Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

SIMONA AG Interim / Quarterly Report 2024

Jul 31, 2024

393_rns_2024-07-31_1c816f7b-69de-496a-8c4b-414008b59265.html

Interim / Quarterly Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

Finanzbericht: 34771391

SIMONA Aktiengesellschaft

Kirn/​Nahe

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 30.06.2024

1. WIRTSCHAFTSBERICHT

1.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft zeigt sich im ersten Halbjahr 2024 stabil und wächst moderat, jedoch regional mit unterschiedlicher Dynamik. Ein Aufschwung ist bisher allerdings nicht in Sicht. Einer bis zuletzt kräftigen Konjunktur in den USA steht eine stagnierende Wirtschaft im Euroraum gegenüber.

Im Euroraum ist das BIP im ersten Quartal um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland ist im ersten Quartal leicht gegenüber dem Vorquartal gestiegen (+0,2 Prozent). Impulse kamen vom Außenhandel, während eine Erholung der privaten Konsumausgaben trotz niedrigerer Inflation ausblieb. In Ausrüstungen wurde ebenfalls weniger investiert als im Vorquartal. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist das BIP in Deutschland preis- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent zurückgegangen. In den USA ist die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2024 geringer gewachsen als zuletzt: Annualisiert legte das BIP im ersten Quartal um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu, während das Wachstum im 4. Quartal 2023 noch 3,4 Prozent betragen hatte. Die Wirtschaft Chinas ist mit einem Wachstum von 5,3 Prozent im ersten Quartal stärker als erwartet gestartet. Schwacher Konsum und hohe staatliche Investitionen lassen jedoch an der Nachhaltigkeit des Aufschwungs zweifeln.

Rahmenbedingungen der wichtigsten Abnehmerbranchen

Die globale Chemieproduktion (ohne Pharma) konnte in den ersten vier Monaten 2024 gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Prozent zulegen. Das Wachstum lässt sich vor allem mit dem Aufbau der zuvor sehr niedrigen Lagerbestände der Industrie erklären. Chinas Chemieproduktion zeigt sich mit einem Produktionsplus von 6,5 Prozent in den ersten vier Monaten 2024 weiter sehr dynamisch.

Im Maschinen- und Anlagenbau geben die ersten Monate des Jahres 2024 ein gemischtes Bild ab: Die reale Maschinenproduktion in China stieg in den ersten fünf Berichtsmonaten 2024 um lediglich 2,3 Prozent. In den USA schrumpfte die Maschinenproduktion im gleichen Zeitraum um 4 Prozent. Einen deutlichen Rückgang um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete der europäische Maschinen- und Anlagenbau. Bereits seit der zweiten Jahreshälfte 2023 mussten viele Maschinenbauer ihre Produktion aufgrund von Auftragsmangel drosseln.

Die deutsche Bauindustrie stagnierte in den ersten vier Monaten des Jahres 2024. Während im Tiefbau ein reales Umsatzplus von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt werden konnte, zeigte sich der Hochbau mit minus 5,6 Prozent weiter schwach.

Die Zunahme des weltweiten Reiseverkehrs und die damit verbundene Nachfrage nach Flugzeugen lässt den Markt für die Inneneinrichtung von Flugzeugen auch in 2024 wachsen. Detaillierte Zahlen der bisherigen Entwicklung in 2024 liegen nicht vor.

Der Produktionsrückgang in der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Deutschland hat sich im Laufe des ersten Quartals 2024 abgeschwächt, es zeichnet sich jedoch noch keine wesentliche Entspannung ab. Die Produktion ist von Januar-März um 3,2 Prozent zurückgegangen, im Monat März stand eine "rote Null".

1.2 Geschäftsverlauf

Der SIMONA Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2024 Umsatzerlöse von insgesamt 298,0 Mio. EUR. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (319,8 Mio. EUR) einen Umsatzrückgang von -6,8 Prozent dar. Hauptgründe sind vor allem der Produktmix sowie niedrigere Verkaufspreise, das Verkaufsvolumen beläuft sich auf Vorjahresniveau. Im zweiten Quartal 2024 belief sich der Umsatz auf 152,1 Mio. EUR, was einem Umsatzminus von -1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (154,8 Mio. EUR) entspricht. Während in den Segmenten EMEA und Amerika die Umsätze zurückgegangen sind, blieb im Segment Asien-Pazifik der Umsatz stabil.

EMEA

Die Umsatzerlöse in der Region EMEA sind im ersten Halbjahr um -9,2 Prozent auf 180,9 Mio. EUR gesunken (Vorjahr 199,2 Mio. EUR). Eine Verschiebung der Nachfrage zu Lasten des hochpreisigen Fluorpolymergeschäftes führte trotz eines stabilen Verkaufsvolumens zu dieser rückläufigen Entwicklung. Der Anteil der Region EMEA am Gesamtumsatz ist von 62,3 auf 60,7 Prozent gesunken. Das EBIT in der Region EMEA ist von 5,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 3,1 Mio. EUR nochmals deutlich zurückgegangen.

Amerika

Die Umsatzerlöse der Region Amerika sind um -4,0 Prozent auf 91,4 Mio. EUR gesunken (Vorjahr 95,2 Mio. EUR). Hauptgründe waren insbesondere der Produktmix sowie der Rückgang des Geschäftsvolumens in Mobilitäts- und Freizeitanwendungen. Das Industriegeschäft verzeichnet indes einen Absatz- und Umsatzanstieg. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz erhöhte sich von 29,8 auf 30,7 Prozent. In der Region Amerika hat sich das EBIT von 19,5 Mio. EUR im Vorjahr auf 16,0 Mio. EUR verringert.

