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Scherzer & Co. AG Annual Report 2009

Feb 10, 2011

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Annual Report

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Scherzer & Co. AG

Köln

Jahresabschluss 2009

Bericht des Aufsichtsrats der Scherzer & Co. AG für das Geschäftsjahr vom 01.01.2009 bis 31.12.2009

Der Aufsichtsrat der Scherzer & Co. AG hat auch im Geschäftsjahr 2009 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und kontrolliert. Die Ausrichtung der Scherzer & Co. AG in dem unverändert diffizilen wirtschaftlichen Umfeld erforderte einen kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand auch außerhalb der fünf förmlichen Sitzungen des Aufsichtsrats, die stattgefunden haben am 26.01.2009, am 30.03.2009, am 25.05.2009, am 25.09.2009 und am 07.12.2009.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat in kurzen Zeitabständen über die finanzielle Situation der Gesellschaft unterrichtet. Der Aufsichtsrat hat die Überlegungen und Entscheidungen des Vorstands zur Investmentstrategie beratend begleitet und in den vom Aufsichtsrat bestimmten Grenzen zustimmungspflichtiger Geschäfte auch einzelne Engagements geprüft und überwacht.

Der unverändert besetzte Aufsichtsrat hat den in der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 25.05.2009 gewählten Abschlussprüfer, die Formhals Revisions- und Treuhand GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Wipperfürth, mit der Durchführung der Jahresabschlussprüfung beauftragt. Der Jahresabschluss zum 31.1 2.2009 wurde unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts des Vorstands von dem Abschlussprüfer geprüft, der einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt hat.

Der Prüfbericht wurde den Mitgliedern des Aufsichtsrats durch den Abschlussprüfer mit Schreiben vom 19.02.2010 zugeleitet. Dieser Prüfbericht war in der Sitzung des Aufsichtsrats vom 08.03.201 0 Gegenstand der Beratungen. Der Abschlussprüfer hat an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats teilgenommen und stand dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte und Erläuterungen zur Verfügung. Auf der Basis eigener Prüfung des von dem Vorstand vorgelegten Jahresabschlusses und des Lageberichts, aus welcher sich keine Einwendungen ergeben haben, hat der Aufsichtsrat der Scherzer & Co. AG dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und in der Sitzung vom 08.03.201 0 den Jahresabschluss gebilligt und hierdurch festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt Herrn Dr. Issels für seine erneut intensive Vorstandstätigkeit im bewegten finanzwirtschaftlichen Umfeld des Geschäftsjahrs 2009, welches erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Köln, den 08.03.2010

Dr. Hanno Marquardt, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Scherzer & Co. AG

Lagebericht des Vorstands

1 Finanzwirtschaftliches Umfeld

Zitterpartie mit erfreulichem Ausgang

Rückblickend betrachtet erwies sich das Börsenjahr 2009 für die Marktteilnehmer als Zitterpartie mit einem erfreulichen Ausgang. Aufs Jahr betrachtet, verzeichneten die weltweiten Aktienmärkte überwiegend zweistellige Kurszuwächse. Nichtsdestotrotz verlangte der Jahresverlauf von den Anlegern starke Nerven. Denn nach den starken Kursverlusten in 2008 setzte sich der Abwärtstrend an den weltweiten Finanzmärkten zunächst mit kräftigen Kursverlusten fort.

Schreckgespenst einer Depression

Für den Kurseinbruch zu Beginn des Jahres waren erneute Hiobsbotschaften von Finanzinstitutionen sowie extrem schwache Konjunkturindikatoren verantwortlich. In der Folge wurde der Vertrauensverlust so groß, dass zeitweise die Bonität einzelner westlicher Industrieländer, wie etwa Österreich, angezweifelt wurde. Ob die diversen Stützungsmaßnahmen der Zentralbanken und der Regierungen das dringend notwendige Vertrauen in die Finanzmarktstabilität zurückbringen konnten, schien zunächst völlig offen. Hinzu kamen ebenfalls äußerst schlechte Nachrichten von der Unternehmensseite. Diese berichteten überwiegend von drastischen Einbrüchen, sowohl auf der Umsatz- als auch der Ergebnisseite, sowie deutlich geringeren Auftragseingängen. Aufgrund der mangelnden Visibilität sahen sich viele Unternehmenslenker außerstande eine Ergebnisprognose auszugeben. Das Schreckgespenst einer Depression beunruhigte die Anleger.

Stimmungsumschwung im März

Eingeleitet wurde der Stimmungsumschwung an den Finanzmärkten im März 2009 von positiven Äußerungen insbesondere US-amerikanischer Großbanken, die überraschend von einem besser als erwarteten Geschäftsverlauf im 1. Quartal berichteten. Die in der Folge vorgelegten Quartalszahlen zeigten dann tatsächlich einen spürbaren Rückgang der Abschreibungen auf kritische Wertpapierpositionen und offenbarten erstmals die positiven Folgen der diversen Stützungsmaßnahmen der Notenbanken: Die Refinanzierungskosten der Banken waren auf historisch niedrige Niveaus gefallen und ermöglichten margenstarke Geschäfte. Langsam zeigte die extrem expansive Geldpolitik der Zentralbanken Wirkung. Die US-Notenbank FED beispielsweise hatte ihren Leitzins schon auf 0,00 % bis 0,25 % zurückgenommen und mit bedeutenden Anleihekäufen ("quantitative easing") für zusätzliche Liquidität gesorgt. Auch außerhalb des Bankensektors zeigten sich erste Hoffnungsschimmer. So deuteten die ersten Frühindikatoren eine Bodenbildung oder zumindest eine deutliche Verlangsamung des Konjunktureinbruchs an.

Ertragsniveaus über Erwartungen

Die zweite Phase der Beruhigung wurde dann von deutlich positiver als befürchteten Unternehmensmeldungen ausgelöst. Zwar wurden insbesondere Industrieunternehmen von teils erheblichen Umsatzrückgängen getroffen, trotzdem hielten sich die Ertragsniveaus deutlich über der Erwartungshaltung vieler Analysten und maßgeblicher Marktteilnehmer. Zusätzlich begannen nun erste belastbare Konjunkturdaten die anfangs nur von Stimmungsindikatoren gezeigten Hoffnungszeichen zu bestätigen. Von entscheidender Bedeutung waren bei diesem Prozess der sich wechselseitig verstärkenden Beruhigung sicher auch das sukzessive Auftauen der Geldmärkte und eine sich fortgesetzt verbessernde Refinanzierungssituation der Unternehmen auf den Anleihemärkten.

Grundstimmung verbessert sich

Kontinuierlich überraschende Prognoserevisionen, sowohl von Unternehmenskennzahlen als auch von volkswirtschaftlichen Messgrößen, sorgten bis weit ins 3. Quartal hinein für eine sich signifikant verbessernde Grundstimmung in Deutschland und den meisten westlichen Industrieländern. Hinzu kam eine sich erneut deutlich belebende Wachstumsdynamik der Emerging Markets und insbesondere eine sich robuster als erwartet zeigende chinesische Volkswirtschaft, was unterstützend wirkte.

