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STIFEL FINANCIAL CORP Audit Report / Information 2009

Nov 9, 2010

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Audit Report / Information

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Publication

MainFirst Bank Aktiengesellschaft

Frankfurt am Main

Offenlegungsbericht zum 31. Dezember 2009 nach § 26 a KWG i.V.m. §§ 319 ff. SolvV

Offenlegungsbericht 2009

1 Einleitung
2 Anwendungsbereich
3 Eigenmittelstruktur und Eigenmittelausstattung
4 Risikomanagement
5 Strategische Risiken
6 Kontrahentenrisiken im Handelsgeschäft (Addressenausfall)
7 Adressenausfall-, Bonitäts- und Zinsänderungsrisiken bei der Anlage von Eigenmitteln
8 Marktrisiken
9 Liquiditätsrisiken
10 Operationelle Risiken
11 Personalrisiken
12 Clearing- und Settlementrisiken
13 Rechtliche Risiken
14 Beteiligungen
15 Konzernstruktur

1 Einleitung

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat mit dem Regelwerk Basel II international gültige Standards für die risikogerechte Eigenmittelausstattung von Banken definiert. § 26 a Abs. 1 KWG verpflichtet Institute, regelmäßig qualitative und quantitative Informationen über das Eigenkapital, die eingegangenen Risiken, die eingesetzten Risikomanagementverfahren und Kreditminderungstechniken zu veröffentlichen und über förmliche Verfahren und Regelungen zur Erfüllung dieser Offenlegungspflichten zu verfügen.

Mit dem vorliegenden Bericht setzt die MainFirst Bank AG (im Folgenden auch „die Bank", „MainFirst" oder „die Gesellschaft") die Anforderungen gemäß § 319 bis § 337 SolvV um.

Der Bericht umfasst die Periode vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2009. Die Berichterstattung erfolgt zum Stichtag 31. Dezember 2009 bei einer jährlichen Berichtsfrequenz.

2 Anwendungsbereich

Die Bank stellt innerhalb des MainFirst Konzerns das einzige Unternehmen dar, das in den Anwendungsbereich dieser Verordnung fällt. Seit dem 27. Oktober 2009 ist die Bank 100%-ige Muttergesellschaft der MainBlue Asset Management S.á r.l. (im folgenden MainBlue), Luxemburg, einer Investment Management Gesellschaft. Diese wird handelsrechtlich konsolidiert. Da das Eigenkapital der MainBlue mit EUR 12.500,00 unwesentlich ist und die Geschäftstätigkeit erst im Jahr 2010 aufgenommen wird, ist auf die Erstellung eines Teilkonzernabschlusses verzichtet worden. Die Offenlegung gemäß § 323 SolvV erfolgt daher auf Einzelinstitutsebene.

3 Eigenmittelstruktur und Eigenmittelausstattung

3.1 Eigenmittelstruktur gem. § 324 SolvV

Die Eigenmittel der MainFirst Bank sind nach den Maßgaben der HGB-Rechnungslegungsstandards berechnet. Die in der nachstehenden Übersicht ausgewiesenen Beträge entsprechen den Werten des Einzelabschlusses der Bank per 31. Dezember 2009.

Daneben gibt es aufsichtsrechtlich bedingte Anpassungen, die bei der Berechnung berücksichtigt werden.

In TEUR 31.12.2009 Eigenmittel 31.12.2008 Eigenmittel
Gezeichnetes Kapital 10.200 10.200
Gesetzliche Gewinnrücklagen 1.020 1.020
Andere Gewinnrücklagen 5.100 5.100
Gewinnvortrag 7.450 11.809
Sonderposten nach § 340 g HGB 1.000 1.000
Abzugsposten vom Kernkapital nach § 10 Abs. 2 a Satz 2 KWG -37 -27
Gesamtbetrag des Kernkapitals nach § 10 Abs. 2 a KWG 24.733 29.102
Ergänzungskapital 0 0
Eigenmittel insgesamt 24.733 29.102

Der Abzugsposten nach § 10 Abs. 2 a Satz 2 KWG enthält im Wesentlichen die immateriellen Vermögensgegenstände.

Drittrangmittel im Sinne von § 10 Abs. 2c KWG lagen nicht vor, Abzugsposten nach § 10 Abs. 6 und Abs. 6 a KWG bestanden nicht.

