Annual Report (ESEF) • Apr 24, 2023
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Download Source FileSFC Energy AG 3912003HZPSTWYICYA50 2022-12-31 3912003HZPSTWYICYA50 2021-12-31 3912003HZPSTWYICYA50 2021-01-01 2021-12-31 3912003HZPSTWYICYA50 2021-12-31 3912003HZPSTWYICYA50 2020-12-31 3912003HZPSTWYICYA50 2020-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 3912003HZPSTWYICYA50 2020-12-31 ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember 3912003HZPSTWYICYA50 2020-12-31 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 3912003HZPSTWYICYA50 2020-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 3912003HZPSTWYICYA50 2021-01-01 2021-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 3912003HZPSTWYICYA50 2022-01-01 2022-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 3912003HZPSTWYICYA50 2021-01-01 2021-12-31 ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember 3912003HZPSTWYICYA50 2022-01-01 2022-12-31 ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember 3912003HZPSTWYICYA50 2022-01-01 2022-12-31 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 3912003HZPSTWYICYA50 2021-01-01 2021-12-31 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 3912003HZPSTWYICYA50 2022-01-01 2022-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 3912003HZPSTWYICYA50 2021-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 3912003HZPSTWYICYA50 2022-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 3912003HZPSTWYICYA50 2021-12-31 ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember 3912003HZPSTWYICYA50 2022-12-31 ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember 3912003HZPSTWYICYA50 2022-12-31 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 3912003HZPSTWYICYA50 2021-12-31 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 3912003HZPSTWYICYA50 2022-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 3912003HZPSTWYICYA50 2021-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 3912003HZPSTWYICYA50 2022-01-01 2022-12-31 iso4217:EUR iso4217:EUR xbrli:shares xbrli:pure iso4217:EUR xbrli:shares KONZERNLAGEBERICHT KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022 GRUNDLAGEN DES KONZERNS Organisation des SFC-Konzerns und Grundlagen der Berichterstattung Die SFC Energy AG („SFC AG“) bildet gemeinsam mit ihren Tochterunternehmen eine international tätige Unternehmensgruppe („SFC“ oder „Konzern“) im Brennstoffzellen-Sektor. Der Konsolidierungskreis des Konzerns umfasst neben dem Mutterunternehmen SFC Energy AG (Deutschland) die Tochterunternehmen SFC Energy B.V. (Niederlande) („SFC B.V.“), deren Tochterunternehmen SFC Energy Power SRL (Rumänien) sowie SFC Energy Ltd. (Kanada) („SFC Ltd.“). Der Vorstand der SFC AG leitet den Konzern in eigener Verantwortung. Der Aufsichtsrat bestellt, überwachtund berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für SFC sind, unmittelbar eingebunden. Informationen zur Vergütungsstruktur des Vorstands und des Aufsichtsrats können demVergütungsbericht entnommen werden. Rechtliche Grundlagen zur Führung und Überwachung des Konzerns sind das deutsche Aktiengesetz und das sonstige Kapitalmarktrecht sowie der Deutsche Corporate Governance Kodex. Der Sitz der SFC AG befindet sich in Deutschland, mit der Konzernzentrale in Brunnthal. Die Tochtergesellschaft SFC Energy B.V. hat ihren Hauptsitz in Almelo, Niederlande, mit einer Produktionstochter in Cluj, Rumänien. Die Tochtergesellschaft SFC Energy Ltd. hat ihren Hauptsitz in Calgary, Kanada, mit kanadischen Niederlassungen in Edmonton und Grand Prairie. Zum 31. Dezember 2022 beschäftigte der Konzern 354 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Segmente, Absatzmärkte, Produkte und Dienstleistungen Zum 31. Dezember 2022 hatte die SFC die folgenden berichtspflichtigen Segmente, nach denen der Vorstand den Konzern steuert: Clean Energy und Clean Power Management. Die SFC entwickelt, produziert und vertreibt im Wesentlichen moderne Energieversorgungssysteme sowie Module und Komponenten für netzunabhängige und netzgebundene Geräte auf Basis der Brennstoffzellentechnologie. Der Konzern tätigt hierzu die notwendigen Investitionensowie alle sonstigen hiermit zusammenhängenden Geschäfte. Das Produktportfolio umfasst auch Zubehör und Ersatzteile, insbesondere Tankpatronen, Lösungen für die Kombination von Brennstoffzellenproduktenmit anderen Stromquellen, speichern SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 1 KONZERNLAGEBERICHT und verbrauchern sowie mechanische, elektronische und elektrische Instrumente zur Überwachung und Steuerung von Produktions und Logistikprozessen. Die SFC AG verfügt als weltweit als eines der ersten Unternehmen über kommerzielle Serienprodukte im Bereich von Direktmethanol Brennstoffzellen (DMFC) für eine Reihe von Absatzmärkten. Die SFC AG verfügt zudem über kommerzielle Serienprodukte im Bereich von Wasserstoff Brennstoffzellen (PEMFC). Die Segmentierung der Konzernaktivitäten folgt primär der internen Organisations- und Berichtsstruktur des Konzerns nach Geschäftsfeldern. Seit dem 1. Januar 2021 orientiert sich diese an den Technologieplattformen bzw. dem angebotenen Produkt- und Dienstleistungsportfolio des Konzerns. Das Segment Clean Energy umfasst das Portfolio von Produkten, Systemen und Lösungen für die stationäre und mobile netzferne Energieversorgung auf Basis von Wasserstoff- (PEMFC) und Direktmethanol- (DMFC) Brennstoffzellen. Die Brennstoffzellenlösungen finden Anwendungen im industriellen, privaten und im staatlichen (öffentliche Sicherheit) Sektor für unterschiedliche Märkte, wie etwa die Branchen für Telekommunikationsausrüstung, Sicherheit- und Überwachungs- technologie, Fernerkundungstechnologie (Remote Sensing), Verteidigungstechnologie, aber auch dem Caravaning- und Marinemarkt. Das Segment Clean Power Management bündelt das gesamte Geschäft mit hochtechnologischen, standardisierten und semi-standardisierten Power Management-Lösungen wie z.B. Spannungswandlern und Spulen, die zum Einsatz in Geräten für die Hightech-Industrie kommen. Des Weiteren umfasst das Segment das Geschäft mit Frequenzwandlern für die Upstream Öl- und Gasindustrie, die zum Teil integriert und zum Teil vertrieben werden. Ziele und Strategie Die strategische Ausrichtung des Konzerns, die Position von SFC im Markt für umweltfreundliche stationäre und mobile netzferne Energielösungen auszubauen, blieb im Berichtsjahr unverändert. Ziel ist eine marktführende Stellung als Anbieter für emissionsarme bzw. freie Regel- und Notstromversorgung von netzfernen, zum Teil sicherheitskritischen, Anwendungen, wie etwa Telekommunikationsausrüstung, Sicherheits- und Überwachungstechnologie und netzfernen Sensoren mit Brennstoffzellengeneratoren zu etablieren. Die Brennstoffzellen sollen sowohl emissionsarme bzw. -freie Alternativen zu Dieselmotoren bieten, die bislang als Notstromaggregate oder zur Spitzenlastenabdeckung eingesetzt werden, als auch bestehende Systeme zur netzfernen Energieversorgung ergänzen. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 2 KONZERNLAGEBERICHT Die Umsetzung dieser Strategie soll sowohl durch organisches Wachstum als auch mittels Akquisitionen, Gemeinschaftsunternehmen, Beteiligungen und Kooperationsvereinbarungen realisiert werden. Die SFC sieht sich aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns im Berichtsjahr in ihrer Strategie bestätigt. Steuerungssystem Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die zur Steuerung des operativen Geschäftes durch den Vorstand verwendet werden sind Umsatzerlöse bzw. deren Wachstum, sowie die Ergebnisgrößen EBITDA bereinigt (bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) und EBIT bereinigt (bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern) für den Konzern und die Segmente. Im Rahmen des Risikomanagementsystems werden neben einem detaillierten Finanzberichts- wesen und controlling auch zahlreiche nichtfinanzielle Steuerungskennzahlen wie z. B. Qualitätsparameter verwendet. Diese werden aber nicht zur direkten Steuerung verwendet. Forschung und Entwicklung Mit unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verfolgen wir weiterhin das Ziel, die Wettbewerbs- und Technologieposition von SFC vor dem Hintergrund der anstehenden Umgestaltung der Energiesysteme in zahlreichen Ländern zu sichern bzw. zu stärken. Dabei setzen wir insbesondere auf die Entwicklung von Brennstoffzellensystemen mit höheren Leistungen und längeren Betriebsstunden bei Produktkostenreduktion sowie auf die digitale Anbindung unserer Lösungen. Neben dieser kontinuierlichen Erneuerung unseres Produkt- portfolios verbessert SFC auch bestehende Produkte und Lösungen. Mit durchschnittlich 68 (Vorjahr: 64) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren 21% (Vorjahr: 23% ) der Konzernbelegschaft mit der Entwicklung der Brennstoffzellen Technologie bzw. von Stromversorgungssystemen und deren Umsetzung in Produkte des Konzerns beschäftigt. Um die Technologieposition und Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern bzw. Markteintrittsbarrieren auszubauen, wird eine aktive Strategie bezügliche Patenten und anderen Rechten an geistigem Eigentum („IP“) verfolgt, die sowohl die aktive Pflege des bestehenden IP-Portfolios als auch die Entwicklung von neuem IP beinhaltet. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 3 KONZERNLAGEBERICHT GESAMTAUFWAND FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG in TEUR 2022 2021 Erfolgswirksame Forschungs- und Entwicklungskosten 4.441 3.257 Aktivierte Entwicklungsaufwendungen 2.620 2.493 Aufwand in Entwicklungskooperationen 904 816 Erhaltene Zuschüsse 361 253 Sondereffekte (Sonderaufwendungen für LTI-Programm) -11 -202 Gesamtaufwand für Forschung und Entwicklung 8.315 6.617 Im Geschäftsjahr 2022 („Berichtsjahr“) hat sich der Aufwand für Forschung- und Entwicklung bereinigt um die unten aufgeführten Sonderaufwendungen für LTI-Programme und einschließlich der im Berichtsjahr aktivierten Entwicklungsaufwendungen, des Aufwandes für gemeinsame Entwicklungsprojekte („Joint Development Agreements“) und erhaltener Zuschüsse („Gesamtaufwand für F&E“) gegenüber dem Aufwand des Geschäftsjahres 2021 („Vorjahr“ oder „Vorjahresperiode“) auf TEUR 8.315 (Vorjahr: TEUR 6.617) deutlich erhöht. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wurden im Berichtsjahr hauptsächlich zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit eingesetzt und bezogen sich im Wesentlichen auf immaterielle Vermögenswerte bzw. aktivierte Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 2.620 (Vorjahr: TEUR 2.493) für die Weiterentwicklung und digitale Anbindung der Konzernprodukte sowie die Entwicklung neuer Generationen von Brennstoffzellensystemen. Dies entspricht einer Aktivierungsquote (aktivierte Entwicklungsaufwendungen im Verhältnis zum Gesamtaufwand F&E) von 32% (Vorjahr: 38% ). Die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen beliefen sich im Berichtsjahr auf TEUR 1.793 (Vorjahr: TEUR 1.457). Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Konzerns wurden im Berichtsjahr in geringem Umfang, und werden voraussichtlich auch zukünftig, durch Zuschüsse der öffentlichen Hand gefördert, z. B. über die „Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 4 KONZERNLAGEBERICHT Im Segment Clean Energy stehen Themen wie die nächsten Generationen von Brennstoffzellenmodulen sowie Digitalisierung und Konnektivität unserer Produkte im Mittelpunkt der Entwicklung. Die Schwerpunkte im Berichtsjahr lagen auf den folgenden Entwicklungsfeldern: ▪ Weiterentwicklung der neu eingeführten Direktmethanol-Brennstoffzellen- generation EFOY und EFOY Pro Aufbau und Weiterentwicklung von Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen auf ▪ Basis des EFOY Jupiter-Systems Entwicklung und Aufbau von Netzersatzanlagen auf Basis des Wasserstoff- ▪ Brennstoffzellensystems EFOY Hydrogen Entwicklung eines neuen EFOY-Wasserstoff-Brennstoffzellensystems mit ▪ integrierter Steuerung und Spannungswandlung Entwicklung von Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen für Leistungsbereiche über ▪ 50 kW Kontinuierliche Entwicklung und Implementierung von service-optimierten ▪ Funktionen des Cloud basierten Fernüberwachungssystems für die neu eingeführte Produktgenerationen der Brennstoffzellen Entwicklung einer für die EFOY-Brennstoffzellen optimierten 12 V- und 24 V-Batterie ▪ mit integriertem Batterie-Management-System (BMS) für Lithium-Batterien Weiterentwicklung eines intelligenten Fuel Management-Systems zur ▪ Autonomieverlängerung der neue Produktgenerationen Entwicklung eines smarten Kommunikationsmoduls zur Anbindung von Lithium- ▪ Batterien an die EFOY-Brennstoffzellensysteme ▪ Entwicklung eines intelligenten Sensor- und I/O-Moduls zur Integration von externen Sensorsignalen, zur Erfassung des Energieflusses in EFOY-Energielösungen und Anbindung von I/O-Signalen; Konsequente Verbesserungen und Weiterentwicklungen zur Leistungssteigerung ▪ sowie zur Kostenreduzierung der bestehenden EFOY-Generationen. Im Mittelpunkt der Entwicklung des Segments Clean Power Management standen Themen wie die Erhöhung der Leistungsdichte, der Leistungseffizienz und des „Watt / Euro“ Ratios für die angebotenen Power Management-Lösungen. Die Schwerpunkte im Berichtsjahr lagen auf: Weiterentwicklung der aktuellen 3,8kW bis 4kW Energieplattform; ▪ Technologieentwicklung zur Leistungssteigerung bestehender Plattformen von 4kW ▪ auf 5kW; Integration einer neuen Energieplattform in Lasersysteme. ▪ SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 5 KONZERNLAGEBERICHT WIRTSCHAFTSBERICHT Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft geprägt durch bremsende Einflüsse Nachdem sich die Weltwirtschaft Ende 2021 auf dem Weg der Erholung von der durch die COVID-19-Pandemie ausgelösten Rezession befand, war das Jahr 2022 durch geopolitische und wirtschaftliche Turbulenzen gekennzeichnet, unter deren Eindruck sich die Weltkonjunktur im Verlauf des Jahres deutlich abschwächte. Zunächst kam es weiterhin zu Beeinträchtigungen der weltwirtschaftlichen Entwicklung durch die globalen Bemühungen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie, obwohl sich deren Auswirkungen in den meisten Ländern abgeschwächt hatten. In der Folge profitierte die Konjunktur vom Wiederanlauf der Wirtschaft und staatlicher Unterstützung, auch wenn regionale Lockdowns und die anhaltende angespannte Situation in den globalen Liefer- und Logistikketten weiterhin konjunkturdämpfend wirkten. Der Ausbruch der kriegerischen Handlungen in der Ukraine und die durch diese ausgelösten weltweiten Auswirkungen, insbesondere eine Energiekrise verbunden mit einem Energiepreisschock und einem Anstieg von Rohstoffpreisen verschärften die bereits bestehenden wirtschaftlichen Herausforderungen und Angebotsengpässe in vielen Ländern wieder. Diese Entwicklungen ließen die erhöhte Inflation in vielen Ländern auf ein Hoch ansteigen, was zu einer raschen Straffung der Geldpolitik führte. Vor diesem Hintergrund wurden die Wachstumsaussichten des globalen BIP für das Jahr 2022, nach einem Wachstum von 6,1% im Jahr 2021, im Juli 2022 auf 3,2% gesenkt.1 Für das Jahr 2023 wird mit einer weiteren Abschwächung des globalen BIP Wachstums auf 2,2 %2 bis 2,9%3 gerechnet. Abschwächung der Konjunktur in der Grundtendenz für den Euroraum Zwar wuchs die Wirtschaftsleistung im Euroraum im ersten Halbjahr ungeachtet der geopolitischen Turbulenzen mit 0,8 % im ersten Quartal und 0,7 % im zweiten Quartal spürbar, im dritten und im vierten Quartal hat sie allerdings an Schwung verloren und das Wachstum 1 International Monetary Fund Washington, (Juli 2022); World Economic Outlook 2 OECD, OECD Paris (Februar 2023); Real GDP forecast, https://data.oecd.org/gdp/real-gdp-forecast.htm 3 International Monetary Fund Washington, (Januar 2023); World Economic Outlook SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 6 KONZERNLAGEBERICHT des saisonbereinigten BIPs hatte sich auf 0,3 %4 bzw. 0,1 % gegenüber dem Vorquartal abgeschwächt.5 Gegenwind aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld und Zurückhaltung des privaten Konsums lassen auch für die bevorstehenden Quartale eine konjunkturelle Schwächephase erwarten. Aufgrund einer erwarteten starken Zunahme von öffentlichen Investitionen in 2023 und einer rückläufigen Inflation6, dürften das Wachstum der Realeinkommen und die Wirtschaftstätigkeit im Quartalsverlauf in den Jahren 2023 und 2024 anziehen, so dass eine tiefe Rezession wie nach der Finanzkrise oder der COVID-19-Pandemie ausbleiben sollte. Der Aufschwung könnte jedoch bescheiden bleiben, wenn staatliche Stützungsmaßnahmen im Rahmen der Energiekrise langsam auslaufen und die Auswirkungen der höheren Zinssätze auf die Wirtschaftstätigkeit stärker zum Tragen kommen. Auf der Angebotsseite schränken weiterhin, wenn auch in abnehmendem Ausmaß, Engpässe in den Liefer- und Logistikketten und die damit verbundenen höheren Kosten die Produktion ein. Auf der Nachfrageseite belastet vor allem die hohe Inflation die Realeinkommen und dämpft den privaten Konsum, während die Verlangsamung des Exportmarktwachstums und die steigenden Zinssätze die Investitionen belasten. Im Ergebnis wird erwartet, dass das Jahreswachstum im Euroraum in 2023 mit 0,6 % gering ausfallen wird und sich erst im Folgejahr wieder um 1,7 % erhöhen wird.7 Langsames Wirtschaftswachstum in den USA Nachdem das Wirtschaftswachstum gemessen am realen BIP in den USA in den ersten beiden Quartalen 2022 gegenüber dem Vorquartal und hochgerechnet auf das Jahr sank, konnte sich im dritten Quartal eine Expansion gegenüber dem Vorquartal einstellen8. Maßgeblich getragen wurde das Wachstum durch das Auslandsgeschäft. Auch im vierten Quartal konnte das reale BIP, getragen von gestiegenen Konsumausgaben, und Ausgaben der öffentlichen Hand sowie Unternehmensinvestitionen mit 2,9 % wachsen.9 Der internationale 4 Eurostat Luxemburg, (Dezember 2022); euroindikatoren - Schätzung der BIP-Hauptaggregate und der Erwerbstätigkeit für das dritte Quartal 2022 5 Eurostat Luxemburg, (Februar 2023); euroindikatoren – Schnellschätzung des BIP und der Erwerbstätigkeit für das vierte Quartal 2022 6 Europäische Zentralbank Frankfurt, (Dezember 2022); Eurosystem staff macroeconomic projections for the euro area; Ifo Institut München (Dezember 2022); ifo Konkjunkturprognose Winter 2022 7 Ifo Institut München (Dezember 2022); ifo Schnelldienst 8 Statista, Hamburg (Dezember 2022); USA: Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts 9 Bureau of Economic Analysis, Maryland (January 2023); Gross Domestic Product, Fourth Quarter and Year 2022 (Advance Estimate) SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 7 KONZERNLAGEBERICHT Währungsfond geht davon aus, dass die US-Wirtschaft, gemessen am realen BIP, im Jahr 2023 mit einem gedämpften Tempo von 1,4 % und in 2024 mit 1,0 % wachsen wird.10 Kanada: Konjunktureinbruch für 2023 wahrscheinlich Die kanadische Wirtschaft hat sich im Jahr 2022 trotz globaler Probleme und wachsender Unsicherheit als relativ widerstandsfähig erwiesen. Gestützt wurde ein moderates Wachstum u.a. durch eine kräftige Erholung des Arbeitsmarktes,11 und hohe Rohstoffpreise. Kanada verzeichnete im dritten Quartal 2022 ein geringes Wachstum von 0,7 % zum Vorquartal12, nach einem Wachstum von jeweils 0,8 % im ersten und im zweiten Quartal 202213. Der Großteil der Unternehmen geht für 2023 von einem deutlich schwächeren Umsatzwachstum aus. Dies betrifft unter anderem Sektoren wie die Bauwirtschaft und das verarbeitende Gewerbe, auf deren Geschäft Zinsänderungen einen größeren Einfluss haben. Allein Firmen aus dem Rohstoffsektor sowie Technologieanbieter sind weiterhin zuversichtlich.14 Die Bank of Canada geht für 2023 von einem eher geringen Wachstum des realen BIPs in Höhe 2,0 % aus.15 Die hohe Inflation hat ihren Höhepunkt wohl überschritten Gegenüber den ursprünglichen Prognosen der Notenbanken erwies sich die Inflation als länger anhaltend und fiel insbesondere in den USA und Europa überraschend hoch aus, auch wenn der Preisauftrieb zum Ende des Jahres 2022 nachgelassen hat. In den OECD-Ländern lag die Inflation gemessen am Consumer Price Index in 2022 bei rückläufigen 9,4 % gegenüber einem Höchststand im Oktober 2022 von 10,8 %.16 Die jährliche Inflation im Euroraum wurde für 2022 auf 8,3 % geschätzt, gegenüber 2,6 % im Jahr zuvor. Die Verbraucherpreise in den USA stiegen in 2022 gegenüber dem Vorjahr um 8,0 % und in Kanada um 6,8 %. In 2021 hatten die Steigerungen 4,7 % bzw. 3,4 % betragen.17 10 International Monetary Fund Washington (January 2023); World Economic Outlook 11 Statistics Canada Ottawa, (December 2022); Employment growth in Canada and the United States during the recovery from COVID-19 12 Statistics Canada Ottawa, (November 2022); Gross domestic product, income and expenditure, third quarter 2022 13 Statistics Canada Ottawa, (May 2022, August 2022); Gross domestic product, income and expenditure, first / second quarter 2022 14 Bank of Canada Ottawa, (January 2023): Business Outlook Survey—Fourth Quarter of 2022 15Bank of Canada Ottawa, (January 2023): Monetary Policy Report 16 OECD Paris (Dezember 2022); Statistics News Release – Consumer Price Index 17 OECD Paris (Februar 2023); Inflation forecast; https://data.oecd.org/price/inflation-forecast.htm#indicator-chart SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 8 KONZERNLAGEBERICHT Zum Ende des Jahres verzeichneten die Verbraucherpreise sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten und in Kanada im Vergleich zum Vorjahr einen verringerten Preisauftrieb. Maßgeblich u.a. hierfür ist, dass die Energiepreise zuletzt wieder spürbar gesunken sind. Dies zeigt sich nicht zuletzt auch in der Entwicklung der Erzeugerpreise, deren hohe Zuwachsraten zuletzt deutlich zurückgegangen sind aber immer noch auf einem hohen Niveau liegen. Auch im Jahr 2023 dürfte die Teuerungsrate mit erwarteten 6,8 % im Euroraum, 3,9 % in den USA und um 4,1 % in Kanada18 nochmals auf einem hohem Niveau sein, bevor die straffere Geldpolitik und eine Verlangsamung des Wachstums dazu beitragen sollten, die Inflation zu dämpfen. Geopolitische Spannungen: Außergewöhnliches Maß an Unsicherheit Die wirtschaftlichen Aussichten sind nach wie vor mit einem außergewöhnlichen Maß an Unsicherheit behaftet, da die kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine anhält. Auch die sich verschärfenden Spannungen zwischen der EU und USA und China können das Wachstumspotenzial Chinas bremsen und die potenziell positiven Auswirkungen des Endes der strikten chinesischen Null-COVID-Politik begrenzen. Nach wie vor geht die größte Bedrohung von ungünstigen Entwicklungen der Energie- versorgung und -preise sowie von durch die geopolitischen Spannungen ausgelösten Schocks auf anderen Rohstoffmärkten aus. Die Entwicklung der vergangenen Monate hat aber gezeigt, dass die Märkte in der Lage sind, auch große Veränderungen der Rahmenbedingungen zu verarbeiten. Großes Potenzial bei stationären Brennstoffzellen-Anwendungen Das Produktportfolio der SFC AG umfasst sowohl PEMFC- und DMFC- Brennstoffzellen für die stationäre und mobile netzunabhängige Stromversorgung als auch hochtechnologische Power Management-Lösungen für den Einsatz in Geräten der Hightech-Industrie sowie Frequenzwandler, die von der Upstream-Öl- und Gasindustrie nachgefragt werden. Dem Segment Clean Energy sind die Umsatzerlöse und Aufwendungen des Wasserstoff- (PEMFC) und Direktmethanol- (DMFC) Brennstoffzellen-Geschäftes von SFC zugeordnet. Das Segment adressiert Kunden aus dem privaten, industriellen und öffentlichen Sektor in unterschiedlichen Endkundenmärkten. 18 OECD Paris (Februar 2023); Inflation forecast; https://data.oecd.org/price/inflation-forecast.htm#indicator-chart SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 9 KONZERNLAGEBERICHT Im Zuge von Klimawandel und dem Weg zur Treibhausgarneutralität wandeln sich die Energieversorgung und die Wirtschaftsstrukturen in zahlreichen Volkswirtschaften grundlegend. Große Teile staatlicher Institutionen, der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Gesellschaft betrachten erneuerbare Energien im generellen und Wasserstoff im speziellen als eine Säule der Strategie zum Umbau des Energiesektors. Umfassende Initiativen eine globale CO2-Bepreisung zu etablieren und den Auf- bzw. Ausbau einer Wasserstoff- infrastruktur voranzutreiben stehen stellvertretend für die Bemühungen. In 2022 wurden zahlreichen neue nationale Initiativen und Strategien verabschiedet, wie z. B. die Einigung des Europäischen Parlaments auf ein CO₂-Grenzausgleichssystem der EU19, das von der EU- Kommission gebilligte IPCEI Hy2Tech Projekt zur Förderung von Wasserstoff in Höhe von EUR 5,2 Mrd.20 und der in den USA verabschiedete „Inflation Reduction Act“, welcher Steuergutschriften für die Produktion von grünem Wasserstoff und die Installation von Brennstoffzellen vorsieht21. Abgesehen von ihrer Bedeutung für die Dekarbonisierung von Volkswirtschaften, haben Brennstoffzellen und Wasserstoff 2022 zusätzlich an Bedeutung als Mittel zur Erhöhung der Energiesicherheit gewonnen. Die durch kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine globale Energiekrise hat deutlich gemacht, dass die Politik die Erfordernisse der Energiesicherheit mit den Klimazielen in Einklang bringen muss. Zahlreiche Länder streben zunehmend nach Energieunabhängigkeit und Diversifizierung der Energieversorgung, insbesondere in Anbetracht der aktuellen geopolitischen Herausforderungen. Wasserstoff und Brennstoffzellen können zur Energiesicherheit beitragen, indem sie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern, einerseits durch den Ersatz fossiler Brennstoffe in Endanwendungen anderseits durch die Umstellung der auf fossilen Brennstoffen basierenden Wasserstoffproduktion auf erneuerbaren Wasserstoff. Die REPowerEU-Mitteilung, die nur wenige Wochen nach Ausbruch der kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine von der Europäischen Kommission veröffentlicht wurde, formuliert u.a. das Ziel, 10 Millionen Tonnen für die heimische Erzeugung von Wasserstoff aus 19 Europäisches Parlament, Brüssel (Dezember 2022); Pressemitteilung: EU-Einigung über CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM 20 Europäische Kommission, Brüssel (September 2022); Pressemitteilung; State Aid: Commission approves up to €5.2 billion of public support 21 The White House Washington (August 2022); inflation-reduction-act-guidebook https://www.whitehouse.gov/cleanenergy/inflation- reduction-act-guidebook/ SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 10 KONZERNLAGEBERICHT erneuerbaren Quellen und 10 Millionen Tonnen für die Einfuhr von erneuerbarem Wasserstoff bis 2030 zu erreichen.22 Eine Studie einer international anerkannten Beratungsgesellschaft geht davon aus, dass das relevante Marktpotenzial für Lösungen des Konzerns von 4,3 Gigawatt (GW) installierbare Leistung im Jahr 2021 auf 8,1 GW im Jahr 2026 steigen wird. Dies entspräche einem Marktwachstum von 12 % p.a. Der relevante Markt umfasst neun Anwendungsfälle im Leistungsspektrum <100 kW, u. a. Telekommunikationstürme, Baustromversorgung, Up- und Midstream-Überwachung von Öl- und Gasquellen sowie Pipelines, Umweltüberwachung von Windparks und CCTV-Überwachung. Die Marktforscher rechnen mit einem Wachstum des globalen Brennstoffzellenmarkts von ca. USD 3,0 - 7,0 Mrd. im Jahr 2022 auf ca. USD 20,0 – 40,0 Mrd. im Jahr 2030, was einer durch- schnittlichen Wachstumsrate von ca. 25 % – 30 % entspräche . Großes Potenzial ergibt sich 23 unter anderem bei stationären Anwendungen. Bisher häufig verwendete Diesel-Generatoren können durch umweltfreundliche Brennstoffzellen ausgetauscht werden. Im Jahr 2021 belief sich das Marktvolumen von Diesel-Generatoren zur dezentralen Energieerzeugung auf ca. USD 17.8 Mrd. 24 Geschäftsklima- und -erwartungen in der Elektroindustrie hellen sich auf Für die Power Management-Lösungen finden sich die wichtigsten Abnehmer-Branchen im Hightech-Sektor, wie etwa Hersteller für analytische Systeme und Halbleiteranlagen. Frequenzwandler werden hauptsächlich von der Upstream Öl- und Gasindustrie nachgefragt. Zwar war das Jahr Berichtsjahr 2022 nach wie vor geprägt von den Auswirkungen der Corona- Pandemie, doch nahm die Auftragsdynamik wieder an Fahrt auf. In seiner aktuellen Publikation, dem ZVEI-Konjunkturbarometer vom Dezember 2022, berichtet der Branchenverband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) von einem Auftragsanstieg im Zeitraum von Januar bis Oktober 2022 von 11,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Beauftragungen im Inland beliefen sich im genannten Zeitraum auf ein Plus von 9,3%, die Auslandsaufträge auf ein Plus von 12,5 %. Somit summierten sich die Umsätze in Deutschland auf EUR 86,7 Mrd. und die Auslandsumsätze auf EUR 96,2 Mrd. 25 22 Europäische Kommission Brüssel (Mai 2022); Pressemitteilung Fragen und Antworten zur REPowerEU-Mitteilung 23 Allied Market Research Portland (April 2022); Fuel Cell Market; Markets and Markets Research London (May 2022) Fuel Cell Market; Presendence Research Ottawa (February 2022); Fuel Cell Market Research; P&S Intelligence Delhi (May 2022); Fuel Cell Market Report 24 Grand View Research San Francisco (May 2022); Market Analysis Report 25 ZVEI e.V. Frankfurt (Dezember 2022); ZVEI-Konjunkturbarometer SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 11 KONZERNLAGEBERICHT Das Geschäftsklima hat in der zweiten Jahreshälfte nachgegeben. Der jüngste Rückgang im November 2022 fiel allerdings sehr moderat aus. Zwar verschlechterte sich die Lagebeurteilung gegenüber dem Vormonat deutlich. Demgegenüber nahmen aber die Geschäftserwartungen zu. 26 Für das Jahr 2023 rechnet die überwiegende Mehrheit der Branchenunternehmen gemäß des Branchenverbands mit gleichbleibenden Aktivitäten für die erste Jahreshälfte 2023.27 2022 war ein turbulentes Jahr für die Elektronikindustrie, die ebenfalls von negativen Ausstrahlungseffekten der kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine, der strikten Null- Covid-Politik in China und den zunehmenden Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten erheblich betroffen war. Das Jahr war von Engpässen in den Lieferketten, einem Nachfrageüberhang und hohen Preise für elektronische Komponenten geprägt. Für das Jahr 2023 haben Analysten und Beobachter der Branche trotz der zum Teil weiterhin bestehenden Herausforderungen einen insgesamt positiven Ausblick. In der im vierten Quartal 2022 von KPMG und der Global Semiconductor Alliance durchgeführten Umfrage in der Halbleiterindustrie, ging eine große Mehrheit der befragten Führungskräfte davon aus, dass sich der Versorgungsengpass bei Halbleitern im Jahr 2023 entspannen wird bzw. dass Angebot und Nachfrage bei den meisten Produkten bereits im Gleichgewicht seien. In der gleichen Umfrage waren 24 % der Meinung, dass es bereits einen Überschuss an Halbleiterbeständen gibt, und 31 % glauben, dass dieser im Jahr 2023 auftreten wird.28 26 ZVEI e.V. Frankfurt (Dezember 2022); ZVEI-Konjunkturbarometer 27 ZVEI e.V. Frankfurt (Januar 2023); ZVEI Konjunkturbarometer 28 KPMG / Global Semiconductor Alliance (GSA); 2023 Global semiconductor industry outlook survey SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 12 KONZERNLAGEBERICHT Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage Ertragslage Die Umsatzerlöse des Konzerns erhöhten sich im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahreswert stark um TEUR 20.909 beziehungsweise 32,5% auf TEUR 85.229 (Vorjahr: TEUR 64.320). Zum Umsatzwachstum haben beide Segmente beigetragen, wobei insbesondere das Segment Clean Energy aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage nach den Brennstoffzellenlösungen des Konzerns eine besonders starke Steigerung der Umsatzerlöse um 35,8% verzeichnete. Gleichzeitig nahm auch der Anteil des Segments Clean Energy an den Konzernumsätzen leicht auf 67,6% (Vorjahr: 66,0% ) zu, während sich der Anteil des Segments Clean Power Management dementsprechend auf 32,4% (Vorjahr:34,0% ) verringerte. Währungskurseffekte aus der Umrechnung der Umsatzerlöse der SFC Ltd. wirkten sich im Berichtsjahr mit TEUR 2.832 (Vorjahr: TEUR 737) positiv auf die Umsatzerlöse des Konzerns aus. Sowohl der gestiegene Umsatzbeitrag des margenstärkeren Segments Clean Energy als auch die erhöhte Bruttoergebnismarge des Segments resultierten im Berichtsjahr in einem starken Anstieg des Konzernbruttoergebnisses um TEUR 8.768 bzw. 38,7% auf TEUR 31.406 (Vorjahr: TEUR 22.638). Die hieraus resultierende Bruttoergebnismarge des Konzerns (Bruttoergebnis in Prozent der Umsatzerlöse) verbesserte sich moderat auf 36,8% (Vorjahr: 35,2% ). UMSATZ UND BRUTTOERGEBNIS in TEUR 85.229 Umsatz 64.320 31.406 Bruttoergebnis 22.638 01.01.-31.12.2022 - 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 80.000 90.000 01.01.-31.12.2021 Überleitung EBITDA bereinigt und EBIT bereinigt Um Verzerrungen durch Sondereffekte, die das operative Ergebnis des Berichtsjahres sowohl be- als auch entlasten, in der Darstellung finanzieller Leistungsindikatoren zu neutralisieren und eine Vergleichbarkeit dieser Leistungsindikatoren zwischen den Perioden abzubilden, wird das bereinigte EBITDA und das bereinigte EBIT ausgewiesen. Hierbei werden die in den jeweiligen Funktionskosten und in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 13 KONZERNLAGEBERICHT Auswirkungen der nachfolgend aufgeführten Sondereffekte im Berichtsjahr im Rahmen einer Überleitung zum bereinigten EBITDA und bereinigten EBIT eliminiert. Im Berichtsjahr enthalten diese Sondereffekte Aufwendungen und Erträge aus der Erhöhung bzw. der Auflösung von Rückstellungen und der Kapitalrücklage für Verpflichtungen aus den langfristigen variablen aktienkursbasierten Vergütungsprogrammen („LTI-Programme“) sowie mit Transaktionsbemühungen verbundene Aufwendungen. Bei den LTI-Programmen handelt sich um Stock Appreciation Rights („SARs“) und Aktienoptionsprogramme („AOPs“) für den Vorstand sowie für Führungskräfte der Konzerngesellschaften. Die Aufwendungen hierfür betrugen im Berichtsjahr TEUR 665 (Vorjahr: TEUR 7.193 ) („Sonderaufwendungen“). Im Berichtsjahr wurden gleichzeitig Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für die SARs („Sonderauferträge“) in Höhe von TEUR 1.149 (Vorjahr: TEUR 484) erfasst. Diese Erträge resultierten aus der erfolgswirksamem Auflösung von bereits gebildeten Rückstellungen für die SARs, die höher waren als die Auszahlung für die im aktuellen Berichtsjahr in bar zugeflossenen Beträge. Mit Transaktionsbemühungen verbundene Aufwendungen sind in Höhe von TEUR 42 (Vorjahr: TEUR 321) in den Sondereffekten enthalten („Sonderaufwendungen“). Per saldo sind die Sondereffekte als Nettoertrag bzw. -aufwand in Höhe von TEUR 442 (Vorjahr: TEUR -7.030) für das Berichtsjahr im EBIT und im EBITDA enthalten. Die Aufwendungen für die LTI-Programme der Vorstandsmitglieder Dr. Peter Podesser, Daniel Saxena und Hans Pol sind sowohl in den Vertriebskosten als auch in den allgemeinen Verwaltungskosten enthalten. Die Aufwendungen für die LTI-Programme der Mitarbeiter (Führungskräfte) sind in den Vertriebskosten und in den Forschungs- und Entwicklungskosten enthalten. Die mit Transaktionsbemühungen verbundenen Aufwendungen sind in den allgemeinen Verwaltungskosten enthalten und die Erträge aus den Auflösungen der SARs- Rückstellungen sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 14 KONZERNLAGEBERICHT Die vorgenannten Sondereffekte setzen sich wie folgt zusammen: SONDEREFFEKTE in TEUR 2022 2021 Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen für LTI- -665 -7.193 Programme Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für die SARs 1.149 484 Aufwand im Zusammenhang mit Transaktionsbemühungen -42 -321 Summe Nettoaufwand / -ertrag 442 -7.030 davon enthaltener Aufwand in Vertriebskosten -254 -4.294 davon enthaltener Aufwand in Forschungs- und Entwicklungskosten -11 -202 davon enthaltener Aufwand in allgemeinen Verwaltungskosten -442 -3.018 davon enthaltener Ertrag in sonstigen betrieblichen Erträgen 1.149 484 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 15 KONZERNLAGEBERICHT Diese Sondereffekte werden im Berichtsjahr im Rahmen der Überleitung zum bereinigten EBIT und bereinigten EBITDA eliminiert. Die Überleitung auf das bereinigte EBITDA und das bereinigte EBIT (= bereinigtes Betriebsergebnis) und die Verteilung der Sondereffekte auf die Posten der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung stellt sich dabei wie folgt dar: ÜBERLEITUNG EBIT / EBITDA ZU EBIT BEREINIGT / EBITDA BEREINIGT in TEUR 2022 2021 Betriebsergebnis laut Gewinn- und Verlustrechnung (EBIT) 3.599 -5.105 Vertriebskosten Aufwendungen für LTI-Programme (Personalaufwand) -254 -4.294 Forschungs- und Entwicklungskosten Aufwendungen für LTI-Programme (Personalaufwand) -11 -202 Allgemeine Verwaltungskosten Aufwendungen für LTI-Programme (Personalaufwand) -400 -2.697 Aufwand für Transaktionsbemühungen -42 -321 Sonstige betriebliche Erträge Erträge aus LTI-Programmen 1.149 484 EBIT bereinigt 3.157 1.925 EBITDA 8.593 -797 Vertriebskosten Aufwendungen für LTI-Programme (Personalaufwand) -254 -4.294 Forschungs- und Entwicklungskosten Aufwendungen für LTI-Programm (Personalaufwand) -11 -202 Allgemeine Verwaltungskosten Aufwendungen für LTI-Programm (Personalaufwand) -400 -2.697 Aufwand für Transaktionsbemühungen -42 -321 Sonstige betriebliche Erträge Erträge aus LTI-Programmen 1.149 484 EBITDA bereinigt 8.150 6.233 Für das Berichtsjahr war am 14. Februar 2022 ursprünglich ein Konzernumsatz von TEUR 75.000 bis TEUR 83.000, ein bereinigtes EBITDA in Höhe von TEUR 6.000 bis TEUR 9.100 und ein bereinigtes EBIT in Höhe von TEUR 1.600 bis TEUR 2.900 prognostiziert worden. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 16 KONZERNLAGEBERICHT Insbesondere Aufgrund des guten Geschäftsverlaufs in den ersten neun Monaten des Berichtsjahres, der anhaltend hohen Nachfrage nach den Produkten und Lösungen des Konzerns, der Visibilität hinsichtlich potenzieller Lieferengpässe bei Elektronikbauteilen und den positiven Aussichten für das vierte Quartal 2022 konkretisierte der Vorstand für das Berichtsjahr am 15. November 2022 die Prognosespanne bezogen auf den Konzernumsatz auf TEUR 81.000 bis TEUR 83.000, bezogen auf das bereinigte EBITDA auf TEUR 7.500 bis TEUR 8.500 und hob die Prognosespanne hinsichtlich des bereinigten EBIT auf TEUR 2.600 bis TEUR 3.600 an. Der Konzern liegt im Berichtsjahr mit dem erreichten Umsatz von TEUR 85.229 deutlich über dem Vorjahreswert und leicht über den Erwartungen des Vorstandes. Ein wesentlicher Grund hierfür war das vorstehend aufgeführte starke Umsatzwachstum des Segmentes Clean Energy resultierend aus der anhaltend hohen Nachfrage nach den Brennstoffzellenlösungen in Verbindung mit einem merklichen Umsatzwachstum des Segmentes Clean Power Management aufgrund eines verbesserten Marktumfeldes in den Kernzielbranchen. Sowohl das bereinigte EBITDA mit TEUR 8.150 als auch das bereinigte EBIT mit TEUR 3.157 lagen ebenfalls im Zielkorridor der Vorstandserwartungen. Der starke Anstieg des Bruttoergebnisses, der sich aus dem Erreichen des angestrebten Ziels einer Erhöhung der Konzern-Bruttoergebnismarge in Verbindung mit dem Umsatzwachstum ergab, hat hierzu beigetragen. Des Weiteren wirkte sich die im Vergleich zum Umsatz leicht unterproportionale Zunahme der bereinigten Vertriebskosten, die den größten Anteil an den Funktionskosten ausmachten, und die im Verhältnis zum Umsatz nur leicht gestiegenen bereinigten allgemeinen Verwaltungskosten positiv auf das bereinigte EBITDA und bereinigte EBIT aus. Dem wirkte allerdings ein deutlicher Anstieg der bereinigten Forschungs- und Entwicklungskosten entgegen. Insgesamt ist der Vorstand mit der Geschäftsentwicklung zufrieden. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 17 KONZERNLAGEBERICHT Umsatzentwicklung nach Segmenten Der Umsatz nach Segmenten für das Berichtsjahr stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar: UMSATZ NACH SEGMENTEN in TEUR 2022 2021 VERÄNDERUNG VERÄNDERUNG Clean Energy 57.632 42.428 15.204 35,8% Clean Power Management 27.597 21.892 5.705 26,1% Summe 85.229 64.320 20.909 32,5% Insbesondere das Segment Clean Energy profitierte im Berichtsjahr mit einem starken Umsatzanstieg von 35,8% auf TEUR 57.632 (Vorjahr: TEUR 42.428) weiterhin vom Marktwachstum und einer hohen Nachfrage nach Brennstoffzellen. Dies traf insbesondere auf Energielösungen für industrielle Anwendungen, die u. a. die Kernzielmärkte „Zivile Sicherheitstechnik“, „Datenübertragung und Digitalisierung“ adressieren und den höchsten Anteil am Segmentumsatz ausmachten, zu. In diesem Zusammenhang wirkte sich insbesondere auch der gestiegene Umsatzbeitrag der Region Nordamerika positiv auf das Segmentwachstum aus. Der Umsatz mit Brennstoffzellenlösungen in den Kernzielmärkten für private Anwendungen blieb annährend auf dem Niveau des Vorjahres, während der Umsatz für Anwendungen in den Kernzielmärkten für öffentliche Sicherheit, die den geringsten Anteil am Segmentumsatz ausmachten, stark zurückging. Ein wesentlicher Grund hierfür ist der in der Regel von Projektgeschäften geprägte Markt im Bereich öffentliche Sicherheit, mit wenigen Großprojekten deren zeitliche Vergabe und Auslieferung eine wesentliche Auswirkung auf den jährlichen Umsatz in diesem Endkundenmarkt hat. Die Umsatzerlöse im Segment Clean Power Management wiesen im Berichtsjahr ein deutliches Wachstum um 26,1% auf TEUR 27.597 (Vorjahr: TEUR 21.892) auf. Das Wachstum beruhte hauptsächlich auf einer sich erholenden Nachfrage von bestehenden Kunden im Endkundenmarkt Öl, Gas und Bergbau infolge des deutlich gestiegenen Preises für Rohöl bzw. des verbesserten Marktumfelds im Berichtsjahr. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 18 KONZERNLAGEBERICHT IN % UMSATZAUFTEILUNG NACH SEGMENTEN 01.01.– 31.12.2022 Clean Energy Clean Power 67,6% Management 32,4% Hinsichtlich der Verteilung des Umsatzes auf die Segmente im Berichtsjahr hat der Anteil des Segments Clean Energy am Konzernumsatz leicht zugenommen. Mit einem Anteil von 67,6% (Vorjahr: 66,0% ) blieb Clean Energy das umsatzstärkere Segment, während der Umsatzanteil von Clean Power Management auf 32,4% (Vorjahr: 34,0% ) abnahm. Clean Energy Das Kerngeschäft des Segments Clean Energy konzentriert sich auf die Entwicklung, Herstellung, Lieferung, Integration und Vermarktung von Produkten, Systemen und Lösungen auf Basis von technologisch fortschrittlichen Wasserstoff- und Direkt-Methanol-Brennstoff- zellen zur Stromerzeugung. Das Segment verfügt über ein umfangreiches Portfolio an Produkten, die einzeln oder als Lösungen an Kunden aus dem privaten, industriellen und staatlichen Sektor in unterschiedlichen Märkten verkauft werden. Insgesamt hat sich das Segment in den vergangenen Jahren als bemerkenswert krisenresilient erwiesen und war von einer starken Nachfragdynamik geprägt. Die SFC erwartet, dass die Energiewende in zahlreichen Ländern, die zunehmende Umstellung auf kohlenstoffemissionsarme Stromerzeugung in Verbindung mit steigenden staatlichen Förderung von Brennstoffzellen bzw. einer Wasserstoffinfrastruktur, und die Zunahme netzferner bzw. netzunabhängiger Anwendungsfelder die künftige Nachfrage nach Brennstoffzellenlösungen erhöhen wird. In den von Clean Energy adressierten Märkten verschiebt sich aufgrund der steigenden Nachfrage nach sauberer Energie und den zunehmend strengeren nationalen Energievorschriften zur Dekarbonisierung von Wertschöpfungsketten29 gegenwärtig die Marktnachfrage von der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen, hin zu zuverlässigen, 29 World Economic Forum, (Januar 2021): Net-Zero Challenge: The supply chain opportunity SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 19 KONZERNLAGEBERICHT nachhaltigen Lösungen mit niedrigen oder keinen Emissionen. Dies ist insbesondere in Europa, Nordamerika und Asien zu beobachten. Die International Energy Agency (IEA) ist der Auffassung, dass der Ersatz von fossilen Brennstoffen in vielen Bereichen der Wirtschaft, einschließlich der Schlüsselsektoren Verkehr, Wärme und Industrie, durch Elektrizität aus erneuerbaren Energieträgern eine wesentliche Säule auf dem Weg zu „net-zero“ sein wird. In einer Szenarioanalyse geht die IEA davon aus, dass bis 2050 etwa 50 % gegenüber derzeit etwa 20 % des Endenergieverbrauchs durch Elektrizität gedeckt werden wird.30 Das Segment erwirtschaftete im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 57.632 (Vorjahr: TEUR 42.428) und erzielte damit im Vergleich zur Vorjahresperiode eine Steigerung um TEUR 15.204 beziehungsweise 35,8%. Wie vorstehend aufgeführt, war das Umsatzwachstum des Segments von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Brennstoffzellenlösungen im Bereich für industrielle Anwendungen getrieben. Im Berichtsjahr konnte SFC bedeutende Erst- und Folgeaufträge akquirieren, so dass der Umsatz in diesem Endkundenmarkt im Berichtsjahr um 69,5% bzw. um TEUR 15.413 auf TEUR 37.582 (Vorjahr: TEUR 22.170) besonders stark zunahm. Die Umsätze mit Kunden für private Anwendungen blieb im Berichtsjahr nach einer hohen Wachstumsrate im Vorjahr und geprägt von zurückhaltenden Konsumausgaben in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatz für Anwendungen im öffentlichen Sektor verringerte sich im Berichtsjahr deutlich. Ausschlaggebend hierfür waren weniger Großaufträge als im Vorjahr bzw. eine erwartete Verzögerung in der Vergabe von Großaufträgen, u.a. aufgrund von langen Vergabeverfahren in wesentlichen regionalen Zielmärkten. Clean Power Management Das Kerngeschäft des Segments Clean Power Management umfasst die Entwicklung, Fertigung und Vermarktung der breiten Palette von hochtechnologischen Power Management- Lösungen des Konzerns, die zur Erzeugung und Steuerung von geregelten Spannungen in elektronischen Systemen eingesetzt werden. Die Zielkunden für diese Lösungen sind Gerätehersteller von industriellen Hightech-Maschinen für verschiedene Branchen. Hierbei fokussiert sich das Segment insbesondere auf Unternehmen mit langfristiger Positionierung vor allem in wachstumsstarken Bereichen. 30 International Energy Agency, (October 2021): Net Zero by 2050 – A Roadmap for the Global Energy Sector. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 20 KONZERNLAGEBERICHT Das Segment umfasst zudem das Geschäft mit Frequenzwandlern für Kunden in der Öl- und Gasindustrie. Teile des Produktportfolios des Segments Clean Power Management werden auch im Segment Clean Energy eingesetzt. Power Management-Lösungen sind eine Schlüsselkomponente von Stromwandlungssystemen. Die Lösungen werden u.a. verwendet, um die Leistungsdichte zu verbessern, elektromagnetische Interferenzen zu reduzieren, die Leistungs- und Signalintegrität zu bewahren, die Sicherheit bei Vorhandensein variabler Spannungsbereiche aufrechtzuerhalten, ebenso wie die Batterielebensdauer zu verlängern. Die Nachfrage nach diesen Komponenten ist traditionell von Veränderungen im allgemeinen konjunkturellen Umfeld geprägt, wird jedoch von dem Aufkommen neuer Nutzungen und einer Reihe von Trends begünstigt: Dazu gehören auch der kritische Übergang zu niedrigeren Emissionen und der nachhaltigere Betrieb bei Anlagenbauern und Fertigungsunternehmen und die Digitalisierung, die zu einer steigenden Nachfrage nach intelligenteren Geräten sowie Stromspeichern und der flexiblen Steuerung der Stromverteilung, auch mit einem höheren Anteil erneuerbarer Energien, führt.31 Komponenten werden auf der Grundlage neuer Materialien weiterentwickelt. Konvertierungssysteme erfordern neue Topologien und ein immer höheres Maß an Kompaktheit und Effizienz. Im Vergleich zum Vorjahreswert verzeichnete das Segment Clean Power Management ein deutliches Umsatzwachstum von 26,1% auf TEUR 27.597 (Vorjahr: TEUR 21.892). Das Wachstum beruhte insbesondere auf der deutlichen Zunahme von Investitionsausgaben der Öl-, Gas- und Bergbauunternehmen im Zusammenhang mit einem günstigen Rohstoffpreisumfeld. Des Weiteren war das Marktumfeld von einer sich von der COVID-19- Pandemie erholenden Nachfrage und dem verbesserten Marktumfeld bzw. der guten Kapazitätsauslastung, trotz unsicherer weltwirtschaftlichen Aussichten, in den Kernzielmärkten des Segments geprägt. Gleichzeitig erschwerten jedoch eskalierende Kosten für Elektronikkomponenten und Anspannungen in den Lieferketten das Wachstum des Segments. 31 ZVEI (Januar 2022): Vier Prozent Produktionswachstum: Elektro- und Digitalindustrie blickt optimistisch ins Jahr 2022. https://www.zvei.org/presse-medien/pressebereich/ SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 21 KONZERNLAGEBERICHT Umsatzentwicklung nach Regionen Die Umsatzentwicklung nach Regionen für das Berichtsjahr stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar: UMSATZ NACH REGIONEN in TEUR 2022 2021 VERÄNDERUNG VERÄNDERUNG Nordamerika 37.949 24.186 13.764 56,9% Europa (ohne Deutschland) 32.552 29.025 3.527 12,2% Deutschland 7.744 6.694 1.051 15,7% Asien 6.714 4.039 2.675 66,2% Rest der Welt 270 377 -107 -28,4% Summe 85.229 64.320 20.909 32,5% UMSATZAUFTEILUNG NACH REGIONEN in % 01.01.