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Siltronic AG Interim / Quarterly Report 2015

Jul 31, 2015

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Interim / Quarterly Report

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2.QUARTAL 2015 ZWISCHENBERICHT JANUAR BIS JUNI 2015

Unternehmensprofil: Siltronic ist mit einem Marktanteil von rund 14 Prozent einer der Weltmarktführer für Wafer aus Reinstsilizium und beliefert die weltweit führenden Halbleiterunternehmen. Damit ist das umfangreiche Produktportfolio ein Grundbaustein für immer leistungsfähigere und (energie-) effizientere Computerchips und findet sich in stark nachgefragten Produkten wie Smartphones, Laptops sowie Autos. Das Unternehmen verfügt mit gut 4.000 Mitarbeitern über ein Netzwerk von hochmodernen Produktionsstätten in Europa, Asien und den USA. Technologische Führerschaft und ein konsequenter Fokus auf Effizienzgewinne sind die Grundlagen für einen erfolgreichen Börsengang und die künftige Steigerung des Unternehmenswerts.

Inhalt

Siltronic auf einen Blick
An unsere Aktionäre
Vorwort des Vorstands 2
Siltronic an der Börse 5
Konzernzwischenlagebericht
Grundlagen des Konzerns 7
Unternehmensprofil 7
Unsere Stärken 8
Unsere Strategie 8
Steuerung 9
Effizienz, Kosten und Produktivität 10
Forschung und Entwicklung 10
Wirtschaftsbericht 11
Gesamtwirtschaftliche Lage
und Branchenentwicklung 11
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Siltronic auf einen Blick

  • Höhere Absatzmengen und starker US-Dollar treiben Umsatz und Ergebnis
  • EBITDA-Marge im 2. Quartal bei 12,7 Prozent, ohne Wechselkursbelastung, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen enthalten ist, bei 20 Prozent
  • Positives ROCE
  • Positiver Free-Cashflow von 7,1 Mio.€ im 2. Quartal
  • Eigenkapitalquote steigt auf 47 Prozent
  • Pensionsrückstellungen im 2. Quartal zinsbedingt um 136 Mio.€ versus
    1. Quartal gesunken
2. Quartal 1. Halbjahr
Mio. € 2015 2014 Veränderung in % 2015 2014 Veränderung in %
Umsatz 246,7 210,4 17,3 485,4 406,7 (4) 19,3
EBITDA(1) 31,4 28,3 10,9 71,5 59,7 (5) 19,6
EBITDA-Marge (3) 12,7% 13,5% –5,9 14,7% 14,7% 0.0
EBIT (2) 0,2 –9,5 >100 8,5 –10,5 >100
EBIT-Marge (3) 0,1% –4,5% >100 1,8% –2,6% >100
Periodenergebnis –7,0 –14,1 50,4 –5,1 –17,1 70,2
Ergebnis je Aktie in € (6) –0,17 –0,35 50,5 –0,07 –0,37 82,1
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 14,9 2,6 >100 62,6 89,8 –30,3
Ein-/Auszahlungen für Sachanlagen
und immaterielles Anlagevermögen
7,8 6,7 16,4 15,8 14,8 6,8
Free-Cashflow 7,1 –4,1 >100 46,8 75,0 –37,6
ROCE 0,1% –4,7% 2,2% –2,6%

(1) EBITDA ist EBIT vor Abschreibungen / Zuschreibungen auf Anlagevermögen.

(2) EBIT ist das Ergebnis für die betreffende Berichtsperiode vor Finanzergebnis und vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag.

(3) Margen sind jeweils bezogen auf die Umsatzerlöse

(4) Die Tochtergesellschaft Siltronic Silicon Wafer Pte, Ltd., Singapur (SSW) war im 1. Halbjahr 2014 nur für gut fünf Monate einbezogen, da die Erstkonsolidierung der SSW zum 24. Januar 2014 erfolgte. Wäre die SSW für die gesamten ersten sechs Monate 2014 konsolidiert worden, wären die Umsatzerlöse um 7,4 Mio.€ höher ausgefallen und die Umsatzsteigerung hätte im Halbjahresvergleich nicht 19 Prozent, sondern 17 Prozent betragen.

(5) Wenn die SSW schon ab dem 1. Januar 2014 konsolidiert worden wäre, hätte das bereinigte EBITDA für die Vergleichsperiode der ersten sechs Monate 2014 bei 45,3 Mio.€ gelegen, was einer EBITDA-Marge von 10,9 Prozent entspricht.

(6) Ergebnis je Aktie auf Basis von 30.000.000 Stück Aktien für 2014 und 2015 gerechnet.

Mio. € 30.06.2015 31.12.2014
Eigenkapital 500,9 311,8
Eigenkapitalquote 47% 29%
Nettofinanzvermögen 166,1 –24,5
Mitarbeiter 4.043 4.163

Rainer Irle, Executive Vice President & Chief Financial Officer

45 Jahre alt. Nach Studium und Diplom in Wirtschaftsingenieurwesen (Uni Siegen) und einem Master of Science in Engineering (Göteborg) sowie einer Tätigkeit als Unternehmensberater bei A.T. Kearney seit 2003 bei der Siltronic AG. Seit Januar 2013 Chief Financial Officer der Siltronic AG.

Dr. Christoph von Plotho, President & Chief Executive Officer

59 Jahre alt. Nach Chemie-Studium und Promotion an der RWTH Aachen seit 1984 bei Wacker Chemie in diversen Leitungsfunktionen innerhalb des Konzerns im In- und Ausland. Seit Oktober 2010 Vorsitzender des Vorstands der Siltronic AG.

AN UNSERE AKTIONÄRE

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren,

seit dem 11. Juni 2015 ist Siltronic im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet. Das ist ein wichtiger Meilenstein in unserer Firmengeschichte, auf den wir sehr stolz sind.

Siltronic ist ein Technologieführer in der Waferindustrie, ein Ergebnis von Jahrzehnten intensiver Forschung und Entwicklung. Mit signifikanten Kostenreduktionen konnten wir zudem in den letzten Jahren unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig steigern. Diese Verbindung aus technologischer Spitzenposition und wirtschaftlicher Erholung war die Basis für den erfolgreichen Börsengang.

Wir bedanken uns bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die engagierte Arbeit, die diesen Schritt ermöglicht hat. Ihnen danken wir für das Vertrauen, das Sie uns mit dem gemeinsamen Gang auf das Börsenparkett geschenkt haben.

Die Entwicklung im 1. Halbjahr 2015 belegt, dass Siltronic richtig und tragfähig aufgestellt ist: Wir konnten erneut deutliche Zuwachsraten bei Absatzmengen und Umsatz sowie signifikante Verbesserungen bei den finanziellen Steuerungsgrößen verzeichnen. Das gilt vor allem für das EBITDA, also das operative Ergebnis und die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE). Der Free-Cashflow lag ebenfalls auf einem hohen Niveau.

Zudem war das Marktumfeld günstig. Schon zu Jahresbeginn verlief die Nachfrage ohne den sonst üblichen saisonalen Knick auf einem sehr hohen Niveau und hat im 2. Quartal 2015 noch leicht angezogen. Dementsprechend hoch war die Auslastung unserer Kapazitäten an allen unseren Standorten.

Die Waferpreise, die überwiegend in US-Dollar anfallen, lagen im 1. Halbjahr 2015 zwar merklich unter dem Vorjahresniveau. Zwischen dem 1. und dem 2. Quartal 2015 konnten die Preise aber konstant gehalten werden. Die aktuellen Wechselkursrelationen begünstigten die Umrechnung auf Euro-Basis. Durch den im Vergleich zum Vorjahr um rund 19 Prozent stärkeren US-Dollar haben wir spürbar höhere Durchschnittserlöse in Euro pro Wafer realisiert als noch vor einem Jahr.

Auch auf der Kostenseite haben wir in den letzten Monaten weitere Erfolge erzielt, zum Beispiel konnten wir die Produktivität noch weiter steigern, und auch die Effizienz unserer Verwaltungsbereiche verbessert sich stetig.

Da in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen per saldo Wechselkursverluste in Höhe von –18 Mio.€ (1. Quartal 2015: – 2 Mio.€) enthalten sind, wurde das Ergebnis des 2. Quartals 2015 deutlich negativ beeinflusst. Ohne diese Effekte hätte das EBITDA im 2. Quartal 49 Mio.€ betragen, das entspricht der Zielmarge von 20 Prozent.

Einige Kunden signalisieren, dass im 2. Halbjahr weniger Wafer benötigt werden als zunächst erwartet. Zum einen wurden im 1. Halbjahr Lagerbestände aufgebaut und zum anderen haben sich die Absatzerwartungen insbesondere für Logikanwendungen leicht reduziert. Wir gehen deshalb für das 2. Halbjahr von einem im Vergleich zum 1. Halbjahr leicht reduzierten Absatz bei etwa stabilen Preisen aus. Allerdings erwarten wir für das 2. Halbjahr 2015 eine Ergebnisbelastung aus Währungseffekten aufgrund von Fremdwährungsderivaten in Höhe von 30 Mio.€. Grund dafür sind im Wesentlichen Verluste aus US-Dollar-Sicherungsgeschäften, die im Jahr 2014 zu (aus heutiger Sicht) ungünstigen Kursen abgeschlossen wurden.

Unsere Investitionen werden sich in diesem Jahr auf bis zu etwa 80 Mio.€ belaufen. Neben den Investitionen zur Weiterentwicklung unserer Produkte und Prozesse haben wir bereits gezielte Maßnahmen zur weiteren Automatisierung angestoßen, außerdem investieren wir selektiv in den Austausch unserer Kristallziehkapazitäten.

Siltronic ist operativ und finanziell in einer guten Verfassung. Darauf können und wollen wir uns aber nicht ausruhen. Mit der Erstnotierung der Siltronic AG haben wir eine breitere Grundlage für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg geschaffen. Wie angekündigt wurde der Emissionserlös dazu verwendet, einen bedeutenden Teil unserer Finanzverbindlichkeiten zurückzuzahlen. Nun können wir mit mehr finanzieller Sicherheit unsere Ziele und Ansprüche verfolgen: Nah am Kunden mit hochqualitativen Produkten deren Anforderungen zu erfüllen oder sogar zu übertreffen. Innovationen bei Siliziumwafern für die Halbleiterindustrie voranzutreiben. Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und zu steigern.

Innovationskraft sowie eine fortlaufende Verbesserung unserer Kostenstrukturen und die gezielte stetige Verbesserung der Prozesse sind die Erfolgstreiber für Effizienzgewinne und damit für eine erfolgreiche Zukunft unseres Unternehmens. Diesen Weg setzen wir konsequent und mit Weitsicht fort. Ein Beispiel dafür ist die Entscheidung, am Standort Freiberg hochmoderne Kristallziehanlagen zu installieren, um die Qualität unserer Produkte zu erhöhen und gleichzeitig auch die Kostenposition weiter zu stärken.

Die Halbleiterindustrie ist eine spannende, innovative Branche. Als Top 3-Waferhersteller sind wir gut positioniert, die kommenden Entwicklungen weiter erfolgreich zu gestalten – nach dem erfolgreichen Börsengang nun gemeinsam mit Ihnen als Aktionärinnen und Aktionären.

München, den 31. Juli 2015

Dr. Christoph von Plotho Rainer Irle (CEO) (CFO)

Siltronic an der Börse

  • • Handelsaufnahme im Prime Standard am 11. Juni 2015
  • • 42,2 Prozent der Aktien im Streubesitz
  • • Aktienkurs am Quartalsende um 17 Prozent über Ausgabekurs

Die Siltronic-Aktie

Seit dem 11. Juni 2015 werden die Siltronic-Aktien im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Börse gehandelt.

Die Aktien (Namensaktien) wurden den Investoren im Zeitraum vom 1. Juni 2015 bis zum 10. Juni 2015 in einer Preisspanne von 30,00 € bis 38,00 € zum Kauf angeboten. Der Ausgabepreis wurde am Ende einer erfolgreichen IPO-Roadshow, während der DAX um bis zu 4 Prozent nachgegeben hatte, auf 30,00 € festgelegt. Die Aktie war mehrfach gezeichnet.

