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Annual Report Sep 28, 2022

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Annual Report

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Finanzbericht: 31217222

Bank Julius Bär Deutschland AG

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

LAGEBERICHT

1. WIRTSCHAFTS- UND KAPITALMARKTUMFELD 2021

1.1. Branchenentwicklung

2. GESCHÄFTSENTWICKLUNG 2021

2.1. Unternehmensstruktur

2.2. Positionierung im Markt

2.3. Geschäftsentwicklung

2.4. Vorstand und Aufsichtsrat

2.5. Mitarbeitende

2.6. Ertragslage

2.7. Vermögenslage

2.8. Finanzlage

2.9. Liquiditätslage

2.10. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

3. RISIKOBERICHT

3.1. Grundsätze

3.2. Risikosteuerung

3.3. Nachhaltigkeitsrisiken

3.4. Geschäftsrisiken

3.5. Marktpreisrisiken

3.6. Adressenausfallrisiken

3.7. Liquiditätsrisiken

5.8. Operationelle Risiken

3.9. Risikotragfähigkeit

4. PROGNOSE UND CHANCENBERICHT

4.1. Wirtschafts- und Kapitalmarktumfeld

4.2. Ausblick

5. SCHLUSSERKLÄRUNG NACH § 312 ABSATZ 3 SATZ 3 AKTIENGESETZ

JAHRESBILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2021

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2021

ANHANG

LAGEBERICHT

1. WIRTSCHAFTS- UND KAPITALMARKTUMFELD 2021

Die wirtschaftliche Entwicklung 2021 war von einer fortschreitenden globalen Erholung und von kräftigen Wachstumsraten geprägt. In den USA hat die neue Regierung unter Präsident Biden zu Anfang des Jahres ein massives Stimuluspaket in Höhe von 1.9 Billionen auf den Weg gebracht. Hohe Investitionsausgaben und Konsumschecks, die direkt an die Bevölkerung ausgehändigt wurden, haben insbesondere in der ersten Jahreshälfte für Wirtschaftsanschub gesorgt. In Europa stellte sich die politische Gemeinschaftsfindung für Fiskalstimuli aufgrund unterschiedlicher Interessen auf EU-Ebene diffiziler dar. Strengere Eindämmungsmaßnahmen trugen zudem dazu bei, dass die Eurozone im ersten Quartal 2021 wie auch im letzten Quartal 2020 erneut leicht schrumpfte. Die Aussetzung der im Stabilitäts- und Wachstumspakt der Europäischen Union verankerten Schuldenbremse sowie automatische Stabilisatoren in Form von Kurzarbeiterprogrammen boten Konjunkturunterstützung und die Erholung setzte sich ab dem zweiten Quartal fort. Für das Gesamtjahr 2021 dürfte das Wachstum in der Eurozone - wenn auch tiefer als in den USA - immer noch kräftig ausfallen. Mit der Aufsetzung des Fiskalpakets "NextGenerationEU" in Höhe von 750 Milliarden Euro im Sommer 2021 hat die EU zudem erstmals in der Geschichte ein gemeinsames schuldfinanziertes Hilfspaket auf den Weg gebracht. Der Großteil der Mittel wird jedoch erst 2022 und 2023 konjunkturellen Einfluss nehmen.

Die Zentralbanken der Industrieländer begleiteten die Ausweitung der Staatsausgaben weitreichend. Sowohl die Fortführung der Nullzinspolitik als auch der Ankauf von Anleihen und Vermögenswerten im Rahmen der verschiedenen Lockerungsprogramme trugen dazu bei, dass die Anleihezinsen auf breiter Front tief blieben. Der rasche Anstieg der Inflationsraten, welcher insbesondere ab der zweiten Jahreshälfte einsetzte und immer noch andauert, erhöhte jedoch den politischen Druck aus der sehr akkommodierenden Geldpolitik auszusteigen. Die hohen Inflationsraten sind dabei zum Teil auf Basiseffekte zurückzuführen, aber auch die Rohstoffpreise verzeichneten durch die rasch gestiegene Nachfrage spürbare Preissteigerungen. Gleichzeitig kam es zu pandemiebedingten Lieferengpässen und Arbeitskräftemangel. Das Zusammenwirken dieser Faktoren führte dazu, dass sich die Inflationsdynamik weniger transitorisch als erwartet entwickelte.

Viele Schwellenländer begannen bereits zur Mitte des Jahres auf die hohen Inflationsraten mit deutlichen Zinsanhebungen zu reagieren. Die Bank of England folgte als erste Zentralbank unter den Industrieländern mit einer Zinsanhebung im Dezember. Auch die Erwartungen für Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Federal Reserve verlagerten sich zunehmend nach vorne. Insgesamt lagen die US-Anleihezinsen in 2021 damit bereits spürbar höher als im Krisenjahr 2020 - ein Trend der sich mit der Ankündigung der Reduzierung der Anleihenkäufe und einer baldigen Zinsnormalisierung zum Ende des Jahres fortsetzte. Bedingt durch den international bestehenden Zinsverbund vollzogen auch die Zinsen auf deutsche Anleihen diese Bewegungen mit, wenngleich auf bedeutend tieferem Niveau. Die tieferen Niveaus sind und bleiben durch eine in Bezug auf die Straffung der Geldpolitik sichtlich zurückhaltendere Europäische Zentralbank gerechtfertigt. Der Anstieg der Inflationsraten in der Eurozone blieb geringer und stärker von höheren Energiepreisen getrieben. Gleichzeitig vollzog sich die wirtschaftliche Erholung spürbar langsamer, sodass die EZB sich bei der Normalisierung der Geldpolitik mehr Zeit lassen kann.

Die Aktienmärkte haben 2021, entsprechend der guten konjunkturellen Entwicklung und der großzügigen Geldpolitik, enorme Zuwächse verzeichnet. Insbesondere die erste Jahreshälfte war dabei von einer beeindruckenden Rallye gekennzeichnet. Die Meldung über die Verfügbarkeit eines Impfstoffes im Frühjahr 2021 trug dabei wesentlich zur guten Anlegerstimmung bei. In der zweiten Jahreshälfte haben dagegen Inflationssorgen, die erneut starke Ausbreitung von Covid-Fällen und die näher rückende Normalisierung der Geldpolitik die Unsicherheit erhöht und zeitweise für Rücksetzer gesorgt. Die Erwartung höherer Anleiherenditen und niedrigerer Wachstumsraten in 2022 führten zum Jahresende zudem zur teilweisen Neuausrichtung der Präferenzen bei Aktiensegmenten und -strategien. Der US-Dollar profitierte in 2021 vom bestehenden Wachstumsvorteil und dem Zinsvorteil gegenüber dem EUR. Hinzu kamen die gestiegenen Energiepreise, welche sich angesichts der hohen Rohstoffimporte ungünstig auf das reale Austauschverhältnis der Güter im Außenhandel (Terms-of-Trade) der Eurozone auswirkten und auf dem EUR-Kurs lasteten.

PERFORMANCEÜBERBLICK

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Währung Kurs 31.12.2020 Kurs 31.12.2021 Performance 2021 in lokaler Währung Performance 2021 in EUR
MSCI World Index USD 2.690,04 3.231,73 20,14 % 28,99 %
DAX Performance Index EUR 13.718,78 15.884,86 k. A. 15,79 %
DJ Euro Stoxx 50 Price Index EUR 3.552,64 4.298,41 k. A. 20,99 %
Dow Jones Industrial Index USD 30.606,48 36.338,30 18,73 % 27,56 %
S&P 500 Index USD 3.756,07 4.766,18 26,89 % 36,33 %
REXP Performanceindex EUR 499,23 490,77 k.A. -1,69 %
3-Monats-Euribor EUR -0,55 -0,57 k. A. -2 BP
German 10 Year Government Bond Yield EUR -0,57 -0,18 k.A. +39 BP
US 10 Year Treasury Bond Yield USD 0,90 1,51 +61 BP k.A.
EUR/​USD - 1,2216 1,1369 k.A. 7,44 %

1.1. BRANCHENENTWICKLUNG

Das Jahr 2021 wurde wiederum maßgeblich durch die weltweite COVID-19-Pandemie geprägt. Ihre Auswirkungen auf die Realwirtschaft und auf sämtliche Branchen, stellen auch viele Banken vor umfassende Herausforderungen wobei die Auswirkungen in Deutschland verglichen zu anderen Ländern eher geringer waren. Die durchschnittlichen Vermögen in Deutschland stiegen 2020 um 17.7 % und damit gestalten sich die Rahmenbedingungen für das Private-Banking-Geschäft weiterhin attraktiv. Das GDP sank in den ersten beiden Quartalen in 2020 sehr stark, erholte sich aber im Jahresverlauf und führte 2021 zu einem Wachstum in GDP. Von daher ist nicht davon auszugehen, dass Private-Banking-Institute im Kreditgeschäft mit größeren Ausfällen rechnen müssen. Nichtsdestotrotz wird aktuell auf Seiten der Bankenaufsicht die Einführung von antizyklischen Kapitalpuffern diskutiert, die 2021 ausgesetzt waren, um zukünftigen wirtschaftlichen Volatilitäten Rechnung zu tragen.

Wie es der Private-Banking-Branche ergangen ist zeigt der Global Wealth 2021 Report der Boston Consulting Group "When Clients Take the Lead". Für diese Studie hat BCG alle Regionen analysiert und 5 maßgebliche Trends identifiziert: der Erfolg für die Kundenbeziehung wird schon in der Aufbauphase des Vermögens gelegt; Digitalisierung bleibt ein Trend für die Kunden; Zugang zu Experten gerade auch für die Ruhestandsplanung ist wichtig; eine fortlaufende Betreuung der Kunden ist wichtig und eine breite Betreuung für alle Aspekte des Ruhestandes. Alle Anbieter im Bereich des Private Banking betrachten die Kunden oftmals durch die Brille von Produkten anstatt aus dem Augenwinkel des Kunden, sprich des Kundenbedarfs. Entscheidend wird sein, den Kundenbedarf wieder in den Fokus zu rücken und mit interdisziplinären Teams auf Seiten der Bank zu erfüllen.

Die Prognosen für das jährliche Vermögenswachstum in Westeuropa belaufen sich weiterhin auf 3 % p.a. und der prognostizierte Anstieg der Millionärshaushalte in Deutschland liegt bei über 40 %.

Vor diesem Hintergrund ist von einem weiter seigendenden starken Wettbewerb im deutschen Private-Banking Marktauszugehen. Dies wird auch dadurch unterstrichen, dass aktuell mehrere Wettbewerber ihre Vertriebsstrukturen weiter ausbauen und vermehrt weitere Private-Banking-Anbieter eine Onshore-Präsenz in Deutschland ausbauen oder neu aufbauen wollen.

Für diesen zunehmenden Wettbewerb sieht sich die Bank gut aufgestellt, was auch durch die Ergebnisse der Private Banking Studie der Stephans Unternehmensberatung von 2020, in der die Bank mehrmals unter den Top 5 der jeweiligen Regionen aufgeführt wird, sowie durch die mehrmalige Nennung der Bank als Top Adresse im Private Banking Markt Deutschland für unterschiedliche Kundengruppen im Rahmen der Global Private Banking and Wealth Management Survey 2022 von Euromoney eindrücklich unterstrichen wird.

2. GESCHÄFTSENTWICKLUNG 2021

2.1. UNTERNEHMENSSTRUKTUR

Die Bank Julius Bär Deutschland AG (BJBD) bietet in ihrem Kerngeschäftsfeld Wealth Management die Verwaltung von privaten Vermögen sowie die Vermögensberatung für deutsche Privatkunden und professionelle Kunden nach MiFID-II an. Andere Bankdienstleistungen, wie etwa die Kreditvergabe, sind als ergänzende Produkte des Kerngeschäfts zu sehen. Im Rahmen des Freistellungsbescheids vermittelt die Bank Julius Bär Deutschland AG auf Kundenwunsch deutsche Privatkunden an die Bank Julius Bär & Co. AG, Zürich.

Im Marktauftritt verfolgt die deutsche Tochtergesellschaft der Julius Bär Gruppe damit eine vergleichbare Geschäftsstrategie wie die Schweizer Schwestergesellschaft, die sich als reine Wealth-Management-Bank für Privatkunden, externe Vermögensverwalter und Family Offices positioniert hat. Während die Schweizer Bank Julius Bär & Co. AG in Zürich ihre Dienstleistungen weltweit anbietet, agiert die Bank Julius Bär Deutschland AG nur in Deutschland.

Folgende Kernprodukte werden den vermögenden Privatkunden angeboten:

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Das Vermögensverwaltungsmandat beinhaltet die individuelle, auf das persönliche Risikoprofil, den individuellen Anlagehorizont und den spezifischen Änlagezweck ausgerichtete Verwaltung der Vermögenswerte durch BJBD, entsprechend den Bestimmungen "Ausführungsgrundsätze für Wertpapiergeschäfte", und umfasst ein regelmäßiges Reporting.
Das Beratungsmandat beinhaltet die Unterbreitung regelmäßiger Anlageideen für alle Vermögensklassen, wobei der Kunde alle Anlageentscheidungen selbst trifft.
Das Investment-Advisory-Mandat beinhaltet die Anlageberatung in Wertpapieren im Portfoliokontext mit Angemessenheits- und Geeignetheitsprüfung.

Vor dem Hintergrund der COVID-19 -Pandemie wurde wie im Vorjahr flexibel auf die Herausforderung der Kontaktbeschränkungen reagiert und physische Treffen mit Kundinnen und Kunden durch telefonische oder webbasierte Optionen ersetzt. Ziel war und ist es, den Kontakt weiter aufrechtzuhalten oder sogar zu intensivieren. Im Vorjahr neu etablierte Formate wie Webcasts, Podcasts oder Onlineveranstaltungen respektive Hybridmodelle zwischen physischen und Onlineformaten wurden im Geschäftsjahr erfolgreich weiter ausgebaut. Die Kundenakzeptanz dieser neuen Formate war 2021 sehr hoch; die Einschränkungen stellten somit keinen Nachteil für den weiteren Ausbau der Geschäftstätigkeit dar.

