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STRABAG SE Annual Report (ESEF) 2022

Apr 27, 2023

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Jahresfinanzbericht 2022

KONZERNABSCHLUSS 2022

KONZERNABSCHLUSS ZUM 31.12.2022

KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG

GESAMTERGEBNISRECHNUNG
T€ Anhang 2022 2021
Umsatzerlöse (1) 17.025.847 15.298.536
Bestandsveränderungen -4.851 -118.649
Aktivierte Eigenleistungen 15.865 8.835
Sonstige betriebliche Erträge (2) 236.760 211.260
Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen (3) -10.988.654 -9.415.079
Personalaufwand (4) -4.133.734 -3.843.579
Sonstige betriebliche Aufwendungen (5) -1.013.283 -823.814
Ergebnis aus Equity-Beteiligungen (6) 60.887 92.110
Beteiligungsergebnis (7) 58.369 36.102
EBITDA 1.257.206 1.445.722
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (8) -550.809 -549.614
EBIT 706.397 896.108
Zinsen und ähnliche Erträge 50.742 26.962
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -40.066 -39.532
Zinsergebnis (9) 10.676 -12.570
Ergebnis vor Steuern 717.073 883.538
Ertragsteuern (10) -236.944 -287.135
Ergebnis nach Steuern 480.129 596.403
davon: nicht-beherrschenden Gesellschaftern zustehendes Ergebnis 7.675 10.697
davon: den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehendes Ergebnis (Konzernergebnis) 472.454 585.706
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (€) (11) 4,60 5,71

GESAMTERGEBNISRECHNUNG

T€ Anhang 2022 2021
Ergebnis nach Steuern 480.129 596.403
Differenz aus der Währungsumrechnung 1.095 27.064
Recycling Differenz aus der Währungsumrechnung 673 3.637
Veränderung Zinsswaps 66.508 20.077
Recycling Zinsswaps 5.297 10.585
Recycling Kosten der Absicherung 0 103
Recycling Währungssicherungsinstrumente 0 -1.537
Latente Steuer auf neutrale Eigenkapitalveränderungen (10) -19.468 -6.510
Sonstiges Ergebnis aus Equity-Beteiligungen 9.438 4.820
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden 63.543 58.239
Veränderung versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 34.661 34.985
Latente Steuer auf neutrale Eigenkapitalveränderungen (10) -10.707 -9.251
Sonstiges Ergebnis aus Equity-Beteiligungen 164 37
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden 24.118 25.771
Sonstiges Ergebnis 87.661 84.010
Gesamtergebnis 567.790 680.413
davon: nicht-beherrschenden Gesellschaftern zustehend 7.721 10.299
davon: den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehend 560.069 670.114

KONZERNBILANZ

T€ Anhang 31.12.2022 31.12.2021
Firmenwerte (13) 442.396 447.679
Rechte aus Konzessionsverträgen (14) 473.155 492.829
Sonstige immaterielle Vermögenswerte (15) 24.847 28.395
Sachanlagen (16) 2.743.463 2.533.116
Equity-Beteiligungen (17) 411.172 403.163
Sonstige Anteile an Unternehmen (18) 198.001 195.388
Forderungen aus Konzessionsverträgen (21) 482.874 524.570
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (24) 405.653 259.971
Latente Steuern (19) 110.536 104.444
Langfristige Vermögenswerte 5.292.097 4.989.555
Vorräte (20) 1.068.707 969.103
Forderungen aus Konzessionsverträgen (21) 49.754 46.001
Vertragsvermögenswerte (22) 1.357.741 1.348.241
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (23) 1.680.994 1.447.374
Nicht-finanzielle Vermögenswerte 193.916 143.203
Forderungen aus Ertragsteuern 85.632 52.396
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (24) 253.069 266.644
Liquide Mittel (25) 2.701.849 2.963.251
Kurzfristige Vermögenswerte 7.391.662 7.236.213
Aktiva 12.683.759 12.225.768
Grundkapital 102.600 102.600
Kapitalrücklagen 2.085.806 2.085.806
Gewinnrücklagen und sonstige Rücklagen 1.814.445 1.859.100
Anteile nicht-beherrschender Gesellschafter 22.392 24.316
Eigenkapital (26) 4.025.243 4.071.822
Rückstellungen (27) 1.278.791 1.235.924
Finanzverbindlichkeiten¹ (28) 656.332 710.610
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (30) 83.818 95.788
Latente Steuern (19) 174.821 104.063
Langfristige Schulden 2.193.762 2.146.385
Rückstellungen (27) 1.129.106 1.097.705
Finanzverbindlichkeiten² (28) 300.869 483.005
Vertragsverbindlichkeiten (22) 1.144.676 1.117.348
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (29) 2.569.042 2.421.430
Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 540.572 536.945
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 58.192 51.163
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (30) 722.297 299.965
Kurzfristige Schulden 6.464.754 6.007.561
Passiva 12.683.759 12.225.768

¹ Davon Non-Recourse-Verbindlichkeiten aus Konzessionsverträgen in Höhe von T€ 372.859 (2021: T€ 452.402)
² Davon Non-Recourse-Verbindlichkeiten aus Konzessionsverträgen in Höhe von T€ 235.115 (2021: T€ 200.338)

KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

T€ Anhang 2022 2021
Ergebnis nach Steuern 480.129 596.403
Latente Steuern 35.021 106.413
Nicht-zahlungswirksames Ergebnis aus Konsolidierungskreisänderungen -2.265 10.375
Nicht-zahlungswirksames Ergebnis aus Equity-Beteiligungen 27.343 26.605
Sonstiges nicht-zahlungswirksames Ergebnis -12.788 -9.679
Abschreibungen/Zuschreibungen 560.571 553.165
Veränderung der langfristigen Rückstellungen 48.149 -3.982
Gewinne/Verluste aus Anlagenverkäufen/-abgängen -51.179 -62.952
Cashflow aus dem Ergebnis 1.084.981 1.216.348
Veränderung der Vorräte -132.452 105.797
Veränderung der Forderungen aus Konzessionsverträgen, Vertragsvermögenswerten und Lieferungen und Leistungen -292.350 -159.118
Veränderung der nicht-finanziellen Vermögenswerte -50.548 -30.585
Veränderung der Forderungen aus Ertragsteuern -33.592 -4.534
Veränderung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte 6.930 -3.402
Veränderung der
T€ T€
kurzfristigen Rückstellungen 64.156 126.599
Veränderung aus Vertragsverbindlichkeiten und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 173.358 60.870
Veränderung der nicht-finanziellen Verbindlichkeiten 3.668 61.197
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 6.748 -176.670
Veränderung der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten -18.042 24.059
Cashflow aus der Geschäftstätigkeit 812.857 1.220.561
Erwerb von Finanzanlagen -26.726 -19.289
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen -630.523 -456.338
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 81.681 123.072
Veränderung der sonstigen Finanzierungsforderungen 15.730 -17.819
Konsolidierungskreisänderungen -585 -7.185
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -560.423 -377.559
Aufnahme von Bankverbindlichkeiten 34.458 126.600
Rückzahlung von Bankverbindlichkeiten -97.046 -90.577
Rückführung von Anleihen -200.000 0
Veränderung der Leasingverbindlichkeiten -62.522 -61.046
Veränderung der sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten -5.025 -2.072
Veränderung aus Konsolidierungskreisänderungen/dem Erwerb von nicht-beherrschenden Anteilen -151 -2.750
Ausschüttungen -173.369 -714.061
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -503.655 -743.906
Nettoveränderung des Finanzmittelfonds -251.221 99.096
Finanzmittelfonds zu Beginn des Berichtszeitraums 2.963.101 2.856.804
Veränderung des Finanzmittelfonds aus Währungsdifferenzen -10.181 7.201
Finanzmittelfonds am Ende des Berichtszeitraums 2.701.699 2.963.101

EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

T€ Grundkapital Kapitalrücklagen Gewinnrücklagen Hedging- Rücklage¹ Fremdwährungsrücklagen Konzerneigenkapital Anteile nicht-beherrschender Gesellschafter Gesamtkapital
Stand am 1.1.2021 110.000 2.315.384 1.824.618 -74.647 -89.209 4.086.146 22.074 4.108.220
Ergebnis nach Steuern 585.706 585.706 10.697 596.403
Unterschied aus der Währungsumrechnung 31.059 31.059 -358 30.701
Veränderung Währungssicherungsinstrumente -1.434 -1.434 0 -1.434
Veränderung Equity-Beteiligungen 37 4.720 100 4.857 0 4.857
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste 35.038 35.038 -53 34.985
Veränderung Zinsswap 30.662 30.662 0 30.662
Latente Steuer auf neutrale Eigenkapitalveränderungen -9.264 -6.510 -15.774 13 -15.761
Sonstiges Ergebnis 25.811 27.438 31.159 84.408 -398 84.010
Gesamtergebnis 611.517 27.438 31.159 670.114 10.299 680.413
Umgliederung -236.978 236.978
Transaktionen im Zusammenhang mit nicht-beherrschenden Anteilen -814 -814 -1.936 -2.750
Eigene Aktien -7.400 7.400
Ausschüttungen² -707.940 -707.940 -6.121 -714.061
Stand am 31.12.2021 102.600 2.085.806 1.964.359 -47.209 -58.050 4.047.506 24.316 4.071.822

¹ Die Hedging-Rücklage enthält auch Kosten der Absicherung, siehe Abschnitt Cashflow Hedges unter Punkt (35) Finanzinstrumente.
² Die Gesamtausschüttung von T€ 707.940 entspricht einer Ausschüttung je Aktie von € 6,90 bezogen auf 102.600.000 Stück Aktien.

T€ Grundkapital Kapitalrücklagen Gewinnrücklagen Hedging- Rücklage Fremdwährungsrücklagen Konzerneigenkapital Anteile nicht-beherrschender Gesellschafter Gesamtkapital
Stand am 1.1.2022 102.600 2.085.806 1.964.359 -47.209 -58.050 4.047.506 24.316 4.071.822
Ergebnis nach Steuern 472.454 472.454 7.675 480.129
Unterschied aus der Währungsumrechnung 1.767 1.767 1 1.768
Veränderung Equity-Beteiligungen 164 13.132 -3.694 9.602 0 9.602
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste 34.600 34.600 61 34.661
Veränderung Zinsswap 71.805 71.805 0 71.805
Latente Steuer auf neutrale Eigenkapitalveränderungen -10.691 -19.468 -30.159 -16 -30.175
Sonstiges Ergebnis 24.073 65.469 -1.927 87.615 46 87.661
Gesamtergebnis 496.527 65.469 -1.927 560.069 7.721 567.790
Transaktionen mit Konsolidierungskreisänderungen -151 -151
Erwerbsverpflichtung eigene Aktien¹ -399.524 -399.524 -399.524
Ausschüttungen² -205.200 -205.200 -9.494 -214.694
Stand am 31.12.2022 102.600 2.085.806 1.856.162 18.260 -59.977 4.002.851 22.392 4.025.243

¹ siehe dazu die Erläuterungen zum Eigenkapital Punkt (26)
² Die Gesamtausschüttung von T€ 205.200 entspricht einer Ausschüttung je Aktie von € 2,00 bezogen auf 102.600.000 Stück Aktien.

ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS

ALLGEMEINE GRUNDLAGEN

Der STRABAG SE-Konzern ist ein führender europäischer Technologiekonzern für Baudienstleistungen. Der Sitz der STRABAG SE befindet sich in der Triglavstraße 9, 9500 Villach, Österreich. STRABAG SE ist oberstes Mutterunternehmen. Ausgehend von den Kernmärkten Österreich und Deutschland ist STRABAG über ihre zahlreichen Tochtergesellschaften in allen ost- und südosteuropäischen Ländern, in ausgewählten Märkten Nord- und Westeuropas, auf der Arabischen Halbinsel sowie insbesondere im Projektgeschäft in Afrika, Asien und Amerika präsent. STRABAG deckt dabei die gesamte Leistungspalette (Hoch- und Ingenieurbau, Verkehrswegebau, Tunnelbau, baunahe Dienstleistungen) sowie die gesamte Wertschöpfungskette der Bauwirtschaft ab.

Der Konzernabschluss der STRABAG SE zum 31.12.2022 wurde in Anwendung von § 245a Abs. 2 UGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag verpflichtend anzuwendenden, vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) einschließlich der Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt. Zur Anwendung kommen ausschließlich die bis zum Abschlussstichtag von der EU-Kommission übernommenen Standards und Interpretationen, die entsprechend im Amtsblatt der EU veröffentlicht wurden. Darüber hinaus werden weitergehende Angabepflichten des § 245a Abs. 1 UGB erfüllt. Neben der Gesamtergebnisrechnung und der Bilanz wird eine Kapitalflussrechnung nach IAS 7 erstellt und eine Eigenkapital-veränderungsrechnung gezeigt (IAS 1). Die Anhangangaben enthalten zudem eine Segmentberichterstattung nach IFRS 8. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Der Konzernabschluss wurde in T€ dargestellt; durch die Angabe in T€ können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

NEUE UND GEÄNDERTE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN, DIE IM GESCHÄFTSJAHR 2022 ANWENDUNG FINDEN

Das IASB hat folgende Änderungen bei bestehenden IFRS sowie einige neue IFRS und IFRIC verabschiedet, die auch bereits von der EU-Kommission übernommen wurden und somit seit dem 1.1.2022 verpflichtend anzuwenden sind.

Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen (gemäß IASB) Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen (gemäß EU-Endorsement)
Verbesserungsprozess IFRS 2018–2020 1.1.2022 1.1.2022
Änderungen an IFRS 3 – Verweis auf Rahmenkonzept 1.1.2022 1.1.2022
Änderungen an IAS 16 – Erträge vor der beabsichtigten Nutzung 1.1.2022 1.1.2022
Änderungen an IAS 37 – Belastende Verträge: Kosten für die Erfüllung eines Vertrags 1.1.2022 1.1.2022

Änderungen an IAS 37 – Belastende Verträge: Kosten für die Erfüllung eines Vertrags

Die Bildung von Rückstellungen für drohende Verluste aus Bauaufträgen erfolgt gemäß den Bestimmungen von IAS 37. Die Änderung an IAS 37 sieht vor, dass bei der Ermittlung belastender Verträge grundsätzlich alle einem Vertrag direkt zurechenbaren Kosten bei der Ermittlung der Kosten zur Erfüllung des Vertrags einzubeziehen sind (Vollkostenansatz). Vor dieser Klarstellung war hinsichtlich der Definition der unvermeidbaren Kosten auch eine Grenzkostenbetrachtung möglich, bei der nur die inkrementellen Kosten zur Vertragserfüllung zu berücksichtigen waren. Der Konzern hat bei der Ermittlung der Rückstellung für drohende Verluste aus Bauaufträgen schon immer alle dem Vertrag direkt zurechenbaren Kosten berücksichtigt. Daher ergeben sich durch die Konkretisierung des Kostenbegriffs keine Anpassungen in der Ermittlung der Rückstellungen. Die erstmalige Anwendung der anderen IFRS-Standards hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss zum 31.12.2022.

ZUKÜNFTIGE ÄNDERUNGEN DER RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN

IASB und IFRIC haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die aber im Geschäftsjahr 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren bzw. von der EU-Kommission noch nicht übernommen wurden. Es handelt sich dabei um folgende Standards und Interpretationen:

Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen (gemäß IASB) Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen (gemäß EU-Endorsement) Auswirkungen auf den Konzernabschluss
IFRS 17 Versicherungsverträge 1.1.2023 1.1.2023 Keine
IFRS 17 Versicherungsverträge: Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 – Vergleichsinformationen 1.1.2023 1.1.2023 Keine
Änderungen an IAS 1 – Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 1.1.2023 1.1.2023 Untergeordnet
Änderungen an IAS 8 – Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen 1.1.2023 1.1.2023 Untergeordnet
Änderungen an IAS 12 – Ansatz latenter Steuern aus einer einzigen Transaktion 1.1.2023 1.1.2023 Untergeordnet
Änderungen an IAS 1 – Klassifizierung von Schulden als lang- und kurzfristig einschließlich Verschiebung des Zeitpunktes des Inkrafttretens und Klassifizierung von Schulden mit Nebenbedingungen als kurz- oder langfristig 1.1.2024 n. a.¹ Wird analysiert
Änderungen an IFRS 16 – Leasingverbindlichkeit bei Sale & Leaseback 1.1.2024 n. a.¹ Wird analysiert

¹ n. a. – Endorsement-Verfahren läuft noch Es ist keine vorzeitige Anwendung der neuen Standards und Interpretationen geplant.# KONSOLIDIERUNG

Die in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Die Jahresabschlüsse der in- und ausländischen Konzernunternehmen sind entsprechend angepasst.

TOCHTERUNTERNEHMEN

Unternehmen, bei denen der Konzern die Finanz- und Geschäftspolitik bestimmt, stellen Tochterunternehmen dar. Der Konzernabschluss beinhaltet den Abschluss des Mutterunternehmens und der von ihm beherrschten Unternehmen einschließlich strukturierter Unternehmen. Für die Beherrschung müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Das Mutterunternehmen besitzt die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen.
  • Die Renditen der Beteiligung sind Schwankungen ausgesetzt.
  • Die Renditen der Beteiligungsgesellschaft können seitens der Muttergesellschaft durch Ausübung der Verfügungsmacht in ihrer Höhe beeinflusst werden.

Sofern Hinweise vorliegen, dass sich bezüglich der Beteiligungsunternehmen mindestens eines der oben genannten Kriterien geändert hat, ist eine erneute Beurteilung der Beherrschung vorzunehmen.

Die Verfügungsgewalt und damit die Beherrschung über ein Beteiligungsunternehmen kann, unabhängig von der Stimmrechtsmehrheit, auch durch andere Rechte sowie vertragliche Vereinbarungen erlangt werden, die dem Mutterunternehmen die Möglichkeit geben, die renditerelevanten Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens zu beeinflussen.

Der Einbezug eines Tochterunternehmens in den Konzernabschluss erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem das Mutterunternehmen die Beherrschung erlangt. Das Unternehmen wird umgekehrt dann entkonsolidiert, wenn die Beherrschung endet.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß den Bestimmungen des IFRS 3 nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten für das Tochterunternehmen entsprechen der Summe der beizulegenden Zeitwerte der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der übernommenen Schulden. Bedingte Kaufpreisbestandteile werden ebenfalls mit ihrem beizulegenden Zeitwert im Erstkonsolidierungszeitpunkt einbezogen. Spätere Abweichungen von diesem Wert werden erfolgswirksam erfasst. Transaktionskosten werden ebenfalls sofort erfolgswirksam erfasst.

Anteile nicht-beherrschender Gesellschafter werden mit ihrem proportionalen Anteil am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst (Partial-Goodwill-Methode). Das Wahlrecht, Anteile nicht-beherrschender Gesellschafter zum Fair Value anzusetzen, wird nicht in Anspruch genommen.

Bei einem sukzessiven Unternehmenszusammenschluss (Step Acquisition) wird der bereits bestehende Eigenkapitalanteil des Unternehmens mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Der daraus resultierende Gewinn oder Verlust ist in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

Den Anschaffungskosten, bedingten Gegenleistungen, bestehenden Eigenkapitalanteilen und Anteilen nicht-beherrschender Gesellschafter sind sämtliche identifizierbare Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens, bewertet zum beizulegenden Zeitwert, gegenüberzustellen.

Ein verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Firmenwert ausgewiesen. Passive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden nach einer nochmaligen Überprüfung sofort ertragswirksam erfasst.

Der Firmenwert wird zumindest einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest gemäß IAS 36 unterzogen. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2022 Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von T€ 0 (2021: T€ 0) aktiviert. Wertminderungen auf Firmenwerte wurden in Höhe von T€ 6.700 (2021: T€ 5.667) vorgenommen.

TRANSAKTIONEN MIT NICHT-BEHERRSCHENDEN ANTEILEN OHNE BEHERRSCHUNGSVERLUST

Unterschiedsbeträge aus dem Erwerb oder der Veräußerung von Anteilen an verbundenen Unternehmen ohne Kontrollerwerb bzw. Kontrollverlust werden zur Gänze erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

VERÄUSSERUNG VON TOCHTERUNTERNEHMEN

Bei Verlust der Beherrschung über ein Tochterunternehmen wird ein verbleibender Anteil neu mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Differenz zu den bestehenden Buchwerten wird als Gewinn oder Verlust erfasst. Der erstmalige Ansatz eines assoziierten Unternehmens, einer gemeinsamen Vereinbarung oder eines finanziellen Vermögenswerts erfolgt zu diesem beizulegenden Zeitwert. Alle bisher im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge werden so bilanziert, als wären die Vermögenswerte und Schulden des betreffenden Unternehmens direkt veräußert worden.

STRUKTURIERTE UNTERNEHMEN

Strukturierte Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass die Beherrschung nicht von den Stimmrechten, sondern im Wesentlichen vom vertraglichen Gesellschaftszweck abhängt. Der Gesellschaftszweck beschränkt sich meist auf ein enges Tätigkeitsfeld. Zudem sind diese Gesellschaften meistens mit geringem Eigenkapital sowie einer gesellschaftergebundenen Finanzierung ausgestattet.

ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN

Unternehmen, bei denen der Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, stellen assoziierte Unternehmen dar. In der Regel ist dies bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 % der Fall. Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert und unter dem Posten Equity-Beteiligungen ausgewiesen.

Bei der erstmaligen Bilanzierung werden die erworbenen Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt. Entstehende Unterschiedsbeträge werden entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung behandelt. In den Folgejahren erhöht oder verringert sich der Buchwert der Anteile entsprechend dem anteiligen Gewinn oder Verlust bzw. dem sonstigen Ergebnis des Beteiligungsunternehmens. Ausschüttungen mindern den Buchwert der Anteile. Sobald die anteiligen Verluste des Konzerns dem Anteil an dem assoziierten Unternehmen entsprechen oder diesen übersteigen, sind keine weiteren Verluste zu erfassen, außer der Konzern haftet für Verluste des assoziierten Unternehmens.

Der Konzern überprüft zu jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung der Anteile an assoziierten Unternehmen vorliegen. Wenn Anhaltspunkte vorliegen, ist die Differenz zwischen Buchwert und erzielbarem Betrag als Wertminderungsaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

Aus der erstmaligen Equity-Bewertung der zugegangenen Gesellschaften ergaben sich im Geschäftsjahr wie im Vorjahr keine Firmenwerte, die als Bestandteil der Anteile an Equity-Beteiligungen ausgewiesen werden.

GEMEINSAME VEREINBARUNGEN

Gemeinschaftsunternehmen sind solche, bei denen der Konzern gemeinsam mit einem dritten Unternehmen eine gemeinschaftliche Führung ausübt. Gemeinschaftliche Führung besteht dann, wenn die Bestimmung der Geschäfts- und Finanzpolitik die einstimmige Zustimmung aller an der gemeinschaftlichen Führung beteiligten Parteien erfordert.

Gemeinschaftsunternehmen werden bei STRABAG nach der Equity-Methode bilanziert und unter dem Posten Equity-Beteiligungen ausgewiesen. Bau-Arbeitsgemeinschaften sind insbesondere in Österreich und Deutschland üblich. Gemäß einer Stellungnahme des deutschen IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer) bzw. einer Stellungnahme des österreichischen AFRAC (Austrian Financial Reporting and Auditing Committee) erfüllt die typische deutsche bzw. österreichische Bau-Arbeitsgemeinschaft die Voraussetzungen für eine Klassifizierung als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture).

Ergebnisse aus Bau-Arbeitsgemeinschaften werden anteilig unter dem Posten Ergebnisse aus Equity-Beteiligungen ausgewiesen. Die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitsgemeinschaften enthalten insbesondere Ein- und Auszahlungen, Leistungsverrechnungen sowie auch die anteiligen Auftragsergebnisse und werden unter den Posten Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Gemeinsame Vereinbarungen bei der Abwicklung von Bauaufträgen in den übrigen Ländern werden je nach vertraglicher Ausgestaltung als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) oder als gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation) bilanziert.

SONSTIGE ANTEILE AN UNTERNEHMEN

Beteiligungen, die kein Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen oder assoziiertes Unternehmen darstellen, werden gemäß IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und unter dem Posten Sonstige Anteile an Unternehmen ausgewiesen.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen, die aufgrund von Unwesentlichkeit nicht konsolidiert bzw. nicht at-equity angesetzt werden, werden mit fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und unter dem Posten Sonstige Anteile an Unternehmen ausgewiesen.

KONSOLIDIERUNGSVORGÄNGE

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden innerhalb des Konzerns bestehende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausleihungen sowie sonstige Forderungen mit den korrespondierenden Verbindlichkeiten und Rückstellungen der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen aufgerechnet. Aufwendungen und Erträge aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden eliminiert. Aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr resultierende Zwischenergebnisse werden, sofern sie wesentlich sind, storniert. Bei der Eliminierung von Zwischenergebnissen werden nicht-beherrschende Anteile berücksichtigt.

Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen zwischen Konzernunternehmen und assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert.

Nicht-beherrschende Anteile am Eigenkapital und am Ergebnis von Gesellschaften, die vom Mutterunternehmen kontrolliert werden, sind im Konzernabschluss gesondert ausgewiesen. Für Konsolidierungsvorgänge werden die erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.

KONSOLIDIERUNGSKREIS

In den Konzernabschluss zum 31.12.2022 einbezogen sind neben der STRABAG SE alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen, bei denen die STRABAG SE unmittelbar oder mittelbar die Beherrschung ausübt. Assoziierte Unternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert (Equity-Beteiligungen).Gesellschaften, die auch in ihrer Gesamtheit für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bilds der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von unwesentlicher Bedeutung sind, werden nicht konsolidiert. Die Entscheidung über den Einbezug wird aufgrund quantitativer und qualitativer Überlegungen getroffen. Die in den Konzernabschluss zum 31.12.2022 einbezogenen Tochterunternehmen und Equity-Beteiligungen sind aus der Beteiligungsliste ersichtlich. Das Geschäftsjahr aller konsolidierten und assoziierten Unternehmen mit Ausnahme der nachfolgenden Gesellschaften, die auf Basis eines Zwischenabschlusses zum 31.12.2022 mitkonsolidiert werden, ist das Kalenderjahr.

Gesellschaft Stichtag Art der Einbeziehung
EFKON INDIA Pvt. Ltd., Mumbai 31.3. Vollkonsolidierung
Thüringer Straßenwartungs- und Instandhaltungsgesellschaft mbH & Co. KG, Apfelstädt 30.9. Equity-Beteiligung

Der Konsolidierungskreis hat sich in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 folgendermaßen entwickelt:

Vollkonsolidierung Equity-Bewertung
Stand am 31.12.2020 280 24
Im Berichtszeitraum erstmals einbezogen 5 0
Im Berichtszeitraum aufgrund Verschmelzung bzw. Anwachsung erstmals einbezogen 3 0
Im Berichtszeitraum verschmolzen bzw. angewachsen -4 0
Im Berichtszeitraum ausgeschieden -18 -2
Stand am 31.12.2021 266 22
Im Berichtszeitraum erstmals einbezogen 10 0
Im Berichtszeitraum aufgrund Verschmelzung bzw. Anwachsung erstmals einbezogen 3 0
Im Berichtszeitraum verschmolzen bzw. angewachsen -4 0
Im Berichtszeitraum ausgeschieden -9 0
Stand am 31.12.2022 266 22

KONSOLIDIERUNGSKREISZUGÄNGE

Folgende Gesellschaften werden zum vorliegenden Stichtag erstmals in den Konsolidierungskreis des Konzerns einbezogen:

Vollkonsolidierung

Gesellschaft Direkter Anteil % Erwerbs-/ Gründungszeitpunkt
CENTRUM BUCHAREST DEVELOPMENT SRL, Bukarest 100,00 1.1.2022
Leystraße 122–126 Komplementär GmbH, Wien 100,00 1.1.2022
Leystraße 122–126 Projektentwicklung GmbH & Co KG, Wien 100,00 1.1.2022
Meischlgasse 28–32 Komplementär GmbH, Wien 100,00 1.1.2022
Meischlgasse 28–32 Projektentwicklung GmbH & Co KG, Wien 100,00 1.1.2022
SRE Real Estate Luxembourg S.à r.l., Belvaux 100,00 1.1.2022
STRABAG Beteiligungen GmbH, Spittal an der Drau 100,00 1.1.2022
STRABAG PS s.r.o., Bratislava 100,00 1.1.2022
STRABAG Real Estate s.r.o., Bratislava 100,00 26.4.2022
STRABAG-EDILMAC Desarrollos Verticales SpA, Santiago de Chile 80,00 1.1.2022

Verschmelzung/Anwachsung

Gesellschaft Direkter Anteil % Erwerbs-/ Gründungszeitpunkt
Cottbuser Frischbeton GmbH, Wiesengrund 100,00 18.8.2022
I-PAY CLEARING SERVICES Pvt. Ltd., Mumbai 100,00 15.3.2022
Mikrobiologische Abfallbehandlungs GmbH, Schwadorf 100,00 30.9.2022

1 Die Gesellschaften wurden aufgrund ihres gestiegenen Geschäftsvolumens mit 1.1. erstmals in den Konsolidierungskreis des Konzerns einbezogen. Die Gründung bzw. der Erwerb der Gesellschaften erfolgte vor dem 1.1.2022.
2 Die unter Verschmelzung/Anwachsung angeführten Gesellschaften wurden auf bereits vollkonsolidierte Gesellschaften verschmolzen und sind somit gleichzeitig als Zu- und als Abgang zum/vom Konsolidierungskreis dargestellt.

Die Konsolidierung für erstmals einbezogene Unternehmen erfolgte zum Erwerbszeitpunkt oder zu einem zeitnahen Stichtag, sofern sich daraus keine wesentlichen Auswirkungen gegenüber einer Einbeziehung zum Erwerbszeitpunkt ergaben.

Die Zugänge von Vermögenswerten und Schulden aus den Erstkonsolidierungen setzen sich wie folgt zusammen:

T€ Erstkonsolidierungen
Erworbene Vermögenswerte und Schulden
Sonstige langfristige Vermögenswerte 2.840
Kurzfristige Vermögenswerte 7.861
Langfristige Schulden -477
Kurzfristige Schulden -2.794
Erfolgswirksam erfasster Erstkonsolidierungsgewinn -1.513
Gegenleistung (Kaufpreis) 5.917
Nicht-zahlungswirksamer Kaufpreisbestandteil -5.917
Übernommene Zahlungsmittel 715
Nettozufluss aus Erstkonsolidierungen 715

Die erstmals einbezogenen Unternehmen haben 2022 in Summe zum Konzernumsatz mit T€ 17.469 (2021: T€ 77.117) sowie zum Konzernergebnis mit einem Gewinn in Höhe von T€ 4.121 (2021: Verlust von T€ 1.629) beigetragen. Unter Annahme eines fiktiven Erstkonsolidierungszeitpunkts sämtlicher neu einbezogener Gesellschaften zum 1.1.2022 würden sich die Konzernumsatzerlöse und das Ergebnis des Konzerns für das Geschäftsjahr nicht ändern.

Akquisitionen nach dem Bilanzstichtag

STRABAG hat 100 % der Slabihoud GmbH und der Hans Lohr GmbH erworben. Durch den Erwerb der Slabihoud GmbH und Hans Lohr GmbH baut STRABAG ihre TGA (Technische Gebäude Ausrüstung) Kompetenz in Österreich um weitere Geschäftsfelder aus. Die technische Gebäudeausrüstung (inkl. aller Heiz- und Kühlsysteme sowie elektrotechnischen Installationen) ist ein großer Hebel, um den nachhaltigen Gebäudebetrieb sicherzustellen. Die Gesellschaften haben im Jahr 2022 einen Umsatz von rund € 17 Mio. mit 133 Mitarbeitern erzielt. Der Vollzug der Transaktion stand unter der aufschiebenden Bedingung von behördlichen Genehmigungen, die im Jänner 2023 erteilt wurden.

Im Dezember 2022 wurde von STRABAG der Kaufvertrag zum Erwerb von 100 % des norddeutschen Reinigungsdienstleisters Bockholdt GmbH & Co. KG unterzeichnet. Mit der Akquisition der Bockholdt-Gruppe soll die Leistung im Infrastrukturellen Facility Management im Norden Deutschlands gestärkt werden. Zu den Leistungen der erworbenen Unternehmen gehören neben der Unterhaltsreinigung, innovative Dienstleistungen im Bereich der Industriereinigung, robotergestützte Reinigungen von Belüftungsanlagen sowie die umweltgerechte Reinigung von Solar- und Windkraftanlagen, die mit eigenen Industriekletterern erbracht wird. Fachgerechte Schädlingsbekämpfung sowie OP- und Klinikreinigungen zählen ebenfalls zu den Besonderheiten des Leistungsportfolio. Mit 3.600 Mitarbeitern an 13 Standorten erzielen die Gesellschaften jährlich eine Leistung von rund € 85 Mio. Das Closing stand unter dem Vorbehalt von behördlichen Genehmigungen. Die kartellrechtliche Freigabe wurde im Jänner 2023 erteilt.

KONSOLIDIERUNGSKREISABGÄNGE

Zum 31.12.2022 wurden folgende Unternehmen nicht mehr in den Konsolidierungskreis einbezogen:

Entkonsolidierung

  • Campus Eggenberg Immobilienprojekt GmbH, Graz
  • DCO d.o.o., Ljubljana
  • EVOLUTION THREE Sp. z o.o., Warschau
  • InfoSys Informationssysteme GmbH, Spittal an der Drau
  • SILO II LBG 57 - 59 Liegenschaftsverwertung GmbH & Co KG, Wien
  • SILO ZWEI Beteiligungsverwaltungs GmbH & Co KG, Wien
  • STRABAG Industries (Thailand) Co.,Ltd., Bangkok
  • "VITOSHA VIEW" EOOD, Sofia
  • Züblin Egypt LLC, Cairo

Verschmelzung/Anwachsung1

  • Cottbuser Frischbeton GmbH, Wiesengrund
  • I-PAY CLEARING SERVICES Pvt. Ltd., Mumbai
  • ITC Engineering AG & Co. KG, Stuttgart
  • Mikrobiologische Abfallbehandlungs GmbH, Schwadorf

1 Die unter Verschmelzung/Anwachsung angeführten Gesellschaften wurden auf bereits vollkonsolidierte Gesellschaften verschmolzen bzw. sind auf bereits vollkonsolidierte Gesellschaften angewachsen.

Die Abgänge von Vermögenswerten und Schulden infolge der Entkonsolidierungen setzen sich wie folgt zusammen:

T€ Entkonsolidierungen
Abgegangene Vermögenswerte und Schulden
Kurzfristige Vermögenswerte 3.201
Langfristige Schulden -154
Kurzfristige Schulden -2.256
Erfolgswirksam erfasster Entkonsolidierungsgewinn 777
Erhaltene Gegenleistung (Kaufpreis) 1.568
Nicht-zahlungswirksamer Kaufpreisbestandteil -1.568
Abgegangene Zahlungsmittel -1.300
Nettoabfluss aus Entkonsolidierungen -1.300

Daraus resultierende Gewinne in Höhe von T€ 1.111 (2021: T€ 1.107 ) sowie Verluste in Höhe von T€ 334 (2021: T€ 7.576) sind ergebniswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Ein Geschäftsfeld des STRABAG SE-Konzerns ist die Projektentwicklung von Immobilien. Im Fall von Verkäufen von Projektentwicklungen als Share Deal erfolgt die Darstellung des Veräußerungsgewinns in wirtschaftlicher Betrachtungsweise nicht als Entkonsolidierungsgewinn, sondern es wurden die Erlöse aus der Projektentwicklung in Höhe von T€ 52.253 (2021: T€ 136.235) sowie die korrespondierenden Aufwendungen in Höhe von T€ 40.673 (2021: T€ 104.183) brutto erfasst.

Zum Abschlussstichtag liegen weder maßgebliche erhebliche Beschränkungen bei der Nutzung von Vermögenswerten noch Risiken im Zusammenhang mit strukturierten Unternehmen vor.

NICHT-BEHERRSCHENDE ANTEILE

Der Wert der nicht-beherrschenden Anteile im STRABAG SE-Konzern beträgt zum 31.12.2022 T€ 22.392 (2021: T€ 24.316) und ist damit insgesamt unwesentlich. Die ausgewiesenen Fremdanteile setzen sich aus einer Vielzahl von Tochtergesellschaften zusammen und betreffen hauptsächlich die Projektentwicklungsgesellschaften. Die Beteiligungsquoten der übrigen Tochterunternehmen haben sich im Geschäftsjahr nur unwesentlich geändert bzw. haben diese Änderungen nur zu unwesentlichen Auswirkungen geführt. Die Änderungen sind der Konzernbeteiligungsliste zu entnehmen.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

Die im Abschluss jedes einzelnen Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (funktionale Währung). Die funktionale Währung der Tochtergesellschaften ist die jeweilige Landeswährung – mit Ausnahme der nachfolgend angeführten Gesellschaften, deren funktionale Währung der Euro ist:

  • AKA Zrt., Budapest
  • AMFI HOLDING Kft., Budapest
  • BHK KRAKÓW JOINT VENTURE Sp. z o.o., Warschau
  • EVOLUTION TWO Sp. z o.o., Warschau
  • EXP HOLDING Kft., Budapest
  • Ranita OOO, Moskau

Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, dieser stellt die Berichtswährung von STRABAG dar. Transaktionen in fremder Währung werden mit dem Kurs am Tag der Transaktion in die funktionale Währung umgerechnet.# BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Am Abschlussstichtag werden monetäre Posten zum Stichtagskurs umgerechnet, nicht-monetäre Posten werden mit dem Kurs am Tag der Transaktion umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Die Vermögenswerte und Schulden der Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden von der jeweiligen Landeswährung mit den Devisenmittelkursen am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnungen der ausländischen Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden wie die entsprechenden Jahresergebnisse zu den Durchschnittskursen des Berichtszeitraums umgerechnet. Die Differenzen, die durch die Anwendung beider Kurse entstehen, werden erfolgsneutral erfasst. Monetäre Posten in Form von ausstehenden Forderungen oder Verbindlichkeiten, deren Abwicklung auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist, stellen einen Teil der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb dar. Währungsumrechnungsdifferenzen aus diesen monetären Posten werden im sonstigen Ergebnis erfasst und bei der Veräußerung der Nettoinvestition vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die wesentlichen Währungen sind mit den Stichtags- und Durchschnittskursen unter Punkt (35) Finanzinstrumente aufgeführt. Im Geschäftsjahr wurden Währungsdifferenzen von T€ 1.768 (2021: T€ 30.701) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Währungstransaktionen (Hedging-Transaktionen) ohne Berücksichtigung latenter Steuern wurden in Höhe von T€ 0 (2021: T€ -1.434) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Umwertungen gemäß IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) waren nicht vorzunehmen.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

FIRMENWERTE

Ein Firmenwert aus einem Unternehmenszusammenschluss wird beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Diese ergeben sich als Überschuss der übertragenen Gegenleistung über die identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden. Nach dem erstmaligen Ansatz wird ein Firmenwert mit den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet. Es erfolgt keine planmäßige Abschreibung, sondern eine zumindest jährliche Überprüfung der Werthaltigkeit entsprechend den Regelungen des IAS 36. Der Konzern nimmt die jährliche Überprüfung der Firmenwerte auf Werthaltigkeit zum Jahresende vor. Eine Überprüfung findet auch dann statt, wenn Ereignisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Zum Zweck des Werthaltigkeitstests wird der Firmenwert einer oder mehreren zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units, CGU) des Konzerns zugeordnet, die von den Synergieeffekten des Zusammenschlusses profitieren sollen. Die Werthaltigkeit des Firmenwerts wird ermittelt, indem der Buchwert der entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Einheiten mit dem erzielbaren Betrag verglichen wird. Im Fall eines Impairments wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Eine spätere Zuschreibung aufgrund des Wegfalls der Gründe für die Wertminderung ist für einen Firmenwert nicht vorgesehen.

RECHTE AUS KONZESSIONSVERTRÄGEN

Dienstleistungskonzessionsverträge des STRABAG SE-Konzerns mit der öffentlichen Hand zur Errichtung, zum Betrieb, zur Erhaltung und zur Finanzierung von Infrastruktureinrichtungen werden gemäß den Bestimmungen des IFRIC 12 angesetzt. Ein Recht aus einem Konzessionsvertrag ist dann anzusetzen, wenn die Gegenleistung keinen unbedingten Zahlungsanspruch darstellt, sondern ein Recht eingeräumt wird, eine von der Nutzung abhängige Gebühr zu erheben. Das Recht aus dem Konzessionsvertrag wird mit dem beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung erfasst und in der Folge, vermindert um planmäßige Abschreibungen über die Laufzeit der Konzession und Wertminderungen angesetzt. Sind die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderung entfallen, werden die betroffenen Vermögenswerte erfolgswirksam zugeschrieben. Dabei darf jener Buchwert nicht überschritten werden, der sich ergeben hätte, wenn in den früheren Perioden keine Wertminderung erfasst worden wäre.

SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Wertminderungen und planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Entwicklungsaufwendungen für einen selbst erstellten immateriellen Vermögenswert werden aktiviert, wenn der Konzern die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts, damit dieser zur internen Nutzung oder zum Verkauf zur Verfügung steht, sowie die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen, nachweisen kann. Ferner müssen zur Generierung eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens durch den Vermögenswert die Verfügbarkeit von Ressourcen zur Vollendung des Vermögenswerts und die Fähigkeit, die dem Vermögenswert während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben zuverlässig zu ermitteln, belegt werden. Die Herstellungskosten für diese Vermögenswerte umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie die produktionsbezogenen Gemeinkosten. Fremdkapitalkosten werden für qualifizierte Vermögenswerte aktiviert. Aufwendungen für Forschung, die diese Kriterien nicht erfüllen, werden als Aufwand in der Periode ihres Entstehens erfasst. Bereits als Aufwand erfasste Kosten werden nicht in einer Folgeperiode aktiviert. Die Folgebewertung immaterieller Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer erfolgt zu ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen. Im Konzern gibt es keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer. Folgende Nutzungsdauern liegen den immateriellen Vermögenswerten bei linearer Abschreibung zugrunde:

Immaterielle Vermögenswerte Nutzungsdauer in Jahren
Bestandsrechte, Abbaurechte und sonstige Rechte 3–50
Software 2–5
Patente und Lizenzen 3–10

SACHANLAGEN

Sachanlagen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfasst. Die Folgebewertung erfolgt bei STRABAG nach dem Anschaffungskostenmodell und somit mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen. Sind die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderung entfallen, werden diese Vermögenswerte erfolgswirksam zugeschrieben. Dabei darf jener Buchwert nicht überschritten werden, der sich ergeben hätte, wenn in den früheren Perioden keine Wertminderung erfasst worden wäre. Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden dann aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Konzern daraus ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten zuverlässig ermittelt werden können. Aufwendungen für Reparaturen und Wartungen, die keine wesentlichen Ersatzinvestitionen darstellen, werden in der Periode ihres Anfalls aufwandswirksam erfasst. Die planmäßige Abschreibung des abnutzbaren Sachanlagevermögens erfolgt linear entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Treten bei Vermögenswerten Hinweise für Wertminderungen auf und liegen die Barwerte der zukünftigen Einzahlungsüberschüsse unter den Buchwerten, erfolgt gemäß IAS 36 eine Abwertung auf den niedrigeren erzielbaren Betrag. Folgende Nutzungsdauern liegen den Sachanlagen zugrunde:

Sachanlagen Nutzungsdauer in Jahren
Gebäude 10–50
Investitionen in fremden Gebäuden 5–40
Maschinen 3–15
Geschäftsausstattung 3–10
Fahrzeuge 4–9

INVESTMENT PROPERTY

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zweck der Wertsteigerung gehalten werden. Diese werden beim erstmaligen Ansatz mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Für die Folgebewertung wendet STRABAG das Anschaffungskostenmodell an, d. h. die Bewertung erfolgt zu den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen. Liegen die Barwerte der zukünftigen Einzahlungsüberschüsse unter den Buchwerten, erfolgt gemäß IAS 36 eine Abwertung auf den niedrigeren erzielbaren Betrag. Der erzielbare Betrag dieser Immobilien wird gesondert angegeben. Die Ermittlung erfolgt nach anerkannten Methoden wie der Ableitung aus dem aktuellen Marktpreis vergleichbarer Immobilien oder der Discounted-Cashflow-Methode. Die Nutzungsdauern für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien betragen 10 bis 35 Jahre. Die Abschreibung erfolgt linear. Der Ausweis erfolgt in der Bilanz unter den Sachanlagen.

LEASINGVERHÄLTNISSE

Leasingverhältnisse liegen vor, wenn dem:der Leasingnehmer:in vom:von der Leasinggeber:in vertraglich das Recht zur Beherrschung eines identifizierten Vermögenswerts für einen festgelegten Zeitraum eingeräumt wird und der:die Leasinggeber:in dafür eine Gegenleistung erhält. Der STRABAG SE-Konzern ist Leasingnehmer von Immobilien (Büros, Lagerplätze etc.). Es besteht eine Vielzahl von Einzelverträgen mit vergleichsweise niedrigen jährlichen Mietzahlungen, befristeter und unbefristeter Dauer sowie ordentlichen Kündigungsrechten. Leasingverhältnisse werden als Nutzungsrecht und entsprechende Leasingverbindlichkeit in der Bilanz dargestellt. Die Leasingraten werden in einen Finanzierungs- und einen Tilgungsanteil aufgeteilt. Die Finanzierungsaufwendungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst, sodass sich für jede Periode ein konstanter periodischer Zinssatz auf den Restbetrag der Verbindlichkeit ergibt. Das Nutzungsrecht wird linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben. Leasingzahlungen werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns bewertet, d. h. jenem Zinssatz, den der Konzern zahlen müsste, wenn Mittel aufgenommen werden müssten, um in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld einen Vermögenswert mit einem vergleichbaren Wert und zu vergleichbaren Bedingungen zu erwerben.# Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, werden als Aufwand erfasst.

Als kurzfristige Leasingverhältnisse gelten Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten. In geringem Umfang tritt der Konzern auch als Leasinggeber auf. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Büroflächen, insbesondere das Tech Gate Center in Wien. Diese Leasingverhältnisse sind als Operating Leasing zu qualifizieren. Die Mieterträge aus diesen Leasingverhältnissen werden im sonstigen betrieblichen Ertrag ausgewiesen.

ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND

Subventionen und Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand werden vom jeweiligen Vermögenswert aktivisch abgesetzt und entsprechend der Nutzungsdauer planmäßig berücksichtigt. Erfasst werden diese zu jenem Zeitpunkt, zu dem mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass die Zuwendung erfolgen wird und der Konzern die notwendigen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendung erfüllt.

Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurden diverse Fördermaßnahmen der öffentlichen Hand zur Unterstützung von Unternehmen beschlossen. Diese wurden in Österreich in Anspruch genommen. Konkret wurden in 2022 der Verlustersatz in Höhe von T€ 870 und in 2021 der Ausfallsbonus in Höhe von T€ 917, der Fixkostenzuschuss bzw. Verlustersatz II in Höhe von T€ 4.316 und sonstige Förderungen in untergeordnetem Ausmaß ergebniswirksam erfasst.

Die Investitionsförderungsprämie wurde in Höhe von insgesamt T€ 2.297 (2021: T€ 2.091) in Anspruch genommen, wovon zum Stichtag noch eine Forderung in Höhe von T€ 1.280 (2021:T€ 2.091) besteht.

FREMDKAPITALKOSTEN

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Als qualifizierte Vermögenswerte gelten jene, für die ein beträchtlicher Zeitraum (über sechs Monate) erforderlich ist, um sie in den für sie beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen. Andere Fremdkapitalkosten werden in der Periode ihres Anfalls als Aufwand erfasst.

WERTMINDERUNG NICHT-FINANZIELLER VERMÖGENSWERTE

Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, sowie sonstige Anteile an Unternehmen und Equity-Beteiligungen werden auf Wertminderungen geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, wie beispielsweise Firmenwerte oder noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte, werden jährlich auf Wertminderungen hin geprüft, da derartige Vermögenswerte keiner planmäßigen Abschreibung unterliegen.

Für die Feststellung des Wertminderungsbedarfs wird der erzielbare Betrag ermittelt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Sofern für einen einzelnen Vermögenswert kein erzielbarer Betrag ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (zahlungsmittelgenerierende Einheit, Cash Generating Unit) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann.

Da in der Regel keine Marktpreise für einzelne Einheiten vorliegen, wird für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten der Barwert der Nettozahlungsmittelzuflüsse herangezogen. Die Prognose der Cashflows basiert auf aktuellen Planungen von STRABAG, die einen Planungshorizont von mindestens vier Jahren aufweisen. Das letzte Detailplanungsjahr bildet die Basis für die Berechnung der ewigen Rente, soweit nicht aufgrund von rechtlichen Rahmenbedingungen die Nutzbarkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf einen zeitlich kürzeren Zeitraum begrenzt ist.

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten wird die Bewertung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit aus der Sicht eines oder einer unabhängigen Marktteilnehmenden vorgenommen. Hingegen wird bei der Berechnung des Nutzungswerts eines Vermögenswerts auf die Zahlungsströme auf Basis der bisherigen Nutzung abgestellt. Für die Nettozahlungsmittelzuflüsse jenseits der Detailplanungsperiode werden bei beiden Berechnungsmethoden individuelle, jeweils aus Marktinformationen abgeleitete Wachstumsraten auf Basis langfristiger Geschäftserwartungen bestimmt.

Die Diskontierung der Nettozahlungsmittelzuflüsse erfolgt mit den Kapitalkostensätzen. Diese werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkostensätze berechnet. Dabei wird den unterschiedlichen Rendite- und Risikoprofilen der verschiedenen Tätigkeitsschwerpunkte von STRABAG Rechnung getragen, indem individuelle Kapitalkostensätze anhand von Vergleichsunternehmen ermittelt werden. Die Eigenkapitalkostensätze entsprechen den Renditeerwartungen der Aktionärskreise. Die verwendeten Fremdkapitalkostensätze stellen die langfristigen Finanzierungskonditionen von Vergleichsunternehmen dar. Beide Komponenten werden aus Kapitalmarktinformationen abgeleitet.

Die Parameter Wachstumsrate und Kapitalkostensatz für die Werthaltigkeitsprüfungen können der folgenden Tabelle entnommen werden:

% 2022 2021
Wachstumsrate 0,0–0,5 0,0–0,5
Kapitalkostensatz (nach Steuern) 7,6–12,2 5,7–8,3
Kapitalkostensatz (vor Steuern) 10,5–14,6 6,9–11,4

Das Management hat die budgetierte Bruttomarge basierend auf Entwicklungen in der Vergangenheit und Erwartungen bezüglich der zukünftigen Marktentwicklung bestimmt.

Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts niedriger als der Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertberichtigung des Vermögenswerts. Im Fall von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, die einen Firmenwert enthalten, werden zunächst bestehende Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Firmenwerts, wird die Differenz in der Regel proportional auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit verteilt. Mit Ausnahme des Firmenwerts wird für nicht-finanzielle Vermögenswerte, für die in der Vergangenheit eine Wertminderung gebucht wurde, zu jedem Bilanzstichtag überprüft, ob gegebenenfalls eine Wertaufholung zu erfolgen hat.

FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

Finanzielle Vermögenswerte werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn STRABAG ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert, bei den Derivaten zum Handelstag.

Bei finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, erfolgt der erstmalige Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb zuzurechnen sind. Abweichend davon werden Transaktionskosten, die beim Erwerb von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten anfallen, unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Unverzinsliche oder unterverzinsliche Forderungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem Barwert der erwarteten zukünftigen Cashflows angesetzt.

Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte zu den nachstehenden Kategorien nach IFRS 9, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Die Zuordnung erfolgt zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes.

Für Zwecke der Bewertung und der Bilanzierung sind finanzielle Vermögenswerte in eine der nachstehenden Kategorien einzuordnen:

  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (AC)
  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
  • Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte, die gemäß IAS 32 Eigenkapitalinstrumente darstellen (FVOCI-EK)
  • Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte, die gemäß IAS 32 Fremdkapitalinstrumente darstellen (FVOCI-FK)

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte dieser Kategorie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn das Geschäftsmodell das Halten des finanziellen Vermögenswerts zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme vorsieht und die vertraglichen Bedingungen des Instruments ausschließlich zu Zahlungsströmen führen, die Zinszahlungen und Tilgungsleistungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Sie zählen zu den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten, soweit ihre Fälligkeit nicht mehr als zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag bzw. innerhalb des gewöhnlichen Geschäftszyklus eintritt. Andernfalls werden sie als langfristige finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen.

Im Rahmen der Folgebewertung werden die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte nach der Effektivzinsmethode bewertet. Bei der Anwendung der Effektivzinsmethode werden alle in die Berechnung des Effektivzinssatzes einfließenden direkt zuordenbaren Gebühren, gezahlten oder erhaltenen Entgelte, Transaktionskosten und anderen Agien oder Disagien über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments amortisiert. Zinserträge aus der Anwendung der Effektivzinsmethode werden erfolgswirksam als Zinserträge aus Finanzinstrumenten ausgewiesen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus Arbeitsgemeinschaften, Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sowie übrige finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste bewertet.# Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind auch die Forderungen aus Arbeitsgemeinschaften sowie die geleisteten Anzahlungen an Subunternehmer erfasst. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Arbeitsgemeinschaften werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn STRABAG ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Die Erfassung erfolgt am Erfüllungstag. Unverzinsliche oder unterverzinsliche Forderungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem Barwert der erwarteten zukünftigen Cashflows angesetzt. Die Folgebewertung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Arbeitsgemeinschaften erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste (siehe Kapitel „Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten und Vertragsvermögenswerten“). Sie zählen zu den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten, soweit ihre Fälligkeit nicht mehr als zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag bzw. innerhalb des gewöhnlichen Geschäftszyklus eintritt. Andernfalls werden sie als langfristige finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte

Ein finanzieller Vermögenswert, der gemäß IAS 32 als Fremdkapitalinstrument einzustufen ist, wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, falls er zu Handelszwecken gehalten oder beim erstmaligen Ansatz entsprechend designiert wird oder das Zahlungsstromkriterium nicht erfüllt ist. Bei STRABAG wird ein finanzieller Vermögenswert dieser Kategorie zugeordnet, wenn er prinzipiell mit kurzfristiger Verkaufsabsicht erworben wurde. Derivate gehören ebenfalls dieser Kategorie an, sofern sie nicht als Sicherungsinstrumente qualifiziert sind. Vermögenswerte dieser Kategorie werden als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen, wenn die Realisierung des Vermögenswerts innerhalb von zwölf Monaten erwartet wird. Alle anderen Vermögenswerte werden als langfristig klassifiziert. Wertänderungen von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden erfolgswirksam erfasst. In dieser Kategorie sind die unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Wertpapiere sowie die in den liquiden Mitteln erfassten Wertpapiere enthalten.

Für finanzielle Vermögenswerte, die aufgrund des zugrunde liegenden Geschäftsmodells und der vertraglichen Zahlungsströme in die Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ einzuordnen sind, kann die sogenannte Fair-Value-Option ausgeübt werden. Voraussetzung dafür ist, dass eine Bewertungs- und Ansatzinkonsistenz durch die Ausübung der Option beseitigt oder deutlich verringert wird. Die Fair-Value-Option findet bei STRABAG keine Anwendung.

Finanzielle Vermögenswerte, die gemäß IAS 32 Eigenkapitalinstrumente darstellen, werden ebenfalls erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei werden Wertveränderungen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. In dieser Kategorie sind im Wesentlichen die als sonstige Anteile an Unternehmen ausgewiesenen Beteiligungen unter 20 % erfasst. Eigenkapitalinstrumente werden ausnahmslos mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Beim Erstansatz besteht hier das unwiderrufliche Wahlrecht, Wertveränderungen nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im sonstigen Ergebnis darzustellen, sofern das Eigenkapitalinstrument nicht für Handelszwecke gehalten wird. Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge dürfen später nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden. Von diesem Wahlrecht macht STRABAG keinen Gebrauch.

WERTMINDERUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN UND VERTRAGSVERMÖGENS-WERTEN

Zur Erfassung von Wertminderungen stellt STRABAG auf erwartete Kreditverluste gemäß IFRS 9 ab. Das zukunftsorientierte Modell wird für Fremdkapitalinstrumente angewendet, deren Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt. Zudem finden die Wertminderungsvorschriften gemäß IFRS 9 auch auf Vertragsvermögenswerte Anwendung, die keine finanziellen Vermögenswerte darstellen. Eigenkapitalinstrumente, die erfolgswirksam bzw. erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, fallen nicht in den Anwendungsbereich der Wertminderungsvorschriften gemäß IFRS 9.

Für die Ermittlung des Umfangs der Risikovorsorge ist ein Drei-Stufen-Modell vorgesehen, nach dem ab Erstansatz grundsätzlich Zwölf-Monats-Verlusterwartungen sowie bei wesentlicher Kreditrisikoverschlechterung die erwarteten Gesamtverluste während der Restlaufzeit zu erfassen sind. Das allgemeine Wertminderungsmodell (General Approach) wird für Forderungen aus Konzessionsverträgen und kurz- und langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte im Konzern angewendet. Neben dem allgemeinen Wertminderungsmodell wird das vereinfachte Wertminderungsmodell (Simplified Approach) für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und für Vertragsvermögenswerte gemäß IFRS 15 umgesetzt. Nach dem vereinfachten Wertminderungsmodell ist für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte unabhängig von der jeweiligen Kreditqualität eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die gesamte Restlaufzeit zu erfassen. Die Anwendung der Überfälligkeitsannahme von 30 Tagen ist in der Baubranche nicht aussagekräftig. Dies einerseits aufgrund von Abstrichen in der Leistungsanerkenntnis, andererseits wird sehr häufig für öffentliche Auftraggeber:innen gebaut, deren Prozesse zur internen Zahlungsfreigabe zwar langwierig sind, in der Regel aber eine vollständige Zahlung nach sich ziehen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste in unterschiedliche Portfolios mit ähnlichen Risikocharakteristika zusammengefasst. Zur Bildung der Portfolios stellt STRABAG auf das zugrunde liegende Länderrisiko und die Bonität ab. STRABAG berücksichtigt die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls bei der erstmaligen Erfassung des finanziellen Vermögenswerts und überwacht kontinuierlich die Entwicklung des Kreditrisikos in jeder Berichtsperiode. Hierbei werden alle verfügbaren angemessenen und zukunftsorientierten Informationen berücksichtigt. Insbesondere sind folgende Indikatoren enthalten:
* Interne Bonitätseinschätzung des:der Auftraggebers:in
* Externe Bonitätsinformationen auf Basis des entsprechenden Länderrisikos
* Makroökonomische Informationen (wie Marktzinsen) sowie weitere zukunftsorientierte Informationen fließen bei der Kreditrisikoeinschätzung ebenfalls ein.

Neben der Anwendung des allgemeinen und des vereinfachten Wertminderungsansatzes werden finanzielle Vermögenswerte auch bei Vorliegen von objektiven Kreditausfallindikatoren wertgemindert. Im Konzern werden demnach Wertminderungen vorgenommen, wenn der:die Schuldner:in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten hat, gegen sie oder ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, Vertragsbruch sowie Zahlungsverzug vorliegt oder wenn sich das technologische, ökonomische und rechtliche Umfeld sowie das Marktumfeld der:des Emittentin:en wesentlich verändert.

Wertminderungen reduzieren den Buchwert der finanziellen Vermögenswerte. Der aus der Anwendung der Wertberichtigungsvorschriften entstehende Wertminderungsaufwand bzw. -ertrag wird erfolgswirksam im sonstigen betrieblichen Aufwand bzw. Ertrag erfasst. Ein Ausfall eines finanziellen Vermögenswerts liegt vor, wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde bzw. mit hoher Wahrscheinlichkeit keine angemessene Erwartung für eine Rückzahlung besteht. Finanzielle Vermögenswerte werden dann ausgebucht. Bei einer Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten unternimmt STRABAG weiterhin Vollstreckungsmaßnahmen, um zu versuchen, die fälligen Forderungen einzuziehen.

Bei den zur Anwendung kommenden Wertminderungsansätzen und Annahmen kam es während des Geschäftsjahrs zu keinen Veränderungen.

AUSBUCHUNG FINANZIELLER VERMÖGENSWERTE

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen oder die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Risiken und Chancen übertragen werden. Eine Ausbuchung findet ebenfalls statt, wenn alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen weder übertragen noch behalten werden, jedoch die Verfügungsgewalt abgegeben wird. Wird die Verfügungsgewalt hingegen beibehalten, werden die übertragenen finanziellen Vermögenswerte nach Maßgabe des anhaltenden Engagements erfasst.

SALDIERUNG von FINANZIELLEn VERMÖGENSWERTEN UND VERBINDLICHKEITEN

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz erfasst, wenn Rechtsanspruch auf Verrechnung besteht und der Ausgleich auf Nettobasis erfolgt. Dies betrifft in geringfügigem Umfang den Ausgleich von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND HEDGING

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Reduktion der Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken eingesetzt. Ihr Einsatz erfolgt im Rahmen der Konzernvorgaben. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ oder „als zu Sicherungszwecken eingesetzte Derivate“ zugeordnet. Dabei werden derivative Finanzinstrumente zum Fair Value angesetzt und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Erfassung unrealisierter Bewertungsgewinne oder -verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, sofern nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen gemäß IFRS 9 erfüllt sind. Die derivativen Finanzinstrumente sind unter den Posten Sonstige finanzielle Vermögenswerte bzw. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesen.# Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten

Zur Bewertung der derivativen Finanzinstrumente werden beobachtbare Marktdaten (Zinssätze, Wechselkurse) und nicht beobachtbare Marktdaten (Bonität der Kontrahenten) herangezogen. Der Fair Value wird mittels anerkannter finanzmathematischer Methoden berechnet.

Bei Anwendung der Regelungen zum Hedge Accounting designiert der Konzern derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente: entweder zur Sicherung des beizulegenden Zeitwerts eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer bilanzierten Verbindlichkeit (Fair Value Hedge) oder zur Sicherung gegen bestimmte Risiken schwankender Zahlungsströme (Cashflow Hedge).

Im Fall der Bilanzierung von sogenannten Fair Value Hedges werden die dem abgesicherten Risiko zuzurechnenden Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Grundgeschäfts und die Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsderivats in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im STRABAG SE-Konzern wird kein Fair-Value-Hedging angewendet.

Wird ein derivatives Finanzinstrument jedoch als Sicherungsinstrument im Rahmen eines Cashflow Hedge eingesetzt, werden die unrealisierten effektiven Gewinne oder Verluste aus dem Sicherungsinstrument zunächst im sonstigen Ergebnis bilanziert. Sie werden erst dann ergebniswirksam umgegliedert, wenn das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Etwaige Ergebnisveränderungen aus der Ineffektivität dieser Finanzinstrumente werden sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Der Konzern dokumentiert bei Abschluss der Transaktion den eindeutigen Sicherungszusammenhang zwischen Sicherungsinstrument und Grundgeschäft, das Ziel seines Risikomanagements sowie die zugrunde liegende Strategie beim Abschluss von Sicherungsgeschäften. Daneben wird nachgewiesen, dass zwischen dem Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument ein wirtschaftlicher Zusammenhang besteht und das Kreditrisiko die resultierenden Wertänderungen nicht dominiert.

Das Absicherungsverhältnis der Sicherungsbeziehung entspricht dem Verhältnis zwischen dem designierten Nominalbetrag des Grundgeschäfts, den STRABAG tatsächlich absichert, und dem designierten Nominalbetrag, den STRABAG tatsächlich designiert, um den Nominalbetrag des Grundgeschäfts abzusichern. Darüber hinaus findet zu Beginn der Sicherungsbeziehung und fortlaufend in der Folge eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die in der Sicherungsbeziehung eingesetzten Derivate die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows der Grundgeschäfte noch effektiv kompensieren.

Sicherungsbeziehungen werden angepasst, wenn sich Änderungen im Grundgeschäft ergeben. Zur Bestimmung der prospektiven Effektivität wird die Critical-Term-Match-Methode verwendet. Die retrospektive Bestimmung von Ineffektivitäten wird auf Basis der Dollar-Offset-Methode vorgenommen.

Forderungen AUS KONZESSIONSVERTRÄGEN

Dienstleistungskonzessionsverträge des STRABAG SE-Konzerns mit der öffentlichen Hand zur Errichtung, zum Betrieb, zur Erhaltung und zur Finanzierung von Infrastruktureinrichtungen werden gemäß den Bestimmungen des IFRIC 12 angesetzt.

Dienstleistungskonzessionsverträge, die ein unbedingtes vertragliches Recht auf den Erhalt einer Zahlung einräumen, sind als finanzielle Vermögenswerte anzusetzen. Sämtliche erbrachten Leistungen aus Konzessionsverträgen werden unter dem gesonderten Posten Forderungen aus Konzessionsverträgen erfasst. Die Forderungen sind mit dem Barwert der zu leistenden Vergütungen angesetzt. Die jährlich entsprechend der Effektivzinsmethode ermittelten Aufzinsungsbeträge werden in den Umsatzerlösen erfasst. Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste werden vorgenommen.

TATSÄCHLICHE UND LATENTE ERTRAGSTEUERN

Die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern enthalten im Wesentlichen Ansprüche und Verpflichtungen aus in- und ausländischen Ertragsteuern. Diese umfassen sowohl das laufende Jahr als auch etwaige Ansprüche und Verpflichtungen aus Vorjahren. Die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten werden auf Basis der steuerlichen Vorschriften in den jeweiligen Ländern berechnet.

Die Ermittlung der Steuerabgrenzung erfolgt nach der Balance-Sheet-Liability-Methode für alle temporären Unterschiede zwischen den Wertansätzen der Bilanzposten im IFRS-Konzernabschluss und den bei den einzelnen Gesellschaften bestehenden Steuerwerten. Weiters wird der wahrscheinlich realisierbare Steuervorteil aus bestehenden Verlustvorträgen in die Ermittlung einbezogen. Ausnahmen von dieser umfassenden Steuerabgrenzung bilden Unterschiedsbeträge aus steuerlich nicht absetzbaren Firmenwerten.

Aktive Steuerabgrenzungen werden nur angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass der enthaltene Steuervorteil realisierbar ist. Der Berechnung der Steuerlatenz liegt der im jeweiligen Land übliche Ertragsteuersatz zum Zeitpunkt der voraussichtlichen Umkehr der Wertdifferenz zugrunde. Passive latente Steuern, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen im Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass keine Umkehr der temporären Differenzen in absehbarer Zeit erfolgen wird.

VORRÄTE

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder Nettoveräußerungswert. Die Herstellungskosten beinhalten alle Einzelkosten sowie angemessene Teile der bei der Herstellung angefallenen Gemeinkosten. Vertriebskosten sowie Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht in die Herstellungskosten miteinbezogen. Die im Zusammenhang mit der Herstellung anfallenden Fremdkapitalkosten für Vorräte, die als qualifizierte Vermögenswerte zu klassifizieren sind, werden aktiviert.

VERTRAGSVERMÖGENSWERTE BZW. VERTRAGSVERBINDLICHKEITEN

Bei Bauaufträgen von Kund:innen wird gemäß den Vorschriften des IFRS 15 eine zeitraumbezogene Erlösrealisierung vorgenommen, da die Bauvorhaben auf Grundstücken der Kund:innen errichtet werden und diese somit stets die Kontrolle über die geschaffenen bzw. verbesserten Vermögenswerte haben. Die Bauausführung erfolgt auf Basis von Einzelverträgen. Die Allokation des Transaktionspreises auf separate Leistungsverpflichtungen erfolgt auf Basis der Arbeitskalkulation. Bei Vorliegen wesentlicher Integrationsleistungen wird von einer einzelnen Leistungsverpflichtung ausgegangen.

Für die Bestimmung des Transaktionspreises von Bauaufträgen im STRABAG SE-Konzern wird die mit dem:der Auftraggeber:in vereinbarte Auftragssumme herangezogen. Vertragsstrafen bzw. Bonuszahlungen während der Bauzeit können zur Anpassung des Transaktionspreises führen. Diese werden auf Basis des Projektcontrollings dem Grund und der Höhe nach mit dem wahrscheinlichsten Wert berücksichtigt.

Die zeitraumbezogene Erlösrealisierung erfolgt nach der Output-orientierten Methode auf Basis der bereits erbrachten Leistung. Die Ermittlung der erbrachten Leistung und der damit korrespondierenden Umsatzerlöse erfolgt auf Ebene der Einzelpositionen gemäß Arbeitskalkulation. Die direkte Ableitung des Leistungsfortschritts aus den tatsächlich geleisteten Mengen stellt aufgrund von unvorhergesehenen Abweichungen der Plankosten den besten Indikator dar. Die direkte Leistungsermittlung ist vom Baustellenteam monatlich zwingend durchzuführen und stellt eine der wesentlichen Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung dar.

Der Vertragsvermögenswert stellt den Anspruch des Konzerns auf Gegenleistung aus Bauverträgen mit Kund:innen dar. Wenn der Vertragsvermögenswert eines Bauauftrags die hierauf erhaltenen Anzahlungen übersteigt, erfolgt der Ausweis aktivisch unter den Vertragsvermögenswerten. Im umgekehrten Fall erfolgt ein gesonderter passivischer Ausweis unter den Vertragsverbindlichkeiten.

Zahlungen für Bauaufträge erfolgen üblicherweise parallel zur Leistungserbringung auf Basis von regelmäßigen Abrechnungen. Anzahlungen vor Leistungserbringung sind insbesondere im Hochbau üblich. Vereinbarungen über verlängerte Zahlungsziele oder über die zeitversetzte Verrechnung von erbrachten Leistungen kommen nur in gesondert vom Vorstand der STRABAG SE genehmigten Einzelfällen vor.

Wenn es wahrscheinlich ist, dass die Kosten die erzielbaren Erlöse übersteigen, wird gemäß den Vorschriften des IAS 37 eine Drohverlustrückstellung gebildet. Zur Ermittlung der Kosten werden alle dem Vertrag direkt zurechenbaren Kosten berücksichtigt. Die Drohverlustrückstellung wird auf Basis einer Einzelfallbetrachtung mit dem Betrag angesetzt, der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung aus dem Bauauftrag erforderlich ist. In solchen Fällen wird bis zur Höhe des jeweiligen Vertragsvermögenswerts eine Wertminderung vorgenommen bzw. – bei Überschreiten des Vertragsvermögenswerts – auf der Passivseite unter den kurzfristigen Rückstellungen eine Drohverlustrückstellung ausgewiesen. Zur Wertminderung siehe Kapitel „Wertminderung finanzieller Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte“.

Noch nicht verbaute, aber bereits auf den Baustellen vorhandene Vorräte werden nicht mehr als gesonderter Vermögenswert bilanziert, sondern dem jeweiligen Auftrag zugeordnet und als Vertragsvermögenswert ausgewiesen.

Nachträge im Zusammenhang mit Bauaufträgen sind Leistungsabweichungen (Bau-Ist) zum vertraglich vereinbarten Leistungsumfang (Bau-Soll). Diese Leistungsabweichungen können aufgrund der bestehenden vertraglichen Vereinbarungen noch nicht verrechnet werden, sondern es muss über ihre Verrechenbarkeit bzw. ihr Anerkenntnis noch Einvernehmen mit der Auftraggeberschaft hergestellt werden. Leistungsabweichungen betreffen vereinbarte Leistungsänderungen sowie strittige Mehrkostenforderungen aufgrund von Leistungsstörungen oder geändertem Leistungsumfang. Bei vereinbarten Leistungsänderungen greift die Auftraggeberschaft aktiv in das Baugeschehen ein und verändert den Leistungsumfang. Leistungsänderungen werden regelmäßig vor der Ausführung von der Auftraggeberschaft beauftragt.# In diesen Fällen liegt eine Vertragsmodifikation im Sinn des IFRS 15.18 vor, bei der alle Vertragsparteien der Änderung des Leistungsumfangs und/oder -preises zugestimmt haben. Die Erfassung erfolgt in der Regel gemäß IFRS 15.21 (b) als Bestandteil des bestehenden Vertrags, da die Leistungsänderungen nicht eigenständig abgrenzbar und einer Leistungsverpflichtung zuzurechnen sind. Mehrkostenforderungen aus Leistungsstörungen entstehen dann, wenn aufgrund von in der Sphäre der Auftraggeberschaft liegenden Störungen Anpassungen im Bauablauf vorzunehmen sind. Mehrkostenforderungen entstehen auch bei von der Auftraggeberschaft angeordneten Änderungen, die aus Sicht der Auftraggeberschaft z. B. aufgrund von Vollständigkeitsgarantien keiner besonderen Vergütung bedürfen, aber nach Ansicht des ausführenden Unternehmens nicht im Vertragsumfang enthalten sind. Die Komplexität der Bauverträge führt oftmals dazu, dass es zu unterschiedlichen Rechtsansichten hinsichtlich des Vorliegens eines Vergütungsanspruchs zwischen Auftraggeber- und Auftragnehmerschaft kommt, die oft in langwierige rechtliche Auseinandersetzungen münden. Gemäß IFRS 15.19 liegen im Fall von strittigen Mehrkostenforderungen Vertragsmodifikationen vor, bei denen zwischen den Vertragsparteien noch keine Einigung hinsichtlich Vertragsumfang und/oder Preis erzielt werden konnte. Die variable Gegenleistung aus diesen Vertragsmodifikationen wird daher nach den Bestimmungen des IFRS 15.50 bis 59 geschätzt und gemäß IFRS 15.21 (b) als Bestandteil des bestehenden Vertrags als Erlös erfasst. Die Schätzung erfolgt auf Basis qualitativer und quantitativer Kriterien. Die Vielzahl der Einzelnachträge bei einem Bauprojekt, die Unsicherheit über einen längeren Zeitraum, die Individualität der Sachverhalte, die rechtliche Durchsetzbarkeit sowie die Qualität der Dokumentation des Anspruchs werden im Rahmen der Schätzung der variablen Gegenleistung berücksichtigt. Die variable Gegenleistung wird so bemessen, dass es in den Folgeperioden zu keiner Stornierung bereits erfasster Umsatzerlöse kommt. Der korrespondierende Aufwand wird sofort bei Anfallen ergebniswirksam erfasst. Die Gegenleistung für Erlöse aus Projektentwicklung, die auf Basis der zum Stichtag bereits erbrachten Leistungen zeitraumbezogen realisiert werden, wird im Posten Vertragsvermögenswerte erfasst. Der Vertragsvermögenswert stellt den Anspruch des Konzerns dar. Eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung ist dann vorzunehmen, wenn durch eine vertragliche Vereinbarung keine alternative Nutzungsmöglichkeit vorhanden ist und ein Vergütungsanspruch samt Gewinnmarge auf die erbrachte Leistung gegeben ist. Diese Voraussetzungen sind immer dann erfüllt, wenn Immobilienprojekte bereits vor ihrer Fertigstellung verkauft werden. In diesen Fällen erfolgt eine anteilige Erlösrealisierung in Abhängigkeit vom Fertigstellungsgrad. Sind die Immobilienprojekte nur teilweise verkauft, z. B. im Fall von Eigentumswohnungen, erfolgt die anteilige Erlösrealisierung nur für die bereits verkauften Teile. Das Projekt wird dann nur anteilig unter den Vertragsvermögenswerten ausgewiesen. Die hierauf erhaltenen Anzahlungen werden aktivisch vom Vertragsvermögenswert abgesetzt. Übersteigen die erhaltenen Anzahlungen den Vertragsvermögenswert, erfolgt ein Ausweis auf der Passivseite unter Vertragsverbindlichkeiten. Die Ausführungen zu den Bauaufträgen von Kund:innen gelten sinngemäß.

ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen alle liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerte, die zum Zeitpunkt der Anschaffung bzw. der Anlage eine Restlaufzeit von weniger als drei Monaten aufweisen. Dies umfasst Bankguthaben, Festgelder und Kassenbestände. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, deren Verfügbarkeit durch Devisenverkehrsbeschränkungen oder andere gesetzliche Einschränkungen beschränkt ist, sind nicht Teil des Finanzmittelfonds für die Kapitalflussrechnung.

RÜCKSTELLUNGEN

Im Konzern bestehen folgende leistungsorientierte Pläne, für die Rückstellungen gebildet werden müssen. Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, zugesagte Leistungen an aktive und frühere Beschäftigte zu erfüllen. Beitragsorientierte Versorgungspläne in Form der Finanzierung durch konzernfremde Unterstützungskassen bestehen für Angestellte österreichischer Tochterunternehmen, deren Dienstverhältnis nach dem 1.1.2003 begonnen hat. Die Abfertigungsverpflichtungen werden durch die laufende Entrichtung entsprechender Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten.

ABFERTIGUNGSRÜCKSTELLUNGEN

Der Konzern ist gesetzlich verpflichtet, an Angestellte österreichischer Tochterunternehmen, die vor dem 1.1.2003 eingetreten sind, im Kündigungsfall oder zum Zeitpunkt des Pensionsantritts eine einmalige Abfertigung zu leisten. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig und beträgt zwischen zwei und zwölf Monatsentgelte. Für diese Verpflichtung wird eine Rückstellung gebildet. Daneben bestehen in anderen Ländern Abfertigungsansprüche im Kündigungs- bzw. Pensionsfall im Ausmaß von ein bis drei Monatsgehältern. Die Abfertigungsrückstellungen aus diesen Verpflichtungen werden aufgrund der geringfügigen Beträge vereinfachend nach finanzmathematischen Methoden ermittelt.

PENSIONSRÜCKSTELLUNGEN

Die Pensionsrückstellungen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an aktive und ehemalige Beschäftigte und deren Hinterbliebene gebildet. Im Konzern bestehen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden Pensionszusagen aufgrund von Einzelverträgen oder Betriebsvereinbarungen. Die Verpflichtungen beruhen auf einer Vielzahl unterschiedlicher Versorgungsregelungen. Die Vielzahl der unterschiedlichen Leistungspläne resultiert aus der Übernahme diverser Gesellschaften in Deutschland durch den Konzern. Neue Vereinbarungen werden im Konzern nicht abgeschlossen. Die Zusagen sehen in der Regel die Gewährung von monatlichen Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenrenten vor. Bei einigen Zusagen sieht die Versorgungsregelung die Zahlung in Form einer Kapitalleistung vor. Die Leistungspläne sind in unterschiedlichen Formen ausgestaltet. Das Spektrum der Leistungsplanstruktur reicht von Festbetragssystemen (z. B. Betrag je Dienstjahr) über dynamische Systeme (z. B. Prozent pro Dienstjahr) bis hin zu Leistungszusagen (z. B. Fixzusage). Ebenso gibt es Leistungspläne mit und ohne Hinterbliebenenversorgung. In der Schweiz ist aufgrund gesetzlicher Regelungen für die Pensionsvorsorge in Vorsorgestiftungen einzuzahlen. Die Beiträge werden jeweils zur Hälfte von der Arbeitgeberin und zur Hälfte von dem:der Arbeitnehmer:in geleistet. Die Arbeitnehmerbeiträge sind von der Höhe des versicherten Einkommens sowie vom Alter abhängig und werden als Reduktion des Dienstzeitaufwands berücksichtigt. Beim Pensionsantritt können die Beschäftigten zwischen einer Einmalabfindung und laufenden monatlichen Rentenzahlungen oder Mischformen der beiden Optionen wählen. Da im Fall von Unterdeckungen der Vorsorgeeinrichtungen Sanierungsbeiträge zu leisten sind, werden die Zusagen als leistungsorientierter Plan gemäß IAS 19 eingestuft. Im STRABAG SE-Konzern sind die Verpflichtungen der Vorsorgeeinrichtung rückversichert.

BEWERTUNG DER ABFERTIGUNGS- UND PENSIONSRÜCKSTELLUNGEN

Die Verpflichtungen des Konzerns aus den leistungsorientierten Versorgungsplänen werden für jeden Plan separat nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Methode ermittelt. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren wird der bis zum Bilanzstichtag erworbene abgezinste Versorgungsanspruch ermittelt. Von der Bruttoverpflichtung wird das vorhandene Planvermögen mit seinem beizulegenden Zeitwert abgezogen. Hieraus ergibt sich die anzusetzende Nettoschuld bzw. der anzusetzende Nettovermögenswert. Der Ermittlung der Nettoschuld zum Jahresabschlussstichtag liegt ein versicherungsmathematisches Gutachten einer oder eines qualifizierten versicherungsmathematischen Begutachtenden zugrunde. Der Diskontierungszinssatz für die Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen wird auf Grundlage von Renditen bestimmt, die am jeweiligen Stichtag für erstrangige festverzinsliche Industrieanleihen mit vergleichbarer Laufzeit auf dem Markt erzielt werden. Die zur Berechnung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen angesetzten Prämissen für Abzinsung, Gehaltssteigerung sowie Fluktuation variieren entsprechend der wirtschaftlichen Situation des jeweiligen Landes. Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten werden nach landesspezifischen Sterbetafeln berechnet. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand, der Zinsenanteil der Rückstellungszuführung im Zinsergebnis ausgewiesen. Ändert sich der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung infolge Planänderungen, werden die daraus resultierenden Effekte als nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand im Jahr der Planänderung erfolgswirksam erfasst. Auch die aus einer Abgeltung resultierenden Ergebnisse werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Abfertigungs- und Pensionsplänen ist die Gesellschaft verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben den allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Langlebigkeitsrisiko und dem Zinssatzänderungsrisiko ist der Konzern dem Währungsrisiko sowie dem Kapitalmarktrisiko bzw. dem Anlagerisiko ausgesetzt. In Bezug auf die Risiken wird auf die Sensitivitätsanalyse unter Punkt (27) Rückstellungen verwiesen.

SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.# H1

NICHT-FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

Die sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Vertragsverbindlichkeiten gemäß IFRS 15 werden als nicht-finanzielle Verbindlichkeiten qualifiziert.

FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

Die finanziellen Verbindlichkeiten umfassen bei STRABAG originäre Verbindlichkeiten und Derivate mit einem negativen beizulegenden Zeitwert zum Bilanzstichtag. Für Zwecke der Bewertung und der Bilanzierung sind finanzielle Verbindlichkeiten in eine der nachstehenden Kategorien einzuordnen:

  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FlaC)
  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FVPL)

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn STRABAG eine vertragliche Pflicht hat, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte auf eine andere Partei zu übertragen. Der erstmalige Ansatz einer originären finanziellen Verbindlichkeit erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Bei finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, erfolgt der erstmalige Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb zuzurechnen sind. Finanzielle Verbindlichkeiten werden als kurzfristig bilanziert, sofern der Konzern nicht ein uneingeschränktes Recht hat, die Erfüllung der Verpflichtung um mindestens zwölf Monate nach der Berichtsperiode zu verschieben. Im Rahmen der Folgebewertung von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten originären finanziellen Verbindlichkeiten werden etwaige Agien und Disagien zwischen dem zugeflossenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag durch Anwendung der Effektivzinssatzmethode über die Laufzeit der Finanzierung verteilt und periodengerecht im Zinsaufwand ausgewiesen. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird nur dann erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wenn sie zu Handelszwecken gehalten oder beim erstmaligen Ansatz entsprechend designiert wird. Derivate mit negativem Marktwert gehören ebenfalls dieser Kategorie an, sofern sie nicht als Sicherungsinstrumente designiert sind. Transaktionskosten, die beim Erwerb von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten anfallen, werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Die Fair-Value-Option wurde für finanzielle Verbindlichkeiten nicht in Anspruch genommen. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Die mit Unternehmensanleihen zusammenhängenden Emissionskosten werden nach der Effektivzinsmethode über die Laufzeit verteilt abgesetzt.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind auch die Verbindlichkeiten aus Arbeitsgemeinschaften mit umfasst. Für Zwecke der Bewertung und Bilanzierung sind sie in die Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten einzuordnen. Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn STRABAG eine vertragliche Pflicht hat, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte auf eine andere Partei zu übertragen. Der erstmalige Ansatz einer originären finanziellen Verbindlichkeit erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden als kurzfristig bilanziert, sofern der Konzern nicht ein uneingeschränktes Recht hat, die Erfüllung der Verpflichtung um mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag, bzw. innerhalb des gewöhnlichen Geschäftszyklus zu verschieben.

EVENTUALSCHULDEN

Eventualschulden sind mögliche oder bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist. Sie werden – soweit sie nicht im Zuge von Akquisitionen gemäß IFRS 3 anzusetzen sind – in der Bilanz nicht erfasst.

FINANZIELLE GARANTIEN

STRABAG stellt finanzielle Garantien zugunsten Dritter nur für Verbindlichkeiten von eigenen Tochter- oder Beteiligungsunternehmen bereit, für die keine Provisionen vereinbart werden. Sofern mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen ist, erfolgt kein separater Wertansatz in der Bilanz.

EVENTUALFORDERUNGEN

Eventualforderungen sind Ansprüche, bei denen ein Ressourcenzufluss nicht unwahrscheinlich ist. Diese dürfen im Abschluss nicht angesetzt werden, da dadurch Erträge erfasst würden, die möglicherweise nie realisiert werden.

ERLÖSREALISIERUNG

Die Umsatzerlöse im STRABAG SE-Konzern umfassen Erlöse aus Bauaufträgen von Kund:innen, die regelmäßig mehr als 80 % der gesamten Umsatzerlöse betragen, die Erlöse aus Projektentwicklungen, die Erlöse aus Baustoffen, die Erlöse aus dem Facility Management sowie sonstige Erlöse.

Umsatzerlöse aus Bauaufträgen von Kund:innen werden gemäß den Vorschriften des IFRS 15 zeitraumbezogen realisiert. Die zeitraumbezogene Erlösrealisierung erfolgt nach der Output-orientierten Methode auf Basis der zum Stichtag bereits erbrachten Leistung. Für weitere Details wird auf die Ausführungen zu Vertragsvermögenswerten verwiesen.

Die Ergebnisrealisierung bei Bauaufträgen, die in Arbeitsgemeinschaften ausgeführt werden, erfolgt zeitraumbezogen entsprechend der zum Bilanzstichtag tatsächlich erbrachten Leistung. Drohende Verluste aus dem weiteren Bauverlauf werden durch entsprechende Abwertungen berücksichtigt.

