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Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG

Management Reports Nov 23, 2016

759_10-q_2016-11-23_759131f5-3dfa-45b8-ae98-57117d5c135a.pdf

Management Reports

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aktionärsbrieF 1-9i 2016

HIGHLIGHTS

  • Anhaltend schwieriges Marktumfeld drückt auf das Ergebnis, doch Anzeichen der Bodenbildung verdichten sich
  • Positiver operativer Cashflow und kerngesunde Bilanzstruktur
  • Eingliederung der neu akquirierten Downhole Technology läuft plangemäß

lagebericht

"Anzeichen der Bodenbildung verdichten sich in anhaltend schwierigem Marktumfeld"

Marktumfeld

Die Oilfield Service-Industrie war auch im dritten Quartal 2016 vom herausfordernden Marktumfeld geprägt. Die Branche ist vom stärksten Abschwung seit mehr als 30 Jahren betroffen. Einiges deutet jedoch darauf hin, dass die Bodenbildung erreicht sein sollte. Die Balance aus Angebot und Nachfrage war, trotz OPEC-Rekordproduktion im September, annähernd wiederhergestellt. Auch die Zahl der weltweiten Bohranlagen ist seit Juni 2016 wieder konstant gestiegen. Von einer nachhaltigen Trendumkehr kann man aber noch nicht sprechen. Die Visibilität auf dem Markt ist unverändert gering.

Der Überschuss am Rohöl-Markt im dritten Quartal 2016 betrug 0,3 Millionen Barrel pro Tag (mb/d). Im ersten Quartal 2016 lag er noch bei 1,1 mb/d, im zweiten Quartal 2016 ebenfalls bei 0,3 mb/d. Der starke Rückgang des Überschusses seit Jahresanfang ist auf zwei Effekte zurückzuführen: Die stabil steigende Öl-Nachfrage traf auf den Produktionsrückgang der Non-OPEC-Staaten, vor allem der USA, infolge der anhaltenden massiven Kürzungen der Ausgaben für Exploration und Produktion (E&P-Ausgaben). Die Ölgesellschaften hatten ihre E&P-Ausgaben bereits in 2015 um 21 % gesenkt, für 2016 wird eine Verringerung um weitere 26 % erwartet. Hinzu kamen heuer Produktionsausfälle in Kanada durch Waldbrände sowie in Libyen und Nigeria in Folge von lokalen Konflikten. Produktionsanstiege gab es vorwiegend in Saudi Arabien, Kanada und Brasilien. Die OPEC-Rohöl-Produktion war weiterhin auf Rekordkurs und erreichte im September 33,6 mb/d. Das weltweite Angebot lag im dritten Quartal 2016 bei 97,2 mb/d, nach 96,6 mb/d im ersten Quartal 2016 und 96,0 mb/d im zweiten Quartal 2016.

Die Öl-Nachfrage stieg im dritten Quartal 2016 gegenüber dem zweiten Quartal 2016 um 1,2 mb/d auf 96,9 mb/d. Im ersten Quartal 2016 lag sie bei 95,5 mb/d, im zweiten Quartal 2016 bei 95,7 mb/d. Vom zweiten zum dritten Quartal 2016 stieg der Verbrauch vor allem im Nahen Osten, in den USA und in Russland.1

Die OPEC Spare Capacity 2 sank im September 2016 auf 2,1 mb/d. Zu Jahresbeginn lag sie noch bei 3,0 mb/d. Die weltweiten Öl-Lagerbestände befinden sich auf einem Rekordhoch, der Lageraufbau hat sich im dritten Quartal 2016 auf Grund des geringen Überschusses jedoch verlangsamt.3

Der Ölpreis war im dritten Quartal 2016 durch zwei große makropolitische Ereignisse massiv beeinflusst: Im Juli setzte der Anstieg des US-Dollar (USD) in Folge des Votums in Großbritannien für den Ausstieg aus der Europäischen Union ("Brexit") den Ölpreis deutlich unter Druck. Eine regelrechte Preis-Rally der Sorten Brent und WTI setzte wiederum ein, als die OPEC Ende September bei der

1 International Energy Agency (IEA), Oil Market Report, November 2016.

2 Definition der International Energy Agency (IEA): "IEA defines spare capacity as the capacity levels that can be reached within 90 days and sustained for an extended period."

3 International Energy Agency (IEA), Oil Market Report, November 2016.

"Druck auf das Ergebnis, aber kerngesunde Bilanzstruktur"

Energiekonferenz in Algier ankündigte, bei ihrem nächsten Treffen am 30. November 2016 eine dauerhafte Produktionsobergrenze von 32,5 bis 33,0 mb/d beschließen zu wollen. Diese Obergrenze der Produktion würde 0,5 mb/d bis 1,0 mb/d Angebot aus dem Markt nehmen und unmittelbar zur Wiederherstellung der Balance aus Angebot und Nachfrage führen. Zu Quartalsende zeigten sich die Preise der Sorten Brent und WTI gegenüber dem Quartalsbeginn dann letztlich kaum verändert: Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI lag zum 1. Juli 2016 bei USD 48,99 pro Barrel und endete am 30. September 2016 mit einem Preis von USD 48,24 pro Barrel. Der Preis für ein Barrel der europäischen Sorte Brent lag zum 1. Juli 2016 bei USD 50,35 und endete mit einem Preis von USD 49,06 (30. September 2016). Seit Beginn des Abschwungs im Jahr 2014 hält der Ölpreis bei einem Minus von 55,0 % (WTI) sowie 57,3 % (Brent).4

Der weltweite Rig Count 5 stieg im dritten Quartal um 7,0 % oder 103 Anlagen auf durchschnittlich 1.584 Anlagen im September 2016. Diese Zahl lag um 587 Anlagen oder 27,0 % unter dem Wert vom September 2015. Nach dem massiven Rückgang von mehr als 60 % bis zum Tiefststand im zweiten Quartal 2016 (Ende Mai 2016: 1.393 Anlagen), erhöhte sich der weltweite Rig Count wieder leicht um 13,7 % oder 191 Anlagen, getrieben durch den Rig Count in Nordamerika, wo die Zahl der Bohranlagen besonders stark zurückgegangen war. Dem gegenüber hat sich der Bestand gebohrter, aber noch nicht komplettierter Bohrlöcher (Drilled but Uncompleted Wells oder DUCs) in Nordamerika seit dem Höchststand zu Beginn dieses Jahres von 5.576 Einheiten um 9,0 % auf 5.069 verringert.6 Das sind allesamt Indizien dafür, dass die Bodenbildung erreicht sein sollte.

