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Strauss Group — Annual Report 2019
Jun 1, 2021
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Annual Report
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Publication
Engelbert Strauss International AG
Biebergemünd
Jahresabschluss und Lagebericht zum 31. Dezember 2019
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019
der Engelbert Strauss International AG, Biebergemünd
I. Grundlagen der Gesellschaft
a. Geschäftsmodell
Die Engelbert Strauss International AG mit Sitz in Biebergemünd ist eine Versandhandelsgesellschaft für die Produkte der engelbert strauss Unternehmensgruppe in der Schweiz. Zur Abwicklung des Warenverkehrs unterhält die Gesellschaft eine Zweigniederlassung im Schweizer Kanton Sankt Gallen.
Die Gesellschaft bezieht sämtliche Waren sowie wesentliche erforderliche Dienstleistungen von Unternehmen der engelbert strauss Unternehmensgruppe, so dass sie nicht über eigene Warenbestände oder Mitarbeiter verfügt. Zum Zwecke der Auftragserfassung und Bearbeitung arbeitet Sie mit externen Dienstleistungszentren zusammen, ebenso im steuerlichen- und zollrechtlichen Bereich.
b. Ziele und Strategien der engelbert strauss Unternehmensgruppe
Die engelbert strauss Unternehmensgruppe sieht sich als führendes Unternehmen für Berufsbekleidung in Deutschland. Das Sortiment ist in fünf Produktgruppen (Bekleidung, Schuhe, Arbeitsschutz, Betriebsbedarf und Werkzeuge) gegliedert und umfasst zunehmend auch sportliche und modische Berufsbekleidung. Die Produkte der Unternehmensgruppe werden stetig weiterentwickelt und das Sortiment erweitert. Zielgruppe sind sowohl gewerbliche als auch private Kunden.
Das Sortiment wird - in Abhängigkeit der Produktkategorie - von Partnerbetrieben in Europa, Asien und Afrika produziert und bezogen und derzeit in Deutschland sowie in Europa vertrieben. Um dem zunehmenden Bedarf an individueller Firmenausstattung abzudecken, kann auf Wunsch der Kunden eine Individualisierung („Branding“) der Artikel erfolgen und wird mit angeboten. Eine eigene Fertigung von Schuhen ist ab 2020 in Deutschland geplant.
Die Unternehmensgruppe verfolgt im Vertrieb eine Multi-Channel-Strategie, wobei die Produkte ausschließlich direkt vertrieben werden (klassischer Katalog- und Online-Versandhandel, eigener stationärer Handel in Deutschland sowie Außendienst). Dominierend ist dabei der Versandhandel mit eigenen Logistikzentren, ergänzt durch über externe Dienstleister betriebene eigene und nicht eigene Logistikzentren. Die Unternehmensgruppe unterhält diese an den Standorten Biebergemünd, Linsengericht, Frankfurt am Main sowie Schlüchtern.
Die Zielkunden der Unternehmensgruppe umfassen den gewerblichen Bereich aus Handwerk, Industrie und Dienstleistung, wobei der Vertriebsschwerpunkt auf Unternehmen des Klein- und Mittelstands sowie dem Einzelhandwerker liegt. Durch modische und im Zeittrend liegende Bekleidungsprodukte wird das Sortiment systematisch erweitert und so weitere Segmente sowohl im gewerblichen als auch im privaten Kundenkreis erschlossen. Ebenso wird die Marke STRAUSS regelmäßig erweitert und gestärkt durch neue Produkte.
c. Steuerungssystem der engelbert strauss Unternehmensgruppe sowie der Gesellschaft
Die Steuerung der Unternehmensgruppe basiert auf den Kenngrößen Umsatzentwicklung, finanzielle Stabilität (EK-Quote) und Rentabilität (EBIT-Quote). Hierzu stellt das interne Berichtswesen neben Bilanz und GuV, Cashflow, Personal und Investitionen auch zahlreiche prozessbezogene Kennzahlen insbesondere als Früherkennungsindikatoren bereit. Unter anderen sind dies die im Versandhandel einschlägigen Retourenquoten oder die Coversion Rates.
Die erwarteten Umsätze werden regelmäßig analysiert und zu den erzielten Umsätzen in Relation gestellt um Lieferfähigkeit, Logistik und Lagerhaltung sowie Einkaufssteuerung zu optimieren.
Nachhaltigkeit ist für die engelbert strauss Unternehmensgruppe als Markenhersteller und Familienunternehmen ebenso eine Voraussetzung, um langfristig erfolgreich zu sein.
Um als Versandhändler einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, kompensiert die Unternehmensgruppe den Großteil der bei den Paketdienstleistern entstandenen CO2 -Emissionen durch die Teilnahme an einem zertifizierten Aufforstungsprogramm in Indonesien. Ebenso werden die Transportdienstleister nach Umweltverträglichkeit ausgewählt und vertraglich gebunden.
Als Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF) engagiert sich engelbert strauss für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie und unterzieht sich jährlich einem Brand Performance Check, inwiefern faire Arbeitsbedingungen bei ihren Produktionspartnern und in der Lieferkette umgesetzt werden. Sämtliche Lieferanten und insbesondere jene in Entwicklungs- und Schwellenländern werden nach strengen Kriterien auch im Hinblick auf Sozial- und Umweltstandards ausgewählt und zur Sicherstellung der vereinbarten Standards regelmäßig durch unabhängige Audit- und Qualifizierungsunternehmen oder Auditoren der FWF überprüft.
Des Weiteren unterstützt engelbert strauss die Initiative Cotton made in Africa (CmiA) und damit den nachhaltigen Anbau von Baumwolle in Afrika. Die CmiA hat zum Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von afrikanischen Baumwollbauern langfristig zu verbessern.