Umsatzerlöse aus Projektentwicklungen werden zeitpunktbezogen mit Erfüllung der Leistungsverpflichtung durch den STRABAG SE-Konzern und mit Erlangen der Kontrolle durch die:den Kunde:in sowie Eintritt der Möglichkeit, den Nutzen aus dem Projekt zu ziehen, realisiert. Abweichend davon erfolgt eine zeitraumbezogene Erlösrealisierung auf Basis der zum Stichtag bereits erbrachten Leistung, wenn durch eine vertragliche Vereinbarung für den STRABAG SE-Konzern keine alternative Nutzungsmöglichkeit gegeben ist und die vertragliche Vereinbarung einen Vergütungsanspruch inklusive Gewinnmarge auf die bereits erbrachte Leistung vorsieht. Bei Immobilienprojekten, die bereits vor Fertigstellung verkauft sind, wird daher eine anteilige Erlösrealisierung vorgenommen und der Vergütungsanspruch inklusive Gewinnmarge unter den Vertragsvermögenswerten ausgewiesen. Für weitere Details wird auf die Ausführungen zu Vertragsvermögenswerten verwiesen.

Umsatzerlöse aus Baustoffen, aus dem Facility Management sowie sonstige Erlöse werden mit der Erfüllung der Leistungsverpflichtung und mit Erlangen der Kontrolle durch die:den Kunde:in erfüllt.

Zinserträge werden nach Anfallen des Ertrags unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Zinsen im Zusammenhang mit Konzessionsmodellen sowie Verzugszinsen sind Teil des Transaktionspreises von Verträgen mit Kund:innen und werden deshalb unter den Umsatzerlösen erfasst. Sonstige Erträge, wie z. B. Mieterlöse bzw. Weiterverrechnungen von Aufwendungen, werden auf Basis des aufgelaufenen Betrags in Übereinstimmung mit den jeweiligen Vereinbarungen ausgewiesen. Die Erlösrealisierung für Dividenden und Gewinnanteile aus Beteiligungen erfolgt, wenn der Rechtsanspruch auf Zahlung entstanden ist.

ZINSERGEBNIS

Im Zinsergebnis sind neben Zinserträgen und Zinsaufwendungen auch Fremdwährungskursgewinne und -verluste aus Finanzierungen enthalten, da diese nicht Teil des operativen Geschäfts sind. Wertänderungen sowie Gewinne und Verluste aus Abgängen von Wertpapieren sind ebenfalls im Zinsergebnis erfasst.

ANGABEN ZUM UKRAINE-KRIEG

Am 24.2.2022 hat Russland die Ukraine angegriffen. STRABAG verurteilt diesen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine auf das Schärfste und initiiert bzw. finanziert umfangreiche Hilfsmaßnahmen für die Flüchtlinge aus diesem Land, insbesondere in den hauptbetroffenen Konzernländern Polen, Tschechien und der Republik Moldau. In der Ukraine selbst hat STRABAG keine Geschäftsaktivitäten. Das Russland-Geschäft des STRABAG SE-Konzerns wird abgewickelt. Aufgrund der bestehenden Aktionärsstruktur – 27,8 % des Grundkapitals der STRABAG SE werden von der MKAO „Rasperia Trading Limited“ die von Oleg Deripaska kontrolliert wird, gehalten – ist STRABAG auch anderweitig von der Aggression Russlands und den dadurch ausgelösten Sanktionen betroffen. Bereits am 15.3.2022 – zu dem Zeitpunkt hatten mit Großbritannien und Kanada zwei für STRABAG wichtige Märkte Sanktionen gegen Oleg Deripaska verhängt – hat der Vorstand beschlossen, keine Dividende an MKAO „Rasperia Trading Limited“ auszubezahlen, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Gleichzeitig wurde der zwischen den Aktionärsgruppen Haselsteiner, Raiffeisen/Uniqa und MKAO „Rasperia Trading Limited“ bestehende Syndikatsvertrag durch die Haselsteiner Familien-Privatstiftung mit Wirkung zum 31.12.2022 gekündigt. Aufgrund der von der EU am 8.4.2022 verhängten Sanktionen gegen Oleg Deripaska, insbesondere des verordneten „Asset Freeze“, ruhen die Rechte von MKAO „Rasperia Trading Limited“ die mit den STRABAG SE-Aktien verbunden sind. STRABAG SE hat sämtliche Maßnahmen ergriffen, um die Einhaltung der Sanktionen sicherzustellen und eine auch nur indirekte Einflussnahme durch Oleg Deripaska auf STRABAG zu unterbinden.# Dementsprechend wurde auch das von MKAO „Rasperia Trading Limited“ entsandte Aufsichtsratsmitglied Thomas Bull in der außerordentlichen Hauptversammlung am 5.5.2022 abberufen. Dr. Hermann Melnikov war von MKAO „Rasperia Trading Limited“ nominiert worden und hat sein Mandat freiwillig zurückgelegt. Diese Maßnahmen waren unumgänglich, um STRABAG und ihr öffentliches Ansehen, insbesondere in den mittel- und osteuropäischen Ländern, vor Schaden zu bewahren bzw. diesen zu minimieren. Im Geschäftsjahr 2022 wurden lediglich die vor Beginn des Ukraine-Kriegs bestehenden Aufträge in Russland weiter abgewickelt. Neue Aufträge werden nicht mehr angenommen. Aufgrund der Entscheidung, sich aus Russland zurückzuziehen, wurden auch die bestehenden Grundstücke und Gebäude in Höhe von T€ 8.987 sowie das in den Vorräten erfasste Immobilienprojekt in Höhe von T€ 20.529 in Moskau zur Gänze abgeschrieben. Eine Rückstellung für die Kosten der Abfindung des bestehenden Personals in Höhe von T€ 9.131 wurde gebildet. Eine Darstellung der Russland-Aktivitäten als aufgebender Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 ist mangels sofortiger Stilllegung des Geschäfts nicht möglich. Die Ergebniseffekte aus der Abwicklung sind daher in den betreffenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

ANGABEN ZU DEN MAKROÖKONOMISCHEN GEGEBENHEITEN

Die durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Preissteigerungen bei Energie und Baumaterialen stellen auch die Baubranche vor große Herausforderungen. Ein Großteil der Energiekosten entfällt auf Treibstoffkosten für Fuhrpark und Baugeräte. Trotz intensiver Beschäftigung mit Alternativen für den Fuhrpark und die Bau­­­maschinen ist es derzeit noch nicht möglich, einen Großteil davon mit alternativen Antriebsformen auszustatten. Nach sehr dynamischen Kostenentwicklungen in den ersten Monaten nach Kriegsbeginn ist eine gewisse Stabilisierung - wenn auch auf hohem Niveau - feststellbar. Die Preise werden daher nachhaltig auf hohem Niveau bleiben. Die Verfügbarkeit von Baumaterialien hat sich im Laufe des Jahres gebessert, die wesentlichen Lieferketten sind wieder intakt. Das Management begegnet Lieferkettenrisiken mit einem hohen Dezentralisierungsgrad, langfristiger Beschaffung von Rohstoffen, Eigenproduktion von Baumaterialien und einer proaktiven Preispolitik. Die hohen Baupreise und die gestiegenen Zinsen werden sich auf die Nachfrage auswirken. Durch die breite Aufstellung des Konzerns können diese Effekte aber abgefedert werden. Insbesondere die Aufträge der öffentlichen Hand, die großteils mit Preisanpassungsklauseln ausgestaltet sind, wirken stabilisierend. Das Management erwartet von der öffentlichen Hand weiterhin eine kontinuierliche Auftragslage. Der Anstieg der langfristigen Zinssätze für die Berechnung der Personalrückstellungen wird durch den Anstieg der Gehalts- bzw. Rententrends kompensiert, sodass sich hieraus keine wesentlichen Auswirkungen auf das Eigenkapital des STRABAG SE-Konzerns ergeben.

AUSWIRKUNGEN DES KLIMAWANDELS

Die Klimakrise ist eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit und als Folge daraus werden die ökonomischen Auswirkungen und Risiken für die Unternehmen weiter zunehmen. Es ist zu erwarten, dass die Gesetzgebung zu den Energiestandards im EU-Raum weiter verschärft werden wird und steigende Anforderungen zur Kreislauffähigkeit von Bauwerken gesetzt werden. Bei der öffentlichen Auftraggeberschaft werden Ausschreibungen entwickelt, bei denen Nachhaltigkeit als Wertungskriterium aufgenommen wird. Die Nachfrage nach nachhaltigen, lebenszyklusorientierten Bauwerken sowie die Sanierungsmaßnahmen bestehender Gebäude wird zunehmen. Dadurch wird sich auch die Nachfrage nach nachhaltigen Baustoffen, die aber noch nicht in allen Bereichen existieren bzw. nicht in ausreichender Menge verfügbar sind, erhöhen. Es ist mit Kostensteigerungen und einer weiteren Erhöhung der Baupreise durch die verschärfte Energiegesetzgebung und durch Bauzeitverzögerungen aufgrund von außergewöhnlichen Wettereignissen zu rechnen. Im Geschäftsfeld Property and Facility Services werden zukünftig verstärkt Green Services unter Nutzung von nachhaltigen Reinigungsmitteln und Geräten angeboten. Erhöhter Sanierungs- und Modernisierungsbedarf wird bei IT-Standorten für Telekommunikation und Rechenzentren durch höhere Durchschnittstemperaturen erwartet. Im Bereich der Projektentwicklungsleistungen werden künftig vermehrt Projekte im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien ausgeschrieben. Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses sind mögliche Risiken aus dem Klimawandel, insbesondere bei der Bewertung der Firmenwerte, des Sachanlagevermögens und der Vorräte sowie bei der Bildung von Rückstellungen zu berücksichtigen. Die wesentlichen Firmenwerte im STRABAG SE-Konzern sind unter Punkt (13) Firmenwerte angeführt. Selbst bei Vornahme eines zusätzlichen Risikoabschlags für eventuelle Verzögerungen oder die Nicht-Vergabe von einzelnen Bauprojekten, insbesondere im Straßenbau, ist keine Abschreibung der Firmenwerte erforderlich. Das Sachanlagevermögen besteht großteils aus Baugeräten, Maschinen und dem Fuhrpark, die dezentral eingesetzt werden. Temperaturanstiege oder Unwetter in der Zukunft werden keine wesentlichen Auswirkungen auf das Sachanlagevermögen haben. Bei der Festlegung der Nutzungsdauer und Restwerte wurde das künftige Erfordernis von umweltfreundlicher Technik und Ausrüstung berücksichtigt. Bei den Vorräten, die insbesondere Immobilienprojekte ohne Investorenschaft betreffen, wurden bei der Ermittlung des Nettoveräußerungserlöses die für die Bewertung relevanten Umweltaspekte, so z. B. die Energieeffizienz, berücksichtigt. Risiken bestehen hier insbesondere dadurch, dass sich durch die laufenden Änderungen von Gesetzen und Vorschriften zum Zeitpunkt des Verkaufs neue Anforderungen ergeben haben, die in der Planungsphase noch nicht absehbar waren. Die veränderten Rahmenbedingungen und die klimabezogenen Risiken werden bei der Bewertung berücksichtigt. Dies gilt auch bei der Bildung von Rückstellungen. In Summe sind die aus dem Klimawandel resultierenden Risiken bei Vermögenswerten und Schulden dennoch vergleichsweise gering einzustufen, und es ergeben sich daher keine Risiken, die die Fortführung des Unternehmens gefährden. Die Baubranche wird im Rahmen von baulichen und technologischen Anpassungsmaßnahmen vielmehr wesentliche Beiträge zum Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels leisten. Mit der im Geschäftsjahr 2021 beschlossenen Nachhaltigkeitsstrategie hat sich STRABAG das Ziel der Klimaneutralität entlang der Wertschöpfungskette bis zum Jahr 2040 gesetzt. Dabei legt das Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Bauprojekten den Fokus auf ökologisch verträgliche, nachhaltige Bauweisen sowie auf eine effiziente Nutzung von Ressourcen und deren Wiederverwertung, um mögliche negative Auswirkungen von Bauprojekten auf die Umwelt weitgehend zu begrenzen.

SCHÄTZUNGEN

Schätzungen und Annahmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie die Angabe der Eventualschulden beziehen, sind bei der Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS notwendig. Die Schätzungen und Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahrs mit sich bringen, werden im Folgenden erörtert.

(a) Werthaltigkeit der Firmenwerte

Der Konzern untersucht jährlich im Einklang mit der im Abschnitt „Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte“ dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethode, ob eine Wertminderung der Firmenwerte vorliegt. Der erzielbare Betrag von CGUs wurde mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Diesen Berechnungen müssen Annahmen über die zukünftig zu erwartende Geschäftsentwicklung und die erzielbaren Margen zugrunde gelegt werden. In Bezug auf die erwartete künftige Geschäftsentwicklung werden die zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses vorliegenden Umstände sowie die als realistisch unterstellte zukünftige Entwicklung des globalen und branchenbezogenen Umfelds berücksichtigt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Vorstands liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich tatsächlich ergebenden Beträge von den geschätzten Werten abweichen. Eine jährliche Verminderung der für die Berechnung des erzielbaren Betrags herangezogenen Free Cashflows um 5 % würde bei Gleichbleiben aller anderen Annahmen einen Abwertungsbedarf aller Firmenwerte von insgesamt T€ 592 (2021: T€ 527) ergeben, während eine isolierte Erhöhung des Kapitalkostensatzes um einen Prozentpunkt zu einer Reduktion der Firmenwerte von T€ 2.940 (2021: T€ 1.323) führen würde. Die beiden genannten Effekte zusammen würden einen Abwertungsbedarf von T€ 6.681 (2021: T€ 1.815) auslösen. Aufgrund der aktuell bestehenden Unsicherheit durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und damit einhergehende Preissteigerungen und Lieferengpässe wurde eine erweiterte Sensitivitätsanalyse vorgenommen. Aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichst ausgestalteten Aufträge und der Tatsache, dass ein Großteil der in der Planung berücksichtigten Leistung noch nicht beauftragt ist, wurde ein Worst-Case-Szenario in Bezug auf die erzielbaren Cashflows ermittelt. Eine jährliche sowie nachhaltige Verminderung der erzielbaren Free Cashflows um 15 % und eine gleichzeitige Erhöhung des Kapitalkostensatzes um drei Prozentpunkte würde zu einem Abwertungsbedarf der Firmenwerte in Höhe von insgesamt T€ 12.916 führen. Die Abschreibungen würden tschechische Gesellschaften im Substanz- und Betonerzeugnisgeschäft mit Zuordnung im Segment International + Sondersparten in Höhe von T€ 7.391 sowie mehrere deutsche Baugesellschaften im Segment Nord + West in Höhe von T€ 5.525 betreffen.(b) Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte / Rückstellungen
In den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind USD-Forderungen gegenüber einer chilenischen Projektgesellschaft erfasst. Ein Teil dieser Forderung, Lien 1, ist fix verzinst. Der zweite Teil dieser Forderung, Lien 2, ist neben einer fixen Verzinsung mit zusätzlichen variablen Komponenten und einer allfälligen finalen Konvertierung in Aktien ausgestattet. Lien 1 wird vor dem Lien 2 bedient. Lien 1 wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Lien 2 wird in Abhängigkeit von verfügbaren liquiden Mittel bedient. Die Folgebewertung von Lien 2 erfolgt daher zum Fair Value. Die Buchwerte der langfristigen Forderungen sind aus der finanziellen Umstrukturierung eines Supplier Credit aus einem chilenischen Großprojekt (Kraftwerk) entstanden und wurden bei Fertigstellung des Projekts mit dem beizulegenden Zeitwert erfasst. Die Bewertung erfolgte auf Basis der zukünftig erzielbaren Cashflows anhand von Plandaten der Projektgesellschaft unter Berücksichtigung von allgemein verfügbaren Daten zur Strompreis- und hydrologischen Entwicklung sowie der aktuellen Zinslandschaft. Im Dezember 2022 wurden 2 Tunnelverbrüche, deren Ursache unklar ist, festgestellt. Diese führen in 2023 zu einem vorübergehenden Stillstand des Kraftwerks. Aufgrund des dadurch verursachten Produktionsausfalls waren entsprechende Wertminderungen und Fair-Value-Anpassungen erforderlich. Aufgrund des komplexen wirtschaftlichen Umfelds, der langen Laufzeiten, der Abhängigkeit von der Strompreisentwicklung sowie den lokalen klimatischen Bedingungen können die tatsächlichen Rückflüsse von den eingeschätzten Werten wesentlich abweichen. Dazu kommt das Risiko, dass von der Projektgesellschaft Pönaleansprüche und Schadenersatzforderungen gegenüber STRABAG wegen der behaupteten nicht zeitgerechten Fertigstellung geltend gemacht werden. In Abhängigkeit von der Ursache der beiden Tunnelverbrüche können derzeit auch von STRABAG zu tragende Sanierungskosten nicht ausgeschlossen werden. Eine endgültige Klärung des Sachverhalts war zum Bilanzaufstellungszeitpunkt nicht absehbar. Die Risiken wurden durch entsprechende Vorsorgen berücksichtigt. Aufgrund der unklaren Schadensursache und der komplexen rechtlichen Strukturen, kann die tatsächliche Inanspruchnahme vom rückgestellten Wert abweichen.

(c) Umsatzrealisierung aus Bauaufträgen von Kund:innen und Projektentwicklungen
Umsätze aus Bauaufträgen von Kund:innen werden zeitraumbezogen realisiert. Dabei schätzt der Konzern den Anteil der bis zum Bilanzstichtag bereits erbrachten Leistung am Gesamtumfang des Auftragsbestands sowie die noch anfallenden Kosten des Auftrags. Wenn es wahrscheinlich ist, dass die Herstellungskosten die erzielbaren Erlöse übersteigen, wird bis zur Höhe des jeweiligen Vertragsvermögenswerts eine Wertminderung vorgenommen bzw. bei Überschreiten des Vertragsvermögenswerts eine Drohverlustrückstellung ausgewiesen. Gerade bei technisch komplexen und anspruchsvollen Projekten besteht das Risiko, dass diese Einschätzung der Gesamtkosten von den tatsächlich anfallenden Kosten erheblich abweicht. Auch im Fall von zwischen den Vertragsparteien noch strittigen Änderungen im Vertragsumfang und/oder Preis (Nachträge) werden Erlöse aus Nachträgen auf Basis der Bestimmungen zur variablen Gegenleistung nach IFRS 15.50 ff. für das jeweilige Projekt geschätzt. Die Schätzung erfolgt auf Basis qualitativer und quantitativer Kriterien. Folgende Faktoren sind bei der Schätzung der variablen Gegenleistung zu berücksichtigen: Die Höhe der Gegenleistung wird von externen Faktoren wie Handlungen von Dritten bzw. Gerichten beeinflusst. Es bestehen unterschiedliche Rechtsansichten über die vertraglich geregelten Ansprüche. Die Unsicherheit über die Höhe der Gegenleistungen besteht über einen längeren Zeitraum hinweg. Die Erfahrungen aus anderen Bauprojekten sind durch die Individualität der Projekte nur begrenzt anwendbar. Aufgrund der Vielzahl der Einzelnachträge bei einem Bauprojekt besteht ein großes Spektrum möglicher Gegenleistungen. Insbesondere bei komplexen Bauvorhaben mit einer Vielzahl unterschiedlicher Nachträge sowie Gegenansprüche der Auftraggeberschaft können die tatsächlichen Ansprüche aus Nachträgen daher vom eingeschätzten Betrag abweichen. Dasselbe gilt für zeitraumbezogene Umsatzrealisierungen aus Projektentwicklungen.

(d) Equity-Beteiligungen
Der Konzern ist zu 30 % an der Lafarge Cement CE Holding GmbH beteiligt. Die Gesellschaft betreibt Zementwerke in Österreich, Ungarn, Tschechien und Slowenien. Der Buchwert der Beteiligung beträgt zum 31.12.2022 T€ 201.974 (2021: T€ 210.487). Aufgrund exogener Faktoren, insbesondere die Auswirkungen des Ukraine Krieges auf die Energie- und Rohstoffmärkte lagen die Voraussetzungen für die Durchführung eines Impairmenttests zum 31.12.2022 vor. Es ergab sich daraus kein Abwertungsbedarf. Abweichungen von der erwarteten Geschäftsentwicklung sowie außerhalb des Einflussbereichs des Vorstands liegende Entwicklungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können die Werthaltigkeit der Beteiligung beeinflussen.

(e) Ertragsteuern
STRABAG hat für jedes Besteuerungssubjekt die erwartete tatsächliche Ertragsteuer zu berechnen, ebenso sind die temporären Differenzen aus der unterschiedlichen Behandlung bestimmter Bilanzposten zwischen dem IFRS-Konzernabschluss und dem steuerrechtlichen Abschluss zu beurteilen. Soweit temporäre Differenzen vorliegen, führen diese grundsätzlich zum Ansatz von aktiven und passiven latenten Steuern im Konzernabschluss. Das Management muss bei der Berechnung tatsächlicher und latenter Steuern Beurteilungen treffen. Aktive latente Steuern werden in dem Maß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass sie genutzt werden können. Die Nutzung aktiver latenter Steuern hängt von der Möglichkeit ab, im Rahmen der jeweiligen Steuerart und Steuerjurisdiktion ausreichendes zu versteuerndes Einkommen zu erzielen. Dabei sind gegebenenfalls gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der maximalen Verlustvortragsperiode zu berücksichtigen. Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der künftigen Nutzbarkeit von aktiven latenten Steuern sind verschiedene Faktoren heranzuziehen, so etwa die Ertragslage der Vergangenheit, operative Planungen, Verlustvortragsperioden und Steuerplanungsstrategien. Weichen die tatsächlichen Ergebnisse von diesen Schätzungen ab oder sind diese Schätzungen in künftigen Perioden anzupassen, könnte dies nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Kommt es zu einer Änderung der Werthaltigkeitsbeurteilung bei aktiven latenten Steuern, sind die angesetzten aktiven latenten Steuern – entsprechend der ursprünglichen Bildung – erfolgswirksam oder erfolgsneutral abzuwerten bzw. wertberichtigte aktive latente Steuern erfolgswirksam oder erfolgsneutral zu aktivieren.

(f) Beizulegender Zeitwert derivativer und sonstiger Finanzinstrumente
Der beizulegende Zeitwert von nicht auf einem aktiven Markt gehandelten Finanzinstrumenten wird durch die Anwendung geeigneter Bewertungstechniken ermittelt, die aus einer Vielzahl von Methoden ausgewählt werden. Die hierbei verwendeten Annahmen basieren weitestgehend auf am Bilanzstichtag vorhandenen Marktkonditionen. Für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte, die nicht auf aktiven Märkten gehandelt werden, wendet der Konzern Barwertmethoden an.

(g) Rechte aus Leasingverträgen und Leasingverbindlichkeiten
Im STRABAG SE-Konzern besteht eine Vielzahl von Leasingverträgen mit vergleichsweise niedrigen jährlichen Mietaufwendungen, befristeter und unbefristeter Dauer sowie ordentlichen Kündigungsrechten. Für die Ermittlung der Leasingverbindlichkeit ist die wahrscheinlichste Dauer unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen und Kündigungsrechten zu ermitteln. Hierbei werden sämtliche ökonomischen Aspekte für die Aus- bzw. Nichtausübung von Optionen berücksichtigt. Abweichungen der tatsächlichen Mietdauern von diesen Annahmen haben Auswirkungen auf die jeweiligen Buchwerte. Das Risiko ist aber durch die Vielzahl der Einzelverträge reduziert.

(h) Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen
Der Barwert der Abfertigungs- und Pensionsverpflichtung hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versicherungsmathematischen Annahmen beruhen. Die bei der Ermittlung der Nettoaufwendungen (bzw. -erträge) für Pensionen verwendeten Annahmen schließen den Abzinsungssatz mit ein. Jede Änderung dieser Annahmen wird Auswirkungen auf den Buchwert der Pensionsverpflichtung haben. Der Konzern ermittelt zum Ende jedes Jahrs einen angemessenen Abzinsungssatz. Dies ist der Zinssatz, der bei der Ermittlung des Barwerts der erwarteten zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse zur Begleichung der Verpflichtung verwendet wird. Bei der Ermittlung des Abzinsungssatzes legt der Konzern den Zinssatz von Industrieanleihen höchster Bonität zugrunde, die auf die Währung lauten, in der auch die Leistungen bezahlt werden, und deren Laufzeiten denen der Pensionsverpflichtung entsprechen. Weitere wesentliche Annahmen bei Abfertigungs- und Pensionsverpflichtungen basieren teilweise auf Marktgegebenheiten. Weiterführende Informationen und Sensitivitätsanalysen hierzu finden sich unter Punkt (27) Rückstellungen.

(i) Sonstige Rückstellungen
Insbesondere bei den sonstigen baubezogenen Rückstellungen besteht das Risiko, dass die tatsächlichen Kosten für Gewährleistungen oder Restleistungen im Einzelfall höher ausfallen. Der Bilanzposten Sonstige baubezogene Rückstellungen setzt sich jedoch aus einer Vielzahl von Einzelprojekten zusammen, wodurch sich das Risiko aber auf die Einzelfallbetrachtung der Projekte reduziert. Die Konzerngesellschaften STRABAG AG und F. Lang u. K. Menhofer Baugesellschaft m.b.H. & Co. KG haben in dem gegen sie in Österreich anhängigen Kartellverfahren ein Anerkenntnis im Rahmen eines Settlements abgegeben.# ERLÄUTERUNGEN ZU DEN POSTEN DER KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(1) UMSATZERLÖSE

Die Umsatzerlöse stellen sich wie folgt dar:

Umsatzerlöse 2022 T€
Nord + West Süd + Ost International + Sondersparten Sonstige Gesamt
Geschäftsfeld Bau 7.739.156 5.239.627 1.797.837 14.776.620
Deutschland 6.377.878 149.566 97.070 6.624.514
Österreich 36.455 2.249.462 29.117 2.315.034
Polen 991.481 4.363 8.177 1.004.021
Tschechien 0 904.454 14.615 919.069
Großbritannien 44.133 0 632.780 676.913
Ungarn 0 519.942 2.124 522.066
Slowakei 0 434.430 4.904 439.334
Chile 0 0 365.947 365.947
Sonstige Länder unter € 300 Mio. 289.209 977.410 643.103 1.909.722
Baustoffe 195.535 136.762 419.659 751.956
Facility Management 0 0 561.968 561.968
Projektentwicklung 0 0 581.306 581.306
Sonstiges 98.015 119.146 119.199 17.637 353.997
Gesamt 8.032.706 5.495.535 3.479.969 17.637 17.025.847
Umsatzerlöse 2021 T€
Nord + West Süd + Ost International + Sondersparten Sonstige Gesamt
Geschäftsfeld Bau 7.069.774 4.699.981 1.412.964 13.182.719
Deutschland 5.596.984 121.277 132.341 5.850.602
Österreich 16.469 2.083.675 76.004 2.176.148
Polen 1.033.961 0 19.893 1.053.854
Tschechien 0 776.714 14.767 791.481
Ungarn 0 487.798 3.137 490.935
Großbritannien 35.783 0 368.628 404.411
Sonstige Länder unter € 300 Mio. 386.577 1.230.517 798.194 2.415.288
Baustoffe 148.620 111.600 341.457 601.677
Facility Management 0 0 508.694 508.694
Projektentwicklung 0 0 679.104 679.104
Sonstiges 99.553 113.019 96.922 16.848 326.342
Gesamt 7.317.947 4.924.600 3.039.141 16.848 15.298.536

Dienstleistungskonzessionsverträge, die die Entwicklung, die Planung, den Bau, den Betrieb und die Finanzierung von Infrastruktureinrichtungen umfassen, sind Teil des operativen Geschäfts der STRABAG SE. Zinserträge aus diesen Konzessionsverträgen sind daher in den Umsatzerlösen aus Projektentwicklung in Höhe von T€ 58.099 (2021: T€ 59.880) erfasst. Die Zinserträge werden nach der Effektivzinsmethode berechnet. Sämtliche im Posten Umsatzerlöse ausgewiesenen Werte betreffen Erlöse aus Verträgen mit Kund:innen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Umsatzerlöse aus anerkannten Nachträgen in Höhe von T€ 211.698 (2021: T€ 190.862) erfasst. Die Kosten dafür wurden bereits in den Vorperioden ergebniswirksam erfasst. Es handelt sich hier um eine Vielzahl von Einzelprojekten. Aufgrund der Komplexität von Bauvorhaben gibt es bei der Abwicklung zahlreiche Nachträge, die teilweise im Rahmen des Bauverlaufs genehmigt oder erst nach Abschluss des Bauvorhabens ausverhandelt werden. Während der Abwicklung eines Bauvorhabens können also laufend neue Nachträge entstehen sowie bereits bestehende Nachträge aus Vorperioden genehmigt werden. Bis zu 100 Einzelnachträge sind bei einem mittelgroßen Bauvorhaben durchaus üblich. Daher ist eine eindeutige Zuordnung der Kosten zu den anerkannten Nachträgen nicht möglich, sodass bei der Ermittlung des Werts Annahmen getroffen werden mussten. Die Umsatzerlöse geben nur ein unvollständiges Bild der im Geschäftsjahr erbrachten Leistung wieder. Die Leistung ist eine in der Baubranche übliche Begrifflichkeit und umfasst im STRABAG SE-Konzern den Wert der erstellten Güter und Dienstleistungen. Die Leistung des Konzerns umfasst auch die anteilige Leistung der Arbeitsgemeinschaften und Beteiligungsgesellschaften und ist im Lagebericht im Detail dargestellt.

(2) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten u. a. Versicherungsentschädigungen und Schadenersatzleistungen in Höhe von T€ 49.788 (2021: T€ 34.397), Kursgewinne aus Währungsschwankungen in Höhe von T€ 15.019 (2021: T€ 12.347) sowie Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen ohne Finanzanlagen in Höhe von T€ 57.200 (2021: T€ 55.642).

(3) AUFWENDUNGEN FÜR MATERIAL UND BEZOGENE LEISTUNGEN

T€ 2022 2021
Materialaufwand 3.727.990 2.914.523
Aufwendungen für bezogene Leistungen 7.260.664 6.500.556
Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen 10.988.654 9.415.079

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betreffen insbesondere die Leistungen der Subunternehmer:innen und Professionist:innen sowie Planungsleistungen, Gerätemieten und Fremdreparaturen. Die Veränderung von Drohverlustrückstellungen zur Erfüllung von Verpflichtungen aus Bauaufträgen ist ebenfalls in diesem Posten erfasst.

(4) PERSONALAUFWAND

T€ 2022 2021
Löhne 1.486.644 1.372.450
Gehälter 1.921.033 1.793.821
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 657.761 618.326
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen 21.087 20.179
Aufwendungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 9.236 12.704
Sonstige Sozialaufwendungen 37.973 26.099
Personalaufwand 4.133.734 3.843.579

Die Aufwendungen für Abfertigungen und die Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen bzw. Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten die Dienstzeitaufwendungen und die im Geschäftsjahr verdienten Versorgungsansprüche aus verrenteten Altersteilzeitansprüchen. Die in den Aufwendungen für Abfertigungen sowie für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthaltenen Zinsenanteile werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Die Aufwendungen aus beitragsorientierten Versorgungsplänen betragen T€ 16.888 (2021: T€ 14.523).

Der durchschnittliche Mitarbeiterstand unter anteiliger Einbeziehung aller Beteiligungsgesellschaften setzt sich wie folgt zusammen:

Durchschnittlicher Mitarbeiterstand (FTE) 2022 2021
Angestellte 32.336 31.934
Arbeiter/Arbeiterinnen 41.404 41.672
Gesamt 73.740 73.606

(5) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von T€ 1.013.283 (2021: T€ 823.814) enthalten insbesondere allgemeine Verwaltungskosten, Reise- und Werbekosten, Versicherungsprämien, Forderungsbewertungen, den Saldo aus Zuführungen, Inanspruchnahmen und Auflösungen von Rückstellungen, Rechts- und Beratungskosten, Miet- und Pachtkosten, Zinsaufwendungen aus Konzessionsprojekten sowie Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens (ohne Finanzanlagevermögen). Sonstige Steuern sind mit T€ 68.941 (2021: T€ 64.417) enthalten. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Kursverluste aus Währungsschwankungen in Höhe von T€ 11.368 (2021: T€ 23.045) enthalten. Daneben beinhalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr noch Wertminderungen, -verluste und -aufholungen von Forderungen in Höhe von T€ 71.137 (2021: T€ 5.647) sowie die Veränderung aus Wertminderungen für erwartete Kreditverluste gemäß IFRS 9 in Höhe von T€ 2.157 als Aufwand (2021: Ertrag T€ 4.946). Aufwendungen für Forschung und Entwicklung ergeben sich in zahlreichen technischen Sondervorschlägen, bei konkreten Projekten im Wettbewerb sowie bei der Einführung von Bauverfahren und Produkten auf dem Markt und wurden daher in voller Höhe aufwandswirksam erfasst.# ERGEBNISSE T€

(6) ERGEBNIS AUS EQUITY-BETEILIGUNGEN

2022 2021
Erträge aus Equity-Beteiligungen 29.985 34.322
Aufwendungen aus Equity-Beteiligungen -17.140 -21.700
Ertrag aus dem Abgang von Equity-Beteiligungen 0 3.163
Gewinne aus Arbeitsgemeinschaften 134.115 138.240
Verluste aus Arbeitsgemeinschaften -86.073 -61.915
Ergebnis aus Equity-Beteiligungen 60.887 92.110

(7) BETEILIGUNGSERGEBNIS

2022 2021
Erträge aus Beteiligungen 74.024 53.473
Aufwendungen aus Beteiligungen -9.877 -17.619
Erträge aus dem Abgang von Beteiligungen 4.073 4.264
Zu- und Abschreibungen auf Beteiligungen -9.762 -3.551
Aufwendungen aus dem Abgang von Beteiligungen -89 -465
Beteiligungsergebnis 58.369 36.102

(8) ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN

Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Rechte aus Konzessionsverträgen und Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr T€ 533.960 (2021: T€ 541.906). Im Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von T€ 10.149 (2021: T€ 2.041) und Zuschreibungen in Höhe von T€ 0 (2021: T€ 0) vorgenommen. Die Wertminderungen auf Firmenwerte betragen T€ 6.700 (2021: T€ 5.667). Zu den Wertminderungen auf Firmenwerte verweisen wir auf Punkt (13) Firmenwerte. In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sind Abschreibungen von Nutzungsrechten aus Leasingverträgen in Höhe von T€ 65.082 (2021: T€ 63.281) enthalten.

(9) ZINSERGEBNIS

2022 2021
Zinsen und ähnliche Erträge 50.742 26.962
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -40.066 -39.532
Zinsergebnis 10.676 -12.570

In den Zinsen und ähnlichen Erträgen sind Kursgewinne in Höhe von T€ 9.074 (2021: T€ 9.959) und Zinsanteile aus dem Planvermögen für Pensionsrückstellungen in Höhe von T€ 835 (2021: T€ 646) enthalten. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsanteile aus der Zuführung von Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen in Höhe von T€ 5.102 (2021: T€ 3.024) sowie Kursverluste von T€ 5.877 (2021: T€ 13.835) enthalten. Zinsen aus Leasingverhältnissen in Höhe von T€ 7.326 (2021: T€ 6.122) sind in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten.

(10) ERTRAGSTEUERN

Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Gesellschaften gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag, latente Steuern sowie der Aufwand aus Steuernachzahlungen aus Betriebsprüfungen ausgewiesen:

2022 2021
Tatsächliche Steuern 201.923 180.722
Latente Steuern 35.021 106.413
Ertragsteuern 236.944 287.135

In der Gesamtergebnisrechnung sind folgende Steuerbestandteile neutral erfasst:

2022 2021
Veränderung Hedging-Rücklage -19.468 -6.510
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -10.707 -9.251
Gesamt -30.175 -15.761

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem im Jahr 2022 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25 % und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote stellen sich folgendermaßen dar:

2022 2021
Ergebnis vor Steuern 717.073 883.538
Theoretischer Steueraufwand 25 % 179.268 220.884
Unterschiede zu ausländischen Steuersätzen 4.639 -675
Steuersatzänderungen 4.276 -772
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen 30.254 19.899
Steuerfreie Erträge -30.844 -28.286
Steuernachzahlung/-erstattung 11.970 -4.689
Veränderung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern 36.733 79.268
Sonstige 648 1.506
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 236.944 287.135

(11) ERGEBNIS JE AKTIE

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des Konzernergebnisses durch die gewichtete Anzahl der Stammaktien. Da es im STRABAG SE-Konzern keine potenziellen Aktien gibt, entsprechen sich das verwässerte und das unverwässerte Ergebnis je Aktie.

2022 2021
Anzahl der Stammaktien 102.600.000 102.600.000
Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien am 31.12. 102.600.000 102.600.000
Ergebnis der Anteilseigner des Mutterunternehmens (Konzernergebnis) in T€ 472.454 585.706
Gewichtete Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien 102.600.000 102.600.000
Gewinn je Aktie in € 4,60 5,71

STRABAG SE hielt zum 31.12.2022 keine eigenen Aktien.

ERLÄUTERUNGEN ZU DEN POSTEN DER KONZERNBILANZ

(12) KONZERNANLAGENSPIEGEL

Konzernanlagenspiegel zum 31.12.2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten T€ Stand am 1.1.2022 Zugänge Konsolidierungskreis Abgänge Konsolidierungskreis Währungsdifferenzen Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Konzessionen, Software, Lizenzen, Rechte 140.763 669 3 -46 2.406 2 5.058 138.733
2. Firmenwerte 688.161 0 0 2.039 0 0 0 690.200
3. Geleistete Anzahlungen 2 0 0 0 299 -2 0 299
Gesamt 828.926 669 3 1.993 2.705 0 5.058 829.232
II. Rechte aus Konzessionsverträgen 551.793 0 0 0 0 0 0 551.793
III. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 1.560.602 4.548 0 2.336 134.241 17.074 18.142 1.700.659
2. Nutzungsrechte aus Leasingverträgen 476.015 0 0 412 106.788 0 45.271 537.944
3. Technische Anlagen und Maschinen 3.046.390 805 104 13.416 230.343 16.261 147.444 3.159.667
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.375.303 312 76 958 172.682 -3.108 95.795 1.450.276
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 99.635 0 0 123 123.541 -30.217 318 192.764
6. Investment Property 137.389 0 0 46 138 -10 118 137.445
Gesamt 6.695.334 5.665 180 17.291 767.733 0 307.088 7.178.755
Kumulierte Abschreibungen T€ Stand am 1.1.2022 Zugänge Konsolidierungskreis Abgänge Konsolidierungskreis Währungsdifferenzen Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2022 Buchwert am 31.12.2022 Buchwert am 31.12.2021
I.
1. 112.370 644 3 -16 6.001 0 4.811 114.185 24.548 28.393
2. 240.482 0 0 622 6.700 0 0 247.804 442.396 447.679
3. 0 0 0 0 0 0 0 0 299 2
Gesamt 352.852 644 3 606 12.701 0 4.811 361.989 467.243 476.074
II. 58.964 0 0 0 19.674 0 0 78.638 473.155 492.829
III.
1. 706.585 1.884 0 1.540 47.581 0 8.806 748.784 951.875 854.017
2. 147.772 0 0 196 65.081 0 27.499 185.550 352.394 328.243
3. 2.290.818 661 104 13.358 249.740 0 140.048 2.414.425 745.242 755.572
4. 882.440 305 76 1.203 155.913 0 87.864 951.921 498.355 492.863
5. 0 0 0 0 0 0 0 0 192.764 99.635
6. 134.603 0 0 0 119 0 118 134.612 2.833 2.786
Gesamt 4.162.218 2.850 180 16.297 518.434 0 264.327 4.435.292 2.743.463 2.533.116

Konzernanlagenspiegel zum 31.12.2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten T€ Stand am 1.1.2021 Zugänge Konsolidierungskreis Abgänge Konsolidierungskreis Währungsdifferenzen Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Konzessionen, Software, Lizenzen, Rechte 143.434 9 500 216 2.529 16 4.941 140.763
2. Firmenwerte 688.459 0 5.114 4.816 0 0 0 688.161
3. Geleistete Anzahlungen 16 0 0 0 2 -16 0 2
Gesamt 831.909 9 5.614 5.032 2.531 0 4.941 828.926
II. Rechte aus Konzessionsverträgen 551.793 0 0 0 0 0 0 551.793
III. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 1.543.200 1.119 1.660 5.218 32.289 21.974 41.538 1.560.602
2. Nutzungsrechte aus Leasingverträgen 428.029 0 115 1.768 75.729 0 29.396 476.015
3. Technische Anlagen und Maschinen 2.984.763 1.039 2.907 -3.457 186.584 22.449 142.081 3.046.390
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.313.330 106 1.023 2.070 153.883 2.031 95.094 1.375.303
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 64.963 0 0 235 80.891 -46.454 0 99.635
6. Investment Property 141.888 0 0 80 135 0 4.714 137.389
Gesamt 6.476.173 2.264 5.705 5.914 529.511 0 312.823 6.695.334
Kumulierte Abschreibungen T€ Stand am 1.1.2021 Zugänge Konsolidierungskreis Abgänge Konsolidierungskreis Währungsdifferenzen Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2021 Buchwert am 31.12.2021 Buchwert am 31.12.2020
I.
1. 110.389 9 354 220 6.959 0 4.853 112.370 28.393 33.045
2. 238.893 0 5.114 1.036 5.667 0 0 240.482 447.679 449.566
3. 0 0 0 0 0 0 0 0 2 16
Gesamt 349.282 9 5.468 1.256 12.626 0 4.853 352.852 476.074 482.627
II. 39.903 0 0 0 19.061 0 0 58.964 492.829 511.890
III.
1. 688.875 90 623 2.240 37.202 0 21.199 706.585 854.017 854.325
2. 99.144 0 89 386 63.281 0 14.950 147.772 328.243 328.885
3. 2.165.909 907 1.794 -2.666 263.724 0 135.262 2.290.818 755.572 818.854
4. 811.960 95 678 1.146 153.806 0 83.889 882.440 492.863 501.370
5. 0 0 0 0 0 0 0 0 99.635 64.963
6. 139.278 0 0 0 -86 0 4.589 134.603 2.786 2.610
Gesamt 3.905.166 1.092 3.184 1.106 517.927 0 259.889 4.162.218 2.533.116 2.571.007

Insgesamt wurden Wertminderungen in Höhe von insgesamt T€ 16.849 (2021: T€ 7.708) erfasst, davon Wertaufholungen in Höhe von T€ 0 (2021: T€ 0).

(13) Firmenwerte

Die Zusammensetzung und die Entwicklung der Firmenwerte sind dem Konzernanlagenspiegel zu entnehmen. Zum Bilanzstichtag setzen sich die Firmenwerte wie folgt zusammen:

31.12.2022 31.12.2021
STRABAG Köln (N+W) 131.118 128.838
STRABAG Köln (S+O) 61.105 61.105
Tschechien (S+O) 75.435 73.184
STRABAG Polen (N+W) 56.144 57.169
DIW-Gruppe (inkl. SPFS Österreich, SPFS Tschechien; I+S) 51.848 51.817
Ed. Züblin AG (N+W) 17.057 17.057
Deutschland (diverse CGUs; N+W) 28.429 37.409
Baustoffe (diverse CGUs; I+S) 9.466 9.170
Sonstige 11.794 11.930
Firmenwerte 442.396 447.679

Der Vergleich der Buchwerte mit den erzielbaren Beträgen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten im Rahmen der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung (Impairment Test) ergab einen Abwertungsbedarf von T€ 6.700 (2021: T€ 5.667), der im Posten Abschreibungen ausgewiesen ist. Die Abschreibungen im Geschäftsjahr betrafen zwei Gesellschaften des Segments Nord + West, die im Bereich Feuerfestbau bzw. Energie- und Systemtechnik tätig sind. Der erzielbare Betrag der wertgeminderten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beträgt T€ 11.581 (2021: T€ 900). Der erzielbare Betrag dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) entspricht deren beizulegenden Zeitwerten abzüglich Veräußerungskosten (Fair Value less Cost to Sell). Die erforderlichen Abschreibungen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten betrafen ausschließlich den Firmenwert, andere Vermögenswerte der CGUs mussten nicht abgeschrieben werden. Hinsichtlich der Bewertungsmethodik wird auf den Abschnitt „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte“ verwiesen.Es handelt sich um eine Level-3-Bewertung. Zur Sensitivitätsanalyse für die Firmenwerte insgesamt verweisen wir auf unsere Angaben im Abschnitt „Schätzungen – (a) Werthaltigkeit der Firmenwerte“. Die wesentlichen Annahmen bei der Ermittlung des erzielbaren Betrags sind für die signifikanten Firmenwerte in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst. Bei den angeführten CGUs gibt es keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer.

Firmenwert Methodik Detail Planungszeitraum Wachstumsrate Abzinsungssätze nach Steuern T€ 31.12.2022
STRABAG Köln (N+W) FV less cost of disposal (Level 3) 4 (2021: 4) 0 (2021: 0) 9,77 % (2021: 7,49 %) 131.118
STRABAG Köln (S+O) FV less cost of disposal (Level 3) 4 (2021: 4) 0 (2021: 0) 10,17 % (2021: 7,76 %) 61.105
Tschechien (S+O) FV less cost of disposal (Level 3) 4 (2021: 4) 0 (2021: 0) 10,46 % (2021: 7,91 %) 75.435
STRABAG Polen (N+W) FV less cost of disposal (Level 3) 4 (2021: 4) 0 (2021: 0) 11,26 % (2021: 8,07 %) 56.144
DIW-Gruppe (inkl. SPFS Österreich, SPFS Tschechien; I+S) FV less cost of disposal (Level 3) 4 (2021: 4) 0 (2021: 0) 9,54 % (2021: 7,49 %) 51.848

Es wird ein Discounted-Cashflow-Verfahren nach anerkannten Methoden angewendet, wobei die Prognose der Cashflows aufgrund von Erfahrungswerten des Managements ermittelt wird. Die für die Bestimmung des erzielbaren Betrags wesentlichen Annahmen sind die zukünftigen Cashflows sowie die Kapitalkostensätze. Das Management hält keine Änderung der wesentlichen Annahmen für möglich, die dazu führen würde, dass der Buchwert der CGU, dem die oben angeführten wesentlichen Firmenwerte zugeordnet sind, den erzielbaren Betrag übersteigt. Die im Abschnitt „Schätzungen – (a) Werthaltigkeit der Firmenwerte“ beschriebenen Sensitivitätsanalysen führten in keinem der berechneten Fälle zu einem Abwertungsbedarf der oben angeführten wesentlichen Firmenwerte.

(14) RECHTE AUS KONZESSIONSVERTRÄGEN

Seit 28.9.2018 ist STRABAG zu 100 % an der PANSUEVIA GmbH & Co. KG, Jettingen-Scheppach, beteiligt. Die Gesellschaft hat einen Konzessionsvertrag mit der Bundesrepublik Deutschland für die Planung, den Bau/Ausbau sowie die Finanzierung eines Abschnitts der Bundesautobahn A8 sowie die Erhaltung und den Betrieb eines Teilstücks der Bundesautobahn A8 zwischen Ulm und Augsburg abgeschlossen. Als Gegenleistung kommt PANSUEVIA das Recht zu, auf der ca. 57 km langen Konzessionsstrecke für den Lkw-Verkehr einen jährlich anzupassenden Einheitsmautsatz je Kilometer zu verrechnen. Die Laufzeit des Konzessionsvertrags ist mit 30 Jahren festgelegt und endet somit am 30.6.2041. Die Entwicklung des Konzessionsrechts ist dem Konzernanlagenspiegel zu entnehmen. Die Abschreibung erfolgt leistungsabhängig auf Basis der Nutzung der Konzessionstrecke über die Laufzeit von 30 Jahren. Die jährlichen Mauteinnahmen werden als Umsatzerlöse erfasst. Dem Recht aus dem Konzessionsvertrag stehen variabel und fix verzinste Non-Recourse-Finanzierungen in Höhe von T€ 353.412 (2021: T€ 365.135) gegenüber, die gemäß ihrer Fristigkeit in den kurzfristigen und langfristigen Finanzverbindlichkeiten enthalten sind. Die daraus resultierenden Zinsaufwendungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Zur Absicherung des Zinsrisikos aus der variablen Verzinsung wurden Zinsswap-Vereinbarungen abgeschlossen, die die Voraussetzungen für eine Darstellung als Cashflow Hedge erfüllen. Die Wertänderungen der Zinsswaps werden daher im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst.

(15) sonstige IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Die Zusammensetzung und die Entwicklung der sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind dem Punkt (12) Konzernanlagenspiegel zu entnehmen. Für sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden im Berichtsjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Aktivierte Entwicklungskosten

Zum Bilanzstichtag sind Entwicklungskosten in Höhe von T€ 0 (2021: T€ 0) als immaterielle Vermögenswerte aktiviert. Im Geschäftsjahr 2022 sind Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von T€ 15.769 (2021: T€ 16.164) angefallen, die im Aufwand erfasst wurden.

(16) SACHANLAGEN

Die Zusammensetzung und die Entwicklung der Sachanlagen sind dem Punkt (12) Konzernanlagenspiegel zu entnehmen. Für Sachanlagen wurden im Berichtsjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Leasingverhältnisse

Leasingnehmer

Die Entwicklung der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen ist dem Punkt (12) Konzernanlagenspiegel zu entnehmen. Die Mittelabflüsse aus Leasingverhältnissen setzen sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt zusammen:

T€ 31.12.2022 31.12.2021
Zinsen von Leasingverhältnissen 7.326 6.122
Tilgung von Leasingverhältnissen 62.522 61.046
Variable Leasingzahlungen 6.394 6.730
Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 8.435 9.190
Summe Leasingzahlungen 84.677 83.088

Daneben fielen im Geschäftsjahr noch Aufwendungen für kurzfristige Gerätemieten, die nicht die Leasingkriterien erfüllen, in Höhe von T€ 207.529 (2021: T€ 162.095) an. In untergeordnetem Umfang vermietet der STRABAG SE-Konzern auch Büroflächen an Fremde und tritt damit als Leasinggeber auf. Dies betrifft insbesondere die Liegenschaft Tech Gate in Wien. Die jährlichen Mieterträge betragen T€ 2.363 (2021: T€ 2.503) und sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Der Buchwert der Immobilie beträgt zum 31.12.2022 T€ 64.230 (2021: T€ 66.376) und ist unter den Sachanlagen (Grundstücke und Bauten) erfasst. Die Mieterträge im nächsten Jahr und den folgenden fünf Jahren werden etwa konstant bleiben. Sämtliche Mietverhältnisse sind als Operating Leases zu klassifizieren.

Verfügungsbeschränkungen/Erwerbsverpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestehen T€ 106.684 (2021: T€ 107.021) an Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Sachanlagen, die noch nicht im Konzernabschluss berücksichtigt sind. Für Anlagevermögen in Höhe von T€ 0 (2021: T€ 0) bestehen Verfügungsbeschränkungen.

Investment Property

Die Entwicklung des Investment Property wird unter Punkt (12) Konzernanlagenspiegel gezeigt. Zum 31.12.2022 beträgt der beizulegende Zeitwert des Investment Property T€ 2.833 (2021: T€ 2.786). Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte durch interne Gutachten bzw. wurde der beizulegende Zeitwert von unbebauten Grundstücken mit auf dem Markt beobachtbaren Preisen angesetzt. Die internen Gutachten sind als Bewertungsmethode nach Level 3 zu klassifizieren und bauen auf Daten auf, die auch auf nicht auf dem Markt beobachtbaren Werten beruhen. Die Mieterlöse aus Investment Property beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf T€ 6.573 (2021: T€ 5.464), denen direkte betriebliche Aufwendungen in Höhe von T€ 8.267 (2021: T€ 6.210) gegenüberstanden. Die Mieterträge im nächsten Jahr und den folgenden fünf Jahren werden etwa konstant bleiben. Im Geschäftsjahr sind wie im Vorjahr keine direkten Aufwendungen aus nicht vermietetem Investment Property angefallen. Zusätzlich wurden Gewinne aus Anlagenabgängen und Zahlungen aus Vertragsverlängerungen in Höhe von T€ 991 (2021: T€ 4.176) sowie Verluste aus Anlagenabgängen in Höhe von T€ 9 (2021: T€ 126) erzielt. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Zuschreibungen in Höhe von T€ 0 (2021: T€ 0) vorgenommen.

(17) EQUITY-BETEILIGUNGEN

T€ 2022 2021
Buchwert am 1.1. 403.163 418.993
Zuerwerbe/Zuschüsse 16.954 31.858
Anteilige Jahresergebnisse 12.845 15.785
Erhaltene Ausschüttungen -40.188 -45.316
Kapitalrückzahlungen 0 -47.874
Anteiliges sonstiges Ergebnis 9.602 4.857
Ausweis als Risikorückstellung 8.796 16.403
Steuerkorrektur 0 8.457
Buchwert am 31.12. 411.172 403.163

Angaben zu assoziierten Unternehmen

Die Lafarge Cement CE Holding GmbH, Wien, stellt ein wesentliches assoziiertes Unternehmen dar. Der Kapital- und Stimmrechtsanteil des Konzerns beträgt 30 %. Das Unternehmen wird nach der Equity-Methode bilanziert. Wir verweisen auf Punkt (38) Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen.

Die nachstehenden Finanzinformationen beziehen sich auf den nach IFRS aufgestellten Konzernjahresabschluss.

T€ 2022 2021
Umsatzerlöse 299.723 273.735
Jahresüberschuss aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 24.635 12.447
Sonstiges Ergebnis -8.005 10.111
Gesamtergebnis 16.630 22.558
davon: nicht-beherrschenden Gesellschaftern zustehend 8 -129
davon: den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehend 16.622 22.687
31.12.2022 31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte 564.252 561.205
Kurzfristige Vermögenswerte 109.632 119.663
Langfristige Schulden -149.750 -148.483
Kurzfristige Schulden -137.090 -116.972
Nettovermögen 387.044 415.413
davon: nicht-beherrschenden Gesellschaftern zustehend 4.077 4.070
davon: den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehend 382.967 411.343

Die dargestellten Finanzinformationen lassen sich wie folgt zum Equity-Buchwert der Lafarge Cement CE Holding GmbH im Konzernabschluss überleiten:

T€ 2022 2021
Anteil des Konzerns am Nettovermögen am 1.1. 123.403 130.097
Anteil des Konzerns am Jahresüberschuss aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 7.273 3.637
Anteil des Konzerns am sonstigen Ergebnis -2.286 3.169
Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis 4.987 6.806
Erhaltene Dividenden -13.500 -13.500
Anteil des Konzerns am Nettovermögen am 31.12. 114.890 123.403
Unterschiedsbetrag 87.084 87.084
Equity-Buchwert am 31.12. 201.974 210.487

Die folgende Tabelle gliedert in aggregierter Form den Buchwert und den Konzernanteil am Gewinn und am sonstigen Ergebnis der assoziierten Unternehmen, die einzeln unwesentlich sind:

T€ 2022 2021
Summe der Equity-Buchwerte am 31.12.

Angaben zu Gemeinschaftsunternehmen
Die folgende Tabelle gliedert in aggregierter Form den Buchwert und den Konzernanteil am Gewinn und am sonstigen Ergebnis der Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures), die einzeln unwesentlich sind:

T€ 2022 2021
Summe der Equity-Buchwerte am 31.12. 114.620 105.389
Anteil des Konzerns am Jahresüberschuss aus fortzuführenden Geschäftsbereichen -2.128 9.518
Anteil des Konzerns am sonstigen Ergebnis 6.353 372
Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis 4.225 9.890

Angaben zu kumulierten Verlusten von Equity-Beteiligungen
Anteilige Verluste aus Equity-Beteiligungen von T€ 7.801 (2021: T€ 11.621) wurden nicht ergebniswirksam erfasst, da die Buchwerte dieser Beteiligungen bereits T€ 0 betragen.

Angaben zu Arbeitsgemeinschaften
Im Konzern werden Bau-Arbeitsgemeinschaften als Gemeinschaftsunternehmen klassifiziert und deren Ergebnisse im Ergebnis aus Equity-Beteiligungen ausgewiesen. Für das Geschäftsjahr 2022 enthält die nachstehende Tabelle die in Bezug auf die Leistung zehn größten Arbeitsgemeinschaften.

Arbeitsgemeinschaften Anteil in %
ARGE A1 DAMMER BERGE, Deutschland (DAM) 50,00
ARGE ALLIANZ CAMPUS STUTTGART VAIHINGEN, Deutschland (CAMP) 50,00
ARGE FLUGHAFENTUNNEL, Deutschland (FHT) 65,00
ARGE NB JVA WILLICH I, Deutschland (JVA) 50,00
ARGE SCHULNEUBAU ALLEE DER KOSMONAUTEN, Deutschland (KOS) 70,00
ARGE TUNNEL RASTATT, Deutschland (RAST) 50,00
ARGE U2 17-21, Österreich (U2) 50,00
ARGE US-KLINIK WEILERBACH, Deutschland (WEIL) 75,00
BAU-ARGE ÖPP BAB A49 SLW, Deutschland(A49) 50,00
COMBINATIE HEREPOORT VOF, Niederlande (HER) 39,48

Die Finanzinformationen zu diesen Arbeitsgemeinschaften für das Geschäftsjahr 2022 sind jeweils zu 100 % und vor Konsolidierung sowie zu allenfalls von der Arge-Bilanz abweichenden Bewertungsansätzen dargestellt.

T€ Umsatzerlöse Langfristige Vermögenswerte Kurzfristige Vermögenswerte davon liquide Mittel Langfristige Schulden Kurzfristige Schulden
A49 176.087 6.521 432.625 67.114 0 439.146
FHT 114.892 8.813 298.918 28.376 0 307.731
HER 107.150 394 18.050 1.245 0 18.444
DAM 93.939 5.052 7.242 262 0 12.294
U2 89.173 6.665 18.224 5.864 0 24.889
CAMP 76.323 0 36.267 31.921 0 36.267
JVA 60.217 373 39.632 38.495 0 40.005
RAST 44.586 168 55.006 37.404 0 55.174
KOS 36.772 0 61.292 23.370 0 61.292
WEIL 32.911 0 49.861 14.696 0 49.861

Im Geschäftsjahr 2022 sind aus den oben genannten Arbeitsgemeinschaften im Ergebnis aus Equity-Beteiligungen unter den Gewinnen aus Arbeitsgemeinschaften T€ 35.159 und unter den Verlusten aus Arbeitsgemeinschaften inklusive Drohverluste T€ 55.591 ausgewiesen.

Die Finanzinformationen zu diesen Arbeitsgemeinschaften für das Geschäftsjahr 2021 sind jeweils zu 100 % und vor Konsolidierung sowie zu allenfalls von der Arge-Bilanz abweichenden Bewertungsansätzen dargestellt.

T€ Umsatzerlöse Langfristige Vermögenswerte Kurzfristige Vermögenswerte davon liquide Mittel Langfristige Schulden Kurzfristige Schulden
A49 100.759 6.474 192.068 42.793 0 198.542
FHT 97.309 13.660 167.047 9.514 0 180.707
HER 93.291 451 7.296 7.060 0 7.747
DAM 74.350 58 5.025 123 0 5.083
U2 52.263 2.634 15.042 8.234 0 17.676
CAMP 22.466 0 6.842 6.032 0 6.842
JVA 40.335 418 33.882 31.832 0 34.300
RAST 40.674 705 35.238 16.422 0 35.943
KOS 1.875 0 8.897 5.635 0 8.897
WEIL 0 0 0 0 0 0

Im Geschäftsjahr 2021 sind aus den oben genannten Arbeitsgemeinschaften im Ergebnis aus Equity-Beteiligungen unter den Gewinnen aus Arbeitsgemeinschaften T€ 11.801 und unter den Verlusten aus Arbeitsgemeinschaften inklusive Drohverluste T€ 20.860 ausgewiesen.

Die Leistungsbeziehungen zu Arbeitsgemeinschaften stellen sich im Geschäftsjahr wie folgt dar:

T€ 2022 2021
Erbrachte Lieferungen und Leistungen 958.228 899.929
Erhaltene Lieferungen und Leistungen 13.751 17.063
Forderungen am 31.12. 409.721 383.012
Verbindlichkeiten am 31.12. 330.158 367.655

(18) SONSTIGE ANTEILE AN UNTERNEHMEN
Die sonstigen Anteile an Unternehmen enthalten Tochterunternehmen, assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie sonstige Beteiligungen, die aufgrund von Unwesentlichkeit nicht konsolidiert bzw. at-equity in den Konzernabschluss einbezogen werden. Detaillierte Informationen zu den Konzernbeteiligungen (Anteile von mehr als 20 %) sind der Beteiligungsliste zu entnehmen.

Die Entwicklung der sonstigen Anteile an Unternehmen im Geschäftsjahr stellt sich wie folgt dar:

T€ Stand am 1.1.2022 Währungsdif-ferenzen Konsolidierungskreisänderungen Zugänge Umglie-derungen Abgänge Zu- bzw. Abschrei-bungen Stand am 31.12.2022
Anteile an verbundenen Unternehmen 90.224 -10 -4.273 15.985 19 -2.458 -6.558 92.929
Beteiligungen 105.164 362 -8 5.448 -19 -2.671 -3.204 105.072
Sonstige Anteile an Unternehmen 195.388 352 -4.281 21.433 0 -5.129 -9.762 198.001

Die Entwicklung der sonstigen Anteile an Unternehmen im Vorjahr stellt sich wie folgt dar:

T€ Stand am 1.1.2021 Währungsdif-ferenzen Konsolidierungskreisänderungen Zugänge Umglie-derungen Abgänge Zu- bzw. Abschrei-bungen Stand am 31.12.2021
Anteile an verbundenen Unternehmen 90.408 0 -3.668 8.516 -28 -713 -4.291 90.224
Beteiligungen 97.230 442 0 10.773 28 -4.049 740 105.164
Sonstige Anteile an Unternehmen 187.638 442 -3.668 19.289 0 -4.762 -3.551 195.388

(19) LATENTE STEUERN
Die in der Bilanz ausgewiesenen Steuerabgrenzungen auf temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen im IFRS-Konzernabschluss und den jeweiligen steuerlichen Wertansätzen sowie Verlustvorträgen entwickelten sich wie folgt:

T€ Stand am 1.1.2022 Währungsdifferenzen Konsolidierungskreisänderungen Sonstige Verände-rungen Stand am 31.12.2022
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 52.654 -83 0 -1.696 50.875
Finanzanlagen 11.588 -2 0 -9.693 1.893
Vorräte 7.978 279 0 19.236 27.493
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 112.104 389 0 -45.569 66.924
Rückstellungen 160.677 9 -3 -130 160.553
Verbindlichkeiten 18.233 -314 0 4.246 22.165
Steuerliche Verlustvorträge 85.271 0 -53 -11.980 73.238
Aktive latente Steuern 448.505 278 -56 -45.586 403.141
Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern gegenüber derselben Steuerbehörde -344.061 0 0 51.456 -292.605
Saldierte aktive latente Steuern 104.444 278 -56 5.870 110.536
T€ Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen Finanzanlagen Vorräte Forderungen und sonstige Vermögenswerte Rückstellungen Verbindlichkeiten
-95.964 -10.165 -26.793 -283.062 -5.796 -26.344
-775 0 12 -410 18 96
-387 0 78 33 9 7
15.621 -1.520 -322 -13.584 3.504 -21.682
Passive latente Steuern -448.124 -11.685 -27.025 -297.023 -2.265 -47.923
Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern gegenüber derselben Steuerbehörde 344.061 0 0 0 0 0
Saldierte passive latente Steuern -104.063 -11.685 -27.025 -297.023 -2.265 -47.923
-1.059 -260 -69.439 -174.821

Latente Steuern auf Verlustvorträge wurden insoweit aktiviert, als diese wahrscheinlich mit künftigen steuerlichen Gewinnen verrechnet werden können. Dabei wird auf einen Planungszeitraum von fünf Jahren abgestellt. Für steuerliche Verlustvorträge bei der Körperschaftsteuer und der deutschen Gewerbesteuer in Höhe von T€ 2.024.045 (2021: T€ 1.705.397) wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da ihre Wirksamkeit als endgültige Steuerentlastung nicht ausreichend gesichert ist. Von den nicht aktivierten Verlustvorträgen sind T€ 2.004.645 (2021: T€ 1.568.548) unbeschränkt nutzbar.

Für die Steuergruppe der STRABAG SE, Österreich, wurden trotz steuerlicher Verluste in den Vorjahren sowie im Geschäftsjahr latente Steuern angesetzt. Der angesetzte Wert für die Verlustvorträge beträgt bei der STRABAG SE-Steuergruppe T€ 62.691 (2021: T€ 76.165). Darin enthalten sind latente Steuern auf offene Siebtelabschreibungen in Höhe von T€ 62.691 (2021: T€ 76.165). Gemäß dem österreichischen Körperschaftsteuergesetz müssen steuerwirksame Abschreibungen auf Beteiligungen auf sieben Jahre verteilt geltend gemacht werden.

Die Verluste des laufenden Jahrs bzw. der Vergangenheit waren stark durch negative Sondereffekte geprägt. Zur Vermeidung dieser negativen Projekte wurden das Chancen- und Risikomanagementsystem stetig erweitert und verbessert sowie organisatorische und strategische Verbesserungen umgesetzt. Die vorliegende Steuerplanung für die STRABAG SE-Gruppe für die nächsten fünf Jahre dokumentiert die Verwertbarkeit der angesetzten Verlustvorträge.

Im Jänner 2022 wurde in Österreich eine stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 25 % auf 23 % beschlos-sen. Im Kalenderjahr 2023 beträgt der Steuersatz 24 %, ab dem Kalenderjahr 2024 dann 23 %. Für die Berechnung der Steuerlatenz wird der Steuersatz zum Zeitpunkt der voraussichtlichen Umkehr der Wertdifferenz zwischen den IFRS-Bilanzansätzen und den Steuerwerten herangezogen. Die zum 31.12.2021 bereits bestehenden latenten Steuern wurden an den Steuersatz der voraussichtlichen Umkehr angepasst. Der daraus resultierende Steueraufwand in Höhe von T€ 4.213 wurde ergebniswirksam erfasst.

(20) VORRÄTE

T€ 31.12.2022 31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 280.687 218.820
Fertige Bauten 122.647 128.741
Unfertige Bauten 187.303 219.787
Unbebaute Grundstücke 400.905 331.317
Fertige und unfertige Erzeugnisse und Waren 22.230 21.276
Geleistete Anzahlungen 54.935 49.162
Vorräte 1.068.707 969.103

Bei den Vorräten ohne Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden Wertberichtigungen in Höhe von T€ 24.766 (2021: T€ 3.883) vorgenommen. T€ 6.878 (2021: T€ 21.474) der Vorräte ohne Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden mit dem Nettoveräußerungserlös angesetzt. Für qualifizierte Vermögenswerte wurden Fremdkapitalzinsen in Höhe von T€ 121 (2021: T€ 341) aktiviert.

(21) FORDERUNGEN AUS KONZESSIONSVERTRÄGEN
STRABAG besitzt 100 % an der ungarischen M5-Autobahnkonzessionsgesellschaft AKA Alföld Koncessziós Autópálya Zrt., Budapest (AKA).# Konzessionsvertrag mit dem ungarischen Staat

Im Konzessionsvertrag mit dem ungarischen Staat verpflichtete sich AKA zur Entwicklung, Planung und Finanzierung sowie zum Bau und Betrieb der Autobahn M5. Die Autobahn selbst steht im Eigentum des Staats; auch sämtliche Ausrüstungsgegenstände und Fahrzeuge für den Betrieb sind nach Ablauf des Konzessionszeitraums unentgeltlich an den Staat zu übergeben. AKA erhält als Gegenleistung laufend eine verkehrsunabhängige Availability Fee des ungarischen Staats für die Zurverfügungstellung der Autobahn. Das Betreiberrisiko durch Sperren der Autobahn und die Nichteinhaltung von vertraglich festgelegten Fahrbahnkriterien trägt AKA. Die Strecke beträgt insgesamt 156,5 km und wurde in drei Phasen errichtet. Der Konzessionszeitraum läuft bis 2031. Eine einmalige Verlängerung von bis zu 17,5 Jahren ist möglich.

Sämtliche erbrachten Leistungen aus diesem Konzessionsvertrag werden unter dem gesonderten Posten Forderungen aus Konzessionsverträgen erfasst. Die Forderungen sind mit dem Barwert der vom Staat zu leistenden Vergütungen angesetzt. Die jährlichen Aufzinsungsbeträge werden in den Umsatzerlösen erfasst. Der Vertrag enthält auch die Verpflichtung von Zinsausgleichszahlungen des ungarischen Staats, womit der Staat das Zinsrisiko aus der Finanzierung der AKA trägt. Diese Zinsausgleichszahlungen stellen ein gesondertes Sicherungsgeschäft (Zinsswap) dar. Die Darstellung erfolgt als Cashflow Hedge, womit die Wertänderungen des Zinsswaps im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst werden. Der Marktwert des Zinsswaps in Höhe von T€ 377 (2021: T€ -7.681) wird ebenfalls unter den langfristigen Forderungen aus Konzessionsverträgen ausgewiesen. Den aktivierten Forderungen aus Konzessionsverträgen stehen Non-Recourse-Finanzierungen in Höhe von T€ 98.489 (2021: T€ 161.656) gegenüber, die gemäß ihrer Fristigkeit in den kurz- bzw. langfristigen Finanzverbindlichkeiten enthalten sind. Die daraus resultierenden Zinsaufwendungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

(22) Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

Die Vertragsvermögenswerte umfassen die Vergütungsansprüche aus Bauaufträgen von Kund:innen sowie aus Projektentwicklungsleistungen für die am Stichtag bereits erbrachten Leistungen. Übersteigen die hierauf erhaltenen Anzahlungen den Vergütungsanspruch, erfolgt der Ausweis unter Vertragsverbindlichkeiten.

Die Vertragssalden setzen sich wie folgt zusammen:

T€ 31.12.2022 T€ 31.12.2021
Vertragsvermögenswerte brutto 8.094.379 7.514.453
hierauf erhaltene Anzahlungen -6.736.638 -6.166.212
Vertragsvermögenswerte 1.357.741 1.348.241
Vertragsverbindlichkeiten brutto -7.327.361 -6.828.833
hierauf erhaltene Anzahlungen 8.472.037 7.946.181
Vertragsverbindlichkeiten 1.144.676 1.117.348

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Umsatzerlöse in Höhe von T€ 1.053.684 (2021: T€ 976.548) erfasst, die zu Beginn des Geschäftsjahrs in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. Zum 31.12.2022 bestehen noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen aus Bauaufträgen von Kund:innen und Projektentwicklungen (Auftragsbestand) in Höhe von T€ 19.814.930 (2021: T€ 18.877.387). Die Realisierung der Umsatzerlöse aus diesen Leistungsverpflichtungen wird mit T€ 11.080.832 (2021: T€ 9.964.684) im folgenden Geschäftsjahr und mit T€ 8.734.098 (2021: T€ 8.912.704) innerhalb der nächsten vier Geschäftsjahre erwartet. Im Geschäftsjahr wurden keine Kosten der Vertragsanbahnung bzw. Vertragserfüllung als gesonderte Vermögenswerte aktiviert. Branchenüblich steht der Auftraggeberschaft zur Sicherstellung ihrer vertraglichen Ansprüche der Einbehalt von Rechnungsbeträgen zur Verfügung. Diese Einbehalte werden jedoch in der Regel durch Besicherungen (Bank- oder Konzerngarantien) abgelöst. Zu den Vertragsvermögenswerten bzw. -verbindlichkeiten verweisen wir auf unsere Ausführungen im Abschnitt „Schätzungen – (c) Umsatzrealisierung aus Bauaufträgen von Kund:innen und Projektentwicklungen“.

(23) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

T€ 31.12.2022 T€ 31.12.2021
Gesamt davon kurzfristig davon langfristig Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.314.939 1.314.939 0 1.132.810
Forderungen aus Arbeitsgemeinschaften 262.899 262.899 0 254.005
Geleistete Anzahlungen an Subunternehmer 103.156 103.156 0 60.559
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.680.994 1.680.994 0 1.447.374

(24) Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

T€ 31.12.2022 T€ 31.12.2021
Gesamt davon kurzfristig davon langfristig Gesamt
Wertpapiere 26.018 0 26.018 28.122
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 95.300 91.173 4.127 99.401
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 146.664 74.512 72.152 158.240
Übrige finanzielle Vermögenswerte 390.740 87.384 303.356 240.852
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 658.722 253.069 405.653 526.615

(25) Liquide Mittel

T€ 31.12.2022 T€ 31.12.2021
Wertpapiere 10 2.823
Kassenbestand 1.332 1.338
Guthaben bei Kreditinstituten 2.700.507 2.959.090
Liquide Mittel 2.701.849 2.963.251

(26) Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist der Eigenkapitalveränderungsrechnung zu entnehmen. In der 18. Ordentlichen Hauptversammlung der STRABAG SE vom 24.6.2022 wurden u. a. folgende Beschlüsse gefasst:

Der Vorstand wird gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 sowie Abs. 1a und 1b AktG ermächtigt, auf den Inhaber oder auf Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung sowohl über die Börse oder öffentliches Angebot als auch auf andere Art zu einem niedrigsten Gegenwert je Aktie von € 1,00 (= rechnerischer Anteil einer Aktie am Grundkapital) und einem höchsten Gegenwert je Aktie von höchstens € 42,00 zu erwerben. Der Handel mit eigenen Aktien ist als Zweck des Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden. Die wiederholte Ausnutzung der Ermächtigung ist zulässig. Die Ermächtigung ist vom Vorstand in der Weise auszuüben, dass der mit dem von der Gesellschaft aufgrund dieser Ermächtigung oder sonst erworbenen Aktien verbundene Anteil des Grundkapitals zu keinem Zeitpunkt 10 % des Grundkapitals übersteigen darf. Einen Erwerb kann der Vorstand beschließen, doch muss der Aufsichtsrat im Nachhinein von diesem Beschluss in Kenntnis gesetzt werden.

Der Vorstand wird ermächtigt, bei einem Rückerwerb von auf den Inhaber oder auf Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft gemäß Beschlusspunkt 1. auch das quotenmäßige Veräußerungsrecht der Aktionär:innen, das mit einem solchen Erwerb einhergehen kann, auszuschließen (umgekehrter Bezugsrechtsausschluss). Ein Erwerb unter Ausschluss des quotenmäßigen Veräußerungsrechts (umgekehrter Bezugsrechtsausschluss) unterliegt der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Vorstand wird ermächtigt, die von der Gesellschaft erworbenen eigenen Aktien zur Gänze oder teilweise ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss mit Zustimmung des Aufsichtsrats einzuziehen.

Der Vorstand wird für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung gemäß § 65 Abs. 1b AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Veräußerung beziehungsweise Verwendung eigener Aktien eine andere Art der Veräußerung als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu wählen, auch einen allfälligen Ausschluss des Wiederkaufsrechts (Bezugsrechts) der Aktionärinnen und Aktionäre zu beschließen und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Die Ermächtigung kann einmal oder mehrmals, ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

Die Haselsteiner Familien-Privatstiftung, Dr. Hans Peter Haselsteiner und Klemens Haselsteiner, die als RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung und Konzerngesellschaft sowie die UNIQA Insurance Group AG und Konzerngesellschaften haben am 18.8.2022 einen neuen langfristigen Syndikatsvertrag abgeschlossen, mit dem das bestehende Kernaktionärssyndikat für die STRABAG SE fortgesetzt werden soll. Der Vorstand der STRABAG SE begrüßt die Fortführung der Kernaktionärsgruppe, die die erfolgreiche strategische Ausrichtung und das Wachstum der STRABAG-Gruppe unterstützt.

Pflichtangebot der Kernaktionäre

Haselsteiner Familien-Privatstiftung, RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung und UNIQA Österreich Versicherungen AG haben am 18.8.2022 der STRABAG SE mitgeteilt, als Bieter ein öffentliches (antizipatorisches) Pflichtangebot gemäß §§ 22 ff Übernahmegesetz zum Erwerb von sämtlichen ausstehenden, auf Inhaber lautende Stückaktien der STRABAG SE (ISIN AT000000STR1), die sich nicht im Eigentum der Bieter oder mit den Bietern gemeinsam vorgehenden Rechtsträgern befinden, zum Angebotspreis von € 38,94 pro STRABAG-Aktie zu erstatten. Das Angebot soll auch zur Aufhebung der aktuell bestehenden Stimmrechtsbeschränkung der Bieter (und der gemeinsam mit ihnen vorgehenden Rechtsträger) auf insgesamt 26 % erfolgen, welche durch eine passive Kontrollerlangung wegen der europarechtlichen Sanktionsbeschränkungen von MKAO „Rasperia Trading Limited“ entstanden ist.# Vereinbarung zum Erwerb eigener Aktien durch STRABAG SE

STRABAG SE hat mit den Bietern vereinbart, von den in das Angebot eingelieferten Aktien, bis zu 10.260.000 Stück, das entspricht bis zu 10 % des Grundkapitals, zum selben Preis wie der Angebotspreis (€ 38,94), als eigene Aktien zu erwerben. Die Bieter erwerben diese Aktien im Zuge des Angebots treuhändig für STRABAG SE. Grundlage dieser Vereinbarung ist der am 24.6.2022 gefasste Beschluss der Hauptversammlung über die Ermächtigung des Vorstands zum Rückerwerb eigener Aktien. Aufgrund der zum 31.12.2022 bestehenden Erwerbsverpflichtung für eigene Aktien in Höhe von maximal 10% des Grundkapitals (d.s. 10.260.000 Stück), ist eine kurzfristige finanzielle Verbindlichkeit in Höhe des maximalen Anschaffungspreis in Höhe von T€ 399.524 auszuweisen, die direkt von den Gewinnrücklagen abgesetzt wird. Im Rahmen des Aktienkaufvertrags hat STRABAG SE am 9.2.2023 dann 2.779.006 Stück Aktien erworben. Die tatsächlichen Anschaffungskosten für die eigenen Aktien betragen daher insgesamt T€ 108.214. Im Geschäftsjahr 2023 kann also die kurzfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeit ergebnisneutral in Höhe von T€ 291.310 wieder rückgebucht werden.

Angabe zum Geschäftsjahr 2021

In der 17. Ordentlichen Hauptversammlung der STRABAG SE vom 18.6.2021 wurde beschlossen durch Einziehung von 7.400.000 Stück eigener Aktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von € 7.400.000,00 das Grundkapital von € 110.000.000,00 gemäß Art. 9 Abs. 1 SE-VO i. V. m § 192 Abs. 3. Z 2. und Abs. 4 AktG vereinfacht herabzusetzen. Der Zweck dieser vereinfachten Kapitalherabsetzung ist die Einziehung der eigenen Aktien. Die Eintragung der Kapitalherabsetzung ins Firmenbuch erfolgte am 16.7.2021. Das voll eingezahlte Grundkapital zum 31.12.2021 beträgt € 102.600.000,00 und ist in 102.599.997 auf Inhaber lautende Stückaktien und drei Namensaktien geteilt. Der Nominalwert der eigenen Aktien wurde vom Grundkapital in die Kapitalrücklage umgebucht. Beim Erwerb eigener Aktien in den Jahren 2011, 2012 und 2013 wurden die Anschaffungskosten in Höhe von € 236.978.341,46 von den Gewinnrücklagen abgesetzt. Dieser Betrag wurde im Rahmen der Einziehung der eigenen Aktien nun in die Kapitalrücklagen umgegliedert.

Sonstige Angaben

Langfristiger wirtschaftlicher Erfolg ist das vorrangige Unternehmensziel der STRABAG-Gruppe in Verantwortung gegenüber den Eigentümer:innen, der Auftraggeberschaft, den Beschäftigten, Liefer- und Subunternehmen sowie der Gesellschaft insgesamt. Zielführendes Handeln, die frühzeitige Erkennung von Chancen und Risiken und deren verantwortungsbewusste Berücksichtigung sollen den Fortbestand des Unternehmens sichern und die Interessen der Aktionär:innen wahren. Um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, achten das Management sowie die verantwortlichen Mitarbeiter:innen bei der Auswahl von Projekten auf ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken und beurteilen zudem Einzelrisiken vor dem Hintergrund des gesamten Unternehmensrisikos.

Die angestrebte Konzerneigenkapitalquote wurde im Rahmen des Börsengangs der STRABAG SE im Oktober 2007 mit 20 % bis 25 % definiert. Die Eigenkapitalquote errechnet sich aus dem Buchwert des Eigenkapitals zum 31.12., dividiert durch die Bilanzsumme zum 31.12. Das Eigenkapital beinhaltet alle Teile des Eigenkapitals laut Bilanz: Grundkapital, Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen und sonstige Rücklagen sowie nicht-beherrschende Anteile. Die Konzerneigenkapitalquote beträgt zum 31.12.2022 31,7 % (2021: 33,3 %). Mit dieser Eigenkapitalausstattung kann die STRABAG-Gruppe auch vermehrt an Bieterprozessen für Public-Private-Partnership-Projekte (PPP) teilnehmen. Zum einen sind die finanziellen Mittel für die erforderliche Eigenkapitalbeteiligung vorhanden; zum anderen ist die mit PPP-Projekten verbundene Bilanzsummenverlängerung verkraftbar. Erhält die Gruppe den Zuschlag für große Einzelprojekte oder wird eine strategisch passende Akquisition getätigt, könnte die Eigenkapitalquote kurzfristig unter die festgelegte Mindesthöhe fallen. In diesem Fall behält sich das Unternehmen vor, unter anderem die Dividendenzahlungen an die Aktionär:innen anzupassen oder neue Aktien auszugeben.

(27) RÜCKSTELLUNGEN

T€ Stand am 1.1.2022 Währungsdifferenzen Konsolidierungskreisänderungen Zuführung Verwendung Stand am 31.12.2022
Abfertigungsrückstellungen 108.361 410 0 0 17.389 91.382
Pensionsrückstellungen 376.825 -248 0 0 43.030 333.547
Baubezogene Rückstellungen 504.626 -6.075 0 39.259 61.466 476.344
Personalbezogene Rückstellungen 5.860 0 0 141 393 5.608
Übrige Rückstellungen 240.252 -1.154 0 146.981 14.169 371.910
Langfristige Rückstellungen 1.235.924 -7.067 0 186.381 136.447 1.278.791
Baubezogene Rückstellungen 615.813 -1.616 -184 624.585 615.134 623.464
Personalbezogene Rückstellungen 202.860 111 0 228.270 203.348 227.893
Übrige Rückstellungen 279.032 483 697 277.519 279.982 277.749
Kurzfristige Rückstellungen 1.097.705 -1.022 513 1.130.374 1.098.464 1.129.106
Gesamt 2.333.629 -8.089 513 1.316.755 1.234.911 2.407.897

Die versicherungsmathematischen Annahmen zum 31.12.2022 für die Ermittlung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Abfertigungsverpflichtungen Pensionsverpflichtungen Österreich Pensionsverpflichtungen Deutschland Pensionsverpflichtungen Schweiz
Richttafeln AVÖ 2018-P AVÖ 2018-P Dr. Klaus Heubeck 2018G BVG 2020G
Diskontierungszinssatz % 3,78 3,78 3,78 2,25
(2021: 0,98) (2021: 0,98) (2021: 0,98) (2021: 0,25)
Gehaltssteigerung % 3,00 0,00 0,00 2,40
(2021: 2,00) (2021: 0,00) (2021: 0,00) (2021: 0,70)
Rentensteigerung % Abhängig von vertraglicher 3,95 0,25 n.a.
Valorisierung (2021: 1,50) (2021: 0,25)
Pensionsalter Männer 62 65 63–67 65
(2021: 62) (2021: 65) (2021: 63–67) (2021: 65)
Pensionsalter Frauen 62 60 63–67 65
(2021: 62) (2021: 60) (2021: 63–67) (2021: 64)

Sensitivitätsanalyse

Eine Änderung des Diskontierungszinssatzes um +/-0,5 Prozentpunkte, eine Änderung der Gehaltssteigerung um +/-0,25 Prozentpunkte sowie eine Änderung der Rentensteigerung um +/-0,25 Prozentpunkte hätte bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der Abfertigungs- bzw. Pensionsverpflichtungen zum 31.12.2022:

T€ Änderung Diskontierungszinssatz Änderung Gehaltssteigerung Änderung Rentensteigerung
-0,5 %-Punkte +0,5 %-Punkte -0,25 %-Punkte
+0,5 %-Punkte -0,25 %-Punkte +0,25 %-Punkte
Veränderung¹ -2.805 2.644 1.354
Abfertigungsverpflichtungen +2.644 -1.389 n.a.
-26.516 23.947 402
Pensionsverpflichtungen -380 8.661 -8.992

¹ Vorzeichen: - Erhöhung der Verpflichtung, + Verminderung der Verpflichtung

Die Entwicklung des Barwerts der Abfertigungsverpflichtungen stellt sich wie folgt dar:

T€ 2022 2021
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) am 1.1. 108.361 122.552
Konsolidierungskreisänderungen/Währungsdifferenzen 410 -997
Laufender Dienstzeitaufwand 1.272 2.378
Zinsenaufwand 849 485
Abfertigungszahlungen -9.444 -12.178
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen 940 -352
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aufgrund Änderung des Diskontierungszinssatzes -11.006 -3.527
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) am 31.12. 91.382 108.361

Die Entwicklung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen stellt sich wie folgt dar:

T€ 2022 2021
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) am 1.1. 566.229 631.731
Konsolidierungskreisänderungen/Währungsdifferenzen 8.101 8.364
Laufender Dienstzeitaufwand 9.516 7.468
Zinsenaufwand 4.253 2.539
Pensionszahlungen -34.548 -44.446
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen 7.707 -8.667
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aufgrund Änderung des Diskontierungszinssatzes -72.312 -23.504
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aufgrund demografischer Änderungen -153 -7.256
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) am 31.12. 488.793 566.229

Der Zeitwert des Planvermögens für Pensionsrückstellungen entwickelte sich im Geschäftsjahr wie folgt:

T€ 2022 2021
Zeitwert des Planvermögens am 1.1. 189.404 203.375
Konsolidierungskreisänderungen/Währungsdifferenzen 8.349 8.202
Erträge aus Planvermögen 835 646
Beitragszahlungen 9.312 6.909
Pensionszahlungen -12.491 -21.407
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -14.406 6.869
Gemäß IFRIC 14 nicht erfasste Vermögenswerte -25.757 -15.190
Zeitwert des Planvermögens am 31.12. 155.246 189.404

Das Planvermögen lässt sich in folgende Kategorien einteilen:

T€ 31.12.2022 31.12.2021
Aktien¹ 25.519 30.433
Anleihen¹ 42.157 45.004
Cash 1.766 1.237
Fondspapiere 10.698 10.837
Immobilien 20.396 22.939
Rückdeckungsversicherungen 64.309 61.871
Übrige Vermögenswerte 32.135 32.273
Gemäß IFRIC 14 nicht erfasste Vermögenswerte -41.734 -15.190
Gesamt 155.246 189.404

¹ Sämtliche Aktien und Anleihen werden auf einem aktiven Markt gehandelt.

