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Siltronic AG Annual Report 2016

May 18, 2017

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Annual Report

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Siltronic AG

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

1 BILANZ zum 31. Dezember 2016

DER SILTRONIC AG

AKTIVA

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Anhang Mio. Euro 2016 Mio. Euro 2015
Immaterielle Vermögensgegenstände 11 1,1 1,7
Sachanlagen 12 241,6 223,1
Finanzanlagen 13 129,3 129,3
Anlagevermögen 372,0 354,1
Vorräte 14 94,3 91,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Andere Forderungen und sonstige 41,1 66,9
Vermögensgegenstände 269,6 242,3
Festgelder 0,0 40,0
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 15 310,7 349,2
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 46,7 114,7
Umlaufvermögen 451,7 555,3
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 0,3 0,1
824,0 909,5
PASSIVA
Anhang
Gezeichnetes Kapital 120,0 120,0
Kapitalrücklage 374,5 397,2
Andere Gewinnrücklagen 8,5 8,5
Bilanzgewinn 0,0 0,0
Eigenkapital 16 503,0 525,7
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 17 109,8 109,2
Andere Rückstellungen 18 92,7 72,3
Rückstellungen 202,5 181,5
Finanzverbindlichkeiten 19 38,5 98,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 20 22,5 22,0
Übrige Verbindlichkeiten 20 57,5 82,0
Verbindlichkeiten 118,5 202,3
824,0 909,5

2 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für das Geschäftsjahr 2016

DER SILTRONIC AG

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Anhang Mio. Euro 2016 Mio. Euro 2015
Umsatzerlöse 3 667,5 830,8
Bestandsveränderungen -2,6 -3,0
Andere aktivierte Eigenleistungen 2,0 1,7
Gesamtleistung 666,9 829,5
Sonstige betriebliche Erträge 4 42,4 73,3
Materialaufwand 5 -305,5 -449,8
Personalaufwand 6 -209,3 -212,4
Abschreibungen 7 -49,2 -51,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8 -163,9 -244,1
Betriebsergebnis -18,6 -55,2
Zinsergebnis 9 -3,7 -16,9
Ergebnis vor Steuern -22,3 -72,1
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 10 -0,4 -0,7
Jahresfehlbetrag 16 -22,7 -72,8
Entnahme aus der Kapitalrücklage 22,7 72,8
Bilanzgewinn 0,0 0,0

3 ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2016

DER SILTRONIC AG

Die Siltonic AG hat ihren Sitz in München am Hanns-Seidel-Platz 4 und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 150884.

1. Grundsätze der Rechnungslegung

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften in der Fassung des Bilanz-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) und sich aus dem Aktiengesetz (AktG) ergebenden Anforderungen aufgestellt.

Durch das BilRUG ist in der Gewinn- und Verlustrechnung der Posten außerordentliche Aufwendungen entfallen. In diesem Posten waren im Jahresabschluss 2015 die Aufwendungen für den Börsengang in Höhe von EUR 6,7 Mio. der Sitronic AG desselben Jahres enthalten. In der Gewinn- und Verlustrechnung des vorliegenden Jahresabschlusses sind in der Vorjahresspalte die Kosten für den Börsengang in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Die Umsatzerlöse wurden durch das BilRUG nicht nennenswert beeinflusst.

Einige gesetzlich vorgesehene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz wurden zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst. Diese zusammengefassten Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und gegebenenfalls erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Sofern nicht ausdrücklich anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen Euro (EUR Mio.).

Der Lagebericht der Siltronic AG für das Geschäftsjahr 2016 ist in Anwendung der §§ 315 Abs. 3 i.V.m. 298 Abs. 3 HGB mit dem Konzernlagebericht der Siltronic AG zusammengefasst. Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht des Siltronic-Konzerns und der Siltronic AG werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und sind über die Internetseite des Unternehmensregisters zugänglich. Zudem wird der zusammengefasste Lagebericht des Siltronic-Konzerns und der Siltronic AG im Geschäftsbericht der Siltronic AG veröffentlicht.

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex und die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB wurden abgegeben und sind auf der Internetseite www.siltronic.com veröffentlicht.

2. Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung

Die Umsatzerlöse gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig über maximal sieben Jahre abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert, und zwar ohne Fremdkapitalzinsen, und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Produktions- und Verwaltungsgebäude werden in längstens 40 Jahren abgeschrieben, Anlagen und Maschinen zwischen sechs und 25 Jahren und die Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen drei und zwölf Jahren. Die Herstellungskosten selbsterstellter Sachanlagen werden nach den für Erzeugnisse geltenden Grundsätzen ermittelt. Geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens werden bis zu einer Höhe von EUR 150,00 direkt als Aufwand erfasst und bis zu einer Höhe von EUR 1.000,00 als Sammelposten über fünf Jahre abgeschrieben.

Forschungs- und Entwicklungskosten werden als laufender Aufwand gebucht. Finanzierungskosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt.

Die planmäßigen Abschreibungen werden linear berechnet mit Ausnahme von bestimmten Zugängen vor dem 1. Januar 2010. Sofern damals nach steuerlichen Regelungen eine degressive Abschreibung bei beweglichen Wirtschaftsgütern zulässig war, erfolgte auch im handelsrechtlichen Abschluss eine degressive Abschreibung. Für diese Vermögensgegenstände werden die niedrigeren Wertansätze in Anwendung des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 4 EGHGB fortgeführt. Wenn eine Wertminderung von Dauer ist, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Bei Zuwendungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht, erfolgt die Aktivierung des Anspruchs, wenn das Unternehmen die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung erfüllt hat und der erforderliche Antrag gestellt ist oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gestellt werden wird. Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Sofern nicht anders vermerkt, werden solche Zuwendungen von staatlichen Stellen gewährt.

Finanzanlagen werden mit ihren Anschaffungswerten und bei dauerhafter Wertminderung vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Zinslose oder niedrig verzinsliche langfristige Ausleihungen werden abgezinst.

Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und gegebenenfalls zu niedrigeren Wiederherstellungskosten oder niedrigeren realisierbaren Preisen am Bilanzstichtag bewertet. Die Bewertung der Erzeugnisse erfolgt durch Ableitung der Ist-Herstellungskosten aus den Standardkosten. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten, der Abschreibungen, Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie der Pensionen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nennbetrag angesetzt. Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden mit dem abgezinsten Wert bilanziert und Risiken werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt.

Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersteilzeit sind Teile der Finanzanlagen zweckgebunden angelegt und dem Zugriff der Siltronic AG entzogen. Dieses Deckungsvermögen wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und in dieser Höhe mit den Verpflichtungen aus Altersteilzeit verrechnet. Soweit der beizulegende Zeitwert die Anschaffungskosten übersteigt, besteht eine Ausschüttungssperre wegen § 268 Abs. 8 HGB. Ein übersteigender Teil der Verpflichtungen wird als Rückstellung für Altersteilzeit ausgewiesen. Was die Gewinn- und Verlustrechnung betrifft, werden Erträge aus dem Deckungsvermögen mit den Aufwendungen aus den Verpflichtungen saldiert ausgewiesen.

Wertpapiere werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Geldbestände und Bankguthaben in Euro werden zum Nominalwert ausgewiesen, während solche Posten in Fremdwährung zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet werden.

Wertaufholungen werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten berechnet. Zusätzlich werden steuerliche Verlustvorträge einbezogen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines kombinierten Ertragssteuersatzes, der die Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag umfasst. Künftige Steuerbelastungen werden mit künftigen Steuerentlastungen verrechnet. Eine sich daraus insgesamt ergebende künftige Steuerbelastung wird in der Bilanz unter dem Posten "Passive latente Steuern" angesetzt, wohingegen eine sich ergebende Steuerentlastung unter Anwendung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht angesetzt wird.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit-Methode) ermittelt und unter Berücksichtigung von biometrischen Wahrscheinlichkeiten auf Basis modifizierter Richttafeln 1998 von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Erwartete künftige Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Berechnung der Verpflichtung berücksichtigt. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen ergibt sich aus dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine pauschal angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Im Vorjahr wurde für die Ermittlung des Rechnungszinses der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre zugrunde gelegt. Für den im Zinsergebnis ausgewiesenen Unterschiedsbetrag zwischen dem Wertansatz der Rückstellung mit zehn- und siebenjährigem Durchschnittszins besteht eine Ausschüttungssperre.

Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Zur Ermittlung des Erfüllungsbetrags werden jährliche Entgeltanpassungen und Rentenanpassungen berücksichtigt. Die Erträge und Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen werden im Zinsergebnis mit Aufwendungen aus der Verpflichtung saldiert ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet, wozu künftige Preis- und Kostensteigerungen sowie weitere einschlägige Risiken berücksichtigt werden. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre unter Verwendung der Barwertmethode abgezinst. Aufwendungen aus Aufzinsung werden im Zinsergebnis gezeigt.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen bzw. Ausgaben vor dem Stichtag, soweit sie Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen, bilanziert.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sowie dafür abgeschlossene Sicherungsgeschäfte wie Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Devisenswaps werden nach der Methode der eingeschränkten Marktbewertung bilanziert. Hierbei werden die Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit den Devisenkassamittelkursen und die Sicherungsgeschäfte mit den Marktterminkursen zum Bilanzstichtag bewertet.

Zur Sicherung von Währungsrisiken werden Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen und Devisenswaps abgeschlossen. Wenn zwischen einem Grundgeschäft und dem dafür geschlossenen Sicherungsgeschäft ein Sicherungszusammenhang besteht, wird eine Bewertungseinheit gebildet. Die Siltronic AG deckt sowohl Risiken einzelner Grundgeschäfte ab als auch Risiken gleichartiger Grundgeschäfte. Darüber hinaus werden künftige, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Geschäfte in Fremdwährung teilweise gesichert (Makro Cash Flow Hedge). Bei hoher Effektivität einer Sicherungsbeziehung erfolgt die Behandlung der sich ausgleichenden gegenläufigen Wert- oder Zahlungsstromänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft innerhalb der Bewertungseinheit nach der sogenannten Einfrierungsmethode, was die Beibehaltung der ursprünglichen Wertansätze aus der Ersterfassung der Forderung oder Verbindlichkeit bedeutet. Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen ausgleichen, werden sie nicht berücksichtigt. Soweit sich die Wert qoder Zahlungsstromänderungen pro Bewertungseinheit nicht ausgleichen, werden Rückstellungen für Verlustüberhänge gebildet. Per Saldo verbleibende Gewinne werden nur angesetzt, soweit es sich bei den Grundgeschäften um Forderungen oder Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr handelt. Gewinn- und Verlustüberhänge werden je Währung miteinander verrechnet. Kursgewinne und Kursverluste werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge bzw. Aufwendungen ausgewiesen.

3. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse umfassen auch Erlöse aus Dienstleistungen und aus Verkäufen von Zwischenprodukten an verbundene Unternehmen. Der Rückgang der Umsatzerlöse ist auf eine Änderung der Vertriebsstruktur im Konzern zurückzuführen. Im Jahr 2015 hatte sich der Vertrieb auf mehr Länder als im Berichtsjahr erstreckt. Diese Länder übernimmt nunmehr die Tochtergesellschaft Siltronic Singapore Pte. Ltd. Die Umsatzerlöse wurden durch das BilRUG nicht nennenswert beeinflusst.

Nach Regionen teilen sich die Umsatzerlöse wie folgt auf, wobei für die Aufteilung der Sitz des Kunden entscheidend ist.

Regionen

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2016 2015
Deutschland 58,0 54,8
Übriges Europa 109,5 102,6
Amerika 101,3 116,5
Asien 387,8 540,8
Übrige Regionen 10,9 16,1
667,5 830,8

4. Sonstige betriebliche Erträge

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2016 2015
Erträge aus Währungsderivaten 23,8 33,2
Erträge aus Kursgewinnen 15,8 35,7
Zuschüsse 0,6 0,6
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (periodenfremd) 0,9 2,0
Erträge aus Anlagenabgang (periodenfremd) 0,0 0,6
Übrige betriebliche Erträge 1,3 1,2
42,4 73,3

5. Materialaufwand

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2016 2015
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 304,5 448,7
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1,0 1,1
305,5 449,8

6. Personalaufwand

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2016 2015
Löhne, Gehälter und Aufwendungen für Altersteilzeit 158,1 169,3
Sozialabgaben 26,6 29,1
Aufwendungen für Altersversorgung 23,6 12,9
Übrige Personalkosten 1,0 1,1
209,3 212,4

In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich die Zuführung zur Pensionsrückstellung und der Aufwand für die Dotierung der externen Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, enthalten. Die Aufwendungen aus der Abzinsung von Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellung, werden im Zinsergebnis erfasst.

Der Posten "Aufwendungen für Altersversorgung" enthält im Berichtsjahr EUR 11,1 Mio. für eine aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds zu erwartende Einzahlung in die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München. Weitere Informationen hierzu sind unter "17 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" enthalten.

Die übrigen Personalkosten betreffen die Beiträge zur Berufsgenossenschaft.

7. Abschreibungen

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2016 2015
Planmäßige Abschreibungen 48,3 51,7
Außerplanmäßige Abschreibungen 0,9 0,0
49,2 51,7

Die außerplanmäßigen Abschreibungen betreffen eine stillgelegte Maschine.

8. Sonstige betriebliche Aufwendungen

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2016 2015
Reparaturen, Instandhaltung, Fremdleistungen 78,9 77,0
Aufwendungen aus Währungsderivaten 39,6 98,6
Aufwendungen aus Kursverlusten 11,3 25,2
Vertriebskosten, vor allem Frachten und Provisionen 14,0 19,5
Kosten des Börsengangs 0,0 6,7
Pachten und Mieten 2,3 2,5
Verluste aus Anlagenabgang (periodenfremd) 0,3 0,1
Übrige betriebliche Aufwendungen 17,2 14,2
163,6 243,8
Sonstige Steuern 0,3 0,3
163,9 244,1

Die Fremdleistungen betreffen vor allem Leistungen von der Wacker Chemie AG, die am Standort Burghausen bezogen werden.

Die übrigen betrieblichen Aufwendungen umfassen insbesondere Gebühren und Beiträge, Reisekosten, Kosten für externe Forschung, sonstige personalbezogene Kosten sowie Patente und Lizenzen.

Die Zunahme des Postens "übrigen betriebliche Aufwendungen" hat sich vor allem aufgrund eines belastenden Vertrags erhöht. Für die hieraus erwarteten Aufwendungen wurde eine Rückstellung gebildet.

Die sonstigen Steuern betreffen im Wesentlichen vermögensabhängige Steuern.

Außergewöhnliche Aufwendungen ergaben sich im Vorjahr aus den Kosten des Börsengangs in Höhe von EUR 6,7 Mio.

9. Zinsergebnis

Das Zinsergebnis entspricht dem Finanzergebnis, da keine Beteiligungserträge realisiert wurden.

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2016 2015
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1,5 1,7
davon verbundene Unternehmen 1,2 1,6
Aufwendungen aus der Abzinsung von Forderungen und der Aufzinsung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten -4,7 -17,6
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -0,5 -1,0
davon verbundene Unternehmen -0,5 -1,0
-3,7 -16,9

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung resultieren mit EUR 2,1 Mio. aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen (Vorjahr: EUR 15,0 Mio.). Die Effekte aus der Aufzinsung und Zinsänderung anderer langfristiger Personalrückstellungen betragen EUR 2,6 Mio. (Vorjahr: EUR 2,6 Mio.). Der darin enthaltene Aufwand aus Rückstellungen für Altersteilzeit beträgt EUR 1,8 Mio. (Vorjahr: EUR 1,4 Mio.) und setzt sich zusammen aus der Verrechnung des Aufwands aus Aufzinsung und den Erträgen und Aufwendungen aus Deckungsvermögen. Im Vorjahr ergab sich aus dem Deckungsvermögen ein Ertrag von EUR 0,6 Mio.

10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern beinhalten Guthaben aus Körperschaftsteuer, Steuern von Betriebsstätten sowie Steuern aus Vorjahren. Effekte aus latenten Steuern enthält der Posten nicht.

Die aktiven Steuerlatenzen in Höhe von EUR 26,4 Mio. (Vorjahr: EUR 25,2 Mio.) resultieren aus dem Anlagevermögen mit EUR 3,3 Mio. (Vorjahr: EUR 3,8 Mio.), aus dem Umlaufvermögen mit EUR 3,4 Mio. (Vorjahr: EUR 2,7 Mio.), aus Pensionsverpflichtungen mit EUR 10,3 Mio. (Vorjahr: EUR 10,7 Mio.) und aus übrigen Rückstellungen, insbesondere für Altersteilzeit, mit EUR 9,4 Mio. (Vorjahr: EUR 8,0 Mio.). Diese Steuerentlastungen wurden in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht bilanziert. Passive latente Steuern bestanden nicht.

11. Immaterielle Vermögensgegenstände

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Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
Anschaffungskosten
Anfangsstand 01.01.2016 18,5
Zugänge 0,0
Abgänge
Umbuchungen 0,0
Endstand 31.12.2016 18,5
Abschreibungen
Anfangsstand 01.01.2016 16,8
Zugänge 0,6
Abgänge 0,0
Endstand 31.12.2016 17,4
Bilanzwert 31.12.2016 1,1
Bilanzwert 31.12.2015 1,7

Bei den immateriellen Vermögensgegenständen handelt es sich um Lizenzen.

12. Sachanlagen

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Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Anfangsstand
01.01.2016 247,3 1.389,00 106,9 37,3 1.780,5
Zugänge 11,5 29,0 2,5 24,4 67,4
Abgänge 0,0 -17,7 -2,5 0,0 -20,2
Umbuchungen 4,6 18,8 1,0 -24,4 0,0
Endstand
31.12.2016 263,4 1.419,1 107,9 37,3 1.827,7
Abschreibungen
Anfangsstand
01.01.2016 184,8 1.271,9 100,7 0,0 1.557,4
Zugänge 4,9 41,0 2,7 0,0 48,6
Abgänge 0,0 -17,5 -2,5 0,0 -20,0
Umbuchungen 0,0 0,0 0,1 0,0 0,1
Endstand
31.12.2016 189,7 1.295,4 101,0 0,0 1.586,1
Bilanzwert
31.12.2016 73,7 123,7 6,9 37,3 241,6
Bilanzwert
31.12.2015 62,5 117,1 6,2 37,3 223,1

13. Finanzanlagen

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Anteile an verbundenen Unternehmen
Anschaffungskosten
Anfangsstand 01.01.2016 129,3
Zugänge 0,0
Abgänge 0,0
Endstand 31.12.2016 129,3
Abschreibungen
Anfangsstand 01.01.2016
Zugänge 0,0
Abgänge 0,0
Endstand 31.12.2016 0,0
Bilanzwert 31.12.2016 129,3
Bilanzwert 31.12.2015 129,3

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes der Siltronic AG ist Bestandteil des Anhangs (siehe Ziffer 27).

14. Vorräte

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2016 2015
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 29,1 26,8
Erzeugnisse, Waren 47,0 52,2
Nicht abgerechnete Leistungen 0,5 -
Anzahlungen für Vorräte 17,7 12,4
94,3 91,4

Die Anzahlungen wurden an die Siltronic Silicon Wafer für künftige Lieferungen von Zwischenprodukten geleistet.

15. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

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2016 Summe davon Restlaufzeit über ein Jahr 2015 Summe davon Restlaufzeit über ein Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 41,1 0,0 66,9 0,0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 251,9 3,6 233,6 17,7
Derivate 0,2 0,0 2,1 0,0
Sonstige Vermögensgegenstände 17,5 0,0 6,6 0,1
Andere Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände 269,6 3,6 242,3 17,8
Festgelder 0,0 0,0 40,0 0,0
310,7 3,6 349,2 17,8

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten neben Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von EUR 94,5 Mio. (Vorjahr: EUR 64,3 Mio.) sonstige Forderungen von EUR 1,1 Mio. (Vorjahr: EUR 1,1 Mio.) und geleistete Anzahlungen für künftige Produktlieferungen von EUR 9,7 Mio. (Vorjahr: EUR 17,5 Mio.).

Des Weiteren bestehen Finanzforderungen gegenüber der Siltronic Holding International B.V. über EUR 143,8 Mio. (Vorjahr: EUR 143,3 Mio.) und der Siltronic Japan Corporation über EUR 2,9 Mio. (Vorjahr: EUR 7,4 Mio.).

Die sonstigen Vermögensgegenständen enthalten eine Vorauszahlung auf Beiträge für die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, für das Jahr 2017 in Höhe von EUR 11,1 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.) und Forderungen gegen Finanzverwaltungen über EUR 6,4 Mio. (Vorjahr: EUR 6,3 Mio.).

Die Laufzeiten der letztjährigen Festgelder betragen mehr als drei Monate.

16. Eigenkapital

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Grundkapital Kapitalrücklage Andere Gewinnrücklagen Bilanzgewinn Gesamt
01.01.2016 120,0 397,2 8,5 0,0 525,7
Entnahme aus Rücklage 0,0 -22,7 0,0 22,7 0,0
Jahresfehlbetrag 0,0 0,0 0,0 -22,7 -22,7
31.12.2016 120,0 374,5 8,5 0,0 503,0

Das Grundkapital der Siltronic AG beträgt EUR 120 Millionen und ist eingeteilt in 30 Millionen nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von je EUR 4 am Grundkapital.

Mit Beschluss des Vorstands vom 15. Februar 2017 wurden EUR 22,7 Mio. aus der Kapitalrücklage entnommen, um den Jahresfehlbetrag auszugleichen.

Bei den Gewinnrücklagen handelt es sich in vollem Umfang um andere Gewinnrücklagen.

Es besteht ein Bedingtes Kapital und ein Genehmigtes Kapital: Das Grundkapital der Gesellschaft kann durch Ausgabe von bis zu 12.500.000 neuen, auf Namen lautende Stückaktien bedingt erhöht werden, wodurch das Grundkapital um bis zu EUR 50,0 Mio. steigen darf (Bedingtes Kapital). Außerdem ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, das Grundkapital bis zum 7. Juni 2020 um bis zu insgesamt EUR 60,0 Mio. durch Ausgabe von neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien einmalig oder mehrmals zu erhöhen (Genehmigtes Kapital).

Der gemäß § 253 Abs. 6 HGB zu ermittelnde und ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beläuft sich zum Stichtag auf EUR 14,4 Mio. In dieser Höhe besteht eine Ausschüttungssperre (§ 253 Abs. 6 S. 1 HGB).

Der beizulegende Zeitwert der zur Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen angelegten und als Deckungsvermögen zu behandelnden Mittel beläuft sich auf EUR 25,5 Mio. (Vorjahr: EUR 17,7 Mio.). Dieser Wert liegt EUR 0,4 Mio. unter den Anschaffungskosten (Vorjahr: EUR 0,4 Mio. unter den Anschaffungskosten). Eine Ausschüttungssperre besteht somit nicht.

17. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für Mitarbeiter der Siltronic AG wird eine Grundversorgung über die rechtlich selbständige Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, gewährt. Diese wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert. Derzeit beträgt der Firmenbeitrag 400 % der jeweiligen Mitgliedsbeiträge. Die Siltronic AG hat sich zudem bereit erklärt, den Finanzbedarf der Pensionskasse zu sichern, soweit er nicht aus laufenden Mitgliedsbeiträgen der Siltronic AG und sonstigem Vermögenszuwachs gedeckt werden kann. Aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds wurde in 2016 für zu erwartende Einzahlungen in die Pensionskasse eine Rückstellung in Höhe von EUR 11,1 Mio., die unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen wird, gebildet. Eine Unterdeckung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG besteht zum Stichtag nicht.

Darüber hinaus gibt es eine sogenannte Zusatzversorgung für Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrundlage in Form von rückstellungsbedingten Direktzusagen. Weiter besteht für Mitarbeiter die Möglichkeit, Teile des Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln.

Die sich aus den Zusagen ergebenden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für Anwartschaften und laufende Leistungen gebildet. Der Wertansatz ist versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren errechnet.

Für die Ermittlung der Verpflichtung wurden die folgenden Parameter zugrunde gelegt:

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2016 2015
Rechnungszins (p.a.)
Durchschnitt zehn Jahre 4,01 % 4,31 %
Durchschnitt sieben Jahre 3,24 % 3,89 %
Einkommenssteigerung (p.a.) 2,50 % 2,50 %
Erhöhung der Bemessungsgrundlage 2,50 % 2,50 %
Rentenanpassungen
Grund- und Zusatzversorgung 1,80 % bzw. 1,00 %
Gehaltsumwandlung 2,50 % bzw. 1,00 %
Sterblichkeit HEU98M0D6085

Bei Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren hätte sich eine Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von EUR 124,2 Mio. ergeben.

18. Andere Rückstellungen

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2016 2015
Steuerrückstellungen 0,2 0,1
Personalrückstellungen 63,9 58,6
Übrige andere Rückstellungen 28,6 13,6
92,7 72,3

Die Personalverpflichtungen resultieren aus Verpflichtungen aufgrund von Altersteilzeit, Jubiläum, nicht genommenem Urlaub bzw. geleisteter Mehrarbeit, Erfolgsbeteiligung und Lebensarbeitszeitkonten.

Die Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von EUR 39,5 Mio. (Vorjahr: EUR 35,1 Mio.) umfasst ratierlich zugeführte Verpflichtungen für noch nicht entlohnte Anteile der Arbeitsleistung während der Beschäftigungsphase (Erfüllungsrückstand) sowie Aufstockungsbeträge in voller Höhe. Berücksichtigt werden alle zum Jahresende anspruchsberechtigten Mitarbeiter bis zu der durch das Gesetz festgelegten Höchstgrenze. Sofern darüber hinaus Altersteilzeitverpflichtungen eingegangen wurden, sind diese ebenfalls in die Rückstellung einbezogen.

Der Betrag der Altersteilzeitverpflichtung zum 31. Dezember 2016 belief sich auf EUR 65,0 Mio. (Vorjahr: EUR 52,8 Mio). Der zur Ermittlung der Rückstellung abgezogene beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens belief sich zum Bilanzstichtag auf EUR 25,5 Mio. (Vorjahr: EUR 17,7 Mio.). Die ursprünglichen Anschaffungskosten des angelegten Vermögens betrugen EUR 25,9 Mio. (Vorjahr: EUR 18,1 Mio.).

Die bei der Berechnung der Altersteilzeitverpflichtung berücksichtigten jährlichen Entgelte und Rentenanpassungen entsprechen den bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen verwendeten Prozentsätzen. Der zum 31. Dezember 2016 zugrunde gelegte Rechnungszins beträgt 1,81 % (Vorjahr: 2,34 %).

Die übrigen anderen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen und zum 31. Dezember 2016 außerdem EUR 11,1 Mio. für eine zu erwartende Einzahlung in die Pensionskasse. Für weitere Informationen siehe Ausführungen unter "17 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen".

19. Finanzverbindlichkeiten

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2016 davon Restlaufzeit 2015 davon Restlaufzeit
Summe bis 1 Jahr über 1 Jahr Summe bis 1 Jahr über 1 Jahr
--- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 38,5 38,5 0,0 98,3 98,3 0,0

Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren lagen an keinem Bilanzstichtag vor.

20. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten

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2016 davon Restlaufzeit 2015 davon Restlaufzeit
Summe bis 1 Jahr über 1 Jahr Summe bis 1 Jahr über 1 Jahr
--- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22,5 22,5 0,0 22,0 22,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 46,0 46,0 0,0 62,6 62,6 0,0
Verbindlichkeiten aus Steuern 2,6 2,6 0,0 3,0 3,0 0,0
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,7 0,7 0,0 0,0 0,0 0,0
Verbindlichkeiten aus glattgestellten Termingeschäften 1,8 1,8 0,0 7,7 7,7 0,0
Erhaltene Anzahlungen 5,1 2,4 2,7 7,4 2,4 5,0
Sonstige Verbindlichkeiten 1,3 1,3 0,0 1,3 1,3 0,0
Übrige Verbindlichkeiten 57,5 54,8 2,7 82,0 77,0 5,0

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren lagen an keinem Bilanzstichtag vor.

21. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

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2016 2015
Gemeinkostenpersonal 806 817
Produktiv-gewerblich 1.612 1.780
2.418 2.597

22. Nicht in der Bilanz enthaltene Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Bei den nachfolgend dargestellten Bürgschaften handelt es sich um Nominalbeträge. Die Bürgschaften sichern die externe Finanzierung von verbundenen Unternehmen ab und Stromlieferungen an ein Tochterunternehmen. Eine Inanspruchnahme der Bürgschaften ist unwahrscheinlich.

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2016 2015
Bürgschaften 3,4 3,1
davon für verbundene Unternehmen 3,4 3,1

Die folgenden sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die Miete und Pachten betreffen, sind ebenfalls Nominalwerte. Die Mieten und Pachten betreffen technische Anlagen, Container, EDV-Ausrüstung, Fahrzeuge und Grundstücke. Aufgrund der langfristigen vertraglichen Bindung besteht für die Zukunft ein konstanter Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.

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Sonstige finanzielle Verpflichtungen: Mieten und Pachten 2016 2015
Ausgaben im Folgejahr 0,7 0,8
Ausgaben im 2. bis 4. Jahr 0,9 0,7
1,6 1,5

Das Bestellobligo setzt sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt zusammen:

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Sonstige finanzielle Verpflichtungen: Bestellobligo 2016 2015
Bestellobligo Investitionsprojekten 30,3 48,2
Bestellobligo aus Abnahmeverträgen mit Dritten 5,8 6,2
Bestellobligo aus Abnahmeverträgen mit verbundenen Unternehmen 39,0 43,1
75,1 97,5

Langfristige Abnahmeverpflichtungen bestehen in 2017 i.H.v. EUR 22,2 Mio. (Vorjahr: EUR 17,9 Mio.) und danach von jährlich EUR 2,0 Mio. sichert die Siltronic AG die Auslastung des Tochterunternehmens Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd.

23. Kosten für Abschlussprüfer

Abschlussprüferleistungen betreffen die gesetzlichen Abschlussprüfungen, während die anderen Bestätigungsleistungen für betriebswirtschaftliche Prüfungen oder gesetzlich nicht verpflichtende Prüfungen anfallen. In diese Kategorie sind im Vorjahr Kosten zugeordnet worden, die im Rahmen des Börsengangs angefallen sind.

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Honoraraufwand für den Abschlussprüfer 2016 2015
Abschlussprüfungsleistungen 0,4 0,5
Andere Bestätigungsleistungen 0,0 0,1
0,4 0,6

24. Derivative Finanzinstrumente

Zur Sicherung von Währungsrisiken aus der Geschäftstätigkeit werden Devisentermingeschäfte (DTG), Devisenoptionen und Devisenswaps eingesetzt. Zinsderivate wurden im Berichtsjahr nicht eingegangen. Die Absicherung dient dem Ziel, die Volatilität des Ergebnisses und des Zahlungsmitteleingangs zu reduzieren, soweit sie auf Wechselkursänderungen beruhen. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach internen Richtlinien. Im Geschäftsjahr wurden Derivate in folgendem Umfang abgeschlossen:

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2016 2015
Nominalwerte 413,1 633,5
Marktwerte -4,0 -12,8
Kreditrisiko 3,6 6,2

Die Nominalwerte sind die Summe aller den Geschäften zugrunde liegenden Kauf- und Verkaufsbeträge. Die Marktwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswert) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag und werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Verfahren ermittelt. Das angegebene Volumen des Kreditrisikos ist die Summe der positiven Marktwerte und stellt das Risiko des Ausfalls von Vertragspartnern dar. Um diesem Risiko entgegenzutreten, werden Derivate nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen.

Die beizulegenden Zeitwerte der Derivative werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung von den am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Dabei werden Devisenkontrakte einzeln mit ihrem Terminkurs am Abschlussstichtag bewertet.

Einen wesentlichen Umfang der Sicherungsmaßnahmen stellt die Abdeckung der Währungsrisiken aus Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen dar sowie aus ausgereichten und empfangenen Darlehen an bzw. von verbundenen Unternehmen. Zur Abdeckung dieser Währungsrisiken wurden Devisentermingeschäfte und -swaps abgeschlossen. Gleichartige Grundgeschäfte werden zu Portfolien zusammengefasst. Diese Geschäfte werden im Jahr 2017 fällig.

Die Derivate haben eine maximale Restlaufzeit von 19 Monaten (Vorjahr: 19 Monate). Zu den erwarteten Geschäften gehören auch noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung. Für diese sogenannten strategischen Geschäfte werden, soweit zulässig, Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet.