Im Rahmen des Angebots wurden inklusive des Greenshoes (Mehrzuteilungsoption) 12.650.000 Aktien ausgegeben, wovon 5.000.000 Aktien auf eine Kapitalerhöhung der Siltronic AG entfielen. Damit befinden sich nunmehr 42,17 Prozent des gezeichneten Kapitals im Streubesitz.

Die Aktie der Siltronic AG startete am 11. Juni 2015 mit 31,50 € in den Handel und legte am ersten Tag im Handel weiter zu, in der Spitze lag die Aktie bei fast 33,90 €. Zum 30. Juni 2015 notierte die Aktie mit 35,00 € um 17 Prozent über dem Ausgabepreis. Im selben Zeitraum hatten der DAX und der TecDAX jeweils um mehr als 1 Prozent nachgegeben.

Kursverlauf der Siltronic-Aktie (indexiert)

Juni 2015

Aktionärsstruktur der Siltronic AG in %

Internationale Investorenbasis durch erfolgreichen Börsengang

Mit dem Börsengang hat die Siltronic eine globale Investorenbasis erhalten. Größter Aktionär der Siltronic ist weiterhin die Wacker Chemie AG. Sie hält 57,83 Prozent. Insgesamt werden rund 20 Prozent der Aktien in den USA gehalten. Größte Aktionäre sind hier Baupost Group Securities, L.L.C. mit 8,66 Prozent und Wellington Management Company LLP mit 3,01 Prozent. Investoren aus Großbritannien halten rund 10 Prozent der Aktien. MainFirst SICAV aus Luxemburg hält 4,17 Prozent der Aktien. In Europa (ohne Wacker Chemie AG, MainFirst und Großbritannien) werden rund 8 Prozent der Aktien gehalten.

Internationale Wertpapieridentifikationsnummer (ISIN) DE000WAF3001 Börsenplatz Frankfurt Börsenkürzel WAF300 Handelssegment Amtlicher Handel Marktsegment Prime Standard Anzahl der ausgegebenen Aktien 12.650.000 Streubesitz per 30. Juni 2015 42,2% Marktkapitalisierung* 1.050 Mio.€

* 30.000.000 Aktien x 35,00 € (Schlusskurs 30. Juni 2015)

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Bekanntheitsgrad der Siltronic als eigenständiges Unternehmen zu steigern und einen vertrauensvollen Dialog mit dem Kapitalmarkt zu etablieren. Dazu werden wir mithilfe professioneller Investor Relations-Aktivitäten transparent und offen kommunizieren.

Nach dem Börsengang haben Analysten renommierter internationaler Banken die Coverage von Siltronic aufgenommen. Zum Ende der Blackout-Periode haben sieben Analysten ihre Schätzungen und Empfehlungen bezüglich Siltronic AG veröffentlicht. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 41 €, es gibt fünf Kauf- und zwei Halteempfehlungen (Stand: 21. Juli 2015). Näheres hierzu finden Sie auf unserer Webseite www.siltronic.com unter Investor Relations.

Basisdaten zur Siltronic-Aktie

Konzernzwischenlagebericht

Grundlagen des Konzerns

  • • Multinationales Netzwerk hochmoderner Produktionsstätten
  • • Fokus auf Kundennähe, Qualität, Effizienz und Innovation
  • • Reinstsiliziumforschung seit 1953

Unternehmensprofil

Unser Geschäft hat seinen Ursprung in der Forschung und Entwicklung im Bereich Reinstsilizium, die wir im Jahr 1953 begonnen haben. Es besteht in seiner gegenwärtigen Form, der Siltronic AG, seit dem Jahr 2004. Die Siltronic-Gruppe (Siltronic) ist heute einer der weltweit führenden Hersteller von Wafern aus Reinstsilizium. Siliziumwafer sind die Grundlage der modernen Mikro- und Nanoelektronik und damit ein wesentlicher Bestandteil in zahlreichen Gegenständen des täglichen Gebrauchs, z. B. in Computern, Tablets, Smartphones oder Flachbildschirmen. Die Siliziumwafer, die Siltronic entwickelt und produziert, haben einen Durchmesser von bis zu 300 mm.

Die Muttergesellschaft des Konzerns ist die Siltronic AG mit Sitz in München. Sie ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit der dualen Führungsstruktur aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Siltronic AG besteht aus zwei Mitgliedern. Der Aufsichtsrat setzt sich aus zwölf Mitgliedern (davon sechs Arbeitnehmervertreter) zusammen. Aufsichtsratsvorsitzender ist Dr. Joachim Rauhut, Mitglied des Vorstands und CFO der Wacker Chemie AG.

Wie für die Halbleiterbranche typisch, teilen sich die Absatzmärkte auf in die Regionen Nordamerika, Japan, restliches Asien und Europa. Der Siltronic-Konzern erzielt fast alle Umsätze mit Unternehmen, die in der Halbleiterindustrie tätig sind. Die Aufträge werden in der Regel von Quartal zu Quartal oder von Halbjahr zu Halbjahr verhandelt.

Die Siltronic AG hat Produktionsstätten in Burghausen/Bayern und Freiberg/Sachsen. Darüber hinaus werden im Konzern zwei Produktionsstätten in Singapur betrieben und eine Produktionsstätte in Portland/ Oregon, USA.

An der Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. (SSW) in Singapur hält die Siltronic seit dem 24. Januar 2014 eine Beteiligung von 78 Prozent (zuvor 50 Prozent). Minderheitsaktionär und langjähriger Partner ist der koreanische Samsung-Konzern. Siltronic verfügt damit über ein multinationales Netzwerk von hochmodernen Produktionsstätten. Mit allen ausländischen Produktionsstandorten werden intensive Lieferbeziehungen unterhalten. Wir verfügen über Verkaufsbüros in allen wesentlichen Märkten, und zwar u.a. in China, Deutschland, Japan, Korea, Singapur, Taiwan und in den USA.

Jahrzehntelange Expertise im Bereich Wafersilizium

7

Internationales Geschäft mit Produktionsstätten in Europa, Asien und den USA

Siltronic-Konzernstruktur

Siltronic unterstützt die Prinzipien guter Corporate Governance im Sinne einer verantwortungsvollen, transparenten und auf die langfristige Steigerung des Unternehmenswerts ausgerichteten Führung und Kontrolle des Unternehmens. Das ist die Voraussetzung, um das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger und Finanzmärkte, der Geschäftspartner, der Mitarbeiter sowie der allgemeinen Öffentlichkeit in die Siltronic AG zu fördern. Dabei orientiert sich das Unternehmen an den Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Weitergehende Informationen unter: http://www.siltronic.com/int/de/investor\_relations/investor\_relations.jsp

Gewachsene Stärken sind die Basis für unsere zukunftsorientierte Strategie

Unsere Stärken

Unseres Erachtens zeichnet sich unser Geschäft durch die folgenden Wettbewerbsstärken aus, die unseren bisherigen Erfolg ermöglicht haben und uns auch in Zukunft von unseren Wettbewerbern unterscheiden werden:

  • Starke Marktposition als Hersteller von Siliziumwafern für die Halbleiterindustrie
  • Führend bei Technologie und Qualität
  • Lieferant für alle Top 20-Halbleiterhersteller mit langjährigen, etablierten Geschäftsbeziehungen
  • Umfangreiche Erfolge bei Effizienzverbesserung und Kostensenkung
  • Gesicherte Versorgung mit hochwertigem Polysilizium zu wettbewerbsfähigen Preisen
  • Erfahrenes Managementteam und hoch qualifizierte Arbeitskräfte

Unsere Strategie

Unsere Strategie ist es, unsere Position als einer der führenden Hersteller in der großen und wachsenden Industrie für Halbleiterwafer zu nutzen und weiter zu stärken. Die Kernelemente unserer Strategie sind:

  • Von der wachsenden Nachfrage für Siliziumwafer in der Halbleiterindustrie zu profitieren
  • Unsere Technologieführerschaft beizubehalten bzw. auszubauen
  • Unser Programm für operative Exzellenz und Kostensenkung fortzusetzen
  • Unsere Qualitätsführerschaft aufrechtzuerhalten
  • Uns auf Verbesserungen im Geschäftsergebnis und den Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft zu konzentrieren

Steuerung

Die wichtigsten finanziellen Kennzahlen werden aktiv zur Unternehmenssteuerung eingesetzt. Entwickelt sich beispielsweise der Free-Cashflow schlechter als geplant, kann das unterjährig zur Anpassung der Investitionen führen. Die wertorientierte Steuerung basiert insgesamt auf drei zentralen Mess- und Steuerungsgrößen:

EBITDA-Marge

Es ist unser Ziel, eine hohe Profitabilität zu erreichen. Als Wertgröße dient dazu das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen einschließlich Impairments und ggf. Zuschreibungen), bei der wir uns mit den Wettbewerbern vergleichen. Aus diesem Vergleich, der historischen Entwicklung und der Planung berechnen wir für jedes Geschäftsjahr eine konkrete Ziel-EBITDA-Rendite. Mittelfristig streben wir eine EBITDA-Marge von 20 Prozent an.

Free-Cashflow

Der Free-Cashflow ist definiert als Summe aus Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit abzüglich Cashflow aus Investitionstätigkeit in Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen, aber ohne Akquisitionen von Unternehmen. Der Free-Cashflow zeigt, ob der laufende Geschäftsbetrieb und die notwendigen Investitionen aus der eigenen operativen Tätigkeit finanziert werden können. Der Siltronic-Konzern hat das Ziel, einen positiven Free-Cashflow zu erreichen. Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Free-Cashflow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen.

ROCE

Beim Return on Capital Employed (ROCE) handelt es sich um die Rendite auf das eingesetzte Kapital. Die Kennzahl ist definiert als das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) dividiert durch das eingesetzte Kapital. Das eingesetzte Kapital ergibt sich aus dem Anlagevermögen und dem Nettoumlaufvermögen, und zwar als Mittelwert von Beginn und Ende einer Berichtsperiode. Mit dem ROCE wird deutlich, wie profitabel das für den Geschäftsbetrieb notwendige Kapital genutzt wird. Neben der Profitabilität wird der ROCE von der Kapitalintensität in Bezug auf das Anlagevermögen sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Rendite des gebundenen Vermögens wird jährlich im Rahmen des Planungsprozesses überprüft und ist ein wesentliches Kriterium, das Investitionsbudget zu steuern.

Die Siltronic verfolgt darüber hinaus nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, wobei keiner der durchgängigen Steuerung des Unternehmens dient. Zu den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren zählen insbesondere die Zahl der Arbeitskräfte, die Unfallhäufigkeit und die Produktionsauslastung.

Wertorientierte Unternehmenssteuerung über drei miteinander verknüpfte Kernkennzahlen

9

Lagebericht zum Konzernzwischenabschluss • Grundlagen des Konzerns

Effizienz, Kosten und Produktivität

Wir haben in der Vergangenheit die Effizienz erheblich gesteigert. So haben wir die Fixkostenstrukturen durch die Reduktion von sieben auf vier Standorte massiv reduziert. An den vier verbleibenden Standorten investieren wir in Effizienzprogramme und steigern die Produktivität kontinuierlich durch Kosten-Roadmaps.

So haben wir in den vergangenen Jahren die Stückkosten massiv gesenkt. Die produzierte Waferfläche pro Mitarbeiter hat sich von 2002 bis 2014 sogar verdreifacht. Auch für 2015 erwarten wir wieder eine signifikante Produktivitätssteigerung und Kostenreduktion.

Entwicklung der variablen Kosten der 300 mm-Wafer in €/Wafer

Variable Kosten stark gesunken Produktivität deutlich gesteigert

der 300 mm-Wafer (Deutschland)

Forschung und Entwicklung

Die Halbleiterwaferindustrie ist von einem ständigen Technologiefortschritt und Produktinnovationen gekennzeichnet. Wir werden als Technologie- und Qualitätsführer in der Industrie wahrgenommen. Unsere Technologie entspricht den höchsten Kundenanforderungen bezüglich der Design Rules. Wir beschäftigen mehr als 400 Ingenieure weltweit (ca. 30 mit Promotion und mehr als 125 ausschließlich im Forschungsbereich).

