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Schweizer Electronic AG Annual Report 2021

May 11, 2022

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Annual Report

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Publication

SCHWEIZER ELECTRONIC AKTIENGESELLSCHAFT

Schramberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

JAHRESABSCHLUSS UND ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER SCHWEIZER ELECTRONIC AG 2021

ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT

DES SCHWEIZER-KONZERNS

UND DER SCHWEIZER ELECTRONIC AG

ZUM 31. DEZEMBER 2021

Dieser Bericht fasst den Konzernlagebericht der SCHWEIZER-Gruppe ("SCHWEIZER" oder "Unternehmen"), bestehend aus der Schweizer Electronic AG und ihren konsolidierten Tochtergesellschaften, mit dem Lagebericht der Schweizer Electronic AG zusammen. Er sollte im Kontext mit dem geprüften Konzernabschluss einschließlich der Angaben des Konzernanhangs, die an anderer Stelle in diesem Bericht abgedruckt sind, gelesen werden. Der geprüfte Konzernabschluss basiert auf einer Reihe von Annahmen sowie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die detailliert im Konzernanhang dargestellt sind. Entsprechend bezeichnete Passagen sollten darüber hinaus im Kontext mit dem geprüften Einzelabschluss einschließlich Anhang gelesen werden. Der zusammengefasste Lagebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen über den Geschäftsverlauf, die finanzielle Entwicklung und die Erträge von SCHWEIZER. Diesen Aussagen liegen Annahmen und Prognosen zugrunde, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen und aktuellen Einschätzungen beruhen. Diese sind mit Unsicherheiten und Risiken behaftet. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann daher wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweichen. SCHWEIZER übernimmt über die gesetzlichen Anforderungen hinaus keine Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren.

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

RECHTLICHE UND ORGANISATORISCHE STRUKTUR

Die Schweizer Electronic AG mit Sitz in Schramberg ist das Mutterunternehmen des Konzerns und steuert die von ihr unmittelbar und mittelbar gehaltenen Beteiligungen. Die Geschäftsentwicklung der Muttergesellschaft ist eng mit der Entwicklung der Tochtergesellschaften verbunden.

KONZERNSTRUKTUR

Gründung: Juni 2021 | Sitz: Delaware, USA

GESCHÄFTSMODELL

Schweizer ist ein internationaler Hersteller von Leiterplatten für die Anforderungen der unterschiedlichsten Branchen und Märkte. SCHWEIZERs innovative Leiterplatten-Technologien kommen in anspruchsvollsten Anwendungen in den Bereichen Automotive, Luft- & Raumfahrt, Industrial & Medical sowie Communications & Computing zum Einsatz. Branchenführende Unternehmen weltweit setzen auf SCHWEIZERs Innovationskraft und jahrzehntelange Erfahrung sowie auf die Produkt- und Service-Qualität bei Leiterplatten- und Embedding-Lösungen. Zudem zeichnen sich die Leiterplatten-Technologien von SCHWEIZER durch energie- und umweltschonende Eigenschaften aus.

Durch hochmoderne Leiterplatten-Fertigungen in Schramberg und in Jintan (China) sowie durch enge Partnerschaften mit anderen Technologieführern bietet SCHWEIZER Zugriff auf hochwertige Leiterplatten - von Standard bis zu komplexen kundenspezifischen Lösungen.

GESCHÄFTSSTRATEGIE - GLOBALISIERUNG UND DIVERSIFIKATION

Stärkster Fokus der strategischen globalen Ausrichtung als Ergänzung zu Europa ist die Wachstumsregion Asien. SCHWEIZER hat sich als einer der führenden Hersteller von Leiterplatten für die Automobilindustrie etabliert und als Anbieter von Highend-Leiterplatten & Embedding-Lösungen in vielen weiteren Branchen weltweit einen guten Namen gemacht.

Mit dem neuen Hightech-Werk in Jintan (China) steht SCHWEIZER eine weitere Produktionsfläche von insgesamt 90.000 Quadratmetern zur Herstellung von Leistungselektronik- und Embedding-Anwendungen zur Verfügung. Der Aufbau der neuen Fertigungskapazitäten erfolgt in drei Produktionsanlaufphasen mit einer Kapazität von je 1.200 m2 Leiterplattenfläche/Tag.

Leiterplatten-Technologien

Die Leiterplatte als Lösungsraum

Von einfachen 2-Lagen-Schaltungen bis hin zu komplexen Hochstrom-, Logik- oder Radaraufbauten bietet SCHWEIZER ein umfangreiches Technologie- und Lösungsspektrum für höchste Anforderungen an. Durch ausgewiesene Standardprozesse kann schnell und flexibel auf Kundenanfrage reagiert und diese umgesetzt werden. Für komplexe Problemstellungen stehen den Kunden Experten-Teams zur Verfügung, die kompetent beraten und in Kundenprojekten spezifische Lösungen erarbeiten und dies von der ersten Idee bis zur Großserie.

Technologiebereiche

Standard-Leiterplatte

Dem Bereich der Standard-Leiterplatten sind zum Beispiel einfache Multilayer-Aufbauten bis zu komplexen HDI Schaltungen, die mit herkömmlicher Multilayertechnik nicht realisierbar sind, zugeordnet. Für alle diese Leiterplatten können zusätzlich Impedanz Anforderungen erfüllt werden.

Innovative Leiterplatten-Technologien

Dem Bereich der Innovativen Leiterplatten-Technologien sind Lösungen für die Themen Hochstrom, Hochfrequenz, Hochtemperatur und Miniaturisierung zugeordnet. Modernste Leiterplatten-Technologien ermöglichen Highend-Lösungen. Das Inlay Board etwa bietet maximale Entwärmung und Stromtragfähigkeit. Radar-Leiterplatten erfassen Geschwindigkeiten, Abstände und Objekte. Und biegbare FR4-Flex-Leiterplatten eignen sich für besonders kleine Einbauräume. Dickkupfer-Leiterplatten mit Stärken bis zu 400 μm ermöglichen eine Stromtragfähigkeit von mehreren Hundert Ampere. Und das CombiBoard verbindet die Funktionalität mehrerer Leiterplatten ohne Steckverbinder und Kabel.

Halbleiter-Embedding & Systeme

Embedding Lösungen mit integrierten Leistungshalbleitern ermöglichen extrem zuverlässige Hochleistungsmodule mit erheblich besserem Schaltverhalten und optimierter Erwärmung gegenüber SMT-Lösungen. Die Smart p2 Pack Embedding-Lösungen erlauben zudem die Kombination mit der Logik-Beschaltung ohne zusätzliche Verbindungselemente.

GESCHÄFTSBEREICHE

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Prozesstechnik

Insgesamt konzentriert sich die Prozesstechnik mit ihren Projekten und Neuinvestitionen auf die definierten Ziele, wie Speed 2x, CostDown -30%, Flowfaktor <6. Weitere Ziele sind die Optimierung des Prozessflusses und der Wege, sowie die Möglichkeit im 712 & 762er Format zu fertigen. Bei allen neuen Anlagen, Maschinen, Prozessen werden die Punkte Traceability, IoT, Industrie 4.0, Shop-Floor-Visualisierung, Datensammlung und Optimierung integriert.

Projekt p2 Pack: Die Priorität in der Prozesstechnik liegt auf der Ausoptimierung von p2 Pack, im Vordergrund steht dabei die weitere Optimierung der Einzelprozesse.

Für das Einbetten leistungselektronischer Komponenten, für die p2-Technik, wurde eine Handhabungs- und Bestückungsanlage für das Werk in Jintan bei unserem deutschen Zulieferer bestellt und qualifiziert. Die Anlage am Standort Schramberg wurde bereits im Jahr 2021 für die Produktion freigegeben.

Projekt Leiterbild (DES+DI): Im Bereich Leiterbild wurde die Leiterbildlinie 3 qualifiziert und in Betrieb genommen. Die Auflösung liegt hier bei L/S 50/50. Des Weiteren sind Innenlagendicken von 50 µm möglich. Der Wegfall der Filme & Filmerstellung trägt zur Kosteneinsparung bei.

Projekt Stopplack-Direktbelichter: Der neue Direkt-Belichter befindet sich in der finalen Freigabe, damit sind deutlich höhere Auflösungen, Registriergenauigkeiten und kleinere Freisparungen, Stege sowie Undercut möglich. Nach Inbetriebnahme des Direktbelichters kann die Skalierung der Nutzen im Haus freigegeben werden, was die Verfügbarkeit im Leiterbild und Stopplack zusätzlich steigert und die Genauigkeiten für unsere Kunden erhöht.

Projekt Stopplack-HT-Lack: Der neu qualifizierte Hochtemperaturlack im Bereich Stopplack steht unmittelbar vor der generellen Freigabe - Temperaturen bis 160°C sind damit möglich. Diese ist für das erste Quartal 2022 geplant.

Projekt Endreinigung: Die neue Endteilereinigung / Zwischenlagenreinigung wurde abgenommen, installiert und wird aktuell qualifiziert. Die Anlage ist speziell auf eine geringe Partikelbelastung und eine niedrige ionische Kontamination ausgelegt. Die bei diesem Projekt freiwerdenden beiden Endreinigungen werden anschließend inline für die Endreinigung der Besäumlinien eingesetzt.

Projekt GAP-Filling: Im Projekt konnten die Paste und der Prozessablauf für unsere QIT-Technik festgelegt werden.

Projekte Mechanik: Im Bereich Mechanik wurden mit Hilfe der "Förderung von Investitionen zur Modernisierung der Produktion in der Fahrzeughersteller- und Zulieferindustrie" des Bundes neue High-End Fräs-, Bohr- und Röntgenbohrmaschinen spezifiziert und bestellt, die voraussichtlich im April/Juli 2022 in Betrieb gehen. Inkludiert sind Automatisierung über Roboter, Lasermarker, DMC/Traceability, autom. Cpk-Ermittlung, Visualisierung der Zustände und aller Daten.

Darüber hinaus konnten im Bereich Mechanik, Galvanik und Endoberflächen durch verschiedene Maßnahmen die Kosten weiter optimiert werden.

Serienentwicklung

Die Serienentwicklung hat SCHWEIZER weiter fokussiert vorangetrieben. Im Bereich Sensorik und Hochfrequenz war im Jahr 2021 das Thema Materialien im Fokus. SCHWEIZER konnte im Bereich "High Speed Digital" (HSD) das Produktportfolio durch die Qualifikation von neuen Materialien erweitern. Diese Materialien vereinen hervorragende elektrische Eigenschaften bezüglich Signalintegrität mit den Zuverlässigkeitsanforderungen der Automobilindustrie. Zusätzlich wurde für die 24 GHz Technologie verschiedene Materialien und Aufbauten erprobt, die vorrangig im Industrie-Segment Anwendung finden, um diese Branche weiter zu stärken. Im Bereich Radar- und HF-Leiterplatten besteht weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit unserem Partner WUS. Zusammen wurde auch bei Radaranwendungen im Bereich 77 GHz der Einsatz von alternativen Basismaterialien getestet und qualifiziert, vorrangig getrieben von der Ausbreitung der Hohlleitertechnologie. Neu hinzugekommen sind Projekte mit dem Anwendungsbereich der Innenraumüberwachung im Automobil, die meist im Frequenzbereich von 60-62 GHz liegen. Ein weiterer Schwerpunkt in der Serienentwicklung ist das Thema Leistungselektronik. Neben Projekten in den Bereichen Inlay und Dickkupfer Technologie, wurde die Entwicklung einer neuartigen Aufbautechnik gestartet, die Vorteile von Inlay und Dickkupfer Technologie vereint. Diese Technologie bietet eine sehr hohe Designfreiheit bei hoher thermischer und elektrischer Leistungsfähigkeit und soll 2022 den Kunden von SCHWEIZER zur Verfügung stehen. Weiterhin erfolgreich gestaltete sich das Projektgeschäft der Leiterplatten mit Goldoberflächen. Diese werden für die Bestückung von Bare-Die Chips verwendet und kommen insbesondere im Bereich der Sensorik zum Einsatz wie zum Beispiel bei Lidar oder Kameraanwendungen.

Der Technologietransfer von Schramberg zu unserem Standort in Jintan (China) blieb weiterhin im Fokus der Serienentwicklung. Der Transfer der FR4-Flex Technologie ist mittlerweile entsprechend fortgeschritten, so dass Kundenmuster aus Jintan geliefert werden konnten. Priorität hatte der Transfer der p2 Pack Embedding Technologie. Hierfür wurden alle nötigen Prozesserweiterungen durchgeführt, so dass der Grundstein für die geplante Qualifikation der Embedding Technologie aus Jintan im Jahr 2022 gelegt ist, um damit die Produktionsbereitschaft ab 2023 sicherstellen zu können.

Innovation

2022 ist das Jahr des Produktions-Hochlaufs der neuen Embedding-Technologie p2 Pack. Nachdem alle Qualifikationsschritte erfolgreich abgeschlossen werden konnten, bereitet sich Schweizer intern auf die nächste Generation dieser Technologie vor, das Hochvolt p2 Pack. Die Weiterentwicklung hin zu 400-/800-V-Hochspannungs-Bordnetzen ist die logische Fortsetzung der erfolgreichen Implementierung im Niedervolt Bereich. Im Rahmen des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte und abgeschlossene Projekt SiCmodul konnten anhand eines Demonstrators eines Hochvolt Antriebsinverters die Vorteile dieser Technologie auch in dieser Anwendung gezeigt werden. Die Vorteile liegen in einer gesteigerten Leistungsdichte, der damit verbundenen Reduzierung des notwendigen Bauraums und der Reduzierung der Schaltverluste in Verbindung mit sehr effizienten Siliziumkarbid-, SiC- Leistungshalbleitern. Aufgrund der sehr kompakten Topologie der Schaltzelle im p2 Pack werden niedrige Schaltverluste erreicht, was zu einer Erhöhung der Inverter-Effizienz führt, die wiederum die Reichweite eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs erhöht. Es wird auch erwartet, dass die geringeren Verluste und die sehr gute Kühlmöglichkeit der Halbleiter zu einer Leistungssteigerung der Halbleiter bei gleicher Chipfläche im Vergleich zu konventionell verbauten Chips führen kann.

Schweizer ist bereits mit potenziellen Kunden dabei, Demonstratoren und Muster für das Hochvolt SiC p2 Pack aufzubauen. Die derzeitige Allokation von Halbleiterkomponenten, insbesondere auch von SiC-Komponenten stellt eine aktuelle Herausforderung dar. Da für die Embedding-Technologie bei den Halbleitern angepasste Oberflächen erforderlich sind, muss hier im Rahmen von Kooperationen mit Halbleiterherstellern, Automobilzulieferern und Automobilherstellern über gemeinsame Projekte die Versorgung gesichert werden.

Gallium Nitrid Halbleiter sind wie SiC ebenfalls so genannte Wide Bandgap Halbleiter, von denen sich unsere Kunden eine höhere Energieeffizienz aufgrund geringerer Schaltverluste versprechen. Auch diese Halbleiter wurden im vergangenen Jahr erfolgreich in der p2 Pack Technologie verbaut und als Demonstratoren unseren Kunden zur Verfügung gestellt. Anwendungen für diese Halbleiter im Bereich des Embeddings sind ebenfalls schnell schaltende Applikationen wie DC-DC Wandler, On-Board Charger und auch Antriebsinverter im Hochvolt-Bereich.

Der Hochspannungsbereich mit Spannungen >1000V ist bislang nicht die Domäne der Leiterplattenindustrie, auch wenn einzelne Anwendungen bereits mit Leiterplatten gefertigt werden. Daher müssen die Basismaterialien für diesen Anwendungszweck speziell ausgewählt und qualifiziert werden. Neben der guten Isolationseigenschaften ist auch eine gesteigerte Wärmeleitfähigkeit wichtig, um die bei den Halbleitern auftretende Erwärmung, verursacht durch die Verlustleistung, effizient abzuführen. SCHWEIZER konnte im Jahr 2021 insgesamt drei Materialkombinationen identifizieren, die nunmehr in die Qualifizierung überführt werden.

Das für 2021 geplante Evaluierungs-Kit für diese Technologie hat sich verzögert. Auch SCHWEIZER war von der mangelhaften Bauteileverfügbarkeit betroffen, wodurch lange Lieferzeiten für die notwendigen Bauelemente auf der Außenlage entstanden. Mit der ersten Auslieferung der Evaluierungs-Kits wird nunmehr Mitte 2022 gerechnet.

Für das autonome Fahren steigt die Leistung der zentralen Bordrechner im Automobilbereich immer weiter an, da hier die Signale sämtlicher Sensoren zusammengeführt, berechnet und bewertet werden. Dabei fordern die steigenden Rechnergeschwindigkeiten eine immer höhere Taktfrequenz bei hoher Signalqualität. Die Anforderung an verlustarmes Schalten und die Signalqualität sind aus Serveranforderungen grundsätzlich bekannt. Der Einsatz solcher Rechenarchitekturen im Automotive-Bereich schafft ein neues Anforderungsprofil für im Fahrzeug verbaute Computer und deren Leiterplatten: hohe Taktraten, verlustarmes Schalten bei gleichzeitig höchster thermomechanischer Zuverlässigkeit. Im zurückliegenden Jahr konnten - über eine weit gefasste Materialstudie - neue geeignete Basismaterialien identifiziert werden, die diesem neuen Anforderungsprofil gerecht werden. Diese Materialien werden nunmehr qualifiziert, um den Kunden eine neue, hochzuverlässige Leiterplattengeneration zur Verfügung stellen zu können.

Schweizer beteiligt sich an einem weiteren EU-Förderprojekt "iRel 4.0", in dem auch die Embedding-Technologien eine zentrale Rolle spielen. So sollen mittels eingebetteter Komponenten z.B. ein Schädigen von Elektronik frühzeitig detektiert werden und eine beginnende Schädigung vor Ausfall erkannt werden. Für dieses Projekt stellt SCHWEIZER seine Technologien p2 Pack und µ2 Pack zur Verfügung, mit deren Hilfe leistungselektronische Komponenten, aber auch Logik-Komponenten in Leiterplatten verbaut werden können. Potenzielle Anwendungsfälle könnten dabei im Bereich der Luftfahrt zur Erhöhung der Ausfallsicherheit von elektronischen Komponenten führen.

Mit diesen Aktivitäten wird die Grundlage für viele Anwendungen im Bereich der nachhaltigen Mobilität, der erneuerbaren Energien sowie der energieeffizienten Energiewandlung erarbeitet.

Die gesamten von SCHWEIZER in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen betrugen im Jahr 2021 2,9 Mio. EUR. Davon wurden Entwicklungskosten in Höhe von 240 TEUR aktiviert, deren Abschreibung mit Beginn der Serienproduktion erfolgt. Schweizers Forschungs- und Entwicklungsabteilung liegt in Deutschland. Diesem Bereich waren 29 Mitarbeiter zugeordnet. Weltweit beschäftigt SCHWEIZER zum 31. Dezember 2021 219 Ingenieure und Techniker.

Patente

Die Gesamtzahl erteilter Patente hat sich zum 31. Dezember 2021 auf 58 Patente erhöht.

MITARBEITER* / STANDORTE

* einschließlich Leiharbeiter

Mitarbeiter

Zum 31. Dezember 2021 waren bei SCHWEIZER 1.091 Mitarbeitende beschäftigt. Aufgrund der wieder steigenden Angebotsnachfrage unserer Kunden konnte die Kurzarbeit am Standort Schramberg im Februar 2021 beendet werden. Darüber hinaus ist die Weiterentwicklung des Standortes in Jintan (China) vorangeschritten und die Mitarbeiterzahl ist aufgebaut worden. Die Schweizer Electronic Americas Inc. mit Sitz in den USA befindet sich mit einem Mitarbeitenden im Aufbau.

MARKETING & VERTRIEB

Mit einem Umsatzanteil von rund 71 Prozent im Jahr 2021 bleibt die Automobilindustrie die bedeutendste Kundengruppe für das Unternehmen. SCHWEIZER verfügt über Kundenbeziehungen zu fast allen großen global tätigen Tier-1 und OEMs. Der Fokus der Vertriebsaktivitäten liegt auf der ständigen Verbreiterung des Netzwerks, insbesondere in den Wachstumsmärkten der APAC-Region und den USA. Neben einem eigenen Vertriebsteam in China und der im Jahr 2021 neu gegründeten Vertriebsgesellschaft in den USA sind Vertriebspartnerschaften für den asiatischen (Südkorea, Japan) und israelischen Markt implementiert.

Durch das neue Hightech-Werk in China hat sich SCHWEIZER im Wachstumsmarkt Asien, speziell in China, gut aufgestellt. Dadurch kann SCHWEIZER den lokalen und schnell wachsenden asiatischen Markt besser mit ihren Technologien sowie ihrem Applikationsverständnis beliefern und beraten. Durch die globale Aufstellung der Gruppe mit Produktionswerken in Deutschland und China erhöht sich die immer wichtiger werdende Versorgungssicherheit unserer Kunden in einem hohen Maße.

Die Elektrifizierung der Antriebstechnik hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Mit den Lösungen für die 48Volt- und Hybrid- sowie Hochvolt-Applikationen für Elektroantriebe verfügt SCHWEIZER über ein breit gefächertes Leistungselektronik-Angebot. Autonomes Fahren gehört zu den großen zukünftigen Herausforderungen der Automobilbranche. Für diese Entwicklung werden neben der künstlichen Intelligenz hochkomplexe Steuergeräte und Lösungen für die Umfeldsensorik benötigt. Lösungen hierfür sind im Wesentlichen Radar- und Kamera- sowie Lidarapplikationen. SCHWEIZER bietet mit ihren Portfolio Leiterplattenlösungen für diese Anwendungen.

In den Anwendungsbereichen Hochfrequenz, Hochtemperatur, Hochstrom und Miniaturisierung verfügt SCHWEIZER über weitreichende Erfahrungswerte. Diese Kernkompetenzen werden in allen Marktsegmenten von Automotive, hin zu Industrial & Medical und Aviation benötigt. Durch ein breites Spektrum an Basismaterialien für Hochtemperatur- und Hochvolt-Anwendungen können Kunden verschiedenste Optionen angeboten werden.

Durch die Kombination der Produktionsstätten in Deutschland und China können neue Marktsegmente optimal mit technologischem Know-how, Flexibilität, dem Qualitätsstandard des Stammwerks in Deutschland und dem speziellen Bedürfnis unserer Industriekunden - der Produktion vom Muster bis hin zur Großserie - bedient werden.

QUALITÄTSMANAGEMENT

Im Jahr 2021 erfolgte die Re-Zertifizierung gemäß der ISO 14001. Bei den Überprüfungen der IATF 16949, EN 9100, ISO 50001 und der Nadcap AC 7119 wurde sowohl die Systemkonformität an verschiedenen Kundenaufträgen als auch den Produktions- und Geschäftsprozessen nachvollzogen.

Nach erfolgreichem Abschluss des Re-Zertifizierungsaudit im Jahr 2020 laufen die Vorbereitungen für die im Jahr 2022 anstehende Re-Zertifizierungen der EN 9100 und der ISO 50001. Weiterhin erfolgt die Anpassung des Systems auf die neuen Auditkataloge der Nadcap AC 7119.

UMWELT- UND ENERGIEMANAGEMENT

Obgleich die Produkte und damit die für die Herstellung erforderlichen Prozesse und Arbeitsgänge immer komplexer und vielschichtiger werden, ist es ein hohes Ziel von SCHWEIZER, durch geeignete Produkt- und Prozessentwicklungen die Auswirkungen auf die Umwelt bestmöglich zu begrenzen. Dies ist auch Bestandteil unseres Leitbildes. Die konsequente Anwendung von Umwelt- und Gefährdungsanalysen zum Schutze der Umwelt, unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der an der Produktherstellung/Nutzung beteiligten Geschäftspartner steht an erster Stelle.

Die Effektivität unserer Systeme wird unter anderem durch interne Audits regelmäßig überprüft und wurden auch für das Jahr 2021 durch die Zertifizierungsgesellschaft im Rahmen der ISO 14001 und ISO 50001 Zertifizierungen bestätigt werden.

WIRTSCHAFTSBERICHT

KONJUNKTUR UND ABSATZMÄRKTE

Im Berichtsjahr erholte sich die Weltwirtschaft von der globalen Rezession des Vorjahres infolge der Corona-Pandemie, so dass das Welt-Bruttoinlandsprodukt mit einer Rate von +5,7 Prozent (2020: -3,8 Prozent) stieg. Die zunehmende Verbreitung von Impfstoffen und die damit einhergehende Lockerung der Beschränkungen ermöglichte diesen Aufschwung. Die anhaltenden Infektionswellen und damit verbundenen regionalen Einschränkungen führten jedoch in vielen Bereichen der Warenproduktion zu spürbaren Störungen in den globalen Lieferketten und zu Engpässen in der Versorgung mit Rohstoffen und Vorprodukten. Hinzu kam noch ein verstärkter Inflationsdruck, der sich im vierten Quartal nochmals deutlich erhöhte. Viele Rohstoffe stiegen auf ein im historischen Vergleich hohes Preisniveau. Im dritten Quartal waren die Energiemärkte von einem drastischen Anstieg des Gaspreises geprägt. In diesem Zuge erhöhte sich zum Jahresende auch der Ölpreis.

Die zum Halbjahr ausgeprägte Schwäche des Welthandels wurde in den letzten Monaten des Jahres überwunden. Die nachlassenden Unterbrechungen des Transports im Seeverkehr, welche im ersten Halbjahr 2021 im Wesentlichen von China ausgingen, dürften dabei eine Rolle gespielt haben. Allerdings war der Anteil an Containerfracht, welche in Staus gebunden war, zum Jahresende nach wie vor deutlich höher als vor der Corona-Pandemie.