– 31.12.2022 Nordamerika 44,5% Europa ohne Deutschland 37,9% Deutschland Rest der Welt 9,4% 0,3% Asien 7,9% In der regionalen Umsatzentwicklung ergaben sich im Berichtsjahr im Vergleich zur Vorjahresperiode folgende Veränderungen: Der Anteil Nordamerikas am Konzernumsatz hat im Berichtsjahr auf 44,5% (Vorjahr: 37,6% ), vor allem aufgrund des starken Umsatzwachstums der SFC Ltd. sowohl in Kanada als auch in den USA, kräftig zugenommen. Nordamerika hat damit die Region Europa ohne Deutschland, die im Berichtsjahr 38,2% (Vorjahr: 45,1% ) zum Konzernumsatz beitrug, als umsatzstärkste Region abgelöst. Der Umsatzanteil Deutschlands hat mit 9,1% (Vorjahr: 10,4% ) leicht abgenommen, verzeichnete allerdings genauso wie die Region Asien, deren Umsatzanteil bei 7,9% (Vorjahr: 6,3% ) lag, ein absolutes Umsatzwachstum. Bruttoergebnis vom Umsatz Im Vergleich zum Vorjahr legte das Bruttoergebnis vom Umsatz um 38,7% auf TEUR 31.406 (Vorjahr: TEUR 22.638) deutlich zu und erhöhte sich damit um TEUR 8.768 im Vergleich zum SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 22 KONZERNLAGEBERICHT Vorjahreswert. Die aus der Umsatzentwicklung resultierende Bruttoergebnismarge des Konzerns (Bruttoergebnis vom Umsatz in Prozent der Umsatzerlöse) erhöhte sich im Berichtsjahr leicht auf 36,8% (Vorjahr: 35,2% ). Hierzu haben sowohl die knapp über dem Vorjahr liegende Bruttoergebnismarge des Segments Clean Energy als auch der höhere Umsatzbeitrag des Segments beigetragen. Die Bruttomarge des Segments Clean Energy lag im Berichtsjahr mit 42,6% (Vorjahr: 40,1% ) ebenso wie das Bruttoergebnis vom Umsatz mit TEUR 24.531 (Vorjahr: TEUR 17.011) aufgrund eines günstigeren Produktmixes mit höherem Umsatzbeitrag der tendenziell margenstärkeren Produkte für industrielle Anwendungen und einer allgemeinen guten Preisdurchsetzung des Segments Clean Energy über dem Niveau der Vorjahresperiode. Das Bruttoergebnis des Segments Clean Power Management nahm zwar auf TEUR 6.875 (Vorjahr: TEUR 5.627) zu, die resultierende Bruttomarge lag mit 24,9% (Vorjahr: 25,7% ) allerdings leicht unter dem Niveau der Vorjahresperiode. Der Rückgang ist auf höhere Aufwendungen für die Materialbeschaffung und höheren Kosten für Elektronikbauteile und einen ungünstigeren Produktmix in der ersten Jahreshälfte zurückzuführen. Für die einzelnen Segmente stellt sich das Bruttoergebnis vom Umsatz im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar: BRUTTOERGEBNIS VOM UMSATZ in TEUR 2022 2021 VERÄNDERUNG VERÄNDERUNG Clean Energy 24.531 17.011 7.520 44,2% Clean Power Management 6.875 5.627 1.248 22,2% Summe 31.406 22.638 8.768 38,7% Vertriebskosten Die Vertriebskosten verringerten sich im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 5,7% auf TEUR 14.187 (Vorjahr: TEUR 15.051) an. Die in den Vertriebskosten enthaltenen und im Vergleich zur Vorjahresperiode signifikant geringeren Sonderaufwendungen betrugen TEUR 254 (Vorjahr: TEUR 4.294). Bereinigt um diese Effekte nahmen die Vertriebskosten im Berichtsjahr auf TEUR 13.933 (Vorjahr: TEUR 10.757) und damit um 29,5% zu. Die signifikante Zunahme ist insbesondere auf höhere Werbe- und Reiskosten, die im Vorjahr pandemiegetrieben moderat ausgefallen waren, zurückzuführen. Des Weiteren sind sowohl die um die Sonderaufwendungen SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 23 KONZERNLAGEBERICHT bereinigten Personalaufwendungen als auch die Aufwendungen für Beratung und Provisionen, zum Teil durch umsatzbedingte höhere kurzfristige erfolgsabhängige Vergütungen, gestiegen. Konzernweit sind die bereinigten Vertriebskosten im Verhältnis zum Umsatz aufgrund des gestiegenen Umsatzes auf 16,3% (Vorjahr: 16,7% ) leicht gesunken. Die um die vorstehend aufgeführten Sonderaufwendungen in Höhe von TEUR 254 (Vorjahr: TEUR 4.294) bereinigten Vertriebskosten des Segmentes Clean Energy lagen mit TEUR 11.962 (Vorjahr: TEUR 8.777) 36,3% über dem Vorjahresniveau. Ein Großteil der vorstehend ausgeführten Aufwandssteigerungen, sind in diesem Segment entstanden. Insbesondere sind in den Vertriebskosten des Segments aufgrund des stark gestiegenen Umsatzes die höheren Vertriebsprovisionen und -boni enthalten. Die Vertriebskosten des Segments Clean Power Management, in denen keine Sonderaufwendungen enthalten sind, blieben mit TEUR 1.971 (Vorjahr: TEUR 1.980) auf Vorjahresniveau. Forschungs- und Entwicklungskosten Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Kosten für Forschung und Entwicklung stiegen im Berichtsjahr stark um 36,4% auf TEUR 4.441 (Vorjahr: TEUR 3.257). Bereinigt um die vorstehend aufgeführten Sonderaufwendungen in Höhe von TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 202) und einschließlich der im Berichtsjahr aktivierten Entwicklungsaufwendungen, des Aufwandes für gemeinsame Entwicklungsprojekte („Joint Development Agreements“) und erhaltener Zuschüsse in Höhe von zusammen TEUR 3.885 (Vorjahr: TEUR 3.562) belief sich der Gesamtaufwand für Forschung- und Entwicklung des Konzerns im Berichtsjahr auf TEUR 8.315 (Vorjahr: TEUR 6.617). Der wesentliche Grund für diese Entwicklung waren stark gestiegene Personalkosten sowohl aufgrund von Gehaltsanpassungen als auch aufgrund einer Ausweitung des Personalbestandes im Segment Clean Energy. Die gesamte Entwicklungsquote des Konzerns (Gesamtaufwand für F&E in Prozent der Umsatzerlöse) verringerte sich aufgrund des Umsatzwachstums geringfügig auf 9,8% (Vorjahr: 10,3%). Allgemeine Verwaltungskosten Die allgemeinen Verwaltungskosten lagen im Berichtsjahr mit TEUR 10.293 (Vorjahr: TEUR 10.292) auf dem Niveau der Vorjahresperiode. Nach Bereinigung um die vorstehend beschriebenen Sondereffekte in Höhe von TEUR 442 (Vorjahr: TEUR 3.018) stieg der SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 24 KONZERNLAGEBERICHT allgemeine Verwaltungsaufwand im Vergleich zur Vorjahresperiode besonders stark um 35,4% auf TEUR 9.851 (Vorjahr: TEUR 7.275) an. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen auf deutlich höheren Personalaufwendungen einschließlich Personalbeschaffungskosten im Zusammenhang mit einem höheren Personalbestand in beiden Segmenten sowie gestiegenen Prüfungs-, Rechts- und Beratungsaufwendungen. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich im Berichtsjahr im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich auf TEUR 2.521 (Vorjahr: TEUR 904). Wesentlich hierfür waren Erträge aus Währungskursdifferenzen in Höhe von TEUR 1.328 (Vorjahr: TEUR 415), denen die nachstehend aufgeführten Aufwendungen aus Währungskursdifferenzen gegenüberstehen. Des Weiteren beinhaltet der Posten die in den vorstehend beschriebenen Sondereffekten aufgeführten Erträge aus der erfolgswirksamen Auflösung von SARs-Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.149 (Vorjahr: TEUR 484). Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Berichtsjahr besonders stark auf TEUR 1.407 (Vorjahr: TEUR 48) und resultieren aus Aufwendungen aus Währungskursdifferenzen. Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des Konzerns nahm im Berichtsjahr besonders stark auf TEUR 8.593 (Vorjahr: TEUR -797) zu, woraus eine EBITDA- Marge (EBITDA in Relation zum Umsatz) von 10,1% (Vorjahr: -1,2%) resultierte. Das positive EBITDA ist neben dem signifikant gestiegenen Bruttoergebnis vom Umsatz insbesondere auch auf die Erträge aus den vorstehend aufgeführten Sondereffekten zurückzuführen, während das EBITDA im Vorjahr mit hohen Aufwendungen aus diesen Sondereffekten belastet war. Der bedeutsame finanzielle Leistungsindikator zur Steuerung des operativen Geschäfts, das um die Sondereffekte bereinigte EBITDA (EBITDA bereinigt), belief sich im Berichtsjahr auf TEUR 8.150 (Vorjahr: TEUR 6.233) und hat mit TEUR 1.917 gegenüber dem Vorjahreswert deutlich zugenommen. Die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 9,6% (Vorjahr: 9,7%) in etwa auf dem Vorjahresniveau. Hauptsächlich aufgrund des deutlich höheren Bruttoergebnisses verbesserte sich das um die Sondereffekte bereinigte EBITDA des Segments Clean Energy im Berichtsjahr auf TEUR 7.354 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 25 KONZERNLAGEBERICHT (Vorjahr: TEUR 5.539), allerdings lag die bereinigte EBITDA-Marge des Segments mit 12,8% (Vorjahr: 13,1%) knapp unter dem Vorjahresniveau. Das EBITDA des Segments Clean Power Management enthält keine Sondereffekte. Im Wesentlichen aufgrund des stark gestiegenen Umsatzes erhöhte sich das EBITDA im Berichtsjahr trotz des leichten Rückgangs der Bruttoergebnismarge deutlich auf TEUR 796 (Vorjahr: TEUR 694). Die EBITDA-Marge des Segments verringerte sich jedoch moderat auf 2,9% (Vorjahr: 3,2%). Betriebsergebnis (EBIT) Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Konzerns erhöhte sich im Berichtsjahr stark auf TEUR 3.599 (Vorjahr: TEUR -5.105). Die EBIT-Marge (EBIT in Relation zum Umsatz) stieg analog zum EBIT auf 4,2% (Vorjahr:-7,9%) auch aufgrund der geringeren Belastungen aus den vorstehend aufgeführten Sondereffekten an. Das um die Sondereffekte bereinigte EBIT (EBIT bereinigt) belief sich auf TEUR 3.157 (Vorjahr: TEUR 1.925) und lag mit TEUR 1.232 merklich über dem Vorjahreswert. Daraus resultiert eine leicht höhere bereinigte EBIT-Marge von 3,7% (Vorjahr: 3,0% ) als im Vorjahr. Das bereinigte EBIT des Segments Clean Energy betrug für das Berichtsjahr TEUR 3.450 (Vorjahr: TEUR 2.343). Das EBIT des Segmentes Clean Power Management, welches keine Sondereffekte beinhaltet blieb negativ, verbesserte sich allerdings auf TEUR -293 (Vorjahr: TEUR -419). Zinsen und ähnliche Erträge Die Zinsen und ähnlichen Erträge beliefen sich aufgrund des relativ niedrigen Zinsniveaus, insbesondere im ersten Halbjahr des Berichtsjahrs, auf TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0). Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 609 (Vorjahr: TEUR 410) beinhalten Zinsaufwendungen aus der Anwendung von IFRS 16 in Höhe von TEUR 445 (Vorjahr: TEUR 215), Zinszahlungen für Finanzverbindlichkeiten sowie Negativzinsen auf kurzfristige Bankguthaben. Die Zunahme der Position ergab sich aus höheren Zinsaufwendungen in Verbindung mit der Anwendung des IFRS 16. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 26 KONZERNLAGEBERICHT ZINSEN UND ÄHNLICHE AUFWENDUNGEN in TEUR 2022 2021 VERÄNDERUNG VERÄNDERUNG Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16) 445 215 230 48,8% Kreditinstitute 165 195 -30 -15,5% Summe 609 410 200 107,2% Konzernjahresergebnis Das Berichtsjahr wurde mit einem Konzernperiodenergebnis von TEUR 2.020 (Vorjahr: TEUR - 5.829) abgeschlossen. Ergebnis je Aktie Das Ergebnis je Aktie gemäß IFRS unverwässert und verwässert belief sich im Berichtsjahr auf EUR 0,13 (Vorjahr: EUR -0,40 ). Auftragseingang und Auftragsbestand Die Auftragseingänge erhöhten sich im Berichtsjahr deutlich auf TEUR 127.195 (Vorjahr: TEUR 89.087). Entsprechend erhöhte sich der Auftragsbestand des Konzerns stichtagsbezogen zum 31. Dezember 2022 auf TEUR 74.176 (Vorjahr: TEUR 30.552). Davon entfielen auf die SFC AG TEUR 19.522 (Vorjahr: TEUR 8.529), auf SFC B.V., TEUR 34.937 (Vorjahr: TEUR 10.907) und auf die SFC Ltd. TEUR 19.717 (Vorjahr: TEUR 11.116). Vermögens- und Finanzlage Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements Das Ziel des Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von SFC langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement von SFC umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Liquiditätsmanagement, das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen) sowie das Management von Kreditausfallrisiken. Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Die Kapitalausstattung der Konzerngesellschaften wird nach den Grundsätzen kosten- und risikooptimaler Finanz- und Kapitalausstattung vorgenommen. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt SFC mittels geeigneter Instrumente zur Liquiditätssteuerung, wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen, oder durch SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 27 KONZERNLAGEBERICHT Kreditfinanzierungen mit lokalen Banken. SFC folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein komfortables Liquiditätspolster und ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio mit diversifizierten Fälligkeiten ausgerichtet ist. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen. Das Management von Kreditausfallrisiken umfasst die Überwachung des Risikovolumens der Kreditorenpositionen des Konzerns gegenüber Finanzinstituten und Kunden. Das Kreditrisiko gegenüber Finanzinstituten ergibt sich aus der Anlage liquider Mittel im Rahmen des Liquiditätsmanagements. Das Management dieser Kreditrisiken basiert im Wesentlichen auf der Analyse der Bonität des Finanzinstituts beziehungsweise der entsprechenden Einlagensicherungssysteme. Das Kreditrisiko gegenüber Kunden aus dem Liefer- und Leistungsgeschäft resultiert aus der Beziehung zu Händlern, sowie Firmen- und Privatkunden. Wesentliche Elemente für die Steuerung der Kreditrisiken sind eine sachgerechte Kreditbeurteilung, die durch Risikoklassifizierungsverfahren unterstützt wird, sowie eine strukturierte Portfolioanalyse und -überwachung. Kapitalstruktur Das Eigenkapital betrug zum 31. Dezember 2022 TEUR 103.437 (31. Dezember 2021: TEUR 50.019) und erhöhte sich somit um TEUR 53.418. Die Nettofinanzposition (frei verfügbare Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abzüglich Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) stieg im Berichtsjahr um TEUR 38.860 auf TEUR 60.748 (31. Dezember 2021: TEUR 21.888). Die strategische Ausrichtung von SFC und speziell die gewählte Strategie erfordern weitere Investitionen, die zur Sicherstellung des zukünftigen Geschäftserfolgs finanziert werden müssen. Dies bezieht sich auf die Bereiche Produktentwicklung, Erschließung weiterer Marktsegmente sowie neuer Regionen und den Ausbau bestehender Marktsegmente. Bis zur Verwendung werden Liquiditätsüberschüsse in Finanztitel mit geringem Risiko (z. B. Tages- und Festgelder) bei verschiedenen Banken angelegt. In der Satzung von SFC sind keine Kapitalerfordernisse definiert. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 28 KONZERNLAGEBERICHT Das Kapitalmanagement des Konzerns bezieht sich auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, das Eigenkapital und die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Barkapitalerhöhung Die SFC AG hat am 27. Juli 2022 eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht und anschließender Privatplatzierung von 2.893.948 Inhaber Stammaktien der Gesellschaft ohne Nennbetrag (Stückaktien) zu einem Preis von EUR 19,50 je neue Aktie beschlossen. Im Rahmen der Kapitalerhöhung wurden für 2.044.314 bzw. 70,6% der neuen Aktien Bezugsrechte ausgeübt. Die übrigen Aktien wurden erfolgreich in einer Privatplatzierung in Form eines Accelerated Bookbuildings bei qualifizierten Anlegern in Deutschland und anderen Jurisdiktionen außerhalb der Vereinigten Staaten platziert. Aus der Kapitalerhöhung floss der Gesellschaft ein Bruttoemissionserlös in Höhe von TEUR 56.432 zu. Zahlungsmittel Die frei verfügbaren Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betrugen zum 31. Dezember 2022 TEUR 64.803 (31. Dezember 2021: TEUR 24.623). Insgesamt nahmen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Berichtsjahr bedingt durch eine höhere stichtagsbezogenen Nutzung der Betriebsmittelkreditlinien gegenüber dem Stichtag 2021 um TEUR 1.320 auf TEUR 4.055 (31. Dezember 2021: TEUR 2.735) zu. SFC Energy AG Im Rahmen der operativen Finanzierung der SFC Energy AG wurde im Geschäftsjahr 2021 ein Avalrahmen in Höhe von TEUR 500 mit einer fixen Avalprovision und unbestimmter Laufzeit abgeschlossen. Als Sicherheit für ausgelegte Avale sind liquide Zahlungsmittel in gleicher Höhe zu verpfänden. Zum 31. Dezember 2022 betrug die Avalinanspruchnahme TEUR 99 (31. Dezember 2021: TEUR 99). SFC Ltd. Im Rahmen der Finanzierung der Tochtergesellschaft SFC Ltd. wurden mit einer Bank ein Betriebsmittelkreditvertrag in Höhe von bis zu TCAD 4.000 ohne feste Laufzeit mit variablem Zinssatz (Canadian Prime Lending Rate plus Fix-Marge) abgeschlossen. Mit der finanzierenden Bank ist ein Financial Covenant (Kreditsicherungsklausel) (Current Assets / Current Liabilities) vereinbart. Des Weiteren ist die Bemessungsgrundlage der SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 29 KONZERNLAGEBERICHT Kreditziehung an den Bestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Höhe des Nettovorratsvermögen geknüpft. Ein Darlehen mit der Laufzeit Mai 2022 wurde im Berichtsjahr planmäßig zurückgeführt. Seitens der SFC AG wurde gegenüber der Bank der SFC Ltd. eine Rangrücktrittserklärung für ein bestehendes Gesellschafterdarlehen erklärt. Das Gesellschafterdarlehen ist langfristig und wird mit 9,0 % p.a. verzinst. Das Darlehen valutiert zum Bilanzstichtag mit TEUR 1.501 inkl. aufgelaufener Zinsen (zum 31. Dezember 2021: TEUR 1.421). SFC B.V. Im Rahmen der Finanzierung der Tochtergesellschaft SFC Energy B.V. Almelo, Niederlande, wurde ein Betriebsmittelkreditvertrag mit einer Laufzeit von 12 Monaten und einer Verlängerungsoption sowie einem Rahmen bis zu TEUR 3.000 und einem variablen Zinssatz (1- Monats-EURIBOR plus Fix-Marge) abgeschlossen. Zudem wurde ein Betriebsmittelkreditvertrag mit einem Rahmen bis zu TEUR 500 ohne feste Laufzeit („bis auf weiteres“) ebenfalls mit variablem Zinssatz (1-Monats-EURIBOR plus einem variablen Aufschlag und einer Fix-Marge) abgeschlossen. Mit der finanzierenden Bank wurden keine Financial Covenants (Kreditsicherungsklauseln) vereinbart. Im Rahmen der Finanzierung der Enkelgesellschaft SFC Energy Power S.R.L., Cluj, Rumänien, wurde mit einer Bank ein Betriebsmittelkreditvertrag bis zu TEUR 1.000 mit einem variablen Zinssatz (1-Monats-EURIBOR plus Fix-Marge) und einer Laufzeit von 12 Monaten nebst jährlicher Verlängerungsoption abgeschlossen. Die in dem Vertrag vereinbarten Financial Covenants (Debt und Solvency Ratio) wurden im Berichtsjahr eingehalten. Kontinuierliche Investitionen in die Produktentwicklung sowie potenzielle Gemeinschafts- unternehmen, Beteiligungen und Akquisitionen bleiben ein wichtiger Bestandteil der Wachstums- und Internationalisierungsstrategie der SFC, um die Marktpositionen gezielt zu stärken und auszubauen oder bestehende Geschäfte zu ergänzen bzw. in neue Geschäftsfelder vorzudringen. Aus der Umsetzung dieser Strategie können finanzielle Verpflichtungen oder ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf entstehen. Bis zur Verwendung werden Liquiditätsüberschüsse in Finanztitel mit geringem Risiko (z. B. Tages und Festgelder) bei verschiedenen Banken angelegt. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 30 KONZERNLAGEBERICHT Die folgende Darstellung zeigt Eigenkapital und Bilanzsumme des Konzerns zu den jeweiligen Stichtagen: EIGENKAPITALQUOTE DES KONZERNS in TEUR 31.12.2022 31.12.2021 Eigenkapital 103.437 50.019 als % vom Gesamtkapital 70,3% 57,3% Fremdkapital 43.734 37.346 als % vom Gesamtkapital 29,7% 42,7% Langfristige Schulden 17.142 16.348 Kurzfristige Schulden 26.591 20.998 Konzern-Bilanzsumme 147.171 87.365 Das Anlagevermögen (ohne latente Steuern) ist weiterhin über das Eigenkapital finanziert, die kurzfristigen Vermögenswerte decken die kurzfristigen Schulden. Liquidität Im Berichtsjahr 2022 war ein Netto-Zufluss von Finanzmitteln in Höhe von TEUR 40.213 (Vorjahr: Netto-Abfluss TEUR -6.841) zu verzeichnen. Die frei verfügbaren Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Stichtag erhöhten sich auf TEUR 64.803 (31. Dezember 2021: TEUR 24.623). Zudem waren Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 385 (31. Dezember 2021: TEUR 385) zu Gunsten eines Vermieters und zu Gunsten einer Bank im Zusammenhang mit einem Aval verfügungsbeschränkt. SFC legt die liquiden Mittel momentan ausschließlich in kurzfristigen Anlagen an. Demzufolge unterliegt SFC grundsätzlich einem Zinsänderungsrisiko. Zum Stichtag bestanden keine offenen Devisen- oder Warentermingeschäfte. Zum Bilanzstichtag bestanden kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 4.055 (31. Dezember 2021: TEUR 2.735). Es existierten keine langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 31 KONZERNLAGEBERICHT Zum Stichtag bestehen Kreditlinien, die wie folgt in Anspruch genommen sind: INANSPRUCHNAHME DER KREDITLINIEN ZUM 31.12.2022 (in TEUR) Kreditlinie Inanspruchnahme SFC Ltd.; Betriebskreditlinie TCAD 4.000 TCAD 1.082 SFC Energy Power S.R.L; Betriebskreditlinie TEUR 1.000 TEUR 788 SFC B.V.; Betriebskreditlinie I TEUR 3.000 TEUR 2.055 SFC B.V.; Betriebskreditlinie II TEUR 500 TEUR 462 Die Inanspruchnahmen der Betriebsmittelkreditlinie der SFC Ltd. und der Betriebsmittel- kreditlinie I der SFC B.V. sind dabei an den Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bzw. an Vorräten gebunden. Cashflow und Investitionen CASHFLOW in TEUR ( 01.01.–31.12.2022 01.01.–31.12.2021 Operativer Cashflow vor Working-Capital-Veränderungen 8.742 5.977 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -4.761 1.078 Investitionstätigkeit -5.202 -3.873 Finanzierungstätigkeit 50.176 -4.046 Operativer Cashflow und Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Der Operative Cashflow vor Veränderung des Nettoumlaufvermögens und Ertragsteuern (Operatives Ergebnis vor Working-Capital-Veränderungen) lag im Berichtsjahr bei TEUR 8.742 (Vorjahr: TEUR 5.977) und somit deutlich über dem Vorjahresniveau. Nach Berücksichtigung der Veränderung des Nettoumlaufvermögens, welches im Berichtsjahr um TEUR 13.263 (Vorjahr: TEUR 4.567) liquiditätswirksam zugenommen hat, sowie Ertragsteuerzahlungen ergab sich ein negativer Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von TEUR -4.761 (Vorjahr: positiv TEUR 1.078). Ausschlaggebend für diesen Rückgang war der o.g. Anstieg des Nettoumlaufvermögens. Hinsichtlich der wesentlichen Veränderungen des Nettoumlaufvermögens erhöhten sich im Berichtsjahr die Vorräte um TEUR 10.810, wobei ein Großteil der Zunahme auf die SFC AG entfiel. Des Weiteren erhöhten sich die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte um TEUR 3.058 und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im gleichen Zeitraum um TEUR 1.615. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich im Berichtsjahr SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 32 KONZERNLAGEBERICHT um TEUR 1.042 erhöht. Zusammen mit den weiteren Posten des Nettoumlaufvermögens resultierte daraus eine Zunahme des Nettoumlaufvermögens und somit ein Liquiditätsabfluss von TEUR 13.263 (Vorjahr: TEUR 4.567) in der Berichtsperiode. Die Nettoveränderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten betrug TEUR 40.213 (Vorjahr: Nettoabfluss TEUR -6.841). Der Bestand an frei verfügbaren liquiden Mitteln betrug zum 31. Dezember 2022 TEUR 64.803 (31. Dezember 2021: TEUR 24.623). Cashflow aus Investitionstätigkeit Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im Berichtsjahr auf TEUR -5.202 (Vorjahr: TEUR -3.873). Die Verschlechterung resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Investitionen in für die für die Betriebs- und Geschäftsausstattung des Konzerns, die im Berichtsjahr TEUR 1.760 (Vorjahr: TEUR 851) betrugen. Investitionen Die Investitionen in Sachanlagen ohne Investitionen in Nutzungsrechte im Zusammenhang mit der Anwendung des IFRS 16 beliefen sich im Berichtsjahr auf TEUR 2.146 (Vorjahr: TEUR 969). Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf TEUR 3.055 (Vorjahr: TEUR 2.762), wovon TEUR 2.620 (Vorjahr: TEUR 2.493) auf aktivierbare Entwicklungs- aufwendungen entfielen. Richtungsweisend für die weitere Entwicklung des Konzerns wie auch die Investitionen in das Unternehmenswachstum bleibt in den kommenden Jahren der strategische Schwerpunkt auf der regionalen und technologischen Expansion. Dieser beinhaltet weiterhin ein hohes Entwicklungsengagement, die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und kann auch gezielte Firmenkäufe umfassen. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 33 KONZERNLAGEBERICHT Die Investitionen wurden und sollen auch in Zukunft aus Eigenmitteln bzw. im Rahmen der bestehenden Kreditvereinbarungen vorgenommen. INVESTITIONEN (EINSCHL. NUTZUNGSRECHTE) in TEUR 2022 2021 9.065 2.872 Clean Energy 1.940 1.244 Clean Power Management 11.005 4.117 Summe Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Der im Berichtsjahr signifikant positive Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von TEUR 50.176(Vorjahr: TEUR -4.046) war im Berichtjahr im Wesentlichen aus der Kapitalerhöhung im Juli 2022 mit einem Mittelzufluss von TEUR 56.432 geprägt. Dem stand eine Mittelabfluss aus den Kosten der Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 5.224 gegenüber. Vermögenslage Die Konzernbilanzsumme von TEUR 147.171 zum 31. Dezember 2022 (31. Dezember 2021: TEUR 87.365) hat sich mit TEUR 59.806 gegenüber dem Ende des vergangenen Berichtsjahres um 68,5% erhöht. Die Vorräte erhöhten sich einerseits wachstumsbedingt andererseits aufgrund einer höheren Bevorratung signifikant um 75,7% auf TEUR 24.921 (31. Dezember 2021: TEUR 14.185). Insbesondere bei der SFC B.V. und der SFC Ltd. haben die Vorräte zum Stichtag im Verhältnis zum 31. Dezember 2021 besonders stark zugenommen. Insgesamt verfolgte der Konzern auch im Berichtsjahr 2022 die gezielte höhere Bevorratung von Vorleistungsgütern bei allen Konzerngesellschaften, um potenziellen Unterbrechungen in den Lieferketten aufgrund der COVID-19-Pandemie und der kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine vorzubeugen. Analog zum Umsatz erhöhten sich auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wachstumsbedingt. Zum Stichtag betrugen diese TEUR 18.110 (Vorjahr: TEUR 17.608) und lagen allerdings mit 2,9% trotz des starken Umsatzwachstums nur leicht über dem Vorjahresniveau. Während sich bei der SFC AG die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Stichtag deutlich reduziert haben, haben sie bei der SFC Ltd. und der der SFC B.V. merklich zugenommen. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 34 KONZERNLAGEBERICHT Im Berichtsjahr nahm der Anteil der langfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen insbesondere aufgrund des gestiegenen Bestandes an Zahlungsmitteln aus der im Juli des Berichtsjahres durchgeführten Kapitalerhöhung, auf 23,1% (31. Dezember 2021: 32,8%) merklich ab. Die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich zum Stichtag leicht auf TEUR 18.576 (Vorjahr: TEUR 17.698), im Wesentlichen aufgrund aktivierter Entwicklungsaufwendungen, die zum 31. Dezember 2022 kumuliert TEUR 9.595 (31. Dezember 2021: TEUR 8.768) betrugen. Die aktivierten Entwicklungsaufwendungen wurden im Berichtsjahr mit TEUR 1.793 (Vorjahr: TEUR 1.457) planmäßig abgeschrieben. Die Sachanlagen nahmen mit TEUR 4.509 stark auf TEUR 13.396 (31. Dezember 2021: TEUR 8.887) zu. Analog stiegen die Investitionen in Sachanlagen einschließlich der Aktivierung von Nutzungsrechten im Zusammenhang mit IFRS 16 im Berichtsjahr mit TEUR 7.950 (Vorjahr: TEUR 1.355) ebenfalls stark an, wovon TEUR 5.803 (Vorjahr: TEUR 368) aus der Aktivierung von Nutzungsrechten resultierten. Die kurzfristigen Schulden haben sich im Berichtsjahr um TEUR 5.593 bzw. 26,6% auf TEUR 26.591 (31. Dezember 2021: TEUR 20.998) deutlich erhöht. Ein wesentlicher in den kurzfristigen Schulden enthaltener Posten sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 9.046 (31. Dezember 2021: TEUR 7.642), die sich im Berichtsjahr analog zu der gestiegenen operativen Leistung um TEUR 1.404 erhöht haben und somit merklich über dem Niveau des Geschäftsjahres 2021 lagen. Ein weiterer wesentlicher Posten, die sonstigen Verbindlichkeiten und PRAP in Höhe von TEUR 8.317 (31. Dezember 2021: TEUR 6.327), haben sich im Berichtsjahr insbesondere aufgrund von Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern um insgesamt TEUR 1.990 erhöht. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen haben sich um TEUR 446 auf TEUR 1.495 (31. Dezember 2021: TEUR 1.942) reduziert. Die kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten erhöhten sich um TEUR 149 auf TEUR 2.009 (31. Dezember 2021: TEUR 1.860). Die langfristigen Schulden haben sich im Berichtsjahr um TEUR 794 auf TEUR 17.142 (31. Dezember 2021: TEUR 16.348) erhöht. Die wesentlichen in den langfristigen Schulden enthaltenen Posten sind Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 8.552 (31. Dezember 2021: TEUR 4.891) sowie Verbindlichkeiten aus den LTI-Programmen in Höhe von TEUR 4.047 (31. Dezember 2021: TEUR -7.210), die in den sonstigen Verbindlichkeiten enthalten sind. Die SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 35 KONZERNLAGEBERICHT deutliche Zunahme der Leasingverbindlichkeiten um TEUR 3.661 im Berichtsjahr resultiert aus passivierten Leasingverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Anwendung des IFRS 16 für die Verlängerung des Mietvertrages eines Gebäudes der SFC AG. Die Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich im Berichtsjahr um TEUR 1.320 auf TEUR 4.055 (31. Dezember 2021: TEUR 2.735) und sind ausschließlich von kurzfristiger Natur. Es handelt sich hierbei um die Betriebsmittelkreditlinien der SFC B.V., der SFC Energy Power SRL und der SFC Ltd. Die Zusammensetzung sowie die Entwicklung der Nettofinanzverbindlichkeiten stellten sich wie folgt dar: NETTOFINANZVERBINDLICHKEITEN in TEUR (in TEUR) 31.12.2022 31.12.2021 Veränderung Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.055 2.735 1.320 davon SFC Energy AG 0 0 0 davon SFC Energy B.V. 2.517 1.385 1.132 davon SFC Energy Power SRL 788 805 -17 davon SFC Energy Ltd. 749 545 204 Abzüglich Frei verfügbare liquide Mittel a) 64.803 24.623 40.180 Summe 60.748 21.888 38.860 a) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit Verfügungsbeschränkung Insgesamt belief sich der Anteil der Schulden am Gesamtkapital auf 29,7% (31. Dezember 2021: 42,7% ). Das Eigenkapital des Konzerns nahm im Berichtsjahr auf TEUR 103.437 (31. Dezember 2021: TEUR 50.019) zu. Ebenso erhöhte sich die Eigenkapitalquote auf 70,3% (31. Dezember 2021: 57,3% ). Hinsichtlich der Entwicklung des Eigenkapitals wird ergänzend auf die Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 36 KONZERNLAGEBERICHT Zusammenfassung zu Geschäftsverlauf und Lage Zusammenfassend lässt sich aus der vorstehend dargestellten Geschäftslage schließen, dass der Konzern zum Stichtag, insbesondere aufgrund des Bestandes an liquiden Mitteln infolge der 2022 durchgeführten Kapitalerhöhung und unter Berücksichtigung möglicher zukünftiger Kapitalzuführungen, unabhängig vom aktuellen Ergebnis, über eine stabile Vermögens- und Finanzlage verfügt. Bei einer auftretenden negativen Entwicklung der Ertragslage in Abweichung von den prognostizierten Umsätzen und Ergebnissen und einer damit einhergehenden Verschlechterung der Finanzlage könnte sich das Gesamtbild jedoch negativ verändern. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Der Vorstand legt einen besonderen Fokus auf eine nachhaltige Entwicklung des Konzerns. Die finanziellen Leistungsindikatoren zur Steuerung des Konzerns und deren Entwicklung im Berichtsjahr 2022 wurden vorstehend unter dem Punkt „Steuerungssystem“ bereits dargestellt. Von den nichtfinanziellen Kennzahlen und Leistungsindikatoren zieht der Vorstand für Kontrollzwecke in erster Linie die folgenden regelmäßig erhobenen mitarbeiterbasierten Größen bzw. Nachhaltigkeitskennzahlen heran: ▪ Qualitätskennzahlen, Bewertungen und Ausschussquoten Anzahl der Beschäftigten und Mitarbeiterentwicklung ▪ Diese Kennzahlen bzw. Indikatoren werden jedoch, anders als die finanziellen Leistungs- indikatoren, nicht zur direkten Konzernsteuerung eingesetzt. Der Vorstand wird laufend über Lieferantenqualität und Produktqualität informiert. Zur Ermittlung der Lieferantenqualität wird das Verhältnis zwischen der Anzahl der Reklamationen der Wareneingänge im Verhältnis zu der Gesamtzahl der Wareneingänge bezogen auf die sieben wichtigsten Lieferanten gebildet. Diese sieben wichtigsten Lieferanten werden jährlich von der Qualitätskontrolle und dem Einkauf auf Basis verschiedener Kriterien festgelegt. Die Lieferantenqualitätsquote lag mit 0,89% fehlerhaften Teilen (Vorjahr: 0,80%) leicht unter der Vorjahresquote. Zu der Verschlechterung trugen zwei Lieferanten bei. Zur Ermittlung der Produktqualität wird die mittlere Betriebsdauer bis zum Ausfall (Mean Time To Failure) für die Industriegeräte der SFC AG herangezogen. Diese stiegen mit 2.965 Stunden (Vorjahr: 2.934 Stunden) zum Vorjahresniveau gering an und verbesserten sich damit. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 37 KONZERNLAGEBERICHT Da Nachhaltigkeit eine wesentliche Grundlage für den langfristigen Geschäftserfolg des Konzerns ist, strebt der Vorstand eine möglichst hohe ökologische Effizienz aller Aktivitäten an. Dieser Aspekt steht sowohl bei der Produktentwicklung als auch bei den Produktions- prozessen im Mittelpunkt. Darüber hinaus nimmt der Konzern seine soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wahr. Für eine möglichst umweltschonende Produktion arbeitet der Konzern daran, den Ressourceneinsatz kontinuierlich zu optimieren. Häufig wirken sich diese Maßnahmen auch kostensenkend aus. Voraussetzung für ein möglichst nachhaltiges und umweltfreundliches Wirtschaften ist höchste Qualität, um den Ausschuss im Produktionsprozess möglichst gering zu halten. Zu diesem Zweck verfügen alle Produktionsstandorte des SFC Konzerns über ein eigenständiges Qualitätsmanagement, das zudem nach DIN ISO 9001 zertifiziert ist. SFC wendet hier den Ansatz eines integrierten Qualitätsmanagement-Systems an, das die Überwachung und Steuerung der gesamten Prozesskette in einer Fachverantwortlichkeit bündelt. Darüber hinaus haben die SFC Energy AG und SFC B.V. seit 2014 ein Umweltmanagementsystem, das nach ISO 14001 zertifiziert ist. SFC Ltd. ist nach COR (Certificate of Recognition) geprüft und zertifiziert. Im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensführung bietet SFC seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein motivierendes und sozial ausgewogenes Arbeitsumfeld. SFC legt Wert auf zufriedene Mitarbeiter, um eine langfristige Bindung an das Unternehmen zu erreichen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden bei SFC individuell gefördert. Neben fachlichen Qualifizierungsmaßnahmen werden hierzu auch individuelle Fortbildungen angeboten. Diese Maßnahmen werden im Zuge der jährlichen Mitarbeitergespräche festgelegt. Im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes setzen wir ein jährliches Trainingsprogramm an allen weltweiten SFC Energy Standorten um. Zudem beteiligt SFC die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über einen variablen Anteil angemessen am Unternehmenserfolg. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 38 KONZERNLAGEBERICHT Mitarbeiter Die Anzahl der durchschnittlichen Mitarbeiter im Berichtsjahr stellt sich wie folgt dar: DURCHSCHNITTLICHE ANZAHL DER MITARBEITER (in TEUR) 2022 2021 Veränderung Vorstand 3 3 0 Forschung und Entwicklung 68 64 4 Produktion, Logistik, Qualitätsmanagement 124 103 21 Vertrieb und Marketing 81 76 5 Verwaltung 50 42 9 Festangestellte Mitarbeiter 326 288 39 MITARBEITER NACH FUNKTIONSBEREICHEN (DURCHSCHNITT) Vorstand 1% Verwaltung 16% F&E 21% Produktion Vertrieb & 38% Marketing 25% Zum 31. Dezember 2022 beschäftigte der Konzern weltweit 354 (31. Dezember 2021: 298) festangestellte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 39 KONZERNLAGEBERICHT Risiko- und Chancenbericht Der SFC-Konzern ist einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Unter einem Risiko wird die Möglichkeit verstanden, dass Ereignisse oder Handlungen den Konzern oder eines der Segmente daran hindern, seine avisierten Ziele zu erreichen. Gleichzeitig ist es für SFC wichtig, Chancen zu identifizieren, um diese zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern oder auszubauen. Die Risiken und Chancen des Geschäftes sollen erfolgreich ausbalanciert werden. In diesem Zusammenhang sollen Chancen genutzt und dabei Risiken maßvoll eingegangen werden. Bestandsgefährdende Risiken sollen grundsätzlich vermieden werden. Das Risikoprofil des Konzerns wird von der Risikoneigung beeinflusst. Dieses wird durch die im Folgenden beschriebenen Risikomanagementaktivitäten gesteuert. Die Risikoneigung des Konzerns leitet sich von der strategischen Ausrichtung der SFC auf nachhaltiges Wachstum ab. Dabei wird ein konservativer Ansatz mit einem besonderen Fokus auf die kurz- und mittelfristige Liquiditätssicherung verfolgt. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement-System für den Konzernrechnungslegungsprozess SFC verfügt über ein internes Kontroll und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess, in dem geeignete Strukturen sowie Prozesse definiert und in der Organisation umgesetzt sind. Das Interne Kontrollsystem ist integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems. Änderungen der Gesetze, Rechnungslegungsstandards und anderer Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf den Konzernabschluss analysiert und die daraus resultierenden Änderungen in den konzerninternen Systemen und Prozessen angepasst. Zur Aufstellung des Konzernabschlusses werden die Einzelabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen durch zusätzliche Informationen in Form von nach einheitlichen Richtlinien erstellten IFRS-Berichtspaketen erweitert, die in das Konsolidierungssystem aufgenommen werden. Diese Richtlinien zur Erstellung der IFRS- Berichtspakete umfassen die in der Gruppe bei der Bilanzierung anzuwendenden Ansatz-, Bewertungs- und Ausweisregeln. Diese sind so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Prozesse bzw. Transaktionen SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 40 KONZERNLAGEBERICHT gewährleistet werden soll. Dies stellt die Einhaltung der gesetzlichen Normen und Rechnungslegungsvorschriften sicher. Die Buchhaltung des niederländischen Tochterunternehmens SFC B.V. erfolgt durch die Buchhaltungsabteilung in den Niederlanden, die Buchhaltung für die rumänische Gesellschaft erfolgt in Cluj, Rumänien. Die konzerneinheitliche Anwendung von Rechnungslegungsstandards nach IFRS soll durch entsprechend qualifiziertes Personal vor Ort sowie des Mutterunternehmens sichergestellt werden. Die Buchhaltung des kanadischen Tochterunternehmens SFC Ltd. wird durch die Buchhaltungsabteilung in Kanada durchgeführt. Die konzerneinheitliche Anwendung von Rechnungslegungsstandards nach IFRS soll durch entsprechend qualifiziertes Personal des Mutterunternehmens sichergestellt werden. Auf Basis der Daten der in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen, die auch dem Risikomanagementkreis entsprechen, erfolgen die Konsolidierungsmaßnahmen und bestimmte Abstimmungsarbeiten durch das Rechnungswesen des Mutterunternehmens. Eine gesonderte Abteilung Konzernrechnungswesen besteht aufgrund der Größe des Konzerns nicht. Systemtechnische Kontrollen werden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rechnungswesens überwacht und durch manuelle Prüfungen ergänzt. Grundsätzlich gibt es auf jeder Ebene zumindest ein Vier Augen-Prinzip. Im gesamten Rechnungslegungsprozess müssen bestimmte Freigabeprozesse durchlaufen werden. Der Vorstand trägt die Verantwortung für die Umsetzung und Überwachung des internen Kontrollsystems, dies schließt das (konzern ) rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem mit ein. Grundlagen des internen Kontrollsystems sind neben definierten Kontrollmechanismen, z. B. systemtechnische und manuelle Abstimmungsprozesse, die Trennung von Funktionen sowie die Einhaltung von Arbeitsanweisungen. Eine konzerneigene Interne Revision existiert aufgrund der Größe des Konzerns nicht. Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass ein internes Kontrollsystem, unabhängig von der Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefert, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 41 42 KONZERNLAGEBERICHT Compliance-Management-System32 Im Berichtsjahr wurde das Compliance Management System (das „CMS“) der SFC, mit den wesentlichen Elementen Risikoanalyse / Prävention, Aufdeckung sowie Reaktion, weiter an die Risikolage des Konzerns ausgerichtet. Dem wesentlichen Ziel des Compliance Management nach rechtmäßigen und verantwortungsbewussten Handeln der Beschäftigten wurde in einem konzernweit geltenden Verhaltenskodex Ausdruck verliehen. Einige grundlegende Aussagen des Verhaltenskodex wurden in weiteren, separaten Richtlinien vertieft. Dies gilt insbesondere für die Bereiche Korruptionsprävention, Wirtschaftssanktionen und Hinweisgebersystem. Die insoweit anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen werden darin näher erläutert und praktische Hinweise für richtiges Verhalten in konkreten Situationen gegeben. Dabei ist es dem Vorstand jedoch bewusst, dass selbst ein sachgerecht eingerichtetes Compliance-System nicht alle Verstöße verhindern kann. Der Compliance-Organisation obliegen insbesondere die Themen Kartellrecht, Korruption, Wirtschaftssanktionen, Geldwäsche und Kapitalmarkt-Compliance. Andere Compliance- Themen, wie z. B. Umwelt, Steuern, Rechnungslegung, Arbeitsrecht, Arbeitnehmerschutz oder Datenschutz, gehören nicht zum Zuständigkeitsbereich des Compliance-Teams. Diese Compliance-Themen werden von anderen Organisationsbereichen wahrgenommen. Risikomanagementsystem Das Risikomanagement (das „RMS“) des Konzerns ist ein integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse des Konzerns und soll einen umfassenden Überblick über die Risikolage des Konzerns gewährleisten. Die Identifizierung und Beurteilung von wesentlichen Risiken sowie vor allem ein frühzeitiges Erkennen und eine aktive Verringerung von potenziell existenzgefährdenden Risiken sind die vorrangigen Ziele des RMS. Insbesondere Risiken mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sollen früh erkannt werden, damit Maßnahmen zu ihrer Vermeidung, Reduzierung oder Bewältigung ergriffen werden können. Das Risikomanagementsystem liegt in der Verantwortung des Vorstands und berücksichtigt die Anforderungen, die sich aus Gesetzen, der Rechtsprechung, dem Deutschen Corporate Governance Kodex und anderen international anerkannten 32 Abschnitt war nicht Gegenstand der Prüfung des Konzernlageberichts (lageberichtsfremde Angabe) SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 43 KONZERNLAGEBERICHT Governance-Standard ergeben. Überwacht wird es vom Aufsichtsrat bzw. dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Entsprechend der Organisations- und Verantwortungshierarchie des Konzerns ist das jeweilige Management der Tochtergesellschaften, der Geschäftsbereiche und der Organisationseinheiten (zusammen „Risikoverantwortliche“) verpflichtet, ein Risikomanagementsystem zu implementieren, das auf ihre spezifischen Geschäfte und Verantwortlichkeiten zugeschnitten ist und dabei den übergreifend geltenden Grundsätzen des Konzerns genügt. Die strategischen Ziele des Konzerns bilden die Basis für das Risikomanagementsystem. Die Ziele gruppieren sich in fünf Bereiche: Wachstum und Profitabilität, Innovation und operative Leistung. Sie werden jährlich von Vorstand und Aufsichtsrat überprüft und bei Bedarf angepasst. Zudem sind die strategischen Ziele die Basis für den Fünfjahresgeschäftsplan des Konzerns, der jährlich überprüft und aktualisiert wird.33 Zu dem bei SFC eingesetzten RMS zählt ergänzend ein Früherkennungssystem. Die Kennzahlen ermöglichen eine objektive Übersicht über die finanzielle Situation des Konzerns, einen Soll Ist Vergleich zwischen Budget und Kosten, eine detaillierte Vorausschau erwarteter Auftragseingänge und Umsätze für jedes Segment (Sales Pipeline), ein bereichsspezifisches Kostencontrolling, ein Kostencontrolling für Entwicklungs und Marketingprojekte, und weitere prozesstechnische Indikatoren. Die SFC B.V. und die SFC Ltd. sind in das RMS integriert. Der Umfang der von jeder Tochtergesellschaft auszuführenden Aktivitäten ist unterschiedlich und hängt unter anderem von dem Funktionsumfang und den spezifischen Risiken, die mit der jeweiligen Gesellschaft verbunden sind, ab. Die direkte Verantwortung zur Identifikation, Analyse, Steuerung undKommunikation der Risiken obliegt den jeweiligen Bereichsleitern sowie den Mitgliedern der Geschäftsleitung und der erweiterten Geschäftsleitung der Konzerngesellschaften. Sie sollen den Vorstand bei der Identifizierung und Bewertung von Risiken in ihrem Verantwortungsbereich unterstützen. Im Rahmen von Zielvereinbarungsgesprächen zwischen Vorstand und den Risikoverantwortlichen sowie durch regelmäßige Berichterstattung informieren diese über Veränderungen der Risikosituation in den Geschäftsbereichen. Thematische Risiko- und Chancenbewertungen dienen anschließend zur Evaluierung der unternehmensweiten Risiko- und Chancensituation 33 Absatz war nicht Gegenstand der Prüfung des Konzernlageberichts (lageberichtsfremde Angabe) SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNLAGEBERICHT in den in der Regel wöchentlich stattfindenden Vorstandssitzungen und den vierteljährlichen Aufsichtsratssitzungen. Das RMS wird kontinuierlich und systematisch weiterentwickelt. Die Richtlinie zum RMS wurde im Geschäftsjahr auf Aktualität überprüft und entsprechend angepasst. Ziel des RMS ist es insbesondere, den Vorstand und den Aufsichtsrat über die Risiken mit moderatem und hohem Erwartungswert („wesentliche Risiken“, der Erwartungswert ist eine Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe der negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage) zu informieren. Die Risikobewertungskriterien sind aus der Risikostrategie des Vorstandes abgeleitet. Die Veränderungen der Risiken und Chancen werden regelmäßig erfasst, überwacht, bewertet und gesteuert und bei Bedarf in die unterjährigen Planungen eingearbeitet. Die Bewertung (Bruttobetrachtung) bekannter Risiken erfolgt mindestens quartalsweise auf Basis der Eintrittswahrscheinlichkeit gemäß einer Dreistufenskala „Unwahrscheinlich“, „Möglich“ und „Wahrscheinlich“. Des Weiteren wird das mögliche Ausmaß des Risikos insbesondere auf das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) der SFC nach den drei Kriterien, „Unwesentlich“, „Moderat“ und „Erheblich bewertet; das potenzielle Ausmaß wird nach realisierten Maßnahmen zur Schadensvermeidung oder -minderung beurteilt. Eine Verrechnung von Chancen und Risiken erfolgt nicht. Die Risikomatrix ist im Einzelnen im folgenden Schaubild dargestellt: MATRIX ZUR RISIKOKLASSIFIZIERUNG – ERWARTUNGSWERT EINTRITTSWAHRSCHEINLICHKEIT / UNWAHRSCHEINLICH MÖGLICH WAHRSCHEINLICH AUSWIRKUNGSGRAD BIS 20% AB 20% BIS 70% AB 70% UNWESENTLICH (BIS TEUR 500) Gering Gering Moderat MODERAT (AB TEUR 500 BIS TEUR 1.000) Gering Moderat Hoch ERHEBLICH (AB TEUR 1.000) Moderat Hoch Hoch Der Konzern unterscheidet zwischen finanzwirtschaftlichen Risiken einerseits sowie Geschäftschancen und risiken andererseits. Diese stellen die wesentlichen Einflussfaktoren für SFC dar. Unter „Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten“ werden nachfolgend die finanzwirtschaftlichen Risiken erläutert. Unter „Risikobericht“ werden die finanzwirtschaftlichen Risiken sowie die Geschäftsrisiken und SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 44 KONZERNLAGEBERICHT Geschäftschancen im Detail dargestellt. Veränderungen zum Vorjahr werden explizit erläutert. Grundsätzlich ist jedoch zu berücksichtigen, dass Risiko- und Kontrollsysteme wie das IKS, CMS und das RMS, unabhängig von ihrer Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefern, dass sämtliche tatsächlich eintretenden Risiken vorab aufgedeckt oder alle Prozessverstöße verhindert werden können. Basierend auf dem beschriebenen IKS, dem CMS sowie dem RMS liegen dem Vorstand keine Hinweise vor, dass das IKS, CMS und RMS zum 31. Dezember 2022 in ihrer jeweiligen Gesamtheit nicht angemessen oder nicht wirksam gewesen wären.34 Der Deutsche Corporate Governance Kodex enthält Empfehlungen zur Offenlegung des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems, die über die gesetzlichen Vorgaben für den Lagebericht hinausgehen. Dementsprechend sind die gemäß diesen Empfehlungen erfolgten Offenlegungen nicht Bestandteil der vom Abschlussprüfer durchgeführten inhaltlichen Prüfung des Lageberichts. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten Der Aufsichtsrat erhält in der Regel monatlich ein Finanzreporting, der Aufsichtsratsvorsitzende wird in der Regel wöchentlich mündlich vom Vorstandsvorsitzenden über wesentliche Themen informiert und bei Bedarf wird zusätzlich auch der gesamte Aufsichtsrat kurzfristig über aktuelle Entwicklungen informiert. Der Aufsichtsrat ist damit durch die Berichte des Vorstands über die Geschäfte, die für die Rentabilität und Liquidität von besonderer Bedeutung sein können, in das Risikomanagement eingebunden. Zu den zentralen Aufgaben der SFC zählt es, den Finanzbedarf innerhalb des Konzerns zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns sicherzustellen. Damit verbunden sind die Optimierung der Finanzierung und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken. Zur Steuerung der finanziellen Chancen und Risiken sind entsprechende Prozesse etabliert und dokumentiert. Einen Baustein bildet dabei die Finanzplanung, die als Basis zur Ermittlung des erwarteten Liquiditätsbedarfs dient. Die Finanzplanung umfasst einen Planungshorizont von mindestens zwölf Monaten und wird regelmäßig aktualisiert. Die Gesellschaften und der Konzern unterliegen im Zuge ihrer operativen Geschäftstätigkeit hinsichtlich ihrer Finanzinstrumente verschiedenen Risiken. 34 Absatz war nicht Gegenstand der Prüfung des Konzernlageberichts (lageberichtsfremde Angabe) SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 45 KONZERNLAGEBERICHT Zu den Finanzinstrumenten zählen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie vertragliche Ansprüche und Verpflichtungen über den Tausch bzw. die Übertragung finanzieller Vermögenswerte. Originäre Finanzinstrumente sind auf der Aktivseite die Finanzanlagen, die Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, da Finanzinstrumente nicht nur Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten. Auf der Passivseite sind den Finanzinstrumenten die Rückstellungen, die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Finanzverbindlichkeiten i.e.S.), die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die sonstigen Verbindlichkeiten und die Leasingverbindlichkeiten sowie die Rückstellungen zuzuordnen. Die damit in Zusammenhang stehenden finanziellen Risiken umfassen Liquiditätsrisiken, Marktrisiken (insbesondere Zinsänderungs und Währungsrisiken), sowie Kredit- bzw. Ausfallrisiken. Aufgrund dieser finanziellen Risiken können Vermögenswerte an Wert verlieren und Schulden höher zu bewerten sein; ferner können sich Erträge vermindern oder Aufwendungen erhöhen. Eine generelle Absicherung dieser Risiken findet bei der SFC nicht statt. Aus Wesentlichkeitsgründen wird dazu auf die Ausführungen im Konzernanhang hingewiesen. Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken wahrscheinlich sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. RISIKEN IN BEZUG AUF FINANZINSTRUMENTE (in TEUR) Eintrittswahrscheinlichkeit Auswirkungsgrad Ausfallrisiko Möglich Erheblich Währungsrisiko Möglich Moderat Liquiditätsrisiko Unwahrscheinlich Erheblich Zinsänderungsrisiko Möglich Unwesentlich Ziel des Risikomanagements in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten ist die Minimierung der oben angeführten Risiken. Im Folgenden werden die finanziellen Risiken sowie Ziele und Verfahren der SFC beschrieben. Ausfallrisiko (Kreditrisiko) Das Kredit- bzw. Ausfallrisiko ist definiert als ein unerwarteter Verlust bei Finanzinstrumenten, sofern ein Vertragspartner seinen Verpflichtungen nicht vollständig und bei Fälligkeit nachkommt oder wenn Sicherheiten an Wert verlieren. Ausfallrisiken resultierten hauptsächlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und dem Risiko des potenziellen Ausfalls eines Vertragspartners. Die Kundenstruktur der SFC ist unter anderem SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 46 KONZERNLAGEBERICHT durch verschiedene Großkunden geprägt. Um einem Ausfallrisiko vorzubeugen, werden durchgeführt und Kreditlimite auf Basis von Kundeninformationen oder Reports von externen Ratingagenturen und Informationsdienstleistungsunternehmen sowie auf Basis der Erfahrungen der SFC hinsichtlich Forderungsausfällen für ausgewählte Kunden abgefragt. Neukunden werden in der Regel nur gegen Vorauskasse beliefert. Trotzdem kann dadurch der Ausfall einzelner Vertragspartner, auch bei positiven Bonitätseinstufung, nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, auch wenn dies als unwahrscheinlich eingeschätzt wird. Eine Forderung gilt als ausgefallen, wenn der Vertragspartner nicht bereit oder nicht fähig ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Eine Reihe intern definierter Anlässe löst ein Ausfallrating aus, beispielsweise die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens oder ein Ausfallrating einer externen Ratingagentur. Für die Analyse und Überwachung des Kredit- bzw. Ausfallrisikos hat die SFC verschiedene Prozesse eingerichtet. Ein Hauptelement sind wöchentliche Forderungsmanagement- Meetings, dabei werden alle wesentlichen überfälligen Forderungen besprochen und Maßnahmen mit den verantwortlichen Vertriebsmitarbeitern eingeleitet. Für die SFC B.V. und SFC Ltd. erfolgt die Vorbeugung hinsichtlich des Ausfallrisikos grundsätzlich in der Weise, dass überfälligen Forderungen zunächst durch Buchhaltungsmitarbeiter nachgegangen wird und sie sodann durch den verantwortlichen Vertriebsmitarbeiter mit dem Kunden diskutiert werden. Der maximale Risikobetrag für finanzielle Vermögenswerte, ohne Berücksichtigung von Sicherheiten, entspricht ihrem Nettobuchwert. Die in der Bilanz ausgewiesenen Beträge verstehen sich abzüglich der Wertberichtigungen für voraussichtlich uneinbringliche Forderungen, die seitens des Managements auf der Grundlage von einzelfallbezogenen Informationen, Erfahrungen aus der Vergangenheit und des derzeitigen wirtschaftlichen Umfeldes geschätzt wurden. Einzelwertberichtigungen werden vorgenommen, sobald eine Indikation besteht, dass Forderungen uneinbringlich sein könnten. Die Indikationen beruhen auf intensiven Kontakten im Rahmen des Forderungsmanagements. Die Forderungen aus Produktverkäufen sind für die SFC AG durch Eigentumsvorbehalte besichert. Die ausstehenden Forderungen, für die Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 1.505 (31. Dezember 2021: TEUR 853) bestehen, sind aufgrund der vorliegenden Kundenstruktur von SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 47 48 KONZERNLAGEBERICHT hoher Bonität. Zum Bilanzstichtag lagen keine Anhaltspunkte vor, dass bezüglich dieser Forderungen weitere wesentliche Zahlungsausfälle zu erwarten sind. Ferner bestehen potenzielle Ausfallrisiken bei den liquiden Mitteln. Die liquiden Mittel umfassen im Wesentlichen kurzfristige Fest- und Tagesgelder und sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten. Im Zusammenhang mit der Anlage von liquiden Mitteln ist SFC Verlusten aus Kreditrisiken ausgesetzt, sofern Finanzinstitute ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Zur Minimierung dieses Risikos werden die Finanzinstitute, bei denen Anlagen getätigt werden, sorgfältig ausgewählt und die Anlagen auf mehrere Banken verteilt. Es wird insbesondere darauf geachtet, dass die liquiden Mittel mehrheitlich bei in Deutschland ansässigen Kreditinstituten, die Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken und in der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH sind, angelegt werden. Darüber hinaus werden nur kurzfristige Festgelder mit einer Laufzeit von maximal drei Monaten vereinbart. Die maximale Risikoposition entspricht dem Buchwert der liquiden Mittel zum Bilanzstichtag. Zum Bilanzstichtag hatte die SFC AG keine liquiden Mittel in Festgelder angelegt. Insgesamt ist das Kredit- bzw. Ausfallrisiko aufgrund der Unwägbarkeiten und damit verbundenen hohen Eintrittswahrscheinlichkeit sowie der erheblich negativen Auswirkungen aufgrund des Volumens der betroffenen Vermögenswerte als hohes Risiko zu beurteilen. Währungsrisiko Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Geschäftstätigkeit ist der Konzern Risiken aus Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Ein Wechselkursrisiko besteht in möglichen Wertänderungen, insbesondere bei Forderungen und Verbindlichkeiten in einer anderen Währung als der jeweiligen funktionalen Währung der Konzerngesellschaften, durch Schwankungen der Wechselkurse (Transaktionsrisiko). Ein zunehmender Anteil der Umsatzerlöse des Konzerns einerseits sowie der Betriebskosten und Investitionsausgaben andererseits entfällt auf den kanadischen Dollar und den US-Dollar. Insbesondere aufgrund des Geschäftsvolumens von SFC Ltd. erzielt der Konzern einen wesentlichen Teil seines Umsatzes in kanadischen Dollar, dem nur zum Teil Aufwendungen bzw. Ausgaben in derselben Währung gegenüberstehen. Ferner erzielen SFC AG und SFC Ltd. in Nordamerika Umsatzerlöse in US Dollar, denen ebenfalls nur zum Teil Aufwendungen bzw. Ausgaben in US Dollar für den Einkauf von Vorprodukten oder Dienstleistungen gegenüberstehen. In beiden SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 49 KONZERNLAGEBERICHT Fremdwährungen hat sich mit der Ausweitung der Geschäftsaktivitäten in Nordamerika ein zunehmender Überschuss ergeben und wird auch zukünftig erwartet. Um Risiken aus Fremdwährungen zu begrenzen, sollen im Rahmen eines Fremdwährungsmanagements Überschüsse in kanadischen Dollar (CAD) und US Dollar (USD) vermieden sowie Währungsverluste im Vergleich zu den Budgetannahmen minimiert werden. Die geplante Fremdwährungsposition wird nicht gesichert. Im Falle größerer offener Positionen bzw. eines signifikanten Anstiegs des Fremdwährungsrisikos kann die Sicherung der geplanten Fremdwährungsposition über Devisentermingeschäfte erfolgen. Diesen Sicherungen liegen Prognosen über zukünftige Zahlungsströme zugrunde, deren Eintritt unsicher ist. Dies kann dazu führen, dass Wechselkursschwankungen die Ertragslage des Konzerns trotz Sicherungen negativ beeinflussen. Des Weiteren bestehen Wechselkursrisiken in Bezug auf die Umrechnung der Bilanzpositionen sowie der Erträge und Aufwendungen der ausländischen Konzerngesellschaften außerhalb der Eurozone (Translationsrisiko). Aus der Währungsumrechnung der Aktiva und Schulden von SFC Ltd. zum 31. Dezember 2022 hätte sich bei einer Kursschwankung des CAD zum EUR von -5 % ein Effekt von TEUR -898 (Vorjahr: TEUR -879) und bei einer Kursschwankung von +5 % ein Effekt von TEUR 898 (Vorjahr: TEUR 879) ergeben, der sich im Eigenkapital des Konzerns niedergeschlagen hätte. Bei einer Änderung des Wechselkurses des CAD und des USD zum EUR im Vergleich zu den Annahmen in der Unternehmensplanung von 5 % hat dies eine Auswirkung von rund 2,0% (Vorjahr: 1,8%) auf den Konzernumsatz und von rund 1,7% (Vorjahr: 0,5%) auf das bereinigte Konzern EBITDA. Zum Bilanzstichtag bestehen keine offenen Devisentermingeschäfte. Derivative Finanzinstrumente wurden auch unterjährig zur Absicherung von Währungsgeschäften nicht eingesetzt. Aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumen in Nordamerika werden die potenziellen negativen Auswirkungen von Währungsrisiken nicht mehr unwesentlich, sondern als moderat und als möglich eingeschätzt. Insgesamt ergibt sich daraus kein geringes Risiko mehr, sondern ein mittleres Risiko. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 Zinsänderungsrisiko Negative Entwicklungen auf den Finanzmärkten und Änderungen in der Politik der Zentralbanken können zu Zinsschwankungen führen, die sich negativ auf unser Finanzergebnis auswirken können. Im Berichtsjahr hat sich das Zinsniveau, u.a. aufgrund gestiegener makroökonomischer Unsicherheiten (zum Beispiel durch Inflation, COVID-19, Krieg in der Ukraine) in den hochentwickelten Volkswirtschaften erhöht. Veränderungen des Zinsniveaus wirken sich insbesondere aufgrund variabler Zinssätze auf den Zinszahlungen bei der Ziehung der Kreditlinien (kurzfristige Finanzschulden) und den Erträgen aus der Anlage der liquiden Mittel aus. Aktuell erfolgen Geldanlagen mit einer Laufzeit von maximal 3 Monaten, insofern 50 KONZERNLAGEBERICHT Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass der Konzern seinen Zahlungsverpflichtungen nicht in ausreichendem Maß nachkommen kann. Zur Reduzierung potenzieller Liquiditätsrisiken, folgt der Konzern einer wohlüberlegten Unternehmensfinanzierungspolitik, welche auf den kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungs- und Liquiditätsanforderungen des Konzerns aufgebaut ist. Die Unternehmensfinanzierungspolitik ist insgesamt auf eine ausgewogene Kapitalstruktur, ein diversifiziertes Fälligkeitsprofil und ein stabiles Liquiditätspolster ausgerichtet. Der Konzern begrenzt das Liquiditätsrisiko durch die kontinuierliche Verfolgung der sich an den Finanzmärkten bietenden Finanzierungsmöglichkeiten und beobachtet, wie sich Verfügbarkeit und Kosten der Finanzierungsmöglichkeiten entwickeln. Ein wesentliches Ziel ist es dabei, die finanzielle Flexibilität des Konzerns zu sichern und eventuelle Rückzahlungsrisiken zu begrenzen. Da in den Kreditverträgen Financial Covenants vereinbart wurden, können diese kontrahierten Kreditzusagen bei schlechterer Bonität von SFC oder einer der Tochtergesellschaften nicht abrufbar sein. Es ist nicht auszuschließen, dass die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine länger anhaltende negative Auswirkungen auf die Kapitalmärkte haben. Ein Liquiditätsrisiko ist für die SFC derzeit nicht erkennbar. Die zum Stichtag frei zur Verfügung stehenden liquiden Mittel ohne Verfügungsbeschränkung betrugen TEUR 64.803 (Vorjahr: TEUR 24.623). Insgesamt ist das Liquiditätsrisiko als unwahrscheinlich jedoch mit erheblichen Ausmaß als moderates Risiko zu beurteilen. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 wird das Zinsergebnis von SFC maßgeblich durch die kurzfristigen Zinsen am Kapitalmarkt beeinflusst. Das Zinsrisiko aus der Anlage von liquiden Mitteln ergibt sich insbesondere aufgrund der Zinsen für kurzfristige Termingelder. Darüber hinaus besteht ein Zinsänderungsrisiko aufgrund des Kreditratings. In den Kreditverträgen der SFC Ltd., sind Financial Covenants (Einhaltung verschiedener Finanzrelationen) vereinbart. Bei einer Nichteinhaltung bzw. Nichterfüllung der Covenants besteht das Risiko, dass ein Zuschlag auf die Zinszahlungen zu entrichten ist bzw. der entsprechende Kredit vorzeitig fällig gestellt wird. Neben der Ertragssituation kann auch ein erhöhter Finanzierungsbedarf zu einem erhöhten Covenant-Risiko führen. Der Konzern unterliegt darüber hinaus keinen wesentlichen Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinslichen Instrumenten. SFC ermittelt bestehende Zinsänderungsrisiken anhand von Sensitivitätsanalysen, die die Effekte von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und - aufwendungen sowie auf das Eigenkapital darstellen. Da die Höhe der Ziehung der Kreditlinien (Betriebsmittellinien) starken Schwankungen unterliegen kann, sind die Zinszahlungen dabei allerdings nicht sicher prognostizierbar. Sollte die Sensitivitätsanalyse ergeben, dass Zinsschwankungen zu bedeutsamen Auswirkungen führen können, könnte SFC derivative Sicherungsinstrumente zur Verminderung des Risikos nutzen. Die Zinssätze für die vereinbarten Kreditlinien entsprechen dem EURIBOR bzw. der Canadian Prime Lending Rate zuzüglicher einer Marge. In Europa kommt derzeit als Basissatz nur der 1- Monats-EURIBOR zur Anwendung. Aufgrund der gestiegenen makroökonomischen Unsicherheiten wird das Zinsänderungsrisiko nicht mehr als möglich, sondern als wahrscheinlich eingeschätzt, hat aber aufgrund der relativ geringen Fremdkapitalfinanzierung des Konzerns nach wie vor potenziell geringe negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Insgesamt wird das Risiko als geringes Risiko eingeschätzt. 51 KONZERNLAGEBERICHT Risikobericht Aus der Geschäftstätigkeit des Konzerns ergeben sich – über die vorstehend dargestellten Risiken in Zusammenhang mit Finanzinstrumenten hinaus – die nachfolgend aufgeführten wesentlichen Risiken, die erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNLAGEBERICHT und Ertragslage des Konzerns (d.h. Auswirkungen auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Cashflows) haben können. Soweit nachfolgend nicht einzelne Segmente benannt sind, beziehen sich die Risiken auf alle Segmente. Die Risiken zu den Konzernunternehmen SFC B.V. und SFC Ltd. beziehen sich jeweils anteilig auf die Segmente. Geschäftsrisiken GESCHÄFTSRISIKEN (in TEUR) Eintrittswahrscheinlichkeit Auswirkungsgrad Marktrisiken Wahrscheinlich Erheblich Segment Clean Power Management Möglich Erheblich Segment Clean Energy Unwahrscheinlich Erheblich Marktrisiken Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die Entwicklung des operativen Geschäftes des Konzerns wird durch Marktfaktoren wie geographische und branchenspezifische Konjunkturverläufe, politische und finanzwirtschaftliche Veränderungen, Rohstoffpreise und Wechselkurse beeinflusst. Diese Marktfaktoren unterliegen wiederum selbst vielfältigen Einflüssen. Die weltwirtschaftlichen und geopolitischen Aussichten sind von großer Unsicherheit geprägt und das makroökonomische Umfeld war im Berichtsjahr aufgrund verschiedener negativer Faktoren (zum Beispiel durch den Krieg in der Ukraine ausgelöste Energiekrise, fortdauernde Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, hohe Inflation) unbeständig. Die negativen Faktoren könnten sich in 2023 alle weiter verstärken. Vor allem die kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine und ihre politischen und wirtschaftlichen Folgen, wie Sanktionen und Gegenmaßnahmen, bergen weitreichende Risiken. Auch wenn der Konzern bereits schon vor der russischen Invasion in die Ukraine keine wesentlichen Geschäftsbeziehungen in Russland und der Ukraine unterhalten hat, kann sich der Krieg indirekt negativ auf Absatzentwicklung, Produktionsprozesse sowie Einkaufs- und Logistikprozesse auswirken, beispielsweise durch Unterbrechungen der Lieferketten und der Energieversorgung oder durch Engpässe bei Komponenten und Rohmaterialien. Der Konflikt könnte weiter eskalieren und sich auf andere Staaten ausweiten, einschließlich NATO-Staaten, und nichtkonventionelle Waffen könnten zum Einsatz kommen. Eine Ausweitung des Kriegs könnte erhebliche Auswirkungen auf das Marktumfeld des Konzerns haben. Aber auch der aktuelle Kriegszustand könnte die SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 52 KONZERNLAGEBERICHT wirtschaftliche Entwicklung weiter negativ beeinflussen, wenn potenzielle Energieversorgungsengpässe Rationierungen in Industrie und Haushalten erforderlich machen oder gar zu Stromausfällen in den nächsten Monaten führen. Dies würde die bereits hohe Inflation anheizen, was wiederum die Gefahr einer anhaltenden Lohn-Preis-Spirale birgt. Ein weiteres Kernrisiko für den Konzern Ausblick ist, dass die Zentralbanken die Inflation nicht unter Kontrolle bringen und dann noch restriktiver reagieren müssen. Alternativ dazu könnten die Zentralbanken überreagieren, was zu einer raschen Straffung der Geldpolitik führen könnte. Restriktivere Finanzierungsbedingungen würden die hochentwickelten Volkswirtschaften wahrscheinlich in eine Rezession treiben und ein erhebliches Risiko für die anfälligen Schwellenländer darstellen. Hochverschuldete Schwellen- und Industrieländer könnten unter steigenden Finanzierungskosten, einer weiteren Aufwertung des US-Dollars und einem Vertrauensverlust der Investoren leiden. Eine strengere Geldpolitik der Zentralbanken, schlechten Konjunkturaussichten bei gleichzeitig steigenden Preisen und Inflation würden auch Indiens Wirtschaftswachstum bremsen und könnten das Geschäft des Konzerns in Indien stark beeinträchtigen. Zusätzliche negative Auswirkungen auf den Umsatz mit Kunden aus dem staatlichen Sektor könnte sich auch durch steigenden Druck auf Regierungen ergeben, aufgrund von restriktiveren Finanzierungsbedingungen Sparmaßnahmen zu intensivieren, bis hin zu schwindendem Vertrauen der Märkte in einzelne Währungsmärkte. Zudem könnten Risiken aus anderen geopolitischen Spannungen (insbesondere im Zusammenhang mit der Ukraine, dem Baltikum, Osteuropa, dem westlichen Balkan, China, Taiwan und dem Iran) entstehen. Behinderung und Neudefinition internationaler Kooperationen könnten das Geschäft des Konzerns stark beeinträchtigen. Damit einhergehend würden sich zunehmende Handelsbarrieren, Protektionismus, Sanktionen und technische Vorschriften negativ auf die Produktionskosten auswirken und den Zugang zu Absatzmärkten erheblich erschweren oder sogar behindern. Ein erhebliches Risiko für den Konzernumsatz und die Kostenstruktur geht von potenziellen Engpässen in der Lieferkette aus, die auf die mangelnde Verfügbarkeit von Zwischenprodukten, insbesondere elektronischen Bauteilen zurückzuführen sind. Das Umsatzpotenzial des Konzerns ist auch von der konjunkturellen Entwicklung bestimmter Branchen abhängig. Eine Fortsetzung oder gar Verschärfung von konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen in den Kernkundenbranchen des Konzerns kann negativen SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 53 KONZERNLAGEBERICHT Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz und Ertragslage des Konzerns haben. Aus einer Nachfragezurückhaltung könnte auch ein Rückgang der Preise für die Produkte, Systeme und Lösungen des Konzerns resultieren. Sowohl der Nachfrageüberhang beim weltweiten Warenhandel als auch die angebotsseitigen Engpässe wirkten im Geschäftsjahr preistreibend auf Vorprodukte. Zusammen mit den stark angestiegenen Preisen für fossile Energieträger hatte dies auch direkte Auswirkungen auf die weltweiten Verbraucherpreise. Diese lagen im Euroraum im Berichtsjahr deutlich über denen des Vorjahres.35 Die internationale Geschäftsaufstellung des Konzerns, das breite Produktportfolio für Kunden aus dem privaten, industriellen und staatlichen Sektor in unterschiedlichen Märkten, welche unterschiedlichen Geschäftszyklen folgen, helfen die Folgen ungünstiger Entwicklungen auf einzelnen Märkten auszugleichen. So war z. B. das Segment Clean Power Management, mit einem signifikant höheren Anteil von elektronischen Bauteilen in den Vorprodukten als das Segment Clean Energy, deutlich stärker von Lieferengpässen betroffen. Strategische Risiken Die Märkte, in denen der Konzern mit seiner Brennstoffzellentechnologie agiert, sind infolge der zunehmenden Umwelt-, Sozial- und Governance-Anforderungen von Regierungen und Kunden sowie Finanzierungsbeschränkungen von Regierungen, Kundenanforderungen und Finanzierungsbeschränkungen für Technologien, die Treibhausgase emittieren, rasanten und signifikanten Änderungen unterworfen. Insbesondere hinsichtlich der Wasserstoff Brennstoffzellentechnologie stellt die notwendige Veränderungsbereitschaft in Bezug auf bereits verwendete Technologien oder Beschaffungsstrategien bei Kunden ein Risiko dar. Weitere umsatzbezogene Risiken bestehen zudem hinsichtlich der Abhängigkeit sowohl des Kundenprojektgeschäftes als auch des Sektorengeschäftes (z. B. Öl und Gasindustrie) vom Geschäftserfolg einzelner Kunden in ihren Märkten und der wirtschaftlichen Entwicklung der jeweiligen Märkte, in denen die Kunden operieren. Enge Kundenbeziehungen, die eigene Weiterentwicklungen sowie Marktnähe inklusive genauer Marktanalysen dienen uns dabei als Mitigierungsmaßnahmen. Die Unternehmensstrategie des Konzerns ist maßgeblich auf Wachstum und Internationalisierung im Brennstoffzellenmarkt ausgelegt. Die strategischen Annahmen 35 Ifo-Institut, München (Dezember 2022) SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 54 KONZERNLAGEBERICHT bezüglich des Wachstums basieren auf Annahmen und Schätzungen, die sich nachträglich als unzutreffend erweisen könnten. Hierzu gehören operative und regulatorische Entwicklungen sowie zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen und Marktveränderungen, da sich Kernkundenbranchen und regionale Märkte, auf die sich der Konzern strategisch konzentriert, anders als erwartet entwickeln können. Der Konzern reduziert diese Risiken durch sorgfältige Analysen. Ungeachtet dessen kann nicht ausgeschlossen werden, dass jeder der vorgenannten Sachverhalte dazu führt, dass erwartete Resultate in einzelnen Märkten nicht erzielt werden können. Insgesamt versucht der Konzern diesen Risiken durch eine breite Diversifikation der Märkte und Regionen entgegenzuwirken. Das Nettorisiko für den Konzern aus negativen politischen und makroökonomischen Entwicklungen wird als möglich gesehen und hätte erheblich negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Somit wird es als hohes Risiko eingeschätzt. COVID-19-Pandemie COVID-19 belastet immer noch die globale Wirtschaftsaktivität, insbesondere aufgrund der Aufhebung der strikten Null-Covid-Politik in China mit potenziellen Ausstrahlungseffekten auf die Weltwirtschaft (zum Beispiel erneuter Ausbruch der COVID-19-Pandemie in Europa und Nord-Amerika, oder die Entstehung aggressiverer und tödlicher Varianten). In diesem Zusammenhang stellt auch die Entstehung aggressiverer und tödlicher Varianten ein zentrales Risiko für die Weltwirtschaft dar. Im Berichtsjahr hatten sich die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Es kam jedoch immer noch zu pandemiebedingten Unterbrechungen der Fertigung oder der Lieferketten, wie zum Beispiel in China. Dies hatte und hat Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Komponenten sowie auf die Umsätze des Konzerns. Diese Risiken könnten sich bei einem erneuten Aufflammen der COVID-19-Pandemie wieder verstärken. Die COVID-19-Pandemie sowie jede andere Pandemie, Epidemie oder der Ausbruch von Infektionskrankheiten könnten sich erheblich nachteilig auf die Geschäfts-, Ertrags- und Finanzlage des Konzerns auswirken. Der Vorstand und das erweiterte Managementteam in allen Funktionsbereichen des Konzerns überwachen weiterhin die COVID-19-Geschehnisse genau und beteiligen sich bei Bedarf aktiv an Minderungsmaßnahmen. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 55 KONZERNLAGEBERICHT Insgesamt wird das Marktrisiko aufgrund der als wahrscheinlich erachteten Eintrittswahrscheinlichkeit und potentiell erheblichen negativen Auswirkungen als hohes Risiko betrachtet. Segment Clean Energy Energiewende und Klimaschutz haben in den vergangenen Jahren zu dominierenden Themen von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt. Nach unseren Einschätzungen wird es im Energiesektor auch als Reaktion auf Klimazielverpflichtungen Umwälzungen geben. Die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen gerät zunehmend unter Druck, da der vorherrschende Trend in vielen Regionen der Welt in Richtung einer nachhaltigen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien oder kohlenstoffneutralen Brennstoffen geht. Das zeigen unter anderem der Schulterschluss großer Teile von Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft für eine umfassende CO2-Bepreisung, das Klimapaket der Bundesregierung, aber auch das im Juli 2022 von der EU-Kommission gebilligte IPCEI Hy2Tech Projekt zur Förderung von Wasserstoff36 und die im November 2022 in den USA verabschiedeten Steuergutschriften für die Produktion von grünem Wasserstoff im Rahmen des „Inflation Reduction Act“ 37. Änderungen an den regulatorischen Rahmenbedingungen oder die Erhöhung des CO2-Preises können wesentlich zum Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoff- und Methanolwirtschaft beitragen. Dadurch würde die Wettbewerbsfähigkeit von „grünem Wasserstoff“ und „grünem Methanol“ und damit auch die des Produktportfolios des Segments, verbessert. Diese - zum Teil disruptiven - erwarteten Entwicklungen auf den Energiemärkten einschließlich des Trends zur Dekarbonisierung von Industrien eröffnet uns Chancen die Penetration unserer Zielmärkte mit kohlenstoffärmerer oder -freier Brennstoffzellentechnologie zu beschleunigen und wird sich nach unseren Einschätzungen wesentlich positiv auf das Umsatzwachstum und das Ergebnis des Segments Clean Energy auswirken. Allerdings können die einschlägigen Veränderungen schrittweise über mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg vollzogen werden. Es besteht das Risiko, dass die Nachfrage nach 36 The European Commission, Brüssel (September 2022); Pressemitteilung Statement by Executive Vice-President Vestager on the second Important Project of Common European Interest in the hydrogen value chain https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/STATEMENT_22_5677 37 The White House, Washington (Januar 2023), A GUIDEBOOK TO THE INFLATION R EDUCTION ACT’S INVESTMENTS IN CLEAN ENERGY AND CLIMATE ACTION SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 56 KONZERNLAGEBERICHT Wasserstoff- und Direkt-Methanol Brennstoffzellenlösungen hinter den Prognosen zurückbleibt, da der Umstieg auf die Technologie langsamer vollzogen wird als von uns erwartet oder andere emissionsarme bzw. -neutrale Technologien zum Einsatz kommen. Es besteht auch das Risiko, dass entsprechende Auflagen bzw. ordnungspolitische Maßnahmen (z.B. CO2-Bepreisung, Einsatzrestriktionen für Treibhausgas emittierende Technologien, Förderung der Wasserstoff-Infrastruktur) in einem weit längeren Zeitfenster umgesetzt werden als von uns erwartet und uns dazu zwingen können, unsere Strategie und Organisationsstruktur sowie unser Produktportfolio zu überdenken. Niedrige oder sogar sinkende Stromentstehungskosten aus der Verstromung von konventionellen oder fossilen Energieträgern in manchen Regionen der Welt, können dazu führen, dass sich die Nachfrage nach Brennstoffzellen langsamer als erwartet entwickelt. Das Umsatzwachstum und Ergebnis des Segments wird, wie schon in der Vergangenheit, auch weiterhin maßgeblich davon abhängen, inwieweit wir die sich weiterentwickelnden Bedürfnisse unserer Bestandskunden und potenzieller Neukunden erfüllen können und inwieweit wir in der Lage sein werden, Veränderungen in den von uns bedienten Märkten zu antizipieren, uns an diese anzupassen und unsere Kostenbasis entsprechend zu optimieren. Teile des Produktportfolios des Segments richtet sich an öffentliche Auftraggeber. Risiken bestehen in der Abhängigkeit vom Ausgabeverhalten öffentlicher Haushalte im Inland und in ausländischen Kundenländern. In Staatshaushalten kann es zu Umschichtungen und Kürzungen kommen, von denen auch die von uns adressierten Ressorts betroffen sein können. Die diversifizierte Kundenstruktur sorgt für einen Ausgleich bei Nachfrageschwankungen in einzelnen Branchen und Regionen. Durch das hinsichtlich Leistung und Brennstoffzellentechnologie diversifizierte Produktportfolio und die geringe Abhängigkeit von einzelnen Kunden können Preisänderungsrisiken und Nachfrageschwächen abgefedert werden. Durch die konsequente Internationalisierung des Segments und die Ausrichtung des Geschäfts auf die großen Wirtschaftsräume Europa, Nord-Amerika und Asien ist die Abhängigkeit in einzelnen Kundenländern begrenzt und eine Risikostreuung gegeben. Insgesamt werden negative politische, regulatorische und makroökonomischen Entwicklungen für das Segment als unwahrscheinlich gesehen, könnten im individuellen Fall SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 57 KONZERNLAGEBERICHT jedoch eine erhebliche negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Somit erfolgt eine Einstufung als moderates Risiko. Segment Clean Power Management Das Segment Clean Power Management entwickelt, fertigt und vermarktet Power- Management-Produkte und Lösungen, die Effizienzgewinne bei der Übertragung und insbesondere Nutzung von elektrischer Energie in den Wertschöpfungsstufen bzw. Produkten der adressierten Märkte ermöglichen. Sie bilden die Grundlage für die intelligente und effiziente Nutzung von elektrischer Energie zum Beispiel in der Stromversorgung von Mess- und Analysegeräten, Fertigungsmaschinen und industriellen Antriebssystemen. Die Entwicklung des Segments Clean Power Management, ist aufgrund der bedienten Märkte für Geräte in der Hightech- sowie Öl- und Gasindustrie eng verbunden mit den makroökonomischen Trends und Konjunkturzyklen auf globaler Ebene aber auch in den einzelnen Regionen und Ländern, in denen das Segment tätig ist. Risiken, die durch Konjunkturzyklen entstehen, können nicht völlig abgewendet werden. So besteht in den adressierten Märkten das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen. Es ist auch möglich, dass künftige Marktrückgänge sich anders als bisher zeigen, etwa eine L- Form mit längeren Phasen von stagnierendem Wachstum annehmen. Ein Ausbleiben oder Rückgang des Marktwachstums würde die Realisierung des Wachstumsziels des Segments erheblich erschweren. Sinkende oder dauerhaft niedrige Öl- und Gaspreise könnten zu einem Nachfragerückgang nach unseren Produkten und Lösungen für die Öl- und Gasindustrie führen. Aktuell gehen Analysten von internationalen Banken allerdings davon aus, dass aufgrund der Wiedereröffnung Chinas, das geringer als erwartete Wachstum des Schieferölangebots in den USA und die Quotensenkungen durch den Ölverbund OPEC+. der Ölpreis kurzfristig nicht einbrechen bzw. wieder ansteigen wird. Rückläufigen Entwicklungen weltweit sowie in einzelnen Ländern und temporären Schwankungen der Nachfrage nach Investitionsgüter in der Hightech- sowie Öl- und Gasindustrie wird durch einen Ausbau der internationalen Präsenz sowie der zunehmenden Vermarktung von Produkten in der Erneuerbare-Energien Industrie entgegengewirkt. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 58 KONZERNLAGEBERICHT Das diversifizierte Produktportfolio des Segments trägt dazu bei, dass temporäre Konjunkturschwankungen durch günstigere Entwicklungen in anderen Regionen und Märkten zum Teil kompensiert werden können. Das Nettorisiko aus negativen makroökonomischen und konjunkturellen Entwicklungen der von dem Segment adressierten Märkte wird als möglich angesehen und kann erheblich negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Somit stufen wir es als hohes Risiko ein. Operative Risiken OPERATIVE RISIKEN (in TEUR) Eintrittswahrscheinlichkeit Auswirkungsgrad Technologische Risiken Möglich Moderat Patentrechtliche Risiken Unwahrscheinlich Unwesentlich Wettbewerbsrisiken Möglich Moderat Produktrisiken Möglich Erheblich Beschaffungstechnische Risiken Wahrscheinlich Erheblich Produktionsrisiken Möglich Erheblich Rohstoffpreisrisiken Wahrscheinlich Erheblich Personalwirtschaftliche Risiken Wahrscheinlich Erheblich Informationstechnologische Risiken Möglich Erheblich Risiken im regulatorischen Umfeld Möglich Erheblich Compliance Risiken Möglich Erheblich Environmental Social Governance Risiken Möglich Erheblich Unternehmensentwicklungsrisiken Möglich Erheblich Technologische Risiken Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der SFC ist die Technologieführerschaft sowie die Fähigkeit, Änderungen in den Kernkundenbranchen zu antizipieren und sich daran anzupassen. Dazu zählt auch die Erhöhung der Leistung der Brennstoffzellen des Konzerns bei gleichzeitiger Senkung bzw. Optimierung der Herstellkosten der Produkte. Neben den eigenen Entwicklungsarbeiten, arbeitet die SFC in diesem Zusammenhang auch im Rahmen intensiver Kooperationen mit wichtigen Lieferanten zusammen. Die Weiterentwicklung der bestehenden Technologien u.a. für neue Anwendungen mit höheren Leistungen sowie die Einführung neuer Produkte und Technologien erfordert ein starkes Engagement in Forschung und Entwicklung, das mit einem beträchtlichen Einsatz finanzieller Mittel verbunden ist und nicht zwingend erfolgreich ist. Zudem können sich SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 59 KONZERNLAGEBERICHT Entwicklungsprojekte verzögern oder erwartete Budgets überschritten werden. Im Zuge des Portfoliomanagements werden alle Projekte in der Entwicklungspipeline regelmäßig bewertet und überprüft und gegebenenfalls neu ausgerichtet. Dem Abschluss und Fortbestehen intensiver Kooperationen und der Externalisierungen von bestimmten Entwicklungsleistungen kommt eine wichtige Bedeutung zu. Eine Abweichung von den hierfür definierten strategischen Zielen könnte eine kritische negative Auswirkung auf die zukünftige Ertragslage des Konzerns haben. Das bei der (Weiter-) Entwicklung entstehende Know how stellt einen wichtigen Wettbewerbsvorsprung für SFC dar. Die Patente und das Portfolio geistigen Eigentums des Konzerns werden aktiv gepflegt und weiterentwickelt, um die Technologieposition des Konzerns zu sichern bzw. auszubauen. Einerseits unterliegen jedoch nicht alle im Konzern hergestellten Produkte einem Patentschutz, andererseits können die Patente und anderen Rechte an geistigem Eigentum nicht verhindern, dass Wettbewerber selbst Produkte und Technologien entwickeln und verkaufen, die denen der SFC gleichen und mit der SFC in Konkurrenz treten. Durch Geschwindigkeit im Entwicklungsprozess und faktischen Schutz in Form des im Konzern befindlichen Know hows werden solche Risiken abgemildert. Eine veränderte Haushaltslage in Deutschland könnte zu Restriktionen bei der Vergabe von Fördermitteln führen. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass für 2023 mögliche Förderprojekte nur im geringen Umfang berücksichtigt werden und nur relativ geringe Zuschüsse in 2022 für vorhandene Projekte geflossen sind, so dass hier insbesondere auch durch die in Kraft getretene Nationale Wasserstoffstrategie sowie zum Teil auch das Forschungszulagengesetz die Chancen überwiegen. Insgesamt wird das Technologierisiko aufgrund der als möglich erachteten Eintrittswahrscheinlichkeit und moderaten negativen Auswirkungen als moderates Risiko betrachtet. Patentrechtliche Risiken Die immer unübersichtlicher werdende Schutzrechtslage und die Komplexität der Produkte bedeuten unverändert, dass einige Prozesse oder Produkte der SFC möglicherweise gegen Patente verstoßen, deren Existenz uns nicht bekannt ist. SFC hat durch seine bisherige Alleinstellung als Anbieter kommerzieller Direktmethanol Brennstoffzellen seinerseits Schutzrechte und anmeldungen (aktuell: 13 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 60 KONZERNLAGEBERICHT Patentfamilien) erarbeitet, die gegenüber Wettbewerbern eine starke Wettbewerbsposition begründen. Gleichwohl kann nicht ausgeschlossen werden, dass zur Verteidigung dieser Patente Rechtskosten entstehen können. Durch die Ausrichtung von SFC als Anbieter von Energieversorgungslösungen besteht zudem das Risiko, dass Integrationslösungen bereits erteilten Schutzrechten unterliegen. SFC arbeitet kontinuierlich gemeinsam mit erfahrenen Patentanwälten daran, Rechtssicherheit auch in anderen Ländern bezüglich dort erteilter, möglicherweise relevanter Patente zu erlangen. Aufgrund des Produktportfolios und der Technologieposition ist die SFC zunehmend einer Reihe sektorspezifischer Kriminalitätsrisiken ausgesetzt. Dies betrifft in erster Linie, das Risiko, dass vertrauliche Informationen insbesondere Entwicklungsergebnisse gestohlen oder die Integrität des Produktportfolios kompromittiert werden könnten, unter anderem durch Fälschung und Verletzung der Schutzrechte des Konzerns sowie aller Arten von Eigentumsdelikten, inklusive der jeweiligen Versuche. Gleichermaßen können Kriminalitätsphänomene wie E-Crime und Spionage unsere Innovationen beziehungsweise die Innovationsfähigkeit als solche betreffen. Zur Bekämpfung der potenziellen Produktkriminalität bzw. Verletzung der Schutzrechte und des geistigen Eigentums der SFC ist seit mehreren Jahren ein konzerninternes funktions- und segment-übergreifendes Netzwerk etabliert. Zur Abwehr von Gefahren im Bereich E-Crime und Spionage sind technische Sicherheitslösungen und bestimmte präventive Ansätze im Einsatz. Maßnahmen zur Abwehr von Risiken und zur Verfolgung festgestellter Delikte werden in allen relevanten Kriminalitätsbereichen in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden durchgeführt. Es kann nicht garantiert werden, dass die Maßnahmen, die die SFC zum Schutz ihres geistigen Eigentums ergreift, unter allen Umständen erfolgreich sind. Der Einfluss dieser Risiken auf die Geschäftstätigkeit hängt vom jeweiligen Einzelfall, produktspezifischen Faktoren, sowie vor allem auch von regionalen Aspekten ab. Die aus patentrechtlichen Risiken allgemein resultierende Bedrohung wird insgesamt als unwahrscheinlich betrachtet. Die negativen Auswirkungen auf die Vermögens- Finanz- und Ertragslage des Konzerns wird als unwesentlich beurteilt. Insgesamt wird das Risiko als geringes Risiko eingeordnet. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 61 KONZERNLAGEBERICHT Wettbewerbsrisiken Derzeit besitzt die SFC AG eine Alleinstellung durch Technologieführerschaft und den Vermarktungsvorsprung im Bereich Direktmethanol Brennstoffzellen. Im Bereich wasserstoffbetriebene PEM Brennstoffzellen verfügt SFC als eines der ersten Unternehmen über ein industriell gereiftes Produkt im Bereich der stationären Anwendungen bis 50 KW Leistung und damit einen Wettbewerbsvorteil (Zeitvorsprung). Dieser Vorsprung wird u.a. durch Schutzrechte, Schnelligkeit und Fokussierung auf die technologischen Konzepte gesichert. Durch die massive Veränderung der Nachfragesituation, enorme staatliche Förderprogramme und den Zufluss von privatem Kapital ist hier eine höhere Wettbewerbsintensität ebenso zu erwarten wie verbesserte Kapitalverfügbarkeit für Entwicklungsprogramme der Unternehmen in der Branche. Es ist nicht auszuschließen, dass die Branche einen Konsolidierungsprozess durchläuft, der zu einer Verstärkung des Wettbewerbs, einer Veränderung der relativen Marktposition des Konzerns, einem Bestandsaufbau bei (un)fertigen Erzeugnissen oder einer unerwarteten Preiserosion führen könnte. Darüber hinaus gibt es das Risiko, dass wichtige Zulieferer von unseren Wettbewerbern übernommen werden und dass Wettbewerber verstärkt Dienstleistungen für unsere installierte Basis anbieten. Einige, u.U. auch mögliche zukünftige Wettbewerber verfügen über einen regional besseren oder einen zumindest vergleichbar guten Marktzugang in Indien und den USA, wodurch prinzipiell das Risiko besteht, dass SFC ihre Führungsrolle einbüßt. In beiden Segmenten unterliegt der Konzern den üblichen Risiken des Wettbewerbs. Im Segment „Clean Energy“ bestehen zudem Risiken durch Ankündigungseffekte und tatsächliche Substitutionslösungen, die zu Verunsicherungen bei Marktteilnehmern und zu Umsatzeinbußen bei der SFC führen könnten. Diesen Risiken tritt der Konzern mit unterschiedlichen Maßnahmen, wie z. B. durch eine auf Systemlösungen fokussierte Produktentwicklung, modulare Grundkonzepte und kundenspezifische Design-in-Konzepte, strategische Initiativen, Vertriebsinitiativen sowie potenzielle Gemeinschaftsunternehmen und strategische Kooperationen, mittels derer man Wettbewerbsbarrieren aufbaut, entgegen. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 62 KONZERNLAGEBERICHT Des Weiteren führt die intensive Pflege der langfristig etablierten Kundenbeziehungen, mit einer klaren Schwerpunktsetzung im Bereich Service und einer Fokussierung auf Produkt und Systemintegration, zu Wettbewerbsvorteilen und damit zu einer weiteren Risikominimierung. Insgesamt wird dieses Risiko als moderat eingestuft, bei einer möglichen Wahrscheinlichkeit und eine moderate Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Produktrisiken Die von SFC hergestellten Produkte müssen hohen Qualitätsanforderungen genügen, um im Markt zugelassen und nachhaltig von Kunden angenommen zu werden. Neben der Weiterentwicklung der eigenen Technologie widmet SFC der Qualitätssicherung hohe Aufmerksamkeit. Der Konzern unternimmt hohe Anstrengungen, um die Einhaltung von Qualitätsstandards sicherzustellen, führt selbst regelmäßig interne Inspektionen durch und absolviert auch externe Audits. Trotz dieser qualitätssichernden Prozesse kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass Fehler oder Defekte bei Produkten auftreten, Produkte die Qualitätsvorgaben nicht erfüllen und von Kunden oder Behörden beanstandet werden. Die Fehler können auch durch Zulieferer verursacht sein und zu Kosten, allgemeinen Beeinträchtigungen oder einem Imageschaden führen. Schadenersatz, Minderungs oder Rückabwicklungsansprüche von Kunden oder Geschäftspartnern können in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Bei Großprojekten insbesondere im Segment „Clean Energy“ besteht zudem das Risiko, diese Projekte nicht innerhalb des geplanten Zeitraums mit der entsprechenden Qualität abzuschließen, was Auswirkungen auf Folgebeauftragungen haben könnte. Je nach betroffenem Produkt und Schwere der Beanstandung ist es möglich, dass erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auftreten. Demzufolge stufen wir das Risiko als hohes Risiko ein. Beschaffungstechnische Risiken Die Ergebnisse unserer operativen Geschäftseinheiten hängen von einer zuverlässigen und effektiven Steuerung unserer Versorgungskette für Komponenten, Bauteile und Materialien ab. Unerwartete Lieferausfälle oder Lieferengpässe, die auf eine ineffektive Steuerung der Versorgungskette und/oder Kapazitätsbeschränkungen einzelner Lieferanten zurückzuführen SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 63 KONZERNLAGEBERICHT sind, könnten zu Produktionsengpässen, Lieferverzögerungen, Qualitätsproblemen und zusätzlichen Kosten führen. Bei der Versorgung einiger Komponenten und Bauteile sind unsere operativen Geschäftseinheiten abhängig von einzelnen Lieferanten: Für den Fall, dass einer dieser Lieferanten die Produktion beschränkt oder einstellt oder die Belieferung unterbricht, hätte dies möglicherweise erhebliche negative Auswirkungen auf das betroffene Geschäft. Wir begegnen diesen Risiken durch eine laufende Beobachtung der Beschaffungsmärkte, strukturierte Beschaffungskonzepte, der Vermeidung von Lieferantenabhängigkeiten, einer sorgfältigen Auswahl leistungsfähiger Lieferanten, jährlicher Lieferantenüberprüfungen, Qualitäts- und Zuverlässigkeitskontrollen bei Zulieferern, Alternativlieferanten und Nachunternehmern. Des Weiteren reduzieren wir die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikopotenzials durch langfristige strategische Kooperationen bei versorgungs- und preiskritischen Komponenten, mittel- und langfristige Rahmenlieferverträge sowie höheren Mindestlagerbeständen. Aufgrund eines anhaltend hohen Nachfrageüberhangs, insbesondere nach elektronischen Bauteile und knapper Transportkapazitäten, traten im Berichtsjahr wie bereits im Vorjahr Lieferantenengpässe bei zahlreichen Vormaterialien auf. Die Folgen des Kriegs in der Ukraine haben die bereits bestehenden Lieferengpässe sowie den Preisanstieg bei Rohstoffen und Energie insbesondere im ersten Halbjahr des Berichtsjahrs intensiviert. In der zweiten Jahreshälfte des Berichtsjahrs hat sich der Materialmangel zumindest in Teilen der Wertschöpfungskette erholt, allerdings gab es bei zahlreichen Elektronikbauteilen bzw. Halbleitern nach wie vor angespannte Liefersituationen. Aktuell sind Anzeichen erkennbar, dass sich die Lage der globalen Lieferketten langsam entspannt, so dass für das Geschäftsjahr 2023 eine weitere Erholung der Lieferketten erwartet werden kann. Zur Verbesserung der Lage sollte auch die Abkühlung der Weltkonjunktur beitragen. Im Vergleich zur Phase vor der Pandemie werden die Lieferengpässe jedoch auf erhöhtem Niveau bleiben. Abgesehen davon bleiben Unsicherheiten, insbesondere hinsichtlich der Lage in China. Die dortige Null-Covid-Politik war eine wesentliche Ursache der globalen Lieferprobleme. Es ist unklar welche Auswirkungen die Aufhebung dieser Politik auf die Weltwirtschaft haben wird. SFC hat keine Lieferanten mit Sitz in den Krisengebieten Russland und Ukraine. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass die kriegerische Auseinandersetzung negative Auswirkungen auf die Lieferzeiten haben wird. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 64 KONZERNLAGEBERICHT Insgesamt bewerten wir das Risiko in Bezug auf dessen Eintrittswahrscheinlichkeit als wahrscheinlich. Die negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage schätzen wir in individuellen Fällen unverändert als erheblich ein. Insgesamt wird dieses Risiko als hohes Risiko eingeschätzt. Produktionsrisiken Der Fertigungsstandorte in Brunnthal (Deutschland) und Cluj (Rumänien) sind für die Fertigung des Konzerns von großer Bedeutung. Sollte es aus Qualitätsproblemen, möglichen Störungen der Betriebsabläufe oder Produktionsausfällen, z. B. aufgrund von Feuer, Naturkatastrophen oder höherer Gewalt zu einer erheblichen Unterbrechung oder Einschränkung der Geschäftstätigkeiten an diesen Standorten kommen, hätte das erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Ein Transfer der Fertigung aus diesen Standorten wäre nicht nur mit hohem technischen und zeitlichen Aufwand verbunden, sondern auch mit hohen erforderlichen Investitionen. Ebenso ist SFC Risiken von Produktionsausfällen und damit verbundenen Lieferengpässen ausgesetzt, die durch technische Probleme in hochausgelasteten Produktionsstätten ausgelöst werden können bzw. fehlender beziehungsweise wegfallender Kapazitäten. Soweit es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, begrenzt der Konzern Schadensrisiken durch einen Versicherungsschutz, dessen Art und Umfang fortlaufend aktuellen Anforderungen angepasst wird. Der bestehende Versicherungsschutz kann sich allerdings im Einzelfall als unzureichend erweisen. Die SFC arbeitet an einer kontinuierlichen Risikominderung durch regelmäßige Investitionen, vorbeugende Instandhaltung, wirtschaftliche Prüfung und Planung weiterer Produktionsstätten, die Vorhaltung von Lagerbeständen, Aktivitäten im Bereich des Brandschutzes und Mitarbeiterschulungen. Das Eintreten dieser Risiken wird als möglich eingestuft und könnte im individuellen Fall eine erhebliche negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben und wird somit als hohes Risiko eingeschätzt. Rohstoffpreisrisiken Das Segment Clean Energy benötigt für die Herstellung von Brennstoffzellen bestimmte Edelmetalle, die bei Zulieferern eingekauft werden. Das Segment Clean Power Management benötigt in seinem Produktionsprozess Elektronikbauteile. Die Einkaufspreise für diese Komponenten und Rohmaterialien können aufgrund der Marktbedingungen, politischer Krisen oder der Gesetzgebung – verbunden mit möglichen Versorgungsengpässen – und volatiler Nachfrage nach einzelnen Komponenten und Rohmaterialien erheblich schwanken. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 65 KONZERNLAGEBERICHT Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass gestiegene Herstellungskosten nicht immer oder lediglich zeitverzögert über Preisanpassungen an unsere Kunden weitergegeben werden können und dass die Nichtverfügbarkeit von Komponenten und Rohmaterialien wachstumsbremsend wirken können. Um einkaufsbezogene Risiken wie größere Preisschwankungen zu verringern, beschaffen wir wichtige Einsatzstoffe und Materialien auf Basis langfristiger Lieferverträge. Der überwiegende Teil des Beschaffungsvolumens von Rohstoffen ist jedoch mittel- und langfristig preislich nicht fixiert. Unerwartete Preissteigerungen von Komponenten und Rohmaterialien aufgrund von Marktengpässen oder aus anderen Gründen könnten sich negativ auf die Leistung bzw. die Margen des Konzerns auswirken. Infolge der weltweiten Ausbreitung der COVID-19-Pandemie haben viele Rohstoffproduzenten zeitweilig ihre Produktion teilweise oder komplett eingestellt. Diese vorübergehende Angebotsverknappung führte bei sich zugleich erholender Nachfrage, insbesondere in den hochentwickelten Volkswirtschaften auch im Berichtsjahr, zu anhaltend hohen und zum Teil steigenden Rohstoffpreisen. Aufgrund von weitestgehend unverändert unsicheren Rahmenbedingungen, unter anderem bedingt durch die Inflation, dem unsicheren weiteren Verlauf der COVID-19-Pandemie in China, einschließlich neuerlicher Lockdown- Maßnahmen, der weiteren Eskalation des Krieges in der Ukraine und der Versorgung bzw. Preisentwicklung von fossilen Energieträgern, werden für das Geschäftsjahr 2023 weiterhin Preisschwankungen mit unsicheren und uneinheitlichen Trends erwartet. In einer wesentlichen Komponente der Brennstoffzelle wird Platin und in geringem Umfang auch Ruthenium als Katalysator eingesetzt. Um für den mittelfristigen Bedarf der Edelmetalle Kalkulationssicherheit sicherzustellen, werden Platin und Ruthenium bei Unterschreiten gewisser Mindestmengen und in Abhängigkeit der Markteinschätzungen zur Preisentwicklung zum Tageskurs beim Lieferanten der Komponente gekauft und auf einem separaten Konto verwaltet. Daneben werden die Edelmetalle aus der Komponente von recycelten Brennstoffzellensystemen ebenfalls auf diesem Konto gutgeschrieben. Bei Lieferung der Komponente werden die entsprechenden Mengen an Platin und Ruthenium von diesem Konto verwendet. Beide Edelmetalle sind zu Tageskursen handelbar. Bis zum Verbrauch in den Produkten von SFC werden die Edelmetalle in der Bilanz als Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Vorratsvermögen ausgewiesen. Eine Abwertung der Edelmetalle SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 66 KONZERNLAGEBERICHT wäre nur vorzunehmen, wenn das damit produzierte Produkt am Markt nicht kostendeckend veräußert werden kann. Der Buchwert des bevorrateten Platins und Rutheniums zum Bilanzstichtag betrug TEUR 747 (Vorjahr: TEUR 472). Insgesamt wird das Rohstoffpreisrisiko in Bezug auf dessen Eintrittswahrscheinlichkeit weiterhin als wahrscheinlich bewertet. Die negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird in individuellen Fällen werden als erheblich eingestuft. Insgesamt wird dieses Risiko als hohes Risiko eingeschätzt. Personalwirtschaftliche Risiken In einem technologieorientierten Unternehmen wie der SFC werden die Erreichung der anspruchsvollen Wachstumsziele und der nachhaltige wirtschaftliche Erfolg unter anderem von einer vielfältigen und hoch qualifizierten Belegschaft, wie etwa erfahrenen Spezialisten, Experten in den Bereichen Softwareentwicklung, Digitalisierung und Elektrotechnik, getragen. Der Wettbewerb um insgesamt überdurchschnittlich qualifizierte Mitarbeiter in den Branchen und den Regionen, in denen wir geschäftlich tätig sind, ist weiterhin intensiv und nimmt zu. Wir benötigen jedoch fortwährend hoch qualifizierte Mitarbeiter, um unsere Wachstumsstrategie umzusetzen und Personalfluktuation auszugleichen. Sollten wir nicht in der Lage sein, Führungs-, Fach- und Nachwuchskräfte für die Besetzung von offenen Stellen zu rekrutieren, die über die gesuchten kaufmännischen, technischen oder branchenspezifischen Fähigkeiten verfügen, könnte dies ebenso nachteilige Auswirkungen auf den Konzern haben, wie unzureichende Qualifikationen oder eine geringe Motivation von Mitarbeitern. Wir begegnen diesen Herausforderungen zum Beispiel mit der Stärkung der Fähigkeiten und Kenntnisse unserer Mitarbeiter in der Personalbeschaffung, dem gezielten Einsatz von Employer-Branding-Initiativen, wettbewerbsfähigen Vergütungspaketen mit erfolgsabhängigen Anreizsystemen, einer modernen Personalführung und einer strukturierten Personalentwicklung auf Basis eines Kompetenzmodells. Technologie und Digitalisierung sollen uns helfen, Talente – auch im Hinblick auf die Vielfältigkeit unserer Belegschaft – effektiver zu gewinnen und auszuwählen. Dennoch kann sich ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern ergeben, der sich auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns auswirkt, selbst wenn die Effekte derzeit schwierig zu bewerten sind. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 67 KONZERNLAGEBERICHT Aufgrund des intensiven Wettbewerbs um qualifizierte Fachkräfte wird dieses Risiko als wahrscheinlich eingestuft, mit potenziell erheblichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, und somit als hohes Risiko eingeschätzt. Informationstechnologische Risiken Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns erfordern sowohl geeignete Soft- und Hardware als auch eine zuverlässige Datensicherung, Datenzugriff für Berechtigte zu jeder Zeit, Redundanz und Ausfallsicherheit des Netzwerkes. Digitale Technologien sind daher tief in den Geschäftsprozessen des Konzerns integriert. Besonders wichtig ist ein sicherer Schutz gegen unberechtigten Zugriff, etwa auf sensible Informationen der Entwicklung, dem Vertrieb, dem Einkauf oder zu wirtschaftlichen Informationen des Konzerns. Es besteht die Gefahr, durch einen Hacker-Angriff, durch Schwachstellen im Netzwerk der Konzerngesellschaften oder zum Beispiel durch Installation von unerwünschter Software durch Konzern-Mitarbeiter, einen solchen unberechtigten Zugriff oder die Nicht-Verfügbarkeit von Daten zu erleiden. Diese könnten möglicherweise zur Veröffentlichung, Manipulation oder zum Verlust von Informationen – wie durch Industriespionage – führen. Sie könnten auch zu einem vorsätzlichen Missbrauch der Informationssysteme des Konzerns oder zu Produktionsausfällen und Lieferengpässen führen, mit eventuell negativen Auswirkungen auf die Reputation, die Wettbewerbsfähigkeit und die Geschäftsergebnisse des Konzerns. Die SFC hat eigene IT-Fachkräfte; sie werden bei Bedarf von externen Beratern und Spezialisten unterstützt. Den zunehmenden IT-Risiken begegnet der Konzern unter anderem durch regelmäßige interne und externe Überprüfungen. Der Aufwand für den Schutz der Systeme und der Daten des Konzerns haben sich im Geschäftsjahr deutlich erhöht – das gilt sowohl für den Personalaufwand als auch für die technische Ausrüstung. Unabhängig davon erwartet der Vorstand, dass die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur großer deutscher Unternehmen und auch auf die SFC weiter zunehmen wird. Die aus den IT-Risiken allgemein resultierende Bedrohung wird insgesamt als möglich, gesehen und als Risiko mit erheblichem Ausmaß eingeordnet und stellt somit ein hohes Risiko dar. Risiken im regulatorischen Umfeld Die Regulierungsdichte im Geschäftsfeld des Konzerns ist unverändert sehr hoch. Dies begründet sich u. a. mit der Produktion, Distribution und Vermarktung komplexer technischer Produkte und methanolgefüllter Tankpatronen, dem Vertrieb in sicherheitstechnisch SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 68 KONZERNLAGEBERICHT anspruchsvolle Märkte (z. B. kritische Kommunikationsinfrastruktur, Verteidigungsorganisationen), aber auch mit sehr komplexen, teils uneinheitlichen rechtlichen Rahmenbedingungen in zahlreichen Märkten und Ländern. Vereinzelt wurden in der Vergangenheit Produktkennzeichnung und Vertriebswege durch Behörden in Deutschland beanstandet. SFC reagierte auf eventuelle Beanstandung mit Stellungnahmen. Sollten Änderungen erforderlich sein, so werden diese prinzipiell in der gesetzten Frist umgesetzt. Es ist nicht auszuschließen, dass sich anzuwendende Vorschriften (z. B. wegen verschärfter Gesetzeslage vor dem Hintergrund der Terrorismusabwehr, gesetzlicher Neuregelungen im Rahmen von REACH oder GHS, oder erhöhter Visibilität von SFC Produkten aufgrund der stärkeren Verbreitung) verschärft werden und zusätzliche Auflagen für den Vertrieb von Produkten des Konzerns entstehen. Um negative Auswirkungen auf den Verkauf von Produkten zu vermeiden, bietet die SFC AG Zusatzschulungen im Endkundenhandel zur Sicherstellung von weitergehender Sachkenntnis bei den betroffenen Betrieben an. Ebenso besteht das Risiko, dass sich Länder wieder verstärkt abschotten und versuchen, sich mit Einfuhrzöllen vor Importen zu schützen. Dies kann zu einer verminderten Wettbewerbsfähigkeit in diesen Ländern führen. Insgesamt werden diese Risiken als hoch eingestuft bei einer Wahrscheinlichkeit, die als möglich angesehen wird und bei einer erheblichen Auswirkung auf die Vermögens- Finanz- und Ertragslage. Compliance Risiken Compliance-Verstöße bzw. nicht richtlinienkonformes Verhalten bis hin zu rechtswidrigen Handlungen von Mitarbeitenden – zum Beispiel Kartellverstöße, Korruption, Wirtschaftskriminalität, Geldwäsche oder Manipulation im Berichtswesen - können vielfältige Schäden verursachen und schwerwiegende Folgen haben. Diese können von der Beendigung von Geschäftsbeziehungen, dem Ausschluss von Auftragsvergaben, über negative Beurteilungen am Kapitalmarkt, dem Verhängen von Bußgeldern, der Geltendmachung von Schadenersatz bis zur straf- und zivilrechtlichen Verfolgung reichen und in letzter Konsequenz zu sinkenden Erträge führen. Compliance-Risiken können in allen Bereichen des Konzerns auftreten. Die Compliance- Organisation soll sowohl das rechtmäßige und prozesstreue Verhalten des Konzerns und seiner Mitarbeitenden als auch eine angemessene Reaktion auf mögliche oder tatsächliche Verstöße gegen externe und interne Regeln gewährleisten. Finanzielle und nicht-finanzielle SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 69 70 KONZERNLAGEBERICHT Nachteile bzw. Sanktionen, die dem Konzern infolge von Fehlverhalten oder rechtswidrigen Handlungen entstehen können, sollen durch konzernweite Richtlinien, Standards und Verfahren, verhindert werden. Ergänzend zu den Richtlinien dient der Verhaltenskodex der SFC als Leitfaden für Handlungen und Entscheidungen in der Organisation. Er definiert das Leitbild und die Werte der SFC sowie die erforderlichen Verhaltensregeln, um diese innerhalb der Organisation zu leben.38 Risiken aus rechtswidrigen Handlungen Einzelner sind jedoch trotz umfangreicher Prüfungs- und Kontrollmechanismen nicht auszuschließen. Auftretende Verdachtsfälle würden aktiv untersucht. Bei eventuellen Ermittlungsverfahren würde der Konzern mit den zuständigen Behörden kooperieren. Die Beschäftigten der SFC sind aufgefordert, Fehlverhalten und Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen oder Regelungen und unternehmensinterne Richtlinien zu melden. Die Meldung kann beim bestellten Compliance-Beauftragten, beim jeweiligen Vorgesetzten, bei der Personalabteilung oder über ein installiertes Hinweisgebersystem, mit dessen Hilfe Hinweise auch anonym gegeben werden können, erfolgen.39 Nachgewiesenes Fehlverhalten führt zu Konsequenzen für die Beteiligten sowie - falls erforderlich - zu einer Anpassung der Organisation. Die finanziellen Auswirkungen von Compliance-Fällen auf das Konzernergebnis sind jedoch sehr schwer einzuschätzen. Je nach Fall und Umständen ist von einer erheblichen Bandbreite auszugehen. Die Auswirkungen durch Compliance Risiken und deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden trotz getroffener mitigierender Maßnahmen als möglich mit potenziell erheblichen Auswirkungen eingeschätzt. Insgesamt wird das Risiko als hoch erachtet. Environmental Social Governance Wenn der Konzern die tendenziell zunehmenden regulatorischen Auflagen sowie die Erwartungen und Anforderungen von Stakeholdern im Bereich Environment, Social und Governance (ESG) nicht in dem erforderlichen Umfang oder in der notwendigen Detailtiefe erfüllt, könnten negative finanzielle und nicht-finanzielle Auswirkungen die Folge sein. Zum Beispiel könnten Kunden die Konzerngesellschaften von der Auftragsvergabe ausschließen, 38 Absatz war nicht Gegenstand der Prüfung des Konzernlageberichts (lageberichtsfremde Angabe) 39 Absatz war nicht Gegenstand der Prüfung des Konzernlageberichts (lageberichtsfremde Angabe) SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNLAGEBERICHT private und institutionelle Investoren könnten die Aktien des Konzerns nicht in ihr Portfolio aufnehmen, Finanzinstitute entweder keine Kredite oder nur zu erhöhten Kosten gewähren. Geschäftsaktivitäten, die sensible ESG-Themen berühren, können bei Stakeholdern negative Reaktionen hervorrufen oder eine negative mediale Berichterstattung auslösen, wodurch die Reputation des Konzerns Schaden nehmen und die Erreichung der Geschäftsziele gefährdet sein könnten. Diesen Risiken wirkt der Konzern entgegen indem er die Themen zukünftige CSR-/ ESG- Berichterstattung in Anlehnung an weltweit anerkannte Standards (z.B. Global Reporting Initiative) und dem Bestreben nach einer kontinuierlichen Verbesserung bei Kunden- bzw. CSR-/ESG-Ratings von international renommierten Agenturen und Institutionen im Berichtsjahr in der Unternehmensstrategie verankert hat. Des Weiteren mitigiert der Konzern diese Risiken durch Audits, Beratung und Schulung zu Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie durch Maßnahmen im Rahmen des Energie- und CO2- Managements. Der Konzern hält sich nicht nur an hohe technische Standards, sondern auch an den Code of Conduct und alle rechtlichen Vorgaben in Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz.40 Die Risiken werden als mögliche Risiken eingestuft, wobei erhebliche Auswirkungen auf die Finanzlage nicht ausgeschlossen werden können. Insgesamt ergibt sich hieraus ein hohes Risiko. Unternehmensentwicklungsrisiken Um unser bestehendes Geschäft sowie unsere Wettbewerbsposition weiter zu entwickeln und auszubauen, verfolgen wir auch externe Wachstumsopportunitäten in Form von potenziellen Akquisitionen oder anderen Formen der Partnerschaft mit Unternehmen, wie etwa Gemeinschaftsunternehmen und Beteiligungen. Hierbei stehen neben der Erschließung von neuen Endkundenmärkten und regionalen Märkten die Ergänzung unseres Produkt- und Technologieportfolios im Vordergrund. Akquisitionen bergen grundsätzlich unternehmerische Risiken, da sie Unwägbarkeiten aus der Integration von Mitarbeitern, Technologien, Produkten und Prozessen beinhalten. Integrationsprozesse können sich als schwieriger bzw. zeitlich aufwendiger und 40 Aussagen im Zusammenhang mit der nicht-finanziellen Berichterstattung und dem nicht -finanziellen Kontrollsystem waren nicht Gegenstand der Prüfung des Konzernlageberichts (lageberichtsfremde Angaben) SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 71 KONZERNLAGEBERICHT kostenintensiver erweisen als angenommen. Auch könnte sich das erworbene Geschäft nach der Integration nicht so erfolgreich wie ursprünglich erwartet entwickeln oder die mit dem Erwerb verfolgten Zielsetzungen nicht oder nicht im geplanten Maße erreicht werden. Zudem könnten im Rahmen der Geschäftstätigkeit des neu erworbenen Geschäftes Risiken auftreten, die vorher nicht erkannt oder als nicht wesentlich beurteilt wurden. Gemeinschaftsunternehmen, Beteiligungen und Kooperationen bergen grundsätzliche Risiken, da es uns nicht möglich sein könnte, potenziellen negativen Auswirkungen auf unser Geschäft durch ausreichende Einflussnahme auf Prozesse der Unternehmensführung oder Geschäftsentscheidungen entgegenzuwirken. Zudem beinhalten auch Gemeinschaftsunternehmen Risiken im Zusammenhang mit der Integration von Mitarbeitern, Technologien, Produkten und Abläufen. Ebenso können Kooperationen für uns mit Risiken behaftet sein, da wir in einigen Geschäftsfeldern mit den Unternehmen im Wettbewerb stehen, mit denen wir zusammenarbeiten. Erforderliche Portfolio- oder Strukturmaßnahmen könnten einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf zur Folge haben. Die Absicherung der Finanzierung von Akquisitionen, Gemeinschaftsunternehmen, Beteiligungen und Kooperationen könnten eine Herausforderung für uns sein. Akquisitionen und die unterschiedlichen Formen der Partnerschaften können den Verschuldungsgrad und die Finanzierungs- bzw. Kapitalstruktur des Konzerns beträchtlich beeinflussen und zu einem Anstieg des Anlagevermögens inklusive der Geschäfts- und Firmenwerte sowie zu (Fremd-)Finanzierungsbedarf führen. Belastungen können aus Wertminderungen von Geschäfts- und Firmenwerten aufgrund unvorhergesehener Geschäftsentwicklungen resultieren. Darüber hinaus können aus solchen Transaktionen durchaus erhebliche Akquisitions-, Verwaltungs- und Integrationsaufwendungen entstehen. Durch festgelegte Due-Diligence-Prozesse und eng gesteuerte Integrationsprozesse versuchen wir, den Risikoeintritt zu reduzieren. Vor jeder Investitionsentscheidung wird eine sorgfältige Unternehmensbewertung und Analyse der kommerziellen, technischen, rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Rahmenbedingungen durchgeführt (Due Diligence). Zur optimalen Integration von Geschäften haben wir die notwendigen Strukturen und Prozesse etabliert und arbeiten z. B. nach einem standardisierten Post-Merger-Konzept. Unsere langjährige Erfahrung bei der erfolgreichen Integration von Unternehmen und Geschäften kommt uns ebenfalls zugute. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 72 KONZERNLAGEBERICHT Das Auftreten von Risiken aus Akquisitionen, Gemeinschaftsunternehmen, Beteiligungen und Kooperationsvereinbarungen ist generell möglich. Die damit verbundenen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden als erheblich eingeschätzt. Daher wird das Risiko als hohes Risiko eingestuft. Weitere Risiken, die derzeit nicht bekannt sind oder die gegenwärtig als unwesentlich eingeschätzt werden, könnten ebenfalls die Geschäftstätigkeiten des Konzerns beeinflussen. Gegenwärtig wurden keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten. Zusammenfassung zum Risikobericht Die Unternehmenspolitik ist insgesamt auf ein innovatives und diversifiziertes Produktsortiment, eine ausgewogene Kapitalstruktur und ein stabiles Liquiditätspolster ausgerichtet und wird mit Hilfe des o.g. Risikomanagementsystems gesteuert und überwacht. Mittelfristig hängt die Entwicklung des Konzerns jedoch von der Realisierung des aktuellen Businessplans ab. Ein wesentliches Verfehlen der grundlegenden Annahmen des Businessplans, insbesondere der Steigerung der Umsatzerlöse, der Erhöhung des Bruttoergebnisses vom Umsatz und des EBIT sowie des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, könnte die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft mittelfristig beeinträchtigen und darüber hinaus Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit begründen. Nach den uns heute bekannten Informationen sind im Berichtsjahr aufgrund der Liquiditätsausstattung des Konzerns keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand des Konzerns oder wesentlicher Konzernunternehmen gefährden können. Chancenbericht Zum Risikomanagement des Konzerns gehört nicht nur die Reduzierung und Vermeidung von Risiken, sondern die langfristige Sicherung des Unternehmens durch das Ausbalancieren von Chancen und Risiken. Daher wird regelmäßig identifiziert, analysiert und bewertet, wie der Konzern Chancen zur Sicherung und zum Ausbau der Ertragskraft gezielt ausschöpfen kann, vor dem Hintergrund, dass sich das Unternehmen, die Märkte und die Technologien kontinuierlich weiterentwickeln. Aus diesen Entwicklungen können sich neue Chancen ergeben, bereits existierende an Relevanz verlieren oder sich die Bedeutung von Chancen für den Konzern verändern. Die Unternehmensleitung führt regelmäßig Gespräche mit wichtigen SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 73 KONZERNLAGEBERICHT Kunden sowie Industrie und Technologieexperten, um neue Chancen und technologische Trends frühzeitig zu erkennen. Chancenmanagement ist daher ein wesentlicher Bestandteil des operativen Geschäftes der SFC, dessen Prozess kontinuierlich verbessert wird. Ein Chancenmanagement außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, z. B. durch die Optimierung der Anlage der liquiden Mittel, findet nicht statt. Die bedeutendsten Chancen für den Konzern werden im Folgenden beschrieben, stellen jedoch nur einen Ausschnitt der sich uns bietenden Möglichkeiten dar. Die Beurteilung der Chancen ist zudem fortlaufenden Änderungen unterworfen. Marktchancen Wachsendes Brennstoffzellengeschäft Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Brennstoffzellentechnologie ist SFC ein führender Anbieter im Bereich Brennstoffzellenlösungen für stationäre und mobile Anwendungen. Neben langjährigen Erfolgen in der Vermarktung von Direktmethanol Brennstoffzellen trägt auch die erfolgreiche Markteinführung von Wasserstoff Brennstoffzellen des Unternehmens zum Wachstum bei. Ein günstiges politisches und regulatorisches Umfeld, einschließlich des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft, haben auch im Berichtsjahr die positive Stimmung für Investitionen in Brennstoffzellen getrieben. Die negativen geopolitischen Veränderungen der vergangenen zehn Monate habe die generelle Nachfrage nach Alternativtechnologien zur konventionellen Energieerzeugung auf Basis fossiler Brennstoffzellen tendenziell beschleunigt. Wesentliche Chancen zur Verbesserung und Beschleunigung der zukünftigen Entwicklung des Konzerns liegen vor allem in Maßnahmen zur Ausschöpfung des Umsatzwachstumspotenzials. Dabei sind vor allem die verstärkte Durchdringung von bestehenden Kernkundenmärkten und regionalen Märkten sowie die Erschließung von neuen Kernkundenmärkten und regionalen Märkten durch eine weitere Fokussierung auf die Lieferung von Systemlösungen und Produkten höherer Leistungsklassen zu erwähnen. Energiewende unterstützen und Klimawandel begegnen Mit der wachsenden Weltbevölkerung, der zunehmenden Industrialisierung und Digitalisierung steigt auch der globale Energiebedarf. Um die CO2 Emissionen zu begrenzen, die auf dem Pariser Klimagipfel in 2015 beschlossene Dekarbonisierung der Welt bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu erreichen sowie die im Rahmen der Fit for 55 Initiative und des „Green- SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 74 KONZERNLAGEBERICHT Deal-Konzepts“ avisierte Klimaneutralität der Europäischen Union bis 2050 umzusetzen, werden erneuerbare Energien eine entscheidende Rolle spielen. Inzwischen haben zahlreiche Nationen und die EU auf supranationaler Ebene Wasserstoff als Element der Wahl auserkoren, die Energiewende erfolgreich zu finalisieren. Der Ausbau der erneuerbaren Energieproduktionskapazität bedingt die Speicher und Transportfähigkeit der Energie. Dies soll über Wasserstoff erfolgen, Brennstoffzellen der SFC ermöglichen dann die saubere und effiziente Wandlung von Wasserstoff in elektrische Energie dezentral und nah am Nutzer. Brennstoffzellen werden immer breiter als Substitut für konventionelle Stromerzeuger (Dieselaggregate) eingesetzt, zum Beispiel in netzfernen Industrieanwendungen und als Notstromaggregate für die Telekommunikationsinfrastruktur. Der Konzern sieht hier weiteres Umsatzpotenzial durch zahlreiche Neukundengewinne sowie durch den Ersatz bestehender Technologien (Austausch von umweltbelasteten Dieselgeneratoren). Marktzugang und Aktivitäten in Asien und Nordamerika Sowohl Asien als auch Nord-Amerika sind für SFC Regionen mit hohem Umsatzpotenzial. Dementsprechend sind die dortigen Entwicklungen und Wachstumschancen von höchster Bedeutung und betreffen die von der SFC bedienten Märkte für industrielle Anwendungen, einschließlich des Öl und Gasmarktes sowie für staatliche Anwendungen. Wenn es gelingt, die internationalen Vertriebsaktivitäten zu verstärken und SFC in den unterschiedlichen Märkten präsenter zu positionieren, könnte das zu einer Vielzahl neuer und zusätzlicher Chancen führen und sich positiv auf Wachstum und Profitabilität des Geschäfts auswirken. Sonstige Chancen Strategischer Ansatz „Systemlösungen“ Mit dem strategischen Ansatz „Systemlösungen“ wollen wir zusätzlichen Kundennutzen auf Systemebene aus unserem breiten Technologie- und Produktportfolio der Segmente „Clean Energy“ und „Clean Power Management“ identifizieren. Das ermöglicht uns, die Wertschöpfungstiefe und damit auch Produktumsätze zu erhöhen und damit unsere Wachstums und Margenziele zu realisieren. Durch diesen Ansatz reduzieren wir darüber hinaus den Integrationsaufwand bei Kunden und verkürzen so die Zeit bis zur Markteinführung der Produkte. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 75 KONZERNLAGEBERICHT Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios Die SFC Energy AG entwickelt das Produktportfolio laufend weiter und orientiert sich dabei an Impulsen von Kunden und aus Zielmärkten. Hierbei stehen Produkte mit höheren Leistungsklassen, zusätzlichen Funktionalitäten sowie Projekte zur Materialkostensenkung im Vordergrund. Damit will das Unternehmen stets auf Kundenbedürfnisse vorbereitet sein und schafft gleichzeitig durch innovative und wirtschaftliche Lösungen aktiv neue Bedürfnisse am Markt. Eine enge Vernetzung der Entwicklungsabteilungen mit Marktforschung, Vertrieb und Service sowie die Bereitstellung eines angemessenen F&E Budgets sichern die Innovationskraft von SFC für die Zukunft. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios kann zu Veränderungen im Produktmix führen. Entwicklungs- und Vertriebspartnerschaften mit Gesellschaften mit strategisch relevantem Know-how Die SFC Energy AG verfügt über ein breites Produktportfolio und zahlreiche Ideen für die Weiterentwicklung ihrer Produkte und die Erschließung neuer Marktchancen. Deshalb steht das interne Wachstum im Vordergrund der Strategie. Dennoch verfolgt das Unternehmen auch Möglichkeiten für externes Wachstum, das sich aus dem Erwerb von oder Partnerschaften mit Gesellschaften mit komplementärer Technologie und / oder strategisch relevantem Know how ergeben könnte. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 76 KONZERNLAGEBERICHT Externe Bestimmungsfaktoren Zusätzliche Chancen könnten sich durch externe Bestimmungsfaktoren ergeben: Aus sinkenden Rohstoffpreisen sowie vorteilhaften Wechselkursentwicklungen könnten positive Auswirkungen auf die Ertragslage resultieren. Eine neue Priorisierung von Forschung & Entwicklung in Deutschland könnte zu einer Erhöhung beim Erhalt von Fördermitteln führen. Die damit verbundene steigende Finanzierung bei Entwicklungsprojekten der SFC Energy AG würde eine entsprechende Ergebnisverbesserung mit sich bringen. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 77 KONZERNLAGEBERICHT Prognosebericht Erwartungen für Marktwachstum Die Weltwirtschaft ist mit einer außergewöhnlichen Unsicherheit hinsichtlich geopolitischer und makroökonomischer Entwicklungen wie z. B. der kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine, den Spannungen hinsichtlich der Handelsentwicklungen zwischen China, der EU und den USA und dem weiteren Verlauf der COVID-19-Pandemie konfrontiert. Diese können sich negativ auf die globalen Liefer- und Logistikketten und die Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise auswirken. Des Weiteren erschweren der anhaltende Inflationsdruck auf Verbraucher und Unternehmen, eine straffere Geldpolitik bzw. potenziell höhere Zinssätze sowie eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums die konjunkturellen Aussichten. Es wird allerdings erwartet, dass sich die weltweiten Versorgungsengpässe von Elektronikbauteilen verbessern, wobei weiterhin individuelle Herausforderungen bestehen bleiben können, welche zu Lieferengpässen führen können. Für das reale globale Bruttoinlandsprodukt wird mit einem Wachstum zwischen 2,2 %41 und 2,9%42 für das Jahr 2023 gerechnet. In der ersten Hälfte des Berichtsjahres 2022 waren insbesondere die Energiemärkte in Europa von stark steigenden Energiepreisen, die aus einer tiefen Verunsicherung in Bezug auf die Versorgung mit fossilen Brennstoffen resultierten, geprägt. Zahlreiche europäische Länder kündigten neue oder aktualisierte Maßnahmenpakete an, um den Übergang auf saubere Energie voranzutreiben und die Abhängigkeit von Importen von einzelnen Ländern zu verringern. Das globale Wachstum der Stromnachfrage in 2022 hat sich trotz des Gegenwinds durch die Energiekrise nur leicht verlangsamt. Es wird erwartet, dass die Zunahme der globalen Stromnachfrage in 2023 auf 2,6 % und im Zeitraum 2024-2025 auf durchschnittlich 3,2 % steigen wird. Dieses stärkere Wachstum würde deutlich über der Wachstumsrate von 2,4 % liegen, die vor der Pandemie im Zeitraum 2015-2019 beobachtet wurde. Gleichzeitig wird erwartet, dass dabei emissionsarme Energiequellen fast das gesamte Wachstum der globalen Stromversorgung dominieren und mehr als 90 % der zusätzlichen Nachfrage decken werden.43 Neben den Klimaschutzzielen ist eine der größten Triebkraft für das Wachstum der erneuerbaren Energien die Energiesicherheit. 41 OECD, OECD Paris (Februar 2023); Real GDP forecast, https://data.oecd.org/gdp/real-gdp-forecast.htm 42 International Monetary Fund Washington, (Januar 2023); World Economic Outlook 43 IEA, Paris (Februar 2023); Electricity Market Report 2023 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 78 KONZERNLAGEBERICHT Wasserstoff- und Methanol-Brennstoffzellen können in diesem Zusammenhang zur Energiesicherheit beitragen, indem sie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen durch die Umstellung der Gewinnung von Wasserstoff- bzw. Methanol von fossilen auf erneuerbare Energien verringern. Daneben bleiben Brennstoffzellen eine wichtige Säule der Dekarbonisierung des globalen Energiesystems, neben Energieeffizienz und Verhaltensänderung. Umsatzerlöse In Anbetracht der oben geschilderten Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft und des für SFC relevanten Marktes für Brennstoffzellen rechnet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 mit einem Wachstum des Konzernumsatzes im Vergleich zum Vorjahr von 21% bis 30% auf etwa TEUR 103.000 bis TEUR 111.000 (Geschäftsjahr 2022: TEUR 85.229), welches deutlich stärker von dem Segment „Clean Energy“ getrieben sein wird. Es wird insgesamt erwartet, dass die Nachfrage im Berichtsjahr 2023 in allen regionalen Märkten weiter steigen wird, allerdings deutliche Wachstumsimpulse aus dem nordamerikanischen und asiatischen Raum kommen werden. EBITDA bereinigt Getragen von der erwarteten dynamischen Nachfrageentwicklung, jedoch in Abhängigkeit von der zeitlichen Implementierung der geplanten Wachstumsinvestitionen, insbesondere in die regionale Expansion sowie dem Ausmaß der voraussichtlichen Belastungen durch gestiegene Material- und Beschaffungskosten, erwartet der Vorstand eine moderate Margenkontraktion bzw. eine leichte Margenausweitung für das Geschäftsjahr 2023. Es wird dabei unterstellt, dass die höheren Kosten in einem gewissen Umfang an die Kunden weitergegeben werden können. Das bereinigte EBITDA im Geschäftsjahr 2023 wird daher voraussichtlich etwa zwischen TEUR 8.900 und TEUR 14.100 (Geschäftsjahr 2022: TEUR 8.150 ) liegen. EBIT bereinigt Auf Basis der Planung der Segmente Clean Energy und Clean Power Management geht der Vorstand davon aus, dass das bereinigte EBIT für den Konzern im Jahr 2023 zwischen TEUR 3.400 und TEUR 8.600 (Geschäftsjahr 2022: TEUR 3.157 ) liegen wird. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 79 KONZERNLAGEBERICHT Die Aktivierungsquote der Forschungs- und Entwicklungskosten wird voraussichtlich signifikant über dem Niveau des Jahres 2022 (Geschäftsjahr 2022: TEUR 2.620) liegen. Zum Bilanzstichtag 2022 weist der Konzern frei verfügbare liquide Mittel in Höhe von TEUR 64.803 aus. Bei einer Entwicklung der Ertragslage für das Geschäftsjahr 2023 entsprechend der prognostizierten Umsätze und Ergebnisse wird der Konzern über ausreichend liquide Mittel verfügen, um seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die tatsächliche Entwicklung des Konzerns und seiner Segmente kann aufgrund der beschriebenen Chancen und Risiken sowohl positiv als auch negativ von den Prognosen abweichen (siehe hierzu Risiko- sowie Chancenbericht). SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 80 KONZERNLAGEBERICHT Übernahmerelevante Angaben (Angaben nach § 315a HGB) Der Lage- und der Konzernlagebericht der SFC Energy AG, Brunnthal, enthalten die übernahmerechtlichen Angaben nach § 289a und § 315a HGB. Damit soll sichergestellt werden, dass einer potentiell an der Übernahme der SFC Energy AG interessierten Partei die im Gesetz genannten, für eine Übernahme relevanten Informationen über die Gesellschaft zur Verfügung stehen. Für die SFC Energy AG sind im Lage- sowie im Konzernlagebericht die Verhältnisse angegeben, wie sie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 tatsächlich bestanden, soweit in den Berichten nicht ausdrücklich ein späterer Stichtag genannt wird. In dem vorliegenden Bericht gemäß § 176 Abs. 1 AktG werden die Verhältnisse, wie sie bis zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2022 bestanden erläutert. Verhältnisse zum Bilanzstichtag Die Angaben im Lage- und im Konzernlagebericht gehen auf alle zum Bilanzstichtag (soweit nicht anders gekennzeichnet) anzeigepflichtigen Sachverhalte unter Einhaltung der in den gesetzlichen Vorschriften vorgegebenen Reihenfolge ein. Es handelt sich um Informationen (1) zur Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals, (2) zu Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, (3) zu direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten, (4) zu Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, (5) zu Stimmrechtskontrollen bei Beteiligung von Arbeitnehmern am Kapital der Gesellschaft, (6) zu den gesetzlichen Vorschriften und Bestimmungen der Satzung der Gesellschaft über die Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder und über die Änderung der Satzung, (7) zu den Befugnissen des Vorstands insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, (8) zu wesentlichen Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und (9) zu Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern. Das Grundkapital der SFC Energy AG beträgt zum Bilanzstichtag nominell EUR 17.363.691,00 und ist eingeteilt in 17.363.691 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie. Das Grundkapital ist vollständig einbezahlt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Die Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals und die mit den ausgegebenen Stückaktien der Gesellschaft verbundenen Rechte ergeben sich im Übrigen auch aus der Satzung der Gesellschaft. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 81 KONZERNLAGEBERICHT Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, auch solche zwischen Gesellschaftern, bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht. Dem Vorstand waren zum Stichtag 31. Dezember 2022 keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. Stimmrechtskontrollen bei Beteiligung von Arbeitnehmern am Kapital der Gesellschaft bestehen nicht. Die Regelungen zur Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands der SFC Energy AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 7 Abs. 2 der Satzung. Danach bestellt der Aufsichtsrat die Mitglieder des Vorstands, bestimmt deren Zahl sowie über deren Abberufung bei Vorliegen eines wichtigen Grundes. Ein solcher Grund ist namentlich grobe Pflichtverletzung, Unfähigkeit zur ordnungsmäßigen Geschäftsführung oder Vertrauensentzug durch die Hauptversammlung, es sei denn, dass das Vertrauen aus offenbar unsachlichen Gründen entzogen worden ist. Satzungsänderungen bedürfen gemäß § 179 Abs. 2 Satz 1 AktG in Verbindung mit § 20 Abs. 2 Satz 1 der Satzung der Gesellschaft der gesetzlich bestimmten Stimmenmehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals, soweit nicht das Gesetz oder die Satzung zwingend etwas anderes vorschreiben. Eine Aufhebung oder Änderung des § 20 Abs. 2 Satz 1 der Satzung sowie eine Änderung dieses Mehrheitserfordernisses (§ 20 Abs. 2 Satz 2 der Satzung) bedürfen einer Mehrheit von mindestens drei Viertel des bei Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Änderungen des § 15a der Satzung bedürfen einer qualifizierten Stimmenmehrheit von mindestens 90 % des bei der Beschlussfassung vertretenen Kapitals. Eine Änderung dieses Mehrheitserfordernisses bedarf ebenfalls einer Mehrheit von mindestens 90 % des bei der Beschlussfassung vertretenen Kapitals (§ 20 Abs. 2 Satz 3 der Satzung). Ein Beschluss der Hauptversammlung über die Auflösung der Gesellschaft bedarf gemäß § 22 der Satzung einer Mehrheit von 80 % des gesamten stimmberechtigten Grundkapitals der Gesellschaft. Nach § 14 Abs. 2 der Satzung ist der Aufsichtsrat zur Vornahme von Satzungsänderungen berechtigt, die nur die Fassung betreffen. Die Befugnisse des Vorstands der Gesellschaft, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, beruhen sämtlich auf entsprechenden Ermächtigungsbeschlüssen der Hauptversammlung. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 82 KONZERNLAGEBERICHT Genehmigtes Kapital Der Vorstand ist gemäß § 5 Abs. 6 der Satzung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15. Mai 2024 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 915.427,00 durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019). Bedingtes Kapital Die SFC Energy AG verfügt nach § 5 Abs. 4 der Satzung der Gesellschaft über ein sog. Bedingtes Kapital 2011 in Höhe von EUR 278.736,00. Die bedingte Kapitalerhöhung diente seit der Umwidmung durch den Hauptversammlungsbeschluss vom 7. Mai 2015 der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die aufgrund der von der Hauptversammlung am 7. Mai 2015 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaften gegen Barleistung begeben werden und ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht auf neue Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungspflicht oder ein Andienungsrecht begründen. Mit Beschluss vom 16. Dezember 2015 hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die ihm in der Hauptversammlung am 7. Mai 2015 eingeräumte Befugnis zur Begebung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) genutzt und unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre auf Grundlage des Bedingten Kapitals 2011 die Wandelanleihe 2015/2018 in Höhe von bis zu EUR 5.000.000,00 geschaffen. Die Wandelanleihe wurde in Höhe von EUR 3.300.000,00 ausgegeben. Die Wandlungsoption wurde vollständig ausgeübt. Gemäß einer auf der Website der Gesellschaft im Bereich „Investor Relations“ veröffentlichten Selbstbeschränkungserklärung vom 21. April 2022 ist der Vorstand nach den näheren Bestimmungen verpflichtet, von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 7. Mai 2015 unter Tagesordnungspunkt 8 lit. a) und daher auch vom konkreten Art. 5 Abs. 4 der Satzung der Gesellschaft keinen Gebrauch zu machen. Die SFC Energy AG verfügt gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung der Gesellschaft über ein sog. Bedingtes Kapital 2016 in Höhe von EUR 295.300,00. Die bedingte Kapitalerhöhung diente der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die aufgrund der von der Hauptversammlung am 14. Juni 2016 beschlossenen Ermächtigung SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 83 KONZERNLAGEBERICHT von der Gesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaften gegen Barleistung begeben werden und ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht auf neue Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungspflicht oder ein Andienungsrecht begründen. Mit Beschluss vom 3. August 2017 hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats vom selben Tage die ihm in der Hauptversammlung vom 14. Juni 2016 eingeräumte Ermächtigung zur Begebung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) genutzt und unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Wege der Privatplatzierung eine Optionsschuldverschreibung 2017/2022 ausgegeben, die ein Optionsrecht auf 204.700 Aktien der Gesellschaft bot. Die Wandlungsoption wurde vollständig ausgeübt. Gemäß einer auf der Website der Gesellschaft im Bereich „Investor Relations“ veröffentlichten Selbstbeschränkungserklärung vom 21. April 2022 ist der Vorstand nach den näheren Bestimmungen verpflichtet, von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 14. Juni 2016 unter Tagesordnungspunkt 7 lit. b) (so wie sie mit dem bedingten Kapital nach Art. 5 Absatz 5 der Satzung verknüpft ist) und daher auch vom konkreten Art. 5 Abs. 5 der Satzung der Gesellschaft keinen Gebrauch zu machen. Außerdem verfügt die SFC Energy AG nach § 5 Abs. 7 der Satzung der Gesellschaft über ein sog. Bedingtes Kapital 2019 in Höhe von EUR 2.824.503,00. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 14. Juni 2016 und der von der Hauptversammlung vom 16. Mai 2019 beschlossenen Ermächtigungen mit einer Laufzeit bis zum 15. Mai 2024 von der Gesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaften gegen Barleistung begeben werden und ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht auf neue auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungspflicht oder ein Andienungsrecht begründen. Gemäß einer auf der Website der Gesellschaft im Bereich „Investor Relations“ veröffentlichten Selbstbeschränkungserklärung vom 21. April 2022 ist der Vorstand jedoch verpflichtet, von der in der Hauptversammlung vom 14. Juni 2016 unter Tagesordnungspunkt 7 b) beschlossenen Ermächtigung und der in der Hauptversammlung vom 16. Mai 2019 unter Tagesordnungspunkt 7 b) beschlossenen Ermächtigung sowie von § 5 Abs. 7 der Satzung der SFC Energy AG nur insoweit Gebrauch zu machen als sei das Grundkapital um bis zu SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 84 KONZERNLAGEBERICHT EUR 1.593.949,00 durch Ausgabe von bis zu 1.593.949,00 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 bedingt erhöht. Des Weiteren verfügt die SFC Energy AG nach § 5 Abs. 8 der Satzung über ein Bedingtes Kapital 2020. Die Hauptversammlung der Gesellschaft vom 19. Mai 2020 hat beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 1.300.000,00 durch Ausgabe von bis zu 1.300.000 neuen Stückaktien mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 bedingt zu erhöhen. Das Bedingte Kapital 2020 dient ausschließlich der Gewährung neuer Stückaktien an die Inhaber von Optionsrechten, die gemäß Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 19. Mai 2020 unter Tagesordnungspunkt 7 lit. a) durch die Gesellschaft ausgegeben werden können. Rückkauf eigener Aktien Schließlich hat die Hauptversammlung vom 16. Mai 2019 die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 15. Mai 2024 eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Von dieser Ermächtigung wurde bis zum Bilanzstichtag kein Gebrauch gemacht. Wesentliche Vereinbarungen Es bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen zusätzlich zu den nachstehend aufgeführten Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder mit Arbeitnehmern getroffen sind. Vereinbarungen mit Vorständen und Arbeitnehmern Die Vorstandsanstellungsverträge der Vorstandsmitglieder Herren Dr. Podesser und Saxena sehen für den Fall einer Übernahme der Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschaft durch einen Dritten (Kontrollwechsel) das Recht des jeweiligen Vorstandsmitglieds vor, sein Amt aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstandsanstellungsvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht). Das Sonderkündigungsrecht der Vorstandsmitglieder Herren Dr. Podesser und Saxena im Falle eines Kontrollwechsels besteht nur bis zum 30. September 2023 und die Kündigung kann auf Wunsch des Aufsichtsrats der Gesellschaft und/oder des Erwerbers der Kontrollmehrheit nur mit einer Frist von sechs Monaten ab Kontrollwechsel erfolgen. Bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit aufgrund eines Kontrollwechsels SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 85 KONZERNLAGEBERICHT bis zum 30. September 2023 hat der Herr Dr. Podesser grundsätzlich einen maximalen Anspruch auf Auszahlung des Werts der Vergütung für die Restlaufzeit des Vorstandsanstellungsvertrages zum Zeitpunkt des Ausscheidens; Herr Saxena hat in diesem Fall einen maximalen Anspruch auf Auszahlung des Werts von zwei Jahresvergütungen, höchstens aber der Vergütung für die Restlaufzeit des Vorstandsanstellungsvertrags. Der Vorstandsanstellungsvertrag des Vorstandsmitglieds Pol sieht ein Sonderkündigungsrecht für Herrn Pol im Fall eines Kontrollerwerbs an der Gesellschaft im Sinne des § 29 Abs. 2 WpÜG vor, das Herrn Pol berechtigt, seinen Dienstvertrag innerhalb von drei Monaten ab rechtlichem Eintritt des Kontrollwechsels mit einer Kündigungsfrist von zwölf Monaten zu kündigen. Der Vorstandsanstellungsvertrag von Dr. Peter Podesser wurde vom 1. April 2017 bis zum 31. März 2020 verlängert; im Rahmen dessen wurden Herrn Dr. Peter Podesser am 14. Dezember 2016 360.000 SAR mit einem Ausübungspreis pro virtueller Aktienoption von EUR 1,00 gewährt (SAR Programm 2017–2020). Die SAR können in einem festgelegten Umfang an drei definierten Stichtagen in Abhängigkeit des Aktienkurses der SFC Energy AG verfallen. Nach einer Wartezeit von vier bis sechs Jahren kann je ein Drittel des nicht verfallenen Volumens zum definierten Referenzkurs bei Erreichen bestimmter Erfolgsziele ausgeübt werden. Im Falle eines Kontrollerwerbs an der SFC Energy AG sind die SAR, die zum Zeitpunkt der Abgabe des Übernahmeangebotes noch nicht verfallen waren, gemäß festgelegten Bandbreiten in Abhängigkeit vom Referenzkurs auszuzahlen. Der Referenzkurs entspricht dabei dem Angebotspreis im Sinne des § 31 Abs. 1 WpÜG. In allen SAR-Programmen für den Vorstand hängt die Barauszahlung der zum Zeitpunkt der Abgabe des Übernahmeangebotes noch nicht verfallen SAR neben dem Kontrollwechsel zusätzlich von der Ausübung des für diesen Fall vorgesehenen außerordentlichen Kündigungsrechts des Vorstandsmitglieds ab. Des Weiteren wurde der Vorstandsanstellungsvertrag von Dr. Peter Podesser vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2024 verlängert. Im Rahmen dessen wurden Herrn Dr. Peter Podesser am 15. Mai 2019 weitere 420.000 SAR gewährt (SAR Programm 2020–2024); dieses SAR Programm wurde in Bezug auf Herrn Dr. Podesser in das Aktienoptionsprogramm 2020-2024 überführt. Am 27. März 2018 wurde der Vorstandsanstellungsvertrag von Herrn Hans Pol bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Sein Vorstandsanstellungsvertrag enthält eine entsprechende Vereinbarung SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 86 KONZERNLAGEBERICHT zum SAR Programm 2017-2020. Im Zuge der Verlängerung des Vorstandanstellungsvertrags wurden Herrn Hans Pol am 1. Juli 2018 180.000 SAR gewährt (SAR Programm 2018-2021). Daniel Saxena wurde mit Wirkung ab 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2024 zum Vorstand bestellt. Sein Vorstandsanstellungsvertrag enthält eine entsprechende Vereinbarung zum SAR Programm 2020 – 2024 mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2027. Herrn Saxena wurden 228.000 SAR gewährt. Mit drei Führungskräften der SFC Energy AG wurden entsprechende Vereinbarungen zum SAR-Programm 2020-2022 getroffen. Den Führungskräften wurden am 1. Januar 2020 jeweils 15.750 SAR zugeteilt. Im Falle eines Kontrollerwerbs an der SFC Energy AG im Sinne des § 29 Abs. 2 WpÜG sind die SAR, die zum Zeitpunkt der Abgabe des Übernahmeangebotes noch nicht verfallen waren, auszuzahlen; der Betrag ermittelt sich nach dem Referenzkurs abzüglich des Ausübungspreises von EUR 1, multipliziert mit der Anzahl der SAR. Der konkrete Referenzkurs entspricht dabei dem höheren der beiden Werte aus (i) Angebotspreis im Sinne des § 31 Abs. 1 WpÜG und (ii) dem nach § 7 WpÜG-Angebotsverordnung berechneten Wert der möglicherweise als Wahlgegenleistung gebotenen Aktien des Bieters, die nicht an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 WpÜG, sondern nur außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums zum Handel zugelassen sind. Im Zuge der Verlängerung des Vorstandsanstellungsvertrags von Herrn Hans Pol vom 26. Februar 2021 wurden Herrn Pol am 31. März 2021 insgesamt 500.000 Aktienoptionsrechte mit einem Ausübungspreis pro Aktienoption von EUR 24,41 im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2021-2025 mit einer Laufzeit bis 31. März 2029 zugeteilt. Die Aktienoptionen können in einem festgelegten Umfang an vier definierten Stichtagen in Abhängigkeit von der Aktienkurshöhe der SFC Energy AG verfallen. Nach einer Wartezeit von vier bis sieben Jahren ab dem Zuteilungstag kann je ein Viertel des nicht verfallenen Volumens zum definierten Referenzkurs bei Erreichen bestimmter Erfolgsziele ausgeübt werden. Im Falle eines Kontrollerwerbs an der SFC Energy AG und der Ausübung des für diesen Fall vorgesehenen außerordentlichen Kündigungsrechts durch Herrn Pol sind die Aktienoptionen, die zum Zeitpunkt der Abgabe des Übernahmeangebotes noch nicht verfallen waren, gemäß festgelegten Bandbreiten in Abhängigkeit vom Referenzkurs als Barausgleich auszuzahlen. Der Referenzkurs entspricht dabei – nach Bestimmung des Aufsichtsrats – dem Angebotspreis im Sinne des § 31 Abs. 1 WpÜG oder des nach § 7 WpÜG-Angebotsverordnung berechneten Werts der möglicherweise als Wahlgegenleistung gebotenen Aktien des Bieters, die nicht an SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 87 KONZERNLAGEBERICHT einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 WpÜG, sondern nur außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums zum Handel zugelassen sind, oder einer Kombination aus beiden Werten. Mit einer Führungskraft der SFC Energy-Gruppe besteht eine entsprechende Vereinbarung zum Stock Option Program 2021-2024. Der Führungskraft wurden am 1. Januar 2021 22.800 Aktienoptionsrechte mit einem Ausübungspreis pro Aktienoption von EUR 15,50 zugeteilt, mit einer Laufzeit des Optionsplans von sieben Jahren ab Zuteilung. Die Aktienoptionen können in einem festgelegten Umfang an drei definierten Stichtagen in Abhängigkeit von der Aktienkurshöhe der SFC Energy AG verfallen. Nach einer Wartezeit von vier bis sechs Jahren ab dem Zuteilungstag kann je ein Drittel des nicht verfallenen Volumens zum definierten Referenzkurs bei Erreichen bestimmter Erfolgsziele ausgeübt werden. Im Falle eines Kontrollerwerbs an der SFC Energy AG im Sinne des § 29 Abs. 2 WpÜG sind die Aktienoptionen, die zum Zeitpunkt der Abgabe des Übernahmeangebotes noch nicht verfallen waren, gemäß festgelegten Bandbreiten in Abhängigkeit vom Referenzkurs als Barausgleich auszuzahlen; der Betrag ermittelt sich nach dem Referenzkurs abzüglich des Ausübungspreises, multipliziert mit der Anzahl der Aktienoptionen. Der konkrete Referenzkurs entspricht dabei dem Angebotspreis im Sinne des § 31 Abs. 1 WpÜG. Erklärung zur Unternehmensführung Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB bzw. § 315d HGB wird auf der Internetseite der SFC Energy AG (https://www.sfc.com/investoren/corporate- governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung/) veröffentlicht. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 88 KONZERNLAGEBERICHT Brunnthal, den 29. März 2023 SFC Energy AG Der Vorstand Dr. Peter Podesser Daniel Saxena (Vorsitzender des Vorstands) (Mitglied des Vorstands) Hans Pol (Mitglied des Vorstands) SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 89 KONZERNABSCHLUSS SFC Energy AG Brunnthal bei München Konzernabschluss Nach den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind. Für das Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2022 KONZERNABSCHLUSS Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2022 in EUR KONZERN-AN- 2022 2021 HANG 01.01.-31.12. 01.01.-31.12. Umsatzerlöse (1) 85.229.281 64.320.299 Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten (2) -53.823.208 -41.682.094 Leistungen Bruttoergebnis vom Umsatz 31.406.073 22.638.205 Vertriebskosten (3) -14.186.999 -15.050.537 Forschungs- und Entwicklungskosten (4) -4.441.245 -3.257.233 Allgemeine Verwaltungskosten (5) -10.292.638 -10.292.380 Sonstige betriebliche Erträge (6) 2.521.462 904.300 Sonstige betriebliche Aufwendungen (7) -1.407.249 -47.654 Betriebsergebnis (EBIT) 3.599.404 -5.105.298 Zinsen und ähnliche Erträge (8) 5 5 Zinsen und ähnliche Aufwendungen (8) -609.352 -409.531 Ergebnis vor Steuern 2.990.057 -5.514.825 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (9) -969.932 -314.633 Konzernperiodenergebnis 2.020.125 -5.829.458 Ergebnis je Aktie (33) unverwässert 0,13 -0,40 verwässert 0,13 -0,40 KONZERNABSCHLUSS Konzerngesamtergebnisrechnung FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2022 in EUR KONZERN-AN- 2022 2021 HANG 01.01.-31.12. 01.01.-31.12. Konzernperiodenergebnis 2.020.125 -5.829.458 Unterschiede aus der Umrechnung ausländischer Tochtergesellschaf- -121.536 492.140 ten Im Eigenkapital direkt erfasste Wertänderungen (27) -121.536 492.140 (Summe sonstiges Ergebnis) Konzerngesamtergebnis des Jahres 1.898.589 -5.337.318 Die Beträge sind vollständig den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen. Es er- geben sich keine latenten Steuereffekte auf die im Eigenkapital direkt erfassten Wertänderun- gen. KONZERNABSCHLUSS Konzernbilanz AKTIVA ZUM 31. DEZEMBER 2022 in EUR KONZERN-AN- 31.12.2022 31.12.2021 HANG Kurzfristige Vermögenswerte 113.145.754 58.724.007 Vorräte (13) 24.921.204 14.184.541 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (14) 18.110.324 17.608.015 Vermögenswerte aus Verträgen mit Kunden (15) 1.265.883 243.437 Sonstige Vermögenswerte und Forderungen (16) 3.660.591 1.680.439 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (17) 64.802.825 24.622.648 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit (18) 384.927 384.927 Verfügungsbeschränkung Langfristige Vermögenswerte 34.025.247 28.641.235 Immaterielle Vermögenswerte (19) 18.576.279 17.698.268 Sachanlagen (20) 13.396.044 8.886.706 Aktive latente Steuern (9) 2.052.924 2.056.261 Aktiva 147.171.001 87.365.242 KONZERNABSCHLUSS Konzernbilanz PASSIVA ZUM 31. DEZEMBER 2022 in EUR KONZERN-AN- 31.12.2022 31.12.2021 HANG Kurzfristige Schulden 26.591.389 20.998.034 Steuerrückstellungen (21) 568.439 78.710 Sonstige Rückstellungen (21) 1.495.468 1.941.650 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (22) 4.054.845 2.734.888 Verbindlichkeiten aus Anzahlungen (23) 498.154 136.703 Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung (24) 9.045.990 7.641.959 Leasingverbindlichkeiten (25) 2.009.259 1.859.824 Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden (15) 601.841 277.157 Sonstige Verbindlichkeiten und PRAP (26) 8.317.393 6.327.143 Langfristige Schulden 17.142.494 16.348.354 Sonstige Rückstellungen (21) 1.882.784 1.529.184 Leasingverbindlichkeiten (25) 8.551.813 4.890.839 Sonstige Verbindlichkeiten (26) 4.644.125 8.005.575 Passive latente Steuern (9) 2.063.772 1.922.756 Eigenkapital 103.437.118 50.018.854 Gezeichnetes Kapital (27) 17.363.691 14.469.743 Kapitalrücklage (27) 168.262.275 119.636.548 Sonstige ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderung (27) -748.104 -626.568 Ergebnisvortrag (27) -83.460.869 -77.631.411 Konzernbilanzverlust (27) 2.020.125 -5.829.458 Passiva 147.171.001 87.365.242 KONZERNABSCHLUSS Konzernkapitalflussrechnung FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2022 in EUR KONZERN- 2022 2021 ANHANG 01.01.-31.12 01.01.-31.12 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Ergebnis vor Steuern 2.990.057 -5.514.825 + Zinsergebnis (8), (34) 609.347 409.527 + Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (11), (19), (20) 4.993.132 4.308.468 +/- Aufwendungen/Erträge aus LTI-Programmen (31) -484.755 6.709.260 + Änderung von Wertberichtigungen (13), (14) 274.566 43.345 +/- Verluste/ Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen (19), (20) 419.804 -2.475 +/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge -59.811 23.778 Operativer Cashflow vor Working-Capital-Veränderungen 8.742.340 5.977.078 +/- Zu- / Abnahme der Rückstellungen (21) -128.000 456.719 -/+ Zu- / Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (14) -1.041.860 -4.954.975 -/+ Zu- / Abnahme der Vorräte (13) -10.809.976 -1.376.763 -/+ Zu- / Abnahme sonstiger Forderungen und Vermögenswerte (15), (16) -3.057.734 -148.813 +/- Zu- / Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (24) 1.614.863 2.589.191 +/- Zu-/ Abnahme der sonstigen Verbindlichkeiten (23), (26) 159.497 -1.194.970 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Ertragsteuern -4.520.870 1.347.467 +/- Ertragsteuererstattungen/-zahlungen (9), (34) -240.627 -269.133 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -4.761.497 1.078.334 KONZERNABSCHLUSS Konzernkapitalflussrechnung FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2022 in EUR KONZERN- 2022 2021 ANHANG 01.01.-31.12 01.01.-31.12 Cashflow aus Investitionstätigkeit - Investitionen in immaterielle Vermögenswerte aus Entwicklungsprojekten (19) -2.619.736 -2.492.828 - Investitionen in sonstige immaterielle Vermögenswerte (19) -435.738 -269.311 - Investitionen in Sachanlagen (22), (25) -2.146.075 -1.020.970 + Erhaltene Zinsen und ähnliche Erträge 5 5 - Auszahlungen aus dem Erwerb von Bankguthaben mit Verfügungsbe- 0 -99.307 schränkung" + Verkauf von Anlagevermögen (19), (20) 0 9.000 Cashflow aus Investitionstätigkeit -5.201.544 -3.873.413 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit + Erlöse aus der Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten der Gesellschaft (27) 56.431.986 0 - Kosten der Eigenkapitalausgabe (27) -5.224.239 0 - Tilgung von Finanzschulden (22) -238.960 -654.115 +/- Veränderung von Kontokorrentverbindlichkeiten (22) 1.570.855 -1.294.766 - Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (25) -1.837.022 -1.698.876 - Gezahlte Zinsen und ähnliche Aufwendungen (8), (34) -527.077 -398.616 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 50.175.543 -4.046.373 Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 40.212.502 -6.841.451 Wechselkursbedingte und sonstige Änderungen des Finanzmittelfonds -32.325 0 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu (18) 24.622.648 31.464.099 Beginn der Berichtsperiode Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperi- (18) 64.802.825 24.622.648 ode Nettoveränderung von Zahlungsmitteln und 40.212.502 -6.841.451 Zahlungsmitteläquivalenten KONZERNABSCHLUSS Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2022 in EUR SONSTIGE ERGEB- KONZERN- NISNEUTRALE KOZERN- GEZEICHNETES KAPITAL- EIGENKAPITALVER- BILANZGEWINN KAPITAL /-VERLUST SUMME AHANG RÜCKLAGE ÄNDERUNG Stand 01.01.2021 14.469.743 119.118.339 -1.118.708 -77.631.411 54.837.963 Konzerngesamtergebnis der Periode Konzernjahresergebnis -5.829.458 -5.829.458 Erfolgsneutrales Jahresergebnis aus (27) Währungsumrechnung 492.140 492.140 Anteilsbasierte Vergütung mit Aus- (31) gleich durch Eigenkapitalinstrumente 518.209 518.209 Stand 31.12.2021 14.469.743 119.636.548 -626.568 -83.460.869 50.018.854 Konzerngesamtergebnis der Periode Konzernjahresergebnis 2.020.125 2.020.125 Erfolgsneutrales Jahresergebnis aus (27) Währungsumrechnung -121.536 -121.536 Anteilsbasierte Vergütung mit Aus- (31) gleich durch Eigenkapitalinstrumente 311.928 311.928 Kapitalerhöhung Kapitalerhöhung (27) 2.893.948 53.538.038 56.431.986 Kosten der Kapitalerhöhung (27) -5.224.239 -5.224.239 Stand 31.12.2022 17.363.691 168.262.275 -748.104 -81.440.744 103.437.118 KONZERNABSCHLUSS Konzern-Segmentberichterstattung (Teil des Konzernanhangs) FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2022 in EUR Clean Energy Clean Power Management Konzern 2022 2021 2022 2021 2022 2021 Umsatzerlöse 57.632.107 42.428.097 27.597.174 21.892.202 85.229.281 64.320.299 Herstellungskosten der zur Er- -33.101.443 -25.417.069 -20.721.765 -16.265.025 -53.823.208 -41.682.094 zielung der Umsatzerlöse er- brachten Leistungen Bruttoergebnis vom Umsatz 24.530.664 17.011.028 6.875.409 5.627.177 31.406.073 22.638.205 Vertriebskosten -12.215.623 -13.071.036 -1.971.376 -1.979.501 -14.186.999 -15.050.537 Forschungs- und Entwick- -2.294.431 -1.446.906 -2.146.814 -1.810.327 -4.441.245 -3.257.233 lungskosten Allgemeine Verwaltungskos- -7.203.560 -8.036.529 -3.089.078 -2.255.851 -10.292.638 -10.292.380 ten Sonstige betriebliche Erträge 2.441.566 904.300 79.896 0 2.521.462 904.300 Sonstige betriebliche Aufwen- -1.366.163 -47.654 -41.086 0 -1.407.249 -47.654 dungen Betriebsergebnis (EBIT) 3.892.453 -4.686.796 -293.050 -418.502 3.599.403 -5.105.299 Anpassungen EBIT -442.467 7.030.080 0 0 -442.467 7.030.080 EBIT bereinigt 3.449.986 2.343.283 -293.050 -418.502 3.156.937 1.924.781 Abschreibungen -3.903.842 -3.195.915 -1.089.290 -1.112.553 -4.993.132 -4.308.468 EBITDA 7.796.295 -1.490.881 796.240 694.051 8.592.536 -796.831 Anpassungen EBITDA -442.467 7.030.080 0 0 -442.467 7.030.080 EBITDA bereinigt 7.353.828 5.539.199 796.240 694.051 8.150.069 6.233.249 Finanzergebnis -609.347 -409.527 Ertrag aus fortzuführenden 2.990.057 -5.514.825 Geschäftsbereichen Steuern vom Einkommen und -969.932 -314.633 vom Ertrag Konzernjahresergebnis 2.020.124 -5.829.458 Bezüglich weiterer Angaben zur Konzern-Segmentberichterstattung verweisen wir auf Erläu- terung (35)des Konzernanhangs. Die Anpassung zur Ermittlung des bereinigten EBIT/EBITDA resultieren im Wesentlichen aus den LTI-Programmen - siehe Erläuterung (31) - sowie denAufwendungen für Transaktionsbemühungen. KONZERNANHANG KONZERNANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022 1.Allgemeine Grundsätze und Konsolidierungskreis Informationen zum Unternehmen Die SFC Energy AG („Gesellschaft“ oder „SFC AG“) ist eine in Deutschland ansässige Aktienge- sellschaft . Der Sitz der Gesellschaft ist Eugen Sänger Ring 7, 85649 Brunnthal . Die Gesellschaft ist in das Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 144296 einge- tragen. Die Hauptaktivitäten der Gesellschaft und ihrer Tochterunternehmen („SFC“ oder „Konzern“) sind die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Produkten, Systemen und Lösungen für die stationäre und mobile netzferne Energieversorgung auf Basis von Wasser- stoff (PEMFC) und Direktmethanol (DMFDC) Brennstoffzellen für Kunden aus dem privaten, industriellen und öffentlichen Sektor in unterschiedlichen Endkundenmärkten, die Vornahme der hierzu notwendigen Investitionen sowie alle sonstigen hiermit zusammenhängenden Ge- schäfte. Zum Zweck der Unternehmenssteuerung ist der Konzern nach Technologieplattfor- men organisiert und verfügt über zwei berichtspflichtige Segmente „Clean Energy“ und „Clean Power Management“. Das Kerngeschäft des Segments Clean Energy beinhaltet die Entwick- lung, Herstellung einschl. kompletter Systemmontage, Vermarktung und Lieferung von mobi- len und netzunabhängigen Energielösungen auf Basis von Brennstoffzellen (PEMFC und DMFDC). Das Segment Clean Power Management ist auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von standardisierten und semi standardisierten Power Management-Lösungen wie z.B. Span- nungswandlern fokussiert. Die Gesellschaft ist im Prime Standard der Wertpapierbörse in Frankfurt/Main gelistet (WKN 756857, ISIN: DE0007568578). Grundlagen der Rechnungslegung Der Konzernabschluss 2022 wurde im Einklang mit den International Financial Reporting Stan- dards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) und den diesbezüglichen In- terpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRIC bzw. zuvor SIC) erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie siein der Europäischen Union anzuwenden sind, und den 10 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG ergänzenden nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Das Geschäftsjahr des Konzerns entspricht dem Kalenderjahr (1. Januar bis 31. Dezember). Der Konzernabschluss ist in Euro (EUR) aufgestellt. Die Angaben in diesem Konzernanhang er- folgen, soweit nicht anders vermerkt, gerundet auf volle Euro (EUR). Wir weisen darauf hin, dass bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben aufgrund kaufmän- nischer Rundung Differenzen auftreten können. Der Konzernabschluss der SFC AG wurde auf der Grundlage der historischen Anschaffungs- oder Herstellkosten aufgestellt. Davon ausgenommen sind bestimmte Finanzinstrumente so- wie anteilsbasierte Vergütungen, die zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt wurden. Historische Anschaffungs- und Herstell-kosten basieren im Allgemeinen auf dem bei- zulegenden Zeitwert der im Austausch für den Vermögenswert entrichteten Gegenleistungen. Eine entsprechende Erläuterung für die Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert erfolgt im Rahmen der der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze. Darüber hinaus hat die SFC AG die nachstehenden Rechnungslegungsmethoden auf alle in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden stetig angewendet. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufge- stellt. Die zusätzlichen Angaben zum Material- und Personalaufwand sind im Konzernanhang gesondert ausgewiesen. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter des SFC AG dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu be- urteilen. Des Weiteren haben die Unternehmensvertreter die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, falls einschlägig, anzuge- ben. Zusätzlich sind die gesetzlichen Unternehmensvertreter dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern nicht die Absicht der Liquidierung oder der Einstellung des Geschäftsbe- triebs des Konzerns besteht oder keine realistische Alternative zur Unternehmensfortführung besteht. Der Konzernabschluss 2022 der SFC AG wurde auf der Basis der Unternehmensfortführung SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 11 KONZERNANHANG erstellt. Der Vorstand ist der Ansicht, dass keine wesentlichen Unsicherheiten bestehen, die erhebliche Zweifel an dieser Annahme aufkommen lassen könnten, und ist der Überzeugung, dass der Konzern nach vernünftigem Ermessen über ausreichende Mittel verfügt, um seinen Verpflich- tungen auf absehbare Zeit, mindestens aber 12 Monate nach dem Ende des Berichtszeit- raums, nachzukommen. Der Vorstand der SFC AG hat den Konzernabschluss am 29. März 2023 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt. Angewandte neue Rechnungslegungsstandards Die folgenden vom IASB veröffentlichten und von der EU-Kommission übernommenen Stan- dards und Interpretationen wurden erstmalig im Berichtsjahr angewendet: Änderungen an IFRS 3 Änderungen an IFRS 3 – „Unternehmenszusammenschlüsse“ aktualisieren einen Verweis in IFRS 3 auf das Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung, ohne die Bilanzierungsvor- schriften für Unternehmenszusammenschlüsse zu ändern. Zur Vermeidung, dass es aufgrund der veränderten Definition von Vermögenswerten und Schulden zu einer sofortigen erfolgs- wirksamen Ausbuchung erworbener Vermögenswerte und Schulden kommt, änderte der IASB den IFRS 3 in der Hinsicht, dass für Rückstellungen oder Eventualverbindlichkeiten, welche in den Anwendungsbereich des IAS 37 fallen, die Regelungen in IAS 37.15-22 bei der Beurteilung, ob zum Erwerbszeitpunkt eine gegenwärtige Verpflichtung aus früheren Ereignissen besteht, anzuwenden sind. Für Abgaben im Anwendungsbereich des IFRIC 21 ist diese Interpretation für die Beurteilung heranzuziehen, ob das Ereignis, das eine Verpflichtung zur Entrichtung ei- ner Abgabe auslöst, bis zum Erwerbszeitpunkt eingetreten ist. Diese ab dem 1. Januar 2022 anzuwendenden Änderungen an IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse) haben keine Aus- wirkung auf den Konzernabschluss. Änderungen an IAS 16 Die Änderungen an IAS 16 – „Sachanlagen“ verbieten es einem Unternehmen, Einnahmen, die es durch den Verkauf von Gegenständen erhält, die es während der Vorbereitung des Vermö- 12 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG genswerts für seine beabsichtigte Nutzung herstellt, von den Anschaffungs- oder Herstellungs- kosten der Sachanlagen abzuziehen. Stattdessen wird ein Unternehmen solche Verkaufserlöse und die damit verbundenen Kosten im Gewinn oder Verlust erfassen. Kosten für Testläufe, mit denen überprüft wird, ob ein Vermögenswert ordentlich funk- tioniert, sind weiterhin als direkt zurechenbare Kosten in den Anschaffungs- oder Herstel- lungskosten zu berücksichtigen. Hierbei handelt es sich um Kosten, die bei der Beurteilung, ob ein Vermögenswert technisch und physisch so beschaffen ist, dass er für die Produktion oder Lieferung von Gütern oder Dienstleistungen, zur Vermietung an andere oder Verwaltungszwe- cke verwendet werden kann, anfallen. Demgegenüber sind Erträge aus dem Verkauf aller produzierten Gegenstände und die Kosten für deren Produktion während des Zeitraums, in dem die Sachanlage zum Standort gebracht und in einen betriebsbereiten Zustand versetzt wird, künftig erfolgswirksam zu erfassen. Ein Abzug der Nettoerträge von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten einer Sachanlage ist nicht mehr zulässig. Diese ab dem 1. Januar 2022 anzuwendenden Änderungen an IAS 16 (hin- sichtlich der Bewertung von Sachanlagen) haben keine Auswirkung auf den Konzernabschluss Änderungen an IAS 37 Im zweiten Quartal 2020 hat das International Accounting Standards Board (IASB) eine Ände- rung an IAS 37 bezüglich belastender Verträge veröffentlicht. Ein Vertrag ist nach IAS 37 als belastend einzustufen, wenn die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Ver- pflichtungen den erwarteten wirtschaftlichen Nutzen übersteigen. Die unvermeidbaren Kos- ten stellen den niedrigsten Betrag von Erfüllungskosten und etwaigen aus der Nichterfüllung resultierenden Entschädigungszahlungen oder Strafgeldern dar. Durch die Änderungen wird dargestellt, dass die Erfüllungskosten die Kosten umfassen, die direkt mit dem Vertrag zusam- menhängen. Diese bestehen zum einen aus Kosten, die einem Unternehmen durch den Ver- trag zusätzlich entstehen (incremental cost), wie direkte Lohn- und Materialkosten, und zum anderen aus dem Vertrag direkt zurechenbaren sonstige Kosten, wie anteilige Abschreibun- gen von Sachanlagen. Die Übergangsvorschriften sehen vor, dass die Änderungen auf alle Ver- träge anzuwenden sind, die zum Erstanwendungszeitpunkt noch nicht vollständig erfüllt sind. Dier Vergleichsperiode soll nicht angepasst werden und der Effekt der erstmaligen Anwen- dung ist zum Erwerbszeitpunkt in den Gewinnrücklagen zu erfassen. Diese ab dem 1. Januar SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 13 KONZERNANHANG 2022 anzuwendenden Änderungen an IAS 37 (hinsichtlich belastender Verträge) haben keine Auswirkung auf den Konzernabschluss. Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Standards Zyklus IFRS 2018 – 2020 Im zweiten Quartal 2020 hat das International Accounting Standards Board (IASB) im Rahmen des Annual Improvement Projekt 2018 - 2020 Änderungen an IFRS 1 – „Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards“, IFRS 9 – „Finanzinstrumente“, IFRS 16 – „Leasingverhältnisse“ und IAS 41 – „Landwirtschaft“ veröffentlicht. IFRS 1: Ein Tochterunternehmen, das nach seinem Mutterunternehmen ein erstmaliger An- wender der IFRS wird und die Erleichterungen in IFRS 1.D16(a) für seine Vermögenswerte und Schulden in Anspruch nimmt, kann durch diese Änderungen gemäß IFRS 1.D13A die gleichen Erleichterungen auch für die kumulierten Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen in An- spruch nehmen. IFRS 9: Für die Anwendung des 10 %-Tests bei der Modifizierung finanzieller Verbindlichkeiten wird klargestellt, dass nur solche Gebühren in den 10 %-Test einzubeziehen sind, die vom Un- ternehmen an den Gläubiger oder umgekehrt gezahlt werden. An Dritte gezahlte Kosten oder Gebühren dürfen nicht miteinbezogen werden. IFRS 16: In dem erläuternden Beispiel Nr. 13 zum IFRS 16 wurden Passagen zu Erstattungszah- lungen für Mietereinbauten gestrichen, da diese zu Missverständnissen führten. IAS 41: Für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts für biologische Vermögenswerte und landwirtschaftliche Erzeugnisse sind die steuerlichen Cashflows zu berücksichtigen. Steueref- fekte sind damit sowohl im Diskontierungssatz als auch in den Zahlungsströmen zu berück- sichtigen. Dadurch wurden die Vorschriften in IAS 41 an die Regelungen in IFRS 13 angegli- chen. Diese ab dem 1. Januar 2022 anzuwendenden Änderungen an IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41 haben keine Auswirkung auf den Konzernabschluss. Neue, noch nicht umgesetzte Rechnungslegungsstandards Folgende, von SFC nicht vorzeitig für das Jahr 2022 angewandte, neue und überarbeitete Stan- dards wurden bis zum Datum der Erstellung dieses Konzernabschlusses vom IASB veröffent- licht und teilweise von der EU-Kommission anerkannt: 14 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Anwendung von IFRS 17 – „Versicherungsverträge“ IFRS 17 ersetzt IFRS 4 und macht damit erstmals einheitliche Vorgaben für den Ansatz, die Bewertung, die Darstellung von und Anhangangaben zu Versicherungsverträgen, Rückversi- cherungsverträgen sowie Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteili- gung. IFRS 17 gilt für alle Arten von Versicherungsverträgen (d.h. Lebens-, Sach-, Erst- und Rückversicherung), unabhängig von der Art der Unternehmen, die sie ausstellen, sowie für bestimmte Garantien und Finanzinstrumente mit ermessensabhängiger Überschussbeteili- gung. Kernstück von IFRS 17 ist das allgemeine Modell, ergänzt durch eine spezifische Anpas- sung für Verträge mit direkten Partizipationsmerkmalen (variable fee approach) und ein ver- einfachter Ansatz (premium allocation approach), hauptsächlich für kurzfristige Verträge. Durch die Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union am 23. November 2021 er- folgte die Übernahme in europäisches Recht. Damit ist IFRS 17 verpflichtend auf Berichtsperi- oden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Es werden keine wesent- lichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Änderungen an IFRS 17 - „Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Ver- gleichsinformationen“ Die Änderung ermöglicht es Unternehmen, die Entscheidungsnützlichkeit der bei der erstma- ligen Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 dargestellten Vergleichsinformationen zu verbes- sern. Die Hauptänderung in der Verlautbarung bezieht sich auf eine eng umrissene Änderung der Übergangsvorschriften von IFRS 17 für Unternehmen, die IFRS 17 und IFRS 9 gleichzeitig erst- malig anwenden. IFRS 17 erfordert eine Anpassung der Vergleichszahlen, während eine solche Anpassung an IFRS 9 nur zulässig ist, wenn dies ohne Berücksichtigung späterer Erkenntnisse möglich ist. Eine Anpassung ist jedoch für finanzielle Vermögenswerte, die vor dem Zeitpunkt der Erstanwendung von IFRS 9 ausgebucht wurden, verboten. Versicherungsunternehmen, die die Klassifizierungsüberlagerung auf finanzielle Vermögens- werte anwenden, haben ihre Vergleichsinformationen so darzustellen, als ob die Klassifizie- rungs- und Bewertungsvorschriften des IFRS 9 auf diese finanziellen Vermögenswerte ange- wandt worden wären. Hierfür sind angemessene und vertretbare Informationen, welche zum SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 15 KONZERNANHANG Übergangszeitpunkt zur Verfügung stehen, zu verwenden, um zu bestimmen, wie das Unter- nehmen seine finanziellen Vermögenswerte bei der erstmaligen Anwendung von IFRS 17 mit IFRS 9 erwartungsgemäß klassifiziert und bewertet. Bei der Anwendung dieser Übergangsregel kann auf die Anwendung der Wertminderungsvor- schriften nach IFRS 9 für die Vergleichsperiode verzichtet werden. In diesen Fällen sind die Wertminderungsvorschriften des IAS 39 anzuwenden. Die Klassifizierungsüberlagerung kann von Unternehmen angewandt werden, die IFRS 17 und IFRS 9 gleichzeitig anwenden und die Vergleichsinformationen unter Anwendung von IFRS 9 anpassen. In diesen Fällen ist die Übergangsregelung auf finanzielle Vermögenswerte anwend- bar, die in der Vergleichsperiode ausgebucht wurden. Werden die Vergleichsinformationen nicht unter Anwendung von IFRS 9 angepasst, kann der Ansatz auf alle finanziellen Vermö- genswerte der Vergleichsperiode angewandt werden. Bei Anwendung des IFRS 9 vor der erst- maligen Anwendung von IFRS 17 kann die Klassifizierungsüberlagerung auf die finanziellen Vermögenswerte angewandt werden, die nach IFRS 17.C29 redesigniert worden wären, wenn sie nicht in der Vergleichsperiode ausgebucht worden wären. Die Änderungen sehen vor, dass Unternehmen, welche die Regelungen in Anspruch nehmen, diese Tatsache im Anhang anzugeben haben. Außerdem sollen qualitative Informationen be- reitgestellt werden, die es dem Abschlussadressaten erlauben zu verstehen, welche Auswir- kungen die Klassifizierungsüberlagerung auf die Darstellung der Vergleichsperiode hat. Durch die Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union am 8. November 2022 sind diese Änderungen an IFRS 17 für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss er- wartet. Änderungen an IAS 1 - Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und am IFRS-Leitliniendokument 2 Durch die Änderungen an IAS 1 wird einem Unternehmen vorgeschrieben wesentliche Infor- mationen in Bezug auf Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden anzugeben und nicht mehr seine maßgeblichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Bei der Beurteilung der We- sentlichkeit von Informationen zu Rechnungslegungsmethoden müssen Unternehmen den 16 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Umfang der Transaktionen, andere Ereignisse sowie deren Art berücksichtigen. Die Änderun- gen stellen klar, dass Informationen über die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auf- grund ihrer Art wesentlich sein können, auch wenn die dazugehörigen Beträge unwesentlich sind, wobei gleiches auch umgekehrt gilt. Nach den Änderungen gelten Informationen zu Rechnungslegungsmethoden in folgenden Situationen wahrscheinlich als wesentlich: Die Änderung einer Rechnungslegungsmethode resultiert in einer wesentlichen Änderung der im Abschluss angegebenen Informationen; In den IFRS besteht bezüglich der für den Sachverhalt anzuwendenden Rech- nungslegungsmethode ein Wahlrecht; Rechnungslegungsmethoden wurden mangels einschlägiger Regelungen in den IFRS gem. IAS 8 entwickelt; Die Anwendung einer Rechnungslegungsmethode erfordert maßgebliche Er- messensentscheidungen oder Annahmen; Für den Leser des Abschlusses ist es schwierig, wesentliche Transaktionen und andere Ereignisse oder Umstände zu verstehen, da sie komplexe Rechnungsle- gungsentscheidungen erfordern, z. B. wenn mehr als ein IFRS angewandt wird. Die Angabe nicht erforderlicher und unwesentlicher Informationen zu Rechnungslegungsme- thoden ist nach den Änderungen explizit zulässig, sofern diese keine wesentlichen Informati- onen verschleiert. Durch die Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union am 3. März 2022 erfolgte die Übernahme in europäisches Recht. Damit ist IAS 1 verpflichtend auf Berichtsperioden an- zuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Darüber hinaus wurden dem IFRS-Leitliniendokument 2 zusätzliche Leitlinien und Beispiele hinzugefügt, um zu erklären und zu zeigen, wie die Anwendung des vierstufigen Wesentlich- keitsprozesses auf Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet werden, um die Än- derungen an IAS 1 zu unterstützen. Da das IFRS-Leitliniendokument 2 kein Bestandteil der IFRS ist, ist nicht davon auszugehen, dass die EU die Änderungen hieran im Amtsblatt veröffentli- chen wird, dennoch kann es bei Wesentlichkeitsentscheidungen als Leitlinie dienen. Änderungen an IAS 8 - „Änderungen in Bezug auf rechnungslegungsbezogene SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 17 KONZERNANHANG Schätzungen“ Die Änderungen an IAS 8 betreffen die geänderte Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen. Nach der neuen Definition sind rechnungslegungsbezogene Schätzungen „mo- netäre Beträge im Abschluss, die mit Bewertungsunsicherheiten behaftet sind. In der Ände- rung wird klargestellt, dass eine Änderung einer rechnungslegungsbezogenen Schätzung, die aus neuen Informationen oder neuen Entwicklungen resultiert, nicht die Korrektur eines Feh- lers darstellt. Durch die Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union am 03. März 2022 erfolgte die Übernahme in europäisches Recht. Damit ist IAS 8 verpflichtend auf Berichtsperioden an- zuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Änderungen an IAS 12 - „Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen“ Die wesentliche Änderung ist eine zusätzliche Rückausnahme aus der Erstanwendungsaus- nahme, die in IAS 12.15 und IAS 12.24 zur Verfügung gestellt wird. Danach gilt die Erstanwen- dungsausnahme nicht für Transaktionen, bei denen beim erstmaligen Ansatz abzugsfähige und zu versteuernde temporäre Differenzen in gleicher Höhe entstehen. Vorbehaltlich der Übernahme in europäisches Recht durch die Europäische Union, sind die Änderungen für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Änderungen an IAS 1 - Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig Im vierten Quartal 2022 hat das International Accounting Board (IASB) veröffentlicht, dass bei als langfristig klassifizierte Verbindlichkeiten, die innerhalb von 12 Monaten nach dem Ab- schlussstichtag an die Einhaltung von Bedingungen anknüpfen, im Anhang Informationen an- zugeben sind, die es dem Abschlussadressaten ermöglichen, das Risiko zu verstehen, dass die Verbindlichkeit innerhalb von 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag rückzahlbar werden könnte. Die anzugebenen Informationen schließen den Buchwert der betroffenen Verbind- lichkeit, bestehende Bedingungen (einschließlich ihrer Art und dem Zeitpunkt, zu dem das Un- ternehmen diese erfüllen muss) und etwaige Tatsachen und Umstände, die darauf hinweisen, dass das Unternehmen Schwierigkeiten haben könnte, die Bedingungen zu erfüllen, ein. 18 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Vorbehaltlich der Übernahme in europäisches Recht durch die Europäische Union, ist diese Änderung und die vorherigen Änderungen für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern- abschluss erwartet. Änderungen an IFRS 16 - „Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-leaseback- Transaktion“ Durch die Änderung hat ein Verkäufer-Leasingnehmer Leasingverbindlichkeiten aus einer Sale-and-leaseback-Transaktion, nachfolgend so zu bewerten, dass dieser keinen Betrag des Gewinns oder Verlusts erfasst, der sich auf das zurückbehaltene Nutzungsrecht bezieht. Ein Verkäufer-Leasingnehmer wird nicht daran gehindert, Gewinne oder Verluste im Zusammen- hang mit der teilweisen oder vollständigen Beendigung eines Leasingverhältnisses in der Ge- winn- und Verlustrechnung zu erfassen. Vorbehaltlich der Übernahme in europäisches Recht durch die Europäische Union, sind die Änderungen für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert von der Unternehmensleitung be- stimmte Annahmen, die Auswirkungen auf die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätze und auf Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von Eventualforderun- gen und -verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag und die ausgewiesenen Erträge und Aufwen- dungen in der Berichtsperiode haben. Die sich tatsächlichen in zukünftigen Perioden einstel- lenden Beträge können von diesen Schätzungen abweichen. Die Schätzungen und die zugrun- deliegenden Annahmen werden durch die Unternehmensleitung laufend überprüft. Änderun- gen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. Des Wei- teren werden für solche Vermögenswerte und Schulden die Buchwerte am Abschlussstichtag angegeben. Bei der Erstellung dieses Konzernabschlusses wurden die wesentlichen Ermessensentschei- dungen der Unternehmensleitung zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns einheitlich zu denen des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2021 ausgeübt. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf: SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 19 KONZERNANHANG Bewertung von Rückstellungen Zur Bewertung der Rückstellungen werden Schätzungen des Managements herangezogen. Die Höhe der Gewährleistungsrückstellung basiert dabei auf der historischen Entwicklung von Ge- währleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftigen, möglichen, mit ihren Eintrittswahr- scheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle. Der unter diesen Annahmen ermittelte langfristige Teil der Rückstellungen wird abgezinst. Erläuterung (21) enthält Informationen zu den verwendeten Zinssätzen sowie der Entwicklung der Barwerte. Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Die festgelegten Nutzungsdauern für das Anlagevermögen basieren auf Schätzungen des Ma- nagements. SFC überprüft zu Ende eines jeden Geschäftsjahres die geschätzten Nutzungsdau- ern von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten. Während des laufenden Ge- schäftsjahres kam es zu keiner veränderten Schätzung von Nutzungsdauern. Im Rahmen von Unternehmenserwerben wurden die Nutzungsdauern der Kundenbeziehungen anhand von statistischen Analysen unter Einbeziehung von Einschätzungen des Managements ermittelt und die Nutzungsdauer der erworbenen Technologie anhand von Erfahrungswerten bezüglich des durchschnittlichen Produktlebenszyklus in der Branche bestimmt (siehe Erläuterungen zu „Immaterielle Vermögenswerte“ im Abschnitt „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“). Aktivierungspflicht für selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte Basierend auf den Planungen und Einschätzungen des Managements werden Entwicklungs- kosten, sofern die Ansatzkriterien nach IFRS erfüllt sind, aktiviert. Zur Entwicklung und der im Geschäftsjahr aktivierten Entwicklungskosten siehe Erläuterung (19) Immaterielle Vermö- genswerte. Ansatz aktiver latenter Steuern, insbesondere auf Verlustvorträge Auf steuerliche Verlustvorträge der Gesellschaft werden aktive latente Steuern basierend auf steuerlichen Ergebnisplanungen bilanziert. Siehe hierzu Erläuterung (9) Steuern vom Einkom- men und vom Ertrag. Bewertung von anteilsbasierter Vergütung Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat ein virtuelles Aktienoptionsprogramm (SAR-/Aktienopti- onsprogramm) sowie ein Aktienoptionsprogramm (AOP) (zusammen LTI-Programme) mit 20 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG dem Ziel implementiert, eine Gleichrichtung der Interessenlage von Aktionären und Vorstand zu schaffen. Dieses sieht die Zuteilung virtueller Aktienoptionen an die Mitglieder des Vor- stands vor. Erläuterung (31) enthält Anga- ben über die in das Bewertungsmodell eingehenden geschätzten Bewertungsparameter zur Ermittlung der daraus resultierenden Aufwendungen. Umsatzrealisierung bei Auftragsentwicklung Im Rahmen der Joint Development Agreements („JDA“) führt SFC Auftragsentwicklungen durch. Ebenso ergeben sich bei SFC Energy Ltd. langfristige Kundenaufträge, die nach der zeit- raumbezogenen Umsatzerlösmethode gemäß IFRS 15 bilanziert werden. Leasingverhältnisse – Schätzung des Grenzfremdkapitalzinssatzes sowie Be- rücksichtigung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen Da der Konzern den Leasingverhältnissen zugrundeliegenden Zinssatz nicht bestimmen kann, verwendet SFC zur Bewertung von Leasingverbindlichkeiten seinen Grenzfremdkapitalzins- satz. Der Grenzfremdkapitalzinssatz ist der Zinssatz, den der Konzern zahlen müsste, wenn er für eine vergleichbare Laufzeit mit vergleichbarer Sicherheit die Mittel aufnehmen würde, die er in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld für einen Vermögenswert mit einem dem Nutzungsrecht vergleichbaren Wert benötigen würde. Der Konzern schätzt den Grenzfremd- kapitalzinssatz anhand beobachtbarer Inputfaktoren, sofern diese verfügbar sind, und muss bestimmte unternehmensspezifische Schätzungen vornehmen. Darüber hinaus enthalten eine Reihe von Leasingverträgen des Konzerns, insbesondere von Immobilien, Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Die Beurteilung, ob hinreichende Si- cherheit besteht, dass die Option zur Verlängerung bzw. Kündigung des Leasingverhältnisses ausgeübt oder nicht ausgeübt wird, unterliegt Ermessensentscheidungen Bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingvertrags werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungs- oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Bei der Festlegung der Laufzeit werden solche Optionen nur be- rücksichtigt, wenn diese hinreichend sicher sind. Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte Der Konzern beurteilt zu jedem Bilanzstichtag für alle nicht-finanziellen Vermögenswerte, ob SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 21 KONZERNANHANG Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindes- tens einmal jährlich überprüft, unabhängig davon, ob Anzeichen potenzieller Wertminderun- gen vorliegen. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags der Vermögenswerte und der Zah- lungsmittel generierenden Einheiten ist mit Schätzungen der Unternehmensleitung verbun- den. Werthaltigkeit von Forderungen Wertberichtigungen für voraussichtlich uneinbringliche Forderungen werden seitens des Ma- nagements auf der Grundlage des „expected credit loss“ Modells und des derzeitigen wirt- schaftlichen Umfeldes geschätzt. Siehe hierzu Erläuterung (30) „Finanzinstrumente“. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss sind die SFC AG sowie alle Unternehmen, die die Gesellschaft mittel- bar oder unmittelbar beherrscht, einbezogen. Beherrschung besteht dann, wenn die Gesell- schaft die Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwanken- den Renditen aus ihrer Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund ihrer Verfügungs- macht der Höhe nach beeinflussen kann. Die Gesellschaft nimmt eine Neubeurteilung vor, ob sie ein Beteiligungsunternehmen beherrscht oder nicht, wenn Tatsachen und Umstände da- rauf hinweisen, dass sich eines oder mehrere der oben genannten drei Kriterien der Beherr- schung verändert haben. Wenn die Gesellschaft keine Stimmrechtsmehrheit besitzt, so beherrscht sie das Beteiligungs- unternehmen dennoch, wenn sie durch ihre Stimmrechte über die praktische Möglichkeit ver- fügt, die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens einseitig zu bestimmen. Bei der Beurteilung, ob ihre Stimmrechte für die Bestimmungsmacht ausreichen, berücksichtigt die Gesellschaft alle Tatsachen und Umstände, darunter: den Umfang der im Besitz der Gesellschaft befindlichen Stimmrechte im Verhält- nis zum Umfang der Verteilung der Stimmrechte anderer Stimmrechtsinhaber; potenzielle Stimmrechte der Gesellschaft, anderer Stimmrechtsinhaber und an- derer Parteien; Rechte aus anderen vertraglichen Vereinbarungen; und weitere Tatsachen und Umstände, die darauf hinweisen, dass die Gesellschaft 22 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG die gegenwärtige Möglichkeit besitzt oder nicht besitzt, die maßgeblichen Tätig- keiten zu den Zeitpunkten, zu denen Entscheidungen getroffen werden müssen, unter Berücksichtigung des Abstimmungsverhaltens bei früheren Haupt- bzw. Gesellschafterversammlungen zu bestimmen. Der Konzernabschluss umfasst somit die SFC Energy AG als Mutterunternehmen, die im Jahr 2011 erworbene SFC Energy Group B.V. nebst deren Tochterunternehmen SFC Energy Power Srl. sowie die im Jahr 2013 erworbene SFC Energy Ltd. (vormals Simark Controls Ltd.). Die Ab- schlüsse der Tochterunternehmen werden vom Tag der Erlangung der Beherrschung bis zur Beendigung der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften, die nach nationalem Recht aufgestellt sind, wurden auf IFRS übergeleitet und an die einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungs- methoden des Konzerns angepasst. Das Geschäftsjahr aller einbezogenen Gesellschaften ent- spricht dem Kalenderjahr (1. Januar bis 31. Dezember). Der in den Konsolidierungskreis aufgenommene direkte und indirekte Anteilsbesitz der Ge- sellschaft an Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2022 geht aus der folgenden Tabelle hervor. TOCHTERUNTERNEHMEN, DIE VOLL IN DEN KONSOLIDIEURNGSKREIS EINBEZOGEN WERDEN in % Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital Währung unmittelbar mittelbar gesamt SFC Energy Ltd. Calgary (Kanada) 100.00 – 100.00 CAD SFC Energy B.V. Almelo (Niederlande) 100.00 – 100.00 EUR SFC Energy Power Srl. Cluj-Napoca (Rumänien) – 100.00 100.00 RON Im Berichtsjahr waren keine Veränderungen von Eigentumsanteilen im Konzern zu verzeich- nen, die zu einem Beherrschungsverlust geführt hätten. Es liegen keine maßgeblichen Be- schränkungen der Möglichkeiten des Konzerns oder der Tochterunternehmen vor, Zugang zu Vermögenswerten des Konzerns und deren Nutzung bzw. die Erfüllung von Verbindlichkeiten des Konzerns zu erlangen. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Umsatzrealisierung SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 23 KONZERNANHANG Während das Segment Clean Energy alle Wasserstoff und Methanol Brennstoffzellensysteme sowie die oft damit verbundenen Automatisierungslösungen umfasst, sind in Segment Clean Power Management die Bereiche Leistungselektronik und Frequenzwandler gebündelt. Der Umsatz der SFC AG wird mit dem Verkauf von Brennstoffzellensystemen erzielt. Die EFOY Produktfamilie kommt im Segment „Clean Energy“ zum Einsatz. Dieses Segment umfasst den Freizeitmarkt, insbesondere für Wohnmobile und Boote. Daneben wird im Teilbereich industrielle Anwendungen die EFOY Pro für netzferne Stromversorgung, z.B. für Überwa- chungsanlagen, Messstationen, Öl- und Gas-Anlagen und in vielen weiteren Anwendungsbe- reichen, verkauft In diesem Markt kommt auch der Power Manager zum Einsatz. Das Produkt Power Manager ist ein elektronischer, universell einsetzbarer Wandler, der Ladung und Be- trieb verschiedener Endgeräte und Batterien mit unterschiedlichen Stromquellen ermöglicht. Ferner werden Umsätze aus Verkäufen von Tankpatronen und sonstigen Produkten für Netz- werklösungen sowie aus sonstigen Dienstleistungen und Beratungen im militärischen Bereich erzielt. Die SFC Energy B.V. (im Folgenden SFC B.V.) wird dem Segment „Clean Power Management“ zugeordnet. SFC B.V. entwickelt, produziert und vermarktet kundenspezifische Hightech- Stromversorgungslösungen, von Netzgeräten bis hin zu kompletten Stromsystemen für die Hersteller von Industrieanlagen und -ausstattung. Diese Lösungen, teilweise über Plattform- lösungen, überträgt SFC B.V. in marktfähige Produkte mit integrierter High Power-Plattform. Dies ermöglicht die zuverlässige qualitative Aufbereitung von Netzstrom exakt nach den spe- zifischen Anforderungen der Anlage. Die Power Supplies passen die elektrischen Leistungen modular an die jeweils von der Anlage benötigte Energie an. Die SFC B.V. setzt anspruchsvolle Kundenanforderungen auf Basis der eigenentwickelten SFC B.V. Technology um. Diese kom- pakte, skalierbare Power Supply-Technologie, welche im Rahmen des Segments „Clean Power Management“ angeboten wird, bietet maximale Flexibilität in der Entwicklung und Herstel- lung standardisierter und semistandardisierter Hochleistungs- und Hochpräzisions-Power Supplies für anspruchsvolle Industrieanwendungen, z. B. in der Lasertechnologie und anderen Hightech-Industriebereichen. Die Produktion von SFC B.V. Produkten erfolgt dabei teilweise bei deren rumänischem Tochterunternehmen in Cluj. 24 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG SFC Energy Ltd. (im Folgenden SFC Ltd.) vertreibt und konzipiert Kundenlösungen als Produk- tintegrator für Hightech Stromversorgungs-, Instrumentierungs- und Automatisierungspro- dukte unter anderem in der kanadischen Öl- & Gas-Industrie. Das Produktportfolio von SFC Ltd. umfasst Instrumentierung und Messsysteme, Stromversorgungskomponenten und An- triebe für unterschiedliche Anwendungen und generiert Umsätze in den beiden Segmenten „Clean Energy“ und „Clean Power Management“. Die Realisierung dieser Umsätze richtet sich grundsätzlich danach, zu welchem Zeitpunkt (bzw. über welchen Zeitraum) die jeweilige Leistungsverpflichtung erfüllt wird, d.h. die Verfügungs- gewalt (Control) über die betreffenden Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übertra- gen wurde. Dies ist erfüllt, wenn der Kunde die Möglichkeit hat, den Vermögenswert zu nutzen und im Wesentlichen sämtliche verbleibenden wirtschaftlichen Vorteile aus dem Vermögens- wert erhält. Die Erlöse werden realisiert, wenn der Betrag der erwarteten Gegenleistung verlässlich be- stimmt werden kann, es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen der wirt- schaftliche Nutzen aus dem Verkauf zufließt und die eigenen Kosten geschätzt werden kön- nen. Daher erfasst SFC Erlöse aus dem Verkauf von Produkten dann, wenn die Kontrolle auf den Käufer übergegangen ist. Der überwiegende Teil der Umsatzerlöse wird durch den Ver- kauf von Produkten zeitpunktbezogen realisiert, wenn die Verfügungsmacht über die Güter übergegangen ist (Control-Wechsel). Kundenskonti und -rabatte sowie Warenrückgaben wer- den grundsätzlich erlösmindernd berücksichtigt. Vorsorge für Kundenskonti und -rabatte so- wie Warenrückgaben werden periodengerecht entsprechend den zugrundeliegenden Umsät- zen erfasst. Dabei verwendet das Management bestmögliche Schätzwerte. Verträge mit Kun- den werden zudem auf separate Leistungsverpflichtungen überprüft. Dies ist insbesondere für Umsätze von Bedeutung, welche eine über die gesetzliche Garantiedauer hinausgehende zu- sätzliche Garantie gewähren. SFC grenzt in diesem Zusammenhang Zahlungen für mehrjährige Wartungsverträge für jenen Teil ab, welcher über das gesetzliche Minimum des ersten Jahres hinausgeht und vereinnahmt diese Umsätze ratierlich über die vertragliche Garantiedauer. Die Bestimmung des Transaktionspreises ist von der zu erwartenden Gegenleistung des Kun- den für die zu erbringende Leistung abhängig. Soweit für Verträge von SFC mit ausschließlich einer Leistungsverpflichtung ausgegangen werden kann, wird der Transaktionspreis, welcher SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 25 KONZERNANHANG auf die jeweilige Leistungsverpflichtung entfällt, als Umsatz, unter Abzug geschätzter Kun- denskonti und -rabatte, erfasst, sobald die entsprechende Leistungsverpflichtung erfüllt ist. Nach erfolgtem Zahlungseingang wird der Umsatz um die tatsächliche Zahlung angepasst. Da die Leistungsverpflichtungen deutlich kürzer als ein Jahr sind, wird auf eine Darstellung der zum Stichtag offenen Verpflichtungen im Konzernanhang verzichtet. SFC macht vom Wahlrecht nach IFRS 15.121 (a) Gebrauch, wonach keine Finanzierungskomponente bei kurzfristigen Leis- tungserbringungszeiträumen zu berücksichtigen ist. Im Rahmen von Joint Development Agreements („JDA“) entwickelt SFC auf die Bedürfnisse des Auftraggebers abgestimmte Brennstoffzellen. Die Joint Development Agreements sind Auftragsentwicklungen, die von der Gesellschaft in Zusammenarbeit mit verschiedenen öf- fentlichen Auftraggebern durchgeführt werden. Ist das Ergebnis eines Fertigungsauftrags verlässlich zu schätzen, werden die Auftragserlöse und Auftragskosten in Verbindung mit diesem Fertigungsauftrag entsprechend dem Leistungs- fortschritt am Abschlussstichtag erfasst. Der Leistungsfortschritt wird auf Basis der entstande- nen Auftragskosten für die geleistete Arbeit im Verhältnis zu den erwarteten Auftragskosten ermittelt. Die langfristigen Entwicklungsaufträge sowie die durch SFC Ltd. erbrachten langfristigen Auf- tragsfertigungen werden nach der zeitraumbezogenen Erlösmethode bilanziert. Dementspre- chend werden Leistungsverpflichtungen kontinuierlich über einen Zeitraum erfüllt, wenn durch die Leistung des Unternehmens ein Vermögenswert geschaffen oder erweitert wird, über den der Kunde die Verfügungsgewalt hat oder ein Vermögenswert geschaffen wird, für den das leistende Unternehmen keine alternative Verwendungsmöglichkeit hat und der Kunde zeitgleich mit den erbrachten Leistungen einen Nutzen hieraus erhält oder ein anderes Unternehmen die bereits durchgeführten Arbeiten bei Übernahme der Leistungsverpflichtun- gen im Wesentlichen nicht erneut erbringen müsste oder das leistende Unternehmen einen Anspruch auf Zahlung der bereits durchgeführten Arbeiten hat und davon ausgeht, den Ver- trag auch zu erfüllen. Umsatzerlöse aus derart bestimmten kontinuierlichen Leistungsver- pflichtungen sind entsprechend dem Leistungsfortschritt im Sinne des Transfers von Verfü- gungsmacht an Gütern bzw. Dienstleistungen im o.g. Sinn zu erfassen, sofern dieser verlässlich 26 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG bestimmbar ist. Der anzusetzende Leistungsfortschritt je Auftrag wird dabei durch das Ver- hältnis der aufgelaufenen Kosten zu den erwarteten Gesamtkosten (Cost-to-Cost-Methode) bestimmt. Der Ausweis der Aufträge erfolgt unter den Vermögenswerten bzw. Verbindlichkei- ten aus Verträgen mit Kunden. Soweit die kumulierten Leistungen (angefallene Auftragskos- ten und ausgewiesene Gewinne) die Teilabrechnungen im Einzelfall übersteigen, erfolgt der Ausweis der Fertigungsaufträge aktivisch unter den Vermögenswerten aus Verträgen mit Kun- den. Verbleibt nach Abzug der Teilabrechnung ein negativer Saldo, erfolgt der Ausweis unter den Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden. Ist das Ergebnis eines Fertigungsauftrags verlässlich zu schätzen, werden die Auftragserlöse und Auftragskosten in Verbindung mit diesem Fertigungsauftrag entsprechend dem Leistungs- fortschritt am Abschlussstichtag erfasst. Der Leistungsfortschritt wird auf Basis der entstande- nen Auftragskosten für die geleistete Arbeit im Verhältnis zu den erwarteten Auftragskosten ermittelt. Aufwandsrealisierung Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen und be- triebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung als Aufwand erfasst. Bewertung zum beizulegenden Zeitwert Vermögenswerte, Eigenkapital- und Schuldinstrumente sowie Verbindlichkeiten, die nach IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden einheitlich nach den Regelun- gen des IFRS 13 bewertet. Davon ausgenommen sind anteilsbasierte Vergütungen im Anwen- dungsbereich von IFRS 2 (siehe Erläuterung (31)), Lea- singverhältnisse im Anwendungsbereich von IFRS 16 (siehe Erläuterung (25))sowie Bewertungsmaßstäbe, die dem beizulegenden Zeitwert äh- neln, ihm aber nicht entsprechen (bspw. Nutzungswert in IAS 36 Wertminderung von Vermö- genswerten). Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenom- men bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden würde. Dies gilt unabhängig davon, ob der Preis direkt beobachtbar oder unter Anwendung einer Bewertungsmethode geschätzt SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 27 KONZERNANHANG worden ist. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines nichtfinanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die wirtschaftlich sinnvollste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Markt- teilnehmer, der für den Vermögenswert die wirtschaftlich sinnvollste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen. Da der beizulegende Zeitwert nicht immer als Marktpreis beobachtbar ist, wendet der Kon- zern Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Da- bei ist die Verwendung maßgeblicher beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbaren Inputfaktoren möglichst gering zu halten. Alle Vermögenswerte und Schulden, für die der beizulegende Zeitwert bestimmt oder ange- geben wird, werden in die nachfolgend beschriebene Hierarchie gemäß IFRS 13 eingeordnet, basierend auf dem Inputfaktor der niedrigsten Stufe (Level) der für die Bewertung zum beizu- legenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist: Level 1: In aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden no- tierte (nicht bereinigte) Preise. Level 2: Bewertungsverfahren, bei denen die Inputfaktoren auf dem Markt di- rekt oder indirekt beobachtbar sind. Level 3: Bewertungsverfahren, bei denen der Inputfaktor der niedrigsten Stufe auf dem Markt nicht beobachtbar ist. Immaterielle Vermögenswerte Separat, d.h. nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses entgeltlich erwor- bene immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmbaren Nutzungsdauer werden zu An- schaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibung im- materieller Vermögenswerte erfolgt grundsätzlich planmäßig linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Die Abschreibungsdauern betragen für: ERP Software 5–8 Jahre Software 3–10 Jahre 28 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Patente 5–14 Jahre Lizenzen 2–5 Jahre Customizingkosten für die erworbene ERP Software sind als Anschaffungsnebenkosten den immateriellen Vermögenswerten zugerechnet. Die Abschreibung erfolgt linear über die Nut- zungsdauer der ERP Software. Entwicklungskosten werden gemäß IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“ aktiviert, wenn für einen neu entwickelten Vermögenswert die folgenden Nachweise kumuliert erbracht wurden: Die Fertigstellung des immateriellen Vermögenswertes ist technisch realisierbar, sodass er zur Nutzung oder zum Verkauf zur Verfügung stehen wird Es besteht die Absicht zur Fertigstellung und entweder die eigene Nutzung oder die Vermarktung ist vorgesehen Die Fähigkeit, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen, ist vorhanden Es müssen adäquate technische, finanzielle und sonstige Ressourcen verfügbar sein, um die Entwicklung abzuschließen Die Entwicklungskosten müssen mit hinreichender Wahrscheinlichkeit durch künftige Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden d.h. ein entsprechender künftiger wirtschaftlicher Nutzen wird erzielt Die Fähigkeit zur verlässlichen Bestimmung im Rahmen der Entwicklung des im- materiellen Vermögenswerts zurechenbaren Aufwendungen ist vorhanden. Aktivierte Entwicklungskosten werden planmäßig linear über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer der Vermögenswerte abgeschrieben. Die Nutzungsdauer der abzuschreiben- den Entwicklungskosten liegt bei der SFC AG sowie bei SFC B.V. bei 5 Jahren. Falls die Voraus- setzungen für eine Aktivierung nicht gegeben sind, werden die Aufwendungen im Jahr ihrer Entstehung ergebniswirksam verrechnet. Forschungskosten werden gemäß IAS 38 als laufen- der Aufwand ausgewiesen. In den Folgeperioden werden die selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte zu Anschaf- fungs oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und Wertmin- derungen bewertet. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 29 KONZERNANHANG Die aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierenden Geschäfts oder Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten abzüglich ggf. erforderlicher Wertminderungen bilanziert (siehe hierzu im Abschnitt „Wertminderung von nichtfinanziellen Vermögenswerten“). Sachanlagen Sachanlagen werden zu Anschaffungs oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer, angesetzt. Die Anschaf- fungskosten enthalten neben den Einzelkosten alle direkt zuordenbaren Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert zu seinem Standort und in den betriebsbereiten Zustand zu bringen. Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen werden nach der linearen Methode vorgenom- men. Die Abschreibungsdauern betragen für: Technische Anlagen und Maschinen 3–10 Jahre Andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung 3–13 Jahre Fremdkapitalkosten Erstreckt sich die Herstellungsphase von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens über einen längeren Zeitraum, werden die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalkosten als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten in Übereinstimmung mit den Be- dingungen des IAS 23 aktiviert. Im Berichtsjahr sowie im Vorjahr fielen in diesem Zusammen- hang keine Fremdkapitalkosten an. Insoweit wurden alle Fremd-kapitalkosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfielen. Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten Die Werthaltigkeit des aktivierten Buchwertes von immateriellen Vermögenswerten sowie von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens wird auf Basis der zukünftig aus der Nut- zung zu erwartenden Zahlungsströme (abgezinst mit einem zeit- und risikoadäquaten Zins- satz) sowie auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung über- prüft (Impairment Test), wenn besondere Ereignisse oder Marktentwicklungen eine mögliche Korrektur der geschätzten Nutzungsdauer oder einen eventuellen Wertverfall anzeigen. Des Weiteren erfolgt für noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte jährlich eine Überprüfung auf Wertminderung. Falls der Nettobuchwert von Vermögenswerten größer ist als der erzielbare Betrag (höherer Wert aus Nutzungswert und beizulegenden Zeitwerts abzü- glich Kosten der Veräußerung), wird eine außerplanmäßige Abschreibung durchgeführt. Bei 30 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG der Festlegung der zukünftig zu erwartenden Zahlungsströme werden das aktuelle und zu- künftig erwartete Ertragsniveau sowie geschäftsfeldspezifische, technologische, wirtschaftli- che und allgemeine Entwicklungen berücksichtigt. Wenn für einen Vermögenswert kein er- zielbarer Betrag ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag der Zahlungsmittel gene- rierenden Einheit ermittelt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann. Sollte sich der Wertminderungsaufwand in der Folge umkehren, wird der Buchwert des Ver- mögenswertes (oder der Zahlungsmittel generierenden Einheit) auf die neuerliche Schätzung des erzielbaren Betrages erhöht. Die Erhöhung des Buchwertes ist dabei auf den Wert be- schränkt, der sich ergeben hätte, wenn für den Vermögenswert (oder die Zahlungsmittel ge- nerierende Einheit) in den Vorjahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird unmittelbar erfolgswirksam erfasst. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen des Unternehmenszusammen- schlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert an dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmit- telgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammen- schluss den Erwartungen zufolge profitieren werden. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist mindestens jährlich auf Wertminderung zu prüfen. Liegen Hinweise für eine Wertminderung einer Einheit vor, kann es erforderlich sein, häufiger Wert- minderungstest durchzuführen. Sofern der Buchwert der Zahlungsmittel generierenden Ein- heit, der ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, einschließlich dieses Geschäfts- oder Firmenwertes höher ist als der erzielbare Betrag dieser Gruppe von Vermögenswerten, ist ein Wertminderungsaufwand zu erfassen. Dabei ist der erzielbare Betrag der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung. Der Wertminderungsaufwand wird zuerst dem Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet und danach den anderen Vermögenswerten im Verhältnis ihrer Buchwerte. Jeglicher Wertminde- rungsaufwand des Geschäfts- oder Firmenwerts wird direkt in der Gewinn- oder Verlustrech- nung erfasst. Gemäß IAS 36 werden keine Wertaufholungen für Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen. Leasingverhältnisse Ein Leasingverhältnis ist ein Vertrag, der das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts (Right of Use Assets) für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt überträgt. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 31 KONZERNANHANG Seit dem 1. Januar 2019 bilanziert SFC als Leasingnehmer für Leasingverhältnisse grundsätzlich Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen (Right of Use Assets) und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen. Ausgenommen davon sind kurzfristige Leasingverhältnisse (definiert als Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von höchstens 12 Monaten) und Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert (z.B. IT Geräte i.S.v. IFRS 16.B6). Das Nutzungsrecht wird initial mit dem Barwert der künftigen Lea- singzahlungen zuzüglich anfänglicher direkter Kosten bewertet und anschließend planmäßig über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben bzw., um Wertberichtigungen korri- giert. Die Leasingverbindlichkeit bemisst sich im Zugangszeitpunkt als Barwert der Leasing- zahlungen, die während der Laufzeit des Leasingverhältnisses zu bezahlen sind. Im Rahmen der Folgebewertung wird der Buchwert mit dem angewendeten Zinssatz aufgezinst und um ge- leistete Leasingzahlungen reduziert. Die Leasingzahlungen des SFC Konzerns werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz abgezinst. Für die Bilanzierung der Leasingverbindlichkeiten werden folgende Leasingzahlungen berück- sichtigt: Feste Zahlungen, abzüglich vom Leasinggeber zu leistender Leasinganreize, variable Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien, Verlängerungs und Kündigungsoptionen, der Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wird, und Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in dessen Laufzeit berücksichtigt ist, dass eine Kündigungsoption in Anspruch genommen wird. Der Konzern nimmt für folgende Fälle eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit und eine entsprechende Anpassung des korrespondierenden Nutzungsrechts vor: Die Laufzeit des Leasingverhältnisses hat sich geändert oder es gibt ein wesent- liches Ereignis oder eine wesentliche Änderung der Umstände, die zu einer Än- derung der Beurteilung hinsichtlich Ausübung einer Kaufoption führt. In diesem 32 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Fall wird die Leasingverbindlichkeit durch Abzinsung derangepassten Leasing- zahlungen mit einem aktualisierten Zinssatz neu bewertet. Die Leasingzahlungen ändern sich aufgrund von Index oder Kursänderungen oder durch eine Änderung der erwarteten zu leistenden Zahlung aufgrund ei- ner Restwertgarantie. In diesen Fällen wird die Leasingverbindlichkeit durch Abzinsung der angepassten Leasing Zahlungen mit einem unveränderten Dis- kontierungszins neu bewertet (es sei denn, die Änderung der Leasingzahlungen ist auf eine Änderung eines variablen Zinssatzes zurückzuführen. In diesem Fall ist ein aktualisierter Zinssatz zu verwenden). Ein Leasingverhältnis wird geändert und die Änderung des Leasingverhältnisses nicht als separates Leasingverhältnis erfasst. In diesem Fall wird die Leasingver- bindlichkeit auf der Grundlage der Laufzeit des geänderten Leasingverhältnis- ses neu bewertet, indem die geänderten Leasingzahlungen mit einem aktuali- sierten Zinssatz zum effektiven Zeitpunkt der Änderung abgezinst werden. Der Konzern hat in den dargestellten Perioden keine solchen Anpassungen vorgenommen. Nutzungsrechte (Right of Use Assets) werden mit den Anschaffungskosten bewertet, welche sich wie folgt zusammensetzen: Leasingverbindlichkeit, bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich erhalte- ner Leasinganreize, anfängliche direkt zurechenbare Kosten Zur Prüfung der Notwendigkeit einer Wertberichtigung eines Nutzungsrechts wendet der Kon- zern IAS 36 an. Für nähere Erläuterungen verweisen wir auf den Abschnitt „Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten“. Die aktivierten Nutzungsrechte werden folglich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilan- ziert und linear über den Zeitraum des Vertragsverhältnisses abgeschrieben. Die Abschrei- bungsdauern betragen auf Grundlage der derzeit bestehenden Verträge für: Nutzungsrechte (Right of Use Assets) 3–7,5 Jahre Vorräte SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 33 KONZERNANHANG Roh , Hilfs und Betriebsstoffe sowie Handelswarewerden im Zeitpunkt des Zugangs mit ihren Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen angesetzt. Fertige und unfertige Erzeugnisse werden mit ihren Herstellungskosten aktiviert. Diese enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch die einzubeziehenden Fertigungs und Materialgemeinkosten. In der Folge werden die Vorräte unter Berücksichtigung der erzielbaren Nettoveräußerungs- werte am Bilanzstichtag bewertet. Als Verbrauchsfolgeverfahren wird die Methode des gewo- genen Durchschnitts verwendet. Finanzielle Vermögenswerte Im Sinne des IFRS 9 gilt der Klassifizierungs- und Bewertungsansatz für finanzielle Vermö- genswerte, welcher das Geschäftsmodell, in dessen Rahmen die Vermögenswerte gehalten werden, sowie die Eigenschaften ihrer Cashflows, widerspiegelt. Folgende Kategorien von Fi- nanzinstrumenten sind nach IFRS 9 möglich: Schuldinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten; Schuldinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (fair value through other comprehensive income, FVOCI) bewertet werden, wobei die ku- mulierten Gewinne und Verluste bei Ausbuchung des finanziellen Vermögens- werts in die GuV umgegliedert werden (mit Umgliederung); Schuldinstrumente, Derivate und Eigenkapitalinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (fair value through profit or loss, FVTPL) bewertet werden; Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewer- tet werden, wobei die Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis (FVOCI) blei- ben (ohne Umgliederung). Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf finanzieller Vermögenswerte ist entweder zum Handels oder zum Erfüllungstag anzusetzen bzw. auszubuchen. Die gewählte Methode muss konse- quent auf alle Käufe und Verkäufe finanzieller Vermögenswerte, die in gleicher Weise gemäß IFRS 9 klassifiziert sind, angewendet werden. Nach IFRS 9 werden finanzielle Vermögenswerte mit erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, unabhängig davon, welcher Be- wertungsklasse ein Finanzinstrument zugeordnet ist. Ausgenommen davon sind Forderungen 34 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente. Diese sind beim erstmaligen Ansatz mit dem Transaktionspreis anzusetzen. Ferner sind Transaktionskosten in den Wertansatz miteinzubeziehen, wenn Finanzinstrumente in der Folge zu fortgeführten An- schaffungskosten oder FVOCI bewertet werden. Die Folgebewertung von Finanzinstrumenten ist weiterhin abhängig von derKlassifizierung. Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte hängt von den Eigenschaften der vertraglichen Cashflows der finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steu- erung seiner finanziellen Vermögenswerte ab. Dabei erfolgt die Bewertung je nach Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert, oder er- folgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis. Für Instrumente, die zu fortge- führten Anschaffungskosten bewertet werden, kommt die Effektivzinsmethode zum Tragen. Fortgeführte Anschaffungskosten: Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden, wobei diese Zahlungsströme ausschließlich Zahlungen für Tilgungen und Zinsen darstellen, werden zu fortge- führten Anschaffungskosten bewertet. Zinserträge aus diesen finanziellen Ver- mögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finan- zerträgen erfasst. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden direkt in der Gewinn und Verlustrechnung erfasst und zusammen mit Währungsgewin- nen und verlusten in den sonstigen Gewinnen / (Verlusten) ausgewiesen. Wert- minderungsaufwendungen werden im operativen Ergebnis in den Vertriebskos- ten (siehe Punkt 3) ausgewiesen. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI): Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme und zur Veräußerung der finanziellen Vermögenswerte gehalten werden, wobei die Zahlungsströme der Vermögenswerte ausschließlich Tilgungs und Zinszahlungen darstellen, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) bewertet. Bewegun- gen des Buchwerts werden im OCI erfasst, mit Ausnahme der Erfassung von Wertminderungsgewinnen oder verlusten, Zinserträgen und Fremdwährungs- gewinnen und verlusten, die in der Gewinn und Verlustrechnung ausgewiesen werden. Wenn der finanzielle Vermögenswert ausgebucht wird, wird der zuvor SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 35 KONZERNANHANG im OCI erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust aus dem Eigenkapital in die Ge- winn und Verlustrechnung umgegliedert. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Fi- nanzerträgen erfasst. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVPL): Vermögenswerte, die nicht die Kriterien für fortgeführte Anschaffungskosten oder FVOCI erfüllen, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) bewertet. Ein Ge- winn oder Verlust aus einem Finanzinstrument, das in der Folge zu FVPL bewer- tet wird, wird in der Gewinn und Verlustrechnung in der Periode erfasst, in der er entsteht. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 ist, ebenso wie bereits zum 31. Dezember 2021, eineZuordnung bzw. Designation von finanziellen Vermögenswerten in die Kategorie„erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ im Konzern nicht erfolgt. Bei den finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwen- dung der Effektivzinsmethode bewertet werden, handelt es sich insbesondere um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte und Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert nur aus, wenn die vertraglichen Rechte auf die Zahlungsströme aus einem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder er den finanzi- ellen Vermögenswert sowie im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Vermögenswerts ver- bundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt. Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte SFC wendet zur Ermittlung des erwarteten Kreditausfalls für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gemäß IFRS 9 den vereinfachten Ansatz zur Ermittlung der Risikovorsorge („expec- ted credit loss model“) an, wonach der Kreditausfall auf Basis der Restlaufzeit des finanziellen Vermögenswertes berechnet wird. Liegen objektive Hinweise eines Kreditausfalls vor, erfolgt eine Einzelwertberichtigung der entsprechenden Forderungen. Die Ermittlung der Risikovor- sorge für die erwarteten Kreditausfälle auf nicht einzelwertberichtigte Forderungen erfolgt basierend auf dem kundengruppenspezifischen Fälligkeitsprofil der Forderungen aus Lieferun- gen und Leistungen. Diese werden in Bänder nach Risikograd und Überfälligkeit gruppiert. Die 36 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG hierfür angewandten historischen Ausfallraten werden um zukunftsgerichtete Informationen wie ökonomische Marktbedingungen und allgemeine zukünftige Risiken adjustiert. Im Einzelfall werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weiterhin einzelwertberichtigt, sofern er- hebliche finanzielle Schwierigkeiten von Kunden oder ein Vertragsbruch wie etwa ein Ausfall von Zahlungen vorliegen. Der Ansatz der erwarteten Kreditverluste (expected credit loss) nutzt grundsätzlich ein drei- stufiges Vorgehen zur Allokation von Wertberichtigungen: Stufe 1 beinhaltet alle Verträge ohne wesentlichen Anstieg des Kreditrisikos seit der erstma- ligen Erfassung und beinhaltet regelmäßig neue Verträge und solche, deren Zahlungen weni- ger als 31 Tage überfällig sind. Der Anteil an den erwarteten Kreditverlusten über die Laufzeit des Instruments, welcher auf einen Ausfall innerhalb der nächsten zwölf Monate zurückzu- führen ist, wird erfasst. Wenn ein finanzieller Vermögenswert nach seiner erstmaligen Erfassung eine signifikante Steigerung des Kreditrisikos erfahren hat, allerdings nicht in seiner Bonität beeinträchtigt ist, wird er der Stufe 2 zugeordnet. Als Wertberichtigung werden die erwarteten Kreditverluste erfasst, welche über mögliche Zahlungsausfälle über die gesamte Laufzeit des finanziellen Ver- mögenswerts bemessen werden. Wenn ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt oderausgefallen ist, wird er der Stufe 3 zugeordnet. Als Wertberichtigung werden die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts erfasst. Objektive Hinweise darauf, dass ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt ist, umfassen eine Überfälligkeit ab 91 Tagen sowie weitere Informationen über wesentliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners. Die Festlegung, ob ein finanzieller Vermögenswert eine signifikante Erhöhung des Kreditrisi- kos erfahren hat, basiert auf einer kontinuierlich durchgeführten Einschätzung der Ausfall- wahrscheinlichkeiten, welche sowohl externe Ratinginformationen als auch interne Informati- onen über die Kreditqualität des finanziellen Vermögenswerts berücksichtigen. Ein finanzieller Vermögenswert wird in Stufe 2 überführt, wenn das Kreditrisiko im Vergleich zu seinem Kreditrisiko zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung wesentlich angestiegen ist. SFC schätzt das Kreditrisiko auf Basis der Ausfallwahrscheinlichkeit ein. In Stufe 1 und 2 wird der SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 37 KONZERNANHANG Effektivzinsertrag auf Basis des Bruttobuchwerts ermittelt. Sobald ein finanzieller Vermö- genswert in seiner Bonität beeinträchtigt ist und der Stufe 3 zugeordnet wird, wird der Effek- tivzinsertrag auf Basis des Nettobuchwerts (Bruttobuchwert abzüglich Risikovorsorge) be- rechnet. Erwartete Kreditverluste werden unter Zugrundelegung der folgenden Faktoren berechnet: Neutraler und wahrscheinlichkeitsgewichteter Betrag; Zeitwert des Geldes; und angemessene und belastbare Informationen (sofern diese ohne unangemesse- nen Kosten und Zeitaufwand zur Verfügung stehen) zum Abschlussstichtag über vergangene Ereignisse, gegenwärtige Umstände und Vorhersagen über zukünf- tige wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Erwartete Kreditverluste werden berechnet als wahrscheinlichkeitsgewichteter Barwert aller Zahlungsausfälle über die erwartete Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts. Die Schätzung dieser Risikoparameter bezieht sämtliche zur Verfügung stehenden relevanten Informationen mit ein. Neben historischen und aktuellen Informationen über Verluste werden ebenfalls ange- messene und belastbare zukunftsgerichtete Informationen einbezogen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten, abzüglich angemessener Wertberichtigungen für erkennbare Ausfallrisiken ausgewiesen, dies entspricht dem Marktwert. Sonstige finanzielle Vermögenswerte und Forderungen werden ebenfalls zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Saldierung und Ausbuchung Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und mit ihrem Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn es einen Rechtsanspruch darauf gibt und beab- sichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus den finanzi- ellen Vermögenswerten erloschen sind oder übertragen wurden und der Konzern im Wesent- lichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen hat. 38 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Der Konzern verfügt zum Abschlussstichtag über kein Engagement in finanziellen Vermögens- werten, die übertragen, aber nicht vollständig ausgebucht wurden. Zuwendungen der öffentlichen Hand Die Zuwendungen der öffentlichen Hand umfassten im abgelaufenen Geschäftsjahr Fördermittel für die Entwicklungsaktivitäten von SFC AG und SFC B.V., die für die Neu- entwicklung von Brennstoffzellensystemen und Stromversorgungslösungen gewährt wurden. Werden die Entwicklungskosten gemäß IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“ aktiviert, wer- den die Zuwendungen für Vermögenswerte als Minderung der Anschaffungs bzw. Herstel- lungskosten des betroffenen Vermögenswertes bilanziert. Falls die Voraussetzungen für eine Aktivierung nicht gegeben sind, werden die Zuschüsse als Minderung der Forschungs und Entwicklungskosten und der allgemeinen Verwaltungskosten direkt ertragswirksam erfasst. Zuschüsse für Investitionen werden von den Anschaffungskosten in Abzug gebracht. Ferner haben Konzernunternehmen in2021staatliche Zuschüsse zu den Lohnkosten als Teil von Regierungsinitiativen zur sofortigen finanziellen Unterstützung im Zusammenhang mit der CO- VID 19 Pandemie erhalten. Die Zuschüsse zu den Lohnkosten wurden in den Herstellungskos- ten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen, den Vertriebskosten, den For- schungs und Entwicklungskosten sowie den Allgemeinen Verwaltungskosten erfasst. Latente und tatsächliche Steuern Aktive und passive latente Steuern werden entsprechend IAS 12 „Ertragsteuern“ nach dem bilanzorientierten Temporary Konzept für sämtliche temporären und quasi permanenten Dif- ferenzen zwischen den steuerlichen und den IFRS Wertansätzen gebildet. Aktive latente Steu- ern auf Verlustvorträge dürfen gemäß IAS 12.34 nur in dem Maße angesetzt werden, als es wahrscheinlich ist, dass zukünftige steuerliche Gewinne entstehen werden, die eine Verrech- nung dieser Verlustvorträge ermöglichen. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden vom Konzern daher derzeit nur in der Höhe, in welcher sie mit passiven latenten Steuern ver- rechnet werden können, angesetzt,dazukünftige steuerlicheErträgenoch nicht hinreichend si- cher angenommen werden können. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage zum Realisationszeitpunkt gelten. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 39 KONZERNANHANG Die tatsächlichen Steuern werden mit den länderspezifisch gültigen Steuersätzen berechnet. Kurzfristige und sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer Für kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer ist in der Periode der Leistungserbringung seitens der Arbeitnehmer der nicht abgezinste Betrag der Leistung zu erfassen, der erwar- tungsgemäß im Austausch für die erbrachte Leistung gezahlt wird. Die erwarteten Kosten für kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer in Form von vergüte- ten Abwesenheiten sind im Fall ansammelbarer Ansprüche dann zu erfassen, wenn die Ar- beitsleistungen, die die Ansprüche der Arbeitnehmer auf bezahlte künftige Abwesenheit er- höhen, erbracht werden. Im Fall nicht ansammelbarer Ansprüche erfolgt die Erfassung hinge- gen in dem Zeitpunkt, in dem die Abwesenheit eintritt. Verbindlichkeiten aus sonstigen langfristigen Leistungen an Arbeitnehmer werden mit dem Barwert der geschätzten zukünftigen Mittelabflüsse bewertet, die der Konzern für die von den Mitarbeitern bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erwartet. Rückstellungen Gemäß IAS 37 „Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen“ werden Rück- stellungen gebildet, soweit eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis gegenüber Dritten besteht, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und zuverlässig geschätzt werden kann. Dies bedeutet, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit über 50 % liegen muss. Die Rückstellungen werden für die erkennbaren Risiken und ungewis- sen Verpflichtungen in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt und nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet. Langfristige sonstige Rückstellungen werden abgezinst. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die am Bilanzstichtag zu berücksichtigenden Kostensteige- rungen. Rückstellungen für Gewährleistungsansprüche werden unter Zugrundelegung des bisherigen bzw. des geschätzten zukünftigen Schadenverlaufs unter Berücksichtigung von künftigen Er- trägen aus dem Recycling von Brennstoffzellen gebildet. Garantie bzw. Gewährleistungsver- pflichtungen, die über die geschäftsüblichen Garantie /Gewährleistungsverpflichtungen hin- ausgehen, bestehen nicht. Eine Rückstellung für Restrukturierung wird nur dann angesetzt, wenn ein detaillierter, forma- 40 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG ler Restrukturierungsplan vorliegt und bei den Betroffenen die gerechtfertigte Erwartung ge- weckt wurde, dass die Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Wenn aus einem Vertrag ein Verlust droht, erfasst die Gesellschaft die gegenwärtige Verpflich- tung aus dem Vertrag als Drohverlustrückstellung. Diese wird mit dem niedrigeren Betrag be- wertet, um den die zu erwartenden Kosten bei Erfüllung des Vertrags oder die zu erwartenden Kosten bei Nichterfüllung des Vertrags den erwarteten wirtschaftlichen Nutzen aus dem Ver- trag übersteigen. Sowohl im abgelaufenen als auch im vorherigen Geschäftsjahr waren keine Drohverlustrück- stellungen zu bilden. Die Rückbauverpflichtung für Mietereinbauten der SFC AG wird unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. In den sonstigen Rückstellungen sind ferner Rückstellungen für Entsorgungs- und Recyclingver- pflichtungen enthalten. Finanzielle Verbindlichkeiten Die finanziellen Verbindlichkeiten werden entweder als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (financial liabilities measured at amortised cost, FLAC) oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (financial liabilities at fair value through profit or loss, FVTPL) klassifiziert. Die Kategorisierung als FVTPL erfolgt grundsätzlich, wenn die finanzielle Verbindlichkeit als zu Handelszwecken gehalten eingestuft werden (bspw. Derivate), es sich um eine bedingte Gegenleistung eines Erwerbers bei einem Unternehmenszusammen- schluss handelt oder die Verbindlichkeiten im Zugangszeitpunkt als erfolgswirksam zum bei- zulegenden Zeitwert designiert werden. SFC legt die Klassifizierung seiner finanziellen Verbindlichkeiten mit dem erstmaligen Ansatz fest. Die finanziellen Verbindlichkeiten der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten“ werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizu- legenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung, abzüglich eventueller mit der Kreditauf- nahme verbundenen Transaktionskosten, bewertet. Nach der erstmaligen Erfassung werden die finanziellen Verbindlichkeiten der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewer- tete finanzielle Verbindlichkeiten“ unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführ- ten Anschaffungskosten bewertet. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 41 KONZERNANHANG Die Effektivzinsmethode ist eine Methode zur Berechnung der fortgeführten Anschaffungs- kosten einer finanziellen Verbindlichkeit und der Zuordnung von Zinsaufwendungen auf die jeweiligen Perioden. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die geschätzten zu- künftigen Auszahlungen, inkl. Gebühren und Entgelten, die integraler Bestandteil des Effektiv- zinssatzes sind, Transaktionskosten und anderen Agien oder Disagien über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments oder eine kürzere Periode auf den Nettobuchwert aus der erst- maligen Erfassung abgezinst werden. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrundelie- gende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist. Die Differenz zwischen dem Buch- wert der ausgebuchten finanziellen Verbindlichkeit und der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung wird in der Konzern Gewinn und Verlustrechnung erfasst. Konsolidierung Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ durch Verrechnung des Beteiligungsbuchwertes mit dem Eigenkapital des Tochterunternehmens zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung. Die Auswirkungen aller wesentlichen konzerninternen Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Dabei werden Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss ein- bezogenen Unternehmen gegeneinander aufgerechnet. Ebenso erfolgt eine Eliminierung sämtlicher Erträge und Aufwendungen aus konzerninternen Transaktionen. Ergebnisse aus konzerninternen Warenlieferungen, die im Buchwert von Vorräten enthalten sind, werden eliminiert. Auf die durch die Zwischenergebniseliminierung entstandenen Diffe- renzen werden latente Steuern gebildet. Währungsumrechnung In den in lokaler Währung aufgestellten Jahresabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften werden die aus der Geschäftstätigkeit resultierenden Fremdwährungstransaktionen gemäß IAS 21 „Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse“ unter der Verwendung des Trans- aktionskurses bewertet. Gewinne oder Verluste, die aus dieser Fremdwährungsumrechnung entstehen, werden erfolgswirksam erfasst. Die Umrechnung des in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlusses einer einbezoge- nen Gesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzeptes der funktionalen Währung gemäß 42 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG IAS 21 „Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse“ nach der modifizierten Stichtags- kursmethode. Da die Tochtergesellschaften der SFC ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaft- licher und organisatorischer Hinsicht grundsätzlich selbstständig betreiben, ist die funktionale Währung identisch mit der Landeswährung der Gesellschaften. Nicht monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet werden, sind mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Transaktion umzu- rechnen. Nicht monetäre Posten, die zum beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung be- wertet werden, sind mittels Kurs zum Bewertungsstichtag umzurechnen. Zur Aufstellung des Konzernabschlusses werden die Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs, die Umrechnung des Eigenkapitals zu historischen Kursen und die Aufwendun- gen und Erträge zum Durchschnittskurs umgerechnet. Der sich aus der Währungsumrechnung ergebende Unterschiedsbetrag wird erfolgsneutral verrechnet und im Eigenkapital gesondert als sonstige ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderung ausgewiesen. Die Währungskurse der für den Konzern wesentlichen Fremdwährungen haben sich wie folgt ent- wickelt: WÄHRUNGSKURS in EUR Durchschnittskurs Stichtagskurs 2022 2021 31.12.2022 31.12.2021 US-Dollar (USD) 1,0533 1,1828 1,0676 1,1319 Kanadischer Dollar (CAD) 1,3697 1,4826 1,4439 1,4417 Rumänischer Leu (RON) 4,9301 4,9204 4,9474 4,9481 2.Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (1) Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse sind in der folgenden Übersicht dargestellt: in EUR 2022 2021 Umsatzerlöse 85.229.281 64.320.299 davon aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung 499.433 1.408.177 Das Segment Clean Energy erwirtschaftete im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von EUR 57.632.107 (Vorjahr: EUR 42.428.097) und erzielte damit im Vergleich zur Vorjahresperi- ode eine Steigerung um EUR 15.204.010 beziehungsweise 35,8%. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 43 KONZERNANHANG Das Umsatzwachstum des Segments war von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Brenn- stoffzellenlösungen im Bereich für industrielle Anwendungen getrieben. Im Berichtsjahr konnte SFC bedeutende Erst- und Folgeaufträge akquirieren, so dass der Umsatz in diesem Kernzielmarkt im Berichtsjahr um 69,5% bzw. um EUR 15.412.647 auf EUR 37.582.394 (Vor- jahr: EUR 22.952.157) besonders stark zunahm. Die Umsätze mit Kunden für private Anwen- dungen blieb im Berichtsjahr nach einer hohen Wachstumsrate im Vorjahr und geprägt von zurückhaltenden Konsumausgaben in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatz für Anwendungen im öffentlichen Sektor verringerte sich im Berichtsjahr deutlich. Ausschlaggebend hierfür waren weniger Großaufträge als im Vorjahr bzw. eine erwartete Ver- zögerung in der Vergabe von Großaufträgen, u.a. aufgrund von langen Vergabeverfahren in den wesentlichen regionalen Zielmärkten. Im Vergleich zum Vorjahreswert verzeichnete das Segment Clean Power Management ein deutliches Umsatzwachstum von 26,1% auf EUR 27.597.174 (Vorjahr: EUR 21.892.202). Das Wachstum beruhte insbesondere auf der deutlichen Zunahme von Investitionsausgaben der Öl-, Gas- und Bergbauunternehmen im Zusammenhang mit einem günstigen Rohstoffpreis- umfeld. Des Weiteren war das Marktumfeld von einer sich von der COVID-19-Pandemie erho- lenden Nachfrage und dem verbesserten Marktumfeld bzw. der guten Kapazitätsauslastung, trotz unsicherer weltwirtschaftlicher Aussichten, in den Kernzielmärkten des Segments ge- prägt. Gleichzeitig erschwerten jedoch insbesondere im Segment Clean Energy Lieferketten- engpässe bei Elektronikkomponenten das Wachstum des Segments. Die Umsatzerlöse der Periode 1. Januar bis 31. Dezember 2022 („Berichtsjahr“) und Ver- gleichsperiode 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 („Vorjahr“) lassen sich wie folgt auftei- len: 44 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG UMSATZERLÖSE NACH SEGMENTEN in EUR Clean Energy Clean Power Management Total 2022 2021 2022 2021 2022 2021 Regionen Nordamerika 26.231.615 16.941.305 11.717.696 7.244.399 37.949.311 24.185.704 Europa (ohne Deutschland) 18.512.865 15.717.029 14.038.910 13.308.023 32.551.775 29.025.052 Deutschland 7.354.802 6.080.483 389.593 613.194 7.744.395 6.693.677 Asien 5.382.395 3.492.121 1.331.410 546.791 6.713.805 4.038.911 Rest der Welt 150.430 197.159 119.565 179.796 269.995 376.955 Summe 57.632.107 42.428.097 27.597.174 21.892.202 85.229.281 64.320.299 Zeitpunkt der Umsatzrealisie- rung Zeitpunktbezogene Übertra- 57.132.674 41.718.694 27.597.174 21.193.428 84.729.848 62.912.122 gung von Gütern Zeitraumbezogene Umsatzrea- 499.433 709.403 0 698.774 499.433 1.408.177 lisierung/Erbringung von Dienstleistungen Summe 57.632.107 42.428.097 27.597.174 21.892.202 85.229.281 64.320.299 Weiterführende Informationen können den Erläuterungen (35) "Angaben zur Konzern Seg- mentberichterstattung und Erläuterung" (15) "Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Ver- trägen mit Kunden" entnommen werden. (2) Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen Die Herstellungskosten setzen sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen: HERSTELLUNGSKOSTEN in EUR 2022 2021 Materialaufwand 40.448.168 32.102.464 Personalkosten 5.825.565 4.398.253 Raumkosten 441.010 312.634 Transportkosten 2.036.682 1.229.070 Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 1.793.439 1.457.186 Übrige Abschreibungen 1.617.931 1.432.532 Beratung 62.441 55.799 Übrige 1.597.972 694.156 Summe 53.823.208 41.682.094 In den übrigen Herstellungskosten sind Gewährleistungen in Höhe von EUR 969.552 (Vorjahr: EUR 396.947) enthalten. (3) Vertriebskosten Die Vertriebskosten stellen sich im Berichtsjahr wie folgt dar: SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 45 KONZERNANHANG VERTRIEBSKOSTEN in EUR 2022 2021 Personalkosten 8.989.577 12.394.786 Abschreibungen 570.234 616.957 Werbe- und Reisekosten 1.969.194 971.297 Beratung/Provision 866.750 283.829 Materialaufwand 325.966 120.796 Zuführung zu den Wertberichtigungen auf Forderungen 418.636 36.655 Übrige 1.046.642 626.217 Summe 14.186.999 15.050.537 In den übrigen Vertriebskosten sind Kfz Kosten in Höhe von EUR 315.128 (Vorjahr: EUR 155.049) enthalten. (4) Forschungs- und Entwicklungskosten Die Forschungs und Entwicklungskosten stellen sich im Berichtsjahr wie folgt dar: FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN in EUR 2022 2021 Personalkosten 4.494.718 3.219.930 Beratung und Patente 203.144 189.557 Raumkosten 52.352 141.830 Materialaufwand 1.786.211 1.821.092 Übrige Abschreibungen 458.810 325.435 Aktivierung als selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte -2.619.736 – 2.492.828 Verrechnung mit erhaltenen Zuschüssen -361.040 – 252.513 Übrige 426.786 304.730 Saldo (Aufwand lt. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung) 4.441.245 3.257.233 (5) Allgemeine Verwaltungskosten Die allgemeinen Verwaltungskosten stellen sich im Berichtsjahr wie folgt dar: 46 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG ALLGEMEINE VERWALTUNGSKOSTEN in EUR 2022 2021 Personalkosten 4.933.412 6.027.868 Prüfungs- u. Beratungskosten 1.971.919 1.617.399 Investor Relations/Hauptversammlung 429.457 486.437 Versicherungen 279.882 250.233 Abschreibungen 552.718 476.358 Personalbeschaffungskosten 250.817 122.326 Kfz-Kosten 245.369 179.176 Reisekosten 274.593 102.183 Aufsichtsratsvergütung 142.500 128.125 Wartungskosten für Hard- und Software 353.499 215.296 Übrige 858.472 686.981 Summe 10.292.638 10.292.380 (6) Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen: SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE in EUR 2022 2021 Erträge aus Kursdifferenzen 1.327.793 414.514 Erträge aus der Auflösung von SAR Verbindlichkeiten und Aktienopti- 1.149.442 483.650 onsplänen Übrige 44.227 6.136 Summe 2.521.462 904.300 Die Erträge aus der Auflösung von Verbindlichkeiten aus dem SARs Programm resultieren aus der Ausübung von einem Teil der Ansprüche der Tranche von Dr. Peter Podesser sowie der Tranche von Hans Pol im Berichtszeitraum sowie aus der Auflösung eines Teils des Aktienop- tionsprogramms in Höhe von insgesamt EUR 1.149.442 (Vorjahr: EUR 483.650). (7) Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen: SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN in EUR 2022 2021 Aufwendungen aus Kursdifferenzen 1.405.808 47.654 Übrige 1.441 0 Summe betriebliche Aufwendungen 1.407.249 47.654 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 47 KONZERNANHANG (8) Finanzergebnis Die Zinsen und ähnlichen Erträge für das Berichtsjahr können folgender Übersicht entnommen werden: ZINSEN UND ÄHNLICHEN ERTRÄGE in EUR 2022 2021 Zinserträge aus Zahlungsmitteln und Zahlungsäquivalenten 5 5 Summe Zinsen und ähnliche Erträge 5 5 Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen für das Berichtsjahr können folgender Übersicht ent- nommen werden: ZINSEN UND ÄHNLICHEN AUFWENDUNGEN in EUR 2022 2021 Zinsähnliche Aufwendungen 164.843 196.323 Zinsaufwendungen Leasing 444.509 213.208 Summe Zinsen und ähnliche Aufwendungen 609.352 409.531 (9) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Zusammensetzung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für das Berichtsjahr ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich: STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG in EUR 2022 2021 Tatsächliche Ertragsteuern auf das Ergebnis des laufenden Jahres 827.710 361.010 Latenter Steuerertrag (-)/-aufwand (+) 142.222 -46.377 Saldo Steuerertrag (-)/ -aufwand (+) der 969.932 314.633 Steuern vom Einkommen und Ertrag Der Hebesatz für die Gewerbesteuer der Gemeinde Brunnthal beträgt 330 % auf den Steuer- messbetrag von 3,5 %. Es ergibt sich somit ein Gewerbesteuersatz von 11,6 % und ein Gesam- tunternehmenssteuersatz der SFC einschließlich Körperschaftsteuer mit 15% und Solidaritäts- zuschlag mit 5,5 % auf die Körperschaftsteuer von 27,4 % (Vorjahr: 27,4 %). Für die Tochtergesellschaften in den Niederlanden, Rumänien und Kanada erfolgt die Berech- nung der Ertragsteuern mit dem dort geltenden länderspezifischen Steuersatz. Hierbei wurden Steuersätze von 16 % bis 26,9 % (Vorjahr: 16 % bis 26,9 %) angewandt. Der Bestand an aktive und passive latente Steuern stellt sich für das Berichtsjahr wie folgt dar: 48 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG BESTAND AN AKTIVEN UND PASSIVEN LATENTEN STEUERN in EUR 31.12.2022 31.12.2021 Aktive latente Steuern Verlustvorträge 1.897.754 1.805.189 Rückstellungen -9.152 51.061 Vorräte 49.104 168.924 Forderungen -4.529 5.919 Leasingverbindlichkeiten 665.111 96.401 Übrige 47.603 18.913 Saldierung aktive latente Steuern -592.967 -90.146 Summe aktive latente Steuern 2.052.924 2.056.261 Passive latente Steuern Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 1.992.079 1.878.364 Anlagevermögen 644.346 63.867 Forderungen 0 9.715 Sonstige Vermögenswerte 20.314 60.956 Saldierung passive latente Steuern -592.967 -90.146 Summe passive latente Steuern 2.063.772 1.922.756 Zum Stichtag bestanden unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steuerliche Verlustvorträge in Deutschland und den Niederlanden in Höhe von EUR 75.383.574 (Vorjahr: EUR 76.061.117) für die Körperschaftsteuer sowie EUR 65.829.761 (Vorjahr: EUR 68.820.020) für die Gewerbesteuer. Auf diese steuerlichen Verlustvorträge der SFC AG und ihrer niederländischen Tochtergesellschaft wurden aktive latente Steuern in Höhe von EUR 1.897.754 (Vorjahr: EUR 1.805.189) gebildet. Zum 31. Dezember 2022 werden für im Konzern bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 69.269.521 (Vorjahr: 70.224.251) aus Körperschaftssteuer und EUR 57.778.683 (Vorjahr: 61.190.446) aus Gewerbesteuer insgesamt damit EUR 127.048.204 (Vorjahr: EUR 131.414.716), keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden im Konzern nur in der Höhe, in welcher sie mit passiven latenten Steuern verrechnet werden können, angesetzt. Für die verbleibenden Verlustvorträge können die zukünftigen steuerlichen Erträge nicht hinreichend sicher angenommen werden. Von diesen steuerlichen Verlustvorträgen ist der Betrag in Höhe von EUR 69.460.328 (Vorjahr: EUR 72.159.627) aus Körperschaftssteuer und EUR 65.829.761 (Vorjahr: EUR 68.820.020) aus Gewerbesteuer, insgesamt damit in Höhe von EUR 135.290.089 (Vorjahr: EUR 140.979.647) in Deutschland unbegrenzt vortragsfähig; in den Niederlanden ist der gesamte Betrag in Höhe von EUR 5.923.246 (Vorjahr 3.901.490) aus Körperschaftssteuer vortragsfähig. Die Vorjahreswerte bei den Verlustvorträgen wurden entsprechend den gesonderten Feststellungen des verbleibenden Verlustvortrags angepasst. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 49 KONZERNANHANG Der Nichtansatz von aktiven latenten Steuern auf die o.g. Verlustvorträge begründet sich da- mit, dass es zum Stichtag nicht wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teil- weise verwendet werden kann. Passive latente Steuern auf sog. Outside basis differences bestehen nicht. Die folgende Tabelle zeigt die steuerliche Überleitungsrechnung von dem im jeweiligen Ge- schäftsjahr erwarteten Ertragsteueraufwand/-ertrag zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand (+) bzw. ertrag (-) laut Konzern Gewinn und Verlustrechnung: STEUERLICHE ÜBERLEITUNGSRECHNUNG in EUR 2022 2021 Steuersatz 27,38% 27,38% Gewinn / Verlust vor Steuern 2.990.057 -5.514.825 Erwarteter Steueraufwand / Steuerertrag (-) 818.678 -1.509.959 Überleitung zum ausgewiesenen Steuerertrag/-aufwand Steuerlich unwirksame Verlustvorträge 380.499 0 Änderung der Wertberichtigung aktiver latenter Steuern 789.119 1.640.572 Unterschiede im Steuersatz 109.793 609 Steuern aus permanenten Differenzen – nicht abzugsfähige Aufwen- 255.820 171.087 dungen Nicht aufwandswirksame Verbuchung Kosten Kapitalmaßnahme -1.430.397 0 Sonstige 46.420 12.324 Steueraufwand laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 969.932 314.633 Der Gewinn/Verlust vor Steuern entspricht dem Gewinn/Verlust aus fortzuführenden Geschäftsbereichen. (10) Materialaufwand Der Materialaufwand setzt sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen: MATERIALAUFWAND in EUR 2022 2021 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 41.446.928 32.776.964 Bezogene Leistungen 1.113.417 1.267.388 Summe 42.560.345 34.044.352 (11) Abschreibungen 50 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Zu den vorgenommenen Abschreibungen auf das Anlagevermögen wird auf die Erläuterungen (19) Immaterielle Vermögenswerte, (20) Sachanlagen sowie (25) Leasingverhältnisse verwie- sen. In der Konzern Gewinn und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren finden sich anteilige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in den Herstel- lungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen, den Vertriebskosten, den Forschungs und Entwicklungskosten und den allgemeinen Verwaltungskosten. (12) Personalaufwand und Mitarbeiter Der Personalaufwand setzt sich für das Berichtsjahr 2022 wie folgt zusammen: PERSONALAUFWAND in EUR 2022 2021 Löhne und Gehälter 18.844.452 15.287.070 Gesetzliche Sozialaufwendungen 2.210.869 1.909.678 Variablen/Prämien 1.537.095 1.299.811 Sonstige soziale Abgaben, Altersversorgung 286.507 343.994 Aufwendungen für Abfindungen 93.514 0 Aufwand bzw. Ertrag Long Term Incentive Plan (SAR/AOP) 664.687 7.192.910 Übrige 606.149 7.374 Summe 24.243.272 26.040.837 In den gesetzlichen Sozialaufwendungen sind die von der Gesellschaft zu tragenden Anteile zur gesetzlichen Rentenversicherung von EUR 674.872 (Vorjahr: EUR 565.790) enthalten. Die gesetzliche Rentenversicherung ist einem beitragsorientierten Plan nach IAS 19 gleichgestellt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhielt der Konzern staatliche Zuschüsse zu den Lohnkosten in Höhe von EUR 36.178 (Vorjahr: EUR 884.172) als Teil von Regierungsinitiativen zur sofortigen finanziellen Unterstützung im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie. In Bezug auf diese Zuschüsse, die ausschließlich als Ausgleich für im Berichtsjahr entstandene Kosten gewährt wurden, gibt es keine zukünftigen damit verbundenen Kosten. Die Zuschüsse zu den Lohnkos- ten wurden in den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistun- gen, den Vertriebskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten sowie den Allgemeinen Verwaltungskosten erfasst. Die durchschnittliche Anzahl der festangestellten Mitarbeiter hat sich folgendermaßen ent- wickelt: SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 51 KONZERNANHANG MITARBEITER 2022 2021 Angestellte in Vollzeit 280 247 Angestellte in Teilzeit 46 37 Summe 326 284 Darüber hinaus waren im Jahresdurchschnitt 10 (Vorjahr: 8) Praktikanten, Diplomanden und Werkstudenten angestellt. 3.Erläuterungen zur Konzernbilanz (13) Vorräte Die Vorräte haben, ebenso wie im Vorjahr, sämtlich eine erwartete Umschlagsdauer von weniger als einem Jahr und setzen sich wie folgt zusammen: VORRÄTE in EUR 31.12.2022 31.12.2021 Fertige Erzeugnisse 9.821.434 6.276.761 Unfertige Erzeugnisse 3.108.383 1.250.725 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 11.991.387 6.657.055 Summe 24.921.204 14.184.541 Unter Berücksichtigung der erzielbaren Nettoveräußerungserlöse wurden folgende Abwer- tungen auf den Vorratsbestand vorgenommen: VORRATSBESTAND ROH , HILFS UND BETRIEBSSTOFFE – - - in EUR 31.12.2022 31.12.2021 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe – vor Abwertung 12.754.836 7.395.736 Abwertungen -763.449 -738.681 Nettobuchwert 11.991.387 6.657.055 VORRATSBESTAND – UNFERTIGE UND FERTIGE ERZEUGNISSE in EUR 31.12.2022 31.12.2021 Unfertige und fertige Erzeugnisse – vor Abwertung 13.828.963 8.597.049 Abwertungen -899.146 -1.069.563 Nettobuchwert 12.929.817 7.527.486 Zum Abschlussstichtag sind Vorräte mit einem Buchwert in Höhe von EUR 7.879.211 (Vorjahr: 52 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG EUR 3.614.164) als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet. In der Berichtsperiode sind Vorräte von EUR 42.560.345 (Vorjahr: EUR 34.044.352) als Auf- wand erfasst worden. (14) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die für Ausfallrisiken vorgenommenen Einzelwertberichtigungen stellen sich folgendermaßen dar: EINZELWERTBERICHTIGUNGEN in EUR 31.12.2022 31.12.2021 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – Einzelnachweis 19.615.031 18.690.953 Einzelwertberichtigungen -1.504.707 -1.082.938 Summe 18.110.324 17.608.015 Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben, ebenso wie auch im Vorjahr, eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Zur Entwicklung der Wertberichtigungen siehe Punkt „Ausfallrisiko“ unter Erläuterung (30) „Finanzinstrumente“. Das übliche Zahlungsziel fürForderungen aus Lieferungen und Leistungen beläuft sich auf 30 Tage. Für einzelne Verträge mit Kunden kann sich das Zahlungsziel auch auf bis zu 90 Tage erstrecken. Für weitere Angaben zum Risikoprofil sowie zur Wertberichtigungsmatrix von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf das „Ausfallrisiko“ in Erläuterung (33) „Finanzinstru- mente“ verwiesen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Restbuchwert in Höhe von EUR 10.658.616 (Vorjahr: EUR 7.497.356) sind als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet. (15) Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden Sofern die angefallenen Kosten der im Berichtsjahr noch nicht abgeschlossenen Aufträge ein- schließlich Ergebnisbeiträge, die bereits in Rechnung gestellten Beträge (erfolgte Teilabrech- nungen) übersteigen, wird der sich daraus ergebende Saldo als Vermögenswerte aus Verträgen mit Kunden ausgewiesen. Umgekehrt werden die Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo als Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden ausgewiesen. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 53 KONZERNANHANG VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN in EUR 31.12.2022 31.12.2021 Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden (Ausweis 1.265.883 243.437 als Vermögenswerte aus Verträgen mit Kunden) Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden (Ausweis -601.841 -277.157 als Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden) Während der Projektlaufzeit können Auftragsänderungen vom Kunden im Hinblick auf den vereinbarten zu erbringenden Leistungsumfang, z.B. Änderungen an der Spezifikation der Leis- tung oder der Vertragsdauer, zu einer Erhöhung oder Reduzierung der Auftragserlöse und kosten führen. Die sich daraus ergebenden Auswirkungen für die laufende Periode sowie Fremdwährungseffekte werden ergebniswirksam erfasst. Zum 31.12.2022 waren die als Vermögenswerte aus Verträgen mit Kunden ausgewiesenen kumulierten Leistungen (angefallene Auftragskosten abzüglich Teilabrechnungen) höher als im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig stiegen zum Stichtag 31.12.2022 die Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden im Vergleich zum Vorjahr. Hinsichtlich des Risikoprofils der Vermö- genswerte aus Verträgen mit Kunden sind im abgelaufenen Geschäftsjahr keine signifikanten Bewertungs oder Schätzungsänderungen eingetreten. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden haben, ebenso wie bereits im Vorjahr, eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Der Transaktionspreis für die verbleibenden Leistungsverpflichtungen, welche 2023 erfüllt werden, beträgt EUR 276.735. bzw. EUR 601.841. Zum Stichtag 31.12.2022 bestanden, ebenso wie bereits zum 31.12.2021, keine aktivierten Kosten, welche im Rahmen der Vertragsanbahnung oder der Vertragserfüllung entstehen. (16) Sonstige Vermögenswerte und Forderungen Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte und Forderungen haben eine Restlaufzeit von we- niger als einem Jahr und setzen sich wie folgt zusammen: 54 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG SONSTIGE VERMÖGENSWERTE UND FORDERUNGEN in EUR 31.12.2022 31.12.2021 Rechnungsabgrenzungsposten 218.372 119.345 Umsatzsteuerforderungen 498.534 203.815 Forderungen aus Zuschüssen 412.968 325.872 Geleistete Anzahlungen 2.344.857 910.370 Übrige 185.860 121.037 Summe 3.660.591 1.680.439 In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten und Forderungen sind zum Stichtag finanzi- elle Vermögenswerte in Höhe von EUR 412.968 enthalten (Vorjahr: EUR 325.872). (17) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich aus Kassenbeständen und Konto- korrentguthaben sowie Fest und Tagesgeldkonten bei Kreditinstituten zusammen, die inner- halb von maximal drei Monaten fällig sind. (18) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit Verfügungsbeschrän- kung Im Zusammenhang mit dem Mietvertrag für das Gebäude der Gesellschaft im Eugen Sän- ger Ring 7 besteht zum Bilanzstichtag ein, zu Gunsten des Vermieters, gesperrtes Festgeld- konto in Höhe von EUR 285.620 (Vorjahr: EUR 285.620). Darüber hinaus besteht zum Bilanz- stichtag ein Avalsicherheitenkonto in Höhe von EUR 99.308 (Vorjahr: EUR 99.308). (19) Immaterielle Vermögenswerte Die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns entwickelten sich wie folgt: SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 55 KONZERNANHANG In EUR ENTWICKLUNG DES KONZERN-ANLAGEVERMÖGENS – IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE für die Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2022 Erworbene Geschäfts- Andere imma- Patente und Aktivierte Entwicklungs- oder terielle Ver- Software Lizenzen Patente kosten werte mögenswerte Summe Anschaffungskosten Stand zum 01.01.2021 1.305.625 435.840 571.488 12.278.220 12.814.593 6.555.767 33.961.533 Zugänge 269.311 0 0 2.492.828 0 0 2.762.139 Abgänge 0 0 0 0 0 0 0 Umbuchungen -1 0 0 1 0 0 0 Währungsdifferenzen 5.286 0 0 0 560.193 327.468 892.947 Stand zum 31.12.2021 1.580.221 435.840 571.488 14.771.049 13.374.786 6.883.235 37.616.619 Zugänge 435.738 0 0 2.619.736 0 0 3.055.474 Abgänge -151.513 0 0 0 0 0 -151.513 Umbuchungen -1 0 0 2 0 0 1 Währungsdifferenzen -3.532 0 0 0 -11.023 -6.444 -20.999 Stand zum 31.12.2022 1.860.913 435.840 571.488 17.390.787 13.363.763 6.876.791 40.499.582 Abschreibungen und Wert- minderungsaufwand Stand zum 01.01.2021 -1.008.782 -319.542 -571.488 -4.545.538 -4.961.138 -6.555.767 -17.962.255 Planmäßige Abschreibung -140.682 -30.320 0 -1.457.186 0 0 -1.628.188 Währungsdifferenzen -439 -1 0 0 0 -327.468 -327.908 Stand zum 31.12.2021 -1.149.903 -349.863 -571.488 -6.002.724 -4.961.138 -6.883.235 -19.918.351 Planmäßige Abschreibung -227.903 -30.319 0 -1.793.439 0 0 -2.051.661 Abgänge 39.827 0 0 0 0 0 39.827 Währungsdifferenzen 437 1 0 0 0 6.444 6.882 Stand zum 31.12.2022 -1.337.542 -380.181 -571.488 -7.796.163 -4.961.138 -6.876.791 -21.923.303 Buchwerte Stand zum 01.01.2021 296.843 116.298 0 7.732.682 7.853.455 0 15.999.278 Stand zum 31.12.2021 430.318 85.977 0 8.768.325 8.413.648 0 17.698.268 Stand zum 31.12.2022 523.371 55.659 0 9.594.624 8.402.625 0 18.576.279 Innerhalb der immateriellen Vermögenswerte sind EUR 94.022 (Vorjahr: EUR 37.921) als Si- cherheit für Verbindlichkeiten verpfändet. Entwicklungskosten In Zusammenhang mit den Entwicklungstätigkeiten wurden Zuschüsse in Höhe von EUR 361.040 (Vorjahr: EUR 252.513) vereinnahmt und als Minderung der Forschungs und Entwicklungskosten behandelt. Impairment Tests für Geschäfts- oder Firmenwerte Die im Konzernabschluss enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwerte betreffen die im Rahmen 56 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG der Unternehmenszusammenschlüsse der SFC Energy B.V., (SFC B.V.) einschließlich deren rumä- nischen Tochterunternehmens, sowie der SFC Energy Ltd. (SFC Ltd.). entstandenen Unter- schiedsbeträge der jeweiligen Kaufpreise über das gemäß IFRS 3 bewertete Nettovermögen der erworbenen Geschäftsbetriebe. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Unternehmenszusammenschluss SFC Ltd. beläuft sich auf CAD 10.430.435 bzw. EUR 7.223.793 (Vorjahreswert: CAD 10.430.435, EUR 7.234.817) und wurde zum 1. Januar 2021 anteilig in Höhe von CAD 9.667.101 bzw. EUR 6.186.153 dem Segment Clean Energy sowie anteilig in Höhe von CAD 763.334 bzw. EUR 488.471 dem Segment Clean Power Management zugeordnet. Die SFC Ltd. bleibt dabei die zahlungsmittelgenerierende Einheit. Aufgrund dieser Aufteilung des Geschäfts- oder Fir- menwertes erfolgt der Impairment Test für den Teil des Geschäfts- oder Firmenwertes, der dem Segment Clean Energy zugeordnet wurde, auf Ebene dieses gesamten Segmentes sowie für den Teil, der dem Segment Clean Power Management zugeordnet wurde, auf Ebene jenesgesamten Segmentes (inkl. der Cashflows der darin enthaltenen SFC B.V.). Der Geschäfts- oder Firmenwert der SFC B.V. in Höhe von EUR 1.178.831 wurde in vollem Um- fang der zahlungsmittelgenerierenden Einheit SFC B.V. innerhalb des Segments Clean Power Management zugeordnet. Der Impairment Test dieses Geschäfts- oder Firmenwerts erfolgt weiterhin auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit SFC B.V., da sich dieser nicht über die Grenze zweier operativer Segmente erstreckt. Die Bestimmung des jeweiligen erzielbaren Betrags erfolgt in beiden Fällen durch die Ermitt- lung des höheren Betrags aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und dem Nutzungswert mit Hilfe der Discounted-Cashflow-Methode. Die Ermittlung des bei- zulegenden Zeitwertes fällt unter Berücksichtigung der wesentlichen Inputfaktoren insgesamt unter Stufe 3 der Hierarchie nach IFRS 13. Dabei werden die geplanten Cashflows aus der durch das verantwortliche Management er- stellten Fünfjahresplanung (2023 bis 2027) verwendet. Darüber hinaus erfolgte im Anschluss eine Extrapolation der Planwerte mit einer Wachstumsrate von 1,0 % p.a. (2028 ff.), welche auch als nachhaltige Wachstumsrate angesetzt wurde. Geschäfts- oder Firmenwert SFC Energy B.V. (SFC B.V.) Der Geschäfts- oder Firmenwert der SFC B.V. beläuft sich auf EUR 1.178.831 (Vorjahr: SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 57 KONZERNANHANG EUR 1.178.831). Wesentliche Grundannahmen bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Kosten der Veräußerung sind das Umsatzwachstum, die operative EBIT-Marge sowie der ver- wendete Kapitalkostensatz. Umsatzwachstum und EBIT-Marge Die Annahmen ergeben sich aus dem durch das Management erstellten Budget, welches eine Projektion der Umsatzerlöse, der operativen Kosten sowie der Investitionen und Abschreibun- gen für einen Zeitraum von fünf Jahren enthält. Die bewertungsrelevanten Cashflows resul- tieren aus der Umsatz und Ergebnisplanung sowie ergänzenden Annahmen zum Working Ca- pital. Die Wachstumsannahmen des Umsatzes basieren auf dem allgemeinen gesamtwirtschaftli- chen Umfeld, der Entwicklung der relevanten Märkte sowie der konkreten Erschließung neuer Zielmärkte in regionaler Hinsicht (Asien) und branchenspezifischer Hinsicht (Laser, Se- miconductor, Security), insbesondere auch auf Basis von Systemlösungen. Aufgrund dieser identifizierten Potentiale wird eine überdurchschnittliche Entwicklung erwartet, welche bezo- gen auf den gesamten Planungshorizont (2023 – 2027) einem durchschnittlichen Umsatz- wachstum (CAGR) von rd. 19,0 % p.a. entspricht. Die geplante Entwicklung der EBIT Marge basiert auf historisch beobachtbaren Bruttomargen vom Umsatz sowie einer detaillierten Ressourcen und Sachkostenplanung. Die langfristig er- wartete operative EBIT Marge beläuft sich auf rd. 10,0 %. Kapitalkostensatz Der zur Diskontierung der Cashflows verwendete Kapitalkostensatz entspricht den durch- schnittlichen gewichteten Kapitalkosten (WACC), welche auf der Basis einer Gruppe von Ver- gleichsunternehmen in der gleichen Branche wiedieSFCB.V. mittelsöffentlich verfügbarerDa- ten ermittelt wurden. Der WACC gibt die durchschnittliche gewichtete Renditeforderung der Eigen und Fremdkapitalgeber auf der Basis des Verhältnisses des jeweils gewährten Kapitals zu Zeitwerten an. Zur Ermittlung des WACC ist eine Analyse der Eigenkapitalkosten sowie der Fremdkapitalkosten und der Kapitalstruktur zu Zeitwerten erforderlich. Der verwendete Kapi- talkostensatz belief sich im Berichtsjahr auf rd. 9,76 % (bzw. rd. 8,76 % nach Wachstumsab- schlag im Terminal Value). 58 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Auf Basis der vorangegangenen Ausführungen wurde im Berichtsjahr kein Wertminderungsauf- wand hinsichtlich des Geschäfts oder Firmenwerts festgestellt. Die Geschäftsführung hat festgestellt, dass eine für möglich gehaltene Änderung von zwei we- sentlichen Parametern dazu führen könnte, dass der Buchwert der ZGE den erzielbaren Betrag übersteigt. Diese Situation tritt ein, wenn: der Abzinsungssatz (WACC) den Betrag von 19,02 % (bisheriger Parameter: 9,76 %) übersteigt, oder die nachhaltige EBIT Marge im Rentenjahr niedriger ist als 2,87% (bisheriger Pa- rameter: 10,00 %). Bei den Berechnungenwurdeunterstellt, dassderjeweilsandereParameter unverändert bleibt (ceteris paribus). Segment Clean Energy Die zahlungsmittelgenerierende Einheit Clean Energy setzt sich aus einem Teil der SFC Ltd. und dem operativen Teil der SFC AG zusammen. Diese wurde im Vorjahr im Rahmen der Ände- rung der berichtspflichtigen Segmente erstmals gebildet. Wesentliche Grundannahmen bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Kos- ten der Veräußerung sind das Umsatzwachstum, die operative EBIT Marge sowie der verwen- dete Kapitalkostensatz. Umsatzwachstum und EBIT-Marge Die Annahmen ergeben sich aus dem durch das Management erstellten Budget, welches eine Projektion der Umsatzerlöse, der operativen Kosten sowie der Investitionen und Abschreibun- gen für einen Zeitraum von fünf Jahren enthält. Die bewertungsrelevanten Cashflows resul- tieren aus der Umsatz und Ergebnisplanung sowie ergänzenden Annahmen zum Working Ca- pital. Die Wachstumsannahmen des Umsatzes basieren auf dem segmentspezifischen Marktumfeld sowie auf aktuell beobachteten Wachstumsraten des Unternehmens. Bezogen auf den gesam- ten Planungshorizont (2023 – 2027) beläuft sich das durchschnittliche Umsatzwachstum (CAGR) auf rd. 27,7 % p.a. Die geplante Entwicklung der EBIT Marge basiert auf historisch beobachtbaren Bruttomargen SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 59 KONZERNANHANG vom Umsatz sowie einer detaillierten Ressourcen und Sachkostenplanung. Die langfristig er- wartete operative EBIT Marge beläuft sich auf rd. 12,0 %. Kapitalkostensatz Der zur Diskontierung der Cashflows verwendete Kapitalkostensatz entspricht den durch- schnittlichen gewichteten Kapitalkosten (WACC), welche auf der Basis einer Gruppe von Ver- gleichsunternehmen in der gleichen Branche mittels öffentlich verfügbarer Daten ermittelt wurden. Der WACC gibt die durchschnittliche gewichtete Renditeforderung der Eigen und Fremdkapitalgeber auf der Basis des Verhältnisses des jeweils gewährten Kapitals zu Zeitwer- ten an. Zur Ermittlung des WACC ist eine Analyse der Eigenkapitalkosten sowie der Fremd kapitalkosten und der Kapitalstruktur zu Zeitwerten erforderlich. Der verwendete durch- schnittlich gewichtete Kapitalkostensatz belief sich im Berichtsjahr auf rd. 13,56 %% (bzw. rd. 12,56 % nach Wachstumsabschlag im Terminal Value). Im Berichtsjahr ergaben sich keine Anzeichen für eine Wertminderung des Geschäfts oder Firmenwertes. Die Geschäftsführung hat festgestellt, dass eine für möglich gehaltene Änderung von zwei we- sentlichen Parametern dazu führen könnte, dass der Buchwert der ZGE den erzielbaren Betrag übersteigt. Diese Situation tritt ein, wenn: der Abzinsungssatz (WACC) des Segments Clean Energy den Betrag von 23,98% (bisheriger Parameter: 13,56 %) übersteigt, oder die nachhaltige EBIT Marge des Segments Clean Energy im Rentenjahr niedriger ist als 2,77% (bisheriger Parameter: 12,0 %). Bei den Berechnungenwurdeunterstellt, dassderjeweilsandereParameter unverändert bleibt (ceteris paribus). Segment Clean Power Management Die zahlungsmittelgenerierende Einheit Clean Power Management setzt sich aus einem Teil der SFC Ltd. und aus der SFC B.V. zusammen. Diese wurde im Berichtsjahr im Rahmen der Ände- rung der berichtspflichtigen Segmente erstmals gebildet. Wesentliche Grundannahmen bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Kos- 60 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG ten der Veräußerung sind das Umsatzwachstum, die operative EBIT Marge sowie der verwen- dete Kapitalkostensatz. Umsatzwachstum und EBIT-Marge Die Annahmen ergeben sich aus dem durch das Management erstellten Budget, welches eine Projektion der Umsatzerlöse, der operativen Kosten sowie der Investitionen und Abschreibun- gen für einen Zeitraum von fünf Jahren enthält. Die bewertungsrelevanten Cashflows resul- tieren aus der Umsatz und Ergebnisplanung sowie ergänzenden Annahmen zum Working Ca- pital. Die Wachstumsannahmen des Umsatzes basieren auf dem segmentspezifischen Marktumfeld sowie auf aktuell beobachteten Wachstumsraten des Unternehmens. Bezogen auf den gesam- ten Planungshorizont (2023 – 2027) beläuft sich das durchschnittliche Umsatzwachstum (CAGR) auf rd. 13,7 % p.a.. Die geplante Entwicklung der EBIT Marge basiert auf historisch beobachtbaren Bruttomargen vom Umsatz sowie einer detaillierten Ressourcen und Sachkostenplanung. Die langfristig er- wartete operative EBIT Marge beläuft sich auf rd. 8,0 %. Kapitalkostensatz Der zur Diskontierung der Cashflows verwendete Kapitalkostensatz entspricht den durch- schnittlichen gewichteten Kapitalkosten (WACC), welche auf der Basis einer Gruppe von Ver- gleichsunternehmen in der gleichen Branche mittels öffentlich verfügbarer Daten ermittelt wurden. Der WACC gibt die durchschnittliche gewichtete Renditeforderung der Eigen und FremdkapitalgeberaufderBasisdesVerhältnissesdesjeweilsgewährten Kapitals zu Zeitwer- ten an. Zur Ermittlung des WACC ist eine Analyse der Eigenkapitalkosten sowie der Fremd ka- pitalkosten und der Kapitalstruktur zu Zeitwerten erforderlich. Der verwendete durchschnitt- lich gewichtete Kapitalkostensatz belief sich im Berichtsjahr auf rd. 9,73 % (bzw. rd. 8,73% nach Wachstumsabschlag im Terminal Value). Im Berichtsjahr ergaben sich keine Anzeichen für eine Wertminderung des Geschäfts oder Fir- menwertes. Die Geschäftsführung hat festgestellt, dass eine für möglich gehaltene Änderung von zwei we- sentlichen Parametern dazu führen könnte, dass der Buchwert der ZGE den erzielbaren Betrag übersteigt. Diese Situation tritt ein, wenn: SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 61 KONZERNANHANG der Abzinsungssatz (WACC) des Segments Clean Power Management den Betrag von 15,56% (bisheriger Parameter: 9,73 %) übersteigt, oder die nachhaltige EBIT Marge des Segments Clean Power Management im Renten- jahr niedriger ist als 3,51% (bisheriger Parameter: 8,0 %). Bei den Berechnungenwurdeunterstellt, dassderjeweilsandereParameter unverändert bleibt (ceteris paribus). (20) Sachanlagen Die Sachanlagen des Konzerns entwickelten sich wie folgt: 62 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG SACHANLAGEN in EUR Techni- Andere Anlagen, Geleis- sche Anla- Betriebs- und tete Anzahlun- gen und Geschäftsaus- gen und Anlagen Gebäude Maschinen stattung im Bau Summe Anschaffungskosten Stand zum 01.01.2021 9.930.374 2.788.812 6.895.923 0 19.615.109 Zugänge -3 135.992 784.963 433.835 1.354.787 Abgänge 0 -9.000 -22.025 0 -31.025 Umbuchungen 0 -2 2 0 0 Währungsdifferenzen 219.026 12.886 81.879 0 313.791 Stand zum 31.12.2021 10.149.397 2.928.688 7.740.742 433.835 21.252.662 Zugänge 5.497.386 385.928 1.267.929 798.270 7.949.514 Abgänge 0 0 -347.589 0 -347.589 Umbuchungen -190.978 0 316.264 -316.264 -190.978 Währungsdifferenzen -5.862 -258 -9.268 0 -15.388 Stand zum 31.12.2022 15.449.943 3.314.358 9.883.920 915.841 28.648.221 Abschreibungen und Wertminderungsaufwand -2.760.785 -1.926.451 -4.942.776 0 -9.630.012 Stand zum 01.01.2021 Planmäßige Abschreibung -1.739.516 -158.496 -781.406 -863 -2.680.281 Abgänge 0 2.475 22.025 0 24.500 Umbuchungen 0 53.419 -53.419 0 0 Währungsdifferenzen -30.849 -6.815 -42.499 0 -80.163 Stand zum 31.12.2021 -4.531.150 -2.035.868 -5.798.075 -863 -12.365.956 Planmäßige Abschreibung -1.765.493 -208.707 -967.271 0 -2.941.471 Abgänge 0 0 39.470 0 39.470 Abschreibungen auf Umbuchungen 0 0 -17.532 0 -17.532 Währungsdifferenzen 22.162 950 10.141 59 33.312 Stand zum 31.12.2022 -6.274.481 -2.243.625 -6.733.267 -804 -15.252.177 Buchwerte Stand zum 01.01.2021 7.169.589 862.361 1.953.147 0 9.985.097 Stand zum 31.12.2021 5.618.247 892.820 2.375.639 432.972 8.886.706 Stand zum 31.12.2022 9.175.462 1.070.733 3.149.849 915.037 13.396.044 Bei der SFC Ltd. ist zum 31.12.2022 Anlagevermögen mit einem Restbuchwert in Höhe von EUR 449.805 (Vorjahr: EUR 388.348) als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet. Bei der SFC B.V. ist zum 31.12.2022 Anlagevermögen in Höhe von EUR 235.271 als Sicherheit verpfän- det (Vorjahr: EUR 73.590). (21) Sonstige Rückstellungen und Steuerrückstellungen Die Entwicklung der sonstigen Rückstellungen ist in der folgenden Übersicht dargestellt: SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 63 KONZERNANHANG SONSTIGE UND STEUER-RÜCKSTELLUNGEN in EUR Gewährleistungs- Übrige sonstige Summe Sonstige rückstellungen Rückstellungen Rückstellungen Steuerrückstellungen Stand zum 01.01.2022 2.867.512 603.323 3.470.834 78.710 Währungsdifferenzen -1.676 26.179 24.503 0 Zuführung 828.753 7.500 836.253 568.439 Aufzinsung 10.915 0 10.915 0 (inkl. Zinssatzänderung) Verbrauch -404.741 -524.202 -928.943 -78.710 Auflösung -35.310 0 -35.310 0 Stand zum 31.12.2022 3.265.452 112.800 3.378.252 568.439 davon mit einer Restlaufzeit 1.769.984 112.800 1.882.784 0 zwischen 1 Jahr und 5 Jahren Gewährleistungsrückstellungen Der Ansatz erfolgt in Höhe des Barwerts des Nettobetrags zur Erfüllung der Verpflichtung. Zur Diskontierung wird ein Zinssatz von 0,52% (Vorjahr: 0,34%) auf den Teil, der nach 2 Jahren fällig ist, 0,59% (Vorjahr: 0,40% ) auf den Teil, der nach 3 Jahren fällig ist, 0,67% (Vorjahr: 0,49%) auf den Teil, der nach 4 Jahren fällig ist und 0,75% (Vorjahr: 0,58%) auf den Teil, der nach 5 Jahren fällig ist, zu Grunde gelegt. Übrige sonstige Rückstellungen Bei den übrigen sonstigen Rückstellungen handelt es sich im Wesentlichen um Rückstellungen für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen in Höhe von EUR 75.900 sowie Rückstellungen im Rahmen des Elektrogesetzes in Höhe von EUR 12.000. (22) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind der folgenden Aufstellung zu entneh- men: VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN in EUR Kurzfristige verzinsliche Darlehen 31.12.2022 31.12.2021 Zinssatz Fälligkeit Kurzfristige Verbindlichkeiten Darlehen SFC Energy Ltd. 0 227.026 9% bis Mai 2022 Inanspruchnahme Kreditlinie SFC Energy Ltd. 749.031 317.784 Canadian Prime bis auf Weiteres Rate + 1,25% Inanspruchnahme Kreditlinie SFC Energy B.V. 2.517.373 1.384.873 1M-EURIBOR +2,50% jährliche Verlängerung Inanspruchnahme Kreditlinie SFC Energy Power Srl. 788.441 805.206 1M-EURIBOR + 2,0% jährliche Verlängerung 64 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Zum Stichtag 31.12.2022 bestanden keine langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditin- stituten. Für die Kreditlinie der SFC Ltd. bestehen ein Financial Covenant (Kreditvereinbarungsklau- seln): „Current Ratio“ Für die Kreditlinie der rumänischen Enkelgesellschaft der SFC Energy Srl. bestehen die folgen- den Financial Covenants (Kreditvereinbarungsklauseln): „Debt Ratio“, „Solvency Ratio“ Im abgelaufenen sowie im vorherigen Geschäftsjahr wurden sämtliche Financial Covenants eingehalten. Für weiterführende Angaben hinsichtlich der Kategorisierung der Darlehen wird auf Erläuterung (30) Finanzinstrumente verwiesen. (23) Verbindlichkeiten aus Anzahlungen Die Verbindlichkeiten aus Anzahlungen beziehen sich auf erhaltene Anzahlungen auf Bestel- lungen und haben, ebenso wie auch am Vorjahresschlussstichtag, sämtlich eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Hierbei handelt es sich um Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden, welche aus Verträgen mit zeitpunktbezogener Realisierung resultieren. (24) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sämtliche Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben, ebenso wie bereits im Vorjahr,eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. (25) Leasingverhältnisse Durch die Erstanwendung des IFRS 16 zum 1. Januar 2019 wurden sämtliche gemietete Ge- bäude sowie Andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung als Nutzungsrechte (Right of Use Assets) mit korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten erfasst. Die Restlaufzeiten der Verträge belaufen sich auf weniger als 1 Jahr und auf bis zu 7,5 Jahre. Die Verträge enthalten Verlängerungsklauseln auf Monatsbasis sowie Kaufoptionen zum Ende der Leasingverträge. Die zum Abschlussstichtag bestehenden Nettobuchwerte der im Rahmen der Leasingverhältnisse aktivierten Nutzungsrechte (Right of Use Assets) können der nachfol- genden Darstellung entnommen werden: SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 65 KONZERNANHANG LEASINGVERHÄLTNISSE in EUR Andere Anlagen, Betriebs- und Ge- Gebäude schäftsausstattung Summe Anschaffungskosten Stand zum 01.01.2021 9.930.373 1.427.126 11.357.499 Zugänge 0 367.724 367.724 Abgänge 0 0 0 Umgliederungen 0 0 0 Währungsdifferenzen 219.023 59.159 278.182 Stand zum 31.12.2021 10.149.396 1.854.009 12.003.405 Zugänge 5.497.387 305.834 5.803.221 Währungsdifferenzen -15.675 -1.256 -16.931 Stand zum 31.12.2022 15.631.108 2.158.587 17.789.695 Abschreibungen und Wertminderungsauf- wand Stand zum 01.01.2021 -2.760.784 -863.829 -3.624.613 Planmäßige Abschreibung -1.739.516 -274.602 -2.014.118 Abgänge 0 0 0 Umgliederungen 0 0 0 Währungsdifferenzen -30.849 -38.573 -69.422 Stand zum 31.12.2021 -4.531.149 -1.177.004 -5.708.153 Planmäßige Abschreibung -1.765.493 -346.700 -2.112.193 Währungsdifferenzen 31.974 6.527 38.501 Sonstige -190.978 0 -190.978 Stand zum 31.12.2022 -6.455.646 -1.517.177 -7.972.823 Buchwerte Stand zum 31.12.2021 5.618.247 677.005 6.295.252 Stand zum 31.12.2022 9.175.462 641.410 9.816.872 Die aktivierten Nutzungsrechte an den gemieteten Gebäuden werden zum Stichtag über einen Zeitraum von 3 bis 7,5 Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungszyklen der Nutzungsrechte an den Anderen Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung erstrecken sich von weniger als ei- nem Jahr auf bis zu sieben Jahre. In der nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellten Konzern Gewinn und Verlustrechnung finden sich anteilige Abschreibungen auf die gemieteten Nutzungsrechte (Right of Use Assets) in den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen, den Ver- 66 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG triebskosten, den Forschungs und Entwicklungskosten und den allgemeinen Verwaltungskos- ten und beliefen sich für das abgelaufene Geschäftsjahr auf auf EUR 2.112.193 (Vor- jahr EUR 2.014.118). Die anteiligen Abschreibungen wurden wie folgt in den Funktionskosten vorgenommen: ABSCHREIBUNGEN in EUR Andere Anlagen, Betriebs- und Ge- Gebäude schäftsausstattung Summe Gesamtabschreibungen für das Geschäftsjahr 2022 enthalten in Herstellungskosten -882.473 -175.943 -1.058.416 Vertriebskosten -446.425 -85.782 -532.207 Allgemeine Verwaltungskosten -272.378 -50.504 -322.882 F&E-Kosten -164.217 -34.471 -198.688 Stand zum 31.12.2022 -1.765.493 -346.700 -2.112.193 in EUR ABSCHREIBUNGEN Andere Anlagen, Betriebs- und Ge- Gebäude schäftsausstattung Summe Gesamtabschreibungen für das Geschäftsjahr 2021 enthalten in Herstellungskosten -821.018 -125.370 -946.388 Vertriebskosten -444.143 -71.448 -515.591 Allgemeine Verwaltungskosten -320.916 -52.908 -373.824 F&E-Kosten -153.439 -24.876 -178.315 Stand zum 31.12.2021 -1.739.516 -274.602 -2.014.118 Die vertraglich vereinbarten undiskontierten Leasingzahlungen zum 31.12.2022 beliefen sich in Summe auf EUR 11.745.528 (Vorjahr EUR 7.397.010) und gliederten sich wie folgt in die un- terschiedlichen Fristigkeitsbänder FRISTIGKEITSBÄNDER in EUR 31.12.2022 31.12.2021 Leasingverbindlichkeiten/Fälligkeitsanalyse – vertraglich vereinbarte undiskontierte Cash Flows Zahlungen kleiner bzw. gleich 1 Jahr 2.161.772 1.956.661 Zahlungen zwischen 1 und 5 Jahren 7.044.668 4.920.480 Zahlungen > 5 Jahre 2.539.088 519.870 Summe der undiskontierten Leasingzahlungen 11.745.528 7.397.010 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 67 KONZERNANHANG In der Konzernbilanz zum 31.12.2022 sind abgezinste Leasingverbindlichkeiten in Höhe von EUR 10.561.072 (Vorjahr EUR 6.750.663) ausgewiesen. Diese Leasingverbindlichkeiten sind wie folgt in kurzfristige und langfristige Verbindlichkeiten untergliedert: KURZFRISTIGE UND LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN in EUR 31.12.2022 31.12.2021 Kurzfristig 2.009.259 1.859.824 Langfristig 8.551.813 4.890.839 Summe der Leasingverbindlichkeiten in der Konzernbilanz 10.561.072 6.750.663 Die Zahlungen im Zusammenhang mit Leasingverbindlichkeiten, die sowohl im operativen als auch im Finanzierungs Cashflow berücksichtigt wurden, können für das abgelaufene sowie für das vorherige Geschäftsjahr der folgenden Darstellung entnommen werden: KLASSIFIZIERUNG IN DER KAPITALFLUSSRECHNUNG in EUR 31.12.2022 31.12.2021 Klassifizierung in der Kapitalflussrechnung Zahlungsabfluss für den Tilgungsanteil der Leasingverbindlichkeiten im Fi- -1.837.022 -1.698.875 nanzierungs-Cashflow Zahlungsabflüsse für die Zinsanteile der Leasingverbindlichkeiten -373.150 -213.208 Zahlungen für Kurzzeit-Leasingverbindlichkeiten (short-term leases), Zahlungen -20.784 -7.253 für Leasingvereinbarungen, bei dem der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist (low-value asset leases), sowie variable Leasingzahlungen, die nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einfließen und im operativen Cashflow zu erfassen sind Zahlungsabflüsse für Anzahlungen auf Nutzungsrechte im Investitions-Cashflow 0 -33.908 Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen können der nach- folgenden Aufstellung entnommen werden. in EUR LEASINGAUFWENDUNGEN 31.12.2022 31.12.2021 Leasingaufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung Zinsaufwand für Leasingverbindlichkeiten -444.509 -213.208 Ausgaben im Zusammenhang mit kurzfristigen Mietverträgen -4.215 -3.895 Ausgaben im Zusammenhang mit dem Leasing von geringfügigen Vermögenswerten, -16.569 -3.358 exklusive Kurzzeitleasing von Vermögenswerten mit geringem Wert (26) Sonstige Verbindlichkeiten Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: 68 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG KURZFRISTIGE SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN in EUR 31.12.2022 31.12.2021 Erfolgsorientierte Vergütung/Prämien 1.637.078 1.507.315 Ausstehender Urlaub 873.580 822.935 Lohnsteuer 309.954 624.320 Umsatzsteuer 82.054 109.369 Lohn und Gehalt und im Rahmen der sozialen Sicherheit 2.702.358 211.087 Aufsichtsratvergütung 229.863 128.125 13. Gehalt 30.333 18.662 Berufsgenossenschaftsbeiträge 69.600 57.600 SAR Stock Appreciation Rights 0 1.660.209 Schwerbeschädigtenausgleichsabgabe 20.400 14.400 Überstunden 219.901 163.703 Kundenbezogene Abgrenzungen und Provisionen 724.288 275.135 Aufwendungen aus Vertragsauflösungen 35.414 22.200 Übrige 1.382.570 712.083 Summe 8.317.393 6.327.143 Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: LANGFRISTIGE SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN in EUR Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten umfassen finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 299.463 (Vorjahr: EUR 185.725). 31.12.2022 31.12.2021 Verbindlichkeiten aus Lohnsteuer 423.775 594.068 SAR Stock Appreciation Rights 4.046.886 7.210.198 Umsatzsteuer 173.464 201.309 Summe 4.644.125 8.005.575 Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022 umfassen die passi- vierte Schuld aus dem Stock Appreciation Rights Programm (SARs Programm) für die Vor- standsmitglieder Peter Podesser, Daniel Saxena sowie Hans Pol. Für Einzelheiten zu diesen Vereinbarungen siehe Erläuterung (31) Anteilsbasierte Vergütung/Stock Appreciation Rights Programm. Weiterhin sind Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Lohnsteuer und Umsatz- steuer aus der niederländischen Tochtergesellschaft enthalten, welche durch staatliche Maß- nahmen im Zusammenhang mit der COVID 19 Pandemie gestundet wurden. (27) Eigenkapital SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 69 KONZERNANHANG Die Veränderung des Eigenkapitals der SFC ist in der Konzern Eigenkapitalveränderungsrech- nung dargestellt. Gezeichnetes Kapital Im Berichtsjahr erhöhte sich das gezeichnete Kapital von EUR 14.469.743 auf EUR 17.363.691. Diese Erhöhung resultierte aus einer Kapitalerhöhung im Juli 2022, bei der 2.893.948 neue auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) ausgegeben wurden. Der Bruttoemissionserlös belief sich auf rund EUR 56.431.986. Infolge dieser eigenkapitalverän- dernden Maßnahme erhöhte sich das Grundkapital des Konzerns um EUR 2.893.948. Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte keine Erhöhung des Grundkapitals. Die auf den Inhaber lautenden Stückaktien von 17.363.691 (Vorjahr: 14.469.743), mit einem anteiligen Betrag von EUR 1 je Stückaktie, tragen jeweils ein Stimmrecht und sind voll dividen- denberechtigt. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage beträgt zum Bilanzstichtag EUR 168.262.275 (Vorjahr: 119.636.548). Im ab- gelaufenen Geschäftsjahr erhöhte sich die Kapitalrücklage netto um EUR 48.625.727, resultie- rend aus der anteilsbasierten Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente in Höhe von EUR 311.928 sowie der Kapitalerhöhung in Höhe von brutto EUR 53.538.038 abzüglich Kosten der Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 5.224.239. Genehmigtes Kapital Die Hauptversammlung vom 16. Mai 2019 hat die Aufhebung des Genehmigten Kapitals vom 17. Mai 2017 (Genehmigtes Kapital 2017/I), die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals (Ge- nehmigtes Kapitals 2019/I) und die Änderung des § 5 (Genehmigtes Kapital) der Satzung be- schlossen. Der Vorstand wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Mai 2019 ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 15. Mai 2024 gegen Bar und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 5.124.806 zu erhöhen wobei das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen ausgeschlossen werden kann (Genehmigtes Kapital 2019/I). 70 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Die SFC AG verfügt im Berichtsjahr gemäß § 5 Abs. 6 der Satzung noch über ein genehmigtes Ka- pital in Höhe von EUR 915.427 (Genehmigtes Kapital 2019/I). Bedingtes Kapital Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung der SFC AG vom 19. Mai 2020 wurde dem Vorstand die Ermächtigung erteilt, mit der Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 1.300.000,00 zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2020/I). Das Be- dingte Kapital 2020/I dient ausschließlich der Gewährung neuer Stückaktien an die Inhaber von Optionsrechten, die gemäß Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 19. Mai 2020 unter Tagesordnungspunkt 7 lit. a) durch die Gesellschaft ausgegeben werden können. Die SFC AG verfügt des Weiteren über weiteres Bedingtes Kapital in Höhe von EUR 2.824.503 (Bedingtes Kapital 2019/I) in Höhe von EUR 295.300 (Bedingtes Kapital 2016/I) und in Höhe von EUR 278.736 (Bedingtes Kapital 2011/I) für die Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel und/oder Optionsschuldverschreibun- gen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser In- strumente). Im Hinblick auf das bedingte Kapital 2019/I ist der Vorstand verpflichtet gemäß einer auf der Website der Gesellschaft im Bereich „Investor Relations“ veröffentlichten Selbstbeschrän- kungserklärung vom 21. April 2022, von der in der Hauptversammlung vom 14. Juni 2016 unter Tagesordnungspunkt 7 b) beschlossenen Ermächtigung und der in der Hauptversammlung vom 16. Mai 2019 unter Tagesordnungspunkt 7 b) beschlossenen Ermächtigung sowie von § 5 Abs. 7 der Satzung der SFC Energy AG nur insoweit Gebrauch zu machen als sei das Grund- kapital um bis zu EUR 1.593.949 durch Ausgabe von bis zu 1.593.949 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 bedingt erhöht. Genehmigung zum Erwerb eigener Aktien Auf Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Mai 2019 ist der Vorstand ermächtigt, bis zum 15. Mai 2024 eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Von dieser Ermächtigung wurde bis zum Bilanzstichtag kein Gebrauch gemacht. Sonstige ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderung SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 71 KONZERNANHANG Die sonstige ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderung bezieht sich auf erfolgsneutrale Ände- rungen aus der Währungsumrechnung von ausländischen Tochtergesellschaften. 