Durch die Zusammenarbeit mit der Julius Bär Gruppe, insbesondere im IT-Bereich sowie im Portfolio Management und Investment Advisory, konnten unverändert Synergien genutzt werden. Für das Wealth-Management-Geschäft in Deutschland wird - wann immer möglich und regulatorisch zulässig - auf die in der Gruppe, insbesondere der Bank Julius Bär & Co. AG in Zürich, vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen in den Bereichen Research, Markteinschätzung, Publikationen, Portfolio Management und Finanzplanung für Kunden zurückgegriffen.

2.2. POSITIONIERUNG IM MARKT

Die Stabilität der Bank ergibt sich aus dem ausschließlichen Fokus auf reines Wealth Management, der soliden Kapitalausstattung sowie der geringen banktypischen Risiken. Das Angebots- und Servicespektrum, welches über unser Netzwerk an den Standorten regional zugänglich ist, unterstützt die Bank Julius Bär Deutschland AG erheblich dabei, im Private-Banking-Markt weiter zu wachsen.

Die Bank Julius Bär in Deutschland konzentriert sich im Rahmen ihres Marktauftritts auf folgende Punkte:

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1. Fokussierung auf die Vermögensberatung und Vermögensverwaltung für gehobene Privatkundschaft
2. Kontinuität und hohe fachliche Kompetenz in der Kundenbetreuung
3. Unabhängigkeit der Julius Bär Gruppe
4. Solide Bilanzqualität
5. Positionierung als Lösungsanbieter in Finanzfragen
6. Kundenberatung, die auf die breite Produktplattform von Julius Bär zurückgreifen kann
7. Internationalität der Julius Bär Gruppe durch globale Präsenz und damit verbundenes Kapitalmarkt-Know-how

Im Jahr 2021 wurden die Diskussionen und Definitionen zum Thema der Nachhaltigkeit stärker in den Fokus der Geschäfts- und Projekttätigkeiten gerückt. Einerseits hat die Bank Themen in der Bankorganisation analysiert und begonnen, u.a. mit der Teilnahme am Ökoprofit Workshop der Stadt Frankfurt, andererseits aber auch mit der Definition eines Projektes für die weitere Produktgestaltung der Bank zusammen mit der Julius Bär Gruppe.

2.3. GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Auf Basis der positiven Asset- und Ertragsentwicklung an allen Standorten in Deutschland (Düsseldorf, Frankfurt [Hauptsitz], Berlin, Hamburg, Hannover, Kiel, Mannheim, München, Stuttgart und Würzburg) hat die Bank die Profitabilität weiter ausgebaut, so dass alle Standorte das Geschäftsjahr 2021 profitabel abschlossen. Der aktuelle Wachstumskurs und die Investitionen in den Standorten unterstreichen das Bekenntnis zum deutschen Markt und das Bestreben, den Kunden persönliche Betreuung und exzellenten Service in ihrer Nähe zu bieten. Zudem ist Deutschland weiterhin ein Kernmarkt für die Julius Bär Gruppe.

Wichtigste Steuerungsgröße für die Bank Julius Bär Deutschland AG ist der nachhaltige Ausbau des Gewinns der Bank. Maßgeblich hierfür sind der Provisionsüberschuss, die erzielte Marge (gemessen in Form von Return on Assets) sowie die verwalteten Vermögen. 2021 konnten die verwalteten Vermögen am deutschen Markt, vor allem dank eines erneut guten Netto-Neugeldvolumens und guter Marktperformance, ausgebaut werden. Die Marge wurde, auch aufgrund des deutlich gestiegenen Anteils an performanceabhängigen Gebühren, im Vergleich zum Vorjahr weiter ausgebaut.

Folglich konnte die BJBD im Laufe des Jahres 2021 ihre positive Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen und den Gewinn weiter ausbauen. Maßgeblich für das sehr gute Geschäftswachstum waren auch die Kapitalmärkte, die das Geschäft 2021 sehr unterstützt haben. Die Gesamtentwicklung der Bank Julius Bär Deutschland AG übertraf in allen Steuerungsgrößen die Planungsprognosen für 2021 deutlich, und auch das für 2021 geplante Ergebnis konnte mit EUR 21,8 Mio. deutlich übertroffen werden.

2.4. VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Der Vorstand der Bank setzte sich im gesamten Jahr aus Heiko Schlag als Vorsitzendem des Vorstands sowie dem Vorstandsmitglied Thomas Falk (COO/​CFO/​CRO) zusammen.

Der Aufsichtsrat wird weiterhin von Christian E. Dubler als Aufsichtsratsvorsitzenden geführt. Weitere Aufsichtsratsmitglieder im Jahr 2021 waren Ursula Egli und Kathrin Braun als Arbeitsnehmervertreterin, die per 29. respektive 26. April 2021 durch Herrn Dr. Patrick Prinz und Ute Knorr als Arbeitnehmervertreterin ersetzt wurden bzw. für 5 Jahre gewählt wurden.

Der Aufsichtsrat ist sich der Verpflichtung bewusst, bei konkreten Personalentscheidungen die in den Organen vorhandene und gewünschte Vielfalt zu berücksichtigen. Bei der Auswahl von Persönlichkeiten für eine bestimmte Aufgabe, sei es für die Nominierung der Kandidaten und Kandidatinnen für den Aufsichtsrat oder bei der Besetzung der Vorstandspositionen, macht der Aufsichtsrat keine Unterschiede aufgrund des Geschlechts, der Herkunft oder anderer personenbezogener Merkmale. Im Vordergrund steht stets das Interesse der Bank, das der Aufsichtsrat sowohl bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern als auch bei den Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern beachtet. Der Aufsichtsrat fällt seine Entscheidungen über die Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen daher auf der Grundlage von Sachkriterien wie der fachlichen Qualifikation und der persönlichen Eignung der jeweiligen Person für die konkrete Aufgabe. Im Jahr 2021 wurde bis zum 31. Dezember im Vorstand ein Frauenanteil von 0 % und im Aufsichtsrat ein Frauenanteil von 33,3 % erreicht.

2.5. MITARBEITENDE

Das Serviceversprechen der BJBD wird maßgeblich durch das Engagement, die Erfahrung und die Leistung der Mitarbeitenden geprägt. Daher fördert die BJBD die Qualifikation und die Leistungsstärke ihrer Mitarbeitenden und analysiert ihre Zufriedenheit, mit dem Ziel, diese weiter zu fördern. 2021 fanden dazu regelmäßige und anonymisierte Umfragen statt. Die Ergebnisse dieser Mitarbeiterzufriedenheitsumfragen wurden vom Management analysiert, außerdem fand eine Beantwortung von offenen Kommentaren statt.

Die BJBD fördert ihre Mitarbeitenden in diversen Arbeits- und Lebensbereichen kontinuierlich und legt u.a. auch Wert auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hierauf wurde im Jahr 2021 auch vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie ein verstärkter Fokus gelegt und eine Fortführung soll ebenfalls im Jahr 2022 erfolgen. Dabei unterstützt die BJBD die Mitarbeitenden gerade auch bei der Betreuung von Kindern oder zu pflegenden Angehörigen durch die notwendige Flexibilität bei Arbeitszeitmodellen sowie durch eine Kooperation mit einem externen Dienstleister, der bei Betreuungsengpässen oder in diversen anderen beruflichen und privaten Lebenslagen mit diversen Angeboten unterstützt. Die Möglichkeiten des mobilen und flexiblen Arbeitens wurden im Zuge der COVID-19-Pandemie maßgeblich ausgeweitet und gelten für alle Arbeitsplätze der BJBD. Eine Policy zum mobilen Arbeiten wurde erarbeitet, somit ist diese Flexibilität auch nach dem Ende der Pandemie gewährleistet.

Zum Stichtag 31. Dezember 2021 lag die Anzahl der Mitarbeitenden mit 197unter dem Vorjahreswert von 210. Im Jahresdurchschnitt waren 204,8 Personen bei der Bank beschäftigt, zum Stichtag setzte sich die Belegschaft aus 127 männlichen und 70 weiblichen Mitarbeitenden zusammen. Die Zahlen beziehen die Vorstandsmitglieder nicht mit ein.

2.6. ERTRAGSLAGE

Im Geschäftsmodell der Bank spielt der Provisionsüberschuss beim Kundengeschäft mit 94,8 % (Vorjahr: 95,3 %) der Ergebnisse im Kundengeschäft die wesentliche Rolle. Der Provisionsüberschuss ist 2021 um 29,4 % von EUR 73,3 Mio. auf EUR 94,9 Mio. gestiegen. Damit liegt das Wachstum des Provisionsüberschusses deutlich über dem prognostizierten Wachstum von 6 %, was hauptsächlich auf den Anstieg der verwalteten Vermögen sowie auf stark gestiegene perfomanceabhängige Gebühren für das abgelaufene Geschäftsjahr zurückzuführen ist.

Das Zinsergebnis hat mit einem Anteil von 5,2 % (Vorjahr: 4,7 %) eine untergeordnete Bedeutung in der Ertragsentwicklung der Bank. Das Zinsergebnis (inklusive der gezahlten und vereinnahmten Negativzinsen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften) stieg im Geschäftsjahr um 45,3 % von EUR 3,6 Mio. auf EUR 5,2 Mio. Hierfür maßgeblich war der Abbau des Zentralbankguthabens und der damit einhergehende Rückgang der negativen Zinsen, die sich von EUR 3,9 Mio. auf EUR 2,3 Mio. reduzierten.

Insgesamt stieg die Summe aus Provisions- und Zinsüberschuss im Vorjahresvergleich aufgrund der deutlich gestiegenen Basis verwalteter Vermögen erneut deutlich um 30,2 % (Vorjahr: 20,3 %).

Im Geschäftsjahr 2021 stiegen die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 11,6 % auf EUR 74,3 Mio. Die hierin enthaltenen Personalkosten stiegen um 13,6 % auf EUR 42,8 Mio., maßgeblich hierfür sind zum einen deutlich gestiegene Rückstellungen für erfolgsabhängige Vergütungen sowie einmalige Rückstellungen für Personalmaßnahmen. Die anderen Verwaltungsaufwendungen nahmen ebenfalls zu, um 8,9 % auf EUR 31,5 Mio.

Die positiven Entwicklungen des Wealth Management-Geschäfts in Deutschland zeigen sich im Geschäftsjahr 2021 auch im Ergebnis der Bank. Die Bank Julius Bär Deutschland AG schließt das Geschäftsjahr 2021 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von EUR 21,9 Mio. (Vorjahr: 6,8 Mio.) ab.

2.7. VERMÖGENSLAGE

Die Bilanzsumme der Bank stieg im Jahresverlauf um 19,2 % von EUR 1.574 Mio. auf EUR 1.877 Mio.

Die Forderungen an Kreditinstitute stiegen zum Jahresende 2021 um 5,3 % von EUR 89,1 Mio. auf EUR 93,9 Mio. Gleichzeitig stieg das Volumen an Kundenkrediten um 25,6 % von EUR 564,6 Mio. auf EUR 709,3 Mio. an. Der größte Teil der Kundenforderungen besteht aus Lombardkrediten. Es waren wie in den Vorjahren keine Wertberichtigungen auf Kredite vorzunehmen.

Die Finanzanlagen gingen im Geschäftsjahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um 14,2 % zurück. Die Anlagen in Anleihen und anderen Schuldverschreibungen sanken von EUR 131,0 Mio. auf EUR 112,4 Mio.

2.8. FINANZLAGE

Die Kundeneinlagen stiegen deutlich um 18,1 % und liegen bei EUR 1.669,9 Mio. (Vorjahr: EUR 1.414 Mio.), wobei 99,99 % in täglich fälligen Einlagen angelegt sind. Mit 89,0 % bilden die täglich fälligen Kundeneinlagen den größten Einzelposten an der Bilanzsumme. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen 2021 um 460,7 % von EUR 5,6 Mio. auf EUR 31,1 Mio. und machen lediglich einen Anteil von 1,7 % an der Bilanzsumme aus.

Das bilanzielle Eigenkapital nach HGB steigt per 31.12.2021 stichtagsbezogen von EUR 111,7 Mio. auf EUR 126,6 Mio. Davon waren EUR 15,0 Mio. eingezahltes Grundkapital und EUR 85,6 Mio. in der Kapitalrücklage. Die Gewinnrücklagen der Bank stiegen nach Zuführung von EUR 2,1, Mio. auf EUR 3,0 Mio.

Der Bilanzgewinn per 31.12.2021 beträgt EUR 23,0 Mio.

2.9. LIQUIDITÄTSLAGE

Die Bankenaufsicht beurteilt die Liquidität eines Kreditinstituts nach der Liquidity-Coverage-Ratio (LCR) sowie der Net Stable Funding Ratio (NSFR). Die LCR wurde zum Jahresende 2021 mit 342,9 % berechnet und die NSFR mit 272,8 %. Die Bank schätzt die Liquiditätslage insgesamt als komfortabel ein.

2.10. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Die Bank konnte im Geschäftsjahr 2021 die positive Entwicklung der letzten Jahre im inländischen Wealth-Management-Geschäft fortsetzen. Dies manifestierte sich vor allem in der überdurchschnittlichen Neugeschäftsentwicklung, dem deutlichen Ausbau des Provisionsüberschusses sowie der kräftigen Erhöhung des operativen Ergebnisses. Insgesamt sind die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bank geordnet.

3. RISIKOBERICHT

3.1. GRUNDSÄTZE

Das Geschäftsmodell der Bank beinhaltet nach einer Risikoanalyse des Vorstands insgesamt geringe banktypische Risiken nach MaRisk. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) stuft die Bank als kleines und nicht komplexes Institut ("SNCI") ein.

Für die Bank Julius Bär Deutschland AG werden die nachstehenden Risiken als wesentlich betrachtet:

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Geschäftsrisiken
Marktpreisrisiken (insbesondere Zinsänderungsrisiken aus dem Anlagebuch und Kundengeschäften, sowie Kursrisiken aus dem Spezialfonds JB Open 1
Adressenaufallrisiken
Operationelle Risiken (als Ergebnis des separaten Risk Self Assessments)

Obwohl die Adressenausfallrisiken im abgelaufenen Geschäftsjahr als wesentlich eingestuft wurden, hat die Bank keine Kreditausfälle zu verzeichnen, was auf die konservative Kreditvergabepolitik der Bank zurückzuführen ist. Die für das Betreiben von Bankgeschäften typischen Risiken werden nur in dem Umfang eingegangen, der für die Bereitstellung der von den Kunden gewünschten Bank- und Beratungsdienstleistungen notwendig ist. Das systematische Eingehen von Risiken im Eigenhandel gehört nicht zur Risikostrategie der Bank.