In den Volkswirtschaften der Industrieländer lag die Expansion der Wirtschaftsleistung bei +5,2 Prozent (2020: -5,1 Prozent). Insbesondere zeigten sich im vierten Quartal regionale Unterschiede im Aufwärtstrend. Während sich der im Gesamtjahr erfolgte deutliche Produktionsanstieg in den USA nochmals leicht verstärkte und sich in Japan eine Erholung vom Wirtschaftseinbruch durch die Corona-Welle in den Sommermonaten einstellte, war der Zuwachs der Wirtschaft in Europa vor allem wegen der stark steigenden Infektionszahlen und den damit einhergehenden neuerlichen Eindämmungsmaßnahmen im vierten Quartal nur noch moderat. Allein die Industrieproduktion hingegen entwickelte sich gegen Jahresende sehr dynamisch, wozu eine spürbare Ausweitung der Produktion von Fahrzeugen kam. Diese war zum Halbjahr aufgrund von Lieferengpässen stark eingeschränkt.

In den Entwicklungs- und Schwellenländern war eine deutliche Steigerung der Wirtschaftsleistung in Höhe von +6,9 Prozent (2020: -2,9 Prozent) festzustellen. In vielen Ländern war zunächst der Aufschwung durch pandemiebedingte Einschränkungen gebremst.

Die Wirtschaft in China wuchs im Verlauf des Jahres 2021 um +8,1 Prozent (2020: +1,8 Prozent). Der hohe Zuwachs ist aber vorwiegend auf eine rasche Erholung von der letztjährigen Corona-Pandemiekrise zurückzuführen. Im Verlauf des zweiten und dritten Quartals verlangsamte sich die gesamtwirtschaftliche Produktion mehr und mehr. Vor allem im dritten Quartal wirkten sich Engpässe in der Energieversorgung und umfangreiche pandemiebedingte Mobilitäteinschränkungen infolge der Null-Covid Politik der Regierung dämpfend auf die Binnennachfrage aus. Zur Abschwächung der Konjunktur trugen auch Unsicherheiten im Hinblick auf die Verschuldung des Immobiliensektors und die damit verbundenen Einschränkungen in der Kreditvergabe bei. Im vierten Quartal nahmen die Wirtschaftsaktivitäten nach Überwindung der Energiekrise im Vergleich zum Vorquartal wieder zu. Die Wachstumsrate des vierten Quartals erreichte dennoch im Vergleich zum Vorjahresquartal nur vier Prozent.

Auch die US-Volkswirtschaft verzeichnete ein BIP-Wachstum von +5,7 Prozent (2020: -3,6 Prozent), was dem höchsten prozentualen Anstieg seit 1984 entsprach. Im ersten Halbjahr trieben die Unterstützungsmaßnahmen und fiskalische Impulse die konjunkturelle Aufwärtsentwicklung an. Im dritten Quartal führten hohe coronabedingte Infektionszahlen und die zunehmenden Lieferengpässe zu einer vorübergehenden Dämpfung der Konjunktur, während im vierten Quartal das Wachstum zum Vorquartal mit 1,7 Prozent wieder anzog. Wesentliche Wachstumstreiber im Jahresverlauf gegenüber Vorjahr waren die Anlageinvestitionen, der private Konsum und der Außenhandel.

Im EURO-Raum stieg das Brutto-Inlandsprodukt um +5,3 Prozent (2020: -7,2 Prozent) und damit war auch das Niveau der Wirtschaftsleistung vor der Corona-Pandemie überschritten. Nach kräftigen Zuwächsen im zweiten und dritten Quartal mit jeweils über zwei Prozent stieg die gesamtwirtschaftliche Produktion im vierten Quartal nur noch moderat. Hier zeigten sich zuletzt die Auswirkungen steigender Infektionszahlen und anhaltender Versorgungsproblemen in den internationalen Lieferketten in einer deutlichen Abschwächung der Konjunkturdynamik. Die Verbraucherpreisinflation stieg im Zuge steigender Energiepreise seit Beginn des Jahres 2021 kontinuierlich auf 5,0 Prozent an.

Das Brutto-Inlandsprodukt in Deutschland für das gesamte Jahr stieg um +2,9 Prozent (2020: -4,9 Prozent). Während das erste Quartal 2021 im Verhältnis zum Vorquartal einen Rückgang verzeichnete, waren das zweite und das dritte Quartal mit deutlichen Zuwächsen trotz zunehmender Liefer- und Materialengpässe jeweils bestimmend für das Gesamtjahreswachstum. Das vierte Quartal schrumpfte hingegen wieder im Vergleich zum Vorquartal. Bestimmend für diese Entwicklung waren verhaltene private Konsumausgaben infolge der Einschränkungen der vierten Corona-Welle. Kompensierend hingegen wirkten sich im vierten Quartal gestiegene staatliche Konsumausgaben und Mehrinvestitionen in Ausrüstungen, vor allem in Maschinen, Geräten und Fahrzeugen aus. Die Wirtschaftsleistung des vierten Quartals 2021 lag damit um -1,1 Prozent niedriger als das vierte Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Coronakrise. Im Vorjahresvergleich stiegen im Jahr 2021 am stärksten die Investitionen in Ausrüstungen um +3,4 Prozent (2020: -12,5 Prozent) und Konsumausgaben des Staates mit +3,1 Prozent (2020: +3,4 Prozent). Die privaten Konsumausgaben wiesen nur ein schwaches Wachstum um +0,1 Prozent (2020: -6,0 Prozent) auf, erholten sich aber deutlich gemessen am niedrigen Niveau des Vorjahres. Auch der Außenbeitrag trug mit +0,6 Prozentpunkten (2020: -1,1 Prozentpunkte) zum gestiegenen Brutto-Inlandsprodukt bei. Im Jahr 2021 wurden um +9,9 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert (2020: -9,9 Prozent). Gleichzeitig stiegen die Importe um +9,3 Prozent (2020: -8,6 Prozent). Im vierten Quartal erzielten insbesondere der Export und Import von Dienstleistungen hohe Zuwächse.

BRANCHENUMFELD

Automobilbranche

Die für SCHWEIZER wichtigste Kundengruppe - die Automobilindustrie -, welche rund 71 Prozent des Umsatzes ausmacht, konnte im ersten Halbjahr 2021 ihre PKW-Absatzzahlen im Rahmen der dynamischen weltwirtschaftlichen Erholung zum pandemiebeeinflussten ersten Halbjahr des Vorjahres noch im zweistelligen Bereich steigern. Die in der zweiten Jahreshälfte 2021 verstärkt aufgetretenen Versorgungsengpässe bei Halbleitern führten trotz einer hohen Nachfrage bei den Verbrauchern zu einem deutlichen Rückgang bei den Absatzzahlen. Mit einem weltweiten Wachstum von +4,4 Prozent und 81,2 Mio. abgesetzten Fahrzeugen bis zu sechs Tonnen trat damit der Erholungseffekt zum Krisenjahr 2019 nur moderat ein. Die Halbleiterkrise hatte weltweit Produktions- und Absatzausfälle zur Folge, welche sich im Jahr 2021 auf Absatzeinbußen von knapp zehn Mio. Fahrzeugen summierten. Die Regionen Europa und Nordamerika waren dabei am stärksten betroffen. Im Verlauf des Jahres 2021 reagierten die Automobilproduzenten mit der Priorisierung von Modellen mit höherer Marge, wohingegen die Zulieferindustrie aufgrund der stückzahlabhängigen Vergütung keine höheren Preise erlangte. In Europa betrug das Wachstum nur +1,0 Prozent, während in China Steigerungsraten in Höhe von +4,5 Prozent und in USA, Kanada und Mexiko (NAFTA) Absatzsteigerungen in Höhe von +3,5 Prozent zu verzeichnen waren.

Verglichen mit dem Vorkrisenjahr 2019 beliefen sich die Rückgänge der abgesetzten Automobile in Europa infolge von anhaltend wirtschaftlichen Unsicherheiten aus den Infektionszahlenentwicklungen auf -19 Prozent. In den USA belief sich der Rückgang auf -13 Prozent, dort insbesondere aufgrund der Halbleiterkrise und erschöpften Händler-Lagerbeständen im zweiten Halbjahr 2021. In China hingegen lagen die Absatzzahlen des Jahres 2021 auf dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019.

Weltweit ergaben sich im Jahr 2021 66,7 Mio. Neuzulassungen für Personenkraftwägen. China erwies sich auch im Jahr 2021 mit 21,1 Mio. Neuzulassungen als weltweit größter Markt für diese Fahrzeugklasse, gefolgt vom zweitgrößten Markt die USA mit 14,9 Mio. bzw. Europa mit 11,8 Mio. Zulassungen.

Unterstützt durch Fördermaßnahmen und eine verbesserte Ladeinfrastruktur schritt die Marktdurchdringung von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) zu Lasten der Verbrenner-Fahrzeuge auch im Jahr 2021 weiter voran. So stieg der weltweite Marktanteil der BEV von 3 Prozent im Vorjahr auf 6 Prozent im Jahr 2021 an. Am stärksten war der Marktanteilzugewinn in China von 1,0 Prozent auf 2,7 Prozent, gefolgt von Europa mit 0,8 Prozent auf 1,2 Prozent im Jahr 2021. In Deutschland lag der Marktanteil der BEV seit September 2021 erstmalig über dem Marktanteil von Dieselfahrzeugen.

Leiterplattenbranche

Die Marktbeherrschung der Leiterplattenbranche durch asiatische Produzenten hat sich nochmals verstärkt. Bei einem voraussichtlichen weltweiten Produktionsvolumen von 91,3 Mrd. USD im Jahr 2021 (2020: 81,7 Mrd. US-Dollar), entsprechend +11,7 Prozent, stieg der Weltmarktanteil der Leiterplattenproduktion aus Asien nochmals leicht an und beträgt knapp 92,3 Prozent (2020: 91,8 Prozent). Bei weitem der wichtigste Produktionsstandort für Leiterplatten war China mit einem Anteil von 62,6 Prozent. An zweiter Stelle liegt Taiwan mit einem Anteil von 9,1 Prozent, gefolgt von Südkorea mit einem Anteil von 7,8 Prozent. Vom Gesamt-Handelsvolumen entfallen 3,7 Prozent auf den amerikanischen Kontinent und 2,6 Prozent auf die EMEA-Länder.

Weltweit produzierten 2.450 Leiterplattenwerke mit dem regionalen Schwerpunkt in Asien, welches eine Anzahl von 1.990 Produktionsstätten (81 Prozent der weltweiten Produktionsstätten) aufwies.

Das anteilige Geschäftsvolumen für die in Automobilen eingesetzten Leiterplatten betrug 10,1 Prozent (2020: 9,6 Prozent) und folgte dem Trend des steigenden Marktanteils von batterieelektrischen und Plugin-Hybriden Fahrzeugen. Hier zeigt sich auch die Bedeutung der Automobilbranche in der Abnahme von elektronischen Bauelementen. Die Versorgungsproblematik mit Halbleitern in der Automobilindustrie wirkte sich dämpfend auf die Absatzzahlen von Leiterplatten aus, wodurch sich die Vorräte bei den Leiterplattenproduzenten teilweise erhöhten. Erschwerend kam hinzu, dass sich die Leiterplattenbranche selbst mit Versorgungsengpässen, Unterbrechungen der Lieferketten und vor allem im vierten Quartal 2021 deutlichen, teils im oberen zweistelligen Bereich gestiegenen Preisen bei Laminaten, Metallen, Frachtraten und der Energiebereitstellung auseinandersetzen musste. Aufgrund von langfristigen Lieferverträgen mit Kunden konnten die Preiserhöhungen nicht in vollem Umfang weitergegeben werden, so dass die Margen unter Druck kamen.

(Quellen: Kieler Konjunkturberichte Nr. 87 und Nr. 85, Statistisches Bundesamt (Destatis Pressemitteilung Nr. 074 v. 25.02.2022), Statista 2021, LBBW Fokusbranche Automobil, Data4PCB, NT Information, Ltd.)

ENTWICKLUNG DER ERTRAGSLAGE (IFRS)

Im folgenden Abschnitt berichten wir über die Ertragslage des Konzerns nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS).

Umsatzentwicklung und Auftragsbestände

Der Konzernumsatz belief sich auf 122,7 Mio. EUR (2020: 98,3 Mio. EUR). Dies entspricht einer

Erhöhung von +24,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Umsatzerlöse

in Mio. EUR / Veränderung zum Vorjahr

Die Umsatzsteigerung des ersten Halbjahres mit +30,9 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahres war geprägt von der starken Erholung der Industrieproduktion gegenüber dem Vorjahr, in welchem insbesondere im 2. Quartal des Jahres 2020 ein starker Einbruch der wirtschaftlichen Aktivitäten infolge der Corona-Pandemie einsetzte. Die Umsätze des zweiten Halbjahres stiegen mit +19,5 Prozent ebenfalls sehr stark zur Vergleichsperiode des Vorjahres. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres waren eine Umsatzsteigerung von +30,9 Prozent und im vierten Quartal immer noch ein deutliches Wachstum von +10,3 Prozent gegenüber den Vergleichsquartalen des Vorjahres zu verzeichnen. Im vierten Quartal des Jahres 2020 nahm die Bestelldynamik insbesondere wegen des verstärkten Lageraufbaus von Automotive-Kunden bereits wieder dynamisch zu. Die zunehmenden Geschäftsaktivitäten im Markt China der dort operierenden Tochtergesellschaft trugen zu einem Konzernumsatzwachstum in Höhe von +16,5 Mio. EUR bei, entsprechend +16,8 Prozent-Punkte in der Umsatzwachstumsrate (2020: +6,2 Mio. EUR).

Die Steigerung des Jahresumsatzes im Vergleich zum Jahr 2020 betraf sowohl Umsätze aus Eigenproduktion mit einer Steigerung von +30,3 Prozent wie auch die Umsätze mit Produkten, welche bei WUS am Standort Kunshan oder bei Meiko Electronics an den Standorten China und Vietnam hergestellt wurden. Insgesamt wurden 33,8 Mio. EUR Umsatz (2020: 30,2 Mio. EUR) mit diesen Handelsprodukten erzielt, was einem Zuwachs von +12,2 Prozent entspricht. Der Umsatzanteil der Handelsware reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 27,6 Prozent (2020: 30,7 Prozent).

Mit Automotive-Kunden wurde ein Umsatzvolumen von 86,6 Mio. EUR erzielt, was einer Erhöhung zum Vorjahr von +19,8 Prozent entspricht. Der Umsatz mit Automotive-Kunden beträgt 70,6 Prozent (2020: 73,5 Prozent). Mit Industrie-Kunden wurden im Geschäftsjahr ein Umsatz von 29,2 Mio. EUR erzielt. Dies entspricht einer Steigerung von +58,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Kundengruppe, deren Anwendungsgebiete vor allem in der Detektion, Sensorik und Anlagensteuerung liegen, repräsentiert mittlerweile 23,8 Prozent des Konzernumsatzes (2020: 18,7 Prozent). Die Umsätze mit sonstigen Kunden aus den Bereichen Communication, Consumer und Computer reduzierten sich hingegen um -10,1 Prozent auf 6,9 Mio. EUR. Dieser Kundenbereich entspricht 5,6 Prozent (2020: 7,8 Prozent) des Konzernumsatzes. Die im Vorjahr prognostizierte Ausweitung des Anteils der Kunden im Non-Automotive auf 40 Prozent wurde mit 29,4 Prozent im Geschäftsjahr nicht erreicht.

Umsatz nach Kundengruppe

in Mio. EUR

Bei den Absatzregionen ergab sich eine deutliche Verschiebung zugunsten der asiatischen Märkte, was auf die gestiegenen Umsätze der Tochtergesellschaft in China, allgemein auf die robustere Verfassung und Erholung dieser Märkte nach den ersten Wellen der Corona-Pandemie sowie auf verstärkte Produktionsverlagerungen der Tier1-Kunden zurückzuführen ist.

Mit Ausnahme der Umsätze in Europa (ohne Deutschland) ergaben sich gegenüber dem Vorjahr für alle übrigen Absatzregionen deutliche Umsatzsteigerungen. Während der Umsatz in der Region Europa (ohne Deutschland) um -15,1 Prozent - insbesondere aus Gründen der zunehmenden Verlagerung der Produktion unserer Kunden in den asiatischen Raum - zurückging, verzeichneten die Umsätze in Deutschland eine Erhöhung um +11,5 Prozent. Am stärksten wuchs der Umsatz in den asiatischen Ländern und in Amerika mit einer Rate in Höhe von +82,3 Prozent bzw. +100,8 Prozent und einer moderaten Umsatzausweitung in übrigen Exportländern mit +25,0 Prozent. Auf Deutschland und Europa entfallen 60,9 Prozent der Umsätze (2020: 73,6 Prozent), 30,2 Prozent auf Asien (2020: 20,7 Prozent) und 8,9 Prozent auf Amerika/Übrige Länder (2020: 5,7 Prozent). Insgesamt hat sich der Umsatzanteil in den Marktregionen außerhalb Deutschlands gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 49,2 Prozent auf 54,6 Prozent erhöht.

Umsatz nach Regionen in %

in Mio. EUR 2021 2020
Deutschland 55,7 49,9
Europa (ohne Deutschland) 19,1 22,5
Asien 37,0 20,3
Amerika 10,4 5,2
Andere 0,5 0,4
122,7 98,3

Der Auftragseingang im Jahr 2021 erhöhte sich um +123,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und beträgt 175,2 Mio. EUR (2020: 78,4 Mio. EUR). Damit stieg in diesem Jahr die Book-to Bill-Verhältniszahl von 0,8 im Vorjahr auf 1,4. Im ersten Halbjahr stieg der Auftragseingang um das 6-fache im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese sprunghafte Erhöhung ist neben der gestiegenen Dynamik der Nachfrage auch dem im zweiten Quartal des Vorjahres eingetretenen Auftragsstornierungen bzw. -verschiebungen infolge der wirtschaftlichen Verunsicherung durch die Coronapandemie geschuldet. Der Zuwachs setzte sich im dritten Quartal mit +39,9 Prozent zum Vergleichsquartal des Vorjahres fort. Im vierten Quartal betrug das Wachstum gegenüber dem vierten Vergleichsquartal 2020 +17,4 Prozent. In der geringeren Wachstumsrate des vierten Quartals zeigte sich bereits eine gedämpfte Nachfrage der Kunden infolge der Produktionsdrosselung in der Automotive-Industrie aufgrund der Rohstoff- und Bauteileknappheit.

Der Auftragsbestand betrug Ende des Geschäftsjahres 191,8 Mio. EUR (31.12.2020: 109,2 Mio. EUR). Davon steht ein Auftragsbestand in Höhe von 128,3 Mio. EUR für das Jahr 2022 zur Auslieferung an (31.12.2020: 80,5 Mio. EUR für 2021). Der Auftragsbestand für 2023 und Folgejahre beträgt zum Bilanzstichtag bereits 63,5 Mio. EUR. Der Anteil von 66,9 Prozent der kurzfristigen Liefertermine signalisiert gegenüber dem Vorjahr (31.12.2020: 73,7 Prozent) ein wieder längerfristig ausgerichtetes Dispositionsverhalten der Kunden im Automotive- und Industriebereich.

Operative Marge und Betriebsergebnis

Das Bruttoergebnis vom Umsatz belief sich auf -4,9 Mio. EUR (2020: +0,4 Mio. EUR), was einer negativen Bruttomarge von -4,0 Prozent entspricht (2020: +0,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr wirkten sich die gestiegenen Aufbau- und Anlaufkosten der Produktion des Werkes in China mit einer Erhöhung des Bruttoergebnisverlustes um -11,7 Mio. EUR auf -18,1 Mio. EUR aus. Insbesondere durch die stark gestiegenen Kosten für Zuliefermaterialien, welche nur teilweise an Kunden weitergegeben wurden, und die im Anlauf typischen Ausschussraten generierten die getätigten Umsätze noch keine wesentliche Fixkostendeckung. Zudem kam aufgrund der strikten Quarantänebedingungen und den damit verbundenen Reiserestriktionen in China ein Wissenstransfer des Standorts Schramberg zu Themen komplexer Produktionsverfahren gegenüber dem Zeitplan nahezu zum Erliegen, so dass das Werk in China verhältnismäßig hohe Lernkurvenkosten insbesondere im Materialverbrauch zu verkraften hatte. Das Brutto-Ergebnis der Gruppe ohne China belief sich auf +13,1 Mio. EUR, was zu einer Steigerung des Bruttoergebnisses in Höhe von +6,7 Mio. EUR zum Vorjahr führte. Zu dieser Entwicklung trugen neben der Umsatzsteigerung insbesondere die im Vorjahr durchgeführten Kostensenkungsmaßnahmen und die gute Auslastungssituation am Standort Schramberg entschieden bei. Aufgrund der guten Auslastungssituation war im Geschäftsjahr am Standort Schramberg in der Produktion keine Kurzarbeit erforderlich. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Vergleich zum Vorjahr um +1,2 Mio. EUR auf +4,8 Mio. EUR (2020: +3,7 Mio. EUR). Wesentliche Einflüsse bildeten hierbei der Zufluss von investitionsunabhängigen Zuwendungen der Behörden in China und Mehrerlöse aus der Verwertung von recycelten Metallen.

Die Funktionskosten des Vertriebes und der Verwaltung sowie der betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich insgesamt gegenüber dem Vorjahr um -2,8 Mio. EUR bzw. -12,6 Prozent. Bereinigt um Sonderaufwendungen in Höhe von -2,3 Mio. EUR aus Restrukturierung, welche im Vorjahr in den Funktionskosten ausgewiesen waren, ergäbe sich eine Kostensenkung um -0,5 Mio. EUR. Im Jahr 2020 wirkten sich in hohem Maße Einsparungen aus der Kurzarbeit auf Produktion und Verwaltung aus.

Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) betrug -8,5 Mio. EUR (2020: -9,5 Mio. EUR). Die EBITDA-Quote verbesserte sich im Vergleich zu Vorjahr auf -6,9 Prozent (2020: -9,7 Prozent). In der Gruppe ohne China wurde ein EBITDA in Höhe von +9,1 Mio. EUR erzielt. Dies entspricht einer operativen Ergebnisverbesserung in Höhe von +7,4 Mio. EUR unter Herausrechnung von Sonderaufwendungen in Höhe von insgesamt 2,9 Mio. EUR, welche das Ergebnis des Vorjahres belasteten.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf -19,8 Mio. EUR (2020: -18,5 Mio. EUR) und fiel damit um -1,3 Mio. EUR geringer als im Vorjahr aus. Die Abschreibungen betrugen -11,4 Mio. EUR (2020: -9,0 Mio. EUR). Eine maßgebliche Ursache für die Erhöhung ist, dass die Gesamtheit der betriebsbereiten Anlagen und Maschinen des Werkes in China vorwiegend in der zweiten Jahreshälfte 2020 die Betriebsbereitschaft erreichten und damit erst der verbundene Abschreibungsbeginn ausgelöst wurde. Die Gruppe ohne China erzielte im Geschäftsjahr einen positiven EBIT-Beitrag in Höhe von +2,4 Mio. EUR. Unter Herausrechnung der Sonderaufwendungen in Höhe von 2,9 Mio. EUR im ersten Halbjahr des Vorjahres hat sich dieser um +6,9 Mio. EUR erhöht.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis betrug -3,5 Mio. EUR (2020: -2,3 Mio. EUR). Die Erhöhung resultierte im Wesentlichen aus der Aufnahme von Darlehen aus den von den lokalen Hausbanken zur Verfügung gestellten Kreditlinien für die Investitionen in China sowie aus der Aufnahme der zweiten Tranche des Sonderdarlehens des KfW-Sonderprogramms. Die zahlungswirksamen Zinsaufwendungen für kurzfristige und langfristige Finanzverbindlichkeiten beliefen sich auf -4,0 Mio. EUR.

Konzernergebnis und Ergebnis je Aktie

Das Konzernergebnis ging gegenüber dem Vorjahr um -8,3 Mio. EUR auf -26,2 Mio. EUR zurück (2020: -17,9 Mio. EUR). Bei den Steuern vom Einkommen und Ertrag betrug der steuerliche Aufwand im Geschäftsjahr -2,9 Mio. EUR (2020: +3,0 Mio. EUR). Die wesentlichen Einflussfaktoren bei den Konzernsteuern bildeten die erhobene Steuerlast für das Werk in China und eine Auflösung von im Vorjahr aktivierten latenten Steuern. Ein Steueraufwand ergab sich aus der Veranlagung von erhaltenen Zuwendungen für den Grundstückerwerb im Jahre 2018 in China und Zuwendungen für die Anlagen- und Maschineninvestitionen. Dafür wurden 1,5 Mio. EUR Steuern entrichtet, da zum Zeitpunkt der Veranlagung noch keine verrechenbaren Verlustvorträge zur Verfügung standen.

Des Weiteren ergaben sich insgesamt aus der Reduktion der latenten Steuern ein Steueraufwand in Höhe von -2,0 Mio. EUR. Davon gegenläufig entfielen auf aktivierte nutzbare steuerliche Verlustvorträgen der Schweizer Electronic AG +2,3 Mio. EUR.

Das Ergebnis je Aktie beläuft sich für das Geschäftsjahr 2021 auf -6,95 EUR (2020: -4,74 EUR).

Dividende

Schweizer will in Zukunft im globalen Markt für Leistungselektronik- und Chip Embedding-Anwendungen dynamisch wachsen. Angesichts des Konzernjahresfehlbetrages und der notwendigen hohen Investitionsmittel für den weiteren Ausbau des Hightech-Werkes in China schlägt der Vorstand dem Aufsichtsrat vor, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2021 auszusetzen.

Entwicklung der Finanzlage (IFRS)

Am Bilanzstichtag bestanden Bankverbindlichkeiten in Höhe von 94,4 Mio. EUR (2020: 84,9 Mio. EUR). Die langfristigen Finanzierungen betrugen 81,1 Mio. EUR, was einer Erhöhung um +0,8 Mio. EUR gegenüber 2020 entspricht. Für das Werk in China wurden im Geschäftsjahr lokale Darlehen in Höhe von 9,6 Mio. EUR aufgenommen. Die Schweizer Electronic AG nahm ein Darlehen in Höhe von 3,5 Mio. EUR aus einer Gesamtlinie von 7,1 Mio. EUR aus dem KfW-Sonderprogramm auf. Die KfW-Darlehensmittel sind Ende des ersten Halbjahres 2022 endfällig.

