AI assistant
Schaeffler AG — Annual Report 2014
Sep 14, 2015
379_rns_2015-09-14_e6a017f1-2f61-40ff-8ca7-884d0ca7cbc5.html
Annual Report
Open in viewerOpens in your device viewer
Schaeffler AG
Herzogenaurach
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014
Mobilität für morgen
Qualität
Technologie
Innovation
Jahresabschluss und zusammengefasster Lagebericht
| 1. | Zusammengefasster Lagebericht |
| 2. | Jahresabschluss |
Zusammengefasster Lagebericht i. S. d. § 315 Abs. 3 HGB
Im nachfolgenden Lagebericht wurde das Wahlrecht genutzt, den Lagebericht der Schaeffler AG in den Lagebericht der Schaeffler Gruppe zusammen zu fassen.
Zusammengefasster Lagebericht
1.
Grundlagen des Konzerns
| 1.1. | Schaeffler Gruppe im Überblick |
| 1.2. | Geschäftstätigkeit |
| 1.3. | Konzernstruktur |
| 1.4. | Konzernstrategie und -steuerung |
| 1.5. | Mitarbeiter |
| 1.6. | Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung |
2.
Wirtschaftsbericht
| 2.1. | Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen |
| 2.2. | Geschäftsverlauf |
| 2.3. | Ertragslage |
| 2.4. | Finanz- und Vermögenslage |
| 2.5. | Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2014 |
| 2.6. | Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Muttergesellschaft Schaeffler AG |
3.
Nachtragsbericht
4.
Chancen- und Risikobericht
5.
Prognosebericht
Vorbehalt bei zukunftsgerichteten Aussagen
Dieser Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Vorstands zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts beruhen. Solche Aussagen beziehen sich auf Zeiträume in der Zukunft oder sind durch Begriffe wie „erwarten", „vorhersagen", „beabsichtigen", „prognostizieren", „planen", „schätzen" oder „rechnen mit" gekennzeichnet. Zukunftsgerichtete Aussagen sind mit Risiken und Unsicherheiten verbunden. Eine Vielzahl dieser Risiken und Unsicherheiten wird von Faktoren bestimmt, die nicht dem Einfluss der Schaeffler Gruppe unterliegen. Die tatsächlichen Ergebnisse können daher erheblich von den beschriebenen abweichen.
Währungsumrechnungseffekte
Währungsbereinigte Umsatz- und Ergebniszahlen werden berechnet, indem Umsatz und Ergebnis der aktuellen Berichtsperiode sowie der Vorjahres- bzw. Vergleichsperiode mit einem einheitlichen Wechselkurs umgerechnet werden.
Vorjahreszahlen
Die Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) veröffentlicht zum 31. Dezember zog erstmals einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht. Diese knüpfen formal nicht an die letztjährige Berichterstattung der Schaeffler AG (nunmehr Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH) zum 31. Dezember 2013 an und sind daher nur mit bestimmten Einschränkungen mit deren Vorjahresberichterstattung vergleichbar.
Die im Rahmen der vorliegenden Berichterstattung verwendeten Finanzinformationen (mit Ausnahme der Konzern-Bilanz) des Geschäftsjahres 2013 wurden im Rahmen eines sog. Carve-Out erstellt (vgl. Konzernanhang 1.2),
der die Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe rückwirkend so darstellt, als habe die aktuelle Konzernstruktur bereits vor dem 31. Dezember 2013 bestanden.
1. Grundlagen des Konzerns
1.1 Schaeffler Gruppe im Überblick
Die Schaeffler Gruppe (im Folgenden auch als „Schaeffler" bezeichnet) ist ein weltweit führender integrierter Automobil- und Industriezulieferer. Das Unternehmen steht für höchste Qualität, herausragende Technologie und ausgeprägte Innovationskraft. Mit Präzisionskomponenten und Systemen in Motor, Getriebe und Fahrwerk sowie Wälz- und Gleitlagerlösungen für eine Vielzahl von Industrieanwendungen leistet die Schaeffler Gruppe einen entscheidenden Beitrag für die „Mobilität für morgen".
Mit rund 82.000 Mitarbeitern ist Schaeffler eines der weltweit größten Technologieunternehmen in Familienbesitz und verfügt mit rund 170 Standorten in 5o Ländern über ein weltweites Netz aus Produktionsstandorten, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und Vertriebsgesellschaften. Die operative Basis der Gruppe bilden 74 Werke.
Die Schaeffler Gruppe verfolgt seit Jahren eine Wachstumsstrategie mit dem Ziel, profitabel über dem Markt zu wachsen. Kern dieser Wachstumsstrategie sind höchste Ansprüche an Qualität, Technologie und Innovation sowohl im Kundengeschäft als auch bei den internen Prozessen. Ausgehend von den großen Megatrends, die das Geschäft von Schaeffler bestimmen, hat Schaeffler Ende 2013 das Strategiekonzept „Mobilität für morgen" entwickelt. Im Rahmen dieses Konzepts konzentriert sich die Schaeffler Gruppe auf die vier Fokusfelder „Umweltfreundliche Antriebe", „Urbane Mobilität", „Interurbane Mobilität" sowie „Energiekette".
Die Schaeffler Gruppe hat im vierten Quartal 2013 ihre Organisations- und Führungsstruktur neu ausgerichtet und eine mehrdimensionale Matrixorganisation aufgebaut, die auf zwei Sparten, fünf Funktionen und vier Regionen basiert.
Das Geschäft der Schaeffler Gruppe wird primär nach den Sparten Automotive und Industrie gesteuert, die sich jeweils in mehrere Unternehmens- und Geschäftsbereiche gliedern. Dabei umfassen die Sparten sowohl das Erstausrüstungsgeschäft (OEM-Geschäft) als auch das Aftermarket-Geschäft. Zum Organisationsmodell der Schaeffler Gruppe gehören die fünf Funktionen: CEO-Funktionen — Technologie — Produktion, Logistik und Einkauf — Finanzen sowie Personal. Der Vertrieb ist direkt den Sparten Automotive und Industrie zugeordnet. Die dritte Dimension bilden die vier Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik, die jeweils von einem regionalen CEO geführt werden.
Die Schaeffler Gruppe wird durch den Vorstand der Schaeffler AG geführt. Dem Vorstand gehören neben dem Vorsitzenden die Vorstände der Sparten und der Funktionen an. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung, legt die Ziele und die strategische Ausrichtung fest und steuert die Umsetzung der Wachstumsstrategie. Der Aufsichtsrat der Schaeffler AG bestellt, berät und überwacht den Vorstand. Der Vorstand bildet gemeinsam mit den regionalen CEOs das Executive Board der Schaeffler Gruppe. Die Führungsstruktur spiegelt somit die Organisationsstruktur der Schaeffler Gruppe wider.
Führungsstruktur der Schaeffler Gruppe

Zur Schaeffler Gruppe gehören zum 31. Dezember zog neben der als Führungsgesellschaft fungierenden Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung)
— eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in Herzogenaurach — 155 Tochterunternehmen im In- und Ausland.
Die Konzernstruktur wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr neu ausgerichtet. Infolgedessen bezieht sich die vorliegende Berichterstattung der Schaeffler AG auf einen — gegenüber der Berichterstattung des Vorjahres — modifizierten Konsolidierungskreis (Kreis der einzubeziehenden Gesellschaften). Als unmittelbare Folge der Neuausrichtung besteht auf Ebene der Schaeffler Gruppe keine direkte oder indirekte Beteiligung an der Continental AG. 1)
1) Zu den Details der Veränderungen in der Konzernstruktur vgl. Tz. 1.3.
1.2 Geschäftstätigkeit
Schaeffler entwickelt und fertigt Präzisionsprodukte für rund 6o Branchen weltweit. Die technologisch hochentwickelten Komponenten und Systeme kommen in Maschinen, Anlagen, Fahrzeugen oder in der Luft- und Raumfahrt zur Anwendung. Der Konzern vertreibt seine Produkte und Leistungen an eine Vielzahl von Automobilherstellern und Industriekunden.


Sparten
Die Schaeffler Gruppe umfasst die beiden Sparten Automotive und Industrie. Die Sparten gliedern sich in mehrere Unternehmensbereiche, die wiederum diverse Geschäftsbereiche umfassen.
Sparten und Unternehmensbereiche der Schaeffler Gruppe
scroll
| Schaeffler Gruppe | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Automotive | Industrie | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Motorsysteme | Getriebesysteme | Fahrwerksysteme | Automotive Aftermarket | Industrie anwendungen Industrial | Aftermarket |
Vereinfachte Darstellung zu Illustrationszwecken.
Die Sparte Automotive beliefert alle namhaften Automobilhersteller weltweit sowie eine Vielzahl von Automobilzulieferern (Tier I) und Automotive Aftermarket Kunden. Schaeffler entwickelt und fertigt zukunftsweisende Produkte in den Bereichen Motor-, Getriebe- und Fahrwerkssysteme. Als Partner der Automobilindustrie ist Schaeffler führend in der Entwicklung und Produktion von unterschiedlichsten Anwendungen im Automotive-Bereich. Die operative Exzellenz des Konzerns erstreckt sich auf Komponenten und Systemlösungen sowohl für Fahrzeuge mit verbrennungsmotorischem Antriebsstrang als auch für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Zu den wesentlichen Produkten zählen Kupplungssysteme, Getriebekomponenten, Torsionsdämpfer, Ventiltriebsysteme, Nockenwellenversteller und Elektroantriebe. Die Schaeffler-Präzisionsprodukte tragen entscheidend dazu bei, dass Motoren weniger Kraftstoff verbrauchen und immer strengere Emissionsvorgaben eingehalten werden. Gleichzeitig erhöhen sie Fahrkomfort und -dynamik und verlängern die Lebensdauer von Motoren und Getrieben. Als einer der führenden Automobilzulieferer weltweit bietet die Schaeffler Gruppe eine ausgeprägte Fachkompetenz für den kompletten Antriebsstrang.
Die Sparte Automotive vervollständigt ihr Geschäft mit einem umfassenden Aftermarket-Angebot. Das Aftermarket-Geschäft verantwortet das weltweite Ersatzteilgeschäft. Die Produktpalette deckt die Einsatzbereiche Kupplungs- und Ausrücksysteme, Motoren- und Getriebeanwendungen sowie Fahrwerkanwendungen ab. Darüber hinaus bietet Schaeffler Automotive Aftermarket umfassende Serviceleistungen an. So enthält das Angebot u. a. unterschiedliche Ansätze der Wissensvermittlung, wie die Durchführung von praxisorientierten Trainings, die Beratung durch die Schaeffler-Reparatur-Hotline oder über das Online-Werkstattportal sowie die Entwicklung von Spezialwerkzeugen.
Die Sparte Industrie liefert Produkte wie z. B. Wälz- und Gleitlager, Lineartechnik, Instandhaltungsprodukte, Monitoringsysteme und Direktantriebstechnik an namhafte Kunden aus etwa 6o verschiedenen Industriebranchen und eine Vielzahl von Industrial Aftermarket Kunden. Das Produktportfolio reicht von Hochdrehzahl- und Hochpräzisionslagern mit sehr geringen Durchmessern bis hin zu Großlagern mit einem Durchmesser von über drei Metern. Die von dieser Sparte hergestellten Lager und damit verwandten Produkte kommen u. a. im Bereich Antriebstechnik, in Produktionsmaschinen und Windkraftanlagen sowie in der Schwerindustrie zum Einsatz. Im Bereich Luft- und Raumfahrt ist die Schaeffler Gruppe ein führender Hersteller von Hochpräzisionslagern für Triebwerke von Flugzeugen und Hubschraubern sowie für Raumfahrtanwendungen.
Der Industrial Aftermarket der Schaeffler Gruppe verantwortet das Ersatzteil- und Servicegeschäft mit Endkunden und Vertriebspartnern in allen wichtigen Industriesektoren. Im Fokus steht die Sicherstellung der Versorgung der Kunden mit qualitativ hochwertigen Produkten, Anwendungslösungen und Serviceleistungen. Schaeffler bietet darüber hinaus Systeme zur Zustandsüberwachung von Anlagen beim Kunden.
Im Geschäftsjahr 2014 wurden rund 23 % (Vj.: 24 %) des Gesamtumsatzes der Gruppe im Aftermarket-Geschäft der beiden Sparten erzielt.
Funktionen
Die Struktur der Schaeffler Gruppe beinhaltet fünf Funktionen: CEO-Funktionen - Technologie - Produktion, Logistik und Einkauf - Finanzen und Personal.
Funktionen der Schaeffler Gruppe
scroll
| Schaeffler Gruppe | ||||
|---|---|---|---|---|
| CEO-Funktionen | Technologie | Produktion, Logistik & Einkauf | Finanzen | Personal |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| - Qualität | - F&E Strategie, Prozesse & Ressourcen | - Operations Strategie & Prozesse | - Fin. Strategie, Prozesse & Infrastruktur | - Pers. Strategie, Prozesse & Infrastruktur |
| - MOVE | - Corporate Innovation | - Produktionstechnologie | - Corporate Accounting | - Grundsatzfragen & Entgeltpolitik |
| - Kommunikation, Marketing & Investor Relations | - F&E Service | - Sondermaschinenbau | - Corporate Controlling | - Administration & Abrechnung |
| - Recht | - Gewerblicher Rechtsschutz | - Werkzeugbau & Prototypenbau | - Corporate Treasury | - Personal Zentralfunktionen I |
| - Interne Revision | - Oberflächentechnologie | - Industrial Engineering | - Corporate Taxes | - Personal Zentralfunktionen II |
| - Konzernentwicklung & Strategie | - Informationstechnologie | - Bearing & Components Technologies | - Corporate Insurance | - Personalentwicklung |
| - Compliance & Unternehmenssicherheit | - Logistik | - Umwelt, Arbeitssicherheit & -medizin | ||
| - Corporate Real Estate | - Einkauf |
Für Schaeffler, als einen der führenden Automobilzulieferer und Industriepartner, sind die beiden Funktionen Technologie (insbesondere der Bereich Forschung und Entwicklung) und Produktion, Logistik und Einkauf von besonderer Bedeutung. Sie tragen maßgeblich zur Sicherstellung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Gruppe bei. Im Folgenden werden diese beiden Funktionen sowie der Bereich Compliance näher erläutert.
Forschung und Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2014 konnte die Schaeffler Gruppe im Rahmen des Strategiekonzepts „Mobilität für morgen" die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung und damit die Grundlage für einen nachhaltigen Geschäftserfolg weiter ausbauen.
Investitionen in Forschung und Entwicklung sind für die Schaeffler Gruppe von zentraler Bedeutung um neue Produkte und Prozesse zu erarbeiten. Schaeffler beschäftigte im Berichtsjahr 6.387 F & E-Mitarbeiter (Vj.: 6.039) in 16 F & E-Zentren (Vj.: 16) und weiteren F & E Standorten in elf Ländern. 2.772 interne Erfindungsmeldungen im Jahr 2014 (Vj.: 2.584) unterstreichen die Bedeutung der strategischen Sicherung des geistigen Eigentums und die Innovationskraft des Konzerns.
Schaeffler erwartet damit für 2014 wiederholt eine Position unter den Top 5 der innovativsten Unternehmen Deutschlands.

Zur weiteren Stärkung der Innovationskraft des Unternehmens dient das etablierte 2014 Technology Board. Es ist ein Steuerungsgremium der Schaeffler Gruppe, das den Innovationsprozess von der Ideengenerierung über die Evaluation der Innovationsvorhaben bis hin zum Vorentwicklungsprozess begleitet, steuert und überwacht.