In der Geschäftsstrategie der Bank ist die Verzahnung von Geschäfts- und Risikostrategie dokumentiert. Diese wird jährlich aktualisiert und dem Aufsichtsrat zur Genehmigung vorgelegt.

Das übergeordnete Ziel des Risikomanagements ist die Beschränkung der mit dem Geschäftsbetrieb verbundenen Risiken entsprechend der Risikotragfähigkeit. Die Überwachung und Steuerung erfolgt dabei in der von der Aufsicht geforderten ökonomischen und normativen Perspektive.

Die ökonomische Sicht dient dabei der langfristigen Sicherung der Substanz des Instituts sowie dem Schutz der Gläubiger vor Verlusten. Dabei werden dem ökonomischen Risikodeckungspotenzial alle wesentliche Risikoarten gegenübergestellt, die dann vollständig durch die Risikodeckungsmasse abgedeckt sein müssen. Zusätzliche Stressszenarien werden für die ökokomische Sicht jährlich, sowie gegebenenfalls anlassbezogen durchgeführt.

Ziel der normativen Perspektive ist die Sicherstellung der Fortführungsfähigkeit der Bank. Dabei basiert sie auf einer mehrjährigen Kapitalplanungsrechnung. Dabei müssen die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen laufend erfüllt sein. Innerhalb der normativen Perspektiven sind zwei wesentliche Berechnungen der Kapitalplanung durchzuführen; eine, die ein Planszenario darstellt und eine, die ein adverses Szenario zeigt, innerhalb dessen ausgewählte Parameter gestresst werden.

3.2. RISIKOSTEUERUNG

Aufgabe der Risikosteuerung ist nicht die Risikovermeidung, sondern eine zielkonforme und systematische Risikohandhabung. Dabei beachten wir folgende Grundsätze:

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Verzicht auf Geschäfte, deren Risiken die Reputation der Bank gefährden könnten
Verzicht auf Geschäfte, deren Risiken im Verhältnis zu den Ertragschancen ungünstig sind, d. h., Ertragschancen und Risiken müssen in einem angemessenen Verhältnis stehen
Verzicht auf Geschäfte, welche die BJBD nicht vollständig versteht und welche nicht in angemessener Art und Weise in die Systeme zur Risikosteuerung und Risikoüberwachung sowie in die entsprechenden Prozesse integriert werden können
Weitestgehende Vermeidung von Risikokonzentrationen
Aktives Management aufgetretener Schadensfälle
Verwendung rechtlich geprüfter Verträge
Regelmäßige Überprüfung der aktuellen Risikosituation im Hinblick auf sich verändernde Rahmenparameter und der Aussagekraft der Bewertungsansätze für die eingegangenen Risiken
Ausschließliche Anlage von Eigenkapital in liquiden festverzinslichen Wertpapieren mit hoher Bonität, deren Risiken im Marktpreisrisiko abgebildet werden

Zentrale Leitlinie der Risikostrategie ist die jederzeitige Gewährleistung der Risikotragfähigkeit der Bank, damit die langfristige Geschäftsstrategie konfliktfrei umgesetzt werden kann. Für die Risikotragfähigkeitsbetrachtung sind die Risiken über einen einheitlich langen Zeitraum zu ermitteln, der üblicherweise ein Jahr beträgt. Die Umsetzung bei der BJBD erfolgt über eine rollierende 12-Monats-Betrachtung. Unter der laufenden Sicherstellung der Risikotragfähigkeit versteht die Bank, dass das Gesamtrisiko jederzeit unterhalb des zur Verfügung gestellten Risikobudgets liegt. Das vorhandene Risikodeckungspotenzial wird in Abhängigkeit von der Risikoneigung der Bank nur mit einem bestimmten Anteil des Risikobudgets zur Abdeckung eingebracht. Gleichzeitig sorgt die Bank aus Ertragsgesichtspunkten dafür, dass die Marktchancen in angemessenem Ausmaß genutzt werden. Dabei wird sichergestellt, dass die aufsichtsrechtlichen Mindestkapitalanforderungen jederzeit eingehalten werden.

Teil der Risikokultur ist das klare Bekenntnis des Vorstands und der Organisation zur Verantwortung für Kunden, Mitarbeitende und Investoren. Damit zusammenhängend ist die Sicherung der Einlagen, der Fortbestand des Geschäftsbetriebes und eine angemessene Ertragslage oberstes Gebot. Zur Sicherstellung dieser Grundlagen des Geschäfts definiert die BJBD regelmäßig ihre Risikoneigung. Die Risikoneigung wird dabei festgelegt als das Risiko, dass die Bank zur Erreichung der strategischen Ziele maximal einzugehen bereit ist und im Einklang mit der Kapital- und Liquiditätsplanung steht. Die wesentlichen Risiken werden dafür im Rahmen der (ökonomischen) Risikotragfähigkeitsrechnung quantitativ ermittelt. Zusätzlich werden Indikatoren und Kennzahlen definiert. Sowohl für die Risikoquantifizierungen als auch die Kennzahlen und Indizes gibt es Warnlimits ("Management Action Trigger"), bei deren Überschreitung eine genauere Analyse und Prüfung potentieller Maßnahmen zur Risikoreduzierung erfolgen soll. Zusätzlich gibt es ein hartes Risikobudget bzw. -limit, das nicht überschritten werden darf.

Die BJBD hat mit der Fokussierung auf das Wealth Management und dem damit verbundenen konservativen Geschäftsmodell eine moderate Risikoneigung. Das bedeutet, dass die definierten Risikolimits in der Risikotragfähigkeit (bei einem Konfidenzniveau von 99,9 %) nicht mehr als 60 % des Risikodeckungspotentials ausmachen sollen. Bei den aufsichtsrechtlichen Kennzahlen sind die jeweiligen aufsichtsrechtlichen Limits jederzeit einzuhalten.

Zum Risikomanagement gehören auch die eindeutige Regelung von Verantwortlichkeiten sowie die Strukturierung und Abbildung von Prozessen im Detail. Die Stellenbeschreibungen und Organisationsrichtlinien sind in einem Organisationshandbuch zusammengestellt und für alle Bankmitarbeitenden verbindlich. Das Organisationshandbuch steht allen Mitarbeitenden elektronisch zur Verfügung. Durch eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Prozesse und der Organisation wird eine Verfeinerung des Risikomanagements erreicht; die jährliche Risikoinventur dient dazu, das Risikoprofil der Bank grundsätzlich zu überprüfen und zu aktualisieren.

Das umfassende Management-Informations-System (MIS) ermöglicht es, die insbesondere für die Geschäftsrisiken ausschlaggebenden Budgetabweichungen und nicht geplanten geschäftlichen Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Im MIS wird auch der Darstellung der anderen Risikoarten Raum gegeben. Zur wirksamen Risikosteuerung gehören des Weiteren die Unabhängigkeit des Risikomanagements und -controllings sowie die enge Verzahnung vor allem zwischen Risikomanagement, Compliance, Geldwäscheprävention, Finance & Controlling, Credit und Interner Revision. Gemeinsam mit dem Vorstand, der Leiterin Legal, dem Leiter IT, dem Outsourcing-Manager und dem Leiter Operations stellen diese Bereiche die Mitglieder im Risk, Outsourcing und Compliance (ROCC) Committee.

Dieses Gremium tagt viermal im Jahr (sowie anlassbezogen) und hat als primäre Aufgabe die Identifizierung, Überwachung und Steuerung der Risiken der Bank gemäß § 25a Kreditwesengesetz (KWG) sowie der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) und der Mindestanforderungen an die Compliance-Funktion. Als Grundlage dieser Überwachung dienen unter anderem Risikoberichte, die vom Risk Management /​ Risk Controlling quartalsweise erstellt und im Vorfeld an die Mitglieder verteilt werden. Darüber hinaus hat das Committee ein Mitspracherecht bei Entscheidungen mit risikopolitischer Bedeutung, bereitet die Risikoberichterstattung an den Aufsichtsrat vor und sendet diese dem Vorstand zur Genehmigung zu.

Das Risikomanagement ist fester Bestandteil des Prüfungsplanes der internen Revision und wird dadurch jährlich geprüft.

3.3. NACHHALTIGKEITSRISIKEN

2021 hat sich die Bank umfangreich mit den Aspekten der Nachhaltigkeitsrisiken aus dem Geschäftsbetrieb aber auch mit der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft auseinandergesetzt. Nachhaltigkeitsrisiken werden bei der Identifizierung nun regelmäßig mit betrachtet und werden derzeit in den einzelnen Risikokategorien berücksichtigt. Aufgrund des Geschäftsmodells wurde nur äußerst eingeschränkt ein potentielles finanzielles Gefährdungspotential für die Bank erkannt. Gleichwohl ist der Bank bewusst, dass sie durch ihr Handeln, aber auch mit ihrem Dienstleistungsangebot eine Verantwortung für die Gesellschaft und Ihre Kunden trägt. Deshalb wurden 2021 einige Initiativen ergriffen oder in die Wege geleitet, um den eigenen CO2-Fußabruck in Rahmen der Möglichkeiten zu beleuchten und zu reduzieren. Als weiteres Ergebnis des Projektes und in Einklang mit der Angang 2022 lancierten neuen Klimastrategie der Julius Bär Gruppe werden ab 2022 Nachhaltigkeitsrisiken sukzessive immer stärker in der Dienstleistungspalette sichtbar gemacht, um den Kunden die Möglichkeit zu geben, bewusste Anlageentscheidungen auch unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten zu treffen. Das Thema Nachhaltigkeit und Vermeidung von Nachhaltigkeitsrisiken ist damit integraler Bestandteil der Geschäft- und Risikostrategie geworden.

3.4. GESCHÄFTSRISIKEN

Die Bank betrachtet das Geschäftsrisiko als das bedeutendste und wesentlichste Risiko, da das Geschäftsmodell auf Wealth-Management-Dienstleistungen fokussiert ist und daher keine Diversifikationseffekte aus anderen Geschäftsbereichen zum Tragen kommen. Geschäftsrisiken sind primär externer Natur und können aus sich verändernden rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenparametern, konjunkturellen Veränderungen, einer Verschärfung der Wettbewerbssituation oder aus Änderungen der Steuergesetzgebungen, die zu einer erhöhten Steuerlast führen, resultieren. Das Geschäftsrisiko beinhaltet die vier Ausprägungen "Ertrags- und Vertriebsrisiken", "Kostenrisiken", "Reputationsrisiken" und "Konzentrationsrisiken". Gibt es Zweifel an der Reputation von Julius Bär in Deutschland, dürfte sich dies in einem verringerten Neugeldzufluss und/​oder einem Abfluss von verwalteten Vermögen und damit in entsprechenden Ertragseinbußen bemerkbar machen. Den festgestellten Ertragskonzentrationen (z. B. bei Neugeld- und Vermögensverwaltungsvolumen und Marktperformance /​ Geld- und Kapitalmarktentwicklung) trägt die Bank durch entsprechende Auswertungen Rechnung. Die Geschäftsrisiken werden eng vom Vorstand der Bank überwacht und im monatlichen Controlling bzw. im vierteljährlichen Risikobericht gewürdigt (einschließlich etwaiger Ertragskonzentrationen).

Für die Bemessung des Geschäftsrisikos werden negative "Schwankungen der verwalteten Vermögen (AuM) und negative Veränderungen der Provisionsquoten geschätzt und deren Wirkung auf das Provisionsergebnis der nächsten 12 Monate errechnet. Diese negativen Auswirkungen, die dann das bilanzielle Eigenkapital beeinflussen, sind das Risiko, das in ausreichendem Maße durch Risikodeckungspotential abgedeckt sein soll.

Als Ausgangspunkt der Schätzwerte dienen die verwalteten Vermögen (AuM ohne Assets under Custody und Netto-Neugeld) und wesentliche Provisionsergebnisse (Provisionsergebnis Beratungskunden, Provisionsergebnis Vermögensverwaltungskunden und Depotgebühren) seit Januar 2016 (per 31.10.2021: 72 Monate). Dieser Betrachtungszeitraum beinhaltet sowohl positive Phasen als auch kritische Phasen, wie zum Beispiel die Corona-Pandemie und scheint deshalb ausreichend repräsentativ, um die Risiken auch für die Zukunft zu simulieren.

3.5. MARKTPREISRISIKEN

Marktpreisrisiken bestehen u. a. im Anlagebuch der Bank. Die Bank investiert einen Teil ihres Liquiditätsüberschusses in Anleihen mit hoher Bonität. Es wird auch in Fremdwährungen investiert, wobei jedoch keine Währungsrisiken eingegangen werden; dies wird durch eine währungskongruente Refinanzierung erreicht. So bestehen auch Marktpreisrisiken in der Anlage der Julius-Bär-eigenen Pensionsgelder im Spezialfonds JB-OPEN- 1.

Zur Risikoberechnung wird das Programm sDIS+ der Firma msgGillardon AG verwendet. Als Quantifizierungsmethodik wird bei der Bank Julius Bär Deutschland AG das Konzept der Modernen Historischen Simulation angewendet, welches im Folgenden kurz beleuchtet wird. Es handelt sich dabei um eine rein barwertige Methodik, die den Anforderungen des ICAAP entspricht.

Ziel der Modernen Historischen Simulation ist es, die Auswirkungen von in der Vergangenheit aufgetretenen Zinsveränderungen auf das aktuelle Portfolio zu simulieren. Dabei wird analysiert, wie stark sich der Barwert des Portfolios bei Anwendung der historischen Zinsveränderungen verändert. Die Methodik ist im Hinblick auf die Wesentlichkeit des Zinsänderungsrisikos aufgrund der eher moderaten Komplexität und einfachen Handhabung ein geeignetes Modell zur Erfüllung der regulatorischen Anforderungen.

Der Risikoquantifizierungsprozess umfasst dabei drei wesentliche Schritte: Definition und Herleitung der Zinsszenarien, Berechnung von Risiken & Chancen und Ableitung des Value at Risk. Zur Herleitung des Value at Risk werden letztendlich alle in Schritt 2 ermittelten Risiken und Chancen in einer dargestellten häufigkeitsgewichteten Verlustverteilung zusammengetragen.

