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Sino AG Management Reports 2022

Nov 13, 2023

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Management Reports

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Finanzbericht: 33229086

sino Aktiengesellschaft

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2022

Lagebericht und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021/​2022

sino Aktiengesellschaft, Düsseldorf

1. Grundlagen zur sino AG und zum Konzern

1.1 Geschäftsmodell

1.2 Investitionen

1.3 Beteiligungen

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Wertpapiermärkte

2.1.1 Gesamtwirtschaft

2.1.2 Wertpapiermärkte

2.2 Geschäftsverlauf der sino AG und des Konzerns

2.2.1 Kundenzahl und Ordervolumen

3. Lage der Gesellschaft und des Konzerns

3.1 Ertragslage

3.2 Vermögenslage

3.3 Finanzlage

4. Nachtragsbericht

5. Risikobericht

5.1 Allgemeines

5.2 Risikostruktur

5.3 Quantitative Risiken

5.4 Qualitative Risiken

5.5 Zusammensetzung der Eigenmittel

5.6 Chancen- und Prognosebericht

6. Schlusswort

1. Grundlagen zur sino AG und zum Konzern

1.1 Geschäftsmodell

Die sino AG wurde 1998 gegründet. Die sino AG | High End Brokerage hat sich auf die Abwicklung von Wertpapiergeschäften für die aktivsten und anspruchsvollsten Privatkunden in Deutschland spezialisiert und entwickelte sich in kurzer Zeit zum Synonym für High End Brokerage. Die sino ist der Broker für Heavy-Trader in Deutschland. Mit der konsequenten Fokussierung auf die anspruchsvollsten und aktivsten Trader verfolgt die sino eine klare Strategie. Diesen sehr aktiven Kunden bietet die Gesellschaft ein besonderes Leistungspaket an. Dieses umfasst leistungsfähige und außerordentlich stabile Frontends, ein faires und attraktives Gebührenmodell, kompetenten und persönlichen Service sowie Konto- und Depotführung über die HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Düsseldorf (HSBC Trinkaus). Nachdem erfolgreichen Wechsel zur Baader Bank wird ab November der Handel, sowie die Konto und Depotführung der Kunden über die HSBC komplett eingestellt.

Die ursprüngliche Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Erbringung der Anlagevermittlung und der Abschlussvermittlung wurde der Gesellschaft am 6. September 1999 erteilt. Gemäß § 64i KWG galt die Erlaubnis für die Anlageberatung seit dem 1. November 2007 als erteilt, auf die seinerzeit ebenfalls erteilte Erlaubnis für das Eigengeschäft wurde im Nachgang verzichtet. Mit Inkrafttreten des WpIG galt die vormals erteilte Erlaubnis nach § 32 KWG am 25.06.2021 als erloschen und mit gleichem Datum die zur Erbringung der Abschlussvermittlung, Anlageberatung und Anlagevermittlung notwendige Erlaubnis nach § 15 WpIG nach § 86 Abs. 1 WpIG als erteilt.

Die sino Beteiligungen GmbH, ein 100%-iges Tochterunternehmen der sino AG, hat den Geschäftszweck der Verwaltung eigenen Vermögens und dient als Verwaltungsgesellschaft für Beteiligungen.

1.2 Investitionen

Im Bereich der Sachanlagen wurde in der sino AG, wie in jedem Wirtschaftsjahr, kontinuierlich in Betriebs- und Geschäftsausstattung investiert. Darüber hinaus wurden bei den immateriellen Anlagewerten vor allem Investitionen im Bereich Software getätigt, hier vorranging für die Anbindung einer neuen Bank als Kooperationspartner.

Der sino MX-PRO wurde, in Kooperation mit der tick Trading Software AG und ausgewählten Kunden der sino AG, wie in jedem Jahr laufend weiterentwickelt und an veränderte Gesetzesvorgaben und Kundenwünsche angepasst.

Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden interne Tools im Bereich des Controllings weiter verbessert bzw. ausgeweitet.

Die Seminarreihe "sino Akademie", mit der gezielt bestehende Kunden und Interessenten angesprochen werden, wurde auch in diesem Jahr aufgrund der Corona Pandemie nur in virtueller Form angeboten.

1.3 Beteiligungen

Die sino Beteiligungen GmbH, Düsseldorf, hat den Geschäftszweck der Verwaltung eigenen Vermögens und dient als Verwaltungsgesellschaft für Beteiligungen. Dies hat für die sino AG sowohl organisatorische als auch finanzielle Vorteile.

Die sino AG hält zum Bilanzstichtag rund 5,73 % bzw. insgesamt 115.269 Aktien an der tick Trading Software AG, Düsseldorf. Die tick Trading Software AG stellt der sino AG das Handels-Frontend Tradebase MX zur Verfügung, das die sino AG den eigenen Kunden unter dem Label sino MX-PRO anbietet. Die Vergütung besteht zum überwiegenden Teil aus einer festen Vergütung pro abgewickelter Transaktion.

Im Geschäftsjahr 2021/​2022 hat die tick-TS AG, zusammen mit der sino AG und der Baader Bank AG, die technische Anbindung von TradeBase MX an das von der Baader Bank AG betriebene System "DECIDE" erfolgreich abgeschlossen. Die neue Anbindung ermöglicht der sino AG und potenziellen anderen Kunden, eine Nutzung des TBMX Frontends gegen das Order Routing System der Baader Bank AG.

Gemeinsam mit der Baader Bank AG hat die tick-TS AG einen Echtzeitabgleich von Positionen und Cash-Beständen aus dem Baader Bank AG eigenen "OBS" System geschaffen. Unter Verwendung einer von der Baader Bank AG zur Verfügung gestellten REST-API, können so Kunden der sino AG ihre in OBS verbuchten Positionen und Cash-Bestände auch im TBMX sehen und diese für den Handel verwenden.

Die tick Trading Software AG konnte auch im Geschäftsjahr 2021/​2022 über lastabhängige Gebühren von der weiterhin hohen Handelsaktivität an den Börsen profitieren. Die sino AG nutzt das Produkt der tick Trading Software AG für den Aktienhandel an deutschen, europäischen und amerikanischen Aktienbörsen, für den Handel mit Futures an der Eurex, für den Devisenhandel sowie als Plattform für den Direkthandel mit Aktien, Optionsscheinen und Zertifikaten.

Mit der Gründung der tick Trading Software AG im Jahre 2002 setzten sich Oliver Wagner , Matthias Hocke, Ingo Hillen und die sino AG die Entwicklung einer der professionellsten und fortschrittlichsten Handelsplattformen als Ziel. Mit der TradeBase MX Plattform stellt die tick Trading Software AG diese nun weltweit ihren Kunden zur Verfügung. Seit einigen Jahren komplettieren neben der TBMX Plattform direkte Anbindungen an nationale und internationale Marktplätze und Broker, eine eigene Hosting- und Housing-Infrastruktur sowie ein e-Trading Compliance Monitor (ECM) zur Einhaltung von ESMA-Vorschriften das Portfolio des Unternehmens.

Neben der Tradebase MX Plattform bietet die tick Trading Software AG auch Tools zur Risiko- und Handelsüberwachung an, unter anderem den e-Trading Compliance Monitor. Dieser ermöglicht Finanzdienstleistern, sämtliche Geschäfte, die sie für sich oder Dritte ausführen, auf möglichen Marktmissbrauch elektronisch zu überwachen. Für die sino AG hat die tick Trading Software AG in den Vorjahren zudem einen Handelsmonitor entwickelt, der es den Kunden selbst ermöglicht, ihr Handelsverhalten zu überwachen.

Die Arbeiten an der von der tick Trading Software AG in Kooperation mit der sino AG entwickelten App für mobile Endgeräte (iOS/​Android) wurden weiter vorangetrieben, die Fertigstellung wird im nächsten Geschäftsjahr erwartet.

Das Beteiligungsunternehmen Trade Republic Bank GmbH, Berlin (vormals: 20.1797 Neon GmbH, München, kurz Trade Republic), bietet als Deutschlands erster mobiler und provisionsfreier Broker Aktien, ETFs und Derivate für eine Fremdkostenpauschale von 1,00 EUR an. Dabei bietet Trade Republic ihren Kunden Funktionen und Dienstleistungen eines klassischen Online-Brokers - von der Depoteröffnung, über den Wertpapierhandel bis hin zu Postbox-Nachrichten - auf einer mobilen Applikation für das Mobiltelefon. Die mobile App ermöglicht zu Echt-Kursdaten Aktien und ETFs über das an der Börse Hamburg betriebene elektronische Handelssystem LS Exchange zu handeln. Derivate werden außerbörslich über die HSBC gehandelt.

Die Beteiligung beträgt zum Bilanzstichtag noch rund 7,79 % (rechtlicher Anteil unter Berücksichtigung einer Treuhandvereinbarung 2,48 %). Die Trade Republic ist eine CRR-Wertpapierfirma nach § 1 Absatz 3d Satz 2 KWG i.V.m. Artikel 4 Absatz 1 Nr. 2 der Verordnung (EU) Nr. 575/​2013 in der Form des Wertpapierhandelsunternehmens und der Wertpapierhandelsbank nach § 1 Absatz 3d Satz 4 und 5 KWG sowie Kreditinstitut nach § 1 Absatz 1 Satz 2 Nr. 4 und 5 KWG aber kein CRR-Kreditinstitut mangels Kredit- und Einlagengeschäft.

Die operative Geschäftstätigkeit der Trade Republic wurde im Januar 2019 aufgenommen und hat sich seitdem kontinuierlich äußerst positiv entwickelt. Trade Republic war von Beginn an ein europäisches Projekt und so wird nach dem erfolgreichen Start in Deutschland die Ausweitung des Angebots auf weitere europäische Märkte konsequent vorangetrieben. Mit dem Markteintritt in Österreich Ende 2020 und Frankreich Anfang 2021 legte der Neo-Broker den Grundstein für seine internationale Expansion. Im Oktober 2021 folgte der Start in Spanien sowie die Einrichtung der Wartelisten in Italien und den Niederlanden. Weitere Länder der Eurozone sollen folgen.

Seit Herbst 2020 hat Trade Republic das größte Angebot an kostenfreien Aktien-Sparplänen in Deutschland. Dieses Angebot wird nun nochmals ausgebaut. Insgesamt können nun über 2.500 Aktien kostenfrei bespart werden. Dabei ist es bei Trade Republic möglich, auch in Bruchteilen von Anteilen zu sparen. So können Anleger bereits ab einem Mindestbetrag von nur 10 Euro eine Beteiligung an einigen der wichtigsten Unternehmen der Welt erwerben. Trade Republic entwickelt sich nach nur zwei Jahren am Markt zum größten Anbieter von kostenfreien ETF- und Aktien-Sparplänen in Deutschland und baut seine Position als Sparplattform weiter aus. Bei dieser Art des langfristigen Vermögensaufbaus haben Kosten eine besonders hohe Relevanz, da sie langfristig die Rendite schmälern. Bei Trade Republic sind alle Aktien- und ETF-Sparpläne kostenfrei. Der Neo-Broker ermöglicht damit allen Menschen den freien Zugang zum Kapitalmarkt.

Der Vorstand der sino schätzt den Geschäftsverlauf der Trade Republic im zurückliegenden Geschäftsjahr und bis heute unverändert als sehr zufriedenstellend ein.

Sowohl die tick Trading Software AG als auch die Trade Republic Bank GmbH, werden zum 30. September 2022 als Beteiligung zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Die Gesellschaft hält über die sino Beteiligungen GmbH zwei weitere Minderheitsbeteiligungen an der QUIN Technologies GmbH (Buchwert 1.251 TEUR) und der CAPTIQ GmbH (Buchwert 500 TEUR).