Technologieführerschaft durch innovative F&E

Forschung und Entwicklung (F&E) ist für die Siltronic von hoher strategischer Bedeutung. An den Standorten in Deutschland, Singapur und den USA wird stets daran gearbeitet, mit immer neuen Innovationen gemäß den sich ändernden Anforderungen der Kunden die Produkte und Prozesse zu verbessern und die steigenden Qualitätsanforderungen von Kundenseite einzuhalten. Im 1. Halbjahr 2015 betrugen die Aufwendungen für F&E 32,5 Mio.€ (1. Halbjahr 2014: 31,2 Mio.€). In Relation zum Umsatz lag die F&E-Quote damit bei 7 Prozent.

Wirtschaftsbericht

  • • EBITDA und ROCE verbessert, starker Free-Cashflow
  • • Operative Entwicklung belegt erfolgreiche strategische Ausrichtung
  • • Zuversichtlicher Ausblick für das Geschäftsjahr 2015

Gesamtwirtschaftliche Lage und Branchenentwicklung

Die Weltwirtschaft bleibt im Verlauf des 1. Halbjahres 2015 auf einem moderaten, aber stabilen Wachstumskurs. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet in seiner aktuellen Prognose vom Juli 2015 mit einem weltweiten Wachstum von 3,3 Prozent in diesem Jahr (2014: 3,4 Prozent). Die Konjunkturexperten haben allerdings damit ihre Einschätzung aus dem April (+3,5 Prozent) geringfügig nach unten korrigiert. Als Grund wurde vor allem die etwas schwächere Entwicklung in Nordamerika im 1. Quartal 2015 genannt. Während sich in China der Trend der abnehmenden Wachstumsdynamik erwartungsgemäß fortsetzt, beschleunigt sich nach Ansicht des IWF das Expansionstempo u.a. in Japan, Indien und Taiwan. Vor allem die USA sollen sich trotz des schwachen Jahresbeginns 2015 spürbar erholen. Die Stärke des US-Dollars beeinflusst die weltweiten Handelsbeziehungen. Die konjunkturelle Entwicklung in Europa erholt sich weiterhin nur langsam, der Aufwärtstrend gewinnt jedoch etwas an Kraft. Der IWF rechnet für dieses Jahr im Euroraum mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent (2014: 0,8 Prozent).*

In der Halbleiterindustrie wird die Nachfrage nach Siliziumwafern im Jahr 2015 voraussichtlich höher sein als im Vorjahr. Der weltweite Absatz nach verkaufter Fläche soll nach Prognosen der Marktforschungsgesellschaft IHS Technology in diesem Jahr um 4,0 Prozent zunehmen. Die höhere Nachfrage nach Silizium wird getrieben durch steigenden Absatz für Smartphones und Festplattenspeicher (SSD) sowie durch den Industriesektor. Auch der Umsatz im Halbleitermarkt soll im Jahr 2015 weiter wachsen, laut IHS Technology um 3,1 Prozent auf 346 Mrd. USD.**

Die Siltronic verzeichnete im Berichtsquartal ein deutliches Umsatzplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wir profitierten dabei von günstigen Währungseffekten durch den starken US-Dollar, aber auch von höheren Absatzmengen als im Vorjahr und im Vorquartal.

Wesentliche Ereignisse im 1. Halbjahr 2015

Die Siltronic hat aus dem erfolgreichen Börsengang am 11. Juni 2015 einen Emissionserlös aus der Kapitalerhöhung in Höhe von brutto 150 Mio.€ erzielt. Die Erlöszuflüsse wurden fast vollständig zur Rückzahlung der Finanzverbindlichkeiten gegenüber der Konzernmutter verwendet. Die Finanzierungsstruktur der Siltronic konnte damit wesentlich verbessert werden und erweitert somit den künftigen Spielraum des Unternehmens. Die Kosten des Börsengangs haben das Ergebnis nicht belastet, da diese im Eigenkapital abgebildet wurden. Die Kapitalerhöhung zur Refinanzierung der Finanzverbindlichkeiten wird sich aufgrund des allgemein niedrigen Zinsniveaus nur geringfügig im Zinsaufwand ab dem 3. Quartal 2015 auswirken.

Seit 1. Januar 2015 ist die Siltronic AG nicht mehr Teil der steuerlichen Organschaft der Wacker Chemie AG, da ab diesem Zeitpunkt der Ergebnisabführungsvertrag aufgehoben wurde.

Konjunktur in Nordamerika mit schwachem Jahresauftakt

* Quelle: International Monetary Fund, World Economic Outlook Update: Slower Growth in Emerging Markets, a Gradual Pickup in Advanced Economies, Washington, 9. Juli 2015

**Quelle: IHS Technology (Application Market Forecast Tool AMFT - Silicon, Q3 2015)

Lagebericht zum Konzernzwischenabschluss • Wirtschaftsbericht

Ertragslage

2. Quartal 1. Halbjahr
Mio. €, außer Ergebnis je Aktie 2015 2014 2015 2014
Umsatzerlöse 246,7 210,4 485,4 406,7
Herstellungskosten –200,0 –195,6 –399,1 –382,8
Bruttoergebnis 46,7 14,8 86,3 23,9
Vertriebskosten –9,1 –7,6 –17,6 –15,2
Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E) –16,3 –15,3 –32,5 –31,2
Allgemeine Verwaltungskosten –5,3 –4,2 –9,5 –8,3
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, netto –15,8 2,8 –18,2 23,8
Betriebsergebnis 0,2 –9,5 8,5 –7,0
Verlust aus SSW at equity –3,5
EBIT 0,2 –9,5 8,5 –10,5
Finanzergebnis –3,2 –2,2 –5,3 –3,0
Ergebnis vor Ertragsteuern –3,0 –11,7 3,2 –13,5
Ertragsteuern –4,0 –2,4 –8,3 –3,6
Periodenergebnis –7,0 –14,1 –5,1 –17,1
EBITDA 31,4 28,3 71,5 59,7
EBITDA-Marge 12,7% 13,5% 14,7% 14,7%
Ergebnis je Stammaktie in € (unverwässert / verwässert) –0,17 –0,35 –0,07 –0,37

Umsatzerlöse vor allem durch höhere Absatzmengen kräftig gestiegen

Starkes Mengenwachstum und der stärkere US-Dollar beflügeln unseren Umsatz

2. Quartal Veränderung 1. Halbjahr Veränderung
Mio. € 2015 2014 Betrag % 2015 2014 Betrag %
Umsatzerlöse 246,7 210,4 36,3 17 485,4 406,7 78,7 19

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im 1. Halbjahr 2015 deutlich gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres um 19 Prozent bzw. 78,7 Mio.€ auf 485,4 Mio.€.

Der kräftige Umsatzanstieg hat zwei Gründe. Zum einen lag der durchschnittliche Verkaufserlös ("ASP" bzw. Average Selling Price) gemessen in Euro im 1. Halbjahr 2015 deutlich über dem in der entsprechenden Vorjahresperiode. Dies ist auf die Schwäche des Euros gegenüber dem US-Dollar zurückzuführen. Der US-Dollar stellt die mit Abstand wichtigste Fremdwährung der Siltronic dar und lag im 1. Halbjahr 2015 im Durchschnitt bei 1,12, wohingegen der Durchschnittskurs im 1. Halbjahr des Vorjahres 1,37 betrug. Der Euro notierte im Halbjahresvergleich also um 19 Prozent niedriger. In US-Dollar gemessen ist der ASP im Vergleich zur Vorjahresperiode gesunken. Allerdings hat sich der Rückgang im Verlauf vom 1. Quartal 2014 bis zum 2. Quartal 2015 verlangsamt. Der zweite Grund für den Umsatzanstieg liegt in der deutlich erhöhten Absatzmenge (Waferfläche). Dieser Einfluss hatte im 1. Halbjahr 2015 einen größeren Effekt auf den Umsatz als die in Euro positive Preiskomponente.

Darüber hinaus ist der Umsatz im Halbjahresvergleich gestiegen, weil die SSW im 1. Halbjahr 2015 für die gesamten sechs Monate konsolidiert war, während die SSW im 1. Halbjahr 2014 nur für gut fünf Monate einbezogen war (die Erstkonsolidierung der SSW erfolgte zum 24. Januar 2014). Wäre die SSW für die gesamten ersten sechs Monate 2014 konsolidiert worden, wären die Umsatzerlöse um 7,4 Mio.€ höher ausgefallen und die Umsatzsteigerung hätte im Halbjahresvergleich nicht 19 Prozent, sondern 17 Prozent betragen.

Kräftige Verbesserung von Bruttoergebnis und Bruttomarge

2. Quartal Veränderung 1. Halbjahr Veränderung
Mio. € 2015 2014 Betrag % 2015 2014 Betrag %
Herstellungskosten 200,0 195,6 4,4 2 399,1 382,8 16,3 4
Bruttoergebnis 46,7 14,8 31,9 216 86,3 23,9 62,4 261
Bruttomarge 18,9% 7,0% 17,8% 5,9%

Starkes Wachstum und starker US-Dollar treiben die Bruttomarge

Der kräftige Umsatzanstieg spiegelt sich positiv im Bruttoergebnis bzw. der Bruttomarge wider. Im 1. Halbjahr 2015 verbesserte sich das Bruttoergebnis um 62,4 Mio.€ bzw. 261 Prozent auf 86,3 Mio.€.

Drei Gründe erklären diese erfreuliche Entwicklung: Erstens die Schwäche des Euros, die dazu geführt hat, dass die Herstellungskosten im Verhältnis zum Umsatz deutlich unterproportional zugenommen haben, da die Herstellungskosten überwiegend in Euro anfallen. Zweitens führte der Anstieg der Auslastung zu einer höheren Fixkostenabdeckung, und die dritte Ursache für die erhebliche Verbesserung des Bruttoergebnisses ist in den Kostensenkungen begründet. Die Maßnahmen zu den Kosteneinsparungen haben sowohl die variablen als auch die gesamten Fixkosten betroffen. Vor diesem Hintergrund hatte der Umstand, dass die SSW im 1. Halbjahr 2014 nur für gut fünf Monate konsolidiert war, keine wesentliche Auswirkung.

Unterproportionaler Anstieg der Kosten für Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltung

2. Quartal Veränderung 1. Halbjahr Veränderung
Mio. € 2015 2014 Betrag % 2015 2014 Betrag %
Vertriebskosten 9,1 7,6 1,5 20 17,6 15,2 2,4 16
Forschungs- und Entwick
lungskosten (F&E)
16,3 15,3 1,0 7 32,5 31,2 1,3 4
Allgemeine
Verwaltungskosten
5,3 4,2 1,1 26 9,5 8,3 1,2 14
Summe der Kosten
für Vertrieb, F&E und
allgemeine Verwaltung
30,7 27,1 3,6 13 59,6 54,7 4,9 9
In Prozent vom Umsatz 12,4 12,9 12,3 13,4

Negative Wechselkurseffekte vor allem im 2. Quartal 2015

Die Aufwendungen für Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltung stiegen im Halbjahresvergleich wegen der Aufwertung des Singapur-Dollars und des US-Dollars gegenüber dem Euro an und weil die SSW im 1. Halbjahr 2015 knapp einen Monat länger konsolidiert war als im 1. Halbjahr 2014.

Im Verhältnis zum Umsatz sank der prozentuale Anteil der Kosten für Vertrieb, F&E sowie Verwaltung, was im starken Umsatzanstieg begründet ist.

2. Quartal Veränderung 1. Halbjahr Veränderung
Mio. € 2015 2014 Betrag % 2015 2014 Betrag %
Sonstige betriebliche
Erträge
8,8 8,8 0,0 0 64,9 38,8 26,1 67
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
–24,6 –6,0 –18,6 310 –83,1 –15,0 –68,1 454
Sonstige betriebliche
Erträge und
Aufwendungen, netto
–15,8 2,8 –18,6 –664 –18,2 23,8 –42,0 –176
davon
Erstkonsolidierung
SSW
(sukzessiver Erwerb)
21,1 21,1
Wechselkurseffekte –17,6 3,4 –21,0 –19,7 2,2 –21,9

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen von Wechselkurseffekten beeinflusst

Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen sind stark von Wechselkursgewinnen und Wechselkursverlusten – insbesondere den Maßnahmen zur Währungssicherung – geprägt (nachfolgend zusammenfassend als Wechselkurseffekte bezeichnet). Im 1. Halbjahr 2014 hatte der sukzessive Unternehmenserwerb der SSW zum 24. Januar 2014 zudem einen maßgeblichen Einfluss.

