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SIMONA AG Management Reports 2023

Apr 29, 2024

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SIMONA Aktiengesellschaft Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Der vorliegende Lagebericht fasst den Konzernlagebericht und den Lagebericht der SIMONA Aktiengesellschaft, Kirn (kurz SIMONA AG, SIMONA oder Gesellschaft) zusammen (§ 315 Abs. 3 i. V. m. § 298 Abs. 3 HGB). Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns und der SIMONA AG. Die Informationen zum Jahresabschluss der SIMONA AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) enthalten.

1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

1.1 Geschäftsmodell des Konzerns

Der SIMONA Konzern entwickelt, produziert und vertreibt thermoplastische Kunststoffhalbzeuge, Rohre und Formteile sowie Profile. Dabei werden die Werkstoffe Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylenterephthalat (PETG), Polyvinylidenfluorid (PVDF), Ethylen-Chlortrifluorethylen (E-CTFE), Perfluoralkoxyl (PFA), Thermoplastische Olefine (TPO), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polycarbonat (PC) sowie zahlreiche Sonderwerkstoffe eingesetzt. Die Produktionsverfahren umfassen Extrusion, Pressen, Spritzgießen, spanende Bearbeitung und die Fertigung kundenindividueller Sonderformteile in eigenen Kunststoffwerkstätten.

Wesentliche Absatzmärkte

Die Absatzmärkte des SIMONA Konzerns spiegeln sich in den Business Lines wider. Die Business Line Industry beliefert vor allem die chemische Prozessindustrie, Halbleiterindustrie sowie Produkte für die Wasseraufbereitung, den Schwimmbadbau und die Medizintechnik. Die Business Line Infrastructure stellt vor allem Rohrleitungssysteme für Infrastrukturanwendungen in der Wasser- und Gasversorgung, der Abwasserentsorgung, für den Schutz von Energie- und Datenleitungen sowie für die Verkehrswegetechnik her. Die Business Line Advertising & Building liefert hauptsächlich PVC-Schaumprodukte für Bau- und Werbeanwendungen. Die Business Line Mobility hat sich auf die Innenausstattung von Flugzeugen und Zügen sowie Kraftfahrzeuge spezialisiert. Darüber hinaus stellt die Ausrüstung von Fischzuchtanlagen einen weiteren Absatzmarkt für SIMONA dar und ist in der Business Line Others enthalten.

Der SIMONA Konzern vertreibt seine Produkte weltweit. Die Berichtsstruktur ist geografisch nach den Regionen
* EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika)
* Amerika
* Asien-Pazifik

und den Business Lines
* Industry
* Infrastructure
* Advertising & Building
* Mobility
* Others

aufgestellt.

Produktions- und Vertriebsstandorte

Innerhalb des Konzerns erfolgt der Vertrieb über die SIMONA AG in Deutschland und Tochtergesellschaften in Großbritannien, Italien, Frankreich, Spanien, Polen, Tschechien, Hongkong, China, Indien, Norwegen, der Türkei und den USA sowohl direkt an die Endkunden als auch über Handelspartner. Die SIMONA AG betreibt darüber hinaus eine Vertriebsniederlassung in Möhlin in der Schweiz, die am Konzernumsatz mit rund zwei Prozent beteiligt ist. Der Sitz der Muttergesellschaft, SIMONA AG, ist in 55606 Kirn (Deutschland).

Der SIMONA Konzern hat im Berichtsjahr in drei inländischen und acht ausländischen Werken produziert. In Kirn (Rheinland-Pfalz) werden in zwei Werken Halbzeuge (Platten, Stäbe, Schweißdrähte) und in Ringsheim (Baden-Württemberg) Rohre, Formteile und kundenspezifische Bauteile produziert. In Litvinov (Tschechien) werden Rohre, Formteile und Platten produziert. Die SIMONA PEAK Pipe Systems Limited, Chesterfield (UK) produziert Rohre, Formteile sowie kundenspezifische Bauteile. Die SIMONA Stadpipe AS, Stadlandet (Norwegen), plant, produziert und installiert Rohrleitungssysteme für die Aquakultur. SIMONA PLASTECH Levha Sanayi Anonim Şirketi, Düzce (Türkei) produziert Platten. In Jiangmen (China) werden Halbzeuge (Platten, Stäbe, Schweißdrähte) und Rohre produziert. In Archbald (Pennsylvania, USA) produziert die SIMONA AMERICA Industries LLC vor allem Platten. Die SIMONA Boltaron Inc. stellt in ihrem Werk in Newcomerstown (Ohio, USA) Platten aus Thermoplasten vor allem für die Inneneinrichtung von Flugzeugen und Gebäudeanwendungen her. Darüber hinaus produziert die SIMONA PMC LLC in Findlay (Ohio, USA) Platten für Tiefziehanwendungen.

Leitung und Kontrolle der SIMONA AG

Vorstände im Berichtsjahr waren Matthias Schönberg (Vorsitzender), Michael Schmitz und Dr. Jochen Hauck. Das SIMONA Global Management Team (GMT) auf Konzernebene besteht aus dem Vorstand der SIMONA AG sowie den regionalen CEOs in Amerika, Adam Mellen, und Asien- Pazifik, Shaobin Wang. Das GMT führt einen regelmäßigen Austausch über die Konzernstrategie, steuert globale Projekte und treibt die Internationalisierung des Unternehmens voran.

Der Aufsichtsrat setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen: Dr. Klaus F. Erkes (Vorsitzender), Dr. Roland Reber (stellvertretender Vorsitzender), Roland Frobel und Martin Bücher sowie als Arbeitnehmervertreter Andy Hohlreiter und Markus Stein.

1.2 Ziele und Strategien

Ziele

Der SIMONA Konzern hat das Ziel, fokussiert auf thermoplastische Platten, Stäbe, Rohre und Formteile, global wachsende Branchen zu beliefern und profitabel zu wachsen. Dieses wird mit jährlich im Planungsprozess festgelegten Umsatz- und Absatz- sowie Return-on-Sales-Zielen gemessen und unterjährig nachgehalten. Dabei wird mittel- und langfristig eine EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent angestrebt, die in den letzten Jahren schon erreicht wurde. Das Umsatzwachstum soll organisch und durch Unternehmenszukäufe erzielt werden. Durch eine klare Ausrichtung auf die Endanwendungen der Produkte möchte SIMONA die höchste Endkundenorientierung nachhaltiger thermoplastischer Kunststofflösungen in all seinen Anwendungsgebieten bieten. SIMONA unterhält eine enge und vertrauensvolle Bindung zu allen Stakeholdern und stellt den langfristigen Personalbedarf durch frühe Bindung von Fach- und Führungskräften sicher. SIMONA baut eine prozessorientierte Organisation auf Basis offener Kommunikation und einer Feedback- Kultur auf, die von regelmäßig gut geschulten Mitarbeitenden weiterentwickelt wird. Nachhaltigkeitsaspekte sind wesentlicher Teil der Unternehmensstrategie und basieren auf den drei Säulen nachhaltige Produkte, nachhaltige Produktion und Prozesse sowie Wertschätzung der Mitarbeitenden.

Strategien

Zur Erreichung der Unternehmensziele werden strategische Initiativen gebildet und Meilensteine definiert. Dieses obliegt den in einer Matrix organisierten Einheiten im Vertrieb und den endanwendungsorientierten Business Lines. Darüber hinaus werden globale Wachstumsmärkte in sogenannten Global Working Groups, überregional und interdisziplinär besetzt bearbeitet und erschlossen. Zur Erreichung der langfristigen Nachhaltigkeitsziele wurde ein eigener Unternehmensbereich, der direkt an den Vorstandsvorsitzenden berichtet, sowie ein „Global Sustainability Board“ eingerichtet, das die Strategie regelmäßig überprüft, Meilensteinentscheidungen trifft und deren Umsetzung überwacht. In die zur Unternehmenssteuerung eingesetzte Balanced Scorecard (siehe Kapitel 1.3) wurde entsprechend eine Zieldimension „Environmental-/Social-/Governance“ aufgenommen. Mit dem Konzept „A company like a friend“ werden unter einem Dach Personalentwicklungs- und Recruitung-Strategien sowie zur Kommunikation mit Stakeholdern umgesetzt.

1.3 Steuerungssystem

Als strategisches Steuerungs- und Führungsinstrument setzt SIMONA die Balanced Scorecard (BSC) ein. Das Global Management Team (GMT) ist dabei verantwortlich für die BSC- Unternehmensziele, wie auch die regelmäßige Überprüfung und Verbesserung der Effektivität des BSC-Prozesses im Rahmen der Gesamtbewertung des Managementsystems. Die BSC wird auf weitere Managementebenen kaskadiert und einheitlich weltweit eingesetzt.

Die Analyse und Beurteilung der Ertragssituation von SIMONA erfolgt auf Basis von nach den IFRS ermittelten Kennzahlen und dabei hauptsächlich anhand der Umsatzerlöse sowie der beiden Kennzahlen EBIT-Marge und EBITDA-Marge, jeweils in Prozent der Umsatzerlöse. Das EBIT weist das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern sowie Beteiligungserträgen aus. Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Beteiligungserträgen und Abschreibungen) ermöglicht eine Annäherung an den operativen Cashflow, da die nicht liquiditätswirksamen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing zum EBIT addiert werden.

Zudem wird die Rendite des betriebsnotwendigen Vermögens im Konzern jährlich im Rahmen des Planungsprozesses überprüft und dient als wesentliches Kriterium, um das Investitionsbudget zu steuern. Der ROCE (Return on Capital Employed) ist die Rentabilitätsgröße in Bezug auf das eingesetzte Kapital (das Capital Employed berechnet sich aus immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, finanziellen Vermögenswerten, Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) in Relation zum EBIT.

Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren der SIMONA AG und dem Konzern sind entsprechend die Umsatzerlöse, das EBIT, EBITDA und ROCE. Als nachrangige nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden unter anderem die CO2-Emissionen, Kundenzufriedenheit, Anzahl und Ausbildung der Belegschaft sowie das Qualitätsmanagement herangezogen.

Neben den vier genannten bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren hat die SIMONA Gruppe weitere finanzielle Leistungsindikatoren, die laufend vom Vorstand überwacht werden. Diese Kennzahlen sind jedoch von geringerer Bedeutung und werden daher nicht prognostiziert. Zu den weiteren finanziellen Leistungsindikatoren zählen: CAPEX (Betrag der Investitionen), Tonnage (Absatzmenge in Tonnen), das Rohergebnis (Umsatzerlöse, Sonstige Erträge, Bestandsveränderung abzüglich Materialaufwand) und die Rohmarge (Rohergebnis in Prozent der Umsatzerlöse).# 1.4 Forschung und Entwicklung

Die Forschung und Entwicklung gliedert sich in die Bereiche Rezepturentwicklung, neue Produkte und Anwendungen sowie Verfahrensentwicklung. Der Umsatz mit jungen Produkten (nicht älter als drei Jahre) ist im Berichtsjahr stärker zurückgegangen als der Konzernumsatz. Daher ist der Anteil junger Produkte am Gesamtumsatz im Jahr 2023 gesunken.

In der Verfahrens- und Materialentwicklung lag der Schwerpunkt 2023 auf der Umsetzung des Investitionsprogramms, das im Rahmen der Unternehmensstrategie Effizienz und Flexibilität steigern soll. So wurden in den Werken am Stammsitz Kirn Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Schneckentechnologie für Polyolefin-Produkte sowie in der Verfahrenstechnik für Produkte der Business Line Mobility umgesetzt. Darüber hinaus wurden Investitionen zur Modernisierung und Effizienzsteigerung bei der Vollstab-Extrusion getätigt sowie eine neue Anlage zum Pressen von Fluorkunststoff-Platten in Betrieb genommen. Im Zuge des Aufbaus eines Kompetenzzentrums für PVC-Schaumplatten wurden zwei Extrusionsanlagen in das SIMONA PLASTECH Werk in Düzce, Türkei, verlagert. Im Rohr- und Formteilwerk Ringsheim wurde in die Modernisierung der Maschinen- und Anlagenausstattung der Rohrextrusion sowie in Mehrfachwerkzeuge zur Produktion von Formteilen investiert. Darüber hinaus wurde die Außenlagerfläche erweitert. Dies erlaubt sowohl eine höhere Verfügbarkeit von Produkten als auch zusätzliches Projektgeschäft abwickeln zu können.

Nach 12 Monaten Bauzeit hat der SIMONA Konzern sein neues Werk in China im Rahmen einer Kundenveranstaltung offiziell eröffnet. Mit diesem Werk auf dem Gelände des Produktionsstandorts in Jiangmen im Süden Chinas wird die Produktionsfläche auf insgesamt 20.000 qm verdoppelt und künftiges Wachstum in der Region Asien-Pazifik ermöglicht. Im neuen Werk werden Platten sowie thermoplastische Rohre und Vollstäbe für industrielle Anwendungen hergestellt. Die Produktionslinien zeichnen sich durch einen hohen Automatisierungsgrad aus. Prototypenanlage, Fertigung, Lager und Logistik sind unter einem Dach vereint. Das soll zu einer Effizienzsteigerung beitragen und den Energieverbrauch senken. Darüber hinaus wurden im bestehenden Werk die Kapazitäten für die Produktion von Schweißdraht und die Plattenextrusion ausgebaut. In den drei Werken in der Region Amerika wurden Produktionsanlagen modernisiert und zum Teil automatisiert, um die Effizienz zu steigern und die Kapazität zu erweitern. SIMONA AMERICA Industries in Archbald plant, sein Fabrikgebäude mit Solar-Panels bedecken, um in Zukunft Zukunft einen steigenden Anteil des Stromverbrauchs über erneuerbaren Solarstrom zu decken. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2024 geplant.

In der Produktentwicklung wurden auch 2023 innovative Produktneu- und -weiterentwicklungen vorangetrieben. In der Business Line Mobility wurde mit der Weiterentwicklung des Produkts SIMONA COPLAST- AS-X eine vielversprechende Materialkombination für den Innenausbau von Freizeitfahrzeugen, wie Wohnmobilen, gefunden. Für den Bau von Wohnmobilen werden komplexe Bodenstrukturen in einem Sandwichaufbau genutzt. Durch weltweite Rohstoffknappheit sowie steigende Anforderungen an CO2-Reduzierung, Leichtbau und Recyclingfähigkeit suchen die Hersteller nach langfristigen Ersatzlösungen zu bisher eingesetzten Materialien. Die von SIMONA weiterentwickelte Platte ist stabil, leicht und zeichnet sich durch geringe Wasseraufnahme und hohe Umweltverträglichkeit aus. In der Business Line Infrastructure wurde das Produktprogramm um segmentgeschweißte PE100- RC Winkel erweitert. Durch die Fertigung aus verstärkten Spritzguss-Bögen ermöglichen diese Bauteile Richtungsänderungen auf engstem Raum ohne die bei segmentierten Bauteilen übliche Abminderung der Druckbelastbarkeit. Im Marktsegment Kabelschutz wurde das Schweißverfahren Clearduct weiterentwickelt. Das sogenannte Stumpfschweißverfahren verhindert einen den Innendurchmesser verjüngenden Innenwulst.

SIMONA setzt darüber hinaus nun zur Herstellung von Platten, die unter anderem zur Sanierung von Brücken eingesetzt werden, einen neuartigen Werkstoff ein, der geringe Gleitreibung und hohe Abriebfestigkeit miteinander kombiniert. Damit eignen sich Kunststoffplatten aus diesem neuartigen Werkstoff hervorragend, um Gleitunterlagen für Brückenlager herzustellen.

SIMONA hat 2023 die bauaufsichtliche Zulassung für Bauprodukte aus SIMONA PE 100 RC Schwarz und SIMONA PE 100 RC UV Weiß und Blau des Deutschen Institut für Bautechnik (DIBT) erhalten. Damit erweitert SIMONA das zugelassene Produktangebot im Behälter- und Apparatebau zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen wassergefährdender Flüssigkeiten. Für SIMONA PVC-Platten, die im Werk Jiangmen, China, hergestellt werden, liegt nun die FM- 4910-Zulassung vor. Dabei handelt es sich um einen von Factory Mutual System, einer globalen Industrieversicherungsorganisation, festgelegten Standard für feuerhemmende Eigenschaften von Materialien, die in Reinraumanwendungen zum Einsatz kommen. Besondere Anforderungen sind hier sehr geringe Flammausbreitung und Rauchgasdichte, da auch schon kleinste Brände großflächige Verunreinigungen der Produktionsanlagen und Produktionsprozesse in Reinräumen verursachen können. Mit dieser Zulassung ist SIMONA PVC-FM nun für Anwendungen in der Halbleiterindustrie spezifiziert.

Das Angebot an nachhaltigen Produkten hat SIMONA im Jahr 2023 erweitert und unter der Produktmarke „EcoPlastIQ“ gebündelt. Das Prinzip der Massebilanzierung liegt der neuen SIMONA Produktlinie „ISCC plus zertifizierte“ Rohre & Formteile zugrunde. ISCC steht als Abkürzung für International Sustainability and Carbon Certification. Die dahinterstehende ISCC-Organisation aus internationalen Unternehmen und NGOs zeichnet Rohstoffe aus, die den etablierten Nachhaltigkeitsverordnungen entsprechen. Aus drei verschiedenen ISCC- Nachhaltigkeitskategorien setzt SIMONA zunächst auf Granulate mit biozirkulärer und zirkulärer Herkunft, d.h. dass die eingesetzten Granulate zur Kunststoffherstellung z.B. aus biologischen Abfällen stammen. Da sie vor der Polymerisation eingebracht werden, bleiben die Produkteigenschaften der ISCC plus zertifizierten SIMONA Produkte im Vergleich zu rein fossil basierten Granulaten vollständig erhalten und die gewohnt hohe Qualität in Bezug auf Funktion und Leistung der Produkte gewährleistet. Neben Rohren & Formteilen aus PE 100, sind inzwischen auch Rohre & Formteile aus PP „ISCC plus zertifiziert“.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Konzern beliefen sich wie im Vorjahr unverändert auf 5,9 Mio. EUR. Die aufwandswirksam erfassten Ausgaben entfallen im Wesentlichen auf Personalaufwand, Materialaufwand und Abschreibungen auf Sachanlagen.

2. WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaft

„Widerstandsfähig, aber langsam“ bezeichnet der Internationale Währungsfonds (IWF) den Zustand und die Aussichten der Weltwirtschaft. Die Erholung der Weltwirtschaft von der COVID-19- Pandemie, dem Einmarsch Russlands in der Ukraine und der Lebenshaltungskostenkrise erweist sich laut IWF als widerstandsfähig aber wenig dynamisch. Die Inflation geht schneller als erwartet von ihrem Höchststand im Jahr 2022 zurück, die Auswirkungen auf die Beschäftigung und die Wirtschaftstätigkeit sind geringer als erwartet ausgefallen. Für 2023 prognostiziert der IWF ein globales Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent. Eine nach wie vor dynamische US-amerikanische Wirtschaft, die 2023 um 2,5 Prozent wachsen soll, ist Lokomotive dieser Entwicklung. Für den Euroraum wird eine deutliche Abkühlung des Wachstums von 3,4 Prozent in 2022 auf nur noch 0,5 Prozent in 2023 erwartet. Deutschland ist Schlusslicht im Euroraum und befindet sich mit einem Minus von 0,3 Prozent in einer Rezession. Frankreich (+0,8 Prozent) und Italien (+0,7 Prozent) zeigen ebenso einen deutlichen Wachstumsrückgang. Spaniens Wirtschaft wird zwar um 2,4 Prozent wachsen, hat aber deutlich an Dynamik verloren (2022: +5,8 Prozent). Chinas Wirtschaftswachstum wird 2023 mit 5,2 Prozent erwartet, deutlich mehr als 2022 (+3,0 Prozent), aber zu wenig, um für eine wirtschaftliche Trendwende zu sorgen.

Kunststoffbranche in Deutschland

Die Kunststoff verarbeitende Industrie in Deutschland verzeichnete laut dem Gesamtverband GKV 2023 schrumpfende Umsätze. Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahr um ca. sechs Prozent auf 72,5 Mrd. Euro zurück. Die verarbeitete Menge sank sogar um 9 Prozent. Die Ursache für den Umsatzrückgang sieht der Verband in den aktuell ungünstigen Rahmenbedingungen für die deutsche Industrie. Die Unternehmen seien zudem derzeit zurückhaltend bei Investitionen aufgrund unsicherer Zukunftsaussichten. Die Inlandsumsätze sind um 9,4 Prozent gesunken, während die Auslandsumsätze mit -0,3 Prozent fast stabil blieben.

Die Konjunktur für die Business Line Industry

Die Hoffnungen auf eine Belebung der Chemie-Konjunktur in Deutschland haben sich nicht erfüllt. Produktion (-11 Prozent) und Umsatz (-12 Prozent) sind nach Angaben des Verbands der chemischen Industrie in Deutschland e. v. (VCI) 2023 gesunken. Die Inlandsumsätze sind dabei mit -16 Prozent stärker gesunken als die Auslandsumsätze mit -10 Prozent. Der deutlich geringere Rückgang der Auslandsumsätze ist auch auf die positive weltweite Entwicklung der Chemieproduktion zurückzuführen. Die globale Chemieproduktion ist im Zeitraum Januar bis Oktober 2023 um 2,3 Prozent gestiegen, getragen von einem starken Wachstum in Asien. Hohe Auftragsbestände im weltweiten Maschinen- und Anlagenbau konnten die schwache Konjunktur im verarbeitenden Gewerbe 2023 zunächst noch abfangen. Diese Unterstützung ist im Jahresverlauf allerdings gesunken und es hat sich trotz hohen Investitionsbedarfs noch keine Trendwende bei den Auftragseingängen eingestellt.# Konjunkturelle Einordnung

In der EU ist die reale Produktion im Maschinen- und Anlagenbau in den ersten zehn Monaten 2023 um 1,0 Prozent zurückgegangen, in den USA in den ersten elf Monaten um 3 Prozent. Chinas reale Maschinenbauproduktion wuchs im Zeitraum Januar bis November um 2,6 Prozent, was angesichts der geringen Dynamik im Vorjahr eine eher schwache Entwicklung darstellt.

Konjunktur für die Business Line Infrastructure

Berechnungen der Forschergruppe „Euroconstruct“, der auch das Wirtschaftsforschungsinstitut ifo angehört, gehen davon aus, dass der Tiefbau in Europa 2023 um 2,9 Prozent zulegen wird. Notwendige Investitionen in die Energieversorgung, den Ausbau von Transportwegen und in öffentliche Verkehrsangebote sind die Treiber des Wachstums. Für den öffentlichen Tiefbau in Deutschland wird laut Zentralverband des Deutschen Baugewerbes mit einem realen Umsatzrückgang von gut knapp 3 Prozent gerechnet.

Konjunktur für die Business Line Mobility

Das Marktforschungsunternehmen Counterpoint geht von einer weiteren Erholung des Marktes für die Inneneinrichtung von Flugzeugen aus. 2023 soll der Markt deutlich von ca. 10 Mrd. US-Dollar auf ca. 12 Mrd. US-Dollar gewachsen sein. Hauptgrund ist der nach der COVID-19-Pandemie wieder stark steigende globale Reiseverkehr. Der „Global Seat Market Report“ prognostiziert dem weltweiten Markt für Sitze in Zugwaggons 2023 ein Wachstum von 6,5 Prozent auf 1,72 Mrd. Dollar. Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur zur Modernisierung von Bahnstrecken weltweit treiben diese Entwicklung.