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Wertpapiermärkte

2.1.1 Gesamtwirtschaft

Das vierte Quartal des Jahres 2021, das erste Quartal des Geschäftshalbjahres der sino AG, war geprägt von hohen Infektionszahlen und neuen Kontaktbeschränkungen aufgrund der Omikron-Welle. Der Handel, die Gastro und auch körpernahe Dienstleistungen litten besonders unter diesen Umständen.

Durch zur Bekämpfung des Virus veranlasste Zugangsbeschränkungen, lag der private Konsum deutlich im negativen Bereich. Anders als in der Industrie - hier konnte die Produktion wieder gesteigert werden.

Die Bruttowertschöpfung der Industrie konnte wieder zulegen und auch das Baugewerbe war im Vergleich zum 3. Quartal des Jahres 2021 wieder positiv.

Im Hinblick auf den Arbeitsmarkt hat die Omikron-Welle wenig Einfluss gehabt. Die Erwerbstätigkeit stieg und die Arbeitslosenquote ist im Quartalsverlauf von 5,5 % auf 5,1 % gesunken.

Das erste Quartal des Jahres 2022, also das 2. Quartal des Geschäftshalbjahres der sino AG, war geprägt von dem Krieg Russlands gegen die Ukraine. Der sich zuletzt anbahnende Aufschwung der Wirtschaft wurde massiv ausgebremst.

Deutlich ansteigende Rohstoffpreise führten zu starkem Inflationswachstum, was wiederum den privaten Konsum und die Investitionsmöglichkeiten der Unternehmen belastet.

Da sowohl Russland als auch die Ukraine wichtige Lieferanten von wichtigen Gütern sind, wird der weltweite Handel und die Weltproduktion ebenfalls von dem Krieg belastet.

Im zweiten Quartal 2022 nahm das BIP um 0,1 % gegenüber dem Vorquartal zu. Trotz Krieg in der Ukraine, hat sich die deutsche Wirtschaft widerstandsfähig gezeigt. Da fast alle Corona-Beschränkungen aufgehoben wurden, konnte die Wirtschaft - dank starkem privaten und staatlichen Konsum - ein solides Wachstum erleben. Starke Energiepreise stehen dem gegenüber und treffen nach und nach auf die meiste Bevölkerung. Ebenfalls leiden die Konsumenten und dadurch besonders der Handel unter den steigenden Inflationsraten. Auch leiden insbesondere energieintensive Branchen unter den gestiegenen Energiekosten.

Die Arbeitslosenquote lag im zweiten Quartal 2022 bei rund 5 %.

Im letzten Quartal des Geschäftsjahres der sino AG, im dritten Quartal des Kalenderjahres 2022, konnte ebenfalls eine Steigerung des BIP nachgewiesen werden, was aufgrund der wirtschaftlichen Situation mit Ukraine-Krieg, Energiekrise und Inflationswachstum überraschend ist. Der private Konsum ist nach dem Wegfall der Corona-Beschränkungen weiter gestiegen und die Ersparnisse der Bevölkerung halfen dem Wirtschaftswachstum.

In den Monaten Juli bis September war ein Anstieg bei der Arbeitslosigkeit zu sehen, was aber auf die geflüchteten Ukrainer zurückzuführen ist, die in diesem Zeitraum für die Grundsicherung berücksichtigt wurden.

2.1.2 Wertpapiermärkte

Auch an den Wertpapiermärkten war das vierte Quartal des Kalenderjahres 2021 geprägt von der neuen Corona Variante Omikron. An den Aktienmärkten regierten hohe Schwankungen, doch das Jahr konnte insgesamt positiv beendet werden. Bei 15.884,86 Punkten beendete der deutsche Leitindex den Handel für das Börsenjahr, dies entspricht einem Plus von 15,79 %. Der MDAX beendete das Börsenjahr 2021 mit einem Plus von 14,05 %, der SDAX mit einem Plus von 11,17 % und der TecDax mit +22,02 %.

Die positive Entwicklung des Jahres 2021 konnte im ersten Quartal 2022 leider nicht fortgeführt werden. Alle deutschen Leitindizes verloren deutlich an Zählern. So beendete der DAX das 1. Quartal 2022 bei 14.414,75 Punkten mit einem Verlust von 9,25 %. Der MDAX verlor 11,71 %, der SDAX 13,20 % und der TecDAX 15,75 %.

Das erste Quartal 2022 war geprägt vom russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, dessen globalen Ausmaß und den Folgen für alle. Höhere Rohstoffpreise, schwere Handelsbedingungen und humanitäre Auswirkungen bewegten die ganze Welt.

Volatilitätsbedingt war die Marktaktivität an den deutschen Börsen über alle Anlageklassen hinweg höher.

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres der sino AG waren die Wertpapiermärkte ebenfalls vom Krieg in der Ukraine, der Energiekrise und der steigenden Inflation beeinflusst und die Aktienmärkte verzeichneten Rückgänge. Alle deutschen Indizes verzeichneten neue Jahres-Tiefs und litten unter der Instabilität der Wirtschaft.

Das dritte Quartal des Jahres 2022, also das letzte Geschäftsjahr der sino AG (Juli-September) war ein erneut schlechtes Quartal an den Wertpapiermärkten. Der DAX beendete das sino-Geschäftsjahr bei einem Stand von 12.114,36 Punkten fast am Jahres-Tiefststand. Aufgrund von weiter steigender Inflation und Erhöhungen der Leitzinsen hat sich die konjunkturelle Entwicklung verschlechtert und die Aktien- und Anleihemärkte gaben nach.

Der negative Trend an den allgemeinen Wertpapiermärkten hat die Stabilität der sino-Aktie jedoch unberührt gelassen. Im Berichtszeitraum ist der Abschlag durch die Dividende der sino AG an ihre Aktionäre von 56,00 EUR ersichtlich, jedoch ansonsten keine großen Wertschwankungen. Die sino Aktie beendet das Geschäftsjahr am 30.09.2022 bei 27,10 EUR.

2.2. Geschäftsverlauf der sino AG und des Konzerns

Das Geschäftsjahr 2021/​2022 ist im ersten Quartal gut gestartet. Die Handelstätigkeit der Kunden blieb In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres auf einem konstanten Niveau, ist im Verhältnis zu dem historisch guten 2. Quartal des letzten Geschäftsjahres aber deutlich zurückgegangen. Die Börsenumsätze gingen im zweiten Halbjahr nochmals zurück und in Einklang damit auch die Handelsaktivität unserer Kunden.

Die ordentliche Hauptversammlung der sino AG im Geschäftsjahr 2021/​2022 fand am 28.07.2022 in Düsseldorf als Präsenzveranstaltung statt. Es wurde eine Dividende in Höhe von 56,00 EUR je Aktie, insgesamt 130.900.000,00 EUR an die Aktionäre ausgeschüttet. Der verbleibende Betrag in Höhe von 9.305.672,07 EUR wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der sino Aktienkurs lag am Tag der Hauptversammlung bei rund 81 EUR.

Im Geschäftsjahr 2021/​2022 sanken die Gesamterlöse (einschließlich der Erträge aus Beteiligungen) der sino AG um mehr als 94,42 % von 149,75 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum auf 8,36 Mio. EUR. In den Erträgen aus Beteiligungen sind Erträge aus Dividendenzahlungen der tick Trading Software AG in Höhe von 263 TEUR enthalten.

Die gesamten Verwaltungsaufwendungen der sino AG inklusive Abschreibungen sind gesunken und lagen mit 7,97 Mio. EUR um 1,89 % unter denen des Vorjahres (8,12 Mio. EUR). Die sino AG schließt das Geschäftsjahr 2021/​2022 mit einem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 347 TEUR (Vorjahr: 142,06 Mio. EUR) ab.

Im Konzern wurde ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 947 TEUR erzielt (Vorjahr: 143,02 Mio. EUR).

Unter Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie der sonstigen Steuern beläuft sich der Jahresüberschuss des Konzerns auf 952 TEUR (Vorjahr: 139,43 Mio. EUR).

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der sino AG bzw. des Konzerns entwickelte sich in den letzten fünf Jahren wie folgt:

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Geschäftsjahr 2017/​18 2018/​19 2019/​20 2020/​21 2021/​22
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Mio. EUR (sino AG) 0,266 -0,122 10,24 142,06 0,347
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Mio. EUR (Konzern) -1,408 -2,481 14,61 143,02 0,947

Der Konzernjahresüberschuss liegt bei 952 TEUR. Das Ergebnis ist vollständig den sino Aktionären zuzurechnen. Das Ergebnis liegt damit in der Bandbreite der vom Vorstand zuletzt am 28.07.2022 auf der Hauptversammlung bestätigten Prognose zwischen 0,2 und 1,3 Mio. EUR.

Insgesamt schätzt der Vorstand den Geschäftsverlauf der sino AG im abgelaufenen Geschäftsjahr als zufriedenstellend ein.

2.2.1 Kundenzahl und Ordervolumen

Die Nutzung der elektronischen Handelsplattformen durch die Kunden der sino AG blieb auch in diesem Wirtschaftsjahr auf unverändert hohem Niveau von mehr als 99 % aller insgesamt aufgegebenen Orders.

Die Anzahl der Depots per 30.09.2022 ist mit 306 gegenüber dem Vorjahr (322 Depots) um 4,97 % gesunken. 8 neue Depots wurden eröffnet.

Die Anzahl der ausgeführten Orders ist gegenüber dem vorherigen Geschäftsjahr um 31,51 % von 1,234 Mio. auf 845.099 gesunken.

3. Lage der Gesellschaft und des Konzerns

Die sino AG ist verpflichtet, zusätzlich zu ihrem Jahresabschluss einen Konzernabschluss aufzustellen, in den die sino Beteiligungen GmbH nach den Regelungen der Vollkonsolidierung einbezogen wurde.

Die Ausführungen zum sino Konzern beziehen sich auf den Konzernabschluss der sino AG, der nach den deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt wird. Die Angaben zur sino AG beziehen sich auf den ebenfalls nach deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellten Jahresabschluss der sino AG.

Im Folgenden wird zunächst die Lage der sino AG erläutert und anschließend die ggf. davon abweichende Lage des Konzerns.

3.1 Ertragslage

Die Provisionserlöse der sino AG sanken im Geschäftsverlauf um 36,3 % auf 8.299 TEUR (Vorjahr 13.028 TEUR). Die ausgewiesenen Provisionserträge resultieren im Wesentlichen aus Retrozessionen in Höhe von 8.258 TEUR (Vorjahr 13.382 TEUR). Daneben entstanden Provisionsaufwendungen durch Kommissionserstattungen und Settlementgebühren in Höhe von 684 TEUR (Vorjahr 1.953 TEUR). Die sonstigen betrieblichen Erträge sind annähernd gleich geblieben und belaufen sich auf 484 TEUR (Vorjahr 490 TEUR).

Die im abgelaufenen Geschäftsjahr in der sino AG verbuchte Ausschüttung der Dividende der tick Trading Software AG betrug 263 TEUR.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sanken gegenüber dem Vorjahr um 2,06% von 7.853 TEUR auf 7.691 TEUR. Die Personalaufwendungen sanken dabei von 3.370 TEUR auf 2.783 TEUR um 17,41 %, im Wesentlichen aufgrund von niedrigeren variablen Vergütungen im Vergleich zum Vorjahr. Die anderen Verwaltungsaufwendungen stiegen um 9,48 %. Die Cost-Income-Ratio, definiert als "Allgemeine Verwaltungsaufwendungen" durch "Netto-Provisionserlöse", liegt bei 1,01 (im Vorjahr: 0,71).

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen stiegen von 244 TEUR auf 276 TEUR um 13,03 %.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft beinhalten wie im Vorjahr Forderungsverluste in Höhe von 1 TEUR (Vorjahr 1 TEUR).

Die im Jahresabschluss der sino AG ausgewiesenen Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren in Höhe von 508 TEUR entfallen wie im Vorjahr auf die Veräußerung von Anteilen an der tick Trading Software AG (im Vorjahr 439 TEUR).