Konsolidierung ab Oktober

Aufgrund der sich laufend erhöhenden Erwartungshaltung fiel es den Unternehmen bei Vorlage der Ko Q3-Zahlen jedoch zunehmend schwer, die Marktteilnehmer positiv zu überraschen. Folglich trat der Markt - hier sei stellvertretend der deutsche Aktienmarkt betrachtet - ab Mitte Oktober in eine Konsolidierungsphase ein. Außerdem zeigten sich mit den Zahlungsschwierigkeiten des Emirats Dubai und den enormen Haushaltsbudgetüberschreitungen Griechenlands weitere potenzielle Problemherde der Wirtschafts- und Finanzkrise. Zum Jahresende konnten sich jedoch erneut die Optimisten durchsetzen und diese trugen die Märkte überwiegend auf Jahresschlusskurse im Umfeld der Jahreshöchststände.

Turbulenzen an Rentenmärkten

Die Entwicklung an den internationalen Rentenmärkten verlief in 2009 ebenfalls recht turbulent. Die schon zum Ausklang des Jahres 2008 flächendeckende Risikoaversion setzte sich wie beschrieben zu Beginn 2009 fort und führte zu einer Flucht in "sichere" Staatsanleihen. Beispielsweise erlebten zehnjährige Bundesanleihen im Dezember 2008 mit 2,89 % ein beachtliches Renditetief, und dieses verharrte auch zu Beginn 2009 in dieser Region. Spiegelbildlich zu den Aktienmärkten vollzogen dann jedoch die Kurse der Staatsanleihen die sich abzeichnende Stabilisierung des Weltfinanzsystems nach. Im Hoch konnte 2009 wieder eine Verzinsung von 3,73 % mit diesen Anleihen erzielt werden.

EZB sorgt für Liquidität

Insgesamt hat sich die Renditestrukturkurve (2 - 10 Jahre) im Jahr 2009 deutlich verteilt. Die sich aufhellenden Konjunkturaussichten sorgten am langen Ende für einen Renditeanstieg, wohingegen insbesondere die extrem lockere Geldpolitik am Geldmarkt für einen kräftigen Zinsrückgang sorgte. So hat die EZB ihren Leitzins im ersten Halbjahr bis auf 1 Prozent zurückgenommen und mit unkonventionellen Maßnahmen für Liquidität am Geldmarkt gesorgt. Beispielsweise hat die EZB im Juni 2009 den Bankensektor in einem Jahrestender mit 442 Mrd. Euro versorgt. Hierbei wurden alle Gebote berücksichtigt.

Unternehmensanleihen waren lukrativ

Äußerst lukrativ waren in 2009 Investitionen in Unternehmensanleihen. Dank der enormen Liquiditätsversorgung konnte ein Kollaps der Kredit- und Anleihemärkte verhindert werden, und die Nachfrage nach diesen Titeln kehrte schrittweise zurück. Die Renditeaufschläge (Spreads) zu Staatsanleihen, die sich zu Beginn des Jahres noch auf historischen Höchstständen befunden hatten, bildeten sich insbesondere im ersten Halbjahr kräftig zurück. Zum Jahresende 2009 pendelten die Spreads wieder um ihr Vorkrisenniveau.

Risikobereitschaft bestimmt Wechselkurse

Das Verhältnis des Währungspaares Euro/US-Dollar war im Jahresverlauf stark von der Risikobereitschaft der Anleger geprägt. In Zeiten hoher Risikoaversion war der US-Dollar gefragt, bei zunehmender Risikobereitschaft konnte tendenziell der Euro zulegen. So hatte der Euro sein Jahrestief im März bei rund 1,25 US-Dollar und stieg im November 2009 auf über 1,51 US-Dollar.

Euro festigt sich

Als Erklärung für den gezeigten Verlauf dürfte vor allem das extrem niedrige Leitzinsniveau in den USA dienen. Carry Trader haben sich in der US-Währung zinsgünstig verschuldet und diese Mittel in anderen Währungen rentierlicher angelegt. In Zeiten höherer Unsicherheit wurden diese Geschäfte dann kurzfristig wieder aufgelöst. Insgesamt hat sich der Euro im Geschäftsjahr um 2,4 % gegenüber dem US-Dollar gefestigt.

Ölpreis steigt auf über 80 Dollar

Als direkte Inputfaktoren für die Produktion der Weltwirtschaft spiegelten die Rohstoffpreise die erwartete Konjunkturentwicklung deutlich wider. Beispielhaft sei hier wiederum die Entwicklung des Ölpreises genannt, der zu Beginn des Jahres nur knapp über 30 US-Dollar pro Barrel notierte und im Zuge der sich aufhellenden Konjunkturerwartungen bereits im Juni 2009 wieder die 70-US-Dollar-Marke überschritt. Zum Jahresende wurden dann sogar wieder die 80 US-Dollar überschritten. Auf US-Dollarbasis betrachtet, konnten sich auch Investoren in Gold über steigende Kurse freuen. Die Flucht in den "Sicheren Hafen Gold" war auch in 2009 ein ausgeprägter Trend. Insbesondere die bei einigen Anlegern aufkommende Angst vor Inflation und die Sorge vor einer generell wachsenden Staatsverschuldung führte zu einer stärkeren Nachfrage nach dem Edelmetall und trieb den Kurs zum Ende des Jahres auf über 1.200 US-Dollar je Feinunze.

2 Entwicklung der Finanzmärkte und ausgewählter Aktienindizes

DAX zeigt positive Performance

Das Hoffen und das Bangen um die Finanzmarktstabilität und den Zustand der Konjunktur war am Kursverlauf des Deutschen Aktienindex (DAX) deutlich abzulesen. Ausgehend von einem Jahresschlusskurs in 2008 von 4.81 0 Zählern, brach der Index bis Mitte März 2009 erneut um weitere 25 % deutlich ein. Auf die sich abzeichnenden Stabilisierungstendenzen reagierte der DAX deutlich positiv und stieg innerhalb weniger Monate auf über 5.1 00 Punkte. Nach einer kurzen Korrekturphase Mitte Juni setzten sich die positiven Kurstendenzen fort und der DAX schloss nahe der Jahreshöchststände mit einem Schlusskurs von 5.957 Zählern. Insgesamt konnte eine Jahresperformance von 23,9 % verbucht werden.

Nebenwerte steigen sogar stärker

Die Nebenwerteindizes konnten diese positive Performance sogar teilweise deutlich übertreffen. So legten der SDAX 26,7 % und der MDAX 34,0 % im Jahresvergleich zu. Absoluter Spitzenreiter unter den deutschen Aktienindizes war jedoch der Technologieindex TecDAX. Mit beeindruckenden 60,8 % Kurszuwachs fiel in diesem Segment die Erholung am deutlichsten aus. Gerade die kleineren Indizes reagierten im Umfeld der Turbulenzen jedoch besonders volatil und hatten folglich im Jahr 2008 auch stärkere Kursverluste zu verzeichnen. Ein nicht zu vernachlässigendes Element dieser Bewegungen war sicherlich auch die geringere Liquidität dieser Marktsegmente, die zu starken Kursausschlägen führte.

Im Einzelnen schlossen ausgewählte Indizes im Jahr 2009 wie folgt ab:

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in lokaler Währung in Euro umgerechnet
DAX 23,9 % 23,9 %
MDAX 34,0 % 34,0 %
SDAX 26,7 % 26,7 %
TecDax 60,8 % 60,8 %
EuroStoxx 50 21,1 % 21,1 %
MSCI World 2 7,0 % 23,0 %
Dow Jones Industrial 18,8 % 15,1 %
S&P 500 23,5 % 19,6 %
Nasdaq Composite 43,9 % 39,4 %
Nikkei 225 19,0 % 12,3 %

Internationale Indizes zeigen eine ähnliche Entwicklung

Die nordamerikanischen Blue Chips verzeichneten, gemessen an der Performance des breiteren Indizes S&P 500, eine ähnliche Entwicklung wie der deutsche Leitindex DAX. Auch hat hier ebenfalls der technologielastige Index Nasdaq Composite die Standardindizes outperformed. Aus Sicht der deutschen Anleger wird diese Entwicklung jedoch aufgrund der Währungsentwicklung leicht gemindert. Ein aus Sicht hiesiger Anleger negativer Währungseffekt ergab sich auch bei einem Engagement in japanische Titel. Eine in inländischer Währung gemessene Performance von 19,0 % reduziert sich unter Berücksichtigung der Währungseffekte auf 12,3 %.