Um über den gesamten Herstellungsprozess kontrollierte, sichere Textilprodukte zu entwickeln und umwelt-, klima- und gesundheitsschädliche Substanzen auszuschließen ist die Unternehmensgruppe langjähriger bluesign® Systempartner und arbeitet bevorzugt mit Produktionspartnern zusammen, die ebenfalls bluesign® Systempartner sind und sich als solche regelmäßig auf die Einhaltung des Textilstandards überprüfen lassen. Die Einhaltung der Vorgaben aller relevanten gesetzlichen Vorgaben wie z. B. REACh als auch der relevanten Textil-Standards wie z. B. den OEKO-TEX® Standard 100 in allen engelbert strauss Produkten wird in regelmäßigen Stichproben durch internationale Prüfinstitute überprüft.
Die Steuerung der Engelbert Strauss International AG erfolgt auf Basis der gleichen Kenngrößen wie die der engelbert strauss Unternehmensgruppe; nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden derzeit nicht zur internen Steuerung verwendet.
d. Forschung und Entwicklung der Unternehmensgruppe
Die engelbert strauss Unternehmensgruppe entwickelt stetig neue Bekleidungsprodukte zur Erweiterung des Sortiments und zur Erschließung neuer Kundensegmente. Das Textildesign erfolgt primär am Hauptsitz der Unternehmensgruppe in Biebergemünd und in enger Abstimmung mit den Produktionspartnern in Europa, Asien und Afrika.
Engelbert strauss entwickelt zudem permanent zentrale Bestandteile seiner Logistik- und Warenwirtschaft weiter. Durch die Programmierung neuer Funktionalitäten und den Ausbau der bestehenden Systeme wird die optimale Unterstützung der operativen Prozesse durch die Software sichergestellt. Die Unternehmensgruppe versteht sich hier als eigener Softwaredienstleister und investiert ständig in die Weiterentwicklung des eigenen ERP Systems und der logistischen Programmpakete.
II. Wirtschaftsbericht
a. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Das globale Wirtschaftswachstum ist in 2019 (+ 2,9 %) im Vergleich zum Vorjahr (+ 3,6 %) deutlich schwächer ausgefallen. Der für die engelbert strauss Unternehmensgruppe relevante europäische Raum verlor gegenüber dem Vorjahr 0,7 % und wuchs nur noch um + 1,2 %, unter anderem auf Grund eines schwächeren Privatkonsums. Auch die für die Engelbert Strauss International AG maßgebliche Schweizer Wirtschaft ist im Jahr 2019 nur noch moderat gewachsen, die Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts lag mit 0,9 % deutlich unter dem Vorjahreswert von 2,8 % (1). Dabei lagen die Ausgaben für den privaten Konsum im Jahr 2019 mit 1 % über dem Vorjahreswert und insgesamt leicht über dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum. (2)
Die Umsätze der globalen Bekleidungsindustrie sind im Jahr 2019 einer gemeinsamen Studie von The Business of Fashion und der Unternehmensberatung McKinsey & Company zufolge währungsbereinigt um 3,5 % bis 4,5 % und damit unter dem Niveau des Vorjahres gestiegen (2018: 4 % bis 5 %), wobei das mittlere Marktsegment im Vergleich zum Luxussegment und den niedrigen Preislagen nur ein unterdurchschnittliches Wachstum verzeichnete. Laut dieser Schätzung betrug das Wachstum der Bekleidungsbranche in Europa währungsbereinigt um 1,5 % bis 2,5 % und lag damit ebenfalls unter dem Vorjahr (2018: 2 % bis 3 %). In der Schweiz sind die Umsätze der Textilbranche seit Jahren rückläufig, wobei der Rückgang von 2018 auf 2019 mit 4,5 % oberhalb des Vorjahreswerts liegt (3). Hiervon betroffen war insbesondere der stationäre Handel, wohingegen die Versandhandels-Umsätze in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 % gewachsen sind. Im Bereich der Arbeits- und Berufsbekleidung ist die Marktlage mit der in Deutschland vergleichbar, wo eine Steigerung von 4,7 % verzeichnet werden konnte. (4)
b. Überblick über den Geschäftsverlauf
Auf Grund der Ausrichtung auf Arbeits- und Sicherheitskleidung, der anhaltend guten Auftragslage im Handwerksbereich sowie der Fokussierung auf den Direktvertrieb war die engelbert strauss Unternehmensgruppe und die Gesellschaft in der Lage, im Jahr 2019 in einem insgesamt abnehmenden Textil- & Bekleidungs- sowie Einzelhandelsmarkt weiter zu wachsen. Dabei verläuft die Positionierung der Marke in der Schweiz planmäßig und entsprechend den Erwartungen der Unternehmensgruppe.
c. Lage der Gesellschaft
1. Ertragslage
Die Engelbert Strauss International AG hat im Jahr 2019 Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 35.722 (VJ: TEUR 29.957) erzielt. Dies entspricht einer Steigerung von 19,2 %. Der Anstieg ist auf den Zuwachs der Absatzmenge in der Schweiz, unter anderem bedingt durch einen temporären stationären Verkauf in sog. Pop-Up Stores, als auch auf Preiseffekte zurückzuführen.
Die Rücksendequote hat sich im Vorjahresvergleich um 11,8 % erhöht und liegt damit unterhalb der Steigerung der Umsatzerlöse vor Rücksendungen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Berichtsjahr auf TEUR 504 angestiegen. Hintergrund sind insbesondere Wechselkurseffekte zwischen EURO und CHF sowie Auflösungen von Wertberichtigungen. Für die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung wird aufgrund eines gut funktionierenden Debitorenmanagements und der Einbeziehung eines Inkassobüros eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1 % gebildet.