Für das Geschäftsjahr 2021/​2022 ergibt sich für die sino AG ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 347 TEUR sowie ein Jahresüberschuss in Höhe von 351 TEUR.

Im Konzernabschluss wurden Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren in Höhe von 1,2 Mio. EUR (im Vorjahr 143,0 Mio. EUR) realisiert. Diese entfallen auf die Veräußerung von Anteilen an der tick Trading Software AG (im Vorjahr an der Trade Republic Bank GmbH).

Für das Geschäftsjahr 2021/​2022 ergibt sich für den sino Konzern ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 947 TEUR sowie ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von 952 TEUR.

3.2 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der sino AG beträgt zum Abschlussstichtag 15.838 TEUR (Vorjahr 148.416 TEUR). Bei einem Eigenkapital von 13.400 TEUR (Vorjahr 143.949 TEUR) liegt die Eigenkapitalquote bei 84,61 % gegenüber 96,99 % im Vorjahr.

Wesentliche Posten der Aktivseite, neben der Beteiligung an der tick Trading Software AG, sind liquide oder liquiditätsähnliche Mittel (Kontoguthaben, Festgelder), die mit 12.367 TEUR rund 78,08 % der Bilanzsumme ausmachen, jedoch teilweise entsprechend den Angaben im Anhang im Zusammenhang mit dem bestehenden Dispositions- und Ausfallrisiko an HSBC Trinkaus verpfändet sind oder als Sicherheit bei der Baader Bank hinterlegt sind. Die täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute belaufen sich zum Stichtag auf 3.307 TEUR (Vorjahr 104.562 TEUR).

Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind unverändert auf die sino Beteiligungen GmbH zurückzuführen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen mit 84 TEUR (Vorjahr 36.516 TEUR) Forderungen an Finanzbehörden, sowie Ausleihungen der sino AG innerhalb des Konzerns an die sino Beteiligungen GmbH, die zum Stichtag mit 628 TEUR valutieren. Der Ausweis im Konzernabschluss entfällt im Wesentlichen auf Wandeldarlehen an die Sub Capitals GmbH (475 TEUR) sowie die Beatvest - Wisefolio GmbH (200 TEUR).

Die anderen Rückstellungen bestehen insbesondere für Tantieme (1.123 TEUR), ausstehende Bonuszahlungen (14 TEUR), Jahresabschluss- und diverse Beratungskosten (109 TEUR) sowie Anwalts- und Prozesskosten (45 TEUR). Weiterhin wurden Rückstellungen für noch nicht in Anspruch genommenen Urlaub (71 TEUR) und für ausstehende Rechnungen (240 TEUR) gebildet.

Die gesunkene Gesamtsumme der anderen Rückstellungen resultiert im Wesentlichen aus der aufgrund des niedrigeren Ergebnisses verringert gebildeten Rückstellungen für Tantiemeverpflichtungen (-215 TEUR), der aufgrund des bereits vorliegenden Bescheides weggefallenen Rückstellung für EDW-Beiträge (-105 TEUR) und der teilweise aufgelösten Rückstellung für Prozesskosten (-35 TEUR).

Die Konzernbilanz weist eine Bilanzsumme von 21.603 TEUR (Vorjahr 153.618 TEUR) bei einer Eigenkapitalquote von 87,63 % (Vorjahr 96,92 %) aus.

3.3 Finanzlage

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sino Konzern 2021/​2022

TEUR
2020/​2021

TEUR
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 30.088 -43.095
+ Cashflow aus der Investitionstätigkeit -1.082 148.846
+ Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -130.900 -6.826
\= Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -101.894 98.925
+ Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 0 0
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 105.274 6.349
\= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 3.380 105.274

Die vollständige Ermittlung ist der Kapitalflussrechnung im Konzernabschluss zu entnehmen.

Der positive Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist im Wesentlichen durch Ertragssteuererstattungen bedingt. Wichtigster gegenläufiger Effekt war der Aufbau von anderen Forderungen an Kreditinstitute.

Der negative Cashflow aus der Investitionstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus getätigten Investitionen in Beteiligungen und immaterielle Vermögensgegenstände. Gegenläufig wirkten Einzahlungen aus dem Verkauf von Anteilen an der tick TS.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit berücksichtigt die Auszahlung der Dividende an die Gesellschafter der sino AG.

Die Anlage finanzieller Überschüsse erfolgt regelmäßig auf Kontokorrent- und Festgeldkonten bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Finanzlage der sino AG und des Konzerns ist vor dem Hintergrund der nach wie vor hohen Eigenkapitalquote weiterhin positiv zu bewerten.

4. Nachtragsbericht

Nach Bilanzstichtag bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses haben sich keine berichtspflichtigen Vorgänge von besonderer Bedeutung ergeben, auf welche im Lagebericht einzugehen wäre.

5. Risikobericht

5.1 Allgemeines

Risikomanagement

Im Rahmen ihrer Tätigkeit sind die sino AG, das verbundene Unternehmen sino Beteiligungen GmbH sowie die weiteren Beteiligungen einer Reihe von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Daher ist das Risikomanagement integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse und Unternehmensentscheidungen. Das Management von Chancen und Risiken ist in alle Geschäftsprozesse integriert. Chancen und Risiken werden frühzeitig identifiziert, proaktiv gesteuert und überwacht.

Der Vorstand ist für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem des sino Konzerns verantwortlich. Unabhängig von den internen Zuständigkeitsregelungen ist der Vorstand für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und deren Weiterentwicklung verantwortlich. Diese Verantwortung umfasst die Festlegung angemessener Strategien, die Risikotragfähigkeit, die Festlegung von Verfahren und Prozessen zur Identifikation, Steuerung, Kontrolle und Kommunikation von wesentlichen Risiken, die Einrichtung von angemessenen internen Kontrollverfahren und somit die Verantwortung für alle wesentlichen Elemente der Risikomanagements.

Das Risikomanagement der sino AG verfolgt das Ziel, Risiken vollständig zu identifizieren, transparent und vergleichbar darzustellen, zu bewerten und zu steuern.

Risk Owner sind verpflichtet, Risiken proaktiv zu überwachen und zu steuern sowie relevante Informationen in den Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozessen zu berücksichtigen. Die vom Vorstand erlassene Richtlinie für das Risikomanagement legt alle methodischen und organisatorischen Standards im Umgang mit Chancen und Risiken verbindlich fest.

Die sino AG unterscheidet bei der Bewertung von Risiken methodisch qualitative und quantitative Risiken. Zur Beurteilung der Einzelrisiken werden diese in A-, B-, C-, D- oder sonstige Risiken klassifiziert.

Zur Risikoanalyse, -überwachung und -steuerung betreibt die sino AG ein ganzheitliches Monitoring der aktuellen Entwicklungen, die Auswirkung auf das Unternehmen haben könnten. Dabei geht es um schnellstmögliches Reagieren als auch um das Antizipieren möglicher Risiken und das Ergreifen effektiver Maßnahmen im Vorfeld. Die sino AG erstellt fortlaufend umfassende Analysen, um Entwicklungen bereits im Vorfeld einzuschätzen und Präventivszenarien für den Fall etwaiger Beeinträchtigungen zu entwerfen. Notwendige Maßnahmen richten sich hierbei nach Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen eines Schadensereignisses.

5.2 Risikostruktur der sino AG sowie des Konzerns

Die Struktur der Risiken der sino AG und des Konzerns zeigt sich gegenüber den Vorjahren weitgehend unverändert. Die Risiken der Gesellschaft erstrecken sich im Wesentlichen auf die Bereiche der Quantitativen und Qualitativen Risiken. Die von der sino AG als Stufe A und B Risiko bezifferten Risiken werden u.a. beziffert.

Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen zum 30.09.2022 in Höhe von 1.714 TEUR sind durch Eigenmittel in Höhe von 10.842 TEUR gedeckt.

5.3 Quantitative Risiken

Einschränkung der Handelsmöglichkeiten von Kunden durch regulatorische Vorgaben

Unter Finanzmarktregulierung fallen Regelwerke für Finanzinstitutionen, um das Marktgeschehen zu beaufsichtigen und zu kontrollieren. Es soll die Anleger vor Ausfallrisiken schützen, Liquiditäts- und systemische Risiken reduzieren und Preisstabilitäten gewährleisten. Die Finanzmarktregulierung erstreckt sich auf alle drei Bereiche des Finanzmarktes: Banken, Versicherungen und Wertpapierhandel. Regularien werden zum Beispiel von der Bankenaufsicht, div. Regulierungsbehörden oder auch durch den Kooperationspartner, beschlossen.

Durch diese Vorgaben kann das Handelsverhalten der Kunden stark beeinträchtigt werden.

Dieses Risiko stuft die sino AG, mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 % und einer geschätzten Schadenshöhe von bis zum 1,2 Mio.EUR als ein A-Risiko ein.

Anhaltende Seitwärtsbewegung, drastische sinkende Börsenumsätze

Sollte sich die Weltwirtschaft besser als prognostiziert entwickeln, wird diese die Geschäftsentwicklung der sino AG voraussichtlich positiv beeinflussen. Zukünftige Umsätze und Ergebnisse der sino AG könnten in diesem Fall die aktuelle Prognose übertreffen. Die sino AG kann diesbezüglich auch von positiven Entwicklungen außerhalb des eigenen Kernmarktes profitieren. Gleiches gilt für eine Entwicklung der Weltwirtschaft und der einzelnen für die sino AG relevanten Märkte, die schlechter als erwartet ausfällt.

Risiken mit potenzieller Auswirkung auf die Weltwirtschaft und somit auch auf die Börsen, das Handelsverhalten der Anleger und schlussendlich auf den Umsatz der sino AG, entstehen insbesondere durch eine zunehmende Verunsicherung über die politische Entwicklung.

Turbulenzen an den nationalen und internationalen Wertpapiermärkten, ein langanhaltender Seitwärtstrend bei geringen Umsätzen und andere Marktrisiken können zu einem zurückgehenden Interesse von Heavy Tradern am Trading und damit an den Dienstleistungen der sino AG führen, da die Handelsaktivitäten von Heavy Tradern deutlich positiv mit den allgemeinen Börsenumsätzen und der Marktvolatilität korrelieren.

Da die Erlöse aus Trades die Haupteinnahmequelle der Gesellschaft darstellen, könnte sich derartige Szenarien negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft auswirken.

Daraus ergibt sich ein Risiko der Kategorie A, bei einer Wahrscheinlichkeit von 40 % und einer geschätzten Verlustobergrenze von 1,2 Mio.EUR.

Verlust mehrerer sehr guter Kunden

Die Branche, in der die Gesellschaft tätig ist, ist äußerst wettbewerbsorientiert. Dieser Trend dürfte sich in Zukunft noch verstärken.

Einige der Wettbewerber verfügen über umfangreichere finanzielle Ressourcen als die Gesellschaft. Hierdurch könnten diese Unternehmen in der Lage sein, schneller auf neue oder sich verändernde Verhältnisse am Markt zu reagieren. Sie könnten aus dieser Ausgangsposition ebenso einen Vorsprung in der Gestaltung ihrer Vermarktungsaktivitäten als auch in der Preispolitik gewinnen und somit den Kunden attraktivere Bedingungen bieten als die Gesellschaft.

Dieser Wettbewerbsdruck kann die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage daher negativ beeinflussen. Das Risiko wird mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 20 % angesetzt, jedoch bewirkt die mögliche Schadenshöhe die Einstufung als A-Risiko.

Für einen möglichen relevanten Kundenverlust dient ein Drittel der Retrozessionen der Top 10 Kunden als Verlustobergrenze. Diese betrug im Geschäftsjahr 2021/​2022 Mio. EUR, daraus ergibt sich ein Wert 1 Mio. EUR.