Im 1. Halbjahr 2015 führten die Wechselkurseffekte per saldo zu einem Verlust von 19,7 Mio.€ (wovon 17,6 Mio.€ das 2. Quartal 2015 betrafen). Im 1. Halbjahr des Vorjahres ergab sich hingegen ein Wechselkursgewinn von 2,2 Mio.€ (wovon 3,4 Mio.€ auf das 2. Quartal 2014 entfielen).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge (netto) des 1. Halbjahres 2014 enthielten außerdem einen Ertrag von 21,1 Mio.€, der sich aus dem sukzessiven Unternehmenserwerb der SSW zum 24. Januar 2014 ergab.

Wegfall der SSW-Bewertung zum anteiligen Eigenkapital (at equity)

2. Quartal Veränderung
1. Halbjahr
Veränderung
Mio. € 2015 2014 Betrag % 2015 2014 Betrag %
Verlust aus SSW
at equity
–3,5 –3,5 100

Bis zum 24. Januar 2014 wurde die SSW nach der Equity-Methode bewertet. Mit der Vereinbarung vom 24. Januar 2014 hat die Siltronic ihren Anteil an der SSW von 50 Prozent auf 78 Prozent erhöht und die Gesellschaft ab dann konsolidiert. Im 1. Quartal 2014 fiel damit letztmalig ein Equity-Verlust für SSW an.

Finanzergebnis rückläufig

2. Quartal Veränderung 1. Halbjahr Veränderung
Mio. € 2015 2014 Betrag % 2015 2014 Betrag %
Zinserträge 0,0 0,0 0,0 0 0,0 0,6 –0,6 –100
Zinsaufwendungen –0,7 –0,5 –0,2 40 –1,3 –1,2 –0,1 8
Übriges Finanzergebnis –2,5 –1,7 –0,8 47 –4,0 –2,4 –1,6 67
Finanzergebnis –3,2 –2,2 –1,0 45 –5,3 –3,0 –2,3 77

Das Finanzergebnis ist geprägt durch das übrige Finanzergebnis, das insbesondere den Aufwand für die Aufzinsung der Pensionsrückstellungen enthält.

Der deutliche Rückgang der Zinserträge im 1. Halbjahr 2015 ist vor allem auf die Konsolidierung der SSW zurückzuführen. Vor Konsolidierung der SSW am 24. Januar 2014 hatte die Siltronic Zinsen für ein an die Gesellschaft ausgereichtes Darlehen erhalten. Mit der Vollkonsolidierung entfällt der Ausweis.

Hohe Ertragsteuern, da keine aktiven latenten Steuern gebildet wurden

2. Quartal Veränderung 1. Halbjahr Veränderung
Mio. € 2015 2014 Betrag % 2015 2014 Betrag %
Ergebnis vor
Ertragsteuern
–3,0 –11,7 8,7 –74 3,2 –13,5 16,7 –124
Ertragsteuern 4,0 2,4 1,6 67 8,3 3,6 4,7 131

Der Aufwand für Ertragsteuern resultiert aus effektiven Steuern in den USA und in Singapur bei der Siltronic Singapore Pte. Aktive latente Steuern wurden in den Betrachtungszeiträumen nicht in nennenswertem Umfang gebildet.

Mit Aufhebung des Ergebnisabführungsvertrages gehört die Siltronic AG seit dem 1. Januar 2015 nicht mehr dem steuerlichen Organkreis der Wacker Chemie AG an.

Operatives Ergebnis trotz Wechselkursbelastungen deutlich gesteigert

2. Quartal Veränderung 1. Halbjahr Veränderung
Mio. € 2015 2014 Betrag % 2015 2014 Betrag %
EBIT 0,2 –9,5 9,7 –102 8,5 –10,5 19,0 –181
EBIT-Marge 0,1% –4,5% 1,8% –2,6%
Abschreibung und
Impairments abzgl.
Zuschreibungen 31,2 37,8 –6,6 –17 63,0 70,2 –7,2 –10
EBITDA 31,4 28,3 3,1 11 71,5 59,7 11,8 20
EBITDA-Marge 12,7% 13,5% 14,7% 14,7%

Lagebericht zum Konzernzwischenabschluss • Wirtschaftsbericht

EBITDA trotz Währungsbelastung gesteigert

Das Bruttoergebnis lag im 1. Halbjahr 2015 um 62,4 Mio.€ höher als im 1. Halbjahr 2014, wohingegen sich das EBIT lediglich um 19,0 Mio.€ verbesserte. Die Abweichung von 43,4 Mio.€ erklärt sich zum einen aus dem positiven Einmaleffekt bei dem sukzessiven Unternehmenserwerb der SSW im Vorjahr von 21,1 Mio.€. Der verbleibende Unterschied von 22,3 Mio.€ ist fast vollständig auf die Belastungen aus Wechselkurseffekten in der Berichtsperiode zurückzuführen, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen werden.

Das EBITDA ist im 1. Halbjahr 2015 um 11,8 Mio.€ auf 71,5 Mio.€ gestiegen. Die Kernsteuerungsgröße EBITDA-Marge betrug damit im 1. Halbjahr des Berichtsjahres 14,7 Prozent. Ohne die negativen Wechselkurseffekte von 19,7 Mio.€ hätte die EBITDA-Marge 18,8 Prozent erreicht.

Wenn die SSW schon ab dem 1. Januar 2014 konsolidiert worden wäre, hätte das bereinigte EBITDA für die Vergleichsperiode der ersten sechs Monate 2014 bei 45,3 Mio.€ gelegen, was einer EBITDA-Marge von 10,9 Prozent entsprochen hätte. Die Reduzierung gegenüber der berichteten Zahl ist durch einen positiven Einmaleffekt verursacht, der sich aus dem sukzessiven Unternehmenserwerb der SSW ergab.

Mio. € 30.06.2015 31.12.2014 Veränderung
Sachanlagen 544,2 571,7 –27,5
Sonstige Vermögenswerte 39,2 37,3 1,9
Langfristige Vermögenswerte 583,4 54% 609,0 57% –25,6
Vorräte 142,6 138,4 4,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 113,8 111,1 2,7
Andere Vermögenswerte 46,4 24,6 21,8
Liquide Mittel 185,7 187,4 –1,7
Kurzfristige Vermögenswerte 488,5 46% 461,5 43% 27,0
Summe Aktiva 1.071,9 100% 1.070,5 100% 1,4
Eigenkapital 500,9 47% 311,8 29% 189,1
Pensionsrückstellungen 292,1 328,1 –36,0
Finanzverbindlichkeiten 39,0 35,8 3,2
Sonstige Verbindlichkeiten 70,0 77,3 –7,3
Langfristige Schulden 401,1 37% 441,2 41% –40,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 70,9 55,8 15,1
Finanzverbindlichkeiten 0,6 176,1 –175,5
Sonstige Verbindlichkeiten 98,4 85,6 12,8
Kurzfristige Schulden 169,9 16% 317,5 30% –147,6
Summe Passiva 1.071,9 100% 1.070,5 100% 1,4

Vermögens- und Finanzlage

Langfristige Vermögenswerte abschreibungsbedingt niedriger

Der Rückgang der Sachanlagen im Vergleich zum 31. Dezember 2014 resultiert daraus, dass die planmäßigen Abschreibungen im Berichtszeitraum höher waren als die Zugänge zu den Sachanlagen. Die Investitionen (Zugänge zu den Sachanlagen und zu den langfristigen immateriellen Vermögenswerten) lagen im 1. Halbjahr 2015 bei 13,4 Mio.€ (1. Halbjahr 2014: 13,2 Mio.€). Der Zugang betraf Maschinen und Betriebsund Geschäftsausstattung.

Cashflow und Erlöse aus Börsengang erhöhen die kurzfristigen Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte enthalten zum 30. Juni 2015 Festgelder in Höhe von 20,0 Mio.€, während die Siltronic zum 31. Dezember 2014 keine Festgelder besaß. Aufgrund der Emissionszuflüsse aus dem Börsengang und des positiven Free-Cashflows wurde ein Teil der liquiden Mittel nach Tilgung von Finanzverbindlichkeiten an die Wacker Chemie AG als Festgeld angelegt.

Eigenkapital zum Halbjahr deutlich gestiegen

Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage stiegen im Zuge des Börsengangs um 143,3 Mio.€. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einer Kapitalerhöhung von 150,0 Mio.€, die im Rahmen des Börsengangs vorgenommen wurde, und aus Emissionskosten von 6,7 Mio.€. Die Kapitalerhöhung ergab sich aus 5.000.000 neuen Aktien, die für 30,00 € ausgegeben wurden. Die mit dem Börsengang direkt zusammenhängenden Kosten von 6,7 Mio.€ wurden erfolgsneutral mit der Kapitalrücklage verrechnet. Außerdem haben sich höhere Diskontierungszinssätze bei den Pensionsrückstellungen positiv auf das Eigenkapital ausgewirkt, das durch diesen Effekt um 47,8 Mio.€ zunahm.

Eigenkapitalquote durch Börsengang auf 47 Prozent verbessert

Langfristige Verbindlichkeiten: Zinsbedingt niedrigere Pensionsrückstellungen

Der Hauptgrund für den Rückgang der Pensionsrückstellungen ist die Erhöhung des Zinssatzes in Deutschland. Die Rückstellung wurde mit 2,7 Prozent Ende Juni 2015 abgezinst – verglichen mit 2,3 Prozent Ende Dezember 2014 und mit 1,65 Prozent Ende März 2015. Die Pensionsrückstellungen sanken hauptsächlich zinsbedingt im 2. Quartal um 136 Mio.€ im Vergleich zum 1. Quartal und um 36 Mio.€ im Vergleich zum 31. Dezember 2014.

Kurzfristige Verbindlichkeiten: Kurzfristige Finanzschulden abgelöst

Die Zuflüsse aus dem Börsengang wurden nahezu zur vollständigen Tilgung der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten verwendet. Die Veränderungen der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten ergab sich überwiegend aus Änderungen der Marktwerte von Derivaten durch die Aufwertung des US-Dollars.

Starker Free-Cashflow getrieben durch gutes operatives Geschäft und niedrige Investitionen in Sachanlagen

Mio. € H1 2015 H1 2014 Veränderung
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit 62,6 89,8 –27,2
Ein-/Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen –15,8 –14,8 –1,0
Free-Cashflow 46,8 75,0 –28,2
Ein-/Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen –15,8 –14,8 –1,0
Akquisition der SSW 26,2 –26,2
Auszahlungen für Erwerb von Festgeldern –20,0 –20,0
Cashflow aus Investitionstätigkeit –35,8 11,4 –47,2

Sehr erfreuliche Entwicklung des Free-Cashflows

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit ist im 1. Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahreshalbjahr zurückgegangen, weil in den ersten sechs Monaten des Vorjahres Anzahlungen in Höhe von 53,2 Mio.€ zugeflossen sind, während im 1. Halbjahr 2015 keine Mittelzuflüsse aus Anzahlungen verbucht wurden. Da zudem die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen auf niedrigem Niveau geblieben sind, hat sich der Free-Cashflow im 1. Halbjahr 2015 sehr erfreulich entwickelt.

Im 1. Halbjahr 2014 beinhaltete der Cashflow aus Investitionstätigkeit die Übernahme der SSW, die über liquide Mittel von 26,2 Mio.€ verfügte. Bei den Auszahlungen für den Erwerb von Festgeldern handelt es sich um Geldanlagen mit einer Laufzeit bis Dezember 2015.