Der Materialaufwand ist im Berichtsjahr um 15,6 % auf TEUR 20.253 gestiegen (VJ: TEUR 17.523). Der Anstieg der Materialaufwendungen korrespondiert mit dem Anstieg der Umsatzerlöse.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen insbesondere Marketing- und Frachtkosten. Ihr Anstieg gegenüber dem Vorjahr um TEUR 986 auf TEUR 6.671 ist primär auf die Einrichtung der temporären stationären Verkaufsflächen in sog. Pop-Up Stores zurückzuführen.
Die EBIT-Quote der Gesellschaft (vor Ergebnisabführung) beträgt 26,04 % (VJ: 23,04 %). Der Anstieg der EBIT-Quote resultiert im Wesentlichen aus den vorbeschriebenen Effekten. Das Jahresergebnis in Höhe von TEUR 9.433 wird entsprechend dem bestehenden Ergebnisabführungsvertrag an die Strauss Trading KG abgeführt.
Die Gesellschaft hat Steuererstattungen in Höhe von TEUR 114 vereinnahmt. Diese resultieren aus dem Abschluss eines Verständigungsverfahrens mit dem kantonalen Steueramt in der Schweiz.
2. Vermögenslage
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen zum 31.12.2019 mit TEUR 2.393 nahezu unverändert auf Vorjahresniveau von TEUR 2.311.
Das Eigenkapital ist auf Grund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags mit der Strauss Trading KG unverändert. Die Gesellschaft ist zu 100 % aus Eigenmitteln finanziert.
Die Rückstellungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 423 um 5,4 % auf TEUR 446 erhöht. Die Steigerung resultiert aus dem höheren Geschäftsvolumen und korrespondierenden rechtlichen Verpflichtungen.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich um TEUR 207 auf TEUR 337 im Abschlussjahr 2019. Der Rückgang ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass in 2019 die Verbindlichkeiten gegenüber der Eidgenössischen Zollverwaltung erstmals unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen werden.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich um TEUR 2.073 bzw. 40,1 % auf TEUR 7.243. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber aus den mit der Strauss Trading KG geschlossenen Verträgen zurückzuführen. Zusätzlich wird dies durch eine Ausweisanpassung im Vorjahr bedingt - es erfolgt hier die Saldierung einer Intercompany Forderung mit Passivüberhang gegenüber der gleichen Gesellschaft. Die sonstigen Verbindlichkeiten sind von TEUR 1.554 zum 31.12.2018 auf TEUR 1.786 zum 31.12.2019 gestiegen. Dies resultiert unter anderem aus dem gesonderten Ausweis der Verbindlichkeiten aus Einfuhrumsatzsteuer in 2019.
3. Finanzlage
Die Engelbert Strauss International AG tätigt aufgrund ihres Gesellschaftszwecks - eine Vertriebsgesellschaft - keine Investitionen in das Sachanlagevermögen.
Das Finanzergebnis lag in 2019 bei TEUR 17 (VJ: TEUR 2), dies entspricht einem Anstieg von TEUR 15 gegenüber 2018. Ursache dafür war eine einmalige Zahlung von Erstattungszinsen durch die Finanzbehörde in der Schweiz.
Es bestehen keine Verpflichtungen aus Darlehen von Banken oder anderen Dritten. Bei Bedarf könnte die Gesellschaft auf Kontokorrentkredite in Schweizer Franken und Euro zurückgreifen.
III. Nachtragsbericht
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Ende Januar 2020 den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Seit dem 11. März 2020 stuft die WHO die Verbreitung des Coronavirus (Covid-19) als Pandemie ein. Da jedoch der Vertrieb der Gesellschaft im Wesentlichen über den Versandhandel stattfindet, hat die Coronapandemie nicht zu wesentlichen negativen finanziellen Auswirkungen insbesondere auf Umsatz und Ergebnis der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2020 geführt.
Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts besteht unverändert eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich des Weiteren Verlaufs der Coronapandemie und der damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens sowie der Wirtschaftsaktivitäten. Es ergeben sich jedoch unverändert keine negativen Anhaltspunkte für finanzielle Auswirkungen insbesondere auf Umsatz und Ergebnis der Gesellschaft und insbesondere nicht für eine Bestandsgefährdung der Gesellschaft.
Als größter Risikofaktor der Pandemie werden die zu erwartenden Schwierigkeiten in der Produktversorgung durch eine Gefährdung der internationalen Transport- und Logistikketten gesehen. Diesem wird durch hohe Lagerbestände innerhalb der nationalen Versorgungsläger entgegengewirkt.
IV. Chancen- und Risikobericht
Das Chancen- und Risikomanagement der engelbert strauss Unternehmensgruppe dient in erster Linie zum Erreichen der strategischen und finanziellen Unternehmensziele. Dabei gelten die möglichen künftigen nationalen und internationalen Entwicklungen oder Ereignisse als Chance bzw. Risiko, die zu einer positiven bzw. negativen Abweichung von einer Prognose oder Zielen der Unternehmensgruppe führen.
Die Geschäftstätigkeit der engelbert strauss Unternehmensgruppe ist infolge der internationalen Lieferketten, der differenzierten Nutzung umfangreicher Kundendaten sowie ihres erfolgreichen Wachstums einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Gleichzeitig bieten Branche und Geschäftsmodell der Unternehmensgruppe eine Vielzahl unternehmerischer Chancen, insbesondere im Zusammenhang mit der Erweiterung des Sortiments, der Erschließung neuer Kundengruppen sowie neuer geographischer Märkte.
Die Engelbert Strauss International AG ist eine reine Versandhandelsgesellschaft, welche sämtliche Waren sowie die erforderlichen Dienstleistungen von Unternehmen der engelbert strauss Unternehmensgruppe bezieht. Im Folgenden werden daher sowohl die Chancen und Risiken der Unternehmensgruppe als auch die Besonderheiten der Gesellschaft beschrieben.