Konjunktur für die Business Line Advertising & Building

Die Bautätigkeit in Europa wird 2023 nach Berechnungen von Euroconstruct“ voraussichtlich um 1,7 Prozent zurückgehen. Vor allem der Hochbau und hier insbesondere der Wohnungsbau ist betroffen, während im Tiefbau weiter ein Wachstum erzielt wird. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes erwartet für Deutschland 2023 einen Umsatzrückgang von 5 Prozent. Für die negative Entwicklung ist vor allem der Wohnungsbau verantwortlich mit einem Minus von 11 Prozent.

2.2 Geschäftsverlauf SIMONA Konzern

Im Geschäftsjahr 2023 wurden Umsatzerlöse von 600,0 Mio. EUR erwirtschaftet (Vorjahr 712,1 Mio. EUR). Der Umsatzrückgang von -15,7 Prozent ist neben gesunkenen Verkaufspreisen auch auf geringere Absatzmengen zurückzuführen. In einem intensiven Wettbewerbsumfeld sind die Umsätze in den Regionen EMEA und Amerika zurückgegangen, während die Region Asien- Pazifik eine leichte Umsatzsteigerung verzeichnet. Die im Rahmen des Konzernlageberichtes des Vorjahres für das Geschäftsjahr 2023 abgegebene Umsatzprognose von 650 bis 675 Mio. EUR sowie die im Rahmen des Halbjahresberichtes reduzierte Umsatzprognose von 610 bis 630 Mio. EUR wurde damit nicht erreicht.

Während das operative Ergebnis (EBIT) im Konzern mit 52,9 Mio. EUR nahezu auf dem Vorjahresniveau von 54,1 Mio. EUR liegt, ist die EBIT-Marge von 7,6 Prozent auf 8,8 Prozent angestiegen. Die erzielte EBIT-Marge liegt damit über dem oberen Ende der prognostizierten EBIT- Marge von 6 bis 8 Prozent. Der Anstieg der EBIT-Marge resultiert hauptsächlich aus der deutlichen Verbesserung der Materialeinsatzquote von 58,3 Prozent auf 51,8 Prozent sowie geringeren vertriebsbezogenen sonstigen Aufwendungen im Geschäftsjahr. Das EBITDA beträgt 75,9 Mio. EUR nach 75,5 Mio. EUR im Vorjahr. Damit ergibt sich eine höhere EBITDA-Marge von 12,7 Prozent (Vorjahr 10,6 Prozent), die über der prognostizierten EBITDA- Marge von 10 bis 12 Prozent liegt. Der Konzern-ROCE liegt mit 11,2 Prozent innerhalb des Zielwertes (10 bis 12 Prozent) und nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 11,4 Prozent. Insgesamt ist nach Ansicht des Vorstandes die Geschäftsentwicklung, insbesondere die Ergebnisentwicklung, weit besser verlaufen als aufgrund der unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage insbesondere gegen Ende des Jahres zu erwarten war.

Umsatzentwicklung der Region EMEA

Die Umsatzerlöse in der Region EMEA sind um -19,2 Prozent auf 369,3 Mio. EUR (Vorjahr 456,9 Mio. EUR) gesunken. Der Umsatzrückgang betrifft alle Business Lines mit Ausnahme der Business Line Mobility. Der Anteil der Region EMEA am Gesamtumsatz ist rückläufig und beträgt 61,6 Prozent (Vorjahr 64,2 Prozent). Das EBIT im Segment EMEA hat sich aufgrund des Umsatzrückgangs und höheren Abschreibungen von 19,2 Mio. EUR im Vorjahr auf 16,6 Mio. EUR verringert.

Umsatzentwicklung der Region Amerika

Die Region Amerika verzeichnete ein Umsatzminus von -13,4 Prozent auf 179,3 Mio. EUR (Vorjahr 207,1 Mio. EUR). Die konjunkturell bedingte Nachfrageschwäche aus der chemischen und auch den freizeitnahen Industrien konnte durch die weitere Erholung des Geschäfts für Flugzeugausstattung zum Teil aufgefangen werden. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz ist von 29,1 auf 29,9 Prozent leicht gestiegen. In der Region Amerika hat sich das EBIT von 32,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 33,9 Mio. EUR leicht verbessert, hauptsächlich aufgrund einer verbesserten Rohmarge.

Umsatzentwicklung der Region Asien-Pazifik

Die Region Asien-Pazifik erzielte mit 51,4 Mio. EUR einen im Vergleich zum Vorjahr (48,1 Mio. EUR) höheren Umsatz. Wesentliche Wachstumsimpulse kamen aus der Business Line Industry und hier aus dem Bereich Semicon und Photovoltaik sowie der Business Line Mobility. Der gestiegene Anteil der Region am Gesamtumsatz beträgt 8,6 Prozent (Vorjahr 6,8 Prozent). Asien- Pazifik verzeichnete ein wechselkursbedingt abgeschwächtes EBIT von 2,4 Mio. EUR (Vorjahr 3,0 Mio. EUR).

Umsatzentwicklung der Business Lines

Business Line 2023 (Mio. EUR) 2022 (Mio. EUR) Veränderung (%)
Industry 227,5 266,0 -14,5
Advertising & Building 87,8 111,3 -21,2
Infrastructure 103,0 122,3 -15,8
Mobility 77,9 70,6 10,3
Others 103,9 141,8 -26,7

In der Business Line Industry wurden Umsatzerlöse von 227,5 Mio. EUR generiert (Vorjahr 266,0 Mio. EUR) was einem Umsatzminus von -14,5 Prozent entspricht. Die Business Line Advertising & Building erzielte Umsatzerlöse von 87,8 Mio. EUR (Vorjahr 111,3 Mio. EUR; -21,2 Prozent). Die Business Line Infrastructure erwirtschaftete einen Umsatz von 103,0 Mio. EUR (Vorjahr 122,3 Mio. EUR; -15,8 Prozent). Die Business Line Mobility verzeichnete eine Umsatzsteigerung auf 77,9 Mio. EUR (Vorjahr 70,6 Mio. EUR; 10,3 Prozent). Die übrigen Umsatzerlöse aus weiteren verschiedenen Anwendungsfeldern und Handel werden unter "Others" zusammengefasst und betragen 103,9 Mio. EUR (Vorjahr 141,8 Mio. EUR).

Auftragslage

Der offene Auftragswert zum 31. Dezember 2023 beläuft sich im Konzern auf 73,5 Mio. EUR (Vorjahr 142,9 Mio. EUR); davon entfallen auf die SIMONA AG 23,7 Mio. EUR (Vorjahr 49,0 Mio. EUR).

2.3 Ertragslage

Das Konzern-EBIT ist um -2,1 Prozent von 54,1 Mio. EUR auf 52,9 Mio. EUR leicht gesunken. Die EBIT-Marge beträgt 8,8 Prozent und ist damit über den Vorjahreswert von 7,6 Prozent gestiegen. Die nominal nur leichte Verringerung des Konzern-EBIT resultiert trotz eines deutlichen Umsatzrückgangs hauptsächlich aus einer verbesserten Materialeinsatzquote und gesunkene Volumina führten zu geringeren variablen sonstigen Aufwendungen. Durch höhere Abschreibungen liegt das EBITDA mit 75,9 Mio. EUR leicht über dem Vorjahr (75,5 Mio. EUR). Dies entspricht einer höheren EBITDA-Marge von 12,7 Prozent (Vorjahr 10,6 Prozent). Der Return on Capital Employed (ROCE) beträgt 11,2 (Vorjahr 11,4 Prozent).

Das Rohergebnis ist im Berichtsjahr nominal um -4,6 Prozent von 304,1 Mio. EUR im Vorjahr auf 290,0 Mio. EUR gefallen. Die Rohmarge hat sich von 42,7 Prozent im Vorjahr auf 48,3 Prozent verbessert. In der Ergebnisrechnung ist eine Bestandsminderung von -7,6 Mio. EUR enthalten (Vorjahr Bestandserhöhung 10,8 Mio. EUR). Im Posten Aktivierte Eigenleistungen werden im Berichtsjahr erstmalig erbrachte Eigenleistungen im Rahmen der SAP S4/Hana Einführung in Höhe von 0,3 Mio. EUR ausgewiesen. Die Sonstigen Erträge betragen 9,3 Mio. EUR (Vorjahr 6,6 Mio. EUR). Darin enthalten sind 0,9 Mio. EUR Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Der Materialaufwand ist auf 311,7 Mio. EUR zurückgegangen (Vorjahr 425,3 Mio. EUR). Der Rückgang resultiert sowohl aus den im Berichtszeitraum gesunkenen Rohstoffnotierungen als auch aus dem rückläufigen Volumen. Die im Materialaufwand enthaltenen Kosten für Energie haben sich im Vorjahresvergleich um etwa 1,9 Mio. EUR auf 23,0 Mio. EUR erhöht.

Der Personalaufwand beträgt 115,0 Mio. EUR (Vorjahr 113,4 Mio. EUR) und hat sich um insgesamt 1,5 Prozent erhöht. Die Zahl der Mitarbeitenden hat sich insbesondere in der Region Asien-Pazifik aufgrund des Ausbaus der Produktion leicht erhöht, während sie in EMEA zurückgegangen ist. Die Zahl der Mitarbeitenden im Konzern betrug zum Jahresende 1.757 (Vorjahr 1.734).

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen belaufen sich auf 23,0 Mio. EUR (Vorjahr 21,5 Mio. EUR). Darin enthalten sind Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverträgen mit 2,0 Mio. EUR.

Die Sonstigen Aufwendungen sind um -13,7 Prozent auf 99,4 Mio. EUR (Vorjahr 115,2 Mio. EUR) gesunken. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus geschäftsbedingt verringerten Aufwendungen für Vertrieb wie Provisionen, Frachten und Verpackungen (12,2 Mio. EUR) sowie geringeren Betriebskosten (2,1 Mio. EUR). Zudem enthält der Posten gestiegene Verwaltungskosten (+1,7 Mio. EUR).

Die Verringerung der Finanzerträge um -1,8 Mio. EUR auf 6,4 Mio. EUR resultiert hauptsächlich aus der Hochinflationsbilanzierung für die Türkei in Höhe von 3,7 Mio. EUR (Vorjahr 4,8 Mio. EUR). Die Finanzaufwendungen von 13,8 Mio. EUR (Vorjahr 9,5 Mio. EUR) enthalten 8,5 Mio. EUR Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung (Vorjahr 6,1 Mio. EUR). Zudem hat sich der auf Finanzschulden bezogene Zinsaufwand primär aufgrund der Akquisitionsfinanzierung PEAK um 1,8 Mio. EUR auf 2,7 Mio. EUR erhöht.

Die Ertragsteuern haben sich von 15,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 14,5 Mio. EUR verringert. Die Konzernsteuerquote beträgt im Berichtsjahr 32,0 Prozent (Vorjahr 29,7 Prozent).

In der Region EMEA ist das EBIT auf 16,6 Mio. EUR gesunken (Vorjahr 19,2 Mio. EUR). Dabei haben die Vertriebsgesellschaften positive, jedoch deutlich rückläufige, Ergebnisse erwirtschaftet.# Die Produktionsgesellschaft in Tschechien hat ein gegenüber dem Vorjahr rückläufiges Ergebnis verbucht, ebenso wie die in 2022 akquirierte Gesellschaft SIMONA PEAK Pipe Systems in Großbritannien. Nach einem Verlust im Vorjahr konnte die türkische Produktionsgesellschaft dieses Jahr das Ergebnis deutlich verbessern und mit einem positiven EBIT abschließen. SIMONA Stadpipe erlitt hingegen in 2023 einen Verlust aufgrund eines Investitionseinbruchs der Fischzuchtindustrie infolge der norwegischen Steuerpolitik. In der Ergebnisrechnung ist eine Bestandsminderung von -8,5 Mio. EUR enthalten (Vorjahr Bestandserhöhung 9,6 Mio. EUR). Das Rohergebnis ist im Vorjahresvergleich um 12,0 Mio. EUR gesunken. Der Materialaufwand in der Region EMEA beträgt 208,2 Mio. EUR (Vorjahr 301,4 Mio. EUR) und ist gegenüber dem Umsatzrückgang überproportional gesunken. Während sich die Rohstoffkosten verringert haben, sind die Energiekosten weiter gestiegen. Der Personalaufwand liegt mit -1,3 Prozent leicht unter Vorjahresniveau. Aufgrund der höheren Investitionstätigkeit sind die Abschreibungen um 1,8 Mio. EUR angestiegen. Die Sonstigen Aufwendungen von 68,8 Mio. EUR haben sich verringert (Vorjahr 79,0 Mio. EUR), nachdem hauptsächlich der variable Vertriebsaufwand gesunken ist. Das EBIT der Region Amerika konnte auf 33,9 Mio. EUR nochmals leicht gesteigert werden (Vorjahr 32,4 Mio. EUR). Hauptgrund war insbesondere die weitere Erholung des Luftfahrtgeschäftes, während das Industriegeschäft im Laufe des Jahres deutlich an Dynamik verlor. Der Materialaufwand in Höhe von 80,3 Mio. EUR (Vorjahr 107,9 Mio. EUR) ist überproportional zum Umsatzminus gesunken. Der Personalaufwand beträgt 35,4 Mio. EUR (Vorjahr 32,9 Mio. EUR). Die Sonstigen Aufwendungen von 25,4 Mio. EUR liegen mit -5,5 Mio. EUR hauptsächlich wegen geringerer Vertriebsaufwendungen unter dem Vorjahr. Die Region Asien-Pazifik verzeichnet ein EBIT von 2,4 Mio. EUR (Vorjahr 3,0 Mio. EUR). Der Ergebnisrückgang resultiert hauptsächlich aus einem geringeren Rohergebnis und erhöhten sonstigen Aufwendungen, insbesondere Wechselkursaufwendungen im operativen Geschäft. Die Vertriebsgesellschaft in Hongkong verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Ergebnisrückgang aufgrund geringerer Provisionserträge infolge des Umsatzrückgangs. SIMONA INDIA konnte das Jahr fast auf Vorjahresniveau abschließen.

2.4 Vermögenslage

Die Konzernbilanzsumme zum 31. Dezember 2023 beträgt 611,2 Mio. EUR nach 621,1 Mio. EUR im Vorjahr.

Bilanzentwicklung Vermögenswerte

Die Aktivseite der Bilanz ist hauptsächlich geprägt von einer Reduzierung der immateriellen Vermögenswerte, der Vorräte und Kundenforderungen während sich die Sachanlagen und die Zahlungsmittel erhöht haben.

Die immateriellen Vermögenswerte werden mit 93,7 Mio. EUR ausgewiesen (Vorjahr 96,2 Mio. EUR) und enthalten hauptsächlich die Geschäfts- und Firmenwerte aus den Unternehmenserwerben in den USA, Norwegen, der Türkei und Großbritannien. Zudem enthält der Posten den jeweiligen Kundenstamm und die sonstigen immateriellen Vermögenswerte aus den Akquisitionen der Vorjahre in Höhe von 30,3 Mio. EUR (Vorjahr 33,4 Mio. EUR).

Die Sachanlagen sind mit 188,1 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr 176,8 Mio. EUR). Die Investitionen in Sachanlagen im Konzern betragen 32,7 Mio. EUR (Vorjahr 34,3 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf Sachanlagen belaufen sich auf 17,7 Mio. EUR (Vorjahr 17,2 Mio. EUR). Die Nutzungsrechte aus Leasing sind mit 7,7 Mio. EUR (Vorjahr 8,6 Mio. EUR) aktiviert.

Die latenten Steueransprüche liegen trotz höherer latenter Steuern auf die gestiegenen Rückstellungen für Pensionen aufgrund der Saldierung mit passiven latenten Steuern insgesamt leicht unter dem Vorjahreswert.

Die Vorräte betragen insgesamt 132,8 Mio. EUR (Vorjahr 144,4 Mio. EUR). Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind hauptsächlich preisbedingt auf 55,3 Mio. EUR gesunken (Vorjahr 60,2 Mio. EUR). Die Fertigen Erzeugnisse und Waren haben sich von 81,5 Mio. EUR auf 74,1 Mio. EUR mengen- und preisbedingt verringert.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind geschäftsbedingt um -5,9 Mio. EUR auf 83,0 Mio. EUR zurückgegangen.

Die lang- und kurzfristigen Sonstigen Vermögenswerte sowie Ertragsteuerforderungen betragen 23,1 Mio. EUR (Vorjahr 29,5 Mio. EUR). Der Rückgang resultiert hauptsächlich aus verringerten Erstattungsansprüchen aus Ertragsteuern (8,9 Mio. EUR).

Die Sonstigen finanziellen Vermögenswerte betragen unverändert 0,3 Mio. EUR. Zur Veränderung der Zahlungsmittel und -äquivalente verweisen wir auf die Erläuterung des Cashflows und der Liquiden Mittel.

Die bilanzierten derivativen Finanzinstrumente in Höhe von 0,2 Mio. EUR (Vorjahr 0,4 Mio. EUR) enthalten einen Zinsswap zur Absicherung fixer Zinszahlungen im Rahmen der Akquisitionsfinanzierung der SIMONA PEAK Pipe Systems Limited.

Bilanzentwicklung Eigenkapital und Schulden

Die Passivseite ist zum Bilanzstichtag durch ein im Vorjahresvergleich leicht rückläufiges Eigenkapital gekennzeichnet. Während das langfristige Fremdkapital angestiegen ist, hat sich das kurzfristige Fremdkapital verringert.

Das Konzerneigenkapital beträgt zum Jahresende 361,9 Mio. EUR (Vorjahr 376,4 Mio. EUR). Darin enthalten sind hauptsächlich das Periodenergebnis 2023 in Höhe von 30,8 Mio. EUR sowie gegenläufig die Dividendenauszahlung im Geschäftsjahr 2023 über 11,0 Mio. EUR und das direkt im Eigenkapital erfasste negative Ergebnis aus Währungsumrechnung (10,6 Mio. EUR). Zudem hat sich das Konzerneigenkapital durch die Neubewertung der Pensionsrückstellungen, insbesondere aufgrund des gesunkenen IFRS-Rechnungszinses sowie dem Rückgang des Planvermögens, erfolgsneutral um 20,6 Mio. EUR verringert.

Der fortgeführte Ansatz der Kaufoptionen für ausstehende Anteile ist im Eigenkapital in Höhe von 14,0 Mio. EUR (Vorjahr 10,2 Mio. EUR) kapitalmindernd angesetzt. Im Zusammenhang mit dem Geschäftsanteilskaufvertrag der SIMONA Stadpipe AS wurde in 2020 ein Shareholder Agreement mit dem Altgesellschafter geschlossen, der weiterhin 25,07 Prozent der Geschäftsanteile an der SIMONA Stadpipe AS hält. Darin ist ein Put/Call-Optionsrecht für den Kauf der verbleibenden Geschäftsanteile vereinbart (3,2 Mio. EUR, Vorjahr 10,2 Mio. EUR). Zudem ist im Rahmen des Geschäftsanteilskaufvertrages der SIMONA PLASTECH Levha Sanayi Anonim Şirketi in 2021 ein Shareholder Agreement mit den Altgesellschaftern geschlossen, die weiterhin 30,00 Prozent der Geschäftsanteile an der Gesellschaft halten. Darin ist ein Put/Call-Optionsrecht für den Kauf der verbleibenden Geschäftsanteile vereinbart (10,8 Mio. EUR). Zum Ende des Geschäftsjahres sind keine eigenen Anteile auszuweisen. Wir verweisen auf Anhangangabe [28].

Die Konzerneigenkapitalquote zum Bilanzstichtag ist von 61 Prozent auf 59 Prozent gefallen.

Die lang- und kurzfristigen Finanzschulden enthalten im Wesentlichen die Bankdarlehen zur Akquisitionsfinanzierung PEAK in Höhe von 34,8 Mio. EUR (davon 8,2 Mio. EUR kurzfristig und 26,6 Mio. EUR langfristig) mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren. Zudem enthält der Posten kurzfristige Finanzschulden Geldmarktkredite in Höhe von 22,1 Mio. EUR.

Die lang- und kurzfristigen Rückstellungen für Pensionen sind mit 80,6 Mio. EUR deutlich höher dotiert als im Vorjahr (49,5 Mio. EUR). Hauptgrund sind der verringerte IFRS-Rechnungszinssatz von 3,22 Prozent (Vorjahr 3,80 Prozent) sowie die Reduzierung des Planvermögens (wir verweisen auf die Ausführungen in den Notes [27] und [28] im IFRS-Konzernanhang).

Die Schulden aus Lieferungen und Leistungen betragen 27,3 Mio. EUR (Vorjahr 32,6 Mio. EUR).

Die lang- und kurzfristigen Sonstigen finanziellen Schulden belaufen sich auf 20,0 Mio. EUR (Vorjahr 13,9 Mio. EUR). Darin enthalten sind langfristige Schulden aus den oben beschriebenen Optionsrechten in Höhe von 14,0 Mio. EUR, die aus den Unternehmenserwerben in Norwegen und der Türkei resultieren.

Die Sonstigen Schulden betragen 21,4 Mio. EUR (Vorjahr 23,8 Mio. EUR) und umfassen im Wesentlichen Schulden gegenüber der Belegschaft, Schulden im Rahmen der sozialen Sicherheit und Steuerschulden sowie Gutschriften aus gewährten Provisionen.

Die langfristigen (4,0 Mio. EUR) und kurzfristigen (2,8 Mio. EUR) Sonstigen Rückstellungen liegen in Summe unter dem Vorjahresniveau.

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen im Konzern betragen 32,7 Mio. EUR (Vorjahr 34,3 Mio. EUR). Es handelt sich im Wesentlichen um Investitionen in technische Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung an den Produktionsstandorten in Deutschland, USA und Asien, wobei in China der Ausbau des Produktionswerkes im Geschäftsjahr abgeschlossen wurde. Insgesamt wurden im Konzern Netto-Sachanlageinvestitionen (Zugänge abzüglich Abschreibungen) in Höhe von 14,9 Mio. EUR getätigt (Vorjahr 17,1 Mio. EUR).

2.5 Finanzlage

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Das primäre Ziel des Finanzmanagements ist die Sicherung der Finanzkraft des SIMONA Konzerns. Die ausreichende Deckung des Finanzbedarfs für das operative Geschäft und für Investitionen sowie den Kapitaldienst wird dabei als wichtigste Aufgabe angesehen. Das Finanzmanagement ist zentral in der Muttergesellschaft organisiert. Den weltweiten Liquiditätsbedarf im Konzern deckt SIMONA überwiegend mittels konzerninterner Finanzierung über Ausleihungen oder Darlehen. Zudem verfügt der Konzern über fest zugesagte Kreditlinien. Liquiditätsüberschüsse werden risiko- und renditeoptimiert am Geld- oder Kapitalmarkt in Euro oder Fremdwährung angelegt.

Finanzierungsanalyse

Die langfristigen Finanzschulden betreffen die Kreditmittel für den Unternehmenskauf von PEAK sowie die KfW-Darlehen und sind aufgrund der vertragsgemäßen Tilgung um 11,6 Mio. EUR auf 26,6 Mio. EUR zurückgegangen. Die teils variabel- und festverzinslichen Darlehen zur Finanzierung des Unternehmenskaufs haben eine Laufzeit von fünf und sieben Jahren und sind bei mehreren Bankinstituten gezeichnet.# Die festverzinslichen KfW-Darlehen haben eine Laufzeit bis Juni 2024; im Berichtsjahr wurden planmäßig 3,4 Mio. EUR getilgt.

Kurzfristige Finanzschulden bestanden zum Bilanzstichtag in Höhe von 32,2 Mio. EUR und umfassen den kurzfristigen Anteil der Akquisitionsfinanzierung, der KfW-Darlehen sowie kurzfristige Inanspruchnahmen von variabel verzinsten Kreditlinien. Der Konzern verfügt am Bilanzstichtag über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von insgesamt 50,6 Mio. EUR (Vorjahr 46,7 Mio. EUR).