3.2 Angemessenheit der Eigenmittelausstattung gem. §325 Abs. 1 SolvV

MainFirst ist ein Handelsbuchinstitut im Sinne von § 13a Abs. 1 Satz 1 KWG und hat gemäß § 2 Abs. 1 SolvV i.V.m. § 2 Abs. 2 und Abs. 3 SolvV die Eigenkapitalanforderungen für Adressrisiken und operationale Risiken sowie Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken sicherzustellen.

Die angemessene Eigenmittelausstattung der Bank spiegelt sich auch in der Höhe des Solvabilitätskoeffizienten von 24,28% bei einem aufsichtsrechtlichen Sollwert von 8% wider.

(in TEUR) 31.12.2009 Eigenkapitalanforderung 31.12.2008 Eigenkapitalanforderung
Kreditrisiko
Zentralverwaltungen und -banken 0 281
Institute 152 317
Investmentanteile 368 0
Marktpreisrisiko
Währungsrisiko 65 243
Operationelles Risiko
Basisindikatoransatz 7.564 7124
Eigenmittelanforderung 8.149 7.965
Eigenmittel insgesamt 24.733 29.102
Überschuss der Eigenmittel 16.584 21.137

Die Bank übt kein Kreditgeschäft im engeren Sinne aus. Kredite im Sinne von § 19 Abs. 1 KWG resultieren im Wesentlichen aus dem Wertpapierkommissionsgeschäft, die keiner Eigenkapitalunterlegung bedürfen.

4 Risikomanagement

Die MainFirst Bank AG verfügt über ein umfangreiches Risikomanagementsystem, das im Risikohandbuch und begleitenden Richtlinien der Gesellschaft dokumentiert ist. Diese bilden die Grundlage für die Gestaltung der Geschäftsprozesse und des Risikomanagements.

Die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems ist bestimmt durch unsere festgelegte Geschäfts- und Risikostrategie. Für die Ausarbeitung dieser Strategien ist der Vorstand verantwortlich. Die Unternehmensziele unserer Bank und unsere geplanten Maßnahmen zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolges sind in der vom Vorstand festgelegten Geschäftsstrategie beschrieben. Darin ist das gemeinsame Grundverständnis des Vorstandes zu den wesentlichen Fragen der Geschäftspolitik dokumentiert. Risiken gehen wir insbesondere ein, um gezielt Erträge zu realisieren. Der Vorstand hat eine mit der Geschäftsstrategie konsistente Risikostrategie ausgearbeitet, die insbesondere die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten erfasst. Diese Risikostrategie wird, genau wie die Geschäftsstrategie, jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Aus dem Risikomanagement ergeben sich für das Management und alle Mitarbeiter eine besondere Verantwortung bzgl. der frühzeitigen Erkennung von Risiken, Risikohandhabung und Risikovermeidung.

Aufgrund des Geschäftsmodels hat die Bank die folgenden Risiken als Risikoarten identifiziert und in verschiedenen Richtlinien definiert.

Strategische Risiken
Kontrahentenrisiken im Handelsgeschäft (Addressausfallrisiken)
Adressenausfall- und Bonitätrisiken bei der Anlage von Eigenmitteln
Marktpreisrisiken
Liquiditätsrisiken
Operationelle Risiken
Personalrisiken
Rechtliche Risiken und aufsichtsrechtliche Risiken
Clearing- und Settlementrisiken/Auslagerungsrisiken

Darüber hinaus sieht sie bei der Fortführung des derzeitigen Geschäftsmodells keine weiteren Risikoarten.

Die Elemente unseres Risikomanagementprozesses

die Risikoidentifikation,
die Risikoanalyse (Messung und Bewertung von Risiken) und - steuerung,
die Risikoüberwachung und Kommunikation

stellen jeweils eine Zusammenfassung der wesentlichen Aufgaben innerhalb des Prozesses dar.

Die Funktionstrennung ist in unserer Aufbau- und Ablauforganisation sowie unseren Risikomanagementprozessen bis zur Ebene der Geschäftsleitung gewährleistet.

In der Bank werden täglich systemseitig bzw. manuell Kontrollen im Rahmen der Risikoüberwachung durchgeführt, von deren Ergebnis der Vorstand bei Prüfungsfeststellungen umgehend zu unterrichten ist. Das Risikoreporting, die Analyse der Risiken sowie die Festlegung ergänzender Risikosteuerungsmaßnahmen erfolgt in den Sitzungen des Vorstands, ggf. unter Einbeziehung der Fachbereiche.