Risikomanagementsystem
Die Geschäftsführung der engelbert strauss Unternehmensgruppe trägt die Gesamtverantwortung für ein effektives Risikomanagementsystem (RMS). Das gruppenweite RMS überwacht fortlaufend die bestehenden Chancen und Risiken. Es wird kontinuierlich weiterentwickelt und zunehmend formalisiert und standardisiert. Aufgabe des RMS ist es, bestehende und zu erwartende Chancen und Risiken zu erfassen mit dem Ziel, unternehmerische Chancen wahrzunehmen und die damit einhergehenden oder unabhängig davon auftretende Risiken mittels entsprechender Gegenmaßnahmen und gemäß der finanziellen Tragfähigkeit der Unternehmensgruppe zu steuern. Hierzu werden die Risiken im Hinblick auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und ihre Auswirkung auf Eigenkapital, Ertrag und Liquidität bewertet und entsprechend ihrer Tragweite in unterschiedlichen Frequenzen überwacht. Die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen wird auch im Rahmen der Controlling-Prozesse der engelbert strauss Unternehmensgruppe laufend überprüft. Die Berichterstattung von Risiken und Chancen im zusammengefassten Lagebericht bezieht sich dabei grundsätzlich auf einen Einjahreszeitraum. In festen Tages-, Wochen- und Monatszyklen erfolgt ein permanentes Monitoring, im Rahmen dessen die jeweils wesentlichen Steuerungsparameter auf den Ebenen der Abteilungen, Geschäftsführungskreis und oder Gesellschafterkreis ausgewertet, bewertet und entsprechende Steuerungsmaßnahmen initiiert werden.
Die Engelbert Strauss International AG ist vollständig in das gruppenweite RMS eingebunden, das insbesondere auch zur Erkennung und Überwachung eventuell bestandsgefährdender Entwicklungen durch den Vorstand der Aktiengesellschaft dient. Die Überwachung der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems ist Aufgabe des Aufsichtsrats der Gesellschaft.
1. Risikobericht
Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts waren keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die den Bestand des Unternehmens gefährden könnten.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die wesentlichen Risiken, die in Übereinstimmung mit der Systematik des RMS der Unternehmensgruppe ergeben. Dabei werden die Eintrittswahrscheinlichkeiten bzw. die Auswirkungen auf die Ertragslage in den Klassen gering (< 25 % bzw. < EUR 1 Mio.), mittel (< 75 % bzw. < EUR 5 Mio.) sowie hoch bewertet (soweit die vorstehenden Grenzen übersteigend).
| Risiko | Eintrittswahrscheinlichkeit | Auswirkungen |
|---|---|---|
| Gesamtwirtschaftliche und konjunkturelle Risiken | Hoch | Gering |
| Liefer- und Logistikrisiken | Hoch | Mittel |
| Marken- und Corporate Image Risiken | Gering | Hoch |
| Nachhaltigkeitsrisiken | Hoch | Mittel |
| Währungsrisiken | Mittel | Mittel |
| IT-Risiken | Gering | Hoch |
| Datenschutzrisiken | Gering | Hoch |
Da die Gesellschaft erstmalig zur Aufstellung eines Lageberichts verpflichtet ist, werden vergleichende Vorjahresangaben im Folgejahr veröffentlicht.
Externe und leistungswirtschaftliche Risiken
Gesamtwirtschaftliche und konjunkturelle Risiken
Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts dauert die seit dem 11. März 2020 von der WHO als Pandemie eingestufte Verbreitung des Coronavirus (Covid-19) unverändert an, wenngleich die Auswirkungen auch durch die weltweiten Gegenmaßnahmen sukzessive abgemildert werden. Den damit verbundenen Lieferanten- und beschaffungsmarktbezogenen sowie Logistik-Risiken wurden durch eine entsprechend höhere Warenbevorratung begegnet. Zur Sicherung der Gesundheit der eigenen Mitarbeiter und der von Dritten, die für die Unternehmensgruppe tätig sind, bestehen umfangreiche Schutzkonzepte und -maßnahmen, die zu jeder Zeit den ordnungsgemäßen Geschäftsgang sicherstellen.
Die gesamtwirtschaftlichen und konjunkturellen Risiken haben insgesamt eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit und eine geringe Auswirkung auf die Ertragslage der Gesellschaft.
Liefer- und Logistikrisiken
Die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnerbetrieben dient der engelbert strauss Unternehmensgruppe sowohl zur Umsetzung ihrer Ansprüche an die Produktqualität und -sicherheit wie auch an die Umwelt- und Sozialverträglichkeit ihrer Produktion. Die damit einhergehende Fokussierung auf ausgewählte Partnerbetriebe bedeutet einerseits eine Stärkung ihres Wertschöpfungspotentials für engelbert strauss und andererseits eine Risikokonzentration hinsichtlich der Lieferfähigkeit, die sich nachhaltig auf die Ertragslage auswirken kann. Die Unternehmensgruppe managed dieses Risiko durch eine fortlaufende Bewertung, Steuerung und Überwachung ihrer Lieferanten sowie der Bestände.
Die Fertigung des Sortiments der engelbert strauss Unternehmensgruppe erfolgt primär in Asien und Afrika und wird auf Containerschiffen nach Europa gebracht. Deren Kapazitätsangebot und das globale Transportvolumen beeinflusst maßgeblich die Frachtrate und somit die Ertragssituation der Unternehmensgruppe. Die Unternehmensgruppe hat auf die Liefer- und Logistikrisiken mit dem Bau eines eigenen Logistikzentrums reagiert, um ausreichende Bestände zu optimierten Frachtkosten aufbauen und bevorraten zu können.
