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Smartbroker Holding AG

Quarterly Report Sep 13, 2021

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Quarterly Report

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Zwischenabschluss zum 30.06.2021

.........................................................................................................................................................................................

&

Lagebericht wallstreet:online AG Seydelstraße 18 10117 Berlin

Bilanz zum 30. Juni 2021 Anlage 1
Gewinn- und Verlustrechnung 1. Halbjahr 2021 Anlage 2
Anhang zum Jahresabschluss 30. Juni 2021 Anlage 3
Anlage zum Anhang – Anlagenspiegel Anlage 3
Lagebericht zum 30. Juni 2021 Anlage 4

BILANZ ZUM 30. JUNI 2021

AKTIVA 30.06.2021 31.12.2020
A. Anlagevermögen 36.016.894,95 36.071.918,62
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
1.
Entgeltlich erworbene Lizenzen, Software
und ähnliche Rechte und Werte
5.024.404,22
5.024.404,22
5.126.329,05
5.126.329,05
II.
Sachanlagen
1.
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
36.872,77
36.872,77
36.216,01
36.216,01
III.
Finanzanlagen
1.
Anteile an verbundenen Unternehmen
2.
Ausleihungen an verbundene Unternehmen
3.
Beteiligungen
4.
Wertpapiere des Anlagevermögens
5.
Sonstige Ausleihungen
30.955.617,96
22.714.253,95
227.719,02
5.067.535,03
2.606.229,78
339.880,18
30.909.373,56
22.677.976,45
220.219,02
5.067.535,03
2.606.229,78
337.413,28
B. Umlaufvermögen 28.783.825,43 13.981.194,89
I.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2.
Forderungen gegen verbundene Unternehmen
3.
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
4.
Sonstige Vermögensgegenstände
7.232.156,20
1.450.685,62
2.400.511,11
1.392.628,07
1.988.331,40
8.309.247,94
1.115.178,28
2.400.511,11
1.630.177,25
3.163.381,30
II.
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
21.551.669,23 5.671.946,95
C. Rechnungsabgrenzungsposten 112.608,81 207.358,05
Summe der Aktiva 64.913.329,19 50.260.471,56
PASSIVA
A. Eigenkapital 45.355.812,14 30.506.642,97
I.
Gezeichnetes Kapital
II.
Kapitalrücklage
III.
Gewinnvortrag
IV.
Periodenergebnis
15.101.252,00
29.272.519,81
5.261.143,96
-4.279.103,63
14.382.144,00
10.863.355,01
1.900.120,09
3.361.023,87
B. Rückstellungen 2.129.754,58 1.601.005,29
1.
Steuerrückstellungen
2.
Sonstige Rückstellungen
245.395,53
1.884.359,05
558.752,21
1.042.253,08
C. Verbindlichkeiten 16.541.455,83 17.598.315,09
1.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2.
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
3.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
4.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
5.
Sonstige Verbindlichkeiten
5.708.150,59
0,00
1.158.276,49
6.544.476,74
3.130.552,01
6.427.830,00
10.000,00
1.317.828,24
3.672.576,57
6.170.080,28
D. Rechnungsabgrenzungsposten 886.306,64 554.508,21
Summe der Passiva 64.913.329,19 50.260.471,56

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG VOM 01.01.2021 BIS 30.06.2021

1. Halbjahr 2021 1. Halbjahr 2020
1. Umsatzerlöse 11.475.989,19 6.287.924,93
2. Sonstige betriebliche Erträge 167.724,14 14.363,36
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen
-11.030.375,61 -4.203.428,80
Rohergebnis 613.337,72 2.098.859,49
4. Personalaufwand -2.604.540,99 -1.656.875,31
a) Löhne und Gehälter -2.361.421,31 -1.486.952,05
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für
die Altersversorgung und für Unterstützung
davon für Altersversorgung
-243.119,68 -169.923,26
5. Abschreibungen -186.029,46 -15.529,39
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.002.725,65 -1.010.246,52
Betriebsergebnis -4.179.958,38 -583.791,73
7. Erträge aus Beteiligungen 0,00 3.008.509,82
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 9.966,90 22.466,88
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -109.112,15 -87.813,41
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen 0,00 -250.000,00
Finanzergebnis -99.145,25 2.693.163,29
11. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -4.279.103,63 2.109.371,56
12. Periodenergebnis -4.279.103,63 2.109.371,56

ANHANG ZUM HALBJAHRESABSCHLUSS 30. JUNI 2021

I. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die wallstreet:online AG, Berlin, hat ihren Geschäftssitz in der Seydelstraße 18, in 10117 Berlin und ist im Handelsregister von Berlin-Charlottenburg unter HRB 96260 B eingetragen.

Der Halbjahresabschluss der wallstreet:online AG wird nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften und den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden folgen der Bilanzierungsstetigkeit gemäß den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Die Ausweis- und Bewertungsmethoden wurden unverändert zum Vorjahr angewandt. Die wallstreet:online AG ist eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB und nimmt größenabhängige Aufstellungserleichterungen teilweise in Anspruch. Die bei den einzelnen Posten des Jahresabschlusses angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden wie folgt erläutert:

Entgeltlich von Dritten erworbene abnutzbare immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über den Zeitraum der Nutzung planmäßig bzw. bei dauernder Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, solche mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen werden nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ermittelt. Für Zugänge an beweglichen Anlagegütern wird im Zugangsjahr eine Abschreibung pro rata temporis vorgenommen. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 150,00 bis EUR 1.000,00 wurde vor 2020 das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird pauschalierend jeweils mit 20 % p.a. im Zugangsjahr und in den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben.

Innerhalb der Finanzanlagen werden die Anteilsrechte und Wertpapiere zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt.

Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände werden bei Beachtung des Niederstwertprinzips mit dem Nennwert bzw. mit dem Börsen- oder Marktpreis angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden zum Stichtag mit dem Devisenkassamittelkurs in Euro umgerechnet.

Die flüssigen Mittel sind zum Nominalwert bilanziert.

Das gezeichnete Kapital innerhalb des Eigenkapitals ist mit dem Nennbetrag bewertet.

Die Rückstellungen werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle zum Bilanzstichtag bekannten Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

II. Angaben zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2021 ist im Anlagenspiegel dargestellt, der als Anlage zu diesem Anhang beigefügt ist.

Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten Lizenzen, Webseiten-Funktionserweiterungen (Tools) sowie Software. Die Abschreibungen darauf erfolgen linear über Nutzungsdauern zwischen 2 und 15 Jahren. Erworbene Domainnamen werden nicht planmäßig abgeschrieben, weil in Anwendung der steuerlichen Betrachtung der Domainname grundsätzlich eine zeitlich unbeschränkte Nutzungsmöglichkeit und daraus resultierende wirtschaftliche Vorteile bietet.

Des Weiteren wird unter den immateriellen Vermögensgegenständen der Kundenstamm der Wertpapierbestandskunden der Volkswagen Bank GmbH (kurz VW-Kundenstamm) ausgewiesen. Im Wege der Ermächtigungstreuhand wird die assoziierte Beteiligung wallstreet:online capital AG dazu ermächtigt, über das Treuhandvermögen im eigenen Namen im Rahmen der vertraglichen Vereinbarung zu verfügen, wobei die rechtliche Verfügungsgewalt der wallstreet:online AG weiterhin besteht. Der Kundenstamm wird über eine voraussichtliche Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben.

Die Zugänge bei den Sachanlagen betreffen überwiegend Neuanschaffungen im Bereich Hardware und Büroausstattung. Die Abschreibungsdauern für die neu angeschafften Anlagengüter betragen zwischen 3 und 5 Jahren.

Die Zugänge/Abgänge bei den Finanzanlagen betreffen im Wesentlichen die nachgelagerten Earnout-Zahlungen bezüglich der Anfang 2019 erworbenen ABC New Media AG.

Die Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. In den ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Einzelwertberichtigungen in angemessener Höhe berücksichtigt. Die Bildung einer Pauschalwertberichtigung zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos ist nicht notwendig.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind im Wesentlichen Forderungen aus Kaufpreishinterlegungen für den Erwerb weiterer Anteile an potenziellen Tochtergesellschaften enthalten (TEUR 369) und Forderungen aus Darlehen (TEUR 500). Des Weiteren enthalten die sonstigen Vermögensgegenstände Forderungen aus Kautionen (TEUR 21), welche eine Restlaufzeit von über einem Jahr haben, sowie Forderungen gegenüber dem Finanzamt (TEUR 1.081).

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen vor allem eine Forderung im Zusammenhang mit dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Markets Inside Media GmbH (TEUR 2.400).

Unter den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind Forderungen aus der Kooperationsvereinbarung mit der wallstreet:online capital AG bezüglich des gemeinsamen Projekts Smartbroker ausgewiesen.