Sicherungsgeschäfte, die bestehende Forderungen oder Verbindlichkeiten betreffen, werden als "operative Sicherungen" bezeichnet.

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Operative Sicherung 2016 2015
DTG, Swaps Optionen DTG, Swaps Optionen
--- --- --- --- ---
Nominalwert 142,4 0,0 253,0 0,0
Offene Geschäfte
Positive Marktwerte 0,5 0,0 3,9 0,0
Negative Marktwerte -0,3 0,0 -1,0 0,0
Geschlossene Geschäfte 0,1 0,0 0,0 0,0

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Strategische Sicherung 2016 2015
DTG, Swaps Optionen DTG, Swaps Optionen
--- --- --- --- ---
Nominalwert 270,1 0,0 318,2 62,3
Offene Geschäfte
Positive Marktwerte 3,1 0,0 0,3 2,1
Negative Marktwerte -5,7 0,0 -10,3 0,0
Geschlossene Geschäfte -1,7 0,0 -7,8 0,0
Bewertungseinheiten nach Einfrierungsmethode (nicht bilanziert) -2,4 0,0 -9,6 0,0
Geschlossene Geschäfte
Vermögensgegenstände 0,0 0,0 0,0 0,0
Verbindlichkeiten 1,7 0,0 7,7 0,0
Offene Geschäfte ohne Bewertungseinheiten
Vermögensgegenstände 0,0 0,0 0,0 2,1
Verbindlichkeiten 0,2 0,0 0,4 0,0

Die Messung der Effektivität von Sicherungsbeziehungen wird bei der Siltronic AG nach der Dollar-Offset-Methode vorgenommen, bei der die Veränderung der Marktwerte von Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft gegenübergestellt werden. Die Messung der Effektivität ergab, dass alle Bewertungseinheiten zum Stichtag prospektiv sowie retrospektiv effektiv waren.

Nachfolgende Übersicht fasst die Bilanzwerte, die sich aus den derivativen Finanzinstrumenten ergeben, zusammen:

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2016 2015
Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen aus offenen und geschlossenen Geschäften 0,2 2,1
Die übrigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus geschlossenen Geschäften 1,8 7,7
Sonstige Rückstellungen für offene Derivate 0,4 1,4

25. Organe der Siltronic AG

AUFSICHTSRAT (Stand 31.12.2016)

Dr. Tobias Ohler

Vorsitzender München

Mitglied des Vorstands der Wacker Chemie AG

Mitglied des Aufsichtsrats der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

Johann Hautz

Stellvertretender Vorsitzender

Arbeitnehmervertreter

Burghausen

Vorsitzender des Betriebsrats der Siltronic AG, Werk Burghausen

Maximilian Baumgartner

Arbeitnehmervertreter Marktl

Leiter Operation Processes, Siltronic AG

Sieglinde Feist

Grasbrunn

Leiterin Konzernentwicklung, Wacker Chemie AG

Gebhard Fraunhofer

Arbeitnehmervertreter Simbach am Inn

Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Siltronic AG

Dr. Hermann Gerlinger

Aalen

bis 31. Dezember 2016: Mitglied des Vorstands der Carl Zeiss AG und Vorsitzender der Geschäftsführung der Carl Zeiss SMT GmbH

seit 1. Januar 2017: Berater für den Vorstand der Carl Zeiss AG

Karin Gottschalk

Arbeitnehmervertreterin Brand-Erbisdorf

Stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats der Siltronic AG, Werk Freiberg

Bernd Jonas

Essen

Rechtsanwalt

Gertraud Lauber

Arbeitnehmervertreterin

Bad Münder

Gewerkschaftssekretärin IG BCE, Abteilung Energiewende/Nachhaltigkeit

Mitglied des Beirats der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE

Dr. Franz Richter

Eichenau

Vorstandsvorsitzender der SÜSS MircoTec AG

Vorsitzender des Board of Directors der Scint-X AB

Mitglied des Verwaltungsrats der Meyer Burger Technology AG

Mitglied des Board of Directors der COMET Holding AG

Harald Sikorski

Arbeitnehmervertreter

München

Bezirksleiter IG BCE, Altötting

Mitglied des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG

Angela Wörl (Mitglied seit 4. Januar 2016)

München

Leiterin Personal/Soziales, Wacker Chemie AG

Mitglied des Aufsichtsrats der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG

AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS

Vermittlungsausschuss

Dr. Tobias Ohler

Johann Hautz

Angela Wörl (20. Januar 2016)

Gebhard Fraunhofer (seit 20. Januar 2016)

Prüfungsausschuss

Bernd Jonas (Vorsitzender)

Harald Sikorski

Dr. Tobias Ohler

Präsidialausschuss

Dr. Tobias Ohler (Vorsitzender)

Johann Hautz

Dr. Hermann Gerlinger

Nominierungsausschuss

Dr. Tobias Ohler (Vorsitzender)

Dr. Hermann Gerlinger

VORSTAND (Stand 31.12.2016)

Dr. Christoph von Plotho

Vorsitzender

Marketing & Sales Technology

Application Technology

Operations

Supply Chain

Quality

Engineering

Site Management Burghausen & Freiberg

Siltronic Singapur

Legal & Compliance

Investor Relations & Communications

Corporate Development

Mitglied des Board of Directors in folgenden verbundenen Unternehmen:

Siltronic Corporation

Siltronic Japan Corporation

Siltronic Singapore Pte. Ltd.

Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd.

Rainer Irle

Finanzvorstand und Arbeitsdirektor

Finanzen und Steuern Controlling

Risk Management & Audit

IT

Einkauf

Personal

Siltronic USA

Mitglied des Board of Directors in folgenden verbundenen Unternehmen:

Siltronic Corporation

Siltronic Japan Corporation

26. Angaben zu Aufsichtsrat und Vorstand der Siltronic AG

Die Angaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht ist Teil des zusammengefassten Lageberichts der Siltronic AG und beinhaltet die Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Siltronic AG sind unter "Organe der Siltronic AG" aufgeführt.

27. Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die nachfolgende Tabelle zeigt den Stand von Eigenkapital und Kapitalbeteiligung zum 31. Dezember 2016. Das Jahresergebnis bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2016. Eigenkapital sowie Jahresergebnis sind nach IFRS ermittelt.

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2016 Eigenkapital 2016 Jahresergebnis 2016 Kapitalanteil

in %
Siltronic Holding International B.V., Krommenie,
Niederlande* 331.173 11.815 100,0
Siltronic Corp., Portland, USA** 11.924 5.110 100,0
Siltronic Singapore Pte. Ltd., Singapur** 171.371 43.418 100,0
Siltronic Japan Corp., Tokio, Japan** -7.506 -292 100,0
Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd., Singapur** -39.510 -14.579 77,7

* direkt gehaltene Beteiligung

** indirekt gehaltene Beteiligung

Die Siltronic AG stellt einen Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der Konzernunternehmen auf. Dieser Abschluss ist im elektronischen Bundesanzeiger einsehbar und kann zudem über die Homepage der Siltronic AG abgerufen werden.

28. Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Nahe stehende Unternehmen oder Personen sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Siltronic AG Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Siltronic AG unterliegen.

Zwischen der Siltronic AG und ihrem Mehrheitsgesellschafter, der Wacker Chemie AG, bestehen Leistungsbeziehungen. Diese betreffen im Wesentlichen den Zukauf von Rohstoffen und Energie sowie verschiedene Dienstleistungen, insbesondere Standortdienstleistungen. Die Lieferungen und Leistungen wurden zu marktüblichen Konditionen ausgeführt.

Darüber hinaus werden zwischen der Siltronic AG und nahestehenden Unternehmen Lieferungen und Leistungen im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit getätigt. Auch diese Geschäfte wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.

29. Angaben zum Mutterunternehmen und Mitteilungspflichten von Aktionären

Die Wacker Chemie AG, München, hält direkt und indirekt die Mehrheit der Aktien der Siltronic AG. Sie stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss der Wacker Chemie AG ist im elektronischen Bundesanzeiger einsehbar und über die Homepage der Wacker Chemie AG abrufbar.

Die Mitteilungspflichten von Aktionären nach § 20 AktG oder nach § 21 Wertpapierhandelsgesetz sind in der Anlage beigefügt. Die Anlage ist Teil des Anhangs.

30. Vorgänge nach dem Abschlussstichtag

Am 20. Februar 2017 wurde die Siltronic AG von der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG über die Änderung des technischen Geschäftsplans der Pensionskasse informiert. In diesem Zusammenhang wurde eine Sonderzahlung in Höhe von EUR 11,1 Mio. eingefordert. (Die Siltronic AG hatte vor dem Bilanzstichtag eine entsprechende Vorauszahlung geleistet).

München, den 22. Februar 2017

Siltronic AG, München

Dr. Christoph von Plotho

Rainer Irle

4 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2016

1. Geschäft und Rahmenbedingungen

KONZERNSTRUKTUR UND GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Führender internationaler Anbieter von Wafern aus Reinstsilizium

Wir sind ein global aufgestellter Markt- und Technologieführer von Wafern aus Reinstsilizium für die Halbleiterindustrie und fertigen an vier Produktionsstandorten in Deutschland, den USA und Asien Siliziumwafer mit Durchmessern von bis zu 300 mm. Wir zählen die 20 führenden Verbraucher von Siliziumwafern für die Halbleiterindustrie zu unseren Kunden und unterhalten mit unseren Kunden meist über viele Jahre gewachsene Geschäftsbeziehungen.

Siltronic steht im Markt für jahrelange Expertise, kundenspezifische Lösungen sowie eine globale Verfügbarkeit von Produkten bei verlässlicher Qualität und Liefertreue. Unsere weltweite Präsenz ermöglicht es uns, in weniger als 24 Stunden auf Kundenanfragen zu reagieren. Diese Kombination ist die Basis für die hohe Kundenzufriedenheit und bildet das Fundament für unseren nachhaltigen Geschäftserfolg. Unser Ziel ist es, qualitativ hochwertige Wafer mit den Spezifikationen zu liefern, die die Anforderungen unserer Kunden vollständig erfüllen.

Siliziumwafer sind die Grundlage moderner Mikro- und Nanotechnologie und damit ein wesentlicher Bestandteil in zahlreichen Gegenständen des täglichen Gebrauchs, beispielsweise in Computern, Smartphones, Flachbildschirmen oder Navigationssystemen.

Unser Anspruch ist es, eine treibende Kraft für Innovationen bei Siliziumwafern in der Halbleiterindustrie zu sein.

Rechtliche Konzernstruktur

Seit 1996 hat Siltronic die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht - damals noch unter der Firmierung Wacker Siltronic Gesellschaft für Halbleitermaterialien AG. Seit 2004 firmiert die Gesellschaft unter Siltronic AG und hat ihren Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an fünf Gesellschaften beteiligt.

Leitung und Kontrolle

Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Siltronic AG ein duales Führungssystem, das aus Vorstand und Aufsichtsrat besteht. Der Vorstand besteht aus zwei Mitgliedern; seine Zusammensetzung hat sich im Geschäftsjahr 2016 nicht verändert. Der Aufsichtsrat setzt sich aus zwölf Mitgliedern zusammen. Informationen zu Vorstand und Aufsichtsrat sowie deren Aufgabenverteilung untereinander können dem Corporate Governance Bericht auf S. 128 entnommen werden.

Aktive strategische Managementholding, dezentrale Struktur und Nähe zum Kunden vor Ort

Die Muttergesellschaft der Siltronic-Gruppe, die Siltronic AG, fungiert als gesellschafts-rechtliche und operative Holding der Gruppe. Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Siltronic AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete strategische Steuerung sowie die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Die operativen Tochtergesellschaften werden unternehmerisch durch ein eigenes Management geführt. Der Vorstand der Siltronic AG ist auch in den Boards der Tochtergesellschaften vertreten. Ein erweiterter Führungskreis des Konzernmanagements der Siltronic AG wird an vereinbarten Zielvorgaben gemessen. Spezifische Ziele werden auf konzernweiter, regionaler und operativer Ebene definiert und kontinuierlich überprüft.

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vergütung des Vorstands enthält fixe und variable Elemente. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht auf S. 108 bis S. 114 des zusammengefassten Lageberichts nachzulesen.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach § 289a HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht auf S. 128 bis S. 140 enthalten. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken.

Die Entsprechenserklärung ist der Öffentlichkeit unter http://www.siltronic.com/int/de/inves-tor_relations/corporate_governance/declaration/declaration.jsp dauerhaft zugänglich gemacht worden.

Wichtige Produkte, Geschäftsprozesse und Absatzmärkte

Wir schaffen Mehrwert mit unserer Erfahrung, technologischen Kompetenz und Innovationskraft

Silizium ist die Basis für fast alle Halbleiterbauelemente und bildet damit im Wesentlichen die Grundlage für die gesamte weltweite Elektronikindustrie. Die Wafer werden für immer kleinere Strukturen, sogenannte Design Rules, verwendet, die heute im Bereich von wenigen Nanometern liegen. Dies ermöglicht die Produktion immer leistungsfähigerer und energieeffizienterer Generationen von Computerchips. Unsere Siliziumwafer mit Durchmessern von bis zu 300 mm unterstützen diese Entwicklung und bilden die Grundlage für hochkomplexe Halbleiterbauelemente wie Hochspannungsanwendungen, niedrigohmige Schaltkreise für den Automobilbau und die Telekommunikation sowie hoch integrierte Mikroprozessoren und Speicherbauelemente für die Informationsverarbeitung.

Als strategischer Entwicklungspartner für unsere industriellen Kunden liefern wir maßgeschneiderte Lösungen, die ihren Anwendungserfordernissen entsprechen. Dabei bauen wir auf unsere technische Expertise und das profunde Verständnis der Kundenanforderungen. Mit unseren vier Produktionsstandorten sowie mit Vertriebsstandorten in Europa, den USA und im asiatischen Raum bedienen wir Kunden in mehr als 40 Ländern. 2016 waren unsere fünf größten Kunden, in alphabetischer Reihenfolge, Infineon Technologies, Micron Technology, Samsung Electronics, SK hynix und Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC). Mit unserem lokalen Vertriebsansatz bieten wir einen qualitativ hochwertigen Kundenservice.

Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden helfen wir ihnen, ihre Produkte und Lösungen kontinuierlich zu verbessern und weiterzuentwickeln. Wir fertigen polierte und epitaxierte Wafer kundenspezifisch gemäß der aktuellsten Design Rule.

Wettbewerbssituation

Der Markt für Siliziumwafer für die Halbleiterindustrie ist durch eine hohe Konzentration der Wafer-Anbieter und einen hohen globalen Wettbewerbsdruck gekennzeichnet. Siltronic ist laut Marktstudien einer der größten Hersteller von Siliziumwafern für die Halbleiterindustrie mit einem Marktanteil von circa 15 Prozent.

Im Dezember 2016 hat GlobalWafers aus Taiwan die US-amerikanische SunEdison SEMI übernommen. Damit sind unsere Hauptwettbewerber die beiden japanischen Hersteller Shin-Etsu Handotai und SUMCO Corporation sowie GlobalWafers aus Taiwan und LG Siltron, Korea.

Diese fünf größten Hersteller bedienen zusammen circa 90 Prozent der weltweiten Nachfrage. Die Kunden arbeiten bei der Entwicklung neuer Wafer immer enger mit den Herstellern zusammen. Aufgrund unseres exzellenten Kundenzugangs erwarten wir, hiervon in Zukunft noch mehr profitieren zu können.

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

Wir verkaufen unsere Wafer weltweit an Kunden in der Halbleiterindustrie. Somit unterliegen wir den für diese Industrie typischen konjunkturellen Schwankungen. Diese können allerdings von ihrem Eintrittszeitpunkt und auch vom Grad der Ausprägung sehr unterschiedlich sein. Anhand ausgewählter Frühindikatoren, zu denen unter anderem Rohstoffpreise, das Bestellverhalten der Kunden, unsere Kapazitätsauslastung sowie die erwartete Entwicklung von Produktions- und Absatzzahlen der Halbleiterindustrie gehören, berücksichtigen wir die voraussichtliche Entwicklung frühzeitig in der Geschäftsplanung.

Wechselkursschwankungen aufgrund von Handelsbeziehungen zwischen Währungsräumen haben einen operativen Einfluss auf unseren Umsatz und das Ergebnis, da wir rund zwei Drittel unseres Umsatzes in US-Dollar erzielen, der größte Teil der Kosten jedoch in Euro anfällt. Wir versuchen, den Einfluss von Fremdwährungseffekten durch verstärkte Produktion im US-Dollarnahen Währungsraum Singapur und eine aktive Hedging-Politik abzuschwächen.

Auf der Kostenseite hat die Entwicklung von Löhnen und Gehältern Einfluss auf Siltronic, ebenso wie die Veränderung von Materialkosten. Unser zentrales Rohmaterial ist Polysilizium, das wir hauptsächlich von der Wacker Chemie AG beziehen. Hier bestehen langfristige Lieferverträge. In unseren Fertigungsprozessen nutzen wir eine Vielzahl von Hilfsstoffen, z. B. Poliermittel, Sägedraht etc. Soweit möglich versuchen wir, unsere Materialien über mehrere Lieferanten zu beziehen.

Unsere Profitabilität erhöhen wir zudem durch interne Maßnahmen wie Prozessoptimierung in allen funktionalen Bereichen. Bereits 2010 haben wir mit der "Kosten-Roadmap" ein kontinuierliches Kostensenkungsprogramm ins Leben gerufen, um aktiv Verbesserungspotenziale zu identifizieren und umzusetzen. Im Rahmen dieses Programms erfassen wir systematisch Projekte zur Effizienzsteigerung. Dazu zählt z. B., dass wir die variablen Kosten eines 300 mm-Wafers kontinuierlich pro Jahr senken und unsere Produktionskapazität jährlich um circa ein bis zwei Prozent erhöhen wollen, ohne Neuinvestitionen tätigen zu müssen.

In regelmäßigen Steering Committee-Sitzungen werden neue Ideen priorisiert und deren Implementierung überwacht.

Da wir weltweit tätig sind, kommen unterschiedliche rechtliche und steuerliche Regelungen zum Tragen, die wir in unserem Geschäftsablauf berücksichtigen müssen. Unter anderem zahlen hierzu Produkthaftungsgesetze und beschäftigungsrechtliche Auflagen sowie das Außenhandels- und Patentrecht.

Soweit sich aus den wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen Risiken für unser Geschäft ergeben, werden diese im Risikobericht auf S. 79 bis S. 97 dargestellt.

UNTERNEHMENSSTRATEGIE UND UNTERNEHMENSSTEUERUNG

Unser kurz- und langfristiges strategisches Ziel ist der nachhaltige Ausbau unserer Geschäftstätigkeit, um unsere Position als einer der führenden Hersteller für Halbleiterwafer weiter zu festigen. Um dieses Ziel zu erreichen, wollen wir unsere Technologieführerschaft ausbauen, unsere Qualitätsführerschaft beibehalten und unser Programm für operative Exzellenz und Kostensenkung fortsetzen. Ebenso stehen eine hohe Profitabilität und stabile Cashflows im Fokus. Gegenüber dem Vorjahr kam es zu keinen wesentlichen Veränderungen unserer Ziele und Strategien.

Megatrends begünstigen nachhaltig den verstärkten Einsatz unserer hochwertigen Reinstsiliziumwafer

Die Kundenanforderungen in der Halbleiterindustrie verändern sich fortlaufend. Getrieben wird dies vor allem durch globale Megatrends wie Mobilität, Konnektivität, Miniaturisierung und Kosteneffizienz. Dabei steht z. B. das Internet der Dinge (kurz: IoT) für den Trend, dass immer mehr "smarte" Geräte auf den Markt kommen, Gegenstände des Alltags werden mit Prozessoren, Sensoren und Netzwerktechnik ausgestattet - vom App-gesteuerten Wearable bis zur komplett smarten Fabrik. Die stetigen Verbesserungen der Funktionalität und Energieeffizienz, etwa von Smartphones, Fahrerassistenzsystemen im Automobilbereich oder industrieller Automatisierungstechnik, basieren auf der laufenden Weiterentwicklung der dafür erforderlichen Bauteile durch die Halbleiterhersteller. Typischerweise sind diese Entwicklungen verbunden mit erhöhten Anforderungen an die Rohmaterialien. So sind z. B. kleinere Strukturbreiten für Bauteile nur möglich, wenn die Siliziumwafer entsprechend gleichförmig sind.

Daher gehen wir davon aus, dass die Nachfrage nach hoch entwickelten Wafern weiter wachsen wird. Wir wollen diese Wachstumsmöglichkeiten ergreifen, indem wir uns auf innovative, wertschöpfende Lösungen fokussieren und so unsere Kunden bei neuen Anforderungen aktiv unterstützen.

Synergien durch Best-in-Class-Produktionsprozesse

Wir haben langjährige Erfahrung in der Herstellung von 300 mm-Wafern und haben an unseren deutschen Standorten in Freiberg (Sachsen) und Burghausen sowie in Singapur moderne Produktionsanlagen errichtet, die für die Massenproduktion dieser Wafer ausgelegt sind. Unsere Produktionsanlagen in Singapur für 200 mm- und 300 mm-Wafer gehören jeweils zu den modernsten und größten weltweit. Über standardisierte Prozesse und eine größtenteils einheitliche Maschinenausrüstung stellen wir einen Know-how-Transfer zwischen den Produktionsstätten sicher. Wir können damit Prozessverbesserungen einfach und schnell weltweit implementieren und vereinfachen das Qualifizieren durch unsere Kunden.

Unsere Erfolgsparameter sind globale Präsenz und Innovationskraft

Wir wollen unseren Kunden Lösungen für heutige Anwendungen und die Anwendungen von morgen mit einer höheren Produktleistungsfähigkeit oder -qualität anbieten.

Wir adressieren produktseitig anspruchsvolle Märkte. Anwendungsbereiche für Siliziumwafer sind z. B. Computer, Tablets, Smartphones, Solid State Drives, Assistenz- und Steuerungssysteme in der Automobilindustrie oder sogenannte Wearables. Wir stellen unseren Kunden weltweit maßgeschneiderte und qualitativ hochwertige Produkte zur Verfügung. Neben dem Czochralski-Verfahren nutzen wir unter anderem das Zonenziehverfahren (die sogenannte FZ-Technologie) für Wafer mit einem Durchmesser von bis zu 200 mm (siehe Kapitel Produktion auf 69). Wir stärken kontinuierlich unsere Innovationskraft und setzen auf Forschung und Entwicklung (F&E). Wir planen, jährlich circa 7 Prozent vom Umsatz in F&E-Aktivitäten zu investieren.

Unsere Produktionsprozesse und Kostenstrukturen optimieren wir fortlaufend

Unsere strategischen Ziele sind die Verbesserung der Profitabilität und die Stärkung des Cashflows. Diese unterstützen und steuern wir durch umfangreiche Maßnahmen. Dazu zählen Kostendisziplin und die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen in allen Funktionen und Regionen. So haben wir mit unserer Kosten-Roadmap unsere Kosten kontinuierlich gesenkt. 2015 haben wir gegenüber 2014 rund EUR 45 Mio. eingespart, 2016 gegenüber 2015 rund EUR 30 Mio. Wir konnten unsere EBITDA-Marge trotz Preisdrucks in der Vergangenheit erhöhen. Auf Basis der identifizierten und eingeleiteten Verbesserungsvorhaben werden wir aus diesem Programm auch künftig gezielt Kostenvorteile realisieren.

Kontinuierliche Überwachung ausgewählter finanzieller und nichtfinanzieller Steuerungsgrößen

Die Konzernleitung orientiert sich bei der Führung von Siltronic im Wesentlichen an finanziellen Steuerungsgrößen.

Die wichtigsten finanziellen Steuerungsgrößen sind dabei die EBITDA-Marge, der Free-Cashflow sowie der ROCE (Return On Capital Employed).

Eine hohe Profitabilität ist eine der zentralen Ziel- und Messgrößen für die Konzernleitung. Als Wertgröße dient hierzu das EBITDA, bei dem wir uns mit den Wettbewerbern vergleichen. Das EBITDA ist definiert als das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen einschließlich Wertminderungen und gegebenenfalls Zuschreibungen. Aus diesem Vergleich, der historischen Entwicklung und der Planung berechnen wir eine Ziel-EBITDA-Marge.

Eine weitere zentrale Zielgröße ist der Free-Cashflow. Mit der Fokussierung auf diesen Wert stellen wir sicher, dass auch in Zukunft die finanzielle Solidität der Siltronic erhalten bleibt. Der Free-Cashflow zeigt, ob die notwendigen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte aus der eigenen operativen Tätigkeit (dem Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit) finanziert werden können. Unser Ziel ist es, jedes Jahr einen positiven Wert zu erreichen. Die wesentlichen Einflussgrößen sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen. Das Nettoumlaufvermögen ist die Summe aus Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Der ROCE ist definiert als das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) dividiert durch das eingesetzte Kapital. Das eingesetzte Kapital ergibt sich aus dem Anlagevermögen und dem Nettoumlaufvermögen, und zwar als Mittelwert von Beginn und Ende einer Berichtsperiode.

Alle finanziellen Steuerungsgrößen werden konzernweit geplant sowie fortlaufend überwacht. Wir messen Abweichungen zwischen geplanten und tatsächlich erreichten Zielen monatlich auf Konzernebene und in allen lokalen Gesellschaften. Schlüsselgrößen werden monatlich und quartalsweise analysiert. Ebenso überprüfen wir regelmäßig auf Basis der vorliegenden Monats- und Quartalsergebnisse die detaillierte Geschäftsplanung und prognostizieren die spezifische Geschäftsentwicklung.

Die vorgenannten wichtigsten Steuerungsgrößen werden durch weitere finanzielle Steuerungsgrößen ergänzt. Hierzu zählen insbesondere die Umsatzerlöse, die Investitionen und das Nettofinanzvermögen.

Nichtfinanzielle Leistungsgrößen beziehen sich vor allem auf die Bereiche Mitarbeiter, Forschung & Entwicklung, Produktion und Corporate Social Responsibility, wo wir Größen wie Produktivität, Ausbeuten und Unfallhäufigkeit erheben. Wir setzen keinen dieser Indikatoren durchgängig zur Steuerung des Unternehmens ein.

2. Wirtschaftsbericht

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE LAGE UND BRANCHENENTWICKLUNG1

Nach Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben sich die weltwirtschaftlichen Aktivitäten im Jahr 2016 ähnlich entwickelt wie im Vorjahr, mit einem weltweiten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 3,1 Prozent (2015: 3,2 Prozent).

Das Wachstum im Euroraum war mit 1,7 Prozent weiter verhalten und lag damit leicht unter dem Vorjahr (2015: +2,0 Prozent). Trotz des anhaltend günstigen Ölpreises und der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist die Entwicklung des gesamten Wirtschaftsraums noch immer durch die nur langsam sinkende Arbeitslosigkeit und die Schuldenkrise in einigen Staaten belastet. Der Wechselkurs des Euros gegenüber anderen Währungen wie dem US-Dollar bewegte sich im Jahresverlauf zunächst nahe an den Vorjahreswerten. Seit November wurde die US-Währung jedoch merkbar gegenüber dem Euro aufgewertet, während der Japanische Yen schwächer tendierte.

Die deutsche Wirtschaft folgte 2016 ebenfalls weiter einem moderaten Aufwärtstrend. Das Statistische Bundesamt erwartet ein Wachstum von 1,8 Prozent für das Gesamtjahr (2015: 1,7 Prozent).

Das Wirtschaftswachstum in den USA war 2016 mit 1,6 Prozent schwächer als im Vorjahr (2015: 2,6 Prozent). Die USA profitieren aber - wie auch Japan - von anhaltend niedriger Arbeitslosigkeit.

Die Wirtschaft in Japan wuchs 2016 mit 0,9 Prozent wieder nur schwach (2015: 1,2 Prozent). Das Bruttoinlandsprodukt 2016 in China wuchs um 6,7 Prozent - gemäß dem erklärten Ziel einer langsam sinkenden Wachstumsgeschwindigkeit (2015: 6,9 Prozent)

Der Markt für Siliziumwafer für die Halbleiterindustrie ist - gemessen an der weltweit verkauften Fläche - im Jahr 2016 um 2,9 Prozent gewachsen. Die Nachfrage im ersten Quartal lag dabei noch deutlich unter dem Vorjahreswert. Im weiteren Jahresverlauf zeigte sich jedoch eine deutliche Belebung der Nachfrage, die bis zum Jahresende hin anhielt.

1 IMF (World Economic Outlook, January Update, Release January 16th, 2017) Statistisches Bundesamt, DIW Berlin (Dezember 2016) SEMI SMG 2017 (Pressemitteilung am 7. Februar 2017)

WESENTLICHE EREIGNISSE FÜR DEN GESCHÄFTSVERLAUF

Im Geschäftsjahr 2016 gab es keine Ereignisse, die den Geschäftsverlauf der Siltronic wesentlich beeinflusst haben.

VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF

Der Geschäftsverlauf 2016 war bereits im ersten Quartal leicht besser als erwartet und auch das zweite Quartal entwickelte sich sehr erfreulich. Wir konnten unseren Produktmix verbessern. Der Preisdruck, der im zweiten Halbjahr 2015 eingesetzt hatte und noch bis in das erste Quartal 2016 spürbar war, hat sich im zweiten Quartal des Geschäftsjahres reduziert. Zu diesem Zeitpunkt sind wir davon ausgegangen, dass sich die Nachfrage nach Siliziumwafern im zweiten Halbjahr nicht erhöht, die Preise jedoch relativ stabil bleiben. Daher hatten wir unsere Umsatzprognose leicht nach unten revidiert.

Entgegen unserer Erwartung Ende Juni 2016 hat die Nachfrage im dritten Quartal nochmals angezogen und unsere Produktion war im zweiten Halbjahr bei 300 mm- und 200 mm-Wafern voll ausgelastet. Wie prognostiziert haben sich die durchschnittlichen Verkaufspreise ab dem dritten Quartal erfreulicherweise stabilisiert, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau als 2015. Daher war die Umsatzprognose etwas positiver als noch zum Ende des zweiten Quartals.

Die Stärke des Japanischen Yen hat unsere Umsatzentwicklung positiv beeinflusst und zu einer Verbesserung unserer Bruttomarge beigetragen. Durch die Aufwertung des Japanischen Yen hat sich allerdings auch der Aufwand für Währungssicherung, der in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen verbucht wird, erhöht und damit einen negativen Effekt auf das EBITDA. Insgesamt war der positive Effekt durch die Aufwertung des Yen jedoch höher. Somit blieb die Prognose zur EBITDA-Marge während des Geschäftsjahres 2016 unverändert.

Mit einem Umsatz von EUR 933,4 Mio. schließen wir das Geschäftsjahr 2016 auf dem Niveau des Vorjahres erfolgreich ab. Damit haben wir den im Oktober prognostizierten Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich leicht übertroffen. Die operative EBITDA-Marge lag bei 15,6 Prozent und damit erwartungsgemäß leicht über dem Vorjahr mit 13,3 Prozent.

Wie im dritten Quartal erwartet haben die Schwankungen beim Japanischen Yen zu etwas höheren Hedging-Aufwendungen geführt als noch zu Jahresbeginn erwartet.

Der ROCE lag mit 3,7 Prozent wie prognostiziert im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Der Free-Cashflow lag mit EUR 19,0 Mio. im Rahmen der Erwartungen, obwohl wir Kundenanzahlungen in Höhe von EUR 20,5 Mio. zurückgeführt und eine Vorauszahlung in die Pensionskasse des Wacker Chemie VVaG in Höhe von rund EUR 11,1 Mio. geleistet haben.

2016 haben wir mit Investitionen in unsere Leistungsfähigkeit ("capabilities") unsere Technologieführerschaft weiter gestärkt. Im dritten Quartal hatten wir unsere Prognose zu den Investitionen von rund EUR 80 Mio. auf EUR 85 Mio. bis EUR 90 Mio. angehoben. Mit EUR 88,8 Mio. im Geschäftsjahr 2016 lagen wir am oberen Ende der Erwartungen.

Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf

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Ergebnis 2015 Prognose GB2 1 2015 (Stand März 2016) Prognose QM2 1 2016 (Stand April 2016) Prognose QB22 2016 (Stand Juli 2016) Prognose QM2 3 2016 (Stand Oktober 2016) Ergebnis 2016
Umsatz in EUR Mio. 931,3 k.A. k.A. k.A. k.A. 933,4
Umsatzwachstum in % 10,1 leicht unter Vorjahresniveau im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich unter Vorjahresniveau im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich unter Vorjahresniveau, gestützt durch starken JPY im niedrigen einstelligen Prozentbereich unter Vorjahresniveau, gestützt durch starken JPY 0,2
EBITDA-Marge in % 13,3 leicht verbessert leicht verbessert leicht verbessert leicht verbessert 15,6
ROCE in % 0,4 im mittleren einstelligen Prozentbereich im mittleren einstelligen Prozentbereich im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich 3,7
Free-Cashflow in EUR Mio. 37,4 deutlich positiv, jedoch unter dem Wert von 2015 deutlich positiv, jedoch unter dem Wert von 2015 deutlich positiv, jedoch unter dem Wert von 2015 deutlich positiv, jedoch unter dem Wert von 2015 19,0

2 GB = Geschäftsbericht; QB = Quartalsbericht; QM = Quartalsmitteilung

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUM GESCHÄFTSVERLAUF UND ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Das Geschäftsjahr 2016 hat die Erwartungen des Vorstands leicht übertroffen. Vor allem die hohe Nachfrage nach Siliziumwafern, die im dritten und vierten Quartal zur Vollauslastung der Produktion geführt hatte, waren im ersten Halbjahr nicht erwartet worden. Die Entwicklung des durchschnittlichen Verkaufspreises (ASP) lag unter unseren Erwartungen.

Der Umsatz zum Geschäftsjahresende 2016 lag mit EUR 933,4 Mio. leicht über unserer Prognose. Positive Wechselkurseffekte beim Japanischen Yen und vor allem die deutlich höheren Absatzmengen im zweiten Halbjahr konnten den Rückgang beim Durchschnittspreis leicht kompensieren.

Unsere Investitionen lagen am oberen Ende der Prognose, da wir bereits begonnene Pro-jekte wie die Automation vor allem an den deutschen Standorten, die neue Kristallziehhalle in Freiberg und den Austausch älterer Kristallziehanlagen gegen state-of-the-art Anlagen zügig vorantreiben konnten. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich weiter planmäßig verringert. Damit lagen die Personalkosten im Plan. Die F&E-Ausgaben lagen in dem von uns geplanten Rahmen.

Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum 31. Dezember 2015 leicht gestiegen. Die Eigenkapitalquote ist auf 40,2 Prozent gesunken.

Der Vorstand ist insgesamt zufrieden mit dem Geschäftsverlauf 2016. Die Entwicklung neuer Produkte gemeinsam mit unseren Kunden hat dazu beigetragen, unsere technologische Marktführerschaft zu untermauern.

Der Vorstand beurteilt die wirtschaftliche Lage der Siltronic als stabil. Diese Einschätzung beruht auf den Ergebnissen des Konzernabschlusses und des Einzelabschlusses 2016 und berücksichtigt den Geschäftsverlauf bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts 2016. Die Geschäftsentwicklung zu Beginn des Jahres 2017 entspricht zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Geschäftsberichts den Erwartungen des Vorstands.

3. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

UMSATZ- UND ERTRAGSENTWICKLUNG

Umsatz aufgrund von Mengensteigerungen auf Vorjahresniveau

Wir haben das Geschäftsjahr 2016 mit einem Konzernumsatz von EUR 933,4 Mio. erfolgreich abgeschlossen und liegen damit auf dem Vorjahresniveau von EUR 931,3 Mio. Positive Wechselkurseffekte beim Japanischen Yen und vor allem Mengeneffekte haben den Rückgang des ASP kompensieren können. In Euro ausgedrückt ist der ASP in den ersten drei Quartalen des Berichtsjahres annähernd stabil geblieben, jedoch unterhalb der jeweiligen Vorjahreszeiträume. Im vierten Quartal war der ASP gestiegen und lag sogar leicht über dem ASP des Geschäftsjahres 2015.

Siltronic erzielt den Umsatz weit überwiegend in US-Dollar und Japanischen Yen. Somit wirkt sich eine Schwäche des Euros gegenüber dem US-Dollar und dem Yen positiv auf den Umsatz aus. Während der Durchschnittskurs des Euros zum US-Dollar im Jahr 2016 mit 1,11 dem Vorjahreswert entsprach, notierte der Euro gegenüber dem Yen um durchschnittlich 11 Prozent schwächer im Vergleich zum Vorjahr von 134.

Die regionale Verteilung der Umsatzerlöse zeigt, dass die prozentuale Aufteilung der Umsatzerlöse auf die drei großen Regionen Europa, Asien und USA unverändert zum Vorjahr geblieben ist. Auf die größte Region Asien entfielen wie im Vorjahr 67 Prozent der Umsatzerlöse, gefolgt von Europa mit 19 Prozent. In den USA wurden erneut 14 Prozent umgesetzt.

Der Geschäftsverlauf der Siltronic unterliegt oft einer gewissen Saisonalität, die üblicherweise durch ein eher schwaches erstes Quartal, ein stärkeres zweites und drittes Quartal und ein wieder schwächeres viertes Quartal gekennzeichnet ist. 2016 folgten die Quartale diesem Muster nicht ganz. Das erste Quartal war ein schwaches Quartal mit Umsätzen von lediglich EUR 220,6 Mio., woraufhin ein besseres Quartal mit EUR 229,6 Mio. folgte. Das dritte Quartal war mit Umsatzerlösen von EUR 237,0 Mio. stark und wurde nochmals von einem sehr starken vierten Quartal mit EUR 246,3 Mio. übertroffen.

Umsatzerlöse

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Veränderung Q1-Q4 Q1-Q4
EUR Mio. Q4 2016 Q4 2015 Betrag in % 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 246,3 215,3 31,0 14,4 933,4 931,3

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Veränderung
EUR Mio. Betrag in %
--- --- ---
Umsatzerlöse 2,1 0,2

Herstellungskosten je Waferfläche deutlich reduziert

Wir konnten die Herstellungskosten je Waferfläche gegenüber dem Vorjahr deutlich reduzieren. Die Herstellungskosten waren um EUR 6,9 Mio. bzw. 0,9 Prozent geringer, obwohl die abgesetzte Waferfläche den Vorjahreswert übertroffen hat.

Die Verbesserung der Herstellungskosten je Waferfläche war getrieben durch eine höhere Auslastung unserer Anlagen, erfolgreiche Kostensenkungsmaßnahmen und niedrigere Abschreibungen. Nennenswerte Wechselkurseinflüsse auf die Herstellungskosten gab es nicht, da die Herstellungskosten zu ungefähr 60 Prozent in Euro anfallen.

Herstellungskosten

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Veränderung Q1-Q4 Q1-Q4
EUR Mio. Q4 2016 Q4 2015 Betrag in % 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Herstellungskosten 192,6 183,6 9,0 4,9 761,5 768,4
Bruttoergebnis 53,7 31,7 22,0 69,4 171,9 162,9
Bruttomarge in % 21,8 14,7 18,4 17,5

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Veränderung
EUR Mio. Betrag in %
--- --- ---
Herstellungskosten -6,9 -0,9
Bruttoergebnis 9,0 5,5
Bruttomarge in %

Bruttomarge aufgrund höheren Umsatzes und gesunkener Herstellungskosten je Waferfläche über Vorjahr

Das Bruttoergebnis hat sich um EUR 9,0 Mio. auf EUR 171,9 Mio. verbessert. Dies entspricht einer Steigerung von 5,5 Prozent. Die Bruttomarge ist von 17,5 Prozent im Vorjahr auf 18,4 Prozent im Berichtsjahr gestiegen.

Der Grund für die höhere Bruttomarge lag in den erfolgreichen Maßnahmen zur Minderung der Herstellungskosten je Waferfläche sowie den gestiegenen Umsätzen. Obwohl der ASP des Geschäftsjahres gegenüber dem Vorjahr gesunken ist, konnte der Umsatz 2016 aufgrund positiver Wechselkurseffekte und höherer verkaufter Mengen um EUR 2,1 Mio. gesteigert werden.

Die Bruttomarge verbesserte sich im Berichtsjahr von Quartal zu Quartal. Sie lag im ersten Quartal bei 15,3 Prozent, gefolgt von 17,1 Prozent im zweiten Quartal und 19,1 Prozent im dritten Quartal. Im vierten Quartal erreichte die Bruttomarge 21,8 Prozent.

Kosten für Vertrieb, Forschung & Entwicklung und Verwaltung nur unterproportional gestiegen

Die Summe der Aufwendungen für Vertrieb, Forschung & Entwicklung sowie allgemeine Verwaltung hat im Vergleich zum Vorjahr hauptsächlich aufgrund von Tarifsteigerungen und höheren Forschungs- und Entwicklungskosten zugenommen. Im Verhältnis zum Umsatz war der prozentuale Anteil der Kosten für Vertrieb, F&E sowie Verwaltung mit 12,9 Prozent kaum verändert zum Vorjahr (12,6 Prozent).

Kosten für Vertrieb, F&E und allgemeine Verwaltung im Verhältnis zum Umsatz kaum verändert im Vorjahresvergleich

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Veränderung Q1-Q4 Q1-Q4
EUR Mio. Q4 2016 Q4 2015 Betrag in % 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Vertriebskosten 8,4 8,9 -0,5 -5,6 33,2 34,9
Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E-Kosten) 16,4 15,9 0,5 3,1 66,4 64,4
Allgemeine Verwaltungskosten 4,5 4,3 0,2 4,7 20,6 18,5
Summe der Kosten für Vertrieb, F&E und allgemeine Verwaltung 29,3 29,1 0,2 0,7 120,2 117,8
in Prozent vom Umsatz 11,9 13,5 12,9 12,6

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Veränderung
EUR Mio. Betrag in %
--- --- ---
Vertriebskosten -1,7 -4,9
Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E-Kosten) 2,0 3,1
Allgemeine Verwaltungskosten 2,1 11,4
Summe der Kosten für Vertrieb, F&E und allgemeine Verwaltung 2,4 2,0
in Prozent vom Umsatz

Währungssicherungen dominieren sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen ist stark von Wechselkursgewinnen und Wechselkursverlusten, insbesondere den Maßnahmen zur Währungssicherung, geprägt. Die Währungssicherungen betreffen den US-Dollar und den Japanischen Yen.

Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen lag 2016 mit EUR -24,7 Mio. deutlich unter dem Vorjahr (EUR -42,4 Mio.).

2016 führten die Wechselkurseffekte per saldo zu einem Aufwand von EUR 20,9 Mio. in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen (Vorjahr: EUR 45,7 Mio.). Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen hat sich somit um EUR 24,8 Mio. aufgrund von Wechselkurseffekten gegenüber 2015 verbessert.

Zum 31. Dezember 2016 sind im Eigenkapital noch nicht realisierte Verluste aus Sicherungsgeschäften in Höhe von EUR 4,6 Mio. verblieben (Vorjahr: EUR 13,2 Mio.).

Sonstige betriebliche Ertrage und Aufwendungen

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Veränderung Q1-Q4 Q1-Q4
EUR Mio. Q4 2016 Q4 2015 Betrag in % 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Sonstige betriebliche Erträge 17,7 10,2 7,5 73,5 52,5 88,9
Sonstige betriebliche
Aufwendungen -22,1 -18,8 -3,3 17,6 -77,2 -131,3
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, netto -4,4 -8,6 4,2 -48,8 -24,7 -42,4
davon Wechselkurseffekte -1,5 -10,5 9,0 -20,9 -45,7

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Veränderung
EUR Mio. Betrag in %
--- --- ---
Sonstige betriebliche Erträge -36,4 -40,9
Sonstige betriebliche
Aufwendungen 54,1 -41,2
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, netto 17,7 -41,7
davon Wechselkurseffekte 24,8

EBITDA aufgrund von Währungssicherungen und höherem Bruttoergebnis verbessert

Das EBITDA belief sich im Berichtsjahr auf EUR 146,0 Mio. und lag damit EUR 22,0 Mio. bzw. 18 Prozent über dem Wert des Vorjahres (EUR 124,0 Mio.).

Die EBITDA-Marge betrug im Berichtsjahr 15,6 Prozent (Vorjahr: 13,3 Prozent). Wie bei Umsatz und Bruttomarge zeigte sich auch bei der EBITDA-Marge eine kontinuierliche Verbesserung. So haben wir im ersten Quartal 2016 eine EBITDA-Marge von 10,7 Prozent erzielt, im zweiten Quartal von 15,3 Prozent, im dritten Quartal von 15,6 Prozent und im vierten Quartal von 20,5 Prozent. Die Verbesserung der EBITDA-Marge über die Quartale ist aufgrund der Wechselkursschwankungen weniger kontinuierlich ausgefallen als die Verbesserung des Umsatzes und der Bruttomarge.

Ohne die in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen enthaltenen insgesamt ergebnisbelastenden Wechselkurseffekte in Höhe von EUR 20,9 Mio. hätte das EBITDA EUR 166,9 Mio. und die EBITDA-Marge 17,9 Prozent (Vorjahr: EUR 169,7 Mio. bzw. 18,2 Prozent) betragen. Die ergebnisbelastenden Wechselkurseffekte ergaben sich durch einen schwächer werdenden Euro. Mit einem schwächeren Euro geht jedoch eine Steigerung der Bruttomarge einher.

Das EBIT von EUR 27,0 Mio. war 2016 um EUR 24,3 Mio. höher als im Vorjahr. Das Bruttoergebnis verbesserte sich um EUR 9,0 Mio. Die Verbesserung des EBIT ist höher als die Verbesserung des Bruttoergebnisses aufgrund von niedrigeren Aufwendungen aus Wechselkurseffekten, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen enthalten sind.

Veränderungen beim EBITDA

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Veränderung Q1-Q4 Q1-Q4
EUR Mio. Q4 2016 Q4 2015 Betrag in % 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
EBIT 20,0 -6,0 26,0 - 27,0 2,7
EBIT-Marge in % 8,1 -2,8 2,9 0,3
Abschreibung und Wertminderungen abzgl. Zuschreibungen 30,5 29,3 1,2 4,1 119,0 121,3
EBITDA 50,5 23,3 27,2 >100 146,0 124,0
EBITDA-Marge in % 20,5 10,8 15,6 13,3

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Veränderung
EUR Mio. Betrag in %
--- --- ---
EBIT 24,3 >100
EBIT-Marge in %
Abschreibung und Wertminderungen abzgl. Zuschreibungen -2,3 -1,9
EBITDA 22,0 17,7
EBITDA-Marge in %

Finanzergebnis geprägt durch Aufzinsung von Pensionen

Das Finanzergebnis lag 2016 bei EUR -11,1 Mio. (Vorjahr:EUR -12,2 Mio.). Dabei entfällt der höchste Aufwand auf die Aufzinsung der Pensionsrückstellungen, der im übrigen Finanzergebnis enthalten ist. Dieser betrug 2016 EUR 8,5 Mio. (Vorjahr: EUR 8,2 Mio.).

Finanzergebnis

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Veränderung Q1-Q4 Q1-Q4
EUR Mio. Q4 2016 Q4 2015 Betrag in % 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Zinserträge 0,3 0,1 0,2 >100 1,3 0,6
Zinsaufwendungen -0,4 -0,4 0,0 -3,3 -4,1
Übriges Finanzergebnis -2,3 -3,5 1,2 -34,3 -9,1 -8,7
Finanzergebnis -2,4 -3,8 1,4 -36,8 -11,1 -12,2

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Veränderung
EUR Mio. Betrag in %
--- --- ---
Zinserträge 0,7 >100
Zinsaufwendungen 0,8 -19,5
Übriges Finanzergebnis -0,4 4,6
Finanzergebnis 1,1 -9,0

Steuern

Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen die Ertragsteuern EUR 7,2 Mio. (Vorjahr: EUR 10,6 Mio.). Der Aufwand für Ertragsteuern resultierte vor allem aus effektiven Steuern in Singapur bei der Siltronic Singapore Pte. Ltd. und in den Niederlanden bei der Siltronic Holding International. Im Berichtszeitraum wurden aktive latente Steuern nur in Höhe von EUR 0,2 Mio. ertragswirksam verbucht.

2016 beträgt die Konzern-Steuerquote, d. h. das Ergebnis vor Ertragsteuern im Verhältnis zu den Ertragsteuern, 45 Prozent, da aufgrund einer besonderen Rechnungslegungsvorschrift (Anhangangabe 03) potenzielle künftige steuerliche Vorteile bei der Siltronic AG nicht angesetzt werden dürfen. Daher ist auch die Konzern-Steuerquote 2015 nicht aussagekräftig.

Ertragsteuern

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Veränderung Q1-Q4 Q1-Q4
EUR Mio. Q4 2016 Q4 2015 Betrag in % 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Ergebnis vor Ertragsteuern 17,6 -9,8 27,4 15,9 -9,5
Aufwand (-)
für/Ertrag (+) aus Ertragsteuern -2,1 1,0 -3,1 -7,2 -10,6
Steuerquote 12 45

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Veränderung
EUR Mio. Betrag in %
--- --- ---
Ergebnis vor Ertragsteuern 25,4
Aufwand (-)
für/Ertrag (+) aus Ertragsteuern 3,4 -32,1
Steuerquote

Periodenergebnis stark verbessert

Unser Periodenergebnis haben wir von EUR -20,1 Mio. 2015 auf EUR 8,7 Mio. im Jahr 2016 verbessert. Auf Siltronic-Aktionäre entfallen hiervon EUR 12,0 Mio. (Vorjahr: EUR -14,0 Mio).

Ergebnis je Aktie auf EUR 0,40 verbessert

Das Ergebnis je Aktie lag bei EUR 0,40 nach EUR -0,50 im Vorjahr.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Die Bilanzsumme der Siltronic AG hat sich leicht von EUR 1.040,8 Mio. zum Vorjahresstichtag auf EUR 1.056,8 Mio. zum 31. Dezember 2016 erhöht.

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EUR Mio. 31.12.2016 31.12.2015 Veränderung
Immaterielle Vermögenswerte 26,4 29,7 -3,3
Sachanlagen 519,8 542,9 -23,1
Sonstige Vermögenswerte 7,9 6,5 1,4
Langfristige Vermögenswerte 554,1 579,1 -25,0

Langfristige Vermögenswerte abschreibungsbedingt gesunken

Die langfristigen Vermögenswerte lagen zum Jahresende 2016 bei EUR 554,1 Mio. und damit bei rund 52 Prozent der Bilanzsumme. Sie haben sich im Vergleich zum Jahresende 2015 (EUR 579,1 Mio.) um EUR 25,0 Mio. bzw. 4 Prozent verringert.

Dies lag vor allem an einem Rückgang der Sachanlagen aufgrund der planmäßigen Abschreibungen in Höhe von EUR 118,0 Mio. (Vorjahr: EUR 121,6 Mio.). Die Investitionen (Zugänge zu Sachanlagen und langfristigen immateriellen Vermögenswerten) lagen bei EUR 88,8Mio. (Vorjahr: EUR 75,0 Mio.) und betrafen vor allem die neue Kristallziehhalle in Freiberg und die Automatisierung der Produktion.

Die Investitionen dienen hauptsächlich dazu, die Nachfrage der Kunden nach immer anspruchsvoller werdenden technischen Spezifikationen begleiten zu können.

In den immateriellen Vermögenswerten ist zum 31. Dezember 2016 insbesondere der Firmenwert enthalten, der im Rahmen des sukzessiven Unternehmenserwerbs der SSW entstanden ist. Der Firmenwert, der sich auf EUR 20,5 Mio. beläuft, unterliegt keiner planmäßigen Abschreibung. Darüber hinaus umfassen die langfristigen Vermögenswerte als wesentliche Posten den im Rahmen der Mehrheitsübernahme der SSW allokierten Kundenstamm mit EUR 4,6 Mio., der linear abgeschrieben wird, sowie latente Steuern in Höhe von EUR 6,0 Mio.

Kurzfristige Vermögenswerte durch positiven Free-Cashflow und höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gestiegen

Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen zum 31. Dezember 2016 bei EUR 502,7 Mio. und damit EUR 41,0 Mio. höher als im Vorjahr (EUR 461,7 Mio.). Der Anteil an der Bilanzsumme lag bei rund 48 Prozent (Vorjahr: 44 Prozent).

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte enthalten zum 31. Dezember 2016 Festgelder in Höhe von EUR 79,0 Mio. (Vorjahr: EUR 40,0 Mio.) und liquide Mittel von EUR 136,4 Mio. (Vorjahr: EUR 154,5 Mio.). Die Summe aus Festgeldern und liquiden Mitteln hat somit um EUR 20,9 Mio. zugenommen.

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EUR Mio. 31.12.2016 31.12.2015 Veränderung
Vorräte 140,9 142,7 -1,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 118,2 100,4 17,8
Festgelder 79,0 40,0 39,0
Sonstige Vermögenswerte 28,2 24,1 4,1
Liquide Mittel 136,4 154,5 -18,1
Kurzfristige Vermögenswerte 502,7 461,7 41,0

Nettoumlaufvermögen gestiegen

Das Nettoumlaufvermögen, bestehend aus Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, ist von EUR 171,0 Mio. auf EUR 177,5 Mio. gestiegen. Der Anstieg von EUR 6,5 Mio. ist vor allem auf höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen, die sich durch das erfreulich hohe Umsatzniveau im vierten Quartal ergeben haben. Auch der im Vergleich zum Stichtag 31. Dezember 2015 um 4 Prozent schwächere Euro gegenüber dem US-Dollar und der um 6 Prozent schwächere Japanische Yen gegenüber dem Euro haben dazu beigetragen, dass die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gestiegen sind.

Niedrigere Diskontierungssätze bei Pensionsrückstellungen resultieren in gesunkenem Eigenkapital

Das Eigenkapital zum 31. Dezember 2016 lag bei EUR 425,3 Mio. (Vorjahr: EUR 497,3 Mio.). Damit betrug die Eigenkapitalquote 40,2 Prozent im Vergleich zu 47,8 Prozent zum 31. Dezember 2015.

Die Abnahme des Eigenkapitals um EUR 72,0 Mio. ist im Wesentlichen auf die niedrigeren Diskontierungszinssätze bei Pensionsrückstellungen zurückzuführen.

Zinsbedingter Anstieg der Pensionsrückstellungen erhöht langfristige Schulden

Die langfristigen Schulden betrugen zum 31. Dezember 2016 EUR 479,9 Mio. (Vorjahr: EUR 396,0 Mio.) und lagen damit bei rund 46 Prozent der Bilanzsumme. Der Hauptgrund lag in dem Anstieg der Pensionsrückstellungen um EUR 95,7 Mio., der auf den Rückgang der Zinssätze in Deutschland und den USA zurückzuführen ist.

Die Rückstellung wurde in Deutschland mit 1,94 Prozent Ende Dezember 2016 abgezinst verglichen mit 2,75 Prozent Ende Dezember 2015. In den USA hat sich der Zinssatz für Pensionen von 4,20 Prozent Ende 2015 auf 3,92 Prozent Ende 2016 verringert.

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EUR Mio. 31.12.2016 31.12.2015 Veränderung
Eigenkapital 425,3 497,3 -72,0
Pensionsrückstellungen 395,1 299,4 95,7
Finanzierungsverbindlichkeiten 40,4 38,6 1,8
Sonstige Verbindlichkeiten 44,4 58,0 -13,6
Langfristige Schulden 479,9 396,0 83,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 81,6 72,1 9,5
Sonstige Verbindlichkeiten 70,0 75,4 -5,4
Kurzfristige Schulden 151,6 147,5 -4,1

Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten setzen sich zusammen aus langfristigen personalbezogenen Verpflichtungen, insbesondere Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläum, sowie erhaltenen Anzahlungen. Die schrittweise Rückführung führte zu dem Rückgang der als langfristig eingestuften erhaltenen Anzahlungen von EUR 20,4 Mio. gegenüber dem Vorjahr.

Bei den langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von EUR 40,4 Mio. handelt es sich um ein Darlehen des Minderheitsgesellschafters der SSW.

Kurzfristige Schulden kaum verändert

Die kurzfristigen Schulden betrugen zum 31. Dezember 2016 EUR 151,6 Mio. Sie lagen damit EUR 4,1 Mio. über dem Vorjahreswert (31. Dezember 2015: EUR 147,5 Mio.). An der Bilanzsumme machen kurzfristige Schulden unverändert rund 14 Prozent aus.

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten betreffen kurzfristige Personalverbindlichkeiten, vor allem Urlaub, Überstunden und erfolgsabhängige Vergütung, negative Marktwerte von Währungsderivaten und erhaltene Anzahlungen. Die negativen Marktwerte von Währungsderivaten betrugen zum Bilanzstichtag EUR 10,4 Mio., wovon EUR 9,2 Mio. als kurzfristig ausgewiesen sind. Auf der Aktivseite sind positive Marktwerte in Höhe von EUR 5,0 Mio. ausgewiesen.

Einfluss von Wechselkursschwankungen und Akquisitionen auf Bilanzposten

Die Veränderung der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden von 31. Dezember 2015 auf 31. Dezember 2016 ist mit Ausnahme der oben erwähnten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nur in nicht nennenswertem Umfang durch Wechselkursschwankungen beeinflusst. Da keine Akquisition eines Unternehmens oder Geschäfts stattgefunden hat, sind auch diesbezüglich keine Veränderungen aufgetreten.

Nicht bilanzierte immaterielle Vermögenswerte

Das Vertrauen unserer Kunden in die Qualität bestehender Produkte sowie in die Leistungsfähigkeit der Siltronic, bestehende Produkte an die kontinuierlich steigenden technischen Anforderungen der Kunden anzupassen, betrachten wir als wichtigen Einflussfaktor für ein erfolgreiches Geschäft. Um die künftigen technischen Anforderungen der Kunden frühzeitig erkennen und richtig einschätzen zu können, stützen wir uns vor allem auf das eigene weltweite Vertriebsnetz, das gewachsene Kundenbeziehungen unterhält.

Weiterhin sehen wir unser langjährig gewachsenes Wissen im Bereich Forschung & Entwicklung als Wettbewerbsvorteil.

Free-Cashflow deutlich positiv

Das Management der Siltronic nutzt den Free-Cashflow als interne Steuerungsgröße für das operative Geschäft. Dieser Cashflow konnte unsere Erwartungen erfüllen und war 2016 mit EUR 19,0 Mio. trotz hoher Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und der Rückführung von Kundenanzahlungen deutlich positiv. Somit gelang es uns sowohl im Berichtsjahr wie auch 2015, die Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen aus dem Cashflow zu finanzieren, der in der betrieblichen Geschäftstätigkeit generiert wurde.

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 20 Prozent über Vorjahr

Wir haben 2016 einen Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit von EUR 115,6 Mio. erwirtschaftet verglichen mit EUR 96,1 Mio. im Vorjahr. Dies entspricht einer Erhöhung von 20 Prozent. In dem Cashflow sind die Rückführung von Kundenanzahlungen in Höhe von EUR 20,5 Mio. enthalten (Vorjahr: EUR 23,3 Mio.) sowie eine Vorauszahlung an die Pensionskasse in Höhe von EUR 11,1 Mio. 2015 haben wir keine Vorauszahlung an die Pensionskasse geleistet.

Cashflow aus Investitionstätigkeit erhöht

2016 weisen wir einen Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit von EUR 135,5 Mio. nach EUR 98,7 Mio. im Vorjahr aus. Der Cashflow setzt sich zum einen zusammen aus Mittelabflüssen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte und zum anderen aus Mittelabflüssen für Investitionen in Festgeldanlagen.

Die Mittelabflüsse für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte haben von EUR 58,9 Mio. 2015 auf EUR 96,7 Mio. im Jahr 2016 zugenommen. Die Auszahlungen wurden getätigt, um technisch immer anspruchsvollere Spezifikationen unserer Kunden begleiten zu können.

Die Nettoauszahlungen für Investitionen in Festgeldanlagen hatten 2016 ein Volumen von EUR 38,9 Mio. nach EUR 40,0 Mio. im Vorjahr.

2016 kam es zu keiner Finanzierungstätigkeit

2016 fanden keine Finanzierungstätigkeiten statt, während der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 2015 durch den Börsengang und Darlehensrückzahlungen an die Wacker Chemie AG geprägt war.

Free-Cashflow

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EUR Mio. Q1-Q4 2016 Q1-Q4 2015 Veränderung
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit 115,6 96,1 19,5
Ein-/Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen -96,6 -58,7 -37,9
Free-Cashflow 19,0 37,4 -18,4
Ein-/Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen -96,6 -58,7 -37,9
Ein-/Auszahlungen aus dem Verkauf von Festgeld -38,9 -40,0 1,1
Cashflow aus Investitionstätigkeit -135,5 -98,7 -36,8

FINANZMANAGEMENT

Grundsätze und Ziele

Das Ziel des Finanzmanagements der Siltronic ist, die Zahlungsströme zu optimieren und dafür Sorge zu tragen, gegen Wechselkurseinflüsse richtlinienkonform gesichert zu sein. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Absicherung von Ein- und Auszahlungen von Forderungen bzw. Verbindlichkeiten verwendet. Die Vermögenswerte waren am 31. Dezember 2016 zu 40 Prozent durch Eigenkapital finanziert und zu 60 Prozent über Fremdkapital.

Die Siltronic AG ist als Mutterunternehmen des Konzerns in maßgeblichem Umfang auch an der Finanzierung ihrer Tochtergesellschaften beteiligt. Die Steuerung der Finanzierung erfolgt aus Konzernsicht.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Siltronic setzt außerbilanzielle Finanzierungsquellen nur in vernachlässigbarem Umfang ein (z. B. echtes Factoring).

Nettofinanzvermögen erreicht EUR 175,0 Mio.

Aufgrund des 2016 erzielten positiven Free-Cashflows von EUR 19,0 Mio. ist das Nettofinanzvermögen erneut gestiegen. Siltronic verfügte zum 31. Dezember 2016 über ein Nettofinanzvermögen von EUR 175,0 Mio. (31. Dezember 2015: EUR 155,9 Mio.).

Die Anlagen in Festgeld haben eine Laufzeit bis 2017.

Bei den Finanzverbindlichkeiten handelt es sich um langfristige Schulden aus der Gewährung von Darlehen seitens des Minderheitsgesellschafters der SSW.

Nettofinanzvermögen

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EUR Mio. 31.12.2016 31.12.2015 Veränderung
Finanzverbindlichkeiten -40,4 -38,6 -1,8
Liquide Mittel 136,4 154,5 -18,1
Festgelder 79,0 40,0 39,0
Nettofinanzvermögen 175,0 155,9 19,1

ROCE bei 3,7 Prozent

Dem ROCE 2016 liegt ein EBIT von EUR 27,0 Mio. zugrunde (Vorjahr: EUR 2,7 Mio.). Das Capital Employed lag im Vorjahr bei EUR 743,6 Mio. und hat 2016 vor allem aufgrund des rückläufigen Anlagevermögens um EUR 19,9 Mio. auf EUR 723,7 Mio. abgenommen. Dominierend für die Verbesserung des ROCE, der von 0,4 Prozent auf 3,7 Prozent gestiegen ist, war die deutliche Verbesserung des EBIT.

Liquiditätsmanagement

Unser Ziel ist es, überschüssige Liquidität der Konzerngesellschaften zu bündeln und unter Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit diese Gelder in der Gruppe optimiert zu allokieren oder extern optimiert anzulegen. Zu diesem Zweck kommt ein Treasury-Management-System zum Einsatz, das zu jedem Zeitpunkt einen Überblick über die Cash-Bestände aller Tochtergesellschaften erlaubt.

Übersicht zur Finanzlage

2016 konnten wir unsere Finanzlage durch den deutlich positiven Free-Cashflow weiter verbessern. Das Nettofinanzvermögen in Höhe von EUR 175,0 Mio. bietet ein solides Fundament für unsere kurz- und mittelfristige Wachstumsstrategie.

Begrenzung finanzieller Risiken

Unsere finanziellen Risiken reduzieren wir durch eine Hedging-Strategie. Hierbei kommen Termingeschäfte, Swaps und Optionen zum Einsatz, um das Währungsrisiko der Siltronic zu begrenzen. Die Kosten für das Hedging werden entsprechend den Regelungen zum Hedge Accounting nach IFRS erfasst.