Verschuldung abgebaut – Nettofinanzvermögen zum 30.06.2015

Aufgrund des Börsengangs und des im 1. Halbjahr 2015 erzielten positiven Free-Cashflows verfügte die Siltronic zum 30. Juni 2015 über ein Nettofinanzvermögen von 166,1 Mio.€ (31. Dezember 2014: 24,5 Mio.€ Nettofinanzschulden).

Mio. € 30.06.2015 31.12.2014 Veränderung
Finanzverbindlichkeiten –39,6 –211,9 172,3
Liquide Mittel 185,7 187,4 –1,7
Festgeld 20,0 20,0
Nettofinanzvermögen (+) / -schulden (–) 166,1 –24,5 190,6

ROCE durch Anstieg des EBIT im positiven Bereich

ROCE erreicht aufgrund des deutlich verbesserten EBIT 2 Prozent im 1. Halbjahr 2015

Der ROCE betrug im 1. Halbjahr 2015 positive 2,2 Prozent nach einem negativen Wert von –2,6 Prozent im 1. Halbjahr 2014. Die Verbesserung ergab sich fast ausschließlich aus dem stark verbesserten EBIT (die Veränderung des Capital Employed hatte keine nennenswerte Auswirkung).

Gesamtbeurteilung der Geschäftslage durch den Vorstand

Die Entwicklung im 1. Halbjahr 2015 belegt, dass Siltronic richtig und tragfähig aufgestellt ist: Wir konnten erneut deutliche Zuwachsraten bei Absatzmengen und Umsatz verzeichnen. Das EBITDA ist stark gestiegen, und die EBITDA-Marge ist unverändert zum 1. Halbjahr 2014 geblieben, obwohl das EBITDA des Vorjahres einen positiven Einmaleffekt in Höhe von 21,1 Mio.€ enthält.* Das ROCE hat sich gegenüber dem Halbjahr des Vorjahres deutlich verbessert. Der Free-Cashflow lag im 1. Halbjahr auf einem hohen Niveau, ist aber im Vergleich zum Vorjahr um 28,2 Mio.€ zurückgegangen, weil im Vorjahreshalbjahr Anzahlungen von 53,2 Mio.€ enthalten sind.

Schon zu Jahresbeginn 2015 verlief die Nachfrage ohne den sonst üblichen saisonalen Knick auf einem sehr hohen Niveau und hat im 2. Quartal noch leicht angezogen. Dementsprechend hoch war die Auslastung unserer Kapazitäten an allen unseren Standorten.

Die Waferpreise, die überwiegend in US-Dollar anfallen, lagen im 1. Halbjahr 2015 zwar merklich unter dem Vorjahr, zwischen dem 1. Quartal und dem 2. Quartal 2015 konnten die Preise aber konstant gehalten werden. Die aktuellen Wechselkursrelationen begünstigten die Umrechnung auf Eurobasis. Durch den im Vergleich zum Vorjahr um rund 19 Prozent stärkeren US-Dollar haben wir spürbar höhere Durchschnittserlöse in Euro pro Wafer realisiert als noch vor einem Jahr.

Auch auf der Kostenseite haben wir in den letzten Monaten weitere Erfolge erzielt, zum Beispiel konnten wir die Produktivität noch weiter steigern, und auch die Effizienz unserer Verwaltungsbereiche verbessert sich stetig.

Da in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen per saldo Wechselkursverluste in Höhe von –18 Mio.€ (1. Quartal 2015: –2 Mio.€) enthalten sind, wurde das Ergebnis des 2. Quartals 2015 deutlich negativ beeinflusst. Ohne diese Effekte hätte das EBITDA im 2. Quartal 49 Mio.€ betragen, das entspricht der Zielmarge von 20 Prozent.

Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzahl hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2014 um 120 Mitarbeiter auf 4.043 zum 30. Juni 2015 weiter reduziert. Der Abbau erfolgte vor allem durch Altersteilzeitregelungen, freiwillige Abfindungen, natürliche Fluktuation und Transfer zur Wacker Chemie AG.

Von den im Konzern weltweit 4.043 Beschäftigten entfallen 2.617 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Standorte in Deutschland und 1.426 auf internationale Standorte.

Erfreuliche Entwicklung der Kernsteuerungsgrößen in H1 2015

Weitere Produktivitäts- und Effizienzverbesserungen erzielt

* Der Einmaleffekt resultiert aus dem sukzessiven Unternehmenserwerb der SSW.

Chancen- und Risikobericht

Das Chancen- und Risikomanagement ist für Siltronic ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung. Um die Chancen zu erfassen, setzt Siltronic insbesondere auf kontinuierliche Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt- und Wettbewerbsdaten. Weiterhin greift Siltronic für die Beurteilung künftiger Chancen auf Interviews mit Kunden zurück.

Als weltweit tätiges Unternehmen, das in einer Branche mit starker Volatilität tätig ist, ist Siltronic einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt. Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen. Das monatliche Berichtssystem im Risikomanagement dient der Siltronic dazu, die Risiken im operativen Geschäft rechtzeitig zu erkennen, damit der Vorstand mit sachgerechten Maßnahmen entgegensteuern kann.

Hinsichtlich Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit stufen wir unsere Risiken in gering, moderat und hoch ein.

Wirtschaftliches Umfeld und Branchenrisiken

(in Verbindung mit Investitions-, Marktentwicklungs- und Absatzmarktrisiken)

Als weltweites Unternehmen ist Siltronic im besonderen Maße risikobehafteten Entwicklungen der Weltwirtschaft ausgesetzt. Siltronic befindet sich zudem innerhalb der Halbleiter- bzw. Waferindustrie in einem harten Wettbewerb. Die Branche ist durch eine besonders hohe Volatilität gekennzeichnet. Perioden starken Wachstums und deutlicher Preiserhöhungen wechseln ab mit Zeiten starker Nachfrage- und Preisrückgänge. Eng damit verknüpft ist das Risiko, ausreichende Produktionskapazitäten nicht zum richtigen Zeitpunkt des Zyklus zur Verfügung zu stellen oder die notwendigen Investitionen nicht rechtzeitig zu tätigen. Damit einher geht auch das Risiko, bei entsprechender Unterauslastung der Produktionsanlagen durch nicht gedeckte fixe Kosten Verluste zu erleiden.

In Abhängigkeit der Einschätzung der nachhaltigen Marktlage und der Kostenstruktur kann es dazu führen, dass einzelne Produktionsbereiche oder -stätten stillgelegt werden. Die Stilllegung von Produktionsbereichen oder -stätten kann dazu führen, dass Buchwerte abgewertet und personalbezogene Auszahlungen vorgenommen werden müssen.

Den Investitionsrisiken begegnen wir, indem die Investitionsvorhaben laufend vor dem Hintergrund veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen überprüft und die Investitionen nur in Teilabschnitten freigegeben werden. Eng mit Investitionsrisiken verbunden ist die Entwicklung der technologischen Anforderungen der Kunden. Siltronic begegnet diesem Risiko durch systematische Gespräche mit den Kunden und mit intensiven Marktbeobachtungen.

Bei besonders schwacher Wirtschaftslage besteht ein erhöhtes Risiko dafür, dass Kunden von Siltronic sehr viel weniger Mengen abnehmen und Forderungsausfall droht. Siltronic berücksichtigt diese Risiken im Risikomanagementsystem, indem die Zahlungsfähigkeit der Kunden regelmäßig bewertet wird und indem analysiert wird, wie sich die Endmärkte der Kunden der Siltronic entwickeln. Nach gegenwärtiger Einschätzung bewerten wir das Branchenrisiko als moderat.

Wir sehen derzeit keine konkreten Anzeichen, dass sich die Konjunktur wesentlich anders entwickelt als von den Experten prognostiziert und schätzen daher das Risiko für das gesamtwirtschaftliche Umfeld als gering ein.

Abhängigkeiten von nahestehenden Unternehmen und Beschaffungsmarktrisiken

Zwischen Siltronic und der Wacker Chemie AG bestehen in einigen Bereichen enge vertragliche Beziehungen. Dies betrifft vor allem den Bezug von diversen Service- und IT-Dienstleistungen sowie die Belieferung mit Polysilizium.

Polysilizium, andere Stoffe und Maschinen werden nur von einer begrenzten Anzahl von Lieferanten angeboten. Siltronic ist dem Risiko der Verfügbarkeit insbesondere von Polysilizium und Energie für die Herstellung der eigenen Produkte ausgesetzt. Aufgrund der geringen Anzahl von Anbietern für Polysilizium könnten sich die Marktpreise für diesen Hauptrohstoff verteuern. Um die Rohstoffversorgung zu sichern, verfügt Siltronic über Polysilizium-Lieferverträge mit langfristigen Laufzeiten. Insgesamt sehen wir hier ein geringes Risiko.

Produkthaftungsrisiken

Für Siltronic könnten Ansprüche von Kunden aufgrund fehlerhafter Produkte sowie Vertrauensverluste infolge von Qualitätsmängeln entstehen. Versicherbare Risiken gegen Produkthaftungsschäden sind angemessen versichert. Um Qualitätsmängeln entgegenzutreten, hat die Sicherstellung hoher Qualitätsstandards bei der Siltronic eine besonders hohe Bedeutung. Wir schätzen das Risiko derzeit als gering ein.

Lagebericht zum Konzernzwischenabschluss • Chancen- und Risikobericht

Finanzwirtschaftliche Risiken

Die Siltronic ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Währungs- und Preisrisiken ausgesetzt. In den Fällen, in denen Siltronic eine Absicherung gegen diese Risiken beabsichtigt, werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt, insbesondere Devisenterminkontrakte.

Für alle zugrunde liegenden Leistungsbeziehungen (z.B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) gilt, dass zur Minimierung des Ausfallrisikos in Abhängigkeit von Art und Höhe der jeweiligen Leistung Sicherheiten (z.B. Eigentumsvorbehalt) verlangt, Kreditauskünfte oder Referenzen eingeholt oder historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung, insbesondere dem Zahlungsverhalten, zur Vermeidung von Zahlungsausfällen genutzt werden. Die Bonität der Kunden wird im Rahmen des Risikomanagements regelmäßig überwacht.

Derivative Finanzinstrumente werden nur dann eingesetzt, wenn sie durch Positionen, die aus dem operativen Geschäft entstehen, oder geplante künftige Umsätze, Geldanlagen und Finanzierungen unterlegt sind. Da wir bereits im 2. Halbjahr 2015 eine Ergebnisbelastung von 30 Mio. € erwarten, schätzen wir das Risiko eines darüber hinausgehenden Bewertungsverlustes als gering ein. Bei derivativen Finanzinstrumenten ist Siltronic einem Kreditrisiko ausgesetzt, das durch die Nichterfüllung der vertraglichen Vereinbarungen seitens der Vertragspartner (in der Regel Banken) entsteht. Dieses Risiko wird minimiert, indem Geschäfte nur mit Vertragspartnern guter Bonität abgeschlossen werden. Aus diesem Grund schätzt das Unternehmen das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten Finanzinstrumenten als gering ein. Zur Bewertung offener Positionen werden anerkannte Bewertungsverfahren verwendet.

Eine mögliche Konzentration von Ausfallrisiken aus Geschäftsbeziehungen (sogenanntes Kontrahentenrisiko) zu einzelnen Schuldnern bzw. Schuldnergruppen wird im Rahmen der Geschäftszuweisung vermieden. Siltronic erachtet dieses Risiko wegen der guten Bonität der Schuldner (Bank) nicht als wesentlich.

Die Risiken in Bezug auf Währungsschwankungen betrachten wir als moderat, die Bonitätsrisiken unserer Kunden schätzen wir als gering ein.

Pensionen

Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie sowie über Versicherungen abgedeckt. Den Hauptbeitrag leistet die Pensionskasse. Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns. Neben der Grundversorgung über die Pensionskasse gibt es leistungsorientierte Pensionspläne in Form von Direktzusagen. Außerdem haben Mitarbeiter die Möglichkeit, Teile ihres Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln. Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus einem Endkapital) wirken sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von Siltronic aus. Wir schätzen die Auswirkungen der Risiken aus Pensionen als gering ein.

