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Splendid Medien AG

Annual Report (ESEF) Apr 21, 2023

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splendid medien AG 5299007M20XBX8OEL882 2022-12-31 5299007M20XBX8OEL882 2021-12-31 5299007M20XBX8OEL882 2021-01-01 2021-12-31 5299007M20XBX8OEL882 2021-12-31 5299007M20XBX8OEL882 2020-12-31 5299007M20XBX8OEL882 2020-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember 5299007M20XBX8OEL882 2021-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember 5299007M20XBX8OEL882 2021-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsProfitLossForReportingPeriodMember 5299007M20XBX8OEL882 2021-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 5299007M20XBX8OEL882 2020-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 5299007M20XBX8OEL882 2021-12-31 ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember 5299007M20XBX8OEL882 2020-12-31 ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember 5299007M20XBX8OEL882 2020-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsProfitLossForReportingPeriodMember 5299007M20XBX8OEL882 2021-12-31 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 5299007M20XBX8OEL882 2020-12-31 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 5299007M20XBX8OEL882 2022-01-01 2022-12-31 ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember 5299007M20XBX8OEL882 2021-01-01 2021-12-31 ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember 5299007M20XBX8OEL882 2021-01-01 2021-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsProfitLossForReportingPeriodMember 5299007M20XBX8OEL882 2022-01-01 2022-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsProfitLossForReportingPeriodMember 5299007M20XBX8OEL882 2021-01-01 2021-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember 5299007M20XBX8OEL882 2022-01-01 2022-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember 5299007M20XBX8OEL882 2021-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember 5299007M20XBX8OEL882 2022-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsExcludingProfitLossForReportingPeriodMember 5299007M20XBX8OEL882 2022-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsProfitLossForReportingPeriodMember 5299007M20XBX8OEL882 2022-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 5299007M20XBX8OEL882 2021-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 5299007M20XBX8OEL882 2022-12-31 ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember 5299007M20XBX8OEL882 2021-12-31 ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember 5299007M20XBX8OEL882 2021-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsProfitLossForReportingPeriodMember 5299007M20XBX8OEL882 2022-12-31 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 5299007M20XBX8OEL882 2021-12-31 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 5299007M20XBX8OEL882 2022-01-01 2022-12-31 iso4217:EUR iso4217:EUR xbrli:shares xbrli:pure iso4217:EUR xbrli:shares Zusammengefasster Konzernlage- und Lagebe- richt der Splendid Medien AG, Köln für das Geschäftsjahr 2022 I. Grundlagen des Konzerns I.1 Geschäftsmodell Die Splendid Medien AG ist ein mittelständisch geprägter, inte- grierter Medienkonzern, der vorwiegend im deutschsprachigen Eu- ropa und in den Benelux-Ländern agiert. Die operative Geschäftstätigkeit der Splendid Gruppe unterteilt sich in die Segmente Content und Services. Das Segment Content umfasst den Lizenzhandel mit Filmrechten, Film- und Pro- grammauswertungen im Kino und Home Entertainment (DVD, Blu- ray Disc, Video-on-Demand VoD, Electronic Sell-Through EST) so- wie die Film- und TV-Produktion. Im Segment Services werden umfangreiche Dienstleistungen für die Film- und Fernsehindustrie mit Schwerpunkten bei der Digitalisierung und Synchronisation er- bracht. Konzernstruktur zum 31. Dezember 2022 im Überblick Geschäftsbereich Content Die Splendid Gruppe erwirbt Lizenzrechte an Spielfilmen, Serien, Dokumentationen sowie weiteren Unterhaltungsprogrammen aus verschiedenen Genres von vorwiegend ausländischen Produzen- ten. Daneben entwickelt und produziert die Splendid Gruppe mit Ko-Produktionspartnern Filme für die Auswertung im Kino, TV und auf SVoD-Plattformen (SVoD = Subscription Video-on-Demand = digitale Abonnement-Angebote). 1 Die Lizenzrechte für Spielfilme werden üblicherweise für einen Zeit- raum von 15-20 Jahren erworben. Die Verträge beinhalten in der Regel die Zahlung von Minimumgarantien, die als immaterielle Vermögenswerte aktiviert und entsprechend der Wertschöpfungs- kette erfolgswirksam abgeschrieben werden. Bei den übrigen Formaten wird üblicherweise ein kürzerer Lizenz- zeitraum (5 bis 7 Jahre) vereinbart. In der Regel werden auch für diese Programmbereiche Minimumgarantiezahlungen vereinbart, die als immaterielle Vermögenswerte aktiviert und entsprechend der Auswertungskette erfolgswirksam abgeschrieben werden. Da- neben basieren die Lizenzmodelle auf umsatzabhängigen Lizenz- vergütungen, welche quartalsweise, halbjährlich oder jährlich ab- gerechnet werden. Die Filmbibliothek der Splendid Gruppe umfasst rund 1.800 Filmti- tel und repräsentiert ein breites Spektrum aus den Genres Action, Dokumentation, Horror/Fantasy, TV-Serien, Komödie, Kinder- und Familienunterhaltung, Fitness/Wellness und Gesundheit sowie Drama und Arthouse. Die Vermarktung der Filminhalte erfolgt entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Kino, Home Entertainment und Lizenzen) schwerpunktmäßig im deutschsprachigen Raum sowie in den Be- nelux- Ländern. Kino Ausgewählte Spielfilme und Dokumentationen wertet die Splendid Gruppe im Kino aus. Der Kinoverleih in den Niederlanden wird über eine eigene Vertriebsgesellschaft vorgenommen. In Deutschland, Österreich und Belgien wird beim sogenannten „Booking & Billing“ mit verschiedenen Kooperationspartnern (Einhorn, 24 Bilder, WWE) zusammengearbeitet. Durch eine Kinoveröffentlichung erfährt ein Film eine erhöhte Aufmerksamkeit, was sich i.d.R. positiv auf die Vermarktung in den folgenden Auswertungsstufen auswirkt. 2 Home Entertainment Etwa vier Monate nach dem Kinostart wird der Film üblicherweise im Home Entertainment ausgewertet. Diese umsatzstärkste Aus- wertungsstufe für die Splendid Gruppe umfasst die Bereiche Ver- leih und Verkauf über das Internet (Video-on-Demand VoD und Electronic Sell-Through EST) sowie den Verkauf und Verleih physi- scher Bildtonträger (Blu-ray und DVD). Die Splendid Gruppe gehört zu den bedeutenden unabhängigen DVD/Blu-ray-Anbietern im deutschsprachigen Raum sowie zu den größten Lieferanten des Handels im Home Entertainment-Bereich. Es werden alle Vertriebskanäle bedient – insbesondere Online- Händler und stationärer Verkauf (Warenhausketten, Fachvertriebe, Einzelhandel). Neben der Vermarktung eigener Programme über- nimmt die Splendid Gruppe auch die Vertriebsabwicklung für wei- tere Partner. Im Bereich VoD/EST vermarktet die Splendid Gruppe ihre Inhalte über alle bedeutenden Internet-Plattformen sowie über die eige- nen Portale maxdome (www.maxdome.de) und videociety (www.vi- deociety.de). Unter dem Label „meinVoD“ stellen wir darüber hin- aus Geschäftskunden aus unterschiedlichen Branchen (z.B. Tele- kommunikation, Industrie, Handel) unser VoD-Plattformkonzept zur Verfügung, das den B2B-Kunden ein Leistungsspektrum von Content, Entwicklung, Betrieb und Portalmanagement für ihre End- kunden bietet. Als Content-Aggregator für Amazon, Google, iTu- nes, Sky und andere Portale übernimmt die Splendid Gruppe zu- dem auch den Vertrieb sowie die technische Bereitstellung von Film-Inhalten für Drittanbieter. Lizenzen Zu den Kunden der Splendid Gruppe gehören alle wichtigen TV- Sender sowie SVoD (VoD im Abonnement)-Anbieter im deutsch- sprachigen Raum und in Benelux. Die Splendid Gruppe veräußert die Lizenzrechte für eine vertraglich festgelegte Zeitdauer bzw. für eine vertraglich festgelegte Anzahl von Ausstrahlungen in einer Zeitperiode. Etwa vier bis sechs Monate nach Auswertungsbeginn im Home Entertainment beginnt die Auswertung des Produktes (Film oder Serie) auf den Streaming-Plattformen oder im TV. In der Regel wird der Film zunächst für das sogenannte „Pay1-Window“ an Pay-TV- oder Streaming-Anbieter lizenziert, meist für zwölf Mo- nate. Im Anschluss folgt das Free-TV-Fenster, das zweite Pay- Window oder die AVoD-Auswertung („Advertising“ VoD, mit wer- befinanzierten Portalen anstelle von Abo-Modellen). Ebenfalls hinzu kommt das „Direct to Stream“, bei dem die Film- oder Seri- enpremiere beim Streaming-Dienst oder Pay-TV-Anbieter stattfin- 3 det. Nach Ablauf des Lizenzvertrages steht der Film für eine er- neute Lizenzierung zur Verfügung (Folgeverwertung). Geschäftsbereich Services Die Service-Gesellschaften der Splendid Gruppe erstellen Synchro- nisationen, tontechnische Nachbearbeitungen und erbringen Digi- talisierungsdienstleistungen für die VoD- und EST-Vermarktung im Internet sowie für Blu-ray- und DVD-Produktionen. Die Synchroni- sation und Digitalisierung von Filmen und Serien im eigenen Hause garantiert nicht nur einen gleich bleibend hohen Qualitätsstandard für die eigene Filmbibliothek, sondern wird auch stark von externen Kunden nachgefragt. I.2 Ziele und Strategien Für die strategische Ausrichtung der Splendid Gruppe sind vor al- lem die nachfolgenden Rahmenbedingungen zu beachten: Während der Corona-Pandemie hat der Kinomarkt einen drasti- schen Rückgang erlitten. Geschwindigkeit und Umfang der künfti- gen Erholung werden von Faktoren wie der Kaufkraftentwicklung sowie der Attraktivität des Programms abhängen. In den vergan- genen Jahren war der Kinomarkt insbesondere in den jüngeren Be- suchergruppen zunehmend mit konkurrierenden Entertainment- Formaten wie Gaming, Social Media oder Streaming-Angeboten konfrontiert sowie durch eine hohe Zuschauerkonzentration auf in- ternationale Blockbuster gekennzeichnet. Die Nutzung von Streaming-Angeboten und transaktionalen digi- talen Inhalten als elektronisches Kaufmedium (EST) und Leihme- dium (TVoD) hat durch die Strukturveränderungen infolge der Corona-Pandemie weiter an Intensität zugenommen und führt mit zunehmender Reife des Marktes zur Entwicklung neuer, ergänzen- der Geschäftsmodelle. In der zweiten Jahreshälfte 2022 starteten erste AVoD-Dienste („Advertising Video on Demand“, d.h. werbe- finanzierte Portale anstelle von Abo-VoD). Daneben werden mit FAST-Angeboten (Free Ad Supported TV = lineare Streamingpro- gramme) die Grenzen zum klassischen TV weiter aufgelöst. Das Angebot von High-Speed Internet hat insbesondere seit 2018 auch in Deutschland weiter zugenommen. Dennoch ist die Digita- lisierungsinfrastruktur mit einer Hochgeschwindigkeits-Internet- versorgung von ca. 75% und einer deutlich niedrigeren Quote in Gebieten mit geringerer Bevölkerungsdichte noch ausbaufähig. 4 Der fortschreitende Netzausbau und die zunehmende Anzahl digi- taler Anbieter wird die Nachfrage nach digitalen Inhalten weiter er- höhen. Das hohe Aufkommen an Streaming-Anbietern und neue Ge- schäftsmodelle sorgen für eine hohe Nachfrage nach Postproduk- tions-Dienstleistungen. Entscheidend für die Auftragserteilung ist die Sicherstellung einer hohen Dienstleistungsqualität unter knap- pen personellen Ressourcen und hohen Herausforderungen an die technische Infrastruktur bei gleichzeitiger Preiswettbewerbsfähig- keit und zeitnaher Bereitstellung. Die Splendid Gruppe positioniert sich seit fast 50 Jahren als Inde- pendent in der Medienbranche und verfolgt die Strategie einer nachhaltigen, ertragsorientierten Geschäftsentwicklung. Die Strategie und Struktur im Geschäftsbereich Content des Kon- zerns ist an die zunehmende Entwicklungsdynamik der Märkte und die sich daraus ergebenden Erfordernisse in den Auswertungsstu- fen angepasst. Investitionen in ein breites Portfolio wenig kapital- intensiver Filmprojekte bilden dabei den Schwerpunkt. Einzelne Filme mit hohen Investitionsvolumina, die mit einem hohen Ver- marktungsrisiko verbunden sind, werden selektiv akquiriert bzw. produziert. Die Vermarktung von Titeln und Programmen erfolgt individuali- siert auf Basis einer Einschätzung des konkreten Verwertungspo- tenzials in den verschiedenen Auswertungsstufen. Gleichzeitig konzentriert sich die Splendid Gruppe bei dem Einkauf von Fremd- titeln vorrangig auf den Streaming-Markt. Über die Konzerngesell- schaft Videociety betreibt die Splendid Gruppe mit „maxdome“ ein eigenes transaktionsbasiertes Streaming-Portal. Neben dem Pri- vatkundengeschäft (B2C) bilden die Contentbereitstellung und das Portalmanagement für Geschäftskunden (B2B) einen weiteren Schwerpunkt. Im Geschäftsbereich Services positioniert sich die Splendid Gruppe als bedeutender Dienstleister für Synchronisation und digitale Postproduktion. I.3 Steuerungssysteme Die Splendid Medien AG bestimmt als Management-Holdingge- sellschaft der Splendid Gruppe die Strategie der Unternehmens- gruppe und übernimmt als Muttergesellschaft übergreifende Hol- dingfunktionen wie Rechnungswesen, Finanzierung, allgemeine Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation auf Kon- zernebene sowie Investor Relations. Die Geschäftsführer der ope- 5 rativ tätigen Tochtergesellschaften verantworten den Geschäftser- folg ihrer Gesellschaften in Abstimmung mit dem Vorstand eigen- ständig. Die Geschäftsführer bzw. wichtige Know-how-Träger der Enteractive GmbH und der WVG Medien GmbH sind persönlich am jeweiligen Unternehmen beteiligt. Mit der Splendid Synchron GmbH besteht ein Ergebnisabführungsvertrag und mit der Polyb- and Medien GmbH ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungs- vertrag. Die Konzerngesellschaft Splendid Film GmbH ist mit der Splendid Entertainment GmbH und diese wiederum mit der Splen- did Studios GmbH über Ergebnisabführungsverträge verbunden. Die Splendid Gruppe wird nach den Grundsätzen eines wertorien- tierten Managements gesteuert. Wichtigstes Ziel ist die profitable Geschäftsentwicklung im Kerngeschäft eines jeden operativ tätigen Konzernunternehmens. Das Berichtssystem orientiert sich an den Segmenten Content und Services sowie an den in den Segmenten tätigen Konzerngesellschaften. Die zentralen Steuerungsgrößen sind dabei der Umsatz, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie das Investitionsvolumen in das Filmvermögen. Zudem wer- den - bezogen auf Einzelinvestitionen - Return on Investment-Ana- lysen im Soll-/Ist-Vergleich durchgeführt. Die Liquiditäts- und Cashflow-Steuerung hat ebenso eine vorrangige Bedeutung. Die Steuerung der Konzernentwicklung anhand von EBIT, ROI-Analy- sen und Finanzierungsstruktur gibt nach Auffassung des Vorstands ein aussagekräftiges Bild über die Ertrags- und Finanzkraft des Konzerns wieder. Die wertorientierte Steuerung erfolgt anhand ei- nes konzerninternen Planungs-, Berichts- und Kontrollsystems. Auf monatlicher Basis werden die aktuellen Umsatz-, Ergebnis-, sowie Cashflow- und Liquiditätsentwicklungen erfasst und mittels eines Soll-/Ist-Vergleichs analysiert. Ergänzend wird 14-tägig die Ent- wicklung der Tochtergesellschaften inhaltlich u.a. unter Berücksich- tigung von Chancen und Risiken mit den Geschäftsführern bespro- chen. Bei Bedarf werden unmittelbar Maßnahmen zur Gegensteu- erung eingeleitet. I.4 Forschung und Entwicklung Als Medienunternehmen mit dem Schwerpunkt auf der Filmver- marktung betreibt die Splendid Gruppe keine mit produzierenden Unternehmen der Industrie vergleichbare Forschung und Entwick- lung. II. Wirtschaftsbericht II.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbe- dingungen 6 Deutsche Wirtschaft – Wachstum trotz Krisensituation Die deutsche Wirtschaft zeigte sich trotz Ukraine-Krieg, Lieferket- tenengpässen und Energiekrise robust - das preisbereinigte Brut- toinlandsprodukt nahm im Jahr 2022 um 1,9% gegenüber dem Vorjahr zu. Getragen wurde die Entwicklung vor allem vom Wachs- tum des privaten Konsums, da Reisen, Restaurantbesuche, Kultur- veranstaltungen, Feste und Messen wieder möglich waren. Auf un- seren Absatzmärkten Niederlande und Belgien kam es im Jahr 2022 ebenfalls zu einer Konjunkturerholung. Branchenumfeld Nach dem weitgehenden Wegfall der Einschränkungen im Zusam- menhang mit der COVID-19-Pandemie eröffnete sich den Bran- chenunternehmen eine Rückkehr zur Normalität. Diese Entwick- lung wurde jedoch durch die massiven Auswirkungen des Ukraine- Krieges, die wirtschaftlich vor allem steigende Verbraucherpreise zur Folge hatten, konterkariert. Die Entwicklungen in den Bran- chenfeldern unserer Auswertungsstufen stellten sich im Geschäfts- jahr 2022 wie folgt dar: Der deutsche Kinomarkt meldete sich im Jahr 2022 mit steigenden Zahlen wieder zurück – auch und vor allem aufgrund publikums- trächtiger Kinogroßereignisse, allen voran „Avatar – The Way of Water“, der auch dem 3D-Format wieder zu wachsender Bedeu- tung verhalf. Mit 78 Mio. verkaufter Kinotickets, ein Plus von 85% gegenüber dem Vorjahr (42,1 Mio.) und Kinoumsätzen in Höhe von EUR 722 Mio., ein Plus von 94% (Vorjahr: EUR 373,2 Mio.) wurden zwar noch deutlich geringere Werte erwirtschaftet als im letzten vorpandemischen Jahr 2019. Der Aufwärtstrend ist jedoch sichtbar. Die Preise für Kinotickets nahmen um 4% auf durchschnittlich EUR 9,26 (Vorjahr: EUR 8,87) zu. Auch der Kinomarkt in den Niederlan- den hat gegenüber dem vorpandemischen Jahr 2019 noch Aufhol- bedarf, nahm aber im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr ebenfalls wieder deutlich zu. Auch im Jahr 2022 wirkten sich die eingeschränkten Auswertungs- möglichkeiten in der Kinostufe der Vorjahre im nachgelagerten Home Entertainment Geschäft aus. Der Deutsche Videomarkt (ohne SVoD) nahm gegenüber dem Vorjahr insgesamt um knapp 7% auf EUR 770 Mio. (Vorjahr: EUR 825 Mio.) ab. Auf den Teilmärk- ten ergab sich ein gegenläufiges Bild: Während der digitale Video- markt (transaktionaler Verkauf EST und -Verleih TVoD) um 4% auf EUR 431 Mio. (Vorjahr: EUR 414 Mio.) zunahm, sank der physische Videomarkt (Verkauf und Verleih von Blu-ray und DVD) um 18% 7 auf TEUR 339 (Vorjahr: EUR 411 Mio.). Der Umsatzanteil des digita- len Geschäfts am gesamten Videomarkt lag bei 56% (Vorjahr: 50%). Die Angebote der digitalen Auswertungsstufe SVoD, die im Gegen- satz zum Einzelabruf Abonnementmodelle darstellen, nahm 2022 erneut zu - um 13% auf EUR 2,329 Mrd. (Vorjahr: EUR 2,070 Mrd.). Zu den größten Anbietern zählen Amazon Prime Video, Netflix, Disney+ und Apple TV+. Zu den bedeutendsten TV-Programmen zählen die öffentlich- rechtlichen Sender (ZDF, Das Erste, Dritte Programme) sowie die großen Privatsender RTL, Vox (Mediengruppe RTL), RTL II und die Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe. In Zeiten zunehmender Ver- netzung zwischen TV und Streaming bestimmt sich die Reichweite eines Programms mittlerweile nicht mehr allein durch die lineare Auswertung, sondern zunehmend durch das Streaming. Auch im Branchenbereich Postproduktion, in dem wir mit Schwer- punkten im Bereich der audiovisuellen Postproduktion (Synchroni- sation und digitale Postproduktion) Dienstleistungen erbringen, bestimmen die vorstehend geschilderten Marktentwicklungen die Auftragslage. Die Branche ist in den vergangenen Jahren durch die verbesserte Auftragslage insbesondere seitens der SVoD-Plattfor- men begünstigt. Zunehmend sieht sich die Branche jedoch einem Fachkräftemangel sowie steigenden Energiekosten gegenüberge- stellt – Faktoren, welche den Kostendruck und die hohen Anforde- rungen der Kunden an die technischen und organisatorischen Ab- läufe in der Auftragsbearbeitung verschärfen. II.2 Geschäftsverlauf und Ertragslage des Konzerns Gesamtbewertung des Berichtszeitraums: Das Geschäftsjahr 2022 entwickelte sich für die Splendid Gruppe sehr zufriedenstellend und stand erneut im Zeichen steigender Profitabilität und verbesserter Bilanzrelationen. Der Konzernumsatz erreichte mit EUR 43,7 Mio. (Vorjahr: EUR 44,7 Mio.) die prognostizierte Bandbreite zwischen EUR 42,0 Mio. und EUR 45,0 Mio. Trotz des Umsatzrückgangs ist es der Splendid Gruppe im Geschäftsjahr 2022 erneut gelungen, ein Ergebnis- wachstum im Vergleich zum Vorjahr zu erwirtschaften. Das Ergeb- nis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte EUR 3,3 Mio. (Vorjahr: EUR 3,0 Mio.) und die Profitabilität auf Basis der EBIT-Marge nahm weiter zu (7,7%, Vorjahr: 6,6%). Damit erreichte die Splendid Gruppe das mit Ad hoc-Mitteilung vom 24. November 2022 nach 8 oben angepasste Konzern-EBIT in der Bandbreite zwischen EUR 3,0 Mio. bis EUR 3,5 Mio. Die ursprüngliche Bandbreite für das Kon- zern-EBIT zwischen EUR 2,0 Mio. und EUR 3,0 Mio. (vom Vorstand kommuniziert im Prognosebericht 2021) war damit übertroffen worden. Zur Verbesserung des Konzern-EBIT haben neben dem überpro- portionalen Rückgang der Herstellungskosten auch Verminderun- gen der Vertriebs- und Verwaltungskosten beigetragen, sodass der Rückgang des Konzernumsatzes überkompensiert werden konnte. Die Erhöhung des Konzernjahresergebnisses auf EUR 4,6 Mio. ge- genüber dem Vorjahr (EUR 2,4 Mio.) resultiert im Wesentlichen aus eine deutlich positiven Steuerposition, insbesondere im Zusam- menhang mit dem Ansatz aktiver latenter Steuern auf bestehende steuerliche Verlustvorträge. Unter Berücksichtigung laufender Er- tragsteuern ergibt sich ein Steuerertrag in Höhe von EUR 1,6 Mio. (Vorjahr Aufwand EUR 0,1 Mio.). Zudem wurde ein leicht verbes- sertes Finanzergebnis in Höhe von EUR -0,4 (Vorjahr: EUR -0,6 Mio.) ausgewiesen. Das Ergebnis je Aktie lag im Berichtsjahr bei EUR 0,46 (Vorjahr: EUR 0,24). Das Eigenkapital des Konzerns verbesserte sich aufgrund des Kon- zernjahresergebnisses zum Stichtag auf EUR 9,6 Mio. (Vorjahr: EUR 5,1 Mio.). Damit erreichten wir erneut eine deutliche Erhöhung der Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr auf 29,5% (Vorjahr: 17,4 %). Die Liquiden Mittel in Höhe von EUR 4,5 Mio. (Vorjahr: EUR 6,9 Mio.) bilden unter Berücksichtigung der verfügbaren Kreditlinien und des gewährten Gesellschafterdarlehens eine auskömmliche fi- nanzielle Ausstattung. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar: Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2022 Veränderung in TEUR 2022 2021 Umsatzerlöse 43.686 44.734 -1.048 Herstellungskosten -28.764 -30.689 1.925 Bruttoergebnis vom Umsatz 14.922 14.045 877 Vertriebskosten -5.800 -5.916 116 Verwaltungskosten -6.610 -6.772 162 Sonstige betriebliche Erträge 858 1.813 -955 Sonstige betriebliche Aufwendungen -114 -179 65 Währungsergebnis 92 -19 111 Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 3.348 2.972 376 Finanzergebnis -417 -561 144 Ergebnis vor Steuern ( EBT) 2.931 2.411 520 Ertragsteuern 1.626 -58 1.684 Konzernjahresergebnis 4.557 2.353 2.204 9 Umsatzentwicklung Die Splendid Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2022 einen Gesamtumsatz von EUR 43,7 Mio. (Vorjahr: EUR 44,7 Mio.). Damit lag der Konzernumsatz innerhalb der prognostizierten Bandbreite. Insgesamt ergab sich gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzrückgang von EUR 1,0 Mio. bzw. 2,3 %. In den einzelnen Geschäftsbereichen und Auswertungsstufen ent- wickelte sich der Umsatz wie folgt: Segment Content Im Geschäftsjahr 2022 wurde im Segment Content ein Umsatz von EUR 37,4 Mio. (Vorjahr: EUR 39,4 Mio.) erwirtschaftet, ein Umsatz- rückgang von 5,0% gegenüber dem Vorjahr, der alle Wertschöp- fungsstufen mit Ausnahme der Auftragsproduktion betraf. Der An- teil am Konzernumsatz lag bei 86% (Vorjahr: 88%). In der Auswertungsstufe Kinoverleih erwirtschafteten wir mit der Veröffentlichung von Kinofilmen in Deutschland, Österreich und den Benelux-Staaten einen Umsatz von EUR 1,8 Mio. (EUR 2,1 Mio.) Unsere besucherstärkste Kinoveröffentlichung war die Familienko- mödie „De Allergrootste Slijmfilm“, die in Zusammenarbeit mit un- serem niederländischen Produktionspartner NewBe produziert und von Splendid Film B.V. im Juli 2022 veröffentlicht wurde. Der Film knüpfte mit knapp 225.000 Zuschauern in den niederländischen und belgischen Kinos an die Erfolge des ersten und des zweiten Teils der „Slijmfilm“-Reihe an. Unsere weitere niederländische Ko- produktion - „Misfit the Switch“ blieb mit 124.000 Zuschauern leicht hinter unseren Erwartungen. In Deutschland erreichte das preisgekrönte Drama „Die Königin des Nordens“ (OT: „Margrete – Queen of the North“) 2022 insgesamt 87.000 Zuschauer und der Horrorfilm „Jeepers Creepers Reborn“ knapp 65.000 Zuschauer. In der Auswertungsstufe Home Entertainment erwirtschafteten wir mit der Veröffentlichung von Blu-ray, DVD, aus digitalem Ver- trieb (VoD, EST) sowie aus Vertriebsdienstleistungen für nationale und internationale Vertriebspartner einen Umsatz von insgesamt EUR 18,3 Mio. (Vorjahr: EUR 20,0 Mio.), davon EUR 9,1 Mio. (Vorjahr EUR 10,7 Mio.) aus physischen Bildtonträgern (DVD, Blu-ray). Der Umsatzrückgang bei den physischen Bildtonträgern gegenüber dem Vorjahr lag mit knapp 16% leicht unterhalb des Niveaus der Marktentwicklung. Die Umsatzerlöse im digitalen Vertrieb (VoD und EST) lagen mit gerundet EUR 9,1 Mio. etwa auf Vorjahreshöhe (EUR 9,3 Mio.). Der 10 Anteil des digitalen Vertriebs am Gesamtumsatz der Auswertungs- stufe Home Entertainment erhöhte sich auf 50,0% (Vorjahr: 46,5%). Neben den Umsatzbeiträgen aus der Auswertung unserer Pro- gramme im VoD und EST über alle relevanten Internet-Plattformen sind Umsätze unserer eigenen Portale maxdome und videociety sowie aus dem transaktionalen Geschäft unseres B2B-Portals „meinVoD“, insbesondere aus der langfristig angelegten Zusam- menarbeit mit der freenet DLS GmbH (früher: mobilcom-debitel GmbH), einer Tochtergesellschaft der freenet AG, im digitalen Ver- trieb enthalten. In der Auswertungsstufe Lizenzverkäufe erzielte die Splendid Gruppe im Geschäftsjahr 2022 mit der Lizenzierung an SVoD-An- bieter und TV-Sender Umsatzerlöse von EUR 12,9 Mio. (Vorjahr: EUR 13,1 Mio.), erwartungsgemäß ein leichter Rückgang gegen- über dem Vorjahr. Neben Lizenzverkäufen an TV-Sender im deutschsprachigen Raum und in Benelux wurden wie im Vorjahr Umsätze aus Lizenzverträgen mit SVoD-Anbietern und Pay-TV- Sendern realisiert, darunter Amazon, freenet Video, Sky und Netflix. Im Berichtszeitraum wurden weitere Lizenzverträge mit SVoD-An- bietern und TV-Sendern verhandelt bzw. abgeschlossen, die ab 2023 umsatzwirksam werden. Im Geschäftsfeld Auftragsproduktion konzentrierten wir uns planmäßig vorrangig auf die Herstellung von „Die Wollnys“ für RTL Zwei. Die Umsatzerlöse beliefen sich im Geschäftsjahr auf EUR 4,4 Mio. (Vorjahr: EUR 4,2 Mio.), gegenüber dem Vorjahr ein leichter Zuwachs. Segment Services Im Segment Services erreichten wir im Geschäftsjahr 2022 ein Um- satzwachstum von 17%. Der Anteil des Segments am Konzernum- satz betrug 14% (Vorjahr: 12%). Der Außenumsatz mit konzern- fremden Auftraggebern stieg von EUR 5,4 Mio. auf 6,3 Mio. Maß- geblichen Anteil am Umsatzanstieg hatte die Konzerngesellschaft Splendid Synchron GmbH, jedoch wurde auch im Servicebereich Digitalisierung (Konzerngesellschaft Enteractive GmbH) ein Um- satzzuwachs bei Aufträgen mit Dritten erwirtschaftet. Die Innenum- sätze des Segments mit Konzerngesellschaften lagen mit EUR 2,0 Mio. geringfügig unter denen des Vorjahres (EUR 2,1 Mio.). Im Servicebereich Synchronisation werden Spielfilme, Serien sowie Voice-Over von Dokumentationen ins Deutsche adaptiert. Die Splendid Synchron bearbeitet hierfür Content aller Verwertungsar- ten: Kino, TV, Streaming/Mediatheken, DVD/Blu-ray. Die Auftrag- 11 geber sind eine Vielzahl von internationalen und nationalen Pro- duzenten, Lizenzhändlern, Sendern, Plattformen wie Disney, BBC, Paramount, Warner Bros., Discovery, RTL Deutschland, ProSieben SAT1, DreamWorks, ZDF, Sky und All3Media. Der Anteil des Au- ßenumsatzes der Gesellschaft stieg im Berichtsjahr auf 90 % (Vor- jahr: 85 %). Das Unternehmen produziert am Hauptsitz in Köln so- wie in Berlin. Im Servicebereich Digitalisierung lag der Anteil der Umsätze mit Dritten wie im Vorjahr bei 50%. Die Enteractive erbringt am Unter- nehmenssitz Hamburg ihre Dienstleistungen zunehmend über die selbst entwickelte Platform-as-a-Service-Lösung todos. Über die verschiedenen todos-Module werden z.B. Digitalisierung, Archivie- rung und Auslieferung von Content an die Kunden vorgenommen. Über weitere Module werden Screener Portale sowie VoD-Trans- aktions-Reportings bereitgestellt. Zu den externen Kunden zählen u.a. Warner Bros., Netflix, Leonine, Plaion sowie BBC Studios. Kostenentwicklung Die Herstellungskosten verringerten sich erwartungsgemäß im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf EUR 28,8 Mio. (Vorjahr: EUR 30,7 Mio.). Dies ging im Wesentlichen zurück auf niedrigere plan- mäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 8,9 Mio. EUR (Vorjahr: 11,7 Mio.). Die turnusmäßigen Impairment Tests für das Filmver- mögen ergaben einen Wertminderungsbedarf von EUR 0,4 Mio. (Vorjahr: EUR 0,2 Mio.). Die Herausbringungskosten in der Kino- stufe, im Home Entertainment und in der Auftragsproduktion wa- ren mit EUR 9,6 Mio. (Vorjahr: EUR 9,3 Mio.) höher als im Vorjahr, im Wesentlichen aufgrund einer höheren Anzahl ausgewerteter Ti- tel. Der vertragliche Lizenzaufwand (Royalties) auf den Auswer- tungserfolg von Lizenzprodukten belief sich auf EUR 4,2 Mio. (Vor- jahr: EUR 4,4 Mio.). Die Personalkosten stiegen auf EUR 4,7 Mio. (Vorjahr: EUR 4,4 Mio.). Aufgrund der insgesamt unterproportiona- len Kostenverläufe sank die Herstellungskostenquote des Ge- schäftsjahres auf 65,8 % (Vorjahr: 68,6 %). Die Vertriebskosten reduzierten sich auf EUR 5,8 Mio. (Vorjahr: EUR 5,9 Mio.). Höherer Werbe- und Marketingaufwand wurde insbe- sondere durch geringere Provisionen für das Home Entertainment- Geschäft sowie geringeren Aufwand für GEMA und Filmförderung kompensiert. Die Personalkosten lagen auf Vorjahresniveau. Die Vertriebskostenquote betrug 13,3 % (Vorjahr: 13,2%). Die Verwaltungskosten verringerten sich ebenfalls und beliefen sich auf EUR 6,6 Mio. (Vorjahr: EUR 6,8 Mio.). Der Rückgang entfiel maßgeblich auf verringerte Rechts- und Beratungskosten sowie auf 12 verringerte Kosten für Öffentlichkeitsarbeit. Der Aufwand für Büro- infrastruktur und Betriebskosten sowie die Personalkosten stieg je- weils gegenüber dem Vorjahr. Die Verwaltungskostenquote betrug 15,1 % und lag mit dem Vorjahreswert gleichauf. Die Sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von EUR 0,9 Mio. (Vor- jahr: EUR 1,8 Mio.) betrafen im Wesentlichen Erträge aus der Auf- lösung von Rückstellungen sowie aus Filmverleihförderungen. Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen die Bewer- tung von Finanzinstrumenten sowie Verluste aus Abgängen mate- rieller und immaterieller Vermögenswerte. Im Berichtszeitraum entstand ein positives Währungsergebnis (EUR 0,1 Mio.). Die saldierten Nettogewinne umfassen sowohl realisierte als auch stichtagsbezogene Wechselkurseffekte aus US-Dollar-Ter- mingeschäften. Ergebnisentwicklung Beide Segmente erreichten ein positives operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Das Segment Content erzielte mit EUR 5,2 Mio. ein höheres Ergeb- nis vor Zinsen und Steuern (EBIT) als im Vorjahr (EUR 5,1 Mio.). Die EBIT-Marge des Segments erhöhte sich auf 13,8 % (Vorjahr: 13,0 %). Im Segment Services übertraf das EBIT mit EUR 0,5 Mio. ebenfalls den Vorjahreswert (EUR 0,3 Mio.). Die EBIT-Marge erhöhte sich auf 8,3% (Vorjahr: 6,0%). Auch nach Berücksichtigung des Holding-Ergebnisses verbesserte sich wie prognostiziert das Konzern-EBIT der Splendid Gruppe ge- genüber dem Vorjahr und belief sich 2022 auf EUR 3,3 Mio. (Vor- jahr: EUR 3,0 Mio.). Die EBIT-Marge erhöhte sich um mehr als einen Prozentpunkt auf 7,7% (Vorjahr: 6,6%). Die Finanzaufwendungen und damit das negative Finanzergebnis reduzierten sich auf EUR -0,4 Mio. (Vorjahr: EUR -0,6 Mio.) aufgrund der verringerten Zinsaufwendungen für die Inanspruchnahme von Finanzierungslinien. Bei den Ertragsteuern in Höhe von EUR 1,6 Mio. stehen einem lau- fenden Ertragsteueraufwand in Höhe von EUR 0,7 Mio. (Vorjahr: 13 EUR 0,1 Mio.) latente Steuererträge insbesondere im Zusammen- hang mit dem Ansatz bestehender steuerlicher Verlustvorträge in Höhe von insgesamt EUR 2,4 Mio. gegenüber. Das Konzernjahresergebnis ist mit EUR 4,6 Mio. deutlich positiv (Vorjahr: EUR 2,4 Mio.). Das Ergebnis je Aktie betrugt im Geschäfts- jahr EUR 0,46 (Vorjahr: EUR 0,24). II.3 Vermögenslage des Konzerns Konzernbilanz zum 31.12.2022 in TEUR 31.12.2022 31.12.2021 Veränderung Aktiva Langfristige Vermögenswerte 15.747 11.923 3.824 Kurzfristige Vermögenswerte 16.978 17.243 -265 Summe Aktiva 32.725 29.166 3.559 Passiva Eigenkapital 9.643 5.086 4.557 Langfristige Verbindlichkeiten 605 618 -13 Kurzfristige Verbindlichkeiten 22.477 23.462 -985 Summe Passiva 32.725 29.166 3.559 Die Konzernbilanzsumme der Splendid Gruppe erhöhte sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 32,7 Mio. (Vorjahr: EUR 29,2 Mio.), ins- besondere durch den Aufbau langfristiger Vermögenswerte auf der Aktivseite und die Stärkung des Eigenkapitals auf der Passiv- seite. Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich auf EUR 15,7 Mio. (Vorjahr: EUR 11,9 Mio. Das Filmvermögen nahm auf EUR 7,9 Mio. zu (Vorjahr: EUR 5,9 Mio.). Die unter den langfristigen Vermögens- werten ausgewiesenen latenten Steueransprüche in Höhe von EUR 2,8 Mio. resultieren überwiegend aus dem Ansatz aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge der Splendid Film GmbH sowie der Vi- deociety GmbH. Zu den Filminvestitionen verweisen wir auf die Er- läuterungen unter Punkt II. 4. „Investitionen“ in diesem zusammen- gefassten Lagebericht. Dem stand eine Minderung der Geschäfts- oder Firmenwerte um EUR 0,5 Mio. im Zusammenhang mit der Ver- äußerung des Geschäftsbetriebs Auftragsproduktion der Splendid Studios GmbH im Wege eines Asset Deals (im Wesentlichen Rechte und Lizenzen betreffend die TV-Produktion „Die Wollnys“ sowie materielle Vermögenswerte wie Technik und IT-Equipment) ge- genüber. Zudem verringerten sich die Immateriellen Vermögens- werte aufgrund planmäßiger Abschreibungen auf EUR 1,2 Mio. 14 (Vorjahr: EUR 1,5 Mio.). Die langfristigen Forderungen aus Lieferun- gen und Leistungen (im Wesentlichen. Lizenzforderungen) erhöh- ten sich demgegenüber auf EUR 1,6 Mio. (Vorjahr: EUR 1,3 Mio.). Bei den kurzfristigen Vermögenswerten in Höhe von EUR 17,0 Mio. (Vorjahr: EUR 17,2 Mio.) ergab sich eine Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf EUR 11,5 Mio. (Vorjahr: EUR 9,3 Mio.), welcher ein Rückgang der liquiden Mittel auf EUR 4,5 Mio. (Vorjahr: EUR 6,9 Mio.) gegenübersteht. Das Eigenkapital des Konzerns nahm zum Stichtag aufgrund des Konzernjahresergebnisses deutlich auf EUR 9,6 Mio. zu (Vorjahr: EUR 5,1 Mio.). Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 29,5% (Vor- jahr: 17,4%). Der Bilanzverlust 2021 der Konzernobergesellschaft wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Die langfristigen Verbindlichkeiten wurden mit EUR 0,6 Mio. auf Vorjahresniveau ausgewiesen. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gingen ebenfalls zurück und beliefen sich auf EUR 22,5 Mio. (Vorjahr: EUR 23,4 Mio.). Der voll- ständigen Rückführung kurzfristiger Darlehensverbindlichkeiten gegenüber den bisherigen Finanzierungspartnern stand eine Erhö- hung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Verbindlichkeiten (im Wesentlichen gegenüber Li- zenz- und Vertriebspartnern) auf EUR 10,0 Mio. (Vorjahr: EUR 8,6 Mio.) gegenüber. Die Vertragsverbindlichkeiten (erhaltene Anzahlungen) verminder- ten sich auf EUR 1,4 Mio. (Vorjahr: EUR 1,6 Mio.). Die Rückstellun- gen beliefen sich zum Stichtag auf EUR 9,8 Mio. (Vorjahr: EUR 9,4 Mio.). Hierin enthalten sind im Wesentlichen Rückstellungen für Verpflichtungen aus Lizenzverträgen (Royalties auf den Auswer- tungserfolg von Lizenzprodukten) sowie für Remissionen aus dem physischen Home Entertainment-Geschäft. II.4 Finanzlage des Konzerns Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements Das Finanzmanagement des Konzerns stellt sicher, dass die Unter- nehmen der Splendid Gruppe dauerhaft liquide sind, überwacht fi- nanzielle Risiken und steuert Finanzströme im Konzern. Die Splen- did Medien AG erbringt diese Aufgaben zentral für den Gesamt- konzern. Ziel ist es, den Finanzbedarf der Gesellschaften kosten- 15 günstig und möglichst über die vorhandenen internen und exter- nen Finanzierungsmöglichkeiten zu decken. Dies gilt sowohl für das operative Geschäft als auch für Investitionen. Bei der Auswahl der Finanzprodukte orientiert sich die Splendid Medien AG grund- sätzlich an der Art sowie der voraussichtlichen Laufzeit des zu- grunde liegenden Geschäfts. Grundlage für das Finanzmanage- ment ist die kontinuierliche Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows sowie der Bankguthaben und der freien und in Anspruch genommenen Linien bei den finanzieren- den Kreditinstituten. Kapitalstruktur Das Geschäftsmodell der Splendid Gruppe erfordert eine ausrei- chende Kapitalausstattung, insbesondere zur Finanzierung der er- worbenen Filmlizenzen sowie zur Finanzierung der mit der Filmver- marktung verbundenen Betriebsmittel. Die Splendid Gruppe strebt hierfür ein angemessenes Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital an. Die Kapitalstruktur zum Bilanzstichtag weist eine Eigenkapital- quote von 29,5% (Vorjahr: 17,4%) aus. Damit wurde die Eigenkapi- talquote erneut gegenüber dem Vorjahresstichtag deutlich erhöht. Entsprechend sank der Anteil insbesondere der kurzfristigen Ver- bindlichkeiten – im Wesentlichen aufgrund der vollständigen Rück- führung kurzfristiger Darlehensverbindlichkeiten (Vorjahr EUR 2,8 Mio.) – auf 68,7% (Vorjahr: 80,4%). In den Verbindlichkeiten sind zum Bilanzstichtag Leasingverbind- lichkeiten von EUR 1,3 Mio. (Vorjahr: EUR 1,3 Mio.) enthalten. Die Verbindlichkeiten gegenüber den bisherigen Finanzierungs- partnern sind planmäßig zurückgeführt worden. 2022 wurden neue, unbefristete Finanzierungsvereinbarungen mit mehreren Ge- schäftsbanken über einen Gesamtkreditrahmen in Höhe von EUR 9,0 Mio. geschlossen. Die auf den Gesamtkreditrahmen anzurechnenden Avalkreditinan- spruchnahmen belaufen sich zum Stichtag auf EUR 0,3 Mio.; Rück- deckungen für Devisentermingeschäfte bestanden zum Stichtag nicht. Zu weiteren Details der bestehenden Fremdfinanzierung verweisen wir auf die Angaben unter V.5.1 Finanzierung und Liquidität in den Konzerngesellschaften. 16 Cashflow / Liquidität Die Splendid Gruppe entwickelt ihren Cashflow nach der indirekten Methode ausgehend vom Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Dieses wird um nicht zahlungswirksame Vorgänge bereinigt. Er- gänzend werden die Zahlungsströme berücksichtigt, die aus der Veränderung von Bilanzposten abgeleitet werden. Die Entwicklung der Cashflows im Berichtszeitraum stellt sich wie folgt dar: Konzern-Cashflow-Rechnung 2022 in TEUR 2022 2021 Veränderung Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit 9.741 16.769 -7.028 Cashflow aus der Investitionstätigkeit -10.678 -9.929 -749 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -1.513 -7.216 5.703 Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes -2.450 -376 -2.074 Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 6.905 7.281 -376 Finanzmittelbestand am Ende der Periode 4.455 6.905 -2.450 Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit des Konzerns hat sich im Geschäftsjahr auf EUR 9,7 Mio. (Vorjahr: EUR 16,8 Mio.) verrin- gert, im Wesentlichen bedingt durch Veränderungen im Working Capital. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von EUR -10,7 Mio. (Vorjahr: -9,9 Mio.) umfasst im Wesentlichen Zahlungsab- flüsse aus Investitionen in das Filmvermögen in Höhe von insge- samt EUR 11,0 Mio. (Vorjahr: EUR 8,5 Mio.), darunter auch für die Eigenproduktion „Gletschergrab“. Daneben sind Einzahlungen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Veräußerung des Ge- schäftsbereichs Auftragsproduktion der Splendid Studios in Höhe von EUR 0,6 Mio. enthalten. Bei dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von EUR -1,5 Mio. (Vorjahr: EUR -7,2 Mio.). stehen Zuflüssen aus Darlehens- gewährungen Abflüsse aus planmäßiger Rückführung kurzfristiger Darlehensverbindlichkeiten (Nettoeffekt EUR -0,8 Mio., Vorjahr: EUR -6,0 Mio.) sowie Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von EUR 0,7 Mio. (Vorjahr: 0,7 Mio.) gegenüber. Der Finanzmittelbestand der Splendid Gruppe umfasst den Kassen- bestand und Bankguthaben. Insgesamt betrug der Finanzmittelbe- stand zum Ende des Berichtszeitraums EUR 4,5 Mio. (Vorjahr: EUR 6,9 Mio.). 17 Investitionen in das Filmvermögen Im Geschäftsjahr 2022 investierte die Splendid Gruppe mit EUR 11,3 Mio. mehr in das Filmvermögen als im Vorjahr (EUR 8,1 Mio.). Davon wurden EUR 11,0 Mio. (Vorjahr: EUR 8,5 Mio.) auszahlungs- wirksam. Die Investitionen enthalten auch Anzahlungen für Film- rechte, die nach Vertragsabschluss bzw. zu Drehbeginn geleistet werden. Es wurde vorwiegend in ein breites Portfolio von weniger kapital- intensiven Filmen insbesondere für die digitalen Plattformen inves- tiert sowie in die Eigenproduktion „Gletschergrab“. Die Splendid Gruppe verhandelte bzw. schloss im Jahresverlauf weitere Einkaufs- verträge für die Auswertung im deutschsprachigen Raum und Be- nelux, die ab 2023 investitionswirksam werden. Das Bestellobligo daraus liegt bei EUR 10,5 Mio. (Vorjahr: EUR 11,4 Mio.) (Vgl. dazu Kapitel 9 „Sonstige finanzielle Verpflichtungen“ im Konzernan- hang). II.5 Mitarbeiter Die Gesamtzahl der angestellten MitarbeiterInnen (ohne Vorstand) betrug zum Jahresende 133 (Vorjahr 148). Im Laufe des Jahres ver- ließen 36 MitarbeiterInnen die Splendid Gruppe, 21 MitarbeiterIn- nen wurden eingestellt. Zum Bilanzstichtag waren 5 MitarbeiterIn- nen (Vorjahr: 3) kurzfristig bzw. projektbezogen beschäftigt. In der Tochtergesellschaft Splendid Entertainment wurden darüber hinaus unterjährig zusätzlich bis zu 35 MitarbeiterInnen projektbe- zogen befristet beschäftigt zur Realisierung der Eigenproduktion „Gletschergrab“. Zum Bilanzstichtag waren in der Splendid Enter- tainment keine MitarbeiterInnen mehr beschäftigt. Zum Bilanzstichtag ergibt sich die Anzahl der angestellten Mitar- beiter in den Segmenten wie folgt: 31.12.2022 31.12.2021 Content 57 71 Services 62 62 Holding 14 15 Gesamt 133 148 Die Mehrzahl der KonzernmitarbeiterInnen verfügt über langjäh- 18 rige Branchenerfahrung bzw. Konzernzugehörigkeit. MitarbeiterIn- nen in Schlüsselpositionen, insbesondere die Geschäftsleitungen der Tochtergesellschaften, sind über Bonussysteme und/oder Be- teiligungen am Geschäftserfolg beteiligt. III. Nachtragsbericht Die Berichterstattung über Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Abschlussstichtag eingetreten sind, erfolgt gemäß § 314 Nr. 25 HGB im Konzernanhang. Auf die dortigen Ausführun- gen wird verwiesen. IV. Ergänzende Angaben für die Splendid Medien AG (handels- rechtlicher Einzelabschluss der Konzern-Muttergesellschaft) Überblick über das Geschäftsjahr 2022 und Prognose der Splendid Medien AG (Muttergesellschaft) Die Splendid Medien AG (Muttergesellschaft) ist als Management- holding der Splendid Gruppe hinsichtlich des Geschäftsverlaufs, der Lage sowie der voraussichtlichen Entwicklung mit ihren we- sentlichen Chancen und Risiken maßgeblich von der Entwicklung der operativen Gesellschaften in der Splendid Gruppe abhängig. Ergänzend zu der konzernweiten Betrachtung ist das handelsrecht- liche Jahresergebnis die wichtigste Steuerungsgröße der Splendid Medien AG. Der Jahresabschluss der Splendid Medien AG nach handelsrechtlichen Vorschriften dient als Bemessungsgrundlage für die Dividendenausschüttung an die Aktionäre der Gesellschaft. Geschäftsverlauf und Ertragslage Die Splendid Medien AG erzielt Umsatzerlöse im Wesentlichen aus Verwaltungskostenumlagen und Mietumlagen. Daneben verein- nahmt die Gesellschaft Zinserträge aus der Finanzierung der Kon- zerntöchter sowie Beteiligungsergebnisse aus Ergebnisabfüh- rungsverträgen mit Tochtergesellschaften. Der Geschäftsverlauf der Splendid Medien AG ist damit wesentlich geprägt von der Ge- schäftsentwicklung und dem Ausschüttungsverhalten ihrer Beteili- gungen. Der Jahresfehlbetrag der Gesellschaft lag wie prognosti- ziert deutlich über dem Jahresfehlbetrag 2021. Im Folgenden sind die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bi- lanz der Splendid Medien AG nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) dargestellt. 19 Gewinn- und Verlustrechnung 2022 der Splendid Medien AG nach HGB in TEUR 2022 2021 Veränderung Umsatzerlöse 1.343 1.254 89 Sonstige betriebliche Erträge 1.565 259 1.306 Personalaufwand -1.928 -1.746 -182 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlage- vermögens und Sachanlagen -66 -53 -13 Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.781 -2.213 432 Beteiligungsergebnis 1.034 1.249 -215 Finanzergebnis 0 8 -8 Abschreibungen auf Finanzanlagen -1.800 0 -1.800 Ergebnis nach Steuern -1.633 -1.242 -391 Jahresergebnis -1.633 -1.242 -391 Verlustvortrag -5.554 -4.312 -1.241 Bilanzverlust -7.187 -5.554 -1.633 Die Splendid Medien AG hat im Geschäftsjahr 2022 unverändert zu Vorjahren zentrale Servicefunktionen im Verwaltungsbereich der Splendid Gruppe ausgeübt. Aus den im Wege von Verwaltungs- kostenumlagen weiterbelasteten Aufwendungen aus Serviceleis- tungen sowie der Untervermietung von Geschäftsräumen an die Tochtergesellschaften erzielte die Gesellschaft Umsatzerlöse in Höhe von EUR 1,3 Mio. und somit auf Vorjahresniveau. In den Sonstigen betrieblichen Erträgen ist eine Zuschreibung auf Ausleihungen an eine Konzerngesellschaft in Höhe von EUR 1,5 Mio. enthalten. Die operativen Kosten sanken im Berichtszeitraum. Erhöhungen insbesondere bei den in den Personalkosten enthaltenen Tantie- men sowie für IT-Infrastruktur standen Verringerungen insbeson- dere bei den Rechts- und Beratungskosten sowie bei den Kosten für Öffentlichkeitsarbeit gegenüber. Das Beteiligungsergebnis (Erträge aus Ergebnisabführungsverträ- gen mit den Tochtergesellschaften) lag bei EUR 1,0 Mio. (Vorjahr: EUR 1,2 Mio.). Das Finanzergebnis resultiert aus Zinserträgen für Ausleihungen an Tochtergesellschaften sowie aus Zinsaufwand für Bankkredite und insbesondere für ein im Geschäftsjahr neu gewährtes Gesellschaf- terdarlehen. Zu weiteren Details verweisen wir auf die Angaben un- ter 11. Beziehungen zu nahestehenden Personen im Konzernan- hang. 20 Es wurde eine Wertberichtigung auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 1,8 Mio. vorgenommen. Der Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR -1,6 Mio. (Vorjahr: EUR -1,2 Mio.) soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die Hauptver- sammlung findet am 13. Juni 2023 in Köln statt. Vermögenslage der Splendid Medien AG Bilanz der Splendid Medien AG zum 31.12.2022 (HGB) in TEUR 31.12.2022 31.12.2021 Veränderung Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände 46 49 -3 Sachanlagen 96 120 -24 Finanzanlagen 24.302 23.102 1.200 24.444 23.271 1.173 Umlaufvermögen Forderungen gegen verbundene Unternehmen 693 784 -91 Sonstige Vermögensgegenstände 0 2 -2 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 266 252 14 959 1.038 -79 Rechnungsabgrenzungsposten 34 25 9 Summe Aktiva 25.436 24.334 1.102 Eigenkapital Gezeichnetes Kapital 9.790 9.790 0 Kapitalrücklage 2.752 2.752 0 Gewinnrücklagen 15.748 15.748 0 Bilanzverlust -7.187 -5.554 -1.633 21.103 22.736 -1.633 Rückstellungen 880 813 67 Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3 0 3 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 44 162 -118 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 786 36 750 Sonstige Verbindlichkeiten 2.620 587 2.033 3.453 785 2.668 Summe Passiva 25.436 24.334 1.102 21 Die Bilanzsumme der Splendid Medien AG hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 1,1 Mio. erhöht, im Wesentlichen aus dem Aufbau von Verbindlichkeiten. Die Finanzanlagen erhöhten sich zum Bilanzstichtag um EUR 1,2 Mio. auf EUR 24,3 Mio. (Vorjahr: EUR 23,1 Mio.) und enthielten im Wesentlichen Ausleihungen an verbundene Unternehmen zur Fi- nanzierung des Geschäftsbetriebes. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen vermin- derten sich gegenüber dem Vorjahr auf EUR 0,7 Mio. (Vorjahr: EUR 0,8 Mio.). Hierin enthalten sind im Wesentlichen Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen. Die Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Tantiemen sowie Abschluss- und Beratungskosten. Sonstige Verbindlichkeiten umfassen überwiegend ein Gesellschaf- terdarlehen des Mehrheitsaktionärs in Höhe von EUR 2,5 Mio. (Vor- jahr EUR 0,5 Mio.). Finanzlage der Splendid Medien AG Zahlungsmittel Zahlungsmittel in Form von Guthaben bei Kreditinstituten bestan- den zum Bilanzstichtag in Höhe von EUR 0,3 Mio. (Vorjahr: EUR 0,3 Mio.) Kapitalstruktur Das Eigenkapital hat sich durch den Jahresfehlbetrag auf EUR 21,1 Mio. (Vorjahr: EUR 22,7 Mio.) verringert. Zum Bilanzstichtag wird eine Eigenkapitalquote von 83,0 % (Vorjahr: 93,4 %) ausgewiesen. Der Bilanzverlust 2021 in Höhe von TEUR 5.554 wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Nachtragsbericht der Splendid Medien AG Die Berichterstattung über Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Abschlussstichtag eingetreten sind, erfolgt gemäß § 285 Nr. 33 HGB im Anhang. Auf die dortigen Ausführungen wird verwiesen. 