5.4 Qualitative Risiken

Finanztransaktionssteuer

Ein Absinken der Börsenumsätze könnte ebenfalls durch Änderungen in der Steuergesetzgebung, z.B. der Einführung einer Finanztransaktionssteuer hervorgerufen werden.

Dieses kann die Ertragslage der sino AG stark beeinflussen und könnte eine Schadenshöhe von 650 TEUR mit sich bringen. Somit ist sie auch als ein A-Risiko einzustufen.

Adressausfallrisiko (AT 2.2.1. MaRisk) /​ Haftung für Kundenausfälle

Adressenausfallrisiko ist das Risiko, dass einen Vertragspartner nicht oder nicht fristgerecht leistet oder eine Konzerngesellschaft einem Vertragspartner trotz der Nichtleistung eines Dritten zur Leistung verpflichtet ist.

Adressenausfallrisiko wird unterteil in die drei Unterrisiken:

Kreditrisiko, Kontrahentenrisiko und Emittentenrisiko.

Kreditrisiken betreffen bilanzielle derivative und außerbilanzielle Risiken sowie adressenausfallbezogene Nachhaltigkeitsrisiken. Von grundsätzlich geringerer Bedeutung sind Kontrahentenrisiko als Risiken des Ausfalls oder der Verschlechterung der Bonität eines Kontrahenten, da nahezu sämtliche Handelsgeschäfte Zug um Zug abgewickelt werden. Sämtliche Handelsgeschäfte werden mit regulierten Instituten abgeschlossen und mit diesen abgewickelt oder an Börsengetätigt und über die Börsensysteme abgewickelt.

Dem Emittentenrisiko als Risiko des Ausfalls oder der Verschlechterung der Bonität eines Emittenten wird mit dem Risikomanagement der Handelsgeschäfte begegnet.

Ein direktes Adressenausfallrisiko im Sinne der MaRisk besteht bei der sino AG nicht.

Die Kunden der sino AG, die zuvor über einen Antrag bei den Kooperationspartnern nach MiFID II die auf Antrag als "professionell" eingestuft worden sind, können intraday für bestimmte Werte, bis zum Fünffachen maximal bis zu 500 TEUR des eingesetzten Kapitals als virtuelles Cash überziehen. Hier besteht ein indirektes Adressenausfallrisiko. Die Einhaltung dieser Kreditlinie wird streng durch den Chefhändler und die Compliance überwacht.

Dieses Risiko, stuft das Unternehmen bedingt durch die Schadenshöhe als kritisch ein, jedoch mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit. Die sino AG trägt, gemäß der Kooperationsverträge mit den Depotbanken, für diese bestimmten Fälle ganz oder teilweise ein Dispositions- und Ausfallrisiko, welches durch eine Einlagensicherung bei den Kooperationspartnern abgedeckt ist.

Die Summe aller Zahlungen, die die sino AG aufgrund von Ausfallgarantien zahlen muss, ist auf einen Maximalbetrag von 2,5 Mio. EUR begrenzt. Der Betrag ist somit gleichzeitig die Verlustobergrenze.

Die sino AG hat insgesamt 3 Mio. EUR zu Gunsten der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG und 5 Mio. EUR zu Gunsten der Baader Bank, verpfändet. Die Verpfändung dient der Sicherung bestehenden und bedingten Ansprüche aus und im Zusammenhang mit dem Kooperationsvertrag mit der HSBC Trinkaus, sowie zu der Absicherung der von dieser zur Verfügung gestellten Direkt-Handelsvollmachten.

Marktpreisrisiko (AT 2.2.2. MaRisk)

Das Marktpreisrisiko des Sektors Finanzinstitute, setzt sich aus dem Marktpreisrisiko im engeren Sinne und dem Marktliquiditätsrisiko zusammen.

Das Marktpreisrisiko im engeren Sinne ist die Gefahr eines Verlustes, der aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern auftreten kann. Unter das Markpreisrisiko werden insbesondere Zinsrisiko und Migrationsrisiko, Währungsrisiko, Aktienrisiko, Fondspreisrisiko, Rohwarenrisiko und Asset-Management-Risiko subsumiert.

Das Marktliquiditätsrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes, der aufgrund nachteiliger Veränderungen der Marktliquidität eintreten kann, so dass Vermögenswerte nur mit Abschlägen am Markt liquidierbar sind und ein aktives Risikomanagement nur eingeschränkt möglich ist.

Das Geschäftsmodell der sino AG basiert auf der Anlagen- und Abschlussvermittlung, somit entsteht ihr kein Marktpreisrisiko.

Ein Fremdwährungsrisiko ist in der sino AG nicht zu berücksichtigen, da dieses Risiko direkt bei den Kunden der sino AG liegt. Zusätzliche Gebühren, die durch ausländische Broker entstehen können, trägt der Kunde direkt entweder über sein Fremdwährungskonto oder über die Kundenabrechnung zum aktuellen Kurswert. Ein Marktpreisrisiko besteht nicht.

Liquiditätsrisiko (AT 2.2.3. MaRisk)

Liquiditätsrisiken, die unter die Verfügbarkeit liquider mittelfallen, können für den Konzern der sino AG grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden.

Jedoch aufgrund der Finanzausstattung des Konzerns werden solche Risiken als sehr gering angesehen.

Die Liquiditätslage wird täglich in angemessener Weise durch interne Verfahren überwacht.

Die Geschäftsperformance wird durch den Vorstand überprüft. Hierzu nutzt der Vorstand zum einen die täglich aktualisierten Dateien und hierfür eigens programmierten Auswertungen. Zum anderen nutzt er die monatlichen BWAs sowie Quartalabschlüsse, die von der Buchhaltung über das DATEV-Programm generiert und vom Steuerberater quartalsmäßig geprüft werden.

Zudem erfolgen jährliche Stresstests durch das Risikomanagement, wodurch mögliche Szenarien regelmäßig mit der aktuellen Wirtschaftlichkeit der Gesellschaft ins Verhältnis gesetzt werden.

Bislang zeichnet sich kein Liquiditätsrisiko ab und wird somit auch nicht im Risikotragfähigkeitskonzept berücksichtigt.

Operationelle Risiken (AT 2.2.4. MaRisk)

Die bankenaufsichtsrechtliche Definition von operationellen Risiken, befasst sich mit der Gefahr von Verlusten, die durch menschliches Verhalten, technologisches Versagen, Prozess- oder Projektmanagementschwächen oder externen Ereignissen hervor gerufen werden.

Um alle wesentlichen operationellen Risiken zu identifizieren, zu bewerten und eine größtmögliche Transparenz der Risikolage zu schaffen, beurteilt die sino AG das operationelle Risiko mittels eines szenariogestützten Risk Self-Assessments. Dies ermöglicht das Erkennen von Risikokonzentrationen.

Zur Ermittlung des Risikokapitalbedarfs für operationelle Risiken wird ein internes Portfoliomodell verwendet. Innerhalb des Portfoliomodells werden die Verteilungen von Verlusthäufigkeiten und-höhe zusammengeführt. Dabei wird ermittelt, welche potenzielle Verluste über ein Zeithorizont von einem Jahr entstehen könnten. Die Ergebnisse werden in Kombination mit den zur Risikoidentifizierung eingesetzten Methoden zur zentralen Steuerung operationeller Risiken herangezogen.

Zusätzlich werden Risikokonzentrationen unter Berücksichtigung der aufsichtsrechtlich vorgegebenen Ereigniskategorien identifiziert.

Die Überwachung des Risikokapitalbedarfs erfolgt auf Basis der Limite für operationelle Risiken.

Die Minderung operationeller Risiken soll unter anderem durch die fortlaufende Verbesserung der Geschäftsprozesse erreicht werden. Eine weitere Sicherungsmaßnahme ist der Risikotransfer durch Versicherungen oder Auslagerungen.

Eine Vermeidung von operationellen Risiken kann durch Verzicht auf risikoträchtige Produkte erreicht werden, die über den Neu-Produkt-Prozess identifiziert werden.

Compliance-Risiko

Wenn die implementierten Compliance- und Risikomanagementsysteme nicht ausreichen, um Verstöße gegen Verpflichtungen im Außenverhältnis zu verhindern beziehungsweise aufzudecken, können Compliance Risiken entstehen. Unter solchen Verpflichtungen werden Rechtsvorschriften, sowie unternehmensexterne und -interne Vereinbarungen verstanden.

Hier drunter fallen der Missbrauch von vertraulichen Informationen, Datenschutzverstöße oder Beihilfe zur Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und strafbare Handlungen. Auch das Fehlverhalten von Mitarbeitern ist Teil des Compliance-Risikos.

Verstöße gegen interne oder gesetzliche Bestimmungen können die Nichtigkeit von Verträgen zur Folge haben und rechtliche Konsequenzen mit sich bringen.

Die kann Geldbußen und Strafen, Steuernachzahlungen oder Schadensansprüche Dritter nach sich ziehen.

Zudem kann auch die Reputation hierrunter leiden.

Die für die sino AG geltenden Grundsätze werden im Comliance-Bericht dargestellt.

Dort werden die getroffenen Datenschutzvorkehrungen und die Verhaltensgrundsätze erläutert. Durch die Maßnahmen wie eine strenge Funktionstrennung, die Einhaltung des 4-Augen-Prinzips, die Einschränkung von IT-Berechtigungen und Zutrittsberechtigungen der Büroräume sowie ein an Nachhaltigkeit orientiertes Vergütungskonzept sollen Risiken aufgrund interner Betrugsgefahr eingrenzen.

IT-Risiken

Informationsrisiken entstehen aufgrund einer Verletzung der Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit oder Authentizität von Informationswerten. Besteht das Risiko im Zusammenhang mit der Verwendung von informations- oder kommunikationstechnischen Mitteln, wird es als IT-Risiko bezeichnet. Dies beinhaltet auch Cyber-Risiken.

Beim Auftreten von Informationsrisiken kann es durch die Verletzung der Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit oder Authentizität von Informationswerten zu Fehlfunktionen oder Störungen von IT-Systemen sowie zu missbräuchlicher oder manipulativer Nutzung von IT-Systemen kommen. Dies könnte die für die Durchführung der Geschäftstätigkeiten notwendigen Prozesse beeinträchtigen. Zudem könnten solche Fehlfunktionen oder Störungen zum vorübergehenden oder dauerhaften Verlust oder zur unberechtigten Veränderung, Einsichtnahme oder Veröffentlichung von Informationen führen. Auch in diesen Fällen wäre Einschränkung der Geschäftstätigkeit eine mögliche Folge, was auch zu negativen Reputationseffekten führen kann.

Die für die sino AG geltenden Grundsätze für die Informationssicherheit sind in der IT-Strategie definiert und werden von der Geschäftsstrategie abgeleitet.

Die sino AG ist im hohen Maße auf die Funktionsfähigkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit der Datenverarbeitungs- und Kommunikationssysteme angewiesen. Um die Verfügbarkeit der Systeme jederzeit gewährleisten zu können, wurden alle Kernfunktionalitäten entweder redundant ausgestaltet oder ausgelagert.

Im Hinblick auf die Auslastung der Systeme und Datenbanken wird zudem auf ausreichende Kapazitäten geachtet, sodass auch über das normale Maß hinausgehende, extreme Auslastung nicht zu einem nachhaltigen Ausfall der Systeme und Datenbanken, die unmittelbar mit den Kernfunktionen der geschäftlichen Tätigkeiten zusammenhängen, führen.

Die sino AG ist gegen den Ausfall der externen Stromversorgung mittels eines zeitlich beschränkten Notstromaggregats abgesichert und verfügt über einen Notfallplan.

Zur Aufrechterhaltung und zur Pflege aller wesentlichen Systeme, welche nicht ausgelagert sind, sind darüber hinaus jederzeit Mitarbeiter des EDV-Bereiches verfügbar.