Die Optimierung der F & E-Organisation der Schaeffler Gruppe wurde seit Jahresbeginn mit jeweils einem Entwicklungsverantwortlichen für die Sparten Automotive und Industrie weiter vorangetrieben. Die gestärkte Systemkompetenz wird u. a. durch neue Fahrzeug- und Mobilitätskonzepte verdeutlicht und führt zu einem Ausbau der Technologieführerschaft des Unternehmens. In diesem Zusammenhang fördert Schaeffler gezielt z. B. die Weiterentwicklung aktueller Konzeptfahrzeuge und überträgt vergleichbare Konzepte auf den Industriebereich. Das Unternehmen verfolgt konsequent das Ziel, den Kunden weltweit Systemlösungen anbieten zu können, und stellt damit die Weichen für ein langfristiges und profitables Wachstum.
Ein weiterer wichtiger Aspekt liegt auf der Optimierung des internen und externen Netzwerkes, da ein kontinuierlicher Wissensaustausch Basis für den weltweiten Erfolg der F & E-Aktivitäten der Schaeffler Gruppe ist. Die wesentlichen Ziele der Kooperation mit externen Partnern liegen sowohl in der Nutzung des Potenzials für gemeinsame Entwicklungsprojekte als auch in der Rekrutierung von Nachwuchskräften.
F & E-Arbeit ist für Schaeffler Voraussetzung für ein innovatives und wettbewerbsfähiges Produktportfolio, das ein langfristiges und profitables Wachstum sichert. Daher stärkt Schaeffler nicht nur bestehende Geschäftsfelder, sondern treibt insbesondere die Erschließung neuer Felder voran. Im Zuge dessen fand 2014 zum siebten Mal das interne „Forum of Inspiration" in Herzogenaurach statt, das die Möglichkeit bot, innovative Ideen vorzustellen. An rund 50 Marktständen konnten sich Mitarbeiter über aktuelle Projekte und Entwicklungen, an denen die Schaeffler Gruppe arbeitet, informieren und austauschen. Im Rahmen dieser Veranstaltung fand der Innovationswettbewerb „Arena of Inspiration" statt, bei dem verschiedene Vorhaben vorgestellt und bewertet wurden. Zur besten Idee wählten die Mitarbeiter eine neue, selbstverstärkende Kupplung für Motorräder, die mit dem „Inspiration Award" für herausragende Innovationen ausgezeichnet wurde. Die Siegeridee aus dem Jahr 2013 — eine akustische Qualitätskontrolle — fand bereits erste Interessenten im Produktionsbereich und soll bei der Kontrolle für Sicherungselemente in der Fertigungslinie am Standort Sheffield, Großbritannien, eingesetzt werden.
Im Geschäftsjahr 2014 wurden erneut Innovationen aus allen Sparten der Schaeffler Gruppe mit Auszeichnungen prämiert:
scroll
| Produkt | Auszeichnung | Kategorie | Sparte |
|---|---|---|---|
| Drehmomentwandler mit Fliehkraftpendel | PACE Award | Produkte | Automotive |
| E-Wheel Drive | Innovation des Jahres | - | - |
| FAG-VELOMATIC | Eurobike Award | Komponenten | Industrie |
| Triondur CH | Materialica Design + Technology Award Silber | Surface & Technology | Automotive |
Forschung und Entwicklung in der Sparte Automotive
Weltweite Gesetzesvorgaben fordern eine deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen von Kraftfahrzeugen. Demnach gilt ab 2021 innerhalb der Europäischen Union ein Emissionsgrenzwert von 95 g CO2/km. Der steigende Mobilitätsbedarf muss also mit einem geringeren Ressourceneinsatz und vor allem niedrigeren CO2-Emissionen bewältigt werden. Obwohl der Verbrennungsmotor noch lange dominieren wird, steigt der Anteil an elektrifizierten Antrieben, insbesondere Hybride, stetig. Schaeffler bietet Lösungen für alle zukünftigen Mobilitätskonzepte und setzt dabei auf eine Fächerstrategie. Dabei positioniert sich Schaeffler auf dem Markt für die Optimierung des klassischen Verbrennungsmotors über Hybridlösungen bis hin zur Elektromobilität.
Mit unterschiedlichen Konzeptfahrzeugen zeigt Schaeffler das breit gefächerte Spektrum moderner Automobilität und gibt einen Blick auf Teile des breiten Produktportfolios der „Mobilität für morgen". Die Konzeptfahrzeuge der Schaeffler Gruppe sind in folgender Grafik abgebildet:
Konzeptfahrzeuge der Schaeffler Gruppe
Efficient Future Mobility India
Technische Features:
| ― | Elektronisches Kupplungsmanagement |
| ― | Schaltabsichtserkennung am Wählhebel |
| ― | Schaltdom mit Gangerkennung |
| ― | 12-V-Riemen-Starter-Generator mit Entkopplungsspanner RSEMP |
| ― | Optimierter Verbrennungsmotor (z.B. Beschichtete Tassen) |
Fahrzeugfunktionalität:
| ― | Automatisiertes Kuppeln in Verbindung mit einem Handschaltgetriebe (Entfall des Kupplungspedals) |
| ― | Passives Segeln (Verbrennungsmotor aus) |
| ― | Wählbarer Motorstart via Riemen-Starter-Generator oder Ritzelstarter |
| ― | Erweitertes Start-Stopp-System |
| ― | Kriechen |
| ― | Optische und akustische Schaltempfehlung |
Kundenvorteile:
| ― | Effizienzsteigerung |
| ― | Verbesserung von Fahrbarkeit und Komfort |
| ― | Darstellung innovativer Funktionen |
Efficient Future Mobility North America
Technische Features:
| ― | 48-V-Motor als paralleler Hybrid |
| ― | Permanent eingespurter Startermotor |
| ― | Niveauregulierung |
| ― | Abkoppelbarer Allradantrieb |
| ― | Optimierter Verbrennungsmotor (beschichtete Ventiltriebskomponenten, wälzgelagerte Ausgleichswelle) |
| ― | Thermomanagement-Modul |
Fahrzeugfunktionalität:
| ― | Rekuperation |
| ― | Lastpunktverschiebung |
| ― | Boost |
| ― | Segeln (Verbrennungsmotor im Leerlauf oder Verbrennungsmotor aus) |
| ― | Wechsel zwischen Allradantrieb und Frontantrieb (automatisch oder manuell) |
| ― | Erweiterte Start-Stopp-Funktion |
| ― | Elektrifizierung der Nebenaggregate mit nur einem Elektromotor |
Kundenvorteile:
| ― | Verbesserte Effizienz |
| ― | Verbesserte Fahrleistung |
Efficient Future Mobility China
Technische Features:
| ― | Plug-In-Antriebskonzept bestehend aus einem P2 Hybrid Modul in Kombination mit einem „downgesizeden" modernen Verbrennungsmotor |
| ― | Trockene Doppelkupplung, Elektromechanische Kupplungs- und Schaltaktorik |
| ― | Hybridstrategie |
Fahrzeugfunktionalität:
| ― | Aktives Segeln |
| ― | Boost |
| ― | Elektrisches Fahren |
| ― | Lastpunktverschiebung |
| ― | Rekuperation |
| ― | Start-Stopp-System |
Kundenvorteile:
| ― | Deutliches Kraftstoffeinsparpotenzial |
| ― | Elektrisches Fahrerlebnis |
| ― | Komfortsteigerung |
| ― | Verbesserung der Fahrleistung |
Gasoline Technology Car (GTC)
Technische Features:
| ― | 48-V-Riemenstarter-Generator mit Entkopplungsspanner |
| ― | Elektronisches Kupplungsmanagement (Clutch-by-wire) |
| ― | Externe, gekühlte Abgasrückführung |
| ― | Hochdruck-Benzineinspritzung |
| ― | Schaltdom mit Gangsensor |
| ― | Thermomanagement-Modul |
Fahrzeugfunktionalität:
| ― | Boost |
| ― | Handschaltung mit automatisierter Kupplung |
| ― | Lastpunktverschiebung |
| ― | Rekuperation |
| ― | Segeln (Verbrennungsmotor aus) |
| ― | Erweitertes Start-Stopp-System |
Kundenvorteile:
| ― | CO2 Einsparung von >15% 95 g CO2/km |
| ― | Erfüllung Euro 6c |
| ― | Verbesserter (Schalt-)Komfort |
System 48 V
Technische Features:
| ― | 48 V elektrische Achse mit zwei Gängen und Torque Vectoring |
| ― | 48-V-Riemenstarter-Generator mit Entkopplungsspanner |
| ― | 48-V-Batterie |
| ― | Plug-In-Funktion |
| ― | Hybridstrategie |
| ― | Riemenscheibenentkoppler |
Fahrzeugfunktionalität:
| ― | Aktives Segeln |
| ― | Boost |
| ― | Elektrisches Fahren |
| ― | Fahrmodi ECO und SPORT |
| ― | Front-/ Allradantrieb |
| ― | Lastpunktverschiebung |
| ― | Rekuperation |
| ― | Start-Stopp-System |
| ― | Aktive Momentverteilung (Torque Vectoring) an der Hinterachse |
Kundenvorteile:
| ― | Elektrisches Fahrerlebnis |
| ― | Komfortsteigerung |
| ― | Kraftstoffeinsparpotenzial |
| ― | Verbesserung der Fahrdynamik |
ACTIVeDRIVE
Technische Features:
| ― | Vorderachse: 1. Generation e-Achse (Traktion und Torque Vectoring) |
| ― | Hinterachse: 3. Generation e-Achse (2-Gang-Getriebe, hohe Leistungsdichte, automotivgerechte Umrichter, Traktion und Torque Vectoring) |
Fahrzeugfunktionalität:
| ― | Elektrischer Allradantrieb |
| ― | Torque-Vectoring-Funktionen für Vorder- und Hinterachse sowie unterschiedliche Basisapplikationen (neutral, untersteuernd, übersteuernd) |
| ― | Schaltbare 2-Gang-e-Achse mit applizierter Zugkraftkompensation durch Frontantrieb |
Kundenvorteile:
| ― | Rein elektrisches Fahrerlebnis |
| ― | Erhöhte Fahrzeugagilität (Torque Vectoring) |
Fiesta eWheelDrive
Technische Features:
| ― | Permanentmagneterregte Synchronmaschine |
| ― | Flüssigkeitskühlung für E-Maschine und Leistungselektronik |
| ― | Reibungsbremse |
Fahrzeugfunktionalität:
| ― | Torque Vectoring |
| ― | Elektronische Schlupfregelung (ASR) |
| ― | Elektrisches Fahren |
Kundenvorteile:
| ― | Kompletter Antriebsstrang im Rad ermöglicht neue Raumkonzepte und Fahrzeugstrukturen |
| ― | Erhöhte Wendigkeit durch unabhängig ansteuerbare Antriebsräder |
| ― | Mehr Agilität durch dynamische Drehmomentverteilung (Torque Vectoring) |
| ― | Sicherheitsgewinn durch aktive Beteiligung an der Fahrstabilitätsregelung |
Forschung und Entwicklung in der Sparte Industrie
Moderne E-Bikes spielen durch die wachsende Urbanisierung eine wichtige Rolle bei der Fortbewegung. Mit Innovationen im Bereich Sensor-Tretlager und bei der automatischen Schaltung „FAG-VELOMATIC", die mit dem Eurobike Award 2014 ausgezeichnet wurde, trägt Schaeffler einen Teil dazu bei, dass sich das E-Bike als Fortbewegungsmittel der Zukunft etabliert. Das Unternehmen stellte die „FAG-VELOMATIC" im September 2014 auf der Messe Eurobike in Friedrichshafen, Deutschland, vor. Diese Schaltung ermittelt auf Basis von Trittfrequenz, Kraft, Radgeschwindigkeit und Neigung immer den optimalen Gang und den perfekten Schaltzeitpunkt. Sie ist dank offener Standards kompatibel mit nahezu allen Fahrrad-und Antriebstypen. Mit der dazugehörigen Smartphone-App „VELODAPTIC" kann der Fahrer selbst maßgeschneiderte Schaltprogramme erstellen und sich so immer im optimalen Gang bewegen ohne selbst schalten zu müssen. Dies führt bei einem E-Bike dazu, dass der Antrieb stets im effizientesten Betriebspunkt arbeitet, damit weniger Energie benötigt und eine größere Akku-Reichweite gegenüber herkömmlichen, mechanischen Schaltungen aufweist.
Die Anforderungen in den Bereichen Fernverkehr und Logistik sind hoch. Es bedarf schneller Transportmittel, die flexible Nutzungsmöglichkeiten zulassen und zugleich die Umwelt schonen. Als interurbaner Mobilitätszulieferer strebt Schaeffler eine Vorreiterrolle an und hat sich in den vergangenen Jahren als zentraler Partner bei der Entwicklung von Wälzlager-lösungen für den Güter- und Passagierverkehr für Hochgeschwindigkeitszüge sowie für Flugzeuge etabliert.
Auf der EWEA 2014 (Europe's Premier Wind Energy Event) stellte Schaeffler mit dem neuen „Wind Power Standard" (WPOS) eine passende Lösung für jede Lagerstelle und ein ganzheitliches Konzept zur Anlagensicherheit vor. Dieser Standard für Produkte und Prozesse sichert höchste Qualität und Zuverlässigkeit über die gesamte Prozesskette hinweg. Schaeffler bietet damit Qualitätsmaßstäbe für Windkraft, wie sie bereits in der Automobilindustrie und der Luft- und Raumfahrt erfolgreich umgesetzt werden. Ein Phänomen, das die Zuverlässigkeit von Lagern, auch außerhalb der Windindustrie, negativ beeinflusst sind die sog. „White Etching Cracks" (WEC). Dies sind Gefügeveränderungen im Werkstoff, die durch systembedingte Zusatzbeanspruchungen aus dem Betrieb der Anlage resultieren und unter spezifischer Belastung zu Rissen führen. Innovative Technologien von Schaeffler helfen dabei, die Widerstandsfähigkeit von Lagern gegenüber WEC zu steigern und frühzeitige Ausfälle zu verhindern. Durch den Einsatz des hochchromhaltigen Spezialstahls Cronidur lässt sich die Entstehung von WEC vollständig ausschließen.
Die Komponente Wälzlager erweitert sich mit zahlreichen integrierten Funktionen sukzessive zu einem mechatronischen System. Dies bietet u. a. die Möglichkeit, die Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit von Schienenfahrzeugen zu steigern. Mit dem Radsatz-generator stellt Schaeffler eine unabhängige Energieversorgung für Güterwaggons im Bauraum eines konventionellen Radlagers zur Verfügung und ermöglicht damit in Zukunft deren Überwachung.
Durch die Partnerschaft in der „e-F@ctory Alliance" geht die Schaeffler AG einen wichtigen Schritt in Richtung Industrie 4.0. Der kompakte Schwingungssensor „FAG SmartCheck" hat sich seit seiner Produkteinführung 2011 bewährt und wurde kontinuierlich weiterentwickelt. Inzwischen ist das Produkt eines der wenigen auf dem Markt, das sich sowohl als einzelnes Überwachungsgerät als auch für integrierte Konzepte, wie bspw. Rundum-Überwachung, eignet.
Produktion, Logistik und Einkauf
Produktion
Zum 31. Dezember 2014 war die Schaeffler Gruppe mit 74 Werken weltweit vertreten. Das Produktionsvolumen im Geschäftsjahr 2014 konnte im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des starken Automotive-Geschäfts um 10,6 % gesteigert werden.
In der Schaeffler-Region Europa unterhält der Konzern neben Fertigungsstätten in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien weitere bedeutende Produktionsstandorte in Mittel- und Osteuropa. Insgesamt ist Schaeffler mit 48 Werken in dieser Region präsent. In Russland — Bestandteil der Schaeffler-Region Europa — wurde die erste Produktionsstätte im Oktober 2014 eingeweiht. Das Werk in Uljanowsk liefert hauptsächlich Schaeffler-Qualitätsprodukte an in- und ausländische Automobilhersteller und an die Bahnindustrie.
Zu den größten Werken außerhalb Deutschlands zählt das seit zehn Jahren bestehende Werk in Brasov, Rumänien mit rund 3.800 Beschäftigten. Der Produktionsstandort gehörte 2014 zu den Gewinnern des „Supplier Quality Awards" von General Motors. Darüber hinaus hat das Werk im Geschäftsjahr erfolgreich die Erstzertifizierung des „International Railway Industry Standard" (IRIS-Zertifikat) durchlaufen und ist nun neben den deutschen Werken in Wuppertal, Steinhagen und Schweinfurt der vierte derart zertifizierte Schaeffler-Standort weltweit. Der Produktionsstandort Debrecen, Ungarn, feierte im Geschäftsjahr sein Gründungsjubiläum. Das Werk produziert seit nunmehr 15 Jahren Wälzlager und Wälzlagerkomponenten für die Schaeffler Gruppe. In Debrecen sind rund 1.300 Mitarbeiter tätig.
Der Ausbau der Produktionskapazität in den bestehenden mittel- und osteuropäischen Produktionsstandorten wurde auch 2014 fortgesetzt. In allen Werken wurde intensiv mit dem Schaeffler-Produktionssystem an Produktivität, Qualität und Kostenoptimierung gearbeitet.
In der Schaeffler-Region Americas ist das Unternehmen mit insgesamt 14 Werken vertreten. Die Gruppe unterhält acht Werke in den USA (South Carolina (5), Ohio, Connecticut und Missouri) und jeweils zwei weitere Standorte in Kanada und Mexiko. Darüber hinaus hat Schaeffler zwei Werke in Brasilien. In Irapuato, Mexiko, betreibt die Schaeffler Gruppe ein Werk mit rund 800 Mitarbeitern. Das Werk produziert hauptsächlich Wälzlager für die Sparten Automotive und Industrie.
In der Schaeffler-Region Greater China sind sieben Werke angesiedelt. Das hohe Wachstum erfordert eine fortwährende Ausweitung der Kapazitäten vor Ort. Im Geschäftsjahr 2014 wurde der Produktionsstandort Nanjing, China, planmäßig in Betrieb genommen. Das Produktionsspektrum in diesem Werk konzentriert sich hauptsächlich auf die Sparte Industrie; eine Ausweitung der Produktion auf Automotive-Produkte ist vorgesehen.
Taicang, China, ist mit rund 6.000 Mitarbeitern der größte Standort der Schaeffler Gruppe weltweit. Er bietet ausreichend Fläche für das erwartete Wachstum der kommenden Jahre in China. Im Geschäftsjahr 2014 eröffnete das Unternehmen dort eine weitere Produktionshalle. Mit dieser Kapazitätserweiterung geht ein deutlicher Ausbau der Angebotspalette im Bereich Antriebsstrang für Automatikgetriebe einher. Die neue Produktionsanlage wird hauptsächlich Doppelkupplungen und hydraulische Drehmomentwandler produzieren.
In der Schaeffler-Region Asien/Pazifik liegen derzeit fünf Werke. Der größte Standort in der Schaeffler-Region Asien/Pazifik ist das Werk in Changwon, Korea. Rund 1.300 Beschäftigte produzieren hier im Wesentlichen Wälzlager für Automobilhersteller und Industriekunden.
Logistik
Der Bereich Logistik wurde 2014 neu strukturiert. Auf die Implementierung einer funktionalen Logistikorganisation auf Corporate-Ebene (Corporate Logistics) und in der Region Europa folgt in weiteren Schritten eine entsprechende Umsetzung in den Schaeffler-Regionen Greater China, Americas und Asien/Pazifik. Ziel der funktionalen Organisationsstruktur ist es primär, weltweit standardisierte, robuste und effiziente Logistikaktivitäten sicherzustellen. Corporate Logistics verantwortet insbesondere den Aufbau und die Überwachung der Umsetzung entsprechender Strukturen und Prozesse in den Schaeffler-Regionen.
Die 2014 erfolgreich implementierte Referenzorganisation ist die Basis für eine zielgerichtete, globale Zusammenarbeit und für eine hohe Transparenz in der Wertschöpfungskette innerhalb der Schaeffler Gruppe. Im Kern leistet die Schaeffler-Logistik mit der strategischen Ausrichtung einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit, u. a. durch die Sicherstellung einer hohen Verfügbarkeit der Produkte sowie durch die Unterstützung einer effizienten, flexiblen und robusten Supply Chain.
Ausgangspunkt der Belieferung der Schaeffler-Kunden aus dem weltweiten Schaeffler-Produktionsverbund sind ca. 25o Lager mit einer Stellfläche von über 350.000 Quadratmetern. Das Frachtvolumen zwischen den wichtigsten Destinationen betrug 2014 ca. 255.000 Tonnen und lag damit rund 15 % über dem Vorjahresniveau. Dabei konzentrierten sich die Logistikaktivitäten zu rund 67 % auf die Schaeffler-Region Europa. Auf die Schaeffler-Regionen Americas, Greater China und Asien/Pazifik entfielen rund 14 %,13 % bzw. 6 %.
In Verbindung mit modernen Produktionskonzepten wie der „Durchgängigen Planung", sowie der ganzheitlichen und flussorientierten Gestaltung der Prozesse entlang der Wertschöpfungs- und Lieferkette der Schaeffler Gruppe trägt die Logistik zu einer maximalen Liefertreue bei kürzesten Durchlaufzeiten, optimalen Beständen und geringstmöglichem Kapitaleinsatz bei.
Mit dem Projekt „Europäisches Distributionszentrum" (EDZ) wird in den kommenden Jahren für die Sparte Industrie ein leistungsfähiges logistisches Netzwerk auf Basis von vier Standorten in der Schaeffler-Region Europa etabliert. Im Geschäftsjahr 2014 wurde bereits mit dem Bau des EDZ Nord (Arlandastad, Schweden) sowie mit der Ausführungsplanung für das EDZ Süd (Carisio, Italien) begonnen. Weiterhin wurde die Detail- und Standortplanung für das EDZ Mitte (Kitzingen, Deutschland) erstellt. Ziel des Projekts ist es, eine verbesserte Marktversorgung und eine optimierte Lieferperformance zu erreichen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Schaeffler Gruppe zu leisten. Die damit einhergehende Optimierung im Transportbereich und des Durchsatzes in den Distributionszentren führen nicht nur zu Kosteneinsparungen, sondern auch zu Verbesserungen im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte.
Im Fokus steht auch die Integration der Lieferanten in den Fertigungsprozess. Durch die aktive Nutzung von E-Business-Plattformen werden weitere Synergie- und Optimierungspotenziale generiert. Ein Beispiel hierfür ist die Abwicklung der Inbound-Logistik über „SupplyOn", die Supply-Chain-Kollaborationsplattform global agierender Zulieferer. SupplyOn bildet alle relevanten Prozesse im Supply Chain Management, im Supplier Risk and Performance Management, in der strategischen und operativen Beschaffung sowie im Transportmanagement ab. Die zentrale Online-Plattform dient der strukturierten, transparenten und sicheren Abwicklung der Geschäftsprozesse der Schaeffler Gruppe. Diese Kollaborationsplattform steht exemplarisch für die verstärkte kooperative Planung, Steuerung und Kontrolle logistischer Wertschöpfungsaktivitäten im gesamten Unternehmen.
Einkauf
Der Bereich Einkauf ist untergliedert in den Einkauf der Sparten Automotive und Industrie, den Zentraleinkauf für Produktions- und Nichtproduktionsmaterial sowie die Stabsbereiche für Strategie und Qualität. Der Einkauf ist darüber hinaus in die Schaeffler-Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik gegliedert.
Die wesentlichen Ziele des Einkaufs sind die Verbesserung der Zulieferqualität durch intensive Zusammenarbeit mit den Lieferanten, die Sicherstellung wettbewerbsfähiger Beschaffungskosten und die Optimierung der Supply Chain zur Erhöhung der Versorgungssicherheit durch verbesserte logistische Anbindungen.
Im Geschäftsjahr 2014 war ein operativer Anstieg des Gesamteinkaufsvolumens um 13,0 % zu verzeichnen. Es lag damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Bedingt durch die positive Umsatzentwicklung stieg das darin enthaltene Produktionsmaterialeinkaufsvolumen (Rohmaterial und Komponenten) um 9,7 %. Das Einkaufsvolumen im Allgemeinen Einkauf (im Wesentlichen Investitionen, Werkzeuge, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Dienstleistungen) stieg um 17,5 %. Die weltweite Versorgung der Werke der Schaeffler Gruppe war 2014 stets sichergestellt.
Im Berichtsjahr bezog Schaeffler Waren und Dienstleistungen von rund 30.000 Lieferanten aus rund 8o Ländern. Das Einkaufsvolumen konzentrierte sich im Wesentlichen auf die Schaeffler-Regionen Europa (66,6 %) und Americas (16,7 %). Regional ist eine Verschiebung zu Gunsten der asiatischen Märkte zu beobachten, in denen weiterhin „Best Cost Sourcing"-Aktivitäten vorangetrieben werden. Ziel ist es, zu optimalen Kosten unter Berücksichtigung der Qualität und Liefertreue einzukaufen.
Als Unternehmen mit hoher Wertschöpfungstiefe spielen bei Schaeffler Rohmaterialien wie Stahl (Flach- oder Stabstahl), Eisen- und Aluminiumguss sowie Nichteisen-Metalle (NE-Metalle) im Produktionsmaterial eine bedeutende Rolle. Direkt oder indirekt sind die bei Schaeffler verwendeten Produktionsmaterialien im Wesentlichen abhängig von der Preisentwicklung bei Stahlschrott, Kokskohle und Eisenerz sowie von NE-Metallen. Beim Stahl waren aufgrund gesunkener Preise für die zentralen Rohstoffe der Stahlproduktion, Eisenerz und Kohle auch 2014 Preisrückgänge zu beobachten.
Im Geschäftsjahr 2014 kam es zu keinen nennenswerten Insolvenzen bei den Lieferanten. Die Schaeffler Gruppe bedient sich diverser Instrumente zur präventiven Risikoerfassung, die zu einer Reduktion der Wahrscheinlichkeit von Versorgungsausfällen beitragen. Lieferanten werden bei der Erstevaluierung einer Risikoeinschätzung mittels einer Potenzialanalyse hinsichtlich Technologie, Qualität, Prozesse und Wirtschaftlichkeit unterzogen. Darüber hinaus erfolgt zusätzlich eine systematische und kontinuierliche Bonitätsprüfung der Serienlieferanten.
Die Analyse der Lieferkette hat weiter an Bedeutung gewonnen. Begründet ist dies durch ein sich im Wandel befindliches rechtliches Umfeld und die erhöhte Sensibilität der Schaeffler-Kunden in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte. Der Einkauf trägt insbesondere durch die Berücksichtigung von ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien im Rahmen der Freigabe von Lieferanten und der Lieferantenbewertung zur Einhaltung der Nachhaltigkeitsziele bei.
Das Material Compliance Management der Schaeffler Gruppe stellt in der Organisation für Komponenten und Rohmaterial die Konformität zu Gesetzen, Regularien und Standards anhand von Prozessen und effektiven Methoden sicher. So führte Schaeffler den 2013 aufgesetzten Prozess zur Absicherung und Erfüllung der Anforderungen des Dodd Frank Act 1502 (Conflict Minerals) fort und stellte bereits entsprechende Informationen über die Verwendung dieser Mineralien an betroffene Kunden bereit. Das Unternehmen intensivierte Aktivitäten zur Verfolgung der „Reasonable Country of Origin Inquiries" (RCOI), um die Aussagen der Lieferanten zu verifizieren. Darüber hinaus setzt sich Schaeffler in Zusammenarbeit mit den Lieferanten und Kunden konsequent dafür ein, dass die international strenger werdenden Stoffverbotsstandards für Erzeugnisse und Chemikalien im Dialog umgesetzt werden.
Seit fünf Jahren bilden Continental und Schaeffler eine Einkaufskooperation. Beide Unternehmen profitieren durch eine gegenseitige Stärkung der Einkaufsaktivitäten von besseren Kostenstrukturen. Durch die Nutzung der Synergien, die aus zahlreichen regionen-übergreifenden Projekten und Programmen resultieren, konnte die Schaeffler Gruppe die Materialkosten 2014 weiter optimieren.
Compliance in der Schaeffler Gruppe
Compliance dient der Einhaltung von gesetzlichen Anforderungen und konzerninternen Regelwerken und ist damit ein grundlegender Bestandteil der Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe.
Aufgrund der gestiegenen Bedeutung von Compliance hat der Vorstand im Laufe des Jahres 2013 als Teil der „ONE Schaeffler Initiative" eine grundlegende Überarbeitung des seit mehreren Jahren bestehenden Compliance-Programms initiiert. Dazu wurde entschieden, das Compliance Management System (CMS) der Schaeffler Gruppe weiterzuentwickeln und neu auszurichten. Das neue CMS-Konzept wurde vom Vorstand im Mai 2014 genehmigt und anschließend von einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach Maßgabe des IDW PS 98o einer Konzeptprüfung unterzogen, die erfolgreich abgeschlossen wurde.
Compliance-Organisation
Im Rahmen der Neuausrichtung des Compliance-Programms wurde die Position des Group Chief Compliance Officer (CCO) neu besetzt und die regionalen Compliance-Einheiten verstärkt. Unter der Führung des neuen CCO wurde ein io-Punkte-Maßnahmenplan, das sog. „Compliance Fit & Proper" Programm, entwickelt, das integraler Bestandteil der ONE Schaeffler Initiative ist. Der CCO berichtet direkt an den Vorsitzenden des Vorstandes. Um die Bedeutung und Unabhängigkeit der Funktion zu unterstreichen, hat der CCO darüber hinaus eine Berichtslinie zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Er berichtet zudem in regelmäßigen Abständen an den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses.
Compliance Management System
Das CMS der Schaeffler Gruppe basiert, wie in der nachfolgenden Graphik dargestellt, auf den drei Säulen „Prävention", Detektion" und „Reaktion". Es umfasst insbesondere die Steuerung und Überwachung der erforderlichen Aktivitäten zur Vermeidung bzw. der Früherkennung von Rechtsverstößen auf dem Gebiet der Korruption, des Wettbewerbs- und Kartellrechts sowie der wirtschaftskriminellen Handlungen. Es dient der aktiven Risikosteuerung und hat eine Schutzfunktion sowohl für das Unternehmen als auch für seine Mitarbeiter. Das CMS beinhaltet sieben Punkte: Compliance Kultur, Compliance Ziele, Gefährdungsanalyse, Compliance Programm, Compliance Organisation, Kommunikation sowie Überwachung und Verbesserung.
Das CMS und die Notwendigkeit einer durchgängigen Einhaltung von gesetzlichen Anforderungen und konzerninternen Regeln wird vom Gesamtvorstand und der Familie Schaeffler als Gesellschafter der Schaeffler Gruppe nachdrücklich unterstützt (Tone from the top).
Abbildung Compliance Management System
scroll
| „Tone from the top" | ||
|---|---|---|
| Prävention | Detektion | Reaktion |
| --- | --- | --- |
| - Kultur & Bewusstsein | - Hinweisgebersystem | - Untersuchungen |
| - Gefährdungsanalyse & Maßnahmen | - Überprüfungen & Kontrollen | - Sanktionen |
| - Richtlinien & Prozesse | - Due Diligence für Geschäftspartner und Lieferanten | - Ursachenanalyse |
| - Training | - Verbesserungen | |
| - Beratung & Unterstützung | ||
| Weltweite Abdeckung |
Das CMS kommt weltweit für die gesamte Schaeffler Gruppe zur Anwendung.
„Compliance Fit & Proper"
Das „Compliance Fit & Proper" Programm beinhaltet zehn Maßnahmen:
| • | Weitere Stärkung des Compliance-Bewusstseins, |
| • | Ausbau der weltweiten Compliance-Organisation, |
| • | Etablierung einer Gefährdungsanalyse, |
| • | Implementierung eines Group Compliance & Risk Committees, |
| • | Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Kartellrechts Compliance (Anti-Trust), |
| • | Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung (Anti-Corruption), |
| • | Verbesserung von Maßnahmen zur Abwehr von Wirtschaftskriminalität, Betrug und Geldwäsche, |
| • | Etablierung von Reaktionsplänen für akute Vorfälle und Krisen, |
| • | Weiteres Vorantreiben von regelmäßigen Schulungen sowie Key Function Updates, |
| • | Überarbeitung des Schaeffler-Verhaltenskodex (Code of Conduct). |
Der Fokus liegt dabei auf den folgenden wesentlichen Maßnahmen des „Compliance Fit & Proper" Programms:
| • | Durchführung einer globalen Compliance-Gefährdungsanalyse zwecks Identifikation und Bewertung der Risiken sowie Definition und Priorisierung von risikomitigierenden Compliance-Maßnahmen, soweit diese noch nicht vorliegen sollten |
| • | Ausbau der Compliance-Organisation und Installation regionaler Compliance Officer zur weltweiten Abdeckung des Beratungsansatzes (informieren, schulen, beraten) |
| • | Implementierung eines Group Compliance & Risk Committees, welches eine bereichs- und unternehmensübergreifende Risikoüberwachung gewährleistet und Schnittstellenrisiken reduziert. |
Um die Compliance-Anforderungen weltweit durchzusetzen, wurden konzernweit gültige Compliance Richtlinien etabliert. Sie dienen den Mitarbeitern als Leitplanken, die Gesetze, externe Richtlinien und Regeln in Handlungs- und Entscheidungsanweisungen zu übersetzen. Zur Verankerung dieser Richtlinien auf allen Mitarbeiterebenen wurden maßgeschneiderte Trainingsmaßnahmen wie webbasierte eLearning-Kurse, Vorträge und Präsenzschulungen konzipiert und ausgerollt. Die Trainings zu den Compliance-Grundlagen sind verpflichtend von allen Schaeffler-Mitarbeitern zu absolvieren. Über die Trainingsmaßnahmen hinaus steht allen Mitarbeitern ein weltweit aufgestelltes Compliance-Helpdesk zur Verfügung, um im Geschäftsalltag bei der Auslegung von Vorgaben und Regeln zu unterstützen.
Darüber hinaus bietet die Schaeffler Gruppe mittels eines Hinweisgebersystems den Mitarbeitern die Möglichkeit, Rechtsverstöße oder Verstöße gegen interne Regelungen im Unternehmen vertraulich und, auf Wunsch, anonym zu melden.
Prioritäten für das Geschäftsjahr 2015
Für das Geschäftsjahr 2015 ist die Fortführung und der weitere Ausbau des CMS und die weitere Umsetzung des „Compliance Fit & Proper" Programmes vorgesehen. Im Fokus stehen hier insbesondere die Überarbeitung des Schaeffler-Verhaltenskodex (Code of Conduct), die Überprüfung und Anpassung der Prozesse für die Compliance Due Diligence mit Geschäftspartnern und Lieferanten sowie weitere Maßnahmen zur Anti-Korruption und Einhaltung des Kartellrechts, wie bspw. die Einführung eines Registers für Kontakte mit Wettbewerbern.
Ziel ist es, weiterführend die systematische Verankerung einer global einheitlichen Compliance-Kultur in der Schaeffler Gruppe mittels eines „best in dass" CMS, das im Einklang mit dem wertebasierten Ansatz hinsichtlich der unternehmerischen Ziele der Schaeffler Gruppe steht, zu etablieren.
Regionen
Die Schaeffler Gruppe unterteilt ihr Geschäft im Rahmen ihrer Matrixorganisation neben Sparten und Funktionen auch nach vier Regionen: Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik ausgerichtet. Die regionale Ausrichtung gewährleistet eine durchgängige Konzentration auf die Kernmärkte der Gruppe sowie eine weltweite Präsenz der Sparten und Unternehmensbereiche. Entsprechend ihrem Leitbild „In der Region — Für die Region" hat die Schaeffler Gruppe einen weltweit integrierten Entwicklungs- und Produktionsverbund mit einer starken regionalen Verankerung etabliert. Die vier Regionen der Schaeffler Gruppe werden jeweils durch regionale CEOs geführt.
Regionen und Subregionen der Schaeffler Gruppe
scroll
| Schaeffler Gruppe | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Europa | Americas | Greater China | Asien/Pazifik | |||||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Westeuropa 1) | Südeuropa | Osteuropa | MEA2) | Indien | USA | Mexiko | Kanada | Südamerika | China | Korea | Japan | Südostasien |
1) inkl. Deutschland.
2) MEA = Mittlerer Osten, Afrika und Russland.
Vereinfachte Darstellung zu Illustrationszwecken.
Die Region Europa beinhaltet neben dem wichtigsten Absatzmarkt Deutschland die Regionen West-, Süd- und Osteuropa, den Mittleren Osten, Afrika, Russland und Indien. Sie trägt mit 57,0 % wesentlich zum Umsatz des Konzerns bei. In der Schaeffler-Region Europa waren 2014 insgesamt 57.607 Mitarbeiter beschäftigt, was 70,0 % der Gesamtbelegschaft des Unternehmens entspricht. Die Region verfügt über 48 Werke und neun F & E-Zentren. Der regionale Hauptstandort ist Schweinfurt, Deutschland.
In der Region Americas werden die Länder Nord- und Südamerikas zusammengefasst. Der Umsatzbeitrag dieser Region betrug im Geschäftsjahr 20,4 %. In 14 Werken und vier F & E-Zentren sowie Vertriebsstandorten in Nord- und Südamerika waren insgesamt 12.229 Mitarbeiter beschäftigt. Der regionale Hauptsitz der Schaeffler-Region Americas ist Fort Mill, South Carolina, USA. Schaeffler produziert in dieser Region seit 1953.
Aufgrund der strategischen Bedeutung Chinas für die Schaeffler Gruppe werden insbesondere China, Taiwan und Hongkong als eigenständige Region Greater China geführt. Die Region erzielte im Geschäftsjahr 2014 12,7 % des Konzernumsatzes und beschäftigte insgesamt 9.741 Mitarbeiter. In Greater China sind sieben Werke und ein F & E-Zentrum angesiedelt. Der regionale Hauptsitz ist Anting, im Großraum von Shanghai, China. Das erste Tochterunternehmen von Schaeffler wurde in der Region 1995 in Taicang, China, gegründet.
Die Region Asien/Pazifik umfasst Korea, Japan und die Länder Südostasiens. Schaeffler ist bereits seit 1953 in dieser Region vertreten, in der 2.717 Mitarbeiter beschäftigt sind. 2014 trug die Region mit einem Anteil von 9,9 % zum Konzernumsatz bei. Der regionale Hauptsitz ist in Singapur. Insgesamt betreibt Schaeffler in dieser Region fünf Werke und zwei F & E-Zentren.
Werke und F & E-Zentren der Schaeffler Gruppe

Europa

1.3 Konzernstruktur
Zur Schaeffler Gruppe gehören zum 31. Dezember 2014 neben der als Führungsgesellschaft fungierenden Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) — eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in Herzogenaurach — 155 Tochterunternehmen im In- und Ausland.
Die Konzernstruktur wurde im Laufe des Jahres 2014 weiter angepasst. Bis zum 23. Oktober 2014 oblag die Konzernführung der Schaeffler AG als 100 obigem Tochterunternehmen der Schaeffler Verwaltungs GmbH. Die Schaeffler AG war dabei indirekt über die Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG mit 34,2 % an der Continental AG beteiligt (siehe Grafik: Konzernstruktur bis zum 23. Oktober 2014).
Vereinfachte Darstellung Konzernstruktur Schaeffler Gruppe bis zum 23. Oktober 2024

Die Schaeffler AG wurde mit Eintragung in das Handelsregister am 23. Oktober 2014 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Sie firmiert seitdem als Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (siehe Grafik: Konzernstruktur zum 31. Dezember 2014). Am 24. Oktober 2014 (Tag der Eintragung ins Handelsregister) wurde die INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung, die ab dem 31. Dezember 2013 als einzige Holdinggesellschaft zwischen die bisherige Führungsgesellschaft Schaeffler AG und die das operative Geschäft bündelnde Schaeffler Technologies AG & Co. KG getreten ist, in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und firmiert seitdem als Schaeffler AG. Gleichzeitig wurden alle Vorstandsfunktionen auf diese Gesellschaft übertragen. Die Schaeffler AG, vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung, hat damit die Führungsfunktion über die Schaeffler Gruppe übernommen. Der Aufsichtsrat der Schaeffler AG wurde weitgehend personenidentisch neu gebildet.
Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis der Schaeffler AG wurde am 12. Dezember 2014 eine Sachkapitalerhöhung beschlossen, die am 30. Dezember 2014 ins Handelsregister eingetragen wurde. Diese erfolgte mittels einer Sacheinlage durch die Gesellschafterin Schaeffler Verwaltungs GmbH. Gegenstand der Sacheinlage waren Darlehensforderungen der Schaeffler Verwaltungs GmbH gegenüber der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH sowie gegenüber der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG. Auf die Schaeffler Verwaltungs GmbH entfällt seitdem ein Anteil am Grundkapital in Höhe von 16,7 %. 83,3 % an der Schaeffler AG werden von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH gehalten.
Im Zuge der Anpassung der Konzernstruktur wurden 1,8 % der Anteile an der Continental AG von der Schaeffler Verwaltungs GmbH an die Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG — eine 100 obige Beteiligung der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH — übertragen. Das operative Geschäft der Schaeffler Gruppe ist unverändert in der Schaeffler Technologies AG & Co. KG, einem 100 %igen Tochterunternehmen der Schaeffler AG, gebündelt.
Vereinfachte Darstellung Konzernstruktur Schaeffler Gruppe zum 31. Dezember 2014