22 Risiken der Splendid Medien AG Die Splendid Medien AG ist u.a. durch Finanzierungen, durch mit- telbare und unmittelbare Investitionen in die Beteiligungsunter- nehmen sowie durch Ergebnisabführungsverträge mit Tochterge- sellschaften weitgehend mit den Unternehmen der Splendid Gruppe verbunden. Daher ist die Risikosituation der Splendid Me- dien AG wesentlich von der Risikosituation der Splendid Gruppe abhängig. Die Aussagen zur Gesamtbewertung der Risikosituation der Splendid Gruppe gelten damit auch für die Risikosituation der Splendid Medien AG. Prognose und wesentliche Chancen der künftigen Entwicklung der Splendid Medien AG Die Ertragslage der Splendid Medien AG wird durch Beteiligungs- ergebnisse, Zinszahlungen der Tochtergesellschaften für von der AG gewährte Darlehen sowie eine umsatzabhängige Verwaltungs- kostenumlage bestimmt. Die Beteiligungsergebnisse resultieren aus Ergebnisabführungsverträgen mit den Tochtergesellschaften Polyband Medien GmbH und Splendid Synchron GmbH und spie- geln damit insoweit unmittelbar den Geschäftserfolg dieser Toch- tergesellschaften wider. Im Übrigen werden die Chancen der künftigen Entwicklung der Splendid Medien AG maßgeblich bestimmt durch die Entwicklung aller Unternehmen der Splendid Gruppe. Auf die Ausführungen un- ter VI. Prognosebericht sowie V.8 Wesentliche Chancen der künfti- gen Entwicklung wird verwiesen. Die Splendid Medien AG plant, die Konzerngesellschaften auch im Geschäftsjahr 2023 über Ausleihungen zu unterstützen. Auf Basis der Gruppenprognose und unter Berücksichtigung der für das Geschäftsjahr 2023 steigenden Serviceleistungen und Um- lagen sowie der Kostenplanungen erwarten wir für den Einzelab- schluss der Splendid Medien AG für das Geschäftsjahr 2023 einen gegenüber dem Vorjahr leicht verringerten Jahresfehlbetrag. Die Prognose der Geschäftsentwicklung ist durch die Unsicherheiten des geopolitischen Marktumfeldes, insbesondere des Krieges in der Ukraine, erschwert. Auf die diesbezüglichen Ausführungen un- ter Punkt V.5.3 im nachfolgenden Risikobericht wird verwiesen. 23 V. Risiko- und Chancenbericht der Splendid Gruppe V.1 Risikomanagementsystem Wie jedes Unternehmen ist die Splendid Gruppe einer Vielzahl po- tenzieller Risiken ausgesetzt. Die bewusste Auseinandersetzung mit diesen Risiken stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und bildet ei- nen wichtigen Grundstein für den nachhaltigen Erfolg und die Ent- wicklung des Unternehmenswertes. Die Splendid Medien AG betreibt daher ein Risikomanagementsys- tem, mit dessen Hilfe regelmäßig potenzielle Risiken in Form von Ereignissen, Handlungen oder Versäumnissen, welche den Erfolg oder die Existenz der Unternehmensgruppe gefährden können, über alle Konzernunternehmen und -funktionen hinweg identifi- ziert, analysiert, einzeln sowie in deren ggf. aggregierten Auswir- kungen bewertet, gesteuert und überwacht werden. Chancen werden grundsätzlich außerhalb des Risikomanagement- systems erfasst. Eine Schilderung der wesentlichen Chancen findet sich unter V.8 Wesentliche Chancen der künftigen Entwicklung. V.2 Organisation des Risikomanagementsystems Im Rahmen des Risikomanagementsystems werden Einzelrisiken auf der Ebene von Funktionen und Konzernunternehmen identifi- ziert und transparent aufbereitet. Daraus abgeleitet werden ange- messene Steuerungsmaßnahmen, die Integration von geeigneten Vorsorgemaßnahmen in die Entscheidungen und Geschäftspro- zesse sowie die kontinuierliche Anpassung, Weiterentwicklung und Optimierung dieser Maßnahmen. Konkrete Einzelrisiken, die be- reits vollständig im Abschluss bzw. Lagebericht oder Budget abge- bildet sind, werden nicht bewertet, da sie bereits eingetreten sind bzw. als eingetreten gelten. Eine frühestmögliche und vollständige Erfassung der bestehenden und potenziellen wesentlichen Risiken erfolgt kontinuierlich durch den Vorstand, die Geschäftsführer sowie das erweiterte Manage- ment. Die wesentlichen Risiken der Gruppe werden in einem Risi- kokatalog zusammengestellt und anhand der Kriterien „Wirtschaft- liches Verlustpotenzial/Schadenshöhe“ und „Eintrittswahrschein- lichkeit“ bewertet. Angemessene, überschaubare und beherrsch- bare Risiken werden bewusst eingegangen, wenn sie gleichzeitig einen angemessenen Ertrag erwarten lassen oder unvermeidbar sind. Risiken aufgrund von Fremdverschulden oder durch höhere 24 Gewalt werden nach Möglichkeit versichert. Für alle anderen Risi- ken werden geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen festgelegt und dokumentiert. Die Wirksamkeit der Steuerungsmaßnahmen sowie die Risikosituation insgesamt werden mindestens zweimal jährlich umfassend beurteilt. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement trägt der Vorstand. Er gibt die Risikopolitik vor und entscheidet über die Ge- samtheit der von der Splendid Gruppe zu tragenden Risiken sowie über die Steuerungsmaßnahmen zur Risikovermeidung bzw. -re- duzierung. Der Vorstand veranlasst die Pflege des zentralen Risiko- katalogs, in dem alle wesentlichen Risiken, die entsprechenden Ri- sikobewertungen sowie die Gegenmaßnahmen zusammengeführt sind. Im Rahmen dieser Gesamtverantwortung wird der aktuali- sierte Risikokatalog auch auf Risikointerdependenzen, Risikoag- gregationen und die Gesamtrisikolage durchgesehen bzw. ange- passt. Auf Basis des Risikokatalogs wird mindestens zweimal jähr- lich ein Bericht für den Vorstand erstellt. Treten zwischenzeitlich Ri- siken auf, die einen wesentlichen Einfluss auf die Risikolage der Gruppe haben oder zu einer bestandsgefährdenden Entwicklung führen können, werden Vorstand und Aufsichtsrat umgehend in- formiert. Der Aufsichtsrat erhält grundsätzlich zweimal jährlich ei- nen ausführlichen Bericht über das Risikomanagement der Splen- did Gruppe. Das nach §91 Abs. 2 AktG eingerichtete Risikofrüherkennungssys- tem ist Gegenstand der Konzernabschlussprüfung. V.3 Risikobewertung, Ableitung des Handlungsbedarfs und Ri- sikotragfähigkeit Die Risikobewertung erfolgt in einem ersten Schritt in einer Brut- tobetrachtung, also vor Berücksichtigung von kompensierenden oder minimierenden Maßnahmen, entsprechend der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und des erwarteten Schadensausmaßes. Gegenstand der Risikobewertung ist auch die Analyse, ob aus ein- zelnen Risiken, von denen in isolierter Betrachtung keine Bestands- gefährdung ausgeht, im Zusammenwirken mit anderen Risiken eine Bestandsgefährdung erwachsen kann (Risikointerdependen- zen/Aggregation). Der Risikoprognosezeitraum erstreckt sich auf einen Zeitraum von einem Jahr bezogen auf den 31. Dezember 2022. Das Verlustpotenzial/die Schadenshöhe soll eine realistische Ein- schätzung der Auswirkung auf die relevanten Steuerungsgrößen des Konzerns, insbesondere das Konzernergebnis (EBIT) sowie den 25 Cashflow, darstellen. Je nach Höhe des potenziellen Schadens er- folgt die Eingruppierung in eine von drei Schadensklassen. Wenn eine Quantifizierung nicht oder nur schwer möglich ist, erfolgt die Zuordnung anhand von qualitativen Merkmalen. Die Risiken wer- den zudem einer von drei Wahrscheinlichkeitsklassen zugeordnet. Die Klassifizierung eines Risikos als hohes (Klasse 1), mittleres (Klasse 2) oder geringes Risiko (Klasse 3) ergibt sich aus den Kom- binationen von erwarteter Schadenshöhe und geschätzter Eintritts- wahrscheinlichkeit gemäß folgender Risikomatrix: Aus der Einordnung der Risiken in die o.g. Risikomatrix ergibt sich der Handlungsbedarf in Form von Maßnahmen zur Risikobehand- lung und -überwachung sowie die Festlegung von Verantwortlich- keiten und Berichtsintervallen. Im Rahmen der regelmäßig durch- geführten Risikoinventur wird eine Aktualisierung der identifizier- ten Risiken hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit, Schadenhöhe und Gegenmaßnahmen durch Vorstand, Geschäftsführer und Ma- nagement durchgeführt. Auf der Grundlage der zusammengetra- genen Rückläufe erfolgt die Risikobewertung nach Maßnahmen (Nettobetrachtung). Bestandteil des Risikofrüherkennungssystems der Splendid Gruppe ist auch die Bestimmung der Risikotragfähigkeit. Als Risikotragfä- higkeit wird das maximale Risikoausmaß bezeichnet, welches das Unternehmen innerhalb des Risikoprognosezeitraums ohne Ge- fährdung seines Fortbestandes tragen kann. Die Überprüfung, ob und inwieweit ein Unternehmen zur Deckung wesentlicher identi- fizierter Risiken (einzeln oder aggregiert) in der Lage ist, erfolgt ausgehend von der Netto-Betrachtung (Bewertung nach Maßnah- men). V.4 Aufnahme von ESG-Themen in das Risikomonitoring Der Vorstand hat ausgewählte und für die Unternehmensgruppe 26 relevante ökologische und soziale Themen in das Risikofrüherken- nungssystem aufgenommen. Eine Bewertung der Risiken sowie Er- mittlung der Risikotragweite wurde bislang nicht durchgeführt. V.5 Darstellung der wesentlichen Einzelrisiken Potenziell bedeutende Risiken ergeben sich für die Splendid Gruppe in den Risikofeldern „Unternehmen“ (Finanzen, Liquidität, Prozesse, Personal, Management), „Markt“ (Branche, Kunden, Lie- feranten, Wettbewerb, Produkt/Leistungen) und „Umfeld“ (Makro- ökonomisches Umfeld, Politik, Gesellschaft, Gesetze, Natur). Gegenstand dieses externen Risikoberichts sind solche Risiken, die auch nach Berücksichtigung aller Maßnahmen zur Risikoreduzie- rung bzw. -vermeidung und damit nach Durchführung der Netto- bewertung einzeln oder aggregiert weiterhin als bedeutende Risi- ken klassifiziert werden. Als Ergebnis der Risikobewertung werden diese Risiken in unten stehendem Bericht entweder einzeln oder mit aggregierten Bewertungen ausgewiesen. V.5.1 Unternehmensrisiken (Finanzen, Liquidität, Prozesse, Personal, Management) Die Bewertung der im Folgenden geschilderten Unternehmensrisi- ken erfolgt auf aggregierter Basis. Finanzierung und Liquidität in den Konzerngesellschaften Die Ausstattung mit ausreichend Kapital und Liquidität für den Er- werb und die Vermarktung von Filmlizenzen ist für die Splendid Gruppe von entscheidender Bedeutung. Die bisherigen Finanzierungsvereinbarungen mit einem Banken- konsortium unter Führung der NATIONAL-BANK AG sind vor dem Ende der vereinbarten Laufzeit (31. Dezember 2022) zurückgeführt worden. 2022 wurden neue, unbefristete Finanzierungsvereinba- rungen mit mehreren Geschäftsbanken geschlossen. Der Gesamt- kreditrahmen beträgt EUR 9,0 Mio. Die auf den Gesamtkreditrah- men anzurechnenden Avalkreditinanspruchnahmen beliefen sich zum Stichtag auf EUR 0,3 Mio.; Rückdeckungen für Devisentermin- geschäfte bestanden zum Stichtag nicht. Daneben hat der Mehrheitsaktionär der Splendid Medien AG Dar- lehen über insgesamt EUR 2,5 Mio. gewährt. Die Darlehenssumme ist unbesichert und hat eine Laufzeit bis 31. Dezember 2024. Der 27 Zinssatz lag bis einschließlich 31. Dezember 2022 bei 6% und be- trägt seit 1. Januar 2023 8%. Im Rahmen der neuen Finanzierungsvereinbarungen hat sich die Splendid Gruppe zur Einhaltung bestimmter Covenants verpflich- tet, die über die Vorlage von Jahresabschlüssen sowie anhand re- gelmäßiger unterjähriger Berichterstattungen an die finanzieren- den Institute überwacht werden. Die Vertragsbedingungen sehen für den Fall der Nichteinhaltung von Covenants unter anderem ein außerordentliches Kündigungsrecht vor. Die Finanzierungs- und Liquiditätssituation der Splendid Gruppe stellt sich unter Berücksichtigung der verfügbaren Kreditlinien und des gewährten Gesellschafterdarlehens als auskömmlich dar. Einzelrisiken im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten werden im Konzernanhang unter Ziffer 6 erläutert. IT- und Sicherheitsrisiken Der Erfolg der Splendid Gruppe ist in wachsendem Maße von IT- gestützten Informationen und Daten abhängig. Verfügbarkeit, Ge- nauigkeit sowie Vertraulichkeit und Sicherheit von relevanten Da- ten sind für die Unternehmensgruppe von großer Wichtigkeit. All- gemein sind zunehmende IT-Sicherheitsrisiken (v.a. Virenbefall oder IT-Kriminalität) zu verzeichnen. Zur Prävention solcher Risiken unternimmt die Splendid Gruppe die kontinuierliche Pflege, Opti- mierung und Updates der Systeme. Regelmäßige Backups sind ebenso wie Überwachungs- und Schulungsmaßnahmen zentrale Bestandteile des Sicherheitskonzepts. Trotz der umfangreichen Maßnahmen können Systemfehler oder -ausfälle mit negativen Auswirkungen auf die Betriebsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der technischen Infrastruktur nicht vollständig ausgeschlossen werden. V.5.2 Marktrisiken (Branche, Kunden, Lieferanten, Wettbe- werb, Produkt/Leistungen) Die Bewertung der im Folgenden geschilderten Marktrisiken er- folgt auf aggregierter Basis. Beschaffungsrisiken Der Markt für kommerziell konkurrenzfähige, frei erwerbbare Inde- pendent Spielfilm- und Serienprodukte ist eng. Konsolidierungen sowohl auf der Beschaffungsseite als auch auf der Nachfrageseite 28 führen dazu, dass der Einkauf von Lizenzen deutlich wettbewerbs- intensiver geworden ist, sich Lizenzen weiter verknappen und die Preise dafür steigen. Verschärft wird die Situation durch den Verfall des Eurokurses zum US-Dollar. Die Splendid Gruppe zielt mehrheit- lich auf die Akquisition eines vielfältigen Programmspektrums mit wenig kapitalintensiven Einzelinvestitionen aus einem breiten Be- schaffungsnetzwerk ab. Größere Einzelinvestitionen werden selek- tiv akquiriert und möglichst durch sogenannte „Backings“ (Abnah- megarantien von Partnern) abgesichert. Insbesondere für Benelux werden lokale Ko-Produktionen mit Partnern vereinbart. Bei der Akquisition von Filmlizenzen im Segment Content wird das Vermarktungspotenzial aller Wertschöpfungsstufen geprüft. Die für den Filmeinkauf verantwortlichen Geschäftsführer und das Ma- nagement der Tochtergesellschaften erstellen hierfür in Zusam- menarbeit mit dem Vertrieb so genannte „Acquisition Proposals“, in denen neben einer projektbezogenen Analyse u.a. die Auswir- kung auf die Rentabilität und Liquidität des Gesamtunternehmens analysiert wird. Dennoch verbleibt das Risiko, ob der jeweilige Film den Publikumsgeschmack trifft und somit letztlich der erwartete wirtschaftliche Erfolg eintritt. Des Weiteren können Verschiebun- gen von Projekten (Verschiebungen von Materiallieferungen, Än- derung von Veröffentlichungszeitpunkten) zu Abweichungen von den planmäßigen Umsatz- und Ertragszeitpunkten führen. Dies gilt für alle Wertschöpfungsstufen. Die Splendid Gruppe erwirbt Filmlizenzen u.a. in den USA und Fern- ost auf der Basis von US-Dollar. Da die Lizenzen vorwiegend in den Ländern der Euro-Zone ausgewertet werden, kann durch Wechsel- kursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar die Ertragslage negativ beeinflusst werden. Die Splendid Gruppe kalkuliert Investi- tionen auf der Grundlage von Plankursen. Eine deutliche Abwei- chung von Ist- zu Plankursen löst die Prüfung geeigneter Siche- rungsinstrumente aus. Kurssicherungsmaßnahmen werden auf die- ser Grundlage durchgeführt. Unabhängig von den wirtschaftlichen Risiken können sich zudem rechtliche Risiken aus den zum Teil komplexen Einkaufs- und Ver- kaufsverträgen ergeben. Die mit dem Einkauf von Filmlizenzen be- fassten Tochtergesellschaften der Splendid Medien AG holen da- her regelmäßig juristischen Rat ein. Die Auswirkungen der jeweils aktuellen Auswertungsmöglichkeiten der akquirierten Filmrechte ist Gegenstand mehrfacher unterjähriger Prüfungen. 29 Absatzrisiken Der Geschmack und das Nutzungsverhalten der Konsumenten un- terliegen dynamischen Veränderungen. Insbesondere in Zeiten der Unsicherheit, ausgelöst durch geopolitische Konflikte, die einen negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage zur Folge haben können, ist nicht auszuschließen, dass der private Konsum für Kul- turgüter abnimmt und in der Folge auch das Akquisitionsverhalten unserer Geschäftskunden beeinflusst. Die Rückkehr von Blockbustern, insbesondere der großen Holly- woodproduktionen nach der Pandemie kann die Absatzmöglich- keiten für kleinere Programme beeinträchtigen. Gleichzeitig wirkt sich die zunehmende Anzahl an Plattformen, Sendern und Streamingdiensten mit ihrem hohen Bedarf an Inhalten positiv auf die Nachfrage nach den Programmen und Dienstleistungen der Splendid Gruppe aus. Die insbesondere durch den verstärkten Wettbewerb auf den Beschaffungsmärkten und durch Wechsel- kurseffekte induzierten Preiserhöhungen können gleichwohl nur begrenzt bzw. verzögert an den Absatzmarkt weitergegeben wer- den. Einen großen Teil der Gesamtumsätze erzielt die Splendid Gruppe im Segment Content mit der Auswertung von Filmrechten durch den Verkauf physischer Bildtonträgerformate (Blu-ray und DVD) in Deutschland. Der Anteil physischer Bildtonträger in Deutschland geht weiter zurück und die Digitalisierung der Wertschöpfung in der Film- und Medienindustrie schreitet weiter voran. Für die Un- ternehmen der Splendid Gruppe ergibt sich die Notwendigkeit, die digitalen Geschäftsmodelle konsequent weiter auszubauen und die Möglichkeiten des digitalen Absatzes weiter zu intensivieren, um den Risiken aus sinkenden Marktanteilen des physischen Geschäf- tes und veränderter Marktbedingungen und Auswertungsmöglich- keiten zu begegnen und die sich ergebenden Chancen aus dem Digitalbereich zu nutzen. Die Splendid Gruppe generiert in hohem Maße Umsätze aus der Lizenzierung von Filmen an Anbieter im Bereich des Pay-TV, Free- TV und Subscriptional VoD (SVoD). Veränderte Programmausrich- tungen, Werbe- und Gebühreneinnahmen sowie die Anzahl der Abonnenten und die Zuschauerreichweiten beeinflussen in erheb- lichem Maße die Einkaufsbudgets sowie die Zahlungsmodalitäten der Fernsehsender und Streaminganbieter und können die Finanz- und Ertragslage der Splendid Gruppe negativ beeinflussen. Der SVoD-Markt hat eine große Bedeutung für die Absatzmöglich- 30 keiten Splendid Gruppe. Insbesondere hier hat sich in den vergan- genen Jahren ein hoher Wertschöpfungsanteil mit großen, boni- tätsstarken Abnehmern entwickelt. Die Vorteile dieser Großkun- denbeziehungen könnten andererseits eine zunehmende Abhän- gigkeit mit möglicherweise negativen Auswirkungen auf die Er- trags- und Liquiditätslage der Splendid Gruppe zur Folge haben. Mit dem transaktionalen VoD-Portal „maxdome“ ist die Splendid Gruppe auf dem Markt der Streaminganbieter auch selbst als Be- treiber einer Plattform tätig. Dieser Markt ist sehr wettbewerbsin- tensiv. Es ist möglich, dass Konsumenten aufgrund verringerter Budgets ihre Streamingaktivitäten einschränken und bzw. oder dass andere Anbieter eine höhere Marktakzeptanz und Reichweite erlangen, mit entsprechend negativen Folgen für die maxdome- Plattform. Die Splendid Gruppe begegnet diesem Risiko mit der Ausweitung der Marketingaktivitäten (z.B. Kooperationen mit reichweitenstarken Partnern wie Telekommunikationsunterneh- men, Verlagen, Online-Portalen), der kontinuierlichen Optimierung des Programmangebots sowie laufender Verbesserung der techni- schen Performance. Die im Rahmen der Aufstellung des Konzernabschlusses sowie an- lassbezogen unterjährig vorgenommen Werthaltigkeitsprüfungen des Filmvermögens basieren auf Ermessensentscheidungen, Schät- zungen und Annahmen im Hinblick auf künftige Entwicklungen. Die tatsächlichen Verwertungsergebnisse können hiervon abwei- chen und bei ausbleibendem oder beeinträchtigtem Markterfolg nachteilige Wirkung auf die Umsatz-, Ertrags- und Liquiditätslage der Splendid Gruppe haben. V.5.3 Umfeld-Risiken (Makroökonomisches Umfeld, Politik, Gesellschaft, Gesetze, Natur) Makroökonomisches Umfeld / Risiken aus dem Krieg in der Ukraine sowie Restrisiken aus der COVID-19-Pandemie Der Krieg in der Ukraine hat massive Auswirkungen auf das mak- roökonomische Umfeld - Lieferketten, Energiepreise sowie die In- flationsentwicklung insbesondere im Euroraum - und damit auf das zur Verfügung stehende Einkommen und das Konsumverhalten der Verbraucher. Die COVID-19-Pandemie scheint durch die weit- reichende Immunisierung der Bevölkerung durch Impfung und Ge- nesung beherrschbar bzw. hierzulande weitgehend überwunden. Allerdings kann insbesondere die COVID-19-Welle in China bei der Produktion oder dem Transport von wichtigen Produkten die Lie- 31 ferketten unterbrechen und damit die Verfügbarkeit und die Preis- entwicklung von Produkten zusätzlich massiv beeinflussen – eben- falls mit Auswirkungen auf das Konsumverhalten und die Absatz- möglichkeiten für unsere Produkte und Dienstleistungen. Die Eu- roschwäche im Vergleich zum US-Dollar hat darüber hinaus unmit- telbare Auswirkungen auf die Lizenz-Einkaufspreise der Gesell- schaft. Die Konzerngesellschaften sind in Abhängigkeit des jeweiligen Ge- schäftsmodells und ihrer Funktion innerhalb der Wertschöpfungs- kette der Filmvermarktung in unterschiedlichem Maße Umsatz-, Er- trags-, Finanz- und Liquiditätsrisiken aus der Entwicklung des mak- roökonomischen Umfelds ausgesetzt. Diese Risiken werden im Rahmen des IKS durch das monatliche Reporting sowie Liquiditäts- planungen in den Konzerngesellschaften und eine 13-Wochen-Li- quiditätsvorschau auf Konzernebene zusammen mit den übrigen Risiken überwacht. Mehrmals jährlich wird für alle Einzelgesell- schaften sowie konsolidiert auf Konzernebene eine Prognoserech- nung bzw. ein aktualisierter Forecast für das Gesamtjahr erstellt und dem Jahresbudget gegenübergestellt. Dennoch können sich im Betrachtungszeitraum aus den o.g. Ein- flussfaktoren ebenso wie aus Markt- und Unternehmensrisiken Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Splendid Gruppe er- geben und Umsatz- Ergebnis- und Liquiditätsbelastungen zur Folge haben, deren Ausmaß trotz sorgfältiger Planung nicht oder nicht hinreichend abgeschätzt werden kann. Die Entwicklungen werden in den kommenden Monaten weiterhin regelmäßig über- prüft und mögliche Auswirkungen auf unser Geschäft kontinuier- lich bewertet (vgl. dazu Kapitel VI. Prognosebericht). V.6 Gesamtbeurteilung der Risiken Die Risiken in der Splendid Gruppe und deren Veränderung gegen- über dem Vorjahr lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die Risikolage hat sich insbesondere mit Blick auf die Finanz-, Er- trags- und Liquiditätslage des Konzerns zum Bilanzstichtag 31. De- zember 2022 gegenüber dem Vorjahr verbessert. 