Die Interne Revision prüft zudem in regelmäßigen Zeitabständen die Wirksamkeit und Angemessenheit der implementierten Risikosteuerungsmaßnahmen. Im Falle festgestellter Schwachstellen soll so die Möglichkeit geschaffen werden, das Risikomanagement weiter zu verbessern.

5 Strategische Risiken

5.1 Risikoidentifikation

Die Geschäftsfelder der MainFirst Bank AG sind erheblichen Veränderungen bezüglich Markt-, Kunden- und Wettbewerbsumfeld ausgesetzt. Insbesondere Entwicklungen auf dem europäischen Aktienmarkt sind bestimmend für die Geschäftsentwicklung aller drei Geschäftsfelder (Brokerage, Asset Management und Corporate Advisory). Strategische Entscheidungen der Geschäftsleitung der Bank können die Geschäfts- und somit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in erheblichem Umfeld negativ beeinflussen.

5.2 Risikoanalyse und -steuerung

Vor diesem Hintergrund sind der Aufsichtsrat, der Vorstand, Geschäftsbereichsleiter und weitere fachlich kompetente Mitarbeiter eng in die strategische Entscheidungsfindung eingebunden. Die grundsätzlich flachen Hierarchiestrukturen sind für eine schnelle und marktgerechte Entscheidungsfindung und -umsetzung von entscheidender Bedeutung.

5.3 Risikoüberwachung - und Kommunikation

Strategische Risiken sind Teil der monatlichen Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Zudem sind diese Risiken Bestandteil der vierteljährlichen Sitzungen des Aufsichtsrats.

6 Kontrahentenrisiken im Handelsgeschäft (Addressenausfall)

6.1 Risikoidentifikation

Die Bank übt kein Kreditgeschäft im klassischen Sinne aus. Daher versteht sie unter Adressenausfallrisiko das Kontrahentenrisiko bei Handelsgeschäften, das Emittentenrisiko bei Wertpapiergeschäften (im Eigenhandel) sowie das Länderrisiko.

6.2 Risikoanalyse und -steuerung

Das Kontrahentenrisiko entsteht aus dem potenziellen Ausfall der Gegenpartei im Handelsgeschäft. Hierbei wird grundsätzlich unterschieden zwischen Replacementrisiken (Wiedereindeckungsrisiken) und Settlementrisiken.

Die Replacmentrisiken sind ist hierbei genauso wie ein Marktpreisrisiko zu betrachten, da die Position bei Ausfall des Kunden als Eigenposition der Bank anzusehen ist. Durch Marktpreisentwicklungen und den Umfang des Kundengeschäftes kann das gesamte Risiko bereits bestandsgefährdend sein.

Zur Reduzierung der ökonomischen sowie der regulatorischen Kontrahentenrisiken werden ausschließlich Geschäfte mit Institutionellen Kunden abgeschlossen, die auf dem Grundsatz „Zahlung gegen Lieferung" beruhen. Somit wird der Totalverlust des Geschäftes vermieden. Geschäfte, die abweichend auf der Basis „Zahlung frei von Lieferung" bzw. „Lieferung frei von Zahlung" abgeschlossen werden, sind vorab vom Vorstand zu genehmigen.

6.3 Risikoüberwachung und Kommunikation

Jedem Kontrahenten bzw. Kunden wird nach Bonität durch den Vorstand der Bank ein individuelles Risikolimit eingeräumt. Die Überprüfung der Limite erfolgt regelmäßig durch den Vorstand. Situationsbezogen oder bei Bonitätsänderungen der Kontrahenten können die Limite umgehend angepasst oder gestrichen werden Die Limitausnutzung wird systemseitig arbeitstäglich überprüft und dem Vorstand vorgelegt. Limitüberschreitungen sind vom Vorstand arbeitstäglich zu genehmigen.

Das Emittentenrisiko resultiert im Wesentlichen aus Eigenpositionen der Bank in Wertpapieren bei Ausfall des Emittenten beziehungsweise des Basiswerts. Länderrisiken entstehen bei einer hohen Anzahl von Kontrahenten in einem Land (politisches beziehungsweise wirtschaftliches Risiko).

