Audit Report / Information • Jun 10, 2021
Audit Report / Information
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Testatsexemplar Jahresabschluss und zusammengefasster Lagebericht der Gesellschaft und des Konzerns 31. Dezember 2020
Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Rechnungslegung
Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt
Allgemeine Auftragsbedingungen
Den nachfolgenden Bestätigungsvermerk haben wir, unter Beachtung der gesetzlichen und berufsständischen Bestimmungen, nach Maßgabe der in der Anlage "Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt" beschriebenen Bedingungen erteilt.
Falls das vorliegende Dokument in elektronischer Fassung für Zwecke der Offenlegung im elektronischen Bundesanzeiger verwendet wird, sind für diesen Zweck daraus nur die Dateien zur Rechnungslegung und im Falle gesetzlicher Prüfungspflicht der Bestätigungsvermerk resp. die diesbezüglich erteilte Bescheinigung bestimmt.
An die wallstreet:online AG
Wir haben den Jahresabschluss der wallstreet:online AG, Berlin, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der wallstreet:online AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst wurde, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im
Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Ausführungen im "Abschnitt 1. Grundlagen des Konzerns, Geschäftsmodell" im Lagebericht zur Nutzung der Portale der wallstreet:online AG und zu Bildungsstand und Einkommenssituation der Nutzer, im "Abschnitt 2. Geschäfts- und Rahmenbedingungen, Online-Brokerage, Wichtige Akteure in Deutschland" im Lagebericht zur Kunden- und Depotvermögensstruktur zwischen unterschiedlichen Brokertypen sowie im "Abschnitt 6. Risiken und Chancen der zukünftigen Entwicklung" im Lagebericht zum durch die Gesellschaft ermittelten Marktanteils des Produkts Smartbroker.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;
• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, 9. Juni 2021
Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Dr. Röders Behrendt
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020
....................................................................................................................................................................................................
&
Lagebericht wallstreet:online AG Seydelstraße 18 10117 Berlin
| AKTIVA | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | 36.071.918,62 | 28.265.503,87 |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände |
5.126.329,05 | 213.704,81 |
| 1. Entgeltlich erworbene Lizenzen, Software | ||
| und ähnliche Rechte und Werte | 5.126.329,05 | 213.704,81 |
| II. Sachanlagen |
36.216,01 | 29.803,16 |
| 1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 36.216,01 | 29.803,16 |
| III. Finanzanlagen | 30.909.373,56 | 28.021.995,90 |
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 22.677.976,45 | 22.576.781,92 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 220.219,02 | 327.375,00 |
| 3. Beteiligungen | 5.067.535,03 | 4.785.359,50 |
| 4. Wertpapiere des Anlagevermögens | 2.606.229,78 | 0,00 |
| 5. Sonstige Ausleihungen | 337.413,28 | 332.479,48 |
| B. Umlaufvermögen | 13.981.194,89 | 7.673.152,84 |
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände |
8.309.247,94 | 3.174.809,94 |
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.115.178,28 | 533.225,71 |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 2.497.716,89 | 545.233,75 |
| 3. Forderungen gegen Gesellschafter | 0,00 | 1.003.085,23 |
| 4. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen | ||
| ein Beteiligungsverhältnis besteht | 1.532.971,47 | 144.243,60 |
| 5. Sonstige Vermögensgegenstände | 3.163.381,30 | 949.021,65 |
| II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten |
5.671.946,95 | 4.498.342,90 |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 207.358,05 | 81.926,18 |
| Summe der Aktiva | 50.260.471,56 | 36.020.582,89 |
| PASSIVA | ||
| A. Eigenkapital | 30.506.642,97 | 27.145.619,10 |
| I. Gezeichnetes Kapital |
14.382.144,00 | 1.797.768,00 |
| II. Kapitalrücklage |
10.863.355,01 | 23.447.731,01 |
| III. Bilanzgewinn | 5.261.143,96 | 1.900.120,09 |
| B. Rückstellungen | 1.601.005,29 | 1.212.865,45 |
| 1. Steuerrückstellungen | 558.752,21 | 779.803,41 |
| 2. Sonstige Rückstellungen | 1.042.253,08 | 433.062,04 |
| C. Verbindlichkeiten | 17.598.315,09 | 7.228.960,87 |
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 6.427.830,00 | 0,00 |
| 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 10.000,00 | 13.545,00 |
| 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.317.828,24 | 181.989,26 |
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 3.672.576,57 | 1.935.320,40 |
| 5. Sonstige Verbindlichkeiten | 6.170.080,28 | 5.098.106,21 |
| D. Rechnungsabgrenzungsposten | 554.508,21 | 433.137,47 |
| Summe der Passiva | 50.260.471,56 | 36.020.582,89 |
| GEWINN- | UND VERLUSTRECHNUNG | VOM 01.01.2020 | BIS 31.12.2020 | |
|---|---|---|---|---|
| --------- | --------------------- | ---------------- | -- | ---------------- |
| 2020 | 2019 | |
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 13.739.197,07 | 8.550.272,58 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 226.173,99 | 159.482,33 |
| 3. Materialaufwand Aufwendungen für bezogene Leistungen |
-9.972.734,02 | -1.365.583,81 |
| Rohergebnis | 3.992.637,04 | 7.344.171,10 |
| 4. Personalaufwand | -3.717.298,24 | -2.407.218,67 |
| a) Löhne und Gehälter b) Soziale Abgaben |
-3.339.448,00 -377.850,24 |
-2.159.621,37 -247.597,30 |
| 5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen |
-109.487,03 | -15.671,31 |
| 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen | -1.401.419,28 | -1.233.379,82 |
| Betriebsergebnis | -1.235.567,51 | 3.687.901,30 |
| 7. Erträge aus Beteiligungen | 5.408.770,53 | 563.619,96 |
| 8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 44.933,80 | 21.451,71 |
| 9. Abschreibungen auf Finanzanlagen | -272.155,98 | -1.200.000,00 |
| 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -215.294,50 | -50.087,72 |
| Finanzergebnis | 4.966.253,85 | -665.016,05 |
| 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -369.662,47 | -1.122.765,16 |
| 12. Jahresergebnis | 3.361.023,87 | 1.900.120,09 |
| 13. Gewinnvortrag | 1.900.120,09 | 0,00 |
| 14. Bilanzgewinn | 5.261.143,96 | 1.900.120,09 |
Die wallstreet:online AG, Berlin, hat ihren Geschäftssitz in der Seydelstraße 18 in 10117 Berlin und ist im Handelsregister von Berlin-Charlottenburg unter HRB 96260 B eingetragen.
Der Jahresabschluss der wallstreet:online AG wird nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften und den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden folgen der Bilanzierungsstetigkeit gemäß den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.
Die Ausweis- und Bewertungsmethoden wurden unverändert zum Vorjahr angewandt. Die wallstreet:online AG ist eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB und nimmt größenabhängige Aufstellungserleichterungen teilweise in Anspruch. Die bei den einzelnen Posten des Jahresabschlusses angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden wie folgt erläutert:
Entgeltlich von Dritten erworbene abnutzbare immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über den Zeitraum der Nutzung planmäßig bzw. bei dauernder Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben.
Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, solche mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ermittelt. Für Zugänge an beweglichen Anlagegütern wird im Zugangsjahr eine Abschreibung pro rata temporis vorgenommen. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 150,00 bis EUR 1.000,00 wurde vor 2020 das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird pauschalierend jeweils mit 20 % p.a. im Zugangsjahr und in den vier darauf folgenden Jahren abgeschrieben.
Innerhalb der Finanzanlagen werden die Anteilsrechte und Wertpapiere zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt.
Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände werden bei Beachtung des Niederstwertprinzipes mit dem Nennwert bzw. mit dem Börsen- oder Marktpreis angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden zum Stichtag mit dem Devisenkassamittelkurs in Euro umgerechnet.
Die flüssigen Mittel sind zum Nominalwert bilanziert.
Das gezeichnete Kapital innerhalb des Eigenkapitals ist mit dem Nennbetrag bewertet.
Die Rückstellungen werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle zum Bilanzstichtag bekannten Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken.
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Die Entwicklung des Anlagevermögens im Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2020 ist im Anlagenspiegel dargestellt, der als Anlage zu diesem Anhang beigefügt ist.
Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten Lizenzen, Webseiten-Funktionserweiterungen (Tools) sowie Software. Die Abschreibungen darauf erfolgen linear über Nutzungsdauern zwischen 2 und 15 Jahren. Erworbene Domainnamen werden nicht planmäßig abgeschrieben, weil in Anwendung der steuerlichen Betrachtung der Domainname grundsätzlich eine zeitlich unbeschränkte Nutzungsmöglichkeit und daraus resultierende wirtschaftliche Vorteile bietet.
Des Weiteren wird unter den immateriellen Vermögensgegenständen ist der Kundenstamm der Wertpapierbestandskunden der Volkswagen Bank GmbH (kurz VW-Kundenstamm) ausgewiesen. Im Wege der Ermächtigungstreuhand wird die assoziierte Beteiligung wallstreet:online capital AG dazu ermächtigt, über das Treuhandvermögen im eigenen Namen im Rahmen der vertraglichen Vereinbarung zu verfügen, wobei die rechtliche Verfügungsgewalt der wallstreet:online AG weiterhin besteht. Der Kundenstamm wird über eine voraussichtliche Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben.
Die Zugänge bei den Sachanlagen betreffen überwiegend Neuanschaffungen im Bereich Hardware und Büroausstattung. Die Abschreibungsdauern für die neu angeschafften Anlagengüter betragen zwischen 3 und 5 Jahre.
• Nachgelagerte Earnout-Zahlungen bezüglich der Anfang 2019 erworbenen ABC New Media AG, Zürich, Schweiz
• Zu Anlagezwecken wurde in kurzfristig veräußerbare Aktienfonds investiert
Zum 31. Dezember 2020 wurde aus Vorsichtsgründen das Darlehen an die Mint Asset GmbH um TEUR 122 abgewertet. Grund hierfür ist der aktuell fehlende Markt für Zeichnung und Vermarktung digitaler Assets (STOs).
Zum 31. Dezember 2020 wurde aus Vorsichtsgründen die Beteiligung an der crumbl AG um TEUR 150 abgewertet. Aufgrund der geringen Nachfrage der Marktteilnehmer, insbesondere potenzieller Kunden, wurde die technische Plattform nicht über den Status des MVP hinaus entwickelt. Eine Weiterentwicklung ist, ohne eine Änderung der Marktsituation nicht geplant. Daher werten wir die Beteiligung auf den Bankbestand zum 31.12.2020 ab.
Die Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. In den ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Einzelwertberichtigungen in angemessener Höhe berücksichtigt. Die Bildung einer Pauschalwertberichtigung zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos ist nicht notwendig.
In den sonstigen Vermögensgegenständen sind im Wesentlichen Forderungen aus Kaufpreishinterlegungen für den Erwerb weiterer Anteile an potentiellen Tochtergesellschaften enthalten (TEUR 369), Forderungen aus Darlehen (TEUR 500) sowie Forderungen aus ausstehenden Zahlungen für den Verkauf von Beteiligungen (TEUR 1.297). Des Weiteren enthalten die sonstigen Vermögensgegenstände Forderungen aus Kautionen (TEUR 21), welche eine Restlaufzeit von über einem Jahr haben sowie Forderungen gegenüber dem Finanzamt enthalten (TEUR 966).
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen vor allem eine Forderung im Zusammenhang mit dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Markets Inside Media GmbH (TEUR 2.400) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 97)
Unter den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind insbesondere Forderungen aus der Kooperationsvereinbarung mit der wallstreet:online capital AG bezüglich des gemeinsamen Projekts Smartbroker ausgewiesen.
Das gezeichnete Kapital in Höhe von EUR 14.382.144 ist eingeteilt in 14.382.144 auf den Inhaber lautenden Aktien ohne Nennwert mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00. Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 20.08.2020 wurde ein Aktiensplitt von 1 zu 8 beschlossen.
| gez. Kapital | Kapitalrücklage | Bilanzvortrag | Eigenkapital | |
|---|---|---|---|---|
| in TEUR | in TEUR | in TEUR | in TEUR | |
| Stand 1.1.2020 | 1.798 | 23.448 | 1.900 | 27.146 |
| Kapitalerhöhung | 12.584 | -12.584 | 0 | 0 |
| aus Gesellschafts |
||||
| mitteln | ||||
| Ergebnis 2020 | 0 | 0 | 3.361 | 3.361 |
| Stand 31.12.2020 | 14.382 | 10.864 | -5.261 | 30.507 |
Die Entwicklung des Eigenkapitals zum 31. Dezember 2020 stellt sich wie folgt dar:
Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen ausstehende Rechnungen TEUR 310 (Vorjahr: TEUR 7), Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten TEUR 54 (Vorjahr: TEUR 42), Rückstellungen für Berufsgenossenschaft TEUR 3 (Vorjahr: TEUR 4), Rückstellungen für Aufsichtsratsvergütung TEUR 103 (Vorjahr: TEUR 70) sowie Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern TEUR 572 (Vorjahr: TEUR 308).