Asien-Pazifik

In der Region Asien-Pazifik konnte das Umsatzniveau mit 25,7 Mio. EUR mit gesundem Volumenwachstum gehalten werden (Vorjahr 25,4 Mio. EUR). Das Automotive-Geschäft konnte im ersten Halbjahr deutlich zulegen und das Industriegeschäft in den Bereichen Semicon und Photovoltaik verlief stabil. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz hat von 7,9 auf 8,6 Prozent zugenommen. Das EBIT der Region Asien-Pazifik hat sich von 0,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 1,7 Mio. EUR - auch währungskursbedingt - nahezu verdoppelt.

Umsatzentwicklung der Business Lines

Die Business Lines verzeichnen in den ersten sechs Monaten 2024 mit Ausnahme der Business Line Advertising & Building Umsatzrückgänge. In der Business Line Industry wurden Umsatzerlöse von 109,9 Mio. EUR generiert (Vorjahr 123,5 Mio. EUR) und damit ein Minus von -11,0 Prozent. Die Business Line Advertising & Building erwirtschaftete Umsatzerlöse von 45,9 Mio. EUR (Vorjahr 45,2 Mio. EUR; +1,6 Prozent). Der Umsatz der Business Line Infrastructure liegt im ersten Halbjahr mit 54,2 Mio. EUR unter dem Vorjahresumsatz von 56,0 Mio. EUR (-3,2 Prozent). Die Business Line Mobility verzeichnet mit 39,0 Mio. EUR einen Umsatz, der nahezu auf Vorjahresniveau liegt (39,4 Mio. EUR; -0,9 Prozent). Die übrigen Umsatzerlöse aus weiteren verschiedenen Anwendungsfeldern und Handel werden unter "Others" zusammengefasst und betragen 49,0 Mio. EUR (Vorjahr 55,7 Mio. EUR).

1.3 Ertragslage

Ergebnis

Das operative Ergebnis (EBIT) im Konzern ist im ersten Halbjahr 2024 von 25,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 21,0 Mio. EUR zurückgegangen. Die EBIT-Marge im Berichtszeitraum liegt bei 7,1 Prozent (Vorjahr 8,1 Prozent). Das EBITDA hat sich von 36,9 Mio. EUR auf 32,9 Mio. EUR verringert. Die EBITDA-Marge ist von 11,6 Prozent im Vorjahr auf 11,1 Prozent gesunken.

Der Konzern-ROCE in den ersten sechs Monaten beträgt 4,1 Prozent (Vorjahr 5,2 Prozent); stichtagsbedingt liegt der ROCE zum 30.06.2024 unter dem Gesamtjahreswert (31.12.2023: 11,2 Prozent).

Die Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr 2024 war im Vorjahresvergleich hauptsächlich geprägt von Ergebnisrückgängen in den Regionen EMEA und Amerika, während das Ergebnis in Asien-Pazifik gestiegen ist. In EMEA schlug eine Verschlechterung des Produktmixes sowie ein erhöhter Wettbewerbsdruck angesichts der Konjunkturschwäche zu Buche. Positiv ist die erfreuliche Entwicklung unserer Aquakultur-Aktivitäten hervorzuheben, die sich im Vorjahresvergleich erheblich verbessert haben. Im Segment Amerika wurde ein geringeres Ergebnis als im ersten Halbjahr 2023 erzielt. Die Ergebnissteigerung im Segment Asien-Pazifik ist vor allem auf das Wachstum und den verbesserten Produktmix in China zurückzuführen.

Begleitet wird die Geschäftsentwicklung weiterhin von schwankenden Rohmaterialpreisen, einem Preisanstieg im ersten Quartal 2024 folgte ein Rückgang im zweiten Quartal. Die Energiebezugskosten liegen weiterhin auf historisch hohem Niveau, jedoch sind die Aufwendungen für Energie im Konzern mit 11,4 Mio. EUR (Vorjahr 14,8 Mio. EUR) und in der SIMONA AG mit 7,5 Mio. EUR (Vorjahr 10,9 Mio. EUR) rückläufig.

Der Personalaufwand ist im Wesentlichen im Zuge der inflationsgetriebenen Gehalts- und Lohnanpassungen auf 64,0 Mio. EUR angestiegen (Vorjahr 60,4 Mio. EUR).

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Nutzungsrechte Leasing betragen 11,9 Mio. EUR und liegen über dem Vorjahr (11,2 Mio. EUR). Die Abschreibungen aus Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen belaufen sich wie im Vorjahr auf 0,9 Mio. EUR.

Die Sonstigen Aufwendungen haben sich auf 47,5 Mio. EUR reduziert (Vorjahr 51,9 Mio. EUR). Während die Betriebskosten (insbesondere Kosten für Leiharbeit) sowie die Vertriebskosten (Ausgangsfrachten, Verpackung, Provisionen) mengen- und preisbedingt gesunken sind, haben sich die Verwaltungskosten leicht erhöht. Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung haben sich verringert.

1.4 Vermögenslage

Die Bilanzsumme zum 30.06.2024 hat sich auf 638,8 Mio. EUR im Vergleich zum 31.12.2023 (611,2 Mio. EUR) erhöht.

Bilanzentwicklung Vermögenswerte

Die Immateriellen Vermögenswerte betragen 97,6 Mio. EUR (31.12.2023: 93,7 Mio. EUR) und beinhalten im Wesentlichen die Firmenwerte sowie die Kundenstämme aus den Akquisitionen der Vorjahre.

Die Sachanlagen werden mit 197,1 Mio. EUR aktiviert (31.12.2023: 188,1 Mio. EUR). Die Investitionen in Sachanlagen betragen im Konzern 16,5 Mio. EUR. Die Abschreibungen auf Sachanlagen belaufen sich auf 9,2 Mio. EUR.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (56,6 Mio. EUR; 31.12.2023: 55,3 Mio. EUR) sowie die Fertigen Erzeugnisse und Waren (78,9 Mio. EUR; 31.12.2023: 74,1 Mio. EUR) haben sich jeweils im Vergleich zum Jahresende 2023 erhöht.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen zum 30.06.2024 stichtagsbedingt mit 104,5 Mio. EUR über dem Jahresende 2023 (83,0 Mio. EUR).

Die Sonstigen Vermögenswerte und Ertragsteuerforderungen werden mit 21,2 Mio. EUR ausgewiesen (31.12.2023: 23,1 Mio. EUR). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben sich zum Bilanzstichtag auf 65,3 Mio. EUR verringert (31.12.2023: 74,2 Mio. EUR; siehe auch Kapitalflussrechnung).

Bilanzentwicklung Eigenkapital und Schulden

Die Passivseite ist gekennzeichnet durch einen Anstieg des Eigenkapitals und des kurzfristigen Fremdkapitals sowie andererseits durch eine Reduzierung des langfristigen Fremdkapitals.

Das Konzerneigenkapital beträgt zum Bilanzstichtag 381,9 Mio. EUR und liegt damit über dem Wert zum 31.12.2023 (361,9 Mio. EUR). Während die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2023 (11,1 Mio. EUR) abgeflossen ist, ist zum Stichtag ein Periodenergebnis in Höhe von 14,3 Mio. EUR zugeflossen. Die Neubewertung der Pensionsrückstellungen zum 30.06.2024 wirkte sich erhöhend auf das Eigenkapital aus; sowohl der IFRS-Rechnungszinses als auch das Planvermögen sind leicht angestiegen.

Die Konzerneigenkapitalquote beträgt 60 Prozent und hat sich leicht erhöht (31.12.2023: 59 Prozent).

Die lang- und kurzfristigen Rückstellungen für Pensionen werden mit 70,7 Mio. EUR (31.12.2023: 80,6 Mio. EUR) passiviert und sind aufgrund der Erhöhung des IFRS-Rechnungszinses von 3,22 Prozent per Jahresende 2023 auf 3,56 Prozent sowie der Erhöhung des Planvermögens etwas gesunken.

Die Schulden aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich auf 30,5 Mio. EUR (31.12.2023: 27,3 Mio. EUR).

Die lang- und kurzfristigen sonstigen Rückstellungen betragen 7,0 Mio. EUR und sind im Vergleich zum Jahresende 2023 nahezu unverändert.

Die lang- und kurzfristigen Schulden werden insgesamt mit 256,8 Mio. EUR ausgewiesen und liegen damit 7,6 Mio. EUR über dem Wert zum 31.12.2023.

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen im Konzern betragen im Berichtszeitraum 16,5 Mio. EUR (Vorjahr 17,0 Mio. EUR). Es handelt sich im Wesentlichen um Sachanlageninvestitionen, insbesondere in den Segmenten EMEA und Amerika. Im Konzern wurden Netto-Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 7,3 Mio. EUR getätigt (Vorjahr 8,4 Mio. EUR).

1.5 Finanzlage

Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über frei verfügbare Kreditlinien in Höhe von insgesamt 34,7 Mio. EUR (31.12.2023: 50,6 Mio. EUR) bei in- und ausländischen Bankinstituten.

Liquide Mittel

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben sich um -9,0 Mio. EUR im Vergleich zum 31.12.2023 reduziert und bestehen größtenteils aus kurzfristigen Bankguthaben in Höhe von 65,3 Mio. EUR (31.12.2023: 74,2 Mio. EUR). Die Verringerung resultiert in Summe aus einem positiven operativen Cashflow, der jedoch die Abflüsse aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit nicht kompensiert hat. Die Entwicklung ist in der Kapitalflussrechnung dargestellt.

Cashflow

Im ersten Halbjahr beträgt der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 17,6 Mio. EUR (Vorjahr 21,0 Mio. EUR). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus erhöhten Beständen an Vorräten und Kundenforderungen und gegenläufig aus dem Rückgang der Steuerzahlungen. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf -19,0 Mio. EUR (Vorjahr -16,4 Mio. EUR). Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit beträgt -9,0 Mio. EUR (Vorjahr -11,0 Mio. EUR) und resultiert hauptsächlich aus der planmäßigen Tilgung von Finanzschulden und der Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2023 sowie gegenläufig aus der Inanspruchnahme bestehender Kreditlinien.

Finanzergebnis

Aus den Finanzerträgen in Höhe von 2,4 Mio. EUR und den Finanzaufwendungen in Höhe von 4,2 Mio. EUR ergibt sich im ersten Halbjahr 2024 insgesamt ein negatives Finanzergebnis von -1,8 Mio. EUR (Vorjahr -6,0 Mio. EUR). Darin enthalten ist ein positives Ergebnis aus der Währungsumrechnung von 0,4 Mio. EUR (Vorjahr -5,0 Mio. EUR). In den Finanzerträgen ist ein Effekt aus der Hochinflationsbilanzierung der Türkei in Höhe von 0,9 Mio. EUR (Vorjahr 1,3 Mio. EUR) ausgewiesen.