Darunter fallen die Erreichbarkeit der Handelssysteme via Internet, Dial-In und die Erreichbarkeit des technischen Service und der Kundenbetreuer per Telefon. Im Falle einer Nicht-Erreichbarkeit, kann es zu Kostenerstattungen an die Kunden kommen.

Gemäß der aktuellen Fassung der Mindestanforderung an das Risikomanagement (MaRisk) zum 27. Oktober 2017 (Rundschreiben 09/​2017) ergeben sich aus AT 4.2 Anforderungen an Strategien und damit auch an die IT-Strategie.

Im Rahmen der nachhaltigen strategischen Planung überprüft die Geschäftsleitung der sino AG kontinuierlich die Ziele der Gesellschaft sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.

Für die Kunden der sino AG ist die Stabilität der IT-Systeme von maßgeblicher Bedeutung. Um diese dauerhaft zu gewährleisten, hat die sino AG ein Outsourcing sämtlicher verbliebener IT-Systeme beschlossen und die tick Trading Software AG mit der Aufsetzung und der Implementierung dieses Projektes beauftragt.

Die Entscheidung zum Outsourcing des Hostings und Housings und damit zur Übertragung aller relevanten Server sowie des Client-Support an die tick-TS basiert auf der Evaluierung externer Einflussfaktoren (z.B. Marktentwicklung, Wettbewerbssituation, regulatorisches Umfeld) und interner Einflussfaktoren (z.B. Risikotragfähigkeit, Liquidität, Ertragslage, personelle und technisch-organisatorische Ressourcen) sowie auf zukunftsgerichteten Annahmen zur Schätzung zukünftiger Einflussfaktoren, insbesondere unter der Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit.

Die Auslagerung unterliegt den Regulierungen vom MiFID II (Märkte für Finanzinstrumente der Richtlinie 2014/​65/​U des EU-Parlamentes und des Rates vom 15. Mai 2014), MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/​2014 des EU-Parlamentes und des Rates vom 16. April 2014) und GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff 2014/​0353090). Dazu zählt auch der Support der Systeme.

Die technische Infrastruktur der sino AG verfügt über zwei Rechenzentren, die beide im Parallelbetrieb (24/​7 Stunden) live sind, eines im Proximity-Bereich der Börse Frankfurt. Sämtliche kritische Systeme sind mindestens zweifach vorhanden. Insgesamt sechs verschiedene Provider werden für die Internetverbindung zu unseren Kunden mit einer Bandbreite von mehr als 3 Gigabit genutzt.

Für Schadensersatz und etwaige Kosten für IT-Eingriffe und Settlement-Risiken setzt die sino AG eine Verlustobergrenze von 2,8 Mio. EUR an.

Personalrisiken

Die sino AG ist aufgrund des spezifischen Geschäftsmodells auf ausreichendes und qualifiziertes Personal angewiesen.

Im vergangenen Geschäftsjahr blickt das Unternehmen auf eine erfolgreiche Personalrekrutierung zurück.

Zudem ist das Unternehmen intern bestrebt, alle Mitarbeiter weiterzubilden, um jederzeit auf qualifiziertes Fachpersonal zugreifen zu können.

Mit dem Ausscheiden von Mitarbeitern, die leitende Positionen oder Führungsaufgaben wahrnehmen, kann der Gesellschaft im Einzelfall ein Wissensnachteil entstehen. Dem wird so weit wie möglich entgegengewirkt, z.B. durch entsprechende Stellvertreter in den Abteilungen.

Massiver Error

Durch den besonderen Service, welchen die sino AG ihren Kunden bietet, entsteht ein Risiko, dass ein großer Verlust entstehen könnte, den die sino auszugleichen hätte. Durch Aufträge, die von den Kunden telefonisch erteilt werden, könnte es zu missverstandenen Orders kommen. Hier wäre die sino AG zu Schadensersatzzahlungen verpflichtet.

Ein Schaden kann auch bei einem Zeichnungsfehler durch den Kundenbetreuer entstehen: Bei einer vergessenen oder fehlerhaften Zeichnung, die mehrere Kunden betrifft, wäre ein Schaden in Höhe von 750 TEUR nicht ausgeschlossen.

Dieses Risko fließt in die Berechnung von IT-Eingriffe und Settlement-Risiken mit ein.

Cyber-Angriff, z.B. falsche Orders (Vielzahl von betroffenen Kunden)

Durch unbefugten Zugriff Dritter oder sonstigen Störungen, kann ein Ausfall des Servers, nicht vollständig ausgeschlossen werden. Falls es Dritten gelingt, unbefugt in das System der Gesellschaft einzudringen, könnten geschützte Informationen in den Datenbanken der sino AG manipuliert, gestohlen, missbraucht, deren Übertragung gefährdet, nicht genehmigte oder in betrügerischer Absicht übermittelte Aufträge ausgeführt oder sonstige Störungen verursacht werden.

Es ist nicht auszuschließen, dass es bei der von der sino AG eingesetzten Hard- und/​oder Software zu technischen Ausfällen kommt. Die Behebung solcher Störungen der Hard- und Software, die Wiederherstellung verlorengegangener Datenbestände und die weiteren Aufwendungen zum Schutz vor Übergriffen Dritter können den Einsatz erheblicher finanzieller und sonstiger Ressourcen der Gesellschaft erfordern. Diese Aufwendungen können die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft negativ beeinträchtigen. Ferner können Zweifel vorhandener und potenzieller Kunden der sino AG an der Sicherheit der Produkte und Dienstleistungen der Gesellschaft das von der Gesellschaft angestrebte Wachstum und ihre Umsätze erheblich negativ beeinträchtigen.

Durch das Outsourcing der IT-Systeme an die tick-TS AG und das damit verbundene Auslagern in Rechenzentren mit Sicherheitssystemen und Zugriffskontrolle, erhöht sich der Sicherheitsstandard der sino AG. Das Risiko ist schwer abschätzbar und wird in etwa gleichgesetzt mit einem massiven Error. Auch dieses Risko fließt in die Berechnung von IT-Eingriffe und Settlement-Risiken mit ein.

Auslagerungsrisiko

Auslagerungsrisiken können entstehen, wenn bei der Durchführung ausgelagerter Leistungen die festgelegten verfolgten strategischen Grundsätze nicht beachtet oder operative Vorgaben verletzt werden.

Folgende Ursachen gehören zu den Risikofaktoren:

- Nichtbeachtung aufsichtsrechtlicher Anforderungen

- Fehlende Transparenz über die Erbringung der Dienstleistung

- Hohe Komplexität ausgelagerter Prozesse

- Notwendigkeit der Auslagerung von Kernkompetenzen

- Leistungsstörungen

- Unzureichende Steuerung oder Überwachung von Dienstleistern

Sofern diese Risikofaktoren eintreten, könnte es Ausfällen und Schadenersatzforderungen von Kunden kommen. Zudem könnten negative Reputationseffekte auftreten.

Die für die sino AG gelten Grundsätze zum Auslagerungsmanagement werden in der Auslagerungsstrategie definiert.

Zur Reduzierung von Auslagerungsrisiken bestehen Notfallpläne, explizite vertragliche Haftungsregelung und Exit-Strategien.

Risiken aus Verstößen gegen Datenschutzvorschriften

Die Wahrung der Persönlichkeitsrechte ihrer Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre und Lieferanten ist schon immer ein wichtiges und selbstverständliches Anliegen der sino AG gewesen. Um die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu erfüllen, potenzielle Risiken durch Verstöße gegen die umfangreichen gesetzlichen Vorgaben zu erkennen und zu steuern.

Risiken des Datenaustauschs konnten auch hier durch externe Berater der Carlswerk Zeidler Gan Rechtsanwälte Partnerschaft mbB minimiert werden.

Reputationsrisiko

Das Reputationsrisiko bezeichnet das Risiko von Verlusten aus Ereignissen, die das Vertrauen in das Unternehmen oder in die angebotenen Produkte und Dienstleistungen insbesondere bei Kunden, Aktionären, Mitarbeitern, in der Öffentlichkeit und bei der Aufsicht beschädigt.

Reputationsrisiken können als eigenständiges Risiko auftreten oder entstehen als mittelbare oder unmittelbare Folge anderer Risikoarten.

In der Risikostrategie definiert die sino AG ihre Zielbilder wie folgt:

- Vermeidung von Schäden aus Reputationsereignissen durch Präventivmaßnahmen

- Verringerung von Reputationsrisiken durch präventive und reaktive Maßnahmen

- Stärkung des Bewusstseins für Reputationsrisiken

Bei einer negativen Reputation besteht die Gefahr, dass besehende oder potenzielle Kunden verunsichert werden, wodurch bestehende Kundenbeziehungen gekündigt oder Kontoeröffnungen nicht realisiert werden könnten.

Diese Art von Risiken sind schwer abschätzbar, um das Reputationsrisiko nicht zu unterschätzen stuft die Gesellschaft es als wesentlich, jedoch basierend auf langjähriger Erfahrung und engem Kundenkontakt mit einer sehr geringen Eintrittswahrscheinlichkeit, ein. Durch die Einstufung wesentlich erhält das Reputationsrisiko den Charakter eines B-Risikos und wird somit streng überwacht.

Beteiligungsrisiken

Beteiligungsrisiken sind mögliche Verluste die durch einen Kursverfall der Beteiligung unter Buchwert auftreten können. Dies betrifft Beteiligungen, die die sino Beteiligungen GmbH aus strategischen Gründen langfristig an Unternehmen hält.

Die einzige direkte Beteiligung hält die sino AG an der tick Trading Software AG. Die tick Trading Software AG (tick-TS) ist im Bereich der Programmierung von EDV-Software tätig, hierbei liegt der Schwerpunkt auf der Programmierung von EDV-Software im Bereich der Finanzdienstleistungen. Darüber hinaus bietet sie das Housing und Hosting von komplexen Serversystemen für den Börsenhandel an.

Die sino AG ist zum Bilanzstichtag mit rund 5,73 % an der tick Trading Software AG beteiligt.

Ein erhebliches Marktpreisrisiko aufgrund eines starken Kursrückgangs des Werts der Beteiligung ist aufgrund des stabilen Ergebnisses der tick-TS AG nicht wahrscheinlich. Aus Vorsichtsgründen wird jedoch eine Wertänderung von 10 % des Buchwertes an der tick-TS AG berücksichtigt.

Die sino Beteiligungen GmbH, welche eine 100%ige Tochter der sino AG ist, hat den Geschäftszweck der Verwaltung eigenen Vermögens und dient als Verwaltungsgesellschaft für Beteiligungen. Dies hat für die sino AG sowohl organisatorische als auch finanzielle Vorteile.

Die sino Beteiligungen GmbH hält 8,76 % des Grundkapitals der Trade Republic Bank GmbH. Ein Ausfallwahrscheinlichkeit der Beteilung läuft gegen 0. Die sino AG berücksichtigt dennoch auch hier aus reinen Vorsichtsgründen eine Risikoauslastung von 10 % vom Buchwert für die Beteiligung an der Trade Republic Bank.

Des Weiteren hält die sino Beteiligungen GmbH 3,96 % an der CAPTIQ GmbH und 11,13 % an der QUIN Technologies GmbH.

5.5 Zusammensetzung der Eigenmittel

Die Eigenmittel der Gesellschaft setzen sich zum 30.09.2022 wie folgt zusammen:

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30.09.2022

EUR
Eingezahltes Kapital 2.337.500,00
+ Kapitalrücklage 34.375,00
+ gesetzliche Rücklage 199.375,00
+ andere Gewinnrücklagen 1.171.647,99
+ Gewinnvortrag nach Verwendung 9.305.672,07
- Immaterielle Anlagewerte -639.538,78
- Verluste des laufenden Geschäftsjahres 0,00
Haftendes Eigenkapital 12.409.031,28

5.6 Chancen- und Prognosebericht

Die sino AG hat das Geschäftsjahr 2021/​2022 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen.