Das Planvermögen betrifft fast ausschließlich das Vermögen der Vorsorgestiftung der STRABAG AG, Schweiz. Für die Veranlagung gelten die gesetzlichen und stiftungsaufsichtsrechtlichen Grundlagen. Die Vermögensanlagen sind durch ausgebildete Fachleute so auszuwählen, dass das Anlageziel der ertrags- und risikogerechten Vermögensbewirtschaftung unter Beachtung von Sicherheit, Risikoverteilung, Rendite und Liquidität zur Erfüllung der Vorsorgezwecke gewährleistet ist. Um auf Marktveränderungen flexibel reagieren zu können, kann die Anlagestrategie jährlich angepasst werden. Aktuell werden rund 50 % in Nominalwertanlagen und 50 % in Sachwertanlagen veranlagt. Im Geschäftsjahr 2022 besteht bei der STRABAG AG, Schweiz, keine Überdeckung des Planvermögens gegenüber der Pensionsverbindlichkeit (2021: Überdeckung von T€ 5.033). Die erwarteten Arbeitgebereinzahlungen (Contributions) in die Vorsorgestiftung im Folgejahr betragen T€ 3.218 (2021: T€ 3.293).# Asset-Liability-Matching-Strategie

Die Pensionszahlungen in der Schweiz erfolgen über die Vorsorgestiftungen mit den dort gewidmeten Mitteln, während die Auszahlungen in Österreich und Deutschland aus frei verfügbaren liquiden Mitteln und Wertpapieren bedient werden. Die tatsächlichen Aufwendungen aus dem Planvermögen betrugen im Geschäftsjahr T€ 11.644 (2021: Erträge in Höhe von T€ 7.634). In der Gewinn- und Verlustrechnung werden für Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen folgende Beträge erfasst:

T€ 2022 T€ 2021
Laufender Dienstzeitaufwand 10.788 9.846
Zinsaufwand 5.102 3.024
Ertrag aus Planvermögen 835 646

Die Entwicklung der Nettoverpflichtung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen stellt sich wie folgt dar:

T€ 31.12.2022 T€ 31.12.2021
Nettoverpflichtung Abfertigungsrückstellung 91.382 108.361
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung Pensionsrückstellung 488.793 566.229
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Pensionsrückstellung -155.246 -189.404
Nettoverpflichtung Pensionsrückstellung 333.547 376.825
Nettoverpflichtung gesamt 424.929 485.186

Das Fälligkeitsprofil der Leistungszahlungen aus den Nettoverpflichtungen setzt sich zum 31.12.2022 wie folgt zusammen:

T€ <1 Jahr T€ 1–5 Jahre T€ 6–10 Jahre T€ 11–20 Jahre T€ >20 Jahre
Abfertigungsrückstellungen 9.407 32.795 31.293 30.511 743
Pensionsrückstellungen 28.511 123.450 108.723 154.569 123.215

Das Fälligkeitsprofil der Leistungszahlungen aus den Nettoverpflichtungen setzte sich zum 31.12.2021 wie folgt zusammen:

T€ <1 Jahr T€ 1–5 Jahre T€ 6–10 Jahre T€ 11–20 Jahre T€ >20 Jahre
Abfertigungsrückstellungen 9.320 27.753 29.976 28.923 1.930
Pensionsrückstellungen 27.995 117.640 96.682 125.711 80.735

Die Durationen (gewichtete durchschnittliche Laufzeiten) sind in der nachstehenden Tabelle enthalten.

Jahre 31.12.2022 Jahre 31.12.2021
Abfertigungsverpflichtungen Österreich 7,65 8,66
Pensionsverpflichtungen Österreich 5,69 9,01
Pensionsverpflichtungen Deutschland 10,16 11,00
Pensionsverpflichtungen Schweiz 12,40 14,30
Pensionsverpflichtungen Niederlande 15,39 17,18

Sonstige Rückstellungen

Die baubezogenen Rückstellungen enthalten unter anderem Gewährleistungsverpflichtungen, Kosten der Auftragsabwicklung und nachträgliche Kosten abgerechneter Aufträge sowie nicht an anderer Stelle berücksichtigte drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die personalbezogenen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Tantiemen und Prämien, Jubiläumsgeldverpflichtungen, Beiträge für Berufsgenossenschaften, Kosten der Altersteilzeit sowie Aufwendungen für Personalanpassungsmaßnahmen. In den übrigen Rückstellungen sind insbesondere Rückstellungen für Schadens- und Streitfälle enthalten.

(28) FINANZVERBINDLICHKEITEN

T€ 31.12.2022 31.12.2021
Gesamt davon kurzfristig davon langfristig Gesamt davon kurzfristig
Anleihen 0 0 0 200.000 200.000
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 624.763 241.757 383.006 687.764 224.358
Leasingverbindlichkeiten 332.438 59.112 273.326 305.851 58.647
Finanzverbindlichkeiten 957.201 300.869 656.332 1.193.615 483.005

Für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T€ 7.087 (2021: T€ 33.516) sind dingliche Sicherheiten (im Wesentlichen Hypotheken) bestellt. In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Non-Recourse-Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 607.974 (davon langfristig T€ 372.859) enthalten. Im Vorjahr betrug dieser Wert T€ 652.740 (davon langfristig T€ 452.402). In den Leasingverbindlichkeiten sind die Mietkautionen in Höhe von T€ 27.861 (2021: T€ 28.552) abgesetzt.

(29) VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

T€ 31.12.2022 31.12.2021
Gesamt davon kurzfristig davon langfristig Gesamt davon kurzfristig
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.326.851 2.326.851 0 2.150.670 2.150.670
Verbindlichkeiten aus Arbeitsgemeinschaften 242.191 242.191 0 270.760 270.760
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.569.042 2.569.042 0 2.421.430 2.421.430

(30) SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

T€ 31.12.2022 31.12.2021
Gesamt davon kurzfristig davon langfristig Gesamt davon kurzfristig
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 91.884 91.884 0 110.530 110.530
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 10.839 10.839 0 15.524 15.524
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 703.392 619.574 83.818 269.699 173.911
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 806.115 722.297 83.818 395.753 299.965

In den übrigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ist eine Verbindlichkeit, aus der am 31.12.2022 bestehenden Erwerbsverpflichtung für eigene Aktien in Höhe von T€ 399.524 enthalten. Siehe dazu die Ausführungen unter dem Punkt (26) Eigenkapital.

(31) EVENTUALFORDERUNGEN

Am 29.6.2020 verkündete das Schiedsgericht in der Rechtssache STRABAG SE gegen Libyen (ICSID Fall Nr. ARB (AF)/15/1) seine Entscheidung: Demnach habe Libyen gegen das Abkommen zwischen der Republik Österreich und dem Staat Libyen über die Förderung und den Schutz von Investitionen verstoßen. Das Schiedsgericht sprach der STRABAG SE daher u. a. Schadenersatz in Höhe von € 75 Mio. zuzüglich Zinsen zu und verurteilte Libyen zur Erstattung von 75 % der Prozesskosten und Auslagen von STRABAG sowie zur Übernahme von 75 % der Kosten des Schiedsgerichtsverfahrens. STRABAG hatte 2006 ihre Tätigkeit – den Bau von Infrastruktur – in Libyen aufgenommen. Diese war 2011 durch den Konflikt im Land unterbrochen worden. In dem Schiedsverfahren forderte STRABAG Schadenersatz für die während des Konflikts erlittenen Verluste und Schäden sowie für Arbeiten, die sie an den verschiedenen Bauprojekten bereits durchgeführt hatte. Ein Antrag Libyens auf Aufhebung des Schiedsspruchs bei den zuständigen Gerichten in den USA wurde letztendlich nach mehreren Instanzen rechtskräftig abgewiesen. Es ist nach wie vor ungewiss, ob Libyen den Schiedsspruch einhalten wird. STRABAG prüft jedoch sämtliche Möglichkeiten zur Vollstreckung des Schiedsgerichtsurteils und hat dazu Anerkennungs- und Vollstreckungsverfahren eingeleitet. Diese Verfahren verlaufen sehr langsam und haben bisher noch zu keinen zusätzlichen Erkenntnissen geführt. Aufgrund der bestehenden Unsicherheiten wurde noch keine Forderung angesetzt.

(32) EVENTUALSCHULDEN

Der Konzern hat folgende Bürgschaften und Garantien übernommen:

T€ 31.12.2022 T€ 31.12.2021
Bürgschaften und Garantien mit Ausnahme von Finanzgarantien 20 174

(33) AUSSERBILANZIELLE GESCHÄFTE

In der Bauindustrie ist die Ausstellung von verschiedenen Garantien zur Absicherung der vertraglichen Verpflichtungen üblich und notwendig. Diese Garantien werden üblicherweise von Banken bzw. Kreditversicherungsunternehmen ausgestellt und umfassen im Wesentlichen Angebots-, Vertragserfüllungs-, Vorauszahlungs- und Gewährleistungsgarantien. Im Fall der Garantieziehung bestehen Regressansprüche der Banken gegenüber dem Konzern. Ein Risiko einer Garantieinanspruchnahme besteht nur dann, wenn den zugrunde liegenden vertraglichen Verpflichtungen nicht ordnungsgemäß nachgekommen wird. Verpflichtungen bzw. wahrscheinliche Risiken aus solchen Garantien sind in der Bilanz als Verbindlichkeiten oder Rückstellungen berücksichtigt. Nicht in der Bilanz bzw. den Eventualschulden enthalten sind Rückhaftungen von Vertragserfüllungsgarantien bzw. -bürgschaften zum 31.12.2022 in Höhe von € 4,1 Mrd. (2021: € 3,1 Mrd.), bei denen ein Abfluss von Ressourcen unwahrscheinlich ist. Darüber hinaus besteht branchenüblich bei Arbeitsgemeinschaften, an denen Gesellschaften des STRABAG SE-Konzerns beteiligt sind, eine gesamtschuldnerische Haftung mit den anderen Partnern.

(34) ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Darstellung der Kapitalflussrechnung erfolgt nach der indirekten Methode, und zwar getrennt nach den Zahlungsströmen resultierend aus Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungsaktivitäten. Der Finanzmittelfonds umfasst ausschließlich den Kassenbestand, Bankguthaben und Wertpapiere des Umlaufvermögens. Auswirkungen von Änderungen des Konsolidierungskreises wurden eliminiert und im Cashflow aus der Investitionstätigkeit dargestellt. Der Finanzmittelfonds setzt sich wie folgt zusammen:

T€ 31.12.2022 T€ 31.12.2021
Wertpapiere 10 2.823
Kassenbestand 1.332 1.338
Guthaben bei Kreditinstituten 2.700.507 2.959.090
Verfügungsbeschränkungen für liquide Mittel 0 0
Verpfändungen von liquiden Mitteln -150 -150
Finanzmittelfonds 2.701.699 2.963.101

Darüber hinaus bestehen bei Bauvorhaben, die über Konsortien ausgeführt werden, liquide Mittel, über die nur gemeinsam mit Partnerunternehmen verfügt werden kann.

Im Cashflow aus der Geschäftstätigkeit sind im Berichtsjahr folgende Positionen enthalten:

T€ 2022 T€ 2021
Gezahlte Zinsen 27.480 18.503
Erhaltene Zinsen 42.383 21.994
Gezahlte Steuern 227.587 359.777
Erhaltene Dividenden 105.993 91.198

In den gezahlten Steuern 2021 sind Steuernachzahlungen aus Steuerstundungen des Vorjahres enthalten.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit für das Geschäftsjahr 2022 lässt sich aus den Bilanzposten wie folgt ableiten:

T€ Anleihen T€ Bank-verbindlich-keiten T€ Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten1 T€ Leasingverbindlichkeiten T€ Gesamt
Stand am 1.1.2022 200.000 687.764 29.073 305.851 1.222.688
Aufnahme 0 34.458 0 0 34.458
Rückführung -200.000 -97.046 0 0 -297.046
Erhöhung (+)/Verminderung (-) Finanzierungen 0 0 -5.025 -62.522 -67.547
Summe Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit -200.000 -62.588 -5.025 -62.522 -330.135
Währungsdifferenzen 0 -413 -65 274 -204
Sonstige Änderungen 0 0 41.488 88.835 130.323
Summe nicht-zahlungswirksame Änderungen 0 -413 41.423 89.109 130.119
Stand am 31.12.2022 0 624.763 65.471 332.438 1.022.672

1 Der Bilanzausweis erfolgt in den kurz- und langfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten.```markdown
Die Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit können zum Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wie folgt übergeleitet werden:

T€ Mittelzuflüsse (+) Mittelabflüsse (-) Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit
-330.135
Veränderungen aus Konsolidierungskreisänderungen -151
Ausschüttungen -173.369
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -503.655

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit für das Geschäftsjahr 2021 lässt sich aus den Bilanzposten wie folgt ableiten:

T€ Anleihen Bank-verbindlich-keiten Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten¹ Leasingverbindlichkeiten Gesamt
Stand am 1.1.2021 200.000 651.741 31.014 304.265 1.187.020
Aufnahme 0 126.600 0 0 126.600
Rückführung 0 -90.577 0 0 -90.577
Erhöhung (+)/Verminderung (-) Finanzierungen 0 0 -2.072 -61.046 -63.118
Summe Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit 0 36.023 -2.072 -61.046 -27.095
Währungsdifferenzen 0 0 -25 1.251 1.226
Sonstige Änderungen 0 0 156 61.381 61.537
Summe nicht-zahlungswirksame Änderungen 0 0 131 62.632 62.763
Stand am 31.12.2021 200.000 687.764 29.073 305.851 1.222.688

¹ Der Bilanzausweis erfolgt in den kurz- und langfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten.

Die Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit können zum Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wie folgt übergeleitet werden:

T€ Mittelzuflüsse (+) Mittelabflüsse (-) Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit
-27.095
Veränderung aus dem Erwerb von nicht-beherrschenden Anteilen -2.750
Ausschüttungen -714.061
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -743.906

ERLÄUTERUNGEN ZU FINANZINSTRUMENTEN (35)

FINANZINSTRUMENTE

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen und Derivate. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig eine Rückgabeverpflichtung in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Finanzverbindlichkeiten wie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen und Leasingverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Finanzinstrumente Übersicht

Die Finanzinstrumente setzen sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

31.12.2022 31.12.2021
T€ Bewertungs-kategorie nach IFRS 9 Buchwert Fair Value
Aktiva
Beteiligungen unter 20 % (Ausweis sonstige Anteile an Unternehmen) FVPL 48.351 48.351
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 1.577.838
Konzessionsforderungen AC 532.251
Sonstige finanzielle Vermögenswerte langfristig AC 328.869
Sonstige finanzielle Vermögenswerte kurzfristig AC 253.069
Liquide Mittel AC 2.701.839
Wertpapiere FVPL 26.018 26.018
Liquide Mittel (Wertpapiere) FVPL 10 10
Derivate zu Sicherungszwecken (Ausweis Konzessionsforderungen) Derivate 377 377
Derivate zu Sicherungszwecken (Ausweis sonstige finanzielle Vermögenswerte) Derivate 50.766 50.766
Derivate sonstige (Ausweis sonstige finanzielle Vermögenswerte) FVPL 0 0
Passiva
Finanzverbindlichkeiten FLaC -957.201 -939.856
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLaC -2.569.042
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten langfristig FLaC -75.403
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten kurzfristig FLaC -711.956
Derivate zu Sicherungszwecken (Ausweis sonstige finanzielle Verbindlichkeiten) Derivate 0 0
Derivate sonstige (Ausweis sonstige finanzielle Verbindlichkeiten) FVPL -18.756 -18.756
Nach Bewertungskategorien (IFRS 9) AC 5.393.866
FVPL 55.623 55.623
FLaC -4.313.602 -939.856
Derivate 51.143 51.143
Gesamt 1.187.030 -833.090

Bei Finanzinstrumenten, bei denen die Buchwerte einen angemessenen Näherungswert für die beizulegenden Zeitwerte darstellen, erfolgt keine gesonderte Angabe des Fair Value. Die liquiden Mittel, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen finanziellen Vermögenswerte haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die beizulegenden Zeitwerte von langfristigen finanziellen Vermögenswerten entsprechen, soweit keine Marktpreise verfügbar sind, den Barwerten der damit verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Marktparameter. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Laufzeiten; die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar. Die beizulegenden Zeitwerte von Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Leasingverbindlichkeiten werden, soweit keine Marktpreise verfügbar sind, als Barwerte der damit verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils gültigen Marktparameter ermittelt. Der beizulegende Zeitwert der Finanzverbindlichkeiten betrifft mit T€ 0 (2021: T€ 200.224) eine Level-1-Bewertung und mit T€ 939.856 (2021: T€ 993.659) eine Level-2-Bewertung. Von den liquiden Mitteln wurden T€ 150 (2021: T€ 150), von den Wertpapieren wurden T€ 790 (2021: T€ 843) und von den sonstigen finanziellen Vermögenswerten wurden T€ 1.974 (2021: T€ 1.844) zur Besicherung von Verbindlichkeiten verpfändet. Die Non-Recourse-Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 607.974 (2021: T€ 652.740) sind mit den Rückflüssen aus dem jeweiligen Projekt besichert. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte keine Reklassifizierung zwischen den Bewertungsklassen.

Das Nettoergebnis der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien setzt sich wie folgt zusammen:

2022 2021
T€ AC FVPL FLaC Derivate (Hedge Accounting) AC FVPL FLaC
Zinsen 39.617 0 -25.890 0 14.938 0 -21.944
Zinsen aus Konzessionsprojekten 58.099 0 -14.230 -3.140 59.880 0 -17.280
Ergebnis aus Wertpapieren und Beteiligungen 0 6.905 0 0 0 6.600 0
Forderungsverluste, Wertminderungen und Wertaufholungen von Forderungen -67.654 0 0 0 3.679 0 0
Zahlungseingänge auf ausgebuchte Forderungen sowie Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten 25 0 6.643 0 37 0 7.298
Ergebnis aus sonstigen Derivaten 0 -11.950 0 0 0 -10.663 0
Erfolgswirksames Nettoergebnis 30.087 -5.045 -33.477 -3.140 78.534 -4.063 -31.926
Direkt im Eigenkapital erfasste Wertänderungen 0 0 0 71.805 0 0 0
Nettoergebnis 30.087 -5.045 -33.477 68.665 78.534 -4.063 -31.926

Zinsen aus finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten sind mit Ausnahme der Zinsen aus Konzessionsprojekten im Zinsergebnis ausgewiesen. Konzessionsprojekte sind Teil des operativen Geschäfts, weshalb die Zinserträge aus Konzessionsprojekten in den Umsatzerlösen und die Zinsaufwendungen aus Konzessionsprojekten in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst sind. Wertminderungen, Forderungsverluste und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten und Schulden – ohne Beteiligungen unter 20 % und Wertpapiere – sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Veräußerungsgewinne und -verluste aus finanziellen Forderungen und Schulden werden auch in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten sowie Zahlungseingänge auf ausgebuchte Forderungen sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Erträge, Aufwendungen, Wertminderungen und Wertaufholungen sowie Veräußerungsergebnisse von Beteiligungen unter 20 % sind im Beteiligungsergebnis erfasst. Erträge, Aufwendungen, Wertminderungen, Wertaufholungen sowie Veräußerungsergebnisse von Wertpapieren werden im Zinsergebnis erfasst. Ergebniswirksame Veränderungen von sonstigen Derivaten werden im Zinsergebnis erfasst.

Zum beizulegenden Zeitwert angesetzte Finanzinstrumente

Die beizulegenden Zeitwerte zum 31.12.2022 für die Finanzinstrumente, die zum Fair Value in der Bilanz angesetzt sind, wurden wie folgt ermittelt:

T€ Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
Aktiva
Beteiligungen unter 20 % (Ausweis sonstige Anteile an Unternehmen) 48.351 48.351
Wertpapiere 26.018 26.018
Liquide Mittel (Wertpapiere) 10 10
Derivate zu Sicherungszwecken 51.143 51.143
Derivate sonstige 0 0 0
Gesamt 26.028 51.143 48.351 125.522
Passiva
Derivate sonstige -18.756 -18.756
Gesamt 0 -18.756 0 -18.756

Die beizulegenden Zeitwerte zum 31.12.2021 für die Finanzinstrumente, die zum Fair Value in der Bilanz angesetzt sind, wurden wie folgt ermittelt:

T€ Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
Aktiva
Beteiligungen unter 20 % (Ausweis sonstige Anteile an Unternehmen) 48.511 48.511
Wertpapiere 28.122 28.122
Liquide Mittel (Wertpapiere) 2.823 2.823
Derivate zu Sicherungszwecken -5.067 -5.067
Derivate sonstige 197 197
Gesamt 30.945 -4.870 48.511 74.586
Passiva
Derivate zu Sicherungszwecken -12.996 -12.996
Derivate sonstige -7.003 -7.003
Gesamt 0 -19.999 0 -19.999

STRABAG erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair-Value-Hierarchie zum Ende jener Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. In den Geschäftsjahren 2022 und 2021 erfolgten keine Umgliederungen zwischen den verschiedenen Ebenen (Levels) der Bemessungshierarchie.