Die in der Gesamtsumme der langfristigen Bankverbindlichkeiten enthaltenen Darlehen (Senior Loans) der Schweizer Electronic AG für die Eigenkapitalausstattung des Werkes China valutieren mit 28,6 Mio. EUR. Diese Darlehen besitzen eine Laufzeit von acht bis zehn Jahren und eine variable Verzinsung auf Basis des EURIBOR mit einem Margengitter, welches vom aktuellen Verschuldungsgrad der Schweizer Electronic AG abhängt.

Zur Verbesserung der Eigenkapitalausstattung des Werkes in China ist für die Zukunft auch eine weitere Eigenkapitalmaßnahme in ähnlicher Größenordnung wie die im Januar 2022 erfolgte Beteiligung an der Schweizer Electronic China durch einen strategischen Investor geplant. Es wird hier auch auf den nachfolgenden Prognosebericht verwiesen.

Die Betriebsmittel-Kreditlinien betrugen Ende des Jahres 2021 7,2 Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag lag keine Inanspruchnahme der Linien vor.

Im Gegensatz zu den langfristigen Kreditlinien sind alle kurzfristigen Kreditlinien unbefristet und nicht besichert. China standen zum 31.12.2021 noch keine Betriebsmittellinien zur Verfügung. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 13,2 Mio. EUR (2020: 4,6 Mio. EUR). Darin enthalten sind zum 31. Dezember 2021 valutierende Darlehen in Höhe von 7,1 Mio. EUR aus dem KfW-Sonderdarlehen, welche Ende Juni 2022 fällig werden. Des Weiteren wird ein Teil der übrigen langfristigen Finanzverbindlichkeiten des Vorjahres im Jahr 2022 fällig, was zu einer Umgliederung in Höhe der planmäßigen Tilgungen in den Kurzfristbereich führte. Im Geschäftsjahr wurden eine Sale-and-Lease-Back-Finanzierung einer Großanlage am Standort Schramberg und verschiedene Forderungsabtretungen als Finanzierungsinstrumente verwendet.

Entwicklung der Liquiditätslage

Die liquiden Mittel betrugen zum Bilanzstichtag 14,4 Mio. EUR. Dies entspricht einer Abnahme um -8,6 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr.

Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit belief sich im Geschäftsjahr auf -14,8 Mio. EUR und sank im Vergleich zum Vorjahr um -6.9 Mio. EUR (2020: -8,0 Mio. EUR). Neben dem um +1,1 Mio. EUR höheren EBITDA wirkte sich insbesondere die zusätzliche Kapitalbindung durch das Working Capital in Höhe von -7,1 Mio. EUR, hier vor allem durch den Aufbau von Vorräten, aus. Unterjährig wurden Forderungsabtretungsgeschäfte mit einem Kreditinstitut getätigt. In dem Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit ist ein daraus resultierender Effekt zum Stichtag in Höhe von +6,1 Mio. EUR enthalten. Die zahlungswirksamen Investitionen betrafen hauptsächlich den zahlungswirksamen Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten für den Produktionsstandort in China in Höhe von -24,0 Mio. EUR. Dem gegenüber ergaben sich Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen im Wege einer Sale-and-Lease-Back-Transaktion in Höhe von +4,9 Mio. EUR. Auf der Grundlage von im Vorjahr und im Geschäftsjahr getätigten Investitionen wurden Zuwendungen aus öffentlicher Hand in Höhe von +20,3 Mio. EUR (2020: +4,0 Mio. EUR) eingenommen. Insgesamt betrachtet saldierte sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit auf +1,2 Mio. EUR. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres wurden restliche Mittel aus dem Sonderprogramm der KfW in Höhe von 3,5 Mio. EUR abgerufen und weitere Mittel aus der Langfrist-Darlehenszusagen des lokalen Konsortiums der Hausbanken in China in Höhe von 9,6 Mio. EUR aufgenommen. Dieser Neuverschuldung stehen Tilgungs- und Zinszahlungen in Höhe von 9,3 Mio. EUR gegenüber, so dass sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit auf +3,6 Mio. EUR (2020: +12,9 Mio. EUR) belief. Insgesamt betrug die wechselkursbereinigte Veränderung des Finanzmittelfonds -8,6 Mio. EUR (2020: -11,4 Mio. EUR).

Cashflow

(in Mio. EUR)

in Mio. EUR 2021 2020
Cashflow aus Geschäftstätigkeit -14,8 -8,0
Cashflow aus Investitionstätigkeit 1,2 -15,5
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 3,6 12,9

Entwicklung der Vermögenslage (IFRS)

Gegenüber dem Vorjahr reduzierte sich das Gesamtvermögen um -14,4 Mio. EUR auf 182,3 Mio. EUR.

Das langfristige Vermögen nahm um +5,6 Mio. EUR auf 117,1 Mio. EUR zu. Wesentliche Ursache war die Erhöhung der Nutzungsrechte gem. IFRS 16 um +5,5 Mio. EUR, im Wesentlichen infolge der Leasingfinanzierung einer Großanlage am Standort Schramberg. Der Buchwert der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte stieg um +0,7 Mio. EUR auf 101,6 Mio. EUR (2020: 100,9 Mio. EUR) an.

Die planmäßig verlaufenden Investitionen zum Ausbau der Produktion am Standort China beliefen sich auf 9,4 Mio. EUR. Am Standort Schramberg wurden 8,5 Mio. EUR investiert. Insgesamt betrug die Investitionen der SCHWEIZER-Gruppe 17,9 Mio. EUR (2020: 22,5 Mio. EUR).

Die Aktiva im kurzfristigen Bereich nahmen gegenüber dem Stand am Jahresende um -20,0 Mio. EUR auf 65,2 Mio. EUR (2020: 85,1 Mio. EUR) ab.

Maßgeblich waren hierbei die Reduzierung der sonstigen Vermögenswerte in Höhe von -15,9 Mio. EUR auf 7,3 Mio. EUR, der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von -2,8 Mio. EUR auf 17,0 Mio. EUR und die um 8,6 Mio. EUR gesunkenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Der Rückgang der sonstigen Vermögenswerte ergab sich im Wesentlichen aus den im ersten Halbjahr erhaltenen Zuwendungen seitens der staatlichen Behörden in China. Im Gegenzug erhöhten sich die Vorräte um +8,8 Mio. EUR auf 18,1 Mio. EUR. Die liquiden Mittel betrugen Ende des ersten Halbjahres des Geschäftsjahres 14,4 Mio. EUR (31.12.2020: 23,0 Mio. EUR).

Das Eigenkapital verringerte sich hauptsächlich aufgrund des negativen Konzernergebnisses auf 9,7 Mio. EUR (31.12.2020: 34,3 Mio. EUR). Positiv wirkte sich hierbei das sonstige Ergebnis mit einem Beitrag in Höhe von +1,9 Mio. EUR aus. Die Eigenkapitalquote verringerte sich um -12,1 Prozent-Punkte auf 5,3 Prozent.

Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich um insgesamt um +9,4 Mio. EUR auf 94,4 Mio. EUR. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen um +0,8 Mio. EUR auf 81,1 Mio. an, die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich um +8,6 Mio. EUR. Auf diesen Anstieg entfielen 7,1 Mio. EUR für das KfW-Sonderdarlehen, welches im Jahr 2022 fällig wird. Die Netto-Verschuldung als Verhältnis von Netto-Bankschulden zum Eigenkapital beträgt rd. 823 Prozent (31.12.2020: rd. 181 Prozent). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nahmen um -4,0 Mio. EUR auf 32,3 Mio. EUR (31.12.2020: 36,3 Mio. EUR) ab. Dieser Rückgang ist maßgeblich auf die zum Vorjahr verminderten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen insbesondere im Zusammenhang mit dem fertiggestellten Bau in China zurückzuführen. Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten stiegen um +1,1 Mio. EUR auf 2,0 Mio. EUR an.

KENNZAHLEN ZUR UNTERNEHMENSSTEUERUNG

Die finanziellen Steuerungsgrößen des Unternehmens beziehen sich auf vier Kategorien:

Wirtschaftlichkeit
Wachstum und Investitionen
Kapitalbindung
Finanzierung

Die Erreichung der Kategorie-Ziele wird anhand von verschiedenen Kennzahlen gemessen und gegen die gesetzten Ziele verglichen. Nachfolgender Vergleich bezieht sich auf die Zielerreichung im Vergleich zur am 23. April 2021 veröffentlichten Prognose des Geschäftsberichts 2020 bzw. deren Anpassung vom 23. Juli 2021.

1. Wirtschaftlichkeit

Schweizer beurteilt die Wirtschaftlichkeit durch die Profitabilitätskennzahlen EBITDA in EUR und EBITDA-Quote. Die EBITDA-Quote zeigt das EBITDA im Verhältnis zum Umsatz in Prozent. Das EBITDA in EUR repräsentiert innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung eine Rentabilitätskennzahl, die auch eine hohe Korrelation zum Cashflow aufweist. So kann es beispielsweise sinnvoll sein, zusätzliche Umsatzpotenziale mit Handelswaren zu erschließen, obwohl die entsprechende Marge unterhalb der bisherigen Durchschnittsmargen liegt. Dadurch kann beispielsweise das Potenzial einer Innen- und Fremdfinanzierung für Investitionen und Entwicklungsleistungen des Unternehmens steigen. Die EBITDA-Quote misst hingegen die Qualität des Umsatzes in Bezug auf die Profitabilität. Zur Sicherstellung der Ausgewogenheit von quantitativem und qualitativem Wachstum haben beide Kennzahlen bei SCHWEIZER eine gleichhohe Wichtigkeit.

Schweizer prognostizierte im Geschäftsbericht 2020 eine EBITDA-Quote von 0 bis -6 Prozent für das Geschäftsjahr 2021. Diese Prognose stützte sich einerseits auf die erwartete signifikante Verbesserung der Geschäftsaussichten gegenüber dem Jahr 2020, die volle Wirksamkeit der Restrukturierungsmaßnahmen am Standort Schramberg und eine bessere Fixkostendeckung durch den Produktionshochlauf von Technologieprodukten am Standort in China. Im Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2021 wurde die Erwartung für die EBITDA-Quote auf -5 bis -10 Prozent korrigiert. Ausschlaggebend für die Aktualisierung der bisherigen Einschätzung waren die sich unterjährig abzeichnenden ungünstigen Entwicklungen. Insbesondere waren dies die stark gestiegenen Rohstoffpreise bei geringen Verkaufsmargen sowie die strikten Reisebeschränkungen infolge der Null-Covid-Strategie der chinesischen Regierung. Letztere hat den Zeitplan für den Technologietransfer und die Qualifizierung behindertet und zu deutlich über dem Plan liegenden Anlaufverlusten des Werkes in China geführt.

Die ursprünglich am 23. April 2021 veröffentlichte Prognose mit einer EBITDA-Quote von 0 bis -6 Prozent entsprach einer Bandbreite des EBITDA zwischen 0 und -7,7 Mio. EUR. Die Korrektur der Prognose zum 23. Juli 2021 entsprach einer Bandbreite zwischen -5,9 und -12,8 Mio. EUR. Das tatsächlich erreichte EBITDA des Geschäftsjahres beträgt -8,5 Mio. EUR.

2. Wachstum und Investition

Schweizer misst die Kategorie Wachstum und Investition anhand der Kennzahlen Wachstumsquote und Investitionsquote. Die Wachstumsquote zeigt die Veränderung des Umsatzes im Vergleich zur Vorperiode in Prozent. Für das Jahr 2021 setzte sich SCHWEIZER ein Wachstumsziel in Höhe zwischen +20 bis +30 Prozent, was in etwa einem Zielumsatz zwischen 120 und 130 Mio. EUR entsprach.

Im Geschäftsjahr wurde ein tatsächlicher Umsatz in Höhe von 122,7 Mio. EUR erwirtschaftet. Dies entspricht einer Steigerung von +24,8 Prozent zum Vorjahr.

Das Verhältnis von Cashflow aus Investitionstätigkeit (ohne Desinvestitionen) und dem EBITDA in EUR repräsentiert die Investitionsquote. Aufgrund der negativen EBITDA-Prognose war eine Berechnung der Investitionsquote für 2021 nicht zielführend. Gruppenweit lag die Erwartung für die Gesamtinvestitionen im Jahr 2021 bei einem Betrag von 17,5 Mio. EUR. Die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen (ohne Desinvestition) beliefen sich auf 17,9 Mio. EUR.

3. Kapitalbindung

Ein wichtiger Faktor des Liquiditätsmanagements ist die Optimierung der Kapitalbindung. Die Kapitalbindung wird anhand des Working Capital gemessen. Das Working Capital ist die Differenz zwischen kurzfristigem Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Die Berechnung erfolgt durch Abzug der kurzfristigen Verbindlichkeiten des Umlaufvermögens (exklusive liquider Mittel). Seitens der Kunden wächst der Druck zu längeren Zahlungszielen und zur Einrichtung von Konsignationslagern. Längere Zahlungsziele kombiniert mit einem höheren Umsatzvolumen führen zu einem Anstieg der Forderungsbestände und somit des Vorfinanzierungsbedarfs.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Bestandsmanagement. Im Rahmen des Working Capital Management wird angestrebt, die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, an Halbfertigfabrikaten sowie an Fertigwarenbeständen zu reduzieren. Die Aufgabe des Working Capital Management ist es, die Lieferantenverbindlichkeiten durch Management der Zahlungsziele beziehungsweise der Einrichtung von Konsignationslagern zu optimieren. SCHWEIZER zieht aus Rentabilitätsoptimierungsgründen wo immer möglich die Nutzung potenzieller Skontoerträge konsequent vor. Dies stellt sich insbesondere in der derzeitigen Niedrigzinsphase kombiniert mit hohen Liquiditätsbeständen als attraktive Alternative dar, selbst wenn das Working Capital dadurch nicht minimiert werden kann.

Schweizer hatte im Geschäftsbericht des letzten Jahres ein entsprechend der Umsatzveränderung ansteigendes Working Capital prognostiziert. Das Working Capital betrug im Geschäftsjahr 9,0 Mio. EUR. Somit ergab sich gegenüber dem Vorjahr, in welchem das bereinigte Working Capital infolge aufgelaufener Forderungen aus Zuwendungen der staatlichen Institutionen in China -4,8 Mio. EUR betrug, ein Anstieg in Höhe von +13,8 Mio. EUR. Maßgeblich für die Erhöhung des Working Capital waren die erwartete Erhöhung der Vorräte um +8,8 Mio. EUR und die Verminderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um -4,0 Mio. EUR, welche im Vorjahr noch Verbindlichkeiten aus der fertiggestellten Gebäudeerrichtung beinhalteten. Das Umlaufvermögen des Geschäftsjahres erhöhte sich gegenüber dem bereinigten Umlaufvermögen des Vorjahres wie erwartet um +11,8 Mio. EUR bzw. +30,4 Prozent. Ohne eine Bereinigung des Wertes um die staatlichen Zuwendungen chinesischer Institutionen im Jahr 2020 hätte sich eine Verminderung des Umlaufvermögens in Höhe von -11,4 Mio. EUR bzw. -18,4 Prozent ergeben.

4. Finanzierung

Schweizer konzentrierte sich in den Jahren vor der Direktinvestition in China auf sehr stabile Bilanzstrukturen, hohe Eigenkapitalquoten und eine sehr geringe Verschuldung. Die Kennzahlen, anhand derer die Zielkategorie 'Finanzierung' gemessen wird, sind die Eigenkapitalquote und der Nettoverschuldungsgrad. Für das Jahr 2021 wurde im Geschäftsbericht 2020 eine deutliche Verringerung der Eigenkapitalquote auf eine Bandbreite zwischen 10 bis 15 Prozent prognostiziert. Im Konzernzwischenabschluss des ersten Halbjahres 2021 wurde diese Erwartung mit dem Hinweis auf die Prüfung von Kapitalmaßnahmen zur Verbesserung der Eigenkapitalausstattung bestätigt. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich im Geschäftsjahr um -12,1 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent. Der Abschluss der geplanten Kapitalmaßnahmen zur Verbesserung der Eigenkapitalausstattung durch eine Direktinvestition eines weiteren Investors in die chinesische Tochtergesellschaft hatte sich auf Januar 2022 verschoben. Unter Berücksichtigung, dass diese Kapitaltransaktion noch im Jahr 2021 stattgefunden hätte, läge die Eigenkapitalquote bei 10,5 Prozent.

Der Nettoverschuldungsgrad errechnet sich aus den verzinslichen Verbindlichkeiten abzüglich der Liquiditätsbestände im Verhältnis zum Eigenkapital. Für das Jahr 2021 wurde ein deutlicher Anstieg des Nettoverschuldungsgrades erwartet. Der tatsächliche Nettoverschuldungsgrad zum 31.12.2021 betrug 823 Prozent (2020: 181 Prozent).

Die folgende Tabelle zeigt die Erreichung der Zielwerte im Geschäftsjahr 2021.

Zielerreichung des SCHWEIZER-Konzerns

Ist 2020 Ziel 2021 Ist 2021
Prognose Geschäftsbericht am 23. April 2021 Prognoseanpassung am 23. Juli 2021
--- --- --- --- ---
Umsatz / im Vgl. zu Vj. 98,3 Mio. EUR / -18,6% +20% bis +30% - 122,7 Mio. EUR / +24,8%
EBITDA-Quote -9,7% -6% bis 0% -10% bis -5% -6,9%
Working Capital -18,4 Mio. EUR, bereinigt -3,9 Mio. EUR steigend entsprechend Geschäftsvolumen - 9,0 Mio. EUR
Nettoverschuldungsgrad 181% deutlicher Anstieg - 823%
Eigenkapitalquote 17,4% 10% bis 15% - 5,3%

SCHWEIZER ELECTRONIC AG

Erläuterungen nach HGB

Die Schweizer Electronic AG mit Sitz in Schramberg AG ist die Muttergesellschaft des sieben Unternehmen umfassenden SCHWEIZER-Konzerns. In Schramberg befindet sich neben dem seit dem Frühjahr 2020 operativen Werk in China eine Produktionsstätte für Leiterplatten, die Forschung- und Entwicklung, der zentrale Vertrieb und die zentralen Verwaltungsfunktionen der Gruppe. Der Abschluss der Schweizer Electronic AG wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Entwicklung der Ertragslage

Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB (Kurzfassung)

2021

TEUR
2020

TEUR
Umsatzerlöse 90.559 76.146
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -75.703 -69.057
Bruttoergebnis vom Umsatz 14.856 7.089
Vertriebskosten -4.051 -4.078
Allgemeine Verwaltungskosten -10.319 -10.202
Sonstige betriebliche Erträge 3.043 2.257
Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.514 -2.564
Erträge aus Beteiligungen 0 -5
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 10 7
Abschreibungen auf Finanzanlagen 0 -111
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.484 -1.535
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag +2.296 -4
Ergebnis nach Steuern/Jahresfehlbetrag 2.837 -9.146
Verlustvortrag (Vj. Gewinnvortrag) -5.895 3.251
Bilanzverlust -3.057 -5.895

Die Schweizer Electronic AG erzielte im Berichtsjahr einen Umsatz in Höhe von 90,6 Mio. EUR (2020: 76,1 Mio. EUR), was einer Steigerung um +18,9 Prozent entspricht. Damit wurde das im Vorjahr prognostizierte moderate Umsatzwachstum übertroffen. Dieser Anstieg war geprägt von der bereits im vierten Quartal 2020 eingetretenen und im Geschäftsjahr fortgesetzten gesamtwirtschaftlichen Erholung vom Wirtschaftseinbruch im Jahr 2020 infolge der Corona-Pandemie. Die hohe Dynamik der Nachfrage zeigte sich auch in einer Steigerung der Auftragseingänge des Geschäftsjahrs zum Vorjahr um +155,0 Prozent auf 134,9 Mio. EUR.

Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2021 erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um +57,2 Prozent auf 136,4 Mio. EUR. Von diesem Gesamtbestand sind Leiterplatten im Wert von 90,6 Mio. EUR zur Auslieferung im Jahr 2022 terminiert.

Die Bruttomarge erhöhte sich um +7,8 Mio. EUR auf 14,9 Mio. EUR und entsprach 16,4 Prozent vom Umsatz (2020: 9,3 Prozent).

Die Vertriebskosten lagen mit 4,1 Mio. EUR auf gleichem Niveau wie im Vorjahr (2020: 4,1 Mio. EUR). Die Verwaltungskosten stiegen moderat um +0,1 Mio. EUR auf 10,3 Mio. EUR (2020: 10,2 Mio. EUR).

Das Betriebsergebnis / EBIT im Geschäftsjahr betrug +2,0 Mio. EUR (2020: -7,5 Mio. EUR). Die EBIT-Quote lag bei +2,2 Prozent (2020: -9,8 Prozent). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf +6,6 Mio. EUR (2020: -3,1 Mio. EUR). Dies entspricht einer EBITDA-Quote von +7,3 Prozent (2020: -4,0 Prozent), die die Vorjahresprognose von +3 bis +7 Prozent leicht übertraf.

Infolge der Aktivierung nutzbarer steuerlicher Verlustvorträge ergab sich ein steuerlicher Ertrag in Höhe von +2,3 Mio. EUR. Somit beläuft sich der Jahresüberschuss auf +2,8 Mio. EUR (2020: Jahresfehlbetrag von -9,1 Mio. EUR).

Entwicklung der Vermögens- und Finanzlage Bilanz nach HGB (Kurzfassung)

Aktiva

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
--- --- ---
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 801 682
Sachanlagen 26.447 33.887
Finanzanlagen 40.886 40.511
68.134 75.080
Umlaufvermögen
Vorräte 16.525 12.773
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 15.988 17.825
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 7.668 3.515
40.181 34.113
Rechnungsabgrenzungsposten 316 202
Aktive latente Steuer 3.641 1.297
Summe Aktiva 112.272 110.693
Passiva
Eigenkapital 49.119 46.281
Rückstellungen 13.797 13.960
Verbindlichkeiten 49.357 50.452
Summe Passiva 112.272 110.693

Zum 31. Dezember 2021 stieg die Bilanzsumme der Schweizer Electronic AG um +1,6 Mio. EUR auf 112,3 Mio. EUR an.

Das Anlagevermögen ging gegenüber dem Vorjahr um -6,9 Mio. EUR auf 68,1 Mio. EUR zurück. Im Wege einer Sale-and-Lease-Back Finanzierung wurde im Geschäftsjahr eine Großanlage mit einem Verkaufspreis von 4,9 Mio. EUR an ein Kreditinstitut veräußert.

Das Umlaufvermögen erhöhte sich um +6,1 Mio. EUR auf 40,1 Mio. EUR. Hier wirkten sich maßgeblich eine Erhöhung der liquiden Mittel um +4,2 Mio. EUR und der Aufbau von Vorräten in Höhe von +3,8 Mio. EUR aus. Demgegenüber reduzierten sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen um -1,8 Mio. EUR. Am 20. Dezember des Geschäftsjahres wurde ein Teil der Forderungen in Höhe von 6,6 Mio. EUR an ein Kreditinstitut regressfrei verkauft. Von diesen abgetretenen Forderungen waren Forderungen in Höhe von 0,4 Mio. EUR noch nicht fällig. Durch eine Sale-and-Lease-Back-Finanzierung sowie Forderungsabtretungen sind der Gesellschaft unterjährig liquide Mittel in Höhe von 33,7 Mio. EUR zugeflossen. Der Liquiditätseffekt zum Stichtag liegt bei 10,2 Mio. EUR. Der Anstieg in den Aktiven latenten Steuern beträgt +2,3 Mio. EUR.

Das Eigenkapital stieg zum Bilanzstichtag infolge des Jahresüberschusses um 2,8 Mio. EUR auf 49,1 Mio. EUR an. Die Eigenkapitalquote beträgt somit 43,8 Prozent (31. Dezember 2020: 41,8 Prozent) und hat sich entgegen des im Vorjahr prognostizierten Rückgangs erhöht.

Aufgrund der engen Verflechtung und ihres Gewichts in der Konzerngruppe spiegelt sich die Zielerreichung der Schweizer Electronic AG in der Zielerreichung des Konzerns wider. Die im Vorjahr prognostizierte Entwicklung der Geschäftstätigkeit der Gruppe für das Geschäftsjahr ergibt sich auch wesentlich aus der Entwicklung der Zielgrößen der Muttergesellschaft. Der Umsatz mit im Werk Schramberg produzierten Leiterplatten in Höhe von 79,4 Mio. EUR (2020: 68,4 Mio. EUR) wies eine Steigerungsrate von +16,1 Prozent auf. Das EBITDA verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um +9,7 Mio. EUR und erlangte eine Quote von +7,3 Prozent vom Umsatz (2020: -4,0 Prozent). Damit lag die Ergebnisentwicklung über den Planerwartungen. Die Netto-Verschuldung sank um -4,0 Mio. EUR auf 30,8 Mio. EUR. Im Geschäftsjahr wurde die zweite Tranche des KfW-Sonderdarlehens in Höhe von 3,5 Mio. EUR aufgenommen. Dem gegenüber standen planmäßige Tilgungen von langfristigen Darlehen in Höhe von 3,4 Mio. EUR. Die prognostizierte leichte Abnahme des Verschuldungsgrades ist eingetreten.

Prognosebericht (HGB)

Die im Prognosebericht des SCHWEIZER-Konzerns aufgeführte Einschätzung der Geschäftsentwicklung gilt auch als Prämisse für die Prognose der Kennzahlen der Schweizer Electronic AG.

Für den Produktionsstandort in Deutschland wird im Jahr 2022 ein Umsatzwachstum zwischen +10 und +20 Prozent erwartet. Die EBITDA-Quote wird zwischen +5 bis +7 Prozent vom Umsatz prognostiziert. Es wird ferner damit gerechnet, dass der Netto-Verschuldungsgrad leicht abnimmt und sich die Eigenkapitalquote moderat erhöht.

