von zwei Werken in Frankreich, Effizienzen gehoben werden. Wesentlicher Wachstumstreiber des Geschäftsjahres 2023 war das Segment China, das vom Ende der restriktiven Null-Covid-Politik und einer deutlichen Erholung des chinesischen Nutzfahrzeugmarktes profitierte. Dabei entfalteten auch die im Vorjahr durchgeführten Kostenreduzierungsmaßnahmen maßgeblich ihre Wirkung. China ist ein klarer Wachstumsmotor für die Automobilindustrie und ein wichtiger Kernmarkt für die STS Group. Die im Jahr 2022 getroffene Entscheidung, die Kostenstrukturen in China nicht vollumfänglich an die politischen Covid-Maßnahmen anzupassen, um von einer Erholung des Marktumfeldes schnell profitieren zu können, erwies sich im Lichte der erfolgreichen Entwicklung des Geschäftsjahres 2023 als richtig. Wie erwartet wurde im Geschäftsjahr 2023 ein Umsatzanstieg von 18,2 % verzeichnet. Die Umsatzerlöse lagen damit bei 277,9 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahr (2022: 235,1 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge, die zugleich auch der adjusted EBITDA-Marge entspricht, da im abgelaufenen Geschäftsjahr wie im Vorjahr keine Sondereffekte zu verzeichnen waren, verbesserte sich aufgrund der positiven Entwicklung in allen Segmenten und Regionen, trotz erheblich gestiegener Materialkosten, von 4,1 % auf 7,4 % . Das entspricht einem Anstieg des EBITDA von 9,6 Mio. EUR auf 20,5 Mio. EUR. Umsatz und EBITDA-Marge liegen damit beide im Rahmen der am 13. November 2023 konkretisierten Prognose eines Umsatzwachstums im niedrigen zweistelligen Prozentbereich sowie einer EBITDA-Marge zwischen 6,5 % und 7,5 %. In einem weiterhin anspruchsvollen globalen Wirtschaftsumfeld des Jahres 2023 hat sich die STS Group somit insgesamt erfolgreich entwickelt. Dies spiegelt sich auch im Konzernergebnis wider, dass sich im Berichtsjahr trotz erheblich höherer Finanzaufwendungen auf -1,3 Mio. EUR (2022: -9,9 Mio. EUR) verbessert hat. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DES KONZERNS ERTRAGSLAGE Der Konzernabschluss wird in Euro (EUR) aufgestellt. Alle Beträge sind entsprechend kaufmännischer Rundung, sofern nicht abweichend angegeben, auf Millionen Euro (Mio. EUR) auf- bzw. abgerundet. Summen in Tabellen wurden auf Basis von genauen Zahlen berechnet und auf Mio. EUR gerundet. Bei Abweichungen von bis zu einer Einheit (Mio., %) handelt es sich um rechentechnisch begründete Rundungsdifferenzen. Die Ertragslage des Konzerns war im Geschäftsjahr 2023 – unter weiterhin anhaltend anspruchsvollen Rahmenbedingungen wie erhöhten Rohstoff- und Energiepreisen sowie zunehmenden geo- und wirtschaftspolitischen Konflikten – von der weltweiten Erholung der Nutzfahrzeugmärkte geprägt. Umsatz und Ergebnis der Segmente der STS Group stellen sich für das Berichtsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar: in Mio. EUR 2023 2022 Delta Delta % Umsatzerlöse 277,9 235,1 42,8 18,2% Segment Plastics 203,1 179,8 23,2 12,9% Segment China 51,0 30,4 20,5 67,5% Segment Materials 38,5 36,3 2,3 6,2% Unternehmen/Konsolidierung -14,7 -11,5 -3,2 -28,0% EBITDA 20,5 9,6 10,9 über 100% Segment Plastics 14,9 12,8 2,1 16,0% Segment China 7,0 -0,9 7,9 über 100% Segment Materials 2,1 1,2 0,9 77,9% Unternehmen/Konsolidierung -3,4 -3,5 0,1 -2,2% EBITDA (in % der Umsatzerlöse) 7,4% 4,1% Adjusted EBITDA 20,5 9,6 10,9 113,0% Segment Plastics 14,9 12,8 2,1 16,0% Segment China 7,0 -0,9 7,9 über 100% Segment Materials 2,1 1,2 0,9 77,9% Unternehmen/Konsolidierung -3,4 -3,5 0,1 -2,2% Adjusted EBITDA (in % der Umsatzerlöse) 7,4% 4,1% Die Umsatzerlöse nahmen im Berichtszeitraum um 18,2 % auf 277,9 Mio. EUR zu (2022: 235,1 Mio. EUR). Das Segment Plastics profitierte im Geschäftsjahr 2023 von einer weiteren Erholung der Nachfragedynamik im Nutzfahrzeugbereich. Der wesentliche Kernmarkt in China profitierte im Wesentlichen von der zu Beginn des Jahres geänderten Covid-Strategie, sodass die Umsatzerlöse in China erneut einen Anstieg erlebten. Auch das Segment Materials verzeichnete einen Umsatzanstieg, was ebenfalls STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 auf die weitere Erholung der Nachfrage bei Nutzfahrzeugen und SMC-Produkten zurückzuführen war. Die Zunahme der Bestandsveränderungen (Bestandsaufbau 2023: 8,9 Mio. EUR; 2022: Bestandsaufbau: 7,2 Mio. EUR) ist vor allem auf die Herstellung von Werkzeugen für neue Kundenprojekte zurückzuführen. Die sonstigen Erträge beliefen sich auf 11,3 Mio. EUR nach 3,3 Mio. EUR im Vorjahr. Darin enthalten sind aktivierte Entwicklungsleistungen in Höhe von 2,0 Mio. EUR (2022: 1,1 Mio. EUR), Einnahmen aus der Veräußerung von Rohmaterialien, sowie sonstige betriebliche Erträge, die zum überwiegenden Teil in Zusammenhang mit staatlichen Energie Zuschüssen in Höhe von 2,9 Mio. EUR stehen. Der Ausbau des Produktportfolios mit innovativen Neuentwicklungen findet sowohl in den sonstigen Erträgen als auch in den sonstigen Aufwendungen seinen Niederschlag. In den sonstigen Aufwendungen sind F&E Kosten in Höhe von 0,9 Mio. EUR (2022: 1,4 Mio. EUR) enthalten. Der Materialaufwand nahm im Berichtszeitraum sowohl nominal als auch relativ zu. Wesentliche Treiber sind neben dem angestiegenen Umsatzvolumen, die steigenden Energie- und Rohstoffpreise insbesondere in Europa. Daraus folgend, nahmen die Roh- , Hilfs- und Betriebsstoffe von -126,7 Mio. EUR im Vorjahr auf -154,5 Mio. EUR zum 31. Dezember 2023 zu. In Summe belief sich der Materialaufwand auf 186,3 Mio. EUR (2022: 150,7 Mio. EUR). Dies entspricht einer Materialquote von 67,0% nach 64,1 % im Vorjahr. Letzteres resultierte einerseits aus den erhöhten Rohstoffpreisen, die nur zum Teil an die Kunden weitergegeben werden konnten, wie auch aus gestiegenen Energiekosten und einem unterschiedlichen regionalen Mix von Produkten. Der Personalaufwand lag zum 31. Dezember 2023 trotz des Umsatzanstiegs auf dem Vorjahresniveau und belief sich auf -58,8 Mio. EUR (2022: -58,8 Mio. EUR). Dies ist vor allem auf die geringeren Personalkosten in Zusammenhang mit den im Geschäftsjahr 2023 fortgeführten Kostenreduzierungsmaßnahmen in allen Regionen zurückzuführen. Auch im Bereich der sonstigen Aufwendungen konnten unter anderem im Geschäftsjahr weiterhin Effizienzsteigerungen innerhalb der Unternehmensgruppe erreicht werden. In Summe nahmen die sonstigen Aufwendungen zwar um -5,9 Mio. EUR, auf -32,4 Mio. EUR zu, reduzierten sich allerdings im Verhältnis zum Umsatz um 0,4 % auf -11,7 % (2022: -11,3 %). Ursächlich hierfür sind insbesondere niedrigere Verwaltungs-, Miet- und Leasingkosten sowie F&E- Aufwendungen. Aufgrund des Umsatzanstiegs in der STS Gruppe erhöhten sich insbesondere die bezogenen STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Leistungen von nahestehenden Unternehmen um -3,1 Mio. EUR (2023: -3,5 Mio. EUR; 2022: -0,4 Mio. EUR), die nun die Verwaltungsumlage der Adler Pelzer Holding GmbH beinhalten, sowie die Vertriebsaufwendungen um -1,0 Mio. EUR (2023: -2,1 Mio. EUR; 2022: -1,1 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) erhöhte sich im Berichtsjahr 2023 auf 20,5 Mio. EUR, von 9,6 Mio. EUR im Vorjahr. Sondereffekte fielen im Geschäftsjahr nicht an, daher entsprach das adjusted EBITDA im Geschäftsjahr 2023 dem EBITDA. Die Abschreibungen verringerten sich deutlich zum 31. Dezember 2023 auf 13,8 Mio. EUR (2022: 16,2 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf Sachanlagen betrugen 10,5 Mio. EUR (2022: 12,3 Mio. EUR), davon auf aktivierte Nutzungsrechte 4,0 Mio. EUR (2022: 3,8 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf Sachanlagen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr, während sich die Abschreibungen auf aktivierte Nutzungsrechte in Zusammenhang mit dem neuen Werk in den USA leicht erhöhten. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte lagen bei -3,2 Mio. EUR (2022: -4,0 Mio. EUR), davon aktivierte Nutzungsrechte unverändert bei 0,3 Mio. EUR. In der Folge ergab sich ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 6,8 Mio. EUR (2022: -6,6 Mio. EUR). Das Finanzergebnis lag mit -6,3 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von -2,5 Mio. EUR, dies ist insbesondere auf angestiegene Kosten für Factoring im Zusammenhang mit dem Umsatzanstieg, wie auch Zinsen auf Ausleihungen von verbundenen Unternehmen und zuletzt die höheren Zinsen für Leasingverbindlichkeiten in den USA zurückzuführen. Für das Geschäftsjahr 2023 weist die STS Group AG ein Konzernergebnis in Höhe von -1,2 Mio. EUR (2022: -9,9 Mio. EUR) aus. Das Ergebnis je Aktie gemäß IFRS unverwässert und verwässert betrug -0,2 EUR (2022: -1,5 EUR). STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 ERTRAGSLAGE NACH SEGMENTEN SEGMENT PLASTICS Auf Basis einer positiven Nutzfahrzeugkonjunktur war das aktuelle Geschäftsjahr von erhöhten Kundenabrufen geprägt, wodurch ein Umsatzwachstum um 13,2 % auf 203,1 Mio. EUR realisiert werden konnte. Vor allem die europäischen Aktivitäten konnten erheblich zum Umsatzwachstum beitragen, aber auch im mexikanischen Werk war ein deutlicher Umsatzanstieg zu verzeichnen. Obwohl das Wachstum im Segment insgesamt geringer ausfiel als im Geschäftsjahr 2022, in dem der Umsatz um 18,6 % auf 179,8 Mio. EUR gesteigert wurde, konnte die Sparte dennoch das Umsatzniveau weiter ausbauen. Die nach wie vor anhaltend hohen Energie – und Rohmaterialpreise konnten nur teilweise kompensiert werden. Hierbei machten sich sowohl die Kosteneinsparungsmaßnahmen in diesem Segment bemerkbar, wie auch die eingeleiteten Maßnahmen in Frankreich durch die Zusammenführung zweier Werke und die Weitergabe von Materialpreiserhöhungen an Kunden. Das adjusted EBITDA belief sich im Berichtsjahr auf 14,9 Mio. EUR nach 12,8 Mio. EUR im Vorjahr. Im Segment Plastics fielen im Berichtsjahr keine operativen Sondereffekte an, so dass das adjusted EBITDA auch dem EBITDA entspricht. SEGMENT CHINA China ist ein wichtiger Kernmarkt, der sich nach dem starken Umsatzrückgang im Jahr 2022, im laufenden Geschäftsjahr 2023 deutlich erholt hat. Dies ist auf eine Marktnormalisierung nach dem Absatzrückgang im Jahr 2022 zurückzuführen, wie auch auf das Ende der strikten Null-Covid Politik in China, die regelmäßig zu Lieferverzögerungen oder Produktionsausfällen geführt hatte. Die Umsätze beliefen sich im aktuellen Geschäftsjahr auf 51,0 Mio. EUR (2022: 30,4 Mio. EUR) und entwickeln sich damit wieder in Richtung Vorkrisenzeiten. Aufgrund der bereits im Vorjahr ergriffenen Maßnahmen zur Fixkostensenkung, spiegelt sich der Umsatzzuwachs auch deutlich auf der Ergebnisseite wider. Das adjusted EBITDA belief sich im Berichtsjahr 2023 auf 7,0 Mio. EUR (2022: -0,9 Mio. EUR). Im Segment China fielen keine operativen Sondereffekte an. SEGMENT MATERIALS Das Segment Materials konnte sich im Geschäftsjahr 2023 weiterhin erholen und profitierte von der erstarkten Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen und SMC- Produkten. Im Ergebnis nahmen die Umsatzerlöse um 2,3 Mio. EUR oder um 6,2 % zu und beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf 38,5 Mio. EUR (2022: 36,3 Mio. EUR). Die bereits in den Vorjahren eingeleiteten Restrukturierungs- und STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Kostensenkungsmaßnahmen konnten erstmals ihre volle Wirkung entfalten und trugen so zur Umsatz- und Ergebnisverbesserung bei. Das adjusted EBITDA lag im Berichtsjahr bei 2,1 Mio. EUR (2022: 1,2 Mio. EUR). Im Segment Materials fielen im Berichtsjahr keine operativen Sondereffekte an. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 FINANZLAGE GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS UND DIVIDENDENPOLITIK Die Finanzierungsstrategie der Gruppe ist auf die Bereitstellung der notwendigen Mittel für die Umsetzung der Unternehmensstrategie sowie auf die Erfordernisse des operativen Geschäfts ausgerichtet. Ziel ist es, die notwendigen Mittel für das Wachstum sicherzustellen, das damit verbundene finanzielle Risiko zu begrenzen und die Kapitalkosten zu optimieren. Dabei werden unterschiedliche Finanzierungs- instrumente wie z. B. Darlehen, Factoring, Leasing, Kreditlinien und kurzfristige Kredite eingesetzt. Für das Geschäftsjahr 2023 ist die Auszahlung der „gesetzlichen Mindestdividende“ in Höhe von vier Prozent des Grundkapitals abzüglich von noch nicht eingeforderten Einlagen, abgeleitet aus § 254 AktG, geplant. Die Gesellschaft beabsichtigt die zukünftigen potenziellen Gewinne für die Finanzierung ihres weiteren Wachstums in den kommenden Geschäftsjahren zu verwenden und eine Dividende nur insoweit zu zahlen, als dies mit ihren Business- und Investitionsplänen zu vereinbaren ist. Die Gruppe verfügt über fest und variabel verzinste Kredite und Kreditlinien. Die variabel verzinsten Kredite basieren auf einem 1-, 3- und 6-Monats-EURIBOR Zinssatz zuzüglich einer Marge. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich auf 25,7 Mio. EUR (2022: 25,9 Mio. EUR). Einigen Krediten liegen Kreditklauseln für die Einhaltung von Finanzkennzahlen zugrunde und einige Kredite sind besichert. Bei zwei Krediten wurden bereits in den Vorperioden Kreditvereinbarungsklauseln verletzt, die Buchwerte der zugrundeliegenden Kredite betragen 0,2 Mio. EUR. Da bei einem Verstoß gegen die Kreditvereinbarungsklauseln der ausstehende Betrag fällig gestellt werden könnte, wird dieser vollständig als kurzfristige Verbindlichkeit bilanziert. Für das Berichtsjahr resultieren aus den Covenantbrüchen keine Indikatoren, die zu einer Abkehr der Going Concern Prämisse führen. Zum 31. Dezember 2023 belaufen sich die Buchwerte der betroffenen Darlehen auf 0,2 Mio. EUR, die auch bei einer sofortigen Rückzahlung der entsprechenden Restschulden nicht zu einer Unterdeckung der Liquidität führen würden. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 CASH FLOW 2023 2022 in Mio. EUR Netto-Cashflow aus operativer Tätigkeit 30,5 6,5 Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit -14,3 -8,7 Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -2,9 -0,2 Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,5 -0,3 Netto-Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13,7 -2,7 Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete die STS Group einen positiven Netto-Cashflow aus operativer Tätigkeit in Höhe von 30,5 Mio. EUR (2022: 6,5 Mio. EUR). Neben der sich wieder erholenden Ertragslage der STS Group wirkten sich auch die Veränderungen des Net Working Capitals positiv auf den operativen Cashflow aus. Aus der Veränderung des Net Working Capital ergab sich in der Berichtsperiode ein Mittelzufluss von 20,2 Mio. EUR (2022: Mittelabfluss -20,6 Mio. EUR). Wesentlicher Treiber für den Mittelzufluss waren, Vereinnahmungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sowie höhere kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten im Zusammenhang mit Werkzeuganzahlungen für neue Kundenprojekte. Der Abfluss aus sonstigen Schulden und Verbindlichkeiten betrug -1,9 Mio. EUR (2022: Mittelzufluss 19,5 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2023 belief sich der Cashflow aus der Investitionstätigkeit auf -14,3 Mio. EUR (2022: -8,7 Mio. EUR). Die Investitionen flossen im Wesentlichen in Sachanlagen in Höhe von 11,2 Mio. EUR (2022: 6,0 Mio. EUR) sowie immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 3,7 Mio. EUR (2022: 2,3 Mio. EUR). Aus der Finanzierungstätigkeit flossen im Geschäftsjahr 2023 Mittel in Höhe von - 2,9 Mio. EUR ab (2022: Mittelabfluss -0,2 Mio. EUR). Dabei lag die planmäßigen Tilgung von Kreditlinien in Höhe von 15,4 Mio. EUR (2022: 5,3 Mio. EUR) im Geschäftsjahr über der Aufnahme von Krediten in Höhe von 13,3 Mio. EUR (2022: 11,7 Mio. EUR), wie auch den Mittelzufluss aus Krediten von nahestehenden Unternehmen in Höhe von 9,0 Mio. EUR (2022: 0,5 Mio. EUR). Zudem stiegen die gezahlten Zinsen von 2,2 Mio. EUR im Vorjahr auf 6,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr. FLÜSSIGE MITTEL STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Der Bestand an frei verfügbaren liquiden Mitteln betrug 39,3 Mio. EUR zum 31. Dezember 2023 (31. Dezember 2022: 25,6 Mio. EUR) und umfasste im Wesentlichen Bankguthaben. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 NETTOFINANZSCHULDEN Die Nettofinanzschulden1 der Gruppe stiegen zum 31. Dezember 2023 um 14,2 Mio. EUR auf 29,3 Mio. EUR (31. Dezember 2022: 15,0 Mio. EUR). Dabei wirkte sich der um 13,7 Mio. EUR stark gestiegene Bestand an Zahlungsmitteln zum 31. Dezember 2023 positiv aus. Die Reduktion der Bankdarlehen um 0,2 Mio. EUR sowie die um 4,1 Mio. EUR geringeren Verbindlichkeiten aus Darlehen gegenüber Dritten, konnten dabei die um 8,5 Mio. EUR gestiegenen Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen, sowie die um 23,5 Mio. EUR gestiegenen Leasingverbindlichkeiten, die vor allem auf das neue Werk in den USA zurückzuführen sind, nur teilweise kompensieren. 1 Nettofinanzschulden = Bankverbindlichkeiten + Verbindlichkeiten aus Darlehen + Verbindlichkeiten aus Factoring + Leasingverbindlichkeiten - Zahlungsmittel Aus Konzernsicht hat sich die Liquiditätslage weiter stabilisiert. Hierzu trug insbesondere die positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung bei, die sich auch im stark verbesserten Cashflow widerspiegeln. Auch der Bestand an frei verfügbaren liquiden Mitteln hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Sofern einzelne Gesellschaften aufgrund der heterogenen Geschäftsentwicklung Unterstützung benötigten, wurden und werden diese konzernintern bzw. durch den Mehrheitsaktionär und unter Beantragung nationaler, staatlicher Hilfsmittel zur Verfügung gestellt (Wir verweisen auf die Erläuterungen zu den finanziellen Risiken in unserem Risikobericht). Außerdem wurde im Geschäftsjahr 2021 in Frankreich ein präventiver Unternehmensfinanzsanierungsprozess abgeschlossen, durch den die Deckung der finanziellen Verbindlichkeiten der dortigen Einheiten sichergestellt wurde. In diesem Zuge erfolgten insbesondere Vertragsanpassungen mit den Kunden. Bestehende Darlehen wurden neu strukturiert und Sozialabgaben refinanziert. Außerdem wurden die lokalen Einheiten durch den Konzern gestützt, in dem bis zum Ende des Geschäftsjahres 2023 teilweise auf Management Fees verzichtet wurde. Zudem stellte die Adler Pelzer Group Darlehen in Höhe von 0,5 Mio. EUR an die französischen Gesellschaften zur Verfügung. Die Ausstattung mit Eigenkapital hält der Vorstand für ausreichend. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 VERMÖGENSLAGE in Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022 Langfristige Vermögenswerte 111,7 83,2 Kurzfristige Vermögenswerte 154,9 128,4 Gesamt Aktiva 266,5 211,6 Summe Eigenkapital 46,6 49,5 Langfristige Schulden 90,5 58,1 Kurzfristige Schulden 129,4 104,0 266,5 211,6 Gesamt Passiva Die Bilanzsumme nahm zum 31. Dezember 2023 von 211,6 Mio. EUR auf 266,5 Mio. EUR zu. Die langfristigen Vermögenswerte beliefen sich zum 31. Dezember 2023 auf 111,7 Mio. EUR. Dies entspricht einem Anstieg um 28,5 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Die Zunahme ist im Wesentlichen auf die Erhöhung des Sachanlagevermögens, insbesondere durch aktivierte Nutzungsrechte in den USA, um 26,7 Mio. EUR auf 86,9 Mio. EUR (2022: 60,2 Mio. EUR) zurückzuführen, die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich im Berichtszeitraum ebenfalls. Sie nahmen um 0,4 Mio. Euro auf 19,1 Mio. Euro zu (2022: 18,7 Mio. EUR). Die Zunahme der kurzfristigen Vermögenswerte ist vorrangig auf die Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (2023: 39,3 Mio. EUR; 2022: 25,6 Mio. EUR) sowie der erhöhten Bevorratung (2023: 59,5 Mio. EUR; 2022: 49,2 Mio. EUR) zurückzuführen. Gegenläufige Effekte sind bei den Forderungen aus Lieferung und Leistungen und sonstigen Forderungen (2023: 38,4 Mio. EUR; 2022: 41,9 Mio. EUR) zu verbuchen. In Summe nahmen die kurzfristigen Vermögenswerte um 26,5 Mio. EUR auf 154,9 Mio. EUR zu. Aufgrund des leicht negativen Konzernergebnisses verringerte sich das Eigenkapital von 49,5 Mio. EUR auf 46,6 Mio. EUR zum Bilanzstichtag. Bei einer gleichzeitigen Bilanzsummenverlängerung entspricht dies einer Eigenkapitalquote von 17,5 % nach 23,4 % im Vorjahr. Die langfristigen Schulden stiegen von 58,1 Mio. EUR auf 90,5 Mio. EUR, was im Wesentlichen auf höhere Leasingverbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit dem neuen Werk in den USA stehen, wie auch auf den Anstieg der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten aufgrund der Ausleihung gegenüber Verbundener Unternehmen zurückzuführen ist. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Die kurzfristigen Schulden stiegen von 104,0 Mio. EUR auf 129,4 Mio. EUR. Dabei stiegen die Vertragsverbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit Werkzeugen für neue Kundenprojekte stehen, sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten an, während sowohl die Darlehen gegenüber Dritten, als auch die Ertragssteuerverbindlichkeiten und sonstigen Schulden sanken. GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE Das Geschäftsjahr 2023 stand unter dem Eindruck der zunehmenden geopolitischen Spannungen und ihrer Auswirkungen auf die Entwicklung der Weltwirtschaft, die positiven Effekten wie der weitgehenden Normalisierung der Lieferketten nach dem Ende der chinesischen Null-Covid-Politik entgegenwirkten. Die Preisschocks, die durch den Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 ausgelöst wurden, setzten sich auch im weltweiten Wirtschaftsgeflecht fort und führten in vielen Ländern zu einer anhaltend restriktiven Geldpolitik zur Inflationsbekämpfung. Insbesondere in Europa war die wirtschaftliche Entwicklung von den fortdauernden Auswirkungen des Ukrainekrieges auf die Material- und Energiepreise geprägt. Dennoch profitierte die Automobilindustrie hier stark von der Normalisierung der Lieferketten, speziell im Halbleiterbereich, und entsprechend verbesserter Produktionsfähigkeit. China war zwar teilweise noch durch die Auswirkungen der strengen Null-Covid Politik beeinflusst, konnte aber wesentlich dazu beitragen die Nachfrage auf Konzernebene auf Vor- Corona-Niveau zu heben. China blieb auch im Geschäftsjahr 2023 ein wichtiger Kernmarkt und konnte sich durch das Ende der Null-Covid-Politik deutlich erholen. Die Ertragslage der Gesellschaft entwickelte sich entsprechend positiv. Daher wird die Marktposition mit einer aktiven F&E-Politik dort auch künftig ausgebaut, da China weiterhin einen langfristigen Wachstumstrend hat – sowohl gesamtwirtschaftlich wie auch für STS. Zudem wurde mit der Eröffnung eines Produktionsstandortes in den USA ein wichtiger Grundstein für die weitere Expansion auf dem nordamerikanischen Markt gelegt. Ebenfalls positiv entwickelten sich die Umsatz- und Ertragsperspektiven in den beiden Segmenten Plastics und Materials. Die in der Vergangenheit mit Augenmaß umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen zahlten sich hierbei aus und beide Segmente konnten im Zuge von Markterholungen mit einer verbesserten Marge zum Gesamtergebnis des Konzerns beitragen. Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung sowohl in China als auch auf dem europäischen Markt, nahm das EBITDA der STS Group sowohl nominal wie auch relativ STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 deutlich zu. Die bereinigte und unbereinigte EBITDA-Marge im Berichtsjahr 2023 betrug 7,4 % nach 4,1 % im Vorjahr. Die Finanzlage des Konzerns hat sich weiter stabilisiert. Hierzu trugen insbesondere die positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung bei, die sich auch im stark verbesserten Cashflow widerspiegeln. Auch der Bestand an frei verfügbaren liquiden Mitteln hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Gleichzeitig wurde verstärkt in die künftige Leistungsfähigkeit des Konzerns investiert. CHANCEN– UND RISIKOBERICHT RISIKOMANAGEMENT SYSTEM Das Risikomanagement als Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur frühzeitigen Risikoerkennung und zum adäquaten Umgang mit den Risiken unserer unternehmerischen Tätigkeit nimmt in unserem Geschäftsmodell eine wichtige Rolle ein. Der Vorstand hat ein Risikofrüherkennungssystem installiert, damit Entwicklungen frühzeitig erkannt, überwacht und gesteuert werden, die den Fortbestand der Gesellschaft möglicherweise gefährden, ohne dass dabei auf unternehmerische Chancen verzichtet werden muss. Alle kritischen Geschäftsentwicklungen und Haftungsrisiken werden einer kritischen Prüfung unterzogen und regelmäßig in den Reviews der Tochtergesellschaften sowie den Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen berichtet. Der Vorstand kontrolliert in regelmäßigen Reviews den Geschäftsverlauf der Tochterunternehmen und ist auf Basis des implementierten Berichtswesens über die Umsatz-, Ergebnis- und Liquiditätslage sämtlicher Segmente informiert. Die STS Group hält ausreichend freie finanzielle Kapazitäten vor, um bei Bedarf flexibel und angemessen reagieren zu können. Außerdem wurde im Vorjahr das Risikomanagement weiter durch die Einführung eines Tools zur Risikosteuerung professionalisiert. Bei der Risikobewertung wird zwischen Brutto- und Nettobewertung unterschieden. Bereits ergriffene Maßnahmen können das Bruttorisiko sowohl in Bezug auf die monetären Auswirkungen als auch in Bezug auf den möglichen Eintritt des Risikos mindern. Das Nettorisiko stellt dann die Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit unter Berücksichtigung der bis zum Berichtsstichtag bereits eingeleiteten schadensmindernden Maßnahmen dar. Im Rahmen des Risikomanagements werden ausschließlich Risiken betrachtet, die gemessen an ihrer Auswirkung auf das EBIT einen Schwellenwert von 0,1 Mio. EUR netto und 1 Mio. EUR brutto überschreiten. Die Risiken sind dabei nach ihrer monetären Auswirkung (Schadensausmaß) und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit zu bewerten. Bei der Bewertung der monetären Auswirkung STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 werden die vier Kategorien sehr gering, gering, mittel und hoch unterschieden. Maßgeblich für die Bewertung ist das Schadensausmaß bezogen auf ein Jahr. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird auf einer Prozentskala bewertet und in die vier Kategorien unwahrscheinlich, möglich, wahrscheinlich und sehr wahrscheinlich unterteilt. Die Kombination aus Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit definiert die Risikoklasse, die in ihrer Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als gering, mittel und hoch eingestuft wird. Letzteres wird aus der Steuerungskennzahl EBIT abgeleitet. Die Einstufung der Risiken in die jeweiligen Risikoklassen erfolgt anhand der Risikomatrix. Die identifizierten Risiken sind aktiv durch den identifizierten „Risk Owner“ zu managen, um die vom Unternehmen angestrebte Risikominderung zu erreichen. Alle Risiken, bei denen keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, sind als Geschäftsrisiken einzustufen. Die Steuerung von Risiken, die einen geringen Einfluss auf die STS Group haben, obliegt dem operativ verantwortlichen Management. Die aktuellen Risiken werden regelmäßig an den Vorstand berichtet. Im Rahmen seines jeweiligen Verantwortungsbereichs ist der Vorstand für die Etablierung des Systems verantwortlich und hat die Gesamtverantwortung für den Prozess. Außerdem stellt der STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Vorstand die Umsetzung der gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen sicher und monitort deren kontinuierliche Umsetzung. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Rahmen des Rechnungslegungsprozesses Das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem hat eine angemessene Struktur sowie Prozesse, die entsprechend definiert sind. Es ist so aufgestellt, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Vorgänge und Transaktionen gewährleistet ist. Zur Konsolidierung der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen stellt das interne Kontrollsystem sicher, dass gesetzliche Normen, Rechnungslegungsvorschriften und interne Anweisungen zur Rechnungslegung eingehalten werden. Änderungen darin werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf den Konzernabschluss analysiert und entsprechend berücksichtigt. Für die monatliche, quartalsweise und jährliche Aufstellung des Konzernabschlusses wird von der STS Group ein Terminplan für die Tochtergesellschaften vorgegeben. Zu den Halbjahres- und Jahresabschlüssen werden Instruktionen an die Tochtergesellschaften versendet sowie ergänzende Daten/ Informationen abgefragt, die für alle relevanten Themen bezüglich der Inhalte sowie der Prozesse und Fristen der Abschlusserstellung notwendig sind. Für die Konsolidierung der STS Group werden ein konzerneinheitlicher Kontenrahmen sowie einheitliche Bilanzierungsvorgaben eingesetzt. Für die Konsolidierung wird eine entsprechende Konsolidierungssoftware genutzt. Im Rahmen der Konzernrechnungslegung erfolgt ein enger Austausch zwischen den operativen Einheiten und dem zentralen Bereich. Durch die in 2020 eingeführte Konsolidierungssoftware, konnten weitreichende Aktivitäten (wie z.B. die Erstellung des monatlichen Reporting Packages) in diesem Zusammenhang an die lokalen Finanzresorts übertragen werden, zudem konnte der Konsolidierungsprozess weiter automatisiert werden. Die Konzernzentrale wird in ihren Aktivitäten zudem von der Adler Pelzer Holding GmbH inhaltlich unterstützt, außerdem werden regelmäßig externe Sachverständige zur Unterstützung hinzugezogen. Neben definierten Kontrollen sind systemtechnische und manuelle Abstimmungsprozesse, die Trennung zwischen ausführenden und kontrollierenden Funktionen sowie die Einhaltung von Richtlinien und Arbeitsanweisungen wesentliche Bestandteile des internen Kontrollsystems. Die Qualitätssicherung hinsichtlich der in den Konzern einbezogenen Rechnungslegungsdaten erfolgt monatlich zentral durch den Zentralbereich mittels Analysen und Plausibilisierungen. Die Konzerngesellschaften sind für die Einhaltung der gültigen Richtlinien und rechnungslegungsbezogenen Prozesse sowie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf der Abschlusserstellung verantwortlich. Im Rechnungslegungsprozess werden die Konzerngesellschaften durch zentrale Ansprechpartner unterstützt. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Finanzrisikomanagement Das Management der STS Group überwacht und steuert die mit den Geschäftsbereichen der STS Group verbundenen Finanzrisiken mithilfe der internen Risikoberichterstattung, die Risiken nach Grad und Ausmaß analysiert. Zu diesen Risiken zählen Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken (Währungs- und Zinsrisiken). STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 RISIKOBERICHT GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN Gesamtwirtschaftliche Risiken beziehen sich auf potenzielle Gefahren und Unsicherheiten, die die gesamte Wirtschaft eines Landes oder sogar der globalen Wirtschaft betreffen können. Diese Risiken können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, darunter geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen, Währungsschwankungen, Handelskonflikte, politische Unsicherheiten, Schuldenkrisen und externe Schocks wie Pandemien oder Kriege. Sie können sich auf verschiedene Bereiche der Wirtschaft auswirken, einschließlich des Wachstums, der Beschäftigung, der Preise und der Finanzstabilität. Eine angemessene Bewertung und Bewältigung dieser Risiken ist entscheidend für die strategische Planung und das Risikomanagement der STS Group. Angesichts der Schockwellen, die der Beginn des Ukrainekrieges im Jahr 2022 an den weltweiten Energie- und Rohstoffmärkten ausgelöst hat – unter anderem Engpässe in der Rohstoffversorgung sowie hohe Energie-, Material- und Rohstoffpreise – zeigte sich die Weltwirtschaft im Jahr 2023 widerstandsfähiger als ursprünglich erwartet. Die Inflation ging schneller zurück als gedacht und die wichtige US-amerikanische Wirtschaft entwickelte sich stärker als angenommen. Dennoch bleibt die weltwirtschaftliche Dynamik gedämpft. Trotz der positiven Inflationsentwicklung werden Länder mit restriktiver Geldpolitik diese fortsetzen, bis die Inflation wieder nachhaltig an die langfristigen Zielwerte herangekommen ist. Dabei könnte die Kerninflation in einigen großen Volkswirtschaften hartnäckiger sein als gedacht, beispielsweise aufgrund angespannter Arbeitsmärkte, und damit die Hochzinsphasen verlängern. Auch geopolitische Konflikte, wie der andauernde Krieg in der Ukraine oder der israelische Kampf gegen die Hamas, sowie Extremwetterereignisse könnten neue Lieferkettenprobleme, beispielsweise durch die Angriffe auf Frachtschiffe im Roten Meer, oder Preisschocks an den Energie- und Rohstoffmärkten auslösen und die Inflation wieder anfachen. Weiterhin bestehen starke Spannungen zwischen China und Taiwan hinsichtlich taiwanesischer Unabhängigkeitsbestrebungen. Im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung müssten zahlreiche Industriezweige alternative Bezugsquellen z. B. für Halbleiter aus Taiwan erschließen. Ebenso nicht gebannt ist die Gefahr einer weiteren Verschärfung des bestehenden Handelskonflikts29 zwischen den USA und China sowie der Spannungen30 zwischen der EU und China. Unklar ist in diesem Zusammenhang auch die weitere Ausrichtung der USA nach der 29 https://www.imf.org/en/News/Articles/2023/12/11/sp121123-cold-war-ii-preserving-economic-cooperation-amid-geoeconomic- fragmentation 30 https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/6bf368c2-c935-48e4-8f28-098420e6c252-KKB_109_2023- Q4_Welt_DE.pdf STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 bevorstehenden Präsidentschaftswahl. Zudem besteht das Risiko, dass die chinesische Volkswirtschaft sich aufgrund der Krise ihres Immobiliensektors längerfristig schwächer entwickelt. Viele Länder befinden sich in einer angespannten Haushalts- bzw. Schuldenlage. Das Risiko von Zahlungsausfällen in einkommensschwachen Ländern und Schwellenländern ist erhöht. Manche Länder könnten sich gezwungen sehen, stärker als erwartet, Konsolidierungsmaßnahmen zu ergreifen.31 Die genannten Risiken können dazu führen, dass sich die globale Konjunktur schwächer entwickelt als angenommen. Als Folge einer nachteiligen wirtschaftlichen und politischen Entwicklung in den regionalen Hauptmärkten, in denen die STS Group tätig ist oder in denen ihre Kunden ihre Produkte benutzen, könnte ein Nachfragerückgang entstehen der sich negativ auf die Geschäftstätigkeit auswirken. Der Vorstand schätzt das Schadensausmaß als mittel, die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich und somit ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als mittel ein. 31 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024 STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN Branchenwirtschaftliche Risiken beziehen sich auf potenzielle Gefahren und Unsicherheiten, die spezifische Branchen oder Industrien betreffen können. Diese Risiken können durch spezifische Faktoren wie Technologiewandel, Marktsättigung, Wettbewerb, Regulierung, Nachfrage- und Angebotsdynamiken sowie externe Einflüsse wie Rohstoffpreisschwankungen oder geopolitische Entwicklungen ausgelöst werden. Eine angemessene Analyse und Bewältigung dieser Risiken, kann von entscheidender