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Schumag AG

Interim / Quarterly Report Apr 3, 2023

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391200HIGOB1O2GVAP71-2022-12-31-de SCHUMAG Aktiengesellschaft, Aachen Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 VORBEMERKUNG Der SCHUMAG-Konzern wird überwiegend durch das Mutterunternehmen geprägt, daher wird im vorliegenden Lagebericht das Wahlrecht des § 315 Abs. 5 HGB i. V. m. § 298 Abs. 2 HGB genutzt, den Konzernlagebericht und den Lagebericht der SCHUMAG Aktiengesellschaft (SCHUMAG) zusammenzufassen. In diesem zusammengefassten Lagebericht wird über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie die Lage des SCHUMAG-Konzerns und der SCHUMAG berichtet. Die Angaben des zusammengefassten Lageberichts gelten grundsätzlich für den Konzern- und Jahresabschluss der SCHUMAG so weit nicht anders dargestellt. Die Angaben zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SCHUMAG nach HGB werden in einem eigenen Abschnitt erläutert. Der zusammengefasste Lagebericht wird anstelle des Konzernlageberichts im Geschäftsbericht der SCHUMAG veröffentlicht. GRUNDLAGEN DES KONZERNS Geschäftsmodell, Ziele und Strategien Die SCHUMAG ist das Mutterunternehmen des SCHUMAG-Konzerns. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften Schumag Romania S.R.L. und BR Energy GmbH sind Tochtergesellschaften der SCHUMAG. Die SCHUMAG ist operativ im Bereich der Präzisionsmechanik tätig. Dieser Bereich umfasst die Produktion und Teilmontage hochpräziser, komplexer Teile aus Stahl. Diese werden nach Kundenzeichnungen überwiegend in kleinen und mittleren Stückzahlen, aber auch bis in den Millionenbereich, gefertigt. Diese hochbelasteten Präzisionsteile stellen eine Schlüsseltechnologie für unsere Kunden dar, die mit höchsten Qualitätsanforderungen verbunden sind. Die geforderte Präzision (weniger als 1 µ), in Zusammenhang mit langen Prozessketten, wird nur von wenigen Zulieferern weltweit zuverlässig erreicht. Die SCHUMAG verfügt für alle dafür notwendigen Produktionsprozesse über die erforderlichen Einrichtungen sowie das langjährige Know-how. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren folgende Ereignisse von besonderer Bedeutung für die SCHUMAG: Im Februar hat Russland die Ukraine überfallen. Im Zuge dieses Angriffs stiegen die Energiepreise für Strom und Gas massiv. Da SCHUMAG im Sommer 2021 zum Jahreswechsel 2021/2022 den Energieanbieter gewechselt hatte, gab es keine abgesicherten Kontingente. Das führte zu einer enormen Belastung auf der Kostenseite, da die Energie zum größten Teil auf dem Spotmarkt beschafft werden musste. Die SCHUMAG hat mit erheblichen Anstrengungen im Bereich der Energieeinsparung reagiert sowie Investitionen in den Bereich Energie getätigt, die signifikante Einsparungen bringen werden. Daneben wurden alle vom Erdgas abhängigen Fertigungsbereiche auf Propangas umgestellt, um hier unabhängig agieren zu können. Für das Kalenderjahr 2023 wurden günstige Kontingente an Strom und Gas reserviert, so dass auch hier eine Absicherung stattgefunden hat. Ein weiterer Punkt war die Einstellung eines weiteren, sehr erfahrenen Vorstands als Chief Operating Officer (COO) für den Bereich Operations. Dies wird der SCHUMAG zu deutlich mehr Geschwindigkeit auf dem Weg zur Operational Excellence verhelfen. Der dritte Punkt war die Aufnahme eines weiteren, industrieerfahrenen Investors, der sich mit 25 % an der SCHUMAG beteiligt hat. Dies gibt finanzielle Stabilität sowie Unterstützung durch Know-how und Kontakte. Die SCHUMAG hat in den abgelaufenen Geschäftsjahren ein strategisches Grundkonzept erarbeitet und mit Maßnahmen hinterlegt. Wir haben den Prozess mit der Definition unserer Mission und Vision begonnen und haben dann alle relevanten Bereiche des Unternehmens analysiert. Im Zuge des strategischen Prozesses haben wir klar definiert, auf welchen Produktsäulen das zukünftige Wachstum ruhen soll. An diesen wesentlichen Aussagen hat sich nichts geändert. Im abgelaufenen Jahr zeigten sich erste Erfolge. Bei einem renommierten Kunden (Hydraulik) wurde ein gemeinsames Entwicklungsprojekt gestartet, das nun in einen Auftrag exakt in dem von uns definierten strategischen Bereich mündet. Der Schwerpunkt ruht auch weiterhin auf den folgenden vier Säulen: 1. Hochkomplexe Einzelkomponenten mit hoher Präzision • heutiges und zukünftiges Kerngeschäft der SCHUMAG • fungiert perspektivisch als Basis für die weiteren Geschäftsfelder • Fokus im Vertrieb auf Akquise von komplexen Komponenten (hohe Präzisions- anforderungen, hohe Fertigungstiefe), die größtenteils mit bestehendem Maschinenpark oder zukunftsorientierten Investitionen abgedeckt werden können 2. Hochkomplexe Einzelkomponenten für Baugruppen • Erweiterung der bestehenden Produktgruppen (z. B. Barrel & Plunger) und Montage zusätzlicher Einzelkomponenten zu Baugruppen • Fokus initial auf Bestandskunden • perspektivisch Ausbau ausgewählter Kompetenzen (z. B. Nozzle & Needle) zur Vermarktung auch in neuen Märkten 3. After-Market • wichtiger Baustein für Zielerreichung im Jahr 2030 • Eintritt in den Markt über Kooperationspartner für ausgewählte Produkte / Nischen, ohne in direkte Konkurrenz mit den OEM zu treten • zusätzlich können gemeinsam mit den OEM Aftermarketstrategien erarbeitet werden • Kompetenzen in der Produktion vorhanden, Vertriebsstrukturen müssen ggf. erweitert werden 4. Maschinenbau / Normteile (NT) • bestehendes Geschäft mit Fertigung in Rumänien • perspektivisch Ausbau mit bestehendem Maschinenpark und ggf. zukunftsorientierten Investitionen Kern unserer Überlegungen ist, dass die SCHUMAG in erster Linie technologiegetrieben und nicht branchenabhängig ist. Anders ausgedrückt: Die Fähigkeiten, welche die SCHUMAG auszeichnen, können in vielen Branchen eingesetzt werden. Um unser Portfolio an Kunden zu erweitern und um auch die Branchen noch weiter zu diversifizieren, haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Projekt mit dem renommierten Institut PEM Motion an der RWTH Aachen unter der Leitung von Prof. Kampker gestartet. Im Projekt werden die ausgewählten Fokusbereiche hinsichtlich einer potenziellen Marktstrategie sowohl produkt- als auch produktionsseitig für die SCHUMAG betrachtet. Schwerpunkt ist die Elektromobilität in ihrer gesamten Ausprägung. Selbstverständlich werden die bisher dominierenden Branchen wie der Bereich der Großdiesel das Bestandsgeschäft der SCHUMAG in den nächsten Jahren dominieren und durch diese Strategie nicht vernachlässigt. Auch weitere umsatzrelevante Aspekte wie die Erhöhung der Wertschöpfung beim Kunden durch Übernahme des letzten Produktionsschritts durch die SCHUMAG, die Fertigung von Hydraulikkomponenten oder das Wachstum in der Medizintechnik, die im Vorjahr schon beschrieben wurden, bleiben selbstverständlich im Fokus, aber unter den oben beschriebenen Prämissen. Neben der verstärkten Bearbeitung der aktuellen Märkte und Kunden sowie den strategischen Überlegungen, was an neuen Märkten und Kunden für uns in Zukunft sinnvoll zu bearbeiten ist, verändern und optimieren wir das Unternehmen an sehr vielen Stellen, um uns den Herausforderungen der nächsten Jahre zu stellen. Basis dafür war eine komplette Erneuerung des gesamten IT-Umfeldes inkl. Neueinführung eines ERP-Systems, um die Voraussetzungen für Wachstum zu schaffen. Zum 1. Dezember 2022 starten wir unternehmensweit mit der systemgestützten Produktionsplanung in becos. Dadurch werden wir mehr Überblick über unsere Kapazitäten erlangen und unseren Kunden verlässlichere Termine nennen können. Viele Kollegen wurden in den vergangenen Wochen bereits intensiv geschult. Im Zusammenspiel mit der Einführung von Team- und Meisterboards sowie der Umstellung der Produkt-Bahnhöfe in einigen Produktionsbereichen wird uns das Planungssystem im kommenden Jahr dabei helfen, unsere Fertigung zu beruhigen und unsere Ziele auf dem Weg zur Mission 2030 zu erreichen. Parallel zum Ausrollen der systemgestützten Planung in becos haben wir eine Lean-Offensive gestartet. Diese umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen wie z. B. die Ausweitung der Shopfloor-Boards sowie der logistischen Bahnhöfe oder schnelles Rüsten. Die Auswertungen der Shopfloor-Boards zum OEE und Soll-Ist-Vergleich basieren auf den einzelnen – über becos – eingegebenen BDE-Meldungen. Daneben haben wir unsere Einstellungsoffensive fortgesetzt und neue, gut qualifizierte Mitarbeiter gewinnen können, insbesondere im Bereich der Teamleitung. Weiterhin haben wir im Bereich der Produktion im Drehen, im Hartdrehen, im Fräsen sowie im Schleifen intensiv in neue Maschinen investiert. Steuerungssystem Die SCHUMAG verfügt über ein Steuerungssystem, um auf Veränderungen des Marktes, des Umfeldes sowie innerbetrieblicher Verhältnisse angemessen und rechtzeitig reagieren zu können. Ein wesentlicher Teil des Steuerungssystems ist das Berichts- und Informationswesen. Der Vorstand wird mindestens monatlich in Form von standardisierten Berichten detailliert über den operativen Geschäftsverlauf sowie relevante Kennzahlen informiert. Jede Kennzahl wird sowohl isoliert als auch in Kombination mit den anderen betrachtet und analysiert. Das Berichtswesen wird bei Bedarf durch Ad-hoc-Analysen in schriftlicher Form oder in persönlichen Gesprächen ergänzt. Die durch das konzernweite Berichtswesen generierten Ist-Daten werden mit den Plandaten abgeglichen. Zielabweichungen werden analysiert, erläutert und geplante Gegenmaßnahmen dargestellt. Unsere bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die zur Steuerung der SCHUMAG verwendet werden, sind der Umsatz, die Gesamtleistung, das EBIT und der Liquiditätsgrad I. Der Umsatz sowie die Gesamtleistung sind Indikatoren für die betriebliche Leistung, die mit Hilfe monatlicher Soll-Ist-Vergleiche analysiert werden. Anhand des EBIT wird der betriebliche Gewinn sowie die Ergebnisqualität einzelner Monate miteinander vergleichbar. Für unsere operative Steuerung legen wir das EBIT gemäß der handelsrechtlichen Rechnungslegung der SCHUMAG zugrunde. Wesentliche Abweichungen zum in der Konzernrechnungslegung ausgewiesenen EBIT nach IFRS bestehen in der unterschiedlichen Höhe der Abschreibungen und des Ergebnisses aus Abgängen des Anlagevermögens sowie – insbesondere im Zusammenhang mit der Anwendung von IFRS 16 – der sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Diese Unterschiede sehen wir aber für die laufende operative Steuerung als unwesentlich an. Über den Liquiditätsgrad I (Verhältnis der flüssigen Mittel zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten) wird die Deckung der kurzfristigen Verbindlichkeiten überwacht, da unser Handeln nach wie vor stark liquiditätsorientiert ausgerichtet ist. Bei der Berechnung der Kennzahl für die SCHUMAG (nach HGB) beinhalten die kurzfristigen Verbindlichkeiten neben den Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auch kurzfristige sonstige Rückstellungen (insbesondere Personalrückstellungen). Weitere finanzielle Leistungsindikatoren sind der Auftragseingang sowie die Ablieferleistung der Produktion an das Fertigteilelager bewertet zu Verkaufspreisen. Die letztgenannte Kennzahl wird täglich erhoben. Forschung und Entwicklung Forschung und Entwicklung haben im klassischen Leistungsspektrum der SCHUMAG (bisher) keine wirtschaftliche Bedeutung. Forschung und Entwicklung betreiben wir zurzeit im Bereich des 3D-Drucks für Metall- und Kunststoffdruck für eigene, interne Anwendungen im Bereich Betriebsmittelbau und Wartung/Instandhaltung. Dies erfolgt u. a. mit Unterstützung von Bachelorarbeiten. Weiterhin beschäftigen wir uns intensiv mit Laser- Sinter-Verfahren in Kombination mit klassischer Zerspanung, da wir hier einen Markt für die Zukunft sehen. In diesem Bereich haben wir im letzten Geschäftsjahr weitere Fortschritte erzielt. Zusätzlich beschäftigen wir uns mit artverwandten Technologien, die unser Prozess- spektrum, das wir unseren Kunden anbieten, erweitern würden und die wir im Moment extern zukaufen. Hierbei handelt es sich z. B. um Tiefbohren, Innenrundschleifen oder PECM-Verfahren (Präzise Elektrochemische Metallbearbeitung). Auch hier handelt es sich nicht im klassischen Sinne um eine Neuproduktentwicklung, aber auf die SCHUMAG bezogen kommen solche Prozesserweiterungen einer Neuproduktentwicklung nahe. Die Entwicklungsschwerpunkte bei der SCHUMAG konzentrieren sich auf die Automation und Rationalisierung von Serienprozessen. Dabei versuchen wir, die Prozessstabilität stets zu verbessern. Im Vorjahr wurde zudem ein kleines Lean-Team eingerichtet, das - unter der Technischen Leitung angesiedelt - klassische Lean-Themen nach vorne treibt. Erste Erfolge im Bereich Shopfloor Management, schnelles Rüsten und 6S-Methoden sind nur der Anfang. Hier werden wir im laufenden Geschäftsjahr 2022/23 weitere Ressourcen investieren, um die begonnenen Themen flächendeckend in der Fertigung und in den angrenzenden Bereichen zu etablieren. Qualität Zur zeitnahen Überwachung und Darstellung der Qualitäts- und Produktivitätslage werden die Analysetools stetig ausgebaut. Die täglichen Auswertungen sowie die damit gelebten Regelkreise haben bei den Mitarbeitern zu einem verbesserten Qualitätsbewusstsein sowie zu einer Steigerung der Produktivität geführt. In unserem Messzentrum sind die Bereiche Messraum und Prüfmittelwesen zusammengefasst. Das gesamte Messzentrum ist voll klimatisiert. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, die vom Markt geforderten und ständig steigenden Genauigkeiten messtechnisch zu erfassen. Dies gilt nicht nur für fertigungsbegleitende Prüfungen (speziell Form und Lage), sondern betrifft auch den Bereich der Prüfmittelerstellung und Prüfmittelkalibrierung. Im November 2022 wurde das Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001:2015 im Rahmen eines Zertifizierungsaudits überprüft und erfolgreich bestätigt. Das Rezertifizierungsaudit für das integrierte Umweltmanagementsystem nach neuer ISO 14001:2015 und für das Energiemanagementsystem nach ISO 50001:2011 konnte gleichermaßen Ende 2022 erfolgreich abgeschlossen werden, die bestehenden Zertifikate wurden entsprechend validiert. Die rumänische Tochtergesellschaft Schumag Romania S.R.L. ist im September 2022 ebenfalls erfolgreich nach ISO 9001:2015 rezertifiziert worden. WIRTSCHAFTSBERICHT Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Der russische Angriff auf die Ukraine ist eine politische und wirtschaftliche Zäsur. Als Reaktion auf den russischen Überfall verhängte die EU mit ihren Partnern die weitreichendsten Sanktionen, die die Staatengemeinschaft jemals erlassen hat. Diese reichen vom Ausschluss Russlands von den internationalen Finanzströmen über diverse Import- und Exportverbote bis hin zur Schließung des EU-Luftraums für russische Flugzeuge. In der Ukraine hat der Krieg die Wirtschaft teilweise zum Erliegen gebracht, da Infrastruktur zerstört wurde und viele Erwerbstätige zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Die Folgen des Konflikts treffen aber auch die deutsche Wirtschaft, die traditionell starke internationale Verflechtungen aufweist und sowohl aus Russland als auch aus der Ukraine wichtige Rohstoffe und Vorprodukte wie Weizen, Metalle, aber auch z. B. Kabelbäume bezieht. Im Bereich der Energieversorgung ist Deutschland zudem in besonderer Weise von Russland abhängig. Aufgrund des Krieges stiegen die Öl- und Erdgaspreise in Deutschland in die Höhe, die Materialknappheit verschärfte sich, und die Verunsicherung der Unternehmen nahm spürbar zu. All das hat die Erholung der Konjunktur nach der Corona-Pandemie unterbrochen. (Quelle: ifo Institut) Nach einem kräftigen Jahresauftakt 2022 kühlte sich die deutsche Wirtschaft seit dem Sommer ab. Die hohen Inflationsraten ließen die realen Einkommen der privaten Haushalte sowie deren Ersparnisse dahinschmelzen und reduzierten ihre Kaufkraft. Das Verarbeitende Gewerbe erfuhr im Sommer 2022 einen Dämpfer. Zum einen behinderten anhaltende Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen und Vorprodukten die Produktion. Zum anderen litt die Nachfrage unter den hohen Preisen und der