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Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG

Earnings Release Aug 24, 2016

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Earnings Release

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Aktionärsbrief 1-6i 2016

HIGHLIGHTS

  • n Anhaltend schwieriges Marktumfeld drückt auf das Ergebnis
  • n Positiver operativer Cashflow und kerngesunde Bilanzstruktur mit hoher Eigenkapitalquote
  • n Eingliederung der neu akquirierten Downhole Technology läuft plangemäß
  • n Weitere Kostenreduktion: Restrukturierung der Betriebe in Singapur gestartet

lagebericht

"Die Visibilität ist nach wie vor sehr gering"

Marktumfeld

Das Marktumfeld für die Oilfield Service-Industrie hat sich im Laufe des zweiten Quartals 2016 gegenüber dem ersten Quartal noch einmal verschlechtert. Die Überversorgung des Rohöl-Marktes nahm zwar ab, die Ausgaben für Exploration und Produktion (E&P-Ausgaben) sanken aber weiter. Und obwohl die Reduktion der weltweiten Bohranlagen gegen Ende des zweiten Quartals zum Stillstand kam, ist es noch zu früh, um von einer nachhaltigen Trendumkehr zu sprechen. Die Visibilität auf dem Markt ist anhaltend niedrig.

Der Überschuss am Rohöl-Markt ging im zweiten Quartal 2016 auf 0,3 mb/d zurück. Im ersten Quartal 2016 lag er noch bei 1,2 mb/d, im vierten Quartal 2015 bei 1,9 mb/d. Diese Entwicklung war sowohl auf eine steigende Nachfrage zurückzuführen als auch auf einen Rückgang der Produktion.

So sank das Öl-Angebot im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,5 mb/d auf 95,9 mb/d (Q2 2015: 96,4 mb/d). Im ersten Quartal 2016 lag es bei 96,6 mb/d, im vierten Quartal 2015 bei 97,4 mb/d. Der Rückgang im zweiten Quartal 2016 war im Wesentlichen auf zwei Effekte zurückzuführen: Die Produktion der Non-OPEC-Staaten, vor allem der USA, sank aufgrund der massiven Kürzungen der E&P-Ausgaben. Hinzu kamen Produktionsausfälle in Kanada durch Waldbrände sowie in Libyen und Nigeria in Folge von lokalen Konflikten.

Die Öl-Nachfrage stieg im zweiten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,4 mb/d auf 95,6 mb/d (Q2 2015: 94,2 mb/d). Vom ersten zum zweiten Quartal 2016 stieg die Nachfrage vor allem in Europa und dem Nahen Osten.1

Die OPEC Spare Capacity 2 sank im Juli 2016 gegenüber dem Vorjahr um 0,3 mb/d auf 1,9 mb/d (Juli 2015: 2,2 mb/d).3 Die weltweiten Öl-Lagerbestände befand sich auf einem Rekordhoch, der Lageraufbau hat sich im zweiten Quartal 2016 auf Grund des geringeren Überschusses jedoch verlangsamt.

Der Ölpreis erholte sich im zweiten Quartal 2016 von den Tiefstständen zu Jahresbeginn: Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg im Verlauf des zweiten Quartals um 26,1 % von USD 38,34 pro Barrel (31. März 2016) auf USD 48,33 pro Barrel (30. Juni 2016). Der Preis für ein Barrel der europäischen Sorte Brent stieg um 25,5 % von USD 39,60 (31. März 2016) auf USD 49,68 (30. Juni 2016). Seit Beginn des Abschwungs im Jahr 2014 hielt der Ölpreis bei einem Minus von 54,9 % (WTI) sowie 56,7 % (Brent). 4 Zum Ende des zweiten Quartals setzten vor allem das Votum in Großbritannien über den Ausstieg aus der Europäischen Union (Brexit) und die damit verbundene

1 International Energy Agency (IEA), Oil Market Report, August 2016.

2 Definition der International Energy Agency (IEA): "IEA defines spare capacity as the capacity levels that can be reached within 90 days and sustained for an extended period."

3 International Energy Agency (IEA), Oil Market Report, August 2016.

"Druck auf das Ergebnis, aber kerngesunde Bilanzstruktur"

Unsicherheit auf den Europäischen Märkten den Ölpreis deutlich unter Druck, sodass bis zuletzt kein nachhaltiges Ölpreisniveau erreicht werden konnte.

Der weltweite Rig Count 5 verringerte sich im zweiten Quartal um weitere 9,3 % oder 144 Anlagen auf durchschnittlich 1.407 Anlagen im Juni 2016 (März 2016: 1.551 Anlagen). Im Jahresvergleich sank der Rig Count um 34,1 % oder 729 Anlagen (Juni 2015: 2.136 Anlagen). Seit Beginn des Abschwungs im Jahr 2014 betrug der Rückgang mehr als 60 %. Von diesem Rückgang waren alle Weltregionen betroffen. Besonders stark ging die Zahl der Bohranlagen in Nordamerika zurück: Der Tiefststand Ende Mai 2016 lag bei 447 Anlagen und damit um 54,1 % unter dem Vorjahreswert (973 Anlagen). Die im Juni 2016 erfolgte leichte Erholung des nordamerikanischen Rig Counts führte noch nicht zu einer nachhaltigen Trendumkehr.

Geschäftsentwicklung

Die Oilfield Service-Industrie ist derzeit mit dem stärksten Abschwung seit mehr als 30 Jahren konfrontiert. Trotz des sich weiter verschlechternden Marktumfeldes erzielte die Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG (SBO) im ersten Halbjahr 2016 einen positiven operativen Cashflow und verfügt über eine kerngesunde Bilanzstruktur. Die hohe Liquidität gibt SBO die Kraft, auch im aktuellen Zyklus gezielt in die Umsetzung der langfristigen Wachstumsstrategie zu investieren – wie die Akquisition von "Downhole Technology LLC" (Downhole Technology) verdeutlicht.