Für das Versandhandelsunternehmen engelbert strauss sind zudem die Schnelligkeit, Effizienz und Kosten der Logistikdienstleister von besonderer Bedeutung. Der Anstieg der Nachfrage nach E-Commerce-Leistungen führt in Kombination mit einer begrenzten Verfügbarkeit von Logistikfachkräften und -kapazitäten sowie zunehmenden Umweltvorschriften zu steigenden Logistikkosten. Diesem wirkt engelbert strauss durch ihre langjährigen Geschäftsbeziehungen mit ausgewählten Logistikdienstleistern und entsprechenden Lieferprognosen zu deren besserer Kapazitätssteuerung entgegen. Neue Konzepte wie z. B. Retourenshops für aggregierte Retouren-Rücknahmen, GLS-Boxen und ähnliche gelagerte Strukturen insbesondere bei der Aggregation auf der letzten Meile werden ständig monitored und bei entsprechender Effizienz und Verfügbarkeit umgesetzt.
Von den vorbeschriebenen Risiken ist die Engelbert Strauss International AG mittelbar für die Eingangslogistik und unmittelbar für die Ausgangslogistik betroffen.
Die Liefer- und Logistikrisiken haben insgesamt eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit und eine mittlere Auswirkung auf die Ertragslage der Gesellschaft.
Risiken für Marken- und Corporate Image
Aus den Veränderungen im Konsumentenverhalten sowie rechtlichen und regulatorischen Entwicklungen ergeben sich sowohl beschaffungsmarkt- als auch absatzmarktbezogene Risiken, die sich auf die Produkte, deren Fertigung sowie Verpackung und Lieferung auswirken können. Auch eine unzureichende Qualität und Sicherheit der Produkte, unattraktive Marketingkampagnen oder die Nichteinhaltung von Gesetzen oder Sozialstandards auch in der Lieferkette stellen ein Risiko für das Marken- und Corporate-Image von engelbert strauss dar, welche den Erfolg der Unternehmensgruppe wesentlich negativ beeinflussen können. Die Gesellschaft überwacht diese Entwicklungen fortlaufend und passt bei Bedarf ihre Produkt-, Einkaufs-, Vertriebs- und Marketingstrategie an die veränderten Rahmenbedingungen an. Intensive Qualitätskontrollen der Produkte zielen auf die Sicherstellung einer durchgehenden Qualität und Sicherheit der Bekleidung ab.
Ebenso stellen die europaweit, trotz DSGVO, immer noch unterschiedlichen Auslegungen der Datenschutzanforderungen in den verschiedenen Ländern und die Nicht-EU-Mitgliedschaft von Ziel- und Lieferländern ein Risiko für die Gesellschaft und die Unternehmensgruppe engelbert strauss dar, da insbesondere Datenschutzverstöße in der Regel einen um ein vielfaches höheren Imageschaden verursachen. Hier ist ein ständiges Monitoring der aktuellen Bestimmungen durch das Unternehmen aufgesetzt, um auf die laufenden Änderungen zeitnah zu reagieren.
Die Marken- und Corporate-Image-Risiken haben insgesamt eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit und eine hohe Auswirkung auf die Ertragslage der Gesellschaft.
Kollektions- und Bestandsrisiken
Die Artikel der engelbert strauss Unternehmensgruppe sind im Wesentlichen keine Saisonartikel und werden turnusmäßig ergänzt um Produktneuheiten und Farbergänzungen. Durch die Analyse relevanter Zielgruppen und deren Kaufverhalten sowie ein systematisches Kundenbeziehungsmanagement werden laufend neue Marktchancen identifiziert und Bestandsrisiken reduziert.
Die Kollektions- und Bestandsrisiken haben insgesamt eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit und eine geringe Auswirkung auf die Ertragslage der Gesellschaft.
Nachhaltigkeitsrisiken
Nachhaltigkeitsbezogene Risiken wurden im Geschäftsjahr 2020 als noch nicht wesentlich eingestuft, könnten jedoch an Bedeutung gewinnen. Langfristig besteht das Risiko, dass eine zunehmende Wasserknappheit negative Auswirkungen auf Anbau und Verfügbarkeit von Baumwollfasern hat, mit der Folge steigender Bezugskosten. Gleiches gilt für CO2-bedingte höhere Transport- und Lieferkosten. Sofern diese nicht auf die Absatzpreise übergewälzt werden können, könnte sich hieraus eine Auswirkung auf das Ertragspotential der Gesellschaft ergeben.
Die Nachhaltigkeitsrisiken haben insgesamt eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit und eine mittlere Auswirkung auf die Ertragslage der Gesellschaft.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Währungsrisiken
Die Einkaufskontrakte der engelbert strauss Unternehmensgruppe sind überwiegend in US-Dollar denominiert. Die Absicherung des beschaffungsseitigen Währungskursrisikos (sog. Transaktionsrisiko) erfolgt primär durch ein aktives Währungsmanagement der Geschäftsführung. Die vertraglichen Einkaufsverpflichtungen werden regelmäßig durch Avale und Akkreditive abgesichert. Die konzerninterne Weiterverrechnung der Waren erfolgt in Euro, wobei das Transaktionsrisiko nicht auf die Vertriebsgesellschaften wie die Engelbert Strauss International AG übergewälzt wird.
Die Umsatzerlöse der Unternehmensgruppe werden primär in Europa und damit in Euro erzielt. Die Engelbert Strauss International AG erzielt hingegen ihre Umsatzerlöse ausschließlich in der Schweiz, die in Schweizer Franken realisiert werden. Dem damit verbundenen zahlungswirksamen Transaktionsrisiko begegnet die Gesellschaft ebenfalls durch ein aktives Währungsmanagement der Geschäftsführung. Das Währungskursrisiko aus der Umrechnung der in Schweizer Franken realisierten Umsatzerlöse in die funktionale Währung Euro (sog. Translationsrisiko) wird ebenfalls laufend überwacht jedoch nicht abgesichert, da die Einflüsse auf den Jahresabschluss nicht zahlungswirksam sind.