Bedeutung sein, um die Wettbewerbsposition zu stärken und den langfristigen Erfolg zu sichern. Im Bereich Automotive kann es zu weiteren Kostensteigerungen aufgrund von Preissteigerungen bei Rohstoffen und Komponenten kommen. Das dürfte vor allem dann gegeben sein, wenn sich die Herausforderungen bei den Lieferketten wieder verschärfen. Darüber hinaus können auch die Energie- und Logistikkosten deutlich ansteigen und sich belastend auf der Kostenseite auswirken. Ein Risiko stellen auch die weltweit sich verstärkenden protektionistischen Tendenzen und Handelskonflikte dar. So besteht die Gefahr, dass Automobile wie auch Komponenten und Rohmaterialien von zusätzlichen bzw. steigenden Zöllen erfasst werden. Das kann wiederum zu einem Rückgang der Nachfrage nach Automotiv-Produkten führen und sich insgesamt negativ auf die Branche auswirken. Der Vorstand schätzt das Schadensausmaß als mittel, die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich und somit ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als mittel ein. WEITERE RISIKEN Unter Weitere Risiken, werden individuelle Risiken der STS Gruppe die direkt auf die internen Geschäftsaktivitäten und -entscheidungen zurückzuführen sind, dargestellt. Diese Risiken können vielfältig sein und reichen von operativen Herausforderungen wie Produktionsausfällen oder Lieferkettenstörungen bis hin zu finanziellen Risiken wie Zahlungsausfällen oder unerwarteten Kostensteigerungen. Die gründliche Analyse sowie die proaktive Bewältigung der individuellen Risiken sind entscheidend, um die Stabilität, Widerstandsfähigkeit und langfristige Wettbewerbsfähigkeit der STS Gruppe zu gewährleisten. Langfristige Verträge Die STS Group schließt langfristige Verträge (LTAʼs) mit ihren Kunden ab. Im Zuge dieser Aktivitäten werden Verpflichtungen oder Zusagen eingegangen, die über längere Zeit erfüllt werden müssen oder infolge von unvorhergesehenen Ereignissen STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 nicht eingehalten werden könnten. In der Retrospektive können sich diese Aktivitäten als unvorteilhaft erweisen und negative Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage haben. Der Vorstand schätzt dieses Risiko in Bezug auf das Schadensausmaß als gering, die Eintrittswahrscheinlichkeit als sehr wahrscheinlich und die Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage somit als mittel ein. Abhängigkeit von Großkunden Die STS Group ist von einer begrenzten Anzahl von Großkunden und den Beziehungen zu diesen abhängig. Ein Verlust dieser geschäftlichen Beziehungen könnte sich erheblich negativ auf die Geschäftstätigkeit und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der STS Group auswirken. Das Management ist proaktiv in Gesprächen mit Lkw-Herstellern, um neue Projekte für sich zu gewinnen und damit die Abhängigkeit von einer begrenzten Anzahl von Großkunden zu reduzieren. Der Vorstand schätzt das Schadensausmaß als gering, die Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich und ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage somit als gering ein. Gesetze zum Umweltschutz Im Risikoinventar der STS Group, wurden keine spezifischen klimabezogenen Risiken für das Geschäftsjahr 2023 identifiziert. Der STS Group ist es bewusst, dass sowohl physische als auch transitorische Risiken durch den Klimawandel auftreten können. Außerdem ist für die Zukunft geplant, nicht-finanzielle Risiken und vor allem klimabezogene Risiken in das Risk Assessment System der Gruppe zu integrieren und entsprechend zu bewerten. Im Rahmen der Klassifizierung der Geschäftsaktivitäten der STS Group als wesentlich beitragend zum Klimaziel „Anpassung an den Klimawandel“ wurden die klimabezogenen Risiken durch den Klimawandel für die Produktionsstätte in Frankreich identifiziert und bewertet. Die Bewertung basierte grundsätzlich auf Risikoberichten über die Gebäude der Produktionsstätte der Versicherungsgesellschaft, die Risikoexposition der Produktionsstätte und deren Historie/Erfahrungen. Als Ergebnis der Risikobewertung wurden folgende Risiken identifiziert: Temperaturschwankungen, Hitzestress mit Wasserknappheit und Überschwemmungen vor allem für die Produktionsstätten in St. Desirat und Tournon. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Bereits umgesetzte Risikominderungsmaßnahmen für Überschwemmungen: Es wurden bauliche Lösungen geschaffen, wie Absperrungen und Wasserbehälter. Die Barriere und das Rückhaltesystem zum Schutz vor Überschwemmungen werden auch für die Stromerzeugung von den Produktionsstätten genutzt. Der Umweltschutz hat für die STS Group eine hohe Priorität. Die Produktions- und Fertigungsstandorte der STS Group sind in unterschiedlichen Ländern angesiedelt und unterliegen verschiedensten Umweltschutzstandards. Neu erlassene Gesetze oder geänderte rechtliche Rahmenbedingungen auf internationaler Ebene können Risiken für die Produktion bedeuten und ebenfalls in Haftungsansprüchen resultieren. Der Vorstand schätzt das Schadensausmaß als gering, die Eintrittswahrscheinlichkeit als wahrscheinlich und ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage somit als mittel ein. Lieferkettenengpässe Generelle Unterbrechungen in der Automobil- und Lkw-Lieferkette könnten negative Auswirkungen auf die Geschäfte der STS Group haben, sogar wenn die STS Group selbst keinem Lieferengpass bei ihren Lieferanten unterliegt. Sollten die Lieferanten der STS Group nicht mehr in der Lage sein, die für die Geschäftstätigkeit der STS Group erforderlichen und benötigten Rohmaterialien oder Komponenten zu liefern, könnte das die Geschäftstätigkeit der STS Group negativ beeinträchtigen. Zudem können auch kurzfristige Produktionsstopps bei den OEMs zu einer Unterbrechung der Produktion führen. Dies kann vor allem auf Lieferengpässe bei den OEMs, z.B. in Zusammenhang mit der Halbleiterkrise, oder auch zu Covid-19 ähnlichen temporären Lockdowns, zurückzuführen sein. Der Vorstand schätzt das Schadensausmaß als sehr gering bis gering, die Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich und ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage somit als gering ein. Neue Technologien Die STS Group ist von ihrer Fähigkeit abhängig, sich an verändernde Technologien und neue Trends anzupassen und weiter neue Produkte zu entwickeln. Wenn es der STS Group künftig nicht gelingt, neue Produkte für die Automobil- und Lkw-Industrie vorzustellen, könnte sie ihre Wettbewerbsfähigkeit und Marktanteile verlieren. Der Vorstand schätzt das Schadensausmaß als sehr gering, die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich und ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage somit als gering ein. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Produkthaftungsansprüche Die STS Group kann Gegenstand von Produkthaftungsansprüchen und Ansprüchen in Bezug auf spezifische Leistungen oder Mängel ihrer Produkte werden, die Schadenersatzforderungen oder andere Ansprüche nach sich ziehen. Zudem fertigt die STS Group ihre Produkte auch nach Kundenspezifikationen sowie Leistungs- und Qualitätsanforderungen. Werden Produkte nicht rechtzeitig geliefert oder nicht in der vereinbarten Spezifikation können erhebliche Vertragsstrafen und Kosten der Nacharbeitung auf die STS Group zukommen. Der Vorstand schätzt das Schadensausmaß als sehr gering, die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich und ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage somit als gering ein. Anpassung der Steuerbemessungsgrundlage Die STS Group unterliegt weltweit Betriebsprüfungen durch Steuerbehörden, in denen ihre Berichtseinheiten tätig sind. In laufenden oder zukünftigen Betriebsprüfungen könnten die Steuergesetze oder relevanten Fakten durch die Steuerbehörden anders interpretiert oder beurteilt werden als von der STS Group. Folglich könnte es zu einer Anpassung der Steuerbemessungsgrundlage kommen und sich die Steuerschuld erhöhen. Eine Nachzahlung infolge der Anpassung der Steuerbemessungsgrundlage kann Auswirkungen auf die Finanzlage haben. Der Vorstand schätzt das Schadensausmaß als sehr gering, die Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich bis möglich und ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage somit als gering ein. Beeinträchtigung der Lieferfähigkeit Betriebsstörungen oder längere Produktionsausfälle könnten die Fähigkeit der STS Group beeinträchtigen im Hinblick auf die rechtzeitige Lieferung oder die Möglichkeit überhaupt liefern zu können. Die Betriebsunterbrechung kann dabei durch interne oder externe Umstände ausgelöst werden. Sollte die STS Group nicht in der Lage sein ihren vertraglichen Lieferverpflichtungen nachzukommen, könnte sich dies negativ auf die Geschäftstätigkeit und die Kundenbeziehung auswirken. Der Vorstand schätzt das Schadensausmaß als gering, die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich und ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als gering ein. Pandemierisiko Das Pandemierisiko im Falle der Rückkehr von COVID oder einer ähnlichen gelagerten Pandemischen Situation, stellt eine potenzielle Bedrohung dar, die zu STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Produktionsstopps und Umsatzverlusten führen könnte. Die Stabilität des Unternehmens könnte so beeinträchtigt werden. Zudem besteht die Gefahr von Lieferkettenunterbrechungen, Mitarbeiterausfällen. Der Vorstand schätzt das Schadensausmaß als mittel, die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich und ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als mittel ein. Unerwartete Preissteigerungen Ein unerwarteter Preisanstieg für Rohmaterialien, Komponenten und Ausrüstung, die die STS Group für die Entwicklung und Produktion ihrer Produkte benötigt, könnte zu Preissteigerungen führen, die sich nicht vollständig an die Kunden der STS Group weitergeben lassen oder anderweitig durch andere Kostenersparnisprogramme ausgeglichen werden können. Geopolitische Konflikte, wie der anhaltende Krieg Russlands gegen die Ukraine oder die diffizile Situation im Nahen Osten, bergen weiterhin das Risiko für neuerliche Preisschocks an den internationalen Rohstoff- und Energiemärkten. Im Laufe des Jahres 2023 hat sich die Lage an den Märkten weitgehend normalisiert und Preissprünge des Vorjahres wurden reduziert. Allerdings werden die Energiepreise, insbesondere in Deutschland, voraussichtlich weiterhin erhöht bleiben. Insgesamt zeichnen sich aktuell zwar keine ungewöhnlichen Preisentwicklungen ab, allerdings ist die Lage an den weltweiten Krisenherden sehr fragil und muss sorgfältig beobachtet werden. Ausschließlich die europäischen Produktionsstätten der STS-Gruppe sind von inflationären Energiekosten betroffen. Im Geschäftsjahr 2023 konnte die Gruppe einen Teil der Energiekosten durch Kompensationszahlungen ausgleichen, sowie Materialpreiserhöhungen an die Kunden weitergeben. Energielieferverträge wurden neu verhandeln und so die Kosten für 2024 fixiert. Die STS-Gruppe arbeitet kontinuierlich mit den führenden europäischen Energieversorgern zusammen und führt Gespräche mit allen Kunden, um auf sich abzeichnende Mehrkosten rechtzeitig einwirken zu können. Vor diesem Hintergrund schätzt der Vorstand die bestehenden Preis- und Beschaffungsrisiken hinsichtlich des Schadensausmaßes als mittel, die Eintrittswahrscheinlichkeit als wahrscheinlich und ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz und Ertragslage somit als mittel ein. Rechtliche Risiken Aus der Geschäftstätigkeit entstehen der STS Group rechtliche Risiken. Diese können aus Verstößen gegen gesetzliche oder andere rechtliche Anforderungen resultieren. Der Eintritt von rechtlichen Risiken könnte mit hohen Ergebnisauswirkungen verbunden sein. Der Vorstand schätzt das Schadensausmaß als sehr gering, die Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich und ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als gering ein. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 System- und Netzwerkstörungen Die STS Group setzt auf komplexe IT-Systeme und -Netzwerke, die durch erhöhte Hackeraktivitäten oder Betrug anfällig für Schäden, Unterbrechungen oder Cyberangriffe werden können. Obwohl die STS Group Vorkehrungen getroffen hat, um ihre Risiken im Zusammenhang mit System- und Netzwerkstörungen, Sicherheitsverletzungen oder ähnlichen Ereignissen zu managen, könnte dies zu einer längeren unvorhergesehenen Unterbrechung ihrer Systeme oder Netzwerke führen und dadurch den normalen Geschäftsbetrieb behindern und auch zum Verlust von Daten und Know-how des Kunden führen, was sich erheblich nachteilig auf ihr Geschäft und ihre Reputation auswirken könnte. Der Vorstand schätzt das Schadensausmaß als sehr gering, die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich und ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage daher als gering ein. Finanzielle Risiken Aus der Geschäftstätigkeit können immer auch finanzielle Risiken entstehen. Das Management der STS Group überwacht und steuert die mit den Geschäftsbereichen der STS Group verbundenen Finanzrisiken mithilfe der internen Risikoberichterstattung, die Risiken nach Grad und Ausmaß analysiert. Zu diesen Risiken zählen Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken (Währungs- und Zinsrisiken). In einigen wenigen Fällen minimiert die STS Group die Auswirkungen dieser Risiken durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente ist sehr limitiert, da derzeit nur sehr geringe Währungs- und Zinsexposures bestehen. Daneben gibt es Vorgaben für die Steuerung von Währungs-, Zins- und Ausfallrisiken. Darüber hinaus wurden Grundregeln für die Durchführung derivativer und nichtderivativer Finanzgeschäfte sowie für die Anlage überschüssiger Liquidität festgelegt. Die STS Group kontrahiert und handelt keine Finanzinstrumente, einschließlich derivativer Finanzinstrumente, für spekulative Zwecke. Das Liquiditätsmanagement wird von der STS Group AG zentral gesteuert, mit dem Ziel, Risiken aus der Konzernfinanzierung zu begrenzen. Dazu zählt auch die Überwachung der Einhaltung der externen Finanzierungsstrukturen sowie entsprechender Covenants. Zur Optimierung und Steuerung der Liquiditätslage der Gesellschaft setzt die STS Group auch Factoring-Transaktionen um. Um dieses Steuerungsinstrument aktiv nutzen zu können, werden zu den Debitoren der STS Group regelmäßige Bonitätseinkünfte eingeholt und Kreditlimits gesetzt. Die ausreichende Liquiditätsausstattung der Tochtergesellschaften – hier insbesondere der Tochtergesellschaften in Frankreich – werden zudem im Beteiligungscontrolling STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 überwacht. Die STS Group AG unterliegt zuletzt dem Finanzierungsrisiko aus der Abhängigkeit von weiteren Finanzierungen des Mehrheitsgesellschafters bzw. über die Tochtergesellschaften (mittels Management Fees und Dividenden). Allerdings wurden für das Berichtsjahr keine Management Fees an die französischen Gesellschaften weiterbelastet. Eine Dividendenauszahlung aus China für das abgelaufene Berichtsjahr, wird im Geschäftsjahr 2024 stattfinden. Außerdem werden bei Bedarf auch vom Mehrheitsaktionär kurzfristige Darlehen ausgegeben, um kurzfristigen Liquiditätsengpässen entgegenzuwirken. Zum Bilanzstichtag schätzt der Vorstand folglich das Schadensausmaß als gering, die Eintrittswahrscheinlichkeit als wahrscheinlich und ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage daher als mittel ein. Im Berichtsjahr gab es keine wesentlichen Veränderungen der Risikolage hinsichtlich des Schadensausmaßes und der Eintrittswahrscheinlichkeit sowie mit Bezug auf ihre Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 CHANCENBERICHT GESAMTWIRTSCHAFTLICHE CHANCEN Aktuell geht der IWF von einem weiterhin verhaltenen Wachstum der Weltwirtschaft für 2024 aus. Jedoch könnte sich die Weltwirtschaft auch nachhaltiger und dynamischer entwickeln als angenommen. So könnten etwa die Inflationsraten schneller sinken als erwartet, beispielsweise aufgrund einer Entspannung an den Arbeitsmärkten durch einen Abbau offener Stellen. Geringere Inflationserwartungen würden den nationalen Notenbanken erlauben, ihre Geldpolitik schneller wieder zu lockern, und gleichzeitig das Vertrauen der Unternehmen, Verbraucher und Finanzmärkte in die künftige wirtschaftliche Entwicklung stärken. Zudem könnten Regierungen in einigen großen Volkswirtschaften ihre fiskalpolitischen Unterstützungsmaßnahmen langsamer zurückfahren als gedacht und damit kurzfristig die wirtschaftliche Dynamik erhöhen. Eine zügige Reform des chinesischen Immobiliensektors und/oder stärkere Konjunkturmaßnahmen könnten das Verbrauchervertrauen verbessern, den privaten Konsum ankurbeln und damit zu einer stärker als erwarteten Erholung der chinesischen Wirtschaft führen. In fortgeschrittenen Volkswirtschaften könnte nach Meinung des IWF auch der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz die Arbeitsproduktivität erhöhen und damit positiv zum Wirtschaftswachstum beitragen. In Schwellen- und Entwicklungsländern könnten dagegen zügigere angebotsorientierte Reformen zu höheren in- und ausländischen Investitionen, Produktivitäts- und Wohlstandssteigerungen beitragen.32 BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE CHANCEN Emissionsfreie Nutzfahrzeuge mit politischem Rückenwind Die Automobilbranche befindet sich in einer mehrfachen Transformation. Dies betrifft einerseits die zunehmende Digitalisierung bis hin zu autonomem Fahren und andererseits die Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zu emissionsfreien Antriebstechnologien. Letzteres bietet auch Chancen für die STS