Nachdem SBO bereits im November 2014 das kanadische Unternehmen "Resource Well Completion Technologies Inc." (Resource) übernommen hatte, erwarb SBO am 1. April 2016 das US-Unternehmen Downhole Technology. Mit Resource und Downhole Technology ist SBO nun in den beiden dominierenden Completion-Technologien "Sliding Sleeve" und "Plug-n-Perf" als führender Produktanbieter vertreten.

Der Umsatz von SBO ging im ersten Halbjahr 2016 um 52,9 % auf MEUR 88,0 zurück (1-6/2015: MEUR 186,9). Im ersten Halbjahr 2015 hatte SBO noch vom Rekordauftragseingang im Jahr 2014 profitiert. Der Auftragseingang sank entsprechend der großen Zurückhaltung der Kunden um 28,4 % auf MEUR 75,0 (1-6/2015: MEUR 104,8). Der Auftragsstand lag Ende des ersten Halbjahres 2016 bei MEUR 21,1, nach MEUR 34,3 zum 31. Dezember 2015 und MEUR 60,9 zum 30. Juni 2015. Downhole Technology trägt seit Beginn des zweiten Quartals 2016 positiv zur Geschäftsentwicklung von SBO bei.

Die Zurückhaltung der Kunden bei den Bestellvolumina wurde durch einen anhaltenden Druck auf die Preise ergänzt. Das Management reagierte frühzeitig bereits im Jahr 2014 mit einem Paket von Gegenmaßnahmen, um das Unternehmen sicher durch den Abschwung zu steuern. An diesem Kurs hielt man im zweiten Quartal konsequent fest. Der Markteinbruch spiegelte sich aber natürlich in den Ergebniszahlen der SBO wider.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug MEUR minus 5,7 (1-6/2015: MEUR 45,1). Das operative Betriebsergebnis (EBIT) vor Sondereffekten betrug MEUR minus 28,9. Unter Berücksichtigung einmaliger Aufwendungen für Due Diligence von MEUR 2,3 und Aufwendungen für Impairment von Sachanlagen und Firmenwerten sowie Restrukturierung von MEUR 5,0, sohin MEUR 7,3, betrug das berichtete Betriebsergebnis (EBIT) MEUR minus 36,2 (1-6/2015: MEUR 19,3).

SBO hat sich im Juni 2016 mit den Minderheitseigentümern ihrer Tochtergesellschaft Resource auf eine Neubewertung der Option zum Erwerb von 33 % der Anteile an dieser Gesellschaft geeinigt. Bislang war die Option auf Basis der Geschäftsaussichten von Resource sowie des EBITDA-Multiples von SBO bewertet worden. Durch die Einigung auf ein marktangemessenes fixes Multiple konnte die bisherige starke Volatilität reduziert und somit eine für SBO planbarere Berechnung festgelegt werden. Im ersten Halbjahr 2016 führte die Bewertung auf Basis dieses fixen Multiple zu einem nicht cash-wirksamen Einmalertrag von MEUR 10,5. Das fixe Multiple wird auch in weiterer Folge für die Bewertung dieser Option herangezogen.

Das Finanzergebnis belief sich im ersten Halbjahr 2016 auf MEUR 9,4 (1-6/2015: MEUR minus 14,6). Das Ergebnis vor Steuern betrug MEUR minus 26,8 (1-6/2015: MEUR 4,8). Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf MEUR minus 16,9 (1-6/2015: EUR 0,0). Das Ergebnis je Aktie betrug EUR minus 1,06 (1-6/2015: EUR 0,0). Die Margen spiegeln den Markteinbruch ebenfalls wider: Die EBITDA-Marge lag bei minus 6,5 % (1-6/2015: 24,1 %), die EBIT-Marge bei minus 41,1 % (1-6/2015: 10,4 %). Die Pretax-Marge betrug minus 30,4 % (1-6/2015: 2,6 %).

Trotz der schwierigen Marktbedingungen konnte SBO im ersten Halbjahr 2016 einen positiven Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von MEUR 18,5 (1-6/2015: MEUR 57,1) erzielen.

Das Unternehmen besitzt eine kerngesunde Bilanzstruktur: Auch nach der Akquisition von 68 % der Anteile an Downhole Technology zu einem Kaufpreis von MUSD 103 verfügte SBO zum 30. Juni 2016 über eine solide Eigenkapitalquote von 54,7 % (31. Dezember 2015: 60,8 %). Die liquiden Mittel lagen bei MEUR 137,9 (31. Dezember 2015: MEUR 196,3) und die Nettoverschuldung bei MEUR 59,7 (31. Dezember 2015: Nettoliquidität MEUR 26,2). Die Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte (CAPEX) wurden gegenüber dem 1. Halbjahr 2015 um 54,0 % auf MEUR 5,9 zurückgefahren (1-6/2015: MEUR 12,9). Das Bestellobligo für Sachanlagen betrug zum 30. Juni 2016 MEUR 0,2 (30. Juni 2015: MEUR 2,5).

"SBO setzt GegenmaSSnahmen konsequent fort"

Entwicklung der Segmente

SBO gliedert ihr Geschäft in zwei Segmente: High Precision Components (Fertigung von Präzisionsbohrstrangteilen) und Oilfield Equipment (Non-Magnetic Drill-Collars, Bohrmotoren, Circulation-Tools, Completion-Tools sowie andere Komponenten einschließlich Service- und Reparaturarbeiten). Beide Segmente waren vom Markteinbruch spürbar betroffen.

Das Segment High Precision Components entwickelte sich im ersten Halbjahr 2016 entsprechend den deutlich reduzierten CAPEX-Ausgaben der Kunden. Der Segmentumsatz ging um 61,8 % auf MEUR 33,7 zurück (1-6/2015: MEUR 88,1). Das Segment-Betriebsergebnis (EBIT) vor Sondereffekten betrug MEUR minus 14,3 (1-6/2015: MEUR 6,1).