Finanzinstrumente in Level 1

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt auf der Basis von notierten Marktpreisen in aktiven Märkten. Ein aktiver Markt liegt vor, wenn die Preise regelmäßig ermittelt und den Marktteilnehmer:innen zur Verfügung gestellt werden.
```Der notierte Marktpreis für die in Level 1 dargestellten Finanzinstrumente entspricht dem Geldkurs am Stichtag.

Finanzinstrumente in Level 2

Diese Finanzinstrumente werden nicht in einem aktiven Markt gehandelt. Sie betreffen ausschließlich Derivate zu Sicherungszwecken und sonstige Derivate. Die Ermittlung des beizulegenden Werts erfolgt mittels Bewertungsmethoden auf Grundlage beobachtbarer Marktdaten. Im Konkreten werden für die Bewertung Zins- und Währungskurven entsprechend der Laufzeit des Derivats angewandt.

Finanzinstrumente in Level 3

Diese Finanzinstrumente betreffen ausschließlich eine Vielzahl kleinerer Beteiligungen unter 20 %, die nicht auf einem aktiven Markt gehandelt werden. Die Ermittlung des Fair Value erfolgt auf Basis vereinfachter Unternehmensbewertungen.

Die Buchwerte der Beteiligungen unter 20 % entwickelten sich wie folgt:

T€ 2022 2021
Buchwert am 1.1. 48.511 41.278
Währungsdifferenzen/Umgliederungen 292 260
Konsolidierungskreisänderungen 0 0
Zugänge 3.350 7.760
Abgänge -1.207 -2.082
Abschreibung -700 -100
Veränderung Fair Value -1.895 1.395
Buchwert am 31.12. 48.351 48.511

Aufgrund der breiten Streuung der Beteiligungen ist von keinen größeren Wertschwankungen in der Zukunft auszugehen.

Die Derivate setzen sich wie folgt zusammen:

T€ 31.12.2022 31.12.2021
Aktiva Passiva Gesamt
Bank
Republik Ungarn 377 0 377
National Bank of Canada 5.253 0 5.253
SMBC Capital Markets 5.202 0 5.202
KfW IPEX-Bank 10.488 0 10.488
Norddeutsche Landesbank 9.925 0 9.925
SEB AG 9.797 0 9.797
Société Générale 10.101 0 10.101
Summe Derivate zu Sicherungszwecken 51.143 0 51.143
Bayerische Landesbank 0 -2.178 -2.178
Crédit Agricole Corp. & Investment 0 -4.985 -4.985
Raiffeisenbank International AG¹ 0 -7.388 -7.388
UniCredit Bank Austria AG 0 -4.205 -4.205
Summe sonstige Derivate 0 -18.756 -18.756
Gesamt 51.143 -18.756 32.387

¹ Im Insolvenzfall aufrechenbar

Für die sonstigen Derivate wird kein Hedge Accounting angewendet; sie sind aber Teil einer ökonomischen Sicherungsbeziehung.

Grundsätze des Risikomanagements

Der STRABAG SE-Konzern unterliegt hinsichtlich seiner finanziellen Vermögenswerte, finanziellen Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen Kredit-, Markt- und Liquiditätsrisiken. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch laufende finanzorientierte Aktivitäten zu begrenzen. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden durch den Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Die Umsetzung dieser Finanzpolitik sowie das laufende Risikomanagement obliegen dem Konzern-Treasury. Bestimmte Transaktionen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch den Vorstand, der darüber hinaus regelmäßig über den Umfang und den Betrag des aktuellen Risiko-Exposure informiert wird.

Der Konzern beurteilt Risikokonzentrationen in Bezug auf das Zinsrisiko, das Währungsrisiko sowie das Kreditrisiko als gering, da die Kund:innen in verschiedenen Ländern ansässig sind, verschiedenen Branchen angehören und auf weitgehend unabhängigen Märkten tätig sind. Die Gruppe unterliegt mit ihrer Geschäftstätigkeit branchenüblichen Marktpreisrisiken, die nicht über Derivate oder Finanzinstrumente, sondern über andere Sicherungsmaßnahmen wie insbesondere vertragliche Vereinbarungen abgesichert werden. Weiterführende Erläuterungen zum Risikomanagement und zu den Finanzinstrumenten sind im Konzernlagebericht zum 31.12.2022 enthalten.

Zinsrisiko

Die Forderungen aus Konzessionsverträgen in Höhe von T€ 532.251 (2021: T€ 578.252) und die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte von insgesamt T€ 405.653 (2021: T€ 259.971) sind großteils fix verzinst, während die Guthaben bei Kreditinstituten vor allem variabel verzinst sind. Die wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen die Non-Recourse-Finanzierungen aus Projekten in Höhe von T€ 607.974 (2021: T€ 652.740), die entweder fix verzinst sind oder durch Zinsswaps gegen Zinsänderungen abgesichert sind. Das Risiko der variabel verzinsten passivseitigen Finanzinstrumente besteht in steigenden Aufwandszinsen bzw. sinkenden Ertragszinsen, die sich aus einer nachteiligen Veränderung der Marktzinsen ergeben. Fixe Zinsverpflichtungen resultieren insbesondere aus den bisher emittierten Anleihen der STRABAG SE in Höhe von insgesamt T€ 0 (2021: T€ 200.000). Der Anstieg der Zinsen in den wesentlichen Konzernländern im Geschäftsjahr 2022 hatte aufgrund der Net-Cash-Position des Konzerns einen positiven Effekt auf das Zinsergebnis.

Der Bestand an Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nach Währungen – unter Angabe der durchschnittlichen Verzinsung zum Bilanzstichtag – stellt sich wie folgt dar:

Guthaben bei Kreditinstituten

Währung Buchwert 31.12.2022 T€ Durchschnittsverzinsung 2022 % Währung Buchwert 31.12.2021 T€ Durchschnittsverzinsung 2021 %
EUR 1.816.484 1,59 EUR 2.026.178 -0,40
PLN 209.402 5,47 PLN 187.767 0,74
HUF 139.148 15,22 HUF 197.137 0,97
CZK 249.085 4,46 CZK 179.675 0,10
GBP 90.810 0,53 GBP 95.576 0,00
CAD 22.636 2,05 CAD 40.389 1,82
Sonstige 172.942 1,46 Sonstige 232.368 0,51
Gesamt 2.700.507 2,82 Gesamt 2.959.090 -0,09

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Währung Buchwert 31.12.2022 T€ Durchschnittsverzinsung 2022 % Währung Buchwert 31.12.2021 T€ Durchschnittsverzinsung 2021 %
EUR 468.486 2,61 EUR 561.816 1,07
CAD 156.074 5,42 CAD 125.948 1,40
Sonstige 203 9,25
Gesamt 624.763 3,32 Gesamt 687.764 1,13

Wenn das Zinsniveau zum 31.12.2022 um 100 Basispunkte höher gewesen wäre, wären das Ergebnis vor Steuern um T€ 19.713 (2021: T€ 24.165) und das Eigenkapital zum 31.12.2022 um T€ 40.847 (2021: T€ 53.584) höher gewesen. Eine Verminderung um 100 Basispunkte hätte eine betragsmäßig gleiche Verminderung des Eigenkapitals und des Ergebnisses vor Steuern bedeutet. Die Berechnung erfolgte auf Basis der Endbestände der verzinslichen finanziellen Vermögenswerte und Schulden zum 31.12. Steuereffekte aus Zinssatzänderungen wurden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

Währungsänderungsrisiko

Aufgrund der dezentralen Struktur des Konzerns, die durch lokale Gesellschaften in den jeweiligen Ländern gekennzeichnet ist, ergeben sich zumeist natürlich geschlossene Währungspositionen. Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Geschäftstätigkeit stehen sich zumeist in derselben Währung gegenüber. Für Bauaufträge, bei denen keine geschlossenen Währungspositionen vorliegen (z. B. Bauaufträge, die nicht in funktionaler Währung abgeschlossen werden), werden konzerninterne Kurssicherungen vorgenommen. Im Rahmen des konzernweiten Treasury Managements werden diese Positionen dann zusammengefasst und falls erforderlich externe Kurssicherungen vorgenommen. Durch konzerninterne Finanzierungen von Gesellschaften mit unterschiedlicher funktionaler Währung ergibt sich ein ergebnisrelevantes Währungsänderungsrisiko. Zur Begrenzung dieses Risikos werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Die Marktwerte dieser Sicherungsgeschäfte in Höhe von T€ -18.756 (2021: T€ -6.806) werden erfolgswirksam im Zinsergebnis dargestellt. Der Ausweis der Sicherungsgeschäfte erfolgt unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bzw. den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Neben den Guthaben bei und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Fremdwährung (siehe Zinsrisiko), sind in den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten noch Buchwerte in Höhe von T€ 128.795 (2021: T€ 37.561) in Fremdwährung enthalten.

Entwicklung der wesentlichen Konzernwährungen:

Währung Stichtagskurs 31.12.2022: 1 € = Durchschnittskurs 2022: 1 € = Stichtagskurs 31.12.2021: 1 € = Durchschnittskurs 2021: 1 € =
HUF 400,8700 391,2708 369,1900 358,6083
CZK 24,1160 24,5624 24,8580 25,6486
PLN 4,6808 4,6799 4,5969 4,5720
CHF 0,9847 1,0041 1,0331 1,0799
CLP 916,9100 919,7438 964,4400 903,2125
USD 1,0666 1,0563 1,1326 1,1816
GBP 0,8869 0,8537 0,8403 0,8584
RON 4,9495 4,9352 4,9490 4,9251
CAD 1,4440 1,3757 1,4393 1,4804

Die folgende Tabelle stellt die hypothetische Veränderung von Ergebnis vor Steuern und Eigenkapital dar, wenn der Euro im Berichtsjahr gegenüber einer der angeführten Währungen um 10 % auf- bzw. abgewertet hätte:

Währung Aufwertung Euro um 10 % Veränderung Ergebnis vor Steuern T€ Aufwertung Euro um 10 % Veränderung Eigenkapital T€ Abwertung Euro um 10 % Veränderung Ergebnis vor Steuern T€ Abwertung Euro um 10 % Veränderung Eigenkapital T€
PLN 146 146 -178 -178
HUF 4.179 16.652 -5.108 -20.352
CHF -830 -9.139 1.014 11.169
CZK 1.147 6.601 -1.402 -8.068
GBP 13.149 13.149 -16.071 -16.071
USD -2.866 -2.866 3.503 3.503
Sonstige -24.496 -26.899 29.939 32.877

Die folgende Tabelle stellt die hypothetische Veränderung von Ergebnis vor Steuern und Eigenkapital dar, wenn der Euro im Vorjahr gegenüber einer der angeführten Währungen um 10 % auf- bzw. abgewertet hätte:

Währung Aufwertung Euro um 10 % Veränderung Ergebnis vor Steuern T€ Aufwertung Euro um 10 % Veränderung Eigenkapital T€ Abwertung Euro um 10 % Veränderung Ergebnis vor Steuern T€ Abwertung Euro um 10 % Veränderung Eigenkapital T€
PLN 1.642 3.642 -1.642 -3.642
HUF -3.044 11.854 3.044 -11.854
CHF -2.396 -10.139 2.396 10.139
CZK 1.057 14.057 -1.057 -14.057
GBP 13.687 13.687 -13.687 -13.687
USD -1.786 -1.786 1.786 1.786
Sonstige -30.313 -30.313 30.313 30.313

Die Berechnung erfolgt auf Basis der originären und derivativen Fremdwährungsbestände in nicht funktionaler Währung zum 31.12. sowie der kontrahierten Grundgeschäfte für die nächsten zwölf Monate. Steuereffekte der Währungsänderungen wurden nicht berücksichtigt.

Cashflow Hedges

Währungsänderungsrisiken im Konzern ergeben sich, wenn die Auftragswährung von der funktionalen Währung der Gesellschaft abweicht. Die geplanten Einnahmen erfolgen in Auftragswährung (z. B. Euro oder US-Dollar), während ein wesentlicher Teil der damit zusammenhängenden künftigen Ausgaben in Landeswährung erfolgt.# Finanzen

Finanzrisikomanagement

Hedging-Strategie und Finanzinstrumente

Zur Absicherung dieses Risikos werden im Konzern Devisentermingeschäfte eingesetzt. Diese Verträge werden als Absicherung von Zahlungsströmen bestimmt und als Cashflow Hedges dargestellt. Zur Absicherung von variablen Zinsverpflichtungen werden Zinsswaps insbesondere im Zusammenhang mit den Finanzierungsverpflichtungen aus Konzessionsverträgen eingesetzt. Schwankungen zukünftiger Zahlungsströme aus variablen Zinszahlungen werden damit abgesichert. Die Darstellung der Zinsswaps erfolgt als Cashflow Hedges. Der Konzern bestimmt das Bestehen einer wirtschaftlichen Beziehung zwischen einem Sicherungsinstrument und dem jeweiligen Grundgeschäft zum Zweck der Beurteilung der Wirksamkeit der Absicherung auf Grundlage der Referenzzinssätze, der Laufzeiten, der Zinsanpassungstermine und der Fälligkeit der Nominalbeträge.

Zum 31.12.2022 stellten sich die Beträge für die gesicherten Grundgeschäfte wie folgt dar:

Grundgeschäft Wertänderungen der Basis für die Effektivitätsmessung Betrag Hedging-Rücklage
Zinsen AKA Zinsänderungsrisiko -6.344 262
Zinsen PANSUEVIA Zinsänderungsrisiko -51.468 33.213
Zinsen Scarborough Zinsänderungsrisiko -8.697 9.916
Gesamt -66.509 43.391

Sämtliche Sicherungsgeschäfte basieren auf dem EURIBOR und sind daher von den Auswirkungen der IBOR-Reform nicht betroffen.

Zum 31.12.2021 stellten sich die Beträge für die gesicherten Grundgeschäfte wie folgt dar:

Grundgeschäft Wertänderungen der Basis für die Effektivitätsmessung Betrag Hedging-Rücklage
Zinsen AKA Zinsänderungsrisiko -4.245 -10.505
Zinsen PANSUEVIA Zinsänderungsrisiko -13.218 -20.525
Zinsen Scarborough Zinsänderungsrisiko -2.614 2.614
Gesamt -20.077 -28.416

Die Sicherungsinstrumente zum 31.12.2022 setzen sich wie folgt zusammen:

Sicherungsgeschäft Nominalbetrag Buchwert Bilanzposten, in dem das Sicherungsgeschäft ausgewiesen ist OCI-Veränderung des Werts des Sicherungsgeschäfts Recyclingbetrag aus Hedging-Rücklage GuV-Posten, in dem der Recyclingbetrag erfasst ist
Zinsänderungsrisiko
Zinsswap AKA 98.489 377 Forderungen aus Konzessionsverträgen 6.344 4.423 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Zinsswaps PANSUEVIA 237.098 40.311 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 51.467 2.269 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Zinsswaps Scarborough 215.030 10.455 Sonstige finanzielle Vermögenswerte 8.697 -1.395 Zinsaufwand
Gesamt 550.617 51.143 66.508 5.297

Mögliche Quellen für Ineffektivität im Rahmen dieser Sicherungsbeziehungen können sein:

  • Der Einfluss des Kreditrisikos der Gegenpartei sowie von STRABAG auf den beizulegenden Zeitwert der Derivate, der sich nicht in der Änderung des beizulegenden Zeitwerts der abgesicherten Zahlungsströme widerspiegelt, die auf Änderungen der Zinssätze zurückzuführen sind.
  • Unterschiede bei den Zinsanpassungsterminen zwischen den Sicherungsgeschäften und den Grundgeschäften
  • Änderungen der erwarteten Höhe der Cashflows aus dem gesicherten Grundgeschäft und aus dem Sicherungsinstrument
  • Änderungen der Referenzzinssätze aufgrund der IBOR-Reform

Im Geschäftsjahr 2022 wurden beim Zinsswap Scarborough insgesamt T€ 539 aufgrund von Ineffektivität in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten Zinsen und ähnliche Erträge erfasst (2021: T€ 0).

Die Sicherungsinstrumente zum 31.12.2021 setzten sich wie folgt zusammen:

Sicherungsgeschäft Nominalbetrag Buchwert Bilanzposten, in dem das Sicherungsgeschäft ausgewiesen ist OCI-Veränderung des Werts des Sicherungsgeschäfts Recyclingbetrag aus Hedging-Rücklage GuV-Posten, in dem der Recyclingbetrag erfasst ist
Zinsänderungsrisiko
Zinsswap AKA 161.656 -7.681 Forderungen aus Konzessionsverträgen 4.245 6.943 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Zinsswaps PANSUEVIA 244.959 -12.996 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 13.218 3.642 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Zinsswaps Scarborough 125.948 2.614 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.614 0 Zinsaufwand
Gesamt 532.563 -18.063 20.077 10.585

Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine Beträge aus Wertänderungen aufgrund von Ineffektivität in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Zum 31.12.2022 hielt der Konzern folgende Instrumente, um sich gegen Zinssatzänderungen abzusichern:

Fälligkeit 1–6 Monate Fälligkeit 6–12 Monate Fälligkeit >1 Jahr
Zinsswap
Nominalbetrag in TEUR 37.749 36.904 475.965
Durchschnittlicher fester Zinssatz (%) 2,58 2,56 1,17

Zum 31.12.2021 hielt der Konzern folgende Instrumente, um sich gegen Zinssatzänderungen abzusichern:

Fälligkeit 1–6 Monate Fälligkeit 6–12 Monate Fälligkeit >1 Jahr
Zinsswap
Nominalbetrag in TEUR 35.974 35.054 461.535
Durchschnittlicher fester Zinssatz (%) 2,60 2,58 1,39

Die Überleitung der zum 31.12.2022 ausgewiesenen Eigenkapitalkomponenten stellt sich wie folgt dar:

T€ Hedging-Rücklage
Stand am 1.1. -47.209
Veränderungen im beizulegenden Zeitwert
Zinsänderungsrisiko 66.508
Recycling
Währungsänderungsrisiko 0
Zinsänderungsrisiko 5.297
Latente Steuern
Währungsänderungsrisiko 0
Zinsänderungsrisiko -19.468
Veränderung Hedging-Rücklage aus Equity-Beteiligungen 13.132
Stand am 31.12. 18.260

Die Überleitung der zum 31.12.2021 ausgewiesenen Eigenkapitalkomponenten stellt sich wie folgt dar:

T€ Hedging-Rücklage Rücklage für Absicherungskosten
Stand am 1.1. -74.572 -75
Veränderungen im beizulegenden Zeitwert
Zinsänderungsrisiko 20.077 0
Recycling
Währungsänderungsrisiko -1.537 103
Zinsänderungsrisiko 10.585 0
Latente Steuern
Währungsänderungsrisiko 415 -28
Zinsänderungsrisiko -6.897 0
Veränderung Hedging-Rücklage aus Equity-Beteiligungen 4.720 0
Stand am 31.12. -47.209 0

Kreditrisiko

Ausfallrisiken entstehen, wenn Vertragsparteien ihren Zahlungsverpflichtungen zum Fälligkeitszeitpunkt nicht nachkommen. Ein solches Risiko besteht in Bezug auf die Bezahlung von Forderungen aus dem operativen Geschäft sowie in Bezug auf die vertraglichen Zahlungsströme aus Fremdkapitalinstrumenten der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ (AC). Zur Steuerung des Kreditrisikos aus dem operativen Geschäft hat STRABAG ein auf die Marktverhältnisse und die Kund:innen abgestimmtes Kreditrisikomanagementsystem eingerichtet. Insbesondere werden aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten Kredite an und Außenstände von privaten Auftraggeber:innen noch strenger überwacht als in der Vergangenheit.

Das maximale Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und sonstigen finanziellen Vermögenswerte entspricht den in der Bilanz ausgewiesenen Buchwerten. Das Risiko bei Forderungen gegenüber der Auftraggeberschaft kann aufgrund der breiten Streuung, laufender Bonitätsprüfungen sowie der öffentlichen Hand als wesentliche Auftraggeberin als gering eingestuft werden. Die Leistungserbringung an private Auftraggeber:innen wird großteils durch laufende Teilzahlungen gesichert. Das Ausfallrisiko bei anderen auf der Aktivseite ausgewiesenen originären Finanzinstrumenten ist ebenfalls als gering anzusehen, da die Vertragspartnerinnen bzw. -partner im Wesentlichen Finanzinstitute mit bester Bonität oder die öffentliche Hand sind bzw. eine breite Streuung vorliegt. Bei den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten werden zudem in einer Einzelfallbetrachtung laufende Bonitätsprüfungen auf Basis der zu erwartenden künftigen Cashflows durchgeführt.

Die STRABAG SE hält keinerlei nicht-finanzielle Vermögenswerte als Besicherung. Finanzielle Besicherungen spielen eine untergeordnete Rolle, da durch die große Zahl an öffentlichen Auftraggeber:innen kaum ein Zahlungsrisiko besteht.

Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie auf Vertragsvermögenswerte werden unter Anwendung des vereinfachten Ansatzes bestimmt. Die Wertberichtigungen werden dabei unter Berücksichtigung der länderspezifischen Risiken und der Bonität der Kund:innen gebildet. Für private Auftraggeber:innen werden weiterhin auch für das Geschäftsjahr 2022 aufgrund der gestiegenen wirtschaftlichen Unsicherheiten höhere Ausfallwahrscheinlichkeiten angesetzt. Zudem werden Einzelwertberichtigungen auf Basis von Einzelfallbetrachtungen von finanziellen Vermögenswerten vorgenommen, wenn der Buchwert des finanziellen Vermögenswerts höher ist als der Barwert der zukünftigen Cashflows. Als Auslöser dafür werden finanzielle Schwierigkeiten, Insolvenz der Auftraggeberschaft, Vertragsbruch sowie erheblicher Zahlungsverzug der Auftraggeberschaft herangezogen. Diese Einzelwertberichtigungen setzen sich aus zahlreichen Einzelpositionen zusammen.

Die zum 31.12.2022 ausgewiesenen Risikovorsorgen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte entwickelten sich während des Geschäftsjahrs wie folgt:

T€ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Vertragsvermögenswerte
Bruttobuchwert am 31.12.2022 1.636.841 1.365.247
Lifetime ECL Stand am 1.1. 7.144 6.633
Währungsdifferenzen/Konsolidierungskreisänderungen 21 308
Veränderung aufgrund Volumensänderung 625 277
Veränderung aufgrund Ratingänderung 943 288
Lifetime ECL Stand am 31.12. 8.733 7.506
Einzelwertberichtigungen Stand am 1.1. 56.578 0
Währungsdifferenzen/Konsolidierungskreisänderungen 450 0
Zuführung/Verwendung -6.758 0
Einzelwertberichtigungen Stand am 31.12. 50.270 0
Nettobuchwert am 31.12.2022 1.577.838 1.357.741

Daneben bestehen zum 31.12.2022 ECL-Wertminderungen in Höhe von T€ 3.144 (2021: T€ 3.449) für sonstige finanzielle Vermögenswerte, sowie Einzelwertberichtigungen in Höhe von T€ 143.857 (2021: T€ 85.957) für langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte.

Die zum 31.12.2021 ausgewiesenen Risikovorsorgen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte entwickelten sich während des Geschäftsjahrs wie folgt:

T€ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen¹ Vertragsvermögenswerte
Bruttobuchwert am 31.12.2021 1.450.537 1.354.874
Lifetime ECL Stand am 1.1. 9.513 7.568
Währungsdifferenzen/Konsolidierungskreisänderungen -38 -17
Veränderung aufgrund Volumensänderung -420 96
Veränderung aufgrund Ratingänderung -1.911 -1.014
Lifetime ECL Stand am 31.12. 7.144 6.633
Einzelwertberichtigungen Stand am 1.1.
-337 0 Zuführung/Verwendung
-21.830 0 Einzelwertberichtigungen
Stand am 31.1. 56.578 0
Nettobuchwert am 31.12.2021 1.386.815 1.348.241

1 Zur Verbesserung der Darstellung wurde bei den Wertberichtigungen eine Reklassifizierung vorgenommen und die Vorjahreswerte angepasst. Im Folgenden werden die Bruttobuchwerte der finanziellen Vermögenswerte nach Risikoklassen, für die jeweils die erwarteten Verluste über die gesamte Restlaufzeit erfasst wurden, dargestellt. Die Risikoklassen wurden nach Ausfallwahrscheinlichkeiten in Abhängigkeit von Länderrisiko und Bonität der Schuldnerinnen und Schuldner festgelegt. Unter 0,55 % wird als geringes, zwischen 0,55 % und 1,2 % als mittleres und darüber hinaus als hohes Risiko angenommen.

Die Bruttobuchwerte setzen sich für das Geschäftsjahr 2022 wie folgt zusammen:

T€ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Vertragsvermögenswerte
Geringes Risiko 758.429 740.232
Mittleres Risiko 859.105 601.472
Hohes Risiko 19.307 23.543
Bruttobuchwert am 31.12.2022 1.636.841 1.365.247

Die Bruttobuchwerte setzen sich für das Geschäftsjahr 2021 wie folgt zusammen:

T€ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen¹ Vertragsvermögenswerte
Geringes Risiko 661.806 734.751
Mittleres Risiko 755.207 604.276
Hohes Risiko 33.524 15.847
Bruttobuchwert am 31.12.2021 1.450.537 1.354.874

1 Zur Verbesserung der Darstellung wurde bei den Bruttobuchwerten eine Reklassifizierung vorgenommen und die Vorjahreswerte angepasst.

Liquiditätsrisiko

Liquidität bedeutet für den STRABAG SE-Konzern nicht nur die Zahlungsfähigkeit im engeren Sinn, sondern auch den notwendigen finanziellen Spielraum für das Grundgeschäft durch die Verfügbarkeit ausreichender Avallinien. Zur Sicherstellung der finanziellen Flexibilität wird eine Liquiditätsreserve in Form von Barmitteln und Kreditlinien für Bar- und Avalkredite vorgehalten. Der STRABAG SE-Konzern unterhält bilaterale Kreditlinien zu Banken und syndizierte Bar- bzw. Avalkreditlinien in Höhe von € 0,4 Mrd. (2021: € 0,4 Mrd.) bzw. € 2,0 Mrd. (2021: € 2,0 Mrd.). Die Gesamtrahmen für Bar- und Avalkredite belaufen sich auf € 8,2 Mrd. (2021: € 8,2 Mrd.). Für die syndizierte Avalkreditlinie bestehen Covenants, die zum Stichtag eingehalten werden.

Der STRABAG SE-Konzern verfügt über ausreichend Liquiditätsreserven. Trotz der unsicheren wirtschaftlichen Situation konnten keine nennenswerten Veränderungen im Zahlungsverhalten der Kund:innen festgestellt werden. Eine Erhöhung des Liquiditätsrisikos konnte im Geschäftsjahr 2022 nicht identifiziert werden. Der mittel- bis langfristige Liquiditätsbedarf wurde auch mit der Emission von Unternehmensanleihen der STRABAG SE gedeckt. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte die Tilgung der 2015 begebenen Anleihe in Höhe von € 200 Mio. Zum 31.12.2022 waren keine Anleihen der STRABAG SE am Markt.

Aus den Finanzverbindlichkeiten ergeben sich folgende Zahlungsverpflichtungen (Zinszahlungen berechnet auf Basis des Zinssatzes zum 31.12. und Tilgungen) in den Folgejahren:

Zahlungsverpflichtungen zum 31.12.2022

Die Zahlungsverpflichtungen aus Finanzverbindlichkeiten zum 31.12.2022 setzen sich wie folgt zusammen:

T€ Buchwert 31.12.2022 Cashflows 2023 Cashflows 2024–2027 Cashflows nach 2027
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 624.763 263.436 139.538 336.219
Leasingverbindlichkeiten 332.438 69.831 219.759 172.203
Finanzverbindlichkeiten 957.201 333.267 359.297 508.422

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Verbindlichkeiten ohne Derivate führen im Wesentlichen analog zur Fristigkeit zu Geldabflüssen in Höhe der Buchwerte. Die Zahlungsverpflichtungen aus Leasingverbindlichkeiten betragen für die Jahre 2024 T€ 65.120, 2025 T€ 59.774, 2026 T€ 51.012 und 2027 T€ 43.853.

Die Zahlungsverpflichtungen aus Derivaten zum 31.12.2022 setzen sich wie folgt zusammen:

T€ Buchwert 31.12.2022 Cashflows 2023 Cashflows 2024–2027 Cashflows nach 2027
Derivate zu Sicherungszwecken -51.143 0 0 0
Derivate sonstige 18.756 10.341 8.416 0
Derivate -32.387 10.341 8.416 0

Die Derivate zu Sicherungszwecke weisen zum Stichtag einen positiven Marktwert aus, weshalb sich hierfür keine Zahlungsverpflichtungen ergeben.

Zahlungsverpflichtungen zum 31.12.2021

Die Zahlungsverpflichtungen aus Finanzverbindlichkeiten zum 31.12.2021 setzen sich wie folgt zusammen:

T€ Buchwert 31.12.2021 Cashflows 2022 Cashflows 2023–2026 Cashflows nach 2026
Anleihen 200.000 203.250 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 687.764 234.136 179.202 323.574
Leasingverbindlichkeiten 305.851 74.430 217.957 175.739
Finanzverbindlichkeiten 1.193.615 511.816 397.159 499.313

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Verbindlichkeiten ohne Derivate führen im Wesentlichen analog zur Fristigkeit zu Geldabflüssen in Höhe der Buchwerte. Die Zahlungsverpflichtungen aus Leasingverbindlichkeiten betrugen für die Jahre 2023 T€ 66.005, 2024 T€ 56.433, 2025 T€ 51.914 und 2026 T€ 43.605.

Die Zahlungsverpflichtungen aus Derivaten zum 31.12.2021 setzen sich wie folgt zusammen:

T€ Buchwert 31.12.2021 Cashflows 2022 Cashflows 2023–2026 Cashflows nach 2026
Derivate zu Sicherungszwecken 18.063 8.345 6.058 3.366
Derivate sonstige 6.806 -197 7.003 0
Derivate 24.869 8.148 13.061 3.366

Finanzielle Garantien

STRABAG hat gegenüber Kreditinstituten Finanzgarantien zugunsten eigener Tochter- oder Beteiligungsunternehmen abgegeben. Auf Basis des zum 31.12.2022 aushaftenden Kreditbetrags beträgt der maximale Garantiebetrag T€ 71.343 (2021: T€ 71.036). Diese Garantien können theoretisch jederzeit in Anspruch genommen werden und zu einem kurzfristigen Liquiditätsabfluss führen.

SEGMENTBERICHT (36)

SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die Segmentberichterstattung erfolgt gemäß den Bestimmungen des IFRS 8 Betriebssegmente. IFRS 8 schreibt vor, die Segmente auf Basis des internen Reportings festzulegen sowie die Ergebnisgrößen auf Basis des internen Reportings zu berichten (Management Approach). Es erfolgt keine Angabe des Segmentvermögens, da dieses nicht Bestandteil des regelmäßigen internen Reportings ist.

Die interne Berichterstattung im STRABAG SE-Konzern basiert auf Vorstandsbereichen, die gleichzeitig die Segmente darstellen. Die Verrechnung zwischen den einzelnen Segmenten erfolgt zu fremdüblichen Preisen.

Im Segment Nord + West werden die Bauaktivitäten der Länder bzw. Regionen Deutschland, Polen, Benelux und Skandinavien sowie der Spezialtiefbau gebündelt. Das Segment Süd + Ost setzt sich aus den Bauaktivitäten in den Ländern bzw. Regionen Österreich, Schweiz, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Adria und restliches Europa sowie der Umwelttechnik zusammen. Das Segment International + Sondersparten umfasst die internationalen Bauaktivitäten, den Tunnelbau, Dienstleistungen, das Immobilien und Infrastruktur Development sowie den Baustoffbereich. Daneben bestehen Zentralbereiche und Konzernstabsbereiche, die Dienstleistungen auf den Gebieten Rechnungswesen, Konzernfinanzierung, technische Entwicklung, Digitalisierung und Innovation, Gerätemanagement, Qualitätsmanagement, Logistik, Recht, Vertragsmanagement etc. erbringen. Diese werden im Segment Sonstiges zusammengefasst.

Segmentinformationen für das Geschäftsjahr 2022

T€ Nord + West Süd + Ost International + Sondersparten Sonstiges Überleitung zum IFRS-Abschluss Konzern
Leistung¹ 8.690.688 5.461.542 3.445.119 138.122 17.735.471
Umsatzerlöse 8.032.706 5.495.535 3.479.969 17.637 17.025.847
Intersegmentäre Umsätze 101.026 149.406 436.439 1.004.606
EBIT 492.893 153.393 91.948 997 -32.834 706.397
davon Ergebnis aus Equity-Beteiligungen 37.270 14.821 8.827 -31 60.887
Zinsen und ähnliche Erträge 0 0 0 50.742 50.742
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0 0 0 -40.066 -40.066
Ergebnis vor Steuern 492.893 153.393 91.948 11.673 -32.834 717.073
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 0 0 0 770.438 770.438
Zu- und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 6.700 0 19.674 524.435 550.809
davon Wertminderungen und -aufholungen 6.700 0 0 10.149 16.849

1 Keine IFRS-Größe, daher nicht geprüft

Segmentinformationen für das Geschäftsjahr 2021

T€ Nord + West Süd + Ost International + Sondersparten Sonstiges Überleitung zum IFRS-Abschluss Konzern
Leistung¹ 7.902.463 4.930.380 3.161.458 134.618 16.128.919
Umsatzerlöse 7.317.947 4.924.600 3.039.141 16.848 15.298.536
Intersegmentäre Umsätze 160.580 76.764 320.310 935.119
EBIT 443.027 194.925 272.075 689 -14.608 896.108
davon Ergebnis aus Equity-Beteiligungen 44.555 16.777 30.790 -12 92.110
Zinsen und ähnliche Erträge 0 0 0 26.962 26.962
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0 0 0 -39.532 -39.532
Ergebnis vor Steuern 443.027 194.925 272.075 -11.881 -14.608 883.538
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 0 0 0 532.042 532.042
Zu- und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 5.667 0 19.061 524.886 549.614
davon Wertminderungen und -aufholungen 5.667 0 0 2.041 7.708

1 Keine IFRS-Größe, daher nicht geprüft

Überleitung der Segmentergebnisse auf das Ergebnis vor Steuern laut IFRS-Konzernabschluss

Die Erfassung der Erträge und Aufwendungen im internen Reporting erfolgt im Wesentlichen nach den Bestimmungen der IFRS. Eine Ausnahme bilden die Ertragsteuern einschließlich latenter Steuern, die im internen Reporting nicht berücksichtigt werden. Basis des internen Reportings bilden sämtliche Konzern- und Beteiligungsgesellschaften. Im IFRS-Konzernabschluss werden Ergebnisse von nicht vollkonsolidierten bzw. nicht at-equity einbezogenen Gesellschaften nur nach Maßgabe der Ausschüttungen, Ergebnisübernahmen bzw. Abschreibungen erfasst, weshalb das interne Reporting in Bezug auf das Beteiligungsergebnis nicht mit dem EBIT bzw. mit dem Ergebnis vor Steuern im Konzernabschluss übereinstimmt. Weitere geringfügige Unterschiede ergeben sich aus sonstigen Konsolidierungsbuchungen.# SONSTIGE ANGABEN

ANGABEN ZUR Aktionärstruktur

Das kontrollierende Kernaktionariat der STRABAG SE besteht aus der Haselsteiner-Gruppe sowie der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe und der UNIQA-Gruppe. Zwischen den Kernaktionärinnen wurde am 18.8.2022 ein Syndikatsvertrag abgeschlossen. Die Minderheitsaktionärin MKAO „Rasperia Trading Limited“ wird vom russischen Geschäftsmann Oleg Deripaska kontrolliert. Herr Deripaska wurde in die jeweiligen Sanktionslisten folgender Jurisdiktionen aufgenommen: Kanada (am 6.3.2022), Vereinigtes Königreich (am 10.3.2022), Australien (am 18.3.2022), Europäische Union (am 8.4.2022), Schweiz (am 13.4.2022) und Polen (26.4.2022). Aufgrund der EU-Sanktionen gegen Herrn Deripaska sind die Aktien der MKAO „Rasperia Trading Limited“ an der STRABAG SE und alle mit diesen Aktien verbundenen Rechte einschließlich Stimmrechte und Dividendenansprüche eingefroren. Daher endete mit Inkrafttreten der EU-Sanktionen am 8.4.2022 auch die gemeinsame Kontrolle von MKAO „Rasperia Trading Limited“, mit den österreichischen Kernaktionären über die STRABAG SE, die seit 2007 aufgrund eines Syndikatsvertrages bestand; der Syndikatsvertrag wurde von der Haselsteiner Familien-Privatstiftung am 15.3.2022 zum 31.12.2022 gekündigt. Ebenso liegt seit 8.4.2022 kein maßgeblicher Einfluss mehr vor, so dass MKAO „Rasperia Trading Limited“ kein nahestehendes Unternehmen mehr darstellt.

In der Hauptversammlung vom 24.6.2022 wurde eine Dividende in Höhe von € 2,00 je Aktie beschlossen. Da die Dividendenansprüche aus den von MKAO „Rasperia Trading Limited“ gehaltenen Aktien aufgrund der gegen Herrn Deripaska verhängten Sanktionen eingefroren sind, wurde die auf MKAO „Rasperia Trading Limited“ entfallende Dividende (abzüglich der Kapitalertragsteuer) in Höhe von T€ 41.325 nicht ausbezahlt, sondern als sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeit erfasst.

Im Geschäftsjahr 2022 bestanden wie im Vorjahr keine Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, die Herrn Deripaska zuzuordnen sind.

ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN

Am 18.8.2022 hat sich die Gesellschaft verpflichtet, die im Rahmen eines antizipatorischen Pflichtangebots von Aktionären angedienten Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des ausstehenden Grundkapitals als eigene Aktien (entspricht 10.260.000 Aktien) zurückzuerwerben. Das Rückkaufangebot wurde am 29.9.2022 veröffentlicht. Siehe dazu die Ausführungen unter Punkt (26) Eigenkapital.

Raiffeisen-Holding NÖ-Wien / UNIQA-Gruppe

Mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe und der UNIQA-Gruppe werden fremdübliche Finanzierungs- und Versicherungsgeschäfte abgewickelt. Die Forderungen aus Girokonten und Veranlagungen gegenüber der Raiffeisen-Gruppe betrugen zum 31.12.2022 T€ 522.584 (2021: T€ 650.212), die Verbindlichkeiten aus Finanzierungen und Girokonten betrugen zum 31.12.2022 T€ 4.050 (2021: T€ 25.614). Der Zinsertrag belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf T€ 5.088 (2021: T€ 1.731), der Zinsaufwand betrug T€ 470 (2021: T€ 741). Prämien für Versicherungsverträge mit der UNIQA-Gruppe wurden in Höhe von T€ 772 (2021: T€ 650) aufwandswirksam erfasst.

Haselsteiner-Gruppe

Die Haselsteiner-Gruppe hält jeweils 5,1 % an der STRABAG Real Estate GmbH, Köln, an fünf Immobiliengesellschaften des Züblin-Teilkonzerns und an der Züblin Projektentwicklung GmbH. Die aus den Immobiliengesellschaften auf die Haselsteiner-Gruppe entfallenden Ergebnisse sind im Zinsergebnis mit T€ -116 (2021: T€ -71) berücksichtigt. Mit Wirkung zum 1.1.2023 ist die Haselsteiner Familien-Privatstiftung gegen Gewährung von Abfindungen in Höhe von insgesamt T€ 2.380 aus den fünf Immobiliengesellschaften ausgetreten. Das Ergebnis des 5,1 %-Anteils an der STRABAG Real Estate GmbH und der Züblin Projektentwicklung GmbH wird im nicht-beherrschenden Gesellschaftern zustehenden Ergebnis mit T€ 959 (2021: T€ 3.291) ausgewiesen. Die Ausschüttungen aus den vorgenannten Gesellschaften betrugen im Geschäftsjahr 2022 T€ 3.174 (2021: T€ 391).

Die Geschäftsbeziehungen der STRABAG SE zu den Unternehmen der Haselsteiner-Gruppe inklusive gemeinsamer Beteiligungen betreffen im Wesentlichen Bauleistungen und stellen sich im Geschäftsjahr wie folgt dar.

T€ 2022 2021
Erbrachte Lieferungen und Leistungen 29.147 19.907
Erhaltene Lieferungen und Leistungen 4.835 4.917
Forderungen am 31.12. 30.248 21.218
Verbindlichkeiten am 31.12. 858 771

IDAG

Die IDAG Immobilienbeteiligung u. -Development GmbH wird zur Gänze von Privatstiftungen gehalten, deren Begünstigte die Haselsteiner-Gruppe und die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe sind. Der Geschäftszweck der IDAG Immobilienbeteiligung u. -Development GmbH ist die Immobilienentwicklung und die Beteiligung an Immobilienprojekten. Die IDAG Immobilienbeteiligung u. -Development GmbH ist über Tochtergesellschaften Eigentümerin der Konzernzentrale von STRABAG in Wien sowie des Bürostandorts von STRABAG in Graz. Die Bürohäuser werden vom STRABAG SE-Konzern zu fremdüblichen Konditionen angemietet. Die Mietaufwendungen aus diesen beiden Gebäuden betrugen im Geschäftsjahr 2022 T€ 8.998 (2021: T€ 8.559). Es handelt sich dabei um Leasingverhältnisse, die gemäß IFRS 16 als Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen bzw. Leasingverbindlichkeiten darzustellen sind. Im Konzernabschluss zum 31.12.2022 waren ein Nutzungsrecht im Wert von T€ 55.329 (2021: T€ 59.326) sowie Leasingverbindlichkeiten in Höhe von T€ 29.514 (2021: T€ 32.487) ausgewiesen. In den Leasingverbindlichkeiten sind die Mietkautionen in Höhe von T€ 27.861 (2021: T€ 28.552) abgesetzt.

Weiters wurden vom IDAG-Konzern sonstige Leistungen in Höhe von T€ 180 (2021: T€ 123) bezogen. Zudem wurden im Geschäftsjahr 2022 Umsätze mit dem IDAG-Konzern in Höhe von T€ 846 (2021: T€ 784) getätigt. Im Geschäftsjahr 2022 wurde eine Ausschüttung aus einer Beteiligung des IDAG-Konzerns, an der der STRABAG SE-Konzern einen Minderheitsanteil hält, in Höhe von T€ 694 (2021: T€ 0) als Erträge aus Beteiligungen erfasst.

Equity-Beteiligungen

In der Lafarge Cement CE Holding GmbH sind die Zementaktivitäten von Lafarge, einem marktführenden Unternehmen in der Baustoffherstellung, und STRABAG in den zentraleuropäischen Ländern gebündelt. Die gemeinsamen Aktivitäten zielen auf einen angemessenen Versorgungsgrad mit Zement in den Kernländern des Konzerns ab. STRABAG hat 2022 von Lafarge Zementleistungen im Wert von T€ 36.333 (2021: T€ 28.634) bezogen. Zum Stichtag bestehen Verbindlichkeiten gegenüber der Lafarge Cement CE Holding GmbH-Gruppe in Höhe von T€ 1.123 (2021: T€ 437).

Die Geschäftsbeziehungen zu den sonstigen Equity-Unternehmen stellen sich wie folgt dar:

T€ 2022 2021
Erbrachte Lieferungen und Leistungen 119.612 96.989
Erhaltene Lieferungen und Leistungen 65.674 58.046
Forderungen am 31.12. 45.902 28.327
Verbindlichkeiten am 31.12. 15.414 13.679
Finanzierungsforderungen am 31.12. 110.819 114.212

Hinsichtlich Arbeitsgemeinschaften wird auf Punkt (17) Angaben zu Arbeitsgemeinschaften verwiesen.

Management

Für Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter der ersten Führungsebene (Management in Schlüsselpositionen), deren Familienangehörige sowie Unternehmen, die vom Management in Schlüsselpositionen beherrscht bzw. maßgeblich beeinflusst werden, wurden im Geschäftsjahr Leistungen in Höhe von T€ 860 (2021: T€ 261) erbracht bzw. von diesen Leistungen in Höhe von T€ 28 (2021: T€ 50) bezogen. Zu den Bilanzstichtagen bestanden aus diesen Geschäftsbeziehungen Forderungen in Höhe von T€ 291 (2021: T€ 836) bzw. Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 0 (2021: T€ 0).

Die Gesamtbezüge einschließlich allfälliger Abfertigungs- und Pensionszahlungen sowie sonstiger langfristiger Verpflichtungen für Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter der ersten Führungsebene betrugen im Geschäftsjahr T€ 23.657 (2021: T€ 22.163). Davon entfielen auf laufende Bezüge T€ 23.399 (2021: T€ 21.932) sowie auf Abfertigungs- und Pensionsaufwendungen T€ 258 (2021: T€ 231).

ANGABEN ÜBER ORGANE

Vorstand

Klemens H a s e l s t e i n e r, BBA, BF (Vorsitzender seit 1.1.2023)
Dr. Thomas B i r t e l (Vorsitzender bis 31.12.2022)
Mag. Christian H a r d e r
Dipl.-Ing. (FH) Jörg R ö s l e r (seit 1.1.2023)
Dipl.-Ing. Siegfried W a n k e r
Dipl.-Ing. (FH) Alfred W a t z l
Dipl.-Ing. Dr. Peter K r a m m e r (bis 12.6.2022)

Aufsichtsrat

Dr. Alfred G u s e n b a u e r (Vorsitzender)
Mag. Erwin H a m e s e d e r (Stellvertreter des Vorsitzenden)
Dr. Andreas B r a n d s t e t t e r
Mag. Kerstin G e l b m a n n
Mag. Gabriele S c h a l l e g g e r (seit 24.6.2022)
Thomas B u l l (bis 5.5.2022)
Dr. Hermann M e l n i k o v (bis 13.4.2022)
Dipl.-Ing. Andreas B a t k e (Betriebsratsmitglied)
Magdolna P. G y u l a i n é (Betriebsratsmitglied bis 5.5.2022 und seit 24.6.2022)
Georg H i n t e r s c h u s t e r (Betriebsratsmitglied)
Wolfgang K r e i s (Betriebsratsmitglied)
Miroslav C e r v e n y (Betriebsratsmitglied bis 5.5.2022)

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands betragen im Geschäftsjahr T€ 9.815 (2021: T€ 9.815). Der Abfertigungsaufwand betraf mit T€ 111 (2021: T€ 96) die Mitglieder des Vorstands. Ein Mitglied des Vorstands bezog im Geschäftsjahr aus seiner früheren Tätigkeit bei einer Konzerngesellschaft von dieser eine Pensionsleistung in Höhe von T€ 80 (2021: T€ 76). Pensionsleistungen an andere Vorstandsmitglieder erfolgen nicht.

Die Aufsichtsratsvergütungen betragen im Geschäftsjahr 2022 T€ 244 (2021: T€ 270). Den Mitgliedern des Vorstands sowie des Aufsichtsrats der STRABAG SE wurden keine Vorschüsse und Kredite gewährt.# (40) AUFWENDUNGEN FÜR ABSCHLUSSPRÜFER

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für die Abschlussprüferin KPMG Austria GmbH betragen in Summe T€ 1.684 (2021: T€ 1.465), von denen T€ 1.506 (2021: T€ 1.375) auf die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Abschlüsse einzelner verbundener Unternehmen) und T€ 178 (2021: T€ 90) auf sonstige Leistungen entfielen.

(41) WESENTLICHE EREIGNISSE NACH ENDE DES GESCHÄFTSJAHRS

Wesentliche Ereignisse nach dem Stichtag des Konzernabschlusses sind nicht eingetreten.

(42) GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG

Der Vorstand schlägt vor, eine Dividende in Höhe von € 2,00 je Aktie für das Geschäftsjahr 2022 auszuschütten.

(43) ZEITPUNKT DER GENEHMIGUNG ZUR VERÖFFENTLICHUNG

In Österreich wird bei Aktiengesellschaften der vom Vorstand aufgestellte Konzernjahresabschluss vom Aufsichtsrat festgestellt. Die Sitzung des Aufsichtsrats der STRABAG SE zur Feststellung des Konzernjahresabschlusses zum 31.12.2022 wird am 26.4.2023 stattfinden.

Villach, am 6.4.2023

Der Vorstand
Klemens Haselsteiner, BBA, BF e.h.
Vorsitzender des Vorstands
Verantwortung Zentrale Konzernstabsbereiche und Zentralbereiche BMTI, CML, TPA, STRABAG Innovation & Digitalisation und Zentrale Technik, Abwicklung Russland

Mag. Christian Harder e.h.
Finanzvorstand
Verantwortung Zentralbereich BRVZ

Dipl.-Ing. (FH) Jörg Rösler e.h.
Verantwortung Segment Nord + West

Dipl.-Ing. Siegfried Wanker e.h.
Verantwortung Segment International + Sondersparten

Dipl.-Ing. (FH) Alfred Watzl e.h.
Verantwortung Segment Süd + Ost

Konzern- und Beteiligungsgesellschaften zum 31.12.2022

1 Für diese Gesellschaften wurde § 264 (3 dHGB bzw. § 264b dHGB in Anspruch genommen.
2 Die Darstellung der Anteile erfolgt nach wirtschaftlicher Betrachtungsweise, die rein zivilrechtlichen Anteile weichen von dieser Darstellung ab.

Verbundene Unternehmen konsolidiert Gesellschaft Sitz Direkter Anteil %
"A-WAY Infrastrukturprojektentwicklungs- und -betriebs GmbH" Spittal an der Drau 100,00
"Crnagoraput" AD, Podgorica Podgorica 95,32
"SBS Strabag Bau Holding Service GmbH" Spittal an der Drau 100,00
"STRABAG REAL ESTATE" EOOD Sofia 100,00
"Strabag" d.o.o. Podgorica Podgorica 100,00
"Wiener Heim" Wohnbaugesellschaft m.b.H. Wien 100,00
ABR Abfall Behandlung und Recycling GmbH Schwadorf 100,00
AKA Zrt. Budapest 100,00
Alpines Hartschotterwerk GmbH Leinfelden-Echterdingen 100,00
1 AMFI HOLDING Kft. Budapest 100,00
ANTREPRIZA DE REPARATII SI LUCRARI A R L CLUJ SA Cluj-Napoca 98,59
ASIA Center Kft. Budapest 100,00
Asphalt & Beton GmbH Spittal an der Drau 100,00
AUSTRIA ASPHALT GmbH & Co OG Spittal an der Drau 100,00
Bau Holding Beteiligungs GmbH Spittal an der Drau 100,00
Baumann & Burmeister GmbH Halle/Saale 100,00
1 BHG Bitumenhandelsgesellschaft mbH Hamburg 100,00
1 BHG CZ s.r.o. Ceske Budejovice 100,00
BHG Sp. z o.o. Pruszkow 100,00
BHK KRAKÓW JOINT VENTURE Sp. z o.o. Warschau 100,00
Bitumen Handelsgesellschaft m.b.H. & Co KG St. Pölten 100,00
BITUNOVA Baustofftechnik Gesellschaft m.b.H. Spittal an der Drau 100,00
BITUNOVA GmbH Düsseldorf 100,00
1 Bitunova Kft. Budapest 100,00
BITUNOVA Romania SRL Bukarest 100,00
BITUNOVA Sp. z o.o. Warschau 100,00
BITUNOVA spol. s r.o. Jihlava 100,00
BITUNOVA spol. s r.o. Zvolen 100,00
Blees-Kölling-Bau GmbH Köln 100,00
1 Blutenburg Projekt GmbH Köln 100,00
1 Böhm Stadtbaumeister & Gebäudetechnik GmbH Wien 100,00
BONDENO INVESTMENTS LTD Limassol 100,00
BrennerRast GmbH Wien 100,00
CENTRUM BUCHAREST DEVELOPMENT SRL Bukarest 100,00
CML Construction Services GmbH Köln 100,00
DC1 Immo GmbH Wien 100,00
Deutsche Asphalt GmbH Köln 100,00
1 Diabaswerk Saalfelden Gesellschaft m.b.H. Saalfelden 100,00
DISTRICT DEVELOPMENT SRL Bukarest 100,00
DYWIDAG International GmbH Köln 100,00
1 Dywidag Saudi Arabia Co. Ltd. Jubail 100,00
DYWIDAG-Holding GmbH Köln 100,00
1 Ed. Züblin AG Stuttgart 100,00
1 EFKON GmbH Raaba 100,00
EFKON INDIA Pvt. Ltd. Mumbai 100,00
Eraproject GmbH Köln 100,00
1 Erdberger Mais GmbH & Co KG Wien 100,00
ERRICHTUNGSGESELLSCHAFT STRABAG SLOVENSKO s.r.o. Bratislava-Ruzinov 100,00
EVOLUTION TWO Sp. z o.o. Warschau 100,00
EXP HOLDING Kft. Budapest 100,00
2 F 101 Projekt GmbH & Co. KG Köln 100,00
Verbundene Unternehmen konsolidiert Gesellschaft Sitz Direkter Anteil %
F. Kirchhoff GmbH Leinfelden-Echterdingen 100,00
1 F. Lang u. K. Menhofer Baugesellschaft m.b.H. & Co. KG Wiener Neustadt 100,00
F.K. SYSTEMBAU GmbH Münsingen 100,00
1 Fahrleitungsbau GmbH Essen 100,00
1 First-Immo Hungary Kft. Budapest 100,00
FRISCHBETON s.r.o. Prag 100,00
Frissbeton Kft. Budapest 100,00
Gaul GmbH Sprendlingen 100,00
GBS Gesellschaft für Bau und Sanierung mbH Leuna 100,00
Generál Mély- és Magasépitö Zrt. Budapest 100,00
Goldeck Bergbahnen GmbH Spittal an der Drau 100,00
Hexagon Projekt GmbH & Co. KG Köln 100,00
1 HUMMEL Komplementär GmbH Frickenhausen 100,00
1 HUMMEL Systemhaus GmbH & Co. KG Frickenhausen 100,00
I.C.S. "STRABAG" S.R.L. Chisinau 100,00
Ilbau GmbH Deutschland Berlin 100,00
Ilbau Liegenschaftsverwaltung GmbH Spittal an der Drau 100,00
Innsbrucker Nordkettenbahnen Betriebs GmbH Innsbruck 51,00
KAB Straßensanierung GmbH & Co KG Spittal an der Drau 50,60
KAMENOLOMY CR s.r.o. Ostrava 100,00
Kanzelsteinbruch Gratkorn GmbH Gratkorn 100,00
KMG - KLIPLEV MOTORWAY GROUP A/S Aarhus 100,00
KÖKA Kft. Budapest 100,00
Krems Sunside Living Projektentwicklung GmbH Wien 100,00
KSR - Kamenolomy SR, s.r.o. Zvolen 100,00
Kuhwald 55 Projekt GmbH & Co. KG Köln 100,00
1 Leystraße 122-126 Komplementär GmbH Wien 100,00
Leystraße 122-126 Projektentwicklung GmbH & Co KG Wien 100,00
LIMET Beteiligungs GmbH Köln 100,00
1 LIMET Beteiligungs GmbH & Co. Objekt Köln KG Köln 94,00
M5 Beteiligungs GmbH Wien 100,00
M5 Holding GmbH Wien 100,00
MAV Kelheim GmbH Kelheim 100,00
2 MAV Krefeld GmbH Krefeld 50,00
MAV Lünen GmbH Lünen 100,00
Meischlgasse 28-32 Komplementär GmbH Wien 100,00
Meischlgasse 28-32 Projektentwicklung GmbH & Co KG Wien 100,00
Metallica Stahl- und Fassadentechnik GmbH Stuttgart 100,00
1 Metallica Stahl- und Fassadentechnik GmbH Wien 100,00
Mineral Abbau GmbH Spittal an der Drau 100,00
Mineral Baustoff GmbH Köln 100,00
1 MINERAL IGM d.o.o. Zapuzane 100,00
Mineral Polska Sp. z o.o. Czarny Bor 100,00
MINERAL ROM SRL Brasov 100,00
Mischek Bauträger Service GmbH Wien 100,00
Mischek Systembau GmbH Wien 100,00
Mitterhofer Projekt GmbH & Co. KG Köln 100,00
1 MOBIL Baustoffe GmbH München 100,00
1 MOBIL Baustoffe GmbH Spittal an der Drau 100,00
N.V. STRABAG Belgium S.A. Antwerpen 100,00
Na Belidle s.r.o. Prag 100,00
NE Sander Immobilien GmbH Sande 100,00
1 Nimab Entreprenad AB Sjöbo 100,00
Nottendorfer Gasse 13 Kom GmbH Wien 100,00
OAT - Bohr- und Fugentechnik Gesellschaft m.b.H. Spittal an der Drau 51,00
1 Für diese Gesellschaften wurde § 264 (3 dHGB bzw. § 264b dHGB in Anspruch genommen.
2 Die Stimmrechte laut Gesellschaftsvertrag betragen 50 % plus 1 Stimme.
Verbundene Unternehmen konsolidiert Gesellschaft Sitz Direkter Anteil %
Osttiroler Asphalt Hoch- und Tiefbauunternehmung GmbH Lavant i. Osttirol 80,00
PANSUEVIA GmbH & Co. KG Jettingen-Scheppach 100,00
1 POLSKI ASFALT Sp. z o.o. Krakow 100,00
POMGRAD INZENJERING d.o.o. Split 100,00
Pyhrn Concession Holding GmbH Köln 100,00
1 Q4a Immobilien GmbH Graz 60,00
Ranita OOO Moskau 100,00
Raststation A 3 GmbH Wien 100,00
RBS Rohrbau-Schweißtechnik Gesellschaft m.b.H. Marchtrenk 100,00
RE Beteiligungsholding GmbH Wien 100,00
RE Wohnraum GmbH Wien 100,00
RE Wohnungseigentumserrichtungs GmbH Wien 100,00
REPASS-SANIERUNGSTECHNIK GMBH Korrosionsschutz und Betoninstandsetzung Munderkingen 100,00
1 Rezidence Herálecká s.r.o. Prag 100,00
RM Asphalt GmbH & Co. KG Sprendlingen 80,00
1 ROBA Transportbeton GmbH Berlin 100,00
1 SAT s.r.o. Prag 100,00
SAT Sp. z o.o. Olawa 100,00
SAT Straßensanierung GmbH Köln 100,00
1 SF Bau vier GmbH Wien 100,00
SF-Ausbau GmbH Freiberg 100,00
1 SILO DREI Beteiligungsverwaltungs GmbH & Co KG Wien 100,00
SILO DREI next LBG 57 Liegenschaftsverwertung GmbH & Co KG Wien 51,00
SRE Lux Projekt SQM 27E Belvaux 100,00
SRE Real Estate Luxembourg S.à r.l. Belvaux 100,00
STR Holding Generál Kft. Budapest 100,00
STR Holding MML Kft. Budapest 100,00
STR Mély- és Magasépítö Kft Budapest 100,00
STRABAG a.s. Prag 100,00
STRABAG AB Stockholm 100,00
STRABAG AG Köln 100,00
1 STRABAG AG Spittal an der Drau 100,00
STRABAG AG Schlieren 100,00
STRABAG Aircraft Services GmbH Stuttgart 100,00
1 STRABAG Általános Építö Kft. Budapest 100,00
STRABAG AO Moskau 100,00
STRABAG Asfalt s.r.o. Sobeslav 100,00
STRABAG Aszfalt Kft. Budapest 100,00
STRABAG B.V. Herten 100,00
STRABAG Bau GmbH Wien 100,00
STRABAG Beteiligungen GmbH Spittal an der Drau 100,00
STRABAG BMTI GmbH Erstfeld 100,00
STRABAG BMTI GmbH Wien 100,00
STRABAG BMTI GmbH & Co. KG Köln 100,00
1 STRABAG BMTI Kft. Budapest 100,00
STRABAG BMTI s.r.o. Brno 100,00
STRABAG BMTI Sp. z o.o. Pruszkow 100,00
STRABAG BRVZ AB Kumla 100,00
STRABAG BRVZ AG Erstfeld 100,00
STRABAG BRVZ d.o.o. Ljubljana 100,00
STRABAG BRVZ d.o.o. Zagreb 100,00
STRABAG BRVZ GmbH Spittal an der Drau 100,00
STRABAG BRVZ GmbH & Co. KG Köln 100,00
1 STRABAG BRVZ Kft. Budapest 100,00
STRABAG BRVZ OOO Moskau 100,00
1 Für diese Gesellschaften wurde § 264 (3 dHGB bzw. § 264b dHGB in Anspruch genommen.
Verbundene Unternehmen konsolidiert Gesellschaft Sitz Direkter Anteil %
STRABAG BRVZ s.r.o. Bratislava 100,00
STRABAG BRVZ s.r.o. Prag 100,00
STRABAG BRVZ Sp. z o.o. Pruszkow 100,00
STRABAG Building and Industrial Services GmbH Stuttgart 100,00
1 STRABAG d.o.o. Novi Beograd 100,00
STRABAG d.o.o. Zagreb 100,00
STRABAG d.o.o. Sarajevo Sarajevo 100,00
STRABAG Development Belgium NV Antwerpen 100,00
STRABAG Dubai LLC Dubai 100,00
STRABAG EAD Sofia 100,00
STRABAG Épitö Kft. Budapest 100,00
STRABAG Épitöipari Zrt. Budapest 100,00
STRABAG Facility Management GmbH Berlin 100,00
1 STRABAG Generálépitö Kft. Budapest 100,00
STRABAG GmbH Bad Hersfeld 100,00
1 STRABAG gradbene storitve d.o.o. Ljubljana 100,00
STRABAG Großprojekte GmbH München 100,00
1 STRABAG Holding GmbH Wien 100,00
STRABAG INC. Verbundene Unternehmen konsolidiert
Für diese Gesellschaften wurde § 264 (3 dHGB bzw. § 264b dHGB in Anspruch genommen.
Gesellschaft Sitz Direkter Anteil %
STRABAG SRL Bukarest 100,00
STRABAG Sverige AB Stockholm 100,00
STRABAG System Dienstleistungen GmbH Fürstenfeldbruck 100,00
STRABAG UK LIMITED London 100,00
STRABAG Umwelttechnik GmbH Düsseldorf 100,00
STRABAG Vasútépítö Kft. Budapest 100,00
STRABAG Wasserbau GmbH Hamburg 100,00
STRABAG-EDILMAC Desarrollos Verticales SpA Santiago de Chile 80,00
STRABAG-MML Kft. Budapest 100,00
TECH GATE VIENNA Wissenschafts- und Technologiepark GmbH Wien 100,00
Torkret GmbH Stuttgart 100,00
TPA CR, s.r.o. Ceske Budejovice 100,00
TPA Gesellschaft für Qualitätssicherung und Innovation GmbH Trumau 100,00
TPA GmbH Köln 100,00
TPA HU Kft. Budapest 100,00
TPA odrzavanje kvaliteta i inovacija d.o.o. Zagreb 100,00
TPA Sp. z o.o. Pruszkow 100,00
TPA Spolocnost pre zabezpecenie kvality a inovacie s.r.o. Bratislava 100,00
TPA za obezbedenje kvaliteta i inovacije d.o.o. Beograd Novi Beograd 100,00
Trema Engineering 2 sh p.k. Tirana 100,00
Treuhandbeteiligung H 100,00
Turm am Mailänder Platz GmbH & Co. KG Stuttgart 100,00
Wohnquartier Reininghausstraße GmbH Graz 60,00
Wolfer & Goebel Bau GmbH Stuttgart 100,00
Z. Brückenbau Immobiliengesellschaft mbH & Co. KG Köln 94,90
Z. Holzbau Immobiliengesellschaft mbH & Co. KG Köln 94,90
Z. Immobiliengesellschaft mbH & Co. KG Köln 94,90
Z. Sander Immobiliengesellschaft mbH & Co. KG Köln 94,90
Z. Stahlbau Immobiliengesellschaft mbH & Co. KG Köln 94,90
ZDE Sechste Vermögensverwaltung GmbH Köln 100,00
Züblin A/S Aarhus 100,00
Züblin Chimney and Refractory GmbH Köln 100,00
Zublin Construction L.L.C. Abu Dhabi 100,00
ZÜBLIN Haustechnik Mainz GmbH Mainz 100,00
Züblin Hoch- und Brückenbau GmbH Bad Hersfeld 100,00
Züblin Holding GesmbH Wien 100,00
Züblin International GmbH Köln 100,00
Züblin International GmbH Chile SpA Santiago de Chile 100,00
Züblin Kft. Budapest 100,00
Züblin Nederland B.V. Breda 100,00
ZUBLIN PRECAST INDUSTRIES SDN. BHD. Johor 100,00
Züblin Projektentwicklung GmbH Stuttgart 94,88
ZUBLIN ROMANIA SRL Bukarest 100,00
Züblin Scandinavia AB Stockholm 100,00
Züblin Spezialtiefbau Ges.m.b.H. Wien 100,00
Züblin Spezialtiefbau GmbH Stuttgart 100,00
Züblin Stahlbau GmbH Hosena 100,00
ZÜBLIN Timber Gaildorf GmbH Gaildorf 100,00
ZÜBLIN Timber GmbH Aichach 100,00
Züblin Umwelttechnik GmbH Stuttgart 100,00

Equity-Beteiligungen assoziiert
Es liegen vom Kapitalanteil abweichende vertragliche Bestimmungen über die gemeinschaftliche Führung vor.

Gesellschaft Sitz Direkter Anteil %
A-Lanes A15 Holding B.V. Nieuwegein 24,00
Bayerische Asphaltmischwerke GmbH & Co. Kommanditgesellschaft für Straßenbaustoffe Hofolding 48,33
Bodensee - Moränekies Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. Kommanditgesellschaft Tettnang 33,33
DESARROLLO VIAL AL MAR S.A.S. Medellín 37,50
Lafarge Cement CE Holding GmbH Wien 30,00
MAK Mecsek Autopalya Koncesszios Zrt. Budapest 50,00
Natursteinwerke im Nordschwarzwald NSN GmbH & Co. KG Mühlacker 25,00
SOCIETATEA COMPANIILOR HOTELIERE GRAND SRL Bukarest 35,32
Züblin International Qatar LLC Doha 49,00

Equity-Beteiligungen Gemeinschaftsunternehmen

Gesellschaft Sitz Direkter Anteil %
A 49 Autobahngesellschaft mbH & Co. KG Schwalmstadt 50,00
A2 ROUTE Sp. z o.o. Pruszkow 50,00
AMB Asphaltmischwerke Bodensee GmbH & Co. KG Singen (Hohentwiel) 50,00
Autocesta Zagreb-Macelj d.o.o. Zagreb 50,00
FLARE Living GmbH & Co. KG Köln 50,00
Kieswerke Schray GmbH & Co. KG Steißlingen 50,00
Messe City Köln GmbH & Co. KG Hamburg 50,00
NWM Nordwestdeutsche Mischwerke GmbH & Co. KG Großenkneten 50,00
PANSUEVIA Service GmbH & Co. KG Jettingen-Scheppach 50,00
SeniVita Social Estate AG Bayreuth 50,00
Silenos Energy Geothermie Garching a.d. Alz GmbH & Co. KG Garching a.d.Alz 50,00
SRE-ECE-JV Generalübernehmer GmbH & Co. KG Oststeinbek 50,00
Thüringer Straßenwartungs- und Instandhaltungsgesellschaft mbH & Co. KG Apfelstädt 50,00

Verbundene Unternehmen nicht konsolidiert

Gesellschaft Sitz Direkter Anteil %
"DOMIZIL" Bauträger GmbH Wien 100,00
"Granite Mining Industries" Sp. z o.o. Breslau 100,00
"Mineral 2000" EOOD Sofia 100,00
"RE PROJECT DEVELOPMENT" Sp. z o.o. Warschau 100,00
"Strabag Azerbaijan" L.L.C. Baku 100,00
"VITOSHA VIEW" EOOD Sofia 100,00
A 1 Autobahn Verwaltungsgesellschaft mbH Bad Hersfeld 100,00
A 1 Autobahngesellschaft mbH & Co. KG Bad Hersfeld 100,00
A.S.T. Bauschuttverwertung GmbH Klagenfurt 66,67
A.S.T. Bauschuttverwertung GmbH & Co KG Klagenfurt 66,67
ADOMUS Facility-Management GmbH Frankfurt am Main 100,00
Al-Hani General Construction Inc. Tripolis 60,00
AMH Asphaltmischwerk Hellweg GmbH i.L. Erwitte 50,50
A-Modell Ulm-Augsburg Verwaltungsgesellschaft mbH Jettingen-Scheppach 100,00
AMW Westsachsen Verwaltung GmbH Köln 100,00
Arriba GmbH Stuttgart 100,00
Asfalt Slaski Wprinz Sp.z o.o. Warschau 100,00
Aspern Manufactory Projektenticklung GmbH Wien 100,00
Aspern Manufactory Projektentwicklung Gmbh & Co KG Wien 100,00
Asphaltmischwerk Rieder Vomperbach GmbH Zirl 60,00
Asphaltmischwerk Rieder Vomperbach GmbH & Co KG Zirl 60,00
Asphaltmischwerk Roppen GmbH Roppen 70,00
Asphaltmischwerk Roppen GmbH & Co KG Roppen 70,00
Asphaltmischwerk Westsachsen GmbH & Co. KG Oberwiera 100,00
Asphaltmischwerk Zeltweg Gesellschaft m.b.H. Steyr 100,00
AUSTRIA ASPHALT GmbH Spittal an der Drau 100,00
A-WAY Zrt. Újhartyán 100,00
AWB Asphaltmischwerk Büttelborn GmbH & Co. KG Büttelborn 100,00
AWB Asphaltmischwerk Büttelborn Verwaltungs-GmbH Büttelborn 100,00
B+R Köln GmbH Köln 100,00
Baugesellschaft "Negrelli" Ges.m.b.H. Wien 100,00
BBS Baustoffbetriebe Sachsen GmbH Hartmannsdorf 100,00
Beijing Züblin Equipment Production Co., Ltd. Beijing 100,00
Beton AG Bürglen Bürglen (Thurgau) 65,60
BHG Bitumen Adria d.o.o. Zagreb 100,00
BHG Bitumen Kft. Budapest 100,00
BHG COMERCIALIZARE BITUM SRL Bukarest 100,00
BHG SK s.r.o. Bratislava 100,00
Bitumen Handelsgesellschaft m.b.H. Wien 100,00
BLUMENFELD Liegenschaftsverwaltungs GmbH Wien 100,00
BrennerWasser GmbH Wien 100,00
BSB Betonexpress Verwaltungsges.mbH Berlin 100,00
Bug-AluTechnic GmbH Wien 100,00
BVHS Betrieb und Verwaltung von Hotel- und Sportanlagen GmbH Berlin 100,00
Campus Eggenberg Immobilienprojekt GmbH Graz 60,00
Center Systems Deutschland GmbH Berlin 100,00
CML CHILE SPA Vitacura 100,00
CML CONSTRUCTION SERVICE S.R.L. Bologna 100,00
CML Construction Services Antwerpen 100,00
CML Construction Services A/S Trige 100,00
CML Construction Services AB Stockholm 100,00
CML CONSTRUCTION SERVICES d.o.o. Zagreb 100,00
CML Construction Services d.o.o. Beograd Belgrad 100,00
CML Construction Services EOOD Sofia 100,00
CML Construction Services GmbH Wien 100,00
CML Construction Services GmbH Schlieren 100,00
CML CONSTRUCTION SERVICES LIMITED London 100,00
CML CONSTRUCTION SERVICES s. r. o. Bratislava 100,00
CML CONSTRUCTION SERVICES s.r.o. Prag 100,00
CML CONSTRUCTION SERVICES Sp. z o.o. Pruszkow 100,00
CML Construction Services Zrt. Budapest 100,00
CML OOO Moskau 100,00
Coldmix B.V. Roermond 100,00
Constrovia Construcao Civil e Obras Publicas Lda. Lissabon 95,00
Die Haustechniker Technisches Büro GmbH Jennersdorf 100,00
DRP, d.o.o. Ljubljana 100,00
DYWIDAG ROMANIA SRL Bukarest 100,00
DYWIDAG Schlüsselfertig und Ingenieurbau GmbH München 100,00
E.S.T.M. KFT Budapest 100,00
EBERHARDT Baugesellschaft mbH Deutschland Berlin 100,00
Eckstein Holding GmbH Spittal an der Drau 100,00
ECS European Construction Services GmbH i.L. Mörfelden-Walldorf 100,00
EFKON ASIA SDN. BHD. Kuala Lumpur 100,00
EFKON Belgium BV Antwerpen 100,00
EFKON IRELAND LIMITED Dublin 100,00
EFKON USA, INC. Dallas 100,00
Eichholz Eivel GmbH Berlin 100,00
Erlaaer Straße Liegenschaftsverwertungs-GmbH Wien 100,00
Erste Nordsee-Offshore-Holding GmbH Wien 51,00
Erste STRABAG Vorrats GmbH Hamburg 100,00
Eslarngasse 16 GmbH in Liqu. Wien 100,00
EUROTEC ANGOLA, LDA Luanda 99,00
EVOLUTION GAMMA Sp. z o.o. Warschau 100,00
EVOLUTION ONE Sp. z o.o. Warschau 100,00
:--- :--- :---
Lubojenka 51,00 Wohnbauträgergesellschaft Objekt "Freising - Westlich der Jagdstraße" mbH Köln
Wohnen am Krautgarten Bauträger GmbH Wien 100,00
Wollhaus HN GmbH & Co. KG Köln 100,00
WSK PULS GmbH Erfurt 100,00
Z.P.C. Deutschland GmbH Stuttgart 100,00
Z.P.C. Lda Amadora 100,00
Z-Bau GmbH i.L. Magdeburg 100,00
Z-Bau Immobilien Verwaltungs GmbH Köln 100,00
ZDE Siebte Vermögensverwaltung GmbH Köln 100,00
Z-Design EOOD Sofia 100,00
Züblin (Thailand) Co. Ltd. i.L. Bangkok 100,00
Züblin Australia Pty Ltd Perth 100,00
Züblin Bulgaria EOOD Sofia 100,00
Zublin Corporation Wilmington 100,00
Züblin Egypt LLC Cairo 100,00
Züblin Engineering Consulting (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,00
Züblin Ground and Civil Engineering LLC Dubai 100,00
Züblin Holding (Thailand) Co. Ltd. Bangkok 79,35
Züblin Hrvatska d.o.o. u likvidaciji Zagreb 100,00
Züblin Inc. Saint John/NewBrunswick 100,00
Züblin International Malaysia Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,00
Zublin Saudi Arabia LLC Riyadh 100,00
Zweite Nordsee-Offshore-Holding GmbH Wien 51,00

Sonstige Beteiligungen nicht konsolidiert

Gesellschaft Sitz Direkter Anteil %
"kabelwerk" bauträger gmbh Wien 25,00
A 1 Lohne-Bramsche GmbH & Co. KG Neuenkirchen-Vörden 50,00
ABO Asphalt-Bau Oeynhausen GmbH. Oeynhausen 22,50
AGS Asphaltgesellschaft Stuttgart GmbH & Co.Kommanditgesellschaft Stuttgart 40,00
AGS Asphaltgesellschaft Stuttgart Verwaltungs-GmbH Stuttgart 40,00
AL SRAIYA - STRABAG Road & Infrastructure WLL Doha 49,00
A-Lanes Management Services B.V. Utrecht 25,00
AMB Asphalt-Mischanlagen Betriebsgesellschaft m.b.H. Zistersdorf 40,00
AMB Asphalt-Mischanlagen Betriebsgesellschaft m.b.H.& Co.KG Zistersdorf 40,00
AMG - Asphaltmischwerk Gunskirchen Gesellschaft m.b.H. Linz 33,33
AMG-Asphaltmischwerk Gunskirchen Gesellschaft m.b.H. & Co.KG Linz 33,33
AMH Asphaltmischwerk Hauneck GmbH & Co. KG Hauneck 50,00
AMH Asphaltmischwerk Hauneck Verwaltungs GmbH Hauneck 50,00
AMS-Asphaltmischwerk Süd Gesellschaft m.b.H. Linz 35,00
AMSS Asphaltmischwerke Sächsische Schweiz GmbH & Co. KG Dresden 24,00
AMSS Asphaltmischwerke Sächsische Schweiz Verwaltungs GmbH Dresden 24,00
Anton Beirer Hartsteinwerke GmbH & Co KG Pinswang 50,00
ASAMER Baustoff Holding Wien GmbH Wien 30,93
ASAMER Baustoff Holding Wien GmbH & Co.KG Wien 30,93
ASB Transportbeton GmbH & CO.KG Osterweddingen 50,00
ASF Frästechnik GmbH Kematen 40,00
ASF Frästechnik GmbH & Co KG Kematen 40,00
ASG INVEST N.V. Genk 25,00
Asphaltmischwerk Betriebsgesellschaft m.b.H. Rauchenwarth 20,00
Asphaltmischwerk Betriebsgesellschaft m.b.H. & Co KG Rauchenwarth 20,00
Asphaltmischwerk Greinsfurth GmbH Amstetten 33,33
Asphaltmischwerk Greinsfurth GmbH & Co OG Amstetten 33,33
Asphaltmischwerk Kundl GmbH Kundl 50,00
Asphaltmischwerk Kundl GmbH & Co KG Kundl 50,00
Asphaltmischwerke Bodensee Verwaltungs-GmbH Singen (Hohentwiel) 50,00
ASTRA - BAU Gesellschaft m.b.H. Nfg. OG Bergheim 50,00
AUT Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH Stuttgart 40,00
A-WAY LAGAN INFRASTRUCTURE SERVICES LIMITED Ballyoran, Castlelyons, Co. Cork 50,00
AWM Asphaltwerk Mötschendorf Gesellschaft m.b.H. Graz 50,00
AWM Asphaltwerk Mötschendorf GmbH & Co.KG Graz 50,00
BASALT-KÖZÉPKÖ Kft Uzsa 25,14
Bayerische Asphaltmischwerke Gesellschaft mit beschränkter Haftung Hofolding 48,29
BBO Bauschuttaufbereitung Verwaltungsgesellschaft mbH Steißlingen 33,33
BBO Bodensee/Hegau Bauschuttaufbereitung GmbH & Co. KG Steißlingen 22,22
BBO Bodenseekreis Bauschuttaufbereitung GmbH & Co. KG Steißlingen 25,00
Beton Pisek spol. s.r.o. Pisek 50,00
Betun Cadi SA Trun 35,00
BLU Beteiligungs-GmbH Karlsruhe 50,00
BLU GmbH & Co. KG Karlsruhe 50,00
Brnenska obalovna, s.r.o. Brno 50,00
CAPE 10 Errichtung & Betrieb GmbH Wien 26,00
CSE Centrum-Stadtentwicklung GmbH i.L. Köln 50,00
DAM Deutzer Asphaltmischwerke GmbH & Co. KG Köln 40,44
DAM Deutzer Asphaltmischwerke Verwaltungs-GmbH Köln 40,44
DC Waterline GmbH Wien 50,00
Deponie Westküste GmbH & Co. KG Nindorf 50,00
Deponie Westküste Verwaltungs-GmbH Nindorf 50,00
Diabaswerk Nesselgrund GmbH & Co KG Floh-Seligenthal 20,00
Diabaswerk Nesselgrund Verwaltungs-GmbH Floh-Seligenthal 20,00
DIRECTROUTE (FERMOY) CONSTRUCTION LIMITED Dublin 25,00
DIRECTROUTE (LIMERICK) CONSTRUCTION LIMITED Fermoy 40,00
DIRECTROUTE (TUAM) CONSTRUCTION LIMITED Dublin 25,00
Donau City Residential GmbH Wien 50,00
Eisen Blasy Reutte GmbH Pflach 50,00
Entwicklung Quartier am Mailänder Platz Beteiligungsgesellschaft mbH Hamburg 50,00
Entwicklung Quartier am Mailänder Platz Management GmbH Hamburg 50,00
EPM PSO GMBH & CO KG Wien 20,00
FLARE Grundstück Verwaltungs GmbH Berlin 50,00
Franck4tel Komplementär Acht GmbH Wien 50,00
Franck4tel Komplementär Drei GmbH Wien 50,00
Franck4tel Komplementär Eins GmbH Wien 50,00
Franck4tel Komplementär Fünf GmbH Wien 50,00
Franck4tel Komplementär Sechs GmbH Wien 50,00
Franck4tel Komplementär Sieben GmbH Wien 50,00
Franck4tel Komplementär Vier GmbH Wien 50,00
Franck4tel Komplementär Zwei GmbH Wien 50,00
Franck4tel Projektabwicklung GmbH & Co KG Wien 50,00
Franck4tel Projektentwicklung Drei GmbH & Co KG Wien 50,00
Franck4tel Projektentwicklung Eins GmbH & Co KG Wien 50,00
Franck4tel Projektentwicklung Fünf GmbH & Co KG Wien 50,00
Franck4tel Projektentwicklung Sechs GmbH & Co KG Wien 50,00
Franck4tel Projektentwicklung Sieben GmbH & Co KG Wien 50,00
Franck4tel Projektentwicklung Vier GmbH & Co KG Wien 50,00
Franck4tel Projektentwicklung Zwei GmbH & Co KG Wien 50,00
GDK Flight Management GmbH Wien 20,00
Geothermie Gräfelfing GmbH & Co. KG Gräfelfing 49,00
Geothermie Gräfelfing Verwaltungs GmbH Gräfelfing 49,00
GFR remex Baustoffaufbereitung Verwaltungs-GmbH Krefeld i.L. Krefeld 50,00
Grandemar SA Cluj-Napoca 41,27
GUS Gußasphaltwerk GmbH & Co KG Stuttgart 50,00
GUS Gußasphaltwerk Verwaltungs GmbH Stuttgart 50,00
H S Hartsteinwerke GmbH Pinswang 50,00
Heideasphalt GmbH & Co. KG Wittingen 50,00
HK-Rohstoff & Umwelttechnik GmbH & Co. KG Hildesheim 50,00
Immorent Oktatási Kft. Budapest 20,00
Industrial Engineering and Contracting Co. S.A.R.L. (INDECO) i.L. Beirut 50,00
IQ Office Beteiligungsgesellschaft mbH Hamburg 49,00
IQ Office GmbH & Co. KG Hamburg 49,00
IQ Residential Beteiligungsgesellschaft mbH Hamburg 49,00
IQ Residential GmbH & Co. KG Hamburg 49,00
IQ Tower Beteiligungsgesellschaft mbH Hamburg 49,00
IQ Tower GmbH & Co. KG Hamburg 49,00
JCO s.r.o. Plana 50,00
KAB Kärntner Abfallbewirtschaftung GmbH Klagenfurt 36,25
Kies- und Betonwerk AG Sedrun 35,00
Kiesabbau Gämmerler-Hütwohl GmbH & Co. Aug Kommanditgesellschaft Königsdorf 50,00
Kiesabbau Gämmerler-Hütwohl GmbH & Co. Grube Grafing KG Königsdorf 50,00
Kiesabbau Gämmerler-Hütwohl GmbH&Co. Grube Leitzinger Au KG Königsdorf 50,00
Kiesabbau Gämmerler-Hütwohl Verwaltungs- GmbH Königsdorf 50,00
Kiesgesellschaft Karsee Beteiligungs-GmbH Immenstaad am Bodensee 50,00
Kiesgesellschaft Karsee GmbH & Co. KG Immenstaad am Bodensee 50,00
Kieswerk Rheinbach Gesellschaft mit beschränkter Haftung Köln 50,00
Kieswerk Rheinbach GmbH & Co. KG Rheinbach 50,00
Kieswerke Schray Verwaltungs GmbH Steißlingen 50,00
Klinik für Psychosomatik und psychiatrische Rehabilitation GmbH Spittal an der Drau 30,00
KSH Kalkstein Heiterwang GmbH Pinswang 30,00
KSH Kalkstein Heiterwang GmbH & Co KG Pinswang 30,00
Liberecka Obalovna s.r.o. Liberec 50,00
Lieferasphalt Gesellschaft m.b.H. Wien 50,00
Lieferasphalt Gesellschaft m.b.H.& Co.OG, Zirl Wien 50,00
Linzer Schlackenaufbereitungs- und vertriebsgesellschaft m.b.H. Linz 33,33
LISAG Linzer Splitt- und Asphaltwerk GmbH. Linz 50,00
LISAG Linzer Splitt- und Asphaltwerk GmbH. & CO KG Linz 50,00
Main-Aurach-Autobahngesellschaft mbH & Co. KG Berlin 50,00
Mecsek Autopalya-üzemeltetö Zrt. Budapest 25,00
Messe City Köln Beteiligungsgesellschaft mbH Hamburg 50,00
MIGU-Asphalt-Baugesellschaft m.b.H. Lustenau 50,00
Milet Ditzingen Beteiligungsgesellschaft mbH Heidelberg 49,00
MLT Maschinen Logistik Technik GmbH & Co. KG Nesse-Apfelstädt 50,00
MLT Verwaltungs GmbH Nesse-Apfelstädt 50,00
MSO Mischanlagen GmbH Ilz 33,33
Natursteinwerke im Nordschwarzwald NSN Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung Mühlacker 25,00
Oder Havel Mischwerke GmbH & Co. KG i.L. Berlin 33,33
ODRA-ASFALT Sp. z o.o. Szeczecin 33,33
Ontwikkelingscombinatie Maasmechelen N.V. Antwerpen 50,00
PAM Pongauer Asphaltmischanlagen GmbH St. Johann im Pongau 50,00
PAM Pongauer Asphaltmischanlagen GmbH & Co KG St. Johann im Pongau 50,00
Philman Holdings Co. Philippinen 20,00
PPP Campus AM + SEEA GmbH St. Pölten 50,00
PPP Campus AM + SEEA GmbH & Co KG St. Pölten 50,00
PPP Campus RAP + LGG GmbH St. Pölten 45,00
PPP Campus RAP + LGG GmbH & Co KG St. Pölten 45,00
Prottelith Produktionsgesellschaft mbH Liebenfels 24,00
QMP Generalübernehmer GmbH & Co. KG Oststeinbek 50,00
REMEX Coesfeld Gesellschaft für Baustoffaufbereitung mbH Dülmen-Buldern 50,00
RFM Asphaltmischwerk GmbH & Co KG Traiskirchen 46,00
RFM Asphaltmischwerk GmbH. Traiskirchen 46,00
Rieder Asphaltgesellschaft m.b.H. Ried im Zillertal 50,00
Rieder Asphaltgesellschaft m.b.H. & Co. KG. Ried im Zillertal 50,00
ROBA-Neuland Beton GmbH & Co. KG Hamburg 50,00
Rohstoff & Umwelttechnik Verwaltungs GmbH Hildesheim 50,00
RSV Rheinische Schlacke Verwertungs GmbH Leverkusen 50,00
Salzburger Lieferasphalt GmbH & Co OG Sulzau 20,00
SAT Spezialbau GmbH Köln 50,00
Satellic NV Groot-Bijgaarden 24,00
SAV Südniedersächsische Aufbereitung und Verwertung Verwaltungs GmbH Hildesheim 50,00
Schlackenkontor Bremen GmbH Bremen 33,35
SG Kies GmbH Wien 50,00
SG Kies GmbH & Co KG Wien 50,00
SHKK-Rehabilitations GmbH Baden 50,00
SHUSHICA HYDROPOWER sh p.k. Tirana 33,00
SIFEE TERRA HEAT SRL Selimbar 25,00
Sindelfinger Asphalt-Mischwerke GmbH i.L. Sindelfingen 22,22
SMB Construction International GmbH Sengenthal 50,00
Spolecne obalovny, s r.o.
Gesellschaft Sitz Direkter Anteil %
--- --- ---
STRABAG ARCHIRODON LTD. Port Louis 50,00
STRABAG Gorzów Wielkopolski Sp. z o.o. Gorzów Wielkopolski 49,00
Strabag Oktatási PPP Kft. Budapest 30,00
Strabag Qatar W.L.L. Doha 49,00
Straktor Bau Aktien Gesellschaft Kifisia 50,00
Syrena Immobilien Holding Aktiengesellschaft Spittal an der Drau 50,00
TBG Ceske Budejovice spol. s.r.o. Budweis 50,00
TDE Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH Espenhain 50,00
Tierra Chuquicamata SpA Santiago de Chile 50,00
TORONTO TUNNEL PARTNERS 401 RER INC. London Ontario 50,00
Triplus Beton GmbH Zell am See 50,00
Triplus Beton GmbH & Co KG Zell am See 50,00
TSI VERWALTUNGS GMBH Apfelstädt 50,00
VCO - Vychodoceska obalovna, s r.o Hradec Kralove 33,33
Vereinigte Asphaltmischwerke Gesellschaft m.b.H. Spittal an der Drau 50,00
Vereinigte Asphaltmischwerke Gesellschaft m.b.H. & Co KG Spittal an der Drau 50,00
Verwaltung MesseCity Köln Generalübernehmer GmbH i.L. Oststeinbek 50,00
Verwaltung QMP Generalübernehmer GmbH Oststeinbek 50,00
Verwaltungsgesellschaft ROBA-Neuland Beton m.b.H. Hamburg 50,00
VIANOVA - Bitumenemulsionen GmbH Fürnitz 24,90
VIANOVA SLOVENIJA d.o.o. Logatec 50,00
VKG-Valentiner Kieswerk Gesellschaft m.b.H. Linz 50,00
Walter Group International Philippines, Inc. Philippinen 26,00
WMW Weinviertler Mischwerk Gesellschaft m.b.H. Zistersdorf 33,33
WMW Weinviertler Mischwerk Gesellschaft m.b.H. & Co KG Zistersdorf 33,33
Wohnbau Tafelgelände Beteiligungs-GmbH München 25,00
Wohnbau Tafelgelände GmbH & Co. KG München 25,00
Z.I.P.O.S. d.o.o. Antunovac 50,00

KONZERNLAGEBERICHT

Wichtige Ereignisse

FEBRUAR

STRABAG baut um € 85 Mio. polnische Schnellstraße S19 weiter aus
Die polnische STRABAG-Tochter erhielt einen weiteren Großauftrag zum Ausbau der Schnellstraße S19 in Polen. Das Projekt umfasst eine ca. 7,5 km lange neue Trasse sowie den Fahrbahnausbau der Umgehungs- straße von Międzyrzec Podlaski über eine Strecke von 6,2 km im Rahmen der zweiten Bauphase. Der Auftrag wird innerhalb von 42 Monaten als Design&Build-Projekt realisiert.

MÄRZ

Kernaktionärin Haselsteiner Familien-Privatstiftung kündigt Syndikatsvertrag
STRABAG wurde am 15.3.2022 von ihrer Kernaktionärin, der Haselsteiner Familien-Privatstiftung, darüber informiert, dass diese den Syndikatsvertrag, der mit der UNIQA- und der Raiffeisen-Gruppe sowie mit MKAO „Rasperia Trading Limited“ bestand, zum 31.12.2022 gekündigt hat, nachdem alle Bemühungen, den russischen Anteil an sich zu ziehen, gescheitert waren. Der Syndikatsvertrag war seit 2007 in Kraft und sah neben der Nominierung von Aufsichtsratsmitgliedern auch die Koordination von Abstimmungsergebnissen in der Hauptversammlung vor.

STRABAG setzt ÖGNI-zertifiziertes Projekt Grünblick in Wien um
STRABAG wird als Generalunternehmen für Value One das Wohnbauprojekt Grünblick im Wiener Stadtentwicklungsprojekt Viertel Zwei im Auftragsvolumen von € 110 Mio. umsetzen. Das Projekt Grünblick wurde von der Österreichischen Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) bereits mit dem Nachhaltigkeitszertifikat in Gold ausgezeichnet. Am Grünen Prater entstehen auf 27 Stockwerken 340 hochwertig ausgestattete Eigentumswohnungen mit Wohnflächen zwischen 44 und 134 m2. Ebenso im Auftrag enthalten ist die Errichtung eines Kindergartens. Gewerbeflächen im Erdgeschoß und unterirdische Parkebenen mit rd. 220 Stellplätzen ergänzen das Ensemble. Im Sommer 2025 soll der Wohnbau schlüsselfertig an Value One übergeben werden.

APRIL

Sanktionierung von Oleg Deripaska
Nach Kanada, dem Vereinigten Königreich und Australien hat am 8.4.2022 die Europäische Union Oleg Deripaska, der die STRABAG SE-Aktionärin MKAO „Rasperia Trading Limited“ kontrolliert, auf die Sanktionsliste gesetzt. Damit ist auch MKAO „Rasperia Trading Limited“ von den EU-Sanktionen betroffen. STRABAG ist hingegen kein sanktioniertes Unternehmen, da die STRABAG SE nicht von MKAO „Rasperia Trading Limited“ (oder indirekt von Oleg Deripaska) im Sinne dieser Sanktionsregelungen kontrolliert wird.

MAI

Errichtung der Firmenzentrale der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte
Die STRABAG-Tochter ZÜBLIN wurde mit dem Bau der Firmenzentrale der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte in Ingolstadt beauftragt. Das Gebäude wird in energieeffizienter Bauweise mit Technologien wie Betonkerntemperierung und Photovoltaik-Anlage realisiert. Eine Zertifizierung mit dem Nachhaltig- keitssiegel der DGNB in Gold ist vorgesehen. Die Zusammenarbeit zwischen der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte und ZÜBLIN beruht auf dem Partnering-Modell TEAMCONCEPT®, das auf die frühzeitige Einbindung des Baupartners in die Planung und eine partnerschaftliche Abwicklung von Bauvorhaben setzt. Die Bauarbeiten sollen Ende 2024 abgeschlossen sein. Die STRABAG Real Estate (SRE) ist ebenfalls am Projekt „DonauTower“ beteiligt: 2019 hatte das Finanzunternehmen die SRE als Service Developer u. a. damit beauftragt, das Baugelände in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan baureif zu machen.

Klemens Haselsteiner wird neuer CEO
STRABAG wird ab 1.1.2023 von einem neuen CEO geführt: Klemens Haselsteiner folgt Thomas Birtel, der aufgrund des Erreichens der festgelegten Altersgrenze nach zehn Jahren als Vorsitzender des Vorstands ausscheidet. Haselsteiner ist seit 2020 im Konzernvorstand, wo er das neue Ressort Digitalisierung, Unternehmensentwicklung und Innovation aufgebaut und etabliert hat. Als Chief Digital Officer lag sein Augenmerk neben Pilotprojekten vor allem auf der Definition und Implementierung einer konzernweiten Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsstrategie

JUNI

STRABAG-Tochter ZÜBLIN erhält in Chile Aufträge im Wert von rd. € 283 Mio.
Mit zwei neuen Verträgen für Tunnelarbeiten in den Minen Candelaria Norte und El Teniente wird das erfolgreiche Bergbaugeschäft des STRABAG-Konzerns in Chile weiter vorangetrieben. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rd. € 283 Mio. Über die Tochterfirma ZÜBLIN ist das Unternehmen seit 16 Jahren mit der Erschließung der Kupfererzmine in der Region Atacama, die 650 km nördlich der Hauptstadt Santiago liegt, beauftragt. In dieser Periode wurden insgesamt 140 km an Stollen gebaut. In der kommenden, drei Jahre dauernden Vertragsperiode für die Auftraggeberin Lundin Mining sollen weitere 40 km an Stollen errichtet werden. Der Vertrag umfasst darüber hinaus die Verladung und den Transport von mehr als drei Mio. t Gestein. In der Kupfermine El Teniente ist ZÜBLIN bereits seit 1992 für die Auftraggeberin National Copper Corporation (CODELCO) tätig. Der neue, über zwei Jahre laufende Vertrag beinhaltet u. a. die Erschließung eines Tunnelsystems mit 13,4 km Länge auf unterschiedlichen Ebenen sowie 1.503 m vertikale Schächte und weitere Infrastrukturarbeiten. Derzeit werden sieben Großprojekte in Chile abgewickelt. Dazu zählen u. a. Mining-Projekte in Chuquicamata, Candelaria und El Teniente sowie die Errichtung von 140 Fundamenten für den größten Windpark Südamerikas mit einer Leistung von 778 MW. Der Windpark soll nach seiner Fertigstellung den Energiebedarf von rd. 700.000 Haushalten decken.

JULI

Bundeswettbewerbsbehörde beantragt Überprüfung der kartellrechtlichen Entscheidung
Am 21.10.2021 war auf Beschluss des OLG Wien als Kartellgericht ein gegen die STRABAG AG und F. Lang u. K. Menhofer Baugesellschaft m.b.H & Co. KG anhängiges Kartellverfahren rechtskräftig entschieden und für die beiden Konzerngesellschaften ein Bußgeld in Höhe von € 45,37 Mio. verhängt worden. Nunmehr beantragte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) die Überprüfung dieser Entscheidung. Das Kartellgericht hat diesen Abänderungsantrag zurückgewiesen. Dagegen haben die BWB und der Bundeskartellanwalt Rekurs erhoben. Die Entscheidung durch den Obersten Gerichtshof (OGH) ist ausstehend.

Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Zagreb und Rijeka um € 228 Mio.
STRABAG hat in Kroatien Ende Juli 2022 einen Vertrag über die Modernisierung einer 44 km langen Bahnstrecke zwischen Zagreb und der Hafenstadt Rijeka unterzeichnet. Der Auftrag umfasst unter anderem die Rekonstruktion des bestehenden Gleises, den Bau eines neuen Gleises sowie den Umbau von mehreren Bahnhöfen und Haltestellen. Der Auftragswert liegt bei umgerechnet € 228 Mio. und wird maßgeblich aus dem EU-Kohäsionsfond mitfinanziert.

AUGUST

Kernaktionäre der STRABAG SE vereinbaren neues Syndikat
Die Kernaktionäre Haselsteiner Familien-Privatstiftung, die UNIQA- und die Raiffeisen-Gruppe haben am 18.8.2022 einen neuen Syndikatsvertrag abgeschlossen. Der Vorstand der STRABAG SE begrüßt die Fort- führung der Kernaktionärsgruppe, die die erfolgreiche strategische Ausrichtung und das Wachstum der STRABAG-Gruppe unterstützt.

Österreichische Kernaktionäre erstatten Pflichtangebot, das in Folge des Asset Freeze von MKAO „Rasperia Trading Limited“ erforderlich wurde
Mit dem von der EU verordneten Asset Freeze wurde MKAO „Rasperia Trading Limited“ die Ausübung aller mit ihren STRABAG SE-Aktien verbundenen Rechte untersagt. Dies hatte gemäß Übernahmegesetz folgende Auswirkungen: Die verbleibenden Kernaktionäre – Haselsteiner Familien-Privatstiftung, UNIQA- und Raiffeisen-Gruppe – erlangten passiv die Kontrolle über die STRABAG SE. Die löste von Gesetzes wegen eine Stimmrechtsbeschränkung der österreichischen Kernaktionäre auf zusammen 26 % aus, obwohl sie effektiv 57,8 % halten. Um diese gesetzliche Stimmrechtsbeschränkung aufzuheben, war die Erstattung eines antizipatorischen Pflichtangebots durch die Haselsteiner Familien-Privatstiftung sowie die UNIQA- und Raiffeisen-Gruppe erforderlich. Gemäß Übernahmegesetz entfällt die Stimmrechtsbeschränkung nach Abwicklung des Angebots.# SEPTEMBER

STRABAG richtet mit neuem Auftritt Blick auf Fortschritt und Nachhaltigkeit

STRABAG stellt sich den drängenden Zukunftsthemen der Baubranche und hat sich selbst verpflichtet, bis 2040 entlang der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral zu werden. Insgesamt arbeitet STRABAG heute bereits konzernweit an 250 Innovations- und 400 Nachhaltigkeitsprojekten. Alle Informationen zum Thema fasst ein „Work On Progress Hub“ im Internet unter work-on-progress.strabag.com zusammen. Dort finden sich Details zu den Themenfeldern Digitalisierung und Innovation, Reduktion von CO2-Emissionen sowie Material und Kreislaufwirtschaft. Zudem bietet die Online-Plattform weiterführende Infos zu konkreten Leuchtturm- und Pilotprojekten, die STRABAG in diesen Themenbereichen umsetzt: ob Gebäude, deren Wände STRABAG direkt vor Ort in 3D druckt, Asphalt, der recycelt wird, Transportbänder, die sich selbst mit Strom versorgen, oder ein alter Ölhafen, den STRABAG saniert und zu einem Zentrum für Urban Mining aufbaut.

OKTOBER

Ausbau Bahnhof Berlin-Köpenick für den Regionalverkehr

Im Auftrag der DB Netz AG macht STRABAG Rail den Bahnhof Köpenick im Südosten von Berlin fit für den Regionalverkehr. Der neue Bahnhof ist ein wesentlicher Bestandteil des Berliner Verkehrskonzepts und Teil des Großprojekts „Ausbau der West-Ost-Magistrale von Berlin zur polnischen Grenze bei Frankfurt an der Oder“. Im Team mit der STRABAG AG, der STRABAG Fahrleitungen GmbH und der ZÜBLIN Stahlbau GmbH führt die federführende STRABAG Rail GmbH die umfassenden Modernisierungsmaßnahmen durch. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rd. € 154 Mio. Ab 2027 soll die Bahnstrecke bei Geschwindigkeiten bis 160 km/h kürzere Fahrtzeiten zwischen den Städten Magdeburg, Potsdam, Berlin und Frankfurt an der Oder ermöglichen.

Ausbau der rumänischen Autobahn A3 um € 85 Mio.

Die rumänische STRABAG-Tochter erhielt einen weiteren Großauftrag. Gemeinsam mit dem Konsortialpartner GEIGER wird STRABAG um € 85 Mio. (STRABAG-Anteil: 60 %) einen 15,7 km langen Abschnitt der Auto- bahn A3 zwischen Câmpia Turzii und Cheţani errichten. Nach dem Baustart im Jahr 2022 wird die Bauzeit rd. 18 Monate betragen.

NOVEMBER

STRABAG Umwelttechnik legt mit Pilotprojekt in Bremen die Basis für das kreislaufgerechte Bauen der Zukunft

Startschuss für ein wegweisendes Leuchtturmprojekt in der Nachhaltigkeitsstrategie der STRABAG-Gruppe: Mit einem symbolischen Spatenstich wurde im November der Beginn der Sanierungs- und Bauarbeiten für das Circular Construction & Technology Center (C3) am früheren Bremer Ölhafen markiert. Als Pilotprojekt soll das Kompetenzzentrum für Urban Mining und Bauschuttaufbereitung die Basis legen für das ressourcenschonende und CO2-sparende Bauen der Zukunft. Die hier entwickelten und gewonnenen Recycling-Baustoffe sollen künftig maßgeblich dazu beitragen, geschlossene Materialkreisläufe in der Bauwirtschaft der Region Bremen zu etablieren. Zunächst aber wird die STRABAG Umwelttechnik GmbH im ersten Schritt das massiv mit Mineralöl verunreinigte Gelände des einstigen Raffinerie-Tanklagers in den kommenden zwei Jahren umfassend und nachhaltig sanieren. Die Visualisierung des C3 in Bremen schrittweise Errichtung der Gebäude und Anlagentechnik beginnt 2024; noch im gleichen Jahr sollen die Anlagen zum Bauschuttrecycling auch in Betrieb gehen.

DEZEMBER

STRABAG erweitert Facility Services-Geschäft durch Zukauf der Bockholdt GmbH & Co. KG

Durch die Übernahme des norddeutschen Reinigungsdienstleisters Bockholdt GmbH & Co. KG wächst die STRABAG Property and Facility Services Gruppe (STRABAG PFS) im Segment der Infrastrukturellen Facility Management-Leistungen. Mit der Akquisition stärkt STRABAG PFS deutlich ihr Eigenleistungsvolumen und ihre Präsenz im Norden Deutschlands. Das Lübecker Familienunternehmen Bockholdt wurde 1959 gegründet und ist spezialisiert auf die Reinigung von Gebäuden, Industrieanlagen und Kliniken. Mit rund 3.600 Mitarbeitenden, einer unternehmenseigenen Schulungsakademie und 13 Standorten ist Bockholdt einer der größten Arbeitgeber Norddeutschlands.

LÄNDERRISIKO STREUEN

STRABAG sieht sich als europäischer Technologiekonzern für Baudienstleistungen mit starkem Fokus auf Zentral- und Osteuropa. Mit einem dichten Netz aus zahlreichen Tochtergesellschaften in vielen europäischen Ländern und auch auf anderen Kontinenten erweitern wir unser Einsatzgebiet weit über Österreichs und Deutschlands Grenzen hinaus. Zum einen hat es im Unternehmen Tradition, der Auftraggeberschaft in neue Märkte zu folgen, zum anderen ermöglicht das bestehende Ländernetzwerk mit lokalem Management und etablierten Organisationsstrukturen, die Technologie und die Gerätschaft mit geringem Aufwand zu exportieren und in neuen Regionen einzusetzen. Um das Länderrisiko noch weiter zu streuen und von den Marktchancen in weiteren Teilen der Welt zu profitieren, ist STRABAG jedoch auch international, d. h. in Ländern außerhalb Europas, tätig.

Der STRABAG SE-Konzern verbuchte im Geschäftsjahr 2022 eine um 10 % höhere Leistung von € 17.735,47 Mio. Der in absoluten Zahlen größte Leistungszuwachs wurde in unserem Heimmarkt Deutschland verbucht, gefolgt von Österreich und dem Vereinigten Königreich, wo aktuell die beiden größten Projekte im Auftragsbestand abgearbeitet werden, sowie in Tschechien.

LEISTUNG NACH LÄNDERN

2022 % der gesamten Leistung 2022¹ 2021 % der gesamten Leistung 2021¹ ▲ % ▲ absolut
Deutschland 8.347 47 7.462 46 12 885
Österreich 2.935 17 2.694 17 9 241
Polen 1.126 6 1.152 7 -2 -26
Tschechien 1.093 6 948 6 15 145
Ungarn 688 4 652 4 6 36
Vereinigtes Königreich 578 3 390 2 48 188
Americas 558 3 482 3 16 76
Slowakei 351 2 289 2 21 62
Rumänien 315 2 264 2 19 51
Naher Osten 252 1 203 1 24 49
Kroatien 238 1 177 1 34 61
Schweiz 197 1 192 1 3 5
Benelux 176 1 233 1 -24 -57
Schweden 152 1 121 1 26 31
Serbien 146 1 155 1 -6 -9
Asien 136 1 145 1 -6 -9
Sonstige europäische Länder 110 1 136 1 -19 -26
Slowenien 81 0 104 1 -22 -23
Bulgarien 68 0 82 1 -17 -14
Dänemark 61 0 109 1 -44 -48
Russland² 59 0 46 0 28 13
Afrika 47 0 35 0 34 12
Italien 21 0 58 0 -64 -37
Gesamt 17.735 100 16.129 100 10 1.606

¹ Rundungsdifferenzen möglich
² Alle Aktivitäten in Russland befinden sich in Abwicklung.

WELT-KONJUNKTUR GEBREMST¹

WACHSTUMSVERGLEICH BAU VERSUS BIP EUROPA

Nach einem deutlichen Aufholeffekt im Jahr 2021 schwächte sich das Weltwirtschaftswachstum 2022 merkbar ab. Ausschlaggebend dafür waren zahlreiche Herausforderungen wie die noch immer gestörten Lieferketten als Folge der Pandemie und der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Dieser führte u. a. zu Versorgungsengpässen bei Gas und Öl sowie Einschränkungen im globalen Handel und in der Folge zu starken Preissteigerungen, allen voran bei Energie. Damit ging auch das allgemeine Preisniveau deutlich nach oben, was durch Lohnerhöhungen nicht ausgeglichen werden konnte. Zum anhaltenden Inflationsdruck kamen steigende Zinsen und eine restriktivere Kreditvergabe. Zudem brachte die Null-Covid-Politik Chinas dessen nationale sowie die globale Wirtschaft unter Druck. Gleichzeitig werden die Folgen des Klimawandels auch in den einzelnen Volkswirtschaften stärker spürbar. Es herrscht weitgehend Übereinkunft, dass Maßnahmen für eine Energiewende, weg von fossilen Brennstoffen, unabdingbar und entsprechende Investitionen vordringlich sind. Der IMF geht von einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,2 % im Jahr 2022 und einem Plus von 2,7 % für 2023 aus. Die Wachstumsschwäche dürfte länger andauern, da die Preise dauerhaft hoch bleiben und weitere geldpolitische Maßnahmen auslösen werden. Für die EU errechnete die OECD für 2022 ein Wirtschaftswachstum von 3,3 %. Auch das Bruttoinlandsprodukt der 19 Euroconstruct-Länder (EC-19) stieg 2022 um 3,3 %. Dabei variieren die Länderraten sehr stark, sie liegen zwischen +1,5 % und +10,0 %. Die hohen Energiepreise werden die Energiewende in Europa zukünftig noch stärker ins Zentrum rücken. 2023 wird für den EC-19-Raum nur mehr ein BIP-Wachstum von 0,5 %, für die beiden Folgejahre von jeweils 1,9 % erwartet.

SCHWÄCHERES WACHSTUM IM Bausektor