Group. Beispielsweise wird der Wandel von Verbrennern zu emissionsfreien Lkws durch immer strengere gesetzliche Vorschriften vorangetrieben. Bereits im Jahr 2022 haben die USA eine Absichtserklärung unterzeichnet, nach der ab dem Jahr 2040 alle verkauften Trucks 32 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024 STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 und Busse emissionsfrei sein sollen. Ein Zwischenziel sieht einen Anteil an den Neuverkäufen von 30 % im Jahr 2030 vor.33 Im Januar 2024 hat sich das EU-Parlament auf eine Verschärfung der CO₂-Flottengrenzwerte für schwere Nutzfahrzeuge geeinigt. Ab dem Jahr 2030 müssen die Emissionen um 45 %, ab 2035 um 65 % und ab dem Jahr 2040 um 90 % geringer ausfallen als im Basisjahr 2005.34 Auch wenn dieser Beschluss noch einen kleinen Spielraum für konventionelle Verbrennungsmotoren lässt, ist davon auszugehen, dass die überwiegende Mehrheit der Fahrzeuge künftig batterieelektrisch oder mit Brennstoffzellen betrieben werden. Der Weltmarkt für emissionsfreie Nutzfahrzeuge soll dabei von 5,9 Mrd. USD im Jahr 2023 auf 60,8 Mrd. USD im Jahr 2032 wachsen, was einer durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate von 29,5 % entspricht.35 Der technische Fortschritt in der Elektromobilität und die zu erwartenden Investitionen dürften nicht nur den Fahrzeugherstellern, sondern auch deren Zulieferern neue Chancen und Möglichkeiten zur Wertschöpfung und Gewinnerzielung eröffnen. Neben dem Einsatz von Elektroantrieben leisten hier vor allem gewichtsreduzierende Technologien einen wichtigen Beitrag zur Emissionsreduzierung bei Nutzfahrzeugen. Die STS-Group ist mit ihren Produkten und Innovationen zur Emissionsreduzierung bei Nutzfahrzeugen folglich ein potenzieller Profiteur der branchenwirtschaftlichen Entwicklung. WEITERE CHANCEN Kontinuierlich wird aktiv nach neuen Chancen gesucht, um neue Kunden zu akquirieren bzw. Kunden zu binden und damit das Absatzwachstum zu realisieren. Der weitere Ausbau des Produktportfolios sowie die Expansion in Wachstumsregionen tragen mittel- und langfristig Wachstumschancen für die STS Group. Technologietrends mitgestalten Die Rückkehr zu einem Wachstumskurs der STS Group hängt vor allem von der Fähigkeit ab, neue Technologietrends wie autonomes Fahren und E-Mobilität mitzugehen, die passenden Lösungen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus erwartet die STS Group, dass der Trend zum autonomen Fahren eine Anpassung des Produktangebots erfordert, um den spezifischen Eigenschaften von elektronischen und elektrischen Geräten gerecht zu werden. Die Nachfrage in den wichtigsten Zielmärkten der STS Group wird zunehmend durch eine Reihe von Trends beeinflusst, insbesondere durch die Trends zur Emissionsreduzierung und die 33 https://blogs.edf.org/energyexchange/2022/11/18/u-s-signs-global-commitment-to-100-zero-emission-trucks-buses-at-cop27/ 34 https://www.euractiv.de/section/verkehr/news/einigung-eu-setzt-auf-emissionsfreie-lkw-und-busse/ 35 https://www.precedenceresearch.com/zero-emission-trucks-market STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 zunehmende Fokussierung auf E-Mobilität, die vor allem durch die in verschiedenen Regionen der Welt geforderten Emissionsziele getrieben werden. Die STS Group trägt diesen Trends Rechnung, indem ihre Werkstoffe die Herstellung von Produkten mit niedrigem Gewicht ermöglichen, die das Gesamtgewicht der Fahrzeuge reduzieren und so zu niedrigeren Emissionen bei gleichzeitig sinkenden Produktkosten für Strukturteile im Vergleich zu Metallprodukten führen. Alleinstellungsmerkmal Die STS Group betrachtet STS Plastics als einzigen Anbieter auf dem Markt, der sowohl duroplastische als auch thermoplastische Technologien anbieten kann und damit in der Lage ist, alle Märkte für solche Produkte zu bedienen oder sogar beide Technologien zu umfassenden Systemlösungen zu kombinieren. Variable Losgrößen Die STS Group kann ihre Losgröße am individuellen Bedarf ihrer Kunden skalieren. Die STS Group hat den Vorteil, dass sie durch ihre angewandten Technologien wie Verbundwerkstoffe kleine und große Losgrößen für ihre Kunden produzieren kann. Dadurch kann die STS Group ein breites Kundenspektrum für alle ihre Produkte adressieren und grenzt sich dadurch von größeren Automobil- und Lkw- Teilelieferanten ab, die sich nur auf die Betreuung von Kunden bei Großserienaufträgen konzentrieren und dadurch wirtschaftlichen Verschlechterungen ausgesetzt sind, wenn solche Großkunden die Anzahl der von ihnen bezogenen Pkw- und Lkw-Teile reduzieren. Breite Marktaufstellung Die STS Group verfügt in ihren Schlüsselmärkten über eine starke global integrierte Basis, von der aus sie weiteres internationales Wachstum generieren kann. Die STS Group betreibt 13 Standorte in fünf Ländern auf drei Kontinenten mit großen Standorten in den wichtigsten regionalen Märkten Europa, China sowie Nordamerika. Diese Anlagen befinden sich strategisch ausgewählt in der Nähe oder eingebunden in die Sequenzieranlagen ihrer großen OEM-Kunden und ermöglichen es der STS Group, die Dienstleistungen und Produkte, die ihre Kunden benötigen, durch den Einsatz von lokalem Personal, das für den Betrieb solcher Anlagen qualifiziert und auf die Bedürfnisse der lokalen Kunden abgestimmt ist, zeitnah und kostengünstig anzubieten. Darüber hinaus kann die STS Group mit ihren Schlüsselkunden organisch wachsen und besser auf die sich ändernden Bedürfnisse ihrer internationalen Kunden eingehen, da sie ihre Situation aufgrund ihrer Nähe und ihres Verständnisses für das Geschäft ihrer Kunden kennen. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Großaufträge Die STS Group AG plant mit dem im Jahr 2023 neu errichteten Werk ab dem Serienproduktionsstart im ersten Halbjahr 2024, künftig auch den USA Markt zu erschließen. Damit kann die STS Group neben dem chinesischen und dem europäischen Markt, auch auf den zweitgrößten Nutzfahrzeugmarkt weltweit bauen und dort Marktanteile gewinnen. Die dort etablierten Long-Nose-Trucks stellen für die STS-Produkte ein sehr großes Umsatzpotenzial pro Fahrzeug dar. Zudem kann die STS Group auf die bereits in Europa bestehenden Kundenbeziehungen zurückgreifen und diese zu ihrem Vorteil für die Akquisition von weiteren Projekten in den USA nutzen. Schnelle Handlungsfähigkeit Das Unternehmen verfügt über eine schlanke Unternehmensstruktur mit direkter Berichterstattung an den Vorstand. Das ermöglicht eine schnelle Handlungsfähigkeit, um sofort auf Trends oder Herausforderungen reagieren zu können. Langjährige Kundenbeziehungen Das Unternehmen verfügt über eine schlanke Unternehmensstruktur mit direkter Berichterstattung an den Vorstand. Die langjährigen Kundenbeziehungen von durchschnittlich mehr als 20 Jahren (Europa > 20 Jahre, China > 10 Jahre und USA >10 Jahre) unterstützen auf Basis eines hohen Auftragsbestands eine starke Position in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld. Außerdem kann das erfahrene Management-Team der STS Group seine langjährigen OEM-Beziehungen durch die Nutzung starker Kundenbeziehungen in Cross-Selling-Möglichkeiten monetarisieren. Verbund mit der Adler Pelzer Gruppe Mit der Übernahme der Mehrheitsanteile an der STS Group AG durch die Adler Pelzer Group kann die Gesellschaft auf einen strategischen Mehrheitsaktionär mit globaler Präsenz und fundierten Kenntnissen in der Automotive Branche zählen. Im Verbund mit der Adler Pelzer Group liegen vor allem Chancen in der strategischen Neuausrichtung der Aktivitäten in der Automobilindustrie. Durch die Bündelung von wirtschaftlichen Aktivitäten innerhalb des STS - Adler Pelzer – Verbundes können sowohl Synergien auf der Beschaffungsseite genutzt als auch neue sowie bestehende Märkte erschlossen und ausgebaut werden. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZU CHANCEN UND RISIKEN Die Risiko- und Chancenlage der STS Group hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Einschätzung des Vorstands insgesamt nicht wesentlich verändert. Aus Sicht des Vorstands bergen insbesondere die vielfältigen geo-, wirtschafts- und handelspolitischen Konflikte – u.a. der anhaltende Krieg in der Ukraine, der Nahost- Konflikt, Spannungen zwischen den USA, der EU und China, die anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA – sowie deren potenzielle Auswirkungen auf die Weltwirtschaft im Allgemeinen und die Automobilindustrie im Speziellen weiterhin nicht einschätzbare Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung der STS Group. Die Analyse für das Berichtsjahr hat weder zum Bilanzstichtag noch zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses Risiken ergeben, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand der Gesellschaft oder des Konzerns gefährden. Bestandsgefährdende Risiken sind nach Einschätzung des Vorstands auch auf absehbare Zeit nicht erkennbar. Unter Berücksichtigung der wesentlichen Chancen zeigt die Gesamtrisikolage der STS Group eine Risiko- und Chancensituation, auf die die risikobegrenzenden Maßnahmen und die Konzernstrategie entsprechend ausgerichtet sind. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 PROGNOSEBERICHT GESAMTWIRTSCHAFTLICHE PROGNOSE STABILES WACHSTUM AUF NIEDRIGEM NIVEAU Das globale Wirtschaftswachstum zeigt sich zwar stabil aber gleichzeitig auch nicht besonders dynamisch. Die Folgen des Krieges in der Ukraine sind weiterhin spürbar, die geld- und fiskalpolitischen Möglichkeiten zur Unterstützung der Konjunktur sind vielfach begrenzt. Das Aufflammen immer neuer geopolitischer Krisenherde sorgt für zusätzliche Verunsicherung. Laut Prognose des IWF wird das globale Wachstum sich auch im Jahr 2024 stabil auf dem Vorjahresniveau von 3,1 % bewegen. Selbst im Jahr 2025 wird derzeit nur mit einer minimalen Belebung gerechnet, so dass das weltwirtschaftliche Umfeld insgesamt relativ verhalten bleibt. Bei den Inflationsraten geht der IWF von einer stetigen Verringerung in den nächsten Jahren aus. Von einer globalen Inflationsrate von 6,8 % in 2023 soll die Teuerung in 2024 auf 5,8 % fallen und in 2025 auf 4,4 % zurückgehen.36 CHINESISCHE KONJUNKTUR LEIDET UNTER DER IMMOBILIENKRISE Unter dem Eindruck der anhaltenden Krise des wichtigen Immobiliensektors und einer gedämpften Auslandsnachfrage wird sich die Konjunktur in China im laufenden Jahr voraussichtlich abschwächen. Die schwerwiegenden Anpassungsreaktionen im Immobiliensektor wirken sich dabei insbesondere negativ auf private Investitionen, Verbrauchervertrauen und letztlich auch den privaten Konsum aus. Vor diesem Hintergrund prognostiziert der IWF für das Jahr 2024 ein deutlich geringeres Wirtschaftswachstum von lediglich 4,6 %.37 Für die Zukunft ist zu erwarten, dass sich das Wachstum der Volksrepublik in den kommenden Jahren verlangsamt.38 VERHALTENE WACHSTUMSBESCHLEUNIGUNG IM EURORAUM Der IWF hat im Januar 2024 seine Wachstumsprognose für den Euroraum nach unten korrigiert und erwartet für das Gesamtjahr nun ein leicht beschleunigtes Wachstum von 36 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024 37 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024 38 https://www.imf.org/en/News/Articles/2024/02/01/pr2433-china-imf-executive-board-concludes-2023-article-iv-consultation STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 0,9 %. Wesentlicher Wachstumstreiber soll der private Konsum sein. Dieser soll vom Rückgang der durch den Ukrainekrieg ausgelösten Energiepreisschocks und damit wieder steigenden Reallohneinkommen profitieren.39 NACHLASSENDES WACHSTUM IN NORDAMERIKA Nach dem unerwartet starken Wachstum des Jahres 2023 wird sich die konjunkturelle Dynamik in den USA im Jahr 2024 voraussichtlich etwas abschwächen. Hier werden sich die Auswirkungen der geld- und fiskalpolitischen Straffung ebenso bemerkbar machen, wie eine zunehmende Entspannung des Arbeitsmarktes, was insgesamt zu einer schwächeren gesamtwirtschaftlichen Nachfrage führen wird. Der IWF geht daher für das Gesamtjahr von einem leicht geringeren Wachstum von 2,1 % aus.40 Auch die mexikanische Wirtschaft wird nach Einschätzung des IWF im Jahr 2024 an Schwung verlieren. Das Erreichen von Kapazitätsgrenzen, eine anhaltend restriktive Geldpolitik und das schwächer werdende Wachstum der US-Wirtschaft sind die wesentlichen Treiber hinter dieser Entwicklung.41 Demnach erwartet der IWF für das Jahr 2024 ein Wachstum von 2,7 %.42 Bei der Inflation prognostiziert der IWF für 2024 einen weiteren Rückgang auf einen jährlichen Durchschnittswert von 3,8 %.43 DEUTSCHE WIRTSCHAFT WENIG DYNAMISCH Die deutsche Wirtschaft bleibt auch im Jahr 2024 das Sorgenkind unter den großen Industrienationen. Laut dem If iO W wirken sich dabei vor allem die unklaren Folgen der notwendigen Haushaltskonsolidierung nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimatransformationsfonds aus. Während sich die Bauwirtschaft weiterhin in der Krise befindet, dürften positive Wachstumsimpulse hauptsächlich vom privaten Konsum ausgehen, der bei höheren Lohnabschlüssen und sinkender Inflation von deutlich steigenden Realeinkommen profitieren soll. So wird etwa ein Rückgang der Jahresinflationsrate auf 2,3 % prognostiziert. Belebende Effekte von der weiterhin verhaltenen Weltwirtschaft werden dagegen kaum erwartet. Der Arbeitsmarkt wird dabei weitgehend stabil bleiben, die Arbeitslosenquote dürfte nach Ansicht des IfW nur leicht von 5,7 % (2023) auf 5,8 % (2024) steigen und dann wieder auf 5,6 % (2025) sinken. Insgesamt prognostiziert das IfW für das Jahr 2024 ein Wirtschaftswachstum 39 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024 40 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024 41 https://www.imf.org/en/News/Articles/2023/10/03/mexico-staff-concluding-statement-of-the-2023-article-iv-mission 42 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024 43 https://www.imf.org/en/Countries/MEX#countrydata STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 von 0,9 %.44 Weniger optimistisch ist der IWF, der seine Erwartungen im Januar 2024 um 0,4 Prozentpunkte nach unten korrigierte und nur eine Wachstumsrate von 0,5 % vorhersagt.45 In diesem Zusammenhang beurteilt auch die Industrie ihre Auftragslage als stark verschlechtert. Gleichzeitig sind auch die Auftragsbestände, die nach den Lieferengpässen der Pandemie-Zeit bisher noch als stabilisierender Faktor gewirkt hatten, ebenfalls gesunken, so dass diese Pufferfunktion zunehmend entfällt. Die als zwischenzeitliche Reaktion auf die genannten Lieferengpässe aufgebauten Lagerbestände wirken nun dämpfend die Nachfrage. Die Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe dürfte in diesem Umfeld nur moderat ansteigen. Die Exporte dürften laut der Winterprognose des IfW nach einem Rückgang von 2,0 % im vergangenen Jahr, nun 2024 um 0,6 % sinken. 2025 sollen die Ausfuhren dann wieder kräftig um 3,6 % steigen.46 BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE PROGNOSE Die Herausforderungen im Automotive-Bereich haben sich verschoben. Nachdem sich die Lieferketten weitgehend normalisiert haben, besteht nun das größere Risiko darin, dass die grundsätzlich vorhandene Nachfrage aufgrund des aufgestauten Nachholbedarfs der Verbraucher durch die zunehmende Verunsicherung infolge der globalen wirtschaftlichen und geopolitischen Krisen ausgebremst wird.47 Wesentliche Themen der Automobilindustrie sind weiterhin die Transformation, insbesondere im Bereich Elektromobilität inklusive Batterietechnik, das autonome Fahren sowie die Digitalisierung.48 Bei den schweren Nutzfahrzeugen erwartet der VDA eine weitgehend rückläufige Entwicklung. Für Europa wird ein Rückgang von 10 % erwartet, in den USA werden es voraussichtlich 5 % sein. In China soll sich die Erholung weiter fortsetzen mit einem Plus von 8 %. 49 44 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/aktuelles/haushaltskonsolidierung-belastet-konjunkturaussichten-inflation-sinkt-deutlich/ 45 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024 46 https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/6c4fd05f-bb55-42f7-b7a4-96b9fc631caf-KKB_110_2023- Q4_Deutschland_DE.pdf 47 https://www.spglobal.com/mobility/en/research-analysis/sp-global-mobility-forecasts-883m-auto-sales-in-2024.html 48 https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2024/240130_PM_VDA-Pr-sidentin-Hildegard-M-ller-fordert-Paradigmenwechsel 49 https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2024/240130_PM_VDA-Pr-sidentin-Hildegard-M-ller-fordert-Paradigmenwechsel STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 PROGNOSE DER GRUPPE FÜR 2024, ERREICHUNG DER PROGNOSE FÜR 2023 Für das Geschäftsjahr 2023 hatte der Vorstand im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2022, der am 20. April 2023 veröffentlicht wurde, vor dem Hintergrund eines erwarteten neuerlichen Aufschwungs des chinesischen Nutzfahrzeugmarktes ein leichtes Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr sowie einen deutlichen Anstieg des adjusted EBITDA prognostiziert. Relevante Sonderaufwendungen waren für das Geschäftsjahr nicht geplant, daher war das adjusted EBITDA mit dem EBITDA gleichzusetzen. Anlässlich der Veröffentlichung ausgewählter Neunmonatszahlen konkretisierte der Vorstand diese Prognose dahingehend, dass nun ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich sowie weiterhin ein deutlicher Anstieg des EBITDA mit einer zugehörigen EBITDA-Marge zwischen 6,5 % und 7,5 % erwartet wurde. Im Berichtsjahr lag die Umsatzentwicklung mit einem Umsatz von 277,9 Mio. EUR und einem Umsatzwachstum von 18,2 % gut im Rahmen der prognostizierten Bandbreite. Das Umsatzwachstum ist sowohl auf den europäischen als auch vor allem auf den margenstarken chinesischen Geschäftsbereich zurückzuführen. So konnte sich das adjusted EBITDA deutlich erholen und stieg von 9,6 Mio. EUR im Vorjahr, auf 20,5 Mio. EUR im Berichtsjahr. Sonderaufwendungen fielen wie erwartet im Geschäftsjahr nicht an. Mit mehr als einer Verdopplung hat das EBITDA damit die Prognose voll erfüllt. Die EBITDA-Marge lag mit 7,5 % am oberen Ende der im November prognostizierten Bandbreite und hat diese somit ebenfalls erfüllt. Für das Geschäftsjahr 2024 geht der Vorstand insbesondere auf Grund des Anlaufs des neuen Werks in den USA von einem erneuten Umsatzwachstum im höheren einstelligen Prozentbereich aus. Die EBITDA Marge wird für das Geschäftsjahr im hohen einstelligen Prozentbereich prognostiziert. Relevante Sonderaufwendungen sind für das Geschäftsjahr nicht geplant, daher entspricht das adjusted EBITDA dem EBITDA. ALLGEMEINER RISIKOHINWEIS Eine Prognose ist mit Unsicherheiten versehen, die einen erheblichen Einfluss auf die prognostizierte Umsatz- und Ergebnisentwicklung haben können. Aufgrund der aktuellen politischen Lage in Osteuropa in Zusammenhang mit der Ukrainekrise, können die entsprechenden Auswirkungen zum aktuellen Zeitpunkt nicht abgeschätzt werden. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN GEM. § 289 A UND § 315 A HGB Die STS Group AG ist als börsennotierte Gesellschaft, deren stimmberechtigte Aktien an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 WpÜG notiert sind, verpflichtet, in den Lage- bzw. Konzernlagebericht die in § 289a HGB und § 315a HGB bezeichneten Angaben offenzulegen. Diese Informationen sollen Dritten, die an der Übernahme einer börsennotierten Gesellschaft interessiert sind, ermöglichen, sich ein Bild von der Gesellschaft, ihrer Struktur und potenziellen Übernahmehindernissen zu machen. ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS Das gezeichnete Kapital der STS Group AG betrug zum 31. Dezember 2023 insgesamt 6.500.000,00 EUR (31. Dezember 2022: 6.500.000,00 EUR) und war eingeteilt in 6.500.000 auf den Inhaber lautende, nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 EUR je Aktie. Ein Anspruch der Aktionäre auf Verbriefung ihrer Anteile ist nach § 5 Abs. 2 der Satzung der STS Group AG ausgeschlossen, soweit dies gesetzlich zulässig und nicht eine Verbriefung nach den Regeln einer Börse erforderlich ist, an der die Aktie zum Handel zugelassen ist. Die STS Group AG ist berechtigt, Einzelurkunden oder Sammelurkunden über die Aktien auszustellen. Eine Eintragung in einem Aktienregister gemäß § 67 Abs. 1 des Aktiengesetzes (AktG) hat bei Inhaberaktien nicht zu erfolgen. Sämtliche Aktien sind mit gleichen Rechten und Pflichten verbunden. Die Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des AktG, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG. Zum 31. Dezember 2023 befanden sich 50.000 Aktien im eigenen Bestand. BESCHRÄNKUNGEN, DIE DIE STIMMRECHTE ODER DIE ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN BETREFFEN Jede Aktie gewährt gemäß § 21 Abs. 1 der Satzung der STS Group AG in der Hauptversammlung eine Stimme und ist gemäß § 24 Abs. 2 der Satzung der STS Group AG maßgebend für den Anteil der Aktionäre am Gewinn der STS Group AG. Hiervon ausgenommen sind von der STS Group AG gehaltene eigene Aktien, aus denen der STS STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Group AG keine Rechte zustehen. Beschränkungen des Stimmrechts von Aktien können sich insbesondere aus aktienrechtlichen Vorschriften wie beispielsweise aus § 136 AktG ergeben. Verstöße gegen Mitteilungspflichten im Sinne der §§ 33 Abs. 1, 38 Abs. 1 und 39 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) können dazu führen, dass nach Maßgabe des § 44 WpHG Rechte aus Aktien und auch das Stimmrecht zumindest zeitweise nicht bestehen. Vertragliche Beschränkungen der Stimmrechte sind der STS Group AG nicht bekannt. Die Aktien der Gesellschaft sind in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Regelungen für die Übertragung von Inhaberaktien frei übertragbar und es bestehen keine Einschränkungen der Übertragbarkeit. Ergänzend wird auf die im Konzernanhang gemachten Angaben im Abschnitt 4.11. Eigenkapital verwiesen. BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10,0 % DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITEN Zum 31. Dezember 2023 bestanden die folgenden direkten und indirekten Beteiligungen am Kapital der STS Group AG, die die Schwelle von 10 % der Stimmrechte überschritten haben: Der größte Anteilseigner der STS Group AG, die Adler Pelzer Holding GmbH mit Sitz in Hagen (Deutschland) war zuletzt bei der Hauptversammlung am 07. Juli 2023 mit 74,42 % der Stimmrechte an der STS Group AG vertreten. Es sind keine weiteren Stimmrechtsmitteilungen der Adler Pelzer GmbH erfolgt, da keine neuen relevanten Schwellenwerte über- bzw. unterschritten wurden. Darüber hinaus sind der STS Group AG direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte erreichen oder überschreiten, nicht gemeldet worden und auch nicht anderweitig bekannt. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHEN Es wurden keine Aktien mit Sonderrechten ausgegeben, die Kontrollbefugnisse verleihen. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 STIMMRECHTSKONTROLLE BEI DER BETEILIGUNG VON ARBEITNEHMERN Soweit die STS Group AG im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen Aktien an Mitarbeiter ausgegeben hat oder ausgibt, werden diese den Mitarbeitern unmittelbar übertragen. Die begünstigten Mitarbeiter können die ihnen aus den Mitarbeiteraktien zustehenden Kontrollrechte, wie andere Aktionäre, unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Bestimmungen der Satzung ausüben. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 ERNENNUNG UND ABBERUFUNG VON MITGLIEDERN DES VORSTANDS; ÄNDERUNGEN DER SATZUNG Die Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sind in den §§ 84 und 85 AktG geregelt. Gemäß § 7 Abs. 1 der Satzung der STS Group AG besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Die genaue Anzahl wird durch den Aufsichtsrat bestimmt. Der Aufsichtsrat kann gemäß § 7 Abs. 2 der Satzung der STS Group AG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Eine Änderung der Satzung bedarf nach §§ 119 Abs. 1 Nr. 5, 179 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, ist gemäß § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG in Verbindung mit § 12 Abs. 4 der Satzung der STS Group AG dem Aufsichtsrat übertragen. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat durch Hauptversammlungsbeschluss vom 03. Mai 2018 ermächtigt worden, § 4 Abs. 3 der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des Bedingten Kapitals 2018/I und nach Ablauf sämtlicher Options- und Wandlungsfristen zu ändern. Zudem ist der Aufsichtsrat durch Hauptversammlungsbeschluss vom 07. Juli 2023 ermächtigt worden, § 4 Abs. 5 der Satzung nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals aus dem Genehmigten Kapital 2023/I oder nach Ablauf der Ermächtigungsfrist entsprechend dem Umfang der bis dahin erfolgten Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2023/I anzupassen. Beschlüsse der Hauptversammlung bedürfen der einfachen Stimmenmehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals, soweit nicht das Gesetz zwingend eine größere Mehrheit vorschreibt (§ 21 Abs. 2 der Satzung der STS Group AG). Dementsprechend bedürfen – in Abweichung von § 179 Abs. 2 Satz 1 AktG – auch satzungsändernde Beschlüsse der Hauptversammlung neben der einfachen Stimmenmehrheit der Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals, es sei denn, das Gesetz schreibt zwingend eine größere Mehrheit vor. Zudem genügt nach § 21 Abs. 2 der Satzung der STS Group AG – in Abweichung von § 103 Abs. 1 Satz 2 AktG – die Stimmenmehrheit für die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern. BEFUGNISSE DES VORSTANDS, AKTIEN AUSZUGEBEN ODER ZURÜCKZUKAUFEN a) GENEHMIGTES KAPITAL 2023/I STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Nach Auslaufen der Ermächtigungsfrist am 02. Mai 2023 für das am 3. Mai 2018 beschlossene Genehmigte Kapital 2018/I ist der Vorstand durch Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Juli 2023 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum Ablauf von fünf Jahren, gerechnet ab dem Tag der Eintragung dieses Genehmigten Kapitals in das Handelsregister, um bis zu 3,25 Mio. EUR einmalig oder mehrmals durch Ausgabe von bis zu 3.250.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2023/I“). Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats für eine oder mehrere Kapitalerhöhungen im Rahmen des Genehmigten Kapitals 2023/I auszuschließen, (i) für Spitzenbeträge; (ii) bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, sofern der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des bei Beschlussfassung der Hauptversammlung oder – sofern dieser Betrag niedriger ist – im Zeitpunkt der Ausnutzung der vorliegenden Ermächtigung vorhandenen Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits an einer Wertpapierbörse gelisteten Aktien gleicher Gattung und Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet. Bei der Berechnung der 10 %-Grenze sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung zum Zeitpunkt ihrer Ausnutzung in direkter oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss bereits ausgegeben oder veräußert worden sind. Ferner sind Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Options- und/oder Wandlungsrechten bzw. Options- und/oder Wandlungspflichten aus Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen auszugeben sind, sofern diese Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in sinngemäßer Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben wurden; (iii) bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zur Gewährung von neuen Aktien im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen oder anderen mit einem solchen Zusammenschluss oder Erwerb im Zusammenhang stehenden einlagefähigen Wirtschaftsgütern einschließlich des Erwerbs von Forderungen gegen die Gesellschaft oder sonstigen Vermögensgegenständen; STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 (iv) soweit dies im Hinblick auf den Verwässerungsschutz erforderlich ist, um den Inhabern bzw. Gläubigern von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften im Rahmen einer dem Vorstand von der Hauptversammlung erteilten Ermächtigung ausgegeben werden oder wurden, ein Bezugsrecht in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung von Options- und/oder Wandlungsrechten bzw. nach Erfüllung von Options- und/oder Wandlungspflichten zustehen würde; (v) zur Bedienung von Options- und/oder Wandlungsrechten bzw. Options- und/oder Wandlungspflichten aus von der Gesellschaft begebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen; (vi) im Falle der Kooperation mit einem anderen Unternehmen, wenn das Zusammenwirken dem Gesellschaftsinteresse dient und das kooperierende Unternehmen eine Beteiligung verlangt; (vii) um Aktien an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Mitglieder der Geschäftsführung und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen zur Erfüllung eines Aktienoptionsprogramms oder eines sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms ausgeben zu können. Die neuen Aktien können dabei auch an einen Intermediär oder ein gleichgestelltes Unternehmen ausgegeben werden, welches diese Aktien mit der Verpflichtung übernimmt, sie ausschließlich an die hiernach begünstigten Personen weiterzugeben. Die näheren Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 5 der Satzung der STS Group AG. Mangels bis jetzt vorgenommene Kapitalerhöhungen und mangels damit verbundener Inanspruchnahme des Genehmigten Kapitals 2023/I, hat sich das Genehmigte Kapital 2023/I nicht reduziert und besteht in Höhe von 3,25 Mio. EUR fort. b) BEDINGTES KAPITAL 2018/I Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Mai 2018 um bis zu 2.000.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 2.000.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 1,00 EUR je Stückaktie bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2018/I“). Das Bedingte Kapital 2018/I dient der Gewährung von Aktien bei Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten bzw. bei Erfüllung von Options- oder Wandlungspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger von aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Mai 2018 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente). Die näheren Einzelheiten ergeben sich aus dem Ermächtigungsbeschluss sowie aus § 4 Abs. 3 der Satzung der STS Group AG. Bis zum Ablauf der Ermächtigungsfrist am 02. Mai 2023 wurden keine Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen ausgegeben und demnach auch keinen Gläubigern bzw. Inhabern von Schuldverschreibungen Wandlungs- oder Optionsrechte auf Aktien gewährt. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 c) BEDINGTES KAPITAL 2018/II Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Mai 2018 um bis zu 500.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 500.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 1,00 EUR je Stückaktie bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2018/II“). Das Bedingte Kapital 2018/II wird nur insoweit durchgeführt, wie gemäß dem Aktienoptionsprogramm 2018 nach Maßgabe des Beschlusses der Hauptversammlung vom 3. Mai 2018 Bezugsrechte ausgegeben wurden, die Inhaber der Bezugsrechte von ihrem Ausübungsrecht Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt. Das Gesamtvolumen der Bezugsrechte verteilt sich auf die berechtigten Personengruppen wie folgt: Vorstandsmitglieder erhalten höchstens insgesamt bis zu 200.000 • Bezugsrechte Mitglieder von Geschäftsführungen verbundener Unternehmen erhalten • höchstens insgesamt bis zu 100.000 Bezugsrechte Arbeitnehmer der Gesellschaft erhalten höchstens insgesamt bis zu • 150.000 Bezugsrechte Arbeitnehmer verbundener Unternehmen erhalten höchstens insgesamt • bis zu 50.000 Bezugsrechte. Die näheren Einzelheiten ergeben sich aus dem Ermächtigungsbeschluss sowie aus § 4 Abs. 4 der Satzung der STS Group AG. Bis zum Ablauf der Ermächtigungsfrist am 02. Mai 2023 wurden keine Bezugsrechte ausgegeben. d) AKTIENRÜCKKAUF Der Vorstand der STS Group AG ist in den in § 71 AktG gesetzlich geregelten Fällen zum Rückkauf von eigenen Aktien und zur Veräußerung zurückgekaufter Aktien befugt. Mit Beschluss vom 3. Mai 2018 ermächtigte die Hauptversammlung den Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum Ablauf des 2. Mai 2023 eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft erworben hat und noch besitzt oder ihr nach den STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt 10 % des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots bzw. mittels einer öffentlichen Aufforderung an die Aktionäre zur Abgabe von Verkaufsangeboten. Der Vorstand wurde durch Hauptversammlungsbeschluss vom 3. Mai 2018 ermächtigt, die eigenen Aktien neben einer Veräußerung über die Börse oder mittels eines Angebots an alle Aktionäre zu jedem zulässigen Zweck, insbesondere auch wie folgt zu verwenden: (i) Sie können eingezogen werden und das Grundkapital der Gesellschaft um den auf die eingezogenen Aktien entfallenden Teil des Grundkapitals herabgesetzt werden. (ii) Sie können Dritten gegen Sachleistungen angeboten und auf diese übertragen werden. (iii) Sie können gegen Barzahlung an Dritte veräußert werden, wenn der Preis zu dem die Aktien der Gesellschaft veräußert werden, den Börsenpreis einer Aktie der Gesellschaft zum Veräußerungszeitpunkt nicht wesentlich unterschreitet (§ 186 Abs. 3 Satz 4 AktG). Der auf die Anzahl der aufgrund dieser Ermächtigung veräußerten Aktien entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals darf 10 % nicht übersteigen. (iv) Sie können zur Bedienung von Erwerbspflichten oder Erwerbsrechten auf Aktien der Gesellschaft aus und im Zusammenhang mit von der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften ausgegebenen Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen oder Genussrechten mit Wandel- oder Optionsrechten verwendet werden. Die näheren Einzelheiten ergeben sich aus dem Ermächtigungsbeschluss. Der Vorstand wurde durch Hauptversammlungsbeschluss vom 3. Mai 2018 zudem ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien bis zu insgesamt 5 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals durch Einsatz von Derivaten (Put- oder Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) zu erwerben. Die Laufzeit der Optionen muss so gewählt werden, dass der Aktienerwerb in Ausübung der Optionen spätestens am 2. Mai 2023 erfolgt. Den Aktionären steht – in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG – ein Recht, derartige Optionsgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, nicht zu. Die näheren Einzelheiten ergeben sich aus dem Ermächtigungsbeschluss. Für weiterführende Angaben und Informationen, verweisen wir auf Abschnitt 4.11. Eigenkapital des Anhangs. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 WESENTLICHE VEREINBARUNGEN, DIE UNTER DER BEDINGUNG EINES KONTROLLWECHSELS INFOLGE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS STEHEN Die STS Group AG hat keine wesentlichen Vereinbarungen abgeschlossen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels beinhalten. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN, DIE FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS MIT DEN MITGLIEDERN DES VORSTANDS ODER ARBEITNEHMERN GETROFFEN SIND Mit dem Vorstand sind für den Fall eines Kontrollwechsels keine Entschädigungsvereinbarungen getroffen worden. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 CORPORATE GOVERNANCE ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄSS § 289F HGB UND § 315D HGB Im Zuge der Erklärung zur Unternehmensführung berichtet die STS Group AG über die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat. Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB ist öffentlich zugänglich unter: https://www.sts.group/de/investor-relations/corporate-governance ENTSPRECHENSERKLÄRUNG NACH § 161 AKTG Vorstand und Aufsichtsrat der STS Group AG haben im Februar 2024 die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung abgegeben. Sie ist öffentlich zugänglich unter: https://www.sts.group/de/investor-relations/corporate-governance ABHÄNGIGKEITSBERICHT Unsere Gesellschaft, die STS Group AG, hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für den Berichtszeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns zum Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder unterlassen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Andere Maßnahmen wurden im Berichtszeitraum auf Veranlassung oder im Interesse der herrschenden Unternehmen oder eines mit den herrschenden Unternehmen verbundenen Unternehmens nicht getroffen oder unterlassen. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 NICHTFINANZIELLE KONZERNERKLÄRUNG Der Verpflichtung zur Abgabe einer nichtfinanziellen Erklärung (NFE) nach §§ 315b, 289b HGB kommt die STS Group AG mit der Veröffentlichung eines gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts auf der Website der STS Group AG unter https://www.sts.group/de/investor-relations/publikationen nach. Die NFE umfasst neben einer Beschreibung des Geschäftsmodells zudem Angaben zu folgenden Aspekten, soweit diese für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, der Geschäftsergebnisse, der Lage des Konzerns sowie der Auswirkungen des Geschäftsverlaufs auf diese Aspekte erforderlich sind: ▪ Umweltbelange ▪ Arbeitnehmerbelange ▪ Achtung von Menschenrechten ▪ Bekämpfung von Korruption und Bestechung ▪ Kunden- und Lieferantenbeziehungen STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 STS GROUP AG Ergänzend zur Berichterstattung über den STS Group Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der STS Group AG. Die STS Group AG ist die Muttergesellschaft des STS Group Konzerns und führt die entsprechenden Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Zu den Leitungs- und Zentralfunktionen, die von der STS Group AG übernommen werden, zählen das konzernweite Finanz- und Rechnungswesen, Erbringung von Management- und Dienstleistungen in den Bereichen der strategischen Unternehmensentwicklung sowie die weltweite Unternehmens- und Marketingkommunikation. Für diese Aufgabenstellungen war zum 31. Dezember 2023 ein Mitarbeiter (2022: ein) bei der STS Group AG angestellt. Die STS Group AG hält direkt oder indirekt Anteile an acht Gesellschaften. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der STS Group AG entsprachen im Wesentlichen denen des STS Group Konzerns, wie in den Grundlagen des Konzerns und im Wirtschaftsbericht beschrieben. Die STS Group AG stellt ihren Jahresabschluss im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards („IFRS“), sondern nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs („HGB“) auf. Der vollständige Jahresabschluss wird separat veröffentlicht unter https://www.sts.group/de/investor- relations/publikationen Für die STS Group AG stellen die Umsätze aus Management- und Dienstleistungsgebühren sowie das Jahresergebnis, das wesentlich von den Erträgen aus Dividendenzahlungen der Tochtergesellschaften geprägt ist, die wesentlichen Leistungsindikatoren dar. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 ERTRAGSLAGE Die wirtschaftliche Lage der STS Group AG ist im Wesentlichen durch die operative Tätigkeit ihrer Tochtergesellschaften geprägt. An den operativen Ergebnissen der Tochtergesellschaften partizipiert die STS Group AG über deren Ausschüttungen. Damit wird die wirtschaftliche Lage der STS Group AG indirekt über die STS Group bestimmt, die im Wirtschaftsbericht erläutert ist. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER STS GROUP AG NACH HGB in TEUR 2023 2022 Umsatzerlöse 185 197 Sonstige betriebliche Erträge 496 126 Personalaufwand -160 -261 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegen- stände des Anlagevermögens und Sachanlagen -39 -39 Sonstige betriebliche Aufwendungen -3.896 -3.531 Erträge aus Beteiligungen 3.949 6.262 Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1 1 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 135 40 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -575 -246 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 -314 Ergebnis nach Steuern 96 2.235 Sonstige Steuern 0 0 Jahresüberschuss/- fehlbetrag 96 2.235 Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 2.235 0 Bilanzgewinn 2.331 2.235 Im Geschäftsjahr 2023 blieb der Umsatz mit 185 TEUR (2022: 197 TEUR) aufgrund weiterhin geringerer Umlagen für Management- und Unternehmensdienstleistungen, die den Tochtergesellschaften in Rechnung gestellt wurden fast unverändert. Dies hängt in der Folge mit dem Unternehmensfinanzsanierungsprozess zusammen, wodurch in den Jahren 2022 und 2023 keine Managementdienstleistungen an die französischen Gesellschaften verrechnet wurden. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen über dem Niveau der vorangegangenen Perioden (2023: 496 TEUR; 2022: 126 TEUR). Diese Position enthält im Wesentlichen Erträge für die Weiterbelastung der Verwaltungskostenumlage der Adler Pelzer Group an die deutsche Tochtergesellschaft in Höhe von 411 TEUR. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Auch im Geschäftsjahr 2023 konnten die Personalkosten weiter reduziert werden. Der Personalaufwand belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 160 TEUR nach 261 TEUR im Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich gegenüber Vorjahr um 351 TEUR auf 3.896 TEUR im Geschäftsjahr 2023. Die Erhöhung dieser Position war insbesondere auf die Aufwendungen an verbundene Unternehmen zurückzuführen, die überwiegend die geleisteten Dienstleistungen des Mehrheitsaktionärs beinhalten. Die Erträge aus Beteiligungen beliefen sich zum 31. Dezember 2023 auf 3.949 TEUR (2022: 6.262 TEUR). In dieser Position werden Dividendenzahlungen der Tochtergesellschaften ausgewiesen. Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens beliefen sich um 31. Dezember 2023 auf 1 TEUR (2022: 1 TEUR). Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge lagen bei 136 TEUR (2022: 40 TEUR) zum Bilanzstichtag. Der Zinsaufwand lag mit 575 TEUR deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 246 TEUR. Dieser ist im Wesentlichen auf Zinsen an verbundenen Unternehmen zurückzuführen. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beliefen sich zum 31. Dezember 2023 auf 0 TEUR (2022: 314 TEUR), die analog zum Vorjahr im Wesentlichen im Rahmen der Dividendenzahlung aus dem Vorjahr von der ausländischen Tochtergesellschaft in Höhe von 6.262 TEUR resultieren. Nach Abzug von Steuern ergab sich ein Jahresüberschuss von 96 TEUR (2022: Jahresüberschuss von 2.235 TEUR), der auch dem Bilanzgewinn 2023 entspricht. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 VERMÖGENS- UND FINANZLAGE BILANZ DER STS GROUP AG NACH HGB 31. Dezember 2023 2022 in TEUR Aktiva 19.172 Anlagevermögen 19.133 Immaterielle Vermögensgegenstände 36 76 Sachanlagen 0 0 Finanzanlagen 19.097 19.096 3.890 Umlaufvermögen 8.014 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 7.991 3.432 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 23 458 7 Rechnungsabgrenzungsposten 9 27.156 23.068 Summe Aktiva Passiva 16.094 15.997 Eigenkapital 727 643 Rückstellungen Sonstige Rückstellungen 727 643 Verbindlichkeiten 10.336 6.428 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 190 70 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 10.142 3.054 Sonstige Verbindlichkeiten 3 3.304 27.156 23.068 Summe Passiva Die Bilanzsumme erhöhte sich zum 31. Dezember 2023 auf 27.156 TEUR (2022: 23.068 TEUR). Die Bilanzsummenverlängerung ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen zurückzuführen, diese resultiert im Wesentlichen aus der beschlossenen Dividendenausschüttung einer Tochtergesellschaft, welche in 2024 ausbezahlt wird. Auf der Passiv Seite trug die Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zur Verlängerung bei. Abschreibungsbedingt reduzierten sich die immateriellen Vermögensgegenstände (2023: 36 TEUR; 2022: 76 TEUR). Die Finanzanlagen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 19.097 TEUR (2022: 19.096 TEUR). Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen erhöhten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen zum Bilanzstichtag auf 7.990 TEUR (2022: 3.432 TEUR). STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 Die liquiden Mittel sanken um 435 TEUR auf 23 TEUR (2022: 458 TEUR). Bei den flüssigen Mitteln handelt es sich um Guthaben bei Kreditinstituten sowie um den Kassenbestand. Die Reduktion der flüssigen Mittel ist auf die weiterhin ausbleibenden Zahlungseingänge der Management Fees zurückzuführen. Das Eigenkapital erhöhte sich um 97 TEUR und blieb mit 16.094 TEUR fast unverändert zum Vorjahr (15.997 TEUR). Der Bilanzgewinn aus dem Vorjahr wurde in voller Höhe in die Gewinnrücklagen eingestellt. Bei einer gleichzeitigen Bilanzsummenverlängerung verringerte sich die Eigenkapitalquote auf 59,3%, nach 69,3 % % im Vorjahr. Im Berichtsjahr wurden keine Dividenden ausgezahlt. Die Rückstellungen erhöhten sich von 643 TEUR im Vorjahr auf 727 TEUR zum 31. Dezember 2023. Die Erhöhung dieses Postens ist auf die Bildung von Rückstellungen für Aufsichtsratsmitglieder und Jahresabschlussaufwendungen zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich zum Bilanzstichtag um 7.088 TEUR auf 10.142 TEUR. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf die Weiterbelastung von Rechts- und Beratungsleistungen des Mehrheitsaktionärs zurückzuführen. Die sonstigen Verbindlichkeiten verringerten sich zum 31. Dezember 2023 auf 4 TEUR (2022: 3.304 TEUR). Die Reduzierung ist auf das im Jahr 2023 vollständig zurückbezahlte Darlehen gegenüber dem früheren Mehrheitsgesellschafter zurückzuführen. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 CHANCEN UND RISIKEN Die Geschäftsentwicklung der STS Group AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Chancen und Risiken wie die der STS Group. An den Risiken ihrer Tochtergesellschaften partizipiert die STS Group AG grundsätzlich direkt oder indirekt. Aus den Beziehungen zu den Tochtergesellschaften können zusätzlich aus vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen sowie Abschreibungen auf die Anteile an verbundenen Unternehmen resultieren. Die STS Group AG unterliegt zuletzt dem Finanzierungsrisiko und der Abhängigkeit der STS Group AG von der weiteren Finanzierung durch den Mehrheitsgesellschafter bzw. über die Tochtergesellschaften (mittels Management Fees und Dividenden). Wir verweisen auf die Erläuterungen zu den finanziellen Risiken im Risikobericht. Die STS Group AG ist als Mutterunternehmen in das konzernweite Risikomanagementsystem des STS Group Konzerns eingebunden. Die nach § 289 Abs. 4 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die STS Group AG erfolgt im Kapitel „Risiko- und Chancenbericht“. STS GROUP GESCHÄFTSBERICHT 2023 PROGNOSE Die Gesellschaft war für das Geschäftsjahr 2023 von Erlösen aus Managementdienstleistungen auf dem Niveau von 2022 ausgegangen, da auch für 2023 letztmalig keine Managementdienstleistungen an die französischen Einheiten verrechnet werden können. Zudem war auf Grund der Geschäftsentwicklung in China im Geschäftsjahr 2022, keine Vereinnahmung aus Dividendenzahlung im Jahr 2023 geplant. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 wurde dahingehend erreicht, dass die Erlöse aus Managementdienstleistungen wie erwartet auf dem Niveau von 2022 (197 TEUR) lagen und im Geschäftsjahr keine Vereinnahmung einer Dividende aus China stattgefunden hat. Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet das Management nur einen leichten Anstieg der Erlöse aus Managementdienstleistungen, da einerseits wieder eine Verrechnung an die französischen Einheiten stattfinden wird, sich aber anderseits die zugrundeliegende Kostenbasis in der STS Group AG deutlich reduziert hat. Weiter wird eine Vereinnahmung einer Dividende aus der chinesischen Tochtergesellschaft in Höhe von rund 4 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024 erwartet. Allgemeiner Risikohinweis Eine Prognose ist mit Unsicherheiten versehen, die einen erheblichen Einfluss auf die prognostizierte Umsatz- und Ergebnisentwicklung haben kann. Hagen, den 27. März 2024 Alberto Buniato (CEO) STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Jahresabschluss der pi STS Group AG zum 31. Dezember 2023 1 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2023 2023 2022 in TEUR 1. Umsatzerlöse 185 197 2. Sonstige betriebliche Erträge 496 126 3. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter -142 -236 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Alters- versorgung und für Unterstützung -18 -25 4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegen- stände des Anlagevermögens und Sachanlagen -39 -39 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen -3.896 -3.531 (davon Aufwand aus der Währungsumrechnung) -1 -43 6. Erträge aus Beteiligungen 3.949 6.262 (davon aus verbundenen Unternehmen) 3.949 6.260 7. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1 1 (davon aus verbundenen Unternehmen) 1 1 8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 135 40 (davon aus verbundenen Unternehmen) 135 40 9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -575 -246 (davon an verbundene Unternehmen) -575 0 10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 -314 11. Ergebnis nach Steuern 96 2.235 12. Sonstige Steuern 0 0 13. Jahresüberschuss 96 2.235 14. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 2.235 0 15. Bilanzgewinn 2.331 2.235 2 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023 December 31, 2023 December 31, 2022 in TEUR Aktiva A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 36 76 II. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 19.065 19.065 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 32 31 19.097 19.096 19.133 19.172 B. Umlaufvermögen I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 0 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10 7.957 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.406 3. Sonstige Vermögensgegenstände 34 16 23 II. Guthaben bei Kreditinstituten 458 8.014 3.890 C. Rechnungsabgrenzungsposten 9 7 Gesamt Aktiva 27.156 23.068 3 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 December 31, 2023 December 31, 2022 in TEUR PASSIVA A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital 6.500 6.500 Rechnerischer Wert eigene Anteile -50 -50 Ausgegebenes Kapital 6.450 6.450 (2.500) (Bedingtes Kapital) (2.500) II. Kapitalrücklage 6.193 6.193 III. Gewinnrücklagen 1. Gesetzliche Rücklage 5 5 2. Andere Gewinnrücklage 1.115 1.115 IV. Bilanzgewinn 2.331 2.235 16.094 15.998 B. Rückstellungen Sonstige Rückstellungen 727 643 727 643 C. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 190 70 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 10.142 3.054 3. Sonstige Verbindlichkeiten 3 3.304 10.336 6.428 Gesamt Passiva 27.156 23.068 4 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Anhang zum Jahresabschluss für die STS Group AG zum 31. Dezember 2023 Inhalt 1. Allgemeine Angaben..................................................................................................................... 7 2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze ................................................................................ 7 3. Erläuterungen zur Bilanz............................................................................................................. 9 3.1 Immaterielle Vermögensgegenstände.................................................................................. 9 Finanzanlagevermögen......................................................................................................... 9 3.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände......................................................... 10 3.3 Guthaben bei Kreditinstituten........................................................................................... 10 3.4 3.5 Rechnungsabgrenzungsposten........................................................................................... 10 3.6 Eigenkapital......................................................................................................................... 11 Rückstellungen.................................................................................................................... 16 3.7 Verbindlichkeiten................................................................................................................ 16 3.8 4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung.................................................................. 16 4.1 Umsatzerlöse........................................................................................................................ 16 Sonstige betriebliche Erträge............................................................................................. 