Geschäftsentwicklung

Das anhaltend schwierige Marktumfeld belastet das Ergebnis der Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG (SBO). SBO hat in diesem schwierigen Umfeld in den ersten drei Quartalen 2016 dennoch einen positiven operativen Cashflow erzielt. Dank einer kerngesunden Bilanzstruktur und hoher Liquidität bleibt die SBO auch weiterhin in der Lage, gezielt in ihre langfristige Wachstumsstrategie zu investieren. Nachdem SBO bereits im November 2014 das kanadische Unternehmen "Resource Well Completion Technologies Inc." (Resource) übernommen hatte, erwarb SBO am 1. April 2016 das US-Unternehmen "Downhole Technology LLC" (Downhole Technology) und konnte somit ihre Position im Well Completion-Bereich ausbauen.

5 Baker Hughes Inc.

6 U.S. Energy Information Administration, EIA Estimates of Drilled but Uncompleted Wells (DUCs), October 2016.

4 Bloomberg: CO1 Brent Crude (ICE) und CL1 WTI Crude (Nymex).

Bedingt durch die geringe Nachfrage ging der Umsatz in den ersten drei Quartalen 2016 um 48,3 % auf MEUR 133,1 zurück (1-9/2015: MEUR 257,6). In den ersten drei Quartalen 2015 hatte SBO noch vom Rekordauftragseingang im Jahr 2014 profitiert. Der Auftragseingang sank im Jahresvergleich entsprechend der großen Zurückhaltung der Kunden um 24,5 % auf MEUR 116,5 (1-9/2015: MEUR 154,2), verbesserte sich aber gegenüber dem ersten und zweiten Quartal 2016. Der Auftragsstand lag zum Ende des dritten Quartals 2016 bei MEUR 17,4, nach MEUR 40,2 zum 30. September 2015. Downhole Technology trägt seit der Akquisition im zweiten Quartal 2016 positiv und im Rahmen der Erwartungen zur Geschäftsentwicklung von SBO bei.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug MEUR minus 7,2 (1-9/2015: MEUR 55,0). Das operative Betriebsergebnis (EBIT) vor Sondereffekten betrug MEUR minus 44,0. Unter Berücksichtigung einmaliger Aufwendungen für Due Diligence von MEUR 2,3 und Aufwendungen für Impairment von Sachanlagen und Firmenwerten sowie Restrukturierung von MEUR 4,6, sohin MEUR 6,9, betrug das berichtete Betriebsergebnis (EBIT) MEUR minus 50,9 (1-9/2015: MEUR minus 7,1). Das Finanzergebnis belief sich auf MEUR 14,6 (1-9/2015: MEUR 7,4), darin enthalten das Ergebnis aus der Bewertung von Optionsverpflichtungen von MEUR 16,9. Das Ergebnis vor Steuern betrug MEUR minus 36,2 (1-9/2015: MEUR 0,3), das Ergebnis nach Steuern lag bei MEUR minus 22,9 (1-9/2015: MEUR minus 2,0). Das Ergebnis je Aktie kam auf EUR minus 1,43 (1-9/2015: EUR minus 0,13). Die Margen spiegeln den Markteinbruch wider: Die EBITDA-Marge lag bei minus 5,4 % (1-9/2015: 21,4 %), die EBIT-Marge bei minus 38,2 % (1-9/2015: minus 2,8 %). Die Pretax-Marge betrug minus 27,2 % (1-9/2015: 0,1 %).

SBO konnte trotz des anhaltenden Abschwunges in den ersten drei Quartalen 2016 einen positiven Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von MEUR 28,9 (1-9/2015: MEUR 86,1) erzielen.

Die Bilanzstruktur der SBO ist nach wie vor kerngesund. Die liquiden Mittel beliefen sich zum 30. September 2016 auf MEUR 141,6 (31. Dezember 2015 - vor der Akquisition von Downhole Technology: MEUR 196,3). Die Nettoverschuldung lag bei MEUR 56,1 (31. Dezember 2015: Netto-Cash-Position von MEUR 26,2). Die Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte (CAPEX) wurden gegenüber den ersten drei Quartalen 2015 um 48,7 % auf MEUR 9,4 zurückgefahren (1-9/2015: MEUR 18,3). Das Bestellobligo für Sachanlagen betrug zum 30. September 2016 MEUR 0,2 (30. September 2015: MEUR 1,1). Die Eigenkapitalquote lag bei 54,8 % (31. Dezember 2015: 60,8 %).

"SBO setzt GegenmaSSnahmen konsequent fort"

Entwicklung der Segmente

SBO gliedert ihr Geschäft in zwei Segmente: "High Precision Components" (Fertigung von Präzisionsbohrstrangteilen) und "Oilfield Equipment" (Non-Magnetic Drill-Collars, Bohrmotoren, Circulation-Tools, Completion-Tools sowie andere Komponenten einschließlich Service- und Reparaturarbeiten). Beide Segmente waren vom Markteinbruch spürbar betroffen.

Das Segment "High Precision Components" entwickelte sich in den ersten drei Quartalen 2016 entsprechend den deutlich reduzierten CAPEX-Ausgaben der Kunden. Der Segmentumsatz ging um 62,2 % auf MEUR 45,7 zurück (1-9/2015: MEUR 120,7). Das Segment-Betriebsergebnis (EBIT) betrug MEUR minus 23,0 (1-9/2015: MEUR 2,5).