Cashflow

Im Berichtsjahr beträgt der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 69,3 Mio. EUR (Vorjahr 40,3 Mio. EUR). Die Erhöhung resultiert hauptsächlich aus verringerten Beständen an Vorräten, Kundenforderungen und Sonstigen Vermögenswerten bei einem gegenläufigen Ergebnisrückgang.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit beträgt 31,1 Mio. EUR (Vorjahr 70,1 Mio. EUR), davon entfallen 34,4 Mio. EUR auf Sachinvestitionen (Vorjahr 34,6 Mio. EUR).

Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit beträgt 28,3 Mio. EUR (Vorjahr Mittelzufluss 41,2 Mio. EUR) und ergibt sich hauptsächlich aus der planmäßigen Tilgung der Akquisitionsfinanzierung und der KfW-Darlehen, dem Abfluss der Dividende sowie gegenläufig der Inanspruchnahme kurzfristiger Kreditlinien.

Liquide Mittel

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 74,2 Mio. EUR (Vorjahr 65,7 Mio. EUR) bestehen aus kurzfristigen Bankeinlagen. Der Zufluss von 8,5 Mio. EUR (Vorjahr 11,7 Mio. EUR) resultiert hauptsächlich aus dem im Vorjahresvergleich gestiegenen Mittelzufluss im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit, dem geringeren Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit und dem Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit (im Vorjahr Zufluss). Die Entwicklung ist im Detail in der Kapitalflussrechnung dargestellt.

Finanzergebnis

Aus den Finanzerträgen in Höhe von 6,4 Mio. EUR und den Finanzaufwendungen in Höhe von 13,8 Mio. EUR ergibt sich für das Berichtsjahr insgesamt ein Finanzergebnis von -7,5 Mio. EUR (Vorjahr -1,3 Mio. EUR). Darin enthalten ist das Ergebnis aus Währungsumrechnung mit -3,4 Mio. EUR (Vorjahr -3,2 Mio. EUR). In den Finanzerträgen ist ein Effekt aus der Hochinflationsbilanzierung der Türkei in Höhe von 3,7 Mio. EUR (Vorjahr 4,8 Mio. EUR) ausgewiesen. Die Finanzaufwendungen enthalten 8,5 Mio. EUR Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung; davon 6,9 Mio. EUR aus der türkischen Tochtergesellschaft.

2.6 Geschäftsverlauf der SIMONA AG (Einzelabschluss)

Die SIMONA AG übt eine operative Geschäftstätigkeit aus und hält darüber hinaus Beteiligungen an verschiedenen Gesellschaften weltweit. Die operative Geschäftstätigkeit der SIMONA AG reflektiert in Aufbau- und Ablauforganisation den grundsätzlichen Aufbau des SIMONA-Konzerns. Insoweit sind die Ausführungen bezüglich Grundlagen der Gesellschaft, Steuerungssystem und den gesamtwirtschaftlichen- sowie branchenspezifischen Rahmenbedingungen analog anwendbar.

Die SIMONA AG verzeichnet nach deutschem Handelsrecht (HGB) einen Umsatzrückgang um -19,1 Prozent auf 322,3 Mio. EUR (Vorjahr 398,3 Mio. EUR), der neben gesunkenen Absatzpreisen hauptsächlich auf geringere Geschäftsvolumen zurückzuführen ist. Der nach IFRS ausgewiesene Umsatz (ohne Erlöse aus Intercompany Dienstleistungen) beträgt 299,9 Mio. EUR, so dass die im Rahmen des zusammengefassten Lageberichts des Vorjahres für das Geschäftsjahr 2023 abgegebene Umsatzprognose nach IFRS von 300 bis 310 Mio. EUR nahezu erreicht wurde.

Umsatzentwicklung der Regionen nach HGB

Die Umsatzerlöse in Deutschland sind um -20,0 Prozent auf 124,5 Mio. EUR (Vorjahr 155,6 Mio. EUR) zurückgegangen. In der Region EMEA (Europa ohne Deutschland, Mittlerer Osten & Afrika) liegen die Umsatzerlöse in Höhe von 168,8 Mio. EUR mit -18,0 Prozent unter dem Vorjahreswert von 206,0 Mio. EUR. Die Umsatzerlöse in der Region Amerika haben sich auf 8,0 Mio. EUR verringert (Vorjahr 10,0 Mio. EUR). Die Region Asien-Pazifik verbuchte im Vorjahresvergleich einen Umsatzrückgang um -21,3 Prozent auf 21,0 Mio. EUR.

Umsatzentwicklung der Business Lines nach HGB

Business Line 2023 (Mio. EUR) 2022 (Mio. EUR) Veränderung (%)
Industry 127,9 154,4 -17,2
Infrastructure 56,7 68,5 -17,2
Advertising & Building 21,0 28,0 -25,0
Mobility 6,1 4,6 33,5
Sonstige 40,1 58,1 -30,8
Gesamt (ohne Intercompany) 251,8 313,6 -19,7

Hinweis: Die hier aufgeführten Business Lines ergeben eine Summe von 251,8 Mio. EUR. Der nach HGB ausgewiesene Umsatz von 322,3 Mio. EUR beinhaltet auch Umsatzerlöse und Dienstleistungen mit Tochtergesellschaften in Höhe von 70,5 Mio. EUR (Vorjahr 84,7 Mio. EUR).

Ergebnisentwicklung

Das Ergebnis der SIMONA AG ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Mit einem operativen Ergebnis (EBIT) nach IFRS von 1,0 Mio. EUR (Vorjahr 3,9 Mio. EUR) wurde eine EBIT-Marge von 0,3 Prozent (Vorjahr 1,1 Prozent) erwirtschaftet. Der Zielwert der EBIT-Marge war mit 1,0 bis 3,0 Prozent angesetzt.

Das EBITDA nach IFRS beträgt 3,5 Mio. EUR (Vorjahr 5,6 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge beträgt 1,2 Prozent nach 1,5 Prozent im Vorjahr (Zielwert 1,5 bis 3,5 Prozent).

Der ROCE nach IFRS liegt mit 0,8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 3,0 Prozent (Zielwert 2,0 bis 3,0 Prozent).

Das gesunkene EBIT und EBITDA resultiert im Vorjahresvergleich neben dem reduzierten Rohergebnis aus dem höheren Personalaufwand und unterproportional verringerten sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Die wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 blieb insgesamt hinter den Erwartungen zurück.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Überleitung des EBIT von IFRS nach HGB:

in Mio. EUR 2023 2022
EBIT nach IFRS 1,0 3,9
Bestandsveränderung Vorräte -0,1 0,1
Materialaufwand 2,2 4,2
Personalaufwand (Pensionen) -1,9 1,2
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 0,6 0,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen -0,2 -1,2
Sonstige Veränderungen 0,1 4,1
EBIT nach HGB 1,7 3,8

Die nachstehende Tabelle zeigt die Überleitung des EBITDA von IFRS nach HGB:

in Mio. EUR 2023 2022
EBIT nach HGB 1,7 3,8
Abschreibungen nach HGB 1,8 1,7
EBITDA nach HGB 3,6 5,5
EBIT nach IFRS 1,0 3,9
Abschreibungen nach IFRS 2,4 1,6
EBITDA nach IFRS 3,5 5,6

Der ROCE der SIMONA AG nach IFRS (0,8 Prozent) leitet sich nach HGB (3,2 Prozent) hauptsächlich durch das Working Capital und EBIT über.

2.7 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der SIMONA AG (Einzelabschluss HGB)

Ertragslage

Das Rohergebnis beträgt 74,8 Mio. EUR und liegt gegenüber dem Vorjahreswert um -6,8 Prozent niedriger. Die Rohergebnismarge ist von 20,2 Prozent im Vorjahr auf 23,2 Prozent aufgrund des unterproportional reduzierten Rohergebnis im Vergleich zum Umsatzrückgang gestiegen.

Der Materialaufwand in Höhe von 249,6 Mio. EUR hat sich im Vorjahresvergleich hauptsächlich bedingt durch gesunkene Rohstoffpreise und Volumina um insgesamt -22,5 Prozent verringert.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen 2,0 Mio. EUR (Vorjahr 3,9 Mio. EUR). Darin enthalten sind Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von 1,0 Mio. EUR (Vorjahr 3,6 Mio. EUR).

Der Personalaufwand beträgt 32,4 Mio. EUR und ist damit im Vorjahresvergleich um 10,6 Prozent gestiegen. Während die Personalkosten um 0,7 Mio. EUR fielen, haben sich die sozialen Abgaben und die Aufwendungen für Altersversorgung in Summe um 3,9 Mio. EUR erhöht.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen betragen 1,8 Mio. EUR (Vorjahr 1,7 Mio. EUR).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich von 45,4 Mio. EUR im Vorjahresvergleich um -14,3 Prozent auf 38,9 Mio. EUR verringert. Während die Vertriebskosten insbesondere im Zuge der Umsatzreduktion um 6,3 Mio. EUR und die Aufwendungen aus Währungsumrechnung um 0,9 Mio. EUR sanken, sind die Verwaltungskosten um 0,9 Mio. EUR angestiegen.

Die Erträge aus Beteiligungen sind von 7,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 22,8 Mio. EUR gestiegen. Der Anstieg resultiert insbesondere aus erstmaligen Dividendenausschüttungen der US-Tochtergesellschaften (11,0 Mio. EUR) sowie der in 2022 erworbenen Gesellschaft PEAK Pipe Systems Limited, Großbritannien (4,7 Mio. EUR).

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betragen 3,3 Mio. EUR (Vorjahr 2,2 Mio. EUR) und beinhalten im Wesentlichen die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen für Pensionen (0,6 Mio. EUR, Vorjahr 1,4 Mio. EUR) sowie den Zinsaufwand aus Bankdarlehen über 2,4 Mio. EUR (Vorjahr 0,5 Mio. EUR).

Der Rückgang der Steueraufwendungen vom Einkommen und vom Ertrag geht einher mit dem niedrigeren Geschäftsergebnis.

Im Geschäftsjahr wurde ein operatives Ergebnis (EBIT) nach HGB von 1,7 Mio. EUR (Vorjahr 3,8 Mio. EUR) und eine EBIT-Marge von 0,5 Prozent (Vorjahr 1,0 Prozent) erwirtschaftet. Das EBITDA beträgt 3,6 Mio. EUR nach 5,5 Mio. EUR im Vorjahr, woraus sich eine EBITDA-Marge 1,1 Prozent nach 1,4 Prozent im Vorjahr ergibt. Das Ergebnis nach Steuern beläuft sich auf 24,6 Mio. EUR (Vorjahr 10,3 Mio. EUR).

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der SIMONA AG hat sich um 5,6 Mio. EUR auf 357,8 Mio. EUR erhöht.

Das Anlagevermögen wird mit 224,6 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr 224,9 Mio. EUR). Das Sachanlagevermögen beträgt 12,5 Mio. EUR (Vorjahr 12,1 Mio. EUR). Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden nahezu unverändert mit 180,7 Mio. EUR angesetzt.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 28,7 Mio. EUR (Vorjahr 32,0 Mio. EUR) betreffen im Wesentlichen Tochtergesellschaften in Asien und der Türkei. Die Tochtergesellschaft in Amerika zahlte Darlehen in Höhe von 2,6 Mio. EUR zurück.

Der Vorratsbestand hat sich gegenüber dem Vorjahr (27,6 Mio. EUR) auf 26,5 Mio. EUR verringert.# Die Vorräte setzen sich zusammen aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (0,8 Mio. EUR) sowie Fertigerzeugnissen und Waren (25,7 Mio. EUR). Die Bestände an Fertigerzeugnissen und Waren liegen im Vorjahresvergleich um -0,9 Mio. EUR niedriger. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben um 5,4 Mio. EUR auf 24,6 Mio. EUR im Rahmen der verringerten Geschäftstätigkeit abgenommen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betragen 52,9 Mio. EUR (Vorjahr 37,4 Mio. EUR) und enthalten überwiegend Forderungen aus Warenlieferungen sowie kurzfristige Kredite. Der Anstieg resultiert primär aus Finanzmitteln an die inländischen Produktionsgesellschaften sowie Forderungen aus Warenlieferungen an die Tochtergesellschaft in China. Die sonstigen Vermögensgegenstände betragen 10,3 Mio. EUR (Vorjahr 11,3 Mio. EUR). Insgesamt werden Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 92,0 Mio. EUR zum Jahresende bilanziert (Vorjahr 82,3 Mio. EUR). Die liquiden Mittel sind von 16,8 Mio. EUR im Vorjahr um -3,4 Mio. EUR auf 13,3 Mio. EUR zum Bilanzstichtag zurückgegangen. Der Rückgang ergibt sich in Summe überwiegend aus dem verringerten Zufluss im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit und der kurzfristigen Kreditaufnahmen sowie gegenläufig aus den Abflüssen aus der Tilgung von KfW-Darlehen sowie der Dividendenzahlung.

Finanzlage

Das Eigenkapital der SIMONA AG hat sich auf 226,1 Mio. EUR erhöht (Vorjahr 212,5 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote ist auf 63 Prozent gestiegen (Vorjahr 60 Prozent). Die SIMONA AG verfolgt eine kontinuierliche Dividendenpolitik, welche sich an der Entwicklung des IFRS-Konzernergebnisses und einer stabilen Ausschüttungsquote orientiert. Wie in der Vergangenheit soll die Dividendenausschüttung aus dem Free Cashflow finanziert werden.

Die Summe der Rückstellungen beträgt 57,9 Mio. EUR (Vorjahr 55,6 Mio. EUR). Die Rückstellungen für Pensionen wurden im Vorjahresvergleich insgesamt mit 1,8 Mio. EUR höher dotiert und betragen damit zum Jahresende 46,4 Mio. EUR. Der Abzinsungssatz hat sich auf 1,82 Prozent leicht erhöht (Vorjahr 1,79 Prozent). Die sonstigen Rückstellungen sind mit 11,4 Mio. EUR passiviert (Vorjahr 10,9 Mio. EUR). Die Steuerrückstellungen betragen 0,1 Mio. EUR (Vorjahr 0,1 Mio. EUR).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen 58,5 Mio. EUR (Vorjahr 65,0 Mio. EUR). Der Posten enthält zum Jahresende langfristige Darlehen aus der Akquisitionsfinanzierung der Tochtergesellschaft in Großbritannien, wovon vertragsgemäß 8,2 Mio. EUR getilgt wurden, und KfW-Darlehen, wovon plangemäß 3,4 Mio. EUR im Geschäftsjahr zurückgezahlt wurden. Zudem werden kurzfristige Inanspruchnahmen von Kreditlinien über 20,0 Mio. EUR ausgewiesen. Die SIMONA AG verfügt am Bilanzstichtag über nicht beanspruchte Rahmenkreditlinien in Höhe von 42,9 Mio. EUR (Vorjahr 43,0 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr wurden bestehende Kreditlinien in Höhe von 5,0 Mio. EUR aufgestockt.

Die überwiegend variabel verzinslichen Darlehen der Akquisitionsfinanzierung haben Laufzeiten von fünf und sieben Jahren mit vierteljährlicher Tilgung. Ein Teilbetrag der variabel verzinsten Darlehen ist mit einem Zinsswap abgesichert, sodass sich für diesen Teil wirtschaftlich eine feste Verzinsung ergibt. Die KfW-Darlehen werden zu festen Zinssätzen verzinst und sind vertragsgemäß vierteljährlich zu tilgen. Die Mittelverwendung dient der Finanzierung von langfristigen Innovationsprogrammen im Inland. Die Rahmenkredite werden variabel zuzüglich eines festen marktüblichen Aufschlages verzinst und können in Euro oder Fremdwährung in Anspruch genommen werden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen 4,3 Mio. EUR (Vorjahr 3,5 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen belaufen sich auf 7,9 Mio. EUR (Vorjahr 11,6 Mio. EUR) und betreffen hauptsächlich Warenlieferungen der deutschen Produktionsgesellschaften sowie der Tochtergesellschaft in Tschechien. Die Summe der Verbindlichkeiten hat sich um 10,2 Mio. EUR auf insgesamt 73,9 Mio. EUR reduziert.

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen der SIMONA AG betragen im Berichtsjahr 1,9 Mio. EUR (Vorjahr 2,1 Mio. EUR). Es handelt sich hauptsächlich um Investitionen zur Modernisierung der Betriebs- und Geschäftsausstattung an den Standorten in Deutschland. Insgesamt wurden Netto- Sachanlageninvestitionen (Zugänge abzüglich Abschreibungen) in Höhe von 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 0,7 Mio. EUR) getätigt. Die Verpflichtungen aus erteilten Investitionsaufträgen für Anlageinvestitionen betragen 5,1 Mio. EUR und werden aus dem operativen Cashflow finanziert. Zudem wurden Entwicklungskosten zur Einführung von SAP S4/Hana in Höhe von 1,5 Mio. EUR aktiviert.

Liquiditätsanalyse

Die liquiden Mittel der SIMONA AG betragen am Bilanzstichtag 13,3 Mio. EUR (Vorjahr 16,8 Mio. EUR) und setzen sich aus Bankguthaben in Euro und Fremdwährungen zusammen. Der Rückgang von -3,4 Mio. EUR ist in Summe hauptsächlich auf den verringerten Zufluss im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit und der kurzfristigen Kreditaufnahmen sowie gegenläufig auf den Abfluss aus der Tilgung von KfW-Darlehen sowie der Dividendenzahlung zurückzuführen.

3. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Die geopolitischen Krisen, wie der Krieg in der Ukraine, sowie die schwache Weltkonjunktur haben die Investitionsbereitschaft in den von SIMONA bedienten Branchen reduziert. Die Entwicklung der Chancen und Risiken ist kurz- und mittelfristig nach wie vor von dieser Entwicklung gekennzeichnet. Die Konjunkturerwartungen für Deutschland wurden für 2024 gesenkt. Von volatilen Rohstoffpreisen sowie mangelnder Investitionsbereitschaft aufgrund globaler Unsicherheiten über die industrielle Nachfrage gehen auch 2024 die höchsten Risiken aus.

Die vor allem in Europa geführte Diskussion zur Umweltbelastung durch Kunststoff kann negative Auswirkungen nicht nur auf das Geschäft, sondern auch auf die Rekrutierung von Fachpersonal haben. Auch die Kritik an dem CO2-Ausstoß des Luftverkehrs könnte den Markt für Flugzeuginnenausstattungen langfristig negativ beeinflussen.

Chancen bietet weiterhin der Einsatz von Kunststoffen als nachhaltige und wirtschaftliche Alternative zu schwereren oder nicht recycelbaren Materialien. Der Einsatz von Kunststoffen kann so den CO2-Ausstoß senken bzw. die Aufbereitung von Trinkwasser oder den Transport von erneuerbaren Energien über weite Strecken ermöglichen. Dabei sind hochfunktionelle Kunststoffe mit individuellen Eigenschaften gefordert.

Die Strategie von SIMONA ist darauf ausgerichtet, in eigener Forschung und Entwicklung die Produkteigenschaften technologisch permanent weiterzuentwickeln und das Materialportfolio auszubauen. Dazu gehören auch die Entwicklung und Markteinführung von Produkten, die helfen, CO2 einzusparen und/oder die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Die Chancen haben sich mit der Einführung der Produktlinie EcoPlastIQ, die biozirkuläre, biobasierte oder recycelte Rohstoffe einsetzt, erhöht.

In EMEA haben die strategischen Projekte, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, Erfolge gezeigt. Die anwendungsorientierte Organisation in Business Lines ist auf die Erschließung von Wachstum in Megatrends wie Energie- und Wasserversorgung, Ernährung, Bau und Mobilität ausgerichtet. Die Akquisition von SIMONA Stadpipe in Norwegen unterstützt die Erschließung globalen Wachstums in der Aquakultur. Die Akquisition von SIMONA PLASTECH in der Türkei erweitert das Angebot für Bau- und Werbeanwendungen und soll die Position in diesem Marktsegment stärken. Mit der Akquisition von SIMONA PEAK PIPE Systems wurde das Produktangebot erweitert und die Marktposition im Markt für Infrastrukturanwendungen in EMEA gestärkt.

In Amerika kann SIMONA ihr individuelles Produktprogramm, das hohe Designanforderungen in der Innenausstattung von Flugzeugen erfüllt, auf weitere Anwendungen erweitern. Die Chancen im Kernmarkt der Inneneinrichtung von Flugzeugen haben sich aufgrund der Erholung im Luftverkehr verbessert. Durch zahlreiche Produktentwicklungen sieht SIMONA in den USA zudem ein gutes Potenzial im Markt für Outdoormöbel aus Kunststoff, im Bootsbau und bei der Inneneinrichtung von Bädern. Mittelfristig bieten sich in Amerika auch Chancen im Produktbereich Rohre und Formteile.

In der Region Asien-Pazifik sieht SIMONA gute Chancen in den Schlüsseltechnologien Umwelttechnik, Halbleiter- und chemische Prozessindustrie sowie Aquakultur. Durch die Werkserweiterung und die damit verbundene Möglichkeit auch Rohre für industrielle Anwendungen am Markt anzubieten, haben sich die Chancen in dieser Region erhöht. Insgesamt sieht SIMONA das Chancenpotenzial auf einem nach wie vor guten Niveau. Gegenüber dem Vorjahr sind die mittel- und langfristigen Chancen für das Geschäft von SIMONA grundsätzlich unverändert. Die weiteren Auswirkungen der geopolitischen Konflikte können dabei nicht verlässlich prognostiziert werden.

Risikomanagementsystem

Die SIMONA AG und der SIMONA Konzern sind aufgrund der globalen Geschäftsaktivitäten einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Als Risiko gilt dabei ein Ereignis, eine Handlung und/oder eine unterlassene Handlung mit der Möglichkeit negativer Auswirkungen auf das Unternehmen. Die Risikostrategie ist fester Bestandteil in der Unternehmensstrategie von SIMONA und koexistiert neben der Geschäftsstrategie. Die Risikokultur der SIMONA ist gekennzeichnet durch risikobewusste Entscheidungen sowie Handlungen auf Basis der Grundsätze eines vorsichtig agierenden Kaufmanns. Mit dem frühzeitigen Erkennen von Chancen und auf Vorsicht basierendem Eingehen von Geschäfts- bzw. Unternehmensrisiken ist es Ziel, den langfristigen Unternehmensbestand sowie den Unternehmenswert der SIMONA nachhaltig zu sichern. Im Rahmen der Risikosteuerung sollen Risiken entweder vermieden, begrenzt oder übertragen werden. Verbleibende Risiken werden von SIMONA getragen. Im Rahmen der halbjährlichen Risikoberichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat werden die Risiken kommuniziert.# Das Risikomanagementsystem

Das Risikomanagementsystem umfasst die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung sowie zum Umgang mit den identifizierten Risiken unternehmerischer Tätigkeit. Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Richtlinien und Organisationsanweisungen niedergelegt. Diese werden in regelmäßigen Abständen an externe und interne Entwicklungen angepasst.

Das Risikomanagementsystem von SIMONA steuert auf Basis einer Riskmap die als wesentlich erachteten Risiken des Konzerns. Die Steuerung der Chancen und Risiken zielt auf die beiden Dimensionen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit ab. Als wesentliche Einzelrisiken werden alle bedeutenden Risiken mit einem Erwartungswert von über 4,0 Mio. EUR Schadenhöhe angesehen. Der Erwartungswert ergibt sich als Produkt aus der Netto-Schadenhöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeit und dient ausschließlich der Priorisierung sowie Fokussierung der Risikoberichterstattung auf wesentliche Risikokategorien. Die Schadenhöhe bezieht sich dabei primär auf die Ergebnisauswirkung (Konzern-EBIT).

Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird in mehrere Stufen eingeteilt: Jederzeit (bis ein Jahr, 100%), hoch (ein bis drei Jahre, <100-30%), mittel (drei bis zehn Jahre, <30-10%) und gering (zehn bis fünfzehn Jahre, <10%) sowie unwahrscheinlich.

Identifizierte Risiken werden hinsichtlich der Risikotragfähigkeit des Konzerns auf deren Eintrittswahrscheinlichkeit und finanzielle Auswirkung bewertet. Im Rahmen eines Stresstest- Szenarios erfolgt auf Basis des Erwartungswertes der im Risikoinventar erfassten Einzelrisiken eine Risikoaggregation sowie Überprüfung möglicher Interdependenzen. Dabei wird das ermittelte maximale Risikopotenzial bezüglich Risikotragfähigkeit ins Verhältnis zu den verfügbaren Zahlungsmitteln (vorhandene Zahlungsmittel zuzüglich nicht ausgeschöpfte Kreditlinien) und dem Eigenkapital gesetzt. Zudem wird die potenzielle Verschuldungskapazität für die Beurteilung der Risikotragfähigkeit herangezogen.

SIMONA betrachtet Einzelrisiken innerhalb der folgenden Kategorien als wesentlich:

  • gesamtwirtschaftliche und Absatzmarktrisiken
  • unternehmensstrategische Risiken
  • finanzwirtschaftliche Risiken
  • Beschaffungs- und Einkaufsrisiken
  • Investitionsrisiken
  • Risiken durch Informationstechnologien

Wenn nicht anders angegeben, betreffen die vorgenannten Risiken in unterschiedlichem Ausmaß sämtliche Segmente bzw. Business Lines.

Gesamtwirtschaftliche und Absatzmarktrisiken

Sie betreffen vor allem die konjunkturelle Entwicklung der Abnehmerbranchen von SIMONA, geopolitische Konflikte sowie die Verfügbarkeit von Rohstoffen. Branchenspezifische Risiken betreffen insbesondere die Substitution von Kunststoffen durch andere Materialien, Veränderungen im Wettbewerbsumfeld, die Veränderung von Absatzmärkten, den Verlust von Schlüsselkunden und geänderte Kundenanforderungen.

Als Maßnahmen zur Risikobegrenzung dienen hierbei ein diversifiziertes Produktsortiment, eine intensive Marktbeobachtung und ein strukturiertes Beschaffungsmanagement. Die globale Produktion an verschiedenen Standorten mit Werken in den USA, China, Tschechien, Norwegen der Türkei und in Großbritannien tragen dazu bei, eine hohe Diversifikation und Flexibilität zu gewährleisten sowie die Kundenanforderungen standortnah und kundengerecht zu bedienen.

Die geopolitischen Risiken haben durch die Kriege in Nahost und der Ukraine sowie die weiterhin bestehenden Spannungen zwischen den USA und China weiter zugenommen. Im Segment EMEA bestimmen hauptsächlich der Krieg in der Ukraine die Umfeld- und Branchenrisiken. Im Segment Amerika determinieren insbesondere die Präsidentenwahl 2024 und die Fokussierung auf America First (Protection Act) die Risiken. Im Segment Asien-Pazifik ergeben sich vor allem aus den künftigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und China sowie den Spannungen um Taiwan die wesentlichen Risiken.

Die gesamtwirtschaftlichen und Absatzmarktrisiken haben sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der weltweit angespannten Situation erhöht und haben eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit. Umsatzrückgänge von 15,0 bis 25,0 Mio. EUR würden korrespondierend zu einer finanziellen Ergebnisbelastung von 1,0 Mio. EUR bis 2,0 Mio. EUR führen.

Unternehmensstrategische Risiken

Sie umfassen insbesondere die weiterhin hohe Gefahr von Fehleinschätzungen der künftigen Marktentwicklung. Das volumenbedingte Umsatzrisiko beträgt 15,0 bis 25,0 Mio. EUR und ein Ergebnisrisiko von 1,0 bis 2,0 Mio. EUR. Maßnahmen zur Risikovermeidung sind hauptsächlich intensive Beobachtung von Markt und Wettbewerb, regelmäßige Strategiegespräche mit Key Accounts und intern zwischen der Unternehmensführung und dem Vertriebsmanagement. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von unternehmensstrategischen Risiken wird derzeit niedrig eingeschätzt.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Diese betreffen vor allem Währungsrisiken, Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme, Kreditrisiken, Forderungsausfallrisiken einschließlich Risiken aus Insolvenzanfechtung, Zinsänderungsrisiken und Risiken durch die betriebliche Altersversorgung. Ziel des Risikomanagements ist es, die Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Transaktionen zu begrenzen. Risikoabhängig wird angestrebt, Einzelrisiken bei Bedarf durch derivative Finanzinstrumente und nicht derivative Sicherungsinstrumente zu begrenzen.

Durch die Unternehmensakquisitionen der letzten Jahre und die Erweiterung der Produktion und Marktposition im US-amerikanischen Markt konnte die Abhängigkeit vom Euro im Konzern reduziert werden. Damit einhergehend ist jedoch das USD-Währungsrisiko für SIMONA weiterhin bedeutend. Zudem ist das Währungsrisiko durch die hohe Volatilität der Türkischen Lira im Zuge des Unternehmenszukaufes in der Türkei signifikant angestiegen. Das Währungsrisiko wird auf 4,0 bis 6,0 Mio. EUR Ergebnisbelastung bei einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit eingeschätzt.

Das Risiko für Forderungsausfälle und Insolvenzen ist aufgrund der konjunkturellen Entwicklung unverändert als hoch einzustufen. Intensive Bonitätsprüfungen und die laufende Bonitätsüberwachung beschränken dabei das Gesamtrisiko wie auch die Einzelrisiken. Das finanzielle Risiko entspricht mit 2,6 Mio. EUR dem Wert der mehr als 60 Tage überfälligen Außenstände der SIMONA AG im Segment EMEA. Ausfallrisiken einzelner Kunden werden durch Kreditversicherungen und durch Liefersperren bei Zahlungsüberfälligkeit begrenzt. Zudem sind die Risiken aus Insolvenzanfechtung latent gegeben, die über eine entsprechende Versicherung abgedeckt sind.

Der Lagerbestand wird turnusmäßig überprüft und für einzelne ungängige Produkte werden regelmäßig Wertberichtigungen vorgenommen, einschließlich der Bestände für russische und ukrainische Kunden. Kundenspezifische Produkte werden, soweit von einem Ausfall des Kunden auszugehen ist, wertberichtigt oder wenn möglich umgewidmet.

Die Zinsänderungsrisiken sind tendenziell deutlich angestiegen. Die beanspruchten variabel verzinsten kurzfristigen Kontokorrentkreditlinien der SIMONA AG unterliegen einem erhöhten Zinsänderungsrisiko. Die Verzinsung der langfristigen Finanzierung der Akquisition in Großbritannien erfolgt teils mit variablen und festen Zinssätzen, wobei ein Teil der variablen Verzinsung durch einen Zinsswap abgesichert wird. Die KfW-Fördermittel werden mit festen Zinssätzen verzinst und unterliegen daher keinem Zinsänderungsrisiko. Zinsänderungsrisiken werden mit etwa 0,5 Mio. EUR geschätzt bei einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit.

Insbesondere die Risiken aus der betrieblichen Altersvorsorge werden als wesentlich und mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit angesehen. Die langfristig schwer kalkulierbaren Risiken wie die zukünftige Zins-, Entgelt- und Rentenentwicklung sowie die höhere Lebenserwartung werden als wesentliche Risiken eingestuft. Die Risiken aus Pensionsverpflichtungen, die sich aus einer Änderung der vorgenannten Parameter um +/-0,5 Prozent ergeben können, betragen kumulativ wie im Vorjahr etwa 30,0 bis 45,0 Mio. EUR, die hauptsächlich in der Gesamtergebnisrechnung (OCI) zu erfassen wären. Des Weiteren zählen dazu Risiken wie die schwer vorhersagbare Belastung der Liquidität und des Eigenkapitals, Risiken der Vermögensanlage bzw. der Volatilität des Planvermögens sowie schwankende Kostenbelastungen durch die Beiträge an den Pensionssicherungsverein. Die Volatilität des Planvermögens wird in etwa auf -13,0 bis 18,0 Mio. EUR taxiert und ergibt sich im Wesentlichen aus der Kursentwicklung der Aktien der SIMONA AG in den vergangenen Jahren. Per Jahresende ist das Planvermögen gesunken. Die SIMONA AG Aktien notieren im Vergleich zum Ende des Vorjahres um 13,4 Mio. EUR niedriger. Die Risiken der betrieblichen Altersvorsorge werden insgesamt mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit geschätzt.

Beschaffungs- und Einkaufsrisiken

Die Beschaffungs- und Einkaufsrisiken umfassen im Wesentlichen potenzielle Ausfälle von Rohstoff- und Additivlieferanten sowie die volatile Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten. Die von SIMONA eingesetzten Rohstoffe folgen tendenziell der vorgelagerten (upstream) Preisentwicklung von Vorprodukten wie Rohöl, Naphtha, Propylen und Ethylen, jedoch kann es bei unterschiedlichen Marktsituationen, wie z.B. Force Majeure oder in Folge geopolitischer Krisen z.B. durch die Beeinträchtigung wichtiger Handelsrouten zu gegenläufigen Preisentwicklungen kommen. Die Rohstoffnotierungen, vor allem Commodities, haben sich im Laufe des Berichtsjahres 2023 preislich gegenüber dem Vorjahr deutlich erholt. Parallel stabilisierten sich in vielen Branchen wieder die wichtigsten Supply-Chain-Ketten und ermöglichten somit einen verbesserten Verfügbarkeitsgrad in den jeweiligen Märkten. Der Energiemarkt entwickelte sich preislich im Berichtsjahr nach unten.# Den größten Einfluss auf den Rückgang des Energieverbrauchs hatte die zurückgehende wirtschaftliche Leistung in Deutschland. Vor allem die energieintensiven Industriezweige verzeichneten Produktionsrückgänge, was spürbare Auswirkungen auf den Energieverbrauch (7,9 Prozent geringerer Verbrauch) und den Energiepreis hatte. Hinzu kam das anhaltend hohe Energiepreisniveau, das ebenfalls die Reduzierung des Energieverbrauchs wesentlich beeinflusste. Zwar sind die Strompreise im Jahresverlauf spürbar wieder gesunken, aber sie lagen für das laufende Jahr weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau. Nach der enormen Nervosität und Unsicherheit in den Energiemärkten, hat sich mittlerweile wieder Normalität in Angebot und Nachfrage in den Strompreisen eingestellt. Viele Unternehmen haben ihre Einkaufsmenge dem wiederkehrenden Angebot und der sinkenden Nachfrage angepasst. Die seit Ende 2022 sukzessive Verbesserung der Lieferzeiten kam im Januar 2024 fast zum Stillstand, was unter anderem an den Vorfällen im Roten Meer und den daraus resultierenden Verzögerungen im Frachtverkehr aus Asien lag. Auf die Einkaufspreise haben sich die jüngsten Ereignisse allerdings noch nicht ausgewirkt, denn diese verbilligten sich erneut, obgleich mit abgeschwächter Rate. Insgesamt werden die Beschaffungs- und Einkaufsrisiken weiterhin als hoch eingestuft, wenngleich die Risiken bezogen auf Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind. Die potenzielle Ergebnisbelastung wird mit 10,0 bis 20,0 Mio. EUR geschätzt.

Investitionsrisiken

Investitionsrisiken beinhalten hauptsächlich das Risiko von Fehlinvestitionen in den Maschinenpark sowie in Auslandsbeteiligungen und haben sich aufgrund der Unternehmenskäufe in den Vorjahren erhöht. Potenzielle Investitionsrisiken werden gegenwärtig höher als im Vorjahr eingestuft und mit etwa 15,0 Mio. EUR potenzieller Ergebnisbelastung bei einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit geschätzt.

Risiken durch Informationstechnologien

Die Gewährleistung der sicheren Abwicklung der Geschäftsprozesse setzt eine permanente Überprüfung und Verbesserung der eingesetzten Informationstechnologien voraus. Die Weiterentwicklung der eingeführten Maßnahmen zur Informationssicherheit ist daher von hoher Bedeutung. Die Risiken umfassen insbesondere die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz der Informationstechnologiesysteme einschließlich des Ausfalls der IT-Infrastruktur, Datenverlusts sowie Angriffen auf die IT-Systeme. Den Risiken im Bereich Informationstechnologie begegnet SIMONA sowohl durch einen Information Security Officer als auch durch die unternehmenseigene IT-Abteilung in Unterstützung mit externen Partnern, die Beauftragung von spezialisierten Unternehmen sowie regelmäßige Investitionen in aktuelle Hard- und Software. Zusätzlich unternimmt SIMONA zusätzliche Sicherheitsunterweisungen in regelmäßigen Zeitabständen um die Mitarbeitenden auf aktuelle und zukünftige Gefahren im IT-Umfeld vorzubereiten. Im Rahmen des Sicherheitsmanagements reagiert SIMONA auf die zunehmenden Anforderungen an die Anlagensicherheit. Hierzu zählt hauptsächlich die Investition in aktuelle Firewall- und sogenannte EDR (Endpoint Detection and Response) Systeme sowie in sonstige Sicherheitssysteme in Form von Hard- und Software. Zudem wurde im Vorjahr ein Penetrationstest von einem spezialisierten Unternehmen durchgeführt und ausgewertet sowie im Berichtsjahr entsprechende Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Aufgrund erhöhter Risiken durch externe Hackerangriffe wird ein möglicher Schadenseintritt der Risikokategorie durch einen temporären Systemausfall mit etwa 14,0 Mio. EUR (Vorjahr 12,5 Mio. EUR) Umsatzverlust und wie im Vorjahr etwa 2,0 bis 3,0 Mio. EUR Kostenaufwand und damit einhergehend mit einer potenziellen Ergebnisbelastung von 3,0 bis 4,0 Mio. EUR geschätzt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit insbesondere durch externe Angriffe auf die IT-Systeme hat weiter deutlich zugenommen und wird als hoch eingeschätzt. Im Rahmen eines Stresstest Szenarios hat eine Überprüfung ergeben, dass die Risikotragfähigkeit auf Ebene des SIMONA Konzerns gegeben ist.

Die Gesamt-Risikosituation des Konzerns hat sich nach unserer Einschätzung am Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2023 gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Insbesondere sind die konjunkturellen Risiken sowie die mittel- und langfristigen Auswirkungen in Bezug auf die geopolitischen Krisen nicht vorhersehbar. Bestandsgefährdende Risiken für den SIMONA Konzern und die SIMONA AG sind derzeit nicht erkennbar.

Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem (IKS) und Risikomanagementsystem (RMS) – Bericht gemäß § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB

Die Zielsetzung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, durch die Implementierung von Kontrollen hinreichende Sicherheit zu gewährleisten, dass trotz möglicher Risiken ein regelkonformer Jahres- und Konzernabschluss erstellt wird. Das IKS umfasst die rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Kontrollen, die für den Jahres- und Konzernabschluss wesentlich sind. Der SIMONA Konzern orientiert sich dabei an den entsprechenden Veröffentlichungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW). Zwischen dem Bilanzstichtag und der Lageberichterstattung gab es keine maßgeblichen Veränderungen des rechnungslegungsbezogenen IKS. Im Hinblick auf die Finanzberichterstattung und den Rechnungslegungsprozess erachten wir solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Rechnungslegung und die Gesamtaussage des Jahres- bzw. Konzernabschlusses einschließlich Lagebericht maßgeblich beeinflussen können. Dies umfasst hauptsächlich die folgenden Elemente: Maßnahmen, die die ordnungsmäßige IT-gestützte Verarbeitung rechnungslegungsbezogener Sachverhalte und Daten sicherstellen. Zudem verfolgen wir die Überwachung der Rohstoffpreisentwicklung im Rahmen des Preismanagements zwecks rechnungslegungsbezogener Steuerung der Beschaffungs- und Absatzpreise. Die Buchhaltungs- und Abschlusserstellung erfolgt überwiegend dezentral nach lokalen Standards. Der Konzernabschluss wird nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Grundlage hierfür sind ein einheitlicher Konzernkontenrahmen sowie ein Accounting Manual. Die Muttergesellschaft unterstützt die Gesellschaften in Fragen der Rechnungslegung und steuert den Prozess der Konzernrechnungslegung zentral. Mittels einer fest definierten Führungs- und Berichtsorganisation sind alle in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften eingebunden. Die Einbeziehung der Tochtergesellschaften erfolgt anhand von standardisierten Reporting Packages und mithilfe eines nach IDW PS 880 zertifizierten Konsolidierungssystems; gemäß Bescheinigung vom 31. Mai 2023 für Programmversion 23.1, an das die vollkonsolidierten Tochtergesellschaften direkt angeschlossen sind. Die Konsolidierung erfolgt als mehrstufiger Prozess auf Ebene der Tochtergesellschaften, auf Ebene der Segmente und auf Konzernebene. Die Erstellung der externen Management- sowie Finanzberichte erfolgt unter Einsatz eines Softwaremoduls mit direkter Schnittstelle zum Konsolidierungssystem. Die Plausibilität der Zahlen wird auf allen Ebenen durch systemtechnische und automatische Validierungen sowie durch manuelle Kontrollen sichergestellt. Eindeutige Verantwortlichkeiten und Zugriffsregelungen bei den abschlussrelevanten IT-Systemen sind dabei wichtige Elemente. Im Jahres- und Konzernabschluss werden grundsätzlich die Kontrollgrundsätze Funktionstrennung, Vier-Augen-Prinzip sowie Genehmigungs- und Freigabeverfahren im Abschlusserstellungsprozess angewendet. Die Gesamtverantwortung für das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem trägt der Vorstand.

Angemessenheit und Wirksamkeit des gesamten Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Die Einrichtungsverpflichtung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems obliegt dem Vorstand der SIMONA AG. Zudem beurteilt der Vorstand zu jedem Geschäftsjahresende die Angemessenheit und Wirksamkeit des gesamten Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Gestützt auf regelmäßige Berichte der systemverantwortlichen Bereiche und Funktionen sowie die Prüfungen durch die Interne Revision liegen dem Vorstand keine Hinweise vor, die zu der Einschätzung führen würden, dass das interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem, die ein an der Risikolage des Unternehmens ausgerichtetes Compliance Management System umfassen, in ihrer jeweiligen Gesamtheit nicht angemessen oder nicht wirksam gewesen wären.

1) Bei den Angaben in diesem Abschnitt handelt es sich um lageberichtsfremde Angaben, die nicht Gegenstand der inhaltlichen Prüfung durch den Abschlussprüfer Deloitte sind.

4. PROGNOSEBERICHT

Der IWF prognostiziert in seinem „World Economic Outlook“ im Januar ein globales Wachstum für 2024 mit 3,1 Prozent und für 2025 mit 3,2 Prozent. Die Prognose für 2024 fällt damit um 0,2 Prozentpunkte höher aus als im Oktober 2023. Gründe sind, dass die USA und mehrere große Schwellen- und Entwicklungsländer widerstandsfähiger sind als erwartet und die Unterstützung von Seiten der Fiskalpolitik in China. Auch die Inflation geht in den meisten Volkswirtschaften schneller zurück als erwartet.# Konjunkturaussichten und Unternehmensentwicklung

Die Prognose für das globale Wachstum 2024-25 liegt jedoch unter dem historischen Durchschnitt (2000-19) von 3,8 Prozent. Höhere Leitzinsen zur Inflationsbekämpfung und ein zu langsamer Produktivitätszuwachs sind die Hauptgründe dafür. Für die USA erwartet der IWF ein Wachstum von 2,1 Prozent für 2024 und 1,7 Prozent für 2025. Im Euroraum soll die Wirtschaft 2024 um 0,9 Prozent, 2025 soll sich das Wachstum auf 1,7 Prozent fast verdoppeln. Für Deutschland geht der IWF 2024 von einem geringen Wachstum von 0,5 Prozent und für 2025 von 1,6 Prozent aus. Das Bruttoinlandsprodukt Chinas soll laut IWF 2024 um 4,6 und 2025 um 4,1 Prozent wachsen.

Kunststoffverarbeitende Industrie

Die meisten Unternehmen der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Deutschland sehen die Aussichten für 2024 verhalten optimistisch. Während 2023 ca. 65 Prozent sinkende Umsätze zu verkraften hatten, erwarten für 2024 nur noch 45 Prozent sinkende Umsätze und ca. 28 Prozent steigende Umsätze.

Konjunkturaussichten der Business Line Industry

Aufgrund des herausfordernden Umfelds der Weltwirtschaft geht der VCI zwar von einem Durchschreiten der Talsohle aber dennoch von einem weiteren schwierigen Jahr für die weltweite Chemiebranche aus. Die Chemieproduktion soll weltweit um 2,3 Prozent steigen. Dabei wird für die EU und die USA nur ein Wachstum von 1,0 Prozent und für China ein Wachstum von 5,5 Prozent erwartet.

Konjunkturaussichten der Business Line Infrastructure

Die Forschungsgruppe „Euroconstruct“ erwartet für den Tiefbau in Europa 2024 ein Wachstum von 1,8 Prozent, nach 2,9 Prozent 2024. Die größten Zuwächse werden für Italien, Norwegen, die Slowakei und Polen erwartet. Das Wachstum ist auf den dringenden Handlungsbedarf bei Verkehrsnetzen und Energieerzeugung sowie -verteilung zurückzuführen. Aufgrund der damit verbundenen oft mehrjährigen Projektdauern sind die langfristigen Aussichten für den Tiefbausektor nach wie vor positiv.

Konjunkturaussichten der Business Line Mobility

Die COVID-19-Pandemie hat einige Trends verstärkt, die zu einer Verlangsamung des Wachstums beim Reiseverkehr führen können. Dazu gehören der zunehmende Einsatz von Videokonferenzen, mehr Nationalstaatlichkeit sowie Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels, die langfristig das Wachstum abbremsen. So geht der Counterpoint-Report bis 2027 von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum des Marktes für die Inneneinrichtung von Flugzeugen von 15 Prozent und bis 2032 von nur noch 9 Prozent aus. Der weltweite Markt für Sitze in Zugwaggons wird nach Prognosen des „Global Seat Market Report“ bis 2027 voraussichtlich mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 5,4 Prozent wachsen. Treiber sind vor allem der Zwang zur CO2 Reduktion und der damit verbundene Trend zum Leichtbau.

Konjunkturaussichten der Business Line Advertising & Building

Auch über das Jahr 2023 hinaus sieht sich die Bauwirtschaft in den 19 „Euroconstruct“-Ländern mit schwachen Aussichten konfrontiert. Die Einschätzung der Folgen der Zinserhöhungen und des Krieges in der Ukraine haben die Wachstumschancen der Branche zunehmend gedämpft. Für das Jahr 2023 prognostizieren die Länderexperten nun einen Rückgang von 1,7 Prozent, der sich im Jahr 2024 noch verstärken wird. Für die Jahre 2025 und 2026 prognostiziert das Netzwerk ein moderates Wachstum von jeweils rund 1,5 Prozent.

Künftige Entwicklung Konzern

Für das Geschäftsjahr 2024 geht SIMONA von einem Konzernumsatz von 620 bis 640 Mio. EUR Mio. EUR, einer EBIT-Marge zwischen 6 und 8 Prozent sowie einer EBITDA-Marge von 10 bis 12 Prozent aus. Die Verzinsung des im Konzern eingesetzten Kapitals, gemessen am ROCE, wird für 2024 zwischen 8 und 10 Prozent erwartet.