PROGNOSEBERICHT

MARKTUMFELD

Die Prognoseinstitute haben in den letzten Monaten ihre Wachstumserwartungen für das Jahr 2022 teils deutlich reduziert. Die Wachstumsprognosen für Deutschland, dem weiterhin wichtigsten Markt von SCHWEIZER, betrugen zum Jahreswechsel 2021 / 2022 noch zwischen +3,5 und +4,0 Prozent. Angesichts der Folgen des Ukrainekriegs wurde diese vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IFW) im März 2022 nochmals auf 2,1 Prozent gesenkt.

Ähnlich sind die Erwartungen für den Euroraum, welche bei rund +2,8 Prozent Wachstum liegen. Damit liegt sowohl Deutschland als auch Europa unterhalb des erwarteten weltweiten Wirtschaftswachstums von +3,5 Prozent. Die größten Steigerungsraten erwartet das IfW in Indien mit 9,2 Prozent und in Ostasien mit 5,2 Prozent. Für China und die Vereinigten Staaten, Länder, die für Schweizer eine zunehmend wichtige Rolle bei den Absatzmärkten einnehmen werden, wird mit +4,8 Prozent bzw. +3,1 Prozent ein Wachstum etwa in Höhe der Weltwirtschaft erwartet.

Insgesamt wird davon ausgegangen, dass sich das Wachstum im Vergleich zum Jahr 2021 etwas abschwächt.

Die wesentlichen Punkte, welche Einfluss auf die Wachstumsparameter haben, sind die anhaltenden Probleme im internationalen Lieferverkehr, die Corona-Infektionswelle sowie politische Krisen insbesondere der Russland-Ukraine Konflikt. Diese Faktoren belasten die Konjunktur länger als erwartet. Für Deutschland könnte die Summe der negativen Faktoren sogar zu einem Schrumpfen der Wirtschaft im ersten Quartal führen. Es bleibt abzuwarten, wann eine nachhaltige Erholung der wirtschaftlichen Situation eintreten wird. Positive Signale bei der Bauteileversorgung bestehen. Wie nachhaltig diese sein werden, ist zum Redaktionszeitpunkt noch offen. Die Einschränkungen aus der aktuellen Corona-Welle werden vermutlich gegen Ende des ersten Quartals 2022 weitgehend beseitigt sein. Offen bleibt, wie die pandemische Entwicklung zum Herbst sein wird bzw. ob neue Virusvarianten die Oberhand gewinnen. Für China ergibt sich eine spezifische Lage. Dort entwickelt sich die Liefersituation mit Bauteilen positiv. Eine hohe Unsicherheit ergibt sich jedoch aus der Entwicklung der Coronapandemie in China. Die dortige strikte Null-Covid-Strategie ist per dato sehr erfolgreich. Ob dies langfristig auch für die ansteckenderen Virusvarianten erfolgreich durchgehalten werden kann, ist fraglich. Würde sich das Coronavirus in China stark ausbreiten, würde das dortige Wirtschaftswachstum ohne Zweifel negativ beeinflusst. Dies gilt auch für die verflochtenen internationalen Lieferketten. Der Russland-Ukraine Konflikt kann Teile der europäischen Technologie-Wertschöpfungskette beeinträchtigen, zusätzliche Risiken für Transportwege und einen noch stärkeren Anstieg von Rohstoff- und Energiepreisen auslösen.

Während für die globale Gesamtwirtschaft noch im Jahr 2022 eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau erwartet wird, fallen die Prognosen für die Automobilindustrie pessimistischer aus. Die Automobilproduktion wurde bereits im Jahr 2021 überproportional stark von der Halbleiterkrise getroffen. Es wird erwartet, dass auch im Jahr 2022 die vorhandene Nachfrage nach Fahrzeugen aufgrund der Knappheit an Halbleitern nicht befriedigt werden kann. Dieser Effekt sollte sich aber nach und nach abschwächen, so dass im vierten Quartal 2022 die Nachfrage nach Automobilen weitgehend gedeckt werden könnte. Weltweit wird mit einer Steigerung des Absatzes an Fahrzeugen (bis 6 Tonnen) von +6,0 Prozent auf rund 86 Mio. Einheiten gerechnet. Dies wäre eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr, in dem das Wachstum lediglich +4,4 Prozent betrug. Dies ist dennoch deutlich unter den Absatzzahlen von 2018, als ca. 95 Mio. Fahrzeuge verkauft wurden. Insbesondere das zweite Halbjahr 2021 wurde immens durch die Halbleiterengpässe beeinträchtigt.

Die optimistischere Entwicklung im Jahr 2022 basiert auf einer schrittweisen Beseitigung der Halbleiter-Engpässe und einer Normalisierung der internationalen Lieferketten. In Europa wird mit einem überdurchschnittlichen Anstieg der Pkw-Absatzzahlen von +6,5 Prozent gerechnet. Damit könnte das Vorkrisenniveau in Europa bei weitem noch nicht erreicht werden. Auch Nordamerika und Asien (ohne China) wachsen voraussichtlich stärker als der weltweite Durchschnitt. Der chinesische Automarkt wird mit einem Anstieg von +4,3 Prozent nur unterdurchschnittlich wachsen. Hierbei ist zu allerdings zu berücksichtigen, dass China mit einem erwarteten Absatz im Jahr 2021 von 26,6 Mio. Fahrzeugen das Vorkrisenniveau bereits wieder übertroffen hat.

Die technologischen Trends für die Automobilindustrie setzten sich auch im Jahr 2022 voraussichtlich fort. Die Corona-Pandemie hat den Trend zur Elektromobilität sogar noch verstärkt. Nach dem Benzinantrieb werden batteriebetriebene Fahrzeuge voraussichtlich den zweithöchsten Marktanteil in Deutschland erreichen. Das autonome Fahren und die Vernetzung entwickeln sich dynamisch fort. Für die Automobilelektronik wird mit einem jährlichen Wachstum von 6,7 Prozent bis zum Jahr 2030 gerechnet. Der wichtigste Markt für batteriebetriebene Fahrzeuge ist China mit einem erwarteten Volumen von 5 Mio. Einheiten im Jahr 2022, dahinter Europa mit 2 Mio. und die USA mit 0,8 Mio. Elektrofahrzeugen. Somit wächst der Markt für Batterieelektrische Fahrzeuge mit +70 Prozent wesentlich stärker als der Gesamtmarkt.

Es wird erwartet, dass bis 2030 der weltweite Umsatz für Automobilelektronik auf 417 Mrd. USD steigen wird - was fast eine Verdoppelung im Vergleich zum Jahr 2020 wäre. Pro Automobil steigt die Anzahl der Sensoren und Kontrolleinheiten deutlich an. Hybrid und Elektro forcieren den Einsatz von Hochvolt-Komponenten. Beides sind Bereiche, in denen SCHWEIZER ein umfangreiches Produktportfolio anbietet.

Von der zunehmenden Bedeutung der Elektronik wird auch die Leiterplattenbranche profitieren. Nachdem im Vorjahr insbesondere Elektronikanwendungen außerhalb des Automobilsektors von der Pandemie profitierten - namentlich die Spieleindustrie oder die mobile Kommunikation - erwarten wir ab dem Jahr 2022, dass auch die Anbieter von Leiterplatten für die Automobilindustrie deutlicher am Aufschwung teilhaben werden.

Auf dieser Basis rechnen wir für das Jahr 2022 mit einer Erhöhung des weltweiten Leiterplattenbedarfs für die Automobilindustrie von rund +10 bis +12 Prozent. Bis zum Jahr 2026 rechnen wir mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von Leiterplatten für die Automobilindustrie von +7 Prozent. Dies ist höher als das durchschnittlich erwartete jährliche Wachstum von +6 Prozent für den weltweiten Leiterplattenmarkt. Aus technologischer Sicht würde dies ein überdurchschnittlich starkes Wachstum bei Multilayer und HDI Technologien mit sich bringen.

MATERIALPREISE UND MATERIALVERFÜGBARKEIT

Das Jahr 2021 stellte produzierende Unternehmen vor große Herausforderungen auf dem Beschaffungsmarkt für Rohstoffe, Materialien und Energie. Dies galt auch für die Leiterplattenindustrie. Verfügbarkeit, Lieferzeiten, Transportkapazitäten und Rohstoffkosten entwickelten sich zu einer großen Herausforderung. Zum Berichtszeitpunkt zeichnet sich eine Tendenz zur Normalisierung der Lieferzeiten ab, was ein Indikator für eine schrittweise Annäherung von Nachfrage und Angebot ist. Die Materialpreise verharren auf dem hohen Niveau. Dies ist auch den weiterhin sehr hohen Transportkosten aus Asien geschuldet. Für das Jahr 2022 sehen wir bei unseren wichtigsten Materialien weiterhin eine Tendenz zur Stabilisierung auf hohem Niveau, wobei wir im zweiten Halbjahr eine leichte Entspannung bei den Preisen erwarten. Dies wird jedoch stark von der weiteren Entwicklung der Rohstoffkosten, insbesondere Kupfer, Aluminium und Gold abhängen. Besonders in Deutschland wird auch im Jahr 2022 mit steigenden Energiekosten gerechnet.

Insgesamt erwarten wir für das Jahr 2022 eine neutrale Entwicklung der summarischen Einkaufspreis-Situation. Eine leicht positive Entwicklung der Zuliefermaterialpreise wird durch die Verteuerung der Energiekosten voraussichtlich weitgehend neutralisiert. Die neuesten Entwicklungen im Ukraine-Konflikt könnten zudem zu einer weiteren Verteuerung der Energiepreise führen.

(Quellen: Stand Dez/Jan basierend auf Ifo, IWH, IfW, RWI, Bundesregierung | IfW Kiel, März 2022 | LBBW, Jan 2022)

AUSBLICK FÜR SCHWEIZER

Auch für das Jahr 2022 erwarten wir positive Impulse für das Geschäftsvolumen. Diese Erwartung wird getrieben durch den fortschreitenden Hochlauf des Werkes in China und einer stärkeren Auslastung im Werk Schramberg. Die Profitabilität wird, entsprechend dem Jahr 2021, deutlich von der Entwicklung im chinesischen Werk bestimmt sein. Bilanziell wird ein Schwerpunkt auf die Stärkung der Eigenkapitalbasis gelegt, insbesondere bei unserer chinesischen Tochtergesellschaft. Durch das anhaltende Wachstum wird zudem die Finanzierung des ansteigenden Working Capital eine zentrale Rolle einnehmen.

Umsatzprognose

Wir erwarten auch für das Jahr 2022 stärker als der Gesamtmarkt zu wachsen. In Abwägung der aktuell bekannten Chancen und Risiken prognostizieren wir für diesen Zeitraum ein weiteres Umsatzwachstum zwischen +10 und +20 Prozent, was einer Spanne von circa 135 bis 150 Mio. EUR entspricht. Die zusätzlichen globalen Unsicherheiten durch die Ukraine-Krise wurden hier mitberücksichtigt. Aufgrund der Dynamik dieser Krise, können wir die Auswirkungen auf unseren Umsatz mit Leiterplatten noch nicht genau beziffern. Wir erwarten aber zusätzliche Störungen der Supply Chain, insbesondere für die europäische Automobilindustrie. Beispielsweise spielt die Ukraine eine wichtige Rolle bei Bordnetzen, welche bei Schließung der lokalen Produktionsstätten zu Produktionsausfällen bei den Automobilproduzenten führen können. Ferner könnte eine Abkühlung der Nachfrage nach Automobilen durch die signifikant gestiegenen Preise für Treibstoff eintreten.

Diese könnte durch die gestiegenen Unsicherheiten zu einer Kaufzurückhaltung von Investitionsgütern führen.

Wir erwarten, dass alle globalen Regionen zum Umsatzwachstum von SCHWEIZER beitragen. Durch die neu aufgebaute Vertriebsstruktur in Nordamerika erwarten wir positive Impulse insbesondere in den USA und Kanada aus den Bereichen Mobility und Non-Mobility. Auch in Europa wird mit einem weiteren Ausbau der Marktanteile gerechnet. Dies basiert insbesondere auf dem Serienanlauf der Embedding-Technologie und dem breiten Angebot wettbewerbsfähiger Leiterplattentechnologien aus dem Werk in China auch für den europäischen Markt. Wie bereits im Vorjahr erwarten wir im Jahr 2022 für den asiatischen Markt die größte Umsatzsteigerung. Hier wird unser Werk in China wesentlich dazu beitragen können, steigende Anteile an der lokalen asiatischen Supply-Chain zu sichern.

Ergebnisentwicklung

Für das Jahr 2022 rechnen wir mit einer Verbesserung des Konzernergebnisses im Vergleich zum Jahr 2021. Wir gehen dabei von einer EBITDA-Quote von -4 bis +1 Prozent in Bezug auf den Umsatz aus. Der Eintritt der prognostizierten Umsatzsteigerung würde sich überproportional positiv auf die Fixkostendegression beider Standorte auswirken.

Für den Standort Schramberg erwarten wir einen großen Schritt in Richtung Vor-Corona-Niveau. Der Trend zu komplexen Leiterplatten hält unvermindert an. Schramberg, das größte Leiterplattenwerk Europas, gewinnt auch globalstrategisch an Bedeutung und trägt zur Sicherung der europäischen Elektronik-Supply-Chain bei. Wir rechnen damit, dass sich für das Werk in Schramberg auch im Jahr 2022 die Verteuerung der Einsatzfaktoren nicht spürbar verändert bzw. verbessert. Der Druck auf die Rohstoffmärkte bleibt hoch, so dass bei den wichtigsten Industriemetallen weiterhin keine deutliche Entspannung absehbar ist. Wir gehen davon aus, dass die aktuellen Spannungen mit Russland, ein wichtiger Lieferant von bestimmten Rohstoffen, hierzu einen zusätzlichen negativen Einfluss haben wird. Wir erwarten, dass steigende Energiekosten und anhaltend hohe Logistikkosten auch im Jahr 2022 die Margen belasten. Andererseits wirken sich die bereits im Jahr 2019 begonnen Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz am Standort Schramberg positiv aus, so dass wir davon ausgehen, dass sich die aufgeführten negativen Einflussfaktoren weitgehend neutralisieren werden.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Standorts in China wird auch im Jahr 2022 einen wesentlichen Einfluss auf die Profitabilität der Gruppe haben. Für die chinesische Tochtergesellschaft wird das Jahr 2022 ein Brückenjahr zwischen dem Ramp-Up Jahr 2021 und dem Jahr 2023 sein, welches durch die Volumenproduktion hochwertiger Leiterplattentechnologien insbesondere für den Export nach Europa und USA charakterisiert sein soll. Schwerpunkt wird die Fortentwicklung der Produktionsprozesse sein, wie beispielsweise die Embedding-Technologie, die im Jahr 2023 und 2024 auch in China in Serie gehen soll. Diese Entwicklungsphase sieht deutlich steigende Produktionsvolumen vor, begleitet durch hohe Aufwendungen zur Vorbereitung der Prozesse für die High-Tech-Produktion. Ferner herrscht Unsicherheit, wie sich die Fortführung der chinesischen Null-Covid Strategie zukünftig mit dem Auftreten weiterer Coronavarianten auf die Bewegungsfreiheit der Menschen und den Warenverkehr auswirken wird. Diese Summe an Faktoren wird voraussichtlich auch im Jahr 2022 zu einem negativen EBITDA-Beitrag in der Größenordnung zwischen -9 Mio. EUR und -12 Mio. EUR der chinesischen Einheit für die Gruppe führen.

Investitionen

Schwerpunkt der Investitionen sollen die Kapazitätsausweitung und Technologieinvestitionen am Standort in China sein. Ebenso werden wir unsere Aktivitäten auf die Digitalisierung und den Einsatz von künstlicher Intelligenz sowie den Ausbau der Automatisierung im Produktionsbereich beider Standorte konzentrieren. Diese Ziele werden mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 10 bis 15 Mio. EUR für das Jahr 2022 in der Gruppe umgesetzt.

Erster Fokus am Standort in China wird die Durchführung einer weiteren Investitionsphase zum Kapazitätsaufbau sein. Bis Ende 2022 soll eine Produktionskapazität zur Verfügung stehen, die ein Umsatzvolumen ermöglicht, das die EBIT-Gewinnschwelle des Standorts sichert. Hierzu werden Prozesse erweitert, die aufgrund der zunehmenden Technologietiefe zu Engpassbereichen geworden sind. Zweiter und genauso wichtiger Fokus der Investitionen in China ist die Befähigung des Standorts für die Produktion der SCHWEIZER Chip-Embedding Technologie.

Der Standort Schramberg wird sich stark auf das Thema Digitalisierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz bei kritischen Herstellungsprozessen konzentrieren. Kapazitätserweiterungen werden zielgenau in Bereichen durchgeführt, die durch die ansteigende Produktkomplexität zum Engpass geworden sind.

Liquidität und Finanzierung

Am Standort in Schramberg rechnen wir aufgrund des operativen Geschäftsverlaufs mit einer positiven Entwicklung der Liquidität im Jahr 2022. Die weiterhin herausfordernde Situation auf den Beschaffungsmärkten bei gleichzeitig stark schwankendem Abnahmeverhalten der Kunden, aufgrund des andauernden Chip-Mangels, insbesondere in der europäischen Automobilindustrie führt voraussichtlich auch zu stärkeren Schwankungen beim Working Capital. Unterjährig könnten deutlich steigende Materialbestände auftreten. Diesen Effekt erwarten wir eher im ersten Halbjahr des Jahres 2022. In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich die Situation, insbesondere unter der Annahme sich normalisierender Beschaffungsmärkte und der Entspannung auf dem Halbleitermarkt, wieder normalisieren. Zur Überbrückung der Schwankungen stehen SCHWEIZER ausreichende Kredit- und Factoring-Linien zur Verfügung. Die Tilgungslast für Darlehen wird am Standort in Schramberg im Prognosejahr besonders hoch sein. Dafür können in ausreichendem Maße Finanzinstrumente wie Leasing, Kontokorrent- und Factoringlinien sowie Intercompany-Finanzdarlehen der Tochtergesellschaft in Singapur genutzt werden. Neben den planmäßigen Tilgungen der langfristigen Darlehen in Höhe von 3,2 Mio. EUR wird insbesondere die Rückführung des endfälligen Corona-KfW-Darlehens in Höhe von 7,1 Mio. EUR den Cashflow belasten.

Bei der chinesischen Tochtergesellschaft wird für das Jahr 2022 wie bereits im Jahr 2021 mit einem negativen operativen Cashflow gerechnet. Die zu erwartende Verbesserung in der Profitabilität wird durch einen deutlichen Anstieg des Working-Capital, ausgelöst durch die Zunahme des Geschäftsvolumens, negativ belastet. Die Finanzierung des operativen Cashflows soll durch bestehende Liquidität und zusätzlichem Eigenkapital sowie weiteren Zuflüssen von lokalen Darlehen erfolgen. Die Investitionen werden im Schwerpunkt über die zur Verfügung stehenden Mitteln aus den lokalen Projektdarlehen bestritten. Wie bereits im Januar 2022 mitgeteilt, hat sich unser Ankeraktionär WUS Printed Circuit (Kunshan) Co., Ltd. mit rund 13 Prozent an der chinesischen Tochtergesellschaft beteiligt und hierfür einen Kaufpreis von 75 Mio. CNY (rd. 10,5 Mio. EUR) entrichtet. Das Management arbeitet daran, weitere Mittel zur Stärkung des Eigenkapitals und der Liquidität des Standorts in China im Laufe des Jahres 2022 zu erschließen. Des Weiteren wurde am 30. März 2022 zwischen den Parteien WUS Printed Circuit (Kunshan) Co., Ltd. (WUS), Schweizer Electronic AG und Schweizer Electronics (Jiangsu) Co., Ltd (SEC) ein Letter of Intent gezeichnet, wonach WUS beabsichtigt, weitere Geschäftsanteile an der SEC zu einem nicht höher als 100 Mio. CNY (rd. 14,1 Mio. EUR) benannten Kaufpreis zu erwerben.

Zum Jahresende 2022 gehen wir von einer Zunahme des Working Capital, das etwas oberhalb des geplanten Umsatzwachstums liegt, aus. Diese Erwartung berücksichtigt die beschriebenen Unsicherheiten in der Supply Chain.

Die Summe der Neuaufnahme von Fremdkapital in der Gruppe wird sich im Vergleich zum Jahr 2021 wesentlich reduzieren, so dass wir von einer Stabilisierung des Nettoverschuldungsgrads im Vergleich zum Jahr 2021 ausgehen. Die Eigenkapitalquote wird zwischen +6 und +11 Prozent erwartet. Diese Prognose beinhaltet eine weitere Eigenkapitalmaßnahme in ähnlicher Größenordnung, wie die durch WUS Kunshan erfolgten Beteiligung im Januar 2022.

GESAMTAUSSAGE ZUR ENTWICKLUNG

Wir erwarten, das SCHWEIZER aufgrund ihrer strategischen Positionierung auch im Jahr 2022 überproportional stark wachsen und neue Marktanteile gewinnen wird. Unsicherheiten bestehen in der anhaltenden Knappheit von Bauteilen, in einer weiterhin hohen Inflationsrate und der Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise, die durch die aktuelle Ukraine-Krise noch verstärkt wird. SCHWEIZER erwartet beim Umsatz ein Rekordjahr und eine Ergebnisverbesserung, jedoch kann die Gewinnzone im Jahr 2022 noch nicht erreicht werden. Auf dieser Basis sehen wir für die Gruppe ein Umsatzwachstum von +10 bis +20 Prozent bei einer EBITDA Quote von -4 bis +1 Prozent. Die Herausforderungen durch den Standort in China werden weiterhin die Eigenkapitalausstattung belasten, was weitere Kapitalmaßnahmen erfordert, um die Eigenkapitalquote zwischen +6 und +11 Prozent zu stabilisieren.

Prognose SCHWEIZER-Konzern

Ist 2021 Prognose 2022
Umsatz / Wachstumsquote 122,7 Mio. EUR / +24,8% +10% bis +20%
EBITDA-Quote -6,9% -4% bis +1%
Working Capital 9,0 Mio. EUR etwas überproportional zum Umsatz
Nettoverschuldungsgrad 823% stabil
Eigenkapitalquote 5,3% 6% bis 11%

CHANCEN- UND RISIKO-BERICHT

Für SCHWEIZER als Lieferant für technologisch hochwertige und sicherheitsrelevante Produkte ist die strukturierte und transparente Beurteilung von Chancen und Risiken ein wichtiger Baustein für die Geschäftstätigkeit und das Konzernziel, einen nachhaltigen Unternehmenserfolg zu erreichen. Die Chancen zur Realisierung von Wachstum und die Einführung neuer Technologien sind stets mit einhergehenden Risiken abzuwägen. Vor diesem Hintergrund ist unsere Risikostrategie darauf ausgerichtet, einerseits die sich ergebenden Chancen zu realisieren, andererseits Risiken aktiv mittels Gegenmaßnahmen zu reduzieren und insbesondere bestandsgefährdende Risiken zu vermeiden. Hierzu ist das Risikomanagement eng mit der Unternehmensplanung und der Umsetzung unserer Konzernstrategie verknüpft.

Die Risikomanagement der SCHWEIZER-Gruppe unterscheidet zwischen der operativen Ebene des Chancen- und Risikomanagements in den einzelnen eingebundenen geschäftsrelevanten Konzerngesellschaften und der Risiko- und Chancenerfassung und -bewertung auf Ebene des Konzerns als Corporate-Risikomanagement.

Die Struktur unserer Risikopolitik beruht auf verschiedenen, aufeinander abgestimmten Risikomanagement- und Kontrollsystembausteinen. Im Rahmen eines internen Berichterstattungsprozesses werden funktionsbezogene Themen und zugehörige Chancen und Risiken an den Aufsichtsrat und den Vorstand berichtet. Die Berichterstattung an den Aufsichtsrat erfolgt mittels regelmäßiger schriftlicher und mündlicher Berichterstattung durch den Vorstand.

Die Berichterstattung an den Vorstand erfolgt zum einen durch einen jährlichen Risikobericht, der neben dem Einzelrisikostatus und risikobegrenzenden Maßnahmen die Ermittlung der Risikotragfähigkeit, die Bewertung der Risiken und Chancen sowie das aggregierte Gesamtrisiko beinhaltet.

Darüber hinaus werden zur Risikoidentifikation, -bewertung und -steuerung weitere Informationsquellen, wie z. B. die wöchentlich rollierende Liquiditätsplanung oder das regelmäßige Management Reporting herangezogen. In 14-tägig stattfindenden Sitzungen zwischen Vorstand und dem Führungskreis werden mögliche materielle Risiken und Chancen besprochen und notwendige Maßnahmen festgelegt. Die Risikobeurteilung erfolgt auf Basis aller Informationen, die dem Management zur Verfügung stehen. Ein weiterer Baustein ist das interne Kontrollsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen (IKS).

Im Jahr 2021 berücksichtigte das Risikomanagement weiterhin die Auswirkungen und Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie. Um die fortwährenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Betrieb zu analysieren, sorgfältig zu überwachen und abzumildern, wurde im Jahr 2020 mit den wesentlichen Funktionsbereichen eine Task-Force errichtet. So konnte bereichsübergreifend der Informationsfluss gesichert und angemessene Maßnahmen getroffen werden. Der Schwerpunkt lag und liegt hierbei vor allem auf der Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter, Sicherung der Liquidität und der Geschäftskontinuität.

INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENT-SYSTEM IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Im Vergleich zum Risikomanagementsystem liegt der Schwerpunkt des internen Kontrollsystems (IKS) auf dem Rechnungslegungsprozess mit dem Ziel der Überwachung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung und der Finanzberichterstattung. Das interne Kontrollsystem zielt darauf ab, das Risiko der Falschaussage in der Rechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung zu minimieren und einen mit hinreichender Sicherheit regelkonformen Abschluss zu erstellen. Die unternehmensweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften muss dafür gewährleistet werden. Den Prozessen sind jeweils eindeutige Verantwortlichkeiten zugeordnet. Die grundlegende Ausgestaltung des Kontrollsystems hat zum Ziel, Effektivität zu gewährleisten und dabei alle bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen zu umfassen. Das System überwacht die Grundsätze und Verfahren anhand von präventiven und aufdeckenden Kontrollen.

Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erachtet das Unternehmen solche Merkmale des internen Kontroll- und Risiko-Management-Systems als wesentlich, die die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich Lagebericht maßgeblich beeinflussen können.

Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:

Identifikation der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche mit Relevanz für den Rechnungslegungsprozess,
Reporting zu den Ergebnissen der Kontrollen des Rechnungslegungsprozesses auf Ebene des Vorstands,
Präventive Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen sowie in allen operativen Unternehmensprozessen, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich Lagebericht generieren, inklusive einer Funktionstrennung und vordefinierter Genehmigungsprozesse in relevanten Bereichen,
Maßnahmen, die die ordnungsmäßige IT-gestützte Verarbeitung von rechnungslegungsbezogenen Sachverhalten und die Datenintegrität sicherstellen,
Einbindung von externen Sachverständigen bei komplexen Bilanzierungsfragestellungen im Rechnungslegungsprozess sowie ein mehrstufiger Beurteilungsprozess zwischen dem Finanz- und Rechnungswesen und Vorstand,
Implementierung eines Risiko-Management-Systems, welches Maßnahmen zur Identifizierung und Bewertung von wesentlichen Risiken sowie risikobegrenzende Maßnahmen enthält, um die Ordnungsmäßigkeit des Jahres- und Konzernabschlusses sicherzustellen.

Beurteilung der Wirksamkeit

Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird systematisch bewertet. Zunächst erfolgt eine jährliche Risikoanalyse und bei Bedarf die Überarbeitung der definierten Kontrollen. Dabei identifizieren und aktualisieren wir bedeutende Risiken im Hinblick auf die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung. Die für die Identifizierung der Risiken definierten Kontrollen werden gemäß unternehmensweiten Vorgaben dokumentiert. Um die Wirksamkeit der Kontrollen zu beurteilen, führen wir regelmäßig Tests auf Basis von Stichproben durch. Diese bilden die Grundlage für eine Selbsteinschätzung, ob die Kontrollen angemessen ausgestaltet und wirksam sind. Die Ergebnisse dieser Selbsteinschätzung werden in einem einheitlichen System dokumentiert und berichtet.

Erkannte Kontrollschwächen werden unter Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben. Darüber hinaus werden im Zuge des monatlichen Reportings der Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage sowie von prozessbezogenen Kennzahlen an den Aufsichtsrat auftretende Risiken systematisch identifiziert und geeignete Korrekturmaßnahmen initiiert.

Wir überprüfen und bestätigen am Ende des jährlichen Zyklus die Effektivität des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden über festgestellte wesentliche Kontrollschwächen sowie die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen regelmäßig informiert. Das Risikomanagement- und interne Kontrollsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt, um den internen und externen Anforderungen zu entsprechen. Die Verbesserung des Systems dient der fortlaufenden Überwachung der relevanten Risikofelder.

RISIKO- UND CHANCENMANAGEMENTSYSTEM

Die für den SCHWEIZER-Konzern maßgeblichen Risiken lassen sich wie folgt kategorisieren:

Strategische Risiken Finanzrisiken Operative Risiken Compliance Risiken
Markt und Wettbewerb, Technologie, Erweiterungsinvestitionen Liquiditätsversorgung, Rohstoffe, Vorprodukte Beschaffung, Prozesse IT Verletzung von Patenten und Urheberrechten, Cyberkriminalität, Spionage und Datenmissbrauch

GESAMTBEURTEILUNG

Der Vorstand beurteilt einmal jährlich das Unternehmens-Chancen- und Risiko-Profil für die Kategorien Strategie, Finanzen, Operative Themen und Compliance. Die wichtigsten Informationsquellen sind das SCHWEIZER Risikomanagement-System der einzelnen einbezogenen Konzerngesellschaften, Ad-hoc Meldungen sowie weitere interne und externe Analysen und Berichte. Schließlich zieht der Vorstand eigene Beurteilungen heran, um zu einer abschließenden Gesamtbewertung zu gelangen.

Alle auf für den SCHWEIZER-Konzern bedeutsamen Risiken und Chancen werden einheitlich aus quantitativer und qualitativer Perspektive in den Dimensionen Grad der Auswirkung (Relevanz) und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Das mit der Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtete Schadensausmaß in EUR definiert die rechenbare Obergrenze des Maximalschadens eines Einzelrisikos in der durchzuführenden Risikoaggregation zur Ermittlung des Gesamtrisikos des Konzerns.

Daraus ergibt sich folgende Risikoklassifizierungsmatrix:

Grad der Auswirkung (Relevanz)

Relevanz

1 < 1 Mio. EUR verkraftbare Auswirkung auf Unternehmensziel
2 < 6 Mio. EUR deutliche Auswirkung auf Unternehmensziel
3 < 10 Mio. EUR überragende Auswirkung auf Unternehmensziel
4 > 10 Mio. EUR katastrophal, existenzgefährdend

Eintrittswahrscheinlichkeit

1 < 10% alle 10 Jahre oder mehr sehr gering wahrscheinlich
2 < 33% alle 3 Jahre weniger wahrscheinlich
3 < 50% alle 2 Jahre wahrscheinlich
4 > 90% jährlich sicher oder fast sicher

Das mit der Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtete Schadensausmaß in EUR definiert die rechenbare Obergrenze des Maximalschadens eines Einzelrisikos in der durchzuführenden Risikoaggregation zur Ermittlung des Gesamtrisikos des Konzerns. Die sich aus der jährlich durchgeführten Risikotragfähigkeitsanalyse ergebende maximale Risikotragfähigkeitsschwelle wird mit dem Gesamtrisiko aus der Risikoaggregation abgeglichen. Damit wird erkennbar, mit welcher Wahrscheinlichkeit die ermittelte Risikotragfähigkeit des Konzerns ausreicht, um das Gesamtrisiko zu decken.

Im Folgenden werden die Risken beschrieben, die wesentliche bis erhebliche Auswirkungen auf das Konzernergebnis und -eigenkapital haben können und den Risikoklassen "hoch" und "mittel" zuzuordnen sind.

STRATEGISCHE RISIKEN

Markt und Wettbewerb / Kunden (Risiko: hoch - Chance: hoch)

Der weitere Verlauf der Corona-Pandemie und Entwicklung der Lieferkettenproblematik sind wesentliche Faktoren für die weitere globale wirtschaftliche Entwicklung, der einzelnen Regionen und Branchen.

Durch die Gewinnung von weiteren Marktanteilen im Non-Mobility Bereich, ist SCHWEIZER gelungen den Umsatz auf eine breitere Kundenbasis zu stellen. Dennoch besteht mit einem Umsatzanteil der Automobilkunden von 71 Prozent im Jahr 2021 für SCHWEIZER eine große Abhängigkeit von der Entwicklung dieser Branche. Trotz der Aufhellung im globalen Pkw-Absatz im Jahr 2021 konnte das Niveau von 2019 noch nicht wieder erreicht werden. Als Hauptursache sind hierfür neben einem großen Chipmangel, die Corona-bedingten massiven Störungen in den Lieferketten, u. a. verursacht durch gesperrte Häfen und reduzierte Frachtkapazitäten, zu nennen.

Für das Jahr 2022 fallen die Wachstumsprognosen für den Absatz an Pkw zwar besser aus, was allerdings den schwächeren Jahre 2020 und 2021 als Ausgangsbasis geschuldet ist. Aufgrund der weltweiten Herausforderungen erscheint ein Pkw-Absatz im Jahr 2022 auf Vor-Corona-Niveau wenig wahrscheinlich. SCHWEIZER rechnet aufgrund des weltweiten Chipmangels für das Jahr 2022 nur mit einer leichter Verbesserung in diesem Markt.

Sollte die schwache Pkw-Absatzentwicklung weiter andauern oder sich diese noch durch einen gesamtwirtschaftlichen Abschwung verstärken, hätte dies Auswirkung auf das Umsatzwachstum und die Profitabilität von SCHWEIZER.

Ein weiteres Risiko ist die Wettbewerbssituation im Automobilsegment, welche sich im internationalen Kontext signifikant verstärkt. Insbesondere asiatische Leiterplattenunternehmen versuchen nachdrücklich, sich in diesem Kundensegment zu etablieren, um von den mittelfristigen Wachstumschancen zu profitieren und deren Kundenportfolio besser zu diversifizieren. SCHWEIZER begegnet diesem Trend mit seinem asiatischen Partnernetzwerk und dem erfolgreichen Aufbau unseres eigenen Hightech-Werks in Jintan (China). Durch die erfolgreichen Qualifizierungen unseres neuen Werks in China eröffnen sich für SCHWEIZER sowohl die Chance eines größeren Umsatzpotenzials bei neuen sowie bestehenden Kunden, die Bereitstellung eines breiteren Produktportfolios und damit die Gewinnung zusätzlicher Marktanteile.

Diesem generellen Risiko des geringeren Pkw-Absatzes steht die Transformation der Automobilindustrie hin zu mehr Hybrid- und Elektrofahrzeugen (also mehr Elektronik pro Fahrzeug) und somit ein höherer Bedarf an Leiterplatten entgegen.

Durch die hohe Qualität und technologische Kompetenz sowie der örtlichen Nähe zu vielen der weltweit größten Tier-1s, bietet sich für SCHWEIZER die Chance, als zuverlässiger Partner in diesem Markt erfolgreich zu sein. Chancen auf eine sehr gute Marktposition im E-Mobility-Bereich sieht Schweizer durch seine Embedding Technology im Bereich der 48Volt-Applikationen. Die Gewinnung von Großprojekten in den letzten Jahren bestätigt dies. Der Bereich Hochvolt-Embedding ist ein weiterer Meilenstein in dieser Entwicklung.

Ein Umsatzanteil von 71 Prozent im Bereich Automotive und einem Anteil von 56 Prozent am Gesamtumsatz der fünf größten Kunden birgt für das Unternehmen im Falle von signifikanten Änderungen in deren Markt, Profitabilität bzw. finanziellen Lage wesentliche Risiken für SCHWEIZER.

Durch die Neugründung einer Vertriebsstätte in den USA verbessert sich die Chance auf Präsenz bei Kunden in den Fokusmärkten Automotive, Industry, Medical und Aviation.

Des Weiteren können durch die globale Aufstellung mit den Produktionsstätten in Deutschland und China neue Kunden in Absatzmärkten besser generiert werden. Mit unserem technologischen Know-how, der Flexibilität, sowie dem Qualitätsstandard des Stammwerks in Deutschland und deren Transfer in die chinesische Produktionsstätte steigen die Chancen, Marktanteil in diesen Bereichen ausbauen zu können.

Schweizer konnte sich als zuverlässiger Technologiepartner für die europäischen sowie in Zukunft auch die asiatischen Automobilzulieferer etablieren. Dies eröffnet gute Chancen, von der Innovationskraft dieser Kunden zu profitieren. Die wichtigsten Kunden von SCHWEIZER sind Weltmarktführer in ihren Segmenten. Die Markteintrittsbarrieren sind aufgrund des hohen technologischen Know-hows und dem geforderten Qualitätsansatz für neue Wettbewerber in der Regel hoch.

Technologie (Risiko: mittel - Chance: hoch)

Das Marktumfeld der Leiterplattenherstellung ist nach wie vor von einem hohen Wettbewerbsdruck geprägt. Standardprodukte werden überwiegend in Low-Cost Countries, vor allem China gefertigt.

Durch den Neuanlauf des Werks in Jintan können auch im Hochlauf der noch zu transferierenden Technologien Risiken bezüglich der Zeitleiste und der Fertigungsausbeuten nicht ausgeschlossen werden. Die Auswirkungen der Corona Pandemie und der damit verbundenen, fehlenden Möglichkeit Personal von Deutschland nach China zu entsenden und damit den Transfer zu unterstützen, ebenso wie die fehlende Möglichkeit, Personal von China in Deutschland auszubilden, tragen ebenfalls zu den Risiken bei.

Die Verfügbarkeit geeigneter Leistungshalbleiter und verbesserter Basismaterialien, die zum Teil für die neue Technologie erforderlich sind, ist derzeit gering, was ein Risiko für deren Markteinführung darstellt.

Weitere Risiken sind in alternativen Technologien für Antriebsinverter zu sehen, die sog. Leistungsmodule auf Basis keramischer Substrate. Im Bereich dieser Leistungsmodule hat ebenfalls ein starker Innovationsschub eingesetzt, da der Markt für Antriebsinverter stark wächst und daher sehr attraktiv für viele Anbieter und andere Technologien ist. Dadurch kommen die erzielbaren Preise für Antriebsinverter stärker unter Druck.

Die Chancen im Bereich Technologie werden weiter als hoch bewertet. SCHWEIZER hat ein breites Technologieportfolio vor allem für den Bereich der Leistungselektronik entwickelt, das in den Bereichen der Elektromobilität, der alternativen Energieerzeugung und der verlustarmen Energiewandlung große Aufmerksamkeit von Seiten unserer Kunden erfährt. Der starke Wandel der Automobilindustrie hin zur Elektrifizierung der Fahrzeuge birgt somit für SCHWEIZER große Chancen.

Mit der neu eingeführten Technologie p2 Pack ist SCHWEIZER in der Lage, neue Produkte unserer Kunden zu ermöglichen und hat hier bereits Projekte im Automotive Umfeld für das 48 V Bordnetz gewonnen. Mit weiteren interessierten Kunden, die unter dem Druck weiterer CO2 Reduzierungen stehen, ist SCHWEIZER auf einem guten Weg, zusätzliches Volumen in dieser Technologie zu gewinnen. Weitere Chancen bieten sich im Bereich der Automotive Hochspannungs-Bordnetze 400 V und 800 V. Mit Hilfe des p2 Packs kann die Effizienz von Antriebsinvertern von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen, sog. BEV (Battery Electric Vehicles) gesteigert werden, was zu einer Steigerung der Reichweite solcher Fahrzeuge führt. SCHWEIZER konnte die Eignung dieser Technologie eindrucksvoll in einem öffentlich geförderten Projekt unter Beweis stellen. Derzeit werden erste Demonstratoren für interessierte Kunden gebaut. SCHWEIZER rechnet ebenfalls mit der erfolgreichen Einführung der p2 Pack Technologie in diesem Marktsegment.

Durch den Neuaufbau des neuen Standorts in Jintan (China) stehen SCHWEIZER neben einer hohen Fertigungskapazität auch kostengünstigere Herstellungsprozesse als am Stammwerk in Schramberg zur Verfügung.

Erweiterungsinvestitionen (Risiko: hoch - Chance: hoch)

Schweizer hat den Weg zu einer klaren Wachstumsstrategie eingeschlagen. Das Wachstum wird insbesondere durch den Bau eines neuen Leiterplattenwerkes in China ermöglicht. Durch den Standort in China können wesentliche Strategien realisiert werden, die bisher weder durch den Standort in Schramberg noch durch die Kooperationen mit Meiko und WUS in ausreichendem Maße erreicht werden konnten bzw. können. Die zusätzlich zur Verfügung stehende Produktionskapazität ermöglicht es, den Kunden auch Leiterplatten im Volumensegment zur Verfügung zu stellen. Ferner ermöglicht der neue Standort durch die niedrigeren Produktionskosten auch Produktsegmente zu erschließen, die eine höhere Preissensitivität der Kunden aufweisen. Schließlich ist eine Präsenz im asiatisch-chinesischen Markt auch eine maßgebliche Eintrittsmöglichkeit in die chinesischen und asiatischen Absatzmärkte.

Den außerordentlich großen Chancen, die ein solches Werk bietet, stehen auch signifikante Risiken gegenüber. Neben dem Länderrisiko bestehen wesentlich Risiken in neuen Handelsbarrieren zwischen China und anderen Ländern, welche geplante Exporte nach USA oder Europa wesentlich erschweren könnten. Zudem besteht das Risiko einer länger andauernden Corona-Pandemie, welches durch situative Lockdowns, Quarantäneverpflichtungen und Einschränkungen in der interkontinentalen Mobilität spürbaren Einfluss auf die Entwicklung des neuen Werks haben könnte. Ferner bedeutet der Aufbau eines großen Werkes auch hohe finanzielle Belastungen in den ersten Jahren, so dass beispielsweise ein konjunktureller Einbruch die Erreichung der profitablen Vollauslastung des Werkes wesentlich verschieben könnte.

FINANZRISIKEN

Liquiditätsversorgung (Risiko: hoch - Chance: mittel)

Mit der Umsetzung der Großinvestition in das neue Werk in China hat sich die Verschuldung erhöht. Der höhere Verschuldungsgrad macht SCHWEIZER gegenüber einem konjunkturellen Einbruch anfälliger. Dieses Risiko wurde durch die weltweite Corona-Pandemie für den Automotive- und Industriebereich und den daraus resultierenden Lieferengpässen bei Rohmaterialien und Vorprodukten nochmals verstärkt.

Im operativen Bereich hängt die Liquidität vom Geschäftsverlauf ab. Es besteht das Risiko, dass durch unzureichende Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllt werden können oder bei Engpässen unvorteilhafte Finanzierungsbedingungen akzeptiert werden müssen. Im Werk China belastet die Anlaufphase die Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Es sind Maßnahmen definiert, den Finanzbedarf in China über angestrebte Eigenkapitalmaßnahmen und Zusagen von Working-Capital-Linien zu decken. Im Januar 2022 beteiligte sich WUS Printed Circuit (Kunshan) Co., Ltd. mit Sitz in China im Wege einer Kapitalerhöhung an der Tochtergesellschaft in China, wodurch weitere Eigenmittel in Höhe von 10,5 Mio. EUR dem Konzern zuflossen. Für das Krisenjahr 2020 hatte die Schweizer Electronic AG im Vorjahr und im Geschäftsjahr eine Sonderkredit-Linie der KfW in Anspruch genommen. Das Darlehen in Höhe von 7,1 Mio. EUR wird im Jahr 2022 endfällig.

Zur Verminderung des Risikos überwachte das Management im Geschäftsjahr die strikte Einhaltung von Kostenbudgets, welche unter dem Aspekt einer nachhaltigen und signifikanten Kostenreduzierung vereinbart wurden. Darüber hinaus wurden nur Investitionen und Einmalkosten für Sonderprojekte mit hoher Wirtschaftlichkeit freigegeben.

Durch eine angemessene Investitionsstrategie und eine grundsätzlich auf Free-Cashflow basierende Dividendenpolitik wird SCHWEIZER auch zukünftig die Nettoverschuldung, welche sich aus der jeweiligen wirtschaftlichen Finanz- und Ertragslage ergibt, Ratingorientiert anpassen.

Auf die liquiden Mittel und Kontokorrentlinien der Schweizer Electronic AG kann kurzfristig zugegriffen werden. Der zugesagte Gesamtrahmen der Linien beträgt 7,2 Mio. EUR.

Durch eine wöchentliche Liquiditätsvorschau werden potenzielle Engpässe frühzeitig analysiert und geeignete gegensteuernde Maßnahmen umgesetzt. Zu der bestehenden Projektfinanzierung für die Investition in China stehen SCHWEIZER ausreichende weitere diversifizierte Finanzierungswege wie Factoring, Leasing, Eigenkapitalmaßnahmen oder weitere Instrumente einer mittelstandsgeeigneten Fremdkapitalfinanzierung zur Verfügung.

Wesentliche Risiken zeigen sich in einem Kreditrisiko großer Kunden. Bei einer unerwarteten, wesentlichen Bonitätsverschlechterung können somit Forderungsausfälle in größerem Maße entstehen. Dieser Aspekt hat vor dem Hintergrund der im Jahr 2020 ausgebrochenen weltweiten Corona-Pandemie und den wirtschaftlichen Folgen noch mehr an Bedeutung gewonnen. Durch die angestrebte Differenzierung zusätzlicher Kunden aus dem Non-Automotive Bereich wird dem Credit-Risk-Management zukünftig ein noch höherer Stellenwert zukommen. Interne und externe Informationsquellen werden für die initiale Beurteilung des Kreditrahmens von Neu-Kunden sowie für alle Bestandskunden in regelmäßigen Abständen ausgewertet. Diese Analysen bilden die Basis für interne Kreditlimits. Werden interne Kreditlimits überschritten, so werden Produktions- und Lieferaufträge zunächst gesperrt. Kann das Kreditlimit, z. B. mittels vorgezogener Zahlungen, nicht gesenkt werden, erfolgt nach dem Eskalationsprinzip eine Sonderfreigabe nach Ermessen der Sachlage durch den Vorstand oder per Delegation durch den Bereich Finance. Falls es Anzeichen auf eine sich deutlich verschlechternde Bonität gibt, werden bei Bestandskunden je nach Ausprägung verschiedene Maßnahmen wie beispielsweise Vorauskasse oder Lieferstopp in Kraft gesetzt. Bei Neu-Kunden werden bei unzureichender Bonität Aufträge mit Zahlung auf Ziel abgelehnt. Kreditversicherungen werden für die wichtigsten Kunden regelmäßig vom Vorstand auf Notwendigkeit geprüft. Infolge des Konjunkturverlaufs und der fortwährenden Unsicherheit über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird aber die Zeichnungsbereitschaft durch die Kreditversicherungsunternehmen aktuell eher restriktiv gehandhabt.

Rohstoffe, Vorprodukte (Risiko: mittel - Chance: mittel)

Zur Absicherung von Risiken aus schwankenden Rohstoffpreisen, insbesondere bei Gold und Kupfer, können derivative Finanzinstrumente entsprechend der Einschätzung der Rohstoff-Marktpreisentwicklung eingesetzt werden. Der Abschluss dieser Finanzinstrumente ist strengen Richtlinien unterlegen. Am Abschlussstichtag lagen aufgrund der unterjährigen Beurteilung der Marktentwicklung sechs Derivatgeschäfte zur Rohstoffpreissicherung vor. Bei den Rohstoffsicherungen handelt es sich um Commodity SWAP-Derivate (Gold- und Palladiumswaps), für welche ein Festpreis für Gold bzw. Palladium bezahlt wird und die Bank variable Beträge entrichtet. Der Nominalbetrag beläuft sich insgesamt auf 2.741 TUSD.

Die Volatilität und die Schwankungsbreiten des Goldpreises am Weltmarkt können zu signifikanten Erhöhungen aber auch zu Reduzierungen des Materialeinsatzes in einem Geschäftsjahr führen. Im Jahr 2021 betrug das Beschaffungsvolumen für den Einsatz von Goldsalz im Produktionsprozess entsprechend dem Vorjahr 4,7 Mio. EUR bei einem Durchschnittspreis von 33,49 EUR pro Gramm (2020: 30,20 EUR pro Gramm).

Eine Schwankungsbreite von +/- 10 Prozent bezogen auf diesen Preis hätte bei gleichem Beschaffungsvolumen eine maximale Verteuerung bzw. Verbilligung von rd. 467 TEUR des Rohstoffs mit direkter Wirkung in der Gewinn- und Verlustrechnung zur Folge. Dies gilt für die Annahme, dass der Goldpreis zum entsprechenden im Durchschnitt erhöhten oder geringeren Marktpreis bezogen würde.

OPERATIVE RISIKEN

Beschaffung (Risiko: mittel - Chance: mittel)

Für SCHWEIZER besteht auch im Jahr 2022 das Risiko, dass gewisse Rohstoffe und Produktionsmaterialien nicht verfügbar sein könnten. Verzögerungen in der globalen Lieferkette, die sowohl die Lieferungen von Rohstoffen als auch von Handelsware unserer asiatischen Partner betreffen, können sich negativ auf die Umsatzentwicklung und Ertragslage auswirken. Die unverändert anhaltenden globalen Logistikprobleme führen vor allem bei Importen zu längeren, teilweise unkalkulierbaren Laufzeiten. Die damit verbundenen Kostensteigerungen bei See-/Luftfracht und bei Lkw- und Bahntransporten werden sich auch im Jahr 2022 niederschlagen.

Obwohl SCHWEIZER auf eine Multiple-Choice-Strategie setzt, gibt es in einzelnen Warengruppen Abhängigkeiten von einer Bezugsquelle. Sollte jedoch ein Lieferant seinen Lieferverpflichtungen aus irgendeinem Grund nicht nachkommen können (beispielsweise wegen Insolvenz, Beschädigung von Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen oder aufgrund der weitreichenden Auswirkungen der Corona-Pandemie), kann SCHWEIZER unter Umständen, die für die Herstellung der eigenen Erzeugnisse benötigten Produkte kurzfristig nicht in den benötigten Mengen von anderen Lieferanten beziehen.

Die Bauteileknappheit wirkt sich beschaffungsseitig direkt oder indirekt in beinahe allen Warengruppen durch nicht vorhandene Verfügbarkeit, längere Lieferzeiten und Preiserhöhungen aus.

Chancen könnten sich aus sinkenden Preisen bei den hauptsächlich eingesetzten Rohstoffen wie Gold, Palladium, Kupfer oder Aluminium ergeben. Positiv wirkt sich der Produktionsstart unseres eigenen Produktionswerks Jintan (China) aus. Durch die enge Abstimmung ist SCHWEIZER in der Lage, sich gegenseitig mit Materialien zu versorgen und ist bei regional auftretenden Versorgungsengpässen in der Lage, diese zu kompensieren. Mit der Erhöhung der Volumina der eigenen Produktionsstätte und dem engen Abgleich auf strategischer und operativer Ebene werden sich weitere Synergien ergeben, die sich versorgungsseitig und kostenseitig positiv niederschlagen und das Beschaffungsrisiko für die gesamte Gruppe reduzieren können.

Prozesse IT (Risiko: mittel - Chance: mittel)

Die Geschäfts- und Produktionsprozesse, sowie die interne und externe Kommunikation bei Schweizer sind in hohem Maße von funktionierenden IT-Systemen und zugehöriger IT-Infrastruktur abhängig. Diese sind potenziell verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen Störungen oder Ausfällen, die durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden können, sind vor allem die allgemein beobachtbare Dynamik im Bereich Cyber-Angriffe und Cyber-Kriminalität als wesentliche Risiken zu nennen. Dazu gehören v.a. Versuche unberechtigter Dritter, Zugriff auf vertrauliche Informationen oder Daten zu erlangen, die Kontrolle über Systeme zu übernehmen, Daten zu veröffentlichen oder IT-Systeme großflächig inklusive Datensicherungen unbrauchbar zu machen, z. B. durch Verschlüsselung.