globalen Konjunkturabschwächung. Die rückläufigen Auftragseingänge haben jedoch zu keinem nennenswerten Einbruch in der Produktion geführt, da die Auftragsbücher der Unternehmen immer noch weit überdurchschnittlich gut gefüllt waren. Wohl auch deshalb verschlechterte sich das Geschäftsklima in der Industrie und den industrienahen Dienstleistungsbereichen seit dem Sommer 2022 nur geringfügig. Insgesamt hat sich die deutsche Wirtschaft in 2022 trotz der schwierigen Rahmenbedingungen erholt, wobei sich die Dynamik im vierten Quartal 2022 deutlich abgeschwächt hat. Das preisbereinigte BIP stieg im Kalenderjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr letztendlich um 1,8 % (Quelle: Statistisches Bundesamt). Die für die SCHUMAG nach wie vor wichtigsten Märkte sind der Automobilbereich, der Bereich der Nutzfahrzeuge sowie die allgemeine Industrieproduktion. In Deutschland wurden im September 2022 insgesamt 224.800 PKW neu zugelassen und damit 14 % mehr als im September des vergangenen Jahres. In den ersten neun Monaten dieses Jahres waren es insgesamt knapp 1,9 Mio. Neufahrzeuge - und damit gut 7 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 besteht im aktuellen Jahresverlauf ein Absatzdefizit in Höhe von 32 %. Trotz insgesamt geringer Neuzulassungszahlen konnte im September 2022 ein Wachstum erzielt werden. Im September des vergangenen Jahres machte sich u.a. der globale Mangel an Halbleitern in den Zahlen bemerkbar. Weiterhin gilt: Der Mangel an Vor- und Zwischenprodukten sowie die allgemeine Verunsicherung aufgrund des anhaltenden Kriegs in der Ukraine wirken weiterhin dämpfend auf die Entwicklung des Marktes und der Produktion (Quelle: VDA). Die großen internationalen Märkte für schwere LKW on- und offroad (Nutzfahrzeuge über 6 Tonnen) entwickelten sich im Jahr 2022 uneinheitlich. Während Europa (EU, EFTA und UK), die USA und Indien die Erholung fortsetzen konnten, verzeichneten China und Brasilien im zurückliegenden Jahr teils erhebliche Rückgänge. Dabei sorgten fortdauernde Störungen in den Lieferketten, aber auch unterschiedliche gesamtwirtschaftliche Entwicklungen dafür, dass das vorhandene Erholungspotenzial nicht überall vollumfänglich realisiert werden konnte. In Europa (EU, EFTA und UK) stieg der Absatz von schweren Nutzfahrzeugen im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 5 % auf rund 335.800 Einheiten (Quelle: VDA). Die exportstarken Maschinen- und Anlagenbauer (sonstiges) aus Deutschland haben sich im sehr schwierigen Umfeld des Jahres 2022 bisher gut behaupten können. Die Maschinenexporte verzeichneten allein im dritten Quartal laut vorläufiger Werte des Statistischen Bundesamtes einen Zuwachs von nominal 5,2 % zum Vorjahr. In den ersten neun Monaten legten die Maschinenausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um nominal 4,0 % auf 140,3 Mrd. EUR zu. "Der Maschinen- und Anlagenbau schlägt sich unverändert wacker. Verantwortlich für das Wachstum sind jedoch vornehmlich Preiseffekte", sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Preisbereinigt verbuchten die Unternehmen im Export im dritten Quartal einen realen Rückgang von 2,9 %. Von Januar bis einschließlich September war es ein Minus von real 2,8 % (Quelle VDMA). Geschäftsverlauf des SCHUMAG-Konzerns Eckdaten 2021/22 2020/21 Auftragseingang EUR Mio. 52,2 43,8 +8,4 +19 % Ablieferleistung EUR Mio. 52,7 40,0 +12,7 +32 % Umsatz EUR Mio. 45,8 38,7 +7,1 +18 % Gesamtleistung EUR Mio. 53,5 43,7 +9,8 +22 % EBIT EUR Mio. -2,1 1,4 -3,5 >-100 % Auftragsbestand (30.9.) EUR Mio. 20,2 13,8 +6,4 +46 % Liquiditätsgrad I (30.9.) % 11,0 5,5 5,5 +100 % Veränderung Gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich der Auftragseingang weiter deutlich um 19 % auf insgesamt EUR 52,2 Mio. Die Erhöhung ist insbesondere auf eine Sonderkonjunktur unserer Abnehmerbranchen, die sowohl durch die nach Corona aufgelegten weltweiten Konjunkturpakete als auch durch den Krieg in der Ukraine befeuert wurden, zurückzuführen. Durch die angepasste Vertriebsstrategie konnten zudem weitere Projekte gewonnen werden, die in den nächsten Jahren zu Umsätzen führen werden. Der gestiegene Auftragseingang wirkte sich auch auf den Umsatz aus, der sich gegenüber dem Vorjahr um 18 % auf EUR 45,8 Mio. erhöhte. Im Berichtszeitraum verbesserte sich die Ablieferleistung um 32 %, die Gesamtleistung um 22% und der Auftragsbestand um 46 %. Zur Analyse der retrospektiven Prognosegüte der bedeutsamsten finanziellen Leistungs- indikatoren verweisen wir auf den Unterabschnitt „Leistungsindikatoren“. Besondere Ereignisse Ende November 2021 wurde uns eine weitere, bis zum 30. April 2022 befristete Betriebskreditlinie in Höhe von EUR 0,8 Mio. eingeräumt. Anfang Dezember 2021 wurde im Rahmen des bis zum 30. April 2023 laufenden Standortsicherungstarifvertrag vereinbart, dass die Belegschaft auf das Weihnachtsgeld 2021 verzichtet. Per 17. Dezember 2021 erhielten wir von der NRW.BANK einen Zuwendungsbescheid im Rahmen des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms des Landes NRW über EUR 1,8 Mio. Die Zuwendung kann im Zusammenhang mit Investitionen in Höhe von EUR 6,0 bis zum 31. Dezember 2024 in Anspruch genommen werden. Am 17. Dezember 2021 haben wir einen Kaufvertrag über den Verkauf einer weiteren nicht betriebsnotwendigen Immobilie am Standort Aachen abgeschlossen. Die Kaufpreiszahlung von EUR 5,3 Mio. erfolgte am 23. Februar 2022, im Gegenzug wurde die Ende November 2021 eingeräumte Betriebskreditlinie von EUR 0,8 Mio. zurückgeführt. Der Einmalertrag aus der Transaktion beläuft sich auf EUR 1,6 Mio. Im April 2022 haben wir mit allen Kunden eine Preiserhöhung vereinbart, dessen Volumen sich - auf ein volles Geschäftsjahr gerechnet- auf ca. EUR 5,0 Mio. beläuft. Anfang April 2022 haben wir mit einer nahestehenden Person einen Kaufvertrag über den Verkauf der im Geschäftsjahr 2020/21 bilanzierten Schadensersatzforderung gegen ein ehemaliges Organmitglied abgeschlossen. In diesem Zusammenhang konnte im April 2022 bereits ein Zahlungseingang in Höhe von EUR 1,2 Mio. realisiert werden. Der Kaufvertrag beinhaltet einen Besserungsschein, durch den weitere EUR 0,2 Mio. erzielt werden können. Mit Beendigung der Hauptversammlung am 24. Mai 2022 endete die Amtszeit der amtierenden Vertreter der Aktionäre im Aufsichtsrat der SCHUMAG. Durch Beschlüsse der Hauptversammlung vom 24. Mai 2022 sind – jeweils für die Amtszeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2025/2026 zu beschließen hat – Frau Catherine Noël sowie die Herren Dirk Daniel, Karl Josef Libeaux und Ritter Yves Noël als Mitglieder und Vertreter der Aktionäre in den Aufsichtsrat wiedergewählt worden. Ende Mai 2022 wurde im Rahmen des bis zum 30. April 2023 laufenden Standortsicherungstarifvertrag vereinbart, dass die Belegschaft auf das Urlaubsgeld 2022 verzichtet. Anfang Juni 2022 haben wir einen Kaufvertrag über den Verkauf einer weiteren nicht betriebsnotwendigen Immobilie (Nebengebäude wie Kantine und Pförtnerhaus) am Standort Aachen abgeschlossen. Die Kaufpreiszahlung von EUR 2,0 Mio. erfolgte am 23. Juni 2022 (EUR 1,2 Mio.) sowie am 25. Juli 2022 (EUR 0,8 Mio.). Der Einmalertrag aus der Transaktion beläuft sich auf EUR 2,0 Mio. Am 8. August 2022 wurde Herr Dr. Bernhard Mayers, wohnhaft in Aachen, mit Wirkung zum 1. September 2022 zum weiteren Mitglied des Vorstands (COO) der SCHUMAG bestellt. Im September 2022 wurde die am 8. August 2022 beschlossene Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital 2021 in voller Höhe durch Ausgabe von 2.999.999 Stück neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil in Höhe von EUR 1,00 am Grundkapital der Gesellschaft gegen Bareinlagen zu einem Bezugspreis von EUR 1,50 je Aktie wirksam. Dadurch wurde ein Liquiditätszufluss von EUR 4,5 Mio. realisiert. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des SCHUMAG-Konzerns Im Geschäftsjahr 2021/22 haben sich die Ergebniskennzahlen trotz einer um 22 % höheren Gesamtleistung verschlechtert. Dies liegt insbesondere daran, dass für die Bewältigung des in kurzer Zeit enorm gestiegenen Geschäftsvolumens das Eigen- und Fremdpersonal deutlich aufgebaut wurde, die für eine profitable Produktion benötigten Produktivitäts- steigerungen aber trotz weiterer Maschineninvestitionen sowie umgesetzter Restrukturierungsmaßnahmen bisher nicht im erforderlichen Maße realisiert werden konnten. Zusätzlich wurde das Ergebnis vor allem durch den massiven Anstieg der Energie- kosten im Zuge des Ukraine-Kriegs, überproportional gestiegene Instandhaltungskosten aufgrund des veralteten Maschinenparks sowie die Erhöhung von Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit weiteren erforderlichen Restrukturierungsmaßnahmen belastet. Dadurch verschlechterte sich das EBIT gegenüber dem Vorjahrszeitraum um EUR 3,5 Mio. auf EUR -2,1 Mio. Das Finanzergebnis lag um EUR 0,1 Mio. leicht unter dem Niveau des Vorjahres, so dass sich das Ergebnis vor Steuern um EUR 3,6 Mio. auf EUR -2,7 Mio. reduzierte. Bei einem Steuerertrag von EUR 0,3 Mio. belief sich das Ergebnis nach Steuern des Berichtsjahres auf EUR -2,4 Mio. (Vorjahr EUR +0,6 Mio.). Kennzahlen 2021/22 2020/21 Veränderung Umsatz-Rentabilität % -5 -1 -4 Liquiditätsgrad I (30.9.) % 11 6 5 Working Capital (30.9.) EUR Mio. 8,2 7,0 +1,2 Durch die Reduzierung vom Ergebnis nach Steuern sank auch die Umsatz-Rentabilität trotz eines um EUR 7,1 Mio. gestiegenen Umsatzes um 4 Prozentpunkte. Das Working Capital erhöhte sich um EUR 1,2 Mio. Der Liquiditätsgrad I erhöhte sich plangemäß auf 11 %. Um das Umsatzwachstum sowie die dafür notwendigen Investitionen in Maschinen und Vorräte zu finanzieren, war insbesondere der Verkauf von weiterem nicht betriebsnotwendigen Vermögen sowie die Kapitalerhöhung erforderlich. Das finanzielle Gleichgewicht war im Berichtsjahr jederzeit gegeben. Das Eigenkapital erhöhte sich vor allem durch die Kapitalerhöhung (EUR +4,5 Mio.) um insgesamt EUR 5,0 Mio. auf EUR 5,7 Mio., die Eigenkapitalquote stieg auf 15 %. Bei einer um EUR 4,1 Mio. erhöhten Bilanzsumme waren insbesondere folgende Veränderungen prägend: • Erhöhung der Sachanlagen (EUR +2,6 Mio.) • Reduzierung der Latenten Steuern (EUR -1,1 Mio.) • Aufbau der Vorräte (EUR +3,6 Mio.) • Reduzierung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (EUR -1,1 Mio.) • Reduzierung der Pensionsrückstellungen (EUR -5,5 Mio.) • Erhöhung der Finanzschulden (EUR +4,3 Mio.) Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die SCHUMAG trotz einer Vielzahl erfolgreich realisierter Restrukturierungsmaßnahmen nach wie vor in einer nicht einfachen Situation befindet. Neben den fortbestehenden weltwirtschaftlichen Unsicherheiten, die u.a. auch auf die noch nicht überwundene Corona-Krise sowie den Ukraine-Krieg zurückzuführen sind, liegt dies insbesondere daran, dass die erheblichen Mehraufwendungen in Menschen und Maschinen bisher noch nicht in eine zufriedenstellende zusätzliche Leistung umgewandelt werden konnte. Ertragslage des SCHUMAG-Konzerns EUR Mio. % EUR Mio. % EUR Mio. % Umsatz 45,8 86 38,7 89 +7,1 +18 Gesamtleistung 53,5 100 43,7 100 +9,8 +22 Materialaufwand -19,6 -37 -11,5 -27 -8,1 -70 Personalaufwand -25,9 -48 -22,9 -52 -3,0 -13 Abschreibungen -2,0 -4 -1,8 -4 -0,2 -11 Sonstige Aufwendungen -8,1 -15 -6,1 -14 -2,0 -33 EBIT -2,1 -4 1,4 3 -3,5 >-100 Finanzergebnis -0,6 -1 -0,5 -1 -0,1 -20 Ergebnis vor Steuern -2,7 -5 0,9 2 -3,6 >-100 2021/22 2020/21 Veränderung Gesamtleistung Die Erhöhung der Gesamtleistung um insgesamt EUR 9,8 Mio. (+22 %) ist vor allem auf die gestiegenen Umsatzerlöse sowie die Steigerung der Produktionsleistung zurückzuführen. In der Gesamtleistung sind folgende sonstige betriebliche Erträge enthalten: • Erlöse aus dem Abgang nicht betriebsnotwendiger Immobilien (EUR 3,6 Mio.) • Erlöse aus den Erstattungsansprüchen gegenüber dem PSV (EUR 1,1 Mio.) Die insbesondere aufgrund der Sonderkonjunktur unserer Abnehmerbranchen deutlich angestiegenen Umsatzerlöse betreffen im Wesentlichen Warenverkäufe. Umsatzerlöse mit Konzernfremden Segment EUR Mio. % EUR Mio. % EUR Mio. % SCHUMAG 44,5 97 37,5 97 +7,0 19 Schumag Romania 1,3 3 1,2 3 +0,1 8 BR Energy 0,0 0 0,0 0 +0,0 0 45,8 100 38,7 100 7,1 18 2021/22 2020/21 Veränderung Der überwiegende Anteil des Konzernumsatzes wird durch die SCHUMAG generiert. Umsatzerlöse nach Regionen 2021/22 2020/21 Veränderung USA % 36 30 6 Deutschland % 33 34 -1 Sonstige EU-Länder % 13 17 -4 Lateinamerika % 9 6 3 Asien % 9 13 -4 Im Berichtsjahr wurden mit den sechs größten Kunden 66 % (Vorjahr 64 %) des Umsatzes erzielt. Material und Personal Der Anstieg des Materialaufwands bezogen auf die Gesamtleistung um 10 %-Punkte hat im Wesentlichen folgende Gründe: • massiver Anstieg der Energiekosten im Zuge des Ukraine-Kriegs • Aufbau des durchschnittlichen Fremdpersonals, dessen Kosten im Materialaufwand ausgewiesen werden, von 24 auf 53 Mitarbeiter • Ausweitung der auswärtigen Bearbeitung Dagegen konnte trotz Aufbau des durchschnittlichen Eigenpersonals von 456 auf 492 Mitarbeiter die Personalaufwandsquote um 4 %-Punkte reduziert werden. Die Summe der Material- und Personalaufwandsquote erhöhte sich somit insgesamt von 79 % auf 85 %. Ergebnis Das EBIT reduzierte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum trotz gestiegener Gesamtleistung insbesondere aufgrund der bisher nicht im erforderlichen Maße realisierten Produktivitätssteigerungen um EUR 3,5 Mio. auf EUR -2,1 Mio. Zudem wurde das EBIT belastet durch • den massiven Anstieg der Energiekosten im Zuge des Ukraine-Kriegs • überproportional gestiegene Instandhaltungskosten aufgrund des veralteten Maschinenparks • die Erhöhung von Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit weiteren erforderlichen Restrukturierungsmaßnahmen EBIT 2021/22 2020/21 Veränderung Segment EUR Mio. EUR Mio. EUR Mio. SCHUMAG -2,1 1,3 -3,4 Schumag Romania -0,1 0,0 -0,1 BR Energy -0,2 1,3 -1,5 Konsolidierung 0,3 -1,2 +1,5 -2,1 1,4 -3,5 Finanzlage des SCHUMAG-Konzerns Das Finanzmanagement des SCHUMAG-Konzerns erfolgt zentral über die SCHUMAG und umfasst alle Konzernunternehmen. Dabei werden alle zahlungsstromorientierten Aspekte der Geschäftstätigkeit berücksichtigt. Ziel ist die Sicherstellung ausreichender Liquidität sowie die Begrenzung von finanzwirtschaftlichen Risiken aus den Veränderungen von Wechselkursen, Zinsen und Rohstoffpreisen. Der Liquiditätsgrad I erhöhte sich plangemäß auf 11 %. Um die finanzielle Situation im Geschäftsjahr 2021/22 stabil zu halten, war neben einem weiterhin strikten Liquiditätsmanagement insbesondere die Veräußerung von weiterem nicht betriebs- notwendigen Vermögen (Zahlungseingang insgesamt EUR 7,3 Mio.) sowie die Kapitalerhöhung (Zahlungseingang EUR 4,5 Mio.) erforderlich. Insgesamt standen uns Kontokorrentlinien in Höhe von EUR 3,5 Mio. zur Verfügung. Wir konnten jederzeit unseren Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Zudem stellte uns eine Bank Investitionskredite in Höhe von insgesamt EUR 2,7 Mio. bereit. Die Verbindlichkeiten sind zum überwiegenden Teil kurzfristig und auf EUR-Basis. In den Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen folgende verzinsliche Verbindlichkeiten enthalten: Finanzschulden EUR Mio. Verzinsung Verbindlichkeiten Kreditinstitute 5,7 zwischen 1,50 % und 4,00 % p.a. Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 5,5 zwischen 1,75 % und 6,98 % p.a. Sonstige Darlehen 0,5 2,0 % über dem Basiszinssatz, mindestens aber 5,0 % p.a. Konzern-Kapitalflussrechnung 2021/22 2020/21 Veränderung (verkürzte Darstellung) EUR Mio. EUR Mio. EUR Mio. Ergebnis nach Steuern -2,4 0,6 -3,0 Abschreibungen 2,0 1,8 +0,2 Ergebnis aus Abgängen von langfristigen Vermögenswerten -3,6 -1,7 -1,9 Veränderung Nettoumlaufvermögen -1,4 -0,8 -0,6 Veränderung übrige Posten -1,2 -1,3 +0,1 Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -6,6 -1,4 -5,2 Ausgaben für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -3,1 -3,5 +0,4 Erlöse aus dem Abgang von Sachanlagen 0,1 0,0 +0,1 Erlöse aus dem Abgang von sonstigen langfristigen Vermögenswerten 7,3 2,4 +4,9 Cashflow aus Investitionstätigkeit 4,3 -1,1 +5,4 Einzahlungen aus Kapitalerhöhung 4,5 0,0 +4,5 Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1,0 2,5 -1,5 Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -0,6 -0,1 -0,5 Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -1,5 -0,6 -0,9 Aus-/Einzahlungen Zinsen -0,4 -0,2 -0,2 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 3,0 1,6 +1,4 Liquiditätswirksame Veränderung der Zahlungsmittel 0,7 -0,9 +1,6 Zahlungsmittel am Anfang des Berichtszeitraums 0,6 1,5 -0,9 Zahlungsmittel am Ende des Berichtszeitraums 1,3 0,6 +0,7 Vor allem aufgrund der Ergebnisverschlechterung sowie Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Aufbau der Vorräte reduzierte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gegenüber dem Vorjahr um EUR 5,2 Mio. auf EUR -6,6 Mio. Der Cash-Effekt aus Factoring belief sich dabei auf EUR +2,1 Mio. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit erhöhte sich um EUR 5,4 Mio. auf EUR +4,3 Mio. Dies liegt zum einen daran, dass aus dem Verkauf von sonstigen langfristigen Vermögenswerten (nicht betriebsnotwendiges Vermögen) EUR 4,9 Mio. höhere Erlöse erzielt wurden. Zum anderen verringerten sich die Ausgaben für Investitionen leicht um EUR 0,4 Mio. auf EUR 3,1 Mio. Diese betreffen insbesondere gezielte Ausgaben in technische Anlagen und Maschinen (EUR 0,9 Mio.) sowie in die IT-Modernisierung (EUR 0,3 Mio.). Darüber hinaus wurden Auszahlungen für Infrastrukturmaßnahmen (EUR 0,8 Mio.) vorgenommen. Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit wurde zum einen die Einzahlung aus der Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 4,5 Mio. realisiert. Zum anderen erfolgten Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 1,0 Mio. Auszahlungen wurden für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (EUR -1,5 Mio.), für die Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (EUR -0,6 Mio.) sowie für Zinsen (EUR -0,4 Mio.) vorgenommen. Die Finanzschulden erhöhten sich im Berichtsjahr insgesamt um EUR 4,3 Mio. und belaufen sich zum 30. September 2022 auf EUR 11,7 Mio. Die darin enthaltenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 5,7 Mio. betreffen folgende Kredite: • Kontokorrentlinien SCHUMAG AG EUR 3,0 Mio. • Investitionskredite SCHUMAG AG EUR 1,9 Mio. • Kontokorrentlinie SCHUMAG Romania EUR 0,5 Mio. • Investitionskredit SCHUMAG Romania EUR 0,3 Mio. Insgesamt erhöhten sich im Geschäftsjahr 2021/22 die Zahlungsmittel des SCHUMAG- Konzerns um EUR 0,7 Mio. auf EUR 1,3 Mio. Vermögenslage des SCHUMAG-Konzerns EUR Mio. % EUR Mio. % EUR Mio. % Aktiva Langfristige Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 19,2 49 16,7 48 +2,5 +15 Latente Steuern 0,0 0 1,1 3 -1,1 -100 Übrige Vermögenswerte 0,2 1 0,0 0 +0,2 +100 19,4 50 17,8 51 +1,6 +9 Kurzfristige Vermögenswerte Vorräte 13,5 35 9,9 28 +3,6 +36 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2,2 6 3,3 9 -1,1 -33 Übrige Vermögenswerte 2,7 7 3,4 10 -0,7 -21 Zahlungsmittel 1,3 3 0,6 2 +0,7 >100 19,7 50 17,2 49 +2,5 +15 39,1 100 35,0 100 +4,1 +12 Passiva Eigenkapital 5,7 15 0,7 2 +5,0 >100 Langfristiges Fremdkapital Pensionsrückstellungen 14,7 38 20,2 58 -5,5 -27 Finanzschulden 6,1 16 2,6 7 +3,5 >100 Übrige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 0,4 1 0,5 1 -0,1 -20 21,2 54 23,3 67 -2,1 -9 Kurzfristiges Fremdkapital Finanzschulden 5,6 14 4,8 14 +0,8 +17 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3,8 10 3,5 10 +0,3 +9 Übrige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 2,8 7 2,7 8 +0,1 +4 12,2 31 11,0 31 +1,2 +11 39,1 100 35,0 100 +4,1 +12 30.9.2022 30.9.2021 Veränderung Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen haben sich bei einem Abschreibungsvolumen von EUR 2,0 Mio. um insgesamt EUR 2,5 Mio. erhöht. Zugängen in Höhe von EUR 8,4 Mio. stand dabei vor allem die Umbuchung der verkauften nicht betriebsnotwendigen Immobilien der SCHUMAG in den Posten „Zur Veräußerung gehaltene ertragslagelangfristige Vermögenswerte“ (EUR -3,7 Mio.) entgegen. Investitionen für das Segment SCHUMAG betreffen neben der Aktivierung von Nutzungsrechten im Zusammenhang mit einem neu abgeschlossenen Mietvertrag für Produktionsflächen (EUR 2,1 Mio.) im Wesentlichen neue technische Anlagen und Maschinen (EUR 4,1 Mio.), die IT- Modernisierung (EUR 0,3 Mio.) sowie in Infrastrukturmaßnahmen (EUR 0,8 Mio.). Aufgrund des deutlich gestiegenen Auftragsvolumens wurden die Vorräte gezielt aufgebaut (EUR +3,6 Mio.). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen konnten trotz des gestiegenen Umsatzvolumens um EUR 1,1 Mio. reduziert werden, was insbesondere darauf zurückzuführen ist, dass ein bisher nicht im Factoringvertrag einbezogener Großkunde ins Factoring aufgenommen wurde. Durch die Kapitalerhöhung (EUR +4,5 Mio.) sowie positive Effekte aus der erfolgsneutralen Verrechnung der Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen im Zusammenhang mit den Pensionsrückstellungen (EUR +2,9 Mio.) erhöhte sich das Eigenkapital trotz des negativen Ergebnisses nach Steuern (EUR -2,4 Mio.) um insgesamt EUR 5,0 Mio. auf EUR 5,7 Mio., die Eigenkapitalquote stieg auf 15 %. Der Effekt aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen auf die Pensionsrückstellungen, der erfolgsneutral direkt mit dem Eigenkapital verrechnet wird, beträgt EUR -4,3 Mio. Die Finanzschulden erhöhten sich um EUR 4,3 Mio., was insbesondere auf zusätzliche Leasingverbindlichkeiten aufgrund folgender Sachverhalte zurückzuführen ist: • Aktivierung von Nutzungsrechten im Zusammenhang mit einem neu abgeschlossenen Mietvertrag für Produktionsflächen (EUR +2,0 Mio.) • Aktivierung von Produktionsmaschinen, die über Mietkauf finanziert werden (EUR +1,5 Mio.) Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SCHUMAG (Angaben nach HGB) Der Jahresabschluss der SCHUMAG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zu dem nach IFRS-Grundsätzen aufgestellten Konzernabschluss liegen in der unterschiedlichen Bewertung des Anlagevermögens sowie der Pensions-, Jubiläums- und ATZ-Rückstellungen. Ertragslage der SCHUMAG Angaben nach HGB EUR Mio. % EUR Mio. % EUR Mio. % Umsatz 45,3 95 38,1 101 +7,2 +19 Gesamtleistung 47,7 100 37,8 100 +9,9 +26 Materialaufwand -20,4 -43 -12,2 -32 -8,2 +67 Personalaufwand -24,7 -52 -21,8 -58 -2,9 +13 Abschreibungen -1,8 -4 -1,8 -5 +0,0 +0 Übrige Aufwendungen/Erträge -1,5 -3 -1,1 -3 -0,4 +36 EBIT -0,7 -1 0,9 2 -1,6 >-100 Zinsergebnis -1,1 -2 -1,5 -4 +0,4 -27 Ergebnis vor Ertragsteuern -1,8 -4 -0,6 -2 -1,2 >-100 Ertragsteuern 0,1 0 0,2 1 -0,1 -50 Ergebnis nach Ertragsteuern -1,7 -4 -0,4 -1 -1,3 >-100 Das Ergebnis nach Ertragsteuern entspricht dem handelsrechtlichen Jahresüberschuss (+) bzw. Jahresfehlbetrag (-). 2021/22 2020/21 Veränderung Die Erhöhung der Gesamtleistung um insgesamt EUR 9,9 Mio. (+26 %) ist vor allem auf die gestiegenen Umsatzerlöse sowie die Steigerung der Produktionsleistung zurückzuführen. Der Anstieg des Materialaufwands bezogen auf die Gesamtleistung um 11 %-Punkte hat im Wesentlichen folgende Gründe: • massiver Anstieg der Energiekosten im Zuge des Ukraine-Kriegs • Aufbau des durchschnittlichen Fremdpersonals, dessen Kosten im Materialaufwand ausgewiesen werden, von 24 auf 53 Mitarbeiter • Ausweitung der auswärtigen Bearbeitung Dagegen konnte trotz Aufbau des durchschnittlichen Eigenpersonals von 392 auf 430 Mitarbeiter die Personalaufwandsquote weiter um 6 %-Punkte reduziert werden. Die Summe der Material- und Personalaufwandsquote erhöhte sich somit insgesamt von 90 % auf 95 %. Das EBIT reduzierte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum trotz gestiegener Gesamtleistung sowie erhöhten Erlösen aus Anlagenabgängen von EUR 5,7 Mio. (Vorjahr EUR 1,9 Mio.) insbesondere aufgrund der bisher nicht im erforderlichen Maße realisierten Produktivitätssteigerungen um EUR 1,6 Mio. auf EUR -0,7 Mio. Zudem wurde das EBIT belastet durch • den massiven Anstieg der Energiekosten im Zuge des Ukraine-Kriegs • überproportional gestiegene Instandhaltungskosten aufgrund des veralteten Maschinenparks • die Erhöhung von Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit weiteren erforderlichen Restrukturierungsmaßnahmen Das Zinsergebnis verbesserte sich vor allem durch geringere Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit den Pensionsrückstellungen um EUR 0,4 Mio., so dass sich das Ergebnis vor Steuern insgesamt um EUR 1,2 Mio. auf EUR -1,8 Mio. reduzierte. Unter Berücksichtigung latenter Steuererträge in Höhe von EUR 0,1 Mio. beläuft sich das Ergebnis nach Steuern auf EUR -1,7 Mio. (Vorjahr -0,4 Mio.). Finanzlage der SCHUMAG Kapitalflussrechnung 2021/22 2020/21 Veränderung Angaben nach HGB (verkürzte Darstellung) EUR Mio. EUR Mio. EUR Mio. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -7,0 -1,4 -5,6 Cashflow aus Investitionstätigkeit 3,3 -1,7 +5,0 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 4,5 2,1 +2,4 Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 0,8 -1,0 +1,8 Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 0,5 1,5 -1,0 Finanzmittelfonds am Ende der Periode 1,3 0,5 +0,8 Der Finanzmittelfonds entspricht den bilanzierten flüssigen Mitteln. Vor allem aufgrund der Ergebnisverschlechterung sowie Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Aufbau der Vorräte reduzierte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gegenüber dem Vorjahr um EUR 5,6 Mio. auf EUR -7,0 Mio. Der Cash-Effekt aus Factoring belief sich dabei auf EUR +2,1 Mio. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit erhöhte sich um EUR 5,0 Mio. auf EUR +3,3 Mio., was daran liegt, dass aus dem Verkauf von Sachanlagen (im Wesentlichen nicht betriebsnotwendiges Vermögen) EUR 5,0 Mio. höhere Erlöse erzielt wurden. Die Ausgaben für Investitionen belaufen sich wie im Vorjahr auf EUR 3,9 Mio. und betreffen insbesondere gezielte Ausgaben in technische Anlagen und Maschinen (EUR 2,2 Mio.) sowie in die IT- Modernisierung (EUR 0,3 Mio.). Darüber hinaus wurden Auszahlungen für Infrastrukturmaßnahmen (EUR 0,8 Mio.) vorgenommen. Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit wurde zum einen die Einzahlung aus der Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 4,5 Mio. realisiert. Zum anderen erfolgten Einzahlungen aus den zur Verfügung stehenden Kontokorrentlinien sowie den gewährten Investitionskrediten (EUR 0,7 Mio.). Auszahlungen wurden für die Tilgung von Investitionskrediten (EUR -0,5 Mio.) sowie für Zinsen (EUR -0,3 Mio.) vorgenommen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich zum 30. September 2022 somit um EUR 0,2 Mio. auf EUR 4,9 Mio. Insgesamt erhöhten sich im Geschäftsjahr 2021/22 die flüssigen Mittel der SCHUMAG um EUR 0,8 Mio. auf EUR 1,3 Mio. Die Verbindlichkeiten der SCHUMAG sind zum überwiegenden Teil kurzfristig und auf EUR- Basis. In den Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen folgende verzinsliche Verbindlichkeiten enthalten: Verbindlichkeit EUR Mio. Verzinsung Verbindlichkeiten Kreditinstitute 4,9 zwischen 1,50 % und 4,00 % p.a. Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 2,2 zwischen 1,75 % und 6,98 % p.a. Sonstige Darlehen 0,5 2,0 % über dem Basiszinssatz, mindestens aber 5,0 % p.a. Vermögenslage der SCHUMAG Angaben nach HGB EUR Mio. % EUR Mio. % EUR Mio. % Aktiva Anlagevermögen 12,9 38 11,1 38 +1,8 +16 Vorräte 12,7 37 9,3 32 +3,4 +37 Forderungen Lieferungen und Leistungen 2,2 6 3,2 11 -1,0 -31 Flüssige Mittel 1,3 4 0,5 2 +0,8 >100 Übrige Aktiva 5,1 15 5,4 18 -0,3 -6 34,2 100 29,5 100 +4,7 +16 Passiva Eigenkapital 2,9 8 0,1 0 +2,8 >100 Rückstellungen 19,4 57 19,6 66 -0,2 -1 Verbindlichkeiten 11,9 35 9,8 33 +2,1 +21 34,2 100 29,5 100 +4,7 +16 30.9.2022 30.9.2021 Veränderung Bei einem Abschreibungsvolumen von EUR 1,8 Mio. erhöhte sich das Anlagevermögen insgesamt um EUR 1,8 Mio. Den Zugängen zum Anlagevermögen in Höhe von insgesamt EUR 5,3 Mio. standen dabei Abgänge von EUR 1,7 Mio. insbesondere im Zusammenhang mit der Veräußerung der nicht betriebsnotwendigen Immobilie entgegen. Investitionen erfolgten im Wesentlichen in neue technische Anlagen und Maschinen (EUR 3,6 Mio.), in die IT-Modernisierung (EUR 0,3 Mio.) sowie in Infrastrukturmaßnahmen (EUR 0,8 Mio.). Aufgrund des deutlich gestiegenen Auftragsvolumens wurden die Vorräte gezielt aufgebaut (EUR +3,4 Mio.). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen konnten trotz des gestiegenen Umsatzvolumens um EUR 1,0 Mio. reduziert werden, was insbesondere darauf zurückzuführen ist, dass ein bisher nicht im Factoringvertrag einbezogener Großkunde ins Factoring aufgenommen wurde. Durch die Kapitalerhöhung (EUR +4,5 Mio.) erhöhte sich das Eigenkapital trotz des Jahresfehlbetrags (EUR -1,7 Mio.) um insgesamt EUR 2,8 Mio. auf EUR 2,9 Mio. Bei einem um EUR 4,7 Mio. gestiegenen Gesamtkapital erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 0,3 % auf 8 %. Das Eigenkapital beträgt weiterhin weniger als die Hälfte des Stammkapitals. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten um insgesamt EUR 2,1 Mio. ergibt sich im Wesentlichen aus dem Aufbau der innerhalb der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesenen Leasingverbindlichkeiten (EUR +1,5 Mio.). Leistungsindikatoren Zur Analyse des Geschäftsverlaufs und der Lage des Konzerns bzw. des Unternehmens berichten wir nachfolgend über die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die zur internen Steuerung des Konzerns bzw. des Unternehmens herangezogen werden. Kennzahlen Prognose für Ist Zielerreichung SCHUMAG-Konzern (IFRS) 2021/22 2021/22 2021/22 Umsatz 43,0 bis 44,0 EUR Mio. 45,8 EUR Mio. erreicht Gesamtleistung 47,5 bis 50,0 EUR Mio. 53,5 EUR Mio. erreicht EBIT -2,0 bis -1,5 EUR Mio. - 2,1 EUR Mio. nicht erreicht Liquiditätsgrad I (30.9.) 5 % - 10 % 11% erreicht Kennzahlen Prognose für Ist Zielerreichung SCHUMAG (HGB) 2021/22 2021/22 2021/22 Umsatz 43,0 bis 44,0 EUR Mio. 45,3 EUR Mio. erreicht Gesamtleistung 42,5 bis 45,0 EUR Mio. 47,7 EUR Mio. erreicht EBIT -0,5 bis +0,0 EUR Mio. - 0,7 EUR Mio. nicht erreicht Liquiditätsgrad I (30.9.) 5 % - 10 % 12% erreicht Insbesondere durch die deutlich gestiegenen Umsatzerlöse sowie die Steigerung der Produktionsleistung erhöhte sich die Gesamtleistung im Geschäftsjahr 2021/22 um EUR +9,8 Mio. (SCHUMAG: EUR +9,9 Mio.). Somit konnte die Prognose des Vorjahres für Umsatz und Gesamtleistung, die noch unter Einfluss der Corona-Krise erstellt wurde, sowohl im Konzern als auch bei der SCHUMAG deutlich übererfüllt werden. Trotz Verschlechterung des EBIT um EUR -3,5 Mio. (SCHUMAG: EUR -1,6 Mio.) haben wir bei dieser Kennzahl unsere Ziele nur geringfügig verfehlt, da wir für das Geschäftsjahr 2021/22 eine EBIT-Reduzierung erwartet hatten. ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN Die Angaben nach § 289a Abs. 1 Nr. 1 bis 9 HGB bzw. § 315a Abs. 1 Nr. 1 bis 9 HGB sind nachfolgend aufgeführt: Das gezeichnete Kapital der SCHUMAG zum 30. September 2022 beträgt EUR 8.999.998,00 und ist eingeteilt in 8.999.998 auf den Inhaber lautende Stückaktien. 6.911.997 Aktien der SCHUMAG sind unter der ISIN DE0007216707 (WKN 721670) zum Handel im regulierten Markt (General Standard) der Wertpapierbörse Frankfurt am Main notiert; außerdem werden sie im Freiverkehr an den Börsen in Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Stuttgart sowie über das elektronische Handelssystem XETRA gehandelt. 1.382.399 Aktien werden unter der ISIN DE000A31C3S6 (WKN A31C3S) geführt und sind bis zur Zulassung an der Börse und Einbeziehung in die bestehende ISIN DE0007216707 im September 2023 nicht an der Börse handelbar. 705.602 Aktien werden unter der ISIN DE000A31C3T4 (WKN A31C3T) geführt und sind bis zur Zulassung an der Börse und Einbeziehung in die bestehende ISIN DE0007216707 im September 2024 nicht an der Börse handelbar. Nach Einbeziehung in die bestehende ISIN DE0007216707 der Gesellschaft werden sich die Aktien nicht mehr von bestehenden Aktien der Gesellschaft unterscheiden. Alle Aktien vermitteln gleiche Rechte bzw. Pflichten. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Die weiteren Rechte und Pflichten aus den Aktien der Gesellschaft bestimmen sich nach dem Aktiengesetz. Die Aktionäre TPPI GmbH, Nomainvest S.A. und CoDa Beteiligungs GmbH haben sich verpflichtet, die von ihnen im Rahmen der durchgeführten Privatplatzierung gezeichneten Aktien mit der ISIN DE000A31C3S6 (WKN A31C3S) bzw. ISIN DE000A31C3T4 (WKN A31C3T) so lange zu halten, diese somit weder direkt noch indirekt zum Kauf anzubieten, zu verkaufen, zu vermarkten oder in sonstiger Weise darüber zu verfügen, bis diese zum Handel an der Börse durch Einbeziehung in die bestehende ISIN DE0007216707 der SCHUMAG zugelassen sind. Gleiches gilt für sonstige Transaktionen, die wirtschaftlich einem Verkauf entsprechen (Lock-up-Vereinbarung). Die Angaben gem. § 289a Abs. 1 Nr. 3 HGB sind im Anhang unter Anmerkung 7 (Angaben zum Bestehen einer Beteiligung), die Angaben gem. § 315a Abs. 1 Nr. 3 HGB im Konzernanhang unter Anmerkung 34 enthalten. Herr Peter Aloysius Aßmann nimmt die Kontroll- und Stimmrechte für die im Mai 2020 an ihn übertragenen Aktien, welche für die Arbeitnehmer der Gesellschaft erworben wurden, insgesamt 344.725 Stück, entsprechend 3,83 % vom Grundkapital, als Sachwalter für die Arbeitnehmer wahr. Nach § 6 Abs. 1 der Satzung der Gesellschaft besteht ihr Vorstand aus mindestens einer Person. Satzungsgemäß und nach § 84 AktG erfolgt die Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands durch den Aufsichtsrat. Die Bestellung kann auf höchstens fünf Jahre erfolgen, wobei diese Höchstdauer auch jeweils im Fall der wiederholten Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit zu beachten ist. Die Abberufung von Vorstandsmitgliedern ist nur aus wichtigem Grund zulässig. Im Übrigen wird zur Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern auf die Vorschriften in den §§ 84, 85 AktG sowie § 6 der Satzung der Gesellschaft verwiesen. Die Satzung weicht von den vorgenannten gesetzlichen Vorschriften jedoch nicht ab. Jede Satzungsänderung bedarf grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung, der nach § 133 Abs. 1 AktG mit einfacher Stimmenmehrheit und zusätzlich nach § 19 Abs. 1 der Satzung der Gesellschaft i.V.m. § 179 Abs. 1 und 2 AktG mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Kapitals gefasst wird, soweit nicht gesetzliche Vorschriften oder die Satzung zwingend etwas anderes vorschreiben. Das Gesetz verlangt zwingend einen Beschluss der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals für solche Änderungen der Satzung, die den Gegenstand des Unternehmens (§ 179 Abs. 2 Satz 2 AktG), die Ausgabe von Vorzugsaktien ohne Stimmrecht (§ 182 Abs. 1 Satz 2 AktG), Kapitalerhöhungen unter Bezugsrechtsausschluss (§ 186 Abs. 3 AktG), die Schaffung eines bedingten Kapitals (§ 193 Abs. 1 AktG), die Schaffung eines genehmigten Kapitals (§ 202 Abs. 2 AktG) - ggf. mit Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss (§ 203 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 186 Abs. 3 AktG) -, die ordentliche oder vereinfachte Kapitalherabsetzung (§ 222 Abs. 1 Satz 2 bzw. § 229 Abs. 3 AktG) oder einen Formwechsel (§ 233 Abs. 2 bzw. § 240 Abs. 1 UmwG) betreffen. Der Aufsichtsrat ist nach § 12 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen vorzunehmen, die nur deren Fassung betreffen. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 28. April 2021 wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 599.998,00 durch Ausgabe von bis zu 599.998 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2021/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Ausgabe von bis zu 599.998 Bezugsrechten (Aktienoptionen) im Rahmen des Aktienoptionsplans 2021 an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte von ihrem Recht zum Bezug der Aktien Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Erfüllung der Bezugsrechte keine eigenen Aktien gewährt oder von ihrem Recht auf Barausgleich Gebrauch macht. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 28. April 2021 wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 2.399.999,00 durch Ausgabe von bis zu 2.399.999 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2021/II). Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 28. April 2021 wird der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 27. April 2026 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber und/oder den Namen lautende Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 100.000.000,00 (in Worten: Euro Hundert Millionen) mit Wandlungsrecht oder mit in auf den Inhaber oder auf den Namen lautenden Optionsscheinen verbrieften Optionsrechten oder einer Kombination dieser Instrumente auf insgesamt bis zu 2.399.999 auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie und damit insgesamt bis zu EUR 2.399.999,00 („Schuldverschreibungen“) zu begeben. Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch Ausgabe von bis zu 2.399.999 auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber beziehungsweise Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen oder von Optionsscheinen aus Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch die Hauptversammlung der Gesellschaft vom 28. April 2021 bis zum 27. April 2026 begeben werden, von ihrem Wandlungs-/Optionsrecht Gebrauch machen, ihrer Wandlungs-/ Optionspflicht genügen oder Andienungen von Aktien erfolgen und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die jeweiligen Schuldverschreibungs- beziehungsweise Optionsbedingungen können auch eine Wandlungs- beziehungsweise Optionspflicht sowie ein Andienungsrecht des Emittenten zur Lieferung von Aktien vorsehen (in beliebiger Kombination), und zwar zum Ende der Laufzeit oder zu anderen Zeitpunkten. Die Schuldverschreibungen sind gegen Barleistung auszugeben. Weiter umfasst die Ermächtigung die Möglichkeit, Aktien der Gesellschaft zu gewähren, soweit die Inhaber beziehungsweise Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen oder von Optionsscheinen aus Optionsschuldverschreibungen von ihrem Wandlungs- beziehungsweise Optionsrecht Gebrauch machen oder ihre Wandlungs- beziehungsweise Optionspflicht erfüllen oder Andienungen von Aktien erfolgen. Die Ermächtigung gilt bis zum 27. April 2026. Die Schuldverschreibungen sowie gegebenenfalls die Optionsscheine können einmalig oder mehrmals, insgesamt oder in Teilen sowie auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen begeben werden. Die Ermächtigung umfasst auch die Möglichkeit, nach näherer Maßgabe der jeweiligen Schuldverschreibungs- beziehungsweise Optionsbedingungen in bestimmten Fällen Verwässerungsschutz zu gewähren beziehungsweise Anpassungen vorzunehmen. Verwässerungsschutz beziehungsweise Anpassungen können insbesondere durch Einräumung von Bezugsrechten, durch Veränderung des Wandlungs-/Optionspreises sowie durch die Veränderung oder Einräumung von Barkomponenten vorgesehen werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Bedingungen der Schuldverschreibungen beziehungsweise Optionsscheine festzusetzen. Die Schuldverschreibungen sind den Aktionären grundsätzlich zum Bezug anzubieten; dabei können sie auch an Kreditinstitute mit der Verpflichtung ausgegeben werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht auszuschließen, sofern der Ausgabepreis für eine Schuldverschreibung deren nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet. Für den Fall eines Übernahmeangebotes, das sich auf von der Gesellschaft ausgegebene und zum Handel an einem organisierten Markt zugelassene Aktien richten würde, bestehen für den Vorstand im Übrigen die allgemeinen gesetzlichen Aufgaben und Befugnisse. So müssten z. B. Vorstand und Aufsichtsrat bei Vorliegen eines Übernahmeangebots nach § 27 WpÜG eine begründete Stellungnahme zu dem Angebot abgeben und veröffentlichen, damit die Aktionäre in Kenntnis der Sachlage über das Angebot entscheiden können. Außerdem dürfte der Vorstand gem. § 33 WpÜG nach Bekanntgabe eines Übernahmeangebots keine Handlungen außerhalb des gewöhnlichen Geschäftsbetriebs vornehmen, durch die der Erfolg des Angebotes verhindert werden könnte, wenn er dazu nicht von der Hauptversammlung ermächtigt ist oder der Aufsichtsrat dem zugestimmt hat oder es sich nicht um die Suche nach einem konkurrierenden Angebot handelt. Bei ihren Entscheidungen sind Vorstand und Aufsichtsrat an das Wohl des Unternehmens, seiner Mitarbeiter und seiner Aktionäre gebunden. Satzungsregelungen im Sinne von § 33a bis § 33c WpÜG (Europäisches Verhinderungsverbot, Europäische Durchbrechungsregel, Vorbehalt der Gegenseitigkeit) waren zum Bilanzstichtag nicht vorhanden. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG Die Erklärung zur Unternehmensführung gem. § 289f HGB bzw. § 315d HGB ist auf unserer Internetseite (www.schumag.de) im Bereich „Investor Relations / Corporate Governance“ veröffentlicht. NACHTRAGSBERICHT Es haben sich Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag ergeben. Diese sind gem. § 285 Nr. 33 HGB bzw. § 314 Nr. 25 HGB im Anhang bzw. im Konzernanhang angegeben. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Aufbau des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems Für den nachhaltigen Erfolg unseres Unternehmens und des Konzerns ist es entscheidend, dass wir die Risiken und Chancen, die sich aus unserer operativen Tätigkeit ergeben, frühzeitig erkennen und vorausschauend steuern. Der verantwortungsvolle Umgang mit den Risiken wird bei der SCHUMAG durch ein umfassendes Risikomanagement- und ein internes Kontrollsystem unterstützt. Das konzernübergreifende interne Kontroll- und Risikomanagementsystem ist ein integriertes System, welches die Entscheidungen des Managements zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, zur Risikofrüherkennung, zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften unterstützt. Das Risikomanagementsystem wird regelmäßig überprüft und ggfs. angepasst und setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, die in die Aufbau- und Ablauforganisation der Gesellschaft eingebettet sind. Durch Aufstellung von restriktiven Richtlinien sowie durch eine laufende Überprüfung von Prozessen wird dessen Funktionsfähigkeit gewährleistet. Die Einbeziehung des Risikomanagementsystems in das Berichtswesen sowie eine regelmäßige Kommunikation zwischen den Entscheidungsträgern ermöglichen ein frühzeitiges Erkennen und Gegensteuern von Risiken. Unser Risikomanagement-Handbuch beschreibt den Prozess der Risikovorsorge. Der systematische Ansatz zum Risikomanagement unterstützt dabei das Bewusstsein zum offenen Umgang mit risikorelevanten Daten und deren eindeutige Dokumentation, die Basis für unternehmerische Entscheidungen, die Qualität der Planung, die Effektivität der Berichterstattung des Controllings und den optimalen Einsatz von Unternehmensressourcen ist. Unsere Abteilungs- und Bereichsleiter sind verantwortlich für die Identifikation von Risiken, deren Bewertung und Steuerung sowie deren Kommunikation. Die Koordination obliegt unserem Risikomanager. Ziel ist es, die verantwortlichen Personen auf möglichst vielen Hierarchieebenen im Unternehmen frühzeitig auf Risiken unterschiedlichster Ausprägung hinzuweisen und die im Rahmen des Risikomanagements entwickelten Instrumente zur Risikoabwehr und -bewältigung rechtzeitig zu nutzen. Die in einer ausführlichen Risikoinventur erhobenen Einzelrisiken werden mit ihrem Risikoerwartungswert bewertet, deren Aggregation zum Risikoniveau führt. Dieses ergibt sich aus der möglichen Schadenshöhe des Risikos in Verbindung mit dessen Eintrittswahrscheinlichkeit: Die Geschäftsprozesse unterliegen Kontrollen, die Risiken beherrschbar machen sollen. Die Maßnahmen und Regeln betreffen z. B. Anweisungen zur Funktionentrennung, Unterschriftenregelungen, auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsberechtigung für Zahlungen (Vieraugenprinzip) oder Maßnahmen zur IT-Sicherheit. Im folgenden Abschnitt stellen wir die wesentlichen Risiken und Chancen dar, die sich im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit ergeben und zu Kategorien zusammengefasst sind. Sofern nicht explizit erwähnt, ergaben sich hinsichtlich der Einzelrisiken und Chancen im Vergleich zum Vorjahr keine wesentlichen Änderungen. Gesamtwirtschaftliche Chancen und Risiken Marktrisiken Risiken für eine Fortsetzung des Weltwirtschaftswachstums ergeben sich aus unserer Sicht vor allem aus den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, protektionistischen Tendenzen sowie strukturellen Defiziten z. B. der Verkehrsinfrastruktur, die die Entwicklung einzelner fortgeschrittener Volkswirtschaften und Schwellenländer gefährden. Der Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 beeinflusst seither die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in einem seit langem nicht gekannten Ausmaß. Der Wegfall Russlands als Energie- und Rohstofflieferant im Zuge der Sanktionen für Handel und Finanzströme führt zu zahlreichen Risiken. Besonders die Energieversorgung in Europa und die bisherige Abhängigkeit von russischem Erdgas ließen die Energiepreise extrem steigen. Das Risiko weiter steigender Energiepreise und die damit verbundene Belastung der Ertragssituation ist durch die gesetzlich beschlossene Energiepreisbremse gedeckelt. Risikomatrix sehr hoch hoch mittel gering unbe- deutend Eintrittswahrscheinlichkeit in % -----> nahezu unmöglich unwahr- scheinlich möglich wahr- scheinlich sehr wahr- scheinlich Schadenausmaß in Mio. EUR -----> Risikoniveau gering mittel hoch Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Schadensbewertung Schadensausmaß in Mio. EUR >= 12,0 sehr hoch >= 3,0 - < 12,0 hoch >= 0,9 - < 3,0 mittel >= 0,3 - < 0,9 gering < 0,3 unbedeutend Eintrittswahrscheinlichkeit % >80% sehr wahrscheinlich 60% - 80% wahrscheinlich 40% - 60% möglich 20% - 40% unwahrscheinlich 0% - 20% nahezu unmöglich SCHUMAG hat auf die bisherige Entwicklung der Energiepreise bereits mit nochmals verstärkten Energiesparmaßnahmen reagiert. Darüber hinaus wurde die Abhängigkeit von Erdgas durch den Ersatz desselben als Prozessgas in der Fertigung sowie die Möglichkeit der Beheizung mit Öl zur Sicherstellung der Prozesssicherheit aufgehoben. Weiter bestehen Ertragsrisiken aus einer nachhaltig erhöhten Inflation. So rechnet die Deutsche Bank in ihrem Ausblick für 2023 und 2024 (Neue globale Realitäten, 21. Dezember 2022) mit einer Verbraucherpreis-Inflation von 7,1 % respektive 3,9 %. Die Tarifverhandlungen der IG Metall wurden bereits mit einer Lohnsteigerung von 5,2 % ab Juni 2023 und weiteren 3,3 % ab Mai 2024 abgeschlossen. Bezüglich der Risiken aus der Zinsentwicklung und der wirtschaftlichen Entwicklung verweisen wir auf den oben genannten Bericht der Deutschen Bank. Die SCHUMAG nimmt, wo zielführend und sinnvoll, die Unterstützungshilfen des dritten Entlastungspakets der Bundesregierung in Anspruch, um die Auswirkungen des drastischen Preisanstiegs zu mildern. Zudem werden marktseitige Preisanstiege im Regelfall an die Endkunden überwälzt. Marktrisiken wird des Weiteren dadurch begegnet, dass bei einer Verschiebung von Wertschöpfungsketten alternative Bezugsquellen von Produktionsmitteln identifiziert und eine Reallokation von (freiwerdenden) Kapazitäten stattfindet. Darüber hinaus sind die Entwicklung des Verhältnisses zwischen China und der westlichen Welt, aber auch die von protektionistischen Zügen geprägte Politik in den USA ein Unsicherheitsfaktor. Konjunkturellen Risiken sowie Veränderungen der Markt- und Wettbewerbslage begegnen wir mit einer Reihe von Instrumenten, die es der SCHUMAG ermöglichen, bei schwankender Auftragslage flexibel zu reagieren - bei Auftragsrückgängen ebenso wie bei verstärkter Nachfrage nach unseren Produkten. Hierzu zählen Zeitkonten, die durch Mehrarbeit befüllt und durch Freizeitentnahmen verringert werden. So kann unsere Fertigung ihre Kapazität über Sonderschichten, Schließtage und flexible Schichtmodelle an das Produktionsvolumen anpassen. Auch der Einsatz von Zeitarbeit ist ein Flexibilisierungsinstrument. In Zeiten, in denen der Absatz weiter zurückgeht, greifen wir auch zum Instrument der Kurzarbeit, um die Stammbelegschaft zu halten und dennoch die Kosten zu senken. Das Risikoniveau haben wir insgesamt als „mittel“ eingestuft, da uns konjunkturelle Schwankungen unmittelbar treffen. Wenn es nicht gelingt, den gestiegenen Produktionskosten durch die