Basierend auf dem für die Risikoberechnung definierten Konfidenzniveau kann daraus der Value at Risk abgelesen werden. Den Vorgaben des ICAAP entsprechend wird ein Konfidenzniveau in Höhe von 99,9 % verwendet. Sollte der Abzählvorgang (bei 99,9 % Konfidenzniveau wird beispielsweise 0,01 % der Daten ignoriert) nicht genau zwischen zwei Stichproben enden, so muss zwischen den beiden relevanten Datensätzen interpoliert werden.

Das Risiko aus der Entwicklung des Spezialfonds JB Open 1 wird basierend auf dem im Fondsreporting ermittelten VaR berechnet. Der VaR Wert wird, entsprechend den Annahmen aus der ökonomischen Perspektive, auf das Konfidenzniveau von 99,9 % und eine Haltedauer von 250 Tagen skaliert.

Das Zinsänderungsrisiko wird zusätzlich durch eine Zinssensitivitätsanalyse überwacht. Zur Steuerung der Marktpreisrisiken und der Optimierung der Bilanzbewirtschaftung hat die Bank ein Asset-Liability-Committee (ALCO) eingerichtet. Das Komitee ist verantwortlich für die Festlegung der Rahmenbedingungen für die Finanzanlagen, welche durch die Treasury-Funktion getätigt werden.

Derivategeschäfte werden überwiegend für Kunden getätigt; diese Transaktionen werden taggleich durch entsprechende Gegengeschäfte geschlossen. Darüber hinaus wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Devisentermingeschäfte im Namen der Bank in geringem Umfang getätigt.

3.6. ADRESSENAUSFALLRISIKEN

Im Geschäftsmodell der Bank wird das Kreditgeschäft in Form von Lombard-, Aval- und Immobilienkrediten als "zusätzliches Produkt" zum Vermögensverwaltungsgeschäft angeboten. Es werden also nur Kredite an Kunden gewährt, die bei der Bank ein Konto/​Depot unterhalten, wobei das verwaltete Vermögen größer als die Inanspruchnahme von Lombard- und Avalkrediten sein soll. Immobilienkredite werden durch Grundpfandrechte und eventuell darüber hinaus durch Wertpapiervermögen gesichert.

Die Bank ist keinem besonderen Länderrisiko ausgesetzt; eine nähere Betrachtung innerhalb der Adressenausfallrisiken erfolgt somit nicht. Zur Quantifizierung der Adressenausfallrisiken wird das Programm Gillardon Credit Portfolio Manager ("GCPM") verwendet. Dabei ist in GCPM die Methodik von CreditMetrics eingebettet. CreditMetrics dient der Messung und Steuerung von Adressausfallrisiken, wobei innerhalb der Software GCPM zwischen dem Ausfall- und Marktbewertungsmodus unterschieden wird. Der Ausfallmodus dient rein zur Quantifizierung des Adressenausfallrisikos. Im Marktbewertungsmodus (Mark-to-Model, "MtM") werden neben dem Ausfall auch die möglichen Migrationen in eine andere existierende Ratingklasse simuliert. Dazu werden ratingabhängige Modellwerte berechnet und Ratingklassenänderungen simuliert. Für die Messung des Adressenausfalirisikos in der ökonomischen Perspektive wird der Marktbewertungsmodus inklusive der Abbildung von Migrationsrisiken verwendet. Über eine Schnittstelle werden sämtliche relevanten Geschäfte aus dem Kernbankensystem in die Systemlandschaft integriert.

Das Kreditportfolio ist in vier Teilportfolien (Lombard, Mortgage, Treasury und Unsecured) unterteilt. Die Teilportfolien Lombard und Mortgage beinhalten die entsprechenden Kundengeschäfte. Das Teilportfolio Treasury beinhaltet das Eigengeschäft der BJBD, das durch Treasury getätigt wurde. Im Teilportfolio Unsecured sind die Forderungen an Kreditinstitute enthalten. Für alle Teilportfolien sind in entsprechenden Ratingkonfigurationen adressenausfallrisikorelevante Parameter wie Ausfall- und Migrationswahrscheinlichkeiten in GCPM gepflegt.

Die in GCPM hinterlegten Ausfallwahrscheinlichkeiten beziehen sich auf PD und LGD, die im Modell der Julius Bär Gruppe ermittelt werden. Um sicherzustellen, dass diese Parameter auch für das Kreditportfoliomodell der BJBD angemessen sind, wurde eine separate Validierung durchgeführt, die folgende Aspekte abgedeckt hat:

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Im Rahmen der qualitativen Validierung wurde eine Repräsentativitätsanalyse durchgeführt
Im Rahmen der quantitativen Validierung wurde insbesondere die Verteilung des Kreditportfolios, die Migrationen auf Einzelfallebene, die Trennschärfe und die Kalibrierung des Modells näher betrachtet.

Falls für ein adressrisikorelevantes Geschäft kein Rating vorliegt, wird systemseitig ein Default Rating (Ratingstufe 5) hinterlegt. Diese Ratingstufe wurde konservativ gewählt und entspricht der letzten Lombard Ratingstufe vor der Ausfallratingstufe.

Für die Teilportfolien Lombard, Mortgage und Unsecured werden monatlich kundenspezifische Ausfallwahrscheinlichkeiten (Probability of Default, PDs) aus der Zulieferung der Gruppe jedem Geschäft zugeordnet und im Rahmen der monatlichen Datenverarbeitung zuerst nach BAIS und anschließend nach THINC/​GCPM importiert. Für die Lombard, Mortgage und Unsecured Ratingkonfigurationen liegen seitens der Gruppe keine Informationen bezüglich der Migrationswahrscheinlichkeiten vor. Für diese Geschäfte werden somit nur zwei Zustände - Verbleib in der gleichen Ratingklasse und der Ausfall - definiert. Für das Treasury Geschäft werden die Ausfall- und Migrationswahrscheinlichkeiten von Moodys verwendet.

Die verwendeten Modelle berücksichtigen empirische PDs und Ausfallraten (Loss Given Default, LGD) der Julius Bär Gruppe. Im Kundenkreditgeschäft bei den Lombardkrediten werden die PD in Abhängigkeit von der Ratingstufe zwischen 0,112 % und 6,42 % und die geschäftsspezifischen LGD in Abhängigkeit von der Höhe der Sicherheiten zwischen 0,00 % und 100,00 % festgelegt. Im Bereich der Immobilienkredite werden ebenfalls die PD zwischen 2,25 % und 9,00 % und die LGD geschäftsspezifisch unter Berücksichtigung von Sicherheiten zwischen 0 % und 100,00 % definiert. Im Hinblick auf die Kontrahentenrisiken bewegt sich die PD zwischen 0,00 % und 9,7 %. Die LGD werden in Abhängigkeit von der Ratingstufe zwischen 34,27 % und 62,80 % festgelegt.

Im Eigengeschäft werden die PD zwischen 0,00 % und 34,70 % und die LGD in Abhängigkeit von der Ratingstufe zwischen 34,27% und 62,80 % festgelegt. Der Anteil des Kundenkreditgeschäfts an der Bilanzsumme lag Ende 2021 bei 37,8 %, der Anteil des Kundenkreditgeschäfts an den verwalteten Vermögen bei 5,2 %. Wie in den Vorjahren gab es auch 2021 keine Kreditausfälle. Der Anteil der Blankoanteile belief sich auf ca. 0,01 %. Die Gesamtheit der vertraglich vereinbarten Kredite ist zu 87,0 % durch Wertpapierverpfändung und zu 13,0 % durch Grundpfandrechte gesichert. Die Beleihungswerte der einzelnen Titel sowie das Rating des Portfolios werden konservativ festgelegt und täglich über das von der Julius Bär Gruppe zur Verfügung gestellte Monitoringsystem TEMOS nach einem festgelegten Algorithmus berechnet und überwacht. Die Absicherung der Hypothekarkredite erfolgt ausschließlich für im Inland gelegene Grundstücke/​Objekte über eine erstrangige Grundschuld unter deutschem Recht. Weitere Sicherheiten können in Form von Depotverpfändungen, Abtretungen von Lebensversicherungen oder Bürgschaften gestellt werden.

Bei den Adressenausfallrisiken im Treasury werden die Kontrahentenrisiken betrachtet. Die Kontrahentenrisiken werden täglich im Rahmen der Limitüberwachung vom Risk Management /​ Risk Controlling kontrolliert und vierteljährlich im Risikobericht dargestellt, wo sie als Bestandteil der Kreditrisiken entsprechend bewertet werden. Die Streuung der Adressen unter engen Limitvorgaben und der hohe Anteil an Anlagen bei der Deutschen Bundesbank und an Kassenbeständen zeigen die konservative Strategie.

Sowohl die Platzierung von Termingeldern und die Investition in festverzinsliche Wertpapiere als auch die Beurteilung von Lombard- und Immobilienkrediten, insbesondere der sie sichernden Wertpapiere, erfolgen nach den Leitlinien für die entsprechenden Geschäfte der Julius Bär Gruppe.

3.7. LIQUIDITÄTSRISIKEN

Die Treasury-Funktion befasst sich mit der Optimierung der Liquidität sowie der Zins-, Kredit- und Währungsrisiken in der Bilanz.

Liquiditätsrisiken können sich aus Zahlungsstromschwankungen im täglichen Geschäft ergeben. Bei der Anlage von Liquiditätsüberschüssen in festverzinslichen Wertpapieren und bei Geldmarktanlagen bei anderen Banken kann ein Marktliquiditätsrisiko - als ein Refinanzierungsrisiko - bei der Finanzierung von Krediten auftreten. Um diese Risiken zu begrenzen, erfolgen die Geldmarktanlagen überwiegend in Form von "Overnight-Money". Zusätzlich wurde im Jahr 2021 der größte Teil der Liquiditätsüberschüsse bei der Deutschen Bundesbank oder als Kasse angelegt, sodass - bis auf die Mindestreserve - jederzeit auf sie zurückgegriffen werden konnte. Die Einlagen der Bank bei der Bundesbank machen einen Anteil von 34 % an der Bilanzsumme und die Kasse 16 % der Bilanzsumme aus. Wenn Kredite im Rahmen der Bilanzsteuerung refinanziert werden, dann erfolgt dies ausschließlich über die Bank Julius Bär & Co. AG, Zürich, da aufgrund deren solider Bilanzverhältnisse eine Anschlussfinanzierung sicherer als eine Refinanzierung über den Markt erscheint.

Die Liquiditätsrisiken werden außerhalb der Risikotragfähigkeitsrechnung systematisch über eine fortlaufende Beobachtung der Entwicklung aufsichtsrechtlicher Kennzahlen (u. a. LCR) gesteuert und anhand diverser Stresstests überwacht und analysiert. Die von Finance & Controlling erstellten Berechnungen der Liquiditätskennziffern werden auf täglicher Basis dem Vorstand zur Verfügung gestellt. Das fokussierte Geschäftsmodell der Bank führt zu sehr stabilen und Freiraum bietenden Auslastungsziffern der Grundsätze. Im Geschäftsjahr 2021 beliefen sich die durchschnittlichen Werte auf Basis der Monatsendwerte bei der LCR auf 367,16 %. Die Liquiditätsreserven sind auch für den Fall des gleichzeitigen Rückzuges der zehn größten Kundeneinlagen ausreichend.

3.8. OPERATIONELLE RISIKEN

Das operationelle Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, von Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten können. Diese Definition schließt operationelle Verluste ein, die aus Rechtsrisiken und dolosen Handlungen entstehen könnten. Sie beinhaltet aber nicht strategische Risiken und Reputationsrisiken. Unter das Rechtsrisiko fallen Rechtsstreitigkeiten, in welche die Bank Julius Bär Deutschland AG involviert sein kann. Dieser Bereich umfasst auch Risiken aus Gesetzesänderungen und der aktuellen Rechtsprechung. Das Rechtsrisiko umfasst ebenfalls Schadensfälle des Kreditbereichs, die durch nicht durchsetzbare Vertragsgestaltungen entstanden sind. Vermögensschäden werden nur dann den operationellen Risiken zugerechnet, wenn der eingetretene Schaden eindeutig und ausschließlich auf das Versagen von internen Verfahren, Menschen oder Systemen zurückzuführen ist.

Die operationellen Risiken umfassen vor allem folgende Risikokategorien:

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Risikoart Definition
Interner Betrug Verluste aufgrund von Handlungen mit betrügerischer Absicht, Veruntreuung von Eigentum, Verstoß gegen oder Umgehung von Verwaltungs-, Rechts- oder internen Vorschriften. Dabei kann es sich um Diebstahl, Unterschlagung, Urkundenfälschung, Geheimnisverrat, Korruption und Untreue von Mitarbeitenden, auch in Zusammenarbeit mit externen Dritten, handeln. Die angewandten Methoden sind extrem unterschiedlich und oft sehr einfallsreich.
Externer Betrug Verluste aufgrund von Handlungen mit betrügerischer Absicht, Veruntreuung von Eigentum, Verstoß gegen oder Umgehung von Rechtsvorschriften durch Dritte, wie bestehende oder potentielle Kunden, mit der Bank verbundene Vermittler, Geschäftspartner oder andere Externe. Dabei kann es sich unter anderem um Kontoeröffnungsbetrug, Lastschriftbetrug, Überweisungsbetrug, Kreditbetrug, Anlagebetrug, Scheckbetrug und Skimming handeln.
Beschäftigung und Arbeitsplatzsicherheit Verluste aufgrund von Handlungen, die gegen Beschäftigungs-, Gesundheitsschutz- oder Sicherheitsvorschriften bzw. -abkommen verstoßen, Verluste aufgrund von Schadenersatzzahlungen wegen Körperverletzung, Verluste aufgrund von Diskriminierung, auch aufgrund sozialer und kultureller Verschiedenheit.
Sachschäden Verluste aufgrund von Beschädigungen oder des Verlustes von Sachvermögen durch Naturkatastrophen oder andere Ereignisse, unter anderem durch eigenes Verschulden.
Geschäftsunterbrechung und Systemausfälle Verluste aufgrund von Geschäftsunterbrechungen oder Systemausfällen, unter anderem durch unzureichende Qualität der Dienstleistungen der Outsourcing-Partner.
Kunden, Produkte und Geschäftsgepflogenheiten Verluste aufgrund einer unbeabsichtigten oder fahrlässigen Nichterfüllung geschäftlicher Verpflichtungen gegenüber Kunden (einschließlich treuhänderischer und auf Angemessenheit beruhender Verpflichtungen), Verluste aufgrund der Art oder Struktur eines Produkts oder einer Dienstleistung, wie etwa Falschberatung.
Ausführung, Lieferung und Prozessmanagement Verluste aufgrund von Fehlern bei der Geschäftsabwicklung oder im Prozessmanagement, Verluste aus Beziehungen zu Geschäftspartnern, Lieferanten und Anbietern.