Auch wenn SCHWEIZER entsprechende technische und organisatorische Maßnahmen ergriffen hat, um diese Risiken zu mitigieren, könnten Beeinträchtigungen, Ausfälle von IT-Systemen, Cyber-Angriffe oder ähnliche Ereignisse den Betrieb des Unternehmens wesentlich einschränken oder sogar längerfristig unterbrechen. Die ergriffenen Maßnahmen umfassen u.a. Vorsorge für den Fall eines plötzlichen Datenverlustes, die robuste und ausfallsichere Auslegung geschäftskritischer Systeme, entsprechende Schutzmaßnahmen gegen Cyber-Angriffe, aber auch die Ausweitung von Schulungsmaßnahmen, vor allem für die Steigerung des Bewusstseins innerhalb der Belegschaft für die Bedrohung durch Cyber-Angriffe. Um die Verfügbarkeit, die Integrität und die Vertraulichkeit unserer Daten und die unserer Kunden sicherzustellen, orientieren wir uns an anerkannten Standards, wie bspw. den Normen der ISO2700x-Familie.

Sollten die Maßnahmen nicht ausreichen, um die genannten Risiken wirksam zu begrenzen, könnten SCHWEIZER durch Ausfälle oder die Kenntnis und Nutzung ihrer Informationen durch Dritte erhebliche Schäden und Nachteile entstehen.

Chancen sieht SCHWEIZER vor allem in Konzepten der Industrie 4.0 und im Bereich des maschinellen Lernens, um die Software- und Produktionslandschaft weiter zu automatisieren und sich neue Effizienzpotenziale zu erschließen.

COMPLIANCE-RISIKEN

Verletzung von Patenten und Urheberrechten (Risiko: mittel - Chance: niedrig)

Im Bereich der Elektronik und Leiterplatte gibt es eine immer größere Anzahl von Patenten und Schutzrechten. Durch eine unbewusste Verletzung von Schutzrechten in einem Serienprodukt entsteht das Risiko, dass Produkte nicht mehr gefertigt werden dürfen oder hohe Zahlungen an den Inhaber des Schutzrechtes zu leisten sind. Um diesem Risiko zu begegnen, beinhaltet der interne Stage-Gate-Prozess bei der Produktneuentwicklung daher die Prüfung einer potenziellen Schutzrechtsverletzung. Dennoch ist aufgrund der oft schwierigen Interpretation von Patenten eine Kollision nicht auszuschließen.

Schweizer investiert in den letzten Jahren verstärkt in den Schutz seines geistigen Eigentums. Dadurch steigt die Chance, diesbezügliche Verletzungen von gewerblichen Schutzrechten zu entdecken beziehungsweise zu verhindern.

Cyberkriminalität, Spionage und Datenmissbrauch (Risiko: mittel - Chance: niedrig)

Weitere Risiken erwachsen aus der zunehmenden Komplexität der organisatorischen und technischen Vernetzung von Standorten und Systemen. Trotz umfangreicher Abwehrmechanismen kann sich ein produzierendes Industrieunternehmen nicht voll umfänglich vor Risiken der Cyberkriminalität schützen. Die finanziellen Folgen daraus sind schwer kalkulierbar. Zur Schadensvermeidung stehen die Fachabteilungen regelmäßig mit den Experten der Versicherungsgesellschaft in Kontakt. Eine entsprechende Cyberversicherung wurde abgeschlossen.

GESAMTBETRACHTUNG

Die mittelfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie, die Kriegshandlungen in der Ukraine, die Störungen der globalen Lieferketten bezüglich unserer wichtigsten Kundengruppen repräsentieren die aktuell wichtigsten Herausforderungen für SCHWEIZER. Es ergeben sich daraus sowohl Chancen als auch Risiken für den weiteren Geschäftsverlauf.

Die Corona-Pandemie hat die Transition zu digitalen Arbeits- und Kommunikationsprozessen beschleunigt. Home-Office, individuelle Mobilität oder Anwendungen im Bereich Medical werden in Zukunft immer wichtiger. Das Thema Digitalisierung in allen Bereichen des Geschäftslebens und im privaten Umfeld gewinnt durch die Krise an Bedeutung und an Umsetzungsgeschwindigkeit. Der teilweise Ersatz der persönlichen Kontakte durch virtuelle Zusammenarbeit erfordert zusätzliche Elektronik und damit auch den Bedarf an Leiterplatten.

Die fortwährende Instabilität der globalen Lieferketten führt zu einer verstärkten Nachfrage nach sicheren Versorgungsmodellen, wie sie SCHWEIZER durch ihre deutsch-chinesische Struktur besser abbilden kann als rein europäische oder rein asiatische Hersteller. Das eröffnet zusätzliche Geschäftschancen für SCHWEIZER.

Andererseits dämpfen die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine die Wachstumserwartungen von SCHWEIZERs Kundengruppen - allen voran die Automobil-, Luftfahrt- und die Investitionsgüterindustrie. Ebenso könnten die kontinental-protektionistischen Tendenzen zu weiteren Herausforderungen in der globalen Wertschöpfungskette führen, was limitierend auf die Wachstumschancen wirken könnte. Schließlich besteht auch für das Jahr 2022 das Risiko, dass die Versorgungsengpässe von wichtigen Bauteilen der Elektronik, wie zum Beispiel von Halbleitern oder Basismaterialien, für einige unserer wichtigen Kundengruppen limitierend auf die bestehenden Wachstumspotenziale wirken, beziehungsweise knappheitsbedingt höhere Preise auf der Beschaffungsseite auslösen und somit einen negativen Einfluss auch auf die Profitabilität haben können, sofern diese nicht an die Kunden weitergegeben werden können.

Für den Hochlauf des Werks in Jintan (China) bewirken länger anhaltende Kontaktbeschränkungen durch die Pandemie das Risiko einer geringeren Geschwindigkeit und Güte von Technologietransfers und den Aufbau neuer Kundenbeziehungen. Diese Faktoren können den Zeitpunkt des Profit-Break Even verschieben und zwischenzeitlich zu einer zusätzlichen Finanzierungsnotwendigkeit für das chinesische Tochterunternehmen führen.

ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN

(nach § 289a Abs. 1 und § 315a Abs. 1 HGB)

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 9.664.053,86 EUR ist in 3.780.000 nennwertlose Namensaktien (Stückaktien) eingeteilt. Mit allen Aktien der Gesellschaft sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden, die sich aus den gesetzlichen Vorschriften und der Satzung ergeben.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die zehn Prozent der Stimmrechte überschreiten

Am gezeichneten Kapital sind Herr Christoph Schweizer, wohnhaft in Schramberg/Deutschland, Herr LK Wu, wohnhaft in Kunshan/China, dem die Stimmrechte der WUS International Company Limited mit Sitz in Tsuen Wan, New Territories/Hong Kong, sowie die WUS Printed Circuit Co., Ltd., mit Sitz in Kaohsiung/Taiwan, der die Stimmrechte der WUS Group Holding Co., Ltd., mit Sitz in Tortola/British Virgin Island, zuzurechnen sind, mit jeweils mehr als zehn Prozent beteiligt.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, existieren nicht.

Art der Stimmrechtskontrolle bei Mitarbeiterbeteiligung

Mitarbeiterbeteiligungsprogramme oder vergleichbare Gestaltungen, bei denen Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind, ohne ihre Kontrollrechte unmittelbar auszuüben, liegen nicht vor.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über die Änderung der Satzung

Die Regelungen über die Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder sind in den §§ 84 und 85 des Aktiengesetzes und in § 5 Abs. 2 der Satzung der Gesellschaft wie folgt festgelegt: Die Bestimmung der Anzahl und die Bestellung der Vorstandsmitglieder sowie der Widerruf der Bestellung erfolgen durch den Aufsichtsrat, ebenso die Ernennung eines Mitglieds des Vorstands zum Vorstandsvorsitzenden. Es können stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellt werden.

Die Voraussetzungen einer Änderung der Satzung sind in §§ 179 bis 181 Aktiengesetz und in § 17 Abs. 2 der Satzung geregelt. Die Befugnis zu Änderungen und Ergänzungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, hat die Hauptversammlung dem Aufsichtsrat übertragen (vgl. § 12 der Satzung).

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Aktienrückkauf

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 24. Juni 2026 um bis zu insgesamt 4.832.026,93 EUR gegen Bar- oder Sacheinlagen durch ein- oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stamm- oder Vorzugsaktien (Stückaktien) zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Die Ermächtigung umfasst die Befugnis,

bei mehrmaliger Ausgabe von Vorzugsaktien weitere Vorzugsaktien (mit oder ohne Stimmrecht) auszugeben, die den früher ausgegebenen Vorzugsaktien bei der Verteilung des Gewinns oder des Gesellschaftsvermögens vorgehen oder gleichstehen. Die neuen Aktien sind grundsätzlich den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter den Bedingungen des Beschlusses der Hauptversammlung vom 25. Juni 2021 auszuschließen.

Von den vorstehend genannten Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts darf der Vorstand insgesamt nur in einem solchen Umfang Gebrauch machen, dass der anteilige Betrag, der insgesamt unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien 20 Prozent des Grundkapitals nicht überschreitet (20 Prozent-Grenze), und zwar weder im Zeitpunkt der Beschlussfassung über diese Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung.

Sofern während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals bis zu seiner Ausnutzung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und dabei das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte 20 Prozent-Grenze anzurechnen.

Wandelschuldverschreibungen u. a., Bedingtes Kapital

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 24. Juni 2026 auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte, Gewinnschuldverschreibungen oder Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") mit oder ohne Laufzeitbegrenzung im Gesamtnennbetrag bis zu 35.000.000 EUR zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen Wandlungs- oder Optionsrechte auf neue, auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von insgesamt bis zu 4.832.026,93 EUR zu gewähren. Die Ausgabe kann auch gegen Sacheinlagen erfolgen. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Bedingungen das Bezugsrecht auszuschließen.

Jede Ausgabe von Schuldverschreibungen unter Ausschluss des Bezugsrechts darf unter der vorgenannten Ermächtigung nur erfolgen, wenn der auf die Summe der neuen Aktien, die aufgrund einer solchen Schuldverschreibung auszugeben sind, entfallende rechnerische Anteil des Grundkapitals 20 Prozent des Grundkapitals nicht überschreitet, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch - falls dieser Wert geringer ist - im Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung. Auf diese Grenze werden Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben oder veräußert werden oder auszugeben sind, angerechnet.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 4.832.026,93 EUR durch Ausgabe von bis zu 1.890.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandlungs- oder Optionsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einer Konzerngesellschaft aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 25. Juni 2021 bis zum 24. Juni 2026 ausgegeben werden, von ihren Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch machen oder die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ausgegebener Schuldverschreibungen mit Wandlungspflicht ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren und soweit nicht eigene Aktien oder andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses in den Schuldverschreibungs-/ Optionsbedingungen jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten, durch die Erfüllung von Wandlungspflichten oder durch die Ausübung von Andienungsrechten entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien und deren Verwendung

Die Gesellschaft ist ermächtigt, bis zum 24. Juni 2026 eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung vorhandenen Grundkapitals von 9.664.053,86 EUR oder - falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Dabei dürfen auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, die die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr gemäß §§ 71 ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 Prozent des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft entfallen. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien genutzt werden; im Übrigen liegt die Bestimmung des Erwerbszwecks im Ermessen des Vorstands. Der Erwerb der Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an sämtliche Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer öffentlichen Aufforderung an die Aktionäre zur Abgabe von Verkaufsangeboten.

Weitere Einzelheiten sind in der öffentlich zugänglichen Einladung zur Hauptversammlung 2021 unter: https://schweizer.ag/investoren- und-medien/hauptversammlung/archiv beschrieben.

Wesentliche Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels

Die Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels sind in einzelnen Kreditverträgen unterschiedlich ausgestaltet. Verträge mit einem Gesamtvolumen von 9,9 Mio. EUR sehen ein außerordentliches Kündigungsrecht vor, wenn eine oder mehrere Personen, die im Sinne des § 2 Abs. 5 des WpÜG gemeinsam handeln, zu irgendeiner Zeit direkt oder indirekt mindestens 50 Prozent der Stimmrechte zukünftig erwerben oder halten werden.

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft

Im Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder einen dienstvertraglichen Anspruch auf Zahlung einer Abgeltungs- und Abfindungsleistung, die auf drei Jahresvergütungen begrenzt ist. Bei der Berechnung der maßgeblichen Jahresvergütung wird auf den Durchschnitt der Gesamtvergütung der letzten drei Geschäftsjahre vor dem Ausscheiden abgestellt.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGB ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und steht als Kapitel "Erklärung zur Unternehmensführung" im Geschäftsbericht und auf der Internetseite unter: https://schweizer.ag/de/investorrelations/corporate-governance.html zur Verfügung.

NICHTFINANZIELLER KONZERNBERICHT

Die nichtfinanzielle Konzernerklärung steht in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts als separates Kapitel im Geschäftsbericht und auf der Internetseite unter: https://schweizer.ag/de/ueberuns/corporate-social-responsibility.html zur Verfügung.

Schramberg, 8. April 2022

Schweizer Electronic AG

Der Vorstand

N. F. Schweizer

M. Bunz

JAHRESABSCHLUSS

BILANZ

Aktiva

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR
--- --- --- ---
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 801.438 682.296
II. Sachanlagen 26.446.512 33.886.748
III. Finanzanlagen 40.886.485 40.510.865
68.134.435 75.079.909
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 16.525.058 12.773.356
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 15.988.249 17.825.436
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 7.667.559 3.514.970
40.180.866 34.113.762
C. Rechnungsabgrenzungsposten 315.738 202.186
D. Aktive latente Steuern 3.641.000 1.297.000
112.272.039 110.692.857
Passiva
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 9.664.054 9.664.054
./. Eigene Anteile -23.743 -23.743
9.640.311 9.640.311
II. Kapitalrücklage 21.727.262 21.727.262
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 20.807.971 20.807.971
IV. Bilanzverlust -3.056.893 -5.894.102
49.118.651 46.281.442
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 6.932.569 6.909.608
2. Sonstige Rückstellungen 6.864.299 7.050.242
13.796.868 13.959.850
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 38.450.000 38.268.750
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.413.977 5.185.289
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.456.253 3.515.988
4. Sonstige Verbindlichkeiten 3.036.290 3.481.538
49.356.519 50.451.565
112.272.039 110.692.857

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

2021 2020
EUR EUR EUR
--- --- --- ---
1. Umsatzerlöse 90.559.291 76.145.643
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -75.703.546 -69.056.735
3. Bruttoergebnis vom Umsatz 14.855.745 7.088.908
4. Vertriebskosten -4.050.743 -4.077.610
5. Allgemeine Verwaltungskosten -10.319.119 -10.200.709
6. Sonstige betriebliche Erträge 3.043.213 2.257.025
davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 353.918 (Vj. EUR 544.454)
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.514.442 -2.573.099
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 243.654 (Vj. EUR 397.116)
8. Erträge aus Beteiligungen 0 3.848
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 10.319 6.548
10. Abschreibung auf Finanzanlagen 0 -111.141
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.484.079 -1.535.280
davon Aufwendungen aus der Abzinsung EUR 250.125 (Vj. EUR 390.619)
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.296.317 -4.005
davon Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern EUR 2.344.000 (Vj. EUR 56.000)
13. Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss (Vj. Jahresfehlbetrag) 2.837.209 -9.145.515
14. Verlustvortrag (Vj. Gewinnvortrag) -5.894.102 3.251.413
15. Bilanzverlust -3.056.893 -5.894.102

ANHANG

ALLGEMEINE HINWEISE

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Als börsennotiertes Mutterunternehmen der SCHWEIZER-Gruppe erstellt die Schweizer Electronic AG mit Sitz in Schramberg nach § 315e Abs.1 HGB einen Konzernabschluss auf Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) und der diesbezüglichen Interpretationen, soweit die IFRS und Interpretationen von der Europäischen Union übernommen sind.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir einzelne Posten der Bilanz zusammengefasst und im Anhang gesondert aufgegliedert und erläutert. Aus dem gleichen Grunde wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten sowie die davon-Vermerke teilweise ebenfalls an dieser Stelle gemacht.

REGISTERINFORMATIONEN

Die Gesellschaft ist unter der Firma Schweizer Electronic Aktiengesellschaft mit Sitz in Schramberg im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart unter der Nummer HRB 480540 eingetragen.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige, lineare Abschreibungen vermindert.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen Nutzungsdauern von drei bis acht Jahren zugrunde. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen.

Das Aktivierungswahlrecht für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurde erstmals in Anspruch genommen. Für eine Technologie, die in zukünftigen Leiterplatten angewendet wird und für welche bereits zukünftige Kundenaufträge vorliegen, wurden die Entwicklungskosten des Jahres ermittelt und aktiviert. Die voraussichtliche Nutzungsdauer orientiert sich am Produktlebenszyklus und wird auf 6 Jahre festgelegt. Abschreibungen werden ab dem zukünftigen Start der Serienproduktion berücksichtigt. Forschungs- und Entwicklungskosten, die die Ansatzkriterien nicht erfüllen, wurden sofort im Aufwand erfasst.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Erhaltene Investitionszuschüsse werden von den Anschaffungs- und Herstellungskosten abgesetzt. In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und die durch Fertigung veranlassten Abschreibungen einbezogen. Die Festsetzung der Nutzungsdauer bei den Anlagegütern richtet sich nach dem Zeitraum, in welchem es unter Rentabilitätsgesichtspunkten sinnvoll ist, das Anlagengut zu nutzen (wirtschaftliche Nutzungsdauer). Es wird grundsätzlich linear abgeschrieben.

Geringwertige Anlagegüter mit einem Wert bis EUR 800 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen im Übrigen zeitanteilig. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. bei Vorliegen von voraussichtlich dauernden Wertminderungen zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Zuschreibungen aufgrund des Werthaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauernde Wertminderung nicht mehr bestehen.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Für galvanische Bäder wurde ein Festwert gebildet.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der Betriebsabrechnung für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2021 beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs wurden gemäß § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB aktiviert.

In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d.h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen.

Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Für Verluste aus Lieferverpflichtungen sind erforderlichenfalls in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind auf den Bilanzstichtag abgezinst.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Verfahren nach der Anwartschaftsbarwertmethode unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren (1,87%; Stand Dezember 2021) (Vj. 2,30%; Stand Dezember 2020) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen wurden mit 1,8% - 2,5% (Vj. 1% - 2,5%) berücksichtigt. Die Fluktuation wurde mit einer Rate von 3,2% (Vj. 2,0%) berücksichtigt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Künftige Preis- und Kostensteigerungen zum Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung wurden angemessen berücksichtigt. Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden, mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Der laufzeitadäquate Marktzins wurde nach Maßgabe des Einzelbewertungsgrundsatzes für jede einzelne Rückstellung ermittelt und bewegt sich zwischen 0,3% und 1,41% (VJ. 0,72% bis 2,46%).

Die ausschließlich der Erfüllung der mit Altersversorgungsverpflichtungen vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen (Altersteilzeit) dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände in Form von Rückdeckungsversicherungen (Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den korrespondierenden Rückstellungen verrechnet. Der beizulegende Zeitwert des Rückdeckungsversicherungsanspruchs entspricht dem sog. geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsunternehmens zzgl. eines etwa vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sog. Überschussbeteiligung).

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasipermanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Nachfolgend werden die in der Bilanz zusammengefassten Posten gesondert erläutert.

ANLAGEVERMÖGEN

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Entwicklungskosten selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wurden im Geschäftsjahr in Höhe von TEUR 240 aktiviert. Insgesamt fielen im Geschäftsjahr zusätzlich Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von EUR 2,9 Mio. an.

Anschaffungs- und Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
Umbuchungen

EUR
31.12.2021

EUR
01.01.2021

EUR
--- --- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbstgeschaffene immaterielle Rechte und Werte 240.323 240.323
2. Entgeltlich erworbene Rechte und Werte 5.743.864 40.558 57.600 5.842.022 5.061.568
5.743.864 280.881 0 57.600 6.082.345 5.061.568
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 37.416.352 13.000 37.429.352 27.960.042
2. Technische Anlagen und Maschinen 97.748.030 300.352 8.341.385 714.516 90.421.513 80.512.587
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 55.777.411 156.359 111.391 55.822.379 54.118.286
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.535.869 2.275.338 5.752.580 -772.116 1.286.511
196.477.662 2.745.049 14.205.356 -57.600 184.959.755 162.590.915
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 40.510.865 375.620 40.886.485
40.510.865 375.620 0 0 40.886.485 0
242.732.391 3.401.550 14.205.356 0 231.928.585 167.652.483
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
31.12.2021

EUR
31.12.2021

EUR
31.12.2020

EUR
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbstgeschaffene immaterielle Rechte und Werte 240.323
2. Entgeltlich erworbene Rechte und Werte 219.339 5.280.907 561.115 682.296
219.339 0 5.280.907 801.438 682.296
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 836.846 28.796.888 8.632.464 9.456.310
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.090.285 8.341.385 75.261.487 15.160.026 17.235.442
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 447.974 111.392 54.454.868 1.367.511 1.659.126
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.286.511 5.535.869
4.375.105 8.452.777 158.513.243 26.446.512 33.886.748
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 40.886.485 40.510.865
0 0 0 40.886.485 40.510.865
4.594.444 8.452.777 163.794.150 68.134.435 75.079.909

ANGABEN ZUM ANTEILSBESITZ

Die Zusammensetzung des Anteilsbesitzes ist der nachfolgenden Übersicht zu entnehmen. (Angaben in Landeswährung (LW), Ergebnis nach Ertragsteuern)

Name und Sitz der Gesellschaft Währung Anteil am Kapital % 31.12. 2021 Eigenkapital in TLW 31.12. 2021 Eigenkapital in TEUR 31.12. 2021 Ergebnis in TLW 2021 Ergebnis in TEUR 2021
Unmittelbar gehaltenen Anteile
Schweizer Pte. Ltd., Singapore SGD 100 4.496 2.916 -38 -25
Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd., China CNY 100 -67.829 -9.428 -229.352 -30.043
Schweizer Electronic Americas Inc., USA USD 100 425 375 -56 -49
Mittelbar gehaltene Anteile über Schweizer Pte. Ltd., Singapore
Schweizer Energy Production Singapore Pte. Ltd., Singapore SGD 100 2.727 1.785 -69 -45
Schweizer Electronic Singapore Pte. Ltd., Singapore SGD 100 6.544 4.283 1.738 1.138

Im Geschäftsjahr 2021 hat die Schweizer Pte. Ltd. die Minderheitenanteile an der Schweizer Energy Production Singapore Pte. Ltd. erworben, wodurch sich der mittelbare Anteilsbesitz auf 100% (Vj. 94,5%) erhöht hat.

Ferner wurde im Geschäftsjahr die Schweizer Electronic Americas Inc. als unmittelbare Beteiligung der Schweizer Electronic AG gegründet.

VORRÄTE

31.12.2021

TEUR
31.12.2020

TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.954 4.751
Unfertige Erzeugnisse 3.815 3.281
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 5.756 4.741
16.525 12.773

FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

31.12.2021

TEUR
31.12.2020

TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.293 10.910
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 7.246 4.409
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 5.700 0
Sonstige Vermögensgegenstände 1.449 2.507
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 17 17
15.988 17.825

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen stammen wie im Vorjahr ausschließlich aus Lieferungen und Leistungen. Davon wird für einen Forderungsbestand von TEUR 6.156 ein Zahlungseingang nicht innerhalb des Folgejahres erwartet und entsprechend der geschätzten Restlaufzeit von 8 Jahren mit 0,86% (gem. §253 Abs.2 HGB) in Höhe von TEUR 456 auf einen Betrag von TEUR 5.700 abgezinst.

AKTIVE LATENTE STEUERN

Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 29,13% (Vj. 29,13%) zugrunde gelegt. Die passiven latenten Steuern (TEUR 744) resultieren im Wesentlichen aus Bilanzdifferenzen bei Sachanlagen. Diese wurden mit aktiven latenten Steuern aus Bilanzdifferenzen bei Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen (TEUR 1.245) sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen (TEUR 3.140) saldiert.

Die Verlustvorträge in Höhe von TEUR 10.625 (2020: TEUR 11.354) können zeitlich unbegrenzt vorgetragen werden. Im Geschäftsjahr wurden auf bisher nicht berücksichtigte Verlustvorträge aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 2.303 aktiviert, da die Gesellschaft plant, diese mit zukünftigen zu versteuernden Ergebnissen verrechnen zu können. Diese Einschätzung fußt auf der Erkenntnis, dass die Restrukturierungen im Zuge der Corona-Pandemie am Standort Schramberg im Jahr 2020 erfolgreich umgesetzt werden konnten und sich erstmals im Geschäftsjahr 2021 bemerkbar machten. Auch für die kommenden Geschäftsjahre gehen wir von einem positiven und nachhaltigen Effekt auf die Ertragslage aus. Unter der Annahme, dass sich die Erholung der gesamtwirtschaftlichen Lage nach der Corona-Pandemie fortsetzt und dass sich der Einfluss des Russland-Ukraine-Konflikts wie bisher unwesentlich auf die Auftragslage auswirkt, wird damit gerechnet, die entstandenen Verlustvorträge aus den Jahren 2019 und 2020 in den Jahren 2022 bis 2024 verrechnen zu können.

Der Betrag der aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 3.641 unterliegt gemäß § 268 Abs. 8 HGB einer Ausschüttungssperre.

ENTWICKLUNG DER LATENTEN STEUERN

Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen

TEUR
Passive latente Steuern auf temporäre Differenzen

TEUR
Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge

TEUR
Saldo

TEUR
31.12.2020 1.149 689 837 1.297
31.12.2021 1.222 743 3.140 3.641
Veränderung 73 54 2.303 2.344

EIGENKAPITAL

Das Grundkapital beträgt zum 31. Dezember 2021 EUR 9.664.054 und ist in 3.780.000 Namensaktien (Stückaktien) eingeteilt.