Im Segment "Oilfield Equipment" wirkte der massive Rückgang der weltweiten Aktivitäten dämpfend auf das Geschäft. Die Kunden setzten zwar auch im Abschwung auf Qualitätsprodukte, die sinkende Nachfrage drückte aber auf die Preise. Der Segment-Umsatz sank daher um 36,2 % auf MEUR 87,4 (1-9/2015: MEUR 136,9). Das Segment-Betriebsergebnis (EBIT) betrug MEUR minus 15,9 (1-9/2015: MEUR 14,9).

MaSSnahmen gegen den Abschwung

SBO besitzt große Erfahrung im Umgang mit den Zyklen in der Oilfield Service-Industrie und hat auch im aktuellen Abschwung rasch reagiert, um der Verschlechterung der Marktverhältnisse frühzeitig entgegenzuwirken. Das Unternehmen hat bereits im zweiten Halbjahr 2014 erste Gegenmaßnahmen eingeleitet und diesen Kurs auch im laufenden Jahr mit weiteren Schritten konsequent fortgesetzt:

f Die Fusion der beiden SBO-Tochtergesellschaften in Singapur, die am Ende des zweiten Quartals beschlossen wurde, ist in Umsetzung. Dabei werden die "SB DARRON Pte. Ltd." und die "Knust-SBO Far East Pte. Ltd." zur "Knust-SBD Pte. Ltd." verschmolzen. Ein gemeinsames Management führt beide Standorte weiter. Die Restrukturierung soll im Jahr 2017 abgeschlossen werden. Durch sie werden strukturelle und damit nachhaltige Kostenvorteile erzielt.

  • f Die CAPEX-Ausgaben wurden in den ersten drei Quartalen 2016 weiter reduziert. Ausgaben für Forschung & Entwicklung waren von dieser Reduktion ausgenommen.
  • f Die Personalkapazitäten wurden 2016 standortabhängig an den Nachfragerückgang angepasst. Die Kurzarbeit am Standort Ternitz wurde bis 31. Jänner 2017 verlängert. Der Personalstand blieb im dritten Quartal 2016 weitgehend unverändert und lag zum 30. September 2016 bei 1.184 Mitarbeitern. Ohne Berücksichtigung von Downhole Technology waren es 1.031 Mitarbeiter (1.231 per 30. September 2015). Dies entspricht einer Reduktion von mehr als 40 % seit Beginn des Abschwungs im Jahr 2014 (31. Dezember 2014: 1.720 Mitarbeiter).
  • f Im ersten Halbjahr 2016 wurde auch die Fusion der beiden US-amerikanischen Tochtergesellschaften "Godwin-SBO L.L.C." und "Knust-SBO L.L.C." weitgehend abgeschlossen, nachdem bereits beginnend mit dem dritten Quartal 2014 die beiden benachbarten englischen Tochtergesellschaften "Techman Engineering Ltd." und "Darron Tool & Engineering Ltd." am Standort von Techman zusammengeführt worden waren. Einige Restabwicklungen laufen noch bis Ende des Jahres. Durch die Zusammenführung der Gesellschaften auf jeweils einen Standort werden strukturelle und damit nachhaltige Kostenvorteile erzielt, ohne die vorhandenen Kapazitäten zu beschneiden. Damit wird SBO noch besser aufgestellt sein, um die Nachfrage, die im Zuge des nächsten Aufschwungs wieder kommen wird, optimal bedienen zu können.

Risikobericht

Die Geschäftsrisiken der SBO haben sich in den ersten drei Quartalen 2016 gegenüber den im Jahresabschluss 2015 dargestellten Risiken grundsätzlich nicht verändert. Die gesamte Oilfield Service-Industrie ist weiterhin als Folge der niedrigen Ölpreise und der am Markt verfügbaren hohen Rohöl-Mengen von erheblichen Investitionskürzungen betroffen. Dies hat auf die Vermögens- und Ertragslage der SBO trotz der – wie schon in den vorhergehenden Quartalsberichten erläuterten – eingeleiteten Gegenmaßnahmen erheblichen Einfluss. Wir verweisen zudem auf alle im Geschäftsbericht 2015 erläuterten Risiken. Wir empfehlen, diesen Bericht zu den ersten drei Quartalen 2016 stets in Zusammenhang mit dem Risikobericht des Geschäftsberichtes 2015 zu lesen.

"Anhaltend schwieriges Marktumfeld auch im vierten Quartal – Balance von Angebot und Nachfrage in 2017 erwartet"

SBO-Aktie

Die Aktie der Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG (SBO) startete am 1. Juli 2016 mit einem Kurs von EUR 53,40 in das dritte Quartal 2016 und schloss am 30. September 2016 bei EUR 59,00. Damit stieg der Aktienkurs im Verlauf des dritten Quartals um 10,5 %. Seit Beginn des Abschwungs im Jahr 2014 hält der Aktienkurs bei einem Minus von 38,2 % und entwickelte sich damit deutlich stabiler als der Ölpreis (WTI: minus 55,0 %, Brent: minus 57,3 %).

Ausblick

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Oktober 2016 seine Einschätzungen vom Juli 2016 für das globale Wirtschaftswachstum in den Jahren 2016 und 2017 bestätigt. Er geht weiterhin von einem Wachstum in 2016 in Höhe von 3,1 % aus. In 2017 rechnet der IWF mit einem Wachstum von 3,4 %. Für die Wirtschaft der Industriestaaten reduzierte der IWF seine Wachstums-Prognose für 2016 jedoch um 0,2 %. Maßgeblich dafür ist, dass der IWF in Folge des Brexit höhere wirtschaftliche, politische und institutionelle Unsicherheiten sieht. Für das Jahr 2017 bleibt die Prognose bei einem Wirtschaftswachstum in den Industriestaaten von 1,8 %. In den Schwellen- und Entwicklungsländern geht der IWF für 2016 von einem Plus von 4,2 % (zuletzt: 4,1 %) und für 2017 von einem beschleunigten Wachstum von 4,6 % aus.7

Die Oilfield Service-Industrie ist seit dem vierten Quartal 2014 von einem massiven Abschwung betroffen, der weiterhin anhält. Die Ölgesellschaften haben auch heuer ihre E&P-Ausgaben weiter deutlich reduziert. Die globalen E&P-Ausgaben werden in 2016 voraussichtlich um 26 % verringert. In Nordamerika wird ein Rückgang von 41 % prognostiziert, international ein Minus von 21 %.8 Auch für das vierte Quartal wird ein anhaltend schwieriges Marktumfeld erwartet.