Das gezeichnete Kapital in Höhe von EUR 15.101.252,00 ist eingeteilt in 15.101.252 auf den Inhaber lautenden Aktien ohne Nennwert mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00.

gez. Kapital Kapitalrücklage Bilanzvortrag Eigenkapital
in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
Stand 31.12.2020 14.382 10.864 5.261 30.507
Kapitalerhöhung 719 18.409 0 19.128
Ergebnis 1. Halb 0 0 -4.279 -4.279
jahr 2021
Stand 30.06.2021 15.101 29.273 982 45.356

Die Entwicklung des Eigenkapitals zum 30.06.2021 stellt sich wie folgt dar:

Gemäß Eintragung im Handelsregister vom 17.06.2021 hat die Gesellschaft eine Barkapitalerhöhung aus Genehmigtem Kapital 2020 in Höhe von 719.108,00 Euro beschlossen.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen ausstehende Rechnungen TEUR 946, Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten TEUR 46, Rückstellungen für Berufsgenossenschaft TEUR 2, Rückstellungen für Aufsichtsratsvergütung TEUR 154 sowie Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern TEUR 737.

Die Fälligkeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

Verbindlichkeiten bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr mehr als 5
Jahre
gegenüber Kreditinstituten TEUR 1.479 TEUR 4.229 TEUR 0
erhaltene Anzahlungen TEUR 0 TEUR 0 TEUR 0
aus Lieferungen und Leistun TEUR 1.158 TEUR 0 TEUR 0
gen
gegenüber verbundenen Un TEUR 3.644 TEUR 2.900 TEUR 0
ternehmen
sonstige TEUR 3.131 TEUR 0 TEUR 0

Sicherheiten wurden nicht gestellt. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 125 und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 6.419 aus Darlehen.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind insbesondere die Kaufpreisverpflichtung aus dem Erwerb des Depotbestands von der Volkswagen Bank GmbH sowie Verpflichtungen aus Steuern ausgewiesen.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse werden sowohl im Inland als auch im Ausland erzielt. Die Umsätze mit im Ausland ansässigen Kunden werden üblicherweise in Euro abgerechnet. Diese betragen TEUR 6.349.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Konzernverrechnungen in Höhe von TEUR 147.

Die Abschreibungen enthalten Abschreibungen auf den in 2020 erworbenen Depotbestand der Volkswagen Bank GmbH in Höhe von TEUR 167.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten neben den üblichen allgemeinen Verwaltungskosten wie Miete, Versicherungen etc. insbesondere Kosten für Beratung (TEUR 163), Kosten für Rechtsberatung (TEUR 146), Kosten für Börsennotierung (TEUR 104), Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 57), Aufsichtsratsvergütung (TEUR 51) sowie Buchführungskosten (TEUR 59). Zudem sind im ersten Halbjahr 2021 nicht operative Kosten in Höhe von TEUR 492 im Rahmen der Kapitalerhöhung enthalten. Ebenfalls in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten sind Forschungs- und Entwicklungskosten in Bezug auf das Projekt Smartbroker in Höhe von TEUR 814.

III. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen resultieren aus Mietverträgen für das Jahr 2021 in Höhe von TEUR 63. Zudem hat die wallstreet:online AG eine Kaufpreisverpflichtung aus dem Erwerb beziehungsweise aus der Ziehung einer Kaufoption bezüglich des Kaufs weiterer Anteile an der wallstreet:online capital AG, die im Juli 2021 eingetreten ist. Hieraus resultieren sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 9.775.

Anzahl der Beschäftigten

Die Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter betrug in der ersten Jahreshälfte 2021 durchschnittlich 48 Mitarbeiter einschließlich fünf Vorständen.

Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen

Im ersten Halbjahr 2021 gab es keine Geschäfte mit nahe stehenden Personen zu marktunüblichen Konditionen.

Im Jahr 2019 schloss die wallstreet:online AG einen Beratungsvertrag mit ihrem Aufsichtsrat Herrn René Krüger. Der mit Herrn Krüger vereinbarte Vertrag ist marktüblich.

Die wallstreet:online AG hat mit ihren Tochterunternehmen Markets Inside Media GmbH, Leipzig, ARIVA.DE AG, Kiel, und der ABC New Media AG, Zürich, die Vermarktung von Werbung auf den zu den Töchtern gehörenden Medien vertraglich vereinbart. Die Vergütung an die wallstreet:online AG ist jeweils marktüblich.

Im Rahmen der Treuhandvereinbarung mit der wallstreet:online capital AG bezüglich des Erwerbs des VW-Depotbestands erhält die wallstreet:online AG einen Umsatzanteil in Höhe von 70 % der Einnahmen, die mit diesem Kundenstamm erzielt werden. Im Rahmen des Kooperationsvertrages mit der wallstreet:online capital AG bezüglich den Projektes Smartbroker erhält die wallstreet:online AG einen Umsatzanteil in Höhe von 70 % der Einnahmen, die mit den Smartbrokerkunden erzielt werden. Die wallstreet:online AG trägt die Kosten für Marketing, Postident zur Legitimation der neuen Kunden, Entwicklung eines eigenen Internetauftritts sowie die Kosten für angemietete Büroräume.

Mitglieder des Vorstands

Herr Stefan Zmojda, Diplom-Kaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. Januar 2016. Herr Zmojda ist zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG tätig.

Herr Michael Bulgrin, Diplom-Kaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. November 2017. Herr Bulgrin ist zudem im Aufsichtsrat der ARIVA.DE AG tätig.

Herr Oliver Haugk, Diplom-Kaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. November 2017. Herr Haugk ist zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG tätig.

Herr Matthias Hach, Bankkaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. März 2021.

Herr Roland Nicklaus, Diplom-Betriebswirt (BA), Mitglied des Vorstands seit 1. April 2021. Herr Nicklaus ist zudem im Aufsichtsrat wallstreet:online capital AG, Berlin, tätig.

Mitglieder des Aufsichtsrates

Herr André Kolbinger, Kaufmann, Mitglied des Aufsichtsrats seit 22. August 2017 (Aufsichtsratsvorsitzender). Herr Kolbinger ist zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG, Berlin, und der Ariva.de AG, Kiel, tätig.

Herr Roland Nicklaus, Diplom-Betriebswirt (BA), Aufsichtsratsmitglied bis 31. März 2021. Herr Nicklaus ist zudem im Aufsichtsrat der Lamda Hellix Data Centres S.A., Griechenland, und der wallstreet:online capital AG, Berlin, tätig. Herr Nicklaus ist zum 1.4.2021 in den Vorstand gewechselt und aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.

Herr René Krüger, Bank-Kaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 9. September 2010. Zudem ist Herr Krüger im Aufsichtsrat der wallstreet:online capital AG tätig.

Herr Marcus Seidel, Kaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 20.08.2020.

Konzernverhältnisse

Die wallstreet:online AG stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Teil auf.

Nachtragsbericht für 2021

Beteiligungserwerb wallstreet:online capital AG

Die wallstreet:online AG hat im April 2020 die Kaufoption auf den Erwerb weiterer Anteile (29,9 %) an der wallstreet:online capital AG gezogen. Der Anteilskauf unterliegt der Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die im Juli 2021 erfolgt ist. Zudem hat die wallstreet:online AG im April 2021 noch weitere Anteile (22,5 %) an der wallstreet:online capital AG von Kleinaktionären gekauft, die ebenfalls mit der aufschiebenden Bedingung der Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht rechtswirksam geworden sind. Die Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist im Juli 2021 erfolgt.

Berlin, 13.09.2021

Der Vorstand der wallstreet:online AG

Stefan Zmojda Michael Bulgrin

Oliver Haugk Matthias Hach

Roland Nicklaus

wallstreet:online AG Anlagenspiegel zum 30.06.2021

historische Anschaffungs- und Herstellungskosten kumulierte Abschreibungen Buchwerte
01.01.2021
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
30.06.2021
Euro
01.01.2021
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
30.06.2021
Euro
30.06.2021
Euro
31.12.2020
Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 907.200,03 0,00 0,00 907.200,03 907.200,03 0,00 0,00 907.200,03 0,00 0,00
2. Entgeltlich erworbene Software, Lizenzen
und ähnliche Rechte und Werte 5.493.234,75 67.460,94 0,00 5.560.695,69 366.905,70 169.385,77 0,00 536.291,47 5.024.404,22 5.126.329,05
6.400.434,78 67.460,94 0,00 6.467.895,72 1.274.105,73 169.385,77 0,00 1.443.491,50 5.024.404,22 5.126.329,05
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 173.074,78 17.300,45 0,00 190.375,23 136.858,77 16.643,69 0,00 153.502,46 36.872,77 36.216,01
173.074,78 17.300,45 0,00 190.375,23 136.858,77 16.643,69 0,00 153.502,46 36.872,77 36.216,01
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenden Unternehmen 23.700.985,94 36.277,50 0,00 23.737.263,44 1.023.009,49 0,00 0,00 1.023.009,49 22.714.253,95 22.677.976,45
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.042.375,00 7.500,00 0,00 1.049.875,00 822.155,98 0,00 0,00 822.155,98 227.719,02 220.219,02
3. Beteiligungen 5.067.535,03 0,00 0,00 5.067.535,03 0,00 0,00 0,00 0,00 5.067.535,03 5.067.535,03
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 2.606.229,78 0,00 0,00 2.606.229,78 0,00 0,00 0,00 0,00 2.606.229,78 2.606.229,78
5. sonstige Ausleihungen 337.413,28 2.466,90 0,00 339.880,18 0,00 0,00 0,00 0,00 339.880,18 337.413,28
32.754.539,03 46.244,40 0,00 32.800.783,43 1.845.165,47 0,00 0,00 1.845.165,47 30.955.617,96 30.909.373,56
Summe Anlagevermögen 39.328.048,59 131.005,79 0,00 39.459.054,38 3.256.129,97 186.029,46 0,00 3.442.159,43 36.016.894,95 36.071.918,62

ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT FÜR DAS 1. HALBJAHR 2021

1. Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell

Der wallstreet:online-Konzern (Konzern oder Gruppe) finanziert sich zu weiten Teilen durch die Vermarktung von reichweitenstarken Börsenportalen bzw. deren Smartphone-Applikationen und den angeschlossenen Foren, Finanz-Communities und sozialen Netzwerken (Bereich "Social & Media"). Die Zentralredaktion veröffentlicht täglich aktuelle Nachrichten zum Wirtschafts-, Finanzund Börsengeschehen. Im ersten Halbjahr 2021 wurden auf allen zum Konzern gehörigen Börsenportalen insgesamt ca. 376 Mio. Seitenaufrufe (Monatsdurchschnitt 1. Halbjahr 2021) gemessen, dazu kommen mehr als 830.000 registrierte User konzernweit. Nach eigenen Berechnungen nutzen schätzungsweise 70 %1 aller börsenaffinen User in Deutschland regelmäßig eines der Portale der wallstreet:online AG. Die Leser sind in der Regel überdurchschnittlich gebildet und einkommensstark2 – entsprechend hochmargig sind die Werbeeinnahmen. Außerdem werden Gewinne durch den Verkauf von Zeitschriften-Abonnements für das Magazin Smart Investor generiert.

Für namhafte Unternehmenskunden werden auf Basis mehrjähriger Verträge Internetauftritte durch Webseiten betrieben und regulatorische Dokumente, Datensätze und Wertpapierinformationen maßgeschneidert in den Workflow der Kunden integriert (Bereich "B2B-Media").

Über die Beteiligung an der Berliner wallstreet:online capital AG ist die Gesellschaft inzwischen auch im Fintech-Bereich aktiv. Gemeinsam mit dem Partner betreibt die wallstreet:online AG seit Dezember 2019 den Neobroker Smartbroker. Mehr als 140.000 Kunden haben per Ende Juni 2021 ein Wertpapierdepot eröffnet.

Künftig sollen insbesondere das Portal- und Community-Geschäft des Bereichs "Social & Media" und die Fintech-Aktivitäten im Neobrokerbereich, also dem Smartbroker, noch deutlich stärker miteinander verzahnt werden. Schon jetzt gibt es Ansätze zur stärkeren Monetarisierung, beispielsweise durch Bannerwerbung, Kooperationen mit ausgesuchten Partnern, z.B. im Derivate-Handel und ähnlichen Anknüpfungspunkten.

1 Basiert auf eigenen Berechnungen, ausgehend von 5 Millionen selbstentscheidenden Anlegern in Deutschland (Quelle: Oliver Wyman) ins Verhältnis gesetzt zur Anzahl der Unique User pro Monat.

2 Wallstreet-online Client Analysis 2021 Germany Investments and Trading Report (Investment Trends).

Produkte

Gruppe:

Die durchschnittlichen Visits im ersten Halbjahr 2021 sind im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum über alle Plattformen (Web, Mobile Web, Apps) und Marken der Gruppe um über 10% gestiegen, die Page Impressions konnten um circa 37% verbessert werden. Die Gruppe war damit, gemessen an der Reichweite, der zweitgrößte Finanzplattformbetreiber im deutschsprachigen Raum (Quelle: IVW).

Produkt: wallstreet-online.de

Die Visits von wallstreet-online.de bewegen sich über alle Plattformen (Web, Mobile Web, Apps) hinweg auf Vorjahresniveau, die Page Impressions konnten um ca. 28% gesteigert werden.

Mit der Veröffentlichung der nativen Apps für Android und iOS wurde ein bedeutender Meilenstein in der Entwicklung der wallstreet:online-Produkte erreicht. Neben einer besseren Usability konnte damit auch die Vermarktbarkeit der mobilen Produkte deutlich vorangetrieben werden. Der Fokus der Weiterentwicklungen des Web-Portals und der mobilen Webseite lag im Wesentlichen auf der Optimierung gemäß aktueller Suchmaschinenanforderungen, insbesondere hinsichtlich Indexierung und Performance. Darüber hinaus wurden auch weitere Fundamentaldatenquellen angebunden, um die Informationstiefe und -breite weiter zu vergrößern.

Produkt: FinanzNachrichten.de

Auch die Reichweite des Produktes FinanzNachrichten.de hat sich positiv entwickelt. So konnten die Visits um 2% und die Page Impressions um 1% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert werden.

Im ersten Halbjahr 2021 wurden das Webportal FinanzNachrichten.de sowie die zugehörigen nativen Smartphone-Applikationen fortlaufend optimiert und weiterentwickelt. Speziell die Erweiterungen der Watchlist-Funktionen und ebenso die Anbindung neuer Kursdatenquellen standen im Fokus der Entwicklung. Hierbei konnte sowohl das Informationsangebot verbessert als auch Synergien innerhalb der wallstreet:online-Gruppe gehoben werden. Ferner wurde auch das Newsletter-Angebot inhaltlich wie optisch überarbeitet, was sich positiv auf Zustell- und Öffnungsraten ausgewirkt hat.

Produkt: boersennews.de

Die Seitenaufrufe der Webseite und der mobilen Plattformen konnten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 97% gesteigert werden, die Zahl der Visits wuchs um 71%.

Die verstärkte Weiterentwicklung am Börsennews-Webportal und der Börsennews-App trägt umfassend zur positiven Entwicklung der Reichweite und den Nutzerzahlen bei.

Im Fokus stehen hierbei die Verbesserung der User Experience und die Entwicklung der Community. Benutzerdefinierter Content, anlegerorientierte Trends und eine bessere Nutzerinteraktion stärken langfristig die Rolle als aktivstes Anleger-Netzwerk Deutschlands.

Produkt: Smart Investor

Das erste Halbjahr 2021 war für Smart Investor herausfordernd. Bedingt durch den Relaunch der Website, der einige technische Probleme verursachte, sowie den Nachlauf der Corona-Thematik kam es bei den Abo-Zahlen zu einem Rückgang um rund 4%. Dabei verschob sich, wie schon in den letzten Jahren, weiterhin die Relation von Print- hin zu Digital-Abos.

Produkt: ARIVA.DE

Der Geschäftsbereich Portal www.ariva.de konnte im ersten Halbjahr 2021 den positiven Trend der Reichweitensteigerung des Vorjahres fortsetzen. Die Seitenaufrufe lagen im 1. Halbjahr 2021 bei 17% über dem Vorjahreswert im vergleichbaren Zeitraum. Zurückzuführen ist der Erfolg auf gezielte technische Maßnahmen. Zur Folge hat dies u.a., dass die Vermarktung erfolgreich ausgebaut werden konnte.

Durch die im vergangenen Jahre begonnenen technischen Anpassungen wurde im Produkt Regulatorik eine höhere Stabilität des Produkts erreicht, was zu einer Steigerung der Kundenzufriedenheit geführt hat.

Im Geschäftsbereich Web Services wurde im 1. Halbjahr 2021 nicht nur die Zusammenarbeit mit dem Kunden Deutsche Börse AG weiter ausgebaut, sondern auch das eigene Produkt "prodo" weiterentwickelt, welches u.a. bei den Kunden der iq digital media marketing gmbh zum Einsatz kommt. Mit "prodo" gelingt es nun Produktintegrationen auf Basiswerte in Echtzeit auszuwerten und zu tauschen.

Mittels der in 2020 begonnenen Anpassungen der Arbeitsprozesse und technischen Anbindungen konnte die Kursversorgung optimiert werden. Diese schließen neue Möglichkeiten der Anbindung und Kursdatenversorgung für Kunden ein.

Produkt: Zertifikate-Verlag

Der Zertifikate-Verlag hat im ersten Halbjahr 2021 keinen nennenswerten Veränderungen im Vergleich zu den Vorjahren unterlegen. Die Webseite www.zertfikate-anleger.de weist lediglich geringe Zugriffszahlen auf. Investitionen, Neuerungen oder Veränderungen fanden im ersten Halbjahr 2021 nicht statt.

Organisatorische Struktur

Die Geschäftsbereiche des Konzerns gliedern sich in die Bereiche "Social & Media", "B2B-Media", "Transaction" und "Projekte".

Der Bereich "Social & Media" beinhaltet im Wesentlichen die Vermarktung folgender Portale, Foren, Netzwerke, Communities, Printmagazine und den dazugehörigen Apps:

wallstreet-online.de FinanzNachrichten.de boersennews.de ARIVA.DE smartinvestor.de

Der Geschäftsbereich "B2B-Media" umfasst das Erzeugen von handelbaren Derivate-Stammdaten, Einkauf und Verkauf von Wertpapierstamm- und Kursdaten, die Programmierung und den Betrieb von Software zur Erstellung und Verteilung von regulatorischen Dokumenten im Finanzumfeld sowie die Programmierung und den Betrieb von Internetauftritten für Dritte im Finanzbereich. Dieser Geschäftsbereich findet vorwiegend in der ARIVA.DE AG statt.