1.6 Mitarbeitende

Im SIMONA Konzern ist die Beschäftigtenzahl mit 1.759 Mitarbeitenden seit Jahresbeginn nahezu unverändert (31.12.2023: 1.757). Die Beschäftigtenzahl in Deutschland liegt bei 838 (31.12.2023: 844).

2. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Für die Darstellung des Risikomanagementsystems sowie der Gesamtbeurteilung der Chancen und Risiken in Bezug auf den SIMONA Konzern verweisen wir auf die Ausführungen im Geschäftsbericht vom 31. Dezember 2023 auf Seite 69 ff.

2.1 Chancenbericht

Insgesamt sieht SIMONA das Chancenpotenzial auf einem nach wie vor guten Niveau. Gegenüber dem Ende des Geschäftsjahres 2023 sind die mittel- und langfristigen Chancen für das Geschäft von SIMONA grundsätzlich unverändert. Die weiteren Auswirkungen der geopolitischen Konflikte können dabei nicht verlässlich prognostiziert werden.

2.2 Risikobericht

In Bezug auf die Beschaffungsrisiken haben sich die im Jahr 2023 stabilisierten Supply-Chain-Ketten bzw. Containertransporte im zweiten Quartal 2024 verschlechtert. Die Containerkosten liegen inzwischen fast wieder auf dem Preisniveau vor der COVID-Krise. Die Einkaufspreise haben sich zwar stabilisiert, verharren jedoch weiterhin auf hohem Niveau. Die aktuelle Angebotssituation ist geprägt durch Kapazitätsanpassungen bei vielen Rohstoffherstellern. Im Zuge einer Marktbelebung kann es daher zu Versorgungsengpässen bei Rohmaterialien und damit verbunden zu steigenden Preisen kommen.

Die Gesamt-Risikosituation des Konzerns hat sich nach unserer Einschätzung zum Ende des ersten Halbjahres 2024 gegenüber dem Geschäftsjahresende 2023 nicht wesentlich verändert. Bestandsgefährdende Risiken für den SIMONA Konzern und die SIMONA AG sind derzeit nicht erkennbar.

3. PROGNOSEBERICHT

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht von einem weiterhin langsamen, aber stetigem Wachstum der Weltwirtschaft aus. In den Jahren 2024 und 2025 rechnet der IWF in seiner jüngsten Prognose weiterhin mit 3,2 Prozent Wachstum dieses entspricht dem Niveau von 2023. Die Prognose für das globale Wachstum in fünf Jahren ist mit 3,1 Prozent so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Rahmenbedingungen der wichtigsten Abnehmerbranchen

Die meisten Unternehmen der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Deutschland sehen die Aussichten für 2024 laut Veröffentlichung des Gesamtverbands der Kunststoff verarbeitenden Industrie (GKV) verhalten optimistisch. Während 2023 ca. 65 Prozent sinkende Umsätze zu verkraften hatten, erwarten für 2024 nur noch 45 Prozent sinkende Umsätze und ca. 28 Prozent steigende Umsätze. Lediglich eine Minderheit von 28 Prozent der befragten Unternehmen erwartet eine Verbesserung des Betriebsergebnisses in 2024.

Aufgrund der Stabilisierung in den ersten vier Monaten geht der Verband der chemischen Industrie (VCI) für das Gesamtjahr nun von einer Steigerung der weltweiten Chemieproduktion (ohne Pharma) von 3,4 Prozent aus - gegenüber der vorherigen Prognose von 2,3 Prozent) aus. Die Chemieproduktion in Deutschland und China soll dabei mit 5,0 Prozent überdurchschnittlich wachsen, während in den USA nur ein leichtes Wachstum (0,5 Prozent) erzielt werden soll.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat angesichts der schwachen Auftragslage unlängst seine Produktionsprognose für das laufende Jahr von bisher minus 2 auf minus 4 Prozent gesenkt.

Die Bauindustrie erwartet für das Bauhauptgewerbe 2024 einen realen Rückgang der Produktion von 4,0 Prozent. Die stärksten Rückgänge werden im Wohnungsbau erwartet, während der Wirtschaftsbau leicht zulegen soll.

Die weltweite Reisetätigkeit hat fast wieder das Vor-Pandemie-Niveau erreicht. Dennoch hat die COVID-19-Pandemie einige Trends verstärkt, die zu einer Verlangsamung des Wachstums beim Reiseverkehr führen können. Dazu gehören der zunehmende Einsatz von Videokonferenzen, mehr Nationalstaatlichkeit sowie Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels. So geht der Counterpoint-Report bis 2027 von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum des Marktes für die Inneneinrichtung von Flugzeugen von 15 Prozent und bis 2032 von nur noch 9 Prozent aus. Die derzeitigen Fertigungsprobleme der beiden weltgrößten Flugzeughersteller führen in 2024 zu zeitlichen Umsatzverschiebungen bei den Lieferanten dieser Hersteller.

Künftige Entwicklung

Aufgrund der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen und der Unsicherheit der künftigen Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte senkt SIMONA die Konzernumsatzprognose für das Jahr 2024 auf 580 bis 600 Mio. Euro. Die Erreichung dieses Ziels wird im Wesentlichen von dem Verlauf der für die SIMONA AG relevanten Großprojekte der öffentlichen Infrastruktur aber auch dem Bau von Halbleiterfabriken abhängen. Ebenso erfolgskritisch ist ein erwartetes Wiedererstarken der Nachfrage von Fluorpolymerprodukten. Dennoch geht SIMONA unverändert davon aus, eine Konzern-EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent für das Jahr 2024 zu erreichen.