Die Schaeffler AG veröffentlicht zum 31. Dezember 2014 erstmals einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht. Diese knüpfen formal nicht an die letztjährige Berichterstattung zum 31. Dezember 2013 der Schaeffler AG (nunmehr Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH) an und ist daher nur mit bestimmten Einschränkungen mit deren Vorjahresberichterstattung vergleichbar.
Während das operative Geschäft der Schaeffler Gruppe von der Anpassung der Konzernstruktur auf Ebene der Führungsgesellschaft bzw. des Mutterunternehmens unberührt blieb, führte die Neufestlegung des Mutterunternehmens dazu, dass die Beteiligung an der Continental AG nicht länger Bestandteil des Konsolidierungskreises ist. Überdies hat die Verschiebung der Konsolidierungskreisgrenze zwischen der Schaeffler Gruppe und den übergeordneten Holdinggesellschaften der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG, ebenso wie die Aufnahme einer neuen Gesellschafterin aus dem Kreis der übergeordneten Holdinggesellschaften, Auswirkungen auf die Kapitalstruktur der Schaeffler Gruppe (vgl. Abschnitt Kapitalstruktur, Seite 61). Insbesondere hat das neue Mutterunternehmen andere Darlehensbeziehungen zu den übergeordneten Holdinggesellschaften als das bisherige Mutterunternehmen.
Die im Rahmen der vorliegenden Berichterstattung verwendeten Finanzinformationen (mit Ausnahme der Konzern-Bilanz) des Geschäftsjahres 2013 wurden im Rahmen eines sog. Carve-Out erstellt (vgl. Konzernanhang 1.2), der die Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe rückwirkend so darstellt, als habe die aktuelle Konzernstruktur bereits vor dem 31. Dezember 2013 bestanden.
1.4 Konzernstrategie und -steuerung
Strategie
Die Schaeffler Gruppe ist ein integrierter Automobil- und Industriezulieferer. Sie verfolgt eine Wachstumsstrategie mit dem Ziel, profitabel über dem Markt zu wachsen. Kern dieser Wachstumsstrategie sind höchste Qualität, herausragende Technologie und ausgeprägte Innovationskraft sowohl im Kundengeschäft als auch bei den internen Prozessen.
Strategiekonzept „Mobilität für morgen"
Ausgehend von den großen Megatrends, die das Geschäft von Schaeffler bestimmen, hat das Unternehmen sein Strategiekonzept „Mobilität für morgen" entwickelt. Unter diesem Konzept fokussiert sich die Schaeffler Gruppe sparten- und regionenübergreifend auf die vier Fokusfelder „Umweltfreundliche Antriebe", „Urbane Mobilität", „Interurbane Mobilität" sowie „Energiekette". Das Unternehmen gestaltet diese Fokusfelder durch eigene Forschung und Entwicklung aktiv mit und stellt für seine Kunden und Geschäftspartner als kompetenter Innovations- und Technologieführer ein attraktives Produktangebot zur Verfügung.
Die Schaeffler Gruppe leistet einen entscheidenden Beitrag zu allen Formen der Mobilität der Zukunft. Als internationaler Zulieferer für Kunden aus Automotive und Industrie bietet das Unternehmen schon heute innovative Produkte für Hybrid- und Elektrofahrzeuge an. Gleichzeitig arbeitet Schaeffler daran, konventionelle automobile Motor- und Getriebelösungen sowie den Bereich der Lagertechnik bei Industrieanwendungen energieeffizienter zu machen. Egal ob für umweltfreundliche Antriebe, urbane Mobilität, den Bereich der interurbanen Mobilität oder die gesamte Energiekette — in all diesen Feldern gestaltet Schaeffler für seine Kunden „Mobilität für morgen".
Strategiekonzept „Mobilität für morgen"