Die Fälligkeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
| Verbindlichkeiten | bis 1 Jahr | mehr als 1 Jahr | mehr als 5 |
|---|---|---|---|
| Jahre | |||
| gegenüber Kreditinstituten | TEUR 1.466 | TEUR 4.962 | TEUR 0 |
| (Vorjahr) | (TEUR 0) | (TEUR 0) | (TEUR 0) |
| erhaltene Anzahlungen | TEUR 10 | TEUR 0 | TEUR 0 |
| (Vorjahr) | (TEUR 13) | (TEUR 0) | (TEUR 0) |
| aus Lieferungen und Leistun | TEUR 1.318 | TEUR 0 | TEUR 0 |
| gen | |||
| (Vorjahr) | (TEUR 1.318) | (TEUR 0) | (TEUR 0) |
| gegenüber verbundenen Un | TEUR 3.673 | TEUR 0 | TEUR 0 |
| ternehmen | |||
| (Vorjahr) | (TEUR 1.669) | (TEUR 2.004) | (TEUR 0) |
| sonstige | TEUR 4.670 | TEUR 1.500 | TEUR 0 |
| (Vorjahr) | (TEUR 2.645) | (TEUR 2.025) | (TEUR 0) |
Sicherheiten wurden nicht gestellt. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 154 (Vorjahr: TEUR 69 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 3.518 (Vorjahr: TEUR 2.004) aus Darlehen.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind insbesondere Kaufpreisverpflichtungen aus dem Erwerb des Kundenstamms von der Volkswagen Bank GmbH und aus dem Kauf der Beteiligung an der ABC New Media AG sowie Verpflichtungen aus Steuern (TEUR 92; Vorjahr: TEUR 104) ausgewiesen.
Die Umsatzerlöse werden sowohl im Inland als auch im Ausland erzielt. Die Umsätze mit im Ausland ansässigen Kunden werden üblicherweise in Euro abgerechnet. Diese betragen TEUR 8.297 (Vorjahr TEUR 5.871).
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Konzernverrechnungen in Höhe von TEUR 195 (Vorjahr TEUR 138). Des Weiteren sind enthalten Erstattungen von Krankenkassen (TEUR 17) und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 7).
Die Abschreibungen enthalten Abschreibungen auf den in 2020 erworbenen Kundenstamm der Volkswagen Bank GmbH in Höhe von TEUR 83.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten neben den üblichen allgemeinen Verwaltungskosten wie Miete, Versicherungen etc. insbesondere Kosten für Beratung (TEUR 394, Vorjahr TEUR 492), Kosten für Börsennotierung (TEUR 110; Vorjahr TEUR 107), Kosten Hauptversammlung (TEUR 36; Vorjahr TEUR 24), Kosten für Rechtsberatung (TEUR 307, Vorjahr TEUR 142), Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 83; Vorjahr TEUR 44) und Aufsichtsratsvergütung (TEUR 102; Vorjahr TEUR 70).
Unter den Abschreibungen auf Finanzanlagen sind Abschreibungen auf die Anteile an der crumbl AG in Höhe von TEUR 150 sowie Abschreibungen auf ein Darlehen an der Mint Asset GmbH in Höhe von TEUR 122 enthalten.
Innerhalb der Erträge aus Beteiligungen sind Erträge aus der Gewinnabführung gemäß Ergebnisabführungsvertrag mit der Markets Inside Media GmbH ausgewiesen sowie der Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf an der Trade Republic Bank GmbH.
Es bestanden zum Bilanzstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mietverträgen für das Jahr 2021 in Höhe von TEUR 154 und für die Jahre 2022 bis 2025 von insgesamt TEUR 521. Zudem hat die wallstreet:online AG Kaufpreisverpflichtungen aus dem Erwerb beziehungsweise aus der Ziehung einer Kaufoption bezüglich des Kaufs weiterer Anteile an der wallstreet:online capital AG, die in 2021 eintreten wird. Hieraus resultieren sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 9.775.
Die Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter betrug im Jahr 2020 durchschnittlich 37 Mitarbeiter einschließlich dreier Vorstände (Vorjahr 25).
Im Berichtsjahr gab es keine Geschäfte mit nahe stehenden Personen zu marktunüblichen Konditionen.
Im Jahr 2019 schloss die wallstreet:online AG einen Beratungsvertrag mit ihrem Aufsichtsrat Herrn René Krüger. Der mit Herrn Krüger vereinbarte Vertrag ist marktüblich.
In Zusammenhang mit Kauf eines Kundenstamms sowie der Aufnahme von Fremdkapital wurde mit dem Aufsichtsrat Herrn Roland Nicklaus ein Beratungsvertrag über die wirtschaftliche und finanziellen Prüfung sowie die Verhandlung dieser Transaktionen geschlossen. Der mit Herrn Nicklaus vereinbarte Vertrag ist marktüblich.
Die wallstreet:online AG hat mit ihren Tochterunternehmen Markets Inside Media GmbH, Leipzig, Ariva.de AG, Kiel, und der ABC New Media AG, Zürich, Schweiz, die Vermarktung von Werbung auf den zu den Töchtern gehörenden Medien vertraglich vereinbart. Die Vergütung an die wallstreet:online AG ist jeweils marktüblich.
Im Rahmen der Treuhandvereinbarung mit der wallstreet:online capital AG bezüglich des Erwerbs des VW-Kundenstamms erhält die wallstreet:online AG in 2020 einen Umsatzanteil in Höhe von 70% der Einnahmen, die mit diesem Kundenstamm erzielt werden. Im Rahmen des Kooperationsvertrages mit der wallstreet:online capital AG bezüglich den Projektes Smartbroker erhält die wallstreet:online AG einen Umsatzanteil in Höhe von 70% der Einnahmen in 2020, die mit den Smartbrokerkunden erzielt werden. Die wallstreet:online AG trägt die Kosten für Marketing, Postident zur Legitimatisierung der neuen Kunden, Entwicklung eines eigenen Internetauftritts sowie die Kosten für angemietete Büroräume.
Herr Stefan Zmojda, Bankkaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. Januar 2016. Herr Zmojda ist zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG tätig.
Herr Michael Bulgrin, Diplom-Kaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. November 2017. Herr Bulgrin ist zudem im Aufsichtsrat der Ariva.de AG tätig.
Herr Oliver Haugk, Diplom-Kaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. November 2017. Herr Haugk ist zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG tätig.
Herr Matthias Hach, Bankkaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. März 2021.
Herr Roland Nicklaus, Diplom-Betriebswirt (BA), seit 1. April 2021. Herr Nicklaus ist zudem im Aufsichtsrat der Lamda Hellix Data Centres S.A., Griechenland, und der wallstreet:online capital AG, Berlin, tätig.
Herr André Kolbinger, Kaufmann, Mitglied des Aufsichtsrats seit 22. August 2017 (Aufsichtsratsvorsitzender). Herr Kolbinger ist zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG, Berlin, und der Ariva.de AG, Kiel, tätig.
Herr Roland Nicklaus, Diplom-Betriebswirt (BA), Aufsichtsratsmitglied bis 31. März 2021. Herr Nicklaus ist zudem im Aufsichtsrat der Lamda Hellix Data Centres S.A., Griechenland, und der wallstreet:online capital AG, Berlin, tätig. Herr Nicklaus ist zum 1. April 2021 in den Vorstand gewechselt und aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.
Herr René Krüger, Bank-Kaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 9. September 2010. Zudem ist Herr Krüger im Aufsichtsrat der wallstreet:online capital AG tätig.
Herr Marcus Seidel, Kaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 20. August 2020.
Die wallstreet:online AG stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis auf.
Der Vorstand schlägt in Übereinstimmung mit dem Aufsichtsrat vor, den Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 5.261 wie folgt zu verwenden:
Die wallstreet:online AG hat im April 2020 die Kaufoption auf den Erwerb weiterer Anteile (29,9 %) an der wallstreet:online capital AG gezogen. Der Anteilskauf unterliegt der Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die für 2021 erwartet wird. Zudem hat die wallstreet:online AG im April 2021 noch weitere Anteile (22,5 %) an der wallstreet:online capital AG von Kleinaktionären gekauft.
Berlin, 9. Juni 2021
Der Vorstand der wallstreet:online AG
Stefan Zmojda Michael Bulgrin
Oliver Haugk Matthias Hach
Roland Nicklaus
| historische Anschaffungs- und Herstellungskosten | kumulierte Abschreibungen | Buchwerte | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2020 Euro |
Zugänge Euro |
Abgänge Euro |
31.12.2020 Euro |
01.01.2020 Euro |
Zugänge Euro |
Abgänge Euro |
31.12.2020 Euro |
31.12.2020 Euro |
31.12.2019 Euro |
||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||||||||
| 1. Selbst geschaffene gewerbliche | |||||||||||
| Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 907.200,03 | 0,00 | 0,00 | 907.200,03 | 907.200,03 | 0,00 | 0,00 | 907.200,03 | 0,00 | 0,00 | |
| 2. Entgeltlich erworbene Software, Lizenzen | |||||||||||
| und ähnliche Rechte und Werte | 492.004,70 | 5.001.230,05 | 0,00 | 5.493.234,75 | 278.299,89 | 88.605,81 | 0,00 | 366.905,70 | 5.126.329,05 | 213.704,81 | |
| 1.399.204,73 | 5.001.230,05 | 0,00 | 6.400.434,78 | 1.185.499,92 | 88.605,81 | 0,00 1.274.105,73 | 5.126.329,05 | 213.704,81 | |||
| II. Sachanlagen | |||||||||||
| 1. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 145.851,93 | 28.070,08 | 847,23 | 173.074,78 | 116.048,77 | 20.881,22 | 71,22 | 136.858,77 | 36.216,01 | 29.803,16 | |
| 145.851,93 | 28.070,08 | 847,23 | 173.074,78 | 116.048,77 | 20.881,22 | 71,22 | 136.858,77 | 36.216,01 | 29.803,16 | ||
| III. Finanzanlagen | |||||||||||
| 1. Anteile an verbundenden Unternehmen | 23.449.791,41 | 251.194,53 | 0,00 | 23.700.985,94 | 873.009,49 | 150.000,00 | 0,00 1.023.009,49 | 22.677.976,45 | 22.576.781,92 | ||
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 1.027.375,00 | 15.000,00 | 0,00 | 1.042.375,00 | 700.000,00 | 122.155,98 | 0,00 | 822.155,98 | 220.219,02 | 327.375,00 | |
| 3. Beteiligungen | 4.785.359,50 | 1.168.997,93 | 886.822,40 | 5.067.535,03 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 5.067.535,03 | 4.785.359,50 | |
| 4. Wertpapiere des Anlagevermögens | 0,00 | 2.606.229,78 | 0,00 | 2.606.229,78 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 2.606.229,78 | 0,00 | |
| 5. sonstige Ausleihungen | 332.479,48 | 4.933,80 | 0,00 | 337.413,28 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 337.413,28 | 332.479,48 | |
| 29.595.005,39 | 4.046.356,04 | 886.822,40 | 32.754.539,03 | 1.573.009,49 | 272.155,98 | 0,00 1.845.165,47 | 30.909.373,56 | 28.021.995,90 | |||
| Summe Anlagevermögen | 31.140.062,05 | 9.075.656,17 | 887.669,63 | 39.328.048,59 | 2.874.558,18 | 381.643,01 | 71,22 3.256.129,97 | 36.071.918,62 | 28.265.503,87 |
Der wallstreet:online Konzern (Konzern oder Gruppe) finanziert sich zu weiten Teilen durch die Vermarktung von reichweitenstarken Börsenportalen bzw. deren Smartphone-Applikationen und den angeschlossenen Foren, Finanz-Communities und sozialen Netzwerken (Bereich "Social&Media"). Die Zentralredaktion veröffentlicht täglich aktuelle Nachrichten zum Wirtschafts-, Finanz- und Börsengeschehen. Im Jahr 2020 wurden auf allen zum Konzern gehörigen Börsenportalen insgesamt ca. 279 Mio. Seitenaufrufe (Jahresdurchschnitt 2020) gemessen, dazu kommen mehr als 500.000 registrierte User in den Foren von wallstreetonline.de und ariva.de. Nach eigenen Berechnungen nutzen schätzungsweise 70 Prozent1 aller börsenaffinen User in Deutschland regelmäßig eines der Portale der wallstreet:online AG. Die Leser sind in der Regel überdurchschnittlich gebildet und einkommensstark2 – entsprechend hochmargig sind die Werbeeinnahmen. Außerdem werden Gewinne durch den Verkauf von Zeitschriften-Abonnements für das Magazin Smart Investor generiert.