Für die Region EMEA wird mit moderat steigenden Umsatzerlösen bei einer leichten Reduzierung der EBIT- und EBITDA-Marge ausgegangen.

In der Region Amerika erwartet SIMONA einen Anstieg der Umsatzerlöse, bei einem weiterhin hohen Niveau der EBIT- und EBITDA-Marge.

Für die Region Asien-Pazifik mit einem deutlichen Umsatzanstieg sowie einer leichten Steigerung der EBIT- und EBITDA-Marge gerechnet.

Die Umsatzprognose berücksichtigt zum einen niedrigere Verkaufspreise aufgrund der tendenziell gesunkenen Rohstoffkosten sowie die geringere Nachfrage in der Region EMEA. Die oben geschilderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellen ein Risiko für die Geschäftsentwicklung dar. Die Erreichung des Ergebnisses wird vor allem von der weiteren Entwicklung der Rohmarge im Zeichen wachsenden Wettbewerbsdrucks abhängen. Aufgrund dieser gesamtwirtschaftlichen Einschätzungen geht die Unternehmensleitung von einem wieder verhaltend ansteigenden Umsatz und einer stabilen Ergebnisentwicklung aus. Auftragseingang und Auftragslage stützen diese Einschätzung.

Künftige Entwicklung SIMONA AG

Für das Geschäftsjahr 2024 wird nach IFRS von einem Umsatz von 300 bis 310 Mio. EUR Mio. EUR, einer EBIT-Marge zwischen 0,5 und -2,0 Prozent sowie einer EBITDA-Marge zwischen 1,0 und -1,5 Prozent ausgegangen. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals, gemessen am ROCE, wird zwischen 0,5 und -2,5 Prozent erwartet.

In der Vertriebsregion Deutschland gehen wir von einer schwierigen wirtschaftlichen Lage im Zuge der anhalted schwachen Konjunktur und einem Umsatzrückgang aus. Hiervon gehen wir auch für die gesamte Region EMEA aus.

In den Regionen Amerika sowie Asien-Pazifik erwarten wir eine stabilere konjunkturelle Situation und ein leichtes Wachstum im Vergleich zu Europa. Die Ergebnisentwicklung hängt wie im Konzern stark von der weiteren Entwicklung der Rohmarge in einem konjunkturell schwächeren Umfeld ab.

SONSTIGE ANGABEN

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB hat die SIMONA AG auf ihrer Internetseite:https://www.simona.de/de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung-einschliesslich-corporate-governance-bericht/ veröffentlicht.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht gemäß § 162 Aktiengesetz hat die SIMONA AG auf ihrer Internetseite https://www.simona.de/de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/ verguetungsbericht/ veröffentlicht.

Angaben gemäß § 289a und § 315a HGB und erläuternder Bericht

Das Grundkapital der SIMONA AG betrug zum Berichtsstichtag unverändert 15.500.000 EUR und ist in 6.000.000 auf den Inhaber lautende, nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Die Aktien werden im General Standard an der Deutschen Börse in Frankfurt sowie an der Berliner Wertpapierbörse gehandelt. Verschiedene Aktiengattungen oder Aktien mit Sonderrechten bestehen nicht. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Da der Anspruch der Aktionäre auf Verbriefung ihrer jeweiligen Anteile satzungsmäßig ausgeschlossen ist, wird das Grundkapital unserer Gesellschaft in Form einer Globalurkunde verbrieft, die bei der Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main, zentral hinterlegt ist. Die Aktionäre unserer Gesellschaft sind ausschließlich an dem von der Clearstream Banking AG gehaltenen Sammelbestand an Stückaktien unserer Gesellschaft entsprechend ihrem Anteil am Grundkapital als Miteigentümer beteiligt.

31,19 Prozent der Anteile hält die Dr. Wolfgang und Anita Bürkle Stiftung (Kirn), 15,04 Prozent die Kreissparkasse Biberach (Biberach), 11,64 Prozent Dirk Möller (Kirn), 11,42 Prozent die Rossmann Beteiligungs GmbH (Burgwedel), 11,25 Prozent Regine Tegtmeyer (Nebel), 10,00 Prozent die SIMONA Vermögensverwaltungsgesellschaft der Belegschaft mbH (Kirn). Die verbleibenden Aktien befanden sich in Streubesitz. Die Dr. Wolfgang und Anita Bürkle Stiftung (Kirn), Dirk Möller (Kirn) sowie Regine Tegtmeyer (Nebel) haben im Jahr 2023 einen privatrechtlichen Aktienpool gebildet. Wir verweisen auf den Anhang der SIMONA Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 unter Sonstige Angaben/Beteiligungsverhältnisse.

Mitglieder des Vorstandes meldeten am 2. Juni 2023 in der Hauptversammlung keine Aktien. Mitglieder des Aufsichtsrates meldeten insgesamt 13.000 Stück Aktien zur Präsenz in der Hauptversammlung am 2. Juni 2023 an; dies entspricht 0,22 Prozent des Grundkapitals der SIMONA AG.

Soweit Arbeitnehmer am Kapital der Gesellschaft beteiligt sind, üben diese die Kontrollrechte aus den von ihnen gehaltenen Aktien unmittelbar selbst aus. Die Bestellung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstandes richten sich nach den gesetzlichen Bestimmungen der §§ 84, 85 AktG sowie nach § 9 der Satzung der SIMONA AG. Danach besteht der Vorstand der Gesellschaft aus mindestens zwei Personen. Die Bestellung stellvertretender Vorstandsmitglieder ist zulässig. Der Vorstand hat in der Regel einen Vorsitzenden, der vom Aufsichtsrat ernannt wird. Der Aufsichtsrat kann den Abschluss, die Abänderung und die Kündigung der Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder einem Aufsichtsratsausschuss übertragen. Für Satzungsänderungen gelten die gesetzlichen Bestimmungen der §§ 179 ff. AktG. Gemäß § 6 der Satzung ist die Gesellschaft berechtigt, Aktienurkunden auszustellen, die einzelne Aktien (Einzelaktien) oder mehrere Aktien (Sammelaktien) verkörpern. Es bestehen derzeit keine wesentlichen Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Es bestehen derzeit keine Vereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstandes oder Arbeitnehmern über Entschädigungsleistungen im Falle eines Kontrollwechsels.

NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNG GEMÄSS § 289b sowie § 315b HGB

Kurzbeschreibung des Geschäftsmodells

Der SIMONA Konzern entwickelt, produziert und vertreibt thermoplastische Kunststoffhalbzeuge, Rohre und Formteile sowie Profile. Dabei werden die Werkstoffe Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylenterephthalat (PETG), Polyvinylidenfluorid (PVDF), Ethylen-Chlortrifluorethylen (E-CTFE), Perfluoralkoxyl (PFA), Thermoplastische Olefine (TPO), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS); Polycarbonat (PC) sowie zahlreiche Sonderwerkstoffe eingesetzt.# Die Produktionsverfahren und Absatzmärkte des SIMONA Konzerns

Die Produktionsverfahren umfassen Extrusion, Pressen, Spritzgießen, spanende Bearbeitung und die Fertigung kundenindividueller Sonderformteile in eigenen Kunststoffwerkstätten. Die Absatzmärkte des SIMONA Konzerns spiegeln sich in den Business Lines wider.

Business Lines

Business Line Industry

Beliefert vor allem die chemische Prozessindustrie, Halbleiterindustrie sowie Produkte für die Wasseraufbereitung, den Schwimmbadbau und die Medizintechnik.

Business Line Infrastructure

Stellt vor allem Rohrleitungssysteme für Infrastrukturanwendungen in der Wasser- und Gasversorgung, der Abwasserentsorgung, für den Schutz von Energie- und Datenleitungen sowie für die Verkehrswegetechnik her.

Business Line Advertising & Building

Liefert hauptsächlich PVC-Schaumprodukte für Bau- und Werbeanwendungen.

Business Line Mobility

Hat sich auf die Innenausstattung von Flugzeugen und Zügen sowie Kraftfahrzeuge spezialisiert.

Darüber hinaus stellt die Ausrüstung von Fischzuchtanlagen einen weiteren Wachstumsmarkt für SIMONA dar.

Verantwortung gegenüber Menschen und Umwelt

SIMONA trägt als Unternehmen Verantwortung gegenüber Menschen und Umwelt. Energie-, Umwelt- und Sozialbelange sind für SIMONA zentrale Aspekte.

Umweltaspekte

Nachhaltigkeit und der Umgang mit Kunststoffen sind die zwei Umweltthemen, welche SIMONA in den kommenden Jahren intensiv verfolgen wird.

Die Bundesregierung hat das Klimaschutzprogramm 2030 verabschiedet. Deutschland trägt als eine der führenden Industrienationen eine besondere Verantwortung für den weltweiten Klimawandel. Die Reduzierung von Treibhausgasen soll nachhaltig und sozial ausgewogen erreicht werden unter Berücksichtigung von weitreichenden Maßnahmen.

Die EU-Kommission entwirft eine Kunststoffstrategie und der Bundestag verabschiedete ein Verpackungsgesetz – beides, um den nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen zu forcieren.

SIMONA begegnet diesen Anforderungen mittels einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie sowie eines zertifizierten Umweltmanagementsystems nach DIN EN ISO 14001. Ziel der internationalen Norm des Umweltmanagementsystems ist es, dem zertifizierten Unternehmen einen Rahmen bereitzustellen, um die Umwelt zu schützen und auf sich ändernde Umweltzustände im Einklang mit sozioökonomischen Erfordernissen zu reagieren. Der systematische Ansatz stellt Informationen bereit, die den Erfolg langfristig fördern und Möglichkeiten eröffnen, die zur nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Das Umweltmanagementkonzept verfolgt SIMONA für die Standorte Kirn, Ringsheim und Litvinov (Tschechien). Die Anforderungen dieser Konzepte erfüllt SIMONA durch Überwachungsaudits und Rezertifizierungen.

SIMONA begegnet Risiken der Umweltbilanz ihrer eingesetzten Rohstoffe mit einer sorgfältigen Auswahl der Ressourcenlieferanten anhand bestehender Zertifizierungen (Herkunft, Beachtung von Black Lists), der Substitution von Schadstoffen bereits bei Forschung und Entwicklung sowie der Beachtung des geltenden Rechts zum Einsatz von Schadstoffen.

In 2022 wurden die ersten Produkte aus nachhaltigen Rohstoffen ins Lieferprogramm aufgenommen. Die Rückverfolgbarkeit der verwendeten Rohstoffe bis zur Quelle wird durch die im gleichen Jahr erfolgte ISCC-Plus-Zertifizierung sichergestellt. Somit wird der Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen reduziert; gleichzeitig sind Qualität und Funktionalität wie beim Einsatz konventioneller Rohstoffe gewährleistet.

SIMONA hat 2023 eine weitere Materialgruppe mit ISCC zertifiziert. Nun können auch PP-Rohre aus Ringsheim mit ISCC-Siegel bezogen werden. Zudem läuft derzeit der Zertifizierungsprozess unserer Produktionsstätte in Düzce, Türkei. Ziel ist es, die Zertifizierung in der Türkei im Laufe des ersten Quartals 2024 abzuschließen und PVC-Platten mit biozirkulärem Material zu produzieren.

SIMONA informiert die Kunden regelmäßig zur richtigen Nutzung sowie Entsorgung/ Verwertung der Produkte und der aus ihrer Weiterverarbeitung entstehenden Abfälle. In Werkstoff- und Sicherheitsdatenblättern, die zu jedem Produkt im Internet abrufbar sind, werden die Produkteigenschaften, Kennwerte und Hinweise zur sicheren Lagerung und Verarbeitung aufgelistet.

SIMONA ist Mitglied der Initiative „Null Granulatverlust“ des Industrieverbands Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e. V. (pro-K) im Rahmen einer globalen Initiative der Kunststoffindustrie. Konkrete Aktivitäten umfassen neben technischen Maßnahmen zum verlustfreien Materialhandling auch Schulungen der Mitarbeitenden sowie die regelmäßige Kontrolle der Wirksamkeit.

SIMONA begegnet Risiken durch Brand mit vorbeugendem Brandschutz, regelmäßigen Wartungen der Löschanlagen, Begehungen mit dem Versicherer und der Feuerwehr, einer eigenen Brandschutzordnung sowie jährlichen Unterweisungen der Mitarbeitenden. Risiken durch Störfälle wird mit regelmäßigen Kontrollen und Wartungen der Anlagen, baulichen Maßnahmen wie Rückhaltebecken, Auffangwannen, versiegeltem Boden sowie der gesetzeskonformen Lagerung von Gefahrstoffen begegnet. SIMONA beachtet festgelegte Alarmpläne bei Störfällen, führt wöchentliche, halbjährliche und jährliche Wartungen sowie eine 5-jährliche Dichtigkeitsprüfung der Ölabscheideanlagen durch. Prüfintervalle werden eingehalten und Emissionsmessungen regelmäßig durchgeführt.

SIMONA hat 2023 ein Kreislaufsystem mit dem Kunststoffrecycler PreZero initiiert, mit Hilfe dessen SIMONA Produktionsabfälle ihrer Kunde wieder in den Produktionskreislauf zurückführt. Erste Kunden nehmen erfolgreich teil. Eine strategisch wichtige Maßnahme, um insbesondere den Scope-3-CO2-Fußabdruck von unseren Kunden und von SIMONA reduzieren zu können.

SIMONA entsorgt Abfälle, die nicht wieder dem Produktionskreislauf zugeführt werden können, entsprechend den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Verwertbare Produktionsreste werden hauptsächlich intern verwertet oder an externe Verwerter weitergegeben. Alle Entsorger und Verwerter sind zertifizierte Unternehmen, die eine Zulassung entsprechend den gesetzlichen Vorgaben haben. Die Mitarbeitenden werden regelmäßig zur Abfallvermeidung sowie Abfallverwertung und -entsorgung geschult. Die Reduzierung der Abfallquote in Bezug auf die Produktionsmenge ist wesentliches Unternehmensziel. Die langlebigen SIMONA Produkte tragen darüber hinaus dazu bei, Herausforderungen, z. B. in der Umwelttechnik oder Versorgung, nachhaltig zu lösen.

SIMONA ist aktives Mitglied der Organisation VinylPlus, einem Programm zur Steigerung der Nachhaltigkeit der PVC-Lieferkette. Außerdem ist SIMONA Mitinitiator und Träger des Qualitätssiegels für PVC-Platten des Industrieverbands Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e. V. (pro-K). Die Träger dieses Zeichens verpflichten sich dazu, festgelegte Qualitätsstandards zu erfüllen, Verarbeitungskompetenzen zu gewährleisten und ein vielseitiges und ausgezeichnetes Serviceangebot zu liefern.

Science Based Target initiative (SBTi)

Anfang Januar 2024 hat SIMONA den Commitment Letter der Science Based Target Initiative (SBTi) zur Erreichung von Klimazielen unterzeichnet und den sogenannten "Commited" Status erworben. Der SIMONA Konzern hat sich dazu verpflichtet, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um seinen CO2-Reduktionspfad zu validieren. Dieser sieht vor bis 2030 die Scope-1- und Scope-2- Emissionen im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen um durchschnittlich 5,25 Prozent jährlich zu reduzieren und so bis 2050 einen „Netto-Null-Status“ zu erreichen.

Die Teilnahme an der SBTi-Initiative belegt den Anspruch von SIMONA, eine führende Rolle im Umweltschutz und nachhaltigen Wirtschaften einzunehmen. Mit der Teilnahme verpflichtet sich SIMONA, dass seine langfristigen Klimaziele den strengen wissenschaftlichen Standards der SBTi entsprechen. Die SBTi ist eine gemeinsame Initiative der globalen gemeinnützigen Umweltorganisation Carbon Disclosure Project (CDP), des UN Global Compact, des World Resources Institute (WRI) und des World Wide Fund for Nature (WWF). Sie wurde 2015 ins Leben gerufen, um Unternehmen dabei zu unterstützen, Emissionsreduktionsziele im Einklang mit der aktuellen Klimawissenschaft und den Zielen des Pariser Abkommens festzulegen, um so die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

EU-Taxonomie

Das Konzept des European Green Deals wurde von der Europäischen Kommission entwickelt, um den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen, ressourceneffizienten und klimaneutralen europäischen Wirtschaft zu ermöglichen. Er ist zentraler Bestandteil der Klimapolitik der Europäischen Union und umfasst verschiedene Maßnahmen in den Bereichen Energieversorgung, Verkehr, Handel, Industrie, Land- und Forstwirtschaft sowie Finanzmarktregulierung.

Bestandteil des European Green Deals ist die sogenannte EU- Taxonomie, deren Ziel es ist, die Allokation von privatem Kapital in nachhaltige Investments zu fördern. Ein einheitliches Klassifikationssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten in allen Sektoren soll Transparenz und Einheitlichkeit schaffen. Für kapitalmarktorientierte Unternehmen wurde eine verpflichtende Berichterstattung eingeführt. Sie soll es den Adressaten ermöglichen, die Nachhaltigkeit von Geschäftsmodellen zu vergleichen.

In Artikel 9 der Taxonomie-Verordnung werden sechs Umweltziele der Europäischen Union aufgeführt: Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Schutz von Wasser und Meeresressourcen, Übergang in eine Kreislaufwirtschaft, Eingrenzung der Umweltverschmutzung, Beitrag zu Umweltschutz sowie Schutz von Artenvielfalt und Ökosystemen. Für diese Ziele sind taxonomiefähige und taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivitäten zu identifizieren und deren Anteile am Gesamtumsatz sowie an den Investitions- und Betriebsausgaben zu berichten.

In den Jahren 2021 und 2022 legte die EU-Gesetzgebung zuerst die Taxonomie-Kriterien für die Umweltziele „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“ fest.# Umweltziele und Taxonomiekonformität

Im Juni 2023 kamen Kriterien für vier weitere Umweltziele hinzu: „Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen“, „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“, „Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung“ sowie „Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme“. Ab dem Geschäftsjahr 2023 werden diese neuen Kriterien erstmals eingesetzt.

Ermittlung der Kennzahlen

Gemeinsam mit den Verantwortlichen aus den relevanten Abteilungen und Standorten führte die Abteilung Sustainability eine konzernweite Analyse durch, um die taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben zu identifizieren. Die zu Grunde liegenden Daten wurden innerhalb unserer internationalen Standorte erhoben, auf Gruppenebene konsolidiert und überprüft.

Um Doppelzählungen zu vermeiden, weisen wir Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben direkt und eindeutig den identifizierten Wirtschaftsaktivitäten zu. Alle ausgewiesenen Beträge sind in € angegeben.

Umsatzerlöse

Die EU-Taxonomie umfasst derzeit noch keine Kriterien mit Bezug zu den Wirtschaftsaktivitäten der SIMONA AG. Für die SIMONA AG konnten auf Basis der aktuellen Rechtsakte daher keine umsatzrelevanten Wirtschaftstätigkeiten zugeordnet und somit kein taxonomiefähiger oder taxonomiekonformer Umsatz ermittelt werden.

Das bedeutet nicht, dass Produkte des SIMONA Konzerns nicht die Erreichung der in der Verordnung aufgeführten Ziele unterstützen. Das gilt insbesondere für unsere Produkte aus dem Bereich Energie- und Wasserversorgung sowie für Mobilitätsanwendungen. Die enge Definition taxonomiefähiger und taxonomiekonformer Umsätze lässt allerdings die Berücksichtigung von Umsätzen von Herstellern von Vorprodukten, zu denen SIMONA mit seinen Halbzeugen, Rohren und Formteilen zählt, weiterhin nur sehr eingeschränkt zu.

Investitionsausgaben (CapEx)

Die Investitionsausgaben des SIMONA Konzerns im Sinne der EU-Taxonomie umfassen Zugänge von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten (ohne Goodwill) und Nutzungsrechten aus Leasingverträgen im Berichtszeitraum nach IFRS. Auf dieser Basis wird der Anteil der entsprechenden Investitionsausgaben ermittelt, der auf taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten entfällt (taxonomiefähiges CapEx). Hierin enthalten sind entsprechende Investitionen im Zusammenhang mit taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten, die insbesondere Renovierungen an unserem Hauptsitz in Kirn sowie die Anschaffung von Fahrzeugen, Investitionen in das Energiemanagement und die Materialaufbereitung beinhalten.

Aufgrund der bestehenden sehr hohen Anforderungen an die Taxonomiekonformität bei gleichzeitig mangelnder Verfügbarkeit der erforderlichen nachhaltigkeitsbezogenen Nachweise seitens unserer Lieferanten, können zum jetzigen Zeitpunkt keine taxonomiekonformen Investitionsausgaben ausgewiesen werden.

Betriebsausgaben (OpEx)

Die Betriebsausgaben des SIMONA Konzerns im Sinne der EU-Taxonomie behandeln direkte Aufwendungen, die nach IFRS nicht aktivierungsfähig sind. Umfasst sind direkte, nicht kapitalisierte Kosten, die sich auf Forschung und Entwicklung, Gebäudesanierungsmaßnahmen, kurzfristiges Leasing, Wartung und Reparatur sowie sämtliche andere direkte Ausgaben im Zusammenhang mit der täglichen Wartung von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens durch das Unternehmen oder Dritte beziehen, an die Tätigkeiten ausgelagert werden, die notwendig sind, um die kontinuierliche und effektive Funktionsfähigkeit dieser Vermögenswerte sicherzustellen.

Als taxonomiefähig wurden insbesondere Mietaufwände für die SIMONA-ERP-Systeme sowie Kosten für die Instandhaltung von Kraftfahrzeugen und des Energiemanagements berücksichtigt. Aufgrund der bestehenden sehr hohen Anforderungen an die Taxonomiekonformität bei gleichzeitig mangelnder Verfügbarkeit der erforderlichen nachhaltigkeitsbezogenen Nachweise seitens unserer Lieferanten können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine taxonomiekonformen Betriebsausgaben ausgewiesen werden.

Energieaspekte

Die Umsetzung eines zertifizierten Energiemanagementsystems gemäß den Anforderungen der DIN EN ISO 50001:2018 steht im Zentrum unserer unternehmerischen Prinzipien. Die internationale Norm für Energiemanagementsysteme zielt darauf ab, zertifizierte Unternehmen beim Aufbau von effektiven Systemen und Prozessen zu unterstützen, um die Energieeffizienz zu verbessern und Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Unser systematischer Ansatz zur Einführung, Umsetzung, Aufrechterhaltung und Verbesserung des Energiemanagementsystems ermöglicht es uns, kontinuierliche Verbesserungen in den Bereichen Energieeffizienz und Energieeinsparung zu erzielen.

Die Norm legt Anforderungen an die Energieversorgung, den Einsatz und Verbrauch von Energie fest, einschließlich Messung, Dokumentation, Berichterstattung, sowie Auslegungs- und Beschaffungspraktiken für energieverbrauchende Einrichtungen, Systeme, Prozesse und Personal. Unser Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 erstreckt sich auf alle deutschen Standorte. Die strikte Einhaltung dieser Konzeption wird durch regelmäßige Überwachungsaudits und erfolgreiche Rezertifizierungen sichergestellt. Die letzte Rezertifizierung wurde erfolgreich im Jahr 2023 durchgeführt und ist bis zum 30.11.2026 gültig.

Zu den wesentlichen Risiken, die mit unserer Geschäftstätigkeit verbunden sind und potenziell erhebliche negative Auswirkungen auf Energieaspekte haben können, zählen der Ressourcenverbrauch und Emissionen. Um diesen Risiken zu begegnen, überwachen wir kontinuierlich unsere energetischen Ressourcen und setzen gezielte Maßnahmen um, um die Energieeffizienz zu steigern und den Energieeinsatz zu reduzieren. Unsere zentralen Ziele im Energiemanagement umfassen die fortlaufende Steigerung der Energieeffizienz und insbesondere die Reduzierung von Treibhausgasemissionen.