Eigenhandelsgeschäfte, aus denen ein Emittentenrisiko erwachsen kann, werden überwiegend zur Abdeckung der aus Kundengeschäften resultierenden Anforderungen sowie zur taktischen und strategischen Positionsnahme und zur Absicherung bestehender Marktpreisrisiken betrieben. Die Haltedauer von Wertpapierbeständen im Handelsbuch beträgt in der Regel maximal 90 Tage.

Zum Zwecke der Risikoberichterstattung sind feste Kommunikationswege und Informationsempfänger bestimmt. Die für die Risikosteuerung relevanten Daten werden vom Risikocontrolling zu einem internen Berichtswesen aufbereitet und verdichtet. Die Informationsweitergabe erfolgt dabei entweder im Rahmen einer regelmäßigen Risikoberichterstattung oder in Form einer Ad-hoc-Berichterstattung.

Die Überwachung der Bestände erfolgt untertägig, um Klumpenrisiken und Limitüberschreitungen im Eigenhandel auszuschließen.

6.4 Quantitative Angaben

Die nachfolgenden Tabellen zeigen das Gesamtvolumen der Forderungen (ohne Salden aus offenen Wertpapiergeschäften) beziehungsweise deren Verteilung auf bestimmte Parameter gemäß §327 SolvV.

Forderungen nach Instrumenten:

In TEUR

Kreditrisikotragende Instrumente
31.12.2009

Bruttovolumen
31.12.2008

Bruttovolumen
Bilanziell 16.025 27.687
Wertpapiere 25.598 32.115
Außerbilanziell 19 19
Derivate 0 0
Leihegeschäfte 0 115
Beteiligungen 13 0
Gesamt 41.655 59.936

Forderungen nach Branchen:

in TEUR

Branchen
31.12.2009

Bruttovolumen
31.12.2008

Bruttovolumen
Banken 9.518 19.855
Öffentliche Haushalte 20.993 31.623
Unternehmen 11.125 8.439
Sonstige 19 19
Gesamt 41.655 59.936

Es lagen keine notleidenden oder in Verzug geratene Forderungen vor. Einzel- oder Pauschalwertberichtigungen waren im Geschäftsjahr 2009 nicht zu bilden, es bestanden zum Bilanzstichtag keinerlei Zins- und Tilgungsrückstände. Ein Untergliederung gemäß § 327 Abs. 5 Satz 5 sowie Satz 6 unterbleibt vor diesem Hintergrund

Forderungen nach Restlaufzeit:

In TEUR

Restlaufzeit
31.12.2009

Bruttovolumen
31.12.2009

Bruttovolumen
Kleiner 1 Jahr 41.655 31.820
1 Jahr bis 5 Jahre 0 28.116
Größer 5 Jahre bis unbefristet 0 0
Gesamt 41.655 59.936

Forderungen nach Regionen:

In TEUR

Region
31.12.2009

Bruttovolumen
31.12.2009

Bruttovolumen
EU 41.611 59.835
Europa (nicht EU) 20 31
USA 19 0
Asien 5 70
Gesamt 41.655 59.936

Aufgrund des Geschäftsmodells nutzt die Bank keinerlei Kreditrisikominderungstechniken.

6.5 Derivative Adressenausfall- und Aufrechnungspositionen (§ 326 SolvV)

Bei Geschäften mit Derivaten handelt es sich ausschließlich um Börsengeschäfte. Nach Erhalt der Oder vom Kunden werden diese unverzüglich an der Börse ausgeführt und an die Clearingstelle abgegeben und vom Kunden akzeptiert. Mit dem Kunden sowie der Clearingstelle bestehen grundsätzlich „give up" Verträge, die die Abgabe der Geschäfte durch die Bank an die Clearingstelle sowie die Annahme durch den Kunden regeln.

Das Adressenausfallrisiko beschränkt sich auf Wiedereindeckungsrisiken gegenüber dem Kontrahenten. Zum 31.12.2009 bestanden keine Derivatepositionen.

Die Bank hat im Geschäftsjahr 2009 ausschließlich Kundengeschäfte in Derivaten ausgeführt, ein Eigenhandel in Derivaten wurde nicht aufgenommen.

7 Adressenausfall-, Bonitäts- und Zinsänderungsrisiken bei der Anlage von Eigenmitteln

7.1 Risikoidentifikation

Bei der Anlage von Eigenmitteln besteht das Risiko, dass eine Geschäftspartner bei dem die MainFirst Bank AG Einlagen unterhält, diese nicht zurückzahlen kann. Die Einlagen sind grundsätzlich nicht durch den Einlagensicherungsfond abgedeckt.