Aufgrund der Organisationsstruktur und des Geschäftsmodells der Bank mit weitgehendem Outsourcing steht die Kontrolle der operationellen Risiken für die Bank im Vordergrund. Die mit dem Outsourcing verbundenen operationellen Risiken werden von der Bank als wesentliche Risiken im Sinne einer aktiven Steuerung qualifiziert. Die Bank hat für den Outsourcing-Bereich ein detailliertes Monitoring- und Controlling-System aufgebaut. Die Basis der Überwachung der Outsourcing-Partner sind klar definierte Dienstleistungsvereinbarungen ("Service Level Agreements", SLA) für sämtliche ausgelagerte Aktivitäten. Diese SLA enthalten Vorgaben für die Qualitätskontrolle wie auch für die regelmäßige Kontrolle der Leistungserfüllung. Zu diesem Zweck werden alle Geschäftsvorfälle systematisch erfasst und mit den Zielvorgaben abgeglichen. Diese Daten werden vom ROC Committee der Bank ausgewertet und bilden die Grundlage für die regelmäßig stattfindenden Besprechungen mit den Outsourcing-Partnern.

Zur besseren Kontrolle der Risiken und zur Sicherstellung der hohen Qualitätsanforderungen der Bank werden alle Geschäftsvorfälle, deren Abwicklung ausgelagert wurde, vor der Freigabe einer zweiten, strengen internen Kontrolle unterworfen. Damit werden die vorhandenen Prozess- und Systemrisiken weiter eingegrenzt. Das Gleiche gilt vor der Aufnahme neuer Geschäfte.

Die Julius Bär Gruppe hat vor einigen Jahren durch den Bereich Group Risk Management eine Schadensfalldatenbank "OPRI" eingeführt. OPRI ist eine umfangreiche Datenbank zur Sammlung von eingetretenen und potenziellen Schäden aus dem Bankgeschäft. Die Datenbank wurde 2021 von BRC Incident abgelöst. Hier werden seit Q4 2021 die Schadensfälle ab CHF 10.000 erfasst, wobei die Bank Julius Bär Deutschland AG operationelle Verluste bereits ab EUR 5.000 in der Datenbank dokumentiert. Der Umfang der Schäden und damit verbundenen Verluste sowie die Analyse der Schäden werden im ROC Committee diskutiert und regelmäßig dem Vorstand und Aufsichtsrat vorgelegt. Aus der Analyse werden Maßnahmen zur Verringerung der Schäden abgeleitet und beschlossen. 2021 wurden operationelle Verluste bei insgesamt 18 Incidents über dem Schwellenwert gemeldet. Der gesamte Betrag aller eingetretenen Schäden aus operationellen Fehler betrug in 2021 nur TEUR 82,7. Ein besonderer Coronaeffekt aus ggfs. eingeschränkten Arbeitsmöglichkeiten durch Homeoffice kann also nicht beobachtet werden.

Für die Steuerung der Risikotragfähigkeit wird das operationelle Risiko bemessen als Summe des (1-99,9 %)-Quantil der monatlichen Verluste skaliert auf ein Jahr und der Eigenkapitalanforderung (Gesamtkapitalquote von 8 %) für das operationelle Risiko als Schätzwert für die potentiellen Risiken, insbesondere für die Kostenrisiken aus den laufenden Projekten. Für das operationelle Risiko wird sowohl ein erwarteter- als auch ein unerwarteter Risikowert ermittelt.

Für die Ermittlung des erwarteten Risikos wird die interne Schadensfalldatenbank der Bank Julius Bär Deutschland herangezogen. Darin sind alle dem Operationellen Risiko zuzuordnenden Schadensfälle der Vergangenheit auf Monatsbasis aufgelistet. Das erwartete Risiko soll ausdrücken, welcher Schaden innerhalb eines Jahres erwartet wird. Dieser Wert wird als höchster historischer jährlich kumulierter Schaden definiert und der Schadensfalldatenbank entnommen.

3.9. RISIKOTRAGFÄHIGKEIT

Die Planung und Steuerung der Risiken erfolgt auf Basis der Risikotragfähigkeit. In der Risikotragfähigkeitsbetrachtung sind Risiken und Risikodeckungspotenziale einander gegenüberzustellen. Die Risikotragfähigkeit ist dann gegeben, wenn alle wesentlichen Risiken durch das Risikodeckungspotenzial abgesichert sind.

Dieses Risikodeckungspotenzial errechnet sich mit einer Höhe von maximal EUR 103,4 Mio., wobei die Risikodeckungsmasse in Abhängigkeit der Risikoneigung allokiert wird.

Die Summe der Risikolimits ("Risikobudget") wird von den Gremien der Bank festgelegt und jährlich überprüft. Um eine bessere Steuerungsrelevanz herzustellen werden Management Action Triggers ("MAT") definiert, sodass bei Überschreitung schnell Steuerungsimpulse ausgelöst werden können.

Den operationellen Risiken wird mit EUR 23,0 Mio. das höchste Limit zugewiesen. Der Vorstand hat folgende weitere Limits für die einzelnen Risikoarten festgelegt:

Das Limit für das Geschäftsrisiko wird auf EUR 10,0 Mio. festgesetzt, das Limit für das Adressenausfallrisiko- beträgt EUR 15 Mio., das Limit für die Marktpreisrisiken des Anlagebuchs, bestehend aus dem Zinsänderungsrisiko und dem Preisänderungsrisiko, liegt bei EUR 14,0 Mio. Die Limite für die Risiken belaufen sich insgesamt auf EUR 62,0 Mio. Gem. ICAAP und des damit neu eingeführten RTF Konzeptes bildet die ökonomische Perspektive der Steuerungskreis.

Das Ergebnis der einzelnen in der ökonomischen Perspektive errechneten Risiken sowie deren Summe (mit Angabe des vom Vorstand erlassenen Risikobudgets) sind in der nachstehenden Tabelle in EUR Mio. dargestellt (Stand: 31. Dezember 2021):

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EUR Mio. Risikobetrag (ökonomische Perspektive) Management Action Triggers (MAT) * Limite *
Geschäftsrisiko 6,3 8,0 12,0
Marktpreisrisiko Anlagebuch 3,5 7,0 10,0
Marktpreisrisiko (JB Open 1) 1,5 3,0 5,0
Adressenausfallrisiko Kundengeschäft 0,5 2,0 3,0
Adressenausfallrisiko Kontrahenten 4,6 7,0 12,0
Adressenausfallrisiko Emittenten 0,9 2,0 5,0
Operationelle Risiken 11,1 13,0 18,0
Summe 28,5 35,5 62,0

* gültig ab 2022

Aus der Zusammenstellung lässt sich ableiten, dass der Fortbestand der Bank auch unter negativen Annahmen für die einzelnen Risikoarten gewährleistet ist.

In der normativen Perspektive ist grundlegend, dass die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten einzuhalten sind. Dabei gelten nicht nur die aufsichtsrechtlichen Kapitalquoten sondern zusätzlich die Einhaltung des institutsspezifischen SREP-Aufschlags bzw. der Eigenmittelzielkennziffer.

Die aktuellen Kapitalanforderungen werden in den Planszenarien erfüllt. In dem adversen Szenario, das als Steuerungsinstrument auch als extremes Stressszenario mit einem exogenen Schock, der nicht nur auf einen konjunkturellen Abschwung, sondern zusätzlich mit einer Störung des Geschäftsmodells einhergeht, sind die verfügbaren Eigenmittel trotzdem ausreichend, um die Gesamtkapitalanforderung zu erfüllen.

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Eigenkapitalquote per 31.12.2021 26,31 %
Eigenmittel: EUR 104,0 Mio.

Als Ergebnis lässt sich aus der Berechnung zum 31.12.2021 festhalten, dass das Risikodeckungspotenzial in beiden Sichten dazu ausreicht, die diesem gegenübergestellten Risikowerte vollständig abzudecken. Sogar im adversen Szenario der normativen Perspektive sind keine Kapitalengpässe zu sehen, sondern es ist ein ausreichender Kapitalpuffer vorhanden, um rechtzeitig adversen Entwicklungen entgegenzusteuern.

4. PROGNOSE UND CHANCENBERICHT

4.1. WIRTSCHAFTS- UND KAPITALMARKTUMFELD

Die wirtschaftliche Realität im Jahr 2022 wird von drei Hauptfaktoren geprägt sein: (i) die Ausweitung der Angebotsseite in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, um Engpässe zu beseitigen, die der Hauptgrund für die hohe Inflation sind; (ii) weniger geld- und fiskalpolitische Unterstützung als bisher zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums; (iii) ein weniger synchronisierter Wirtschaftszyklus, insbesondere zwischen den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und China, was das das Potenzial hat, einige Turbulenzen zu verursachen. Die Umwandlung der Bedrohung durch die Covid-19-Pandemie in ein eher endemisches Phänomen liefert das Hintergrundrauschen. Darüber hinaus werden strukturelle Trends, wie die Beschleunigung der Digitalisierung, eine multipolare Weltordnung und Bemühungen den Klimawandel zu bekämpfen, auch die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2022 prägen.

Die starke Nachfrage und die hohen Inflationsraten erhöhen den politischen Druck, die geld- und fiskalpolitische Unterstützung zu reduzieren, die für die Wiederbelebung der Volkswirtschaften zunehmend obsolet werden dürfte. Große Teile der Steuerausgaben in den Jahren 2021 und 2020 waren als einmaliger Impuls gedacht, der 2022 fehlen und nur teilweise durch das Wachstum des Arbeitseinkommens nach Steuern ersetzt werden wird. Im Jahr 2022 werden Infrastrukturinvestitionen bei den Staatsausgaben in den USA mehr Gewicht erhalten und die Transferleistungen stärker auf die unteren Einkommen ausgerichtet sein sowie einen wesentlich geringeren Umfang haben als im Jahr 2021. In der Europäischen Union werden im Rahmen des Programms "NextGenerationEU" mehr Mittel verteilt, vor allem für Investitionen in den grünen und digitalen Wandel sowie für Bemühungen um den sozialen Zusammenhalt. Die Defizitausgaben dürften in den meisten Ländern im Jahr 2022 zurückgehen, doch ist dies größtenteils auf die Erholung der Steuereinnahmen und weniger auf Ausgabenkürzungen zurückzuführen. Die Verfolgung einer strikten Sparpolitik, um die Defizite unter bestimmte Schwellenwerte zu drücken, ist auch für 2022 vom Tisch.

Der Druck auf die Geldpolitik, gegen die hohen Inflationsraten vorzugehen, hat bereits in den letzten Monaten des Jahres 2021 zugenommen und wird auch 2022 ein Thema sein. Das gesamtwirtschaftliche Angebot wird sich zwar ausweiten, aber Engpässe in Branchen mit längeren Planungshorizonten und weniger einfachen Möglichkeiten zur Kapazitätserweiterung werden weiter bestehen bleiben, und komplexe globale Lieferketten könnten sehr wohl Ansteckungseffekte erzeugen, wenn ein Produkt in der Lieferkette ausfällt. Hohe Preise sind dann von längerer Dauer. Gleichzeitig ist die Ursache für eine hohe Inflation eher ein zu geringes Angebot als eine zu hohe Nachfrage. Eine straffere Geldpolitik - d. h. eine Anhebung der Zinssätze oder eine Verschärfung der allgemeinen finanziellen Bedingungen - wird die Angebotsbeschränkungen kaum lindern. Eine Verschärfung der Politik könnte sogar kontraproduktiv sein, da die Verlangsamung der Nachfrage zur Senkung der Inflation wahrscheinlich Investitionen und Beschäftigung hemmen würde. Die meisten Zentralbanken, einschließlich der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank (EZB), scheinen sich dieses möglichen politischen Fehlers bewusst zu sein. In Anbetracht des angebotsorientierten Charakters des derzeitigen Inflationsschubs gehen wir daher davon aus, dass die US-Notenbank nach einigen Zinserhöhungen in der ersten Jahreshälfte 2022 wieder einen gemäßigteren Ansatz für die Normalisierung der Geldpolitik verfolgt. Die EZB dürfte ihre Zinsen unserer Ansicht frühestens 2023 anheben. Das Kapitalmarktumfeld dürfte dementsprechend zwar von steigenden Anleihezinsen geprägt sein. Die von den Zentralbanken angekündigte Flexibilität auf negative Rückkopplungseffekte auf die Wirtschaft zu reagieren, dürfte den Anstieg aber vertretbar halten. Davon ausgehend, dass die Zentralbanken keinen Politikfehler begehen, dürften die Aktienmärkte von einem immer noch kräftigen Wirtschaftswachstum unterstützt bleiben. Die von uns erwartete Entspannung bei den Energiepreisen dürfte sich 2022 günstig auf das reale Austauschverhältnis der Güter im Außenhandel (Terms-of-Trade) der Eurozone auswirken. Gleichzeitig dürfte der von uns erwartete Wachstumsvorteil der Eurozone gegenüber den USA dem EUR Rückenwind geben. Auf 12-Monatssicht prognostizieren wir daher eine Stärkung des EUR gegenüber dem USD.

China steht unterdessen vor anderen Herausforderungen. Die politischen Entscheidungsträger haben im Jahr 2021 nach einem raschen Wirtschaftsaufschwung die Gelegenheit ergriffen und ihre Prioritäten von der Wachstumsförderung auf die Eindämmung der Exzesse bestimmter Unternehmen in der Informationstechnologie und im Immobiliensektor verlagert. Die Fokussierung der Behörden auf den Abbau von Fremdkapital, auf die Verringerung von Risiken und auf die Dekarbonisierung sowie die teils drastischen Maßnahmen zur Umsetzung dieser politischen Ziele haben das chinesische Wirtschaftswachstum unter den Trend gedrückt.