Im Jahr 2021 sind wir der 'Initiative Klimafreundlicher Mittelstand' der VEA (Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V.) beigetreten. In Zusammenarbeit mit anderen Teilnehmenden setzen wir uns aktiv für einen effizienteren Energieeinsatz, den verstärkten Einsatz klimafreundlicher Energien und die Unterstützung von Klimaprojekten ein. Durch den gemeinsamen Austausch, Beratungs- und Informationsangebote sensibilisiert die Initiative für das Thema Klimaschutz und verfolgt dabei unter anderem das Ziel der Senkung von CO2-Emissionen in Betrieben.

SIMONA hat an ihren weltweiten Standorten Projekte zur Installation von Photovoltaikanlagen auf eigenen Dächern vorangetrieben und teilweise bereits umgesetzt. Im Werk in Jiangmen, China, ist die PV-Anlage auf Parkplatzüberdachungen in Betrieb genommen worden, in den USA wurde die Installation von PV-Anlagen im Tochterunternehmen SIMONA AMERICA Industries beschlossen und soll 2024 ausgeführt werden.

SIMONA hat 2023 ein sogenanntes "Power Purchase Agreement" für die deutschen Standorte abgeschlossen, welches bis zu 35Gw/h erneuerbaren Energien aus einem Windpark abdecken kann.

Arbeitnehmerbelange

Für das Unternehmen sind die Mitarbeitenden eine wichtige Säule des Erfolgs. Dies ist Teil unserer gelebten Unternehmenskultur und damit auch in unserem Verhaltenskodex, der sowohl für die Mitarbeitenden, die Vorgesetzten und für die Geschäftsleitung aller SIMONA Gesellschaften gleichermaßen gilt, in mehrfacher Hinsicht verankert.

Geschlechtergleichstellung - Diversity

SIMONA unterstützt die Vielfalt und Chancengleichheit aller Mitarbeitenden und hat sich das Ziel gesetzt, mehr Frauen in Management-Positionen zu beschäftigen. Die Zielgröße auf Ebene der Konzernmutter beträgt mindestens 3 Frauen in der 1. Führungsebene und mindestens 2 Frauen in der 2. Führungsebene jeweils unterhalb des Vorstandes.

Um die bestehenden Quoten zu verbessern, wird bei offenen Führungspositionen gezielt immer mindestens eine Frau als potenzielle Kandidatin interviewt. Konzernweit wird die Zahl der Frauen insgesamt und in Management-Positionen quartalsweise erhoben und eine jährliche Verbesserung angestrebt. Weiter ist SIMONA im Jahr 2023 der Initiative Charta der Vielfalt beigetreten, um dem Thema Diversity weiter Gewicht zu verleihen und auch externe Impulse und Ideen für unterstützende Maßnahmen zu erhalten.

Arbeitsbedingungen

SIMONA erfragt die Mitarbeiterzufriedenheit in regelmäßig wiederkehrenden anonymen Mitarbeiterumfragen und leitet daraus konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit ab. Zuletzt wurde im Herbst 2022 eine globale Mitarbeiterzufriedenheitsumfrage durchgeführt, aus der im Jahr 2023 in einem global ausgerollten Prozess Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet wurden und deren Umsetzung nachgehalten wird. Im Jahr 2024 erfolgt die nächste globale Umfrage.

Die SIMONA Gesellschaften an den deutschen Standorten haben zum größten Teil Mitarbeitergespräche implementiert. Diese werden im gewerblichen Bereich am Standort Kirn z. T. bereits anhand einer Qualifikationsmatrix geführt. Das System der Qualifikationsmatrix ermöglicht es, jedem Mitarbeitenden die Anforderungen an seine Stelle und seinen persönlichen Anforderungserfüllungsgrad aufzuzeigen. Basierend auf den jährlichen Mitarbeitergesprächen werden die Fortbildungs- und Weiterentwicklungsbedarfe ermittelt. Die Feedbacks der besuchten Fortbildungen werden systematisch ausgewertet.

Nachwuchsförderung und Weiterbildung

Die SIMONA AG investiert in die Förderung geeigneten Nachwuchses und beteiligt sich regelmäßig an Kooperationsprojekten mit Schulen und Universitäten (Schulpatenschaften, MINT-Programm). Neben der Ausbildung stehen geeigneten Bewerbern auch die Möglichkeiten eines dualen Studiums, einer geförderten beschäftigungsbegleitenden Weiterbildung (berufsbegleitendes Studium) oder einer temporären Beschäftigung an einem unserer Auslandsstandorte in den Tochtergesellschaften offen. Die SIMONA AG unterhält für das berufsbegleitende Studium Kooperationen mit den Hochschulen Ludwigshafen, Darmstadt und Mainz.# SIMONA

Schulungen und Mitarbeiterentwicklung

SIMONA führt an allen ihren internationalen und nationalen Standorten Schulungen im Projektmanagement und Präsentationsschulungen durch, um eine einheitlichen Wissensstandard innerhalb der Belegschaft zu gewährleisten. In einem jährlich wiederkehrenden Prozess werden potenzielle Nachfolger für alle Führungskräfte der 1. und 2. Ebene unterhalb des Global Management Teams ermittelt und deren Entwicklungsfelder definiert mit dem Ziel, die Anzahl der Positionen ohne internen Nachfolger zu reduzieren und Talente gezielt für weiterführende Aufgaben zu entwickeln.

Seit vielen Jahren führt SIMONA den sog. Leadership Circle durch. Er bereitet Mitarbeitende mit hohem Potenzial im nunmehr bereits 5. Durchgang in einem 18-monatigen, modular aufgebauten Schulungsprogramm auf Fach- und Führungsaufgaben vor. Das Kursprogramm bildet die Teilnehmer aus den SIMONA Standorten in Europa, den USA und Asien in den Themen Kommunikation und Konflikt sowie Interkulturelle Kompetenz, Management und Nachhaltigkeit aus. Die Ausbildung erfolgt an verschiedenen globalen Standorten des SIMONA-Konzerns. Ziel ist es, neben den Fachthemen die interkulturellen Fähigkeiten der Mitarbeitenden auszubilden und diesen die Bildung eines internationalen Netzwerks zu ermöglichen.

Informationsfluss

Der Informationsfluss zu den Mitarbeitenden wird innerhalb der SIMONA Gesellschaften über das SIMONA Intranet, ein Aushangsystem, Abteilungsbesprechungen und regelmäßige Schichtschulungen gewährleistet.

Sicherheit und Gesundheit

Das Unternehmen hat sich die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zum Ziel gesetzt und die sog. „Vision Zero“ (Zahl der Arbeitsunfälle) verabschiedet. Hierbei handelt es sich um ein mehrjähriges Konzept zur nachhaltigen Reduzierung von Arbeitsunfällen, das aus einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen besteht, deren Umsetzung auch in der globalen Balanced Scorecard (BSC) als Zielvorgabe hinterlegt wurde. Aus diesem Grund hat sich das Unternehmen ein ambitioniertes 5-Jahres Ziel zur Reduzierung von meldepflichtigen Unfällen im Vergleich zum Jahr 2021 gesetzt: in den Jahren 2022, 2023 und 2024 um jeweils 15%, 2025 und 2026 jeweils um 10%.

Die Integration von Arbeitssicherheitsthemen in das operative und strategische Geschäft wurde und wird hierbei verstärkt vorangetrieben (bspw. über Schichtübergaben, Wochenbesprechungen, ShopFloor Management, Werkmeetings). Die Erfassung der Arbeitsunfälle nach einer international vereinheitlichten Definition erfolgt seit 2020 auf internationaler Basis. Sämtliche Arbeitsunfälle werden durch die betrieblich bestellten Arbeitssicherheitsfachkräfte in Berichten erfasst, nach Ursachen ausgewertet und daraus Maßnahmen zur Prävention abgeleitet.

Weiter hat die SIMONA AG ein Gesundheitsteam etabliert, das sich die Gesunderhaltung der Mitarbeitenden mit verschiedenen Aktionen (wie bspw. kostenlosem Obst, Zuschuss Fitnessstudio, Jobrad, Gesundheitstage, Gesundheitspartnerschaft mit einer großen Krankenkasse und jährlichen Schwerpunktthemen) zum Ziel gesetzt hat. Die Schwerpunktthemen der letzten Jahre waren die Vorbeugung vor Muskel- und Skeletterkrankungen sowie der Umgang mit Stress.

Achtung der Rechte der Gewerkschaft und betriebliche Mitbestimmung

SIMONA erkennt das Recht aller ihrer Mitarbeitenden an, in und von Gewerkschaften vertreten zu sein und Arbeitnehmervertretungen zu bilden. Es bestehen an den deutschen Standorten langjährig etablierte Arbeitnehmervertretungen und Auszubildendenvertretungen und am Standort Kirn ist die Mitarbeiterschaft zusätzlich durch die IGBCE vertreten.

Risiken aus Arbeitnehmerbelangen

Risiken, die für uns aus der Nichtbeachtung von Arbeitnehmerbelangen resultieren können, sind der Verlust unserer Mitarbeitenden und damit auch deren Know-how und potenzieller Betriebsgeheimnisse an den Wettbewerb. Mit dem Verlust von Know-how kann auch ein Qualitätsabfall einhergehen, der sich finanziell durch einen Anstieg von Gewährleistungsansprüchen und den Verlust von Kunden bemerkbar machen könnte. Nicht zuletzt wirken sich hohe Krankenstände negativ auf die Produktivität der Standorte aus. Weiter sehen wir die Herausforderungen des demografischen Wandels, der uns mit Überalterungs- und Kapazitätsrisiken konfrontiert, und Schwierigkeiten bei der Gewinnung junger Mitarbeitender. SIMONA hat bisher nicht überprüft, inwieweit sie im Rahmen ihrer Maßnahmen und Richtlinien für Arbeitnehmerbelange die grundlegenden Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation erfüllt.

Sozialbelange

SIMONA trägt als Unternehmen Verantwortung für die Entwicklung und Attraktivität der Städte und Gemeinden, in denen das Unternehmen vertreten ist, und berücksichtigt Sozialbelange. Es wird das Konzept verfolgt, soziale, kulturelle und Hilfsprojekte an den jeweiligen Standorten weltweit zu unterstützen. Die innerhalb dieses Konzeptes verfolgten Due-Diligence-Prozesse sind definierte Zuständigkeiten und Abläufe für die Auswahl der zu unterstützenden Institutionen, Projekte und Initiativen sowie über den Umfang der jeweiligen Unterstützung. So wurden mit verschiedenen Organisationen Baumpflanzaktionen am Standort Kirn durchgeführt. Darüber hinaus unterstützt die Dr. Wolfgang und Anita Bürkle Stiftung als Großaktionär der SIMONA AG am Standort Kirn. Sie konzentriert sich dabei auf die Förderung des Erziehungs-, Bildungs- und Gesundheitswesens, der bedrohten Natur und der Tierwelt, der Kunst und der Kultur, der Entwicklungshilfe und mildtätiger Zwecke von Einrichtungen der Wohlfahrtspflege.

Menschenrechte

SIMONA bekennt sich zu den international anerkannten Menschenrechten und hat sich und ihre Mitarbeitenden gleichermaßen in ihrem Verhaltenskodex zur Einhaltung von Menschenrechten bindend verpflichtet. Wir unterstützen hierbei die internationale Vielfalt, setzen uns für Chancengleichheit ein und fordern von unseren Mitarbeitenden gegenseitigen Respekt. Diskriminierende Gesichtspunkte wie beispielsweise Geschlecht, Herkunft, Religion oder geschlechtliche Ausrichtung werden bei Entscheidungen im Unternehmen nicht berücksichtigt. Zwangs- und Kinderarbeit lehnen wir strikt ab und erwarten dies auch von unseren Geschäftspartnern. Unseren Ansatz entwickeln wir fortlaufend weiter. Verstöße gegen die in unserem Verhaltenskodex niedergelegten Grundsätze können beim Compliance Officer gemeldet werden und werden strikt geahndet. Ein Hinweisgeber-System zur anonymen einfachen Meldung von Compliance-Verstößen durch Mitarbeitenden und externe Dritte wurde eingerichtet.

Bekämpfung von Korruption und Bestechung

SIMONA verpflichtet ihre Mitarbeitenden, Berater, Handelsvertreter, Agenten und vergleichbare Dritte ausnahmslos und uneingeschränkt, keine unrechtmäßigen Zuwendungen zu gewähren oder solche Zuwendungen entgegenzunehmen. SIMONA hat für verschiedene Bereiche und Alltagssituationen, mit denen ihre Mitarbeitenden konfrontiert werden könnten, Richtlinien zur Vermeidung von Korruption und Bestechung erlassen. Verstöße werden strikt geahndet. Verstöße gegen das Verbot und die zugehörigen Richtlinien können u. U. schwere Straftaten darstellen, die dem Unternehmen Schaden in finanzieller Hinsicht als auch beträchtliche Reputationsschäden zufügen können. Weiter lösen sie bei einer Vielzahl unserer Vertragspartner Kündigungsgründe für eine Zusammenarbeit aus. Nicht zuletzt können sie auch zum Ausschluss aus öffentlichen Ausschreibungsverfahren im In- und Ausland führen.

Früherkennung von Risiken ist ein wesentliches Kriterium bei der Verhinderung von Compliance- Verstößen. Um die Mitarbeitenden hierfür zu sensibilisieren und bei der Einhaltung der Vorgaben zu unterstützen werden fortlaufend Onlinetrainings durchgeführt. In einem jährlich wiederkehrenden Prozess werden die für SIMONA spezifischen Compliance- Risiken systematisch ermittelt, analysiert und aktualisiert. Bei Hinzutreten neuer Risiken werden entsprechende Maßnahmen zur Abwehr ermittelt und eingeführt. Die Kontrolle, ob die Vorgaben zum Verbot von Korruption und Bestechung eingehalten werden, erfolgt in den Tochtergesellschaften durch wiederkehrende Revisionsbesuche vor Ort inklusive Kontrolle der Konten und Bargeldbestände. Zur effektiven Umsetzung des Compliance-Systems hat SIMONA einen Compliance Officer bestellt. Mitarbeitenden und auch außenstehenden Dritten räumt SIMONA die Möglichkeit ein, Hinweise auf Verstöße gegen das Verbot von Korruption und Bestechung anonym über das Hinweisgeber- System beim Compliance Officer einzureichen. Das System zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung im Unternehmen folgt keinen internationalen oder nationalen Standards oder lehnt sich an solche an, sondern ist anhand der individuellen Bedürfnisse und der Risikosituation innerhalb der Organisation aufgebaut.

Bericht über sonstige nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Kundenzufriedenheit

SIMONA misst die Zufriedenheit seiner Kunden im Rahmen europaweiter Befragungen. Darüber hinaus werden anlassbezogen Befragungen von Kunden und Zielgruppen in wichtigen Märkten außerhalb Europas durchgeführt. Die letzte umfassende Kundenzufriedenheitsstudie in der Region EMEA fand 2023 statt. Die Gesamtzufriedenheit der Kunden mit der Geschäftsbeziehung zu SIMONA liegt weiter auf hohem Niveau und konnte abermals auf 89,4 Prozent (2020: 87,9 Prozent) gesteigert werden. Auch die Weiterempfehlungsrate erhöhte sich auf 91,0 Prozent (2020: 89,3 Prozent).

Schwerpunkt der Kundenbefragung 2023 waren neben der Abfrage der Zufriedenheit zu Produkt- und Servicekategorien, die Themen Nachhaltigkeit und Anwendungsorientierung, wichtige strategische Ziele von SIMONA. Die Ergebnisse zeigen, dass die definierte Nachhaltigkeitsstrategie die Anforderungen der Kunden erfüllen kann und dass SIMONA seinem Ziel, das Unternehmen mit der höchsten Endkundenorientierung von nachhaltigen thermoplastischen Kunststofflösungen in all seinen Anwendungsgebieten zu werden, nähergekommen ist.# Mitarbeitende

Auf die Frage "In den letzten 2 Jahren nehme ich bei SIMONA einen stärkeren Fokus auf die Anforderungen der Anwendungen der Endkunden wahr." antworten über 81 Prozent der Befragten, dass dies voll oder eher zutrifft. Fast 67 Prozent der befragten Kunden geben an, dass Nachhaltigkeitskriterien ihre Kaufentscheidung stark oder eher stark beeinflussen. Die nächste Kundenzufriedenheitsstudie ist für 2026 geplant. Darüber hinaus wurden in lokalen Märkten spezifische Kundenzufriedenheitsumfragen durchgeführt. Auch die Zufriedenheit mit den von SIMONA angebotenen Schulungen wird regelmäßig abgefragt. Dabei konnte die Zufriedenheit mit den durchgeführten Schulungen auf hohem Niveau gehalten werden.

SIMONA konnte trotz großer Bemühungen durch gezieltes Ausbildungsmarketing und die weitgehende Digitalisierung und Beschleunigung des Auswahlprozesses die sehr hohe Auszubildendenzahl der letzten Jahre nicht ganz beibehalten. Es befanden sich im Jahr 2023 in Deutschland insgesamt 54 junge Talente in ihrer Ausbildung bei SIMONA (Vorjahr 57). Die Jugendlichen absolvieren eine Ausbildung in einem der zwölf technischen und kaufmännischen Ausbildungsberufe oder absolvieren einen der beiden angebotenen dualen Studiengänge. Im Jahr 2023 fanden erstmals an den deutschen Standorten Karrierenachmittage statt, an denen sich junge Bewerber und Interessierte gezielt über das Ausbildungsangebot bei SIMONA inkl. Werksrundgänge und diverse praktische Übungen informieren konnten. Die Resonanz war sehr gut.

Die Anzahl der durch SIMONA geförderten berufsintegrierten/ dualen Studiengang oder einer geförderten Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker, Meister oder Bachelor hat sich gegenüber dem Vorjahr nochmals erhöht (von 16 auf 20) und zeigt erneut den Schwerpunkt auf Weiterbildung im Job bei SIMONA. An den beiden deutschen Standorten wurden die Führungswerkstätten mit externen Trainern für die Vorgesetzten in den Produktionsbereichen weitergeführt. Sie helfen den Führungskräften, als Führungsteam auch auf schwierige Situationen adäquat zu reagieren.

SIMONA hat im Herbst 2022 die erste globale Mitarbeiterzufriedenheitsumfrage für alle Mitarbeitenden des SIMONA Konzerns durchgeführt. Themenfelder wie die Personalarbeit im Unternehmen, das Betriebsklima, die Zufriedenheit mit der eigenen Tätigkeit und belastende Faktoren wurden in einem ausführlichen Fragenkatalog digital abgefragt. Die Hälfte der Mitarbeitenden hat sich beteiligt und neben einer ausgesprochen hohen Bindung an das Unternehmen haben sich auch Handlungsfelder gezeigt, in denen sich das Unternehmen verbessern muss. Im Jahr 2023 wurden systematische Gespräche mit allen Abteilungsverantwortlichen geführt, um die Ergebnisse der Umfrage zu erläutern und die Vorgesetzten bzgl. potenzieller Verbesserungsmaßnahmen zu sensibilisieren. Die Vorgesetzten haben sodann gemeinsam mit Ihren Mitarbeitenden abteilungsindividuelle Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet und an die Personalentwicklung gesendet. Das Jahr 2023 stand damit unter dem Schwerpunkt der Umsetzung erster Verbesserungsmaßnahmen. Für das Jahr 2024 ist die weitere Umsetzung von Maßnahmen geplant und im Herbst wird die nächste Zufriedenheitsumfrage stattfinden, um eine Erfolgskontrolle der Verbesserungsmaßnahmen gewährleisten zu können.

Zwei Verbesserungsanstöße aus den Ergebnissen aus der Umfrage zielten auf die Themen Wertschätzung und Stressbewältigung im Alltag. Den Umgang mit Stress hat SIMONA zum Schwerpunktthema ihres betrieblichen Gesundheitsmanagements für 2023 gemacht und hier verschiedene Seminarangebote und auch digitale Angebote offeriert. Dem Thema Wertschätzung wurde im globalen Managementmeeting eine ganze Trainingseinheit gewidmet. Die deutschen Standorte konnten sich im Jahr 2023 über die Einführung des sog. Company-Bikes freuen, was bei den Mitarbeitenden auf sehr großes Interesse stieß. Weiter wurde ein digitales Mitarbeiterportal eingeführt, um die administrativen Prozesse zu beschleunigen und den Mitarbeitenden und Führungskräften mehr Transparenz zu Themen wie Stundenkonten, Urlaubstage, Basisstammdaten und Gehaltsabrechnung zu geben.

Im Januar 2023 startete der vierte Jahrgang des Leadership Circles (ehemalig Nachwuchsförderkreis). Der SIMONA Leadership Circle bereitet Mitarbeitende mit hohem Potenzial in einem 18-monatigen, modular aufgebauten Schulungsprogramm auf Fach- und Führungsaufgaben vor. Das Kursprogramm bildet die Teilnehmer aus den SIMONA Standorten in Europa, den USA und Asien in den Themen Kommunikation und Konflikt sowie Interkulturelle Kompetenz, Management und Nachhaltigkeit aus. Die Ausbildung erfolgt an verschiedenen globalen Standorten des SIMONA-Konzerns. Ziel ist es, neben den Fachthemen die interkulturellen Fähigkeiten der Mitarbeitenden auszubilden und diesen die Bildung eines internationalen Netzwerks zu ermöglichen. Aufgrund der positiven Resonanz zum Programm und der sehr guten beruflichen Entwicklungen der Teilnehmer früherer Jahrgänge startet der fünfte Jahrgang bereits im Januar 2024.

Qualität

Ziel des SIMONA Qualitätsmanagementsystems ist die kontinuierliche und nachhaltige Sicherstellung und Optimierung unserer Produkt- und Prozessqualität. Grundlage hierfür ist die Erfüllung der Anforderungen der DIN EN ISO 9001 sowie der Druckgeräterichtlinie 97/23/EG, deren ordnungsgemäße Umsetzung im Geschäftsjahr 2022 durch erfolgreich absolvierte externe Überwachungsaudits unter Beweis gestellt wurde. Wie auch in den Vorjahren führten Kunden- und Marktanforderungen verstärkt zu spezifischen Produktzulassungen. Daraus resultierte eine Vielzahl an Audits, in deren Rahmen wir die Leistungsfähigkeit des SIMONA Managementsystems sowie die überdurchschnittlich hohe Qualität unserer Produkte und Prozesse gegenüber externen Auditoren und unseren Kunden darlegen konnten.

Informationstechnologie

Der Bereich Informationstechnologie setzt auch im aktuellen Jahr seine organisatorische Neuausrichtung konsequent fort und strebt die Entwicklung zu einer globalen IT- Serviceorganisation an. Die grundlegende Struktur dieser neuen Organisation beruht weiterhin auf standardisierten IT-Prozessen, deren Ziel es ist, einen nachweisbaren Mehrwert der IT für die geschäftlichen Anforderungen sicherzustellen.

Im Rahmen unserer IT-Strategie bleibt der Schwerpunkt unverändert auf der Vorbereitung der SAP-S/4HANA-Umstellung. Als vorbereitete Aktivität im Geschäftsjahr 2023 wurde das SAP- System bereits auf eine HANA DB Plattform in unsere Microsoft Azure Cloud Umgebung migriert und der weitere Betrieb durch einen externen Partner als „Managed Service“ sichergestellt. Weitere Bemühungen konzentrieren sich darauf, einen reibungslosen Übergang auf die SAP-S4/HANA Umgebung zu gewährleisten und die Vorteile der neuen Plattform bestmöglich zu nutzen.