In den Bereich "Transaction" fallen in das erste Halbjahr 2021 Erlöse in Höhe von TEUR 40, die im Rahmen einer Managementfee eines selbstaufgelegten Wikifolios erzielt wurden. Perspektivisch gewinnt dieser Bereich größere Bedeutung durch die Einnahme von Abschlussund Bestandsprovisionen aus der Vermittlung von Finanzprodukten. Dieses Geschäft findet im Wesentlichen in der wallstreet:online capital AG statt, an der die wallstreet:online AG ab dem zweiten Halbjahr 2021 mehrheitlich beteiligt ist. Ab dem 2. Halbjahr 2021 wird die wallstreet:online capital AG vollkonsolidiert werden.

Der Bereich "Projekte" beinhaltet vorrangig das Projekt Smartbroker, welches zusammen mit der aufsichtsrechtlich regulierten At Equity konsolidierten Tochter wallstreet:online capital AG umgesetzt wird. Hierbei handelt es sich um einen der führenden Neobroker Deutschlands.

Rechtliche Struktur

Hauptsitz der Muttergesellschaft wallstreet:online AG ist Berlin. Die wallstreet:online AG hat zum Abschlussstichtag unmittelbar bzw. mittelbar folgende Tochtergesellschaften:

Gesellschaft, Firmensitz Konsolidierung Anteil Kapital
Markets Inside Media GmbH, Leipzig Vollkonsolidierung 100,00 %
ABC New Media AG, Zürich, Schweiz Vollkonsolidierung 100,00 %
ARIVA.DE AG, Kiel Vollkonsolidierung 100,00 %
Smart Investor Media GmbH, München Vollkonsolidierung 90,00 %
Blockchain Consult GmbH, Frankfurt am Main Vollkonsolidierung 50,00 %
crumbl AG, Berlin Vollkonsolidierung 84,62 %
wallstreet:online Fonds Advisory GmbH, Berlin Vollkonsolidierung 100,00 %
Wallstreet Online Corporate Finance AG, Berlin Vollkonsolidierung 100,00 %
wallstreet:online transaction GmbH, Berlin Vollkonsolidierung 100,00 %
Mint Assets GmbH, Berlin Vollkonsolidierung 100,00 %
Erste ICO Consulting Projektgesellschaft GmbH,
Berlin
Vollkonsolidierung 100,00 %
ZV Zertifikate Verlag GmbH, Kiel Vollkonsolidierung 100,00 %
wallstreet:online capital AG, Berlin At Equity 42,87 %
GF Global Funds SICAV, Liechtenstein At Equity 33,33 %

2. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Konjunktur allgemein

Deutschlands Wirtschaft erholt sich zunehmend von den Folgen der Corona-Pandemie: Zwischen April und Juni 2021 stieg das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 1,6% im Vergleich zum Vorquartal. Zu Jahresbeginn (Januar bis März 2021) war die deutsche Wirtschaft nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) noch um 2% geschrumpft.

Verglichen mit dem Vorjahresquartal stieg das preis- und kalenderbereinigte BIP im zweiten Quartal 2021 sogar um 9,4%. Angesichts der Corona-Krise war es im zweiten Quartal 2020 zu

einem historischen Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung gekommen – minus 10,1% gegenüber dem Vorquartal.

Trotz der jüngsten Aufholjagd hat die deutsche Wirtschaftsleistung noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht. Sie lag zur Jahresmitte 2021 mit 3,3% unter dem Wert von Ende 2019 – dem letzten Vorkrisenquartal.

Die jüngste wirtschaftliche Erholung wird vor allem durch den privaten Konsum getragen. Wegen der zunehmenden Corona-Lockerungen gaben die privaten Haushalte zwischen April und Juni dieses Jahres 3,2% mehr aus als zu Jahresbeginn. Die staatlichen Konsumausgaben stiegen um 1,8%. Es wurden auch mehr Investitionen in Ausrüstungen – Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – getätigt. Im Vergleich zum Jahresbeginn wuchsen diese im zweiten Quartal 2021 um 0,3% an, ebenso wie die Bauinvestitionen.

Der Außenhandel legte ebenfalls zu: Im Vergleich zum Jahresbeginn wurden im zweiten Quartal 2021 preis-, saison- und kalenderbereinigt 0,5% mehr Waren und Dienstleistungen exportiert. Die Importe legten im selben Zeitraum sogar um 2,1% zu. Verglichen mit dem Vorjahresquartal nahmen die deutschen Exporte zwischen April und Juni 2021 um 26,5% zu. Die Einfuhren stiegen im selben Zeitraum um 20,1% an

Am Arbeitsmarkt war ebenfalls eine Besserung zu verzeichnen: Im Juni 2021 sank im Vergleich zum Vormonat die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 5,7%. Im Januar hatte die Arbeitslosenquote noch bei 6,3% gelegen. Von März an war die Arbeitslosenquote dann kontinuierlich gesunken (März: 6,2%, April: 6,0% und Mai: 5,9%).

Die Inflationsrate in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2021 kontinuierlich gestiegen.

Im Januar stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland gegenüber dem Vorjahresmonat um 1%. Ende Juni 2021 lag die Inflationsrate in Deutschland dann im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 2,3% (Februar: +1,3%, März: +1,7%, April: +2,0%, Mai: +2,5%).

(Quellen: DESTATIS – Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit (BA) und Statista.com).

Kapital- und Finanzmarkt

Der Dow Jones kletterte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 von 30.224 auf 34.502 Punkte – eine prozentuale Steigerung von rund 14%. Der Dax stieg im gleichen Zeitraum von 13.726 auf 15.531 Punkte, was einem prozentualen Anstieg von rund 13% entspricht. Im März 2021 überschritt der DAX erstmalig die 15.000-Punkte-Marke. Viele Leitindizes waren im ersten Halbjahr 2021 vom Erreichen neuer Höchststände geprägt.

Auf das deutsche Börsenparkett sind im ersten Halbjahr 2021 zwölf Unternehmen per Neuemission gegangen. Das waren in den ersten sechs Monaten schon mehr als jeweils in den Jahren 2019 und 2020.

Der Finanzmarkt in der ersten Jahreshälfte 2021 war von der wirtschaftlichen Erholung nach den pandemiebedingten Einbrüchen im Vorjahr geprägt. Die insgesamt von Analysten als positiv bewertete Berichtssaison untermauerte die wirtschaftliche Dynamik. Die weiterhin expansive Geldpolitik der Notenbanken bei weiterhin niedrigen Zinsniveaus, die Fiskalpolitik und Konjunkturprogramme flankierten die Aufwärtsbewegung in den ersten sechs Monaten. Besonders die Assetklasse "Aktien" profitierte vom wirtschaftlichen Aufschwung bei gleichzeitig niedrigen Zinsen. Sorgen bereiteten die ansteigenden Inflationsraten.

(Quelle: Börse Frankfurt)

Werbung im Internet

Die Corona-Pandemie hat auch den Werbemarkt verändert, es wird von einem "digitalen Shift" gesprochen. Ganze Lebensbereiche haben sich ins Internet verlagert und somit wurde auch die digitale Mediennutzung intensiviert. Die voranschreitende Digitalisierung ist dadurch auch im digitalen Werbemarkt spürbar. Während die Branche im vergangenen Jahr netto 4.078 Millionen Euro im Display-Advertising-Markt in Deutschland umgesetzt hat, rechnet der Online-Vermarkterkreis (OVK) als Prognose für das Jahr 2021, in Zusammenarbeit mit Statista, mit einem weiteren Anstieg um 9,7% auf einen Umsatz von 4,474 Millionen Euro. Während sich der Lockdown noch leicht negativ auf das erste Quartal auswirkt, wird für das zweite Quartal ein starkes Wachstum erwartet. Die Verlagerung des Alltags in die digitalen Kanäle sei laut OVK nachhaltig.

Der OVK im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. bildet das zentrale Gremium der deutschen Online-Vermarkter im Online-Werbemarkt. Der OVK gibt halbjährlich den OVK-Report für digitale Werbung heraus. Er beinhaltet die wichtigsten Zahlen des deutschen Online-Werbemarktes. Der nächste Bericht zum 1. Halbjahr 2021 soll voraussichtlich Ende September erscheinen.

Bereits mehr als zwei Drittel der gebuchten Werbung seien laut OVK programmatisch. "Programmatic Advertising" oder "programmatische Werbung" ist ein Begriff aus dem Online-Marketing und bezeichnet den vollautomatischen und individualisierten Ein- und Verkauf von Werbeflächen in Echtzeit. Das Wachstum werde sowohl durch den hohen Anteil programmatisch ausgespielter Werbung bei den internationalen Playern als auch durch steigende programmatische Anteile bei den deutschen Vermarktern getrieben. Für 2021 erwartet der OVK einen leichten Anstieg der Programmatic-Umsätze auf 3,138 Millionen Euro. Das entspricht einem Anteil von 70 %. Nur einen leichten Anstieg, weil jene Umsätze bereits den Bärenanteil von zwei Dritteln einnehmen und sich das Wachstum dementsprechend verlangsamen und auf einem hohen Niveau stabilisieren werde, da auch die direkten Buchungen ihre Relevanz behalten würden.

