Annual Report (ESEF) • May 8, 2024
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Download Source FileSFC Energy AG LAGEBERICHT 2023 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 Grundlagen des Unternehmens Geschäftsmodell des Unternehmens Organisatorische Struktur des Unternehmens und Standorte Die SFC Energy AG („SFC“, „Unternehmen“) hat ihren Sitz in Brunnthal und ist unter der Nummer HRB 144296 im Handelsregister des Amtsgericht München eingetragen. Die SFC ist ein führender Anbieter für Brennstoffzellen bzw. Brennstoffzellenlösungen und hält Beteiligungen an den nachstehend aufgeführten Unternehmen: TOCHTERUNTERNEHMEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS SITZ ANTEIL AM KAPITAL WÄHRUNG Unmittelbar Mittelbar Gesamt Währung SFC Energy B.V. („SFC NL“) Almelo 100% - 100% EUR Niederlande SFC Energy Power SRL („SFC RO”) Cluj - 100% 100% RON Rumänien SFC Energy Ltd. („SFC CA.“) Calgary 100% - 100% CAD Kanada SFC Energy UK Ltd. („SFC UK“) Swindon 100% - 100% GBP UK SFC Energy India Pvt. Ltd. („SFC IN“) Gurgaon 92% - 92% INR Indien SFC Clean Energy SRL („SFC RO II“) Cluj 100% - 100% RON Rumänien SFC Energy LLC („SFC USA“) Wilmington 100% - 100% USD USA Der Vorstand der SFC leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für SFC sind, unmittelbar eingebunden. Rechtliche Grundlagen zur Führung und Überwachung des Unternehmens sind das deutsche Aktiengesetz und das sonstige Kapitalmarktrecht sowie der Deutsche Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 (veröffentlicht im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022. Das Kerngeschäft der SFC ist die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von modernen Energieversorgungssystemen sowie Modulen und Komponenten für netzunabhängige und netzgebundene Geräte auf Basis der Brennstoffzellentechnologie. Das Unternehmen tätigt hierzu die notwendigen Investitionen sowie alle sonstigen hiermit zusammenhängenden SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 1 LAGEBERICHT 2023 Geschäfte. Das Produktportfolio umfasst auch Zubehör und Ersatzteile, insbesondere Tankpatronen, Lösungen für die Kombination von Brennstoffzellenproduktenmit anderen Stromquellen, speichern und -verbrauchern sowie mechanische, elektronische und elektrische Instrumente zur Überwachung und Steuerung von Produktions- und Logistikprozessen. Die SFC verfügt weltweit als eines der ersten Unternehmen über kommerzielle Serienprodukte im Bereich von Direktmethanol-Brennstoffzellen (DMFC) für eine Reihe von Absatzmärkten. Die SFC verfügt zudem über kommerzielle Serienprodukte im Bereich von Wasserstoff-Brennstoffzellen (PEMFC). Ziele und Strategien Die strategische Ausrichtung des Unternehmens, die Position von SFC im Markt für umweltfreundliche stationäre und mobile netzferne Energielösungen auszubauen, blieb im Berichtsjahr unverändert. Ziel ist eine marktführende Stellung als Anbieter für emissionsarme bzw. freie Regel- und Notstromversorgung von netzfernen, zum Teil sicherheitskritischen, Anwendungen, wie etwa Telekommunikationsausrüstung, Sicherheits- und Überwachungstechnologie und netzfernen Sensoren mit Brennstoffzellengeneratoren zu etablieren. Die Brennstoffzellen sollen sowohl emissionsarme bzw. -freie Alternativen zu Dieselmotoren bieten, die bislang als Notstromaggregate oder zur Spitzenlastenabdeckung eingesetzt werden, als auch bestehende Systeme zur netzfernen Energieversorgung ergänzen. Die Umsetzung dieser Strategie soll sowohl durch organisches Wachstum als auch mittels Akquisitionen, Gemeinschaftsunternehmen, Beteiligungen und Kooperationsvereinbarungen realisiert werden. Die SFC sieht sich aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens im Berichtsjahr in ihrer Strategie bestätigt. Steuerungssystem Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die zur Steuerung des operativen Geschäftes durch den Vorstand verwendet werden, sind Umsatzerlöse bzw. deren Wachstum sowie die Ergebnisgrößen EBITDA bereinigt (bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) und EBIT bereinigt (bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern) für das Unternehmen. Im Rahmen des Risikomanagementsystems werden neben einem detaillierten Finanzberichtswesen und -controlling auch zahlreiche nichtfinanzielle Steuerungskennzahlen SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 2 LAGEBERICHT 2023 wie z. B. Qualitätsparameter verwendet. Diese werden aber nicht zur direkten Steuerung verwendet. Forschung und Entwicklung Mit den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verfolgt das Unternehmen weiterhin das Ziel, die Wettbewerbs- und Technologieposition der SFC vor dem Hintergrund der anstehenden Umgestaltung der Energiesysteme in zahlreichen Ländern zu sichern bzw. zu stärken. Die SFC investiert daher nach wie vor erhebliche Mittel in den Bereich Forschung und Entwicklung („F&E“). Im Geschäftsjahr 2023 („Berichtsjahr“) wurden inkl. Zuschüsse insgesamt TEUR 5.479 (Vorjahr: TEUR 4.545) und damit 20,5% mehr als im Vorjahr in diesen Bereich aufgewendet. Mit durchschnittlich 38 Mitarbeitenden (Vorjahr: 28) waren im Geschäftsjahr 2023 rund 26% (Vorjahr: 22%) des Personals von SFC im Wesentlichen mit der Entwicklung bzw. Weiterentwicklung der Brennstoffzellen-Technologie und deren Umsetzung in Produkte des Unternehmens beschäftigt. Die SFC verfolgt eine aktive Patentstrategie zum Aufbau von technologischen Markteintrittsbarrieren sowie zur Sicherstellung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit und Vermarktungsmöglichkeiten. SFC hält aktuell ein Portfolio von 3 (Vorjahr: 15) erteilten Patentfamilien. Schwerpunkte der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von SFC waren im Geschäftsjahr 2023: ▪ Weiterentwicklung der Direktmethanol-Brennstoffzellen („DMFC“) Brennstoffzellengenerationen ▪ Aufbau und Weiterentwicklung von Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen („PEMFC“) ▪ Entwicklung und Aufbau von Netzersatzanlagen auf Basis der PEMFC-Brennstoffzellen ▪ Entwicklung eines neuen PEMFC-Brennstoffzellensystems mit integrierter Steuerung und Spannungswandlung ▪ Entwicklung von PEMFC-Brennstoffzellensystems für Leistungsbereiche über 50 kW ▪ Kontinuierliche Entwicklung und Implementierung von service-optimierten Funktionen des Cloud basierten Fernüberwachungssystems für die neu eingeführte Produktgenerationen der Brennstoffzellen ▪ Weiterentwicklung eines intelligenten Fuel Management-Systems zur Autonomieverlängerung der neuen Produktgenerationen ▪ Entwicklung eines intelligenten Sensor- und I/O-Moduls zur Integration von externen Sensorsignalen, zur Erfassung des Energieflusses in EFOY-Energielösungen und Anbindung von I/O-Signalen; SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 3 LAGEBERICHT 2023 ▪ Konsequente Verbesserungen und Weiterentwicklungen zur Leistungssteigerung sowie zur Kostenreduzierung der bestehenden EFOY-Generationen Das Unternehmen plant unverändert zu den Vorjahren auch weiterhin deutliche Aufwendungen für den F&E-Bereich, um die starke Position in der Technologie und bei der Vermarktung auszubauen. Die F&E-Aktivitäten des Unternehmens wurden im Geschäftsjahr 2023 im geringen Umfang, und werden voraussichtlich auch zukünftig, durch Zuschüsse der öffentlichen Hand gefördert1. 1 Abschnitt war nicht Gegenstand der Prüfung des Lageberichts (lageberichtsfremde Angabe) SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 4 LAGEBERICHT 2023 Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Erholung der Weltwirtschaft verliert im Jahresverlauf an Schwung Nachdem das Auslaufen der COVID-19-Pandemie, fallende Energiepreise und die weitgehende Normalisierung der Lieferketten, inklusive Frachtkosten und Lieferzeiten, der Weltwirtschaft im ersten Halbjahr 2023 noch deutlichen Schwung verliehen hatten, ließ diese Dynamik im Jahresverlauf immer mehr nach. Wurde die anfängliche Erholung von einem starken Konsum in den USA und einem starken Aufschwung in reise- und tourismusorientierten Ländern getragen, schwächte sich der Dienstleistungssektor im zweiten Halbjahr zunehmend ab. Hinzu kam ein breiter Abschwung im Produktionssektor mit entsprechenden Rückgängen in der Industrieproduktion, Investitionen und Welthandel. Ursachen hierfür waren unter anderem ein verändertes Ausgabeverhalten nach der Pandemie, die gestiegene Inflation und erschwerte Finanzierungsbedingungen infolge der Zinssteigerungen zur Inflationsbekämpfung.2 Die weltweiten Inflationsraten gingen nach langjährigen Höchstständen in 2022 im Jahresverlauf 2023 aufgrund der restriktiven Geldpolitik wieder zurück. Allerdings erweist sich in vielen Fällen insbesondere die Kerninflation (ohne Berücksichtigung stark volatiler Energie- und Nahrungsmittelpreise) als sehr hartnäckig und begrenzt damit das Potenzial für baldige und deutliche Zinssenkungen. Im Jahr 2023 lagen die Teuerungsraten in den für SFC relevanten Märkten im Euroraum bei 5,5%3 (8,4%), in den USA bei 4,1%4 (8,0%), in Kanada bei 3,9%5 (6,8%) und in Indien bei 5,7%6 (6,7%). Mit Ausnahme der USA sind viele Volkswirtschaften, darunter auch China und der Euroraum, aufgrund spezifischer Probleme immer noch weit von ihren Vor-Pandemie-Trends entfernt, und es ist zunehmend fraglich, ob diese überhaupt wieder erreicht werden können. Ein positiver Treiber des weltweiten Wirtschaftswachstums – neben den USA – ist Indien. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert in dem für SFC relevanten Markt Indien 2 Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook Oktober 2023 3 Eurozone: Inflationsrate von Dezember 2021 bis Dezember 2023 4 Current US Inflation Rates: 2000-2024 5 Consumer Price Index: Annual review, 2023 6 India inflation summary for December 2023 SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 5 LAGEBERICHT 2023 im Jahr 2023 ein Wachstum von 6,3% und hat damit seine ursprüngliche Prognose deutlich angehoben. Vor diesem Hintergrund schätzte der IWF die Wachstumsaussichten des globalen BIP für das Jahr 2023, nach einem Wachstum von 3,5% im Jahr 2022, im Oktober2023 auf 3,0%.Für das Jahr 2024wird mit einer weiteren Abschwächung des globalen BIP-Wachstums auf 2,9% gerechnet. Stark nachlassendes Wachstum im Euroraum Für den Euroraum sieht der IWF einen deutlichen Rückgang des Wachstums von 3,3% im Jahr 2022 auf nur noch 0,7% im Jahr 2023. Die Folgen des Ukrainekrieges, sei es in Form gestiegener Energiepreise, Störungen der Lieferkette oder weiterhin ungewohnt hoher Inflation und gestiegener Zinsen, haben die Wirtschaft des Euroraums weiter belastet. Wesentliche wirtschaftliche Indikatoren wie Konsumausgaben oder Investitionen weisen ein kontinuierlich abnehmendes Wachstum gegenüber dem Vorjahr auf.7 Für das Jahr 2024 geht der IWF von einem etwas stärkeren Wachstum von 1,2% aus. Besser als erwartetes Wirtschaftswachstum in den USA Getragen von einem robusten Arbeitsmarkt und einem entsprechend starken privaten Konsum hat sich die Wirtschaftsleistung in den USA deutlich besser entwickelt als erwartet. So rechnete der IWF im Oktober nun mit einem BIP-Wachstum von 2,1% (2022: 2,1%), nachdem im April noch lediglich 1,6% erwartet wurden. Zudem profitierte die US-Wirtschaft von Förderungen durch die öffentliche Hand, z. B. in Form des Inflation Reduction Act. Obwohl der IWF auch die Wachstumserwartungen für das Jahr 2024 angehoben hat, wird hier gleichwohl ein schwächeres Wachstum von lediglich 1,5% erwartet. Deutlich schwächere Konjunktur in Kanada Die kanadische Wirtschaft hat sich im Laufe des Jahres 2023 deutlich abgeschwächt. Nach einem starken Wachstum im ersten Quartal hat sich die Entwicklung kontinuierlich verschlechtert und im dritten Quartal zu einem überraschenden BIP-Rückgang von 1,1% geführt8. Getrieben wurde diese Entwicklung von einem schwächeren Arbeitsmarkt, nachlassenden Konsumausgaben und rückläufigen Exporten. Darin spiegelt sich unter anderem die restriktive Geldpolitik der Bank of Canada zur Inflationsbekämpfung wider. 7 https://ec.europa.eu/eurostat/cache/dashboard/euro-indicators/ 8 Canada economy surprisingly shrank 1.1% in third quarter SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 6 LAGEBERICHT 2023 Für das gesamte Jahr 2023 geht der IWF vor diesem Hintergrund von einem deutlich geringeren Wachstum von 1,3% gegenüber 3,4% im Jahr 2022 aus. Für das Jahr 2024 wird eine leichte Wachstumsbeschleunigung auf 1,6% prognostiziert. Indien mit starker Erholung von Pandemie-Folgen Nach der Überwindung der COVID-19-Pandemie hat sich die indische Wirtschaft getrieben vom kontaktintensiven Dienstleistungssektor stark von den Folgen der Pandemie erholt. Hinzu kommt eine erfolgreiche Exportwirtschaft mit zahlreichen Handelspartnern in aller Welt. Die indische Wirtschaft hat ein klares Bekenntnis zu nachhaltiger Entwicklung abgegeben, das sich unter anderem in einem starken Fokus auf erneuerbare Energien widerspiegelt und Investitionen aus aller Welt anzieht. Zu dieser Attraktivität der mittlerweile fünftgrößten und am schnellsten wachsenden Volkswirtschaft der Welt tragen auch umfangreiche Infrastrukturinvestitionen der Regierung bei.9 Insgesamt prognostiziert der IWF für das Jahr 2023 ein Wirtschaftswachstum von 6,3% gegenüber 7,2% im Jahr 2022. Für das Jahr 2024 wird ein weiterhin stabiles Wachstum von ebenfalls 6,3% erwartet. Geopolitische Spannungen: Außergewöhnliches Maß an Unsicherheit Die wirtschaftlichen Aussichten sind auch weiterhin mit einem außergewöhnlichen Maß an Unsicherheit behaftet. Während ein Ende der kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine nicht absehbar ist, haben sich neue Krisenherde, beispielsweise im Nahen Osten, entzündet. Auch die amerikanischen Präsidentschaftswahlen werfen bereits ihre Schatten voraus und sorgen für Unsicherheit über den künftigen außenpolitischen Kurs des Landes. Weiterhin bestehen Spannungen zwischen der EU und USA sowie China. Die chinesische Wirtschaft leidet unter der anhaltenden Krise ihres Immobiliensektors. Deshalb könnte die Staatsführung versucht sein, durch außenpolitische Aktionen, beispielsweise einen Angriff auf Taiwan, davon abzulenken. Eine Ausweitung geopolitischer Krisen könnte für neue Preisschocks an den Märkten, beispielsweise für Energie, Rohstoffe oder Nahrungsmittel, sorgen und negative Folgen für Inflation und Wirtschaftswachstum haben. So befindet sich etwa die energieintensive Industrie in Deutschland nach wie vor in einer angespannten Lage. 9 https://economictimes.indiatimes.com/news/economy/indicators/indias-economic-triumph-a-chronicle-of-the-fastest-growing-major- economy/articleshow/106083873.cms?from=mdr SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 7 LAGEBERICHT 2023 Großes Potenzial bei stationären Brennstoffzellen-Anwendungen Das Produktportfolio der SFC umfasst sowohl PEMFC- und DMFC- Brennstoffzellen für die stationäre und mobile netzunabhängige Stromversorgung als auch hochtechnologische Power Management-Lösungen für den Einsatz in Geräten der Hightech-Industrie sowie Frequenzwandler, die von der Upstream-Öl- und Gasindustrie nachgefragt werden. Dem Segment Clean Energy sind die Umsatzerlöse und Aufwendungen des PEMFC- und des DMFC Brennstoffzellen-Geschäftes von SFC zugeordnet. Das Segment adressiert Kunden aus dem privaten, industriellen und öffentlichen Sektor in unterschiedlichen Endkundenmärkten. Im Zuge von Klimawandel und dem Weg zur Treibhausgasneutralität wandeln sich die Energieversorgung und die Wirtschaftsstrukturen in zahlreichen Volkswirtschaften grundlegend. Große Teile staatlicher Institutionen, der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Gesellschaft betrachten erneuerbare Energien im Generellen und Wasserstoff im Speziellen als eine Säule der Strategie zum Umbau des Energiesektors. Umfassende Initiativen eine globale CO2-Bepreisung zu etablieren und den Auf- bzw. Ausbau einer Wasserstoffinfrastruktur voranzutreiben, stehen stellvertretend für die Bemühungen. Trotz der schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist die weltweite Wasserstoffprojektpipeline weiter auf Wachstumskurs. Gemäß dem Hydrogen Insights 2023 Dezember-Update ist beispielsweise die Zahl der angekündigten Projekte seit Jahresbeginn um mehr als ein Drittel auf über 1.400 mit einem Investitionsvolumen von mehr als USD 570 Milliarden gestiegen. Damit könnten im Jahr 2030 ca. 45 Millionen Tonnen Wasserstoff produziert werden.10 Abgesehen von ihrer Bedeutung für die Dekarbonisierung von Volkswirtschaften sind Brennstoffzellen und Wasserstoff zunehmend relevant für die Erhöhung der Energiesicherheit. Die durch die kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine ausgelöste globale Energiekrise hat deutlich gemacht, dass die Politik die Erfordernisse der Energiesicherheit mit den Klimazielen in Einklang bringen muss. Insbesondere da die geopolitischen Risiken auch im Jahr 2023 weiter zugenommen haben. Zahlreiche Länder streben daher verstärkt nach Energieunabhängigkeit und Diversifizierung der Energieversorgung. Wasserstoff und Brennstoffzellen können zu dieser Energiesicherheit beitragen, indem sie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern, einerseits durch 10 https://hydrogencouncil.com/de/hydrogen-project-pipeline-grows-by-35-since-january-2023/ SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 8 LAGEBERICHT 2023 den Ersatz fossiler Brennstoffe in Endanwendungen, anderseits durch die Umstellung der auf fossilen Brennstoffen basierenden Wasserstoffproduktion auf erneuerbaren Wasserstoff. Eine Studie einer international anerkannten Beratungsgesellschaft geht davon aus, dass das relevante Marktpotenzial für Lösungen des Unternehmens von 4,3 Gigawatt (GW) installierbare Leistung im Jahr 2021 auf 8,1 GW im Jahr 2026 steigen wird. Dies entspräche einem Marktwachstum von 12% p.a. Der relevante Markt umfasst neun Anwendungsfälle im Leistungsspektrum <100 kW, u. a. Telekommunikationstürme, Baustromversorgung, Up- und Midstream-Überwachung von Öl- und Gasquellen sowie Pipelines, Umweltüberwachung von Windparks und CCTV-Überwachung. Marktforscher schätzen den Weltmarkt für Brennstoffzellen im Jahr 2023 auf USD 7,4 Mrd., wovon über 60% auf PEMFC-Lösungen entfallen. Bis zum Jahr 2030 soll der Markt mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von gut 27% wachsen.11 Großes Potenzial ergibt sich unter anderem bei stationären Anwendungen. Bisher häufig verwendete Diesel-Generatoren können durch umweltfreundliche Brennstoffzellen ausgetauscht werden. Im Jahr 2023 belief sich das Marktvolumen von Diesel-Generatoren zur dezentralen Energieerzeugung auf ca. USD 15,8 Mrd.12 11 https://www.grandviewresearch.com/industry-analysis/fuel-cell-market 12 https://www.mordorintelligence.com/de/industry-reports/diesel-generator-market SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 9 LAGEBERICHT 2023 Darstellung der Leistungsindikatoren durch Soll/Ist-Abgleich mit der Prognose Mit dem erreichten Umsatz von TEUR 59.956 liegt die SFC Energy AG deutlich über der Umsatzerwartung (Prognose) von TEUR 51.000 bis TEUR 55.000. Ebenso lag die Zielerreichung hinsichtlich des bereinigten EBITDAs mit TEUR 5.977 und des bereinigten EBITs mit TEUR 5.246 sehr deutlich über der Erwartung des Vorstandes von TEUR 604 bis TEUR 2.559 bzw. TEUR -1.660 bis TEUR 295. Der Grund hierfür war das stärker als erwartete Umsatzwachstum resultierend vor allem aus der anhaltend hohen Nachfrage nach den Brennstoffzellenlösungen des Unternehmens in Verbindung mit einem stärker als erwartenden Rückgang des Preisniveaus für Vorleistungsgüter, woraus eine bessere Rohertragsmarge resultierte. Insgesamt ist der Vorstand mit der Geschäftsentwicklung zufrieden. Die SFC geht sowohl in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung mit den Zukunftsperspektiven im Climate-Tech / Energy-Transition Markt als auch hinsichtlich der zukünftigen Ertragslage von einem attraktiven Wachstumsszenario aus. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 10 LAGEBERICHT 2023 Geschäftsverlauf und Lage Für das Berichtsjahr 2023 waren ein Umsatz von TEUR 51.000 bis TEUR 55.000 sowie damit ein organisches Umsatzwachstum von mindestens 20,0% (bezogen auf den Umsatz von 2022) und eine Steigerung der Profitabilität geplant. Aufgrund des guten Geschäftsverlaufs des Berichtsjahres und der damit verbunden hohen Nachfrage nach Brennstoffzellen in den Kernzielmärkten für industrielle- und öffentliche Sicherheitsanwendungen konnte mit einem Umsatz von TEUR 59.956 sowie einem Wachstum von 41,4% die Umsatzprognose deutlich übertroffen werden. Zusätzlich waren eine Steigerung der Profitabilität und ein verbessertes bereinigtes EBIT (bereinigtes Betriebsergebnis) sowie ein verbessertes bereinigtes EBITDA möglich. ERTRAGSLAGE Im Geschäftsjahr 2023 erzielte die SFC Energy AG einen Umsatz von TEUR 59.956 (Vorjahr: 42.390) was einem Umsatzwachstum von 41,4% entspricht. Die SFC profitierte im Berichtsjahr vom Marktwachstum und einer weiterhin hohen Nachfrage nach den Brennstoffzellenlösungen der SFC insbesondere in den Kernzielmärkten für industrielle Anwendungen, u.a. für zivile Sicherheitstechnik, Datenübertragung und Digitalisierung, die den größeren Umsatzanteil am Unternehmensumsatz ausmachten. Zudem wirkte sich die gestiegene Nachfrage nach Brennstoffzellen der Gesellschaft in Nordamerika positiv auf das Umsatzwachstum aus. Mit der Tochtergesellschaft SFC Energy Ltd. wurden Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 2.696 (Vorjahr: TEUR 10.499) erzielt. Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand im Verhältnis zu Umsatzerlösen) nahm auf 40,0% (Vorjahr: 44,6%) ab. Ursächlich hierfür war hauptsächlich das im Vergleich zum Vorjahr niedrigeres Preisniveau für Vorleistungsgüter. Um Verzerrungen durch Sondereffekte, die das operative Ergebnis des Geschäftsjahres sowohl be- als auch entlasten, in der Darstellung der finanziellen Leistungsindikatoren zu neutralisieren und eine Vergleichbarkeit dieser Leistungsindikatoren zwischen den Perioden zu ermöglichen, werden das bereinigte EBITDA und das bereinigte EBIT (bereinigtes Betriebsergebnis) ausgewiesen. Hierbei werden die in den Personalkosten enthaltenen Auswirkungen der nachfolgend aufgeführten Sondereffekte im Geschäftsjahr im Rahmen einer Überleitung zum bereinigten EBITDA und bereinigten EBIT eliminiert. Im Geschäftsjahr 2023 enthalten diese Sondereffekte Aufwendungen und Erträge aus der Erhöhung bzw. der Auflösung von Rückstellungen und den Verpflichtungen aus den SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 11 LAGEBERICHT 2023 langfristigen variablen aktienkursbasierten Vergütungsprogrammen („LTI-Programme“) sowie mit Transaktionsbemühungen verbundene Aufwendungen. Für das Vorjahr enthalten diese Aufwendungen zudem Kosten in Höhe von TEUR 5.224, die im Zusammenhang mit der im Juli 2022 durchgeführten Kapitalerhöhung standen. Bei den LTI-Programmen handelt sich um Stock Appreciation Rights („SARs“) und Aktienoptionsprogramme („AOPs“) für den Vorstand sowie für Führungskräfte der Gesellschaft und deren Tochtergesellschaften. Die (Sonder-)Aufwendungen hierfür betrugen im Berichtsjahr TEUR 768 (Vorjahr: TEUR 665). Im Berichtsjahr wurden Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für die SARs bzw. der Auflösung der Kapitalrücklage für die AOPs in Höhe von TEUR 720 (Vorjahr: TEUR 1.149) erfasst. Diese Erträge wurden durch die erfolgswirksame Auflösung von bereits gebildeten Rückstellungen für die SARs bedingt, die höher waren als die Auszahlung für die im aktuellen Berichtsjahr in bar zugeflossenen Beträge bzw. ergaben sich aus der Bilanzierungs- bzw. Bewertungsvorschriften. Mit Transaktionsbemühungen wie z.B. potentielle Akquisitionen verbundene Aufwendungen in Höhe von TEUR 491 (Vorjahr: TEUR 42) stellen ebenfalls Sondereffekte dar. Die Überleitung auf das bereinigte EBIT (= bereinigtes Betriebsergebnis) und bereinigte EBITDA sowie die Verteilung der vorstehend aufgeführten Sondereffekte auf die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar: ÜBERLEITUNG EBIT / EBITDA ZU EBIT BEREINIGT / EBITDA BEREINIGT in TEUR 2023 2022 Betriebsergebnis laut Gewinn- und Verlustrechnung (EBIT) 4.707 -3.498 Personalaufwand + Nettoaufwand / -ertrag für LTI-Programme 47 -485 Sonstige betriebliche Aufwendungen + Kosten für Kapitalerhöhungen 0 5.224 + Kosten für Transaktionsbemühungen 491 42 Bereinigtes Betriebsergebnis (EBIT) 5.246 1.284 + Abschreibungen 732 718 Bereinigtes EBITDA 5.977 2.002 Das bereinigte EBIT verbesserte sich ausgesprochen signifikant um TEUR 3.961 auf TEUR 5.246 (Vorjahr: TEUR 1.284). SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 12 LAGEBERICHT 2023 Zur Verbesserung haben neben dem erheblich erhöhten Umsatz und der um 1,7-%-Punkte auf 57,1% (Vorjahr: 55,4%) deutlich gestiegenen Rohertrags-Marge, auch eine verringerte bereinigte Personalaufwandsquote (Personalaufwand bereinigt um Sondereffekte im Verhältnis zu Umsatzerlösen) in Höhe von 24,5% (Vorjahr: 30,0%) beigetragen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um TEUR 374 auf TEUR 16.671 (Vorjahr: TEUR 17.045) verringert und damit ebenfalls zur Ergebnisverbesserung beigetragen. Dem wirkten die um TEUR 220 geringeren sonstigen betrieblichen Erträge, die TEUR 2.566 (Vorjahr: TEUR 2.786) betrugen, entgegen. Dem folgend stieg das bereinigte EBITDA im Berichtsjahr um TEUR 3.975 auf TEUR 5.977 (Vorjahr: TEUR 2.002) und verdreifacht sich annähernd. Das EBIT laut Gewinn- und Verlustrechnung der SFC AG verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr signifikant um TEUR 8.205 auf TEUR 4.707 (Vorjahr: TEUR -3.498). Zu berücksichtigen ist allerdings auch in diesem Zusammenhang, dass das EBIT im Vorjahr mit Kosten in Höhe von TEUR 5.224 für die durchgeführte Kapitalerhöhung belastet war. Im Einzelnen waren die Faktoren für die Veränderung des EBIT wie folgt: Umsatzentwicklung Die Umsatzentwicklung für das Geschäftsjahr 2023 stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar: UMSATZENTWICKLUNG in TEUR 2023 2022 VERÄNDERUNG Umsatzerlöse 59.956 42.390 41,4% Umsatz nach Kernzielmärkten Die SFC profitierte im Berichtsjahr mit einem deutlichen Umsatzanstieg von 41,4% auf TEUR 59.956 (Vorjahr: TEUR 42.390) weiterhin von der hohen Nachfrage nach den Brennstoffzellenlösungen des Unternehmens. Dies traf insbesondere auf Energielösungen für industrielle Anwendungen zu, die u. a. die Kernzielmärkte „Zivile Sicherheitstechnik / Videoüberwachung“ und „Datenübertragung und Digitalisierung“ adressieren und den höchsten Anteil am Umsatz ausmachten. Ebenso hat die Nachfrage aus den Kernzielmärkten für öffentliche Sicherheit im Berichtsjahr signifikant zugenommen, während der Umsatz für Anwendungen in den Kernzielmärkten für private Anwendungen, die nunmehr den geringsten Anteil am Kernzielmarkt-Umsatz ausmachten, stark zurückging. Ein wesentlicher Grund SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 13 LAGEBERICHT 2023 hierfür ist nach Auffassung des Vorstandes die Konsumzurückhaltung der privaten Haushalte insbesondere in Deutschland. Das Umsatzwachstum wurde von gestiegenen Umsatzbeiträgen aus allen Zielregionen getragen, wobei das Wachstum in den Regionen Nordamerika und Asien am stärksten zunahm. Der Umsatz mit industriellen Kunden stieg im Berichtsjahr um 24,2% auf TEUR 42.809 (Vorjahr: TEUR 34.475). Ausschlaggebend für dieses Wachstum war insbesondere die Nachfrage aus dem nordamerikanischen Markt. Der Umsatz mit Kunden in den Kernzielmärkten der öffentlichen Sicherheit belief sich auf TEUR 11.335 (Vorjahr: TEUR 3.872) und lag damit um 192,7% über dem Vorjahresniveau. Im Kernzielmarkt für private Anwendungen wurde ein Umsatz von TEUR 2.313 (Vorjahr: TEUR 4.043) erzielt, der damit -42,8% unter dem Vorjahresumsatz lag. Umsatz nach Regionen Die Umsatzentwicklung nach Regionen für das Berichtsjahr stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar: UMSATZ NACH REGIONEN in TEUR 2023 2022 VERÄNDERUNG VERÄNDERUNG Restliches Europa 14.743 15.442 -4,5% -700 Deutschland 8.651 7.408 16,8% 1.243 Niederlande 6.597 3.253 102,8% 3.344 Kanada 2.717 10.508 -74,1% -7.791 USA 10.982 247 4346,7% 10.735 Indien 12.966 1.101 1078,1% 11.865 Restliches Asien 2.998 4.225 -29,1% -1.228 Rest der Welt 303 207 46,6% 96 Summe 59.956 42.390 41,4% 17.566 In allen drei Kernzielregionen des Unternehmens, Europa, Nord-Amerika und Asien, konnte der Umsatz im Berichtsjahr gesteigert werden. Die Region Europa blieb mit einem Anteil von 46,1% (Vorjahr: 61,6%) am Unternehmensumsatz die umsatzstärkste Region. Innerhalb dieser Region hat der SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 14 LAGEBERICHT 2023 Unternehmensumsatzanteil der Niederlande in der Berichtsperiode merklich auf 11,0 (Vorjahr: 7,7%) zugenommen, während der Anteil Deutschlands leicht auf 14,4% (Vorjahr: 17,5%) zurückgegangen ist. Der Umsatzanteil des restlichen Europas hat deutlich auf 24,6% (Vorjahr: 36,4%) abgenommen. Der Anteil des Unternehmenumsatzes, der auf die Region Nordamerika entfiel, betrug 22,8% (Vorjahr: 25,4%) und hat trotz des absoluten Umsatzwachstums leicht abgenommen. Innerhalb der Region Nordamerika lag der Anteil der USA am Unternehmensumsatz mit 18,3% (Vorjahr: 0,6%) besonders stark über Vorjahresniveau. Der Umsatzanteil Kanadas hat auf 4,5% (Vorjahr: 24,8%) besonders stark abgenommen. Ursächlich für diese Entwicklungen war die Abwicklung des überwiegenden Anteils der USA Aufträge im Vorjahr über die kanadische Tochtergesellschaft, während diese im Geschäftsjahr direkt von der SFC in die USA geliefert wurden. Die Region Asien wies mit 26,6% (Vorjahr: 12,6%) einen signifikant gestiegenen Unternehmensumsatzanteil aus und verzeichnete gleichzeitig das höchste absolute Umsatzwachstum. Innerhalb dieser Region hat der Anteil Indiens am Unternehmensumsatz besonders stark auf 21,6% (Vorjahr: 2,6%) zugenommen, während der Anteil des restlichen Asiens deutlich auf 5,0% (Vorjahr: 10,1%) abgenommen hat. Übrige Aufwendungen und Erträge Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand im Verhältnis zu Umsatzerlösen) konnte im Berichtsjahr auf 40,0% (Vorjahr: 44,6%) reduziert werden. Zu dieser merklich niedrigeren Materialaufwandsquote haben im Wesentlichen die Wirksamkeit der verbesserten Preisgestaltung und ein attraktiverer Produktmix zu Gunsten höhermargiger Produkte, beigetragen. Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich im Berichtszeitraum im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich um 7,9% auf TEUR 2.566 (Vorjahr: TEUR 2.786) verringert. Grund für die merkliche Abnahme waren im Wesentlichen niedrigere Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.233 (Vorjahr: TEUR 1.490) sowie geringere Erträge aus Kursdifferenzen, die im Berichtsjahr TEUR 926 (Vorjahr: TEUR 1.005) betrugen. Dem standen höhere Erträge aus öffentlichen Zuschüssen für Förderprojekte in Höhe von TEUR 292 (Vorjahr: TEUR 164) entgegen, die jedoch aufgrund der politischen Rahmenbedingungen in Deutschland im Berichtsjahr weiterhin auf relativ niedrigem Niveau blieben. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 15 LAGEBERICHT 2023 Der Personalaufwand hat im Vergleich zur Vorjahresperiode insbesondere aufgrund der gestiegenen Mitarbeiterzahlen und Gehaltssteigerungen sowie Sonderboni für alle Mitarbeiter um 19,9% auf TEUR 14.678 (Vorjahr TEUR 12.243) signifikant zugenommen. Der in dem Personalaufwand enthaltene Nettoaufwand für die langfristigen variablen aktienkursbasierten Vergütungsprogrammen für den Vorstand und Führungskräfte (LTI- Programme) belief sich im Berichtsjahr auf TEUR 47 (Vorjahr: Nettoertrag TEUR 485). Die jährliche Höhe dieser Aufwendungen und Erträge richtet sich unter anderem nach dem Verlauf des Aktienkurses der SFC im jeweiligen Berichtsjahr und verzerrt daher den Personalaufwand. Ohne Berücksichtigung dieser Aufwendungen sind die Personalkosten um 14,9% auf TEUR 14.630 (Vorjahr: TEUR 12.728) gestiegen. Insgesamt verlief der Anstieg jedoch unterproportional zur Umsatzsteigerung, so dass sich die bereinigte Personalaufwandsquote um 5,6 %-Punkte auf 24,4% (Vorjahr: 30,0%) reduzierte. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen nahmen im Wesentlichen aufgrund des Erwerbs von immateriellen Vermögensgegenständen im Zusammenhang mit der Übernahme von Technologien von Johnson Matthey zur Produktion von Membrane Electrode Assemblies (MEAs) leicht um 1,9% auf TEUR 732 (Vorjahr: TEUR 718) zu. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 2,2% bzw. TEUR 374 auf TEUR 16.671 (Vorjahr: TEUR 17.045) ab. Ursächlich hierfür waren im Vergleich zum Vorjahr insbesondere die um 40,1% deutlich geringeren Beratungskosten in Höhe von TEUR 4.147 (Vorjahr: TEUR 6.925), die im Vorjahr von den Kosten für die durchgeführte Kapitalerhöhung geprägt waren. Des Weiteren lagen die Kosten der Warenabgabe mit TEUR 974 (Vorjahr: TEUR 1.422) aufgrund eines Rückgangs der Logistikkosten um 31,5% unter Vorjahresniveau. In geringerem Umfang wirkten sich die um 35,2% niedrigeren Versicherungsprämien, Beiträge und Abgaben, die in der Berichtsperiode TEUR 263 (Vorjahr: 406) betrugen, positiv auf die sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus. Dem wirkten im Wesentlichen die geschäftsentwicklungsbedingt um 19,7% auf TEUR 2.010 (Vorjahr: TEUR 1.679) gestiegenen Werbe- und Reisekosten entgegen. Umsatzbedingt nahm zudem der Aufwand für Gewährleistungen um 58,4% auf TEUR 864 (Vorjahr: TEUR 545) zu. Besonders signifikant nahmen in der Berichtsperiode mit 53,6% die Sonstige Aufwendungen SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 16 LAGEBERICHT 2023 auf TEUR 5.981 (Vorjahr: TEUR 3.895) zu. Wesentlich hierfür war in diesem Zusammenhang höhere Rückstellungen für zweifelhafte Forderungen, eine Rückstellung im Zusammenhang mit etwaig anfallenden Kosten in Bezug auf Lieferverzögerungen im Rahmen einer Lieferbeziehung , sowie deutlich gestiegene Kosten für die kurz- und mittelfristige Verfügbarkeit von personellen Kapazitäten im Berichtsjahr. Zinsen und ähnliche Aufwendungen verminderten sich auf TEUR 14 (Vorjahr: TEUR 52) und resultieren im Wesentlichen aus Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen. Zinsen und ähnliche Erträge erhöhten sich aufgrund der Verzinsung von höheren Darlehen an die Tochtergesellschaften sowie aufgrund des höheren Zinsniveaus in Verbindung mit dem höheren durchschnittlichen Anlagevolumen von Barmitteln signifikant um TEUR 1.155 auf TEUR 1.306 (Vorjahr: TEUR 151) Das Jahresergebnis war deutlich positiv und belief sich aufgrund der vorstehend ausgeführten Effekte auf TEUR 5.386 (Vorjahr: TEUR -3.399). Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) Das EBITDA laut Gewinn- und Verlustrechnung verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr besonders signifikant um TEUR 8.219 auf TEUR 5.439 (Vorjahr: TEUR -2.780). Die EBITDA Marge (EBITDA in Relation zum Umsatz) war deutlich positiv und betrug 9,1% (Vorjahr: -6,6%). Das um die vorstehend aufgeführten Sondereffekte bereinigte EBITDA betrug TEUR 5.977 (Vorjahr: TEUR 2.002) woraus eine bereinigte EBITDA Marge von 10,0% (Vorjahr: 4,7%) resultierte. Betriebsergebnis (EBIT) Das EBIT laut Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens hat sich im Berichtsjahr um TEUR 8.205 auf TEUR 4.707 (Vorjahr: -3.498). Die EBIT-Marge (EBIT in Relation zum Umsatz) erhöhte sich signifikant auf 7,9% (Vorjahr: -8,3%). Das um die vorstehend aufgeführten Sondereffekte bereinigte EBIT hat sich in der Berichtsperiode auf TEUR 5.246 (Vorjahr: TEUR 1.284) vervierfacht. Die bereinigte EBIT-Marge betrug 8,7% (Vorjahr: 3,0%) und hat sich sehr deutlich verbessert. Ergebnis nach Steuern Das Ergebnis nach Steuern (entsprechend dem Jahresfehlbetrag) beträgt TEUR 5.386 (Vorjahr: TEUR -3.399) infolge der oben geschilderten Entwicklungen verbessert. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 17 LAGEBERICHT 2023 Auftragseingang und Auftragsbestand Der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2023 lag mit TEUR 71.045 um 66,5% über dem Vorjahresniveau (TEUR 49.819). Der Auftragsbestand zum Jahresende 2023 lag mit TEUR 37.111 (Vorjahr: TEUR 19.522) um 90,1% über Vorjahresniveau. FINANZLAGE Finanzmanagement Ziel des Finanzmanagements ist es, die Finanzkraft der Gesellschaft langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie für Investitionen zu decken. Das Finanzmanagement der SFC umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Liquiditätsmanagement, das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen) sowie das Management von Kreditausfallrisiken. Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Unternehmens. Die Kapitalausstattung des Unternehmens wird nach den Grundsätzen kosten- und risikooptimaler Finanz- und Kapitalausstattung vorgenommen. Bislang liegt dabei der Schwerpunkt auf der Ausstattung mit Eigenkapital. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt SFC außer durch das Eigenkapital der SFC Energy AG auf Ebene der Tochterunternehmen im Wesentlichen mit lokalen Banken. SFC folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf einem komfortablen Liquiditätspolster und einem – in der langfristigen Perspektive – ausgewogenen Finanzierungsportfolio mit diversifizierten Fälligkeiten ausgerichtet ist. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Unternehmens zu begrenzen. Das Management von Kreditausfallrisiken umfasst die Überwachung des Risikovolumens der Kreditorenpositionen des Unternehmens gegenüber Finanzinstituten und Kunden. Das Kreditrisiko gegenüber Finanzinstituten ergibt sich aus der Anlage liquider Mittel im Rahmen des Liquiditätsmanagements. Das Management dieser Kreditrisiken basiert im Wesentlichen auf der Analyse der Bonität des Finanzinstituts beziehungsweise der entsprechenden SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 18 LAGEBERICHT 2023 Einlagensicherungssysteme. Das Kreditrisiko gegenüber Kunden aus dem Liefer- und Leistungsgeschäft resultiert aus der Beziehung zu Händlern sowie Firmen- und Privatkunden. Kapitalstruktur Die strategische Ausrichtung von SFC und speziell die gewählte Strategie erfordern weitere Investitionen, die zur Sicherstellung des zukünftigen Geschäftserfolgs finanziert werden müssen. Dies bezieht sich auf die Bereiche Produktentwicklung, Erschließung weiterer Märkte und neuer Regionen sowie den Ausbau bestehender Kundengruppen. Die insbesondere durch Kapitalmaßnahmen, zuletzt im Juli 2022, dem Unternehmen zugeflossenen Mittel wurden für diese Investitionen eingeworben. Bis zur Verwendung werden Liquiditätsüberschüsse in Finanztitel mit geringem Risiko (z. B. Tages- und Festgelder) bei verschiedenen Banken angelegt. In der Satzung von SFC sind keine Kapitalerfordernisse definiert. Das Kapitalmanagement des Unternehmens bezieht sich auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, das Eigenkapital und die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Investoren. Liquide Mittel Die frei verfügbaren Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betrugen zum 31. Dezember 2023 („Stichtag“) TEUR 57.060 (Vorjahr: TEUR 64.554) und lagen damit um 11,6% bzw. TEUR 7.494 unter dem Vorjahreswert. Die folgende Darstellung zeigt das Eigenkapital und Gesamtkapital zu den jeweiligen Stichtagen: EIGENKAPITAL UND GESAMTKAPITAL in EUR 31.12.2023 31.12.2022 Eigenkapital 113.070 107.312 in % vom Gesamtkapital 87,7% 87,3% Rückstellungen, Verbindlichkeiten und passiver 15.893 15.669 Rechnungsabgrenzungsposten in % vom Gesamtkapital 12,3% 12,7% Gesamtkapital 128.963 122.981 Die SFC weist zum Stichtag eine Eigenkapitalquote von 87,7% (Vorjahr: 87,3%) aus. Alle Verbindlichkeiten sind unverzinslich und innerhalb eines Jahres fällig. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen derzeit nicht. Das Anlagevermögen ist weiterhin über SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 19 LAGEBERICHT 2023 das Eigenkapital finanziert, die kurzfristigen Vermögenswerte decken die kurzfristigen Schulden. Verbindlichkeiten in Fremdwährung waren betragsmäßig von untergeordneter Bedeutung. Investitionen Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen beliefen sich 2023 auf TEUR 2.103 (Vorjahr: TEUR 1.148). Dabei wurde insbesondere in den Erwerb von immateriellen Vermögensgegenständen im Zusammenhang mit der Übernahme von Technologien von Johnson Matthey zur Produktion von Membrane Electrode Assemblies (MEAs) sowie in Anlagen und Werkzeuge investiert. Um den Wachstumstrend aufrecht zu erhalten, wird SFC die im Rahmen der Kapitalerhöhung 2022 eingeworbenen Mittel zur Investitionsfinanzierung in den Folgejahren verwenden. Im Februar des Berichtsjahres hat die SFC mit der in Indien ansässigen FC TecNrgy Pvt. Ltd. eine strategische Kooperationsvereinbarung zum Aufbau einer neuen Fertigungsstätte für Brennstoffzellen und zur weiteren Marktentwicklung in Indien getroffen. In diesem Zusammenhang wurde vereinbart, dass im Berichtsjahr eine Finanzinvestition in Höhe von TEUR 1.000 von der SFC in die FC TecNrgy Pvt. Ltd. erfolgen sollte. Hierbei handelt es sich um Investitionsverpflichtungen der neu gegründeten SFC Energy India Pvt. Ltd. Aufgrund von regulatorischen Vorschriften in Indien hat sich diese Investition verzögert und ist nicht im Berichtsjahr erfolgt. Die Finanzierung dieser Investition soll in 2024 aus den Zahlungsmitteln der SFC erfolgen. Liquidität Im Geschäftsjahr 2023 war eine Abnahme des Finanzmittelfonds von TEUR 7.494 auf TEUR 57.060 zu verzeichnen, der sich aus den nachstehend aufgeführten Effekten ergab. SFC legt die liquiden Mittel momentan ausschließlich in kurzfristigen Anlagen an. Zum Stichtag bestanden keine offenen Devisen- oder Warentermingeschäfte. Zum Stichtag bestand eine Avallinie mit der Deutsche Bank AG über TEUR 500 mit einer fixen Avalprovision und unbestimmter Laufzeit. Zum Stichtag war diese Linie ungenutzt. Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Aus betrieblicher Tätigkeit war im Geschäftsjahr 2023 ein Abfluss von TEUR 1.750 (Vorjahr: TEUR 6.737) zu verzeichnen. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 20 LAGEBERICHT 2023 Cashflow aus der Investitionstätigkeit Im Rahmen der Investitionstätigkeit flossen im Geschäftsjahr Mittel in Höhe von TEUR 5.744 (Vorjahr: TEUR 4.894) ab. Davon entfielen TEUR 1.781 auf Ausleihungen im Finanzanlagevermögen. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit Aus der Finanzierungstätigkeit flossen 2023 liquide Mittel in Höhe von TEUR 269. Der Mittelzufluss im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von TEUR 56.432 resultierte aus dem Emissionserlös der Kapitalerhöhung. Diesem Zufluss steht ein Mittelabfluss bedingt durch die Kosten dieser Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 5.224 gegenüber. Der Nettozufluss betrug mithin TEUR 51.208. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 21 LAGEBERICHT 2023 VERMÖGENSLAGE Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2023 hat mit TEUR 5.982 bzw. 4,9% gegenüber dem 31. Dezember 2022 auf TEUR 128.963 (Vorjahr: TEUR 122.981) zugenommen. Ebenso hat sich das Eigenkapital durch das erwirtschaftete Ergebnis im Berichtsjahr von TEUR 107.312 auf TEUR 113.070 und damit um 5,4% bzw. TEUR 5.757 merklich erhöht. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich geringfügig auf 87,7% (Vorjahr: 87,3%). Das Gezeichnete Kapital beträgt zum Stichtag unverändert TEUR 17.364 (Vorjahr: TEUR 17.364). Die Kapitalrücklage erhöhte sich 2023 marginal um 0,2% auf TEUR 183.743 (Vorjahr: TEUR 183.372) in Zusammenhang mit den an die Vorstände und Führungskräfte gewährten AOPs. SFC verfügt über selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände, die aber trotz des seit dem 1. Januar 2010 bestehenden Wahlrechts nach § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB nicht bilanziert werden. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Patente und Know-how im Zusammenhang mit der Entwicklung von Brennstoffzellenprodukten und Power Managern. Die Finanzanlagen in Höhe von TEUR 31.652 (Vorjahr: TEUR 26.967) beinhalten die 100 %- Anteile an der SFC Energy Ltd. (TEUR 10.926), an der SFC Energy B.V. (TEUR 10.874), an der SFC Energy UK Ltd., an der SFC Clean Energy SRL, an der SFC Energy LLC und den 92%-Anteil an der SFC Energy India Pvt. Ltd. (zusammen TEUR 340). Des Weiteren enthält der Posten langfristige Darlehensforderungen gegen die SFC Energy B.V. von TEUR 3.875 (Vorjahr TEUR 3.666), gegen die SFC Energy Ltd. von TEUR 1.421 (Vorjahr: TEUR 1.501), gegen die SFC Energy UK Ltd TEUR 870 (Vorjahr: TEUR 0), gegen die SFC Clean Energy SRL TEUR 772 (Vorjahr: TEUR 0) und die SFC Energy LLC TEUR 9 (Vorjahr: TEUR 0). Zudem weist die Gesellschaft im Berichtjahr 2023 erstmals die Position geleistete Anzahlungen auf künftige Einlagen im Zusammenhang mit der Kapitalisierung der SFC Energy India Pvt. Ltd. in Höhe von TEUR°2.565 (Vorjahr:°TEUR°0) aus. Der Anstieg der Darlehensforderung dient im Wesentlichen zur Finanzierung des Kapitalbedarfs für die Beschaffung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und Investitionen in das Sachanlagevermögen der Tochtergesellschaften. Die Buchwerte für die Anteile haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Die Darlehensforderung gegenüber SFC Energy Ltd. wurde in 2023 mit 9,0% p.a. verzinst, zudem hat SFC den Rangrücktritt erklärt. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 22 LAGEBERICHT 2023 Die Vorräte haben im Berichtsjahr, trotz des signifikanten Umsatzwachstums, insbesondere aufgrund der relativ geringeren Bevorratung von fertigen Erzeugnissen sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen vor dem Hintergrund der Entspannungen in den Lieferketten, um 10,1% auf TEUR 13.127 (Vorjahr: TEUR 14.594) abgenommen. Hiervon entfallen TEUR 8.888 (Vorjahr: TEUR 9.649) auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, TEUR 432 (Vorjahr: TEUR 529) auf unfertige Erzeugnisse und Leistungen, TEUR 3.769 (Vorjahr: TEUR 4.175) auf fertige Erzeugnisse und Waren sowie TEUR 38 (Vorjahr: TEUR 241) auf Anzahlungen auf Vorräte. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich auf TEUR 16.273 (Vorjahr: TEUR 7.596) erhöht. Diese Entwicklung ist u.a. auf den relativ höheren Umsatz zum Geschäftsjahresende zurückzuführen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen lagen mit TEUR 5.355 (Vorjahr: TEUR 6.148) um 12,9% unter dem Vorjahresniveau. Die Abnahme ist im Wesentlichen auf die Direktlieferungen der SFC an Kunden in den USA statt der Lieferung über die SFC Energy Ltd. und somit geringere Working Capital Finanzierungserfordernisse auf Ebene der Tochtergesellschaft zurückzuführen. Die Rückstellungen haben deutlich um 32,1% auf TEUR 14.338 (Vorjahr: TEUR 10.854) zugenommen. Die Zunahme resultiert im Wesentlichen aus einer Rückstellung für etwaig anfallenden Kosten gegenüber einem Geschäftspartner im Zusammenhang mit Verzögerungen im Fertigungsanlauf einer Tochtergesellschaft von EUR 925.000 (Vorjahr: EUR 0). Des Weiteren haben sich die Rückstellungen für Gewährleistungen aufgrund des gestiegenen Umsatzes um TEUR 825 auf TEUR 3.975 (Vorjahr: TEUR 3.150) deutlich erhöht. Rückstellungen für sonstige Prämien haben um TEUR 278 auf TEUR 1.415 (Vorjahr: TEUR 1.137) und Rückstellungen für Urlaub um TEUR 279 auf TEUR 749 (Vorjahr: TEUR 470) zugenommen. Dem wirkten um TEUR 98 niedrigere Rückstellungen für die vorstehend beschriebenen LTI-Programme, die TEUR 3.578 (Vorjahr: TEUR 4.047) betragen, entgegen. Die Verbindlichkeiten haben sich auf etwa ein Drittel auf TEUR 1.500 (Vorjahr: TEUR 4.755) verringert. Ein wesentlicher in den Verbindlichkeiten enthaltener Posten des Vorjahres, die Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt, haben sich im Berichtsjahr besonders signifikant um TEUR 2.386 auf TEUR 73 (Vorjahr: TEUR 2.459) reduziert. Ursächlich hierfür waren Verbindlichkeiten aus LTI-Programmen, die in der vorgesehenen Form im Berichtsjahr nicht zum Tragen kamen. Des Weiteren nahmen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stichtagsbezogen deutlich um TEUR 466 auf TEUR 845 (Vorjahr: TEUR 1.311) ab. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 23 LAGEBERICHT 2023 Finanzielle und Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Der Vorstand legt einen besonderen Fokus auf eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens. Die finanziellen Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens – EBITDA bereinigt (bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) sowie EBIT bereinigt (bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern) – und deren Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 wurden oben unter dem Punkt „Steuerungssystem“ bereits dargestellt. Als nichtfinanzielle Kennzahlen und Leistungsindikatoren zieht der Vorstand zu Kontrollzwecken in erster Linie die folgenden, regelmäßig erhobenen mitarbeiterbasierten Größen bzw. Nachhaltigkeitskennzahlen heran: Qualitätskennzahlen, Qualitätsbewertungen und Ausschussquoten ▪ ▪ Anzahl der Beschäftigten und Mitarbeiterentwicklung Diese Kennzahlen bzw. Indikatoren werden jedoch, anders als die o.g. finanziellen Leistungsindikatoren, nicht zur direkten Unternehmenssteuerung eingesetzt. Der Vorstand wird laufend über Lieferantenqualität und Produktqualität informiert. Zur Ermittlung der Lieferantenqualität wird das Verhältnis der Anzahl der reklamierten Teile im Verhältnis zu der Anzahl der gelieferten Teile bezogen auf die sieben wichtigsten Lieferanten betrachtet. Diese sieben wichtigsten Lieferanten werden jährlich von der Qualitätskontrolle und dem Einkauf auf Basis verschiedener Kriterien festgelegt. Die Lieferantenqualitätsquote lag mit 2,72% fehlerhaften Teilen (korrespondierende Vorjahreszahl: 0,89%) signifikant über der Vorjahresfehlerquote. Ein wesentlicher Grund hierfür war die deutlich höhere Anzahl von bezogenen komplexen Platinen, welche durch kurzfristig eingeschränkte Bauteilverfügbarkeit mit deutlich erhöhter Wahrscheinlichkeit zu Qualitätsmängeln neigten. Diese Mängel konnten jedoch während der Test- und Kalibrierphasen in der Produktion identifiziert werden, was allerdings zwangsläufig zu einer gestiegenen Anzahl von Reklamationen bei Lieferanten führte. Die Vergleichbarkeit der Kennzahl wird durch die relative Konstanz der Lieferantenstruktur gewährleistet. Zur Ermittlung der Produktqualität wird die mittlere Betriebsdauer bis zum Ausfall (Mean Time To Failure) für die Industriegeräte herangezogen. Diese lag mit 2.990 Stunden (Vorjahr: 2.956 Stunden) auf dem Vorjahresniveau. Da Nachhaltigkeit eine wesentliche Grundlage für den langfristigen Geschäftserfolg des Unternehmens ist, strebt der Vorstand der SFC eine möglichst hohe ökologische Effizienz aller Aktivitäten an. Dieser Aspekt steht sowohl bei der Produktentwicklung als auch bei den SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 24 LAGEBERICHT 2023 Produktionsprozessen im Mittelpunkt. Darüber hinaus nimmt SFC seine soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wahr. Für eine möglichst umweltschonende Produktion arbeitet das Unternehmen daran, den Ressourceneinsatz kontinuierlich zu optimieren. Häufig wirken sich diese Maßnahmen auch kostensenkend aus. Voraussetzung für ein möglichst nachhaltiges und umweltfreundliches Wirtschaften ist höchste Qualität. Neben einer langen Lebensdauer stellt sie einen möglichst geringen Ausschuss im Produktionsprozess sicher. SFC ist sowohl nach ISO 9001 als auch für ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 zertifiziert. Im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensführung bietet SFC seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein motivierendes und sozial ausgewogenes Arbeitsumfeld. SFC legt Wert auf zufriedene Mitarbeiter, um eine langfristige Bindung an das Unternehmen zu erreichen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden bei SFC individuell gefördert. Neben fachlichen Qualifizierungsmaßnahmen werden hierzu auch individuelle Fortbildungen angeboten. Diese Maßnahmen werden im Zuge der jährlichen Mitarbeitergespräche festgelegt. Im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes setzt SFC ein jährliches Trainingsprogramm an allen weltweiten Standorten des Unternehmens um. Zudem beteiligt SFC die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über einen variablen Anteil angemessen am Unternehmenserfolg. Mitarbeiter zum Jahresende Die Anzahl der festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Abschlussstichtag stellt sich wie folgt dar: ANZAHL DER MITARBEITER (in TEUR) 31.12.2023 31.12.2022 Veränderung Vorstand 3 3 0 Forschung und Entwicklung 37 27 10 Produktion, Logistik, Qualitätsmanagement 38 45 -7 Vertrieb und Marketing 56 50 6 Verwaltung 19 15 +4 Festangestellte Mitarbeiter 152 140 12 SFC hat zum 31. Dezember 2023 insgesamt 12 (Vorjahr: 10) Werkstudenten, Diplomanden und Praktikanten beschäftigt. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 25 LAGEBERICHT 2023 Zusammenfassung zu Geschäftsverlauf und Lage Zusammenfassend lässt sich in Bezug auf die Geschäftslage feststellen, dass SFC zum Stichtag 31. Dezember 2023 auch aufgrund des positiven Jahresergebnisses über eine stabile Vermögens- und Finanzlage verfügt. Bei einer auftretenden negativen Entwicklung der Ertragslage in Abweichung von den geplanten und budgetierten Umsätzen und Ergebnissen und einer damit einhergehenden Verschlechterung der Finanzlage könnte sich das Gesamtbild jedoch negativ verändern. In diesem Fall wären von Seiten des Vorstands entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Der Vorstand ist mit der Entwicklung des Geschäftsverlaufs im Jahr 2023 insgesamt zufrieden, da die Planzahlen übertroffen wurden. Vorstandsvergütungssystem Die ordentliche Hauptversammlung der SFC Energy AG am 5. Juni 2023 hat entsprechend aktienrechtlicher Vorgaben ein Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder gebilligt. Die Vereinbarung künftiger Dienstverträge erfolgt auf der Grundlage des von der Hauptversammlung am 5. Juni 2023 gebilligten Vergütungssystems. Zudem werden bei der jährlichen Festlegung der Ziel-Gesamtvergütung jedes Vorstandsmitglieds neben der Lage der Gesellschaft die jeweiligen Tätigkeits- und Verantwortungsbereiche des Vorstandsmitglieds berücksichtigt. Dies erfolgt im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben und mit einer klaren Wettbewerbsorientierung. Mit der ausgewogenen Kombination von erfolgsunabhängigen (fixen) sowie kurz- und langfristigen erfolgsabhängigen (variablen) Vergütungskomponenten unter Heranziehung geeigneter Leistungskriterien und Zielvorgaben werden die Umsetzung der konkreten Geschäftsstrategie der SFC und die Ausrichtung auf den nachhaltigen und langfristigen Unternehmenserfolg gefördert. Dadurch sollen auch die Interessen aller Stakeholder, insbesondere die der Aktionäre als Eigentümer des Unternehmens, und die der Mitarbeiter, in Einklang gebracht werden. Vergütung des Aufsichtsrats Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine reine jährliche Festvergütung in Höhe von jeweils TEUR 35 (Vorjahr: TEUR 25), wobei der Aufsichtsratsvorsitzende EUR 70 (Vorjahr: TEUR 50) und sein Stellvertreter TEUR 45 (Vorjahr: TEUR 37,5) erhalten. Bei unterjährigen Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats werden die Bezüge pro rata temporis gewährt. Zusätzlich erhalten der Vorsitzende des Prüfungsausschusses eine jährliche feste Vergütung in Höhe von TEUR 10, sein Stellvertreter in Höhe von TEUR 7,5 SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 26 LAGEBERICHT 2023 (Vorjahr: TEUR 5) und jedes Mitglied des Ausschusses in Höhe von TEUR 5 (Vorjahr: TEUR 2,5). Die Mitglieder sonstiger (im Berichtsjahr allerdings nicht eingerichteter) Ausschüsse, die mindestens einmal im Jahr tätig geworden sind, erhalten eine zusätzliche jährliche feste Vergütung in Höhe von TEUR 5 (Vorjahr: TEUR 2,5). Für den Vorsitz in einem sonstigen Ausschuss erhöht sich die jährliche feste Vergütung um TEUR 10 (Vorjahr: TEUR 5), für den stellvertretenden Vorsitzenden um TEUR 5. Ausschusstätigkeiten werden für höchstens einen Ausschuss berücksichtigt, wobei bei Überschreiten dieser Höchstzahl der höchste dotierte Vorsitz maßgeblich ist. Die maximale jährliche Grundvergütungen für den Vorsitzenden des Aufsichtsrates ist auf TEUR 80 begrenzt, wenn er zugleich Vorsitzender eines Ausschusses ist. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben zudem Anspruch auf Ersatz der ihnen in Ausübung ihrer Aufsichtsratstätigkeit entstandenen Auslagen, zu denen auch die auf ihre Auslagen entfallende Umsatzsteuer zu rechnen ist, sowie auf Einbeziehung in die von der Gesellschaft für ihre Organe abgeschlossene D&O-Versicherung ohne Selbstbehalt mit einer Deckungssumme von mind. TEUR 15.000. Die Bezüge des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2023 verteilen sich auf die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder wie folgt: BEZÜGE DES AUFSICHTSRATS IN EUR 2023 2022 Hubertus Krossa 75.000 50.000 (seit 05/2014, Vorsitzender seit 05/2022) Henning Gebhardt 55.000 37.500 (seit 05/2022, stellvertr. Vorsitzender) Gerhard Schempp 42.500 30.000 (seit 06/2020) Sunaina Sinha 35.000 25.000 (seit 08/2022) Summe 207.200 142.500 SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 27 LAGEBERICHT 2023 Risiko- und Chancenbericht Die SFC ist einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Unter einem Risiko wird die Möglichkeit verstanden, dass Ereignisse oder Handlungen das Unternehmen oder eines der Segmente daran hindern, seine avisierten Ziele zu erreichen. Gleichzeitig ist es für die SFC wichtig, Chancen zu identifizieren, um diese zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern oder auszubauen. Die Risiken und Chancen des Geschäftes sollen erfolgreich ausbalanciert werden. In diesem Zusammenhang sollen Chancen genutzt und dabei Risiken maßvoll eingegangen werden. Bestandsgefährdende Risiken sollen grundsätzlich vermieden werden. Das Risikoprofil des Unternehmens wird von der Risikoneigung beeinflusst. Dieses wird durch die im Folgenden beschriebenen Risikomanagementaktivitäten gesteuert. Die Risikoneigung des Unternehmens leitet sich von der strategischen Ausrichtung der SFC auf nachhaltiges Wachstum ab. Dabei wird ein konservativer Ansatz mit einem besonderen Fokus auf die kurz- und mittelfristige Liquiditätssicherung verfolgt. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement-System für den Rechnungslegungsprozess Die SFC verfügt über ein internes Kontroll und Risikomanagementsystem im Hinblick auf die (Unternehmen-) Rechnungslegungsprozesse, in dem geeignete Strukturen sowie Prozesse definiert und in der Organisation umgesetzt sind. Das interne Kontrollsystem ist integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems. Änderungen der Gesetze, Rechnungslegungsstandards und anderer Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf den Abschluss analysiert und die daraus resultierenden Änderungen in den internen Systemen und Prozessen angepasst. Systemtechnische Kontrollen werden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rechnungswesens überwacht und durch manuelle Prüfungen ergänzt. Grundsätzlich gibt es auf jeder Ebene zumindest ein Vier-Augen-Prinzip. Im gesamten Rechnungslegungsprozess müssen bestimmte Freigabeprozesse durchlaufen werden. Der Vorstand trägt die Verantwortung für die Umsetzung und Überwachung des internen Kontrollsystems, dies schließt das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem mit ein. Grundlagen des internen Kontrollsystems sind neben definierten Kontrollmechanismen, z. B. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 28 LAGEBERICHT 2023 systemtechnische und manuelle Abstimmungsprozesse, die Trennung von Funktionen sowie die Einhaltung von Arbeitsanweisungen. Eine unternehmenseigene interne Revision existiert aufgrund der Größe des Unternehmens nicht. Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass ein internes Kontrollsystem, unabhängig von der Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefert, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Compliance-Management-System13 Im Berichtsjahr wurde das Compliance Management System (das „CMS“) der SFC, mit den wesentlichen Elementen Risikoanalyse / Prävention, Aufdeckung sowie Reaktion, weiter an die Risikolage des Unternehmens ausgerichtet. Das wesentliche Ziel des Compliance- Management-Systems der SFC besteht darin, ein Compliance-Programm aufzubauen, das die Art und Weise widerspiegelt, wie die SFC unter Beachtung der größtmöglichen Integrität ihre Geschäfte betreiben will und mit dem gleichzeitig sichergestellt wird, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Einklang mit dem im gesamten Unternehmen gültigen Verhaltenskodex rechtmäßig und verantwortungsvoll handeln. Einige grundlegende Aussagen des Verhaltenskodex wurden in weiteren, separaten Richtlinien, Verfahrensanweisungen und Regeln vertieft. Dies gilt insbesondere für die Bereiche Korruptionsprävention, Wirtschaftssanktionen und Hinweisgebersystem. Die insoweit anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen werden darin näher erläutert und praktische Hinweise für richtiges Verhalten in konkreten Situationen gegeben. Dabei ist es dem Vorstand jedoch bewusst, dass selbst ein eingerichtetes Compliance-System nicht alle möglichen Verstöße verhindern kann. Der Compliance-Organisation obliegen insbesondere die Themen Kartellrecht, Korruption, Wirtschaftssanktionen, Geldwäsche und Kapitalmarkt-Compliance. Andere Compliance- Themen, wie z. B. Umwelt, Steuern, Rechnungslegung, Arbeitsrecht, Arbeitnehmerschutz oder Datenschutz, gehören nicht zum Zuständigkeitsbereich des Compliance-Teams. Diese Compliance-Themen werden von anderen Organisationsbereichen wahrgenommen. Die SFC strebt nach einer stetigen Stärkung des Compliance-Management-Systems, um durch den Aufbau einer Kultur der ethischen Integrität und der Transparenz Compliance-Risiken systematisch zu mindern und zu reduzieren. 13 Abschnitt war nicht Gegenstand der Prüfung des Lageberichts (lageberichtsfremde Angabe) SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 29 LAGEBERICHT 2023 Risikomanagementsystem Risikomanagementverfahren und –grundsätze14 Das Risikomanagementsystem („RMS“) des Unternehmens ist ein integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse des Unternehmens und soll einen umfassenden Überblick über die Risikolage des Unternehmens gewährleisten. Die Identifizierung und Beurteilung von wesentlichen Risiken sowie vor allem ein frühzeitiges Erkennen und eine aktive Verringerung von potenziell existenzgefährdenden Risiken sind die vorrangigen Ziele des RMS. Als wesentliches Ziel des RMS gilt die Sicherstellung, dass der Vorstand und der Aufsichtsrat rechtzeitig und vollumfänglich über wesentliche Risiken informiert werden. Organisation und Verantwortlichkeiten des Risikomanagements15 Im Rahmen der kontinuierlichen Bemühungen des Unternehmens um eine Stärkung des RMS wurde im Geschäftsjahr 2023 die nach dem bekannten Modell der drei Verteidigungslinien eingerichtete Risikoorganisation weiter ausgebaut, um die Verantwortlichkeit für die Risikoberichterstattung zu steigern und eine zeitnahe Kommunikation mit den wesentlichen Entscheidungsträgern zu ermöglichen. Den gesetzlichen Anforderungen (§ 107 Abs. 3 AktG und Deutscher Corporate Governance Kodex) hinsichtlich der Überwachungsverantwortung des Aufsichtsrats und der Organisationspflichten des Vorstands wurde bereits bei der Einrichtung des RMS Rechnung getragen. Die einzelnen Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb der Risikoorganisation werden im Folgenden dargestellt: ROLLEN UND VERANTWORTLICHKEITEN INNERHALB DER RISIKOORGANISATION ROLLEN HAUPTVERANTWORTLICHKEITEN UND –ZUSTÄNDIGKEITEN Aufsichtsrat ▪ Beaufsichtigung der Risikomanagementfunktion einschließlich des Risikomanagements, der internen Kontrollen und des Compliance- Management-Systems Prüfungsausschuss ▪ Beaufsichtigung der Angemessenheit und der Wirksamkeit der verschiedenen Risikomanagementfunktionen ▪ Erläuterung und Bewertung der wesentlichen risikobezogenen Themen ▪ Handlungsempfehlungen Vorstand ▪ Beaufsichtigung und Überwachung der Risikomanagementfunktionen ▪ Einbettung des RMS in die strategische Entscheidungsfindung und die organisatorischen Ziele 14 Abschnitt war nicht Gegenstand der Prüfung des Lageberichts (lageberichtsfremde Angabe) 15 Abschnitt war nicht Gegenstand der Prüfung des Lageberichts (lageberichtsfremde Angabe) SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 30 LAGEBERICHT 2023 ▪ Einrichtung eines Früherkennungssystems nach dem deutschen Aktiengesetz (AktG) ▪ Regelmäßige Risikoberichterstattung an den Aufsichtsrat Risikoverantwortliche ▪ Kontinuierliche Identifizierung, Bewertung und Überwachung von (1. Verteidigungslinie) Risiken ▪ Umsetzung von Maßnahmen gemäß der Risikomanagement-Richtlinie ▪ Regelmäßige Risikoberichterstattung an das Unternehmen- Risikomanagement ▪ Rechtzeitige Kommunikation etwaiger Änderungen der Risikolage Unternehmen- ▪ Ausbau und Verbesserung der verschiedenen Risikomanagement-Funktion (2. Risikomanagementfunktionen im Einklang mit den geltenden Rahmen Verteidigungslinie) und Normen ▪ Zentrale Anlaufstelle für das Risikomanagement innerhalb des Unternehmens ▪ Regelmäßige Risikoberichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat Methodik der Risikobewertung Der RMS-Ansatz des Unternehmens richtet sich nach dem weltweit anerkannten „COSO- Standard (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) for Enterprise Risk Management Integrating with Strategy and Performance“ (2017) und der ISO- Norm (International Organization for Standardization) 31000 (2018).16 Zu dem bei der SFC eingesetzten RMS zählt ergänzend ein Früherkennungssystem. Die Kennzahlen ermöglichen eine objektive Übersicht über die finanzielle Situation des Unternehmens, einen Soll-Ist-Vergleich zwischen Budget und Kosten, eine detaillierte Vorausschau erwarteter Auftragseingänge und Umsätze (Sales Pipeline), ein bereichsspezifisches Kostencontrolling, ein Kostencontrolling für Entwicklungs- und Marketingprojekte, und weitere prozesstechnische Indikatoren. Die Tochterunternehmen der SFC sind ebenfalls in das RMS integriert. Der Umfang der von jeder Tochtergesellschaft auszuführenden Aktivitäten ist unterschiedlich und hängt unter anderem von dem Funktionsumfang und den spezifischen Risiken, die mit der jeweiligen Gesellschaft verbunden sind, ab. Thematische Risiko- und Chancenbewertungen dienen anschließend zur Evaluierung der unternehmensweiten Risiko- und Chancensituation in den in der Regel wöchentlich stattfindenden Vorstandssitzungen und den mindestens vierteljährlichen Aufsichtsratssitzungen. 16 Abschnitt war nicht Gegenstand der Prüfung des Lageberichts (lageberichtsfremde Angabe) SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 31 LAGEBERICHT 2023 In der Risikomanagement-Richtlinie des Unternehmens werden die Grundsätze, Prozesse, Personen, Hauptverantwortlichkeiten, Risikokategorien, Berichterstattungsanforderungen und Kommunikationszeitpläne innerhalb des Unternehmens aufgeführt. Die Richtlinie zum RMS wurde im Laufe des Geschäftsjahrs auf Aktualität überprüft und entsprechend angepasst. Ziel des RMS ist es insbesondere, den Vorstand und den Aufsichtsrat über die Risiken mit einem moderaten bzw. hohen Schweregrad/Erwartungswert („wesentliche Risiken“) zu informieren. Bei dem Erwartungswert handelt es sich um eine Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe der negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Risikobewertungskriterien sind aus der Risikostrategie des Vorstandes abgeleitet. Die Veränderungen der Risiken und Chancen werden regelmäßig erfasst, überwacht, bewertet und gesteuert und bei Bedarf in die unterjährigen Planungen eingearbeitet. Die Bewertung (Bruttobetrachtung) bekannter Risiken erfolgt mindestens quartalsweise auf Basis der Eintrittswahrscheinlichkeit gemäß einer Dreistufenskala „Unwahrscheinlich“, „Möglich“ und „Wahrscheinlich“. Des Weiteren wird das mögliche Ausmaß des Risikos insbesondere auf das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) der SFC nach den drei Kriterien, „Unwesentlich“, „Moderat“ und „Erheblich bewertet; das potenzielle Ausmaß (Restrisiko) wird nach realisierten Maßnahmen zur Schadensvermeidung oder -minderung beurteilt. Eine Verrechnung von Chancen und Risiken erfolgt nicht. Die Risikomatrix ist im Einzelnen im folgenden Schaubild dargestellt: MATRIX ZUR RISIKOKLASSIFIZIERUNG – ERWARTUNGSWERT EINTRITTSWAHRSCHEINLICHKEIT / UNWAHRSCHEINLICH MÖGLICH WAHRSCHEINLICH AUSWIRKUNGSGRAD BIS 20% AB 20% BIS 70% AB 70% UNWESENTLICH (BIS TEUR 500) Gering Gering Moderat MODERAT (AB TEUR 500 BIS TEUR 1.000) Gering Moderat Hoch ERHEBLICH (AB TEUR 1.000) Moderat Hoch Hoch Das Unternehmen unterscheidet zwischen finanzwirtschaftlichen Risiken einerseits sowie Geschäftschancen und -risiken andererseits. Diese stellen die wesentlichen Einflussfaktoren für die SFC dar. Bei der Bewertung der nicht-finanziellen Risiken werden auch andere qualitative Auswirkungskriterien (z. B. das Ansehen der Marke, Auswirkungen auf die Belegschaft, rechtliche Folgen usw.) berücksichtigt. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 32 LAGEBERICHT 2023 Unter „Risikoberichterstattung in Bezug auf Verwendung von Finanzinstrumenten“ werden die finanzwirtschaftlichen Risiken erläutert. Unter „Risikobericht“ werden die finanzwirtschaftlichen Risiken sowie die Geschäftsrisiken und Geschäftschancen im Detail dargestellt. Etwaige Veränderungen zum Vorjahr werden explizit erläutert. Grundsätzlich ist jedoch zu berücksichtigen, dass Risiko- und Kontrollsysteme wie das IKS, CMS und das RMS, unabhängig von ihrer Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefern, dass sämtliche tatsächlich eintretenden Risiken vorab aufgedeckt oder alle Prozessverstöße verhindert werden können. Basierend auf dem beschriebenen IKS, dem CMS sowie dem RMS liegen dem Vorstand keine Hinweise vor, dass das IKS, CMS und RMS zum 31. Dezember 2023 in ihrer jeweiligen Gesamtheit nicht angemessen oder nicht wirksam gewesen wären. Risikoberichterstattung in Bezug auf Verwendung von Finanzinstrumenten Der Aufsichtsrat erhält in der Regel monatlich eine Übersicht der finanziellen Entwicklung, der Aufsichtsratsvorsitzende wird in der Regel wöchentlich mündlich vom Vorstandsvorsitzenden über wesentliche Themen informiert und bei Bedarf wird zusätzlich auch der gesamte Aufsichtsrat kurzfristig über aktuelle Entwicklungen informiert. Der Aufsichtsrat ist damit durch die Berichte des Vorstands über die Geschäfte, die für die Rentabilität und Liquidität von besonderer Bedeutung sein können, in das Risikomanagement eingebunden. Zu den zentralen Aufgaben der SFC zählt es, den Finanzbedarf innerhalb des Unternehmens zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Damit verbunden sind die Optimierung der Finanzierung und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken. Zur Steuerung der finanziellen Chancen und Risiken sind entsprechende Prozesse etabliert und dokumentiert. Einen Baustein bildet dabei die Finanzplanung, die als Basis zur Ermittlung des erwarteten Liquiditätsbedarfs dient. Die Finanzplanung umfasst einen Planungshorizont von mindestens zwölf Monaten und wird regelmäßig aktualisiert. Die SFC unterliegt im Zuge ihrer operativen Geschäftstätigkeit hinsichtlich ihrer Finanzinstrumente verschiedenen Risiken. Zu den Finanzinstrumenten zählen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie vertragliche Ansprüche und Verpflichtungen über den Tausch bzw. die Übertragung finanzieller Vermögenswerte. Originäre Finanzinstrumente sind auf der Aktivseite die Finanzanlagen, die Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, da Finanzinstrumente nicht nur Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten. Auf der Passivseite sind SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 33 LAGEBERICHT 2023 den Finanzinstrumenten die Rückstellungen, die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Finanzverbindlichkeiten i.e.S.), die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die sonstigen Verbindlichkeiten und die Leasingverbindlichkeiten sowie die Rückstellungen zuzuordnen. Die damit in Zusammenhang stehenden finanziellen Risiken umfassen Liquiditätsrisiken, Marktrisiken (insbesondere Zinsänderungs- und Währungsrisiken), sowie Kredit- bzw. Ausfallrisiken. Aufgrund dieser finanziellen Risiken können Vermögenswerte an Wert verlieren und Schulden höher zu bewerten sein; ferner können sich Erträge vermindern oder Aufwendungen erhöhen. Eine generelle Absicherung dieser Risiken findet bei der SFC nicht statt. Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken wahrscheinlich sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. Eine Übersicht der finanziellen Risiken und der Veränderungen gegenüber dem Vorjahr ergibt sich aus folgender Tabelle: RISIKEN IN BEZUG AUF FINANZINSTRUMENTE Eintrittswahrscheinlic Auswirkungsgrad Veränderung hkeit Ausfallrisiko Möglich Erheblich Unverändert Währungsrisiko Möglich Moderat Unverändert Liquiditätsrisiko Unwahrscheinlich Erheblich Unverändert Zinsänderungsrisiko Möglich Unwesentlich Unverändert Ziel des Risikomanagements in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten ist die Minimierung der oben angeführten Risiken. Im Folgenden werden die finanziellen Risiken sowie die zur Risikominimierung umgesetzten Ziele und Verfahren beschrieben. Ausfallrisiko (Kreditrisiko) Das Kredit- bzw. Ausfallrisiko ist definiert als ein unerwarteter Verlust bei Finanzinstrumenten, sofern ein Vertragspartner seinen Verpflichtungen nicht vollständig und bei Fälligkeit nachkommt oder wenn Sicherheiten an Wert verlieren. Ausfallrisiken resultierten hauptsächlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und dem Risiko des potenziellen Ausfalls eines Vertragspartners. Die Kundenstruktur der SFC ist unter anderem durch verschiedene Großkunden geprägt. Um einem Ausfallrisiko vorzubeugen, werden für bestimmte Kunden Kreditlimits auf Basis von Kundeninformationen oder Reports von externen Ratingagenturen und Informationsdienstleistungsunternehmen sowie auf Basis der SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 34 LAGEBERICHT 2023 Erfahrungen der SFC hinsichtlich Forderungsausfällen festgelegt. Neukunden werden in der Regel nur gegen Vorauskasse beliefert. Trotzdem kann dadurch der Ausfall einzelner Vertragspartner, auch bei hervorragender Bonitätseinstufung, nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, auch wenn dies als unwahrscheinlich eingeschätzt wird. Eine Forderung gilt als ausgefallen, wenn der Vertragspartner nicht bereit oder nicht fähig ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Eine Reihe intern definierter Anlässe löst ein Ausfallrating aus, beispielsweise die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens oder ein Ausfallrating einer externen Ratingagentur. Für die Analyse und Überwachung des Kredit- bzw. Ausfallrisikos hat die SFC verschiedene Prozesse eingerichtet. Ein Hauptelement sind wöchentliche Forderungsmanagement- Meetings, dabei werden alle wesentlichen überfälligen Forderungen besprochen und Maßnahmen mit den verantwortlichen Vertriebsmitarbeitern eingeleitet. Der maximale Risikobetrag für finanzielle Vermögenswerte, ohne Berücksichtigung von Sicherheiten, entspricht ihrem Nettobuchwert. Die in der Bilanz ausgewiesenen Beträge verstehen sich abzüglich der Wertberichtigungen für voraussichtlich uneinbringliche Forderungen, die seitens des Managements auf der Grundlage von einzelfallbezogenen Informationen, Erfahrungen aus der Vergangenheit und des derzeitigen wirtschaftlichen Umfeldes geschätzt wurden. Einzelwertberichtigungen werden vorgenommen, sobald eine Indikation besteht, dass Forderungen uneinbringlich sein könnten. Die Indikationen beruhen auf intensiven Kontakten im Rahmen des Forderungsmanagements. Die Forderungen aus Produktverkäufen sind für das Unternehmen durch Eigentumsvorbehalte besichert. Die ausstehenden Forderungen, für die Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 1.325 (31. Dezember 2022 TEUR 1.160) bestehen, sind aufgrund der vorliegenden Kundenstruktur von hoher Bonität. Zum Bilanzstichtag lagen keine Anhaltspunkte vor, dass bezüglich dieser Forderungen weitere wesentliche Zahlungsausfälle zu erwarten sind. Ferner bestehen potenzielle Ausfallrisiken bei den liquiden Mitteln. Die liquiden Mittel umfassen im Wesentlichen kurzfristige Fest- und Tagesgelder und sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten. Im Zusammenhang mit der Anlage von liquiden Mitteln ist die SFC Verlusten aus Kreditrisiken ausgesetzt, sofern Finanzinstitute ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Zur Minimierung dieses Risikos werden die Finanzinstitute, bei denen Anlagen getätigt werden, sorgfältig ausgewählt und die Anlagen auf mehrere Banken verteilt. Es wird SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 35 LAGEBERICHT 2023 insbesondere darauf geachtet, dass die liquiden Mittel mehrheitlich bei in Deutschland ansässigen Kreditinstituten, die Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken und in der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH sind, angelegt werden. Darüber hinaus werden nur kurzfristige Festgelder mit einer Laufzeit von maximal drei Monaten vereinbart. Die maximale Risikoposition entspricht dem Buchwert der liquiden Mittel zum Bilanzstichtag. Zum Bilanzstichtag hatte die SFC AG keine liquiden Mittel in Festgelder angelegt. Insgesamt ist das Kredit- bzw. Ausfallrisiko aufgrund des Volumens grundsätzlich betroffener Vermögenswerte und der als möglich eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit mit erheblicher negativer Auswirkung als hohes Risiko zu beurteilen. Währungsrisiko Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Geschäftstätigkeit ist der Unternehmen Risiken aus Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Ein Wechselkursrisiko besteht in möglichen Wertänderungen, insbesondere bei Forderungen und Verbindlichkeiten in einer anderen Währung als der jeweiligen funktionalen Währung des Unternehmens, durch Schwankungen der Wechselkurse (Transaktionsrisiko). Ein zunehmender Anteil der Umsatzerlöse des Unternehmens einerseits sowie der Betriebskosten und Investitionsausgaben andererseits entfällt auf den kanadischen Dollar und den US-Dollar. Insbesondere aufgrund des Geschäftsvolumens mit der SFC CA erzielt das Unternehmen einen wesentlichen Teil seines Umsatzes in kanadischen Dollar, dem nur zum Teil Aufwendungen bzw. Ausgaben in derselben Währung gegenüberstehen. Ferner erzielen SFC in Nordamerika Umsatzerlöse in US-Dollar, denen ebenfalls nur zum Teil Aufwendungen bzw. Ausgaben in US-Dollar für den Einkauf von Vorprodukten oder Dienstleistungen gegenüberstehen. In beiden Fremdwährungen hat sich mit der Ausweitung der Geschäftsaktivitäten in Nordamerika ein zunehmender Überschuss ergeben und wird auch zukünftig erwartet. Um Risiken aus Fremdwährungen zu begrenzen, sollen im Rahmen eines Fremdwährungsmanagements Überschüsse in kanadischen Dollar (CAD) und US-Dollar (USD) vermieden sowie Währungsverluste im Vergleich zu den Budgetannahmen minimiert werden. Die geplante Fremdwährungsposition wird nicht gesichert. Im Falle größerer offener Positionen bzw. eines signifikanten Anstiegs des Fremdwährungsrisikos kann die Sicherung der geplanten Fremdwährungsposition über Devisentermingeschäfte erfolgen. Diesen Sicherungen liegen Prognosen über zukünftige Zahlungsströme zugrunde, deren Eintritt SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 36 LAGEBERICHT 2023 unsicher ist. Dies kann dazu führen, dass Wechselkursschwankungen die Ertragslage des Unternehmens trotz Sicherungen negativ beeinflussen. Zum Bilanzstichtag bestehen keine offenen Devisentermingeschäfte. Derivative Finanzinstrumente wurden auch unterjährig zur Absicherung von Währungsgeschäften nicht eingesetzt. Aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumen in Nordamerika werden die potenziellen negativen Auswirkungen von Währungsrisiken insgesamt weiterhin als moderat bewertet, wobei die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich gilt. Damit ergibt sich ein moderates Risiko. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass der Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht in ausreichendem Maß nachkommen kann. Zur Reduzierung potenzieller Liquiditätsrisiken, folgt das Unternehmen einer wohlüberlegten Unternehmensfinanzierungspolitik, welche auf den kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungs- und Liquiditätsanforderungen des Unternehmens aufgebaut ist. Die Unternehmensfinanzierungspolitik ist insgesamt auf eine ausgewogene Kapitalstruktur, ein diversifiziertes Fälligkeitsprofil und ein stabiles Liquiditätspolster ausgerichtet. Der Unternehmen begrenzt das Liquiditätsrisiko durch die kontinuierliche Verfolgung der sich an den Finanzmärkten bietenden Finanzierungsmöglichkeiten und beobachtet, wie sich Verfügbarkeit und Kosten der Finanzierungsmöglichkeiten entwickeln. Ein wesentliches Ziel ist es dabei, die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu sichern und eventuelle Rückzahlungsrisiken zu begrenzen. Ein Liquiditätsrisiko ist für die SFC derzeit nicht erkennbar. Die zum Stichtag frei zur Verfügung stehenden liquiden Mittel ohne Verfügungsbeschränkung betrugen TEUR 56.775 (Vorjahr: TEUR 64.169). Insgesamt ist das Liquiditätsrisiko als unwahrscheinlich jedoch mit erheblichen Ausmaß als moderates Risiko zu beurteilen. Zinsänderungsrisiko Negative Entwicklungen auf den Finanzmärkten und Änderungen in der Politik der Zentralbanken können zu Zinsschwankungen führen, die sich negativ auf unser Finanzergebnis auswirken können. Im Berichtsjahr hat sich das Zinsniveau, u.a. aufgrund gestiegener makroökonomischer Unsicherheiten (zum Beispiel durch Inflation, geopolitische Ereignisse SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 37 LAGEBERICHT 2023 wie das Kriegsgeschehen in der Ukraine, die Nachwirkungen der Pandemie, usw.) in den hochentwickelten Volkswirtschaften erhöht. Veränderungen des Zinsniveaus wirken sich insbesondere aufgrund variabler Zinssätze auf den Zinszahlungen bei der Ziehung der Kreditlinien (kurzfristige Finanzschulden) und den Erträgen aus der Anlage der liquiden Mittel aus. Aktuell erfolgen Geldanlagen mit einer Laufzeit von maximal 3 Monaten, insofern wird das Zinsergebnis der SFC maßgeblich durch die kurzfristigen Zinsen am Kapitalmarkt beeinflusst. Das Zinsrisiko aus der Anlage von liquiden Mitteln ergibt sich insbesondere aufgrund der Zinsen für kurzfristige Termingelder. Das Unternehmen unterliegt darüber hinaus keinen wesentlichen Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinslichen Instrumenten. Die SFC ermittelt bestehende Zinsänderungsrisiken anhand von Sensitivitätsanalysen, die die Effekte von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und - aufwendungen sowie auf das Eigenkapital darstellen. Sollte die Sensitivitätsanalyse ergeben, dass Zinsschwankungen zu bedeutsamen Auswirkungen führen können, könnte die SFC derivative Sicherungsinstrumente zur Verminderung des Risikos nutzen. Aufgrund der bestehenden makroökonomischen Unsicherheiten wird das Zinsänderungsrisiko weiterhin als möglich eingeschätzt, hat aber aufgrund der relativ geringen Fremdkapitalfinanzierung des Unternehmens nach wie vor potenziell unwesentliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Insgesamt wird das Risiko als geringes Risiko eingeschätzt. Risikobericht Aus der Geschäftstätigkeit des Unternehmens ergeben sich – über die vorstehend dargestellten Risiken in Zusammenhang mit Finanzinstrumenten hinaus – die nachfolgend aufgeführten wesentlichen Geschäfts- und Betriebsrisiken, die erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens (d.h. Auswirkungen auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Cashflows) sowie auf dessen nicht- finanzielle Entwicklung haben können. Risikofelder GESCHÄFTSRISIKEN EINTRITTSWAHRSCHEINLICH AUSWIRKUNGSGRAD VERÄNDERUNG KEIT Marktrisiken Wahrscheinlich Erheblich Unverändert Sektorspezifische Risiken Unwahrscheinlich Erheblich Unverändert SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 38 LAGEBERICHT 2023 OPERATIVE RISIKEN EINTRITTSWAHRSCHEINLICHKEIT AUSWIRKUNGSGRAD VERÄNDERUNG Technologische Risiken Möglich Moderat Unverändert Patentrechtliche Risiken Unwahrscheinlich Unwesentlich Unverändert Wettbewerbsrisken Möglich Moderat Unverändert Produktrisiken Möglich Erheblich Unverändert Beschaffungstechnische Risiken Wahrscheinlich Erheblich Unverändert Produktionsrisiken Möglich Erheblich Unverändert Rohstoffpreisrisiken Wahrscheinlich Erheblich Unverändert Personalwirschaftliche Risiken Wahrscheinlich Erheblich Unverändert Informationstechnologische Risiken Möglich Erheblich Unverändert Risiken im regulatorischen Umfeld Möglich Erheblich Unverändert Compliance Risiken Möglich Erheblich Unverändert Environmental Social Governance Risiken Möglich Erheblich Unverändert Unternehmensentwicklungsrisiken Möglich Erheblich Unverändert (Etwaige) Änderungen gegenüber dem Vorjahr werden im folgenden Abschnitt ausdrücklich erläutert. Geschäftsrisiken Marktrisiken Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die Entwicklung des operativen Geschäftes des Unternehmens wird durch Marktfaktoren wie geographische und branchenspezifische Konjunkturverläufe, politische und finanzwirtschaftliche Veränderungen, Rohstoffpreise und Wechselkurse beeinflusst. Diese Marktfaktoren unterliegen wiederum selbst vielfältigen Einflüssen. Die weltwirtschaftlichen und geopolitischen Aussichten sind von großer Unsicherheit geprägt, wobei sich das makroökonomische Umfeld im Berichtsjahr aufgrund verschiedener negativer Faktoren (zum Beispiel der Ausbruch, die Zuspitzung und der Fortgang kriegerischer Auseinandersetzungen, die politischen Instabilitäten in einigen Volkswirtschaften sowie hohe Inflation) verschlechterte. Die negativen Faktoren könnten sich 2024 alle weiter verstärken[2]. Vor allem die kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine sowie in Israel-Gaza und die politischen und wirtschaftlichen Folgen, wie Sanktionen und Gegenmaßnahmen, bergen weitreichende Risiken. Auch wenn der Unternehmen in Russland und der Ukraine keine SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 39 LAGEBERICHT 2023 Geschäfte betreibt, können sich die kriegerischen Auseinandersetzungen indirekt auf Absatzentwicklung, Produktionsprozesse sowie Einkaufs- und Logistikprozesse negativ auswirken, beispielsweise durch Unterbrechungen der Lieferketten und der Energieversorgung oder durch Engpässe bei Komponenten und Rohmaterialien. Der Konflikt könnte weiter eskalieren und sich auf andere Staaten ausweiten, einschließlich NATO-Staaten, und nichtkonventionelle Waffen könnten zum Einsatz kommen. Eine Ausweitung des Kriegs könnte erhebliche Auswirkungen auf das Marktumfeld des Unternehmens haben. Aber auch der aktuelle Kriegszustand könnte die wirtschaftliche Entwicklung weiter negativ beeinflussen, wenn potenzielle Energieversorgungsengpässe Rationierungen in Industrie und Haushalten erforderlich machen oder gar zu Stromausfällen in den nächsten Monaten führen. Dies würde die bereits hohe Inflation anheizen, was wiederum die Gefahr einer anhaltenden Lohn-Preis- Spirale birgt. Ein weiteres Kernrisiko für den Unternehmen Ausblick ist, dass die Zentralbanken die Inflation nicht unter Kontrolle bringen und dann noch restriktiver reagieren müssen. Alternativ dazu könnten die Zentralbanken überreagieren, was zu einer raschen Straffung der Geldpolitik führen könnte. Restriktivere Finanzierungsbedingungen würden die hochentwickelten Volkswirtschaften wahrscheinlich in eine Rezession treiben und ein erhebliches Risiko für die anfälligen Schwellenländer darstellen. Hochverschuldete Schwellen- und Industrieländer könnten unter steigenden Finanzierungskosten, einer weiteren Aufwertung des US-Dollars und einem Vertrauensverlust der Investoren leiden. Eine strengere Geldpolitik der Zentralbanken, schlechten Konjunkturaussichten bei gleichzeitig steigenden Preisen und Inflation würden auch Indiens Wirtschaftswachstum bremsen und könnten das Geschäft des Unternehmens in Indien stark beeinträchtigen. Zusätzliche negative Auswirkungen auf den Umsatz mit Kunden aus dem staatlichen Sektor könnte sich auch durch steigenden Druck auf Regierungen ergeben, aufgrund von restriktiveren Finanzierungsbedingungen Sparmaßnahmen zu intensivieren, bis hin zu schwindendem Vertrauen der Märkte in einzelne Währungsmärkte. Das Umsatzpotenzial des Unternehmens ist auch von der konjunkturellen Entwicklung bestimmter Branchen abhängig. Eine Fortsetzung oder gar Verschärfung von konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen in den Kernkundenbranchen des Unternehmens kann negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz und Ertragslage des Unternehmens SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 40 LAGEBERICHT 2023 haben. Aus einer Nachfragezurückhaltung könnte auch ein Rückgang der Preise für die Produkte, Systeme und Lösungen des Unternehmens resultieren. Durch das Wiederauftreten von COVID-19 bzw. den Ausbruch einer neuen Pandemie, einen Terroranschlag, einen schweren Cyberangriff bzw. eine Reihe solcher Angriffe oder Vorfälle in den regionalen Zielmärkten des Unternehmens könnte die Wirtschaftstätigkeit in diesen Märkten oder sogar weltweit eingeschränkt und damit das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen beeinträchtigt werden. Darüber hinaus bleibt die stark vernetzte Weltwirtschaft anfällig für Naturkatastrophen oder hybride Kriegsführung. Die internationale Geschäftsaufstellung des Unternehmens, das breite Produktportfolio für Kunden aus dem privaten, industriellen und staatlichen Sektor in unterschiedlichen Märkten, welche unterschiedlichen Geschäftszyklen folgen, helfen die Folgen ungünstiger Entwicklungen auf einzelnen Märkten auszugleichen. So war z. B. das Segment Clean Power Management, mit einem signifikant höheren Anteil von elektronischen Bauteilen in den Vorprodukten als das Segment Clean Energy, deutlich stärker von Lieferengpässen betroffen. Die SFC ergreift verschiedene Maßnahmen, um geopolitischen Risiken, die sich auf den Unternehmen auswirken könnten, proaktiv zu begegnen. Dazu gehören die Diversifizierung der Lieferketten, wo immer dieses möglich ist, die Überwachung politischer Entwicklungen, die Durchführung von Szenarienplanungen und die Aufrechterhaltung der Anpassungsfähigkeit angesichts geopolitischer Unwägbarkeiten. Die SFC bleibt bezüglich der Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Branchenvertretern und internationalen Organisationen, die bei der Minderung oder der Reduzierung der Gesamtauswirkungen einiger dieser für das Unternehmen inhärenten Risiken eine Schlüsselrolle spielen können, zuversichtlich. Strategische Risiken Die Märkte, in denen der Unternehmen mit seiner Brennstoffzellentechnologie agiert, sind infolge der zunehmenden Umwelt-, Sozial- und Governance-Anforderungen von Regierungen und Kunden sowie Finanzierungsbeschränkungen von Regierungen, Kundenanforderungen und Finanzierungsbeschränkungen für Technologien, die Treibhausgase emittieren, rasanten und signifikanten Änderungen unterworfen. Insbesondere hinsichtlich der Wasserstoff Brennstoffzellentechnologie stellt die notwendige Veränderungsbereitschaft in Bezug auf bereits verwendete Technologien oder Beschaffungsstrategien bei Kunden ein Risiko dar. Weitere umsatzbezogene Risiken bestehen zudem hinsichtlich der Abhängigkeit SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 41 LAGEBERICHT 2023 sowohl des Kundenprojektgeschäftes als auch des Sektorengeschäftes (z. B. Öl und Gasindustrie) vom Geschäftserfolg einzelner Kunden in ihren Märkten und der wirtschaftlichen Entwicklung der jeweiligen Märkte, in denen die Kunden operieren. Enge Kundenbeziehungen, die eigene Weiterentwicklungen sowie Marktnähe inklusive genauer Marktanalysen dienen uns dabei als Mitigierungsmaßnahmen. Die Unternehmensstrategie des Unternehmens ist maßgeblich auf Wachstum und Internationalisierung im Brennstoffzellenmarkt ausgelegt. Die strategischen Annahmen bezüglich des Wachstums basieren auf Annahmen und Schätzungen, die sich nachträglich als unzutreffend erweisen könnten. Hierzu gehören operative und regulatorische Entwicklungen sowie zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen und Marktveränderungen, da sich Kernkundenbranchen und regionale Märkte, auf die sich der Unternehmen strategisch konzentriert, anders als erwartet entwickeln können. Der Unternehmen reduziert diese Risiken durch sorgfältige Analysen. Ungeachtet dessen kann nicht ausgeschlossen werden, dass jeder der vorgenannten Sachverhalte dazu führt, dass erwartete Resultate in einzelnen Märkten nicht erzielt werden können. Insgesamt versucht der Unternehmen diesen Risiken durch eine breite Diversifikation der Märkte und Regionen entgegenzuwirken. Das Nettorisiko für das Unternehmen aus negativen politischen und makroökonomischen Entwicklungen wird als möglich gesehen und hätte erheblich negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Somit wird es als hohes Risiko eingeschätzt. COVID-19 und andere Pandemien Im Berichtsjahr ließen im Vergleich zum Vorjahr die Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie deutlich nach. Die COVID-19-Pandemie sowie jede andere Pandemie, Epidemie oder der Ausbruch von Infektionskrankheiten könnten sich jedoch erheblich nachteilig auf die Geschäfts-, Ertrags- und Finanzlage des Unternehmens auswirken. Der Vorstand und das erweiterte Managementteam in allen Funktionsbereichen des Unternehmens überwachen weiterhin etwaige aufgrund des Pandemiegeschehens auftretende Unterbrechungen der Lieferketten. Insgesamt wird das durch verschiedene Einflussfaktoren bedingte Marktrisiko aufgrund der als wahrscheinlich erachteten Eintrittswahrscheinlichkeit und potentiell erheblichen negativen Auswirkungen als hohes Risiko betrachtet. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 42 LAGEBERICHT 2023 Sektorspezifische Risiken Die weltweite Forcierung des Energiewandels und die Bekämpfung des Klimawandels haben an Fahrt zugenommen, wobei der Schwerpunkt zunehmend auf dem Ausbau der Kapazitäten sauberer Energiequellen liegt. Nach unseren Einschätzungen wird es – bedingt durch Sorgen um die Umwelt und die aufsichtsrechtlichen Anforderungen für verschiedene Unternehmen - im Energiesektor auch als Reaktion auf Klimazielverpflichtungen Umwälzungen geben. Die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen gerät zunehmend unter Druck, da der vorherrschende Trend in vielen Regionen der Welt in Richtung einer nachhaltigen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien oder kohlenstoffneutralen Brennstoffen geht. Die Europäische Kommission und nationale Gesetzgeber haben die wichtige Rolle des Wasserstoffs bei dem Übergang zur Klimaneutralität bis 2050 anerkannt. Im Jahr 2023 legte die EU-Kommission einen vollwertigen Rechtsrahmen für die Produktion, den Verbrauch, die Entwicklung der Infrastruktur und die Marktregeln für einen künftigen Wasserstoffmarkt vor. Das zeigen unter anderem die im März 2023 im Rahmen des Gesetzes über kritische Rohstoffe und des Gesetzes über die Netto-Null-Industrie gegründete Europäische Wasserstoffbank, das im Juli 2022 von der EU-Kommission gebilligte IPCEI Hy2Tech Projekt zur Förderung von Wasserstoff[3] und die im November 2022 in den USA verabschiedeten Steuergutschriften für die Produktion von grünem Wasserstoff im Rahmen des „Inflation Reduction Act“. Änderungen an den regulatorischen Rahmenbedingungen oder die Erhöhung des CO2-Preises können wesentlich zum Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoff- und Methanolwirtschaft beitragen. Dadurch würde die Wettbewerbsfähigkeit von „grünem Wasserstoff“ und „grünem Methanol“ und damit auch die des Produktportfolios des Unternehmens, verbessert. Diese - zum Teil disruptiven - erwarteten Entwicklungen auf den Energiemärkten einschließlich des Trends zur Dekarbonisierung von Industrien eröffnet uns Chancen die Penetration unserer Zielmärkte mit kohlenstoffärmerer oder -freier Brennstoffzellentechnologie zu beschleunigen und wird sich nach unseren Einschätzungen wesentlich positiv auf das Umsatzwachstum und das Ergebnis des Unternehmens auswirken. Allerdings können die einschlägigen Veränderungen schrittweise über mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg vollzogen werden. Es besteht das Risiko, dass die Nachfrage nach Wasserstoff- und Direkt-Methanol Brennstoffzellenlösungen hinter den Prognosen zurückbleibt, da der Umstieg auf die Technologie langsamer vollzogen wird als von uns erwartet oder andere emissionsarme bzw. -neutrale Technologien zum Einsatz kommen. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 43 LAGEBERICHT 2023 Es besteht auch das Risiko, dass entsprechende Auflagen bzw. ordnungspolitische Maßnahmen (z.B. CO2-Bepreisung, Einsatzrestriktionen für Treibhausgas emittierende Technologien, Förderung der Wasserstoff-Infrastruktur) in einem weit längeren Zeitfenster umgesetzt werden als von uns erwartet und uns dazu zwingen können, unsere Strategie und Organisationsstruktur sowie unser Produktportfolio zu überdenken. Niedrige oder sogar sinkende Stromentstehungskosten aus der Verstromung von konventionellen oder fossilen Energieträgern in manchen Regionen der Welt, können dazu führen, dass sich die Nachfrage nach Brennstoffzellen langsamer als erwartet entwickelt. Das Umsatzwachstum und Ergebnis des Segments wird, wie schon in der Vergangenheit, auch weiterhin maßgeblich davon abhängen, inwieweit wir die sich weiterentwickelnden Bedürfnisse unserer Bestandskunden und potenzieller Neukunden erfüllen können und inwieweit wir in der Lage sein werden, Veränderungen in den von uns bedienten Märkten zu antizipieren, uns an diese anzupassen und unsere Kostenbasis entsprechend zu optimieren. Teile des Produktportfolios des Unternehmens richtet sich an öffentliche Auftraggeber. Risiken bestehen in der Abhängigkeit vom Ausgabeverhalten öffentlicher Haushalte im Inland und in ausländischen Kundenländern. In Staatshaushalten kann es zu Umschichtungen und Kürzungen kommen, von denen auch die von uns adressierten Ressorts betroffen sein können. Die diversifizierte Kundenstruktur sorgt für einen Ausgleich bei Nachfrageschwankungen in einzelnen Branchen und Regionen. Durch das hinsichtlich Leistung und Brennstoffzellentechnologie diversifizierte Produktportfolio und die geringe Abhängigkeit von einzelnen Kunden können Preisänderungsrisiken und Nachfrageschwächen abgefedert werden. Durch die konsequente Internationalisierung des Unternehmens und die Ausrichtung des Geschäfts auf die großen Wirtschaftsräume Europa, Nord-Amerika und Asien ist die Abhängigkeit in einzelnen Kundenländern begrenzt und eine Risikostreuung gegeben. Insgesamt werden negative politische, regulatorische und makroökonomischen Entwicklungen für das Segment als unwahrscheinlich gesehen, könnten im individuellen Fall jedoch eine erhebliche negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Somit erfolgt eine Einstufung als moderates Risiko. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 44 LAGEBERICHT 2023 Technologische Risiken Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der SFC ist die Technologieführerschaft sowie die Fähigkeit, Änderungen in den Kernkundenbranchen zu antizipieren und sich daran anzupassen. Dazu zählt auch die Erhöhung der Leistung der Brennstoffzellen des Unternehmens bei gleichzeitiger Senkung bzw. Optimierung der Herstellkosten der Produkte. Neben den eigenen Entwicklungsarbeiten, arbeitet die SFC in diesem Zusammenhang auch im Rahmen intensiver Kooperationen mit wichtigen Lieferanten zusammen. Die Weiterentwicklung der bestehenden Technologien u.a. für neue Anwendungen mit höheren Leistungen sowie die Einführung neuer Produkte und Technologien erfordert ein starkes Engagement in Forschung und Entwicklung, das mit einem beträchtlichen Einsatz finanzieller Mittel verbunden ist und nicht zwingend erfolgreich ist. Zudem können sich Entwicklungsprojekte verzögern oder erwartete Budgets überschritten werden. Im Zuge des Portfoliomanagements werden alle Projekte in der Entwicklungspipeline regelmäßig bewertet und überprüft und gegebenenfalls neu ausgerichtet. Dem Abschluss und Fortbestehen intensiver Kooperationen und der Externalisierungen von bestimmten Entwicklungsleistungen kommt eine wichtige Bedeutung zu. Eine Abweichung von den hierfür definierten strategischen Zielen könnte eine kritische negative Auswirkung auf die zukünftige Ertragslage des Unternehmens haben. Das bei der (Weiter-) Entwicklung entstehende Know how stellt einen wichtigen Wettbewerbsvorsprung für die SFC dar. Die Patente und das Portfolio geistigen Eigentums des Unternehmens werden aktiv gepflegt und weiterentwickelt, um die Technologieposition des Unternehmens zu sichern bzw. auszubauen. Einerseits unterliegen jedoch nicht alle im Unternehmen hergestellten Produkte einem Patentschutz, andererseits können die Patente und anderen Rechte an geistigem Eigentum nicht verhindern, dass Wettbewerber selbst Produkte und Technologien entwickeln und verkaufen, die denen der SFC gleichen und mit der SFC in Konkurrenz treten. Durch Geschwindigkeit im Entwicklungsprozess und faktischen Schutz in Form des im Unternehmen befindlichen Know hows werden solche Risiken abgemildert. Eine veränderte Haushaltslage in Deutschland könnte zu Restriktionen bei der Vergabe von Fördermitteln führen. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass für 2024 mögliche Förderprojekte nur im geringen Umfang berücksichtigt werden und nur relativ geringe Zuschüsse in 2023 für vorhandene Projekte geflossen sind, so dass hier insbesondere auch durch die in Kraft SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 45 LAGEBERICHT 2023 getretene Nationale Wasserstoffstrategie sowie zum Teil auch das Forschungszulagengesetz die Chancen überwiegen. Insgesamt wird das Technologierisiko aufgrund der als möglich erachteten Eintrittswahrscheinlichkeit und moderaten negativen Auswirkungen als moderates Risiko betrachtet. Patentrechtliche Risiken Die SFC ist auch weiterhin dem Risiko potenzieller patentrechtlicher Verstöße ausgesetzt. Die immer komplexer werdende Schutzrechtslage und die Komplexität der Produkte bedeuten unverändert, dass einige Prozesse oder Produkte der SFC möglicherweise gegen Patente verstoßen, deren Existenz dem Unternehmen nicht bekannt ist. SFC hat durch seine bisherige Alleinstellung als Anbieter kommerzieller Direktmetanol Brennstoffzellen seinerseits Schutzrechte und -anmeldungen erarbeitet, die gegenüber Wettbewerbern eine starke Wettbewerbsposition begründen. Gleichwohl kann nicht ausgeschlossen werden, dass zur Verteidigung dieser Patente Rechtskosten entstehen können. Durch die Ausrichtung der SFC als Anbieter von Energieversorgungslösungen besteht zudem das Risiko, dass Integrationslösungen bereits erteilten Schutzrechten unterliegen. Die SFC arbeitet kontinuierlich gemeinsam mit erfahrenen Patentanwälten daran, Rechtssicherheit auch in anderen Ländern bezüglich dort erteilter, möglicherweise relevanter Patente zu erlangen. Aufgrund des Produktportfolios und der Technologieposition ist die SFC zunehmend einer Reihe sektorspezifischer Kriminalitätsrisiken ausgesetzt. Dies betrifft in erster Linie, das Risiko, dass vertrauliche Informationen insbesondere Entwicklungsergebnisse gestohlen oder die Integrität des Produktportfolios kompromittiert werden könnten, unter anderem durch Fälschung und Verletzung der Schutzrechte des Unternehmens sowie aller Arten von Eigentumsdelikten, inklusive der jeweiligen Versuche. Gleichermaßen können Kriminalitätsphänomene wie E-Crime und Spionage unsere Innovationen beziehungsweise die Innovationsfähigkeit als solche betreffen. Zur Bekämpfung der potenziellen Produktkriminalität bzw. Verletzung der Schutzrechte und des geistigen Eigentums der SFC ist seit mehreren Jahren ein internes funktionsübergreifendes Netzwerk etabliert. Zur Abwehr von Gefahren im Bereich E-Crime und Spionage sind technische Sicherheitslösungen und bestimmte präventive Ansätze im Einsatz. Maßnahmen zur Abwehr von Risiken und zur Verfolgung festgestellter Delikte werden in allen relevanten SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 46 LAGEBERICHT 2023 Kriminalitätsbereichen in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden durchgeführt. Es kann nicht garantiert werden, dass die Maßnahmen, die die SFC zum Schutz ihres geistigen Eigentums ergreift, unter allen Umständen erfolgreich sind. Der Einfluss dieser Risiken auf die Geschäftstätigkeit hängt vom jeweiligen Einzelfall, produktspezifischen Faktoren, sowie vor allem auch von regionalen Aspekten ab. Die aus patentrechtlichen Risiken allgemein resultierende Bedrohung wird insgesamt als unwahrscheinlich betrachtet. Die negativen Auswirkungen auf die Vermögens- Finanz- und Ertragslage des Unternehmens wird als unwesentlich beurteilt. Insgesamt wird das Risiko als geringes Risiko eingeordnet. Wettbewerbsrisiken Die SFC AG besitzt weiterhin eine Alleinstellung durch Technologieführerschaft und den Vermarktungsvorsprung im Bereich Direktmethanol-Brennstoffzellen. Im Bereich wasserstoffbetriebene PEM Brennstoffzellen verfügt die SFC als eines der ersten Unternehmen über ein industriell gereiftes Produkt im Bereich der stationären Anwendungen bis 50 KW Leistung und damit einen Wettbewerbsvorteil (Zeitvorsprung). Dieser Vorsprung wird u.a. durch Schutzrechte, Schnelligkeit und Fokussierung auf die technologischen Konzepte gesichert. Durch die massive Veränderung der Nachfragesituation, enorme staatliche Förderprogramme und den Zufluss von privatem Kapital ist hier eine höhere Wettbewerbsintensität ebenso zu erwarten wie verbesserte Kapitalverfügbarkeit für Entwicklungsprogramme der Unternehmen in der Branche. Es ist nicht auszuschließen, dass die Branche einen Konsolidierungsprozess durchläuft, der zu einer Verstärkung des Wettbewerbs, einer Veränderung der relativen Marktposition des Unternehmens, einem Bestandsaufbau bei (un)fertigen Erzeugnissen oder einer unerwarteten Preiserosion führen könnte. Darüber hinaus gibt es das Risiko, dass wichtige Zulieferer von unseren Wettbewerbern übernommen werden und dass Wettbewerber verstärkt Dienstleistungen für unsere installierte Basis anbieten. Einige, u.U. auch mögliche zukünftige Wettbewerber verfügen über einen regional besseren oder einen zumindest vergleichbar guten Marktzugang in Indien und den USA, wodurch prinzipiell das Risiko besteht, dass die SFC ihre Führungsrolle einbüßt. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 47 LAGEBERICHT 2023 Das Unternehmen unterliegt den üblichen Risiken des Wettbewerbs. Es bestehen zudem Risiken durch Ankündigungseffekte und tatsächliche Substitutionslösungen, die zu Verunsicherungen bei Marktteilnehmern und zu Umsatzeinbußen bei der SFC führen könnten. Diesen Risiken tritt der Unternehmen mit unterschiedlichen Maßnahmen, wie z. B. durch eine auf Systemlösungen fokussierte Produktentwicklung, modulare Grundkonzepte und kundenspezifische Design-in-Konzepte, strategische Initiativen, Vertriebsinitiativen sowie potenzielle Gemeinschaftsunternehmen und strategische Kooperationen, mittels derer man Wettbewerbsbarrieren aufbaut, entgegen. Des Weiteren führt die intensive Pflege der langfristig etablierten Kundenbeziehungen, mit einer klaren Schwerpunktsetzung im Bereich Service und einer Fokussierung auf Produkt und Systemintegration, zu Wettbewerbsvorteilen und damit zu einer weiteren Risikominimierung. Insgesamt wird dieses Risiko als moderat eingestuft, bei einer möglichen Wahrscheinlichkeit und eine moderate Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Produktrisiken Die von der SFC hergestellten Produkte müssen hohen Qualitätsanforderungen genügen, um im Markt zugelassen und nachhaltig von Kunden angenommen zu werden. Neben der Weiterentwicklung der eigenen Technologie widmet die SFC der Qualitätssicherung hohe Aufmerksamkeit. Der Unternehmen unternimmt hohe Anstrengungen, um die Einhaltung von Qualitätsstandards sicherzustellen, führt selbst regelmäßig interne Inspektionen durch und absolviert auch externe Audits. Trotz dieser qualitätssichernden Prozesse kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass Fehler oder Defekte bei Produkten auftreten, Produkte die Qualitätsvorgaben nicht erfüllen und von Kunden oder Behörden beanstandet werden. Die Fehler können auch durch Zulieferer verursacht sein und zu Kosten, allgemeinen Beeinträchtigungen oder einem Imageschaden führen. Schadenersatz, Minderungs- oder Rückabwicklungsansprüche von Kunden oder Geschäftspartnern können in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Bei Großprojekten besteht zudem das Risiko, diese Projekte nicht innerhalb des geplanten Zeitraums mit der entsprechenden Qualität abzuschließen, was Auswirkungen auf Folgebeauftragungen haben könnte. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 48 LAGEBERICHT 2023 Je nach betroffenem Produkt und Schwere der Beanstandung ist es möglich, dass erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auftreten. Demzufolge stufen wir das Risiko als hohes Risiko ein. Beschaffungstechnische Risiken Die Ergebnisse der operativen Geschäftseinheiten der SFC hängen von einer zuverlässigen und effektiven Steuerung der Versorgungskette für Komponenten, Bauteile und Materialien ab. Unerwartete Lieferausfälle oder Lieferengpässe, die auf eine ineffektive Steuerung der Versorgungskette und/oder Kapazitätsbeschränkungen einzelner Lieferanten zurückzuführen sind, könnten zu Produktionsengpässen, Lieferverzögerungen, Qualitätsproblemen und zusätzlichen Kosten führen. Darüber hinaus könnte die SFC infolge von Katastrophen (einschließlich Pandemien), geopolitischen Unsicherheiten, Energieengpässen, Sabotage, Cyberangriffen, finanziellen Schwierigkeiten auf Seiten der Lieferanten oder der Nichteinhaltung der Standards der SFC Risiken durch Verzögerungen und Unterbrechungen in den Lieferketten ausgesetzt sein. Dieses gilt insbesondere dann, wenn die SFC nicht in der Lage ist, rechtzeitig oder überhaupt alternative Lieferquellen oder Transportmittel zu finden. Bei der Versorgung einiger Komponenten und Bauteile sind die operativen Geschäftseinheiten des Unternehmens abhängig von einzelnen Lieferanten: Für den Fall, dass einer dieser Lieferanten die Produktion beschränkt oder einstellt oder die Belieferung unterbricht, hätte dies möglicherweise erhebliche negative Auswirkungen auf das betroffene Geschäft. Wir begegnen diesen Risiken durch eine laufende Beobachtung der Beschaffungsmärkte, strukturierte Beschaffungskonzepte, der Vermeidung von Lieferantenabhängigkeiten, einer sorgfältigen Auswahl leistungsfähiger Lieferanten, jährlicher Lieferantenüberprüfungen, Qualitäts- und Zuverlässigkeitskontrollen bei Zulieferern, Alternativlieferanten und Nachunternehmern. Des Weiteren reduzieren wir die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikopotenzials durch langfristige strategische Kooperationen bei versorgungs- und preiskritischen Komponenten, mittel- und langfristige Rahmenlieferverträge sowie höheren Mindestlagerbeständen. Im Vergleich zur Phase vor der Pandemie werden wegen der geopolitischen Anspannungen und Konflikte, die die Stabilität unserer Lieferketten beeinträchtigen, die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Lieferengpässe jedoch auf erhöhtem Niveau bleiben. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 49 LAGEBERICHT 2023 Die SFC hat keine Lieferanten mit Sitz in den Krisengebieten Russland, Ukraine sowie Israel- Gaza. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass die kriegerische Auseinandersetzung negative Auswirkungen auf die Lieferzeiten haben wird. Insgesamt bewerten wir das Risiko in Bezug auf dessen Eintrittswahrscheinlichkeit als wahrscheinlich. Die negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage schätzen wir in individuellen Fällen unverändert als erheblich ein. Insgesamt wird dieses Risiko als hohes Risiko eingeschätzt. Produktionsrisiken Der Fertigungsstandorte des Unternehmens sind für die Fertigung von großer Bedeutung. Sollte es aus Qualitätsproblemen, möglichen Störungen der Betriebsabläufe oder Produktionsausfällen, z. B. aufgrund von Feuer, Naturkatastrophen oder höherer Gewalt zu einer erheblichen Unterbrechung oder Einschränkung der Geschäftstätigkeiten an den Standorten kommen, hätte das erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Ein Transfer der Fertigung aus diesen Standorten wäre nicht nur mit hohem technischen und zeitlichen Aufwand verbunden, sondern auch mit hohen erforderlichen Investitionen. Ebenso ist die SFC Risiken von Produktionsausfällen und damit verbundenen Lieferengpässen ausgesetzt, die durch technische Probleme in hochausgelasteten Produktionsstätten ausgelöst werden können bzw. fehlender beziehungsweise wegfallender Kapazitäten. SFC’s Hauptlieferant für die Produktion der DMFC Membran-Elektroden-Einheit (MEA), das Herzstück der DMFC Brennstoffzelle, das die elektrochemische Reaktion zur Trennung der Elektronen ermöglicht, hat im Berichtsjahr die Produktion eingestellt. In diesem Zusammenhang hat die SFC bestimmte Vermögenswert zur Fertigung der MEA von dem Lieferanten erworben, um eine eigene MEA Fertigung in Swindon UK zu errichten. Es besteht das Risiko, dass der Aufbau und das Hochfahren der SFC MEA-Produktion länger dauert als geplant. Dies könnte dann zu einer Unterbrechung der MEA-Versorgung im zweiten Quartal 2024 führen und die Auslieferung von ca.1.000 DMFC-Brennstoffzellen verzögern. Um dem Entgegenzuwirken fährt SFC eine manuelle Fertigung der MEA im 1. Quartal 2024 in Brunnthal hoch. Dennoch könnte dies dazu führen das nicht alle geplanten DMFC Brennstoffzellen in 2024 ausgeliefert werden können. Soweit es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, begrenzt der Unternehmen Schadensrisiken durch einen Versicherungsschutz, dessen Art und Umfang fortlaufend aktuellen SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 50 LAGEBERICHT 2023 Anforderungen angepasst wird. Der bestehende Versicherungsschutz kann sich allerdings im Einzelfall als unzureichend erweisen. Die SFC arbeitet an einer kontinuierlichen Risikominderung durch regelmäßige Investitionen, vorbeugende Instandhaltung, wirtschaftliche Prüfung und Planung weiterer Produktionsstätten, die Vorhaltung von Lagerbeständen, Aktivitäten im Bereich des Brandschutzes und Mitarbeiterschulungen. Das Eintreten dieser Risiken wird als möglich eingestuft und könnte im individuellen Fall eine erhebliche negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben und wird somit als hohes Risiko eingeschätzt. Rohstoffpreisrisiken Das Unternehmen benötigt für die Herstellung von Brennstoffzellen bestimmte Edelmetalle und Komponenten, die bei Zulieferern eingekauft werden. Die Einkaufspreise für diese Rohmaterialien können unter anderem aufgrund der Marktbedingungen, politischer Krisen oder der Gesetzgebung – verbunden mit möglichen Versorgungsengpässen – und volatiler Nachfrage nach einzelnen Komponenten und Rohmaterialien erheblich schwanken. Unvorhergesehene Preissteigerungen bei Komponenten oder Rohstoffen könnten sich auf die Geschäftsentwicklung der SFC nachteilig auswirken. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass gestiegene Herstellungskosten nicht immer oder lediglich zeitverzögert über Preisanpassungen an unsere Kunden weitergegeben werden können und dass die Nichtverfügbarkeit von Komponenten und Rohmaterialien wachstumsbremsend wirken können. Um einkaufsbezogene Risiken wie größere Preisschwankungen zu verringern, beschaffen wir wichtige Einsatzstoffe und Materialien auf Basis langfristiger Lieferverträge. Der überwiegende Teil des Beschaffungsvolumens von Rohstoffen ist jedoch mittel- und langfristig preislich nicht fixiert. Unerwartete Preissteigerungen von Komponenten und Rohmaterialien aufgrund von Marktengpässen oder aus anderen Gründen könnten sich negativ auf die Leistung bzw. die Margen des Unternehmens auswirken. In einer wesentlichen Komponente der Brennstoffzelle wird Platin und in geringem Umfang auch Ruthenium als Katalysator eingesetzt. Um für den mittelfristigen Bedarf der Edelmetalle Kalkulationssicherheit sicherzustellen, werden Platin und Ruthenium bei Unterschreiten gewisser Mindestmengen und in Abhängigkeit der Markteinschätzungen zur Preisentwicklung zum Tageskurs beim Lieferanten der Komponente gekauft und auf einem separaten Konto SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 51 LAGEBERICHT 2023 verwaltet. Daneben werden die Edelmetalle aus der Komponente von recycelten Brennstoffzellensystemen ebenfalls auf diesem Konto gutgeschrieben. Bei Lieferung der Komponente werden die entsprechenden Mengen an Platin und Ruthenium von diesem Konto verwendet. Beide Edelmetalle sind zu Tageskursen handelbar. Bis zum Verbrauch in den Produkten der SFC werden die Edelmetalle in der Bilanz als Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Vorratsvermögen ausgewiesen. Eine Abwertung der Edelmetalle wäre nur vorzunehmen, wenn das damit produzierte Produkt am Markt nicht kostendeckend veräußert werden kann. Der Buchwert des bevorrateten Platins und Rutheniums zum Bilanzstichtag betrug TEUR 434 (Vorjahr: TEUR 747). Insgesamt wird das Rohstoffpreisrisiko in Bezug auf dessen Eintrittswahrscheinlichkeit weiterhin als wahrscheinlich bewertet. Die negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird in individuellen Fällen werden als erheblich eingestuft. Insgesamt wird dieses Risiko als hohes Risiko eingeschätzt. Personalwirtschaftliche Risiken In einem technologieorientierten Unternehmen wie der SFC werden die Erreichung der anspruchsvollen Wachstumsziele und der nachhaltige wirtschaftliche Erfolg unter anderem von einer vielfältigen und hoch qualifizierten Belegschaft, wie etwa erfahrenen Spezialisten, Experten in den Bereichen Softwareentwicklung, Digitalisierung und Elektrotechnik, getragen. Der Wettbewerb um hoch qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Branchen und den Regionen, in denen wir geschäftlich tätig sind, nimmt immer mehr zu. Wir begegnen diesen Herausforderungen zum Beispiel mit der Stärkung der Fähigkeiten und Kenntnisse unserer Mitarbeiter in der Personalbeschaffung, dem gezielten Einsatz von Employer-Branding-Initiativen, wettbewerbsfähigen Vergütungspaketen mit erfolgsabhängigen Anreizsystemen, einer modernen Personalführung und einer strukturierten Personalentwicklung auf Basis eines Kompetenzmodells. Technologie und Digitalisierung sollen uns helfen, Talente – auch im Hinblick auf die Vielfältigkeit unserer Belegschaft – effektiver zu gewinnen und auszuwählen. Dennoch kann sich ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern ergeben, der sich auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens auswirkt, selbst wenn die Effekte derzeit schwierig zu bewerten sind. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 52 LAGEBERICHT 2023 Aufgrund des intensiven Wettbewerbs um qualifizierte Fachkräfte wird dieses Risiko als wahrscheinlich eingestuft, mit potenziell erheblichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, und somit als hohes Risiko eingeschätzt. Informationstechnologische Risiken Die Geschäftsaktivitäten des Unternehmens erfordern sowohl geeignete Soft- und Hardware als auch eine zuverlässige Datensicherung, Datenzugriff für Berechtigte zu jeder Zeit, Redundanz und Ausfallsicherheit des Netzwerkes. Die IT-Umgebung des Unternehmens ist wie bei jeder anderen Organisation, die sich auf digitale Technologien stützt, der wachsenden Bedrohung durch Cyberkriminalität und Cyberangriffe auf die eigenen oder die IT-Netzwerke der IT-Dienstleister ausgesetzt. Jede Störung aufgrund von Cyberangriffen kann sich negativ auf die Grundpfeiler der Informationssicherheit auswirken: Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit der eigenen Daten oder der Daten Dritter (z. B. Kunden, Lieferanten usw.). Diesen Risiken wird durch Cyber-Versicherungspolicen und durch die Umsetzung standardisierter Kontrollen, Prozesse und Technologie, die auf der Grundlage weltweit anerkannter Rahmenwerke wie ISO27001 entwickelt wurden, begegnet. Der Aufwand für den Schutz der Systeme und der Daten des Unternehmens haben sich im Geschäftsjahr deutlich erhöht. Damit wird das Engagement des Unternehmens zur Bekämpfung der wachsenden IT-Risiken und Cyberbedrohungen, die potenzielle Störungen verursachen können, unter Beweis gestellt. Dieses gilt sowohl für den Personalaufwand als auch für die technische Ausrüstung. Unabhängig davon erwartet der Vorstand, dass die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur großer deutscher Unternehmen und auch auf die SFC weiter zunehmen wird. Die aus den IT-Risiken allgemein resultierende Bedrohung wird insgesamt als möglich, gesehen und als Risiko mit erheblichem Ausmaß eingeordnet und stellt somit ein hohes Risiko dar. Risiken im regulatorischen Umfeld Die Regulierungsdichte im Geschäftsfeld des Unternehmens ist unverändert sehr hoch. Dies begründet sich u. a. mit der Produktion, Distribution und Vermarktung komplexer technischer Produkte und methanolgefüllter Tankpatronen, dem Vertrieb in sicherheitstechnisch anspruchsvolle Märkte (z. B. kritische Kommunikationsinfrastruktur, Verteidigungsorganisationen), aber auch mit sehr komplexen, teils uneinheitlichen rechtlichen SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 53 LAGEBERICHT 2023 Rahmenbedingungen in zahlreichen Märkten und Ländern. Vereinzelt wurden in der Vergangenheit Produktkennzeichnung und Vertriebswege durch Behörden in Deutschland beanstandet. Die SFC reagierte auf eventuelle Beanstandung mit Stellungnahmen. Sollten Änderungen erforderlich sein, so werden diese prinzipiell in der gesetzten Frist umgesetzt. Es ist nicht auszuschließen, dass sich anzuwendende Vorschriften (z. B. wegen verschärfter Gesetzeslage vor dem Hintergrund der Terrorismusabwehr, gesetzlicher Neuregelungen im Rahmen von REACH oder GHS, oder erhöhter Visibilität von SFC-Produkten aufgrund der stärkeren Verbreitung) verschärft werden und zusätzliche Auflagen für den Vertrieb von Produkten des Unternehmens entstehen. Um negative Auswirkungen auf den Verkauf von Produkten zu vermeiden, bietet die SFC Zusatzschulungen im Endkundenhandel zur Sicherstellung von weitergehender Sachkenntnis bei den betroffenen Betrieben an. Ebenso besteht das Risiko, dass sich Länder wieder verstärkt abschotten und versuchen, sich mit Einfuhrzöllen vor Importen zu schützen. Dies kann zu einer verminderten Wettbewerbsfähigkeit in diesen Ländern führen. Insgesamt werden diese Risiken als hoch eingestuft bei einer Wahrscheinlichkeit, die als möglich angesehen wird und bei einer erheblichen Auswirkung auf die Vermögens- Finanz- und Ertragslage. Compliance Risiken Compliance-Verstöße bzw. nicht richtlinienkonformes Verhalten bis hin zu rechtswidrigen Handlungen von Mitarbeitenden – zum Beispiel Kartellverstöße, Korruption, Wirtschaftskriminalität, Geldwäsche oder Manipulation im finanziellen Berichtswesen - können vielfältige Schäden verursachen und schwerwiegende Folgen haben. Diese können von der Beendigung von Geschäftsbeziehungen, dem Ausschluss von Auftragsvergaben, über negative Beurteilungen am Kapitalmarkt, dem Verhängen von Bußgeldern, der Geltendmachung von Schadenersatz bis zur straf- und zivilrechtlichen Verfolgung reichen und in letzter Konsequenz zu sinkenden Erträgen führen. Compliance-Risiken können in allen Bereichen des Unternehmens auftreten. Die Compliance- Organisation soll sowohl das rechtmäßige und prozesstreue Verhalten des Unternehmens und seiner Mitarbeitenden als auch eine angemessene Reaktion auf mögliche oder tatsächliche Verstöße gegen externe und interne Regeln gewährleisten. Finanzielle und nicht-finanzielle Nachteile bzw. Sanktionen, die dem Unternehmen infolge von Fehlverhalten oder rechtswidrigen Handlungen entstehen können, sollen durch Richtlinien, Standards und SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 54 LAGEBERICHT 2023 Verfahren, verhindert werden. Ergänzend zu den Richtlinien dient der Verhaltenskodex der SFC als Leitfaden für Handlungen und Entscheidungen in der Organisation. Er definiert das Leitbild und die Werte der SFC sowie die erforderlichen Verhaltensregeln, um diese innerhalb der Organisation zu leben. Risiken aus rechtswidrigen Handlungen Einzelner sind jedoch trotz umfangreicher Prüfungs- und Kontrollmechanismen nicht auszuschließen. Auftretende Verdachtsfälle würden aktiv untersucht. Bei eventuellen Ermittlungsverfahren würde das Unternehmen mit den zuständigen Behörden kooperieren. Die Beschäftigten der SFC sind aufgefordert, Fehlverhalten und Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen oder Regelungen und unternehmensinterne Richtlinien