Zudem können bei der Anlage von Eigenmitteln in festverzinsliche Wertpapiere und bei Drittinstituten Zinsänderungsrisiken entstehen.

7.2 Risikoanalyse und -steuerung

Die Anlage der Eigenmittel dient im Wesentlichen der Unterlegung von Geschäftsvorfällen im Wertpapiergeschäft (Kollateral). Durch die teilweise Anlage in Schuldverschreibungen wird dem Adressenausfall des Kreditinstituts, bei dem die Unterlegung durchgeführt wird, vorgebeugt.

Die Anlage der Eigenmittel der Bank erfolgt zu einem großen Teil in Schuldverschreibungen öffentlicher Emittenten mit einwandfreier Bonität. Darüber hinaus werden Mittel bei weiteren Geschäftspartnern überwiegend kurzfristig angelegt.

Bei der Auswahl der Partnerbanken für Tages- oder Monatsgelder wird auf deren einwandfreie Bonität geachtet, die auf Basis öffentlicher Informationen regelmäßig überprüft wird. Zudem wir die Liquidität auf mehrere Partner verteilt, die den unterschiedlichen Säulen des deutschen Bankensystems zuzurechnen sind. Im Krisenfall kann auch kurzfristig eine Anlage bei der Deutschen Bundesbank vorgenommen werden. Die bei Auslandsbanken für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes in London und Mailand vorgehaltene Liquidität wird grundsätzlich so gering, wie möglich, gehalten.

Die Anlage von Eigenmitteln erfolgt gewöhnlich mit Laufzeiten von nicht mehr als einem Jahr bis zur Endfälligkeit. Kursschwankungen bleiben somit gering und es besteht nur das Risiko der erneuten Anlage der Mittel zu verschlechterten Konditionen.

7.3 Risikoüberwachung und Kommunikation

Die Erfassung der Forderungen gegenüber Partnerinstituten erfolgt in der Finanzbuchhaltung im Wesentlichen elektronisch über die Abstimmung der Konten bei den Partnerbanken.

Die erfassten Forderungen werden monatlich bei der Liquiditätsplanung der Bank berücksichtigt. Zudem erfolgt eine laufende Analyse der Salden im Rechnungswesen, um eine arbeitstägliche Liquiditätssteuerung zu ermöglichen.

7.4 Quantitative Angaben

Die Anlage in festverzinsliche Wertpapiere öffentlicher Emittenten und die Tages- bzw. Monatsgelder belaufen sich zum Ende des Geschäftsjahres 2009 auf EUR 21,0 Mio. Somit ergibt sich ein annualisiertes Zinsänderungsrisiko von TEUR 210 bei einer Veränderung des Zinsniveaus von einem Prozent. Alle in der Bankbilanz ausgewiesenen festverzinslichen Wertpapiere des Anlagebestandes haben eine Laufzeit von weniger als 12 Monate.

8 Marktrisiken

8.1 Risikoidentifikation

Unter Marktrisiko wird das Verlustrisiko aus eingegangenen eigenen Risikopositionen (Eigenhandel) verstanden, das sich aus der Veränderung von Marktpreisen ergibt. Zu berücksichtigen sind die klassischen Preisrisiken (Zinsänderungs-, Aktienkurs-, Fremdwährungs- und Rohwarenpreisrisiko). Optionsspezifische Risiken und sonstige Marktpreisrisiken (Spread- und Basisrisiko) sind bei dem derzeitigen Geschäftsmodell irrelevant.

Das Währungsrisiko ist von untergeordneter Bedeutung, denn das Geschäft der Bank konzentriert sich hauptsächlich auf Deutschland oder EU-Länder mit der Währung Euro. Währungspositionen auf Nostro-Konten werden fortlaufend überwacht und bei Bedarf in EUR konvertiert.

8.2 Risikoanalyse und -steuerung

Für neue Geschäftsaktivitäten muss ein Konzept inklusive der Analyse des Risikos aus den Geschäften ausgearbeitet werden. Handel darf ausschließlich in denjenigen Produkten und auf solchen Märkten erfolgen, die im Rahmen des Produkteinführungsprozesses genehmigt wurden.