Die Währungsrisiken haben insgesamt eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit und eine mittlere Auswirkung auf die Ertragslage der Gesellschaft.
Vertriebsrisiken
Das Forderungsausfallrisiko ist auf Grund der diversifizierten Kundenstruktur, den bestehenden Betrugspräventions- und Bonitätsprüfungsroutinen der Gesellschaft sowie des Mahn- und Inkassomanagements aus Sicht des Vorstands weder hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit noch hinsichtlich der potentiellen Schadenshöhe wesentlich.
Sonstige Risiken
IT-Risiken
Die Prozesse der engelbert strauss Unternehmensgruppe sind stark standardisiert und automatisiert und daher in hohem Maße abhängig von einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur mit einer hohen Verfügbarkeit bei gleichzeitiger Sicherheit gegenüber Geschäftsunterbrechungen und unbefugtem Zugriff z. B. durch Cyberangriffe. Systemunterbrechungen oder der Verlust vertraulicher Daten können zu wesentlichen Reputationsschäden und potentiellen Haftungsansprüchen führen. Um diese Risiken zu verringern, werden von der zentralen IT-Abteilung vorbeugende Systemwartungen und Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt, mehrstufige Sicherheitskonzepte und angemessene Zugriffsrechte implementiert. Darüber hinaus erhöhen physische Zugangskontrollsysteme, eine tägliche Sicherung der Daten des gruppenweiten Warenwirtschafts- und ERP-Systems, eine unabhängige Energieversorgung sowie regelmäßige Trainings der Mitarbeiter die IT-Sicherheit in der Unternehmensgruppe. Auch werden regelmäßig externe Audits zur Einstufung der Qualität der eigenen Datensicherheit durchgeführt und die entsprechenden Resultate und Empfehlungen umgesetzt.
Die IT-Risiken haben insgesamt eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit und eine hohe Auswirkung auf die Ertragslage der Gesellschaft.
Datenschutzrisiken
Dem erhöhten Compliance-Risiko von Verstößen gegen den Datenschutz begegnet hat die engelbert strauss Unternehmensgruppe mit einer datenschutzkonformen Aufstellung sowie angemessenen technischen und organisatorischen Maßnahmen. Durch turnusmäßige Schulungen sowie besondere Vertraulichkeitsverpflichtungen werden alle Mitarbeiter für datenschutzrechtliche Fragen sensibilisiert. Sämtliche internen Prozesse und Systeme zur Verarbeitung personenbezogener Daten werden fortlaufend an datenschutzrechtlichen Vorgaben gemessen und kontinuierlich verbessert.
Neue Risiken sind hier in der zunehmenden Umsetzung von Maßnahmen zu sogenannten Home-Office Arbeitsplätzen im Zuge der Pandemie zu sehen. Diesen begegnet die Unternehmensgruppe mit einheitlichen Standards für Home-Office Arbeitsplätze und der Umsetzung sowohl sicherheitstechnischer als auch datenschutzrechtlicher Maßnahmen.
Die Datenschutzrisiken haben insgesamt eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit und eine hohe Auswirkung auf die Ertragslage der Gesellschaft.
2. Chancenbericht
Die Identifikation und Nutzung unternehmerischer Chancen ist ein wichtiges Element zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts.
Gesamtwirtschaftliche und konjunkturelle Chancen
Die pandemiebedingt eingeschränkte Mobilität und partielle Schließung des stationären Einzelhandels hat die Verlagerung von Offline zu Onlinenachfrage weiter verstärkt. Hiervon kann die Engelbert Strauss International AG als Versandhandelsgesellschaft ebenso profitieren wie von dem pandemiebedingten Cocooning, welches die Nachfrage nach Berufsbekleidung und -zubehör weiter stützt.
Produkt-Chancen sowie Chancen für Marken- und Corporate Image
Die nach Wahrnehmung vieler Kunden hohe Qualität und Sicherheit der Produkte, die langjährige partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Produktionspartnern und die Übernahme der Verantwortung für hohe Sozial- und Umweltstandards sind ein Erfolgsfaktor für die engelbert strauss Unternehmensgruppe. Der enge Austausch mit allen Interessensgruppen gehört für ein Familienunternehmen wie engelbert strauss zum Tagesgeschäft und ist die Basis für die erfolgreiche Sortimentsentwicklung, Erschließung neuer Kundengruppen sowie neuer geographischer Märkte.
Nachhaltigkeitschancen
Die Textilherstellung ist enorm wasser- und energieintensiv. Durch alternative Finishingtechnologien wie das Lasern sowie den Einsatz von Filtrationssystem ist die engelbert strauss Unternehmensgruppe bestrebt, die Öko-Effizienz ihrer Produkte ständig zu verbessern. Versand- und Verpackungsmaterial werden permanent analysiert und optimiert. Die beim Versand der Produkte mit dem Dienstleister GLS anfallenden CO2-Emissionen des Paketversands werden zudem in einem zertifizierten Waldschutzprojekt kompensiert.
Finanzwirtschaftliche Chancen
Die Retourenquote hat einen wesentlichen Einfluss auf die Logistikaufwendungen und somit auf die Ertragslage. Eine ständige Optimierung der Produktpräsentation und Größendarstellung unterstützt bei der Verringerung der Retourenquote und Steigerung der Kundenzufriedenheit. Ebenso erfolgt eine permanente Untersuchung von Retouren und deren Ursachen, um systematische Fehler in Produkten schnellstmöglich zu erkennen und zu beheben.