7 IMF World Economic Outlook, Update Oktober 2016.

8 Evercore ISI Research, Juni 2016; ähnlich Barclays, Oil & Gas Weekly, 22. März 2016.

Schritt für Schritt geht gleichzeitig die globale Öl-Überversorgung zurück. Die weltweite Öl-Nachfrage steigt weiterhin stabil. Nach verbreiteter Ansicht ist eine Balance von Angebot und Nachfrage im Jahr 2017 wahrscheinlich. Falls die OPEC-Mitglieder am 30. November 2016 die diskutierte Produktionsobergrenze beschließen, sollte sich dieser Prozess beschleunigen. Es ist zu erwarten, dass die fehlenden E&P-Ausgaben der vergangenen Jahre in der Zukunft dazu führen werden, dass das sinkende Öl-Angebot die steigende Öl-Nachfrage nicht mehr bedienen kann. Spätestens zu diesem Zeitpunkt werden neue Investitionen notwendig.

Das Jahr 2016 wird auch im vierten Quartal herausfordernd bleiben. SBO ist aber gerüstet, den tiefsten Abschwung seit Jahrzehnten gut zu bewältigen. Der hohe Cash-Bestand, die geringe Nettoverschuldung und die hohe Eigenkapitalquote des Unternehmens sorgen dafür, dass SBO auch im Abschwung gezielt in ihre langfristige Wachstumsstrategie investiert. Mit dem Aufbau des Geschäftsfeldes Well Completion sowie ihrer Tätigkeit in Forschung und Entwicklung bereitet sich SBO gezielt auf den nächsten Aufschwung vor. Parallel dazu werden die laufenden Kosteneinsparungsprogramme konsequent umgesetzt und die Kapazitäten entsprechend der Marktlage angepasst. SBO ist gut aufgestellt, um als Technologie- und Marktführer den nächsten Aufschwung optimal nutzen zu können.

konzernabschluss

KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

9 Monate bis 3 Monate bis
in TEUR 30.09.2016 30.09.2015 30.09.2016 30.09.2015
Umsatzerlöse 133.070 257.600 45.059 70.745
Herstellungskosten der zur Erzielung der
Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
-135.706 -198.479 -45.359 -57.687
Bruttoergebnis -2.636 59.121 -300 13.058
Vertriebsaufwendungen -14.123 -15.797 -4.895 -4.684
Verwaltungsaufwendungen -25.937 -25.350 -8.688 -8.810
Sonstige betriebliche Aufwendungen -7.552 -13.651 -1.686 -3.486
Sonstige betriebliche Erträge 3.960 12.182 515 1.078
Betriebsergebnis vor Wertminderungen
und Restrukturierungsmaßnahmen
-46.288 16.505 -15.054 -2.844
Restrukturierungserträge 2.475 0 850 0
Restrukturierungsaufwendungen -2.027 0 -451 0
Wertminderungen von Sachanlagen -1.737 -1.915 1 -1.915
Wertminderungen von Firmenwerten -3.295 -21.730 -22 -21.730
Betriebsergebnis nach Wertminderungen
und Restrukturierungsmaßnahmen -50.872 -7.140 -14.676 -26.489
Zinserträge 2.530 432 869 152
Zinsaufwendungen -4.839 -4.869 -2.031 -857
Sonstige finanzielle Erträge 50 2.228 0 999
Sonstige finanzielle Aufwendungen -31 -44 -30 -44
Aufwendungen/Erträge aus der Bewertung
von Optionsverpflichtungen
16.914 9.667 6.395 21.745
Finanzergebnis 14.624 7.414 5.203 21.995
Ergebnis vor Steuern -36.248 274 -9.473 -4.494
Steuern vom Einkommen und Ertrag 13.368 -2.302 3.492 2.429
Ergebnis nach Steuern -22.880 -2.028 -5.981 -2.065
Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien 15.974.635 15.979.890 15.954.064 15.982.000
Ergebnis pro Aktie in EUR (unverwässert = verwässert) -1,43 -0,13 -0,37 -0,13

konzern-gesamtergebnisrechnung

9 Monate bis 3 Monate bis
in TEUR 30.09.2016 30.09.2015 30.09.2016 30.09.2015
Ergebnis nach Steuern -22.880 -2.028 -5.981 -2.065
Beträge, die in künftigen Perioden in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden können
Währungsumrechnung Eigenkapital -11.666 23.015 -3.824 -7.508
Währungsumrechnung sonstige Positionen -699 1.708 -225 -76
darauf entfallende Steuern 175 -426 57 40
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -12.190 24.297 -3.992 -7.544
Gesamtergebnis nach Steuern -35.070 22.269 -9.973 -9.609