Gleichzeitig setzt die IT-Abteilung weiterhin intensiv auf die kontinuierliche Verbesserung der IT- Sicherheit. Insbesondere im Bereich IT-Sicherheit wurden im Geschäftsjahr 2023 erhebliche Anstrengungen unternommen, um neuen Bedrohungen entgegenzuwirken. Mit dem weiteren Ausbau der bereits vorhandenen Security Awareness Plattform wurden Mitarbeitende auf die aktuellen und grundlegenden Gefahren im IT-Umfeld vorbereitet und das Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeitenden deutlich verbessert. Diese Initiativen werden auch 2024 mit verstärktem Engagement fortgesetzt.

Um die IT-Infrastruktur zu modernisieren und weiter zu standardisieren, wurde die weltweite Einführung der Cloudtechnologie Microsoft Office 365 im Geschäftsjahr 2022 gestartet und im Geschäftsjahr 2023 weltweit abgeschlossen. Eine bedeutende Neuerung ist der Austausch und die Erneuerung der Netzwerkinfrastruktur im Geschäftsjahr 2023. Diese Maßnahme stellte einen wichtigen Schritt dar, um die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Netzwerks weiter zu verbessern. Umfangreiche Teile der Netzwerkinfrastruktur wurden ausgetauscht und erneuert, jedoch ist dieser Prozess noch nicht abgeschlossen. Die laufenden Bemühungen konzentrieren sich darauf, die Umstellung der Netzwerkinfrastruktur erfolgreich abzuschließen und sicherzustellen, dass alle Systeme reibungslos integriert sind. Die modernisierte Netzwerkinfrastruktur bietet eine robuste Basis für zukünftige technologische Entwicklungen und unterstützt die Anforderungen unseres sich ständig wandelnden Geschäftsumfelds.

Die Anstrengungen zur Implementierung einer zeitgemäßen und standardisierten IT-Infrastruktur setzen sich im laufenden Jahr 2024 konsequent fort und werden aktiv vorangetrieben. Diese fortlaufenden Maßnahmen zielen darauf ab, die Effizienz, Leistung und Sicherheit unserer IT- Infrastruktur kontinuierlich zu verbessern.

Die vorgenannte nicht durch den Prüfer geprüfte nicht finanzielle Erklärung endet hier.

Zukunftsbezogene Aussagen und Prognosen

Der vorliegende zusammengefasste Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstandes der SIMONA AG sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsbezogenen Aussagen sind nicht als Garantien für die darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Vielmehr sind die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich künftig möglicherweise als unzutreffend erweisen könnten. Die SIMONA AG übernimmt keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsbezogenen Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.

Kirn, den 11. April 2024
SIMONA Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Matthias Schönberg
Dr. Jochen Hauck
Michael Schmitz

Jahresabschluss der SIMONA AG für das Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Bilanz der SIMONA AG zum 31.12.2023

AKTIVA (in TEUR)

31.12.2023 31.12.2022
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.636
2.

Bilanz der SIMONA AG zum 31.12.2023

AKTIVA (in TEUR)

Vermögensgegenstand 31.12.2023 31.12.2022
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.025 1.167
2. Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.662 1.167
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 3.944 3.834
2. Technische Anlagen und Maschinen 308 359
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.191 6.852
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.042 1.068
III. Finanzanlagen 12.486 12.114
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 180.724 179.578
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 28.723 32.046
3. Beteiligungen 23 23
B. UMLAUFVERMÖGEN 209.470 211.647
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 802 971
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 25.716 26.628
3. Anzahlungen auf Vorräte 29 29
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 26.548 27.628
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 24.611 30.056
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 52.940 37.411
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis 4.090 3.497
besteht
4. Sonstige Vermögensgegenstände 10.321 11.321
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 91.962 82.286
C. Rechnungsabgrenzungsposten 13.326 16.752
GESAMTUMFANG 131.836 126.666

Bilanz der SIMONA AG zum 31.12.2023

PASSIVA (in TEUR)

Schulden und Eigenkapital 31.12.2023 31.12.2022
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 15.500 15.500
II. Kapitalrücklage 15.032 15.032
III. Gewinnrücklage
1. gesetzliche Rücklage 397 397
2. satzungsmäßige Rücklagen 2.847 2.847
3. andere Gewinnrücklagen 179.148 167.148
IV. Bilanzgewinn 13.127 11.623
B. RÜCKSTELLUNGEN 226.051 212.547
I. Rückstellungen für Pensionen 46.392 44.623
II. Steuerrückstellungen 94 96
III. Sonstige Rückstellungen 11.390 10.866
C. VERBINDLICHKEITEN 57.876 55.584
I. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 58.453 64.960
II. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 396 0
II. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.252 3.484
III. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.859 11.617
IV. Sonstige Verbindlichkeiten 2.949 4.049
davon aus Steuern 269 264
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.010 944
GESAMTUMFANG 73.909 84.110
357.836 352.241

Gewinn- und Verlustrechnung der SIMONA AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

in TEUR

Posten 2023 2022
1. Umsatzerlöse 322.271 398.254
2. Verminderung/Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 2 0
3. Aktivierte Eigenleistungen 274 0
4. Sonstige betriebliche Erträge 1.961 3.904
davon Erträge aus Währungsumrechnung 1.005 3.579
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh–, Hilfs– und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -249.371 -321.412
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -223 -473
6. Personalaufwand -249.594 -321.885
a) Löhne und Gehälter -24.157 -24.914
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -8.290 -4.429
davon für Altersversorgung -4.209 -610
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -32.447 -29.343
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.819 -1.725
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung -38.914 -45.404
9. Erträge aus Beteiligungen -1.019 -1.894
davon aus verbundenen Unternehmen 22.810 7.350
10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 22.010 7.000
davon aus verbundenen Unternehmen 1.283 783
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.283 783
davon aus verbundenen Unternehmen 1.432 483
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen 723 348
13. Ergebnis aus Gewinn-/Verlustübernahme -1.765 -25
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.886 2.341
davon an verbundene Unternehmen -3.253 -2.154
davon aus Aufzinsung -167 -88
15. Ergebnis vor Steuern -621 -1.352
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 26.129 12.580
17. Ergebnis nach Steuern -1.511 -2.278
18. Sonstige Steuern 24.618 10.302
19. Jahresüberschuss -14 -36
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 24.604 10.266
21. Einstellung in andere Gewinnrücklagen 523 5.857
22. Bilanzgewinn -12.000 -4.500

SIMONA Aktiengesellschaft, Kirn Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Hinweise

Die SIMONA AG hat ihren Sitz in Kirn und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Bad Kreuznach (HRB 1390). Die SIMONA AG ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 des Handelsgesetzbuches (HGB). Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Der Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) und den ergänzenden Bilanzierungsbestimmungen der Satzung aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/- einer Einheit (EUR, %, usw.) auftreten. Der Jahresabschluss wird in EUR aufgestellt. Die Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer von 3 bis 20 Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Anlagengegenstände, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten über 250 EUR, aber nicht über 1.000 EUR liegen, werden im Jahr ihres Zuganges in einen Jahressammelposten eingestellt. Dieser wird im Jahr der Bildung sowie in den folgenden vier Geschäftsjahren jeweils zu einem Fünftel abgeschrieben. Nach ihrer Vollabschreibung werden die Sammelposten ausgebucht.

Geleistete Anzahlungen sind zum Nominalwert angesetzt.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte sowie Ausleihungen zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder gemäß dem strengen Niederstwertprinzip zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Fremdkapitalzinsen werden keine angesetzt. Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der Rohstoffe, Fertigerzeugnisse und Handelswaren wurden nach der LIFO-Methode ermittelt. In die Herstellungskosten werden gemäß § 255 Abs. 2 HGB neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen einbezogen. Die Bestände an Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlich langer Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert (Anschaffungskosten) angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen für Pensionen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach der Anwartschaftsbarwertmethode unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Durch das deutlich gestiegene Inflationsniveau wird es voraussichtlich bei den in den nächsten Jahren anstehenden Rentenanpassungen zu Erhöhungen kommen. Der damit verbundene Aufwand wird bereits im Geschäftsjahr 2023 berücksichtigt.

Für die in der Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen ausgewiesene Abzinsung wurde wie im Vorjahr pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre bei einer Restlaufzeit von fünfzehn Jahren von 1,82 Prozent (Vorjahr 1,79 Prozent) verwendet. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden unverändert mit 2,50 Prozent, der Trend der Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherung unverändert mit 2,00 Prozent und erwartete Rentensteigerungen wie im Vorjahr mit 2,00 Prozent berücksichtigt. Eine Fluktuationsrate wurde aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht verwendet. Der Unterschiedsbetrag der bilanzierten Pensionsrückstellung zu einem Wertansatz bei einem durchschnittlichen Zinssatz der vergangenen sieben und zehn Geschäftsjahre beträgt - 554 TEUR (Vorjahr -2.587 TEUR).

In Zusammenhang mit den Pensionsverpflichtungen bestehen Rückdeckungsversicherungen. Dabei handelt es sich um Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB. Die Rückstellung ergibt sich aus dem Saldo des versicherungsmathematischen Barwertes der Verpflichtung und des beizulegenden Zeitwertes des zur Deckung gebildeten Deckungsvermögens gem. § 253 (1) S. 4 HGB; der beizulegende Zeitwert entspricht grundsätzlich dem Marktwert des verrechneten Deckungsvermögens. Für mittelbare Verpflichtungen aus Pensionszusagen oder Anwartschaften werden gemäß Artikel 28 Absatz 1 S. 2 EGHGB keine Rückstellungen gebildet.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften.# Erläuterungen zur Rechnungslegungsmethodik

Sie sind in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen). Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr, werden mit dem von der Deutschen Bundesbank für das laufende Geschäftsjahr veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre laufzeitadäquat abgezinst.

Sonstige Rückstellungen beinhalten u.a. Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen. Die Bewertung der Jubiläumsrückstellungen wurde nach den handelsrechtlichen Bestimmungen mittels Projected-Unit-Credit-Methode durchgeführt. Als Rechnungsgrundlagen dienen die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit einem gem. § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB pauschal ermittelten Rechnungszinssatz von 1,74 Prozent p.a. (Vorjahr 1,43 Prozent p.a.) und die Annahme von erwarteten Gehaltssteigerungen wie im Vorjahr von 2,50 Prozent p.a.

Sonstige Rückstellungen enthalten zudem Verpflichtungen aus dem im Rahmen des Ende 2021 aufgelegten Altersteilzeitprogramms. Die Ausgestaltung der Altersteilzeit erfolgt über das Blockmodell (auf Basis der entsprechenden Individualverträge bzw. der Betriebsvereinbarung betreffend der Ausgleichsansprüche). Hierbei erbringt der Arbeitnehmer in der ersten Phase der Altersteilzeit (Beschäftigungsphase bzw. Aktivphase) die volle Arbeitsleistung, während er in dieser Zeit nur entsprechend der Teilzeitvereinbarung entlohnt wird. Dadurch baut sich bei SIMONA während der Beschäftigungsphase ein Erfüllungsrückstand in Höhe des noch nicht entlohnten Anteils der Arbeitsleistung auf, für den eine Rückstellung zu bilden ist. In der zweiten Phase der Altersteilzeit (Freistellungsphase bzw. Passivphase), wird der Arbeitnehmer entsprechend der Teilzeitregelung entlohnt, ohne eine Arbeitsleistung zu erbringen. Die Entlohnung erfolgt aus dem Verbrauch der Rückstellung für den aufgebauten Erfüllungsrückstand. Bei der Ermittlung der Rückstellung für Altersteilzeit werden die während der Altersteilzeit zu zahlenden Aufstockungsbeträge zum vollen Barwert ab Vertragsabschluss berücksichtigt, da diese insoweit Abfindungscharakter haben. Bei der Ermittlung der Rückstellung wurde für das Jahr 2024 ein Gehaltstrend wie im Vorjahr von 2,50 Prozent berücksichtigt.

Für die in der Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen ausgewiesene Abzinsung wird unverändert ein laufzeitadäquater durchschnittlicher Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren (§ 253 Abs. 2 Satz 1 HGB) angesetzt.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt; sofern sie langfristig und unverzinslich sind, werden sie in Höhe ihres Barwerts passiviert.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Währungsumrechnung

Im Jahresabschluss der SIMONA AG werden Forderungen und Verbindlichkeiten, die auf Fremdwährungen lauten, grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet (§ 256a HGB). Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel als Anlage zum Anhang dargestellt. Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte (S4/Hana Entwicklungskosten) in Höhe von 1.636 TEUR, davon entfallen auf aktivierte Eigenleistungen 274 TEUR. Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten beträgt 5.733 TEUR (Vorjahr 4.320 TEUR).

Angaben zum Anteilsbesitz

Die Aufstellung zum Anteilsbesitz ist als Anlage zum Anhang dargestellt. Bei den ausländischen Gesellschaften sind die Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis aus den für den IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 verwendeten Daten (sog. Handelsbilanz II) entnommen. Das Eigenkapital von Gesellschaften in Fremdwährung wird zum Stichtagskurs und die Ergebnisangaben zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet.

Aufgrund der im Berichtsjahr abgeschlossenen Liquidation der SIMONA FAR EAST LIMITED, Hongkong, China, und der Liquidation der OOO SIMONA RUS, Moskau, Russische Föderation, sind diese Gesellschaften aus dem Anteilsbesitz abgegangen.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen

Dieser Posten enthält die Ausleihungen an die SIMONA ASIA Ltd., Hongkong, China (17.037 TEUR), die SIMONA INDIA PRIVATE LIMITED, Mumbai, Indien (600 TEUR), die SIMONA Stadpipe AS, Stadlandet, Norwegen (367 TEUR), SIMONA Stadpipe Eiendom AS, Stadlandet, Norwegen (1.219 TEUR) sowie die SIMONA PLASTECH Levha Sanayi Anonim Şirketi, Düzce, Türkei (9.500 TEUR).

Vorräte

Bei den Vorräten wird für die Bewertung von Rohstoffen, Fertigerzeugnissen und Handelswaren die LIFO-Methode angewendet. Die LIFO-Bewertung der Fertigerzeugnisse und Handelswaren erfolgt ohne Berücksichtigung der Abwertungen aufgrund langer Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit. Die Vorräte werden in geeignete Gruppen zusammengefasst und unter Beachtung des Niederstwertprinzips ausgewiesen. Der hierdurch entstandene Unterschiedsbetrag gegenüber der Durchschnittswertmethode, der zu einer Verminderung der Vorräte führt, beträgt bei den Fertigerzeugnissen und Waren 19.418 TEUR (Vorjahr 21.946 TEUR).

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (47.312 TEUR, Vorjahr 32.825 TEUR), Forderungen aus den Gewinnanteilen der Personengesellschaften (3.250 TEUR, Vorjahr 4.256 TEUR) und Forderungen aus Dividenden (2.379 TEUR, Vorjahr 331 TEUR).

Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betragen 4.090 TEUR (Vorjahr 3.497 TEUR) und betreffen Zahlungen für Altersvorsorge.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Umsatzsteuerforderungen von 2.200 TEUR und Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 von 7.478 TEUR.

Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt unverändert 15.500 TEUR und besteht aus 6.000.000 Inhaberaktien. Es handelt sich um Aktien ohne Nennwert (= Stückaktien). Die Kapitalrücklage enthält das Agio aus der Ausgabe von Aktien der SIMONA AG. Im Berichtsjahr fand keine Erhöhung der Kapitalrücklage statt.

Im Bilanzgewinn ist ein Gewinnvortrag von 523 TEUR enthalten. Im Berichtsjahr wurden satzungsgemäß 12.000 TEUR in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Im Übrigen verweisen wir auf den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Ausweis der bilanzierten Pensionsrückstellung in Höhe von 46.392 TEUR (Vorjahr 44.623 TEUR) erfolgt nach Saldierung des vorhandenen Deckungsvermögens in Höhe von 902 TEUR (Vorjahr 668 TEUR). Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens entsprechen dem Zeitwert, daher besteht keine Ausschüttungssperre.

Die SIMONA Sozialwerk GmbH dient als Unterstützungskasse für die Finanzierung der mittelbaren Altersvorsorgeverpflichtungen für die SIMONA AG. Weiterhin steht das Gesellschaftsvermögen der SIMONA Vermögensverwaltungsgesellschaft der Belegschaft mbH künftig ausschließlich für Versorgungszwecke der SIMONA Sozialwerk GmbH zur Verfügung. Zum Stichtag beträgt der Zeitwert dieses Vermögens 39.952 TEUR (Vorjahr 52.808 TEUR), anteilig für die SIMONA AG 25.294 TEUR (Vorjahr 33.692 TEUR). Zum Jahresende ergibt sich eine nicht passivierungspflichtige Unterdeckung in Höhe von 34.975 TEUR (10-Jahreszins) und 36.028 TEUR (7-Jahreszins).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten die variable Kaufpreisverpflichtung im Rahmen des Erwerbs der SIMONA PEAK Pipe Systems Limited mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr in Höhe von 3.032 TEUR (Vorjahr 2.956 TEUR). Ansonsten wurden die sonstigen Rückstellungen im Wesentlichen für mitarbeiterbezogene Rückstellungen in Höhe von 5.937 TEUR (Vorjahr 6.200 TEUR) sowie ausstehende Rechnungen in Höhe von 1.786 TEUR (Vorjahr 1.443 TEUR) gebildet. Die mitarbeiterbezogenen Rückstellungen enthalten Rückstellungen aus Altersteilzeit in Höhe von Netto 422 TEUR (Vorjahr 537 TEUR). Das Deckungsvermögen Altersteilzeit beträgt 318 TEUR (Vorjahr 202 TEUR).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten Bankdarlehen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr in Höhe von 29.757 TEUR (Vorjahr 28.602 TEUR) und mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr und bis zu fünf Jahren in Höhe von 25.115 TEUR (Vorjahr 32.769 TEUR). Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren betragen 1.487 TEUR (Vorjahr 3.589 TEUR). Innerhalb eines Jahres fällige Kontokorrentkredite betragen 2.095 TEUR (Vorjahr 0 TEUR).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen innerhalb eines Jahres fällige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (7.859 TEUR, Vorjahr 8.229 TEUR).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (4.252 TEUR, Vorjahr 3.484 TEUR), sowie die sonstigen Verbindlichkeiten (2.949 TEUR, Vorjahr 4.049 TEUR) sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Sämtliche Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr unbesichert.# Latente Steuern
Latente Steuern werden nicht ausgewiesen, da der nach Verrechnung von aktiven und passiven latenten Steuern verbleibende aktivische Überhang unter Ausnutzung des Wahlrechts des § 274 HGB bilanziell nicht angesetzt wird. Passive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus dem Anlagevermögen sowie Bewertungsunterschieden bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund unrealisierter Fremdwährungsgewinne. Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsunterschieden bei Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie sonstigen Rückstellungen. Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 29,48 Prozent zugrunde gelegt.

Derivative Finanzinstrumente

Im Rahmen der Kaufpreisfinanzierung für die SIMONA PEAK Pipe Systems Limited, Chesterfield, Großbritannien wurde ein Zinsswap zur Absicherung des Zinsrisikos abgeschlossen. Hierbei wird die variable Zinszahlung wirtschaftlich in eine festverzinsliche Verzinsung umgewandelt. Der Zinsswap lautet auf einen nominalen Kapitalbetrag von 11.250 TEUR. Zum Bilanzstichtag hat der variable Teil des Darlehens ein Volumen von 8.438 TEUR (Vorjahr 10.688 TEUR). Bei Zinsswaps erfolgt die Bewertung durch Abzinsung der zukünftigen Zahlungsströme (Discounted-Cashflow-Methode) auf Basis der am Bilanzstichtag für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze. Auf dieser Basis ergibt sich zum Bilanzstichtag ein beizulegender Zeitwert von 175 TEUR (Vorjahr 408 TEUR). Eine Bewertungseinheit wird nicht gebildet, sodass eine Bilanzierung des positiven Wertbeitrags zum Bilanzstichtag nicht erfolgt, weil insoweit ein schwebendes Geschäft vorliegt, das nicht zu aktivieren ist. Der Buchwert beträgt daher 0 EUR. Eine Bewertungseinheit gem. § 254 HGB wird nicht gebildet, insoweit entfällt in diesem Kontext die Angabe gem. § 285 Nr. 23 HGB.

Haftungsverhältnisse

Für die Tochterunternehmen SIMONA PEAK Pipe Systems Limited, Chesterfield, Großbritannien, SIMONA Stadpipe AS, Stadlandet, Norwegen, SIMONA ASIA PACIFIC PTE. LTD., Singapur und die, SIMONA ENGINEERING PLASTICS (Guangdong) Co. Ltd., Jiangmen, China, hat die SIMONA AG je eine Patronatserklärung abgegeben. Darin verpflichtet sich die Gesellschaft, ihre Tochtergesellschaften mit ausreichenden finanziellen Mitteln zur Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten auszustatten. Als Sicherheit für fremde Verbindlichkeiten hat die SIMONA AG zur Absicherung von Rohstofflieferungen eine Patronatserklärung und eine First Demand Guarantee abgegeben. Die Verbindlichkeiten der SIMONA Produktion Kirn GmbH & Co. KG, Kirn, und der SIMONA Produktion Ringsheim GmbH & Co. KG, Ringsheim, gegenüber den Lieferanten valutieren am 31. Dezember 2023 mit insgesamt 1.291 TEUR. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Garantien sowie den Patronatserklärungen wird derzeit als nicht wahrscheinlich eingeschätzt, da die betreffenden Tochterunternehmen über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um Verpflichtungen aus der operativen Geschäftstätigkeit zu erfüllen. Die SIMONA Sozialwerk GmbH, Kirn, dient als Unterstützungskasse für die Finanzierung der mittelbaren Altersvorsorgeverpflichtungen für die SIMONA AG. Hieraus ergeben sich zum Bilanzstichtag Haftungsverhältnisse. Die Berichtsgesellschaft bleibt weiterhin unmittelbar verpflichtet, soweit das Vermögen der Unterstützungskasse zur Erfüllung der Verpflichtungen nicht ausreicht. Es besteht weiterhin eine Subsidiärhaftung für die mittelbaren Pensionszusagen der Tochtergesellschaften SIMONA Produktion Kirn GmbH & Co. KG, Kirn, und SIMONA Produktion Ringsheim GmbH & Co. KG, Ringsheim. Zum Stichtag besteht insgesamt eine Unterdeckung für mittelbare Pensionsverpflichtungen in Höhe von 55.243 TEUR (10-Jahreszins). Das Risiko einer Inanspruchnahme aus diesen mittelbaren Pensionsverpflichtungen wird aufgrund der aktuellen Finanzausstattung der SIMONA Sozialwerk GmbH als gering angesehen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse nach Regionen:

2023 % 2022 %
Deutschland 124.497 38,6% 155.576 39,1%
EMEA 168.845 52,4% 206.007 51,7%
(Europa ohne Deutschland, Mittlerer Osten, Afrika)
Amerika 7.953 2,5% 10.007 2,5%
Asien-Pazifik 20.977 6,5% 26.664 6,7%
Gesamt 322.271 100,0% 398.254 100,0%

Umsatzerlöse nach Business Line:

2023 % 2022 %
Industry 127.862 39,7% 154.424 38,8%
Infrastructure 56.695 17,6% 68.486 17,2%
Mobility 6.141 1,9% 4.600 1,2%
Advertising & Building 20.982 6,5% 27.987 7,0%
Intercompany 70.498 21,9% 84.653 21,3%
Others 40.093 12,4% 58.103 14,6%
Gesamt 322.271 100,0% 398.254 100,0%

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten hauptsächlich Erträge aus Kursdifferenzen (1.005 TEUR, Vorjahr 3.579 TEUR) sowie periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (421 TEUR, Vorjahr 147 TEUR) und Anlagenabgängen (15 TEUR, Vorjahr 47 TEUR).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren vor allem aus Aufwendungen für Ausgangsfrachten (10.833 TEUR; Vorjahr 14.225 TEUR), Aufwendungen für Verpackungsmaterial (4.783 TEUR; Vorjahr 6.256 TEUR), Provisionsaufwendungen (4.274 TEUR, Vorjahr 5.513 TEUR), Rechts- und Beratungskosten (3.371 TEUR; Vorjahr 3.340 TEUR), Mietaufwendungen (3.297 TEUR; Vorjahr 3.306 TEUR), Instandhaltungsaufwendungen (2.702 TEUR; Vorjahr 2.429 TEUR), Aufwendungen aus Kursdifferenzen (1.019 TEUR; Vorjahr 1.894 TEUR), Reise- und Bewirtungskosten 902 TEUR (Vorjahr 582 TEUR), Werbekosten (876 TEUR; Vorjahr 1.514 TEUR) und Raumkosten (763 TEUR; Vorjahr 698 TEUR). Die periodenfremden Aufwendungen ergeben sich aus der Ausbuchung von Forderungen (377 TEUR; Vorjahr 522 TEUR).