Die Bauwirtschaft wuchs in den EC-19-Ländern im Jahr 2022 mit 3,0 % geringer als im Jahr zuvor (2021: +5,8 %). Die enormen Veränderungen in Europa, allen voran die militärische Aggression Russlands gegen die Ukraine, beeinflussten im Berichtsjahr auch die Bauindustrie in hohem Maße. Stetig steigende Baukosten und Konsumentenpreise sowie die mehrmalige Erhöhung der Zinsen in der Eurozone führten dazu, dass viele Projektstarts verschoben oder Projekte nicht umgesetzt wurden. Aufgrund unsicherer wirtschaftlicher Aussichten und steigender Immobilienpreise war zudem ein sinkendes Verbrauchervertrauen beobachtbar. Diesen negativen Effekten standen positive Impulse durch Förderungen der öffentlichen Hand, insbesondere für Renovierungsarbeiten, gegenüber. Sektoral betrachtet entwickelte sich der Wohnbau 2022 mit einem Plus von 4,6 % am besten, vor dem sonstigen Hochbau mit +1,9 % und dem Tiefbau mit +0,6 %. Am stärksten wuchs erneut die italienische Bauwirtschaft mit einem Plus von 12,1 %, gefolgt von Irland mit +9,0 %. Portugal bildete mit -2,5 % das Schlusslicht vor der Schweiz (-1,8 %) und Deutschland (-0,5 %). Deutlich zurückgehen bzw. stagnieren wird das Bauwachstum der 19 Euroconstruct-Länder in den Folgejahren. 2023 soll es mit +0,2 % nahezu und im Jahr darauf gänzlich stagnieren (2024: 0,0 %). Erst für 2025 wird wieder ein leichter Anstieg um 1,1 % erwartet.

¹ Alle Wachstumsprognosen sowie Bauvolumina auf Ebene der einzelnen Volkswirtschaften wurden den Berichten von Euroconstruct und EECFA (Eastern European Construction Forecasting Association) von Winter 2022 entnommen. Die angegebenen Marktanteilsdaten basieren auf den Daten aus dem Jahr 2022 sowie auf Schätzungen für das Jahr 2022 von Euroconstruct und EECFA.# WOHNBAU ALS TREIBENDES SEGMENT VOR SONSTIGEM HOCHBAU UND TIEFBAU WACHSTUMGSVERGLEICH BAUSEKTOR EUROPA

Der Wohnbau, in dem nach wie vor nahezu die Hälfte der gesamten europäischen Bauleistung erbracht wird, wuchs 2022 mit einem Volumen von € 941,4 Mrd. um 4,6 %. Dabei waren die 15 westlichen Euroconstruct-Länder mit einem Zuwachs von 4,7 % leistungsstärker als die östlichen (+3,2 %). In absoluten Zahlen lag Deutschland vor Italien an der Spitze, gefolgt von Groß-britannien und Frankreich. Prognosen sagen für 2023 und 2024 einen Rückgang der Bauleistung in diesem Segment voraus (-1,2 % bzw. -1,6 %), für 2025 eine leichte Erholung bei +0,6 %.

Der sonstige Hochbau – sein Anteil am europäischen Bauvolumen liegt bei 30 % – wuchs 2022 mit +1,9 % schwächer als im Jahr zuvor. Deutschland ist der größte Markt für dieses Segment, gefolgt von Großbritannien, Frankreich und Italien. Die höchsten Zuwächse gab es in Schweden, Tschechien, Frankreich sowie Polen und den Niederlanden. Am schwächsten entwickelte sich der sonstige Hochbau in der Schweiz, Deutschland und Belgien. Euroconstruct prognostiziert für das Segment für die Jahre 2023 und 2024 ein leichtes Plus von 0,7 % bzw. 1,4 %, für 2025 werden +1,1 % erwartet.

Der Tiefbau, der mit rd. 20 % zur europäischen Bauleistung beiträgt, konnte 2022 nach +5,1 % im Vorjahr nur gering zulegen (+0,6 %). Als stark von öffentlichen Investoren abhängiges Segment traf ihn vor allem der starke Preisanstieg bei Energie und Baumaterialien. Sehr unterschiedlich verlief die Entwicklung in den einzelnen Staaten. Deutschland stellt zwar vor Frankreich den größten Tiefbaumarkt der EC-19 dar, schloss das Berichtsjahr aber mit -1,0 % negativ ab. Gemessen am Umfang der Bauleistung folgen Großbritannien und Italien. Die stärksten Zuwächse gab es in Spanien, Norwegen und Belgien, das größte Minus in Portugal. 2023 soll die Wachstumsrate beim europäischen Tiefbau bei 2,9 % und 2024 bei 1,8 % liegen, für 2025 wird ein Plus von 2,2 % erwartet. Mehr als die Hälfte der europäischen Tiefbau-Investitionen fließen in Straßen- und Eisenbahnnetze, gefolgt von Energie- und Wasserversorgungsprojekten.

DEUTSCHLAND

Die anfänglich gute Entwicklung der deutschen Wirtschaft wurde durch den Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 stark gebremst. Durch die drastische Verteuerung von Treibstoff, Gas und Strom kamen Unternehmen massiv unter Druck, zudem sahen sie sich mit explodierenden Preisen für Rohstoffe und Zwischenprodukte konfrontiert. Angesichts des massiven Anstiegs der Energiepreise und trotz einer Vielzahl staatlicher Hilfsmaßnahmen mussten sowohl private Haushalte als auch Unternehmen spürbare finanzielle Einbußen hinnehmen. Parallel dazu erreichte die Inflationsrate mit +8,5 % den höchsten Stand seit etwa 70 Jahren. Euroconstruct geht für 2022 von einem BIP-Wachstum von +1,5 % aus, erwartet für 2023 allerdings bereits eine moderate Rezession mit einem Rückgang um 0,5 %. Auf mittlere Sicht dürfte sich das Wachstum dann wieder zwischen +2,5 % und +2,0 % p. a. einpendeln.

Mit einem Rückgang der Bauleistung um nur 0,5 % ist die deutsche Bauwirtschaft bisher gut durch die Krise gekommen. Bauunternehmen profitierten vorerst noch von ihren vollen Auftragsbüchern. Der Sektor sah sich neben dem Fachkräftemangel allerdings noch immer mit Lieferengpässen bei Baumaterialien und damit einhergehenden Preissteigerungen konfrontiert. Bremsend auf die Entwicklung wirkte zudem das geänderte Zinsniveau. Dieses geänderte Marktumfeld führte 2022 zu einem Anstieg der Preise für Bauleistungen um 16 %. Aufgrund des vorhandenen Auftragsbestands geht Euroconstruct für den Sektor für 2023 bzw. 2024 noch von einem leichten Wachstum um +0,4 % respektive +0,1 % aus, für 2025 wird ein Rückgang um 0,4 % prognostiziert. Für alle Bereiche der Bauwirtschaft wird erst mittelfristig ein Ende des realen Wachstums erwartet.

Im Wohnbau nahm das Volumen nur geringfügig um +0,2 % zu. Der Sektor profitierte zuletzt von den noch niedrigen Zinsen und dem Mangel an Investitionsalternativen. Wiederholte Materialengpässe, steigende Baustoff- und Energiekosten sowie eine sinkende Wirtschaftsleistung wirkten sich hemmend auf die Entwicklung aus. Für den Wohnbausektor erwartet Euroconstruct für 2023 noch ein leichtes Plus von 0,7 %, für 2024 und 2025 wird bereits eine rückläufige Entwicklung um 0,3 % respektive 1,1 % prognostiziert.

Der sonstige Hochbau, der 2022 um 1,7 % schrumpfte, litt zunehmend unter der ökonomischen Unsicherheit und der Investitionszurückhaltung der Unternehmen sowie der öffentlichen Hand, vor allem der Gemeinden. Auch in diesem Segment wurde die Vorsicht bei Investitionen durch Preissteigerungen bei Baumaterialien aufgrund temporärer Lieferengpässe verstärkt. Euroconstruct sieht daher für den Sektor für 2023 und 2024 nur ein leichtes Plus von 0,4 % bzw. 0,6 %, für 2025 +0,4 %.

Der Tiefbausektor verzeichnete 2022 einen leichten Rückgang um 1,0 %. Die langfristigen staatlichen Investitionsprogramme in die Bahn- und Straßen-infrastruktur wirken weiterhin positiv. Durch Investitionen in Kraftwerke auf Basis erneuerbarer Energien erhält der Energiesektor neuen Rückenwind. Die Kommunen hingegen hielten sich wegen der stark gestiegenen Baupreise bei Straßen- und Wasserbauprojekten zurück. Für 2023 wird im Tiefbau ein leichtes Minus von 0,2 % erwartet, in den beiden Folgejahren rechnet man mit einem Plus von jeweils 1,0 % p. a.

Der STRABAG-Konzern hält in Deutschland einen Anteil von 2,0 % am Bauvolumen des Gesamtmarkts. Sein Anteil am deutschen Straßenbau ist mit 16,9 % dabei deutlich höher als jener am gesamten Markt. Mit € 8.346,74 Mio. wurden 2022 rd. 47 % der Konzern-Gesamtleistung (2021: 46 %) von STRABAG in Deutschland erbracht. Der Großteil der Leistung wird dem Segment Nord + West zugerechnet, während die in Deutschland erbrachten Property & Facility Services dem Segment International + Sondersparten zugeordnet werden.

ÖSTERREICH

Nach einer kräftigen Expansion im ersten Halbjahr 2022 befand sich die österreichische Wirtschaft zu Jahresende in einer Abschwungphase. Markant gestiegene Weltmarktpreise für Energie führten zu einer Wachstumsverlangsamung bei gleichzeitig hoher Inflation von 8,3 %. Diese wiederum führte zu Realeinkommensverlusten und dämpfte den privaten Konsum. Da die Inflation auch 2023 hoch bleibt, steuert Österreichs Wirtschaft erstmals seit den 1970er-Jahren auf eine Stagflation zu. Das BIP-Wachstum lag 2022 noch bei 4,8 %, für 2023 wird eine Stagnation von +0,2 % prognostiziert. In den beiden Folgejahren erwartet Euroconstruct nur leicht höhere Wachstumsraten von +1,0 % respektive +1,1 %.

Die österreichische Bauwirtschaft stagnierte 2022 mit einem leichten Plus von 0,2 %. Der massive Anstieg der Baukosten um rd. 10 % dämpfte das reale Wachstum in der Bauwirtschaft erheblich. In Kombination mit dem erwarteten Abwärtstrend im Wohnbau wird für das Segment auch 2023 nur eine geringe Wachstumsrate von +0,3 % erwartet. Auch die Jahre 2024 und 2025 werden trotz deutlicher Impulse nur von einer schwachen Dynamik mit Wachstumsraten von +0,7 % und +0,8 % geprägt sein.

Nach knapp einem Jahrzehnt kontinuierlich zunehmender Baugenehmigungen läutete der Wohnbau 2022 mit einem Rückgang von 2,1 % einen bereits erwarteten Abwärtstrend ein. Ausschlaggebend dafür waren massiv gestiegene Energiepreise verbunden mit hoher Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Baukosten. Während der Neubau die größten Einbußen hinnehmen musste, wies die Renovierung aufgrund ökologischer und energierelevanter Faktoren noch ein leichtes Wachstum auf. Insgesamt werden für den Wohnbau 2023 und 2024 Rückgänge von 1,1 % und 0,3 % erwartet. Erst 2025 sollte der Trend mit einem leichten Wachstum von +0,7 % wieder ins Positive drehen.

Der sonstige Hochbau entwickelte sich mit einem Plus von 2,1 % noch deutlich positiv. Während das wirtschaftliche Umfeld in der ersten Jahreshälfte 2022 stabil war, dämpften hohe Baupreissteigerungen die Entwicklung des Segments im Jahresverlauf. Die Baupreissteigerungen im sonstigen Hochbau erreichten ein Niveau, das zuletzt in den frühen 1970er-Jahren verzeichnet worden war, als die Preise jährlich um rd. 16 % stiegen. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass aufgrund dieser Entwicklung ein Teil der geplanten Investitionen verschoben oder sogar storniert wird. Für 2023 prognostiziert Euroconstruct dem Segment daher nur mehr ein Wachstum von +0,6 %, 2024 und 2025 sollte das Wachstum bei +1,0 % und +1,2 % zu liegen kommen.

Der Tiefbau entwickelte sich 2022 aufgrund der starken staatlichen Investitionstätigkeit unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit mit +2,0 % positiv. Das Segment hatte in den vergangenen Jahren in erster Linie von Investitionen der öffentlichen Hand in die Transportinfrastruktur profitiert. Der weitere Ausbau des Straßen- und insbesondere des Schienennetzes nimmt auch in den kommenden Jahren einen Fixplatz im österreichischen Budget ein. An Bedeutung gewinnen Investitionen in ein flächendeckendes Breitbandnetz sowie in Bauprojekte im Energiesektor und im Umweltschutz. 2023 dürfte das Wachstum auf +3,0 % steigen, für 2024 werden +2,4 % erwartet, für 2025 eine Abschwächung auf nur mehr +0,2 %.

Der STRABAG-Konzern erzielte in seinem Heimatmarkt Österreich 2022 insgesamt 17 % der Konzern-Gesamtleistung (2021: 17 %). Weiterhin gehört Österreich damit neben Deutschland und Polen zu den Top-3-Märkten des Konzerns. Die Leistung erreichte 2022 ein Volumen von € 2.935,19 Mio. Damit hält STRABAG in Österreich einen Anteil von 5,7 % am Bauvolumen des Gesamtmarkts. Im Straßenbau beträgt der Marktanteil 44,0 %.

POLEN

Polens Wirtschaft erzielte 2022 ein Wachstum von 4,6 %. Die stark gestiegene Konsumnachfrage, Probleme in den Lieferketten und der Krieg im Nachbarland Ukraine führten allerdings zu einer sehr hohen Inflation von 13,5 %. Zudem wirkten sich der Einbruch des Handels mit Russland und der Ukraine sowie der Nachfragerückgang bei den wichtigsten Handelspartnern negativ auf die Exportleistung aus.# Polen

Die polnische Nationalbank erhöhte 2022 den Leitzins in mehreren Schritten auf 6,75 %, er lag damit deutlich höher als der Leitzins der Europäischen Zentralbank. Für 2023 prognostiziert Euroconstruct ein deutlich verlangsamtes Wirtschaftswachstum von +1,7 %. Für 2024 und 2025 werden aber wieder optimistische 3,1 % Wachstum p. a. vorhergesagt.

Die polnische Bauindustrie profitierte 2022 noch von der kräftigen Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre und erzielte erneut ein solides Plus von 4,5 %. Neben dem boomenden Wohnbausektor verzeichneten auch der sonstige Hochbau und der Tiefbau eine solide Entwicklung. Die Europäische Kommission gab im Juni im Prinzip grünes Licht für den € 35,4 Mrd. schweren Aufbau- und Resilienzplan Polens im Rahmen des Instruments NextGenerationEU. Die Umsetzung dieses Plans soll erheblich zur Dekarbonisierung der polnischen Wirtschaft beitragen und zugleich die Energieunabhängigkeit des Landes stärken. Seine Billigung ist allerdings an klare Verpflichtungen geknüpft, die Polen hinsichtlich der Unabhängigkeit der Justiz erfüllen muss, bevor tatsächlich Gelder fließen können.

Vor diesem Hintergrund prognostiziert Euroconstruct dem polnischen Bausektor für 2023 eine Stagnation von +0,1 %, 2024 ein leichtes Plus von 1,3 % und erst für 2025 mit +3,7 % wieder eine etwas stärkere Dynamik.

Wohnbausektor

Der Wohnbausektor in Polen profitierte 2022 ebenfalls noch von der Dynamik der vergangenen Jahre und erzielte ein Plus von 6,0 %. Problematisch wirkte sich allerdings die massive Erhöhung der Zinsen für Wohnbaukredite aus. So verzeichnete das Land in den ersten drei Quartalen 2022 einen Rückgang der Anzahl der Wohnbaukredite im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 44,7 % und einen Rückgang des Kreditvolumens um 40,8 %. Eine positive Dynamik wird hingegen vom neuen Baugesetz erwartet, das mit 1. Jänner 2023 in Kraft trat und den Investitions- und Bauprozess deutlich vereinfachen und beschleunigen soll. Für 2023 rechnet Euroconstruct mit einem deutlichen Minus von 4,2 %, 2024 mit -2,8 %, bevor 2025 wieder ein Aufwärtstrend mit einem Plus von 3,0 % einsetzen soll.

Sonstiger Hochbau

Der sonstige Hochbau verzeichnete 2022 ein Plus von 4,7 %. Aufgrund des florierenden Online-Handels war ein erhöhter Bedarf an Lagerhallen erkennbar. Starke Nachfrage kam vor allem aus dem Bildungs- und aus dem Gesundheitsbereich. Die Nachfrage nach Bürogebäuden, Gewerbebauten, Restaurants, Hotels sowie Tourismus- und Transportservices nahm spürbar ab. Erhöhter Kostendruck, größere Ungewissheit und strengere Finanzierungsbedingungen veranlassten erste Inves-toren dazu, ihre Bauvorhaben zumindest zu verschieben. Euroconstruct erwartet für 2023 noch ein leichtes Plus von 1,1 %. Für die Jahre danach sollten die Wachstumsraten des Sektors aber wieder regelmäßig solide Werte zwischen +3,4 % und +3,9 % erreichen.

Tiefbau

Der Tiefbau konnte in Polen 2022 um 3,0 % wachsen. Steigende öffentliche Ausgaben für Infrastrukturprojekte, insbesondere mehrjährige Regierungsprogramme zur Errichtung und Modernisierung der Transportinfrastruktur, treiben die Entwicklung des polnischen Tiefbaus voran. Auch die Errichtung von Langstrecken-Pipelines und Eisenbahnstrecken entwickelte sich überdurchschnittlich gut. Euroconstruct geht daher für 2023 und 2024 wieder von einem Wachstum von 3,1 % bzw. 2,7 % aus, das im Folgejahr auf 3,9 % steigen dürfte.

Als Nummer 2 der Baubranche in Polen realisierte STRABAG hier 2022 ein Bauvolumen von € 1.126,39 Mio. und damit 6 % der Gesamtleistung des Konzerns (2021: 7 %). Polen stellt somit den drittgrößten Markt der STRABAG-Gruppe dar. Ihr Marktanteil am gesamten polnischen Baumarkt betrug 1,9 %, der Anteil am Straßenbau 10,5 %.

Tschechien

Die tschechische Wirtschaft erzielte 2022 ein Wachstum von 2,2 %. Die Tschechische Nationalbank versuchte der extrem gestiegenen Inflation mit einer kräftigen Anhebung des Leitzinssatzes von 0,75 % auf 7,0 % zu begegnen, was sich deutlich auf die Zinssätze für laufende Kredite und Hypotheken auswirkte. Die zunehmende Staatsverschuldung ging mit massiv gestiegenen Energiepreisen und Produktionsrückgängen in der Industrie aufgrund von Materialengpässen einher. Das Problem betrifft nicht nur Rohstoffe, sondern auch Arbeitskräfte aus der Ukraine, von denen einige Sektoren, darunter das Baugewerbe, in hohem Maß abhängig sind. Sofern sich die fiskalpolitische Situation stabilisiert, sollten die kommenden Jahre zumindest leichtes Wachstum mit sich bringen. Euroconstruct rechnet für 2023 mit einem Plus von 1,1 % und für die darauffolgenden Jahre mit Zuwächsen von 3,2 % respektive 2,4 %.

Die tschechische Bauwirtschaft verzeichnete 2022 ein sanftes Plus von 1,4 %. Die größten Heraus-forderungen der tschechischen Bauwirtschaft liegen in strukturellen Problemen, wie der langen Dauer von Genehmigungsprozessen und dem eklatanten Mangel an Arbeitskräften. Zudem sah sich das bei Baumaterialien beinahe ausschließlich vom Import abhängige Land mit exorbitanten Preissteigerungen konfrontiert. Dabei hinterfragten viele Expert:innen, inwieweit der Preisanstieg auf den Rohstoffmangel zurückzuführen war, oder ob es sich dabei um Spekulation handelte. Euroconstruct prognostiziert für die tschechische Baubranche daher für 2023 einen Rückgang um 1,8 %, für 2024 hingegen wieder ein kräftiges Plus von 3,1 %, das sich 2025 wieder leicht auf +1,9 % abschwächen dürfte.

Wohnbau

Der Wohnbau verzeichnete 2022 einen leichten Rückgang um 0,7 %. Die hohe Nachfrage wurde vor allem durch hohe Kreditzinsen und die hohe Inflation gedämpft. Steigende Energiepreise verlagerten die Investitionen der Haushalte in Renovierungen, insbesondere in die Wärmedämmung. Vor diesem Hintergrund sagt Euroconstruct dem Wohnbau für 2023 einen deutlichen Rückgang von 3,9 % voraus, für 2024 und 2025 dann wieder ein Plus von 3,2 % bzw. 3,9 %.

Sonstiger Hochbau

Der sonstige Hochbau konnte 2022 mit einem Plus von 5,9 % kräftig zulegen. Viele aufgeschobene private Bauprojekte, Investitionen in medizinische Einrichtungen oder die vielen geplanten Bürogebäude, vor allem in Prag und Brünn, wurden letztendlich realisiert. Auch das höhere Volumen an Baugenehmigungen in den vergangenen Jahren spiegelte sich in dieser positiven Entwicklung wider. In den kommenden Jahren dürfte das reale Wachstum aber durch hohe Inflation und teure Energie, die Investoren zum Sparen zwingen, wieder gebremst werden. Euroconstruct erwartet für den sonstigen Hochbau eine Wellenbewegung: für 2023 eine stagnierende Entwicklung mit +0,2 %, für 2024 ein kräftiges Plus in Höhe von 5,1 % und für 2025 wieder ein sanftes Plus von 0,6 %.

Tiefbau

Der tschechische Tiefbau zeigte sich 2022 mit einem Minus von 0,1 % leicht rückläufig. Die Regierung als größte Investorin versucht, die geschwächte Wirtschaft durch Investitionen in die Transportinfrastruktur zu stärken. Sie sorgte für eine Aufstockung der dafür vorgesehenen Gelder mithilfe von EU-Förderungen, sodass für 2023 nur mit einem leichten Rückgang von 0,8 % gerechnet wird, bevor das Wachstum 2024 auf +0,9 % wieder leicht anzieht und 2025 bei +0,5 % zu liegen kommt.

In Tschechien ist STRABAG die Nummer 2 im Markt. Mit einer Leistung von € 1.092,61 Mio. entfielen 2022 rd. 6 % der Gesamtleistung des Konzerns (2021: 6 %) auf das Land. Der Marktanteil am gesamten Baumarkt beträgt 4,2 %, im Straßenbau beläuft er sich auf 21,7 %.

Ungarn

Die Wachstumsdynamik der ungarischen Wirtschaft lag 2022 mit einem Plus von 3,0 % im europäischen Durchschnitt. Für die kommenden Jahre zeichnete die ungarische Zentralbank ein Krisenszenario und versuchte, der hohen Inflation und der anhaltenden Schwäche des Forint entschlossen entgegenzuwirken, allerdings mit wenig Erfolg. Als einer der größten Nettoempfänger der Europäischen Union (EU) sieht sich das Land zudem mit Vorwürfen hinsichtlich Verstößen in zentralen Aspekten der Rechtsstaatlichkeit konfrontiert. Die Europäische Kommission hat auf Basis des sogenannten Rechtsstaats-mechanismus Fördermittel in Milliardenhöhe aus mehreren EU-Programmen eingefroren. Diese Fördergelder werden freigegeben, wenn Ungarn Reformen zur Stärkung der Unabhängigkeit der Justiz, den Ausbau der Korruptionsbekämpfung und die Förderung des Wettbewerbs im öffentlichen Auftragswesen umsetzt. Vor diesem Hintergrund prognostiziert Euroconstruct für 2023 daher nur ein Plus von 0,5 %, für 2024 und 2025 dann aber doch wieder optimistische +3,5 % respektive +3,6 %.

Die ungarische Bauwirtschaft zeigte 2022 ein leichtes Plus von 0,7 %. Im Falle einer teilweisen oder fehlenden Einigung über die EU-Fördergelder dürfte der Baumarkt in große Schwierigkeiten geraten. Der Ausfall der öffentlichen Hand bei Bauprojekten zieht mit sich, dass auch alle anderen Akteure, sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen, auf den Angebotsschock mit einer Senkung ihrer Nachfrage reagieren. Euroconstruct hat daher die Prognosen – die auf einer zeitnahen Einigung der Regierung mit der EU und der damit verbundenen Freigabe der Fördergelder basieren – erneut nach unten korrigiert. Während 2022 zumindest der Wohnbau und der sonstige Hochbau noch einen leichten Zuwachs verzeichneten, geht Euroconstruct unter den genannten Bedingungen davon aus, dass sich 2023 und 2024 alle Sektoren stark rückläufig entwickeln und der gesamte ungarische Baumarkt bis 2024 massiv um rd. 11 % schrumpft. 2025 könnte laut Euroconstruct eine Erholung in Höhe von +2,0 % einsetzen.

Wohnbau

Gestützt durch zahlreiche staatliche Maßnahmen konnte sich der Wohnbau 2022 mit einem Plus von 2,5 % etwas stabilisieren. Für 2023 rechnet Euroconstruct für den Sektor mit einem starken Einbruch um 8,5 %, wobei aufgrund des Reallohnrückgangs und der hohen Inflation der Neubau wesentlich stärker betroffen sein könnte als der Sektor Renovierung. Die weiterhin ansteigende Inflation, getrieben von den Energiepreisen, lässt für den Wohnbau auch für 2024 einen Rückgang von 7,4 % erwarten, 2025 dürfte sich der Trend mit einem Plus von 1,5 % wieder ins Positive drehen.

Sonstiger Hochbau

Der sonstige Hochbau konnte 2022 mit einem Plus von 0,6 % noch leicht zulegen.# STRABAG SE - 2022 Annual Report

CONSTRUCTION IN FOCUS

EUROPE

AUSTRIA

The construction sector in Austria saw a slight decrease of 0.7% in 2022. For the coming years, Euroconstruct shows a similar cautious outlook as in residential construction. The government has temporarily suspended the commencement of all publicly funded projects. According to official announcements, all projects with a potential start in 2025 will be re-prioritized. This particularly affects projects in the education and healthcare sectors. For 2023 and 2024, Euroconstruct experts predict a significant decline of -7.4% and -5.8% respectively; in 2025, the decline is expected to weaken to -0.6%. Civil engineering also saw a decline with a slight minus of 0.7%. If the tensions in the conflict with the European Commission ease, civil engineering could recover in the coming years. Several megaprojects, two of which are financed by Chinese and Russian loans respectively, are nearing implementation, but they too are dependent on EU funds. Based on this scenario, Euroconstruct forecasts a decline of -3.7% and -0.2% for 2023 and 2024 respectively, with a solid growth of +5.9% projected for 2025. In 2022, €687.90 million, accounting for 4% of the STRABAG Group's revenue, was generated in Hungary (2021: 4%). This places STRABAG in 2nd place in the Hungarian construction market. Its market share reached 3.8%, and its share in road construction was 17.1%.

UNITED KINGDOM

With a GDP growth of 4.4%, the British economy was still in a recovery phase in 2022. However, massively rising energy prices caused inflation to rise to its highest level in four decades this year, leading to a rapid decline in real wages. The parallel of high inflation and an now collapsing economy already had a significant negative impact on sentiment. The country experienced massive waves of strikes across society in the last quarter: in healthcare, postal and rail services, education, airports, and other areas of public administration. Euroconstruct therefore forecasts a slight recession for the British economy in 2023, with a decline of 0.3%. The situation should ease slightly in 2024 and 2025 with growth of 1.0% and 1.6% respectively. Supported by massive government initiatives, the British construction sector still achieved growth of 2.8% in 2022. A decline of 0.4% is expected for the entire sector in 2023, followed by slight growth of +1.2% and +1.8% in 2024 and 2025. Residential construction recorded growth of 4.3% in 2022, thanks to public subsidies for social housing. For 2023, Euroconstruct predicts a decline of 1.5% for this segment as well. The trend is expected to turn positive again in 2024 and 2025 with +1.3% and +1.8% respectively. Other building construction also increased by 3.8% in 2022, but did not yet reach pre-crisis levels. The healthcare sector and the industrial and commercial building sectors performed well. Euroconstruct forecasts a slight increase of 0.5% for other building construction in 2023, with growth of 1.5% and 1.6% expected for 2024 and 2025. British civil engineering recorded a decline of 2.1% in 2022, following a record growth of 25.6% in the previous year. The High Speed 2 rail project, in which STRABAG is also involved, provided a significant boost to the segment. Euroconstruct forecasts only very slight growth of 0.2% and 0.3% for the segment in 2023 and 2024, before growth is expected to strengthen again in 2025 with +2.1%. STRABAG Group's revenue in the United Kingdom was €578.38 million in 2022.

SLOVAKIA

The highly export-oriented Slovak economy grew by 1.9% in 2022 despite increasingly severe price pressures. Particularly in the second half of the year, rising costs for companies due to high energy prices and supply chain problems led to a decline in economic power. High inflation of 12.4% dampened private consumption. In 2023, the negative effects will be amplified by nominally lower incomes, even though a state family package is intended to provide support. Positive impulses are also expected from investments under the European Recovery Plan and the utilization of the EU Structural Funds. Export development continues to depend heavily on the security of supply chains. For 2023, Euroconstruct expects GDP growth of 0.6%, and for 2024 and 2025, growth of 1.7% and 2.3% respectively. Slovak construction output, which had weakened in previous years, declined by 0.1% in 2022. Rising prices for building materials, labor, and energy, supply chain problems, and the war in Ukraine exacerbated the already difficult situation: there was a shortage of skilled workers, and overall construction activity weakened as private and public clients held back on investments. Nevertheless, Euroconstruct forecasts a renewed easing in the coming years, mainly due to increased use of EU funds and various government measures. For 2023, an increase of 3.4% is expected, with growth of 5.1% and 2.1% in the following years. Residential construction achieved a slight increase of 1.7% in 2022 for both new builds and renovations/modernizations. This segment is expected to continue to recover in 2023 and 2024 with +2.6% and +4.7% respectively, also due to strong demand for housing in Bratislava and other major cities. Growth of +2.2% is expected for 2025. In other building construction, output increased by only 0.8% in the reporting year due to market uncertainties and high energy prices. In the coming years, investments from the European Recovery Plan will contribute to the segment's growth. This particularly applies to the education, healthcare, office, and historical and listed building sectors. For 2023, Euroconstruct expects an increase of 2.7%, and for 2024 and 2025, +6.3% and +2.7% respectively. Construction output in civil engineering again declined in 2022 with a minus of 2.6%. However, strong impulses are expected in the future thanks to public investments, particularly in the road network, rail infrastructure, and environmental engineering. This is countered by a lack of construction materials, rising prices, and insufficient project planning with lengthy public procedures. For 2023, growth of 5.0% is forecast in civil engineering, and for the following years, +4.0% and +1.4% respectively. With a market share of 7.2% and revenue of €351.37 million in 2022, STRABAG is a leader in the Slovak market. In road construction, STRABAG's share is 23.5%. In 2022, Slovakia contributed 2% to the Group's total revenue (2021: 2%).

ROMANIA

The Romanian economy achieved GDP growth of 4.6% in the reporting year. For 2023, lower growth of 2.8% is expected, mainly due to increased inflation. The following year, measures to combat inflation should already be effective and can then be reversed. EECFA therefore forecasts GDP growth of 4.8% for 2024. The Romanian construction industry developed significantly weaker than the economy in 2022 (-3.4%). Although Romania does not have close trade relations with Russia, Ukraine, and Belarus, it is strongly integrated into international markets and thus indirectly affected by Russia's war of aggression against Ukraine. For the construction industry, this means, among other things, a rapid increase in construction costs (+20.2% in the reporting year) with constantly rising energy prices and a lack of availability of construction materials. In addition, there are delays in the implementation of EU programs and – due to the country's good economic performance – lower funds from the EU Recovery Plan. EECFA therefore expects a decline of 1.0% and 3.9% for the construction industry in 2023 and 2024 respectively. In residential construction, usually one of the most successful segments of the Romanian construction industry, several factors hampered good development in 2022. These include rising construction costs, more complicated lending and higher interest rates, and the lack of real wage growth. Residential construction therefore only increased slightly by 0.6% in the reporting year. In 2023, a downward correction is expected (-3.6%), and in 2024, stagnation (0.0%). In other building construction, construction output declined by 2.4% in 2022, and EECFA expects stagnation at -0.1% and 0.0% respectively for the next two years. Although the end of pandemic-related restrictions should have a positive impact on office, retail, industrial, and hotel construction, higher financing and operating costs are dampening growth. The healthcare and education construction sectors in particular saw strong growth in 2022 due to high demand and the availability of EU funds. There were also increases in single and wholesale buildings, hotels, industrial buildings, and warehouses, while office and transport buildings declined. Romanian civil engineering has not yet been able to fully exploit the significant growth potential that exists thanks to EU programs and the EU Recovery Plan. Rising costs also burdened the segment. In 2022, construction output declined in all areas, resulting in an overall minus of 10.1%. The looming deadline for the allocation of EU funds is expected to provide new momentum in 2023 (+2.4%), particularly in road construction, but also in port and airport construction. EECFA also sees positive impulses for the segment in light of the election year 2024 with parliamentary, presidential, EU, and local elections. In the run-up to these elections, increased political activity is expected to utilize EU funds. For 2024, however, a drastic downward correction (-13.4%) is again forecast for Romanian civil engineering. With revenue of €315.46 million, the STRABAG Group achievedim Jahr 2022 einen Anteil von 1,2 % am gesamten rumänischen Baumarkt. Im rumänischen Straßenbau beträgt der Anteil 4,3 %.

KROATIEN

Die kroatische Volkswirtschaft, die sich sehr rasch von den Folgen der Pandemie erholt hatte, wuchs auch 2022 deutlich (+6,0 %). Die Tourismusindustrie erlebte einen außerordentlichen Aufschwung, EU-Fördermittel wurden von der Regierung gut genützt. Auch wenn der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, z. B. wegen starker Preissteigerungen, negative ökonomische Belastungen brachte, so profitierten doch Teile der Wirtschaft vom Fluchtkapital wohlhabender Bürger aus der Ukraine und anderen Nachbarländern. Der Eintritt Kroatiens in den Schengen- und den Euro-Raum zu Beginn des Jahres 2023 soll deutliche Wachstumsimpulse bringen. Allerdings dämpft die erwartete Zinsanhebung der Nationalbank diese Wachstumsaussichten, sodass EECFA für 2023 und 2024 nur mehr ein BIP-Plus von 1,0 % bzw. 1,7 % erwartet.

Die kroatische Bauindustrie bekam 2022 die Folgen des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine mit Kostensteigerungen und hohen Energiepreisen deutlich zu spüren. Zwar nutzten Käufer Immobilieneigentum als Inflationsschutz, und bereits bankfähige Projekte wurden in Erwartung steigender Zinsen eher früher als später umgesetzt. Gleichzeitig flaut der Bauboom, der nach der Unabhängigkeit Kroatiens ab 1991 einsetzte, allmählich ab. Große Bedeutung hat nach wie vor der Zugang zu EU- und anderen internationalen Fonds. Im Berichtsjahr wuchs die kroatische Bauwirtschaft um +0,4 %, für 2023 wird ein Plus von 3,1 % prognostiziert, für 2024 ein leichtes Minus von 0,4 %.

Wohnbau

Der Wohnbau entwickelte sich 2022 mit +3,1 % weiterhin positiv. Heftige Preissteigerungen, höhere Zinsen sowie inflationsbedingt geringere Ressourcen der Käufer dämpfen aber die Aussichten. Für 2023 wird nur mehr ein Plus von 1,7 % prognostiziert und für 2024 ein Rückgang um 3,3 %.

Sonstiger Hochbau

Im sonstigen Hochbau erweist sich der Bereich der Industriebauten und Lagerhallen als am stärksten. Insgesamt wuchs das Segment 2022 um 3,8 %, für die Folgejahre sagt EECFA -0,5 % bzw. +0,7 % voraus.

Tiefbau

Der kroatische Tiefbau ging – nach einem Boom im Vorjahr – 2022 deutlich zurück (-5,0 %). Diese Entwicklung hatte sich bereits 2020 in einer sinkenden Zahl der Baugenehmigungen abgezeichnet. Nur Pipelines, Kommunikations- und Stromleitungsbauten sowie komplexe Bauten auf Industriegeländen bilanzierten höchst positiv. Mittelfristig wird auch die Transportinfrastruktur wieder an Fahrt gewinnen. Die weitere Entwicklung des Tiefbaus hängt maßgeblich davon ab, wie effektiv und zügig die Regierung die EU-Partnerschaftsprojekte umsetzt. Für 2023 und 2024 errechnet EECFA für das Segment wieder Zuwächse von 7,6 % bzw. 2,0 %.

Der STRABAG-Konzern erwirtschaftete 2022 € 238,26 Mio. im kroatischen Markt.

SCHWEIZ

Die Schweizer Wirtschaft erwies sich im Berichtszeitraum trotz stark steigender Energiepreise mit einem Wachstum von 2,3 % als robust. Positiv wirkten u. a. die hohe Inlandsnachfrage (+4,0 % beim privaten Konsum), die im Vergleich zu anderen Ländern niedrige Inflation (3,0 %) sowie ein starker Arbeitsmarkt. Zudem konnte der Kaufkraftverlust durch höhere Nominallöhne ausgeglichen werden. Für 2023 rechnet Euroconstruct mit einem schwächeren Wachstum (0,7 %), für die Folgejahre wird jeweils ein BIP-Plus von 2,1 % und 1,3 % prognostiziert.

Die Schweizer Bauwirtschaft erholte sich von den Folgen der Covid-19-Krise langsamer als angenommen und verzeichnete 2022 noch ein Minus von 1,8 %. Weltweit steigende Preise für Baumaterialien und Energie sowie der zunehmende Mangel an Fachkräften belasteten den Sektor erheblich. In den Jahren 2023 bis 2025 wird die Bauproduktion mit +0,5 %, +0,9 % und +1,9 % allmählich wieder zulegen.

Wohnbau

Der Wohnbau als das stärkste Segment der Schweizer Bauwirtschaft befindet sich seit einigen Jahren in einem zyklischen Abschwung und ging auch 2022 um 2,6 % zurück. Allerdings nimmt in der Folge der Pandemie die Nachfrage nach Wohnungen und speziell Wohnungseigentum zu, gleichzeitig geht ein immer größer werdender Anteil des Investitionsvolumens in Renovierung und Ausbau. Euroconstruct rechnet ab 2023 mit einer Erholung des Wohnbaus (+0,6 %), 2024 und 2025 werden Zuwächse von 1,3 % respektive 2,9 % erwartet.

Sonstiger Hochbau

Auch im sonstigen Hochbau sank die Bauleistung im Jahr 2022 um 1,9 %, vor allem bedingt durch die Rückgänge beim Industrie- und Bürohausbau. Allerdings werden schon 2023 mehrere großvolumige Gesundheits- und Bildungsbauprojekte das Segment deutlich stimulieren. 2023 erwartet Euroconstruct für den sonstigen Hochbau ein leichtes Wachstum von 0,4 %, für die darauffolgenden Jahren ein Plus von 0,6 % bzw. 1,2 %.

Tiefbau

Im Schweizer Tiefbau wiederum führten 2022 vor allem Rückgänge im Bereich Straßen- und Schieneninfrastruktur zu einem Nullwachstum. Mehrere fortlaufende und neu beginnende Transportinfrastrukturprojekte werden dem Segment jedoch wieder neuen Schwung verleihen. Dazu zählen die Kapazitätserweiterung und Modernisierung der Bahnhöfe in Lausanne und Bern und der U-Bahn-Ausbau in Genf sowie der letzte Teil der A9 im Kanton Wallis und die Nordumfahrung von Zürich. 2023 wird der Schweizer Tiefbau laut Euroconstruct um 0,3 % wachsen, in den Jahren 2024 und 2025 um 0,6 % bzw. 0,7 %.

Die Schweiz trug 2022 € 196,82 Mio. bzw. 1 % (2021: 1 %) zur Gesamtleistung des STRABAG-Konzerns bei.

BENELUX (BELGIEN UND NIEDERLANDE)

Ein Wachstumsplus verzeichneten die Volkswirtschaften in Belgien und den Niederlanden im Jahr 2022. In Belgien wuchs das BIP um 2,6 %, in den Niederlanden um 4,6 %. Dennoch waren auch hier die Folgen des Ukrainekrieges mit stark steigenden Preisen, Inflation und Unsicherheiten im Welthandel deutlich zu spüren. Demgegenüber stehen Maßnahmen der Regierungen zur Stützung der Haushaltseinkommen, Konjunkturprogramme und öffentliche Investitionen in Zusammenhang mit dem europäischen Aufbauplan. Sie weisen auf gemäßigtes Wachstum auch in den kommenden Jahren hin. Euroconstruct erwartet für Belgien und die Niederlande im Jahr 2023 jeweils ein BIP-Plus von 0,5 % bzw. 1,5 %. In den Folgejahren soll das Wachstum dann bei 1,9 % bzw. 1,2 % (Belgien) und 2,0 % bzw. 1,7 % (Niederlande) liegen.

Belgien

Die belgische Bauwirtschaft konnte nach einer deutlichen Erholung im Vorjahr im Jahr 2022 mit +1,4 % nur leicht wachsen. Am stärksten legte der Tiefbau mit einem Plus von 5,1 % zu. Wesentlichen Anteil daran hatten notwendige Reparatur- und Wiederaufbauarbeiten nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 sowie mehrere maßgebliche Infrastrukturprojekte wie die „Oosterweelverbinding“ rund um die Stadt Antwerpen. Aufgrund zahlreicher bestehender bzw. erwarteter Projekte der öffentlichen Hand prognostiziert Euroconstruct für den belgischen Tiefbau für die Jahre 2023 und 2024 ein solides Wachstum von 2,6 % bzw. 2,9 %, bevor es 2025 zu einem Minus von 1,8 % kommen soll.

Auch der Wohnbau zeigte sich 2022 mit einem Plus von 2,3 % konstant positiv. Konjunktur- und Aufbauprogramme geben im Segment Renovierung zusätzliche Impulse, sodass der Wohnbau auch 2023 um 1,6 % und in den Folgejahren um 2,2 % bzw. 0,7 % wachsen wird. Am schwächsten entwickelte sich im Berichtsjahr der sonstige Hochbau mit einem Minus von 1,7 %. In nahezu allen Bereichen ging die Nachfrage zurück. Auch in den kommenden Jahren wird sich der negative Trend mit -3,9 % (2023) bzw. -0,6 % (2024) und -1,1 % (2025) fortsetzen. Insgesamt prognostiziert Euroconstruct für die belgische Bauwirtschaft für 2023 eine Stagnation bei -0,1 % ein leichtes Plus von 1,4 % im Jahr 2024 und -0,4 % für 2025.

Niederlande

Die niederländische Bauwirtschaft, die sich bereits 2021 – trotz der Folgen der Covid-19-Krise – als recht stabil erwiesen hatte, konnte im Berichtsjahr dank des starken Wirtschaftswachstums um 3,3 % weiter wachsen. Allerdings deuteten gegen Jahresende 2022 zunehmende Unsicherheit in der Wirtschaft, Inflation und steigende Zinsen auf eine künftig gebremste Entwicklung hin. Euroconstruct rechnet daher für 2023 mit einem geringeren Wachstum von 1,2 % respektive jeweils 0,5 % für die folgenden beiden Jahre.

Wohnbau

Gute Ergebnisse wurden 2022 besonders im niederländischen Hochbau erzielt. So erreichte der Wohnbau dank ungebremst hoher Nachfrage ein Plus von 4,0 %. Entsprechende Maßnahmen der Regierung zur Wohnungsbeschaffung werden den Markt auch weiterhin stärken. Daher ist in diesem Segment für 2023 bis 2025 mit einem, allerdings sich abschwächenden Plus von 2,5 %, 1,9 % und 1,0 % zu rechnen.

Sonstiger Hochbau

Der sonstige Hochbau erwies sich 2022 mit einem Plus von 4,7 % als stärkster Marktbereich, wozu u. a. mehrere groß dimensionierte Gewächshaus-Projekte und zahlreiche Lagerhallen, neue Landwirtschaftsgebäude sowie Gewerbebauten, aber auch Renovierungs- und Erhaltungsaufträge beitrugen. Für die kommenden Jahre erwartet Euroconstruct für dieses Segment allerdings ein schwächeres Wachstum (2023: 0,9 %) bzw. ein leichtes Minus von 1,2 % bzw. -0,7 % in den Jahren 2024 und 2025.

Tiefbau

Der niederländische Tiefbaumarkt war geprägt von Preissteigerungen, Lieferproblemen aufgrund der Pandemie, des Ukrainekrieges und dem damit verbundenen budgetären Druck auf die Auftraggeber. Daher stagnierte die Bauleistung in diesem Segment im Berichtsjahr bei +0,1 %. Für 2023 erwartet Euroconstruct ein Minus von 0,7 %, für 2024 und 2025 dann wieder ein Plus von 0,1 % bzw. 1,1 %.

STRABAG erzielte in den Benelux-Ländern im Jahr 2022 eine Leistung von € 176,24 Mio. Dies entspricht einem Anteil an der Konzernleistung von 1 % (2021: 1 %).

Schweden

Die schwedische Volkswirtschaft wuchs im Berichtsjahr um 2,7 %. Doch sehen die Ökonomen eine deutliche Trendwende. Schweden erlebt die höchste Inflation seit 30 Jahren, mit hohen Energiepreisen und steigenden Zinsen. Nach einer langen Periode mit niedriger Inflation geht die expansive Geldpolitik zur Stimulierung der Wirtschaft nun zu Ende. Dies alles drückt auf die Stimmung der Haushalte und damit auf die Konsumbereitschaft.Euroconstruct erwartet für 2023 daher ein leichtes BIP-Minus von 0,1 %, bevor die Volkswirtschaft ab 2024 wieder um 2,0 % bzw. 2,5 % (2025) wachsen soll. Auch die schwedische Bauwirtschaft legte 2022 nach einem starken Aufschwung im Vorjahr nochmals um 3,2 % zu. Wenig optimistisch sind die Aussichten allerdings für die nächsten beiden Jahre. Euroconstruct sagt für 2023 einen Rückgang der Bauleistung um 6,6 % voraus, 2024 sollte sich die Situation mit einem leichten Minus von 0,4 % wieder entspannen, bevor es 2025 zu einem deutlichen Plus von 4,2 % kommt. Vor allem im Wohnbau zeigte sich nach starken Impulsen im ersten Quartal des Berichtszeitraumes bald ein deutlicher Abschwung (2022: -0,5 %). Obwohl der Bedarf an Häusern und Wohnungen in Schweden anhaltend hoch ist, sinkt die Nachfrage aufgrund des massiven Energiepreis- und Zinsdrucks und der hohen Inflation. In diesem schwierigen Umfeld werden auch Renovierungs- und Erhaltungsaktivitäten oft auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Das alles lässt für 2023 einen dramatischen Einbruch beim Wohnbau (-14,2 %) erwarten, 2024 dürfte sich der Markt mit einem leichten Minus von 1,9 % wieder etwas entspannen und 2025 mit +4,4 % deutlich anziehen. Der sonstige Hochbau erwies sich 2022 mit einem Plus von 8,6 % als sehr robust. Dazu trugen vor allem Industriebauten, Lagerhäuser und Logistikgebäude sowie Gesundheitsbauten bei. Hoch bleibt – trotz Home-Office – die Nachfrage nach modernen und klimagerechten Bürohäusern. Insgesamt gewinnt die nachhaltige Bauweise in diesem Segment zunehmend an Bedeutung. Für 2023 sagt Euroconstruct für den sonstigen Hochbau zwar ein Minus von 3,2 % voraus, doch zeigt die Entwicklung in den Folgejahren mit +0,3 % und +3,6 % wieder nach oben. Der schwedische Tiefbau konnte 2022 mit 2,5 % leicht wachsen. In den meisten Regionen des Landes ist der Bedarf nach Ausbau und Erhaltung der Infrastruktur groß, insbesondere im Verkehrsbereich und in der Wasser- und Energieversorgung. Ein staatlicher Plan für dringend nötige Investments in Infrastruktur liegt zwar vor, wird aber nach Ansicht der Expert:innen so nicht halten. Denn die im September 2022 gewählte neue Regierung Schwedens setzt – auch angesichts des angestrebten NATO-Beitritts – andere Prioritäten. Das Segment Tiefbau wird zudem durch Verzögerungen, höhere Kosten für Baumaterialien und die erwartete Zement-Knappheit ab Mitte 2023 belastet. Euroconstruct sagt für den schwedischen Tiefbau für 2023 ein Minus von 1,7 % voraus, für 2024 ein leichtes Plus von 0,4 %. 2025 geht der Trend mit +4,5 % wieder deutlich aufwärts. Die Leistung des STRABAG-Konzerns in Schweden betrug 2022 € 151,72 Mio.

Serbien

Serbiens Wirtschaft floriert seit mehreren Jahren dank öffentlicher und privater Investitionen, substanzieller Lohnzuwächse sowie hoher Beschäftigungszahlen. Im Jahr 2022 belasteten allerdings die geopolitischen Ereignisse die Situation wesentlich, was u. a. zu einer zweistelligen Inflationsrate und hohen Energiepreisen führte. Dennoch wuchs das serbische BIP im Berichtsjahr um 2,9 %, für die Folgejahre sagt EECFA Steigerungen um 3,5 % bzw. 4,5 % voraus. Nach enormen Zuwächsen in den Vorjahren musste die serbische Bauwirtschaft im Berichtsjahr einen Einbruch um 8,7 % hinnehmen. Die ökonomische Unsicherheit, unterbrochene Lieferketten, steigende Preise für Baumaterialien sowie zyklische Entwicklungen spielten dabei eine maßgebliche Rolle. Für 2023 erwartet EECFA noch ein leichtes Minus von 0,6 %, 2024 soll die Bauindustrie wieder um 4,3 % wachsen. Nach außerordentlichen Steigerungen in den Vorjahren verringerte sich die Leistung im Wohnbau 2022 um 2,7 %. Auch für 2023 wird ein Minus von 3,2 % erwartet, für 2024 wieder ein zartes Plus von 0,4 %. Der starke Rückgang im sonstigen Hochbau um 13,3 % im Jahr 2022 ist v. a. dem Ende des Wachstumszyklus geschuldet. Nach -3,4 % im Jahr 2023 werden für 2024 wieder +0,5 % und damit der Beginn des nächsten Zyklus prognostiziert. Dabei soll der Fokus auf Hotel- und Bürobauten sowie Gebäuden im Bereich Gesundheit und Bildung liegen. Auch im Tiefbau, dem Wachstumsmotor der serbischen Bauindustrie, nahm die Leistung im Berichtsjahr um 8,3 % ab. In nahezu allen Bereichen kam es zu Rückgängen, nach teilweise starken Steigerungen im Vorjahr. Schon für 2023 sagt EECFA für den Tiefbau ein Plus von 1,6 % voraus, 2024 soll der Zuwachs dann 7,2 % betragen. Im serbischen Markt erzielte der STRABAG-Konzern 2022 eine Leistung von € 146,36 Mio.

NAHER OSTEN, AMERICAS, AFRIKA, ASIEN

Um sich möglichst weitgehend von der konjunkturellen Entwicklung einzelner Länder unabhängig zu machen und damit ihr Länderrisiko möglichst breit zu streuen, ist STRABAG auch außerhalb ihrer Hauptmärkte in Europa aktiv. Dabei tritt sie in der Regel als Generalunternehmerin im direkten Export auf. In diesem Sinn ist der Konzern seit vielen Jahren, oft sogar Jahrzehnten, in Afrika und Asien, Kanada und Chile sowie im Nahen Osten präsent. STRABAG konzentriert sich auf Bereiche, die von hoher technologischer Expertise geprägt sind: Ingenieurbau, Industrie- und Infrastrukturprojekte sowie Tunnelbau. 2022 erwirtschaftete der STRABAG-Konzern insgesamt € 992,47 Mio. und damit 6 % seiner Gesamtleistung außerhalb Europas (2021: 5 %). Die Aktivitäten in außereuropäischen Ländern fallen – mit geringen Ausnahmen – in das Segment International + Sondersparten.

SLOWENIEN, BULGARIEN, DÄNEMARK, ITALIEN, SONSTIGE EUROPÄISCHE LÄNDER UND RUSSLAND¹

Slowenien

Die slowenische Volkswirtschaft erwies sich 2022 mit einem Plus von 5,0 % als sehr robust. Allerdings belastet die anhaltende Inflation samt einer restriktiveren Geldpolitik mit steigenden Zinsen die Wirtschaft. Dazu kommen hohe Energiepreise und unterbrochene Lieferketten als Folge des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine. Für 2023 sagt EECFA daher nur mehr ein BIP-Plus von 1,4 % und für 2024 eines von 2,6 % voraus. Schwächer als das BIP, nämlich um 2,1 %, wuchs im Berichtsjahr die slowenische Bauwirtschaft. 2023 soll das Plus auf 1,5 % zurückgehen, 2024 wird die Bauleistung um 0,2 % sinken. Der Wohnbau nahm 2022 mit +0,7 % noch leicht zu. Eine restriktivere Kreditvergabe und höhere Zinsen lassen die Nachfrage in diesem Segment weiter zurückgehen, sodass für 2023 ein Minus von 1,1 % und für 2024 eines von 2,0 % erwartet werden. Der sonstige Hochbau konnte 2022 um 2,1 % zulegen, vor allem wegen des großen Bedarfs an Gebäuden im Gesundheits- und Bildungsbereich, darunter die Renovierung des größten slowenischen Spitals. Sowohl EU-Gelder als auch das nationale Budget, das Gesundheit und Umwelt in den Fokus rückt, ermöglichen die Realisierung lang verzögerter Projekte. EECFA errechnet für den sonstigen Hochbau für 2023 daher ein Plus von 3,4 %, für 2024 allerdings von nur mehr 0,4 %. Der slowenische Tiefbau entwickelte sich dank einiger großer Vorhaben 2022 mit +3,1 % gut. Dazu zählen der Ausbau der Eisenbahn nach Koper sowie mehrere umfangreiche, vom EU-Wiederaufbauplan finanzierte Straßenbauprojekte. 2023 wird das Segment laut EECFA nochmals um 2,4 % wachsen, 2024 um 0,7 %. 2022 setzte der STRABAG-Konzern in Slowenien eine Leistung von € 80,66 Mio. um.

Bulgarien

¹ Alle Aktivitäten in Russland befinden sich in Abwicklung.
Die bulgarische Wirtschaft hatte sich 2021 besser als erwartet entwickelt und wuchs auch 2022 um 3,1 %. Die hohe Inflation von 12,8 % im Berichtsjahr soll zwar ab 2023 zurückgehen, doch fehlt dem Land nach vier Parlamentswahlen in weniger als zwei Jahren eine stabile Regierung. Dazu kommt die Überalterung der Gesellschaft bei sinkender Bevölkerungszahl. Für 2023 und 2024 sagt EECFA daher jeweils ein geringeres BIP-Plus von 1,1 % bzw. 2,4 % voraus. Die Situation der bulgarischen Bauindustrie hängt maßgeblich von der Inanspruchnahme von EU-Mitteln ab. Durch die politische Instabilität verzögern sich derzeit aber viele Investments. Dennoch wuchs die Bauwirtschaft 2022 um 4,3 %, insbesondere wegen des starken Rückenwinds im Wohnbau. Dieser profitierte von niedrigen Zinsen und der hohen Inflation, die Investitionen in Immobilien attraktiv machten. 2022 wuchs das Segment um 10,8 %. Der Anstieg der Bau- und Arbeitskosten, Materialengpässe sowie höhere Zinsen werden bereits 2023 zu einem geringeren Wohnbauwachstum (2,8 %) und 2024 zu einem Minus von 3,7 % führen. Der sonstige Hochbau erholte sich nach dem Rückgang in den Vorjahren und erreichte 2022 ein Plus von 3,3 %, 2023 und 2024 werden +1,4 % bzw. -0,6 % erwartet. Vor allem der Bereich Indus- triebauten und Lagerhallen boomte. Der bulgarische Tiefbau legte 2022 leicht um 1,0 % zu, für die Folgejahre sagt EECFA jeweils ein Plus von 1,8 % bzw. 3,1 % voraus. Die Entwicklung wird stark davon abhängen, wie rasch die EU-Mittel in Anspruch genommen werden können. Insgesamt werden für die bulgarische Bauindustrie für 2023 und 2024 Zuwächse von 2,0 % respektive 0,2 % prognostiziert. Der STRABAG-Konzern erwirtschaftete 2022 € 67,84 Mio. im bulgarischen Markt.

Dänemark

Die stabile dänische Volkswirtschaft befand sich Anfang 2022 in konstant guter Verfassung. Erst mit dem Ausbruch des Ukrainekrieges im Februar trübte sich die Lage ein. Auch wenn die zunehmende Inflation, gepaart mit steigenden Zinsen, hohen Energiepreisen und zahlreichen zusätzlichen Unsicherheiten in Politik und Bevölkerung, he- rausforderte, erhöhte sich das BIP auch 2022 um 2,2 %. Für 2023 sagt Euroconstruct einen leichten Abschwung (-0,3 %) voraus, für die Folgejahre wird jedoch erneut ein BIP-Plus erwartet (1,1 % bzw. 2,6 %). Die dänische Bauwirtschaft verzeichnete im Berichtsjahr nach zwei Jahren starken Wachstums einen leichten Rückgang von 0,3 %. Auch für 2023 und 2024 rechnet Euroconstruct jeweils mit einem Minus von -1,5 % bzw. -0,2 %, erst für 2025 wieder mit einem Plus (1,3 %). Unsicherheiten bestanden zum Prognosezeitpunkt hinsichtlich der Politik der neuen Regierung, die im November 2022 gewählt wurde. Das betrifft den Ausbau der Infrastruktur ebenso wie die künftige Besteuerung von Wohnimmobilien.Der dänische Wohnbau ging nach zwei Boomjahren mit zweistelligen Wachstumsraten im Jahr 2022 deutlich zurück (-1,0 %). Der Trend wird sich auch 2023 und 2024 fortsetzen (-3,9 % bzw. -1,7 %), u. a. bedingt durch Inflation, steigende Zinsen und höhere Baukosten. 2025 wird der Wohnbau dann mit +1,4 % wieder leicht anziehen. Das sanfte Wachstum im sonstigen Hochbau (2022: +0,4 %) basiert großteils auf der Errichtung von Bildungs- und Gesundheitsbauten sowie Lagergebäuden, während die Nachfrage nach Bürobauten zurückging. Auch 2023 und in den folgenden Jahren wird das Segment nur um 0,5 %, 0,9 % bzw. 1,1 % wachsen. Ähnlich entwickelte sich der dänische Tiefbau, der im Berichtszeitraum ein Plus von 0,6 % aufwies. Für 2023 und 2024 werden Zuwächse von 1,4 % und 1,7 % erwartet, für 2025 ein Plus von 1,4 %. Treiber sind u. a. Verkehrsinfrastruktur- und Windkraftprojekte sowie der Fernwärmeausbau. Die Leistung des STRABAG-Konzerns in Dänemark lag im Jahr 2022 bei € 61,49 Mio.

Italien
Die italienische Volkswirtschaft, die sich rasch von den Covid-19-Folgen erholt hat, wuchs auch 2022 um 3,3 %. Allerdings werden die Aussichten durch den Ukrainekrieg, Lieferengpässe, steigende Preise, vor allem bei Baumaterialien, und die Energieversorgungskrise deutlich getrübt. Negativ wirkt sich dabei die starke Abhängigkeit der italienischen Produktionsunternehmen von russischem Gas aus. Auch die Kaufkraft der Haushalte nimmt ab. Euroconstruct sagt für die italienische Wirtschaft daher 2023 nur ein schwaches Wachstum von 0,2 % voraus und für die Folgejahre jeweils einen Zuwachs von 1,5 % bzw. 1,3 %. Weit besser als das BIP entwickelte sich die Bauwirtschaft – mit einem Zuwachs von 12,1 % im Berichtsjahr. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Wohnbau, der nach einem Rekordergebnis von 2021 auch 2022 ein Plus von 22,5 % erwirtschaften konnte. Ausschlaggebend dafür ist der zeitlich befristete „Superbonus“ der Regierung mit höchst attraktiven Steuerboni für die energetische, ökologische und sicherheitstechnische Modernisierung von Wohngebäuden. Nach diesem Boom erwartet Euroconstruct für den italienischen Wohnbau in den Folgejahren einen drastischen Rückgang (2023: -6,0 %, 2024: -15,6 %), bevor sich dieser Trend 2025 mit -1,3 % verlangsamen sollte. Der sonstige Hochbau verzeichnete 2022 nur einen geringen Zuwachs (1,3 %). Öffentlich finanzierte Projekte wie Bildungs- und Gesundheitsbauten werden schon ab 2023 deutliche Impulse bringen. Auch die Modernisierung von Bürogebäuden sowie die Umgestaltung großflächiger urbaner Areale werden sich positiv auswirken. Für 2023 rechnet Euroconstruct für den sonstigen Hochbau mit einem Plus von 3,6 %, für 2024 und 2025 mit +5,2 % bzw. +1,1 %. Die Energiekrise, steigende Materialpreise sowie Material- und Arbeitskräftemangel unterbrachen 2022 die starke Aufwärtskurve im italienischen Tiefbau (-1,3 %). Als höchst komplex erwies sich zudem die Umsetzung des nationalen Aufbauplans PNRR. Allerdings werden gerade von diesem EU-finanzierten Plan in den Folgejahren kräftige Stimuli für das Segment erwartet. Das betrifft insbesondere die Bereiche Eisenbahnen (+40,6 %) und Telekommunikation (z. B. nationales Ultrabreitbandprojekt) sowie erneuerbare Energie. Das in der Folge prognostizierte starke Tiefbauplus von 17,9 % im Jahr 2023 wird sich 2024 und 2025 moderater fortsetzen (+5,4 % und +5,7 %). Angesichts der sehr unterschiedlichen Perspektiven in den einzelnen Segmenten errechnet Euroconstruct für die gesamte italienische Bauwirtschaft für 2023 einen leichten Anstieg von 0,6 %, für 2024 ein Minus von 6,0 % und für 2025 wieder ein leichtes Plus von 1,0 %. Die Leistung des STRABAG-Konzerns in Italien lag im Jahr 2022 bei € 20,59 Mio.

Russland
Der STRABAG-Konzern erwirtschaftete in Russland 2022 noch eine Leistung von € 58,85 Mio. STRABAG war in der Region fast ausschließlich im Hoch- und Industriebau tätig. Im März 2022 fasste der Vorstand der STRABAG SE den Entschluss, alle Aktivitäten in diesem Land abzuwickeln. ¹ Alle Aktivitäten in Russland befinden sich in Abwicklung.

AUFTRAGSBESTAND PER 31.12.2022 NACH SEGMENTEN

€ Mio. Gesamt 2022 Nord + West Süd + Ost International + Sonder-sparten Sonstiges Gesamt 2021 ▲ Gesamt % ▲ Gesamt absolut
Deutschland 11.154 9.815 211 1.116 12 10.724 4 430
Österreich 2.992 73 2.535 384 0 2.663 12 329
Vereinigtes Königreich 2.216 18 0 2.198 0 2.209 0 7
Polen 1.634 1.599 2 33 0 1.628 0 6
Tschechien 993 0 973 14 6 930 7 63
Americas 883 0 0 883 0 815 8 68
Ungarn 719 0 707 11 1 711 1 8
Rumänien 567 7 549 11 0 248 129 319
Kroatien 408 0 408 0 0 242 69 166
Italien 374 0 9 365 0 61 513 313
Slowakei 320 0 302 18 0 290 10 30
Naher Osten 256 1 13 242 0 368 -30 -112
Asien 253 0 10 243 0 272 -7 -19
Benelux 220 209 0 11 0 232 -5 -12
Sonstige europäische Länder 184 11 172 1 0 173 6 11
Schweiz 101 0 98 3 0 102 -1 -1
Schweden 98 93 0 5 0 119 -18 -21
Slowenien 95 0 95 0 0 56 70 39
Russland¹ 86 0 85 1 0 122 -30 -36
Afrika 72 0 55 17 0 107 -33 -35
Serbien 67 0 67 0 0 93 -28 -26
Bulgarien 31 0 30 1 0 178 -83 -147
Dänemark 16 16 0 0 0 158 -90 -142
Gesamt 23.739 11.842 6.321 5.557 19 22.501 6 1.238

ENTWICKLUNG DES AUFTRAGSBESTANDES

Trotz steigender Baukosten und der beschleunigten Zinswende konnte der Auftragsbestand per 31.12.2022 im Jahresvergleich um 6 % auf € 23.738,84 Mio. ausgebaut werden und lag damit nur leicht unter dem bisherigen Rekordwert zum Ende des ersten Halbjahres 2022. Insbesondere in unseren Heimmärkten Deutschland und Österreich, aber auch in Rumänien, Italien und Kroatien konnten Projekte erfolgreich akquiriert werden. Rückläufig war der Auftragsbestand in Bulgarien, Dänemark und im Nahen Osten. Zu den Zugängen im Auftragsbestand in Deutschland und Österreich zählen u. a. das nachhaltige Wohnbauprojekt Grünblick mit 340 Wohnungen in Wien, die Errichtung der Firmenzentrale der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte in Ingolstadt sowie der Ausbau des Bahnhofs Berlin-Köpenick. In Kroatien wurde der Zuschlag für die Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Zagreb und Rijeka erteilt, in Rumänien jener für den Ausbau der Autobahn A3 auf einer Länge von 15,7 km. In Chile konnten Aufträge im Wert von rd. € 283 Mio. akquiriert werden, womit STRABAG seine starke Marktposition im Mining-Geschäft in der Region weiter ausbauen konnte.

¹ Rundungsdifferenz möglich

BAUSTELLEN IM AUFTRAGSBESTAND PER 31.12.2022

Kategorie Anzahl Baustellen % der Anzahl der Baustellen Auftrags bestand € Mio.¹ % des Auftragsbestands
Kleine Aufträge (€ 0-1 Mio.) 9.866 78 1.926 8
Mittlere Aufträge (€ 1–15 Mio.) 2.230 18 4.179 18
Große Aufträge (€ 15–50 Mio.) 361 3 5.051 21
Sehr große Aufträge (>€ 50 Mio.) 154 1 12.583 53
Gesamt 12.611 100 23.739 100

Der gesamte Auftragsbestand setzt sich aus 12.611 Einzelprojekten zusammen. Davon betreffen mehr als 9.800 Projekte bzw. 78 % Kleinaufträge mit einem Volumen von je bis zu € 1 Mio., der Restanteil von 22 % entfällt auf mittlere bis sehr große Aufträge ab € 1 Mio. So sind lediglich 154 Projekte größer als € 50 Mio. Mit dieser reichlichen Anzahl an Einzelaufträgen wird gewährleistet, dass das Risiko eines einzelnen Projekts den Konzernerfolg möglichst nicht gefährdet. Die zehn größten Projekte im Auftragsbestand per 31.12.2022 summierten sich auf 21 % des Auftragsbestands.

AUSGEWÄHLTE GROSSPROJEKTE IM AUFTRAGSBESTAND PER 31.12.2022

Land Projekt Auftrags- bestand € Mio.¹ Anteil am Gesamt-auftragsbestand des Konzerns %
Vereinigtes Königreich HS2 Hochgeschwindigkeitsstrecke 1.420 6,0
Vereinigtes Königreich Woodsmith Project 723 3,1
Deutschland US-Klinik Weilerbach 703 3,0
Deutschland Central Business Tower 432 1,8
Kanada Scarborough Subway Extension Line 2 346 1,5
Deutschland Stuttgart 21, Tiefbahnhof 337 1,4
Kroatien Bahnstrecke Leskovac–Karlovac 254 1,1
Deutschland ÖPP BAB A49 220 0,9
Tschechien D1 Řikovice–Přerov 185 0,8
Deutschland A1 Lohne–Bramsche 160 0,7
Gesamt 4.780 20,3

¹ Rundungsdifferenzen möglich

Ertragslage

Der konsolidierte Konzernumsatz des Geschäftsjahrs 2022 betrug € 17.025,85 Mio. – ähnlich wie bei der Leistung wurde damit ein Plus von 11 % verzeichnet. Die Relation Umsatz/Leistung nahm im Jahresvergleich von 95 % auf 96 % leicht zu. Zum Umsatz trugen die operativen Segmente Nord + West 47 %, Süd + Ost 32 % sowie International + Sondersparten 21 % bei. Die Bestandsveränderungen betreffen hauptsächlich Immobilienprojektentwicklungen. Das Geschäft wurde weiterhin aktiv betrieben. Die Abgänge resultierten vor allem aus erfolgreichen Verkäufen und wurden durch bestehende und neue Projektentwicklungen nahezu kompensiert. Die aktivierten Eigenleistungen nahmen aufgrund der Realisierung von neuen Konzernstandorten – ausgehend von einem niedrigen Niveau – zu. Die Summe der Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen und des Personalaufwands erhöhte sich im Verhältnis zum Umsatz von 87 % auf 89 %.

AUFWAND
| € Mio. | 2022 | 2021 | ▲ % |
| :---------------------------------------- | :----------- | :---------- | :-- |
| Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen | 10.988,65 | 9.415,08 | 17 |
| Personalaufwand | 4.133,73 | 3.843,58 | 8 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 1.013,28 | 823,82 | 23 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 550,81 | 549,61 | 0 |

Nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2021, führten insbesondere geringere Ergebnisse aus Arbeitsgemeinschaften (ARGE) in der Berichtsperiode zu einer Reduktion des Ergebnisses aus Equity-Beteiligungen auf € 60,89 Mio. Das Beteiligungsergebnis, das sich aus Ausschüttungen bzw. Aufwendungen vieler kleinerer Unternehmen bzw. Finanzanlagen zusammensetzt, ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. In Summe ergab sich ein um 13 % niedrigeres Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), wenngleich dieses mit € 1.257,21 Mio. zum vierten Mal in Folge deutlich über der Marke von € 1,0 Mrd. lag; entsprechend reduzierte sich die EBITDA-Marge von 9,5 % auf 7,4 %. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen mit € 550,81 Mio. (+0,2 %) in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.# ENTWICKLUNG EBITDA UND EBITDA-MARGE

  1. 2018 bereinigt um einen nicht-operativen Aufwertungsgewinn in Höhe von € 55,31 Mio.
  2. ROCE = (Ergebnis nach Steuern + Zinsaufwand - Tax Shield-Zinsaufwand (25 %))/(ø Konzerneigenmittel + verzinsliches Fremdkapital)

Effektiver Steuersatz: 33,0 %
Ergebnis je Aktie: € 4,60

Nach einem außerordentlich hohen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vorjahr, das durch zahlreiche positive Ergebniseinflüsse in allen Segmenten geprägt war, setzte im Jahr 2022, wie erwartet, eine Normalisierung ein. Nichtsdestotrotz wurde mit € 706,40 Mio. das zweithöchste EBIT in der Konzerngeschichte erwirtschaftet. Die EBIT-Marge lag bei 4,2 % (2021: 5,9 %) und damit im Einklang mit der Zielsetzung, ab 2022 nachhaltig mindestens 4 % zu erwirtschaften. Das Zinsergebnis fiel mit € 10,67 Mio., gegenüber € -12,57 Mio. im Vorjahr, positiv aus, was vor allem auf gestiegene Zinserträge zurückzuführen ist. Das darin enthaltene Kursergebnis drehte im Jahr 2022 mit € 3,20 Mio. ebenfalls ins Plus, nachdem im Vorjahr € -3,88 Mio. berichtet wurden. Per Saldo errechnete sich ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von € 717,07 Mio. Die Ertragsteuerquote lag bei 33,0 % und damit geringfügig höher als im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern betrug € 480,13 Mio., nach € 596,40 Mio. im Jahr 2021. Auf Minderheitsgesellschafter entfiel ein Anteil am Ergebnis von € 7,68 Mio., nach € 10,69 Mio. im Vorjahr. Das Konzernergebnis lag im Jahr 2022 – aufgrund außergewöhnlich positiver Ergebniseinflüsse im Vorjahr – um 19,3 % tiefer, erreichte mit € 472,45 Mio. jedoch den zweithöchsten Wert seit Bestehen der STRABAG SE. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf € 4,60 (2021: € 5,71). Der Return on Capital Employed (ROCE)2 kam nach 10,9 % im Vorjahr nunmehr bei 9,2 % zu liegen und damit deutlich über dem mehrjährigen Durchschnitt.

ENTWICKLUNG ROCE

Vermögens- und Finanzlage

BILANZ

€ Mio. 31.12.2022 % der Bilanzsumme¹ 31.12.2021 % der Bilanzsumme¹
Langfristige Vermögenswerte 5.292,10 42 4.989,56
Kurzfristige Vermögenswerte 7.391,66 58 7.236,21
Eigenkapital 4.025,24 32 4.071,82
Langfristige Schulden 2.193,76 17 2.146,39
Kurzfristige Schulden 6.464,76 51 6.007,56
Gesamt 12.683,76 100 12.225,77

¹ Rundungsdifferenzen möglich

Die Bilanzsumme stieg im Jahresvergleich von € 12,2 Mrd. auf € 12,7 Mrd. an. Einem Anstieg der Sachanlagen – unter anderem gingen in Stuttgart Immobilien zur Erweiterung des dortigen Standortes zu – und Vorräte sowie einer leistungsbedingten Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen steht ein Rückgang der liquiden Mittel gegenüber. Das Eigenkapital blieb mit € 4.025,24 Mio. weiterhin über der Marke von € 4 Mrd., ging allerdings etwas zurück. Dieser Rückgang ergibt sich insbesondere daraus, dass die zum 31.12.2022 bestehende Erwerbsverpflichtung für eigene Aktien in Höhe von maximal 10 % des Grundkapitals (€ 399,52 Mio.) – im Zuge des zu diesem Zeitpunkt laufenden antizipatorischen Pflichtangebots – direkt von den Gewinnrücklagen abzusetzen war. Da letztlich lediglich 2,7 % eigene Aktien angekauft wurden, wird die Differenz in Höhe von € 291,31 Mio. im Jahr 2023 wieder erhöhend in die Gewinnrücklagen einzustellen sein. Somit verringerte sich die Eigenkapitalquote im Jahr 2022 auf hohem Niveau von 33,3 % auf 31,7 %.

BILANZKENNZAHLEN

31.12.2018 31.12.2019 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2022
Eigenkapitalquote (%) 31,6 31,5 33,9 33,3 31,7
Nettoverschuldung (€ Mio.) -1.218,28 -1.143,53 -1.747,23 -1.937,18 -1.927,70
Gearing Ratio (%) -33,3 -29,7 -42,5 -47,6 -47,9
Capital Employed (€ Mio.) 5.552,09 5.838,71 5.815,14 5.750,63 5.407,37

Netto-Cash-Position weiterhin bei € 1,9 Mrd.

Am 31.12.2022 wurde wie gewohnt eine Netto-Cash-Position verzeichnet, die stabil bei € 1,9 Mrd. gehalten werden konnte. Den geringeren liquiden Mitteln stand eine Reduktion der Finanzverbindlichkeiten – in Folge der Tilgung der Anleihe in Höhe von € 200 Mio. – gegenüber.

BERECHNUNG DER NETTOVERSCHULDUNG¹

€ Mio. 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2022
Finanzverbindlichkeiten 1.363,33 1.422,21 1.156,01 1.193,62 957,20
Abfertigungsrückstellung 114,68 124,68 122,55 108,36 91,38
Pensionsrückstellung 420,31 435,92 428,36 376,83 333,55
Non-Recourse-Verbindlichkeiten -730,77 -665,53 -597,20 -652,74 -607,97
Liquide Mittel -2.385,83 -2.460,81 -2.856,95 -2.963,25 -2.701,85
Gesamt -1.218,28 -1.143,53 -1.747,23 -1.937,18 -1.927,70

¹ Die berücksichtigten Non-Recourse-Verbindlichkeiten beziehen sich auf drei wesentliche Projekte. Non-Recourse-Verbindlichkeiten bei anderen PPP-Projekten sind gemessen an ihrer Höhe von untergeordneter Bedeutung und werden daher bei der Berechnung der Nettoverschuldung nicht in Abzug gebracht.

Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit verringerte sich – in Folge eines niedrigeren Cashflows aus dem Ergebnis und eines merkbaren Working Capital-Aufbaus – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von € 1.220,56 Mio. auf € 812,86 Mio. Angesichts des gestiegenen Zinsniveaus ist für die kommenden Berichtsperioden von einer deutlichen Verringerung der Anzahlungen und einem damit verbundenen Anstieg des Working Capital, der bereits im Jahr 2022 einsetzte, auszugehen. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit war insbesondere aufgrund höherer Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen – darunter die Erweiterung des Stuttgarter Standorts – erwartungsgemäß stärker negativ. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wies einen Wert von € -503,66 Mio. nach € -743,90 Mio. im Vorjahr auf. Die Reduktion der Dividendenausschüttung – nach der Zahlung einer Sonderdividende im Jahr davor – überkompensierte die Tilgung der Anleihe in Höhe von € 200 Mio.

BERICHT ÜBER EIGENE AKTIEN

Die Gesellschaft hielt zum 31.12.2022 keine eigenen Aktien.

Investitionen

STRABAG hatte für das Geschäftsjahr 2022 Netto-Investitionen (Cashflow aus der Investitionstätigkeit) in Höhe von bis zu € 550 Mio. prognostiziert. Letztendlich beliefen sich diese auf € 560,42 Mio. Die Brutto-Investitionen (CapEx) ohne Abzug etwa der Einzahlungen aus Anlagenabgängen lagen bei € 657,83 Mio. Darin enthalten sind Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ohne die nicht cash-wirksamen Zugänge von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen von € 630,52 Mio., der Erwerb von Finanzanlagen im Ausmaß von € 26,73 Mio. und € 0,58 Mio. aus Änderungen des Konsolidierungskreises. Bei den Investitionen fallen besonders die Ersatzinvestitionen im Flächengeschäft der Kernmärkte Deutschland, Österreich und Tschechien sowie die Zusatzinvestitionen im Bahnbau in unterschiedlichen Ländern ins Gewicht. Außerdem wurden im Rahmen von Großprojekten substanzielle Investitionen in eine Produktionsanlage für Tunnelsegmente in Großbritannien und in Gerätetechnik im Bereich Mining in Chile getätigt. Den Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen standen im Berichtsjahr Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen von € 550,81 Mio. gegenüber. Die Firmenwertabschreibungen zeigen sich mit € 6,70 Mio. geringfügig über dem Vorjahreswert von € 5,67 Mio.

ZUSAMMENSETZUNG CAPEX

Finanzierung/Treasury

KENNZAHLEN TREASURY

2018 2019 2020 2021 2022
Zinsen und ähnliche Erträge (€ Mio.) 38,62 30,97 27,89 26,96 50,74
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (€ Mio.) -66,05 -56,32 -48,49 -39,53 -40,07
EBIT/Zinsergebnis (x) -20,4 -23,8 -30,6 -71,3 66,2
Nettoverschuldung/EBITDA (x) -1,3 -1,0 -1,5 -1,3 -1,5

Das oberste Ziel für das Treasury Management der STRABAG SE ist die Bestandssicherung der Unternehmensgruppe durch die Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Dieses Ziel soll durch die Bereitstellung ausreichender kurz-, mittel- und langfristiger Liquidität erreicht werden. Liquidität bedeutet für die STRABAG SE nicht nur die Zahlungsfähigkeit im engeren Sinn, sondern auch die Verfügbarkeit von Avalen. Die bauoperative Tätigkeit erfordert die laufende Bereitstellung von Bietungs-, Vertragserfüllungs-, Anzahlungs- und Gewährleistungsgarantien bzw. -bürgschaften. Der finanzielle Handlungsspielraum wird damit einerseits durch ausreichende Barmittel und Barkreditrahmen, andererseits durch genügende Avalinien bestimmt. Die Steuerung der Liquiditätsrisiken ist ein zentrales Element der Unternehmensführung bei STRABAG. Liquiditätsrisiken treten in der Praxis in verschiedenen Erscheinungsformen auf: Kurzfristig müssen alle täglichen Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht bzw. in vollem Umfang gedeckt werden können. Mittelfristig ist die Liquiditätsausstattung so zu gestalten, dass kein Geschäft bzw. Projekt mangels ausreichender finanzieller Mittel oder Avale nicht oder nicht in der gewünschten Geschwindigkeit durchgeführt werden kann. Langfristig soll die ausreichende Verfügbarkeit finanzieller Mittel die Verfolgung der strategischen Entwicklungsziele ermöglichen. STRABAG hat in der Vergangenheit ihre Finanzierungsentscheidungen stets an den oben skizzierten Risikoaspekten ausgerichtet und zudem die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten so gestaltet, dass ein Refinanzierungsrisiko vermieden wird. Mit dieser Vorgangsweise konnte ein großer Handlungsspielraum erhalten werden, der gerade in einem schwierigen Marktumfeld von besonderer Bedeutung ist. Die jeweils erforderliche Liquidität wird durch eine gezielte Liquiditätsplanung bestimmt. Darauf aufbauend werden Liquiditätssicherungsmaßnahmen gesetzt und eine Liquiditätsreserve für den Gesamtkonzern definiert. Der mittel- bis langfristige Liquiditätsbedarf wird auch mit der Emission von Unternehmensanleihen gedeckt. Die STRABAG SE (bzw. ihre Vorgängergesellschaft FIMAG) war seit 2002 regelmäßig als Anleiheemittentin auf dem österreichischen Kapitalmarkt aktiv. Zuletzt wurde im Geschäftsjahr 2015 eine Tranche mit € 200 Mio., einem Kupon von 1,625 % und einer Laufzeit von sieben Jahren erfolgreich emittiert, diese Anleihe wurde 2022 zurückbezahlt. Am Ende des Jahres 2022 war keine Anleihe auf dem Markt. Die bestehende Liquidität von € 2,7 Mrd.sichert die Abdeckung der Liquiditätserfordernisse des Konzerns. Die STRABAG SE verfügt über € 8,2 Mrd. an Gesamtrahmen für Bar- und Avalkredite. In diesem Gesamtrahmen sind eine syndizierte Avalkreditlinie in Höhe von € 2,0 Mrd. und eine revolvierend ausnutzbare syndizierte Barkreditlinie von € 0,4 Mrd. mit einer jeweiligen Laufzeit bis 2026 enthalten. Darüber hinaus bestehen bilaterale Kreditlinien bei Banken. Durch eine hohe Diversifikation bei den Bar- und Avalkrediten sorgt STRABAG für einen Risikoausgleich bei der Rahmenbereitstellung und sichert ihre komfortable Liquiditätsposition ab. Im Juni 2015 hatte Standard & Poor’s (S&P) das Investment Grade-Rating für die STRABAG SE von „BBB-, Outlook Stable“ auf „BBB, Outlook Stable“ um eine Stufe angehoben; dieses Rating wurde zuletzt im August 2022 erneut bestätigt. S&P sieht die Stärken und Chancen der STRABAG SE v. a. in den stabilen Margen in einem sonst recht zyklischen Marktumfeld, dem strategischen Zugang zu Rohstoffen, den starken Marktpositionen und der hohen Reputation in den Kreditmärkten.

ZAHLUNGSVERPFLICHTUNGEN
€ Mio. | Buchwert 31.12.2022 | Buchwert 31.12.2021
------- | -------- | --------
Anleihen | 0 | 200,00
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 624,76 | 687,76
Leasingverbindlichkeiten | 332,44 | 305,85
Gesamt | 957,20 | 1.193,61

Segmentbericht

ÜBERSICHT ÜBER DIE VIER SEGMENTE IM KONZERN

Das Geschäft der STRABAG SE war 2022 in vier Segmente unterteilt: in die drei operativ tätigen Segmente Nord + West, Süd + Ost und Inter- national + Sondersparten sowie in das Segment Sonstiges, das die unternehmensinternen Zentralbereiche und Konzernstabsbereiche umfasst. Die Segmente setzen sich 2022 wie folgt zusammen¹:

NORD + WEST
Zuständigkeit im Vorstand²: Alfred Watzl
Deutschland, Polen, Benelux, Skandinavien, Spezialtiefbau
Ab dem 1.1.2023 wird das Segment Nord + West um die Schweiz erweitert. Polen wird ab dem 1.1.2023 im Segment Süd + Ost berichtet.

SÜD + OST
Zuständigkeit im Vorstand²: Alfred Watzl³
Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Südosteuropa, Schweiz, Umwelttechnik
Ab dem 1.1.2023 wird das Segment Süd + Ost um Polen erweitert. Die Schweiz wird ab dem 1.1.2023 im Segment Nord + Ost berichtet.

INTERNATIONAL + SONDERSPARTEN
Zuständigkeit im Vorstand²: Klemens Haselsteiner
Abwicklung Russland
Zuständigkeit im Vorstand²: Siegfried Wanker
International, Tunnelbau, Dienstleistungen, Immobilien Development, Infrastruktur Development, Baustoffe

SONSTIGES
Zuständigkeit im Vorstand²: Thomas Birtel, Christian Harder und Klemens Haselsteiner
Zentralbereiche, Konzernstabsbereiche

¹ Mitunter werden Leistungen in mehreren Segmenten erbracht. Im Folgenden werden die Tätigkeiten und Länder jenen Segmenten zugeordnet, in denen eine wesentliche Leistungserstellung erfolgt. Details sind aus der Tabelle ersichtlich.
² Darstellung per 31.12.2022
³ Peter Krammer legte sein Vorstandsmandat mit 12.6.2022 nieder. Alfred Watzl übernahm das Segment Süd + Ost von 13.6. bis 31.12.2022 interimistisch.

Bauvorhaben sind jeweils einem der Segmente zugewiesen (siehe Übersicht unten). Natürlich besteht die Möglichkeit, dass Projekte mehr als einem Segment zugeordnet werden. Dies ist z. B. bei PPP-Projekten der Fall, bei denen der Bauanteil im jeweiligen geografischen Segment, der Konzessionsanteil aber in der Sparte Konzessionen des Segments International + Sondersparten zu finden ist. Bei segmentübergreifenden Projekten obliegt die kaufmännische und technische Verantwortung üblicherweise jenem Segment, das den höheren Auftragswert im Projekt aufweist.

Eine Segmenteinteilung rein nach geografischen Gesichtspunkten ist wünschenswert, aber nicht immer möglich: So werden v. a. die Spezialitäten – z. B. der Tunnelbau – naturgemäß weltweit nachgefragt. Da es daher nicht möglich ist, sie einem bestimmten Land zuzuordnen, werden solche Geschäftsfelder im Segment International + Sondersparten gezeigt. Gleichzeitig finden sich in den beiden Segmenten Nord + West sowie Süd + Ost mitunter länderübergreifende Geschäftsfelder wie der Sportstättenbau. Diese werden mehrheitlich von einem dem jeweiligen geografischen Segment zurechenbaren Land aus organisiert. Mit wenigen Ausnahmen bietet STRABAG in ihren einzelnen europäischen Märkten Dienstleistungen in sämtlichen Bereichen der Bauindustrie an und deckt dabei die gesamte Bauwertschöpfungskette ab. Zu den Leistungen gehören:

Nord + West Süd + Ost International + Sondersparten
Wohnbau
Gewerbe- und Industriebau
Öffentliche Gebäude
Ingenieurtiefbau
Brückenbau
Kraftwerksbau
Straßenbau, Erdbau
Sicherungs- und Schutzbauten
Leitungs- und Kanalbau
Baustoffproduktion
Bahnbau
Wasserstraßenbau, Deichbau
Ortsplatzgestaltung, Landschaftsbau, Pflasterungen, Großflächengestaltung
Sportstättenbau, Freizeitanlagen
Spezialtiefbau
Umwelttechnik
Fertigteilproduktion
Tunnelbau
Immobilien Development
Infrastruktur Development
Betrieb/Erhaltung/Verwertung von PPP-Projekten
Property & Facility Services

SEGMENT NORD + WEST: HOHE EBIT-MARGE GEHALTEN

Das Segment Nord + West erbringt Baudienstleistungen nahezu jeglicher Art und Größe schwerpunktmäßig in Deutschland, Polen, den Benelux-Ländern und Skandinavien. Auch der Spezialtiefbau findet sich in diesem Segment. Ab dem 1.1.2023 wird das Segment Nord + West um die Schweiz erweitert. Polen wird ab dem 1.1.2023 im Segment Süd + Ost berichtet.

€ Mio. 2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Leistung 8.690,69 7.902,46 10 788
Umsatzerlöse 8.032,71 7.317,95 10 715
Auftragsbestand 11.841,89 11.628,13 2 214
EBIT 492,89 443,03 11 50
EBIT-Marge (% des Umsatzes) 6,1 6,1
Mitarbeiteranzahl (FTE) 25.693 25.430 1 263

LEISTUNG NORD + WEST

€ Mio. 2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Deutschland 7.206 6.360 13 846
Polen 1.017 1.036 -2 -19
Benelux 143 218 -34 -75
Schweden 121 101 20 20
Dänemark 56 90 -38 -34
Österreich 50 24 108 26
Vereinigtes Königreich 48 26 85 22
Rumänien 26 21 24 5
Sonstige europäische Länder 18 15 20 3
Ungarn 5 9 -44 -4
Naher Osten 1 1 0 0
Schweiz 0 1 -100 -1
Gesamt 8.691 7.902 10 789

Starker Leistungszuwachs in Deutschland

Das Segment Nord + West verzeichnete 2022 eine im Jahresvergleich um 10 % höhere Leistung von € 8.690,69 Mio. Dies ist insbesondere auf den Heimatmarkt Deutschland, sowohl was den Hoch- und Ingenieurbau als auch den Verkehrswegebau betrifft, und zu einem geringeren Teil auf den Markt Schweden zurückzuführen. Dem gegenüber stan-
den Leistungsrückgänge in Polen, den Benelux- Ländern und Dänemark. Der Umsatz stieg um 10 % auf € 8.032,71 Mio. an. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konn-
te – ausgehend von einem hohen Niveau im Vor-
jahr – um 11 % auf € 492,89 Mio. zulegen, sodass die sehr gute EBIT-Marge von 6,1 % gehalten werden konnte. Ergebnisverbesserungen waren u. a. im deutschen Hoch- und Ingenieurbau fest-
stellbar.

Auftragsbestand auf hohem Niveau leicht ausgebaut

Der bereits hohe Auftragsbestand konnte per 31.12.2022 um 2 % auf € 11.841,89 Mio. ausge-
baut werden, was im Wesentlichen auf Zuwächse im Heimatmarkt Deutschland zurückzuführen ist. Nennenswerte Zugänge zum Auftragsbestand in Deutschland sind u. a. die Errichtung der Firmen-
zentrale der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte in Ingolstadt und der Ausbau des Bahnhofs Berlin-Köpenick für den Regionalverkehr. Ein Zuwachs des Auftragsbestands war auch in Polen zu verzeichnen. Hier wird STRABAG die Schnellstraße S19 in zwei Abschnitten weiter ausbauen.

Mitarbeiteranzahl leicht gestiegen

Die Mitarbeiteranzahl nahm im gesamten Segment Nord + West um 1 % auf 25.693 FTE zu. Der Zuwachs im Heimatmarkt Deutschland konnte die Rückgänge in Polen, Dänemark, den Benelux-Ländern und Schweden mehr als ausgleichen.

Ausblick: Etwas geringere Leistung erwartet

Im Hinblick auf den hohen Auftragsbestand wird für das Jahr 2023 im Segment Nord + West trotz herausfordernder Rahmenbedingungen nur mit einem leichten Rückgang der Leistung gerechnet. Im deutschen Hochbau zeichnet sich eine Normalisierung bei den Material- und Energiepreisen auf hohem Niveau ab. Trotz dieser Preissteigerungen kommen weiterhin Projekte auf den Markt, wobei durch den Einfluss der Zinswende eine Verschiebung vom privaten zum öffentlichen Sektor bemerkbar ist. Der Verkehrswegebau verzeichnet ebenfalls einen hohen Auftragsbestand. Dies ermöglicht ein sehr selektives Vorgehen in der Angebotslegung. Trotzdem wird mit einem ähnlich hohen Leistungsniveau wie im Vorjahr gerechnet. In den Benelux-Ländern und in Skandinavien herrscht starker Verdrängungswettbewerb. Der Weg der Stabilisierung und Konsolidierung sowie das Abarbeiten von Großprojekten und der selektiven Angebotslegung wird planmäßig weiter beschritten. Unsere in der Vergangenheit eingeleite
ten strategischen und organisatorischen Veränderungen in der Schweiz zeigen erste positive Wirkungen. Der Konzern wird diesen erfolgreich eingeschlagenen Weg kontinuierlich weiter fortsetzen und ausbauen.

AUSGEWÄHLTE PROJEKTE NORD + WEST

Land Projekt Auftragsbestand € Mio. Anteil am Gesamtauftragsbestand des Konzerns %
Deutschland US-Klinik Weilerbach 703 3,0
Deutschland Central Business Tower 432 1,8
Deutschland Stuttgart 21, Tiefbahnhof 336 1,4
Deutschland ÖPP BAB A49 220 0,9
Deutschland A1 Lohne–Bramsche 160 0,7

¹ Alle Aktivitäten Russland befinden sich in der Abwicklung.

SEGMENT SÜD + OST: AUFTRAGSBESTAND LEGTE ÜBER KONZERNSCHNITT ZU

€ Mio.# SEGMENT SÜD + OST

2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Österreich 2.474 2.206 12 268
Tschechien 895 782 14 113
Ungarn 531 503 6 28
Slowakei 298 243 23 55
Rumänien 231 202 14 29
Kroatien 220 162 36 58
Schweiz 193 186 4 7
Deutschland 184 152 21 32
Serbien 143 150 -5 -7
Sonstige europäische Länder 84 110 -24 -26
Russland¹ 70 43 63 27
Slowenien 66 94 -30 -28
Bulgarien 43 68 -37 -25
Italien 10 6 67 4
Afrika 9 7 29 2
Polen 5 3 67 2
Asien 4 8 -50 -4
Naher Osten 1 4 -75 -3
Benelux 0 1 -100 -1
Gesamt 5.461 4.930 11 531

Der geografische Fokus des Segments Süd + Ost liegt auf Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, der Region Südosteuropa sowie der Schweiz. Weiters werden in diesem Segment die Umwelttechnik-Aktivitäten abgewickelt. Ab dem 1.1.2023 wird das Segment Süd + Ost um Polen erweitert. Die Schweiz wird ab dem 1.1.2023 im Segment Nord + West berichtet.

€ Mio. 2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Leistung 5.461,54 4.930,38 11 531
Umsatzerlöse 5.495,54 4.924,60 12 571
Auftragsbestand 6.320,72 5.596,97 13 724
EBIT 153,39 194,93 -21 -42
EBIT-Marge (% des Umsatzes) 2,8 4,0
Mitarbeiteranzahl (FTE) 20.625 20.685 0 -60

Leistung Süd + Ost

Deutlich höhere Leistung in Österreich und Tschechien

Die Leistung im Segment Süd + Ost konnte im ab- gelaufenen Geschäftsjahr 2022 um 11 % auf € 5.461,54 Mio. deutlich gesteigert werden. Der in absoluten Zahlen größte Leistungszuwachs wurde in unserem Heimatmarkt Österreich, gefolgt von Tschechien und Kroatien generiert. Mit wenigen Ausnahmen, u. a. Bulgarien, waren auch in den verbleibenden zentral- und osteuropäischen Länder durchwegs Leistungssteigerungen zu verzeichnen. Der Umsatz nahm um 12 % etwas stärker als die Leistung auf € 5.495,53 Mio. zu. Aufgrund von Vorsorgen und infolge einer starken Kosteninflation in Süd- und Osteuropa reduzierte sich das EBIT auf € 153,39 Mio., nach € 194,93 Mio. im Jahr 2021.

Auftragsbestand: Positive Zuwachsdynamik setzte sich fort

Der Auftragsbestand per 31.12.2022 lag mit € 6.320,72 Mio. um 13 % deutlich höher als zum Stichtag im Jahr davor. Die größten Zugänge im Orderbuch konnten in Rumänien, Österreich und Kroatien generiert werden. Zu nennen sind hier der Ausbau der rumänischen Autobahn A3, der Bau des nachhaltigen Wohnbauprojekts Grünblick mit 340 Wohnungen in Wien oder die Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Zagreb und Rijeka. Mit Ausnahme von Bulgarien und Serbien zeigten sich auch in den übrigen Märkten Zuwächse im Auftragsbestand. Das Auftragsvolumen in der Schweiz blieb nahezu stabil, jenes in Russland reduzierte sich infolge der Abwicklung des dortigen Geschäfts deutlich.

Mitarbeiteranzahl blieb konstant

Der Mitarbeiterstand blieb mit 20.625 FTE im Jahresvergleich nahezu konstant. Im Einklang mit der höheren Leistung stieg die Mitarbeiteranzahl v. a. in Österreich und Ungarn an. Rückgänge waren insbesondere in Bulgarien und der Slowakei zu verzeichnen.

Ausblick: Uneinheitliche Tendenzen

Für das Gesamtjahr 2023 wird für das Segment Süd + Ost von einer im Jahresvergleich stabilen Leistung ausgegangen. Aufgrund des guten Auftragsbestands ist in Österreich im Jahr 2023 erneut von einer soliden Leistung auszugehen, sowohl im Hochbau als auch im Verkehrswegebau. Angesichts deutlich gestiegener Baukosten und Zinsen ist im Hochbau künftig jedoch mit einer reduzierten Nachfrage nach Wohnbauprojekten zu rechnen. Diese sollte teilweise durch Sonderbauten, beispielsweise im Gesundheits-, Sport- und Bildungssektor, kompensiert werden können. Die zunehmende Stabi-lisierung der Energie- und Subunternehmerpreise auf hohem Niveau sollte einen positiven Effekt auf die Ergebnisentwicklung haben.

Die polnische Wirtschaft ist stark von den Auswirkungen der russischen Aggression in der Ukraine betroffen und weist eine vergleichsweise hohe Inflationsrate auf. Stark gestiegene Energie- und Rohstoffpreise sowie steigende Zinssätze beeinflussen die gesamte Wirtschaft, einschließlich des Bau- und Immobiliensektors. Von der EU-Kommission zurückgehaltene Strukturfördermittel verzögern geplante Investitionen, insbesondere im Bahnbau sowie im Energie- und Umweltsektor. Trotz vereinbarter Preisgleitklauseln mit Auftraggebern der öffentlichen Hand ist davon auszugehen, dass die massiv gestiegenen Inputkosten nicht zur Gänze ausgeglichen werden können.

Die ungarische Wirtschaft leidet stark unter der hohen Inflation, der Schwäche des Forint und der eingefrorenen Fördermittel aus mehreren EU-Programmen. Dies reduziert die Bauleistung des Landes insbesondere im Infrastrukturbereich wesentlich. Großprojekte wie der Bahnbau zwischen Budapest und Belgrad werden daher eher eine Ausnahme bleiben. Positiv hervorzuheben sind Aufträge im privaten Sektor sowie von Seiten der hier produzierenden deutschen Automobilindustrie und ihrer Zulieferer.