Weitere Chancen ergeben sich für das Unternehmen durch den Ausbau- und die Kooperationen mit Verbänden und Organisationen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft um hier die Marke stärker und intensiver platzieren zu können.
V. Prognosebericht
Die Aussichten für die Weltwirtschaft im Jahr 2020 wurden vom IWF noch am 20. Januar 2020 positiv eingeschätzt mit einer moderaten Belebung des Wachstums der Weltwirtschaft auf 3,3 %. Für die Eurozone erwartete das IWF ein Wachstum von 1,3 %. Für die globale Bekleidungsindustrie wurde gem. der im November 2019 gemeinsam von The Business of Fashion und der Unternehmensberatung McKinsey & Company veröffentlichten Studie ein Wachstum um voraussichtlich 3 % bis 4 % erwartet, wobei für Europa im Jahr 2020 ein leicht schwächeres Wachstum erwartet wurde als im Vorjahr.
Wie im Nachtragbericht dargestellt, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Ende Januar 2020 den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen und stuft seit dem 11. März 2020 die Verbreitung des Coronavirus (Covid-19) als Pandemie ein. Die damit weltweit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens sowie der Wirtschaftsaktivitäten haben die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen stark verschlechtert. Gleichzeitig wurden von den betroffenen Staaten enorme Konjunkturpakete auf den Weg gebracht, um die Wirtschaft zu stützen und die Gesamtauswirkungen der Pandemie abzumildern.
Aus diesem Grunde sowie der Fokussierung der Gesellschaft auf den Versandhandel ist die Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2020 von einem positiven Geschäftsverlauf mit weiter steigenden Umsätzen bei einer vergleichbaren EBIT-Marge ausgegangen. Auf Grund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags wurde auch weiterhin mit einer 100 %-igen Finanzierung der Gesellschaft aus Eigenmitteln geplant.
Unterschrift der Geschäftsführung
Biebergemünd, 12. Mai 2021
gez. Henning Strauß
gez. Steffen Strauß
1 „Konjunkturtendenzen Frühjahr 2020“ des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO (abgerufen 25.11.2020).
2 „Quartalsbericht 1/2020 März“ der schweizerischen Nationalbank (abgerufen 25.11.2020).
3 https://de.statista.com/themen/4048/textil-und-bekleidungseinzelhandel-in-der-schweiz/
4 https://www.germanfashion.net/wp-content/uploads/2020/08/Statistik-Modeindustrie-2019.pdf
BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2019
ENGELBERT STRAUSS INTERNATIONAL AG, BIEBERGEMÜND
AKTIVA
| 31.12.2019 EUR |
31.12.2018 EUR |
|
|---|---|---|
| A. ANLAGEVERMÖGEN | 2.005.680,53 | 2.005.680,53 |
| Finanzanlagen | 2.005.680,53 | 2.005.680,53 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 2.005.680,53 | 2.005.680,53 |
| B. UMLAUFVERMÖGEN | 10.062.211,34 | 7.970.071,82 |
| I. Vorräte | 0,00 | 4.219,37 |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 9.674.507,11 | 7.476.661,44 |
| - davon Forderungen gegen verbundenen Unternehmen: EUR 7.204.245,42 (Vorjahr: EUR 5.089.799,20) | ||
| III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks | 387.704,23 | 489.191,01 |
| C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 0,00 | 2.066,75 |
| 12.067.891,87 | 9.977.819,10 | |
| PASSIVA | ||
| 31.12.2019 EUR |
31.12.2018 EUR |
|
| A. EIGENKAPITAL | 2.110.000,00 | 2.110.000,00 |
| I. Gezeichnetes Kapital | 100.000,00 | 100.000,00 |
| II. Kapitalrücklage | 2.000.000,00 | 2.000.000,00 |
| III. Gewinnrücklagen | 10.000,00 | 10.000,00 |
| B. RÜCKSTELLUNGEN | 445.569,37 | 422.784,53 |
| C. VERBINDLICHKEITEN | 9.512.322,50 | 7.445.034,57 |
| - davon gegenüber Kreditinstituten: EUR 18,44 (Vorjahr: EUR 78,01) | ||
| - davon gegenüber verbundenen Unternehmen: EUR 7.243.419,48 (Vorjahr: EUR 5.170.319,03) | ||
| 12.067.891,87 | 9.977.819,10 |
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019
| 2019 EUR |
2018 EUR |
|
|---|---|---|
| 1. Rohergebnis | 15.973.092,39 | 12.587.489,03 |
| 2. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 6.671.190,42 | 5.684.785,62 |
| - davon aus der Währungsumrechnung i. S. des § 256a HGB: EUR 43.391,17 (Vorjahr: EUR 58.170,47) | ||
| 3. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 16.921,88 | 2.470,59 |
| 4. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 119,30 | 0,00 |
| 5. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -114.310,63 | -2.145.343,47 |
| 6. Ergebnis nach Steuern | 9.433.015,18 | 9.050.517,47 |
| 7. Aufgrund von Gewinnabführungsverträgen abgeführte Gewinne | 9.433.015,18 | 9.050.517,47 |
| 8. Jahresüberschuss | 0,00 | 0,00 |
| 9. Bilanzgewinn | 0,00 | 0,00 |
ANHANG FÜR DAS Geschäftsjahr 2019
Engelbert Strauss International AG, Biebergemünd
Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften aufgestellt.
Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht
Firmenname laut Registergericht: Engelbert Strauss International AG
Firmensitz laut Registergericht: Biebergemünd
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Hanau
Register-Nr.: 93238
Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet:
- Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten
Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere Wert angesetzt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet und ebenso wie die Guthaben bei Kreditinstituten mit dem Nennwert angesetzt. Risikobehafteten Posten wurde durch die Bildung angemessener Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.
