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SIMONA AG Interim / Quarterly Report 2023

Aug 2, 2023

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Interim / Quarterly Report

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Finanzbericht: 32944267

SIMONA Aktiengesellschaft

Kirn/​Nahe

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2023 bis zum 30.06.2023

KONZERNZWISCHENBERICHT FÜR DAS ERSTE HALBJAHR 2023

1. WIRTSCHAFTSBERICHT

1.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Für die Weltwirtschaft wichtige Faktoren, wie die Entwicklung der Energiepreise oder die Lieferengpässe, haben sich seit Beginn des Jahres 2023 wieder verbessert. Das hat dazu beigetragen, dass sich die globale Produktion im ersten Quartal um 0,8 Prozent erhöht hat. Allerdings haben die straffe Geldpolitik mit ihren Zinserhöhungen, der drohende Handelsstreit zwischen USA und China sowie der andauernde Krieg in der Ukraine den positiven Trend deutlich abgebremst. So expandierte die für SIMONA wichtige Industrieproduktion kaum und der Welthandel zeigte sich wenig dynamisch.

Im Euroraum stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2023 gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,1 Prozent. Gegenüber dem vierten Quartal 2022 ging das BIP um 0,1 Prozent zurück. Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach zwei negativen Quartalen in Folge in einer technischen Rezession. Nachdem das BIP bereits im vierten Quartal ins Minus gerutscht war, sank das BIP im ersten Quartal erneut um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Wirtschaft in den USA ist im ersten Quartal stärker gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt legte mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,0 Prozent zu. Die chinesische Wirtschaft konnte nach dem Auslaufen der strikten COVID-19-Politik leicht wachsen. Das BIP legte im ersten Quartal mit 4,5 Prozent so stark zu wie seit einem Jahr nicht. Allerdings expandierte vor allem der Dienstleistungssektor während Industrieproduktion und Außenhandel weiter schwächelten.

Der Umsatz der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Deutschland ist in den ersten vier Monaten des Jahres 2023 um 2,6 Prozent gesunken. Dabei sind die Inlandsumsätze stärker als die Auslandsumsätze zurückgegangen. Bei den Auslandsumsätzen ist allerdings der starke Rückgang von Umsätzen außerhalb des Euroraums von 4,6 Prozent auffällig. Die Produktion von Halbzeugen ist im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal zum zweiten Mal in Folge zweistellig gesunken und liegt nun bei 89 Prozent des Niveaus des Basisjahres 2015. Schwache Bautätigkeit und Nachfrage aus verschiedenen Abnehmerbranchen sind dafür verantwortlich.

Die Weltchemieproduktion ist im ersten Quartal um 1,9 Prozent gestiegen. Treiber waren China, Indien und die USA. Produktion und Umsatz der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland sind dagegen im ersten Halbjahr 2023 deutlich gesunken. Die Produktion (ohne Pharma) ging um 16,5 Prozent, der Umsatz um 11,5 Prozent zurück. Nach mehreren Monaten mit zweistelligen Rückgängen verbuchte der Maschinen- und Anlagenbau aus Deutschland im März ein geringeres Minus des Auftragseingangs. Insgesamt sanken die Bestellungen um real 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im gesamten ersten Quartal 2023 sanken die Auftragseingänge um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei gingen die Inlandsaufträge um 14 Prozent und die Auslandsaufträge um 13 Prozent zurück. Im US-Maschinenbau schrumpfte die reale Produktion im Mai 2023 zum dritten Mal in Folge gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Fünfmonatszeitraum wurde das Vorjahresniveau um knapp 1 Prozent verfehlt. Auch im EU-Maschinenbau hat die Wachstumsdynamik sukzessive nachgelassen. Für die ersten vier Monate ergibt sich ein kumulierter Produktionszuwachs von 3 Prozent, nach +4 Prozent im ersten Quartal. Der Umsatz in der deutschen Bauindustrie ist in den ersten vier Monaten 2023 real deutlich um 8,9 Prozent zurückgegangen. Der reale Auftragseingang ging im Zeitraum Januar bis April 2023 sogar um 17,1 Prozent zurück. Besonders betroffen war der Wohnungsbau. Der weltweite Markt für die Innenausstattung von Flugzeugen erholt sich aufgrund des starken Reiseverkehrs weiter und ist auf dem Weg, das Vor-Pandemie-Niveau zu erreichen.

1.2 Geschäftsverlauf

Der SIMONA Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2023 Umsatzerlöse von 319,8 Mio. EUR. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (365,2 Mio. EUR) einen Umsatzrückgang von 12,4 Prozent dar. Im zweiten Quartal 2023 beläuft sich der Umsatz auf 154,8 Mio. EUR, was einem Umsatzminus von 19,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (192,0 Mio. EUR) entspricht. Dies ist auf den starken Rückgang der Verkaufspreise weltweit im Zuge der fallenden Rohstoffpreise sowie die rückläufigen Absatzmengen zurückzuführen. Während in den Segmenten EMEA und Amerika die Geschäftsvolumen zurückgegangen sind, blieb im Segment Asien-Pazifik der Umsatz stabil.

EMEA

Die Umsatzerlöse in der Region EMEA sind im ersten Halbjahr um 16,3 Prozent auf 199,2 Mio. EUR gesunken (Vorjahr 238,1 Mio. EUR). Die nachlassende Nachfrage in allen Anwendungsbereichen, mit Ausnahme des Bereiches Mobility, war der Hauptgrund der rückläufigen Entwicklung. Der Anteil der Region EMEA am Gesamtumsatz ist von 65,2 auf 62,3 Prozent gesunken. Das EBIT in der Region EMEA ist von 10,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 5,8 Mio. EUR deutlich zurückgegangen.

Amerika

Die Umsatzerlöse der Region Amerika sind um 7,0 Prozent auf 95,2 Mio. EUR gesunken (Vorjahr 102,3 Mio. EUR). Hauptgrund war insbesondere der Rückgang des Geschäftsvolumens im Industriegeschäft und dem Bereich Outdoor & Leisure. Zudem spiegelt sich hier der Preisverfall der Rohstoffe wider. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz erhöhte sich von 28,0 auf 29,8 Prozent. In der Region Amerika hat sich das EBIT von 15,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 19,5 Mio. EUR entgegen der Umsatzentwicklung deutlich erhöht.

Asien-Pazifik

In der Region Asien-Pazifik konnte das Umsatzniveau mit 25,4 Mio. EUR gehalten werden (Vorjahr 24,8 Mio. EUR). Wachstumstreiber waren die Halbleiter- und Photovoltaikindustrie während das übrige Industriegeschäft stabil verlief. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz hat von 6,8 auf 7,9 Prozent zugenommen. Das EBIT der Region Asien-Pazifik hat sich von 2,2 Mio. EUR im Vorjahr auf 0,9 Mio. EUR wechselkursbedingt verringert.

Umsatzentwicklung der Business Lines

Die Business Lines verzeichneten in den ersten sechs Monaten 2023 mit Ausnahme der Business Line Mobility Umsatzrückgänge. In der Business Line Industry wurden Umsatzerlöse von 123,5 Mio. EUR generiert (Vorjahr 138,3 Mio. EUR) und damit ein Minus von 10,7 Prozent. Die Business Line Advertising & Building erwirtschaftete Umsatzerlöse von 45,2 Mio. EUR (Vorjahr 55,9 Mio. EUR; ein Rückgang um 19,1 Prozent). Der Umsatz der Business Line Infrastructure liegt im ersten Halbjahr mit 56,0 Mio. EUR nahezu auf dem Vorjahresniveau von 56,6 Mio. EUR (-1,1 Prozent). Die Business Line Mobility hat eine Umsatzsteigerung von 8 Prozent auf 39,4 Mio. EUR (Vorjahr 36,4 Mio. EUR) erzielt. Die übrigen Umsatzerlöse aus weiteren verschiedenen Anwendungsfeldern und dem Handel werden unter "Others" zusammengefasst und betragen 55,7 Mio. EUR (Vorjahr 78,0 Mio. EUR).