2022 wurden neue, unbefristete Finanzierungsvereinbarungen abgeschlossen. Die vereinbarten Covenants und Auskunftspflichten können aus der Sicht des Vorstands nachhaltig eingehalten werden. Eine erhöhte Risikolage kann sich aus dem makroökonomischen Umfeld, insbesondere den Folgen des Krieges in der Ukraine mit Wirkung auf die Absatz- und Beschaffungsmärkte ergeben. Des 32 Weiteren können sich potenzielle Risiken aus den Marktverände- rungen auf die Geschäftsentwicklung in der Beschaffung und dem Absatz von Filmprogrammen sowie über die Wertschöpfungsstu- fen der Splendid Gruppe ergeben. IT-Sicherheitsrisiken nehmen aufgrund der allgemeinen Bedrohungslage weiter zu und werden engmaschig überwacht. Die Risiken sind nach Einschätzung des Vorstands insgesamt mit den in der Splendid Gruppe eingesetzten Instrumenten identifizierbar und beherrschbar. Zusammenfassend stellen wir fest, dass die Splendid Gruppe alle erforderlichen Voraussetzungen geschaffen hat, um mögliche Risi- kosituationen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Gegen- maßnahmen ergreifen zu können. Vorstehend genannte Risiken werden engmaschig überwacht, um auf potenziell bestandsgefähr- dende Risken unmittelbar und mit angemessenen Gegenmaßnah- men zu reagieren. V.7 Internes Kontrollsystem (IKS) Primäres Ziel des internen Kontrollsystems - als Teil des konzern- weiten Risikomanagements der Splendid Gruppe - ist es, das Ver- mögen des Unternehmens zu sichern und die betriebliche Effizienz zu steigern. Die Überprüfung der Einhaltung interner Vorgaben (insbesondere betreffend die konzerninternen Steuerungsgrößen wie z.B. Umsatz und EBIT, Cashflow und Liquidität), gesetzlicher Vorschriften sowie eines ordnungsgemäßen Rechnungs- und Be- richtswesens sind Maßnahmen im Rahmen des IKS. Diese dienen insbesondere dazu, die Risiken, denen sich die Splendid Gruppe in den Bereichen Finanzen, Liquidität und Markt gegenübergestellt sieht, zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern. Soll/Ist-Abwei- chungen werden zeitnah an den Vorstand berichtet. Der Aufsichts- rat wird zeitnah von den wichtigsten Entwicklungen innerhalb der Gruppe im Rahmen dieser Berichterstattung in Kenntnis gesetzt. Die Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung werden auf alle Funkti- onsbereiche der Gesellschaft bezogen. Die folgenden Aktivitäten stehen exemplarisch für die internen Kontrollprozesse: Monatliches Berichtswesen, in dem interne Berichte und - Auswertungen sowie externe Daten mit Soll/Ist-Analysen für die Entscheidungsträger erstellt werden Rollierende Liquiditätsplanung auf der Ebene der Konzern- - gesellschaften sowie zusammenfassend für die Splendid Gruppe 33 - Konzerneinheitliche Vorgaben zur Bilanzierung, Bewertung und Kontierung von wesentlichen Sachverhalten - Organisatorische Maßnahmen in Verbindung mit der Defi- nition und Zuweisung von Unterschriftskompetenzen, Zu- griffsberechtigungen auf Rechnungslegungs- und Finanz- systeme, Freigabeverfahren sowie Schutzmaßnahmen für weitere vertrauliche Daten - Trennung von Verwaltungs-, Ausführungs-, Abrechnungs- und Genehmigungsfunktionen und deren Wahrnehmung durch verschiedene Personen in wichtigen Funktionsberei- chen - Vier-Augen-Prinzip beim Berichtswesen, bei Zahlungsvor- gängen sowie im Rahmen der Abschlussprozesse Trotz dieser Bemühungen können weder das Interne Kontrollsys- tem noch das Risikomanagement-System eine vollständige Sicher- heit bezüglich des Erreichens der damit verbundenen Ziele bieten. Wie alle Ermessensentscheidungen können sich auch solche be- züglich der Ausgestaltung angemessener Systeme im Nachhinein als nicht optimal, nicht effizient oder nicht angemessen herausstel- len. Kontrollen können aufgrund von im Einzelfall auftretenden Fehlern oder Irrtümern in ihrer Funktionsfähigkeit versagen oder Veränderungen von Umgebungsvariablen können trotz entspre- chender Überwachung im Einzelfall verspätet erkannt werden. V.8 Wesentliche Chancen der künftigen Entwicklung Die Splendid Gruppe verfügt aufgrund ihres langjährigen Beste- hens sowie der Expertise des Managements und der weiteren han- delnden Personen über eine bedeutsame Marktstellung als unab- hängiges Medienunternehmen im deutschsprachigen Raum sowie in der Benelux-Region. Auf dieser Grundlage verfolgt das Manage- ment der Splendid Gruppe Geschäftschancen, die sich aus dem Marktumfeld, dem wirtschaftlichen Umfeld sowie aus dem Unter- nehmen selbst ergeben und einen Beitrag zur nachhaltigen Wei- terentwicklung der Splendid Gruppe leisten. Chancen können sich unter anderem in folgenden Bereichen ergeben: Die Splendid Gruppe verfügt über eine hohe Anzahl von Filmrech- ten, deren potenzielle Nutzungsdauer teilweise weit über den Pla- nungszeitraum hinausgeht und damit den Grundstein für künftige Umsatzbeiträge bildet. Insbesondere in der Benelux-Region werden lokale Ko-Produktio- nen mit Partnern vereinbart. Hier besteht die Möglichkeit, neue Franchises zu schaffen, bestehende Franchises auszubauen und 34 über Folgeproduktionen und Spin-Offs zusätzliche Umsätze zu ge- nerieren. Insbesondere die digitalen Geschäftsmodelle eröffnen der Splen- did Gruppe wachsende und neue Absatzkanäle für ihre Pro- grammauswertungen und Dienstleistungsangebote. Neben den erweiterten Auswertungsmöglichkeiten unserer umfangreichen Filmbibliothek ergeben sich aus der Vermarktung des eigenen VoD-Angebotes für Privatkunden unter dem „maxdome“-Label und dem B2B-Label „meinVoD“ für Geschäftskunden weitere künf- tige Erlöspotenziale. Auch aus der Akquise und der Produktion neuer Programminhalte ergeben sich künftige Erlöspotenziale. Angereichert werden die Geschäftschancen durch den weiteren Ausbau und die Pflege des umfangreichen Netzwerkes auf den re- levanten Beschaffungs- und Absatzmärkten der Splendid Gruppe, auf deren Grundlage neue Geschäftschancen geschaffen werden können. VI. Prognosebericht Viele Unternehmen haben es 2022 überraschend gut geschafft, mit den Widrigkeiten der aktuellen Wirtschaftslage fertig zu werden, und der Arbeitsmarkt zeigt eine Beschäftigung auf einem hohen Niveau. Der Zinskurs der Europäischen Zentralbank (EZB) zielt auf die Eindämmung der Inflation ab. Es bestehen allerdings nach wie vor hohe Belastungen durch den Krieg in der Ukraine, durch die schwache Entwicklung der Weltwirtschaft sowie die im Vergleich zum Vorkrisenniveau anhaltend hohen Energiepreise und Inflati- onsraten, sodass die Bundesregierung für das Jahr 2023 von einer Stagnation, bestenfalls einem geringfügigen Wachstum gegen- über dem Vorjahr ausgeht. Das vergangene Jahr eröffnete der Branche den Weg zu einer neuen Normalität nach der Pandemie. Die Kinoerlöse entwickelten sich gut - trotz der Einschränkungen noch bis Ende der ersten Jah- reshälfte 2022. Im TV- und Streaming-Bereich sorgten die stabile durchschnittliche Sehdauer und die Einführung neuer Geschäfts- modelle sowie ein hohes Bekenntnis der Streaming-Anbieter zur Schaffung von Content für einen steigenden Bedarf nach Bewegt- bild. Die Herausforderungen aus steigenden Energiekosten, Infla- tion und Fachkräftemangel, die allesamt die Medienbranche auch direkt betreffen, erschwert die Prognose der künftigen Entwicklung der Branche. Die wesentlichen Grundlagen für die Umsatzplanungen der beiden 35 operativen Segmente ergeben sich wie folgt: Segment Content: Auf der Grundlage unserer Kinoprogrammplanung rechnen wir für 2023 mit einem deutlichen Umsatzwachstum aus der Veröffentli- chung von Kinofilmen in Deutschland, Österreich und Benelux ge- genüber dem Vorjahr. In Deutschland veröffentlichen wir unter an- derem unsere Eigenproduktion „Gletschergrab“. In den Niederlan- den werden lokale Produktionen veröffentlicht, darunter der vierte Teil der erfolgreichen Slijmfilmreihe („De Oneindige Slijmfilm“), der fünfte Teil der erfolgreichen MISFIT-Reihe („MISFIT The Switch 2“) sowie weitere, speziell auf bekannte und beliebte Charaktere oder Zuschauerpräferenzen eines vorwiegend jungen Publikums abge- stimmte lokale Produktionen. In der Auswertungsstufe Home Entertainment entwickelt sich der physische Bereich weiter analog zum Gesamtmarkt deutlich rück- läufig. Im digitalen Home Entertainment erwarten wir hingegen ei- nen starken Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr. Die Aufwärts- entwicklung im digitalen Bereich wird voraussichtlich die rückläu- fige Entwicklung im physischen Home Entertainment noch nicht vollständig kompensieren können. Daher erwarten wir einen Ge- samtumsatz im Home Entertainment auf dem Niveau des Vorjah- res. Die Umsatzbeiträge in der Auswertungsstufe Lizenzen erzielen wir überwiegend aus Verträgen mit SVoD-Portalen, Pay-TV- und Free- TV Sendern. Die Planung erfolgt in Abhängigkeit von in den Vor- jahren getätigten Investitionen, die entlang der Wertschöpfungs- kette ausgewertet werden, sowie auf der Basis von Einzeltiteln und Programmkategorien. Verschiebungen von Programmzulieferun- gen wirken sich dabei wesentlich auf die Umsatzzeitpunkte im Li- zenzbereich aus. Wir erwarten gegenüber dem Vorjahr einen leich- ten Umsatzrückgang. Die Auswertungsstufe Auftragsproduktion entfällt aufgrund der Veräußerung des Geschäftsbetriebs der Splendid Studios GmbH. Segment Services: Für das Gesamtsegment Service erwarten wir einen moderaten Umsatzzuwachs gegenüber 2022, der sowohl im Servicebereich Di- gitalisierung als auch im Bereich Synchronisation entstehen wird. 36 Gesamtausblick für die Splendid Gruppe Auf der Grundlage der überaus zufriedenstellenden Entwicklung unserer Unternehmensgruppe in den vergangenen drei Geschäfts- jahren blicken wir zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2023. Nach mehreren Jahren im Zeichen einer zurückhaltenden Investiti- onspolitik kehrten wir im Geschäftsjahr 2022 zu einem höheren In- vestitionsvolumen zurück. Die Investitionsstrategie der Vorjahre wirkt sich jedoch insbesondere auf den Lizenzumsatz und den Um- satz im Home Entertainment des kommenden Jahres voraussicht- lich weiterhin dämpfend aus. Ziel ist es, im Geschäftsjahr 2023 den Bestand unserer Filmlibrary mit neuen Lizenzen und Produktionen weiter zu stärken, um auch in der Zukunft dauerhaft die Vermark- tungsmöglichkeiten nutzen und ertragsorientiert wachsen zu kön- nen. Den Herausforderungen aus der geopolitischen Lage, insbe- sondere den Auswirkungen des Ukraine-Krieges sowie den Bedin- gungen unseres Marktumfeldes sind wir in unseren Planungen mit der gebotenen Sorgfalt begegnet. Wir müssen jedoch die Entwick- lungen in den kommenden Monaten regelmäßig überprüfen, die Auswirkungen auf unser Geschäft kontinuierlich bewerten und un- sere operativen Geschäftsprozesse daraufhin anpassen. Unter Be- rücksichtigung der Segmentumsatzplanungen erwarten wir für 2023 einen Konzernumsatz in einer Bandbreite zwischen EUR 38,0 Mio. und EUR 43,0 Mio. Die Herstellungskosten der Splendid Gruppe werden vor allem durch Abschreibungen auf das Filmvermögen beeinflusst. Planmä- ßig steigende Abschreibungen auf das Filmvermögen, die u.a. auf die Ausweitung der Kinoveröffentlichungen zurückzuführen sind, werden 2023 durch sinkende Material- und Lizenzkosten sowie durch verringerte Personalkosten voraussichtlich überkompensiert, sodass die Herstellungskosten insgesamt abnehmen werden. Die Vertriebskosten werden vor allem durch höhere Herausbringungs- kosten im Kino gegenüber 2022 steigen. Bei den Verwaltungskos- ten erwarten wir eine moderate Zunahme gegenüber dem Vorjahr. Auf der Basis der Umsatz- und Kostenplanungen erwartet der Vor- stand für 2023 erneut ein positives EBIT, das unter dem Einfluss der rückläufigen Vermarktungsumsätze sowie höherer Vertriebskosten stehen wird. Wir rechnen mit einem Konzern-EBIT in der Bandbreite zwischen EUR 2,0 Mio. und EUR 3,0 Mio. Auf der Grundlage der vorgesehenen Produktions- und Ausliefe- rungszeitpunkte bereits kontrahierter Filme plant der Vorstand ein gegenüber dem Vorjahr höheres Investitionsvolumen in das Film- vermögen. Die Finanzierung erfolgt aus dem operativen Cashflow 37 sowie aus dem bestehenden Finanzierungsrahmen. Wesentliche operative Risiken bei dieser Prognose sind die termin- gerechte Produktion, Auslieferung und Veröffentlichung der er- worbenen Programme sowie eine planmäßige Publikumsakzep- tanz. Die Prognose ist das Ergebnis von Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die zum Zeitpunkt der Prognoseer- stellung getroffen werden. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annah- men abweichen. Durch die Abhängigkeit vom US-Dollar auf der Beschaffungsseite können deutliche Änderungen bei den Wechsel- kursrelationen einen starken Einfluss auf diese Ergebnisprognose haben. Im Übrigen verweisen wir auf die Ausführungen unter „V.5 Darstellung der wesentlichen Einzelrisiken“ in diesem zusammen- gefassten Konzernlage- und Lagebericht. VII. Übernahmerelevante Angaben nach §§ 289a Absatz 1 und 315a Absatz 1 HGB und erläuternder Bericht Kapital- und Stimmrechtsstruktur Das Grundkapital der Splendid Medien AG betrug zum 31. Dezem- ber 2022 EUR 9.789.999,00 und ist auf 9.789.999 Inhaberaktien zu einem Nennwert von je EUR 1,00 je Aktie verteilt. Jede Aktie ge- währt gemäß § 26 Abs. 1 der Satzung der Splendid Medien AG eine Stimme. Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertra- gung von Aktien betreffen, auch wenn sie sich aus Vereinbarungen zwischen Aktionären ergeben können, sind dem Vorstand nicht be- kannt. Darüber hinaus gewähren die Aktien keine Sonderrechte, die Kontrollbefugnisse verleihen. Nach den zum 31. Dezember 2022 vorliegenden Stimmrechtsmit- teilungen und Mitteilungen über Geschäfte von Führungspersonen stellte sich die Aktionärsstruktur zum Ende des Berichtsjahres wie folgt dar: Anzahl der % Anteil am Name Aktien Grundkapital Andreas R. Klein 5.208.984 53,21 Josef Siepe 984.643 10,06 Familie Klein Beteiligungs GbR mbH 597.285 6,10 Streubesitz 2.999.087 30,63 38 Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes Der Vorstand der Splendid Medien AG besteht gemäß § 8 Abs. 1 der Satzung aus einer oder mehreren Personen. Der Aufsichtsrat kann ein Vorstandsmitglied zum Sprecher oder Vorsitzenden des Vorstandes ernennen. Ferner können stellvertretende Vorstands- mitglieder bestellt werden; diese haben in Bezug auf die Vertre- tung der Gesellschaft nach außen dieselben Rechte wie die or- dentlichen Mitglieder des Vorstandes. Der Vorstand der Splendid Medien AG setzt sich zum 31. Dezember 2022 aus zwei Mitgliedern zusammen. Gemäß § 8 Abs. 2 der Satzung erfolgen die Festlegung der Zahl der Mitglieder des Vorstandes, deren Bestellung und Ab- berufung sowie der Abschluss, die Änderung und Beendigung von Arbeitsverträgen mit Vorstandsmitgliedern durch den Aufsichtsrat. Satzungsänderungen Für die Änderung der Satzung ist grundsätzlich die Hauptver- sammlung zuständig (§ 179 Abs. 1 Satz 1 AktG). Gemäß § 22a der Satzung ist der Aufsichtsrat befugt, Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen, zu beschließen. Wesentliche Vereinbarungen für den Fall eines Übernahmean- gebots Bei einem Kontrollwechsel sehen die neuen Finanzierungsverein- barungen vor, dass die Vertragsparteien über die Fortsetzung der Kreditvereinbarung zu ggfls. angepassten Konditionen Einigung erzielen. Im Übrigen hat die Splendid Medien AG keine wesentli- chen Vereinbarungen unter der Bedingung eines Kontrollwechsels abgeschlossen. Befugnisse des Vorstandes zur Ausgabe von Aktien Die Befugnisse des Vorstandes, Aktien auszugeben, sind in § 5 Abs. 3 der Satzung geregelt. Genehmigtes Kapital Genehmigtes Kapital 2022 Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. Juni 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum Ablauf des 13. Juni 2024 das Grundkapital der Gesellschaft einmalig oder mehrmals in Teilbeträgen gegen Bareinlagen oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 978.900,00 durch Ausgabe 39 von neuen, auf den Inhaber lautenden Aktien im Nennbetrag von EUR 1,00 je Aktie zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2022). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates jeweils über den Ausschluss der gesetzlichen Bezugsrechte der Ak- tionäre zu entscheiden. Die Gesellschaft hat bisher von dieser Ermächtigung keinen Ge- brauch gemacht. Weitere Einzelheiten sind im Konzernanhang dar- gestellt. Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Ak- tien Durch Beschluss der Hauptversammlung der Splendid Medien AG vom 13. August 2020 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 12. August 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien in einem Umfang von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschluss- fassung bestehenden Grundkapitals oder - falls dieser Betrag ge- ringer ist - des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorlie- genden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Dabei dürfen auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, die die Ge- sellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr nach den §§ 71 ff. Aktiengesetz zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft entfallen. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zwecke des Handels mit eigenen Aktien genutzt werden; im Übrigen liegt die Bestimmung des Erwerbszwecks im Ermessen des Vorstands. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehr- mals, durch die Splendid Medien AG oder durch mit ihr im Sinne von §§ 15 ff. Aktiengesetz verbundene Unternehmen oder für Rech- nung der Gesellschaft oder durch mit ihr im Sinne von §§ 15 ff. Ak- tiengesetz verbundene Unternehmen handelnde Dritte ausgenutzt werden. Die einschränkenden Bestimmungen des § 71 Absatz 2 Ak- tiengesetz sind zu beachten. Der Erwerb darf nach Wahl des Vorstands mit Zustimmung des Aufsichtsrats über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktio- näre gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder einer an die Akti- onäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erfolgen. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Aktien der Splendid Medien AG, die auf Grund dieser Ermächti- gung erworben werden, über die Börse oder durch ein öffentliches 40 Angebot an alle Aktionäre zu veräußern. Die Aktien dürfen in den folgenden Fällen mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch in ande- rer Weise und damit unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktio- näre verwendet werden: Weiterveräußerung von Aktien im rechne- rischen Betrag von bis zu 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfas- sung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals, wenn der Veräußerungspreis den Börsenpreis nicht wesentlich unter- schreitet; Einführung von Aktien der Splendid Medien AG an Bör- sen, an denen sie bisher nicht zum Handel zugelassen sind; Ange- bot und Übertragung der Aktien gegen Sachleistungen, insbeson- dere im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim (auch mittelbaren) Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen oder Unternehmensteilen oder sonstigen Vermö- gensgegenständen oder Ansprüchen auf den Erwerb von Vermö- gensgegenständen einschließlich Forderungen gegen die Gesell- schaft oder mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. Aktiengesetz verbundene Unternehmen; zur Bedienung von Bezugsrechten oder in Erfüllung von Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen und bei der darlehensweisen Überlassung von Wertpapieren; zur Durchfüh- rung einer sogenannten Aktiendividende (scrip dividend) durch Veräußerung gegen vollständige oder teilweise Übertragung des Dividendenanspruchs des Aktionärs; Einziehung, ohne dass die Ein- ziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversamm- lungsbeschlusses bedarf. Darüber hinaus wird der Vorstand er- mächtigt, im Fall der Veräußerung der Aktien über ein Veräuße- rungsangebot an alle Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge auszuschließen. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Konzernanhang. VIII. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 315d i. V. m. § 289f HGB Die Erklärung zur Unternehmensführung von Vorstand und Auf- sichtsrat der Splendid Medien AG nach § 315d i. V. m. § 289f HGB wurde auf der Homepage der Splendid Medien AG veröffentlicht (www.splendidmedien.com -> Unternehmen -> Corporate Gover- nance) und den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht. IX. Vergütungsbericht gem. § 162 AktG Der Vergütungsbericht von Vorstand und Aufsichtsrat der Splendid Medien AG gem. § 162 AktG wird bis spätestens zur Einberufung 41 der Hauptversammlung 2022 der Splendid Medien AG (voraus- sichtlich Anfang Mai 2023) auf der Homepage der Splendid Medien AG veröffentlicht (www.splendidmedien.com/de/hauptversamm- lung bzw. www.splendidmedien.com -> Unternehmen -> Corpo- rate Governance) und den Aktionären dauerhaft zugänglich ge- macht. Köln, 23. März 2023 Splendid Medien AG Vorstand Dr. Dirk Schweitzer Björn Siecken 42 Konzernbilanz Aktiva in TEUR Anhang 31.12.2022 31.12.2021 A. Langfristige Vermögenswerte I. Sachanlagevermögen 4.1 777 826 II. Immaterielle Vermögenswerte 4.2 1.245 1.472 III. Nutzungsrechte 4.3 1.181 1.233 IV. Filmvermögen 4.4 7.861 5.855 V. Geschäfts- oder Firmenwert 4.5 326 872 VI. Latente Steueransprüche 5.9 2.779 412 VII. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 4.7 1.578 1.253 15.747 11.923 B. Kurzfristige Vermögenswerte I. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.6 4.455 6.905 II. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 4.7 11.534 9.314 III. Vertragsvermögenswerte 4.7 181 161 IV. Vorräte 4.8 808 863 16.978 17.243 Summe Aktiva 32.725 29.166 1 Passiva in TEUR Anhang 31.12.2022 31.12.2021 A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital 4.9 9.790 9.790 II. Kapitalrücklage 4.9 396 396 III. Gewinnrücklagen 4.9 15.748 15.748 IV. Konzernbilanzverlust 4.9 -16.345 -20.882 V. Minderheitenanteile 4.9 54 34 9.643 5.086 B. Langfristige Verbindlichkeiten I. Leasingverbindlichkeiten 4.11 605 618 605 618 C. Kurzfristige Verbindlichkeiten I. Bankverbindlichkeiten 4.10 24 2.852 II. Leasingverbindlichkeiten 4.11 648 655 III. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 4.10 10.039 8.646 IV. Vertragsverbindlichkeiten 4.10 1.405 1.612 V. Rückstellungen 4.12 9.842 9.416 VI. Ertragsteuerschulden 4.10 519 281 22.477 23.462 Summe Passiva 32.725 29.166 2 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in TEUR Anhang 2022 2021 1. Umsatzerlöse 5.1 43.686 44.734 2. Herstellungskosten 5.2 -28.764 -30.689 3. Bruttoergebnis vom Umsatz 14.922 14.045 4. Vertriebskosten 5.3 -5.800 -5.916 5. Verwaltungskosten 5.4 -6.610 -6.772 6. Sonstige betriebliche Erträge 5.5 858 1.813 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.6 -114 -179 8. Währungsergebnis 5.7 92 -19 9. Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 3.348 2.972 10. Finanzergebnis 5.8 -417 -561 11. Ergebnis vor Steuern 2.931 2.411 12. Ertragsteuern 5.9 1.626 -58 13. Konzernjahresergebnis 4.557 2.353 - davon entfallen auf Anteilseigner 4.537 2.312 - davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 20 41 Ergebnis je Aktie (unverwässert) in Euro 5.10 0,46 0,24 Ergebnis je Aktie (verwässert) in Euro 5.10 0,46 0,24 Durchschnittliche im Umlauf befindliche Aktien (unverwässert) 9.789.999 9.789.999 Durchschnittliche im Umlauf befindliche Aktien (verwässert) 9.789.999 9.789.999 3 Konzern-Gesamtergebnisrechnung in TEUR 2022 2021 Konzernjahresergebnis 4.557 2.353 Konzerngesamtergebnis 4.557 2.353 - davon entfallen auf Anteilseigner 4.537 2.312 - davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 20 41 4.557 2.353 Konzern-Eigenkapital- Veränderungsrechnung Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 Anteile nicht Konzern- beherr- Gezeichnetes Kapital- Gewinn- bilanz- schender Ge- Kapital rücklage rücklagen verlust sellschafter in TEUR Gesamt Stand 1.1.2022 9.790 396 15.748 -20.882 34 5.086 Konzerngesamtergebnis 4.537 20 4.557 Einstellung in die Gewinnrücklagen 0 0 0 Stand 31.12.2022 9.790 396 15.748 -16.345 54 9.643 Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 Anteile nicht Konzern- beherr- Gezeichnetes Kapital- Gewinn- bilanz- schender Ge- Kapital rücklage rücklagen verlust sellschafter in TEUR Gesamt Stand 1.1.2021 9.790 396 15.748 -23.194 -7 2.733 Konzerngesamtergebnis 2.312 41 2.353 Einstellung in die Gewinnrücklagen 0 0 0 Stand 31.12.2021 9.790 396 15.748 -20.882 34 5.086 4 Konzern-Kapitalflussrechnung in TEUR 2022 2021 Anhang Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 3.348 2.972 + Abschreibungen und Wertminderungen auf Filmvermögen 9.326 11.962 + Abschreibungen auf Sachanlagen und übrige immaterielle Vermögenswerte 1.055 982 +/- Zunahme/Abnahme der kurzfristigen Rückstellungen 426 1.577 -/+ Gewinn/Verlust aus Anlagenabgängen 131 -1 -/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -2.509 904 +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -1.116 -615 - Gezahlte Steuern -503 -503 - Gezahlte Zinsen -417 -509 7. Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit 9.741 16.769 + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens und immateriellen Vermögenswerten des Anlagevermögens 587 0 - Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte -235 -1.453 - Auszahlungen für Investitionen in das Filmvermögen -11.030 -8.519 + Einzahlungen aus Rückerstattung geleisteter Anzahlungen 0 43 Cashflow aus der Investitionstätigkeit 7. -10.678 -9.929 - Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten -2.831 -8.979 + Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 2.003 3.039 - Auszahlung für Anteile an vollkonsolidierten Unternehmen 0 -600 - Tilgung Leasingverbindlichkeit -685 -676 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 7. -1.513 -7.216 -2.450 -376 Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes + Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 6.905 7.281 Finanzmittelbestand am Ende der Periode 7. 4.455 6.905 5 Konzernanhang der Splendid Medien AG, Köln für das Geschäftsjahr 2022 1. Allgemeine Angaben Die Splendid Medien AG ist eine in Deutschland ansässige börsennotierte Ak- tiengesellschaft . Die Gesellschaft hat ihren Firmensitz in der Lichtstraße 25 in 50825 Köln und ist im Handelsregister unter Nummer HR B 31022 eingetra- gen. Die Gesellschaft ist im geregelten Markt (General Standard) an der Frank- furter Wertpapierbörse notiert. Die Splendid Medien AG stellt als Mutterge- sellschaft der Splendid Gruppe nach § 315e HGB diesen Konzernabschluss auf. Die Splendid Gruppe ist ein integrierter Medienkonzern, dessen operative Ge- schäftstätigkeit in die Segmente Content und Services unterteilt ist. Das Seg- ment Content umfasst den Lizenzhandel mit Filmrechten, Film- und Pro- grammauswertungen im Kino und Home Entertainment (DVD, Blu-ray Disc, Video-on-Demand VoD, Electronic Sell-Through EST) sowie die Filmproduk- tion. Im Segment Services werden umfangreiche Dienstleistungen für die Film- und Fernsehindustrie mit Schwerpunkten bei der Digitalisierung und Synchronisation erbracht. 