Zur Minimierung von Aktienkursrisiken wurde von dem Vorstand festgelegt, dass das Handelsbuch grundsätzlich nur Aktien enthalten darf, die an einer europäischen Börse notiert sind und im Wesentlichen im DAX 30, MDAX, TEC-DAX oder im EURO STOXX 50 geführt werden. Je Aktiengattung beträgt das Handelsbuchlimit TEUR 1.500; für das gesamte Handelsbuch TEUR 4.000.

8.3 Risikoüberwachung und Kommunikation

Die entsprechenden Limite werden untertägig systemseitig geprüft. Ausnahmen bzw. Limitüberschreitungen bedürfen eines entsprechenden Vorstandsbeschlusses.

Das umfassende, transparente Risikoreporting dient einer sachgerechten Steuerung der Risiken. Das Managementinformationssystem wird kontinuierlich an eine Veränderung der Anforderungen angepasst. Die ermittelten Zahlen werden täglich im/durch das Controlling zusammengefasst und der Geschäftsführung zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wird monatlich ein detaillierter Bericht über die aktuelle Entwicklung der Risiko- und Ertragslage erstellt und in der Geschäftsführung diskutiert.

8.4 Quantitative Angaben

Wertpapierbestand im Handelsbuch:

In TEUR

Wertpapiere
31.12.2009

Volumen
31.12.2008

Volumen
Nicht festverzinsliche Wertpapiere HB 0 0
Wertpapierleihe 0 115
Gesamt 0 115

Dem Wertpapierleihebestand des Geschäftsjahresende 2008 stand eine Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten aus Wertpapierleihegeschäften in gleicher Höhe gegenüber. Die den Geschäften zu Grunde liegenden Aktien waren börsennotiert.

Währungsrisiken:

In TEUR

Währung
31.12.2009

Volumen
31.12.2009

Volumen
NOK (P) 814 0
GBP (A) 320 2.761
CHF (A) 39 188
SEK (A) 0 69
Sonstige (A) 9 21
Gesamt 1.182 3.039

P = Passivposition; A = Aktivposition

Die Marktpreisrisiken aus den Handelsgeschäften bewegten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr grundsätzlich innerhalb der in der Risikostrategie vom Vorstand vorgegebenen und auf die Risikotragfähigkeit der Bank abgestimmten Grenzen.

9 Liquiditätsrisiken

9.1 Risikoidentifikation

Unter dem Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass MainFirst ihren Zahlungsverpflichtungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit nicht mehr nachkommen kann.

Es sind dabei zunächst kurzfristige Liquiditätsrisiken, u.a. aus Adressenausfall, Marktpreisrisiken, Handelsfehlern und sonstigen Haftungsfällen sowie mittel- und langfristige Liquiditätsrisiken, u.a. durch den Wegfall von Kundengeschäften im Brokerage, dem Abfluss von verwalteten Vermögensgegenständen im Asset Management und fehlenden Mandaten im Bereich Corporate Advisory zu unterscheiden.

9.2 Risikoanalyse und -steuerung

Die MainFirst Bank AG ist im Wesentlichen durch Eigenkapital finanziert. Zudem weist die Gewinn- und Verlustrechnung eine hohe Flexibilität (z.B. durch die variablen Vergütungen) auf, die sich positiv auf die unterjährige Liquiditätsposition auswirkt. Andere Kostenpositionen sind durch langfristige Vertragsausgestaltung zumindest ausreichend prognostizierbar. Aufgrund des gewählten Geschäftsmodells sind die Infrastrukturinvestitionen gering.

Die Analyse und Steuerung von kurz- und mittelfristigen Liquiditätsrisiken soweit sie aus Adressenausfallrisiken und Marktpreisrisiken entstehen, wurden bereits in den vorherigen Kapiteln behandelt. Es ist zu betonen, dass aufgrund des Umfangs und der Struktur der Kundengeschäfte jedoch bereits der Ausfall weniger Geschäfte zu erheblichen Liquiditätsengpässen führen kann.

Handelsfehler werden systemseitig gleichtägig erfasst und durch die Abteilung Controlling aufgearbeitet.

9.3 Risikoüberwachung und Kommunikation

Neben der Liquiditätsplanung erfolgt arbeitstäglich eine Disposition der Zahlungseingänge und -ausgänge inklusive der täglichen Abstimmung der Geschäftsvorfälle im Kunden- und Eigenhandel mit unseren Abwicklungspartnern.

Das Rechnungswesen analysiert mit dem Bereich Settlement/Operations Liquiditätsschwankungen und ergreift ggf. Gegenmaßnahmen.