(1) Umweltfreundliche Antriebe
Eines der Hauptziele der Automobilindustrie ist die Entwicklung von energieeffizienten, emissionsarmen oder -freien, also umweltfreundlichen und nachhaltigen Antrieben. Mit dem breiten Produktportfolio bedient Schaeffler dabei in einer Fächerstrategie alle Bereiche von der Optimierung herkömmlicher Verbrennungsmotoren, über die Hybridisierung bis hin zur e-Mobilität. Schlüsselkomponenten wie variable Ventilsteuerungssysteme, das Thermomanagement-Modul, nasse und trockene Doppelkupplungen sowie elektronische Steuermodule helfen dabei, die CO2-Emissionen herkömmlicher Verbrennungsantriebe zu senken. Darüber hinaus spielen innovative Produkte für den Bereich Elektromobilität, wie der elektrische Achs-antrieb, der Radnabenantrieb „E-Wheel Drive" oder Hybridmodule, für die Automotive-Kunden von Schaeffler eine zunehmend wichtige Rolle, um ihre Ziele zur Senkung von CO2-Emissionen zu erreichen.
(2) Urbane Mobilität
Nirgends macht sich der Mobilitätswandel so sehr bemerkbar wie in den Megastädten dieser Welt. Zugleich ist er auch nirgends so sehr vonnöten. Denn Städte wie Moskau, Tokio oder Shanghai werden täglich von einem Verkehrsinfarkt befallen, der schnelle und flexible Fortbewegung unmöglich macht. Der Trend geht deshalb hin zur Mikromobilität und bietet große Chancen für kleine Vehikel. Als Konsequenz baut Schaeffler sein Produktportfolio in den Bereichen Hybrid- und elektrische Mobilität weiter aus. So hat sich Schaeffler beispielweise mit seinen Drehmomentsensortretlagern als innovativer Zulieferer im wachsenden Markt für E-Bikes positioniert.
(3) Interurbane Mobilität
Interurbane Mobilität beschreibt die Vernetzung globaler Zentren. In den kommenden Jahrzehnten wird das weltweite Verkehrsaufkommen erheblich zunehmen. Denn die Globalisierung setzt sich fort — und zugleich wird ein hohes Maß an Flexibilität gefordert. Für Bahn- und Luftfahrtunternehmen stellt die Bereitstellung modernster Mobilitätslösungen eine zentrale Herausforderung dar. Ein nachhaltiges Verkehrskonzept beinhaltet dabei vor allem eine ökologische Komponente. Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels steht die Verringerung des CO2-Ausstoßes im Vordergrund. Das heißt, dass der Transport von Personen und Waren so umweltverträglich wie möglich gestaltet werden muss. Eine technologische Antwort auf diese Anforderungen stellen bspw. ökoeffiziente Flugzeuge und Hochgeschwindigkeitszüge. Schaeffler ist mit seinen innovativen Wälzlagerlösungen für Kunden sowohl im Schienen- als auch im Luftverkehr präsent. Die Produkte finden sich in modernen Hochgeschwindigkeitszügen und Flugzeugen.
(4) Energiekette
Als Entwicklungspartner der Energiewirtschaft unterstützt Schaeffler den Ausbau der regenerativen Energien. Vor dem Hintergrund schwindender Ressourcen und großer Klimaherausforderungen wächst der weltweite Bedarf an sauberer Energie. Alle Felder der Energiekette — von der Gewinnung über Transport und Umwandlung bis zur Nutzung der Energie — müssen optimiert werden. Den regenerativen Energiequellen kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Auch für Schaeffler stellen Wasser-, Wind- und Solarenergie zukunftsträchtige Wachstumsfelder dar, denn alle werden maßgeblich zur Energieversorgung von morgen beitragen. Die Schaeffler-Sparte Industrie bietet ein umfassendes Produktportfolio im Bereich erneuerbarer Energie an — das Spektrum reicht dabei von Lagerlösungen für Windkraftturbinen bis zu Lösungen für den Solar- und Wasserkraftbereich.
Strategische Ziele
Das Strategiekonzept „Mobilität für morgen" mit den vier Fokusfeldern und die Sub-Strategien der Geschäftsfelder, Regionen und Funktionen sollen dazu beitragen, dass die strategischen Ziele der Schaeffler Gruppe erreicht werden. Die strategischen Ziele bestehen sowohl aus quantitativen als auch qualitativen Elementen.
Die qualitativen strategischen Leitplanken sind eine Wachstumsstrategie mit dem Fokus auf Qualität, Technologie und Innovation, nachhaltiges profitables Wachstum mit hoher Cash-Flow-Orientierung, ein balanciertes Geschäftsportfolio, der weitere Ausbau der Lokalisierung gemäß dem Grundsatz „In der Region — Für die Region", die Sicherstellung einer ausreichenden finanziellen Flexibilität sowie der Ausbau der Kooperation mit der Continental AG.
Ziel ist es, den Kunden ein umfassendes „best-in-dass" Produkt-/Systemportfolio samt Beratung und Service anzubieten. Neue Produkte und Märkte werden vor dem Hintergrund der hohen Profitabilitätsziele von Schaeffler ausführlich evaluiert. Der Fokus liegt auf den Premium-Segmenten, welche höchste Qualitätsstandards verlangen. Dazu bindet das Unternehmen seine Kunden in jeder Phase der Produktentwicklung eng ein, um ihre Anforderungen bestmöglich zu erfüllen.
Dabei ist es der Anspruch der Schaeffler Gruppe, höchstmögliche Qualität für seine Kunden zu liefern. Zu diesem Zweck investiert das Unternehmen in hochstandardisierte und vollautomatisierte Produktionsanlagen, um auch weiterhin die höchsten Qualitätsstandards der Industrie zu setzen. Gleichzeitig realisiert Schaeffler konsequent Produktivitätsgewinne in den Herstellungsprozessen, um die Kostenbasis zu verbessern und weiterhin eine attraktive Kosten-/Leistungsbalance sicherzustellen.
Die Schaeffler Gruppe konzentriert sich auf die Entwicklung und Herstellung hochwertiger Komponenten, Module und Systemlösungen, welche die globalen Megatrends in den Bereichen Automobil und Industrie adressieren. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um gesellschaftliche Trends wie Urbanisierung und Bevölkerungswachstum, technologische Trends wie steigende Komplexität und Digitalisierung, Umwelttrends wie erneuerbare Energien und Ressourcenknappheit sowie ökonomische Trends wie Globalisierung. Der Anspruch von Schaeffler ist es, mit Blick auf diese Trends neue Standards im modernen Engineering zu setzen. Die Schaeffler Gruppe ist überzeugt, dass der Fokus auf die globalen Megatrends es dem Unternehmen ermöglicht, auch in Zukunft über dem Markt zu wachsen.
Schaeffler leistet zu allen Formen der Mobilität der Zukunft einen entscheidenden Beitrag. Bereits heute bietet das Unternehmen innovative Produkte für Hybrid- und Elektrofahrzeuge an. Gleichzeitig arbeitet Schaeffler fortwährend daran, konventionelle automobile Motor- und Getriebelösungen sowie den Bereich der Lagertechnik bei Industrieanwendungen energieeffizienter zu machen.
Schaeffler baut seine internationale Präsenz in Wachstumsmärkten weiter aus, insbesondere in der Region Asien/Pazifik, die sich zu einem Wachstumstreiber der Sparten Automotive und Industrie entwickelt hat. Knapp ein Drittel der gesamten Investitionen in den letzten zwölf Monaten flossen in die Regionen Asien/Pazifik sowie Greater China. Getreu dem Motto „In der Region — Für die Region" werden lokale Werke ausgebaut bzw. neu eröffnet. Im Jahr 2014 wurden zwei zusätzliche Werke in Uljanowsk (Russland) und Nanjing (China) eröffnet.
Durch den Ausbau des Produktionsnetzwerks in Niedriglohnländern, wird ein signifikanter Anteil der Produktion in Ländern wie der Slowakei, Ungarn, Rumänien, China, Indien und Mexiko gefertigt. Durch den weiteren Ausbau des Netzwerks in Wachstumsmärkten wird sich der relative Lohnkostenanteil der Produktionskosten für Schaeffler in Zukunft weiter verbessern.
Im Zuge der globalen Wachstumsstrategie weitet das Unternehmen auch sein Produktportfolio sukzessive weltweit aus und kann somit seinen Kunden eine noch größere Vielfalt an Lösungen anbieten.
Die Schaeffler Gruppe beabsichtigt die Produktdiversifizierung über verschiedene Märkte hinweg auszubauen, um Abhängigkeiten von einzelnen Märkten zu minimieren. Dabei wird auch die Kompetenz als Anbieter von Systemlösungen und Services erweitert.
Zusätzlich verfolgt Schaeffler das Ziel, seine Aftermarket-Tätigkeiten auszubauen. Die Sparte Automotive adressiert verstärkt Großhändler sowie Wartungs-/Reparaturdienstleister für Ersatzgeschäft. Die Sparte Industrie qualifiziert und optimiert ihr Netzwerk mit autorisierten Händlern ständig weiter. Durch die Erweiterung des Service-Geschäfts kann zum einen die Volatilität im Umsatz gesenkt werden, zusätzlich ergeben sich völlig neue Geschäftspotentiale (z. B. im Bereich Condition-Monitoring).
Grundlage der Wachstumsstrategie sind zielgerichtete Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in das Produktionssystem der Schaeffler Gruppe. Die finanzielle Flexibilität hierfür wird durch einen adäquaten Verschuldungsgrad und die Erwirtschaftung eines angemessen positiven Cash Flow ermöglicht. Entscheidungen in der Schaeffler Gruppe werden deshalb immer auch mit einem starken Fokus auf Cash Flow getroffen.
Ein weiteres strategisches Ziel ist der Ausbau der Kooperation mit der Continental AG. Mechatronische Systeme (die Kombination von mechanischem Engineering und Elektronik) gewinnen mehr und mehr an Bedeutung, da OEMs von ihren Zulieferern zunehmend Systemlösungen erwarten, welche im Rahmen der voranschreitenden Digitalisierung deutlich komplexer werden. Schaeffler ist überzeugt, dass durch den Ausbau der bestehenden Kooperation mit der Continental AG Wettbewerbsvorteile erzielt werden können. Die Kombination der Expertise in den Bereichen Mechanik und Mechatronik mit dem Know-how der Continental AG im Bereich Elektronik wird die Position im schnell wachsenden Mechatronik-Segment verbessern und Schaeffler als führenden Systemanbieter auf diesem Feld positionieren.
Konzernsteuerung
Die Schaeffler Gruppe wird vom Vorstand der Schaeffler AG geführt, der das Unternehmen in eigener Verantwortung leitet, die Ziele und die strategische Ausrichtung festlegt sowie die Umsetzung der Wachstumsstrategie steuert. Bestellt, überwacht und beraten wird der Vorstand vom Aufsichtsrat der Schaeffler AG.
Das Management der Schaeffler Gruppe steuert die Geschäftsentwicklung primär nach Sparten und Unternehmensbereichen, die als Profit Center fungieren und weltweite Geschäfts- und Ergebnisverantwortung haben. Die Funktionen werden als Cost Center geführt. Neben den Sparten und Funktionen teilt die Schaeffler Gruppe das Geschäft in Regionen auf, denen jeweils ein regionaler CEO vorsteht. Die Schaeffler-Regionen werden als Profit Center geführt und in Subregionen und Länder unterteilt.
Die zentralen, unternehmensinternen und konzernweit einheitlichen Berichtsinstrumente im Steuerungssystem von Schaeffler bestehen im Wesentlichen aus der unterjährigen Kontrolle und Steuerung, den regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen und Management Meetings sowie den Berichterstattungen an den Aufsichtsrat der Schaeffler AG. Hier werden die Geschäftsentwicklung einschließlich Zielerreichung sowie der Ausblick auf das Gesamtjahr und eventuell zu ergreifende Maßnahmen erörtert.
Die unterjährige Steuerung wird monatlich anhand eines umfassenden Systems standardisierter Berichte zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage durchgeführt.
Finanzielle Steuerungskennzahlen 2014
Über ein nachhaltiges und profitables Umsatzwachstum wird die Basis für eine langfristige Steigerung des operativen Ertrags und damit des Unternehmenswerts gelegt. Im Rahmen der Konzernsteuerung wird sichergestellt, dass das Wachstum der Schaeffler Gruppe nicht zu Lasten der Profitabilität und Kapitaleffizienz geht. Innerhalb der Schaeffler Gruppe wird deshalb den Steuerungsgrößen Umsatzwachstum und EBIT eine hohe Bedeutung beigemessen. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Steuerung der Investitions- und Forschungs- und Entwicklungsaktivität sowie auf der Überwachung der Finanzlage des Konzerns.
Die Schaeffler Gruppe legt den Fokus auf die kontinuierliche Überwachung und Optimierung der folgenden fünf wesentlichen Steuerungskennzahlen, um den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Geschäftsaktivitäten zu messen:
| • | Umsatzwachstum |
| • | Ergebnis vor Finanz-, Beteiligungsergebnis und Ertragsteuern (EBIT) |
| • | Forschungs- und Entwicklungsquote |
| • | Investitionsauszahlungsquote (Capex-Quote; Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) |
| • | Free Cash Flow |
Alle finanziellen Kennzahlen werden anhand eines umfassenden Systems standardisierter Berichte zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage monatlich ermittelt. Diese bieten sowohl einen Plan-Ist- als auch einen Vorjahresvergleich. Grundlage für den Plan-Ist-Vergleich ist der Jahresplan aus der integrierten operativen Planung, der sich u. a. an umfangreichen Marktprognosen orientiert und in eine längerfristige, vom Vorstand erarbeitete, strategische Unternehmensplanung eingebettet ist.
Über die genannten wesentlichen Steuerungskennzahlen hinaus existieren noch weitere finanzielle und nicht-finanzielle Kennzahlen, welche die Schaeffler Gruppe zur Analyse und Steuerung der Geschäftstätigkeit heranzieht.
Der Vorstand der Schaeffler AG hat beschlossen, das Steuerungssystem schrittweise weiterzuentwickeln. Dazu sollen zukünftig vor allem wertorientierte Kennzahlen wie z. B. Wertbeitrag bzw. ROCE (Return an Capital Employed) stärkere Verwendung finden.
Nicht-finanzielle Kennzahlen der Schaeffler Gruppe
Angaben zu nicht-finanziellen Performance-Kennzahlen sind in den Kapiteln „Mitarbeiter" sowie „Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung" zu finden.
1.5 Mitarbeiter
Die Prozesse, Systeme und Instrumente des Personalbereichs der Schaeffler Gruppe orientieren sich an der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Auch die Ziele und Aufgaben werden hieraus abgeleitet. Der Personalbereich trägt effizient und zielgerichtet zur Erreichung der Unternehmensziele und zur Steigerung der Wertschöpfung bei.
Der Personalbereich gewinnt und betreut Mitarbeiter in enger Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Führungskräften. Besonderer Fokus liegt dabei auf der fachlichen und persönlichen Entwicklung der Mitarbeiter, auch im Hinblick auf eine gezielte Bindung an das Unternehmen. Der Personalbereich erbringt die erforderlichen Dienstleistungen mit einem ausgeprägten Qualitätsbewusstsein und folgt damit den Ansprüchen der Schaeffler Gruppe.
Für die Schaeffler Gruppe sind qualifizierte Fach- und Führungskräfte ein wesentlicher Faktor für langfristigen Erfolg. Ziel der Personalarbeit des Unternehmens ist es, die besten Mitarbeiter zu identifizieren, zu fördern und langfristig an Schaeffler zu binden, um so die Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten.
Im Geschäftsjahr 2014 beschäftigte die Schaeffler Gruppe im Durchschnitt 80.768 Mitarbeiter (Vj.: 77.060). Die Mitarbeiterzahl zum Stichtag 31. Dezember 2014 lag bei 82.294 und damit um 5,2 % über dem Vorjahreswert. Neueinstellungen erfolgten gegenüber dem 31. Dezember 2013 insbesondere in der Fertigung und den fertigungsnahen Bereichen, vor allem in den Schaeffler-Regionen Greater China und Europa, hier speziell in Osteuropa. Dem Rückgang der Mitarbeiterzahl in Südamerika stand ein deutlicher Anstieg in Nordamerika, insbesondere in den USA, gegenüber.
scroll
| Anzahl der Mitarbeiter 1) | 31.12.2014 | 31.12.2013 | Veränderung in% |
|---|---|---|---|
| Europa | 57.607 | 55.392 | 4,0 |
| Americas | 12.229 | 12.146 | 0,7 |
| Greater China | 9.741 | 8.068 | 20,7 |
| Asien/Pazifik | 2.717 | 2.652 | 2,5 |
| Schaeffler Gruppe | 82.294 | 78.258 | 5,2 |
1)Stichtagszahlen zum 31. Dezember.
Strukturdaten
Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl an Strukturdaten der Schaeffler-Mitarbeiter weltweit.
scroll
| 31.12.2014 | 31.12.2013 | Veränderung | ||
|---|---|---|---|---|
| Durchschnittsalter (Jahre) | 39,4 | 39,4 | 0,0 | % |
| durchschnittliche Betriebszugehörigkeit (Jahre) | 10,9 | 10,9 | 0,0 | % |
| Frauenanteil bezogen auf die Belegschaft (%) | 21,0 | 20,6 | 0,4 | %-Pkt. |
| Frauenanteil bezogen auf Führungskräfte (%) 1) | 11,2 | 10,5 | 0,7 | %-Pkt. |
| Krankenstand (%) 2) | 3,3 | 3,3 | 0,0 | %-Pkt. |
1) Führungskräfte sind als Mitarbeiter mit disziplinarischer Leitungsfunktion definiert.
2) Anzahl der Krankentage bezogen auf die Sollarbeitstage.
Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Belegschaft innerhalb der Schaeffler Gruppe lag 2014 unverändert bei 10,9 Jahren. Die Betriebszugehörigkeit ist eine Kennzahl im Hinblick auf die Mitarbeiterbindung und verdeutlicht die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Das Durchschnittsalter der Schaeffler-Belegschaft betrug wie im Vorjahr 39,4 Jahre. In den Schaeffler-Regionen Greater China und Americas sank das Durchschnittsalter während es in Europa und Asien/Pazifik gestiegen ist.
Für Schaeffler stehen Vielfalt und Unternehmenserfolg in einem engen Verhältnis zueinander, da insbesondere internationale, alters- und geschlechtsheterogene Teams erfolgreich agieren. Die Schaeffler Gruppe erhöhte im Zuge dessen die Frauenquote im Berichtsjahr um 0,4 oh-Punkte auf 21,0 %. Bezogen auf die Führungskräfte liegt die Frauenquote des Unternehmens bei 11,2 % 10,5 %). Darüber hinaus vereint Schaeffler zahlreiche unterschiedliche Kulturen, Mentalitäten und Talente, was die Vielfalt und globale Ausrichtung des Unternehmens verdeutlicht.
Das Schaeffler-Gesundheitsmanagement verfolgt das Ziel, betriebliche Strukturen zu schaffen, die nachhaltig das Wohlbefinden, die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und die Zufriedenheit der Schaeffler-Mitarbeiter im Berufs- und Privatleben sichern und fördern. Der weltweite Krankenstand im Unternehmen blieb 2014 unverändert bei 3,3 %.
Nachwuchsförderung
Um den Erfolg von Schaeffler langfristig sicherzustellen ist es wichtig, Nachwuchskräfte in allen Bereichen zu gewinnen und auszubilden. Am Ende des Geschäftsjahres 2014 standen in der Schaeffler Gruppe weltweit 2.735 Auszubildende (entspricht 3,3 % der Belegschaft) in einem Ausbildungsverhältnis (Vj.: 2.602 oder 3,3 % der Belegschaft). Die Zahl der Auszubildenden hat sich im Jahresverlauf um 5,1 % erhöht. Die zukünftigen Fachkräfte werden in insgesamt 22 spezifischen Ausbildungsberufen an den Schaeffler-Standorten ausgebildet. Neben der fachlichen Qualifikation und dem spezifischen Schaeffler-Know-how liegt eine besondere Wertschätzung auf Methoden-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenzen. Dabei sollen den Nachwuchskräften selbständiges Denken und Handeln sowie Kreativität und ein gestärktes Umwelt- und Verantwortungsbewusstsein vermittelt werden.
Eine weitere wichtige Rolle bei der Nachwuchsgewinnung in Deutschland spielt das „Duale Studium". Hier bietet Schaeffler zwei Studienmöglichkeiten an: Zum einen das „Duale Studium" in Kooperation mit Dualen Hochschulen und zum anderen das „Two-in-One"-Studium mit Technischen Hochschulen in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2014 strebten insgesamt 147 „Duale Hochschulstudenten" und 196 „Two-in-One"-Studenten ihren Bachelorabschluss an. Als weiterführenden Abschluss bietet das Unternehmen zusätzlich ein Masterstudienprogramm an.
Darüber hinaus bietet die Schaeffler Gruppe ein spezielles Trainee-Programm an, in dessen Rahmen überdurchschnittlich erfolgreiche Hochschulabsolventen die Möglichkeit haben, sich innerhalb von 12 bis 24 Monaten einen intensiven Überblick über den Konzern und die Funktionsbereiche zu verschaffen. Durch begleitende, persönlichkeitsfördernde Qualifizierungen werden die Trainees optimal auf verantwortungsvolle Positionen innerhalb der Schaeffler Gruppe vorbereitet. Zum 31. Dezember 2014 nahmen 52 Nachwuchskräfte (Vj.: 62) am Trainee-Programm in Deutschland teil.
Mitarbeiterqualifikation und Weiterbildung
Die Kompetenz und Qualifikation der Mitarbeiter ist für den Erfolg der Schaeffler Gruppe von maßgeblicher Bedeutung. Das Unternehmen verfolgt mit Personalentwicklungs- und Weiterbildungsaktivitäten das Ziel, die Mitarbeiter so zu fördern und zu qualifizieren, dass sie den komplexen Herausforderungen des Arbeitsumfeldes jederzeit gewachsen sind.
Im Jahr 2014 fanden in Deutschland 5.824 Weiterbildungsveranstaltungen (Vj.: 4.373) statt. Darin sind 2.115 Online-Trainings (Vj.: rund 500) mit 24.754 Teilnahmen (Vj.: 20.800) enthalten. Der deutliche Anstieg resultiert aus der weltweiten Implementierung der Online-Compliance-Schulung. Die Schaeffler Gruppe folgt dem Trend, ihren Mitarbeitern Weiterbildungen zeit- und ortsunabhängig zu ermöglichen. Die Zahl der Teilnahmen an Weiterbildungsveranstaltungen in Deutschland erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 8 %. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem Angebot an zahlreichen, neuen Online-Schulungen, wie z. B. Produktkursen.
scroll
| Anzahl in Deutschland | 31.12.2014 | 31.12.2013 | Veränderung in% |
|---|---|---|---|
| Weiterbildungsveranstaltungen | 5.824 | 4.373 | 33,2 |
| Teilnahmen | 56.459 | 52.256 | 8,0 |
Das Weiterbildungsangebot bei Schaeffler wird weltweit unter dem Dach der Schaeffler Academy gebündelt. Im Jahr 2013 wurde die Schaeffler Academy bereits in fünf Ländern etabliert. Deutschland, Brasilien, Rumänien, Frankreich und die USA nutzen seitdem gemeinsame IT-Standards, wodurch das Weiterbildungsangebot für alle Mitarbeiter transparent dargestellt werden kann. Die Schaeffler Academy bietet neben Standardqualifikationen auch maßgeschneiderte, spezifische und übergreifende Qualifizierungen an. Die internationale Einführung der Schaeffler Academy wird stetig vorangebracht.
Auszeichnungen
Im September 2014 wurde Schaeffler in den USA von der „National Association of State Workforce Agencies (NASWA)" als „National Business of the Year 2014" ausgezeichnet. Dieser Award wird für herausragende Leistungen verliehen, die sowohl die Belegschaft, die Branche als auch die Gesellschaft positiv beeinflussen. Des Weiteren zeichneten zwei unabhängige Personal-Agenturen die Schaeffler Gruppe als einen der besten 100 Arbeitgeber in China aus. Einer der Gründe für diesen Erfolg ist die deutsche duale Ausbildung, die Schaeffler vor fast zehn Jahren in China eingeführt hat. Das Unternehmen erhielt dafür die Titel „China's best 100 HRM (Human Resources Management)" sowie „Top 100 Best Employer China". Darüber hinaus hat die Schaeffler Gruppe zahlreiche kleinere, lokale Auszeichnungen als Top-Arbeitgeber erhalten. So wählten z. B. drei brasilianische Fachmagazine Schaeffler unter die „150 besten Arbeitgeber" Brasiliens.
1.6 Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung
Nachhaltigkeit
Nachhaltiges Wirtschaften und gesellschaftliche Verantwortung sind elementare Bestandteile der seit Jahren gelebten Unternehmenskultur der Schaeffler Gruppe. Die Themen Qualität, Technologie und Innovation stehen dabei im Fokus des Unternehmens. Schaeffler legt großen Wert darauf, wirtschaftlichen Erfolg mit verantwortlichem Handeln — gegenüber Kunden, Umwelt und Mitarbeitern — zu verbinden. Die Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Kriterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette und die Schonung von Ressourcen sind fest in den Unternehmensleitlinien von Schaeffler verankert. Sie bilden die Grundlage für ein langfristiges Wachstum und die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswerts.
Umwelt- und Arbeitsschutz
Die wesentlichen Säulen einer nachhaltigen Entwicklung sind für die Schaeffler Gruppe der Umwelt- und Arbeitsschutz. Basierend auf den Grundaussagen des weltweit gültigen Unternehmenskodex hat Schaeffler eine gruppenweite Umwelt- und Arbeitsschutzpolitik verabschiedet. Sie wird regelmäßig evaluiert und die Grundaussagen werden an aktuelle Anforderungen angepasst. Dies dient als Basis für jedes weitere Handeln im Bereich Umwelt- und Arbeitsschutz. In allen Ländern, in denen die Schaeffler Gruppe vertreten ist, gibt es Standards die zusätzlich zu der übergeordneten Politik landesspezifische Erweiterungen beinhalten. Bei der Umsetzung geht Schaeffler zum Teil deutlich über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus. So wurde z. B. das Werk in Yinchuan, China, als erster chinesischer Standort überhaupt nach den Kriterien der europäischen EMAS („Eco-Management and Audit Scheme") validiert und in das Standortregister der Europäischen Gemeinschaft eingetragen.
Nahezu alle Produktionsstandorte werden weltweit nach denselben Standards EMAS und ISO 14001 im Umweltschutz und OHSAS 18001 im Arbeitsschutz validiert und zertifiziert. Schaeffler hat vor mehr als 15 Jahren am Stammsitz in Herzogenaurach mit dem Aufbau des Umwelt- und Arbeitsschutz-Managementsystems begonnen. Die durch unabhängige Gutachter erreichten Validierungen nach EMAS außerhalb Europas genießen im internationalen Vergleich einen sehr hohen Stellenwert. Diese erfolgreich bestandenen Überprüfungen bescheinigen nahezu allen Schaeffler-Standorten einen einheitlichen Standard im Umwelt- und Arbeitsschutz auf höchstem Niveau.
Die an jedem Schaeffler-Standort tätigen Experten für Umwelt- und Arbeitsschutz sind in ihrer Region über einen Regionalkoordinator miteinander vernetzt. Regelmäßiger Ergebnisabgleich, ein stetiger Informationsaustausch und gegenseitige Unterstützung tragen dabei zur Sicherung der hohen Standards bei. Die Regionalkoordinatoren wiederum stehen in enger Verbindung mit den strategischen Fachabteilungen im Competence Center „Umwelt- und Arbeitsschutz", deren Spezialisten für die weltweiten Strategien verantwortlich sind und somit fachlich die gesamte Organisation innerhalb des EnES-Managementsystems führen. Diese Matrixorganisation aus strategischer und operativer Verantwortung setzt die Standards im Umwelt- und Arbeitsschutz maßgeblich um.
Ein weiteres Element der Führungsleitsätze von Schaeffler ist der Arbeitsschutz. Aufbauend auf der Vision „Null Arbeitsunfälle bei Schaeffler" wurde die Kultur des eigenen Verantwortungsbewusstseins gestärkt und weiter ausgebaut. Ziel dieser Kultur ist es, ein geschärftes Pflichtbewusstsein für die Mitarbeiter und das entsprechende Umfeld zu entwickeln. Dieser Prozess wird durch Schwerpunktaktionen unterstützt, die auf die jeweiligen Situationen, Anforderungen und Mentalitäten der Mitarbeiter rund um das Thema Arbeitssicherheit abgestimmt wurden. Eine transparente Berichterstattung des Unternehmens soll das Interesse und die Aufmerksamkeit aller Mitarbeiter zu allen Themen der Arbeitssicherheit fördern. Arbeitsunfälle, die sich ereignet haben, dienen der Erarbeitung von Präventionsmethoden. Die Umsetzung der gesteckten Ziele wird durch kontinuierliche Berichte unterstützt, um den Mitarbeitern Erfolge, aber auch mögliche Verbesserungspotenziale zu vermitteln.
Die Schaeffler Gruppe startete im Berichtsjahr mit der Gesundheitsinitiative „Boxenstopp" ein Konzept zur Prävention der Hauptursachen von betrieblichen Fehlzeiten. Ziel dieses Programms ist es, den Mitarbeitern einen umfassenden Überblick über ihren Gesundheitszustand zu geben und alle eventuell notwendigen medizinischen Maßnahmen oder Veränderungen des Lebensstils zu planen. Des Weiteren sollen ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen und notwendige Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen werden. Zum Basisprogramm zählen Laboruntersuchungen, Lungenfunktionsprüfungen, Elektrokardiogramme zur Beurteilung der Herz-Kreislauf-Situation, Ultraschalluntersuchungen und eine umfassende Lebensstilberatung im Bereich Ernährung und Bewegung.
Energie- und Ressourcenmanagement
Die globale Nachfrage nach Rohstoffen — insbesondere Energie — steigt kontinuierlich. Aufgrund des stetigen Wachstums der Schaeffler Gruppe besteht auch im Unternehmen ein zunehmender Bedarf an Energie.
Um diesem Trend entgegenzuwirken hat sich Schaeffler im Jahr 2012 dazu entschlossen, ein Energiemanagementsystem nach dem weltweit gültigen Standard ISO 50001 zu implementieren. Bereits 2013 wurde die Funktionalität des Managementsystems an zwei Produktionsstandorten von einem externen Gutachter zertifiziert. Der eingeschlagene Weg wurde im Berichtsjahr mit der Zertifizierung von 19 zusätzlichen Schaeffler-Standorten weiterverfolgt.
Grundlage des Energiemanagementsystems ist die Energiepolitik der Schaeffler Gruppe. Darin ist u. a. die Selbstverpflichtung des Vorstands und aller Mitarbeiter hinsichtlich Energieeffizienz und Ressourcenschonung, nachhaltigem Handeln und stetiger Verbesserung des Systems dokumentiert.
Die folgenden drei langfristigen strategischen Energieziele der Schaeffler Gruppe wurden von dieser Energiepolitik abgeleitet:
| • | Steigerung der Energieeffizienz |
| • | Optimierung der Energiekosten |
| • | Sicherstellung der Versorgungssicherheit mit Energie und Medien |
Die strategischen Ziele bilden wiederum die Grundlage für die operativen Energieziele, die jährlich an die produzierenden Schaeffler-Standorte ausgegeben werden. Um die Energieeffizienz in den Werken kontinuierlich zu steigern, führt Schaeffler regelmäßig Energieeffizienz-Workshops durch. Dabei werden energierelevante Anlagen, Maschinen und Prozesse auf Optimierungspotenziale untersucht und hierfür wirtschaftliche und nachhaltige Verbesserungsmaßnahmen entwickelt. Basierend auf den Workshops hat das Unternehmen bereits zahlreiche Energie-effizienzmaßnahmen umgesetzt. Des Weiteren wurden in Investitionsprojekten die Lebens-zykluskosten bei der Technologie- und Lieferantenauswahl berücksichtigt sowie der Ausbau der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung an Produktionsstandorten der Schaeffler Gruppe vorangetrieben.
Ein weiterer elementarer Aspekt des Energiemanagements der Schaeffler Gruppe ist das standardisierte Energiedatenmanagementsystem (EDMS), das weltweit eingeführt wurde und einige wesentliche Vorteile mit sich bringt:
| • | Energieverbräuche von Anlagen und Maschinen transparent machen |
| • | Energieverbräuche überwachen und Einsparpotenziale aufdecken |
| • | Wirksamkeit von Energieeffizienzmaßnahmen nachweisen |
| • | Zukünftige Energieverbräuche prognostizieren |
| • | Energiebilanzen für Standorte und Regionen aufstellen |
Zur Berechnung der Umweltkennzahlen berücksichtigt Schaeffler alle Produktionsstandorte, die in das EnES-Management-System integriert sind und sich den regelmäßigen internen und externen Auditierungen unterziehen. Dazu zählen mehr als 95 % der Schaeffler-Standorte. Erhoben werden die Umweltdaten entweder durch automatische Verbrauchsaufzeichnungen oder manuelle Eingaben in eine Datenbank. Diese Daten werden von internen und externen EnES (Energy, Environment, Safety)-Auditoren im Zuge der vor Ort durchgeführten Audits oder durch Überprüfung von Verbrauchsabrechnungen, Lieferscheinen oder sonstigen Nachweisen, validiert.
Nachhaltiges Produktportfolio
Nachhaltig wirtschaften bedeutet für die Schaeffler Gruppe auch neuen Technologien zum Durchbruch zu verhelfen — insbesondere solchen Technologien, die einen Beitrag zu einer kostengünstigen, verlässlichen und umweltschonenden Energiebilanz leisten. Dafür geht Schaeffler, wie etwa bei der Erschließung neuer Produkttechnologien für die „Mobilität für morgen", in Vorleistung. So trägt z. B. das kleinste Nadellager für eine axiale Abstützung eines Planetenrades, das von Schaeffler entwickelt wird, zur Schonung von Ressourcen bei:
Kundenvorteile:
| • | Reibungsreduzierung auch in der kleinsten Größenordnung |
| • | Gleitreibung durch Wälzreibung auf 1/10 zu reduzieren |
| • | Annähernd die gleichen Bauraumverhältnisse zu erreichen |
Produktvorteile:
| • | Gleichmäßigere Reibungsverhältnisse |
| • | Höhere Verlässlichkeit bei Mangelschmierung |
| • | Minimierte Verlustleistung und geringere Wärmeerzeugung |
Zusätzlich bietet die Schaeffler Gruppe — in den Bereichen Aerospace, Automotive Aftermarket und Industrial Aftermarket — weltweit professionelle Aufbereitungen von Lagern an,
wodurch z. B. Radsatzlager ihre maximale Lebensdauer verlängern. Dies führt zu sinkenden Lebenszykluskosten und einer erheblichen Einsparung an CO2-Emissionen im Vergleich zu einer Lager-Neufertigung. Anhand einer eigens von Schaeffler aufgestellten Ökobilanz — bei der der komplette Produktlebenszyklus eines Standard-Radsatzlagers anhand einer Software analysiert und der Lageraufbereitung gegenübergestellt wurde — ergab sich durch die Aufbereitung im Gegensatz zur Verwendung eines neuen Lagers eine Einsparung von rund 97 % CO2-Emissionen (entspricht rund 220 kg CO2) sowie 2.000 Liter Wasser pro Radsatzlager. Dabei wurden die verschiedenen Phasen innerhalb des Produktlebenszyklus eines TAROL-Radsatzlagers untersucht, angefangen bei der Rohstoff- und Energiegewinnungsphase, über die Design- und Produktions-, die Verpackungs- und Vertriebs- sowie die Nutzungsphase inklusive der Instandhaltung bis hin zur Entsorgung.
Gesellschaftliche Verantwortung
Nachhaltig zu agieren bedeutet für die Schaeffler Gruppe Verantwortung für Mensch, Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen. Auch im Geschäftsjahr 2014 wurden daher zahlreiche soziale Projekte unterstützt.
In Indien engagiert sich die Schaeffler Gruppe mit dem „HOPE"-Programm für Gesundheit und soziale Gerechtigkeit. Im Rahmen dieses Hilfsprojekts begann Schaeffler 2014 mit dem Bau einer Herberge für taube und behinderte Studentinnen in Vadodara, West-Indien, die im Februar 2015 fertiggestellt wurde. Des Weiteren installierte Schaeffler in der Region rund um das Schaeffler-Werk in Savli, West-Indien, mobile Gesundheitsstationen. Diese Fahrzeuge sind mit medizinischem Fachpersonal besetzt und erreichen pro Monat bis zu 40 Dörfer. So bieten die mobilen Gesundheitsstationen über 40.000 Menschen eine präventive und kurative Gesundheitsversorgung. Zusätzlich findet einmal im Monat ein Camp statt, bei dem Fachärzte, wie z. B. Gynäkologen und Hautärzte anwesend sind. Dieses Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt und wird danach, je nach Erfahrungswerten, auf die speziellen Bedürfnisse angepasst.
Schaeffler engagiert sich zudem mit zahlreichen sozialen Projekten und Umweltaktionen in der Region Brasov in Rumänien. Die Schaeffler Gruppe fungiert dort als Partner für lokale Schulen und Universitäten, bietet Praktikumsplätze, Ausbildungen, Stipendien sowie Trainee-Programme und beteiligt sich aktiv an der Verbesserung des rumänischen Berufsschulsystems. Seit 2007 ist das Unternehmen in den Um- und Ausbau des „Schaeffler-Parks" involviert, der 2011 gemeinsam mit Architekten und Behörden neu gestaltet wurde und Kindern aus der Region eine sichere Spielstätte bietet. Zusätzlich besteht eine Langzeit-Kooperation mit lokalen Wohlfahrtsverbänden, im Rahmen derer die Schaeffler Gruppe jährlich mehr als 20 soziale Projekte unterstützt.
In Brasilien wurde die Schaeffler Gruppe mit mehreren Awards für ihr gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Anlass sind zahlreiche Aktivitäten zu den Themen Umwelt, Gesundheit und Sicherheit sowie das Projekt „Formare". Dieses bietet zum einen jungen Menschen in Sorocaba, Brasilien, Bildung und Berufsmöglichkeiten an, zum anderen gliedert es Menschen mit Behinderung in das Unternehmen ein.
Schaeffler leistet einen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung, indem das Unternehmen gebrauchte IT-Geräte einer gemeinnützigen Organisation überlässt. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Gesamtkonzern-Schwerbehindertenvertretung (GK-SBV) Menschen mit Behinderung in der Arbeitswelt und der Gesellschaft zu integrieren. Die Mitglieder der GK-SBV sind wichtige Vertrauenspersonen und unterstützen innerbetrieblich sowie bei bürokratischen Angelegenheiten.
Die Schaeffler Gruppe engagiert sich bereits seit 2004 in der internationalen „Formula Student Germany" und baut dieses Engagement sukzessive aus. Das Unternehmen präsentierte sich im Berichtsjahr erstmals als Hauptsponsor des Hockenheim-Events, an dem mehr als 110 Teams aus 28 Nationen mit insgesamt 3.600 Teilnehmern auf dem Hockenheimring in Deutschland beteiligt waren. Der Konstruktionswettbewerb mit Teams von zwölf deutschen Hochschulen lieferte eine optimale Plattform für Studenten, um das erworbene, theoretische Ingenieurwissen in der Praxis und im Wettbewerb zu erproben und gleichzeitig ein umfassendes Verständnis auf vielen Ebenen zu entwickeln. Die „Formula Student Germany" schafft so wertvolle Anknüpfungspunkte zwischen dem Ingenieurnachwuchs und der Schaeffler Gruppe.
Im Rahmen des „International Management Program" (IMP) unterstützt Schaeffler soziale Einrichtungen, Projekte und Organisationen. Das IMP ist ein Programm zur Weiterentwicklung von Führungskräften in unterschiedlichen Funktionen, Bereichen und Regionen. Die Teilnehmer nutzten dabei eigene Fähigkeiten und Netzwerke um ein regionales Projekt finanziell — z. B. durch Crowdfunding — und durch persönliches Engagement zu unterstützen und damit soziale Bedürfnisse zu erfüllen.
2. Wirtschaftsbericht
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Entwicklung Konjunktur
Gebremst durch geopolitische Krisen und Turbulenzen an den Finanzmärkten fiel die weltwirtschaftliche Erholung im Jahr 2014 unerwartet moderat aus. Insgesamt lag das Wachstum der Weltwirtschaft bei 3,3 % (Quelle: Internationaler Währungsfonds, Januar 2015) und damit hinter den Erwartungen.
Gemäß dem aktuellen Jahresgutachten des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung blieb insbesondere der Euroraum hinter den Erwartungen zurück. In den Schwellenländern setzte sich der konjunkturelle Abschwung fort. Hier belasteten die verschlechterten finanziellen Rahmenbedingungen die Produktion, nachdem es zu teilweise erheblichen Kapitalabflüssen aus diesen Ländern gekommen war. Positiv verlief die Konjunktur dagegen in einigen Industrienationen außerhalb der Eurozone. So zeigte sich die Expansion in den USA und in Großbritannien, auf der Grundlage einer anziehenden inländischen Nachfrage, dynamisch und selbsttragend.
Im Euroraum ist die Banken- und Staatsschuldenkrise noch nicht überwunden. Zwar wurden bereits wichtige politische Schritte und Maßnahmen auf europäischer Ebene beschlossen und umgesetzt, für eine Lösung der Krise sind jedoch weitere Anstrengungen notwendig. Der Verbesserung der konjunkturellen Aussichten in den Krisenländern Griechenland, Portugal und Spanien standen sich verschlechternde Geschäftserwartungen und ein gedämpftes Investitionsklima in den drei größten Volkswirtschaften Deutschland, Frankreich und Italien gegenüber. Insbesondere Deutschland konnte seiner Rolle als Wachstumsmotor des Euroraums nicht gerecht werden. Nach einem positiven Jahresauftakt dämpften vor allem geopolitische Risiken und die verhaltene wirtschaftliche Entwicklung wichtiger Außenhandelspartner die Belebung der Wirtschaft. Deutschland wies 2014 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 1,5 % auf; der Euroraum erzielte insgesamt einen Zuwachs in Höhe von o,8 %. In Russland, als Teil der Schaeffler-Region Europa, wirkten der Konflikt mit der Ukraine und damit einhergegangene wirtschaftliche Sanktionen sowie starke Abwertungstendenzen des Rubels negativ auf die makroökonomische Entwicklung. In Indien dagegen, ebenfalls Teil der Schaeffler-Region Europa, legte die Wirtschaftsleistung im Jahr 2014 um 5,8 % zu.
Die Konjunktur in Nord- und Südamerika entwickelte sich insgesamt positiv. In den USA betrug die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts 2,4 %. Zu dieser positiven Entwicklung trugen insbesondere der deutliche Anstieg des privaten Konsums und die Erhöhung der Industrieproduktion bei. Dabei war die Ausrichtung der Geldpolitik in den USA weiterhin sehr expansiv. Südamerika war hingegen von einer eher verhaltenen wirtschaftlichen Expansion gekennzeichnet, das Wirtschaftswachstum betrug 1,2 %. In Brasilien waren sogar rezessive Tendenzen zu beobachten. Das Wirtschaftswachstum Brasiliens lag im Berichtsjahr lediglich bei 0,1 %.
In China waren 2014 weiterhin rückläufige Wachstumsraten zu verzeichnen. Die schwache Konjunktur in den Industrienationen belastete den Außenhandel. Nach einer Abschwächung der Expansion im Frühjahr 2014 trugen vor allem fiskalische Maßnahmen zu einer Verbesserung der Wirtschaftsleistung bei. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts lag mit 7,4 % weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.
In den übrigen asiatischen Ländern (Asien/Pazifik) entwickelte sich die Konjunktur 2014 unterschiedlich. Die Gesamtentwicklung war durch starke Schwankungen der wirtschaftlichen Aktivität Japans geprägt. Hier führte eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zu einem Einbruch der Nachfrage im zweiten Quartal 2014. Die Wirtschaftsleistung Japans stieg 2014 um nur 0,1 %.
Der Euro hat im vergangenen Jahr gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert verloren. Ursächlich hierfür waren nicht allein politische Risiken, sondern auch die anhaltend expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. In Erwartung einer bevorstehenden Zinswende in den USA sank der Kurs insbesondere im zweiten Halbjahr 2014.
Entwicklung Absatzmärkte
Automobilproduktion
Das weltweite Geschäft mit den Herstellern von Pkw und Nutzfahrzeugen stellt das wichtigste Marktsegment für den Konzern dar. Die weltweite Automobilproduktion, gemessen an der Stückzahl produzierter Fahrzeuge, stieg im Berichtsjahr um 2,8 % auf rund 87,2 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Quelle: IHS Global Insight, Januar 2015). Deutliche Wachstumsimpulse kamen erneut aus der Schaeffler-Region Greater China (7,6 %). Auch die Schaeffler-Region Europa trug mit einem Plus von 3,2 % zum globalen Produktionswachstum bei. Nach dem starken Produktionsanstieg im Vorjahr fiel das Wachstum in der Schaeffler-Region Americas vergleichsweise moderat aus. Hier wurden o,9 % mehr Pkw und leichte Nutzfahrzeuge als 2013 produziert. In der Schaeffler-Region Asien/Pazifik sanken die Produktionszahlen um 1,1 %, was insbesondere auf den Rückgang in Japan zurückgeführt werden kann.
scroll
| Entwicklung der Automobilproduktion (in Stück) | 2014 | 2013 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Europa | 25.266.349 | 24.476.343 | 3,2 |
| Americas | 20.673.627 | 20.485.564 | 0,9 |
| Greater China | 22.979.014 | 21.356.241 | 7,6 |
| Asien/Pazifik | 18.234.767 | 18.429.054 | -1,1 |
| Welt | 87.153.757 | 84.747.202 | 2,8 |
Quelle: IHS Global Insight (Januar 2015). Die Regionen bilden die regionale Struktur der Schaeffler Gruppe ab.
Industrieproduktion
Das weltweite Investitionsklima verbesserte sich im Geschäftsjahr 2014 trotz der bestehenden geopolitischen Unsicherheiten und der nachlassenden konjunkturellen Expansion in den Schwellenländern. Die weltweite Industrieproduktion, gemessen an der Bruttowertschöpfung (Gesamtwert der im Produktionsprozess erzeugten Waren und Dienstleistungen abzüglich Vorleistungen), konnte nach vorläufigen Zahlen in den für die Schaeffler Gruppe relevanten Industriesektoren und Branchen real um 4,3 % zulegen. Die Analyse der Marktentwicklung basiert dabei auf Daten des Wirtschaftsforschungsinstituts Oxford Economics (Februar 2015) für ausgewählte konzernrelevante Marktsegmente. Die Daten wurden mittels konstanter Wechselkurse konvertiert und unter Zugrundelegung der Preisbasis des Jahres 2010 um Inflationseffekte bereinigt. Regional verlief die Entwicklung uneinheitlich. Während das Wachstum der Bruttowertschöpfung in der Schaeffler-Region Europa — vor allem bedingt durch Russland und Italien — mit 0,4 % stagnierte, konnten die übrigen Schaeffler-Regionen, allen voran Greater China, deutlich zulegen. In den Schaeffler-Regionen Americas, Greater China und Asien/Pazifik betrugen die Wachstumsraten 4,4 %, 7,8 % und 6,4 %.
scroll
| Entwicklung der Industrieproduktion (in Mrd. EUR) | 2014 | 2013 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Europa | 436,7 | 435,0 | 0,4 |
| Americas | 284,8 | 272,8 | 4,4 |
| Greater China | 391,4 | 363,0 | 7,8 |
| Asien/Pazifik | 204,2 | 191,9 | 6,4 |
| Welt | 1.317,1 | 1.262,7 | 4,3 |
Quelle: Oxford Economics (Februar 2015). Die Regionen bilden die regionale Struktur der Schaeffler Gruppe ab.
2.2 Geschäftsverlauf
Der Wachstumskurs der Schaeffler Gruppe wurde 2014 fortgesetzt. Die Umsatzerlöse stiegen im Berichtsjahr um 8,2 % auf 12.124 Mio. EUR (Vj.: 11.205 Mio. EUR) an. Das Umsatzwachstum betrug — bereinigt um Währungsumrechnungseffekte — 9,0 %. Die Gruppe expandierte 2014 in allen vier Schaeffler-Regionen.
Dank der hervorragenden globalen Aufstellung und der erfolgreichen Produkte ist das Geschäft in der Schaeffler-Sparte Automotive erneut stärker gewachsen als die weltweiten Produktionsstückzahlen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in Höhe von 2,8 % (Quelle: IHS Global Insight, Januar 2015). Sie steigerte den Umsatz in allen Schaeffler-Regionen und erzielte ein Wachstum von insgesamt 10,0 % im Vergleich zum Vorjahr. Ausschlaggebend für das deutliche Umsatzplus waren eine signifikant hohe Nachfrage aus der internationalen Automobilindustrie, neue Kundenprojekte sowie Produkthoch- und -neuanläufe in den Unternehmensbereichen Motorsysteme, Getriebesysteme und Fahrwerksysteme. Besonders auf den bedeuteten Absatzmärkten in China und den USA profitierte die Sparte von der unverändert hohen Nachfrage nach ihren Produkten.
Die Umsatzerlöse der Sparte Industrie nahmen bei sehr unterschiedlichen Entwicklungen der Absatzmärkte mit 3,3 % leicht zu. Das Umsatzwachstum wurde dabei durch die nach wie vor große weltweite Investitionszurückhaltung und Währungsumrechnungseffekte gebremst. Am stärksten wuchs die Sparte Industrie in der Schaeffler-Region Greater China, wo sich der Umsatz vor allem durch die hohe Nachfrage in den Branchen Schienenfahrzeuge, Erneuerbare Energien und Produktionsmaschinen vergrößerte.
Die Schaeffler Gruppe erhöhte das EBIT um 515 Mio. EUR auf 1.523 Mio. EUR (Vj.: 1.008 Mio. EUR). Das Vorjahr enthält Aufwendungen in Höhe von 48 Mio. EUR für Personalstrukturmaßnahmen und die bilanzielle Vorsorge für das EU-Kartellverfahren in Höhe von 380 Mio. EUR.
Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit sank im Berichtsjahr gegenüber 2013 um 127 Mio. EUR auf 900 Mio. EUR. Dieser Rückgang resultierte im Wesentlichen aus der Zahlungen der EU-Kartellstrafe in Höhe von 370,5 Mio. EUR und den im Rahmen der Refinanzierung gezahlten Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 114 Mio. EUR. Positiven Einfluss nahmen dagegen vor allem der EBIT-Zuwachs um 515 Mio. EUR sowie um 186 Mio. EUR geringere Mittelabflüsse für Zins- und Steuerzahlungen. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 852 Mio. EUR (Vj.: 554 Mio. EUR). Dies führte zu einem Free Cash Flow in Höhe von 48 Mio. EUR (Vj.: 473 Mio. EUR).
Ereignisse und Entwicklungen im Berichtsjahr
Die Schaeffler Gruppe schloss im Jahr 2014 weitere Refinanzierungsmaßnahmen erfolgreich ab. Dabei gelang es in mehreren Schritten, neben einer Reduzierung der zukünftigen Fremdkapitalkosten und einer Diversifizierung der Finanzierungsquellen das Fälligkeitenprofil der Finanzverbindlichkeiten zu verlängern und deutlich ausgewogener zu gestalten. Die Schaeffler Gruppe gab am 08. Mai 2014 den erfolgreichen Abschluss einer Refinanzierungstransaktion über insgesamt 3,5 Mrd. EUR bekannt. Im Rahmen dieser Transaktion wurden neue Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 2,0 Mrd. EUR begeben. Zusätzlich wurden institutionelle Kredite mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Mrd. EUR durch neue Kredittranchen abgelöst. Die Schaeffler Gruppe verkündete am 16. Oktober 2014 den erfolgreichen Abschluss einer weiteren Refinanzierungstransaktion über insgesamt rund 1,9 Mrd. EUR, bei der institutionelle Kredite mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Mrd. EUR und Bankkredite in Höhe von 250 Mio. EUR durch neue Kredittranchen abgelöst wurden. Das Unternehmen gewinnt mit dieser nachhaltigen Verbesserung der Kredit- und Anleihekonditionen zusätzliche Flexibilität für zukünftige Optimierungsschritte. Das Finanzergebnis der Schaeffler Gruppe wurde im Rahmen dieser Refinanzierungen im Berichtsjahr mit 221 Mio. EUR belastet. Dabei entfielen 114 Mio. EUR auf liquiditätswirksame Vorfälligkeitsentschädigungen.
Das Jahr 2014 war darüber hinaus von einer Reihe personeller Veränderungen geprägt. Aufgrund der im Rahmen der Umwandlung der INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung in eine Aktiengesellschaft ohne personelle Veränderungen vollzogenen Übertragung aller Vorstandsfunktionen werden nachfolgend auch auf Ebene der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals Schaeffler AG) eingetretene personelle Veränderungen im Geschäftsjahr 2014 erläutert. So hat der Aufsichtsrat der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (zum damaligen Zeitpunkt Schaeffler AG) in seiner Sitzung vom 18. Juni 2014 Klaus Rosenfeld ab 01. Juli 201.4 für fünf Jahre zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Prof. Dr.-Ing. Peter Gutzmer wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals Schaeffler AG) bestellt. Sein Vertrag wurde mit Wirkung zum 01. Januar 2015 um fünf Jahre verlängert. Norbert Indlekofer und Prof. Dr. Peter Pleus wurden mit Wirkung zum 01. Januar 2014 in den Vorstand berufen und führen seitdem gemeinsam die Sparte Automotive. Ferner hat die Hauptversammlung der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (zum damaligen Zeitpunkt Schaeffler AG) Prof. KR Ing. Siegfried Wolf, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Russian Machines OJSC, als Nachfolger für Dr. Eckhard Cordes zum 01. Juli 2014 in den Aufsichtsrat gewählt.
Am 24. Oktober 2014 wurde die INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Sie firmiert seitdem als Schaeffler AG. Im Zuge der Umwandlung wurden alle Vorstandsfunktionen von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals Schaeffler AG) auf diese Gesellschaft übertragen. Am 01. Dezember 2014 wurde der Aufsichtsrat der Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) bestellt und in seiner Sitzung am 12. Dezember 2014 neu konstituiert. Als Vertreter der Arbeitnehmer wurden mit Dr. Reinold Mittag und Jürgen Stolz zwei neue Mitglieder in den Aufsichtsrat bestellt. Sie ersetzten Jochen Homburg und Tobias Rienth. Auf der Anteilseignerseite wurde Prof. Dr.-Ing. Tong Zhang in den Aufsichtsrat bestellt und ersetzte Dr. Hubertus Erlen. Der Aufsichtsrat der Schaeffler AG hat in seiner Sitzung vom 12. Dezember 2014 Dr. Ulrich Hauck zum Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG bestellt. Er wird ab dem 01. April 2o1.5 die Position des Finanzvorstands der Schaeffler AG übernehmen.
Am 12. Dezember 2014 wurde mit dem Ziel der Stärkung der Eigenkapitalbasis der Schaeffler Gruppe eine Kapitalerhöhung beschlossen. Diese erfolgte mittels einer Sacheinlage durch die im Zuge der Kapitalerhöhung neu eingetretenen Gesellschafterin Schaeffler Verwaltungs GmbH, Herzogenaurach, auf die fortan ein Anteil in Höhe von 16,7 % am Grundkapital der Schaeffler AG entfällt. Die Kapitalerhöhung wurde am 30. Dezember 2014 in das Handelsregister eingetragen.
Das im November 2013 vom Vorstand beschlossene Initiativen-Programm „ONE Schaeffler" wurde im Geschäftsjahr 2014 weiter konkretisiert. Das Projekt umfasst 21 unternehmensübergreifende Verbesserungsinitiativen und soll im Wesentlichen bis Ende 2015 umgesetzt werden. Die Verbesserungsinitiativen betreffen sowohl die Sparten als auch die Funktionen und die Regionen der Schaeffler Gruppe. Ein wesentliches gemeinsames Ziel der Initiativen ist es, Strukturen und Prozesse innerhalb der Schaeffler Gruppe zu standardisieren und stärker zu integrieren, um so interne Synergien zu heben und das Unternehmen noch effizienter aufzustellen.
Am 19. März 2014 legte die EU-Kommission gegen Unternehmen der Schaeffler Gruppe wegen Kartellabsprachen beim Vertrieb von Wälzlagern für die Automobilindustrie eine Kartellstrafe fest. Bereits im Dezember 2013 wurde hierfür eine ergebniswirksame Risikovorsorge gebildet. Die Zahlung der EU-Kartellstrafe im zweiten Quartal 2014 in Höhe von 370,5 Mio. EUR wirkte entsprechend negativ auf den Cash Flow der Schaeffler Gruppe.
Geschäftsentwicklung im Vergleich zur Prognose für 2014
Da die Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) zum 31. Dezember 2014 erstmals einen Konzemlagebericht veröffentlicht, erfolgt nachfolgend ein Vergleich mit den zum 31. Dezember 2013 von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals Schaeffler AG) im Konzernlagebericht getroffenen Prognosen. Da bereits zum 31. Dezember 2013 alle operativen Gesellschaften der Schaeffler Gruppe Tochterunternehmen der Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) waren, ist eine Vergleichbarkeit bei den finanziellen Steuerungskennzahlen Umsatzwachstum, EBIT und Capex gegeben. Die ursprüngliche Prognose der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals Schaeffler AG) zum Free Cash Flow enthielt eine Dividendenzahlung der Continental AG, die aufgrund des modifizierten Konsolidierungskreises nicht im Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit der Schaeffler AG (INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) enthalten ist.
Für das Geschäftsjahr 2014 plante der Vorstand der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals Schaeffler AG) eine Steigerung der Umsatzerlöse von 5 bis 7 %. Dabei unterstellte die Schaeffler Gruppe im Wesentlichen konstante Wechselkurse. Diese Prognose wurde nach einem guten Start in das Jahr 2014, insbesondere aufgrund des starken Wachstums der Sparte Automotive, im ersten Quartal 2014 auf größer 7 % angehoben. Die Schaeffler Gruppe erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 12.124 Mio. EUR, was einer Steigerung von 8,2 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Ohne negative Währungsumrechnungseffekte von o,8 % erzielte die Schaeffler Gruppe ein operatives Wachstum von 9,0 % und übertraf damit die im Vorjahr aufgestellte Prognose.
Die Schaeffler Gruppe hat im Geschäftsjahr 2014 626 Mio. EUR bzw. 5,2 % des Konzernumsatzes für Forschung und Entwicklung aufgewendet, um die Grundlage für erfolgversprechende Innovationen und langfristige Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken. Damit wurde die getroffene Prognose von 5 % leicht übertroffen.
Die Schaeffler Gruppe hielt im Laufe des Jahres an ihrem Profitabilitätsziel, einer EBIT-Marge von 12 bis 13 %, fest. Erwirtschaftet wurde 2014 eine EBIT-Marge von 12,6 %.
Die geplanten Investitionen in Höhe von 6 bis 8 % des Umsatzes wurden mit Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (Capex) in Höhe von 857 Mio. EUR bzw. 7,1 % des Umsatzes ebenfalls umgesetzt.
Die Schaeffler Gruppe wies im Geschäftsjahr einen positiven Free Cash Flow in Höhe von 48 Mio. EUR auf und erreichte damit ihr prognostiziertes Ziel, einen positiven Wert zu erwirtschaften. Der Free Cash Flow enthält die Einmalbelastung über die Zahlung der EU-Kartellstrafe im zweiten Quartal 2014 in Höhe von EUR 370,5 Mio. EUR.
2.3 Ertragslage
Ertragslage der Schaeffler Gruppe