Für namhafte Unternehmenskunden werden auf Basis mehrjähriger Verträge Internetauftritte durch Webseiten betrieben und regulatorische Dokumente, Datensätze und Wertpapierinformationen maßgeschneidert in den Workflow der Kunden integriert (Bereich "B2B-Media").
Über die Beteiligung an der Berliner wallstreet:online capital AG ist die Gesellschaft inzwischen auch im Fintech-Bereich aktiv. Gemeinsam mit dem Partner betreibt die wallstreet:online AG seit Dezember 2019 den Neobroker Smartbroker. Mehr als 70.000 Kunden haben per Ende Dezember 2020 ein Wertpapierdepot über Smartbroker eröffnet.
Insgesamt betreut die wallstreet:online capital AG nach eigenen Angaben circa 120.000 Depotkunden Durch ein effizientes und kostengünstiges Setup, den Verzicht auf Filialen oder Berater ist dieses Geschäftsmodell rentabel.
Künftig sollen insbesondere das Portal- und Community-Geschäft des Bereichs "Social&Media" und die Fintech-Aktivitäten im Neobrokerbereich, also dem Smartbroker, noch deutlich stärker
1 basiert auf eigenen Berechnungen ausgehend von 5 Millionen selbstentscheidende Anleger in Deutschland (Quelle: Oliver Wyman) ins Verhältnis gesetzt zur Anzahl der Unique User pro Monat, diese Angabe stellt eine sonstige Information dar, die nicht Gegenstand der Jahresabschlussprüfung ist.
2 Wallstreet-online Client Analysis 2021 Germany Investments an Trading Report (Investment Trends), diese Angabe in Zusammenhang mit der genannten Analyse stellt eine sonstige Information dar, die nicht Gegenstand der Jahresabschlussprüfung ist.
miteinander verzahnt werden. Schon jetzt gibt es Ansätze zur stärkeren Monetarisierung, beispielsweise durch Bannerwerbung, Kooperationen mit ausgesuchten Partnern, z.B. im Derivate-Handel und ähnlichen Anknüpfungspunkten.
Die Visits 2020 sind über alle Plattformen (Web, Mobile Web, Apps) und Marken der Gruppe um über 40 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, die Page Impressions konnten um ca. 77 % gesteigert werden. Die Gruppe war damit, gemessen an der Reichweite, der zweitgrößte Finanzplattformbetreiber im deutschsprachigen Raum (Quelle: IVW).
Die Visits von wallstreet-online.de sind über alle Plattformen (Web, Mobile Web, Apps) hinweg um über 45 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, die Page Impressions konnten um ca. 76 % gesteigert werden.
Im Zentrum unserer technischen Weiterentwicklungen stand der Relaunch der wallstreet:online App auf Basis eines nativen Ansatzes für Android und iOS. Auch bei der Weiterentwicklung unseres Web-Portals haben wir den Fokus auf die mobile Anwendbarkeit gelegt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung eines neuen Kurs-Servers für eine stabile und zukunftsfähige Datenanbindung von wallstreet:online.de und den angeschlossenen Portalen der Gruppe.
Auch die Reichweite des Produktes FinanzNachrichten.de hat sich positiv entwickelt. So konnten die Visits um 44% und die Page Impressions um 56% im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden.
Im Jahr 2020 wurden das Portal FinanzNachrichten.de sowie die zugehörigen nativen Smartphone-Applikationen fortlaufend optimiert und weiterentwickelt. Im Jahresverlauf wurde unter anderem die Bereitstellung von Echtzeitkursdaten auf die mobilen Anwendungen ausgeweitet, das Benachrichtigungssystem modernisiert und um nutzerindividuelle Ereignisse ergänzt sowie die Anzeigenintegration grundlegend erneuert.
Die Seitenaufrufe der Webseite und der mobilen Plattformen konnten im Vergleich zum Vorjahr um 115% gesteigert werden, die Zahl der Visits wuchs um 52%.
Die umfassende Weiterentwicklung des neuen Web-Portals von Börsennews.de hat sich dabei ebenso positiv ausgewirkt, wie die Verbesserungen an den Apps durch eine optimierte Usability und zusätzlichen Finanzcontent.
Unser Fokus bei der Entwicklung lag auf der Realtime-Kommunikation der Nutzer zu Finanzinformationen. Damit hat sich Börsennews nach Einschätzung der Gruppe hinsichtlich der Nutzerbeiträge zum aktivsten Anleger-Netzwerk Deutschlands entwickelt.
Neben dem weiter bestehenden Print-Angebots des Anlegemagazins Smart Investor wurde in 2020 das Web-Portal grundlegend erneuert. Damit konnte eine Digitalisierung der Inhalte, aber auch des gesamten Abo-Modells erreicht werden. Auch dank der neuen Digital-Abos konnten die Abonnenten-Zahlen, in einem für Printmagazine schwierigen Umfeld, stabil gehalten werden.
Das Portal ariva.de und die dazugehörigen mobilen Anwendungen wurden im Jahr 2020 unter anderem stark im Bereich der Vermarktung ausgebaut. Es wurden neue Formen der Vermarktung gefunden, geschaffen und etabliert. Diese Weiterentwicklungen sind zurückzuführen auf die stark gestiegenen Reichweiten über die einzelnen Plattformen. So lagen die Seitenaufrufe 65 % und die Visits 33 % über den Vorjahreswerten.
Im Bereich des Web Services lag der Fokus im Ausbau der Kundenbeziehung zur Deutschen Börse, für die ARIVA.de AG die Webseite www.boerse-frankfurt.de und weitere Anwendungen hostet und betreibt. Ähnliches galt für den Bereich Regulatorik, in dem der Fokus auf der Stabilisierung der Kundenbeziehungen, auf Grundlage von technischen Neuerungen und Anpassungen der technischen Systeme lag.
Der Geschäftsbereich Data wurde 2020 sukzessive umstrukturiert, um die damit verbundenen Arbeitsprozesse zu optimieren und den Kunden eine zuverlässigere Versorgung von Kursdaten und damit einhergehend Informationen zu bieten.
Der Zertifikate-Verlag hat in 2020 keinen nennenswerten Veränderungen im Vergleich zu den Vorjahren unterlegen. Die Webseite www.zertfikate-anleger.de weißt lediglich geringe Zugriffszahlen auf. Investitionen, Neuerungen oder Veränderungen fanden im Jahr 2020 nicht statt.
Die Geschäftsbereiche des Konzerns gliedern sich in die Bereiche Social&Media, B2B-Media, Transaction und Projekte.
Der Bereich Social&Media beinhaltet im Wesentlichen die Vermarktung folgender Portale, Foren, Netzwerke, Communities, Printmagazine und den dazugehörigen Apps:
wallstreet-online.de finanznachrichten.de boersennews.de ariva.de smartinvestor.de
Der Geschäftsbereich B2B-Media beinhaltet das Erzeugen von handelbaren Derivate-Stammdaten, Einkauf und Verkauf von Wertpapier-Stamm- und Kursdaten, die Programmierung und den Betrieb von Software zur Erstellung und Verteilung von regulatorischen Dokumenten im Finanzumfeld, sowie die Programmierung und den Betrieb von Internetauftritten für Dritte im Finanzbereich. Dieser Geschäftsbereich findet vorwiegend in der Ariva AG statt.
In den Bereich Transaction fallen in 2020 Erlöse über TEUR 7, die im Rahmen einer Managementfee eines selbstaufgelegten wikifolios erzielt wurden. Perspektivisch gewinnt dieser Bereich größere Bedeutung durch die Einnahme von Abschluss- und Bestandsprovisionen aus der Vermittlung von Finanzprodukten. Dieses Geschäft findet im Wesentlichen in der wallstreet:onlie capital AG statt, bei der im Jahr 2021 die Anteilsmehrheit angestrebt wird.
Erstmals von größerer Bedeutung in 2020 ist der Geschäftsbereich Projekte. Dieser beinhaltet im Wesentlichen das Projekt Smartbroker, welches zusammen mit der aufsichtsrechtlich regulierten at Equity konsolidierten Tochter wallstreet:online capital AG umgesetzt wird. Hierbei handelt es sich um einen der führenden Neobroker Deutschlands.
Hauptsitz der Muttergesellschaft wallstreet:online AG ist Berlin. Die wallstreet:online AG hat zum Abschlussstichtag unmittelbar bzw. mittelbar folgende Tochtergesellschaften:
| Gesellschaft, Firmensitz | Konsolidierung | Anteil Kapital |
|---|---|---|
| Markets Inside Media GmbH, Leipzig | Vollkonsolidierung | 100,00% |
| ABC New Media AG, Zürich, Schweiz | Vollkonsolidierung | 100,00% |
| ARIVA.DE AG, Kiel | Vollkonsolidierung | 100,00% |
| Smart Investor Media GmbH, München | Vollkonsolidierung | 90,00% |
| Blockchain Consult GmbH, Frankfurt am Main | Vollkonsolidierung | 50,00% |
| crumbl AG, Berlin | Vollkonsolidierung | 84,62% |
| wallstreet:online Fonds Advisory GmbH, Berlin | Vollkonsolidierung | 100,00% |
| Wallstreet Online Corporate Finance AG, Berlin | Vollkonsolidierung | 100,00% |
| wallstreet:online transaction GmbH, Berlin | Vollkonsolidierung | 100,00% |
| Mint Assets GmbH, Berlin | Vollkonsolidierung | 100,00% |
| Erste ICO Consulting Projektgesellschaft GmbH, Berlin |
Vollkonsolidierung | 100,00% |
| ZV Zertifikate Verlag GmbH, Kiel | Vollkonsolidierung | 100,00% |
| wallstreet:online capital AG, Berlin | at Equity | 42,87% |
| GF Global Funds SICAV, Liechtenstein | at Equity | 33,33% |
Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im Jahr 2020 preisbereinigt um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Preis-, saison- und kalenderbereinigt ging das deutsche BIP nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sogar um 5,1 Prozent zurück. Ursache des starken Wirtschaftseinbruches 2020 sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie, insbesondere die damit einhergehenden wirtschaftlichen Shutdowns. Erstmals seit zehn Jahren ist die Wirtschaftsleistung Deutschlands damit deutlich zurückgegangen. Das deutsche BIP war zuletzt im Jahr 2009 infolge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zurückgegangen.
Deutlich gestiegen sind im vergangenen Jahr hingegen die Ausgaben des öffentlichen Gesamthaushalts: Gegenüber 2019 stiegen die öffentlichen Ausgaben um 12,1 Prozent auf 1.678,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig sanken die staatlichen Einnahmen nach vorläufigen Berechnungen von Destatis um 3,5 Prozent auf 1.489,4 Milliarden Euro. Das entspräche einem Finanzierungsdefizit der öffentlichen Haushalte von 189,2 Milliarden Euro.
Infolge der Corona-Pandemie ist es in Deutschland im Jahr 2020 zu einem starken Rückgang der Konsumausgaben der privaten Haushalte gekommen. Im Vergleich zum Vorjahr ging der private Konsum 2020 um 5,0 Prozent preisbereinigt zurück, so Destatis. Das ist der stärkste Rückgang seit 1970. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 war der private Konsum deutlich weniger beeinträchtigt gewesen.
Im Jahresdurchschnitt 2020 erhöhten sich die Verbraucherpreise in Deutschland nur um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist deutlich weniger als im Vorjahr (2019: +1,4 Prozent). Laut Destatis wurde eine niedrigere Jahresteuerungsrate zuletzt bei der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 ermittelt (+0,3 Prozent).
Die Corona-Krise hat zu einem Einbruch am deutschen Arbeitsmarkt geführt. Die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt stieg nach Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) im vergangenen Jahr um 0,9 Prozent auf 5,9 Prozent.
(Quellen: DESTATIS – Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit (BA)).