Handelsfehler, die zu einem Gewinn- oder Verlust von über EUR 2,500 führen, müssen vom zuständigen Händler unverzüglich mit einem Bericht gemeldet werden. Sie sind vom Vorstand zu genehmigen. Sonstige Haftungsfälle aus den Bereichen Asset Management und Corporate Advisory sind dem Vorstand ebenfalls umgehend zu melden.

Die Liquiditätslage wird anhand der monatlich zu meldenden Liquiditätskennziffer beurteilt, die als Quotient aus den liquiden Aktiva und den Liquiditätsabflüssen für den folgenden Monat ermittelt wird. Zur Sicherung ausreichender Liquidität hält die Bank neben einem ausreichenden Bestand von Tages- und Termingeldanlagen börsengängige, festverzinsliche Wertpapiere, die im Rahmen des Pfandpoolverfahrens der Deutschen Bundesbank jederzeit beliehen werden können.

Die Steuerung der Liquiditätsrisiken und die Liquiditätsplanung ist auch Bestandteil von Aufsichtsrats, Vorstands- und Geschäftsbereichleitersitzungen. Mögliche Maßnahmen umfassen die Kostensenkung, Reduzierung des Risikoumfangs bzw. Kunden- und Eigenhandelslimite, Kapitalmaßnahmen sowie die Veränderung der Anlage der Eigenmittel.

10 Operationelle Risiken

10.1 Risikoidentifikation

Operationelle Risiken bedeuten die Gefahr von Verlusten infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von Mitarbeitern und/oder internen Verfahren, der (IT-) Infrastruktur (auch durch Auslagerung) oder durch externe Einflüsse. Operationelle Risiken bestehen vor allem in den Bereichen Wertpapierhandel und Asset Management.

10.2 Risikoanalyse und -steuerung

In beiden Bereichen werden auf Basis von Richtlinien im erheblichen Umfang interne und externe Prüfungs- und Abstimmungshandlungen durchgeführt (Bestandskontrollen, Stornokontrollen), um fahrlässiges bzw. vorsätzliches rechtswidriges und/oder geschäftsschädigendes Verhalten zu erkennen und zu korrigieren.

Im Bereich der IT-Risiken (Infrastruktur) basiert die gesamte Infrastruktur auf aktueller und fremdunterstützter Software. Zur Aufrechterhaltung der wichtigsten Geschäftsprozesse hat MainFirst im Rahmen eines Business Continuity Management (BCM) Projektes Notfallpläne entwickelt. Das BCM wird kontinuierlich weiterentwickelt. Die Risiken werden durch ein internes IT-Team mit hoher Fachkompetenz und Erfahrung gesteuert. Die Auslagerung von Teilbereichen der IT-Infrastruktur, aber auch IT-Prozesse an spezialisierte Partner reduziert grundsätzlich das Unternehmensrisiko. Allerdings kann der Geschäftsablauf auch durch eine nicht ausreichende Ausführung durch den Partner negativ beeinflusst werden. Durch die sorgfältige Auswahl, eindeutige Leistungs- und Service-Level Vereinbarungen, ständige Kommunikation und Überprüfung der Partner wird das Auslagerungsrisiko aktiv gesteuert.

Drohende Elementarschäden (externe Einflüsse) sind, soweit möglich, versichert. Die Versicherungen werden, sofern erforderlich, zeitnah an neue Sachlagen angepasst. Für Notfall- und Katastrophensituationen (externe Einflüsse) bestehen Alarm- und Räumungspläne für alle Standorte sowie Arbeitsplätze in einem Notfallrechenzentrum

10.3 Risikoüberwachung und Kommunikation

Führen interne und externe Prüfungs- und Abstimmungshandlungen zu negativen Ergebnissen, so sind in den Richtlinien Informations- und Eskalationspflichten verankert, um mögliche Beeinträchtigungen des Geschäftsbetriebs auszuschließen und Schäden zu vermeiden.

Für den Fall signifikanter IT-Störungen verfügt die MainFirst Bank AG über ein elektronisches Meldesystem, welches den Ausfall unverzüglich an den Bereich IT meldet.

Handbücher ermöglichen dann die angemessene Reaktion auf die vorliegenden Störungen sowie Information der betroffenen Mitarbeiter und ggf. der Geschäftsleitung.

Zur Bestimmung des aufsichtsrechtlichen Anrechnungsbetrages für das operationelle Risiko wird der Basisindikatoransatz gem. §§ 270 und 271 SolvV angewandt.