1.3 Ertragslage

Ergebnis

Das operative Ergebnis (EBIT) im Konzern ist im ersten Halbjahr 2023 von 28,7 Mio. EUR im Vorjahr auf 25,8 Mio. EUR zurückgegangen. Die EBIT-Marge im Berichtszeitraum liegt bei 8,1 Prozent und damit leicht über dem Vorjahreswert von 7,9 Prozent. Das EBITDA hat sich absolut von 39,1 Mio. EUR auf 36,9 Mio. EUR verringert, während die EBITDA-Marge sich von 10,7 Prozent im Vorjahr auf 11,6 Prozent erhöhte.

Der Konzern-ROCE in den ersten sechs Monaten beträgt 5,2 Prozent (Vorjahr 5,7 Prozent); stichtagsbedingt liegt der ROCE zum 30.06.2023 erwartungsgemäß unter dem Gesamtjahreswert (31.12.2022: 11,4 Prozent).

Die Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr 2023 war im Vorjahresvergleich hauptsächlich geprägt von einer Ergebnissteigerung in der Region Amerika, während das Ergebnis in EMEA und Asien-Pazifik deutlich zurückgegangen ist. Neben der in 2022 erworbenen Produktionsgesellschaft in Großbritannien trug maßgeblich die Gesellschaft in der Türkei mit einer starken Ergebnisverbesserung zum EBIT in der Region EMEA bei. Das Segment Amerika konnte trotz des Umsatzrückganges das Ergebnis im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 deutlich steigern - auch durch eine Verbesserung des Produktmixes. Im Segment Asien-Pazifik erzielte primär die Tochtergesellschaft in Indien einen deutlichen Ergebniszuwachs, während die Produktionsgesellschaft in China, bedingt durch die Abwertung des Renminbis, lediglich ein ausgeglichenes Resultat verzeichnete.

Die in Europa gegenüber Vorjahr stark gestiegenen Energiepreise führten zu Aufwendungen für Energie im Konzern von 14,8 Mio. EUR (Vorjahr 10,9 Mio. EUR) und in der SIMONA AG von 10,9 Mio. EUR (Vorjahr 6,8 Mio. EUR).

Der Personalaufwand ist auf 60,4 Mio. EUR angestiegen (Vorjahr 54,8 Mio. EUR).

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Nutzungsrechte Leasing liegen mit 11,2 Mio. EUR um 0,7 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau. Die Abschreibungen aus Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen belaufen sich auf 0,9 Mio. EUR.

Die Sonstigen Aufwendungen haben sich auf 51,9 Mio. EUR reduziert (Vorjahr 55,3 Mio. EUR). Während die Betriebskosten (insbesondere Kosten für Leiharbeit) sowie die Vertriebskosten (Ausgangsfrachten, Verpackung) mengenbedingt im Zuge des Umsatzrückgangs gesunken sind, haben sich die Verwaltungskosten erhöht.

1.4 Vermögenslage

Die Bilanzsumme zum 30.06.2023 hat sich auf 623,4 Mio. EUR im Vergleich zum 31.12.2022 geringfügig erhöht.

Bilanzentwicklung Vermögenswerte

Die Immateriellen Vermögenswerte betragen 90,9 Mio. EUR (31.12.2022: 96,2 Mio. EUR) und beinhalten im Wesentlichen die Firmenwerte sowie die Kundenstämme aus den Akquisitionen der Vorjahre.

Die Sachanlagen werden mit 182,6 Mio. EUR aktiviert (31.12.2022: 176,8 Mio. EUR). Die Investitionen in Sachanlagen betragen im Konzern 17,0 Mio. EUR. Die Abschreibungen auf Sachanlagen belaufen sich auf 8,6 Mio. EUR.

Während sich die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen in Höhe von 59,2 Mio. EUR (Vorjahr 60,2 Mio. EUR) verringert haben, sind die Fertigen Erzeugnissen und Waren in Höhe von 82,3 Mio. EUR (Vorjahr 81,5 Mio. EUR) im Vergleich zum Jahresende 2022 leicht angestiegen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen zum 30.06.2023 stichtagsbedingt mit 102,5 Mio. EUR über dem Jahresende 2022 (88,9 Mio. EUR). Aufgrund des geringeren Geschäftsvolumens jedoch unterhalb des Halbjahreswertes 2022 (125,1 Mio. EUR).

Die Sonstigen Vermögenswerte und Ertragsteuerforderungen werden mit 24,2 Mio. EUR ausgewiesen (31.12.2022: 29,5 Mio. EUR). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben sich zum Bilanzstichtag auf 59,2 Mio. EUR verringert (31.12.2022: 65,7 Mio. EUR; siehe Kapitalflussrechnung).

Bilanzentwicklung Eigenkapital und Schulden

Die Passivseite ist gekennzeichnet durch eine leichte Verringerung des Eigenkapitals und des langfristigen Fremdkapitals sowie andererseits durch eine Erhöhung des kurzfristigen Fremdkapitals.

Das Konzerneigenkapital beträgt zum Bilanzstichtag 374,3 Mio. EUR und liegt damit knapp unter dem Wert zum 31.12.2022 (376,4 Mio. EUR). Während die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2022 (11,1 Mio. EUR) abgeflossen ist, ist zum Stichtag ein Periodenergebnis in Höhe von 12,4 Mio. EUR zugeflossen. Die Neubewertung der Pensionsrückstellungen zum 30.06.2023 wirkte sich nur geringfügig auf das Eigenkapital aus. Der IFRS-Rechnungszins ist von 3,80 Prozent per Jahresende 2022 auf 3,70 Prozent moderat zurückgegangen, während das Planvermögen leicht angestiegen ist.

Die Konzerneigenkapitalquote beträgt 60 Prozent und ist leicht gefallen (31.12.2022: 61 Prozent).

Die lang- und kurzfristigen Rückstellungen für Pensionen werden mit 47,3 Mio. EUR (31.12.2022: 49,5 Mio. EUR) passiviert und sind aufgrund der Reduzierung des IFRS-Rechnungszinses von 3,80 Prozent per Jahresende 2022 auf 3,70 Prozent sowie der Erhöhung des Planvermögens insgesamt etwas gesunken.

Die Schulden aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich auf 32,0 Mio. EUR (31.12.2022: 32,6 Mio. EUR).

Die lang- und kurzfristigen sonstigen Rückstellungen betragen 7,4 Mio. EUR und sind im Vergleich zum Jahresende 2022 nahezu unverändert.

Die lang- und kurzfristigen Schulden werden insgesamt mit 249,1 Mio. EUR ausgewiesen und liegen mit 4,4 Mio. EUR über dem Wert zum 31.12.2022. Während die langfristigen Schulden sich um 10,4 Mio. EUR verringert haben, sind die kurzfristigen Schulden um 14,8 Mio. EUR angestiegen.

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen im Konzern betragen im Berichtszeitraum 17,0 Mio. EUR (Vorjahr 15,4 Mio. EUR). Es handelt sich im Wesentlichen um Sachanlageninvestitionen, insbesondere in den Segmenten EMEA und Amerika. Im Konzern wurden Netto-Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 8,4 Mio. EUR getätigt (Vorjahr 7,1 Mio. EUR).

1.5 Finanzlage

Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über frei verfügbare Kreditlinien in Höhe von insgesamt 38,7 Mio. EUR (31.12.2022: 46,7 Mio. EUR) bei in- und ausländischen Bankinstituten.

Liquide Mittel

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben sich um 6,5 Mio. EUR im Vergleich zum 31.12.2022 reduziert und bestehen größtenteils aus kurzfristigen Bankguthaben in Höhe von 59,2 Mio. EUR (31.12.2022: 65,7 Mio. EUR). Die Verringerung resultiert in Summe aus einem positiven operativen Cashflow, der jedoch die Abflüsse aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit nicht kompensiert hat. Die Entwicklung ist in der Kapitalflussrechnung dargestellt.

Cashflow

Im ersten Halbjahr beträgt der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 21,0 Mio. EUR (Vorjahr Mittelabfluss 1,4 Mio. EUR). Trotz Ergebnisrückgang ergibt sich der operative Mittelzufluss insbesondere durch den Abbau von Vorräten, Zufluss aus Erhöhung der Schulden und gegenläufig der Zunahme aus Kundenforderungen. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf 16,4 Mio. EUR (Vorjahr Mittelabfluss 50,2 Mio. EUR). Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit beträgt 10,9 Mio. EUR (Vorjahr Mittelzufluss 51,8 Mio. EUR) und resultiert hauptsächlich aus der Inanspruchnahme bestehender Kreditlinien sowie gegenläufig der Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2022.

Finanzergebnis

Aus den Finanzerträgen in Höhe von 2,0 Mio. EUR und den Finanzaufwendungen in Höhe von 8,0 Mio. EUR ergibt sich im ersten Halbjahr 2023 insgesamt ein negatives Finanzergebnis von -6,0 Mio. EUR (Vorjahr 1,2 Mio. EUR). Im Finanzergebnis ist ein negatives Währungsergebnis von 5,0 Mio. EUR enthalten (Vorjahr -0,8 Mio. EUR).

1.6 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeitende

Die Beschäftigtenzahl im SIMONA Konzern beträgt zum Stichtag 1.738 Mitarbeitende (31.12.2022: 1.734). In Deutschland liegt die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Jahresende 2022 unverändert bei 840.

2. NACHTRAGSBERICHT

Nach Ablauf des ersten Halbjahres 2023 bis zur Erstellung des Konzernzwischenberichtes sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die zu einer Änderung der Bewertung führen.

3. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

3.1 Chancenbericht

Die Entwicklung der Chancen und Risiken ist kurz- und mittelfristig vor allem von den geopolitischen Konflikten, den fiskalpolitischen Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation sowie dem intensiven Wettbewerb gekennzeichnet. Langfristig kann die Diskussion zur Umweltbelastung von Kunststoffen negative Auswirkungen, insbesondere auf das Geschäft mit Bau- und Werbeanwendungen sowie der Flugzeuginnenausstattung haben.

Die ins Stocken geratene Erholung der Weltwirtschaft hat die Investitionsbereitschaft in den von SIMONA bedienten Branchen gebremst. Von der geringen Investitionsbereitschaft aufgrund globaler Unsicherheiten geht nach wie vor das höchste kurzfristige Risiko aus. Dabei hat in der Region EMEA eine deutliche konjunkturelle Abkühlung in den von SIMONA bedienten Kernbranchen Chemische Prozessindustrie und Maschinenbau die Risiken erhöht. In der Region Amerika sind die Risiken dank einer nach wie vor robusten Konjunktur unverändert, wenn auch im Laufe des zweiten Quartals 2023 eine Abkühlung spürbar ist. Die Risiken in der Region Asien-Pazifik sind dank einer nach wie vor guten Lage in den Kernbranchen Halbleiter- und chemische Prozessindustrie ebenfalls unverändert.

Chancen bietet weltweit der Einsatz von Kunststoffen als nachhaltige und wirtschaftliche Alternative zu schwereren oder nicht recycelbaren Materialien. Der Einsatz von Kunststoffen kann so den CO 2-Ausstoß senken bzw. die Aufbereitung von Trinkwasser oder den Transport von erneuerbaren Energien über weite Strecken ermöglichen. Dabei sind hochfunktionelle Kunststoffe mit individuellen Eigenschaften gefordert. Die Strategie von SIMONA ist darauf ausgerichtet, in eigener Forschung und Entwicklung die Produkteigenschaften technologisch permanent weiterzuentwickeln und das Materialportfolio auszubauen. Dazu gehören auch die Entwicklung und Markteinführung von Produkten, die helfen, CO 2 einzusparen und die Kreislaufwirtschaft zu fördern.

In der Region EMEA ist die anwendungsorientierte Organisation in Business Lines auf die Erschließung von Wachstum in Megatrends wie Energie- und Wasserversorgung, Ernährung, Bau und Mobilität ausgerichtet. Die Akquisition von SIMONA Stadpipe in Norwegen unterstützt die Erschließung globalen Wachstums in der Aquakultur. Aufgrund einer geplanten Steuer der norwegischen Regierung auf die Gewinne aus Fischzuchtanlagen, sind die kurzfristigen Risiken in diesem Geschäft angestiegen. Die Akquisition von SIMONA PLASTECH in der Türkei erweitert das Angebot für Bau- und Werbeanwendungen und soll die Position in diesem Marktsegment stärken. Mit der Akquisition von SIMONA PEAK Pipe Systems wurde das Produktangebot erweitert und die Marktposition im Markt für Infrastrukturanwendungen in EMEA gestärkt.

In der Region Amerika kann SIMONA sein individuelles Produktprogramm, das hohe Designanforderungen in der Innenausstattung von Flugzeugen erfüllt, auf weitere Anwendungen erweitern. Die Chancen im Kernmarkt der Inneneinrichtung von Flugzeugen haben sich aufgrund der Erholung im Luftverkehr verbessert. Durch zahlreiche Produktentwicklungen sieht SIMONA in den USA zudem ein gutes Potenzial im Markt für Outdoormöbel aus Kunststoff, im Bootsbau und bei der Inneneinrichtung von Bädern. Mittelfristig bieten sich in Amerika auch Chancen im Produktbereich Rohre und Formteile.

In der Region Asien-Pazifik sieht SIMONA gute Chancen in den Schlüsseltechnologien Umwelttechnik, Halbleiter- und chemische Prozessindustrie sowie Aquakultur.

Insgesamt sieht SIMONA das Chancenpotenzial auf einem nach wie vor guten Niveau. Gegenüber dem Vorjahr sind die mittel- und langfristigen Chancen für das Geschäft von SIMONA grundsätzlich unverändert. Kurzfristig sind die Risiken aufgrund schwacher Dynamik der Weltwirtschaft und damit verbundener mangelnder Nachfrage, die zu intensivem Wettbewerb führt, angestiegen.

3.2 Risikobericht

Risikomanagementsystem

Die SIMONA AG und der SIMONA Konzern sind aufgrund der globalen Geschäftsaktivitäten einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Als Risiko gilt dabei ein Ereignis, eine Handlung und/​oder eine unterlassene Handlung mit der Möglichkeit negativer Auswirkungen auf das Unternehmen. Die Risikostrategie ist fester Bestandteil in der Unternehmensstrategie von SIMONA und koexistiert neben der Geschäftsstrategie. Die Risikokultur der SIMONA ist gekennzeichnet durch risikobewusste Entscheidungen sowie Handlungen auf Basis der Grundsätze eines vorsichtig agierenden Kaufmanns. Mit dem frühzeitigen Erkennen von Chancen und auf Vorsicht basierendem Eingehen von Geschäfts- bzw. Unternehmensrisiken ist es Ziel, den langfristigen Unternehmensbestand sowie den Unternehmenswert der SIMONA nachhaltig zu sichern. Im Rahmen der Risikosteuerung sollen Risiken entweder vermieden, begrenzt oder übertragen werden. Verbleibende Risiken werden von SIMONA getragen. Im Rahmen der halbjährlichen Risikoberichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat werden die Risiken kommuniziert.

Das Risikomanagementsystem umfasst die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung sowie zum Umgang mit den identifizierten Risiken unternehmerischer Tätigkeit. Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Richtlinien und Organisationsanweisungen niedergelegt. Diese werden in regelmäßigen Abständen an externe und interne Entwicklungen angepasst.

Das SIMONA Risikomanagementsystem steuert auf Basis einer Riskmap die als wesentlich erachteten Risiken des Konzerns. Die Steuerung der Chancen und Risiken zielt auf die beiden Dimensionen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit ab. Als wesentliche Einzelrisiken werden alle bedeutenden Risiken mit einem Erwartungswert von über 5,0 Mio. EUR Schadenshöhe bezogen auf den Mittelfristzeitraum angesehen. Der Erwartungswert ergibt sich als Produkt aus der Auswirkung und der Eintrittswahrscheinlichkeit und dient ausschließlich der Priorisierung sowie Fokussierung der Risikoberichterstattung auf wesentliche Risikofelder. Eine Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 Prozent wird als hoch und von unter 50 Prozent als gering eingestuft.

Identifizierte Risiken werden hinsichtlich der Risikotragfähigkeit des Konzerns auf deren Eintrittswahrscheinlichkeit und potenzielle Auswirkungen bewertet. Im Rahmen eines Stresstest-Szenarios erfolgt auf Basis des Erwartungswertes der im Risikoinventar erfassten Einzelrisiken eine Risikoaggregation sowie Überprüfung möglicher Interdependenzen. Dabei wird das ermittelte maximale Risikopotenzial bezüglich Risikotragfähigkeit ins Verhältnis zu den verfügbaren Zahlungsmitteln (vorhandene Zahlungsmittel zuzüglich nicht ausgeschöpfte Kreditlinien) und dem Eigenkapital gesetzt. Zudem wird die potenzielle Verschuldungskapazität für die Beurteilung der Risikotragfähigkeit herangezogen.

SIMONA betrachtet folgende Einzelrisiken als wesentlich:

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gesamtwirtschaftliche und Absatzmarktrisiken
unternehmensstrategische Risiken
finanzwirtschaftliche Risiken
Beschaffungs- und Einkaufsrisiken
Investitionsrisiken
Risiken durch Informationstechnologien

Wenn nicht anders angegeben, betreffen die vorgenannten Risiken in unterschiedlichem Ausmaß sämtliche Segmente bzw. Business Lines.

Gesamtwirtschaftliche und Absatzmarktrisiken

Sie betreffen vor allem die konjunkturelle Entwicklung der Abnehmerbranchen von SIMONA, geopolitische Konflikte sowie die Verfügbarkeit von Rohstoffen. Branchenspezifische Risiken betreffen insbesondere die Substitution von Kunststoff durch andere Materialien, Veränderungen im Wettbewerbsumfeld, die Veränderung von Absatzmärkten, den Verlust von Schlüsselkunden und geänderte Kundenanforderungen. Als Maßnahmen zur Risikobegrenzung dienen hierbei ein diversifiziertes Produktsortiment, eine intensive Marktbeobachtung und ein strukturiertes Beschaffungsmanagement. Die globale Produktion an verschiedenen Standorten mit Werken in den USA, China und Tschechien sowie die Unternehmenszukäufe in Norwegen, in der Türkei und zuletzt in Großbritannien tragen dazu bei, eine hohe Diversifikation und Flexibilität zu gewährleisten sowie die Kundenanforderungen standortnah und kundengerecht zu bedienen.

Die geopolitischen Risiken befinden sich durch den andauernden Krieg in der Ukraine sowie den drohenden Handelsstreit zwischen den USA und China weiterhin im Fokus. Im Segment EMEA bestimmen der Krieg in der Ukraine, hohe Energiepriese sowie weiterhin unsichere Lieferketten die Umfeld- und Branchenrisiken. Im Segment Amerika determinieren insbesondere mittelfristig die ökonomisch-politische Ausrichtung der USA sowie die straffe Geldpolitik und Entwicklung des US-Dollars die Risiken. Im Segment Asien-Pazifik ergeben sich vor allem aus den künftigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und China die wesentlichen Risiken.

Im Bereich der Änderung von Absatzmärkten werden mittelfristig Umsatzrückgänge von etwa 10,0 bis 25,0 Mio. EUR geschätzt, bei einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 50 Prozent. Dies würde korrespondierend zu einer Ergebnisbelastung von 1,0 Mio. EUR bis 2,0 Mio. EUR führen.

Unternehmensstrategische Risiken

Sie umfassen insbesondere die im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Gefahr von Fehleinschätzungen der künftigen Marktentwicklung und werden mit Umsatzeinbußen von etwa 15,0 bis 25,0 Mio. EUR (Vorjahr 5,0 Mio. EUR bis 10,0 Mio. EUR) geschätzt. Eine potentielle Ergebnisbelastung beträgt damit 1,0 Mio. EUR bis 2,0 Mio. EUR. Maßnahmen zur Risikovermeidung sind hauptsächlich intensive Beobachtung von Markt und Wettbewerb, regelmäßige Strategiegespräche mit Key Accounts und intern zwischen der Unternehmensführung und der Vertriebsorganisation. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Schäden aus unternehmensstrategischen Risiken wird derzeit unter 50 Prozent eingeschätzt.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Diese betreffen vor allem Währungsrisiken, Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme, Kreditrisiken, Forderungsausfallrisiken einschließlich Risiken aus Insolvenzanfechtung, Zinsänderungsrisiken und Risiken durch die betriebliche Altersversorgung.

Ziel des Risikomanagements ist es, die Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Transaktionen zu begrenzen. Risikoabhängig wird angestrebt, Einzelrisiken bei Bedarf durch derivative Finanzinstrumente und nicht derivative Sicherungsinstrumente zu begrenzen.

Durch die Unternehmensakquisitionen der letzten Jahre und die Erweiterung der Produktion und Marktposition im US-amerikanischen Markt konnte die Abhängigkeit vom Euro im Konzern reduziert werden. Damit einhergehend ist jedoch das USD-Währungsrisiko für SIMONA weiterhin bedeutend. Zudem ist das Währungsrisiko durch die hohe Volatilität der Türkischen Lira im Zuge des Unternehmenszukaufes in der Türkei signifikant angestiegen. Mittelfristig wird das Währungsrisiko auf 4,0 bis 6,0 Mio. EUR Ergebnisbelastung bzw. -entlastung bei einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 Prozent eingeschätzt.

Das Risiko für Forderungsausfälle und Insolvenzen ist aufgrund der konjunkturellen Entwicklung deutlich erhöht. Intensive Bonitätsprüfungen und die laufende Bonitätsüberwachung beschränken dabei das Gesamtrisiko wie auch die Einzelrisiken. Das potenzielle Risiko entspricht mit 0,9 Mio. EUR hauptsächlich dem Wert der mehr als 60 Tage überfälligen und bilanziell wertberichtigten Außenstände der SIMONA AG im Segment EMEA. Ausfallrisiken einzelner Kunden werden durch Kreditversicherungen und durch Liefersperren bei Zahlungsüberfälligkeit begrenzt. Lieferungen an Russland wurden aufgrund des Ukraine-Krieges konzernweit im Februar 2022 gestoppt. Außenstände gegenüber Kunden aus Russland und der Ukraine wurden wertberichtigt. Zudem sind die Risiken aus Insolvenzanfechtung latent gegeben, die über eine entsprechende Versicherung abgedeckt sind. Der Lagerbestand wird turnusmäßig überprüft und für einzelne ungängige Produkte werden regelmäßig Wertberichtigungen vorgenommen, einschließlich der Bestände für russische und ukrainische Kunden. Kundenspezifische Produkte werden, soweit von einem Ausfall des Kunden auszugehen ist, wertberichtigt oder wenn möglich umgewidmet.

Die Zinsänderungsrisiken sind tendenziell deutlich angestiegen. Die beanspruchten variabel verzinsten kurzfristigen Kontokorrentkreditlinien der SIMONA AG unterliegen einem erhöhten Zinsänderungsrisiko. Die Verzinsung der langfristigen Finanzierung der Akquisition in Großbritannien erfolgt teils mit variablen und festen Zinssätzen, wobei ein Teil der variablen Verzinsung durch einen Zinsswap abgesichert wird. Die KfW-Fördermittel werden mit festen Zinssätzen verzinst und unterliegen daher keinem Zinsänderungsrisiko. Zinsänderungsrisiken werden mit etwa 0,5 Mio. EUR geschätzt bei einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 50 Prozent.

Insbesondere die Risiken aus der betrieblichen Altersvorsorge werden als wesentlich und mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit angesehen. Die langfristig schwer kalkulierbaren Risiken wie die zukünftige Zins-, Entgelt- und Rentenentwicklung sowie die höhere Lebenserwartung werden als wesentliche Risiken eingestuft. Die Risiken aus Pensionsverpflichtungen, die sich aus einer Änderung der vorgenannten Parameter um +/​-0,5 Prozent ergeben können, betragen kumulativ etwa 30,0 bis 45,0 Mio. EUR, die hauptsächlich in der Gesamtergebnisrechnung (OCI) zu erfassen wären. Des Weiteren zählen dazu Risiken wie die schwer vorhersagbare Belastung der Liquidität und des Eigenkapitals, Risiken der Vermögensanlage bzw. der Volatilität des Planvermögens sowie schwankende Kostenbelastungen durch die Beiträge an den Pensionssicherungsverein. Die Volatilität des Planvermögens wird in etwa auf 5,0 bis 18,0 Mio. EUR taxiert und ergibt sich im Wesentlichen aus der Kursentwicklung der Aktien der SIMONA AG in den vergangenen Jahren. Im ersten Halbjahr 2023 ist das Planvermögen gestiegen, wobei der Wert der SIMONA AG Aktien im Vergleich zum Ende des Vorjahres um 1,2 Mio. EUR niedriger notierte.

Beschaffungs- und Einkaufsrisiken

Die Beschaffungs- und Einkaufsrisiken betreffen weiterhin hauptsächlich potenzielle Ausfälle von Rohstoff- und Additivlieferanten sowie die volatile Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten. Die Preisentwicklung der Vorprodukte (Naphtha, Propylen und Ethylen) der von SIMONA eingesetzten Rohstoffe verläuft nicht zwingend korrespondierend zum Rohölpreis. Die Rohstoffnotierungen, vor allem Commodities, sind im Laufe des ersten Halbjahres 2023 voneinander abgewichen. Die im Geschäftsjahr 2022 durch den Ukraine-Krieg zusätzlich entstandenen Risiken in der Supply Chain haben im ersten Halbjahr keine Risiken in der Belieferungskette aufgezeigt.

Der Energiemarkt, der sich im Zeitraum Juni bis Dezember 2022 preislich komplett entkoppelte und die Preise auf bis zu 400 EUR/​ MWh trieb, hat sich im Laufe der ersten sechs Monate 2023 auf erhöhtem Niveau beruhigt. Vor allem gesetzliche Regelungen, wie die Nutzung der Strom-/​Gaspreisbremse, die teils sehr gut gefüllten Gasspeicher verbunden mit guter Angebotsversorgung haben die Strom- und Gaspreise wieder auf normale Preisniveaus einpendeln lassen. Sofern keine ungeplanten Störungen größeren Ausmaßes beim Gasangebot eintreten, sollten die Speicher in Europa rechtzeitig vor der nächsten Heizperiode gefüllt sein. Auf der Nachfrageseite sehen wir weiter Rückgänge im Vergleich zu den Vorjahren, sodass hiervon ebenfalls dämpfende Effekte auf die Preise für Gas und Strom ausgehen dürften.

Die Inflationsraten dürften in den kommenden Monaten wieder zurückgehen. Bei den Vorleistungskosten, allen voran bei Energie, zeichnen sich mittlerweile Preisrückgänge ab, die von den Produzenten an ihre Kunden weitergeben werden. Allerdings dürften die Löhne im weiteren Verlauf des Jahres beschleunigt zunehmen, weil vermehrt Inflationsprämien ausgezahlt und spürbare Tariflohnanhebungen wirksam werden. Die Gesamtinflationsrate dürfte von 6,9 Prozent im Jahr 2022 auf etwa 5,8 Prozent im Jahr 2023 zurückgehen. Erst im kommenden Jahr sollte sich der Preisanstieg allmählich wieder normalisieren und die Inflationsrate weiter zurückgehen.

Eine Steigerung der Rohstoffpreise um 10 Prozent, die nicht am Absatzmarkt weitergegeben werden kann, würde zu einer Erhöhung der Rohstoffkosten und damit Ergebnisbelastung von etwa 5,0 Mio. EUR führen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird derzeit auf 50 Prozent eingeschätzt.

Investitionsrisiken

Investitionsrisiken beinhalten hauptsächlich das Risiko von Fehlinvestitionen in den Maschinenpark sowie in Auslandsbeteiligungen. Potenzielle Investitionsrisiken werden gegenwärtig mit etwa 10,0 bis 15,0 Mio. EUR und einer Eintrittswahrscheinlichkeit unter 50 Prozent geschätzt.

Risiken durch Informationstechnologien

Die Gewährleistung der sicheren Abwicklung der Geschäftsprozesse setzt eine permanente Überprüfung und Verbesserung der eingesetzten Informationstechnologien voraus. Die Weiterentwicklung der eingeführten Maßnahmen zur Informationssicherheit ist daher von hoher Bedeutung. Die Risiken umfassen insbesondere die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz der Informationstechnologiesysteme einschließlich des Ausfalls der IT-Infrastruktur, Datenverlusts sowie Angriffen auf die IT-Systeme. Den informationstechnologischen Risiken begegnet SIMONA durch eine firmeneigene IT-Abteilung, die Beauftragung von spezialisierten Unternehmen sowie regelmäßige Investitionen in neueste Hard- und Software. Im Rahmen des Sicherheitsmanagements reagiert SIMONA auf die zunehmenden Anforderungen an die Anlagensicherheit. Hierzu zählt hauptsächlich die Investition in aktuelle Firewall- und Antivirussysteme sowie in sonstige Softwaresysteme. Zudem wird derzeit ein Information Security Management System (ISMS) institutionell im Konzern aufgebaut. Ein wesentlicher Schaden durch einen temporären Systemausfall wird mit etwa 10,0 Mio. EUR Umsatzrückgang und etwa 2,0 bis 3,0 Mio. EUR Kostenaufwand geschätzt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit insbesondere durch externe Angriffe auf die IT-Systeme hat weiter deutlich zugenommen und wird auf über 50 Prozent geschätzt.

Im Rahmen eines Stresstest Szenarios hat eine Überprüfung ergeben, dass die Risikotragfähigkeit auf Ebene des SIMONA Konzerns gegeben ist.

Die Gesamt-Risikosituation des Konzerns hat sich nach unserer Einschätzung zum Ende des ersten Halbjahres 2023 gegenüber dem Geschäftsjahresende 2022 weiter verschlechtert. Insbesondere sind die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, der Inflation und straffen Geldpolitik sowie der schwachen Weltkonjunktur noch nicht vorhersehbar. Bestandsgefährdende Risiken für den SIMONA Konzern und die SIMONA AG sind derzeit nicht erkennbar.

4. PROGNOSEBERICHT

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in seiner jüngsten Prognose von einer "steinigen Erholung" der Weltwirtschaft aus und sieht die Lage als fragil an, auch wenn einige Konjunkturindikatoren sich stabilisiert haben. Für das Jahr 2023 geht der IWF in seiner April-Prognose von einem Wachstum der Weltwirtschaft von 2,8 Prozent aus. Für den Euroraum erwartet der IWF dabei ein Wachstum von 0,8 Prozent, für Deutschland -0,1 Prozent. Für die Wirtschaft in den USA geht der IWF von einem Wachstum von 1,6 und in China von 5,2 Prozent aus. Es ist davon auszugehen, dass sich die weltweite Investitionstätigkeit nicht entscheidend beleben wird.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die Umsatz- und Ergebniserwartungen der Unternehmen der Kunststoff verarbeitenden Industrie bleiben verhalten. 65 Prozent gehen nach einer Umfrage des Gesamtverbands Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV) von sinkenden oder gleichbleibenden Umsatzerlösen in 2023 aus. 68 Prozent erwarten sinkende oder gleichbleibende Betriebsergebnisse.

Die chemische Industrie in Deutschland geht für das Gesamtjahr von einem Produktionsrückgang (ohne Pharma) von 11 Prozent aus. Beim Umsatz wird ein Minus von 16 Prozent erwartet. Für die Weltchemieproduktion erwartet der Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI) ein Plus von 3 Prozent für 2023. Die Volkswirte des VDMA prognostizieren für den Weltmaschinenbau im Jahr 2023 ein preisbereinigtes Umsatzplus von 1 Prozent. Für den Maschinenbau in Deutschland geht der VDMA von einem realen Produktionsrückgang von -2 Prozent für das laufende Jahr aus. Der Markt für die Inneneinrichtung von Flugzeugen befindet sich aufgrund des weltweit gestiegenen Flugverkehrs wieder auf Wachstumskurs und könnte in diesem Jahr sein Vorkrisenniveau wieder erreichen. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie geht für das gesamte deutsche Bauhauptgewerbe im Jahr 2023 von einem realen Umsatzrückgang von 6 Prozent aus.

Künftige Entwicklung

Das erste Halbjahr 2023 war insgesamt von rückläufigen Geschäftsvolumina und fallenden Rohstoffpreisen gekennzeichnet. Die rückläufigen Rohstoffpreise führen zu einer Reduzierung der Verkaufspreise der SIMONA bei Erhalt der Marge. Dieses sowie der auch in der zweiten Jahreshälfte erwartete Rückgang der Absatzvolumina führen zu einem weiteren Umsatzrückgang gegenüber Vorjahr. Daher werden wir die Konzernumsatzprognose, die bisher bei 650-675 Mio. EUR lag, auf einen Jahresumsatz von 610-630 Mio. EUR anpassen. Dennoch geht SIMONA unverändert davon aus, eine Konzern-EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent für das Jahr 2023 zu erreichen.

Zukunftsbezogene Aussagen und Prognosen

Der vorliegende Konzernzwischenlagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstandes der SIMONA AG sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsbezogenen Aussagen sind nicht als Garantien für die darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Vielmehr sind die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich künftig möglicherweise als nichtzutreffend erweisen könnten. Die SIMONA AG übernimmt keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsbezogenen Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns sowie der SIMONA AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des SIMONA Konzerns und der SIMONA AG beschrieben sind.

Kirn, im Juli 2023

SIMONA Aktiengesellschaft

Der Vorstand

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Matthias Schönberg Dr. Jochen Hauck Michael Schmitz

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

der SIMONA AG für das erste Halbjahr 2023

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in TEUR Anhang 01.01. - 30.06.2023 01.01. - 30.06.2022
Umsatzerlöse 319.803 365.248
Sonstige Erträge 4.024 3.153
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 965 10.860
Materialaufwand 175.529 230.035
Personalaufwand 60.450 54.839
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Nutzungsrechte Leasing 11.172 10.439
Sonstige Aufwendungen 51.867 55.251
Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) 25.775 28.698
Finanzerträge 2.029 6.003
Finanzaufwendungen 7.985 4.805
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Beteiligungen -341 0
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 19.477 29.896
Ertragsteuern [5] 7.068 8.076
Periodenergebnis 12.409 21.820
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens 12.686 22.197
Nicht beherrschende Anteile -277 -377
ERGEBNIS JE AKTIE
in EUR
- unverwässert, bezogen auf das den Stammaktionären des Mutterunternehmens zurechenbare Ergebnis 2,11 3,70
- verwässert, bezogen auf das den Stammaktionären des Mutterunternehmens zurechenbare Ergebnis 2,11 3,70

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

der SIMONA AG für das erste Halbjahr 2023

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in TEUR Anhang 01.01. - 30.06.2023 01.01. - 30.06.2022
Periodenergebnis 12.409 21.820
Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge ohne anschließende Reklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung
Neubewertung aus leistungsorientierten Verpflichtungen 2.964 63.291
Latente Steuern auf die Neubewertung aus leistungsorientierten Verpflichtungen -1.454 -18.661
Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge mit anschließender Reklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung
Differenzen aus der Fremdwährungsumrechnung -6.068 9.975
Latente Steuern aus der Fremdwährungsumrechnung 101 -187
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses -4.457 54.417
Gesamtergebnis 7.952 76.237
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens 8.229 77.113
Nicht beherrschende Anteile -277 -875

Konzernbilanz

der SIMONA AG für das erste Halbjahr 2023

VERMÖGENSWERTE

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in TEUR Anhang 30.06.2023 31.12.2022
Immaterielle Vermögenswerte 90.944 96.166
Sachanlagen [7] 182.626 176.801
Finanzielle Vermögenswerte 281 281
At-Equity-Beteiligungen 617 1.076
Derivative Finanzinstrumente 396 408
Nutzungsrechte Leasing 8.359 8.593
Latente Steueransprüche 9.092 8.976
Langfristige Vermögenswerte 292.315 292.300
Vorräte [8] 144.744 144.439
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 102.497 88.863
Sonstige Vermögenswerte 13.002 15.950
Ertragsteuerforderungen 11.207 13.520
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 424 304
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente [9] 59.206 65.716
Kurzfristige Vermögenswerte 331.080 328.793
Bilanzsumme 623.395 621.093

EIGENKAPITAL UND SCHULDEN

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in TEUR Anhang 30.06.2023 31.12.2022
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 15.500 15.500
Kapitalrücklage 40.627 40.627
Gewinnrücklagen 309.064 304.093
Sonstige Rücklagen 2.488 8.455
367.678 368.675
Nicht beherrschende Anteile 6.653 7.730
Eigenkapital 374.331 376.405
Finanzschulden 30.557 36.358
Rückstellungen für Pensionen 45.380 47.529
Sonstige Rückstellungen 5.897 5.657
Schulden aus Leasing 6.854 7.159
Sonstige finanzielle Schulden 8.442 11.119
Latente Steuerschulden 33.501 33.268
Langfristige Schulden 130.631 141.090
Finanzschulden [10] 39.602 32.592
Rückstellungen für Pensionen 1.945 1.945
Sonstige Rückstellungen 1.541 1.867
Schulden aus Lieferungen und Leistungen 32.029 32.634
Ertragsteuerschulden 6.489 6.472
Schulden aus Leasing 1.481 1.497
Sonstige finanzielle Schulden 3.473 2.818
Sonstige Schulden 31.873 23.773
Kurzfristige Schulden 118.433 103.598
Bilanzsumme 623.395 621.093

Konzern-Kapitalflussrechnung

der SIMONA AG für das erste Halbjahr 2023

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in TEUR Anhang 01.01.-30.06.2023 01.01. - 30.06.2022
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 19.477 29.896
Gezahlte Ertragsteuern -5.221 -7.520
Finanzerträge und -aufwendungen (ohne Zinsaufwand auf Pensionen) 1.614 360
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Nutzungsrechte Leasing 11.172 10.439
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 5.090 535
Ergebnis aus Anlageabgängen -294 179
Veränderung der Vorräte -3.122 -24.954
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -16.175 -40.478
Veränderung der sonstigen Vermögenswerte 1.853 -3.504
Veränderung der Rückstellungen für Pensionen 278 1.940
Veränderung der Schulden und sonstigen Rückstellungen 6.353 31.703
Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit 21.026 -1.404
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -17.059 -15.413
Erwerb von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten abzüglich erworbener Nettozahlungsmittel 0 -35.927
Einzahlungen aus Anlageabgängen 394 1.134
Auszahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition 0 -13
Erhaltene Zinsen 313 33
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -16.352 -50.186
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden [10] 8.385 64.315
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzschulden -5.802 -1.713
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingschulden -1.026 -776
Zahlung Dividende Vorjahr [6] -11.100 -9.690
Zahlung Dividende an andere Gesellschafter 0 -104
Gezahlte Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.411 -238
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -10.954 51.793
Einfluss aus Wechselkursänderungen auf die Liquidität -231 1.563
Veränderung des Finanzmittelfonds -6.510 1.766
Finanzmittelfonds zum 01. Januar [9] 65.716 54.055
Finanzmittelfonds zum 30. Juni 59.206 55.821
Veränderung des Finanzmittelfonds -6.510 1.766

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

der SIMONA AG für das erste Halbjahr 2023

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AUF DIE ANTEILSEIGNER DES MUTTERUNTERNEHMENS ENTFALLENDES EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Sonstige

Rücklagen
Eigene Anteile
--- --- --- --- --- --- ---
in TEUR Währungsdifferenzen
--- --- --- --- --- --- ---
Anh.
Stand am 01.01.2022 15.500 15.274 219.120 6.580 -597
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses gemäß Gesamtergebnisrechnung 0 0 44.940 9.976 0
Periodenergebnis 0 0 22.197 0 0
Gesamtergebnis 0 0 67.137 9.976 0
Dividendenauszahlung [6] 0 0 -9.690 0 0
Hyperinflation IAS 29 0 0 0 6.588 0
Sonstige Veränderungen 0 0 -1.821 385 0
Stand am 30.06.2022 15.500 15.274 274.746 23.528 -597
Stand am 01.01.2023 15.500 40.627 304.093 8.455 0
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses gemäß Gesamtergebnisrechnung 0 0 1.510 -5.967 0
Periodenergebnis 0 0 12.686 0 0
Gesamtergebnis 0 0 14.196 -5.967 0
Dividendenauszahlung [6] 0 0 -11.100 0 0
Hyperinflation IAS 29 0 0 1.573 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 300 0 0
Stand am 30.06.2023 15.500 40.627 309.064 2.488 0

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AUF DIE ANTEILSEIGNER DES MUTTERUNTERNEHMENS ENTFALLENDES EIGENKAPITAL
Gesamtbetrag NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE GESAMTES

EIGENKAPITAL
--- --- --- ---
in TEUR
--- --- --- ---
Stand am 01.01.2022 255.877 6.161 262.038
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses gemäß Gesamtergebnisrechnung 54.916 -498 54.417
Periodenergebnis 22.197 -377 21.820
Gesamtergebnis 77.113 -875 76.237
Dividendenauszahlung -9.690 -104 -9.794
Hyperinflation IAS 29 6.588 2.823 9.411
Sonstige Veränderungen -1.436 86 -1.350
Stand am 30.06.2022 328.451 8.091 336.542
Stand am 01.01.2023 368.675 7.730 376.405
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses gemäß Gesamtergebnisrechnung -4.457 0 -4.457
Periodenergebnis 12.686 -277 12.409
Gesamtergebnis 8.229 -277 7.952
Dividendenauszahlung -11.100 0 -11.100
Hyperinflation IAS 29 1.573 674 2.247
Sonstige Veränderungen 300 -1.474 -1.174
Stand am 30.06.2023 367.678 6.653 374.331

Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss

der SIMONA AG für das erste Halbjahr 2023

[1] Informationen zum Unternehmen

Die SIMONA AG ist eine in Deutschland gegründete Aktiengesellschaft mit Sitz in 55606 Kirn, Teichweg 16, Deutschland, deren Aktien öffentlich im General Standard der Frankfurter und der Berliner Wertpapierbörse gehandelt werden. Die Gesellschaft ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Bad Kreuznach (HRB 1390).

Der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss (Konzernzwischenabschluss) für das erste Halbjahr 2023 wurde am 25. Juli 2023 durch Beschluss des Vorstandes zur Veröffentlichung freigegeben.

[2] Grundlagen und Methoden des Konzernabschlusses

Der Konzernzwischenabschluss für das erste Halbjahr 2023 wurde in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 "Interim Financial Reporting" und in Anwendung des § 315a Abs. 1 HGB nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt und stimmt mit diesen überein.

Der Konzernzwischenabschluss wurde in Euro aufgestellt. Die Berichtsperiode umfasst den Zeitraum vom 01. Januar 2023 bis 30. Juni 2023. Als Ausgangsbasis für den Konzernzwischenabschluss dient der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022, auf den für weitere Informationen verwiesen wird.

Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/​- einer Einheit (EUR, %, usw.) auftreten.

Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die angewandten Rechnungslegungsgrundsätze entsprechen denen des vorherigen Geschäftsjahres und der zugehörigen Zwischenberichtsperiode.

Anwendung des IAS 29 - Rechnungslegung in Hochinflationsländern

Auf Basis der im April 2022 vom Internationalen Währungsfonds veröffentlichten Daten wird die Türkei seit dem zweiten Quartal 2022 als hochinflationär eingestuft. Deshalb wendet der Konzern für die Tochtergesellschaft in der Türkei IAS 29, Financial Reporting in Hyperinflationary Economies, an. Hierbei wird der IAS 29 so angewendet, als ob die Türkei schon immer hochinflationär gewesen wäre. Der Effekt aus der erstmaligen Anwendung der Hochinflationsbewertung auf die Eröffnungsbilanzwerte wurde im OCI erfasst. Der Abschluss des Unternehmens, dessen funktionale Währung die Türkische Lira ist, wird dabei an die aktuelle Kaufkraft am Ende der Berichtsperiode angepasst. Transaktionen des Jahres 2023 und nicht-monetäre Posten werden am Ende der Berichtsperiode umgerechnet, um den am Stichtag aktuellen Preisindex widerzuspiegeln. Zur Bereinigung dieser Einflüsse wurde der Nationale Konsumenten Preisindex verwendet, der vom Statistikinstitut der Türkei veröffentlicht wird. Dessen Wert betrug zum 30. Juni 2023 19,77 Prozent für die letzten sechs Monate. Der monetäre Gewinn in Höhe von 1.270 TEUR ist in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Finanzergebnis erfasst. Die kumulative Drei-Jahresinflationsrate in der Türkei beträgt zum Stichtag 30. Juni 2023 190,14 Prozent.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2022 nicht verändert.

Neben dem Mutterunternehmen wurden zum 30. Juni 2023 insgesamt 32 in- und ausländische Gesellschaften in den Konzernzwischenabschluss einbezogen.

[3] Saisoneinflüsse auf die Geschäftstätigkeit

Aufgrund der saisonalen Einflüsse werden in allen Geschäftssegmenten im zweiten Halbjahr in der Regel niedrigere Umsatzerlöse und niedrigere Betriebsergebnisse als im ersten Halbjahr erwartet. Die niedrigeren Umsatzerlöse sind im Wesentlichen auf die sinkende Nachfrage in den Haupturlaubsmonaten (Juli und August) sowie auf reduzierte Lagerbestände bei den Kunden zum Jahresende (Dezember) zurückzuführen.

[4] Segmentberichterstattung

Entsprechend den Regeln des IFRS 8 basiert die Segmentberichterstattung auf dem "management approach". Demnach sind die Informationen, die dem Chief Operating Decision Maker regelmäßig für Entscheidungszwecke zur Verfügung gestellt werden, als maßgeblich zu betrachten.

Für Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Konzern nach geografischen Regionen organisiert und verfügt über die folgenden drei berichtspflichtigen Geschäftssegmente:

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EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika)
Amerika
Asien-Pazifik

Die Segmentzuordnung erfolgt, wie im Vorjahr auf Basis der Region, in welcher die umsatzgenerierende Geschäftseinheit den Firmensitz hat.

Alle drei Segmente erzielen ihre Erträge hauptsächlich mit dem Vertrieb von Kunststoffhalbzeugen und Rohren einschließlich Formteilen. Das Segment EMEA umfasst die Herstellung und den Vertrieb von thermoplastischen Kunststoffhalbzeugen, Fertigteilen und Profilen sowie Rohren und Formteilen, zudem auch die Planung, Produktion und Installation von Rohrleitungssystemen für die Aquakultur. Im Segment Amerika werden überwiegend extrudierte Platten aus Thermoplasten vor allem für die Inneneinrichtung von Flugzeugen produziert und vertrieben. Im Segment Asien-Pazifik werden überwiegend thermoplastische Kunststoffhalbzeuge hergestellt und verkauft.

Das Betriebsergebnis (EBIT) dieser Segmente wird vom Management verwandt, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und die Ertragskraft der Geschäftseinheiten zu bestimmen. Die Ertragskraft der Segmente wird anhand des Betriebsergebnisses aus der operativen Geschäftstätigkeit vor Einflüssen aus der Finanzierungstätigkeit sowie ohne ertragsteuerliche Effekte beurteilt.

Den Segmentinformationen liegen dieselben Ausweis- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Forderungen, Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den Segmenten werden in den Überleitungen eliminiert. Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftssegmenten werden anhand marktüblicher Konditionen unter fremden Dritten ermittelt. Die Außenumsätze richten sich nach dem Sitz der umsatzgenerierenden Geschäftseinheit. Die Investitionen betreffen Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten aus Leasing. Das Segmentvermögen beinhaltet Vermögenswerte, die zur Erreichung des operativen Ergebnisses beitragen. Die Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte betreffen die immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte aus Leasing.

Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen zu Umsatzerlösen, Erträgen und Aufwendungen sowie Ergebnissen der Segmente. Die Unterschiede zum Konzernzwischenabschluss werden in der Überleitungsrechnung dargestellt.

SEGMENTINFORMATIONEN SIMONA KONZERN FÜR DAS ERSTE HALBJAHR 2023

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EMEA Amerika Asien-Pazifik
in TEUR 2023 2022 2023 2022 2023 2022
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse mit externen Kunden 199.225 238.145 95.226 102.348 25.353 24.756
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 7.418 8.543 266 312 0 0
Umsatzerlöse (gesamt) 206.642 246.688 95.492 102.659 25.353 24.756
Sonstige Erträge 4.387 638 138 113 710 1.648
Materialaufwand 122.874 174.457 42.043 52.737 18.229 18.100
Personalaufwand 39.633 36.798 18.489 15.683 2.328 2.358
Abschreibungen 7.756 6.937 2.768 2.599 646 865
Sonstige Aufwendungen 36.047 36.548 13.100 14.942 3.992 3.094
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) 5.759 10.781 19.520 15.890 855 2.249
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 1.294 12.050 19.116 15.775 -558 2.304
Segmentinvestitionen 9.497 6.641 5.801 5.053 2.570 4.413
Langfristige Vermögenswerte 171.322 169.104 91.105 91.202 19.898 15.746

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Summe Überleitung Konzern
in TEUR 2023 2022 2023 2022 2023 2022
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse mit externen Kunden 319.803 365.248 0 0 319.803 365.248
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 7.684 8.855 -7.684 -8.855 0 0
Umsatzerlöse (gesamt) 327.487 374.103 -7.684 -8.855 319.803 365.248
Sonstige Erträge 5.235 2.398 -1.211 755 4.024 3.153
Materialaufwand 183.146 245.294 -7.617 -15.259 175.529 230.035
Personalaufwand 60.450 54.839 0 0 60.450 54.839
Abschreibungen 11.171 10.401 1 39 11.172 10.439
Sonstige Aufwendungen 53.139 54.584 -1.272 667 51.867 55.251
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) 26.134 28.919 -360 -221 25.775 28.698
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 19.852 30.129 -375 -233 19.477 29.896
Segmentinvestitionen 17.868 16.107 0 0 17.868 16.107
Langfristige Vermögenswerte 282.324 276.052 0 0 282.324 276.052

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

[5] Ertragsteuern

Die wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwandes setzen sich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt zusammen:

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

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in TEUR 2023 2022
Tatsächliche Ertragsteuern
Tatsächlicher laufender Ertragsteueraufwand 7.625 7.659
Anpassungen von in Vorjahren tatsächlich angefallenen Ertragsteuern 192 227
Latente Ertragsteuern
Entstehung und Umkehrung temporärer Differenzen -815 84
Veränderung aktivierter Verlustvorträge und Steuerguthaben 67 106
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesener Ertragsteueraufwand 7.068 8.076

[6] Gezahlte Dividende

Im ersten Halbjahr wurde eine Dividende auf die Stammaktien des Mutterunternehmens in Höhe von 1,85 EUR je Aktie (Vorjahr 1,70 EUR je Aktie) durch die ordentliche Hauptversammlung am 02. Juni 2023 beschlossen und am 07. Juni 2023 ausgeschüttet.

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

[7] Sachanlagen

Während des Berichtszeitraums hat der Konzern Sachanlagen zu Anschaffungskosten in Höhe von 17.029 TEUR erworben (Vorjahr 22.117 TEUR; davon 6.713 TEUR aus Erstkonsolidierung).

In den Sonstigen Erträgen sind Gewinne aus der Veräußerung von Sachanlagen in Höhe von 408 TEUR (Vorjahr 97 TEUR), in den Sonstigen Aufwendungen sind Verluste aus Abgängen von Sachanlagen in Höhe von 114 TEUR (Vorjahr 276 TEUR) enthalten.

[8] Vorräte

Der Betrag der Wertminderungen von Vorräten ist im ersten Halbjahr 2023 gegenüber dem 31. Dezember 2022 um 410 TEUR auf 12.237 TEUR gestiegen.

[9] Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Für Zwecke der Konzernkapitalflussrechnung setzt sich der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (Finanzmittelfonds) wie folgt zusammen:

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in TEUR 30.06.2023 30.06.2022
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 59.206 55.821
Kurzfristige Finanzschulden (Kontokorrentkredit) 0 -6.432
59.206 49.389

[10] Finanzschulden

Zum Bilanzstichtag wurden von der SIMONA AG kurzfristige Geldmarktkredite in Höhe von insgesamt 25,0 Mio. EUR mit Laufzeiten von drei bis sieben Monaten aufgenommen. Die Verzinsung erfolgt variabel auf Basis des laufzeitkongruenten EURIBOR.

Zudem verfügt die SIMONA PLASTECH Levha Sanayi Anonim Şirketi, Türkei über eine variabel verzinste Kreditlinie von nominal 5,0 Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag beträgt die Inanspruchnahme 3,0 Mio. EUR mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr. Die Besicherung erfolgt durch eine Zahlungsgarantie der SIMONA AG.

SONSTIGE ANGABEN

[11] Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Das Bestellobligo aus Investitionsvorhaben zum 30. Juni 2023 beträgt 15.342 TEUR (Vorjahr 23.135 TEUR) und aus Rohstoffbestellungen 26.623 TEUR (Vorjahr 47.546 TEUR).

[12] Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die SIMONA AG erbringt im Rahmen ihrer betrieblichen Geschäftstätigkeit Leistungen an die in den Konzernzwischenabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Umgekehrt erbringen die jeweiligen Konzerngesellschaften im Rahmen ihres Geschäftszweckes auch Leistungen innerhalb des SIMONA Konzerns. Diese Lieferungs- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt.

[13] Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse eingetreten, die zu einer Änderung der Bewertungen führen.

[14] Angabe gemäß § 115 Abs. 5 WpHG

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss sowie der Konzernzwischenlagebericht wurden weder einer prüferischen Durchsicht unterzogen noch entsprechend § 317 HGB geprüft.

[15] Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Kirn, im Juli 2023

SIMONA Aktiengesellschaft

Der Vorstand

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Matthias Schönberg Dr. Jochen Hauck Michael Schmitz

SIMONA AG

Teichweg 16

55606 Kirn

Germany

Phone +49 (0) 675214-0

Fax +49 (0)675214-211

[email protected]

www.simona.de