2. Grundlagen der Rechnungslegung Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 ist nach den zum Bilanz- stichtag am 31. Dezember 2022 geltenden International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufge- stellt. Alle für das Geschäftsjahr 2022 geltenden Auslegungen und Interpreta- tionen des International Financial Reporting Standards Interpretations Com- mittee (IFRS IC) wurden angewendet. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Alle Angaben erfolgen, soweit nicht anders angegeben, in Tausend Euro (TEUR). Dabei werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännisch auf- oder abgerundet. 2.1 Änderungen der anzuwendenden Standards und Interpretationen Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewendeten Methoden mit folgenden Aus- nahmen, die aus neuen bzw. überarbeiteten Standards resultieren. 6 Im Geschäftsjahr 2022 erstmals anzuwendende Rechnungslegungsvor- schriften Für Jahresabschlüsse, welche am oder nach dem 01.01.2022 beginnen, traten die folgenden neuen oder überarbeiteten Standards und Interpretationen in Kraft und wurden von der Gesellschaft erstmalig angewandt: Standard/Interpretation Titel/Regelungsinhalt Änderungen an IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse - Verweis auf das Rahmenkonzept Änderungen IAS 16 Sachanlagen - Erlöse vor der beabsichtigen Nutzung Änderungen IAS 37 Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen - Belastende Verträge - Vertragserfüllungskosten Diverse Standards Jährliche Verbesserungen (2018-2020) Aus den genannten Standards ergaben sich keinerlei Auswirkungen auf die Rechnungslegungsgrundsätze des Konzerns. Vom IASB verabschiedete, aber noch nicht angewendete Rechnungsle- gungsvorschriften Im Geschäftsjahr 2022 wurden folgende vom IASB bereits verabschiedeten neuen bzw. geänderten Rechnungslegungsnormen nicht berücksichtigt, weil eine Verpflichtung zur Anwendung noch nicht gegeben war. Die Anwendung dieser Standards setzt die zum Teil noch ausstehende Anerkennung durch die EU-Kommission voraus. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Vorschrif- ten: 7 voraussichtlicher EU- Erstanwendungs- Standard/Interpretation Titel/Regelungsinhalt zeitpunkt IFRS 17, Änderungen Versicherungsverträge 1.01.20231) IFRS 17, Änderungen Erstmalige Anwendung von IFRS 17 1.01.20231) und IFRS 9 – Vergleichsinformationen Änderung IAS 1, IFRS Angaben zu 1.01.20231) Practice Statement 2 Rechnungslegungsmethoden Änderung IAS 8 Definitionen von 1.01.20231) rechnungslegungsbezogenen Schätzungen Änderung IAS 12 Latente Steuern - zusätzliche 1.01.20231) Rückausnahme der Erstanwendungsausnahme Änderungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses - 1.01.20242) Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig Änderungen an IAS 1 Langfristige Schulden mit 1.01.20242) Nebenbedingungen Änderungen an IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten im Rahmen 1.01.20242) einer Sale & Lease Back Transaktion 1) EU-Endorsement bereits erfolgt. 2) EU-Endorsement steht noch aus. Die Splendid Medien AG hat diese Regelungen nicht vorzeitig angewandt und wird diese voraussichtlich auch nicht vorzeitig anwenden. Die Geschäftsleitung der Splendid Medien AG erwartet aus der künftigen An- wendung der genannten Standards und Interpretationen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. 2.2 Konsolidierung Angaben zum Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss wurden unverändert zum Vorjahr neben dem Mut- terunternehmen Splendid Medien AG die folgenden Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen: 8 Verbundene Unternehmen Sitz Anteil in % Splendid Film GmbH Köln 100 Polyband Medien GmbH München 1001) WVG Medien GmbH Hamburg 90 eNterActive GmbH Hamburg 85 Splendid Synchron GmbH Köln 1002) Videociety GmbH Hamburg 100 Splendid Entertainment GmbH Köln 1003)4) Splendid Studios GmbH Köln 1005)6) Splendid Film B.V. Amsterdam 1004) Early Learning Group GmbH i.L. Hamburg 1007) 1) Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit der Splendid Medien AG als herrschender Gesellschaft 2) Ergebnisabführungsvertrag mit der Splendid Medien AG als herrschender Gesellschaft 3) Ergebnisabführungsvertrag mit der Splendid Film GmbH als herrschender Gesellschaft 4) Anteile gehalten über Splendid Film GmbH 5) Ergebnisabführungsvertrag mit der Splendid Entertainment GmbH als herrschender Gesellschaft 6) Anteile gehalten über Splendid Entertainment GmbH (100%ige Tochtergesellschaft der Splendid Film GmbH) 7) inaktiv, seit 2021 in Liquidation Die Splendid Medien AG übt als Holdinggesellschaft zentrale Servicefunktio- nen im Verwaltungsbereich der Splendid Gruppe aus, darunter Finanzen, Con- trolling, Organisation, EDV, Unternehmenskommunikation und Investor Rela- tions. Die Splendid Film GmbH erwirbt Filme auf dem Weltmarkt und vermarktet diese vornehmlich im deutschsprachigen Raum. Die Polyband Medien GmbH erwirbt Programme im Bereich Dokumentatio- nen, TV-Serien und Family Entertainment und wertet diese im deutschspra- chigen Raum über die gesamte Wertschöpfungskette aus. Die WVG Medien GmbH, Hamburg, fungiert im Wesentlichen als Vertriebsge- sellschaft für Splendid Film und Polyband sowie für konzernfremde Unterneh- men und übernimmt den physischen Vertrieb von Blu-rays und DVDs. Die eNterActive GmbH erbringt digitale Dienstleistungen für die nationale und internationale Medienindustrie, insbesondere die Distribution von Video- on-Demand (VoD)-Daten an VoD-Provider, den Aufbau und Betrieb von VoD- Portalen, die Erstellung von Mastern für die Blu-ray- und DVD-Produktion so- wie die Digitalisierung und Archivierung von Spielfilmen und TV-Programmen. 9 Die Splendid Synchron GmbH synchronisiert fremdsprachige Filme und TV- Serien und überarbeitet diese tontechnisch. Die Videociety GmbH betreibt Video-on-Demand-Plattformen (www.vide- ociety.de und www.maxdome.de) für Endkunden und bietet VoD-Plattform- Lösungen mit umfassenden Serviceleistungen für Geschäftskunden. Die Splendid Entertainment GmbH betreibt in gewissem Umfang Entwicklung, Herstellung sowie Verwertung und Vermarktung von TV-Unterhaltungspro- grammen sowie Kino- und Fernsehfilmen und fungiert darüber hinaus im We- sentlichen als Zwischenholding. Im Januar 2022 erwarb die Splendid Entertainment GmbH die ausstehenden 10% der Geschäftsanteile an der Splendid Studios GmbH, sodass deren Anteil an der Gesellschaft seither 100% beträgt. Die Splendid Studios GmbH entwickelt und realisiert TV-Serien und Filme mit Schwerpunkt im Bereich non-fiktionaler Formate. Die Splendid Studios GmbH hat mit dem Verkauf der Rechte an der TV-Produktion „Die Wollnys“ im Wege eines Asset Deals ihren wesentlichen Geschäftsbereich Auftragspro- duktion aufgegeben und ist danach weitgehend inaktiv. Die Splendid Film B.V. ist eine Vertriebsgesellschaft für den Kino-, Home En- tertainment- und Lizenz-Vertrieb in den Benelux-Staaten. Konsolidierungsgrundsätze In den Konzernabschluss werden gemäß IFRS 10 die Abschlüsse der Splendid Medien AG und ihrer Tochterunternehmen einbezogen. Ein Tochterunterneh- men wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Gesellschaft die Beherrschung erlangt (in der Regel der Erwerbszeitpunkt), bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherr- schung durch die Gesellschaft endet, in den Konzernabschluss einbezogen. Der Bilanzstichtag ist für alle einbezogenen Unternehmen einheitlich der 31.12. eines Jahres. Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im Kon- zern zur Anwendung kommenden Methoden anzugleichen. Sämtliche konzerninternen Vermögenswerte, Schulden, Erträge, Aufwendun- gen und Cashflows im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Kon- zernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig elimi- niert. 10 2.3 Währungsumrechnung Fremdwährungstransaktionen werden mit dem zum Zeitpunkt des Geschäfts- vorfalls geltenden Wechselkurs erfasst. Für monetäre Vermögenswerte und Schulden, deren Wert in einer Fremdwährung angegeben wird, erfolgt die Währungsumrechnung zum Stichtagskurs. Kursgewinne und -verluste wer- den erfolgswirksam berücksichtigt. Folgende Kurse waren für die Währungsumrechnung im Konzern maßge- bend: Stichtagskurs USD 31.12.2021 1,1326 31.12.2022 1,0666 Nicht-monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungs- kosten in einer Fremdwährung anzusetzen sind, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls bewertet. 2.4 Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften wurden gegenüber dem Vor- jahr unverändert angewandt. Die Bilanz ist nach kurz- und langfristigen Ver- mögenswerten und Schulden strukturiert. Die Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Umsatzkostenverfahren. Im Einzelnen stellen sich die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsme- thoden wie folgt dar: Sachanlagevermögen Gegenstände des Sachanlagevermögens werden mit ihren historischen An- schaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare so- wie gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen (Wertminderungen) bilanziert. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu- grunde: Mietereinbauten 6 bis 14 Jahre Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 13 Jahre Technische Anlagen und Maschinen 3 bis 5 Jahre Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der Buchwert eines Vermö- genswerts seinen erzielbaren Betrag übersteigt. 11 Immaterielle Vermögensgegenstände Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaf- fungskosten aktiviert. Die Abschreibung erfolgt linear im Falle begrenzter Nutzungsdauer. Für immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nut- zungsdauer erfolgt mindestens einmal jährlich eine Werthaltigkeitsprüfung; ggf. wird ein außerplanmäßiger Wertminderungsaufwand erfasst. Filmvermögen Erworbene Rechte an Fremdproduktionen, geleistete Anzahlungen auf Film- rechte sowie Herstellungskosten für Filme, die innerhalb der Splendid Gruppe produziert wurden (Eigenproduktionen) werden in der Konzernbilanz in ei- nem gesonderten Posten ausgewiesen. Ansatz und Bewertung erfolgen in Ermangelung branchenspezifischer Vor- schriften nach den allgemeinen Grundsätzen des IAS 38, wenn die betreffen- den Vermögenswerte einen zukünftigen Nutzenzufluss erwarten lassen und deren Anschaffungs- und Herstellungskosten verlässlich ermittelt werden können. Die im Filmvermögen ausgewiesenen, von Dritten erworbenen Filmrechte werden im Zeitpunkt des Lizenzbeginns mit ihren Anschaffungskosten akti- viert. Eigenproduktionen werden mit ihren Herstellungskosten angesetzt. Die Anschaffungs-/Herstellungskosten werden ggf. um gewährte Zuschüsse oder bedingt rückzahlbare Darlehen aus Projektförderungen gemindert. Soweit di- rekt zuordenbar werden Fremdkapitalkosten als Teil der Anschaffungs-/Her- stellungskosten aktiviert, wenn sich die Anschaffung oder Herstellung des Vermögenswerts über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt. Im Geschäftsjahr 2022 waren keine Fremdkapitalkosten zu aktivieren. Die Abschreibung der Filmrechte erfolgt nach Maßgabe einer verwertungs- abhängigen Abschreibungsmethode, die den Wertverzehr der genutzten Filmrechte im Zeitablauf in Abhängigkeit von den erzielbaren Verwertungser- gebnissen darstellt. Die Bilanzierung beruht hierbei auf den Erfahrungen und Einschätzungen des Managements betreffend die Auswertungsmöglichkeiten der Lizenzen. Der Zeitraum der Erlösschätzung, welcher die Basis für die Be- rechnung der Abschreibung bildet, ist dabei in der Regel auf maximal zehn Jahre beschränkt. Im Regelfall des Vollrechtserwerbs erfolgt über den Zeitraum der Auswertung der Filmrechte im Home Entertainment (DVD/Blu-ray sowie VoD und EST) eine Abschreibung in Höhe von 20 % der Anschaffungskosten. Bei der nach- folgenden Veräußerung von Lizenzrechten in der Auswertungsstufe TV (Pay- TV/S-VoD, Free-TV sowie Folge- und Zweitverwertung TV) werden über den betreffenden Lizenzzeitraum in der Regel Abschreibungen in Höhe von 80 % der Anschaffungskosten verrechnet. 12 Sofern zunächst eine Auswertung im Kino erfolgt, wird hierfür eine Abschrei- bung in Höhe von 10 % der Anschaffungskosten berücksichtigt, welche das Abschreibungsvolumen der Auswertungsstufe „TV“ entsprechend mindert. Abweichend hiervon entfallen bei niedrigpreisigeren Filmen, welche nur einen verhältnismäßig geringeren Erlös aus dem Lizenzverkauf erwarten lassen, auf den Zeitraum der Auswertung der Filmrechte im Home Entertainment (DVD/Blu-ray-Geschäft) ebenso wie auf die nachfolgende Veräußerung der Lizenzrechte jeweils Abschreibungen in Höhe von 50% der Anschaffungskos- ten. Sofern eine Abschreibung nach den vorgenannten Regeln aufgrund der er- warteten Vermarktungspotentiale in der Auswertungsstufe Lizenzen erkenn- bar nicht zu einem sachgerechten Ergebnis führen würde, werden die Ab- schreibungsverläufe individuell festgelegt. Der wirtschaftliche Erfolg der aktivierten Filmlizenzen ist abhängig von Ver- marktungserfolgen in den einzelnen Wertschöpfungsstufen. Sofern sich die diesbezüglich getroffenen Annahmen (z. B. durch Wandel im Publikumsge- schmack) nicht realisieren lassen, kann dies zu Wertminderungen sowie ge- änderten Abschreibungsverläufen in den Folgejahren führen. Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der Buchwert des Filmrechts durch die geschätzten künftigen Gesamterlöse abzüglich noch anfallender Herausbringungskosten nicht gedeckt ist. In diesem Fall wird eine Abschrei- bung auf den unter Berücksichtigung noch erwarteter Vermarktungspotenzi- ale voraussichtlich erzielbaren Wert (Nutzungswert) vorgenommen. Zu weite- ren Informationen wird auf die Ausführungen unter Punkt 3. „Ermessensent- scheidungen, Schätzungen und Annahmen“ verwiesen. Der Wertansatz des Filmvermögens wird halbjährlich vollumfänglich, sowie darüber hinaus im Rahmen regelmäßiger titelindividueller Wertminderungs- tests überprüft. So wird die Validität der dem Abschreibungsverlauf zugrunde liegenden Ver- kaufsprognosen bei jedem Start in eine neue Lizenzauswertungsstufe anhand der bis zu diesem Zeitpunkt realisierten Vermarktungserfolge überprüft. Et- waigen sich hieraus ergebenden negativen Veränderungen der Gesamtver- kaufsprognose wird durch eine entsprechende Wertminderung sowie ggf. ei- nen veränderten Abschreibungsverlauf Rechnung getragen. Ergänzend werden für jede Lizenzauswertungsstufe bestimmte Zeitfenster definiert, innerhalb derer die für die jeweilige Auswertungsstufe geplanten Verwertungserfolge vollumfänglich eingetreten sein müssen. Wenn und so- weit die geplanten Verwertungserfolge bis zum Ende des definierten 13 Zeitfensters nicht oder nicht vollumfänglich eingetreten sind, wird das für diese Lizenzauswertungsstufe planmäßig vorgesehene verwertungsabhän- gige Abschreibungsvolumen als Wertminderung in voller Höhe als Aufwand erfasst. Darüber hinaus stellt diese Tatsache einen Anhaltspunkt für eine Prü- fung auf Wertminderungsbedarf auch im Hinblick auf die weiteren Verwer- tungsstufen dar. Geschäfts- oder Firmenwert Geschäfts- oder Firmenwerte ergeben sich aus Unternehmenszusammen- schlüssen als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmens über die nach der Erwerbsmethode ermittelten beizulegenden Zeitwerte der er- worbenen Vermögenswerte und Schulden. Die Splendid Medien AG testet zahlungsmittelgenerierende Einheiten, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, mindestens einmal jährlich oder dann auf Wertminderung, wenn Sachverhalte oder Umstände auf eine eventuelle Minderung des Buch- werts hindeuten. Ist der Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als ihr Buchwert, so wird in Höhe der Differenz ein Wertminderungsaufwand er- fasst, welcher zunächst dem Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wird. Jeglicher Wertminderungsaufwand betreffend den Geschäfts- oder Firmen- wert wird direkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Latente Steuern Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Verbindlichkeits- methode. Latente Steuern werden angesetzt für zum Bilanzstichtag beste- hende temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden und deren Ansatz in der Konzernbilanz sowie für steuerliche Verlustvorträge. Passive latente Steuern werden für sämtliche zu versteuernden temporären Differenzen gebildet. Aktive latente Steuern werden für abzugsfähige temporäre Differenzen in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die latenten Steueransprüche ver- wendet werden können oder soweit mit passiven latenten Steuern aufgerech- net werden kann. Der Buchwert der aktiven latenten Steuern wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem eine künftige Verwendung nicht oder teilweise nicht (mehr) wahrscheinlich ist. Aktive latente Steuern aus noch nicht genutzten Verlustvorträgen werden aktiviert, sofern ein zukünftig zu versteuerndes Einkommen zur Nutzung der Verlustvorträge mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. 14 Die Bildung aktiver und passiver latenter Steuern erfolgt in Höhe der voraus- sichtlichen Steuerentlastung bzw. -belastung nachfolgender Geschäftsjahre auf der Grundlage des zum Zeitpunkt der Realisation erwarteten Steuersatzes. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen, soweit sie dasselbe Steuersubjekt betreffen und sich die künftig ergebenden tatsächli- chen Steuerforderungen und -schulden aufrechenbar gegenüberstehen. Vorräte Die Vorräte sind zu Anschaffungskosten oder Herstellungskosten, korrigiert um Wertminderungen am Bilanzstichtag bewertet. Der hierbei zu Grunde ge- legte Nettoveräußerungswert ergibt sich als geschätzter Verkaufspreis abzü- glich der voraussichtlich noch anfallenden Produktionskosten sowie ge- schätzter Vertriebskosten. Fallen die Gründe für die Wertminderung weg, so wird die vorgenommene Abschreibung ergebniswirksam rückgängig ge- macht. In die Herstellungskosten sind direkt zurechenbare Material- und Fertigungs- kosten eingeflossen, Fertigungsgemeinkosten sind regelmäßig von unterge- ordneter Bedeutung. Im Wertansatz der fertigen Erzeugnisse und Waren sind stufenweise Abwertungen unter Berücksichtigung der Lagerreichweiten ent- halten. Finanzinstrumente Finanzinstrumente sind Verträge, die gleichzeitig bei einer Vertragspartei zu einem finanziellen Vermögenswert und bei der anderen Vertragspartei zu ei- ner finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Sie werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn ein Konzernunternehmen Vertragspar- tei des Finanzinstruments wird. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen, es sei denn, es besteht das Recht und die Absicht zur Aufrechnung. Die Bilanzierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte und Schulden (Finanzinstrumente) erfolgt abhängig vom zugrundeliegenden Geschäftsmo- dell und der Art der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme als: erfolgswirksam oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu • bewertende finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Schulden, oder • zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewertende finanzielle Ver- mögenswerte bzw. finanzielle Schulden Die Splendid Medien AG verfügt zum Stichtag im Wesentlichen über originäre (nicht-derivative) finanzielle Vermögenswerte und Schulden, welche der Ka- tegorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten“ zuzuordnen sind. 15 Bei den originären Vermögenswerten handelt es sich insbesondere um For- derungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen sowie Zah- lungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Erstbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, welcher in der Regel dem vereinbarten Transaktions- preis zuzüglich etwaiger direkt zurechenbarer Transaktionskosten entspricht. Die Folgebewertung erfolgt grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskos- ten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Wertminderungen werden bereits ab dem erstmaligen Ansatz in Höhe der künftig erwarteten Forderungsausfälle erfasst. Die Höhe der erwarteten Ver- luste wird zu jedem Stichtag aktualisiert, um Veränderungen des Ausfallrisikos Rechnung zu tragen. Bei der Bewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen so- wie von Vertragsvermögenswerten werden vereinfachend die über deren Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditausfälle zugrunde gelegt. Die Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle erfolgt mit Hilfe einer Wertberichtigungsmatrix, in- nerhalb derer auf finanzielle Vermögenswerte aufgrund bestimmter vordefi- nierter Risikokategorien jeweils einheitliche erwartete Verlustquoten ange- wandt werden. Zu diesem Zweck werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte nach gemeinsamen Risikomerkmalen, insbe- sondere Überfälligkeitstagen, zusammengefasst. Vertragsvermögenswerte aus noch nicht fakturierten laufenden Arbeiten weisen im Wesentlichen die gleichen Risikomerkmale auf wie Forderungen aus Lieferungen und Leistun- gen aus den entsprechenden Vertragsarten. Vor diesem Hintergrund wird da- von ausgegangen, dass die erwarteten Verlustquoten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einen angemessenen Näherungswert für die Ver- lustquoten betreffend Vertragsvermögenswerte darstellen. Die erwarteten Verlustquoten werden ausgehend von historischen Ausfall- quoten ermittelt. Ergänzend fließen aktuelle und prognostische Informatio- nen zu makroökonomischen Rahmenbedingungen ein, welche potenziell ei- nen Einfluss auf das Zahlungsverhalten der Kunden haben könnten. Die Angaben zu erwarteten und erfassten Kreditverlusten finden sich unter Angabe 6.2.2 (Kreditrisiken). Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände und Kontokorrentguthaben sowie Termingelder mit einer Laufzeit bis zu drei Monaten. Sie werden ebenfalls zu fortgeführten Anschaffungskosten bewer- tet. Ausländische Valuten werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Effekte aus Fremdwährungsumrechnungen von monetären Posten werden in der Ge- winn- und Verlustrechnung erfasst. Die Anwendung des Modells der 16 erwarteten Kreditverluste nach IFRS 9 auf diese Vermögenswerte ergab auf- grund der Bonitätsratings der Vertragspartner sowie aufgrund der kurzen Laufzeiten zum Stichtag keine Anhaltspunkte für eine Wertminderung. Originäre finanzielle Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen zum Stich- tag im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige nicht derivative Verbindlichkeiten. Sie werden bei erstmaliger Erfas- sung mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich direkt zurechenbarer Trans- aktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten An- schaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Nicht verzinsli- che oder unterverzinsliche Verbindlichkeiten werden mit dem Barwert ange- setzt und bis zu ihrer Fälligkeit periodengerecht aufgezinst. Leasingverhältnisse Die Splendid Medien AG und ihre Tochtergesellschaften mieten bzw. leasen verschiedene Büro- und Lagergebäude, Stellplätze sowie Büro-Equipment, Anlagen und Fahrzeuge. Die Miet- und Leasingkonditionen werden individu- ell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl unterschiedlicher Vertragskon- ditionen. Die Leasingverträge enthalten keine Kreditbedingungen. Mietver- träge werden in der Regel für feste Zeiträume von ein bis fünf Jahren abge- schlossen, können jedoch im Sinne einer maximalen betrieblichen Flexibilität der Splendid-Gruppe Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen enthalten. Die bestehenden Verlängerungs- und Kündigungsoptionen können in der Re- gel ausschließlich durch den Konzern, nicht jedoch durch den jeweiligen Ver- mieter/Leasinggeber ausgeübt werden. Gemäß IFRS 16 werden grundsätzlich für sämtliche Miet- und Leasinggegen- stände ab dem Zeitpunkt, zu dem diese dem Konzern zur Nutzung zur Verfü- gung stehen, Nutzungsrechte sowie korrespondierend Leasingverbindlichkei- ten ausgewiesen. Verpflichtungen aus Leasingverhältnissen werden bei Erstansatz zum Bar- wert der vereinbarten festen Leasingzahlungen sowie etwaig erwarteter Zah- lungen aufgrund von Restwertgarantien erfasst. Der nach der Effektivzinsme- thode ermittelte Zinsanteil der vereinbarten Leasingraten wird über die Lauf- zeit des Leasingverhältnisses aufwandswirksam erfasst. Leasingzahlungen werden mit dem internen Zinssatz des Leasingverhältnisses abgezinst, sofern dieser ohne weiteres verlässlich bestimmbar ist. Andernfalls erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz, d.h. dem Zinssatz, der im Falle eines vollständig fremdfinanzierten Kaufs aufgewendet werden müsste. Für eine Vielzahl von Immobilien-Leasingverträgen des Konzerns bestehen Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. 