Im Segment Oilfield Equipment wirkte der massive Rückgang der weltweiten Aktivitäten dämpfend auf das Geschäft. Die Kunden setzten zwar auch im Abschwung auf Qualitätsprodukte, die sinkende Nachfrage drückte aber auf die Preise. Der Segment-Umsatz sank daher um 45,0 % auf MEUR 54,3 (1-6/2015: MEUR 98,7). Das Segment-Betriebsergebnis (EBIT) vor Sondereffekten betrug MEUR minus 11,2 (1-6/2015: MEUR 12,3).

MaSSnahmen gegen den Abschwung

SBO besitzt große Erfahrung im Umgang mit den Zyklen in der Oilfield Service-Industrie und hat auch im aktuellen Abschwung rasch reagiert, um der Verschlechterung der Marktverhältnisse frühzeitig entgegenzuwirken. Das Unternehmen hat bereits im zweiten Halbjahr 2014 erste Gegenmaßnahmen eingeleitet und diesen Kurs auch im ersten Halbjahr 2016 mit weiteren Maßnahmen konsequent fortgesetzt:

f SBO hat zum Ende des zweiten Quartals 2016 beschlossen, die beiden Tochtergesellschaften in Singapur zusammenzulegen: "Knust-SBO Far East Pte Ltd." und "SB DARRON Pte. Ltd." werden zur "Knust-SBD Pte Ltd" verschmolzen. Beide Standorte werden unter einem gemeinsamen Management weitergeführt. Durch die Restrukturierung werden strukturelle und damit nachhaltige Kostenvorteile erzielt. Sie soll im Jahr 2017 abgeschlossen werden.

  • f Die CAPEX-Ausgaben wurden auch im ersten Halbjahr 2016 weiter reduziert. Von der Reduktion ausgenommen waren Ausgaben für Forschung & Entwicklung.
  • f Die Marktentwicklung und der damit verbundene Nachfragerückgang erforderten eine weitere Anpassung der Personalkapazitäten: Die Kurzarbeit am Standort Ternitz wurde bis 31. Jänner 2017 verlängert. Der Personalstand lag zum 30. Juni 2016 bei 1.183 Mitarbeitern, ohne Berücksichtigung von Downhole Technology waren es 1.028 Mitarbeiter (1.135 per 31. Dezember 2015 und 1.279 per 30. Juni 2015). Dies entspricht einer Reduktion seit Beginn des Abschwungs im Jahr 2014 von mehr als 40 % (31. Dezember 2014: 1.720 Mitarbeiter).
  • f Im ersten Halbjahr 2016 wurde auch die Fusion der beiden US-amerikanischen Tochtergesellschaften "Godwin-SBO L.L.C." und "Knust-SBO L.L.C." weitgehend abgeschlossen, nachdem bereits beginnend mit dem dritten Quartal 2014 die beiden benachbarten englischen Tochtergesellschaften "Techman Engineering Ltd." und "Darron Tool & Engineering Ltd." am Standort von Techman zusammengeführt worden waren. Einige Restabwicklungen laufen noch bis Ende des Jahres. Durch die Zusammenführung der Gesellschaften auf jeweils einen Standort werden strukturelle und damit nachhaltige Kostenvorteile erzielt, ohne die vorhandenen Kapazitäten zu beschneiden. Damit wird SBO noch besser aufgestellt sein, um die Nachfrage, die im Zuge des nächsten Aufschwungs wieder kommen wird, optimal bedienen zu können.
  • f Die neu gegründeten Vertriebsgesellschaften in Saudi-Arabien und Mexiko bieten SBOs Tochtergesellschaft DSI mit ihrer Untertage-Zirkulations-Technologie, aber auch anderen SBO-Gesellschaften zusätzliche Marktchancen.

Risikobericht

Die Geschäftsrisiken der SBO haben sich im ersten Halbjahr 2016 gegenüber den im Jahresabschluss 2015 dargestellten Risiken grundsätzlich nicht verändert. Die gesamte Oilfield Service-Industrie ist weiterhin als Folge der niedrigen Ölpreise und der am Markt verfügbaren hohen Rohöl-Mengen von erheblichen Investitionskürzungen betroffen. Dies hat auf die Vermögens- und Ertragslage der SBO trotz der wie schon in den vorhergehenden Quartalsberichten erläuterten und eingeleiteten Gegenmaßnahmen erheblichen Einfluss. Wir verweisen zudem auf alle im Geschäftsbericht 2015 erläuterten Risiken. Wir empfehlen, diesen Bericht zum ersten Halbjahr 2016 stets in Zusammenhang mit dem Risikobericht des Geschäftsberichtes 2015 zu lesen.

"SBO hält an ihrer langfristigen Wachstumsstrategie unverändert fest"

SBO-Aktie

Die Aktie der SBO startete am 1. April 2016 in das zweite Quartal 2016 mit einem Kurs von EUR 52,94 und schloss am 30. Juni 2016 mit EUR 54,34. Damit stieg der Aktienkurs im Verlauf des zweiten Quartals um 2,6 %. Seit Beginn des Abschwungs im Jahr 2014 hielt der Aktienkurs bei einem Minus von 43,4 % und entwickelte sich damit deutlich stabiler als der Ölpreis (minus 54,9 % (WTI) sowie minus 56,7 % (Brent)).