Der Umsatz der Schaeffler Gruppe stieg 2014 um 8,2 % auf 12.124 Mio. EUR (Vj.: 11.205 Mio. EUR). Ohne negative Währungsumrechnungseffekte in Höhe von 0,8 % betrug das Umsatzwachstum 9,0 %. Die Sparte Automotive steigerte ihren Umsatz um 10,0 % auf 8.983 Mio. EUR
(Vj.: 8.164 Mio. EUR) und wuchs im Berichtsjahr erneut deutlich stärker als die weltweite Fahrzeugproduktion für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, die sich um 2,8 % erhöhte
(Quelle: IHS Global Insight, Januar 2015). Der Umsatz der Sparte Industrie stieg um 3,3 % auf 3.141 Mio. EUR (Vj.: 3.041 Mio. EUR), dabei wirkten sich Währungsumrechnungseffekte deutlich negativ auf die Umsatzentwicklung aus.
scroll
| in Mio. EUR | 2014 | 2013 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 12.124 | 11.205 | 8,2 |
| Umsatzkosten | -8.654 | -8.029 | 7,8 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 3.470 | 3.176 | 9,3 |
| Kosten der Funktionsbereiche 1) | -1.907 | -1.805 | 5,7 |
| Ergebnis vor Finanz-, Beteiligungsergebnis und Ertragsteuern (EBIT) | 1.523 | 1.008 | 51,1 |
| in % vom Umsatz | 12,6 | 9,0 | - |
| Finanzergebnis | -620 | -424 | 46,2 |
| Ergebnis aus at Equity bewerteten Beteiligungen | 1 | 2 | -50,0 |
| Ertragsteuern | -242 | -452 | -46,5 |
| Konzernergebnis 2) | 654 | 127 | > 100 |
1) Vertrieb, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung.
2) Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnen.
Die weltweit unterschiedlichen konjunkturellen Rahmenbedingungen beeinflussten die Umsatzentwicklung in den einzelnen Schaeffler-Regionen stark. Mit einem Umsatzplus von 29,4 % zeigte die Schaeffler-Region Greater China mit Abstand die größte Veränderung. Während in der Sparte Automotive hauptsächlich das Geschäft mit den OEM-Kunden signifikant wuchs, stieg der Umsatz in der Sparte Industrie insbesondere in den Bereichen Mobilität sowie Energie und Rohstoffe. Die Schaeffler-Region Europa steigerte — trotz der schwierigen politischen und wirtschaftlichen Lage im Nahen Osten und des schwelenden Ukraine-Russland-Konflikts sowie der schleppenden Konjunkturerholung in Europa — den Umsatz um 5,8 %. Erfreulich entwickelte sich vor allem das Industrial Aftermarket-Geschäft sowie das Erstausrüstergeschäft der Sparte Automotive. Die Umsätze in der Schaeffler-Region Asien/Pazifik erhöhten sich um 6,6 %. Hier erzielte besonders der japanische Markt — trotz rückläufiger Binnennachfrage — ein deutliches Umsatzplus. Die Schaeffler-Region Americas erhöhte ihre Umsatzerlöse um 4,8 %. Während in Nordamerika der Umsatz anstieg, ging er in Südamerika zurück. Ursächlich hierfür waren die Abwertung des brasilianischen Reals gegenüber dem Euro sowie der drastische Einbruch des brasilianischen Fahrzeugmarkts.
Die Umsatzkosten beliefen sich 2014 auf 8.654 Mio. EUR (Vj.: 8.029 Mio. EUR) und stiegen um 625 Mio. EUR bzw. 7,8 % an. Im Geschäftsjahr 2013 kam es zu Einmalbelastungen in Höhe von 48 Mio. EUR für Personalstrukturmaßnahmen an den Produktionsstandorten Schweinfurt und Wuppertal.
Das Bruttoergebnis wuchs überproportional zum Umsatz um 9,3 % auf 3.470 Mio. EUR (Vj.: 3.176 Mio. EUR). Die Bruttomarge stieg trotz negativer Währungsumrechnungseffekte entsprechend auf 28,6 % (Vj.: 28,3 %). Gründe hierfür waren insbesondere der starke Volumenanstieg der Sparte Automotive und die zunehmende Lokalisierung der Wertschöpfung in den Schaeffler-Wachstumsmärkten. Darüber hinaus wirkten leicht sinkende Preise für Rohmaterialien positiv auf die Bruttomarge. Während in der Sparte Automotive das Bruttoergebnis auf 28,1 % (Vj.: 27,0 %) anstieg, sank es in der Sparte Industrie auf 30,1 % (Vj.: 32,0 %). Hier belasteten vor allem negative Währungsumrechnungseffekte die Ergebnisentwicklung.
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen im Berichtsjahr um 2,5 % auf 626 Mio. EUR (Vj.: 611 Mio. EUR), was im Wesentlichen auf verstärkte Projektaktivitäten in der Sparte Automotive zurückzuführen ist. Der größte Teil der Kosten für Forschung und Entwicklung entfiel dabei auf die Personalaufwendungen mit 71,9 % (Vj.: 67,6 %). Die F & E-Quote sank auf 5,2 % vom Umsatz (Vj.: 5,5 %). Im Geschäftsjahr 2014 wurden Entwicklungskosten in Höhe von 26 Mio. EUR aktiviert. Um die „Mobilität für morgen" aktiv mitzugestalten, hat die Sparte Automotive die Weiterentwicklung aktueller Konzeptfahrzeuge konsequent vorangetrieben. Vergleichbare Mobilitätskonzepte wurden auf die Sparte Industrie übertragen. Durch diese Aktivitäten hat der Konzern 2014 seine Systemkompetenz weiter gestärkt.
scroll
| 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Kosten für Forschung und Entwicklung (in Mio. EUR) | 467 | 495 | 593 | 611 | 626 |
| Anzahl der Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung 1) | 4.902 | 5.465 | 6.098 | 6.039 | 6.387 |
1) Durchschnittszahlen.
Die Kosten des Vertriebs stiegen im Jahr 2014 um 8,7 % auf 827 Mio. EUR (Vj.: 761 Mio. EUR). Der Anstieg resultierte insbesondere aus umsatzabhängigen Fracht- und Logistikkosten sowie höheren Personalkosten. Die allgemeinen Verwaltungskosten nahmen um 4,8 % auf 454 Mio. EUR (Vj.: 433 Mio. EUR) unterproportional zur Umsatzentwicklung zu.
Das EBIT wuchs um 515 Mio. EUR auf 1.523 Mio. EUR (Vj.: 1.008 Mio. EUR). Gleichzeitig stieg die EBIT-Marge auf 12,6 % (Vj.: 9,0 %). Das Vorjahr enthält neben den Aufwendungen für Personalstrukturmaßnahmen in Höhe von 48 Mio. EUR die bilanzielle Vorsorge für das EU-Kartellverfahren in Höhe von 380 Mio. EUR.
scroll
| 2014 | |||
|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | Finanzaufwendungen | Finanzerträge | Finanzergebnis |
| --- | --- | --- | --- |
| Zinsaufwendungen für Finanzschulden 1) | -488 | 0 | -488 |
| Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von Derivaten | -71 | 242 | 171 |
| Effekte aus Währungsumrechnung | -244 | 0 | -244 |
| Amortisation aus Cash Flow Hedge Rücklage | 5 | 0 | 5 |
| Zinseffekte Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen | -51 | 0 | -51 |
| Sonstige Effekte | -26 | 13 | -13 |
| Summe | -875 | 255 | -620 |
| 2013 | |||
| in Mio. EUR | Finanzaufwendungen | Finanzerträge | Finanzergebnis |
| Zinsaufwendungen für Finanzschulden 1) | -448 | 0 | -448 |
| Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von Derivaten | -99 | 114 | 15 |
| Effekte aus Währungsumrechnung | 0 | 88 | 88 |
| Amortisation aus Cash Flow Hedge Rücklage | 2 | 0 | 2 |
| Zinseffekte Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen | -50 | 0 | -50 |
| Sonstige Effekte | -46 | 15 | -31 |
| Summe | -641 | 217 | -424 |
1) Inkl. Transaktionskosten.
Die Zinsaufwendungen für Finanzschulden betrugen 2014 488 Mio. EUR (Vj.: 448 Mio. EUR). Darin enthalten sind Zinszahlungen und Zinsabgrenzungen im Zusammenhang mit der externen Konzernfinanzierung in Höhe von 320 Mio. EUR (Vj.: 388 Mio. EUR). Zudem sind Aufwendungen aus den im Geschäftsjahr 2014 durchgeführten Refinanzierungen in Höhe von 144 Mio. EUR enthalten.
Die wesentlichen Bestandteile der Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von Derivaten sind Erträge im Zusammenhang mit Zins- und Zinswährungsderivaten in Höhe von netto 226 Mio. EUR (Vj.: Aufwendungen in Höhe von 99 Mio. EUR) sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit eingebetteten Derivaten in Höhe von netto 55 Mio. EUR (Vj.: Erträge in Höhe von 114 Mio. EUR). Die mit den Refinanzierungen im Geschäftsjahr 2014 verbundene Ausbuchung der Kündigungsoptionen der vorzeitig zurückgeführten Anleihen sowie die Effekte aus den Konditionsanpassungen der Kündigungsmöglichkeiten der institutionellen Darlehens-tranchen führten zu Aufwendungen in Höhe von 77 Mio. EUR.
Aus der Fremdwährungsumrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Schulden ergaben sich Aufwendungen in Höhe von netto 244 Mio. EUR (Vj.: Erträge in Höhe von 88 Mio. EUR). Die Aufwendungen resultierten im Wesentlichen aus der Umrechnung der in US-Dollar denominierten Finanzierungsinstrumente in Euro (vgl. Konzernanhang Tz. 1.3). Durch die Absicherung dieser Instrumente mit Zinswährungsderivaten entstehen gegenläufige Effekte in Höhe von 226 Mio. EUR, die unter „Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von Derivaten" ausgewiesen werden.
Aus Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen ergaben sich Nettozinsaufwendungen in Höhe von 9 Mio. EUR (Vj.: 50 Mio. EUR). Ergänzende Erläuterungen zu den Pensionen sind im Konzernanhang unter Tz. 4.10 zu finden.
Die Ertragsteuern verringerten sich im Berichtsjahr um 210 Mio. EUR auf 242 Mio. EUR (Vj.: 452 Mio. EUR). Dieser Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere durch einen Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von 90 Mio. EUR (Vj.: Aufwand in Höhe von 142 Mio. EUR) begründet. Dieser resultiert im Wesentlichen aus Refinanzierungsmaßnahmen und Währungs-umrechnungseffekten sowie aus der Aktivierung von latenten Steuern auf Zinsvorträge, deren zukünftige Nutzung nunmehr als wahrscheinlich eingestuft wird.
Das Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen betrug im Berichtsjahr 654 Mio. EUR (Vj.: 127 Mio. EUR). Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der Erhöhung des Bruttoergebnisses sowie der Einmalbelastung des Vorjahres, die bilanzielle Vorsorge in Höhe von 380 Mio. EUR im Zusammenhang mit dem EU-Kartellverfahren im vierten Quartal 2013.
Sparte Automotive

Die Sparte Automotive erzielte 2014 ein Umsatzwachstum von 10,0 % im Vergleich zum Vorjahr. Dabei stiegen die Umsatzerlöse um 819 Mio. EUR auf 8.983 Mio. EUR (Vj.: 8.164 Mio. EUR). Der Anstieg ohne Berücksichtigung negativer Währungsumrechnungseffekte in Höhe von 0,7 % betrug 10,7 %. Dieser Zuwachs resultierte aus der anhaltend hohen Nachfrage der Kunden aus der Automobilindustrie sowie aus Produkthochläufen und neuen Kundenprojekten. Weltweit konnten zusätzliche Marktanteile hinzugewonnen werden.
scroll
| in Mio. EUR | 2014 | 2013 | Veränderung in% |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 8.983 | 8.164 | 10,0 |
| Umsatzkosten | -6.460 | -5.960 | 8,4 |
| Bruttoergebnis | 2.523 | 2.204 | 14,5 |
| EBIT | 1.234 | 683 | 80,7 |
| in % vom Umsatz | 13,7 | 8,4 | - |
Alle Schaeffler-Regionen konnten das durchschnittliche Wachstum der regionalen Produktionsstückzahlen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Quelle: IHS Global Insight, Januar 2015) — trotz negativer Währungsumrechnungseffekte — übertreffen. Die weltweit unterschiedlichen konjunkturellen Rahmenbedingungen machten sich auch in den einzelnen Schaeffler-Regionen deutlich bemerkbar. Das mit Abstand größte Umsatzwachstum verzeichnete die Region Greater China. Mit einer Zuwachsrate von 34,4 % lag die Sparte hier deutlich über dem Anstieg der regionalen Fahrzeugproduktion in Höhe von 7,6 %. Dies ist u. a. auch auf die Schaeffler-Lokalisierungsstrategie „In der Region — Für die Region" zurückzuführen. In der Region Europa wuchs der Umsatz — trotz geopolitischer Krisen in der Region — um 6,9 %. Auch hier übertraf der Umsatzanstieg das Wachstum der regionalen Automobilproduktion (3,2 %). Das Umsatzplus in der Region Asien/Pazifik betrug 7,0 %, während die regionale Fahrzeugproduktion um 1,1 % zurückging. Dieser Zuwachs resultierte insbesondere aus den Absatzmärkten Japan und Südkorea. Die Region Americas steigerte den Umsatz um 8,0 %. Während in Nordamerika —insbesondere aufgrund der hohen Fahrzeugnachfrage sowie Produkthochläufen — der Umsatz anstieg, ging er in Südamerika zurück. Hauptsächlich negative Währungsumrechnungseffekte und der Einbruch des brasilianischen Fahrzeugmarkts belasteten die Entwicklung deutlich. Insgesamt übertraf der Anstieg auch in der Region Americas das Wachstum der regionalen Automobilproduktion (0,9 %).
In der Sparte Automotive bestehen mit den OEM-Kunden Serienliefervereinbarungen, die die Produktionskapazitäten im Jahr 2015 weitgehend auslasten. Dies dokumentieren einerseits die kurzfristig eingebuchten verbindlichen Lieferabrufe der OEM-Kunden und andererseits die teilweise vereinbarten jährlichen Liefermengenbandbreiten.
Die Sparte Automotive organisiert ihr Geschäft nach den Unternehmensbereichen (UB) Motorsysteme, Getriebesysteme, Fahrwerksysteme und Automotive Aftermarket. Alle UBs konnten im Geschäftsjahr 2014 ihre Umsatzerlöse steigern.
scroll
| in Mio. EUR | 2014 | 2013 | Veränderung in% | Umsatzverteilung 2014 in |
|---|---|---|---|---|
| UB Motorsysteme | 2.266 | 2.035 | 11,4 | 25,2 |
| UB Getriebesysteme | 3.826 | 3.322 | 15,2 | 42,6 |
| UB Fahrwerksysteme | 1.364 | 1.313 | 3,9 | 15,2 |
| UB Automotive Aftermarket | 1.527 | 1.494 | 2,2 | 17,0 |
| Sparte Automotive | 8.983 | 8.164 | 10,0 |
Vorjahreswerte gemäß der 2014 angepassten Kundenstruktur ausgewiesen.
Der Umsatz des UB Motorsysteme wuchs überproportional um 11,4 %. Hier erzielten insbesondere die umsatzstarken Produktgruppen Nockenwellenversteller und Ventiltriebs-komponenten — von mechanischen Ventilspielausgleichselementen bis hin zu vollvariablen Ventiltriebsystemen (z. B. UniAir) — ein deutliches Umsatzplus. Dabei trugen vor allem die Regionen Greater China und Americas zum Wachstum bei.
Die Umsätze im UB Getriebesysteme stiegen um 15,2 %. Dieser Zuwachs resultiert primär aus der guten Entwicklung bei trockenen Doppelkupplungen und Produkten aus dem Bereich der Aktorik. Erfreulich stark entwickelte sich auch das Geschäft mit den umsatzstarken Produktgruppen Zweimassenschwungrad und Drehmomentwandler. Besonders hervorzuheben ist zudem die signifikant gute Entwicklung in der Region Greater China.
Das Umsatzwachstum im UB Fahrwerksysteme in Höhe von 3,9 % basierte vor allem auf der guten Entwicklung bei Kugelgewindetrieben, wie sie bei elektromechanischen Servolenkungen und Fahrwerkslösungen (z. B. bei automatischen Parkbremsen) zur Anwendung kommen. Vor allem die Region Greater China und Europa erzielten ein deutliches Umsatzplus.
Der UB Automotive Aftermarket erzielte ein Wachstum in Höhe von 2,2 %. Wesentlicher Treiber des Anstiegs waren der höhere Absatz an Service Kits für Riemenspanner sowie Reparaturlösungen für Zweimassenschwungräder und Kupplungen in der Region Europa.
Die Umsatzkosten der Sparte Automotive beliefen sich im Berichtsjahr auf 6.460 Mio. EUR und stiegen damit gegenüber dem Vorjahr (Vj.: 5.960 Mio. EUR) um 8,4 % bzw. 500 Mio. EUR leicht unterproportional zum Umsatz an. Im Geschäftsjahr 2013 kam es zu einer Einmalbelastung durch Aufwendungen für Personalstrukturmaßnahmen am Produktionsstandort Schweinfurt in Höhe von 15 Mio. EUR.
Das Bruttoergebnis nahm um 14,5 % auf 2.523 Mio. EUR (Vj.: 2.204 Mio. EUR) überproportional zum Umsatz zu. Die Bruttomarge erhöhte sich — trotz negativer Währungsumrechnungseffekte —auf 28,1 % (Vj.: 27,0 %). Neben den leicht niedrigeren Preisen für Rohmaterialien wirkten sich insbesondere der deutliche Volumenanstieg sowie die zunehmende Lokalisierung der Wertschöpfung positiv auf die Profitabilität aus.
Die Kosten für Forschung und Entwicklung stiegen 2014 um 4,8 % auf 501 Mio. EUR (Vj.: 478 Mio. EUR). Die wesentlichen Aufwendungen stellten die Personalkosten zur Sicherung von neuen Technologien und Innovationen dar, was den Schaeffler-Anspruch unterstreicht, die „Mobilität für morgen" durch eigene Forschung und Entwicklung aktiv zu gestalten. Dies ist die Voraussetzung, um den Schaeffler-Kunden und Geschäftspartnern auch zukünftig ein attraktives Produktangebot zur Verfügung zu stellen.
Das EBIT der Sparte Automotive erhöhte sich um 59 Mio. EUR auf 1.234 Mio. EUR (Vj.: 683 Mio. EUR). Gleichzeitig stieg die EBIT-Marge auf 13,7 % (Vj.: 8,4 %). Neben den positiven Effekten aus dem Bruttoergebnis war die Verbesserung der EBIT-Marge auch auf die aktive Steuerung der Kosten in den Funktionsbereichen zurückzuführen. Das Vorjahr enthält Aufwendungen in Höhe von 15 Mio. EUR für Personalstrukturmaßnahmen und die bilanzielle Vorsorge für das EU-Kartellverfahren in Höhe von 380 Mio. EUR.
Sparte Industrie
Die Sparte Industrie steigerte im Geschäftsjahr 2014 die Umsatzerlöse um 3,3 % auf 3.141 Mio. EUR (Vj.: 3.041 Mio. EUR). Ohne negative Währungsumrechnungseffekte in Höhe von 0,9 % betrug das Wachstum 4,2 %. Insbesondere der Industrial Aftermarket zeichnete für die positive Gesamtentwicklung verantwortlich.