EIGENE ANTEILE

Die Schweizer Electronic AG hält zum Bilanzstichtag insgesamt 9.287 Stück (Vj. 9.287 Stück) eigene Stückaktien. Dies entspricht einem Betrag des Grundkapitals in Höhe von TEUR 24 bzw. 0,25% des Grundkapitals. Die eigenen Anteile sind mit ihrem Nennwert offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt.

Eigene Anteile wurden zuletzt im April 2018 zugekauft und dienten in der Vergangenheit der aktienbasierten Vergütung an den Vorstand und eine weitere Person im Führungskreis. Mit Wirkung ab dem Jahr 2019 wurde das Vergütungssystem verändert, welches keine Übertragung von Aktien mehr vorsieht.

GENEHMIGTES KAPITAL

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 25. Juni 2021 und dessen Eintragung in das Handelsregister ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 24. Juni 2026 um bis zu insgesamt EUR 4.832.026,93 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stamm- oder Vorzugsaktien (Stückaktien) gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden. Dabei ist den Aktionären ein Bezugsrecht einzuräumen, welches mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Voraussetzungen ausgeschlossen werden kann.

BEDINGTES KAPITAL

Ferner ist der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 25. Juni 2021 und dessen Eintragung in das Handelsregister ermächtigt, bis zum 24. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Schuldverschreibungen (Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte, Gewinnschuldverschreibungen oder Kombinationen dieser Instrumente) mit oder ohne Laufzeitbegrenzung bis zu EUR 35 Mio. zu begeben und Inhabern bzw. Gläubigern von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen Wandlungs- oder Optionsrechte auf neue, auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu EUR 4.832.026,93 zu gewähren. Die Schuldverschreibungen können ganz oder in Teilen, einmal oder mehrmals begeben werden. Dabei ist den Aktionären ein Bezugsrecht einzuräumen, welches mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Voraussetzungen ausgeschlossen werden kann.

STIMMRECHTSMITTEILUNGEN

Das deutsche Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet Investoren, deren Stimmrechtsanteil an börsennotierten Gesellschaften bestimmte Schwellenwerte erreicht, zu einer Mitteilung an die Gesellschaft. Uns ist das Bestehen folgender Beteiligungen mitgeteilt worden:

Stimmrechtsmitteilung vom 18. Juni 2020

1. Angaben zum Emittenten: Schweizer Electronic AG

2. Grund der Mitteilung: Sonstiger Grund: Veräußerung von Stimmrechten durch verwaltetes Sondervermögen

3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen: LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH, Stuttgart, Deutschland

4. Namen der Aktionäre: -

5. Datum der Schwellenberührung: 15. Juni 2020

6. Gesamtstimmrechtsanteile:

Anteil Stimmrechte (Summe 7.a.) Anteil Instrumente (Summe 7.b.1.+ 7.b.2.) Summe Anteile (Summe 7.a. + 7.b.) Gesamtzahl Stimmrechte des Emittenten
Neu 2,91% 0% 2,91% 3.780.000
letzte Mitteilung 4,97% 0% 4,97% /

7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbestände a. Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG)

ISIN absolut in

%
DE0005156236 direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) 110.000 direkt (§ 33 WpHG)

%
zugerechnet (§ 34 WpHG) 2,91%
--- --- --- --- ---
Summe 110.000 2,91%

b.1. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG: -

b.2. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG: -

8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen: Mitteilungspflichtiger (3.) wird weder beherrscht noch beherrscht Mitteilungspflichtiger andere Unternehmen, die Stimmrechte des Emittenten (1.) halten oder denen Stimmrechte des Emittenten zugerechnet werden.

9. Bei Vollmacht gemäß § 34 Abs. 3 WpHG: (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG): -

Stimmrechtsmitteilung vom 18. Juni 2020

1. Angaben zum Emittenten: Schweizer Electronic AG

2. Grund der Mitteilung: Erwerb/Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten

3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen: Baden-Württembergische Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte

4. Namen der Aktionäre: siehe 3.

5. Datum der Schwellenberührung: 15. Juni 2020

6. Gesamtstimmrechtsanteile:

Anteil Stimmrechte (Summe 7.a.) Anteil Instrumente (Summe 7.b.1.+ 7.b.2.) Summe Anteile (Summe 7.a. + 7.b.) Gesamtzahl Stimmrechte des Emittenten
Neu 2,91% 0% 2,91% 3.780.000
letzte Mitteilung 4,97% 0% 4,97% /

7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen: a. Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG)

ISIN absolut in

%
direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG)
--- --- --- --- ---
DE0005156236 110.000 2,91% %
Summe 110.000 2,91%

b.1. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG: -

b.2. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG: -

8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen: Mitteilungspflichtiger (3.) wird weder beherrscht noch beherrscht Mitteilungspflichtiger andere Unternehmen, die Stimmrechte des Emittenten (1.) halten oder denen Stimmrechte des Emittenten zugerechnet werden.

9. Bei Vollmacht gemäß § 34 Abs. 3 WpHG: (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG): -

Stimmrechtsmitteilung vom 16. Januar 2020

1. Angaben zum Emittenten: Schweizer Electronic AG

2. Grund der Mitteilung: Erwerb/Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten

3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen: Maren Schweizer, Geburtsdatum: 16. November 1972

4. Namen der Aktionäre: siehe 3.

5. Datum der Schwellenberührung: 13. Januar 2020

6. Gesamtstimmrechtsanteile:

Anteil Stimmrechte (Summe 7.a.) Anteil Instrumente (Summe 7.b.1.+ 7.b.2.) Summe Anteile (Summe 7.a. + 7.b.) Gesamtzahl Stimmrechte des Emittenten
Neu 2,98% 0% 2,98% 3.780.000
letzte Mitteilung 4,96% 0% 4,96% /

7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen: a. Stimmrechte (§§ 33, 34 WpHG)

ISIN absolut in

%
direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG) direkt (§ 33 WpHG) zugerechnet (§ 34 WpHG)
--- --- --- --- ---
DE0005156236 112.650 2,98% %
Summe 112.650 2,98%

b.1. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG: -

b.2. Instrumente i.S.d. § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG: -

8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen: Mitteilungspflichtiger (3.) wird weder beherrscht noch beherrscht Mitteilungspflichtiger andere Unternehmen, die Stimmrechte des Emittenten (1.) halten oder denen Stimmrechte des Emittenten zugerechnet werden.

9. Bei Vollmacht gemäß § 34 Abs. 3 WpHG: (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG): -

Stimmrechtsmitteilung vom 19. Juni 2017

1. Angaben zum Emittenten: Schweizer Electronic AG

2. Grund der Mitteilung: Erwerb/Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten

3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen: Herr LK Wu

4. Namen der Aktionäre: WUS International Company Limited

5. Datum der Schwellenberührung: 16. Juni 2017

6. Gesamtstimmrechtsanteile:

Anteil Stimmrechte (Summe 7.a.) Anteil Instrumente (Summe 7.b.1.+ 7.b.2.) Summe Anteile (Summe 7.a. + 7.b.) Gesamtzahl Stimmrechte des Emittenten
Neu 19,74% 0% 19,74% 3.780.000
letzte Mitteilung 4,5% 15,24% 19,74% /

7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen: a. Stimmrechte (§§ 21, 22 WpHG)

ISIN absolut in

%
DE0005156236 direkt (§ 21 WpHG) zugerechnet (§ 22 WpHG) 746.220 direkt (§ 21 WpHG)

%
zugerechnet (§ 22 WpHG) 19,74%
--- --- --- --- ---
Summe 746.220 19,74%

b.1. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 1 WpHG: -

b.2. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 2 WpHG: -

8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen: Vollständige Kette der Tochterunternehmen beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem obersten beherrschenden Unternehmen:

Unternehmen Stimmrechte in %, wenn 3% oder höher Instrumente in %, wenn 5% oder höher Summe in %, wenn 5% oder höher
LK Wu % % %
WUS Printed Circuit (Kunshan), Co. Ltd. % % %
WUS International Company Limited 19,74% % 19,74%

9. Bei Vollmacht gemäß § 22 Abs. 3 WpHG: (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG): -

Stimmrechtsmitteilung vom 24. Mai 2017

1. Angaben zum Emittenten: Schweizer Electronic AG

2. Grund der Mitteilung: Erwerb/Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten

3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen: WUS Printed Circuit Co., Ltd., Kaohsiung, Taiwan

4. Namen der Aktionäre: WUS Group Holding Co., Ltd.

5. Datum der Schwellenberührung: 24. Mai 2017

6. Gesamtstimmrechtsanteile:

Anteil Stimmrechte (Summe 7.a.) Anteil Instrumente (Summe 7.b.1.+ 7.b.2.) Summe Anteile (Summe 7.a. + 7.b.) Gesamtzahl Stimmrechte des Emittenten
Neu 10,16% 0% 10,16% 3.780.000
letzte Mitteilung 0% 10,16% 10,16% /

7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen: a. Stimmrechte (§§ 21, 22 WpHG)

ISIN absolut in

%
DE0005156236 direkt (§ 21 WpHG) zugerechnet (§ 22 WpHG) 384.000 direkt (§ 21 WpHG)

%
zugerechnet (§ 22 WpHG) 10,16%
--- --- --- --- ---
Summe 384.000 10,16%

b.1. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 1 WpHG: -

b.2. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 2 WpHG: -

8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen: Vollständige Kette der Tochterunternehmen beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem oberstem beherrschenden Unternehmen:

Unternehmen Stimmrechte in %, wenn 3% oder höher Instrumente in %, wenn 5% oder höher Summe in %, wenn 5% oder höher
WUS Printed Circuit Co., Ltd. % % %
WUS Group Holding Co., Ltd. 10,16% % 10,16%

9. Bei Vollmacht gemäß § 22 Abs. 3 WpHG: (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG): -

Stimmrechtsmitteilung vom 28. November 2014

Die Infineon Technologies AG, Neubiberg/Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 28. November 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Schweizer Electronic AG, Schramberg/Deutschland, am 28. November 2014 die Schwelle von 3% und 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 9,39% (das entspricht 355.000 Stimmrechten) betragen hat.

Stimmrechtsmitteilung vom 18. Juli 2014

Herr Christoph Schweizer, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 18. Juli 2014 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Schweizer Electronic AG, Schramberg, Deutschland, am 15. Juli 2014 die Schwelle von 15% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 14,43% (das entspricht 545.600 Stimmrechten) betragen hat.

Stimmrechtsmitteilung vom 2. April 2002

Herr Nicolas-Fabian Schweizer, Schramberg, hat uns am 2. April 2002 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Schweizer Electronic AG zum Stichtag 1. April 2002 8,28% beträgt.

Stimmrechtsmitteilungen der letzten Jahre sind auch auf unserer Internetseite unter https://schweizer.ag/investoren- und-medien/corporate-governance/stimmrechtsmitteilungen veröffentlicht.

GEWINNRÜCKLAGEN

Die Gewinnrücklagen betragen unverändert TEUR 20.808.

BILANZVERLUST

Im Bilanzverlust von TEUR -3.057 ist ein Verlustvortrag von TEUR -5.894 enthalten.

RÜCKSTELLUNGEN

Unter Anwendung des für den Bilanzstichtag prognostizierten durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre von 1,35% p. a. (Vj. 1,60% p. a.) würde sich im Geschäftsjahr 2021 ein Erfüllungsbetrag für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 7.283 (Vj. TEUR 7.386) ergeben. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 S.1 HGB beträgt im Geschäftsjahr TEUR 350 (Vj. TEUR 476) und unterliegt gemäß § 253 Abs. 6 S. 2 HGB einer Ausschüttungssperre.

Die Altersversorgung wird darüber hinaus von der Unterstützungskasse Christoph Schweizer e.V. getragen. Die Unterstützungskasse wurde für ab dem 30. Juni 1996 neu in die Dienste der Schweizer Electronic AG (Trägerunternehmen) eintretende Betriebsangehörige geschlossen. Eine Rückstellung für diese mittelbare Pensionsverpflichtung wurde nicht angesetzt. Die Zuwendung der Schweizer Electronic AG an die Unterstützungskasse in Höhe von TEUR 120 (Vj. TEUR 120) ist im Personalaufwand erfasst.

Steuerrückstellungen sind nicht gebildet, da die Steuervorauszahlungen die voraussichtliche Steuerschuld übersteigen. Die Rückzahlungsansprüche sind unter den sonstigen Vermögensgegenständen erfasst.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten insbesondere solche für Ausgleichszahlungen für ein früheres Vorstandsmitglied aus einem gerichtlichen Vergleich, noch nicht genommenen Resturlaub/Mehrstunden, Altersteilzeit, Jubiläumsverpflichtungen, Umweltschutzmaßnahmen, ausstehende Rechnungen, Garantien, Jahresabschlusskosten sowie Aufsichtsratsvergütungen.

TEUR
Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände 535
Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände 535
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 640
Verrechnete Aufwendungen 5
Verrechnete Erträge 6

VERBINDLICHKEITEN

Verbindlichkeitenspiegel in TEUR

31.12.2021 31.12.2020
Restlaufzeit
--- --- --- --- --- --- ---
bis 1 Jahr über 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre grundpfandrechtlich gesichert Gesamt Restlaufzeit bis 1 Jahr
--- --- --- --- --- --- ---
Art der Verbindlichkeit
1. Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten 10.275 22.175 6.000 20.804 38.450 3.369
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.325 89 0 0 4.414 5.185
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 327 1.481 1.648 0 3.456 327
4. Sonstige Verbindlichkeiten 3.036 0 0 0 3.036 2.814
- davon aus Steuern 1.115 0 0 1.115 1.131
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0 0 0 0 0 0
31.12.2020 Gesamt
Art der Verbindlichkeit
1. Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten 38.269
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.185
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.516
4. Sonstige Verbindlichkeiten 3.482
- davon aus Steuern 1.131
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0

Von den grundpfandrechtlich besicherten Krediten sind zusätzlich TEUR 8.546 durch Sicherungsübereignung von Maschinen und Geschäftsausstattung besichert.

VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

In dieser Position ist ein Darlehen der Unterstützungskasse Christoph Schweizer e. V., Schramberg, in Höhe des Kassenvermögens von TEUR 3.456 (Vj. TEUR 3.516) enthalten. Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen wie im Vorjahr Lieferungen und Leistungen.

GESCHÄFTE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Es wurden keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu nicht marktüblichen Bedingungen durchgeführt.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

UMSATZERLÖSE

Die Netto-Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt auf:

2021

TEUR
2020

TEUR
Nach Tätigkeitsbereichen
Durchmetallisierte Schaltungen 13.716 11.531
Nicht durchmetallisierte Schaltungen 7.297 4.692
Multilayer / HDI 67.695 56.391
Sonstige 1.851 3.531
90.559 76.146
Nach Regionen
Inland 53.356 49.604
Europa (ohne Deutschland) 20.329 14.795
Amerika 6.135 3.668
Asien 10.285 7.629
Übrige Länder 454 449
90.559 76.146

MATERIALAUFWAND

Gegliedert nach § 275 Abs. 2 Nr. 5 HGB beträgt der Materialaufwand des Geschäftsjahres:

2021

TEUR
2020

TEUR
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Ware 37.287 28.772
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 5.258 4.652
42.545 33.424

PERSONALAUFWAND

Gegliedert nach § 275 Abs. 2 Nr. 6 HGB beträgt der Personalaufwand des Geschäftsjahres:

2021

TEUR
2020

TEUR
a) Löhne und Gehälter 29.264 29.433
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 6.407 5.086
davon Altersversorgung 1.031 718
35.671 34.519

In den Aufwendungen für Altersversorgung ist die Zuwendung zur Christoph Schweizer Unterstützungskasse e.V. in Höhe von TEUR 120 (Vj. TEUR 120) enthalten.

SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 336 (Vj. TEUR 111).

SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten außergewöhnliche Aufwendungen von TEUR 0 (Vj. TEUR 1.214).

SONSTIGE STEUERN

Die sonstigen Steuern sind in den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen in Höhe von TEUR 81 (Vj. TEUR 81), in den Vertriebskosten in Höhe von TEUR 8 (Vj. TEUR 6), und in den allgemeinen Verwaltungskosten in Höhe von TEUR 2 (Vj. TEUR 3) enthalten.

SONSTIGE ANGABEN

ANGABEN ZU ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTE

Als Deckungsvermögen (§ 253 Abs. 1 Satz 4 HGB) ist das von der Versicherung, nach anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik mit den Rechnungsgrundlagen der Prämienkalkulation, zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode berechnete Deckungskapital des Versicherungsunternehmens zuzüglich etwa vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sog. Überschussbeteiligung) angesetzt worden.

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

31.12.2021

TEUR
31.12.2020

TEUR
Haftsumme aus Genossenschaftsanteile 5 5

In den Verbindlichkeiten gegenüber Verbundenen Unternehmen ist ein Darlehen der Unterstützungskasse Christoph Schweizer e. V., Schramberg, in Höhe des Kassenvermögens von TEUR 3.456 (Vj. TEUR 3.516) enthalten, da es sich hierbei um eine Zweckgesellschaft im Sinne des § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB handelt. Der, unter Zugrundelegung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren, versicherungsmathematisch ermittelte Barwert der mittelbaren Pensionszusagen übersteigt das tatsächliche Kassenvermögen um TEUR 9.516 (Vj. TEUR 8.601). In dieser Höhe besteht eine Subsidiärhaftung. Die Verbindlichkeiten bestehen im Rahmen der sozialen Sicherheit.

Das Risiko der Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen wird in Anbetracht der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft als unwesentlich angesehen.

AUSSERBILANZIELLE GESCHÄFTE

Zur Beschaffung liquider Mittel wurden technische Anlagen und Maschinen veräußert und hierfür insgesamt TEUR 4.865 erlöst. Über die Anlage wurde gleichzeitig ein Leasingvertrag, mit einer Laufzeit von sieben Jahren geschlossen.

2021

TEUR
Jährliche Zahlungsverpflichtungen aus Sale-and-lease-back Verträge 1.016
Übrigen Leasingverträgen 270

Die finanziellen Verpflichtungen über die Gesamtlaufzeit betragen TEUR 1.311 (Vj. TEUR 1.729).

Zweck und Vorteile der Leasingverträge sind die Liquiditätsbeschaffung und partiell die Vermeidung von Restwertrisiken. Risiken liegen in der Vertragsbindung über die Gesamtlaufzeit.

Zur Beschaffung liquider Mittel zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit werden partiell regelmäßig Forderungen aus Lieferungen und Leistungen forfaitiert. Zum Stichtag war ein Forderungsbestand im Nominalwert von TEUR 6.558 verkauft, wovon TEUR 6.119 noch nicht fällig waren.

Zweck und Vorteile der Forfaitierung sind die sind die frühzeitigen Zahlungseingänge auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Dem stehen die im Zusammenhang mit diesem Finanzinstrument entstehenden Gebühren und Zinsen entgegen. Risken bestehen über die üblichen Ausfallrisiken hinaus nicht.

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Angaben zu Finanzinstrumenten:

Art / Kategorie Nominalbetrag

TUSD
beizulegender Zeitwert

TEUR
Buchwert (sofern vorhanden)

TEUR
In Bilanzposten (sofern in Bilanz erfasst)
Rohwarenswap Gold USD 673 -1 1 sonstige RST
Rohwarenswap Gold USD 621 8 0
Rohwarenswap Gold USD 631 16 0
Rohwarenswap Palladium USD 420 -44 44 sonstige RST
Rohwarenswap Palladium USD 395 -33 33 sonstige RST
Summe 2.740 -55 78

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wurde unter Verwendung der Mark-to-Market Methode vorgenommen.

SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Die Schweizer Electronic AG hat im Dezember 2017 die unmittelbare Tochtergesellschaft Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd., China, gegründet und ist mit 100% alleiniger Gesellschafter. Der Gesellschaftsvertrag sieht ein gezeichnetes Kapital von EUR 51 Mio. vor, welches grundsätzlich innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren zu erbringen ist. Bis Dezember 2021 sind bereits EUR 35,8 Mio. einbezahlt, so dass noch EUR 15,2 Mio. zu erbringen sind.

Des Weiteren betreffen die sonstigen finanziellen Verpflichtungen folgende Sachverhalte:

2021

TEUR
Jährliche Zahlungsverpflichtungen aus
Mietverträgen 42
Wartungsverträgen 375
Bestellobligo aus erteilten Investitionsaufträgen 1.995

Die Mietverträge sowie die Wartungsverträge enden zwischen Ende 2021 und 2026.

MITARBEITER

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:

2021 2020
Gewerbliche Arbeitnehmer 376 404
Angestellte 208 219
584 623
Auszubildende 17 21
601 644

ORGANE

Vorstand

Als Vorstände waren im Geschäftsjahr die folgenden Personen bestellt:

Nicolas-Fabian Schweizer

Vorstandsvorsitzender

Verantwortlich für die Bereiche Technology R&D, Business Development, Operations & Quality, Human Resources, Legal sowie Media & Communications (PR).

Tätigkeiten und Mandate innerhalb der Unternehmensgruppe:

Director der Schweizer Pte. Ltd., Singapur
President der Schweizer Electronic Americas Inc., Delaware, USA
Supervisor Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd., Changzhou City, Jintan, China
Vorstandsmitglied der Unterstützungskasse Christoph Schweizer e.V., Schramberg

Marc Bunz

Mitglied des Vorstands (Stv. Vorsitzender)

Verantwortlich für die Bereiche Sales & Marketing, Operations & Quality, Finance & Controlling, Global Supply Chain, Information Technologies und Investor Relations.

Tätigkeiten und Mandate innerhalb der Unternehmensgruppe:

Managing Director der Schweizer Pte. Ltd., Singapur
Director Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd., Changzhou City, Jintan, China
Director Schweizer Energy Production Singapore Pte. Ltd., Singapur
Vorstandsmitglied der Unterstützungskasse Christoph Schweizer e.V., Schramberg

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:

Christoph Schweizer

Vorsitzender

Mitglied im Prüfungsausschuss

Ehemaliger Geschäftsführer der Schweizer Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Schramberg

Dr. Stephan Zizala

Stellvertretender Vorsitzender

Mitglied im Prüfungsausschuss

Vice President & General Manager Business-Line High Power, Automotive Division

Infineon Technologies AG, Neubiberg

Dr. jur. Stefan Krauss (seit 25.06.2021)

Mitglied im Prüfungsausschuss

Rechtsanwalt, Partner der Kanzlei KRAUSS-LAW, Lahr/Schwarzwald

Michael Kowalski (bis 25.06.2021)

Mitglied im Finanzausschuss

Ehemaliger Consultant der Senior Adviser der mmc Mollenhauer Management Consulting AG, Wiesbaden

Chris (Chuan Pin) Wu

President von WUS Printed Circuit (Kunshan) Co., Ltd., Kunshang, China

Sonstige Tätigkeiten und Mandate:

Director Biggering (BVI) Holdings Co., Ltd., British Virgin Islands, United Kingdom
Director Happy Union Investment Co., Ltd., New Territories, Hongkong

Petra Gaiselmann*

Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, Schweizer Electronic AG, Schramberg

Jürgen Kammerer*

Prozesstechniker Mechanik, Schweizer Electronic AG, Schramberg

* Arbeitnehmervertretung

GESAMTBEZÜGE DES VORSTANDS

Die Gesamtvergütung der Vorstände umfasst fixe und variable Bestandteile.

Die variablen Bestandteile enthalten eine an den Erfolg gebundene Komponente und eine Komponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter.

Der variable Vergütungsbestandteil unterteilt sich in eine Komponente, die sich an der Erreichung bestimmter Ziele für das jeweilige Geschäftsjahr orientiert (Medium & Short Term Incentive ("MSTI")) sowie in eine Komponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter (Long Term Incentive ("LTI")), dessen Performancezeitraum sich über vier Jahre erstreckt. Aufgrund der Umstellung früherer vertraglicher Regelungen wurde für die Jahre 2019, 2020 und 2021 eine Übergangsregelung (LTI-Ü) vereinbart. Für diese drei Jahre beläuft sich die Performanceperiode des LTI-Ü auf jeweils ein Jahr.

Summe 2021

TEUR
Feste erfolgsunabhängige Vergütung 620
Erfolgsabhängige Vergütung 149
davon kurz- und mittelfristige Anreizwirkung (MSTI) 149
davon langfristige Anreizwirkung (LTI-Ü) 0
davon langfristige Anreizwirkung (LTI) 0

Hinsichtlich der Angaben zu § 285 Nr. 9 Buchstabea Satz 5 bis 8 HGB verweisen wir auf unsere Ausführungen im Vergütungsbericht zum innerhalb des zusammengefassten Lageberichtes für 2021.

GESAMTBEZÜGE DES AUFSICHTSRATS

Die Bezüge des Aufsichtsrats beliefen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 180 (fix) und TEUR 0 (variabel).

Hinsichtlich der Angaben zu § 285 Nr. 9 Buchstabea Satz 5 bis 8 HGB verweisen wir auf unsere Ausführungen zum Vergütungsbericht innerhalb des zusammengefassten Lageberichtes für 2021.

FRÜHERE GESCHÄFTSFÜHRER BZW. VORSTANDSMITGLIEDER

Im Geschäftsjahr 2021 wurden den früheren Geschäftsführern/Vorständen bzw. deren Hinterbliebenen Gesamtbezüge in Höhe von TEUR 593 gewährt. Die Rückstellungen für diesen Personenkreis betragen für Pensionen TEUR 5.269, für die Zuführung zur Unterstützungskasse TEUR 837 sowie für eine Ausgleichszahlung TEUR 2.871.

KONZERNVERHÄLTNISSE

Die Schweizer Electronic AG erstellt als Mutterunternehmen für das Geschäftsjahr 2021 einen Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards gemäß § 290 i.V.m. § 315e HGB für den größten und kleinsten Kreis der Unternehmen Dieser wird im Bundesanzeiger offengelegt.

BILANZVERLUST

Der Bilanzverlust beträgt unter Berücksichtigung eines Verlustvortrags von EUR 5.894.102 und dem Jahresüberschuss von EUR 2.837.210 insgesamt EUR 3.056.893.