Rechtliche Risiken

Um möglichen Risiken zu begegnen, die aus den unterschiedlichsten steuerlichen, wettbewerbs-, patent-, kartell- und umweltrechtlichen Regelungen und Gesetzen entstehen können, stützt Siltronic Entscheidungen auf intensive Recherchen und rechtliche Beratung. Siltronic ist als Technologieunternehmen in besonderem Maße auf den Schutz des geistigen Eigentums angewiesen und verfolgt hierfür eine entsprechende Patentstrategie. Das rechtliche Risiko wird als gering eingeschätzt.

Schadensrisiken sowie aus Umweltschutz resultierende Risiken

Zu den Schadensrisiken gehören Feuer-, Explosions- und Umweltrisiken, Naturkatastrophen und andere unvorhersehbare Ereignisse wie Erdbeben sowie Terroranschläge. Siltronic hat in seinem Leitbild die Verantwortung für Umweltschutz, Sicherheit und Gesundheit formuliert und weltweit verbindliche Grundsätze und Strategien kommuniziert. Für Schadensfälle hat Siltronic neben dem entsprechenden Versicherungsschutz Notfallpläne entwickelt, die regelmäßig überprüft und trainiert werden.

Die Siltronic unterliegt einer Reihe von lokalen Umweltschutzgesetzen und -auflagen. Siltronic begegnet diesem Risiko durch umfangreiche Instandhaltungsroutinen und laufende Inspektionen der eigenen Anlagen. Trotz dieser Maßnahmen ist die Siltronic Corp., USA, gegenwärtig Partei eines Verwaltungsverfahrens mit einer Umweltbehörde in Oregon (Oregon Department of Environmental Quality) im Zusammenhang mit der Untersuchung eines Grundstücks in Portland und einer möglichen Mitverantwortlichkeit für die Kontaminierung der Sedimente des Flusses Willamette in Portland. Das hieraus resultierende Risiko wird vor dem Hintergrund der langjährigen Erfahrung mit diesem Sachverhalt und der Kommunikation mit den eingebundenen Parteien, insbesondere der Umweltbehörde, den Versicherungen und anderen Grundstückseigentümern des Gewerbegebiets, als gering eingeschätzt.

Regulatorische Risiken

Die Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland hin zu erneuerbaren Energien im Stromsektor schafft ein regulatorisches Umfeld, das voraussichtlich durch ständige Anpassungen des Gesetzgebers in Berlin und Brüssel geprägt sein wird (insbesondere EEG-Reform, besondere Ausgleichsregelungen für energieintensive Unternehmen, Netznutzungsentgelt).

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es im Erneuerbare Energien-Gesetz und bei den besonderen Ausgleichsregelungen für energieintensive Unternehmen im Lauf der Jahre zu Änderungen kommen wird. Ob sich daraus zusätzliche Belastungen für Siltronic ergeben und, falls ja, wie erheblich diese sein werden, lässt sich derzeit nicht verlässlich prognostizieren. Am wahrscheinlichsten ist aus unserer Sicht ein Szenario mit begrenzten Änderungen, die im niedrigen einstelligen Millionenbereich einen negativen Einfluss auf das Ergebnis hätte. Sollten die Entlastungsregelungen für energieintensive Unternehmen im Hinblick auf die EEG-Einspeisevergütung und das Netznutzungsentgelt allerdings gänzlich abgeschafft werden, so hätte das große Auswirkungen auf das Ergebnis von Siltronic. Die Risiken werden für 2015 als gering eingeschätzt.

IT-Risiken

Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von Siltronic erheblich beeinträchtigen. Aufgrund unserer Vorsorgemaßnahmen stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit und sich daraus ergebende Risiken als gering ein. Sollte es in unseren IT-Systemen dennoch zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des Siltronic-Konzerns. Allerdings schätzen wir das Risiko insgesamt als gering ein.

Der Vorstand hat im 1. Halbjahr 2015 keine wesentlichen Ergänzungen oder Veränderungen zu den dargestellten Risiken festgestellt.

Beurteilung des Gesamtrisikos durch den Vorstand

Insgesamt sind für den Vorstand der Siltronic zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichtes keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Siltronic bleibt strategisch, finanziell und operativ gut aufgestellt, um die Chancen zu nutzen, die sich uns bieten.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Wesentliche Ereignisse nach dem Ende der Berichtsperiode zum 30. Juni 2015 sind bis zur Veröffentlichung dieses Zwischenberichtes nicht eingetreten.

Prognosebericht

Voraussichtliche Gesamt- und branchenwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft wird nach Schätzungen der Konjunkturforscher im Verlauf des Jahres 2015 sowie darüber hinaus weiter moderat wachsen. Das setzt allerdings voraus, dass es zu keiner weiteren Eskalation der finanzpolitischen Risiken und geopolitischen Konflikte kommt. Die regionalen Unterschiede in der Entwicklung der Konjunktur werden dabei auf absehbare Zeit fortbestehen und sich teilweise weiter verstärken.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass die Weltwirtschaft nach einem Plus von 3,3 Prozent im Jahr 2015 im kommenden Jahr um 3,8 Prozent zulegen wird. Dabei soll das Bruttoinlandsprodukt in den führenden Industriestaaten in diesem Jahr um 2,1 Prozent und im nächsten Jahr um 2,4 Prozent wachsen. In den aufstrebenden Entwicklungs- und Schwellenländern wird die Konjunktur voraussichtlich etwas an Dynamik gewinnen. Hier rechnet der IWF mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 4,2 Prozent im Jahr 2015 und um 4,7 Prozent im Jahr 2016.*

In Asien werden die aufstrebenden Volkswirtschaften nach den Berechnungen des IWF in diesem und im nächsten Jahr um 6,6 Prozent bzw. um 6,4 Prozent wachsen. In China soll die Entwicklung der Konjunktur mit einem Plus von 6,8 Prozent im Jahr 2015 und von 6,3 Prozent im Jahr 2016 weiter an Dynamik verlieren. In Japan soll sich die leichte Erholung der Konjunktur mit einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent im laufenden Jahr und von 1,2 Prozent im kommenden Jahr auf niedrigem Niveau stabilisieren. Die US-amerikanische Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs. Die Konjunkturexperten des IWF sagen dort für 2015 und 2016 ein solides Plus von 2,5 Prozent bzw. 3,0 Prozent voraus.*

Im Euroraum gewinnt die Erholung der Konjunktur langsam an Fahrt. Der IWF erwartet für die Länder der Eurozone einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent in diesem Jahr und um 1,7 Prozent im kommenden Jahr.*

In der Halbleiterindustrie wird die Nachfrage nach Siliziumwafern im Jahr 2015 voraussichtlich höher sein als im Vorjahr. Der weltweite Absatz nach verkaufter Fläche soll nach Prognosen der Marktforschungsgesellschaft IHS Technology in diesem Jahr um 4,0 Prozent zunehmen. Die höhere Nachfrage nach Silizium wird getrieben durch steigenden Absatz für Smartphones und Festplattenspeicher (SSD) sowie durch den Industriesektor. Auch der Umsatz im Halbleitermarkt soll im Jahr 2015 weiter wachsen, laut IHS Technology um 3,1 Prozent auf 346 Mrd. USD.**

Weltwirtschaft wächst weiterhin moderat

Stabiles Wachstum für Siliziumwafer erwartet

* Quelle: International Monetary Fund, World Economic Outlook Update: Slower Growth in Emerging Markets, a Gradual Pickup in

Advanced Economies, Washington, 9. Juli 2015

** Quelle: IHS Technology (Application Market Forecast Tool AMFT - Silicon, Q3 2015)

Lagebericht zum Konzernzwischenabschluss • Prognosebericht

Voraussichtliche Entwicklung des Siltronic-Konzerns

Siltronic wird weiterhin den Fokus auf Kostenreduktionen setzen und die Entwicklung neuer Produkte für die nächsten Design Rules vorantreiben.

Das Absatzniveau 2015 wird das Vorjahr deutlich übertreffen

Wir setzen unseren erfolgreichen Kurs weiter fort

Wir haben von einigen Kunden den Hinweis erhalten, dass sich der starke Markt des 1. Halbjahres 2015 im 2. Halbjahr etwas schwächer darstellt. Insbesondere in den Bereichen PC, Tablets und Smartphones werden aktuell niedrigere Wachstumsraten erwartet als zu Beginn des Jahres prognostiziert. Dies hat zu einem Bestandsaufbau in einigen Bereichen der Fertigungskette geführt. Wir erwarten deshalb für das 2. Halbjahr 2015 einen im Vergleich zum 1. Halbjahr leicht reduzierten Absatz.

Die Durchschnittserlöse in Euro bleiben 2015 höher als im Vorjahr

Die Preise lagen im 1. Halbjahr deutlich unter den Preisen des Vorjahres, die Durchschnittserlöse in Euro pro Wafer deutlich über dem Vorjahr. Für das 2. Halbjahr erwarten wir im Wesentlichen stabile Preise auf dem Niveau des 1. Halbjahres. Bei einem US-Dollar-Kurs von etwa 1,10 erwarten wir auch im 2. Halbjahr höhere Durchschnittserlöse in Euro pro Wafer als im Vorjahr.

Auch ganzjährig wird 2015 ein starkes Umsatzwachstum generiert

Der Umsatz lag im 1. Halbjahr um 19 Prozent signifikant höher als im Vorjahr. Für das 2. Halbjahr wird der Umsatz ebenfalls über dem Vorjahresniveau erwartet, der Zuwachs dürfte aber deutlich geringer ausfallen als im 1. Halbjahr.

Wechselkurseffekte, die im sonstigen betrieblichen Aufwand und Ertrag enthalten sind, belasten die EBITDA-Marge im 2. Halbjahr 2015

Die EBITDA-Marge betrug im 1. Halbjahr 15 Prozent. Darin enthalten sind per saldo Wechselkursverluste, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen ausgewiesen sind, in Höhe von –20 Mio.€, überwiegend aus Fremdwährungsderivaten, die im Jahr 2014 eingegangen wurden. Für das 2. Halbjahr 2015 erwarten wir eine Ergebnisbelastung aus Wechselkursverlusten, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen enthalten sind, von per saldo –30 Mio.€. Aufgrund der Tarifabschlüsse steigen die Personalkosten leicht an, andererseits erwarten wir weiterhin Effizienzsteigerungen aus unseren Kosten-Roadmaps. Für das 2. Halbjahr erwarten wir wegen der Wechselkursbelastung, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen enthalten ist, eine EBITDA-Marge, die leicht unter der Marge des 1. Halbjahres liegen wird.

Positive Entwicklung des ROCE

Im 1. Halbjahr haben wir ein positives ROCE erzielt. Für das 2. Halbjahr erwarten wir den ROCE auf ähnlichem Niveau. Mittelfristig streben wir ein ROCE Ziel von 11 Prozent an.

Die Investitionen steigen nun planmäßig an – das Jahresbudget 2015 wird umgesetzt

Im 1. Halbjahr haben wir für Zugänge zu den Sachanlagen und zu den langfristigen immateriellen Vermögenswerten 13 Mio.€ investiert. Für das 2. Halbjahr erwarten wir Investitionen in der Größenordnung von 50 bis 65 Mio.€.

Der Free-Cashflow bleibt auch ganzjährig 2015 positiv

Im 1. Halbjahr haben wir einen Free-Cashflow in Höhe von 47 Mio.€ erzielt. Aufgrund der deutlich höheren Anlagezugänge im 2. Halbjahr wird der Free-Cashflow im 2. Halbjahr nur ausgeglichen oder leicht positiv sein.