eingeleiteten Maßnahmen entgegenzuwirken, kann dies zu einem bestandsgefährdenden Risiko führen. Politische und rechtliche Risiken Der Überfall Russlands auf die Ukraine hat die weltpolitische Lage in ungeahntem Ausmaß verändert. Handelsbeschränkungen in Form von Sanktionen, aber auch weiterhin bestehende eher protektionistische Tendenzen (mögliche Auswirkungen des US Inflation Reduction Act) verschieben derzeit Wertschöpfungsprozesse. Daraus ergeben sich zahlreiche Risiken, es können sich aber auch Chancen ergeben, indem z. B. der Wegfall einer Region als Rohstofflieferant zu einem notwendigen Aufbau von Kapazitäten an anderer Stelle notwendig wird. Das Risikoniveau haben wir insgesamt als „mittel“ eingestuft, da sich politische und rechtliche Risiken auf die Märkte auswirken und uns dadurch verursachte konjunkturelle Schwankungen unmittelbar treffen. Operative Risiken Absatzmarkt Die SCHUMAG bewegt sich im Wesentlichen auf den Märkten für PKW, Nutzfahrzeuge, Großdiesel sowie Infrastrukturanwendungen. Westeuropa, USA und China sind unsere Hauptabsatzmärkte. Der wesentliche Teil unserer Produktion in der Präzisionsmechanik wird nach wie vor im Bereich der Teilefertigung für Dieselmotoren im Bereich Großdiesel gesehen. Diese Schlüsseltechnologie, insbesondere im Bereich der Nutzfahrzeuge und Infrastrukturan- wendungen (wie z. B. stationäre Großdiesel), wird nach unserer Einschätzung trotz der aktuellen Diskussionen hinsichtlich der Einhaltung von Grenzwerten im Rahmen des Diesel- Abgasskandals (für PKW) noch lange maßgebend bleiben. Eine Ablösung durch neue bzw. alternative Antriebstechnologien in diesem Bereich wird nach unserer Einschätzung noch so lange dauern, dass der SCHUMAG genügend Zeit zur Transformation bleibt. Wir versuchen hier insbesondere antriebsunabhängige Artikel, wie z. B. Lenkungs- und Bremssysteme, in unser Portfolio aufzunehmen. Daneben entwickeln wir neue Vertriebsstrategien, um im Non-Automotive-Bereich (z. B. Medizintechnik) zu wachsen. Durch fortschreitende Diversifikation versprechen wir uns, Absatzmarktrisiken nicht nur einzudämmen, sondern auch neue Absatzchancen zu erschließen. Als Teil der Investitionsgüterindustrie unterliegt der Großdiesel den Schwankungen des Investitionsklimas. Bereits kleine Änderungen der Wachstumsraten oder der Wachstumserwartungen, die beispielsweise aus volatilen Rohstoff- und Devisenmärkten resultieren, können signifikante Nachfrageveränderungen oder Stornierungen bereits eingebuchter Aufträge zur Folge haben. Wir reagieren auf diese Risiken und Chancen unter anderem durch flexible Produktionskonzepte und durch Kostenflexibilität mittels Leiharbeit, Arbeitszeitkonten und - wenn nicht anders möglich - Kurzarbeit sowie - falls zusätzlich erforderlich - mit Strukturanpassungen. Risikomindernd wirkt sich der starke Einsatz der SCHUMAG-Produkte im Bereich Off-road LKW aus, weil der weltweite Investitionsbedarf in Infrastruktur und Rohstoffgewinnung nach wie vor hoch ist und alternative Antriebstechnologien gerade in diesen Einsatzfeldern noch nicht zur Verfügung stehen. Wenn durch zuvor beschriebene Einflüsse Produktionsmengen zurückgehen und diese kleineren Mengen für unsere großen Wettbewerber nicht mehr interessant sind, dann ist das eine Chance für die SCHUMAG, hier zusätzliche Mengen zu akquirieren, da wir aufgrund unserer maschinellen Ausstattung auch in der Lage sind, kleinere Stückzahlen (< 500.000 Stück p.a.) zu fertigen. Um den Risiken zu begegnen und gleichzeitig die Chancen, die sich der SCHUMAG auf dem Absatzmarkt ergeben, zu ergreifen, haben wir unsere Strategie im Bereich Vertrieb auf folgende Bereiche konzentriert: a. Stärkung des Bestandsgeschäftes Wir haben die strategischen Kunden identifiziert, die jetzt schon ca. 70 % unseres Umsatzes ausmachen. Diese Kunden werden intensiver betreut, um weiteres Geschäft zu generieren. Parallel dazu bereinigen wir unser Produktportfolio, indem wir bei kleinen Mengen unseren Kunden entweder einen „Last time buy“ (LTB) anbieten, oder die Preise erhöhen. b. Neue Produkte mit bestehender Technologie Die gezielte Vergrößerung der Fertigungstiefe als Konsequenz des Trends einzelner Kunden, den „letzten Produktionsschritt“ an die fähige Zulieferindustrie zu verlagern, bietet in naher Zukunft eine große Chance, die Wertschöpfung an den Produkten zu erhöhen. Hier besteht ein neues Ergebnispotential, insbesondere bei solchen Artikeln, bei denen die SCHUMAG häufig bereits den „Blank“ (Produktbezeichnung vor dem finalen Prozessschritt) liefert. Durch die Abhängigkeit des Kunden ist dies eine mittel- bis langfristige Sicherung des Geschäftes im Rahmen einer partnerschaftlichen Beziehung. Die verstärkten Anstrengungen zur Rückkehr in den Medizinbereich, in dem wir schon erfolgreich tätig waren, wird nach einem verzögerten Anlauf ab dem laufenden Geschäftsjahr 2022/23 einen Ergebnisbeitrag liefern. Weiter versuchen wir intensiv, im Bereich der Hydraulik Fuß zu fassen. Hier gibt es einen großen Markt für Präzisionsteile, in dem wir bisher nicht tätig sind. Dies dient auch der Absenkung der Abhängigkeit von einigen Großkunden. c. Remanufacturing, Aftermarket Dieser Bereich wird in Zukunft aufgrund der schwer verfügbaren Ersatzteile in unserem langjährigen Kerngeschäft Injektoren und Hochdruckpumpen massiv an Bedeutung gewinnen. Hier ist die SCHUMAG hervorragend aufgestellt. Die höheren Preise kompensieren auch die zurzeit noch nicht optimalen Prozesse. Absatzmarktrisiken haben naturgemäß einen entscheidenden Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Das Risiko von Umsatzreduzierungen, z. B. als Folge von Produktionsausfällen unserer Kunden infolge von Allokationsherausforderungen im Halbleitermarkt oder des Mangels an Rohstoffen, ist vorhanden. Darüber hinaus ist auch das Risiko anderer absatzmarktbedingter Ausfälle durch exogene Faktoren, wie eine neuerliche Wirtschafts- und Finanzkrise oder auch die Neuausrichtung im Einkaufsverhalten unserer Kunden aufgrund regional unterschiedlicher Entwicklung von Preissetzungsmacht oder -akzeptanz, gegeben. Das Risikoniveau in Bezug auf unsere Absatzmärkte wird insgesamt als „mittel“ eingestuft, weil sich bisher trotz aller Widrigkeiten die Nachfrage nach unseren Produkten auf einem recht hohen Niveau als stabil erwiesen hat. Risiken aus Pandemien Hohe Infektionszahlen der Belegschaft haben bisher nicht zur Schließung von Teilbereichen, Abteilungen oder der gesamten Produktion geführt. Die Kosten der Umsetzung der vorgeschriebenen Hygienekonzepte sowie eigener getroffener Maßnahmen zur Risikoreduzierung (z. B. die Einteilung fester Schichten und deren zeitliche Trennung bei Schichtwechsel) sind als gering zu bezeichnen. Trotzdem haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund der Infektionszahlen und der Quarantänebestimmungen erhebliche Ergebnisbelastungen durch Lohnfortzahlung und Produktivitätsverluste in der Fertigung ergeben. Eine neuerliche Verschärfung der Situation könnte zu erneuten Einschränkungen für die Wirtschaft (z. B. Betriebsschließungen bei Kunden, Quarantäne von Mitarbeitern, Versorgungsengpässe bei Lieferanten, etc.) führen und damit auch wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft der SCHUMAG haben. Dies ist im Winter 2022/23 nicht eingetreten. Das Risikoniveau aus Pandemien haben wir insgesamt als „mittel“ eingestuft. Aus heutiger Sicht ist eine Einstufung als „niedrig“ sachgerecht. Produktionsrisiken Aufgrund der maschinenbedingten Ausstattung der Produktion operiert die SCHUMAG häufig an den betrieblichen Kapazitätsgrenzen. Dies ist dem Alter des Maschinenparks, damit verbundenen Maschinenausfällen, häufigen Unterbrechungen und hohen Instandhaltungsaufwendungen sowie Ausfallzeiten geschuldet. Erforderliche Neuinvestitionen und strukturelle Anpassungsmaßnahmen können wir aufgrund der Liquiditätssituation nur in begrenztem Umfang einleiten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir uns neben ausgewählten Investitionen (schwerpunktmäßig Dreherei, selektiv im Fräsen, Hartdrehen und Schleifen) auf organisatorische Maßnahmen konzentriert, um die Situation zu entschärfen. Darunter zählt eine Ausbringungsoffensive, um die Produktivität in der Produktion dauerhaft zu steigern. Dank der Anstrengungen konnte die Produktionsleistung deutlich gesteigert werden, so dass der sprunghaft angestiegene und nachhaltig erhöhte Kundenbedarf überwiegend befriedigt werden kann. Somit konnte ein weiterer Anstieg des Auftragsrückstandes vermieden werden. Chancen für die Zukunft bestehen darin, auf dem signifikant gesteigerten Ausbringungsniveau Effizienzpotentiale zu heben. Eine Qualitätsoffensive dient der Verbesserung der Prozessqualität an jeder Maschine und der gleichzeitigen Reduzierung des Aufwands für Prüf- und Messtechnik auf ein notwendiges Minimum. Eine Instandhaltungsoffensive mit vorbeugender Wartung und Instandsetzung zeigt in der Erhöhung der Maschinenverfügbarkeit ihre Wirkung, was sich im permanenten und stetig verbesserten Produktionscontrolling widerspiegelt. Da die Effizienzsteigerungen aus den Neumaschineninvestitionen sowie die prozessualen Verbesserungen allmählich Früchte tragen, haben die getroffenen Maßnahmen zur Steigerung der Produktionsleistung (Mehrarbeit an Samstagen, Personalsteigerung durch Leiharbeitskräfte, Instandhaltungsoffensive, usw.) zu einer nur noch leicht überproportionalen Kostensteigerung geführt. Das Risikoniveau haben wir auf „mittel“ herabgestuft, weil die signifikante Steigerung des Produktionsvolumens zu einer nachhaltigen Befriedigung des Kundenbedarfs geführt hat. Wenn es nicht gelingt, durch bereits eingeleitete bzw. zukünftige Effizienzsteigerungen die Produktionsleistung zu stabilisieren sowie zeitgleich den bestehenden Liquiditätsbedarf zu senken, um den weiteren Investitionsbedarf finanzieren zu können, kann dies zu einem bestandsgefährdenden Risiko führen. Altersstruktur der Belegschaft Unsere Kunden verlangen von uns technisch hochkomplexe Artikel in ausgezeichneter Qualität zu marktkonformen Preisen. Ein wesentlicher Baustein zur Erreichung der Kundenzufriedenheit sind die Fachkräfte in unserer Belegschaft. Grundsätzlich weist unsere Mitarbeiterschaft einen höheren Altersdurchschnitt von 46 Jahren auf, so dass in den Folgejahren mit einer nennenswerten altersbedingten Fluktuation zu rechnen ist. Den Risiken, die mit Fluktuation und Know-how-Verlust aufgrund altersbedingter Abgänge verbunden sind, begegnen wir durch eine intensive und fachbereichsspezifische Qualifizierung, verstärkte Investitionen in Aus- und Weiterbildung sowie gezielte Neueinstellungen. Hierbei besteht das Risiko, dass nicht alle zu besetzenden Stellen adäquat gefüllt werden können, weil sich aus demographischer Entwicklung und Vorlieben junger Menschen zum Teil nur sehr schwierig neue Arbeitskräfte gewinnen lassen. Flexibilisierungsinstrumente wie Zeitkonten, die durch Mehrarbeit befüllt und durch Freizeitentnahmen verringert werden, flexible Schichtmodelle oder der Einsatz von Zeitarbeit nutzen wir auch bei unseren älteren Mitarbeitern, um altersbedingte längere Urlaubszeiten, Krankenzeiten, gesundheitliche Einschränkungen und Geschwindigkeits- defizite auszugleichen. Das Risikoniveau haben wir als „mittel“ eingestuft. IT-Infrastrukturrisiken Bei SCHUMAG als global agierendem und auf Wachstum ausgerichtetem Unternehmen kommt der eingesetzten Informationstechnologie (IT) eine stetig wachsende Bedeutung zu. Risiken bestehen hier im Hinblick auf die drei Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Sie umfassen insbesondere den unbefugten Zugriff, die Modifikation und den Abzug sensibler elektronischer Unternehmens- und Kundendaten sowie die mangelnde Verfügbarkeit der Systeme als Folge von Störungen oder Katastrophen. Der integre Umgang mit Daten gewährleistet die Korrektheit und Unversehrtheit von Daten sowie die fehlerfreie Funktionsweise von Systemen. Dem Risiko eines unbefugten Zugriffs, der Modifikation und des Abzugs von Unternehmens- und Kundendaten begegnen wir mit dem Einsatz von IT-Sicherheitstechnologien, z. B. eines erneuerten Firewall-Systems , sowie der mehrfachen Absicherung der Zugriffe. Zusätzlich wird die Sicherheit durch die restriktive Vergabe von Zugriffsberechtigungen auf Systeme und Informationen sowie durch das Vorhalten von Backup-Versionen der kritischen Datenbestände erhöht. Mit einer redundanten Auslegung unserer IT-Infrastrukturen sichern wir uns gegen Risiken ab, die im Störungs- oder Katastrophenfall eintreten können. Wir setzen im Rahmen unternehmensweit gültiger Standards marktübliche Technologien zur Absicherung unserer IT-Landschaft ein. Um ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern, standardisieren und erneuern wir sie kontinuierlich. Die fortlaufende Steigerung der Automatisierung erhöht die Prozesssicherheit und Qualität der Verarbeitung. Die aktuelle und zukünftige Herausforderung besteht darin, zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen einzuleiten, Rationalisierungspotentiale informationstechnisch zu ermöglichen und gleichzeitig die notwendigen Anpassungen sicherheitstechnisch sowie finanziell zu meistern. Das Risikoniveau wird von uns als „mittel“ eingestuft. Chancen und Risiken aus Management und Organisation Compliance-Risiken Die Gesellschaft ist dem generellen Risiko ausgesetzt, dass im Rahmen der Geschäftstätigkeit geltende gesetzliche Rechtsvorschriften und Richtlinien nicht eingehalten werden. Die Reputation der SCHUMAG gehört zu den wichtigsten Gütern und ist eine Grundlage für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg. Unsere Haltung in Bezug auf Themen wie Integrität, Ethik und Nachhaltigkeit steht im Fokus der Öffentlichkeit. Als eines der Grundprinzipien unseres unternehmerischen Handelns achten wir daher besonders darauf, dass gesetzliche Regelungen und ethische Grundsätze eingehalten werden. Wir sind uns aber bewusst, dass Verfehlungen oder kriminelle Handlungen Einzelner und daraus resultierende Reputationsschäden niemals vollständig verhindert werden können. Zudem können mediale Reaktionen negativ auf die Reputation der SCHUMAG wirken. Diese Wirkung könnte durch eine unzureichende Krisenkommunikation noch verstärkt werden. Durch Compliance- Richtlinien für unsere Mitarbeiter begegnen wir diesem Risiko. Für eine restriktivere Handhabung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems erfolgte in der Vergangenheit eine Anpassung organisatorischer Regelungen. Weiterhin wurden neue Compliance-Regelungen erarbeitet und die Führungskräfte dementsprechend sensibilisiert. Das Risikoniveau für den Bereich Compliance haben wir als „ gering“ eingestuft. Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken Die Gesellschaft sieht sich den nachfolgend dargestellten finanziellen Risiken gegenüber. Ein finanzielles Ungleichgewicht kann im ungünstigsten Fall zur Zahlungsunfähigkeit führen. Ursache hierfür können eine nicht ausreichende Innenfinanzierung und/oder das Ausbleiben notwendiger Fremdfinanzierungen sein. Liquiditätsrisiko Zur Stärkung der Liquidität im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir zahlreiche finanzielle Stützungsmaßnahmen durchgeführt. Aufgrund des anhaltend hohen Kostenniveaus und des Investitionsbedarfs (siehe vorstehend beschriebene Markt- und Produktionsrisiken) wurde zur zusätzlichen Liquiditätsstärkung im Geschäftsjahr 2021/22 weiteres nicht betriebsnotwendiges Vermögen veräußert (Verkaufspreis insgesamt EUR 7,3 Mio.). Darüber hinaus hat der Verkauf der im Geschäftsjahr 2020/21 bilanzierten Schadenersatzforderung gegen ein ehemaliges Organmitglied die Liquidität mit EUR 1,2 Mio. gestärkt. Die Gewinnung eines neuen Investors und die damit verbundene Kapitalerhöhung unter Beteiligung der Altaktionäre hat zu einem Zufluss von Finanzmitteln in Höhe von EUR 4,5 Mio. geführt. Darüberhinausgehende Liquiditätslücken konnten durch Kontokorrentkredite gedeckt werden. Auch für die Zukunft sind weitere finanzielle Stützungsmaßnahmen erforderlich. Zum Ende des Geschäftsjahres 2022/23 erwarten wir einen Liquiditätsbedarf in Höhe von EUR 5,5 Mio., der sich im Laufe der Geschäftsjahre 2023/24 bzw. 2024/25 voraussichtlich auf bis zu EUR 9,6 Mio. erhöhen wird. Zur Finanzierung des vorbezeichneten Liquiditätsbedarfs sehen wir die folgenden Stützungsmaßnahmen vor: • Kontokorrentkredite: Die zum Stichtag bestehenden Kontokorrentkredite beliefen sich auf EUR 3,0 Mio. und wurden im Januar 2023 auf EUR 5,0 Mio. ausgeweitet. Die Ausweitung um EUR 2,0 Mio. ist vorerst bis Januar 2024 befristet. • Patronatserklärung Mit Datum vom 22. März 2023 haben die unmittelbaren Aktionäre TPPI GmbH, Nomainvest S.A., CoDa Beteiligungs GmbH sowie ELR Vermögensverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH der SCHUMAG zur Sicherung des zukünftigen Liquiditätsbedarfs, der sich aus dem Umfang der geplanten zünftigen Geschäfts- und Investitionstätigkeit ergibt, eine harte Patronatserklärung ausgegeben, um den über die Kontokorrentkredite hinausgehenden Liquiditätsbedarf gewährleisten zu können. Die der Höhe nach auf EUR 3,0 Mio. limitierte Patronatserklärung kann frühstens mit Ablauf zum 31. März 2024 gekündigt werden. Eine starke Fremdfinanzierung, insbesondere ein hohes Maß an Kontokorrentkrediten, birgt immer das Risiko, dass die Kredite aufgrund von kurzfristigen Finanzbedarfsspitzen durch die Banken fällig gestellt werden. Diese Gefahr wird durch ein rollierendes Liquiditäts- planungssystem, regelmäßige Prognoserechnungen, weitere Sanierungsmaßnahmen und die im IDW S6-Gutachten aus dem Jahr 2020 diesbezüglich geforderte quartalsweise Berichterstattung begrenzt. Kurzfristige Liquiditätsrisiken aus Schwankungen der Zahlungsströme werden über ein rollierendes Liquiditätsplanungssystem frühzeitig erkannt. Zur Eindämmung von Forderungsausfallrisiken betreibt SCHUMAG ein konsequentes Forderungsmanagement. Durch die Nutzung von echtem Factoring wird zurzeit ein Großteil des Ausfallrisikos - welches durch die Bonität unserer Kunden gemildert wird - auf die Factoring-Gesellschaft übertragen. Die Entwicklung der Finanzlage betrachten wir anhand kurz-, mittel- und langfristiger Prognoserechnungen. Hierüber wird fortlaufend im Rahmen der Berichterstattung unseres Risikomanagers informiert. Neben diesen Maßnahmen haben wir wie in den Vorjahren ein striktes Kostenmanagement betrieben. Aufgrund des geringen Umfangs der verfügbaren Liquidität können wesentliche Erlösrückgänge und/oder Kostensteigerungen (wie z. B. die Energiepreissteigerung) dazu führen, dass das finanzielle Gleichgewicht gestört wird. Aus den zuvor beschriebenen bestehenden bzw. drohenden Markt- und Produktionsrisiken besteht weiterhin das Risiko, dass die notwendige Liquidität nicht allein durch das operative Geschäft sowie die bereits durchgeführten finanziellen Stützungsmaßnahmen dargestellt werden kann und durch externen Zufluss weiter gestärkt werden muss. Sollten die beiden oben genannten Stützungsmaßnahmen nicht aufrechterhalten bzw. verlängert werden, könnte dies, wenn die dann noch bestehenden Liquiditätsprobleme nicht anderweitig gelöst werden, den Bestand der SCHUMAG und ihrer Tochtergesellschaften gefährden. Wir verweisen im Übrigen auf die Ausführungen im Abschnitt „Zusammenfassende Risikobeurteilung und bestandsgefährdende Risiken“. Das Risikoniveau haben wir insgesamt als „hoch“ eingestuft, was im Vergleich zum Vorjahr einer unveränderten Beurteilung entspricht. Risiko aus der Personalkostenstruktur Der Personalaufwand ist nach wie vor der größte Kostenblock. Durch die Verlängerung des Standortsicherungsvertrags, die gemeinsam von den Betriebsparteien mit der IG Metall verhandelt wurde, wird einer Steigerung der Personalkosten entgegengewirkt. Dies trägt wesentlich zur Stärkung der Liquidität bei. Zur nachhaltigen Sanierung der SCHUMAG ist eine weitere Optimierung der Personalaufwandsquote durch Effizienzsteigerungen erforderlich. Das Risikoniveau haben wir als „mittel“ eingestuft. Zusammenfassende Risikobeurteilung und bestandsgefährdende Risiken Die Gesamtrisiko- und Chancensituation ergibt sich für die SCHUMAG und den SCHUMAG- Konzern aus den zuvor dargestellten Einzelrisiken und -chancen. Um die Beherrschung dieser Risiken zu gewährleisten, haben wir ein umfassendes Risikomanagementsystem geschaffen. Nachdem sich die Absatzmarktsituation auf höherem Niveau als vor der Corona-Pandemie stabilisiert hat, und die Steigerung der Gesamtleistung zur Befriedigung der aktuellen Kundenbedarfe ausreicht, ergeben sich die größten Risiken für die SCHUMAG vor allem aus den Markt- und Produktionsrisiken mit den daraus resultierenden Liquiditätsrisiken, die auch weiterhin externe Liquiditätszuführungen erforderlich machen. Sollte es nicht gelingen, den gestiegenen Produktionskosten durch die eingeleiteten Maßnahmen entgegenzuwirken und durch bereits eingeleitete bzw. zukünftige Effizienzsteigerungen die Produktionsleistung zu stabilisieren sowie zeitgleich den bestehenden Liquiditätsbedarf zu senken, um den weiteren Investitionsbedarf finanzieren zu können, und/oder sollten die bestehenden ausgeweiteten Kontokorrentkredite sowie die finanzielle Unterstützung der Patrone nicht aufrechterhalten bzw. über den 31. März 2024 hinaus verlängert und in Abhängigkeit von der prognostizierten Liquiditätssituation ab April 2024 erhöht werden, wäre der Bestand der SCHUMAG und ihrer Tochterunternehmen gefährdet. Nach den uns heute bekannten Informationen und unter Berücksichtigung der ergriffenen und geplanten Maßnahmen sehen wir die Risiken, die den Fortbestand der SCHUMAG und ihrer Tochterunternehmen gefährden könnten, im Hinblick auf die Risikotragfähigkeit des Unternehmens als beherrschbar an. Zusammenfassende Risikobewertung zum Stichtag 30.09.2022 Abhängigkeiten der Risiken untereinander Da Risiken nicht isoliert voneinander sind, sondern Abhängigkeiten und Wechselwirkungen mit anderen Risiken unterliegen, gehört zur ganzheitlichen Sicht auf die Gefährdung des Unternehmens durch Risiken ebenfalls die Betrachtung der Abhängigkeiten von Risikogruppen untereinander. Die folgenden Risikogruppen wurden auf ihre gegenseitigen Abhängigkeiten untersucht: • Strategische Risiken • Marktrisiken • Wirtschafts- und Finanzrisiken • Politisch-rechtliche/ gesellschaftliche Risiken • Compliance Risiken • Operative Risiken Wie sich die Risikogruppen gegenseitig beeinflussen, veranschaulicht die nachfolgende Korrelationsmatrix, welche die Einflussstärke der Risikogruppen in den Zeilen auf die Risikogruppen in den Spalten darstellt. Schadens- ausmaß Eintritts- wahrscheinlichkeit Risiko- niveau Veränderung gg. Vorjahr Gesamtwirtschaftliche Risiken • Marktrisiken mittel möglich mittel unverändert • Risiken aus gesellschaftlichen Trends gering sehr wahrscheinlich mittel unverändert • Politische und rechtliche Risiken gering sehr wahrscheinlich mittel unverändert • Wirtschafts- und Finanzkrise gering wahrscheinlich mittel unverändert Strategische Risiken • Technologische Risken unbedeutend möglich gering unverändert Operative Risiken • Absatzmarktrisiken mittel möglich mittel unverändert • Risiken aus Corona-Pandemie mittel möglich mittel unverändert • Produktionsrisiken mittel wahrscheinlich mittel kleiner • Altersstruktur der Belegschaft hoch möglich mittel unverändert • IT-Infrastrukturrisiken gering sehr wahrscheinlich mittel unverändert Risiken aus Management & Organisation • Compliance-Risiken mittel unwahrscheinlich gering kleiner Finanzwirtschaftliche Risiken • Liquiditätsrisiko hoch wahrscheinlich hoch unverändert • Risiko aus der Personalkostenstruktur mittel sehr wahrscheinlich mittel unverändert PROGNOSEBERICHT Dieser zusammengefasste Lagebericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der SCHUMAG beziehen. Die Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf der Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Unserer Prognose für das Geschäftsjahr 2022/23 legen wir insbesondere die Annahmen zu Grunde, dass wir von einer Verlängerung der Ausweitung des bis Januar 2024 befristeten Kontokorrentkredits und der bis 31. März 2024 befristeten Patronatserklärung sowie von einer in Abhängigkeit von der prognostizierten Liquiditätssituation ab April 2024 erforderlichen Erhöhung dieser Finanzierungsmaßnahmen ausgehen. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass sich die Industriekonjunktur im weiteren Verlauf des Jahres 2023 aufgrund nachlassender Lieferengpässe bei Vorprodukten und Rückgängen bei den Energiepreisen u. a. wegen der staatlichen Energiepreisbremsen erholen wird. Darauf deutet die spürbare Verbesserung der ifo Geschäftserwartungen seit Oktober 2022 hin. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nehmen seit Jahresbeginn zu und auch die globale Konjunktur wird voraussichtlich an Fahrt gewinnen. Langsam sinkende Inflationsraten und steigende Löhne dürften spätestens ab Jahresmitte wieder zu einem Reallohnplus führen und die Binnenkonjunktur stützen. Das ifo Institut geht davon aus, dass das preisbereinigte BIP in 2023 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres stagnieren (-0,1 %) wird. (Quelle: ifo Konjunkturprognose Frühjahr 2023: Deutsche Wirtschaft stagniert) Die Risiken für die vorliegende Prognose sind vielfältig. Vor allem könnten sich die Annahmen über die weitere Entwicklung der Energiepreise als zu positiv herausstellen, was zu zusätzlichen Kostenbelastungen für die SCHUMAG sowie einem anderen Verlauf der Konsumkonjunktur führen würde. Weiterhin bestehen auch im Hinblick auf die Annahmen bezüglich der Lieferkettenproblematik und dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie Risiken. So ist nicht ausgeschlossen, dass gefährlichere Virusvarianten auftreten, die neuerliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens nach sich ziehen, und damit die Konsumkonjunktur zusätzlich belasten. Auch könnten dadurch erneut die globalen Lieferketten und die Produktion in Deutschland gestört werden. Die unsicheren Prognosen - verstärkt durch den anhaltenden Krieg in der Ukraine mit dem Risiko stark schwankender Energiepreise - sowie die weiterhin herausfordernde Lage, in der sich die SCHUMAG aufgrund von strukturellen Problemen sowie der maschinellen Ausstattung befindet, führen insgesamt zu gedämpften Erwartungen für das Geschäftsjahr 2022/23. An der umfassenden Modernisierung der SCHUMAG wird weitergearbeitet, um das Unternehmen dauerhaft wettbewerbsfähig zu machen. Entscheidend für den weiteren Erfolg wird sein, wie schnell wir die erheblichen Mehraufwendungen in Menschen und Maschinen in zusätzliche Leistung umwandeln können. Die intensiven Bemühungen im Bereich Vertrieb, die wir noch einmal verstärkt und durch strategische Überlegungen untermalt haben, haben sich bereits in neuen Aufträgen manifestiert. Risiken bestehen weiterhin bzgl. der finanziellen Ausstattung der Gesellschaft sowie eines erneuerungsbedürftigen Maschinenparks. Im Geschäftsjahr 2022/23 sind weitere Investitionen in Maschinen und Anlagen im Umfang von mindestens EUR 3,0 Mio. geplant. Zu deren anteiligen Finanzierung steht ein von der NRW.BANK gewährter Investitions- zuschuss zur Verfügung. Bzgl. der restlichen Finanzierung stehen wir in engem Kontakt mit einer Leasinggesellschaft, die diesbezüglich schon ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert hat. Da es sich bei den Investitionen um Standardmaschinen handelt, die von der Leasinggesellschaft aufgrund des Investitionszuschusses nur noch zu 70 % zu finanzieren „Der Gipfel der Inflation ist erreicht. Im Durchschnitt des Jahres 2023 dürfte die Rate mit 6,2 % bereits niedriger sein als im vergangenen Jahr. Im Jahr 2024 werden sich die Raten dann normalisieren und die Inflation 2,2 % erreichen.“ (Prof. Dr. Timo Wollmershäuser, Stellvertretender Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen und Leiter Konjunkturprognosen) sind, gehen wir derzeit davon aus, dass die Verhandlungen positiv abgeschlossen werden und die Maschineninvestitionen plangemäß umgesetzt werden können. Auch in den kommenden Jahren wird die Entwicklung der Pensionsrückstellungen das Ergebnis vor Steuern und das Eigenkapital weiter belasten, auch wenn sich aufgrund der steigenden Zinsen eine gewisse Entspannung im Vergleich zu den Vorjahren ergibt. Zur nachhaltigen Stabilisierung der Liquiditätssituation sind weiterhin ein striktes Liquiditätsmanagement sowie eine externe Liquiditätszuführung erforderlich. Unter Berücksichtigung der vorgenannten Ausführungen zur konjunkturellen/wirtschaft- lichen Entwicklung in Deutschland und der Welt sowie der beschriebenen Situation, in der sich der Konzern bzw. das Unternehmen befindet, prognostizieren wir unter Zugrundelegung eines konservativeren Szenarios für das Geschäftsjahr 2022/23 die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren wie folgt: Kennzahlen Prognose für SCHUMAG-Konzern (IFRS) 2022/23 Umsatz 51,5 bis 52,5 EUR Mio. Gesamtleistung 53,5 bis 56,0 EUR Mio. EBIT -2,5 bis -2,0 EUR Mio. Liquiditätsgrad I (30.9.) 1 % - 5 % Kennzahlen Prognose für SCHUMAG (HGB) 2022/23 Umsatz 51,5 bis 52,5 EUR Mio. Gesamtleistung 51,0 bis 53,5 EUR Mio. EBIT -3,0 bis -2,5 EUR Mio. Liquiditätsgrad I (30.9.) 1 % - 5 % Die wesentlichen Abweichungen bei den Kennzahlen zwischen SCHUMAG und dem SCHUMAG-Konzern betreffen die Gesamtleistung sowie das EBIT. Dies liegt vor allem daran, dass die Gesamtleistung nach IFRS auch die sonstigen betrieblichen Erträge beinhaltet, beim EBIT ist dies insbesondere auf die unterschiedliche Höhe der Ergebnisse aus Abgängen des Anlagevermögens zurückzuführen. Auswirkungen der Tochtergesellschaften Schumag Romania und BR Energy auf die Kennzahlen des Konzerns sind zu vernachlässigen bzw. gleichen sich durch Konsolidierungseffekte aus. Mit unserer Prognose für das Geschäftsjahr 2022/23 legen wir einen klaren Fokus auf die weitere Sanierung des Konzerns bzw. des Unternehmens. Vor diesem Hintergrund werden wir im neuen Geschäftsjahr den Schwerpunkt weiterhin auf die Verbesserung der Produktionsleistung sowie die Stabilisierung der Liquiditätsbasis legen. Der Vorstand ist überzeugt, mit den eingeleiteten und im Chancen- und Risikobericht dargestellten Maßnahmen die richtigen Weichen für eine positive Zukunft der SCHUMAG gestellt zu haben. Aachen, 30. März 2023 SCHUMAG Aktiengesellschaft Der Vorstand Johannes Wienands Dr. Bernhard Mayers Anhang 30.9.2022 30.9.2021 EUR TEUR AKTIVA Anlagevermögen (1) Immaterielle Vermögensgegenstände 461.623,24 567 Sachanlagen 10.082.340,82 8.157 Finanzanlagen 2.341.156,00 2.341 12.885.120,06 11.065 Umlaufvermögen Vorräte (2) 12.666.956,48 9.300 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3) 4.998.872,44 6.344 Flüssige Mittel (4) 1.268.122,40 536 18.933.951,32 16.180 Rechnungsabgrenzungsposten (5) 120.492,25 93 Aktive latente Steuern (6) 2.258.660,96 2.162 34.198.224,59 29.500 PASSIVA Eigenkapital (7) Gezeichnetes Kapital 8.999.998,00 6.000 Kapitalrücklage 1.599.999,45 100 Bilanzverlust -7.707.677,79 -6.003 2.892.319,66 97 Rückstellungen (8) 19.437.378,00 19.617 Verbindlichkeiten (9) 11.868.526,93 9.786 34.198.224,59 29.500 Schumag Aktiengesellschaft, Aachen Bilanz zum 30. September 2022 Anhang 2021/22 2020/21 EUR TEUR Umsatzerlöse (10) 45.268.085,14 38.102 Bestandsveränderung 2.416.086,76 -346 Andere aktivierte Eigenleistungen 0,00 0 Gesamtleistung 47.684.171,90 37.756 Sonstige betriebliche Erträge (11) 7.252.778,61 5.215 Materialaufwand (12) -20.424.456,01 -12.186 Personalaufwand (13) -24.657.380,87 -21.820 Abschreibungen (14) -1.813.000,00 -1.747 Sonstige betriebliche Aufwendungen (15) -8.708.214,14 -6.253 Zinsergebnis (16) -1.066.644,13 -1.525 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (17) 96.798,33 246 Ergebnis nach Steuern -1.635.946,31 -314 Sonstige Steuern -69.178,34 -49 Jahresfehlbetrag -1.705.124,65 -363 Verlustvortrag aus dem Vorjahr -6.002.553,14 -5.640 Bilanzverlust -7.707.677,79 -6.003 Schumag Aktiengesellschaft, Aachen Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 SCHUMAG Aktiengesellschaft, Aachen Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 Die SCHUMAG Aktiengesellschaft („SCHUMAG“) hat ihren Sitz in Aachen und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Aachen unter der Registernummer HRB 3189 eingetragen. Grundlagen der Rechnungslegung Der Jahresabschluss der SCHUMAG ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. In der Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung werden gem. § 265 Abs. 7 Nr. 2 HGB einzelne Posten zur Verbesserung der Klarheit und der Darstellung zusammengefasst und im Anhang gesondert erläutert. Im Anhang werden, sofern nicht anders dargestellt, sämtliche Beträge entsprechend kaufmännischer Rundung in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (Going Concern). Die größten Risiken hinsichtlich dieser Prämisse für die SCHUMAG ergeben sich vor allem aus den Markt- und Produktionsrisiken mit den daraus resultierenden Liquiditätsrisiken, die auch weiterhin externe Liquiditätszuführungen erforderlich machen. Sollte es nicht gelingen, den gestiegenen Produktionskosten durch die eingeleiteten Maßnahmen entgegenzuwirken und durch bereits eingeleitete bzw. zukünftige Effizienzsteigerungen die Produktionsleistung zu stabilisieren sowie zeitgleich den bestehenden Liquiditätsbedarf zu senken, um den weiteren Investitionsbedarf finanzieren zu können, und/oder sollten die bestehenden ausgeweiteten Kontokorrentkredite sowie die finanzielle Unterstützung der Patrone nicht aufrechterhalten bzw. über den 31. März 2024 hinaus verlängert und in Abhängigkeit von der prognostizierten Liquiditätssituation ab April 2024 erhöht werden, wäre der Bestand der SCHUMAG Aktiengesellschaft gefährdet. Insofern besteht eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können, so dass die SCHUMAG möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf ihre Vermögensgegenstände zu realisieren sowie ihre Schulden zu begleichen. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet und über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um die planmäßige lineare Abschreibung bewertet. In die Herstellungskosten werden neben den Einzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten einschließlich des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, einbezogen. Bei entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sowie Sachanlagen orientieren sich die voraussichtlichen Nutzungsdauern an der betriebsgewöhnlichen Nutzenstiftung. Geringwertige Anlagegüter - das sind Gegenstände mit Anschaffungskosten bis einschließlich EUR 250,00 - werden sofort abgeschrieben und als Abgang gezeigt. Für Anlagenzugänge mit Anschaffungskosten von jeweils über EUR 250,00 bis einschließlich EUR 1.000,00 wird ein Sammelposten gebildet, der im Jahr der Bildung sowie in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel abgeschrieben wird. Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten. Niedrigere beizulegende Werte bei immateriellen Vermögensgegenständen, Sachanlagen sowie Finanzanlagen werden angesetzt, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen vorliegen. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. In die Herstellungskosten werden neben den Einzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten einschließlich des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, einbezogen. Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten sowie Finanzierungskosten werden nicht aktiviert. Abwertungen für Bestandsrisiken, die sich aus der Reichweite, Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden in ausreichendem Umfang vorgenommen. Sofern die Börsen- oder Marktwerte der Vorräte am Bilanzstichtag niedriger sind, werden diese angesetzt. Maximaler Ansatz der fertigen und unfertigen Erzeugnisse sind die Verkaufserlöse abzüglich noch anfallender Aufwendungen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bilanziert. Ausnahme sind langfristige Forderungen, die zum Barwert angesetzt werden. Erkennbare Einzelrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Die Höhe der Wertberichtigung richtet sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert bilanziert. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden für Ausgaben vor dem Bilanzstichtag gebildet, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Vermögensgegenstände, die zur Erfüllung von Pensionsverpflichtungen dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, werden zum beizulegenden Zeitwert mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Übersteigt der beizulegende Zeitwert die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung“ auf der Aktivseite der Bilanz. Das Eigenkapital ist zum Nennwert bilanziert. Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Methoden auf der Basis der Bewertungsvorgaben des § 253 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 HGB ermittelt. Der Zuführungsbetrag aus der erstmaligen Anwendung von BilMoG wurde entsprechend Art. 67 Abs. 1 EGHGB auf 15 Jahre verteilt. Als Bewertungsmethode wurde das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) mit einem Rechnungszins von 1,78 % (Vorjahr 1,98 %) angewendet. Beim Zinssatz handelt es sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Die biometrischen Annahmen basieren auf den Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Zudem wurden ein Rententrend von 1,00 % (Vorjahr 1,00 %) und eine Fluktuationsrate von 1,25 % (Vorjahr 1,25 %) zugrunde gelegt. Ein Lohn- und Gehaltstrend bleibt aufgrund der Ruhegeldordnung außer Ansatz. Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Bei der Bemessung der Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen ausreichend Rechnung getragen. Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Der Zinssatz für die Abzinsung von Altersteilzeitrückstellungen beträgt 0,34 % (Vorjahr 0,32 %). Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden sowie auf steuerliche Verlustvorträge gebildet. Der Ansatz erfolgt in Höhe der voraussichtlichen Steuerbe- bzw. -entlastung nachfolgender Geschäftsjahre. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt anhand eines kombinierten Ertragsteuersatzes der SCHUMAG in Höhe von 32,5 % (Vorjahr 32,5 %), der Körperschaftsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag sowie Gewerbesteuer umfasst. Soweit sich aktive und passive latente Steuern der Höhe nach entsprechen, wird auf eine Ausübung des Wahlrechts zum unverrechneten Ausweis gem. § 274 Abs. 1 S. 3 HGB verzichtet. Die Realisierbarkeit von latenten Steueransprüchen für steuerliche Verlustvorträge hängt von künftigen steuerpflichtigen Ergebnissen sowie steuerrechtlichen Vorschriften ab. Wenn Zweifel an der Realisierung der Verlustvorträge bestehen, werden im Einzelfall aktive latente Steuern nicht angesetzt. Eine Nutzung der bei SCHUMAG vorhandenen Verlustvorträge im mittelfristigen Planungszeitraum ist aufgrund der anhaltenden Restrukturierungsphase eher nicht realisierbar. Dementsprechend wurden die ermittelten latenten Steueransprüche nicht angesetzt. Die Umsatzrealisierung aus Warenverkäufen erfolgt, sobald das wirtschaftliche Eigentum an den veräußerten Waren auf den jeweiligen Kunden übergegangen ist. Währungsumrechnung Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden gem. § 256a HGB umgerechnet. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ 1. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/22 ist als Anlage zum Anhang dargestellt. Der Anlagespiegel ist integraler Bestandteil des Anhangs. 2. Vorräte 30.9.2022 30.9.2021 TEUR TEUR Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.369 3.315 Unfertige Erzeugnisse 5.944 3.966 Fertige Erzeugnisse und Waren 2.354 2.019 12.667 9.300 3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 30.9.2022 30.9.2021 TEUR TEUR Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.176 3.183 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 455 1.483 Sonstige Vermögensgegenstände 2.368 1.678 4.999 6.344 Die Restlaufzeiten der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gliedern sich wie folgt: Restlaufzeit bis zu einem Jahr über ein Jahr bis zu einem Jahr über ein Jahr TEUR TEUR TEUR TEUR Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.176 0 3.183 0 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 455 0 1.483 0 Sonstige Vermögensgegenstände 2.168 200 1.678 0 4.799 200 6.344 0 30.9.2022 30.9.2021 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 30.9.2022 30.9.2021 TEUR TEUR Schumag Romania S.R.L., Timisoara, Chisoda/Rumänien 335 83 BR Energy GmbH, Aachen 120 1.400 455 1.483 Die Forderungen gegen die Tochtergesellschaft Schumag Romania S.R.L. beinhalten wie im Vorjahr mit Verbindlichkeiten saldierte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. In den Forderungen gegen die Tochtergesellschaft BR Energy GmbH sind wie im Vorjahr ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten. Von den zum Abschlussstichtag gegen die BR Energy GmbH bestehenden Forderungen in Höhe von insgesamt TEUR 3.453 wurden TEUR 3.333 wertberichtigt, davon bereits in Vorjahren TEUR 3.077. In den Forderungen gegen die BR Energy GmbH ist ein Darlehen über TEUR 2.238 mit einer Laufzeit bis zum 30. September 2023 enthalten. Der Posten sonstige Vermögensgegenstände beinhaltet überwiegend Forderungen gegen eine Factoringgesellschaft, Forderungen an Finanzbehörden aus Umsatzsteuer, Aktivwerte aus Rückdeckungsversicherungen sowie Kautionen im Zusammenhang mit Energielieferungen. 4. Flüssige Mittel Unter den Flüssigen Mitteln sind Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände ausgewiesen. 5. Rechnungsabgrenzungsposten Der Posten beinhaltet insbesondere abgegrenzte Wartungs- sowie Versicherungs- aufwendungen für das folgende Geschäftsjahr. 6. Aktive latente Steuern Die aktiven temporären Differenzen stehen im Zusammenhang mit Rückstellungen für Pensions-, Jubiläums- und Altersteilzeitverpflichtungen. Aufgrund fehlendem Verrechnungspotenzial im mittelfristigen Planungszeitraum wurden auf steuerliche Verlustvorträge keine aktiven latenten Steuern angesetzt. 7. Eigenkapital Das Grundkapital der SCHUMAG betrug zum 30. September 2021 EUR 5.999.999,00. Im September 2022 wurde die am 28. April 2021 beschlossene Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital 2021 in voller Höhe durch Ausgabe von 2.999.999 Stück neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil in Höhe von EUR 1,00 am Grundkapital der Gesellschaft gegen Bareinlagen zu einem Bezugspreis von EUR 1,50 je Aktie wirksam. Das Grundkapital der SCHUMAG beträgt seitdem EUR 8.999.998,00 und ist in 8.999.998 Stückaktien eingeteilt. Die Aktien lauten auf den Inhaber. Das Agio in Höhe von EUR 1.499.999,50 wurde in die Kapitalrücklage eingestellt, diese beträgt nunmehr EUR 1.599.999,45. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 28. April 2021 wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 599.998,00 durch Ausgabe von bis zu 599.998 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2021/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Ausgabe von bis zu 599.998 Bezugsrechten (Aktienoptionen) im Rahmen des Aktienoptionsplans 2021 an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft. Bisher sind noch keine entsprechenden Bezugsrechte ausgeübt worden. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 28. April 2021 wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 2.399.999,00 durch Ausgabe von bis zu 2.399.999 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2021/II). Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 28. April 2021 wird der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 27. April 2026 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber und/oder den Namen lautende Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 100.000.000,00 (in Worten: Euro Hundert Millionen) mit Wandlungsrecht oder mit in auf den Inhaber oder auf den Namen lautenden Optionsscheinen verbrieften Optionsrechten oder einer Kombination dieser Instrumente auf insgesamt bis zu 2.399.999 auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie und damit insgesamt bis zu EUR 2.399.999,00 („Schuldverschreibungen“) zu begeben. Bisher sind noch keine entsprechenden Wandlungs- und/oder Optionsrechte ausgeübt worden. Der Bilanzverlust setzt sich wie folgt zusammen: 30.9.2022 30.9.2021 TEUR TEUR Jahresfehlbetrag -1.705 -363 Verlustvortrag aus dem Vorjahr -6.003 -5.640 Bilanzverlust -7.708 -6.003 Angaben zum Bestehen einer Beteiligung Die Allerthal-Werke AG, Köln, Deutschland, hat unserer Gesellschaft gem. § 33 Abs. 1 Satz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SCHUMAG Aktiengesellschaft, Nerscheider Weg 170, 52076 Aachen, Deutschland, am 31. August 2020 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Tag 5,03 % (201.100 Stimmrechte) beträgt. Die CoDa Beteiligungs GmbH, Aachen, Deutschland, hat unserer Gesellschaft gem. § 33 Abs. 1 Satz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SCHUMAG Aktiengesellschaft, Nerscheider Weg 170, 52076 Aachen, Deutschland, am 15. September 2020 die Schwelle von 30 % überschritten hat und zu diesem Tag 30,21 % (1.812.373 Stimmrechte) beträgt. Die Nomainvest S.A., Eupen, Belgien, hat unserer Gesellschaft gem. § 33 Abs. 1 Satz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SCHUMAG Aktiengesellschaft, Nerscheider Weg 170, 52076 Aachen, Deutschland, am 15. September 2020 die Schwelle von 30 % überschritten hat und zu diesem Tag 32,16 % (1.929.477 Stimmrechte) beträgt. Die Schumag-Stiftung, Aachen, Deutschland, hat unserer Gesellschaft gem. § 33 Abs. 1 Satz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der SCHUMAG Aktiengesellschaft, Nerscheider Weg 170, 52076 Aachen, Deutschland, am 8. September 2022 die Schwelle von 3 % unterschritten hat und zu diesem Tag 2,62 % (236.000 Stimmrechte) beträgt. Herr Peter Aloysius Aßmann, Deutschland, hat unserer Gesellschaft gem. § 33 Abs. 1 Satz 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der SCHUMAG Aktiengesellschaft, Nerscheider Weg 170, 52076 Aachen, Deutschland, am 8. September 2022 die Schwellen von 5 % unterschritten hat und zu diesem Tag 3,83 % (344.725 Stimmrechte) beträgt. Herr Prof. Dr. Thomas Prefi, Deutschland, hat unserer Gesellschaft gem. § 33 Abs. 1 Satz 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der SCHUMAG Aktiengesellschaft, Nerscheider Weg 170, 52076 Aachen, Deutschland, am 8. September 2022 die Schwelle von 25 % überschritten hat und zu diesem Tag 25,000006 % (2.250.000 Stimmrechte) beträgt, dass ihm hiervon 25,000006 % (2.250.000 Stimmrechte) nach § 34 WpHG zuzurechnen sind und dass ihm dabei von folgendem kontrollierten Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der SCHUMAG Aktiengesellschaft 3 % oder mehr beträgt, Stimmrechte zugerechnet werden: TPPI GmbH, Deutschland (Zurechnung: 25,000006 % entsprechend 2.250.000 Stimmrechte). Herr Karl Josef Libeaux, Deutschland, hat unserer Gesellschaft gem. § 33 Abs. 1 Satz 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der SCHUMAG Aktiengesellschaft, Nerscheider Weg 170, 52076 Aachen, Deutschland, am 8. September 2022 die Schwelle von 10 % unterschritten hat und zu diesem Tag 7,30 % (657.033 Stimmrechte) beträgt, dass ihm hiervon 7,30 % (657.033 Stimmrechte) nach § 34 WpHG zuzurechnen sind und dass ihm dabei von folgendem kontrollierten Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der SCHUMAG Aktiengesellschaft 3 % oder mehr beträgt, Stimmrechte zugerechnet werden: ELR Vermögensverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Deutschland (Zurechnung: 7,30 % entsprechend 657.033 Stimmrechten). Gem. den uns vorliegenden Informationen hat sich die Nomainvest S.A., Eupen, Belgien, sowie die CoDa Beteiligungs GmbH, Aachen, Deutschland, auch an der Kapitalerhöhung beteiligt, ohne dass Stimmrechtsmitteilungen erforderlich waren. Da auch die Allerthal- Werke AG, Köln, keine Stimmrechtsmitteilung abgegeben hat, ist davon auszugehen, dass sich deren Stimmrechtsanteil weiterhin auf mindestens 5 % (450.000 Stimmrechte) beläuft. Gem. den uns vorliegenden Informationen hielten zum Abschlussstichtag folgende Parteien mehr als 3 % der Anteile an der SCHUMAG: Nomainvest S.A.: 25,00 % TPPI GmbH: 25,00 % CoDa Beteiligungs GmbH: 21,26 % ELR Vermögensverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH: 7,30 % Allerthal-Werke AG (mindestens): 5,00 % Peter Aloysius Aßmann (Mitarbeiteraktien): 3,83 % Streubesitz: 12,61 % 8. Rückstellungen 30.9.2022 30.9.2021 TEUR TEUR Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 16.971 17.270 Sonstige Rückstellungen 2.466 2.347 19.437 19.617 Aufgrund der Anwendung von Art. 67 Abs. 1 EGHGB besteht zum 30. September 2022 ein noch nicht ausgewiesener Rückstellungsbetrag in Höhe von TEUR 725 (Vorjahr TEUR 967). Der Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB beläuft sich auf TEUR 827 (Vorjahr TEUR 1.345). Die Pensionsverpflichtungen sind zum Teil durch Vermögensgegenstände gesichert, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind. Dabei handelt es sich um Rückdeckungsversicherungen, die den jeweiligen Anspruchsberechtigten verpfändet wurden. Diese werden mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Der beizulegende Zeitwert der Rückdeckungsversicherungen entspricht dem Aktivwert der Rückdeckungsversicherungen zum Abschlussstichtag, der uns von den Versicherungs- unternehmen mitgeteilt wurde. 