17 Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen berücksichtigt das Management sämtliche Tatsachen und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Sich ergebende Laufzeitänderungen sowie Zah- lungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Verlängerungs-, Kauf- oder Kündigungsoptionen werden bei der Bilanzierung der betreffenden Leasing- verpflichtungen nur berücksichtigt, wenn diese hinreichend sicher sind. Die Folgebewertung der bilanzierten Leasingverpflichtungen erfolgt zu fort- geführten Anschaffungskosten durch Aufzinsung nach der Effektivzinsme- thode unter Berücksichtigung der bereits gezahlten Leasingraten und der je- weils aktuellen Erkenntnisse zur voraussichtlichen Vertragslaufzeit. Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet, welche bei erst- maligem Ansatz im Wesentlichen dem abgezinsten Wert der korrespondie- renden Leasingverbindlichkeit entsprechen. Darüber hinaus werden - sofern wesentlich - folgende Posten in die Ermittlung der Anschaffungskosten ein- bezogen: • Sämtliche bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen Direkte Kosten im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss • Ggf. geschätzte Kosten der Demontage, Wiederherstellung oder • Rückversetzung in den verlangten Zustand Nutzungsrechte werden in der Konzernbilanz in einem gesonderten Posten ausgewiesen. Die Zusammensetzung der Nutzungsrechte nach Gruppen von Vermögenswerten ist in Angabe 4.3. enthalten. Die Folgebewertung der Nutzungsrechte erfolgt zu Anschaffungskosten ab- züglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen. Die Abschrei- bung der Nutzungsrechte erfolgt grundsätzlich linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses, es sei denn, die Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswerts ist kürzer. Zur Prüfung der Notwendigkeit einer Wertminde- rung und deren Erfassung wird auf die Bilanzierungsgrundsätze für Anlage- vermögen unter 2.4 verwiesen. Öffentliche Zuwendungen Öffentliche Zuwendungen werden erfasst, wenn mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unterneh- men die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Es wird zwischen Projekt- förderungen (Filmherstellung) und Verleihförderungen differenziert. 18 Projektförderungen Bei den Förderungen wird zwischen Projektförderungen als bedingt rückzah- lungspflichtiges Darlehen bzw. Projektfilmförderungen nach den Richtlinien des Beauftragten für Kultur und Medien BKM (Deutscher Filmförderfonds DFFF) als nicht rückzahlbare Zuschüsse unterschieden. Projektförderung als bedingt rückzahlungspflichtiges Darlehen Projektfilmförderungen werden in Form eines bedingt rückzahlbaren zinslo- sen Darlehens nach den Bestimmungen des Filmfördergesetzes bzw. der je- weiligen Länderförderungen (z. B. Filmstiftung NRW) gewährt. Diese sind zu- rückzuzahlen, sobald und soweit die Erträge des Herstellers aus der Verwer- tung des Films eine bestimmte Höhe übersteigen. Es handelt sich um Zuwen- dungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte. Diese werden in der Bi- lanz in Höhe des mit hinreichender Sicherheit nicht zurückzuzahlenden Be- trags vom Buchwert des Filmvermögens abgesetzt. Die Zuwendungen werden mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags der aktivierten Herstellungskosten über den Auswertungszyklus eines Films ergebniswirksam erfasst. Die Höhe des mit hinreichender Sicherheit nicht zu- rückzuzahlenden Betrags ist in der Regel zum Zeitpunkt des Kinostarts ermit- telbar. Sollte zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt werden, dass ein wei- terer Teil eines Darlehens zurückzuzahlen ist, wird in Höhe dieses Betrags der Buchwert des Filmvermögens erhöht, bei gleichzeitiger Passivierung einer Verpflichtung. Projektfilmförderung nach den Richtlinien des BKM (DFFF) Projektfilmförderungen nach den Richtlinien des BKM (DFFF) stellen nicht rückzahlungspflichtige Zuwendungen dar, die zur Erstattung der Herstel- lungskosten eines Kinofilms nach Erfüllung von klar definierten Voraussetzun- gen gewährt werden. Es handelt sich um Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte. Die gewährten Projektfilmförderungen werden in der Bilanz vom Buchwert des Films abgesetzt. Die Zuwendungen werden mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags der aktivierten Herstellungskosten über den Auswertungszyklus eines Films ergebniswirksam erfasst. Verleihförderungen Bei den Förderungen wird zwischen Verleihförderungen als bedingt rückzah- lungspflichtige Darlehen und als nicht rückzahlungspflichtige Zuschüsse un- terschieden. Verleihförderung als bedingt rückzahlungspflichtiges Darlehen Verleihförderungen werden in Form eines bedingt rückzahlbaren zinslosen Darlehens den Bestimmungen des Filmfördergesetzes bzw. der jeweiligen Länderförderungen (z. B. FilmFernseh-Fonds Bayern „FFF Bayern“ Richtlinien) gewährt. Gewährte Darlehen sind aus den dem Antragsteller zustehenden Verwertungserlösen, nach vorrangiger Rückführung der eingesetzten 19 Eigenmittel und einer ggf. anzurechnenden Verleihgarantie, zu tilgen. Es handelt sich um Zuwendungen der öffentlichen Hand für bereits angefal- lene Aufwendungen. Diese werden als Sonstige betriebliche Erträge in Höhe des mit hinreichender Sicherheit nicht zurückzuzahlenden Betrags erfasst. Die Zuwendungen werden in den Perioden erfasst, in denen die entsprechenden Herausbringungskosten anfallen. Die Höhe des mit hinreichender Sicherheit nicht zurückzuzahlenden Betrags ist in der Regel zum Zeitpunkt des Kinostarts ermittelbar. Sollte zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt werden, dass ein weiterer Teil eines Darlehens zurückzuzahlen ist, wird in Höhe dieses Betrags ein Aufwand gebucht bzw. ein Ertrag storniert der entsprechende Betrag pas- siviert. Verleihförderung als nicht rückzahlungspflichtige Zuschüsse Hierbei handelt es sich um nicht rückzahlungspflichtige Zuschüsse, die dem Verleiher z. B. in Abhängigkeit der erreichten Besucherzahl bei der Kinoaus- wertung eines Referenzfilms zur Finanzierung der Herausbringungskosten ei- nes Folgefilms zustehen bzw. einem Pool von Referenzfilmen, die diesen Vo- raussetzungen entsprechen. Es handelt sich um Zuwendungen der öffentli- chen Hand für angefallene Aufwendungen. Die gewährten Zuschüsse werden als Sonstige betriebliche Erträge zum Zeitpunkt des Kinostarts des Folgefilms ergebniswirksam erfasst. Rückstellungen Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige recht- liche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aus einem ver- gangenen Ereignis hat, sofern ein künftiger Ressourcenabfluss zur Erfüllung dieser Verpflichtung überwiegend wahrscheinlich (>50%) ist und dessen Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Bewertung erfolgt mit dem best- möglichen Schätzwert unter Berücksichtigung sämtlicher inhärenter Risiken und Unsicherheiten am Bilanzstichtag. Ertrags- und Aufwandsrealisierung Die Konzernunternehmen generieren Umsatzerlöse aus der Verwertung von Filmrechten, aus Filmproduktionen sowie Dienstleistungen für die Film- und Fernsehbranche. Im Rahmen der Verwertung von Filmrechten werden für ei- nen zeitlich und/oder räumlich begrenzten Bereich Nutzungsrechte an Ab- nehmer vorwiegend in Deutschland und im deutschsprachigen Europa erteilt. Die Konzernunternehmen erzielen hierbei Umsätze aus der Auswertung im Kino und im Home Entertainment (DVD/Blu-ray und TVoD/EST) sowie aus Li- zenzen für Free-TV, Pay-TV und SVoD. Die Zahlungskonditionen bei Lizenzierungen werden kundenindividuell ver- einbart. Üblich sind sowohl die Fälligkeit bei Materialabnahme oder Lizenz- beginn (mit oder ohne Vereinbarung von Anzahlungen) als auch ratierliche Zahlungen über die Lizenzlaufzeit ab Lizenzbeginn. Bei Auftragsproduktionen werden in der Regel Abschlagszahlungen entsprechend dem 20 Leistungsfortschritt vereinbart, Schlusszahlungen werden bei Materialab- nahme fällig. Wesentliche Finanzierungskomponenten sind üblicherweise nicht vereinbart. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn und soweit die betreffende Leistungs- verpflichtung aus dem Vertrag mit dem Kunden erfüllt ist. Dies ist nach IFRS 15 im Zeitpunkt des Übergangs der Kontrolle über die bezogenen Waren bzw. die in Anspruch genommenen Dienstleistungen auf den Kunden der Fall. Für die von den Gesellschaften der Splendid Medien Gruppe erbrachten Leis- tungen gilt im Einzelnen Folgendes: Bei der Lizenzierung von Kinorechten wird der Umsatz ab dem Kinostart des Films realisiert. Im Rahmen der DVD/Blu-ray-Auswertung und der hiermit verbundenen physischen Auslieferung von Bildtonträgern erfolgt die Realisierung der Um- satzerlöse zeitpunktbezogen bei Lieferung an den Kunden bzw. abhängig von den vertraglichen Vereinbarungen nach Ablauf einer bestimmten Frist nach erfolgter Warenlieferung. Im Bereich TVoD/EST erfolgt die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen bei Download des entsprechenden Inhaltes. Bei Lizenzerlösen ist der Lizenzbeginn der maßgebliche Zeitpunkt für die Umsatzrealisierung. Umsatzerlöse im Bereich Auftragsproduktion werden zeitraumbezogen er- fasst. Der Fertigstellungsgrad der Aufträge wird aufgrund der angefallenen Kosten zum Stichtag im Verhältnis zu den erwarteten Gesamtprojektkosten ermittelt. Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht verlässlich be- stimmt werden kann, werden Auftragserlöse nur bis zur Höhe der angefalle- nen Auftragskosten erfasst, soweit diese wahrscheinlich einbringlich sind. In Arbeit befindliche Auftragsproduktionen werden als Vertragsvermögens- werte erfasst. Dienstleistungen im Bereich Services werden zeitraumbezogen anhand der Input-orientierten Methode erfasst. Der Leistungsfortschritt wird dabei auf der Grundlage der synchronisierten Programme bzw. der abgewickelten Teil- aufträge ermittelt. Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und gemindert um Retouren, Ra- batte, Preisnachlässe und weitere Erlösminderungen (z.B. Werbekostenzu- schüsse) ausgewiesen. Für Remissionsverpflichtungen aus DVD/Blu-ray Aus- wertungen werden Rückstellungen gebildet, die zu entsprechenden Umsatz- minderungen führen. 21 Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeit- punkt ihrer Verursachung erfasst. Finanzerträge und -aufwendungen werden periodengerecht unter Berück- sichtigung des jeweils anzuwendenden Effektivzinssatzes abgegrenzt. 3. Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen Die Aufstellung von Konzernabschlüssen in Übereinstimmung mit den Rege- lungen des IFRS erfordert Ermessensentscheidungen, Schätzungen und An- nahmen, welche Einfluss auf Ansatz und Bewertung von Vermögenswerten und Schulden, ausgewiesene Erträge und Aufwendungen des Berichtszeit- raums haben. Den Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen liegen Prämis- sen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand beru- hen. Insbesondere wurden bezüglich der erwarteten künftigen Geschäftsent- wicklung die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorlie- genden Umstände ebenso wie die als realistisch unterstellte zukünftige Ent- wicklung des globalen und branchenbezogenen Umfelds zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen, kön- nen die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätz- werten abweichen. Wenn die tatsächliche Entwicklung von der erwarteten ab- weicht, werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der be- treffenden Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst. Am Bilanzstichtag hat der Vorstand im Wesentlichen folgende zukunftsbezo- genen Annahmen getroffen und/oder geändert, sowie wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten identifiziert, durch die ein signifikantes Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentli- che Anpassung der Buchwerte der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich wird. Filmvermögen Der wirtschaftliche Erfolg der aktivierten Filmlizenzen ist abhängig von den Vermarktungserfolgen in den einzelnen Wertschöpfungsstufen. Sofern sich die hierbei getroffenen Annahmen (z. B. durch Wandel im Publikumsge- schmack) nicht realisieren, kann dies zu Wertminderungen und geänderten Abschreibungsverläufen in Folgejahren führen. Der Buchwert des Filmvermö- gens beläuft sich zum Stichtag auf TEUR 7.861 (i. V. TEUR 5.855). Geschäfts- oder Firmenwert Für die Bestimmung des Vorliegens einer Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte ist es erforderlich, den Nutzungswert der zahlungsmittelgene- rierenden Einheit, welcher die Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet 22 worden sind, zu ermitteln. Die Berechnung des Nutzungswertes bedarf der Schätzung künftiger Cashflows aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Faktoren wie geringere als erwartete künftige Ergebnisse und daraus resultie- rende niedrigere Nettozahlungsströme sowie Änderungen der Abzinsungs- sätze können zur Notwendigkeit der Anpassung des Buchwerts führen. Der Buchwert der zum 31.12.2022 ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte betrug TEUR 326. Markenrechte Für das Markenrecht wird von einer unbestimmten Nutzugsdauer ausgegan- gen. Die Berechnung des Markenrechts basiert auf den Cashflows, aus der Nutzung des Markenrechtes. Mindestens einmal jährlich wird eine Werthal- tigkeitsprüfung durchgeführt und ggf. wird ein außerplanmäßiger Wertmin- derungsaufwand erfasst. Der Buchwert des Markenrechtes beläuft sich zum Stichtag auf TEUR 1.100. Aktive latente Steuern Die Werthaltigkeit der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge ist ab- hängig von deren künftiger Nutzbarkeit und setzt daher voraus, dass die im Rahmen einer Unternehmensplanung substantiiert prognostizierten positiven steuerlichen Einkommen künftig generiert werden können. Der Buchwert der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge beträgt EUR 2,056 Mio. (i.V. 0). Die latenten Steuern auf Verlustvorträge werden ba- sierend auf einem langfristig zu erwartenden Steuersatz von 32,45% in Ansatz gebracht. Bei der Ermittlung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wurde angesichts der Volatilität der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und des Branchenumfelds ein Planungshorizont von drei Jahren zugrunde ge- legt. Nicht berücksichtigte Verlustvorträge bestehen in Höhe von EUR 84,8 Mio. (Körperschaftsteuer) bzw. EUR 77,4 Mio. (Gewerbesteuer). Rückstellungen Des Weiteren waren umfangreiche Annahmen betreffend die im Bereich des physischen Home-Entertainments ausgewiesenen Remissionsverbindlichkei- ten in Höhe von TEUR 3.066 von Bedeutung. Diese Annahmen beziehen sich insbesondere auf Zeitpunkt und Umfang der erwarteten Retouren und beru- hen auf langjährigen Erfahrungswerten sowie auf der Analyse von statisti- schen Abverkaufsdaten. 23 24 4. Erläuterungen zur Konzernbilanz 4.1 Sachanlagevermögen Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand Umbu- Stand in TEUR 1.1.2022 Zugänge Abgänge chungen 31.12.2022 Sachanlagen 1. Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.568 6 20 0 1.554 2. Technische Anlagen und Maschinen 721 6 206 0 521 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.123 182 374 492 2.423 4.Anlagen im Bau und Anzahlungen 5 0 0 -5 0 Summe Sachanlagen 4.417 194 600 487 4.498 Abschreibungen und Wertminderungen Restbuchwerte Stand Umbu- Stand Stand Stand in TEUR 1.1.2022 Zugänge Abgänge chungen 31.12.2022 31.12.2022 31.12.2021 Sachanlagen 1. Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.114 79 13 0 1.180 374 454 2. Technische Anlagen und Maschinen 599 29 207 0 421 100 122 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.878 123 355 474 2.120 303 245 4.Anlagen im Bau und Anzahlungen 0 0 0 0 0 0 5 Summe Sachanlagen 3.591 231 575 474 3.721 777 826 Die Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen sind mit TEUR 165 in den Herstellungskosten (i. V. TEUR 154) sowie mit TEUR 66 in den Verwaltungs- kosten (i. V. TEUR 58) enthalten. Soweit Zugänge zum Sachanlagevermögen noch nicht vollständig bezahlt wurden, unterliegen diese den handelsüblichen Eigentumsvorbehalten. In der Umbuchungsspalte wird die Übernahme zuvor geleaster Vermögens- werte nach dem Ende der Vertragslaufzeit ausgewiesen. Auf die entspre- chende Darstellung zu den Nutzungsrechten unter 4.3 wird verwiesen. 25 Die Entwicklung im Vorjahr war Folgende: Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand Stand in TEUR 1.1.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021 Sachanlagen 1. Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.600 0 32 1.568 2. Technische Anlagen und Maschinen 714 8 1 721 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.122 78 77 2.123 4.Anlagen im Bau und Anzahlungen 0 5 0 5 Summe Sachanlagen 4.436 91 110 4.417 Abschreibungen und Wertminderungen Restbuchwerte Stand Stand Stand Stand in TEUR 1.1.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2020 Sachanlagen 1. Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.067 79 32 1.114 454 533 2. Technische Anlagen und Maschinen 570 30 1 599 122 144 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.849 103 76 1.878 245 273 4.Anlagen im Bau und Anzahlungen 0 0 0 0 5 0 Summe Sachanlagen 3.486 212 109 3.591 826 950 26 4.2 Immaterielle Vermögenswerte Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand Stand in TEUR 1.1.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022 Immaterielle Vermögenswerte 1. Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.708 41 49 2.700 2. Kundenstamm 150 0 0 150 3. Geleistete Anzahlungen 116 0 116 0 Summe Immaterielle Vermögenswerte 2.974 41 165 2.850 Abschreibungen und Wertminderungen Restbuchwerte Stand Stand Stand Stand in TEUR 1.1.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022 31.12.2022 31.12.2021 Immaterielle Vermögenswerte 1. Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.481 65 48 1.498 1.202 1.227 2. Kundenstamm 21 86 0 107 43 129 3. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0 116 Summe Immaterielle Vermögenswerte 1.502 151 48 1.605 1.245 1.472 Bei den zu Anschaffungskosten bewerteten immateriellen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 1.245 zum Bilanzstichtag handelt es sich im Wesentlichen um erworbene Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer, die nicht planmäßig abgeschrieben werden sowie um einen erworbenen Kunden- stamm, dem eine begrenzte Nutzungsdauer zugrunde gelegt wird. Daneben wird erworbene Software mit einer begrenzten Nutzungsdauer ausgewiesen. Der Buchwert des Markenrechts wird regelmäßig, mindestens einmal jährlich, einem Impairment-Test unterzogen. Die Überprüfung des Buchwerts des Markenrechts erfolgte auf Basis der ge- schätzten durch die Markeninhaberschaft zusätzlich generierten, prognosti- zierten Cashflows, welche aus der vom Management vorgelegten Mehrjah- resplanung abgeleitet werden. Innerhalb des dreijährigen Detailplanungszeit- raums wurden die voraussichtlich erzielbaren Ergebnisse und die hieraus ab- geleiteten (zusätzlichen) Cash-flows anhand qualifizierter Umsatzerwartun- gen und entsprechender Aufwandsschätzungen auf der Basis der künftigen Markteinschätzung abgeleitet. Nach dem Detailplanungszeitraum werden gleichbleibende (zusätzliche) 27 Cashflows mit einer nachhaltigen Wachstumsrate von 0,5% unterstellt. Der Nutzungswert der Marke wurde als Barwert der künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Vorsteuerzinssatzes von 13,86% (Vorjahr 12,07%) er- mittelt. Der auf dieser Basis geschätzte erzielbare Betrag des Markenrechts übersteigt zum Stichtag deren Buchwert. Die Abschreibungen sind in Höhe von TEUR 31 (i. V. TEUR 31) in den Verwal- tungskosten sowie in Höhe von TEUR 120 (i. V. TEUR 70) in den Herstellungs- kosten enthalten. Der Gesamtbetrag der planmäßigen Abschreibungen auf das Sachanlagever- mögen und die immateriellen Vermögenswerte beträgt im Geschäftsjahr TEUR 455 (i. V. TEUR 314). Wertminderungen waren im Geschäftsjahr nicht erforderlich. Die Entwicklung im Vorjahr war Folgende: Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand Stand in TEUR 1.1.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021 Immaterielle Vermögenswerte 1. Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.534 1.179 5 2.708 2. Kundenstamm 0 150 0 150 3. Geleistete Anzahlungen 82 34 0 116 Summe Immaterielle Vermögenswerte 1.616 1.363 5 2.974 Abschreibungen und Wertminderungen Restbuchwerte Stand Stand Stand Stand in TEUR 1.1.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2020 Immaterielle Vermögenswerte 1. Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.405 81 5 1.481 1.227 129 2. Kundenstamm 0 21 0 21 129 0 3. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 116 82 Summe Immaterielle Vermögenswerte 1.405 102 5 1.502 1.472 211 28 4.3 Nutzungsrechte Die Nutzungsrechte im Zusammenhang mit bestehenden Miet- und Leasing- verhältnissen haben sich wie folgt entwickelt: Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand Umbu- Stand in TEUR 1.1.2022 Zugänge Abgänge chungen 31.12.2022 Nutzungsrechte 1. Immobilien 2.330 662 174 0 2.818 2. Technische Anlagen 509 0 0 -487 22 3. Büro Equipment 21 0 0 0 21 4. Fahrzeuge 181 26 49 0 158 Summe Nutzungsrechte 3.041 688 223 -487 3.019 Die Zugänge bei den Nutzungsrechten für Immobilien resultieren aus Verlängerun- gen von Mietverträgen für die Standorte in Köln, Amsterdam und Hamburg. Abschreibungen und Wertminderungen Restbuchwerte Stand Umbu- Stand Stand Stand in TEUR 1.1.2022 Zugänge Abgänge chungen 31.12.2022 31.12.2022 31.12.2021 Nutzungsrechte 1. Immobilien 1.297 519 120 0 1.696 1.122 1.033 2. Technische Anlagen 421 73 0 -474 20 2 88 3. Büro Equipment 14 5 0 0 19 2 7 4. Fahrzeuge 76 76 49 0 103 55 105 Summe Nutzungsrechte 1.808 673 169 -474 1.838 1.181 1.233 29 Die Entwicklung im Vorjahr war Folgende: Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand Stand in TEUR 1.1.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021 Nutzungsrechte 1. Immobilien 2.521 45 236 2.330 2. Technische Anlagen 509 0 0 509 3. Büro Equipment 21 0 0 21 4. Fahrzeuge 197 77 93 181 Summe Nutzungsrechte 3.248 122 329 3.041 Abschreibungen und Wertminderungen Restbuchwerte Stand Stand Stand Stand in TEUR 1.1.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2020 Nutzungsrechte 1. Immobilien 876 492 71 1.297 1.033 1.645 2. Technische Anlagen 317 104 0 421 88 192 3. Büro Equipment 9 5 0 14 7 12 4. Fahrzeuge 95 67 86 76 105 102 Summe Nutzungsrechte 1.297 668 157 1.808 1.233 1.951 30 4.4 Filmvermögen Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand Umbu- Stand in TEUR 1.1.2022 Zugänge Abgänge chungen 31.12.2022 Filmvermögen 1. Filmrechte 249.967 8.724 13.881 815 245.625 2. Geleistete Anzahlungen 1.856 1.509 0 -815 2.550 3. Eigenproduktionen 2.864 1.083 0 0 3.947 Summe Filmvermögen 254.687 11.316 13.881 0 252.122 Abschreibungen und Wertminderungen Restbuchwerte Stand Umbu- Stand Stand Stand in TEUR 1.1.2022 Zugänge Abgänge chungen 31.12.2022 31.12.2022 31.12.2021 Filmvermögen 1. Filmrechte 245.563 9.258 13.881 -16 240.924 4.701 4.404 2. Geleistete Anzahlungen 473 0 0 0 473 2.077 1.383 3. Eigenproduktionen 2.796 68 0 16 2.864 1.083 68 Summe Filmvermögen 248.832 9.326 13.881 0 244.261 7.861 5.855 Im Geschäftsjahr 2022 wurden im Rahmen der vollständigen Inventur des Filmvermögens nicht mehr aktive Lizenzen (ausgelaufene Rechte), mit einem Anschaffungskostenvolumen von ursprünglich EUR 13,9 Mio. und einem Buchwert von TEUR 0 als Abgang erfasst. Die Zugänge des Geschäftsjahres betreffen in Höhe von TEUR 8.724 von Drit- ten erworbene Filmrechte und in Höhe von TEUR 1.083 Eigenproduktionen. Die Herstellungskosten der Eigenproduktionen sind um Projektfilmförderun- gen in Höhe von TEUR 902 gekürzt ausgewiesen. 31 Die Entwicklung im Vorjahr war Folgende: Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand Umbu- Stand in TEUR 1.1.2021 Zugänge Abgänge chungen 31.12.2021 Filmvermögen 1. Filmrechte 245.208 6.205 3.283 1.837 249.967 2. Geleistete Anzahlungen 1.918 1.939 164 -1.837 1.856 3. Eigenproduktionen 2.864 0 0 0 2.864 Summe Filmvermögen 249.990 8.144 3.447 0 254.687 Abschreibungen und Wertminderungen Restbuchwerte Stand Stand Stand Stand in TEUR 1.1.