Inhalt

Verkürzter Konzernzwischenabschluss

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 28
Konzern-Bilanz 29
Konzern-Kapitalflussrechnung 30
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 31
Konzern-Eigenkapitalentwicklung 32
Verkürzter Konzernanhang 34

Weitere Informationen

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 41
Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht 42
Finanzkalender 43
Kontakt und Impressum 43

Konzernzwischenabschluss (verkürzt)

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

2. Quartal 1. Halbjahr
Mio. € 2015 2014 2015 2014
Umsatzerlöse 246,7 210,4 485,4 406,7
Herstellungskosten –200,0 –195,6 –399,1 –382,8
Bruttoergebnis vom Umsatz 46,7 14,8 86,3 23,9
Vertriebskosten –9,1 –7,6 –17,6 –15,2
Forschungs- und Entwicklungskosten –16,3 –15,3 –32,5 –31,2
Allgemeine Verwaltungskosten –5,3 –4,2 –9,5 –8,3
Sonstige betriebliche Erträge 8,8 8,8 64,9 38,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen –24,6 –6,0 –83,1 –15,0
Betriebsergebnis 0,2 –9,5 8,5 –7,0
Ergebnis aus Equity-Accounting –3,5
0,2 –9,5 8,5 –10,5
Zinserträge 0,0 0,0 0,0 0,6
Zinsaufwendungen –0,7 –0,5 –1,3 –1,2
Übriges Finanzergebnis –2,5 –1,7 –4,0 –2,4
Finanzergebnis –3,2 –2,2 –5,3 –3,0
Ergebnis vor Ertragsteuern –3,0 –11,7 3,2 –13,5
Ertragsteuern –4,0 –2,4 –8,3 –3,6
Periodenergebnis –7,0 –14,1 –5,1 –17,1
davon
auf Aktionäre der Siltronic AG entfallend –5,2 –10,5 –2,0 –11,2
auf andere Gesellschafter entfallend –1,8 –3,6 –3,1 –5,9
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert / verwässert) –0,17 –0,35 –0,07 –0,37

Konzern-Bilanz

30. Juni
Mio. € 2015 2014 2014
Immaterielle Vermögenswerte 31,5 30,4 29,7
Sachanlagen 544,2 600,9 571,7
Sonstige Vermögenswerte 0,4 0,3 0,3
Ertragsteuerforderungen 0,2 0,3 0,2
Aktive latente Steuern 7,1 3,7 7,1
Langfristige Vermögenswerte 583,4 635,6 609,0
Vorräte 142,6 133,0 138,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 113,8 99,3 111,1
Finanzforderungen 21,5
Festgelder 20,0
Sonstige Vermögenswerte 26,1 24,6 23,2
Ertragsteuerforderungen 0,3 1,3 1,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 185,7 35,4 187,4
Kurzfristige Vermögenswerte 488,5 315,1 461,5
Summe Aktiva 1.071,9 950,7 1.070,5
Gezeichnetes Kapital 120,0 100,0 100,0
Kapitalrücklage 1.070,1 991,8 946,8
Gewinrücklagen, Konzernergebnis (550,4) (543,6) (548,4)
Übrige Eigenkapitalposten (138,6) (95,7) (189,3)
501,1 452,5 309,1
Anteile anderer Gesellschafter (0,2) 7,4 2,7
Eigenkapital 500,9 459,9 311,8
Pensionsrückstellungen 292,1 249,0 328,1
Andere Rückstellungen 28,2 24,1 26,2
Ertragsteuerrückstellungen 0,1 0,1 0,1
Passive latente Steuern 2,7 1,5 1,7
Finanzverbindlichkeiten 39,0 33,1 35,8
Sonstige Verbindlichkeiten 39,0 45,4 49,3
Langfristige Schulden 401,1 353,2 441,2
Andere Rückstellungen 7,3 8,0 8,0
Ertragsteuerrückstellungen und -verbindlichkeiten 6,2 4,0 4,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 70,9 59,8 55,8
Finanzverbindlichkeiten 0,6 15,5 176,1
Sonstige Verbindlichkeiten 84,9 50,3 73,6
Kurzfristige Schulden 169,9 137,6 317,5
Schulden 571,0 490,8 758,7
Summe Passiva 1.071,9 950,7 1.070,5

Konzern-Kapitalflussrechnung

2. Quartal 1. Halbjahr
Mio. € 2015 2015 2014
Periodenergebnis –7,0 –5,1 –17,1
Abschreibungen auf Anlagevermögen einschließlich Impairment
und abzüglich Zuschreibungen
31,2 63,0 70,2
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge –22,4 –8,2 –16,2
Ergebnis aus Abgang von Anlagevermögen –0,1 0,5 –0,1
Ergebnis aus Equity-Accounting 3,5
Veränderung der Vorräte 0,4 0,9 –13,0
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5,8 6,0 12,2
Veränderung der sonstigen Vermögenswerte 10,9 –1,3 2,4
Veränderung der latenten Steuern 0,3 1,4 0,2
Veränderung der Rückstellungen 7,4 13,4 3,1
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4,3 8,2 6,2
Veränderung der übrigen Verbindlichkeiten –13,4 –11,7 49,0
Gezahlte Steuern –2,2 –3,8 –8,0
Gezahlte Zinsen –0,3 –0,7 –2,7
Erhaltene Zinsen 0,0 0,0 0,1
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit 14,9 62,6 89,8
Auszahlungen für Investitionen –8,0 –16,0 –15,0
Einzahlungen aus dem Abgang von Anlagevermögen 0,2 0,2 0,2
Einzahlungen im Rahmen der Akquisition von SSW 26,2
Auszahlungen für den Erwerb von Wertpapieren –20,0 –20,0
Cashflow aus Investitionstätigkeit –27,8 –35,8 11,4
Ausschüttung an Gesellschafter –269,5
Tilgung von Bankdarlehen –196,7
Einzahlungen aus Ergebnisabführungsvertrag 100,5
Emissionserlös aus Börsengang 143,3 143,3
Inanspruchnahme von (+) bzw. Zuführung zu (–) Cash-Pooling
und Darlehen von Wacker Chemie
–141,7 –175,5 286,6
Aufnahme sonstiger Finanzverbindlichkeiten 0,4 0,7 0,0
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 2,0 –31,5 –79,1
Veränderung aus Wechselkursänderungen –1,0 3,0 0,8
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente –11,9 –1,7 22,9
Stand am Periodenanfang 197,6 187,4 12,5
Stand am Stichtag 185,7 185,7 35,4
1. Halbjahr 2015 1. Halbjahr 2014
Mio. € Vor
Steuern
2015 Vor
Steuern
2014
Periodenergebnis –5,1 –5,1 –17,1 –17,1
Posten, der nicht in die GuV umgegliedert wird:
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen
47,8 47,8 –59,9 –59,9
Posten, die in die GuV umgegliedert werden:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung 10,0 10,0 –14,7 –14,7
davon ergebniswirksam –17,6 –17,6
Marktwertänderungen von Wertpapieren,
die zur Veräußerung verfügbar sind
–0,6 –0,6 0,0 0,0
Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten
(Cashflow Hedge)
–6,3 –6,3 –6,4 –6,4
davon ergebniswirksam –24,6 –24,6 5,0 5,0
Effekt aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe 2,6 2,6
davon ergebniswirksam 2,1 2,1
Anteiliger Cashflow Hedge bei Equity-Unternehmen 0,1 0,1
davon ergebniswirksam 0,1 0,1
Summe der Posten, die in die GuV umgegliedert werden 3,1 3,1 –18,4 –18,4
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen 50,9 50,9 –78,3 –78,3
Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen 45,8 –95,4
davon
auf die Aktionäre der Siltronic AG entfallend 48,7 –89,7
auf andere Gesellschafter entfallend –2,9 –5,7

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzern-Eigenkapitalentwicklung

Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklage
Unterschiedsbetrag
aus der Währungs
umrechnung
Effekte aus
Nettoinvestitionen
in ausländische
Geschäftsbetriebe
100,0 970,3 –1,7 –2,6
–14,9 2,6
–14,9 2,6
21,5
21,5
100,0 991,8 –16,6
100,0 946,8 –7,4
9,8
9,8
20,0 123,3
120,0 1.070,1 2,4
Gesamt Anteile anderer
Gesellschafter
Summe Gewinnrücklagen /
Konzernergebnis
Neubewertung
von leistungs
orientierten
Pensionsplänen
Marktwertänderung
derivativer
Finanzinstrumente
(Cashflow Hedge)
Marktwertänderung
der zur Veräußerung
verfügbaren
Wertpapiere

790,2
790,2 –262,9 –25,3 12,3 0,1
–17,1 –5,9 –11,2 –11,2
–78,3 0,2 –78,5 –59,9 –6,3 0,0
–95,4 –5,7 –89,7 –11,2 –59,9 –6,3 0,0

21,5
21,5

–269,5
–269,5 –269,5

–248,0
–248,0 –269,5
13,1 13,1
459,9 7,4 452,5 –543,6 –85,2 6,0 0,1
311,8 2,7 309,1 –548,4 –160,8 –21,1 0,0
–5,1 –3,1 –2,0 –2,0
50,9 0,2 50,7 47,8 –6,3 –0,6
45,8 –2,9 48,7 –2,0 47,8 –6,3 –0,6

143,3
143,3
500,9 –0,2 501,1 –550,4 –113,0 –27,4 –0,6

Verkürzter Konzernanhang

Grundlagen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Dieser zusammengefasste Konzernzwischenabschluss ("Zwischenabschluss") für die sechs Monate zum 30. Juni 2015 umfasst die Siltronic AG und die Tochtergesellschaften, die zusammen als Konzern oder Gruppe bezeichnet werden. Bei der Siltronic AG handelt es sich um eine börsennotierte Gesellschaft, die deutschem Recht unterliegt.

Der Zwischenabschluss des Konzerns zum 30. Juni 2015 ist gemäß § 37 w WpHG sowie in Übereinstimmung mit den Regelungen der International Financial Reporting Standards (IFRS) für Zwischenabschlüsse (IAS 34), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, in verkürzter Form aufgestellt worden. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die für das Geschäftsjahr 2014 galten, wurden um neue Rechnungslegungsvorschriften ergänzt, die erstmals im Geschäftsjahr 2015 anzuwenden sind. Ansonsten blieben sie unverändert. Der Konzernzwischenlagebericht ist unter Beachtung der anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden. Neue Rechnungslegungsvorschriften des Jahres 2015 hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von Siltronic.

Die Siltronic AG ist eine Gesellschaft mit Sitz in München am Hanns-Seidel-Platz 4. Das Unternehmen ist beim Amtsgericht München unter HRB 150884 geführt.

Bedeutung von Annahmen und Schätzungen

Die Aufstellung von Zwischenabschlüssen erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf Prämissen, die zum Bilanzstichtag Gültigkeit hatten. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Die Steuerermittlung erfolgt analog der Vorgehensweise zum Geschäftsjahresende durch eine Ermittlung des Steueraufwands zum Zwischenabschlussstichtag. Das Wahlrecht, nach IAS 34 eine Schätzung vorzunehmen, wird nicht angewandt.

Die Netto-Pensionsverpflichtung ist zu jedem Stichtag neu zu schätzen und der Abzinsungsfaktor ist zu jedem Stichtag neu zu ermitteln. Zum 30. Juni 2015 wurde zur Ermittlung der Netto-Pensionsverpflichtung ein Abzinsungsfaktor von 2,7 Prozent im Inland und 4,3 Prozent in den USA verwendet (30. Juni 2014: 3,15 Prozent Inland und 4,13 Prozent in den USA). Zum 31. Dezember 2014 belief sich der Rechnungszins auf 2,3 Prozent im Inland und auf 3,8 Prozent in den USA.

Die Zwischenberichterstattung baut als Informationsinstrument auf dem Konzernabschluss zum Geschäftsjahresende auf. Die angewandten Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden und die Ausübung von in den IFRS enthaltenen Wahlrechten werden im Konzernanhang ausführlich dargestellt.

Saisonale Effekte haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Ertragslage.

Neue Vorschriften zur Rechnungslegung

Die folgenden Standards und Interpretationen des IASB werden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 erstmals angewendet:

• IFRIC 21 "Abgaben", verpflichtende Anwendung ab 1. Januar 2015

IFRIC 21 "Abgaben" enthält Regelungen zur Bilanzierung von Verpflichtungen zur Zahlung öffentlicher Abgaben, die keine Abgaben im Sinne von IAS 12 "Ertragsteuern" darstellen. Die Änderungen im Zusammenhang mit IFRIC 21 haben keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von Siltronic.