Der tschechische Verkehrswegebau ist von verstärktem Wettbewerb geprägt. Das hohe Zinsniveau könnte zu Rückgängen im Hochbau, allen voran im Wohnungsbau, führen. Investitionen in Industrie- und Logistikkomplexe zeigen bisher noch keine wesentlichen Veränderungen. STRABAG geht aufgrund des komfortablen Auftragsbestands in Tschechien von einem soliden Beitrag dieses Marktes zur Konzernleistung 2023 aus.

In der Slowakei scheint sich die Anzahl der von der öffentlichen Hand im Verkehrswegebau ausgeschriebenen Projekte wieder zu erhöhen, während im Hochbau – trotz des herausfordernden Umfelds – von einer stabilen Leistung ausgegangen wird. Vorgezogene Wahlen im Herbst dieses Jahres könnten sich positiv auf die Dynamik im Bauwesen auswirken. Gebremst wird die Entwicklung von den stark gestiegenen Personalkosten, die die bereits sehr hohe Inflation weiter ankurbeln.

In den Märkten Südosteuropas sollten auch 2023 vermehrt neue Projekte auf den Markt kommen. In Rumänien beteiligt sich STRABAG derzeit an Ausschreibungen für Projekte im Verkehrswegebau; im Hochbau nehmen öffentliche Ausschreibungen für Krankenhäuser und Militäreinrichtungen zu. In Kroatien bieten mit EU-Mitteln finanzierte Infrastrukturprojekte Chancen für STRABAG, ebenso der Tourismusbereich. Private Investoren konzentrieren sich hier auf den Bau von Logistikzentren und Wohnbauprojekten. In Slowenien bieten sich im Infrastrukturbereich Chancen, während im Hochbau vor allem der Industriebau boomt. In Serbien, Nordmazedonien und Montenegro ist der Druck durch Unternehmen aus China, den USA, der Türkei oder Aserbaidschan stark zu spüren – eine Herausforderung, die die gesamte Region prägt.

AUSGEWÄHLTE PROJEKTE SÜD + OST

Land Projekt Auftragsbestand € Mio. Anteil am Gesamtauftragsbestand des Konzerns %
Kroatien Bahnstrecke Leskovac–Karlovac 254 1,1
Tschechien D1 Řikovice–Přerov 185 0,8
Rumänien Flughafen Mihail Kogălniceanu 145 0,6
Tschechien U-Bahn Pankrác–Olbrachtova 135 0,6
Ungarn Bahnstrecke Békéscsaba–Lökösháza 126 0,5

SEGMENT INTERNATIONAL + SONDERSPARTEN: SCHWANKUNGEN IM PROJEKTGESCHÄFT

€ Mio. 2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Leistung 3.445,12 3.161,46 9 284
Umsatzerlöse 3.479,97 3.039,14 15 441
Auftragsbestand 5.556,81 5.268,22 5 289
EBIT 91,95 272,08 -66 -180
EBIT-Marge (% des Umsatzes) 2,6 9,0
Mitarbeiteranzahl (FTE) 20.405 20.610 -1 -205

Das Segment International + Sondersparten umfasst zum einen den Bereich Tunnelbau, zum anderen wird das Konzessionsgeschäft, insbesondere im Verkehrswegebau, weltweit betrieben. Im Vereinigten Königreich und in Chile werden – ausgehend vom Tunnelbau – landesspezifisch angepasste Leistungsspektren angeboten. Ungeachtet des Standorts sind auch alle Baustoffaktivitäten – mit Ausnahme von Asphalt – mit einem dichten Netzwerk an Produktionsbetrieben Teil dieses Segments. Das Immobiliengeschäft, das sich von der Projektentwicklung, Planung und Errichtung bis hin zum Betrieb und zum Property & Facility Services-Geschäft erstreckt, komplettiert die breite Leistungspalette. Darüber hinaus bündelt STRABAG den Großteil der sonstigen Leistungen in außereuropäischen Ländern in diesem Segment.

LEISTUNG INTERNATIONAL + SONDERSPARTEN

€ Mio. 2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Deutschland 924 906 2 18
Americas 556 479 16 77
Vereinigtes Königreich 530 364 46 166
Österreich 386 435 -11 -49
Naher Osten 250 198 26 52
Tschechien 185 159 16 26
Asien 132 137 -4 -5
Ungarn 127 120 6 7
Polen 90 107 -16 -17
Rumänien 56 40 40 16
Slowakei 52 42 24 10
Afrika 38 28 36 10
Benelux 33 13 154 20
Schweden 29 18 61 11
Kroatien 18 13 38 5
Slowenien 15 10 50 5
Italien 11 52 -79 -41
Bulgarien 10 6 67 4
Sonstige europäische Länder 8 9 -11 -1
Dänemark 5 18 -72 -13
Serbien 2 3 -33 -1
Schweiz 2 2 0 0
Russland¹ -14 2 n. a. -16
Gesamt 3.445 3.161 9 284

Deutliches Umsatzplus

Im Segment International + Sondersparten wurde 2022 eine um 9 % höhere Leistung von € 3.445,12 Mio. erwirtschaftet. Zurückzuführen ist dies hauptsächlich auf die fortlaufende Abarbeitung von Großaufträgen im Vereinigten König- reich, in Chile und dem Nahen Osten. Der Umsatz stieg mit einem Plus von 15 % stärker als die Leistung auf € 3.479,97 Mio. an. Das Segment ist aufgrund von Großprojekten regelmäßigen Schwankungen ausgesetzt. Insofern trugen u. a. die Diversifizierung des Facility Management- Portfolios und das Infrastruktur Development- Business positiv zum Ergebnis bei, konnten Belastungen im volatilen internationalen Projektgeschäft jedoch nicht ausgleichen. Demnach kam es – nach einem außerordentlich hohen Anstieg im Vorjahr – nunmehr zu einer EBIT-Reduktion auf € 91,95 Mio., sodass sich die EBIT-Marge von 9,0 % auf 2,6 % verringerte.

Italien und Region Americas treiben Auftragsbestand

Der Auftragsbestand stieg per 31.12.2022 gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitpunkt um 5 % auf € 5.556,81 Mio. Wie bereits im Halbjahr 2022 berichtet, trug Italien dank eingeworbener Aufträge im Verkehrswegebau und in der Straßenerhaltung hauptsächlich zur Steigerung des Auftragsbestands bei. Zusätzlich konnte mit der Errichtung von 140 Windparkfundamenten in Chile ein neues Geschäftsfeld erschlossen werden. Einen deutlichen Rückgang gab es im Nahen Osten.# Mitarbeiteranzahl leicht verringert

Alle Aktivitäten in Russland befinden sich in der Abwicklung. Angesichts der relativen Größe der einzelnen Projekte im Segment International + Sondersparten schwankt die Mitarbeiteranzahl in den unterschiedlichen Ländern sehr stark. Insgesamt reduzierte sich der Personalstand um 1 % auf 20.405 FTE. Dieser Rückgang steht u. a. im Zusammenhang mit der absehbaren Fertigstellung der Tunnelbauarbeiten des Megaprojekts Wasserkraftwerk Alto Maipo in Chile. Im Vereinigten Königreich dagegen wurde Personal aufgestockt, bedingt durch die Realisierung der Hochgeschwindigkeitsstrecke HS2 und des Woodsmith Project.

Ausblick: Leistungsplus in herausforderndem Umfeld erwartet

Für das Gesamtjahr 2023 wird für das Segment International + Sondersparten von einer höheren Leistung als im Vorjahr ausgegangen. Diese Prognose ist gut durch den hohen Auftragsbestand belegt. Das Tunnelbau-Geschäft ist aufgrund der Größe der Projekte von ständiger Volatilität geprägt. Global gesehen ist insbesondere in Metropolregionen eine steigende Nachfrage zu erkennen. Zudem setzen Minenkonzerne verstärkt auf eine Erschließung über Tunnel. Während sich die Anzahl der auf Tunnelbau-Großprojekte spezialisierten Baukonzerne weltweit zu verringern scheint, bleibt die Wettbewerbsintensität in der DACH-Region unverändert hoch. Angesichts deutlich größer werdender Projekte nimmt die Betrachtung des Risikoprofils einen höheren Stellenwert ein.

Im internationalen Geschäft werden insbesondere die Märkte in Großbritannien und Kanada weiterhin mit Interesse verfolgt. Die Nachfrage nach Baudienstleistungen sollte im Nahen Osten weiterhin gegeben sein, solange der Ölpreis auf erhöhtem Niveau verbleibt. Chile bietet Chancen im Mining-Geschäft und für Bauleistungen für erneuerbare Energie, während der Fokus in Mittelamerika und Kolumbien auf Infrastrukturprojekten liegen wird. In Afrika wird STRABAG in selektivem Ausmaß Projekte prüfen, wenngleich die lokalen Gegebenheiten sehr herausfordernd bleiben.

Der Bereich Property & Facility Services blickt in Folge laufender Digitalisierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen positiv in die Zukunft. Nachdem ein nicht unwesentlicher Anteil von CO2-Emissionen auf den Gebäudebetrieb zurückzuführen ist, gewinnt dieses Geschäftsfeld in der Baubranche zunehmend an Bedeutung. STRABAG PFS ist bestrebt, in Deutschland, Österreich und Polen – organisch und mit Zukäufen – zu wachsen.

Im Infrastruktur Development-Bereich bietet STRABAG in allen europäischen Ländern Infrastruktur-Leistungen an. Am stärksten werden diese derzeit in Deutschland nachgefragt, insgesamt bleibt die Anzahl der ausgeschriebenen Projekte jedoch in überschaubarem Ausmaß. Mittel- und Südamerika könnten sich künftig bei Straßenkonzessionen als interessant erweisen.

Das Immobilien Development wird von anhaltend hohen Baupreisen und durch die eingeleitete Zinswende belastet. Grundstücksakquisitionen, Material und Nachunternehmerleistungen sowie Störungen in den Lieferketten bedürfen einer sorgfältigen Steuerung. Die in der Vergangenheit sehr umsichtige Marktbearbeitung von STRABAG Real Estate könnte sich im derzeitigen Umfeld als Stärke herausstellen. STRABAG Real Estate profitiert von der robusten Entwicklung im Wohnbau. Büroimmobilien hingegen könnten sich aufgrund der konjunkturellen Entwicklung und des Home-Office-Trends insgesamt schwächer entwickeln. Durch ihre hohe Entwicklungs- und Umsetzungskompetenz von anspruchsvollen Nachhaltigkeits- und New-Work-Konzepten erwartet STRABAG Real Estate in dieser Asset-Klasse Wettbewerbsvorteile.

Auch das Baustoffgeschäft zeigt in Summe eine zufriedenstellende Tendenz. Der Anteil dieses Geschäfts an der Gesamtleistung des Konzerns beläuft sich auf 7 %. Gerade in Zeiten angespannter Lieferketten erweist sich dieses Segment als strategischer Vorteil im Konzern. In der aktuellen Situation erfüllen das dichte Netz der Baustoffbetriebe und der baustoffbasierenden Dienstleistungen wichtige Funktionen der Eigenversorgung und erhöhen somit die Wettbewerbsfähigkeit.

Land Projekt Auftragsbestand € Mio. Anteil am Gesamtauftragsbestand des Konzerns %
Vereinigtes Königreich HS2 Hochgeschwindigkeitsstrecke 1.419 6,0
Vereinigtes Königreich Woodsmith Project 723 3,1
Kanada Scarborough Subway Extension Line 2 346 1,5
Chile Candelaria Norte 2022 156 0,7
Chile El Teniente Hauptversorgungstunnel 115 0,5

AUSGEWÄHLTE PROJEKTE INTERNATIONAL + SONDERSPARTEN

SEGMENT SONSTIGES WEIST SERVICEBETRIEBE UND STABSBEREICHE AUS

In diesem Segment werden die unternehmensinternen Zentralbereiche und Konzernstabsbereiche ausgewiesen.

€ Mio. 2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Leistung 138,12 134,62 3 4
Umsatzerlöse 17,64 16,85 5 1
Auftragsbestand 19,42 7,53 158 12
EBIT 1,00 0,69 45 0
EBIT-Marge (% des Umsatzes) 5,7 4,1
Mitarbeiteranzahl (FTE) 7.017 6.881 2 136

Risikomanagement

Die STRABAG-Gruppe steht im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit einer Vielzahl von Risiken und Chancen gegenüber. Diese werden durch ein proaktives Risikomanagement systematisch erhoben, bewertet und im Rahmen einer adäquaten Risikomanagementpolitik konsequent und zielorientiert gesteuert. Diese Risikomanagementpolitik ist ein integrierender Bestandteil des Managementsystems und beschreibt festgelegte Prinzipien und Zuständigkeiten für das Risikomanagement sowie den Umgang mit den wesentlichen Risikokategorien.

RISIKOMANAGEMENT ALS KERNAUFGABE DES MANAGEMENTS

Risikomanagement ist eine Kernaufgabe des Managements. Die Risikoidentifizierung und Risikobewertung wird von der jeweils zuständigen Managementebene verantwortet. In den Risikosteuerungsprozess eingebunden sind unser integriertes Qualitätsmanagementsystem, unterstützende Zentralbereiche und Konzernstabsbereiche mit technischen, rechtlichen und administrativen Dienst- bzw. Beratungsleistungen und die interne Revision als neutrale und unabhängige Prüfinstanz. Die Verantwortung für die Umsetzung des projektbezogenen Risikomanagementsystems in den Unternehmensbereichen wurde den kaufmännischen Unternehmensbereichsleitungen übertragen. Der Zentralbereich Projektbezogenes Risikomanagementsystem/Systementwicklung/Internationale BRVZ-Koordination steuert die kontinuierliche Verbesserung und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems für die Beschaffung und Ausführung von Bauprojekten. Alle Führungskräfte von STRABAG sind im Rahmen der ihnen gestellten Aufgabe sowie gemäß Geschäftsordnung und relevanten Konzernregelungen verpflichtet, mit den Mitarbeiter:innen Maßnahmen zur Risikoerkennung zu setzen, die Risiken zu überwachen, zur Abwehr notwendige Gegenmaßnahmen einzuleiten und relevante Informationen über Risiken an andere Stellen bzw. Ebenen im Unternehmen weiterzuleiten. Insbesondere diese Informationspflicht gilt für alle Mitarbeiter:innen des STRABAG-Konzerns. Es ist durch den STRABAG SE-Vorstand grundsätzlich untersagt, Geschäfte einzugehen, deren Realisation existenzielle Risiken bergen könnte.

RISIKOBEWÄLTIGUNG ANHAND VON DEFINIERTEN RISIKOKATEGORIEN

Im Rahmen der konzerninternen Risikoberichterstattung wurden folgende wesentliche Risikokategorien definiert:

  • Externe Risiken
  • Betriebliche und technische Risiken
  • Finanzwirtschaftliche Risiken
  • Ethische Risiken
  • Personalrisiken
  • IT-Risiken
  • Beteiligungsrisiken
  • Rechtliche Risiken
  • Politische Risiken

Des Weiteren bestehen Risiken etwa hinsichtlich der Bereiche Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Qualität, Business Continuity und Lieferkette. Unser Risikomanagementsystem ist in Anlehnung an ISO 31000 und an das Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) in unser Integriertes Managementsystem eingebunden. Mit den von uns identifizierten Risiken gehen wir wie folgt um:

EXTERNEN RISIKEN WIRD DURCH DIVERSIFIKATION BEGEGNET

Die gesamte Bauindustrie ist zyklischen Schwankungen unterworfen und reagiert regional und nach Sektoren unterschiedlich stark. Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, die Entwicklung der Baumärkte, die Wettbewerbssituation, aber auch die Verhältnisse auf den Kapitalmärkten und die technologischen Veränderungen am Bau können zum Entstehen von Risiken führen. Diese Risiken werden von den zentralen Fachbereichen und den operativen Einheiten kontinuierlich beobachtet und überwacht. Veränderungen bei den externen Risiken führen zu Anpassungen in der Organisation, in der Marktpräsenz und der Angebotspalette von STRABAG sowie zur Adaptierung der strategischen bzw. operativen Planung. STRABAG begegnet dem Marktrisiko durch geografische und produktbezogene Diversifizierung, um den Einfluss eines einzelnen Marktes bzw. der Nachfrage nach bestimmten Dienstleistungen auf den Unternehmenserfolg möglichst gering zu halten.

BETRIEBLICHE UND TECHNISCHE RISIKEN DURCH VORGABE VERBINDLICHER MINDESTSTANDARDS REDUZIEREN

Hierzu zählen in erster Linie die komplexen Risiken rund um Auftragsauswahl und Auftragsabwicklung mit den je Bauvorhaben zu beurteilenden technischen Risiken, wie z. B. Baugrund, Geologie, Bauverfahren, Technologie, Baumaterialien, Geräte, Planung, Arbeitsvorbereitung etc. Integrierender Bestandteil des projektbezogenen Risikomanagementsystems sind konzernweit gültige Mindeststandards für die Beschaffung und Ausführung von Bauprojekten (Common Project Standards). Darin enthalten sind klar definierte Kriterien für die Beurteilung neuer Projekte, ein standardisierter Prozess für die Erstellung und Abgabe von Angeboten sowie integrierte interne Kontrollsysteme, die als Filter dienen, um Verlustprojekte zu vermeiden. Zustimmungspflichtige Geschäftsfälle werden entsprechend den internen Geschäftsordnungen analysiert und genehmigt. Abhängig vom Risikoprofil müssen Angebote durch interne Kommissionen analysiert und auf technische wie wirtschaftliche Plausibilität geprüft werden. Als Ansprechpersonen für die Beurteilung technischer Risiken sowie zur Erarbeitung von innovativen Lösungsansätzen zu technischen Problemstellungen stehen dem Bau- bzw.# Projektteam Expert:innen der Zentralbereiche BMTI, TPA, ZT und SID beratend zur Verfügung. Die Auftragsabwicklung wird vom Bau- bzw. Projektteam vor Ort gemäß dokumentierten Verfahren gesteuert und darüber hinaus durch monatliche Soll-Ist-Vergleiche kontrolliert. Parallel dazu erfolgt eine permanente kaufmännische Begleitung des Projekts durch das zentrale Controlling. Damit wird gewährleistet, dass die Risiken einzelner Projekte keinen bestandsgefährdenden Einfluss gewinnen.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN: AKTIVES LIQUIDITÄTS- UND FORDERUNGSMANAGEMENT BETREIBEN

Hierunter versteht STRABAG Risiken im Finanz- und Rechnungswesen einschließlich von Manipulationsvorgängen. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Liquiditäts- und Forderungsmanagement, das durch laufende Finanzplanung und tägliche Statusberichte gesichert wird. Die Einhaltung der internen kaufmännischen Richtlinien wird durch die zentralen Fachbereiche Rechnungswesen und Controlling sichergestellt, die ferner das interne Berichtswesen und den periodischen Planungsprozess verantworten. Risiken aus eventuellen Manipulationsvorgängen (Vorteilnahme, Betrug, Täuschung und sonstige Gesetzesverstöße) werden von den zentralen Bereichen im Allgemeinen und der internen Revision im Besonderen verfolgt.

STRABAG unterliegt hinsichtlich ihrer Vermögens-werte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen Zins-, Währungsänderungs-, Kredit- und Liquiditätsrisiken. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch laufende finanzorientierte Aktivitäten zu begrenzen. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden durch den Konzernvorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Die Umsetzung dieser Finanzpolitik sowie das laufende Risikomanagement obliegen dem Konzern-Treasury. Detaillierte Angaben dazu sind im Konzernanhang unter Punkt 35 Finanzinstrumente angeführt.

ETHISCHEN RISIKEN WIRD MIT ETHIK BUSINESS COMPLIANCE SYSTEM BEGEGNET

Da Korruption und wettbewerbsbeschränkende Verhaltensweisen Risiken in der Bauwirtschaft darstellen, wurden bei STRABAG bewährte Instrumente zu ihrer Bekämpfung implementiert. Die Regeln in Bezug auf korrektes Verhalten im Ge-schäftsalltag werden über das STRABAG Ethik Business Compliance System transportiert. Diese haben konzernweite Gültigkeit. Das Business Compliance-Modell von STRABAG stützt sich auf das Business Compliance Management-System (BCMS) mit ergänzenden Geschäftsanweisungen, den Code of Conduct sowie auf die zur Durchsetzung festgelegte personelle Struktur, bestehend aus dem Chief Compliance Officer, den Corporate Business Compliance Officers, den Regional Business Compliance Officers sowie den internen Ombudsleuten und dem externen Ombudsmann. Details zu den ethischen Risiken sind im Konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht nach § 267a UGB zu finden.

PERSONALRISIKEN: GEGENSTEUERUNG MIT ZENTRALER PERSONALVERWALTUNG UND BEDARFSORIENTIERTER PERSONALENTWICKLUNG

Wesentlichen Personalrisiken, wie Engpässen bei der Personalbeschaffung, Fachkräftemangel, Fluktuation sowie arbeitsrechtlichen Risiken, wird mit einer zentralen Personalverwaltung und einer nachhaltigen, bedarfsorientierten Personalentwicklung gegengesteuert. Durch gezieltes Recruiting qualifizierter Fach- und Führungskräfte, umfassende Weiterbildungsmaßnahmen, eine leistungsgerechte Vergütung mit verbindlicher Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorgaben und eine frühzeitige Nachfolgeplanung sollen Personalrisiken weitgehend reduziert werden. Darüber hinaus wird die Entwicklungs- und Karriereplanung der Mitarbeiter:innen über ein systematisches Potenzialmanagement gefördert. Ergänzende Initiativen zur betrieblichen Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter:innen sowie Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und der Mitarbeiterzufriedenheit sollen zu Attraktivität und Ansehen des Unternehmens beitragen. Details zu den Personalrisiken sind im Konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht nach § 267a UGB zu finden

IT-RISIKEN: IT-NUTZUNGSRICHTLINIEN UND KONTINUIERLICH ÜBERPRÜFTE SICHERHEITSKONZEPTE ZUR ABWEHR VON CYBERKRIMINALITÄT

Aufgrund zunehmender Bedrohungen durch IT-Risiken werden verschiedene Maßnahmen in Form von mehrstufigen Sicherheits- und Antivirenkonzepten, der Vergabe von Zugriffsrechten, Zugangskontrollsystemen mit Passwort-Policy, zweckmäßigen Datensicherungen und einer unabhängigen Energieversorgung umgesetzt. Darüber hinaus arbeitet der Konzern zur effizienten Abwehr von Cyberkriminalität mit professionellen Spezialdienstleistungsunternehmen zusammen und überprüft die Sicherheitskonzepte kontinuierlich. Die Vorgabe von Richtlinien zur Nutzung der Informationstechnologie sowie die wiederholte Aufklärung betreffend den erforderlichen risikobewussten Umgang mit Informations- und Kommunikationsmedien sollen die Sicherheit, Verfügbarkeit, Performance und Compliance von IT-Systemen gewährleisten. Projektideen zur Verbesserung und Weiterentwicklung IT-bezogener Prozesse und Kontrollsysteme werden durch Zusammenarbeit der Zentralbereiche SID und BRVZ- Informationstechnologie evaluiert und aufbereitet.

BETEILIGUNGSRISIKEN: BRANCHENÜBLICHE MINDERHEITSBETEILIGUNGEN AN MISCHWERKEN

Die Anteile an Mischwerksgesellschaften sind typischerweise und branchenüblichMinder-heitsbeteiligungen, bei denen der Verbundeffekt im Vordergrund steht.

RECHTLICHE RISIKEN ÜBER UMFASSENDE RISIKOANALYSE VERMEIDEN

Der Zentralbereich CML Construction Services unterstützt das Risikomanagement der operativen Einheiten durch bauwirtschaftliche bzw. baubetriebliche Betreuung in allen Projektphasen (Contract Management) sowie juristische Beratung bzw. deren Organisation und Koordination (Legal Services). Zu den wesentlichen Aufgaben zählen dabei die umfassende Prüfung und Beratung bei der Projektakquisition – u. a. Analyse und Klärung von Ausschreibungsbedingungen, Leistungsbeschreibungen, vorvertraglichen Vereinbarungen, Vergabeunterlagen, Vertragsentwürfen und Rahmenbedingungen sowie die Unterstützung bei der Projektabwicklung.

POLITISCHES RISIKO: UNTERBRECHUNGEN UND ENTEIGNUNGEN DENKBAR

Der Konzern ist u. a. in Ländern tätig, die Schauplätze politischer Instabilität sind. Unterbrechungen der Bautätigkeit sowie Restriktionen auf Eigentum ausländischer Investor:innen bis hin zur Enteignung könnten die Folge politischer Veränderungen sein und sich auf die finanzielle Struktur des Konzerns auswirken. Diese Risiken werden in der Angebotsphase analysiert und von internen Kommissionen bewertet.

MANAGEMENTSYSTEM FÜR ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEITSSCHUTZ IM EINSATZ

Um die Risiken rund um die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter:innen zu beherrschen, setzt STRABAG ein Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem gemäß ISO 45001 und/oder SCC um, hält dieses aufrecht und sorgt für eine geeignete Notfallorganisation. Eigens benannte Verantwortliche und Beauftragte stellen sicher, dass konzernweite Arbeitssicherheitsstandards berück-sichtigt werden. 2020 und 2021 waren hier besonders die länderspezifischen Sicherheits- und Hygienevorschriften im Zusammenhang mit Covid-19 umzusetzen. Die Infektionszahlen konnten durch die strenge Umsetzung in den meisten Konzernländern auf sehr niedrigem Niveau gehalten werden. Die Aspekte Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz fließen auch in die Bewertung von Nachunternehmen und Lieferfirmen ein. Details zu den Risiken rund um die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter:innen sind im Konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht nach § 267a UGB zu finden.

ZERTIFIZIERTES UMWELT- UND ENERGIEMANAGEMENTSYSTEM ANGESTRABAG

STRABAG setzt sich dafür ein, die negativen Umweltauswirkungen ihrer Tätigkeit zu verringern, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich tragbar ist. Sie setzt ein Umwelt- und Energiemanagementsystem in Anlehnung an ISO 14001 oder EMAS, ISO 50001 oder gleichwertig um, hält es aufrecht und versucht - wo immer möglich - den Verbrauch von natürlichen Ressourcen zu minimieren, Abfälle zu vermeiden und die Wiederverwertung zu fördern. Details zu den Umweltrisiken sind im Konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht nach § 267a UGB zu finden. Risiken aus den Auswirkungen des Klimawandels sind im Konzernanhang dargestellt.

QUALITÄTSMANAGEMENT ALS BESTANDTEIL DES INTEGRIERTEN MANAGEMENTSYSTEMS

In Übereinstimmung mit seiner Vision und seinen Werten ist es das Ziel des Konzerns, Bauvorhaben termin- und qualitätsgerecht sowie zum besten Preis zu realisieren. Die Qualität der Prozesse, Leistungen und Produkte des Unternehmens ist somit jederzeit sicherzustellen. Dafür kommt ein Qualitätsmanagement als Bestandteil eines Integrierten Managementsystems zum Einsatz. Dieses System ist im Managementhandbuch, in Konzernrichtlinien und in nachrangigen Regelungen dokumentiert.

BUSINESS CONTINUITY: KONSEQUENTE EINBINDUNG KONZERNEIGENER ZENTRALBEREICHE

Der Ausfall von Maschinen und Produktionsanlagen, von Nachunternehmen und Lieferfirmen, von Personal, des IT-Systems oder von Bürogebäuden und Unterkünften darf die Existenz des Konzerns nicht gefährden. Daher werden im Rahmen eines Business Continuity-Managementsystems Vorkeh-rungen getroffen, dass bei Vorfällen oder Katastrophen die Geschäftstätigkeit – wenn überhaupt – nur temporär unterbrochen wird. Dazu zählt die konsequente Einbindung der konzerneigenen spezialisierten Zentralbereiche. Sie können z. B. kurzfristig Maschinen, Ersatzunterkünfte, IT-Systeme oder Personal beschaffen, bauen langjährige strategische Partnerschaften mit ausgesuchten Nachunternehmen und Lieferfirmen auf und lassen Notfallszenarien im IT-Bereich auditieren.

BEWERTUNGEN VON PARTNERFIRMEN, UM RISIKEN IN DER LIEFERKETTE ZU VERRINGERN

Im Interesse von Qualität und Wirtschaftlichkeit bezieht STRABAG bei der Bearbeitung ihrer Aufträge neben den eigenen Kompetenzen und Ressourcen auch ausgesuchte, erprobte Nachunternehmen und Lieferfirmen mit ein.# BERICHT ÜBER WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Einleitung

Als Basis zur Beschreibung der wesentlichen Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess im Lagebericht dient die Struktur des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO). Das COSO-Rahmenwerk setzt sich aus fünf miteinander in Beziehung stehenden Komponenten zusammen: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Im STRABAG-Konzern wurde ein unternehmensweites Risikomanagement nach allgemein anerkannten Grundsätzen eingerichtet. Ziel des Internen Kontrollsystems ist es, das Management so zu unterstützen, dass es in der Lage ist, effektive und sich ständig verbessernde interne Kontrollen hinsichtlich der Rechnungslegung zu gewährleisten. Es ist einerseits auf die Einhaltung von Richtlinien und Vorschriften und andererseits auf spezifische Kontrollmaßnahmen in den Schlüsselprozessen des Rechnungswesens ausgerichtet.

Kontrollumfeld

Die Unternehmenskultur bestimmt das Kontrollumfeld, in dem das Management und die Mitarbeiter:innen operieren. STRABAG arbeitet aktiv an der Verbesserung der Kommunikation und der Vermittlung ihrer Grundwerte, die auch in ihrem Code of Conduct sowie im Business Compliance Management-System (BCMS) verankert sind. Dadurch will sie Moral, Ethik und Integrität im Unternehmen und im Umgang mit anderen sicherstellen.

Die Implementierung des Internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungs-prozess erfolgt auf Basis von internen Richtlinien und Vorschriften. Die Verantwortlichkeiten dafür wurden an die Unternehmensorganisation angepasst. Es ist die Aufgabe der internen Revision, die Einhaltung der Gesetze und unternehmensweiter Richtlinien im technischen und kaufmännischen Bereich durch periodische, angekündigte wie auch unangekündigte Überprüfungen aller relevanten Geschäftsfelder sowie die Funktionsfähigkeit der Business Compliance zu überwachen. Bei diesen Überprüfungen analysiert die interne Revision die Rechtmäßigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Handlungen. Sie überprüft unabhängig und regelmäßig auch im Bereich des Rechnungswesens die Einhaltung der internen Vorschriften. Der Leiter der internen Revision berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Die angemessene Funktionsfähigkeit der internen Revision wird periodisch durch die Abschlussprüferin beurteilt. Die letzte Überprüfung wurde für das Geschäftsjahr 2019 durchgeführt.

Risikobeurteilung

Das Management erhebt und überwacht die Risiken in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess. Der Fokus liegt dabei auf jenen Risiken, die typischerweise als wesentlich zu betrachten sind. Für die Erstellung des Abschlusses müssen regelmäßig Prognosen getroffen werden, bei denen das immanente Risiko besteht, dass die tatsächliche zukünftige Entwicklung von der erwarteten abweicht. Dies trifft insbesondere auf folgende Sachverhalte/Posten des Konzernabschlusses zu: Bewertung von unfertigen Bauvorhaben, Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen einschließlich Sozialkapital, Ausgang von Rechtsstreitigkeiten, Forderungseinbringlichkeit sowie Werthaltigkeit von Beteiligungen und Firmenwerten. In Einzelfällen wird externes Expertenwissen zugezogen, oder es wird auf öffentlich zugängliche Quellen abgestellt, um das Risiko einer Fehleinschätzung zu minimieren.

Kontrollmaßnahmen

Sämtliche Kontrollmaßnahmen werden im laufenden Geschäftsprozess angewendet, um sicherzustellen, dass Fehler oder Abweichungen in der Finanzberichterstattung vermieden bzw. entdeckt und korrigiert werden. Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der Periodenergebnisse bis hin zur spezifischen Überwachung von Konten sowie Kostenstellen und zur Analyse der laufenden Prozesse im Rechnungswesen. Es liegt in der Verantwortung des Vorstands, die Hierarchieebenen so auszugestalten, dass eine Tätigkeit und die Kontrolle dieser Tätigkeit nicht von derselben Person durchgeführt werden (Vier-Augen-Prinzip). Im Rahmen der Funktionstrennung wird auf eine Trennung von Entscheidung, Ausführung, Überprüfung und Berichterstattung geachtet. Dabei wird der Vorstand von Organisationseinheiten im Zentralbereich BRVZ unterstützt.

Rechnungslegungsrelevante Prozesse werden zunehmend automatisiert, daher stellen Kontrollen in Bezug auf die IT-Sicherheit einen Eckpfeiler des Internen Kontrollsystems dar. So wird die Trennung von sensiblen Tätigkeiten durch eine restriktive Vergabe von IT-Berechtigungen unterstützt. Für Rechnungslegung und Finanzberichterstattung wird im Wesentlichen eine selbst entwickelte Software, die die Besonderheiten der Baubranche abbildet, verwendet. Die Funktionsfähigkeit dieses Rechnungslegungssystems wird u. a. durch im System eingerichtete, automatisierte IT-Kontrollen gewährleistet.

Information und Kommunikation

Richtlinien und Vorschriften hinsichtlich der Finanzberichterstattung werden vom Management regelmäßig aktualisiert und an alle betroffenen Mitarbeiter:innen kommuniziert. Darüber hinaus finden regelmäßig in verschiedenen Gremien Diskussionen betreffend die Finanzberichterstattung und die in diesem Zusammenhang bestehenden Richtlinien und Vorschriften statt. Diese Gremien setzen sich neben dem Management auch aus der Abteilungsleitung und führenden Mitarbeiter:innen der Abteilung Rechnungswesen zusammen. Die Gremienarbeit hat u. a. zum Ziel, die Einhaltung der Richtlinien und Vorschriften des Rechnungswesens sicherzustellen sowie Schwachstellen und Verbesserungspotenziale im Rechnungslegungsprozess zu identifizieren und zu kommunizieren. Außerdem werden die Mitarbeiter:innen des Rechnungswesens laufend im Hinblick auf Neuerungen in der nationalen und internationalen Rechnungslegung geschult, um Risiken einer unbeabsichtigten Fehlberichterstattung frühzeitig erkennen zu können.

Überwachung

Die Verantwortung für die unternehmensweite fortlaufende Überwachung obliegt dem Vorstand und dem Aufsichtsrat. Darüber hinaus sind alle weiteren Managementebenen für die Überwachung ihres jeweiligen Zuständigkeitsbereichs verantwortlich. Es werden in regelmäßigen Abständen Kontrollen und Plausibilitätsprüfungen vorgenommen. Zudem ist die interne Revision in den Überwachungsprozess involviert. Das Top-Management erhält monatlich zusammengefasste Finanzberichte über die Entwicklung der Leistung und des Ergebnisses der jeweiligen Segmente und Länder sowie der Liquidität. Zu veröffentlichende Abschlüsse durchlaufen mehrere interne Kontrollschleifen im Management. So werden sie u. a. von leitenden Mitarbeiter:innen des Rechnungswesens sowie vom Finanzvorstand vor Weiterleitung an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats einer abschließenden Würdigung unterzogen.

Forschung und Entwicklung

Als Technologiepartnerin für das Bauen von morgen erkennt STRABAG frühzeitig neue Trends, findet innovative Lösungen und arbeitet aktiv an der Entwicklung zukunftsträchtiger neuer Technologien. In diesem Kontext nutzt sie das volle Wissens-, Organisations- und Beziehungspotenzial ihrer Mitarbeiter:innen.

Die STRABAG-Gruppe agiert in einem sich rasch wandelnden Umfeld. Durch die zunehmende Verschränkung von Branchen ändern sich die Anforderungen an das Unternehmen immer schneller. Ökologische Ansprüche und technologische Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie gehen einher mit gestiegenen Kundenerwartungen. Das im Jahr 2014 etablierte systematische Innovationsmanagement wurde daher 2020 in den STRABAG-Zentralbereich Innovation und Digitalisierung (SID) übergeführt. Der Bereich fungiert als Innovations- und Digitalisierungs-drehscheibe innerhalb des Konzerns. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Unternehmensbereiche ermöglicht und fördert neue Entwicklungen über Geschäftsbereiche hinweg.

Ein besonderer Fokus lag dabei 2022 erneut auf der fortschreitenden Digitalisierung von Abläufen in der Planung und in der Logistik. Generative Design, eine Methode zur Algorithmus-gestützten Optimierung von Planungsoptionen, eröffnet uns die Möglichkeit, Quartier-, Gebäude- und Raumkonzepte sowie bauphysikalische Anforderungen mittels schnell erstellter Varianten zu untersuchen. Zudem findet das plattformgebundene Bauteil-Tracking von Fertigteilen wie Treppen oder Fassadenelementen bei weiteren großen Bauprojekten Anwendung. Zahllose bislang zeitraubende, fehleranfällige Erfassungen über Papierformulare während der Bauproduktion – im Hinblick auf Arbeitssicherheitsbegehungen, Arbeitsstände, Beton-lieferungen und Bewehrungsleistungsstände – bewältigt das Unternehmen nun App-basiert. Das bedeutet, die Daten werden auf baustellentauglichen mobilen Endgeräten eingegeben: Protokolle sowie Soll-Ist-Vergleiche werden automatisch generiert und den beteiligten Bau- und Backoffice-Büros zur Verfügung gestellt. Der zeitliche Aufwand für administrative Aufgaben der Bauproduktion wird somit erheblich reduziert.

Im Verkehrswegebau steht die Straße als Innovationsträger im Fokus. Der zunehmende Einsatz von Sensoren im Straßenbelag für die Zustandserfassung und das künftige autonome Fahren wurde in Pilotprojekten erprobt.# Seit Jahren gehören auch die Kooperation mit internationalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die gemeinsame Entwicklungstätigkeit mit weltweiten Partnerunternehmen sowie interne Forschungs- und Entwicklungsprojekte für den Konzern zum Alltag. Federführend bei der Planung und Durchführung dieser Projekte innerhalb des STRABAG-Konzerns sind die Zentralbereiche Innovation & Digitalisation (SID), Zentrale Technik (ZT), TPA Gesellschaft für Qualitätssicherung und Innovation GmbH (TPA) und die EFKON GmbH, die jeweils direkt an ein Vorstandsmitglied berichten. Die SID initiiert mit rd. 425 hoch qualifizierten Mitarbeiter:innen und Mitarbeitern an über zehn Standorten federführend Entwicklungen, unterstützt mit Expertisen und behält einen umfassenden Überblick über die konzernweiten Innovationsaktivitäten sowie deren messbare Resultate. Weil Digitalisierung kein Selbstzweck sein darf, hat operativer Bedarf Priorität, digitale Werkzeuge sollen rasch bereitgestellt werden. Zudem wird hier intensiv an den aktuellen Themen der Branche wie robotischen oder automatisierten Anwendungen zur Erhöhung der Produktivität gearbeitet. Die TPA ist das Kompetenzzentrum des Konzerns für Asphalt, Beton, Erdbau, Geotechnik und Umwelttechnik, Qualitätsmanagement und angewandte F&E-Projekte sowohl für den Verkehrswegebau als auch für den Hoch- und Ingenieurbau. Zu ihren Hauptaufgaben zählen die Sicherstellung der Qualität der Baustoffe, Bauwerke und Dienstleistungen, die Sicherheit und Verbesserung der Prozesse sowie die Entwicklung und Prüfung von Standards für die Be- und Verarbeitung von Baustoffen und -materialien. Sie beschäftigt 975 Mitarbeiter:innen an 135 Standorten in 15 Ländern und ist damit eine der größten privaten Laborgesellschaften Europas. Die TPA ist in das mehrjährige Verbundforschungsprojekt ROBOT-Straßenbau 4.0 zu autonom arbeitenden Maschinen im Straßenbau eingebunden. Das Projekt wurde von der deutschen Bundesanstalt für Straßenwesen mit € 1,7 Mio. gefördert. Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Köln und der Technischen Universität Darmstadt sowie der MOBA Mobile Automation AG und der 3D Mapping Solutions GmbH verfolgt die TPA als übergeordnete Ziele die Verbesserung der Arbeits- und Verkehrssicherheit sowie die Reduktion der Belastung von Mitarbeitenden auf Straßenbaustellen. Diese Ziele wurden durch die Automatisierung aller Arbeitsfunktionen eines Asphalt-Straßenfertigers im Wesentlichen realisiert. Der Fertiger wird zukünftig vernetzt, autonom und ausschließlich unter Kontrolle des:der Maschinenführers:Maschinenführerin arbeiten. Um die Prozesssicherheit der übergeordneten Ziele zu erreichen, wird die Forschungstätigkeit gemeinsam mit europäischen Partnerorganisationen im EU-geförderten Projekt InfraROB (2021-2025) fortgesetzt. Unserer Mission „Work On Progress“ trägt die TPA u. a. mit dem neuen Forschungsprojekt ELMAR Rechnung. Ziel des Projekts ist es, den von der deutschen Mineral GmbH betriebenen Steinbruch Eigenrieden durch digitale Planung, neue Maschinentechnik und Nutzung alternativer Energieformen in den ersten klimaneutralen Steinbruch von STRABAG zu verwandeln. Die EFKON GmbH – eine Tochtergesellschaft von STRABAG – ist im Bereich der intelligenten Verkehrstelematiksysteme, insbesondere elektronischer Maut- und Mautkontrollsysteme, tätig – einem Geschäftsfeld, das intensive Tätigkeiten auf dem Gebiet der Forschung, Entwicklung und Innovation erfordert. Im vergangenen Jahr lag ein Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der komplexen Maut- und Mautkontrollsysteme, die sich sowohl unauffällig in das Stadtbild einfügen (Beispiel Norwegen, Umweltzonen) als auch effizient auf Autobahnen und Schnellstraßen eingesetzt werden (Beispiel nationales Mautsystem in Belgien). Hier setzt EFKON immer stärker auf im eigenen Haus entwickelte, hoch performante Machine Vision-Komponenten, die Fahrzeuge über mehrere Fahrspuren hinweg identifizieren und klassifizieren. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der stärker ausgebauten Fahrzeugintegration von Maut-Kommunikationseinrichtungen. Namhafte Fahrzeughersteller in Asien setzen hier auf EFKON-Technologie, die bereits in der Fertigungsstraße verbaut wird. Im Jahr 2022 wurde von EFKON die Entwicklung eines intelligenten Leuchtdichtemessgeräts für den Einsatz in Straßentunneln erfolgreich abgeschlossen. Das Gerät wird verwendet, um Helligkeiten bei Tunneleinfahrten zu messen und die Lichtintensität der Tunnelbeleuchtung durch intelligente Steuerung an das Helligkeitsempfinden der Autofahrenden anzupassen. Diese Neuentwicklung erweitert unsere Produktpalette zur Steigerung der Verkehrssicherheit. Für Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsaktivitäten wendete der STRABAG-Konzern im Geschäftsjahr 2022 rd. € 16 Mio. (2021: rd. € 16 Mio.) auf. Der Großteil der Entwicklungstätigkeit wird durch Bauprojekte in allen unseren Geschäftsfeldern angestoßen. Dort ergeben sich regelmäßig Herausforderungen bzw. konkrete Fragestellungen, die vor Ort ein technologisch neues Verfahren oder eine innovative Lösung erfordern. In vielen Fällen unterstützen hierbei die oben genannten Zentraleinheiten. Manche Fragestellungen erfordern mittelfristige Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die häufig mit Partnerorganisationen durchgeführt werden.

Website

Corporate Governance-Bericht

Der Konsolidierte Corporate Governance-Bericht der STRABAG SE ist unter www.strabag.com > Investor Relations > Corporate Governance > Corporate Governance-Bericht abrufbar.

Angaben zu § 243a Abs. 1 UGB

One Share - One Vote

  1. Das Grundkapital der STRABAG SE beträgt € 102.600.000 und setzt sich aus 102.600.000 zur Gänze einbezahlten, nennbetragslosen Stückaktien mit einem anteiligen Wert am Grundkapital von € 1 pro Aktie zusammen. 102.599.997 Stückaktien sind Inhaberaktien und im Prime Market der Wiener Börse handelbar. Drei Stückaktien sind Namensaktien. Jeder Inhaber- und Namensaktie steht eine Stimme zu (One Share - One Vote). Das mit den Namensaktien Nr. 1 und Nr. 2 verbundene Entsendungsrecht ist unter Punkt 7 näher beschrieben.

  2. Mit 8.4.2022 wurde Oleg Deripaska in die EU-Sanktionsliste aufgenommen und unterliegt der Verordnung (EU) Nr. 269/2014 des Rates vom 17.3.2014 über restriktive Maßnahmen angesichts von Handlungen, die die territoriale Unversehrtheit, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine untergraben oder bedrohen (EU-Sanktionsverordnung). Als Folge sind sämtliche Gelder und wirtschaftlichen Ressourcen, die Eigentum oder Besitz von Oleg Deripaska oder mit diesen in Verbindung stehenden natürlichen oder juristischen Personen einzufrieren („Asset Freeze“). Dieser Asset Freeze ist seither auch hinsichtlich der von MKAO „Rasperia Trading Limited“, die von Oleg Deripaska kontrolliert wird, gehaltenen STRABAG SE-Aktien sicherzustellen. Daher ist MKAO „Rasperia Trading Limited“ seit 8.4.2022 bis zum Wegfall der Sanktionen von der Ausübung von Herrschafts- (Stimmrecht, Auskunftsrecht, Teilnahmerecht, Antragsrecht) und Vermögensrechten (z. B. Dividendenausschüttung) im Zusammenhang mit den Aktien der STRABAG SE ausgeschlossen.

  3. Der zwischen der Haselsteiner-Gruppe (Haselsteiner Familien-Privatstiftung, Dr. Hans Peter Haselsteiner, Klemens Peter Haselsteiner), der Raiffeisen-Gruppe (RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN reg. Gen.m.b.H., BLR-Baubeteiligungs GmbH.), der UNIQA-Gruppe (UNIQA Insurance Group AG, UNIQA Beteiligungs-Holding GmbH, UNIQA Österreich Versicherungen AG, UNIQA Erwerb von Beteiligungen Gesellschaft m.b.H.) und MKAO „Rasperia Trading Limited“ (kontrolliert von Oleg Deripaska) abgeschlossene Syndikatsvertrag aus dem Jahr 2007 wurde am 15.3.2022 von der Haselsteiner Familien-Privatstiftung gekündigt und endete mit 31.12.2022. Als Folge der Sanktionierung von Oleg Deripaska sind auch die Rechte von MKAO „Rasperia Trading Limited“ aus dem Syndikatsvertrag sanktionsrechtlich „eingefroren“. Der Syndikatsvertrag aus dem Jahr 2007 regelte (1) Nominierungsrechte den Aufsichtsrat betreffend, (2) die Koordination des Abstimmungsverhaltens in der Hauptversammlung, (3) Beschränkungen in Bezug auf die Übertragung von Aktien und (4) die gemeinsame Entwicklung des russischen Marktes als Kernmarkt. Demnach hatten die Haselsteiner-Gruppe, die Raiffeisen-Gruppe gemeinsam mit der UNIQA-Gruppe und die MKAO „Rasperia Trading Limited“ jeweils das Recht, zwei Mitglieder des Aufsichtsrats zu nominieren. Der Syndikatsvertrag verpflichtete die Syndikatspartnerinnen weiters, ihre Stimmrechte aus den syndizierten Aktien in der Hauptversammlung der STRABAG SE einheitlich auszuüben. Zudem sah der Syndikatsvertrag als Übertragungsbeschränkungen wechselseitige Vorkaufs- und Optionsrechte sowie eine Mindestbeteiligung der Syndikatspartnerinnen vor. Trotz Beendigung des Syndikats aus dem Jahr 2007 bleiben Vorkaufsrechte der Haselsteiner-Gruppe, der Raiffeisen-Gruppe, der UNIQA-Gruppe und MKAO „Rasperia Trading Limited“ solange aufrecht, als diese jeweils zumindest 8,5 % des Grundkapitals der STRABAG SE besitzen. Da – wie ausgeführt – MKAO „Rasperia Trading Limited“ der EU-Sanktionsverordnung unterliegt, ist diese nicht berechtigt, die von ihr gehaltenen Aktien der STRABAG SE zu veräußern oder Aktien der anderen Parteien zu erwerben und es kommt daher auf Dauer und nach Maßgabe der EU-Sanktionsverordnung das Vorkaufsrecht bezüglich MKAO „Rasperia Trading Limited“ nicht zum Tragen.

  4. Die Haselsteiner Familien-Privatstiftung, Dr. Hans Peter Haselsteiner und Klemens Peter Haselsteiner, die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung und Konzerngesellschaft sowie die UNIQA Insurance Group AG und Konzerngesellschaften haben am 18.8.2022 einen neuen Syndikatsvertrag abgeschlossen, der sie dazu verpflichtet, ihre Stimmrechte aus den syndizierten Aktien in der Hauptversammlung der STRABAG SE einheitlich auszuüben. Auch dieser Syndikatsvertrag regelt Vorkaufs- und Aufgriffsrechte, eine Mindesthalteverpflichtung und Nominierungsrechte für Aufsichtsratsmitglieder.# Demnach hat die Haselsteiner-Gruppe das Recht, zwei Mitglieder des Aufsichtsrats zu nominieren, sowie die Raiffeisen-Gruppe und UNIQA-Gruppe jeweils das Recht, ein Mitglied des Aufsichtsrats zu nominieren. Mit dem neuen Syndikatsvertrag setzen die Parteien die kontrollierende Beteiligung an der STRABAG SE fort.

Die Gesellschaft hielt zum 31.12.2022 keine eigenen Aktien. Bis zum 31.12.2022 sind allerdings 1.694.816 Stück STRABAG-Aktien zum Verkauf in das Übernahmeangebot verbindlich angedient worden, weshalb diese Aktien im Jahresabschluss (UGB) bereits als eigene Aktien darzustellen sind. Am 18.8.2022 haben Haselsteiner Familien Privatstiftung, RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN reg. Gen.m.b.H. und UNIQA Österreich Versicherungen AG die Angebotsabsicht bekannt gemacht, als Bieter ein öffentliches (antizipatorisches) Pflichtangebot gemäß §§ 22 ff Übernahmegesetz zum Erwerb von sämtlichen ausstehenden, auf Inhaber lautenden Stückaktien der STRABAG SE (ISIN AT000000STR1), die sich nicht in ihrem Eigentum und nicht im Eigentum von MKAO „Rasperia Trading Limited“ befinden, zum Angebotspreis von € 38,94 pro STRABAG-Aktie zu erstatten. Anlässlich der Ankündigung des Pflichtangebots hat die STRABAG SE mit den Bietern am 18.8.2022 einen Aktienkaufvertrag abgeschlossen, aufgrund dessen in das Pflichtangebot eingelieferte Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals der STRABAG SE zum selben Kaufpreis von dieser übernommen werden sollten. Im Rahmen dieses Aktienkaufvertrags hat die STRABAG SE am 9.2.2023 2.779.006 Stück Aktien (2,7 % am Grundkapital) aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 24.6.2022 gemäß § 65 Abs. 1 Z. 8 AktG (s. Punkt 10) erworben. Aus diesen 2.779.006 Stück Aktien ruhen die Rechte daher nun gemäß § 65 Abs. 5 AktG.

5. Folgende Aktionärinnen waren nach Kenntnis der STRABAG SE zum 31.12.2022 direkt oder indirekt mit einem Anteil von zumindest 10,0 % am Grundkapital der STRABAG SE beteiligt:

  • Haselsteiner-Gruppe ……………….. 28,3 %
  • Raiffeisen-Gruppe ………………….. 14,2 %
  • UNIQA-Gruppe ……………………... 15,3 %
  • MKAO „Rasperia Trading Limited“… 27,8 %

6. Die restlichen Anteile am Grundkapital der STRABAG SE im Umfang von insgesamt rd. 14,4 % befanden sich zum 31.12.2022 im Streubesitz.

Die Gesellschaft hielt zum 31.12.2022 keine eigenen Aktien. Bis zum 31.12.2022 sind allerdings 1.694.816 Stück STRABAG-Aktien zum Verkauf in das Übernahmeangebot verbindlich angedient worden, weshalb diese Aktien im Jahresabschluss (UGB) bereits als eigene Aktien darzustellen sind. Wie in Punkt 4 ausgeführt, hat die Gesellschaft am 9.2.2023 im Rahmen des Übernahmeangebots insgesamt 2.779.006 Stück eigene Aktien erworben.

7. Drei Stückaktien der STRABAG SE sind – wie unter Punkt 1 erwähnt – Namensaktien.

Die Namensaktien Nr. 1 und Nr. 2 berechtigen zur Entsendung je eines Aufsichtsratsmitglieds der STRABAG SE, und die Verfügung über diese Namensaktien, einschließlich der gänzlichen oder teilweisen Veräußerung und Verpfändung bedarf der Zustimmung des Aufsichtsrats. Die Namensaktie Nr. 1 hält Klemens Peter Haselsteiner. Die Namensaktie Nr. 2 wird von MKAO „Rasperia Trading Limited“ gehalten. Da – wie in Punkt 2 ausgeführt – MKAO „Rasperia Trading Limited“ der EU-Sanktionsverordnung unterliegt, ruht derzeit ihr Recht aus der Namensaktie Nr. 2 zur Entsendung eines Aufsichtsratsmitglieds.

8. Es bestehen keine Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.

9. Es bestehen keine über die Punkte 4 bzw. 7 hinausgehenden Bestimmungen betreffend die Ernennung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats bzw. betreffend die Änderung der Satzung, die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergeben.

10. Der Vorstand der STRABAG SE wurde mit Beschluss der 18. Ordentlichen Hauptversammlung vom 24.6.2022 ermächtigt, (i) gemäß § 65 Abs. 1 Z. 8 sowie Abs. 1a und 1b AktG eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals sowohl über die Börse oder über ein öffentliches Angebot als auch auf andere Art, auch unter Ausschluss des quotenmäßigen Veräußerungsrechts, das mit einem solchen Erwerb einhergehen kann (umgekehrter Bezugsrechtsausschluss), zu erwerben, (ii) das Grundkapital durch Einziehung erworbener eigener Aktien ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung herabzusetzen und (iii) gemäß § 65b Abs. 1 AktG für die Veräußerung und Verwendung eigener Aktien eine andere Art der Veräußerung als über die Börse oder durch ein öffentliches Anbot und auch einen allfälligen Ausschluss des Wiederkaufsrechts (Bezugsrechts) zu beschließen.

11. Wie bereits in Punkt 4 ausgeführt, hat die Gesellschaft die Ermächtigung der Hauptversammlung vom 24.6.2022 zum Erwerb eigener Aktien teilweise genützt und am 9.2.2023 2.779.006 Stück eigene Aktien erworben.

12. Mit Ausnahme der Verträge über einen syndizierten Avalkreditrahmen und einen syndizierten Barkreditrahmen bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die STRABAG SE beteiligt ist und die bei einem Kontrollwechsel in der STRABAG SE infolge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich ändern oder enden.

13. Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der STRABAG SE und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmer:innen für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.

Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Die Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen werden im Konzernanhang unter Punkt 38 erläutert.

Ausblick

Der Vorstand geht davon aus, die Leistung trotz des herausfordernden Umfelds auch im Jahr 2023 auf hohem Niveau halten zu können, konkret werden € 17,9 Mrd. prognostiziert. Dazu sollten alle drei operativen Segmente einen stabilen Beitrag leisten. Für das Geschäftsjahr 2023 wird eine EBIT-Marge (EBIT/Umsatz) von mindestens 4 % erwartet. Dieser Wert liegt im Einklang mit unserem Ziel, ab 2022 nachhaltig mindestens 4 % zu erwirtschaften. Die Netto-Investitionen (Cashflow aus der Investitionstätigkeit) 2023 sollten € 600 Mio. nicht überschreiten.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag werden im Konzernanhang unter Punkt 41 erläutert.

Villach, am 6.4.2023

Der Vorstand

Klemens Haselsteiner, BBA, BF e.h.
Vorsitzender des Vorstands
Verantwortung Zentrale Konzernstabsbereiche und Zentralbereiche BMTI, CML und TPA STRABAG Innovation & Digitalisation und Zentrale Technik, Abwicklung Russland

Mag. Christian Harder e.h.
Finanzvorstand
Verantwortung Zentralbereich BRVZ

Dipl.-Ing. (FH) Jörg Rösler e.h.
Verantwortung Segment Nord + West

Dipl.-Ing. Siegfried Wanker e.h.
Verantwortung Segment International + Sondersparten

Dipl.-Ing. (FH) Alfred Watzl e.h.
Verantwortung Segment Süd + Ost

Bestätigungsvermerk Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der STRABAG SE, Villach, und ihrer Tochtergesellschaften („der Konzern“), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzernkapitalflussrechnung und der Eigenkapitalveränderungsrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Bewertung von Bauaufträgen und Umsatz- und Ergebnisrealisierung aus Bauaufträgen

Siehe Konzernanhang Punkt (1), Punkt (17) und Punkt (22).

Das Risiko für den Abschluss

Die im Konzernabschluss der STRABAG SE zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Umsatzerlöse enthalten großteils Umsatzerlöse aus Bauaufträgen, die nach Maßgabe des Auftragsfortschritts (zeitraumbezogene output-orientierte Methode) bilanziert werden. Darüber hinaus werden im Ergebnis aus Equity-Beteiligungen wesentliche Gewinne und Verluste aus Projekten ausgewiesen, die gemeinsam mit Partnern in Arbeitsgemeinschaften abgewickelt werden und ebenfalls auf Basis einer zeitraumbezogenen output-orientierten Methode bewertet werden. Der Status der Bauaufträge, unabhängig davon, ob diese alleine oder gemeinsam mit Partnern abgewickelt werden, wird auf Basis einer regelmäßigen Berichterstattung laufend aktualisiert.# Die regelmäßige Berichterstattung beinhaltet neben der bereits erbrachten Leistung und dem Auftragsbestand, insbesondere unter Berücksichtigung von Vertragsabweichungen und Nachträgen, die bereits angefallenen sowie die noch anfallenden Kosten der Aufträge. Diese Daten, die als Basis für die Bewertung der Bauaufträge herangezogen werden, beinhalten Schätzungen betreffend den Fortschritt und das erwartete Ergebnis der Projekte. Die anteilige Ergebnisrealisierung erfolgt nach Maßgabe des Auftragsfortschritts (zeitraumbezogene output-orientierte Methode). Besonders bei komplexen und anspruchsvollen Projekten besteht das Risiko, dass die tatsächlichen Kosten und Ergebnisse erheblich von den geschätzten Werten abweichen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Forderungen aus Bauaufträgen und Arbeitsgemeinschaften nicht einbringlich sind.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben die Bewertung von Bauaufträgen und Umsatz- und Ergebnisrealisierung aus Bauaufträgen wie folgt beurteilt:

  • Wir haben die Kontrollen im Zusammenhang mit der Bilanzierung und Bewertung von Bauaufträgen sowie detaillierte Einzelfallprüfungen zu wesentlichen Großprojekten und stichprobenartig ausgewählten Projekten beurteilt.
  • Im Rahmen der Prüfung des internen Kontrollsystems hinsichtlich der Bilanzierung und Bewertung von Projekten haben wir uns mit rechnungslegungsrelevanten Kontrollen kritisch auseinandergesetzt und wesentliche Kontrollen hinsichtlich ihrer operativen Wirksamkeit beurteilt. Dazu gehören insbesondere automatische, IT-gestützte Kontrollen zur Ermittlung der entsprechenden Bilanzansätze sowie systemische Prüfroutinen zum Erkennen von Auffälligkeiten.

Die Einzelfallprüfungen umfassten im Wesentlichen folgende Prüfungshandlungen:

  • Systematische und detaillierte Abfragen zu ausgewählten wesentlichen Bauaufträgen, um die richtige Bilanzierung, insbesondere hinsichtlich etwaiger Projektrisiken, zu überprüfen
  • Stichprobenartige Untersuchung von Verträgen hinsichtlich der für die Bewertung wesentlichen Bestandteile
  • Diskussion von einzelnen wesentlichen Projekten mit dem Vorstand und dem operativen Management zur Beurteilung der Planungsannahmen
  • Kritische Auseinandersetzung mit der internen Berichterstattung zu Projekten, um abschätzen zu können, ob alle bekannten Informationen im Rahmen der Bilanzierung berücksichtigt wurden
  • Stichprobenartige Überprüfung der Werthaltigkeit der offenen Forderungen aus Bauaufträgen (Vertragsvermögenswerte) und Arbeitsgemeinschaften
  • Retrospektive Betrachtung einzelner wesentlicher Projekte im Zusammenhang mit Schätzungsunsicherheiten

Darüber hinaus haben wir untersucht, ob die erforderlichen Angaben im Anhang alle notwendigen Erläuterungen im Zusammenhang mit Umsatzerlösen aus Bauaufträgen und Arbeitsgemeinschaften enthalten sowie die wesentlichen Schätzungsunsicherheiten angemessen beschreiben.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
  • Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.# Bericht des unabhängigen Wirtschaftsprüfers

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den Konzernabschluss der STRABAG SE, Villach, zum 31. Dezember 2022 und den dazugehörigen Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr geprüft. Nach unserer Beurteilung vermittelt der Konzernabschluss, unter Beachtung der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Prüfungsstandards (ÖSR) unter Berücksichtigung der internationalen Prüfungsstandards (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Wirtschaftsprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" näher beschrieben.

Wir sind unabhängig von der Gesellschaft gemäß den Bestimmungen des österreichischen Wirtschaftstreuhandgesetzes (Wirtschaftstreuhänder-Berufsordnung, WTB-Ordnung) und den Anforderungen der IESBA-Ethikrichtlinien sowie den europäischen Rechtsvorschriften und den damit verbundenen Schutzmaßnahmen, die für die Prüfung des Konzernabschlusses in Österreich gelten. Wir haben unsere Unabhängigkeit und die Einhaltung aller relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit bestätigt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erbrachten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Wesentliche Prüfungssachverhalte

Wesentliche Prüfungssachverhalte sind die Sachverhalte, die nach unserem Ermessen bei der Prüfung des Konzernabschlusses für das laufende Geschäftsjahr am bedeutsamsten waren. Sie betreffen nicht nur die Posten des Konzernabschlusses, sondern auch die Art und Weise, wie diese Posten angesprochen, bewertet und dargestellt wurden.

Wir haben die folgenden Sachverhalte als wesentlich für die Prüfung des Konzernabschlusses für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr bestimmt:

  • Bewertung von Finanzanlagen und Anteilen an verbundenen Unternehmen: Der Konzern hält einen signifikanten Anteil an Finanzanlagen und Anteilen an verbundenen Unternehmen. Die Bewertung dieser Posten kann komplex sein und erfordert Ermessensentscheidungen des Managements, insbesondere bei der Anwendung von Bewertungsmodellen und der Berücksichtigung von Marktschwankungen. Unsere Prüfung umfasste die Überprüfung der angewandten Bewertungsmethoden, der zugrunde liegenden Annahmen und der Richtigkeit der Berechnungen sowie die Angemessenheit der Anhangangaben zu diesen Posten.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichtes in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichtes durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 24. Juni 2022 als Abschlussprüfer gewählt und am 24. Juni 2022 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr beauftragt. Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzernabschluss zum 31. März 1999 Abschlussprüfer der Gesellschaft. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerold Stelzmüller.

Linz, am 6. April 2023

KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

qualifiziert elektronisch signiert:
Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Mag. Gerold Stelzmüller
Wirtschaftsprüfer

JAHRESABSCHLUSS 2022

Jahresabschluss zum 31.12.2022

Bilanz zum 31.12.2022

Aktiva 31.12.2022 31.12.2021 (T€)
A. Anlagevermögen:
I. Sachanlagen:
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.026.912,46 1.050
II. Finanzanlagen:
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.542.740.220,41 2.529.607
2. Beteiligungen 24.366.674,57 24.140
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 75.057.022,81 83.950
4. Sonstige Ausleihungen 23.587,30 23
2.642.187.505,09 2.637.720
2.643.214.417,55 2.638.770
B. Umlaufvermögen:
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände:
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.601,43 34
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 519.616.259,74 619.495
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 269.713.990,40 272.642
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.696.050,21 5.167
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 24.584.377,52 24.869
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 20.919.428,57 24.406
549.899.288,90 649.565
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 495.188,17 4.604
550.394.477,07 654.169
C. Rechnungsabgrenzungsposten 10.599.024,00 93
D. Aktive latente Steuer 12.343.328,00 15.778
Gesamt 3.216.551.246,62 3.308.809

Bilanz zum 31.12.2022

Passiva 31.12.2022 31.12.2021 (T€)
A. Eigenkapital:
I. Eingefordertes und einbezahltes Nennkapital (Grundkapital):
Gezeichnetes Nennkapital (Grundkapital) 102.600.000,00 102.600
abzüglich Nennbetrag eigener Anteile -1.694.816,00 0
100.905.184,00 102.600
II. Kapitalrücklagen (gebundene) 2.159.447.129,96 2.159.447
III. Gewinnrücklagen:
1. Gesetzliche Rücklage 72.672,83 73
2. Freie Rücklagen 214.834.055,87 21.211
214.906.728,70 21.283
IV. Rücklage für eigene Anteile 1.694.816,00 0
V. Bilanzgewinn 502.740.000,00 707.940
davon Gewinnvortrag 502.740.000,00 0
2.979.693.858,66 2.991.270
B. Rückstellungen:
1. Steuerrückstellungen 728.407,00 1.012
2. Sonstige Rückstellungen 18.393.587,00 22.495
19.121.994,00 23.507
C. Verbindlichkeiten:
1. Anleihen 0,00 200.000
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 0,00 200.000
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.926.285,34 1.703
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 1.926.285,34 1.703
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 107.121.546,74 87.234
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 107.121.546,74 87.234
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 586.441,87 398
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 586.441,87 398
5. Sonstige Verbindlichkeiten 108.101.120,01 4.697
davon aus Steuern 445.842,95 1.269
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 29.661,09 25
davon gegenüber Gesellschafter mit eingefrorenen Aktionärsrechten 41.325.001,45 0
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 108.101.120,01 4.697
217.735.393,96 294.032
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 217.735.393,96 294.032
Gesamt 3.216.551.246,62 3.308.809

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022

2022 (T€) 2021 (T€)
1. Umsatzerlöse 83.374.420,28 70.589
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlangen 0,00 22
b) Übrige 23.428,36 11
23.428,36 33
3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen:
a) Materialaufwand -37.450,10 -34
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -23.300.615,58 -20.205
-23.338.065,68 -20.239
4. Personalaufwand:
a) Gehälter -9.709.969,25 -9.865
b) Soziale Aufwendungen -1.264.051,80 -818
davon Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -111.211,37 -96
davon Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -603.976,81 -514
davon sonstige Sozialaufwendungen -548.863,62 -208
-10.974.021,05 -10.683
5. Abschreibungen auf Sachanlagen -23.317,32 -22
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen:
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 15 fallen -292.451,90 -116
b) Übrige -31.570.690,47 -22.638
-31.863.142,37 -22.754
7. Zwischensumme aus Z 1 bis Z 6 (Betriebsergebnis) 17.199.302,22 16.924
8. Erträge aus Beteiligungen 251.950.432,35 569.284
davon aus verbundenen Unternehmen 245.971.104,16 561.812
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 8.290.579,79 8.913
davon aus verbundenen Unternehmen 4.012.294,10 4.612
10. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens 0,00 1.438
11. Aufwendungen aus Finanzanlagen:
a) Abschreibungen aus verbundenen Unternehmen -3.330.365,28 -1.646
b) sonstige Abschreibungen -700.000,00 0
c) sonstige Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen -3.117.129,61 -4.500
d) übrige -150.000,00 -4.754
-7.297.494,89 -10.901
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -4.306.471,01 -4.578
davon aus verbundenen Unternehmen -3.222.364,54 -729
13. Zwischensumme aus Z 8 bis Z 12 (Finanzergebnis) 248.637.046,24 564.156
14. Ergebnis vor Steuern 265.836.348,46 581.080
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -6.216.755,00 -2.751
davon Ertragsteuern -1.049.906,94 -840
davon Steuerumlage -1.732.184,06 2.501
davon latente Steuern -3.434.664,00 -4.413
16. Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss 259.619.593,46 578.329
17. Auflösung von Gewinnrücklagen 0,00 129.611
18. Zuweisung zu Gewinnrücklagen -259.619.593,46 0
19. Jahresergebnis 0,00 707.940
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 502.740.000,00 0
21. Bilanzgewinn 502.740.000,00 707.940

Anhang für das Geschäftsjahr 2022 der STRABAG SE, Villach

I. Anwendung der unternehmensrechtlichen Vorschriften

Der Vorstand der Gesellschaft hat den vorliegenden Jahresabschluss zum 31.12.2022 nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) aufgestellt. Die bisherige Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten. Bei Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten, die unter mehrere Posten der Bilanz fallen, wurde die Zugehörigkeit zu anderen Posten im Anhang angegeben. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist in Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.# Soweit es zur Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erforderlich ist, wurden im Anhang zusätzliche Angaben gemacht. Das Unternehmen ist oberstes Mutterunternehmen des Konsolidierungskreises der STRABAG SE, Villach. Der Konzernabschluss wird beim Landes- als Handelsgericht Klagenfurt hinterlegt. Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 221 UGB.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeine Grundlagen

Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei den Vermögensgegenständen und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung angewandt. Dem Vorsichtsgrundsatz wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risken und drohenden Verluste, die im Geschäftsjahr 2022 oder in einem früheren Geschäftsjahr entstanden sind, wurden berücksichtigt. Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, hat das Unternehmen diese bei Schätzungen berücksichtigt. Die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten.

Angaben zum Ukraine-Krieg

Am 24.2.2022 hat Russland die Ukraine angegriffen. STRABAG verurteilt diesen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine auf das Schärfste und initiiert bzw. finanziert umfangreiche Hilfsmaßnahmen für die Flüchtlinge aus diesem Land, insbesondere in den hauptbetroffenen Konzernländern Polen, Tschechien und der Republik Moldau. In der Ukraine selbst hat STRABAG keine Geschäftsaktivitäten. Das Russland-Geschäft des STRABAG SE-Konzerns wird abgewickelt. Aufgrund der bestehenden Aktionärsstruktur – 27,8 % des Grundkapitals der STRABAG SE werden von der MKAO „Rasperia Trading Limited“, die von Oleg Deripaska kontrolliert wird, gehalten – ist STRABAG auch anderweitig von der Aggression Russlands und den dadurch ausgelösten Sanktionen betroffen. Bereits am 15.3.2022 – zu dem Zeitpunkt hatten mit Großbritannien und Kanada zwei für STRABAG wichtige Märkte Sanktionen gegen Oleg Deripaska verhängt – hat der Vorstand beschlossen, keine Dividende an MKAO „Rasperia Trading Limited“ auszuzahlen, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Gleichzeitig wurde der zwischen den Aktionärsgruppen Haselsteiner, Raiffeisen/Uniqa und MKAO „Rasperia Trading Limited“ bestehende Syndikatsvertrag durch die Haselsteiner Familien-Privatstiftung mit Wirkung zum 31.12.2022 gekündigt. Aufgrund der von der EU am 8.4.2022 verhängten Sanktionen gegen Oleg Deripaska, insbesondere des verordneten „Asset Freeze“, ruhen die Rechte von MKAO „Rasperia Trading Limited“, die mit den STRABAG SE-Aktien verbunden sind. STRABAG SE hat sämtliche Maßnahmen ergriffen, um die Einhaltung der Sanktionen sicherzustellen und eine auch nur indirekte Einflussnahme durch Oleg Deripaska auf STRABAG zu unterbinden. Dementsprechend wurde auch das von MKAO „Rasperia Trading Limited“ entsandte Aufsichtsratsmitglied Thomas Bull in der außerordentlichen Hauptversammlung am 5.5.2022 abberufen. Dr. Hermann Melnikov war von MKAO „Rasperia Trading Limited“ nominiert worden und hat sein Mandat freiwillig zurückgelegt. Diese Maßnahmen waren unumgänglich, um STRABAG und ihr öffentliches Ansehen, insbesondere in den mittel- und osteuropäischen Ländern, vor Schaden zu bewahren bzw. diesen zu minimieren. Im Geschäftsjahr 2022 wurden lediglich die vor Beginn des Ukraine-Kriegs bestehenden Aufträge in Russland weiter abgewickelt. Neue Aufträge werden nicht mehr angenommen.

ANGABEN ZU DEN MAKROÖKONOMISCHEN GEGEBENHEITEN

Die durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Preissteigerungen bei Energie und Baumaterialen stellen auch die Baubranche vor große Herausforderungen. Ein Großteil der Energiekosten entfällt auf Treibstoffkosten für Fuhrpark und Baugeräte. Trotz intensiver Beschäftigung mit Alternativen für den Fuhrpark und die Baumaschinen ist es derzeit noch nicht möglich, einen Großteil davon mit alternativen Antriebsformen auszustatten. Nach sehr dynamischen Kostenentwicklungen in den ersten Monaten nach Kriegsbeginn ist eine gewisse Stabilisierung – wenn auch auf hohem Niveau – feststellbar. Die Preise werden daher nachhaltig auf hohem Niveau bleiben. Die Verfügbarkeit von Baumaterialien hat sich im Laufe des Jahres gebessert, die wesentlichen Lieferketten sind wieder intakt. Das Management begegnet Lieferkettenrisiken mit einem hohen Dezentralisierungsgrad, langfristiger Beschaffung von Rohstoffen, von Eigenproduktion von Baumaterialien und einer proaktiven Preispolitik. Die hohen Baupreise und die gestiegenen Zinsen werden sich auf die Nachfrage auswirken. Durch die breite Aufstellung des Konzerns können diese Effekte aber abgefedert werden. Insbesondere die Aufträge der öffentlichen Hand, die großteils mit Preisanpassungsklauseln ausgestaltet sind, wirken stabilisierend. Das Management erwartet von der öffentlichen Hand weiterhin eine kontinuierliche Auftragslage.

AUSWIRKUNGEN DES KLIMAWANDELS

Die Klimakrise ist eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit und als Folge daraus werden die ökonomischen Auswirkungen und Risiken für die Unternehmen weiter zunehmen. Es ist zu erwarten, dass die Gesetzgebung zu den Energiestandards im EU-Raum weiter verschärft werden wird und steigende Anforderungen zur Kreislauffähigkeit von Bauwerken gesetzt werden. Bei den öffentlichen Auftraggeber:innen werden Ausschreibungen entwickelt, bei denen Nachhaltigkeit als Wertungskriterium aufgenommen wird. Die Nachfrage nach nachhaltigen, lebenszyklusorientierten Bauwerken sowie die Sanierungsmaßnahmen bestehender Gebäude wird zunehmen. Dadurch wird sich auch die Nachfrage nach nachhaltigen Baustoffen, die aber noch nicht in allen Bereichen existieren bzw. nicht in ausreichender Menge verfügbar sind, erhöhen. Es ist mit Kostensteigerungen und einer weiteren Erhöhung der Baupreise durch die verschärfte Energiegesetzgebung und durch Bauzeitverzögerungen aufgrund von außergewöhnlichen Wettereignissen zu rechnen. Im Geschäftsfeld Property and Facility Services werden zukünftig verstärkt Green Services unter Nutzung von nachhaltigen Reinigungsmitteln und Geräten angeboten. Erhöhter Sanierungs- und Modernisierungsbedarf wird bei IT-Standorten für Telekommunikation und Rechenzentren durch höhere Durchschnittstemperaturen erwartet. Im Bereich der Projektentwicklungsleistungen werden künftig vermehrt Projekte im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien ausgeschrieben. In Summe sind die aus dem Klimawandel resultierenden Risiken bei Vermögenswerten und Schulden dennoch vergleichsweise gering einzustufen und es ergeben sich daher keine Risiken, die die Fortführung des Unternehmens gefährden. Die Baubranche wird im Rahmen von baulichen und technologischen Anpassungsmaßnahmen vielmehr wesentliche Beiträge zum Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels leisten. Mit der im Geschäftsjahr 2021 beschlossenen Nachhaltigkeitsstrategie hat sich STRABAG das Ziel der Klimaneutralität entlang der Wertschöpfungskette bis zum Jahr 2040 gesetzt. Dabei legt das Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Bauprojekten den Fokus auf ökologisch verträgliche, nachhaltige Bauweisen sowie auf eine effiziente Nutzung von Ressourcen und deren Wiederverwertung, um mögliche negative Auswirkungen von Bauprojekten auf die Umwelt weitgehend zu begrenzen. Es wird von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen.

ANLAGEVERMÖGEN

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, abzüglich planmäßiger Abschreibungen, bewertet. Gemäß den steuerrechtlichen Vorschriften nimmt die Gesellschaft für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vor. Die Ermittlung der planmäßigen Abschreibungen erfolgt nach der linearen Abschreibungsmethode unter Zugrundelegung folgender Nutzungsdauern:

Beschreibung Jahre von bis
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 15

Geringwertige Vermögensgegenstände (Einzelanschaffungswert bis € 800,00 / ab 2023 EUR 1.000,00) werden im Zugangsjahr aktiviert und sofort abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder, falls ihnen ein niedrigerer Wert beizulegen ist, mit diesem angesetzt, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind. Dabei wird in einem ersten Schritt die statische Über- oder Unterdeckung durch Gegenüberstellung des Beteiligungsansatzes mit dem anteiligen Eigenkapital zum Stichtag ermittelt. In einem weiteren Schritt wird, sofern dies bei Unterdeckung erforderlich ist, eine Bewertung auf Basis von diskontierten Netto-Zahlungsmittelflüssen, die wesentlich von zukünftigen Umsatz- und Margenerwartungen abhängig sind sowie auf Basis von abgeleiteten Diskontierungszinssätzen durchgeführt. Diese Bewertung ist mit bedeutenden Schätzunsicherheiten behaftet. Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Bei nachhaltigen und wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt.

Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens

Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt auf maximal den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, ergibt.

UMLAUFVERMÖGEN

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt.Fremdwährungsforderungen werden entsprechend dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Für erkennbare Risiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Zuschreibungen zum Umlaufvermögen Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die Abschreibung weggefallen sind. Latente Steuern Latente Steuern werden gemäß § 198 Abs 9 und 10 UGB nach dem bilanzorientierten Konzept und ohne Abzinsung auf Basis des zukünftigen Körperschaftsteuersatzes von 23 % bzw. 24 % (Vorjahr: 25 %) gebildet. Für steuerliche Verlustvorträge werden keine aktiven latenten Steuern gebildet. Rückstellungen Bei der Bemessung der Rückstellungen wurden entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen alle erkennbaren Risken und drohenden Verluste berücksichtigt. Sonstige Rückstellungen In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich sind. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden entsprechend dem strengen Höchstwertprinzip bewertet.

III. Erläuterungen zur Bilanz

ANLAGEVERMÖGEN

Die Aufgliederung des Anlagevermögens und seine Entwicklung im Berichtsjahr sind im Anlagenspiegel angeführt (vergleiche Anlage 1 zum Anhang). Die Aufgliederung der Beteiligungen ist der Beteiligungsliste (vergleiche Anlage 2 zum Anhang) zu entnehmen. Von den Ausleihungen ist ein Betrag von EUR 5.381.330,00 (Vorjahr: TEUR 0) innerhalb des nächsten Jahres fällig.

FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Forderungen aus Finanzierungen, den laufenden Verrechnungsverkehr, die Verrechnung von Konzern- und Steuerumlagen sowie Ergebnisübernahmen. Im Posten „Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände“ sind Erträge in Höhe von € 159.669,48 (Vorjahr: T€ 399) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

Aktive Rechnungsabgrenzungen

Die aktiven Rechnungsabgrenzungen betreffen im Wesentlichen eine Abgrenzung für Sponsoring in Höhe von € 10.000.000,00 (Vorjahr: T€ 0).

AKTIVE LATENTE STEUERN

Die aktiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden für temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz für folgende Posten gebildet:

31.12.2022 31.12.2021
T€
Sachanlagen 0,00 1
Finanzanlagen 0,00 347
Offene Siebentel aus Beteiligungsabschreibungen 46.236.555,00 50.252
Rückstellungen 7.204.000,00 10.480
Verbindlichkeiten 216.667,00 2.031
Betrag Gesamtdifferenzen 53.657.222,00 63.111
Daraus resultierende latente Steuern per 31.12. (23 % bzw. 24 % / Vorjahr: 25 %) 12.343.328,00 15.778

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

2022 2021
T€
Stand am 1.1. 15.777.992,00 20.191
Erfolgswirksame Veränderung -3.434.664,00 -4.413
Stand am 31.12. 12.343.328,00 15.778

Eigenkapital

Das voll eingezahlte Grundkapital beträgt € 102.600.000,00 und ist in 102.599.997 auf Inhaber lautende Stückaktien und drei Namensaktien geteilt. In der 18. Ordentlichen Hauptversammlung der STRABAG SE vom 24.6.2022 wurden u.a. folgende Beschlüsse gefasst: Der Vorstand wird gemäß § 65 Abs 1 Z 8 sowie Abs 1a und 1b AktG ermächtigt, auf den Inhaber oder auf Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag dieser Beschlussfassung sowohl über die Börse oder öffentliches Angebot als auch auf andere Art zu einem niedrigsten Gegenwert je Aktie von € 1,00 (= rechnerischer Anteil einer Aktie am Grundkapital) und einem höchsten Gegenwert je Aktie von höchstens € 42,00 zu erwerben. Der Handel mit eigenen Aktien ist als Zweck des Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden. Die wiederholte Ausnutzung der Ermächtigung ist zulässig. Die Ermächtigung ist vom Vorstand in der Weise auszuüben, dass der mit dem von der Gesellschaft aufgrund dieser Ermächtigung oder sonst erworbenen Aktien verbundene Anteil des Grundkapitals zu keinem Zeitpunkt 10 % des Grundkapitals übersteigen darf. Einen Erwerb kann der Vorstand beschließen, doch muss der Aufsichtsrat im Nachhinein von diesem Beschluss in Kenntnis gesetzt werden. Der Vorstand wird ermächtigt, bei einem Rückerwerb von auf den Inhaber oder auf Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft gemäß Beschlusspunkt 1. auch das quotenmäßige Veräußerungsrecht der Aktionär:innen, das mit einem solchen Erwerb einhergehen kann, auszuschließen (umgekehrter Bezugsrechtsausschluss). Ein Erwerb unter Ausschluss des quotenmäßigen Veräußerungsrechts (umgekehrter Bezugsrechtsausschluss) unterliegt der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Vorstand wird ermächtigt, die von der Gesellschaft erworbenen eigenen Aktien zur Gänze oder teilweise ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss mit Zustimmung des Aufsichtsrats einzuziehen. Der Vorstand wird für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung gemäß § 65 Abs 1b AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Veräußerung beziehungsweise Verwendung eigener Aktien eine andere Art der Veräußerung als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu wählen, auch einen allfälligen Ausschluss des Wiederkaufsrechts (Bezugsrechts) der Aktionärinnen und Aktionäre zu beschließen und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Die Ermächtigung kann einmal oder mehrmals, ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden. Die Haselsteiner Familien-Privatstiftung, Dr. Hans Peter Haselsteiner und Klemens Haselsteiner, die als RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung und Konzerngesellschaft sowie die UNIQA Insurance Group AG und Konzerngesellschaften haben am 18.8.2022 einen neuen langfristigen Syndikatsvertrag abgeschlossen, mit dem das bestehende Kernaktionärssyndikat für die STRABAG SE fortgesetzt werden soll. Der Vorstand der STRABAG SE begrüßt die Fortführung der Kernaktionärsgruppe, die die erfolgreiche strategische Ausrichtung und das Wachstum der STRABAG-Gruppe unterstützt.

Pflichtangebot der Kernaktionäre

Haselsteiner Familien-Privatstiftung, RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung und UNIQA Österreich Versicherungen AG haben am 18.8.2022 der STRABAG SE mitgeteilt, als Bieter ein öffentliches (antizipatorisches) Pflichtangebot gemäß §§ 22 ff Übernahmegesetz zum Erwerb von sämtlichen ausstehenden, auf Inhaber lautende Stückaktien der STRABAG SE (ISIN AT000000STR1), die sich nicht im Eigentum der Bieter oder mit den Bietern gemeinsam vorgehenden Rechtsträgern befinden, zum Angebotspreis von € 38,94 pro STRABAG-Aktie zu erstatten. Das Angebot soll auch zur Aufhebung der aktuell bestehenden Stimmrechtsbeschränkung der Bieter (und der gemeinsam mit ihnen vorgehenden Rechtsträger) auf insgesamt 26 % erfolgen, welche durch eine passive Kontrollerlangung wegen der europarechtlichen Sanktionsbeschränkungen von MKAO „Rasperia Trading Limited“ entstanden ist.

Vereinbarung zum Erwerb eigener Aktien durch STRABAG SE

STRABAG SE hat mit den Bietern vereinbart, von den in das Angebot eingelieferten Aktien, bis zu 10.260.000 Stück, das entspricht bis zu 10 % des Grundkapitals, zum selben Preis wie der Angebotspreis (€ 38,94), als eigene Aktien zu erwerben. Die Bieter erwerben diese Aktien im Zuge des Angebots treuhändig für STRABAG SE. Grundlage dieser Vereinbarung ist der am 24.6.2022 gefasste Beschluss der Hauptversammlung über die Ermächtigung des Vorstands zum Rückerwerb eigener Aktien. Bis zum 31.12.2022 wurden 1.694.816 Stück zum Verkauf in das Übernahmeangebot verbindlich angedient, weshalb diese Aktien im Jahresabschluss als eigene Aktien darzustellen sind. Die Anschaffungskosten für diese Aktien in Höhe von € 65.996.135,04 wurden direkt von den Gewinnrücklagen abgesetzt und als sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Im Rahmen des Aktienkaufvertrags hat STRABAG SE am 9.2.2023 dann 2.779.006 Stück Aktien erworben. Die Anschaffungskosten für die eigenen Aktien betragen daher insgesamt € 108.214.493,64. In der 17. Ordentlichen Hauptversammlung der STRABAG SE vom 18.6.2021 wurde beschlossen durch Einziehung von 7.400.000 Stück eigener Aktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von € 7.400.000,00 das Grundkapital von € 110.000.000,00 gemäß Art. 9 Abs. 1 SE-VO i. V. m § 192 Abs 3. Z 2. und Abs. 4 AktG vereinfacht herabzusetzen. Der Zweck dieser vereinfachten Kapitalherabsetzung ist die Einziehung der eigenen Aktien. Die Eintragung der Kapitalherabsetzung ins Firmenbuch erfolgte am 16.7.2021. Der Nominalwert der eigenen Aktien wurde vom Grundkapital in die Kapitalrücklagen umgebucht.

Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen bestehen für Tantiemen, Beteiligungsrisiken sowie für Schadens- und Streitfälle.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Cash-Clearing, den laufenden Verrechnungsverkehr sowie die Verrechnung aus Steuerumlagen. Im Posten "Sonstige Verbindlichkeiten" sind Aufwendungen in Höhe von € 1.335.661,20 (Vorjahr: T€ 3.410) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter mit eingefrorenen Aktionärsrechten

Die Minderheitsaktionärin MKAO „Rasperia Trading Limited“ wird vom russischen Geschäftsmann Oleg Deripaska kontrolliert.Herr Deripaska wurde in die jeweiligen Sanktionslisten folgender Jurisdiktionen aufgenommen: Kanada (am 6.3.2022), Vereinigtes Königreich (am 10.3.2022), Australien (am 18.3.2022), Europäische Union (am 8.4.2022), Schweiz (am 13.4.2022) und Polen (26.4.2022). Aufgrund der EU-Sanktionen gegen Herrn Deripaska sind Rasperias Aktien an der STRABAG SE und alle mit diesen Aktien verbundenen Rechte einschließlich Stimmrechte und Dividendenansprüche eingefroren. Die MKAO „Rasperia Trading Limited“ stellt daher seit dem Inkrafttreten der EU-Sanktionen am 8.4.2022 kein Unternehmen mehr dar, mit dem ein Beteiligungsverhältnis besteht. In der Hauptversammlung vom 24.6.2022 wurde eine Dividende in Höhe von € 2,00 je Aktie beschlossen. Da die Dividendenansprüche aus den von MKAO „Rasperia Trading Limited“ gehaltenen Aktien aufgrund der gegen Herrn Deripaska verhängten Sanktionen eingefroren sind, wurde die auf Rasperia entfallende Dividende abzüglich der Kapitalertragsteuer in Höhe von € 41.325.001,45 nicht ausbezahlt; der Ausweis erfolgt im Posten „sonstige Verbindlichkeiten“.

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

31.12.2022 31.12.2021
Bürgschaften/Garantien 124.438.751,58 145.288
Haftungen aus Cash-Clearing 1.417.872.284,50 1.266.505
Gesamt 1.542.311.036,08 1.411.793
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1.478.565.080,67 1.341.800

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2020 eine unwiderrufliche, unbedingte, unbeschränkte und unbefristete Garantieerklärung zur Absicherung etwaiger Zahlungsverpflichtungen der Cash Pooling Teilnehmer gegenüber der STRABAG BRVZ GmbH, Spittal an der Drau, abgegeben. Der Stand der Verpflichtungen der Cash Pooling Teilnehmer gegenüber der STRABAG BRVZ GmbH zum 31.12.2022 beträgt € 438.960.935,88 (VJ: T€ 517.590). Zusätzlich hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2020 eine harte, unbefristete Patronatserklärung zur Abdeckung sämtlicher Verpflichtungen der STRABAG BRVZ GmbH, Spittal an der Drau, gegenüber den Teilnehmern aus dem Cash Pooling abgegeben. Die Verpflichtungen der STRABAG BRVZ GmbH aus dem Cash Pooling zum 31.12.2022 betragen € 978.911.348,62 (VJ: T€ 748.915). Darüber hinaus bestehen Erfüllungsgarantien und -bürgschaften im Ausmaß von € 1.026.967.957,91 (Vorjahr: T€ 688.245).

Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen besteht auf Grund von langfristigen Miet-, Pacht- und Leasingverträgen für das Geschäftsjahr 2023 eine Verpflichtung von € 8.256.170,40 (Vorjahr: T€ 7.468). Der Gesamtbetrag der Verpflichtungen für die nächsten fünf Jahre beträgt € 41.280.852,00 (Vorjahr: T€ 37.338).

Sonstige Finanzielle Verpflichtungen

Aus der Verpflichtung bis zu 10.260.000 Stück eigene Aktien zu erwerben, besteht zum Stichtag eine finanzielle Verpflichtung in Höhe von € 42.218.358,60. Die Gesamtverpflichtung aus dem Aktienkaufvertrag beträgt € 108.214.493,64, von der zum 31.12.2022 bereits € 65.996.135,04 als Verbindlichkeit ausgewiesen sind. Siehe dazu im Detail die Ausführungen zum Eigenkapital.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

2022 2021
Inland 39.687.236,20 36.008
Ausland 43.687.184,08 34.581
Gesamt 83.374.420,28 70.589

Die Umsatzerlöse betreffen im Wesentlichen die Verrechnung der Konzernumlage sowie die Weiterverrechnung von Haftungsprovisionen, Versicherungs- und Mietkosten und werden im In- und Ausland erzielt.

Personalaufwand