Ausblick

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Juli 2016 nach dem Brexit Votum seine Einschätzung für das globale Wirtschaftswachstum in den Jahren 2016 und 2017 jeweils um 0,1 Prozentpunkte gesenkt. Für 2016 rechnet der IWF nun mit einem Wachstum von 3,1 %, für 2017 mit einem Wachstum von 3,4 %. Die Anpassung der Prognose betrifft die Wirtschaft der Industriestaaten. Sie soll 2016 und 2017 jeweils um 1,8 % wachsen, nach 1,9 % in 2015. In den Schwellen- und Entwicklungsländern – die laut IWF vom Brexit kaum betroffen sein dürften – geht der IWF für 2016 unverändert von einem Plus von 4,1 % und für 2017 von einem beschleunigten Wachstum von 4,6 % aus.6

Der Abschwung, der die Oilfield Service-Industrie seit dem vierten Quartal 2014 erfasst hat, ist noch nicht vorbei. Die anhaltende Überversorgung des Ölmarktes führt dazu, dass die Ölgesellschaften ihre E&P-Ausgaben im laufenden Geschäftsjahr weiter deutlich reduzieren, nachdem sie in 2015 bereits um 21 % gesenkt wurden. Aktuelle Prognosen gehen von einem weiteren Zurückfahren der globalen E&P-Ausgaben in 2016 um 26 % aus. In Nordamerika wird ein Rückgang von 41 % erwartet, international ein Minus von 21 %.7 Gegenüber dem E&P-Ausgaben-Konsensus zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts zum ersten Quartal 2016 haben sich die Prognosen also noch einmal verschlechtert.

Auf der anderen Seite verdichten sich die Anzeichen, dass Angebot und Nachfrage am Ölmarkt Schritt für Schritt wieder in die Balance finden. Im zweiten Quartal 2016 sank die Überversorgung auf 0,3 mb/d. Dafür waren zwar auch unerwartete, einmalige Produktionsausfälle wie die Waldbrände in Kanada verantwortlich. Aber selbst auf das Gesamtjahr 2016 gesehen erwartet die IEA aufgrund

6 IMF World Economic Outlook, Update Juli 2016.

7 Evercore ISI Research, Juni 2016; ähnlich Barclays, Oil & Gas Weekly, 22. März 2016.

der massiven Kürzungen der E&P-Ausgaben und des damit verbundenen Rückgangs der weltweiten Bohraktivitäten für Nordamerika einen Produktionsrückgang von 0,6 mb/d und für die Nicht-OPEC-Staaten (inklusive Nordamerika) ein Minus von 0,9 mb/d. Die OPEC produziert bereits weitgehend am Maximum. Zugleich dürfte der Verbrauch stärker steigen als noch vor einigen Monaten erwartet. In ihrer aktuellen Prognose vom August geht die IEA für 2016 von einem Anstieg der globalen Nachfrage um 1,5 mb/d aus – im Mai hatte die IEA noch mit 1,2 mb/d gerechnet.

Vorausgesetzt die sinkende Produktion trifft weiterhin auf eine steigende Nachfrage nach Öl, ist zu erwarten, dass wir uns in Richtung eines deutlichen Nachfrageüberhangs bewegen. Zu diesem Zeitpunkt werden neue Investitionen notwendig sein. Wann genau das der Fall sein wird, ist noch unklar. Nach verbreiteter Ansicht ist eine Balance von Angebot und Nachfrage im Jahr 2017 wahrscheinlich. Eines hat die Vergangenheit in der Oilfield Service-Industrie jedenfalls gezeigt: Je tiefer und länger der Abschwung ist, desto steiler wird in der Regel der nächste Aufschwung.

SBO ist aufgrund des hohen Cash Bestands, ihrer geringen Nettoverschuldung und der hohen Eigenkapitalquote auch für eine längere Durststrecke gerüstet. Das Unternehmen prüft sorgfältig mögliche Einsparungsmaßnahmen und setzt die in 2014 und 2015 begonnenen Maßnahmen zum Gegensteuern in 2016 konsequent fort. SBO verbessert ihre Kostenbasis und investiert gezielt in Wachstum: So werden die Kosteneinsparungsprogramme weiter umgesetzt und die Kapazitäten entsprechend der Marktlage weiter angepasst. Die Strategie, neue Märkte für die Produkte der SBO im Segment Oilfield Equipment zu erschließen, wird fortgesetzt.

Durch die gezielte Investition in den Ausbau des Geschäftsfeldes Completion und durch die Umsetzung der laufenden Restrukturierungsmaßnahmen wird SBO gut aufgestellt sein, um als Technologie- und Marktführer den nächsten Aufschwung optimal nutzen zu können.

konzernabschluss

KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

6 Monate bis 3 Monate bis
in TEUR 30.06.2016 30.06.2015 30.06.2016 30.06.2015
Umsatzerlöse 88.011 186.855 41.229 79.339
Herstellungskosten der zur Erzielung der
Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
-90.347 -140.792 -43.807 -61.346
Bruttoergebnis -2.336 46.063 -2.578 17.993
Vertriebsaufwendungen -9.228 -11.113 -4.956 -5.110
Verwaltungsaufwendungen -17.249 -16.540 -7.422 -8.119
Sonstige betriebliche Aufwendungen -5.866 -10.165 -959 -805
Sonstige betriebliche Erträge 3.445 11.104 1.553 -732
Betriebsergebnis vor Wertminderungen
und Restrukturierungsmaßnahmen
-31.234 19.349 -14.362 3.227
Restrukturierungserträge 1.625 0 1.625 0
Restrukturierungsaufwendungen -1.576 0 -1.576 0
Wertminderungen von Sachanlagen -1.738 0 -1.738 0
Wertminderungen von Firmenwerten -3.273 0 -3.273 0
Betriebsergebnis nach Wertminderungen
und Restrukturierungsmaßnahmen -36.196 19.349 -19.324 3.227
Zinserträge 1.661 280 970 180
Zinsaufwendungen -2.808 -4.012 -1.524 -1.620
Sonstige finanzielle Erträge 50 1.229 6 512
Sonstige finanzielle Aufwendungen -1 0 0 0
Aufwendungen/Erträge aus der Bewertung
von Optionsverpflichtungen
10.519 -12.078 13.310 -12.078
Finanzergebnis 9.421 -14.581 12.762 -13.006
Ergebnis vor Steuern -26.775 4.768 -6.562 -9.779
Steuern vom Einkommen und Ertrag 9.876 -4.731 4.702 -559
Ergebnis nach Steuern -16.899 37 -1.860 -10.338
Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien 15.985.033 15.978.818 15.988.000 15.981.604
Ergebnis pro Aktie in EUR (unverwässert = verwässert) -1,06 0,00 -0,12 -0,65