scroll
| in Mio. EUR | 2014 | 2013 | Veränderung in% |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.141 | 3.041 | 3,3 |
| Umsatzkosten | -2.194 | -2.069 | 6,0 |
| Bruttoergebnis | 947 | 972 | -2,6 |
| EBIT | 289 | 325 | -11,1 |
| in % vom Umsatz | 9,2 | 10,7 | - |
Vorjahreswerte gemäß der 2014 angepassten Kundenstruktur ausgewiesen.
Regional betrachtet wuchsen die Umsatzerlöse mit 16,7 % vor allem in der Region Greater China. Die Regionen Europa und Asien/Pazifik stiegen moderat um 2,9 % bzw. 5,6 %. Rückläufige Umsätze in Höhe von 3,8 % verzeichnete die Region Americas. Hier wurde die Umsatzentwicklung deutlich negativ von Währungsumrechnungseffekten beeinflusst. Die Auftragseingänge lagen im Jahr 2014 leicht über dem Vorjahreswert und leicht über dem Umsatz des Geschäftsjahres 2014.
Die Sparte Industrie teilt ihr Geschäft in zwei Unternehmensbereiche (UB): den UB Industrieanwendungen, der das Erstausrüstungsgeschäft im Industriebereich umfasst, und den UB Industrial Aftermarket, der das Ersatzteil- und Servicegeschäft beinhaltet. Der Umsatz 2014 lag in beiden Unternehmensbereichen leicht über dem Vorjahr.
scroll
| in Mio. EUR | 2014 | 2013 | Veränderung in % | Umsatzverteilung 2014 in % |
|---|---|---|---|---|
| UB Industrieanwendungen | 1.942 | 1.895 | 2,5 | 61,8 |
| UB Industrial Aftermarket | 1.199 | 1.146 | 4,6 | 38,2 |
| Sparte Industrie | 3.141 | 3.041 | 3,3 |
Vorjahreswerte gemäß der 2014 angepassten Kundenstruktur ausgewiesen.
Der UB Industrieanwendungen erzielte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Umsatzwachstum in Höhe 2,5 % auf 1.942 Mio. EUR (Vj.: 1.895 Mio. EUR). Die Entwicklung der Umsätze in den einzelnen Geschäftsbereichen Mobilität, Energie und Rohstoffe, Produktionsmaschinen sowie Luft- und Raumfahrt verlief aufgrund der Vielzahl an Branchen sehr unterschiedlich. Effekte aus der Währungsumrechnung wirkten sich leicht negativ auf die Umsatzentwicklung aus.
Der Bereich Mobilität konnte die Umsätze — vor allem getragen von Zuwächsen in den Branchen Schienenfahrzeuge sowie motorisierte Zweiräder und Sonderfahrzeuge — im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern. Hier führten vor allem neue Ausbauprojekte des Schienenverkehrs in China zu Umsatzzuwächsen.
Die Umsätze des Bereichs Energie und Rohstoffe lagen im Berichtszeitraum leicht über der Vergleichsperiode 2013. Während sich die Branche Windkraft in der Region Greater China im Vergleich zum Geschäftsjahr 2013 sehr stark positiv entwickelte, beeinflussten insbesondere die rückläufige Entwicklung der Bergbaubranche — vor allem in der Region Americas — sowie das rückläufige Umsatzvolumen in der Branche Metallerzeugung und -verarbeitung in Deutschland den Umsatzverlauf negativ.
Der Umsatz im Bereich Produktionsmaschinen lag im Berichtszeitraum geringfügig über dem Niveau des Vorjahres, wobei sich die einzelnen Branchen unterschiedlich entwickelten. Während die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen und Fertigungssystemen über alle Schaeffler-Regionen hinweg anstieg, blieb insbesondere das Geschäft mit den Branchen Textil- und Druckmaschinen weiterhin schwach. Der Umsatz mit der Branche Druckmaschinen zeigte dabei eine fortdauernde strukturelle Verschlechterung. Sinkende Exporte europäischer Maschinenbauunternehmen wirkten sich indirekt negativ auf das Geschäft aus.
Der Bereich Luft- und Raumfahrt berichtete sinkende Umsätze, u. a. ausgelöst von Änderungen im Produktprogramm wichtiger Kunden. In der Region Europa belastete der Ukraine-Russland-Konflikt die Umsatzentwicklung mit wichtigen Kunden stark. In der Region Americas sind die sinkenden Umsatzerlöse vor allem auch auf signifikante Währungsumrechnungseffekte zurückzuführen.
Der Umsatz im UB Industrial Aftermarket lag im Berichtszeitraum 2014 bei 1.199 Mio. EUR (Vj.: 1.146 Mio. EUR) und damit um 4,6 % über der Vergleichsperiode 2013. Effekte aus der Währungsumrechnung wirkten sich im Bereich Industrial Aftermarket leicht negativ auf die Umsatzentwicklung aus. Alle Schaeffler-Regionen steigerten ihre Umsätze. Schwerpunkte des Umsatzwachstums waren die Regionen Europa und Greater China. Die Auftragseingänge entwickelten sich im Berichtszeitraum positiv.
Die Umsatzkosten der Sparte Industrie beliefen sich im Berichtsjahr auf 2.194 Mio. EUR und stiegen damit gegenüber dem Vorjahr (Vj.: 2.069 Mio. EUR) um 6,o % bzw. 125 Mio. EUR überproportional zum Umsatz an. Der Vorjahreswert enthält Aufwendungen für Personal-strukturmaßnahmen an den Produktionsstandorten Schweinfurt und Wuppertal in Höhe von 33 Mio. EUR.
Das Bruttoergebnis sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,6 % auf 947 Mio. EUR (Vj.: 972 Mio. EUR). Die Bruttomarge verschlechterte sich entsprechend um 1,9 oh-Punkte auf 30,1 % (Vj.: 32,0 %). Negative Währungsumrechnungseffekte und Preisrückgänge in einigen Märkten und Branchen konnten durch Produktivitätsverbesserungen, leicht sinkende Preise für Rohmaterialien und verbesserte Fixkostendegressionseffekte nicht vollständig kompensiert werden. Die Produktivität wurde zusätzlich von Bestandsreduzierungsmaßnahmen zum Jahresende negativ beeinflusst.
Die Kosten für Forschung und Entwicklung verringerten sich im Geschäftsjahr 2014 von 133 Mio. EUR auf 125 Mio. EUR bzw. um 6,0 %. Insbesondere Personalaufwendungen konnten durch Kostensenkungsmaßnahmen reduziert werden. Der Forschungsschwerpunkt lag auf innovativen Produkten, wie z. B. der automatischen Fahrradschaltung FAG-VELOMATIC, die zum Gewinner der Kategorie „Komponenten" des Eurobike Awards 2014 gekürt wurde. Zudem gewinnt die Betrachtung der Lebenszykluskosten von Produkten zunehmend an Bedeutung. Die Komponente Wälzlager mit zahlreichen integrierten Funktionen entwickelt sich immer weiter zu einem mechatronischen Bauteil, das die Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit, z. B. bei Schienenfahrzeugen, stetig verbessert.
Insgesamt sank das EBIT der Sparte Industrie im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 36 Mio. EUR bzw. 11,1 % auf 289 Mio. EUR (Vj.: 325 Mio. EUR) und erreichte eine EBIT-Marge von 9,2 % (Vj.: 10,7 %). Das Vorjahr enthält Aufwendungen für Personalstrukturmaßnahmen an den Produktionsstandorten Schweinfurt und Wuppertal in Höhe von 33 Mio. EUR.
2.4 Finanz- und Vermögenslage
Cash Flow
Die Schaeffler Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2014 einen positiven Gesamt-Cash Flow — Nettozunahme/-abnahme des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten —in Höhe von 319 Mio. EUR (Vj.: -109 Mio. EUR).
scroll
| in Mio. EUR | 2014 | 2013 | Veränderung in% |
|---|---|---|---|
| Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | 900 | 1.027 | -12,4 |
| Cash Flow aus Investitionstätigkeit | -852 | -554 | 53,8 |
| Free Cash Flow | 48 | 473 | -89,9 |
| Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit | 271 | -582 | - |
| Nettozunahme/-abnahme des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten | 319 | -109 | - |
| 31.12.2014 | 31.12.2013 | Veränderung in% | |
| Finanzschulden | 6.414 | 5.753 | 11,5 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 636 | 300 | > 100 |
| Netto-Finanzschulden | 5.778 | 5.453 | 6,0 |
| Gesellschafterdarlehen | 0 | 6 | -100 |
| Netto-Finanzschulden ohne Gesellschafterdarlehen | 5.778 | 5.447 | 6,1 |
Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit sank gegenüber dem Vorjahreswert um 127 Mio. EUR auf 900 Mio. EUR (Vj.: 1.027 Mio. EUR). Ursächlich für den Rückgang waren im Wesentlichen die Zahlung der EU-Kartellstrafe im zweiten Quartal 2014 in Höhe von 370,5 Mio. EUR sowie die Vorfälligkeitsentschädigung im Rahmen der Refinanzierung im Mai 2014 in Höhe von 114 Mio. EUR. Zusätzlich wirkte sich — hauptsächlich bedingt durch das höhere Geschäftsvolumen — der Anstieg bei den Vorräten bzw. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der im Vergleich zum Vorjahr geringere Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt 121 Mio. EUR negativ auf die Entwicklung des Cash Flow aus (Vj.: positiver Effekt in Höhe von insgesamt 18 Mio. EUR). Positiven Einfluss nahmen dagegen vor allem der EBIT-Zuwachs um 515 Mio. EUR sowie um 186 Mio. EUR geringere Mittelabflüsse für Zins- und Steuerzahlungen.
Durch deutlich erhöhte Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 857 Mio. EUR (Vj.: 572 Mio. EUR) stieg der Mittelabfluss beim Cash Flow aus Investitionstätigkeit auf 852 Mio. EUR (Vj.: 554 Mio. EUR).
Auf dieser Basis ergab sich für das Geschäftsjahr 2014 ein positiver Free Cash Flow in Höhe von 48 Mio. EUR (Vj.: 473 Mio. EUR).
Im Berichtsjahr erzielte die Schaeffler Gruppe einen positiven Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 271 Mio. EUR (Vj.: -582 Mio. EUR).
Im Zusammenhang mit den im Mai und Oktober 2014 durchgeführten Refinanzierungen standen 731 Mio. EUR aus den Einzahlungen aus den Aufnahmen von Krediten und 236 Mio. EUR der Auszahlungen für die Tilgung von Krediten. Die für die Refinanzierungsmaßnahmen erfolgten Auszahlungen von Vorfälligkeitsentschädigung und Transaktionskosten wurden im Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit berücksichtigt. Alle darüber hinaus gehenden Transaktionen der beiden Refinanzierungen waren zahlungsunwirksam. In der Konzern-Kapitalflussrechnung reduzierten sich die Einzahlungen aus den Aufnahmen von Krediten durch die Rückführung kurzfristiger Bankschulden auf insgesamt 727 Mio. EUR. Weitere Auszahlungen in Höhe von 193 Mio. EUR resultierten insbesondere aus einer Teiltilgung in Höhe von 171 Mio. EUR, die überwiegend durch eine — von der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG über die Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH an die Schaeffler AG — weitergereichte Dividende der Continental AG finanziert wurde (vgl. Finanzierungsmaßnahmen Seite 66).
Die Netto-Finanzschulden erhöhten sich zum 31. Dezember 2014 um 325 Mio. EUR auf 5.778 Mio. EUR (Vj.: 5.453 Mio. EUR, inklusive Gesellschafterdarlehen in Höhe von 6 Mio. EUR).
Zum 31. Dezember 2014 bestanden keine Darlehensverbindlichkeiten der Schaeffler Gruppe gegenüber ihren beherrschenden Gesellschaften (Vj.: 6 Mio. EUR).
Der Verschuldungsgrad — definiert als Verhältnis von Netto-Finanzschulden (ohne Gesellschafterdarlehen) zu EBITDA — lag zum 31. Dezember 2014 bei 2,7 (Vj.: 3,3).
Kapitalstruktur
Die Kapitalstruktur der Schaeffler Gruppe verbesserte sich im Geschäftsjahr 2014. Dies resultiert insbesondere aus der im Berichtsjahr durchgeführten Kapitalerhöhung. Darüber hinaus trug das positive Konzernergebnis zu einer weiteren Erhöhung des Eigenkapitals bei.
scroll
| in Mio. EUR | 31.12.2014 | 31.12.2013 | Veränderung in% |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital | 258 | -1.966 | - |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.984 | 1.510 | 31,4 |
| Rückstellungen | 70 | 95 | -26,3 |
| Finanzschulden | 6.413 | 5.720 | 12,1 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 237 | 235 | 0,9 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 21 | 162 | -87,0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 8 | 6 | 33,3 |
| Passive latente Steuern | 106 | 142 | -25,4 |
| Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 8.839 | 7.870 | 12,3 |
| Rückstellungen | 232 | 589 | -60,6 |
| Finanzschulden | 1 | 33 | -97,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.261 | 1.022 | 23,4 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 155 | 152 | 2,0 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 558 | 405 | 37,8 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 313 | 282 | 11,0 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 2.520 | 2.483 | 1,5 |
| Bilanzsumme | 11.617 | 8.387 | 38,5 |
Das Eigenkapital der Schaeffler Gruppe erhöhte sich im Geschäftsjahr 2014 um
2.224 Mio. EUR auf 258 Mio. EUR (Vj.: -1.966 Mio. EUR). Dies beruht insbesondere auf einer im Dezember 2014 durchgeführten Sachkapitalerhöhung. Durch die Einlage von zwei Darlehensforderungen der neu aufgenommenen Gesellschafterin, der Schaeffler Verwaltungs GmbH, Herzogenaurach, stieg das Eigenkapital um 1.700 Mio. EUR (vgl. Vermögensstruktur Seite 63). Eigenkapitalerhöhend wirkten sich zudem das positive Konzernergebnis von 662 Mio. EUR sowie eine durch die Gesellschafterin Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH geleistete Einlage von 101 Mio. EUR aus. Gegenläufige ergebnisneutrale Eigenkapitalminderungen (-238 Mio. EUR) resultierten vor allem aus der Umrechnung des Reinvermögens ausländischer Konzerngesellschaften (140 Mio. EUR), aus der negativen Veränderung der Bewertung von Sicherungsinstrumenten (-70 Mio. EUR) sowie von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen (-316 Mio. EUR).
Der Anstieg der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 474 Mio. EUR auf 1.984 Mio. EUR (Vj.: 1.510 Mio. EUR) resultierte insbesondere aus der Anpassung des Rechnungszinssatzes an das insgesamt gesunkene Zinsniveau.
Die Veränderung der langfristigen Finanzschulden um 693 Mio. EUR auf 6.413 Mio. EUR (Vj.: 5.720 Mio. EUR) ist im Wesentlichen auf die Finanzierung der EU-Kartellstrafe im zweiten Quartal 2014 sowie auf Währungsumrechnungseffekte der in US-Dollar denominierten Finanzschulden in Euro zurückzuführen (vgl. Konzernanhang Tz 4.5).
Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten verminderten sich um 141 Mio. EUR auf 21 Mio. EUR (Vj.: 162 Mio. EUR) insbesondere aufgrund von positiven Marktwertänderungen der langfristigen Finanzderivate zur Zinswährungsabsicherung.
Die kurzfristigen Rückstellungen verringerten sich um 357 Mio. EUR auf 232 Mio. EUR (Vj.: 589 Mio. EUR), was maßgeblich aus der Inanspruchnahme der Rückstellung im Zusammenhang mit der Zahlung der durch die EU-Kommission festgesetzten Kartellstrafe resultierte. Gegenläufig erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 239 Mio. EUR auf 1.261 Mio. EUR (Vj.: 1.022 Mio. EUR) aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs sowie einer intensivierten Investitionstätigkeit im Berichtsjahr und Währungsumrechnungseffekten.
Der Anstieg der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 153 Mio. EUR auf 558 Mio. EUR (Vj.: 405 Mio. EUR) ist insbesondere auf negative Marktwertänderungen bei den kurzfristigen Finanzderivaten zur Währungsabsicherung und auf höhere Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern zurückzuführen.
Zu den wesentlichen außerbilanziellen Verpflichtungen der Schaeffler Gruppe gehören Verpflichtungen aus operativen Miet-, Pacht- und Leasingverhältnissen und Eventualschulden. Die Verpflichtungen der Schaeffler Gruppe aus unkündbaren operativen Miet-, Pacht- und Leasingverhältnissen betrugen zum 31. Dezember 2014 120 Mio. EUR (Vj.: 106 Mio. EUR); Verpflichtungen aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen waren nicht wesentlich.
Vermögensstruktur
Die Vermögensstruktur der Schaeffler Gruppe war im Geschäftsjahr 2014 insbesondere durch die Auswirkungen der Einbringung von Darlehensforderungen im Rahmen der Sachkapitalerhöhung, durch die gesteigerte Investitionstätigkeit sowie von einem guten operativen Geschäftsverlauf geprägt. 2014 stieg die Bilanzsumme um 3.230 Mio. EUR bzw. 38,5 % auf 11.617 Mio. EUR (Vj.: 8.387 Mio. EUR).
scroll
| in Mio. EUR | 31.12.2014 | 31.12.2013 | Veränderung in% |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 555 | 538 | 3,2 |
| Sachanlagen | 3.748 | 3.369 | 11,2 |
| Anteile an at Equity bewerteten Beteiligungen | 4 | 3 | 33,3 |
| Sonstige Finanzanlagen | 14 | 14 | 0,0 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.960 | 202 | > 100 |
| Sonstige Vermögenswerte | 58 | 54 | 7,4 |
| Ertragsteuerforderungen | 8 | 12 | -33,3 |
| Aktive latente Steuern | 455 | 218 | > 100 |
| Langfristige Vermögenswerte | 6.802 | 4.410 | 54,2 |
| Vorräte | 1.713 | 1.536 | 11,5 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.900 | 1.676 | 13,4 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 343 | 232 | 47,8 |
| Sonstige Vermögenswerte | 181 | 141 | 28,4 |
| Ertragsteuerforderungen | 42 | 92 | -54,3 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 636 | 300 | > 100 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 4.815 | 3.977 | 21,1 |
| Bilanzsumme | 11.617 | 8.387 | 38,5 |
Die Sachanlagen erhöhten sich 2014 um 379 Mio. EUR auf 3.748 Mio. EUR (Vj.: 3.369 Mio. EUR). Grund für diese Veränderung waren vor allem die Investitionszugänge in Höhe von 893 Mio. EUR, die über den planmäßigen Abschreibungen von 614 Mio. EUR lagen sowie Währungsumrechnungseffekte, die sich erhöhend auf den Sachanlagenbestand auswirkten.
Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte erhöhten sich um 1.758 Mio. EUR auf 1.96o Mio. EUR (Vj.: 202 Mio. EUR). Die Veränderung ist insbesondere auf die Einbringung von Darlehensforderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 1.700 Mio. EUR im Zusammenhang mit der im Dezember 2014 erfolgten Sachkapitalerhöhung zurückzuführen (vgl. Konzernanhang Tz. 4.8). Die Darlehensforderungen beinhalteten zwei Darlehen in Höhe von 629 Mio. EUR gegenüber der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG und in Höhe von 1.071 Mio. EUR gegenüber der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH. Des Weiteren führten vor allem positive Marktwertänderungen der langfristigen Derivate zu einer Erhöhung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte. Darin enthalten sind neben Derivaten zur Zinswährungsabsicherung auch eingeräumte Optionen zur vorzeitigen Rückzahlung von Finanzschulden. Im Geschäftsjahr 2014 wurden im Zusammenhang mit der Refinanzierung einzelne Kündigungsoptionen ausgeübt.
Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich um 237 Mio. EUR auf 455 Mio. EUR (Vj.: 218 Mio. EUR). Ausschlaggebend hierfür war insbesondere die durch die weitere Reduzierung des Rechnungszinssatzes induzierte Bewertung wesentlicher Pensionspläne der Schaeffler Gruppe, die zu einer Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen führte, wohingegen die steuerlichen Bemessungsgrundlagen dieser Verpflichtungen unverändert blieben. Darüber hinaus wurden aktive latente Steuern auf Zinsvorträge gebildet, deren zukünftige Nutzung nunmehr als wahrscheinlich eingestuft wird.
Die Vorräte erhöhten sich zum Bilanzstichtag um 177 Mio. EUR auf 1.713 Mio. EUR
(Vj.: 1.536 Mio. EUR). Ursächlich hierfür war vor allem eine gestiegene Nachfrage in den unterschiedlichen Wachstumsmärkten der Schaeffler Gruppe sowie Währungsumrechnungseffekte, die sich erhöhend auf den Vorratsbestand auswirkten.
Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 224 Mio. EUR auf 1.900 Mio. EUR zum 31. Dezember 2014 (Vj.: 1.676 Mio. EUR) wurde vor allem durch den Anstieg der Umsätze im vierten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahr und durch positive Währungs-umrechnungseffekte verursacht.
Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte sind um 111 Mio. EUR auf 343 Mio. EUR (Vj.: 232 Mio. EUR) angestiegen. Gründe für diese Erhöhung waren vor allem Finanzforderungen gegen nahestehende Unternehmen, denen rückläufige Marktwertänderungen der Finanzderivate sowie beglichene Schadenersatzansprüche entgegenstanden. Der Anstieg der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte um 40 Mio. EUR auf 181 Mio. EUR (Vj.: 141 Mio. EUR) ist im Wesentlichen auf höhere Forderungen aus Umsatzsteuererstattungen zurückzuführen.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind um 336 Mio. EUR auf 636 Mio. EUR (Vj.: 300 Mio. EUR) angestiegen (vgl. Cash Flow Seite 59).
Investitionen
Investitionen sind neben Innovationen die Basis für das Wachstum der Schaeffler Gruppe. Die Wachstumsstrategie der Schaeffler Gruppe sieht umfangreiche Investitionen in neue Produkte und neue Technologien sowie in die Erweiterung des globalen Produktionsnetzwerkes vor.
Im Berichtsjahr lagen die Investitionen mit 943 Mio. EUR (Vj.: 573 Mio. EUR) deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Diese Werte beinhalten die Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten und dem Sachanlagevermögen. Die Zugänge betreffen im Wesentlichen Investitionen im Rahmen von Kapazitäts- und Funktionserweiterungen sowie Produktanläufe und Investitionen für den notwendigen Ersatz von Anlagevermögen. Die Investitionsquote (Bilanzzugänge) — gemessen am Konzernumsatz — betrug 7,8 % (Vj.: 5,1 %). Die Investitionen werden in der Kapitalflussrechnung um zahlungsunwirksame Transaktionen und um Währungsumrechnungseffekte angepasst. Die Investitionsauszahlungsquote (Capex-Quote) für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen lag 2014 bei 7,1 % (Vj.: 5,1 %) vom Konzernumsatz. Die Abschreibungsquote belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 5,4 % (Vj.: 5,8 %). Zum 31. Dezember 2014 hat die Schaeffler Gruppe offene Verpflichtungen aus abgeschlossenen Verträgen für den Kauf von Sachanlagen in Höhe von 262 Mio. EUR (Vj.: 177 Mio. EUR).
Investitionen

Schaeffler erhöhte vor allem in der Sparte Automotive das Investitionsvolumen, von 441 Mio. EUR auf 754 Mio. EUR. In der Sparte Industrie wurden 189 Mio. EUR (Vj.: 132 Mio. EUR) investiert.
Ein wesentliches Ziel im Rahmen der Investitionsstrategie ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch Kapazitätserweiterungen an Produktionsstandorten in den Wachstumsregionen der Schaeffler Gruppe. Der Anteil der Aufwendungen für Kapazitätserweiterungen betrug rund 38 % des gesamten Investitionsvolumens. In die Realisierung neuer Produktanläufe investierte Schaeffler rund 29 % des gesamten Investitionsvolumens.
Die darüber hinaus gehenden Investitionen betrafen im Wesentlichen die Implementierung von Ersatzanlagen, Rationalisierungsmaßnahmen und Funktionserweiterungen. Diese Investitionen dienen nicht nur der kontinuierlichen Verbesserung der Lieferqualität und Liefertreue der Schaeffler Gruppe, sondern auch der Steigerung der Produktivität in den Schaeffler-Werken. Technisch überholte Maschinenkonzepte wurden durch innovative und effizientere Anlagen im Wesentlichen in der Region Europa abgelöst.
Die Investitionen des Geschäftsjahres 2014 betrafen neben der Realisierung der neuen Produktionsstandorte Uljanowsk (Russland) und Nanjing (China) insbesondere Aufwendungen im Rahmen des Projekts Europäisches Distributionszentrum (EDZ). Im Berichtsjahr wurde mit der Implementierung der Standorte EDZ Nord (Arlandastad, Schweden) und EDZ Süd (Carisio, Italien) begonnen. Bei den Produktanläufen konzentrierten sich die Investitionen u. a. auf das Wälzlagergeschäft in der Sparte Automotive sowie auf Wälzlager mit kleineren Durchmessern. Die Anläufe betrafen auch den Wankstabilisator, eine mechatronische Neuentwicklung der Schaeffler Gruppe, dessen Produktion und Industrialisierung am Standort Schweinfurt angesiedelt ist.
Investitionen nach Regionen