Wesentliche Bestandteile unserer Politik zur Begrenzung finanzieller Risiken sind die klare Definition von Prozessverantwortung, mehrstufige Zustimmungsprozesse und Risikoüberprüfungen.

Investitionsanalyse

Die Mittel aus dem operativen Cashflow investieren wir hauptsächlich in bestehende Werke, um die Produktion zu automatisieren bzw. zu optimieren und die Ausbeuten zu erhöhen. 2016 haben wir überwiegend in eine neue Ziehhalle in unserem Werk in Freiberg sowie in neue Ziehanlagen in Freiberg und Singapur investiert.

4. SILTRONIC AG

Ergänzend zur Berichterstattung über den Siltronic-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Siltronic AG. Der Jahresabschluss der Siltronic AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt worden. Der vollständige Abschluss wird separat veröffentlicht.

Als Muttergesellschaft des Siltronic-Konzerns bestimmt die Siltronic AG die übergeordnete strategische Steuerung sowie die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären.

Die Siltronic AG ist operativ tätig; sie hat Produktionsstandorte in Burghausen und Freiberg und eine Betriebsstätte in Taiwan. An den Produktionsstandorten werden Wafer und Zwischenprodukte hergestellt. Zwischenprodukte werden an Tochtergesellschaften verkauft und Wafer an Endkunden, soweit diese in Europa oder Taiwan sitzen. Der Vertrieb von Wafer in andere Länder erfolgt über ausländische Tochtergesellschaften. Im Vorjahr hatte sich der Vertrieb der Siltronic AG teilweise auf weitere Länder in Asien erstreckt. Diesen Teil des Vertriebs übernimmt nunmehr die Tochtergesellschaft Siltronic Singapore Pte. Ltd.

Ertragslage der Siltronic AG nach HGB

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Veränderung
EUR Mio. 2016 2015 Betrag in %
--- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 667,5 830,8 -163,3 -19,7
Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen -0,6 -1,3 0,7 53,8
Gesamtleistung 666,9 829,5 -162,6 -19,6
Materialaufwand -305,5 -449,8 144,3 -32,1
Personalaufwand -209,3 -212,4 3,1 -1,5
Abschreibungen -49,2 -51,7 2,5 -4,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge, netto -121,5 -170,8 49,3 -28,9
EBIT -18,6 -55,2 36,6 -66,3
EBITDA 30,6 -3,5 34,1 -
Zinsergebnis -3,7 -16,9 13,2 -78,1
Ergebnis vor Steuern -22,3 -72,1 49,8 -69,1
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -0,4 -0,7 0,3 -42,9
Jahresfehlbetrag -22,7 -72,8 50,1 -68,8
Entnahme aus der Kapitalrücklage 22,7 72,8 -50,1 -68,8
Bilanzgewinn 0,0 0,0 0,0 -

Der Rückgang der Umsatzerlöse um EUR 163,3 Mio. im Geschäftsjahr 2016 ist in der Änderung der Vertriebsstruktur begründet. Diese hatte auch Auswirkungen auf die Umsätze nach Regionen. Diese haben sich wie folgt verteilt: Asien 58 Prozent (Vorjahr: 65 Prozent), Europa 25 Prozent (Vorjahr: 19 Prozent), Nord-/Südamerika 15 Prozent (Vorjahr: 14 Prozent), restliche Welt 2 Prozent (Vorjahr: 2 Prozent).

Die Änderung der Vertriebsstruktur hatte auch Auswirkungen auf die Materialkosten, da der Einkauf nicht mehr über die Siltronic AG vertriebenen Wafer weggefallen ist. Da zudem die Vertriebskosten weggefallen sind, wurde der Jahresfehlbetrag der Siltronic AG durch die Änderung der Vertriebsstruktur nicht negativ beeinflusst.

Die Materialaufwandsquote, d. h. das Verhältnis des Materialaufwands zur Gesamtleistung, lag im Jahr 2016 bei 46 Prozent. Die Quote hat sich gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozentpunkte aufgrund der geänderten Vertriebsstruktur verbessert.

Der Personalaufwand ist um EUR 3,1 Mio. bzw. 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Einen positiven Effekt hatte die Reduzierung der durchschnittlichen Zahl an Mitarbeitern um 7 Prozent. Negativ wirkte sich der Aufwand für eine im Geschäftsjahr gebildete Rückstellung zur Vorsorge der künftigen Finanzierung der Pensionskasse aus. Die Siltronic AG hat dafür eine Rückstellung von EUR 11,1 Mio. gebildet.

Die Abschreibungen 2016 enthalten eine außerplanmäßige Abschreibung von EUR 0,9 Mio., die durch die Stilllegung einer Maschine verursacht wurde. Im Vorjahr gab es keine außerplanmäßigen Abschreibungen.

Die Verbesserung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge (netto) um EUR 49,3 Mio. ist in Höhe von EUR 43,6 Mio. auf geringere Wechselkursverluste zurückzuführen, die im Wesentlichen aus dem US-Dollar resultieren. Eine Entlastung von EUR 6,7 Mio. hat sich dadurch ergeben, dass im Vorjahr Kosten für den Börsengang enthalten waren.

Der Vorstand hat wie im Vorjahr beschlossen, die Kapitalrücklage in der Höhe des Jahresfehlbetrags aufzulösen, sodass sich ein Bilanzgewinn von null ergibt. Diese Ergebnisverwendung wurde im Rahmen der Abschlusserstellung berücksichtigt.

Vermögenslage der Siltronic AG nach HGB

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Veränderung
Aktiva,

EUR Mio.
31.12.2016 31.12.2015 Betrag in %
--- --- --- --- ---
Anlagevermögen
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 242,7 224,8 17,9 8,0
Finanzanlagen 129,3 129,3 0,0 0,0
372,0 354,1 17,9 5,1
Umlaufvermögen
Vorräte 94,3 91,4 2,9 3,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte 41,1 66,9 -25,8 -38,6
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 251,9 233,7 18,2 7,8
Andere Vermögensgegenstände ohne Festgelder 18,0 8,7 9,3 >100
Liquide Mittel und Festgelder 46,7 154,7 -108,0 -69,8
452,0 555,4 -103,4 -18,6
Bilanzsumme 824,0 909,5 -85,5 -9,4

Da die Investitionen in Sachanlagevermögen die Abschreibungen übertroffen haben, hat sich der Buchwert des Sachanlagevermögens um EUR 17,9 Mio. erhöht.

Die Finanzanlagen betreffen ausschließlich die Beteiligung an der niederländischen Tochtergesellschaft Siltronic Holding International B.V.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte sind um EUR 25,8 Mio. zurückgegangen. Demgegenüber sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen um EUR 30,2 Mio. gestiegen. Diese Verschiebung der Forderungen liegt in der Änderung der Vertriebsstruktur zwischen der Siltronic AG und der Siltronic Singapore Pte. Ltd. begründet. Aufgrund von Rückführungen von Anzahlungen einer Tochtergesellschaft der Siltronic AG und aufgrund der Tilgung von Darlehensverbindlichkeiten sind die Forderungen gegen verbundene Unternehmen nur um EUR 18,2 Mio. gestiegen.

Der Rückgang der Position Liquide Mittel und Festgelder um EUR 108,0 Mio. ergab sich infolge der Tilgung von Darlehen von Tochtergesellschaften und Investitionen in Sachanlagen.

Finanzlage der Siltronic AG nach HGB

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Veränderung
Passiva,

EUR Mio.
31.12.2016 31.12.2015 Betrag in %
--- --- --- --- ---
Eigenkapital 503,0 525,7 -22,7 -4,3
Rückstellungen
Pensionsrückstellungen 109,8 109,2 0,6 0,5
Übrige Rückstellungen 92,7 72,3 20,4 28,2
202,5 181,5 21,0 11,6
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen mit Dritten 22,5 22,0 0,5 2,3
gegenüber verbundenen Unternehmen 84,5 160,9 -76,4 -47,5
Andere Verbindlichkeiten 11,5 19,4 -7,9 -40,7
118,5 202,3 -83,8 -41,4
Bilanzsumme 824,0 909,5 -85,5 -9,4

Die Finanzierung der Vermögenswerte erfolgt zum Bilanzstichtag zu 61 Prozent durch Eigenkapital und zu 39 Prozent durch Fremdkapital. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Eigenkapitalquote um 3 Prozentpunkte gestiegen.

Der Anstieg der übrigen Rückstellungen um EUR 20,4 Mio. ist in der im Geschäftsjahr gebildeten Rückstellung zur Vorsorge der Absicherung der künftigen Finanzierung der Pensionskasse sowie in gestiegenen Personalrückstellungen begründet.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben um EUR 76,4 Mio. abgenommen. Dies liegt vor allem daran, dass die Siltronic AG Darlehen gegenüber Tochtergesellschaften von insgesamt EUR 59,8 Mio. getilgt hat.

Das Nettofinanzvermögen betrug zum 31. Dezember 2016 EUR 154,8 Mio. nach EUR 207,1 Mio. im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang von EUR 52,3 Mio. und ist durch den Free-Cashflow und den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit begründet.

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit betrug bei der Siltronic AG im abgelaufenen Jahr EUR 20,6 Mio. nach EUR 22,5 Mio. im Vorjahr. Die Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Anlagegüter beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf EUR 73,3 Mio. nach EUR 39,1 Mio. im Vorjahr. Die hohen Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen haben dazu geführt, dass 2016 der Free-Cashflow bei EUR -52,8 Mio. lag (Vorjahr: EUR -16,6 Mio.).

Die Siltronic AG hat im Berichtsjahr Darlehen, die ihr Tochtergesellschaften gewährt hatten, in Höhe von EUR 59,8 Mio. getilgt.

Die Auszahlungsüberschüsse hat die Siltronic AG durch die Verwendung eigener liquider Mittel und den Verkauf von Festgeldern finanziert.

Chancen und Risiken

Die Geschäftsentwicklung der Siltronic AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des Siltronic-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Siltronic AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Bewertung der Beteiligungen ist insbesondere abhängig von den im Risikobericht dargestellten Risiken. Die Siltronic AG als Mutterunternehmen des Siltronic-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem.

Ausblick

Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der Siltronic AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des Siltronic-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird.

5. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN UND WEITERE INFORMATIONEN

MITARBEITER

Die Arbeit unserer Mitarbeiter, die täglich ihre Fähigkeiten und ihre Leidenschaft für Siliziumwafer einbringen, bildet die Grundlage für unseren Unternehmenserfolg.

Zum 31. Dezember 2016 waren 3.757 Mitarbeiter bei Siltronic beschäftigt. Die Mitarbeiterzahl ist damit im Vergleich zum Vorjahr (3.894 Mitarbeiter) um 137 Beschäftigte oder 4 Prozent gesunken. Zusätzlich waren zum 31. Dezember 2016 weltweit 534 Zeitarbeitnehmer beschäftigt (Vorjahr: 271).

Als produzierendes Unternehmen haben wir einen hohen Anteil an direktem Personal. Dieser lag 2016 bei rund 67 Prozent.

In Deutschland waren zum 31. Dezember 2016 63 Prozent der Mitarbeiter beschäftigt. Mit 2.363 Mitarbeitern ist die Zahl in dieser Region um 6 Prozent im Vergleich zu 2015 (2.503) gesunken. Mit der Wacker Chemie AG besteht ein Vertrag, nach dem von 2014 bis 2019 bis zu 500 Siltronic-Mitarbeiter in die Wacker Chemie AG transferiert werden. Bis zum Jahresende 2016 sind bereits über 250 Mitarbeiter gewechselt. Weitere Mitarbeiter sind im Rahmen von Altersrente und Altersteilzeit ausgeschieden oder haben freiwillige Abfindungsangebote angenommen.

In der Region USA waren 374 Mitarbeiter oder 10 Prozent der Belegschaft beschäftigt. Dies entspricht einer Erhöhung um 2 Prozent gegenüber der Anzahl von 368 Beschäftigten zum 31. Dezember 2015.

In der Region Asien ist die Mitarbeiterzahl mit 1.020 Mitarbeitern nach 1.023 Mitarbeitern zum 31. Dezember 2015 stabil und betrug 27 Prozent der Mitarbeiter.

Globale Personalstrategie und dezentrale Organisation des Personalmanagements

Unser Personalmanagement ist dezentral organisiert, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Mitarbeiter an den einzelnen Standorten und in den Regionen gerecht zu werden. Den standortübergreifenden Rahmen bilden die Leitlinien unserer globalen Personalstrategie, wie die Führungskräfteentwicklung und das Talent Management, die leistungsgerechte Gestaltung unseres Entgeltsystems sowie die international ausgerichtete Organisation. Generell sind die strategischen Unternehmensvorgaben und insbesondere die Compliance-Richtlinien zu beachten.

Vielfalt (Diversity) ist ein wichtiges Thema

Ein Schwerpunkt unserer Anstrengungen ist es, die vorhandene Vielfalt der modernen Gesellschaft für uns zu nutzen. Die Vielfalt der Belegschaft mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten eröffnet unter anderem Chancen für innovative und kreative Lösungen. Zur Vielfalt gehören unter anderem Geschlecht, Nationalität, ethnische Herkunft, Religion oder Behinderung. Unser langfristiges Ziel ist es, die Vielfalt der Belegschaft in der Siltronic zu verbessern, und zwar auch durch die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen. Ende 2016 waren zwei von 17 Positionen der ersten Führungsebene und vier von 42 Positionen der zweiten Führungsebene mit Frauen besetzt. Wir verweisen auch auf unseren Corporate Governance Bericht auf S. 128. 2016 waren in Deutschland Mitarbeiter aus 26 unterschiedlichen Nationen beschäftigt .

Alle Mitarbeiter an den deutschen Standorten sind verpflichtet, sich durch eine E-Learning-Schulung mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vertraut zu machen. Die Fortbildung ist für alle Hierarchieebenen, vom Vorstand bis zum Tarifmitarbeiter, bindend. Auch jeder neue Mitarbeiter muss diese Schulung absolvieren.

Wir unterstützen und fördern schwerbehinderte Mitarbeiter. Vorgesetzte, Mitarbeiter, Personalabteilung, Schwerbehindertenvertretung und Gesundheitsdienst arbeiten eng zusammen, damit gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz bleiben oder auf eine geeignete Stelle wechseln können. Dadurch können wir Fachkräfte halten und langjähriges, wertvolles Wissen bleibt Siltronic erhalten. In Deutschland haben 2016 im Durchschnitt 225 schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen (2015: 237) gearbeitet, was einer Beschäftigungsquote von rund 9 Prozent entspricht.

Wir unterstützen behinderte Menschen, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine Beschäftigung finden. Hierzu arbeiten wir mit Behindertenwerkstätten zusammen. Siltronic bezieht z. B. am Standort Burghausen Verpackungen von den Ruperti-Werkstätten.

Das Thema Familie ist uns wichtig. So steht Mitarbeitern in Freiberg ein Kontingent von Krippeplätzen zur Verfügung. In München vermittelt ein externer Familienservice Betreuungsplätze in Kindergärten und -krippen. An allen Standorten in Deutschland gibt es einen Service für familiäre Notsituationen. Bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit, auch von Angehörigen, können Mitarbeiter die Beratung des Familienservice in Anspruch nehmen.

Wir honorieren die Leistung unserer Belegschaft

Unsere Mitarbeiter entwickeln Innovationen, setzen Strategien erfolgreich um und geben dem Unternehmen eine unverwechselbare Identität. Eine gemeinsame Vision und aktiv gelebte Unternehmenswerte stehen für ein Gefühl der Einheit und bieten Orientierung bei unserem täglichen Arbeiten und Handeln.

Mit variablen Entgeltsystemen wollen wir das Interesse unserer Mitarbeiter am Erfolg der Gruppe und ihrer Wertentwicklung fördern. Wir überprüfen die Entlohnung durch regelmäßige Benchmarks. Damit stellen wir sicher, dass wir unseren Mitarbeitern ein markt-gerechtes, leistungs- und verantwortungsbezogenes Gehalt bieten.

Zum fixen Grundgehalt mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten die Mitarbeiter üblicherweise eine variable Vergütung. Diese Leistung kommt tariflichen und außertariflichen Mitarbeitern zugute. Sie setzt sich aus einer Erfolgsbeteiligung und einer Entgeltkomponente zusammen, die an die persönliche Leistung geknüpft ist. An unseren deutschen Standorten bestehen Tarifverträge mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) sowie unternehmensbezogene Tarifverträge. Unsere konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Betriebsräten an den deutschen Standorten und der IG BCE ist Grundlage einer zielgerichteten Sozialpartnerschaft. Diese äußert sich nicht zuletzt darin, dass es in den letzten Jahren zu keinen Streiks oder Arbeitsniederlegungen an unseren deutschen Standorten gekommen ist.

Die IG BCE und die Arbeitgeber der chemischen Industrie haben sich 2016 auf Tarifverträge mit zwei Stufen und einer Laufzeit von 24 Monaten geeinigt, die für 2016 eine Tarifsteigerung von 3 Prozent und für 2017 eine Tarifsteigerung von 2,3 Prozent vorsehen. Die Gehälter der außertariflichen Mitarbeiter haben sich im Berichtsjahr um 2,7 Prozent erhöht.

Die betriebliche Altersversorgung ist ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. Ausnahmen bestehen dort, wo es keinen angemessenen Rechtsrahmen gibt. In Deutschland bieten wir den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse des Wacker Chemie VVaG sowie diesbezügliche tarifliche Leistungen im Rahmen des tariflichen Demographiefonds.

Geringe Fluktuation zeigt Mitarbeiterzufriedenheit

Unsere Mitarbeiter sind hoch motiviert und engagieren sich überdurchschnittlich stark für das Unternehmen und seinen Erfolg. Bestätigt werden diese Ergebnisse durch die geringe Zahl von freiwilligen Austritten von Mitarbeitern aus dem Unternehmen. Die Quote lag 2016 in Deutschland unter 1 Prozent. Weltweit betrug sie rund 6 Prozent und ist durch eine in Asien nicht unübliche höhere Fluktuation beeinflusst.

Als Instrument der aktiven Mitgestaltung an Veränderungsprozessen hatten wir 2015 in Deutschland eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Die Ergebnisse wurden 2016 in diversen Workshops und Gruppenbesprechungen vorgestellt und entsprechende Maßnahmen abgeleitet. Schwerpunkte waren z. B. die regelmäßige Überprüfung unserer Prozesse, neue Wege der Kommunikation zur Unternehmensstrategie und eine Verstärkung der Feedback- und Leistungskultur.

Mitarbeiterentwicklung hat hohen Stellenwert

Um die Nachhaltigkeit unseres Erfolgs sicherzustellen, haben wir bereits 2013 den Talent-Management-Prozess ins Leben gerufen. In einem jährlichen Talent-Management-Zyklus werden alle außertariflichen Mitarbeiter und Oberen Führungskräfte nach einheitlichen Kriterien in bereichsinternen und anschließend bereichsübergreifenden Konferenzen besprochen. Im jährlichen Mitarbeitergespräch legen Vorgesetzte und Mitarbeiter dann auf dieser Grundlage Entwicklungsmaßnahmen fest. Wir wollen damit anspruchsvolle Positionen mittel- und langfristig mit internen Kandidaten besetzen.

Die Führungskräfteentwicklung, aber auch die Weiterentwicklung unserer Experten und aller Mitarbeiter besitzt eine hohe Priorität. Mitarbeiter und Vorgesetzte besprechen im Rahmen der Mitarbeitergespräche mindestens einmal jährlich die Erreichung der vorgegebenen Ziele, geben Feedbacks und legen ggf. Entwicklungsmaßnahmen fest. 2016 absolvierten unsere Mitarbeiter in Deutschland auf allen Hierarchieebenen rund 16.700 E-Learning-Schulungen (2015: rund 14.000), rund 2.000 Teilnehmer besuchten Seminare, Weiterbildungen, Kongresse oder erhielten Einzelunterricht (2015: 1.900).

Graduate-Programm zur Nachwuchsförderung im naturwissenschaftlichen Bereich

Das 2015 initiierte zweite Graduate-Programm wurde 2016 gestartet. Damit konnten wir talentierte Studienabgänger aus naturwissenschaftlichen Fachdisziplinen für uns gewinnen und ihnen die Möglichkeit bieten, sich für spätere Führungsaufgaben zu qualifizieren. Das Programm umfasst neben dem On-the-Job-Training Seminare zu Managementthemen, Kommunikationskompetenz und Teamarbeit. Die Teilnehmer werden im Laufe des 18-monatigen Programms durch Mentoren betreut.

Ausbildung als Beitrag zur nachhaltigen Fachkräftesicherung

Aufgrund der Auswirkungen der demografischen Entwicklung haben wir 2016 in Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungswerk der Wacker Chemie AG ein Ausbildungsprogramm für die handwerklichen Berufe initiiert.

Gesundheitsmanagement bietet Mitarbeitern verschiedene Serviceleistungen

Um innovations- und wettbewerbsfähig zu bleiben, haben unsere Mitarbeiter die Möglichkeit, über das Wacker Chemie Gesundheitsmanagement viele Serviceleistungen in Anspruch zu nehmen. Wir wollen Rücken- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in unserer Belegschaft vermeiden, die psychische Belastbarkeit stärken, ein altersgerechtes Arbeiten ermöglichen und gesundheitlich eingeschränkten Mitarbeitern passende Arbeitsplätze vermitteln.

So bietet der Gesundheitsdienst seit 2012 an allen deutschen Standorten Führungskräften des mittleren Managements ab 45 Jahren Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen an. Neben Organuntersuchungen werden auch Beratungen zur Bewältigung von psychischen Belastungen angeboten.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Rentenversicherung nehmen Siltronic-Mitarbeiter seit 2013 an dem Projekt "Fit auf Schicht" teil. In dem bisher speziell auf Schichtarbeiter zugeschnittenen Gesundheitsprogramm erlernen die Teilnehmer Verhaltensweisen, mit denen sie die Belastungen aus Schichtarbeit nachhaltig besser ausgleichen können. Aufgrund der positiven Erfahrungen dieses Programms erfolgte eine Ausweitung auf zusätzliche, stark belastete Mitarbeitergruppen auch außerhalb der Schichtarbeit.

FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Innovation als Schlüssel zum Erfolg

Wesentliche Treiber der Halbleiterindustrie sind Miniaturisierung, Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen. Dies drückt sich z.B. in höherer Rechenleistung und Speicherdichte, geringerem spezifischen Stromverbrauch und stetig sinkenden Kosten pro Funktion aus. Zugleich ist ein überproportionales Wachstum in Spezialanwendungen wie Leistungselektronik, Sensorik und Kommunikationselektronik zu beobachten, die jeweils maßgeschneiderte Wafer-Lösungen erfordern. Zur Erreichung dieser Ziele fordern unsere Kunden gleichzeitig höchste technische Kompetenz und Geschwindigkeit bei der Weiterentwicklung der Siliziumwafer, die das wichtigste Grundmaterial für die Halbleiterindustrie darstellen.

F&E-Kennzahlen

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2016 2015 2014 2013
F&E-Aufwendungen in EUR Mio. 66,4 64,4 64,3 58,8
F&E-Aufwendungen in % vom Umsatz 7,1 6,9 7,6 7,9
Erhaltene F&E-Fördermittel in EUR Mio. 0,6 0,6 0,8 1,6

Intensive Entwicklungsaktivitäten sind somit unabdingbar, um mit den rasanten Entwicklungen im Halbleitermarkt Schritt halten und unsere führende Technologieposition halten zu können. Wir beschäftigen weltweit mehr als 400 Ingenieure in den Bereichen Prozesstechnologie, Metrologie und Anlagentechnik, die an allen unseren Standorten angesiedelt sind. Der Standort Burghausen ist dabei der zentrale Entwicklungsstandort von Siltronic. Die Aufgaben umfassen die Aufrechterhaltung der Produktqualität, das Testen und die Bewertung neuer Verfahren und Anlagenmodifikationen, die kontinuierliche Verbesserung und die Linienintegration bis hin zur Qualifikation der Wafer für die neuesten Technologien unserer Kunden.

Ein Schutzrechtsbestand von etwa 1.700 angemeldeten und aktiven Patenten und Patentanmeldungen in rund 300 Patentfamilien untermauert unsere hohe Innovationskraft und sichert unsere führende Technologieposition im Weltmarkt ab.

Unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) betrugen 2016 EUR 66,4 Mio. (Vorjahr: EUR 64,4 Mio.). Fördermittel für F&E waren in diesen Jahren nicht nennenswert.

Siltronic Inventor Award

Mit dem Inventor Award zeichnet Siltronic regelmäßig Mitarbeiter aus, die technologische Innovationen hervorgebracht haben. Den Preis in der Kategorie "Wichtigste Erfindung" hat ein Team aus drei Mitarbeitern erhalten, die erkannt haben, wie sich Eigenschaften von Wafern verbessern lassen. Der neu entwickelte pp-Epi-Wafer ist härter, weist weniger Spannungen im Kristallgitter auf und zeigt daher eine bessere Overlay-Performance. Mit dem neuen Wafer, der bereits bei zahlreichen Kunden qualifiziert ist, stellen wir unsere Technologieführerschaft erneut unter Beweis.

Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen

Eine Vielzahl unserer Projekte erfordert die enge und kontinuierliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Wir arbeiten ebenfalls mit Forschungs- und Hochschuleinrichtungen zusammen.

PRODUKTION UND SUPPLY CHAIN MANAGEMENT

Produktion

Unsere Produktionswerke liegen strategisch günstig in der Nähe unserer Kunden und bieten uns einen guten Zugang zu sehr gut ausgebildeten Arbeitskräften. Wir können an unseren Standorten die jeweiligen Stärken optimal nutzen. Wir profitieren von der Innovationskraft bestens ausgebildeter Wissenschaftler und Ingenieure in Deutschland und von den vorteilhaften Arbeitskosten in Asien.

Wir verarbeiten Silizium-Kristalle, die nach dem Czochralski-Verfahren hergestellt werden, zu polierten Wafern. Eine Teilmenge der Produktion wird mit dem Aufbringen einer sogenannten Epitaxie-Schicht weiter veredelt.

Siltronic stellt ebenfalls Wafer aus Kristallen her, die nach dem Floatzone-Verfahren (Zonenziehverfahren) gezüchtet werden und die insbesondere in der Leistungselektronik Anwendung finden. Diese Wafer haben verschiedene Oberflächeneigenschaften und Durchmesser von bis zu 200 mm.

Wir nutzen standardisierte Prozesse, um unsere Kunden zuverlässig aus verschiedenen Standorten zu beliefern. Durch den Know-how-Transfer zwischen den Produktionsstätten implementieren wir Prozessverbesserungen einfach und schnell und vereinfachen die Qualifikation durch unsere Kunden. Darüber hinaus betreiben wir unsere deutschen 300 mm-Waferlinien in Freiberg und Burghausen in einem engen Produktionsverbund als sogenannte "Virtuelle Fab" mit einem gemeinsamen, standortübergreifenden Management.

Wir optimieren unsere Produktionsprozesse und damit unsere Prozess-Capability als auch Kostenposition fortlaufend. Veränderungen werden über ein konsequentes Change Management getestet, bewertet und effizient in die Produktionslinien eingesteuert. Dabei wird ein wesentliches Augenmerk auf die Sicherung der Qualität unserer Produkte und die Wirtschaftlichkeit unserer Linien gelegt. Modernste Technologien sind integraler Bestandteil unserer Fabriken und ermöglichen es uns, flexibel auf die Anforderungen unserer Kunden einzugehen.

Projekte 2016

In 2016 haben wir die bereits im Jahr 2015 begonnenen Projekte weiter umgesetzt.

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Freiberg, Deutschland Neue Kristallziehanlagen
Automatisierung der 300 mm-Waferlinie
Burghausen, Deutschland Automatisierung der 300 mm-Waferlinie
Singapur Neue Kristallziehanlagen

Supply Chain Management

Durch unsere nahtlose Logistikkette erschließen wir unseren Kunden folgende Mehrwerte: Reaktionsgeschwindigkeit und hohe Termintreue. Unsere elektronisch unterstützte Supply Chain macht sämtliche Prozesse vom ersten Kontakt über alle unsere Fertigungsprozesse bis hin zur Lieferung transparent und kontrollierbar.

Wir arbeiten kontinuierlich daran, Lieferzeiten zu reduzieren und unsere Lieferkette in Bezug auf Kosten, Geschwindigkeit und Qualität zu optimieren. Durch diverse Wiederverwendungs- und Recyclingaktivitäten versuchen wir, Auswirkungen auf die Umwelt zu vermindern, insbesondere bei Primärverpackungen der Wafer und bei sekundären Transportverpackungen.

Die Anforderungen der Waferspezifikationen, die Volumina und die Bestimmungsorte unserer Exporte sowohl zu Kunden als auch zu Siltronic-Standorten unterliegen laufenden Änderungen, die regelmäßig von uns analysiert und mit unseren Kapazitäten abgestimmt werden. Die globale Planung vom Rohstoff über Zwischenprodukte bis zum fertigen Wafer und dessen Transport zum Kunden erfolgen "real-time" über maßgeschneiderte Systeme. Damit bieten wir unseren Kunden Qualität und Versorgungssicherheit.

Wir binden unsere externen Partner über umfangreiche E-Business-Lösungen in laufende Prozesse ein, um alle Potenziale der Zusammenarbeit konsequent auszuschöpfen. Dazu zählt z. B. eine Kollaborationsplattform (Extranet), die einen individuellen Informationsaustausch und damit schlanke und reibungslose Administrationsprozesse ermöglicht.

Für einen optimalen, elektronischen Datenaustausch mit unseren externen Partnern nutzen wir hauptsächlich den international anerkannten "RosettaNet"-Standard. Oder wir setzen auf andere Dienstleister - sogenannte Third Party Provider -, um beispielsweise EDI-Formate zu empfangen oder zur Verfügung zu stellen. Mit vielen Kunden haben wir schnelle B2B-Verbindungen installiert, die z. B. die Rechnungsstellung erleichtern.

EINKAUF UND LIEFERANTENMANAGEMENT

Unser Ziel ist es, unsere Beschaffungskosten, Lieferzeiten und die Qualität der Lieferanten zu optimieren sowie schnell zusätzliche Lieferpotenziale zu erschließen. Spezialisierte Teams steuern Einkaufsprozesse - von Rohstoffen für unsere Produkte, über Gas und Strom zur Versorgung unserer internationalen Standorte bis hin zu technischen Materialien und spezifischen Dienstleistungen. 2016 haben wir kontinuierlich an einer wettbewerbsfähigen Erweiterung unserer Lieferantenbasis auf den weltweiten Beschaffungsmärkten gearbeitet. So haben wir neue Lieferanten in für uns wichtigen Produktbereichen identifiziert, entwickelt und sukzessive an die Serienbelieferung herangeführt. Damit sichern wir uns dauerhaft international wettbewerbsfähige Materialkosten.

Die systematische Risikobeobachtung ist für Siltronic ein wichtiges Instrument, um Lieferbeziehungen richtig bewerten zu können. Dabei kommen Analysen von Ratingagenturen, eigene Lieferantenbewertungen und verstärkt der direkte Kontakt zu unseren Partnern zum Einsatz. Durch den Einkauf haben wir im vergangenen Jahr das Risiko bei 91 und die Leistung bei über 100 Lieferanten beurteilt.

Das Bestellvolumen lag 2016 mit EUR 500 Mio. über dem Vorjahresniveau (2015: EUR 476 Mio.). Die vereinbarten Lieferzeiten wurden von unseren Lieferanten annähernd vollständig erfüllt. Insgesamt hat Siltronic weltweit rund 56.000 Bestellungen ausgelöst. 7 Prozent unserer Lieferanten decken circa 90 Prozent unseres Einkaufsvolumens im Bereich Einkauf & Logistik ab.

Die elektronische Beschaffung hat eine hohe Bedeutung für uns. Wir betrachten den gesamten Einkaufsprozess - von der Anfrage beim Lieferanten bis zur Bezahlung der Rechnung. Eine wichtige Messgröße ist die Anzahl der automatisiert angelegten Bestellungen. Weltweit wurden 2016 mehr als 95.400 Bestellpositionen ausgelöst (Vorjahr: rund 91.000 Positionen). Davon haben wir an den deutschen Standorten rund 60 Prozent (davon 36 Prozent via eCatalog) automatisiert angelegt.