konzern-gesamtergebnisrechnung

6 Monate bis 3 Monate bis
in TEUR 30.06.2016 30.06.2015 30.06.2016 30.06.2015
Ergebnis nach Steuern -16.899 37 -1.860 -10.338
Beträge, die in künftigen Perioden in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden können
Währungsumrechnung Eigenkapital -7.842 30.523 8.167 -13.557
Währungsumrechnung sonstige Positionen -474 1.784 453 -942
darauf entfallende Steuern 118 -466 -114 215
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -8.198 31.841 8.506 -14.284
Gesamtergebnis nach Steuern -25.097 31.878 6.646 -24.622

konzernbilanz

VERMÖGEN in TEUR 30.06.2016 31.12.2015
Kurzfristiges Vermögen
Zahlungsmittel und kurzfristige Veranlagung 137.854 196.278
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 41.197 49.199
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 10.370 9.525
Zur Veräusserung gehaltene Vermögenswerte 6.688 2.230
Vorräte 118.078 133.748
Summe kur
zfr
istiges Vermögen
314.187 390.980
Langfristiges Vermögen
Sachanlagen 173.547 193.024
Firmenwerte 167.968 81.718
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 75.157 50.749
Langfristige Forderungen und Vermögenswerte 12.164 12.864
Aktive latente Steuern 19.922 11.168
Summe la
ngfr
istiges Vermögen
448.758 349.523
SUMM
E VERMÖG
EN
762.945 740.503

konzernbilanz

SCHULDEN
UND
EIGENKA
PITAL
in TEUR
30.06.2016 31.12.2015
Kurzfristige Schulden
Bankverbindlichkeiten 31.909 32.174
Kurzfristiger Teil der langfristigen Darlehen 7.234 12.783
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 43 63
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.890 11.150
Erhaltene Zuschüsse 192 205
Ertragsteuerrückstellung 1.375 1.502
Sonstige Verbindlichkeiten 23.046 24.696
Sonstige Rückstellungen 4.368 4.708
Summe kur
zfr
istige Schulden
78.057 87.281
Langfristige Schulden
Langfristige Darlehen 158.402 125.049
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 12 27
Erhaltene Zuschüsse 154 153
Rückstellungen für Sozialkapital 5.230 5.821
Sonstige Verbindlichkeiten 85.396 52.459
Passive latente Steuern 18.058 19.353
Summe la
ngfr
istige Schulden
267.252 202.862
Eigenkapital
Grundkapital 15.988 15.982
Kapitalrücklagen 68.718 68.357
Gesetzliche Rücklage 785 785
Sonstige Rücklagen 17 19
Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung 41.968 50.166
Kumulierte Ergebnisse 290.160 315.051
Summe Eigenkap
ital
417.636 450.360
SUMM
E SCHULDEN UND
EIGENKAPITAL
762.945 740.503

entwicklung des konzern-eigenkapitals

1-6/2016
in TEUR
Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gesetzliche
Rücklage
Sonstige
Rücklagen
Ausgleichs
posten
Währungs
umrechnung
Kumulierte
Ergebnisse
Gesamt
1. Jänner 2016 15.982 68.357 785 19 50.166 315.051 450.360
Ergebnis nach Steuern -16.899 -16.899
Sonstiges Ergebnis -8.198 -8.198
Gesamtergebnis 0 0 0 0 -8.198 -16.899 -25.097
Dividende -7.994 -7.994
Aktienbasierte Vergütung 6 361 367
Rücklagenbewegung -2 2 0
30. Juni 2016 15.988 68.718 785 17 41.968 290.160 417.636
1-6/2015
in TEUR
Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gesetzliche
Rücklage
Sonstige
Rücklagen
Ausgleichs
posten
Währungs
umrechnung
Kumulierte
Ergebnisse
Gesamt
1. Jänner 2015 15.976 67.560 785 22 13.834 357.498 455.675
Ergebnis nach Steuern 37 37
Sonstiges Ergebnis 31.841 31.841
Gesamtergebnis 0 0 0 0 31.841 37 31.878
Dividende -23.973 -23.973
Aktienbasierte Vergütung 6 504 510
Rücklagenbewegung -2 2 0
30. Juni 2015 15.982 68.064 785 20 45.675 333.564 464.090

KONZERN-geldflussrechnung

6 Monate bis
in TEUR 30.06.2016 30.06.2015
LAUFEND
E GESCHÄFTSTÄTIG
KEIT
Ergebnis nach Steuern -16.899 37
Abschreibungen und Wertminderungen 30.503 25.729
Sonstige zahlungsunwirksame Posten -13.076 -7.260
Cashflow aus dem Ergebnis 528 18.506
Veränderung Nettoumlaufvermögen 17.926 38.624
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 18.454 57.130
INVESTITI
ONSTÄTIG
KEIT
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte -5.948 -12.941
Unternehmenserwerbe abzüglich erworbener Finanzmittel -90.028 0
Sonstige Aktivitäten 1.233 1.839
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -94.743 -11.102
FREIER CASHFLOW -76.289 46.028
FINANZI
ERUNG
STÄTIG
KEIT
Dividendenzahlungen -7.994 -23.973
Rückzahlung Anleihen 0 -20.000
Veränderung Bankverbindlichkeiten/Finanzierungsleasing 27.484 27.982
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 19.490 -15.991
Veränderung der liquiden Mittel -56.799 30.037
Anfangsbestand der liquiden Mittel 196.278 130.220
Einfluss von Wechselkursveränderungen -1.625 5.452
Endbestand der liquiden Mittel 137.854 165.709

erläuterungen zum konzernabschluss

Erläuterung 1 Grundlagen der Berichterstattung

Der Zwischenbericht zum 30. Juni 2016 wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), Regelungen für Zwischenberichte (IAS 34) erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.