Zukunftsbezogene Aussagen und Prognosen

Der vorliegende Konzernzwischenlagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstandes der SIMONA AG sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsbezogenen Aussagen sind nicht als Garantien für die darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Vielmehr sind die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich künftig möglicherweise als nichtzutreffend erweisen könnten. Die SIMONA AG übernimmt keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsbezogenen Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

der SIMONA AG für das erste Halbjahr 2024

scrollen

in TEUR Anhang 01.01. - 30.06.2024 01.01. - 30.06.2023
Umsatzerlöse 298.036 319.803
Veränderung des Bestands an fertigen und

unfertigen Erzeugnissen
4.231 965
Aktivierte Eigenleistungen 216 0
Sonstige Erträge 3.061 4.024
Materialaufwand 161.063 175.529
Personalaufwand 63.995 60.450
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte

und Sachanlagen sowie Nutzungsrechte Leasing
11.935 11.172
Sonstige Aufwendungen 47.547 51.867
Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) 21.004 25.775
Finanzerträge 2.427 2.029
Finanzaufwendungen 4.221 7.985
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Beteiligungen 129 -341
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 19.338 19.477
Ertragsteuern [5] 5.070 7.068
Periodenergebnis 14.269 12.409
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens 13.238 12.686
Nicht beherrschende Anteile 1.030 -277

ANZAHL DER AKTIEN

scrollen

in tausend 01.01. - 30.06.2024 01.01. - 30.06.2023
6.000 6.000

ERGEBNIS JE AKTIE

scrollen

in EUR 01.01. - 30.06.2024 01.01. - 30.06.2023
- unverwässert, bezogen auf das den Stammaktionären

des Mutterunternehmens zurechenbare Ergebnis
2,21 2,11
- verwässert, bezogen auf das den Stammaktionären des

Mutterunternehmens zurechenbare Ergebnis
2,21 2,11

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

der SIMONA AG für das erste Halbjahr 2024

scrollen

in TEUR Anhang 01.01. - 30.06.2024 01.01. - 30.06.2023
Periodenergebnis 14.269 12.409
Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge

ohne anschließende Reklassifizierung in

die Gewinn- und Verlustrechnung
Neubewertung aus leistungsorientierten

Verpflichtungen
11.156 2.964
Latente Steuern auf die Neubewertung

aus leistungsorientierten Verpflichtungen
-3.285 -1.454
Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge

mit anschließender Reklassifizierung in die

Gewinn- und Verlustrechnung
Differenzen aus der Fremdwährungsumrechnung 4.831 -7.644
Latente Steuern aus der Fremdwährungsumrechnung -29 101
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses 12.673 -6.033
Gesamtergebnis 26.942 6.376
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens 26.339 8.229
Nicht beherrschende Anteile 603 -1.853

Konzernbilanz

der SIMONA AG für das erste Halbjahr 2024

VERMÖGENSWERTE

scrollen

in TEUR Anhang 30.06.2024 31.12.2023
Immaterielle Vermögenswerte 97.603 93.710
Sachanlagen [7] 197.089 188.140
Finanzielle Vermögenswerte 281 281
At Equity bilanzierte Beteiligungen 478 731
Nutzungsrechte Leasing 8.947 7.696
Latente Steueransprüche 4.179 7.040
Derivative Finanzinstrumente 186 175
Langfristige Vermögenswerte 308.763 297.773
Vorräte [8] 138.612 132.774
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 104.499 82.991
Sonstige Vermögenswerte 14.742 14.174
Ertragsteuerforderungen 6.444 8.937
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 438 278
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente [9] 65.270 74.244
Kurzfristige Vermögenswerte 330.005 313.398
Bilanzsumme 638.768 611.171

EIGENKAPITAL UND SCHULDEN

scrollen

in TEUR Anhang 30.06.2024 31.12.2023
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 15.500 15.500
Kapitalrücklage 40.627 40.627
Gewinnrücklagen 313.363 300.162
Sonstige Rücklagen 3.063 -2.171
372.553 354.118
Nicht beherrschende Anteile 9.394 7.818
Eigenkapital 381.948 361.936
Finanzschulden 22.513 26.601
Rückstellungen für Pensionen 68.558 78.413
Sonstige Rückstellungen 4.401 3.993
Schulden aus Leasing 7.326 6.222
Sonstige finanzielle Schulden 15.186 15.177
Latente Steuerschulden 23.610 23.464
Langfristige Schulden 141.593 153.870
Finanzschulden [10] 45.865 32.199
Rückstellungen für Pensionen 2.158 2.158
Sonstige Rückstellungen 2.613 2.778
Schulden aus Lieferungen und Leistungen 30.513 27.333
Ertragsteuerschulden 6.190 3.209
Schulden aus Leasing 1.679 1.533
Sonstige finanzielle Schulden 541 4.780
Sonstige Schulden 25.668 21.375
Kurzfristige Schulden 115.227 95.365
Bilanzsumme 638.768 611.171

Konzern-Kapitalflussrechnung

der SIMONA AG für das erste Halbjahr 2024

scrollen

in TEUR Anhang 01.01.-30.06.2024 01.01. - 30.06.2023
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 19.338 19.477
Gezahlte Ertragsteuern 17 -5.221
Finanzerträge und -aufwendungen