11 Personalrisiken

11.1 Risikoidentifikation

Als Personalrisiken werden vor allem die Minderleistung bzw. die Kündigung durch wichtige Mitarbeiter oder Gruppen von Mitarbeitern definiert.

11.2 Risikoanalyse und -steuerung

Personelle Risiken (Mitarbeiterrisiken) sollen durch die Begleitung der Arbeitsprozesse (interne Verfahren) in Form von Arbeitsbeschreibungen und internen Kontrollen verringert werden. Weiterhin erfolgt im Rahmen eines periodischen Beurteilungssystems die Überprüfung der fachlichen und persönlichen Kompetenzen der Mitarbeiter. Die fachliche und persönliche Kompetenz der Mitarbeiter wird durch strukturierte Aus- und Fortbildungsmaßnahmen gestärkt.

11.3 Risikoüberwachung und Kommunikation

Aufgrund der Diversifikation der MainFirst Bank AG in verschiedene Geschäftsbereiche sowie den breiten Mitarbeiterstamm an mehreren Standorten besteht durch das Ausscheiden einzelner Mitarbeiter nur ein geringes Risikopotential für die Bank.

Die Personalabteilung überwacht die Begleitung der Arbeitsprozesse durch die Abteilungsleiter und den regelmäßigen Einsatz des Beurteilungssystems. Fortbildungsmaßnahmen werden nach Bedarf durch die Abteilungsleiter vorgeschlagen und durch den Vorstand genehmigt.

12 Clearing- und Settlementrisiken

12.1 Risikoidentifikation

Risiken beim Clearing und Settlement von Wertpapiergeschäften entstehen vor allem durch verzögerte oder fehlerhaft ausgeführte Wertpapiertransaktionen, die zu Zinsen, Strafen oder Kompensationszahlungen führen können. Aufgrund der Vertragsgestaltung mit den Abwicklungspartnern entfallen dabei Teile der Risiken auf die MainFirst Bank AG.

12.1 Risikoanalyse und -steuerung

Das Clearing und Settlement der Wertpapiergeschäfte über Abwicklungspartner wird durch den Bereich Settlement/Operations der Bank intern überwacht. Verzögerte oder fehlerhaft ausgeführte Wertpapiertransaktionen werden zeitnah gefiltert, analysiert und zusammen mit dem Kunden und ggf. dem Abwicklungspartner bearbeitet.

12.3 Risikoüberwachung - und Kommunikation

In den Richtlinien der Bank sind Abstimmungs- und Prüfungshandlungen verankert, um Schäden auch aus dem Fehlverhalten Dritter weitgehend ausschließen zu können. U.a werden Geschäfte, die über den Settlement-Tag nicht erfüllt werden, unter Angabe des Grundes gleichtägig an den Vorstand Backoffice gemeldet und ggf. Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Die MainFirst Bank AG setzt derzeit mehrere Abwicklungsbanken für ihre Geschäfte ein, um kurzfristig den Ausfall eines Partners kompensieren zu können.

13 Rechtliche Risiken

Die MainFirst Bank AG ist im allgemeinen Geschäftsverkehr und auch durch Projekte rechtlichen Risiken ausgesetzt.

Die Prüfung von wichtigen Verträgen wird durch externe Rechtsberater durchgeführt. Projekte mit externen Partnern werden eng begleitet und anhand von Projektplänen abgearbeitet. Die Risiken werden durch den Abschluss von Versicherungen, soweit möglich, eingeschränkt.

14 Beteiligungen

Die MainFirst Bank AG hält seit Oktober 2009 eine Beteiligung an einer Investment Management Gesellschaft in Luxemburg. Die Beteiligung dient der Ergänzung des eigenen Produktangebots. Die Bewertung erfolgt nach handelsrechtlichen Vorgaben.

Die Beteiligung an verbundenen Unternehmen wurde mit den Anschaffungskosten bewertet. Bei Vorliegen einer dauernden Wertminderung würde eine Wertkorrektur auf den beizulegenden Zeitwert erfolgen. Aufgrund der fehlenden Wesentlichkeit wird gemäß § 26a Abs. 2 KWG auf weitere Angaben verzichtet.

15 Konzernstruktur

Die Konzernstruktur der MainFirst Gruppe stellt sich per 31. Dezember 2009 wie folgt dar:

MainFirst Gruppe 2009: