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SIMONA AG Audit Report / Information 2022

May 2, 2023

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SIMONA Aktiengesellschaft Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

Der vorliegende Lagebericht fasst den Konzernlagebericht und den der SIMONA Aktiengesellschaft, Kirn (kurz SIMONA AG, SIMONA oder Gesellschaft) zusammen (§ 315 Abs. 5 i. V. m. § 298 Abs. 2 HGB). Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns und der SIMONA AG. Die Informationen zur SIMONA AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) enthalten.

1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

1.1 Geschäftsmodell des Konzerns

Der SIMONA Konzern entwickelt, produziert und vertreibt thermoplastische Kunststoffhalbzeuge, Rohre und Formteile sowie Profile. Dabei werden die Werkstoffe Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylenterephthalat (PETG), Polyvinylidenfluorid (PVDF), Ethylen-Chlortrifluorethylen (E-CTFE), Perfluoralkoxyl (PFA), Thermoplastische Olefine (TPO), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polycarbonat (PC) sowie zahlreiche Sonderwerkstoffe eingesetzt. Die Produktionsverfahren umfassen Extrusion, Pressen, Spritzgießen, spanende Bearbeitung und die Fertigung kundenindividueller Sonderformteile in eigenen Kunststoffwerkstätten.

Wesentliche Absatzmärkte

Die Absatzmärkte des SIMONA Konzerns spiegeln sich in den Business Lines wider. Die Business Line Industry beliefert vor allem die chemische Prozessindustrie, Halbleiterindustrie sowie Produkte für die Wasseraufbereitung, den Schwimmbadbau und die Medizintechnik. Die Business Line Infrastructure stellt vor allem Rohrleitungssysteme für Infrastrukturanwendungen in der Wasser- und Gasversorgung, der Abwasserentsorgung, für den Schutz von Energie- und Datenleitungen sowie für die Verkehrswegetechnik her. Die Business Line Advertising & Building liefert hauptsächlich PVC- Schaumprodukte für Bau- und Werbeanwendungen. Die Business Line Mobility hat sich auf die Innenausstattung von Flugzeugen und Zügen sowie Kraftfahrzeuge spezialisiert. Darüber hinaus stellt die Ausrüstung von Fischzuchtanlagen einen weiteren Absatzmarkt für SIMONA dar.

Der SIMONA Konzern vertreibt seine Produkte weltweit. Die Berichtsstruktur ist geografisch nach den Regionen
■ EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika)
■ Amerika
■ Asien-Pazifik
und den Business Lines
■ Industry
■ Infrastructure
■ Advertising & Building
■ Mobility
■ sowie Others
aufgestellt.

Produktions- und Vertriebsstandorte

Innerhalb des Konzerns erfolgt der Vertrieb über die SIMONA AG und Tochtergesellschaften in Großbritannien, Italien, Frankreich, Spanien, Polen, Tschechien, Russland (bis Februar 2022), Hongkong, China, Indien, Norwegen, der Türkei und den USA sowohl direkt als auch über Handelspartner. Die SIMONA AG betreibt darüber hinaus eine Vertriebsniederlassung in Möhlin in der Schweiz, die am Konzernumsatz mit rund 3 Prozent beteiligt ist.

Der Sitz der Muttergesellschaft, SIMONA AG, ist in 55606 Kirn (Deutschland). Der SIMONA Konzern hat im Berichtsjahr in drei inländischen und acht ausländischen Werken produziert. In Kirn (Rheinland-Pfalz) werden in zwei Werken Halbzeuge (Platten, Stäbe, Schweißdrähte) und in Ringsheim (Baden-Württemberg) Rohre, Formteile und kundenspezifische Bauteile produziert. In Litvinov (Tschechien) werden Rohre, Formteile und Platten produziert. Die SIMONA PEAK Pipe Systems Limited, Chesterfield (UK) produziert Rohre, Formteile sowie kundenspezifische Bauteile. Die SIMONA Stadpipe AS, Stadlandet (Norwegen), plant, produziert und installiert Rohrleitungssysteme für die Aquakultur. SIMONA PLASTECH Levha Sanayi Anonim Şirketi, Düzce (Türkei) produziert Platten. In Jiangmen (China) werden Platten produziert. In Archbald (Pennsylvania, USA) produziert die SIMONA AMERICA Industries LLC vor allem Platten. Die SIMONA Boltaron Inc. stellt in ihrem Werk in Newcomerstown (Ohio, USA) Platten aus Thermoplasten vor allem für die Inneneinrichtung von Flugzeugen und den Bereich Building her. Darüber hinaus produziert die SIMONA PMC LLC in Findlay (Ohio, USA) Platten für Tiefziehanwendungen.

1.2 Leitung und Kontrolle der SIMONA AG

Vorstände im Berichtsjahr waren Matthias Schönberg (Vorsitzender), Michael Schmitz und Dr. Jochen Hauck. Das SIMONA Global Management Team (GMT) auf Konzernebene besteht aus dem Vorstand der SIMONA AG sowie den regionalen CEOs in Amerika, Adam Mellen, und Asien-Pazifik, Y.K. Wong (bis 31. Dezember 2022) beziehungsweise Shaobin Wang (seit 01. Januar 2023). Das GMT führt einen regelmäßigen Austausch über die Konzernstrategie, steuert globale Projekte und treibt die Internationalisierung des Unternehmens voran.

Der Aufsichtsrat setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen: Dr. Klaus F. Erkes (Vorsitzender), Dr. Roland Reber (stellvertretender Vorsitzender), Roland Frobel und Martin Bücher sowie als Arbeitnehmervertreter Andy Hohlreiter und Markus Stein.

1.3 Ziele und Strategien

Der SIMONA Konzern hat seine strategische Ausrichtung unter dem Motto „GrowTogether“ zusammengefasst. Dabei liegt der Fokus auf thermoplastischen Platten, Rohren und Formteilen, die SIMONA in global wachsende Branchen liefert. Es wird ein mit einer EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent profitables Wachstum angestrebt, welches organisch und durch Unternehmenszukäufe erzielt werden soll. SIMONA will dabei das Unternehmen mit der höchsten Endkundenorientierung in seiner Branche werden. Mit dem Slogan „A company like a friend“ wird der Anspruch einer engen und vertrauensvollen Bindung zu allen Stakeholdern betont. Dies wird durch gut ausgebildete Mitarbeitende, eine offene Kommunikation und eine Feedback-Kultur gefördert.

In die Unternehmensstrategie wurden 2022 Nachhaltigkeitsaspekte aufgenommen, die auf den Säulen nachhaltige Produkte, nachhaltige Produktion und Prozesse sowie Wertschätzung der Mitarbeitenden beruhen. Die Umsetzung der Unternehmensstrategie erfolgt in strategischen Initiativen für die Meilensteine definiert werden. In der Prozessorientierung gehörten dazu 2022 die Einführung eines neuen Customer-Relationship-Managements, das konzernweit ausgerollt wird. Die Anwendungsorientierung wurde in den Business Lines in EMEA sowie in Global Industry Working Groups – für global zu erschließende Geschäftsfelder – weiter entwickelt. Zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie wurde 2022 ein eigener Bereich etabliert und in der Unternehmensorganisation verankert sowie ein „Global Sustainability Board“ eingerichtet, das die Strategie regelmäßig überprüft und Meilensteinentscheidungen trifftt. Der Bereich Nachhaltigkeit berichtet an den Vorsitzenden des Vorstandes und ist für die Formulierung konkreter Ziele sowie die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie verantwortlich. In die zur Unternehmenssteuerung eingesetzte Balanced Scorecard (siehe Kapitel 1.3) wurde eine neue Zieldimension „Environmental- Social-Governance“ aufgenommen. Das mit der Unternehmensstrategie verbundene Investitionsprogramm wird planmäßig umgesetzt. Im Jahr 2022 lag ein Schwerpunkt auf der weiteren Effizienzsteigerung sowie dem Ausbau der Produktionskapazitäten in der Region Asien-Pazifik mit der Erweiterung des Werkes in Jiangmen, China, sowie in den USA mit dem Ausbau der Produktionskapazität bei SIMONA PMC.

1.4 Steuerungssystem

Als strategisches Steuerungs- und Führungsinstrument setzt SIMONA die Balanced Scorecard (BSC) ein. Das Global Management Team (GMT) ist dabei verantwortlich für die BSC-Unternehmensziele, die regelmäßige Überprüfung und Verbesserung der Effektivität des BSC-Prozesses im Rahmen der Gesamtbewertung des Managementsystems. Die BSC wird auf weitere Managementebenen kaskadiert und einheitlich weltweit eingesetzt. 2022 wurde die BSC um die Zieldimension Environmental-Social-Governance (ESG) erweitert, um der zunehmenden Bedeutung dieser Ziele in der Umsetzung der 2022 definierten Nachhaltigkeitsstrategie gerecht zu werden.

Die Analyse und Beurteilung der Ertragssituation von SIMONA erfolgt hauptsächlich anhand der Umsatzerlöse sowie der beiden Kennzahlen EBIT und EBITDA. Das EBIT weist das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern sowie Beteiligungserträgen aus. Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Beteiligungserträgen und Abschreibungen) ermöglicht eine Annäherung an den operativen ertragswirksamen Cashflow, da die nicht liquiditätswirksamen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing zum EBIT addiert werden. Zudem wird die Rendite des betriebsnotwendigen Vermögens im Konzern jährlich im Rahmen des Planungsprozesses überprüft und dient als wesentliches Kriterium, um das Investitionsbudget zu steuern. Der ROCE (Return on Capital Employed) ist die Rentabilitätsgröße in Bezug auf das eingesetzte Kapital (das Capital Employed berechnet sich aus immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, finanziellen Vermögenswerten, Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen). Als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden insbesondere die Kundenzufriedenheit, Anzahl und Ausbildung der Belegschaft sowie das Qualitätsmanagement herangezogen.

1.5 Forschung, Entwicklung und Investitionen

Die Forschung und Entwicklung gliedert sich in die Bereiche Rezepturentwicklung, Neue Produkte und Anwendungen sowie Verfahrensentwicklung. Der Umsatz mit jungen Produkten (nicht älter als drei Jahre) konnte im Berichtsjahr zwar insgesamt gesteigert werden, er hat mit der dynamischen Konzernumsatzentwicklung allerdings nicht Schritt halten können. Daher ist der Anteil junger Produkte am Gesamtumsatz im Jahr 2022 zurückgegangen. In der Verfahrens- und Materialentwicklung lag der Schwerpunkt weiter auf der Umsetzung des Investitionsprogramms, das im Rahmen der Unternehmensstrategie Effizienz und Flexibilität steigern soll. So wurden in den Werken am Stammsitz Kirn Maßnahmen der Anlagenerneuerung in den Bereichen Plattenextrusion und Presstechnik umgesetzt.# Geschäftsbericht

Investitionstätigkeit

Darüber hinaus wurde in die Kapazitätserweiterung im Bereich Vollstabextrusion investiert. Im Rohr- und Formteilwerk Ringsheim wurde weiter in den Kapazitätsausbau und die Modernisierung der Produktionsanlagen investiert. In der Kunststoffwerkstatt wurde ein neues Fräszentrum in Betrieb genommen, mit dem sowohl das Produkt-Portfolio als auch die Produktionskapazitäten großer Formteile erweitert werden. In der Rohrextrusion wurde in die Kapazitätserweiterung von co- extrudierten Rohren großer Durchmesser investiert. Im Bereich Spritzguss wurde die Kapazität durch Inbetriebnahme einer weiteren 2.300-Tonnen-Anlage zur Produktion großer Formteile erweitert. Des Weiteren wurde in Werkzeuge zur Optimierung der Zykluszeiten und der Reduzierung von Produktionsabfall sowie in die Erweiterung einer Lagerfläche investiert.

Im Werk in Litvinov, Tschechien, wurden mit der Asphaltierung einer 6.000 qm großen Fläche die Lagerkapazitäten und das Material-Handling verbessert. Darüber hinaus haben Investitionen in umweltfreundliche LED-Beleuchtung und der Ersatz von Gas- durch Wärme-Pumpen die Energieeffizienz verbessert.

Im Werk in Jiangmen, China, wurden die Baumaßnahmen für ein neues Produktions- und Logistikgebäude abgeschlossen, das die Produktionskapazität mehr als verdoppelt. Zudem wurde eine zweite Extrusionslinie für die Produktion von Mehrschichtplatten für die Automotive-Industrie in Betrieb genommen.

In den drei Werken in der Region Amerika wurden Produktionsanlagen modernisiert und zum Teil automatisiert, um die Effizienz zu steigern und die Kapazität zu erweitern.

Mit einem neuen Verwaltungs- und Lagergebäude hat SIMONA Stadpipe in Norwegen eine wichtige Investition für weiteres Wachstum und mehr Entwicklungskapazitäten abgeschlossen. Das Gebäude wurde energetisch nach neuestens Standards errichtet. Für die Energieversorgung werden Meerwasser und Wärmetauscher genutzt, um den C02-Aussstoss des Gebäudes zu verringern.

Produktentwicklung

In der Produktentwicklung wurden zahlreiche Innovationen verschiedener Business Lines im Markt eingeführt.

Für die Business Line Industry wurde das Portfolio an Liner-Werkstoffen um SIMONA® PVDF-NK und SIMONA® ECTFE-NK erweitert. Die hierbei eingesetzte neue Polyacrylnitril- Kaschierung (PAN) eignet sich aufgrund ihrer hervorragenden chemischen Beständigkeit insbesondere für säureführende Verbundkonstruktionen. In Verbundkonstruktionen und als Auskleidungen bieten SIMONA® Liner-Werkstoffe aus Fluorkunststoffen hohe Sicherheit für die Aufbewahrung und den Transport chemisch aggressivster Medien. Darüber hinaus haben wir für PVC Produkte aus unserer Produktion in Jiangmen, China, die weltweit in der Halbleiterindustrie eingesetzt werden, die wichtige FM4910-Zertifizierung erhalten.

In der Business Line Infrastructure wurden neue Schutzmantelrohre aus dem Werkstoff PE 100 PSC RC-Line mit kontinuierlicher Leckage-Überwachung im Markt eingeführt. Sie werden vor allem als Trink- und Abwasserrohrleitungen in Wasserschutzgebieten eingesetzt, die vor Verunreinigung z.B. durch defekte Abwasserleitungen zu schützen sind. Neu entwickelt wurden darüber hinaus Safety Intelligence (SI) Flanschverbindungen. Sie verbinden Rohre zuverlässig dicht und dennoch voneinander lösbar. Im Marktsegment Kabelschutzrohre der Business Line Infrastructure wurde das Sortiment um ClearDuct™ Kabelschutzrohre erweitert. Sie sind einfach zu verlegen und stellen beschädigungsfreien Einzug der Hochvoltkabel ohne eine vorherige Schweißwulstentfernung sicher. Außerdem wurde in der Business Line Infrastructure das Portfolio volldruckbelastbarer Rohre sowie Sonderflansche erweitert.

In der Business Line Advertising & Building wurde eine stabile und leichte Integral-Schaumplatte für Design- und Konstruktionsanwendungen entwickelt. Sie zeichnet sich durch einfache Verarbeitung, eine glatte und ebene Oberfläche, enge Dickentoleranzen über die gesamte Breite und optimiertes Flächengewicht aus.

Nachhaltigkeit

In der Entwicklung nachhaltiger Produkte im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. SIMONA hat die Zertifizierung nach ISCC (International Sustainability and Carbon Certification) im Jahr 2022 erhalten. ISCC ist das erste von der EU anerkannte Zertifizierungssystem für Nachhaltigkeit und Treibhausgaseinsparungen, das weltweit für alle Arten von Biomasse und ihre Derivate verwendet werden kann. Auf der Kunststoffmesse K wurde die Produktlinie ISSC Plus dem Fachpublikum vorgestellt. Das Produktprogramm umfasst zunächst PE Rohre für deren Produktion ISCC-Material zu frei bestimmbaren Anteilen eingesetzt wird. Kunden können damit Produkte erwerben, die CO2 einsparen und im Einsatz die gleich hohen Qualitätsanforderungen sowie Zulassungen wie Produkte aus rohölbasierten Rohstoffen erfüllen.

Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Konzern beliefen sich auf 5,9 Mio. EUR (Vorjahr 5,2 Mio. EUR). Die aufwandswirksam erfassten Ausgaben entfallen im Wesentlichen auf Personalaufwand, Materialaufwand und Abschreibungen auf Sachanlagen.

WIRTSCHAFTSBERICHT

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Weltwirtschaft war 2022 vom Krieg in der Ukraine und damit stark steigender Energiepreise, Verwerfungen in den Lieferketten und nachlassender Konsumnachfrage geprägt. Die Weltkonjunktur hat sich demzufolge im Laufe des Jahres stark abgeschwächt. Mit 3,2 Prozent hat die Weltwirtschaft 2022 ihr Wachstum gegenüber 2021 (6,1 Prozent) fast halbiert.

Im Euroraum ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach einer ersten Schätzung 2022 um 3,5 Prozent gestiegen. Dabei war die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland geprägt von den Folgen des Ukraine-Krieges, massiven Energiepreiserhöhungen sowie Material- und Lieferengpässen und hoher Inflation. Vor diesem Hintergrund konnte sich die deutsche Wirtschaft gut behaupten und das BIP um 1,9 Prozent (2021: 2,6 Prozent) steigern. Robust zeigten sich auch die für das Geschäft der SIMONA wichtigen Ausrüstungsinvestitionen, sie stiegen im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent.

Die Wirtschaftsleistung in Frankreich (+2,5 Prozent) und Italien (+3,8 Prozent) stieg nach Angaben des Kieler Instituts für Wirtschaft (ifw) noch stärker als in Deutschland, die Wirtschaft in Spanien konnte um 4,6 Prozent zulegen.

Vor allem dank eines starken Schlussquartals legte die Wirtschaftsleistung nach Berechnungen des ifw in den USA um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Eine geringere Energieimportabhängigkeit als viele andere Industrienationen, nach wie vor starker privater Konsum sowie hohe Lagerbestände der Unternehmen waren die Hauptgründe.

Chinas Wirtschaft litt 2022 weiter unter der strikten Null-COVID-Politik, die zu zahlreichen Lockdowns führte, und einer Schwäche des Immobilienmarkts. Mit 3 Prozent ist die chinesische Wirtschaftsleistung dabei stärker gewachsen als von vielen Analysten erwartet, hat das von der Regierung erklärte Ziel von 5,5 Prozent jedoch deutlich verfehlt.

Der Umsatz der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Deutschland ist preisbedingt um 12,6 Prozent auf 78,9 Mrd. EUR gestiegen. Dabei haben die Auslandsumsätze mit plus 19,7 Prozent deutlich stärker als die Inlandsumsätze (+7,6 Prozent) zulegen können. Die Umsätze im Geschäft mit Kunststoffen für Verpackungen sind überdurchschnittlich gestiegen, während die Umsätze in Bauanwendungen, technischen Teilen und Konsumprodukten unterdurchschnittlich stiegen. Die verarbeitete Menge Kunststoff sank um 3 Prozent auf 13,6 Mio. to.

Ein schwieriges Jahr liegt hinter der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland. Die Produktion ist um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken, jedes vierte Unternehmen macht Verlust, so der Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI). Gründe sind vor allem die mit dem Ukraine-Krieg verbundene Energiekrise sowie Preissteigerungen von Rohstoffen und Vorprodukten. Weltweit soll die Chemieproduktion (ohne Pharma) 2022 nach vorläufigen Schätzungen um 1,9 Prozent gewachsen sein, ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr (6,7 Prozent). In Asien, dem größten Chemiemarkt der Welt, betrug das Wachstum 5,5 in den USA 4,0 Prozent.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) macht zusätzlich zu Materialengpässen und Problemen in den Lieferketten zunehmenden Protektionismus als Grund für ein schwieriges Jahr für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland aus. Dennoch schafft es die Branche voraussichtlich, die Produktion um 1 Prozent in 2022zu steigern. Der weltweite Maschinenbau entwickelte sich in einem gesamtwirtschaftlich schwierigen Umfeld in Summe solide. Im dritten Quartal entspannte sich vielerorts sogar die Engpasssituation bei einigen Vorprodukten. Nach Meinung der Experten von Oxford Economics dürfte der weltweite Maschinenumsatz im Jahr 2022 preisbereinigt um 3 Prozent zugelegt haben.

Die Spitzenverbände der Bauwirtschaft in Deutschland rechnen für 2022 mit einem nominalen Rückgang des baugewerblichen Umsatzes von 5,1 Prozent. Zunehmende Zurückhaltung privater und öffentlicher Investoren aufgrund hoher Preissteigerungen und steigender Zinsen sind hierfür der Hauptgrund. Sowohl Wirtschafts- als auch Wohnungs- und öffentlicher Bau sind von den Rückgängen betroffen.

Der weltweite Markt für Flugzeuginneneinrichtungen ist weiter auf Erholungskurs, auch wenn der Ukraine-Krieg sowie die Null-COVID-Strategie Chinas die weltweite Reisetätigkeit wieder etwas abgeschwächt hat. Es wird derzeit davon ausgegangen, das Vor-Pandemie-Niveau 2024 wieder erreichen zu können.

Die weltweite Fischerei- und Aquakulturproduktion soll 2022 nach Angaben der „Food and Agriculture Organisation“ der Vereinten Nationen um 1,2 Prozent auf ca. 184 Mio. to steigen. Dabei wird die Produktion aus Aquakultur, in der SIMONA mit Produkten zur Ausrüstung von Fischzuchtanlagen tätig ist, voraussichtlich um 2,6 Prozent wachsen und damit leicht unter der langfristigen Wachstumsrate (3,7 Prozent zwischen 2015 und 2020) zurück bleiben.# Hauptgründe sind hohe Frachtraten und eine verminderte Kaufkraft der Konsumenten aufgrund hoher Inflation.

2.2 Geschäftsverlauf

SIMONA Konzern

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Umsatzerlöse von insgesamt 712,1 Mio. EUR erzielt (Vorjahr 544,5 Mio. EUR). Der Umsatzzuwachs beträgt 30,8 Prozent und ist hauptsächlich auf gestiegene Absatzpreise zurückzuführen, während die Absatzmenge entgegen den Erwartungen auf Vorjahresniveau stagnierte. In allen drei Regionen konnten Umsatzsteigerungen trotz eines unverändert intensiven Wettbewerbsumfeldes erzielt werden. Zudem wurde in 2022 erstmals der Umsatz der britischen Tochtergesellschaft SIMONA PEAK Pipe Systems vollkonsolidiert. Die im Rahmen des Konzernlageberichtes des Vorjahres für das Geschäftsjahr 2022 abgegebene Umsatzprognose von 590 bis 610 Mio. EUR wurde damit deutlich übertroffen.

Das operative Ergebnis (EBIT) im Konzern ist auf 54,1 Mio. EUR gestiegen und liegt damit über dem Vorjahr von 50,9 Mio. EUR. Die EBIT-Marge beläuft sich auf 7,6 Prozent und ist aufgrund des überproportionalen Umsatzanstiegs unter den Vorjahreswert (9,3 Prozent) gesunken. Dabei konnte der preisbedingte Umsatzanstieg die Kostensteigerungen auf der Beschaffungsseite nicht vollständig ausgleichen, da nicht sämtliche Zusatzkosten weitergegeben werden konnten. Die erzielte EBIT- Marge liegt damit am oberen Ende der prognostizierten EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent.

Das EBITDA hat sich von 69,5 Mio. EUR im Vorjahr auf 75,5 Mio. EUR erhöht. Damit ergibt sich eine EBITDA-Marge von 10,6 Prozent (Vorjahr 12,8 Prozent), die im Rahmen der prognostizierten EBITDA-Marge von 10 bis 12 Prozent liegt. Der Rückgang der EBITDA-Marge resultiert hauptsächlich aus dem überproportional höheren Umsatzwachstum, höheren Personal- und sonstigen Aufwendungen sowie einmaligen pandemiebedingten staatlichen Zuschüssen im Vorjahr. Der Konzern-ROCE liegt mit 11,4 Prozent innerhalb des Zielwertes (10 bis 12 Prozent) jedoch unter dem Vorjahreswert von 13,3 Prozent. Insgesamt ist nach Ansicht des Vorstandes die Geschäftsentwicklung besser verlaufen als aufgrund der unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage zu erwarten war.

EMEA

Die Umsatzerlöse in der Region EMEA sind um 29,6 Prozent auf 456,9 Mio. EUR (Vorjahr 352,5 Mio. EUR) gestiegen. Dabei konnten in allen Business Lines Zuwächse erzielt werden. Zudem wurde in 2022 erstmals der Umsatz (43,1 Mio. EUR) der britischen Tochtergesellschaft SIMONA PEAK Pipe Systems konsolidiert; ohne PEAK beträgt der Umsatzanstieg der Region EMEA etwa 17,4 Prozent. Der Anteil der Region EMEA am Gesamtumsatz ist mit 64,1 Prozent leicht unter Vorjahresniveau gefallen (64,7 Prozent). Das EBIT im Segment EMEA hat sich hauptsächlich aufgrund höherer Material- und Energiekosten sowie gestiegener Aufwendungen für Personal und Vertrieb von 29,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 19,2 Mio. EUR verringert.

Amerika

Die Region Amerika verzeichnete ein Umsatzplus von 37,3 Prozent auf 207,1 Mio. EUR (Vorjahr 150,8 Mio. EUR). Ein Grund war die Erholung des Geschäfts für Flugzeuginnenausstattung, zudem erwies sich das Industriegeschäft als sehr robust. Deutliche Zuwächse resultieren auch aus dem Geschäft in den Marktsegmenten Innenausbau und Caravan. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz ist daher von 27,7 auf 29,1 Prozent leicht angestiegen. In der Region Amerika hat sich das EBIT von 17,6 Mio. EUR im Vorjahr auf 32,4 Mio. EUR nochmals fast verdoppelt, hauptsächlich aufgrund einer verbesserten Rohmarge sowie unterproportionalen Kostensteigerungen, und übertrifft damit das Vorkrisenniveau.

Asien-Pazifik

Die Region Asien-Pazifik erzielte mit 48,1 Mio. EUR einen im Vergleich zum Vorjahr (41,2 Mio. EUR) höheren Umsatz. Wesentliche Wachstumsimpulse kamen aus den Business Lines Industry und Mobility. Diese haben den Rückgang im Bereich der Aquakultur (im Vorjahr starkes Projektgeschäft) überkompensiert. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz liegt mit 6,8 Prozent unter dem Vorjahr (7,6 Prozent). Asien-Pazifik verzeichnete ein EBIT von 3,0 Mio. EUR (Vorjahr 3,5 Mio. EUR).

Umsatzentwicklung der Business Lines

Business Line 2022 (Mio. EUR) 2021 (Mio. EUR) Veränderung (%)
Industry 266,0 228,7 16,3
Advertising & Building 111,3 78,4 41,9
Infrastructure 122,3 69,8 75,2
Mobility 70,6 54,8 28,8
Others 141,8 112,7

In der Business Line Industry wurden Umsatzerlöse von 266,0 Mio. EUR generiert (Vorjahr 228,7 Mio. EUR) was einem Umsatzplus von 16,3 Prozent entspricht. Die Business Line Advertising & Building erzielte Umsatzerlöse von 111,3 Mio. EUR (Vorjahr 78,4 Mio. EUR; +41,9 Prozent). Die Business Line Infrastructure verzeichnete eine deutliche Umsatzsteigerung auf 122,3 Mio. EUR (Vorjahr 69,8 Mio. EUR; +75,2 Prozent). Hierin sind auch erstmals die Umsätze der britischen Tochtergesellschaft SIMONA PEAK Pipe Systems Limited enthalten. Die Business Line Mobility hat Umsätze von 70,6 Mio. EUR (Vorjahr 54,8 Mio. EUR; +28,8 Prozent) erwirtschaftet. Die übrigen Umsatzerlöse aus weiteren verschiedenen Anwendungsfeldern und dem Handel werden unter "Others" zusammengefasst und betragen 141,8 Mio. EUR (Vorjahr 112,7 Mio. EUR).

Auftragslage

Der offene Auftragswert zum 31. Dezember 2022 beläuft sich im Konzern auf 142,9 Mio. EUR (Vorjahr 159,3 Mio. EUR); davon entfallen auf die SIMONA AG 49,0 Mio. EUR (Vorjahr 48,5 Mio. EUR).

2.3 Ertragslage

Das Konzern-EBIT (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Beteiligungserträgen) ist um 6,3 Prozent von 50,9 Mio. EUR auf 54,1 Mio. EUR gestiegen. Die EBIT-Marge beträgt 7,6 Prozent und ist damit unter den Vorjahreswert von 9,3 Prozent gesunken. Die nominale Verbesserung des Konzern-EBIT ergibt sich im Wesentlichen aus dem gestiegenen Rohergebnis, wenngleich die prozentuale Rohmarge im Vergleich zum Umsatzwachstum gefallen ist. Grund hierfür sind die erhöhten Bezugskosten für Rohstoffe. Zudem sind die Personal- und sonstigen Aufwendungen im Zuge der Geschäftstätigkeit höher als im Vorjahr. Trotz höheren Abschreibungen führte dies zu einer nominalen Verbesserung des EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Beteiligungserträgen und Abschreibungen) auf 75,5 Mio. EUR (Vorjahr 69,5 Mio. EUR). Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 10,6 Prozent (Vorjahr 12,8 Prozent). Der Return on Capital Employed (ROCE) hat sich hauptsächlich aufgrund des gestiegenen Capital Employed von 13,3 Prozent im Vorjahr auf 11,4 Prozent verringert.

Das Rohergebnis (Umsatz, Sonstige Erträge, Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen abzüglich Materialaufwand) ist im Berichtsjahr um 23,4 Prozent von 246,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 304,1 Mio. EUR gestiegen. Die Rohmarge beträgt 42,7 Prozent nach 45,3 Prozent im Vorjahr. In der Ergebnisrechnung ist wie im Vorjahr (9,5 Mio. EUR) eine Bestandserhöhung von 10,8 Mio. EUR enthalten. Die Sonstigen Erträge betragen 6,6 Mio. EUR (Vorjahr 9,7 Mio. EUR); der Vorjahreswert enthält 4,2 Mio. EUR Erträge aus öffentlichen Zuschüssen im Segment Amerika (Payroll Protection Program im Rahmen der COVID-19-Unterstützung der amerikanischen Regierung).

Der Materialaufwand ist auf 425,3 Mio. EUR angestiegen (Vorjahr 317,3 Mio. EUR). Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus den im Berichtszeitraum deutlich verteuerten Rohstoffnotierungen. Die im Materialaufwand enthaltenen Kosten für Energie haben sich im Vorjahresvergleich um etwa 10,2 Mio. EUR auf 21,1 Mio. EUR verdoppelt.

Der Personalaufwand beträgt 113,4 Mio. EUR (Vorjahr 95,3 Mio. EUR) und hat sich um insgesamt 18,9 Prozent erhöht. Die Veränderung resultiert hauptsächlich aus Tariferhöhungen, der Aufnahme eines Altersteilzeitprogrammes an den deutschen Standorten, erhöhten Erfolgsprämien sowie den Personalzugängen in den Regionen Amerika und Asien-Pazifik. Zudem hat sich die Zahl der Mitarbeitenden in EMEA durch die Akquisition der britischen Tochtergesellschaft SIMONA PEAK Pipe Systems per Jahresende um 70 erhöht.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen belaufen sich auf 21,5 Mio. EUR (Vorjahr 18,6 Mio. EUR). Darin enthalten sind Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverträgen mit 1,5 Mio. EUR.

Die Sonstigen Aufwendungen sind um 41,2 Prozent auf 115,2 Mio. EUR (Vorjahr 81,6 Mio. EUR) merklich angestiegen. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus umsatzbedingt erhöhten Aufwendungen für Vertrieb wie Frachten, Verpackungen, Werbe- und Reisekosten (+18,7 Mio. EUR) sowie höheren Betriebskosten (+6,3 Mio. EUR). Zudem enthält der Posten gestiegene Rechts- und Beratungskosten (+1,3 Mio. EUR).

Der Anstieg der Finanzerträge um 4,9 Mio. EUR auf 8,2 Mio. EUR resultiert hauptsächlich aus der Hochinflationsbilanzierung Türkei in Höhe von 4,8 Mio. EUR. Die Finanzaufwendungen von 9,5 Mio. EUR (Vorjahr 5,2 Mio. EUR) enthalten 6,1 Mio. EUR Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung (Vorjahr 4,1 Mio. EUR). Zudem hat sich der Zinsaufwand primär aufgrund der Akquisitionsfinanzierung PEAK um 0,6 Mio. EUR auf 0,8 Mio. EUR erhöht.

Die Ertragsteuern haben sich von 12,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 15,8 Mio. EUR erhöht. Die Konzernsteuerquote beträgt im Berichtsjahr 29,7 Prozent (Vorjahr 26,0 Prozent). Die Veränderung resultiert hauptsächlich aus höheren Steuervorauszahlungen der SIMONA AG und im Segment Amerika sowie der erstmaligen Einbeziehung der Tochtergesellschaft in Großbritannien.

In der Region EMEA haben die einzelnen Vertriebsgesellschaften positive Ergebnisse erwirtschaftet. Fast alle Tochtergesellschaften erzielten im Vorjahresvergleich teils deutlich höhere Ergebnisbeiträge. Hiervon ausgenommen ist die in Liquidation befindliche Gesellschaft in Russland aufgrund der Einstellung des Geschäftsbetriebs im Februar 2022. Die Produktionsgesellschaft in Tschechien hat ebenfalls ein Ergebnisplus gegenüber dem Vorjahr erwirtschaftet. Zudem trägt die im Februar 2022 erworbene Gesellschaft SIMONA PEAK Pipe Systems in Großbritannien zum Ergebnisanstieg bei. Der Materialaufwand in der Region EMEA beträgt 301,4 Mio. EUR (Vorjahr 214,0 Mio. EUR) und ist gegenüber dem Umsatzwachstum leicht überproportional angestiegen. Sowohl die Rohstoff- als auch die Energiekosten haben sich deutlich erhöht. Der Personalaufwand liegt mit 75,7 Mio.# 2.3 Regionale Entwicklung

Die operativen Ergebnisverbesserungen in Europa werden hauptsächlich durch Tariferhöhungen und der Aufnahme eines Altersteilzeitprogrammes an den deutschen Standorten sowie der erstmaligen Einbeziehung der SIMONA PEAK Pipe Systems um 14,9 Prozent über Vorjahresniveau erzielt.

Die Sonstigen Aufwendungen sind auf 79,0 Mio. EUR gestiegen (Vorjahr 55,4 Mio. EUR). Das EBIT der Region Amerika hat sich aufgrund des starken Wachstums in allen drei Einheiten wie bereits im Vorjahr verdoppelt. Die Gründe sind sowohl die starken Zuwächse im Industriegeschäft als auch die Erholung des Luftfahrtgeschäftes.

Der Materialaufwand in Höhe von 107,9 Mio. EUR (Vorjahr 84,4 Mio. EUR) ist überproportional zum Absatzplus angestiegen. Der Personalaufwand beträgt 32,9 Mio. EUR (Vorjahr 25,2 Mio. EUR). Die Sonstigen Aufwendungen in Höhe von 30,8 Mio. EUR liegen mit 7,8 Mio. EUR hauptsächlich wegen höherer Vertriebsaufwendungen umsatzproportional über dem Vorjahr.

In der Region Asien-Pazifik konnte ein EBIT von 3,0 Mio. EUR erzielt werden (Vorjahr 3,5 Mio. EUR). Der Ergebnisrückgang resultiert aus dem höherem Fremdwährungsaufwand. Die Vertriebsgesellschaften der Region Asien-Pazifik verzeichneten gegenüber dem Vorjahr Ergebniszuwächse.

2.4 Vermögenslage

Die Konzernbilanzsumme zum 31. Dezember 2022 beträgt 621,1 Mio. EUR und liegt über dem Vorjahr (508,5 Mio. EUR).

Bilanzentwicklung Vermögenswerte

Die Aktivseite der Bilanz ist hauptsächlich geprägt von einem Anstieg der immateriellen Vermögenswerte, der Sachanlagen sowie der Vorräte, während sich die Latenten Steueransprüche reduziert haben.

Die immateriellen Vermögenswerte werden mit 96,2 Mio. EUR ausgewiesen (Vorjahr 55,5 Mio. EUR) und enthalten hauptsächlich die Geschäfts- und Firmenwerte aus den Unternehmenserwerben in den USA, Norwegen, der Türkei und Großbritannien. Der Posten enthält einen Effekt aus der Hochinflationsbilanzierung Türkei in Höhe von plus 12,2 Mio. EUR. Der zum Bilanzstichtag aktivierte Firmenwert der SIMONA PEAK Pipe Systems in Großbritannien beträgt 17,7 Mio. EUR. Zu dem enthält der Posten die Zugänge aus dem Kundenstamm und sonstigen immateriellen Vermögenswerten aus dem Unternehmenserwerb von SIMONA PEAK in Höhe von 13,1 Mio. EUR.

Die Sachanlagen sind mit 176,8 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr 154,9 Mio. EUR) und enthalten 0,5 Mio. EUR aus der Hochinflationsbilanzierung Türkei. Die Investitionen in Sachanlagen im Konzern betragen 34,3 Mio. EUR (Vorjahr 24,9 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf Sachanlagen belaufen sich auf 17,2 Mio. EUR (Vorjahr 15,9 Mio. EUR). Die Nutzungsrechte aus Leasing sind mit 8,6 Mio. EUR (Vorjahr 2,0 Mio. EUR) aktiviert. Der Anstieg resultiert primär aus der erstmaligen Einbeziehung der SIMONA PEAK Pipe Systems.

Der Rückgang der latenten Steueransprüche resultiert insbesondere aus den verringerten Rückstellungen für Pensionen.

Die Vorräte betragen insgesamt 144,4 Mio. EUR (Vorjahr 120,9 Mio. EUR). Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind hauptsächlich preisbedingt auf 60,2 Mio. EUR angestiegen (Vorjahr 57,2 Mio. EUR). Die Fertigen Erzeugnisse und Waren haben sich von 61,4 Mio. EUR auf 81,5 Mio. EUR mengen- und preisbedingt erhöht.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 6,5 Mio. EUR auf 88,9 Mio. EUR angestiegen. Die lang- und kurzfristigen Sonstigen Vermögenswerte sowie Ertragsteuerforderungen betragen 29,5 Mio. EUR (Vorjahr 19,1 Mio. EUR). Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus erhöhten Erstattungsansprüchen aus Ertragsteuern (5,3 Mio. EUR). Die Sonstigen finanziellen Vermögenswerte sind wie im Vorjahr mit 0,3 Mio. EUR erfasst. Zur Veränderung der Zahlungsmittel und -äquivalente verweisen wir auf die Erläuterung des Cashflows und der Liquiden Mittel. Die erstmalig im Berichtsjahr bilanzierten derivativen Finanzinstrumente in Höhe von 0,4 Mio. EUR enthalten einen Zinsswap zur Absicherung von fixen Zinszahlungen im Rahmen der Akquisitionsfinanzierung der SIMONA PEAK Pipe Systems Limited.

Bilanzentwicklung Eigenkapital und Schulden

Die Passivseite ist zum Bilanzstichtag durch ein im Vorjahresvergleich angestiegenes Eigenkapital gekennzeichnet. Während das langfristige Fremdkapital gesunken ist, hat sich das kurzfristige Fremdkapital erhöht.

Das Konzerneigenkapital beträgt zum Jahresende 376,4 Mio. EUR (Vorjahr 262,0 Mio. EUR). Darin enthalten sind das Periodenergebnis 2022 in Höhe von 37,4 Mio. EUR und gegenläufig die Dividendenauszahlung im Geschäftsjahr 2022 über 9,7 Mio. EUR. Durch die Neubewertung der Pensionsrückstellungen, insbesondere aufgrund des stark angestiegenen IFRS-Rechnungszinses sowie der Dotierung von Vermögenswerten als Planvermögen (gemäß den Ausführungen zu Pensionsrückstellungen auf nachfolgender Seite) hat sich das Konzerneigenkapital erfolgsneutral um 70,6 Mio. EUR erhöht, davon 45,2 Mio. EUR direkt im Eigenkapital erfasst und 25,4 Mio. EUR Zugang in der Kapitalrücklage. Der fortgeführte Ansatz der Kaufoption für die ausstehenden Anteile an der SIMONA Stadpipe AS, Norwegen, ist im Eigenkapital in Höhe von 10,2 Mio. EUR (Vorjahr 11,4 Mio. EUR) kapitalmindernd angesetzt. Im Zusammenhang mit dem Geschäftsanteilskaufvertrag der SIMONA Stadpipe AS wurde in 2020 ein Shareholder Agreement mit dem Altgesellschafter geschlossen, der weiterhin 25,07 Prozent der Geschäftsanteile an der SIMONA Stadpipe AS hält. In dem Shareholder Agreement ist ein Put/Call-Optionsrecht für den Kauf der verbleibenden Geschäftsanteile vereinbart. Die Konzerneigenkapitalquote ist zum Bilanzstichtag von 52 Prozent auf 61 Prozent gestiegen.

Die lang- und kurzfristigen Finanzschulden enthalten im Wesentlichen die Bankdarlehen zur Akquisitionsfinanzierung der PEAK Pipe Systems Limited in Höhe von 43,0 Mio. EUR (davon 11,6 Mio. EUR kurzfristig und 31,4 Mio. EUR langfristig) mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren. Zudem enthält der Posten kurzfristige Geldmarktkredite in Höhe von 17,0 Mio. EUR.

Die lang- und kurzfristigen Rückstellungen für Pensionen sind mit 49,5 Mio. EUR deutlich niedriger dotiert als im Vorjahr (135,7 Mio. EUR); aufgrund des erhöhten IFRS-Rechnungszinssatzes von 3,80 Prozent (Vorjahr 1,21 Prozent) sowie der Dotierung von Planvermögen (wir verweisen auf die Ausführungen in den Notes [27] und [28] im IFRS-Konzernanhang).

Die Schulden aus Lieferungen und Leistungen betragen 32,6 Mio. EUR (34,3 Mio. EUR). Die lang- und kurzfristigen Sonstigen finanziellen Schulden belaufen sich auf 13,9 Mio. EUR (Vorjahr 14,5 Mio. EUR). Darin enthalten sind langfristige Schulden aus dem oben beschriebenen Optionsrecht in Höhe von 10,2 Mio. EUR, die den Unternehmenserwerb der SIMONA Stadpipe AS, Norwegen, in 2020 betreffen. Die Sonstigen Schulden betragen 23,8 Mio. EUR (Vorjahr 20,2 Mio. EUR) und umfassen im Wesentlichen Schulden gegenüber der Belegschaft, Schulden im Rahmen der sozialen Sicherheit und Steuerschulden sowie Gutschriften. Die langfristigen (5,7 Mio. EUR) und kurzfristigen (1,9 Mio. EUR) Sonstigen Rückstellungen liegen in Summe über dem Vorjahresniveau.

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen im Konzern betragen 34,3 Mio. EUR (Vorjahr 24,9 Mio. EUR). Es handelt sich im Wesentlichen um Investitionen in technische Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung an den Produktionsstandorten in Deutschland, USA und Asien, wobei in China zusätzlich in den Ausbau des Produktionswerkes investiert wurde. Insgesamt wurden im Konzern Netto-Sachanlageinvestitionen in Höhe von 17,1 Mio. EUR getätigt (Vorjahr 9,0 Mio. EUR).

2.5 Finanzlage

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Das primäre Ziel des Finanzmanagements ist die Sicherung der Finanzkraft des SIMONA Konzerns. Die ausreichende Deckung des Finanzbedarfs für das operative Geschäft und für Investitionen sowie den Kapitaldienst wird dabei als wichtigste Aufgabe angesehen. Das Finanzmanagement ist zentral in der Muttergesellschaft organisiert.

Den weltweiten Liquiditätsbedarf im Konzern deckt SIMONA überwiegend mittels konzerninterner Finanzierung über Ausleihungen oder Darlehen. Zudem verfügt der Konzern über fest zugesagte Kreditlinien. Liquiditätsüberschüsse werden risiko- und renditeoptimiert am Geld- oder Kapitalmarkt in Euro oder Fremdwährung angelegt.

Finanzierungsanalyse

Die langfristigen Finanzschulden betreffen die Kreditmittel für den Unternehmenskauf von SIMONA PEAK sowie die KfW-Darlehen und sind aufgrund der Kreditaufnahme um 31,4 Mio. EUR auf 36,4 Mio. EUR angestiegen. Die teils variabel- und festverzinslichen Darlehen zur Finanzierung des Unternehmenskaufs haben eine Laufzeit von fünf und sieben Jahren und sind bei mehreren Bankinstituten gezeichnet. Die festverzinslichen KfW-Darlehen haben eine Laufzeit bis Juni 2024; im Berichtsjahr wurden 3,4 Mio. EUR planmäßig getilgt.

Kurzfristige Finanzschulden bestanden zum Bilanzstichtag in Höhe von 32,6 Mio. EUR und umfassen den kurzfristigen Anteil der Akquisitionsfinanzierung, der KfW-Darlehen sowie kurzfristige Inanspruchnahmen von variabel verzinsten Kreditlinien. Der Konzern verfügt am Bilanzstichtag über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von insgesamt 46,7 Mio. EUR (Vorjahr 36,7 Mio. EUR).

Cashflow

Im Berichtsjahr beträgt der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) 40,3 Mio. EUR (Vorjahr 14,5 Mio. EUR). Die Erhöhung resultiert hauptsächlich aus einem leichten Ergebnisanstieg, im Vorjahresvergleich weniger stark angestiegenen Vorratsbeständen und reduzierten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit beträgt 70,1 Mio. EUR (Vorjahr 39,8 Mio. EUR), davon entfallen 34,3 Mio. EUR auf Sachinvestitionen (Vorjahr 25,0 Mio. EUR) sowie 37,7 Mio. EUR (Vorjahr 15,4 Mio. EUR) auf den Erwerb von Tochterunternehmen.

Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit beträgt 41,2 Mio. EUR (Vorjahr Mittelabfluss 7,8 Mio. EUR) und ergibt sich hauptsächlich aus der Kreditaufnahme für die Akquisitionsfinanzierung und der Inanspruchnahme kurzfristiger Kreditlinien sowie gegenläufig dem Abfluss der Dividende und der planmäßigen Tilgung der KfW-Darlehen.# Liquide Mittel

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 65,7 Mio. EUR (Vorjahr 54,1 Mio. EUR) bestehen größtenteils aus kurzfristigen Bankeinlagen. Der Zufluss von 11,7 Mio. EUR (Vorjahr Abfluss von 31,3 Mio. EUR) resultiert hauptsächlich aus dem im Vorjahresvergleich gestiegenen Mittelzufluss im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit und aus dem höheren Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit durch die höhere Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit kompensiert werden konnten. Die Entwicklung ist im Detail in der Kapitalflussrechnung dargestellt.

Finanzielle Verpflichtungen

Kurzfristige Verpflichtungen entstehen aus bereits erteilten Aufträgen für Investitionsvorhaben in Höhe von 33,0 Mio. EUR (Vorjahr 14,5 Mio. EUR) sowie aus Rohstoffbestellungen über 36,4 Mio. EUR (Vorjahr 37,0 Mio. EUR).

Finanzergebnis

Aus den Finanzerträgen in Höhe von 8,2 Mio. EUR und den Finanzaufwendungen in Höhe von 9,5 Mio. EUR ergibt sich für das Berichtsjahr insgesamt ein Finanzergebnis von -1,3 Mio. EUR (Vorjahr -1,9 Mio. EUR). Darin enthalten ist das Ergebnis aus Währungsumrechnung mit 3,2 Mio. EUR (Vorjahr -1,0 Mio. EUR). In den Finanzerträgen ist ein Effekt aus der Hochinflationsbilanzierung der Türkei in Höhe von 4,8 Mio. EUR ausgewiesen. Die Finanzaufwendungen enthalten 6,1 Mio. EUR Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung; davon 4,5 Mio. EUR aus der türkischen Tochtergesellschaft.

2.6 Geschäftsverlauf der SIMONA AG (Einzelabschluss)

Die SIMONA AG übt eine operative Geschäftstätigkeit aus und hält darüber hinaus Beteiligungen an verschiedenen Gesellschaften weltweit. Die operative Geschäftstätigkeit der SIMONA AG reflektiert in Aufbau- und Ablauforganisation den grundsätzlichen Aufbau des SIMONA-Konzerns. Insoweit sind die Ausführungen bezüglich Grundlagen der Gesellschaft, Steuerungssystem und den gesamtwirtschaftlichen- sowie branchenspezifischen Rahmenbedingungen analog anwendbar.

Die SIMONA AG verzeichnet einen Umsatzanstieg um 15,4 Prozent auf 398,3 Mio. EUR (Vorjahr 345,2 Mio. EUR). Das Umsatzplus ist hauptsächlich auf gestiegene Absatzpreise zurückzuführen. Die Absatzmengen haben sich indes nicht wesentlich verändert. Die im Rahmen des Konzernlageberichtes des Vorjahres für das Geschäftsjahr 2022 abgegebene Umsatzprognose von 295 bis 305 Mio. EUR wurde damit in Summe übertroffen.

Deutschland

Die Umsatzerlöse in Deutschland sind um 13,8 Prozent auf 155,6 Mio. EUR (Vorjahr 136,7 Mio. EUR) gestiegen.

EMEA

In der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten & Afrika) liegen die Umsatzerlöse in Höhe von 206,0 Mio. EUR mit 12,2 Prozent über dem Vorjahreswert von 183,6 Mio. EUR.

Amerika

Die Umsatzerlöse mit der Region Amerika haben sich auf 10,0 Mio. EUR erhöht (Vorjahr 7,0 Mio. EUR).

Asien-Pazifik

Die Region Asien-Pazifik verbuchte im Vorjahresvergleich eine Umsatzsteigerung um 49,8 Prozent auf 26,7 Mio. EUR.

Umsatzentwicklung der Business Lines

Business Line Umsatz 2022 (Mio. EUR) Umsatz 2021 (Mio. EUR) Veränderung (%)
Industry 154,4 129,5 19,2
Infrastructure 68,5 58,5 17,0
Advertising & Building 28,0 27,1 3,2
Mobility 4,6 4,7 -
Sonstige 58,1 48,2 -

Die Business Line Industry wurden Umsatzerlöse von 154,4 Mio. EUR erwirtschaftet (Vorjahr 129,5 Mio. EUR) und damit ein Umsatzplus von 19,2 Prozent. Die Business Line Infrastructure verzeichnete eine Umsatzsteigerung auf 68,5 Mio. EUR (Vorjahr 58,5 Mio. EUR; +17,0 Prozent). Die Business Line Advertising & Building erzielte Umsatzerlöse von 28,0 Mio. EUR (Vorjahr 27,1 Mio. EUR; +3,2 Prozent). Die Business Line Mobility hat Umsätze von 4,6 Mio. EUR generiert (Vorjahr 4,7 Mio. EUR). Die übrigen Umsatzerlöse aus weiteren verschiedenen Anwendungsfeldern und Handel werden unter "Sonstige" zusammengefasst und betragen 58,1 Mio. EUR (Vorjahr 48,2 Mio. EUR). Die Umsatzerlöse und Dienstleistungen mit Tochtergesellschaften betragen 84,7 Mio. EUR (Vorjahr 76,8 Mio. EUR).

Ergebnisentwicklung

Das Ergebnis der SIMONA AG ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Mit einem operativen Ergebnis (EBIT) nach IFRS von 3,9 Mio. EUR (Vorjahr 14,4 Mio. EUR) wurde eine EBIT-Marge von 1,1 Prozent (Vorjahr 4,4 Prozent) erwirtschaftet. Der Zielwert der EBIT-Marge war mit 3,5 bis 5,5 Prozent angesetzt. Das EBITDA nach IFRS beträgt 5,6 Mio. EUR (Vorjahr 16,2 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge beträgt 1,5 Prozent nach 4,9 Prozent im Vorjahr (Zielwert 4,0 bis 6,0 Prozent). Der ROCE nach IFRS liegt mit 3,0 Prozent unter dem Vorjahreswert von 13,3 Prozent und unterhalb des Zielwertes von 6,0 bis 7,0 Prozent. Das gesunkene EBIT und EBITDA ist sind hauptsächlich auf ein im Vergleich zur Umsatzsteigerung aufgrund der Preisentwicklung für Rohstoffe und Energie unterproportional höheres Rohergebnis, gestiegene Personalkosten und höhere sonstige betriebliche Aufwendungen zurückzuführen. Während die wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 in Bezug auf die Umsatzsteigerung zufriedenstellend war, blieb die Ergebnisentwicklung hinter den Erwartungen zurück.

Das EBIT der SIMONA AG leitet sich im Wesentlichen wie folgt von IFRS nach HGB über:

in Mio. EUR 2022 2021
EBIT nach IFRS 3,9 14,4
Bestandsveränderung Vorräte 0,1 -0,1
Materialaufwand -4,2 -9,2
Personalaufwand (Pensionen) 1,2 3,3
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 0,1 0,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen -1,2 0,1
Sonstige Veränderungen 4,1 3,0
EBIT nach HGB 3,8 11,9

2.7 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der SIMONA AG (Einzelabschluss HGB)

Ertragslage

Der Rohertrag (Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand) beträgt 76,4 Mio. EUR und liegt gegenüber dem Vorjahreswert um 5,4 Prozent höher. Die Rohertragsmarge ist von 21,0 Prozent im Vorjahr auf 19,2 Prozent aufgrund des höheren Umsatzvolumens gesunken. Der Materialaufwand in Höhe von 321,9 Mio. EUR hat sich im Vorjahresvergleich hauptsächlich bedingt durch höhere Rohstoffpreise um insgesamt 18,0 Prozent deutlich erhöht. Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen 3,9 Mio. EUR (Vorjahr 3,8 Mio. EUR). Darin enthalten sind Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von 3,6 Mio. EUR (Vorjahr 2,9 Mio. EUR).

Der Personalaufwand beträgt 29,3 Mio. EUR und ist damit im Vorjahresvergleich um 9,1 Prozent gestiegen. Während die Personalkosten (13,8 Prozent) und die sozialen Abgaben (5,7 Prozent) angestiegen sind, haben sich die Aufwendungen für Altersversorgung verringert. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen betragen 1,7 Mio. EUR (Vorjahr 1,5 Mio. EUR). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 35,9 Mio. EUR im Vorjahresvergleich um 26,5 Prozent auf 45,4 Mio. EUR gestiegen. Während die Vertriebskosten insbesondere im Zuge der Umsatzsteigerung um 6,5 Mio. EUR, die Verwaltungskosten um 1,7 Mio. EUR und die Aufwendungen aus Währungsumrechnung um 1,4 Mio. EUR angestiegen sind, haben sich die Betriebskosten leicht verringert.

Im Vorjahr enthält der Posten „Zuschreibungen auf Finanzanlagen“ Wertaufholungen auf Anteile in Höhe von 5,3 Mio. EUR sowie auf Ausleihungen in Höhe von 6,2 Mio. EUR an der SIMONA ASIA LIMITED, Hongkong. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betragen 2,2 Mio. EUR (Vorjahr 3,9 Mio. EUR) und beinhalten im Wesentlichen die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen für Pensionen (1,4 Mio. EUR, Vorjahr 3,7 Mio. EUR) sowie den Zinsaufwand aus Bankdarlehen über 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 0,1 Mio. EUR). Der Rückgang der Steueraufwendungen vom Einkommen und vom Ertrag geht einher mit dem niedrigeren Geschäftsergebnis.

Im Geschäftsjahr wurde ein operatives Ergebnis (EBIT) nach HGB von 3,8 Mio. EUR (Vorjahr 11,9 Mio. EUR) und eine EBIT-Marge von 1,0 Prozent (Vorjahr 3,5 Prozent) erwirtschaftet. Das EBITDA beträgt 5,5 Mio. EUR nach 13,4 Mio. EUR im Vorjahr. Die EBITDA-Marge beträgt 1,4 Prozent nach 3,9 Prozent im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern beläuft sich auf 10,3 Mio. EUR (Vorjahr 23,3 Mio. EUR). Die Geschäftsentwicklung im laufenden Berichtsjahr war trotz Umsatzsteigerung geprägt durch einen Ergebnisrückgang; hauptsächlich aufgrund einer geringeren Rohertragsmarge infolge gestiegener Rohmaterialkosten, höherer Personal- und Vertriebskosten.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der SIMONA AG hat sich um 59,5 Mio. EUR auf 352,2 Mio. EUR erhöht. Das Anlagevermögen beträgt 224,9 Mio. EUR (Vorjahr 179,4 Mio. EUR) und ist hauptsächlich durch den Kauf der Geschäftsanteile an der Tochtergesellschaft in Großbritannien angestiegen. Das Sachanlagevermögen wird mit 12,1 Mio. EUR angesetzt (Vorjahr 12,3 Mio. EUR). Die Anteile an verbundenen Unternehmen haben sich um 47,7 Mio. EUR erhöht. Hierin enthalten ist der Kauf von 100 Prozent der Geschäftsanteile an der SIMONA PEAK Pipe Systems, Chesterfield, Großbritannien.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 32,0 Mio. EUR (Vorjahr 35,0 Mio. EUR) betreffen im Wesentlichen Tochtergesellschaften in Amerika, Asien und in der Türkei. Während die Tochtergesellschaft in der Türkei im Berichtsjahr 3,0 Mio. EUR Finanzmittel erhalten hat, zahlte die Gesellschaft in Amerika Darlehen in Höhe von 7,3 Mio. EUR zurück.

Der Vorratsbestand hat sich gegenüber dem Vorjahr von 21,4 Mio. EUR auf 27,6 Mio. EUR erhöht. Die Vorräte setzen sich zusammen aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (1,0 Mio. EUR) sowie Fertigerzeugnissen und Waren (26,6 Mio. EUR). Die Bestände an Fertigerzeugnissen und Waren haben im Vorjahresvergleich um 6,0 Mio. EUR zugenommen. Während sich der Bestand an Fertigerzeugnissen und Waren nominal um 7,5 Mio. EUR erhöht hat, führt ein gestiegener LIFO-Abschlag (+3,3 Mio. EUR) insgesamt zu einem höheren Ausweis des Vorratsbestandes.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben um 3,3 Mio. EUR auf 30,1 Mio. EUR im Rahmen der erhöhten Geschäftstätigkeit zugenommen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betragen 37,4 Mio. EUR (Vorjahr 31,2 Mio. EUR) und enthalten kurzfristige Darlehen sowie Forderungen aus Warenlieferungen. Der Anstieg resultiert primär aus erhöhten Warenlieferungen. Die sonstigen Vermögensgegenstände betragen 11,3 Mio. EUR (Vorjahr 6,9 Mio. EUR). Insgesamt werden Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 82,3 Mio. EUR zum Jahresende bilanziert (Vorjahr 66,6 Mio. EUR).

Die liquiden Mittel sind von 24,7 Mio.# Finanzlage

Der Rückgang der liquiden Mittel um 7,9 Mio. EUR auf 16,8 Mio. EUR zum Bilanzstichtag ergibt sich in Summe überwiegend aus dem Zufluss im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit und der Kreditaufnahmen sowie gegenläufig aus der Tilgung von KfW-Darlehen, aus dem Abfluss zum Kauf der Tochtergesellschaft in Großbritannien und der Dividendenzahlung.

Das Eigenkapital der SIMONA AG liegt unverändert bei 212,5 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote ist aufgrund der höheren Bilanzsumme auf 60 Prozent gesunken (Vorjahr 73 Prozent). Die SIMONA AG verfolgt eine kontinuierliche Dividendenpolitik, welche sich an der Entwicklung des IFRS-Konzernergebnisses und einer im Durchschnitt langfristig stabilen Ausschüttungsquote orientiert. Wie in der Vergangenheit soll die Dividendenausschüttung aus dem Free Cashflow finanziert werden.

Die Summe der Rückstellungen beträgt 55,6 Mio. EUR (Vorjahr 50,8 Mio. EUR). Die Rückstellungen für Pensionen wurden im Vorjahresvergleich insgesamt mit 1,3 Mio. EUR höher dotiert und betragen damit zum Jahresende 44,6 Mio. EUR. Der Abzinsungssatz hat sich auf 1,79 Prozent verringert (Vorjahr 1,87 Prozent). Die sonstigen Rückstellungen sind mit 10,9 Mio. EUR passiviert (Vorjahr 7,1 Mio. EUR). Die Steuerrückstellungen betragen 0,1 Mio. EUR (Vorjahr 0,5 Mio. EUR).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen 65,0 Mio. EUR (Vorjahr 11,4 Mio. EUR). Der Posten enthält zum Jahresende langfristige Darlehen aus der Akquisitionsfinanzierung der Tochtergesellschaft in Großbritannien und KfW-Darlehen, wovon vertragsgemäß 3,4 Mio. EUR im Geschäftsjahr zurückgezahlt wurden, sowie kurzfristige Inanspruchnahmen von Kreditlinien. Die SIMONA AG verfügt am Bilanzstichtag über nicht beanspruchte Rahmenkreditlinien in Höhe von 43,0 Mio. EUR (Vorjahr 29,0 Mio. EUR).

Die überwiegend variabel verzinslichen Darlehen der Akquisitionsfinanzierung haben Laufzeiten von fünf und sieben Jahren mit vierteljährlicher Tilgung. Ein Teilbetrag der variabel verzinsten Darlehen ist mit einem Zinsswap abgesichert, sodass sich für diesen Teil wirtschaftlich eine feste Verzinsung ergibt. Die KfW-Darlehen werden zu festen Zinssätzen verzinst und sind vertragsgemäß vierteljährlich zu tilgen. Die Mittelverwendung dient der Finanzierung von langfristigen Innovationsprogrammen im Inland. Die Rahmenkredite werden variabel zuzüglich eines festen marktüblichen Aufschlages verzinst und können in Euro oder Fremdwährung in Anspruch genommen werden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen 3,5 Mio. EUR (Vorjahr 2,8 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen belaufen sich auf 11,6 Mio. EUR (Vorjahr 11,1 Mio. EUR) und betreffen hauptsächlich Warenlieferungen der deutschen Produktionsgesellschaften sowie der Tochtergesellschaft in Tschechien.

Die Summe der Verbindlichkeiten hat sich um 54,7 Mio. EUR auf insgesamt 84,1 Mio. EUR erhöht.

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen der SIMONA AG betragen im Berichtsjahr 2,1 Mio. EUR (Vorjahr 3,8 Mio. EUR). Es handelt sich hauptsächlich um Investitionen zur Modernisierung im Bereich Logistik in Kirn sowie in die Betriebs- und Geschäftsausstattung an den Standorten in Deutschland. Insgesamt wurden Netto-Sachanlageninvestitionen (Zugänge abzüglich Abschreibungen) in Höhe von 0,7 Mio. EUR (Vorjahr 2,5 Mio. EUR) getätigt. Die Verpflichtungen aus erteilten Investitionsaufträgen für Anlageinvestitionen betragen 2,4 Mio. EUR und werden aus dem operativen Cashflow finanziert.

Liquiditätsanalyse

Die liquiden Mittel der SIMONA AG betragen am Bilanzstichtag 16,8 Mio. EUR (Vorjahr 24,7 Mio. EUR) und setzen sich aus Bankguthaben in Euro und Fremdwährungen zusammen. Der Rückgang von 7,9 Mio. EUR ist in Summe hauptsächlich auf den Zufluss im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit und der Kreditaufnahmen sowie gegenläufig auf die Tilgung von KfW-Darlehen, den Abfluss aus dem Unternehmenserwerb in Großbritannien und die Dividendenzahlung zurückzuführen.

2.8 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Kundenzufriedenheit

SIMONA misst die Zufriedenheit seiner Kunden im Rahmen europaweiter Befragungen. Darüber hinaus werden anlassbezogen Befragungen von Kunden und Zielgruppen in wichtigen Märkten außerhalb Europas durchgeführt. Die letzte umfassende Kundenzufriedenheitsstudie in Europa fand 2020 statt. Die Gesamtzufriedenheit konnte auf hohem Niveau auf 87,9 Prozent (2017: 86,1 Prozent) weiter gesteigert werden. Auch die Weiterempfehlungsrate erhöhte sich auf 89,3 Prozent (2017: 87,4 Prozent). In allen Produkt- und Servicekategorien, die abgefragt wurden, konnte die Zufriedenheit gegenüber der letzten Studie erhöht werden. Beim Trainings- und Schulungsprogramm, dem Internetauftritt sowie der Reklamationsbearbeitung konnten die größten Verbesserungen erzielt werden. SIMONA hat konsequent an diesen Angeboten und Services gearbeitet. Das zeigt zum einen die Bedeutung der Kundenbefragung als Ausgangspunkt für Verbesserungen im Produkt- und Serviceangebot und zum anderen, dass die eingeleiteten Maßnahmen zur Steigerung der Kundenzufriedenheit beigetragen haben. Die nächste Kundenzufriedenheitsstudie ist für 2023 geplant. Darüber hinaus wurden in lokalen Märkten spezifische Kundenzufriedenheitsumfragen durchgeführt. Auch die Zufriedenheit mit den von SIMONA angebotenen Schulungen wird regelmäßig abgefragt. Dabei konnte die Zufriedenheit mit den durchgeführten Schulungen auf hohem Niveau gehalten werden.

Mitarbeitende

Zum 31. Dezember 2022 hat der SIMONA Konzern 1.734 (Vorjahr 1.549) Mitarbeitende beschäftigt. Die Zahl der Mitarbeitenden ist gegenüber dem Vorjahreswert durch die Akquisition des britischen Unternehmens SIMONA PEAK Pipe Systems (70 Mitarbeitende) und durch Neueinstellungen in den europäischen und internationalen Produktionsstandorten deutlich gestiegen. Die seit Pandemiebeginn starke Nachfrage nach SIMONA Produkten erforderte den Ausbau der Produktionskapazitäten und damit verbunden auch den Aufbau von Produktionspersonal. Die Beschäftigtenzahl der deutschen Gesellschaften des SIMONA Konzerns (SIMONA AG und die beiden Produktionsgesellschaften in Kirn und Ringsheim) hat sich zum Vorjahr ebenfalls erhöht und lag aus vorgenannten Gründen zum Jahresende bei 840 (31. Dezember 2021: 815).

SIMONA konnte trotz großer Bemühungen durch gezieltes Ausbildungsmarketing und die weitgehende Digitalisierung und Beschleunigung des Auswahlprozesses die sehr hohe Auszubildendenzahl der letzten Jahre nicht beibehalten. Der demographische Wandel zeigt sich bei der Anzahl an Bewerbern sehr deutlich. Es befanden sich im Jahr 2022 in Deutschland insgesamt 57 junge Talente in ihrer Ausbildung bei SIMONA (Vorjahr 60). Die Jugendlichen absolvieren eine Ausbildung in einem der zwölf technischen und kaufmännischen Ausbildungsberufe oder absolvieren einen der beiden angebotenen dualen Studiengänge. 16 deutsche SIMONA-Mitarbeitende befanden sich 2022 in einem von SIMONA geförderten berufsintegrierten/dualen Studiengang oder einer geförderten Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker, Meister oder Bachelor.

Die meisten SIMONA Standorte weltweit standen auch in der ersten Hälfte des Jahres 2022 weiterhin unter dem prägenden Eindruck der COVID-19-Pandemie und mussten die Ausbreitung des Virus mit einer Vielzahl ständig wechselnder organisatorischer und vorbeugender Maßnahmen bekämpfen. Die Maßnahmen haben sich als wirksam erwiesen, denn auch im Jahr 2022 gab es nur eine überschaubare Anzahl an Infektionen. Flankiert wurden die Bemühungen von betrieblichen Impfaktionen an den einzelnen Standorten, die sehr gut von der Belegschaft wahrgenommen wurden. Für alle Mitarbeitenden, deren Arbeitsplatz dies ermöglicht, war auch zu Beginn 2022 überwiegend mobiles Arbeiten angeordnet. Mitte des Jahres 2022 hat SIMONA an den deutschen Standorten eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen, die Mitarbeitenden in Büroarbeitsplätzen bis zu 50% ihrer Arbeitszeit im mobilen Arbeiten ermöglicht.

Trotz der Einschränkungen durch die Pandemie und hoher Arbeitsbelastung durch die starke Auftragslage und den Verwerfungen am Rohstoffmarkt wurden auf allen Ebenen die Maßnahmen zur Erreichung der strategischen Ziele auch auf der Personalseite weiter umgesetzt. Dazu wurden an beiden deutschen Standorten Führungswerkstätten mit externen Trainern für die Vorgesetzten in den Produktionsbereichen durchgeführt. Sie helfen den Führungskräften, als Führungsteam auch auf schwierige Situationen adäquat zu reagieren. Die Mitarbeitenden weltweit wurden weiter in den Themen Projektmanagement und professionelles Präsentieren geschult. Daneben gab es gezielte Einzelfortbildungen, die sich aus den jährlichen Mitarbeitergesprächen ergeben haben, und Einzelcoachings, um Führungskräfte in ihren Führungsaufgaben zu stärken.

SIMONA hat im Herbst 2022 die erste globale Mitarbeiterzufriedenheitsumfrage für alle Mitarbeitenden des SIMONA Konzerns durchgeführt. Themenfelder wie die Personalarbeit im Unternehmen, das Betriebsklima, die Zufriedenheit mit der eigenen Tätigkeit und belastende Faktoren wurden in einem ausführlichen Fragenkatalog digital abgefragt. Die Hälfte der Mitarbeitenden hat sich beteiligt und neben einer ausgesprochen hohen Bindung an das Unternehmen haben sich auch Handlungsfelder gezeigt, in denen sich das Unternehmen verbessern will. In einem global ausgerollten Prozess werden nun Maßnahmen erarbeitet, um die Zufriedenheit der Mitarbeitenden gezielt zu steigern.

Die Teilnehmer für den vierten Jahrgang des Leadership Circles (zuvor Nachwuchsförderkreis) wurden im Jahr 2022 von den Führungskräften nominiert und durch das Global Management Team ausgewählt. Gleich zu Beginn 2023 wird das Kursprogramm mit den Schwerpunkten Kommunikation und Konflikt sowie Interkulturelle Kompetenz, Management und Nachhaltigkeit starten. Der SIMONA Leadership Circle bereitet Mitarbeitende mit hohem Potenzial in einem 18-monatigen, modular aufgebauten Schulungsprogramm auf Fach- und Führungsaufgaben vor.# SIMONA AG Geschäftsbericht 2022

Es nehmen Mitarbeitende aus Europa, den USA und Asien teil, die Ausbildung erfolgt an verschiedenen globalen Standorten des SIMONA Konzerns. Ziel ist es, neben den Fachthemen die interkulturellen Fähigkeiten der jungen Mitarbeitenden auszubilden und diesen die Bildung eines internationalen Netzwerks zu ermöglichen.

Qualität

Ziel des SIMONA Qualitätsmanagementsystems ist die kontinuierliche und nachhaltige Sicherstellung und Optimierung unserer Produkt- und Prozessqualität. Grundlage hierfür ist die Erfüllung der Anforderungen der DIN EN ISO 9001 sowie der Druckgeräterichtlinie 97/23/EG, deren ordnungsgemäße Umsetzung im Geschäftsjahr 2022 durch erfolgreich absolvierte externe Überwachungsaudits unter Beweis gestellt wurde. Wie auch in den Vorjahren führten Kunden- und Marktanforderungen verstärkt zu spezifischen Produktzulassungen. Daraus resultierte eine Vielzahl an Audits, in deren Rahmen wir die Leistungsfähigkeit des SIMONA Managementsystems sowie die überdurchschnittlich hohe Qualität unserer Produkte und Prozesse gegenüber externen Auditoren und unseren Kunden darlegen konnten.

Informationstechnologie

Der Bereich Informationstechnologie hat eine organisatorische Neuausrichtung zu einer globalen IT- Serviceorganisation eingeleitet. Die neue Organisation arbeitet auf der Basis standardisierter IT- Prozesse, um einen messbaren Wertbeitrag der IT für die Businessanforderungen zu gewährleisten. Im Rahmen der IT-Strategie liegt der Fokus sowohl auf der Vorbereitung der SAP-S/4HANA- Umstellung als auch in der stetigen Verbesserung der IT-Sicherheit. Insbesondere im Bereich IT- Sicherheit wurden 2021 erhebliche Anstrengungen unternommen, um neuen Bedrohungspotenzialen entgegenzuwirken. Diese Aktivitäten wurden im Jahr 2022 mit gleicher Intensität fortgesetzt. Zur Modernisierung und weiteren Standardisierung der IT-Infrastruktur hat die weltweite Einführung der Cloudtechnologie Microsoft Office 365 begonnen.

3. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Der Krieg in der Ukraine hat in allen Regionen weltweit das Wachstum gedämpft, die Inflation erhöht und Verwerfungen an Rohstoffmärkten und in den Lieferketten ausgelöst. Die Investitionsbereitschaft in den von SIMONA bedienten Branchen hat sich aufgrund hoher Unsicherheit und damit mangelndem Vertrauen der Investoren weltweit reduziert, zeigt sich aber noch relativ stabil. Die Entwicklung der Chancen und Risiken ist kurz- und mittelfristig nach wie vor von den geopolitischen Konflikten, hoher Inflation und Verwerfungen an den Rohstoffmärkten gekennzeichnet. Von hohen und volatilen Rohstoffpreisen sowie mangelnder Investitionsbereitschaft aufgrund globaler Unsicherheiten über die industrielle Nachfrage gehen 2023 die höchsten Risiken aus, auch wenn die Rezession in den meisten etablierten Volkswirtschaften laut jüngster Prognosen doch vermieden werden kann. Die vor allem in Europa geführte Diskussion zur Umweltbelastung durch Kunststoff kann negative Auswirkungen nicht nur auf das Geschäft, sondern auch auf die Rekrutierung von Fachpersonal haben. Auch die Kritik an dem CO2-Ausstoß des Luftverkehrs könnte den Markt für Flugzeuginnenausstattungen langfristig negativ beeinflussen.

Chancen bietet weiterhin der Einsatz von Kunststoffen als nachhaltige und wirtschaftliche Alternative zu schwereren oder nicht recycelbaren Materialien. Der Einsatz von Kunststoffen kann so den CO2- Ausstoß senken bzw. die Aufbereitung von Trinkwasser oder den Transport von erneuerbaren Energien über weite Strecken ermöglichen. Dabei sind hochfunktionelle Kunststoffe mit individuellen Eigenschaften gefordert. Die Strategie von SIMONA ist darauf ausgerichtet, in eigener Forschung und Entwicklung die Produkteigenschaften technologisch permanent weiterzuentwickeln und das Materialportfolio auszubauen. Dazu gehören auch die Entwicklung und Markteinführung von Produkten, die helfen, CO2 einzusparen und/oder die Kreislaufwirtschaft zu fördern.

In EMEA haben die strategischen Projekte, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und weiteres Wachstum zu ermöglichen, bereits erste Erfolge gezeigt. Die anwendungsorientierte Organisation in Business Lines ist auf die Erschließung von Wachstum in Megatrends wie Energie- und Wasserversorgung, Ernährung, Bau und Mobilität ausgerichtet. Die Akquisition von SIMONA Stadpipe in Norwegen unterstützt die Erschließung globalen Wachstums in der Aquakultur. Die Akquisition von SIMONA PLASTECH in der Türkei erweitert das Angebot für Bau- und Werbeanwendungen und soll die Position in diesem Marktsegment stärken. Mit der Akquisition von SIMONA PEAK PIPE Systems wurde das Produktangebot erweitert und die Marktposition im Markt für Infrastrukturanwendungen in EMEA gestärkt.

In Amerika kann SIMONA ihr individuelles Produktprogramm, das hohe Designanforderungen in der Innenausstattung von Flugzeugen erfüllt, auf weitere Anwendungen erweitern. Die Chancen im Kernmarkt der Inneneinrichtung von Flugzeugen haben sich aufgrund der Erholung im Luftverkehr verbessert. Durch zahlreiche Produktentwicklungen sieht SIMONA in den USA zudem ein gutes Potenzial im Markt für Outdoormöbel aus Kunststoff, im Bootsbau und bei der Inneneinrichtung von Bädern. Mittelfristig bieten sich in Amerika auch Chancen im Produktbereich Rohre und Formteile.

In der Region Asien-Pazifik sieht SIMONA gute Chancen in den Schlüsseltechnologien Umwelttechnik, Halbleiter- und chemische Prozessindustrie sowie Aquakultur. Insgesamt sieht SIMONA das Chancenpotenzial auf einem nach wie vor guten Niveau. Gegenüber dem Vorjahr sind die mittel- und langfristigen Chancen für das Geschäft von SIMONA grundsätzlich unverändert. Die weiteren Auswirkungen der geopolitischen Konflikte können dabei nicht verlässlich prognostiziert werden.

Risikomanagementsystem

Die SIMONA AG und der SIMONA Konzern sind aufgrund der globalen Geschäftsaktivitäten einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Als Risiko gilt dabei ein Ereignis, eine Handlung und/oder eine unterlassene Handlung mit der Möglichkeit negativer Auswirkungen auf das Unternehmen. Die Risikostrategie ist fester Bestandteil in der Unternehmensstrategie von SIMONA und koexistiert neben der Geschäftsstrategie. Die Risikokultur der SIMONA ist gekennzeichnet durch risikobewusste Entscheidungen sowie Handlungen auf Basis der Grundsätze eines vorsichtig agierenden Kaufmanns. Mit dem frühzeitigen Erkennen von Chancen und auf Vorsicht basierendem Eingehen von Geschäfts- bzw. Unternehmensrisiken ist es Ziel, den langfristigen Unternehmensbestand sowie den Unternehmenswert der SIMONA nachhaltig zu sichern. Im Rahmen der Risikosteuerung sollen Risiken entweder vermieden, begrenzt oder übertragen werden. Verbleibende Risiken werden von SIMONA getragen. Im Rahmen der halbjährlichen Risikoberichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat werden die Risiken kommuniziert.

Das Risikomanagementsystem umfasst die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung sowie zum Umgang mit den identifizierten Risiken unternehmerischer Tätigkeit. Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Richtlinien und Organisationsanweisungen niedergelegt. Diese werden in regelmäßigen Abständen an externe und interne Entwicklungen angepasst.

Das Risikomanagementsystem von SIMONA steuert auf Basis einer Riskmap die als wesentlich erachteten Risiken des Konzerns. Die Steuerung der Chancen und Risiken zielt auf die beiden Dimensionen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit ab. Als wesentliche Einzelrisiken werden alle bedeutenden Risiken mit einem Erwartungswert von über 5,0 Mio. EUR Schadenshöhe bezogen auf den Mittelfristzeitraum angesehen. Der Erwartungswert ergibt sich als Produkt aus der Auswirkung und der Eintrittswahrscheinlichkeit und dient ausschließlich der Priorisierung sowie Fokussierung der Risikoberichterstattung auf wesentliche Risikofelder. Eine Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 Prozent wird als hoch und von unter 50 Prozent als gering eingestuft. Identifizierte Risiken werden hinsichtlich der Risikotragfähigkeit des Konzerns auf deren Eintrittswahrscheinlichkeit und potenzielle Auswirkungen bewertet. Im Rahmen eines Stresstest- Szenarios erfolgt auf Basis des Erwartungswertes der im Risikoinventar erfassten Einzelrisiken eine Risikoaggregation sowie Überprüfung möglicher Interdependenzen. Dabei wird das ermittelte maximale Risikopotenzial bezüglich Risikotragfähigkeit ins Verhältnis zu den verfügbaren Zahlungsmitteln (vorhandene Zahlungsmittel zuzüglich nicht ausgeschöpfte Kreditlinien) und dem Eigenkapital gesetzt. Zudem wird die potenzielle Verschuldungskapazität für die Beurteilung der Risikotragfähigkeit herangezogen.

SIMONA betrachtet folgende Einzelrisiken als wesentlich:

  • gesamtwirtschaftliche und Absatzmarktrisiken
  • unternehmensstrategische Risiken
  • finanzwirtschaftliche Risiken
  • Beschaffungs- und Einkaufsrisiken
  • Investitionsrisiken
  • Risiken durch Informationstechnologien

Wenn nicht anders angegeben, betreffen die vorgenannten Risiken in unterschiedlichem Ausmaß sämtliche Segmente bzw. Business Lines.

Gesamtwirtschaftliche und Absatzmarktrisiken

Sie betreffen vor allem die konjunkturelle Entwicklung der Abnehmerbranchen von SIMONA, geopolitische Konflikte sowie die Verfügbarkeit von Rohstoffen. Branchenspezifische Risiken betreffen insbesondere die Substitution von Kunststoff durch andere Materialien, Veränderungen im Wettbewerbsumfeld, die Veränderung von Absatzmärkten, den Verlust von Schlüsselkunden und geänderte Kundenanforderungen. Als Maßnahmen zur Risikobegrenzung dienen hierbei ein diversifiziertes Produktsortiment, eine intensive Marktbeobachtung und ein strukturiertes Beschaffungsmanagement.# Risikobericht

Allgemeine Risikobeschreibung

Die globale Produktion an verschiedenen Standorten mit Werken in den USA, China und Tschechien sowie die Unternehmenszukäufe in Norwegen, in der Türkei und zuletzt in Großbritannien tragen dazu bei, eine hohe Diversifikation und Flexibilität zu gewährleisten sowie die Kundenanforderungen standortnah und kundengerecht zu bedienen.

Die geopolitischen Risiken haben durch den Ukraine-Krieg sowie die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China eine bis dato nicht erwartete Dimension erreicht.

Segmentrisiken

Im Segment EMEA bestimmen der Krieg in der Ukraine und damit steigender Energiepreise sowie Verwerfungen in den Lieferketten die Umfeld- und Branchenrisiken.
Im Segment Amerika determinieren insbesondere mittelfristig die ökonomisch-politische Ausrichtung der USA sowie die Entwicklung der Inflation und des Dollarkurses die Risiken.
Im Segment Asien-Pazifik ergeben sich vor allem aus den künftigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und China die wesentlichen Risiken.

Änderung von Absatzmärkten

Im Bereich der Änderung von Absatzmärkten werden mittelfristig Umsatzrückgänge von etwa 10,0 bis 25,0 Mio. EUR geschätzt, bei einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 50 Prozent. Dies würde korrespondierend zu einer Ergebnisbelastung von 1,0 Mio. EUR bis 2,0 Mio. EUR führen.

Unternehmensstrategische Risiken

Sie umfassen insbesondere die im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Gefahr von Fehleinschätzungen der künftigen Marktentwicklung und werden mit Umsatzeinbußen von etwa 15,0 bis 25,0 Mio. EUR (Vorjahr 5,0 Mio. EUR bis 10,0 Mio. EUR) geschätzt. Eine potentielle Ergebnisbelastung beträgt damit 1,0 Mio. EUR bis 2,0 Mio. EUR. Maßnahmen zur Risikovermeidung sind hauptsächlich intensive Beobachtung von Markt und Wettbewerb, regelmäßige Strategiegespräche mit Key Accounts und intern zwischen der Unternehmensführung und der Vertriebsorganisation. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Schäden aus unternehmensstrategischen Risiken wird derzeit unter 50 Prozent eingeschätzt.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Diese betreffen vor allem Währungsrisiken, Marktpreisrisiken sowie Risiken schwankender Zahlungsströme, Kreditrisiken, Forderungsausfallrisiken einschließlich Risiken aus Insolvenzanfechtung, Zinsänderungsrisiken und Risiken durch die betriebliche Altersversorgung. Ziel des Risikomanagements ist es, die Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Transaktionen zu begrenzen. Risikoabhängig wird angestrebt, Einzelrisiken bei Bedarf durch derivative Finanzinstrumente und nicht derivative Sicherungsinstrumente zu begrenzen.

Durch die Unternehmensakquisitionen der letzten Jahre und die Erweiterung der Produktion und Marktposition im US-amerikanischen Markt konnte die Abhängigkeit vom Euro im Konzern reduziert werden. Damit einhergehend ist jedoch das USD-Währungsrisiko für SIMONA weiterhin bedeutend. Zudem ist das Währungsrisiko durch die hohe Volatilität der Türkischen Lira im Zuge des Unternehmenszukaufes in der Türkei signifikant angestiegen. Mittelfristig wird das Währungsrisiko auf 4,0 bis 6,0 Mio. EUR Ergebnisbelastung bzw. -entlastung bei einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 Prozent eingeschätzt.

Das Risiko für Forderungsausfälle und Insolvenzen ist aufgrund der konjunkturellen Entwicklung deutlich erhöht. Intensive Bonitätsprüfungen und die laufende Bonitätsüberwachung beschränken dabei das Gesamtrisiko wie auch die Einzelrisiken. Das potenzielle Risiko entspricht mit 1,5 Mio. EUR hauptsächlich dem Wert der mehr als 60 Tage überfälligen und bilanziell wertberichtigten Außenstände der SIMONA AG im Segment EMEA. Ausfallrisiken einzelner Kunden werden durch Kreditversicherungen und durch Liefersperren bei Zahlungsüberfälligkeit begrenzt.

Lieferungen an Russland wurden aufgrund des Ukraine-Krieges konzernweit im Februar 2022 gestoppt. Außenstände gegenüber Kunden aus Russland und der Ukraine wurden wertberichtigt. Zudem sind die Risiken aus Insolvenzanfechtung latent gegeben, die über eine entsprechende Versicherung abgedeckt sind. Der Lagerbestand wird turnusmäßig überprüft und für einzelne ungängige Produkte werden regelmäßig Wertberichtigungen vorgenommen, einschließlich der Bestände für russische und ukrainische Kunden. Kundenspezifische Produkte werden, soweit von einem Ausfall des Kunden auszugehen ist, wertberichtigt oder wenn möglich umgewidmet.

Die Zinsänderungsrisiken sind tendenziell deutlich angestiegen. Die beanspruchten variabel verzinsten kurzfristigen Kontokorrentkreditlinien der SIMONA AG unterliegen einem erhöhten Zinsänderungsrisiko. Die Verzinsung der langfristigen Finanzierung der Akquisition in Großbritannien erfolgt teils mit variablen und festen Zinssätzen, wobei ein Teil der variablen Verzinsung durch einen Zinsswap abgesichert wird. Die KfW-Fördermittel werden mit festen Zinssätzen verzinst und unterliegen daher keinem Zinsänderungsrisiko. Zinsänderungsrisiken werden mit etwa 0,5 Mio. EUR geschätzt bei einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 50 Prozent.

Insbesondere die Risiken aus der betrieblichen Altersvorsorge werden als wesentlich und mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit angesehen. Die langfristig schwer kalkulierbaren Risiken wie die zukünftige Zins-, Entgelt- und Rentenentwicklung sowie die höhere Lebenserwartung werden als wesentliche Risiken eingestuft. Die Risiken aus Pensionsverpflichtungen, die sich aus einer Änderung der vorgenannten Parameter um +/-0,5 Prozent ergeben können, betragen kumulativ etwa 30,0 bis 45,0 Mio. EUR, die hauptsächlich in der Gesamtergebnisrechnung (OCI) zu erfassen wären. Des Weiteren zählen dazu Risiken wie die schwer vorhersagbare Belastung der Liquidität und des Eigenkapitals, Risiken der Vermögensanlage bzw. der Volatilität des Planvermögens sowie schwankende Kostenbelastungen durch die Beiträge an den Pensionssicherungsverein. Die Volatilität des Planvermögens wird in etwa auf 5,0 bis 18,0 Mio. EUR taxiert und ergibt sich im Wesentlichen aus der Kursentwicklung der Aktien der SIMONA AG in den vergangenen Jahren. Per Jahresende ist das Planvermögen gestiegen. Die SIMONA AG Aktien notieren im Vergleich zum Ende des Vorjahres um 5,0 Mio. EUR höher.

Beschaffungs- und Einkaufsrisiken

Die Beschaffungs- und Einkaufsrisiken betreffen hauptsächlich potenzielle Ausfälle von Rohstoff- und Additivlieferanten sowie die volatile Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten. Die Preisentwicklung der Vorprodukte (Naphtha, Propylen und Ethylen) der von SIMONA eingesetzten Rohstoffe verläuft nicht zwingend korrespondierend zum Rohölpreis. Die Rohstoffnotierungen, vor allem Commodities, sind im Laufe des Berichtsjahres deutlich voneinander abgewichen. Jedoch sind im Geschäftsjahr 2022 durch den Ukraine-Krieg zusätzliche Risiken in dem Supply Chain hinzugekommen. Der Energiemarktsektor geriet im Berichtsjahr und speziell im Zeitraum Juni bis Dezember 2022 enorm unter Preisdruck und teilweise verteuerten sich die Energiepreise um das Vier- bis Fünffache gegenüber den Vorjahren. Nach einem turbulenten Jahr in der europäischen Energiewirtschaft haben Umwelt- und Klimaschutzprobleme, die zunehmende Digitalisierung sowie die wachsende Nachfrage nach erneuerbaren Energien die Branche stark verändert. Zwischenzeitlich haben sich die Energiepreisentwicklungen wieder moderater eingependelt und verzeichnen noch Steigerungen zwischen 20 bis 25 Prozent. Die enorme Nervosität und Unsicherheit in den Energiemärkten wurde durch die Strom-/Gaspreisbremsengesetze stabilisiert. Da viele Unternehmen ihre Einkaufsmenge angesichts der sinkenden Nachfrage zurückgefahren haben, hat auch der Druck auf die Zulieferer nachgelassen, sodass sich die Lieferzeiten merklich verkürzten. Dies wiederum minderte die Notwendigkeit hoher Sicherheitsbestände und verringerte den Bedarf an Vormaterialien. Die globalen Supply Chain Ketten haben sich mittlerweile stabilisiert und Frachtkosten für Überseetransporte sind wieder gefallen. Zudem stabilisierten sich die Rohstoffpreise, allerdings auf einem höheren Niveau, die zuvor mit massiven Preiserhöhungen durch Versorgungsengpässe und dem Kriegsrisiko am Jahresanfang 2022 belastet waren. Mitte Oktober 2022 erwartete die Bundesregierung, dass die Wirtschaft für das Wirtschaftsjahr 2023 um 0,4 Prozent schrumpft. Im Jahreswirtschaftsbericht heißt es, dass die Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik zum Jahreswechsel 2022/23 kürzer und milder ausfallen dürfte als noch im Herbst erwartet. Dazu beigetragen hätten auch massive staatliche Stabilisierungsmaßnahmen für private Haushalte und Unternehmen sowie deren Anpassungen an die hohen Energiepreise und die damit verbundenen Einsparungen von Gas. Allerdings bestehen weiterhin hohe Belastungen wie der Ukraine-Krieg und dessen wirtschaftliche Folgen, die schwache Entwicklung der Weltwirtschaft sowie die im Vergleich zum Vorkrisenniveau anhaltend hohen Energiepreise und Inflationsraten. Eine Steigerung der Rohstoffpreise um 10 Prozent, die nicht am Absatzmarkt weitergegeben werden kann, würde zu einer Erhöhung der Rohstoffkosten und damit Ergebnisbelastung von etwa 10,0 Mio. EUR führen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird derzeit auf 50 Prozent eingeschätzt.

Investitionsrisiken

Investitionsrisiken beinhalten hauptsächlich das Risiko von Fehlinvestitionen in den Maschinenpark sowie in Auslandsbeteiligungen und haben sich aufgrund des Unternehmenserwerbs in der Türkei erhöht. Potenzielle Investitionsrisiken werden daher gegenwärtig mit etwa 15,0 bis 25,0 Mio. EUR (Vorjahr 10 Mio. EUR bis 15 Mio. EUR) und einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 Prozent geschätzt.

Risiken durch Informationstechnologien

Die Gewährleistung der sicheren Abwicklung der Geschäftsprozesse setzt eine permanente Überprüfung und Verbesserung der eingesetzten Informationstechnologien voraus. Die Weiterentwicklung der eingeführten Maßnahmen zur Informationssicherheit ist daher von hoher Bedeutung.Die Risiken umfassen insbesondere die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz der Informationstechnologiesysteme einschließlich des Ausfalls der IT-Infrastruktur, Datenverlusts sowie Angriffen auf die IT-Systeme. Den informationstechnologischen Risiken begegnet SIMONA durch eine firmeneigene IT-Abteilung, die Beauftragung von spezialisierten Unternehmen sowie regelmäßige Investitionen in aktuelle Hard- und Software. Im Rahmen des Sicherheitsmanagements reagiert SIMONA auf die zunehmenden Anforderungen an die Anlagensicherheit. Hierzu zählt hauptsächlich die Investition in aktuelle Firewall- und Antivirussysteme sowie in sonstige Softwaresysteme. Zudem wurde im Vorjahr ein Penetrationstest von einem spezialisierten Unternehmen durchgeführt und ausgewertet sowie im Berichtsjahr entsprechende Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Aufgrund erhöhter Risiken durch externe Hackerangriffe wird ein möglicher Schadenseintritt durch einen temporären Systemausfall mit etwa 12,5 Mio. EUR Umsatzrückgang und etwa 2,0 bis 3,0 Mio. EUR Kostenaufwand und damit einhergehend mit einer potentiellen Ergebnisbelastung von 3,0 bis 4,0 Mio. EUR geschätzt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit insbesondere durch externe Angriffe auf die IT-Systeme hat weiter deutlich zugenommen und wird auf über 50 Prozent geschätzt. Im Rahmen eines Stresstest Szenarios hat eine Überprüfung ergeben, dass die Risikotragfähigkeit auf Ebene des SIMONA Konzerns gegeben ist. Die Gesamt-Risikosituation des Konzerns hat sich nach unserer Einschätzung zum Ende des Geschäftsjahres 2022 gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Insbesondere sind die mittel- und langfristigen Auswirkungen des Ukraine-Krieges und der Inflationsentwicklung noch nicht vorhersehbar. Bestandsgefährdende Risiken für den SIMONA Konzern und die SIMONA AG sind derzeit nicht erkennbar.

Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem (IKS) und Risikomanagementsystem (RMS) – Bericht gemäß § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB

Die Zielsetzung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, durch die Implementierung von Kontrollen hinreichende Sicherheit zu gewährleisten, dass trotz möglicher Risiken ein regelkonformer Jahres- und Konzernabschluss erstellt wird. Das IKS umfasst die rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Kontrollen, die für den Jahres- und Konzernabschluss wesentlich sind. Der SIMONA Konzern orientiert sich dabei an den entsprechenden Veröffentlichungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW). Zwischen dem Bilanzstichtag und der Lageberichterstattung gab es keine maßgeblichen Veränderungen des rechnungslegungsbezogenen IKS. Im Hinblick auf die Finanzberichterstattung und den Rechnungslegungsprozess erachten wir solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Rechnungslegung und die Gesamtaussage des Jahres- bzw. Konzernabschlusses einschließlich Lagebericht maßgeblich beeinflussen können. Dies umfasst hauptsächlich die folgenden Elemente: Maßnahmen, die die ordnungsmäßige IT-gestützte Verarbeitung rechnungslegungsbezogener Sachverhalte und Daten sicherstellen. Zudem verfolgen wir die Überwachung der Rohstoffpreisentwicklung im Rahmen des Preismanagements zwecks rechnungslegungsbezogener Steuerung der Beschaffungs- und Absatzpreise.

Die Buchhaltungs- und Abschlusserstellung erfolgt überwiegend dezentral nach lokalen Standards. Der Konzernabschluss wird nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Grundlage hierfür sind ein einheitlicher Konzernkontenrahmen sowie ein Accounting Manual. Die Muttergesellschaft unterstützt die Gesellschaften in Fragen der Rechnungslegung und steuert den Prozess der Konzernrechnungslegung zentral. Mittels einer fest definierten Führungs- und Berichtsorganisation sind alle in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften eingebunden. Die Einbeziehung der Tochtergesellschaften erfolgt anhand von standardisierten Reporting Packages und mithilfe eines nach IDW PS 880 zertifizierten Konsolidierungssystems; gemäß Zertifikat vom 9. Dezember 2021 für Programmversion 2021.1, an das die vollkonsolidierten Tochtergesellschaften direkt angeschlossen sind. Die Konsolidierung erfolgt als mehrstufiger Prozess auf Ebene der Tochtergesellschaften, auf Ebene der Segmente und auf Konzernebene. Die Erstellung der externen Management- sowie Finanzberichte erfolgt unter Einsatz eines Softwaremoduls mit direkter Schnittstelle zum Konsolidierungssystem. Die Plausibilität der Zahlen wird auf allen Ebenen durch systemtechnische und automatische Validierungen sowie durch manuelle Kontrollen sichergestellt. Eindeutige Verantwortlichkeiten und Zugriffsregelungen bei den abschlussrelevanten IT-Systemen sind dabei wichtige Elemente. Im Jahres- und Konzernabschluss werden grundsätzlich die Kontrollgrundsätze Funktionstrennung, Vier-Augen-Prinzip sowie Genehmigungs- und Freigabeverfahren im Abschlusserstellungsprozess angewendet. Die Gesamtverantwortung für das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem trägt der Vorstand.

Angemessenheit und Wirksamkeit des gesamten Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems¹

Das interne Kontroll- und das Risikomanagementsystem umfassen auch ein an unserer Risikolage ausgerichtetes Compliance Management System (CMS). Die gesetzlichen Berichtspflichten bezüglich des internen Kontrollsystems (IKS) und des Risikomanagementsystems (RMS) sind gemäß § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB auf die wesentlichen Systemmerkmale im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess beschränkt. Die tatsächlich implementierten Systeme gehen dabei über den Rechnungslegungsprozess hinaus und adressieren auch rein betriebliche bzw. operative Risiken in den Geschäftsprozessen und umfassen zunehmend auch nachhaltigkeitsbezogene Aspekte. Dies gilt sowohl auf der Ebene der SIMONA AG als auch für den SIMONA Konzern. Die Einrichtungsverpflichtung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems obliegt dem Vorstand der SIMONA AG. Zudem beurteilt der Vorstand zu jedem Geschäftsjahresende die Angemessenheit und Wirksamkeit des gesamten Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Gestützt auf regelmäßige Berichte der systemverantwortlichen Bereiche und Funktionen sowie die Prüfungen durch die Interne Revision liegen dem Vorstand keine Hinweise vor, die zu der Einschätzung führen würden, dass das interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem, die ein an der Risikolage des Unternehmens ausgerichtetes Compliance Management System umfassen, in ihrer jeweiligen Gesamtheit nicht angemessen oder nicht wirksam gewesen wären.

¹ Bei den Angaben in diesem Abschnitt handelt es sich um lageberichtsfremde Angaben, die nicht Gegenstand der inhaltlichen Prüfung durch den Abschlussprüfer PwC sind.

  1. PROGNOSEBERICHT

Die Prognosen zur Entwicklung der Weltwirtschaft haben sich zum Jahresanfang 2023 etwas aufgehellt. Zwar dämpfen Unsicherheiten aufgrund der geopolitischen Konflikte - allen voran der Ukraine-Krieg und der Konflikt zwischen den USA und China -, hohe Inflation, sich zwar verbessernde aber immer noch in vielen Einzelmärkten gestörte Lieferketten sowie mangelndes Konsumentenvertrauen immer noch die Wachstumsaussichten. Nach jüngsten Prognosen des IWF und auch der europäischen Kommission scheint eine Rezession in den etablierten Volkswirtschaften jedoch nicht einzutreten. Der Internationale Währungsfonds hat in seiner Januar-Publikation die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft auf 2,9 Prozent angehoben, 0,2 Prozent mehr als im Oktober 2022. Der IWF geht von einem erreichten Höhepunkt in der Inflation und einer leichten Reduzierung der Risiken durch geopolitische Konflikte aus. Für den Euroraum prognostiziert der IWF für 2022 ein Wachstum von 0,7 Prozent. Dabei werden der Wirtschaft in Deutschland 0,1 Prozent, Frankreich 0,7 Prozent, Italien 0,6 Prozent und Spanien 1,1 Prozent Wachstum vorhergesagt. Die Wirtschaftsleistung in Großbritannien soll dagegen um 0,6 Prozent zurückgehen. Für die weltgrößte Volkswirtschaft USA wird ein Wachstum von 1,4 Prozent erwartet. Deutlich angehoben hat der IWF seine Prognose für China, vor allem aufgrund der Aufgabe der strikten Null-COVID-Strategie und der damit verbundenen Öffnung. Das Wirtschaftswachstum in China wird mit 5,2 Prozent und damit 0,8 Prozent höher als noch in der Prognose von Oktober 2022 prognostiziert.

Für die chemische Industrie in Deutschland erwartet der Branchenverband VCI keine Besserung der Lage in 2023. Das wird mit hoher Unsicherheit, der Energiekrise, der schlechten Ertragslage, rückläufiger Industrieproduktion und zunehmendem Importdruck begründet. So rechnet der VCI mit einem weiteren „deutlichen Produktionsrückgang“ für Deutschland. Für die weltweite Chemieproduktion (ohne Pharma) erwartet der VCI einen leichten Produktionsanstieg von 0,4 Prozent. Für den Euroraum geht er von einem Produktionsrückgang von 4,0 Prozent aus.

Verhalten zuversichtlich blickt die deutsche Maschinenbauindustrie auf das Jahr 2023. Der Branchenverband VDAM geht von einem leichten Produktionsrückgang von 2 Prozent aus und beschreibt die Lage als robust. Insbesondere das Ziel einer klimaneutralen Wirtschaft sei für den mittelständischen Maschinen- und Anlagenbau und seine innovativen Technologien eine große Chance. Weltweit prognostizieren VDMA und Oxford Economics Limited für 2023 eine Umsatzsteigerung im Maschinenbau von 1 Prozent.

Der Hauptverband der deutschen Bauindustrie erwartet für 2023 einen deutlichen Umsatzrückgang von 6 Prozent. Dabei sollen die Umsätze im Wohnungsbau mit minus 9 Prozent stärker zurückgehen als im Wirtschaftsbau (-4 Prozent) und im öffentlichen Bau (-5 Prozent). Dem weltweiten Markt für die Flugzeuginnenausstattung wird für die Jahre 2023 bis 2026 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 18 Prozent vorhergesagt. Dem für unser Geschäft wichtigsten Teilmarkt „Seats“ wird dabei ein etwas überdurchschnittliches Wachstum von 22 Prozent prognostiziert.# Dem Markt für Aquakultur-Fischfang wird auch für 2023 ein Produktionszuwachs vorhergesagt, während die Fangfischerei sich seitwärts entwickeln soll.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Der Branchenverband GKV erwartet aufgrund angespannter Ertragslage, dem Fachkräftemangel sowie hoher Energiekosten ein schwieriges Jahr 2023 für die Kunststoff verarbeitende Industrie. Laut einer Umfrage bei Mitgliedsunternehmen rechnen 23 Prozent mit sinkenden Umsatzerlösen und 34 Prozent mit sinkenden Betriebsergebnissen.

Künftige Entwicklung Konzern

Für das Geschäftsjahr 2023 geht SIMONA von einem Konzernumsatz von 650 bis 675 Mio. EUR, einer EBIT-Marge zwischen 6 und 8 Prozent sowie einer EBITDA-Marge von 10 bis 12 Prozent aus. Die Verzinsung des im Konzern eingesetzten Kapitals, gemessen am ROCE, wird für 2023 zwischen 10 und 12 Prozent erwartet.

Die Umsatzprognose berücksichtigt zum einen niedrigere Verkaufspreise aufgrund der tendenziell gesunkenen Rohstoffkosten sowie die geringere Nachfrage in der Region EMEA. Die Auswirkungen des anhaltenden Ukraine-Krieges und die zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China können ein weiteres Risiko für die Geschäftsentwicklung darstellen. Die Erreichung des Ergebnisses wird vor allem von der weiteren Entwicklung der Rohmarge im Zeichen wachsenden Wettbewerbsdrucks und nachlassender Nachfrage abhängen. Aufgrund dieser gesamtwirtschaftlichen Einschätzungen geht die Unternehmensleitung von einem rückläufigen Umsatz und einer stabilen Ergebnisentwicklung aus. Auftragseingang und Auftragslage stützen diese Einschätzung.

Kundenzufriedenheit

SIMONA geht davon aus, die Kundenzufriedenheit aufgrund des Ausbaus der Kompetenz in den Anwendungsgebieten der Kunden durch die neue Business-Line-Struktur sowie dem Ziel einer höheren Endanwenderorientierung auf dem bisher erreichten hohen Niveau halten zu können.

Qualität

Im Rahmen der Maßnahmen im Qualitätsmanagement hat SIMONA gleich hohe Ziele für Produktqualität wie im Vorjahr gesetzt und geht davon aus, dieses Niveau erreichen zu können.

Mitarbeitende

Die Zahl der Mitarbeitenden des SIMONA Konzerns wird sich 2023 voraussichtlich auf konstantem Niveau bewegen. Die Zahl der Auszubildenden wird sich aufgrund der zurückgehenden Zahl an Bewerbern gegenüber dem Vorjahr leicht verringern.

Künftige Entwicklung SIMONA AG

Für das Geschäftsjahr 2023 wird nach IFRS von einem Umsatz von 300 bis 310 Mio. EUR, einer EBIT-Marge zwischen 1,0 und 3,0 Prozent sowie einer EBITDA-Marge zwischen 1,5 und 3,5 Prozent ausgegangen. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals, gemessen am ROCE, wird zwischen 2,0 und 3,0 Prozent erwartet.

In der Vertriebsregion Deutschland gehen wir von einer schwierigen wirtschaftlichen Lage im Zuge der sich abschwächenden Konjunktur und einem Umsatzrückgang aus. Hiervon gehen wir auch für die gesamte Region EMEA aus. In den Regionen Amerika sowie Asien-Pazifik erwarten wir eine stabilere konjunkturelle Situation und ein leichtes Wachstum im Vergleich zu Europa. Die Ergebnisentwicklung hängt wie im Konzern stark von der weiteren Entwicklung der Rohmarge in einem konjunkturell schwächeren Umfeld ab.

5. SONSTIGE ANGABEN

5.1 Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB hat die SIMONA AG auf ihrer Internetseite: https://www.simona.de/de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung-einschliesslich-corporate-governance-bericht/ veröffentlicht.

5.2 Erklärung zum Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht gemäß § 162 Aktiengesetz hat die SIMONA AG auf ihrer Internetseite https://www.simona.de/de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/verguetungsbericht/ veröffentlicht.

5.3 Angaben gemäß § 289a und § 315a HGB und erläuternder Bericht

Das Grundkapital der SIMONA AG betrug zum Berichtsstichtag unverändert 15.500.000 EUR und ist in 6.000.000 auf den Inhaber lautende, nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Die Aktien werden im General Standard an der Deutschen Börse in Frankfurt sowie an der Berliner Wertpapierbörse gehandelt.

Verschiedene Aktiengattungen oder Aktien mit Sonderrechten bestehen nicht. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Da der Anspruch der Aktionäre auf Verbriefung ihrer jeweiligen Anteile satzungsmäßig ausgeschlossen ist, wird das Grundkapital unserer Gesellschaft in Form einer Globalurkunde verbrieft, die bei der Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main, zentral hinterlegt ist. Die Aktionäre unserer Gesellschaft sind ausschließlich an dem von der Clearstream Banking AG gehaltenen Sammelbestand an Stückaktien unserer Gesellschaft entsprechend ihrem Anteil am Grundkapital als Miteigentümer beteiligt.

31,19 Prozent der Anteile hält die Dr. Wolfgang und Anita Bürkle Stiftung (Kirn), 15,04 Prozent die Kreissparkasse Biberach (Biberach), 11,64 Prozent Dirk Möller (Kirn), 11,42 Prozent die Rossmann Beteiligungs GmbH (Burgwedel), 11,25 Prozent Regine Tegtmeyer (Nebel), 10,00 Prozent die SIMONA Vermögensverwaltungsgesellschaft der Belegschaft mbH (Kirn). Die verbleibenden 9,46 Prozent der Aktien befanden sich in Streubesitz.

Mitglieder des Vorstandes meldeten am 10. Juni 2022 keine Aktien. Mitglieder des Aufsichtsrates meldeten insgesamt 13.000 Stück Aktien zur Präsenz in der Hauptversammlung am 10. Juni 2022 an; dies entspricht 0,22 Prozent des Grundkapitals der SIMONA AG.

Soweit Arbeitnehmer am Kapital der Gesellschaft beteiligt sind, üben diese die Kontrollrechte aus den von ihnen gehaltenen Aktien unmittelbar selbst aus.

Die Bestellung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstandes richten sich nach den gesetzlichen Bestimmungen der §§ 84, 85 AktG sowie nach § 9 der Satzung der SIMONA AG. Danach besteht der Vorstand der Gesellschaft aus mindestens zwei Personen. Die Bestellung stellvertretender Vorstandsmitglieder ist zulässig. Der Vorstand hat in der Regel einen Vorsitzenden, der vom Aufsichtsrat ernannt wird. Der Aufsichtsrat kann den Abschluss, die Abänderung und die Kündigung der Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder einem Aufsichtsratsausschuss übertragen. Für Satzungsänderungen gelten die gesetzlichen Bestimmungen der §§ 179 ff. AktG. Gemäß § 6 der Satzung ist die Gesellschaft berechtigt, Aktienurkunden auszustellen, die einzelne Aktien (Einzelaktien) oder mehrere Aktien (Sammelaktien) verkörpern.

Es bestehen derzeit keine wesentlichen Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Es bestehen derzeit keine Vereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstandes oder Arbeitnehmern über Entschädigungsleistungen im Falle eines Kontrollwechsels.

6. NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNG gemäß § 289b sowie § 315b HGB

Die nachfolgende nicht finanzielle Erklärung wird nicht durch den Abschlussprüfer geprüft.

Kurzbeschreibung des Geschäftsmodells

Der SIMONA Konzern entwickelt, produziert und vertreibt thermoplastische Kunststoffhalbzeuge, Rohre und Formteile sowie Profile. Dabei werden die Werkstoffe Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylenterephthalat (PETG), Polyvinylidenfluorid (PVDF), Ethylen- Chlortrifluorethylen (E-CTFE), Perfluoralkoxyl (PFA), Thermoplastische Olefine (TPO), Acrylnitril- Butadien-Styrol (ABS); Polycarbonat (PC) sowie zahlreiche Sonderwerkstoffe eingesetzt.

Die Produktionsverfahren umfassen Extrusion, Pressen, Spritzgießen, spanende Bearbeitung und die Fertigung kundenindividueller Sonderformteile in eigenen Kunststoffwerkstätten.

Die Absatzmärkte des SIMONA Konzerns spiegeln sich in den Business Lines wider. Die Business Line Industry beliefert vor allem die chemische Prozessindustrie, Halbleiterindustrie sowie Produkte für die Wasseraufbereitung, den Schwimmbadbau und die Medizintechnik. Die Business Line Infrastructure stellt vor allem Rohrleitungssysteme für Infrastrukturanwendungen in der Wasser- und Gasversorgung, der Abwasserentsorgung, für den Schutz von Energie- und Datenleitungen sowie für die Verkehrswegetechnik her. Die Business Line Advertising & Building liefert hauptsächlich PVC Schaumprodukte für Bau- und Werbeanwendungen. Die Business Line Mobility hat sich auf die Innenausstattung von Flugzeugen und Zügen sowie Kraftfahrzeuge spezialisiert. Darüber hinaus stellt die Ausrüstung von Fischzuchtanlagen einen weiteren Wachstumsmarkt für SIMONA dar.

SIMONA trägt als Unternehmen Verantwortung gegenüber Menschen und Umwelt. Energie-, Umwelt- und Sozialbelange sind für SIMONA zentrale Aspekte.

Umweltaspekte

Nachhaltigkeit und der Umgang mit Kunststoffen sind die zwei Umweltthemen, welche SIMONA in den kommenden Jahren intensiv verfolgen wird. Die Bundesregierung hat das Klimaschutzprogramm 2030 verabschiedet. Deutschland trägt als eine der führenden Industrienationen eine besondere Verantwortung für den weltweiten Klimawandel. Die Reduzierung von Treibhausgasen soll nachhaltig und sozial ausgewogen erreicht werden unter Berücksichtigung von weitreichenden Maßnahmen. Die EU-Kommission entwirft eine Kunststoffstrategie und der Bundestag verabschiedete ein Verpackungsgesetz – beides, um den nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen zu forcieren.

SIMONA begegnet diesen Anforderungen mittels einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie sowie eines zertifizierten Umweltmanagementsystems nach DIN EN ISO 14001. Ziel der internationalen Norm des Umweltmanagementsystems ist es, dem zertifizierten Unternehmen einen Rahmen bereitzustellen, um die Umwelt zu schützen und auf sich ändernde Umweltzustände im Einklang mit sozioökonomischen Erfordernissen zu reagieren. Der systematische Ansatz stellt Informationen bereit, die den Erfolg langfristig fördern und Möglichkeiten eröffnen, die zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. Das Umweltmanagementkonzept verfolgt SIMONA für die Standorte Kirn, Ringsheim und Litvinov (Tschechien). Die Anforderungen dieser Konzepte erfüllt SIMONA durch Überwachungsaudits und Rezertifizierungen.# SIMONA begegnet Risiken der Umweltbilanz ihrer eingesetzten Rohstoffe mit einer sorgfältigen Auswahl der Ressourcenlieferanten anhand bestehender Zertifizierungen (Herkunft, Beachtung von Black Lists), der Substitution von Schadstoffen bereits bei Forschung und Entwicklung sowie der Beachtung des geltenden Rechts zum Einsatz von Schadstoffen. In 2022 wurden die ersten Produkte aus nachhaltigen Rohstoffen ins Lieferprogramm aufgenommen. Die Rückverfolgbarkeit der verwendeten Rohstoffe bis zur Quelle wird durch die im gleichen Jahr erfolgte ISCC-Plus-Zertifizierung sichergestellt. Somit wird der Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen reduziert; gleichzeitig sind Qualität und Funktionalität wie beim Einsatz konventioneller Rohstoffe gewährleistet. SIMONA informiert die Kunden regelmäßig zur richtigen Nutzung sowie Entsorgung/ Verwertung der Produkte und der aus ihrer Weiterverarbeitung entstehenden Abfälle. In Werkstoff- und Sicherheitsdatenblättern, die zu jedem Produkt im Internet abrufbar sind, werden die Produkteigenschaften, Kennwerte und Hinweise zur sicheren Lagerung und Verarbeitung aufgelistet. SIMONA ist Mitglied der Initiative „Null Granulatverlust“ des Industrieverbands Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e. V. (pro-K) im Rahmen einer globalen Initiative der Kunststoffindustrie. Konkrete Aktivitäten umfassen neben technischen Maßnahmen zum verlustfreien Materialhandling auch Schulungen der Mitarbeitenden sowie die regelmäßige Kontrolle der Wirksamkeit. Wesentliche Risiken für die Geschäftstätigkeit der SIMONA sind schwerwiegende negative Umweltauswirkungen wie Boden-, Gewässer- und Luftverunreinigung durch Störfälle, Brand und Produktionsabfall. SIMONA begegnet Risiken durch Brand mit vorbeugendem Brandschutz, regelmäßigen Wartungen der Löschanlagen, Begehungen mit dem Versicherer und der Feuerwehr, einer eigenen Brandschutzordnung sowie jährlichen Unterweisungen der Mitarbeitenden. Risiken durch Störfälle wird mit regelmäßigen Kontrollen und Wartungen der Anlagen, baulichen Maßnahmen wie Rückhaltebecken, Auffangwannen, versiegeltem Boden sowie der gesetzeskonformen Lagerung von Gefahrstoffen begegnet. SIMONA beachtet festgelegte Alarmpläne bei Störfällen, führt wöchentliche, halbjährliche und jährliche Wartungen sowie eine 5- jährliche Dichtigkeitsprüfung der Ölabscheideanlagen durch. Prüfintervalle werden eingehalten und Emissionsmessungen regelmäßig durchgeführt. SIMONA entsorgt Abfälle, die nicht wieder dem Produktionskreislauf zugeführt werden können, entsprechend den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Verwertbare Produktionsreste werden hauptsächlich intern verwertet oder an externe Verwerter weitergegeben. Alle Entsorger und Verwerter sind zertifizierte Unternehmen, die eine Zulassung entsprechend den gesetzlichen Vorgaben haben. Die Mitarbeitenden werden regelmäßig zur Abfallvermeidung sowie Abfallverwertung und -entsorgung geschult. Die Reduzierung der Abfallquote in Bezug auf die Produktionsmenge ist wesentliches Unternehmensziel. Die langlebigen SIMONA Produkte tragen darüber hinaus dazu bei, Herausforderungen, z. B. in der Umwelttechnik oder Versorgung, nachhaltig zu lösen. SIMONA ist aktives Mitglied der Organisation VinylPlus, einem Programm zur Steigerung der Nachhaltigkeit der PVC-Lieferkette. Außerdem ist SIMONA Mitinitiator und Träger des Qualitätssiegels für PVC-Platten des Industrieverbands Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e. V. (pro-K). Die Träger dieses Zeichens verpflichten sich dazu, festgelegte Qualitätsstandards zu erfüllen, Verarbeitungskompetenzen zu gewährleisten und ein vielseitiges und ausgezeichnetes Serviceangebot zu liefern.

Berichterstattung gemäß EU-Taxonomie

Das Konzept des European Green Deals wurde von der Europäischen Kommission entwickelt, um den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen, ressourceneffizienten und klimaneutralen europäischen Wirtschaft zu ermöglichen. Er ist zentraler Bestandteil der Klimapolitik der Europäischen Union und umfasst verschiedene Maßnahmen in den Bereichen Energieversorgung, Verkehr, Handel, Industrie, Land- und Forstwirtschaft sowie Finanzmarktregulierung. Bestandteil des European Green Deals ist die sogenannte EU- Taxonomie, deren Ziel es ist, die Allokation von privatem Kapital in nachhaltige Investments zu fördern. Ein einheitliches Klassifikationssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten in allen Sektoren soll Transparenz und Einheitlichkeit schaffen. Für kapitalmarktorientierte Unternehmen wurde eine verpflichtende Berichterstattung eingeführt. Sie soll es den Adressaten ermöglichen, die Nachhaltigkeit von Geschäftsmodellen zu vergleichen. In Artikel 9 der Taxonomie-Verordnung werden sechs Umweltziele der Europäischen Union aufgeführt: Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Schutz von Wasser und Meeresressourcen, Übergang in eine Kreislaufwirtschaft, Eingrenzung der Umweltverschmutzung, Beitrag zu Umweltschutz sowie Schutz von Artenvielfalt und Ökosystemen. Für diese Ziele sind taxonomiefähige und taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivitäten zu identifizieren und deren Anteile am Gesamtumsatz sowie an den Investitions- und Betriebsausgaben zu berichten. Für das Geschäftsjahr 2022 bleibt die Berichterstattung dabei auf die ersten beiden Ziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel beschränkt.

Ermittlung der Kennzahlen

Gemeinsam mit den Verantwortlichen aus den relevanten Abteilungen und Standorten führte die Abteilung Sustainability eine konzernweite Analyse durch, um die taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben zu identifizieren. Die zu Grunde liegenden Daten wurden in unseren internationalen Standorten erhoben, auf Gruppenebene konsolidiert und überprüft. Um Doppelzählungen zu vermeiden, weisen wir Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben direkt und eindeutig den identifizierten Wirtschaftsaktivitäten zu. Alle ausgewiesenen Beträge sind in Euro angegeben.

Umsatzerlöse

In den bislang veröffentlichten Rechtsakten zur Taxonomie-Verordnung sind nur für die Ziele Klimawandel und Anpassung an den Klimawandel relevante Aktivitäten definiert. Sie decken somit nur die Geschäftstätigkeiten eines begrenzten Teils der Branchen ab. Für den SIMONA Konzern konnten auf dieser Basis keine umsatzrelevanten Wirtschaftstätigkeiten zugeordnet und somit kein taxonomiefähiger oder taxonomiekonformer Umsatz ermittelt werden. Das bedeutet nicht, dass Produkte des SIMONA Konzerns nicht die Erreichung der in der Verordnung aufgeführten Klimaziele unterstützen. Das gilt insbesondere für die Energie- und Wasserversorgung sowie für Mobilität. Die enge Definition taxonomiefähiger und taxonomiekonformer Umsätze lässt allerdings die Berücksichtigung von Umsätzen von Herstellern von Vorprodukten, zu denen SIMONA mit seinen Halbzeugen, Rohren und Formteilen zählt, nur sehr eingeschränkt zu. Durch die Erweiterung der Berichtspflicht um die weiteren Umweltziele werden künftig zusätzliche Wirtschaftsaktivitäten in die Taxonomie-Verordnung aufgenommen. Inwieweit dadurch in den nächsten Geschäftsjahren taxonomiefähige und taxonomiekonforme Umsatzerlöse für den SIMONA Konzern ermittelt werden können, kann derzeit aufgrund der fehlenden technischen Bewertungskriterien nicht beurteilt werden.

Investitionsausgaben (CapEx)

Die Investitionsausgaben des SIMONA Konzerns im Sinne der EU-Taxonomie umfassen Zugänge von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten (inklusive Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen) und Nutzungsrechten aus Leasingverträgen im Berichtszeitraum nach IFRS und ohne Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen und Neubewertungen einschließlich solcher aus Wertaufholungen und Wertminderungen. Auf dieser Basis wird der Anteil der entsprechenden Investitionsausgaben ermittelt, der auf taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten entfällt (taxonomiefähiges CapEx). Hierin enthalten sind entsprechende Investitionen im Zusammenhang mit taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten, die insbesondere Investitionen in Neubauten in China und in Norwegen sowie die Anschaffung von Elektrofahrzeugen und eines Batteriespeichers beinhalten. Aufgrund der bestehenden sehr hohen Anforderungen an die Taxonomiekonformität bei gleichzeitig mangelnder Verfügbarkeit der erforderlichen nachhaltigkeitsbezogenen Nachweise seitens unserer Lieferanten, können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine taxonomiekonformen Investitionsausgaben ausgewiesen werden.

Wirtschaftstätigkeiten Code(s) Absoluter Anteil CapEx CapEx Euro %
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) - - -
CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) - - -
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten)
Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen 6.5. 506.007 0,9%
Herstellung von Batterien 3.4. 711.550 1,3%
Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten 8.1. 780.263 1,4%
Herstellung von CO2-armen Verkehrstechnologien 3.3. 89.190 0,2%
Renovierung bestehender Gebäude 7.2. 686.258 1,2%
Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und Steuerung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden 7.5. 215.287 0,4%
Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten 7.3. 74.136 0,1%
Neubau 7.1. 6.247.891 11,0%
CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) 9.310.581 16,4%
Total (A.1 +A.2) 9.310.581 16,4%

Betriebsausgaben (OpEx)

Die Betriebsausgaben des SIMONA Konzerns im Sinne der EU-Taxonomie behandeln direkte Aufwendungen, die nach IFRS nicht aktivierungsfähig sind.# Umfasst sind direkte, nicht kapitalisierte Kosten, die sich auf Forschung und Entwicklung, Gebäudesanierungsmaßnahmen, kurzfristiges Leasing, Wartung und Reparatur sowie sämtliche andere direkte Ausgaben im Zusammenhang mit der täglichen Wartung von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens durch das Unternehmen oder Dritte beziehen, an die Tätigkeiten ausgelagert werden, die notwendig sind, um die kontinuierliche und effektive Funktionsfähigkeit dieser Vermögenswerte sicherzustellen. Als taxonomiefähig wurden insbesondere Mietaufwände für die SIMONA-ERP-Systeme sowie Kosten für die Instandhaltung von Kraftfahrzeugen und Gebäuderenovierungen berücksichtigt. Aufgrund der bestehenden sehr hohen Anforderungen an die Taxonomiekonformität bei gleichzeitig mangelnder Verfügbarkeit der erforderlichen nachhaltigkeitsbezogenen Nachweise seitens unserer Lieferanten können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine taxonomiekonformen Betriebsausgaben ausgewiesen werden.

Wirtschaftstätigkeiten

Code(s) Absoluter Anteil OpEx Euro OpEx %
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
A.1.Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) - -
OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) - -
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten)
Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen 6.5. 1.316.178
Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten 8.1. 2.329.563
Renovierung bestehender Gebäude 7.2. 1.203.108
Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und Steuerung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden 7.5. 378.509
OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) 5.227.357
Total (A.1 +A.2) 5.227.357

Energieaspekte

Ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach den Anforderungen der DIN EN ISO 50001:2018 gehört zu den zentralen verfolgten Konzepten. Ziel der internationalen Norm des Energiemanagementsystems ist es, das zertifizierte Unternehmen beim Aufbau von Systemen und Prozessen zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz zu unterstützen. Durch einen systematischen Ansatz zur Einführung, Verwirklichung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines Energiemanagementsystems soll das Unternehmen in die Lage versetzt werden, eine kontinuierliche Verbesserung der Leistung des Energiemanagements, der Energieeffizienz und der Energieeinsparung zu erzielen. Die Norm beschreibt Anforderungen bezüglich der Versorgung, sowie Einsatz und Verbrauch von Energie. Einschließlich deren Messung, Dokumentation, Berichtswesen, Auslegungs- und Beschaffungspraxis für Energie verbrauchende Einrichtungen, Systeme, Prozesse und Personal. Dieses Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 wird für die Standorte Kirn, Ringsheim und Litvinov (Tschechien) verfolgt. Die strengen Anforderungen dieses Konzeptes weist SIMONA durch regelmäßig wiederkehrende Überwachungsaudits und Rezertifizierungen nach. Die letzte erfolgreiche Rezertifizierung fand 2020 statt und ist gültig bis zum 02. Dezember 2023.

Wesentliche Risiken, die mit der Geschäftstätigkeit von SIMONA verknüpft sind und die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf Energieaspekte haben könnten, sind Ressourcenverbrauch sowie Emissionen. SIMONA begegnet diesen Risiken mit einer permanenten Überwachung der energetischen Ressourcen und den daraus abgeleitet Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Reduzierung des Energieeinsatzes. Wesentliche Ziele des Energiemanagements sind die kontinuierliche Steigerung der Energieeffizienz, aber vor allem die Senkung der Treibhausgas-Emissionen.

SIMONA ist Mitglied der „Initiative Klimafreundlicher Mittelstand“ der VEA (Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V.) beigetreten. Gemeinsam arbeiten die Teilnehmenden daran, Energie effizienter einzusetzen, stärker auf klimafreundliche Energien zu setzen und Klimaprojekte zu unterstützen. Durch den gemeinsamen Austausch, Beratungs- und Informationsangebote sensibilisiert die Initiative für das Thema Klimaschutz und hat sich damit unter anderem die Senkung der CO2-Emissionen in Betrieben zum Ziel gesetzt.

Arbeitnehmerbelange

Für das Unternehmen sind die Mitarbeitenden eine wichtige Säule des Erfolgs. Dies ist Teil unserer gelebten Unternehmenskultur und damit auch in unserem Verhaltenskodex, der sowohl für die Mitarbeitenden, die Vorgesetzten und für die Geschäftsleitung aller SIMONA Gesellschaften gleichermaßen gilt, in mehrfacher Hinsicht verankert. So hat sich das Unternehmen die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zum Ziel gesetzt und die sog. „Vision Zero“ (Zahl der Arbeitsunfälle) verabschiedet. Hierbei handelt es sich um ein mehrjähriges Konzept zur nachhaltigen Reduzierung von Arbeitsunfällen, das aus einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen besteht, deren Umsetzung auch in der globalen Balanced Scorecard (BSC) als Zielvorgabe hinterlegt wurde. Die Erfassung der Arbeitsunfälle nach einer international vereinheitlichten Definition erfolgt seit 2020 auf internationaler Basis. Sämtliche Arbeitsunfälle werden durch die betrieblich bestellten Arbeitssicherheitsfachkräfte in Berichten erfasst, nach Ursachen ausgewertet und daraus Maßnahmen zur Prävention abgeleitet.

Weiter hat die SIMONA AG ein Gesundheitsteam etabliert, das sich die Gesunderhaltung der Mitarbeitenden mit verschiedenen Aktionen (wie bspw. kostenlosem Obst, Zuschuss Fitnessstudio, Jobrad, Gesundheitstage, Gesundheitspartnerschaft mit einer großen Krankenkasse und jährlichen Schwerpunktthemen) zum Ziel gesetzt hat. Während der COVID-19- Pandemie war eine interdisziplinäre Taskforce eingesetzt, um jederzeit eine angemessene Steuerung der Aktivitäten im Hygiene- und Infektionsschutz zu gewährleisten.

SIMONA unterstützt die Vielfalt und Chancengleichheit aller Mitarbeitenden und hatte sich mit Einführung der gesetzlichen Zielgrößenregelung in 2015 das Ziel gesetzt, 20 Prozent ihrer Stellen in der Stufe unterhalb des Vorstandes der SIMONA AG mit weiblichen Führungskräften zu besetzen. Da dieses Ziel bereits zum ersten Überprüfungsstichtag erfüllt war, wurde im Jahr 2018 eine neue Zielsetzung in Höhe von 25 Prozent verabschiedet. Im Jahr 2022 wurde eine Neudefinition gewählt, die dem Organisationsaufbau innerhalb der SIMONA AG besser Rechnung trägt und mit absoluten Zahlen agiert. Die neuen Zielgrößen betragen 3 Frauen in der 1. Führungsebene und 2 Frauen in der 2. Führungseben jeweils unterhalb des Vorstandes. Um die bestehenden Quoten zu verbessern, hat sich das Management entschieden, für offene Führungspositionen gezielt immer mindestens eine Frau zu interviewen.

Die SIMONA AG investiert in die Förderung geeigneten Nachwuchses und beteiligt sich regelmäßig an Kooperationsprojekten mit Schulen und Universitäten (Schulpatenschaften, MINT-Programm). Neben der Ausbildung stehen geeigneten Bewerbern auch die Möglichkeiten eines dualen Studiums, einer geförderten beschäftigungsbegleitenden Weiterbildung (berufsbegleitendes Studium) oder einer temporären Beschäftigung an einem unserer Auslandsstandorte in den Tochtergesellschaften offen. Die SIMONA AG unterhält für das berufsbegleitende Studium Kooperationen mit den Hochschulen Ludwigshafen, Darmstadt und Mainz.

SIMONA erfragt die Mitarbeiterzufriedenheit in regelmäßig wiederkehrenden anonymen Mitarbeiterumfragen und leitet daraus konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit ab. Zuletzt wurde im Herbst 2022 eine globale Mitarbeiterzufriedenheitsumfrage durchgeführt, aus der nun im Jahr 2023 in einem global ausgerollten Prozess Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet werden. Die SIMONA Gesellschaften an den deutschen Standorten haben zum größten Teil Mitarbeitergespräche implementiert. Diese werden im gewerblichen Bereich am Standort Kirn z. T. bereits anhand einer Qualifikationsmatrix geführt. Das System der Qualifikationsmatrix ermöglicht es, jedem Mitarbeitenden die Anforderungen an seine Stelle und seinen persönlichen Anforderungserfüllungsgrad aufzuzeigen. Basierend auf den jährlichen Mitarbeitergesprächen werden die Fortbildungs- und Weiterentwicklungsbedarfe ermittelt. Die Feedbacks der besuchten Fortbildungen werden systematisch ausgewertet.

SIMONA führt im Rahmen von Projektmanagement- und Präsentationsschulungskonzepten international Schulungen zur Entwicklung der im Rahmen der Nachfolgeplanung für Schlüsselpositionen identifizierten Kandidaten durch. Der Informationsfluss zu den Mitarbeitenden wird innerhalb der SIMONA Gesellschaften über das SIMONA Intranet, ein Aushangsystem, Abteilungsbesprechungen und regelmäßige Schichtschulungen gewährleistet.

SIMONA erkennt das Recht aller ihrer Mitarbeitenden an, in und von Gewerkschaften vertreten zu sein und Arbeitnehmervertretungen zu bilden. Es bestehen an den deutschen Standorten langjährig etablierte Arbeitnehmervertretungen und am Standort Kirn ist die Mitarbeiterschaft zusätzlich durch die IGBCE vertreten.

Wesentliche Risiken, die für uns aus der Nichtbeachtung von Arbeitnehmerbelangen resultieren können, sind der Verlust unserer Mitarbeitenden und damit auch deren Know-how und potenzieller Betriebsgeheimnisse an den Wettbewerb. Mit dem Verlust von Know-how kann auch ein Qualitätsabfall einhergehen, der sich finanziell durch einen Anstieg von Gewährleistungsansprüchen und den Verlust von Kunden bemerkbar machen könnte. Nicht zuletzt wirken sich hohe Krankenstände negativ auf die Produktivität der Standorte aus. Weiter sehen wir die Herausforderungen des demografischen Wandels, der uns mit Überalterungs- und Kapazitätsrisiken konfrontiert, und Schwierigkeiten bei der Gewinnung junger Mitarbeitender.

SIMONA hat bisher nicht überprüft, inwieweit sie im Rahmen ihrer Maßnahmen und Richtlinien für Arbeitnehmerbelange die grundlegenden Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation erfüllt.# Menschenrechte

SIMONA bekennt sich zu den international anerkannten Menschenrechten und hat sich und ihre Mitarbeitenden gleichermaßen in ihrem Verhaltenskodex zur Einhaltung von Menschenrechten bindend verpflichtet. Wir unterstützen hierbei die internationale Vielfalt, setzen uns für Chancengleichheit ein und fordern von unseren Mitarbeitenden gegenseitigen Respekt. Diskriminierende Gesichtspunkte wie beispielsweise Geschlecht, Herkunft, Religion oder geschlechtliche Ausrichtung werden bei Entscheidungen im Unternehmen nicht berücksichtigt. Zwangs- und Kinderarbeit lehnen wir strikt ab und erwarten dies auch von unseren Geschäftspartnern. Unseren Ansatz entwickeln wir fortlaufend weiter. Verstöße gegen die in unserem Verhaltenskodex niedergelegten Grundsätze können beim Compliance Officer gemeldet werden und werden strikt geahndet. Ein Hinweisgeber-System zur anonymen einfachen Meldung von Compliance-Verstößen durch Mitarbeitenden und externe Dritte wurde eingerichtet.

Bekämpfung von Korruption und Bestechung

SIMONA verpflichtet ihre Mitarbeitenden, Berater, Handelsvertreter, Agenten und vergleichbare Dritte ausnahmslos und uneingeschränkt, keine unrechtmäßigen Zuwendungen zu gewähren oder solche Zuwendungen entgegenzunehmen. SIMONA hat für verschiedene Bereiche und Alltagssituationen, mit denen ihre Mitarbeitenden konfrontiert werden könnten, Richtlinien zur Vermeidung von Korruption und Bestechung erlassen. Verstöße werden strikt geahndet. Verstöße gegen das Verbot und die zugehörigen Richtlinien können u. U. schwere Straftaten darstellen, die dem Unternehmen Schaden in finanzieller Hinsicht als auch beträchtliche Reputationsschäden zufügen können. Weiter lösen sie bei einer Vielzahl unserer Vertragspartner Kündigungsgründe für eine Zusammenarbeit aus. Nicht zuletzt können sie auch zum Ausschluss aus öffentlichen Ausschreibungsverfahren im In- und Ausland führen.

Früherkennung von Risiken ist ein wesentliches Kriterium bei der Verhinderung von Compliance- Verstößen. Um die Mitarbeitenden hierfür zu sensibilisieren und bei der Einhaltung der Vorgaben zu unterstützen werden fortlaufend Onlinetrainings durchgeführt. In einem jährlich wiederkehrenden Prozess werden die für SIMONA spezifischen Compliance- Risiken systematisch ermittelt, analysiert und aktualisiert. Bei Hinzutreten neuer Risiken werden entsprechende Maßnahmen zur Abwehr ermittelt und eingeführt. Die Kontrolle, ob die Vorgaben zum Verbot von Korruption und Bestechung eingehalten werden, erfolgt in den Tochtergesellschaften durch wiederkehrende Revisionsbesuche vor Ort inklusive Kontrolle der Konten und Bargeldbestände. Zur effektiven Umsetzung des Compliance-Systems hat SIMONA einen Compliance Officer bestellt. Mitarbeitenden und auch außenstehenden Dritten räumt SIMONA die Möglichkeit ein, Hinweise auf Verstöße gegen das Verbot von Korruption und Bestechung anonym über das Hinweisgeber-System beim Compliance Officer einzureichen. Das System zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung im Unternehmen folgt keinen internationalen oder nationalen Standards oder lehnt sich an solche an, sondern ist anhand der individuellen Bedürfnisse und der Risikosituation innerhalb der Organisation aufgebaut.

Sozialaspekte

SIMONA trägt als Unternehmen Verantwortung für die Entwicklung und Attraktivität der Städte und Gemeinden, in denen das Unternehmen vertreten ist, und berücksichtigt Sozialbelange. Es wird das Konzept verfolgt, soziale, kulturelle und Hilfsprojekte an den jeweiligen Standorten weltweit zu unterstützen. Die innerhalb dieses Konzeptes verfolgten Due-Diligence-Prozesse sind definierte Zuständigkeiten und Abläufe für die Auswahl der zu unterstützenden Institutionen, Projekte und Initiativen sowie über den Umfang der jeweiligen Unterstützung. So wurde im Jahr 2022 der Trinkwasserwald e.V. finanziell und mittels einer Baumpflanzaktion am Standort Kirn unterstützt. Darüber hinaus unterstützt die Dr. Wolfgang und Anita Bürkle Stiftung als Großaktionär der SIMONA AG am Standort Kirn. Sie konzentriert sich dabei auf die Förderung des Erziehungs-, Bildungs- und Gesundheitswesens, der bedrohten Natur und der Tierwelt, der Kunst und der Kultur, der Entwicklungshilfe und mildtätiger Zwecke von Einrichtungen der Wohlfahrtspflege.“

Die vorgenannte nicht durch den Prüfer geprüfte nicht finanzielle Erklärung endet hier.

Zukunftsbezogene Aussagen und Prognosen

Der vorliegende zusammengefasste Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstandes der SIMONA AG sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsbezogenen Aussagen sind nicht als Garantien für die darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Vielmehr sind die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Sie beinhalten verschiedene Risiken und Unabwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich künftig möglicherweise als unzutreffend erweisen könnten. Die SIMONA AG übernimmt keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsbezogenen Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns sowie der SIMONA AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des SIMONA Konzerns und der SIMONA AG beschrieben sind.

Kirn, den 17. April 2023

SIMONA Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Matthias Schönberg
Dr. Jochen Hauck
Michael Schmitz

SIMONA Aktiengesellschaft, Kirn Bilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva 31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.167 147
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 3.834 3.764
2. Technische Anlagen und Maschinen 359 429
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.852 4.099
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.068 4.025
12.114 12.317
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 179.578 131.910
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 32.046 35.030
3. Beteiligungen 23 23
211.647 166.963
224.928 179.427
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 971 777
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 26.628 20.610
3. Geleistete Anzahlungen 29 29
27.628 21.416
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 30.056 26.737
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 37.411 31.194
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.497 1.760
4. Sonstige Vermögensgegenstände 11.321 6.921
82.286 66.612
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 16.752 24.686
126.666 112.715
C. Rechnungsabgrenzungsposten 647 606
352.241 292.747
Passiva 31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 15.500 15.500
II. Kapitalrücklage 15.032 15.032
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 397 397
2. satzungsmäßige Rücklagen 2.847 2.847
3. andere Gewinnrücklagen 167.148 162.648
IV. Bilanzgewinn 11.623 16.057
212.547 212.481
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 44.623 43.286
2. Steuerrückstellungen 96 461
3. Sonstige Rückstellungen 10.866 7.089
55.584 50.836
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 64.960 11.430
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.484 2.763
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 11.617 11.058
4. Sonstige Verbindlichkeiten 4.049 4.179
(davon aus Steuern TEUR 264; Vorjahr TEUR 255)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 944; Vorjahr TEUR 915)
84.110 29.430
352.241 292.747

SIMONA Aktiengesellschaft, Kirn Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 TEUR 2021 TEUR
1. Umsatzerlöse 398.254 345.158
2. Erhöhung (Vj. Verminderung) des Bestands an fertigen Erzeugnissen 0 -78
398.254 345.080
3. Sonstige betriebliche Erträge 3.904 3.779
(davon Erträge aus Währungsumrechnung TEUR 3.579; Vorjahr TEUR 2.918)
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -321.412 -272.057
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -473 -645
-321.885 -272.702
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -24.914 -21.896
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -4.429 -5.003
(davon für Altersversorgung TEUR -610; Vorjahr TEUR -1.389)
-29.343 -26.899
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.725 -1.487
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -45.404 -35.872
(davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung TEUR -1.894; Vorjahr TEUR -448)
8. Erträge aus Beteiligungen 7.350 6.730
(davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 7.000; Vorjahr TEUR 6.030)
9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 783 547
(davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 783; Vorjahr TEUR 547)
10. Zuschreibungen auf Finanzanlagen 0 11.551
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 483 296
(davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 348; Vorjahr TEUR 160)
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen -25 0
13. Ergebnis aus Gewinn-/Verlustübernahme 2.341 -1
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2.154 -3.934
(davon an verbundene Unternehmen TEUR -87; Vorjahr TEUR -66)
(davon aus Aufzinsung TEUR -1.352; Vorjahr TEUR -3.662)
Ergebnis vor Steuern 12.580 27.087
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.278 -3.683
16. Ergebnis nach Steuern 10.302 23.405
17. Sonstige Steuern -36 -62
18. Jahresüberschuss 10.266 23.342
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 5.857 4.386
20. Einstellung in andere Gewinnrücklagen -4.500 -11.671
21.

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

Allgemeine Hinweise

Die SIMONA AG hat ihren Sitz in Kirn und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Bad Kreuznach (HRB 1390).

Die SIMONA AG ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 des Handelsgesetzbuches (HGB).

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Der Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) und den ergänzenden Bilanzierungsbestimmungen der Satzung aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/- einer Einheit (EUR, %, usw.) auftreten.

Der Jahresabschluss wird in EUR aufgestellt. Die Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nicht angesetzt.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer von 3 bis 20 Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Anlagengegenstände, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten über 250 EUR, aber nicht über 1.000 EUR liegen, werden im Jahr ihres Zugangs in einen Jahressammelposten eingestellt. Dieser wird im Jahr der Bildung sowie in den folgenden vier Geschäftsjahren jeweils zu einem Fünftel abgeschrieben. Nach ihrer Vollabschreibung werden die Sammelposten ausgebucht.

Geleistete Anzahlungen sind zum Nominalwert angesetzt.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte sowie Ausleihungen zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder gemäß dem strengen Niederstwertprinzip zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der Rohstoffe, Fertigerzeugnisse und Handelswaren wurden nach der LIFO-Methode ermittelt. In die Herstellungskosten werden gemäß § 255 Abs. 2 HGB neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen einbezogen. Die Bestände an Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlich langer Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert (Anschaffungskosten) angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen für Pensionen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach der Anwartschaftsbarwertmethode unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Durch das deutlich gestiegene Inflationsniveau wird es voraussichtlich bei den in den nächsten Jahren anstehenden Rentenanpassungen zu Anpassungen kommen. Der damit verbundene Aufwand wird bereits im Geschäftsjahr 2022 berücksichtigt. Hierfür wurde die Trendparametrisierungen für Rente höher als in den Vorjahren angesetzt. Für die Abzinsung wurde wie im Vorjahr pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre bei einer Restlaufzeit von fünfzehn Jahren von 1,79 Prozent (Vorjahr 1,87 Prozent) verwendet. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden wie im Vorjahr mit 2,50 Prozent, der Trend der Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherung mit 2,00 Prozent und erwartete Rentensteigerungen mit 2,00 Prozent (Vorjahr 1,87 Prozent) berücksichtigt. Eine Fluktuationsrate wurde aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht verwendet. Der Unterschiedsbetrag der bilanzierten Pensionsrückstellung zu einem Wertansatz bei einem durchschnittlichen Zinssatz der vergangenen sieben und zehn Geschäftsjahre beträgt - 2.587 TEUR (Vorjahr -3.785 TEUR).

In Zusammenhang mit den Pensionsverpflichtungen bestehen Rückdeckungsversicherungen. Dabei handelt es sich um Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB. Die Rückstellung ergibt sich aus dem Saldo des versicherungsmathematischen Barwertes der Verpflichtung und des beizulegenden Zeitwertes des zur Deckung gebildeten Deckungsvermögens gem. § 253 (1) S. 4 HGB; der beizulegende Zeitwert entspricht grundsätzlich dem Marktwert des verrechneten Deckungsvermögens. Für mittelbare Verpflichtungen aus Pensionszusagen oder Anwartschaften werden gemäß Artikel 28 Absatz 1 S. 2 EGHGB keine Rückstellungen gebildet.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen). Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem von der Deutschen Bundesbank für das laufende Geschäftsjahr veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre laufzeitadäquat abgezinst.

Sonstige Rückstellungen beinhalten u.a. Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen. Die Bewertung der Jubiläumsrückstellungen wurde nach den handelsrechtlichen Bestimmungen mittels Projected-Unit-Credit-Methode durchgeführt. Als Rechnungsgrundlagen dienen die Richttafeln 2018G der Heubeck AG mit einem gem. § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB pauschal ermittelten Rechnungszinssatz von 1,43 Prozent p. a. (Vorjahr: 1,34 Prozent p. a.) und die Annahme von Gehaltssteigerungen wie im Vorjahr von 2,50 Prozent p. a.

Sonstige Rückstellungen enthalten zudem Verpflichtungen aus dem im Rahmen des Ende 2021 aufgelegten Altersteilzeitprogramms. Die Ausgestaltung der Altersteilzeit erfolgt über das Blockmodell (auf Basis der entsprechenden Individualverträge bzw. der Betriebsvereinbarung betreffend der Ausgleichsansprüche). Hierbei erbringt der Arbeitnehmer in der ersten Phase der Altersteilzeit (Beschäftigungsphase bzw. Aktivphase) die volle Arbeitsleistung, während er in dieser Zeit nur entsprechend der Teilzeitvereinbarung entlohnt wird. Dadurch baut sich bei SIMONA während der Beschäftigungsphase ein Erfüllungsrückstand in Höhe des noch nicht entlohnten Anteils der Arbeitsleistung auf, für den eine Rückstellung zu bilden ist. In der zweiten Phase der Altersteilzeit (Freistellungsphase bzw. Passivphase), wird der Arbeitnehmer entsprechend der Teilzeitregelung entlohnt, ohne eine Arbeitsleistung zu erbringen. Die Entlohnung erfolgt aus dem Verbrauch der Rückstellung für den aufgebauten Erfüllungsrückstand (IDW RS HFA 3, Rn. 26). Bei der Ermittlung der Rückstellung für Altersteilzeit werden die während der Altersteilzeit zu zahlenden Aufstockungsbeträge zum vollen Barwert ab Vertragsabschluss berücksichtigt, da diese insoweit Abfindungscharakter haben. Bei der Ermittlung der Rückstellung wurde für das Jahr 2023 ein Gehaltstrend wie im Vorjahr von 2,5 Prozent berücksichtigt. Für die Abzinsung wird unverändert ein laufzeitadäquater Marktzinssatz für öffentliche Anleihen angesetzt.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt; sofern sie langfristig und unverzinslich sind, werden sie in Höhe ihres Barwerts passiviert.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Währungsumrechnung

Im Jahresabschluss der SIMONA AG werden Forderungen und Verbindlichkeiten, die auf Fremdwährungen lauten, grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet (§ 256a HGB). Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel als Anlage zum Anhang dargestellt.

Angaben zum Anteilsbesitz

Die Aufstellung zum Anteilsbesitz ist als Anlage zum Anhang dargestellt. Bei den ausländischen Gesellschaften sind die Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis aus den für den IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 verwendeten Daten (sog. Handelsbilanz II) entnommen.# Anhang zum Konzernabschluss der SIMONA AG

Das Eigenkapital von Gesellschaften in Fremdwährung wird zum Stichtagskurs und die Ergebnisangaben zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet.

Im Berichtsjahr wurden 100 Prozent der Anteile an der Peak Pipe Systems Limited, Chesterfield, Großbritannien, erworben. Die Gesellschaft wurde anschließend in SIMONA PEAK Pipe Systems Limited umfirmiert. In Höhe der Anschaffungs- und Anschaffungsnebenkosten, sowie nachträglichen Anschaffungskosten aufgrund einer Earnout-Klausel haben sich die Anteile an verbundenen Unternehmen um insgesamt 47.693 TEUR erhöht. Die Anteile an OOO SIMONA RUS, Moskau, Russische Föderation, in Höhe von 25 TEUR, wurden aufgrund der Einstellung des Geschäftsbetriebs im Februar 2022 außerplanmäßig abgeschrieben.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen

Dieser Posten enthält die Ausleihungen an die SIMONA America Group Inc. (2.571 TEUR), die SIMONA ASIA Ltd. (17.157 TEUR), die SIMONA ASIA PACIFIC PTE. LTD (1.132 TEUR), die SIMONA Stadpipe AS (383 TEUR) sowie die SIMONA PLASTECH (9.500 TEUR).

Vorräte

Bei den Vorräten wird für die Bewertung von Rohstoffen, Fertigerzeugnissen und Handelswaren die LIFO-Methode angewendet. Die LIFO-Bewertung der Fertigerzeugnisse und Handelwaren erfolgt ohne Berücksichtigung der Abwertungen aufgrund langer Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit. Die Vorräte werden in geeignete Gruppen zusammengefasst und unter Beachtung des Niederstwertprinzips ausgewiesen. Der hierdurch entstandene Unterschiedsbetrag gegenüber der Durchschnittswertmethode, der zu einer Verminderung der Vorräte führt, beträgt bei den Fertigerzeugnissen und Waren 21.946 TEUR (Vorjahr 18.548 TEUR).

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Grundsätzlich sind sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (32.825 TEUR, Vorjahr 27.095 TEUR), Forderungen aus den Gewinnanteilen der Personengesellschaften (4.256 TEUR, Vorjahr 4.099 TEUR) und Forderungen aus Dividenden (331 TEUR, Vorjahr 0 TEUR). Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betragen 3.497 TEUR (Vorjahr 1.760 TEUR) und betreffen Zahlungen für Altersvorsorge. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Umsatzsteuerforderungen von 2.173 TEUR und Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern für die Geschäftsjahre 2021 und 2022 von 8.780 TEUR.

Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt unverändert 15.500 TEUR und besteht aus 6.000.000 Inhaberaktien. Es handelt sich um Aktien ohne Nennwert (= Stückaktien). Die Kapitalrücklage enthält das Agio aus der Ausgabe von Aktien der SIMONA AG. Im Berichtsjahr fand keine Erhöhung der Kapitalrücklage statt. Im Bilanzgewinn ist ein Gewinnvortrag von 5.857 TEUR enthalten. Im Berichtsjahr wurden satzungsgemäß 4.500 TEUR in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Im Übrigen verweisen wir auf den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Ausweis der bilanzierten Pensionsrückstellung in Höhe von 44.623 TEUR (Vorjahr 43.286 TEUR) erfolgt nach Saldierung des vorhandenen Deckungsvermögens in Höhe von 668 TEUR (Vorjahr 455 TEUR). Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens entsprechen dem Zeitwert, daher besteht keine Ausschüttungssperre. Die SIMONA Sozialwerk GmbH dient als Unterstützungskasse für die Finanzierung der mittelbaren Altersvorsorgeverpflichtungen für die SIMONA AG. Weiterhin steht das Gesellschaftsvermögen der SIMONA Vermögensverwaltungsgesellschaft der Belegschaft mbH künftig ausschließlich für Versorgungszwecke der SIMONA Sozialwerk GmbH zur Verfügung. Zum Stichtag beträgt der Zeitwert dieses Vermögens 52.808 TEUR (Vorjahr 47.317 TEUR), anteilig für die SIMONA AG 33.692 TEUR (Vorjahr 30.609 TEUR). Zum Jahresende ergibt sich eine nicht passivierungspflichtige Unterdeckung in Höhe von 23.883 TEUR (10-Jahreszins) und 28.821 TEUR (7-Jahreszins).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten die variable Kaufpreisverpflichtung im Rahmen des Erwerbs der SIMONA PEAK Pipe Systems Limited mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr und weniger als fünf Jahren in Höhe von 2.956 TEUR (Vorjahr 0 TEUR). Ansonsten wurden die sonstigen Rückstellungen im Wesentlichen für mitarbeiterbezogene Rückstellungen in Höhe von 6.200 TEUR (Vorjahr 5.113 TEUR) sowie ausstehende Rechnungen in Höhe von 1.443 TEUR (Vorjahr 1.626 TEUR) gebildet.

Verbindlichkeiten

Art der Verbindlichkeit Restlaufzeit < 1 Jahr (TEUR) Restlaufzeit 1-5 Jahre (TEUR) Restlaufzeit > 5 Jahre (TEUR) Vorjahr < 1 Jahr (TEUR) Vorjahr 1-5 Jahre (TEUR) Vorjahr > 5 Jahre (TEUR)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 28.602 32.769 3.589 6.425 5.005 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.229 - - 7.359 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.484 - - 2.763 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 4.049 - - 4.179 - -

Innerhalb eines Jahres fällige Kontokorrentkredite bestanden wie im Vorjahr nicht. Alle anderen sonstigen Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Sämtliche Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr unbesichert.

Latente Steuern

Latente Steuern werden nicht ausgewiesen, da der nach Verrechnung von aktiven und passiven latenten Steuern verbleibende aktivische Überhang unter Ausnutzung des Wahlrechts des § 274 HGB bilanziell nicht angesetzt wird. Passive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus dem Anlagevermögen sowie Bewertungsunterschieden bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund unrealisierter Fremdwährungsgewinne. Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsunterschieden bei Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie sonstigen Rückstellungen. Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 29,48 Prozent zugrunde gelegt.

Derivative Finanzinstrumente

Im Rahmen der Kaufpreisfinanzierung für die SIMONA Peak Pipe Systems Limited wurde ein Zinsswap zur Absicherung des Zinsrisikos abgeschlossen. Hierbei wird die variable Zinszahlung wirtschaftlich in eine festverzinsliche Verzinsung umgewandelt. Der Zinsswap lautet auf einen nominalen Kapitalbetrag von 11.250 TEUR. Zum Bilanzstichtag hat der variable Teil des Darlehens ein Volumen von 10.688 TEUR. Bei Zinsswaps erfolgt die Bewertung durch Abzinsung der zukünftigen Zahlungsströme (Discounted-Cashflow-Methode) auf Basis der am Bilanzstichtag für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze. Auf dieser Basis ergibt sich zum Bilanzstichtag ein beizulegender Zeitwert von 408 TEUR. Eine Bewertungseinheit wird nicht gebildet, sodass eine Abbildung des positiven Wertbeitrags zum Bilanzstichtag nicht erfolgt, weil insoweit ein schwebendes Geschäft vorliegt, das nicht zu aktivieren ist. Der Buchwert beträgt daher 0 EUR. Eine Bewertungseinheit gem. § 254 HGB wird nicht gebildet, insoweit entfällt in diesem Kontext die Angabe gem. § 285 Nr. 23 HGB.

Haftungsverhältnisse

Für die Tochterunternehmen SIMONA ASIA PACIFIC PTE. LTD., Singapur und SIMONA ENGINEERING PLASTICS (Guangdong) Co. Ltd., Jiangmen, China, hat die SIMONA AG je eine Patronatserklärung abgegeben. Darin verpflichtet sich die Gesellschaft, ihre Tochtergesellschaften mit ausreichenden finanziellen Mitteln zur Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten auszustatten. Als Sicherheit für fremde Verbindlichkeiten hat die SIMONA AG zur Absicherung von Rohstofflieferungen eine Patronatserklärung und eine First Demand Guarantee abgegeben. Die Verbindlichkeiten der SIMONA Produktion Kirn GmbH & Co. KG, Kirn, und der SIMONA Produktion Ringsheim GmbH & Co. KG, Ringsheim, gegenüber den Lieferanten valutieren am 31. Dezember 2022 mit insgesamt 2.203 TEUR. Als Sicherheit für fremde Bankverbindlichkeiten hat die SIMONA AG zur Absicherung einer Kreditlinie eine Garantieerklärung abgegeben. Die Bankverbindlichkeiten der SIMONA PLASTECH LEVHA SAN.A.Ş., Düzce valutieren am 31. Dezember 2022 mit insgesamt 3.990 TEUR.

Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Garantien sowie den Patronatserklärungen wird mit Ausnahme der Garantieerklärung für SIMONA PLASTECH derzeit als nicht wahrscheinlich eingeschätzt, da die betreffenden Tochterunternehmen über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um Verpflichtungen aus der operativen Geschäftstätigkeit zu erfüllen.

Die SIMONA Sozialwerk GmbH, Kirn, dient als Unterstützungskasse für die Finanzierung der mittelbaren Altersvorsorgeverpflichtungen für die SIMONA AG. Hieraus ergeben sich zum Bilanzstichtag Haftungsverhältnisse. Die Berichtsgesellschaft bleibt weiterhin unmittelbar verpflichtet, soweit das Vermögen der Unterstützungskasse zur Erfüllung der Verpflichtungen nicht ausreicht. Es besteht weiterhin eine Subsidiärhaftung für die mittelbaren Pensionszusagen der Tochtergesellschaften SIMONA Produktion Kirn GmbH & Co. KG, Kirn, und SIMONA Produktion Ringsheim GmbH & Co. KG, Ringsheim. Zum Stichtag besteht insgesamt eine Unterdeckung für mittelbare Pensionsverpflichtungen in Höhe von 37.441 TEUR (10-Jahreszins). Das Risiko einer Inanspruchnahme aus diesen mittelbaren Pensionsverpflichtungen wird aufgrund der aktuellen Finanzausstattung der SIMONA Sozialwerk GmbH als gering angesehen.# Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse nach Regionen:

2022 % 2021 %
Deutschland 155.576 39,1 % 136.747 39,6 %
EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) 206.007 51,7 % 183.639 53,2 %
Amerika 10.007 2,5 % 6.971 2,0 %
Asien-Pazifik 26.664 6,7 % 17.801 5,2 %
Gesamt 398.254 100,0 % 345.158 100,0 %

Umsatzerlöse nach Business Line:

2022 % 2021 %
Industry 154.424 38,8 % 129.508 37,5 %
Infrastructure 68.486 17,2 % 58.543 16,9 %
Mobility 4.600 1,1 % 4.657 1,3 %
Advertising & Building 27.987 7,0 % 27.123 7,9 %
Intercompany 84.653 21,3 % 76.820 22,3 %
Others 58.104 14,6 % 48.507 14,1 %
Gesamt 398.254 100,0 % 345.158 100,0 %

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten hauptsächlich Erträge aus Kursdifferenzen (3.579 TEUR, Vorjahr 2.918 TEUR) sowie periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (147 TEUR, Vorjahr 138 TEUR) und Anlagenabgängen (47 TEUR, Vorjahr 74 TEUR).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren vor allem aus Aufwendungen für Ausgangsfrachten (14.225 TEUR; Vorjahr 12.075 TEUR), Aufwendungen für Verpackungsmaterial (6.256 TEUR; Vorjahr 4.504 TEUR), Provisionsaufwendungen (5.513 TEUR, Vorjahr 4.336 TEUR), Rechts- und Beratungskosten (3.340 TEUR; Vorjahr 2.552 TEUR), Mietaufwendungen (3.306 TEUR; Vorjahr 3.301 TEUR), Instandhaltungsaufwendungen (2.429 TEUR; Vorjahr 2.612 TEUR), Aufwendungen aus Kursdifferenzen (1.894 TEUR; Vorjahr 448 TEUR), Werbekosten (1.514 TEUR; Vorjahr 698 TEUR) und Raumkosten (698 TEUR; Vorjahr 669 TEUR). Die periodenfremden Aufwendungen ergeben sich aus der Ausbuchung von Forderungen (522 TEUR; Vorjahr 338 TEUR).

Erträge aus Gewinnabführung

Dieser Posten betrifft den mit der SIMONA Beteiligungs-GmbH, Kirn, bestehenden Ergebnisabführungsvertrag.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Innerhalb der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsaufwendungen aus dem Deckungsvermögen der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 25 TEUR (Vorjahr 12 TEUR) und Zinsaufwendungen aus Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.347 TEUR (Vorjahr 3.662 TEUR) gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB enthalten.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfallen vor allem auf das Ergebnis vor Steuern des laufenden Geschäftsjahres. Der Posten enthält Steueraufwendungen in Höhe von 370 TEUR (Vorjahr 541 TEUR), die frühere Geschäftsjahre betreffen.

Sonstige Angaben

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Gemäß Mietvertrag vom 1. Dezember 2017 vermietet die SIMONA Immobilien GmbH & Co. KG die für den Geschäftsbetrieb notwendigen Grundstücke und Gebäude unbefristet mit beidseitigem Kündigungsrecht an die SIMONA AG zu marktüblichen Konditionen. Der Mietzins beläuft sich auf 3.277 TEUR jährlich. Die Mietzahlungen führen zu einem Liquiditätsabfluss bei der SIMONA AG. Leasingverträge insbesondere für Kraftfahrzeuge wurden zur Vermeidung des sofortigen Abflusses liquider Mittel geschlossen. Dem Vorteil der Verbesserung der Liquiditätslage durch geringen Mittelabfluss steht das Risiko der über die gesamte Nutzungsdauer insgesamt höheren Zahlungsmittelabflüsse entgegen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

TEUR
Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen
Fällig 2023 2.156
Fällig nach 2023 256
Gesamt 2.412

Davon betreffen 1.638 TEUR sonstige finanzielle Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Das Bestellobligo resultiert aus Investitionsaufträgen in Höhe von 2.379 TEUR. Der geschätzte Mittelabfluss, aus der im Rahmen der Unternehmenstransaktion mit der SIMONA Stadpipe AS vereinbarten Put-/Call-Option zum Erwerb der beim Minderheitsgesellschafter verbleibenden Anteile, beträgt 7,4 Mio. EUR. Es handelt sich um eine sonstige finanzielle Verpflichtung gegenüber dem Minderheitsgesellschafter der SIMONA Stadpipe AS.

Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Dr. Roland Reber, Mitglied des Aufsichtsrates der SIMONA AG, ist zudem als Geschäftsführer der Ensinger GmbH, Nufringen, bestellt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr fanden Produktverkäufe in Höhe von 2.748 TEUR (Vorjahr 2.523 TEUR) zwischen der SIMONA AG und Gesellschaften der Ensinger-Gruppe statt. Die Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen den Gesellschaften werden zu üblichen Marktbedingungen durchgeführt. Unternehmen des SIMONA Konzerns haben darüber hinaus mit Mitgliedern des Vorstandes oder des Aufsichtsrates der SIMONA AG bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- und Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keine wesentlichen Geschäfte vorgenommen (Umsätze unterhalb von insgesamt 25 TEUR). Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.

Organe und Aufwendungen für Organe

Vorstand:

  • Matthias Schönberg, Oberursel, Diplom-Kaufmann, (Vorstandsvorsitzender)
  • Verantwortlich für die Bereiche: Region Nordamerika, Region Asien-Pazifik, Strategische Unternehmensentwicklung, Unternehmenskauf (Mergers & Acquisitions), Personal und Recht, Investor Relations, Marketing & Kommunikation
  • Michael Schmitz, Sprendlingen, Bankkaufmann
    • Verantwortlich für die Bereiche: Finanzen, Controlling, Steuern, Einkauf, IT & Organisation, Qualitätsmanagement, Liegenschaften / Bau, Energiemanagement
  • Dr. Jochen Hauck, Mainz, Diplom-Ingenieur
  • Verantwortlich für die Bereiche: Region EMEA (Europa/Mittlerer Osten/Afrika), Südamerika und Indien, Globales Prozessmanagement, Forschung und Entwicklung, Anwendungstechnik / Technical Service Center, Weltweite Verfahrensentwicklung, Zentrale Logistik, HSE (Gesundheit, Arbeitssicherheit, Umwelt)

Matthias Schönberg nimmt in folgenden Gesellschaften des SIMONA Konzerns Aufgaben in einem Kontrollgremium wahr:
* SIMONA IBERICA SEMIELABORADOS S.L., Barcelona, Spanien
* SIMONA POLSKA Sp. z o.o., Breslau, Polen
* SIMONA ASIA PACIFIC PTE. LTD, Singapur, Singapur
* SIMONA ASIA LIMITED, Hongkong, China
* SIMONA FAR EAST LIMITED, Hongkong, China
* SIMONA ENGINEERING PLASTICS (Guangdong) Co. Ltd., Jiangmen, China
* SIMONA America Group Inc., Archbald, USA
* SIMONA Boltaron Inc., Newcomerstown, USA

Michael Schmitz nimmt in folgenden Gesellschaften des SIMONA Konzerns Aufgaben in einem Kontrollgremium wahr:
* SIMONA S.A.S., Domont, Frankreich
* SIMONA IBERICA SEMIELABORADOS S.L., Barcelona, Spanien
* SIMONA POLSKA Sp. z o.o., Breslau, Polen
* SIMONA America Group Inc., Archbald, USA
* SIMONA Boltaron Inc., Newcomerstown, USA
* Power Boulevard Inc., Archbald, USA
* Industrial Drive Inc., Findlay, USA
* SIMONA Stadpipe AS, Stadlandet, Norwegen
* SIMONA PLASTECH Levha Sanayi Anonim Şirketi, Düzce, Türkei
* SIMONA PEAK Pipe Systems Limited, Chesterfield, Großbritannien

Dr. Jochen Hauck nimmt in folgenden Gesellschaften des SIMONA Konzerns Aufgaben in einem Kontrollgremium wahr:
* SIMONA UK Ltd., Stafford, Großbritannien
* SIMONA IBERICA SEMIELABORADOS S.L., Barcelona, Spanien
* SIMONA POLSKA Sp. z o.o., Breslau, Polen
* SIMONA Stadpipe AS, Stadlandet, Norwegen
* SIMONA PLASTECH Levha Sanayi Anonim Şirketi, Düzce, Türkei
* SIMONA PEAK Pipe Systems Limited, Chesterfield, Großbritannien

Aufsichtsrat:

  • Dr. Ing., Dipl.-Wirt. Ing. Klaus F. Erkes, Überlingen (Vorsitzender)
    • Vorsitzender der Geschäftsführung der Zollern GmbH & Co. KG, Sigmaringen (bis 31. März 2022)
    • Weitere Aufsichtsratstätigkeit:
      • Mitglied des Aufsichtsrates der Semperit AG, Wien
      • Mitglied des Aufsichtsrates der Präzi-Flachstahl AG, Everswinkel
      • Mitglied des Beirates der Fa. Karl Mayer GmbH & Co. KG, Obertshausen
      • Mitglied des Beirats der Karl Mayer Holding GmbH & Co. KG, Obertshausen
      • Mitglied des Beirats der Alois Berger Holding GmbH & Co. KG, Memmingen (seit 1. Juni 2022 Vorsitzender)
      • Mitglied des Beirats der Alois Berger Holding International, Memmingen (seit 1. Juni 2022 Vorsitzender)
      • Präsident des Unternehmerverband Landkreis Sigmaringen e.V. (bis Juni 2022)
  • Dr. sc. techn. Roland Reber, Stuttgart, Diplom-Ingenieur ETH (stellvertretender Vorsitzender)
    • Geschäftsführer der Ensinger GmbH, Nufringen
  • Roland Frobel, Isernhagen, Steuerberater
    • Gesellschafter und Geschäftsführer der Frobel Beteiligungs-GmbH, Isernhagen
    • Geschäftsführer der Reitstall Steinberg GmbH, Neuenkirchen
    • Geschäftsführer der FRISS Beteiligungsgesellschaft mbH, Isernhagen
    • Weitere Aufsichtsratstätigkeit:
      • Mitglied des Aufsichtsrates (Vorsitzender seit 1. Juli 2022) der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA, Hannover
      • Mitglied des Aufsichtsrates der GBK Beteiligungen AG, Hannover
  • Martin Bücher, Biberach, Bankkaufmann
    • Vorsitzender des Vorstands der Kreissparkasse Biberach, Biberach
    • Weitere Aufsichtsratstätigkeit:
      • Mitglied des Beirats der BW Global Versicherungsmakler GmbH (bis 22. November 2022)
      • Stellvertretendes Aufsichtsratsmitglied der BW Bank
      • Mitglied des Aufsichtsrats der Öchsle Bahn AG
  • Andy Hohlreiter, Becherbach, (Arbeitnehmervertreter), Industriemechaniker (Betriebsratsvorsitzender)
  • Markus Stein, Mittelreidenbach, (Arbeitnehmervertreter), Kaufmännischer Angestellter (stellvertretender Betriebsratsvorsitzender)

Gesamtbezüge des Vorstandes

Für die Tätigkeit in 2022 betragen die Bezüge des Vorstandes 2.420 TEUR (Vorjahr 2.352 TEUR), davon betragen die variablen Vergütungsanteile 1.445 TEUR (Vorjahr 1.424 TEUR). Darüber hinaus wurden keine weiteren Bezüge oder Kredite gewährt. Zudem verweisen wir auf den Vergütungsbericht nach § 162 AktG.

Gesamtbezüge des Aufsichtsrates

Die Bezüge des Aufsichtsrates teilen sich auf in die Vergütung für die Aufsichtsratstätigkeit (252,5 TEUR, Vorjahr 252,5 TEUR) und für die Ausschusstätigkeit der Aufsichtsratsmitglieder (61,7 TEUR, Vorjahr 61,7 TEUR). Die Bezüge des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr betragen somit insgesamt 314,2 TEUR (Vorjahr 314,2 TEUR).

Bezüge und Pensionsrückstellungen ehemaliger Mitglieder des Vorstandes

Für ehemalige Mitglieder des Vorstandes betrugen die Bezüge 493 TEUR (Vorjahr 473 TEUR). Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder des Vorstandes sind in voller Höhe gebildet und belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf 14.761 TEUR (Vorjahr 14.266 TEUR).# Mitarbeitende

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres Beschäftigten:

2022 2021
Gewerbliche Arbeitnehmer 91 93
Angestellte 246 240
Arbeitnehmer 337 333
Auszubildende 53 55
390 388

Gewinnverwendung

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:

TEUR
Jahresüberschuss 10.266
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 5.857
Satzungsmäßige Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen -4.500
Bilanzgewinn 11.623
Dividende (EUR 1,85 je Aktie) -11.100
Vortrag auf neue Rechnung 523

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Corporate-Governance-Kodex

Die SIMONA AG hat – als einziges börsennotiertes Unternehmen des Konzerns –die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung am 6. April 2023 abgegeben und den Aktionären dauerhaft auf der Internetseite unter https://www.simona.de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerung/ öffentlich zugänglich gemacht.

Beteiligungsverhältnisse

An der Gesellschaft wurden folgende Beteiligungsverhältnisse gemeldet:

Stimmrechtsanteil am 31.12.2022 an der SIMONA AG in %
Dr. Wolfgang und Anita Bürkle Stiftung, Kirn 31,19
Kreissparkasse Biberach, Biberach 15,04
Dirk Möller, Kirn 11,64
Rossmann Beteiligungs GmbH, Burgwedel 11,42
Regine Tegtmeyer, Nebel 11,25
SIMONA Vermögensverwaltungsgesellschaft der Belegschaft mbH, Kirn 10,00

Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 21 Absatz 1 WpHG

Der SIMONA Aktiengesellschaft liegen folgende Mitteilungen vor, welche dem letzten mitge- teilten Stand der Aktionäre über die Über- bzw. Unterschreitung von Schwellenwerten nach § 21 Absatz 1 WpHG entsprechen:

Der Landkreis Biberach, Biberach, hat uns in der Bestandsmitteilung gem. § 41 Abs. 4g WpHG am 21. Juli 2016 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG am 02. Juli 2016 die Schwelle von 3 Prozent, 5 Prozent, 10 Prozent und 15 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 15,0435 Prozent betragen hat (das entspricht 90.261 Stimmrechten). Davon sind ihm 15,0435 Prozent (90.261 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von ihm kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG jeweils 3 Prozent oder mehr beträgt, gehalten: Kreissparkasse Biberach, Biberach.

Die Dr. Wolfgang und Anita Bürkle Stiftung, Kirn, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 10. Juni 2010 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG am 13. Mai 2010 die Schwelle von 15 Prozent, 20 Prozent, 25 Prozent und 30 Prozent der Stimmrechte über- schritten hat und an diesem Tag 30,79 Prozent betragen hat (das entspricht 184.739 Stimm- rechten).

Die Rossmann Beteiligungs GmbH, Burgwedel, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 20. Juni 2008 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SIMONA AG am 16. Juni 2008 die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 10,10 Pro- zent betragen hat (das entspricht 60.584 Stimmrechten).

Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der SIMONA AG, Kirn, einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. Dieser ist am Sitz der Gesellschaft beim Amtsgericht Bad Kreuznach unter der Nummer HRB 1390 erhältlich.

Honorar des Abschlussprüfers

Da die Angaben zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers im Konzernabschluss der SI- MONA AG enthalten sind, macht die Gesellschaft von der Erleichterungsvorschrift gemäß § 285 Nr. 17 HGB gebrauch.

Nachtragsbericht

Es gibt keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungs- grundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht der SIMONA Aktiengesellschaft, Kirn, zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesell- schaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwick- lung der Gesellschaft beschrieben sind.

Kirn, den 17. April 2023

SIMONA Aktiengesellschaft
Der Vorstand

Matthias Schönberg
Dr. Jochen Hauck
Michael Schmitz

Entwicklung des Anlagevermögens der SIMONA Aktiengesellschaft, Kirn

2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten Währungs- umrechnung Zugänge Abgänge 31.12.2022
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I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 8.271 0 330 1.246 1.023
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 4.391 184 6 4.580
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.413 56 1.357
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.717 27 1.035 2.888 2.987
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.025 1.054 -4.010 1.068
25.545 211 2.095 2.944 -1.023
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 131.910 47.693 179.603
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 35.036 -4 4.303 7.284 32.051
3. Beteiligungen 23 23
166.968 -4 51.996 7.284 0
200.784 207 54.421 11.474 0

01.01. Währungs- umrechnung 31.12. 2022 31.12. 2022 31.12. 2021 31.12. 2021
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I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 8.124 0 332 1.246 7.210 1.167
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 627 31 89 746 3.834 3.764
2. Technische Anlagen und Maschinen 984 66 52 998 359 429
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.618 19 1.237 2.848 10.025 6.852
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 1.068 4.025 13.228 50
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 25 25 179.578 131.910
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 6 6 32.046 35.030
3. Beteiligungen 0 0 23 23
21.357 50 1.750 4.147 19.011 224.928

Angaben zum Anteilsbesitz der SIMONA Aktiengesellschaft, Kirn

2022

Gesellschaft Anteil am Kapital des letzten Geschäftsjahres % Eigenkapital TEUR Ergebnis TEUR
Unmittelbar
SIMONA Beteiligungs-GmbH, Kirn (*) 100,0 1.834 0
SIMONA Sozialwerk GmbH, Kirn (**) 50,0 10.631 -767
SIMONA Vermögensverwaltungsgesellschaft der Belegschaft mbH, Kirn (**) 50,0 415 589
SIMONA Kirn Produktion GmbH & Co. KG, Kirn 100,0 24.960 746
SIMONA Kirn Management GmbH, Kirn 100,0 25 -1
SIMONA Produktion Ringsheim GmbH & Co. KG, Ringsheim 100,0 5.947 382
SIMONA Ringsheim Management GmbH, Ringsheim 100,0 24 -1
SIMONA Immobilien GmbH & Co. KG, Kirn 100,0 17.223 3.128
SIMONA Immobilien Management GmbH, Kirn 100,0 27 0
SIMONA Plast-Technik s.r.o., Litvinov, Tschechien 100,0 22.341 2.161
SIMONA Stadpipe AS, Stadlandet, Norwegen 74,9 8.305 105
SIMONA Stadpipe Eiendom AS, Stadlandet, Norwegen 100,0 1.446 82
SIMONA POLSKA Sp. z o.o., Breslau, Polen 100,0 1.884 927
DEHOPLAST POLSKA Sp. z o.o., Kwdizyn, Polen 51,0 1.878 870
SIMONA PLASTECH Levha Sanayi Anonim Şirketi, Dücze, Türkei 70,0 16.121 -2.932
SIMONA PEAK Pipe Systems Limited, Chesterfield, Großbritannien 100,0 46.836 3.821
OOO SIMONA RUS, Moskau, Russ. Föderation (in Liquidation) 100,0 490 -633
SIMONA America Group Inc., Archbald , USA 100,0 73.760 13.953
SIMONA ASIA LIMITED, Hongkong, China 100,0 4.052 420
SIMONA FAR EAST LIMITED, Hongkong, China (in Liquidation) 100,0 92 -20
SIMONA INDIA PRIVATE LIMITED, Mumbai, Indien 99,99 748 537
Mittelbar
SIMONA IBERICA SEMIELABORADOS S.L., Barcelona, Spanien 100,0 782 311
SIMONA S.A.S., Domont, Frankreich 100,0 1.101 737
SIMONA S.r.l., Vimodrone, Società UNIPERSONALE, Cologno Monzese (MI), ltalien 100,0 957 556
SIMONA UK Ltd., Stafford, Großbritannien 100,0 4.826 846
POWER BOULEVARD INC., Archbald, USA 100,0 8.229 -16
SIMONA Boltaron Inc., Newcomerstown, USA 100,0 55.283 3.463
CARTIERWILSON, LLC, Marietta, USA (***) 25,0 596 1.908
SIMONA ENGINEERING PLASTICS (Guangdong) Co.Ltd., Jiangmen, China 100,0 11.821 -9
SIMONA INDIA PRIVATE LIMITED, Mumbai, Indien 0,01 748 537
SIMONA PMC, LLC, Findlay, USA 100,0 8.566 4.945
Industrial Drive Inc., Findlay, USA 100,0 1 0
SIMONA AMERICA Industries LLC., Archbald, USA 100,0 44.403 16.954
SIMONA ASIA PACIFIC PTE. LTD., Singapur 100,0 - 687

() Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der SIMONA AG
(
) Geschäftszahlen 2021
(
**) vorläufige Geschäftszahlen