3 Geschäftsentwicklung

Erfolgreiches Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr 2009 verlief für die Scherzer & Co. AG sehr erfolgreich und schloss mit einem deutlichen Gewinn, der maßgeblich durch Zuschreibungen entstanden ist. Trotz der enormen Verwerfungen an den Kapitalmärkten im ersten Quartal 2009 bewährte sich wieder das Zusammenspiel der sowohl sicherheits- als auch chancenorientierten Investmentstrategie nach dem schwierigen Geschäftsjahr 2008. Der überwiegende Teil der eingegangenen Investments der Vorjahre konnte zumindest teilweise die verbuchten Wertrückgänge der Baisse wieder aufholen. Daneben wurden durch die Hereinnahme von Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) sowohl Kurs- als auch Zinsgewinne vereinnahmt, die einen ansehnlichen Ergebnisbeitrag leisteten. Der innere Wert der Gesellschaft konnte so insgesamt im Berichtsjahr deutlich gesteigert werden.

Viele Projekte erfolgreich abgeschlossen

Auch in 2009 sind Projekte mit "Endspiel"-Hintergrund abgeschlossen worden: Die Eintragung des Squeeze-out-Beschlusses bei der Kölner Rückversicherung im ersten Quartal 2009 stellte dabei für die Scherzer & Co. AG mit einem Betrag von 4,9 Mio. EUR den größten Anteil des Abfindungsvolumens von insgesamt 7 Mio. EUR dar. Daneben wurden bei der AWD Holding AG, der Bosch Solar Energy AG (vormals ersol Solar Energy AG) und der Hypo Real Estate Holding AG (HRE) ebenfalls die Abfindungszahlungen nach Eintragung des Squeeze-out-Beschlusses vereinnahmt. Mit gut 33.000 Aktien der Altana AG ist im Dezember 2009 das freiwillige Angebot der Skion GmbH (Ein Akquisitionsvehikel von Susanne Klatten) zu 14 EUR angenommen worden, mit dem unter bestimmten Bedingungen eine Nachbesserung verbunden ist. Im Februar 2010 wurde seitens der Skion GmbH angekündigt, dass die 95 %-Schwelle erreicht wurde und nun der Squeeze-out der Minderheitsaktionäre betrieben wird.

Zur Erläuterung: Die Eintragung des Squeeze-out-Beschlusses in das Handelsregister hat zur Folge, dass der Aktienbestand aus dem Wertpapierdepot des Minderheitsaktionärs ausgebucht und ein Geldbetrag entsprechend des festgelegten Abfindungspreises gutgeschrieben wird. Danach ist kapitalseitig das Verfahren zunächst abgeschlossen. Dennoch beginnt mit dem formalen Abschluss des Squeeze-outs ein neuer Handlungsabschnitt, bei dem inhaltlich regelmäßig der gezahlte Abfindungsbetrag gerichtsseitig überprüft wird. Bei diesen so genannten "Gerichtlichen Spruchstellenverfahren" im Nachgang abgeschlossener Squeeze-outs (und anderer Kapitalstrukturmaßnahmen, wie Unternehmensverträge und Verschmelzungen) wird untersucht, ob und gegebenenfalls wie hoch eine Nachbesserung zum Abfindungspreis anzusetzen ist. Hierzu werden häufig weitere Gutachten und Gegengutachten eingeholt, um komplexe Bewertungsfragen zu klären. Fast durchweg ziehen sich solche Verfahren über viele Jahre hin und bedürfen der kontinuierlichen inhaltlichen Begleitung. Sie enden mit einem abschließenden gerichtlichen Urteil oder einem Vergleich der teilnehmenden Parteien.

Volumen von Abfindungsergänzungsansprüchen kontiniuerlich ausgeweitet

Es ist die Geschäftspolitik der Scherzer & Co. AG, als Antragstellerin in Spruchstellenverfahren die weitere Werterhellung und Wertfindung zu betreiben und das Portfolio an Nachbesserungsrechten, also Abfindungsergänzungsansprüchen, kontinuierlich qualitativ und quantitativ auszuweiten. Die Gesellschaft verzichtet dabei bewusst auf den in der Regel höheren Verkaufserlös an der Börse und lässt sich zum niedrigeren Gutachtenpreis abfinden. Nur so eröffnet sich aber auch die Chance, an den, zumindest in der Vergangenheit fast durchweg höheren, Nachbesserungszahlungen in größerem Umfang zu partizipieren.

Andere Investments nach Kursanstiegen reduziert

Neben den beschriebenen abgeschlossenen und fast abgeschlossenen "Endspielen" sind im Berichtsjahr auch Investments in anderen Segmenten teilweise oder vollständig reduziert worden. Zu nennen sind die Teilveräußerung an der Beteiligung Aareal Bank AG und die Rückführung des Anteils an der P&I Personal & Informatik AG nach den jeweiligen deutlichen Kursavancen im Jahresverlauf 2009.

Verkauf der Anteile an Commerzbank und Pironet

Im Geschäftsjahr 2009 wurden auch Beteiligungen vollständig veräußert. Hierzu gehören die gehaltenen Anteile an der Commerzbank AG und der Pironet NDH AG. Beide Gesellschaften erfüllen nicht mehr die Anlagekriterien der Scherzer & Co. AG. Insbesondere die Aktien der Pironet NDH AG eignen sich, nach Auffassung des Vorstands der Scherzer & Co. AG, vor dem Hintergrund der verfehlten Geschäftspolitik und dem schwachen Management nicht für ein nachhaltiges Investment.

Position bei Generali aufgestockt

Bei einer ganzen Reihe von Investments des Portfolios wurde dagegen das reduzierte Kursniveau im Berichtsjahr dazu genutzt, Positionen aufzustocken. Hierzu gehört insbesondere die Generali Deutschland Holding AG (vormals AMB Generali Holding AG), bei der die Scherzer & Co. AG ihr Engagement zwischenzeitlich auf höherem Kursniveau heruntergefahren hatte.

Zukäufe

Es wurden u. a. auch Anteile an der Biotest AG (Stämme und Vorzüge), buch.de internetstores AG, Cenit AG, Deutsche Postbank AG, InVision Software AG, SAF Simulation, Analysis & Forecasting AG und WashTec AG zugekauft.

Neue Positionen im Portfolio

Neu in das Portfolio aufgenommen wurden u. a. Aktien der Custodia Holding AG

(die geschätzte Wegbegleiterin mit einem tonnenschweren Bestand an physischem Gold), D+S Europe AG (Squeeze-out wurde im August 2009 beschlossen), Drillisch AG (Integration in den freenet-Konzern möglich), Jungheinrich AG, Kizoo AG (ex ComBOTS AG, ex Web.de AG), MAN Vz. und Xing AG (interessanter Aktionärswechsel).