Der vorliegende Bericht zum ersten Halbjahr 2016 des SBO-Konzerns wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Erläuterung 2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vom 31. Dezember 2015 werden grundsätzlich unverändert angewandt, mit Ausnahme der in 2016 neu in Kraft getretenen Standards, welche jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. Wir verweisen diesbezüglich auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015.

Erläuterung 3 Konsolidierungskreis

Akquisition Downhole Technology

Mit Vertrag vom 1. April 2016 wurden 67,73 % der Anteile an der Downhole Technology LLC, Houston, USA, erworben. In Folge werden das Vermögen der Gesellschaft sowie sämtliche Aufwendungen und Erträge ab dem 1. April 2016 dem Konzern zugerechnet.

Die Gesellschaft ist technologisch führender Anbieter von patentgeschützten "Composite Frac Plugs" für das Komplettieren von Öl- und Gasbohrungen und hat im Geschäftsjahr 2015 Umsatzerlöse von MEUR 38,4 erzielt. Completion (Komplettierung) bezeichnet die Vorbereitung einer Bohrung für die Öl- und Gasförderung. Downhole Technology stellt Composite Frac Plugs für den sogenannten "Plug and Perforation"-Completions Prozess her. Das patentierte Design, das Fertigungs-Know-How sowie die hohen Qualitätsstandards der Produkte ermöglichen die Komplettierung der Bohrung rascher, effizienter und sicherer durchzuführen, wodurch Downhole Technology eine hohe Akzeptanz am Markt erzielt. Mit Downhole Technology ist SBO nun in der Lage, ein breiteres Portfolio an Tight-Formation Completion Tools anzubieten.

Die Bewertung der Kaufpreisaufteilung für die im zweiten Quartal erstmalig einbezogene Gesellschaft ist vorläufig. Die endgültige Bewertung der Kaufpreisaufteilung wird innerhalb von zwölf Monaten ab dem Erwerbszeitpunkt abgeschlossen, sobald alle Grundlagen für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte, insbesondere der Technologien, Markenrechte, Wettbewerbsvereinbarungen und latenten Steuern im Detail analysiert wurden.

Die Kaufpreisaufteilung stellt sich auf Basis der vorläufig ermittelten beizulegenden Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt wie folgt dar:

in TEUR 2016
Kaufpreis in bar beglichen 90.421
Optionsverbindlichkeit aus kündbaren, nicht beherrschenden Anteilen 42.915
Gesamte Gegenleistungen 133.336
Reinvermögen -46.490
Firmenwert 86.846

Das erworbene Reinvermögen setzt sich auf Basis der vorläufig ermittelten beizulegenden Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt wie folgt zusammen:

in TEUR Zeitwert
Immaterielle Vermögenswerte 30.222
Sachanlagevermögen 5.372
Vorräte 6.178
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.088
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 589
Liquide Mittel 393
49.842
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -2.004
Sonstige Verbindlichkeiten -1.348
Nettovermögen 46.490

Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belief sich auf TEUR 8.502. Die Wertberichtigung für voraussichtlich uneinbringliche Forderungen beträgt TEUR 1.414. Die sonstigen Forderungen entsprachen dem beizulegenden Zeitwert und waren nicht wertgemindert.

Der Zahlungsmittelabfluss aus dem Unternehmenserwerb betrug:

in TEUR 2016
Abfluss von Zahlungsmitteln 90.421
Mit dem Unternehmen erworbene Zahlungsmittel -393
90.028

Im Zuge dieses Unternehmenszusammenschlusses hat die Gesellschaft den nicht beherrschenden Gesellschaftern das ab 1. April 2019 jederzeit ausübbare Recht eingeräumt, ihre Anteile der Gesellschaft anzubieten und hat sich diesfalls die Gesellschaft verpflichtet, die angebotenen Anteile zu erwerben. Zudem hat die Gesellschaft das Recht erworben, ab 1. April 2019 jederzeit die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter zu erwerben, welche sich dazu verpflichtet haben, die Anteile diesfalls an die Gesellschaft zu übertragen (Put- und Call-Option). Der Kaufpreis ist jeweils von den erzielten Ergebnissen des erworbenen Unternehmens abhängig. Da die Option von beiden Vertragsparteien zu gleichen Bedingungen ausgeübt werden kann, wird zum Zeitpunkt des Unternehmenserwerbes von einem effektiven Erwerb von 100 % der Anteile ausgegangen. Der auf Basis der aktuellen Unternehmensplanung erwartete diskontierte Zahlungsbetrag aus dieser Kündigungsoption wird in den sonstigen Verbindlichkeiten bilanziert, da eine unbedingte Zahlungsverpflichtung für den Konzern besteht. Aus Konzernsicht werden aufgrund dieser Optionsverpflichtung somit 100 % der Anteile an dieser Gesellschaft bilanziert. Das Ergebnis des betreffenden Tochterunternehmens wird folglich zu 100 % den Eigentümern des Mutterunternehmens zugerechnet.

Der auf Basis der vorläufigen erstmaligen Bilanzierung ermittelte Firmenwert, der dem Segment "Oilfield Equipment" zugeordnet wird, ergibt sich aus der erwarteten Geschäftsentwicklung sowie dem Mitarbeiter-Know-How unter Berücksichtigung der zu erwarteten Synergien aus dem Unternehmenserwerb. Es wird davon ausgegangen, dass der erfasste Firmenwert teilweise steuerlich über einen Zeitraum von 15 Jahren abzugsfähig sein wird.

Der ausgewiesene Konzernumsatz des ersten Halbjahres 2016 wurde durch den Erwerb um TEUR 7.952 erhöht, das ausgewiesene Betriebsergebnis unter Berücksichtigung der Abschreibungen aus Immateriellen Vermögenswerten um TEUR 1.087. Wäre der Erwerb bereits zu Jahresbeginn erfolgt, wäre in 2016 der Konzernumsatz um TEUR 10.923 und das Betriebsergebnis unter Berücksichtigung der Abschreibungen aus Immateriellen Vermögenswerten um TEUR 1.489 höher.

In der Berichtsperiode 2016 wurden Transaktionskosten in der Höhe von TEUR 2.544 bezahlt. Davon wurden in der Berichtsperiode TEUR 2.337 in den Verwaltungsaufwendungen erfasst.

Neugründung Adriana Holding

Im Juni 2016 wurde die Gesellschaft Adriana Holding Company Limited mit Sitz in Dubai gegründet.

Erläuterung 4 Saisonalität des Geschäftes

Der Geschäftsverlauf der SBO unterliegt keinen wesentlichen saisonalen Einflüssen.

Erläuterung 5 Dividendenzahlungen

Gesamt
TEUR
Anzahl der Aktien
(Stammaktien)
Pro Aktie
EUR
Für das Geschäftsjahr 2015 gezahlt in 2016 7.994 15.987.900 0,50
Für das Geschäftsjahr 2014 gezahlt in 2015 23.973 15.981.900 1,50

Erläuterung 6 Segmentberichterstattung

Die Produktions- und Servicestandorte werden analog der angebotenen Produktgruppen und Services bzw. bestehenden Kundengruppen in die Segmente "High Precision Components" und "Oilfield Equipment" zusammengefasst.

Das Segment "High Precision Components" beinhaltet die komplexe Fertigung von Präzisionsbohrstrangteilen mit äußerst hoher Maßgenauigkeit, die von den Engineering-Abteilungen der Kunden bestellt werden. Das Segment "Oilfield Equipment" hingegen umfasst direkt von den operativen Oilfield-Organisationen der Kunden bezogene Non-Magnetic Drill Collars, Bohrmotoren, Circulation-Tools, Completion-Tools sowie andere Komponenten einschließlich Service- und Reparaturarbeiten.

Die Steuerung des Unternehmens sowie die Zuteilung der Ressourcen erfolgt auf Basis der finanziellen Performance dieser Segmente.

1-6/2016
in TEUR
High Precision
Components
Oilfield
Equipment
SBO
-Holding &
Konsolidierung
Konzern
Aussenumsätze 33.685 54.326 0 88.011
Innenumsätze 11.853 6.007 -17.860 0
Summe Umsatzerlöse 45.538 60.333 -17.860 88.011
Betriebsergebnis vor
Wertminderungen und
Restrukturierungsmaßnahmen
-14.308 -11.151 -5.775 -31.234
Ergebnis vor Steuern -15.823 -4.098 -6.854 -26.775

Die Ergebnisse in der Summenspalte entsprechen jenen in der Gewinn- und Verlustrechnung.

1-6/2015
in TEUR
High Precision
Components
Oilfield
Equipment
SBO
-Holding &
Konsolidierung
Konzern
Aussenumsätze 88.125 98.730 0 186.855
Innenumsätze 30.080 37.110 -67.190 0
Summe Umsatzerlöse 118.205 135.840 -67.190 186.855
Betriebsergebnis vor
Wertminderungen und
Restrukturierungsmaßnahmen
6.082 12.275 992 19.349
Ergebnis vor Steuern 6.195 280 -1.707 4.768

Erläuterung 7 Eigene Aktien

In der Berichtsperiode hat das Unternehmen im Rahmen des seit 2014 bestehenden Vergütungsprogrammes 6.000 Stück eigene Aktien an den Vorstandsvorsitzenden abgegeben.

Erläuterung 8 Restrukturierungsaufwendungen und -erträge

Die Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von MEUR 1,6 betreffen die im Segment High Precision Components im Jahr 2015 begonnene und in 2016 weitergeführte Zusammenführung von Produktionsstätten in der USA. In diesem Zusammenhang wurden in 2016 Maschinen verkauft, die bereits im Konzernabschluss 2015 als zur Veräußerung gehalten ausgewiesen wurden. Daraus ergaben sich Erträge in Höhe von MEUR 1,6, die in der Berichtsperiode in den Restrukturierungserträgen ausgewiesen sind.

Erläuterung 9 Wertminderungen

Das Unternehmen hat zum 30. Juni 2016 Werthaltigkeitstests durchgeführt. Diese hatten insbesondere aufgrund von durch externe Faktoren steigende WACCs Wertminderungen von Firmenwerten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Resource Well Completion Technologies Inc., die dem Segment Oilfield Equipment zugeordnet ist, zur Folge. Die Wertminderungen in Höhe von MEUR 3,3 sind in der Position "Wertminderungen von Firmenwerten" enthalten.

In Zusammenhang mit der zuvor genannten Zusammenlegung zweier Produktionsstätten in der USA wurde in der Berichtsperiode beschlossen, ein nicht mehr benötigtes bebautes Grundstück zu veräußern. Unmittelbar vor der Umgliederung auf "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" war durch die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert eine Wertminderung auf das Gebäude in Höhe von MEUR 1,7 zu erfassen, die in der Position "Wertminderung von Sachanlagen" ausgewiesen ist.

Erläuterung 10 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Bezüglich der Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen haben sich keine wesentlichen Änderungen zum 31. Dezember 2015 ergeben. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Für weitere Informationen zu den einzelnen Geschäftsbeziehungen wird auf den Konzernabschluss der SBO zum 31. Dezember 2015 verwiesen.