Erträge aus Gewinnabführung

Dieser Posten betrifft den mit der SIMONA Beteiligungs-GmbH, Kirn, bestehenden Ergebnisabführungsvertrag.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Innerhalb der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsaufwendungen aus dem Deckungsvermögen der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 4 TEUR (Vorjahr 25 TEUR) und Zinsaufwendungen aus Pensionsrückstellungen in Höhe von 621 TEUR (Vorjahr 1.347 TEUR) gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB enthalten. Der in der Position enthaltene Zinsertrag aus Rückstellungen Alterszeit beträgt wie im Vorjahr 2 TEUR.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfallen vor allem auf das Ergebnis vor Steuern des laufenden Geschäftsjahres. Der Posten enthält Steueraufwendungen in Höhe von 40 TEUR (Vorjahr 370 TEUR), die frühere Geschäftsjahre betreffen.

Sonstige Angaben

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Gemäß Mietvertrag vom 1. Dezember 2017 vermietet die SIMONA Immobilien GmbH & Co. KG die für den Geschäftsbetrieb notwendigen Grundstücke und Gebäude unbefristet mit beidseitigem Kündigungsrecht an die SIMONA AG. Der Mietzins beläuft sich auf 3.277 TEUR jährlich. Die Mietzahlungen führen zu einem Liquiditätsabfluss bei der SIMONA AG. Leasingverträge insbesondere für Kraftfahrzeuge wurden zur Vermeidung des sofortigen Abflusses liquider Mittel geschlossen. Dem Vorteil der Verbesserung der Liquiditätslage durch geringen Mittelabfluss steht das Risiko der über die gesamte Nutzungsdauer insgesamt höheren Zahlungsmittelabflüsse entgegen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt 13.980 TEUR (Vorjahr 11.601 TEUR). Davon entfallen wie im Vorjahr keine Verpflichtungen auf verbundene Unternehmen. Der geschätzte Mittelabfluss, aus der im Rahmen der Unternehmenstransaktion mit der SIMONA Stadpipe AS, Stadlandet, Norwegen vereinbarten Put-/Call-Option zum Erwerb der beim Minderheitsgesellschafter verbleibenden Anteile, beträgt zum Bilanzstichtag 3.157 TEUR (Vorjahr 7.433 TEUR). Es handelt sich um eine sonstige finanzielle Verpflichtung gegenüber dem Minderheitsgesellschafter der Gesellschaft. Die Option kann bis 2025 ausgeübt werden. Der geschätzte Mittelabfluss, aus der im Rahmen der Unternehmenstransaktion mit der SIMONA PLASTECH Levha Sanayi Anonim Şirketi, Düzce, Türkei vereinbarten Put-/Call- Option zum Erwerb der bei den Minderheitsgesellschaftern verbleibenden Anteile, beträgt zum Bilanzstichtag 10.823 TEUR (Vorjahr 4.168 TEUR). Es handelt sich um eine sonstige finanzielle Verpflichtung gegenüber den Minderheitsgesellschaftern der Gesellschaft. Die Option kann bis 2028 ausgeübt werden.

Aktienpool

Aufgrund der Veröffentlichung der Stimmrechtsmitteilung vom 26. Mai 2023 gemäß § 40 Abs. 1 WpHG haben die Aktionäre Dr. Wolfgang und Anita Bürkle Stiftung, Dirk Möller sowie Regine Tegtmeyer einen Aktienpool mit einem Stimmrechtsanteil von insgesamt 54,14 Prozent an der SIMONA Aktiengesellschaft gebildet. Es bestehen seitens der SIMONA Aktiengesellschaft keine geschäftlichen Beziehungen mit dem Aktienpool bzw. den einzelnen Parteien des Aktienpools.

Organe und Aufwendungen für Organe

Vorstand:

  • Matthias Schönberg, Oberursel, Diplom-Kaufmann, (Vorstandsvorsitzender)
  • Verantwortlich für die Bereiche: Region Nordamerika, Region Asien-Pazifik, Strategische Unternehmensentwicklung, Unternehmenskauf (Mergers & Acquisitions), Personal und Recht, Investor Relations, Marketing & Kommunikation, Nachhaltigkeit
  • Michael Schmitz, Sprendlingen, Bankkaufmann
    • Verantwortlich für die Bereiche: Finanzen, Controlling, Steuern, Einkauf, IT & Organisation, Qualitätsmanagement, Liegenschaften / Bau, Energiemanagement
  • Dr. Jochen Hauck, Mainz, Diplom-Ingenieur
  • Verantwortlich für die Bereiche: Region EMEA (Europa/Mittlerer Osten/Afrika), Südamerika und Indien, Globales Prozessmanagement, Forschung und Entwicklung, Anwendungstechnik / Technical Service Center, Weltweite Verfahrensentwicklung, Zentrale Logistik, HSE (Gesundheit, Arbeitssicherheit, Umwelt)

Matthias Schönberg nimmt in folgenden Gesellschaften des SIMONA Konzerns Aufgaben in einem Kontrollgremium wahr:
* SIMONA IBERICA SEMIELABORADOS S.L., Barcelona, Spanien
* SIMONA POLSKA Sp. z o.o., Breslau, Polen
* SIMONA ASIA PACIFIC PTE. LTD, Singapur, Singapur
* SIMONA ASIA LIMITED, Hongkong, China
* SIMONA ENGINEERING PLASTICS (Guangdong) Co.# Mitglieder der Kontrollgremien des SIMONA Konzerns

Michael Schmitz

Michael Schmitz nimmt in folgenden Gesellschaften des SIMONA Konzerns Aufgaben in einem Kontrollgremium wahr:

  • SIMONA S.A.S., Domont, Frankreich
  • SIMONA IBERICA SEMIELABORADOS S.L., Barcelona, Spanien
  • SIMONA POLSKA Sp. z o.o., Breslau, Polen
  • SIMONA America Group Inc., Archbald, USA
  • SIMONA Boltaron Inc., Newcomerstown, USA
  • Power Boulevard Inc., Archbald, USA
  • Industrial Drive Inc., Findlay, USA
  • SIMONA Stadpipe AS, Stadlandet, Norwegen
  • SIMONA PLASTECH Levha Sanayi Anonim Şirketi, Düzce, Türkei
  • SIMONA PEAK Pipe Systems Limited, Chesterfield, Großbritannien

Dr. Jochen Hauck

Dr. Jochen Hauck nimmt in folgenden Gesellschaften des SIMONA Konzerns Aufgaben in einem Kontrollgremium wahr:

  • SIMONA UK Ltd., Stafford, Großbritannien
  • SIMONA IBERICA SEMIELABORADOS S.L., Barcelona, Spanien
  • SIMONA POLSKA Sp. z o.o., Breslau, Polen
  • SIMONA Stadpipe AS, Stadlandet, Norwegen
  • SIMONA PLASTECH Levha Sanayi Anonim Şirketi, Düzce, Türkei
  • SIMONA PEAK Pipe Systems Limited, Chesterfield, Großbritannien

Aufsichtsrat

  • Dr. Ing., Dipl.-Wirt. Ing. Klaus F. Erkes, Überlingen (Vorsitzender)

    • weitere Aufsichtsratstätigkeit:
      • Mitglied des Aufsichtsrates der Semperit AG, Wien
      • Mitglied des Aufsichtsrates der Präzi-Flachstahl AG, Everswinkel
      • Mitglied des Beirates der Fa. Karl Mayer GmbH & Co. KG, Obertshausen
      • Mitglied des Beirats der Karl Mayer Holding GmbH & Co. KG, Obertshausen
      • Vorsitzender des Beirats der Alois Berger Holding GmbH & Co. KG, Memmingen
      • Vorsitzender des Beirats der Alois Berger Holding International, Memmingen
  • Dr. sc. techn. Roland Reber, Stuttgart, Diplom-Ingenieur ETH (stellvertretender Vorsitzender)

    • Geschäftsführer der Ensinger GmbH, Nufringen
  • Roland Frobel, Isernhagen, Steuerberater

    • Gesellschafter und Geschäftsführer der Frobel Beteiligungs-GmbH, Isernhagen
    • Geschäftsführer der Reitstall Steinberg GmbH, Neuenkirchen
    • Geschäftsführer der FRISS Beteiligungsgesellschaft mbH, Isernhagen
    • weitere Aufsichtsratstätigkeit:
      • Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA, Hannover
      • Mitglied des Aufsichtsrates der GBK Beteiligungen AG, Hannover
  • Martin Bücher, Biberach, Bankkaufmann

    • Vorsitzender des Vorstands der Kreissparkasse Biberach, Biberach
    • weitere Aufsichtsratstätigkeit:
      • Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Öchsle Bahn AG (seit 1. Dezember 2023)
      • Stellvertretendes Aufsichtsratsmitglied der BW Bank
  • Andy Hohlreiter, Becherbach, (Arbeitnehmervertreter), Industriemechaniker (Betriebsratsvorsitzender)

  • Markus Stein, Mittelreidenbach, (Arbeitnehmervertreter), Kaufmännischer Angestellter (stellvertretender Betriebsratsvorsitzender)

Gesamtbezüge des Vorstandes

Für die Tätigkeit 2023 betragen die Bezüge des Vorstandes 2.440 TEUR (Vorjahr 2.420 TEUR), davon betragen die variablen Vergütungsanteile 1.465 TEUR (Vorjahr 1.445 TEUR). Darüber hinaus wurden keine weiteren Bezüge oder Kredite gewährt. Zudem verweisen wir auf den Vergütungsbericht nach § 162 AktG.

Gesamtbezüge des Aufsichtsrates

Die Bezüge des Aufsichtsrates teilen sich auf in die Vergütung für die Aufsichtsratstätigkeit (240,0 TEUR, Vorjahr 252,5 TEUR) und für die Ausschusstätigkeit der Aufsichtsratsmitglieder (60,0 TEUR, Vorjahr 61,7 TEUR). Die Bezüge des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr betragen somit insgesamt 300,0 TEUR (Vorjahr 314,2 TEUR).

Bezüge und Pensionsrückstellungen ehemaliger Mitglieder des Vorstandes

Für ehemalige Mitglieder des Vorstandes betrugen die Bezüge 494 TEUR (Vorjahr 493 TEUR). Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder des Vorstandes sind in voller Höhe gebildet und belaufen sich zum 31. Dezember 2023 auf 15.703 TEUR (Vorjahr 14.761 TEUR).

Mitarbeitende

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres Beschäftigten:

2023 2022
Gewerbliche Arbeitnehmer 94 91
Angestellte 252 246
Arbeitnehmer 346 337
Auszubildende 51 53
Gesamt 397 390

Gewinnverwendung

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:

TEUR
Jahresüberschuss 24.604
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 523
Satzungsmäßige Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen -12.000
Bilanzgewinn 13.127
Dividende (EUR 1,85 je Aktie) -11.100
Vortrag auf neue Rechnung 2.027

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Corporate-Governance-Kodex

Die SIMONA AG hat – als einziges börsennotiertes Unternehmen des Konzerns – die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung am 5. April 2024 abgegeben und den Aktionären dauerhaft auf der Internetseite unter https://www.simona.de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerung/ öffentlich zugänglich gemacht.

Beteiligungsverhältnisse

An der Gesellschaft wurden folgende Beteiligungsverhältnisse gemeldet:

Stimmrechtsanteil am 31.12.2023 an der SIMONA AG in % (*) direkt inkl. Zurechnung
Dr. Wolfgang und Anita Bürkle Stiftung, Kirn 31,27
Kreissparkasse Biberach, Biberach 15,04
Dirk Möller, Kirn 11,64
Rossmann Beteiligungs GmbH, Burgwedel 11,42
SIMONA Vermögensverwaltungsgesellschaft der Belegschaft mbH, Kirn 10,00
Saskia Schönecke 0,18
Jan-Hinrich Tegtmeyer 0,18
René Möller 0,00
Sabrina Möller 0,00
Regine Tegtmeyer, Nebel 0,00

(*) Die Beteiligungshöhen der betreffenden Aktionäre könnten sich seit der jeweils letzten abgegebenen Stimmrechtsmitteilung geändert haben, ohne dass dadurch eine Mitteilungspflicht ausgelöst wurde, d.h. die tatsächlichen Stimmrechtsanteile am 31.12.2023 könnten ggf. von den in der Tabelle angegebenen Stimmrechtsanteile abgewichen haben.

Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 33 Absatz 1 WpHG bzw. gemäß § 21 Absatz 1 WpHG (Alter Fassung)

Der SIMONA Aktiengesellschaft liegen folgende Mitteilungen vor, welche dem letzten mitgeteilten Stand der Aktionäre über die Über- bzw. Unterschreitung von Schwellenwerten nach § 33 Abs. 1 WpHG bzw. § 21 Absatz 1 WpHG (alter Fassung) entsprechen. Die Beteiligungshöhen der betreffenden Aktionäre könnten sich seit der jeweils letzten abgegebenen Stimmrechtsmitteilung geändert haben, ohne dass dadurch eine Mitteilungspflicht ausgelöst wurde, d.h. die tatsächlichen Stimmrechtsanteile am 31.12.2023 könnten ggf. von den nachstehend angegebenen abgewichen haben.

  • Die Dr. Wolfgang und Anita Bürkle Stiftung, Kirn, hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 25. Mai 2023 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG am 23. Mai 2023 die Schwelle von 50 Prozent überschritten hat und an diesem Tag 54,16 Prozent betragen hat (das entspricht 3.249.590 Stimmrechten). Davon sind ihr 22,89 Prozent (1.373.200 Stimmrechte) nach § 34 WHG zuzurechnen.
  • Herr Dirk Möller hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 26. Mai 2023 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG am 23. Mai 2023 die Schwelle von 50 Prozent überschritten hat und an diesem Tag 54,14 Prozent betragen hat (das entspricht 3.248.590 Stimmrechten). Davon sind ihm 42,51 Prozent (2.550.330 Stimmrechte) nach § 34 WHG zuzurechnen.
  • Frau Saskia Schönecke hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 26. Mai 2023 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG am 23. Mai 2023 die Schwelle von 50 Prozent überschritten hat und an diesem Tag 54,33 Prozent betragen hat (das entspricht 3.259.630 Stimmrechten). Davon sind ihr 54,14 Prozent (3.248.580 Stimmrechte) nach § 34 WHG zuzurechnen.
  • Herr Jan-Hinrich Tegtmeyer hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 26. Mai 2023 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG am 23. Mai 2023 die Schwelle von 50 Prozent überschritten hat und an diesem Tag 54,33 Prozent betragen hat (das entspricht 3.259.640 Stimmrechten). Davon sind ihm 54,14 Prozent (3.248.580 Stimmrechte) nach § 34 WHG zuzurechnen.
  • Herr René Möller hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 26. Mai 2023 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG am 23. Mai 2023 die Schwelle von 50 Prozent überschritten hat und an diesem Tag 54,14 Prozent betragen hat (das entspricht 3.248.590 Stimmrechten). Davon sind ihm 54,14 Prozent (3.248.490 Stimmrechte) nach § 34 WHG zuzurechnen.
  • Frau Sabrina Möller hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 26. Mai 2023 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG am 23. Mai 2023 die Schwelle von 50 Prozent überschritten hat und an diesem Tag 54,14 Prozent betragen hat (das entspricht 3.248.590 Stimmrechten). Davon sind ihr 54,14 Prozent (3.248.490 Stimmrechte) nach § 34 WHG zuzurechnen.
  • Frau Regine Tegtmeyer hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 31. Mai 2023 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG am 23. Mai 2023 die Schwellen von 50 Prozent, 30 Prozent, 25 Prozent, 20 Prozent, 15 Prozent, 10 Prozent und 5 Prozent unterschritten hat und an diesem Tag 3,75 Prozent betragen hat (das entspricht 224.908 Stimmrechten). Davon sind ihr 3,75 Prozent (224.908 Stimmrechte) nach § 34 WHG zuzurechnen.
  • Der Landkreis Biberach, Biberach, hat uns in der Bestandsmitteilung gem. § 41 Abs. 4g WpHG am 21. Juli 2016 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG am 02. Juli 2016 die Schwelle von 3 Prozent, 5 Prozent, 10 Prozent und 15 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 15,0435 Prozent betragen hat (das entspricht 90.261 Stimmrechten). Davon sind ihm 15,0435 Prozent (90.261 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von ihm kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG jeweils 3 Prozent oder mehr beträgt, gehalten: Kreissparkasse Biberach, Biberach.
  • Die Rossmann Beteiligungs GmbH, Burgwedel, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 20. Juni 2008 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG am 16. Juni 2008 die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 10,10 Prozent betragen hat (das entspricht 60.584 Stimmrechten).

Konzernverhältnisse

Die SIMONA AG, Kirn, stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Dieser ist am Sitz der Gesellschaft beim Amtsgericht Bad Kreuznach unter der Nummer HRB 1390 erhältlich.# Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bezog sich vor allem auf die Prüfung des Konzernabschlusses, des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts der SIMONA AG sowie verschiedene Jahresabschlussprüfungen ihrer Tochterunternehmen. Die anderen Bestätigungsleistungen der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betreffen die Prüfung bestimmter Finanzaufstellungen. Die Angaben zu den Abschlussprüferhonoraren sind im Konzernabschluss der SIMONA AG enthalten. Auf die Veröffentlichung an dieser Stelle wird aufgrund der befreienden Konzernklausel des § 285 Nr. 17 HGB verzichtet.

Nachtragsbericht

Es gibt keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind.

Kirn, den 11. April 2024

SIMONA Aktiengesellschaft

Der Vorstand
Matthias Schönberg
Dr. Jochen Hauck
Michael Schmitz

Entwicklung des Anlagevermögens der SIMONA AG für das Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten

Währungs- umrechnung T€ 01.01.2023 T€ Zugänge T€ Abgänge T€ Umbuchungen T€ 31.12.2023 T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0 0 1.462 0 174
2. Entgeltich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 8.378 0 176 716 134
8.378 0 1.638 716 308
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 4.580 249 4.830
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.357 16 1.373
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.877 36 572 841 16.646
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.068 1.284 -310 2.042
23.883 285 1.872 841 24.891
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 179.603 1.874 753 180.724
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 32.051 -100 600 2.691
3. Beteiligungen 23 3.443 0
211.677 -100 2.474 3.443 210.608
243.938 185 5.984 5.000 245.107

Kumulierte Abschreibungen

Währungs- umrechnung T€ 01.01.2023 T€ Zugänge T€ Abgänge T€ 31.12.2023 T€ Nettobuchwerte 31.12.2023 T€ Nettobuchwerte 31.12.2022 T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0 0 0 0 0 1.636
2. Entgeltich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 7.210 0 452 716 6.947 1.025
7.210 0 452 716 6.947 2.662
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 746 47 91 885 3.944 3.834
2. Technische Anlagen und Maschinen 998 67 1.065 308 359
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.025 30 1.209 809 10.455 6.191
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 2.042 1.068 11.770 77
11.770 77 1.367 809 12.405 12.486
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25 25 0 180.724 179.578
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 6 1.132 1.137 28.723 32.046
3. Beteiligungen 0 0 23 23 0
31 1.157 1.160 209.470 209.470
19.011 77 2.951 1.550 20.489 224.618

Angaben zum Anteilsbesitz SIMONA AG 2023

Gesellschaft Anteil % Eigenkapital des letzten Geschäftsjahres T€ Ergebnis T€
Unmittelbar
SIMONA Beteiligungs-GmbH, Kirn (*) 100,0 1.834 0
SIMONA Sozialwerk GmbH, Kirn (**) 50,0 8.944 -1.687
SIMONA Vermögensverwaltungsgesellschaft der Belegschaft mbH, Kirn (**) 50,0 857 792
SIMONA Produktion Kirn GmbH & Co. KG, Kirn 100,0 24.958 520
SIMONA Kirn Management GmbH, Kirn 100,0 24 -1
SIMONA Produktion Ringsheim GmbH & Co. KG, Ringsheim 100,0 5.947 303
SIMONA Ringsheim Management GmbH, Kirn 100,0 23 -1
SIMONA Immobilien GmbH & Co. KG, Kirn 100,0 17.223 2.427
SIMONA Immobilien Management GmbH, Kirn 100,0 26 0
SIMONA Plast-Technik s.r.o., Litvinov, Tschechien 100,0 21.228 1.211
SIMONA Stadpipe AS, Stadlandet, Norwegen 74,9 5.918 -1.820
SIMONA Stadpipe Eiendom AS, Stadlandet, Norwegen 100,0 1.414 60
SIMONA POLSKA Sp. z o.o., Breslau, Polen 100,0 1.772 632
DEHOPLAST POLSKA Sp. z o.o., Kwdizyn, Polen 51,0 2.089 567
SIMONA PLASTECH Levha Sanayi Anonim Şirketi, Düzce, Türkei 70,0 19.554 1.499
SIMONA PEAK Pipe Systems Limited, Chesterfield, Großbritannien 100,0 46.689 3.398
SIMONA America Group Inc., Archbald , USA 100,0 72.795 11.237
SIMONA ASIA LIMITED, Hongkong, China 100,0 3.098 -1.170
SIMONA INDIA PRIVATE LIMITED, Mumbai, Indien 99,99 1.354 659
Mittelbar
SIMONA IBERICA SEMIELABORADOS S.L., Barcelona, Spanien 100,0 611 129
SIMONA S.A.S., Domont, Frankreich 100,0 694 320
SIMONA S.r.l., Vimodrone, Società UNIPERSONALE, Cologno Monzese (MI), Italien 100,0 921 514
SIMONA UK Ltd., Stafford, Großbritannien 100,0 3.070 446
POWER BOULEVARD INC., Archbald, USA 100,0 7.941 -1
SIMONA Boltaron Inc., Newcomerstown, USA 100,0 59.367 7.987
CARTIERWILSON, LLC, Marietta, USA (***) 25,0 516 1.515
SIMONA ENGINEERING PLASTICS (Guangdong) Co.Ltd., Jiangmen, China 100,0 11.203 128
SIMONA INDIA PRIVATE LIMITED, Mumbai, Indien 0,01 1.354 659
SIMONA PMC, LLC, Findlay, USA 100,0 9.489 1.248
Industrial Drive Inc., Findlay, USA 100,0 1 0
SIMONA AMERICA Industries LLC., Archbald, USA 100,0 50.367 15.996
SIMONA ASIA PACIFIC PTE. LTD., Singapur 100,0 -786 -113

() Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der SIMONA AG
(
) Geschäftszahlen 2022
(
**) vorläufige Geschäftszahlen