Unterschiedliche Materialpreisentwicklungen

Die Preisentwicklung der für uns wichtigsten Materialien und Rohstoffe war 2016 wiederholt leicht rückläufig. Im Bereich spezifischer Einsatzstoffe konnten leichte Reduzierungen verhandelt werden, allerdings waren Währungseffekte teils gegenläufig.

Absicherung durch langfristige Verträge

Wir haben die Belieferung der deutschen Standorte mit Polysilizium durch die Wacker Chemie AG mit einem langfristigen Liefervertrag bis 2020 abgesichert. Ein spezifischer Vertrag zwischen Wacker und SSW sichert eine stabile Belieferung der SSW mit Polysilizium bis 2019. Insgesamt versorgt Wacker den Siltronic-Konzern mit über 90 Prozent des Polysiliziumbedarfs. Der Preis für das Polysilizium wird zwischen den Vertragsparteien jährlich innerhalb einer festgelegten Preisspanne in Anlehnung an den Vorjahrespreis verhandelt. Im Rahmen unserer Mehrlieferantenstrategie stehen auch alternative Beschaffungsquellen zur Verfügung.

Lieferanten spielen für Siltronic eine wichtige Rolle

Wir legen viel Wert auf den direkten Kontakt zu den Lieferanten und auf eine langfristige und konstruktive Zusammenarbeit. Gleichzeitig ist es wichtig, nicht von einzelnen Lieferanten abhängig zu sein. Eine zentrale Funktion übernimmt hier unser Lieferantenmanagement. Spezialisierte Warenklassenteams mit unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen regeln unternehmensweit die Einkaufsprozesse. Diese Teams realisieren neue Potenziale am Markt und aktuelle Innovationen bei bestehenden Lieferanten und integrieren dieses Know-how in unsere Prozesse. Damit sichern wir langfristig unsere Produktqualität, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

Wir arbeiten weltweit mit über 3.400 Lieferanten zusammen (2015: 3.000), dabei ist der Anteil asiatischer Lieferanten weiter gestiegen und beträgt nun bereits mehr als 21 Prozent.

Unsere Lieferanten tragen erheblich dazu bei, dass Siltronic mit verbesserten Prozessen und hoher Innovation Wafer in der von den Kunden geforderten Qualität herstellen kann. Auch 2016 wurden wieder vier Lieferanten, die im Vorjahr besondere Leistungen erbracht hatten, mit dem "Siltronic Supplier Award 2015" in den Kategorien "Excellent Delivery Performance and Business Relationship" (SGL Carbon), "Reliable Product Quality and Superior Customer Orientation" (ICB GmbH), "Excellent Material Performance and Global Supply Reliability" (Shin-Etsu Polymer) und "Longstanding Engineering Partnership" (RENA) ausgezeichnet.

VERTRIEB UND MARKETING

Wir streben eine enge und langfristige Zusammenarbeit mit unseren Kunden an. Insgesamt beliefern wir Kunden in mehr als 40 Ländern. Mit vielen unserer Kunden führen wir zusätzlich gemeinsame Entwicklungsprojekte durch. Wir verweisen hierzu auch auf das Kapitel Forschung & Entwicklung ab S. 67.

Fachleute für Vertrieb und Anwendungstechnik in den fünf definierten Vertriebsregionen USA, Europa, Japan, Taiwan und Sonstige Asien-Pazifik gewährleisten eine zeitnahe Vor-Ort-Betreuung unserer Kunden. Vertriebsseitig sind wir präsent in den USA, Frankreich, Italien, Deutschland, Südkorea, Japan, China, Taiwan und Singapur und verkaufen unsere Wafer fast ausschließlich direkt an unsere Kunden.

Key-Account-Teams, die sich aus Mitarbeitern aus den Bereichen Vertrieb, Applikationstechnologie, Prozesstechnologie, Qualitätsmanagement und Logistik zusammensetzen, unterhalten enge Beziehungen zu unseren Schlüsselkunden. Dies ermöglicht es uns, schnell auf sich ändernde Kundenanforderungen zu reagieren und Siliziumwafer herzustellen, die diesen Anforderungen entsprechen.

Die Verträge mit unseren Kunden haben unterschiedliche Laufzeiten von circa drei Monaten bis hin zu über einem Jahr. SSW in Singapur hat einen langfristigen Vertrag über die Abnahme von Siliziumwafern mit Samsung.

Wir werten kontinuierlich Marktinformationen aus. Die so gewonnene erhöhte Transparenz nutzen wir, um uns noch stärker auf unsere Kunden und deren Anforderungen zu fokussieren und eigene Ressourcen optimal zu nutzen und eventuellen Risiken rechtzeitig entgegensteuern zu können.

Mit vielen unserer Kunden besteht bereits seit vielen Jahren eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Kooperation. Dies spiegelt sich auch in einer Vielzahl von Auszeichnungen durch unsere Kunden wider. 2016 haben wir folgende Auszeichnungen erhalten:

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Kunde Auszeichnung
Fairchild 2015 Supplier of the Year
Infineon Best of Best Award 2016
Intel Preferred Quality Supplier (PQS) Award 2015
Samsung 2016 Best Partner Award
SSMC Quality Award 2016
STMicroelectronics Best Silicon Supplier of the Year 2015

CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY (CSR)

Wir sehen es als zentrale Verantwortung, die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit mit den Erwartungen und Bedürfnissen der Gesellschaft in Einklang zu bringen. Deshalb orientieren wir uns bei Entscheidungen an Prinzipien einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und eines nachhaltigen Handelns.

Nachhaltigkeit

Für die Siltronic spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle. Bei unserem Tun wollen wir ökonomische, ökologische und soziale Faktoren in Einklang bringen. Zwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung und damit auch bei Siltronic: Responsible Care® der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. Mit diesen Selbstverpflichtungen gehen wir über gesetzlich geforderte Standards zum Schutz von Umwelt, Mitarbeitern und Gesellschaft hinaus.

Wir lassen unser Konzern-Managementsystem durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach den Normen ISO TS 16949 (Qualität), ISO 14001 (Umweltschutz), OHSAS 18001 (Arbeits- und Gesundheitsschutz) und die deutschen Standorte nach ISO 50001 (Energie) zertifizieren.

Konzernweit regeln Richtlinien Themen von übergeordneter Bedeutung für das Unternehmen. Sie betreffen Felder wie Recht und Compliance, Strategie und Geschäftsprozesse sowie Finanzen, Controlling, Bilanzierung und Steuern. Zahlreiche Vorgabedokumente regeln auf Konzern- und Standortebene Prozesse für Umwelt- und Gesundheitsschutz, Anlagen- und Arbeitssicherheit und Produktsicherheit.

Unsere Prozesse sind darauf ausgerichtet, die Kunden zufriedenzustellen, der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

Über ein IT-System für das Nachhaltigkeitsreporting (SPIRIT) werden Umwelt- und Energiedaten, umwelt- und sicherheitsrelevante Ereignisse sowie Audits im Rahmen des Integrierten Managementsystems (IMS) erfasst.

Wasser

Wasser dient als Trinkwasser, Rohstoff sowie als Löse- und Kühlmittel bei vielen technischen und chemischen Prozessen. Siltronic achtet auf den sparsamen Umgang mit Wasser und den Schutz natürlicher Wasserressourcen. Wir reinigen unsere Abwässer bestmöglich. In unserer Produktion wird Wasser durch Kreisläufe wiederverwertet. Der mehrfache Einsatz erhöht den Energieverbrauch nicht und wirkt sich auch nicht auf andere Weise negativ auf die Umwelt aus.

Wir optimieren kontinuierlich unsere Prozessschritte und -abläufe zur Verringerung der einzusetzenden Roh- und Hilfsstoffe. Trotz höherer Reinheitsanforderungen sparen wir Wasser ein, z. B. durch Kreislaufwasser in Prozessen mit geringeren Reinheitsanforde-rungen, durch längere Badstandzeiten oder durch Wiederverwertung von Konzentrat aus der Umkehrosmose. Der Reinstwasserverbrauch in der Waferproduktion wird von uns überwacht und wir erreichen eine Wasser-Recyclingrate von bis zu 45 Prozent.

Die Stadt Freiberg erhält ihr Wasser aus der Talsperre Lichtenberg. Unser dortiger Siltronic-Standort nutzt das Oberflächenwasser aus der Talsperre für die Kühlung von Kristallziehanlagen. Zudem wird es zu Reinstwasser für die Waferproduktion aufbereitet. Oberflächen-wasser aus dem Kohlbach-Kunstgraben wird nur noch ins Werk geleitet, um die Notkühlung der Kristallziehanlagen zu betreiben.

Im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Ziehhalle hat der Standort Freiberg ein Regenrückhaltebecken mit Havariefunktion erhalten. Im Notfall können belastete Abwässer in einem Becken aus Stahlbeton separiert werden. Mit dem Neubau der Anlage wird die Entwässerung des Standorts auf den neuesten Stand gebracht und ein Beitrag geleistet, dass bei einer Havarie das Risiko einer Verschmutzung von Münzbach und Mulde weiter minimiert wird.

Unser Standort in Portland, Oregon, USA, hat ein Verfahren entwickelt, um Rückstände von Trichlorethylen (TCE) im Grundwasser mithilfe von Mikroorganismen biologisch abzubauen. Mit dieser vom Oregon Department of Environmental Quality (ODEQ) genehmigten Methode befreien wir das Grundwasser fast komplett von Trichlorethylen und erreichen damit Trinkwasserqualität. Die US Environmental Protection Agency hat unser biologisches Verfahren zum Abbau chlorierter flüchtiger organischer Verbindungen (CVOC) anerkannt, mit dem wir über 90 Prozent dieser Stoffe beseitigen.

Abfall

Die Reduktion von Abfällen spielt bei uns eine wichtige Rolle.

Alle unsere Standorte setzen ein Recyclingverfahren für Sägeslurry ein. Sägeslurry wird beim Drahtsägen von Waferscheiben zugeführt und besteht aus Schneidflüssigkeit sowie aus Siliziumcarbid als Schneidmittel. Zum Recycling sammeln wir verbrauchtes Sägeslurry für externe Verwerter, die Flüssigkeit und Feststoffe trennen. Die Schneidflüssigkeit wird bei unseren Recyclern zu 85 bis 100 Prozent zurückgewonnen und dann wieder in der Produktion eingesetzt. Beim Siliziumcarbid wurden Recyclingquoten bis zu 75 Prozent erreicht. Die nicht verwendbaren Feststoffe werden z. B. als Hochofenzuschlag in der Stahlverhüttung genutzt.

Wir verwenden wiederverwertbare Mehrwegverpackungen wie die Hybox. In diesen Mehrwegcontainern für Transporte im hygienischen Bereich liefern wir 300 mm-Wafer aus. Das Volumen der Hybox ist um 30 Prozent geringer als das einer Kartonverpackung. Seit der Einführung im Jahr 2006 wurden rund 74.000 Hyboxen versandt. Durch dieses Mehrwegkonzept haben wir von 2006 bis 2016 insgesamt rund 3.700 Tonnen Abfall vermieden.

Energie

Die Waferproduktion gehört zu den energieintensiven Branchen. Daher sind wir bestrebt, die Energieeffizienz unserer Prozesse stetig zu verbessern. Damit bleiben wir wettbewerbsfähig und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz.

Siltronic hat das strategische Energieziel, zwischen 2014 und 2022 eine Effizienzverbesserung von 10 Prozent zu erreichen. Daraus leiten wir mit der geplanten Produktionsmenge absolute Einsparziele in MWh für die Standorte und entsprechend dem jeweiligen Stromverbrauch zusätzlich absolute Ziele für die operativen Betriebsbereiche ab.

Der spezifische Energieeinsatz wurde seit 2012 um 17 Prozent verbessert. Zur Zielerreichung 2016 haben zahlreiche Energieeffizienzmaßnahmen beigetragen. Diese entsprechen in Summe einer Endenergieverbrauchsminderung von nachhaltig 8.400 MWh jährlich und einem Gegenwert von EUR 0,5 Mio.

Der Gesamtenergieverbrauch ist weniger gestiegen als die Nettoproduktion. Das durchschnittliche spezifische Jahreseinsparziel von 1,5 Prozent konnte 2016 jedoch nicht erreicht werden.

2016 wurde das Energiemanagementsystem der Siltronic zum fünften Mal in Folge erfolgreich nach DIN EN ISO 50001 zertifiziert. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Effizienz unserer Produktionsprozesse weiter zu optimieren, und reduzieren durch Abfallvermeidungs- und Produktivitätsinitiativen laufend unseren Energiebedarf an den Standorten.

Luft

Neben der Produktion spielt auch die Verkehrslast durch die Beschäftigten eine Rolle beim Klimaschutz. Wir motivieren unsere Mitarbeiter, das eigene Auto stehen zu lassen. Am Standort Burghausen setzen wir Pendlerbusse für Schichtarbeiter ein. Am Standort in Portland, Oregon, USA, gewähren wir unseren Mitarbeitern beispielsweise Zuschüsse für Fahrkarten des öffentlichen Nahverkehrs. In Singapur bietet Siltronic Shuttle-Busse vom Betrieb in verschiedene Stadtviertel an.

Dialog und Auszeichnungen

Unsere Standorte in Burghausen und Freiberg informieren die Öffentlichkeit regelmäßig über Fakten zum Umweltschutz und zur Sicherheit.

Unser Standort in Portland, Oregon, USA, wurde 2016 erneut für seine Bemühungen im Umweltschutz ausgezeichnet und hat folgende Auszeichnungen erhalten:

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Preis Organisation
Gold Compliance Award Stadt Portland, Oregon, USA
Gold Sustainability at Work Certification Bureau of Sustainability der
Stadt Portland, Oregon, USA

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Wir investieren in den Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, um eine Gefährdung unserer Mitarbeiter zu vermeiden. Daher steuern wir diesen Bereich umfassend und systematisch. Der Arbeits- und Gesundheitsschutzstandard OHSAS 18001 ist als konzernweiter Standard festgelegt und wird an allen Produktionsstandorten eingehalten. Die Anzahl der Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen pro eine Million Arbeitsstunden lag 2016 bei 3,3. Häufigste Ursachen für Arbeitsunfälle sind Unachtsamkeit bei manuellen Tätigkeiten, Stolpern, Rutschen oder Stürze.

Nach aktuellen internen Auswertungen sind insbesondere neue Mitarbeiter in den ersten Monaten nach Eintritt in das Unternehmen gefährdet. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Arbeitssicherheit zu verbessern, und setzen daher konsequent unser Sicherheitsprogramm um. Dazu zählen Sicherheitsrundgänge, Gespräche mit der Betriebsmannschaft und Notfallübungen. Dieses zielt darauf ab, unsichere Handlungen zu erkennen und zu vermeiden - ob beim Bedienen von Anlagen, im Umgang mit Chemikalien, im Betrieb, im Büro oder auf dem Arbeitsweg.

Der Anstieg der Unfallzahlen seit 2015 ist nicht zufriedenstellend. Da er im Wesentlichen verhaltensbedingt ist, haben wir Initiativen gestartet, die dieses Thema speziell adressiert. Dazu zählen unter anderem Workshops mit neuen Mitarbeitern und Sensibilisierungskampagnen rund um das Thema Stolpern, Rutschen und Stürzen. Damit verfolgen wir unser Ziel eines unfallfreien Arbeitsumfelds weiter.

Unser Berichtswesen im Bereich Arbeitssicherheit gewährleistet eine konzernweite Transparenz innerhalb der Siltronic. Jeder relevante Arbeitsunfall wird mit den Korrekturmaßnahmen auf Vorstandsebene berichtet. Die Anzahl der Arbeitsunfälle wird auf Monatsbasis kumuliert und der Trend mithilfe zweier Standard-Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators KPI) überwacht. Diese sind Teil des monatlichen Berichtswesens an den Vorstand.

2016 haben wir ein neues Programm zur Meldung sicherheitskritischer Situationen (SkS) an den Standorten Burghausen und Freiberg eingeführt. Die Meldung erfolgt innerhalb des BVWSystems (System des Betrieblichen Vorschlagwesens), das den Mitarbeitern seit vielen Jahren bekannt ist. Nach der Einführung war eine Verdopplung der Meldungen, z. B. Stolperstellen, Gefahrenschwerpunkte im Werksverkehr und in Produktionsbereichen, zu verzeichnen. Nur wenn Gefahrenstellen und tätigkeitsbezogene Gefährdungen frühzeitig erkannt werden, können künftige Unfälle vermieden werden.

Auch die Gesundheitsvorsorge unserer Mitarbeiter ist uns sehr wichtig. Unsere Mitarbeiter in der Hauptverwaltung in München sowie am Standort in Burghausen haben Zugang zu einer Vielzahl von Angeboten im Rahmen des Gesundheitsschutzes und der Gesundheitsförderung. Der Siltronic-Standort in Freiberg kann online auf umfangreiche Informationen zugreifen und organisiert, ebenso wie unsere Standorte im Ausland, Aktionen und Informationsmaterial direkt vor Ort.

Compliance

Siltronic arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Mitarbeiter können ihre Fragen weltweit an Compliance-Beauftragte richten. Diese sitzen in Deutschland, den USA, Singapur, Taiwan und Japan. Compliance-Themen in anderen Ländern als den explizit hier genannten werden vom Konzern-Compliance-Officer von Deutschland aus bearbeitet. Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeiter angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Wir verweisen hierzu auch auf den Corporate Governance Bericht auf S. 128 bis S. 140.

6. RISIKO- UND CHANCENBERICHT

RISIKOSTRATEGIE UND RISIKOPOLITIK

Siltronic ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken ausgesetzt. Ein effektives Risikomanagement ist daher für uns als weltweit agierendes Unternehmen ein wichtiger Bestandteil unserer Unternehmensführung und dient im Sinne eines umfassenden Chancen- und Risikomanagements der gezielten Sicherung bestehender und künftiger Erfolgspotentiale. Unter Risiken verstehen wir interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen zu nutzen, die sich dem Unternehmen bieten. Unser Ziel ist es, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen oder zu vermeiden. Die Risikostrategie wird vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt und umfasst alle Unternehmensbereiche.

RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Organisatorisch ist das Risikomanagementsystem in die bestehende dezentrale Organisations- und Berichtsstruktur integriert. Ergänzt wird es durch einen mehrstufigen Prozess, in dem die Vorgehensweise sowie die Kriterien zur Identifikation von Risiken, deren Bewertung, Steuerung und Berichterstattung sowie die Überwachung des Gesamtsystems verbindlich in einem Konzernhandbuch festgelegt sind. Das Risikomanagementsystem schließt alle Unternehmen ein. Die rechtlich selbstständigen Konzerngesellschaften sowie die Konzernfunktionen führen das operative Risikomanagement in ihren Bereichen eigenverantwortlich. Risiken werden monatlich bei den festgelegten Risikoverantwortlichen an den Standorten und in den Konzernfunktionen zentral abgefragt. Zusätzlich sind wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken sofort über ein Ad-hoc-Reporting zu melden. Die Prozess- und Systemverantwortung für das konzernweite Risikofrüherkennungssystem obliegt der Stabsstelle Corporate Auditing & Risk Management, die direkt an den Vorstand berichtet. Die Konzernstabstelle koordiniert zentral die konzernweite Erfassung aller wesentlichen Risiken, analysiert die Gesamtsituation auf Konzernebene und kommuniziert die Risiken. Vorstand und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns informiert. Chancen werden hingegen im Risikomanagementprozess nicht systematisch erfasst. Der Vorstand und das Management werden in monatlichen Berichten der zentralen Controlling-Abteilung über die gegenwärtige und voraussichtliche künftige Geschäftsentwicklung informiert.

Auf Basis dieser Daten werden dann Risiken und Chancen regelmäßig im Management diskutiert, bewertet und gegeneinander abgewogen.

Die festgelegten Risikoverantwortlichen unserer Konzernfunktionen und wichtigsten Standorte sowie der Konzern-Risikomanager überprüfen regelmäßig Prozesse, Vorgänge und Entwicklungen auf bestehende Risiken. Die Risikoidentifizierung und -bewertung erfolgen unter Verwendung standardisierter Risikomatrizen. Die relevanten Risiken bewerten wir nach Eintrittswahrscheinlichkeit sowie Grad der Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Cashflow. Wir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken mithilfe von Schlüsselbe6griffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe den folgenden Bandbreiten:

Gering: kleiner als 25 Prozent
Möglich: 25 Prozent bis 75 Prozent
Hoch: größer als 75 Prozent

Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Die folgenden Begriffe entsprechen dabei folgenden Bandbreiten:

Niedrig: bis EUR 5 Mio.
Mittel: EUR 5 Mio. bis EUR 25 Mio.
Groß: über EUR 25 Mio.

Auf Grundlage der monatlich bzw. ad hoc erfassten Risiken werden geeignete Maßnahmen ergriffen, um die identifizierten Risiken zu vermeiden bzw. deren Eintrittswahrscheinlichkeit oder den möglichen wirtschaftlichen Schaden zu verringern. Die abgeleiteten Maßnahmen zu Risikobegrenzung sowie gegebenenfalls relevante Frühwarnindikatoren werden ebenso wie die daraus abgeleiteten Restrisiken regelmäßig aktualisiert und zentral dokumentiert.

Das Risikomanagementsystem wurde 2016 durch die Konzernrevision der Wacker Chemie AG geprüft.

INTERNES KONTROLLSYSTEM IM RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Das interne Kontrollsystem (IKS) umfasst Kontrollmaßnahmen, die dazu dienen, Risiken zu beherrschen und damit einen geordneten Betriebsablauf zu gewährleisten. Die Kontrollen sind in den operativen Prozessen integriert und beinhalten beispielsweise eine angemessene Funktionstrennung, Anwendung des Vier-Augen-Prinzips sowie Zugriffs- und Freigaberegelungen. Das interne Kontrollsystem unterstützt die Erreichung der geschäftspolitischen Ziele durch die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsprozesse, der Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften (Compliance) und dem Schutz des Geschäftsvermögens.

Mit dem internen Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess verfolgen wir das Ziel, die Bilanzierungs- und Bewertungsregelungen der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen und ergänzende, für die Rechnungslegung einschlägige gesetzliche Regelungen einzuhalten. Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung werden dadurch vermieden. Das Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Hierzu dienen insbesondere eine zentrale Auslegung der IFRS und ein Bilanzierungshandbuch, das um Ausarbeitungen zu wichtigen Einzelfragen ergänzt wird. Die organisatorische Verantwortung und der Prozessablauf von bilanzierungsrelevanten Themen sind in internen Anweisungen geregelt. Die Einhaltung der Berichtspflichten wird zentral durch die Konzernfunktion "Accounting" überwacht. Die Berichtspakete der Einzelgesellschaften werden nach Freigabe durch das lokale Management in ein zentrales Konsolidierungssystem überführt. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert, was die Datenintegrität und das Einhalten der Berichterstattungslogik gewährleistet. Der Konsolidierungsprozess umfasst ebenfalls systembasierte Kontrollen. Abschließend analysieren wir die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bilanz des Konzerns hinsichtlich Trends und Abweichungen. Wir verfolgen ständig Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und schulen die Mitarbeiter, die an diesen Themen arbeiten. Bei besonders komplexen Bilanzierungsthemen, wie beispielsweise Pensionen, ziehen wir externe Spezialisten hinzu. Die eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Mit regelmäßigen Systemsicherungen und Wartungsmaßnahmen minimieren wir sowohl das Risiko eines Datenverlusts als auch das eines Ausfalls rechnungslegungsrelevanter IT-Systeme.

Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung. Daneben gibt es regelmäßig externe Prüfungen sowie prüferische Durchsichten zu den Berichtsquartalen und zum Ende des Geschäftsjahrs. Das Management der Tochtergesellschaften bestätigt quartalsweise, dass alle für den Quartals- oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden. Die Konzernrevision überprüft im Auftrag des Vorstands prozessbezogen und mit Fokus auf interne Kontrollsysteme die wesentlichen Unternehmensbereiche. Die Auswahl der Prüfthemen wird vom Vorstand in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss nach einem risikoorientierten Ansatz festgelegt und wenn notwendig unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen angepasst.

Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Siltronic AG mit Lagebericht und den Konzernabschluss der Siltronic AG mit Konzernlagebericht und erörtert diese mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer. Der Abschlussprüfer beurteilt das Risikofrüherkennungssystem im Rahmen der Jahresabschlussprüfung.

WESENTLICHE RISIKEN

Die folgende Übersicht gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der wesentlichen Risiken und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, also auf das gesamte Geschäftsjahr 2016. Die Bewertung der Risiken erfolgt nach dem sogenannten Nettoprinzip, das heißt unter Berücksichtigung der ergriffenen Steuerungs- und Absicherungsmaßnahmen.

Gesamtumfeld

Konjunktureller Abschwung der Weltwirtschaft

Unser Geschäft ist im besonderen Maße von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängig. Ein unerwartetes Abkühlen der konjunkturellen Entwicklung sowohl global als auch in für die Elektronikindustrie wesentlichen Regionen kann dazu führen, dass unsere Umsatzerlöse sich nicht wie erwartet entwickeln. Der Bedarf an Siliziumwafern könnte aufgrund mangelnder Nachfrage reduziert werden oder wir könnten gezwungen sein, aufgrund des stärkeren Wettbewerbsdrucks unsere Preise zu senken. Bei einer geringeren Produktionsauslastung können die spezifischen Herstellungskosten steigen und unser Ergebnis zusätzlich belasten.

Wir beobachten die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anzupassen.

Wir sehen derzeit keine konkreten Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur wesentlich anders entwickelt als im Prognosebericht dargestellt. Angesichts der weiterhin bestehenden Unsicherheiten unter anderem innerhalb der Europäischen Union, der möglichen Auswirkungen des Präsidentenwechsels in den USA, der geopolitischen Situation im Nahen und Mittleren Osten sowie der unsicheren Wachstumsaussichten in den G-20-Staaten kann es allerdings grundsätzlich sein, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2017 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt. Wir bewerten die Eintrittswahrscheinlichkeit daher als möglich und mit einer großen Auswirkung auf die Ergebnisentwicklung von Siltronic.

Externe Risiken

Siltronic ist ein global operierender Konzern mit Produktionsstandorten in Europa, den USA und Singapur. Mögliche Naturkatastrophen, politische Krisen und andere Beeinträchtigungen in einzelnen Ländern oder Regionen, in denen wir tätig sind, stellen ein potenzielles Risiko für unsere Geschäfts- und Produktionsabläufe, den Absatz unserer Produkte, unser Anlagevermögen und damit für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar.

Wir haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet, um Auswirkungen externer Ereignisse auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt.

Dass Siltronic von Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, politischen Unruhen und Ähnlichem ergeben, wesentlich betroffen sein könnte, halten wir für gering. Unsere Produktionsstandorte liegen in relativ stabilen und sicheren Regionen. Unsere Vorsorgepläne sowie unsere weltweit verteilten Produktionsstandorte tragen dazu bei, die Auswirkungen lokaler oder regionaler Ereignisse auf unsere Geschäftsabläufe zu begrenzen. Daher gehen wir davon aus, dass auch beim Eintritt solcher Ereignisse die Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Siltronic-Konzerns im mittleren Bereich liegen.

Branchen- und Absatzmarktrisiken

Intensiver Wettbewerb, Nachfragemacht auf der Kundenseite, Austauschbarkeit der Produkte sowie Zyklen im Wafermarkt

Die Waferindustrie ist gekennzeichnet von Phasen des Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage aufgrund von Produktionsüberkapazitäten, die regelmäßig einen Einfluss auf die Preise haben können. Die Prognosen zu Absatzmengen und -preisen unterliegen aufgrund der oft zu beobachtenden Nachfrageschwankungen einer starken Unsicherheit. Wir können gezwungen sein, unsere Absatzmengen und Preise zu senken, ohne unsere Kosten entsprechend reduzieren zu können. Die durchschnittlichen Verkaufspreise für Siliziumwafer sind in den letzten Jahren durch das Überangebot und den intensiven Wettbewerb in der Regel kontinuierlich gesunken. Diese Entwicklung kann sich weiter fortsetzen. Unsere Top-10-Kunden machen gut zwei Drittel aller Umsätze aus. In der jüngsten Zeit ist eine deutlich erhöhte Konsolidierungsaktivität im Markt zu beobachten. Eine weitere Konsolidierung bei unseren Kunden könnte die Nachfragemacht weiter erhöhen und uns zu zusätzlichen Preiszugeständnissen zwingen. Sollten wesentliche Kunden ihre Bestellungen bei uns signifikant reduzieren oder gar beenden, kann dies unsere Vermögens-, Finanz- und Ertrags-lage erheblich beeinträchtigen.

Wir verringern die Risiken durch Erhöhen der Flexibilität in der Produktion sowie durch ein konsequentes Kostenmanagement. Wir passen unsere Kapazitäten den Marktentwicklungen an und verbessern ständig die Effizienz der Produktions- und Geschäftsprozesse, um damit die Kostenbasis zu reduzieren.

Wir gehen davon aus, dass die Absatzmengen im Jahr 2017 höher ausfallen werden als im abgelaufenen Geschäftsjahr. Dieses Szenario liegt unseren Planungen und Prognosen zugrunde. Wir halten es für möglich, dass sich Mengen und Preise substanziell anders entwickeln als von uns erwartet. Sollten die Absatzmengen und Preise entgegen unseren aktuellen Erwartungen deutlich schlechter ausfallen, so hätte das große Auswirkungen auf das Ergebnis von Siltronic.

Anpassung unserer Produktionsanlagen an Kundenanforderungen bzw. -nachfragen

Änderungen der Kundennachfrage bzw. der ursprünglichen Marktprämissen könnten nicht schnell genug über Investitionen antizipiert werden bzw. führen zu Fehlinvestitionen. Höhere Investitionen führen zu höheren Mittelabflüssen und zu höheren Abschreibungen im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen oder Investitionen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen bzw. Marktanteile verlieren.

Siltronic nutzt eine Vielzahl an Maßnahmen, um Investitionsrisiken entgegenzuwirken. Investitionen werden von uns nur in Teilabschnitten freigegeben. Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen. Eng mit Investitionsrisiken verbunden ist die Entwicklung der technologischen Anforderungen der Kunden. Siltronic begegnet diesem Risiko durch systematische Gespräche mit den Kunden und durch intensive Marktbeobachtungen.

Siltronic hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass Investitionsprojekte im vorge-gebenen Zeitplan, Budget und entsprechend den Marktentwicklungen fertiggestellt werden können. Wir schätzen das Risiko des Eintritts einer Überschreitung des Investitionsbudgets als gering und die Auswirkung als niedrig ein.

Zusätzliche Kosten durch Stilllegung von Produktionslinien bzw. Standorten

Durch Markt- bzw. Nachfrageänderungen könnten wir gezwungen sein, Teilbereiche, Produktionslinien oder Standorte zu schließen. Daraus können sich Wertberichtigungen für das Anlagevermögen und Schließungskosten wie z. B. Abfindungen für Mitarbeiter ergeben.

Den ehemaligen Produktionsstandort Hikari in Japan haben wir bisher nicht veräußern können. Wir haben alle Buchwerte für diesen Standort abgeschrieben und mehrere Immobilienmakler mit dem Verkauf beauftragt. Es besteht das Risiko, dass wir die bestehenden Gebäude am Standort Hikari zu unseren Kosten abreißen müssen, um das Grundstück veräußern zu können. Wir glauben, dass wir die Immobilie in Hikari ohne den Abriss von Gebäuden veräußern können.

Mit der Wacker Chemie AG haben wir eine Vereinbarung getroffen, wonach die Wacker Chemie AG von der Siltronic AG am Produktionsstandort Burghausen bis zu 500 Mitarbeiter im Zeitraum zwischen dem Jahr 2014 und 2019 mit allen Verpflichtungen übernehmen muss. Der jährliche Transfer von Mitarbeitern der Siltronic zur Wacker Chemie AG erfolgt bisher wie geplant. Einen weiteren Abbau haben wir nicht geplant.

Insgesamt schätzen wir das Risiko von Belastungen als mittel ein. Die Eintrittswahrscheinlichkeit betrachten wir als gering.