konzernbilanz

VERMÖGEN in TEUR 30.09.2016 31.12.2015
Kurzfristiges Vermögen
Zahlungsmittel und kurzfristige Veranlagung 141.580 196.278
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 42.480 49.199
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 9.617 9.525
Zur Veräusserung gehaltene Vermögenswerte 5.428 2.230
Vorräte 105.819 133.748
Summe kur
zfr
istiges
Vermögen
304.924 390.980
Langfristiges Vermögen
Sachanlagen 165.441 193.024
Firmenwerte 166.733 81.718
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 71.352 50.749
Langfristige Forderungen und Vermögenswerte 12.276 12.864
Aktive latente Steuern 23.409 11.168
Summe la
ngfr
istiges
Vermögen
439.211 349.523
SUMM
E VERMÖ
GEN
744.135 740.503
SCHULDEN
UND
EIGENKA
PITAL
in TEUR
30.09.2016 31.12.2015
Kurzfristige Schulden
Bankverbindlichkeiten 32.199 32.174
Kurzfristiger Teil der langfristigen Darlehen 7.294 12.783
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 28 63
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.658 11.150
Erhaltene Zuschüsse 97 205
Ertragsteuerrückstellung 1.390 1.502
Sonstige Verbindlichkeiten 25.306 24.696
Sonstige Rückstellungen 4.067 4.708
Summe kur
zfr
istige Schulden
80.039 87.281
Langfristige Schulden
Langfristige Darlehen 158.156 125.049
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 12 27
Erhaltene Zuschüsse 154 153
Rückstellungen für Sozialkapital 5.304 5.821
Sonstige Verbindlichkeiten 75.338 52.459
Passive latente Steuern 17.616 19.353
Summe la
ngfr
istige Schulden
256.580 202.862
Eigenkapital
Grundkapital 15.947 15.982
Kapitalrücklagen 66.702 68.357
Gesetzliche Rücklage 785 785
Sonstige Rücklagen 16 19
Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung 37.976 50.166
Kumulierte Ergebnisse 286.090 315.051
Summe Eigenkap
ital
407.516 450.360
SUMM
E SCHULDEN UND
EIGENKAPITAL
744.135 740.503

entwicklung des konzern-eigenkapitals

1-9/2016
in TEUR
Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gesetzliche
Rücklage
Sonstige
Rücklagen
Ausgleichs
posten
Währungs
umrechnung
Kumulierte
Ergebnisse
Gesamt
1. Jänner 2016 15.982 68.357 785 19 50.166 315.051 450.360
Ergebnis nach Steuern -22.880 -22.880
Sonstiges Ergebnis -12.190 -12.190
Gesamtergebnis 0 0 0 0 -12.190 -22.880 -35.070
Dividende -7.994 -7.994
Erwerb eigener Aktien -41 -2.126 -2.167
Aktienbasierte Vergütung 6 471 477
Optionsverbindlichkeit aus
kündbaren nicht
beherrschenden Anteilen
1.910 1.910
Rücklagenbewegung -3 3 0
30. September 2016 15.947 66.702 785 16 37.976 286.090 407.516
1-9/2015
in TEUR
Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gesetzliche
Rücklage
Sonstige
Rücklagen
Ausgleichs
posten
Währungs
umrechnung
Kumulierte
Ergebnisse
Gesamt
1. Jänner 2015 15.976 67.560 785 22 13.834 357.498 455.675
Ergebnis nach Steuern -2.028 -2.028
Sonstiges Ergebnis 24.297 24.297
Gesamtergebnis 0 0 0 0 24.297 -2.028 22.269
Dividende -23.973 -23.973
Aktienbasierte Vergütung 6 651 657
Rücklagenbewegung -3 3 0
30. September 2015 15.982 68.211 785 19 38.131 331.500 454.628

KONZERN-geldflussrechnung

9 Monate bis
in TEUR 30.09.2016 30.09.2015
LAUFEND
E GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Ergebnis nach Steuern -22.880 -2.028
Abschreibungen und Wertminderungen 43.718 62.127
Sonstige zahlungsunwirksame Posten -18.179 -10.503
Cashflow aus dem Ergebnis 2.659 49.596
Veränderung Nettoumlaufvermögen 26.201 36.494
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 28.860 86.090
INVESTITI
ONSTÄTIGKEIT
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte
-9.401 -18.334
Unternehmenserwerbe abzüglich erworbener Finanzmittel -90.028 0
Sonstige Aktivitäten 1.745 3.123
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -97.684 -15.211
FREIER CASHFLOW
-68.824 70.879
FINANZI
ERUNGSTÄTIGKEIT
Dividendenzahlungen -7.994 -23.973
Erwerb eigener Aktien -2.167 0
Rückzahlung Anleihen 0 -20.000
Veränderung Bankverbindlichkeiten/Finanzierungsleasing 26.818 27.038
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 16.657 -16.935
Veränderung der liquiden Mittel -52.167 53.944
Anfangsbestand der liquiden Mittel 196.278 130.220
Einfluss von Wechselkursveränderungen -2.531 3.866
Endbestand der liquiden Mittel 141.580 188.030

erläuterungen zum konzernabschluss

Erläuterung 1

Grundlagen der Berichterstattung

Der Zwischenbericht zum 30. September 2016 wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), Regelungen für Zwischenberichte (IAS 34), erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.

Der vorliegende Bericht zum dritten Quartal 2016 des SBO-Konzerns wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Erläuterung 2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vom 31. Dezember 2015 werden grundsätzlich unverändert angewendet, mit Ausnahme der in 2016 neu in Kraft getretenen Standards, welche jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. Wir verweisen diesbezüglich auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015.

Erläuterung 3 Konsolidierungskreis

Akquisition Downhole Technology

Mit Vertrag vom 1. April 2016 wurden 67,73 % der Anteile an der Downhole Technology LLC, Houston, USA, erworben. In Folge werden das Vermögen der Gesellschaft sowie sämtliche Aufwendungen und Erträge ab dem 1. April 2016 dem Konzern zugerechnet.

Die Gesellschaft ist technologisch führender Anbieter von patentgeschützten "Composite Frac Plugs" für das Komplettieren von Öl- und Gasbohrungen und hat im Geschäftsjahr 2015 Umsatzerlöse von MEUR 38,4 erzielt. Completion (Komplettierung) bezeichnet die Vorbereitung einer Bohrung für die Öl- und Gasförderung. Downhole Technology stellt Composite Frac Plugs für den sogenannten "Plug and Perforation"-Completions Prozess her. Das patentierte Design, das Fertigungs-Know-How sowie die hohen Qualitätsstandards der Produkte ermöglichen die Komplettierung der Bohrung rascher, effizienter und sicherer durchzuführen, wodurch Downhole Technology eine hohe Akzeptanz am Markt erzielt. Mit Downhole Technology ist SBO nun in der Lage, ein breiteres Portfolio an Tight-Formation Completion Tools anzubieten.

Die Bewertung der Kaufpreisaufteilung für die im zweiten Quartal erstmalig einbezogene Gesellschaft ist vorläufig. Die endgültige Bewertung der Kaufpreisaufteilung wird innerhalb von zwölf Monaten ab Erwerbszeitpunkt abgeschlossen, sobald alle Grundlagen für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte, insbesondere der Technologien, Markenrechte, Wettbewerbsvereinbarungen und latenten Steuern im Detail analysiert wurden.

Die Kaufpreisaufteilung stellt sich auf Basis der vorläufig ermittelten beizulegenden Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt wie folgt dar:

in TEUR 2016
Kaufpreis in bar beglichen 90.421
Optionsverbindlichkeit aus kündbaren, nicht beherrschenden Anteilen 42.915
Gesamte Gegenleistungen 133.336
Reinvermögen -46.490
Firmenwert 86.846

Das erworbene Reinvermögen setzt sich auf Basis der vorläufig ermittelten beizulegenden Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt wie folgt zusammen:

in TEUR Zeitwert
Immaterielle Vermögenswerte 30.222
Sachanlagevermögen 5.372
Vorräte 6.178
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.088
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 589
Liquide Mittel 393
49.842
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -2.004
Sonstige Verbindlichkeiten -1.348
Nettovermögen 46.490

Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belief sich auf TEUR 8.502. Die Wertberichtigung für voraussichtlich uneinbringliche Forderungen beträgt TEUR 1.414. Die sonstigen Forderungen entsprachen dem beizulegenden Zeitwert und waren nicht wertgemindert.

Der Zahlungsmittelabfluss aus dem Unternehmenserwerb betrug:

in TEUR 2016
Abfluss von Zahlungsmitteln 90.421
Mit dem Unternehmen erworbene Zahlungsmittel -393
90.028

Im Zuge dieses Unternehmenszusammenschlusses hat die Gesellschaft den nicht beherrschenden Gesellschaftern das ab 1. April 2019 jederzeit ausübbare Recht eingeräumt, ihre Anteile der Gesellschaft anzubieten und hat sich diesfalls die Gesellschaft verpflichtet, die angebotenen Anteile zu erwerben. Zudem hat die Gesellschaft das Recht erworben, ab 1. April 2019 jederzeit die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter zu erwerben, welche sich dazu verpflichtet haben, die Anteile diesfalls an die Gesellschaft zu übertragen (Put- und Call-Option). Der Kaufpreis ist jeweils von den erzielten Ergebnissen des erworbenen Unternehmens abhängig. Da die Option von beiden Vertragsparteien zu gleichen Bedingungen ausgeübt werden kann, wird zum Zeitpunkt des Unternehmenserwerbes von einem effektiven Erwerb von 100% der Anteile ausgegangen. Der auf Basis der aktuellen Unternehmensplanung erwartete diskontierte Zahlungsbetrag aus dieser Kündigungsoption wird in den sonstigen Verbindlichkeiten bilanziert, da eine unbedingte Zahlungsverpflichtung für den Konzern besteht. Aus Konzernsicht werden aufgrund dieser Optionsverpflichtung somit 100% der Anteile an dieser Gesellschaft bilanziert. Das Ergebnis des betreffenden Tochterunternehmens wird folglich zu 100% den Eigentümern des Mutterunternehmens zugerechnet.

Der auf Basis der vorläufigen erstmaligen Bilanzierung ermittelte Firmenwert, der dem Segment "Oilfield Equipment" zugeordnet wird, ergibt sich aus der erwarteten Geschäftsentwicklung sowie dem Mitarbeiter-Know-How unter Berücksichtigung der zu erwarteten Synergien aus dem Unternehmenserwerb. Es wird davon ausgegangen, dass der erfasste Firmenwert teilweise steuerlich über einen Zeitraum von 15 Jahren abzugsfähig sein wird.

Der ausgewiesene Konzernumsatz der ersten drei Quartale 2016 wurde durch den Erwerb um TEUR 17.773 erhöht, das ausgewiesene Betriebsergebnis unter Berücksichtigung der Abschreibungen aus Immateriellen Vermögenswerten um TEUR 2.885. Wäre der Erwerb bereits zu Jahresbeginn erfolgt, wäre in 2016 der Konzernumsatz um weitere TEUR 10.920 und das Betriebsergebnis unter Berücksichtigung der Abschreibungen aus Immateriellen Vermögenswerten um weitere TEUR 1.390 höher.

In der Berichtsperiode 2016 wurden Transaktionskosten in der Höhe von TEUR 2.558 bezahlt. Davon wurden in der Berichtsperiode TEUR 2.350 in den Verwaltungsaufwendungen erfasst.

Neugründung Adriana Holding

Im Juni 2016 wurde die Gesellschaft Adriana Holding Company Limited mit dem Sitz in Dubai gegründet.

Neugründung Knust-SBD

Im September 2016 wurde die Gesellschaft Knust-SBD Pte. Ltd. mit dem Sitz in Singapur gegründet.

Erläuterung 4 Saisonalität des Geschäftes

Der Geschäftsverlauf der SBO unterliegt keinen wesentlichen saisonalen Einflüssen.

Erläuterung 5 Dividendenzahlungen

Gesamt
TEUR
Anzahl der Aktien
(Stammaktien)
Pro Aktie
EUR
Für das Geschäftsjahr 2015 gezahlt in 2016 7.994 15.987.900 0,50
Für das Geschäftsjahr 2014 gezahlt in 2015 23.973 15.981.900 1,50

Erläuterung 6 Segmentberichterstattung

Die Produktions- und Servicestandorte werden analog der angebotenen Produktgruppen und Services bzw. bestehenden Kundengruppen in die Segmente "High Precision Components" und "Oilfield Equipment" zusammengefasst.