Der Ergebnisrückgang war den seit April 2022 geringeren Börsenumsätzen und deutlich zurückgehenden Tradezahlen bei sino, den einmaligen Aufwendungen für die Migration des sino Geschäfts zur Baader Bank, Verwahrentgelten und den Kosten für die verschobene Hauptversammlung geschuldet.

Darüber hinaus blickt die Gesellschaft nach einer erfolgreichen Migration zur Baader Bank zuversichtlich und mit großem Tatendrang in die Zukunft.

Die neue Kooperation mit der Baader Bank bietet viele Vorteile, Dynamik und große Innovationskraft und ein hohes Maß an Stabilität und Solidität, dies sollte sich in den nächsten Jahren für alle Stakeholder auszahlen.

Chancen und künftige strategische Ausrichtung

Die Kooperation mit der Baader Bank AG bringt mehrere Vorteile mit sich. Das Kerngeschäft der sino AG wird durch größere Flexibilität des Produkt- und Preisangebotes gestärkt. Mit der neuen Partnerschaft ist es der sino AG möglich, das Mindestanfangskapital von 250 TEUR auf 50 TEUR zu reduzieren. Zudem hat die sino AG nun auch die Möglichkeit, Heavy Trader aus dem Ausland zugewinnen. Auch die Erweiterungsmöglichkeiten von neuen Produktangeboten wie zum Beispiel der Krypto-Handel erhört das Serviceangebot für die sino Kunden.

Zukünftig sollen Neukunden durch attraktive Einstiegskonditionen und spezielle Aktionen hinzugewonnen werden. Die sino AG setzt sich das Ziel, die Kundenanzahl in den nächsten Jahren zu verdoppeln.

Lizenzerweiterung

In der letzten Jahreshauptversammlung wurde dem Antrag zur Änderung der Satzung stattgegeben, somit wurde ein weiterer Meilenstein gesetzt, um das Projekt Lizenzerweiterung umzusetzen.

Die Änderung beinhaltet die Optionen Finanzkommissionsgeschäft und Eigenhandel. Finanzkommissionsgeschäfte erweitern den Unternehmensgegenstand um die Möglichkeit Anschaffungen oder Veräußerungen von Finanzinstrumenten im eignen Namen für fremde Rechnung. Und der Eigenhandel, das Anschaffen oder Veräußern von Finanzinstrumenten für eigene Rechnung als Dienstleitung für andere.

Die Lizenzerweiterung soll dazu beitragen, für die sino AG neue Geschäftsfelder zu erschließen und gleichzeitig Abhängigkeiten zu reduzieren.

Aufgrund des vorrangigen, intensiven Migrationsprozesses zur Baader Bank plant die sino den entsprechenden Antrag zur Lizenzerweiterung bei der Aufsichtsbehörde im Verlauf des Geschäftsjahres einzureichen.

Erwartete wirtschaftliche RahmenbedingungenGesamtwirtschaftlicher Ausblick

Die wirtschaftliche Entwicklung wird im Geschäftsjahr 2022/​2023 von Ausläufern der Corona-Pandemie, sowie insbesondere der steigenden Inflation und den folgenden Zinsanhebungen der Notenbank geprägt werden. Zusätzlich werden geopolitische Risiken, insbesondere der Krieg in der Ukraine, das Geschehen beeinflussen.

Massive Sanktionen gegen Russland haben Lieferschwierigkeiten und zumindest anfänglich Rohstoffmangel auf den Weltmärkten ausgelöst. Angebotsverknappungen führen partiell zu einem rasanten Anstieg bei den Erzeugerpreisen, Öl, Gas, Lebensmittel und Produkte für den Autobau. In Verbindung mit der höchsten Inflationsrate der letzten Jahrzehnte in Deutschland und USA liegt ein besonderer Fokus auf der Geldpolitik der Notenbanken in Europa und den USA.

Die Banken sind im Durchschnitt dennoch vorsichtig optimistisch für die Aktienmärkte im Jahr 2023.

Die mögliche Einführung einer Finanztransaktionssteuer ist nach der Regierungsbildung zwar nicht vom Tisch, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese in den nächsten Jahren umgesetzt wird, deutlich gesunken.

Die Erfahrungen der sino AG aus den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass die Umsätze an den deutschen Börsen ein maßgeblicher Faktor für die Gewinnentwicklung der sino AG sind.

Die Börsenumsätze reduzierten sich im Laufe des Kalenderjahres 2022 ganz erheblich. So lag der Orderbuchumsatz an den Handelsplätzen Xetra, Börse Frankfurt und Tradegate im Januar 2022 bei 189,5 Mrd. EUR und im Dezember 2022 bei 108 Mrd. EUR. Dies erschwert eine seriöse und gleichzeitig aussagekräftige Prognose erheblich.

Die Erträge in der sino AG sollten in einer Bandbreite zwischen 5,7 und 7,4 Mio. EUR liegen. Die allgemeinen Kosten sollten zwischen 7,2 und 8,1 Mio. EUR liegen (Vorjahr 8,1 Mio. EUR). Die Struktur der Aufwendungen wird dabei im Wesentlichen gleichbleiben. Die Cost-Income Ratio sollte zwischen 0,97 und 1,42 liegen. Das Unternehmen geht davon aus, dass nach derzeitigem Stand die Erträge aus der Beteiligung (tick-TS AG) rund 95 TEUR betragen werden.

Auf Ebene der sino Beteiligungen GmbH wird, unter der Annahme, dass es zu keinen (Teil-)Verkäufen von Beteiligungen kommt, ein negatives Ergebnis für das Geschäftsjahr 2022/​2023 im Bereich von -0,2 bis -0,4 Mio. EUR nach Steuern erwartet.

Es wird aus heutiger Sicht schwierig, auch im laufenden Geschäftsjahr ein positives Ergebnis nach Steuern im Konzern zu erzielen, insbesondere durch verbleibendende, auch in 2022/​2023 noch anfallende Aufwendungen aus der Migration zur Baader Bank in Kombination mit einem schwachen Auftakt des Geschäftsjahres im ersten Quartal und den geplanten verstärkten Marketingmaßnahmen im Kalenderjahr 2023. Die Ergebnisschätzung für den Konzern für das Geschäftsjahr 2022/​2023 liegt zwischen -0,2 und -1,2 Millionen EUR nach Steuern.

Gegenwärtig sieht der Vorstand der sino AG den Bestand des Unternehmens nicht gefährdet. Er geht davon aus, dass das Unternehmen sich bietende Chancen auch zukünftig nutzen kann, ohne dabei unvertretbare hohe Risiken eingehen zu müssen.

Der Vorstand der sino AG strebt ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken an. Er ist von der Wirksamkeit des Risikomanagement-Systems überzeugt.

6. Schlusswort

Der Vorstand bedankt sich bei allen, die auch im abgelaufenen Geschäftsjahr zum Erfolg unseres Unternehmens beigetragen haben: Dies gilt in besonderer Weise für unsere Mitarbeiter und Kooperationspartner. Wir danken auch herzlich unserem Aufsichtsrat für die sehr gute konstruktive und intensive Zusammenarbeit.

Düsseldorf, den 16. Dezember 2022

gez. Ingo Hillen

gez. Karsten Müller

Bilanz

Aktiva

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30.9.2022

EUR
30.9.2021

EUR
1. Barreserve 10.147,30 6.914,57
Kassenbestand 10.147,30 6.914,57
2. Forderungen an Kreditinstitute 12.356.827,53 108.491.924,13
a) täglich fällig 3.306.584,01 104.562.252,22
b) andere Forderungen 9.050.243,52 3.929.671,91
3. Forderungen an Kunden 20.826,88 232.116,74
4. Beteiligungen 1.440.862,50 2.246.500,00
5. Anteile an verbundenen Unternehmen 126.609,26 126.609,26
6. Immaterielle Anlagewerte 639.538,78 279.116,28
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 639.538,78 279.116,28
7. Sachanlagen 368.800,09 355.507,62
8. Sonstige Vermögensgegenstände 764.795,51 36.585.352,61
9. Rechnungsabgrenzungsposten 109.493,06 92.044,69
Summe der Aktiva 15.837.900,91 148.416.085,90
Passiva
30.9.2022

EUR
30.9.2021

EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 34.007,86 0,00
andere Verbindlichkeiten 34.007,86 0,00
täglich fällig 34.007,86 0,00
2. Sonstige Verbindlichkeiten 789.870,78 444.235,70
3. Rückstellungen 1.614.260,62 4.023.280,14
a) Steuerrückstellungen 0,00 2.039.544,80
b) andere Rückstellungen 1.614.260,62 1.983.735,34
4. Eigenkapital 13.399.761,65 143.948.570,06
a) Gezeichnetes Kapital 2.337.500,00 2.337.500,00
b) Kapitalrücklage 34.375,00 34.375,00
c) Gewinnrücklagen 1.371.022,99 1.371.022,99
ca) gesetzliche Rücklage 199.375,00 199.375,00
cb) andere Gewinnrücklagen 1.171.647,99 1.171.647,99
d) Bilanzgewinn 9.656.863,66 140.205.672,07
Summe der Passiva 15.837.900,91 148.416.085,90

Gewinn- und Verlustrechnung

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1.10.2021 - 30.9.2022

EUR
1.10.2020 - 30.9.2021

EUR
1. Zinserträge aus 6.735,78 192,40
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 6.707,90 192,40
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 27,88 0,00
2. Negative Zinsen aus Geldanlagen -558.665,30 0,00
3. Zinsaufwendungen 0,54 95,41
4. Laufende Erträge aus Beteiligungen 263.294,23 138.180.618,60
263.266,35 138.180.618,60
5. Provisionserträge 8.299.403,27 11.924.972,74
6. Provisionsaufwendungen -684.328,72 -849.695,98
7. Sonstige betriebliche Erträge 483.823,49 489.872,65
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 7.690.807,73 7.852.738,59
a) Personalaufwand 2.782.923,50 3.369.737,03
aa) Löhne und Gehälter 2.509.525,13 3.122.109,45
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 273.398,37 247.627,58
davon für Altersversorgung 7.184,99 6.011,63
b) andere Verwaltungsaufwendungen 4.907.884,23 4.483.001,56
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 275.957,64 244.150,35
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.425,67 26.432,76
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 1.070,84 1.385,78
12. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 286,43
13. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 507.960,39 438.595,81
14. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 346.932,84 142.060.039,76
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -14.378,61 3.353.435,18
16. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 10 ausgewiesen -10.119,86 -2.480,54
18. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 9.305.672,07 1.501.548,03
19. Bilanzgewinn 9.656.863,66 140.205.672,07

Anhang für das Geschäftsjahr 2021/​2022

sino Aktiengesellschaft, Düsseldorf

Allgemeine Angaben

Die sino Aktiengesellschaft (sino AG) mit Sitz in Düsseldorf ist im Handelsregister des Amtsgerichts Düsseldorf unter HRB 39572 eingetragen. Gegenstand der sino AG ist die Vermittlung von Geschäften über die Anschaffung und die Veräußerung von Finanzinstrumenten oder deren Nachweis (Anlagevermittlung), die Anschaffung und Veräußerung von Finanzinstrumenten im fremden Namen für fremde Rechnung (Abschlussvermittlung) sowie die Anlageberatung. Die Gesellschaft ist nicht befugt, sich bei der Erbringung dieser Finanzdienstleistungen Eigentum oder Besitz an Geldern oder Wertpapieren ihrer Kunden zu verschaffen. Ferner ist Gegenstand des Unternehmens die Verwaltung, der Erwerb und die Veräußerung von Beteiligungen aller Art an Kapital- und Personengesellschaften.