Gleichzeitig belasten erneute Covid-19-Ausbrüche, denen mit strikten Eindämmungsmaßnahmen im Rahmen von Chinas Null-Covid-19-Strategie begegnet werden, die Erholung des Verbrauchs. Die Herausforderung im Jahr 2022 wird darin bestehen, den eingeschlagenen politischen Kurs zur Eindämmung der Exzesse und zur Erreichung eines nachhaltigeren Wachstumspfades mit der Aufrechterhaltung eines ausreichenden Wirtschaftswachstums sicherzustellen. Die chinesische Zentralbank zeigte sich zuletzt flexibler was die Lockerung der geldpolitischen Zügel angeht und auch fiskalisch dürfte die wirtschaftliche Unterstützung 2022 zunehmen.

4.2. AUSBLICK

Die Grundlagen der Geschäftsstrategie der Bank Julius Bär Deutschland AG sind die fokussierte Positionierung im Wettbewerb und die Geschäftsphilosophie, zu der die individuelle Beratung sowie die transparente Preisgestaltung gehören. Daneben sind die internationale Kompetenz, die umfassende Beratung in der langfristigen Finanzplanung und die Nachfolgeregelung zentrale Elemente des Kundenservice in regionaler Nähe. Diese Erfolgsfaktoren der Geschäftsstrategie sind auf die Betreuung von Unternehmern, Privatpersonen und Familien mit individuellen Anforderungen an eine Vermögensstrukturierung und Vermögensverwaltung ausgerichtet. Die Bank kann diesen Kundengruppen - mit Unterstützung der Julius Bär Gruppe - maßgeschneiderte Anlagestrategien auf der Basis einer internationalen Asset-Allokation unter Einsatz eines weiten Produktspektrums und einer stringenten Risikoüberwachung bieten.

Weiterhin wird 2022 und auch in den Folgejahren das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus rücken was die Produktgestaltung und den Kundendialog angeht aber auch die Umsetzung der Nachhaltigkeit innerhalb der Bank in Deutschland bzw. der ganzen Julius Bär Gruppe.

Basierend auf der Annahme sich auf Vorjahresniveau stabilisierender Kapitalmärkte gehen wir davon aus, dass die Wachstumsrate des verwalteten Vermögens unter Berücksichtigung des geplanten Neugeldzuflusses auch im nächsten Jahr bei ca. 10 % liegen wird. Für die Margenentwicklung wird erwartet, dass eine Stabilisierung auf niedrigerem Niveau erfolgt, da 2022 nicht mit positiven Sondereffekten wie z.B. die Vereinnahmung von Performance Fees zu rechnen ist. Auf dieser Basis gehen wir davon aus, den Provisionsüberschuss bei EUR 96 Mio. stabilisieren zu können. Die Muttergesellschaft Julius Bär Gruppe AG unterstützt diese Wachstumsstrategie der Bank Julius Bär Deutschland AG nachhaltig und definiert den deutschen Markt als Kernmarkt der Julius Bär Gruppe.

Die Ertragsentwicklung ist maßgeblich von der Entwicklung der Kapitalmärkte abhängig. Durch den Ausbruch des Ukraine Krieges nach dem Jahresende 2021 kann es zu einem relevanten Rückgang des globalen Wirtschaftswachstums kommen. Hieraus können sich auch negative Auswirkungen auf die Kapitalmärkte und damit auf die Ertragskraft der Bank ergeben. Angesicht der Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung ist eine Quantifizierung der finanziellen Auswirkungen derzeit nicht möglich.

Die Kundenbetreuung soll auch in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden, was gezielt an einzelnen Standorten stattfinden wird, um die erkannten Marktchancen zu nutzen, sofern erfahrene Berater, die zu der Unternehmenskultur der Bank Julius Bär Deutschland AG passen, gefunden werden. Zudem werden auch andere Fach- und Produktbereiche der Bank Julius Bär gestärkt, soweit dies aufgrund des weiteren Geschäftswachstums notwendig ist.

Wie bereits beschrieben, wurden die Möglichkeiten des mobilen und flexiblen Arbeitens im Zuge der COVID-19-Pandemie maßgeblich ausgeweitet. 2022 wird basierend auf den technischen Möglichkeiten die Art und Weise des flexiblen mobilen Arbeitens in Abhängigkeit der pandemischen Lage definiert.

Wir sind davon überzeugt, dass wir unsere Geschäftsaktivitäten in Deutschland aufgrund unserer guten Positionierung im Markt sowie unserer Wachstumsstrategie, die wir dank unserer engagierten und qualifizierten Mitarbeitenden umsetzen können, auch 2022 ausweiten werden.

Seit Erreichen der Gewinnschwelle im Jahr 2019 fokussiert die Bank auf ein weiteres nachhaltiges Geschäftswachstum mit angemessener Kostendisziplin. Zur Messung der Kostendisziplin verwendet die Bank die Cost-Income-Ratio die 2021 von 86,5 auf 73,1 gesenkt werden konnte. Vor diesem Hintergrund ist ein aktives Management der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen ein entscheidender Faktor für die Zielerreichung neben dem fortlaufenden Ausbau der Kundenbeziehungen. Während wir davon ausgehen, dass die anderen Verwaltungsaufwendungen sich auf Vorjahresniveau stabilisieren können, planen wir für 2022 aufgrund des 2021 abgeschlossenen Personalabbaus mit rückläufigen Personalkosten.

In diesem Zusammenhang ist auch die Entwicklung des regulatorischen Umfeldes als Risikofaktor zu berücksichtigen. Eine Entwicklung, die den gesamten Bankensektor und somit auch die Bank Julius Bär Deutschland AG stark betrifft. Regulatorische Anforderungen, die bereits in Kraft getreten oder absehbar sind, wirken weiterhin kostentreibend, komplexitätserhöhend und ressourcenbindend. Vor allem das Thema der Umsetzung der Nachhaltigkeitsanforderungen in den Produkten der Bank wird einen signifikanten Kostenfaktor darstellen durch notwendige Anpassungen an Systemen und Prozessen.

Aufgrund der im Geschäftsjahr 2021 getätigten Kostenmaßnahmen und bei gleichzeitig stetigem Wachstum der Erträge streben wir für 2022 einen leichten Ausbau des positiven Ergebnisses an, welches laut aktuellem Stand und trotz des von der COVID-19-Pandemie beeinflussten Jahresabschluss 2021 leicht über dem Vorjahresergebnis liegen sollte.

5. SCHLUSSERKLÄRUNG NACH § 312 ABSATZ 3 SATZ 3 AKTIENGESETZ

Über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen hat der Vorstand der Bank Julius Bär Deutschland AG gemäß § 312 AktG einen Bericht erstellt, der mit folgender Erklärung schließt:

"Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden oder die Maßnahme getroffen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und wurde dadurch, dass die Maßnahme getroffen wurde, nicht benachteiligt."

JAHRESBILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2021

Aktivseite

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31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR TEUR
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1. Barreserve
a) Kassenbestand 300.026.473,39 35
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken
darunter: bei der Deutschen Bundesbank EUR 638.665.349,57 (Vorjahr: TEUR 772.160) 638.665.349,57 772.160
938.691.822,96 772.195
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 93.893.352,28 89.155
b) andere Forderungen 0,00 0
93.893.352,28 89.155
3. Forderungen an Kunden 709.327.492,99 564.586
darunter: durch Grundpfandrechte gesichert EUR 76.811.573,34 (Vorjahr: TEUR 70.809)
4. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank EUR 10.172.450,00 (Vorjahr: TEUR 0) 27.845.634,86 18.191
bb) von anderen Emittenten
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank EUR 25.995.085,48 (Vorjahr: TEUR 57.634) 84.542.347,66 112.781
112.387.982,52 130.972
5. Anteile an verbundenen Unternehmen
darunter: an Kreditinstituten EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 0) 25.564,59 26
darunter: an Finanzdienstleistungsinstituten EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 0)
6. Treuhandvermögen
darunter: Treuhandkredite EUR 0,00 (Vorjahr TEUR 0) 7.881.245,45 7.622
7. Immaterielle Anlagewerte
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 692.877,00 875
8. Sachanlagen 2.667.076,00 2.489
9. Sonstige Vermögensgegenstände 10.925.082,01 6.066
10. Rechnungsabgrenzungsposten 175.504,71 153
Summe der Aktiva 1.876.668.000,51 1.574.140

Passivseite

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31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR TEUR
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1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 1.316.229,24 5.550
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 29.800.253,00 0
31.116.482,24 5.550
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 1.669.748.295,00 1.413.863
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 170.428,01 505
1.669.918.723,01 1.414.368
3. Treuhandverbindlichkeiten
darunter: Treuhandkredite EUR 0,00 (Vorjahr TEUR 0) 7.881.245,45 7.622
4. Sonstige Verbindlichkeiten 15.917.192,64 11.296
5. Rechnungsabgrenzungsposten 402.566,30 486
6. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 679.076,11 1.722
b) andere Rückstellungen 22.628.611,08 18.425
c) Steuerrückstellungen 1.530.000,00 2.943
24.837.687,19 23.090
7. Fonds für allgemeine Bankrisiken 0,00 0
8. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 15.000.000,00 15.000
b) Kapitalrücklage 85.579.372,07 85.579
c) Gewinnrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 1.500.000,00 679
cb) andere Gewinnrücklagen 1.500.000,00 264
3.000.000,00 943
d) Bilanzgewinn 23.014.731,61 10.205
126.594.103,68 111.727
Summe der Passiva 1.876.668.000,51 1.574.140
1.) Eventualverbindlichkeiten
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 9.293.845,84 14.471
2.) Andere Verpflichtungen
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 436.467.055,04 366.688

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2021

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Aufwendungen 1.1.-31.12.2021 2020
EUR EUR TEUR
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1. Zinsaufwendungen 11.610,23 225
2. Positive Zinsen auf täglich fällige Verbindlichkeiten -215.786,79 -130
3. Provisionsaufwendungen 13.697.697,09 12.317
4. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 38.226.377,82 33.459
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung
darunter: für Altersversorgung EUR 1.664.748,41 (Vorjahr: TEUR 1.458) 4.574.876,90 4.209
b) andere Verwaltungsaufwendungen 31.541.135,39 28.965
74.342.390,11 66.633
5. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 1.318.270,30 1.096
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.575.460,85 2.296
7. Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 0,00 0
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 862.503,68 633
9. Aufwendungen aus Verlustübernahme 1.878,42 3
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.392.892,19 2.798
11. Jahresüberschuss 21.866.855,18 6.757
Summe der Aufwendungen 116.853.771,26 92.629
1. Jahresüberschuss /​ -fehlbetrag 21.866.855,18 6.757
2. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 3.204.953,06 3.786
3. Entnahmen aus der Kapitalrücklage 0,00 0
4. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 820.962,29 338
b) in die andere Gewinnrücklage 1.236.114,34 0
5. Bilanzgewinn 23.014.731,61 10.205

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Erträge 1.1.-31.12.2021 2020
EUR EUR TEUR
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1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 6.530.466,53 6.608
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 797.354,98 991
7.327.821,51 7.599
2. Negative Zinsen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften -2.320.908,74 -3.918
3. Provisionserträge 108.612.934,11 85.641
4. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 17.005,00 15
5. Sonstige betriebliche Erträge 3.216.919,38 2.442
6. Entnahme aus dem Fonds für allgemeine Bankrisiken 0,00 850
7. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0 0
Summe der Erträge 116.853.771,26 92.629

ANHANG

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Bank Julius Bär Deutschland AG, Frankfurt am Main, eingetragen beim Amtsgericht Frankfurt am Main unter der Registernummer HRB 31022 zum 31. Dezember 2021, wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) und des Kreditwesengesetzes (KWG) sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Die Gliederung des Jahresabschlusses erfolgt nach der RechKredV, für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Kontoform gewählt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Vorjahres werden stetig angewendet. Änderungen werden jeweils nachfolgend erläutert, sollten diese sich ergeben haben.

Von der Möglichkeit, Berichtspflichten im Anhang anstatt in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfüllen, wurde Gebrauch gemacht.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

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Kasse und Guthaben wurden zu Nennwerten bilanziert.
Forderungen an Kunden und Kreditinstitute wurden, unter Berücksichtigung der abgegrenzten Zinsen, zu den Anschaffungskosten in Ansatz gebracht.
Aufgrund der gestellten Sicherheiten waren für das im Kreditgeschäft liegende Ausfallrisiko keine Einzelwertberichtigungen zu bilden. In den Vorjahren waren ebenfalls keine Einzelwertberichtigungen vorzunehmen, entsprechend wurde aufgrund der Anwendung des steuerrechtlichen Verfahrens auch keine Pauschalwertberichtigung gebildet.
Die Anleihen und Schuldverschreibungen der Liquiditätsreserve sind gemäß § 253 Abs. 3 HGB zu den Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.
Die Wertpapiere des Anlagevermögens werden zum Marktwert (beizulegender Zeitwert) als Deckungsvermögen bewertet. Der bewertete Bestand wurde entsprechend § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen verrechnet.
Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu den Anschaffungskosten bilanziert und zum Niederstwert bewertet.
Der Bilanzausweis von Treuhandvermögen respektive -verbindlichkeiten erfolgt zum Marktwert.
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen über die Nutzungsdauer bzw. unter Berücksichtigung außerplanmäßiger Abschreibungen, bilanziert.
Die Sachanlagen sind zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Abnutzbare Sachanlagen (Betriebs- und Geschäftsausstattung) werden planmäßig linear mit den zulässigen steuerlichen Höchstsätzen abgeschrieben.