Das Segment "High Precision Components" beinhaltet die komplexe Fertigung von Präzisionsbohrstrangteilen mit äußerst hoher Maßgenauigkeit, die von den Engineering-Abteilungen der Kunden bestellt werden. Das Segment "Oilfield Equipment" hingegen umfasst direkt von den operativen Oilfield-Organisationen der Kunden bezogene Non-Magnetic Drill-Collars, Bohrmotoren, Circulation-Tools, Completion-Tools sowie andere Komponenten einschließlich Service- und Reparaturarbeiten.

Die Steuerung des Unternehmens sowie die Zuteilung der Ressourcen erfolgt auf Basis der finanziellen Performance dieser Segmente.

1-9/2016
in TEUR
High Precision
Components
Oilfield
Equipment
SBO
-Holding &
Konsolidierung
Konzern
Aussenumsätze 45.673 87.397 0 133.070
Innenumsätze 14.735 10.837 -25.572 0
Summe Umsatzerlöse 60.408 98.234 -25.572 133.070
Betriebsergebnis vor
Wertminderungen und
Restrukturierungsmaßnahmen
-22.952 -15.945 -7.391 -46.288
Ergebnis vor Steuern -24.034 277 -12.491 -36.248

Die Ergebnisse in der Summenspalte entsprechen jenen in der Gewinn- und Verlustrechnung.

1-9/2015
in TEUR
High Precision
Components
Oilfield
Equipment
SBO
-Holding &
Konsolidierung
Konzern
Aussenumsätze 120.691 136.909 0 257.600
Innenumsätze 34.749 48.289 -83.038 0
Summe Umsatzerlöse 155.440 185.198 -83.038 257.600
Betriebsergebnis vor
Wertminderungen und
Restrukturierungsmaßnahmen
2.472 14.863 -830 16.505
Ergebnis vor Steuern -1.377 5.419 -3.768 274

Erläuterung 7

Eigene Aktien

Das Unternehmen hat in der Berichtsperiode im Rahmen des in der Hauptversammlung vom 27. April 2016 beschlossenen Aktienrückkaufprogramms 40.597 Stück eigene Aktien mit einem Kaufpreis von TEUR 2.167 zurückgekauft. Weiters wurden im Rahmen des seit 2014 bestehenden Vergütungsprogramms 6.000 Stück eigene Aktien an den Vorstandsvorsitzenden abgegeben.

Erläuterung 8 Restrukturierungsaufwendungen und -erträge

Die Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von MEUR 2,0 betreffen die im Segment High Precision Components im Jahr 2015 begonnene und in 2016 weitergeführte Zusammenführung von Produktionsstätten in den USA. In diesem Zusammenhang wurden in 2016 Maschinen verkauft, die bereits im Konzernabschluss 2015 als zur Veräußerung gehalten ausgewiesen wurden. Daraus ergaben sich Erträge in Höhe von MEUR 1,7, die in der Berichtsperiode in den Restrukturierungserträgen ausgewiesen sind. Weiters ist in den Restrukturierungserträgen ein Ertrag in Höhe von MEUR 0,8 aus dem Verkauf eines Grundstückes in UK, welches ebenso im Konzernabschluss 2015 als zur Veräußerung gehalten ausgewiesen wurde, enthalten.

Erläuterung 9

Wertminderungen

Die zum 30. Juni 2016 vom Unternehmen durchgeführten Werthaltigkeitstests hatten insbesondere aufgrund von durch externe Faktoren steigende WACCs Wertminderungen von Firmenwerten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Resource Well Completion Technologies Inc., die dem Segment Oilfield Equipment zugeordnet ist, zur Folge. Die Wertminderungen in Höhe von MEUR 3,3 sind in der Position "Wertminderungen von Firmenwerten" enthalten. Die zum 30. September 2016 durchgeführten Werthaltigkeitstests ergaben keinen weiteren Wertminderungsbedarf.

In Zusammenhang mit der zuvor genannten Zusammenlegung zweier Produktionsstätten in der USA wurde im zweiten Quartal 2016 beschlossen, ein nicht mehr benötigtes bebautes Grundstück zu veräußern. Unmittelbar vor der Umgliederung auf "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" war durch die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert eine Wertminderung auf das Gebäude in Höhe von MEUR 1,7 zu erfassen, die in der Position Wertminderung von Sachanlagen ausgewiesen ist.

Erläuterung 10 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Bezüglich der Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen haben sich keine wesentlichen Änderungen zum 31. Dezember 2015 ergeben. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Für weitere Informationen zu den einzelnen Geschäftsbeziehungen wird auf den Konzernabschluss der SBO zum 31. Dezember 2015 verwiesen.

Erläuterung 11

Angaben zu Finanzinstrumenten

Die Gesellschaft verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren:

  • Stufe 1: Notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten.
  • Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind.
  • Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Die im Konzernabschluss zum beizulegenden Zeitwert erfassten Finanzinstrumente sind wie folgt zugeordnet:

in TEUR Bilanzposition 30.09.2016 Stufe 2 Stufe 3
Schulden
Derivate Sonstige
Verbindlichkeiten
-55.746 -14 -55.732
in TEUR Bilanzposition 31.12.2015 Stufe 2 Stufe 3
Schulden
Derivate Sonstige
Verbindlichkeiten
-30.432 -87 -30.345

In der Berichtsperiode 2016 erfolgte keine Umbuchung zwischen den einzelnen Bewertungsstufen. Grundsätzlich erfolgen im Bedarfsfall Umgliederungen zum Ende der Berichtsperiode.