16 4.2 Personalaufwand................................................................................................................. 17 4.3 4.4 Abschreibungen .................................................................................................................. 17 4.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen ................................................................................ 17 Erträge aus Beteiligungen .................................................................................................. 17 4.6 Finanzerträge und Finanzaufwendungen......................................................................... 18 4.7 4.8 Ertragsteuern ...................................................................................................................... 18 5. Sonstige Angaben........................................................................................................................ 18 Honorar des Abschlussprüfers .......................................................................................... 18 5.1 Aufsichtsrat ......................................................................................................................... 19 5.2 5.3 Vorstand .............................................................................................................................. 20 5.4 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten ........................... 21 Haftungsverpflichtungen.................................................................................................... 21 5.5 Finanz- und Liquiditätsrisiko ............................................................................................ 22 5.6 Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex § 161 AktG... 22 5.7 5.8 Konzernzugehörigkeit ........................................................................................................ 23 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag .................................................................................. 25 5.9 5.10 Vorschlag für die Ergebnisverwendung (§ 285 Nr. 34 HGB).......................................... 25 5 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Versicherung des gesetzlichen Vertreters..................................................................................... 28 6 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 1. Allgemeine Angaben Die STS Group AG (nachstehend auch die “Gesellschaft“ genannt) ist eine in Deutschland ansässige börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in der Kabeler Straße 4, 58099 Hagen. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hagen unter HRB 12420 eingetragen. Mehrheitsaktionärin der STS Group AG ist die Adler Pelzer Holding GmbH, Hagen, Deutschland. Die Gesellschaft ist an der Frankfurter Wertpapierbörse im General Standard gelistet. Der vorliegende Jahresabschluss der STS Group AG wurde gem. §§ 242 ff. und §§ 264 ff. Handelsgesetzbuch („HGB“) sowie den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes („AktG“) aufgestellt. Die Gesellschaft ist nach § 264d HGB kapitalmarktorientiert und gilt daher gemäß § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB als große Gesellschaft. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Bilanzvermerke werden teilweise im Anhang angeführt. Der Jahresabschluss wurde in Euro aufgestellt bzw. Tausend Euro (TEUR), falls nicht anders angegeben. Hierdurch kann es vereinzelt auch zu Rundungsdifferenzen +/- 1 TEUR kommen. Das Geschäftsjahr der Gesellschaft ist das Kalenderjahr. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Der Abschluss der Gesellschaft wurde unverändert nach den folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und unter der Prämisse der Fortführung des Unternehmens erstellt (siehe Abschnitt 5.6 Finanz- und Liquiditätsrisiko für weitergehende Erläuterungen). Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten bewertet. Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderung voraussichtlich dauerhaft ist. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. 7 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Das gezeichnete Kapital wird zum Nennbetrag bilanziert. Sonstige Rückstellungen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bemessen und mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet, Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und den steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsab- grenzungsposten sowie auf steuerliche Verlustvorträge ermittelt. Verlustvorträge sind jedoch nur insoweit einzubeziehen, als eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraums von fünf Jahren möglich ist. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Im Falle einer Steuerentlastung wird entsprechend dem Aktivierungswahlrecht auf die Bilanzierung verzichtet. Umsatzerlöse werden monatlich zum Zeitpunkt der Weiterbelastung realisiert. 8 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 3. Erläuterungen zur Bilanz 3.1 Immaterielle Vermögensgegenstände Zum 31. Dezember 2023 betragen die immateriellen Vermögensgegenstände TEUR 36 (2022: TEUR 76) und umfassen im Wesentlichen entgeltlich von Dritten erworbene Nutzungsrechte an Software. Für weitere Informationen zu immateriellen Vermögensgegenständen wird auf den Anlagenspiegel in der Anlage 1 zum Anhang verwiesen. 3.2 Finanzanlagevermögen Zum 31. Dezember 2023 beträgt das Finanzanlagevermögen TEUR 19.097 (2022: TEUR 19.096). Die Anteile an verbundenen Unternehmen blieben im Vergleich zum 31. Dezember 2022 unverändert und betragen TEUR 19.065. Die Anteile betreffen folgende Unternehmen: Ergebnis des letzten Kapitalanteil zum Eigenkapital 2023 Geschäftsjahres in TEUR 31.12.2023 2023 in TEUR Name und Sitz STS Plastics SAS, Paris, Frankreich 1.176 6.500 100% STS Composites France SAS, St. Désirat, Frankreich 3.593 8.398 100% MCR SAS, Tournon, Frankreich 57 4.969 100% STS Composites Germany GmbH, Kandel, Deutschland -651 -987 100% Inoplast Truck S.A. de C.V., Ramos, Mexiko 597 7.247 100% 1) STS Plastics Co. Ltd., Jiangyin, China 1.452 30.507 100% STS Plastics Shi Yan, China 239 -569 100% 2) STS Group North America Inc., Dalware, USA -3.751 -5.826 100% 1) 0,02% der Anteile an der Inoplast Truck S.A. de C.V., Mexiko werden mittelbar durch die STS Plastics Holding SAS, Frankreich gehalten. 2) 100% der Anteile an der STS Plastics Shi Yan, China werden mittelbar durch die STS Plastics Co. Ltd., Jiangyin, China gehalten. Die Zahlen basieren auf IFRS. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen mit einem Buchwert von TEUR 32 (2022: TEUR 31) bestehen aus einer langfristigen Darlehensforderung gegenüber einer Tochtergesellschaft. Für weitere Informationen zum Finanzanlagevermögen wird auf den Anlagenspiegel in der Anlage 1 zum Anhang verwiesen. 9 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 3.3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 7.991 (2022: TEUR 3.432). Diese Erhöhung ist im Wesentlichen der Zunahme der Forderungen gegen verbundenen Unternehmen geschuldet. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stellen in Höhe von TEUR 684 (2022: TEUR 160) zugleich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von TEUR 275 (2022: TEUR 197) sonstige Vermögensgegenstände dar und betreffen ein Verrechnungskonto. Weiterhin weisen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen zum Bilanzstichtag gewährte Darlehen in Höhe von TEUR 3.049 (2022: TEUR 3.049) an verbundene Unternehmen aus sowie Dividendenansprüche in Höhe von TEUR 3.949. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen zum 31. Dezember 2023 TEUR 0 (2022: TEUR 10). Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 34 enthalten debitorische Kreditoren in Höhe von TEUR 16 (2022: TEUR 16) sowie Vorsteuer, die in der Folgeperiode abziehbar ist, in Höhe von TEUR 18 (2022: TEUR 0). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen besitzen in Höhe von TEUR 3.049 eine Laufzeit von mehr als einem Jahr. 3.4 Guthaben bei Kreditinstituten Zum 31. Dezember 2023 betrugen die liquiden Mittel TEUR 23 (2022: TEUR 458). 3.5 Rechnungsabgrenzungsposten Zum 31. Dezember 2023 belaufen sich die Rechnungsabgrenzungsposten auf TEUR 9 (2022: TEUR 7) und betreffen im Wesentlichen Versicherungsprämien sowie Beratungsleistungen im Finanz- und IT- Bereich. 10 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 3.6 Eigenkapital Das Eigenkapital der STS Group AG setzt sich wie folgt zusammen: 31. Dezember 2023 31. Dezember 2022 in TEUR Gezeichnetes Kapital 6.500 6.500 -50 -50 Rechnerischer Wert eigene Anteile 6.450 Ausgegebenes Kapital 6.450 (2.500) (2.500) Bedingtes Kapital Kapitalrücklagen 6.193 6.193 Gewinnrücklagen gesetzliche Rücklage 5 5 andere Gewinnrücklage 1.115 1.115 Bilanzgewinn 2.331 2.235 Eigenkapital 16.094 15.998 Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital der STS Group AG betrug zum 31. Dezember 2023 TEUR 6.500 (31. Dezember 2022: TEUR 6.500) und besteht aus 6.500.000 (2022: 6.500.000) Inhaberaktien (Stückaktien) mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft von jeweils EUR 1,00 (2022: EUR 1,00). Das gezeichnete Kapital der STS Group AG ist vollständig eingezahlt. Jede im Umlauf befindliche Aktie berechtigt zu einer Stimme in der Hauptversammlung. Erwerb eigener Anteile Am 21. November 2018 hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, unter Ausnutzung der von der Hauptversammlung am 3. Mai 2018 erteilten Ermächtigung ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu TEUR 1.000 (ohne Erwerbsnebenkosten) aufzulegen („Aktienrückkaufprogramm 2018/I“). Die Ermächtigung sieht vor, dass der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Mai 2023 eigene Anteile der Gesellschaft bis zu einem Umfang von 10 % des jeweiligen Grundkapitals erwerben darf. Die Aktien dürfen über die Börse erworben werden, mittels eines öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten. Die Ermächtigung sieht vor, dass der Vorstand die eigenen Aktien zu jedem zulässigen Zweck verwenden kann. Ebenso ist der Vorstand weiterhin ermächtigt, eigene Anteile auch unter Einsatz von Derivaten zu erwerben. Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2018/I sollten im Zeitraum vom 22. November 2018 bis zum 21. Mai 2019 insgesamt bis zu 50.000 eigene Aktien der Gesellschaft zurückgekauft werden. 11 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Das Aktienrückkaufprogramm 2018/1 konnte für folgenden Zwecken verwendet werden: • Reduzierung des Grundkapitals der Gesellschaft durch Einziehung der Aktien • Bedienung von Erwerbspflichten oder Erwerbsrechten auf Aktien der Gesellschaft aus und im Zusammenhang mit von der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften ausgegebenen Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen oder Genussrechten mit Wandel- oder Optionsrechten, oder • Erfüllung von Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern und Organmitgliedern der Gesellschaft und ihrer verbundenen Unternehmen aus einem Aktienoptionsprogramm der Gesellschaft. Der letzte Erwerb fand am 3. Mai 2019 statt, es wurden insgesamt 50.000 eigene Aktien mit einem auf sie entfallenden Betrag am Grundkapital von EUR 50.000 zurückgekauft und somit das Programm an diesem Tag beendet. Die eigenen Anteile entsprechen einem Anteil am Grundkapital von 0,8%. Ausgegebenes Kapital Genehmigtes Kapital 2023/I Nach Auslaufen der Ermächtigungsfrist am 02. Mai 2023 für das am 3. Mai 2018 beschlossene Genehmigte Kapital 2018/I ist der Vorstand durch Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Juli 2023 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum Ablauf von fünf Jahren, gerechnet ab dem Tag der Eintragung dieses Genehmigten Kapitals in das Handelsregister, um bis zu 3,25 Mio. EUR einmalig oder mehrmals durch Ausgabe von bis zu 3.250.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2023/I“). Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats für eine oder mehrere Kapitalerhöhungen im Rahmen des Genehmigten Kapitals 2023/I auszuschließen, (i) für Spitzenbeträge; (ii) bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, sofern der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des bei Beschlussfassung der Hauptversammlung oder – sofern dieser Betrag niedriger ist – im Zeitpunkt der Ausnutzung der vorliegenden Ermächtigung vorhandenen Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits an einer Wertpapierbörse gelisteten Aktien gleicher Gattung und Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet. Bei der Berechnung der 10 %-Grenze sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung zum Zeitpunkt ihrer Ausnutzung in direkter oder entsprechender 12 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss bereits ausgegeben oder veräußert worden sind. Ferner sind Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Options- und/oder Wandlungsrechten bzw. Options- und/oder Wandlungspflichten aus Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen auszugeben sind, sofern diese Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in sinngemäßer Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben wurden; (iii) bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zur Gewährung von neuen Aktien im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen oder anderen mit einem solchen Zusammenschluss oder Erwerb im Zusammenhang stehenden einlagefähigen Wirtschaftsgütern einschließlich des Erwerbs von Forderungen gegen die Gesellschaft oder sonstigen Vermögensgegenständen; (iv) soweit dies im Hinblick auf den Verwässerungsschutz erforderlich ist, um den Inhabern bzw. Gläubigern von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften im Rahmen einer dem Vorstand von der Hauptversammlung erteilten Ermächtigung ausgegeben werden oder wurden, ein Bezugsrecht in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung von Options- und/oder Wandlungsrechten bzw. nach Erfüllung von Options- und/oder Wandlungspflichten zustehen würde; (v) zur Bedienung von Options- und/oder Wandlungsrechten bzw. Options- und/oder Wandlungspflichten aus von der Gesellschaft begebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen; (vi) im Falle der Kooperation mit einem anderen Unternehmen, wenn das Zusammenwirken dem Gesellschaftsinteresse dient und das kooperierende Unternehmen eine Beteiligung verlangt; (vii) um Aktien an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Mitglieder der Geschäftsführung und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen zur Erfüllung eines Aktienoptionsprogramms oder eines sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms ausgeben zu können. Die neuen Aktien können dabei auch an einen Intermediär oder ein gleichgestelltes Unternehmen ausgegeben werden, welches diese Aktien mit der Verpflichtung übernimmt, sie ausschließlich an die hiernach begünstigten Personen weiterzugeben. Die näheren Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 5 der Satzung der STS Group AG. Mangels bis jetzt vorgenommene Kapitalerhöhungen und mangels damit verbundener Inanspruchnahme des Genehmigten Kapitals 2023/I, hat sich das Genehmigte Kapital 2023/I nicht reduziert und besteht in Höhe von 3,25 Mio. EUR fort. 13 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Bedingtes Kapital Bedingtes Kapital 2018/I Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Mai 2018 um bis zu 2.000.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 2.000.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 1,00 EUR je Stückaktie bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2018/I“). Das Bedingte Kapital 2018/I dient der Gewährung von Aktien bei Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten bzw. bei Erfüllung von Options- oder Wandlungspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger von aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Mai 2018 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente). Die näheren Einzelheiten ergeben sich aus dem Ermächtigungsbeschluss sowie aus § 4 Abs. 3 der Satzung der STS Group AG. Bis zum Ablauf der Ermächtigungsfrist am 02. Mai 2023 wurden keine Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen ausgegeben und demnach auch keinen Gläubigern bzw. Inhabern von Schuldverschreibungen Wandlungs- oder Optionsrechte auf Aktien gewährt. Bedingtes Kapital 2018/II Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Mai 2018 um bis zu 500.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 500.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 1,00 EUR je Stückaktie bedingt erhöht ("Bedingtes Kapital 2018/II"). Das Bedingte Kapital 2018/II wird nur insoweit durchgeführt, wie gemäß dem Aktienoptionsprogramm 2018 nach Maßgabe des Beschlusses der Hauptversammlung vom 3. Mai 2018 Bezugsrechte ausgegeben wurden, die Inhaber der Bezugsrechte von ihrem Ausübungsrecht Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt. Das Gesamtvolumen der Bezugsrechte verteilt sich auf die berechtigten Personengruppen wie folgt: • Vorstandsmitglieder erhalten höchstens insgesamt bis zu 200.000 Bezugsrechte • Mitglieder von Geschäftsführungen verbundener Unternehmen erhalten höchstens insgesamt bis zu 100.000 Bezugsrechte • Arbeitnehmer der Gesellschaft erhalten höchstens insgesamt bis zu 150.000 Bezugsrechte • Arbeitnehmer verbundener Unternehmen erhalten höchstens insgesamt bis zu 50.000 Bezugsrechte. Die näheren Einzelheiten ergeben sich aus dem Ermächtigungsbeschluss sowie aus § 4 Abs. 4 der Satzung der STS Group AG. Bis zum Ablauf der Ermächtigungsfrist am 02. Mai 2023 wurden keine Bezugsrechte ausgegeben. 