30.9.2022 30.9.2021 TEUR TEUR Erfüllungsbetrag aus Pensionsverpflichtungen 18.922 19.139 Beizulegender Zeitwert der Rückdeckungsversicherungen 1.951 1.869 Nettowert der Pensionsverpflichtungen (Rückstellung) 16.971 17.270 Anschaffungskosten der Rückdeckungsversicherungen 1.743 1.678 Die sonstigen Rückstellungen beinhalten folgende Posten: 30.9.2022 30.9.2021 TEUR TEUR Jubiläumsgeld 407 425 Altersteilzeit 392 315 Urlaub 362 440 Tarifliches Zusatzgeld 305 288 Jahresabschlusskosten 260 199 Auftragsrückstellungen 222 180 Übrige 518 500 2.466 2.347 Für Verpflichtungen aus Altersteilzeit sind Sicherheiten bestellt. 9. Verbindlichkeiten 30.9.2022 30.9.2021 TEUR TEUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.932 4.687 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.939 4.145 Sonstige Verbindlichkeiten 998 954 11.869 9.786 Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt: Restlaufzeit bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.603 1.329 0 3.236 1.451 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.166 1.472 301 3.775 370 Sonstige Verbindlichkeiten 998 0 0 954 0 8.767 2.801 301 7.965 1.821 30.9.2021 30.9.2022 Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen Betriebsmittel- sowie Investitionskredite, die durch eine Grundschuld, die Übereignung des Vorratsvermögens sowie einzelne mit den Investitionskrediten finanzierte Anlagen besichert sind. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von TEUR 113 (Vorjahr TEUR 116) sowie Steuerverbindlichkeiten von TEUR 317 (Vorjahr TEUR 245). Die Steuerverbindlichkeiten betreffen insbesondere die Lohn- und Kirchensteuer inklusive Solidaritätszuschlag für den Monat September 2022. In den sonstigen Verbindlichkeiten ist ein Drittdarlehen in Höhe von TEUR 500 (Vorjahr TEUR 500) enthalten, für das als Sicherheit die Eigentumsübertragung von Maschinen dient. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 10. Umsatzerlöse Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden im Geschäftsbereich Präzisionsmechanik Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 45.145 (Vorjahr TEUR 37.893) erzielt. Der Umsatz aus Vermietung belief sich auf TEUR 123 (Vorjahr TEUR 209). Aufgliederung der Umsatzerlöse nach geographisch bestimmten Märkten TEUR % TEUR % Deutschland 13.841 30,6 12.047 31,6 Sonstige EU-Länder 6.481 14,3 7.189 18,9 Übriges Europa 215 0,5 64 0,2 Nordamerika 16.283 35,9 11.694 30,7 Lateinamerika 4.239 9,4 2.122 5,5 Asien 4.209 9,3 4.986 13,1 45.268 100,0 38.102 100,0 2021/22 2020/21 11. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten neben dem Gewinn aus dem Abgang nicht betriebsnotwendiger Immobilien (TEUR 5.636) und dem Ertrag aus den Erstattungs- ansprüchen gegenüber dem PSV (TEUR 1.108), die jeweils Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung darstellen, andere nicht gesondert auszuweisende Erträge. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 85 (Vorjahr TEUR 1.931) enthalten. Erträge aus der Währungsumrechnung betragen TEUR 7 (Vorjahr TEUR 6). 12. Materialaufwand 2021/22 2020/21 TEUR TEUR Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Waren -13.296 -8.684 Aufwendungen für bezogene Leistungen -7.129 -3.502 -20.425 -12.186 13. Personalaufwand 2021/22 2020/21 TEUR TEUR Löhne und Gehälter -20.518 -18.172 Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung -4.139 -3.648 -24.657 -21.820 Die Aufwendungen für Altersversorgung betragen TEUR -91 (Vorjahr TEUR -66). Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter 2021/22 2020/21 Arbeiter 340 311 Angestellte 72 62 412 373 Auszubildende 18 19 430 392 14. Abschreibungen In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sind keine außerplanmäßigen Abschreibungen enthalten. 15. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten nicht gesondert auszuweisende Aufwendungen, z.B. für Instandhaltungen, Beratungskosten, sonstige Fremd- und Service- leistungen, Versicherungen, Leasing- und Mietkosten sowie sonstige nicht auftragsbezogene Kosten. Die Aufwendungen nach Artikel 67 Abs. 1 und 2 EGHGB betragen wie im Vorjahr TEUR -242. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR -49 (Vorjahr TEUR -44) enthalten. Aufwendungen aus der Währungsumrechnung belaufen sich auf TEUR -5 (Vorjahr TEUR -6). 16. Zinsergebnis 2021/22 2020/21 TEUR TEUR Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 101 101 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.168 -1.626 -1.067 -1.525 Die Zinserträge von verbundenen Unternehmen betragen wie im Vorjahr TEUR 101. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen beinhalten den Nettoaufwand nach Verrechnung mit Erträgen oder Aufwendungen aus Rückdeckungsversicherungen, die ausschließlich der Erfüllung von Pensionsverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind. Nach den BilMoG- Bestimmungen wurden die Aufwendungen aus der Aufzinsung mit den Vermögenserträgen wie folgt verrechnet: 2021/22 2020/21 TEUR TEUR Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen (brutto) -882 -1.425 Erträge/Aufwendungen aus Rückdeckungsversicherungen 17 16 Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen (netto) -865 -1.409 Der Zinsaufwand enthält in Höhe von TEUR -7 (Vorjahr TEUR -8) Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von sonstigen langfristigen Rückstellungen. 17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die in den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthaltenen latenten Steuern belaufen sich auf TEUR 97 (Vorjahr TEUR 246). SONSTIGE ANGABEN 18. Haftungsverhältnisse Im Zusammenhang mit der Veräußerung des Maschinenbaus hat die SCHUMAG für die übergehenden Altersversorgungsansprüche eine Patronatserklärung abgegeben. Da wir seit der Übertragung der Altersversorgungsansprüche keinen Zugriff mehr auf deren Entwicklung und Bewertung haben, ist uns eine Abschätzung der Höhe der Verpflichtung nicht möglich. Die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme aus der Patronatserklärung schätzen wir aufgrund der gegenwärtigen Bonität des Erwerbers des Maschinenbaus als gering ein. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen uns nicht vor. 19. Sonstige finanzielle Verpflichtungen 30.9.2022 30.9.2021 TEUR TEUR Verpflichtungen aus langfristigen Miet- und Leasingverträgen 5.446 1.083 Verpflichtungen für Stromlieferungen 2.279 3.115 Verpflichtungen für Gaslieferungen 1.842 2.125 Bestellobligo Investitionen 642 747 Verpflichtungen für Wartung und Dienstleistungen 298 306 10.507 7.376 Darüber hinaus wurde im Rahmen des zuletzt im November 2020 verlängerten Standortsicherungstarifvertrags ein auflösend bedingter Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld für 2 Jahre sowie auf die Tariferhöhung von 4,3 % aus Mai 2012 vereinbart, dessen Volumen sich insgesamt auf ca. TEUR 7.000 beläuft. Tatsächlicher Eintritt und Zeitpunkt der auflösenden Bedingung und der hieraus gegebenenfalls resultierenden Zahlungen, die in Abhängigkeit vom Erreichen einer festgelegten Bilanzkennzahl erfolgen und die auch in Teilbeträgen möglich sind, können derzeit nicht mit Sicherheit bestimmt werden. Dieser Besserungsschein wird abgelöst, wenn bis zum 30. April 2023 die vom Sachwalter gehaltenen Mitarbeiteraktien zu einem Preis von mindestens EUR 1,80 pro Aktie verkauft werden. 20. Außerbilanzielle Geschäfte 30.9.2022 30.9.2021 TEUR TEUR Verpflichtungen aus Leasingverträgen 552 110 Im Rahmen von Factoring verkaufte Forderungen 5.464 3.132 6.016 3.242 Zur Optimierung der Finanzierungsstruktur erfolgt seit dem Geschäftsjahr 2004/05 die Nutzung von Leasing, wodurch sofortige Zahlungsmittelabflüsse für benötigte Investitionen vermieden werden. Die Leasingverträge haben in der Regel eine fixe Laufzeit von 36 Monaten und beinhalten Maschinen- sowie Kfz-Leasing. Seit August 2010 wird zur Verbesserung der Finanzlage zudem echtes Factoring betrieben. Neben der Übertragung des Ausfallrisikos der verkauften Forderungen auf die Factoring- Gesellschaft konnte dadurch seitdem bis zum Bilanzstichtag zusätzliche Liquidität in Höhe von insgesamt TEUR 4.645 generiert werden. Durch die dargestellten außerbilanziellen Geschäfte wird die SCHUMAG mit Finanzierungskosten belastet. Bei Wegfall dieser Finanzierungsinstrumente würde sich ein erhöhter Finanzierungsbedarf ergeben. 21. Anteilsbesitzliste Gesellschaft und Sitz Anteil Schumag AG BR Energy GmbH, Aachen 100% TEUR 100 TEUR 0 2) TEUR -267 Schumag Romania S.R.L., Timisoara, Chisoda/Rumänien 100% TRON 9.560 TEUR 1.679 TEUR -141 1) nach jeweiligem Landesrecht 2) nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag: TEUR 3.595 Geschäftsjahres 1) Ergebnis des Nominal- kapital Eigenkapital 1) 22. Ausschüttungssperre Entsprechend § 253 Abs. 6 S. 2 HGB sowie § 268 Abs. 8 HGB stehen folgende Beträge für eine Ausschüttung nicht zur Verfügung („Ausschüttungssperre“): Ausschüttungsgesperrte Beträge 30.9.2022 30.9.2021 TEUR TEUR aus dem Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB 827 1.345 aus der Aktivierung latenter Steuern 2.259 2.162 3.086 3.507 23. Honorare des Abschlussprüfers Die Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, hat den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss geprüft. Das für das Berichtsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers ist nachfolgend angegeben: 2021/22 2020/21 TEUR TEUR Abschlussprüfungsleistungen 199 180 199 180 davon für Vorjahr 33 20 24. Organe der Gesellschaft Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der SCHUMAG sowie deren Mitgliedschaft in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien gem. § 285 Nr. 10 HGB sind nachfolgend aufgeführt: Aufsichtsrat Dirk Daniel, Aachen Vorsitzender Rechtsanwalt/Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht und Partner in der Daniel, Hagelskamp & Kollegen Rechtsanwälte und Steuerberater Partnerschaft mbB, Aachen Mitgliedschaft Quip AG, Aachen (Mitglied des Aufsichtsrats) Talbot Services GmbH, Aachen (Mitglied des Beirats) Karl Josef Libeaux, Aachen stellvertretender Vorsitzender vereidigter Buchprüfer/Steuerberater und Partner der Sozietaet Libeaux, Libeaux + Hensel, Steuerberater vereidigter Buchprüfer PartGmbB, Aachen ohne weitere Mitgliedschaft Rasim Alii, Würselen Leiter Produktion der SCHUMAG Aktiengesellschaft, Aachen ohne weitere Mitgliedschaft Lucian Muntean, Aachen Ersteinrichter bei der SCHUMAG Aktiengesellschaft, Aachen ohne weitere Mitgliedschaft Catherine Noël, Eupen/Belgien Generalsekretärin der Nomainvest S.A., Eupen/Belgien Mitgliedschaft New Laser S.A., St. Vith/Belgien (Mitglied des Verwaltungsrats) NMC International S.A., Luxemburg/Luxemburg (Mitglied des Verwaltungsrats) NOËL MANAGEMENT + FINANCE S.A., Eupen/Belgien (Mitglied des Verwaltungsrats) Nomainvest S.A., Eupen/Belgien (Mitglied des Verwaltungsrats) Picavi GmbH, Herzogenrath (Mitglied des Beirats) – ab 17. Februar 2022 Yves Noël, Eupen/Belgien Verwaltungsratspräsident und CEO der Nomainvest S.A., Eupen/Belgien Mitgliedschaft BePharBel Manufacturing S.A, Courcelles/Belgien (Mitglied des Verwaltungsrats) BePharBel S.A., Courcelles/Belgien (Mitglied des Verwaltungsrats) Immo Gospert BV, Lontzen/Belgien (Vorsitzender des Verwaltungsrats) – ab 27. November 2021 Meusinvest Ostbelgieninvest Venture Europe S.A., Eupen/Belgien (Vorsitzender des Verwaltungsrats) Nanocyl S.A., Sambreville/Belgien (Mitglied des Verwaltungsrats) NMC International S.A., Luxemburg/Luxemburg (Vorsitzender des Verwaltungsrats) – bis 22. Oktober 2022 NMC S.A., Eynatten/Belgien (Vorsitzender des Verwaltungsrats) – bis 25. Oktober 2022 Nomainvest S.A., Eupen/Belgien (Präsident des Verwaltungsrats) Quip AG, Baesweiler (Mitglied des Aufsichtsrats) Talbot Services GmbH, Aachen (Mitglied des Beirats) – bis 29. August 2022 Vorstand Johannes Wienands, Aachen CEO Dipl.-Kaufmann Mitgliedschaft Global Venture Partner AG, Hünstetten (Mitglied des Aufsichtsrats) Dr. Bernhard Mayers, Aachen (ab 1. September 2022) COO Dipl.-Ingenieur ohne weitere Mitgliedschaft 25. Bezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats 2021/22 2020/21 TEUR TEUR Bezüge des Vorstands 271 248 davon feste Vergütungen 271 248 davon variable Vergütungen 0 0 Bezüge des Aufsichtsrats 54 54 davon feste Vergütungen 54 54 davon sonstige Auslagen 0 0 Die Bezüge der ehemaligen Mitglieder des Vorstands oder ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf TEUR 862 (Vorjahr TEUR 861). Die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen belaufen sich auf TEUR 9.944 (Vorjahr TEUR 10.182). Davon sind TEUR 9.595 (Vorjahr TEUR 9.717) zurückgestellt, der in Anwendung von Art. 67 Abs. 1 EGHGB noch nicht zurückgestellte Betrag beträgt TEUR 349 (Vorjahr TEUR 465). Im Übrigen wird auf den Vergütungsbericht der SCHUMAG verwiesen. 26. Erklärung nach § 161 AktG Am 31. Januar 2023 haben Vorstand und Aufsichtsrat der SCHUMAG die aktuelle Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gem. § 161 AktG abgegeben und im Internet unter www.schumag.de dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. 27. Mutterunternehmen Mutterunternehmen ist die SCHUMAG Aktiengesellschaft, Aachen. Der Konzernabschluss der SCHUMAG zum 30. September 2022 wird im elektronischen Bundesanzeiger und im Unternehmensregister sowie im Internet unter www.schumag.de veröffentlicht. 28. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Im Januar 2023 wurde eine unserer Betriebskreditlinien um TEUR 2.000 erhöht. Diese Erhöhung ist vorerst bis zum 1. Februar 2024 befristet. Aufgrund eines Großbrands in den Werkshallen unseres Marktbegleiters Burgmaier wurde die SCHUMAG Mitte Februar 2023 kurzfristig von zwei wichtigen Kunden - Borg Warner und Liebherr – für neue Projekte mit einem Umsatzpotential von TEUR 1.250 bzw. TEUR 600 p.a. nominiert. Ansonsten lagen keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag vor. Aachen, 30. März 2023 SCHUMAG Aktiengesellschaft Der Vorstand Johannes Wienands Dr. Bernhard Mayers SCHUMAG Aktiengesellschaft, Aachen Anlage zum Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 Entwicklung des Anlagevermögens Stand Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand Stand Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand Stand Stand 1.10.2021 30.9.2022 1.10.2021 30.9.2022 30.9.2022 30.9.2021 TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.346 73 10 0 1.429 779 188 0 0 967 462 567 1.346 73 10 0 1.429 779 188 0 0 967 462 567 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.919 427 212 6.938 4.620 8.960 78 0 5.241 3.797 823 1.959 Technische Anlagen und Maschinen 16.069 3.631 0 1.432 18.268 11.932 1.161 0 1.430 11.663 6.605 4.137 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.398 656 106 621 9.539 7.806 386 0 614 7.578 1.961 1.592 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 469 552 -328 0 693 0 0 0 0 0 693 469 36.855 5.266 -10 8.991 33.120 28.698 1.625 0 7.285 23.038 10.082 8.157 Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen 5.941 0 0 0 5.941 3.600 0 0 0 3.600 2.341 2.341 5.941 0 0 0 5.941 3.600 0 0 0 3.600 2.341 2.341 44.142 5.339 0 8.991 40.490 33.077 1.813 0 7.285 27.605 12.885 11.065 Buchwert Kumulierte Abschreibungen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten

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