• Improvements to IFRS 2010–2012 und 2011–2013, verpflichtende Anwendung ab 1. Juli 2014

Die Änderungen betreffen die Standards IFRS 1, IFRS 2, IFRS 3, IFRS 8, IFRS 13, IAS 16, IAS 24, IAS 38 und IAS 40. Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Darstellung des Abschlusses von Siltronic.

Segmentberichterstattung

Der Konzern hat nur ein Segment. Dieses umfasst die Entwicklung, Produktion und den Verkauf von Wafern für die Halbleiterindustrie, die eine große Bandbreite von Eigenschaften haben, um vielen unterschiedlichen Produktspezifikationen zu entsprechen. Dadurch kann die Siltronic die Forderungen der Kunden nach sehr präzisen technischen Spezifikationen erfüllen, die bei der Herstellung von Computerchips einschlägig sind. Da in der Waferindustrie die Allokation der Betriebsmittel aus der Bandbreite der von den Kunden nachgefragten technischen Spezifikationen abgeleitet wird, ist der Konzern in nur einem Segment tätig.

Angaben zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value)

Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswertes eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die nachfolgenden Tabellen zeigen finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien bzw. Hierarchiestufen. Außerdem sind Verbindlichkeiten aufgrund von Derivaten ausgewiesen, für die "Hedge Accounting" angewendet wird (d.h., eine bilanzielle Sicherungsbeziehung besteht), obwohl diese in keine Bewertungskategorie nach IAS 39 fallen.

Der Zeitwert von Finanzinstrumenten, die mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, ergibt sich durch Abzinsung, wobei übliche Marktzinssätze verwendet werden, die entsprechende Risiken und Laufzeit abbilden. Die Buchwerte der so bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nähern sich den Marktwerten an.

Die sich aus IAS 39 ergebenden Kategorien unterscheiden zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die mit fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden und solchen, deren Bewertung sich aus einem Marktwert ergibt (siehe nachfolgende Tabellen). Diese Kategorien sind ausreichend, um die Klassen nach IFRS 7 abzubilden, die zumindest eine Trennung der Finanzinstrumente nach Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und nach Bewertung zu Marktwerten vorsehen. Bei den in der Tabelle unten gezeigten derivativen Finanzinstrumenten mit besonderem Risiko handelt es sich um Finanzinstrumente, die Fremdwährungen betreffen.

30. Juni 2015 31. Dezember 2014
Mio. € Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 113,8 113,8 111,1 111,1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1) 37,5 37,5 20,5 20,5
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Festgelder 20,0 20,0
Kredite und Forderungen 13,1 13,1 16,3 16,3
Derivative Finanzinstrumente 4,4 4,4 4,2 4,2
Liquide Mittel 185,7 185,7 187,4 187,4
Finanzverbindlichkeiten 39,6 39,6 211,9 211,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 70,9 70,9 55,8 55,8
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2) 64,3 64,3 52,8 52,8
Zu Anschaffungskosten bewertet 25,8 25,8 19,4 19,4
Derivative Finanzinstrumente 38,5 38,5 33,4 33,4

1) Position enthält sonstige Vermögenswerte gemäß Bilanz ohne Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und aktiven Rechnungsabgrenzungsposten.

2) Position enthält sonstige Verbindlichkeiten gemäß Bilanz ohne Steuerverbindlichkeiten, erhaltene Anzahlungen und passiven Rechnungsabgrenzungsposten.

Die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurden den drei Kategorien gemäß der IFRS 13-Bewertungshierarchie des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value-Hierarchie) zugeordnet. Die Zuordnung gibt Auskunft darüber, welche der ausgewiesenen Zeitwerte über Transaktionen am Markt zustande gekommen sind und in welchem Umfang die Bewertung wegen fehlender Markttransaktionen anhand von Modellen erfolgt. Hinsichtlich der Definition der Fair Value-Hierarchiestufen und der zugeordneten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten sowie deren Bewertung wird auf den Konzernabschluss 2014 verwiesen.

Die folgenden Tabellen zeigen die Einordnung in die Fair Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden:

Fair-Value-Hierarchie
30. Juni 2015
Mio. € Stufe I Stufe II Stufe III Summe
Finanzielle Vermögenswerte,
bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehalten)
3,0 3,0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
(Hedge Accounting)
1,4 1,4
Summe 4,4 4,4
Finanzielle Verbindlichkeiten,
bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehalten)
9,5 9,5
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
(Hedge Accounting)
29,0 29,0
Summe 38,5 38,5

Konzernzwischenabschluss • Verkürzter Konzernanhang

Fair-Value-Hierarchie
31. Dezember 2014
Mio. € Stufe I Stufe II Stufe III Summe
Finanzielle Vermögenswerte,
bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehalten)
1,4 1,4
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
(Hedge Accounting)
2,8 2,8
Summe 4,2 4,2
Finanzielle Verbindlichkeiten,
bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehalten)
9,4 9,4
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
(Hedge Accounting)
24,0 24,0
Summe 33,4 33,4

Die Marktwertermittlung in Stufe 1 erfolgt auf Basis notierter, unangepasster Preise auf aktiven Märkten für diese oder identische Vermögenswerte und Schulden. Die in Stufe 2 eingestuften Finanzinstrumente werden mittels Bewertungsverfahren auf Basis von Parametern, die entweder direkt oder indirekt von beobachtbaren Marktdaten abgeleitet werden, bewertet. Hierzu zählen prinzipiell derivative Finanzinstrumente, innerhalb und außerhalb von Sicherungsbeziehungen, Ausleihungen und Finanzschulden. In Stufe 3 erfolgt die Marktwertermittlung auf der Basis von Parametern, für die keine beobachtbaren Marktdaten zur Verfügung stehen.

Die Siltronic kontrolliert regelmäßig, ob die Finanzinstrumente ordnungsmäßig den Hierarchiestufen zugeordnet sind. Im Vergleich zum letzten Konzernjahresabschluss lagen keine Änderungen bei den Bewertungsmethoden vor und es ergaben sich keine nicht wiederkehrenden Fair Value-Bewertungen. Auch traten keine Umgliederungen bei den Hierarchiestufen auf.

Rückstellungen für Pensionen

Aufgrund des wesentlichen Einflusses der Zinssätze, die für die Bestimmung der Rückstellungen für Pensionen verwendet werden, bewertet der Konzern diese zum Bilanzstichtag neu. Die versicherungsmathematische Berechnung zum 30. Juni 2015 wurde mit 2,7 Prozent für Deutschland gerechnet und 4,3 Prozent für die USA (30 Juni 2014: 3,15 Prozent für Deutschland und 4,13 Prozent für die USA). Zum 31. Dezember 2014 betrugen die Zinssätze 2,3 Prozent für Deutschland bzw. 3,8 Prozent für die USA.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen (oder Personen)

Die Ausweispflichten nach IAS 24 betreffen Geschäftsvorfälle mit (a) dem Mehrheitsgesellschafter Wacker Chemie AG und dessen beherrschendem Gesellschafter Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH (hält mehr als 50 Prozent der Stimmrechte an der Wacker Chemie AG), (b) der SSW vor Konsolidierung, (c) zwischen SSW und Samsung, dem Minderheitsgesellschafter der SSW (nach Konsolidierung), (d) der Wacker Pensionskasse und (e) mit den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gesellschaft.

Die folgenden Beträge sind in der Gewinn- und Verlustrechnung oder Bilanz enthalten und resultieren aus Geschäftsvorfällen mit nahestehenden Unternehmen (oder Personen):

Mio. € H1 2015 H1 2014
Umsatz 77,5 54,5
Bezogene Lieferungen und Leistungen, überwiegend Herstellungskosten 87,3 97,3
Zinsertrag 0,0 0,6
Zinsaufwand 1,3 0,6

Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen haben für den Börsengang eine Vergütung von 0,2 Mio.€ erhalten, wovon die Hälfte auf Aktien entfällt, die mit einer Haltedauer verbunden sind.

Die nächste Tabelle zeigt Vorräte, Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen (oder Personen), die in der Bilanz enthalten sind:

Mio. € 30.06.2015 31.12.2014
Vorräte 11,5 12,3
davon Wacker Chemie 11,5 12,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5,9 10,6
davon Samsung 5,9 10,6
Sonstige Vermögenswerte 6,3 9,8
davon Vorauszahlung an Wacker Pensionskasse 5,0 9,5
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Wacker Chemie AG 176,0
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Samsung 39,0 35,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 21,8 9,6
davon Wacker Chemie 21,8 9,6
Sonstige Verbindlichkeiten 48,1 54,1
davon Anzahlung Samsung 48,1 54,1

Ertragsteuern

Die Berechnung von Ertragsteuern erfolgte unverändert zu den Methoden, die zum Jahresende angewendet wurden, wobei bei der Ermittlung des Steueraufwands auf den Bilanzstichtag dieses Zwischenabschlusses abgestellt wurde. Die alternative Möglichkeit nach IAS 34, wonach eine Schätzung zugrunde gelegt wird, wurde nicht angewendet.

Fremdwährungsumrechnung

Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzernunternehmen werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Bei allen ausländischen Konzernunternehmen ist dies die jeweilige Landeswährung, da diese Unternehmen ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Vermögenswerte und Schulden werden zum Kurs am Bilanzstichtag, das Eigenkapital zu historischen Kursen und Aufwendungen sowie Erträge zum Durchschnittskurs des jeweiligen Quartals umgerechnet. Die sich gegenüber den Stichtagskursen ergebenden Unterschiedsbeträge werden im Eigenkapital gesondert unter "Übrige Eigenkapitalposten" ausgewiesen.

Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Wechselkurse im Verhältnis zum Euro:

Stichtagswert Durchschnittswerte
Mio. € 30.06.15 30.06.14 31.12.14 Q2 2015 H1 2015 H1 2014
USD 1,12 1,37 1,22 1,11 1,12 1,37
JPY 136 139 145 134 134 140
SGD 1,50 1,70 1,61 1,48 1,51 1,73

Wesentliche Ereignisse der Berichtsperiode und Ereignisse nach dem Ende der Berichtsperiode zum 30.06.2015

Die bezüglich ihrer Auswirkung, ihrer Natur und ihres Auftretens wesentlichen Ereignisse der Berichtsperiode werden im Konzernzwischenlagebericht beschrieben. Wesentliche Ereignisse nach dem Ende der Berichtsperiode zum 30.06.2015 sind bis zur Veröffentlichung dieses Zwischenberichtes nicht eingetreten.

München, den 31. Juli 2015 Der Vorstand der Siltronic AG

Dr. Christoph von Plotho Rainer Irle (CEO) (CFO)

Weitere Informationen

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

München, den 31. Juli 2015 Der Vorstand der Siltronic AG

Dr. Christoph von Plotho Rainer Irle (CEO) (CFO)

Weitere Informationen • Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die Siltronic AG, München

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Konzern-Bilanz, Konzern-Gewinnund Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung, Entwicklung des Konzerneigenkapitals sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der Siltronic AG, für den Zeitraum vom 01. Januar bis 30. Juni 2015, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 37w WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

München, den 31. Juli 2015 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Pastor Schmalzl

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Finanzkalender

  1. Oktober 2015 Zwischenbericht zum 3. Quartal 2015 Telefonkonferenz

Kontakt

Investor Relations Judith Distelrath Telefon +49 89 8564 3133 Telefax +49 89 8564 3902 [email protected]

Impressum

Herausgeber Siltronic AG Hanns-Seidel-Platz 4 81737 München, Deutschland Telefon +49 89 8564 3000 Telefax +49 89 8564 3219 [email protected]

Disclaimer

Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung von Siltronic beruhen. Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen dieser vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir nicht dafür garantieren, dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen verursachen können, gehören u. a.: Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einführung von Konkurrenzprodukten, mangelnde Akzeptanz neuer Produkte oder Dienstleistungen und Änderungen der Geschäftsstrategie. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch Siltronic ist weder geplant noch übernimmt Siltronic die Verpflichtung dafür. Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem und in anderen Berichten nicht genau zur angegebenen Summe aufaddieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. Die Inhalte dieses Berichtes sprechen Frauen und Männer gleichermaßen an. Zur besseren Lesbarkeit wird nur die männliche Sprachform (z. B. Kunde, Mitarbeiter) verwendet.