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2020 Filmvermögen 1. Filmrechte 236.911 11.918 3.266 245.563 4.404 8.297 2. Geleistete Anzahlungen 473 0 0 473 1.383 1.445 3. Eigenproduktionen 2.752 44 0 2.796 68 112 Summe Filmvermögen 240.136 11.962 3.266 248.832 5.855 9.854 Der Wertansatz des Filmvermögens wird zu jedem Bilanzstichtag oder unter- jährig bei Vorliegen von Anhaltspunkten im Rahmen eines Wertminderungs- tests überprüft. Wertminderungsbedarf kann sich insbesondere aufgrund von mit verändertem Nutzerverhalten einhergehenden erhöhten Vermarktungsri- siken und den entsprechend möglichen Auswirkungen auf die künftige Er- tragssituation in den Auswertungsstufen Kino, Home Entertainment, Lizenzen und TV-Produktionen ergeben. Die Überprüfung der Filmbibliothek zum Jah- resende führte im Geschäftsjahr 2022 zu Wertminderungen auf das Filmver- mögen von insgesamt TEUR 381 (i. V. TEUR 240). Im Rahmen der Ermittlung des Nutzungswerts des Filmvermögens wurden geplante Zahlungsströme im Erwartungszeitraum von drei Jahren bewertet. Es wird auf die Ausführungen unter Punkt 3. „Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen“ verwiesen. 32 4.5 Geschäfts- oder Firmenwert Der in der Bilanz ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert setzt sich wie folgt zusammen: Restbuchwert Geschäfts- oder Unternehmen Firmenwert TEUR Polyband MedienGmbH 308 WVG Medien GmbH 18 326 Der Konzern überprüft gemäß IAS 36 jährlich jeweils zum Geschäftsjahres- ende die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte anhand des Nut- zungswertes. Eine Überprüfung findet ebenfalls statt, wenn Ereignisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Die Höhe der Wertminderung ergibt sich als Differenz aus dem Buchwert und dem er- zielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der Ge- schäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Anlässlich der Veräußerung des Geschäftsbereiches Auftragsproduktion durch die Splendid Studios GmbH wurde der betreffende Geschäfts- oder Fir- menwert in Höhe von TEUR 546 vollumfänglich als Abgang gebucht. Die Überprüfung des Goodwills „Polyband Medien GmbH“ erfolgte auf Basis prognostizierter Cashflows, welche aus der vom Management vorgelegten Mehrjahresplanung abgeleitet werden. Innerhalb des dreijährigen Detailpla- nungszeitraums wurden die voraussichtlich erzielbaren Ergebnisse und die hieraus abgeleiteten Cashflows anhand quantifizierbarer (teils bereits kontra- hierter) Einzelprojekte sowie weiterer Umsatzerwartungen und entsprechen- der Aufwandsschätzungen auf der Basis der künftigen Markteinschätzung ab- geleitet. Nach dem Detailplanungszeitraum werden gleichbleibende Cashflows mit ei- ner nachhaltigen Wachstumsrate von 0,5% unterstellt. Der Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wurde als Barwert der künftigen Cash- flows unter Zugrundelegung eines Vorsteuerzinssatzes von 13,86% (Vorjahr 12,07%) ermittelt. Der auf dieser Basis geschätzte erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerie- renden Einheit übersteigt zum Stichtag deren Buchwert. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses geht der Vorstand nicht von einer wesentlichen Änderung der zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen aus. Beseitigungen von Schätzunsicherheiten werden nicht erwartet. 33 4.6 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Die liquiden Mittel i. H. v. TEUR 4.455 (i. V. TEUR 6.905) bestehen aus Kassen- beständen und Guthaben bei Kreditinstituten, deren Gesamtlaufzeit jeweils weniger als drei Monate beträgt. Sie sind zum Nennbetrag angesetzt. Auslän- dische Valuten sind zum Stichtagskurs umgerechnet (siehe auch unter Punkt 2.3. „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - Währungsumrechnung“). 4.7 Forderungen und Vertragsvermögenswerte Die in der Bilanz ausgewiesen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen setzen sich wie folgt zusammen: in TEUR 31.12.2022 31.12.2021 langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.501 1.215 langfristige sonstige Forderungen 77 38 Gesamt langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistung und sonstige Forderungen 1.578 1.253 kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.957 8.853 kurzfristige sonstige Forderungen 576 461 Gesamt kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistung und sonstige Forderungen 11.534 9.314 Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen den nach Ablauf eines Jahres fälligen Anteil der Lizenzforderungen. Die kurzfristigen sonstigen Forderungen gliedern sich wie folgt: in TEUR 31.12.2022 31.12.2021 Anspruch aus Filmförderung 162 85 Sonstige kurzfristige Finanzielle Vermögenswerte 382 298 Nicht-Finanzielle Vermögenswerte 32 77 Gesamt kurzfristige sonstige Forderungen 576 461 Die in der Bilanz ausgewiesenen Vertragsvermögenswerte beinhalten zum Stichtag zeitraumbezogen erfasste Vermögenswerte aus TV-Auftragsproduk- tionen in Höhe von TEUR 181. Die aus den nachlaufenden Produktionen er- warteten Umsatzerlöse übersteigen deren Buchwert und werden innerhalb von drei Monaten realisiert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten keine wesentliche Fi- nanzierungskomponente. Als kurzfristige Forderungen ausgewiesene Beträge sind in der Regel innerhalb von bis zu 90 Tagen fällig. 34 Die zum Stichtag ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistun- gen betreffen Ansprüche gegen Kunden sämtlicher Verwertungsstufen und Vertriebskanäle der Splendid Gruppe. Die Forderungen weisen unabhängig von der betroffenen Kundengruppe historisch ähnliche Verlustquoten auf, welche im Durchschnitt der letzten fünf Jahre bei lediglich rund 0,5% lagen. Trotz Heterogenität der gegenüber den Kunden abgerechneten Leistungen ergeben sich im Hinblick auf zu erwartende Kreditausfälle auch darüber hin- aus keine systematischen Differenzierungsmerkmale, so dass eine Klassifizie- rung nach individuellen Risikomerkmalen nicht in Betracht kommt. Vor die- sem Hintergrund werden Wertberichtigungen auf folgender Grundlage vor- genommen: Für sämtliche Forderungen sowie für Vertragsvermögenswerte wird im Zeit- punkt der erstmaligen Erfassung eine einheitliche Risikovorsorge für während der Laufzeit erwartete Ausfälle mit Hilfe einer Wertberichtigungsmatrix gebil- det. Von einer Einzelbetrachtung bei Entstehung der Forderungen bzw. des Vertragsvermögenswerts wird aufgrund der vorliegenden Erfahrungswerte sowie aus Wesentlichkeitsgründen abgesehen. Der Verwendung einer gegenüber der durchschnittlichen historischen Ver- lustrate erhöhten Ausfallquote liegt die Annahme zugrunde, dass aufgrund der nach wie vor anhaltenden dynamischen Veränderung der Filmbranche historische Ausfallquoten gegebenenfalls kein zuverlässiger Indikator für künftige Ausfälle sein könnten, obwohl sich konkrete diesbezügliche Anhalts- punkte bis dato nicht ergeben haben. Soweit sich ein Hinweis auf eine signifikante Verschlechterung der Bonität des Kunden und damit eine potenzielle Erhöhung des Ausfallrisikos ergibt, wer- den die betreffenden Forderungen einer Einzelfallbetrachtung unterzogen und individuell auf etwaigen (ergänzenden) Wertberichtigungsbedarf hin analysiert. Als Hinweis für ein potenziell erhöhtes Ausfallrisiko gilt stets eine im Rahmen regelmäßiger Überprüfungen festgestellte Überfälligkeit der For- derung von 60 Tagen. Für die Beurteilung, ob das Ausfallrisiko seit der erstmaligen Erfassung signi- fikant gestiegen ist, sowie für die Schätzung erwarteter Verluste werden ne- ben eigenen Analysen und Erfahrungswerten der Vergangenheit qualitative und quantitative, vergangenheitsbezogene und zukunftsgerichtete externe Informationen herangezogen (Kreditauskünfte, Informationen von Geschäfts- partnern etc.) soweit diese ohne unangemessenen Zeit- und Kostenaufwand verfügbar sind. 35 Die Entwicklung der erfolgswirksam erfassten Wertberichtigungen von For- derungen und sonstigen Vertragsvermögenswerten stellt sich wie folgt dar: Entwicklung der Wertberichtigungen Einzelwert- Portfolio- berichtigungen in TEUR wertberichtigungen Forderungen Stand 01.01.2022 141 242 Auflösung 10 7 Inanspruchnahme 0 7 Zuführung 47 0 Stand 31.12.2022 178 229 Stand 01.01.2021 101 321 Auflösung 21 110 Inanspruchnahme 0 63 Zuführung 61 94 Stand 31.12.2021 141 242 4.8 Vorräte In TEUR 31.12.2022 31.12.2021 Fertige Erzeugnisse und Waren 524 581 Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 284 282 808 863 Soweit Zugänge zu den Vorräten noch nicht vollständig bezahlt wurden, un- terliegen diese den handelsüblichen Eigentumsvorbehalten. 4.9 Eigenkapital Zur Entwicklung des Eigenkapitals verweisen wir auf die „Konzern-Eigenkapi- talveränderungsrechnung“. Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt EUR 9.789.999,00. Das Grundkapital ist eingeteilt in 9.789.999 auf den Inhaber lautende Stammaktien im Nennbetrag von je EUR 1,00. 36 Genehmigtes Kapital Genehmigtes Kapital 2022 Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 14. Juni 2022 wurde der Vor- stand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum Ablauf des 13. Juni 2024 das Grundkapital der Gesellschaft einmalig oder mehrmals in Teil- beträgen gegen Bareinlagen oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 978.900,00 durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Aktien im Nennbetrag von EUR 1,00 je Aktie zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2022). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats a) das Bezugsrecht der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen bis zu einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt EUR 978.900,00 (10%-Grenze) auszuschließen, um die neuen Aktien zu einem Aus- gabebetrag auszugeben, der den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet; für die Frage des Ausnutzens der 10%-Grenze ist der Ausschluss des Bezugs- rechts aufgrund anderer Ermächtigungen nach § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG mit zu berücksichtigen; b) das Bezugsrecht der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen auszuschließen, wenn die neuen Aktien der Gesellschaft im Rahmen von Un- ternehmenszusammenschlüssen oder zum Zweck des (auch mittelbaren) Er- werbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unterneh- men oder sonstigen Vermögensgegenständen oder Ansprüchen auf den Er- werb von Vermögensgegenständen durch die Gesellschaft als Gegenleistung eingesetzt werden sollen; c) das Bezugsrecht der Aktionäre zur Durchführung einer sogenannten Akti- endividende (scrip dividend), bei der den Aktionären angeboten wird, ihren Dividendenanspruch vollständig oder teilweise als Sacheinlage gegen Gewäh- rung neuer Aktien in die Gesellschaft einzubringen, auszuschließen. Sofern der Vorstand von den vorgenannten Ermächtigungen zum Bezugs- rechtausschluss keinen Gebrauch macht, kann das Bezugsrecht der Aktionäre nur für Spitzenbeträge ausgeschlossen werden. Von den vorstehend erteilten Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugs- rechts darf der Vorstand insgesamt nur in einem solchen Umfang Gebrauch machen, dass der anteilige Betrag der insgesamt unter Ausschluss des Be- zugsrechts ausgegebenen Aktien 10% des Grundkapitals nicht überschreitet, und zwar weder im Zeitpunkt der Beschlussfassung über diese Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Sofern während der Laufzeit des Geneh- migten Kapitals bis zu seiner Ausnutzung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe 37 von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und dabei das Bezugsrecht ausgeschlos- sen wird, ist dies auf die vorstehend genannte 10%-Grenze anzurechnen. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe bei der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2022 festzulegen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2022 oder nach Ablauf der Ermächtigungsfrist anzupassen. Die Gesellschaft hat bisher von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch ge- macht. Minderheitenanteile Anteile nicht beherrschender Gesellschafter werden grundsätzlich zum Zeit- punkt des jeweiligen Unternehmenserwerbs mit dem den Minderheitsgesell- schaftern zuzuordnenden Anteil an den beizulegenden Zeitwerten der im Rahmen des Anteilserwerbs übernommenen Vermögenswerte und Schulden zuzüglich der jährlich auflaufenden anteiligen Ergebnisbeiträge - soweit ver- rechenbar - angesetzt. 38 4.10 Verbindlichkeiten Restlaufzeiten und Besicherung der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar: davon über Gegebene In TEUR Betrag 1 Jahr Sicherheiten Art 2022 Leasingverbindlichkeiten 1.253 605 Globalzession auf Bankverbindlichkeiten 24 0 24 Forderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.769 0 Vertragsverbindlichkeiten 1.405 0 Ertragsteuerschulden 519 0 Sonstige Verbindlichkeiten 5.270 0 13.240 605 24 Im Vorjahr: davon über Gegebene In TEUR Betrag 1 Jahr Sicherheiten Art 2021 Leasingverbindlichkeiten 1.273 618 Globalzession auf Forderungen und Sicherungsabtretungen von Nutzungsrechten des Bankverbindlichkeiten 2.852 0 2.852 Filmvermögens Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.907 0 Vertragsverbindlichkeiten 1.612 0 Ertragsteuerschulden 281 0 Verbindlichkeiten gegen Minderheitsgesellschafter 54 0 Sonstige Verbindlichkeiten 2.685 0 14.664 618 2.852 In den sonstigen Verbindlichkeiten sind nicht-finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 940 (i.V. TEUR 663) enthalten. Unter den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten wurde, die im Jahr 2010 geschlossene stille Beteiligung bei der Videociety GmbH bilanziert. Aufgrund der bislang entstandenen Anlaufverluste wurde die Einlage des stillen Gesell- schafters durch das zugewiesene Ergebnis aufgezehrt. Der aus dieser 39 Verlustübernahme resultierende Betrag wurde in Vorjahren unter den Finan- zerträgen ausgewiesen. Weitergehende Forderungen gegen den stillen Ge- sellschafter wurden nicht aktiviert, da eine Nachschussvereinbarung vertrag- lich nicht fixiert ist. Der Buchwert der Verbindlichkeit gegenüber dem stillen Gesellschafter beträgt zum Abschlussstichtag TEUR 0. 4.12 Rückstellungen 4.11 Leasingverbindlichkeiten Die Leasingverbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt: Um- 01.01.22 Zugang Abgang Tilgung buchung 31.12.22 Leasingverbind- lichkeiten kurzfristig 654 166 23 669 519 648 Leasingverbind- lichkeiten langfristig 618 522 0 16 -519 605 1.273 688 23 685 0 1.253 Für Verträge mit Verlängerungsoptionen, deren Ausübung als nicht wahr- scheinlich angesehen worden ist, wurde eine mögliche Verpflichtung in Höhe von TEUR 452 ermittelt. Im Vorjahr entwickelten sich die Leasingverbindlichkeiten wie folgt: Um- 01.01.21 Zugang Abgang Tilgung buchung 31.12.21 Leasingverbind- lichkeiten kurzfristig 681 0 0 676 648 654 Leasingverbind- lichkeiten langfristig 1.309 122 165 0 -648 618 1.991 122 165 676 0 1.273 In den Rückstellungen enthalten sind insbesondere Verpflichtungen aus Li- zenzverträgen für fremdproduzierte Titel, Filmförderabgaben und GEMA, Kundenboni sowie Remissionsverbindlichkeiten. 40 Die sonstigen Rückstellungen entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt: Rückstellungsspiegel Verpflichtungen aus Filmförderabgaben / Remissions- in TEUR Lizenzverträgen GEMA verbindlichkeiten Stand 01.01.2022 4.776 305 3.444 Zuführung 2.614 42 714 Verbrauch 2.086 101 1.079 Auflösung 22 0 14 Stand am 31.12.2022 5.283 245 3.066 Boni Sonstige Gesamt Stand 01.01.2022 843 49 9.416 Zuführung 697 0 4.067 Verbrauch 331 9 3.606 Auflösung 0 0 35 Stand am 31.12.2022 1.209 40 9.842 Die Rückstellungen werden in Höhe von TEUR 5.201 voraussichtlich innerhalb eines Jahres zu einem Abfluss führen, für die übrigen Beträge kann aufgrund rechtlicher Unsicherheiten der Abflusszeitpunkt nicht näher bestimmt wer- den. Sämtliche Rückstellungen werden insoweit als kurzfristig eingestuft. Im Vorjahr war die Entwicklung Folgende: Rückstellungsspiegel Verpflichtungen aus Filmförderabgaben / Remissions- in TEUR Lizenzverträgen GEMA / GVL verbindlichkeiten Stand 01.01.2021 3.193 333 3.617 Zuführung 3.275 137 504 Verbrauch 1.636 110 460 Auflösung 56 55 218 Stand am 31.12.2021 4.776 305 3.444 Boni Sonstige Gesamt Stand 01.01.2021 639 57 7.839 Zuführung 603 20 4.539 Verbrauch 399 28 2.632 Auflösung 0 0 329 Stand am 31.12.2021 843 49 9.416 41 5. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 5.1 Umsatzerlöse Die nachstehende Tabelle zeigt die wesentlichen Umsatzbestandteile nach Auswertungsstufen des Segments Content. Die Umsätze des Segments Ser- vices beinhalten ausschließlich Dienstleistungen. in TEUR 2022 2021 Kino 1.777 2.057 TV-Auftragsproduktion 4.418 4.170 Lizenzen 12.922 13.116 Home Entertainment 18.278 20.027 Summe Content 37.395 39.370 Summe Services 6.291 5.364 Konzernumsatz 43.686 44.734 In den Umsatzerlösen sind TEUR 822 enthalten, die zum 1. Januar 2022 in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. 5.2 Herstellungskosten In den Herstellungskosten sind folgende Posten enthalten: in TEUR 2022 2021 Bezogene Leistungen und Materialkosten 9.563 9.298 Abschreibungen auf Filmrechte 9.326 11.962 Personalkosten 4.668 4.357 Lizenzaufwand / Royalties 4.199 4.391 Abschreibungen auf Sachanlagevermögen 599 584 Bestandsveränderungen 15 23 Sonstiges 394 74 Gesamt 28.764 30.689 Die Abschreibungen auf Filmrechte beinhalten Wertminderungen in Höhe von TEUR 381 (i. V. TEUR 240). 42 5.3 Vertriebskosten Die Vertriebskosten ergeben sich wie folgt: in TEUR 2022 2021 Personalkosten 2.983 2.948 Werbung 1.836 1.405 GEMA / Filmförderabgabe 285 641 Reisekosten 212 61 Verkaufsprovisionen 154 672 Sonstiges 330 189 Gesamt 5.800 5.916 5.4 Verwaltungskosten Die Verwaltungskosten setzen sich wie folgt zusammen: in TEUR 2022 2021 Personalkosten 2.904 2.690 Rechts- und Beratungskosten 1.400 1.947 Kommunikation, IT, Bürokosten 655 604 Mietneben- und Betriebskosten 526 480 Abschreibungen auf Anlagevermögen 455 398 Versicherungen, Beiträge 150 168 Kfz-Kosten 90 107 Public Relations, Investor Relations, HV 89 147 Sonstiges 341 231 Gesamt 6.610 6.772 In den Personalkosten sind Tantieme-Rückstellungen für die im Vergütungs- system vorgesehene mehrjährige variable Vorstandsvergütung (Long Termin Incentives - LTI) des Vorstandes gemäß der aktuellen Vorstandsverträge be- rücksichtigt. 43 5.5 Sonstige betriebliche Erträge in TEUR 2022 2021 Auflösung von Rückstellungen 384 507 Filmverleihförderungen 231 238 Ertrag aus der Ausbuchung von Altverbindlichkeiten 74 257 Erstattung Lohnfortzahlung 40 44 Herabsetzung von Wertberichtigungen/ aus abgeschriebenen Forderungen 19 132 Vertragsnichterfüllung 0 291 Ertrag aus Rechtsstreitigkeiten 0 207 Sonstige 110 137 Gesamt 858 1.813 Im Geschäftsjahr wurden Verleihförderungen in Höhe von TEUR 231 (im Vj. TEUR 238) als Ertragszuschuss vereinnahmt. 5.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 114 (im Vj.179) betreffen im Wesentlichen Aufwand aus Wertberichtigungen auf Forderungen (TEUR 47, im Vj. TEUR 151) sowie mit TEUR 73 Buchverluste aus Anlagenabgängen. 5.7 Währungsergebnis Im Berichtsjahr ist ein saldierter Währungsgewinn in Höhe von TEUR 92 (i. V. TEUR -19) angefallen. Der Saldo ergibt sich aus Währungsgewinnen von TEUR 167 und Währungsverlusten von TEUR 75. 44 5.8 Finanzergebnis Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen: in TEUR 2022 2021 Finanzaufwendungen Bankverbindlichkeiten 224 346 Leasingverbindlichkeiten 42 46 Factoringverbindlichkeiten 0 136 Ausgleichsansprüche nicht beherrschender Gesellschafter 0 -85 Sonstige 151 118 Summe Finanzaufwendungen 417 561 Finanzergebnis -417 -561 Zinsaufwendungen waren in Höhe von TEUR 417 (i. V. TEUR 509) liquiditäts- wirksam. 5.9 Ertragsteuern Unter dieser Position werden die Körperschaftsteuer und die Gewerbesteuer einschließlich der nicht anrechenbaren ausländischen Quellensteuern sowie die latenten Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvor- träge ausgewiesen. Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen: in TEUR 2022 2021 Körperschaftsteuer 361 290 Gewerbesteuer 380 180 Latente Steuern auf temporäre Differenzen -311 -412 Aktivierung latenter Steuern auf Verluste des laufenden Geschäftsjahres -165 0 Neubewertung latenter Steuern auf Verlustvorträge -1.891 0 Gesamt -1.626 58 Für die Steuerabgrenzung werden die bei Auflösung der temporären Diffe- renzen erwarteten, künftigen Steuersätze angewendet. Für Zwecke der laten- ten Steuern wurden die Körperschaftsteuer mit 15 % (zuzüglich Solidaritäts- zuschlag von 5,5%) sowie die Gewerbesteuer mit 16,625 % (i. V. 16,625 %) an- gesetzt. Daraus ergibt sich unverändert gegenüber dem Vorjahr ein zukünftig erwarteter Ertragsteuersatz der Splendid Gruppe von 32,46 %. 45 Der Unterschied zwischen erwartetem und tatsächlichem Steueraufwand lässt sich wie folgt überleiten: in TEUR 2022 2021 Steuern vom Einkommen und Ertrag auf Basis eines Steuersatzes von 32,46 % (i. V. 32,46 %) 951 783 Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen und steuerfreie Erträge 53 7 Abweichende ausländische Steuersätze 8 -30 Steuerliche Wirkung aus dem Abgang eines Geschäfts-oder Firmenwerts 177 0 Steuerliche Auswirkungen aus der Nichtaktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge 428 0 Nutzung von bisher nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen -1.345 -892 Erstmaliger Ansatz von bisher nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen -1.891 0 Steuerliche Auswirkungen aus Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern 0 190 Sonstige -7 0 Tatsächlicher Steueraufwand -1.626 58 Die latenten Steuerabgrenzungen betreffen folgende Bilanzposten: 31.12.2022 31.12.2021 in TEUR Aktiv Passiv Aktiv Passiv Immaterielle Vermögenswerte 1 0 0 0 Verlustvorträge 2.056 0 0 0 Filmvermögen 0 516 0 510 Forderungen 944 0 684 0 Rückstellungen 182 0 42 0 Erhaltene Anzahlungen 89 0 182 0 Leasingverhältnisse (saldierter Ausweis) 22 0 13 0 Summe 3.294 516 921 510 Saldierung -516 -516 -510 -510 Bilanzwert 2.779 0 412 0 Aktive latente Steuern aus noch nicht genutzten Verlustvorträgen wurden aktiviert, soweit ein zukünftiges zu versteuerndes Einkommen zur Nutzung dieser Verlustvorträge auf der Grundlage der vorliegenden Unternehmens- planungen mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. Die aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge betreffen mit TEUR 1.891 die Splendid Film GmbH sowie mit TEUR 164 die Videociety GmbH. Danach bestehen im Konzern körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 89,1 Mio. sowie gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 81,3 Mio., für die kein latenter Steueranspruch bilanziert wurde. 46 5.10 Ergebnis je Aktie Das Ergebnis je durchschnittlich im Umlauf befindlicher Aktie beträgt EUR 0,46 (i. V. EUR 0,24). Bezüglich des Gewinnverwendungsvorschlages ver- weisen wir auf Punkt 15. „Gewinnverwendungsvorschlag“. Für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurden 9.789.999 (i. V. 9.789.999) Aktien zugrunde gelegt. Eine potentielle Verwässerung des Ergebnisses je Aktie könnte sich in Zukunft durch das genehmigte Kapital ergeben. Siehe hierzu 4.9 „Eigenkapi- tal“. Bezüglich der Bemessungsgrundlage des Ergebnisses je Aktie 2022 verweisen wir auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. 5.11 Angaben zu Personal Der Gesamtpersonalaufwand belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 10.892 (i. V. TEUR 9.994). Darin sind soziale Abgaben in Höhe von TEUR 1.486 (i. V. TEUR 1.404) enthalten. Von dem Gesamtpersonalaufwand wurden TEUR 337 für die Eigenproduktion aktiviert. Die sozialen Abgaben umfassen auch Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von TEUR 630 (i. V. TEUR 619). Der Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2022 neben zwei (i. V. zwei) Vor- standsmitgliedern durchschnittlich 145 (i. V. 147) Angestellte und Geschäfts- führer. 47 6. Finanzielles Risikomanagement 6.1 Einstufung der Finanzinstrumente und beizulegende Zeitwerte Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Stufen in der Fair-Value Hierarchie. Buchwerte BeizulegenderWert Finanzielle Vermögenswerte in TEUR Klasse 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente 1 4.455 6.905 - - Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu fortgeführten Anschaffungskosten 1 10.957 6.987 - - Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Verkauf bestimmt 1 0 1.866 1.866 Vertragsvermögenswerte 1 181 161 - - Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 1 539 329 - - Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1 1.501 1.215 - - Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 1 77 38 - - Buchwerte BeizulegenderWert Finanzielle Verbindlichkeiten in TEUR Klasse 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 Bankverbindlichkeiten (kurzfristig) 1 24 2.852 - - Leasingverbindlichkeiten (langfristig) 1 605 618 - - Leasingverbindlichkeiten (kurzfristig) 1 648 655 - - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (kurzfristig) 1 4.769 5.907 - - Derivative Finanzinstrumente 2 0 29 0 29 Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1 4.583 1.840 - - Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 1 0 0 - - Klassen 1. Schuldinstrumente, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 2. Schuldinstrumente, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Bei Forderungen und sonstigen Vermögenswerten, Verbindlichkeiten aus Lie- ferungen und Leistungen, Bankverbindlichkeiten sowie sonstige Verbindlich- keiten mit Restlaufzeiten unter einem Jahr stellt der Buchwert einen angemes- senen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. Zu den Finanzerträgen/-aufwendungen für nicht erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Zinsen vgl. Ziffer 5.8. 