(Quelle:https://www.ovk.de/app/uploads/2021/05/OVK-Online-Report_2021-02_final.pdf)

Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V. hat den Werbemarkt ebenfalls analysiert. Laut ZAW-Statistik erlebte er während der Corona-Pandemie im letzten Jahr mit einem Minus von 7% ein drastisches Umsatztief, wie zuletzt vor über einem Jahrzehnt, und liege damit über dem erwarteten Rückgang der Gesamtwirtschaftsleistung von minus 5,1% (lt. Sachverständigenrat der Bundesregierung). Einzig die digitale Werbung verzeichnete ein deutliches Wachstum von 10,7%, denn die stetig steigende Online- und E-Commerce-Nutzung spiegelte sich in der vermehrten Buchung von Online-Werbung wider.

Als Prognose für die Entwicklung des gesamten Werbemarktes für das laufende Jahr 2021 geht ein Großteil der befragten ZAW-Mitglieder laut Frühjahrstrendanalyse von einer Stabilisierung der Werbeeinnahmen ab dem 3. Quartal 2021 aus. Die Rückkehr der Werbebudgets zum Vorkrisenniveau erwartet die Mehrheit der Befragten allerdings erst ab 2022.

Für das Gesamtjahr 2021 geht der ZAW von einem Wachstum des Werbemarktes zwischen 5 und 10% aus.

(Quelle: https://zaw.de/corona-krise-bremst-werbemarkt-2020-aus/)

Online-Brokerage

Wichtige Akteure in Deutschland

Auch im 1. Halbjahr 2021 sind die Online-Broker in Deutschland stark gewachsen. "Trade Republic" konnte beispielsweise im Mai 2021 vermelden, seit Produktstart mehr als eine Million Kunden gewonnen zu haben. Der Online-Broker "Flatex" eröffnet laut eigener Aussage täglich 3.000 neue Depots. Das Unternehmen rechnet nun sogar damit, jedes Jahr eine Million neue Kunden akquirieren zu können. Der bisherige Anbieter Gratisbroker wurde von Axel Springer übernommen und in "Finanzen.net Zero" umbenannt. (Quelle: FAZ, Tagesspiegel, FinanceForward).

Einfluss von "Meme"-Aktien

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte im 1. Halbjahr 2021 der Hype um sogenannte "Meme"- Aktien. Damit sind Wertpapiere gemeint, die sich im Internet viral verbreiten und die teilweise extrem starke Kursanstiege in kürzester Zeit realisieren (z.B. GameStop, AMC, windeln.de). Durch die hohe Volatilität und die Hoffnung auf schnelle Gewinne wurden sowohl im Januar als auch im Juni zahlreiche risikofreudige Anleger angelockt. Die meisten Online-Broker verzeichneten in diesen beiden Phasen überdurchschnittlich viele Trades pro Tag, auch die Zahl der Depotanmeldungen legte kurzfristig spürbar zu. (Quelle: Finanzen.net, Börse Online, Cash, eigene Recherchen).

Depoteröffnungen im 1. Halbjahr 2021

Besonders im ersten Quartal konnten hohe Zuwächse bei den Kundenzahlen erreicht werden, zusätzliche Impulse lieferten die anhaltenden Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und der dadurch beschleunigten Digitalisierung. Im zweiten Quartal 2021 gingen die Depotanmeldungen bei praktisch allen Anbietern wieder etwas zurück, was zumindest teilweise mit saisonalen Mustern erklärt werden kann. Teilweise sorgte vermutlich auch die Sorge um eine zunehmende Inflation für eine Verlangsamung des Wachstums. (Quelle: Finanz-Szene.de, Handelsblatt).

Abwanderung von Kunden in Richtung Neobroker

Nachdem im Jahr 2020 zahlreiche "Börsenneulinge" ein Depot eröffnet hatten, rücken künftig wieder verstärkt die Kunden der etablierten Banken in den Fokus. Flatex-Chef Frank Niehage spricht daher auch von 75 Millionen potenziellen Kunden". Ein Blick auf das durchschnittliche Depotvolumen der Smartbroker-Kunden (aktuell ca. 30.000 Euro) unterstreicht die These, dass

verstärkt Kunden von den klassischen Banken abwandern und dabei ihr komplettes Depot mitnehmen. Ein Grund dafür ist das deutlich attraktivere Gebührenmodell der Neobroker. Die Zeitschrift "Finanztest" hatte Ende 2020 errechnet, dass Anleger bis zu 831 Euro pro Jahr sparen können, wenn sie vom teuersten Anbieter zum Smartbroker wechseln. (Quelle: FAZ, wallstreetonline.de, dgap.de)

2. Entwicklung des Konzerns

Allgemein

Das starke Wachstum des vergangenen Geschäftsjahres konnte im ersten Halbjahr 2021 fortgesetzt werden. Die Corona-Pandemie und zeitweise große Volatilität an den Finanzmärkten prägten die ersten Monate und haben im Verlauf des Berichtszeitraumes etwas nachgelassen. Nichtsdestotrotz verzeichneten wir ein weiterhin sehr hohes Interesse an Finanzinformationen und -produkten, das deutlich über dem Niveau der Vor-Corona-Zeit liegt. Vor diesem Hintergrund konnten wir im ersten Halbjahr 2021 neue Rekorde bei Umsatz und operativem Ergebnis vor Smartbroker-Kundenakquisekosten erzielen. Dieses starke operative Ergebnis hat uns in die Lage versetzt, unsere Smartbroker-Investitionen in Zusammenarbeit mit unserer Beteiligungsgesellschaft wallstreet:online capital AG weiter zu erhöhen. Diese haben somit ebenfalls einen neuen Rekordstand erreicht.

Strategiekonform wurde damit die vom Vorstand der wallstreet:online AG verfolgte Diversifizierung der Erlösquellen des Konzerns weiter vorangetrieben. Einen weiteren wesentlichen Schritt in diese Richtung stellte der Abschluss des von der BaFin durchgeführten Inhaberkontrollverfahrens zum Erwerb weiterer Minderheiten an der wallstreet:online capital AG zum 30.06.2021 dar. Die Gesellschaft hält damit nun mehr als 95% an der wallstreet:online capital AG und wird diese ab dem 01.07.2021 vollkonsolidieren.

Social & Media:

Der Geschäftsbereich "Social & Media" umfasst die Vermarktung der Webportale und mobilen Anwendungen der Gruppe. Er ist geprägt durch Erlöse aus Werbung. Außerdem enthalten sind Erlöse aus dem B2B-Media-Geschäft, die vor allem durch die ARIVA.DE AG generiert werden, und zu einem geringen Teil von der wallstreet:online AG. Wir unterscheiden hierbei zwischen Leistungen aus den Segmenten "Data", "Webservices" und "Regulatorik".

Transaction:

In den Bereich "Transaction" fallen Erlöse, die durch die wallstreet:online capital AG mit ihren Marken FondsDiscount.de, wo-capital.de und vor allem Smartbroker erzielt werden. Im Wesentlichen sind dies Abschluss- und Bestandsprovisionen aus der Vermittlung von Finanzprodukten sowie die Transaktionsprovisionen und sonstigen Umsätze des Smartbrokers. Im ersten Halbjahr 2021 fließt das Ergebnis der wallstreet:online capital AG noch im Rahmen eines At Equity-Ansatzes anteilig in das Ergebnis des Konzerns mit ein. Die wallstreet:online AG selbst erzielt in diesem Berichtszeitraum nur geringfügig Umsätze im Rahmen einer Managementfee eines selbstaufgelegten Wikifolios. Ab dem 01.07.2021 wird die wallstreet:online capital AG vollkonsolidiert werden und ab diesem Zeitpunkt den wesentlichen Bestandteil dieses Bereichs darstellen.

Strategische Ausrichtung

Die im Jahr 2019 beschlossene strategische Ausrichtung der Verknüpfung unserer Media-Reichweite mit der Transaktion als zentralem Mittelpunkt hat begonnen, greifbare Resultate zu erzielen. Durch die gezielte Platzierung von Informationen über den Smartbroker auf den Portalen der Gesellschaft wird der Bekanntheitsgrad des Smartbrokers unter Zuhilfenahme der Reichweiten des Bereichs "Social & Media" wesentlich gesteigert. Gleichzeitig erhöht die direkte Zurechenbarkeit von derzeit annähernd 190.000 attraktiven Brokerage-Kunden die Vermarktbarkeit von Werbeformaten auf den Portalen "Social & Media".

Eine enge Verzahnung von Information und Transaktion sieht der Vorstand weiterhin als zentrales Alleinstellungsmerkmal in der Weiterentwicklung des Smartbrokers und der Gruppe im Ganzen. Um unsere Position als integrierter Finanzinformations- und Transaktionsanbieter weiter auszubauen, hat der Vorstand beschlossen, die bestehende Erlaubnis der wallstreet:online capital AG zur Anlagevermittlung, Anlageberatung und Abschlussvermittlung bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zum Wertpapierinstitut zu erweitern, und die Beteiligungsgesellschaft bei der Umsetzung dieser Lizenzerweiterung vollumfänglich zu unterstützen. Außerdem ist ein Squeeze-Out der noch verbliebenen Minderheitsaktionäre der wallstreet:online capital AG in Vorbereitung. Ein weiterer zukünftiger strategischer Fokus wird im Auf- und Ausbau der eigenen transaktionsseitigen IT-Infrastruktur liegen. Ziel ist es, unabhängiger von ausgelagerten Dienstleistern zu werden, die Produktflexibilität zu erhöhen und die Produktionskosten zu senken.

Zusammenfassung

Die Rekorde, die im 1. Halbjahr 2021 bei Umsatz und operativem Ergebnis vor Kundenakquisitionskosten erzielt wurden, sind im Wesentlichen dem weiterhin robusten organischen Umsatzwachstum des Werbegeschäfts geschuldet, das konzernweit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um circa 40 % gestiegen ist. Technische, zugleich kommerzielle Neuerungen und Weiterentwicklungen trieben den Anstieg der Gesamtreichweite der Portale und Communities des Bereichs "Social & Media" um ca. 37 % (2,3 Mrd. Seitenaufrufe im ersten Halbjahr 2021 versus 1,7 Mrd. Seitenaufrufe im Vorjahresvergleichszeitraum). Die Anzahl der registrierten Nutzer konnte mit circa 830.000 stabil gehalten werden. Bestehende Kundenbeziehungen konnten erneuert, erweitert und neue aufgebaut werden und alle Bereiche (Key Account Management, Capital Markets Communication/ IR, RTB-Vermarktung) konnten erneut zum Umsatzanstieg beitragen.

Der Umsatz des zweiten Kernbereichs "Transaction" ist im ersten Halbjahr 2021 aufgrund der At Equity-Konsolidierung der wallstreet:online capital AG bis zum 30.06.2021 noch vernachlässigbar gering. Bei der At Equity-konsolidierten Beteiligungsgesellschaft wallstreet:online capital AG verzeichnet planmäßig, insbesondere der Bereich "Smartbroker", ein sehr dynamisches Wachstum. So konnten im ersten Halbjahr 2021 mit mehr als 70.000 Kunden annähernd so viele Neukunden gewonnen werden wie im gesamten Vorjahr. Insgesamt verwaltet die Gruppe nun annähernd 190.000 Kunden. Das verwaltete Kundenvermögen (Assets under Management – "AUM") stieg von EUR 4,3 Mrd. per 31.12.2020 um 59 % auf EUR 6,8 Mrd. per 30.06.2021. Gemessen an den AUMs ist die wallstreet:online capital AG damit der größte Anbieter im deutschen Neobroker- und Robo-Adviser-Sektor. Auch bei den AUMs je Kunden, einem wesentlichen Kriterium für die langfristige Kundenqualität und -werthaltigkeit, nimmt die Gesellschaft mit durchschnittlich knapp 30.000 EUR (per 30.06.2021) AUM je Smartbroker-Kunde den Spitzenplatz ein. Die Freigabe des vom Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht durchgeführten Inhaberkontrollverfahrens hinsichtlich des Mehrheitserwerbs durch die wallstreet:online AG erfolgte Anfang Juli 2021. Die wallstreet:online capital AG wird daher ab dem 01.07.2021 voll in die Konzernkonsolidierung der wallstreet:online AG einbezogen werden.

Insgesamt konnten somit im Konzern ein Gesamtumsatzanstieg in Höhe von 59 % und in der AG ein Anstieg in Höhe von 83 % erzielt werden.

Einzelabschluss

Ohne die Investitionen in den Kundenaufbau beim Smartbroker3 lag das operative EBITDA in der ersten Jahreshälfte 2021 bei TEUR 4.415 (Vorjahr TEUR 2.702) und damit über den Planungen. Grund hierfür war vor allem der anhaltende Aufschwung im Markt für IR-Werbung sowie neuer Kunden im Bereich Key Account. Das operative Ergebnis4 nach Kundenakquisekosten beim Smartbroker lag bei TEUR -3.501 (Vorjahreszeitraum TEUR -568). Die wallstreet:online AG hat im ersten Halbjahr 2021 noch einmal deutlich mehr in das Kundenwachstum für den Smartbroker investiert als ursprünglich geplant, wobei in diesem Zeitraum TEUR 7.916 in Kundenakquisekosten für den Smartbroker investiert wurden.

Konzern

Das operative Konzernergebnis (Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen, Steuern und Sondereffekten) lag im ersten Halbjahr 2021 mit TEUR 977 im Rahmen der Erwartungen. Vor Investitionen in den Smartbroker-Kundenaufbau lag das operative Ergebnis mit TEUR 8.893 ebenfalls im planmäßigen Rahmen.

Investitionstätigkeit

Einzelabschluss

Die getätigten Investitionen im Bereich der Sachanlagen betreffen im Speziellen Neuanschaffungen von Domains im Bereich.

Die Zugänge/Abgänge bei den Finanzanlagen betreffen im Wesentlichen die nachgelagerten Earnout-Zahlungen bezüglich der Anfang 2019 erworbenen ABC New Media AG.

Konzernabschluss

Neben den Investitionen im Einzelabschluss der wallstreet:online AG gab es noch wesentliche Anschaffungen im Bereich Hardware.

3 Investitionen in Leadeinkauf, Legitimationskosten

4 Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, vor Erträgen aus Beteiligungen, vor Kosten Kapitalerhöhung

Mitarbeiterentwicklung

Einzelabschluss

Zum 30.06.2021 betrug der Mitarbeiterbestand bei der wallstreet:online AG 50 Mitarbeiter einschließlich fünf Vorstände und fünf Studenten.

Anzahl Mitarbeiter:

31.03.2021 30.06.2021
46 50

Konzernabschluss

Im Konzern waren zum 30.06.2021 insgesamt durchschnittlich 118 Mitarbeiter beschäftigt.

3. Lage der Gesellschaft

Vermögenslage

Einzelabschluss

Zur Darstellung der Vermögenslage im Einzelnen verweisen wir auf die Bilanz und den Anlagenspiegel. Im Juni 2021 wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 19.128 beschlossen und durchgeführt. Die Bilanzsumme hat sich im ersten Halbjahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 14.653 auf TEUR 64.913 erhöht. Dies resultiert zum einen auf die Kapitalerhöhung und die Darlehensaufnahme gegenüber verbundene Unternehmen, zum anderen auf die Bezahlung des Kundenstammes der Volkswagen Bank GmbH und dem Jahresfehlbetrag in 2021, der die Kundengewinnungskosten für den Smartbroker beinhaltet.

Konzernabschluss

Zur Darstellung der Vermögenslage im Einzelnen verweisen wir auf die Bilanz und den Konzernanlagenspiegel. Die Bilanzsumme zum 30.06.2021 beträgt TEUR 65.926.

Finanzlage

Einzelabschluss

Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im ersten Halbjahr 2021 jederzeit gegeben. Zum 30. Juni 2021 wurde ein Cash-Bestand in Höhe von TEUR 21.552 (Vorjahr: TEUR 5.672) ausgewiesen. Zur Unterstützung der bereits vorhandenen Liquidität hat die wallstreet:online AG in 2021 eine Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 19.128 durchgeführt sowie zwei Darlehen gegenüber verbundene Unternehmen über TEUR 2.900 aufgenommen.

Die Liquiditätsplanung sieht für das Geschäftsjahr 2021 ebenfalls eine deutlich positive Entwicklung vor, sodass ausreichend Liquidität für die Aufstockung der Anteile an der wallstreet:online capital AG und der Finanzierung des Wachstums des Smartbrokers zur Verfügung steht.

Konzernabschluss

Die Zahlungsfähigkeit des Konzerns war im ersten Halbjahr 2021 jederzeit gegeben. Zum 30. Juni 2021 wurde ein Cash-Bestand in Höhe von TEUR 30.934 ausgewiesen.

Ertragslage

Einzelabschluss

Die Ertragslage im ersten Halbjahr 2021 spiegelt im Wesentlichen das positive Börsenumfeld sowie die Investitionen in das Projekt Smartbroker wider. Zur Ertragslage im Detail:

Die Umsätze insgesamt liegen mit TEUR 11.476 um TEUR 5.188 deutlich über dem Vorjahresniveau (30.06.2020: TEUR 6.288). Im Bereich Portalvermarktung konnten die Umsätze um 47 % gesteigert werden. Dazu beigetragen haben insbesondere der Bereich IR-Vermarktung, aber auch der Bereich Key Account.

In 2021 wurden keine neuen B2B-Media-Auträge akquiriert. Bereits bestehende Verträge wurden abgearbeitet. Die Umsätze konnten mit TEUR 193 auf Vorjahresniveau (TEUR 197) gehalten werden.

Im Bereich Projektgeschäft mit dem Smartbroker und mit dem in 2020 erworbenen Depotbestand der Volkswagen Bank GmbH wurden im ersten Halbjahr 2021 Umsätze in Höhe TEUR 2.510 generiert. Für das Projekt Smartbroker besteht eine Kooperationsvereinbarung mit der wallstreet:online capital AG, die eine Umsatzverteilung zwischen den Gesellschaften festlegt. Die wallstreet:online AG übernimmt im Rahmen dieser Vereinbarung wesentliche Produktentwicklungs- und Marketingkosten.

Der Materialaufwand bewegt sich mit TEUR 11.030 (Vorjahr TEUR 4.203) deutlich über Vorjahresniveau. Grund hierfür sind vor allem die Kundengewinnungskosten für den Smartbroker, aber auch Vertriebskosten.

Die Personalaufwendungen sind um 57 % auf TEUR 2.605 (Vorjahr TEUR 1.657) gestiegen. Dies resultiert zum einen aus der deutlichen Erhöhung der Anzahl der Mitarbeiter. Zum anderen sind aufgrund gestiegener Umsätze und Ergebnisse die variablen Vergütungen an Mitarbeiter und Vorstände deutlichgestiegen.

Die Abschreibungen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf TEUR 186 gestiegen (Vorjahr TEUR 16). Grund hierfür ist im Wesentlichen die Abschreibung des in 2020 aktivierten Volkswagen Bank GmbH-Depotbestands. Der Depotbestand wird über 15 Jahre abgeschrieben.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um TEUR 992 auf TEUR 2.003 gestiegen. Auslöser waren vor allem gestiegene Kosten Beratung in Zusammenhang mit dem Aufbau des Smartbrokers sowie Kosten für die Kapitalerhöhung.

Das Finanzergebnis weist einen Verlust von 99 TEUR aus. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Zinsen für Darlehen von Kreditinstituten und von verbundenen Unternehmen.

Die Gesellschaft schließt das erste Halbjahr 2021 mit einem Verlust in Höhe von TEUR 4.279 ab.

Konzernabschluss

Die Umsätze betragen im ersten Halbjahr 2021 TEUR 19.694 für den Gesamtkonzern. Circa drei Viertel des Umsatzes werden im Bereich Social & Media mit der Vermarktung der Portale erzielt. Circa ein Viertel der Umsätze entfallen zu etwa gleichen Anteilen auf den Bereich B2B-Media und den Bereich Projekte (betrifft das Projekt "Smartbroker" und "Volkswagen Bank GmbH-Kundenstamm").

Die Umsätze im Bereich Social & Media (Vermarktung der Portale) konnten gegenüber dem Vorjahreszeitraum konzernweit ein weiteres Mal deutlich ausgebaut werden. Mit dem Rückenwind vom Finanzmarkt und der Akquise neuer Kunden im Bereich Key Account sowie der Optimierung im Bereich Restplatzvermarktung sind die Umsätze weiter gestiegen.

Die Umsätze im Bereich Projektgeschäft mit dem Smartbroker und dem in 2020 neu erworbenen Volkswagen Bank GmbH Kundenstamm betragen insgesamt TEUR 2.510.

Der Materialaufwand beträgt TEUR 12.124 und ist mit TEUR 8.896 durch Investitionen in den Smartbroker geprägt.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter belief sich im ersten Halbjahr 2021 konzernweit auf 118 Mitarbeiter und hat Personalkosten in Höhe von TEUR 4.675 verursacht.

Die Abschreibungen belaufen sich auf insgesamt TEUR 1.311, wovon TEUR 635 Konsolidierungseffekte aus den planmäßigen Abschreibungen der erworbenen Firmenwerte, sowie Kundenlisten und Markenrechten der konsolidierten Tochtergesellschaften betreffen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen über TEUR 2.596 resultieren vor allem aus den Beratungskosten im Zusammenhang mit dem Projekt Smartbroker sowie den Kosten für die Kapitalerhöhung der wallstreet:online AG.

Das Finanzergebnis weist einen Aufwand in Höhe von TEUR 224 aus. Die Effekte aus der At Equity- Konsolidierung der Minderheitsbeteiligungen an der wallstreet:online capital AG und der GF Global Funds SICAF betragen TEUR -155.

Der Konzern schließt das erste Halbjahr 2021 mit TEUR -1.146 ab. Darin enthalten sind Kundenakquisationskosten für den Smartbroker in Höhe von TEUR 7.916.

Gesamtaussage

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns hat sich im ersten Halbjahr 2021 in Folge des guten Marktumfelds, der starken Marktpositionen der operativen Assets der Gruppe sowie den angebotenen innovativen Produkten und Dienstleistungen sehr positiv entwickelt. Die Prognose des Vorjahres wurde somit erreicht.

Der konzernweite Umsatz der Gruppe lag bei TEUR 19.694. Insgesamt schließt der Konzern mit einem Ergebnis von TEUR -1.146. Der Konzern-Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich auf TEUR 56. Die Nettofinanzmittel zum 30.06.2021 betrugen TEUR 24.367, die verfügbare Liquidität, einschließlich nicht in Anspruch genommener Kreditlinien, lag bei TEUR 32.934.

4. Organisation und Risikomanagement

Vorstand

Zum Vorstand der Gesellschaft bestellt waren:

Herr Matthias Hach (Sprecher des Vorstands), Bankkaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. März 2021.

Herr Roland Nicklaus, Diplom-Betriebswirt (BA), Mitglied des Vorstands seit 1. April 2021. Herr Nicklaus ist zudem im Aufsichtsrat der wallstreet:online capital AG, Berlin, tätig.

Herr Stefan Zmojda, Diplom-Kaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. Januar 2016. Herr Zmojda ist zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG, Berlin, tätig.

Herr Michael Bulgrin, Diplom-Kaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. November 2017. Herr Bulgrin ist zudem im Aufsichtsrat der ARIVA.DE AG, Kiel, tätig.

Herr Oliver Haugk, Diplom-Kaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. November 2017. Herr Haugk ist zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG, Berlin, tätig.

Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrats waren:

Herr André Kolbinger, Kaufmann, Mitglied des Aufsichtsrats seit 22. August 2017 Aufsichtsratsvorsitzender). Herr Kolbinger ist zudem im Aufsichtsrat der ARIVA.DE AG und der crumbl AG tätig.

Herr René Krüger, Bankkaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 9. September 2010. Herr Krüger ist zudem im Aufsichtsrat der wallstreet:online capital AG, Berlin tätig.

Herr Marcus Seidel, Kaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 20. August 2020.

Risikomanagement

Da sich das Unternehmen in einem volatilen Marktumfeld bewegt, wird besonderer Wert auf ein praktikables und umsetzungsfähiges Risikomanagementsystem gelegt. Der Vorstand ist sich dieser Aufgabe bewusst. Das bei der Gesellschaft implementierte Risikomanagementsystem ist darauf aufgebaut, aktuelle Entwicklungen in allen Bereichen der Gesellschaft mit den Planungen zu vergleichen und zu analysieren. Bei der Abweichung von den Planzahlen im negativen Sinne wird ein Plan zur zügigen Umsetzung von Gegenmaßnahmen entwickelt.

Der Vorstand informiert sich in monatlichen Abständen über die Ertrags- und Liquiditätssituation der Gesellschaft und laufend zur allgemeinen Geschäftslage. Die Steuerung der Gesellschaft ist darauf ausgerichtet, Wachstum und Wertsteigerung mit vertretbaren Risiken zu erzielen.

Der Aufsichtsrat wird in seinen Sitzungen regelmäßig zu bestehenden Risiken und Gegenmaßnahmen informiert und erhält einen detaillierten Überblick zur finanziellen Entwicklung der Gesellschaft und anderen wichtigen Kennzahlen. Dies sind insbesondere folgende Kennzahlen:

  • Umsatz
  • Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
  • Liquiditätssituation des Konzerns
  • Bruttomarge bei bestimmten Produkten, insbesondere beim Smartbroker

Hierzu lässt er sich regelmäßig informieren, auf Einzelabschlussbasis als auch auf Konzernbasis. Zudem sind dies wichtige Kennzahlen in der Kapitalmarktkommunikation.

Der Beteiligungsgesellschaft wallstreet:online capital AG wurde von der BaFin mit Datum vom 20. April 2001 und 30. November 2005 die Erlaubnis zur Anlagevermittlung, Abschlussvermittlung und Anlageberatung (ungenutzt) erteilt. Aufgrund ihrer Tätigkeit als Wertpapierdienstleistungsunternehmen ist die wallstreet:online capital AG zusätzlichen Risiken ausgesetzt und unterliegt daher weitreichenden Anforderungen an die Einhaltung der Art und des Umfangs ihrer Geschäftstätigkeit; ihrer Organisation (einschließlich Compliance, Interner Revision, Risiko-, Beschwerde- und Interessenkonfliktmanagement, Vergütung u.a.); dem Anlegerschutz; den Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten; dem Verdachtsfallmanagement; den Berichterstattungspflichten; u. a. m. Der ordnungsgemäße Betrieb des Wertpapierdienstleistungsgeschäfts innerhalb dieser gesetzlichen Vorschriften und Richtlinien bzw. Verordnungen der Aufsichtsbehörden ist nach § 89 Wertpapierhandelsgesetz jährlich zu prüfen. Die Prüfung für das Jahr 2020 hat bestätigt, dass die Gesellschaft die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, wie in den Vorjahren auch.

5. Forschung und Entwicklung

Die wallstreet:online AG ist bestrebt, ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot permanent weiterzuentwickeln, effizient zu gestalten sowie sinnvolle und ergänzende Nutzer- und Kundenwünsche schnell und sachgerecht umzusetzen. Forschungsarbeiten im grundlegenden Sinne werden nicht durchgeführt.

6. Risiken und Chancen der zukünftigen Entwicklung

Betriebsrisiken bestehen im Zusammenhang mit dem laufenden Betrieb der eigenen Portale und Netzwerke sowie der Kundenportale (B2B-Media-Kunden). Unterbrechungen im Betrieb dieser Dienstleistungen oder der Informationsversorgung können zu Einnahmeausfällen und Kundenverlusten führen.

Wirtschaftliche Rezessionstendenzen und staatliche Eingriffe könnten dazu führen, dass das Interesse an Börseninformationen bei den Nutzern nachlässt und der Werbeumsatz zurückgeht. Sollte eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfeldes eintreten, würde das Risiko bestehen, dass Kunden ihre Werbeinvestitionen stark einschränken.

Beim Smartbroker könnte ein nachhaltig negatives Börsenumfeld zu einer Abschwächung des Kundeninteresses an Brokerage-Produkten und/ oder zu einer Reduzierung der Handelsaktivitäten führen. Dies könnte sich wesentlich negativ auf die Umsatzerlöse des Projekts "Smartbroker" sowie des Bereichs "Transaction" auswirken. Markteintritte von weiteren Anbietern könnten das bereits intensive Wettbewerbsumfeld weiter erschweren. Spitzen bei Handelsaktivitäten, wie z.B. im März/ April 2020 (Covid-Marktcrash) oder im Februar 2021 (sehr starke Aktivität in sehr wenigen "Meme Stock"-Werten wie z.B. GameStop) könnten zu zeitweisen Ausfällen von Handelssystemen führen und Reputations- und/ oder finanzielle Schäden nach sich ziehen. Bisher hatte die Gruppe derartige Ausfälle nicht zu verzeichnen.

Durch eine effiziente Kostenstruktur ist die wallstreet:online AG schlank aufgestellt und kann auf Marktveränderungen schnell reagieren. Die Fokussierung auf das Kerngeschäft und die kostengünstige Positionierung verhelfen der wallstreet:online AG zu einer guten Positionierung im wettbewerblichen Umfeld. Durch den Aufbau unserer eigenen Infrastruktur ist geplant, den Smartbroker in Zukunft unabhängiger von der Leistungsbereitschaft von Outsourcing-Partnern und Vorlieferanten zu machen.

Chancen der zukünftigen Unternehmensentwicklung liegen im Bereich Social & Media im weiteren Ausbau der Reichweite der Portale durch technische Neuerungen und Überarbeitungen des Produktangebots. So sind für 2021 Relaunches unter anderem der App der wallstreet:online, der App der ARIVA.DE und eine erheblich Erweiterung der Inhalte der App der FinanzNachrichten.de (Daten) geplant. Außerdem soll die Community der wallstreet:online.de überarbeitet werden. Es ist davon auszugehen, dass die aus diesen Neuerungen erwartete Reichweitenstärkung kommerzialisiert werden kann und somit zu weiteren Umsatzsteigerungen führen wird. Außerdem wird an der Einführung neuer Werbeformate gearbeitet, u.a. einer engeren Verknüpfung von Vermarktungsmöglichkeiten zwischen den Portalen des Bereichs Social & Media, und dem Smartbroker.

Im Bereich B2B-Media soll die enge Zusammenarbeit mit langjährigen Kunden, die oftmals auf Basis mehrjähriger Verträge beruht, weiter ausgebaut werden.

Als Fullservice-Broker mit der günstigen Gebührenstruktur eines Neobrokers hat der Smartbroker eine sehr starke Stellung im deutschen Brokerage-Markt, in dem zum 30.06.2021 mehr als 25 Millionen Depots unterhalten wurden. Mit mehr als 140.000 Depots kam der Smartbroker somit auf einen Marktanteil von ungefähr 0,6 %. Wir rechnen auf mittlere Sicht aufgrund unserer bisherigen Erfahrung und des starken Preis-Leistungs-Verhältnisses des Smartbrokers mit einer wesentlichen Erhöhung des Marktanteils.

Insgesamt sind weder für die Einzelgesellschaft noch für den Konzern bestandsgefährdende Risiken noch Liquiditätsrisiken mit Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus heutiger Sicht erkennbar.

7. Prognosebericht

Einzelabschluss

Das operative Ergebnis5 im ersten Halbjahr 2021 lag bei TEUR -3.501 um TEUR 1.200 unter den Erwartungen. Die Planunterschreitung ist der Tatsache geschuldet, dass die wallstreet:online AG mehr in das Kundenwachstum für den Smartbroker investiert hat als geplant. Rechnet man die Investitionen in den Smartbroker6 heraus, lag das operative EBITDA ohne Investitionen in den Smartbroker (Bereich Social & Media) bei TEUR 4.415.

Ein positives Börsenumfeld vorausgesetzt, sollte sich der Bereich Social & Media in 2021 auf dem Niveau des Vorjahres entwickeln. Die Gewinne aus dem Bereich Social & Media werden reinvestiert in den Auf- bzw. Ausbau des Smartbrokers zur Verbesserung des Produktes und Forcierung des Kundenwachstums. Für das Jahr 2021 rechnet die wallstreet:online AG mit erheblichen Anlaufinvestitionen für dieses Projekt.

Konzern

Das operative Konzernergebnis (Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen, Steuern und Sondereffekten) lag im ersten Halbjahr 2021 mit TEUR 977 und damit im Rahmen der Planungen.

Ein stetiges Börsenumfeld vorausgesetzt, sollte das Marktumfeld für den Bereich Social & Media im Jahr 2021 unverändert bleiben und so zu einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung der wallstreet:online AG beitragen. In diesem Bereich liegt der Fokus weiterhin auf dem Ausbau der Key-Account-Vermarktung, der Optimierung der agenturseitigen Vermarktung, der weiteren Spezialisierung des Real-Time-Bidding-Geschäfts, sowie dem Ausbau des IR-Geschäftes. Für die Bereiche B2B-Media und Transaction wird mit moderatem Wachstum geplant.

Der Smartbroker konnte im ersten Halbjahr 2021 mehr als 70.000 Neukunden gewinnen und damit annähernd so viele Kunden wie im Geschäftsjahr 2020 insgesamt. Per 30.06.2021 lag die Smartbroker-Kundenzahl bei mehr als 140.000. Einschließlich des Bereichs Classic Transaction, verwaltet die Gesellschaft mehr als 190.000 Depots. Für das Ende des Jahres sind mindestens 200.000 Smartbroker- und insgesamt mehr als 240.000 Kunden geplant. Weitere wesentliche

5 Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, vor Erträgen aus Beteiligungen, vor Kosten Kapitalerhöhung

6 Investitionen in Leadeinkauf, Legitimationskosten und Entwicklungskosten

Steigerung ist auch beim verwalteten Depotbestand beabsichtigt. Die Entwicklung des durchschnittlichen Depotvolumens und der Handelsaktivität der Smartbroker-Kunden liegen deutlich über den ursprünglichen Planungen des Managements. Die Planzahlen berücksichtigen bereits die Annahme, dass sich die Gewinnung von neuen Kunden und höheren AUMs im Zuge der Lockerungen der Corona-Ausgangsbeschränkungen zeitweise abschwächt.

Trotz der Corona-Krise verzeichnet die wallstreet:online AG beständige Auftragseingänge und hohe Kundenaktivität. Die Zahlungsmoral der Kunden ist weiterhin positiv.

Mit den am 23. April 2021 angekündigten Anteilserwerben und andauernden Erwerbsvorgängen des Jahres 2020 hat die wallstreet:online AG nach erfolgreicher Durchführung des laufenden Inhaberkontrollverfahrens die Schwelle von 95 % an Anteilen der wallstreet:online capital AG überschritten. Für das Geschäftsjahr 2021 plant die wallstreet:online AG daher mit einem Konzernumsatz im Bereich von ca. 45 bis 50 Mio. EUR und einem konsolidierten operativen EBITDA in Höhe von 4 bis 6 Mio. EUR. Der Aufwand für die Neukundengewinnung für den Smartbroker wird im Geschäftsjahr 2021 mit ca. 12,5 Mio. EUR eingeplant. In dieser Planung sind Umsatz und Ergebnis der wallstreet:online capital AG bereits auf konsolidierter Basis und proforma für zwölf Monate enthalten, wohingegen die wirkliche Konsolidierung erst ab dem Zeitpunkt stattfinden wird, ab dem die Kontrolle gegeben ist, also ab 01.07.2021.

8. Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht

Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 AktG

Gemäß § 312 AktG haben wir einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der mit der folgenden Erklärung gemäß § 312 Abs. 3 AktG abschließt:

"Über die [im Abhängigkeitsbericht] genannten Sachverhalte hinaus, sind keine Rechtsgeschäfte durchgeführt worden oder Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden oder damit verbundenen Unternehmen getroffen oder unterlassen worden.

Die wallstreet:online AG hat nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt worden."

Berlin, 13. September 2021

Der Vorstand der wallstreet:online AG

Matthias Hach

Roland Nicklaus

Oliver Haugk

Stefan Zmojda

Michael Bulgrin

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