PRÜFUNGS- UND BERATUNGSGEBÜHREN

Das für das Geschäftsjahr berechnete Honorar des Abschlussprüfers beträgt für Abschlussprüfungsleistungen TEUR 400 (davon für das Vorjahr TEUR 249) für andere Bestätigungsleistungen TEUR 5, für Steuerberatungsleistungen TEUR 0 und für sonstige Leistungen TEUR 19.

ERKLÄRUNG GEM. § 161 AKTG ZUM CORPORATE-GOVERNANCE-KODEX

Die Schweizer Electronic AG hat für 2021 die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung abgegeben und den Aktionären im Internet unter https://schweizer.ag/investoren- und-medien/corporate-governance/entsprechenserklaerungen zugänglich gemacht.

NACHTRAGSBERICHTERSTATTUNG

Mit Wirkung vom 27. Januar 2022 hat sich die WUS Printed Circuit (Kunshan) Co., Ltd., China, and der Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd., China (bis dato 100%-ige Tochtergesellschaft der Schweizer Electronic AG), im Rahmen einer Erhöhung des Grundkapitals durch neue Anteile im Nennbetrag von EUR 7,5 Mio., beteiligt und hält nunmehr 12,8% am Grundkapital der Schweizer Electronic (Jiangsu) Co., Ltd., China. WUS Printed Circuit (Kunshan) hält 19,74% der Aktien an der Schweizer Electronic AG und gilt als nahestehendes Unternehmen.

Der Russland-Ukraine Konflikt kann Teile der Wertschöpfungskette beeinträchtigen sowie zusätzliche Risiken für Transportwege und einen noch stärkeren Anstieg von Rohstoff- und Energiepreisen auslösen. Aufgrund der Dynamik dieses Konfliktes, können die Auswirkungen auf Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Schweizer Electronic AG noch nicht genau beziffert werden.

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben könnten.

Schramberg, 8. April 2022

Schweizer Electronic AG

Der Vorstand

N. F. Schweizer

M. Bunz

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Schweizer Electronic AG

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Schweizer Electronic AG, Schramberg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst wurde, der Schweizer Electronic AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die auf der im Lagebericht angegebenen Internetseite veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f HGB, die Bestandteil des Lageberichts ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Darüber hinaus haben wir die Informationen außerhalb des Geschäftsberichts, auf die im Lagebericht im Abschnitt "Übernahmerelevante Angaben" verwiesen wird, nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte:

1) Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die Anteile an verbundenen Unternehmen unterliegen einer jährlichen Werthaltigkeitsüberprüfung durch die gesetzlichen Vertreter, die den Regeln des IDW RS HFA 10 folgt. Die den Bewertungen zugrundeliegenden Planungsrechnungen beruhen auf den vom Vorstand und Aufsichtsrat genehmigten Finanzplänen. Das Ergebnis der Bewertungen ist insbesondere von der Einschätzung der künftigen Erträge der jeweiligen Unternehmen durch die gesetzlichen Vertreter sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und ist daher ermessensbehaftet. Vor dem Hintergrund der bei der Bewertung vorhandenen Ermessensspielräume war die Bewertung der Finanzanlagen im Rahmen unserer Prüfung ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt.

Prüferisches Vorgehen

Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen haben wir uns mit dem von den gesetzlichen Vertretern eingerichteten Prozess zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte befasst. Unter Einbezug von internen Bewertungsspezialisten haben wir die zugrunde liegenden Bewertungsmodelle für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte sowohl methodisch als auch arithmetisch nachvollzogen. Zur Beurteilung der Planungstreue erfolgte stichprobenweise ein Soll-Ist-Abgleich von historischen Plandaten mit den tatsächlichen Ergebnissen. Die im Rahmen der Schätzung der beizulegenden Werte verwendeten Bewertungsparameter, wie beispielsweise die verwendeten Wachstumsraten sowie die Eigenkapitalkostensätze, wurden mit öffentlich verfügbaren Marktdaten abgeglichen und vor dem Hintergrund zukünftiger Veränderungen bedeutender Annahmen einschließlich künftiger Marktbedingungen beurteilt.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Zum Vorgehen bezüglich der Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen berichtet die Schweizer Electronic AG im Anhang zum Jahresabschluss unter anderem in den Ausführungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

2) Ansatz und Bewertung latenter Steuern

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die Bilanzierung von latenten Steuern auf Bewertungsunterschiede und auf Verlustvorträge war im Rahmen unserer Prüfung ein besonders wichtiger Sachverhalt, da diese in hohem Maße Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen durch die gesetzlichen Vertreter erfordert. Dies betrifft insbesondere die Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern auf Bewertungsunterschiede und auf Verlustvorträge. Die Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern beruht auf der Einschätzung ihrer Nutzbarkeit aufgrund künftig zu versteuernden Einkommens. Die gesetzlichen Vertreter nehmen insoweit Schätzungen in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaften und hinsichtlich der zukünftigen Nutzung von bestehenden Verlustvorträgen vor, die ermessensbehaftet sind.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben interne Steuerexperten zur Unterstützung bei der Beurteilung der latenten Steuern hinzugezogen. Wir haben uns mit den von den gesetzlichen Vertretern eingerichteten Prozessen befasst, die inländischen Steuerwerte anhand von Steuerbescheiden und der Bestätigung des externen Steuerberaters nachvollzogen, in Stichproben die Identifikation, Vollständigkeit und richtige Quantifizierung von Abweichungen zwischen dem Ansatz und der Bewertung von Vermögenswerten und Schulden nach steuerlichen Vorschriften und der Rechnungslegung nach handelsrechtlichen Grundsätzen überprüft sowie die Berechnung der latenten Steuern und die Anwendung des zutreffenden Steuersatzes nachvollzogen.

Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen zur Beurteilung der Werthaltigkeit von aktiven latenten Steuern haben wir in Stichproben untersucht, ob die Steuerplanungen korrekt aus den von den gesetzlichen Vertretern aufgestellten Unternehmensplanungen abgeleitet wurden. Weiterhin haben wir die Annahmen der Steuerplanung unter dem Blickwinkel des in der Vergangenheit erwirtschafteten zu versteuernden Einkommens gewürdigt.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen den Ansatz und die Bewertung latenter Steuern ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Zum Vorgehen bezüglich des Ansatzes und der Bewertung latenter Steuern berichtet die Schweizer Electronic AG im Anhang zum Jahresabschluss unter anderem in den Ausführungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Codex, die Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung ist, sowie für den Vergütungsbericht nach § 162 AktG sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Erklärung zur Unternehmensführung. Des Weiteren umfassen die sonstigen Informationen den nicht finanziellen Bericht gem. §§ 289b HGB, von dem wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben. Ferner umfassen die sonstigen Informationen weitere für den Geschäftsbericht vorgesehenen Bestandteile, von dem wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere die Versicherung der gesetzlichen Vertreter, den Vergütungsbericht, den Corporate Governance Bericht, Bericht des Aufsichtsrats sowie die übrigen Bestandteile des Geschäftsberichts, insbesondere die Abschnitte "Kennzahlen IFRS", "Unternehmen" sowie "Informationen", nicht aber den Jahresabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Lageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst wurde, erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst wurde, oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei 529900X0OMB39EW0OC11-JA-2021-12-31-de (1).zip 88246d1236507763753 21c07c96c7d7ba0ab421fae76816d4f6176ce5f5845a4 enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen.

In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (10/2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen;
gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben;
beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt;
beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts ermöglichen.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 25. Juni 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 11. November 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 1995 als Abschlussprüfer der Schweizer Electronic AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht:

Gesetzlich vorgeschriebene wirtschaftszweigspezifische Prüfungen;
Nicht gesetzlich vorgeschriebene Bestätigungsleistungen in Bezug auf Finanzinformationen.

Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Jahresabschluss und dem geprüften Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Jahresabschluss und Lagebericht - auch die im Bundesanzeiger bekanntzumachenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Andreas Nietzer.

Freiburg i. Br., 11. April 2022

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Nietzer, Wirtschaftsprüfer

Busser, Wirtschaftsprüfer

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Schweizer Electronic AG vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Schramberg, 8. April 2022

Der Vorstand

Nicolas-Fabian Schweizer

Marc Bunz

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

das Geschäftsjahr 2021 war für die Schweizer Electronic AG ein weiteres Jahr mit schwierigen Herausforderungen. Wir lernten zwar mit der COVID-19 Pandemie zu leben und passten unsere geschäftlichen Abläufe so gut wie möglich auf die pandemiebedingten Regeln an. Allerdings mussten unsere Mitarbeiter etliche Schwierigkeiten beim Hochfahren unserer neuen Fabrik in Jintan meistern, ohne dorthin reisen zu können. Eine weitere große geschäftliche Herausforderung war die Knappheit von Halbleitern: Unsere Kunden mussten deswegen ihre Produktion reduzieren und benötigten daher weniger Leiterplatten.

Wir haben im Geschäftsjahr 2021 deutliche Fortschritte bei der Profitabilitätsentwicklung unseres Stammwerks in Schramberg gemacht. Die Akquise von neuen Kunden im außereuropäischen Ausland, insbesondere in China, kam nicht wie geplant voran, da es unseren Experten aufgrund der Corona-bedingten Reiserestriktionen nicht möglich war, vor Ort Kunden zu betreuen. Zudem reduzierte die Halbleiterknappheit gerade auch in China den Bedarf an Leiterplatten. Deswegen liegen wir in unserem neuen Werk in Jintan trotz einer enormen Anstrengung sowohl bei Umsatzentwicklung als auch der Profitabilität hinter unserem Plan zurück.

Mitarbeiter und Vorstand haben trotz erheblicher Schwierigkeiten unser Unternehmen weiter vorangebracht. Wir sind für zukünftiges Wachstum mit einem innovativen Produktportfolio und einer wettbewerbsfähigen Produktion gut gerüstet.

ZUSAMMENARBEIT VON AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Ein enger Austausch zwischen Vorstand und Aufsichtsrat fand auch im zweiten durch die Corona-Pandemie beeinflussten und mit großen wirtschaftlichen Herausforderungen begleiteten Berichtsjahr statt. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei allen strategischen Fragestellungen begleitet und beraten, sowie seine Geschäftsführung kontinuierlich überprüft und überwacht. Maßstab waren dabei die ihm nach Gesetz, Satzung, Geschäftsordnung und Deutschem Corporate Governance Kodex obliegenden Aufgaben.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend, sowohl in schriftlicher als auch mündlicher Form, über alle für die Gesellschaft und die Gruppe relevanten Fragen informiert. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden zwischen den Sitzungen detaillierte Monatsberichte zur Geschäftsentwicklung zugesandt. Um der wirtschaftlichen Dynamik im Geschäftsjahr 2021 gerecht zu werden, wurde in zusätzlichen Berichten über die Liquiditäts- und Auftragslage informiert. Unterschiedlichste Themen wurden sowohl in den Sitzungen als auch in einer Reihe von informellen Gesprächen ausführlich diskutiert.

Entscheidungen oder Maßnahmen der Geschäftsführung, die aufgrund regulatorischer Bestimmungen einer Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, wurden fristgerecht vorgelegt, geprüft und die dazu die notwendigen Beschlüsse gefasst. Sofern es erforderlich war, wurden Beschlüsse des Aufsichtsrats im Umlaufverfahren gefasst.

Der Aufsichtsrat hatte stets ausreichend Gelegenheit, sich mit den Berichten und den Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen. Der Aufsichtsrat hat sich dabei von der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsleitung überzeugt.

SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DES AUFSICHTSRATS

In vier turnusmäßigen und einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2021 hat sich der Aufsichtsrat mit allen für das Unternehmen relevanten Fragen befasst und die entsprechenden Entscheidungen getroffen; hinzu kamen vier im Umlaufverfahren gefasste Beschlüsse des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat tagte bei Bedarf auch ohne den Vorstand. Von der Möglichkeit der Teilnahme per Videokonferenz wurde aufgrund der Corona-bedingten Kontakt- und Reisebeschränkungen im Berichtsjahr 2021 verstärkt Gebrauch gemacht.

Die individuelle Teilnahme der Aufsichtsratsmitglieder an den Plenumssitzungen und den Sitzungen des Personal- und Finanzausschusses (ab 26.11.2021 Prüfungsausschuss):

Aufsichtsratsplenum Finanz- und Personalausschuss
Sitzungen

Anzahl
Teilnahme

Anzahl
Teilnahme

in %
Sitzungen

Anzahl
Teilnahme

Anzahl
Teilnahme

in %
--- --- --- --- --- --- ---
Christoph Schweizer Vorsitzender 5 5 100 2 2 100
Dr. Stephan Zizala stellv. Vorsitzender 5 5 100 2 2 100
Dr. Stefan Krauss (ab 25. Juni 2021) 3 3 100 1 1 100
Michael Kowalski (bis 25. Juni 2021) 2 2 100 1 1 100
Chris Wu 5 5 100
Petra Gaiselmann 5 5 100
Jürgen Kammerer 5 5 100

FINANZ- UND INVESTITIONSPLANUNG; UNTERNEHMENSSTRATEGIE

Sowohl in den Sitzungen als auch durch die zusätzlichen Berichte des Vorstands setzte sich der Aufsichtsrat regelmäßig mit der allgemeinen Geschäftsentwicklung, der Umsatz- und Ergebnisentwicklung, der Finanz- und Risikosituation, der Entwicklung der verschiedenen Kundengruppen, des Partnernetzwerks und dem bestehenden Compliance Management System auseinander.

Weitere Schwerpunkte im Berichtsjahr waren die Beratungen und Diskussionen mit dem Management zu den Themen Corona-Pandemie, Lieferkettenproblematik, Preiserhöhungen auf der Beschaffungsseite, Liquiditätssituation, Entwicklung der Auftragseingänge und deren Auswirkungen auf das Unternehmen.

Die strategische Weiterentwicklung des SCHWEIZER-Konzerns durch den Aufbau der neuen Produktionsstätte in Jintan (China) bildete ein weiteres Schwerpunktthema der Aufsichtsratstätigkeit im abgelaufenen Jahr. Anhand eines zwischen Vorstand und Aufsichtsrat abgestimmten Reportings waren die Mitglieder des Aufsichtsrats umfassend über die Entwicklung, den Produktionshochlauf und die Verwendung der geplanten Mittel informiert.

PERSONAL- UND VERGÜTUNGSTHEMEN

Auch im Berichtsjahr wurden Personal- und Vergütungsthemen im Aufsichtsrat offen und ausführlich diskutiert. Unter anderem wurde der im Juni 2022 auslaufende Vertrag von Herrn Nicolas-Fabian Schweizer und seine Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden vorzeitig bis zum Juni 2027 verlängert.

Weitere Themen waren die Beschlussfassung des Aufsichtsrats zur Festlegung der variablen Vergütung des Vorstands und der Bestimmung der Zielerreichungsgrade für das Geschäftsjahr 2020, sowie deren Diskussion und Beschlussfassung für das Geschäftsjahr 2021. Darüber hinaus setzte sich der Aufsichtsrat mit der erstmaligen Vorlage des Vergütungssystems für Vorstandsmitglieder und der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder an die Hauptversammlung auseinander. Die Einzelheiten zur Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden.

RECHTSSTREITIGKEITEN

Der Aufsichtsrat befasste sich im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einer noch anhängigen Rechtsstreitigkeit und hatte sich über diese mit dem Vorstand beraten. Die im März 2017 eingereichte Klage der ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Frau Dr. Maren Schweizer konnte im Berichtsjahr mit einem Vergleich beigelegt werden.

NEBEN DEN ZUVOR GENANNTEN ZENTRALEN INHALTEN BEHANDELTE DER AUFSICHTSRAT IN SEINEN ORDENTLICHEN SITZUNGEN INSBESONDERE NOCH FOLGENDE THEMEN:

APRIL-SITZUNG (BILANZSITZUNG)

Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden am 12. April 2021 über die erfolgten Zielerreichungsgespräche des Personal- und Finanzausschusses mit dem Vorstand informiert. Das Plenum folgte den Empfehlungen des Ausschusses und die entsprechende Beschlussfassung der variablen Vergütungsbestandteile MSTI bzw. LTI für das Geschäftsjahr 2020 erfolgte.

Der Aufsichtsrat hat sich mit der Rechnungslegung der Schweizer Electronic AG und der Konzernrechnungslegung für das Geschäftsjahr 2020, der Abschlussprüfung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young GmbH und dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands der Schweizer Electronic AG eingehend befasst. An der Bilanzsitzung nahm der Abschlussprüfer teil. Dieser berichtete ausführlich über seine Prüfung und deren Prüfungsschwerpunkte. Die Prüfungsergebnisse wurden mit dem Aufsichtsrat diskutiert und die Fragen wurden zufriedenstellend beantwortet. Der Aufsichtsrat stimmte dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu.

Des Weiteren wurde sowohl über die Tagesordnung der Hauptversammlung als auch deren Durchführung als virtuelle Versammlung mit dem Vorstand beraten. Vor dem Hintergrund der zum damaligen Zeitpunkt bestehenden Untersicherheiten wurde dem Vorschlag des Vorstands der Durchführung einer virtuellen Hauptversammlung zugestimmt.

JUNI-SITZUNG

Die am 25. Juni 2021 stattgefundene Aufsichtsratssitzung stand unter anderem im Zeichen der unmittelbar zuvor stattgefundenen zweiten virtuellen Hauptversammlung der Gesellschaft. Es bestand Konsens darüber, dass eine virtuelle Hauptversammlung die Nähe zu den Aktionären nicht ersetzen kann und falls möglich diese zukünftig wieder als Präsenzversammlung stattfinden solle. Ferner erfolgte eine umfassende Berichterstattung des Vorstands über die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens, seiner Standorte und des Marktumfelds.

AUGUST-SITZUNG

Schwerpunkt der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung vom 16. August 2021 war die wirtschaftliche Entwicklung der Produktionsstätte in Jintan (China).

SEPTEMBER-SITZUNG

In der Sitzung vom 28. September 2021 wurde über den Geschäftsverlauf der Unternehmens-Gruppe und der einzelnen Standorte, das Risiko-Reporting des Vorstands, die Ausschreibung der Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2022 und aktuelle Gesetzesänderungen informiert und beraten.

NOVEMBER-SITZUNG

In der Sitzung vom 26. November 2021 stellte der Vorstand neben den Regelthemen die Budgetplanung für das Jahr 2022 sowie den Ausblick für die Jahre 2023 und 2024 vor. Der Aufsichtsrat genehmigte das Budget für das Jahr 2022 und nahm die Planung für die Jahre 2023 und 2024 zur Kenntnis. Weitere Punkte der Tagesordnung waren die Errichtung eines Prüfungsausschusses und die zeitgleiche Ablösung des Personal- und Finanzausschusses sowie die damit einhergehenden Änderungen der Geschäftsordnungen. Ferner verabschiedete das Plenum die aktualisierte Entsprechenserklärung.

SELBSTBEURTEILUNG DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat überprüft und beurteilt seine Tätigkeit regelmäßig im Jahresrhythmus anhand eines Fragebogens. Die letzte Überprüfung fand im Sommer 2021 statt. Die Ergebnisse wurden anschließend im Aufsichtsrat erörtert. Wesentliche Defizite wurden nicht festgestellt.

AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS

Zur Steigerung seiner Effizienz hat der Aufsichtsrat ein Ausschuss-Gremium errichtet. Der bisher bestehende Personal- und Finanzausschuss wurde am 26. November 2021 durch die Einrichtung eines Prüfungsausschusses abgelöst. Eine entsprechende Geschäftsordnung für den Prüfungsausschuss bzw. Änderungen der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat wurden beschlossen. Die Einrichtung weiterer Ausschüsse wird aufgrund der Größe und Ausrichtung des Unternehmens nicht für sinnvoll bzw. erforderlich erachtet. Die für weitere Ausschüsse vorgesehenen Aufgaben können problemlos in diesen Gremien behandelt werden, soweit sie nicht im Aufsichtsrat zu behandeln sind. Ferner wird der Aufsichtsrat über die Ergebnisse der Ausschussberatungen informiert.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen in eigener Verantwortung wahr und werden dabei von der Gesellschaft unterstützt.

PERSONELLE VERÄNDERUNG IM AUFSICHTSRAT

Mit Ablauf der Hauptversammlung am 25. Juni 2021 endete die Amtszeit von Herr Michael Kowalski. Herr Kowalski hatte sich nach langjähriger Zugehörigkeit im Aufsichtsrat nicht mehr zu Wahl gestellt. Der Aufsichtsrat dankt ihm noch einmal für die wertvollen Beiträge in seiner Amtszeit als Mitglied des Aufsichtsrats, des Personal- und Finanzausschusses und als Aufsichtsratsvorsitzender. Als Nachfolger von Herrn Kowalski wurde Herr Dr. Stefan Krauss, Rechtsanwalt, als Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat gewählt.

WESENTLICHE THEMEN IM PERSONAL- UND FINANZAUSSCHUSS (AB 26.11.2021: PRÜFUNGSAUSSCHUSS)

In der Sitzung vom 26. März 2021 befassten sich die Mitglieder des Ausschusses mit dem Einzel- und Konzernabschluss zum 31.12.2020. Die Abschlussunterlagen wurden nebst gesonderter Nichtfinanzieller Erklärung vom Vorstand erläutert und durch die Mitglieder des Ausschusses geprüft und entsprechende Empfehlungen an das Aufsichtsratsplenum gegeben. Des Weiteren wurden die Erklärung zur Unternehmensführung, der Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung und die Tagesordnungspunkte der Hauptversammlung vom Gremium erörtert. Schwerpunkt der Sitzung vom 28. September 2021 war die Diskussion und Beratung mit dem Management über den Geschäftsverlauf, der geplanten Anteilsveräußerung an der chinesischen Tochtergesellschaft und die Auswirkungen des im Juli 2021 in Kraft getretenen Gesetzes zur Stärkung der Finanzmarktintegrität (FISG) auf die Gesellschaft.

Ergänzend zu den Sitzungen gehört es zu den regelmäßigen Aufgaben des Ausschusses, die jährlichen Ziel- und Review-Gespräche mit dem Vorstand zu führen und vorbereitend über die Ziele und deren Erreichung zu beraten.

CORPORATE GOVERNANCE

In seiner November-Sitzung 2021 hat der Aufsichtsrat eine aktualisierte Erklärung nach § 161 AktG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex verabschiedet. Weitere Informationen dazu und Corporate Governance allgemein enthält die Erklärung zur Unternehmensführung, die sowohl im Geschäftsbericht als eigenständiges Kapital als auch auf der Internetseite des Unternehmens zur Verfügung steht.

PRÜFUNG MÖGLICHER INTERESSENKONFLIKTE

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats legen dem Aufsichtsrat etwaige Interessenkonflikte unverzüglich offen. Im Geschäftsjahr 2021 sind von den Vorstandsmitgliedern und den Aufsichtsratsmitgliedern keine Interessenkonflikte mitgeteilt worden. Drei Mitglieder des Aufsichtsrats bekleiden in Unternehmen mit denen SCHWEIZER in Geschäftsbeziehung steht hochrangige Positionen. Die Geschäfte von SCHWEIZER mit diesen Unternehmen erfolgen beziehungsweise erfolgten dabei zu Bedingungen entsprechend unter fremden Dritten. Der seit dem 28. Juni 2019 amtierende Aufsichtsratsvorsitzende steht in persönlicher Beziehung zum Vorstandsvorsitzenden. Der Aufsichtsrat achtet bei Beschlussfassungen auf die Vermeidung potenzieller Interessenkonflikte. Die Einzelheiten der Zielzusammensetzung des Aufsichtsrats sind in der Erklärung zur Unternehmensführung dargestellt.

FESTSTELLUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND BILLIGUNG DES KONZERNABSCHLUSSES

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young GmbH hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für die Schweizer Electronic AG und den Konzern für das Jahr 2021 geprüft. Die Ernst & Young GmbH wurden auf Vorschlag des Aufsichtsrats von der Hauptversammlung am 25. Juni 2021 gewählt. Die Ernst & Young GmbH hatte, bevor der Aufsichtsrat sie der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlug, gegenüber dem Aufsichtsrat bestätigt, dass keine Umstände bestehen, die ihre Unabhängigkeit als Wirtschaftsprüfer beeinträchtigen oder Zweifel an ihrer Unabhängigkeit begründen könnten. Als Wirtschaftsprüfer unterzeichnen Herr Stephan Busser (seit dem Geschäftsjahr 2021) und als für die Prüfung verantwortlicher Wirtschaftsprüfer Herr Andreas Nietzer (seit dem Geschäftsjahr 2020).

Die Prüfungen des Jahresabschlusses, Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts hatten keine Beanstandungen ergeben. Als Ergebnis dieser Prüfungen wurden am 11. April 2022 die uneingeschränkten Bestätigungsvermerke erteilt. Die zu prüfenden Unterlagen und Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen jedem Aufsichtsratsmitglied in der Sitzung am 11. April 2022 vor und waren jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig zur Vorbereitung zugeleitet worden. Der Abschlussprüfer nahm an der Beratung des Jahres- und Konzernabschlusses teil. Dabei berichtete er über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und stand für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfungen durch den Aufsichtsrat sind keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat stimmt dem Ergebnis der Prüfung beider Abschlüsse durch den Wirtschaftsprüfer zu, schließt sich bei der Beurteilung der Lage von Konzern und Schweizer Electronic AG der Einschätzung des Vorstands an und billigt den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021. Der Jahresabschluss ist somit festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, der keine Dividende vorsieht, schließt sich der Aufsichtsrat an. Der aufgrund des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz zu erstellende Nichtfinanzielle Bericht wurde vom Aufsichtsrat geprüft.

Der vorliegende Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung wurde vom Aufsichtsrat verabschiedet.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren tatkräftigen Einsatz und die konstruktive Zusammenarbeit im vergangenen Geschäftsjahr. Den Aktionärinnen und Aktionären dankt der Aufsichtsrat für das entgegengebrachte Vertrauen.

Schramberg, den 11. April 2022

Der Aufsichtsrat

Christoph Schweizer, Vorsitzender