Die ursprüngliche Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Erbringung der Anlagevermittlung und der Abschlussvermittlung wurde der Gesellschaft am 6. September 1999 erteilt. Gemäß § 64i KWG galt die Erlaubnis für die Anlageberatung seit dem 1. November 2007 als erteilt, auf die seinerzeit ebenfalls erteilte Erlaubnis für das Eigengeschäft wurde im Nachgang verzichtet. Mit Inkrafttreten des WpIG galt die vormals erteilte Erlaubnis nach § 32 KWG am 25.06.2021 als erloschen und mit gleichem Datum die zur Erbringung der Abschlussvermittlung, Anlageberatung und Anlagevermittlung notwendige Erlaubnis nach § 15 WpIG nach § 86 Abs. 1 WpIG als erteilt.

Die Aktien der sino AG sind zum Handel im Primärmarkt der Börse Düsseldorf, einem Qualitätssegment des Düsseldorfer Freiverkehrs, zugelassen und werden an verschiedenen Börsen gehandelt. Neben den Listingvoraussetzungen müssen die dort gelisteten Unternehmen zusätzliche Transparenzvorschriften und Folgepflichten einhalten, so z. B.: Ad-hoc-Pflicht, Unternehmenskalender, Jahresfinanzbericht (spätestens nach 6 Monaten), Halbjahresfinanzbericht (spätestens nach 3 Monaten), Unternehmenskurzporträt (jährlich zu erneuern).

Der vorliegende Jahresabschluss der sino AG ist nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften für das Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2022 aufgestellt. Ergänzend hierzu wurden insbesondere die Regelungen des Aktiengesetzes, des Wertpapierinstitutsgesetzes sowie die Vorschriften der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) beachtet. Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung sind nach dieser Verordnung gegliedert. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Staffelform gewählt.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Vermögensgegenstände und Schulden werden nach den Vorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der besonderen Regelungen für Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute (§§ 340e ff. HGB) bewertet. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, für die in der Bilanz der sino AG ausgewiesenen Vermögens- und Schuldposten sind gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

Der Kassenbestand, die Forderungen an Kreditinstitute und die Forderungen an Kunden werden zum Nennwert angesetzt. Erkennbaren Risiken wird durch Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden mit ihren Anschaffungskosten bilanziert. Dauernden Wertminderungen wird durch Abschreibungen Rechnung getragen. Wertaufholungen werden, soweit die Gründe für in Vorjahren vorgenommene Abschreibungen am Bilanzstichtag nicht mehr bestehen, höchstens bis zu den historischen Anschaffungskosten vorgenommen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, bewertet.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Wertminderungen aufgrund außergewöhnlicher technischer bzw. betriebsbedingter Abnutzung werden durch Vornahme außerplanmäßiger Abschreibungen berücksichtigt.

Ab dem 01.01.2008 angeschaffte bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Anschaffungswert von 150,00 EUR werden im Zugangsjahr vollständig abgeschrieben. Für ab dem 01.01.2008 angeschaffte Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert von mehr als 150,00 EUR bis 1.000,00 EUR sind analog der steuerlichen Vorschriften Sammelposten gebildet worden, die über einen Zeitraum von fünf Jahren linear abgeschrieben und danach als abgegangen behandelt werden.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten angesetzt und bewertet.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet.

Die Rückstellungen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bemessen. Sie berücksichtigen alle im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie sind in Höhe des Erfüllungsbetrags gebildet und auf den Abschlussstichtag abgezinst worden, sofern die Restlaufzeit länger als ein Jahr beträgt. Die Abzinsung erfolgte mit den von der Bundesbank vorgegebenen Zinssätzen.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit dem Kurs des Entstehungstages berücksichtigt.

Auf ausländische Währung lautende Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag in Euro bewertet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurs oder zum Entstehungszeitpunkt niedrigeren bzw. höheren Kurs bewertet.

Einzelangaben zur Bilanz

Aktiva

Die anderen Forderungen an Kreditinstitute (9.050 TEUR) sind innerhalb der nächsten drei Monate fällig. Im Vorjahr waren 3.930 TEUR innerhalb von drei Monaten fällig.

Insgesamt sind 3.000 TEUR zugunsten der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Düsseldorf (HSBC Trinkaus), verpfändet. Die Verpfändung dient der Sicherung aller bestehenden, künftigen und bedingten Ansprüche aus dem Kooperationsvertrag mit der HSBC Trinkaus sowie der Absicherung der von dieser zur Verfügung gestellten Direkt-Handelsvollmachten.

Zugunsten der Baader Bank AG wurde ein Betrag in Höhe von 5.000 TEUR verpfändet, welcher zur Sicherung der Ansprüche aus dem Kooperationsvertrag mit der Baader Bank dient.

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in einem Anlagenspiegel dargestellt, der diesem Anhang als Anlage beigefügt ist. Die Abschreibungen des Geschäftsjahres sind postenbezogen gesondert vermerkt. Die ausgewiesene Betriebs- und Geschäftsausstattung wird selbst genutzt.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen (weder börsenfähig, noch börsennotiert) und Beteiligungen stellen sich wie folgt dar:

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Name und Sitz Höhe des Anteils am Kapital Eigenkapital

(in TEUR)
Jahresüberschuss/​ -fehlbetrag

(in TEUR)
sino Beteiligungen GmbH, Düsseldorf (30.09.2022) 100 % 3.067 -42
tick Trading Software AG, Düsseldorf (30.09.2022) 5,73 % 3.946 1.699

Die sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:

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30.09.2022

TEUR
30.09.2021

TEUR
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 628 0
Forderungen gegen das Finanzamt 84 36.516
Mietkautionen 44 44
Darlehen und Vorschüsse an Mitarbeiter 2 6
Übrige 7 19
Summe 765 36.585

Bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen handelt es sich um verzinsliche Darlehensgewährungen an die sino Beteiligungen GmbH.

Die Forderungen gegen das Finanzamt resultieren aus dem verbuchten Körperschaftsteueranspruch für das Geschäftsjahr 2022 und einer nachträglichen Forderung aus Körperschaftsteuer wegen Verlustrücktrag auf das Jahr 2021.

Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben 44 TEUR (Vorjahr 49 TEUR) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Passiva

Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

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30.09.2022

TEUR
30.09.2021

TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 717 300
Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt sowie aus Lohn- und Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen 29 34
Übrige 44 110
Summe 790 444

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verbindlichkeiten gegenüber dem Beteiligungsunternehmen tick Trading Software AG von 568 TEUR enthalten.

Alle ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind innerhalb von drei Monaten fällig.

Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen bestehen insbesondere für Tantieme (1.123 TEUR), ausstehende Bonuszahlungen (14 TEUR), Jahresabschluss- und diverse Beratungskosten (109 TEUR) sowie Anwalts- und Prozesskosten (45 TEUR). Weiterhin wurden Rückstellungen für noch nicht in Anspruch genommenen Urlaub (71 TEUR) und für ausstehende Rechnungen (240 TEUR) gebildet.

Eigenkapital

Das Eigenkapital entwickelte sich wie folgt:

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(in TEUR) Grundkapital Kapitalrücklage Gesetzliche Rücklage andere Gewinnrücklagen Bilanzgewinn Eigenkapital
Stand 01.10.2021 2.338 34 199 1.172 140.206 143.949
Jahresüberschuss 2021/​2022 351 351
Ausschüttung -130.900 -130.900
Einstellung in andere Gewinnrücklagen
Stand 30.09.2022 2.338 34 199 1.172 9.657 13.400

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) beträgt zum Bilanzstichtag 2.337.500,00 EUR. Die sino AG hat 2.337.500 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Nennbetrag von je 1,00 EUR ausgegeben.

Die Kapitalrücklage beträgt zum Abschlussstichtag unverändert 34.375,00 EUR. Die gesetzliche Rücklage beträgt 199.375,00 EUR. Weitere Einstellungen in die gesetzliche Rücklage waren nicht erforderlich, da die gesetzlich geforderte Gesamthöhe von 10 % des maßgeblichen Kapitals bereits durch Einstellungen in den Vorjahren erreicht wurde. Satzungsgemäß sind keine weiteren Rücklagen erforderlich. Die anderen Gewinnrücklagen betragen zum Bilanzstichtag 1.171.647,99 EUR.

Aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von 140.205.672,07 EUR wurde eine Ausschüttung in Höhe von 130.900.000,00 EUR an die Aktionäre vorgenommen. Der verbleibende Betrag in Höhe von 9.305.672,07 EUR wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

Einzelangaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die ausgewiesenen Provisionserträge in Höhe von 8.299 TEUR aus Retrozessionen werden im Inland erzielt, die Provisionsaufwendungen werden ab diesem Wirtschaftsjahr wieder separat ausgewiesen und betragen 684 TEUR (Zur Vergleichbarkeit wurde der Vorjahreswert entsprechend angepasst.). Geschäftsjahr wurden erstmals Negativzinsen aus Geldanlagen separat ausgewiesen, da diese mit TEUR 559 erstmals einen wesentlichen Betrag erreichten.

Bei den laufenden Erträgen aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren handelt es sich um die Dividendenauszahlung der tick Trading Software AG.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erlöse aus Sachbezügen (54 TEUR) und Softwareüberlassung und -vertrieb enthalten (159 TEUR).

Bei den anderen Verwaltungsaufwendungen handelt es sich im Wesentlichen um Aufwendungen für Mieten, Kosten für Software- und Hardwarepflege, Börsen- und Kursinformationsgebühren, Kosten für Online- bzw. Telekommunikationsentgelte, Werbekosten, Kfz-Kosten und Kosten für die Rechtsberatung der Gesellschaft. Periodenfremde Aufwendungen sind in dieser Position in Höhe von 56 TEUR enthalten. Diese betreffen im Wesentlichen nach dem Bilanzstichtag verbuchte Rechnungen für Kursdaten und Werbung, den Mehraufwand für angefallene Prüfungsleistungen und den erhöhten Aufwand für im Vorjahr gebildete Rückstellungen für ausstehende Rechnungen.

Die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen Aufwendungen aus der Währungsumrechnung betragen 2 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind 75 TEUR und in den anderen Verwaltungsaufwendungen 1.986 TEUR enthalten, die auf Leistungsbeziehungen mit dem Beteiligungsunternehmen tick Trading Software AG zurückzuführen sind. Zinserträge für konzerninterne Darlehensgewährung sind im Wirtschaftsjahr in Höhe von 3 TEUR angefallen. Auf die Geschäftsbeziehung mit der Trade Republic Bank GmbH als über die sino Beteiligungen GmbH gehaltene mittelbare Beteiligung entfallen Erträge in Höhe von 154 TEUR.

Die Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren entfallen wie im Vorjahr in voller Höhe auf die Veräußerung von Anteilen an der tick Trading Software AG.

Eventualverbindlichkeiten

Für eine Summe von 200 TEUR hatte die sino AG zur Absicherung eines von der HSBC Trinkaus an einen Kunden herausgelegten Kontokorrentkredites die Verpflichtung zur Zahlung übernommen; hierfür wurde ein Tagesgeldkonto verpfändet, das Tagesgeldkonto wurde aufgelöst, das Geld ist an die Gesellschaft zurückgeflossen und die Haftungsverpflichtung beendet.

Neue Eventualverbindlichkeiten wurden nicht eingegangen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB betreffen im Wesentlichen Dienstleistungsvereinbarungen mit der tick Trading Software AG von jährlich 56 TEUR und den mit der IHK zu Düsseldorf abgeschlossenen Mietvertrag über die Büro-, Archiv- und Lagerräume sowie Garagenstellplätze bis zum Geschäftsjahr 2025/​2026 von jährlich 188 TEUR. Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen im Rahmen von Büroausstattungsmieten von jährlich 2 TEUR. Die Gesellschaft hat mehrere Leasingverträge mit unterschiedlichen Laufzeiten und Raten. Für einen PKW-Leasingvertrag mit einer Laufzeit von 36 Monaten belaufen sich die Kosten bis zum Geschäftsjahr 2022/​2023 auf rund 1 TEUR, der Vertrag endet im Dezember 2022, ein im Wirtschaftsjahr 2020/​2021 begründeter PKW-Leasingvertrag mit einer Laufzeit von 36 Monaten wird bis zum Nutzungsende im Wirtschaftsjahr 2023/​2024 Kosten in Höhe von jährlich 10 TEUR verursachen, und ein neuer Vertrag mit einer Laufzeit von 48 Monaten mit Leasingbeginn im Wirtschaftsjahr 2022/​2023 begründet eine Leasing-Verpflichtung in Höhe von jährlich 7 TEUR.