4. Sonstige Angaben (28) Eventualverbindlichkeiten Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen be- ruhen und deren Existenz erst durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünf- tiger Ereignisse bestätigt wird, die jedoch außerhalb des Einflussbereichs der SFC liegen. Fer- ner stellen gegenwärtige Verpflichtungen dann Eventualverbindlichkeiten dar, wenn eine In- anspruchnahme hieraus nicht wahrscheinlich ist und/oder die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Zum Bilanzstichtag waren, ebenso wie bereits im Vorjahr, keine Eventualverbindlichkeiten anzusetzen. (29) Sonstige finanzielle Verpflichtungen Bestellobligo Im Konzern bestehen zum Abschlussstichtag Einkaufsverpflichtungen von EUR 34.329.279 (Vorjahr: EUR 30.239.484). Diese betreffen vor allem Rahmenbestellungen für Roh , Hilfs und Betriebsstoffe. Haftungsverhältnisse Es bestehen zum Bilanzstichtag keine Haftungsverhältnisse. (30) Finanzinstrumente In der nachfolgenden Übersicht sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt: 72 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Die Buchwerte der im Abschluss zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten entsprechen insbesondere aufgrundihrer Kurzfristigkeit weitgehend den beizulegenden Zeitwerten. BUCHWERTE LAUT KONZERNBILANZ in EUR 31.12.2022 31.12.2021 Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18.110.324 17.608.015 Sonstige Vermögenswerte und Forderungen – kurzfristig 412.968 325.872 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 64.802.825 24.622.648 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit Verfügungsbe- 384.927 384.927 schränkung Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Schulden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.054.845 2.734.888 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.045.990 7.641.959 Leasingverbindlichkeiten 10.561.072 6.750.663 Sonstige Verbindlichkeiten – kurzfristig 299.463 185.725 Finanzielle Vermögenswerte und Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wer- den, sind den folgenden drei Hierarchiestufen zuzuordnen: Dem Level 1 sind finanzielle Ver- mögenswerte und Schulden zuzuordnen, sofern ein Börsenpreis für gleiche Vermögenswerte und Schulden auf einem aktiven Markt vorliegt. Die Zuordnung auf Level 2 erfolgt, sofern die Parameter, die der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes zugrunde gelegt werden, entwe- der direkt als Preise oder indirekt aus Preisen abgeleitet beobachtbar sind. Finanzielle Vermö- genswerte und Verbindlichkeiten werden im Level 3 ausgewiesen, sofern der beizulegende Zeitwert aus nicht beobachtbaren Parametern ermittelt wird. Im Berichtsjahr bestehen, ebensowie bereits zum Vorjahresabschlussstichtag, keine finanziellen Verbindlichkeiten und finanziellen Vermögenswerte, die auf einer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert des Levels 3 beruhen. Die Zuordnung zu den Fair-Value Leveln stellt sich hiernach wie folgt dar: SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 73 KONZERNANHANG FAIR VALUE-LEVEL in EUR 31.12.2022 Level 1 Level 2 Summe Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögens- werte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 18.110.324 18.110.324 Sonstige Vermögenswerte und Forderungen – kurzfristig 0 412.968 412.968 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 64.802.825 64.802.825 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit Verfü- 0 384.927 384.927 gungsbeschränkung Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Schulden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 4.054.845 4.054.845 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 9.045.990 9.045.990 Leasingverbindlichkeiten 0 10.561.072 10.561.072 Sonstige Verbindlichkeiten - kurzfristig 0 299.463 299.463 Die Aufwendungen und Erträge der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar: 74 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE FINANZINSTRUMENTE in EUR 2022 2021 Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Ertrag aus der Auflösung von Wertberichtigungen 2.255 5.795 Aufwand aus Wertberichtigungen -424.042 -36.655 Ertrag aus Währungsumrechnung 1.244.250 411.484 Aufwand aus Währungsumrechnung -1.199.190 -21.490 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zinsertrag 5 5 Nettoergebnis der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögens- -376.704 359.139 werte Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Schulden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Zinsaufwand -219.603 -186.242 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Ertrag aus Währungsumrechnung 83.544 3.030 Aufwand aus Währungsumrechnung -206.619 -26.165 Leasingverbindlichkeiten Zinsaufwand -444.509 -213.208 Nettoergebnis der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Schulden -787.187 -422.585 Kapitalmanagement SFC sieht ein starkes Finanzprofil des Konzerns als Grundvoraussetzung für weiteres Wachs- tum. Die strategische Ausrichtung von SFC und speziell die gewählte expansive Strategie er- fordern weitere Investitionen, die zur Sicherstellung zukünftigen Geschäftserfolgs finanziert werden müssen - speziell in den Bereichen Produktentwicklung, Erschließung weiterer Markt- segmente und neuer Regionen und Ausbau bestehender Marktsegmente. Die dem Unterneh- men im Rahmen der im Juli 2019, im November 2020 und Juli 2022 durchgeführten Kapitaler- höhungen und der Ausübung der Optionsanleihe im Januar 2020 zugeflossenen Mittel wurden für diese Investitionen eingeworben. Bis zur Verwendung im Rahmen der Wachstumsstrategie werden Liquiditätsüberschüsse in Finanztitel mit geringem Risiko (z.B. Tages- und Festgelder) bei verschiedenen Banken angelegt. Das Kapitalmanagement des Konzerns bezieht sich auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmit- teläquivalente (siehe Erläuterung (17)), SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 75 KONZERNANHANG das Eigenkapital (siehe Erläuterung (27)) und die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten(siehe Erläuterung (22)). Die folgende Darstellung zeigt Eigenkapital und Bilanzsumme zu den jeweiligen Stichtagen: EIGENKAPITALQUOTE DES KONZERNS in EUR 31.12.2022 31.12.2021 Eigenkapital 103.437.118 50.018.854 als% vom Gesamtkapital 70,3% 57,3% Langfristige Schulden 17.142.494 16.348.354 Kurzfristige Schulden 26.591.389 20.998.034 Fremdkapital 43.733.883 37.346.388 als% vom Gesamtkapital 29,7% 42,7% Gesamtkapital 147.171.001 87.365.242 Die Kapitalstruktur von SFC hat sich im Berichtsjahr wesentlich verändert. Aufgrund der Kapi- talerhöhung sowie des positiven Konzernperiodenergebnisses stieg die Eigenkapitalquote auf 70,3% (Vorjahr: 57,3%). Im Vorjahr sank die Eigenkapitalquote aufgrund des negativen Kon- zernperiodenergebnisses. Bereinigtes Betriebsergebnis Für die interne Steuerung verwendet die Gesellschaft unter anderem das so- genannte „bereinigte Betriebsergebnis“. Die nachstehende Tabelle zeigt die Überleitung des in der Konzern Gewinn und Verlustrechnung ausgewiesenen Betriebsergebnisses (EBIT) auf das bereinigte Betriebsergebnis: 76 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG ÜBERLEITUNG AUF DAS BEREINIGTE BETRIEBSERGEBNIS in EUR 2022 2021 Betriebsergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) 3.599.404 -5.105.298 Unter Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen: Aufwendungen für LTI-Programm 11.115 202.282 Unter Vertriebskosten ausgewiesen: Aufwendungen für LTI-Programme 253.819 4.293.660 Unter allgemeine Verwaltungskosten ausgewiesen: Aufwendungen für LTI-Programme 399.753 2.696.969 Mit Akquisitionsbemühungen verbundene Kosten 42.288 320.820 Unter sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen: Ertrag aus der Auflösung von SAR Verbindlichkeiten -1.149.442 -483.650 Bereinigtes Betriebsergebnis 3.156.937 1.924.781 In Verbindung mit Finanzinstrumenten können finanzwirtschaftliche Risiken, wie z.B. Markt , Ausfall oder Liquiditätsrisiken auftreten, die nachfolgend erläutert werden. Risiken und Sicherungspolitik Durch die internationalen Aktivitäten von SFC wirken sich Änderungen der Währungskurse, Rohstoffpreise sowie Zinsen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns aus. Ferner bestehen Ausfall- und Liquiditäts-risiken, die im Zusammenhang mit den Marktpreis- risiken stehen oder mit einer Verschlechterung des operativen Geschäfts beziehungsweise mit Störungen an den Finanzmärkten einhergehen. Generell bestehen nach wie vor Risiken in steigenden Rohstoff und Energiekosten, die sich belastend auf die Produktmargen auswirken können. Bei einer Volatilität des Platinpreises von 5 % beträgt die Auswirkung auf den Aufwand rund EUR 33.000 p. a. Ausfallrisiko Ausfallrisiken resultierten hauptsächlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leis- tungen. Das Risiko besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners, was durch die Kundenstruktur mit verschiedenen Großkunden geprägt ist. Um dem Ausfallrisiko vorzubeu- gen, werden Bonitätsprüfungen in Form von Anfragen bei Kreditauskunfteien für ausgewählte Kunden durchgeführt und regelmäßig Statusberichte mit Frühwarnfunktion abgefragt. Neu- kunden werden in der Regel nur gegen Vorauskasse beliefert. Zudem werden wöchentlich im Rahmen des Forderungsmanagements alle überfälligen Forderungen besprochen und Maß- SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 77 KONZERNANHANG nahmen mit den verantwortlichen Vertriebsmitarbeitern eingeleitet. FürdieTochterunterneh- men SFC B.V. und SFC Ltd. erfolgt die Vorbeugung hinsichtlich des Ausfallrisikos in der Weise, dass auf Grund des überschaubaren Kundenkreises bzw. Forderungsausfalls überfälligen For- derungen zunächst durch Buchhaltungsmitarbeitern nachgegangen wird und sodann durch den verantwortlichen Vertriebsmitarbeiter mit dem Kunden diskutiert wird. Die in der Bilanz ausgewiesenen Beträge verstehen sich abzüglich der Wertberichtigung für voraussichtlich uneinbringliche Forderungen, die seitens des Managements auf der Grundlage des „expected credit loss Modells“ und des derzeitigen wirtschaftlichen Umfeldes geschätzt wurde. Einzelwertberichtigungen werden vorgenommen, sobald eine Indikation besteht, dass Forderungen uneinbringlich sind. Die Indikationen beruhen auf intensiven Kontakten im Rah- men des Forderungsmanagements. Die erwarteten Verluste werden basierend auf dem histo- rischen Zahlungsverhalten von Kunden ermittelt. Zu jedem Bilanzstichtag wird der erwartete Verlust über die Restlaufzeit als Prozentsatz in Abhängigkeit von der Dauer der Überfälligkeit bestimmt. Der Konzern betrachtet einen finanziellen Vermögenswert als ausgefallen, wenn es unwahr- scheinlich ist, dass der Schuldner seine Kreditverpflichtung vollständig an den Konzern zahlen kann, ohne dass der Konzern auf Maßnahmen wie die Verwertung von Sicherheiten (falls wel- che vorhanden sind) zurückgreifen muss. Der maximale Ausfallbetrag entspricht dem Netto- buchwert der Forderungen. In der Berichtsperiode, wie auch imVorjahr, wurden keine Sicher- heiten aus ausgefallenen Forderungen erworben und angesetzt. Die Forderungen aus Produkt- verkäufen sind für SFC durch Eigentumsvorbehalte besichert. Indikatoren dafür, dass ein finanzieller Vermögenswert in der Bonität beeinträchtig ist, umfas- sen die folgenden beobachtbaren Daten: signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Kunden ein Vertragsbruch, wie beispielsweise Ausfall oder eine Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen Restrukturierung eines Darlehens oder Kredits durch den Konzern, die er an- dernfalls nicht in Betracht ziehen würde es ist wahrscheinlich, dass der Kunde in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungs- verfahren geht, oder 78 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG durch finanzielle Schwierigkeiten bedingtes Verschwinden eines aktiven Mark- tes für ein Wertpapier. Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 18.110.324 (Vorjahr: EUR 17.608.015) entfallen auf die 5 größten Kunden EUR 2.045.723, EUR 2.031.076, EUR 1.213.492, EUR 945.977 bzw. EUR 801.549, in Summe EUR 7.037.817 (Vorjahr:EUR 2.361.749, EUR 1.692.049, EUR 823.346, EUR 821.637 bzw. EUR 743.076, in Summe EUR 6.441.857). Darüber hinaus bestehen keine wesentlichen Risiko- konzentrationen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: ENTWICKLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN in EUR UND LEISTUNGEN 2022 2021 Stand zum 1. Januar 1.082.938 1.061.156 Zuführung 424.024 36.655 Inanspruchnahme 0 – 9.078 Auflösung -2.255 – 5.795 Stand zum 31. Dezember 1.504.707 1.082.938 Die erwarteten Kreditverluste gliedern sich wie folgt auf: AUFGLIEDERUNG DER ERWARTETEN KREDITVERLUSTE AUF FORDERUNGEN in EUR AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 2022 2021 Stand zum 1. Januar 1.082.938 1.061.156 Erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit (kollektiv bewer- 302.124 230.229 tet) In der Bonität beeinträchtigte finanzielle Vermögenswerte (erwar- 1.202.583 852.709 tete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit) Stand zum 31. Dezember 1.504.707 1.082.938 Die Laufzeitenbänder der überfälligen, aber bisher nicht wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 9.602.299 (Vorjahr: EUR 7.018.065) sind aus der folgenden Tabelle ersichtlich: SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 79 KONZERNANHANG FORDERUNGSBESTAND in EUR 2022 2021 Weder überfällig, noch wertberichtigt 8.513.413 10.589.950 Überfällig, nicht wertberichtigt bis zu einem Monat überfällig 4.909.289 2.879.585 ein bis drei Monate überfällig 2.225.271 1.170.646 drei bis sechs Monateüberfällig 100.725 199.949 über sechs Monate überfällig 2.361.625 2.767.885 Forderungsbestand laut Bilanz 18.110.324 17.608.015 Die ausstehenden Forderungen, die weder überfällig noch wertberichtigt wurden, sind auf- grund der vorliegenden Kundenstruktur von hoher Bonität. Zum Bilanzstichtag lagen keine Anhaltspunkte vor, dass bezüglich dieser Forderungen Zahlungsausfälle zu erwarten sind. Die erwartete Verlustrate je Laufzeitband gliedert sich wie folgt: VERLUSTRATE in EUR 31.12.2022 Überfällig weni- Überfällig Überfällig mehr Nicht überfällig ger als 30 Tage 30 bis 90 Tage als 90 Tage Summe Erwartete Verlustrate (in %) 1% 2% 3% 34% Forderungen aus Lieferungen und Leis- tungen (brutto) 8.587.940 5.107.638 2.291.200 3.781.253 19.615.031 Wertberichtigung auf zweifelhafte Forde- rungen 74.527 108.349 65.929 1.255.902 1.504.707 31.12.2021 Überfällig weni- Überfällig Überfällig mehr Nicht überfällig ger als 30 Tage 30 bis 90 Tage als 90 Tage Summe Erwartete Verlustrate (in %) 1% 2% 4% 23% Forderungen aus Lieferungen und Leis- tungen (brutto) 10.646.594 2.951.306 1.215.789 3.877.264 18.690.953 Wertberichtigung auf zweifelhafte Forde- rungen 56.644 71.721 45.143 909.430 1.082.938 Für die weiteren finanziellen Vermögenswerte, welche im Wesentlichen Forderungen aus Zu- schüssen enthalten, wurden keine Wertberichtigungen vorgenommen. Zum Bilanzstichtag be- stehen diesbezüglich keine überfälligen Ansprüche. Ferner bestehen Ausfallrisiken bei den liquiden Mitteln. Die liquiden Mittel umfassen im We- sentlichen kurzfristige Fest und Tagesgelder und sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstitu- ten. Im Zusammenhang mit der Anlage von liquiden Mitteln ist SFC Verlusten aus Kreditrisiken ausgesetzt, sofern Finanzinstitute ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Zur Minimierung dieses 80 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Risikos werden die Finanzinstitute, bei denen Anlagen getätigt werden, sorgfältig ausgewählt und die Anlagen auf mehrere Banken verteilt. Darüber hinaus werden nur kurzfristige Festgel- der vereinbart, die durch die Einlagensicherung der Finanzinstitute abgedeckt sind. Die maxi male Risikoposition entspricht dem Buchwert der liquiden Mittel zum Bilanzstichtag. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass SFC Zahlungsverpflichtungen nicht in ausreichendem Maß nachkommen kann. Diesem Risiko wurde durch die Kapitalerhöhungen im Juli 2019, im November 2020 und im Juli 2022 sowie die Ausübung der Optionsanleihe im Januar 2020 sowie alle vorherigen kapitalerhöhenden Maßnahmen begegnet. Die Liquidi- tätsreserven sind aufgrund wesentlicher Mittelzuflüsse aus Finanzierungstätigkeit bedingt durch die Kapitalerhöhung im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr stark ge- stiegen. In letzter Instanz liegt die Verantwortung für das Liquiditätsrisikomanagement beim Vorstand, der ein angemessenes Konzept zur Steuerung der kurz , mittel und langfristigen Finanzie- rungs und Liquiditätsanforderungen aufgebaut hat. Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken durch das Halten von Rücklagen sowie durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Zahlungsströme und die Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Ver- mögenswerten und Verbindlichkeiten. SFC entstehen aus den finanziellen Verbindlichkeiten vertragliche Liquiditätsabflüsse, die im untenstehenden Schema mit ihren frühestmöglichen Zeitpunkten dargestellt sind. Analog hierzu sind die Zahlungsmittelzuflüsse aus Finanzinstrumenten der kurz und langfristigen Ver- mögenswerte dargestellt. Der verbleibende Netto Liquiditätsabfluss wird durch die bestehen- den liquiden Mittel gedeckt. SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 81 KONZERNANHANG FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN in EUR 2022 2021 Summe 1 Jahr 1 – 5 >5 Jahre Summe 1 Jahr 1 – 5 >5 Jahre Jahre Jahre Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -4.054.845 -4.054.845 0 0 – 2.734.888 –2.734.888 0 0 Verbindlichkeiten ausLiefe- rungenund Leistungen -9.045.990 -9.045.990 0 0 – 7.641.959 –7.641.959 0 0 Leasingverbindlich- keiten -10.561.072 -2.009.259 -6.164.025 -2.387.788 – 6.750.663 –1.859.824 –4.467.840 –422.999 Sonstigefinanzielle Verbind- lichkeiten -299.463 -299.463 0 0 – 185.725 –185.725 0 0 Liquiditätsabfluss -23.961.370 -15.409.557 -6.164.025 -2.387.788 – 17.313.235 – 12.422.396 – 4.467.840 – 422.999 Nicht derivative finanzielle Vermögenswerte Liquide Mittel 65.187.752 65.187.752 0 0 25.007.575 25.007.575 0 0 Forderungenaus Liefe- rungen und Leistungen 18.110.324 18.110.324 0 0 17.608.015 17.608.015 0 0 Sonstigefinanzielle Vermö- genswerte 412.968 412.968 0 0 325.872 325.872 0 0 Liquiditätszufluss 83.711.044 83.711.044 0 0 42.941.462 42.941.462 0 0 Nettoliquidität aus Finanzin- strumenten 59.749.674 68.301.487 -6.164.025 -2.387.788 25.628.227 30.519.066 – 4.467.840 – 422.999 Die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem im Vorjahr bestehenden Darlehen der SFC Ltd. wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr vollständig getilgt. Basierend auf dem Zinssatz von 5,95 %, der sich aus der Canadian Prime Lending Rate zuzüglich 3,5 % Marge ermittelt, ergaben sich im Vorjahr Zinszahlungen in Höhe EUR 245.416 von (Vorjahr: EUR 6.936). Die liquiden Mittel sind inkl. der Zahlungsmittel mit Verfügungsbeschränkung dargestellt. Zinsänderungsrisiko Das Zinsänderungsrisiko resultiert hauptsächlich aus der Fremdfinanzierung der Tochterge- sellschaften SFC Ltd. und SFC NL, denen variable Zinssätze zugrunde liegen sowie aus der kurz- fristigen Anlage von liquiden Mitteln. Ein um 50 Basispunkte erhöhtes oder vermindertes Zins- niveau hätte das Zinsergebnis um EUR 20.274 (Vorjahr: EUR 13.674) verbessert bzw. ver- schlechtert. Der Konzern unterliegt darüber hinaus keinen wesentlichen Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinslichen Instrumenten. 82 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Auf die Ziele und Maßnahmen zum Risikomanagement wird ergänzend auf den Risikoberichtdes Konzernlageberichts verwiesen. Die Risikomessung erfolgt im Zuge der rollierenden unterjährigen Jahresendvorschau. Währungsrisiko SFC erzielt aufgrund des Geschäftsvolumens von SFC Ltd. einen wesentlichen Teil seines Kon- zernumsatzes in kanadischen Dollar, dem Aufwendungen bzw. Ausgaben in derselben Wäh- rung gegenüberstehen. Ferner erzielen SFC AG und SFC Ltd. in Nordamerika Umsatzerlöse in US Dollar. Zudem kauft SFC Ltd. einige Produkte in US Dollar ein. Im Berichtsjahr wurden keine Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Aus der Währungsumrechnung der Aktiva und Schulden der SFC Ltd. zum 31. Dezember 2022 hätte sich bei einer Kursschwankung von – 5 % ein Effekt von EUR -897.956 (Vorjahr: EUR - 879.336) und bei einer Kursschwankung von + 5 % ein Effekt von EUR 897.956 (Vorjahr: EUR 879.336) ergeben, der sich im Eigenkapital des Konzerns niedergeschlagen hätte. Aus der Umrechnung der rumänischen Tochtergesellschaft bzw. den Transaktionen in RON ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen. Die Bewertung der Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten der SFC AG, SFC B.V. und SFC Ltd. zum 31. Dezember 2022 hätte bei einer Kursschwankung von -5 % zu einem um EUR -98.195 (Vorjahr: EUR -108.836) und bei einer Kursschwankung um +5 % zu einem um EUR 98.195 (Vorjahr: EUR 108.836) veränderten Fremdwährungsergebnis geführt. Ziel des Fremdwährungsmanagements ist die Minimierung von Währungsverlusten im Ver- gleich zu den Budget annahmen. Zu diesem Zweck wird auf Basis der tatsächlichen und ge- planten Fremdwährungspositionen eine offene Fremdwährungsposition berechnet und im Rahmen der rollierenden Jahresendvorschau angepasst. Bei Bestehen größerer offener Posi- tionen wird der offene Saldo größtenteils über Devisentermingeschäfte abgesichert, sofern sich aus der Prognose und den Markterwartungen signifikante Abweichungen zu den budge- tierten Annahmen ergeben. Zum Bilanzstichtag bestehen ebenso wie im Vorjahr keineoffenen Devisentermingeschäfte. Insofern besteht für den nicht abgesicherten Teil der Umsätzeein Fremdwährungsrisiko. (31) Anteilsbasierte Vergütung/ Stock Appreciation Rights Programm SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 83 KONZERNANHANG Im Zuge der Vorstandsverträge wurde zwischen der Gesellschaft und den Vorständen ein Ver- trag zum Abschluss eines Stock Appreciation Rights Programm (SARs Programm) geschlossen. Ziel des Programms ist eine vorrangig an den Interessen der Aktionäre ausgerichtete Ge- schäftspolitik, welche die langfristige Wertsteigerung der Beteiligung der Aktionäre fördert, zu unterstützen. Das Programm sieht eine variable Vergütung in Form von sogenannten Stock Appreciation Rights (SARs) vor. Ein SAR gewährt dem Inhaber das Recht auf eine wertgleiche Barzahlung in Höhe des gültigen Aktienkurses bei Ausübung abzüglich des Ausübungspreises. Die SARs kön- nen nach Ablauf der jeweiligen Wartefrist in einem Zeitraum von einem Jahr unter der Bedin- gung des Erreichens der Erfolgsziele und unter Beachtung der sogenannten Blackout-Perioden ausgeübt werden. Die Anzahl der ausübbaren SARs hängt dabei wesentlich vom durchschnitt- lichen Aktienkurs der SFC über einen Zeitraum von 30 Handelstagen vor Ablauf der jeweiligen Wartefrist ab (Referenzkurs). Im Zuge der Erfolgsziele muss der durchschnittliche Börsenkurs der Gesellschaft in den 30 Handelstage vor dem Ablauf der jeweiligen Wartefrist den durchschnittlichen Börsenkurs in den 30 Handelstage vor Ausgabe der SARs übersteigen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine weiteren SARs gewährt. Ein Teil der Ansprüche von Hans Pol wurde aufgrund der Tranche HP2 (Hans Pol Programm 2) im Berichtszeitraum ausgeübt. Die verbleibenden Ansprüche von Dr. Peter Podesser wurde aufgrund der Tranche PP2 (Peter Podesser Programm 2) im Berichtszeitraum ausgeübt. Im Geschäftsjahr 2021 wurden die Ansprüche von Markus Binder im ersten Halbjahr 2021 durch eine Barzahlung abgelöst. Des Weiteren wurde ein Teil der Ansprüche von Dr. Peter Podesser aufgrund der Tranche PP2 (Peter Podesser Programm 2) ausgeübt. Die Gewährung der SARs wurde nach IFRS 2.30 als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich klassifiziert und bewertet. Der beizulegende Zeitwert der SAR wird an jedem Bilanzstichtag unter Anwendung eines Monte-Carlo Modells und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die SAR gewährt wurden, neu bewertet. Die SARs haben sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt: 84 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG SARS ENTWICKLUNG 2022 - in EUR Tranche CB1/ Tranche PP2 Tranche HP3 Tranche DS1 BL1/FT1 Anzahl Stock Appreciation Rights (SARs) 360.000 180.000 228.000 47.500 Maximale Laufzeit (Jahre) 5 7 8 7 Zu Beginn der Berichtsperiode 2022 ausstehende SARs (01.01.2022) 146.667 125.000 228.000 40.500 In der Berichtsperiode 2022 0 gewährte SARs 0 0 0 0 verwirkte SARs 0 0 0 0 ausgeübte SARs 146.667 35.000 0 0 verfallene SARs 0 0 0 0 Am Ende der Berichtsperiode 2022 ausstehende SARs (31.12.2022) 0 90.000 228.000 40.500 Am Ende der Berichtsperiode 2022 ausübbare SARs (31.12.2022) 0 6.667 0 0 Im Vorjahreszeitraum haben sich die SARs wie folgt entwickelt: in EUR SARS ENTWICKLUNG 2021 - Tranchen CB1 / Tranche PP2 Tranche HP2 Tranche HP3 Tranche DS1 BL1 / FT1 Tranche MB 1 Anzahl Stock Appreciation Rights (SARs) 360.000 180.000 180.000 228.000 47.250 180.000 Maximale Laufzeit (Jahre) 5 7 7 8 7 7 Zu Beginn der Berichtsperiode 2021 ausste- 220.000 20.000 125.000 228.000 47.250 55.000 hende SARs (01.01.2021) In der Berichtsperiode 2021 gewährte SARs 0 0 0 0 47.250 0 verwirkte SARs 0 0 0 0 6.750 0 ausgeübte SARs 73.333 20.000 0 0 0 55.000 verfallene SARs 0 0 0 0 0 0 Am Ende der Berichtsperiode 2021 146.667 0 125.000 228.000 40.500 0 ausstehende SARs (31.12.2021) Am Ende der Berichtsperiode 2021 73.333 0 0 0 0 0 ausübbare SARs (31.12.2021) 1 Die Tranche PP3 wurde im Geschäftsjahr 2020 durch ein Aktienoptionsprogramm Tranche PP1 (Peter Podesser Aktienoptionsprogramm 1) abgelöst. Im Rahmen der Bewertung zum 31.12.2022 wurden folgende Parameter berücksichtigt: SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 85 KONZERNANHANG 2022 in EUR Tranchen CB1 / BL1 / Tranche HP3 Tranche DS1 FT1 31.12.2022 31.12.2022 31.12.2022 Bewertungszeitpunkt Restlaufzeit (in Jahren) 2,5 5,5 4 Volatilität 52,69% 52,82% 55,51% Risikoloser Zinssatz 2,57% 2,47% 2,50% Erwartete Dividendenrendite 0,00% 0,00% 0,00% Ausübungspreis EUR 1,00 EUR 1,00 EUR 1,00 Aktienkurs der SFC Aktie zum Bewertungszeitpunkt EUR 25,10 EUR 25,10 EUR 25,10 Im Rahmen der Bewertung zum Vorjahr (31.12.2021) wurden folgende Parameter zugrunde gelegt: 2021 in EUR Tranchen CB1/ Tranche PP2 Tranche HP3 Tranche DS1 BL1/ FT1 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2021 Bewertungszeitpunkt Restlaufzeit (in Jahren) 2,25 3,5 6,50 5,00 Volatilität 56,33% 54,73% 68,15% 69,51% Risikoloser Zinssatz -0,70% -0,67% -0,44% -0,46% Erwartete Dividendenrendite 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% Ausübungspreis EUR 1,00 EUR 1,00 EUR 1,00 EUR 1,00 EUR 28,40 EUR 28,40 EUR 28,40 EUR 28,40 Aktienkurs der SFC Aktie zum Bewertungszeitpunkt Als Laufzeit wurde der Zeitraum vom Bewertungsstichtag bis zum Vertragsende der jeweiligen Vereinbarung herangezogen. Der Aktienkurs wurde über Refinitiv aus dem Schlusskurs des XETRA-Handels zum 31. Dezember 2022 ermittelt. Die Volatilität wurde als laufzeitadäquate historische Volatilität der SFC Aktie über die jeweilige Restlaufzeit ermittelt. Der berücksich- tigten erwarteten Volatilität liegt die Annahme zugrunde, dass von historischer Volatilität auf künftige Trends geschlossen werden kann, so dass die tatsächlich eintretende Volatilität von den getroffenen Annahmen abweichen kann. Als risikoloser Zinssatz wurde die Rendite deut- scher Staatsanleihen zugrunde gelegt. Die erwartete Dividendenrendite beruht auf Marktein- schätzungen für die Höhe der erwarteten Dividende der SFC Aktie in den Jahren 2022 und 2023. Zum 31. Dezember 2022 ist im Rahmen des SARs Programms eine Schuld in Höhe von EUR 4.046.886 (davon EUR 4.046.886 langfristig) unter den sonstigen Verbindlichkeiten passi- 86 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG viert (31. Dezember 2021: EUR 8.870.407; davon EUR 7.210.198 langfristig). Der Periodenauf- wand für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022 beträgt EUR -796.683 (Vorjahreszeit- raum EUR 6.674.701). Aktienoptionsplan Im Zuge der Vorstandsverträge wurden zwischen der Gesellschaft und Herrn Dr. Peter Podes- ser sowie Herrn Hans Pol ein Vertrag zum Abschluss eines Aktienoptionsprogramms (AOP) geschlossen. Weiterhin wurden Verträge für zwei weiteren Führungskräfte abgeschlossen. Ei- ner dieser Verträge wurde im Berichtsjahr aufgelöst. Ziel dieses Programms ist es eine vorran- gig an den Interessen der Aktionäre ausgerichtete Geschäftspolitik, welche die langfristige Wertsteigerung der Beteiligung der Aktionäre fördert, zu unterstützen. Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte die Gewährung gegenüber Herrn Hans Pol (Aktienoptionsprogramm 2) sowie gegen- über zwei weiteren Führungskräften. Die Tranche PP1 (Peter Podesser Aktienoptionsprogramm 1) sieht eine variable Vergütung in Form von sogenannten Aktienoptionen vor. Eine Aktienoption berechtigt den Inhaber zum Bezug einer auf den Inhaber lautenden Stammaktie der Gesellschaft ohne Nennbetrag (Stück- aktie) bei gleichzeitiger Bezahlung des Ausübungspreises durch den Optionsinhaber. Die Akti- enoptionen können nach Ablauf der jeweiligen Wartefrist in einem Zeitraum von einem Jahr unter Beachtung der sogenannten Blackout-Perioden ausgeübt werden. Die Anzahl der aus- übbaren Aktienoptionen hängt dabei wesentlich vom durchschnittlichen Aktienkurs der SFC über einen Zeitraum von 30 Handelstagen vor Ablauf der jeweiligen Wartefrist ab (Referenz- kurs). Das Aktienoptionsprogramm 2 begann am 1. März 2021 und hat eine Laufzeit von maximal acht Jahren. Die Optionsrechte können nach Maßgabe der Optionsbedingungen innerhalb ei- nes Jahres nach Ablauf einer Wartezeit ausgeübt werden. Die Wartezeit beträgt vier bzw. sie- ben Jahre, jeweils beginnend am Ausgabetag der Tranche (beginnend am 1. März 2021). Der Ausübungspreis beträgt EUR 24,41. Jedes Optionsrecht berechtigt zum Bezug einer SFC Aktie. Gewährte Bezugsrechte können nur abhängig davon ausgeübt werden, dass ein von der Hauptversammlung näher definierter Börsenkurs der SFC Aktie zu bestimmten Zeitpunkten während der vierjährigen Wartezeit ein bestimmtes Kursziel erreicht hat und Bezugsrechte deswegen nicht (ganz oder teilweise) verfallen sind. Die Ausübung von Aktienoptionen ist in SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 87 KONZERNANHANG Bezug auf jede Teil-Tranche ferner davon abhängig, dass ein von der Hauptversammlung nä- her definierter durchschnittlicher Börsenkurs der SFC Aktie zum Ausübungszeitpunkt von der Hauptversammlung festgelegte Schwellenwerte erreicht oder übersteigt. Das Aktienoptionsprogramm stellt sicher, dass nach Ablauf der Wartezeit eine Ausübung von Optionsrechten für den jeweiligen Ziehungszeitraum nur möglich ist, soweit die Summe aus der Anzahl der ausgeübten Optionsrechte multipliziert mit dem Schlusskurs am Ausübungstag dieser Optionsrechte abzüglich des Ausübungspreises und der Anzahl der auszuübenden Op- tionsrechte multipliziert mit dem Schlusskurs am Handelstag vor dem intendierten Tag der Ausübung der Optionsrechte abzüglich des Ausübungspreises einen Betrag von EUR 1 Mio. nicht überschreitet (Cap). Im letzten Berichtszeitraum erfolgte die Gewährung weiterer Aktienoptionsprogramme ge- genüber Führungskräften (SA1 bzw. Aktienoptionsprogramm 3, MC1 bzw. Aktienoptionspro- gramm 4), von denen im Berichtsjahr das Aktienoptionsprogramm SA1 aufgelöst wurde. Das Aktienoptionsprogramm 4 beginnt am 1. Januar 2021 und hat eine Laufzeit von maximal sieben Jahren. Die Optionsrechte können nach Maßgabe der Optionsbedingungen innerhalb eines Jahres nach Ablauf einer Wartezeit ausgeübt werden. Die Wartezeit beträgt vier bzw. sechs Jahre, jeweils beginnend am Ausgabetag der Tranche (beginnend am 1. Januar 2021). Der Ausübungspreis beträgt EUR 15,50. Jedes Optionsrecht berechtigt zum Bezug einer SFC AG-Aktie. Gewährte Bezugsrechte können nur abhängig davon ausgeübt werden, dass ein von der Hauptversammlung näher definierter Börsenkurs der SFC Aktie zu bestimmten Zeitpunk- ten während der vierjährigen Wartezeit ein bestimmtes Kursziel erreicht hat und Bezugs- rechte deswegen nicht (ganz oder teilweise) verfallen sind. Die Ausübung von Aktienoptionen ist in Bezug auf jede Teil-Tranche ferner davon abhängig, dass ein von der Hauptversammlung näher definierter durchschnittlicher Börsenkurs der SFC Aktie zum Ausübungszeitpunkt von der Hauptversammlung festgelegte Schwellenwerte erreicht oder übersteigt. Die Gewährung der Aktienoptionen wurde nach IFRS 2.10 als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert und bewertet. Der beizulegende Zeit- wert der Aktienoptionen wird einmalig unter Anwendung eines Monte-Carlo-Modells und un- ter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die Aktienoptionen gewährt wurden, bewer- tet. 88 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG AKTIENOPTIONEN 2022 in EUR Tranche Tranche Tranche PP1 HP4 MC1 Anzahl Aktienoptionen 504.000 500.000 22.800 Maximale Laufzeit (Jahre) 8,00 8,00 7,00 Zu Beginn der Berichtsperiode 2022 ausstehende Aktienoptionen 504.000 0 0 (01.01.2022) In der Berichtsperiode 2022 gewährte Aktienoptionen 0 500.000 22.800 verwirkte Aktienoptionen 0 0 0 ausgeübte Aktienoptionen 0 0 0 verfallene Aktienoptionen 0 0 0 Am Ende der Berichtsperiode ausstehende Aktienoptionen (31.12.2022) 504.000 500.000 22.800 Am Ende der Berichtsperiode ausübbare Aktienoptionen (31.12.2022) 0 0 0 Im Geschäftsjahr 2021 haben sich die Aktienoptionen wie folgt entwickelt: AKTIENOPTIONEN 2021 in EUR Tranche Tranche Tranche Tranche PP1 HP4 SA1 MC1 Anzahl Aktienoptionen 504.000 500.000 22.800 22.800 Maximale Laufzeit (Jahre) 8,00 8,00 7,00 7,00 Zu Beginn der Berichtsperiode 2021 ausstehende Aktienoptio- nen (01.01.2021) 504.000 0 0 0 In der Berichtsperiode 2021 gewährte Aktienoptionen 0 500.000 22.800 22.800 verwirkte Aktienoptionen 0 0 0 0 ausgeübte Aktienoptionen 0 0 0 0 verfallene Aktienoptionen 0 0 0 0 Am Ende der Berichtsperiode 2021 ausstehende Aktienoptionen (31.12.2021) 504.000 500.000 22.800 22.800 Am Ende der Berichtsperiode 2021 ausübbare Aktienoptionen (31.12.2021) 0 0 0 0 Zum 31. Dezember 2022 ist im Rahmen des Aktienoptionsprogramms eine Kapitalrücklage in Höhe von EUR 1.386.377 bilanziert (31. Dezember 2021: EUR 1.074.449). Der Periodenauf- wand für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022 beträgt EUR 400.008 mit einem ge- genläufigen Effekt aus der Auflösung in Höhe von EUR 88.080 (Vorjahreszeitraum: EUR 518.209). Im Rahmen der Bewertung zum 31. Dezember 2022 wurden folgende Parameter berücksich- tigt: SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 89 KONZERNANHANG 2022 in EUR Tranche Tranche Tranche PP1 HP4 MC1 Bewertungszeitpunkt 04.09.20 01.03.21 01.02.21 Restlaufzeit (in Jahren) 5,53 6,17 5,00 Volatilität 45,18% 49,49% 50,34% Risikoloser Zinssatz -0,54% -0,47% -0,69% Erwartete Dividendenrendite 0,00% 0,00% 0,00% Ausübungspreis EUR 1,00 EUR 24,41 EUR 15,50 Aktienkurs der SFC Aktie zum Bewertungszeitpunkt EUR 10,00 EUR 28,50 EUR 22,75 Im Rahmen der Bewertung zum 31. Dezember 2021 wurden folgende Parameter zugrunde ge- legt: 2021 in EUR Tranche Tranche Tranche PP1 HP4 MC1 Bewertungszeitpunkt 04.09.20 01.03.21 01.02.21 Restlaufzeit (in Jahren) 6,53 7,17 6,00 Volatilität 45,18% 49,49% 50,34% Risikoloser Zinssatz -0,54% -0,47% -0,69% Erwartete Dividendenrendite 0,00% 0,00% 0,00% Ausübungspreis EUR 1,00 EUR 24,41 EUR 15,50 Aktienkurs der SFC Aktie zum Bewertungszeitpunkt EUR 10,00 EUR 28,50 EUR 22,75 (32) Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen Als nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 „Angaben über Beziehun- gen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“ gelten Unternehmen und Personen, wenn eine der Parteien direkt oder indirekt über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen oder einen maßgeblichen Einfluss auszuüben oder an der gemeinsamen Führung des Unternehmens beteiligt ist. Geschäftsvorfälle zwischen SFC und ihren Tochterunternehmen, die nahestehende Unterneh- men und Personen sind, wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangangabe nicht erläutert. Nahestehende Personen sind, als Personen in Schlüsselpositionen der SFC, die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates sowie deren nahe Familienangehörige. Vorstand und Auf- sichtsrat setzten sich in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 wie folgt zusammen: 90 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Mitglieder des Vorstandes Dr. Peter Podesser, Simbach am Inn, Deutschland, CEO (Vorstandsvorsitzender) Daniel Saxena, Thalwil, Schweiz, CFO Hans Pol, Ede, Niederlande, COO Mitglieder des Aufsichtsrates Hubertus Krossa, Wiesbaden, Tätigkeit in mehreren Aufsichtsräten (Vorsitzender) Gerhard Schempp, Kaltental, Unternehmensberater Sunaina Sinha, London (Großbritannien), Unternehmensberaterin (seit dem 20.05.2021) Henning Gebhardt, Bad Homburg, Fondsmanager (seit dem 20.05.2021) Tim van Delden, Düsseldorf, Fondsmanager (Vorsitzender bis zum 19.05.2021) Unternehmen, die von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen, oder von nahenFamilienangehörigen dieser Personen, direkt oder indirekt beherrscht werden oder unter deren maßgeblichem Einfluss stehen, sind ebenfalls gemäß IAS 24 „Angaben über Bezie-hungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen als nahe stehend zu klassifizieren. Die Gesamtvergütungen der Personen in Schlüsselpositionen sind im Folgenden dargestellt: VERGÜTUNG in EUR 2022 2021 Fixer Anteil Variabler An- Fixer Anteil Variabler Anteil teil Vorstand 1.046.930 1.053.333 929.828 5.387.279 Aufsichtsrat 142.500 0 128.125 0 Summe 1.189.430 1.053.333 1.057.953 5.387.279 Zum Bilanzstichtag wurden Verbindlichkeiten gegenüber Personen in Schlüsselpositionen in Höhe von EUR 2.505.986 ausgewiesen (Vorjahr: EUR 5.547.970). Die Verbindlichkeiten teilen sich dabei wie folgt auf: Aufsichtsrat EUR 142.500 (Vorjahr: EUR 128.125) Vorstand EUR 2.363.486 (Vorjahr: EUR 5.419.845 ). Die Verbindlichkeiten für Vorstände umfassen die nachfolgend beschriebenen SARs Pro- gramme. Vereinbarung mit Vorständen SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 91 KONZERNANHANG Bei der SFC AG liegen derzeit folgende Vereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands vor, die teilweise unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes ste- hen: Peter Podesser wurden gemäß Vorstandsanstellungsvertrag am 1. April 2014 360.000 virtuelle Aktienoptionen (SARs) für das SARs Programm 2014 – 2016 mit einem Ausübungspreis pro virtueller Aktienoption von EUR 1,00 gewährt. Die SARs konnten in einem festgelegten Um- fang an drei definierten Stichtagen in den Jahren 2015, 2016 und 2017 in Abhängigkeit des Aktienkurses der SFC AG verfallen. Nach einer Wartezeit von vier bis sechs Jahren konnte bzw. kann je ein Drittel des nicht verfallenen Volumens zum definierten Referenzkurs bei Erreichen bestimmter Erfolgsziele ausgeübt werden. Im Falle eines Kontrollerwerbs an der SFC AG sind die SARs, die zum Zeitpunkt der Abgabe eines Übernahmeangebotes noch nicht verfallen wa- ren, gemäß festgelegten Bandbreiten in Abhängigkeit vom Referenzkurs auszuzahlen. Der Re- ferenzkurs entspricht dabei dem Angebotspreis im Sinne des § 31 Abs. 1 WpÜG. Der Vor- standsanstellungsvertrag von Herrn Peter Podesser wurde vom 1. April 2017 bis zum 31. März 2020 verlängert. Im Rahmen dessen wurden Peter Podesser am 14. Dezember 2016 weitere 360.000 SARs gewährt (SARs-Programm 2017 – 2020). Die Bedingungen des SARs Programm 2017 – 2020 entsprachen im Wesentlichen dem SARs Programm 2014 – 2016. Des Weiteren wurde der Vorstandsanstellungsvertrag von Peter Podesser vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2024 verlängert. Im Rahmen dessen wurden Peter Podesser am 15. Mai 2019 weitere 420.000 SARs gewährt (SARs-Programm 2020 – 2024). Die SARs können in einem festgelegten Umfang an vier definierten Stichtagen in den Jahren 2021, 2022, 2023 und 2024 in Abhängig- keit des Aktienkurses der SFC AG verfallen. Nach einer Wartezeit von vier bis sieben Jahren kann je ein Viertel des nicht verfallenen Volumens zum definierten Referenzkurs bei Erreichen bestimmter Erfolgsziele ausgeübt werden. Das SARs-Programm 2020 – 2024 wurde im Ge- schäftsjahr 2020 in ein physisches Aktienoptionsprogramm überführt, das im Wesentlichen die Bedingungen des entsprechenden SARs-Programms enthält. Hans Pol wurde mit Wirkung ab 1. Januar 2014 bis zum 30. Juni 2015 zum Vorstand bestellt. Sein Vorstandsanstellungsvertrag enthält eine entsprechende Vereinbarung zum SARs Pro- gramm 2014 – 2016 mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2018. Herrn Pol wurden am 1. Januar 2014 90.000 SARs gewährt. Am 24. März 2015 wurde der Vorstandsanstellungsvertrag von Hans Pol bis zum 30. Juni 2018 verlängert. Im Rahmen dessen wurden Hans Pol am 1. Juli 92 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG 2015 weitere 180.000 SARs gewährt (SARs-Programm 2015 – 2018). Am 27. März 2018 wurde der Vorstandsanstellungsvertrag von Hans Pol bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Im Rahmen dessen wurden Hans Pol am 1. Juli 2018 weitere 180.000 SARs gewährt (SARs-Programm 2018 – 2021). Daniel Saxena wurde mit Wirkung ab 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2024 zum Vorstand bestellt. Sein Vorstandsanstellungsvertrag enthält eine entsprechende Vereinbarung zum SARs-Pro- gramm 2020 – 2024 mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2027. Herrn Saxena wurden 228.000 SARs gewährt. Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine weiteren SARs bzw. Aktienoptionen an die Vorstände des Konzerns gewährt. Der variable Anteil beinhaltet unter anderem den Aufwand für den Stock Appreciation Rights Programm (SARs Programm) bzw. das Aktienoptionsprogramm für die Vorstände. VERGÜTUNG GESCHÄFTSJAHR in EUR fixe Vergütung kurzfristige erfolgs- ab- langfristige erfolgsabhän- Summe hängige Vergütung gige Vergütung 2022 2022 2022 2022 Dr. Peter Podesser 394.490 229.167 150.684 774.341 Hans Pol 277.966 156.250 171.315 605.531 Daniel Saxena 264.000 114.583 231.334 609.917 Summe 936.456 500.000 553.333 1.989.789 Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der SFC Energy AG als Mutterunternehmen und ihren Tochterunternehmen, die nahestehende Unternehmen sind, wurden im Zuge der Konsolidie- rung eliminiert und werden daher in dieser Erläuterung nicht dargestellt. (33) Ergebnis je Aktie Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des Konzernjahresergebnisses, das insgesamt den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist, durch die Anzahl der durch- schnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 stehen 17.363.691 Aktien (Vorjahr: 14.469.743 Aktien) aus. Die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Ak- tie basiert auf dem den Stammaktionären zurechenbaren Gewinn/Verlust und einem gewich- teten Durchschnitt der im Umlauf gewesenen Stammaktien nach Bereinigung um alle Verwäs- serungseffekte potenzieller Stammaktien. Das Ergebnis pro Aktie für den Berichtszeitraum be- trägt EUR 0,13 (Vorjahr: EUR -0,40 ) SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 93 KONZERNANHANG Der gewichtete Durchschnitt der Stammaktien zum 31. Dezember 2022 stellt sich wie folgt dar: DURCHSCHNITT DER STAMMAKTIEN in EUR 2022 2021 Zahl der Aktien, die sich am Anfang der Periode im Umlauf befanden 14.469.743 14.469.743 Auswirkung der im Geschäftsjahr ausgegebenen Aktien 17.363.691 0 Gewichteter Durchschnitt der Aktien zum 31. Dezember 15.678.205 14.469.743 Der gewichtete Durchschnitt der Aktien für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 16.091.968. Durch die bestehenden Aktienoptionsprogramme beträgt die Zahl der zum 31. Dezember 2022 potentiell verwässernden Stammaktien 413.763. Das unverwässerte sowie das verwässerte Ergebnis je Aktie ist auch der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zu entnehmen. (34) Angaben zur Konzern-Kapitalflussrechnung Die Konzern-Kapitalflussrechnung zeigt Herkunft und Verwendung der Zahlungsmittelströme. Entsprechend IAS 7 „Kapitalflussrechnung“ werden Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit so- wie aus Investitions- und aus Finanzierungstätigkeit unterschieden. Der in der Kapitalfluss- rechnung betrachtete Finanzmittelfonds entspricht der Bilanzposition Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (ohne Verfügungsbeschränkungen). Der Finanzmittelfonds setzt sich aus Kassenbeständen und Kontokorrentguthaben in Höhe von EUR 62.447.491 (Vorjahr: EUR 24.617.557) sowie Termin- und Tagesgeldern (ohne Verfügungsbeschränkungen) inHöhe von EUR 2.740.261 (Vorjahr: EUR 489.326) zusammen. Die Ertragssteuerzahlungen und -erstattungen betreffen im Wesentlichen Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag, die bei der Fälligkeit von Tages- und Festgeldern von Zinsgutschriften einbehalten wurden, sowie Ertragssteuerzahlungen für die kanadischen und rumänischen Tochtergesellschaften. Da vorhandene Liquiditätsüberschüsse der SFC in kurzfristige, risikoarme Finanztitel angelegt werden, werden die erhaltenen Zinsen dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit zugeordnet. Die Zinszahlungen werden im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit abgebildet. Die folgende Tabelle enthält eine Überleitung der Bewegungen der Schulden auf den Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten. 94 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG BEWEGUNGEN DER SCHULDEN 2022 in EUR Zahlungs- 31.12.2021 wirksam Zahlungsunwirksam 31.12.2022 Zuteilung Wechselkurs- Zugänge & Ab- Aktienoptions- änderung Zinsen gänge IFRS 16 programm Summe Verbindlichkeiten gegenüber Kre- ditinstituten -2.734.888 1.177.968 -11.938 153.927 0 0 -4.054.845 Leasingverbind- lichkeiten -6.750.663 -2.210.172 13.407 373.150 5.634.024 0 -10.561.072 Gezeichnetes Ka- pital und Kapital- rücklage -134.106.291 51.207.747 0 0 0 311.928 -185.625.965 Summe -143.591.842 50.175.543 1.469 527.077 5.634.024 311.928 -200.241.882 BEWEGUNGEN DER SCHULDEN 2021 in EUR Zahlungs-wirk- 31.12.2020 sam Zahlungsunwirksam 31.12.2021 Zuteilung Wechselkursän- Zugänge & Ab- Aktienoptions- derung Zinsen gänge IFRS 16 programm Summe Verbindlichkeiten gegenüber Kre- ditinstituten -4.549.400 -2.134.288 134.369 185.408 0 0 -2.734.888 Leasingverbind- lichkeiten -7.901.039 -1.912.084 214.683 213.208 333.816 0 -6.750.663 Gezeichnetes Ka- pital und Kapital- rücklage -133.588.082 0 0 0 0 518.209 -134.106.291 Summe -146.038.521 -4.046.372 349.052 398.616 333.816 518.209 -143.591.842 (35) Angaben zur Konzern-Segmentberichterstattung Im Rahmen der Konzern-Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8 „Operative Segmente“(siehe auch die vorangestellte Zahlendarstellung) erfolgt eine Aufgliederung der Segmente nach der internen Berichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat, welche als Basis für die Unternehmensplanung und die Ressourcenabbildung dient. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente entsprechen den beschriebenen Konzernbilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Für die Bemessung des Erfolgs der beiden Segmente Clean Energy und Clean Power Manage- ment sowie zur Steuerung des Konzerns verwendet der Vorstand als bedeutsame Leistungs- indikatoren Umsatzerlöse, Bruttoergebnis vom Umsatz, EBITDA bereinigt (bereinigtes Ergeb- nis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) und EBIT bereinigt (der um Sondereffekte berei- SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 95 KONZERNANHANG nigte Gewinn vor Zinsen und Steuern). Bezüglich der Überleitung auf das bereinigte EBIT/E- BITDA verweisen wir auf den Unterpunkt "Bereinigtes Betriebsergebnis in Erläuterung (30)Finanzinstrumente. Das Segment Clean Energy umfasst das breite Portfolio von Produkten, Systemen und Lösungen für die stationäre und mobile netzferne Energieversorgung auf Basisvon Wasserstoff-(PEMFC) und Direktmethanol- (DMFC) Brennstoffzellen für Kunden aus demprivaten, industriellen und öffentlichen Sektor in unterschiedlichen Endkundenmärkten. Das Segment Clean Power Management bündelt das gesamte Geschäft mit standardisierten und semi-standardisierten Power Management-Lösungen wie z.B. Spannungswandlern und Spulen, die zum Einsatz in Geräten für die Hightech-Industrie kommen. Des Weiteren umfasst das Segment das Geschäft mit Frequenzwandlern, die in der Upstream Öl- und Gasindustrie eingesetzt werden. Die Aufteilung der Umsatzerlöse sowie des langfristigen Segmentvermö- gens nach Regionen ist nachfolgend dargestellt: AUFTEILUNG DER UMSATZERLÖSE SOWIE DES LANGFRISTIGEN SEGMENTVERMÖGENS in EUR NACH REGIONEN Umsatzerlöse aus Geschäften mit externen Kunden Langfristige Vermögenswerte 2022 2021 31.12.2022 31.12.2021 Nordamerika 37.949.311 24.185.704 9.742.632 10.106.838 Europa (ohne Deutschland) 32.551.775 29.025.052 5.566.003 4.720.078 Deutschland 7.744.395 6.693.677 16.663.688 11.758.058 Asien 6.713.805 4.038.911 0 0 Rest der Welt 269.995 376.955 0 0 Summe 85.229.281 64.320.299 31.972.323 26.584.974 Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Regionen erfolgte anhand der eingetragenen Firmen- sitze der jeweiligen Kunden. Im deutschen Heimatmarkt des Konzerns wurden Umsätze in Höhe von EUR 7.744.395 (Vorjahr: EUR 6.693.677) erzielt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden mit keinem Kunden Umsatzerlöse in Höhe von mehr als 10 % des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Die Abschreibungen des Anlagevermögens, welche innerhalb der Herstellungskosten angefal- len sind, können den einzelnen Segmenten wie folgt zugeordnet werden: 96 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG ABSCHREIBUNGEN DES ANLAGEVERMÖGENS in EUR 2022 2021 Clean Energy 2.655.641 2.194.043 Clean Power Management 755.729 695.675 Summe 3.411.370 2.889.718 Zinsaufwendungen entfallen auf das Segment „Clean Energy“ in Höhe von EUR 511.268 (Vor- jahr: EUR 308.619) und auf das Segment „Clean Power Management“ in Höhe von EUR 98.084 (Vorjahr: EUR 100.912). Das interne Berichtswesen beschränkt sich auf Aufwands und Ertragsposten. Die Segmentbe- richterstattung enthält dementsprechend keine Bilanzposten. (36) Honorare des Abschlussprüfers Die Honorare betragen: HONORARE in EUR 2022 2021 Abschlussprüfungsleistungen 405.360 254.000 andere Bestätigungsleistungen 392.900 0 Summe 798.260 254.000 Die anderen Bestätigungsleistungen entfielen insbesondere auf die Erteilung eines Comfort Letter in Zusammenhang mit der im Geschäftsjahr 2022 erfolgten Kapitalerhöhung. (37) Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex Vorstand und Aufsichtsrat haben am 23. März 2023 eine Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und diese auf der Internetseite der SFC Energy AG (www.sfc.com/de/investoren/corporate-governance) veröffentlicht. Die Entsprechenserklärung ist für die nächsten fünf Jahre im Internet verfügbar und der Öffent- lichkeit somit dauerhaft zugänglich gemacht worden. (38) Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Am 27. Februar 2023 hat die SFC AG die Gründung einer Tochtergesellschaft in Gurgaon, Indien angekündigt, die Brennstoffzellen für den indischen Markt fertigen soll.Am gleichen Tag haben die SFC und ihr langjähriger indischer Partner FC TecNrgy Pvt Ltd. eine vereinbarte wechselseitige Kapitalbe- teiligung der lokalen Gesellschaften veröffentlicht. Unter einer am 25. Februar 2023 von beiden SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 97 KONZERNANHANG Unternehmen unterzeichneten Zeichnungs- und Exklusivitätsvereinbarung, wird die noch zu gründende indische Tochtergesellschaft der SFC neue Geschäftsanteile in Höhe von acht Pro- zent des gezeichneten Kapitals an der FC TecNrgy Pvt Ltd. für einen Betrag von TEUR 1.000 zeichnen. 98 SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 KONZERNANHANG Brunnthal, den 29. März 2023 Der Vorstand Dr. Peter Podesser Vorstandsvorsitzender (CEO) Daniel Saxena Vorstand (CFO) Hans Pol Vorstand (COO) SFC ENERGY GESCHÄFTSBERICHT 2022 99
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