Die der Stufe 3 zugeordneten Derivate beinhalten ausschließlich Verbindlichkeiten für bedingte Kaufpreisverpflichtungen sowie Optionsverbindlichkeiten aus kündbaren nicht beherrschenden Anteilen. Die Entwicklung in der Berichtsperiode 2016 stellt sich wie folgt dar:

in TEUR Bedingte Kaufpreise Optionsverbindlichkeiten
Stand zum 1.1.2016 -2.290 -28.055
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 -42.915
Aufzinsung -2 -2.132
Ergebniswirksame Bewertungsgewinne 50 11.606
Ergebniswirksame Bewertungsverluste -1 -14.012
Abgänge aus Erfüllung 2.168 0
Abgang Optionsverbindlichkeit durch
einseitige Kapitalerhöhung
0 1.910
Kursdifferenzen 56 -1.435
Abgang Optionsverbindlichkeiten durch
Vertragsänderung
0 32.438
Zugang Optionsverbindlichkeiten durch
Vertragsänderung
0 -13.118
Stand am 30.9.2016 -19 -55.713

Die Devisentermingeschäfte werden auf Basis von beobachtbaren Devisenkassenkursen bewertet.

Bedingte Kaufpreisverpflichtungen und Optionsverbindlichkeiten werden mit dem am Bilanzstichtag erwarteten diskontierten Zahlungsbetrag auf Basis der zugrundeliegenden Vereinbarung sowie der aktuellen Unternehmensplanung bewertet. Die Abzinsung erfolgt mit einem risikoadäquaten Zinssatz für die jeweilige Laufzeit der Verpflichtung.

Die bedingten Kaufpreise werden grundsätzlich in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes der erzielten Umsätze (zum Teil erst bei Überschreiten einer vertraglich bestimmten Umsatzhöhe) jährlich zahlbar. Eine Vereinbarung über bedingte Kaufpreise wurde durch Zahlung der letzten Tranche in der Berichtsperiode auf Basis der Umsatzerlöse 2015 abschließend erfüllt. Die noch ausgewiesenen bedingten Kaufpreise laufen noch über die nächsten 3 Jahre. Die ergebniswirksamen Bewertungsgewinne stellen unrealisierte Gewinne dar und werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "sonstige finanzielle Erträge" ausgewiesen.

Der Ausübungspreis der Optionsverbindlichkeiten aus kündbaren nicht beherrschenden Anteilen ist von den erzielten Ergebnissen der betreffenden Unternehmen abhängig. Im ersten Halbjahr 2016 wurde eine Optionsvereinbarung dahingehend abgeändert, dass das EBITDA-Multiple der SBO zum Ausübungszeitpunkt durch ein fixes Multiple ersetzt wurde. Die sich daraus ergebenden Bewertungsunterschiede sind in obiger Tabelle als Ab- bzw. Zugang durch Vertragsänderung dargestellt. In der Berichtsperiode führte eine einseitige Kapitalerhöhung durch die SBO zu einem Abgang bei einer Optionsverbindlichkeit in Höhe von MEUR 1,9, die im Konzerneigenkapital in den kumulierten Ergebnissen erfasst wurde. Die im 3. Quartal 2016 entstehenden Bewertungsänderungen ergeben sich durch Ansatz aktualisierter Unternehmensplanungen. Die ergebniswirksamen Bewertungsgewinne und -verluste stellen unrealisierte Gewinne bzw. Verluste dar und werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gemeinsam mit dem Ab- und Zugang aus der Vertragsänderung in der Position "Aufwendungen/Erträge aus der Bewertung von Optionsverpflichtungen" ausgewiesen.

in TEUR Annahme Änderung der
Annahme
Veränderung der
Verbindlichkeit
bei Anstieg der
Annahme
Veränderung der
Verbindlichkeit
bei Verringerung
der Annahme
Options
verbindlichkeiten
Ergebnis +/- 10 % +5.320 -5.321
Zinssatz 20,0 %,
bzw. 4,1 % bzw. 4,1 %
+/- 10 bzw. +/- 1
Prozentpunkte
-2.139 +2.162
Bedingte Kaufpreise Umsatzerlöse +/-10 % +2 -2
Zinssatz 12,6 % +/-1 Prozentpunkt 0 0

Die Sensitivitätsanalyse für bedeutende, nicht beobachtbare Inputfaktoren stellt sich wie folgt dar:

Für Finanzinstrumente, die zu Anschaffungskosten bewertet sind, werden der Buchwert und der abweichende beizulegende Zeitwert in der folgenden Tabelle dargestellt:

30.09.2016 31.12.2015
in TEUR Level Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
Schulden
Darlehen, Bank- und Leasingverbindlichkeiten 2 -197.688 -203.671 -170.096 -171.377

Für die erhaltenen Darlehen sowie für die Bank- und Leasingverbindlichkeiten wurde der beizulegende Zeitwert durch Abzinsung der erwarteten künftigen Cashflows unter Verwendung von marktüblichen Zinssätzen ermittelt. Bei den variabel verzinsten Bankkrediten und Darlehen entspricht die Verzinsung den aktuellen marktüblichen Konditionen, weshalb die Buchwerte weitestgehend mit den beizulegenden Zeitwerten übereinstimmen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie alle anderen Posten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag dem beizulegenden Zeitwert.

Erläuterung 12 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach Ende der Berichtsperiode hat die SBO ein Darlehen in Höhe von MEUR 50,0 mit Refinanzierungszusage der Oesterreichischen Kontrollbank Aktiengesellschaft aufgenommen. Das Darlehen unterliegt einer fixen Verzinsung von 0,99 % und ist ab 31.12.2018 bis 31.12.2023 in halbjährlichen Raten zu tilgen.

Mit Wirkung zum 31. Oktober 2016 wurden die beiden in Singapur ansässigen Gesellschaften SB Darron Pte. Ltd. und Knust-SBO Far East Pte. Ltd. mit der neu gegründeten Knust-SBD Pte. Ltd. verschmolzen.

Darüber hinaus liegen keine wichtigen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag vor.

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Lagebericht des Konzerns zum dritten Quartal ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten neun Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss und bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen drei Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offen zu legenden wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Ternitz, 22. November 2016

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