Daneben bilden die "Stammpositionen" des Portfolios eine Wertbasis, die schon auf kurze bis mittlere Sicht interessante Ergebnisbeiträge liefern kann:

freenet AG

Die Scherzer & Co. AG ist mit mehr als 0,5 % an Deutschlands größtem netzunabhängigen Telekommunikationsanbieter, der freenet AG, beteiligt. Die freenet AG generiert mit rund 18 Millionen Kunden ihre Erträge hauptsächlich aus dem Verkauf von Mobilfunkverträgen für die großen Netzbetreiber und profitiert von der Marktkonsolidierung unter den Serviceprovidern. Nach der Veräußerung der DSL-Aktivitäten und des Strato-Verkaufs konnten die Verbindlichkeiten signifikant reduziert werden. Das stetige und enorm Cash-flow-starke Geschäftsmodell erlaubt in Zukunft die Ausschüttung hoher Dividenden. Daneben kommt der Gesellschaft der Milliarden schwere Verlustvortrag der ehemaligen Mobilcom AG zugute, der zu einer nachhaltig niedrigen Unternehmenssteuerquote führt.

Biotest AG

Weiterhin eine kontinuierliche Größe im Vermögen der Scherzer & Co. AG ist die Beteiligung an der Biotest AG. Der äußerst erfolgreiche Spezialist in der Herstellung von Blutersatzstoffen betätigt sich auch in der klinischen Entwicklung so genannter monoklonaler Antikörper, die nach erfolgreichem Durchlauf der vorgeschriebenen Testphasen die Gesellschaft in eine neue Bewertungsdimension heben können. Zuletzt sorgte der Verkauf des Diagnostika-Bereiches zu einem Mittelzufluss von 45 Mio. EUR. Neben dem guten Geschäftsverlauf dürfte die weiterhin vorhandene M&A-Phantasie (Die Stammaktien sind noch mehrheitlich in Familienbesitz) auch zukünftig für eine fundierte Übernahmefantasie sorgen. Die Scherzer & Co. AG hat im Berichtsjahr, wie schon ausgeführt, sowohl Stamm- als auch Vorzugsaktien der Biotest AG hinzu erworben.

buch.de internetstores AG

Veränderungen gab es im Anteilsbesitz der buch.de internetstores AG aus Münster. Die Thalia Holding GmbH (Douglas Holding AG), hat als bisher schon größter Aktionär der Gesellschaft im November 2009 einen 24,7 %igen Anteil an der buch.de internetstores AG von der Bertelsmann-Gruppe erworben. Damit ist sie jetzt mit 60,22 % auch Mehrheitsgesellschafterin des Unternehmens. Buch.de hat sich als ein führender Anbieter im OnlineBuch- und Medienhandel etabliert. Die weitgehend schuldenfreie Gesellschaft besitzt eine gefüllte Unternehmenskasse, die schon etwa ein Drittel der Börsenkapitalisierung abdeckt. Bisher zeigte sich die Stärke des Unternehmens eher in der Generierung von Umsatz als durch die Erzielung einer hohen Marge. Dennoch dürfte nicht zuletzt die Kaufentscheidung der Thalia Holding von November letzten Jahres den weiteren Weg der Integration in den Douglas-Konzern weisen.

Deutsche Postbank AG

Mit der deutlichen Erhöhung des Anteils an der Deutschen Postbank AG setzt die Scherzer & Co. AG auf die spätestens im Jahr 2012 anstehende Aufstockung des Anteils der Deutschen Bank AG mittels einer bereits durch sie gezeichneten Pflichtwandelanleihe und abgeschlossenen Optionsstruktur. Auch wenn die Postbank noch unter der Last ihrer unrühmlichen Vergangenheit leidet, kann sie schon heute als "gesetzter" Teil der Retailstrategie innerhalb des Deutsche Bank-Konzerns reüssieren. Somit macht es aus Sicht der Scherzer & Co. AG Sinn, sich hier jetzt schon stärker zu engagieren und auf "Corporate Action" zu setzen. Aus heutiger Sicht, insbesondere im Hinblick auf das gute Ergebnis 2009, ist die Deutsche Bank ein hinreichend starker Partner für ein "Endspiel" mit der Deutschen Postbank AG.

Generali Deutschland

Nicht aus dem Auge verloren hat die Scherzer & Co. AG die Entwicklung der Generali Deutschland Holding AG (vormals AMB Generali Holding AG), die zu 93,02 % zur Generali-Gruppe gehört. Mit der zumindest vorübergehenden Beruhigung der Finanzkrise rückt auch wieder die Überlegung in den Vordergrund, dass der italienische Großaktionär seinen Plan, einen Squeeze-out der Minderheitsaktionäre durchzuführen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aufgegeben hat. Die Integration der deutschen Gesellschaft in den italienischen Verbund wird konsequent vorangetrieben. Die Umbenennung ist ein sichtbares Zeichen dafür und kann auch nur so interpretiert werden. Somit ist es im Wesentlichen weiterhin nur eine Frage des Timings, wann es hier "weitergeht". Die Scherzer & Co. AG hat, wie beschrieben, das niedrigere Kursniveau zum Ausbau ihrer Position genutzt.

RM Rheiner Management AG

Die Scherzer & Co. AG ist seit Ende 2007 mit 25 % an ihrem Kooperations- und Poolpartner RM Rheiner Management AG (vormals Rheiner Moden AG) beteiligt. Damit partizipiert die Scherzer & Co. AG am erfolgreichen Geschäftsmodell der RM Rheiner Management AG. Die Gesellschaft verfügt u. a. über ein attraktives und wachsendes Portfolio so genannter Nachbesserungsrechte (Abfindungsergänzungsansprüche) und ein hierauf ausgerichtetes Beteiligungsportfolio. Der bestehende Kooperations- und Poolvertrag mit der RM Rheiner Management AG erleichtert es der Scherzer & Co. AG im Bereich der Abfindungswerte und Sondersituationen ("Corporate Action") das Know-how auszubauen. Die Scherzer & Co. AG profitiert so langfristig vom umfassenden Wissens- und Erfahrungspool dieses Unternehmens und von dessen spezifischen Kenntnissen bei der Bewertung von Strukturmaßnahmen börsennotierter Unternehmen.

Nachbesserungsvolumen deutlich erhöhl

Abschließend soll noch zum Thema "Nachbesserungsrechte" im Portfolio der Scherzer & Co. AG berichtet werden, dass zum Ende des Geschäftsjahres 2009 der Bestand an Nachbesserungsrechten ein Volumen von 72.069 TEUR (65.106 TEUR) erreicht hat. Nachbesserungsrechte entstehen, wie schon oben ausführlich erläutert, immer dann, wenn die Bewertung von Unternehmen im Rahmen von gesetzlichen Strukturmaßnahmen einer gerichtlichen Überprüfung unterzogen wird. Das Nachbesserungsvolumen bildet sich aus dem Produkt der Stückzahl der von der Strukturmaßnahme betroffenen Aktien und dem zunächst festgesetzten Preis. Bei Verschmelzungen tritt an die Stelle des vom Hauptgesellschafter gewährten Preises der letzte verfügbare Börsenkurs. Aus diesen Nachbesserungsrechten können für die Scherzer & Co. AG in Zukunft wesentliche Ergebnisbeiträge entstehen, sofern im Anschluss von Spruchstellenverfahren Nachzahlungen auf den Abfindungspreis festgesetzt werden.