Erläuterung 11 Angaben zu Finanzinstrumenten

Die Gesellschaft verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren:

  • Stufe 1: Notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten.
  • Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind.
  • Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Die im Konzernabschluss zum beizulegenden Zeitwert erfassten Finanzinstrumente sind wie folgt zugeordnet:

in TEUR Bilanzposition 30.06.2016 Stufe 2 Stufe 3
Schulden
Derivate Sonstige
Verbindlichkeiten
-63.450 -25 -63.425
in TEUR Bilanzposition 31.12.2015 Stufe 2 Stufe 3
Schulden
Derivate Sonstige
Verbindlichkeiten
-30.432 -87 -30.345

In der Berichtsperiode 2016 erfolgte keine Umbuchung zwischen den einzelnen Bewertungsstufen. Grundsätzlich erfolgen im Bedarfsfall Umgliederungen zum Ende der Berichtsperiode.

Die der Stufe 3 zugeordneten Derivate beinhalten ausschließlich Verbindlichkeiten für bedingte Kaufpreisverpflichtungen sowie Optionsverbindlichkeiten aus kündbaren nicht beherrschenden Anteilen. Die Entwicklung in der Berichtsperiode 2016 stellt sich wie folgt dar:

in TEUR Bedingte Kaufpreise Optionsverbindlichkeiten
Stand zum 1.1.2016 -2.290 -28.055
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 -42.915
Aufzinsung -1 -1.026
Ergebniswirksame Bewertungsgewinne 50 680
Ergebniswirksame Bewertungsverluste -1 -9.351
Abgänge aus Erfüllung 2.169 0
Kursdifferenzen 55 -1.931
Abgang Optionsverbindlichkeiten durch
Vertragsänderung
0 32.220
Zugang Optionsverbindlichkeiten durch
Vertragsänderung
0 -13.029
Stand am 30.6.2016 -18 -63.407

Die Devisentermingeschäfte werden auf Basis von beobachtbaren Devisenkassenkursen bewertet.

Bedingte Kaufpreisverpflichtungen und Optionsverbindlichkeiten werden mit dem am Bilanzstichtag

erwarteten diskontierten Zahlungsbetrag auf Basis der zugrundeliegenden Vereinbarung sowie der aktuellen Unternehmensplanung bewertet. Die Abzinsung erfolgt mit einem risikoadäquaten Zinssatz für die jeweilige Laufzeit der Verpflichtung.

Die bedingten Kaufpreise werden grundsätzlich in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes der erzielten Umsätze (zum Teil erst bei Überschreiten einer vertraglich bestimmten Umsatzhöhe) jährlich zahlbar. Eine Vereinbarung über bedingte Kaufpreise wurde durch Zahlung der letzten Tranche in der Berichtsperiode auf Basis der Umsatzerlöse 2015 abschließend erfüllt. Die noch ausgewiesenen bedingten Kaufpreise laufen noch über die nächsten 3 Jahre. Die ergebniswirksamen Bewertungsgewinne stellen unrealisierte Gewinne dar und werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "sonstige finanzielle Erträge" ausgewiesen.

Der Ausübungspreis der Optionsverbindlichkeiten aus kündbaren nicht beherrschenden Anteilen ist von den erzielten Ergebnissen der betreffenden Unternehmen abhängig. In der Berichtsperiode wurde eine Optionsvereinbarung dahingehend abgeändert, dass das EBITDA-Multiple der SBO zum Ausübungszeitpunkt durch ein fixes Multiple ersetzt wurde. Die ergebniswirksamen Bewertungsgewinne und -verluste stellen unrealisierte Gewinne bzw. Verluste dar und werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gemeinsam mit dem Ab- und Zugang aus der Vertragsänderung in der Position "Aufwendungen/Erträge aus der Bewertung von Optionsverpflichtungen" ausgewiesen.

in TEUR Annahme Änderung der
Annahme
Veränderung der
Verbindlichkeit
bei Anstieg der
Annahme
Veränderung der
Verbindlichkeit
bei Verringerung
der Annahme
Options
verbindlichkeiten Ergebnis +/- 10 % +6.342 -6.340
Zinssatz 27,5 %,
bzw. 1,1 % bzw. 1,9%
+/- 10 bzw. +/- 1
Prozentpunkte
-2.166 +2.040
Bedingte Kaufpreise Umsatzerlöse +/-10 % +2 -2
Zinssatz 13,4 % +/-1 Prozentpunkt 0 1

Die Sensitivitätsanalyse für bedeutende, nicht beobachtbare Inputfaktoren stellt sich wie folgt dar:

Für Finanzinstrumente, die zu Anschaffungskosten bewertet sind, werden der Buchwert und der abweichende beizulegende Zeitwert in der folgenden Tabelle dargestellt:

30.06.2016 31.12.2015
in TEUR Level Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
Schulden
Darlehen, Bank- und Leasingverbindlichkeiten 2 -197.600 -203.447 -170.096 -171.377

Für die gegebenen und erhaltenen Darlehen sowie für die Bank- und Leasingverbindlichkeiten wurde der beizulegende Zeitwert durch Abzinsung der erwarteten künftigen Cashflows unter Verwendung von marktüblichen Zinssätzen ermittelt. Bei den variabel verzinsten Bankkrediten und Darlehen entspricht die Verzinsung den aktuellen marktüblichen Konditionen, weshalb die Buchwerte weitestgehend mit den beizulegenden Zeitwerten übereinstimmen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie alle anderen Posten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag dem beizulegenden Zeitwert.

Erläuterung 12 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Rahmen des in der Hauptversammlung vom 27. April 2016 beschlossenen Aktienrückkaufprogramms wurden nach dem Bilanzstichtag 40.597 Stück eigene Aktien mit einem Kaufpreis von TEUR 2.167 zurückgekauft.

Darüberhinaus liegen keine wichtigen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag vor.

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahres-Lagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss und bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offen zu legenden wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Ternitz, 23. August 2016

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