Produktentwicklungsrisiken

Die Halbleiterbranche ist unter anderem durch einen laufenden technologischen Wandel und sich verschärfende bzw. auch neue Anforderungen an unsere Fertigungsprozesse charakterisiert. Wir sind möglicherweise nicht in der Lage, angemessen schnell darauf zu reagieren. Wir könnten künftige Marktentwicklungen falsch einschätzen oder Kunden akzeptieren unsere neu entwickelten Produkte nicht. Unsere Konkurrenten könnten neue Generationen von Wafern schneller, zu niedrigeren Preisen oder mit besserer Leistungscharakteristik einführen. Eine falsche Einschätzung künftiger Marktentwicklungen kann sich auf unsere Stellung im Markt und unsere Ergebnissituation auswirken. Neue Produkte, die wir am Markt vorbei- bzw. verspätet entwickeln, haben negative Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis.

Risiken, die sich aus unserer Entwicklungsarbeit ergeben, minimieren wir, indem wir bestimmte Entwicklungen gemeinsam mit Kunden durchführen. Gleichzeitig beobachten wir intensiv den Markt und unsere Wettbewerber, führen Kunden- und Lieferantengespräche und sind regelmäßig auf den für Siltronic wichtigen Kongressen präsent. Siltronic kooperiert bei seinen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, um neueste Trends in seiner Technologie- und Produktentwicklung zu berücksichtigen. Für die Entwicklungsprojekte nutzen wir ein systematisches Projektmanagement. Eindeutige Projektmeilensteine sowie klare Genehmigungsprozesse unterstützen uns dabei, Projektrisiken frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Siltronic verfügt über langjährige Markterfahrung und eine detaillierte Planung, die sofort aktualisiert wird, sobald sich Marktentwicklungen verändern. Das Risiko, dass wir Marktentwicklungen falsch beurteilen oder darauf nicht entsprechend reagieren, schätzen wir als möglich ein. Sollte dies in einzelnen Anwendungsfeldern geschehen, so wären die Auswirkungen auf unsere Ertragsentwicklung voraussichtlich mittel.

Beschaffungsmarktrisiken

Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten

Rohstoffe, Energien, andere Sekundärmaterialien, Maschinen und Ersatzteile werden nur von einer begrenzten Anzahl an Lieferanten angeboten. Aufgrund des allgemeinen Kostendrucks und der Komplexität wird die Zusammenarbeit zunehmend intensiver und die wechselseitigen Abhängigkeiten steigen. Qualitätsmängel, Lieferantenausfall bzw. -verzögerungen und unerwartete Preiserhöhungen können negative Auswirkungen auf die Produktion, den Absatz sowie die Ertragslage haben und eine notwendige Qualifizierung neuer Lieferanten kann eine längere Zeit beanspruchen.

Um die Risiken von Lieferantenausfällen zu begrenzen, wählen wir unsere Lieferanten sorgfältig aus. Für strategische Rohstoffe und Betriebsmittel erarbeiten wir jährlich - bei Bedarf auch ad hoc - systematische Beschaffungsstrategien, die auch eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten. Sofern die Beschaffungsrisiken als signifikant eingestuft werden, treffen wir, wo immer möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Beispiele für solche Maßnahmen sind langfristige Lieferverträge oder der Aufbau von Alternativlieferanten.

Insgesamt sehen wir die Ausfallrisiken, denen Siltronic bei der Rohstoff- und Materialien- bzw. Ersatzteilversorgung ausgesetzt ist, derzeit als möglich an. Wir schätzen die möglichen Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns als mittel ein.

Abhängigkeit von nahe stehenden Unternehmen

Wir beziehen von unserem Mehrheitsgesellschafter Wacker Chemie AG diverse Dienst- und Versorgungsleistungen sowie den für uns sehr wichtigen Rohstoff Polysilizium. Die Dienst- und Versorgungsleistungen betreffen insbesondere Ingenieur- und Versorgungsdienstleistungen am Standort Burghausen sowie allgemeine Konzerndienstleistungen wie Finanzen, Steuern und IT. Müssten wir selber entsprechende Kapazitäten aufbauen oder Alternativlieferanten beauftragen, kann dies zu Zeitverzögerungen und Mehrkosten führen. Engpässe in der Versorgung können zu Produktionsverzögerungen und Absatzverlusten führen.

Die Versorgungsleistungen der Wacker Chemie AG haben wir vertraglich langfristig abgesichert. Es wurden angemessene Kündigungsfristen vereinbart. Auch Polysilizium beziehen wir auf Basis eines Langfristvertrags von der Wacker Chemie AG.

Die Preisentwicklung von Polysilizium hängt vor allem von der konjunkturellen Entwicklung in der Halbleiterindustrie ab und von der Wettbewerbsfähigkeit der Solarenergie im Vergleich zu anderen Formen der Stromgewinnung unter Berücksichtigung des internationalen Handels mit Photovoltaikanlagen. Dadurch steigende Auslastung von Anlagen zur Herstellung von Polysilizium haben steigende Preise für Polysilizium zur Folge, wohingegen zunehmende Überkapazitäten tendenziell zu sinkenden Preisen führen.

Zur Minimierung eines Lieferausfalls für Polysilizium sind zwei Produktionsstandorte der Wacker Chemie AG sowie weitere Lieferanten qualifiziert. Wir betrachten die Ergebnisauswirkung als niedrig, eine Beendigung von Leistungen schätzen wir aktuell als gering ein.

Produkthaftungs- und Produktionsrisiken

In der Produktion, bei der Lagerung oder dem Transport können Fehler auftreten, die zu Produktmängeln oder Personen-, Sachoder Umweltschäden führen können. Unser Produktionsprozess ist hochkomplex und erfordert modernste Anlagen, die permanent weiterentwickelt werden, um die hohen Kundenansprüche in Bezug auf Spezifikationen, Qualität (Performance, Stabilität und kontinuierliche Verbesserungen) und Preis zu erfüllen. Kleinste Abweichungen in der Lieferperformance können zu erheblichen Schäden bei den Kunden und Schadensersatzansprüchen, Bestellreduzierungen bis hin zur Beendigung der Kundenbeziehung führen. Damit verbunden sind auch kostenaufwendige Rückrufaktionen und Neuqualifikationen. Mögliche negative Auswirkungen auf unsere Reputation können zusätzlich die künftige Geschäftsentwicklung belasten.

Wir haben versicherbare Risiken angemessen versichert. Um Qualitätsmängeln entgegenzutreten, hat die Sicherstellung hoher Qualitätsstandards bei der Siltronic eine besonders hohe Bedeutung. Siltronic steuert ihre Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS) und daraus abgeleitete Prozesssteuerungs- und Monitoringsysteme. Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Umsetzung der Kundenspezifikationen, Sicherheit sowie Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie ISO TS 16949 (Qualität), ISO 14001 (Umwelt), OHSAS 18001 (Gesundheit), Responsible Care® und Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen und Audits versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch und leiten daraus notwendige Verbesserungsmaßnahmen ab. Im Schadensfall regeln an jedem Siltronic-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Zur Verminderung von Qualitätsrisiken setzen wir "Lean Six Sigma"-Methodiken zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung unserer Produktionsprozesse ein.

In den letzten Jahren sind keine größeren Schäden aufgetreten. Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass Schadensfälle bei Produktion, Lagerung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden Schadensereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des Siltronic-Konzerns haben.

Effizienz- und Produktionskostenziele werden nicht erreicht

Unserer Ergebnisplanung liegen erwartete Einsparungen bei den Herstell- und Gemeinkosten zugrunde. So planen wir beispielsweise diverse Maßnahmen zur Reduktion des Rohstoff- und Materialeinsatzes sowie der Prozesskosten, aber auch der indirekten Kosten ("Overheadkosten"). Wir haben die kontinuierlichen Kosteneinsparungen in einem Kostensenkungsprogramm (Kosten-Roadmap) für die nächsten Jahre festgelegt. Es besteht das Risiko, dass wir diese Kosteneinsparungen nicht wie geplant umsetzen können. Zum einen unterliegen die Marktpreise für Rohstoffe und Energien erheblichen Schwankungen und zum anderen besteht die Möglichkeit, dass geplante Maßnahmen zur Herstellkostenoptimierung nicht wie geplant umgesetzt werden können.

In den letzten Jahren haben wir bereits erhebliche jährliche Kosteneinsparungen erzielt und sind zuversichtlich, dies auch in den nächsten Jahren fortzusetzen. Die Kosteneinsparziele wurden für die verschiedenen Bereiche heruntergebrochen und individuell mit den Bereichen vereinbart. In unserem internen monatlichen Kostenreport werden die Fortschritte und Zielerreichungsgrade regelmäßig ausgewertet und berichtet, um bei sich abzeichnenden negativen Abweichungen zeitnah reagieren zu können. Wir schätzen die Auswirkungen, dass unsere Kosten-Roadmap nicht wie geplant umgesetzt wird, als niedrig ein, die Eintrittswahrscheinlichkeit halten wir für möglich.

Rechtliche und regulatorische Risiken

Allgemeine rechtliche Risiken

Langwierige Rechtsstreitigkeiten können sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens negativ auswirken und hohe Kosten verursachen.

Um möglichen Risiken zu begegnen, die aus den unterschiedlichsten steuerlichen, wettbewerbs-, patent-, kartell-, handels-, arbeits- und vertragsrechtlichen Regelungen und Gesetzen entstehen können, stützt Siltronic Entscheidungen auf intensive Recherchen und rechtliche Beratung. Siltronic ist als Technologieunternehmen in besonderem Maße auf den Schutz des geistigen Eigentums angewiesen und verfolgt hierfür eine entsprechende Patentstrategie. Rechtliche Risiken begrenzen wir durch eine juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir auch auf spezialisierte externe Rechtsexperten zurück. Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unsere Abteilung Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir weitestgehend sicher, dass vor der Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob bestehende Patente und Schutzrechte Dritter eine Vermarktung neu entwickelter Produkte, Technologien und Verfahren behindern. Das Risiko von Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. In dem geltenden Code of Conduct sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Mitarbeiter bindend gelten. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen und versuchen, Reputationsrisiken zu vermeiden.

Aufgrund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten in allen wesentlichen Regionen der Welt ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten, etwa in Form von Rechtsstreitigkeiten. Konkrete Hinweise auf solche Ereignisse, die sich in größerem Umfang auf unser Geschäft auswirken könnten, haben wir aber gegenwärtig nicht, halten die Eintrittswahrscheinlichkeit derzeit jedoch für möglich. Wir sehen zurzeit keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder andere rechtliche Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten. Sollten solche Risiken eintreten, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des Siltronic-Konzerns.

Umweltrechtliche Risiken

Die Siltronic unterliegt einer Reihe von lokalen Umweltschutzgesetzen und -auflagen, die sich vor allem auf die Lagerung, Handhabung, Entsorgung, Emission und Registrierung von gefährlichen Stoffen beziehen. Das könnte uns einer Haftung für Umweltschäden aussetzen oder unsere Herstellkosten und damit verbunden unsere Kosten für die Einhaltung von Rechtsvorschriften erhöhen. Wenn Umweltgesetze geändert werden, kann dies zu weiteren Belastungen an unseren Standorten führen. Dies kann auch Standorte betreffen, an denen nicht mehr produziert wird.

Siltronic begegnet diesem Risiko durch umfangreiche Instandhaltungsroutinen und laufende Inspektionen der eigenen Anlagen. Siltronic hat in seinem Leitbild die Verantwortung für Umweltschutz, Sicherheit und Gesundheit formuliert und weltweit verbindliche Grundsätze und Strategien kommuniziert. Für Schadensfälle hat Siltronic neben dem entsprechenden Versicherungsschutz Notfallpläne entwickelt, die regelmäßig überprüft und trainiert werden.

Die Siltronic Corp., USA, ist gegenwärtig Partei eines Verwaltungsverfahrens mit der Umweltbehörde in Oregon (Oregon Department of Environmental Quality) und der nationalen Umweltbehöre EPA (US Environmental Protection Agency) im Zusammenhang mit der Untersuchung eines Grundstücks in Portland und einer möglichen Mitverantwortlichkeit für die Kontaminierung der Sedimente des Willamette-Flusses in Portland und des Grundstücks, das der Gesellschaft gehört. Wesentliche Aufwendungen für die Umweltuntersuchungen und die Altlastensanierung werden bisher von unseren Versicherungen getragen. Das hieraus resultierende Risiko wird vor dem Hintergrund der langjährigen Erfahrung mit diesem Sachverhalt und der Kommunikation mit den eingebundenen Parteien, insbesondere der Umweltbehörde in Orgeon, der nationalen Umweltbehörde und den Versicherungen sowie anderen Grundstückseigentümern des Gewerbegebiets, als gering eingeschätzt. Insgesamt halten wir den Eintritt eines Umweltrisikos für gering und die möglichen negativen Auswirkungen auf das Ergebnis des Siltronic-Konzerns bewerten wir als mittel.

Regulatorische Risiken

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist festgelegt, dass die EEG-Umlage für sehr energieintensive Unternehmen wie die Siltronic begrenzt ist. Sollten wir die vorgegebenen Stromintensitäten beispielsweise aufgrund von erfolgreichen Energieeffizienzmaßnahmen nicht mehr erreichen, können wir von den Ausgleichsregelungen für energieintensive Unternehmen nicht weiter profitieren.

Der Antrag auf Reduzierung der EEG-Umlage für 2017 wurde 2016 auf Basis der Vorjahresdaten gestellt und Ende 2016 seitens des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle genehmigt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit sehen wir daher als gering an und die negativen Auswirkungen auf das Ergebnis als niedrig. Die regulatorischen Risiken für die Folgejahre können derzeit noch nicht abgeschätzt werden.

Sicherheit der IT-Systeme sowie Datensicherheit

Unsere IT-gestützten Produktions- und Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt. Eine Unterbrechung, Fehler oder Verzögerung von IT-Funktionen und der Kommunikationssysteme hätten daher einen erheblichen negativen Einfluss auf die Arbeitsabläufe, die Ertragslage sowie unsere Reputation.

Siltronic überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und hat einen hohen Fokus auf die sichere Abwicklung der IT-gestützten Produktions- und Geschäftsprozesse. Unsere IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Die Grundlage dafür bildet der ISO-Standard 27001. Anhand einer Risikoanalyse definieren wir für unsere zentralen Systeme die Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten, die wir in sogenannten SLAs (Service Level Agreements) mit unseren Dienstleistern festhalten. Das Einhalten dieser SLAs überwachen und kontrollieren wir laufend.

Für den Notfall haben wir entsprechende Vorsorge getroffen. Weltweit hat unser Dienstleister ein Sicherheitsteam etabliert, das Problemen bei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Systeme durch organisatorische und technische Maßnahmen sowie mittels Awareness-Programmen entgegenwirkt.

Es ist ein allgemeiner Anstieg von Bedrohungen der Informationssicherheit zu verzeichnen. Dies gilt insbesondere sowohl für den Einsatz von IT-Systemen zur Unterstützung der Geschäftsprozesse als auch für die Kommunikation. Störungen und Angriffe auf die IT-Systeme und Netzwerke sind nie vollständig auszuschließen. Aufgrund unserer Vorsorgemaßnahmen stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit und sich daraus ergebende Risiken als gering ein. Sollte es in unseren IT-Systemen aber dennoch zu Störungen, Ausfällen und Angriffen größeren Umfangs bzw. längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des Siltronic-Konzerns.

Personalrisiken

Der Mangel an engagierten und qualifizierten Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum und den technologischen Vorsprung des Unternehmens auswirken.

Wir begrenzen die Personalrisiken über diverse personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere unser Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne. Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Für Schlüsselpositionen im Unternehmen erfolgt konzernweit eine Nachfolgeplanung.

Wir sehen derzeit keine Risiken, nicht ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Unsere 2015 durchgeführte Mitarbeiterbefragung in Deutschland ergab eine relativ hohe Zufriedenheit mit Ansatzpunkten für Verbesserung. Wir sehen die Risiken für unseren Personalbedarf als insgesamt gering an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig.

Pensionsrisiken

Wir sind teilweise verpflichtet, unseren Mitarbeitern Pensionen und Betriebsrenten nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses zu zahlen. Durch die steigende Lebenserwartung der bezugsberechtigten Mitarbeiter, zusätzliche Verpflichtungen aus Gehalts- und Rentenanpassungen sowie sinkende Abzinsungsfaktoren steigen die Pensionsverpflichtungen. Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von Siltronic ist in Deutschland über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG abgedeckt und in den USA über Pensionsfonds. Wir sind nach IAS 19 verpflichtet, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie andere Bewertungsänderungen sofort und vollständig erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen. Das führt dazu, dass es zu einer höheren Volatilität des Eigenkapitals kommt.

Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert über unterschiedliche Anlageklassen und Regionen. Im Rahmen ihres Bilanzstrukturmanagements steuert und optimiert die Pensionskasse alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. Siltronic leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse.

Die bezugsberechtigten Mitarbeiter werden immer älter und die Kapitalmarktzinsen sind in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird künftig wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. Siltronic erwartet, dass im Jahr 2017 eine Sonderzahlung in die Pensionskasse geleistet wird. Die Auswirkungen auf den Cashflow würden in diesem Fall im niedrigen Bereich liegen. Für die Zukunft halten wir es für möglich, dass wir weitere Zahlungen in Deutschland in die Pensionskasse sowie in den USA in den Pensionsfonds leisten müssen und dass Pensionsaufwand sowie Rentenzahlungen steigen werden. Weitere Informationen dazu sind in der Ziffer 10 im Konzernanhang zu finden.

Finanzwirtschaftlichen Risiken

Zu den finanzwirtschaftlichen Risiken aus unserer laufenden Geschäftstätigkeit gehören Marktpreis-, Kredit- sowie Liquiditätsrisiken. Geschäfte mit Finanzinstrumenten sowie das Management der Liquidität erfolgen weltweit zentral durch die Abteilung Corporate Finance & Insurance.

Kreditrisiko

Aufgrund des Einsatzes von Finanzinstrumenten und hoher Guthaben bei Kreditinstituten besteht das Risiko eines Forderungsausfalls gegen Finanzinstitute. Wir begrenzen dieses Kontrahentenausfallrisiko, indem Finanzinstrumente und Finanzanlagen nur mit Vertragspartnern guter Bonität abgeschlossen und die jeweiligen Geschäftsvolumen sowie Laufzeiten limitiert werden. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration hinsichtlich des Ausfalls von Finanzinstituten gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Kreditrisiken aus dem Ausfall von Finanzinstituten eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von Siltronic voraussichtlich im mittleren Bereich.

Durch die Konsolidierung im Halbleitermarkt steigt die Konzentrierung weiter auf größer werdende Abnehmer. Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Unser Forderungsmanagement bewertet regelmäßig die Bonität der Kunden. Ausfallrisiken werden über definierte Kreditlimits und in ausgewählten Fällen über Bankbürgschaften begrenzt. Wir versuchen, eine möglichst breite, ausgeglichene und solide Kundenbasis aufzubauen. Im Berichtsjahr sind wie im Vorjahr keine nennenswerten Forderungsausfälle aufgetreten. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Forderungsausfällen schätzen wir als gering ein. Die finanzielle Höhe eines Ausfalls bewerten wir als niedrig.

Marktpreis-/Währungsrisiko

Einen Großteil unserer Umsatzerlöse erzielen wir in US-Dollar und Japanischen Yen, Kosten fallen hingegen überwiegend in Euro und Singapur-Dollar an. Wechselkursänderungen können damit Umsatz, Ergebnis, die Liquidität und die Bewertung der Finanzanlagen bzw. -verbindlichkeiten sowie der Finanzinstrumente zur Währungsabsicherung beeinflussen.

Wir setzen originäre und derivative Finanzinstrumente ein, um die durch das operative Geschäft notwendigen finanziellen Bedürfnisse und Risiken zu decken und zu steuern. Den Absicherungen liegen neben bereits gebuchten operativen Geschäften Prognosen über künftige Zahlungsströme zugrunde. Der abnehmenden Prognosegenauigkeit in der Zukunft wird mit abgestuften Sicherungsquoten Rechnung getragen. Wir begegnen Wechselkursrisiken zusätzlich durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraums. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden nicht abgesichert. Eine zusammenfassende Aufstellung der zum Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente sowie ergänzende Beschreibungen zum Management finanzwirtschaftlicher Risiken sind im Anhang unter Ziffer 16 enthalten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2017 zu Währungskursänderungen kommt, die substanziell von unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als möglich ein. Sollte dieser Fall eintreten, so hätte das vermutlich große Auswirkungen auf das Konzernergebnis.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko wird mittels einer rollierenden Liquiditätsplanung und effizienter Cash-Management-Systeme zentral gesteuert. Dem Finanzierungsrisiko beugt Siltronic durch vorgehaltene Liquidität vor.

Die Liquidität von Siltronic hat sich im Geschäftsjahr 2016 durch den positiven Cashflow trotz höherer Investitionen sehr positiv entwickelt. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als gering ein. Sollte es dennoch wider Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig.

CHANCENBERICHT

Siltronic sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln. Um Chancen frühzeitig zu erkennen, setzen wir diverse Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur laufenden strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem stehen wir für die Beurteilung künftiger Chancen im engen Kontakt mit unseren Kunden. Ob und in welchem Maße identifizierte Chancen erreicht werden, wird über Kennzahlen verfolgt (Rolling Forecast und Ist-Berichterstattung).

Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Risiko-Chancen-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt.

Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Chancen

Ertrag weiter steigern

Siltronic sieht weiterhin gute Chancen, den Ertrag zu steigern. Die Fokusregion liegt für uns unverändert in Asien. Der zunehmende Wohlstand in der Region Asien und in Schwellenländern anderer Regionen lässt die Nachfrage nach höherwertigen Produkten, in denen Halbleiter zum Einsatz kommen, steigen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Industrieanwendungen, Smartphones, Tablets und Konsumelektronik. Mit innovativen Produkten wollen wir dieses Wachstum begleiten.

Mit steigender Auslastung der Produktionskapazitäten geht die Chance einher, dass Preise für Wafer erhöht werden können oder zumindest der Preisrückgang geringer ausfällt als in der Vergangenheit. Da sich positive Entwicklungen bei den Preisen in vollem Umfang in der Ertrags- und Finanzlage niederschlagen, kommt dieser Chance eine besondere Bedeutung zu. Eine ähnliche Wirkung wie positive Preisentwicklungen entfalten günstigere Wechselkurse. Für Siltronic ist das Wechselkursverhältnis des Euros zum US-Dollar und zum Japanischen Yen entscheidend. Der Preis von Siliziumwafern wird in der Regel in US-Dollar festgelegt. Der US-Dollar hat in den vergangenen Monaten weiter an Wert gewonnen. Diese Entwicklung erhöht den Wert unserer auf US-Dollar lautenden Umsätze, während unsere Aufwendungen überwiegend auf Euro lauten und nicht beeinflusst sind.

Präsenz bei allen Wafer-Verbrauchern

Mit unserem Produktportfolio bedienen wir unter anderem alle 20 führenden Verbraucher von Siliziumwafern für die Halbleiterindustrie. Der Anstieg der Nachfrage nach Siliziumwafern für die Halbleiterindustrie ist in jüngerer Zeit von einer breiten Anwendungsbasis getragen. Unterstützend hat sich der Bedarf im Bereich Smartphone und PC besser entwickelt als ursprünglich von den Märkten erwartet. Wir erwarten eine robuste Nachfrageentwicklung in den traditionellen Anwendungsbereichen Smartphones, PCs, Tablets und Konsumelektronik. Neue Märkte und Anwendungsbereiche wie im Gesundheitswesen, in der Automobilindustrie und in der allgemeinen Industrie entwickeln sich vermutlich überproportional und sorgen somit für steigende Nachfrage nach Siliziumwafern. Mit unserem breiten Produktportfolio können wir in hervorragender Weise diese globalen Zukunftsthemen bedienen. Durch die Auffächerung unserer Produkte in immer mehr Anwendungen und Industrien erwarten wir, dass der Halbleitermarkt künftig weniger kurzfristige zyklische Nachfrageschwankungen aufzeigen wird und sich zu einem stabileren Markt weiterentwickelt.

Unternehmensstrategische und leistungswirtschaftliche Chancen

Gute finanzielle Lage

Die gute finanzielle Situation ermöglicht es uns, bei entsprechenden Markt- und Branchenentwicklungen kurzfristig auf sich bietende strategische Optionen flexibel und schnell reagieren zu können. Der Investitionsschwerpunkt liegt auf Anlagen zur Herstellung von Wafern mit höheren Anforderungen sowie auf weiteren Automatisierungen. Signifikante Erweiterungsinvestitionen sind bei den aktuellen Verkaufspreisen nicht geplant. Wir sind zuversichtlich, Kapazitätssteigerungen über Effizienzsteigerungen und den Abbau von Produktionsengpässen zu erzielen.

Technologieführerschaft aufrechterhalten

Wir sind zuversichtlich, an den weiteren Möglichkeiten und Chancen der Branche erfolgreich zu partizipieren, da wir fortlaufend neue technologische Lösungen für unsere Kunden entwickeln. Die Wafer werden für immer kleinere Strukturen verwendet, die auch als Design Rules bezeichnet werden und heute im Bereich von wenigen Nanometern liegen. Beispielsweise arbeiten wir gegenwärtig mit unseren Kunden daran, die nächste, gemeinhin als "Sub-10 nm" bezeichnete Design Rule am Markt einzuführen. An der Entwicklung der folgenden Design Rule arbeiten wir ebenfalls schon. Dies ermöglicht die Produktion von immer leistungsfähigeren und energieeffizienteren Generationen von Halbleiterchips. Durch den Einsatz neuer Materialien wie beispielsweise Galliumnitrid versprechen wir uns ebenfalls weitere Wachstumsperspektiven.

Kostenposition kontinuierlich verbessern

Siltronic bieten sich eine Reihe von Chancen, Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivität zu verbessern. Wir haben jeweils Kostensenkungspotenziale identifiziert und setzen die Maßnahmen bereits um. Hebel für Kostensenkungen sehen wir unter anderem in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten in der Herstellung sowie der Suche nach neuen Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen zu erreichen. Investitionen in die weitere Automatisierung der Produktion helfen ebenfalls, die Kostenstrukturen zu verbessern. Zudem arbeiten wir an einer weiteren Flexibilisierung unserer Standorte, um besser auf Marktveränderungen reagieren zu können.

BEURTEILUNG DES GESAMTRISIKOS DURCH DEN VORSTAND

Im Berichtsjahr hat sich das Risikoprofil des Konzerns nicht signifikant verändert. Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten.

5 PROGNOSEBERICHT

1. VORAUSSICHTLICHE GESAMT- UND BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG3

Die Risiken und Unsicherheiten für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft halten an. Die Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das globale Wachstum im Jahr 2017 liegt derzeit etwas über dem erwarteten Wert für 2016 (2016: +3,1 Prozent, 2017: +3,4 Prozent). Dabei hat sich die Erwartung des IWF für die Industrienationen in den letzten Monaten aufgrund der Unsicherheit neuer politischer Entwicklungen etwas abgeschwächt. Der Ausblick für Schwellen- und Entwicklungsländer hat sich dagegen leicht verbessert. Insgesamt wird für die großen Wirtschaftsräume eine ähnliche Entwicklung wie in 2016 erwartet.

Im Euroraum stehen die Zeichen weiter auf einem moderaten Wachstum mit 1,6 Prozent für 2017.

Für Deutschland prognostiziert der IWF für 2017 mit 1,5 Prozent ein etwas verlangsamtes Wachstum (2016: + 1,7 Prozent). Die USA sollen dagegen 2017 mit 2,3 Prozent wieder etwas stärker zulegen (2016: + 1,6 Prozent). Für Japan sieht der IWF mit + 0,8 Prozent nahezu keine Änderung gegenüber den Vorjahren (Prognose für 2016: + 0,9 Prozent). Für China prognostiziert der IWF ein Wachstum von 6,5 Prozent.

Für das Jahr 2017 erwartet die Marktforschungsfirma IHS Technology, dass die Nachfrage nach Siliziumwafern weiter um 4,9 Prozent ansteigt. Der Anstieg wird getrieben von den guten Wachstumsprognosen für siliziumbasierte Halbleiterbauteile (+ 7,4 Prozent für den weltweiten Umsatz).

3 IMF (World Economic Outlook, January Update, Release January 16th, 2017)IHS Markit Technology (Semiconductor Silicon Demand Forecast Tool, Q1 - 2017 Update, Release January 13th, 2017)

2. KÜNFTIGE ENTWICKLUNG DER SILTRONIC

Siltronic plant keine wesentlichen Änderungen der Unternehmensziele und -strategie. Auch weiterhin werden der Ausbau unserer Technologieführerschaft, die Beibehaltung unserer Qualitätsführerschaft und die Fortsetzung unseres Programms für operative Exzellenz und Kostensenkung ebenso wie eine hohe Profitabilität und stabile Cashflows kurz- und langfristig im Fokus stehen.

Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für den Siltronic-Konzern bleiben unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Dies sind:

EBITDA-Marge
ROCE
Free-Cashflow

Diese wichtigsten Steuerungskennzahlen entwickeln sich für den Konzern aus heutiger Sicht wie folgt:

EBITDA-Marge wird weiter steigen

Wir erwarten, dass sich unsere EBITDA-Marge 2017 weiter verbessert. Voraussichtlich wird sie bei mindestens 20 Prozent liegen.

Die Prognose für die EBITDA-Marge fußt auf folgenden Annahmen, die weitere finanzielle Leistungsindikatoren betreffen:

Umsatz wird 2017 deutlich auf mindestens EUR 1 Mrd. steigen

Für 2017 erwartet der Vorstand der Siltronic aus heutiger Sicht (Stand Februar 2017), dass der Waferabsatz im Gesamtjahr leicht steigen wird.

Wir erwarten, dass das erste Quartal 2017 ungefähr auf Niveau des sehr starken vierten Quartals 2016 liegen wird. Auch für das zweite Quartal erwarten wir eine starke Nachfrage nach Siliziumwafern.

Wir sehen insbesondere bei Solid State Drives, die auf NAND-Technologie basieren, in der Automobilindustrie und den Industrieanwendungen interessante Perspektiven und erwarten hier insgesamt ein weiteres Wachstum.

Für 2017 erwarten wir ein Mengenwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Wir gehen davon aus, dass wir 2017 den Produktmix weiter optimieren.

Bereits Ende 2016 haben wir begonnen, unsere Kunden über Preiserhöhungen ab dem ersten Quartal 2017 zu informieren. Insgesamt verlaufen die Preisverhandlungen sehr positiv und wir konnten bereits teilweise deutliche Preissteigerungen erzielen. Wir erwarten, dass sich dieser Trend zumindest im ersten Halbjahr 2017 fortsetzen wird. Aufgrund unterschiedlicher Vertragslaufzeiten der Kundenverträge von drei Monaten bis zu über einem Jahr sind positive Effekte aus den Preisverhandlungen für 2017 jedoch nur schrittweise zu erwarten.

Unter den oben genannten Annahmen zur Absatzmenge und zu den durchschnittlichen Verkaufspreisen wird der Umsatz für das Gesamtjahr voraussichtlich bei mindestens EUR 1 Mrd. liegen.

Forschung und Entwicklung (F&E) auch künftig bei circa 7 Prozent vom Umsatz

Zur langfristigen Erhaltung unserer Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit streben wir an, auch künftig rund 7 Prozent vom Umsatz in F&E zu investieren.

WEITERE OPTIMIERUNG DER KOSTENPOSITIONEN

Wir wollen unser seit Jahren bestehendes Kosteneinsparprogramm weiter fortsetzen und planen auch in Zukunft, unsere wesentlichen Kostenpositionen kontinuierlich zu prüfen und zu optimieren. Wir erwarten, 2017 ein Einsparpotenzial von rund EUR 20 Mio. bis EUR 25 Mio. realisieren zu können.

Das Ergebnis wird durch Tariferhöhungen und die Inflation voraussichtlich mit circa EUR 15 Mio. belastet.

Währungsverluste deutlich niedriger

Die Währungsverluste, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen verbucht werden, werden mit rund EUR 10 Mio. deutlich niedriger ausfallen als 2016 (EUR 20,9 Mio.), wenn der US-Dollar im Jahresschnitt 2017 bei EUR/USD 1,05 und der Japanische Yen bei EUR/JPY 120 notieren wird.

ROCE positiv

Wir gehen davon aus, dass der ROCE 2017 erheblich über dem Vorjahr, in etwa im Bereich der Kapitalkosten liegen wird. Neben der Entwicklung der Einflussfaktoren auf das EBITDA haben insbesondere folgende Annahmen Auswirkung auf die Entwicklung des ROCE:

Abschreibungen auf Vorjahresniveau

Wir gehen davon aus, dass die Abschreibungen 2017 gegenüber 2016 stabil sein werden. Für 2018 erwarten wir einen deutlichen Rückgang.