Für das Jahr 2020 geht der Online-Vermarkterkreis (OVK) von einem Wachstum des Display-Werbemarktes in Deutschland von 8,6 Prozent aus. Gegenüber dem Vorjahr entspräche das einer Steigerung um rund 300 Millionen Euro auf insgesamt 3.922 Milliarden Euro netto, wie aus dem aktuellen OVK-Report für digitale Werbung 2020/02 hervorgeht. Der OVK im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. bildet das zentrale Gremium der deutschen Online-Vermarkter im Online-Werbemarkt. Der OVK gibt halbjährlich den OVK-Report für digitale Werbung heraus. Er beinhaltet die wichtigsten Zahlen des deutschen Online-Werbemarktes.
Display-Werbung ist mit einem starken ersten Quartal ins Jahr 2020 gestartet. Ein Plus von knapp 100 Millionen Euro verbuchten die Branchen im Vergleich zum Vorjahresquartal. Im zweiten Quartal 2020 verzeichnet der OMK nur noch ein geringes Wachstum von sieben Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – aufgrund der Auswirkungen der Coronakrise. Mit ihr gingen maßgebliche Budgetkürzungen für Branding-Kampagnen der Werbetreibenden einher.
Laut OVK verlagerten die Werbetreibenden im zweiten Halbjahr 2020 ihre Ausgaben in die digitalen Kanäle. Im dritten Quartal 2020 konnte man so wieder an das Wachstum des ersten Jahresviertels anknüpfen: Verglichen mit dem Vorjahresquartal stiegen die Umsätze mit digitaler Display-Werbung um 87 Millionen Euro auf insgesamt 943 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von 13,0 Prozent. Im letzten Jahresviertel 2020 verzeichnete der OVK im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum ein starkes Umsatzwachstum von 122,9 Millionen Euro oder 11,0 Prozent auf insgesamt 1,238,4 Milliarden Euro.
Die Gründe für die schnelle Erholung ab dem dritten Quartal 2020 im Bereich der Online-Werbung machen die Autoren im OVK-Report für digitale Werbung 2020/02 anhand von drei Entwicklungen aus:
Display-Werbung (Online und Mobile) gewinnt in vielen Branchen immer mehr an Bedeutung: Im Großteil der Branchen macht sie deutlich mehr als zehn Prozent der gesamten Brutto-Werbeinvestitionen aus. Einen erheblichen Anteil an dieser Entwicklung hat unter anderem der Finanzsektor, der allein im ersten Halbjahr 2020 121 Millionen Euro brutto in den Display-Werbemarkt investierte. Für das Gesamtjahr 2021 prognostiziert der OVK insgesamt einen Umsatz im Bereich der digitalen Display-Werbung von 4,474 Milliarden Euro. Das entspräche einem Umsatzwachstum von 9,7 Prozent oder 396 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (2020: 4,078 Milliarden Euro).
(Quelle: Online-Vermarkterkreis (OVK) OVK- Werbestatistik Displaywerbung 2021/1)
Der DAX beendete das Jahr 2020 bei einem Stand von 13.718 Punkten. Zwischen dem DAX-Stand zum Jahresauftakt 2020 und dem Jahresende lagen weniger als 500 Punkte, was einem Plus von ca. 3,5 Prozent entspricht. Die zwölf Monate dazwischen waren jedoch von extremer Volatilität gekennzeichnet.
Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie und den anschließenden Absturz an den Weltbörsen im März 2020 rutschte auch der deutsche Leitindex deutlich ab.
Als Reaktion auf die Pandemie haben viele Staaten milliardenschwere Hilfspakete geschnürt. Die EU einigte sich im Juli 2020 auf einen Corona-Wiederaufbaufonds in Höhe von 750 Milliarden Euro (Quelle: Europäische Kommission). In den USA summierten sich die Corona-Konjunkturpakete im Jahr 2020 auf insgesamt rund 2,2 Billionen US-Dollar. (Quelle: Coronavirus Aid, Relief, and Economic Security Act)
Die Europäische Zentralbank beschloss Ende März 2020 das Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP), ein "zeitlich befristetes Ankaufprogramm für Anleihen öffentlicher und privater Schuldner". Der Umfang der PEPP-Ankäufe wurde im Laufe des Jahres mehrmals erhöht und betrug im Dezember 1.850 Milliarden Euro. (Quelle: Europäische Zentralbank)
Online-Brokerage
Mehr als 75% der Kunden und mehr als 95% des verwalteten Depotvermögens liegen derzeit bei den Brokern klassischer Banken (S-Broker, MaxBlue, Geno-Broker) und den Onlinebanken und -Brokern der ersten Generation (Flatex, Consorsbank, Comdirect, ING Diba, Onvista Bank, DKB). Weniger als 5% des verwalteten Depotvermögens liegt bei Neobrokern, die erst seit 2019 im deutschen Markt aktiv sind.3
Neobroker bieten den Handel von Wertpapieren auf Basis moderner IT-Plattformen zu sehr günstigen Konditionen an. Oftmals fallen für den Endkunden keine direkten Brokergebühren an. Dabei ist Trade Republic Bank GmbH der derzeit größte Neobroker Deutschlands. Im Rahmen der Veröffentlichung der Series C-Finanzierungsrunde mit einer Post-Money-Bewertung in Höhe von EUR 4,4 Milliarden gab die Gesellschaft im Mai 2021 an, mehr als eine Million Kunden und mehr als sechs Milliarden verwaltetes Kundenvermögen ("AUM") gewonnen zu haben. Mit einer anderen, derzeit vor allem auf erfahrenere und vermögendere Kunden ausgerichteten Strategie, hat der Smartbroker bis zum 31.12.2020 mehr als 70.000 Kunden gewinnen können. Die durchschnittliche Depotgröße liegt beim Smartbroker bei ca. EUR 29.000. Insgesamt beläuft sich die AUMs unserer Tochtergesellschaft wallstreet:online capital AG auf mehr als EUR 4,3 Milliarden.
Die Corona-Lockdowns trugen einen wichtigen Anteil zum "Broker-Boom" des Jahres 2020 bei. Zahlreiche Beobachter sind der Ansicht, dass die meisten Menschen aufgrund mangelnder
3 basiert auf eigenen Berechnungen, diese Angabe stellt eine sonstige Information dar, die nicht Gegenstand der Jahresabschlussprüfung ist.
Alternativen über deutlich mehr Zeit und Geld verfügten. Die teilweise stark gefallenen Börsenkurse im Frühjahr 2020 waren gleichzeitig eine attraktive Möglichkeit für den Einstieg. Die Nachfrage nach Wertpapierdepots hat sogar Experten überrascht, wie u.a. das Deutsche Aktieninstitut schreibt.
Weitere Gründe für das verstärkte Interesse an Brokerage-Produkten sind das Niedrig- bzw. Negativzinsumfeld, das zunehmende Bestreben, individuell für die Altersvorsorge zu sparen, die Verbreitung vielfältigerer Zugangsmöglichkeiten zu Brokerage-Produkten durch neue Kundenzugänge wie Online und mobile Endgeräte, die zusätzlich zu Filialen und Telefon genutzt werden, sowie das zunehmende Kundenvertrauen in Marken und Betreiber, die ausschließlich Online aktiv sind.
Im Jahr 2020 wurden in Deutschland rund 2,7 Millionen Wertpapierdepots eröffnet, davon entfallen knapp 600.000 Kontoeröffnungen – auf Kunden unter 30 Jahren. Die Anzahl der Anleger am Kapitalmarkt erhöht sich auf insgesamt ca. 12,4 Millionen. Damit ist in etwa jeder sechste Bürger in Aktien, Aktienfonds oder ETFs investiert – so viele waren es zuletzt zur Jahrtausendwende. (Quelle: Deutsches Aktieninstitut)
Technische Entwicklungen, die günstige Gebührenstruktur und die technisch einfache Handhabung haben einen großen Anteil am rasanten Wachstum der Neobroker. Influencer und Internetforen haben das Thema Geldanlage für sich entdeckt. Über Neobroker wie den Smartbroker können Sparer mit nur wenigen Klicks Wertpapiere handeln, und dies teilweise sogar gebührenfrei. Unterschiede zu traditionellen Banken bestehen auch in der Kommunikation und dem häufigen Fokus auf junge Kunden mit vielfältigen Angeboten für Börsenneulinge.
Das Jahr 2020 war geprägt von der Corona-Pandemie und großer Volatilität an den Finanzmärkten. Damit einher ging ein gesteigertes Interesse an Finanzinformationen und -produkten. Vor diesem Hintergrund konnten wir in 2020 ein deutlich positives operatives Ergebnis erzielen. Neben dem gestiegenen Nutzerinteresse bestand der Grund vor allem in dem weiter anhaltenden Aufschwung im Markt für Finanzmarkt-Werbung.
Der Vorstand der wallstreet:online AG hat die Diversifizierung der Erlösquellen des Konzerns in 2020 weiter vorangetrieben. Neben dem Geschäftsbereich Social&Media als bisheriges Kerngeschäft der Gesellschaft wurden die Bereiche B2B-Media, Transaction und Projekte etabliert.
Der Geschäftsbereich Social&Media umfasst die Vermarktung der Webportale und mobilen Anwendungen der Gruppe. Der Bereich Social&Media ist geprägt durch Erlöse aus Werbung.
Erlöse aus dem B2B-Media-Geschäft werden vor allem durch die ARIVA.de AG generiert, zu einem geringen Teil von der wallstreet:online AG. Wir unterscheiden hierbei zwischen Leistungen aus den Segmenten Data, Webservices und Regulatorik.
In den Bereich Transaction fallen Erlöse, die durch die wallstreet:online capital AG mit ihren Marken FondsDiscount.de und wo-capital.de erzielt werden. Im Wesentlichen sind dies Abschluss- und Bestandsprovisionen aus der Vermittlung von Finanzprodukten. Im Geschäftsjahr 2020 fließt das Ergebnis im Rahmen eines at Equity-Ansatzes anteilig in das Ergebnis des Konzerns mit ein. Die wallstreet:online AG erzielt in diesem Bereich nur geringfügig Umsätze im Rahmen einer Managementfee eines selbstaufgelegten wikifolios.
Neben dem von der Volkswagen Bank GmbH übernommenen Depotbestand besteht dieser Bereich vor allem aus dem Projekt Smartbroker. Dem Smartbroker misst der Vorstand eine wesentliche strategische Bedeutung für die Weiterentwicklung der Gruppe zu. Gemeinsam mit der wallstreet:online capital AG wurde ein eigenes Online-Brokerage-Angebot geschaffen. Die wallstreet:online AG übernimmt seit Anfang des Jahres 2020 die Vermarktung des Produktes Smartbroker über die eigene Reichweite und über Drittangebote. In 2020 wurden TEUR 7.425 in Marketingkosten für den Smartbroker investiert.
Die wallstreet:online AG hat in Kooperation mit der wallstreet:online capital AG den Depotbestand der Volkswagen Bank GmbH erworben. Die wallstreet:online capital AG verwaltet treuhänderisch diesen Bestand für die wallstreet:online AG. Der Kauf des Depotbestands wurde kreditfinanziert.
Auf der Grundlage eines margenstarken Social&Media-Geschäfts und stabiler, wiederkehrender Erlöse aus den Bereichen B2B-Media und Transaction hat der Vorstand die strategische Ausrichtung der Gruppe auch 2020 weiterentwickelt.
Mit unseren Webportalen und mobilen Anwendungen sind wir der größte banken- und verlagsunabhängige Anbieter von Finanzinformationen und der Betreiber der reichweitenstärksten sozialen Netzwerke und Communities für Anleger, Sparer und Börseninteressierte im deutschsprachigen Raum. Mit der wallstreet:online capital AG verfügen wir über jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklung und im Vertrieb von Finanzprodukten ergänzt durch ein umfassendes Netzwerk in der Branche. Auf dieser Basis konnten wir mit dem Smartbroker ein wettbewerbsfähiges, margenstarkes und skalierbares Produkt im stark wachsenden Bereich Neobroker schaffen.
Verbunden mit der im Jahr 2020 sehr großen Nachfrage und unter der Voraussetzung einer weiterhin stabilen Marktentwicklung, sieht der Vorstand großes Potenzial in diesem Bereich, im Smartbroker als Produkt und in einer ergänzenden Ausrichtung der Gruppe in Richtung Finanzprodukte. In diesem Zusammenhang wird für 2021 eine Mehrheitsbeteiligung an der wallstreet:online capital AG angestrebt. Unter der Voraussetzung eines positiven Bescheids im Rahmen des Inhaberkontrollverfahrens zum Erwerb der Mehrheitsbeteiligung wird die wallstreet:online capital AG ab 2021 vollkonsolidiert werden.
Bereits in 2020 konnten wir über die eigene Reichweite der Gruppe erheblich zur Markenbildung und Kundengewinnung des Smartbrokers beitragen. Der Vorstand plant, diese Anstrengungen in 2021 zu verstärken und neben der Vermarktung auch einen starken Fokus auf die Weiterentwicklung des Produktes zu legen. Dies gilt sowohl für eine weitere Optimierung der Konditionen sowie für die Schaffung der technischen und regulatorischen Grundlagen für verbesserte, margenstärkere und dynamisch skalierbarere Endkundenanwendungen.
Die Verknüpfung unserer Media-Reichweite mit der Transaktion steht dabei im Mittelpunkt. Eine enge Verzahnung von Information und Transaktion sieht der Vorstand als zentrales Alleinstellungsmerkmal in der Weiterentwicklung des Smartbrokers und der Gruppe im Ganzen.
Die wallstreet:online AG kann auf ein weiteres sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken. Das Jahr war geprägt von Investitionen in das gemeinsame Projekt von wallstreet:online AG und der wallstreet:online capital AG – dem Smartbroker. Die Einnahmen aus dem Portalgeschäft wurden investiert in den Aufbau des Online-Brokers. Umsatz und Ergebnis aus dem Portalgeschäft lagen nochmals deutlich über denen des Vorjahres und konnten mehr als sinnvoll investiert werden. Im Jahr 2020 wurden mehr als 70.000 Depots beim Projekt Smartbroker eröffnet. Die richtigen Entscheidungen im Bereich der personellen Investitionen bei Produkt und Vertrieb gepaart mit Rückenwind aus dem Markt haben sich ausgezahlt. Der Bereich der Portalvermarktung war in 2020 wieder ganzjährig auf einem hohen Niveau. Bestehende Kundenbeziehungen wurden ausgebaut und neue Kunden konnten hinzugewonnen werden. Die guten Umsatzzahlen im Einzelabschluss der wallstreet:online AG aus dem Vorjahr konnten deutlich übertroffen (60,7 %) werden. In sämtlichen Bereichen, vor allem in den Bereichen Key Account Vermarktung und RTB-Vermarktung konnten große Umsatzsprünge verzeichnet werden. Auch die Vermarktung der in 2019 zugekauften Portale konnte optimiert und die Umsätze deutlich gesteigert werden. Insgesamt verfügte die Gruppe (wallstreet:online.de, finanznachrichten.de, ariva.de, boersennews.de) Ende 2020 über mehr als 340 Mio. vermarktbare PageImpressionen und 31 Mio. Visits.
Erstmals in 2020 hat die wallstreet:online AG Umsätze im Bereich Smartbroker in Höhe von TEUR 1.140 ausweisen können.
Die Visits 2020 sind über alle Plattformen (Web, Mobile Web, Apps) und Marken der Gruppe um über 60 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, die Page Impressions konnten sogar um über 100 % gesteigert werden. Damit haben wir uns, getrieben durch das gestiegene Interesse an den Finanzmärkten, in ähnlichem Maße entwickelt wie die Top-4-Mitbewerber (Quelle: IVW). Im Zentrum unserer technischen Weiterentwicklungen stand der Relaunch der wallstreet:online App auf Basis eines nativen Ansatzes für Android und iOS. Neben der inhaltlichen Erweiterung und besseren Vermarktbarkeit standen vor allem die bessere Performance und Nutzerfreundlichkeit im Vordergrund. Auch bei der Weiterentwicklung unseres Web-Portals haben wir den Fokus auf die mobile Anwendbarkeit gelegt, um dem sich ändernden Nutzerverhalten und den Anforderungen an die Suchmaschinenoptimierung gerecht zu werden. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung eines neuen Kurs-Servers für eine stabile und zukunftsfähige Datenanbindung von wallstreet:online.de und den angeschlossenen Portalen der Gruppe.
Die getätigten Investitionen im Bereich der Sachanlagen betreffen im Speziellen Neuanschaffungen im Bereich Hardware (TEUR 21).
Im Bereich der Finanzanlagen wurden folgende Investitionen in verbundenen Unternehmen/Beteiligungen getätigt:
| Name | Anteil in % gesamt | Art |
|---|---|---|
| ABC New Media AG | 100% | nachgelagerte Kaufpreiszahlung |
| wallstreet:online Fonds Advisory GmbH | 100% | Neugründung |
| wallstreet:online Transaction GmbH | 100% | Neugründung |
| wallstreet:online capital AG | 43% | Kapitalerhöhung und Zukauf |
Bei der Beteiligung an der ABC New Media AG wurde eine nachgelagerte Kaufpreiszahlung in Höhe von TEUR 201 aktiviert.
Zu Anlagezwecken hat die wallstreet:online AG darüber hinaus in kurzfristig veräußerbare Aktienfonds investiert.
Die Beteiligung an der Trade Republic Bank GmbH wurde im Q1 2020 verkauft. Der Verkaufserlös wurde im Wesentlichen in den weiteren Ausbau des Smartbrokers investiert.
Neben den Investitionen im Einzelabschluss der wallstreet:online AG gab es noch wesentliche Anschaffungen im Bereich Software bei der Ariva.de AG in Höhe von TEUR 400.
Zum 31. Dezember 2020 betrug der Mitarbeiterbestand bei der wallstreet:online AG 42 Mitarbeiter einschließlich dreier Vorstände (Vorjahr: 25 Mitarbeiter einschließlich dreier Vorstände).
| 31.03.20 | 30.06.20 | 30.09.20 | 31.12.20 |
|---|---|---|---|
| 33 | 35 | 37 | 42 |
Im Konzern waren in 2020 insgesamt durchschnittlich 107 Mitarbeiter beschäftigt.
Zur Darstellung der Vermögenslage im Einzelnen verweisen wir auf die Bilanz und den Anlagenspiegel. Im Geschäftsjahr wurde ein Aktiensplitt im Verhältnis 1 zu 8 beschlossen und durchgeführt. Die Bilanzsumme hat sich im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 14.240 auf TEUR 50.260 erhöht, was im Wesentlichen auf unsere erstmalige Kreditaufnahme, den Erwerb des Volkswagen Bank GmbH Kundenstammes und das erzielte Jahresergebnis sowie auf den Anstieg der Beteiligungen zurückzuführen ist.
Erstmals in 2020 wurde im Anlagevermögen der Wertpapierbestandskunden der Volkswagen Bank GmbH (kurz VW-Kundenstamm) ausgewiesen. Im Wege der Ermächtigungstreuhand wird die assoziierte Beteiligung wallstreet:online capital AG dazu ermächtigt, über das Treuhandvermögen im eigenen Namen im Rahmen der vertraglichen Vereinbarung zu verfügen, wobei die rechtliche Verfügungsgewalt der wallstreet:online AG weiterhin besteht. Der Kundenstamm wird über eine voraussichtliche Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben.
Zur Darstellung der Vermögenslage im Einzelnen verweisen wir auf die Bilanz und den Konzernanlagenspiegel. Die Bilanzsumme zum 31.12.2020 beträgt TEUR 51.153.
Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im Berichtsjahr jederzeit gegeben. Zum 31. Dezember 2020 wurde ein Cash-Bestand in Höhe von TEUR 5.672 (Vorjahr: TEUR 4.498) ausgewiesen. Zur Unterstützung der bereits vorhandenen Liquidität hat die wallstreet:online AG in 2020 zwei Darlehen über einen insgesamt abrufbaren Betrag in Höhe von TEUR 9.000 aufgenommen. Zum Bilanzstichtag valutieren die Darlehen mit einem Betrag in Höhe von EUR 6,4Millionen. Bei den Krediten wurden eine Laufzeit bis 2025 und ein Zinssatz von 1,85% vereinbart.
Die Liquiditätsplanung sieht für das Geschäftsjahr 2021 ebenfalls eine deutlich positive Entwicklung vor, sodass ausreichend Liquidität für die geplante Aufstockung der Anteile an der wallstreet:online capital AG und der Finanzierung des Wachstums des Smartbrokers zur Verfügung steht.
Die Zahlungsfähigkeit des Konzerns war im Berichtsjahr jederzeit gegeben. Zum 31. Dezember 2020 wurde ein Cash-Bestand in Höhe von TEUR 14.070 ausgewiesen.
Die Ertragslage in 2020 spiegelt im Wesentlichen das positive Börsenumfeld sowie die Investitionen in das Projekt Smartbroker wider. Zur Ertragslage im Detail:
Die Umsätze insgesamt liegen mit TEUR 13.739 um TEUR 5.189 deutlich über dem Vorjahresniveau (2019: TEUR 8.550). Im Bereich Portalvermarktung konnten die Umsätze um 58 % gesteigert werden. Zu dieser erfreulichen Entwicklung hat zum einen der Rückenwind im Bereich IR-Vermarktung beigetragen, zudem konnten aber auch größere Kunden im Key Account dazugewonnen werden.
In 2020 wurden keine neuen B2B-Media-Auträge akquiriert. Bereits bestehende Verträge wurden abgearbeitet. Die Umsätze konnten mit TEUR 391 auf Vorjahresniveau (TEUR 401) gehalten werden.
In 2020 wurden erstmals Umsätze im Bereich Projektgeschäft mit dem Smartbroker und mit dem in 2020 neu erworbenen Volkswagen Bank GmbH Kundenstamm generiert. Für das Projekt Smartbroker besteht eine Kooperationsvereinbarung mit der wallstreet:online capital AG, die eine Umsatz-Verteilung zwischen den Gesellschaften festlegt. Die wallstreet:online AG übernimmt im Rahmen dieser Vereinbarung wesentliche Produktentwicklungs- und Marketingkosten.
Der Materialaufwand bewegt sich mit TEUR 9.973 (Vorjahr TEUR 1.366) deutlich über Vorjahresniveau. Grund hierfür sind die Investitionen in den Smartbroker, wie Marketingkosten und Kosten für Legitimation der Kunden.
Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich in 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Zudem sind aufgrund gestiegener Umsätze und Ergebnisse die variablen Vergütungen an Mitarbeiter und Vorstände deutlich gestiegen. Die Personalkosten sind um 54 % auf TEUR 3.717 (Vorjahr TEUR 2.407) gestiegen.
Die Abschreibungen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (TEUR 109; Vorjahr TEUR 16). Grund hierfür sind zusätzliche Abschreibungen aufgrund von Investitionen in zusätzliche Arbeitsplatzausstattungen sowie die Abschreibung des in 2020 aktivierten Volkswagen Bank GmbH-Depotbestands. Der Kundenstamm wird über 15 Jahre abgeschrieben. Erstmals wurde im 4. Quartal 2020 abgeschrieben.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind deutlich von TEUR 1.233 in 2019 auf TEUR 1.401 in 2020 gestiegen. Grund hierfür waren unter anderem das in 2020 zusätzlich angemietete Büro für den Smartbroker sowie gestiegene Kosten für Rechtsberatung und Beratung in Zusammenhang mit Erwerb des Volkswagen Bank GmbH Kundenstammes.
Das Finanzergebnis weist einen Gewinn in Höhe von TEUR 4.966 aus. Die wallstreet:online AG hat sich in 2020 dazu entschieden, die Beteiligung an der crumbl AG aufgrund des Projektstillstands aus Vorsichtsgründen um TEUR 150 auf TEUR 100 abzuwerten. Ebenfalls abgewertet wurde das Darlehen an der Mint Asset GmbH um TEUR 122. Grund hierfür ist der aktuell fehlende Markt für Zeichnung und Vermarktung digitaler Assets (STOs). Deutlich angestiegen sind die Zinsen aufgrund von Kreditaufnahmen. Positiv auf das Finanzergebnis wirkt sich die Ergebnisabführung der Markets Inside Media GmbH in Höhe von TEUR 2.400 aus. Außerdem hat die wallstreet:online AG ihren Anteil an der Trade Republic Bank GmbH mit Gewinn veräußert.
Die Gesellschaft schließt das Jahr 2020 mit einem Jahresüberschuss von EUR 3.361.023,87 ab.
Die Umsätze betragen in 2020 TEUR 28.208 für den Gesamtkonzern. Circa drei Viertel des Umsatzes werden im Bereich Social&Media mit der Vermarktung der Portale erzielt. Circa 20 % der Umsätze belaufen sich auf den Bereich B2B-Media. In 2020 entfallen circa 5 % der Umsätze aus den Bereich Projekte und betrifft vorwiegend das Projekt Smartbroker.
Die Umsätze im Bereich Social&Media (Vermarktung der Portale) konnten gegenüber dem Vorjahr konzernweit ein weiteres Mal deutlich ausgebaut werden. Mit dem Rückenwind vom Finanzmarkt und der Akquise neuer Kunde im Bereich Key Account sowie der Optimierung im Bereich Restplatzvermarktung sind die Umsätze weiter gestiegen.
In 2020 wurden erstmals Umsätze im Bereich Projektgeschäft mit dem Smartbroker und dem in 2020 neu erworbenen Volkswagen Bank GmbH Kundenstamm in Höhe von insgesamt TEUR 1.334 generiert.
Der Materialaufwand beträgt TEUR 13.452 und ist mit TEUR 7.530 durch Investitionen in den Smartbroker geprägt.
Die Anzahl der Mitarbeiter belief sich in 2020 konzernweit auf 107 Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt und hat Personalkosten in Höhe von TEUR 7.982 verursacht.
Die Abschreibungen belaufen sich auf insgesamt TEUR 2.493, wovon TEUR 1.260 Konsolidierungseffekte aus der planmäßigen Abschreibung der erworbenen Firmenwerte, sowie Kundenlisten und Markenrechten der konsolidierten Tochtergesellschaften betreffen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen über TEUR 2.508 beinhalten die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen, wie Miete, Versicherungen und Beratungskosten, Kosten für Börsennotierung etc.
Das Finanzergebnis weist einen Ertrag in Höhe von TEUR 2.530 aus. Deutlich angestiegen sind die Zinsaufwände aufgrund von Kreditaufnahmen. In 2020 hat die wallstreet:online AG ihren Anteil an der Trade Republic Bank GmbH veräußert und den Verkaufserlös in den Aufbau des Smartbrokers investiert. Die Effekte aus der "at equity" Konsolidierung der Minderheitsbeteiligungen an der wallstreet:online capital AG und der GF Global Funds SICAF betragen TEUR -344.
Der Konzern schließt das Jahr 2020 mit einem Jahresüberschuss von EUR 3.552.346,51 ab.
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns hat sich im Jahr 2020 in Folge des guten Marktumfelds, der starken Marktpositionen der operativen Assets der Gruppe, sowie den angebotenen innovativen Produkten und Dienstleistungen sehr positiv entwickelt. Die Prognose des Vorjahres wurde somit erreicht bzw. übertroffen. Das starke Umsatzwachstum führte unter anderem auch dazu, dass die wallstreet:online AG zum ersten Mal in ihrer Unternehmensgeschichte freiwillig neben ihrem Einzelabschluss einen geprüften Konzernabschluss aufstellt.
Der konzernweite Umsatz der Gruppe lag mit TEUR 28.208 aufgrund der beschriebenen positiven Entwicklungen deutlich über der im Februar 2020 veröffentlichten Prognose in Höhe von TEUR 23.000. Insgesamt schließt der Konzern mit einem Ergebnis nach Steuern und Sondereffekten von TEUR 3.552. Der Konzern-Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich auf TEUR 1.184. Die Nettofinanzmittel zum 31.12.2020 betrugen TEUR 6.568, die verfügbare Liquidität einschließlich nicht in Anspruch genommener Kreditlinien lag bei TEUR 16.070.
Zum Vorstand der Gesellschaft bestellt waren:
Herr Stefan Zmojda, Bankkaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. Januar 2016. Herr Zmojda ist zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG tätig.
Herr Michael Bulgrin, Diplom-Kaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. November 2017. Herr Bulgrin ist zudem im Aufsichtsrat der Ariva.de AG tätig.
Herr Oliver Haugk, Diplom-Kaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. November 2017. Herr Haugk ist zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG tätig.
Mit Beschluss des Aufsichtsrates der wallstreet:online AG vom 16. Februar 2021 und mit Wirkung vom 1. März 2021 wurde Herr Matthias Hach, Bankkaufmann, Berlin, zum weiteren Vorstandsmitglied und Sprecher des Vorstands bestellt.
Mit Beschluss des Aufsichtsrates der wallstreet:online AG vom 29. März 2021 und mit Wirkung vom 1. April 2021 wurde Herr Roland Nicklaus, Diplom-Betriebswirt (BA), Sevenoaks, Großbritannien, zum weiteren Vorstandsmitglied bestellt.
Mitglieder des Aufsichtsrats waren:
Herr André Kolbinger, Kaufmann, Mitglied des Aufsichtsrats seit 22. August 2017 Aufsichtsratsvorsitzender). Herr Kolbinger ist zudem im Aufsichtsrat der Ariva AG und der crumbl AG tätig.
Herr Roland Nicklaus, Diplom-Betriebswirt (BA), Aufsichtsratsmitglied seit 23. August 2007. Herr Nicklaus war zudem im Aufsichtsrat der Lamda Hellix Data Centres S.A., Griechenland (bis November 2020) und der wallstreet:online capital AG, Berlin, tätig.
Herr René Krüger, Bankkaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 9. September 2010. Herr Krüger ist zudem im Aufsichtsrat der wallstreet:online capital AG, Berlin tätig.
Herr Marcus Seidel, Kaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 20. August 2020.
Da sich das Unternehmen in einem volatilen Marktumfeld bewegt, wird besonderer Wert auf ein praktikables und umsetzungsfähiges Risikomanagement-System gelegt. Der Vorstand ist sich dieser Aufgabe bewusst. Das bei der Gesellschaft implementierte Risikomanagementsystem ist darauf aufgebaut, aktuelle Entwicklungen in allen Bereichen der Gesellschaft mit den Planungen zu vergleichen und zu analysieren. Bei der Abweichung von den Planzahlen im negativen Sinne wird ein Plan zur zügigen Umsetzung von Gegenmaßnahmen entwickelt.
Der Vorstand informiert sich in monatlichen Abständen über die Ertrags- und Liquiditätssituation der Gesellschaft und laufend zur allgemeinen Geschäftslage. Die Steuerung der Gesellschaft ist darauf ausgerichtet, Wachstum und Wertsteigerung mit vertretbaren Risiken zu erzielen.
Der Aufsichtsrat wird in seinen Sitzungen regelmäßig zu bestehenden Risiken und Gegenmaßnahmen informiert und erhält einen detaillierten Überblick zur finanziellen Entwicklung der Gesellschaft und anderen wichtigen Kennzahlen. Dies sind insbesondere folgende Kennzahlen:
Hierzu lässt er sich regelmäßig informieren, auf Einzelabschlussbasis als auch auf Konzernbasis. Zudem sind dies wichtige Kennzahlen in der Kapitalmarktkommunikation.
Der Beteiligungsgesellschaft wallstreet:online capital AG wurde von der BaFin mit Datum vom 20. April 2001 und 30. November 2005 die Erlaubnis zur Anlagevermittlung, Abschlussvermittlung und Anlageberatung (ungenutzt) erteilt. Aufgrund ihrer Tätigkeit als Wertpapierdienstleistungsunternehmen ist die wallstreet:online capital AG zusätzlichen Risiken ausgesetzt und unterliegt daher weitreichenden Anforderungen an die Einhaltung der Art und des Umfangs ihrer Geschäftstätigkeit; ihrer Organisation (einschließlich Compliance, Interner Revision, Risiko- , Beschwerde- und Interessenkonfliktmanagement, Vergütung u.a.); den Anlegerschutz; den Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten; dem Verdachtsfallmanagement; den Berichterstattungspflichten; u.a.m. Der ordnungsgemäße Betrieb des Wertpapierdienstleistungsgeschäfts innerhalb dieser gesetzlichen Vorschriften und Richtlinien bzw. Verordnungen der Aufsichtsbehörden ist nach § 89 Wertpapierhandelsgesetz jährlich zu prüfen. Die Prüfung für das Jahr 2020 hat bestätigt, dass die Gesellschaft die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, wie in den Vorjahren auch.
Die wallstreet:online AG ist bestrebt, ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot permanent weiterzuentwickeln, effizient zu gestalten sowie sinnvolle und ergänzende Nutzer- und Kundenwünsche schnell und sachgerecht umzusetzen. Forschungsarbeiten im grundlegenden Sinne werden nicht durchgeführt.
Betriebsrisiken bestehen im Zusammenhang mit dem laufenden Betrieb der eigenen Portale und Netzwerke sowie der Kundenportale (B2B-Media-Kunden). Unterbrechungen im Betrieb dieser Dienstleistungen oder der Informationsversorgung können zu Einnahmeausfällen und Kundenverlusten führen.
Wirtschaftliche Rezessionstendenzen und staatliche Eingriffe könnten dazu führen, dass das Interesse an Börseninformationen bei den Nutzern nachlässt und der Werbeumsatz zurückgeht. Sollte eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfeldes eintreten, würde das Risiko bestehen, dass Kunden ihre Werbeinvestitionen stark einschränken.
Beim Smartbroker könnte ein nachhaltig negatives Börsenumfeld zu einer Abschwächung des Kundeninteresses an Brokerage-Produkten und/ oder zu einer Reduzierung der Handelsaktivitäten führen. Dies könnte sich wesentlich negativ auf die Umsatzerlöse des Projekts Smartbroker sowie des Bereichs Transaction auswirken. Markteintritte von weiteren Anbietern könnten das bereits intensive Wettbewerbsumfeld weiter erschweren. Spitzen bei Handelsaktivitäten, wie z.B. im März/April 2020 (Covid-Marktcrash) oder im Februar 2021 (sehr starke Aktivität in sehr wenigen "Meme Stock"-Werten wie z.B. GameStop) könnten zu zeitweisen Ausfällen von Handelssystemen führen und Reputations- und/ oder finanzielle Schäden nach sich ziehen. Bisher hatte die Gruppe derartige Ausfälle nicht zu verzeichnen.
Durch eine effiziente Kostenstruktur ist die wallstreet:online AG schlank aufgestellt und kann auf Marktveränderungen schnell reagieren. Die Fokussierung auf das Kerngeschäft und die kostengünstige Positionierung verhelfen der wallstreet:online AG zu einer guten Positionierung im wettbewerblichen Umfeld. Durch den Aufbau unserer eigenen Infrastruktur ist geplant, den Smartbroker in Zukunft unabhängiger von der Leistungsbereitschaft von Outsourcing-Partnern und Vorlieferanten zu machen. Außerdem beabsichtigt die wallstreet:onine AG, vorbehaltlich der Zustimmung der BaFin, den Erwerb einer deutlichen Mehrheit an der wallstreet:online capital AG, dem Betreiber des Smartbrokers. Dies zieht den Aufbau eines gewissen Fixkostenblocks mit sich, der auch in Zeiten eines schwachen oder negativen Börsenumfelds nur bedingt reduziert werden könnte.
Chancen der zukünftigen Unternehmensentwicklung liegen im Bereich Social&Media im weiteren Ausbau der Reichweite der Portale durch technische Neuerungen und Überarbeitungen des Produktangebots. So sind für 2021 Relaunches unter anderem der App der wallstreet:online, der App der Ariva und eine erheblich Erweiterung der Inhalte der App der finanznachrichten.de (Daten) geplant. Außerdem soll die Community der wallstreet:online.de überarbeitet werden. Es ist davon auszugehen, dass die aus diesen Neuerungen erwartete Reichweitenstärkung kommerzialisiert werden kann und somit zu weiteren Umsatzsteigerungen führen wird. Außerdem wird an der Einführung neuer Werbeformate gearbeitet, u.a. einer engeren Verknüpfung von Vermarktungsmöglichkeiten zwischen den Portalen des Bereichs Social&Media, und dem Smartbroker.
Im Bereich B2B-Media soll die enge Zusammenarbeit mit langjährigen Kunden, die oftmals auf Basis mehrjähriger Verträge beruht, weiter ausgebaut werden.
Als Fullservice-Broker mit der günstigen Gebührenstruktur eines Neobrokers hat der Smartbroker eine sehr starke Stellung im deutschen Brokerage-Markt, in dem zum 30.06.2020 mehr als 25 Millionen Depots unterhalten worden. Mit mehr als 70.000 Depots kam der Smartbroker somit auf einen Marktanteil von weniger als 0,3%. Die in 2020 vom Smartbroker gewonnenen Depots entsprechen bereits ca. 3% aller in 2020 eröffneten Depots4 . Wir rechnen auf mittlere Sicht aufgrund der Erfahrung des Jahres 2020 und des starken Preis-Leistungs-Verhältnisses des Smartbrokers mit einer wesentlichen Erhöhung des Marktanteils.
4 basierend auf eigenen Berechnungen, diese Angabe stellt eine sonstige Information dar, die nicht Gegenstand der Jahresabschlussprüfung ist.
Insgesamt sind weder für die Einzelgesellschaft noch für den Konzern bestandsgefährdende Risiken noch Liquiditätsrisiken mit Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus heutiger Sicht erkennbar.
Das operative Ergebnis5 2020 lag mit TEUR -1.193 im Rahmen der Planungen. Rechnet man die Investitionen in den Smartbroker6 heraus, lag das operative EBITDA ohne Investitionen in den Smartbroker (Bereich Social&Media) bei TEUR 5.938 und damit deutlich über den Planungen (TEUR 4.981). Grund hierfür war vor allem der anhaltende Aufschwung im Markt für Investor-Relation-Werbung sowie neuer Kunden im Bereich Key Acoount.
Ein positives Börsenumfeld vorausgesetzt sollte sich der Bereich Social&Media in 2021 auf dem Niveau des Vorjahres entwickeln. Die Gewinne aus dem Bereich Social&Media werden reinvestiert in den Auf- bzw. Ausbaus des Smartbrokers zur Verbesserung des Produktes und Forcierung des Kundenwachstums. Für das Jahr 2021 rechnet die wallstreet:online AG mit erheblichen Anlaufinvestitionen für dieses Projekt. Für den Einzelabschluss der wallstreet:online AG rechnet der Vorstand für 2021 trotz dieser erheblichen Investitionen mit einem deutlich positiven Ergebnis.
Das operative Konzernergebnis (Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen, Steuern und Sondereffekten) 2020 lag mit TEUR 4.521 über den zuletzt im September 2020 angepassten Planungen von TEUR 4.369. Grund hierfür war vor allem das anhaltende Wachstum der Umsätze im Bereich Social&Media, getrieben durch das nachhaltige Wachstum der Online-Werbung, dem weiteren Ausbau der Reichweite unserer Portale und sozialen Netzwerke und der kontinuierlichen Innovation und Einführung neuer Produkte zu einer hochpreisigen Vermarktung der zur Verfügung stehenden Flächen.
Ein stetiges Börsenumfeld vorausgesetzt, sollte das Marktumfeld für den Bereich Social&Media im Jahr 2021 unverändert bleiben und so zu einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung der wallstreet:online AG beitragen. In diesem Bereich liegt der Fokus weiterhin im Ausbau der Key-
5 Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, vor Erträgen aus Beteiligungen, vor Abschreibungen auf Finanzanlagen
6 Investitionen in Leadeinkauf, Legitimationskosten und Entwicklungskosten
Account-Vermarktung, der Optimierung der agenturseitigen Vermarktung, der weiteren Spezialisierung des Real-Time-Bidding-Geschäfts, sowie dem Ausbau des IR-Geschäftes. Für die Bereiche B2B-Media und Transaction wird mit moderatem Wachstum geplant.
Das Projekt Smartbroker konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als 70.000 Neukunden gewinnen und das Jahr 2020 mit mehr als 70.000 Kunden abschließen. Per April 2021 lag die Kundenzahl bei mehr als 130.000. Für das Ende des Jahres sind mindestens 200.000 Kunden geplant. Weiteres wesentliches Wachstum ist auch beim verwalteten Depotbestand geplant. Die Entwicklung des durchschnittlichen Depotvolumens und der Handelsaktivität der Smartbrokerkunden liegen deutlich über den ursprünglichen Planungen des Managements. Die Planzahlen berücksichtigen bereits die Annahme, dass sich die Gewinnung von neuen Kunden und höheren AUMs im Zuge der Lockerungen der Corona-Ausgangsbeschränkungen zeitweise abschwächen könnte.
Trotz der Corona-Krise verzeichnet die wallstreet:online AG beständige Auftragseingänge und hohe Kundenaktivität. Die Zahlungsmoral der Kunden ist weiterhin positiv.
Mit den am 23. April 2021 angekündigten Anteilserwerben und zusammen mit weiteren Erwerbsvorgängen des Jahres 2020 wird die wallstreet:online AG nach erfolgreicher Durchführung des laufenden Inhaberkontrollverfahrens die Schwelle von 95 % an Anteilen der wallstreet:online capital AG überschreiten. Für das Geschäftsjahr 2021 plant die wallstreet:online AG daher mit einem Konzernumsatz im Bereich von ca. EUR 45 bis 50 Mio. und einem konsolidierten operativen EBITDA in Höhe von EUR 4 bis 6 Mio. Der Aufwand für die Neukundengewinnung für den Smartbroker wird im Geschäftsjahr 2021 mit ca. EUR 12,5 Mio. eingeplant. In dieser Planung sind Umsatz und Ergebnis der wallstreet:online capital AG bereits auf konsolidierter Basis und pro-forma für zwölf Monate enthalten, wohingegen die buchhalterische Konsolidierung erst ab dem Zeitpunkt stattfinden wird, zu dem die Kontrolle gegeben ist. Die wallstreet:online AG geht davon aus, das laufende Inhaberkontrollverfahren zur Aufstockung ihrer Beteiligung im Geschäftsjahr 2021 abzuschließen.
Gemäß § 312 AktG haben wir einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der mit der folgenden Erklärung gemäß § 312 Abs. 3 AktG abschließt:
"Über die [im Abhängigkeitsbericht] genannten Sachverhalte hinaus, sind keine Rechtsgeschäfte durchgeführt worden oder Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden oder damit verbundenen Unternehmen getroffen oder unterlassen worden.
Die wallstreet:online AG hat nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt worden."
Berlin, 9. Juni 2021
Der Vorstand der wallstreet:online AG
Stefan Zmojda Michael Bulgrin
Oliver Haugk Matthias Hach
Roland Nicklaus
Wir, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, haben unsere Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung im Auftrag der Gesellschaft vorgenommen. Neben der gesetzlichen Funktion der Offenlegung (§ 325 HGB) in den Fällen gesetzlicher Abschlussprüfungen richtet sich der Bestätigungsvermerk ausschließlich an die Gesellschaft und wurde zu deren interner Verwendung erteilt, ohne dass er weiteren Zwecken Dritter oder diesen als Entscheidungsgrundlage dienen soll. Das in dem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis von freiwilligen Abschlussprüfungen ist somit nicht dazu bestimmt, Grundlage von Entscheidungen Dritter zu sein, und nicht für andere als bestimmungsgemäße Zwecke zu verwenden.
Unserer Tätigkeit liegt unser Auftragsbestätigungsschreiben zur Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung einschließlich der "Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" in der vom Institut der Wirtschaftsprüfer herausgegebenen Fassung vom 1. Januar 2017 zugrunde.
Klarstellend weisen wir darauf hin, dass wir Dritten gegenüber keine Verantwortung, Haftung oder anderweitige Pflichten übernehmen, es sei denn, dass wir mit dem Dritten eine anders lautende schriftliche Vereinbarung geschlossen hätten oder ein solcher Haftungsausschluss unwirksam wäre.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir keine Aktualisierung des Bestätigungsvermerks hinsichtlich nach seiner Erteilung eintretender Ereignisse oder Umstände vornehmen, sofern hierzu keine rechtliche Verpflichtung besteht.
Wer auch immer das in vorstehendem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis unserer Tätigkeit zur Kenntnis nimmt, hat eigenverantwortlich zu entscheiden, ob und in welcher Form er dieses Ergebnis für seine Zwecke nützlich und tauglich erachtet und durch eigene Untersuchungshandlungen erweitert, verifiziert oder aktualisiert.
für
Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2017
(1) Die Auftragsbedingungen gelten für Verträge zwischen Wirtschaftsprüfern oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften (im Nachstehenden zusammenfassend "Wirtschaftsprüfer" genannt) und ihren Auftraggebern über Prüfungen, Steuerberatung, Beratungen in wirtschaftlichen Angelegenheiten und sonstige Aufträge, soweit nicht etwas anderes ausdrücklich schriftlich vereinbart oder gesetzlich zwingend vorgeschrieben ist.
(2) Dritte können nur dann Ansprüche aus dem Vertrag zwischen Wirtschaftsprüfer und Auftraggeber herleiten, wenn dies ausdrücklich vereinbart ist oder sich aus zwingenden gesetzlichen Regelungen ergibt. Im Hinblick auf solche Ansprüche gelten diese Auftragsbedingungen auch diesen Dritten gegenüber.
(1) Gegenstand des Auftrags ist die vereinbarte Leistung, nicht ein bestimmter wirtschaftlicher Erfolg. Der Auftrag wird nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Berufsausübung ausgeführt. Der Wirtschaftsprüfer übernimmt im Zusammenhang mit seinen Leistungen keine Aufgaben der Geschäftsführung. Der Wirtschaftsprüfer ist für die Nutzung oder Umsetzung der Ergebnisse seiner Leistungen nicht verantwortlich. Der Wirtschaftsprüfer ist berechtigt, sich zur Durchführung des Auftrags sachverständiger Personen zu bedienen.
(2) Die Berücksichtigung ausländischen Rechts bedarf – außer bei betriebswirtschaftlichen Prüfungen – der ausdrücklichen schriftlichen Vereinbarung.
(3) Ändert sich die Sach- oder Rechtslage nach Abgabe der abschließenden beruflichen Äußerung, so ist der Wirtschaftsprüfer nicht verpflichtet, den Auftraggeber auf Änderungen oder sich daraus ergebende Folgerungen hinzuweisen.
(1) Der Auftraggeber hat dafür zu sorgen, dass dem Wirtschaftsprüfer alle für die Ausführung des Auftrags notwendigen Unterlagen und weiteren Informationen rechtzeitig übermittelt werden und ihm von allen Vorgängen und Umständen Kenntnis gegeben wird, die für die Ausführung des Auftrags von Bedeutung sein können. Dies gilt auch für die Unterlagen und weiteren Informationen, Vorgänge und Umstände, die erst während der Tätigkeit des Wirtschaftsprüfers bekannt werden. Der Auftraggeber wird dem Wirtschaftsprüfer geeignete Auskunftspersonen benennen.
(2) Auf Verlangen des Wirtschaftsprüfers hat der Auftraggeber die Vollständigkeit der vorgelegten Unterlagen und der weiteren Informationen sowie der gegebenen Auskünfte und Erklärungen in einer vom Wirtschaftsprüfer formulierten schriftlichen Erklärung zu bestätigen.
(1) Der Auftraggeber hat alles zu unterlassen, was die Unabhängigkeit der Mitarbeiter des Wirtschaftsprüfers gefährdet. Dies gilt für die Dauer des Auftragsverhältnisses insbesondere für Angebote auf Anstellung oder Übernahme von Organfunktionen und für Angebote, Aufträge auf eigene Rechnung zu übernehmen.
(2) Sollte die Durchführung des Auftrags die Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers, die der mit ihm verbundenen Unternehmen, seiner Netzwerkunternehmen oder solcher mit ihm assoziierten Unternehmen, auf die die Unabhängigkeitsvorschriften in gleicher Weise Anwendung finden wie auf den Wirtschaftsprüfer, in anderen Auftragsverhältnissen beeinträchtigen, ist der Wirtschaftsprüfer zur außerordentlichen Kündigung des Auftrags berechtigt.
Soweit der Wirtschaftsprüfer Ergebnisse im Rahmen der Bearbeitung des Auftrags schriftlich darzustellen hat, ist alleine diese schriftliche Darstellung maßgebend. Entwürfe schriftlicher Darstellungen sind unverbindlich. Sofern nicht anders vereinbart, sind mündliche Erklärungen und Auskünfte des Wirtschaftsprüfers nur dann verbindlich, wenn sie schriftlich bestätigt werden. Erklärungen und Auskünfte des Wirtschaftsprüfers außerhalb des erteilten Auftrags sind stets unverbindlich.
(1) Die Weitergabe beruflicher Äußerungen des Wirtschaftsprüfers (Arbeitsergebnisse oder Auszüge von Arbeitsergebnissen – sei es im Entwurf oder in der Endfassung) oder die Information über das Tätigwerden des Wirtschaftsprüfers für den Auftraggeber an einen Dritten bedarf der schriftlichen Zustimmung des Wirtschaftsprüfers, es sei denn, der Auftraggeber ist zur Weitergabe oder Information aufgrund eines Gesetzes oder einer behördlichen Anordnung verpflichtet.
(2) Die Verwendung beruflicher Äußerungen des Wirtschaftsprüfers und die Information über das Tätigwerden des Wirtschaftsprüfers für den Auftraggeber zu Werbezwecken durch den Auftraggeber sind unzulässig.