(ohne Zinsaufwand auf Pensionen)
753 1.614
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte

und Sachanlagen sowie Nutzungsrechte Leasing
11.935 11.172
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 4.772 5.090
Ergebnis aus Anlageabgängen 98 -294
Veränderung der Vorräte -5.060 -3.122
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -20.947 -16.175
Veränderung der sonstigen Vermögenswerte -27 1.853
Veränderung der Rückstellungen für Pensionen 1.302 278
Veränderung der Schulden und sonstigen Rückstellungen 5.404 6.353
Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit 17.586 21.026
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -16.870 -17.059
Auszahlungen aus dem Erwerb von Tochterunternehmen

und sonstigen Geschäftseinheiten (aus Vorjahren)
-3.032 0
Einzahlungen aus Anlageabgängen 72 394
Erhaltene Zinsen und sonstige Finanzerträge 855 313
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -18.975 -16.352
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden [10] 10.000 8.385
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzschulden -5.668 -5.802
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingschulden -739 -1.026
Zahlung Dividende Vorjahr [6] -11.100 -11.100
Zahlung Dividende an Minderheitengesellschafter -250 0
Gezahlte Zinsen -1.266 -1.411
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -9.023 -10.954
Einfluss aus Wechselkursänderungen auf die Liquidität 1.438 -231
Veränderung des Finanzmittelfonds -8.974 -6.510
Finanzmittelfonds zum 01. Januar [9] 74.244 65.716
Finanzmittelfonds zum 30. Juni 65.270 59.206
Veränderung des Finanzmittelfonds -8.974 -6.510

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

der SIMONA AG für das erste Halbjahr 2024

scrollen

AUF DIE ANTEILSEIGNER DES MUTTERUNTERNEHMENS ENTFALLENDES EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Sonstige Rücklagen Gesamtbetrag
--- --- --- --- --- --- ---
in TEUR Währungsdifferenzen
--- --- --- --- --- --- ---
Anh.
--- --- --- --- --- --- ---
Stand am 01.01.2023 15.500 40.627 304.093 8.455 368.675
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses gemäß Gesamtergebnisrechnung 0 0 1.510 -5.967 -4.457
Periodenergebnis 0 0 12.686 0 12.686
Gesamtergebnis 0 0 14.196 -5.967 8.229
Dividendenauszahlung [6] 0 0 -11.100 0 -11.100
Hyperinflation IAS 29 0 0 1.573 0 1.573
Sonstige Veränderungen 0 0 300 0 300
Stand am 30.06.2023 15.500 40.627 309.064 2.488 367.678
Stand am 01.01.2024 15.500 40.627 300.162 -2.171 354.118
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses gemäß Gesamtergebnisrechnung 0 0 7.867 5.233 13.100
Periodenergebnis 0 0 13.238 0 13.238
Gesamtergebnis 0 0 21.106 5.233 26.339
Dividendenauszahlung [6] 0 0 -11.100 0 -11.100
Hyperinflation IAS 29 0 0 3.270 0 3.270
Sonstige Veränderungen 0 0 -75 0 -75
Stand am 30.06.2024 15.500 40.627 313.363 3.063 372.553

scrollen

NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE GESAMTES EIGENKAPITAL
in TEUR
--- --- ---
Stand am 01.01.2023 7.730 376.405
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses gemäß Gesamtergebnisrechnung -1.576 -6.033
Periodenergebnis -277 12.409
Gesamtergebnis -1.853 6.376
Dividendenauszahlung 0 -11.100
Hyperinflation IAS 29 674 2.247
Sonstige Veränderungen 102 402
Stand am 30.06.2023 6.653 374.331
Stand am 01.01.2024 7.818 361.936
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses gemäß Gesamtergebnisrechnung -427 12.673
Periodenergebnis 1.030 14.269
Gesamtergebnis 603 26.942
Dividendenauszahlung -250 -11.350
Hyperinflation IAS 29 1.223 4.494
Sonstige Veränderungen 0 -75
Stand am 30.06.2024 9.394 381.948

Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss

der SIMONA AG für das erste Halbjahr 2024

[1] Informationen zum Unternehmen

Die SIMONA AG ist eine in Deutschland gegründete Aktiengesellschaft mit Sitz in 55606 Kirn, Teichweg 16, Deutschland, deren Aktien öffentlich im General Standard der Frankfurter und der Berliner Wertpapierbörse gehandelt werden. Die Gesellschaft ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Bad Kreuznach (HRB 1390).

Der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss der SIMONA AG (Konzernzwischenabschluss) für das erste Halbjahr 2024 wurde am 17. Juli 2024 durch Beschluss des Vorstandes zur Veröffentlichung freigegeben.

[2] Grundlagen und Methoden des Konzernabschlusses

Der Konzernzwischenabschluss der SIMONA AG für das erste Halbjahr 2024 wurde in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 "Interim Financial Reporting" und ergänzend in Anwendung des § 315e Abs. 1 HGB nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt und stimmt mit diesen überein.

Der Konzernzwischenabschluss wird in Euro aufgestellt. Die Berichtsperiode umfasst den Zeitraum vom 01. Januar bis 30. Juni 2024. Als Ausgangsbasis für den Konzernzwischenabschluss dient der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023, auf den für weitere Informationen verwiesen wird.

Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/​- einer Einheit (EUR, %, usw.) auftreten.

Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die angewandten Rechnungslegungsgrundsätze entsprechen denen des vorherigen Geschäftsjahres und der zugehörigen Zwischenberichtsperiode.