Steuerquote

Die Steuerquote wird voraussichtlich zwischen 20 und 25 Prozent liegen.

Finanzergebnis unverändert

Der Zinsaufwand resultiert im Wesentlichen aus der Abzinsung der Pensionen und wird voraussichtlich etwa EUR 10 Mio. betragen.

Investitionen in Automatisierung und Capabilities leicht über Vorjahr

Aufgrund eines positiven Produktmix und steigender Anforderungen an unsere Capabilities planen wir für das Geschäftsjahr 2017 Investitionen in Höhe von rund EUR 100 Mio. Hierin sind Investitionen in die weitere Automation unserer Produktion und den weiteren sukzessiven Austausch von Kristallziehanlagen in Freiberg enthalten.

Positiver Free-Cashflow

Wir erwarten, dass 2017 der Saldo der erhaltenen Kundenanzahlungen um etwa EUR 20 Mio. zurückgehen und den Cashflow entsprechend belasten wird. Trotz dieses Effekts gehen wir für 2017 von einem deutlich positiven Free-Cashflow aus, der weit über dem Wert von 2016 liegen wird.

Ergebnis je Aktie wird deutlich steigen

Das Ergebnis je Aktie wird im Geschäftsjahr 2017 deutlich steigen.

Die tatsächliche Entwicklung des Konzerns kann aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen.

3. GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG

Der Vorstand erwartet zum Zeitpunkt der Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts 2016, dass Siltronic auch 2017 erfolgreich am Markt agieren wird.

Wir sehen weitere Optimierungsmöglichkeiten durch unser Kosten-Roadmap-Programm. Zusätzlich wird der Aufwand aus Hedging unter der Annahme eines EUR/USD-Kurses von 1,05 und eines EUR/JPY-Kurses von 120 deutlich geringer ausfallen. Bei einem Umsatz-niveau von mindestens EUR 1 Mrd. und einem steigenden EBITDA erwarten wir für 2017 eine nachhaltige EBITDA-Marge, die bei mindestens 20 Prozent liegen sollte.

6 SCHLUSSERKLÄRUNG NACH § 312 ABS. 3 HGB

Der Vorstand der Siltronic AG hat nach § 312 Abs. 3 AktG einen Abhängigkeitsbericht für alle Beziehungen mit verbundenen Unternehmen erstellt. Dieser Bericht enthält folgende Schlusserklärung: "Wir erklären, dass die Siltronic AG bei den im Abhängigkeitsbericht aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt worden ist."

7 BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS

"Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung der Siltronic AG, München, und ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

München, den 22. Februar 2017

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Hanshen, Wirtschaftsprüfer

Ratkovic, Wirtschaftsprüfer

8 VERGÜTUNGSBERICHT

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und des mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Konzernabschlusses.

1. VERGÜTUNGSSYSTEM FÜR DEN VORSTAND

Für die Festlegung der individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Siltronic AG ist der gesamte Aufsichtsrat nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss zuständig.

Das Vergütungssystem für den Vorstand setzt sich aus folgenden wesentlichen Komponenten zusammen:

Festes Jahresgehalt

Das feste Jahresgehalt wird monatlich in gleichen Raten ausbezahlt.

Variables Gehalt (erfolgs- und leistungsbezogener Bonus)

Die Höhe des variablen, jährlich im Nachhinein zahlbaren Bonus ist abhängig davon, dass vom Aufsichtsrat für alle Mitglieder des Vorstands einheitlich festgesetzte Ziele erreicht werden. Die Ziele basieren auf den folgenden vier finanziellen Steuerungsgrößen:

EBITDA-Marge
Free-Cashflow
Return On Capital Employed (ROCE)
Ergebnis nach Kapitaleinsatz

Für die Bemessung des Bonus werden die Zielerreichung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie die Gesamtzielerreichung der zwei dem abgelaufenen Geschäftsjahr vorangegangenen Jahre im Wege einer Durchschnittsbildung einbezogen. Der rechnerische Zielbonus liegt bei 100 Prozent Zielerreichung im Bemessungszeitraum bei 100 Prozent des durchschnittlichen Jahresbruttogrundgehalts im letzten Jahr des Bemessungszeitraums. Der Maximalbonus für die Vorstandsmitglieder beträgt 200 Prozent des durchschnittlichen Jahresgrundgehalts im letzten Jahr des Bemessungszeitraums.

Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, den rechnerisch ermittelten Bonus auf der Grundlage einer Würdigung aller Umstände unter Einbeziehung der individuellen Leistung um bis zu 30 Prozent zu erhöhen oder zu reduzieren.

Die Bonushöhe wird vom Aufsichtsrat der Gesellschaft jeweils im März eines Jahres für das abgelaufene Geschäftsjahr festgelegt.

85 Prozent des festgesetzten Bonus für ein entsprechendes Geschäftsjahr werden mit dem nächsten Festgehalt ausgezahlt, die übrigen 15 Prozent werden in Form von Aktien der Gesellschaft gezahlt, die die Siltronic über die Börse im Namen und für das Vorstandsmitglied erwirbt. Für diese Aktien gilt eine Haltefrist von zwei Jahren.

Für den erfolgreichen Börsengang der Siltronic AG haben Herr Dr. Christoph von Plotho und Herr Rainer Irle im Jahr 2015 jeweils einen Sonderbonus in Höhe von EUR 120.000 (Herr Dr. Christoph von Plotho) bzw. EUR 84.000 (Herr Rainer Irle) erhalten, wovon jeweils 50 Prozent in Aktien erbracht wurden. Für diese Aktien gilt ebenfalls eine Haltefrist von zwei Jahren.

Beitrag zur Altersversorgung

Zur Sicherung der betrieblichen Grundversorgung leisten die Gesellschaft und der Vorstand monatliche Beiträge an die Pensionskasse des Wacker Chemie VVaG nach Maßgabe der Allgemeinen Versicherungsbedingungen 1972 der Pensionskasse des Wacker Chemie VVaG.

Der Vorstand erwirbt außerdem Ansprüche gegenüber der Gesellschaft nach der Ordnung der betrieblichen Zusatzversorgung in ihrer jeweils gültigen Fassung. Als versorgungsfähiges Einkommen im Sinne der Ordnung gilt das vereinbarte feste Jahresgehalt. Die Leistungen aus dieser betrieblichen Zusatzversorgung bestehen aus Altersrenten, vorgezogenen Altersrenten, Invaliditätsrenten und Hinterbliebenenrenten. Der Versorgungsaufwand beträgt 12,25 Prozent des versorgungsfähigen Jahreseinkommens zwischen 100 Prozent und 150 Prozent sowie 15 Prozent des versorgungsfähigen Jahreseinkommens oberhalb 150 Prozent der maßgeblichen jährlichen Beitragsbemessungsgrenze in der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung. Die Höhe der jährlichen Versorgungsleistungen ergibt sich aus dem bis zum Eintritt des Versorgungsfalls vom Unternehmen insgesamt zur Verfügung gestellten Versorgungsaufwand, der mit 18 Prozent verrentet wird.

Der Vorstand erhält von der Gesellschaft zusätzlich einen monatlichen Betrag (brutto) in Höhe des Arbeitgeberanteils zur gesetzlichen Rentenversicherung (auf Basis der 2016 gültigen sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen von derzeit EUR 579,70 brutto pro Monat) als Baustein für den Aufbau einer privaten Altersversorgung.

Sonstige wesentliche Vereinbarungen

Die Gesellschaft gewährt den Mitgliedern des Vorstands angemessenen Versicherungsschutz, insbesondere eine D&O-Versicherung mit einem Selbstbehalt entsprechend den Vorgaben des deutschen Aktiengesetzes.

Die Mitglieder des Vorstands unterliegen im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen jeweils einer zwölfmonatigen Karenzverpflichtung, die mit einer Karenzentschädigung verbunden ist. Die Karenzentschädigung errechnet sich auf Basis von 50 Prozent der zuletzt bezogenen Jahresgesamtbezüge (Durchschnitt der letzten drei Jahre). Ein etwaiges Ruhegehalt wird auf die Karenzentschädigung angerechnet.

Für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sehen die Vorstandsverträge vor, dass etwaige Ausgleichszahlungen für die Vorstände auf den Wert von maximal zwei Jahresgesamtvergütungen begrenzt sind (Abfindungs-Cap).

2. GESAMTVERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2016

Die aktuelle Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder ist in den nachfolgenden Tabellen dargestellt, die den vom Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen Tabellen folgen.

Die nachfolgende Tabelle weist den Wert der für das Geschäftsjahr 2016 gewährten Zuwendungen aus. Dabei werden auch die Werte, die im Minimum bzw. Maximum erreicht werden können, angegeben.

Gewährte Zuwendungen (Zielwerte) für das Berichtsjahr

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Dr. Christoph von Plotho
Vorsitzender des Vorstands
--- --- --- --- ---
2016 2016 2016 2015
--- --- --- --- ---
EUR Ziel Minimum Maximum Ziel
--- --- --- --- ---
Festvergütung 400.000 400.000 400.000 379.846
Periodenfremde Zahlung1 0 0 0 12.919
Nebenleistungen2 43.139 43.139 43.139 41.244
Summe 443.139 443.139 443.139 434.009
Einjährige variable Vergütung3 0 0 0 79.400
Börsengang 0 0 0 120.000
Mehrjährige variable Vergütung4 360.000 156.800 639.600 221.212
Summe 803.139 599.939 1.082.739 854.621
Versorgungsaufwand5) 58.810 58.810 58.810 59.320
Gesamtvergütung 861.949 658.749 1.141.549 913.941

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Rainer Irle
Mitglied des Vorstands
--- --- --- --- ---
2016 2016 2016 2015
--- --- --- --- ---
EUR Ziel Minimum Maximum Ziel
--- --- --- --- ---
Festvergütung 280.000 280.000 280.000 258.462
Periodenfremde Zahlung1 0 0 0 8.021
Nebenleistungen2 37.030 37.030 37.030 36.755
Summe 317.030 317.030 317.030 303.238
Einjährige variable Vergütung3 0 0 0 51.900
Börsengang 0 0 0 84.000
Mehrjährige variable Vergütung4 252.000 109.760 447.720 154.848
Summe 569.030 426.790 764.750 593.986
Versorgungsaufwand5 102.910 102.910 102.910 99.899
Gesamtvergütung 671.940 529.700 867.660 693.885

1 Es handelt sich um die anteilige Kompensation eines Einbehalts von Gehalt aus dem Jahr 2013. Zusammen mit der ebenfalls 50-prozentigen Auszahlung im Jahr 2014 ist der Einbehalt des Jahres 2013 vollständig ausbezahlt worden.

2 Nebenleistungen enthalten im Wesentlichen die Nutzung eines Firmenfahrzeugs und Zuschüsse zur Sozialversicherung und zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge.

3 Anteiliger einjähriger Bonus für den Zeitraum 01.01. bis 10.06.2015 (Basis: Zielbonus). Dieser Teil bezieht sich auf die Zeit vor Börsengang der Siltronic AG.

4 Mehrjährige Vergütung für den Zeitraum nach Börsengang. Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 Prozent des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstands-mitglieder Aktien der Siltronic AG (Haltefrist 2 Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festgesetzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst. Für die Berechnung der Minimal- bzw. Maximalwerte wurde die Zielerreichung der beiden vorangegangenen Geschäftsjahre berücksichtigt (2014 mit 100 Prozent und 2015 mit der tatsächlichen Zielerreichung), für das Geschäftsjahr 2016 ein Minimalwert von 0 Prozent bzw. ein Maximalwert von 200 Prozent. In der Angabe des jeweils theoretisch erreichbaren Minimal- bzw. Maximalwerts ist zusätzlich noch der mögliche Ermessensspielraum des Aufsichtsrats enthalten.

5 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen.

Die nachfolgende Tabelle weist die tatsächliche Vergütung für das Geschäftsjahr 2016 aus Festvergütung, Nebenleistungen, variabler Vergütung - differenziert nach einjähriger bzw. mehrjähriger variabler Vergütung - sowie Versorgungsaufwand aus.

Zufluss Berichtsjahr

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Dr. Christoph von Plotho Vorsitzender des Vorstands Rainer Irle Mitglied des Vorstands
EUR 2016 2015 2016 2015
--- --- --- --- ---
Festvergütung 400.000 379.846 280.000 258.462
Periodenfremde Zahlung1 0 12.919 0 8.021
Nebenleistungen2 43.139 41.244 37.030 36.755
Summe 443.139 434.009 317.030 303.238
Einjährige variable Vergütung3 0 90.630 0 59.181
Börsengang 0 120.000 0 84.000
Mehrjährige variable Vergütung4 452.400 238.909 316.680 167.236
Summe 895.539 883.548 633.710 613.655
Versorgungsaufwand5 58.810 59.320 102.910 99.899
Gesamtvergütung 954.349 942.868 736.620 713.554

1 Es handelt sich um die anteilige Kompensation eines Einbehalts von Gehalt aus dem Jahr 2013. Zusammen mit der ebenfalls 50-prozentigen Auszahlung im Jahr 2014 ist der Einbehalt des Jahres 2013 vollständig ausbezahlt worden.

2 Nebenleistungen enthalten insbesondere die Nutzung eines Firmenfahrzeugs und Zuschüsse zur Sozialversicherung und zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge.

3 Anteilige einjährige Vergütung für den Zeitraum 01.01. bis 10.06.2015. Dieser Teil bezieht sich auf die Zeit vor Börsengang der Siltronic AG.

4 Mehrjährige Vergütung für den Zeitraum nach Börsengang. Die Mehrjährigkeit bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage. Für 15 Prozent des festgesetzten Bruttojahresbonus erwerben die Vorstandsmitglieder Aktien der Siltronic AG (Haltefrist zwei Jahre); der einmal auf Basis der dreijährigen Bemessungsgrundlage festge-setzte Bonusbetrag wird im Übrigen nicht durch spätere Entwicklungen beeinflusst.

5 Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen, Hierbei handelt es sich nicht um einen Zufluss im Geschäftsjahr.

Die Bezüge früherer Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen betrugen im Berichtsjahr EUR 210.688 (Vorjahr: EUR 260.215).

Zum 31. Dezember 2016 betrugen die Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstandsmitglieder EUR 3.536.713 (31. Dezember 2015: EUR 2.686.036) und die Pensionsverpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen EUR 7.402.473 (31. Dezember 2015: EUR 6.679.034).

Der Vorstand der Siltronic AG bezieht keine Aktienoptionen, Phantom-Stocks oder Ähnliches.

3. VERGÜTUNG DER AUFSICHTSRATSMITGLIEDER

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Siltronic AG ist in der Satzung der Siltronic AG geregelt.

Die Satzung sieht als feste Jahresvergütung für die Aufsichtsratsmitglieder EUR 30.000 (zuzüglich Umsatzsteuer) vor.

Aufgrund des mit der Wahrnehmung bestimmter Funktionen verbundenen Mehraufwands wird die Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats mit dem Faktor 3 multipliziert. Für seinen Stellvertreter und Vorsitzende eines Ausschusses findet der Faktor 2 Anwendung und für Mitglieder von Ausschüssen wird die Vergütung mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Die Mitgliedschaft im gesetzlich zu bildenden Vermittlungsausschuss bleibt dabei jedoch außer Betracht, d. h., eine Mitgliedschaft in diesem Ausschuss führt nicht zur Erhöhung der Jahresvergütung. Außerdem bleiben Doppel- und Mehrfachfunktionen unberücksichtigt, sodass der Vorsitzende und sein Stellvertreter keine weiteren Faktoren für Funktionen in Ausschüssen erhalten und Funktionen in Ausschüssen werden bei den Aufsichtsratsmitgliedern nur einmal berücksichtigt.

Beim Eintritt oder Austritt in den Aufsichtsrat während des laufenden Jahres gilt das Prinzip der zeitanteiligen Vergütung von Aufsichtsratsmitgliedern.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten darüber hinaus für jede physische Sitzung des Gesamtaufsichtsrats und seiner Ausschüsse, an der sie in Person teilnehmen, ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 2.500 pro Sitzung, jedoch höchstens EUR 2.500 pro Kalendertag. Mitglieder, die an physischen Sitzungen per Telefon oder Videokonferenz teilnehmen oder per Stimmbotenerklärung abstimmen, erhalten kein Sitzungsgeld. Für Sitzungen, die insgesamt in Form einer Telefon- oder Videokonferenz abgehalten werden, erhalten die teilnehmenden Mitglieder ein reduziertes Sitzungsgeld von EUR 1.250.

Die Gesellschaft erstattet den Aufsichtsratsmitgliedern außerdem auf Nachweis ihre erforderlichen Auslagen, zuzüglich entsprechender Umsatzsteuer.

Die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat, die zugleich Vorstand oder Mitarbeiter der Wacker Chemie AG sind, haben auf ihre Vergütung verzichtet. Der Verzicht gilt nur, solange die entsprechenden Aufsichtsratsmitglieder bei der Wacker Chemie AG angestellt sind.

Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz; insbesondere schließt die Gesellschaft zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine D&O-Versicherung ab.

Aufsichtsratsvergütung im Geschäftsjahr 2016

Die den Mitgliedern des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016 jeweils gewährte Vergütung setzt sich wie folgt zusammen (nicht enthalten ist die zusätzlich gezahlte Umsatzsteuer von 19 Prozent):

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Aufsichtsratsmitglied Jahresvergütung in EUR (unter Berücksichtigung der anwendbaren Faktoren für besondere Funktionen) Sitzungsgeld

in EUR
Gesamtvergütung

in EUR
Maximilian Baumgartner 30.000,00 10.000,00 40.000,00
Sieglinde Feist1 - - -
Gebhard Fraunhofer2 30.000,00 10.000,00 40.000,00
Dr. Hermann Gerlinger 45.000,00 10.000,00 55.000,00
Karin Gottschalk2 30.000,00 10.000,00 40.000,00
Johann Hautz2 60.000,00 10.000,00 70.000,00
Bernd Jonas 60.000,00 20.000,00 80.000,00
Gertraud Lauber2 30.000,00 10.000,00 40.000,00
Dr. Tobias Ohler - - -
Dr. Franz Richter 30.000,00 10.000,00 40.000,00
Harald Sikorski2 45.000,00 20.000,00 65.000,00
Angela Wörl1 - - -

1 Verzicht auf Vergütung, da zugleich Vorstand oder Mitarbeiter der Wacker Chemie AG.

2 Diese Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat sowie die Vertreter der Gewerkschaften im Aufsichtsrat haben erklärt, ihre Vergütung entsprechend den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbunds an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen..

9 ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN

(nach §289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB) und erläuternder Bericht

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals (§§ 289 Abs. 4 Nr. 1, 315 Abs. 4 Nr. 1 HGB)

Das gezeichnete Kapital der Siltronic AG beträgt EUR 120 Millionen und ist eingeteilt in 30 Millionen nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von je EUR 4 am Grundkapital. Die Aktien lauten auf den Namen. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen, jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung eine Stimme.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen (§§ 289 Abs. 4 Nr. 2, 315 Abs. 4 Nr. 2 HGB)

Das Vergütungssystem des Vorstands sieht vor, dass ein Teil der variablen Vergütung in Form von Aktien der Gesellschaft ausbezahlt wird, die die Gesellschaft im Namen und für das jeweilige Vorstandsmitglied erwirbt. Das Vorstandsmitglied darf diese Aktien nach dem Dienstvertrag während einer Sperrfrist von zwei Jahren weder veräußern oder verpfänden noch anderweitig über diese verfügen. Das Stimm- und Dividendenrecht steht dem Vorstandsmitglied auch während der Sperrfrist zu. Detaillierte Angaben zum Vergütungssystem des Vorstands enthält der Vergütungsbericht. Weitere vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt.

Die Satzung der Siltronic AG schränkt die Übertragbarkeit der Aktien nicht ein. Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich jedoch aus dem Aktiengesetz (z. B. § 136 AktG) oder aus Verstößen gegen die Mitteilungspflichten nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) ergeben. Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt als Aktionär der Siltronic AG, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Die Siltronic AG ist gemäß § 67 Abs. 4 AktG berechtigt, von den im Register eingetragenen Personen Auskunft darüber zu verlangen, inwieweit ihnen die Aktien, als deren Inhaber sie eingetragen sind, auch gehören, und, soweit dies nicht der Fall ist, die zur Führung des Aktienregisters notwendigen Informationen über denjenigen, für den die Aktien gehalten werden, zu verlangen. Solange diesem Verlangen nicht nachgekommen wird, bestehen die Stimmrechte aus den betroffenen Aktien nicht (§ 67 Abs. 2 Satz 3 AktG).

Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten (§§ 289 Abs. 4 Nr. 3, 315 Abs. 4 Nr. 3 HGB)

Folgende direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten, sind der Gesellschaft gemeldet worden:

Wacker-Chemie Dritte Venture Gesellschaft mit beschränkter Haftung: 49,5 Prozent (direkt)
Wacker Chemie AG: 57,83 Prozent (davon 8,33 Prozent direkt und 49,5 Prozent zugerechnet über Wacker-Chemie Dritte Venture Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mit beschränkter Haftung: 57,83 Prozent (zugerechnet über Wacker Chemie AG und Wacker-Chemie Dritte Venture Gesellschaft mit beschränkter Haftung)

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen (§§ 289 Abs. 4 Nr. 4, 315 Abs. 4 Nr. 4 HGB)

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben (§§ 289 Abs. 4 Nr. 5, 315 Abs. 4 Nr. 5 HGB)

Sofern Arbeitnehmer am Kapital der Siltronic AG beteiligt sind, üben sie die ihnen hieraus entstehenden Kontrollrechte unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder und Satzungsänderungen (§§ 289 Abs. 4 Nr. 6, 315 Abs. 4 Nr. 6 HGB)

Der Vorstand der Siltronic AG besteht gemäß § 5 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Anzahl der Vorstandsmitglieder. Ein Mitglied des Vorstands wird vom Aufsichtsrat zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt. Die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern richtet sich nach §§ 84 f. AktG und § 31 MitbestG.

Satzungsänderungen richten sich nach §§ 179 ff. AktG. Jede Satzungsänderung bedarf demnach eines Beschlusses der Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 9 Abs. 2 der Satzung ermächtigt, Änderungen vorzunehmen, die nur die Fassung betreffen.

Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat ermächtigt, nach Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2015 oder Ablauf der Frist für die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2015 § 4 Abs. 6 der Satzung entsprechend zu ändern. Weiter ist der Aufsichtsrat ermächtigt, § 4 Abs. 7 der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des Bedingten Kapitals 2015 und nach Ablauf sämtlicher Options- bzw. Wandlungsfristen zu ändern.

Satzungsändernde Beschlüsse der Hauptversammlung bedürfen nach § 179 Abs. 2 AktG grundsätzlich einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals, sofern die Satzung nicht eine andere Mehrheit bestimmt. Gemäß § 18 Abs. 2 der Satzung werden Beschlüsse der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst, sofern nicht das Gesetz oder die Satzung zwingend etwas anderes vorschreibt. Eine größere Kapitalmehrheit in Höhe von drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals sieht das Gesetz an mehreren Stellen vor, z. B. bei der Änderung des Gegenstands des Unternehmens (§ 179 Abs. 2 Satz 2 AktG), bestimmten Kapitalmaßnahmen und dem Ausschluss von Bezugsrechten.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien (§§ 289 Abs. 4 Nr. 7, 315 Abs. 4 Nr. 7 HGB)

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juni 2015 ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 7. Juni 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu EUR 60 Mio. durch Ausgabe von neuen auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015). Die Aktionäre haben grundsätzlich ein Bezugsrecht, das jedoch vom Vorstand in den in § 4 Abs. 6 der Satzung näher ausgeführten Fällen mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden kann, insbesondere

um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen;
bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich unterschreitet (Bezugsrechtsausschluss begrenzt auf 10 Prozent des Grundkapitals gemäß oder entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG);
soweit dies erforderlich ist, um Inhabern bzw. Gläubigern von Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder durch deren nachgeordnete Konzernunternehmen ausgegeben wurden oder noch werden, bei Ausübung des Wandlungs- bzw. Optionsrechts oder der Erfüllung einer Wandlungspflicht neue Aktien der Gesellschaft gewähren zu können, sowie soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Wandlungs- bzw. Optionsrechten bzw. Gläubigern von mit Wandlungspflichten ausgestatteten Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte bzw. nach Erfüllung von Wandlungspflichten als Aktionäre zustünde;
im Fall einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen sowie
zur Durchführung einer sogenannten Aktiendividende (scrip dividend).

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juni 2015 ist der Vorstand bis zum 7. Juni 2020 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtbetrag von bis zu EUR 750 Millionen zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern dieser Schuldverschreibungen Options- bzw. Wandlungsrechte (auch mit Wandlungs- oder Optionspflicht) an bis zu 12,5 Millionen neuen Namensaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von insgesamt bis zu EUR 50 Millionen nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren. Die Schuldverschreibungen können gegen Barleistung, aber auch gegen Sachleistungen begeben werden. Im Falle der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen erhalten die Inhaber bzw. Gläubiger der Schuldverschreibungen das Recht, diese nach näherer Maßgabe der Anleihebedingungen in neue Aktien der Gesellschaft umzutauschen. Die Anleihebedingungen können auch Pflichtwandlungen zum Ende der Laufzeit oder einem früheren Zeitpunkt vorsehen. Im Falle der Ausgabe von Optionsschuldverschreibungen werden jeder Schuldverschreibung ein oder mehrere Optionsscheine beigefügt, die den Inhaber nach näherer Maßgabe der Optionsbedingungen zum Bezug von Aktien der Gesellschaft berechtigen oder verpflichten oder die ein Andienungsrecht des Emittenten beinhalten. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die Schuldverschreibungen zu, der Vorstand ist jedoch ermächtigt, das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten, im Beschluss der Hauptversammlung näher bezeichneten Fällen ganz oder teilweise auszuschließen, insbesondere

für Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben;
sofern die Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrecht bzw. Options- oder Wandlungspflicht gegen Barleistung begeben werden und so ausgestattet sind, dass ihr Ausgabepreis ihren nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Grundsätzen ermittelten theoretischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet (Bezugsrechtsausschluss begrenzt auf 10 Prozent des Grundkapitals gemäß oder entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG);
sofern die Schuldverschreibungen gegen Sachleistung ausgegeben werden und
soweit dies erforderlich ist, um den Inhabern bzw. Gläubigern von bereits zuvor ausgegebenen Schuldverschreibungen ein Bezugsrecht in dem Umfang gewähren zu können.

Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung von Schuldverschreibungen und deren Bedingungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats und unter Beachtung der Vorgaben des Hauptversammlungsbeschlusses festzulegen.

Zur Bedienung der vorgenannten Schuldverschreibungen durch die Gesellschaft hat die Hauptversammlung vom 8. Juni 2015 das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 50 Millionen durch Ausgabe von bis zu 12,5 Millionen neuen Namensaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015). Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu den gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung zu bestimmenden Wandlungs- bzw. Optionspreisen.

Der Vorstand der Siltronic AG ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 7. Mai 2015 ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelung des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in einem Umfang von bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Das Grundkapital im Zeitpunkt der Beschluss-fassung betrug EUR 100 Millionen. Die Ermächtigung gilt bis zum 6. Mai 2020. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots bzw. einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines Angebots. Zu den einzelnen Erwerbsarten enthält die Ermächtigung der Hauptversammlung unterschiedliche Anforderungen, insbesondere hinsichtlich des Kaufpreises. Die Ermächtigung kann einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilbeträgen ausgeübt werden. Der Vorstand ist befugt, die aufgrund der Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats neben einer Veräußerung durch die Börse oder einem Angebot an alle Aktionäre im Verhältnis ihrer Beteiligungsquoten zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Insbesondere dürfen sie gegen Sachleistung (etwa im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen, zum Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen) oder gegen Barleistung veräußert werden. Die eigenen Aktien dürfen auch zur Erfüllung oder Absicherung von Erwerbsrechten oder -pflichten auf Aktien der Gesellschaft (im Zusammenhang mit Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen) verwendet werden. Die eigenen Aktien können auch eingezogen werden. In den genannten Fällen, mit Ausnahme der Einziehung, ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen (§§ 289 Abs. 4 Nr. 8, 315 Abs. 4 Nr. 8 HGB)

Der Rahmen-Dienstleistungsvertrag mit der Wacker Chemie AG enthält ein Sonderkündigungsrecht für Lieferungen und Leistungen, die im Falle eines Kontrollwechsels aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erbracht werden können (z. B. Beratung durch die Wacker Steuerabteilung). Weiter nutzt Siltronic Software-Lizenzen, die an die Zugehörigkeit zum Wacker-Konzern knüpfen. Zudem sehen einige Verträge mit Kunden Regelungen vor, die den jeweiligen Vertragspartner im Falle eines Kontrollwechsels dazu berechtigen, den entsprechenden Vertrag vorzeitig zu beenden.

Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots (§§ 289 Abs. 4 Nr. 9, 315 Abs. 4 Nr. 9 HGB)

Es gibt keine Vereinbarungen mit dem Vorstand oder Arbeitnehmern der Gesellschaft, die Entschädigungen für den Fall eines Übernahmeangebots vorsehen.

10 BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2016 mit größtmöglicher Sorgfalt wahrgenommen. Dazu haben Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse zusammengearbeitet. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten, dessen Tätigkeit überwacht und sich dabei von der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat und seine Ausschüsse sowohl schriftlich als auch mündlich eingehend und zeitnah über den Geschäftsverlauf, die Lage des Unternehmens und dessen strategische Weiterentwicklung sowie über die Risikolage, die Tätigkeit der internen Revision und Compliance-Themen. Der Aufsichtsrat bzw. die zuständigen Ausschüsse waren in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung frühzeitig eingebunden. Der Aufsichtsrat hatte stets Gelegenheit, sich mit den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert. Auch außerhalb der regelmäßig stattfindenden Sitzungen des Aufsichtsrats standen der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses in engem Kontakt mit dem Vorstand und wurden über die aktuelle Entwicklung und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert.

Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsratsplenums

Im Berichtsjahr fanden vier ordentliche Sitzungen - je zwei im ersten und im zweiten Halbjahr - statt. Zudem fassten wir einen Beschluss außerhalb einer Sitzung. Sämtliche Aufsichtsratsmitglieder haben an allen Sitzungen des Aufsichtsratsplenums im Geschäftsjahr 2016 teilgenommen.

In der Bilanz-Aufsichtsratssitzung am 3. März 2016 befassten wir uns unter anderem - unter Einbeziehung des Abschlussprüfers, der in der Sitzung anwesend war - eingehend mit dem Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 sowie mit den zugehörigen Lageberichten und dem Abhängigkeitsbericht und billigten diese. Weiter legte der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Präsidialausschusses und auf Basis der ermittelten Zielerreichung die variable Vergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2015 und die Ziele für die variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2016 fest.

Außerdem verabschiedeten wir den Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung und beschäftigten uns mit der Tagesordnung für die Hauptversammlung am 12. Mai 2016. Zudem berichtete der Vorstand über den Geschäftsverlauf des Geschäftsjahres 2015 und den Beginn des Geschäftsjahres 2016.

In der Sitzung am 16. Juni 2016 beschäftigte sich der Aufsichtsrat unter anderem mit dem Gang der Geschäfte. Zudem erörterte der Aufsichtsrat die regulatorischen Anforderungen aufgrund der neuen EU-Marktmissbrauchsverordnung, insbesondere die geänderten Vorschriften zur Ad-hoc-Publizität, zu Directors' Dealings und zur Führung von Insiderverzeichnissen.

In der Aufsichtsratssitzung am 15. September 2016 befassten wir uns mit dem Bericht des Vorstands zum Geschäftsverlauf und der Lage der Gesellschaft. Weiter beschäftigten wir uns mit der Entwicklung der Pensionsverpflichtungen vor dem Hintergrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds.