Vom gesamten Investitionsvolumen in Höhe von 943 Mio. EUR entfielen auf die Schaeffler-Region Europa 516 Mio. EUR. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wurde vor allem in Kapazitäts- und Funktionserweiterungen investiert. Auf die Schaeffler-Regionen Americas, Greater China und Asien/Pazifik entfielen vom gesamten Investitionsvolumen 161 Mio. EUR, 207 Mio. EUR bzw. 59 Mio. EUR.
Finanzierungsmaßnahmen
Im Geschäftsjahr 2014 hat die Schaeffler Gruppe umfangreiche Maßnahmen zur Refinanzierung der bestehenden Finanzverbindlichkeiten umgesetzt. Mit diesen Maßnahmen konnten die Finanzierungsquellen weiter diversifiziert, das Fälligkeitsprofil der Verschuldung gestreckt und die Finanzierungskosten weiter gesenkt werden.
Am 08. Mai 2014 gab die Schaeffler Gruppe den erfolgreichen Abschluss einer Refinanzierungstransaktion über insgesamt 3,5 Mrd. EUR bekannt. Im Rahmen der Transaktion wurden neue Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 2,0 Mrd. EUR begeben. Zusätzlich wurden institutionelle Kredite mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Mrd. EUR durch neue Kredittranchen mit günstigeren Konditionen und verbessertem Fälligkeitenprofil abgelöst.
Insgesamt wurden am 14. Mai 2014 vier neue Anleihen emittiert. Platziert wurden drei EUR- und eine USD-Anleihe, wobei unter den EUR-Anleihen erstmals eine unbesicherte Anleihe begeben wurde. Die unbesicherte EUR-Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. EUR und einer Laufzeit von fünf Jahren wird mit 3,25 % verzinst; die besicherte EUR-Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. EUR und einer Laufzeit von fünf Jahren wird mit 2,75 % verzinst. Die ebenfalls besicherte und über 500 Mio. EUR lautende Anleihe mit einer Laufzeit von acht Jahren weist einen Kupon von 3,50 % aus. Der Kupon der besicherten USD-Anleihe mit einem Volumen von 700 Mio. USD und einer Laufzeit von sieben Jahren beträgt 4,25 %.
Die Schaeffler Finance B.V., ein Tochterunternehmen der Schaeffler AG, emittierte die Anleihen, die am Euro MTF Marktsegment der Börse Luxemburg notiert sind. Die besicherten Anleihen werden von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH und einzelnen Tochterunternehmen garantiert. Die unbesicherte Anleihe wird lediglich durch die Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH garantiert. Standard & Poor's und Moody's bewerten die besicherten Anleihen mit einem Rating von „BB-"/„Ba2" und die unbesicherte Anleihe mit „B"/„B1".
Die Schaeffler Gruppe hat zudem eine Konditionenanpassung (Repricing) und eine vollständige Rückführung der Tranchen C EUR und C USD durch die Aufnahme neuer Kredittranchen E EUR und E USD durchgeführt. Die E EUR-Tranche mit einem Volumen von 375 Mio. EUR und einer Laufzeit von sechs Jahren wird mit Euribor +3,00 % verzinst. Die E USD-Tranche über 1,6 Mrd. USD mit einer Laufzeit von sechs Jahren weist eine Verzinsung von Libor +3,00 % auf. Beide Kredittranchen sind besichert und verfügen jeweils über einen Basiszinssatz (Floor) in Höhe von 0,75 %.
Die Mittelzuflüsse aus den neuen Anleihen und Krediten wurden im Wesentlichen für die Rückzahlung von bestehenden Anleihen herangezogen. Zurückgezahlt wurden die 2017 EUR-Retail-Anleihe mit einem Kupon von 6,75 % sowie die 2019 EUR- und USD-Anleihen mit Kupons von 8,75 % und 8,5 %. Ebenso wurden die beiden institutionellen Kredittranchen abgelöst und eine Teiltilgung der Banktranche D um 309 Mio. EUR durchgeführt. Darüber hinaus wurden Gelder aus der Transaktion u. a. zur Finanzierung allgemeiner Unternehmenszwecke eingesetzt.
Im Mai leistete die Schaeffler Gruppe zudem eine Teiltilgung der Tranche D in Höhe von 171 Mio. EUR. Die dafür aufgewendeten finanziellen Mittel stammen überwiegend aus einer von der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG über die Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH an die Schaeffler AG weitergereichten Dividende der Continental AG in Höhe von 168 Mio. EUR. Hierdurch wurde die Tranche D auf ein Volumen von 250 Mio. EUR zurückgeführt.
Am 16. Oktober 2014 hat die Schaeffler Gruppe den erfolgreichen Abschluss einer weiteren Refinanzierungstransaktion verkündet. Im Rahmen der Transaktion wurden neue institutionelle Kredittranchen B EUR mit einem Volumen von 750 Mio. EUR und B USD mit einem Volumen von 1,3 Mrd. USD begeben. Die Mittelzuflüsse mit einem Gesamtvolumen von rund 1,9 Mrd. Euro wurden zur Rückzahlung der Banktranche D in Höhe von 250 Mio. Euro und zur Ablösung der institutionellen Kredittranchen E EUR und E USD verwendet.
Die bisherigen Kredittranchen E EUR und E USD wurden durch die Aufnahme neuer Kredit-tranchen B EUR und B USD vollständig zurückgeführt. Die neue B EUR-Tranche mit einem Volumen von 750 Mio. EUR wird mit Euribor + 3,50 % verzinst; die neue B USD-Tranche über 1,3 Mrd. USD weist eine Verzinsung von Libor +3,50 % auf. Beide Kredittranchen verfügen jeweils über einen Basiszinssatz (Floor) in Höhe von 0,75 % und eine Fälligkeit im Mai 2020. Im Zuge der Transaktion wurde zudem die bisherige Banktranche D in Höhe von 250 Mio. EUR vollständig zurückgeführt. Zeitgleich wurde die bisherige Revolving Credit Facility durch eine neue Revolving Credit Facility mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einer Höhe von 1,0 Mrd. EUR ersetzt.
Für die existierenden Anleihen der Schaeffler Finance B.V. hat die Schaeffler Gruppe, parallel zu der Refinanzierung, die erforderlichen Zustimmungen für bestimmte Änderungen der Anleihebedingungen eingeholt. Ziel der Änderungen war dabei eine Harmonisierung der Anleihebedingungen sowie eine Erhöhung der finanziellen Flexibilität. Die erforderlichen Zustimmungen der Anleihegläubiger wurden am 15. Oktober zog erteilt.
Mit Abschluss der vorgenannten Schritte dienen die durch die Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH über die Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG gehaltenen Anteile an der Continental AG künftig nicht mehr direkt der Besicherung der Finanzverbindlichkeiten der Schaeffler Gruppe.
Die Bonitätseinstufung der Schaeffler Gruppe durch die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's hat sich im Anschluss an diese Transaktion nicht verändert. Moody's hat das Untemehmensrating für die Schaeffler Gruppe am 06. Oktober zog von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (zuvor Schaeffler AG) auf die AG (zuvor INA Beteiligungs GmbH) verschoben und auf dieser Basis das Rating von „Ba3" mit stabilem Ausblick bestätigt. Standard & Poor's beurteilt das Unternehmensrating der Schaeffler Gruppe nach wie vor ausgehend von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH mit „BB-" und ebenfalls stabilem Ausblick. Das Rating der Anleihen der Schaeffler Finance B.V. variiert je nach Grad der Besicherung. Die besicherten Anleihen wurden von Moody's mit „Ba2" und von Standard & Poor's mit „BB-" bewertet. Die im Geschäftsjahr 2014 begebene unbesicherte Anleihe erhielt von Moody's das Rating „Bi" und von Standard & Poor's das Rating „B".
Die einzelnen Kredittranchen des Facilities Agreement setzten sich zum 31. Dezember zog wie folgt zusammen:
scroll
| 31.12.2014 | 31.12.2013 | 31.12.2014 | 31.12.2013 | 31.12.2014 | 31.12.2013 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tranche | Währung | Nominalwert | Buchwert | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in Mio. | in Mio. EUR | Zinssatz | Fälligkeit | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Senior Term Loan E | EUR | 0 | 299 | 0 | 292 | - | Euribor +3,75 % | - |
| Senior Term Loan E | USD | 0 | 1.699 | 0 | 1.213 | - | Libor +3,25 % | - |
| Senior Term Loan B1) | EUR | 750 | 0 | 757 | 0 | Euribor +3,50 % 2) | - | 15.05.2020 |
| Senior Term Loan B3) | USD | 1.300 | 0 | 1.031 | 0 | Libor +3,50 % 4) | - | 15.05.2020 |
| Senior Term Loan D | EUR | 0 | 730 | 0 | 713 | - | Euribor +2,875 % | - |
| Revolving Credit Facility 5) | EUR | 1.000 | 1.000 | -14 | -9 | Euribor +2,875 % | Euribor +2,875 % | 27.10.2019 |
1) Ab 27. Oktober 2014, vormals Senior Term Loan E EUR.
2) Ab 27. Oktober 2014 Euribor Floor in Höhe von 0,75 %.
3) Ab 27. Oktober 2014, vormals Senior Term Loan E USD.
4) Ab 27. Oktober 2014 Libor Floor in Höhe von 0,75 %.
5) Zum 31. Dezember 2014 waren davon 34 Mio. EUR (31. Dezember 2013: 49 Mio. EUR) im Wesentlichen durch Avalkredite ausgenutzt.
Die über die Schaeffler Finance B.V., Barneveld, Niederlande, begebenen Anleihen setzen sich zum 31. Dezember 2014 wie folgt zusammen:
scroll
| 31.12.2014 | 31.12.2013 | 31.12.2014 | 31.12.2013 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ISIN | Wäh- rung | Nominalwert in Mio. | Buchwert in Mio. EUR | Kupon | Fälligkeit | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| XS0741938624 | EUR | 800 | 800 | 791 | 788 | 7,75 % | 15.02.2017 |
| US806261AC75 | USD | 600 | 600 | 489 | 428 | 7,75 % | 15.02.2017 |
| XS0923613060 | EUR | 600 | 600 | 596 | 595 | 4,25 % | 15.05.2018 |
| XS1067864881 | EUR | 500 | - | 496 | - | 3,25 % | 15.05.2019 |
| XS1067862919 | EUR | 500 | - | 496 | - | 2,75 % | 15.05.2019 |
| US806261AJ29 | USD | 700 | - | 571 | - | 4,25 % | 15.05.2021 |
| US806261AE32 | USD | 850 | 850 | 696 | 612 | 4,75 % | 15.05.2021 |
| XS1067864022 | EUR | 500 | - | 499 | - | 3,50% | 15.05.2022 |
| XS0801261156 1) | EUR | - | 326 | - | 323 | 6,75 % | - |
| XS0741939788 1) | EUR | - | 400 | - | 398 | 8,75 % | - |
| US806261AA10 1) | USD | - | 500 | - | 361 | 8,50 % | - |
1) Vorzeitiger Rückkauf am 14. Mai 2014.
Die Schaeffler-Anleihen werden im Euro MTF Segment der Luxemburger Wertpapierbörse geführt.
Die Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen (Financial Covenants) sind Teil der in den bestehenden Kreditverträgen enthaltenen Auflagen. Bei diesen Finanzkennzahlen handelt es sich um Senior Debt Leverage Cover und Senior Interest Cover. Die Einhaltung der Financial Covenants wird laufend überwacht und gesteuert sowie an die kreditgebenden Banken berichtet. Im Geschäftsjahr 2014 wurden die Financial Covenants entsprechend den kreditvertraglichen Regelungen durchgängig eingehalten.
Liquidität
Zum 31. Dezember 2014 belief sich der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten auf 636 Mio. EUR (Vj.: 300 Mio. EUR) und umfasste im Wesentlichen Bankguthaben. Davon entfielen 172 Mio. EUR (Vj.: 151 Mio. EUR) auf Länder mit Devisenverkehrsbeschränkungen und anderen gesetzlichen Einschränkungen. Die Verfügbarkeit über diese Bestände durch die Schaeffler AG als Mutterunternehmen ist daher eingeschränkt. Ferner verfügt die Schaeffler Gruppe über eine revolvierende Betriebsmittellinie in Höhe von 1,0 Mrd. EUR (Vj.: 1,0 Mrd. EUR) von der zum 31. Dezember 2014 34 Mio. EUR (Vj.: 49 Mio. EUR) hauptsächlich durch Avalkredite ausgenutzt waren.
2.5 Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2014
Aus Sicht des Vorstands verlief das Geschäftsjahr 2014 insgesamt positiv. Die Schaeffler Gruppe schloss erneut ein erfolgreiches und von Wachstum geprägtes Geschäftsjahr ab. Die zum 31. Dezember 2013 im Konzernlagebericht der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals Schaeffler AG) für die finanziellen Steuerungskennzahlen getroffenen Prognosen konnten erreicht, in Einzelfällen sogar übertroffen werden.
Die Weltkonjunktur verharrte 2014 auf einem Niveau moderaten Wachstums. Die Dynamik der globalen Expansion ist dabei hinter den allgemeinen Erwartungen zurückgeblieben. Wachstumsdämpfend wirkten insbesondere der Ukraine-Konflikt und die zum Teil damit einhergehende Abschwächung des Wachstums im Euroraum sowie eine Abkühlung der Expansion in den Schwellenländern. Positive Impulse kamen aus den fortgeschrittenen Volkswirtschaften außerhalb des Euroraums. Insgesamt lag das Wachstum der Weltwirtschaft bei 3,3 % (Quelle: Internationaler Währungsfonds, Januar 2015).
Der Vorstand blickt vor diesem Hintergrund auf eine sehr positive Umsatzentwicklung zurück. Der Konzern verzeichnete ein Umsatzwachstum in Höhe von 8,2 % auf 12.124 Mio. EUR. Ohne negative Effekte aus der Währungsumrechnung in Höhe von o,8 % erwirtschaftete die Schaeffler Gruppe ein Umsatzplus in Höhe von 9,0 %. Positive Impulse kamen insbesondere von der Sparte Automotive. Das gesetzte Ziel, ein über dem Marktdurchschnitt liegendes Umsatzwachstum zu erzielen, wurde in der Sparte Automotive erreicht. Das Geschäft in der Sparte Industrie verlief vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zufriedenstellend.
Der Umsatz der Sparte Automotive stieg im Geschäftsjahr 2014 um 10,0 % auf 8.983 Mio. EUR (Vj.: 8.164 Mio. EUR). Gegenläufig wirkten sich negative Währungsumrechnungseffekte aus. Ohne die Berücksichtigung von negativen Währungsumrechnungseffekten stieg der Umsatz in der Sparte Automotive um 10,7 % und damit deutlich stärker als der Markt. So konnten alle Schaeffler-Regionen das durchschnittliche Wachstum der regionalen Entwicklung der Produktionsstückzahlen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Quelle: IHS Global Insight, Januar 2015) übertreffen.
Trotz negativer Nachfrageeffekte infolge der geopolitischen Spannungen sowie der unerwartet schwachen konjunkturellen Entwicklung einzelner Schwellenländer konnten die Umsätze der Sparte Industrie gesteigert werden. Die Umsatzerlöse der Sparte betrugen im Berichtsjahr 3.141 Mio. EUR; sie wiesen somit ein Wachstum in Höhe von 3,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (3.041 Mio. EUR) auf. Ohne negative Währungsumrechnungseffekte betrug das Umsatzwachstum der Sparte Industrie 4,2 %. Stärkste Schaeffler-Region war Greater China, die ein Umsatzwachstum in Höhe von 16,7 % aufwies.
Das Bruttoergebnis wuchs überproportional zum Umsatz um 9,3 % auf 3.470 Mio. EUR (Vj.: 3.176 Mio. EUR). Vor dem Hintergrund eines starken Volumenanstiegs in der Sparte Automotive und einer zunehmenden Lokalisierung der Wertschöpfung in den Schaeffler-Wachstumsmärkten belief sich die Bruttomarge auf 28,6 % (Vj.: 28,3 %).
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen um 2,5 % auf 626 Mio. EUR bzw. 5,2 % vom Umsatz und lagen damit im Rahmen der im Vorjahr getroffenen Prognose von 5 %. Die Forschung und Entwicklung konzentrierte sich auf Innovationen im Bereich neuer Mobilitätskonzepte in den vier Fokusfeldern umweltfreundliche Antriebe, urbane Mobilität, interurbane Mobilität und Energiekette.
Das EBIT stieg um 515 Mio. EUR auf 1.523 Mio. EUR; die EBIT-Marge um 3,5 %-Punkte auf 12,6 %. Damit wurde das Ziel, eine EBIT-Marge von 12 bis 13 % zu erzielen, erreicht. Das Vorjahr enthält Einmalbelastungen für Personalstrukturmaßnahmen aus dem dritten Quartal in Höhe von 48 Mio. EUR sowie die bilanzielle Vorsorge aus dem EU-Kartellverfahren in Höhe von 380 Mio. EUR aus dem vierten Quartal.
Das Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen betrug 654 Mio. EUR nach einem Konzernergebnis in Höhe von 127 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg resultierte u. a. aus der Einmalbelastung im Zusammenhang mit der bilanziellen Vorsorge in Höhe von 380 Mio. EUR für das EU-Kartellverfahren im Vorjahr, dem im Geschäftsjahr 2014 kein der Höhe nach vergleichbarer Effekt gegenüberstand.
Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fiel um 12,4 % auf 900 Mio. EUR (Vj.: 1.027 Mio. EUR). Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen die Zahlung der EU-Kartellstrafe im zweiten Quartal 2014 in Höhe von 371 Mio. EUR sowie die Vorfälligkeitsentschädigung im Rahmen der Refinanzierung im Mai 2014 in Höhe von 114 Mio. EUR. Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen bei insgesamt 857 Mio. EUR (Vj.: 572 Mio. EUR). Per Saldo ergab sich für das Geschäftsjahr 2014 ein positiver Free Cash Flow in Höhe von 48 Mio. EUR (Vj.: 473 Mio. EUR). Das prognostizierte Ziel, einen positiven Wert zu erwirtschaften, konnte damit erreicht werden.
2.6 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Muttergesellschaft Schaeffler AG
Am 24. Oktober 2014 wurde die INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und firmiert seit diesem Zeitpunkt als Schaeffler AG. Gleichzeitig wurden alle Funktionen (CEO-Funktionen; Technologie; Produktion, Logistik und Einkauf; Finanzen und Personal) von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals Schaeffler AG) auf die Schaeffler AG übertragen (vgl. Tz. 5.5). Damit übernimmt die Schaeffler AG (vormals INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung) die Rolle der Führungsgesellschaft in der Schaeffler Gruppe.
Ebenfalls im Geschäftsjahr 2014 hat die Schaeffler AG die Cash Pool Funktion und interne Konzernfinanzierung für die Schaeffler Gruppe übernommen.
Die wesentlichen Leitungsfunktionen der Schaeffler Gruppe liegen in der Verantwortung des Vorstands der Schaeffler AG. Die Lage der Schaeffler AG wird im Wesentlichen durch den geschäftlichen Erfolg der Schaeffler Gruppe bestimmt.
Ertragslage der Schaeffler AG
scroll
| in Mio. EUR | 2014 | 2013 | Veränderung in% |
|---|---|---|---|
| Erträge aus Beteiligungen | 1.116 | 765 | 45,9 |
| Zinsergebnis | -404 | -408 | -1,0 |
| Kosten der allgemeinen Verwaltung | -28 | -17 | 64,7 |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | -290 | -134 | > 100 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 394 | 206 | 91,3 |
| Außerordentliche Erträge | 54 | 0 | - |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -58 | -105 | -44,8 |
| Sonstige Steuern | 0 | -5 | -100 |
| Jahresüberschuss | 390 | 96 | > 100 |
| Gewinnvortrag | 2.956 | 0 | - |
| Entnahme Kapitalrücklage | 0 | 2.860 | -100 |
| Bilanzgewinn | 3.346 | 2.956 | 13,2 |
Die Erträge aus Beteiligungen bestehen ausschließlich aus der Gewinnausschüttung der Schaeffler Technologies AG & Co. KG. Der Jahresüberschuss der Schaeffler Technologies AG & Co. KG des Vorjahres war infolge der bilanziellen Vorsorge für das EU-Kartellverfahren belastet. Somit war die Gewinnausschüttung auf einem niedrigeren Niveau als im Geschäftsjahr 2014.
Das Zinsergebnis setzte sich wie folgt zusammen:
scroll
| 2014 | |||
|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | Finanzaufwendungen | Finanzerträge | Finanzergebnis |
| --- | --- | --- | --- |
| Zinsaufwendungen für Finanzschulden 1) | -562 | 0 | -562 |
| Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von Derivaten | -101 | 0 | -101 |
| Zinseffekte Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen | -2 | 0 | -2 |
| Sonstige Effekte | -30 | 291 | 261 |
| Summe | -695 | 291 | -404 |
| 2013 | |||
| in Mio. EUR | Finanzaufwendungen | Finanzerträge | Finanzergebnis |
| Zinsaufwendungen für Finanzschulden 1) | -482 | 0 | -482 |
| Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von Derivaten | -61 | 0 | -61 |
| Zinseffekte Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Effekte | -13 | 148 | 135 |
| Summe | -556 | 148 | -408 |
1) Inkl. Transaktionskosten.
Die Zinsaufwendungen für Finanzschulden betrugen im Geschäftsjahr 562 Mio. EUR
(Vj.: 482 Mio. EUR). Darin enthalten sind Zinszahlungen und Zinsabgrenzungen im Zusammenhang mit externen Darlehen in Höhe von 90 Mio. EUR (Vj.: 167 Mio. EUR). Die von der Schaeffler Finance B.V. an die Schaeffler AG über interne Darlehen weitergereichten Zahlungsmittelzuflüsse aus der Anleiheemission führten zu Zinszahlungen und Zinsabgrenzungen in Höhe von 235 Mio. EUR (Vj.: 224 Mio. EUR). Parallel dazu wurde die im Rahmen der vorzeitigen Rückführung bestimmter Anleihen fällige Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 114 Mio. EUR ebenfalls an die Schaeffler AG weitergereicht. Neben Transaktionskosten in Höhe von 53 Mio. EUR (Vj.: 34 Mio. EUR) sind zudem Zinszahlungen aus weiteren internen Darlehen in Höhe von 70 Mio. EUR (Vj.: 57 Mio. EUR) enthalten.
Aus Bewertungsänderungen und Ausgleichszahlungen von Derivaten ergaben sich Aufwendungen in Höhe von 101 Mio. EUR (Vj.: 61 Mio. EUR), die vollumfänglich auf Marktwert-änderungen der in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten eingebetteten Derivate zurückzuführen sind.
Das sonstige betriebliche Ergebnis beinhaltet überwiegend realisierte und unrealisierte Aufwendungen und Erträge aus Währungseffekten. Hierin enthalten sind auch Vergütungen an Tochtergesellschaften in Höhe von 69 Mio. EUR für die Bereitstellung von Sicherheiten für die von der Schaeffler AG gehaltene Konzernfinanzierung.
Der außerordentliche Ertrag resultierte aus einem am 03. November 2014 beschlossenen Forderungsverzicht, den die Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH als Beitrag zum Ausgleich von Aufwendungen geleistet hat, die im Zusammenhang mit der Refinanzierungstransaktion vom 16. Oktober 2014 stehen.
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag verringerten sich im Berichtsjahr um 47 Mio. EUR auf 58 Mio. EUR (Vj.: 105 Mio. EUR). Einem im Vergleich zum Vorjahr um ca. 35 Mio. EUR gestiegenen Aufwand aus laufenden Ertragsteuern steht ein Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von 83 Mio. EUR (Vj.: 14 Mio. EUR) gegenüber. Dieser resultiert im Wesentlichen aus der Aktivierung latenter Steuern auf Zinsvorträge in Höhe von 34 Mio. EUR, deren zukünftige Nutzung nunmehr als wahrscheinlich eingestuft wird.
Für das Geschäftsjahr 2014 wird der Hauptversammlung der Schaeffler AG eine Dividende in Höhe von 250 Mio. EUR vorgeschlagen.
Finanz- und Vermögenslage der Schaeffler AG
AKTIVA
scroll
| in Mio. EUR | 31.12.2014 | 31.12.2013 | Veränderung in% |
|---|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | |||
| I. Finanzanlagen | |||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 14.109 | 14.109 | 0,0 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 1.724 | 0 | - |
| 15.833 | 14.109 | 12,2 | |
| B. Umlaufvermögen | |||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | |||
| 1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 10.745 | 772 | > 100 |
| 2. Sonstige Vermögensgegenstände | 123 | 40 | > 100 |
| II. Guthaben bei Kreditinstituten | 297 | 8 | > 100 |
| 11.165 | 820 | > 100 | |
| C. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | 7 | 0 | - |
| Bilanzsumme | 27.005 | 14.929 | 80,9 |
| PASSIVA | |||
| A. Eigenkapital | |||
| I. Gezeichnetes Kapital | 600 | 500 | 20,0 |
| II. Kapitalrücklage | 1.600 | 0 | - |
| III. Bilanzgewinn | 3.346 | 2.956 | 13,2 |
| 5.546 | 3.456 | 60,5 | |
| B. Sonderposten | 13 | 0 | - |
| C. Rückstellungen | |||
| 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 17 | 7 | > 100 |
| 2. Steuerrückstellungen | 125 | 90 | 38,9 |
| 3. Sonstige Rückstellungen | 176 | 142 | 23,9 |
| 318 | 239 | 33,1 | |
| D. Verbindlichkeiten | |||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.822 | 2.334 | -21,9 |
| 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 18.805 | 8.313 | > 100 |
| 3. Sonstige Verbindlichkeiten | 30 | 1 | > 100 |
| 20.657 | 10.648 | 94,0 | |
| E. Rechnungsabgrenzungsposten | 222 | 254 | -12,6 |
| F. Passive latente Steuern | 249 | 332 | -25,0 |
| Bilanzsumme | 27.005 | 14.929 | 80,9 |
Die Anteile an verbundenen Unternehmen beinhalten im Wesentlichen die Anteile an der Schaeffler Technologies AG & Co. KG.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 1.724 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR) resultieren im Wesentlichen aus übernommenen Darlehensforderungen übergeordneter Holdinggesellschaften im Rahmen der Sachkapitalerhöhung.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände setzten sich wie folgt zusammen:
scroll
| 31.12.2014 | 31.12.2013 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | Restlaufzeit bis 1 Jahr | Restlaufzeit zwischen 1 und 5 Jahren | Restlaufzeit über 5 Jahre | Restlaufzeit bis 1 Jahr | Restlaufzeit zwischen 1 und 5 Jahren | Restlaufzeit über 5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 10.745 | 0 | 0 | 772 | 0 | 0 |
| kurzfristige Ausleihungen | 8.292 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| sonstige Finanzforderungen | 530 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| sonstige Forderungen | 1.923 | 0 | 0 | 772 | 0 | 0 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 14 | 109 | 0 | 16 | 24 | 0 |
Der Anstieg der kurzfristigen Ausleihungen und sonstigen Finanzforderungen resultiert aus der Übernahme der Cash Pooling Funktion und der internen Konzernfinanzierung der Schaeffler Gruppe. Die sonstigen Forderungen beinhalten im Wesentlichen die Gewinnanteile der Schaeffler Technologies AG & Co. KG in Höhe von 1.881 Mio. EUR (Vj.: 765 Mio. EUR).
Die Schaeffler AG führt seit dem 01. Oktober 2014 den Cash Pool der Schaeffler Gruppe und verfügt zum Bilanzstichtag über Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 297 Mio. EUR (Vj.: 8 Mio. EUR).
Am 12. Dezember 2014 beschloss die außerordentliche Hauptversammlung der Schaeffler AG eine Erhöhung des gezeichneten Kapitals um nominell 100 Mio. EUR, durch Ausgabe von 10.000.000 neuen auf den Namen lautenden nennwertlosen Stückaktien. Zur Übernahme der neuen Aktien wurde ausschließlich die Schaeffler Verwaltungs GmbH, Herzogenaurach, zugelassen. Die neuen Aktien sind ab dem 01. Januar 2015 gewinnberechtigt. Die Eintragung der Kapitalerhöhung ins Handelsregister erfolgte am 30. Dezember 2014.
Die Kapitalerhöhung wurde durch die Schaeffler Verwaltungs GmbH mittels Sacheinlage geleistet. Gegenstand der Sacheinlage waren Darlehensforderungen der Schaeffler Verwaltungs GmbH gegenüber der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH mit einem Nominalwert in Höhe von 1.071 Mio. EUR sowie gegenüber der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG mit einem Nominalwert in Höhe von 629 Mio. EUR. Beide Darlehensforderungen haben eine Laufzeit bis Dezember 2024 und wurden in der Berichtsperiode mit 4,0 % p.a. verzinst. Der die Erhöhung des gezeichneten Kapitals übersteigende Zeitwert der Sacheinlage in Höhe von 1.600 Mio. EUR wurde der Kapitalrücklage zugewiesen.
Die Rückstellungen erhöhten sich um 79 Mio. EUR auf 318 Mio. EUR (Vj.: 239 Mio EUR). Die Zunahme resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Steuerrückstellungen für erwartete Ertragsteueraufwendungen sowie erhöhte Drohverlustrückstellungen für derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungseffekten der Schaeffler Gruppe.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich um 512 Mio. EUR auf 1.822 Mio. EUR (Vj.: 2.334 Mio. EUR). Dies ist insbesondere auf die im Geschäftsjahr 2014 erfolgten Refinanzierungsmaßnahmen zurückzuführen (siehe Wirtschaftsbericht Abschnitt Finanzierungsmaßnahmen).
scroll
| 31.12.2014 | 31.12.2013 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | Restlaufzeit bis 1 Jahr | Restlaufzeit zwischen 1 und 5 Jahren | Restlauf- zeit über 5 Jahre | Restlauf- zeit bis 1 Jahr | Restlaufzeit zwischen 1 und 5 Jahren | Restlaufzeit über 5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 0 | 1.822 | 13 | 2.321 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 14.194 | 2.826 | 1.785 | 4.731 | 2.167 | 1.415 |
| Darlehen | 13.553 | 2.826 | 1.785 | 3.370 | 2.167 | 1.415 |
| sonstige Finanzverbindlichkeiten | 566 | 0 | 0 | 1.244 | 0 | 0 |
| sonstige Verbindlichkeiten | 75 | 0 | 0 | 117 | 0 | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 30 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 |
Der Anstieg der kurzfristigen Darlehen resultiert aus der Übernahme der Cash Pool Funktion und der internen Konzernfinanzierung der Schaeffler Gruppe. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber der Schaeffler Finance B.V. in Höhe von 4.673 Mio. EUR (Vj.: 3.685 Mio. EUR), die im Wesentlichen aus der Weiterreichung des Zahlungsmittelzuflußes aus der Anleihenemission der Schaeffler Finance B.V. stammt.
Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht
Schlusserklärung zum Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG.
Die Schaeffler AG ist seit dem 24. Oktober 2014 ein von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH, Herzogenaurach, abhängiges Unternehmen i. S. d. § 312 AktG. Der Vorstand der Schaeffler AG hat deshalb gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der die folgende Schlusserklärung enthält:
„Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden."
3. Nachtragsbericht
Nach dem 31. Dezember 2014 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen wesentliche Einflüsse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Schaeffler Gruppe erwartet werden.
4. Chancen- und Risikobericht
Schaeffler ist einer Vielzahl von potenziellen Risiken ausgesetzt, die das Geschäft negativ beeinflussen können. Das Risikomanagement-System der Schaeffler Gruppe dient der frühzeitigen Erkennung insbesondere von Bestands- und entwicklungsgefährdenden Risiken, um diesen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen.
Risiken sind definiert als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer negativen Planabweichung führen können, während Chancen künftige Entwicklungen oder Ereignisse sind, die in einer positiven Planabweichung resultieren.
Risikomanagement-System
Die Verantwortung für das Risikomanagement-System liegt bei dem Vorstand der Schaeffler AG. Der Vorstand informiert regelmäßig den Prüfungsausschuss sowie den Aufsichtsrat der Schaeffler AG und sorgt dafür, dass notwendige Maßnahmen zur Risikosteuerung verabschiedet werden. Ziel ist es, insbesondere Bestands- und entwicklungsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen durch geeignete Maßnahmen entgegenzuwirken. Die bewusste Auseinandersetzung mit den erkannten Risiken sowie die regelmäßige Beobachtung der risikotreibenden Faktoren sollen das Risikobewusstsein schärfen und einen laufenden Verbesserungsprozess gewährleisten.
Die Details des Risikomanagement-Systems sind in der Risikomanagement-Richtlinie geregelt. Die von dem Vorstand erlassene Risikomanagement-Richtlinie wurde innerhalb der Schaeffler Gruppe veröffentlicht und ist somit allen Mitarbeitern zugänglich. Darin enthalten sind die Prozessbeschreibung, die Zuordnung der Verantwortlichkeiten und die Struktur des Risikomanagement-Systems. Als weiterer Bestandteil ist konzernweit ein Katalog von Risikokategorien definiert, um sicherzustellen, dass alle Risiken entlang der Wertschöpfungskette beobachtet werden. Die identifizierten Risiken sind vorgegebenen Risikokategorien zuzuordnen. Dieser Katalog ist durch alle Risikoverantwortlichen vollständig zu prüfen, um eine einheitliche und systematische Risikoerfassung zu gewährleisten. Für eine vergleichbare Risikobewertung sind Bewertungsansätze für alle Risikokategorien vorgegeben. Der Vorstand hat das zentrale Risikomanagement mit der laufenden Überprüfung und Anpassung des Risikomanagement-Systems sowie der Umsetzung und Einhaltung der vorgegebenen konzerneinheitlichen Standards beauftragt. Die einzelnen Risikoverantwortlichen sind an die fachlichen Weisungen des zentralen Risikomanagements gebunden.
Das Risikomanagement-System besteht aus einem mehrstufigen Prozess über verschiedene Ebenen und Organisationseinheiten, um der Matrixstruktur der Schaeffler Gruppe gerecht zu werden. In einem Bottom-up-Prozess erfolgt auf Ebene der Tochterunternehmen die Risikoidentifikation und -analyse. Darauf aufbauend folgt eine Top-down-Betrachtung durch die weltweit zuständigen Verantwortlichen in den Zentralbereichen und Sparten. Diese beurteilen die in den Tochterunternehmen identifizierten Risiken unter Berücksichtigung aller Interdependenzen innerhalb der Schaeffler Gruppe. Die beschriebene Vorgehensweise stellt sicher, dass alle Verantwortlichkeiten der Schaeffler Gruppe innerhalb des Risikomanagement-Systems berücksichtigt werden.
Die Risikoidentifikation findet halbjährlich in allen, unter Wesentlichkeitsgesichtspunkten ausgewählten, Tochterunternehmen der Schaeffler AG statt. Die Verantwortung für die Identifikation der Risiken liegt beim operativ verantwortlichen Management. Der maßgebliche Betrachtungszeitraum für die Risikoidentifikation ist mit dem Planungszeitraum von drei Jahren identisch. Die Auswahl der einbezogenen Tochterunternehmen erfolgt anhand eines definierten Auswahlprozesses, der sich an Umsatz- und Ergebnisgrößen sowie geschäftsspezifischen Risikofaktoren orientiert. In Abhängigkeit des Geschäftsmodells der einzelnen Tochterunternehmen kommen unterschiedliche Erfolgsgrößen zum Tragen. Dieser Auswahlprozess stellt sicher, dass alle unter Wesentlichkeitsgesichtspunkten relevanten Gesellschaften der Schaeffler Gruppe in das Risikomanagement einbezogen werden. Im Berichtsjahr 2014 wurden 62 von 155 Gesellschaften der Schaeffler Gruppe einbezogen, diese decken 97 % der Umsatzerlöse und 95 % des Ergebnisses vor Ertragsteuern der Schaeffler Gruppe ab.
Im Rahmen des Risikomanagements werden ausschließlich Risiken betrachtet, die für Schaeffler als Ganzes wesentlich sind. Der Vorstand definiert einen Schwellenwert, aus dem sich ableiten lässt, ob die identifizierten Risiken als wesentlich einzustufen sind. Die Risiken sind dabei nach ihren monetären Auswirkungen auf das Unternehmensergebnis und der Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens zu bewerten. Bei der Risikobewertung wird zwischen Brutto- und Nettobewertung unterschieden. Die Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit nach Berücksichtigung der bis zum Berichtsstichtag bereits eingeleiteten schadensmindernden Maßnahmen stellen das verbleibende Nettorisiko dar. Die Berichterstattung an den Vorstand umfasst alle Nettorisiken, die den definierten Schwellenwert von einer Million Euro überschreiten.
In Abhängigkeit ihrer Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Schaeffler Gruppe wird das Risiko einer der vier Schadensklassen zugeordnet, während parallel die Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit erfolgt. Die Kombination aus Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit definiert die Risikoklasse. Die definierten 16 Risikoklassen werden in Abhängigkeit ihrer Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als gering (Risikoklasse 1 bis 6), wesentlich (Risikoklasse 7 bis 13) und erheblich (Risikoklasse 14 bis 16) eingestuft. Die grafische Darstellung der Risikoklassen erfolgt anhand einer Risikomatrix.