Anwendung des IAS 29 - Rechnungslegung in Hochinflationsländern

Auf Basis der im April 2022 vom Internationalen Währungsfonds veröffentlichten Daten wird die Türkei seit dem zweiten Quartal 2022 als hochinflationär eingestuft. Deshalb wendet der Konzern für die Tochtergesellschaft in der Türkei IAS 29 an, Financial Reporting in Hyperinflationary Economies. Hierbei wird der IAS 29 so angewendet, als ob die Türkei schon immer hochinflationär gewesen wäre. Der Effekt aus der erstmaligen Anwendung der Hochinflationsbewertung auf die Eröffnungsbilanzwerte wurde im OCI erfasst. Der Abschluss des Unternehmens, dessen funktionale Währung die Türkische Lira ist, wird dabei an die aktuelle Kaufkraft am Ende der Berichtsperiode angepasst. Transaktionen des Jahres 2024 und nicht-monetäre Posten werden am Ende der Berichtsperiode umgerechnet, um den am Stichtag aktuellen Preisindex widerzuspiegeln. Zur Bereinigung dieser Einflüsse wurde der Nationale Konsumenten Preisindex verwendet, der vom Statistikinstitut der Türkei veröffentlicht wird. Dessen Wert betrug zum 30. Juni 2024 24,73 Prozent für die letzten sechs Monate. Der monetäre Gewinn in Höhe von 873 TEUR ist in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Finanzergebnis erfasst. Die kumulative Drei-Jahresinflationsrate in der Türkei beträgt zum Stichtag 30. Juni 2024 120,82 Prozent.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2023 nicht verändert.

Neben dem Mutterunternehmen wurden zum 30. Juni 2024 insgesamt 30 in- und ausländische Gesellschaften in den Konzernzwischenabschluss einbezogen.

[3] Saisoneinflüsse auf die Geschäftstätigkeit

Aufgrund der saisonalen Einflüsse werden in allen Geschäftssegmenten im zweiten Halbjahr in der Regel niedrigere Umsatzerlöse und niedrigere Betriebsergebnisse als im ersten Halbjahr erwartet. Die niedrigeren Umsatzerlöse sind im Wesentlichen auf die sinkende Nachfrage in den Haupturlaubsmonaten (Juli und August) sowie auf reduzierte Lagerbestände bei den Kunden zum Jahresende (Dezember) zurückzuführen.

[4] Segmentberichterstattung

Entsprechend den Regeln des IFRS 8 basiert die Segmentberichterstattung auf dem "management approach". Demnach sind die Informationen, die dem Chief Operating Decision Maker regelmäßig für Entscheidungszwecke zur Verfügung gestellt werden, als maßgeblich zu betrachten.

Für Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Konzern nach geografischen Regionen organisiert und verfügt über die folgenden drei berichtspflichtigen Geschäftssegmente:

scrollen

EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika)
Amerika
Asien-Pazifik

Die Segmentzuordnung erfolgt, wie im Vorjahr auf Basis der Region, in welcher die umsatzgenerierende Geschäftseinheit den Firmensitz hat.

Alle drei Segmente erzielen ihre Erträge hauptsächlich mit dem Vertrieb von Kunststoffhalbzeugen und Rohren einschließlich Form- und Fertigteilen.

Das Segment EMEA umfasst die Herstellung und den Vertrieb von thermoplastischen Kunststoffhalbzeugen, Fertigteilen und Profilen sowie Rohren und Formteilen, zudem auch die Planung, Produktion und Installation von Rohrleitungssystemen für die Aquakultur. Im Segment Amerika werden überwiegend extrudierte Platten aus Thermoplasten produziert und vertrieben. Im Segment Asien-Pazifik werden überwiegend thermoplastische Kunststoffhalbzeuge hergestellt und verkauft.

Das Betriebsergebnis (EBIT) dieser Segmente wird vom Management verwandt, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und die Ertragskraft der Geschäftseinheiten zu bestimmen. Die Ertragskraft der Segmente wird anhand des Betriebsergebnisses aus der operativen Geschäftstätigkeit vor Einflüssen aus der Finanzierungstätigkeit sowie ohne steuerliche Effekte beurteilt.

Den Segmentinformationen liegen dieselben Ausweis- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Forderungen, Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den Segmenten werden in den Überleitungen eliminiert. Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftssegmenten werden anhand marktüblicher Konditionen unter fremden Dritten ermittelt. Die Außenumsätze richten sich nach dem Sitz der umsatzgenerierenden Geschäftseinheit. Die Investitionen betreffen Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten aus Leasing.

Das Segmentvermögen beinhaltet Vermögenswerte, die zur Erreichung des operativen Ergebnisses beitragen. Die Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte betreffen die immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte aus Leasing.

Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen zu Umsatzerlösen, Erträgen und Aufwendungen sowie Ergebnissen der Segmente.

Die Unterschiede zum Konzernzwischenabschluss werden in der Überleitungsrechnung dargestellt.

SEGMENTINFORMATIONEN NACH REGIONEN FÜR DAS ERSTE HALBJAHR 2024

scrollen

EMEA Amerika Asien-Pazifik
in TEUR 2024 2023 2024 2023 2024 2023
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse mit externen Kunden 180.903 199.225 91.422 95.226 25.711 25.353
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 6.672 7.418 217 266 0 0
Umsatzerlöse (gesamt) 187.574 206.642 91.639 95.492 25.711 25.353
Aktivierte Eigenleistungen und sonstige Erträge 2.380 4.387 69 138 723 710
Materialaufwand 109.227 122.874 40.034 42.043 18.643 18.229
Personalaufwand 41.429 39.633 19.942 18.489 2.623 2.328
Abschreibungen 8.224 7.756 3.061 2.768 650 646
Sonstige Aufwendungen 32.468 36.047 11.971 13.100 3.218 3.992
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) 3.061 5.759 15.996 19.520 1.670 855
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 16.467 1.294 16.271 19.116 1.115 -558
Segmentinvestitionen 10.230 9.497 7.177 5.801 1.668 2.570
Langfristige Vermögenswerte 183.535 171.322 98.122 91.105 22.167 19.898