4 Ertragslage

Der positive Saldo der Position der Gewinn- und Verlustrechnung "Ergebnis aus Wertpapierverkäufen" in Höhe von 1.189 TEUR (-3.066 TEUR) setzt sich im Wesentlichen zusammen aus der teilweisen bzw. vollständigen Veräußerung einer Anzahl von Aktienpositionen unterschiedlicher Größe. Relevante Ergebnisbeiträge lieferten u. a. die Positionen in Aareal Bank AG (620 TEUR), Commerzbank AG (- 805 TEUR), Kölnische Rückversicherung AG (207 TEUR), P&I Personal & Informatik AG (387 TEUR) und Pironet NDH AG (- 524 TEUR). Die realisierten Anlagen in Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) trugen mit einem positiven Beitrag von rund 600 TEUR mit zum Ergebnis bei. Insgesamt sind aus der Veräußerung von Wertpapieren des Anlagevermögens 1.088 TEUR Gewinn und 1.457 TEUR Verlust erwirtschaftet worden. Bei der Veräußerung von Wertpapieren im Umlaufvermögen lauten die entsprechenden Werte 1.994 TEUR mit Gewinn und 436 TEUR mit Verlust.

Im Berichtsjahr wurden Abschreibungen auf den Wertpapierbestand des Finanzanlagevermögens und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens in Höhe von 1.148 TEUR (18.602 TEUR) vorgenommen. Davon entfielen 538 TEUR (10.574 TEUR) auf Abschreibungen auf das Finanzanlagevermögen und 610 TEUR (8.028 TEUR) auf Wertpapiere des Umlaufvermögens.

Die G + V Position "Sonstige betriebliche Erträge" in Höhe von 6.448 TEUR (1.487 TEUR) besteht im Wesentlichen aus den gesetzlich vorgeschriebenen Zuschreibungen auf den Wertpapierbestand des Finanzanlagevermögens (1.323 TEUR) und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens (4.527 TEUR). Daneben konnte die Gesellschaft im Berichtsjahr Stillhalterprämien in Höhe von 513 TEUR (1.487 TEUR) vereinnahmen. Eine weitere Position der sonstigen betrieblichen Erträge betrifft die Auflösung von Rückstellungen und sonstigen Verbindlichkeiten für ausstehende Rechnungen in Höhe von 85 TEUR des Vorjahres.

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die mit 530 TEUR (455 TEUR) ausgewiesen werden, entfallen 275 TEUR (107 TEUR) auf die Kosten, die im Zusammenhang mit der RM Rheiner Management AG (Pool- und Kooperationsvertrag) entstanden sind.

Die Personalkosten lagen in 2009 bei 217 TEUR (193 TEUR). Die Gesellschaft beschäftigt am Bilanzstichtag zwei eigene Mitarbeiter. Daneben wurde die allgemeine Verwaltung der Gesellschaft auch durch Fremdleistungen erbracht, die mit 31 TEUR (35 TEUR) innerhalb der Position "sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen werden.

Auf der Zinsseite stehen Erträgen in Höhe von 210 TEUR (294 TEUR) Zinsaufwendungen in Höhe von 488 TEUR (1.348 TEUR) gegenüber. Die Zinserträge sind ausgewiesen in der Position "Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge". Die Zinsaufwendungen betreffen im Wesentlichen die Kosten der Finanzierung des Finanzanlagevermögens und der Wertpapiere des Umlaufvermögens und werden in der Position "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" in der G + V ausgewiesen.

Im Berichtsjahr wurden Dividendenerträge vereinnahmt, die in der Position "Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens" enthalten sind. Insgesamt wurden Erträge in Höhe von 537 TEUR (2.003 TEUR) vereinnahmt.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2009 beträgt 5.997 TEUR (- 19.885 TEUR); der Jahresüberschuss beträgt 5.367 TEUR (Jahresfehlbetrag 19.895 TEUR).

Das Ergebnis je Aktie nach DVFA/SG beträgt 0,20 EUR (- 0,73 EUR).

5 Vermögenslage und Kapitalstruktur

Die Scherzer & Co. AG weist zum Bilanzstichtag einen zu Anschaffungskosten oder niedrigerem beizulegenden Wert (§ 253 Abs. 2 Satz 3 HGB unter Beachtung von § 280 HGB) angesetzten Wertpapierbestand im Finanzanlagevermögen von insgesamt 20.546 TEUR (23.253 TEUR) aus. Im Umlaufvermögen sind Wertpapiere in Höhe von 19.727 (11.843 TEUR) aktiviert.

Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen Steuererstattungsansprüche.

Das ausgewiesene Eigenkapital der Gesellschaft beträgt 29.449 TEUR (24.082 TEUR). Es setzt sich aus dem gezeichneten Kapital in Höhe von 27.219 TEUR (27.219 TEUR), der Kapitalrücklage in Höhe von 8.365 TEUR (8.365 TEUR), der gesetzlichen Rücklage in Höhe von 80 TEUR (80 TEUR) und dem Bilanzverlust in Höhe von 6.215 TEUR (1 1.582 TEUR) zusammen.

Die Position Rückstellungen wurde mit 742 TEUR (104 TEUR) dotiert. Sie betrifft im Wesentlichen Rückstellungen für die Gewerbe- und Körperschaftssteuer (458 TEUR). Daneben entfällt auf die Kosten für Aufsichtsratsvergütungen, Jahresabschluss- und Prüfungskosten und ausstehende Eingangsrechnungen (im Wesentlichen die Zahlung an die RM Rheiner Management AG aus dem Kooperations- und Poolvertrag) ein Betrag in Höhe von 284 TEUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 10.593 TEUR (13.266 TEUR) beziehen sich auf die Finanzierung des Finanzanlagevermögens und der Wertpapiere des Umlaufvermögens.

Die sonstigen Verbindlichkeiten von ausgewiesenen 105 TEUR (153 TEUR) betreffen überwiegend stichtagsbedingte Abgrenzungen aus Wertpapierkäufen.

Die bilanzielle Eigenkapitalquote stellt sich zum Jahresultimo 2009 auf 72,0 % (64,0 %).

Die Hauptversammlung vom 26. Mai 2008 hat ein genehmigtes Kapital in Höhe von 13.609.749 EUR beschlossen.

6 Risiken und Risikomanagementsystem der Scherzer & Co. AG

a) Beschreibung

Die Volatilität der Aktienmärkte führt dazu, dass die Risiko- und Chancenpolitik der Gesellschaft insbesondere auf die Erreichung bzw. Absicherung eines nachhaltigen Vermögenswachstums ausgerichtet ist. Frühzeitige Reaktionen auf die sich verändernden Marktbedingungen sind hierzu erforderlich. Die Scherzer & Co. AG hat deshalb ein Risiko- und Chancenmanagementsystem installiert, das sie in die Lage versetzen soll, die sich aus den Märkten heraus ergebenden Chancen und Risiken zu identifizieren bzw. zu antizipieren. Unter anderem ermöglicht ein Realtime-Informationssystem dem Vorstand der Gesellschaft, schnell und effektiv Entscheidungen im Portfolio umzusetzen. Der Reportingprozess sieht vor, das Portfolio in Risiko- bzw. Chancenkategorien einzuteilen und mit einer Einschätzung des wahrscheinlichen Eintritts zu gewichten. Das System basiert auf der Sichtung öffentlich zugänglicher Informationsmedien, wie Unternehmensberichten, Bundesanzeiger, Fachzeitschriften und dem Internet. Außerdem wird das System ergänzt durch die enge Zusammenarbeit mit externen Kapitalmarktexperten in den Banken und regelmäßigen Besuchen von Unternehmen und Hauptversammlungen.