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Geringwertige Wirtschaftsgüter unter EUR 800 werden in voller Höhe erfolgswirksam als Aufwand erfasst.
Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt nach dem strengen Niederstwertprinzip.
Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.
Die Pensionsrückstellungen wurden auf Basis der biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den Richttafeln in der Fassung 2018 G von Prof. Heubeck ermittelt. Die Bewertung erfolgte nach der projizierten Einmalbeitragsmethode unter Zugrundelegung eines Rechnungszinses von 1,87% sowie einer Bezüge- und Rentendynamik von 2,00% und 1,75%.
Der sich zum Bilanzstichtag ergebende Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen wurde gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert des Vermögens, das dem Zugriff aller Gläubiger entzogen ist und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristigen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern dient, verrechnet. Die kumulierten Anschaffungskosten dieses Vermögens betragen TEUR 17.223.
Aufgrund der Anwendung des § 253 Abs. 6 S. 1 HGB beträgt der Unterschiedsbetrag der bilanzierten Pensionsverpflichtungen, der sich aus der Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz für zehn statt sieben Geschäftsjahre ergibt, zum 31. Dezember 2021 TEUR 952. Die durch Arbeitnehmer finanzierten Anteile in Höhe von TEUR 543 sind mit der Einzahlung unverfallbar.
Die Anderen Rückstellungen berücksichtigen alle zum Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.
Andere Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, durchschnittlichen Marktzinssatz gemäß § 253 Abs. 2 HGB abgezinst und zum Barwert bilanziert.
Die in den Anderen Rückstellungen enthaltenen Wertguthaben aus Arbeitszeitkonten inkl. Sozialabgaben in Höhe von TEUR 1.624 werden zum Marktwert der zugrundeliegenden Investmentanteile des Spezialfonds JB Open 1 angesetzt.
Bewertungseinheiten nach § 254 HGB werden für Derivate gebildet, die die Bank im Rahmen des Kundengeschäftes abschließt und durch korrespondierende Gegengeschäfte absichert. Die Bewertungseinheiten werden auf Mikroebene gebildet, entsprechend stehen den Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko des Grundgeschäftes einzelne Sicherungsgeschäfte gegenüber. Der Nachweis des Ausgleichs der gegenläufigen Wertveränderungen aus Grund- und Sicherungsgeschäft erfolgt gemäß der Critical-Term-Match-Methode. Die Bewertungseinheiten werden bilanziell entsprechend der Einfrierungsmethode abgebildet.
Die Nominalbeträge der in die Bewertungseinheiten einbezogenen Grund- und Sicherungsgeschäfte belaufen sich auf jeweils TEUR 606.242. Das abgesicherte Risiko beträgt TEUR 4.063.
Sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung sind gemäß § 256a sowie § 340h HGB zum EZB-Referenzkurs am Bilanzstichtag in EUR umgerechnet.
Aufwendungen aus Negativzinsen in Höhe von TEUR 2.321 sowie Erträge aus Negativzinsen in Höhe von TEUR 216 werden als Einzelposition unter den Zinserträgen bzw. Zinsaufwendungen ausgewiesen.

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Per 31. Dezember 2021 wendet die Bank bei der verlustfreien Bewertung von zinsbezogenen Geschäften des Bankbuches die IDW-Stellungnahme zur Rechnungslegung RS BFA 3 "Einzelfragen der verlustfreien Bewertung von zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs (Zinsbuchs)" vom 16. Oktober 2017 an. In die Bewertung werden die zukünftigen Zahlungsströme aller zinstragenden Geschäfte einbezogen. Dabei werden diese unter Verwendung der Terminkurse zum 31. Dezember 2021 auf den Barwert diskontiert. Die anteiligen Risiko- und Verwaltungskosten werden als Korrekturposten auf den ermittelten Wert berücksichtigt.

Aktiva

Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen an Kreditinstitute enthalten täglich fällige Forderungen in Höhe von TEUR 93.893 (Vorjahr: TEUR 89.155). Forderungen mit einer davon abweichenden Restlaufzeit bestehen nicht.

In den Forderungen sind Forderungen gegenüber der Bank Julius Bär & Co. AG, Zürich in Höhe von TEUR 80.853 (Vorjahr: TEUR 80.033) enthalten.

Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden enthalten Forderungen mit einer Restlaufzeit:

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in TEUR 31.12.21 31.12.20
- täglich fällig 11.599 6.475
- bis drei Monate 534.068 440.356
- drei Monate bis ein Jahr 114.871 61.853
- ein Jahr bis fünf Jahre 36.799 45.936
- über fünf Jahre 11.990 9.966
709.327 564.586

Hierin sind Forderungen mit unbestimmter Laufzeit in Höhe von TEUR 11.599 (VJ TEUR 6.475) enthalten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Die der Liquiditätsreserve zugeordneten Wertpapiere von nominal TEUR 80.500 sowie TUSD 35.000 wurden zum Bilanzstichtag nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Der aktuelle Kurswert beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 112.737.

Bei diesen Wertpapieren handelt es sich ausschließlich um börsenfähige und börsennotierte Schuldverschreibungen.

Im Geschäftsjahr 2022 sind insgesamt Schuldverschreibungen von nominal TEUR 39.500 sowie TUSD 10.000 fällig.

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Bei den Beständen an nicht festverzinslichen Wertpapieren handelt es sich um börsenfähige, aber nicht börsennotierte Anteile am Spezialfonds Julius Bär Open 1.

Die Anteile am Spezialfonds JB Open 1 wurden als Deckungsvermögen für Verbindlichkeiten aus Pensionszahlungen in Höhe von TEUR 1.897, für Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter in Höhe von TEUR 1.624 und für Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 17.039 verrechnet.

Da der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens den Betrag der zu verrechnenden Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen unterschreitet, werden zum 31. Dezember 2021 Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen aus der Vermögensverrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB in Höhe von TEUR 679 ausgewiesen.

Das verrechnete Vermögen, das dem Anteil von 35,5% an einem Spezial-Sondervermögen i. S. d. § 1 Abs. 6 KAGB entspricht, weist zum 31. Dezember 2021 einen beizulegenden Zeitwert von TEUR 19.881 (Vorjahr: TEUR 16.410) auf, der dem Marktwert i. S. d. § 168 KAGB entspricht. Der Differenzbetrag zum Buchwert beträgt TEUR 2.657.

Bei diesem Spezial-Sondervermögen handelt es sich um einen internationalen, thesaurierenden Mischfonds (Gemischtes Sondervermögen). Der Fonds verfolgt eine ausgewogene Anlagestrategie mit einer maximalen Aktienquote von 50% nach einem Multi-Asset-Ansatz unter Begrenzung des Risikos. Es wird eine Zielrendite von 4,5% angestrebt. Das Risikomanagement basiert auf einem maximalen hinterlegten Drawdown von 8%.

Dem Sondervermögen wurde im Berichtsjahr ein Betrag von TEUR 2.777 (Vorjahr: TEUR 1.344) zugeführt. Das Vermögen ist dem Zugriff aller Gläubiger entzogen und somit nicht täglich fällig.

Treuhandvermögen und Treuhandverpflichtungen

Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten, die die Bank in eigenem Namen, aber für fremde Rechnung hält und die von Kunden zur treuhänderischen Verwaltung von zur betrieblichen Altersversorgung bestimmten Vermögensmitteln stammen, gliedern sich nach einzelnen Aktiv- und Passivpositionen wie folgt:

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Forderungen an Banken: TEUR 7.881 (Vorjahr: TEUR 7.622)
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden: TEUR 7.881 (Vorjahr: TEUR 7.622)

Anteile an verbundenen Unternehmen

Die nicht börsenfähigen Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen die 100%ige Tochtergesellschaft Julius Bär Capital GmbH, Frankfurt am Main (Eigenkapital: TEUR 26). Ergebnis des Geschäftsjahres 2021: Jahresfehlbetrag von TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 3).

Mit der Tochtergesellschaft besteht ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag.

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens stellt sich, ausgehend von den gesamten Anschaffungskosten, wie folgt dar (in TEUR):

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Immaterielle Anlagewerte Sachanlagen ** Wertpapiere des Anlagevermögens * Anteile an verbundenen Unternehmen Anlagevermögen gesamt
Anschaffungs-/​ Herstellungskosten
Stand 01.01.2021 5.263 7.538 14.446 26 27.273
Zugänge 249 1.077 2.777 0 4.103
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Abgänge 76 234 0 0 310
Stand 31.12.2021 5.436 8.381 17.223 26 31.066
Abschreibungen
Stand 01.01.2021 4.389 5.049 0 0 8.450
Abschreibungen 425 893 0 0 1.318
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Abgänge 70 229 0 0 299
Stand 31.12.2021 4.743 5.713 0 0 10.457
Buchwerte
Stand 01.01.2021 875 2.489 14.446 26 17.835
Stand 31.12.2021 693 2.667 17.223 26 20.609

* Anschaffungskosten der Wertpapiere

** Das Sachanlagevermögen besteht aus Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Zuschreibungen ergaben sich in 2021 nicht. Die Wertpapiere des Anlagevermögens werden seit dem 1. Januar 2010 mit den Pensionsrückstellungen, den Rückstellungen für Zeitwertkonten respektive den Auszahlungsverpflichtungen aus Pensionsverbindlichkeiten verrechnet.

Sonstige Vermögensgegenstände

Im Wesentlichen beinhalten diese Gebührenabgrenzungen in Höhe von TEUR 6.845 (Vorjahr: TEUR 2.367) sowie Provisionsforderungen gegenüber der Bank Julius Bär & Co. AG, Zürich, in Höhe von TEUR 1.194 (Vorjahr: TEUR 1.466)

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen vorausbezahlte Aufwendungen aus Geschäftsbesorgungsverträgen mit externen Dienstleistern in Höhe von TEUR 176 (Vorjahr: TEUR 154)

Auf Fremdwährung lautende Forderungen

Zum Bilanzstichtag bestanden Forderungen in Höhe von TEUR 134.338 (Vorjahr: TEUR 112.422) in fremder Währung, darunter CHF im Gegenwert von TEUR 79.364 (Vorjahr: TEUR 73.753) sowie USD im Gegenwert von TEUR 40.981 (Vorjahr: TEUR 20.969).

Passiva

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten täglich fällige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.316 (Vorjahr: TEUR 5.550) sowie Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Monaten in Höhe von TEUR 29.800 (Vorjahr: TEUR 0).

In den Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber der Bank Julius Bär & Co. AG, Zürich, als verbundenes Unternehmen in Höhe von TEUR 29.906 (Vorjahr: TEUR 3.613) enthalten.

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die anderen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden enthalten täglich fällige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.669.748 (Vorjahr: TEUR 1.413.863) sowie Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist mit einer Restlaufzeit bis drei Monaten in Höhe von TEUR 170 (Vorjahr: TEUR 505) zusammen.

In den Verbindlichkeiten sind täglich fällige Verbindlichkeiten gegenüber der Julius Bär Capital GmbH in Höhe von TEUR 24 (Vorjahr: TEUR 24) enthalten.

Die Bank ist Mitglied in der Entschädigungseinrichtung Deutscher Banken GmbH sowie im Einlagensicherungsfonds Deutscher Banken. Eine Nachschusspflicht besteht derzeit nicht.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen abzuführende Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 5.107 (Vorjahr: TEUR 2.522) sowie sonstige Steuern in Höhe von TEUR 7.714 (Vorjahr TEUR 6.363).

Auszahlungsverbindlichkeiten aus Pensionszusagen an ehemalige Mitarbeiter in Höhe von TEUR 1.897 (Vorjahr: TEUR 1.794) wurden mit dem Deckungsvermögen verrechnet.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten resultieren im Wesentlichen aus Mietzuschüssen für die Standorte Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Berlin und Hannover in Höhe von insgesamt TEUR 391 (Vorjahr: TEUR 445)

Rückstellungen

Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

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in TEUR 31.12.21 31.12.20
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 679 1.722
Steuerrückstellungen 1.530 2.943
Andere Rückstellungen 22.629 18.425
- Personalrückstellungen 18.777 13.646
- Sonstige Rückstellungen 3.852 4.779
24.838 23.090

In den Personalrückstellungen sind unter anderem enthalten: Rückstellungen für Sonderzahlungen in Höhe von TEUR 14.810 sowie Urlaubsrückstellungen in Höhe von TEUR 463.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Aufwendungen für bereits erbrachte Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.495 sowie Provisionsaufwendungen in Höhe von TEUR 2.200.

In den Rückstellungen sind zum Bilanzstichtag folgende Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr enthalten: Jubiläumsrückstellungen TEUR 781, Sonderzahlungen TEUR 2.821, Pensionsrückstellungen TEUR 679, Archivkosten TEUR 127.

Eigenkapital

Das eingetragene Grundkapital der Bank beläuft sich auf TEUR 15.000. Es ist in 60.000 Stück nennwertlose Namensaktien eingeteilt.

Gesetzliche Rücklage

Die gesetzliche Rücklage nach § 150 AktG beträgt TEUR 1.500 (Vorjahr: TEUR 679)

Gewinnrücklagen

Die anderen Gewinnrücklagen betragen TEUR 1.500 (Vorjahr: TEUR 1.500).

Kapitalrücklagen

Die freien Kapitalrücklagen der Bank betragen TEUR 85.579 (Vorjahr: TEUR 85.579)

Ergebnisverwendung

Es wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von TEU.R 24.251 (nach Dotierung der gesetzlichen Rücklage) TEUR 15.000 an die Julius Bär Gruppe AG, Zürich als Dividende auszuschütten. Weiter wird vorgeschlagen, TEUR 1.236 der Position andere Gewinnrücklagen zuzuführen. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 8.015 wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Auf Fremdwährung lautende Verbindlichkeiten

Zum Bilanzstichtag bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 134.516 (Vorjahr: TEUR 112.354) in fremder Währung, darunter CHF im Gegenwert von TEUR 79.363 (Vorjahr: TEUR 73.742) sowie USD im Gegenwert von TEUR 41.163 (Vorjahr: TEUR 20.917).

Derivategeschäfte

Die zum Bilanzstichtag dem Anlagebuch zugeordneten derivativen Geschäfte betreffen Devisentermingeschäfte sowie an der EUREX gehandelte Futures und Optionen die im Wesentlichen für Kunden abgeschlossen wurden. Die Positionen werden durch Gegengeschäfte mit Kreditinstituten ausgeglichen. Diese werden auf Mikroebene zu Bewertungseinheiten nach § 254 HGB zusammengefasst.

Aufgrund der weitgehend geschlossenen Position, des geringen Volumens der offenen Positionen sowie der derzeit nicht erkennbaren Adressenausfallrisiken unserer Kontrahenten erwarten wir aus vorgenannten Geschäften keine Auswirkung auf die gegenwärtige und künftige Finanzlage der Bank. Die Bildung einer Drohverlustrückstellung war nicht notwendig.

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in TEUR bis 3 Monate 3 Monate bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Währungsrisiken 135.232 373.739 0 0
Aktien- und sonstige Risiken 94.771 18.378 2.071 0
Zinsrisiken 0 0 0 0
230.003 392.117 2.071 0

Daneben bestehen am Stichtag neun außerbilanzielle Devisentermingeschäfte die auf Rechnung der Bank abgeschlossen wurden. Diese fünf Geschäfte, haben ein Volumen von insgesamt TEUR 91.168, einen beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 379 sowie eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.