(1) Bei etwaigen Mängeln hat der Auftraggeber Anspruch auf Nacherfüllung durch den Wirtschaftsprüfer. Nur bei Fehlschlagen, Unterlassen bzw. unberechtigter Verweigerung, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit der Nacherfüllung kann er die Vergütung mindern oder vom Vertrag zurücktreten; ist der Auftrag nicht von einem Verbraucher erteilt worden, so kann der Auftraggeber wegen eines Mangels nur dann vom Vertrag zurücktreten, wenn die erbrachte Leistung wegen Fehlschlagens, Unterlassung, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit der Nacherfüllung für ihn ohne Interesse ist. Soweit darüber hinaus Schadensersatzansprüche bestehen, gilt Nr. 9. 09/2016 Alle Rechte vorbehalten. Ohne Genehmigung des Verlages ist es nicht gestattet, die Vordrucke ganz oder teilweise nachzudrucken bzw. auf fotomechanischem oder elektronischem Wege zu vervielfältigen und/oder zu verbreiten. © IDW Verlag GmbH · Tersteegenstraße 14 · 40474 Düsseldorf DokID: 29543 TKD75Z0
(2) Der Anspruch auf Beseitigung von Mängeln muss vom Auftraggeber unverzüglich in Textform geltend gemacht werden. Ansprüche nach Abs. 1, die nicht auf einer vorsätzlichen Handlung beruhen, verjähren nach Ablauf eines Jahres ab dem gesetzlichen Verjährungsbeginn.
(3) Offenbare Unrichtigkeiten, wie z.B. Schreibfehler, Rechenfehler und formelle Mängel, die in einer beruflichen Äußerung (Bericht, Gutachten und dgl.) des Wirtschaftsprüfers enthalten sind, können jederzeit vom Wirtschaftsprüfer auch Dritten gegenüber berichtigt werden. Unrichtigkeiten, die geeignet sind, in der beruflichen Äußerung des Wirtschaftsprüfers enthaltene Ergebnisse infrage zu stellen, berechtigen diesen, die Äußerung auch Dritten gegenüber zurückzunehmen. In den vorgenannten Fällen ist der Auftraggeber vom Wirtschaftsprüfer tunlichst vorher zu hören.
(1) Der Wirtschaftsprüfer ist nach Maßgabe der Gesetze (§ 323 Abs. 1 HGB, § 43 WPO, § 203 StGB) verpflichtet, über Tatsachen und Umstände, die ihm bei seiner Berufstätigkeit anvertraut oder bekannt werden, Stillschweigen zu bewahren, es sei denn, dass der Auftraggeber ihn von dieser Schweigepflicht entbindet.
(2) Der Wirtschaftsprüfer wird bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten die nationalen und europarechtlichen Regelungen zum Datenschutz beachten.
(1) Für gesetzlich vorgeschriebene Leistungen des Wirtschaftsprüfers, insbesondere Prüfungen, gelten die jeweils anzuwendenden gesetzlichen Haftungsbeschränkungen, insbesondere die Haftungsbeschränkung des § 323 Abs. 2 HGB.
(2) Sofern weder eine gesetzliche Haftungsbeschränkung Anwendung findet noch eine einzelvertragliche Haftungsbeschränkung besteht, ist die Haftung des Wirtschaftsprüfers für Schadensersatzansprüche jeder Art, mit Ausnahme von Schäden aus der Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit, sowie von Schäden, die eine Ersatzpflicht des Herstellers nach § 1 ProdHaftG begründen, bei einem fahrlässig verursachten einzelnen Schadensfall gemäß § 54a Abs. 1 Nr. 2 WPO auf 4 Mio. € beschränkt.
(3) Einreden und Einwendungen aus dem Vertragsverhältnis mit dem Auftraggeber stehen dem Wirtschaftsprüfer auch gegenüber Dritten zu.
(4) Leiten mehrere Anspruchsteller aus dem mit dem Wirtschaftsprüfer bestehenden Vertragsverhältnis Ansprüche aus einer fahrlässigen Pflichtverletzung des Wirtschaftsprüfers her, gilt der in Abs. 2 genannte Höchstbetrag für die betreffenden Ansprüche aller Anspruchsteller insgesamt.
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(5) Ein einzelner Schadensfall im Sinne von Abs. 2 ist auch bezüglich eines aus mehreren Pflichtverletzungen stammenden einheitlichen Schadens gegeben. Der einzelne Schadensfall umfasst sämtliche Folgen einer Pflichtverletzung ohne Rücksicht darauf, ob Schäden in einem oder in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren entstanden sind. Dabei gilt mehrfaches auf gleicher oder gleichartiger Fehlerquelle beruhendes Tun oder Unterlassen als einheitliche Pflichtverletzung, wenn die betreffenden Angelegenheiten miteinander in rechtlichem oder wirtschaftlichem Zusammenhang stehen. In diesem Fall kann der Wirtschaftsprüfer nur bis zur Höhe von 5 Mio. € in Anspruch genommen werden. Die Begrenzung auf das Fünffache der Mindestversicherungssumme gilt nicht bei gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtprüfungen. Lizensiert für / Licensed to: Mitgliedsunternehmen des Verbunds von EY-Gesellschaften | 4309421 DokID: 29543 TKD75Z0
(6) Ein Schadensersatzanspruch erlischt, wenn nicht innerhalb von sechs Monaten nach der schriftlichen Ablehnung der Ersatzleistung Klage erhoben wird und der Auftraggeber auf diese Folge hingewiesen wurde. Dies gilt nicht für Schadensersatzansprüche, die auf vorsätzliches Verhalten zurückzuführen sind, sowie bei einer schuldhaften Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit sowie bei Schäden, die eine Ersatzpflicht des Herstellers nach § 1 ProdHaftG begründen. Das Recht, die Einrede der Verjährung geltend zu machen, bleibt unberührt.
(1) Ändert der Auftraggeber nachträglich den durch den Wirtschaftsprüfer geprüften und mit einem Bestätigungsvermerk versehenen Abschluss oder Lagebericht, darf er diesen Bestätigungsvermerk nicht weiterverwenden.
Hat der Wirtschaftsprüfer einen Bestätigungsvermerk nicht erteilt, so ist ein Hinweis auf die durch den Wirtschaftsprüfer durchgeführte Prüfung im Lagebericht oder an anderer für die Öffentlichkeit bestimmter Stelle nur mit schriftlicher Einwilligung des Wirtschaftsprüfers und mit dem von ihm genehmigten Wortlaut zulässig.
(2) Widerruft der Wirtschaftsprüfer den Bestätigungsvermerk, so darf der Bestätigungsvermerk nicht weiterverwendet werden. Hat der Auftraggeber den Bestätigungsvermerk bereits verwendet, so hat er auf Verlangen des Wirtschaftsprüfers den Widerruf bekanntzugeben.
(3) Der Auftraggeber hat Anspruch auf fünf Berichtsausfertigungen. Weitere Ausfertigungen werden besonders in Rechnung gestellt.
(1) Der Wirtschaftsprüfer ist berechtigt, sowohl bei der Beratung in steuerlichen Einzelfragen als auch im Falle der Dauerberatung die vom Auftraggeber genannten Tatsachen, insbesondere Zahlenangaben, als richtig und vollständig zugrunde zu legen; dies gilt auch für Buchführungsaufträge. Er hat jedoch den Auftraggeber auf von ihm festgestellte Unrichtigkeiten hinzuweisen.
(2) Der Steuerberatungsauftrag umfasst nicht die zur Wahrung von Fristen erforderlichen Handlungen, es sei denn, dass der Wirtschaftsprüfer hierzu ausdrücklich den Auftrag übernommen hat. In diesem Fall hat der Auftraggeber dem Wirtschaftsprüfer alle für die Wahrung von Fristen wesentlichen Unterlagen, insbesondere Steuerbescheide, so rechtzeitig vorzulegen, dass dem Wirtschaftsprüfer eine angemessene Bearbeitungszeit zur Verfügung steht.
(3) Mangels einer anderweitigen schriftlichen Vereinbarung umfasst die laufende Steuerberatung folgende, in die Vertragsdauer fallenden Tätigkeiten:
a) Ausarbeitung der Jahressteuererklärungen für die Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer sowie der Vermögensteuererklärungen, und zwar auf Grund der vom Auftraggeber vorzulegenden Jahresabschlüsse und sonstiger für die Besteuerung erforderlicher Aufstellungen und Nachweise
b) Nachprüfung von Steuerbescheiden zu den unter a) genannten Steuern
c) Verhandlungen mit den Finanzbehörden im Zusammenhang mit den unter a) und b) genannten Erklärungen und Bescheiden
d) Mitwirkung bei Betriebsprüfungen und Auswertung der Ergebnisse von Betriebsprüfungen hinsichtlich der unter a) genannten Steuern
e) Mitwirkung in Einspruchs- und Beschwerdeverfahren hinsichtlich der unter a) genannten Steuern.
Der Wirtschaftsprüfer berücksichtigt bei den vorgenannten Aufgaben die wesentliche veröffentlichte Rechtsprechung und Verwaltungsauffassung.
(4) Erhält der Wirtschaftsprüfer für die laufende Steuerberatung ein Pauschalhonorar, so sind mangels anderweitiger schriftlicher Vereinbarungen die unter Abs. 3 Buchst. d) und e) genannten Tätigkeiten gesondert zu honorieren.
(5) Sofern der Wirtschaftsprüfer auch Steuerberater ist und die Steuerberatervergütungsverordnung für die Bemessung der Vergütung anzuwenden ist, kann eine höhere oder niedrigere als die gesetzliche Vergütung in Textform vereinbart werden.
(6) Die Bearbeitung besonderer Einzelfragen der Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Einheitsbewertung und Vermögensteuer sowie aller Fragen der Umsatzsteuer, Lohnsteuer, sonstigen Steuern und Abgaben erfolgt auf Grund eines besonderen Auftrags. Dies gilt auch für
a) die Bearbeitung einmalig anfallender Steuerangelegenheiten, z.B. auf dem Gebiet der Erbschaftsteuer, Kapitalverkehrsteuer, Grunderwerbsteuer,
b) die Mitwirkung und Vertretung in Verfahren vor den Gerichten der Finanz- und der Verwaltungsgerichtsbarkeit sowie in Steuerstrafsachen,
c) die beratende und gutachtliche Tätigkeit im Zusammenhang mit Umwandlungen, Kapitalerhöhung und -herabsetzung, Sanierung, Eintritt und Ausscheiden eines Gesellschafters, Betriebsveräußerung, Liquidation und dergleichen und
d) die Unterstützung bei der Erfüllung von Anzeige- und Dokumentationspflichten.
(7) Soweit auch die Ausarbeitung der Umsatzsteuerjahreserklärung als zusätzliche Tätigkeit übernommen wird, gehört dazu nicht die Überprüfung etwaiger besonderer buchmäßiger Voraussetzungen sowie die Frage, ob alle in Betracht kommenden umsatzsteuerrechtlichen Vergünstigungen wahrgenommen worden sind. Eine Gewähr für die vollständige Erfassung der Unterlagen zur Geltendmachung des Vorsteuerabzugs wird nicht übernommen.
Die Kommunikation zwischen dem Wirtschaftsprüfer und dem Auftraggeber kann auch per E-Mail erfolgen. Soweit der Auftraggeber eine Kommunikation per E-Mail nicht wünscht oder besondere Sicherheitsanforderungen stellt, wie etwa die Verschlüsselung von E-Mails, wird der Auftraggeber den Wirtschaftsprüfer entsprechend in Textform informieren.
(1) Der Wirtschaftsprüfer hat neben seiner Gebühren- oder Honorarforderung Anspruch auf Erstattung seiner Auslagen; die Umsatzsteuer wird zusätzlich berechnet. Er kann angemessene Vorschüsse auf Vergütung und Auslagenersatz verlangen und die Auslieferung seiner Leistung von der vollen Befriedigung seiner Ansprüche abhängig machen. Mehrere Auftraggeber haften als Gesamtschuldner.
(2) Ist der Auftraggeber kein Verbraucher, so ist eine Aufrechnung gegen Forderungen des Wirtschaftsprüfers auf Vergütung und Auslagenersatz nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen zulässig.
Der Wirtschaftsprüfer ist nicht bereit, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle im Sinne des § 2 des Verbraucherstreitbeilegungsgesetzes teilzunehmen.
Für den Auftrag, seine Durchführung und die sich hieraus ergebenden Ansprüche gilt nur deutsches Recht.
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