Die Ausweitung der Finanzmarktkrise und die damit verbundenen Turbulenzen an den Aktienmärkten haben dazu geführt, dass auch Portfoliounternehmen, denen ein hohes Maß an Kursstabilität zugebilligt wurde, teilweise deutlichen Kursrückgängen unterworfen waren. Es ist nicht abzusehen, ob der Markt auch nachhaltig Kriterien wie niedriges KursBuchwertverhältnis, hoher freier Cash-flow, niedrige oder nicht vorhandene Nettoverschuldung, kontinuierliche Dividendenzahlung oder eine hohe Cash-Unterlegung der Aktie bei der Kursfindung berücksichtigen wird.

Die Gesellschaft hat im Dezember 2007 mit der RM Rheiner Management AG einen Kooperations- und Poolvertrag für die Dauer von zunächst fünf Jahren geschlossen. Dadurch hat die Scherzer & Co. AG am umfassenden Wissens- und Erfahrungspool der RM Rheiner Management AG teil.

b) Kreditrisiko

Die Gesellschaft erwirbt Wertpapiere durch den Einsatz ihrer Eigenmittel und gegebenenfalls auch durch die Aufnahme von kurzfristig und mittelfristig fälligen Bankkrediten. Der in der Bilanz zum 31. Dezember 2009 ausgewiesene Saldo gegenüber Kreditinstituten beträgt 10.593 TEUR.

Die Gesellschaft achtet bei der Kreditinanspruchnahme darauf, dass der Kreditsaldo auf der Aktivseite durch Aktienpositionen an Gesellschaften unterlegt ist, bei denen Strukturmaßnahmen durchgeführt, angekündigt oder erwartet werden oder durch Wertpapiere, die einen zins- oder zinsähnlichen Charakter aufweisen. Dies soll im Ergebnis dazu führen, dass auch bei größeren und länger andauernden Kursrückgängen an der Börse, derart kreditfinanzierte Positionen aufgrund ihres vermuteten, überschaubaren Kursrisikos ein stabilisierendes Element im Gesamtportfolio der Scherzer & Co. AG darstellen.

Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Bewertung von Unternehmen an der Börse haben gezeigt, dass auch Gesellschaften, denen eine hohe Kursstabilität beigemessen wird, sich gegebenenfalls den Kursverwerfungen nicht entziehen können.

c) Transaktionsrisiko

Die Kreditkrise hat auch dazu geführt, dass Finanzierungen von Unternehmensübernahmen schwieriger darstellbar sind als dies noch bis zum ersten Halbjahr 2007 der Fall war. Dies trifft insbesondere auf die Aktivitäten von Private-Equity-Gesellschaften zu, die Unternehmensübernahmen in der Regel mit einem hohen Fremdkapitalanteil finanzieren. Dadurch könnte sich für die Scherzer & Co. AG die Situation ergeben, dass in einem ihrer bevorzugten Investmentsegmente, nämlich Unternehmen, welche sich in Sondersituationen befinden, die Anzahl von Investmentgelegenheiten deutlich zurückgeht.

d) Schuldnerrisiko

Bei umgesetzten bzw. abgeschlossenen Strukturmaßnahmen schulden die Hauptgesellschafter den Minderheitsaktionären eine Abfindungszahlung, gegebenenfalls auch Ausgleichszahlungen sowie eine potenzielle Nachbesserung (Abfindungsergänzungsansprüche aus Spruchstellenverfahren). Wegen der Dauer von Überprüfungsverfahren im Anschluss an Strukturmaßnahmen sind Minderheitsgesellschafter regelmäßig über längere Zeiträume dem Schuldnerrisiko ausgesetzt. Für die Scherzer & Co. AG bestehen im Falle von Abfindungsergänzungsansprüchen keine bilanziellen Risiken, da die Gesellschaft Nachbesserungsrechte nicht bilanziert.

Im Zeitraum zwischen der Ankündigung und dem Vollzug von Strukturmaßnahmen sind sämtliche Schuldnerrisiken schlagend. Hierzu zählt die Scherzer & Co. AG auch das Scheitern (passiv) bzw. den Abbruch (aktiv) von Strukturmaßnahmen.

e) Personenrisiko

Im Berichtsjahr wurde die Scherzer & Co. AG durch ein Vorstandsmitglied vertreten. Seit dem 1. März 2007 beschäftigt die Gesellschaft einen Mitarbeiter mit den erforderlichen Fachkenntnissen. Der Verlust der Dienste des Vorstands und/oder des fachlichen Mitarbeiters könnte sich negativ auf die Geschäftsentwicklung und auf das Ergebnis der Scherzer & Co. AG auswirken. Dies bezieht sich gleichermaßen auf die Fähigkeit der Scherzer & Co. AG, sämtliche gesetzlichen und regulatorischen Vorschriften einer im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notierten Gesellschaft einhalten zu können.

f) Prozessrisiken

Passivprozesse:

Passivprozesse sind weder rechtsanhängig, noch sind solche angedroht.

Aktivprozesse:

Die Gesellschaft ist Antragstellerin in verschiedenen gerichtlichen Verfahren zur Überprüfung der Angemessenheit von Abfindungszahlungen. Es besteht ein zu vernachlässigendes Kostenrisiko.

7 Chancen

Bei künftigen Kurssteigerungen werden stille Reserven im Wertpapierbestand gelegt bzw. werden Voraussetzungen geschaffen, um höhere Gewinne zu realisieren. Zur bilanziellen Stärkung des Eigenkapitals können in Zukunft zudem mögliche Erträge aus den Nachbesserungsrechten der Gesellschaft beitragen.

8 Aussichten für das Geschäftsjahr 2010

Nach dem insgesamt sehr erfreulichen Börsenjahr 2009 stellt sich die Frage, ob es der Realwirtschaft gelingt, den aktuellen Bewertungen der Aktienmärkte entsprechende Ertragskennziffern vorzulegen. Insbesondere muss hinterfragt werden, ob die sichtbaren Erholungstendenzen der Konjunktur nachhaltig sind und sich nicht als Strohfeuer der aggressiven weltweiten Stimulierungsmaßnahmen der Regierungen erweisen. Ob die Maßnahmen und Rettungspakete, die die Industrieländer zur Stimulation der Konjunktur und Aufrechterhaltung des Finanzwesens beschlossen haben, ausreichend sind und die gewünschte Wirkung erzielen, bleibt damit auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt völlig offen.

Trotz der internationalen staatlichen Rettungsaktionen im Finanzsystem und dem von Regierungsseite an die Kreditwirtschaft herangetragenen Wunsch, die Wirtschaft mit genügend Fremdmitteln zu versorgen, muss konstatiert werden, dass das bestehende Finanzsystem weit von einer Genesung entfernt ist. Vielmehr zeigte bereits das 4. Quartal 2009 mit der kurz aufflackernden Dubai-Krise und das angelaufene 1. Quartal 2010 zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts, dass die nächste Eskalationsstufe erreicht ist und nun die Bonität ganzer Ländergruppen in Frage gestellt wird. So wird die Kreditwürdigkeit von Griechenland, Portugal und Spanien als Mitgliedsstaaten des Euro-Währungsraumes in Zweifel gezogen. Die sich daraus ergebenden Zins- und Währungsturbulenzen führen bereits zu einer deutlichen Verschlechterung des Klimas an den weltweiten Aktienmärkten. Daher kann es auch 2010 keine Entwarnung an den Kapitalmärkten geben.