zu melden. Die Meldung kann beim bestellten Compliance- Beauftragten, beim jeweiligen Vorgesetzten, bei der Personalabteilung oder über ein installiertes Hinweisgebersystem, mit dessen Hilfe Hinweise auch anonym gegeben werden können, erfolgen. Nachgewiesenes Fehlverhalten führt zu Konsequenzen für die Beteiligten sowie - falls erforderlich - zu einer Anpassung der Organisation. Die finanziellen Auswirkungen von Compliance-Fällen auf das Unternehmenergebnis sind jedoch sehr schwer einzuschätzen. Je nach Fall und Umständen ist von einer erheblichen Bandbreite auszugehen. Darüber hinaus wurden bei der Risikobewertung auch qualitative Kriterien wie Rufschädigung und der potenzielle Umfang der gerichtlichen Ermittlungen berücksichtigt. Die Auswirkungen durch Compliance Risiken und deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden trotz getroffener mitigierender Maßnahmen als möglich mit potenziell erheblichen Auswirkungen eingeschätzt. Insgesamt wird das Risiko als hoch erachtet. ESG-Risiken Angesichts der aktuellen strengen aufsichtsrechtlichen Entwicklungen im umweltrechtlichen Bereich sowie der im Jahr 2023 eingeführten Berichterstattungspflichten im Bereich Environment, Social und Governance (ESG) kann das Risiko eines Compliance-Verstoßes ernsthafte und umfangreiche finanzielle Folgen für das Unternehmen nach sich ziehen. Zum Beispiel könnten Kunden das Unternehmen von der Auftragsvergabe ausschließen, private und institutionelle Investoren könnten die Aktien des Unternehmens nicht in ihr Portfolio aufnehmen, Finanzinstitute entweder keine Kredite oder nur zu erhöhten Kosten gewähren. Die SFC arbeitet kontinuierlich an dem Ausbau seiner Dekarbonisierungsziele und -strategie entlang der gesamten Wertschöpfungskette und im gesamten Produktportfolio. Die einschlägigen regulatorischen Rahmenbedingungen und Standards, die für die freiwillige und SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 55 LAGEBERICHT 2023 verpflichtende ESG-Berichterstattung gelten, werden überprüft. Dabei werden Umsetzungsstrategien entwickelt, um durch Berichterstattung und ESG-Ratings mehr Transparenz über die ESG-Leistung der SFC zu schaffen. Des Weiteren mitigiert das Unternehmen sonstige ESG-Risiken durch Audits, Beratung, Schulung und Maßnahmen zu Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz. Das Unternehmen hält sich nicht nur an hohe technische Standards, sondern auch an die Verhaltenskodizes Dritter und alle rechtlichen Vorgaben in Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz. Trotz der ESG-Risiken sieht das Unternehmen alle wichtigen regulatorischen Entwicklungen in den Bereichen Klimawandel, Dekarbonisierung und nicht-finanzielle Berichterstattung mit Optimismus und ist fest entschlossen, Maßnahmen zu ergreifen, die ein nachhaltiges und sicheres Wachstum für die Menschen, den Planeten und die Gesellschaft gewährleisten - nicht nur durch die eigenen Produktangebote, sondern auch durch die eigene Wertschöpfungskette und deren Auswirkungen. Die Risiken werden als mögliche Risiken eingestuft, wobei erhebliche Auswirkungen auf die Finanzlage nicht ausgeschlossen werden können. Insgesamt ergibt sich hieraus ein hohes Risiko. Unternehmensentwicklungsrisiken Um unser bestehendes Geschäft sowie unsere Wettbewerbsposition weiter zu entwickeln und auszubauen, verfolgen wir auch externe Wachstumsopportunitäten in Form von potenziellen Akquisitionen oder anderen Formen der Partnerschaft mit Unternehmen, wie etwa Gemeinschaftsunternehmen und Beteiligungen. Hierbei stehen neben der Erschließung von neuen Endkundenmärkten und regionalen Märkten die Ergänzung unseres Produkt- und Technologieportfolios im Vordergrund. Akquisitionen bergen grundsätzlich unternehmerische Risiken, da sie Unwägbarkeiten aus der Integration von Mitarbeitern, Technologien, Produkten und Prozessen beinhalten. Integrationsprozesse können sich als schwieriger bzw. zeitlich aufwendiger und kostenintensiver erweisen als angenommen. Auch könnte sich das erworbene Geschäft nach der Integration nicht so erfolgreich wie ursprünglich erwartet entwickeln oder die mit dem Erwerb verfolgten Zielsetzungen nicht oder nicht im geplanten Maße erreicht werden. Zudem könnten im Rahmen der Geschäftstätigkeit des neu erworbenen Geschäftes Risiken auftreten, die vorher nicht erkannt oder als nicht wesentlich beurteilt wurden. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 56 LAGEBERICHT 2023 Gemeinschaftsunternehmen, Beteiligungen und Kooperationen bergen grundsätzliche Risiken, da es uns nicht möglich sein könnte, potenziellen negativen Auswirkungen auf unser Geschäft durch ausreichende Einflussnahme auf Prozesse der Unternehmensführung oder Geschäftsentscheidungen entgegenzuwirken. Zudem beinhalten auch Gemeinschaftsunternehmen Risiken im Zusammenhang mit der Integration von Mitarbeitern, Technologien, Produkten und Abläufen. Ebenso können Kooperationen für uns mit Risiken behaftet sein, da wir in einigen Geschäftsfeldern mit den Unternehmen im Wettbewerb stehen, mit denen wir zusammenarbeiten. Erforderliche Portfolio- oder Strukturmaßnahmen könnten einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf zur Folge haben. Die Absicherung der Finanzierung von Akquisitionen, Gemeinschaftsunternehmen, Beteiligungen und Kooperationen könnten eine Herausforderung für uns sein. Akquisitionen und die unterschiedlichen Formen der Partnerschaften können den Verschuldungsgrad und die Finanzierungs- bzw. Kapitalstruktur des Unternehmens beträchtlich beeinflussen und zu einem Anstieg des Anlagevermögens inklusive der Geschäfts- und Firmenwerte sowie zu (Fremd-)Finanzierungsbedarf führen. Belastungen können aus Wertminderungen von Geschäfts- und Firmenwerten aufgrund unvorhergesehener Geschäftsentwicklungen resultieren. Darüber hinaus können aus solchen Transaktionen durchaus erhebliche Akquisitions-, Verwaltungs- und Integrationsaufwendungen entstehen. Durch festgelegte Due-Diligence-Prozesse und eng gesteuerte Integrationsprozesse versuchen wir, den Risikoeintritt zu reduzieren. Vor jeder Investitionsentscheidung wird eine sorgfältige Unternehmensbewertung und Analyse der kommerziellen, technischen, rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Rahmenbedingungen durchgeführt (Due Diligence). Zur optimalen Integration von Geschäften haben wir die notwendigen Strukturen und Prozesse etabliert und arbeiten z. B. nach einem standardisierten Post-Merger-Konzept. Unsere langjährige Erfahrung bei der erfolgreichen Integration von Unternehmen und Geschäften kommt uns ebenfalls zugute. Das Auftreten von Risiken aus Akquisitionen, Gemeinschaftsunternehmen, Beteiligungen und Kooperationsvereinbarungen ist generell möglich. Die damit verbundenen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden als erheblich eingeschätzt. Daher wird das Risiko als hohes Risiko eingestuft. Weitere Risiken, die derzeit nicht bekannt sind oder gegenwärtig als unwesentlich eingeschätzt werden, könnten ebenfalls die Geschäftstätigkeiten des Unternehmens SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 57 LAGEBERICHT 2023 beeinflussen. Gegenwärtig wurden keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. Gesamtbeurteilung der Risikosituation Die Unternehmenspolitik ist insgesamt auf ein innovatives und diversifiziertes Produktsortiment, eine ausgewogene Kapitalstruktur und ein stabiles Liquiditätspolster ausgerichtet und wird mit Hilfe des Risikomanagementsystems gesteuert und überwacht. Mittelfristig hängt die Entwicklung des Unternehmens jedoch von der Realisierung des aktuellen Businessplans ab. Ein wesentliches Verfehlen der grundlegenden Annahmen des Businessplans, insbesondere der Steigerung der Umsatzerlöse, der Erhöhung des Bruttoergebnisses vom Umsatz und des EBIT sowie des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, könnte die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft beeinträchtigen und damit mittelfristig und darüber hinaus Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit begründen. Gemäß der Gesamtbeurteilung der Risikosituation des Unternehmens und nach den heute vorliegenden Informationen sind im Berichtsjahr aufgrund der Liquiditätsausstattung des Unternehmens keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand des Unternehmens oder wesentlicher Tochtergesellschaften gefährden können. Chancenbericht Zum Risikomanagement des Unternehmens gehört nicht nur die Reduzierung und Vermeidung von Risiken, sondern die langfristige Sicherung des Unternehmens durch das Ausbalancieren von Chancen und Risiken. Daher wird regelmäßig identifiziert, analysiert und bewertet, wie das Unternehmen Chancen zur Sicherung und zum Ausbau der Ertragskraft gezielt ausschöpfen kann, vor dem Hintergrund, dass sich das Unternehmen, die Märkte und die Technologien kontinuierlich weiterentwickeln. Aus diesen Entwicklungen können sich neue Chancen ergeben, bereits existierende an Relevanz verlieren oder sich die Bedeutung von Chancen für das Unternehmen verändern. Die Unternehmensleitung führt regelmäßig Gespräche mit wichtigen Kunden sowie Industrie und Technologieexperten, um neue Chancen und technologische Trends frühzeitig zu erkennen. Chancenmanagement ist daher ein wesentlicher Bestandteil des operativen Geschäftes der SFC, dessen Prozess kontinuierlich verbessert wird. Ein Chancenmanagement außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, z. B. durch die Optimierung der Anlage der liquiden Mittel, findet nicht statt. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 58 LAGEBERICHT 2023 Die bedeutendsten Chancen für das Unternehmen werden im Folgenden beschrieben, stellen jedoch nur einen Ausschnitt der sich uns bietenden Möglichkeiten dar. Die Beurteilung der Chancen ist zudem fortlaufenden Änderungen bei der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie bei dem branchenspezifischen Marktumfeld unterworfen. Marktchancen Wachsendes Brennstoffzellengeschäft Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Brennstoffzellentechnologie ist SFC ein führender Anbieter im Bereich Brennstoffzellenlösungen für stationäre und mobile Anwendungen. Neben langjährigen Erfolgen in der Vermarktung von Direktmethanol-Brennstoffzellen trägt auch die erfolgreiche Markteinführung von Wasserstoff-Brennstoffzellen des Unternehmens zum Wachstum bei. Ein günstiges politisches und regulatorisches Umfeld, einschließlich des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft, haben auch im Berichtsjahr die positive Stimmung für Portfolios aus grünen Produkten, die Antworten auf den Marktrend zugunsten Netto-Null-Emissionen bereithalten, untermauert und die weitere Einführung von Wasserstoff-Brennstoffzellen wesentlich begünstigt. Die negativen geopolitischen Veränderungen des vergangenen Jahres haben die generelle Nachfrage nach Alternativtechnologien zur konventionellen Energieerzeugung auf Basis fossiler Brennstoffzellen tendenziell beschleunigt. Wesentliche Chancen zur Verbesserung und Beschleunigung der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens liegen vor allem in Maßnahmen zur Ausschöpfung des Umsatzwachstumspotenzials. Ziel der SFC ist die Stärkung des Dekarbonisierungsportfolios. Dazu gehören auch eine weitere Fokussierung auf das Angebot an Systemlösungen und Produkten höherer Leistungsklassen sowie die Steigerung der Wertschöpfung des Unternehmens bei gleichzeitiger kontinuierlicher Anpassung der Geschäftsmodelle, Produkte und Lösungen an das sich ändernde Kunden- und Marktverhalten. Die starke Marktposition der SFC im Berichtsjahr ist auf die ausgewogene Wachstumsstrategie des Unternehmens zurückzuführen, die auf eine Stärkung des langfristigen Wertversprechens der Bestandskunden in den Kernkunden- und Regionalmärkten abzielt. Energiewende unterstützen und Klimawandel begegnen Mit der wachsenden Weltbevölkerung, der zunehmenden Industrialisierung und Digitalisierung steigt auch der globale Energiebedarf. Die bereits sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels und das wachsende Bewusstsein für die drohende Klimakrise haben für alle SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 59 LAGEBERICHT 2023 politischen Systeme den Handlungsdruck erhöht. Europa übernimmt bei der Einführung erneuerbarer Energien durch ehrgeizige Klimaziele und -maßnahmen nach wie vor eine Vorreiterrolle. Durch das Engagement der Europäischen Union für den Green Deal und das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden, werden beträchtliche Investitionen in erneuerbare Energien kontinuierlich vorangetrieben, was einen enormen Einfluss auf die wachsende Nachfrage und die weiterlaufenden Fortschritte bei der Entwicklung sauberer Energielösungen hat. Die Herausforderung der Dekarbonisierung und die Preisdeflation bei fossilen Brennstoffen sind die Hauptantriebskräfte für die EU-Strategie zur Umstellung auf saubere Energie im Rahmen der Fit for 55-Initiative und des Green Deal-Konzepts. Inzwischen haben zahlreiche Nationen und die EU auf supranationaler Ebene Wasserstoff als Element der Wahl auserkoren, die Energiewende erfolgreich zu finalisieren. Der Ausbau der erneuerbaren Energieproduktionskapazität bedingt die Speicher und Transportfähigkeit der Energie. Dies soll über Wasserstoff erfolgen. Dabei wurden verschiedene Rahmenbedingungen geschaffen, die eine Ausweitung der Produktion und die Nutzung von (grünem) Wasserstoff ermöglichen. Brennstoffzellen der SFC ermöglichen dann die saubere und effiziente Wandlung von Wasserstoff in elektrische Energie dezentral und nah am Nutzer. Brennstoffzellen werden immer breiter als Substitut für konventionelle Stromerzeuger (Dieselaggregate) eingesetzt, zum Beispiel in netzfernen Industrieanwendungen und als Notstromaggregate für die Telekommunikationsinfrastruktur. Das Unternehmen sieht hier weiteres Umsatzpotenzial durch zahlreiche Neukundengewinne sowie durch den Ersatz bestehender Technologien (Austausch von umweltbelasteten Dieselgeneratoren). Die SFC erkundet Marktchancen, um die Grundlage für neue Geschäfte zu schaffen, z.B. durch den Fokus auf den Aufbau des H2-Geschäfts mit Elektrolyseursystemen und Lösungen für die Produktion von grünem Wasserstoff auf Basis von erneuerbarer Energie und Wasser. Die Wachstumsstrategie der SFC, die zugunsten einer kohlenstoffarmen Wirtschaft eng mit politischen und regulatorischen Faktoren abgestimmt ist, bietet viele Chancen für ein langfristiges, nachhaltiges Wachstum der Geschäfts- und Finanzlage des Unternehmens. Marktzugang und Aktivitäten in Asien und Nordamerika Sowohl Asien als auch Nord-Amerika sind für die SFC Regionen mit hohem Umsatzpotenzial. Dementsprechend sind die dortigen Entwicklungen und Wachstumschancen von höchster SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 60 LAGEBERICHT 2023 Bedeutung und betreffen die von der SFC bedienten Märkte für industrielle Anwendungen, einschließlich des Öl und Gasmarktes sowie für staatliche Anwendungen. Es wird erwartet, dass Länder wie Indien[4] im globalen Markt für erneuerbare Energien eine bedeutende Rolle spielen werden, da dort ein massiver Energiebedarf besteht und die Regierung erhebliche Investitionen in saubere Energie- und Stromerzeugungsprojekte tätigt. Dadurch wird die SFC dazu motiviert, neue Chancen in diesen Wachstumsregionen zu verfolgen. Wenn es gelingt, die internationalen Vertriebsaktivitäten zu verstärken und die SFC in den unterschiedlichen Märkten präsenter zu positionieren, könnte das zu einer Vielzahl neuer und zusätzlicher Chancen führen und sich positiv auf Wachstum und Profitabilität des Geschäfts auswirken. Chancen durch steigende Ausgaben in den Zielendkundenmärkten öffentliche Sicherheit Ausgelöst durch die geopolitischen Unsicherheiten ist von steigenden Ausgaben für öffentliche Sicherheit auszugehen. Insgesamt ist die Bereitschaft gestiegen, die Ausrüstung in den Bereichen Verteidigung und Schutz kritischer Infrastruktur qualitativ und quantitativ zu verbessern. Dies kann kurz- und mittelfristig zu einer steigenden Zahl von neuen, zusätzlichen Beschaffungsprojekten in den Zielregionen der SFC führen. Sonstige Chancen Strategischer Ansatz „Systemlösungen“ Mit dem strategischen Ansatz „Systemlösungen“ wollen wir zusätzlichen Kundennutzen auf Systemebene aus unserem breiten Technologie- und Produktportfolio der Segmente „Clean Energy“ und „Clean Power Management“ identifizieren. Das ermöglicht uns, die Wertschöpfungstiefe und damit auch Produktumsätze zu erhöhen und damit unsere Wachstums und Margenziele zu realisieren. Durch diesen Ansatz reduzieren wir darüber hinaus den Integrationsaufwand bei Kunden und verkürzen so die Zeit bis zur Markteinführung der Produkte. Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios Die SFC Energy AG entwickelt das Produktportfolio laufend weiter und orientiert sich dabei an Impulsen von Kunden und aus Zielmärkten. Als wichtiger Indikator für die weiteren Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen des Unternehmens gilt die Entwicklung der SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 61 LAGEBERICHT 2023 Energiepreise, die die staatlichen Entscheidungen zur Förderung von Brennstoffzellenlösungen maßgeblich beeinflussen können. Hierbei stehen Produkte mit höheren Leistungsklassen, zusätzlichen Funktionalitäten sowie Projekte zur Materialkostensenkung im Vordergrund. Damit will das Unternehmen stets auf Kundenbedürfnisse vorbereitet sein und schafft gleichzeitig durch innovative und wirtschaftliche Lösungen aktiv neue Bedürfnisse am Markt. Eine enge Vernetzung der Entwicklungsabteilungen mit Marktforschung, Vertrieb und Service sowie die Bereitstellung eines angemessenen F&E Budgets sichern die Innovationskraft von SFC für die Zukunft. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios kann zu Veränderungen im Produktmix führen. Entwicklungs- und Vertriebspartnerschaften mit Gesellschaften mit strategisch relevantem Know-how Die SFC Energy AG verfügt über ein breites Produktportfolio und zahlreiche Ideen für die Weiterentwicklung ihrer Produkte und die Erschließung neuer Marktchancen. Deshalb steht das interne Wachstum im Vordergrund der Strategie. Dennoch verfolgt das Unternehmen auch Möglichkeiten für externes Wachstum, das sich aus dem Erwerb von oder Partnerschaften mit Gesellschaften mit komplementärer Technologie und/oder strategisch relevantem Know how ergeben könnte. In diesem Zusammenhang beobachtet die SFC die sich abzeichnenden Trends und den wachsenden Fokus auf die Bewältigung der Herausforderungen bei der technischen Weiterentwicklung und der Verbesserung der Infrastruktur zur Erzeugung sauberen und hoch energieeffizienten Wasserstoffs. Dadurch entsteht für die SFC ein immenses Potenzial an neuen Möglichkeiten und Fähigkeiten, die die Wachstumspläne des Unternehmens ergänzen. Externe Bestimmungsfaktoren Zusätzliche Chancen könnten sich durch externe Bestimmungsfaktoren ergeben: Aus sinkenden Rohstoffpreisen sowie vorteilhaften Wechselkursentwicklungen könnten positive Auswirkungen auf die Ertragslage resultieren. Eine neue Priorisierung von Forschung & Entwicklung in Deutschland könnte zu einer Erhöhung beim Erhalt von Fördermitteln führen. Die damit verbundene steigende Finanzierung bei Entwicklungsprojekten der SFC Energy AG würde eine entsprechende Ergebnisverbesserung mit sich bringen. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 62 LAGEBERICHT 2023 Die oben dargestellten Faktoren, die die aktuellen und zukünftigen Chancen der SFC positiv beeinflussen können, haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Dabei wird bei den Wachstumsplänen und -maßnahmen der SFC die Gesamtbewertung der einzelnen Chancen entsprechend berücksichtigt. [2] Global Risks Report 2024 des World Economic Forum [3] The European Commission, Brüssel (September 2022); Pressemitteilung Statement by Executive Vice-President Vestager on the second Important Project of Common European Interest in the hydrogen value chain https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/STATEMENT_22_5677 [4] Fortschrittsbericht der EU-Kommission über die Wettbewerbsfähigkeit sauberer Energietechnologien SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 63 LAGEBERICHT 2023 Prognosebericht Erwartungen für Marktwachstum Die Entwicklung der Weltwirtschaft erwies sich im Jahr 2023 als überraschend widerstandsfähig, da sowohl sinkende Energiepreise als auch der nachlassende Druck in den Lieferketten dazu beitrugen, dass die Inflation schneller als erwartet zurückging. Allerdings deuten die jüngsten Indikatoren auf eine gewisse Abschwächung des Wachstums hin, so dass nach einem für das Jahr 2023 erwarteten Wachstum des weltweiten BIP von 3,1 %, für das Jahr 2024 ein leicht schwächeres Wachstum von 2,9 % unterstellt wird 17. Ein wesentlicher Grund für die verhaltenen Aussichten ist das nach wie vor relativ hohe Zinsniveau der Notenbanken, um die Inflation einzudämmen. Falls es nicht zu weiteren negativen Angebotsschocks kommt, dürfte allerdings die Abkühlung des Nachfragedrucks in den meisten Volkswirtschaften zu einem weiteren Rückgang der Gesamt- und Kerninflation führen. Für das Jahr 2024 wird für den Euro-Raum ein Rückgang der Inflation (Verbraucherpreise) auf 2,94 %, für Kanada auf 3,00 % und für die USA auf 2,6 % erwartet.18. Der Vorstand geht davon aus, dass die wesentlichen Trends im Energiesektor weiter anhalten werden. Dazu zählen neben einem weltweit wachsenden Primärenergiebedarf und entsprechend steigender Energieerzeugungskapazitäten auch die Beibehaltung von Maßnahmenpaketen, vor allem in den USA, Europa und einzelner Länder Asiens, die den Übergang auf saubere Energie beschleunigen sollen. In dem Maß, in dem der weltweite Fokus weiterhin auf kohlenstoffarmen Stromerzeugungstechnologien liegen wird, wird sich auch der Bedarf an entsprechenden Technologien erhöhen. Für das Geschäftsjahr 2024 geht der Vorstand vor diesem Hintergrund und aufgrund der dargestellten Erwartungen für die makroökonomische Entwicklung davon aus, dass die Nachfrage nach den Brennstoffzellen- und Energie-Management Lösungen des Unternehmens weiter steigen wird und sich der Wachstumspfad der vorangegangenen Jahre fortsetzen wird. Daneben unterstellt der Vorstand, dass sich die Lage auf den Beschaffungsmärkten, im Vergleich zu den strukturellen Herausforderungen der Vorjahre, grundsätzlich weiter entspannt. Gleichwohl erwartet der Vorstand allgemeine Kostensteigerungen und 17 OECD, Paris - Frankreich (Februar 2024): Economic Outlook, Interim Report February 2024 18 OECD, Paris - Frankreich (Februar 2024): Inflation Forecast SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 64 LAGEBERICHT 2023 Materialknappheiten in spezifischen Bereichen, z. B. bei der MEA. Der Vorstand geht allerdings davon aus, die negativen Auswirkungen mit geeigneten Gegenmaßnahmen in Grenzen zu halten. Des Weiteren unterstellt der Vorstand, dass das Unternehmen inflationsbedingte Kostensteigerungen größtenteils weitergeben kann und es zu keinen größeren Schwankungen in den Wechselkursen kommen wird. Die geopolitischen Risiken bleiben insgesamt hoch, insbesondere im Zusammenhang mit den anhaltenden Konflikten in Israel und in der Ukraine. Aufwärtsüberraschungen bei der Inflation könnten drastische Korrekturen bei den Preisen für Finanzanlagen auslösen, da die Märkte einpreisen, dass die Leitzinsen über längere Zeiträume höher sein könnten. Die vorstehend zusammengefassten wirtschaftlichen und geopolitischen Trends und Einschätzungen künftiger Entwicklungen unterliegen Unwägbarkeiten, vor allem hinsichtlich allgemeiner geopolitischer Risiken, insbesondere der Folgen des Ukraine-Krieges und der Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten, der erhöhten Inflation und der weiterhin vergleichsweise hohen und volatilen Risiken auf den Beschaffungsmärkten sowie der damit zusammenhängenden Auswirkungen. Die vorliegende Prognose unterliegt daher einer erhöhten Unsicherheit und Volatilität. Der Vorstand beobachtet die weiteren Entwicklungen sehr genau und passt seine Erwartungen, falls notwendig, entsprechend an. In der Prognose sind Belastungen aus rechtlichen und regulatorischen Themen sowie wesentliche Wertminderungen und Wertaufholungen ausgenommen. Finanzielle Leistungsindikatoren Der Vorstand geht in Anbetracht des positiven Wirtschafts- und Branchenausblicks aufgrund des prognostizierten Wirtschaftswachstums insbesondere für den Markt für Brennstoffzellen wiederum von einem deutlichen Umsatzwachstum für 2024 von mindestens ca. 10,0 %, bezogen auf den Umsatz des Geschäftsjahres 2023 (TEUR 59.956) , aus. SFC plant somit einen Umsatz von TEUR 71.900 bis TEUR 77.900. Auf Grundlage der Umsatzprognose erwartet der Vorstand ein bereinigtes EBITDA von TEUR 6.500 bis TEUR 7.800, welches merklich über dem Niveau des bereinigten EBITDA des Vorjahres liegt (bereinigtes EBITDA 2023: TEUR 5.977). SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 65 LAGEBERICHT 2023 Ebenso erwartet der Vorstand ein bereinigtes EBIT von TEUR 5.100 bis TEUR 6.400, das am unteren Ende der Spanne annähernd auf dem Niveau des bereinigten EBIT des Vorjahres 2023 liegt (bereinigtes EBIT 2023: TEUR 5.246). Geplantes bereinigtes EBITDA / EBIT hängen vom Grad der Umsatzerreichung sowie der Umsetzung der geplanten Wachstumsinvestitionen, unter anderem in die Weiterentwicklung der Produkte, ab. Zum Bilanzstichtag weist das Unternehmen liquide Mittel in Höhe von TEUR 56.775 aus. Entsprechend den prognostizierten Umsätzen und Ergebnissen wird das Unternehmen über ausreichend liquide Mittel verfügen, um seinen finanziellen Verpflichtungen jederzeit nachzukommen. Die tatsächliche Entwicklung der SFC kann auf Grund der beschriebenen Chancen und Risiken sowohl positiv als auch negativ von der Prognose abweichen. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 66 LAGEBERICHT 2023 Erklärung zur Unternehmensführung Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB bzw. § 315d HGB ist auf der Internetseite der SFC Energy AG (https://www.sfc.com/investoren/corporate- governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung/) veröffentlicht. Brunnthal, den 27. März 2024 Der Vorstand Dr. Peter Podesser Daniel Saxena Vorstandsvorsitzender (CEO) Vorstand (CFO) Hans Pol Vorstand (COO) SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 67 ABSCHLUSS 2023 SFC Energy AG, Brunnthal Gewinn- und Verlustrechnung FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2023 EUR 2023 VORJAHR EUR TEUR 59.956.452,70 42.390 1. Umsatzerlöse -1.754.027,01 230 2. Verminderung (Vorjahr: Erhöhung ) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und Leistungen 58.202.425,69 42.620 2.565.920,68 2.786 3. Sonstige betriebliche Erträge 4. Materialaufwand -22.043.641,60 -17.951 a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -1.937.253,97 -946 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -23.980.895,57 -18.897 5. Personalaufwand -12.436.620,67 -10.326 a) Löhne und Gehälter -2.241.190,87 -1.917 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung davon für Altersversorgung EUR -139.713,79 (Vorjahr: TEUR -133) -14.677.811,54 -12.243 -731.789,42 -718 6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -16.671.122,28 -17.045 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.706.727,56 -3.498 329.630,28 151 8. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens davon von verbundenen Unternehmen EUR 329.630,28 (Vorjahr: TEUR 151) 976.526,05 0 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge davon von verbundenen Unternehmen EUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) -14.190,83 -52 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.291.965,50 99 -612.584,89 0 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.386.108,17 -3.399 12. Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss (Vorjahr: Jahresfehlbetrag -93.423.488,77 -90.025 13. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -88.037.380,60 -93.423 14. Bilanzverlust SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 68 ABSCHLUSS 2023 SFC Energy AG, Brunnthal Bilanz zum 31.Dezember 2023 AKTIVA 2023 VORJAHR EUR EUR TEUR A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.348.585,63 416 Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.348.585,63 II. Sachanlagen 1. Technische Anlagen und Maschinen 444.583,00 173 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäꢀsausstaꢁung 1.281.332,13 1.037 3. Geleistete Anzahlungen 383.487,61 494 2.109.403,74 1.703 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 22.139.856,88 21.800 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 6.947.677,09 5.167 3. Geleistete Anzahlungen auf künꢀige Einlagen 2.564.895,86 0 31.652.429,83 26.967 35.110.418,20 29.086,94 B. Umlaufvermögen I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 8.888.208,76 9.649 2. Unferꢂge Erzeugnisse, unferꢂge Leistungen 431.800,00 529 3. Ferꢂge Erzeugnisse & Waren 3.769.000,00 4.175 4. Geleistete Anzahlungen auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 37.766,98 241 13.126.775,74 14.594 II. Forderungen und sonsꢀge Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.272.583,52 7.596 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 5.354.601,88 6.148 3. Sonsꢂge Vermögensgegenstände 1.777.351,61 783 23.404.537,01 14.527 III. Kassenbestand und Guthaben bei Krediꢀnsꢀtuten 57.060.268,87 64.554 93.591.581,62 93.676 C. Rechnungsabgrenzungsposten 260.872,74 218 C. Rechnungsabgrenzungsposten 128.962.872,56 122.981 SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 69 ABSCHLUSS 2023 SFC Energy AG, Brunnthal Bilanz zum 31.Dezember 2023 PASSIVA 2023 VORJAHR EUR EUR TEUR A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital 17.363.691,00 17.364 zusätzlich bestehendes bedingtes Kapital: EUR 4.124.503 (Vorjahr: TEUR 4.699) II. Kapitalrücklage 183.743.335,10 183.372 III. Bilanzverlust -88.037.380,60 -93.423 113.069.645,50 107.312 B. Rückstellungen 1. Steuerrückstellungen 612.584,89 0 2. Sonsꢂge Rückstellungen 13.725.283,95 10.854 14.337.868,84 10.854 C. Verbindlichkeiten 1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 178.981,63 498 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 844.826,79 1.311 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 177.937,88 241 4. Sonsꢂge Verbindlichkeiten 298.136,52 2.705 davon aus Steuern: EUR 158.752,47 (Vorjahr: TEUR 166) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 66.398,47 (Vorjahr: TEUR 87,421) 1.499.882,82 4.755 D. Rechnungsabgrenzungsposten 55.475,40 60 128.962.872,56 122.981 SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 70 ANHANG 2023 SFC Energy AG, Brunnthal Anhang für das Geschäftsjahr 2023 I. Allgemeine Angaben Die SFC Energy AG (die „Gesellschaft“ oder „SFC AG“) ist eine in Deutschland ansässige Aktiengesellschaft. Der Sitz der Gesellschaft ist Eugen-Sänger-Ring 7, 85649 Brunnthal. Die Gesellschaft ist in das Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 144296 eingetragen. Der Jahresabschluss der SFC AG für das Geschäftsjahr 2023 („Berichtsjahr“) wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB sowie des AktG erstellt. Die Gesellschaft ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft i. S. d. § 264d HGB und gilt i. V. m. § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB stets als große Kapitalgesellschaft. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Der Jahresabschluss und der Lagebericht wurden nach den Rechnungslegungsvorschriften der §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften der §§ 150 ff. AktG aufgestellt. Die Aktien der SFC Energy AG, werden seit dem 25.05.2007 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Der Jahresabschluss ist unter Zugrundelegung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt worden, da der Vorstand auf Grundlage der aktuellen Finanz- und Unternehmensplanung von der Unternehmensfortführung ausgeht. II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Anlagevermögen Die Bilanzierung der Vermögensgegenstände des Anlagevermögens erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend zwischen 1 und 10 Jahren linear abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Sachanlagen sind mit den SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 71 ANHANG 2023 Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen über eine Nutzungsdauer von zwei bis vierzehn Jahren bewertet. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie notwendige Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu zählen die fertigungsbedingten Abschreibungen, anteilige Verwaltungskosten sowie die anteiligen Kosten des sozialen Bereichs. Fremdkapitalkosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Reparaturkosten werden sofort als Aufwand erfasst. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten zwischen EUR 250 und EUR 800 werden seit dem 01.Dezember 2018 sofort abgeschrieben. Zuvor wurden diese über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren linear abgeschrieben. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten unter EUR 250 werden sofort und direkt aufwandswirksam erfasst. Vom Wahlrecht des § 248 Abs. 2 HGB zum Ansatz selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurde unverändert kein Gebrauch gemacht. Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten, ggf. abzüglich außerplanmäßiger Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, angesetzt. Die Bestimmung des ggf. niedrigeren beizulegenden Zeitwerts der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgt durch Ermittlung des Marktwerts des Eigenkapitals des verbundenen Unternehmens mithilfe der Ertragswertmethode. Dabei werden die geplanten Ertragswerte mit den Barwerten der zukünftigen Überschüsse aus der vom Management der Gesellschaft genehmigten Unternehmensplanung verwendet. Der zur Diskontierung verwendete Kapitalisierungszinssatz basiert auf einem risikofreien Zinssatz sowie einer Marktrisikoprämie, einem unternehmensspezifischen Risikozuschlag sowie einem individuellen Wachstumsabschlag. Zur Ermittlung des Marktwerts werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete Marktperformance sowie Markterwartungen von externen Experten herangezogen. Wesentliche Grundannahmen für die Unternehmensplanung sind hierbei SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 72 ANHANG 2023 Wachstumsraten der Märkte sowie Absatz- und Beschaffungspreise, die aus der aktuellen Entwicklung der Preise unter Berücksichtigung von externen gesamtwirtschaftlichen Kennzahlen sowie der Einschätzung von externen Experten hergeleitet werden. Gemäß § 253 Abs. 5 Satz 1 HGB darf ein niedrigerer Wertansatz nicht beibehalten werden, wenn die Gründe dafür nicht mehr bestehen. Ist dies der Fall, erfolgt eine Zuschreibung bis maximal zur Höhe der Anschaffungskosten der Finanzanlage. Ausleihungen sind grundsätzlich zum Nominalwert bilanziert. Die geleisteten Anzahlungen auf künftige Einlagen gemäß § 265 Abs. 5 HGB wurden zum Nominalwert bilanziert Vorräte Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren wurden zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder gesunkenen Wiederbeschaffungskosten bewertet. Bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden gegebenenfalls Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegen Zeitwert aufgrund von Lagerrisiken (geringe Umschlaghäufigkeit) vorgenommen. Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse sowie Leistungen wurden zu Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten setzen sich hierbei aus Materialeinzelkosten, Materialgemeinkosten, Fertigungseinzelkosten, Fertigungsgemeinkosten sowie Sondereinzelkosten der Fertigung zusammen. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Bewertung einbezogen. In den Fällen, in denen die Herstellungskosten voraussichtlich nicht durch den Marktpreis gedeckt werden, wurden Abwertungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert, der aufgrund einer retrograden Bewertung ermittelt wurde, vorgenommen. Bei den unfertigen Erzeugnissen wurden Abwertungen aufgrund von Lagerrisiken und bei den fertigen Erzeugnissen aufgrund gegebenenfalls niedrigerer Verkaufspreise vorgenommen. Die geleisteten Anzahlungen auf Vorräte wurden zu Anschaffungskosten bilanziert. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Der Ansatz erfolgte grundsätzlich zum Nominalwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert. Für erkennbare Einzelrisiken wurden Wertberichtigungen gebildet. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 73 ANHANG 2023 Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind mit dem Nennbetrag angesetzt. Kassenbestände und Guthaben in Fremdwährung werden, ebenso wie andere Fremdwährungsposten (s.u.), unter Beachtung von § 256a HGB bewertet. Rechnungsabgrenzungsposten Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Rückstellungen Die gebildeten Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und ungewisse Verbindlichkeiten und sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung von künftigen Preis- und Kostensteigerungen mit den der Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssätzen, die von der Deutschen Bundesbank gemäß RückAbzinsV ermittelt und bekannt gegeben worden sind, auf den Abschlussstichtag abgezinst. Rückstellungen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr werden nicht abgezinst. Für die Abzinsung längerfristiger Rückstellungen betragen die Zinssätze (7-Jahresdurchschnitt) für das Jahr 2023 je nach Restlaufzeit von zwei bis vier Jahren 1,03 % bis 1,12 %. Auswirkungen aus Änderungen des Abzinsungszinssatzes werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Bewertung der Rückstellungen im Zusammenhang mit den Stock Appreciation Rights (SAR) für den Vorstand wird anhand einer Monte-Carlo-Simulation vorgenommen. Bei der Ermittlung der Gewährleistungsrückstellung wurde getrennt nach Produktgruppen auf Erfahrungswerte bzgl. der zukünftigen Kosten in Relation zum erzielten Umsatz zurückgegriffen. Die Gewährung der AOP wurde als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert und bewertet. Der beizulegende Zeitwert der AOP wird einmalig unter Anwendung eines Monte-Carlo Modells für die jeweilige Teil-Tranche und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die AOP gewährt wurden, bewertet. Des Weiteren wurden Rückstellungen für Einzelsachverhalte gebildet. Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften werden im Einzelfall auf Basis von Vollkosten ermittelt. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 74 ANHANG 2023 Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen bilanziert. Fremdwährungsposten und Währungsumrechnung Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt der Zugangsbewertung mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Die Folgebewertung der Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag nach den Grundsätzen des § 256a HGB bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem niedrigeren bzw. höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Latente Steuern Latente Steuern werden für zeitliche, sich in der Zukunft voraussichtlich umkehrende Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen gebildet, soweit dies nach § 274 HGB notwendig und zulässig ist. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden, unter Beachtung von § 274 Abs. 1 Satz 4 HGB, steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragssteuersatzes von aktuell 27,38 %. Der kombinierte Ertragssteuersatz umfasst Körperschaftsteuer nebst Solidaritätszuschlag sowie Gewerbesteuer. Gemäß dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 3 HGB werden die latenten Steuern saldiert ausgewiesen. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer ausgewiesen werden. Im Falle einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung wird vom Aktivierungswahlrecht (§ 274 Abs. 1 Satz 2 HGB) kein Gebrauch gemacht. Umsatzerlöse Die Realisation der Umsatzerlöse findet bei Gefahrenübergang auf den Kunden statt. Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen der öffentlichen Hand umfassen Fördermittel für die Entwicklungsaktivitäten der SFC AG und wurden für die Neuentwicklung von Brennstoffzellensystemen gewährt. Die Zuwendungen werden erfolgswirksam als sonstige betriebliche Erträge erfasst, sobald der entsprechende Bescheid vorliegt sowie die sonstigen Förderbedingungen erfüllt sind. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 75 ANHANG 2023 III. Erläuterungen zu den Bilanzposten Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 ist nachfolgend dargestellt. Historische Anschaffungskosten Kumulierte Abschreibungen Buchwerte 01.01.2023 Zugang Abgang Umbuch. 31.12.2023 01.01.2023 Zugang Abgang 31.12.2023 31.12.2023 31.12.2022 Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.476.623 1.188. 0 2.664.737 1.060.210 255.942 0 1.316.152 1.348.586 416.413 114 Entgeltlich erworbene gewerbliche 1.476.623 1.188.114 0 2.664.737 1.060.210 255.942 0 1.316.152 1.348.586 416.413 Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.476.623 1.188.114 0 2.664.737 1.060.210 255.942 0 1.316.152 1.348.586 416.413 II. Sachanlagen 1.361.881 97.695 0 224.100 1.683.675 1.189.145 49.948 0 1.239.092 444.583 172.736 1. Technische Anlagen und Maschinen 2. Andere Anlagen, Betriebs- und 5.265.824 682.212 149.956 20.398 5.818.477 4.229.129 425.899 117.884 4.537.145 1.281.332 1.036.695 Geschäftsausstattung 493.744 135.151 910 -244.498 383.488 0 0 0 0 383.488 493.744 3. Geleistete Anzahlungen 7.121.449 915.058 150.866 0 7.885.640 5.418.274 475.847 117.884 5.776.238 2.109.403 1.703.175 8.598.070 2.103.172 150.866 0 10.550.378 6.478.483 731.789 117.884 7.092.389 3.457.988 2.119.588 Finanzanlagen Die Entwicklung des Finanzanlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 ist nachfolgend dargestellt. Historische Anschaffungskosten Kumulierte Abschreibungen Buchwerte 01.01.2023 Zugang Abgang Umbuch: 31.12.2023 01.01.2023 Zugang Abgang 31.12.2023 31.12.2023 31.12.2022 Finanzanlagen III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 21.800.291 339.566 0 0 22.139.857 0 0 0 0 22.139.857 21.800.291 2. Ausleihungen an verbundene 5.167.063 1.936.760 156.146 0 6.947.677 0 0 0 0 6.947.677 5.167.063 Unternehmen 2.564.896 3. Geleistete Anzahlungen auf künftige 0 2.564.896 0 0 2.564.896 0 0 0 0 0 Einlagen 26.967.354 4.841.222 156.146 0 31.652.430 0 0 0 0 31.652.430 26.967.354 Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind durch die Neugründungen in der Berichtsperiode angestiegen. Dabei wurden die SFC Energy UK Ltd., Swindon (UK) am 03. April 2023, die SFC Energy India Pvt. Ltd. (Guragaon, Indien) am 06. Juni 2023, die SFC Clean Energy S.r.L (Cluj-Napoca, Rumänien) am 03. August 2023 sowie die SFC Energy LLC (Wilmington, USA) am 23. Oktober 2023 in die jeweiligen Handelsregister eingetragen. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 76 ANHANG 2023 Bei dem Posten geleistete Anzahlungen auf künftige Einlagen handelt sich um einen Sonderposten im Sinne des § 265 Abs. 5 HGB. Dieser wurde gebildet, da die Gesellschaft im Berichtsjahr 2023 im Rahmen der Kapitalisierung des verbundenen Unternehmens, SFC Energy India Pvt. Ltd., eine Finanzierung durch ein Compulsory Convertible Debentures (CCD) durchgeführt hat. Hierbei handelt es sich im engeren Sinne um geleistete Anzahlungen auf künftige Eigenkapitalanteile. Diese geleistete Anzahlung wird verpflichtend nach einem Zeitraum von acht Jahren in Eigenkapital gewandelt. Zur weiteren Stärkung der Kapitalisierung des Unternehmens wurde auf anfallende Verzinsung verzichtet. Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31.12.2023 NAME DER GESELLSCHAFT SITZ KAPITALANTEIL EIGENKAPITAL ERGEBNIS 2023 Unmittelbar SFC Energy B.V. Almelo 100% -4.261.568 -1.962.877 Niederlande SFC Energy Power SRL a) Cluj-Napoca 100% 4.081.178 659.993 Rumänien SFC Energy Ltd. Calgary 100% 24.722.117 3.944.789 Kanada SFC Energy UK Ltd. („SFC UK“) Swindon 100% 111.092 -177.706 UK SFC Energy India Pvt. Ltd. („SFC IN“) Gurgaon 92% 2.202.519 -278.287 Indien SFC Clean Energy SRL („SFC RO II“) Cluj-Napoca 100% -22.829 -24.919 Rumänien SFC Energy LLC („SFC USA“) Wilmington 100% 2.273 -6.920 USA a) indirekte Beteiligung Ausländische Währungen werden zum Stichtagskurs (Eigenkapital) bzw. Durchschnittskurs (Ergebnis) umgerechnet. NAME DER GESELLSCHAFT DURCHSCHNITTLICHER KURS STICHTAGSKURS 2023 2022 31.12.2023 31.12.2022 Britisches Pfund (GBP) 0,864 n.a. 0,869 n.a. Indische Rupie (INR) 89,7663 n.a. 92,176 n.a. Kanadischer Dollar (CAD) 1,460 1,370 1,468 1,4439 Rumänischer Leu (RON) 4,959 4,930 4,975 4,9474 US Dollar (USD) 1,081 n.a. 1,108 n.a. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 77 ANHANG 2023 Eine Wertberichtigung der Beteiligung an der SFC Energy B.V. ist trotz des hohen Jahresfehlbetrags für 2023 und des bilanzierten negativen Eigenkapitals dieses Tochterunternehmens nicht erfolgt, weil aufgrund der positiven Ertragsaussichten in den folgenden Perioden keine dauerhafte Wertminderung vorliegt. Ausleihungen an verbundene Unternehmen Die Ausleihungen von EUR 6.947.677 (Vorjahr: EUR 5.167.063) an verbundene Unternehmen betreffen langfristige Darlehensforderungen (inkl. aufgelaufener Zinsen und Währungsumrechnungsunterschiede) gegen die SFC Energy Ltd. in Höhe von insgesamt EUR 1.421.491 (Vorjahr: EUR 1.501.212), gegen die SFC Energy B.V. in Höhe von EUR 3.874.696 (Vorjahr: EUR 3.665.851), gegen die SFC Clean Energy S.r.l. in Höhe von EUR 772.245 (Vorjahr: EUR 0), gegen die SFC Energy UK Ltd. in Höhe von EUR 869.962 (Vorjahr: EUR 0) und die gegen die SFC Energy LLC in Höhe von EUR 9.283 (Vorjahr: EUR 0). Die SFC Energy AG hat in Bezug auf das Darlehen an die SFC Energy Ltd den Rangrücktritt erklärt. Vorräte In den Vorräten sind Abwertungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert in Höhe von EUR 1.298.997 (Vorjahr: EUR 554.347) enthalten. Diese Abwertungen entfallen in Höhe von EUR 910.230 (Vorjahr: EUR 306.215) auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und in Höhe von EUR 388.767 (Vorjahr: EUR 248.131) auf Fertige Erzeugnisse. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Vermögensgegenstände haben alle, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Ferner sind in der Bilanz zum 31. Dezember 2023 („Abschlussstichtag“) Einzelwertberichtigungen in Höhe von EUR 1.162.905 (Vorjahr: EUR 1.085.856) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebildet. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist zum Abschlussstichtag eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von EUR 162.094 (Vorjahr: EUR 74.194) gebildet. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten in voller Höhe, ebenso wie im Vorjahr, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 5.354.602 (Vorjahr: EUR 6.148.370). SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 78 ANHANG 2023 Eigenkapital Das Grundkapital der SFC Energy AG beträgt zum Abschlussstichtag EUR 17.363.691 (Vorjahr: EUR 17.363.691) und ist eingeteilt in 17.363.691 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 1,00 je Stückaktie. Das Grundkapital ist vollständig einbezahlt. Die Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals und die mit den ausgegebenen Stückaktien der Gesellschaft verbundenen Rechte ergeben sich im Übrigen auch aus der Satzung der Gesellschaft. Der Vorstand ist gemäß § 5 Abs. 6 der Satzung der Gesellschaft ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 31. August 2025 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 1.736.369,00 durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2023). Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung der SFC vom 19. Mai 2020 wurde ein bedingtes Kapital (Bedingtes Kapital 2020/I) zur Bedienung des Aktienoptionsprogramms 2020 in Höhe von EUR 1.300.000 geschaffen. Das bereits durch Beschluss der Hauptversammlung der SFC AG vom 16. Mai 2019 geschaffene bedingte Kapital zur Erhöhung des Grundkapitals mit Zustimmung des Aufsichtsrates gegen Bar- und/oder Sacheinlagen beträgt EUR 2.824.503. (Bedingtes Kapital 2019/I) Die Veränderungen in der Kapitalrücklage im Geschäftsjahr 2023 resultiert aus der Ausgabe von Anteilen im Rahmen der an die Vorstände und Führungskräfte ausgegebenen Aktienoptionsprogramme. KAPITALRÜCKLAGE in EUR 31.12.2023 31.12.2022 183.590.310 181.832.683 Beträge aus der Ausgabe von Anteilen gem. § 272 Abs. 2 Nr.1 HGB 153.025 153.025 Kapitalrücklage gem. § 272 Abs. 2 Nr.2 HGB Kapitalrücklage 183.743.335 183.372.084 Die Angaben für die Zahl der Bezugsrechte aus Arbeitnehmer- und Geschäftsführeroptionen setzen sich in der Berichtsperiode aus ausgegebenen Stock Appreciation Rights (SAR) sowie Aktienoptionsplänen (AOP) zusammen. Die in der Berichtsperiode gewährten SAR stellen sich wie folgt dar: SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 79 ANHANG 2023 - in EUR SARS ÜBERSICHT 2023 Tranche CB1/ Tranche PP2 Tranche HP3 Tranche DS1 BL1/FT1 Zuteilungstag 01.04.2017 01.07.2018 01.07.2020 01.01.2020 Anzahl SARs 360.000 180.000 228.000 47.250 Teil-Tranchen 3 3 4 3 5,8 Jahre 7,0 Jahre 8,0 Jahre 7,0 Jahre Maximale Laufzeit des SAR Programms Referenzkurs Durchschnittlicher Börsenkurs der Aktien der Gesellschaft (arithmetisches Mittel der Schlusskurse im XETRA-Handel) an den letzten 30 Handelstagen vor dem jeweiligen Stichtag 01.04.2020 01.07.2021 01.07.2024 01.01.2023 Verfallsstichtag der letzten Teil-Tranche EUR 11,50 EUR 16,50 EUR 22,00 EUR 19,00 Kursziel 4,0 - 4,8 4,0 - 6,0 4,0 - 7,0 4,0- 6,0 Wartezeit (ab Zuteilungstag) in Jahren Ausübungspreis Der Ausübungspreis beträgt EUR 1,00 pro virtueller Aktienoption n/a n/a EUR 1,0 Mio. n/a Cap 01.02.2023 01.07.2025 01.07.2028 01.01.2027 Ende des Ausübungszeitraum der letzten Teil-Tranche SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 80 ANHANG 2023 Die in der Berichtsperiode gewährten AOP stellen sich wie folgt dar: - in EUR AOPS ÜBERSICHT 2023 Tranche PP3 Tranche HP4 Tranche MC1 Tranche SA11 Tranche SA2 Zuteilungstag 09.07.2020 01.03.2021 01.01.2021 01.01.2021 05.05.2023 Anzahl AOPs 504.000 500.000 22.800 22.800 22.800 Teil-Tranchen 4 4 3 3 3 Maximale Laufzeit des AOP Programms 8,0 Jahre 8,0 Jahre 7,0 Jahre 7,0 Jahre 7,0 Jahre Referenzkurs Durchschnittlicher Börsenkurs der Aktien der Gesellschaft (arithmetisches Mittel der Schlusskurse im XETRA-Handel) an den letzten 30 Handelstagen vor dem jeweiligen Stichtag Verfallsstichtag der letzten Teil-Tranche 09.07.2024 01.03.2025 01.01.2024 01.01.2024 05.05.2026 EUR 19,00 EUR 51,54 EUR 32,72 EUR 32,72 EUR 44,59 Kursziel 4,0 - 7,0 4,0 - 7,0 4,0 - 6,0 4,0 - 6,0 4,0 - 6,0 Wartezeit (ab Zuteilungstag) in Jahren EUR 1,00 EUR 24,41 EUR 15,50 EUR 15,50 EUR 21,12 Ausübungspreis EUR 1,0 Mio. EUR 1,0 Mio. n/a n/a n/a Cap Ende des Ausübungszeitraum der letzten Teil- 09.07.2028 01.03.2029 01.01.2028 01.01.2028 05.05.2030 Tranche 1 Die Tranche SA1 wurde in 2022 annulliert. Der Bilanzverlust hat sich wie folgt entwickelt: BILANZVERLUST in EUR 31.12.2023 31.12.2022 5.386.108 -3.398.862 Jahresergebnis -93.423.489 -90.024.627 Verlustvortrag Bilanzverlust -88.037.381 -93.423.489 Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen: SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN in EUR 31.12.2023 31.12.2022 3.974.516 3.149.993 Gewährleistungsverpflichtungen 2.575.796 1.857.835 Verpflichtungen Personalbereich 2.530.611 856.355 Ausstehende Rechnungen 3.578.386 4.046.886 SAR Rückstellungen 1.065.975 942.674 Übrige Rückstellungen Summe 13.725.284 10.853.743 Im Wesentlichen aufgrund der Zunahme der Rückstellung für Ansprüche aus rückständigen Urlaub, haben sich die Rückstellungen im Personalbereich auf EUR 2.575.796 (Vorjahr: EUR 1.857.835) erhöht. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 81 ANHANG 2023 Die Zuführung von Rückstellungen für ausstehende Rechnungen enthält außerdem eine Rückstellung für etwaig anfallenden Kosten gegenüber einem Geschäftspartner im Zusammenhang mit Verzögerungen im Fertigungsanlauf einer Tochtergesellschaft von EUR 925.000 (Vorjahr: EUR 0). Verbindlichkeiten VERBINDLICHKEITEN in EUR 31.12.2023 < EIN JAHR > EIN JAHR UND > FÜNF JAHRE <= FÜNF JAHRE Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 178.982 178.982 0 0 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und 844.827 844.827 0 0 Leistungen Verbindlichkeiten gegen verbundene 177.938 177.938 0 0 Unternehmen Sonstige Verbindlichkeiten 298.137 298.137 0 0 Gesamt 1.499.883 1.499.883 0 0 VERBINDLICHKEITEN in EUR 31.12.2022 < EIN JAHR > EIN JAHR UND > FÜNF JAHRE <= FÜNF JAHRE Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 498.154 498.154 0 0 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und 1.311.033 1.311.033 0 0 Leistungen Verbindlichkeiten gegen verbundene 240.798 240.798 0 0 Unternehmen Sonstige Verbindlichkeiten 2.704.692 2.704.692 0 0 Gesamt 4.754.677 4.754.677 0 0 Den erhaltenen Anzahlungen liegen Kundenbestellungen zugrunde. In den sonstigen Verbindlichkeiten war im Vorjahr der Betrag von EUR 2.363.128 für ausgeübte SARs enthalten. Die Ausübung erfolgte im Dezember 2022 mit der Folge der sofortigen Fälligkeit. Die entsprechende Zahlung und damit der Zufluss erfolgte erst in 2023. Der entsprechende Betrag wurde als Verbindlichkeit ausgewiesen. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 82 ANHANG 2023 Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen, wie auch bereits im Vorjahr, in voller Höhe Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus Steuerverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten im Personalbereich. Die Verbindlichkeiten sind – mit Ausnahme handelsüblicher Eigentumsvorbehalte bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – nicht besichert. Latente Steuern Zum 31. Dezember 2023 ergeben sich aktive latente Steuern in Höhe von EUR 18.786.150 (Vorjahr: EUR 53.583). Diese resultieren aus der unterschiedlichen Bewertung der langfristigen sonstigen Rückstellungen und der steuerlichen Verlustvorträge aus Gewerbe- und Körperschaftsteuer. Die passiven latenten Steuern betragen EUR 0 (Vorjahr: EUR 0). Die aktiven latenten Steuern aus Verlustvorträgen für Gewerbe- und Körperschaftsteuer wurden in diesem Berichtsjahr erstmals als werthaltig angesehen, da es wahrscheinlich ist, dass ihnen im Planungszeitraum Gewinne gegenüberstehen werden. Entsprechend dem Wahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird der sich insgesamt ergebende Überschuss an aktiven latenten Steuern nicht bilanziert. Die gesamten, vorläufig ermittelten steuerlichen Verlustvorträge belaufen sich zum 31. Dezember 2023 auf rd. TEUR 66.001 für Körperschaftsteuer und rd. TEUR 62.298 für Gewerbesteuer. Die Verlustvorträge verfallen nach den aktuell geltenden deutschen steuerrechtlichen Vorschriften nicht. Für die Berechnung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz in Höhe von 27,38 % zugrunde gelegt. Neben der Körperschaftsteuer von 15,825 % nebst Solidaritätszuschlag von 5,5 % wurde der Gewerbesteuersatz mit 11,55 % berücksichtigt. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 83 ANHANG 2023 IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse der SFC Energy AG betrugen: UMSATZENTEWICKLUNG IN EUR 2023 2022 Gesamtumsatz 59.956.453 42.390.139 davon mit verbundenen Unternehmen 6.107.133 10.466.312 Die Umsatzerlöse der SFC sind, bis auf verrechnete Konzernfunktionen im untergeordneten Umfang vollständig dem Tätigkeitsbereich Clean Energy zuzuordnen. Das Umsatzwachstum des Unternehmens wurde durch Folgeaufträge von Kunden in Indien und in den USA getragen. UMSATZ NACH REGIONEN IN TEUR 2023 2022 Restliches Europa 14.743 15.442 Deutschland 8.651 7.408 Niederlande 6.597 3.253 Kanada 2.717 10.508 USA 10.982 247 Indien 12.966 1.101 Restliches Asien 2.998 4.225 Rest der Welt 303 207 Summe 59.956 42.390 Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich auf EUR 2.565.921 (Vorjahr: EUR 2.785.765) verringert. Der Großteil der sonstigen betrieblichen Erträge entfallen im Wesentlichen auf die Auflösung von Rückstellungen in Höhe von EUR 1.233.101 (Vorjahr: EUR 1.489.551). Ein darin enthaltener wesentlicher Posten, die Auflösung von Rückstellungen für die Stock Appreciation Rights („SARs“), betrug EUR 482.787 (Vorjahr: EUR 1.149.442). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind des Weiteren Währungsumrechnungsgewinne in Höhe von EUR 926.193 (Vorjahr: EUR 1.005.337) enthalten. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 84 ANHANG 2023 Personalaufwand Der Personalaufwand hat sich auf EUR 14.677.812 (Vorjahr. EUR 12.243.218) erhöht. Die Steigerung ist im Wesentlichen auf höhere Lohn- und Gehaltszahlungen, die EUR 9.099.349 (Vorjahr. EUR 7.407.840) betrugen, sowie die Zuführung zu den Rückstellungen für Prämien / Variable Gehaltsbestandteile von insgesamt EUR 417.697 (Vorjahr: 73.925) zurückzuführen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind auf EUR 16.671.122 (Vorjahr: EUR 17.045.440) gesunken. Im Vorjahr waren die Kosten für die Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 5.224.238 in dem Posten enthalten. Bereinigt um diese außerordentlichen Kosten haben die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um EUR 4.849.920 zugenommen. Die Zunahme resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Beratungskosten in Höhe von EUR 4.146.884 (Vorjahr bereinigt um die Kosten für die Kapitalerhöhung: EUR 1.701.152). Des Weiteren haben sich die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen Werbe- und Reisekosten auf EUR 2.009.856 (Vorjahr: EUR 1.679.433), ebenso wie die Kosten für Gewährleistungen auf EUR 863.946 (Vorjahr: EUR 545.454) und die Raumkosten auf EUR 1.758.641 (Vorjahr: EUR 1.610.210) erhöht. Zudem haben die Einstellungen in die Einzelwertberichtigungen auf Forderungen auf EUR 701.154 (Vorjahr: EUR 324.664) zugenommen. In diesem Posten ist die Einzelwertberichtigung einer einzelnen Forderung in Höhe von EUR 695.847 enthalten. Die Erhöhung der einzelnen Positionen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultiert im Wesentlichen aus der Umsatzsteigerung bzw. dem Unternehmenswachstum. Die Kosten der Warenabgabe haben sich hingegen auf EUR 973.892 (Vorjahr: EUR 1.422.421) und die Abschluss- und Prüfungskosten auf EUR 564.378 (Vorjahr: EUR 958.222) verringert. Die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen Aufwendungen aus Kursdifferenzen betrugen im Berichtsjahr EUR 1.223.214 (Vorjahr: EUR 1.241.237). Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens Die Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens betrugen im Berichtjahr EUR 329.630 (Vorjahr: EUR 151.304). Die Erträge resultieren aus Zinserträgen auf Ausleihungen an verbundenen Unternehmen. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 85 ANHANG 2023 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge betrugen im Berichtjahr EUR 976.526 (Vorjahr: EUR 0). Die Erträge resultieren überwiegend aus der kurzfristigen Anlage von liquiden Mitteln in Verbindung mit gestiegenen Zinssätzen. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Der Zinsaufwand hat sich auf EUR 14.191 (Vorjahr: EUR 51.993) im Wesentlichen durch eine Verringerung bzw. den Wegfall von Zinszahlungen für kurzfristige Verbindlichkeiten vermindert. Die Zinsaufwendungen des Berichtsjahres bestehen im Wesentlichen aus Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe EUR 13.922 (Vorjahr: EUR 10.915) enthalten. Steuern vom Einkommen und Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von EUR 612.585 (Vorjahr: EUR 0) resultieren insbesondere aus den laufenden Steuern des Geschäftsjahres 2023. Periodenfremde Aufwendungen und Erträge Die Personalaufwendungen beinhalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe EUR 247.383 (Vorjahr: EUR 0) für die langfristige aktienbasierte Vergütung. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von EUR 608.998 (Vorjahr: EUR 1.489.551) enthalten, davon betreffen mit EUR 482.787 die langfristige aktienbasierte Vergütung. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 86 ANHANG 2023 IV. Sonstige Angaben Beschäftigtenzahl Im Jahresdurchschnitt betrug die Anzahl der Mitarbeiter (ohne Vorstände): BESCHÄFTIGTE (JAHRESDURCHSCHNITT) 2023 2022 Vollzeit 127 103 Teilzeit 24 24 Summe 147 128 Konzernabschluss Die SFC Energy AG stellt als oberstes Mutterunternehmen den Konzernabschluss für den kleinsten und zugleich größten Kreis von Unternehmen auf. Der nach § 315e Abs. 1 HGB aufgestellte Konzernabschluss wird der das Unternehmensregister führenden Stelle elektronisch zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt. Vorstand MITGLIEDER DES VORSTANDS Dr. Peter Podesser, CEO Verantwortlich für Strategie & Human Resources, Sales & Marketing, Public Relations, Research & Development, Investor Relations Simbach am Inn, Deutschland Kaufmann, Vorsitzender Daniel Saxena, CFO Verantwortlich für Finanzen und Controlling, Corporate Development, Mergers & Acquisitions und Compliance und Legal Thalwil, Schweiz Kaufmann Hans Pol, COO Verantwortlich für Operations, Supply Chain Management, Information Technology und Data Security (GDPR) Ede, Niederlande Kaufmann Bezüge des Vorstands Die Gesamtvergütung welche dem Vorstand der SFC Energy AG in der Berichtsperiode 2023 gewährt wurde, entsprach EUR 1.417.250 (Vorjahr: 1.416.456) und umfasst alle festen und leistungsbezogenen und aktienbasierten Vergütungskomponenten. Der beizulegende Zeitwert der im Geschäftsjahr 2023 gewährten Aktienoptionen betrug EUR 223.553 (Vorjahreszeitraum: EUR 0). SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 87 ANHANG 2023 Gewährte Vorschüsse und Kredite und Haftungsverhältnisse Mitgliedern des Vorstands wurden weder Vorschüsse und Kredite gewährt, noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen. Aufsichtsrat MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS Hubertus Krossa Mitglied des Aufsichtsrats, Alno AG, D-Pfullendorf Vorsitzender des Aufsichtsrats, Eckelmann AG, D-Wiesbaden Wiesbaden, Deutschland Ab 20. Mai 2021 Vorsitzender Henning Gebhardt Geschäftsführer GAPS GmbH, D-Frankfurt a.M. Bad Hamburg, Deutschland Ab 20. Mai 2021 Stellvertr. Vorsitzender Gerhard Schempp Mitglied des Aufsichtsrats, FON SA AG, D-Kaltental Mitglied des Beirates, STW Sensortechnik Wiedemann GmbH, D-Kaufbeuren Kaltental, Deutschland Ab 1. Juni 2020 Sunaina Sinha Haldea Vorsitzende des Aufsichtsrats, Barecore, UK-London Mitglied des Aufsichtsrats, mGrana, BR-Sao Paulo London, Vereinigte Königreiche Ab 12. August 2021 Bezüge des Aufsichtsrats Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten, ggf. zeitanteilig, eine reine Festvergütung in Höhe von jeweils EUR 35.000, wobei der Aufsichtsratsvorsitzende das Zweifache (EUR 70.000) dieser Vergütung und sein Stellvertreter EUR 45.000 erhält. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats stellen sich danach wie folgt dar: BEZÜGE DES AUFSICHTSRATS in EUR 2023 2022 Bezüge 207.500 142.500 Die angegebene Vergütung spiegelt den abgerechneten und zurückgestellten Aufwand wider. Ferner sind etwaige Differenzbeträge aus den Rückstellungen per 31. Dezember des Vorjahres zu den tatsächlich gezahlten Beträgen enthalten. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 88 ANHANG 2023 Honorare der Abschlussprüfer Die berechneten Honorare der Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr betragen: GESAMTHONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERS in EUR 2023 2022 Abschlussprüfungsleistung 330.744 405.360 Andere Bestätigungsleistung 0 392.900 Summe 330.744 798.260 Verpfändetes Festgeld Im Zusammenhang mit dem Mietvertrag für das Gebäude der Gesellschaft im Eugen-Sänger- Ring 7 besteht zum Bilanzstichtag ein zugunsten des Vermieters gesperrtes Festgeld in Höhe von EUR 285.619. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen Derartige finanzielle Verpflichtungen bestehen in folgendem Umfang: FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN 2023 in TEUR FÄLLIG 2024 FÄLLIG 2025 FÄLLIG 2026 FÄLLIG 2027 SUMME Leasing 57.883 33.086 5.858 0 96.827 Miete 1.323.822 1.325.766 1.185749 3.853.684 7.689.021 Summe 1.381.706 1.358.851 1.191.606 3.853.684 7.785.847 FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN 2022 in TEUR FÄLLIG 2023 FÄLLIG 2024 FÄLLIG 2025 FÄLLIG 2026 SUMME Leasing 101.005 40.695 13.416 0 115.116 Miete 1.260.358 1.260.358 1.260.358 4.796.054 8.557.129 Summe 1.361.363 1.301.054 1.273.774 4.796.054 8.732.244 Die Mieten betreffen das Produktions-, Entwicklungs- und Verwaltungsgebäude sowie Lagerflächen. Es handelt sich um übliche Mietverträge mit einer Laufzeit von bis zu sieben Jahren und einer Verlängerungsoption um einmal weitere fünf Jahre. Wesentliche oder unübliche Risiken existieren nicht. Der Vorteil gegenüber einer Investition besteht für die Gesellschaft neben den Liquiditätsvorteilen und der Schonung der Eigenkapitalquote darin, SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 89 ANHANG 2023 dass durch den Mietvertrag sowie weitere Anmietungen die notwendige Planungs- und Kalkulationssicherheit sowie Flexibilität für das weitere geplante Wachstum von SFC sichergestellt ist. Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG: Meldungen gemäß § 33 Abs. 1 oder Abs. 2 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) Der SFC Energy AG gingen bis zum Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses (27. März 2023) folgende Mitteilungen von Anteilseignern der Gesellschaft nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) zu (nachfolgend sind nur die Mitteilungen aufgeführt, die das Bestehen einer Beteiligung zum vorgenannten Datum wiedergeben bzw. soweit sie sich auf die vollständige Veräußerung einer Beteiligung seit dem Abschlussstichtag 31. Dezember 2023 beziehen; die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Meldung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der letzten Stimmrechtsmitteilung an SFC Energy AG entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein): Die T&E Holding B.V., Almelo, Niederlande, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 11. Januar 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 20. Dezember 2011 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,1 % (das entspricht 232.925 Stimmrechten) betragen hat. Herr Dr. Henrik Leber und Frau Dr. Claudia Giani-Leber haben uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 30. November 2020 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil über die Alta Vista Corporate Finance Beratung GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland und ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main, Deutschland an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 26. November 2020 die Schwellen von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,48 % (das entspricht 503.289 Stimmrechten) betragen hat. Davon sind Herrn Dr. Henrik Leber und Frau Dr. Claudia Giani-Leber 3,48 % (das entspricht 503.289 Stimmrechten) gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. Morgan Stanley, Delaware, USA, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 28. Januar 2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 22. Januar 2021 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,06 % (das entspricht 732.420 Stimmrechten) betragen hat. 5,06 % der Stimmrechte (das SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 90 ANHANG 2023 entspricht 732.420 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG von der Morgan Stanley & Co. International plc, London, United Kingdom, zuzurechnen. Die DWS Investment GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 2. Februar 2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 27. Januar 2021 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,84 % (das entspricht 700.000 Stimmrechten) betragen hat. Morgan Stanley, Delaware, USA, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 3. Februar 2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 28. Januar 2021 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,93 % (das entspricht 714.059 Stimmrechten) betragen hat. 4,93 % der Stimmrechte (das entspricht 714.059 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG von der Morgan Stanley & Co. International plc, London, United Kingdom, zuzurechnen. Die DWS Investment GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 4. Februar 2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 1. Februar 2021 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,37 % (das entspricht 777.295 Stimmrechten) betragen hat. Die DWS Investment GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 5. Februar 2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 2. Februar 2021 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,84 % (das entspricht 700.000 Stimmrechten) betragen hat. Morgan Stanley, Delaware, USA, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 8. Februar 2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 2. Februar 2021 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,03 % (das entspricht 728.159 Stimmrechten) betragen hat. 5,03 % der Stimmrechte (das entspricht 728.159 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG von der Morgan Stanley & Co. International plc, London, United Kingdom, zuzurechnen. Morgan Stanley, Delaware, USA, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 9. Februar 2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 3. Februar 2021 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 91 ANHANG 2023 4,91 % (das entspricht 711.118 Stimmrechten) betragen hat. 4,91 % der Stimmrechte (das entspricht 711.118 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG von der Morgan Stanley & Co. International plc, London, United Kingdom, zuzurechnen. Morgan Stanley, Delaware, USA, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 12. Februar 2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 5. Februar 2021 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,49 % (das entspricht 649.005 Stimmrechten) betragen hat. 4,49 % der Stimmrechte (das entspricht 649.005 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG von der Morgan Stanley & Co. International plc, London, United Kingdom, zuzurechnen. Die HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH, Hamburg, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 9. Juli 2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 05. Juli 2021 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,01 % (das entspricht 435.539 Stimmrechten) betragen hat. Herr Dr. Henrik Leber und Frau Dr. Claudia Giani-Leber haben uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 6. Oktober 2021 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil über die Alta Vista Corporate Finance Beratung GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland und ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main, Deutschland an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 6. Oktober 2021 die Schwellen von 5 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,65 % (das entspricht 817.540 Stimmrechten) betragen hat. Davon sind Herrn Dr. Henrik Leber und Frau Dr. Claudia Giani-Leber 5,65 % (das entspricht 503.289 Stimmrechten) gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. Die HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH, Hamburg, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 27. Januar 2022 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 26. Januar 2022 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten und an diesem Tag 2,98 % (das entspricht 431.198 Stimmrechten) betragen hat. Die HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH, Hamburg, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 4. Februar 2022 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 2. Februar 2022 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten und an diesem Tag 3,01 % (das entspricht 435.539 Stimmrechten) betragen hat. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 92 ANHANG 2023 Die DWS Investment GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 27. Juni 2022 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 23. Juni 2022 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten und an diesem Tag 2,92 % (das entspricht 422.500 Stimmrechten) betragen hat. Die DWS Investment GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 22. Juli 2022 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 20. Juli 2022 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten und an diesem Tag 3,49 % (das entspricht 504.337 Stimmrechten) betragen hat. Die DWS Investment GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 26. Juli 2022 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 21. Juli 2022 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten und an diesem Tag 2,89 % (das entspricht 417.500 Stimmrechten) betragen hat. Die DWS Investment GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 29. Juli 2022 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 27. Juli 2022 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte überschritten und an diesem Tag 5,82 % (das entspricht 842.500 Stimmrechten) betragen hat. Die HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH, Hamburg, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 5. Februar 2024 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SFC Energy AG, Brunnthal, Deutschland, am 1. Februar 2024 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten und an diesem Tag 2,99 % (das entspricht 518.951 Stimmrechten) betragen hat. Ergebnisverwendung Ein Vorschlag zur Ergebnisverwendung erübrigt sich, da der Ertrag in der Berichtsperiode nach den handels- und aktienrechtlichen Vorschriften zusammen mit dem Verlustvortrag aus dem Vorjahr in den Bilanzverlust eingegangen ist und daher eine Ausschüttung rechtlich nicht möglich ist (§ 57 Abs. 3 AktG). Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex Vorstand und Aufsichtsrat haben 2024 eine Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und diese auf der Internetseite der SFC Energy AG (www.sfc.com/de/investoren/corporate-governance) veröffentlicht. Eine SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 93 ANHANG 2023 Entsprechenserklärung 2023 haben der Vorstand und Aufsichtsrat am 21. März 2024 auf der Internetseite der SFC Energy AG veröffentlicht. Die Entsprechenserklärung ist für die nächsten fünf Jahre im Internet verfügbar und der Öffentlichkeit somit dauerhaft zugänglich gemacht worden. Sie wird im Rahmen des Corporate Governance Berichts im Geschäftsbericht veröffentlicht. SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 94 ANHANG 2023 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Keine Vorgänge von wesentlicher Bedeutung sind nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten. Brunnthal, den 27. März 2024 Der Vorstand Dr. Peter Podesser Daniel Saxena Vorstandsvorsitzender (CEO) Vorstand (CFO) Hans Pol Vorstand (COO) SFC ENERGY AG – Jahresabschluss 2023 95
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