Eventualverbindlichkeiten

In den Eventualverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 9.294 (Vorjahr: TEUR 14.471) sind keine Verbindlichkeiten in Fremdwährung enthalten. Enthalten sind ungesicherte Positionen in Höhe von TEUR 81 (Vorjahr: TEUR 81), für die sonstigen Positionen sind Sicherheiten vorhanden. Das Risiko, dass die Kreditnehmer ihren Verpflichtungen nicht nachkommen und mit Inanspruchnahme zu rechnen ist, schätzen wir als gering ein.

Unwiderrufliche Kreditzusagen

Zum Bilanzstichtag bestehen unwiderrufliche Kreditzusagen an unsere Kunden in Höhe von TEUR 436.467 (Vorjahr: TEUR 366.688), diese resultieren im Wesentlichen aus dem Lombardgeschäft.

Bewertung zinsbezogener Geschäfte des Bankbuches

Das Gesamtergebnis ist positiv, sodass die Bildung einer Drohverlustrückstellung nicht erforderlich wird.

Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände

Am Bilanzstichtag sind Sicherheiten im Rahmen der Abwicklung von Wertpapier- und Devisentermingeschäften sowie für Marginverpflichtungen aus Kunden- und Mandantengeschäften in Höhe von TEUR 54.382 (Vorjahr: TEUR 56.989) an Kreditinstitute übertragen. Den übertragenen Vermögenswerten stehen zum Stichtag Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 39.823 (Vorjahr: TEUR 39.643) bei diesen Instituten gegenüber. Die Sicherheiten betreffen mit TEUR 54.382 (Vorjahr: TEUR 56.9898) Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere.

Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinsergebnis

Die Bank hat im Berichtsjahr TEUR 2.321 (Vorjahr: TEUR 3.918) Negativzinsen für Geldanlagen gezahlt. Daneben wurden Negativzinsen auf täglich fällige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 216 (Vorjahr (TEUR 131) vereinnahmt.

Provisionsergebnis

Dienstleistungen erbrachten wir für unsere Kundschaft insbesondere durch Verwaltung und Vermittlung im Wertpapiergeschäft.

Die Provisionserlöse in Höhe von TEUR 108.613 (Vorjahr: TEUR 85.641) entfielen im Wesentlichen auf das Geschäft mit Beratungs- (TEUR 22.391, Vorjahr: TEUR 17.673) sowie Vermögensverwaltungskunden (TEUR 50.137, Vorjahr: TEUR 34.375). Hierin enthalten sind ebenfalls vereinnahmte Vermittlungsprovisionen in Höhe von TEUR 11.773 (Vorjahr: TEUR 12.137).

Sonstiges betriebliches Ergebnis

Diese Position beinhaltet im Wesentlichen Vorsteuererstattungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 1.168 (Vorjahr: TEUR 670), TEUR 1.094 (Vorjahr: TEUR 995) Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen, Erlöse aus Geschäftsbesorgungsverträgen von TEUR 439 (Vorjahr: TEUR 803) sowie Ertrag aus der Bewertung des Deckungsvermögens für die Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 694 (Vorjahr Aufwand: TEUR 929).

Die Erträge aus der Devisenbewertung belaufen sich auf TEUR 165 (Vorjahr: TEUR 349)..

Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

In 2021 hat die Bank periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 154 aus der Auflösung von Rückstellungen vereinnahmt.

Abschlussprüferhonorar

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Honorar beläuft sich auf TEUR 235. Dieses teilt sich wie folgt auf:

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in TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 173
andere Bestätigungsleistungen 62
Steuerberatungsleistungen 0
sonstige Leistungen 0
Gesamt 235

Sonstige Angaben

Angaben zu Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Alle Geschäfte wurden zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen.

Auslagerung betrieblicher Funktionen

Die Bank hat zum Bilanzstichtag folgende wesentliche Bereiche ausgelagert:

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Back-Office-Tätigkeiten im Bereich Wertpapier-, Derivate-, Geld- und Devisenhandel
Bereitstellung und Betrieb des Kernbankensystems Avaloq inklusive zugehöriger Infrastruktur
Treasury
IT-Infrastruktur und IT-Helpdesk sowie das Risk-Rating mittels TEMOS

Die Auslagerungen wurden vor dem Hintergrund des Erhalts von Flexibilität in Bezug auf Fixkostenanteile sowie der Verbesserung des für den Bankbetrieb notwendigen Know-hows abgeschlossen. Den Risiken der vorgenommenen Auslagerungen (z. B. Schlechterfüllung durch die Auslagerungsunternehmen, Entstehen von operationellen Schäden durch eingetretene Risiken) wird durch ein adäquates Risikomanagement mittels enger Überwachung der Auslagerungsunternehmen durch den jeweiligen Fachbereich und das zentrale Auslagerungsmanagement der Bank Rechnung getragen.

Country-by-Country-Reporting

Die Bank betreibt als CRR-Kreditinstitut Bankgeschäfte. Darüber hinaus erbringt sie Finanzdienstleistungen. Ihren Sitz hat die Bank in der Bundesrepublik Deutschland. Es werden keine Niederlassungen in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder in Drittstaaten unterhalten.

Der Umsatz der Bank nach § 26a KWG betrug im Geschäftsjahr 2021 TEUR 101.768 (Zinsergebnis, Provisionsergebnis und sonstiges betriebliches Ergebnis). Die Bank weist einen Gewinn vor Steuern in Höhe von TEUR 25.260 sowie Steuern in Höhe von TEUR 3.393 aus. Die Bank erhält keine öffentlichen Beihilfen und beschäftigte im Jahr 2021 durchschnittlich 187,8 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente).

Die Kapitalrendite der Bank nach § 26a Absatz 1 Satz 4 KWG beträgt 1,17 % (Vorjahr: 0,43 %).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2021 beläuft sich der Betrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus langfristig abgeschlossenen Miet- und Leasingverträgen auf TEUR 35.457.

Des Weiteren beliefen sich die unwiderruflichen Zahlungsverpflichtungen in Zusammenhang mit der Bankenabgabe auf TEUR 454. Hierfür wurden Sicherheiten in gleicher Höhe hinterlegt. Die übertragenen Sicherheiten sind in der Position Sonstige Vermögensgegenstände enthalten.

Offenlegung

Die Bank wird den Offenlegungsbericht nach Art. 431-455 CRR auf der Homepage der Julius Bär Gruppe veröffentlichen.

Aufsichtsrat

Christian E. Dubler

(Vorsitzender)

Market Area Head Private Banking

Bank Julius Bär & Co. AG, Zürich

Ursula Egli (bis zum 29.04.2021)

(stellv. Vorsitzende)

Managing Director

Bank Julius Bär & Co. AG, Zürich

Patrick Prinz (ab dem 29.04.2021)

(stellv. Vorsitzender)

Managing Director

Bank Julius Bär & Co. AG, Zürich

Kathrin Braun (bis zum 26.04.2021)

(Arbeitnehmervertreterin)

Bankangestellte

Bank Julius Bär Deutschland AG, Frankfurt

Ute Knorr (ab dem 26.04.2021)

(Arbeitnehmervertreterin)

Bankangestellte

Bank Julius Bär Deutschland AG, Frankfurt

Vorstand

Heiko Schlag

(Vorsitzender)

Vorstand Private Banking/​Markt

Thomas Falk

Vorstand Bankbetrieb/​Marktfolge

Organbeziehungen

Alle zum Bilanzstichtag bestehenden Kredite und sonstige Geschäfte mit Organen der Bank, wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.

Organbezüge

Mit Verweis auf § 286 Absatz 4 HGB verzichtet die Bank auf die Angabe zu den Organbezügen nach § 285 Nr. 9 a) und b) HGB für die aktuellen Mitglieder der Geschäftsführung.

Für ehemalige Vorstandsmitglieder betrugen die Bezüge TEUR 331. An Mitglieder des Aufsichtsrates wurden Vergütungen in Höhe von TEUR 1,0 ausgezahlt. Leistungen, die einem Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitglied für den Fall der Beendigung seiner Tätigkeit zugesagt wurden, bestehen nicht.

Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Vorstandsmitglieder betrugen am Bilanzstichtag TEUR 3.751.

Zahl der Mitarbeiter

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl der Bank betrug 204,8 (Vorjahr: 208,4), wovon 73,8 (Vorjahr: 78,3) Mitarbeiter weiblich und 131,0 (Vorjahr: 130,1) männlich waren.

Konzernabschluss

Die Gesellschaft hat von der Erstellung eines Konzernabschlusses gemäß § 290 Abs. 5 HGB i.V.m. § 296 Abs. 2 HGB abgesehen, da die Julius Bär Capital GmbH weniger als 5 % zum Umsatz, zum Ergebnis und zur Bilanzsumme der Bank beigetragen hat und daher von untergeordneter Bedeutung ist.

Konzernzugehörigkeit

Die Bank ist zu 100% eine Tochtergesellschaft der Julius Bär Gruppe AG, Zürich.

Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt ist die Julius Bär Gruppe AG, Zürich.

Der Konzernabschluss der Julius Bär Gruppe AG kann bei uns angefordert werden.

Nachtragsbericht

Durch den Ausbruch des Ukraine-Krieges nach dem Jahresende 2021 kann es zu einem relevanten Rückgang des globalen Wirtschaftswachstums kommen. Hieraus können sich auch negative Auswirkungen auf die Ertragskraft der Bank ergeben. Angesichts der Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung ist eine Quantifizierung der finanziellen Auswirkungen derzeit nicht möglich.

Frankfurt am Main, den 21. März 2022

Der Vorstand

Heiko Schlag

Thomas Falk

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsleitung der Gesellschaft aufgrund schriftlicher und mündlicher Berichterstattung des Vorstandes laufend überwacht und die ihm nach den Gesetzen obliegenden Aufgaben wahrgenommen.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021 sowie der Lagebericht sind unter Einbeziehung der Buchführung von der durch die Hauptversammlung als Abschlussprüfer gewählten GAR Gesellschaft für Aufsichtsrecht und Revision GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Aufsichtsrat hat von dem Ergebnis der Prüfung zustimmend Kenntnis genommen.

Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG für das Geschäftsjahr 2021 einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt; Beanstandungen haben sich nicht ergeben. GAR Gesellschaft für Aufsichtsrecht und Revision mbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, hat den Bericht geprüft und mit dem folgenden Vermerk uneingeschränkt versehen:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung der Beurteilung bestätigen wir, dass

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1. die tatsächlichen Angaben des Berichtes richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war,
3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen."

Der Aufsichtsrat schließt sich diesem Prüfungsergebnis an.

Nach dem abschließenden Ergebnis der vom Aufsichtsrat vorgenommenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes sind Einwendungen nicht zu erheben. Den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 sowie den Lagebericht hat der Aufsichtsrat daher gebilligt. Der Jahresabschluss und der Lagebericht sind damit festgestellt.

Frankfurt am Main, im März 2022

Der Aufsichtsrat

Christian E. Dubler, Vorsitzender

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Bank Julius Bär Deutschland AG, Frankfurt am Main

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Bank Julius Bär Deutschland AG, Frankfurt am Main - bestehend aus der Jahresbilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Bank Julius Bär Deutschland AG, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/​2014; im Folgenden "EU-AprVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-AprVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-AprVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Genauigkeit der Provisionserträge aus der Vermögensberatung und der Vermögensverwaltung

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen hinsichtlich der Provisionserträge aus der Vermögensberatung und der Vermögensverwaltung werden durch die Bank in der Anhangangabe "Provisionsergebnis" im Jahresabschluss beschrieben.

Das Risiko für den Abschluss:

Die Hauptertragsquelle der Bank Julius Bär Deutschland AG sind Provisionserträge aus dem Private Banking Geschäft. Im Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 werden Provisionserträge in Höhe von TEUR 108.613 ausgewiesen, von denen TEUR 22.391 auf die Vermögensberatung und TEUR 50.137 auf die Vermögensverwaltung entfallen. Das Risiko für den Abschluss besteht darin, dass die Provisionserträge nicht sachgerecht abgebildet werden, da relevante Gebührendaten fehlerhaft erfasst sind oder die systemseitig umgesetzte Ermittlung der Provisionserträge nicht korrekt vorgenommen wird. Vor dem Hintergrund der hohen Geschäftsvolumina und der Auswirkungen auf die Ertragslage der Bank sind für uns die Provisionserträge aus der Vermögensberatung und der Vermögensverwaltung von besonderer Bedeutung.

Vorgehen im Rahmen der Prüfung:

Die Prüfung der Provisionserträge aus der Vermögensberatung und der Vermögensverwaltung haben wir auf Basis eines kontrollbasierten Prüfungsansatzes durchgeführt und in diesem Zusammenhang die Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Kontrollen getestet. Unsere Prüfungshandlungen fokussierten sich dabei auf die Erfassung der maßgeblichen Abrechnungsparameter und die automatisierte Berechnung der laufenden Provisionserträge. Ergänzend haben wir analytische Prüfungshandlungen zur Gesamtentwicklung der Provisionserträge durchgeführt.

Schlussfolgerung:

Die Prozesse der Bank Julius Bär Deutschland AG zur Sicherstellung der Genauigkeit der Provisionserträge aus der Vermögensberatung und der Vermögensverwaltung sind angemessen.

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für die sonstige Information "Bericht des Aufsichtsrats" verantwortlich, die gemeinsam mit dem Jahresabschluss und dem Lagebericht veröffentlicht wird.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-AprVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-AprVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 29. April 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 27. Juli 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2017 als Abschlussprüfer der Bank Julius Bär Deutschland AG, Frankfurt am Main, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-AprVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht des geprüften Unternehmens angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen erbracht:

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Prüfung des Depot- und Wertpapierdienstleistungsgeschäfts nach § 89 Abs. 1 WpHG

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Achim Sprengard.

Frankfurt am Main, den 24. März 2022

GAR Gesellschaft für Aufsichtsrecht und Revision mbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Sprengard, Wirtschaftsprüfer

Zissel, Wirtschaftsprüfer

BANK JULIUS BÄR DEUTSCHLAND AG

Hauptsitz Frankfurt am Main

Postfach 150252

60062 Frankfurt am Main

Deutschland

Besucheradresse: An der Welle 1

60322 Frankfurt am Main

Telefon +49 (0) 6990743500

Telefax +49 (0) 69 90743 570

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