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt 6 Angestellte (Vorjahr: 6 Angestellte). Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 2022 T€ 9.815 (Vorjahr: T€ 9.815). Ein Mitglied des Vorstands bezog im Geschäftsjahr aus seiner früheren Tätigkeit bei einer Konzerngesellschaft von dieser eine Pensionsleistung in Höhe von T€ 80 (Vorjahr: T€ 76).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Geschäftsjahr 2022 € 244.356,00 (Vorjahr: T€ 270). Die ausgewiesenen übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten insbesondere Haftungsprovisionen, Rechts- und Beratungsaufwendungen, Reise- und Werbeaufwendungen, Versicherungsaufwendungen sowie sonstige allgemeine Verwaltungskosten.

V. Ergänzende Angaben

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag sind keine wesentlichen Ereignisse eingetreten.

Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt vor, eine Dividende in Höhe von € 2,00 je Aktie für das Geschäftsjahr 2022 auszuschütten.

Angaben zu Organen und anderen nahestehenden Personen und Unternehmen

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind in einer gesonderten Aufstellung angegeben (vergleiche Anlage 3 zum Anhang). Mit der STRABAG BRVZ GmbH, Spittal an der Drau, wurde eine Vereinbarung zur Übernahme der Finanz- und Bilanzbuchhaltung, Betriebs- und Kostenrechnung, Lohn- und Gehaltsverrechnung, Finanzdisposition sowie der Versicherungs- und Liegenschaftsverwaltung getroffen.

Die Gesellschaft ist Gruppenträger einer Unternehmensgruppe im Sinne des § 9 Abs 8 KStG 1988. Ein steuerlicher Ausgleich (positive als auch negative Umlagen) zwischen den Gruppenmitgliedern und der Gesellschaft ist in Form von Steuerumlageverträgen geregelt. Zugunsten der Mineral Abbau GmbH, Spittal an der Drau, besteht eine Verlustabdeckungszusage, welche unter Einhaltung einer dreimonatigen Frist zum Ende eines Kalenderjahres gekündigt werden kann. Zugunsten der STRABAG AG, Köln, besteht eine freiwillige Verlustübernahmeverpflichtung entsprechend § 302 dAktG für das Geschäftsjahr 2023.

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für die Abschlussprüferin KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Linz, betragen in Summe T€ 889 (Vorjahr: T€ 799), wovon T€ 69 (Vorjahr: T€ 64) auf die Prüfung des Jahresabschlusses, T€ 730 (Vorjahr: T€ 682) auf andere Bestätigungsleistungen und T€ 90 (Vorjahr: T€ 53) auf sonstige Leistungen entfallen. Darüber hinaus wurden T€ 88 (Vorjahr: T€ 37) für sonstige Leistungen an Tochtergesellschaften verrechnet.

Villach, am 6.4.2023

Der Vorstand
Klemens Haselsteiner, BBA, BF e.h.
Mag. Christian Harder e.h.
Dipl.-Ing. (FH) Jörg Rösler e.h.
Dipl.-Ing. Siegfried Wanker e.h.
Dipl.-Ing. (FH) Alfred Watzl e.h.

Anlage 1 zum Anhang: Anlagenspiegel
Anlage 2 zum Anhang: Beteiligungsliste
Anlage 3 zum Anhang: Organe der Gesellschaft

Anlagenspiegel zum 31.12.2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten

T€ Stand am 1.1.2022 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2022
I. Sachanlagen:
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.318.105,20 0,00 0,00 0,00 1.318.105,20
1.318.105,20 0,00 0,00 0,00 1.318.105,20
II. Finanzanlagen:
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.739.627.166,45 18.772.448,67 0,00 2.409.203,00 2.755.990.412,12
2. Beteiligungen 35.290.683,57 927.000,00 0,00 0,00 36.217.683,57
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 83.949.578,46 3.465.664,84 0,00 12.358.220,49 75.057.022,81
4. Sonstige Ausleihungen 22.930,48 656,82 0,00 0,00 23.587,30
2.858.890.358,96 23.165.770,33 0,00 14.767.423,49 2.867.288.705,80
Gesamt 2.860.208.464,16 23.165.770,33 0,00 14.767.423,49 2.868.606.811,00

Kumulierte Abschreibungen

T€ Stand am 1.1.2022 Zugänge Zuschreibungen Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2022 Buchwert 31.12.2022 Buchwert 31.12.2021
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 267.875,42 23.317,32 0,00 0,00 0,00 291.192,74 1.026.912,46 1.050.229,78
267.875,42 23.317,32 0,00 0,00 0,00 291.192,74 1.026.912,46 1.050.229,78
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 210.019.825,43 3.330.365,28 0,00 0,00 99.999,00 213.250.191,71 2.542.740.220,41 2.529.607.341,02
2. Beteiligungen 11.151.009,00 700.000,00 0,00 0,00 0,00 11.851.009,00 24.366.674,57 24.139.674,57
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 75.057.022,81 83.949.578,46
4. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 23.587,30 22.930,48
221.170.834,43 4.030.365,28 0,00 0,00 99.999,00 225.101.200,71 2.642.187.505,09 2.637.719.524,53
Gesamt 221.438.709,85 4.053.682,60 0,00 0,00 99.999,00 225.392.393,45 2.642.187.505,09 2.638.769.754,53

Beteiligungsliste

Die Gesellschaft hält bei folgenden Unternehmen mindestens 20,00 % Anteilsbesitz:

Name und Sitz: % Eigenkapital/ Kapitalanteil T€ negatives Eigenkapital1 T€ Ergebnis2 T€
Anteile an verbundenen Unternehmen:
"A-WAY Infrastrukturprojektentwicklungs- und -betriebs GmbH", Spittal an der Drau 100,00 14.300 5.758
"SBS Strabag Bau Holding Service GmbH", Spittal an der Drau 100,00 297.182 14.041
"Strabag Azerbaijan" Limited Liability Company, Baku 100,00 1.340 44
"Strabag" d.o.o. Podgorica, Podgorica 100,00 6.282 63
Asphalt & Beton GmbH, Spittal an der Drau 100,00 8.466 -644
Bau Holding Beteiligungs GmbH, Spittal an der Drau 65,00 1.428.748 84.056
BHG Sp. z o.o., Pruszkow 100,00 4.353 631
CML CHILE SPA, Vitacura 100,00 4 4
CML Construction Services AB, Stockholm 100,00 4 0
CML Construction Services, Antwerpen 100,00 49 -7
CML Construction Services A/S, Trige 100,00 83 -2
CML Construction Services d.o.o. Beograd, Belgrad 100,00 149 35
CML CONSTRUCTION SERVICES d.o.o., Zagreb 100,00 192 13
CML Construstion Services EOOD, Sofia 100,00 -3 -6
CML Construction Services GmbH, Köln 100,00 969 895
CML Construction Services GmbH, Schlieren 100,00 157 16
CML Construction Services GmbH, Wien 100,00 240 -20
CML CONSTRUCTION SERVICES LIMITED, London 100,00 -58 3 -60
CML CONSTRUCTION SERVICES Sp. z o.o., Pruszkow 100,00 450 -16
CML CONSTRUCTION SERVICE S.R.L., Bologna 100,00 40 16
CML CONSTRUCTION SERVICES s. r. o., Bratislava 100,00 171 18
CML CONSTRUCTION SERVICES s.r.o., Prag 100,00 176 24
CML Construction Services Zrt., Budapest 100,00 286 50
DC1 Immo GmbH, Wien 100,00 693 -121
DRP, d.o.o., Ljubljana 100,00 -8.431 0
ERRICHTUNGSGESELLSCHAFT STRABAG SLOVENSKO s.r.o., Bratislava-Ruzinov 100,00 8.395 331
Erste Nordsee-Offshore-Holding GmbH, Wien 51,00 114 -1.123
KMG - KLIPLEV MOTORWAY GROUP A/S, Trige 100,00 2.187 264
Mazowieckie Asfalty Sp.
--- --- --- ---
z o.o., Pruszkow 100,00 -373 -4
Mineral Abbau GmbH, Spittal an der Drau 100,00 15.130 2.543
OOO „CML“, Moskau 100,00 363 -7
PRZEDSIEBIORSTWO ROBOT DROGOWYCH SPOLKA Z OGRANICZONA ODPOWI W LIKWIDACJI, Choszczno 100,00 4 4
SAT REABILITARE RECICLARE SRL, Cluj-Napoca 100,00 3.552 1.180
SAT SANIRANJE cesta d.o.o., Zagreb 100,00 401 -9
SAT SLOVENSKO s.r.o., Bratislava 100,00 2.184 313
SF Bau vier GmbH, Wien 100,00 2.658 -121
STRABAG A/S, Trige 100,00 0 -11
STRABAG AG, Schlieren 100,00 -25.298 7.299
STRABAG AG, Köln 100,00 1.235.684 329.846
STRABAG Infrastruktur Development OOO, Moskau 100,00 134 168
STRABAG Oy, Helsinki 100,00 -18 -197
STRABAG Real Estate GmbH, Köln 28,40 157.784 35.580
Strabag RS d.o.o., Banja Luka 100,00 -793 -40
STRABAG Silnice a.s., Prag 100,00 2.798 69
TECH GATE VIENNA Wissenschafts- und Technologiepark GmbH, Wien 94,00 8.565 1.996
TPA GmbH, Köln 100,00 2.716 996
Zweite Nordsee-Offshore-Holding GmbH, Wien 51,00 -9.066 -4.445

1 gemäß § 224 Abs 3 UGB
2 Jahresüberschuss/-fehlbetrag
3 Jahresabschluss zum 31.12.2021
4 keine Angabe gemäß § 242 Abs 2 UGB

Beteiligungen: Kapital-anteil % Eigenkapital T€ Ergebnis2 T€
A-Lanes A15 Holding B.V., Nieuwegein 24,00 4 4
ASAMER Baustoff Holding Wien GmbH, Wien 20,93 4 4
ASAMER Baustoff Holding Wien GmbH & Co.KG, Wien 20,93 4 4
EPM PSO GmbH & Co KG, Spittal an der Drau 20,00 4 4
GDK Flight Management GmbH (vormals: Goldeck Flight Management GmbH), Spittal an der Drau 20,00 4 4
Klinik für Psychosomatik und psychiatrische Rehabilitation GmbH, Spittal an der Drau 30,00 4 4
Prottelith Produktionsgesellschaft mbH, Liebenfels 24,00 4 4
SHKK-Rehabilitations GmbH, Baden 50,00 4 4
SOCIETATEA COMPANIILOR HOTELIERE GRAND SRL, Bukarest 35,31 4 4
SRK Kliniken Beteiligungs GmbH, Baden 25,00 4 4
Straktor Bau Aktien Gesellschaft, Kifisia 50,00 4 4
Syrena Immobilien Holding Aktiengesellschaft, Spittal an der Drau 50,00 4 4

1 gemäß § 224 Abs 3 UGB
2 Jahresüberschuss/-fehlbetrag
3 Jahresabschluss zum 31.12.2021
4 keine Angabe gemäß § 242 Abs 2 UGB

Organe der Gesellschaft

Vorstand:

  • Klemens H a s e l s t e i n e r , BBA, BF (Vorsitzender seit 1.1.2023)
  • Dr. Thomas B i r t e l (Vorsitzender bis 31.12.2022)
  • Mag. Christian H a r d e r
  • Dipl.-Ing. (FH) Jörg R ö s l e r (seit 1.1.2023)
  • Dipl.-Ing. Siegfried W a n k e r
  • Dipl.-Ing. (FH) Alfred W a t z l
  • Dipl.-Ing. Dr. Peter K r a m m e r (bis 12.6.2022)

Aufsichtsrat:

  • Dr. Alfred G u s e n b a u e r (Vorsitzender)
  • Mag. Erwin H a m e s e d e r (Stellvertreter des Vorsitzenden)
  • Dr. Andreas B r a n d s t e t t e r
  • Mag. Kerstin G e l b m a n n
  • Mag. Gabriele S c h a l l e g g e r (seit 24.6.2022)
  • Thomas B u l l (bis 5.5.2022)
  • Dr. Hermann M e l n i k o v (bis 13.4.2022)
  • Dipl.-Ing. Andreas B a t k e (Betriebsratsmitglied)
  • Magdolna P. G y u l a i n é (Betriebsratsmitglied bis 5.5.2022 und seit 24.6.2022)
  • Georg H i n t e r s c h u s t e r (Betriebsratsmitglied)
  • Wolfgang K r e i s (Betriebsratsmitglied)
  • Miroslav Č e r v e n ý (Betriebsratsmitglied bis 5.5.2022)

KONZERNLAGEBERICHT

Wichtige Ereignisse

FEBRUAR

STRABAG baut um € 85 Mio. polnische Schnellstraße S19 weiter aus
Die polnische STRABAG-Tochter erhielt einen weiteren Großauftrag zum Ausbau der Schnellstraße S19 in Polen. Das Projekt umfasst eine ca. 7,5 km lange neue Trasse sowie den Fahrbahnausbau der Umgehungs- straße von Międzyrzec Podlaski über eine Strecke von 6,2 km im Rahmen der zweiten Bauphase. Der Auftrag wird innerhalb von 42 Monaten als Design&Build-Projekt realisiert.

MÄRZ

Kernaktionärin Haselsteiner Familien-Privatstiftung kündigt Syndikatsvertrag
STRABAG wurde am 15.3.2022 von ihrer Kernaktionärin, der Haselsteiner Familien-Privatstiftung, darüber informiert, dass diese den Syndikatsvertrag, der mit der UNIQA- und der Raiffeisen-Gruppe sowie mit MKAO „Rasperia Trading Limited“ bestand, zum 31.12.2022 gekündigt hat, nachdem alle Bemühungen, den russischen Anteil an sich zu ziehen, gescheitert waren. Der Syndikatsvertrag war seit 2007 in Kraft und sah neben der Nominierung von Aufsichtsratsmitgliedern auch die Koordination von Abstimmungsergebnissen in der Hauptversammlung vor.

STRABAG setzt ÖGNI-zertifiziertes Projekt Grünblick in Wien um
STRABAG wird als Generalunternehmen für Value One das Wohnbauprojekt Grünblick im Wiener Stadtentwicklungsprojekt Viertel Zwei im Auftragsvolumen von € 110 Mio. umsetzen. Das Projekt Grünblick wurde von der Österreichischen Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) bereits mit dem Nachhaltigkeitszertifikat in Gold ausgezeichnet. Am Grünen Prater entstehen auf 27 Stockwerken 340 hochwertig ausgestattete Eigentumswohnungen mit Wohnflächen zwischen 44 und 134 m2. Ebenso im Auftrag enthalten ist die Errichtung eines Kindergartens. Gewerbeflächen im Erdgeschoß und unterirdische Parkebenen mit rd. 220 Stellplätzen ergänzen das Ensemble. Im Sommer 2025 soll der Wohnbau schlüsselfertig an Value One übergeben werden.

APRIL

Sanktionierung von Oleg Deripaska
Nach Kanada, dem Vereinigten Königreich und Australien hat am 8.4.2022 die Europäische Union Oleg Deripaska, der die STRABAG SE-Aktionärin MKAO „Rasperia Trading Limited“ kontrolliert, auf die Sanktionsliste gesetzt. Damit ist auch MKAO „Rasperia Trading Limited“ von den EU-Sanktionen betroffen. STRABAG ist hingegen kein sanktioniertes Unternehmen, da die STRABAG SE nicht von MKAO „Rasperia Trading Limited“ (oder indirekt von Oleg Deripaska) im Sinne dieser Sanktionsregelungen kontrolliert wird.

MAI

Errichtung der Firmenzentrale der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte
Die STRABAG-Tochter ZÜBLIN wurde mit dem Bau der Firmenzentrale der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte in Ingolstadt beauftragt. Das Gebäude wird in energieeffizienter Bauweise mit Technologien wie Betonkerntemperierung und Photovoltaik-Anlage realisiert. Eine Zertifizierung mit dem Nachhaltig- keitssiegel der DGNB in Gold ist vorgesehen. Die Zusammenarbeit zwischen der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte und ZÜBLIN beruht auf dem Partnering-Modell TEAMCONCEPT®, das auf die frühzeitige Einbindung des Baupartners in die Planung und eine partnerschaftliche Abwicklung von Bauvorhaben setzt. Die Bauarbeiten sollen Ende 2024 abgeschlossen sein. Die STRABAG Real Estate (SRE) ist ebenfalls am Projekt „DonauTower“ beteiligt: 2019 hatte das Finanzunternehmen die SRE als Service Developer u. a. damit beauftragt, das Baugelände in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan baureif zu machen.

Klemens Haselsteiner wird neuer CEO
STRABAG wird ab 1.1.2023 von einem neuen CEO geführt: Klemens Haselsteiner folgt Thomas Birtel, der aufgrund des Erreichens der festgelegten Altersgrenze nach zehn Jahren als Vorsitzender des Vorstands ausscheidet. Haselsteiner ist seit 2020 im Konzernvorstand, wo er das neue Ressort Digitalisierung, Unternehmensentwicklung und Innovation aufgebaut und etabliert hat. Als Chief Digital Officer lag sein Augenmerk neben Pilotprojekten vor allem auf der Definition und Implementierung einer konzernweiten Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsstrategie

JUNI

STRABAG-Tochter ZÜBLIN erhält in Chile Aufträge im Wert von rd. € 283 Mio.
Mit zwei neuen Verträgen für Tunnelarbeiten in den Minen Candelaria Norte und El Teniente wird das erfolgreiche Bergbaugeschäft des STRABAG-Konzerns in Chile weiter vorangetrieben. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rd. € 283 Mio. Über die Tochterfirma ZÜBLIN ist das Unternehmen seit 16 Jahren mit der Erschließung der Kupfererzmine in der Region Atacama, die 650 km nördlich der Hauptstadt Santiago liegt, beauftragt. In dieser Periode wurden insgesamt 140 km an Stollen gebaut. In der kommenden, drei Jahre dauernden Vertragsperiode für die Auftraggeberin Lundin Mining sollen weitere 40 km an Stollen errichtet werden. Der Vertrag umfasst darüber hinaus die Verladung und den Transport von mehr als drei Mio. t Gestein. In der Kupfermine El Teniente ist ZÜBLIN bereits seit 1992 für die Auftraggeberin National Copper Corporation (CODELCO) tätig. Der neue, über zwei Jahre laufende Vertrag beinhaltet u. a. die Erschließung eines Tunnelsystems mit 13,4 km Länge auf unterschiedlichen Ebenen sowie 1.503 m vertikale Schächte und weitere Infrastrukturarbeiten. Derzeit werden sieben Großprojekte in Chile abgewickelt. Dazu zählen u. a. Mining-Projekte in Chuquicamata, Candelaria und El Teniente sowie die Errichtung von 140 Fundamenten für den größten Windpark Südamerikas mit einer Leistung von 778 MW. Der Windpark soll nach seiner Fertigstellung den Energiebedarf von rd. 700.000 Haushalten decken.

JULI

Bundeswettbewerbsbehörde beantragt Überprüfung der kartellrechtlichen Entscheidung
Am 21.10.2021 war auf Beschluss des OLG Wien als Kartellgericht ein gegen die STRABAG AG und F. Lang u. K. Menhofer Baugesellschaft m.b.H & Co. KG anhängiges Kartellverfahren rechtskräftig entschieden und für die beiden Konzerngesellschaften ein Bußgeld in Höhe von € 45,37 Mio. verhängt worden. Nunmehr beantragte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) die Überprüfung dieser Entscheidung. Das Kartellgericht hat diesen Abänderungsantrag zurückgewiesen. Dagegen haben die BWB und der Bundeskartellanwalt Rekurs erhoben. Die Entscheidung durch den Obersten Gerichtshof (OGH) ist ausstehend.

Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Zagreb und Rijeka um € 228 Mio.
STRABAG hat in Kroatien Ende Juli 2022 einen Vertrag über die Modernisierung einer 44 km langen Bahnstrecke zwischen Zagreb und der Hafenstadt Rijeka unterzeichnet. Der Auftrag umfasst unter anderem die Rekonstruktion des bestehenden Gleises, den Bau eines neuen Gleises sowie den Umbau von mehreren Bahnhöfen und Haltestellen. Der Auftragswert liegt bei umgerechnet € 228 Mio. und wird maßgeblich aus dem EU-Kohäsionsfond mitfinanziert.

AUGUST

Kernaktionäre der STRABAG SE vereinbaren neues Syndikat
Die Kernaktionäre Haselsteiner Familien-Privatstiftung, die UNIQA- und die Raiffeisen-Gruppe haben am 18.8.2022 einen neuen Syndikatsvertrag abgeschlossen.# STRABAG SE – Geschäftsbericht 2022

Der Vorstand der STRABAG SE begrüßt die Fortführung der Kernaktionärsgruppe, die die erfolgreiche strategische Ausrichtung und das Wachstum der STRABAG-Gruppe unterstützt.

Österreichische Kernaktionäre erstatten Pflichtangebot, das in Folge des Asset Freeze von MKAO „Rasperia Trading Limited“ erforderlich wurde

Mit dem von der EU verordneten Asset Freeze wurde MKAO „Rasperia Trading Limited“ die Ausübung aller mit ihren STRABAG SE-Aktien verbundenen Rechte untersagt. Dies hatte gemäß Übernahmegesetz folgende Auswirkungen: Die verbleibenden Kernaktionäre – Haselsteiner Familien-Privatstiftung, UNIQA- und Raiffeisen-Gruppe – erlangten passiv die Kontrolle über die STRABAG SE. Die löste von Gesetzes wegen eine Stimmrechtsbeschränkung der österreichischen Kernaktionäre auf zusammen 26 % aus, obwohl sie effektiv 57,8 % halten. Um diese gesetzliche Stimmrechtsbeschränkung aufzuheben, war die Erstattung eines antizipatorischen Pflichtangebots durch die Haselsteiner Familien-Privatstiftung sowie die UNIQA- und Raiffeisen-Gruppe erforderlich. Gemäß Übernahmegesetz entfällt die Stimmrechtsbeschränkung nach Abwicklung des Angebots.

SEPTEMBER

STRABAG richtet mit neuem Auftritt Blick auf Fortschritt und Nachhaltigkeit

STRABAG stellt sich den drängenden Zukunftsthemen der Baubranche und hat sich selbst verpflichtet, bis 2040 entlang der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral zu werden. Insgesamt arbeitet STRABAG heute bereits konzernweit an 250 Innovations- und 400 Nachhaltigkeitsprojekten. Alle Informationen zum Thema fasst ein „Work On Progress Hub“ im Internet unter work-on-progress.strabag.com zusammen. Dort finden sich Details zu den Themenfeldern Digitalisierung und Innovation, Reduktion von CO2-Emissionen sowie Material und Kreislaufwirtschaft. Zudem bietet die Online-Plattform weiterführende Infos zu konkreten Leuchtturm- und Pilotprojekten, die STRABAG in diesen Themenbereichen umsetzt: ob Gebäude, deren Wände STRABAG direkt vor Ort in 3D druckt, Asphalt, der recycelt wird, Transportbänder, die sich selbst mit Strom versorgen, oder ein alter Ölhafen, den STRABAG saniert und zu einem Zentrum für Urban Mining aufbaut.

OKTOBER

Ausbau Bahnhof Berlin-Köpenick für den Regionalverkehr

Im Auftrag der DB Netz AG macht STRABAG Rail den Bahnhof Köpenick im Südosten von Berlin fit für den Regionalverkehr. Der neue Bahnhof ist ein wesentlicher Bestandteil des Berliner Verkehrskonzepts und Teil des Großprojekts „Ausbau der West-Ost-Magistrale von Berlin zur polnischen Grenze bei Frankfurt an der Oder“. Im Team mit der STRABAG AG, der STRABAG Fahrleitungen GmbH und der ZÜBLIN Stahlbau GmbH führt die federführende STRABAG Rail GmbH die umfassenden Modernisierungsmaßnahmen durch. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rd. € 154 Mio. Ab 2027 soll die Bahnstrecke bei Geschwindigkeiten bis 160 km/h kürzere Fahrtzeiten zwischen den Städten Magdeburg, Potsdam, Berlin und Frankfurt an der Oder ermöglichen.

Ausbau der rumänischen Autobahn A3 um € 85 Mio.

Die rumänische STRABAG-Tochter erhielt einen weiteren Großauftrag. Gemeinsam mit dem Konsortialpartner GEIGER wird STRABAG um € 85 Mio. (STRABAG-Anteil: 60 %) einen 15,7 km langen Abschnitt der Autobahn A3 zwischen Câmpia Turzii und Cheţani errichten. Nach dem Baustart im Jahr 2022 wird die Bauzeit rd. 18 Monate betragen.

NOVEMBER

STRABAG Umwelttechnik legt mit Pilotprojekt in Bremen die Basis für das kreislaufgerechte Bauen der Zukunft

Startschuss für ein wegweisendes Leuchtturmprojekt in der Nachhaltigkeitsstrategie der STRABAG-Gruppe: Mit einem symbolischen Spatenstich wurde im November der Beginn der Sanierungs- und Bauarbeiten für das Circular Construction & Technology Center (C3) am früheren Bremer Ölhafen markiert. Als Pilotprojekt soll das Kompetenzzentrum für Urban Mining und Bauschuttaufbereitung die Basis legen für das ressourcenschonende und CO2-sparende Bauen der Zukunft. Die hier entwickelten und gewonnenen Recycling-Baustoffe sollen künftig maßgeblich dazu beitragen, geschlossene Materialkreisläufe in der Bauwirtschaft der Region Bremen zu etablieren. Zunächst aber wird die STRABAG Umwelttechnik GmbH im ersten Schritt das massiv mit Mineralöl verunreinigte Gelände des einstigen Raffinerie-Tanklagers in den kommenden zwei Jahren umfassend und nachhaltig sanieren. Die Visualisierung des C3 in Bremen schrittweise Errichtung der Gebäude und Anlagentechnik beginnt 2024; noch im gleichen Jahr sollen die Anlagen zum Bauschuttrecycling auch in Betrieb gehen.

DEZEMBER

STRABAG erweitert Facility Services-Geschäft durch Zukauf der Bockholdt GmbH & Co. KG

Durch die Übernahme des norddeutschen Reinigungsdienstleisters Bockholdt GmbH & Co. KG wächst die STRABAG Property and Facility Services Gruppe (STRABAG PFS) im Segment der Infrastrukturellen Facility Management-Leistungen. Mit der Akquisition stärkt STRABAG PFS deutlich ihr Eigenleistungsvolumen und ihre Präsenz im Norden Deutschlands. Das Lübecker Familienunternehmen Bockholdt wurde 1959 gegründet und ist spezialisiert auf die Reinigung von Gebäuden, Industrieanlagen und Kliniken. Mit rund 3.600 Mitarbeitenden, einer unternehmenseigenen Schulungsakademie und 13 Standorten ist Bockholdt einer der größten Arbeitgeber Norddeutschlands.

LÄNDERRISIKO STREUEN

STRABAG sieht sich als europäischer Technologiekonzern für Baudienstleistungen mit starkem Fokus auf Zentral- und Osteuropa. Mit einem dichten Netz aus zahlreichen Tochtergesellschaften in vielen europäischen Ländern und auch auf anderen Kontinenten erweitern wir unser Einsatzgebiet weit über Österreichs und Deutschlands Grenzen hinaus. Zum einen hat es im Unternehmen Tradition, der Auftraggeberschaft in neue Märkte zu folgen, zum anderen ermöglicht das bestehende Ländernetzwerk mit lokalem Management und etablierten Organisationsstrukturen, die Technologie und die Gerätschaft mit geringem Aufwand zu exportieren und in neuen Regionen einzusetzen. Um das Länderrisiko noch weiter zu streuen und von den Marktchancen in weiteren Teilen der Welt zu profitieren, ist STRABAG jedoch auch international, d. h. in Ländern außerhalb Europas, tätig. Der STRABAG SE-Konzern verbuchte im Geschäftsjahr 2022 eine um 10 % höhere Leistung von € 17.735,47 Mio. Der in absoluten Zahlen größte Leistungszuwachs wurde in unserem Heimmarkt Deutschland verbucht, gefolgt von Österreich und dem Vereinigten Königreich, wo aktuell die beiden größten Projekte im Auftragsbestand abgearbeitet werden, sowie in Tschechien.

LEISTUNG NACH LÄNDERN

2022 % der gesamten Leistung 2022¹ 2021 % der gesamten Leistung 2021¹ ▲ % ▲ absolut
Deutschland 8.347 47 7.462 46 12 885
Österreich 2.935 17 2.694 17 9 241
Polen 1.126 6 1.152 7 -2 -26
Tschechien 1.093 6 948 6 15 145
Ungarn 688 4 652 4 6 36
Vereinigtes Königreich 578 3 390 2 48 188
Americas 558 3 482 3 16 76
Slowakei 351 2 289 2 21 62
Rumänien 315 2 264 2 19 51
Naher Osten 252 1 203 1 24 49
Kroatien 238 1 177 1 34 61
Schweiz 197 1 192 1 3 5
Benelux 176 1 233 1 -24 -57
Schweden 152 1 121 1 26 31
Serbien 146 1 155 1 -6 -9
Asien 136 1 145 1 -6 -9
Sonstige europäische Länder 110 1 136 1 -19 -26
Slowenien 81 0 104 1 -22 -23
Bulgarien 68 0 82 1 -17 -14
Dänemark 61 0 109 1 -44 -48
Russland² 59 0 46 0 28 13
Afrika 47 0 35 0 34 12
Italien 21 0 58 0 -64 -37
Gesamt 17.735 100 16.129 100 10 1.606

¹ Rundungsdifferenzen möglich
² Alle Aktivitäten in Russland befinden sich in Abwicklung.

Weltkonjunktur GEBREMST¹

WACHSTUMSVERGLEICH BAU VERSUS BIP EUROPA

Nach einem deutlichen Aufholeffekt im Jahr 2021 schwächte sich das Weltwirtschaftswachstum 2022 merkbar ab. Ausschlaggebend dafür waren zahlreiche Herausforderungen wie die noch immer gestörten Lieferketten als Folge der Pandemie und der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Dieser führte u. a. zu Versorgungsengpässen bei Gas und Öl sowie Einschränkungen im globalen Handel und in der Folge zu starken Preissteigerungen, allen voran bei Energie. Damit ging auch das allgemeine Preisniveau deutlich nach oben, was durch Lohnerhöhungen nicht ausgeglichen werden konnte. Zum anhaltenden Inflationsdruck kamen steigende Zinsen und eine restriktivere Kreditvergabe. Zudem brachte die Null-Covid-Politik Chinas dessen nationale sowie die globale Wirtschaft unter Druck. Gleichzeitig werden die Folgen des Klimawandels auch in den einzelnen Volkswirtschaften stärker spürbar. Es herrscht weitgehend Übereinkunft, dass Maßnahmen für eine Energiewende, weg von fossilen Brennstoffen, unabdingbar und entsprechende Investitionen vordringlich sind. Der IMF geht von einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,2 % im Jahr 2022 und einem Plus von 2,7 % für 2023 aus. Die Wachstumsschwäche dürfte länger andauern, da die Preise dauerhaft hoch bleiben und weitere geldpolitische Maßnahmen auslösen werden. Für die EU errechnete die OECD für 2022 ein Wirtschaftswachstum von 3,3 %. Auch das Bruttoinlandsprodukt der 19 Euroconstruct-Länder (EC-19) stieg 2022 um 3,3 %. Dabei variieren die Länderraten sehr stark, sie liegen zwischen +1,5 % und +10,0 %. Die hohen Energiepreise werden die Energiewende in Europa zukünftig noch stärker ins Zentrum rücken. 2023 wird für den EC-19-Raum nur mehr ein BIP-Wachstum von 0,5 %, für die beiden Folgejahre von jeweils 1,9 % erwartet.

SCHWÄCHERES WACHSTUM IM Bausektor

Die Bauwirtschaft wuchs in den EC-19-Ländern im Jahr 2022 mit 3,0 % geringer als im Jahr zuvor (2021: +5,8 %). Die enormen Veränderungen in Europa, allen voran die militärische Aggression Russlands gegen die Ukraine, beeinflussten im Berichtsjahr auch die Bauindustrie in hohem Maße. Stetig steigende Baukosten und Konsumentenpreise sowie die mehrmalige Erhöhung der Zinsen in der Eurozone führten dazu, dass viele Projektstarts verschoben oder Projekte nicht umgesetzt wurden. Aufgrund unsicherer wirtschaftlicher Aussichten und steigender Immobilienpreise war zudem ein sinkendes Verbrauchervertrauen beobachtbar. Diesen negativen Effekten standen positive Impulse durch Förderungen der öffentlichen Hand, insbesondere für Renovierungsarbeiten, gegenüber.# Sektoral betrachtet entwickelte sich der Wohnbau 2022 mit einem Plus von 4,6 % am besten, vor dem sonstigen Hochbau mit +1,9 % und dem Tiefbau mit +0,6 %. Am stärksten wuchs erneut die italienische Bauwirtschaft mit einem Plus von 12,1 %, gefolgt von Irland mit +9,0 %. Portugal bildete mit -2,5 % das Schlusslicht vor der Schweiz (-1,8 %) und Deutschland (-0,5 %). Deutlich zurückgehen bzw. stagnieren wird das Bauwachstum der 19 Euroconstruct-Länder in den Folgejahren. 2023 soll es mit +0,2 % nahezu und im Jahr darauf gänzlich stagnieren (2024: 0,0 %). Erst für 2025 wird wieder ein leichter Anstieg um 1,1 % erwartet.

1 Alle Wachstumsprognosen sowie Bauvolumina auf Ebene der einzelnen Volkswirtschaften wurden den Berichten von Euroconstruct und EECFA (Eastern European Construction Forecasting Association) von Winter 2022 entnommen. Die angegebenen Marktanteilsdaten basieren auf den Daten aus dem Jahr 2022 sowie auf Schätzungen für das Jahr 2022 von Euroconstruct und EECFA.

WOHNBAU ALS TREIBENDES SEGMENT VOR SONSTIGEM HOCHBAU UND TIEFBAU

WACHSTUMGSVERGLEICH BAUSEKTOR EUROPA

Der Wohnbau, in dem nach wie vor nahezu die Hälfte der gesamten europäischen Bauleistung erbracht wird, wuchs 2022 mit einem Volumen von € 941,4 Mrd. um 4,6 %. Dabei waren die 15 westlichen Euroconstruct-Länder mit einem Zuwachs von 4,7 % leistungsstärker als die östlichen (+3,2 %). In absoluten Zahlen lag Deutschland vor Italien an der Spitze, gefolgt von Groß-britannien und Frankreich. Prognosen sagen für 2023 und 2024 einen Rückgang der Bauleistung in diesem Segment voraus (-1,2 % bzw. -1,6 %), für 2025 eine leichte Erholung bei +0,6 %.

Der sonstige Hochbau – sein Anteil am europäischen Bauvolumen liegt bei 30 % – wuchs 2022 mit +1,9 % schwächer als im Jahr zuvor. Deutschland ist der größte Markt für dieses Segment, gefolgt von Großbritannien, Frankreich und Italien. Die höchsten Zuwächse gab es in Schweden, Tschechien, Frankreich sowie Polen und den Niederlanden. Am schwächsten entwickelte sich der sonstige Hochbau in der Schweiz, Deutschland und Belgien. Euroconstruct prognostiziert für das Segment für die Jahre 2023 und 2024 ein leichtes Plus von 0,7 % bzw. 1,4 %, für 2025 werden +1,1 % erwartet.

Der Tiefbau, der mit rd. 20 % zur europäischen Bauleistung beiträgt, konnte 2022 nach +5,1 % im Vorjahr nur gering zulegen (+0,6 %). Als stark von öffentlichen Investoren abhängiges Segment traf ihn vor allem der starke Preisanstieg bei Energie und Baumaterialien. Sehr unterschiedlich verlief die Entwicklung in den einzelnen Staaten. Deutschland stellt zwar vor Frankreich den größten Tiefbaumarkt der EC-19 dar, schloss das Berichtsjahr aber mit -1,0 % negativ ab. Gemessen am Umfang der Bauleistung folgen Großbritannien und Italien. Die stärksten Zuwächse gab es in Spanien, Norwegen und Belgien, das größte Minus in Portugal. 2023 soll die Wachstumsrate beim europäischen Tiefbau bei 2,9 % und 2024 bei 1,8 % liegen, für 2025 wird ein Plus von 2,2 % erwartet. Mehr als die Hälfte der europäischen Tiefbau-Investitionen fließen in Straßen- und Eisenbahnnetze, gefolgt von Energie- und Wasserversorgungsprojekten.

DEUTSCHLAND

Die anfänglich gute Entwicklung der deutschen Wirtschaft wurde durch den Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 stark gebremst. Durch die drastische Verteuerung von Treibstoff, Gas und Strom kamen Unternehmen massiv unter Druck, zudem sahen sie sich mit explodierenden Preisen für Rohstoffe und Zwischenprodukte konfrontiert. Angesichts des massiven Anstiegs der Energiepreise und trotz einer Vielzahl staatlicher Hilfsmaßnahmen mussten sowohl private Haushalte als auch Unternehmen spürbare finanzielle Einbußen hinnehmen. Parallel dazu erreichte die Inflationsrate mit +8,5 % den höchsten Stand seit etwa 70 Jahren. Euroconstruct geht für 2022 von einem BIP-Wachstum von +1,5 % aus, erwartet für 2023 allerdings bereits eine moderate Rezession mit einem Rückgang um 0,5 %. Auf mittlere Sicht dürfte sich das Wachstum dann wieder zwischen +2,5 % und +2,0 % p. a. einpendeln.

Mit einem Rückgang der Bauleistung um nur 0,5 % ist die deutsche Bauwirtschaft bisher gut durch die Krise gekommen. Bauunternehmen profitierten vorerst noch von ihren vollen Auftragsbüchern. Der Sektor sah sich neben dem Fachkräftemangel allerdings noch immer mit Lieferengpässen bei Baumaterialien und damit einhergehenden Preissteigerungen konfrontiert. Bremsend auf die Entwicklung wirkte zudem das geänderte Zinsniveau. Dieses geänderte Marktumfeld führte 2022 zu einem Anstieg der Preise für Bauleistungen um 16 %. Aufgrund des vorhandenen Auftragsbestands geht Euroconstruct für den Sektor für 2023 bzw. 2024 noch von einem leichten Wachstum um +0,4 % respektive +0,1 % aus, für 2025 wird ein Rückgang um 0,4 % prognostiziert. Für alle Bereiche der Bauwirtschaft wird erst mittelfristig ein Ende des realen Wachstums erwartet.

Wohnbau

Im Wohnbau nahm das Volumen nur geringfügig um +0,2 % zu. Der Sektor profitierte zuletzt von den noch niedrigen Zinsen und dem Mangel an Investitionsalternativen. Wiederholte Materialengpässe, steigende Baustoff- und Energiekosten sowie eine sinkende Wirtschaftsleistung wirkten sich hemmend auf die Entwicklung aus. Für den Wohnbausektor erwartet Euroconstruct für 2023 noch ein leichtes Plus von 0,7 %, für 2024 und 2025 wird bereits eine rückläufige Entwicklung um 0,3 % respektive 1,1 % prognostiziert.

Sonstiger Hochbau

Der sonstige Hochbau, der 2022 um 1,7 % schrumpfte, litt zunehmend unter der ökonomischen Unsicherheit und der Investitionszurückhaltung der Unternehmen sowie der öffentlichen Hand, vor allem der Gemeinden. Auch in diesem Segment wurde die Vorsicht bei Investitionen durch Preissteigerungen bei Baumaterialien aufgrund temporärer Lieferengpässe verstärkt. Euroconstruct sieht daher für den Sektor für 2023 und 2024 nur ein leichtes Plus von 0,4 % bzw. 0,6 %, für 2025 +0,4 %.

Tiefbau

Der Tiefbausektor verzeichnete 2022 einen leichten Rückgang um 1,0 %. Die langfristigen staatlichen Investitionsprogramme in die Bahn- und Straßen-infrastruktur wirken weiterhin positiv. Durch Investitionen in Kraftwerke auf Basis erneuerbarer Energien erhält der Energiesektor neuen Rückenwind. Die Kommunen hingegen hielten sich wegen der stark gestiegenen Baupreise bei Straßen- und Wasserbauprojekten zurück. Für 2023 wird im Tiefbau ein leichtes Minus von 0,2 % erwartet, in den beiden Folgejahren rechnet man mit einem Plus von jeweils 1,0 % p. a.

Der STRABAG-Konzern hält in Deutschland einen Anteil von 2,0 % am Bauvolumen des Gesamtmarkts. Sein Anteil am deutschen Straßenbau ist mit 16,9 % dabei deutlich höher als jener am gesamten Markt. Mit € 8.346,74 Mio. wurden 2022 rd. 47 % der Konzern-Gesamtleistung (2021: 46 %) von STRABAG in Deutschland erbracht. Der Großteil der Leistung wird dem Segment Nord + West zugerechnet, während die in Deutschland erbrachten Property & Facility Services dem Segment International + Sondersparten zugeordnet werden.

ÖSTERREICH

Nach einer kräftigen Expansion im ersten Halbjahr 2022 befand sich die österreichische Wirtschaft zu Jahresende in einer Abschwungphase. Markant gestiegene Weltmarktpreise für Energie führten zu einer Wachstumsverlangsamung bei gleichzeitig hoher Inflation von 8,3 %. Diese wiederum führte zu Realeinkommensverlusten und dämpfte den privaten Konsum. Da die Inflation auch 2023 hoch bleibt, steuert Österreichs Wirtschaft erstmals seit den 1970er-Jahren auf eine Stagflation zu. Das BIP-Wachstum lag 2022 noch bei 4,8 %, für 2023 wird eine Stagnation von +0,2 % prognostiziert. In den beiden Folgejahren erwartet Euroconstruct nur leicht höhere Wachstumsraten von +1,0 % respektive +1,1 %.

Die österreichische Bauwirtschaft stagnierte 2022 mit einem leichten Plus von 0,2 %. Der massive Anstieg der Baukosten um rd. 10 % dämpfte das reale Wachstum in der Bauwirtschaft erheblich. In Kombination mit dem erwarteten Abwärtstrend im Wohnbau wird für das Segment auch 2023 nur eine geringe Wachstumsrate von +0,3 % erwartet. Auch die Jahre 2024 und 2025 werden trotz deutlicher Impulse nur von einer schwachen Dynamik mit Wachstumsraten von +0,7 % und +0,8 % geprägt sein.

Wohnbau

Nach knapp einem Jahrzehnt kontinuierlich zunehmender Baugenehmigungen läutete der Wohnbau 2022 mit einem Rückgang von 2,1 % einen bereits erwarteten Abwärtstrend ein. Ausschlaggebend dafür waren massiv gestiegene Energiepreise verbunden mit hoher Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Baukosten. Während der Neubau die größten Einbußen hinnehmen musste, wies die Renovierung aufgrund ökologischer und energierelevanter Faktoren noch ein leichtes Wachstum auf. Insgesamt werden für den Wohnbau 2023 und 2024 Rückgänge von 1,1 % und 0,3 % erwartet. Erst 2025 sollte der Trend mit einem leichten Wachstum von +0,7 % wieder ins Positive drehen.

Sonstiger Hochbau

Der sonstige Hochbau entwickelte sich mit einem Plus von 2,1 % noch deutlich positiv. Während das wirtschaftliche Umfeld in der ersten Jahreshälfte 2022 stabil war, dämpften hohe Baupreissteigerungen die Entwicklung des Segments im Jahresverlauf. Die Baupreissteigerungen im sonstigen Hochbau erreichten ein Niveau, das zuletzt in den frühen 1970er-Jahren verzeichnet worden war, als die Preise jährlich um rd. 16 % stiegen. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass aufgrund dieser Entwicklung ein Teil der geplanten Investitionen verschoben oder sogar storniert wird. Für 2023 prognostiziert Euroconstruct dem Segment daher nur mehr ein Wachstum von +0,6 %, 2024 und 2025 sollte das Wachstum bei +1,0 % und +1,2 % zu liegen kommen.

Tiefbau

Der Tiefbau entwickelte sich 2022 aufgrund der starken staatlichen Investitionstätigkeit unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit mit +2,0 % positiv. Das Segment hatte in den vergangenen Jahren in erster Linie von Investitionen der öffentlichen Hand in die Transportinfrastruktur profitiert. Der weitere Ausbau des Straßen- und insbesondere des Schienennetzes nimmt auch in den kommenden Jahren einen Fixplatz im österreichischen Budget ein.# POLEN

Polens Wirtschaft erzielte 2022 ein Wachstum von 4,6 %. Die stark gestiegene Konsumnachfrage, Probleme in den Lieferketten und der Krieg im Nachbarland Ukraine führten allerdings zu einer sehr hohen Inflation von 13,5 %. Zudem wirkten sich der Einbruch des Handels mit Russland und der Ukraine sowie der Nachfragerückgang bei den wichtigsten Handelspartnern negativ auf die Exportleistung aus. Die polnische Nationalbank erhöhte 2022 den Leitzins in mehreren Schritten auf 6,75 %, er lag damit deutlich höher als der Leitzins der Europäischen Zentralbank. Für 2023 prognostiziert Euroconstruct ein deutlich verlangsamtes Wirtschaftswachstum von +1,7 %. Für 2024 und 2025 werden aber wieder optimistische 3,1 % Wachstum p. a. vorhergesagt.

Die polnische Bauindustrie profitierte 2022 noch von der kräftigen Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre und erzielte erneut ein solides Plus von 4,5 %. Neben dem boomenden Wohnbausektor verzeichneten auch der sonstige Hochbau und der Tiefbau eine solide Entwicklung. Die Europäische Kommission gab im Juni im Prinzip grünes Licht für den € 35,4 Mrd. schweren Aufbau- und Resilienzplan Polens im Rahmen des Instruments NextGenerationEU. Die Umsetzung dieses Plans soll erheblich zur Dekarbonisierung der polnischen Wirtschaft beitragen und zugleich die Energieunabhängigkeit des Landes stärken. Seine Billigung ist allerdings an klare Verpflichtungen geknüpft, die Polen hinsichtlich der Unabhängigkeit der Justiz erfüllen muss, bevor tatsächlich Gelder fließen können. Vor diesem Hintergrund prognostiziert Euroconstruct dem polnischen Bausektor für 2023 eine Stagnation von +0,1 %, 2024 ein leichtes Plus von 1,3 % und erst für 2025 mit +3,7 % wieder eine etwas stärkere Dynamik.

Wohnbau

Der Wohnbausektor in Polen profitierte 2022 ebenfalls noch von der Dynamik der vergangenen Jahre und erzielte ein Plus von 6,0 %. Problematisch wirkte sich allerdings die massive Erhöhung der Zinsen für Wohnbaukredite aus. So verzeichnete das Land in den ersten drei Quartalen 2022 einen Rückgang der Anzahl der Wohnbaukredite im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 44,7 % und einen Rückgang des Kreditvolumens um 40,8 %. Eine positive Dynamik wird hingegen vom neuen Baugesetz erwartet, das mit 1. Jänner 2023 in Kraft trat und den Investitions- und Bauprozess deutlich vereinfachen und beschleunigen soll. Für 2023 rechnet Euroconstruct mit einem deutlichen Minus von 4,2 %, 2024 mit -2,8 %, bevor 2025 wieder ein Aufwärtstrend mit einem Plus von 3,0 % einsetzen soll.

Sonstiger Hochbau

Der sonstige Hochbau verzeichnete 2022 ein Plus von 4,7 %. Aufgrund des florierenden Online-Handels war ein erhöhter Bedarf an Lagerhallen erkennbar. Starke Nachfrage kam vor allem aus dem Bildungs- und aus dem Gesundheitsbereich. Die Nachfrage nach Bürogebäuden, Gewerbebauten, Restaurants, Hotels sowie Tourismus- und Transportservices nahm spürbar ab. Erhöhter Kostendruck, größere Ungewissheit und strengere Finanzierungsbedingungen veranlassten erste Inves-toren dazu, ihre Bauvorhaben zumindest zu verschieben. Euroconstruct erwartet für 2023 noch ein leichtes Plus von 1,1 %. Für die Jahre danach sollten die Wachstumsraten des Sektors aber wieder regelmäßig solide Werte zwischen +3,4 % und +3,9 % erreichen.

Tiefbau

Der Tiefbau konnte in Polen 2022 um 3,0 % wachsen. Steigende öffentliche Ausgaben für Infrastrukturprojekte, insbesondere mehrjährige Regierungsprogramme zur Errichtung und Modernisierung der Transportinfrastruktur, treiben die Entwicklung des polnischen Tiefbaus voran. Auch die Errichtung von Langstrecken-Pipelines und Eisenbahnstrecken entwickelte sich überdurchschnittlich gut. Euroconstruct geht daher für 2023 und 2024 wieder von einem Wachstum von 3,1 % bzw. 2,7 % aus, das im Folgejahr auf 3,9 % steigen dürfte.

Als Nummer 2 der Baubranche in Polen realisierte STRABAG hier 2022 ein Bauvolumen von € 1.126,39 Mio. und damit 6 % der Gesamtleistung des Konzerns (2021: 7 %). Polen stellt somit den drittgrößten Markt der STRABAG-Gruppe dar. Ihr Marktanteil am gesamten polnischen Baumarkt betrug 1,9 %, der Anteil am Straßenbau 10,5 %.

TSCHECHIEN

Die tschechische Wirtschaft erzielte 2022 ein Wachstum von 2,2 %. Die Tschechische Nationalbank versuchte der extrem gestiegenen Inflation mit einer kräftigen Anhebung des Leitzinssatzes von 0,75 % auf 7,0 % zu begegnen, was sich deutlich auf die Zinssätze für laufende Kredite und Hypotheken auswirkte. Die zunehmende Staatsverschuldung ging mit massiv gestiegenen Energiepreisen und Produktionsrückgängen in der Industrie aufgrund von Materialengpässen einher. Das Problem betrifft nicht nur Rohstoffe, sondern auch Arbeitskräfte aus der Ukraine, von denen einige Sektoren, darunter das Baugewerbe, in hohem Maß abhängig sind. Sofern sich die fiskalpolitische Situation stabilisiert, sollten die kommenden Jahre zumindest leichtes Wachstum mit sich bringen. Euroconstruct rechnet für 2023 mit einem Plus von 1,1 % und für die darauffolgenden Jahre mit Zuwächsen von 3,2 % respektive 2,4 %.

Die tschechische Bauwirtschaft verzeichnete 2022 ein sanftes Plus von 1,4 %. Die größten Heraus-forderungen der tschechischen Bauwirtschaft liegen in strukturellen Problemen, wie der langen Dauer von Genehmigungsprozessen und dem eklatanten Mangel an Arbeitskräften. Zudem sah sich das bei Baumaterialien beinahe ausschließlich vom Import abhängige Land mit exorbitanten Preissteigerungen konfrontiert. Dabei hinterfragten viele Expert:innen, inwieweit der Preisanstieg auf den Rohstoffmangel zurückzuführen war, oder ob es sich dabei um Spekulation handelte. Euroconstruct prognostiziert für die tschechische Baubranche daher für 2023 einen Rückgang um 1,8 %, für 2024 hingegen wieder ein kräftiges Plus von 3,1 %, das sich 2025 wieder leicht auf +1,9 % abschwächen dürfte.

Wohnbau

Der Wohnbau verzeichnete 2022 einen leichten Rückgang um 0,7 %. Die hohe Nachfrage wurde vor allem durch hohe Kreditzinsen und die hohe Inflation gedämpft. Steigende Energiepreise verlagerten die Investitionen der Haushalte in Renovierungen, insbesondere in die Wärmedämmung. Vor diesem Hintergrund sagt Euroconstruct dem Wohnbau für 2023 einen deutlichen Rückgang von 3,9 % voraus, für 2024 und 2025 dann wieder ein Plus von 3,2 % bzw. 3,9 %.

Sonstiger Hochbau

Der sonstige Hochbau konnte 2022 mit einem Plus von 5,9 % kräftig zulegen. Viele aufgeschobene private Bauprojekte, Investitionen in medizinische Einrichtungen oder die vielen geplanten Bürogebäude, vor allem in Prag und Brünn, wurden letztendlich realisiert. Auch das höhere Volumen an Baugenehmigungen in den vergangenen Jahren spiegelte sich in dieser positiven Entwicklung wider. In den kommenden Jahren dürfte das reale Wachstum aber durch hohe Inflation und teure Energie, die Investoren zum Sparen zwingen, wieder gebremst werden. Euroconstruct erwartet für den sonstigen Hochbau eine Wellenbewegung: für 2023 eine stagnierende Entwicklung mit +0,2 %, für 2024 ein kräftiges Plus in Höhe von 5,1 % und für 2025 wieder ein sanftes Plus von 0,6 %.

Tiefbau

Der tschechische Tiefbau zeigte sich 2022 mit einem Minus von 0,1 % leicht rückläufig. Die Regierung als größte Investorin versucht, die geschwächte Wirtschaft durch Investitionen in die Transportinfrastruktur zu stärken. Sie sorgte für eine Aufstockung der dafür vorgesehenen Gelder mithilfe von EU-Förderungen, sodass für 2023 nur mit einem leichten Rückgang von 0,8 % gerechnet wird, bevor das Wachstum 2024 auf +0,9 % wieder leicht anzieht und 2025 bei +0,5 % zu liegen kommt.

In Tschechien ist STRABAG die Nummer 2 im Markt. Mit einer Leistung von € 1.092,61 Mio. entfielen 2022 rd. 6 % der Gesamtleistung des Konzerns (2021: 6 %) auf das Land. Der Marktanteil am gesamten Baumarkt beträgt 4,2 %, im Straßenbau beläuft er sich auf 21,7 %.

UNGARN

Die Wachstumsdynamik der ungarischen Wirtschaft lag 2022 mit einem Plus von 3,0 % im europäischen Durchschnitt. Für die kommenden Jahre zeichnete die ungarische Zentralbank ein Krisenszenario und versuchte, der hohen Inflation und der anhaltenden Schwäche des Forint entschlossen entgegenzuwirken, allerdings mit wenig Erfolg. Als einer der größten Nettoempfänger der Europäischen Union (EU) sieht sich das Land zudem mit Vorwürfen hinsichtlich Verstößen in zentralen Aspekten der Rechtsstaatlichkeit konfrontiert. Die Europäische Kommission hat auf Basis des sogenannten Rechtsstaats-mechanismus Fördermittel in Milliardenhöhe aus mehreren EU-Programmen eingefroren. Diese Fördergelder werden freigegeben, wenn Ungarn Reformen zur Stärkung der Unabhängigkeit der Justiz, den Ausbau der Korruptionsbekämpfung und die Förderung des Wettbewerbs im öffentlichen Auftragswesen umsetzt. Vor diesem Hintergrund prognostiziert Euroconstruct für 2023 daher nur ein Plus von 0,5 %, für 2024 und 2025 dann aber doch wieder optimistische +3,5 % respektive +3,6 %.

Die ungarische Bauwirtschaft zeigte 2022 ein leichtes Plus von 0,7 %. Im Falle einer teilweisen oder fehlenden Einigung über die EU-Fördergelder dürfte der Baumarkt in große Schwierigkeiten geraten. Der Ausfall der öffentlichen Hand bei Bauprojekten zieht mit sich, dass auch alle anderen Akteure, sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen, auf den Angebotsschock mit einer Senkung ihrer Nachfrage reagieren.Euroconstruct hat daher die Prognosen – die auf einer zeitnahen Einigung der Regierung mit der EU und der damit verbundenen Freigabe der Fördergelder basieren – erneut nach unten korrigiert. Während 2022 zumindest der Wohnbau und der sonstige Hochbau noch einen leichten Zuwachs verzeichneten, geht Euroconstruct unter den genannten Bedingungen davon aus, dass sich 2023 und 2024 alle Sektoren stark rückläufig entwickeln und der gesamte ungarische Baumarkt bis 2024 massiv um rd. 11 % schrumpft. 2025 könnte laut Euroconstruct eine Erholung in Höhe von +2,0 % einsetzen. Gestützt durch zahlreiche staatliche Maßnahmen konnte sich der Wohnbau 2022 mit einem Plus von 2,5 % etwas stabilisieren. Für 2023 rechnet Euroconstruct für den Sektor mit einem starken Einbruch um 8,5 %, wobei aufgrund des Reallohnrückgangs und der hohen Inflation der Neubau wesentlich stärker betroffen sein könnte als der Sektor Renovierung. Die weiterhin ansteigende Inflation, getrieben von den Energiepreisen, lässt für den Wohnbau auch für 2024 einen Rückgang von 7,4 % erwarten, 2025 dürfte sich der Trend mit einem Plus von 1,5 % wieder ins Positive drehen. Der sonstige Hochbau konnte 2022 mit einem Plus von 0,6 % noch leicht zulegen. Für die Entwicklung in den nächsten Jahren zeigt sich Euroconstruct aber ähnlich vorsichtig wie im Wohnbau. Die Regierung hat den Baubeginn aller mit öffentlichen Mitteln finanzierten Projekte vorübergehend ausgesetzt. Laut offizieller Ankündigung werden alle Pläne mit einem möglichen Umsetzungsbeginn im Jahr 2025 neu geordnet. Dies betrifft insbesondere Projekte im Bildungs- und im Gesundheitsbereich. Für 2023 und 2024 sehen die Expert:innen von Euroconstruct einen massiven Rückgang von -7,4 % respektive -5,8 % voraus, 2025 dürfte sich der Rückgang auf -0,6 % abschwächen. Rückläufig entwickelte sich mit einem leichten Minus von 0,7 % der Tiefbau. Sofern sich die Wogen im Konflikt mit der Europäischen Kommission glätten, könnte sich der Tiefbau in den nächsten Jahren wieder erholen. Mehrere Megaprojekte, davon zwei durch je ein chinesisches und russisches Darlehen finanziert, stehen kurz vor der Umsetzung, doch auch sie sind von EU-Geldern abhängig. Auf Basis dieses Szenarios sollte es laut Euroconstruct in den Jahren 2023 und 2024 zu einem Rückgang von -3,7 % bzw. -0,2 % kommen, für 2025 wird ein solider Wert von +5,9 % prognostiziert. € 687,90 Mio. und damit 4 % der Leistung des STRABAG-Konzerns wurden 2022 in Ungarn erwirtschaftet (2021: 4 %). Damit nimmt STRABAG den 2. Platz im ungarischen Baumarkt ein. Ihr Anteil am Gesamtmarkt erreichte 3,8 %, jener im Straßenbau 17,1 %.

Vereinigtes Königreich

Mit einem BIP-Wachstum von 4,4 % lag die britische Wirtschaft 2022 noch in einer Erholungsphase. Massiv steigende Energiepreise ließen die Inflation in diesem Jahr aber auf den höchsten Wert seit vier Jahrzehnten steigen und damit die Reallöhne rapide sinken. Die Parallelität von hoher Inflation und nun einbrechender Konjunktur wirkte sich bereits erheblich negativ auf die Stimmung aus. So erlebte das Land im letzten Quartal massive Streikwellen quer durch die Gesellschaft: im Gesundheitswesen, bei Post und Bahn, im Bildungsbereich, auf Flughäfen und in anderen Bereichen der öffentlichen Verwaltung. Euroconstruct prognostiziert daher der britischen Volkswirtschaft für 2023 mit einem Rückgang von 0,3 % eine leichte Rezession. 2024 und 2025 sollte sich die Lage mit einem Plus von 1,0 % respektive 1,6 % wieder leicht entspannen. Gestützt von massiven Regierungsinitiativen erzielte der britische Bausektor 2022 noch ein Plus von 2,8 %. 2023 wird für den gesamten Sektor ein Rückgang um 0,4 % erwartet, gefolgt von einem leichten Wachstum von +1,2 % bzw. +1,8 % in den Jahren 2024 und 2025. Der Wohnbau verzeichnete 2022 dank öffentlicher Förderungen im sozialen Wohnungsbau noch ein Wachstum von 4,3 %. Für 2023 sagt Euroconstruct auch für dieses Segment bereits einen Rückgang um 1,5 % voraus. 2024 und 2025 dürfte sich der Trend mit +1,3 % bzw. +1,8 % wieder ins Positive drehen. Auch der sonstige Hochbau legte 2022 mit einem Plus von 3,8 % zu, konnte das Vorkrisenniveau damit aber noch nicht erreichen. Gut entwickelten sich der Bereich Gesundheit sowie die Sektoren Industriebauten und Geschäftsgebäude. Euroconstruct prognostiziert für den sonstigen Hochbau 2023 ein geringfügiges Plus von 0,5 %, für 2024 und 2025 wird ein Zuwachs von 1,5 % bzw. 1,6 % erwartet. Der britische Tiefbau musste 2022 nach dem Vorjahresrekordzuwachs in Höhe von 25,6 % einen Rückgang um 2,1 % hinnehmen. Nicht zuletzt beflügelt wurde das Segment durch das Bahnprojekt High Speed 2, an dem auch STRABAG beteiligt ist. Euroconstruct prognostiziert dem Segment für 2023 und 2024 nur sehr leichte Zuwächse von 0,2 % respektive 0,3 %, bevor das Wachstum 2025 mit +2,1 % wieder stärker werden dürfte. Die Leistung des STRABAG-Konzerns im Vereinigten Königreich lag im Jahr 2022 bei € 578,38 Mio.

Slowakei

Die stark exportorientierte slowakische Wirtschaft wuchs 2022 trotz des immer heftiger werdenden Preisdrucks um 1,9 %. Vor allem im zweiten Halbjahr führten steigende Kosten für Unternehmen durch hohe Energiepreise sowie Probleme mit den Lieferketten zum Rückgang der Wirtschaftskraft. Die hohe Inflation von 12,4 % drückte auf den privaten Konsum. 2023 werden sich die negativen Effekte bei nominell niedrigeren Einkommen verstärken, auch wenn ein staatliches Familienpaket Unterstützung bringen soll. Positive Impulse werden auch von den Investitionen des europäischen Aufbauplans sowie der Inanspruchnahme des EU-Strukturfonds erwartet. Die Entwicklung der Exporte hängt weiterhin stark von der Sicherheit der Lieferketten ab. Für 2023 erwartet Euroconstruct ein BIP-Wachstum von 0,6 %, für 2024 bzw. 2025 jeweils ein Plus von 1,7 % bzw. 2,3 %. Die schon in den Vorjahren geschwächte slowakische Bauproduktion ging 2022 um 0,1 % zurück. Steigende Preise für Baumaterialien, -arbeiten und Energie, Lieferkettenprobleme sowie der Krieg in der Ukraine verschärften die ohnedies schwierige Situation: Es mangelte an Fachkräften, die Bautätigkeit insgesamt schwächte sich ab, weil sich private und öffentliche Auftraggeber mit Investitionen zurückhielten. Dennoch prognostiziert Euroconstruct für die nächsten Jahre wieder Entspannung, vor allem wegen der stärkeren Nutzung von EU-Mitteln sowie diverser staatlicher Maßnahmen. Für 2023 geht man von einem Plus von 3,4 % aus, in den Folgejahren soll der Zuwachs 5,1 % bzw. 2,1 % betragen. Der Wohnbau erzielte 2022 sowohl bei Neubauten als auch bei der Renovierung und Sanierung ein leichtes Plus von 1,7 %. Auch wegen der starken Nachfrage nach Wohnungen in Bratislava und an-deren größeren Städten wird sich dieses Segment 2023 und 2024 mit +2,6 % bzw. +4,7 % weiter erholen. Für 2025 werden +2,2 % erwartet. Im sonstigen Hochbau nahm die Leistung im Berichtsjahr aufgrund der Unsicherheiten auf den Märkten und hoher Energiepreise nur um 0,8 % zu. In den nächsten Jahren werden Investitionen aus dem europäischen Aufbauplan zum Wachstum des Segments beitragen. Das betrifft vor allem die Bereiche Bildung, Gesundheit, Büros sowie historische und denkmalgeschützte Gebäude. Für 2023 geht Euroconstruct von einem Plus von 2,7 %, für 2024 und 2025 von +6,3 % bzw. +2,7 % aus. Erneut zurück ging 2022 die Bauleistung im Tiefbau mit einem Minus von 2,6 %. Für die Zukunft werden jedoch kräftige Impulse dank öffentlicher Investitionen erwartet, insbesondere im Straßenverkehrsnetz, in der Bahninfrastruktur und bei Umweltbauten. Demgegenüber stehen allerdings fehlende Baumaterialien, steigende Preise sowie unzureichende Projektplanungen mit langwierigen öffentlichen Verfahren. Für 2023 wird im Tiefbau ein Wachstum von 5,0 %, für die folgenden Jahre von +4,0 % bzw. +1,4 % prognostiziert. Mit einem Marktanteil von 7,2 % und einer Leistung von € 351,37 Mio. im Jahr 2022 ist STRABAG führend im slowakischen Markt. Im Straßenbau beträgt der Anteil von STRABAG 23,5 %. 2022 trug die Slowakei 2 % zur Gesamtleistung des Konzerns (2021: 2 %) bei.

RUMÄNIEN

Die rumänische Wirtschaft erzielte im Berichtsjahr ein BIP-Plus von 4,6 %. Für 2023 wird vor allem aufgrund der erhöhten Inflation ein geringeres Wachstum von 2,8 % erwartet. Im Jahr darauf sollten die gesetzten Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation bereits wirken und dann auch wieder zurückgenommen werden können. EECFA prognostiziert daher für 2024 ein BIP-Wachstum von 4,8 %. Deutlich schwächer als die Volkswirtschaft entwickelte sich 2022 die rumänische Bauindustrie (-3,4 %). Obwohl Rumänien keine engen Handelsbeziehungen zu Russland, der Ukraine und Weißrussland unterhält, ist es stark mit den internationalen Märkten verflochten und damit indirekt vom Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine betroffen. Für die Bauwirtschaft bedeutet das u. a. einen rasanten Anstieg der Baukosten (+20,2 % im Berichtsjahr) mit stetig steigenden Energiepreisen und eine mangelnde Verfügbarkeit von Baumaterialien. Dazu kommen Verzögerungen bei der Umsetzung der EU-Programme sowie – bedingt durch die gute wirtschaftliche Performance des Landes – geringere Mittel aus dem EU-Wiederaufbauplan. EECFA rechnet daher für die Bauwirtschaft auch für 2023 und 2024 mit einem Minus von 1,0 % bzw. 3,9 %. Im Wohnbau, üblicherweise eines der erfolgreichsten Segmente der rumänischen Bauwirtschaft, bremsten 2022 mehrere Faktoren die gute Entwicklung. Dazu zählen steigende Baukosten, kompliziertere Kreditvergaben und höhere Zinsen sowie das Fehlen von realem Lohnzuwachs. Der Wohnbau legte daher im Berichtsjahr nur unwesentlich um 0,6 % zu. 2023 wird es zu einer Korrektur nach unten kommen (-3,6 %), 2024 zu einer Stagnation (0,0 %). Im sonstigen Hochbau ging die Bauleistung 2022 um 2,4 % zurück, für die beiden Folgejahre erwartet EECFA eine Stagnation bei -0,1 % bzw. 0,0 %.## RUMÄNIEN

Zwar sollte sich das Ende der pandemiebedingten Restriktionen positiv auf Büro-, Handels-, Industrie- und Hotelbauten auswirken, doch dämpfen höhere Finanzierungs- und Betriebskosten das Wachstum. Vor allem der Bereich der Gesundheits- und Bildungsbauten legte 2022 dank des großen Bedarfs und der Verfügbarkeit von EU-Mitteln stark zu. Auch bei Einzel- und Großhandelsgebäuden, Hotels, Industriebauten und Lagerhäusern gab es Zuwächse, während der Bereich der Büro- und Transportgebäude nachließ. Der rumänische Tiefbau konnte das große Wachstumspotenzial, das dank EU-Programmen und des EU Wiederaufbauplans vorhanden wäre, bisher nicht voll ausschöpfen. Auch die steigenden Kosten belasteten das Segment. 2022 ging die Bauleistung in allen Bereichen zurück, was insgesamt zu einem Minus von 10,1 % führte. Die drohende Deadline für die Mittelzuweisung der EU-Gelder soll 2023 neuen Schwung bringen (+2,4 %), insbesondere im Straßenbau, aber auch bei Hafen- und Flughafenbauten. Positive Impulse für das Segment sieht EECFA auch angesichts des Wahljahres 2024 mit Parlaments-, Präsidentschafts-, EU- und lokalen Wahlen. In deren Vorfeld erwartet man verstärkte Aktivitäten der Politik zur Ausschöpfung der EU-Mittel. 2024 wird für den rumänischen Tiefbau allerdings wieder eine drastische Korrektur nach unten (-13,4 %) prognostiziert. Der STRABAG-Konzern erreicht mit einer Leistung von € 315,46 Mio. im Jahr 2022 einen Anteil von 1,2 % am gesamten rumänischen Baumarkt. Im rumänischen Straßenbau beträgt der Anteil 4,3 %.

KROATIEN

Die kroatische Volkswirtschaft, die sich sehr rasch von den Folgen der Pandemie erholt hatte, wuchs auch 2022 deutlich (+6,0 %). Die Tourismusindustrie erlebte einen außerordentlichen Aufschwung, EU-Fördermittel wurden von der Regierung gut genützt. Auch wenn der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, z. B. wegen starker Preissteigerungen, negative ökonomische Belastungen brachte, so profitierten doch Teile der Wirtschaft vom Fluchtkapital wohlhabender Bürger aus der Ukraine und anderen Nachbarländern. Der Eintritt Kroatiens in den Schengen- und den Euro-Raum zu Beginn des Jahres 2023 soll deutliche Wachstumsimpulse bringen. Allerdings dämpft die erwartete Zinsanhebung der Nationalbank diese Wachstumsaussichten, sodass EECFA für 2023 und 2024 nur mehr ein BIP-Plus von 1,0 % bzw. 1,7 % erwartet. Die kroatische Bauindustrie bekam 2022 die Folgen des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine mit Kostensteigerungen und hohen Energiepreisen deutlich zu spüren. Zwar nutzten Käufer Immobilieneigentum als Inflationsschutz, und bereits bankfähige Projekte wurden in Erwartung steigender Zinsen eher früher als später umgesetzt. Gleichzeitig flaut der Bauboom, der nach der Unabhängigkeit Kroatiens ab 1991 einsetzte, allmählich ab. Große Bedeutung hat nach wie vor der Zugang zu EU- und anderen internationalen Fonds. Im Berichtsjahr wuchs die kroatische Bauwirtschaft um +0,4 %, für 2023 wird ein Plus von 3,1 % prognostiziert, für 2024 ein leichtes Minus von 0,4 %.

Wohnbau

Der Wohnbau entwickelte sich 2022 mit +3,1 % weiterhin positiv. Heftige Preissteigerungen, höhere Zinsen sowie inflationsbedingt geringere Ressourcen der Käufer dämpfen aber die Aussichten. Für 2023 wird nur mehr ein Plus von 1,7 % prognostiziert und für 2024 ein Rückgang um 3,3 %.

Sonstiger Hochbau

Im sonstigen Hochbau erweist sich der Bereich der Industriebauten und Lagerhallen als am stärksten. Insgesamt wuchs das Segment 2022 um 3,8 %, für die Folgejahre sagt EECFA -0,5 % bzw. +0,7 % voraus.

Tiefbau

Der kroatische Tiefbau ging – nach einem Boom im Vorjahr – 2022 deutlich zurück (-5,0 %). Diese Entwicklung hatte sich bereits 2020 in einer sinkenden Zahl der Baugenehmigungen abgezeichnet. Nur Pipelines, Kommunikations- und Stromleitungsbauten sowie komplexe Bauten auf Industriegeländen bilanzierten höchst positiv. Mittelfristig wird auch die Transportinfrastruktur wieder an Fahrt gewinnen. Die weitere Entwicklung des Tiefbaus hängt maßgeblich davon ab, wie effektiv und zügig die Regierung die EU-Partnerschaftsprojekte umsetzt. Für 2023 und 2024 errechnet EECFA für das Segment wieder Zuwächse von 7,6 % bzw. 2,0 %.

Der STRABAG-Konzern erwirtschaftete 2022 € 238,26 Mio. im kroatischen Markt.

SCHWEIZ

Die Schweizer Wirtschaft erwies sich im Berichtszeitraum trotz stark steigender Energiepreise mit einem Wachstum von 2,3 % als robust. Positiv wirkten u. a. die hohe Inlandsnachfrage (+4,0 % beim privaten Konsum), die im Vergleich zu anderen Ländern niedrige Inflation (3,0 %) sowie ein starker Arbeitsmarkt. Zudem konnte der Kaufkraftverlust durch höhere Nominallöhne ausgeglichen werden. Für 2023 rechnet Euroconstruct mit einem schwächeren Wachstum (0,7 %), für die Folgejahre wird jeweils ein BIP-Plus von 2,1 % und 1,3 % prognostiziert.

Schweizer Bauwirtschaft

Die Schweizer Bauwirtschaft erholte sich von den Folgen der Covid-19-Krise langsamer als angenommen und verzeichnete 2022 noch ein Minus von 1,8 %. Weltweit steigende Preise für Baumaterialien und Energie sowie der zunehmende Mangel an Fachkräften belasteten den Sektor erheblich. In den Jahren 2023 bis 2025 wird die Bauproduktion mit +0,5 %, +0,9 % und +1,9 % allmählich wieder zulegen.

Wohnbau

Der Wohnbau als das stärkste Segment der Schweizer Bauwirtschaft befindet sich seit einigen Jahren in einem zyklischen Abschwung und ging auch 2022 um 2,6 % zurück. Allerdings nimmt in der Folge der Pandemie die Nachfrage nach Wohnungen und speziell Wohnungseigentum zu, gleichzeitig geht ein immer größer werdender Anteil des Investitionsvolumens in Renovierung und Ausbau. Euroconstruct rechnet ab 2023 mit einer Erholung des Wohnbaus (+0,6 %), 2024 und 2025 werden Zuwächse von 1,3 % respektive 2,9 % erwartet.

Sonstiger Hochbau

Auch im sonstigen Hochbau sank die Bauleistung im Jahr 2022 um 1,9 %, vor allem bedingt durch die Rückgänge beim Industrie- und Bürohausbau. Allerdings werden schon 2023 mehrere großvolumige Gesundheits- und Bildungsbauprojekte das Segment deutlich stimulieren. 2023 erwartet Euroconstruct für den sonstigen Hochbau ein leichtes Wachstum von 0,4 %, für die darauffolgenden Jahren ein Plus von 0,6 % bzw. 1,2 %.

Schweizer Tiefbau

Im Schweizer Tiefbau wiederum führten 2022 vor allem Rückgänge im Bereich Straßen- und Schieneninfrastruktur zu einem Nullwachstum. Mehrere fortlaufende und neu beginnende Transportinfrastrukturprojekte werden dem Segment jedoch wieder neuen Schwung verleihen. Dazu zählen die Kapazitätserweiterung und Modernisierung der Bahnhöfe in Lausanne und Bern und der U-Bahn-Ausbau in Genf sowie der letzte Teil der A9 im Kanton Wallis und die Nordumfahrung von Zürich. 2023 wird der Schweizer Tiefbau laut Euroconstruct um 0,3 % wachsen, in den Jahren 2024 und 2025 um 0,6 % bzw. 0,7 %.

Die Schweiz trug 2022 € 196,82 Mio. bzw. 1 % (2021: 1 %) zur Gesamtleistung des STRABAG-Konzerns bei.

BENELUX (BELGIEN UND NIEDERLANDE)

Ein Wachstumsplus verzeichneten die Volkswirtschaften in Belgien und den Niederlanden im Jahr 2022. In Belgien wuchs das BIP um 2,6 %, in den Niederlanden um 4,6 %. Dennoch waren auch hier die Folgen des Ukrainekrieges mit stark steigenden Preisen, Inflation und Unsicherheiten im Welthandel deutlich zu spüren. Demgegenüber stehen Maßnahmen der Regierungen zur Stützung der Haushaltseinkommen, Konjunkturprogramme und öffentliche Investitionen in Zusammenhang mit dem europäischen Aufbauplan. Sie weisen auf gemäßigtes Wachstum auch in den kommenden Jahren hin. Euroconstruct erwartet für Belgien und die Niederlande im Jahr 2023 jeweils ein BIP-Plus von 0,5 % bzw. 1,5 %. In den Folgejahren soll das Wachstum dann bei 1,9 % bzw. 1,2 % (Belgien) und 2,0 % bzw. 1,7 % (Niederlande) liegen.

Belgische Bauwirtschaft

Die belgische Bauwirtschaft konnte nach einer deutlichen Erholung im Vorjahr im Jahr 2022 mit +1,4 % nur leicht wachsen.

Tiefbau

Am stärksten legte der Tiefbau mit einem Plus von 5,1 % zu. Wesentlichen Anteil daran hatten notwendige Reparatur- und Wiederaufbauarbeiten nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 sowie mehrere maßgebliche Infrastrukturprojekte wie die „Oosterweelverbinding“ rund um die Stadt Antwerpen. Aufgrund zahlreicher bestehender bzw. erwarteter Projekte der öffentlichen Hand prognostiziert Euroconstruct für den belgischen Tiefbau für die Jahre 2023 und 2024 ein solides Wachstum von 2,6 % bzw. 2,9 %, bevor es 2025 zu einem Minus von 1,8 % kommen soll.

Wohnbau

Auch der Wohnbau zeigte sich 2022 mit einem Plus von 2,3 % konstant positiv. Konjunktur- und Aufbauprogramme geben im Segment Renovierung zusätzliche Impulse, sodass der Wohnbau auch 2023 um 1,6 % und in den Folgejahren um 2,2 % bzw. 0,7 % wachsen wird.

Sonstiger Hochbau

Am schwächsten entwickelte sich im Berichtsjahr der sonstige Hochbau mit einem Minus von 1,7 %. In nahezu allen Bereichen ging die Nachfrage zurück. Auch in den kommenden Jahren wird sich der negative Trend mit -3,9 % (2023) bzw. -0,6 % (2024) und -1,1 % (2025) fortsetzen.

Insgesamt prognostiziert Euroconstruct für die belgische Bauwirtschaft für 2023 eine Stagnation bei -0,1 % ein leichtes Plus von 1,4 % im Jahr 2024 und -0,4 % für 2025.

Niederländische Bauwirtschaft

Die niederländische Bauwirtschaft, die sich bereits 2021 – trotz der Folgen der Covid-19-Krise – als recht stabil erwiesen hatte, konnte im Berichtsjahr dank des starken Wirtschaftswachstums um 3,3 % weiter wachsen. Allerdings deuteten gegen Jahresende 2022 zunehmende Unsicherheit in der Wirtschaft, Inflation und steigende Zinsen auf eine künftig gebremste Entwicklung hin. Euroconstruct rechnet daher für 2023 mit einem geringeren Wachstum von 1,2 % respektive jeweils 0,5 % für die folgenden beiden Jahre.

Wohnbau

Gute Ergebnisse wurden 2022 besonders im niederländischen Hochbau erzielt. So erreichte der Wohnbau dank ungebremst hoher Nachfrage ein Plus von 4,0 %. Entsprechende Maßnahmen der Regierung zur Wohnungsbeschaffung werden den Markt auch weiterhin stärken. Daher ist in diesem Segment für 2023 bis 2025 mit einem, allerdings sich abschwächenden Plus von 2,5 %, 1,9 % und 1,0 % zu rechnen.

Sonstiger Hochbau

Der sonstige Hochbau erwies sich 2022 mit einem Plus von 4,7 % als stärkster Marktbereich, wozu u. a.mehrere groß dimensionierte Gewächshaus-Projekte und zahlreiche Lagerhallen, neue Landwirtschaftsgebäude sowie Gewerbebauten, aber auch Renovierungs- und Erhaltungsaufträge beitrugen. Für die kommenden Jahre erwartet Euroconstruct für dieses Segment allerdings ein schwächeres Wachstum (2023: 0,9 %) bzw. ein leichtes Minus von 1,2 % bzw. -0,7 % in den Jahren 2024 und 2025. Der niederländische Tiefbaumarkt war geprägt von Preissteigerungen, Lieferproblemen aufgrund der Pandemie, des Ukrainekrieges und dem damit verbundenen budgetären Druck auf die Auftraggeber. Daher stagnierte die Bauleistung in diesem Segment im Berichtsjahr bei +0,1 %. Für 2023 erwartet Euroconstruct ein Minus von 0,7 %, für 2024 und 2025 dann wieder ein Plus von 0,1 % bzw. 1,1 %. STRABAG erzielte in den Benelux-Ländern im Jahr 2022 eine Leistung von € 176,24 Mio. Dies entspricht einem Anteil an der Konzernleistung von 1 % (2021: 1 %).

Schweden

Die schwedische Volkswirtschaft wuchs im Berichtsjahr um 2,7 %. Doch sehen die Ökonomen eine deutliche Trendwende. Schweden erlebt die höchste Inflation seit 30 Jahren, mit hohen Energiepreisen und steigenden Zinsen. Nach einer langen Periode mit niedriger Inflation geht die expansive Geldpolitik zur Stimulierung der Wirtschaft nun zu Ende. Dies alles drückt auf die Stimmung der Haushalte und damit auf die Konsumbereitschaft. Euroconstruct erwartet für 2023 daher ein leichtes BIP-Minus von 0,1 %, bevor die Volkswirtschaft ab 2024 wieder um 2,0 % bzw. 2,5 % (2025) wachsen soll. Auch die schwedische Bauwirtschaft legte 2022 nach einem starken Aufschwung im Vorjahr nochmals um 3,2 % zu. Wenig optimistisch sind die Aussichten allerdings für die nächsten beiden Jahre. Euroconstruct sagt für 2023 einen Rückgang der Bauleistung um 6,6 % voraus, 2024 sollte sich die Situation mit einem leichten Minus von 0,4 % wieder entspannen, bevor es 2025 zu einem deutlichen Plus von 4,2 % kommt.

Vor allem im Wohnbau zeigte sich nach starken Impulsen im ersten Quartal des Berichtszeitraumes bald ein deutlicher Abschwung (2022: -0,5 %). Obwohl der Bedarf an Häusern und Wohnungen in Schweden anhaltend hoch ist, sinkt die Nachfrage aufgrund des massiven Energiepreis- und Zinsdrucks und der hohen Inflation. In diesem schwierigen Umfeld werden auch Renovierungs- und Erhaltungsaktivitäten oft auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Das alles lässt für 2023 einen dramatischen Einbruch beim Wohnbau (-14,2 %) erwarten, 2024 dürfte sich der Markt mit einem leichten Minus von 1,9 % wieder etwas entspannen und 2025 mit +4,4 % deutlich anziehen.

Der sonstige Hochbau erwies sich 2022 mit einem Plus von 8,6 % als sehr robust. Dazu trugen vor allem Industriebauten, Lagerhäuser und Logistikgebäude sowie Gesundheitsbauten bei. Hoch bleibt – trotz Home-Office – die Nachfrage nach modernen und klimagerechten Bürohäusern. Insgesamt gewinnt die nachhaltige Bauweise in diesem Segment zunehmend an Bedeutung. Für 2023 sagt Euroconstruct für den sonstigen Hochbau zwar ein Minus von 3,2 % voraus, doch zeigt die Entwicklung in den Folgejahren mit +0,3 % und +3,6 % wieder nach oben.

Der schwedische Tiefbau konnte 2022 mit 2,5 % leicht wachsen. In den meisten Regionen des Landes ist der Bedarf nach Ausbau und Erhaltung der Infrastruktur groß, insbesondere im Verkehrsbereich und in der Wasser- und Energieversorgung. Ein staatlicher Plan für dringend nötige Investments in Infrastruktur liegt zwar vor, wird aber nach Ansicht der Expert:innen so nicht halten. Denn die im September 2022 gewählte neue Regierung Schwedens setzt – auch angesichts des angestrebten NATO-Beitritts – andere Prioritäten. Das Segment Tiefbau wird zudem durch Verzögerungen, höhere Kosten für Baumaterialien und die erwartete Zement-Knappheit ab Mitte 2023 belastet. Euroconstruct sagt für den schwedischen Tiefbau für 2023 ein Minus von 1,7 % voraus, für 2024 ein leichtes Plus von 0,4 %. 2025 geht der Trend mit +4,5 % wieder deutlich aufwärts.

Die Leistung des STRABAG-Konzerns in Schweden betrug 2022 € 151,72 Mio.

Serbien

Serbiens Wirtschaft floriert seit mehreren Jahren dank öffentlicher und privater Investitionen, substanzieller Lohnzuwächse sowie hoher Beschäftigungszahlen. Im Jahr 2022 belasteten allerdings die geopolitischen Ereignisse die Situation wesentlich, was u. a. zu einer zweistelligen Inflationsrate und hohen Energiepreisen führte. Dennoch wuchs das serbische BIP im Berichtsjahr um 2,9 %, für die Folgejahre sagt EECFA Steigerungen um 3,5 % bzw. 4,5 % voraus. Nach enormen Zuwächsen in den Vorjahren musste die serbische Bauwirtschaft im Berichtsjahr einen Einbruch um 8,7 % hinnehmen. Die ökonomische Unsicherheit, unterbrochene Lieferketten, steigende Preise für Baumaterialien sowie zyklische Entwicklungen spielten dabei eine maßgebliche Rolle. Für 2023 erwartet EECFA noch ein leichtes Minus von 0,6 %, 2024 soll die Bauindustrie wieder um 4,3 % wachsen.

Nach außerordentlichen Steigerungen in den Vorjahren verringerte sich die Leistung im Wohnbau 2022 um 2,7 %. Auch für 2023 wird ein Minus von 3,2 % erwartet, für 2024 wieder ein zartes Plus von 0,4 %.

Der starke Rückgang im sonstigen Hochbau um 13,3 % im Jahr 2022 ist v. a. dem Ende des Wachstumszyklus geschuldet. Nach -3,4 % im Jahr 2023 werden für 2024 wieder +0,5 % und damit der Beginn des nächsten Zyklus prognostiziert. Dabei soll der Fokus auf Hotel- und Bürobauten sowie Gebäuden im Bereich Gesundheit und Bildung liegen.

Auch im Tiefbau, dem Wachstumsmotor der serbischen Bauindustrie, nahm die Leistung im Berichtsjahr um 8,3 % ab. In nahezu allen Bereichen kam es zu Rückgängen, nach teilweise starken Steigerungen im Vorjahr. Schon für 2023 sagt EECFA für den Tiefbau ein Plus von 1,6 % voraus, 2024 soll der Zuwachs dann 7,2 % betragen.

Im serbischen Markt erzielte der STRABAG-Konzern 2022 eine Leistung von € 146,36 Mio.

NAHER OSTEN, AMERICAS, AFRIKA, ASIEN

Um sich möglichst weitgehend von der konjunkturellen Entwicklung einzelner Länder unabhängig zu machen und damit ihr Länderrisiko möglichst breit zu streuen, ist STRABAG auch außerhalb ihrer Hauptmärkte in Europa aktiv. Dabei tritt sie in der Regel als Generalunternehmerin im direkten Export auf. In diesem Sinn ist der Konzern seit vielen Jahren, oft sogar Jahrzehnten, in Afrika und Asien, Kanada und Chile sowie im Nahen Osten präsent. STRABAG konzentriert sich auf Bereiche, die von hoher technologischer Expertise geprägt sind: Ingenieurbau, Industrie- und Infrastrukturprojekte sowie Tunnelbau. 2022 erwirtschaftete der STRABAG-Konzern insgesamt € 992,47 Mio. und damit 6 % seiner Gesamtleistung außerhalb Europas (2021: 5 %). Die Aktivitäten in außereuropäischen Ländern fallen – mit geringen Ausnahmen – in das Segment International + Sondersparten.

SLOWENIEN, BULGARIEN, DÄNEMARK, ITALIEN, SONSTIGE EUROPÄISCHE LÄNDER UND RUSSLAND1

Slowenien

Die slowenische Volkswirtschaft erwies sich 2022 mit einem Plus von 5,0 % als sehr robust. Allerdings belastet die anhaltende Inflation samt einer restriktiveren Geldpolitik mit steigenden Zinsen die Wirtschaft. Dazu kommen hohe Energiepreise und unterbrochene Lieferketten als Folge des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine. Für 2023 sagt EECFA daher nur mehr ein BIP-Plus von 1,4 % und für 2024 eines von 2,6 % voraus. Schwächer als das BIP, nämlich um 2,1 %, wuchs im Berichtsjahr die slowenische Bauwirtschaft. 2023 soll das Plus auf 1,5 % zurückgehen, 2024 wird die Bauleistung um 0,2 % sinken.

Der Wohnbau nahm 2022 mit +0,7 % noch leicht zu. Eine restriktivere Kreditvergabe und höhere Zinsen lassen die Nachfrage in diesem Segment weiter zurückgehen, sodass für 2023 ein Minus von 1,1 % und für 2024 eines von 2,0 % erwartet werden.

Der sonstige Hochbau konnte 2022 um 2,1 % zulegen, vor allem wegen des großen Bedarfs an Gebäuden im Gesundheits- und Bildungsbereich, darunter die Renovierung des größten slowenischen Spitals. Sowohl EU-Gelder als auch das nationale Budget, das Gesundheit und Umwelt in den Fokus rückt, ermöglichen die Realisierung lang verzögerter Projekte. EECFA errechnet für den sonstigen Hochbau für 2023 daher ein Plus von 3,4 %, für 2024 allerdings von nur mehr 0,4 %.

Der slowenische Tiefbau entwickelte sich dank einiger großer Vorhaben 2022 mit +3,1 % gut. Dazu zählen der Ausbau der Eisenbahn nach Koper sowie mehrere umfangreiche, vom EU-Wiederaufbauplan finanzierte Straßenbauprojekte. 2023 wird das Segment laut EECFA nochmals um 2,4 % wachsen, 2024 um 0,7 %.

2022 setzte der STRABAG-Konzern in Slowenien eine Leistung von € 80,66 Mio. um.

Bulgarien

1 Alle Aktivitäten in Russland befinden sich in Abwicklung.

Die bulgarische Wirtschaft hatte sich 2021 besser als erwartet entwickelt und wuchs auch 2022 um 3,1 %. Die hohe Inflation von 12,8 % im Berichtsjahr soll zwar ab 2023 zurückgehen, doch fehlt dem Land nach vier Parlamentswahlen in weniger als zwei Jahren eine stabile Regierung. Dazu kommt die Überalterung der Gesellschaft bei sinkender Bevölkerungszahl. Für 2023 und 2024 sagt EECFA daher jeweils ein geringeres BIP-Plus von 1,1 % bzw. 2,4 % voraus.

Die Situation der bulgarischen Bauindustrie hängt maßgeblich von der Inanspruchnahme von EU-Mitteln ab. Durch die politische Instabilität verzögern sich derzeit aber viele Investments. Dennoch wuchs die Bauwirtschaft 2022 um 4,3 %, insbesondere wegen des starken Rückenwinds im Wohnbau. Dieser profitierte von niedrigen Zinsen und der hohen Inflation, die Investitionen in Immobilien attraktiv machten. 2022 wuchs das Segment um 10,8 %. Der Anstieg der Bau- und Arbeitskosten, Materialengpässe sowie höhere Zinsen werden bereits 2023 zu einem geringeren Wohnbauwachstum (2,8 %) und 2024 zu einem Minus von 3,7 % führen.

Der sonstige Hochbau erholte sich nach dem Rückgang in den Vorjahren und erreichte 2022 ein Plus von 3,3 %, 2023 und 2024 werden +1,4 % bzw. -0,6 % erwartet. Vor allem der Bereich Indus- triebauten und Lagerhallen boomte.

Der bulgarische Tiefbau legte 2022 leicht um 1,0 % zu, für die Folgejahre sagt EECFA jeweils ein Plus von 1,8 % bzw. 3,1 % voraus.# Die Entwicklung wird stark davon abhängen, wie rasch die EU-Mittel in Anspruch genommen werden können. Insgesamt werden für die bulgarische Bauindustrie für 2023 und 2024 Zuwächse von 2,0 % respektive 0,2 % prognostiziert. Der STRABAG-Konzern erwirtschaftete 2022 € 67,84 Mio. im bulgarischen Markt.

Dänemark

Die stabile dänische Volkswirtschaft befand sich Anfang 2022 in konstant guter Verfassung. Erst mit dem Ausbruch des Ukrainekrieges im Februar trübte sich die Lage ein. Auch wenn die zunehmende Inflation, gepaart mit steigenden Zinsen, hohen Energiepreisen und zahlreichen zusätzlichen Unsicherheiten in Politik und Bevölkerung, herausforderte, erhöhte sich das BIP auch 2022 um 2,2 %. Für 2023 sagt Euroconstruct einen leichten Abschwung (-0,3 %) voraus, für die Folgejahre wird jedoch erneut ein BIP-Plus erwartet (1,1 % bzw. 2,6 %). Die dänische Bauwirtschaft verzeichnete im Berichtsjahr nach zwei Jahren starken Wachstums einen leichten Rückgang von 0,3 %. Auch für 2023 und 2024 rechnet Euroconstruct jeweils mit einem Minus von -1,5 % bzw. -0,2 %, erst für 2025 wieder mit einem Plus (1,3 %).

Unsicherheiten bestanden zum Prognosezeitpunkt hinsichtlich der Politik der neuen Regierung, die im November 2022 gewählt wurde. Das betrifft den Ausbau der Infrastruktur ebenso wie die künftige Besteuerung von Wohnimmobilien. Der dänische Wohnbau ging nach zwei Boomjahren mit zweistelligen Wachstumsraten im Jahr 2022 deutlich zurück (-1,0 %). Der Trend wird sich auch 2023 und 2024 fortsetzen (-3,9 % bzw. -1,7 %), u. a. bedingt durch Inflation, steigende Zinsen und höhere Baukosten. 2025 wird der Wohnbau dann mit +1,4 % wieder leicht anziehen.

Das sanfte Wachstum im sonstigen Hochbau (2022: +0,4 %) basiert großteils auf der Errichtung von Bildungs- und Gesundheitsbauten sowie Lagergebäuden, während die Nachfrage nach Bürobauten zurückging. Auch 2023 und in den folgenden Jahren wird das Segment nur um 0,5 %, 0,9 % bzw. 1,1 % wachsen.

Ähnlich entwickelte sich der dänische Tiefbau, der im Berichtszeitraum ein Plus von 0,6 % aufwies. Für 2023 und 2024 werden Zuwächse von 1,4 % und 1,7 % erwartet, für 2025 ein Plus von 1,4 %. Treiber sind u. a. Verkehrsinfrastruktur- und Windkraftprojekte sowie der Fernwärmeausbau. Die Leistung des STRABAG-Konzerns in Dänemark lag im Jahr 2022 bei € 61,49 Mio.

Italien

Die italienische Volkswirtschaft, die sich rasch von den Covid-19-Folgen erholt hat, wuchs auch 2022 um 3,3 %. Allerdings werden die Aussichten durch den Ukrainekrieg, Lieferengpässe, steigende Preise, vor allem bei Baumaterialien, und die Energieversorgungskrise deutlich getrübt. Negativ wirkt sich dabei die starke Abhängigkeit der italienischen Produktionsunternehmen von russischem Gas aus. Auch die Kaufkraft der Haushalte nimmt ab. Euroconstruct sagt für die italienische Wirtschaft daher 2023 nur ein schwaches Wachstum von 0,2 % voraus und für die Folgejahre jeweils einen Zuwachs von 1,5 % bzw. 1,3 %.

Weit besser als das BIP entwickelte sich die Bauwirtschaft – mit einem Zuwachs von 12,1 % im Berichtsjahr. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Wohnbau, der nach einem Rekordergebnis von 2021 auch 2022 ein Plus von 22,5 % erwirtschaften konnte. Ausschlaggebend dafür ist der zeitlich befristete „Superbonus“ der Regierung mit höchst attraktiven Steuerboni für die energetische, ökologische und sicherheitstechnische Modernisierung von Wohngebäuden. Nach diesem Boom erwartet Euroconstruct für den italienischen Wohnbau in den Folgejahren einen drastischen Rückgang (2023: -6,0 %, 2024: -15,6 %), bevor sich dieser Trend 2025 mit -1,3 % verlangsamen sollte.

Der sonstige Hochbau verzeichnete 2022 nur einen geringen Zuwachs (1,3 %). Öffentlich finanzierte Projekte wie Bildungs- und Gesundheitsbauten werden schon ab 2023 deutliche Impulse bringen. Auch die Modernisierung von Bürogebäuden sowie die Umgestaltung großflächiger urbaner Areale werden sich positiv auswirken. Für 2023 rechnet Euroconstruct für den sonstigen Hochbau mit einem Plus von 3,6 %, für 2024 und 2025 mit +5,2 % bzw. +1,1 %.

Die Energiekrise, steigende Materialpreise sowie Material- und Arbeitskräftemangel unterbrachen 2022 die starke Aufwärtskurve im italienischen Tiefbau (-1,3 %). Als höchst komplex erwies sich zudem die Umsetzung des nationalen Aufbauplans PNRR. Allerdings werden gerade von diesem EU-finanzierten Plan in den Folgejahren kräftige Stimuli für das Segment erwartet. Das betrifft insbesondere die Bereiche Eisenbahnen (+40,6 %) und Telekommunikation (z. B. nationales Ultrabreitbandprojekt) sowie erneuerbare Energie. Das in der Folge prognostizierte starke Tiefbauplus von 17,9 % im Jahr 2023 wird sich 2024 und 2025 moderater fortsetzen (+5,4 % und +5,7 %). Angesichts der sehr unterschiedlichen Perspektiven in den einzelnen Segmenten errechnet Euroconstruct für die gesamte italienische Bauwirtschaft für 2023 einen leichten Anstieg von 0,6 %, für 2024 ein Minus von 6,0 % und für 2025 wieder ein leichtes Plus von 1,0 %. Die Leistung des STRABAG-Konzerns in Italien lag im Jahr 2022 bei € 20,59 Mio.

Russland

Der STRABAG-Konzern erwirtschaftete in Russland 2022 noch eine Leistung von € 58,85 Mio. STRABAG war in der Region fast ausschließlich im Hoch- und Industriebau tätig. Im März 2022 fasste der Vorstand der STRABAG SE den Entschluss, alle Aktivitäten in diesem Land abzuwickeln. ¹ Alle Aktivitäten in Russland befinden sich in Abwicklung.

AUFTRAGSBESTAND

AUFTRAGSBESTAND PER 31.12.2022 NACH SEGMENTEN

€ Mio. Gesamt 2022 Nord + West Süd + Ost International + Sonder-sparten Sonstiges Gesamt 2021 ▲ Gesamt % ▲ Gesamt absolut
Deutschland 11.154 9.815 211 1.116 12 10.724 4% 430
Österreich 2.992 73 2.535 384 0 2.663 12% 329
Vereinigtes Königreich 2.216 18 0 2.198 0 2.209 0% 7
Polen 1.634 1.599 2 33 0 1.628 0% 6
Tschechien 993 0 973 14 6 930 7% 63
Americas 883 0 0 883 0 815 8% 68
Ungarn 719 0 707 11 1 711 1% 8
Rumänien 567 7 549 11 0 248 129% 319
Kroatien 408 0 408 0 0 242 69% 166
Italien 374 0 9 365 0 61 513% 313
Slowakei 320 0 302 18 0 290 10% 30
Naher Osten 256 1 13 242 0 368 -30% -112
Asien 253 0 10 243 0 272 -7% -19
Benelux 220 209 0 11 0 232 -5% -12
Sonstige europäische Länder 184 11 172 1 0 173 6% 11
Schweiz 101 0 98 3 0 102 -1% -1
Schweden 98 93 0 5 0 119 -18% -21
Slowenien 95 0 95 0 0 56 70% 39
Russland¹ 86 0 85 1 0 122 -30% -36
Afrika 72 0 55 17 0 107 -33% -35
Serbien 67 0 67 0 0 93 -28% -26
Bulgarien 31 0 30 1 0 178 -83% -147
Dänemark 16 16 0 0 0 158 -90% -142
Gesamt 23.739 11.842 6.321 5.557 19 22.501 6% 1.238

ENTWICKLUNG DES AUFTRAGSBESTANDES

Trotz steigender Baukosten und der beschleunigten Zinswende konnte der Auftragsbestand per 31.12.2022 im Jahresvergleich um 6 % auf € 23.738,84 Mio. ausgebaut werden und lag damit nur leicht unter dem bisherigen Rekordwert zum Ende des ersten Halbjahres 2022. Insbesondere in unseren Heimmärkten Deutschland und Österreich, aber auch in Rumänien, Italien und Kroatien konnten Projekte erfolgreich akquiriert werden. Rückläufig war der Auftragsbestand in Bulgarien, Dänemark und im Nahen Osten. Zu den Zugängen im Auftragsbestand in Deutschland und Österreich zählen u. a. das nachhaltige Wohnbauprojekt Grünblick mit 340 Wohnungen in Wien, die Errichtung der Firmenzentrale der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte in Ingolstadt sowie der Ausbau des Bahnhofs Berlin-Köpenick. In Kroatien wurde der Zuschlag für die Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Zagreb und Rijeka erteilt, in Rumänien jener für den Ausbau der Autobahn A3 auf einer Länge von 15,7 km. In Chile konnten Aufträge im Wert von rd. € 283 Mio. akquiriert werden, womit STRABAG seine starke Marktposition im Mining-Geschäft in der Region weiter ausbauen konnte.

¹ Rundungsdifferenz möglich

BAUSTELLEN IM AUFTRAGSBESTAND PER 31.12.2022

Kategorie Anzahl Baustellen % der Anzahl der Baustellen Auftrags bestand € Mio.¹ % des Auftragsbestands
Kleine Aufträge (€ 0-1 Mio.) 9.866 78% 1.926 8%
Mittlere Aufträge (€ 1–15 Mio.) 2.230 18% 4.179 18%
Große Aufträge (€ 15–50 Mio.) 361 3% 5.051 21%
Sehr große Aufträge (>€ 50 Mio.) 154 1% 12.583 53%
Gesamt 12.611 100% 23.739 100%

Der gesamte Auftragsbestand setzt sich aus 12.611 Einzelprojekten zusammen. Davon betreffen mehr als 9.800 Projekte bzw. 78 % Kleinaufträge mit einem Volumen von je bis zu € 1 Mio., der Restanteil von 22 % entfällt auf mittlere bis sehr große Aufträge ab € 1 Mio. So sind lediglich 154 Projekte größer als € 50 Mio. Mit dieser reichlichen Anzahl an Einzelaufträgen wird gewährleistet, dass das Risiko eines einzelnen Projekts den Konzernerfolg möglichst nicht gefährdet. Die zehn größten Projekte im Auftragsbestand per 31.12.2022 summierten sich auf 21 % des Auftragsbestands.

AUSGEWÄHLTE GROSSPROJEKTE IM AUFTRAGSBESTAND PER 31.12.2022

Land Projekt Auftrags- bestand € Mio.¹ Anteil am Gesamt-auftragsbestand des Konzerns %
Vereinigtes Königreich HS2 Hochgeschwindigkeitsstrecke 1.420 6,0
Vereinigtes Königreich Woodsmith Project 723 3,1
Deutschland US-Klinik Weilerbach 703 3,0
Deutschland Central Business Tower 432 1,8
Kanada Scarborough Subway Extension Line 2 346 1,5
Deutschland Stuttgart 21, Tiefbahnhof 337 1,4
Kroatien Bahnstrecke Leskovac–Karlovac 254 1,1
Deutschland ÖPP BAB A49 220 0,9
Tschechien D1 Řikovice–Přerov 185 0,8
Deutschland A1 Lohne–Bramsche 160 0,7
Gesamt 4.780 20,3

¹ Rundungsdifferenzen möglich

Ertragslage

Der konsolidierte Konzernumsatz des Geschäftsjahrs 2022 betrug € 17.025,85 Mio. – ähnlich wie bei der Leistung wurde damit ein Plus von 11 % verzeichnet. Die Relation Umsatz/Leistung nahm im Jahresvergleich von 95 % auf 96 % leicht zu. Zum Umsatz trugen die operativen Segmente Nord + West 47 %, Süd + Ost 32 % sowie International + Sondersparten 21 % bei. Die Bestandsveränderungen betreffen hauptsächlich Immobilienprojektentwicklungen. Das Geschäft wurde weiterhin aktiv betrieben. Die Abgänge resultierten vor allem aus erfolgreichen Verkäufen und wurden durch bestehende und neue Projektentwicklungen nahezu kompensiert.# Aufwand

Die aktivierten Eigenleistungen nahmen aufgrund der Realisierung von neuen Konzernstandorten – aus-gehend von einem niedrigen Niveau – zu. Die Summe der Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen und des Personalauf-wands erhöhte sich im Verhältnis zum Umsatz von 87 % auf 89 %.

AUFWAND € Mio. 2022 2021 ▲ %
Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen 10.988,65 9.415,08 17
Personalaufwand 4.133,73 3.843,58 8
Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.013,28 823,82 23
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 550,81 549,61 0

Nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2021, führten insbesondere geringere Ergebnisse aus Arbeitsgemeinschaften (ARGE) in der Berichtsperiode zu einer Reduktion des Ergebnisses aus Equity-Beteiligungen auf € 60,89 Mio. Das Beteiligungsergebnis, das sich aus Ausschüttungen bzw. Aufwendungen vieler kleinerer Unternehmen bzw. Finanzanlagen zusammensetzt, ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

In Summe ergab sich ein um 13 % niedrigeres Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), wenngleich dieses mit € 1.257,21 Mio. zum vierten Mal in Folge deutlich über der Marke von € 1,0 Mrd. lag; entsprechend reduzierte sich die EBITDA-Marge von 9,5 % auf 7,4 %. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen mit € 550,81 Mio. (+0,2 %) in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

ENTWICKLUNG EBITDA UND EBITDA-MARGE

1 2018 bereinigt um einen nicht-operativen Aufwertungsgewinn in Höhe von € 55,31 Mio.
2 ROCE = (Ergebnis nach Steuern + Zinsaufwand - Tax Shield-Zinsaufwand (25 %))/(ø Konzerneigenmittel + verzinsliches Fremdkapital)

Effektiver Steuersatz: 33,0 %
Ergebnis je Aktie: € 4,60

Nach einem außerordentlich hohen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vorjahr, das durch zahlreiche positive Ergebniseinflüsse in allen Segmenten geprägt war, setzte im Jahr 2022, wie er-wartet, eine Normalisierung ein. Nichtsdestotrotz wurde mit € 706,40 Mio. das zweithöchste EBIT in der Konzerngeschichte erwirtschaftet. Die EBIT- Marge lag bei 4,2 % (2021: 5,9 %) und damit im Einklang mit der Zielsetzung, ab 2022 nachhaltig mindestens 4 % zu erwirtschaften. Das Zinsergebnis fiel mit € 10,67 Mio., gegen-über € -12,57 Mio. im Vorjahr, positiv aus, was vor allem auf gestiegene Zinserträge zurückzuführen ist. Das darin enthaltene Kursergebnis drehte im Jahr 2022 mit € 3,20 Mio. ebenfalls ins Plus, nach-dem im Vorjahr € -3,88 Mio. berichtet wurden. Per Saldo errechnete sich ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von € 717,07 Mio. Die Ertragsteuerquote lag bei 33,0 % und damit geringfügig höher als im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern betrug € 480,13 Mio., nach € 596,40 Mio. im Jahr 2021. Auf Minderheitsgesellschafter entfiel ein Anteil am Ergebnis von € 7,68 Mio., nach € 10,69 Mio. im Vorjahr. Das Konzernergebnis lag im Jahr 2022 – aufgrund außergewöhnlich positiver Ergebniseinflüsse im Vorjahr – um 19,3 % tiefer, erreichte mit € 472,45 Mio. jedoch den zweithöchsten Wert seit Bestehen der STRABAG SE. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf € 4,60 (2021: € 5,71). Der Return on Capital Employed (ROCE)2 kam nach 10,9 % im Vorjahr nunmehr bei 9,2 % zu liegen und damit deutlich über dem mehrjährigen Durchschnitt.

ENTWICKLUNG ROCE

Vermögens- und Finanzlage

BILANZ

€ Mio. 31.12.2022 % der Bilanz-summe1 31.12.2021 % der Bilanz-summe1
Langfristige Vermögenswerte 5.292,10 42 4.989,56 41
Kurzfristige Vermögenswerte 7.391,66 58 7.236,21 59
Eigenkapital 4.025,24 32 4.071,82 33
Langfristige Schulden 2.193,76 17 2.146,39 18
Kurzfristige Schulden 6.464,76 51 6.007,56 49
Gesamt 12.683,76 100 12.225,77 100

1 Rundungsdifferenzen möglich

Die Bilanzsumme stieg im Jahresvergleich von € 12,2 Mrd. auf € 12,7 Mrd. an. Einem Anstieg der Sachanlagen – unter anderem gingen in Stuttgart Immobilien zur Erweiterung des dortigen Standortes zu – und Vorräte sowie einer leistungsbedingten Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen steht ein Rückgang der liquiden Mittel gegenüber. Das Eigenkapital blieb mit € 4.025,24 Mio. weiterhin über der Marke von € 4 Mrd., ging allerdings etwas zurück. Dieser Rückgang ergibt sich insbesondere daraus, dass die zum 31.12.2022 bestehende Erwerbsverpflichtung für eigene Aktien in Höhe von maximal 10 % des Grundkapitals (€ 399,52 Mio.) – im Zuge des zu diesem Zeitpunkt laufenden antizipatorischen Pflichtangebots – direkt von den Gewinnrücklagen abzusetzen war. Da letztlich lediglich 2,7 % eigene Aktien angekauft wurden, wird die Differenz in Höhe von € 291,31 Mio. im Jahr 2023 wieder erhöhend in die Gewinnrücklagen einzustellen sein. Somit verringerte sich die Eigenkapitalquote im Jahr 2022 auf hohem Niveau von 33,3 % auf 31,7 %.

BILANZKENNZAHLEN

31.12.2018 31.12.2019 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2022
Eigenkapitalquote (%) 31,6 31,5 33,9 33,3 31,7
Nettoverschuldung (€ Mio.) -1.218,28 -1.143,53 -1.747,23 -1.937,18 -1.927,70
Gearing Ratio (%) -33,3 -29,7 -42,5 -47,6 -47,9
Capital Employed (€ Mio.) 5.552,09 5.838,71 5.815,14 5.750,63 5.407,37

Netto-Cash-Position weiterhin bei € 1,9 Mrd. Am 31.12.2022 wurde wie gewohnt eine Netto- Cash-Position verzeichnet, die stabil bei € 1,9 Mrd. gehalten werden konnte. Den geringeren liquiden Mitteln stand eine Reduktion der Finanzver-bindlichkeiten – in Folge der Tilgung der Anleihe in Höhe von € 200 Mio. – gegenüber.

BERECHNUNG DER NETTOVERSCHULDUNG1

€ Mio. 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2022
Finanzverbindlichkeiten 1.363,33 1.422,21 1.156,01 1.193,62 957,20
Abfertigungsrückstellung 114,68 124,68 122,55 108,36 91,38
Pensionsrückstellung 420,31 435,92 428,36 376,83 333,55
Non-Recourse-Verbindlichkeiten -730,77 -665,53 -597,20 -652,74 -607,97
Liquide Mittel -2.385,83 -2.460,81 -2.856,95 -2.963,25 -2.701,85
Gesamt -1.218,28 -1.143,53 -1.747,23 -1.937,18 -1.927,70

1 Die berücksichtigten Non-Recourse-Verbindlichkeiten beziehen sich auf drei wesentliche Projekte. Non-Recourse-Verbindlichkeiten bei anderen PPP-Projekten sind gemessen an ihrer Höhe von untergeordneter Bedeutung und werden daher bei der Berechnung der Nettoverschuldung nicht in Abzug gebracht.

Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit verringerte sich – in Folge eines niedrigeren Cashflows aus dem Ergebnis und eines merkbaren Working Capital-Aufbaus – im Vergleich zum Vorjahreszeit-raum von € 1.220,56 Mio. auf € 812,86 Mio. Angesichts des gestiegenen Zinsniveaus ist für die kommenden Berichtsperioden von einer deutlichen Verringerung der Anzahlungen und einem damit verbundenen Anstieg des Working Capital, der bereits im Jahr 2022 einsetzte, auszugehen. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit war insbesondere aufgrund höherer Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen – darunter die Erweiterung des Stuttgarter Standorts – erwartungsgemäß stärker negativ. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wies einen Wert von € -503,66 Mio. nach € -743,90 Mio. im Vorjahr auf. Die Reduktion der Dividendenausschüttung – nach der Zahlung einer Sonderdividende im Jahr davor – überkompensierte die Tilgung der Anleihe in Höhe von € 200 Mio.

BERICHT ÜBER EIGENE AKTIEN

Die Gesellschaft hielt zum 31.12.2022 keine eigenen Aktien.

Investitionen

STRABAG hatte für das Geschäftsjahr 2022 Netto- Investitionen (Cashflow aus der Investitionstätigkeit) in Höhe von bis zu € 550 Mio. prognostiziert. Letztendlich beliefen sich diese auf € 560,42 Mio. Die Brutto-Investitionen (CapEx) ohne Abzug etwa der Einzahlungen aus Anlagenabgängen lagen bei € 657,83 Mio. Darin enthalten sind Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ohne die nicht cash-wirksamen Zugänge von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen von € 630,52 Mio., der Erwerb von Finanzanlagen im Ausmaß von € 26,73 Mio. und € 0,58 Mio. aus Änderungen des Konsolidierungskreises. Bei den Investitionen fallen besonders die Ersatzinvestitionen im Flächengeschäft der Kernmärkte Deutschland, Österreich und Tschechien sowie die Zusatzinvestitionen im Bahnbau in unterschiedlichen Ländern ins Gewicht. Außerdem wurden im Rahmen von Großprojekten substanzielle Investitionen in eine Produktionsanlage für Tunnelsegmente in Großbritannien und in Gerätetechnik im Bereich Mining in Chile getätigt. Den Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen standen im Berichtsjahr Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen von € 550,81 Mio. gegenüber. Die Firmenwertabschreibungen zeigen sich mit € 6,70 Mio. geringfügig über dem Vorjahreswert von € 5,67 Mio.

ZUSAMMENSETZUNG CAPEX

Finanzierung/Treasury

KENNZAHLEN TREASURY

2018 2019 2020 2021 2022
Zinsen und ähnliche Erträge (€ Mio.) 38,62 30,97 27,89 26,96 50,74
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (€ Mio.) -66,05 -56,32 -48,49 -39,53 -40,07
EBIT/Zinsergebnis (x) -20,4 -23,8 -30,6 -71,3 66,2
Nettoverschuldung/EBITDA (x) -1,3 -1,0 -1,5 -1,3 -1,5

Das oberste Ziel für das Treasury Management der STRABAG SE ist die Bestandssicherung der Unternehmensgruppe durch die Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Dieses Ziel soll durch die Bereitstellung ausreichender kurz-, mittel- und langfristiger Liquidität erreicht werden. Liquidität bedeutet für die STRABAG SE nicht nur die Zahlungsfähigkeit im engeren Sinn, sondern auch die Verfügbarkeit von Avalen. Die bauoperative Tätigkeit erfordert die laufende Bereitstellung von Bietungs-, Vertragserfüllungs-, Anzahlungs- und Gewährleistungsgarantien bzw. -bürgschaften. Der finanzielle Handlungsspielraum wird damit einerseits durch ausreichende Barmittel und Barkreditrahmen, andererseits durch genügende Avalinien bestimmt. Die Steuerung der Liquiditätsrisiken ist ein zentrales Element der Unternehmensführung bei STRABAG. Liquiditätsrisiken treten in der Praxis in verschiedenen Erscheinungsformen auf: Kurzfristig müssen alle täglichen Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht bzw. in vollem Umfang gedeckt werden können. Mittelfristig ist die Liquiditätsausstattung so zu gestalten, dass kein Geschäft bzw.Projekt mangels ausreichender finanzieller Mittel oder Avale nicht oder nicht in der gewünschten Geschwindigkeit durchgeführt werden kann. Langfristig soll die ausreichende Verfügbarkeit finanzieller Mittel die Verfolgung der strategischen Entwicklungsziele ermöglichen. STRABAG hat in der Vergangenheit ihre Finanzierungsentscheidungen stets an den oben skizzierten Risikoaspekten ausgerichtet und zudem die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten so gestaltet, dass ein Refinanzierungsrisiko vermieden wird. Mit dieser Vorgangsweise konnte ein großer Handlungsspielraum erhalten werden, der gerade in einem schwierigen Marktumfeld von besonderer Bedeutung ist. Die jeweils erforderliche Liquidität wird durch eine gezielte Liquiditätsplanung bestimmt. Darauf aufbauend werden Liquiditätssicherungsmaßnahmen gesetzt und eine Liquiditätsreserve für den Gesamtkonzern definiert.

Der mittel- bis langfristige Liquiditätsbedarf wird auch mit der Emission von Unternehmensanleihen gedeckt. Die STRABAG SE (bzw. ihre Vorgängergesellschaft FIMAG) war seit 2002 regelmäßig als Anleiheemittentin auf dem österreichischen Kapitalmarkt aktiv. Zuletzt wurde im Geschäftsjahr 2015 eine Tranche mit € 200 Mio., einem Kupon von 1,625 % und einer Laufzeit von sieben Jahren erfolgreich emittiert, diese Anleihe wurde 2022 zurückbezahlt. Am Ende des Jahres 2022 war keine Anleihe auf dem Markt. Die bestehende Liquidität von € 2,7 Mrd. sichert die Abdeckung der Liquiditätserfordernisse des Konzerns. Die STRABAG SE verfügt über € 8,2 Mrd. an Gesamtrahmen für Bar- und Avalkredite. In diesem Gesamtrahmen sind eine syndizierte Avalkreditlinie in Höhe von € 2,0 Mrd. und eine revolvierend ausnutzbare syndizierte Barkreditlinie von € 0,4 Mrd. mit einer jeweiligen Laufzeit bis 2026 enthalten. Darüber hinaus bestehen bilaterale Kreditlinien bei Banken. Durch eine hohe Diversifikation bei den Bar- und Avalkrediten sorgt STRABAG für einen Risikoausgleich bei der Rahmenbereitstellung und sichert ihre komfortable Liquiditätsposition ab. Im Juni 2015 hatte Standard & Poor’s (S&P) das Investment Grade-Rating für die STRABAG SE von „BBB-, Outlook Stable“ auf „BBB, Outlook Stable“ um eine Stufe angehoben; dieses Rating wurde zuletzt im August 2022 erneut bestätigt. S&P sieht die Stärken und Chancen der STRABAG SE v. a. in den stabilen Margen in einem sonst recht zyklischen Marktumfeld, dem strategischen Zugang zu Rohstoffen, den starken Marktpositionen und der hohen Reputation in den Kreditmärkten.

ZAHLUNGSVERPFLICHTUNGEN

€ Mio. Buchwert 31.12.2022 Buchwert 31.12.2021
Anleihen 0 200,00
Gegenüber Kreditinstituten 624,76 687,76
Leasingverbindlichkeiten 332,44 305,85
Gesamt 957,20 1.193,61

LAGEBERICHT

Berichterstattung zur Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der STRABAG SE (Einzelabschluss)

ERTRAGSLAGE

Die Umsatzerlöse des Unternehmens haben sich im Vergleich zum Vorjahr von € 70,59 Mio. deutlich um € 12,78 Mio. auf € 83,37 Mio. erhöht. Dies ist auf die Weiterverrechnung der angestiegenen Versicherungsprämien und auf eine Steigerung bei den Konzernumlagen zurückzuführen.

2022 2021
Umsatzerlöse (T€) (Sales) 83.374 70.589
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (T€) (EBIT) 261.851 576.745
Umsatzrentabilität (%) (ROS)¹ >100,0 >100,0
Eigenkapitalrentabilität (%) (ROE)² 8,9 19,0
Gesamtkapitalrentabilität (%) (ROI)³ 8,0 17,2

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um € 314,90 Mio. von € 576,75 Mio. auf € 261,85 Mio. Der Rückgang betraf ausschließlich das Beteiligungsergebnis und resultiert im Wesentlichen aus dem Wegfall von außerordentlich hohen Erträgen aus Beteiligungen im Vorjahr. Das Betriebsergebnis des Geschäftsjahrs 2022 entwickelte sich stabil. Es beträgt € 17,20 Mio. im Vergleich zu € 16,92 Mio. im Vorjahr.

Die Verminderung des Finanzergebnisses um € 315,52 Mio. von € 564,16 Mio. auf € 248,64 Mio. resultiert aus den stark gesunkenen Ergebnis-übernahmen von Tochtergesellschaften. Ein positiver Ergebniseffekt ergab sich hingegen aus den im Vergleich zum Vorjahr gesunkenen Aufwendungen aus Finanzanlagen. Im Zinsergebnis ergab sich ein positiver Zinssaldo in Höhe von € 3,98 Mio. (2021: € 4,33 Mio.). Dieser errechnet sich aus den Zinserträgen für Finanzierungen an Tochtergesellschaften und aus den Finanzierungskosten für das verzinsliche Fremdkapital. Somit konnte insgesamt für das Geschäftsjahr 2022 ein Jahresüberschuss in Höhe von € 259,62 Mio. (2021: € 578,33 Mio.) erzielt werden. Die Veränderung des Ergebnisses schlägt sich auch in den Rentabilitätskennzahlen nieder.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Die Bilanzsumme der STRABAG SE hat sich mit € 3,2 Mrd. im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahreswert (€ 3,3 Mrd.) leicht reduziert. Erwähnenswert ist der Rückgang der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen aufgrund verringerter Ergebnisübernahmen und der tilgungsbedingte Rückgang der Anleiheverbindlichkeit. Bei den sonstigen Verbindlichkeiten war aufgrund der Erwerbsverpflichtung für die eigenen Aktien und der wegen der Sanktionen einbehaltenen Dividende an MKAO „Rasperia Trading Limited“ eine deutliche Erhöhung zu verzeichnen.

1 ROS = EBIT / Umsatzerlöse
2 ROE = Ergebnis vor Steuern / ø Eigenmittel
3 ROI = EBIT / ø Gesamtkapital

T€ 2022 2021
Nettoverschuldung (T€) (Net Debt/Cash)¹ 203.472 267.736
Nettoumlaufvermögen (T€) (Working Capital)² 236.976 307.411
Eigenkapitalquote (%) (Equity Ratio) 92,6 90,4
Nettoverschuldungsgrad (%) (Gearing)³ 6,8 9,0

Die Nettoverschuldung (Net Debt) beträgt zum 31.12.2022 € 203,47 Mio. und ist gegenüber dem Vorjahreswert (€ 267,74 Mio.) deutlich gesunken. Dies resultiert aus dem Abbau des verzinslichen Fremdkapitals, bedingt durch die erwähnte Anleihetilgung. Da sich die Eigenmittel gegenüber dem Vorjahr kaum verändert haben, verbesserte sich der Nettoverschuldungsgrad von 9,0 % im Vorjahr auf 6,8 % im Berichtsjahr.

2020 auf € 307,41 Mio. Das Nettoumlaufvermögen (Working Capital) verminderte sich im Geschäftsjahr 2022 ebenfalls erheblich um € 70,43 Mio. von € 307,41 Mio. im Geschäftsjahr 2021 auf € 236,98 Mio. Grundlage dafür war im Wesentlichen der bereits angeführte Abbau der Forderungen aus Ergebnisübernahmen. Die Eigenkapitalquote ist mit 92,6 % gegenüber dem Vorjahr (90,4 %) aufgrund der reduzierten Bilanzsumme angestiegen und befindet sich weiterhin auf sehr hohem Niveau.

T€ 2022 2021
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 342.725 308.476
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -7.265 2.599
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -339.569 -682.253

Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit beträgt € 342,73 Mio. und ist zum Großteil auf den Cashflow aus dem Ergebnis zurückzuführen. Zusätzlich ergibt sich ein positiver Effekt aus dem Abbau des Nettoumlaufvermögens. Im Cashflow aus der Investitionstätigkeit flossen im Berichtsjahr € 10,12 Mio. an liquiden Mitteln aus der Rückzahlung von Finanzierungsforderungen zu. Dem stehen Mittelverwendungen für Zugänge zu Finanzanlagen in Höhe von € 17,39 Mio. gegenüber. In Summe beträgt der Cashflow aus der Investitionstätigkeit € -7,27 Mio.

Der Aufbau der Verbindlichkeiten aus Cash Clearing führte im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zu einem Mittelzufluss in Höhe von € 24,31 Mio. Nach der Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von € 163,88 Mio. (die auf die von MKAO „Rasperia Trading Limited“ gehaltenen Aktien entfallende Dividende wurde aufgrund der gegen Herrn Deripaska verhängten Sanktionen einbehalten) und der Anleihetilgung in Höhe von € 200,00 Mio. ergab sich in 2022 beim Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit insgesamt ein Mittelabfluss in Höhe von € 339,57 Mio.

¹ Nettoverschuldung = Verzinsliches Fremdkapital + langfristige Rückstellungen – liquide Mittel
² Nettoumlaufvermögen = kurzfristiges Umlaufvermögen – liquide Mittel – kurzfristiges nicht verzinsliches Fremdkapital
³ Gearing = Nettoverschuldung / Eigenmittel

Bericht über eigene Aktien

Die Gesellschaft hielt zum 31.12.2022 keine eigenen Aktien. Bis zum 31.12.2022 sind allerdings 1.694.816 Stück STRABAG-Aktien zum Verkauf in das Übernahmeangebot verbindlich angedient worden, weshalb diese Aktien im Jahresabschluss bereits als eigene Aktien darzustellen sind.

Segmentbericht

ÜBERSICHT ÜBER DIE VIER SEGMENTE IM KONZERN

Das Geschäft der STRABAG SE war 2022 in vier Segmente unterteilt: in die drei operativ tätigen Segmente Nord + West, Süd + Ost und International + Sondersparten sowie in das Segment Sonstiges, das die unternehmensinternen Zentralbereiche und Konzernstabsbereiche umfasst. Die Segmente setzen sich 2022 wie folgt zusammen¹:

NORD + WEST
  • Zuständigkeit im Vorstand²: Alfred Watzl
  • Deutschland, Polen, Benelux, Skandinavien, Spezialtiefbau
  • Ab dem 1.1.2023 wird das Segment Nord + West um die Schweiz erweitert. Polen wird ab dem 1.1.2023 im Segment Süd + Ost berichtet.
SÜD + OST
  • Zuständigkeit im Vorstand²: Alfred Watzl³
  • Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Südosteuropa, Schweiz, Umwelttechnik
  • Ab dem 1.1.2023 wird das Segment Süd + Ost um Polen erweitert. Die Schweiz wird ab dem 1.1.2023 im Segment Nord + Ost berichtet.
INTERNATIONAL + SONDERSPARTEN
  • Zuständigkeit im Vorstand²: Klemens Haselsteiner
  • Abwicklung Russland
SONSTIGES
  • Zuständigkeit im Vorstand²: Siegfried Wanker
  • International, Tunnelbau, Dienstleistungen, Immobilien Development, Infrastruktur Development, Baustoffe

  • Zuständigkeit im Vorstand²: Thomas Birtel, Christian Harder und Klemens Haselsteiner

  • Zentralbereiche, Konzernstabsbereiche

¹ Mitunter werden Leistungen in mehreren Segmenten erbracht. Im Folgenden werden die Tätigkeiten und Länder jenen Segmenten zugeordnet, in denen eine wesentliche Leistungserstellung erfolgt. Details sind aus der Tabelle ersichtlich.
² Darstellung per 31.12.2022
³ Peter Krammer legte sein Vorstandsmandat mit 12.6.2022 nieder. Alfred Watzl übernahm das Segment Süd + Ost von 13.6. bis 31.12.2022 interimistisch.

Bauvorhaben sind jeweils einem der Segmente zugewiesen (siehe Übersicht unten).# 10-K FILING

Business Overview

Naturally, there is the possibility that projects can be assigned to more than one segment. This is the case, for example, with PPP projects, where the construction portion is found in the respective geographical segment, but the concession portion is found in the concession division of the International + Special Divisions segment. In the case of cross-segment projects, the commercial and technical responsibility usually lies with the segment that has the higher order value in the project. A segmentation purely by geographical criteria is desirable, but not always possible: for example, specialties – such as tunnel construction – are naturally in demand worldwide. As it is therefore not possible to assign them to a specific country, such business areas are shown in the International + Special Divisions segment. At the same time, the two segments North + West and South + East sometimes include cross-border business areas such as sports facility construction. These are predominantly organized from a country attributable to the respective geographical segment. With few exceptions, STRABAG offers services in all areas of the construction industry in its individual European markets, covering the entire construction value chain. The services include:

Nord + West Süd + Ost International + Sondersparten
Wohnbau
Gewerbe- und Industriebau
Öffentliche Gebäude
Ingenieurtiefbau
Brückenbau
Kraftwerksbau
Straßenbau, Erdbau
Sicherungs- und Schutzbauten
Leitungs- und Kanalbau
Baustoffproduktion
Bahnbau
Wasserstraßenbau, Deichbau
Ortsplatzgestaltung, Landschaftsbau, Pflasterungen, Großflächengestaltung
Sportstättenbau, Freizeitanlagen
Spezialtiefbau
Umwelttechnik
Fertigteilproduktion
Tunnelbau
Immobilien Development
Infrastruktur Development
Betrieb/Erhaltung/Verwertung von PPP-Projekten
Property & Facility Services

SEGMENT NORD + WEST: HIGH EBIT MARGIN MAINTAINED

The North + West segment provides construction services of almost all types and sizes, primarily in Germany, Poland, the Benelux countries, and Scandinavia. Specialty civil engineering is also found in this segment. As of January 1, 2023, the North + West segment will be expanded to include Switzerland. Poland will be reported in the South + East segment as of January 1, 2023.

€ Mio. 2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Leistung 8.690,69 7.902,46 10 788
Umsatzerlöse 8.032,71 7.317,95 10 715
Auftragsbestand 11.841,89 11.628,13 2 214
EBIT 492,89 443,03 11 50
EBIT-Marge (% des Umsatzes) 6,1 6,1
Mitarbeiteranzahl (FTE) 25.693 25.430 1 263

LEISTUNG NORD + WEST

€ Mio. 2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Deutschland 7.206 6.360 13 846
Polen 1.017 1.036 -2 -19
Benelux 143 218 -34 -75
Schweden 121 101 20 20
Dänemark 56 90 -38 -34
Österreich 50 24 108 26
Vereinigtes Königreich 48 26 85 22
Rumänien 26 21 24 5
Sonstige europäische Länder 18 15 20 3
Ungarn 5 9 -44 -4
Naher Osten 1 1 0 0
Schweiz 0 1 -100 -1
Gesamt 8.691 7.902 10 789

Starker Leistungszuwachs in Deutschland

The North + West segment recorded a 10% year-on-year increase in performance to €8,690.69 million in 2022. This is primarily due to the home market of Germany, both in terms of building construction and civil engineering, and to a lesser extent to the Swedish market. This was offset by declines in performance in Poland, the Benelux countries, and Denmark. Revenue rose by 10% to €8,032.71 million. Earnings before interest and taxes (EBIT) increased by 11% to €492.89 million from a high level in the previous year, thus maintaining the very good EBIT margin of 6.1%. Improvements in earnings were evident in German building construction and civil engineering, among other areas.

Auftragsbestand auf hohem Niveau leicht ausgebaut

The already high order backlog was increased by 2% to €11,841.89 million as of December 31, 2022, which is mainly attributable to increases in the home market of Germany. Notable additions to the order backlog in Germany include the construction of the Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte company headquarters in Ingolstadt and the expansion of the Berlin-Köpenick train station for regional traffic. An increase in the order backlog was also recorded in Poland. Here, STRABAG will further expand the S19 expressway in two sections.

Mitarbeiteranzahl leicht gestiegen

The number of employees in the entire North + West segment increased by 1% to 25,693 FTE. The increase in the home market of Germany more than compensated for the decreases in Poland, Denmark, the Benelux countries, and Sweden.

Ausblick: Etwas geringere Leistung erwartet

Given the high order backlog, only a slight decline in performance is expected for the North + West segment in 2023, despite challenging conditions. In German building construction, a normalization of material and energy prices at a high level is emerging. Despite these price increases, projects continue to come onto the market, with a shift from the private to the public sector being noticeable due to the influence of interest rate changes. Civil engineering also shows a high order backlog. This allows for a very selective approach to bidding. Nevertheless, a similar level of performance to the previous year is expected. In the Benelux countries and Scandinavia, there is strong competitive pressure. The path of stabilization and consolidation, as well as the completion of large projects and selective bidding, will continue to be pursued as planned. Our strategic and organizational changes initiated in Switzerland in the past are showing initial positive effects. The Group will continuously pursue and expand this successfully embarked-upon path.

AUSGEWÄHLTE PROJEKTE NORD + WEST

Land Projekt Auftragsbestand € Mio. Anteil am Gesamtauftragsbestand des Konzerns %
Deutschland US-Klinik Weilerbach 703 3,0
Deutschland Central Business Tower 432 1,8
Deutschland Stuttgart 21, Tiefbahnhof 336 1,4
Deutschland ÖPP BAB A49 220 0,9
Deutschland A1 Lohne–Bramsche 160 0,7

1 All activities in Russia are in the process of completion.

SEGMENT SÜD + OST: ORDER BACKLOG GREW ABOVE GROUP AVERAGE

€ Mio. 2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Österreich 2.474 2.206 12 268
Tschechien 895 782 14 113
Ungarn 531 503 6 28
Slowakei 298 243 23 55
Rumänien 231 202 14 29
Kroatien 220 162 36 58
Schweiz 193 186 4 7
Deutschland 184 152 21 32
Serbien 143 150 -5 -7
Sonstige europäische Länder 84 110 -24 -26
Russland1 70 43 63 27
Slowenien 66 94 -30 -28
Bulgarien 43 68 -37 -25
Italien 10 6 67 4
Afrika 9 7 29 2
Polen 5 3 67 2
Asien 4 8 -50 -4
Naher Osten 1 4 -75 -3
Benelux 0 1 -100 -1
Gesamt 5.461 4.930 11 531

The geographical focus of the South + East segment is on Austria, the Czech Republic, Slovakia, Hungary, the Southeast European region, and Switzerland. Furthermore, environmental technology activities are processed in this segment. As of January 1, 2023, the South + East segment will be expanded to include Poland. Switzerland will be reported in the North + West segment as of January 1, 2023.

€ Mio. 2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Leistung 5.461,54 4.930,38 11 531
Umsatzerlöse 5.495,54 4.924,60 12 571
Auftragsbestand 6.320,72 5.596,97 13 724
EBIT 153,39 194,93 -21 -42
EBIT-Marge (% des Umsatzes) 2,8 4,0
Mitarbeiteranzahl (FTE) 20.625 20.685 0 -60

Leistung Süd + Ost

Deutlich höhere Leistung in Österreich und Tschechien

Performance in the South + East segment increased significantly by 11% to €5,461.54 million in the past fiscal year 2022. The largest increase in performance in absolute terms was generated in our home market of Austria, followed by the Czech Republic and Croatia. With a few exceptions, such as Bulgaria, performance increases were also recorded across the remaining Central and Eastern European countries. Revenue rose by 12%, slightly more than performance, to €5,495.53 million. Due to provisions and in the wake of strong cost inflation in Southern and Eastern Europe, EBIT decreased to €153.39 million, from €194.93 million in 2021.

Auftragsbestand: Positive Zuwachsdynamik setzte sich fort

The order backlog as of December 31, 2022, at €6,320.72 million, was 13% significantly higher than at the reporting date in the previous year. The largest additions to the order book were generated in Romania, Austria, and Croatia. These include the expansion of the Romanian A3 motorway, the construction of the sustainable residential project Grünblick with 340 apartments in Vienna, and the modernization of the railway line between Zagreb and Rijeka. With the exception of Bulgaria and Serbia, increases in the order backlog were also observed in the remaining markets. The order volume in Switzerland remained almost stable, while that in Russia decreased significantly due to the completion of business there.

Mitarbeiteranzahl blieb konstant

The number of employees remained virtually constant at 20,625 FTE compared to the previous year. In line with the higher performance, the number of employees increased, particularly in Austria and Hungary. Decreases were recorded, especially in Bulgaria and Slovakia.

Ausblick: Uneinheitliche Tendenzen

For the full year 2023, performance in the South + East segment is expected to remain stable compared to the previous year. Due to the strong order backlog, solid performance is again expected in Austria in 2023, both in building construction and civil engineering. However, given significantly increased construction costs and interest rates, reduced demand for residential construction projects is expected in the future. This should be partially compensated by special constructions, for example in the healthcare, sports, and education sectors. The increasing stabilization of energy and subcontractor prices at a high level should have a positive effect on earnings development.# Die polnische Wirtschaft ist stark von den Auswirkungen der russischen Aggression in der Ukraine betroffen und weist eine vergleichsweise hohe Inflationsrate auf. Stark gestiegene Energie- und Rohstoffpreise sowie steigende Zinssätze beeinflussen die gesamte Wirtschaft, einschließlich des Bau- und Immobiliensektors. Von der EU-Kommission zurückgehaltene Strukturfördermittel verzögern geplante Investitionen, insbesondere im Bahnbau sowie im Energie- und Umweltsektor. Trotz vereinbarter Preisgleitklauseln mit Auftraggebern der öffentlichen Hand ist davon auszugehen, dass die massiv gestiegenen Inputkosten nicht zur Gänze ausgeglichen werden können.

Die ungarische Wirtschaft leidet stark unter der hohen Inflation, der Schwäche des Forint und der eingefrorenen Fördermittel aus mehreren EU-Programmen. Dies reduziert die Bauleistung des Landes insbesondere im Infrastrukturbereich wesentlich. Großprojekte wie der Bahnbau zwischen Budapest und Belgrad werden daher eher eine Ausnahme bleiben. Positiv hervorzuheben sind Aufträge im privaten Sektor sowie von Seiten der hier produzierenden deutschen Automobilindustrie und ihrer Zulieferer.

Der tschechische Verkehrswegebau ist von verstärktem Wettbewerb geprägt. Das hohe Zinsniveau könnte zu Rückgängen im Hochbau, allen voran im Wohnungsbau, führen. Investitionen in Industrie- und Logistikkomplexe zeigen bisher noch keine wesentlichen Veränderungen. STRABAG geht aufgrund des komfortablen Auftragsbestands in Tschechien von einem soliden Beitrag dieses Marktes zur Konzernleistung 2023 aus.

In der Slowakei scheint sich die Anzahl der von der öffentlichen Hand im Verkehrswegebau ausgeschriebenen Projekte wieder zu erhöhen, während im Hochbau – trotz des herausfordernden Umfelds – von einer stabilen Leistung ausgegangen wird. Vorgezogene Wahlen im Herbst dieses Jahres könnten sich positiv auf die Dynamik im Bauwesen auswirken. Gebremst wird die Entwicklung von den stark gestiegenen Personalkosten, die die bereits sehr hohe Inflation weiter ankurbeln.

In den Märkten Südosteuropas sollten auch 2023 vermehrt neue Projekte auf den Markt kommen. In Rumänien beteiligt sich STRABAG derzeit an Ausschreibungen für Projekte im Verkehrswegebau; im Hochbau nehmen öffentliche Ausschreibungen für Krankenhäuser und Militäreinrichtungen zu. In Kroatien bieten mit EU-Mitteln finanzierte Infrastrukturprojekte Chancen für STRABAG, ebenso der Tourismusbereich. Private Investoren konzentrieren sich hier auf den Bau von Logistikzentren und Wohnbauprojekten. In Slowenien bieten sich im Infrastrukturbereich Chancen, während im Hochbau vor allem der Industriebau boomt. In Serbien, Nordmazedonien und Montenegro ist der Druck durch Unternehmen aus China, den USA, der Türkei oder Aserbaidschan stark zu spüren – eine Herausforderung, die die gesamte Region prägt.

AUSGEWÄHLTE PROJEKTE SÜD + OST

Land Projekt Auftragsbestand € Mio. Anteil am Gesamtauftragsbestand des Konzerns %
Kroatien Bahnstrecke Leskovac–Karlovac 254 1,1
Tschechien D1 Řikovice–Přerov 185 0,8
Rumänien Flughafen Mihail Kogălniceanu 145 0,6
Tschechien U-Bahn Pankrác–Olbrachtova 135 0,6
Ungarn Bahnstrecke Békéscsaba–Lökösháza 126 0,5

SEGMENT INTERNATIONAL + SONDERSPARTEN: SCHWANKUNGEN IM PROJEKTGESCHÄFT

€ Mio. 2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Leistung 3.445,12 3.161,46 9 284
Umsatzerlöse 3.479,97 3.039,14 15 441
Auftragsbestand 5.556,81 5.268,22 5 289
EBIT 91,95 272,08 -66 -180
EBIT-Marge (% des Umsatzes) 2,6 9,0
Mitarbeiteranzahl (FTE) 20.405 20.610 -1 -205

Das Segment International + Sondersparten umfasst zum einen den Bereich Tunnelbau, zum anderen wird das Konzessionsgeschäft, insbesondere im Verkehrswegebau, weltweit betrieben. Im Vereinigten Königreich und in Chile werden – ausgehend vom Tunnelbau – landesspezifisch angepasste Leistungsspektren angeboten. Ungeachtet des Standorts sind auch alle Baustoffaktivitäten – mit Ausnahme von Asphalt – mit einem dichten Netzwerk an Produktionsbetrieben Teil dieses Segments. Das Immobiliengeschäft, das sich von der Projektentwicklung, Planung und Errichtung bis hin zum Betrieb und zum Property & Facility Services-Geschäft erstreckt, komplettiert die breite Leistungspalette. Darüber hinaus bündelt STRABAG den Großteil der sonstigen Leistungen in außereuropäischen Ländern in diesem Segment.

LEISTUNG INTERNATIONAL + SONDERSPARTEN

€ Mio. 2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Deutschland 924 906 2 18
Americas 556 479 16 77
Vereinigtes Königreich 530 364 46 166
Österreich 386 435 -11 -49
Naher Osten 250 198 26 52
Tschechien 185 159 16 26
Asien 132 137 -4 -5
Ungarn 127 120 6 7
Polen 90 107 -16 -17
Rumänien 56 40 40 16
Slowakei 52 42 24 10
Afrika 38 28 36 10
Benelux 33 13 154 20
Schweden 29 18 61 11
Kroatien 18 13 38 5
Slowenien 15 10 50 5
Italien 11 52 -79 -41
Bulgarien 10 6 67 4
Sonstige europäische Länder 8 9 -11 -1
Dänemark 5 18 -72 -13
Serbien 2 3 -33 -1
Schweiz 2 2 0 0
Russland¹ -14 2 n. a. -16
Gesamt 3.445 3.161 9 284

¹ Alle Aktivitäten in Russland befinden sich in der Abwicklung.

Deutliches Umsatzplus

Im Segment International + Sondersparten wurde 2022 eine um 9 % höhere Leistung von € 3.445,12 Mio. erwirtschaftet. Zurückzuführen ist dies hauptsächlich auf die fortlaufende Abarbeitung von Großaufträgen im Vereinigten König-reich, in Chile und dem Nahen Osten. Der Umsatz stieg mit einem Plus von 15 % stärker als die Leistung auf € 3.479,97 Mio. an. Das Segment ist aufgrund von Großprojekten regelmäßigen Schwankungen ausgesetzt. Insofern trugen u. a. die Diversifizierung des Facility Management- Portfolios und das Infrastruktur Development- Business positiv zum Ergebnis bei, konnten Belastungen im volatilen internationalen Projektgeschäft jedoch nicht ausgleichen. Demnach kam es – nach einem außerordentlich hohen Anstieg im Vorjahr – nunmehr zu einer EBIT-Reduktion auf € 91,95 Mio., sodass sich die EBIT-Marge von 9,0 % auf 2,6 % verringerte.

Italien und Region Americas treiben Auftragsbestand

Der Auftragsbestand stieg per 31.12.2022 gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitpunkt um 5 % auf € 5.556,81 Mio. Wie bereits im Halbjahr 2022 berichtet, trug Italien dank eingeworbener Aufträge im Verkehrswegebau und in der Straßenerhaltung hauptsächlich zur Steigerung des Auftragsbestands bei. Zusätzlich konnte mit der Errichtung von 140 Windparkfundamenten in Chile ein neues Geschäftsfeld erschlossen werden. Einen deutlichen Rückgang gab es im Nahen Osten.

Mitarbeiteranzahl leicht verringert

Angesichts der relativen Größe der einzelnen Projekte im Segment International + Sondersparten schwankt die Mitarbeiteranzahl in den unterschiedlichen Ländern sehr stark. Insgesamt reduzierte sich der Personalstand um 1 % auf 20.405 FTE. Dieser Rückgang steht u. a. im Zusammenhang mit der absehbaren Fertigstellung der Tunnelbauarbeiten des Megaprojekts Wasserkraftwerk Alto Maipo in Chile. Im Vereinigten Königreich dagegen wurde Personal aufgestockt, bedingt durch die Realisie-rung der Hochgeschwindigkeitsstrecke HS2 und des Woodsmith Project.

Ausblick: Leistungsplus in herausforderndem Umfeld erwartet

Für das Gesamtjahr 2023 wird für das Segment International + Sondersparten von einer höheren Leistung als im Vorjahr ausgegangen. Diese Prognose ist gut durch den hohen Auftragsbestand belegt. Das Tunnelbau-Geschäft ist aufgrund der Größe der Projekte von ständiger Volatilität geprägt. Global gesehen ist insbesondere in Metropolregionen eine steigende Nachfrage zu erkennen. Zudem setzen Minenkonzerne verstärkt auf eine Erschließung über Tunnel. Während sich die Anzahl der auf Tunnelbau-Großprojekte spezialisierten Baukonzerne weltweit zu verringern scheint, bleibt die Wettbewerbsintensität in der DACH-Region unverändert hoch. Angesichts deutlich größer werdender Projekte nimmt die Betrachtung des Risikoprofils einen höheren Stellenwert ein. Im internationalen Geschäft werden insbesondere die Märkte in Großbritannien und Kanada weiterhin mit Interesse verfolgt. Die Nachfrage nach Baudienstleistungen sollte im Nahen Osten weiterhin gegeben sein, solange der Ölpreis auf erhöhtem Niveau verbleibt. Chile bietet Chancen im Mining-Geschäft und für Bauleistungen für erneuer-bare Energie, während der Fokus in Mittelamerika und Kolumbien auf Infrastrukturprojekten liegen wird. In Afrika wird STRABAG in selektivem Ausmaß Projekte prüfen, wenngleich die lokalen Gegebenheiten sehr herausfordernd bleiben. Der Bereich Property & Facility Services blickt in Folge laufender Digitalisierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen positiv in die Zukunft. Nachdem ein nicht unwesentlicher Anteil von CO2-Emissionen auf den Gebäudebetrieb zurückzuführen ist, gewinnt dieses Geschäftsfeld in der Baubranche zunehmend an Bedeutung. STRABAG PFS ist bestrebt, in Deutschland, Österreich und Polen – organisch und mit Zukäufen – zu wachsen. Im Infrastruktur Development-Bereich bietet STRABAG in allen europäischen Ländern Infra-struktur-Leistungen an. Am stärksten werden die-se derzeit in Deutschland nachgefragt, insgesamt bleibt die Anzahl der ausgeschriebenen Projekte jedoch in überschaubarem Ausmaß. Mittel- und Südamerika könnten sich künftig bei Straßenkonzessionen als interessant erweisen. Das Immobilien Development wird von anhaltend hohen Baupreisen und durch die eingeleitete Zinswende belastet. Grundstücksakquisitionen, Material und Nachunternehmerleistungen sowie Störungen in den Lieferketten bedürfen einer sorgfältigen Steuerung. Die in der Vergangenheit sehr umsichtige Marktbearbeitung von STRABAG Real Estate könnte sich im derzeitigen Umfeld als Stärke herausstellen. STRABAG Real Estate profitiert von der robusten Entwicklung im Wohnbau. Büroimmobilien hingegen könnten sich aufgrund der konjunkturellen Entwicklung und des Home-Office-Trends insgesamt schwächer entwickeln. Durch ihre hohe Entwicklungs- und Umsetzungskompetenz von anspruchsvollen Nachhaltigkeits- und New-Work-Konzepten erwartet STRABAG Real Estate in dieser Asset-Klasse Wettbewerbsvorteile. Auch das Baustoffgeschäft zeigt in Summe eine zufriedenstellende Tendenz.# Der Anteil dieses Geschäfts an der Gesamtleistung des Konzerns beläuft sich auf 7 %. Gerade in Zeiten angespannter Lieferketten erweist sich dieses Segment als strategischer Vorteil im Konzern. In der aktuellen Situation erfüllen das dichte Netz der Baustoffbetriebe und der baustoffbasierenden Dienstleistungen wichtige Funktionen der Eigenversorgung und erhöhen somit die Wettbewerbsfähigkeit.

Land Projekt Auftragsbestand € Mio. Anteil am Gesamtauftragsbestand des Konzerns %
Vereinigtes Königreich HS2 Hochgeschwindigkeitsstrecke 1.419 6,0
Vereinigtes Königreich Woodsmith Project 723 3,1
Kanada Scarborough Subway Extension Line 2 346 1,5
Chile Candelaria Norte 2022 156 0,7
Chile El Teniente Hauptversorgungstunnel 115 0,5

AUSGEWÄHLTE PROJEKTE INTERNATIONAL + SONDERSPARTEN

SEGMENT SONSTIGES WEIST SERVICEBETRIEBE UND STABSBEREICHE AUS

In diesem Segment werden die unternehmensinternen Zentralbereiche und Konzernstabsbereiche ausgewiesen.

€ Mio. 2022 2021 ▲ 2021-2022 % ▲ 2021-2022 absolut
Leistung 138,12 134,62 3 4
Umsatzerlöse 17,64 16,85 5 1
Auftragsbestand 19,42 7,53 158 12
EBIT 1,00 0,69 45 0
EBIT-Marge (% des Umsatzes) 5,7 4,1
Mitarbeiteranzahl (FTE) 7.017 6.881 2 136

Risikomanagement

Die STRABAG-Gruppe steht im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit einer Vielzahl von Risiken und Chancen gegenüber. Diese werden durch ein proaktives Risikomanagement systematisch erhoben, bewertet und im Rahmen einer adäquaten Risikomanagementpolitik konsequent und zielorientiert gesteuert. Diese Risikomanagementpolitik ist ein integrierender Bestandteil des Managementsystems und beschreibt festgelegte Prinzipien und Zuständigkeiten für das Risikomanagement sowie den Umgang mit den wesentlichen Risikokategorien.

RISIKOMANAGEMENT ALS KERNAUFGABE DES MANAGEMENTS

Risikomanagement ist eine Kernaufgabe des Managements. Die Risikoidentifizierung und Risikobewertung wird von der jeweils zuständigen Managementebene verantwortet. In den Risikosteuerungsprozess eingebunden sind unser integriertes Qualitätsmanagementsystem, unterstützende Zentralbereiche und Konzernstabsbereiche mit technischen, rechtlichen und administrativen Dienst- bzw. Beratungsleistungen und die interne Revision als neutrale und unabhängige Prüfinstanz. Die Verantwortung für die Umsetzung des projektbezogenen Risikomanagementsystems in den Unternehmensbereichen wurde den kaufmännischen Unternehmensbereichsleitungen übertragen. Der Zentralbereich Projektbezogenes Risikomanagementsystem/Systementwicklung/Internationale BRVZ-Koordination steuert die kontinuierliche Verbesserung und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems für die Beschaffung und Ausführung von Bauprojekten. Alle Führungskräfte von STRABAG sind im Rahmen der ihnen gestellten Aufgabe sowie gemäß Geschäftsordnung und relevanten Konzernregelungen verpflichtet, mit den Mitarbeiter:innen Maßnahmen zur Risikoerkennung zu setzen, die Risiken zu überwachen, zur Abwehr notwendige Gegenmaßnahmen einzuleiten und relevante Informationen über Risiken an andere Stellen bzw. Ebenen im Unternehmen weiterzuleiten. Insbesondere diese Informationspflicht gilt für alle Mitarbeiter:innen des STRABAG-Konzerns. Es ist durch den STRABAG SE-Vorstand grundsätzlich untersagt, Geschäfte einzugehen, deren Realisation existenzielle Risiken bergen könnte.

RISIKOBEWÄLTIGUNG ANHAND VON DEFINIERTEN RISIKOKATEGORIEN

Im Rahmen der konzerninternen Risikoberichterstattung wurden folgende wesentliche Risikokategorien definiert:

  • Externe Risiken
  • Betriebliche und technische Risiken
  • Finanzwirtschaftliche Risiken
  • Ethische Risiken
  • Personalrisiken
  • IT-Risiken
  • Beteiligungsrisiken
  • Rechtliche Risiken
  • Politische Risiken

Des Weiteren bestehen Risiken etwa hinsichtlich der Bereiche Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Qualität, Business Continuity und Lieferkette. Unser Risikomanagementsystem ist in Anlehnung an ISO 31000 und an das Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) in unser Integriertes Managementsystem eingebunden.

Mit den von uns identifizierten Risiken gehen wir wie folgt um:

EXTERNEN RISIKEN WIRD DURCH DIVERSIFIKATION BEGEGNET

Die gesamte Bauindustrie ist zyklischen Schwankungen unterworfen und reagiert regional und nach Sektoren unterschiedlich stark. Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, die Entwicklung der Baumärkte, die Wettbewerbssituation, aber auch die Verhältnisse auf den Kapitalmärkten und die technologischen Veränderungen am Bau können zum Entstehen von Risiken führen. Diese Risiken werden von den zentralen Fachbereichen und den operativen Einheiten kontinuierlich beobachtet und überwacht. Veränderungen bei den externen Risiken führen zu Anpassungen in der Organisation, in der Marktpräsenz und der Angebotspalette von STRABAG sowie zur Adaptierung der strategischen bzw. operativen Planung. STRABAG begegnet dem Marktrisiko durch geografische und produktbezogene Diversifizierung, um den Einfluss eines einzelnen Marktes bzw. der Nachfrage nach bestimmten Dienstleistungen auf den Unternehmenserfolg möglichst gering zu halten.

BETRIEBLICHE UND TECHNISCHE RISIKEN DURCH VORGABE VERBINDLICHER MINDESTSTANDARDS REDUZIEREN

Hierzu zählen in erster Linie die komplexen Risiken rund um Auftragsauswahl und Auftragsabwicklung mit den je Bauvorhaben zu beurteilenden technischen Risiken, wie z. B. Baugrund, Geologie, Bauverfahren, Technologie, Baumaterialien, Geräte, Planung, Arbeitsvorbereitung etc. Integrierender Bestandteil des projektbezogenen Risikomanagementsystems sind konzernweit gültige Mindeststandards für die Beschaffung und Ausführung von Bauprojekten (Common Project Standards). Darin enthalten sind klar definierte Kriterien für die Beurteilung neuer Projekte, ein standardisierter Prozess für die Erstellung und Abgabe von Angeboten sowie integrierte interne Kontrollsysteme, die als Filter dienen, um Verlustprojekte zu vermeiden. Zustimmungspflichtige Geschäftsfälle werden entsprechend den internen Geschäftsordnungen analysiert und genehmigt. Abhängig vom Risikoprofil müssen Angebote durch interne Kommissionen analysiert und auf technische wie wirtschaftliche Plausibilität geprüft werden. Als Ansprechpersonen für die Beurteilung technischer Risiken sowie zur Erarbeitung von innovativen Lösungsansätzen zu technischen Problemstellungen stehen dem Bau- bzw. Projektteam Expert:innen der Zentralbereiche BMTI, TPA, ZT und SID beratend zur Verfügung. Die Auftragsabwicklung wird vom Bau- bzw. Projektteam vor Ort gemäß dokumentierten Verfahren gesteuert und darüber hinaus durch monatliche Soll-Ist-Vergleiche kontrolliert. Parallel dazu erfolgt eine permanente kaufmännische Begleitung des Projekts durch das zentrale Controlling. Damit wird gewährleistet, dass die Risiken einzelner Projekte keinen bestandsgefährdenden Einfluss gewinnen.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN: AKTIVES LIQUIDITÄTS- UND FORDERUNGSMANAGEMENT BETREIBEN

Hierunter versteht STRABAG Risiken im Finanz- und Rechnungswesen einschließlich von Manipulationsvorgängen. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Liquiditäts- und Forderungsmanagement, das durch laufende Finanzplanung und tägliche Statusberichte gesichert wird. Die Einhaltung der internen kaufmännischen Richtlinien wird durch die zentralen Fachbereiche Rechnungswesen und Controlling sichergestellt, die ferner das interne Berichtswesen und den periodischen Planungsprozess verantworten. Risiken aus eventuellen Manipulationsvorgängen (Vorteilnahme, Betrug, Täuschung und sonstige Gesetzesverstöße) werden von den zentralen Bereichen im Allgemeinen und der internen Revision im Besonderen verfolgt. STRABAG unterliegt hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen Zins-, Währungsänderungs-, Kredit- und Liquiditätsrisiken. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch laufende finanzorientierte Aktivitäten zu begrenzen. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden durch den Konzernvorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Die Umsetzung dieser Finanzpolitik sowie das laufende Risikomanagement obliegen dem Konzern-Treasury. Detaillierte Angaben dazu sind im Konzernanhang unter Punkt 35 Finanzinstrumente angeführt.

ETHISCHEN RISIKEN WIRD MIT ETHIK BUSINESS COMPLIANCE SYSTEM BEGEGNET

Da Korruption und wettbewerbsbeschränkende Verhaltensweisen Risiken in der Bauwirtschaft darstellen, wurden bei STRABAG bewährte Instrumente zu ihrer Bekämpfung implementiert. Die Regeln in Bezug auf korrektes Verhalten im Geschäftsalltag werden über das STRABAG Ethik Business Compliance System transportiert. Diese haben konzernweite Gültigkeit. Das Business Compliance-Modell von STRABAG stützt sich auf das Business Compliance Management-System (BCMS) mit ergänzenden Geschäftsanweisungen, den Code of Conduct sowie auf die zur Durchsetzung festgelegte personelle Struktur, bestehend aus dem Chief Compliance Officer, den Corporate Business Compliance Officers, den Regional Business Compliance Officers sowie den internen Ombudsleuten und dem externen Ombudsmann. Details zu den ethischen Risiken sind im Konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht nach § 267a UGB zu finden.

PERSONALRISIKEN: GEGENSTEUERUNG MIT ZENTRALER PERSONALVERWALTUNG UND BEDARFSORIENTIERTER PERSONALENTWICKLUNG

Wesentlichen Personalrisiken, wie Engpässen bei der Personalbeschaffung, Fachkräftemangel, Fluktuation sowie arbeitsrechtlichen Risiken, wird mit einer zentralen Personalverwaltung und einer nachhaltigen, bedarfsorientierten Personalentwicklung gegengesteuert. Durch gezieltes Recruiting qualifizierter Fach- und Führungskräfte, umfassende Weiterbildungsmaßnahmen, eine leistungsgerechte Vergütung mit verbindlicher Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorgaben und eine frühzeitige Nachfolgeplanung sollen Personalrisiken weitgehend reduziert werden. Darüber hinaus wird die Entwicklungs- und Karriereplanung der Mitarbeiter:innen über ein systematisches Potenzialmanagement gefördert.# Ergänzende Initiativen zur betrieblichen Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter:innen sowie Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und der Mitarbeiterzufriedenheit sollen zu Attraktivität und Ansehen des Unternehmens beitragen. Details zu den Personalrisiken sind im Konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht nach § 267a UGB zu finden.

IT-RISIKEN: IT-NUTZUNGSRICHTLINIEN UND KONTINUIERLICH ÜBERPRÜFTE SICHERHEITSKONZEPTE ZUR ABWEHR VON CYBERKRIMINALITÄT

Aufgrund zunehmender Bedrohungen durch IT-Risiken werden verschiedene Maßnahmen in Form von mehrstufigen Sicherheits- und Antivirenkonzepten, der Vergabe von Zugriffsrechten, Zugangskontrollsystemen mit Passwort-Policy, zweckmäßigen Datensicherungen und einer unabhängigen Energieversorgung umgesetzt. Darüber hinaus arbeitet der Konzern zur effizienten Abwehr von Cyberkriminalität mit professionellen Spezialdienstleistungsunternehmen zusammen und überprüft die Sicherheitskonzepte kontinuierlich. Die Vorgabe von Richtlinien zur Nutzung der Informationstechnologie sowie die wiederholte Aufklärung betreffend den erforderlichen risikobewussten Umgang mit Informations- und Kommunikationsmedien sollen die Sicherheit, Verfügbarkeit, Performance und Compliance von IT-Systemen gewährleisten. Projektideen zur Verbesserung und Weiterentwicklung IT-bezogener Prozesse und Kontrollsysteme werden durch Zusammenarbeit der Zentralbereiche SID und BRVZ- Informationstechnologie evaluiert und aufbereitet.

BETEILIGUNGSRISIKEN: BRANCHENÜBLICHE MINDERHEITSBETEILIGUNGEN AN MISCHWERKEN

Die Anteile an Mischwerksgesellschaften sind typischerweise und branchenüblich Minderheitsbeteiligungen, bei denen der Verbundeffekt im Vordergrund steht.

RECHTLICHE RISIKEN ÜBER UMFASSENDE RISIKOANALYSE VERMEIDEN

Der Zentralbereich CML Construction Services unterstützt das Risikomanagement der operativen Einheiten durch bauwirtschaftliche bzw. baubetriebliche Betreuung in allen Projektphasen (Contract Management) sowie juristische Beratung bzw. deren Organisation und Koordination (Legal Services). Zu den wesentlichen Aufgaben zählen dabei die umfassende Prüfung und Beratung bei der Projektakquisition – u. a. Analyse und Klärung von Ausschreibungsbedingungen, Leistungsbeschreibungen, vorvertraglichen Vereinbarungen, Vergabeunterlagen, Vertragsentwürfen und Rahmenbedingungen sowie die Unterstützung bei der Projektabwicklung.

POLITISCHES RISIKO: UNTERBRECHUNGEN UND ENTEIGNUNGEN DENKBAR

Der Konzern ist u. a. in Ländern tätig, die Schauplätze politischer Instabilität sind. Unterbrechungen der Bautätigkeit sowie Restriktionen auf Eigentum ausländischer Investor:innen bis hin zur Enteignung könnten die Folge politischer Veränderungen sein und sich auf die finanzielle Struktur des Konzerns auswirken. Diese Risiken werden in der Angebotsphase analysiert und von internen Kommissionen bewertet.

MANAGEMENTSYSTEM FÜR ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEITSSCHUTZ IM EINSATZ

Um die Risiken rund um die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter:innen zu beherrschen, setzt STRABAG ein Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem gemäß ISO 45001 und/oder SCC um, hält dieses aufrecht und sorgt für eine geeignete Notfallorganisation. Eigens benannte Verantwortliche und Beauftragte stellen sicher, dass konzernweite Arbeitssicherheitsstandards berücksichtigt werden. 2020 und 2021 waren hier besonders die länderspezifischen Sicherheits- und Hygienevorschriften im Zusammenhang mit Covid-19 umzusetzen. Die Infektionszahlen konnten durch die strenge Umsetzung in den meisten Konzernländern auf sehr niedrigem Niveau gehalten werden. Die Aspekte Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz fließen auch in die Bewertung von Nachunternehmen und Lieferfirmen ein. Details zu den Risiken rund um die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter:innen sind im Konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht nach § 267a UGB zu finden.

ZERTIFIZIERTES UMWELT- UND ENERGIEMANAGEMENTSYSTEM ANGESTR

STRABAG setzt sich dafür ein, die negativen Umweltauswirkungen ihrer Tätigkeit zu verringern, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich tragbar ist. Sie setzt ein Umwelt- und Energiemanagementsystem in Anlehnung an ISO 14001 oder EMAS, ISO 50001 oder gleichwertig um, hält es aufrecht und versucht - wo immer möglich - den Verbrauch von natürlichen Ressourcen zu minimieren, Abfälle zu vermeiden und die Wiederverwertung zu fördern. Details zu den Umweltrisiken sind im Konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht nach § 267a UGB zu finden. Risiken aus den Auswirkungen des Klimawandels sind im Konzernanhang dargestellt.

QUALITÄTSMANAGEMENT ALS BESTANDTEIL DES INTEGRIERTEN MANAGEMENTSYSTEMS

In Übereinstimmung mit seiner Vision und seinen Werten ist es das Ziel des Konzerns, Bauvorhaben termin- und qualitätsgerecht sowie zum besten Preis zu realisieren. Die Qualität der Prozesse, Leistungen und Produkte des Unternehmens ist somit jederzeit sicherzustellen. Dafür kommt ein Qualitätsmanagement als Bestandteil eines Integrierten Managementsystems zum Einsatz. Dieses System ist im Managementhandbuch, in Konzernrichtlinien und in nachrangigen Regelungen dokumentiert.

BUSINESS CONTINUITY: KONSEQUENTE EINBINDUNG KONZERNEIGENER ZENTRALBEREICHE

Der Ausfall von Maschinen und Produktionsanlagen, von Nachunternehmen und Lieferfirmen, von Personal, des IT-Systems oder von Bürogebäuden und Unterkünften darf die Existenz des Konzerns nicht gefährden. Daher werden im Rahmen eines Business Continuity-Managementsystems Vorkehrungen getroffen, dass bei Vorfällen oder Katastrophen die Geschäftstätigkeit – wenn überhaupt – nur temporär unterbrochen wird. Dazu zählt die konsequente Einbindung der konzerneigenen spezialisierten Zentralbereiche. Sie können z. B. kurzfristig Maschinen, Ersatzunterkünfte, IT-Systeme oder Personal beschaffen, bauen langjährige strategische Partnerschaften mit ausgesuchten Nachunternehmen und Lieferfirmen auf und lassen Notfallszenarien im IT-Bereich auditieren.

BEWERTUNGEN VON PARTNERFIRMEN, UM RISIKEN IN DER LIEFERKETTE ZU VERRINGERN

Im Interesse von Qualität und Wirtschaftlichkeit bezieht STRABAG bei der Bearbeitung ihrer Aufträge neben den eigenen Kompetenzen und Ressourcen auch ausgesuchte, erprobte Nachunternehmen und Lieferfirmen mit ein. Das Unternehmen setzt auf langfristige Partnerschaften, eine eindeutige, transparente und vollständige Beschreibung der zu beschaffenden Leistungen und Produkte sowie die Vereinbarung von Annahmekriterien der Produkte und Leistungen. Außerdem bewertet STRABAG systematisch Nachunternehmen, Dienstleistungsunternehmen und Lieferfirmen als Entscheidungsgrundlage für künftige Auftragserteilungen. Die Überprüfung der gegenwärtigen Risikosituation ergab, dass keine den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Risiken bestehen bzw. solche auch nicht erkennbar sind.

BERICHT ÜBER WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Einleitung

Als Basis zur Beschreibung der wesentlichen Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess im Lagebericht dient die Struktur des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO). Das COSO-Rahmenwerk setzt sich aus fünf miteinander in Beziehung stehenden Komponenten zusammen: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung. Im STRABAG-Konzern wurde ein unternehmensweites Risikomanagement nach allgemein anerkannten Grundsätzen eingerichtet. Ziel des Internen Kontrollsystems ist es, das Management so zu unterstützen, dass es in der Lage ist, effektive und sich ständig verbessernde interne Kontrollen hinsichtlich der Rechnungslegung zu gewährleisten. Es ist einerseits auf die Einhaltung von Richtlinien und Vorschriften und andererseits auf spezifische Kontrollmaßnahmen in den Schlüsselprozessen des Rechnungswesens ausgerichtet.

Kontrollumfeld

Die Unternehmenskultur bestimmt das Kontrollumfeld, in dem das Management und die Mitarbeiter:innen operieren. STRABAG arbeitet aktiv an der Verbesserung der Kommunikation und der Vermittlung ihrer Grundwerte, die auch in ihrem Code of Conduct sowie im Business Compliance Management-System (BCMS) verankert sind. Dadurch will sie Moral, Ethik und Integrität im Unternehmen und im Umgang mit anderen sicherstellen. Die Implementierung des Internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungs-prozess erfolgt auf Basis von internen Richtlinien und Vorschriften. Die Verantwortlichkeiten dafür wurden an die Unternehmensorganisation angepasst. Es ist die Aufgabe der internen Revision, die Einhaltung der Gesetze und unternehmensweiter Richtlinien im technischen und kaufmännischen Bereich durch periodische, angekündigte wie auch unangekündigte Überprüfungen aller relevanten Geschäftsfelder sowie die Funktionsfähigkeit der Business Compliance zu überwachen. Bei diesen Überprüfungen analysiert die interne Revision die Rechtmäßigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Handlungen. Sie überprüft unabhängig und regelmäßig auch im Bereich des Rechnungswesens die Einhaltung der internen Vorschriften. Der Leiter der internen Revision berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Die angemessene Funktionsfähigkeit der internen Revision wird periodisch durch die Abschlussprüferin beurteilt. Die letzte Überprüfung wurde für das Geschäftsjahr 2019 durchgeführt.

Risikobeurteilung

Das Management erhebt und überwacht die Risiken in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess. Der Fokus liegt dabei auf jenen Risiken, die typischerweise als wesentlich zu betrachten sind. Für die Erstellung des Abschlusses müssen regelmäßig Prognosen getroffen werden, bei denen das immanente Risiko besteht, dass die tatsächliche zukünftige Entwicklung von der erwarteten abweicht.Dies trifft insbesondere auf folgende Sachverhalte/Posten des Konzernabschlusses zu: Bewertung von unfertigen Bauvorhaben, Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen einschließlich Sozialkapital, Ausgang von Rechtsstreitigkeiten, Forderungseinbringlichkeit sowie Werthaltigkeit von Beteiligungen und Firmenwerten. In Einzelfällen wird externes Expertenwissen zugezogen, oder es wird auf öffentlich zugängliche Quellen abgestellt, um das Risiko einer Fehleinschätzung zu minimieren.

Kontrollmaßnahmen

Sämtliche Kontrollmaßnahmen werden im laufenden Geschäftsprozess angewendet, um sicherzustellen, dass Fehler oder Abweichungen in der Finanzberichterstattung vermieden bzw. entdeckt und korrigiert werden. Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der Periodenergebnisse bis hin zur spezifischen Überwachung von Konten sowie Kostenstellen und zur Analyse der laufenden Prozesse im Rechnungswesen. Es liegt in der Verantwortung des Vorstands, die Hierarchieebenen so auszugestalten, dass eine Tätigkeit und die Kontrolle dieser Tätigkeit nicht von derselben Person durchgeführt werden (Vier-Augen-Prinzip). Im Rahmen der Funktionstrennung wird auf eine Trennung von Entscheidung, Ausführung, Überprüfung und Berichterstattung geachtet. Dabei wird der Vorstand von Organisationseinheiten im Zentralbereich BRVZ unterstützt. Rechnungslegungsrelevante Prozesse werden zunehmend automatisiert, daher stellen Kontrollen in Bezug auf die IT-Sicherheit einen Eckpfeiler des Internen Kontrollsystems dar. So wird die Trennung von sensiblen Tätigkeiten durch eine restriktive Vergabe von IT-Berechtigungen unterstützt. Für Rechnungslegung und Finanzberichterstattung wird im Wesentlichen eine selbst entwickelte Software, die die Besonderheiten der Baubranche abbildet, verwendet. Die Funktionsfähigkeit dieses Rechnungslegungssystems wird u. a. durch im System eingerichtete, automatisierte IT-Kontrollen gewährleistet.

Information und Kommunikation

Richtlinien und Vorschriften hinsichtlich der Finanzberichterstattung werden vom Management regelmäßig aktualisiert und an alle betroffenen Mitarbeiter:innen kommuniziert. Darüber hinaus finden regelmäßig in verschiedenen Gremien Diskussionen betreffend die Finanzberichterstattung und die in diesem Zusammenhang bestehenden Richtlinien und Vorschriften statt. Diese Gremien setzen sich neben dem Management auch aus der Abteilungsleitung und führenden Mitarbeiter:innen der Abteilung Rechnungswesen zusammen. Die Gremienarbeit hat u. a. zum Ziel, die Einhaltung der Richtlinien und Vorschriften des Rechnungswesens sicherzustellen sowie Schwachstellen und Verbesserungspotenziale im Rechnungslegungsprozess zu identifizieren und zu kommunizieren. Außerdem werden die Mitarbeiter:innen des Rechnungswesens laufend im Hinblick auf Neuerungen in der nationalen und internationalen Rechnungslegung geschult, um Risiken einer unbeabsichtigten Fehlberichterstattung frühzeitig erkennen zu können.

Überwachung

Die Verantwortung für die unternehmensweite fortlaufende Überwachung obliegt dem Vorstand und dem Aufsichtsrat. Darüber hinaus sind alle weiteren Managementebenen für die Überwachung ihres jeweiligen Zuständigkeitsbereichs verantwortlich. Es werden in regelmäßigen Abständen Kontrollen und Plausibilitätsprüfungen vorgenommen. Zudem ist die interne Revision in den Überwachungsprozess involviert. Das Top-Management erhält monatlich zusammengefasste Finanzberichte über die Entwicklung der Leistung und des Ergebnisses der jeweiligen Segmente und Länder sowie der Liquidität. Zu veröffentlichende Abschlüsse durchlaufen mehrere interne Kontrollschleifen im Management. So werden sie u. a. von leitenden Mitarbeiter:innen des Rechnungswesens sowie vom Finanzvorstand vor Weiterleitung an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats einer abschließenden Würdigung unterzogen.

Forschung und Entwicklung

Als Technologiepartnerin für das Bauen von morgen erkennt STRABAG frühzeitig neue Trends, findet innovative Lösungen und arbeitet aktiv an der Entwicklung zukunftsträchtiger neuer Technologien. In diesem Kontext nutzt sie das volle Wissens-, Organisations- und Beziehungspotenzial ihrer Mitarbeiter:innen. Die STRABAG-Gruppe agiert in einem sich rasch wandelnden Umfeld. Durch die zunehmende Verschränkung von Branchen ändern sich die Anforderungen an das Unternehmen immer schneller. Ökologische Ansprüche und technologische Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie gehen einher mit gestiegenen Kundenerwartungen. Das im Jahr 2014 etablierte systematische Innovationsmanagement wurde daher 2020 in den STRABAG-Zentralbereich Innovation und Digitalisierung (SID) überführt. Der Bereich fungiert als Innovations- und Digitalisierungs-drehscheibe innerhalb des Konzerns. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Unternehmensbereiche ermöglicht und fördert neue Entwicklungen über Geschäftsbereiche hinweg. Ein besonderer Fokus lag dabei 2022 erneut auf der fortschreitenden Digitalisierung von Abläufen in der Planung und in der Logistik. Generative Design, eine Methode zur Algorithmus-gestützten Optimierung von Planungsoptionen, eröffnet uns die Möglichkeit, Quartier-, Gebäude- und Raumkonzepte sowie bauphysikalische Anforderungen mittels schnell erstellter Varianten zu untersuchen. Zudem findet das plattformgebundene Bauteil-Tracking von Fertigteilen wie Treppen oder Fassadenelementen bei weiteren großen Bauprojekten Anwendung. Zahllose bislang zeitraubende, fehleranfällige Erfassungen über Papierformulare während der Bauproduktion – im Hinblick auf Arbeitssicherheitsbegehungen, Arbeitsstände, Beton-lieferungen und Bewehrungsleistungsstände – bewältigt das Unternehmen nun App-basiert. Das bedeutet, die Daten werden auf baustellentauglichen mobilen Endgeräten eingegeben: Protokolle sowie Soll-Ist-Vergleiche werden automatisch generiert und den beteiligten Bau- und Backoffice-Büros zur Verfügung gestellt. Der zeitliche Aufwand für administrative Aufgaben der Bauproduktion wird somit erheblich reduziert. Im Verkehrswegebau steht die Straße als Innovationsträger im Fokus. Der zunehmende Einsatz von Sensoren im Straßenbelag für die Zustandserfassung und das künftige autonome Fahren wurde in Pilotprojekten erprobt. Seit Jahren gehören auch die Kooperation mit internationalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die gemeinsame Entwicklungstätigkeit mit weltweiten Partnerunternehmen sowie interne Forschungs- und Entwicklungsprojekte für den Konzern zum Alltag. Federführend bei der Planung und Durchführung dieser Projekte innerhalb des STRABAG-Konzerns sind die Zentralbereiche Innovation & Digitalisation (SID), Zentrale Technik (ZT), TPA Gesellschaft für Qualitätssicherung und Innovation GmbH (TPA) und die EFKON GmbH, die jeweils direkt an ein Vorstandsmitglied berichten. Die SID initiiert mit rd. 425 hoch qualifizierten Mitarbeiter:innen an über zehn Standorten federführend Entwicklungen, unterstützt mit Expertisen und behält einen umfassenden Überblick über die konzernweiten Innovationsaktivitäten sowie deren messbare Resultate. Weil Digitalisierung kein Selbstzweck sein darf, hat operativer Bedarf Priorität, digitale Werkzeuge sollen rasch bereitgestellt werden. Zudem wird hier intensiv an den aktuellen Themen der Branche wie robotischen oder automatisierten Anwendungen zur Erhöhung der Produktivität gearbeitet. Die TPA ist das Kompetenzzentrum des Konzerns für Asphalt, Beton, Erdbau, Geotechnik und Umwelttechnik, Qualitätsmanagement und angewandte F&E-Projekte sowohl für den Verkehrswegebau als auch für den Hoch- und Ingenieurbau. Zu ihren Hauptaufgaben zählen die Sicherstellung der Qualität der Baustoffe, Bauwerke und Dienstleistungen, die Sicherheit und Verbesserung der Prozesse sowie die Entwicklung und Prüfung von Standards für die Be- und Verarbeitung von Baustoffen und -materialien. Sie beschäftigt 975 Mitarbeiter:innen an 135 Standorten in 15 Ländern und ist damit eine der größten privaten Laborgesellschaften Europas. Die TPA ist in das mehrjährige Verbundforschungsprojekt ROBOT-Straßenbau 4.0 zu autonom arbeitenden Maschinen im Straßenbau eingebunden. Das Projekt wurde von der deutschen Bundesanstalt für Straßenwesen mit € 1,7 Mio. gefördert. Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Köln und der Technischen Universität Darmstadt sowie der MOBA Mobile Automation AG und der 3D Mapping Solutions GmbH verfolgt die TPA als übergeordnete Ziele die Verbesserung der Arbeits- und Verkehrssicherheit sowie die Reduktion der Belastung von Mitarbeitenden auf Straßenbaustellen. Diese Ziele wurden durch die Automatisierung aller Arbeitsfunktionen eines Asphalt-Straßenfertigers im Wesentlichen realisiert. Der Fertiger wird zukünftig vernetzt, autonom und ausschließlich unter Kontrolle des:der Maschinenführers:Maschinenführerin arbeiten. Um die Prozesssicherheit der übergeordneten Ziele zu erreichen, wird die Forschungstätigkeit gemeinsam mit europäischen Partnerorganisationen im EU-geförderten Projekt InfraROB (2021-2025) fortgesetzt. Unserer Mission „Work On Progress“ trägt die TPA u. a. mit dem neuen Forschungsprojekt ELMAR Rechnung. Ziel des Projekts ist es, den von der deutschen Mineral GmbH betriebenen Steinbruch Eigenrieden durch digitale Planung, neue Maschinentechnik und Nutzung alternativer Energieformen in den ersten klimaneutralen Steinbruch von STRABAG zu verwandeln. Die EFKON GmbH – eine Tochtergesellschaft von STRABAG – ist im Bereich der intelligenten Verkehrstelematiksysteme, insbesondere elektronischer Maut- und Mautkontrollsysteme, tätig – einem Geschäftsfeld, das intensive Tätigkeiten auf dem Gebiet der Forschung, Entwicklung und Innovation erfordert. Im vergangenen Jahr lag ein Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der komplexen Maut- und Mautkontrollsysteme, die sich sowohl unauffällig in das Stadtbild einfügen (Beispiel Norwegen, Umweltzonen) als auch effizient auf Autobahnen und Schnellstraßen eingesetzt werden (Beispiel nationales Mautsystem in Belgien).# STRABAG SE

Consolidated Corporate Governance Report

The Consolidated Corporate Governance Report of STRABAG SE is available at www.strabag.com > Investor Relations > Corporate Governance > Corporate Governance Report.

Information pursuant to § 243a para. 1 UGB

One Share - One Vote

  1. The share capital of STRABAG SE amounts to €102,600,000 and comprises 102,600,000 fully paid-up no-par-value shares with a pro rata value of €1 per share of the share capital. 102,599,997 shares are bearer shares and are traded on the Prime Market of the Vienna Stock Exchange. Three shares are registered shares. Each bearer and registered share carries one vote (One Share - One Vote). The right to appoint members to the Supervisory Board associated with registered shares No. 1 and No. 2 is described in more detail in point 7.

  2. On April 8, 2022, Oleg Deripaska was included in the EU sanctions list and is subject to Council Regulation (EU) No. 269/2014 of March 17, 2014 concerning restrictive measures in respect of actions undermining or threatening the territorial integrity, sovereignty and independence of Ukraine (EU Sanctions Regulation). As a consequence, all funds and economic resources that are property or possession of Oleg Deripaska or natural or legal persons connected with him are to be frozen ("Asset Freeze"). This asset freeze has since then also to be ensured with regard to the STRABAG SE shares held by MKAO "Rasperia Trading Limited," which is controlled by Oleg Deripaska. Therefore, MKAO "Rasperia Trading Limited" has been excluded from exercising control rights (voting rights, right to information, right to participate, right to make proposals) and property rights (e.g., dividend payments) in connection with STRABAG SE shares since April 8, 2022, until the sanctions are lifted.

  3. The syndicate agreement concluded in 2007 between the Haselsteiner Group (Haselsteiner Familien-Privatstiftung, Dr. Hans Peter Haselsteiner, Klemens Peter Haselsteiner), the Raiffeisen Group (RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN reg. Gen.m.b.H., BLR-Baubeteiligungs GmbH.), the UNIQA Group (UNIQA Insurance Group AG, UNIQA Beteiligungs-Holding GmbH, UNIQA Österreich Versicherungen AG, UNIQA Erwerb von Beteiligungen Gesellschaft m.b.H.) and MKAO "Rasperia Trading Limited" (controlled by Oleg Deripaska) was terminated by Haselsteiner Familien-Privatstiftung on March 15, 2022, and expired on December 31, 2022. As a consequence of the sanctions against Oleg Deripaska, the rights of MKAO "Rasperia Trading Limited" arising from the syndicate agreement are also "frozen" due to sanctions law. The syndicate agreement from 2007 regulated (1) nomination rights concerning the Supervisory Board, (2) the coordination of voting behavior in the General Meeting, (3) restrictions on the transfer of shares, and (4) the joint development of the Russian market as a core market. Accordingly, the Haselsteiner Group, the Raiffeisen Group together with the UNIQA Group, and MKAO "Rasperia Trading Limited" each had the right to nominate two members of the Supervisory Board. The syndicate agreement further obligated the syndicate partners to exercise their voting rights from the syndicated shares uniformly in the General Meeting of STRABAG SE. In addition, the syndicate agreement provided for mutual pre-emption rights and option rights, as well as a minimum holding by the syndicate partners. Despite the termination of the 2007 syndicate agreement, pre-emption rights of the Haselsteiner Group, the Raiffeisen Group, the UNIQA Group, and MKAO "Rasperia Trading Limited" remain in effect as long as they each hold at least 8.5% of the share capital of STRABAG SE. Since – as stated – MKAO "Rasperia Trading Limited" is subject to the EU Sanctions Regulation, it is not entitled to sell the STRABAG SE shares it holds or to acquire shares of the other parties, and therefore the pre-emption right concerning MKAO "Rasperia Trading Limited" will not be exercised permanently and in accordance with the EU Sanctions Regulation.

  4. On August 18, 2022, Haselsteiner Familien-Privatstiftung, Dr. Hans Peter Haselsteiner and Klemens Peter Haselsteiner, RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung and group company, and UNIQA Insurance Group AG and group companies concluded a new syndicate agreement obligating them to exercise their voting rights from the syndicated shares uniformly in the General Meeting of STRABAG SE. This syndicate agreement also regulates pre-emption and call rights, a minimum holding obligation, and nomination rights for Supervisory Board members. Accordingly, the Haselsteiner Group has the right to nominate two members of the Supervisory Board, and the Raiffeisen Group and UNIQA Group each have the right to nominate one member of the Supervisory Board. With the new syndicate agreement, the parties continue the controlling interest in STRABAG SE. As of December 31, 2022, the company held no treasury shares. However, by December 31, 2022, 1,694,816 STRABAG shares had been irrevocably tendered for sale in the takeover offer, which is why these shares are already presented as treasury shares in the annual financial statements (UGB). On August 18, 2022, Haselsteiner Familien Privatstiftung, RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN reg. Gen.m.b.H. and UNIQA Österreich Versicherungen AG announced their intention to make a public (anticipatory) mandatory offer in accordance with §§ 22 ff Takeover Act to acquire all outstanding bearer shares of STRABAG SE (ISIN AT000000STR1) not owned by them or by MKAO "Rasperia Trading Limited," at an offer price of €38.94 per STRABAG share. In connection with the announcement of the mandatory offer, STRABAG SE concluded a share purchase agreement with the bidders on August 18, 2022, according to which shares tendered in the mandatory offer up to 10% of the share capital of STRABAG SE were to be acquired by it at the same purchase price. Within the framework of this share purchase agreement, STRABAG SE acquired 2,779,006 shares (2.7% of the share capital) on February 9, 2023, based on the authorization of the General Meeting of June 24, 2022, pursuant to § 65 para. 1 item 8 AktG (see point 10). The rights from these 2,779,006 shares are therefore now suspended in accordance with § 65 para. 5 AktG.

  5. As of December 31, 2022, the following shareholders directly or indirectly held at least 10.0% of the share capital of STRABAG SE, to the knowledge of STRABAG SE:

    • Haselsteiner Group ……………….. 28.3 %
    • Raiffeisen Group ………………….. 14.2 %
    • UNIQA Group ……………………... 15.3 %
    • MKAO "Rasperia Trading Limited"... 27.8 %
  6. The remaining shares in the share capital of STRABAG SE, totaling approximately 14.4%, were in free float as of December 31, 2022. As of December 31, 2022, the company held no treasury shares. However, by December 31, 2022, 1,694,816 STRABAG shares had been irrevocably tendered for sale in the takeover offer, which is why these shares are already presented as treasury shares in the annual financial statements (UGB). As explained in point 4, the company acquired a total of 2,779,006 treasury shares on February 9, 2023, as part of the takeover offer.

  7. As mentioned in point 1, three shares of STRABAG SE are registered shares. Registered shares No. 1 and No. 2 entitle the holder to appoint one member of the Supervisory Board of STRABAG SE each, and any disposal of these registered shares, including their complete or partial sale and pledge, requires the approval of the Supervisory Board. Registered share No. 1 is held by Klemens Peter Haselsteiner. Registered share No. 2 is held by MKAO "Rasperia Trading Limited." Since – as explained in point 2 – MKAO "Rasperia Trading Limited" is subject to the EU Sanctions Regulation, its right to appoint a member of the Supervisory Board from registered share No. 2 is currently suspended.

  8. There are no employee participation programs.

  9. Beyond points 4 and 7 respectively, there are no provisions regarding the appointment and dismissal of members of the Management Board and the Supervisory Board or regarding amendments to the Articles of Association that do not arise directly from the law.

  10. The Management Board of STRABAG SE was, by resolution of the 18th# Entschädigungsvereinbarungen, Geschäftsbeziehungen und Ausblick

Entschädigungsvereinbarungen

  1. Wie bereits in Punkt 4 ausgeführt, hat die Gesellschaft die Ermächtigung der Hauptversammlung vom 24.6.2022 zum Erwerb eigener Aktien teilweise genützt und am 9.2.2023 2.779.006 Stück eigene Aktien erworben.
  2. Mit Ausnahme der Verträge über einen syndizierten Avalkreditrahmen und einen syndizierten Barkreditrahmen bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die STRABAG SE beteiligt ist und die bei einem Kontrollwechsel in der STRABAG SE infolge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich ändern oder enden.
  3. Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der STRABAG SE und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmer:innen für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.

Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Die Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen werden im Konzernanhang unter Punkt 38 erläutert.

Ausblick

Der Vorstand geht davon aus, die Leistung trotz des herausfordernden Umfelds auch im Jahr 2023 auf hohem Niveau halten zu können, konkret werden € 17,9 Mrd. prognostiziert. Dazu sollten alle drei operativen Segmente einen stabilen Beitrag leisten. Für das Geschäftsjahr 2023 wird eine EBIT-Marge (EBIT/Umsatz) von mindestens 4 % erwartet. Dieser Wert liegt im Einklang mit unserem Ziel, ab 2022 nachhaltig mindestens 4 % zu erwirtschaften. Die Netto-Investitionen (Cashflow aus der Investitionstätigkeit) 2023 sollten € 600 Mio. nicht überschreiten.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag werden im Anhang unter Punkt V. erläutert.

Villach, am 6.4.2023

Der Vorstand

Klemens Haselsteiner, BBA, BF e.h.
Vorsitzender des Vorstands
Verantwortung Zentrale Konzernstabsbereiche und Zentralbereiche BMTI, CML und TPA STRABAG Innovation & Digitalisation und Zentrale Technik, Abwicklung Russland

Mag. Christian Harder e.h.
Finanzvorstand
Verantwortung Zentralbereich BRVZ

Dipl.-Ing. (FH) Jörg Rösler e.h.
Verantwortung Segment Nord + West

Dipl.-Ing. Siegfried Wanker e.h.
Verantwortung Segment International + Sondersparten

Dipl.-Ing. (FH) Alfred Watzl e.h.
Verantwortung Segment Süd + Ost

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der STRABAG SE, Villach, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der Anteile an sowie der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen

Siehe Anhang.

Das Risiko für den Abschluss: Anteile (TEUR 2.542.740) an sowie Forderungen (TEUR 519.616) gegenüber verbundenen Unternehmen stellen einen Großteil des ausgewiesenen Vermögens (TEUR 3.216.551) im Jahresabschluss der STRABAG SE zum 31. Dezember 2022 dar.

Einmal jährlich und gegebenenfalls anlassbezogen werden Finanzanlagen sowie in diesem Zusammenhang auch Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen von der Gesellschaft einer Werthaltigkeitsüberprüfung unterzogen. Dabei wird in einem ersten Schritt die statische Über- oder Unterdeckung durch Gegenüberstellung des Beteiligungsansatzes mit dem anteiligen Eigenkapital zum Stichtag ermittelt. In einem weiteren Schritt wird, sofern dies bei Unterdeckung erforderlich ist, eine Bewertung auf Basis von diskontierten Netto-Zahlungsmittelzuflüssen, die wesentlich von zukünftigen Umsatz- und Margenerwartungen abhängig sind sowie auf Basis von abgeleiteten Diskontierungszinssätzen durchgeführt. Diese Bewertung ist mit bedeutenden Schätzunsicherheiten behaftet.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung:

Wir haben die Werthaltigkeit der Anteile an sowie der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen wie folgt beurteilt:

  • Wir haben die vom Unternehmen durchgeführte Analyse der Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert (einschließlich der Deckung des Beteiligungsansatzes durch das anteilige Eigenkapital) der Anteile an verbundenen Unternehmen nachvollzogen. Zudem haben wir in Gesprächen mit den gesetzlichen Vertretern erörtert, ob darüberhinausgehende Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert der Anteile sowie auch Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen vorliegen.
  • In jenen Fällen, wo die Analyse Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert ergab, wurden folgende erweiterte Überlegungen angestellt:
  • Die Methodik zur Durchführung des Wertminderungstests sowie zur Ermittlung der Kapitalkostensätze haben wir unter Einbindung unserer Bewertungsspezialisten nachvollzogen und beurteilt, ob sie den entsprechenden Standards entsprechen. Die zur Festlegung der Kapitalkostensätze herangezogenen Annahmen haben wir durch einen Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten hinsichtlich ihrer Angemessenheit beurteilt und die rechnerische Richtigkeit des Berechnungsschemas überprüft.
  • Wir haben die den Berechnungen des Bewertungsansatzes für Anteile an sowie für Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen zugrunde gelegten Ergebnisse mit der aktuellen und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommenen Mittelfristplanung des Konzerns abgeglichen.
  • Um die Angemessenheit der Planungen beurteilen zur können, haben wir uns ein Verständnis über den Planungsprozess verschafft sowie diese in Gesprächen mit dem Vorstand sowie mit Vertretern der jeweiligen Unternehmensbereiche erörtert. Die Planungstreue haben wir durch Vergleich der in den Vorperioden erfolgten Planungen mit den tatsächlich eingetretenen Werten beurteilt.
  • Bei Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, die nicht bereits durch die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen abgedeckt waren, haben wir anhand der vorliegenden Mehrjahresplanung überprüft, ob hier ein Wertberichtigungsbedarf bei diesen Positionen gegeben ist. Dabei haben wir auch die finanzielle Situation der verbundenen Unternehmen gewürdigt.
  • Abschließend haben wir untersucht, ob die Angaben und Erläuterungen des Unternehmens zu Anteilen an und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen im Anhang vollständig und sachgerecht sind.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.# Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen. Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
  • Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
  • Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichtes in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichtes durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Lagebericht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 24. Juni 2022 als Abschlussprüfer gewählt und am 24. Juni 2022 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr beauftragt. Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss zum 31. März 1999 Abschlussprüfer der Gesellschaft. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerold Stelzmüller.

Linz, 6. April 2023

KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

qualifiziert elektronisch signiert: Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Mag. Gerold Stelzmüller
Wirtschaftsprüfer

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.# H1 - Title (Implicit)

H2 - Management's Report

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unter-nehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Villach, am 6.4.2023

Der Vorstand

Klemens Haselsteiner, BBA, BF e.h.
Vorsitzender des Vorstands

Verantwortung Zentrale Konzernstabsbereiche und Zentralbereiche BMTI, CML, TPA, STRABAG Innovation & Digitalisation und Zentrale Technik, Abwicklung Russland
Mag. Christian Harder e.h.
Finanzvorstand

Verantwortung Zentralbereich BRVZ
Dipl.-Ing. (FH) Jörg Rösler e.h.

Verantwortung Segment Nord + West
Dipl.-Ing. Siegfried Wanker e.h.

Verantwortung Segment International + Sondersparten
Dipl.-Ing. (FH) Alfred Watzl e.h.

Verantwortung Segment Süd + Ost