14 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Kapitalrücklage Zum 31. Dezember 2023 beläuft sich die Kapitalrücklage auf TEUR 6.193 (2022: TEUR 6.193). Im Geschäftsjahr 2023 wurden keine Beträge in die Kapitalrücklage eingestellt oder daraus entnommen. Die Kapitalrücklage setzt sich wie im Vorjahr aus der Kapitalrücklage nach § 272 II Nr. 1 HGB i. H. v. TEUR 1.000 und aus der Kapitalrücklage nach § 272 II Nr. 4 HGB i. H. v. TEUR 5.193 zusammen. Gewinnrücklagen Die gesetzliche Rücklage beträgt zum 31. Dezember 2023 TEUR 5 (31. Dezember 2022: TEUR 5). Die anderen Gewinnrücklagen betragen zum 31. Dezember 2023 TEUR 1.115 (31. Dezember 2022: TEUR 1.115). Bilanzgewinn Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr beträgt TEUR 2.331 (2022: TEUR 2.235). Der im Bilanzgewinn enthaltene Gewinnvortrag des Vorjahres beträgt TEUR 2.235. 15 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 3.7 Rückstellungen Die Rückstellungen entwickelten sich im Geschäftsjahr 2023 wie folgt: Stand zum Stand zum 1. Januar Inanspruch- 31. Dezember in TEUR 2023 nahme Auflösung Zuführung 2023 Abschluss und Prüfungskosten 290 282 8 489 489 Personalkosten 10 10 0 10 10 Aufsichtsratvergütung 334 333 1 220 220 Ausstehende Rechnungen 4 12 0 16 8 Sonstige Rückstellungen 5 0 5 0 0 Summe sonstige Rückstellungen 643 637 14 735 727 3.8 Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten belaufen sich im Berichtszeitraum auf TEUR 10.336 (2022: TEUR 6.428). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 10.142 (2022: TEUR 3.054) betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 1.010; 2022: TEUR 2.696) und kreditorische Debitoren gegen verbundene Unternehmen (TEUR 109; 2022: TEUR 358). Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten solche aus Steuern in Höhe von TEUR 2 (2022 TEUR 8) und solche im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von TEUR 1 (2022: TEUR 1). In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind in Höhe von TEUR 9.023 (2022: TEUR 0) Darlehensverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. Die übrigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.313 besitzen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. 4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 4.1 Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2023 in Höhe von TEUR 185 (2022: TEUR 197) resultieren aus den an die Tochtergesellschaften in Rechnung gestellten Gebühren für Management- und Unternehmensdienstleistungen. 4.2 Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge des Geschäftsjahres 2023 belaufen sich auf TEUR 496 (2022: TEUR 126) und betreffen mit TEUR 14 (2022: TEUR 114) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Daneben sind hierin Erträge aus Sachbezügen für die private Fahrzeugnutzung in Höhe von TEUR 6 (2022: TEUR 6) enthalten. Sie enthalten ferner sonstige Erträge aus konzerninterner Weiterverrechnung von Verwaltungs- und Beratungsdienstleistungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von rund TEUR 412 (2022: TEUR 0) sowie periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 64 (2022: TEUR 5). 16 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 4.3 Personalaufwand Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich 1 (2022: 1) Mitarbeiter (Angestellte) beschäftigt. 4.4 Abschreibungen Im Geschäftsjahr 2023 wurden Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 39 (2022: TEUR 39) erfasst. Für weitere Informationen zu Abschreibungen wird auf den Anlagenspiegel in der Anlage 1 zum Anhang verwiesen. 4.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten in TEUR 2023 2022 Aufwendungen an verbundene Unternehmen 2.410 226 Abschluss- und Prüfungskosten 924 529 Aufsichtsratsvergütung 220 220 Rechts- und Beratungskosten 139 1.752 Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 101 94 Büro- und Verwaltungsaufwendungen 32 33 Reparatur, Instandhaltung und Wartung 17 29 Abgänge aus dem Anlagevermögen 15 14 Mietaufwendungen (inkl. Kfz) 12 25 Versicherungen, Beiträge und sonstige Abgaben 11 96 KFZ-Kosten 8 11 Nebenkosten Geldverkehr 2 6 Reisekosten 2 5 Fremdleistungen und Fremdarbeiten 2 3 Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 1 43 Periodenfremde Aufwendungen 0 24 Raumkosten 0 6 Werbekosten 0 415 Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.896 3.531 Die Aufwendungen an verbundene Unternehmen in Höhe vom TEUR 2.410 beinhalten Management Fees der Mehrheitsaktionärin. 4.6 Erträge aus Beteiligungen Die Erträge aus Beteiligungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 3.949 (2022: TEUR 6.262) und betreffen Dividendeneinnahmen aus einer Tochtergesellschaft. 17 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 4.7 Finanzerträge und Finanzaufwendungen Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf insgesamt TEUR 1 (2022: TEUR 1) davon aus verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 1 (2022: TEUR 1). Sonstige Zinserträge belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 135 (2022: TEUR 41) davon aus verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 135 (2022: TEUR 40). Zinsen und ähnliche Aufwendungen betreffen im Geschäftsjahr 2023 in Höhe von TEUR 575 (2022: TEUR 246) verbundene Unternehmen. In den Finanzerträgen- sowie Aufwendungen des Berichtsjahres sind keine Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung bzw. außergewöhnlicher Bedeutung enthalten. 4.8 Ertragsteuern Im Geschäftsjahr 2023 sind Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von TEUR 0 (2022: TEUR 314) zu verzeichnen. Im Vorjahr entfallen diese im Wesentlichen auf einbehaltene Quellensteuern in Bezug auf Dividenden der ausländischen Tochtergesellschaften. Im Hinblick auf die globale Mindestbesteuerung (Pillar 2) wurde die Umsatzgrenze i. H. v. 750 Mio. EUR in mindestens zwei Wirtschaftsjahren in einem Betrachtungszeitraum von 4 Jahren nicht überschritten und ist somit nicht einschlägig. 5. Sonstige Angaben 5.1 Honorar des Abschlussprüfers Die Angaben für das Gesamthonorar des Abschlussprüfers unterbleiben gem. § 285 Nr. 17 HGB im Jahresabschluss der STS Group AG, da die STS Group AG einen Konzernabschluss aufstellt und die Angaben zum Gesamthonorar in diesem Konzernabschluss gemacht werden. Das Gesamthonorar entfällt ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen. 18 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 5.2 Aufsichtsrat Mitglieder des Aufsichtsrats der STS Group AG waren im Geschäftsjahr 2023: Paolo Scuderi, Wirtschaftsingenieur Vorsitzender des Aufsichtsrats Vorstandsvorsitzender der: - Adler Plastic S.p.A - Adlergroup S.p.A. - GAIA Holding Srl Geschäftsführer - Adler Polska Sp.z o.o. Adler Pelzer Swiss AG Aufsichtsrat der - Adler Pelzer Holding GmbH Pietro Lardini, MBA (Bocconi) Geschäftsführer - Adler Pelzer Holding GmbH - HP Pelzer Automotive GmbH - Adler Pelzer Clion GmbH - RAT-Spezialmaschinen GmbH - Vegroteppichboden GmbH - HP Pelzer Min GmbH - HP Pelzer Projektführungs GmbH - HP-chemie Pelzer (UK) Ltd - CAB Automotive Ltd. - Adler Evo S.r.l. - HP-Pelzer s.r.o. - Adler Pelzer Swiss AG - Hankook Pelzer Ltd. - Chongqing HP Pelzer Automotive Interior Systems Co., Ltd. - Hangzhou HP Pelzer Automotive Interior Systems Co., Ltd. - Nanjing HP Pelzer Automotive Interiors System Co.. Ltd - HP Pelzer Automotive Interiors Systems (Taicang)Co. Ltd - Taicang RAT Machinery & Technology Co. LTD. - Pimsa Adler Otomotiv A.S., - HP Pelzer Pimsa Otomotiv A.S. - Pimsa Otomotiv Tekstilleri Sanayi ve Tikaret A.S. - HP Pelzer Automotive Systems Inc. 19 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Pietro Gaeta, Rechtsanwalt Vorstand der - AdlerGroup S.p.A. - Adler Plastic S.p.A. - G.A.I.A. Holding S.r.l. - Tecno Tessile Adler S.r.l. - Tenuta La Fratta società agricola a responsabilità limitata - Mercato S.r.l. - Almas Partecipazioni Industriali S.p.A. Vorsitzender des Verwaltungsrates der Revisionsstelle der: - Società Nolana per Imprese Elettriche – S.N.I.E. S.p.A. - Mandara Group S.p.A. - G-Box S.p.A. - Vrent S.p.A. Geschäftsführer - AvvocatoGaeta S.t.a.p.a. Aufsichtsrat der - Adler Pelzer Holding GmbH Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats beliefen sich auf TEUR 220 (2022: TEUR 220). 5.3 Vorstand Mitglieder des Vorstands der STS Group AG: Alberto Buniato CEO (Alleinvorstand) MBA Verwaltungsratsvorsitzender der: STS Plastics S.A.S. STS Composites France S.A.S. HPP Systems de Mexico S.A de C.V. Pachuca/Mexico Vorstandsvorsitzender der: STS Plastics Co., Ltd. HP Pelzer Automotive Systems Inc. Pelzer de Mexico S.A. de. C.V. Mitglied der Geschäftsführung der: STS Composites Germany GmbH MCR S.A.S. HP Carpets, LLC RAT de Mexico de S.A. de C.V. 20 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Die Mitglieder des Vorstands erhielten im Geschäftsjahr 2023 eine Gesamtvergütung in Höhe von TEUR 0 (2022: TEUR 176). 5.4 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in einer Gesamthöhe von TEUR 0 (2022: TEUR 10) aus KfZ-Leasingverträgen. 5.5 Haftungsverpflichtungen Die STS Group AG haftet unverändert zum Vorjahr bei einem unmittelbaren Tochterunternehmen für etwaige Gewährleistungsansprüche eines Kunden in unbegrenzter Höhe. Die STS Group AG hat - unverändert zum Vorjahr - Patronatserklärungen für bestimmte Kundenprojekte abgegeben, in denen sich die Gesellschaft den Tochtergesellschaften gegenüber verpflichtet, diesen jede finanzielle, wirtschaftliche, verwaltungstechnische und technische Unterstützung zu gewähren, damit die Tochtergesellschaften ihren vertraglichen Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden, in vollem Umfang nachkommen können. Bei Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtungen durch die Tochtergesellschaften ist die STS Group AG verpflichtet, diese zu erfüllen. Des Weiteren bürgt - unverändert zum Vorjahr die Gesellschaft für zwei Kredite einer unmittelbaren Tochtergesellschaft in Höhe von je 10.000.000 CNY (per 31.12.2023 TEUR 1.278) bis zu einem Maximalbetrag von TEUR 2.900. Ferner hat die STS Group AG gegenüber ihrer Tochtergesellschaft STS Composites Germany GmbH eine harte Patronatserklärung in Höhe von TEUR 1.700 erteilt, die bis zum 31.12.2025 befristet ist. Die Gesellschaft schätzt - unverändert zum Vorjahr - bei allen aufgeführten Verpflichtungen das Risiko einer möglichen Inanspruchnahme als nicht wahrscheinlich ein, da zum Bilanzstichtag die bestehenden Haftungsverhältnisse der STS Group AG unter Berücksichtigung vorhandener Erkenntnisse über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der oben genannten Gesellschaften hinsichtlich der Risikosituation überprüft wurden. 21 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 5.6 Finanz- und Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko umfasst folgende Risiken: • Potenziellen Zahlungsverpflichtungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit nicht nachkommen zu können. • Bei Bedarf nicht ausreichend Liquidität zu den erwarteten Konditionen beschaffen zu können (Refinanzierungsrisiko). • Geschäfte aufgrund marktseitig begründeter Unzulänglichkeiten bzw. Marktstörungen nicht, nur mit Verlusten oder zu überhöhten Kosten auflösen, verlängern oder glattstellen zu können (Marktliquiditätsrisiko). Ein umsichtiges Liquiditätsmanagement schließt das Vorhalten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln sowie die Möglichkeit zur Finanzierung durch zugesagte Kreditlinien ein. Aufgrund der Dynamik des Geschäftsumfelds, in dem die Gruppe operiert, ist es Ziel, bezüglich der Finanzausstattung, innerhalb der Gruppe, die notwendige Flexibilität in der Finanzierung beizubehalten, indem ausreichend ungenutzte Kreditlinien sowie ein Factoring aufrechterhalten werden. Die STS Group AG unterliegt zuletzt dem Finanzierungsrisiko aus der Abhängigkeit von weiteren Finanzierungen der Mehrheitsaktionärin bzw. über die Tochtergesellschaften (mittels Management Fees und Dividenden). Bis 2023 wurden keine Management Fees an die französischen Tochtergesellschaften in Rechnung gestellt, ab 2024 werden Management Fees wieder in Rechnung gestellt. Kompensiert wird diese finanzielle Abhängigkeit grundsätzlich auch durch die jährliche Dividendenausschüttung der chinesischen Tochtergesellschaft. Für das Geschäftsjahr 2023 ist eine Ausschüttung (in Höhe von 31M CNY) an die STS Group AG beschlossen worden. Über letztere kann die Gruppe nur unter Beachtung geltender Devisenverkehrsbeschränkungen verfügen. Außerdem werden bei Bedarf auch von der Mehrheitsaktionärin kurzfristige Darlehen ausgegeben, um kurzfristigen Liquiditätsengpässen entgegenzuwirken. Zudem garantiert die Mehrheitsaktionärin die Erfüllung einer Darlehensverbindlichkeit gegenüber Dritten. 5.7 Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex § 161 AktG Der Vorstand und der Aufsichtsrat der STS Group AG haben gemäß § 161 AktG die vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite von der STS Group AG verfügbar gemacht. Der vollständige Text der Entsprechenserklärung ist auf der Internetseite der STS Group AG unter www.sts.group/de/investor-relations/corporate-governance verfügbar. 22 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 5.8 Konzernzugehörigkeit Die Gesellschaft ist Muttergesellschaft des STS-Konzerns und erstellt als solche einen Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie gemäß § 315e Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023. Die Gesellschaft wird ferner als Tochtergesellschaft in den freiwillig aufgestellten Konzernabschluss der Adler Pelzer Holding GmbH, Hagen, Deutschland, einbezogen. Diese stellt für den kleinsten Kreis von Unternehmen den Konzernabschluss auf. Dieser wird, da freiwillig, nicht offengelegt. Die Adler Pelzer Holding GmbH, Hagen, wird wiederum in dem Konzernabschluss der G.A.I.A. Holding S.r.l. einbezogen. Diese stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss der G.A.I.A. ist am Sitz dieser Gesellschaft in Desio, Italien erhältlich und wird im Unternehmensregister bekannt gemacht. Angabe gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG zu Stimmrechtsmitteilungen Gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG sind Angaben über das Bestehen von Beteiligungen, die nach § 20 Abs. 1 oder 4 AktG oder § 33 Abs. 1 oder Abs. 2 des Wertpapierhandelsgesetzes („WpHG“) mitgeteilt worden sind, zu machen. Nach diesen Vorschriften sind Investoren, deren Stimmrechtsanteil an börsennotierten Gesellschaften bestimmte Schwellenwerte erreicht, über- oder unterschritten hat, zu einer Mitteilung an die Gesellschaft verpflichtet. Bei den aufgeführten Stimmrechtsanteilen können sich nach den angegebenen Zeitpunkten Veränderungen ergeben haben, die der Gesellschaft gegenüber nicht meldepflichtig waren. Da die Aktien der Gesellschaft Nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien sind, werden der Gesellschaft Veränderungen beim Aktienbesitz grundsätzlich nur bekannt, soweit sie Meldepflichten unterliegen. Die nachfolgend genannten Stimmrechtsanteile basieren auf den Pflichtmeldungen gemäß § 33 WpHG. Die Adler Pelzer Holding, Hagen, teilte am 17. März 2021 den Erwerb von Instrumenten mit, mit der sie an der STS Group AG die Schwellen von 3%, 5%, 10%, 15%, 20%, 25%, 30% und 50% der Stimmrechte überschritten hat und damit Anteile von 73,25% (das entspricht 4.761.327 Stimmrechten) hält. Mit dem Abschluss des am 9. August 2021 veröffentlichten Übernahmeangebots am 23. September 2021, erwarb die Adler Pelzer Holding GmbH weitere 22.120 Aktien und erreichte damit eine Quote von 73,59 %. 23 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Am 4. Januar 2022 teilte die HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH, Hamburg, den Erwerb von Aktien mit, mit der Sie an der STS Group AG die Schwellen von 3%, 5%, 10%, 15%, 20%, 25%, 30% und 50% der Stimmrechte überschreiten würde und damit Anteile von 3% überschritten wurde. Zu diesem Tag hielt die HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH, Hamburg, somit 3,36 % der Stimmrechtsanteile (das entspricht 218.250 Stimmrechten). 24 STS Group AG Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 5.9 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Zu berichtende Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht aufgetreten. 5.10 Vorschlag für die Ergebnisverwendung (§ 285 Nr. 34 HGB) Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, von dem zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 2.331 eine Ausschüttung in Höhe der gesetzlichen Mindestdividende vorzunehmen und den Rest auf neue Rechnung vorzutragen. Hagen, den 27. März 2024 .......................................................... Alberto Buniato (Vorstand) 25 STS Group AG Anhang zum Jahresabschluss der STS Group AG 26 Anlage 1 zu den Anhangangaben Entwicklung des Anlagevermögens für den Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 Anschaffungs- und Herstellungskosten 31. Dezember in EUR 01. Januar 2023 Zugänge Abgä nge 2023 I. Immaterielle Vermögengegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 197.000 0 0 197.000 197.000 0 0 197.000 II. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 19.065.022 0 0 19.065.022 Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 2. 30.883 1.284 0 32.167 19.095.905 1.284 0 19.097.189 19.292.905 1.284 0 19.294.189 Summe STS Group AG Anhang zum Jahresabschluss der STS Group AG 27 Kumulierte Abschreibungen Buchwert Buchwert Abschreibungen 31. Dezember 31. Dezember 31. Dezember Abgä nge 01. Januar 2023 Geschäftsjahr 2023 2023 2022 121.485 39.400 0 160.885 36.115 75.515 121.485 39.400 0 160.885 36.115 75.515 0 0 0 0 19.065.022 19.065.022 0 0 0 0 32.167 30.883 0 0 0 0 19.097.189 19.095.905 121.485 39.400 0 160.885 19.133.304 19.171.420