Die sino AG ist Mitglied in der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW). Neben den Jahresbeiträgen können aufgrund von möglichen Entschädigungsfällen Sonderbeiträge von der EdW erhoben werden. Der verbuchte Jahresbeitrag 2022 belief sich auf rund 181 TEUR.

Genehmigtes Kapital

Laut Satzung der sino AG in der Fassung vom 28.07.2022 besteht ein genehmigtes Kapital gemäß § 202 Abs. 1 AktG. Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 26.05.2025 einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 584.375,00 EUR gegen Bareinlagen und/​oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Dabei ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können jedoch von einem Kreditinstitut oder einem nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist ermächtigt, jeweils mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, soweit es erforderlich ist, um Spitzenbeträge auszugleichen oder sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen, einschließlich der Erhöhung bestehenden Anteilsbesitzes, oder von anderen mit einem solchen Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehenden einlagefähigen Wirtschaftsgütern, einschließlich Forderungen gegen die Gesellschaft oder sofern die Kapitalerhöhung einmalig gegen Bareinlagen erfolgt und zehn von Hundert des Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabebetrag den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet; auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer jeweiligen Ausnutzung ausgegeben oder veräußert wurden.

Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus dem genehmigten Kapital festzulegen.

Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die Fassung der Satzung nach der Eintragung der Durchführung der Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital oder nach Ablauf der Befristung der Ermächtigung entsprechend zu ändern.

Zusatzangaben

Organe:

Der Vorstand besteht aus zwei Personen,

Herrn Ingo Hillen, Kaufmann (Vorsitzender)

Herrn Karsten Müller, Rechtsanwalt

Herr Ingo Hillen ist darüber hinaus als Geschäftsführer der sino Beteiligungen GmbH, Düsseldorf und der MMI Leisure and Capital Management GmbH, Düsseldorf tätig.

Herr Karsten Müller war bis zum 31.01.2022 beim Handelsregister als Geschäftsführer der Trade Republic Bank GmbH, Berlin geführt. Zudem ist er als Geschäftsführer der MüMe Ventures UG (haftungsbeschränkt), Mettmann sowie seit dem 30.03.2022 ebenfalls als Geschäftsführer der sino Beteiligungen GmbH, Düsseldorf eingetragen.

Der Aufsichtsrat besteht aus drei Personen:

• Herrn Dr. Marcus Krumbholz (Vorsitzender), Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Erkrath

• Herrn Thomas Dierkes (stellvertretender Vorsitzender), Rechtsanwalt, Grevenbroich

• Herrn Dr. Detlef Irmen (ab 28.07.2022), General Counsel (Chefjustitiar) und Company Secretary HSBC Deutschland, Mönchengladbach

• Frau Rabea Bastges (bis 28.07.2022), Leiterin Strategie & Stabsleitung CEO bei HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Düsseldorf

Die Gesamtbezüge des Vorstands beliefen sich im Geschäftsjahr auf insgesamt 658 TEUR, davon sind insgesamt 277 TEUR gewinnabhängige Bezüge. Daneben hat Herr Ingo Hillen noch Ansprüche in Höhe von 653 TEUR und Herr Karsten Müller in Höhe von 193 TEUR aus noch nicht ausgezahlter erfolgsabhängiger Vergütung der Vorjahre. Die Auszahlung erfolgt jeweils in Dritteln gestaffelt nach Feststellung des Jahresabschlusses bei Erreichen von festgelegten Erfolgsgrenzen.

Die Bezüge des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2021/​2022 beliefen sich auf rd. 66 TEUR. Hiervon entfielen als Vergütung auf Herrn Dr. Marcus Krumbholz 36 TEUR, auf Herrn Thomas Dierkes 27 TEUR, auf Herrn Dr. Detlef Irmen 3 TEUR. Frau Rabea Bastges verzichtete auf die ihr zustehenden 15 TEUR Aufsichtsratsvergütung aus diesem Geschäftsjahr und die Vergütung in Höhe von 1 TEUR aus dem Vorjahr.

Honorar des Abschlussprüfers:

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers gem. § 285 Satz 1 Nr. 17 HGB beträgt 102 TEUR und lässt sich wie folgt aufschlüsseln:

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TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 61
andere Bestätigungsleistungen 29
Sonstige Leistungen 12
Summe 102

Arbeitnehmer:

Im Durchschnitt waren während des Geschäftsjahres 22 Arbeitnehmer bei der Gesellschaft beschäftigt. Die zum 30.09.2022 beschäftigten 23 Mitarbeiter (ohne Vorstand und Auszubildende) sind den folgenden Bereichen zuzuordnen:

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Bereich Handel Technik Backoffice Controlling /​ Revision
Mitarbeiteranzahl 7 5 4 2

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Bereich Buchhaltung Rechtsabteilung Sonstige Summe
Mitarbeiteranzahl 1 2 2 23

Ergebnisverwendungsvorschlag

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EUR
Jahresüberschuss 351.191,59
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 9.305.672,07
Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen 0,00
Bilanzgewinn 9.656.863,66

Der Vorstand schlägt folgende Ergebnisverwendung vor:

Aus dem im Jahresabschluss der sino AG ausgewiesenen Bilanzgewinn zum 30.09.2022 in Höhe von 9.656.863,66 EUR soll, unter Berücksichtigung der von der BaFin geforderten Eigenmittelausstattung eine Dividende in Höhe von 2,80 EUR je Aktie, insgesamt 6.545.000,00 EUR an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Der verbleibende Betrag in Höhe von 3.111.863,66 EUR wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Düsseldorf, den 30. November 2022

gez. Ingo Hillen

gez. Karsten Müller

Anlagespiegel

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Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand 01.10.2021

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
Umgliederungen Stand 30.09.2022

EUR
--- --- --- --- --- ---
1. Beteiligungen 2.246.500,00 0,00 805.637,50 0,00 1.440.862,50
2. Anteile an verbundenen Unternehmen 126.609,26 0,00 0,00 0,00 126.609,26
3. Immaterielle Anlagewerte
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.324.464,85 559.881,03 0,00 14.800,03 2.884.345,88
4. Sachanlagen
a) Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.151.441,54 104.758,11 19.597,77 0,00 1.236.601,88
b) geleistete Anzahlungen 14.800,03 0,00 0,00 -14.800,03 0,00
5.863.815,68 664.639,14 825.235,27 0,00 5.688.419,52

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Abschreibungen
Stand 01.10.2021

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
Stand 30.09.2022

EUR
--- --- --- --- ---
1. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Immaterielle Anlagewerte
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.045.348,57 199.458,53 0,00 2.244.807,10
4. Sachanlagen
a) Betriebs- und Geschäftsausstattung 810.733,95 76.499,11 19.431,27 867.801,79
b) geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
2.856.082,52 275.957,64 19.431,27 3.112.608,89

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Buchwerte
Stand 30.09.2022

EUR
Stand 30.09.2021

EUR
--- --- ---
1. Beteiligungen 1.440.862,50 2.246.500,00
2. Anteile an verbundenen Unternehmen 126.609,26 126.609,26
3. Immaterielle Anlagewerte
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 639.538,78 279.116,28
4. Sachanlagen
a) Betriebs- und Geschäftsausstattung 368.800,09 340.707,59
b) geleistete Anzahlungen 0,00 14.800,03
2.575.810,63 3.007.733,16

Bericht des Aufsichtsrats

der sino Aktiengesellschaft

über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses, des Lage- sowie des Konzernlageberichts und des Vorschlages des Vorstandes zur Verwendung des Bilanzgewinns für das zum 30. September 2022 beendete Geschäftsjahr.

Der Aufsichtsrat der sino AG erstattet gemäß § 171 Abs. 2 AktG den folgenden Bericht an die Hauptversammlung für die betreffend das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 (nachfolgend das "Geschäftsjahr 2021/​2022") vorzunehmenden Prüfungen.

Wir haben uns im Geschäftsjahr 2021/​2022 in den Aufsichtsratssitzungen umfassend vom Vorstand über die Lage der sino AG sowie der Beteiligungen der sino AG unterrichten lassen und so die Geschäftsführung des Vorstandes während des Geschäftsjahres geprüft und überwacht. Insbesondere haben wir mit dem Vorstand über grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik beraten. Während des Berichtszeitraumes hat der Vorstand den Aufsichtsrat über die geschäftliche sowie über die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Unternehmens laufend und umfassend informiert.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen (Coronaviruspandemie, Russland-Ukraine Krieg, China-Taiwan Spannungen, Energiekrise, Inflation, steigende Zinsen) führten auch in dem Geschäftsjahr 2021/​2022 zu einem volatilen und schwer vorhersehbaren Marktumfeld. Der Aufsichtsrat wurde infolgedessen umfangreich und abgestimmt unterrichtet. Einen Schwerpunkt der Beratung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat bildete im abgelaufenen Geschäftsjahr die geplante Migration des Kundengeschäfts vom bisherigen Kooperationspartner HSBC zum neuen Kooperationspartner, der Baader Bank AG. Hiervon versprechen sich Vorstand und Aufsichtsrat ein deutliches Kundenwachstum und die Erweiterung des Produktportfolios. Ein anderer Schwerpunkt betraf Fragestellungen zum Controlling der bestehenden Beteiligungen der sino AG.

Insgesamt hat der Vorstand sämtliche wichtigen Themen laufend sehr intensiv mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates erörtert. Während des Geschäftsjahres fanden virtuelle Sitzungen des Aufsichtsrates an folgenden Terminen statt: 05.11.2021, 26.11.2021, 21.01.2022, 23.02.2022, 08.03.2022, 15.04.2022, 05.05.2022, 16.05.2022, 13.06.2022, 14.06.2022 sowie am 17.06.2022. Zusätzlich gab es Präsenzsitzungen am 28.07.2022 und am 09.09.2022.

Der vom Vorstand für das zum 30. September 2022 beendete Geschäftsjahr 2021/​2022 aufgestellte Jahresabschluss sowie der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lage- und Konzernlagebericht der sino Aktiengesellschaft wurden von der durch die Hauptversammlung zum Abschlussprüfer gewählten DHPG Audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Bonn, geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Aufsichtsratssitzung vom 27.01.2023 den ihm vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht der sino AG sowie den Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft. An den Beratungen hierzu hat der Abschlussprüfer gemäß § 171 Abs. 1 Satz 2 AktG teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Der jeweilige Prüfungsbericht und angrenzende Themen wurden mit dem Aufsichtsrat diskutiert. Dem Ergebnis der Prüfung durch die DHPG Audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Bonn, stimmen wir zu.

Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht der sino AG für das Geschäftsjahr 2021/​2022 gebilligt. Der Jahresabschluss wurde somit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstandes für die Gewinnverwendung schloss sich der Aufsichtsrat an.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesellschaft für die verantwortungsbewusste und sehr gute Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Düsseldorf, den 27. Januar 2023

gez. Dr. Marcus Krumbholz, Aufsichtsratsvorsitzender

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 27.01.2023 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die sino Aktiengesellschaft, Düsseldorf

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der sino Aktiengesellschaft, Düsseldorf, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie den Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht (nachfolgend: Lagebericht) der sino Aktiengesellschaft, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätze ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresasbschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Gummersbach, den 27. Januar 2023

dhpg

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steuerberatungsgesellschaft

gez. Stamm, Wirtschaftsprüfer

gez. Bernhardt, Wirtschaftsprüfer