scrollen

Summe Überleitung Konzern
in TEUR 2024 2023 2024 2023 2024 2023
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse mit externen Kunden 298.036 319.803 0 0 298.036 319.803
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 6.889 7.684 -6.889 -7.684 0 0
Umsatzerlöse (gesamt) 304.925 327.487 -6.889 -7.684 298.036 319.803
Aktivierte Eigenleistungen und sonstige Erträge 3.172 5.235 105 -1.211 3.277 4.024
Materialaufwand 167.903 183.146 -6.840 -7.617 161.063 175.529
Personalaufwand 63.995 60.450 0 0 63.995 60.450
Abschreibungen 11.935 11.171 0 1 11.935 11.172
Sonstige Aufwendungen 47.658 53.139 -111 -1.272 47.547 51.867
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) 20.727 26.134 277 -360 21.004 25.775
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 33.853 19.852 -14.515 -375 19.338 19.477
Segmentinvestitionen 19.076 17.868 0 0 19.076 17.868
Langfristige Vermögenswerte 303.824 282.324 0 0 303.824 282.324

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

[5] Ertragsteuern

Die wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwandes setzen sich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt zusammen:

scrollen

in TEUR 2024 2023
Tatsächliche Ertragsteuern
Tatsächlicher laufender Ertragsteueraufwand 6.241 7.625
Anpassungen von in Vorjahren tatsächlich angefallenen Ertragsteuern -7 192
Latente Ertragsteuern
Entstehung und Umkehrung temporärer Differenzen -1.191 -815
Veränderung aktivierter Verlustvorträge und Steuerguthaben 26 67
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesener Ertragsteueraufwand 5.070 7.068

[6] Gezahlte Dividende

Im ersten Halbjahr wurde eine Dividende auf die Stammaktien des Mutterunternehmens in Höhe von 1,85 EUR je Aktie (Vorjahr 1,85 EUR je Aktie) durch die ordentliche Hauptversammlung am 07. Juni 2024 beschlossen und am 12. Juni 2024 ausgeschüttet.

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

[7] Sachanlagen

Während des Berichtszeitraums hat der Konzern Sachanlagen zu Anschaffungskosten in Höhe von 16.515 TEUR (Vorjahr 17.029 TEUR) erworben.

In den Sonstigen Erträgen sind Gewinne aus der Veräußerung von Sachanlagen in Höhe von 39 TEUR (Vorjahr 408 TEUR), in den Sonstigen Aufwendungen sind Verluste aus Abgängen von Sachanlagen in Höhe von 138 TEUR (Vorjahr 114 TEUR) enthalten.

[8] Vorräte

Der im Materialaufwand erfasste Betrag der Wertminderungen von Vorräten ist im ersten Halbjahr um 428 TEUR auf 13.605 TEUR gegenüber dem Jahresende 2023 gesunken.

[9] Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Für Zwecke der Konzernkapitalflussrechnung setzt sich der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (Finanzmittelfonds) wie folgt zusammen:

scrollen

in TEUR 30.06.2024 30.06.2023
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 65.270 59.206
Kurzfristige Finanzschulden (Kontokorrentkredit) -7.688 0
57.582 59.206

[10] Finanzschulden

Die kurzfristigen Finanzschulden enthalten Geldmarktkredite der SIMONA AG in Höhe von 30,0 Mio. EUR mit Laufzeiten von bis zu drei Monaten. Die Verzinsung erfolgt variabel auf Basis des 3-Monats-EURIBOR.

Zudem verfügt die SIMONA PLASTECH Levha Sanayi Anonim Şirketi, Türkei, über eine variabel verzinste Kreditlinie von nominal 5,0 Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag wurde die Kreditlinie nicht in Anspruch genommen. Die Besicherung erfolgt durch eine Zahlungsgarantie der SIMONA AG.

SONSTIGE ANGABEN

[11] Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Das Bestellobligo aus Investitionsvorhaben zum 30. Juni 2024 beträgt 27.521 TEUR (Vorjahr 15.342 TEUR) und aus Rohstoffbestellungen 25.795 TEUR (Vorjahr 26.623 TEUR).

[12] Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die SIMONA AG erbringt im Rahmen ihrer betrieblichen Geschäftstätigkeit Leistungen an die in den Konzernzwischenabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Umgekehrt erbringen die jeweiligen Konzerngesellschaften im Rahmen ihres Geschäftszweckes auch Leistungen innerhalb des SIMONA Konzerns. Diese Lieferungs- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt.

[13] Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Ende des Bilanzstichtags ergaben sich keine Ereignisse oder Entwicklungen, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder des Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldposten zum 30. Juni 2024 geführt hätten oder über die zu berichten wäre.

[14] Angabe gemäß § 115 Abs. 5 WpHG

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss sowie der Konzernzwischenlagebericht wurden weder einer prüferischen Durchsicht unterzogen noch entsprechend § 317 HGB geprüft.

[15] Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Kirn, im Juli 2024

SIMONA Aktiengesellschaft Der Vorstand

scrollen

Matthias Schönberg Dr. Jochen Hauck Michael Schmitz

SIMONA AG

Teichweg 16

55606 Kirn

Germany

Phone +49 (0) 675214-0

Fax +49 (0) 675214-211

[email protected]

www.simona.de