In seiner Sitzung am 30. November 2016 befasste sich der Aufsichtsrat, neben dem Bericht des Vorstands zum Gang der Geschäfte, mit der Planung des Siltronic-Konzerns für das Geschäftsjahr 2017 sowie mit der Mittelfristplanung für die Geschäftsjahre 2017 - 2021. Das vom Vorstand vorgestellte Budget 2017, einschließlich Finanz- und Investitionsplanung, wurde umfassend erörtert und verabschiedet. Weiter überprüfte der Aufsichtsrat im Rahmen einer allgemeinen und offenen Aussprache die Effizienz seiner Tätigkeit und stellte fest, dass er effizient arbeitet. Der Aufsichtsrat beschloss zudem, seine Geschäftsordnung anzupassen, um den erweiterten Pflichtenkanon des Prüfungsausschusses im Hinblick auf die EU-Reform der Abschlussprüfung zu reflektieren. Der Deutsche Corporate Governance Kodex und die Abgabe der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG bildeten einen weiteren Tagesordnungspunkt. Über die Corporate Governance bei Siltronic berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat im Corporate Governance Bericht auf S. 128.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Um seine Aufgaben effizient wahrzunehmen, hat der Aufsichtsrat insgesamt vier Ausschüsse eingerichtet: Einen Prüfungsausschuss, einen Präsidialausschuss, einen Nominierungsausschuss und den gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG zwingend zu bildenden Vermittlungsausschuss. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses, dem das Aufsichtsratsmitglied Bernd Jonas vorsteht, führt der Aufsichtsratsvorsitzende in den Ausschüssen den Vorsitz. Die Ausschussvorsitzenden berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über die Arbeit in den Ausschüssen. Sämtliche Ausschussmitglieder haben jeweils an allen Ausschusssitzungen teilgenommen.

Der Präsidialausschuss tagte im Berichtsjahr ein Mal. Er beschäftigte sich mit den Personalangelegenheiten des Vorstands und insbesondere dessen Vergütung.

Der Prüfungsausschuss kam im Geschäftsjahr 2016 zu vier Sitzungen zusammen. Er befasste sich in Gegenwart des Abschlussprüfers mit dem Jahres- und Konzernabschluss sowie den Lageberichten und dem Abhängigkeitsbericht. Zudem erörterte er die Quartalsmitteilungen und im Beisein des Abschlussprüfers den Halbjahresbericht und dessen prüfe-rische Durchsicht. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat, der Hauptversammlung 2016 die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, als Abschlussprüfer zur Wahl vorzuschlagen. Der Prüfungsausschuss erteilte den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2016, bestimmte die Prüfungsschwerpunkte und legte das Honorar des Abschlussprüfers fest. Der Ausschuss überwachte außerdem die Unabhängigkeit und Qualifikation des Abschlussprüfers. Dabei beschäftigte er sich insbesondere mit der Behandlung von Nichtprüfungsleistungen. Des Weiteren behandelte der Prüfungsausschuss den Rechnungslegungsprozess, das Risikomanagementsystem des Unternehmens, Wirksamkeit und Feststellungen der internen Revision sowie das Compliance-System und ließ sich fortlaufend über Compliance-Themen berichten.

Der Nominierungsausschuss tagte im Berichtsjahr einmal, um einen Wahlvorschlag für die Nachwahl eines Aufsichtsratsmitglieds der Anteilseigner in der Hauptversammlung am 12. Mai 2016 vorzubereiten.

Der Vermittlungsausschuss musste im Geschäftsjahr 2016 nicht einberufen werden.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Der Abschlussprüfer, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Siltronic AG für das Geschäftsjahr 2016, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht zu Einzel- und Konzernabschluss (Bilanzstichtag 31. Dezember 2016) geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Jahresabschluss der Siltronic AG und der zusammengefasste Lagebericht für den Siltronic-Konzern wurden nach den deutschen gesetzlichen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und gemäß den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften.

Die Abschlüsse, der zusammengefasste Lagebericht und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vor und wurden zunächst in der Prüfungsausschusssitzung vom 22. Februar 2017 und schließlich in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 1. März 2017 jeweils in Gegenwart des Abschlussprüfers (vertreten durch die Prüfer Johannes Hanshen und Damir Ratkovic, KPMG) eingehend diskutiert und geprüft. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und stand dem Prüfungsausschuss und dem Gesamtaufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Abschlussprüfer hat auch das Risikofrüherkennungssystem nach § 91 AktG geprüft und festgestellt, dass das Risikofrüherkennungssystem den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Bestandsgefährdende Risiken wurden nicht identifiziert.

Der Aufsichtsrat stimmt den Ergebnissen der Abschlussprüfung zu. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und unserer eigenen Prüfung sind keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss der Siltronic AG, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers zu erheben. Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Siltronic AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016. Der Jahresabschluss der Siltronic AG ist damit festgestellt.

Die Entsprechenserklärung ist der Öffentlichkeit unter http://www.siltronic.com/int/ de/investor_relations/corporate_governance/declaration/declaration.jsp dauerhaft zugänglich gemacht worden.

Abhängigkeitsbericht

Zum 31. Dezember 2016 hat die Wacker Chemie AG direkt und indirekt rund 58 Prozent der Anteile an der Siltronic AG gehalten. Zwischen diesen Gesellschaften besteht kein Beherrschungs- und/oder Ergebnisabführungsvertrag.

Daher hat der Vorstand der Siltronic AG dem Aufsichtsrat den Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG (Abhängigkeitsbericht) für das gesamte Geschäftsjahr 2016 vorgelegt. Der Abhängigkeitsbericht wurde vom Abschlussprüfer, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft und mit folgendem Bestätigungsvermerk versehen:

"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war oder Nachteile ausgeglichen worden sind,

3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen."

Der Prüfungsbericht wurde den Aufsichtsratsmitgliedern ebenfalls rechtzeitig vom Abschlussprüfer übersandt.

Der Abhängigkeitsbericht und der hierzu erstattete Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden zunächst vom Prüfungsausschuss in seiner Sitzung am 22. Februar 2017 und schließlich vom Aufsichtsratsplenum in seiner Sitzung am 1. März 2017 erörtert und auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft. Dabei erläuterte der Vorstand den Abhängigkeitsbericht ausführlich und stand für Fragen und weitere Auskünfte zur Verfügung. Der an beiden Sitzungen teilnehmende Abschlussprüfer (vertreten durch die Prüfer Johannes Hanshen und Damir Ratkovic, KPMG) berichtete über seine Prüfung, insbesondere über die Prüfungsschwerpunkte und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Prüfungsausschuss und Aufsichtsratsplenum haben den Prüfungsbericht und den Bestätigungsvermerk zur Kenntnis genommen, kritisch gewürdigt und mit dem Abschlussprüfer diskutiert. Prüfungsausschuss und Aufsichtsrat konnten sich so von der Ordnungsmäßigkeit und Vollständigkeit des Abhängigkeitsberichts, der Prüfung und des Prüfungsberichts überzeugen. Anhaltspunkte für Beanstandungen des Abhängigkeitsberichts oder des Prüfungsberichts sind nicht ersichtlich geworden.

Der Prüfungsausschuss hat dem Aufsichtsrat daher empfohlen, dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zuzustimmen und, da nach seiner Beurteilung keine Einwendungen gegen den Abhängigkeitsbericht des Vorstands zu erheben sind, eine entsprechende Beurteilung zu beschließen.

Der Aufsichtsrat ist der Empfehlung gefolgt und hat beschlossen, dass nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hatte außerdem keine Einwände gegen die Ergebnisse des Abschlussprüfers und hat dem Prüfungsbericht des Abschlussprüfers zugestimmt.

Veränderungen in Vorstand und Aufsichtsrat

Im Geschäftsjahr 2016 gab es keine Veränderungen im Vorstand.

Mit gerichtlichem Beschluss vom 4. Januar 2016 wurde Frau Angela Wörl, Leiterin des Zentralbereichs Personal/Soziales der Wacker Chemie AG, als Nachfolgerin für Herrn Dr. Joachim Rauhut, der sein Aufsichtsratsmandat zum 11. Dezember 2015 niedergelegt hatte, zum Aufsichtsratsmitglied auf Anteilseignerseite bis zur Beendigung der Hauptversammlung am 12. Mai 2016 bestellt. Die Hauptversammlung wählte Frau Wörl bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2017 beschließt, als Anteilseignervertreterin in den Aufsichtsrat. Der Wahlvorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung beruhte auf einer entsprechenden Empfehlung des Nominierungsausschusses.

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Siltronic AG und aller Konzerngesellschaften für ihren tatkräftigen Einsatz. Sie haben zu einem für Siltronic erfolgreichen Jahr beigetragen.

München, 1. März 2017

Der Aufsichtsrat

Dr. Tobias Ohler, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siltronic AG

11 CORPORATE GOVERNANCE BERICHT UND ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Der Vorstand berichtet im Folgenden - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance sowie gemäß § 289a Abs. 1 HGB über die Unternehmensführung. Voraussetzung für eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ist das Vertrauen unserer Kunden, Geschäftspartner und Investoren. Wesentliche Grundlage dafür ist eine gute Corporate Governance im Sinne einer transparenten und verantwortungsvollen Unternehmensführung und -kontrolle.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄß § 289A HGB

Entsprechenserklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Siltronic AG gemäß §161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat haben sich im Geschäftsjahr 2016 intensiv mit der Corporate Governance des Unternehmens und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015 auseinandergesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 30. November 2016 folgende Entsprechenserklärung abgegeben, die der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Gesellschaft (http://www.siltronic.com/int/de/ investor_relations/corporate_governance/declaration/declaration.jsp) dauerhaft zugänglich gemacht ist:

"Vorstand und Aufsichtsrat der Siltronic AG erklären zu den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' (,Kodex') Folgendes:

1. Erklärung für die Zukunft

Die Siltronic AG wird den Empfehlungen des am 12. Juni 2015 im Bundesanzeiger bekanntgemachten Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015 mit Ausnahme der nachfolgend genannten und begründeten Abweichungen entsprechen:

a. Selbstbehalt bei D&O-Versicherung für Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 3.8 Abs. 3)

Der Kodex sieht vor, dass in der D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat ein Selbstbehalt vereinbart werden soll, der dem Selbstbehalt für Vorstandsmitglieder in Höhe von mindestens 10 Prozent des Schadens bis mindestens zum Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung entspricht. Gesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Absatz 1 Aktiengesetz leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zur Vergütung des Vorstands, die sich aus fixen und variablen Bestandteilen zusammensetzt, lediglich eine relativ geringe feste Vergütung erhalten, sehen wir die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll an.

b. Betragsmäßige Höchstgrenzen für die Vergütung des Vorstands (Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 6)

Der Kodex empfiehlt, dass die Vergütung des Vorstands insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsteile betragsmäßige Höchstgrenzen aufweisen soll. Die Vorstandsverträge enthalten entsprechende Höchstbeträge für die feste und variable Vergütung. Für den Großteil der Vergütung wird der Empfehlung des Kodex demnach gefolgt. Allerdings macht es das bestehende System der Altersversorgung unmöglich, betragsmäßige Höchstgrenzen für diese Komponente der Vergütung festzulegen. Denn die von der Gesellschaft zu erbringenden Leistungen für die Altersversorgung der Vorstände hängen jedes Jahr von der Zinsentwicklung ab. Bei niedrigen Zinsen sind die von der Gesellschaft zu erbringenden Leistungen zwangsläufig höher. Ein Höchstbetrag kann hier nicht festgelegt werden, weil die Zinsentwicklung nicht vorhersehbar ist. In der Folge kann auch keine Höchstgrenze für die Vorstandsvergütung insgesamt vereinbart werden.

c. Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die Aktionäre (Ziffer 5.4.3)

Nach dieser Empfehlung sollen die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats ,aus seiner Mitte' von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.

2. Erklärung für die Vergangenheit

Seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 11. Dezember 2015 entsprach die Siltronic AG den Empfehlungen des Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015 mit den oben unter 1. genannten und begründeten Ausnahmen.

Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Die Gesellschaft beachtet die gesetzlichen Anforderungen an die Unternehmensführung. Sie folgt, mit den in der Entsprechenserklärung genannten Ausnahmen, sämtlichen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Compliance als wesentliche Leitungsaufgabe des Vorstands

Die Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien und deren Beachtung im Konzern gehören bei Siltronic zu den Leitungs- und Überwachungsaufgaben. Der Aufsichtsrat, insbesondere der Prüfungsausschuss, beschäftigt sich regelmäßig mit Fragen der Compliance und der Überprüfung des Compliance-Management-Systems.

Das Compliance-Management im Konzern wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Verantwortlich dafür ist die Compliance-Organisation von Siltronic. Das Unternehmen hat in Deutschland, den USA, Japan, Singapur und Taiwan Compliance-Beauftragte ernannt und ausgebildet. Sie informieren die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien. Sie sind Ansprechpartner für Fragen der Mitarbeiter und beraten zum Thema Compliance. Mitarbeiter können sich vertraulich an die Compliance-Beauftragten wenden, um Verstöße gegen interne Richtlinien und Gesetze zu melden. Im Geschäftsjahr 2016 lag ein Schwerpunkt des Compliance-Managements darin, den Austausch mit den ausländischen Standorten innerhalb der Compliance-Organisation ständig zu verbessern und die Mitarbeiter zu schulen.

Verhaltenskodizes

Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Wir führen unser Geschäft deshalb verantwortungsvoll in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben. Für Siltronic als Unternehmen des Wacker-Konzerns gelten die Wacker-Verhaltensgrundsätze, die in fünf Codes niedergeschrieben sind:

Code of Conduct: Grundsätze für den Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten (Vertraulichkeit, Trennung von Privatund Unternehmensinteressen, Datenschutz, Schutz vor Geldwäsche);
Code of Safety: definiert die Sicherheitskultur und stellt Sicherheitsregeln für Arbeitsplätze, Anlagen, Produkte und Transport auf;
Code of Innovation: Grundsätze für Forschung und Entwicklung, Kooperationen, Patente und das Innovationsmanagement;
Code of Teamwork & Leadership: Grundsätze für Zusammenarbeit und Führung;
Code of Sustainability: Grundsätze einer nachhaltigen Unternehmensführung.

Die Codes sind auf der Website der Wacker Chemie AG abrufbar (http://www.wacker.com/cms/de/wacker_group/wacker_facts/policy/policy.jsp). Die Codes können von allen Mitarbeitern im Siltronic-Intranet eingesehen und heruntergeladen werden.

Des Weiteren orientiert sich Siltronic als Zulieferer der Elektronikindustrie an dem Verhaltenskodex der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC), mit dem führende Unternehmen der Elektronikindustrie weltweit soziales und ökologisches Verantwortungsbewusstsein sowie ethische Geschäftspraktiken fördern möchten. Weitere Informationen zur EICC sowie deren Verhaltenskodex finden sich im Internet unter http://www.eiccoalition.org.

Zudem setzt Siltronic die zehn Prinzipien der "Global Compact"-Initiative der Vereinten Nationen zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption um. Die zehn Prinzipien des UN Global Compact sind im Internet einsehbar unter www.unglobalcompact.org.

Darüber hinaus nimmt Siltronic als Konzernunternehmen der Wacker Chemie AG an der Responsible Care®-Initiative der chemischen Industrie teil (https://www.vci.de/nachhaltigkeit/responsible-care/uebersichtsseite.jsp). Hier engagiert sich Wacker gemeinsam mit ihren Konzernunternehmen seit 1991. Die Teilnehmer der Initiative verpflichten sich, in eigener Verantwortung und unabhängig von gesetzlichen Vorgaben die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern.

Angaben zur Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie zur Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Die Siltronic AG hat, wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, ein duales Führungssystem. Es besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der die Geschäftsführung überwacht und berät. Die beiden Gremien sind hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft wie auch in ihren Kompetenzen streng voneinander getrennt.

Vorstand

Dem Vorstand gehören derzeit zwei Mitglieder an. Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung und seiner Geschäftsordnung. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und vertritt die Siltronic AG bei allen Geschäften mit Dritten. Sein Handeln und seine Entscheidungen sind bestimmt durch das Unternehmensinteresse und orientieren sich am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Zu diesem Zweck bestimmt er die strategische Ausrichtung des Siltronic-Konzerns und steuert und überwacht diese durch die Allokation von finanziellen Mitteln, Ressourcen und Kapazitäten sowie durch die Begleitung und Kontrolle der operativen Geschäftseinheiten. Der Vorstand sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen (Compliance) und für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling.

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Dabei führt das einzelne Mitglied des Vorstands die ihm zugewiesenen Ressorts in eigener Verantwortung. Der Vorstand tagt regelmäßig im Rahmen von Sitzungen, die vom Vorstandsvorsitzenden einberufen und geleitet werden. Vorstandssitzungen müssen stattfinden, wenn es das Wohl der Gesellschaft erfordert. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Solange der Vorstand nur aus zwei Personen besteht, können Beschlüsse nur einstimmig gefasst werden, dem Vorstandsvorsitzenden steht kein Stichentscheid zu.

Enge Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Um den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen, arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng zusammen. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und seines Werts. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Auch zwischen den Sitzungen hält der Aufsichtsratsvorsitzende Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands, und berät über die wesentlichen Themen. Der Vorstand erläutert dem Aufsichtsrat Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen.

Bestimmte in der Geschäftsordnung für den Vorstand der Siltronic AG festgelegte Geschäfte bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dazu gehören unter anderem die Verabschiedung der Jahresplanung, einschließlich der Finanz- und Investitionsplanung, der Erwerb und die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die Aufnahme neuer und die Aufgabe vorhandener Produktions- und Geschäftszweige sowie die Aufnahme großer langfristiger Kredite.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat besteht satzungsgemäß aus zwölf Mitgliedern. Gemäß Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Die Amtsperiode der Mitglieder beträgt regelmäßig fünf Jahre. Eine Wiederwahl ist zulässig. Ein Überblick über die im Berichtszeitraum amtierenden Aufsichtsratsmitglieder und deren weitere Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien findet sich auf S. 25. Die reguläre Amtszeit der derzeitigen Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2018. Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden. Grundlegende Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschäftsordnung gegeben, die den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex entspricht.

Dadurch, dass Mitglieder des Aufsichtsrats nicht gleichzeitig dem Vorstand angehören können, ist bereits strukturell ein hohes Maß an Unabhängigkeit bei der Überwachung des Vorstands sichergestellt.

Bei Bedarf tagt der Aufsichtsrat ohne den Vorstand.

Ausschüsse erhöhen Effizienz des Aufsichtsrats

Damit der Aufsichtsrat seine Aufgaben effizient wahrnehmen kann, hat er vier fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet. Über die Arbeit der Ausschüsse wird regelmäßig im Aufsichtsratsplenum berichtet.

Präsidialausschuss

Vorsitz:

Dr. Tobias Ohler

Mitglieder:

Dr. Hermann Gerlinger

Johann Hautz

Aufgaben:

Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Ernennung des Vorsitzenden. Er behandelt ferner die Vorstandsverträge und erarbeitet das System der Vorstandsvergütung, auf dessen Basis das Aufsichtsratsplenum die Vergütung der Vorstandsmitglieder festsetzt.

Nominierungsausschuss

Vorsitz:

Dr. Tobias Ohler

Mitglieder:

Dr. Hermann Gerlinger

Aufgaben:

Der Nominierungsausschuss besteht aus zwei Mitgliedern. Er ist vorbehaltlich einer anderweitigen Bestimmung des Aufsichtsrats mit den Vertretern der Anteilseigner besetzt, die auch dem Präsidialausschuss angehören. Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, unter Berücksichtigung der Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats geeignete Kandidaten für die Aufsichtsratsbesetzung zu identifizieren und die Vorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl der Anteilseignervertreter vorzubereiten.

Prüfungsausschuss

Vorsitz: Bernd Jonas

Mitglieder: Dr. Tobias Ohler

Harald Sikorski

Aufgaben:

Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Darüber hinaus befasst er sich mit der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr und der Durchsprache der Quartalsabschlüsse sowie mit Fragen des Risikomanagements und der Compliance. Zu diesem Zweck obliegt ihm eine Vorprüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, der Lageberichte bzw. des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags für die Gewinnverwendung. Insbesondere überwacht er die Rechnungslegungsprozesse, die Compliance und die Wirksamkeit der internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssysteme. Dabei arbeitet er eng mit dem Abschlussprüfer zusammen. Der Prüfungsausschuss bereitet darüber hinaus die Vereinbarung mit dem Abschlussprüfer vor und trifft geeignete Maßnahmen, um die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen zu überwachen. Er unterbreitet auf dieser Grundlage dem Aufsichtsrat eine Empfehlung, wen dieser der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlagen soll. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses verfügt über besondere Kenntnisse und Erfahrungen auf den Gebieten der Rechnungslegung und Abschlussprüfung.

Vermittlungsausschuss

Vorsitz:

Dr. Tobias Ohler

Mitglieder:

Gebhard Fraunhofer

Johann Hautz

Angela Wörl

Aufgaben:

Der gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG zu bildende Vermittlungsausschuss hat die ihm gesetzlich zugewiesenen Aufgaben. Wenn ein Beschluss über die Bestellung oder den Widerruf der Bestellung eines Vorstandsmitglieds nicht die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen erreicht hat, kommt dem Vermittlungsausschuss die Aufgabe zu, einen Vorschlag zu unterbreiten.

Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden ersten Führungsebenen unterhalb des Vorstands; Angaben zur Einhaltung von Mindestanteilen bei der Besetzung des Aufsichtsrats

In der Siltronic AG sind für den Frauenanteil im Vorstand der Siltronic AG eine Zielgröße von 0 Prozent und eine Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017 festgelegt. Damit wird der aktuelle Stand beibehalten. Die Mandate der amtierenden Vorstandsmitglieder laufen noch bis 2018 bzw. 2020 und eine Erweiterung des Vorstands auf drei oder mehr Mitglieder ist aus Sicht des Aufsichtsrats vor dem Hintergrund der Bemühungen des Unternehmens, die Kosten zu kontrollieren und kontinuierlich zu senken, nicht zielführend.

Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands ist eine Zielgröße von 3/16, das entspricht 18,75 Prozent, und für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von 1/34, das entspricht knapp 3 Prozent, jeweils bis zum 30. Juni 2017, festgelegt.

Die Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern hat im Berichtszeitraum den gesetzlichen Anforderungen an die Mindestanteile entsprochen. Seit der gerichtlichen Bestellung von Frau Angela Wörl als Vertreterin der Anteilseigner am 4. Januar 2016 gehören dem Aufsichtsrat der Siltronic AG vier weibliche Mitglieder - jeweils zwei auf Anteilseigner- und Arbeitnehmerseite - und acht männliche Mitglieder an. Die Anteilseignervertreter und die Arbeitnehmervertreter haben der Gesamterfüllung der Geschlechterquote widersprochen.

WEITERE ANGABEN ZUR CORPORATE GOVERNANCE

Ziele zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2015 unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex nachfolgende konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen:

1. Dem Aufsichtsrat soll eine angemessene Anzahl von Mitgliedern mit internationalen Erfahrungen, mindestens jedoch ein Mitglied, angehören.

2. Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat beinhaltet bereits umfassende Regelungen zur Verhinderung und zum Umgang mit Interessenkonflikten von Aufsichtsratsmitgliedern. Darüber hinaus strebt der Aufsichtsrat grundsätzlich die Verhinderung von Interessenkonflikten an und wird dieses Ziel auch bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen.

3. Dem Aufsichtsrat sollen mindestens drei unabhängige Anteilseignervertreter angehören.

4. Aufsichtsratsmitglieder sollen dem Aufsichtsrat in der Regel nicht länger als drei volle Amtsperioden angehören. In begründeten Ausnahmefällen kann der Aufsichtsrat von dieser Regel abweichen.

Eine Altersgrenze ist bereits in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat enthalten.

Der Aufsichtsrat berücksichtigt diese Ziele bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung.

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der Siltronic AG entspricht den verabschiedeten Zielen und die in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelte Altersgrenze wird eingehalten.

Aktionäre und Öffentlichkeit transparent informieren

Siltronic verfolgt den Anspruch, alle Zielgruppen des Unternehmens, ob Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten, Medien oder die interessierte Öffentlichkeit, gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. Wichtige Termine des Unternehmens veröffentlichen wir regelmäßig in einem Finanzkalender, der auf unserer Homepage veröffentlicht ist. Die Kapitalmarktteilnehmer stehen in engem Kontakt zu unserem Investor-Relations-Team. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung informieren wir Investoren und Analysten über die aktuelle und künftige Geschäftsentwicklung. Regelmäßig sind wir auf Roadshows und Investorenkonferenzen. Einmal im Jahr führen wir eine Analystenveranstaltung durch. Soweit rechtlich erforderlich, veröffentlichen wir Informationen in Form von Ad-hoc- Mitteilungen. Zu diesem Zweck haben wir ein Ad-hoc-Komitee gebildet, in dem beide Vorstandsmitglieder, der Leiter Recht & Compliance sowie die Leiterin Investor Relations & Communications vertreten sind und das Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz prüft. Wir gewährleisten damit den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen Insiderinformationen. Mitarbeiter, für die der Zugang zu Insiderinformationen im Rahmen ihrer Aufgaben erforderlich ist, werden in einem Insiderverzeichnis geführt.

Wichtige Präsentationen können im Internet frei eingesehen und heruntergeladen werden. Dort finden Sie auch sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen in deutscher und englischer Sprache sowie den Geschäftsbericht und alle Zwischenberichte und Quartalsmitteilungen. Weitere Informationen finden Sie auf http://www.siltronic.com.

Hauptversammlung

In der Hauptversammlung üben die Aktionäre ihre Rechte aus. Die Hauptversammlung beschließt unter anderem über die Gewinnverwendung, die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Satzungsänderungen und kapitalverändernde Maßnahmen werden von der Hauptversammlung beschlossen und vom Vorstand umgesetzt. Weiter dient die Hauptversammlung dazu, sämtliche Aktionäre effizient und umfassend über die Lage des Unternehmens zu unterrichten. Bereits vor der Hauptversammlung erhalten die Aktionäre wichtige Informationen über das abgelaufene Geschäftsjahr im Geschäftsbericht. In der Einladung zur Hauptversammlung werden die Tagesordnungspunkte erläutert und die Teilnahmebedingungen erklärt. Die Einberufung nebst allen gesetzlich erforderlichen Berichten und Unterlagen einschließlich des Geschäftsberichts (der unter anderem den Konzernjahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht enthält) sowie der Jahresabschluss der Siltronic AG sind auch auf der Webseite zugänglich. Im Anschluss an die Hauptversammlung veröffentlichen wir die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet. Siltronic erleichtert ihren Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte und die Stimmrechtsvertretung. Für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre stehen Stimmrechtsvertreter zur Verfügung.

Meldepflichten für Führungskräfte

Die Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats der Siltronic AG sowie die mit diesen eng verbundenen Personen sind nach Art. 19 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 über Marktmissbrauch (MAR) verpflichtet, der Siltronic AG und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Eigengeschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Siltronic AG oder damit verbundenen Derivaten oder anderen damit verbundenen Finanzinstrumenten zu melden. Der Siltronic AG wurden 2016 keine gesetzlich anzuzeigenden (seit dem 3. Juli 2016 nach Art. 19 MAR, zuvor nach § 15a Wertpapierhandelsgesetz) Geschäfte gemeldet. Gemeldete Transaktionen werden auf der Website der Siltronic AG veröffentlicht.

Der Gesamtbesitz von Siltronic-Aktien aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder übersteigt nicht 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Angaben über wertpapierorientierte Anreizsysteme

15 Prozent der jährlichen variablen Vergütung für die Vorstandsmitglieder werden in Aktien der Gesellschaft ausbezahlt, die die Gesellschaft im Namen und für das jeweilige Vorstandsmitglied erwirbt. Einzelheiten sind im Vergütungsbericht auf S. 108 nachzulesen.

Verantwortungsvoller Umgang mit Chancen und Risiken

Der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken ist wichtiger Bestandteil einer guten Corporate Governance. Mit einem systematischen Chancen- und Risikomanagement identifiziert und überwacht Siltronic regelmäßig die wesentlichen Risiken und Chancen. Dadurch sollen Risiken frühzeitig erkannt und durch konsequentes Risikomanagement minimiert werden. Über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig. Mit dem Rechnungslegungsprozess sowie der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems beschäftigt sich regelmäßig der Prüfungsausschuss. Das Chancen- und Risikomanagementsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Einzelheiten sind im Risiko- und Chancenbericht auf S. 79 nachzulesen.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Der Konzernabschluss 2016 der Siltronic wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der Jahresabschluss 2016 der Siltronic AG wurde nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt. Die Rechnungslegung für das Jahr 2016 wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft. Gemäß den Regelungen des Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat mit dem Abschlussprüfer vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung informiert wird. Außerdem berichtet der Abschlussprüfer auch sofort über alle wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die die Aufgaben des Aufsichtsrats betreffen. Sollte der Abschlussprüfer bei der Abschlussprüfung Tatsachen feststellen, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG ergeben, wird er den Aufsichtsrat darüber informieren bzw. dies im Prüfungsbericht vermerken.

D&O-Versicherung

Es besteht eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung, in der die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats miteinbezogen ist (D&O-Versicherung). Diese Versicherung sieht den gesetzlichen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstands vor. Aus den in der Entsprechenserklärung erläuterten Gründen ist kein Selbstbehalt für die Mitglieder des Aufsichtsrats vorgesehen.

Interessenkonflikte

Die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sind allein dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Bei ihren Entscheidungen dürfen sie keine persönlichen Interessen verfolgen oder Geschäftschancen nutzen, die dem Unternehmen zustehen. Die Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat sehen vor, dass etwaige Interessenkonflikte unverzüglich offenzulegen sind. Bei wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten hat das entsprechende Aufsichtsratsmitglied sein Amt niederzulegen. Alle Geschäfte zwischen dem Unternehmen einerseits und einem Vorstand oder seinen Angehörigen andererseits haben den Standards zu entsprechen, wie sie bei Geschäften mit fremden Dritten maßgeblich wären. Solche Geschäfte bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats, falls der Wert des Geschäfts im Einzelfall einen Betrag von EUR 5.000 übersteigt.

12 MELDUNGEN VON AKTIONÄREN NACH § 20 AKTG UND § 21 WPHG

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Aktionär Erreichen der Stimmrechtsanteile Meldung
Dr. Alexander Familiengesellschaft mbH, München 15.06.2015 Schwelle von 75,0% unterschritten, Beteiligung 57,83%, alle Anteile gehalten über Wacker Chemie AG und Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH
Wacker Chemie AG, München 15.06.2015 Schwelle von 75,0% unterschritten, Beteiligung 57,83%,davon 49,50% gehalten über Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH
Wacker-Chemie Dritte Venture GmbH, München 15.06.2015 Schwellen von 75,0% und 50,0% unterschritten, Beteiligung 49,50%
Baupost Group LLC, Boston, USA 15.06.2015 Schwellen von 3,0% und 5,0% überschritten, Beteiligung 8,66%, gehalten über Baupost Group Securities LLC, Boston, USA
MainFirst SICV, Senningerberg, Luxemburg 15.07.2015 Schwelle von 5,0% überschritten, Beteiligung 5,06%,
Baupost Value Partners, L.P.-IV, Boston, Delaware, USA 14.08.2015 Schwelle von 3,0% überschritten, Beteiligung 3,10%, zugerechnet von Baupost Group Securities, LLC, Boston, USA
Morgan Stanley, Wilmington, Delaware, USA 22.02.2016 Schwellen von 3,0% und 5,0% überschritten, Beteiligung 6,46%, gehalten über Morgan Stanley & Co. International plc, London, Großbritannien
Morgan Stanley, Wilmington, Delaware, USA 24.02.2016 Schwellen von 3,0% und 5,0% unterschritten, Beteiligung 1,75%
Baupost Group LLC, Boston, USA 15.08.2016 Schwellen von 5,0% unterschritten, Beteiligung 4,92%, gehalten über Baupost Group Securities, LLC, Boston, USA
Herr Mandeep S. Manku 18.08.2016 Schwellen von 3,0% überschritten, Beteiligung 3,62%, gehalten über Coltrane Master Fund, L.P.
Baupost Group LLC, Boston, USA 23.08.2016 Schwellen von 3,0% unterschritten, Beteiligung 2,91%, gehalten über Baupost Group Securities LLC, Boston, USA
MainFirst SICV, Senningerberg, Luxemburg 01.12.2016 Schwelle von 5,0% unterschritten, Beteiligung 4,42%
FMR LLC, Wilmington, Delaware, USA 12.12.2016 09.02.2017 Schwelle von 3,0% überschritten, Beteiligung 3,10% Schwelle von 5,0% überschritten, Beteiligung 5,19%