48 6.2 Finanzielles Risikomanagement Der Splendid Konzern ist verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt, die sich aus den Geschäftstätigkeiten und den Finanzierungstätigkeiten der Un- ternehmen der Splendid Gruppe ergeben. Diese finanziellen Risiken lassen sich in Liquiditätsrisiken, Kreditrisken sowie Marktrisiken untergliedern. Die finanziellen Risiken der Unternehmen der Splendid Gruppe werden zent- ral überprüft. Die Risikolage wird anhand einer für den gesamten Konzern geltenden Risikomanagement-Richtlinie vom Risikomanager in Risikoberich- ten erfasst und an den Vorstand der Splendid Medien AG berichtet. Die Iden- tifikation, Beurteilung und Minimierung der finanziellen Risiken erfolgt in en- ger Zusammenarbeit mit den operativen Unternehmen der Splendid Gruppe. Der Vorstand beschließt die Strategien und Verfahren zur Steuerung der ein- zelnen Risiken. Auf die Ausführungen zum Risikomanagement unter Tz. V. im zusammengefassten Konzernlage- und Lagebericht wird verwiesen. 6.2.1 Liquiditätsrisiken Ein Liquiditätsrisiko besteht, wenn künftige Auszahlungsverpflichtungen im Konzern nicht aus vorhandener Liquidität oder entsprechende Kreditlinien gedeckt werden können. Die Splendid Gruppe steuert Liquiditätsrisiken durch eine kontinuierliche Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows, das Halten von angemessenen Guthaben sowie Kreditlinien bei Kreditinstituten. Die bisherigen Finanzierungsvereinbarungen mit einem Bankenkonsortium unter Führung der NATIONAL-BANK AG sind vor dem Ende der vereinbarten Laufzeit (31. Dezember 2022) zurückgeführt worden. 2022 wurden neue, un- befristete Finanzierungsvereinbarungen mit mehreren Geschäftsbanken ge- schlossen. Der Gesamtkreditrahmen beträgt EUR 9,0 Mio. Die auf den Ge- samtkreditrahmen anzurechnenden Avalkreditinanspruchnahmen beliefen sich zum Stichtag auf EUR 0,3 Mio.; Rückdeckungen für Devisenterminge- schäfte bestanden zum Stichtag nicht. Daneben hat der Mehrheitsaktionär der Splendid Medien AG Darlehen über insgesamt EUR 2,5 Mio. gewährt. Die Darlehenssumme ist unbesichert und hat eine Laufzeit bis 31. Dezember 2024. Der Zinssatz lag bis einschließlich 31. Dezember 2022 bei 6% und beträgt seit 1. Januar 2023 8%. Im Rahmen der neuen Finanzierungsvereinbarungen hat sich die Splendid Gruppe zur Einhaltung bestimmter Covenants verpflichtet, die über die Vor- lage von Jahresabschlüssen sowie anhand regelmäßiger unterjähriger Bericht- erstattungen an die finanzierenden Institute überwacht werden. Die Vertrags- bedingungen sehen für den Fall der Nichteinhaltung der Covenants unter 49 anderem ein außerordentliches Kündigungsrecht vor. Die vereinbarten Covenants und Auskunftspflichten können aus der Sicht des Vorstands nach- haltig eingehalten werden. Eine erhöhte Risikolage mit Wirkung auf die Liquiditätslage der Splendid Gruppe kann sich aus dem makroökonomischen Umfeld, insbesondere den Folgen des Krieges in der Ukraine mit Wirkung auf die Absatz- und Beschaf- fungsmärkte ergeben. Des Weiteren können sich potenzielle Risiken aus den Marktveränderungen auf die Geschäftsentwicklung in der Beschaffung und dem Absatz von Filmprogrammen sowie über die Wertschöpfungsstufen der Splendid Gruppe ergeben. Die Risiken sind nach Einschätzung des Vorstands insgesamt mit den in der Splendid Gruppe eingesetzten Instrumenten identi- fizierbar und beherrschbar. Die Splendid Gruppe hat alle erforderlichen Voraussetzungen geschaffen, um mögliche Risikosituationen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Ge- genmaßnahmen ergreifen zu können. Vorstehend genannte Risiken werden engmaschig überwacht, um unmittelbar und mit angemessenen Gegenmaß- nahmen zu reagieren. (Vgl. hierzu auch die Ausführungen unter V.5.1 „Finan- zierung und Liquidität in den Konzerngesellschaften“, V.5.2 „Marktrisiken“, V.5.3 „Makroökonomisches Umfeld / Risiken aus dem Krieg in der Ukraine sowie Restrisiken aus der COVID-19-Pandemie“ und „V.6 Gesamtbeurteilung der Risiken“ im Risikobericht des zusammengefassten Konzern- und Lagebe- richts). Im Geschäftsjahr 2023 werden Zahlungsabflüsse in Höhe der Buchwerte der in der Bilanz ausgewiesenen Bankverbindlichkeiten sowie der Verbindlichkei- ten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten erwar- tet. Aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten wird für 2023 ein Zahlungs- abfluss in Höhe von EUR 0,6 Mio. und für Folgejahre in Höhe von EUR 0,7 Mio. erwartet. 6.2.2 Kreditrisiken Ein Kreditrisiko besteht, wenn ein Schuldner eine Forderung nicht oder nicht fristgerecht begleichen kann oder erhaltene Sicherheiten an Wert verlieren und damit einen finanziellen Verlust verursachen. Das Kreditrisiko umfasst so- wohl das unmittelbare Adressenausfallrisiko als auch die Gefahr einer Boni- tätsverschlechterung. Das gleiche Risiko besteht auch bei den Vertragsver- mögenswerten. Des Weiteren bestehen Ausfallrisiken bei derivativen Finan- zinstrumenten mit positivem Marktwert sowie für Guthaben bei Banken. Die Splendid Gruppe unterhält ausschließlich Geschäftsverbindungen mit Banken und Kreditinstituten mit guter Bonität. Die wesentlichen Bankgutha- ben bestehen bei den Banken des Bankenkonsortiums, die auch die Finanzie- rungsmittel für die Splendid Gruppe bereitstellen. Zudem werden etwaige 50 Risiken durch Verteilung der Bankguthaben auf mehrere Kreditinstitute mini- miert. Der Konzern ist bestrebt, Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten abzuschließen. Der überwiegende Teil der erworbenen Lizenzrechte wird im Home Entertainment sowie im Handel mit TV-Gesellschaften im deutschspra- chigen Raum ausgewertet. Risiken aus Zahlungsausfall oder -verschiebungen begegnet der Konzern durch verschiedenste Maßnahmen entlang der gesam- ten Prozesskette des Forderungsmanagements (Einholung von Kreditaus- künften bei Neukundenanlage, laufende Branchen- und Marktbeobachtung im Hinblick auf die fortgesetzte Solvenz von Bestandskunden, Überwachung des Zahlungsverhaltens/Mahnwesen, Lieferstopps). Ein wesentlicher Teil der Forderungen aus dem Bereich Home Entertainment ist über ein strukturiertes Abrechnungsprocedere gegenüber wichtigen Großkunden abgesichert. Wertminderungen werden zukunftsgerichtet in Höhe der erwarteten Kredit- verluste erfasst. Die Höhe der zu erfassenden Verluste erfolgt nach IFRS 9 grundsätzlich nach einem dreistufigen Verfahren. Bei der Bewertung der For- derungen aus Lieferungen und Leistungen sowie von Vertragsvermögenswer- ten werden in der Splendid Gruppe vereinfachend die über deren Gesamt- laufzeit erwarteten Kreditausfälle zugrunde gelegt. Bei Vorliegen von klaren objektiven Hinweisen für einen Kreditausfall werden Einzelwertberichtungen von bis zu 100% auf die ausstehenden Kundenforderungen vorgenommen. Im Übrigen wird hinsichtlich der Entwicklung der Wertberichtungen auf finan- zielle Vermögenswerte auf die Angaben unter Abschnitt 4.7 in diesem Anhang verwiesen. 6.2.3 Marktrisiken Die Splendid Gruppe ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit insbesondere Ri- siken aus den Veränderungen an den Zins- und Devisenmärkten ausgesetzt, die im Nachstehenden erläutert werden. Über die geschilderten Risiken hin- ausgehende Marktrisiken (z. B. Börsenkursveränderungen) sind vor dem Hin- tergrund der Struktur der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aktuell nicht ersichtlich. 51 Zinsrisiken Das Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem der Konzern ausge- setzt ist, ergibt sich überwiegend aus einer Erhöhung des EURIBOR Zinssatzes, da die wesentlichen kurzfristigen Bankverbindlichkeiten auf Basis des EURI- BOR Zinssatzes zuzüglich einer vereinbarten Zinsmarge verzinst werden. Die Splendid Gruppe prüft die verschiedenen Möglichkeiten der Zinsabsiche- rung. Währungsrisiken Die Splendid Gruppe erwirbt Filmlizenzen u.a. in den USA und Fernost. Da diese Lizenzen vorwiegend in Ländern der Euro-Zone ausgewertet werden, kann sich durch Wechselkursschwankungen zwischen Euro/US-Dollar die Er- tragslage des Unternehmens positiv oder negativ verändern. Die Splendid Gruppe kalkuliert Projekte und Investitionen auf der Grundlage von Plankur- sen. Eine deutliche Abweichung von Ist- zu Plankursen löst eine Prüfung ge- eigneter Sicherungsinstrumente aus. Entsprechende Kurssicherungsmaßnahmen werden regelmäßig durchgeführt. Bei terminlich feststehenden Zahlungsverpflichtungen wird überwiegend auf Devisentermingeschäfte zurückgegriffen. Zum Bilanzstichtag gibt es keine of- fenen Devisentermingeschäfte. Die nachfolgende Tabelle zeigt in einer Sensitivitätsanalyse die Auswirkungen einer zehnprozentigen Aufwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar: 31.12.2022 Sensitivitätsauswirkung Netto-Fremdwährungsexposure 264 -24 Brutto-Fremdwährungsexposure 264 -24 In die Berechnung der Fremdwährungssensitivität werden die zu den Stichta- gen bestehenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in US- Dollar sowie die vereinbarten Devisentermingeschäfte einbezogen. Es ist un- terstellt, dass der Bestand an Finanzinstrumenten in Fremdwährung am Ab- schlussstichtag als repräsentativ für das Gesamtjahr betrachtet werden kann. Die Berechnung wird für die gesicherte Nettoposition und für die Kurssiche- rungsmaßnahmen auf Basis einer angenommenen 10-prozentigen Aufwer- tung des Euros gegenüber dem US-Dollar vorgenommen. Somit beträgt das Gesamtrisiko aus Devisenkursen TEUR 24 (dieses würde bei einer gegenläufi- gen Entwicklung in etwa gleicher Größenordnung einer Chance entsprechen). 52 Das Netto-Fremdwährungsexposure setzt sich zusammen aus Liquiden Mit- teln, Forderungen und Verbindlichkeiten in US-Dollar. Zum 31. Dezember 2022 bestanden zudem zukünftige Verpflichtungen aus Lizenzzahlungen (Bestellobligo) in US-Dollar in Höhe von TUSD 9.183. 7. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung wird gemäß IAS 7 erstellt. Die Splendid Medien AG ermittelt den Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit nach der indirekten Methode, indem der Gewinn oder Verlust der Periode um Veränderungen im Working Capital ergänzt sowie um Auswirkungen nicht zahlungswirksamer Transaktionen und Ertrags- oder Aufwandsposten, die dem Investitions- oder Finanzierungsbereich zuzurechnen sind, korrigiert wird. Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Finanzmittelbestand umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquiva- lente (Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten) mit einer Restlauf- zeit von weniger als drei Monaten. Im Folgenden wird die Veränderung der Verbindlichkeit aus Finanzierungstä- tigkeit unter Berücksichtigung sowohl zahlungswirksamer als auch zahlungs- unwirksamer Transaktionen dargestellt: Kurz- und Kurzfristige langfristige Bank- Leasing- Ausweis Gesellschafter- verbindlich- verbindlich- Kapitalfluss- in TEUR Darlehen keiten keiten rechnung Bilanzwert 1.1.2022 500 2.852 1.273 0 Aufnahmen 2.000 3 688 2.003 Tilgungen 0 -2.831 -685 -3.516 Sonstige Veränderungen/ Neubewertung/Abgang 0 0 -23 0 Bilanzwert 31.12.2022/ Cash-Flow aus Finanzierung 2.500 24 1.253 -1.513 Im Zusammenhang mit dem Abschluss neuer Leasingverträge betreffend Nutzungsrechte an Gebäuden sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung ergaben sich nicht zahlungswirksame Investitionen in Höhe von TEUR 688. Ebenfalls nicht zahlungswirksam erfolgte eine entsprechende Aufnahme von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in dieser Höhe. 53 Für das Vorjahr ergaben sich folgende Werte: Auszahlung Kurz- und für Anteile Kurzfristige langfristige vollkonso- Bank- Leasing- Ausweis lidierter verbindlich- verbindlich- Kapitalfluss- in TEUR Unternehmen keiten keiten rechnung Bilanzwert 1.1.2021 0 8.792 1.991 0 Aufnahmen 0 3.039 0 3.039 Tilgungen 0 -8.979 -676 -9.655 Sonstige Veränderungen/ Neubewertung/Abgang -600 0 -42 -600 Bilanzwert 31.12.2021/ Cash-Flow aus Finanzierung -600 2.852 1.273 -7.216 8. Segmentberichterstattung Der Hauptentscheidungsträger der Splendid Gruppe betrachtet das Geschäft in erster Linie aus einer produktbezogenen Perspektive, wobei der Vermark- tungserfolg des einzelnen Films bzw. Inhaltes über alle Auswertungsstufen im Mittelpunkt steht. Die operative Geschäftstätigkeit der Splendid Gruppe unterteilt sich in die Segmente Content und Services. Das Segment Content umfasst den Lizenz- handel mit Filmrechten, Film- und Programmauswertungen im Kino und Home Entertainment (DVD, Blu-ray Disc, Video-on-Demand VoD, Electronic Sell-Through EST) sowie die Film- und TV-Produktion. Im Segment Services werden umfangreiche Dienstleistungen für die Film- und Fernsehindustrie mit Schwerpunkten bei der Digitalisierung und Synchronisation erbracht. Bei der Darstellung der Segmente wurden nur solche Posten berücksichtigt, die einem Segment direkt zugeordnet bzw. auf vernünftiger Grundlage auf bestimmte Segmente aufgeteilt werden konnten. Innerhalb eines Segments anfallende Aufwendungen und Erträge wurden eliminiert. Die Segmentanga- ben beinhalten Gewinne aus Lieferungen und Leistungen an andere Seg- mente, etwaige Zwischengewinne hieraus werden in der Überleitungsspalte eliminiert. Wesentliche Kennzahlen der Segmente sind: 54 Segmentberichterstattung 2022 in TEUR Content Services Holding Überleitung Gesamt Umsätze Gesamt 37.448 8.338 1.343 47.129 Konzerninterne Umsätze -53 -2.047 -1.343 -3.443 Umsätze Konzern 37.395 6.291 0 43.686 EBITDA 15.235 987 -657 -1.837 13.728 Abschreibungen und Wertminderungen Filmvermögen -9.720 0 0 394 -9.326 Abschreibungen und Wertminderungen Sachanlagen -359 -466 -230 -1.055 EBIT 5.156 521 -887 -1.442 3.348 Finanzergebnis -417 Ertragsteuern 1.626 Konzernjahresergebnis 4.557 Beschäftigte 68 63 14 0 145 Segmentberichterstattung 2021 in TEUR Content Services Holding Überleitung Gesamt Umsätze Gesamt 39.437 7.467 1.254 48.158 Konzerninterne Umsätze -67 -2.103 -1.254 -3.424 Umsätze Konzern 39.370 5.364 0 44.734 EBITDA 17.890 802 -2.402 -375 15.915 Abschreibungen und Wertminderungen Filmvermögen -12.378 0 0 416 -11.962 Abschreibungen und Wertminderungen Sachanlagen -393 -482 -106 -981 EBIT 5.119 320 -2.508 41 2.972 Finanzergebnis -561 Ertragsteuern -58 Konzernjahresergebnis 2.353 Beschäftigte 71 62 14 147 Wertminderungen im Filmvermögen betreffen in voller Höhe von TEUR 381 (i. V. TEUR 240) das Segment Content. Die Erlöse nach geografischen Regionen (Sitz der Kunden bzw. Lizenzgebiet) stellen sich wie folgt dar: in TEUR 2022 2021 Deutschland 36.839 37.197 Übriges Europa 6.244 7.280 Übrige 603 257 Konzernumsatz 43.686 44.734 55 Mit einem Großkunden wurden im Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 13.145 realisiert, diese Umsatzerlöse betreffen ausschließlich das Seg- ment Content. in TEUR 2022 2021 Kino 1.777 2.057 TV-Auftragsproduktion 4.418 4.170 Lizenzen 12.922 13.116 davon PayTV, SVoD 8.023 10.998 davon FreeTV, AVoD 4.899 2.118 Home Entertainment 18.278 20.027 davon physisch (DVD, Blu-ray) 9.146 10.730 davon digital (TVoD, EST) 9.132 9.297 Summe Content 37.395 39.370 Summe Services 6.291 5.364 Konzernumsatz 43.686 44.734 9. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Art der Verpflichtung in TEUR bis 1 Jahr 2 bis 5 Jahre Gesamt Bestellobligo 8.809 1.656 10.464 Übrige 63 0 63 8.872 1.656 10.527 Das Bestellobligo betrifft insbesondere Investitionen in das Filmvermögen (i. Vj. TEUR 11.406). Die übrigen sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Serviceverträge im Zusammenhang mit der Anmietung von Büroflächen. 10. Vorstand und Aufsichtsrat Vorstand Mitglieder des Vorstands waren während des Geschäftsjahres 2022: Dr. Dirk Schweitzer, Vorsitzender • • Björn Siecken, Vorstand Finanzen 56 Die Gesamtvergütung des Vorstands betrug für das Geschäftsjahr EUR 869.488 (Vorjahr: EUR 809.802). Der Vergütungsbericht wird bis spätes- tens zur Einberufung der Hauptversammlung 2023 der Splendid Medien AG (voraussichtlich Anfang Mai 2023) auf der Homepage der Splendid Medien AG veröffentlicht (www.splendidmedien.com/de/hauptversammlung bzw. unter www.splendidmedien.com -> Unternehmen -> Corporate Governance). Dort werden auch Einzelheiten des Vergütungssystems ausführlich darge- stellt. Ehemalige Vorstände Ehemalige Mitglieder des Vorstandes erhielten in 2022 TEUR 26 aus mehrjäh- rigen Tantiemen. Aufsichtsrat Mitglieder des Aufsichtsrats sind seit Ablauf der Hauptversammlung am 14. Juni 2022: • Herr Thies G.J. Goldberg, Vorsitzender o Ausgeübter Beruf: Unternehmensberater und geschäftsführen- der Gesellschafter der GOLDBERG CONSULTING GmbH, Ham- burg, der RAPTOR Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg und der MonsAurum Beteiligungsverwaltung GmbH, Hamburg o Weitere Aufsichtsratsmandate: ANSARES AG, Berlin (Vorsitzen- der), HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Betei- ligungsmanagement mbH, Hamburg • Herr Hans-Jörg Mellmann, stellvertretender Vorsitzender o Ausgeübter Beruf: selbständiger Unternehmensberater, Brühl o Weitere Aufsichtsratsmandate: keine Frau Sandra Münstermann, • o Ausgeübter Beruf: Head of Institutional International Client Management bei der DZ Bank AG, Frankfurt, o Weiteres Aufsichtsratsmandat: FMR Frankfurt Main Research AG, Frankfurt Mitglieder des Aufsichtsrats waren bis zum Ablauf der Hauptversamm- lung am 14. Juni 2022: • Herr Dr. Ralph Drouven Ausgeübter Beruf: Rechtsanwalt und Partner bei CMS Hasche o 57 Sigle Partnerschaft von Rechtsanwälten und Steuerberatern mbB, Köln, Vorsitzender weiteres Aufsichtsratsmandat: Joblinge gemeinnützige AG Rhein- o land, Köln • Herr Bernd Kucera Ausgeübter Beruf: Wirtschaftsprüfer/Steuerberater und Gesell- o schafter der Kucera & Hüttner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesell- schaft Steuerberatungsgesellschaft, Bonn, stellvertretender Vor- sitzender o Weiteres Aufsichtsratsmandat: LUCOBIT Aktiengesellschaft, Wes- seling (Vorsitzender) • Frau Malisa Scott Ausgeübter Beruf: Unternehmensberaterin, Gesellschafterin der o LINKR GmbH, München; Gesellschafterin der OCG Holdings, UK; Gesellschafterin der Logical Golf Global Investments GmbH, Hamburg Weitere Aufsichtsratsmandate: Keine o Die Vergütung des Aufsichtsrates ist in der Satzung des Unternehmens fest- gelegt. Sie orientiert sich an der Größe des Unternehmens und des Konzerns, deren wirtschaftlicher Lage sowie an der Verantwortung und dem Tätigkeits- umfang der Aufsichtsratsmitglieder. Eine variable Vergütung wird den Auf- sichtsratsmitgliedern nicht gewährt. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats werden gemäß Satzung der Splendid Me- dien AG die ihnen bei der Wahrnehmung ihres Amtes entstandenen Ausla- gen ersetzt. Das Unternehmen hat keinem Aufsichtsratsmitglied einen Kredit gewährt. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Juni 2021 und Eintrag der dort beschlossenen Satzungsänderung zur Aufsichtsratsvergütung ergibt sich die satzungsmäßige Vergütung wie folgt: Aufsichtsratsvorsitzender: EUR 45.000 Stellv. Aufsichtsratsvorsitzender: EUR 35.000 Übrige Aufsichtsratsmitglieder: EUR 25.000 Die nachfolgende Tabelle zeigt die den Mitgliedern des Aufsichtsrates im Ge- schäftsjahr 2022 und 2021 gewährte und geschuldete Vergütung gemäß § 162 Abs. 1 Satz 1 AktG. 58 Aufsichtsratmitglied Zeitraum 2022 in EUR 2021 in EUR Thies G.J. Goldberg ab 15.06.2022 26.250,00 - Hans-Jörg Mellmann ab 15.06.2022 20.416,67 - Sandra Münstermann ab 15.06.2022 14.583,33 - Dr. Ralph Drouven bis 14.06.2022 20.342,50 39.740,00 Bernd Kucera bis 14.06.2022 15.821,00 29.715,00 Malisa Scott bis 14.06.2022 11.300,00 19.740,00 * Die Vergütung wird auf volle Monate gerundet. Bezüglich der von Aufsichtsratsmitgliedern in Rechnung gestellten sonstigen Leistungen verweisen wir auf die Angaben unter Punkt 11. „Beziehungen zu nahestehenden Personen“. Aktienbesitz der Organmitglieder Das Grundkapital der Splendid Medien AG beträgt zum 31. Dezember 2022 EUR 9.789.999,00 und ist auf 9.789.999 Inhaber-Stammaktien verteilt. Zum 31. Dezember 2022 lag kein Aktienbesitz der Organmitglieder vor. Der Aktienbesitz der Organmitglieder umfasste zum 31. Dezember 2021: 31. Dezember 2021 Anzahl der % Anteil am Name Aktien Grundkapital Aufsichtsrat Dr. Ralph Drouven 3.060 0,03 2022 lagen keine Mitteilungen über Geschäfte von Führungspersonen gem. Art. 19 Marktmissbrauchsverordnung MAR/MMVO vor. 11. Beziehungen zu nahestehenden Personen Als nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für die Splendid Gruppe die Personen bzw. Unternehmen, die die Gruppe beherr- schen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diese ausüben oder durch die Splendid Gruppe beherrscht bzw. maßgeblich beeinflusst werden. Der Mehr- heitsaktionär Andreas R. Klein ist gem. IAS 24.13 als beherrschend einzustu- fen. Wir verweisen hierzu auch auf die Angaben unter Punkt VI. „Übernahme- relevante Angaben nach §§ 289a Absatz 1 und 315a Absatz 1 HGB und erläu- ternder Bericht“ im zusammengefassten Konzernlage- und Lagebericht. Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Splendid Medien AG sowie die durch diese beherrschten bzw. maßgeblich beeinflussten Unterneh- men und Personen werden als nahestehende Personen definiert. 59 Geschäftsvorfälle mit wesentlichen Tochtergesellschaften werden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und nicht weiter erläutert. Neben den Geschäftsbe- ziehungen zu den wesentlichen Tochtergesellschaften bestanden die folgen- den Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen: davon davon Art der in TEUR Betrag Aufwand offen Tätigkeit Abrechnung Darlehens- Andreas R. Klein 148 148 0 gewährung Zinsen gem. Vertrag Beratung inkl. Andreas R. Klein 420 420 72 Nebenkosten gem. Vertrag Dr. Ralph Drouven (CMS Hasche Sigle Partnerschaft von 89 89 0 Beratung** Abrechnung Rechtsanwälten und nach Stunden Steuerberatern mbB) * Herr Andreas R. Klein hat der Gesellschaft Darlehen über insgesamt TEUR 2.500 gewährt. Die Darlehenssumme wurde im Geschäftsjahr 2022 mit 6 % p.a. verzinst. Mit Wirkung ab Januar 2023 hat das Darlehen eine Laufzeit bis zum 31.12.2024 und wird mit 8% p.a. verzinst. ** Dr. Ralph Drouven war bis zum Ablauf der Hauptversammlung am 14. Juni 2022 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Splendid Medien AG. Beratungsho- norare der CMS Hasche Sigle sind bis einschließlich 14. Juni 2022 oben ste- hend aufgeführt. 12. Sonstige Angaben Die Honorare des Abschlussprüfers für die Abschlussprüfungen im Konzern betrugen TEUR 138 (i. V. TEUR 133). 13. Angaben nach § 264 Abs. 3 HGB Die nachfolgend aufgeführten Tochtergesellschaften, bei denen die Splendid Medien AG als Mutterunternehmen entweder direkt oder indirekt (durch eine lückenlose Kette von Beherrschungs- und/oder Ergebnisabführungsverträ- gen) zur Verlustübernahme verpflichtet ist, machen von der Befreiungsvor- schrift des § 264 Abs. 3 HGB bezüglich der Offenlegung ihrer Jahresab- schlüsse zum 31. Dezember 2022 Gebrauch: Polyband Medien GmbH, München • • Splendid Synchron GmbH, Köln 60 14. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Es liegen keine berichtspflichtigen Tatsachen vor. 15. Ergebnisverwendungsvorschlag Die Splendid Medien AG weist in ihrem handelsrechtlichen Jahresabschluss einen Jahresfehlbetrag von EUR 1.633.360,58 aus. Der Jahresfehlbetrag der Konzernobergesellschaft wird auf neue Rechnung vorgetragen. 16. Erklärung nach § 161 AktG Die Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat der Splendid Me- dien AG zum Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG wurde auf der Homepage der Splendid Medien AG veröffentlicht und den Aktionären dau- erhaft zugänglich gemacht. Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 22. März 2023 vom Vorstand an den Aufsichtsrat freigegeben. Köln, 23. März 2023 Splendid Medien AG Vorstand Dr. Dirk Schweitzer Björn Siecken 61

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