Eigenkapital:Das gezeichnete Kapital beträgt wie im Vorjahr € 100.000 und ist eingeteilt in 100 nennwertlose Stückaktien.
Grundlage für die Währungsumrechnung
Die Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten wurden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs zum 31. Dezember 2019 umgerechnet.
Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet und in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.
Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.
Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Beim Jahresabschluss wurden die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bis auf die folgenden Anpassungen übernommen. Der Vorjahresausweis der kreditorischen Debitoren wurde angepasst; es erfolgt der Ausweis in Höhe von 476 TEUR nun unter den sonstigen Verbindlichkeiten und nicht wie im Vorjahr unter den Forderungen aus Lieferung und Leistung.
Zusätzlich erfolgte eine Anpassung des Vorjahres bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Der Ausweis der Forderungen erfolgte im Vorjahr separat unter den sonstigen Vermögensgegenständen (363 TEUR) und wird im Berichtsjahr saldiert in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen dargestellt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Angaben zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung
Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens
Die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen.
ANLAGENSPIEGEL zum 31. Dezember 2019
Engelbert Strauss International AG, 63599 Biebergemünd
| Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2019 € |
Zugänge € |
Abgänge € |
Umbuchungen € |
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2019 € |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | |||||
| Finanzanlagen | |||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 2.005.680,53 | 0 | 0 | 0 | 2.005.680,53 |
| Summe Finanzanlagen | 2.005.680,53 | 0 | 0 | 0 | 2.005.680,53 |
| Summe Anlagevermögen | 2.005.680,53 | 0 | 0 | 0 | 2.005.680,53 |
| kumulierte Abschreibungen 01.01.2019 € |
Abschreibungen Geschäftsjahr € |
Zugänge € |
Abgänge € |
Umbuchungen € |
kumulierte Abschreibungen 31.12.2019 € |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | ||||||
| Finanzanlagen | ||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe Finanzanlagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe Anlagevermögen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zuschreibungen Geschäftsjahr € |
Buchwert 31.12.2019 € |
|
|---|---|---|
| Anlagevermögen | ||
| Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 0 | 2.005.680,53 |
| Summe Finanzanlagen | 0 | 2.005.680,53 |
| Summe Anlagevermögen | 0 | 2.005.680,53 |
Angabe zu Forderungen
Der Betrag der Forderungen mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr beträgt € 0,00 (Vorjahr: € 0,00).
Angaben über die Gattung der Aktien
Das Grundkapital von € 100.000,00 ist eingeteilt in 100 nennwertlose Stückaktien.
Es handelt sich um Namensaktien.
Angabe zu Verbindlichkeiten
Der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr beträgt € 0,00 (Vorjahr: € 0,00).
Es bestehen zum Bilanzstichtag keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen.
Nachtragsbericht
Nach Ende des Geschäftsjahres zum 31.12.2019 haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung ergeben, über die an dieser Stelle zu berichten wäre. Wir verweisen auf die entsprechenden Ausführungen im Lagebericht in den Abschnitten „III. Nachtragsbericht“, „IV. Chancen- und Risikobericht“ und „V. Prognosebericht“.
Sonstige Angaben
Namen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats
Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs gehörten die folgenden Personen dem Vorstand an:
| Henning Strauß | ausgeübter Beruf: | Kaufmann |
| Steffen Strauß | ausgeübter Beruf: | Kaufmann |
Dem Aufsichtsrat gehörten folgende Personen an:
| Norbert Strauß | ausgeübter Beruf: | Kaufmann |
| Gerlinde Strauß | ausgeübter Beruf: | Kauffrau |
| Matthias Fischer | ausgeübter Beruf: | Kaufmann |
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates war im Geschäftsjahr Matthias Fischer.
Vergütungen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats
Die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates erhalten für ihre Tätigkeiten keine Vergütungen.
Aufwendungen für die Wirtschaftsprüfung
Die Gesamtbezüge im Geschäftsjahr 2019 betragen
- für Abschlussprüfungsleistungen T€ 35
- für sonstige Beratung T€ 8
- für Steuerberatungsleistungen T€ 7
Angaben über den Anteilsbesitz an anderen Unternehmen von mindestens 20 Prozent der Anteile
Gemäß § 285 Nr. 11 HGB wird über nachstehende Unternehmen berichtet:
| Firmenname / Sitz | Anteilshöhe | Jahresergebnis € |
Eigenkapital € |
|---|---|---|---|
| engelbert strauss AB, Schweden | 100,00 % | 237.122,70 | 1.949.492,65 |
Angabe über das Bestehen einer Beteiligung an der Gesellschaft, die nach § 20 Abs. 1 oder 4 AktG der Gesellschaft mitgeteilt worden ist
Die Strauss Trading KG hält an der Unternehmung eine Mehrheitsbeteiligung.
Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung
Aufgrund des Gewinnabführungsvertrages, welcher im März 2010 auf unbestimmte Zeit abgeschlossen wurde, wird das Jahresergebnis an die Strauss Trading KG abgeführt.
Unterschrift der Geschäftsführung
Biebergemünd, 12. Mai 2021
gez. Henning Strauß
gez. Steffen Strauß
Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers bezieht sich auf den Jahresabschluss in der aufgestellten Form. Die Offenlegung erfolgt in verkürzter Form gemäß §§ 325 ff. HGB.
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Engelbert Strauss International AG, Biebergemünd
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Engelbert Strauss International AG, Biebergemünd, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Engelbert Strauss International AG, Biebergemünd, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und
- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Köln, 12. Mai 2021
**Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft**
gez. Marcus Lauten, Wirtschaftsprüfer
gez. Nikolaus Krenzel, Wirtschaftsprüfer
Die Feststellung erfolgte am 20. Mai 2021