In dieser, für eine konkrete Prognose weiterhin unüberschaubaren, wirtschaftlichen Situation kann eine Voraussage über den weiteren Geschäftsverlauf der Scherzer & Co. AG im Geschäftsjahr 2010 nicht befriedigend präzisiert werden. Die getätigten Investments werden aktiv bewirtschaftet und kontinuierlich auf ihre Qualität geprüft. Portfolioadjustierungen werden vorgenommen, wenn sich dies als zweckmäßig und Ziel führend erweist. Alle Investments werden regelmäßig auf ihre jeweiligen Exitoptionen geprüft. Der Investitionsschwerpunkt in Gesellschaften, die mittels so genannter "Corporate Action" stärkere Veränderung erfahren, führt zwar dazu, dass Zielkurse nicht selten kalkulierbar sind, dennoch kann ihr zeitlicher Anfall nicht hinreichend präzise kalkuliert werden. So kann für das Geschäftsjahr 201 0 seitens des Vorstands der Gesellschaft nur ein ansprechendes positives Ergebnis geplant aber nicht versprochen werden. Die Basis hierfür, ein ausgewogenes und werthaltiges Portfolio, ist jedenfalls gegeben.

Somit kann der Vorstand die an dieser Stelle schon früher getätigte Aussage, dass die Scherzer & Co. AG bei einer Anzahl aussichtsreicher Beteiligungen positioniert ist, deren Kursniveau sich noch immer weit unter dem vom Vorstand beigemessenen Wert befindet, wiederholen. Dabei hält die Gesellschaft an ihrem eingeschlagenen Weg fest. Die Investments werden von ihr eng begleitet und gegebenenfalls den Verhältnissen angepasst, sofern der aktuelle Erkenntnisstand Maßnahmen erforderlich macht. Ziel bleibt es, durch nachhaltigen Vermögenszuwachs die Entwicklung der Gesellschaft zu sichern und voranzutreiben.

9 Wesentliche Vorgänge in 2010

Wesentliche Vorgänge von besonderer Bedeutung, mit Ausnahme der Auswirkungen der weiterhin ausgeprägten volatilen Tendenz der Börsen auf die Gesellschaft, sind in der Unternehmenssphäre der Scherzer & Co. AG nach Abschluss des Geschäftsjahres nicht eingetreten.

Köln, den 10.02.2010

Dr. Georg Issels, Vorstand

Bilanz zum 31. Dezember 2009

Aktiva

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Geschäftsjahr

Euro
Vorjahr

Euro
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 276,00 434,00
II. Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.076,00 15.734,00
III. Finanzanlagen
Wertpapiere des Anlagevermögens 20.545.943,07 23.252.520,04
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonst. Vermögensgegenstände sonstige Vermögensgegenstände 478.633,28 911.741,32
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr Euro 5.285,65 (Euro 5.920,01)
II. Wertpapiere
sonstige Wertpapiere 19.727.141,54 11.842.848,37
III. Kassenbestand, und Guthaben bei Kreditinstituten 106.211,91 1.569.821,64
C. Rechnungsabgrenzungsposten 19.748,64 11.878,64
40.890.030,44 37.604.978,01
Passiva
Euro Geschäftsjahr

Euro
Vorjahr

Euro
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 27.219.499,00 27.219.499,00
II. Kapitalrücklage 8.364.780,64 8.364.780,64
III. Gewinnrücklagen
gesetzliche Rücklagen 80.166,89 80.166,89
IV. Bilanzverlust 6.214.779,79- 11.581.855,00-
- davon Verlustvortrag Euro -1 1.581.855,00 (Euro 0,00)
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 457.924,00 0,00
2. sonstige Rückstellungen 284.350,00 742.274,00 103.546,59
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.593.468,78 1 3.266.315,77
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 4.293.468,78 (Euro 4.966.315,77)
2. sonstige Verbindlichkeiten 104.620,92 10.698.089,70 152.524,12
- davon aus Steuern Euro 6.136,35 (Euro 5.806,21)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit Euro 0,00 (Euro 494,64)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 104.620,92 (Euro 152.029,48)
40.890.030,44 37.604.978,01

Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2009 Scherzer & Co. AG, Köln

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Euro Geschäftsjahr

Euro
Vorjahr

Euro
1. Erträge aus Wertpapierverkäufen 1.188.544,98 3.066.435,54-
2. sonstige betriebliche Erträge 6.448.470,30 1.487.193,91
3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 197.546,41- 177.892,79-
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 19.301,88- 216.848,29- 14.748,90-
4. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie auf aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs 4.635,91- 5.398,53-
5. sonstige betriebliche Aufwendungen 530.253,71- 455.1 19,57-
6. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 536.644,88 2.002.740,64
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 210.031,53 294.502,16
8. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 1.147.731,52- 18.601.780,97-
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 487.531,63- 1.348.380,75-
10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 5.996.690,63 19.885.320,34-
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 629.615,42- 9.835,62-
12. Jahresüberschuß 5.367.075,21 19.895.155,96-
13. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 11.581.855,00- 4.433.571,93
14. Entnahmen aus Gewinnrücklagen aus anderen Gewinnrücklagen 0,00 8.313.300,96
15. Einstellungen in Gewinnrücklagen in andere Gewinnrücklagen 0,00 4.433.571,93 -
16. Bilanzverlust 6.214.779,79- 11.581.855,00-

Anhang zum 31. Dezember 2009

1. Angaben und Erläuterungen zu Bestandteilen der Form, insbesondere der Gliederung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss wurde unter Berücksichtigung der Gliederungsvorschriften des § 266 HGB aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde gemäß § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Angaben zur Bewertung und Bilanzierung

Der Jahresabschluss wird in Euro (€) aufgestellt.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und soweit abnutzbar um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear vorgenommen. Entsprechend der Neuregelung der steuerlichen Abschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern (§ 6 Abs. 2a EStG) wurde für Zugänge an Wirtschaftsgütern mit Einzelanschaffungswerten von über € 1 50,00 bis € 1.000,00 ab dem Wirtschaftsjahr 2008 ein zusammenfassender Sammelposten aktiviert, der im Wirtschaftsjahr seiner Bildung und in den folgenden vier Jahren in Höhe von jeweils 20% abgeschrieben wird. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Einzelanschaffungswert von bis zu € 1 50,00 wurden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben (§ 6 Abs. 2 EStG).

Die Wertpapiere wurden grundsätzlich mit den Anschaffungskosten bewertet. Soweit die Kurswerte unter die Anschaffungskosten gefallen sind, wurden jedoch entsprechende Abwertungen vorgenommen. Bei wieder gestiegenen Kursen wurden zur Wertaufholung Zuschreibungen durchgeführt, die Obergrenze der Zuschreibungen liegt bei den ursprünglichen Anschaffungskosten.

Die Wertpapierdepots sind an die finanzierenden Kreditinstitute verpfändet.

Sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert bzw. mit dem niedrigeren Barwert (Körperschaftsteuerguthaben gem. § 37 KStG) ausgewiesen. Erkennbare Einzelrisiken waren nicht vorhanden, eine Wertberichtigung wurde nicht vorgenommen.

Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt.

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgte zum Rückzahlungsbetrag.

3. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten

3.1 Einzelposten des Anlagevermögens

Die Entwicklung des Brutto-Anlagevermögens sowie die Abschreibungen des Geschäftsjahres für die Einzelposten des Anlagevermögens ergeben sich aus dem nachfolgenden Anlagenspiegel.

3.2 Angaben zum Kapital

3.2.1 Zusammensetzung des Grundkapitals

Das Grundkapital beträgt Euro 27.219.499,00. Es ist eingeteilt in 27.219.499 Stückaktien.

3.2.2 Bedingtes Kapital

Das bedingte Kapital beträgt Euro 9.073.1 66,00, eingeteilt in bis zu 9.073.1 66 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Das bedingte Kapital wurde auf der Hauptversammlung vom 21.05.2007 beschlossen.

3.2.3 Genehmigtes Kapital

Das genehmigte Kapital beträgt Euro 1 3.609.749,00, eingeteilt in bis zu 1 3.609.749 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Das genehmigte Kapital wurde auf der Hauptversammlung vom 26.05.2008 beschlossen.

3.2.4 Bilanzverlust

Der Bilanzgewinn/ -verlust entwickelte sich wie folgt:

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Verlustvortrag zum 31. Dezember 2008 . /. 11.581.855,00
. /. Einstellung in andere Gewinnrücklagen . /. 0,00
Zwischensumme . /. 11.581.855,00
. /. Jahresüberschuss 2009 5.367.075,21
+ Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen 0,00
Bilanzverlust zum 31. Dezember 2009 . /. 6.214.779,79

Anlagenspiegel

Entwicklung des Anlagevermögens zum 31.12.2009 Scherzer & Co. AG, Köln

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Anschaffungskosten
01.01.2009

Euro
Umbuchung

Euro
Zugang

Euro
Abgang

Euro
31.12.2009

Euro
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 474,81 474,81
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 474,81 474,81
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 31.224,02 819,91 32.043,93
Summe Sachanlagen 31.224,02 819,91 32.043,93
III. Finanzanlagen
1. Wertpapiere des Anlagevermögens 34.731.931,84 8.968.984,91 18.094.752,85 25.606.163,90
Summe Finanzanlagen 34.731.931,84 8.968.984,91 18.094.752,85 25.606.163,90
Anlagevermögen insgesamt 34.763.630,67 8.969.804,82 18.094.752,85 25.638.682,64

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Zuschreibungen/Aufgelaufene Abschreibungen
01.01.2009

Euro
Zuschreibung

Euro
Zugang

Euro
Abgang

Euro
31.12.20098

Euro
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 40,81 158,00 198,81
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 40,81 158,00 198,81
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.490,02 4.477,91 1 9.967,93
Summe Sachanlagen 15.490,02 4.477,91 19.967,93
III. Finanzanlagen
1. Wertpapiere des Anlagevermögens 11.479.411,80 1.322.952,74 538.099,65 5.634.337,88 5.060.220,83
Summe Finanzanlagen 11.479.411,80 1.322.952,74 538.099,65 5.634.337,88 5.060.220,83
Anlagevermögen insgesamt 11.494.942,63 1.322.952,74 542.735,56 5.634.337,88 5.080.387,57

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Buchwerte
31.12.2009

Euro
31.12.2008

Euro
--- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 276,00 434,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 276,00 434,00
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.076,00 15.734,00
Summe Sachanlagen 12.076,00 15.734,00
III. Finanzanlagen
1. Wertpapiere des Anlagevermögens 20.545.943,07 23.252.520,04
Summe Finanzanlagen 20.545.943,07 23.252.520,04
Anlagevermögen insgesamt 20.558.295,07 23.268.688,04

3.3 Sonstige Rückstellungen

Es handelt sich im Wesentlichen um Kosten der Aufsichtsratsvergütungen (27 TEUR), Kosten des Jahresabschlusses und der Prüfung (22 TEUR), Prämienaufwand für Stillhalterpositionen (40 TEUR) sowie Kosten für Vergütung an die RM Rheiner Management AG, entsprechend dem Kooperations-/Poolvertrag (192 TEUR).

3.4 Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen gegenüber Kreditinstituten. Die Angaben zur Restlaufzeit und zur Besicherung sind dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel zu entnehmen:

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Restlaufzeit
Verbindlichk. bis 1 Jahr

1-5 Jahre

über 5 Jahre

Gesamt

Gesichert

--- --- --- --- --- ---
gegenüber Kreditinstituten 4.293.468,78 6.300.000,00 0,00 10.593.468,78 10.593.468,78
Sonstige 104.620,92 0,00 0,00 104.620,92 0,00
Summe 4.398.089,70 6.300.000,00 0,00 10.698.089,70 10.593.468,78

Die Sicherung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erfolgte durch Abtretung von Wertpapierdepots und Bankguthaben.

4. Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Aufgliederung der Wertpapierverluste und sonstigen betrieblichen Erträge nach Tätigkeitsbereichen

Das Wertpapierergebnis (1.1 89 TEUR) setzt sich wie folgt zusammen: Wertpapierverluste in Höhe von 369 TEUR aus Verkäufen von Wertpapieren des Anlagevermögens und Wertpapiergewinne in Höhe von 1.558 TEUR aus Verkäufen von Wertpapieren des Umlaufvermögens.

Die sonstigen betrieblichen Erträge (6.448 TEUR) setzen sich wie folgt zusammen: Erträge aus Zuschreibungen gem. § 280 (1) HGB Finanzanlagevermögen (1.323 TEUR), Erträge aus Zuschreibungen gem. § 280 (1) HGB Wertpapiere Umlaufvermögen (4.527 TEUR), Erträge aus Stillhaltergeschäften (51 3 TEUR), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (40 TEUR), Erträge aus der Auflösung von Verbindlichkeiten (45 TEUR).

4.2 Außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen

Abschreibungen auf Wertpapiere sind immer außerplanmäßige Abschreibungen, da für Wertpapiere keine "planmäßigen" Abschreibungen vorgenommen werden.

In der GuV-Position Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens sind daher 538 TEUR für außerplanmäßige Abschreibungen auf die Wertpapiere des Anlagevermögens enthalten.

5. Sonstige Angaben

5.1 Angaben zu den Unternehmensorganen

Der Vorstand

Dr. Georg Issels, Kaufmann

Die Gesamtbezüge des Vorstands betragen Euro 1 56.386,64.

Aufsichtsrat

Dr. Hanno Marquardt, Rechtsanwalt, Berlin (Vorsitzender)

Rolf Hauschildt, Investor, Düsseldorf (Stellvertretender Vorsitzender)

Dr. Dirk Rüttgers, Vermögensverwalter, München

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats belaufen sich auf Euro 26.775,00.

5.2 Anzahl der durchschnittlichen Arbeitnehmer

Die Firma beschäftigte im Geschäftsjahr zwei Mitarbeiter.

Köln, den 10.02.2010

Der Vorstand

Weitere Mandate der Aufsichtsratsmitglieder:

Herr Dr. Hanno Marquardt ist außerdem:

Vorsitzender des Aufsichtsrats der RM Rheiner Management AG, Köln
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Allerthal-Werke AG, Köln
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Solventis AG, Frankfurt
Mitglied des Aufsichtsrats der Esterer AG, Altötting
Mitglied des Aufsichtsrats der Q2M Managementberatung AG, Stuttgart

Herr Hauschildt ist außerdem

Vorsitzender des Aufsichtsrats der ProAktiva Vermögensverwaltung AG, Hamburg
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Germania-EPE AG, Gronau
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bau-Verein zu Hamburg AG, Hamburg
Mitglied des Aufsichtsrats der Allerthal-Werke AG, Köln
Mitglied des Aufsichtsrats der RM Rheiner Management AG, Köln
Mitglied des Aufsichtsrats der TAG Immobilien AG, Tegernsee
Mitglied des Aufsichtsrats der Solventis AG, Frankfurt

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Scherzer & Co. AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Köln, 17.02.2010

**Formhals Revisions- und Treuhand GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft**

Harald Formhal, Wirtschaftsprüfer