Die berichteten Nettorisiken sind aktiv zu managen. Die Risikoverantwortlichen sind aufgefordert Maßnahmen einzuleiten, um die Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder sich gegen diese abzusichern. Alle Risiken, bei denen keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, sind als Geschäftsrisiken einzustufen. Die Steuerung von Risiken, die keinen wesentlichen Einfluss auf die Schaeffler Gruppe haben, obliegt dem operativ verantwortlichen Management. Risiken mit wesentlichem oder erheblichem Schadensausmaß hingegen werden zentral durch den Vorstand der Schaeffler AG gesteuert. Im Rahmen seines jeweiligen Verantwortungsbereichs beschließt der Vorstand die erforderlichen Maßnahmen und sorgt für deren kontinuierliche Umsetzung. Der aktuelle Stand wird regelmäßig an den Vorstand und die Aufsichtsgremien berichtet.
Das zentrale Risikomanagement berichtet regelmäßig die Risikosituation an den Vorstand und stellt so eine kontinuierliche Informationsversorgung über die aktuelle Risikosituation der Schaeffler Gruppe und deren Entwicklung im Zeitablauf sicher. Eine aggregierte Aufstellung der erfassten Chancen ist ebenfalls Bestandteil dieser Berichterstattung.
Der Vorstand der Schaeffler Gruppe hat, um sich von der Wirksamkeit des Risikomanagement-Systems zu überzeugen, die Interne Revision mit einer regelmäßigen Prüfung beauftragt. Hierfür wurde ein zweistufiges Verfahren entwickelt, das sowohl die konzeptionelle Basis als auch die operative Umsetzung beurteilt.
Im ersten Schritt prüfte die Interne Revision die Konzeption, Eignung und Angemessenheit der Risikomanagement-Richtlinie als Fundament des Risikomanagement-Systems der Schaeffler Gruppe. Im zweiten Schritt folgt die Prüfung der operativen Umsetzung in ausgewählten Tochterunternehmen der Schaeffler Gruppe. Die Anmerkungen der Internen Revision fließen in den laufenden Verbesserungsprozess des Risikomanagement-Systems ein.
Um der steigenden Komplexität des Risikomanagement-Systems zu begegnen und die Datensicherheit zu gewährleisten, erfolgte die Risikoerfassung in einem eigens hierfür entwickelten Risikomanagement-Tool.
Internes Kontrollsystem
Parallel zum Risikomanagement-System existiert innerhalb der Schaeffler Gruppe ein standardisiertes Verfahren zur Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems. Das Ziel des internen Kontrollsystems besteht in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess darin, die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung und der damit verbundenen Berichterstattung sicherzustellen. Der Vorstand der Schaeffler AG trägt die Verantwortung für die Einrichtung und Fortentwicklung angemessener Kontrollen über die rechnungslegungsbezogene Berichterstattung.
Folgende wesentliche Maßnahmen des rechnungslegungsbezogenen Kontrollsystems sind in der Schaeffler Gruppe implementiert:
| • | Bilanzierungsrichtlinie, die konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden regelt, |
| • | in quartalsweise herausgegebenen Abschluss-Instruktionen werden Tochterunternehmen der Schaeffler AG über Themen betreffend Abschlusserstellungsprozess und über abschlussrelevante Fristen informiert, |
| • | kontinuierliche Weiterverbreitung der standardisierten Leistungen der internen Shared Services Organisation, |
| • | umfangreiche systemgestützte Plausibilitätskontrollen, |
| • | Aufgabenzuordnung bei der Erstellung der Konzernabschlüsse, |
| • | Austausch mit den operativen Einheiten zu Themen der Rechnungslegung, |
| • | laufende inhaltliche Kontrollen (Vier-Augen-Prinzip) auf jeder Berichterstattungsebene und |
| • | Abstimmung der konsolidierten Quartals- und Jahresabschlussberichte auf Konzernebene. |
Sowohl die standardisierten konzeptionellen und terminlichen Vorgaben als auch die Abstimmungen auf relevanten Konzernebenen sollen das Risiko mindern, dass der Jahres- und Konzernabschluss der Schaeffler AG nicht sachgerecht und nicht innerhalb der festgelegten Fristen aufgestellt und offengelegt wird. Bei einigen komplexen Themen, die weitgehende Spezialkenntnisse (wie bspw. zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen) erfordern, nutzt Schaeffler die Unterstützung externer Dienstleister.
Im Geschäftsjahr 2014 wurde eine Selbstbewertung (Control-Self-Assessment) auf Ebene ausgewählter Einzelgesellschaften durchgeführt. Sowohl die Einhaltung bestehender Richtlinien als auch die Umsetzung von Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung und zur Risikominimierung werden von der Internen Revision begleitet, die ein weiteres Element im Kontrollsystem darstellt.
Mit diesen Maßnahmen sowie mit der laufenden Fortentwicklung soll das interne Kontroll- und Risikomanagement-System in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess mit hinreichender Sicherheit verhindern, dass Falschaussagen in der Rechnungslegung auftreten.
Risiken
Nachfolgend genannte Risiken können eine wesentliche oder auch erhebliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Planungszeitraum der Schaeffler Gruppe haben. In der Prognose für das Geschäftsjahr 2015 sind die erwarteten Auswirkungen dieser Risiken berücksichtigt. Risiken werden unterteilt in strategische, operative, rechtliche und finanzielle Risiken. Diese werden nach der Wesentlichkeit ihrer Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in abnehmender Reihenfolge beschrieben.
Strategische Risiken
Zu den strategischen Risiken der Schaeffler Gruppe gehören technologische Risiken, Risiken aus Marktveränderungen sowie Länderrisiken.
Technologische Risiken: Die Schaeffler Gruppe zeichnet sich durch eine sehr gute Wettbewerbsposition im verbrennungsmotorischen Antriebsstrang aus. Diese herausragende Stellung kann zum einen durch fortschreitende Elektrifizierung und zum anderen durch das Auslaufen entscheidender Patente gefährdet werden. Mit der Gründung des Geschäftsfeldes Elektromobilität und dem damit angestrebten Aufbau eines entsprechenden Produktportfolios soll der Umsatzverlust beim konventionellen Antriebsstrang kompensiert werden. Kann dies nicht erreicht werden, ist über den Planungszeitraum hinausgehend mit wesentlichen Auswirkungen auf die Ertragslage der Schaeffler Gruppe zu rechnen.
Marktveränderungen: Entscheidungen im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Unternehmens und des Produktportfolios bergen immer das Risiko, dass Markttrends und technologische Neuerungen nicht rechtzeitig erkannt bzw. falsch eingeschätzt werden.
Um dem vorzubeugen, werden umfassende Marktanalysen durchgeführt. Dabei werden Trends frühzeitig analysiert und bewertet sowie alternative Entwicklungsentscheidungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Produktportfolio und die strategische Ausrichtung des Unternehmens untersucht. Die Auswahl des zukünftigen Produktportfolios ist maßgeblich für den Erfolg der Schaeffler Gruppe, nicht berücksichtigte zukunftsweisende Entwicklungen können die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Schaeffler Gruppe über den Planungszeitraum hinausgehend wesentlich belasten.
Länderrisiken:
Veränderungen hinsichtlich sozialer, politischer, rechtlicher und ökonomischer Stabilität in bestimmten Märkten könnten zu einer Einschränkung des laufenden Geschäfts bzw. der vorgesehenen Expansionen der Schaeffler Gruppe führen. Lokale Gesetzgebungen können das Verhalten der Verbraucher beeinflussen, was sich nachteilig auf die Nachfrage nach den Produkten der Schaeffler Gruppe auswirken könnte. Die Folgen der politischen Entwicklung in den osteuropäischen Absatzmärkten können bei einer weiteren Eskalation der politischen Situation zu einer wesentlichen Belastung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Schaeffler Gruppe führen.
Operative Risiken
Die nachfolgend aufgeführten Risiken gehören zu den wesentlichen operativen Risiken der Schaeffler Gruppe. Sofern die Verteilung der Risiken auf die Sparten nicht explizit beschrieben ist, beziehen sich die Angaben zu den Risiken auf beide Sparten der Schaeffler Gruppe.
Verlust von Marktanteilen:
Schaeffler ist in einem wettbewerbsintensiven und technologisch schnelllebigen Umfeld tätig. Dabei ist sie dem Risiko ausgesetzt, von bestehenden oder neuen Wettbewerbern verdrängt zu werden, eine Substitution der angebotenen Produkte durch Produktinnovationen zu erfahren oder durch neue technologische Funktionen ersetzt zu werden. Den daraus resultierenden Marktanteilsverlust schätzt die Sparte Automotive als deutlich höher ein. Zum Erhalt der Technologieführerschaft und für die Entwicklung neuer und verbesserter Produkte bedarf es nennenswerter Investitionen. Eine verschlechterte Ertragslage kann Investitionsausgaben beschränken und damit die technologische Weiterentwicklung gefährden. Der Wettbewerb wird von Faktoren wie Preisanpassungen und Lieferbereitschaft mitbestimmt. Zu den Schlüsselkunden der Schaeffler Gruppe zählen insbesondere namhafte Automobilhersteller und Zulieferer, die laufende Preisnachlässe sowohl im Angebotsprozess als auch während der Vertragslaufzeit erwarten. Damit die laufenden Preisanpassungen nicht in einem Margenrückgang münden, ist die Schaeffler Gruppe gezwungen, den Produktionsprozess laufend zu verbessern und Ausgaben zu reduzieren. In der Sparte Industrie und im Bereich Aftermarket ist neben dem Preis noch die Lieferfähigkeit entscheidend. Diese wird durch eine systematische Verbesserung der Produktions- und Absatzlogistik laufend gesteigert.
Die Schlüsselkunden der Schaeffler Gruppe haben einen nennenswerten Anteil an den Umsatzerlösen der Schaeffler Gruppe. Dennoch ist die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern oder Zulieferern begrenzt, da die Schaeffler Gruppe mit unterschiedlichsten Produkten in verschiedenen Regionen und Anwendungsbereichen vertreten ist. In der Konsequenz können zwar einzelne Schaeffler-Produkte ausgetauscht werden, die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Beendigung der Geschäftsbeziehungen durch den Kunden ist jedoch gering und nur durch einen langwierigen Prozess möglich.
Jedes der beschriebenen Risiken kann zu einem Verlust von Marktanteilen führen, mit wesentlichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Die enge Zusammenarbeit mit den Schlüsselkunden der Schaeffler Gruppe in der Produktentwicklung sowie strikte Qualitätssicherungsmaßnahmen bei den Produkten reduzieren die Wahrscheinlichkeit der Substitution und sichern zugleich das Preisniveau.
Gewährleistungs- und Haftungsrisiken:
Bei Schaeffler ist ein zertifiziertes Qualitätsmanagement-System im Einsatz, begleitet von weiteren qualitätsverbessernden Prozessen. Dennoch besteht das Risiko, dass Produkte mangelnder Qualität ausgeliefert werden und ein Produkthaftungsrisiko verursachen. Der Einsatz fehlerhafter Produkte kann beim Kunden zu Schäden, außerplanmäßigen Reparaturmaßnahmen oder Rückrufaktionen führen, die Haftungsansprüche oder Reputationsschäden auslösen können. Darüber hinaus kann eine sich verschlechternde Produktqualität zu vermehrten Gewährleistungs- und Haftungsrisiken durch die Kunden führen. Aktuelle Kundenreklamationen insbesondere in den Branchen Erneuerbare Energien, Bahn sowie den Geschäftsbereichen Motor- und Kupplungssysteme können Schadenersatzzahlungen auslösen. Auf derartige Risiken reagiert die Schaeffler Gruppe mit strengen Qualitätssicherungsmaßnahmen und kontinuierlichen Prozessverbesserungen in der Produktion, um die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von Gewährleistungs- und Haftungsrisiken gering zu halten. Das Eintreten einzelner Risiken kann sich wesentlich auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Schaeffler Gruppe auswirken. Grundsätzlich sind Produkthaftungsrisiken versichert. Inwieweit die Versicherungen Leistungen zu erbringen haben, ist immer im Einzelfall zu prüfen.
Absatzrisiko:
Die Nachfrage nach den Produkten der Schaeffler Gruppe wird maßgeblich durch die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bestimmt. Insbesondere die Nachfrage nach Produkten der Sparte Automotive hängt zu einem nennenswerten Anteil von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab. Dies gilt auch für den Maschinenbau und die industriellen Wachstumsmärkte, wie z. B. Erneuerbare Energien. Darüber hinaus ist die Nachfrage zyklischen Schwankungen unterworfen. Die Automotive-Nachfrage unterliegt neben den globalen wirtschaftlichen Bedingungen noch weiteren Faktoren, wie Änderungen im Konsumverhalten, Spritpreisen, Zinsniveau und anderen. Die Nachfrage nach Industrieprodukten wird, bedingt durch die Vielzahl unterschiedlichster Geschäftsfelder, in denen die Schaeffler Gruppe tätig ist, von verschiedensten Faktoren beeinflusst. Erneuerbare Energien sind in starkem Umfang von der staatlichen Förderung abhängig. Der Absatz von Produktionsmaschinen ist wiederum abhängig von neuen Entwicklungen und der sich daraus ergebenden Notwendigkeit zu investieren. Der Bereich Luft- und Raumfahrt profitiert von verschiedenen neuen technischen Entwicklungen. Für jede Branche können eigene Treiber identifiziert werden.
Ein Rückgang der Nachfrage kann einen wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage des Unternehmens haben. Die Verteilung des Umsatzes auf die beiden Sparten sowie die hohe Diversifizierung innerhalb der Sparten ermöglicht es, die Wahrscheinlichkeit eines Ertragsrückgangs für die gesamte Schaeffler Gruppe zu reduzieren.
Entwicklungsrisiken:
Die Entwicklung und Markteinführung neuer Produkte ist mit dem Risiko verbunden, dass Termine, Qualität oder geplante Kosten nicht eingehalten werden können. Um dem entgegenzuwirken, hat die Schaeffler Gruppe ein konzerneinheitliches System zur Steuerung von Forschungs- und Entwicklungsprozessen implementiert. Mit Hilfe dieses Systems können die Entscheidungsträger effizient die relevanten Projekte überwachen und rechtzeitig negativen Entwicklungen entgegensteuern. Insbesondere in der Sparte Automotive können durch eine enge Zusammenarbeit mit den Schlüsselkunden der Schaeffler Gruppe im Bereich der kundenspezifischen Vor- und Weiterentwicklung die genannten Risiken weiter reduziert werden. Dennoch können sich im Entwicklungsprozess die Rahmenbedingungen ändern, mit wesentlichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage.
Produktionsrisiko:
An verschiedenen Produktionsstandorten sind Maschinen nur einmal vorhanden. Der Ausfall einer solchen Engpassmaschine kann zu Versorgungsengpässen bei internen und externen Kunden führen. Entscheidend ist die Zeitspanne zwischen Ausfall einer Engpassmaschine bis zum Aufbau einer Alternativproduktion. Diese kann ein Werk der Schaeffler Gruppe mit vergleichbarer Produktionslinie aufbauen oder ein Alternativlieferant gewährleisten. Um die Eintrittswahrscheinlichkeit möglichst gering zu halten, wird dem Risiko durch eine intensive Instandhaltung begegnet. Sollte es dennoch zum Ausfall einer Engpassmaschine kommen, kann sich dies wesentlich auf die Ertragslage auswirken. Um den Schaden im Eintrittsfall zu minimieren, erfolgt die Suche nach Alternativlieferanten oder es werden Sicherheitsbestände aufgebaut.
Zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit sind ständige Verbesserungen im Produktionsprozess erforderlich. Dazu zählen auch Verlagerungen von Produktionslinien, um einen kostengünstigeren Standort aufzubauen oder um Transportwege zu verkürzen und die Kundennähe zu verbessern. Mit jeder Verlagerung ist das Risiko verbunden, die fristgerechte Kundenversorgung zu gefährden oder unter Einbußen in der Qualität zu leiden. Die Risiken einer Verlagerung können sich wesentlich auf die Ertragslage auswirken.
Risiken aus Produktpiraterie:
Mit den Schaeffler-Marken INA, LuK und FAG ist untrennbar ein hoher Qualitätsanspruch verbunden, weshalb diese zunehmend in den Fokus der Produktpiraterie geraten. Die Bekämpfung der Produktpiraterie hat in der Schaeffler Gruppe einen hohen Stellenwert. Der Schutz des geistigen Eigentums erfolgt nicht nur über weltweite Patente und Schutzrechte, sondern auch durch aktive Maßnahmen gegen image- und umsatzschädigende Produktfälschungen. Aufgrund der Vielzahl der sichergestellten Plagiate ist mit wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus gefälschten Produkten zu rechnen.
Rechtliche Risiken
Aus der Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe entstehen rechtliche Risiken, die z. B. aus der Nichtbeachtung von für die Geschäftstätigkeit relevanten Vorschriften resultieren können.
Kartellverfahren:
Mehrere Kartellbehörden haben seit 2011 Untersuchungen wegen möglicher kartellrechtswidriger Absprachen gegen mehrere Hersteller von Wälzlagern und anderen Zulieferteilen insbesondere für die Automobilindustrie und die sonstige Industrie eingeleitet. Auch die Schaeffler AG bzw. Gesellschaften der Schaeffler Gruppe sind von den Untersuchungen betroffen. Die Schaeffler Gruppe kooperiert mit den zuständigen Behörden und unterstützt diese bei ihrer Arbeit. Untersuchungen der Kartellbehörden laufen in den USA, Korea und Brasilien. Es besteht das Risiko, dass die Kartellbehörden weitere Bußgelder verhängen. Für die Untersuchungen der Kartellbehörden in Korea und Brasilien im Zusammenhang mit möglichen kartellrechtlichen Absprachen wurden bilanzielle Risikovorsorgen gebildet. Des Weiteren besteht das Risiko, dass Dritte Schadenersatzforderungen aufgrund laufender sowie bereits abgeschlossener Kartellverfahren geltend machen. So haben bereits verschiedene Kläger in den USA und in Kanada Sammelklagen erhoben.
Der Eintritt eines oder mehrerer dieser Risiken könnte die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Schaeffler Gruppe erheblich beeinträchtigen und somit die Einhaltung der Verpflichtungen im Zusammenhang mit den Finanzschulden des Unternehmens erschweren.
Rechtsstreitigkeiten:
Gegen Schaeffler sind diverse Rechtsstreitigkeiten anhängig bzw. könnten anhängig werden. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um im Zusammenhang mit dem Geschäft stehende Rechtsstreitigkeiten. Dabei kann es auch zu Schadenersatzzahlung aus Rechtsstreitigkeiten kommen. In diesen Fällen wird mit einer wesentlichen Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Schaeffler Gruppe gerechnet.
Finanzielle Risiken
Zu den finanziellen Risiken gehören insbesondere Einflüsse aus Wechselkursveränderungen und Liquiditätsrisiken.
Währungsrisiken:
Die Schaeffler Gruppe ist aufgrund ihrer Internationalität vielfältigen Währungsrisiken ausgesetzt. Potenzielle Kursschwankungen können zum einen einen wesentlichen Einfluss auf die Umsatzentwicklung, zum anderen auf die Entwicklung der Beschaffungskosten nehmen. Die größten operativen Währungsrisiken resultieren dabei aus Kursänderungen des US-Dollar und des Chinesischen Renminbi.
Währungsrisiken aus Finanzierungstätigkeiten resultieren aus Wechselkursänderungen des US-Dollar aufgrund einer in US-Dollar denominierten Kredittranche sowie in US-Dollar begebenen Anleihen.
Währungsrisiken im operativen sowie im finanziellen Bereich werden kontinuierlich überwacht und berichtet. Das Management der Währungsrisiken erfolgt zentral. Die konzernweiten Währungsrisiken werden aggregiert und durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften abgesichert. Als Sicherungsinstrumente werden grundsätzlich Zinswährungsswaps, Devisentermingeschäfte sowie -optionen verwendet. Das Währungsrisiko, die Marktwerte der Währungsderivate sowie die Entwicklung an den Devisenmärkten werden im Rahmen des Risikomanagements kontinuierlich überwacht und gesteuert.
Die Wettbewerbsposition der Schaeffler Gruppe kann von Wechselkursentwicklungen negativ beeinflusst werden, sofern Wettbewerber aus anderen Währungsräumen aufgrund der Wechselkursentwicklung günstigere Preise anbieten können. Die weltweite Verteilung der Produktionsstandorte ermöglicht es der Schaeffler Gruppe, an Wechselkursveränderungen zu partizipieren und die Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen.
Liquiditätsrisiken:
Das Risiko, dass die Schaeffler Gruppe ihre Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht erfüllen kann, wird als Liquiditätsrisiko bezeichnet. Dabei wird in der Schaeffler Gruppe zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Liquiditätsrisiken differenziert.
Liquiditätsrisiken können entstehen, wenn im Rahmen der Planung ein nicht ausreichender Finanzierungsbedarf ermittelt wird bzw. ein sich ergebender Finanzierungsbedarf nicht durch bestehende Eigen-/Fremdfinanzierung gedeckt werden kann. Der Finanzierungsbedarf der Schaeffler Gruppe war im Geschäftsjahr zog und Berichtszeitraum durch die bestehenden Finanzierungsinstrumente sowie die durchgeführten Refinanzierungen durchgehend gedeckt.
Um einen unvorhergesehenen kurzfristigen oder auch mittelfristigen Liquiditätsbedarf möglichst zu vermeiden, erfolgt das Monitoring und die Steuerung des kurz- und mittelfristigen Liquiditätsrisikos anhand einer rollierenden Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont von vier Wochen über 13 Wochen bis hin zu 12 bzw. 18 Monaten. In diesem Zusammenhang werden kurzfristige Schwankungen des Cash Flow tagesgenau beobachtet und können über Kreditlinien ausgeglichen werden. Hierfür stehen der Schaeffler Gruppe eine revolvierende Kreditlinie (Revolving Credit Facility) in Höhe von 1.000 Mio. EUR sowie weitere bilaterale Kreditlinien einzelner Tochterunternehmen zur Verfügung.
Die bestehenden Kredit- und Anleiheverträge enthalten Auflagen, zu denen die Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen (Financial Covenants) zählt. Den Kreditgebern steht bei Vorliegen bestimmter Bedingungen, u. a. im Fall der Nichteinhaltung der Financial Covenants, ein außerordentliches Kündigungsrecht zu, das prinzipiell zur sofortigen Fälligstellung der Kredite berechtigen würde. Die Einhaltung der Financial Covenants wird laufend überwacht und gesteuert sowie an die kreditgebenden Banken berichtet. Die Financial Covenants wurden bisher entsprechend den kreditvertraglichen Regelungen durchgängig eingehalten. Die Schaeffler Gruppe geht davon aus, dass die Financial Covenants auch zukünftig eingehalten werden.
Jegliche Verletzung der Auflagen aus den Kreditverträgen sowie ein nicht über die bestehenden Kreditlinien abdeckbarer Liquiditätsbedarf können eine wesentliche Wirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Schaeffler Gruppe haben, dessen tatsächlicher Eintritt als gering eingeschätzt wird.
Gesamtbeurteilung der Risikosituation der Schaeffler Gruppe
Die von der Schaeffler Gruppe ausgegebene Prognose ist auch unter Berücksichtigung der gegebenen Risikopotenziale nicht gefährdet. Zusätzlich zu den im Lagebericht beschriebenen spezifischen Risiken, kann es allerdings jederzeit zu unvorhersehbaren Ereignissen kommen, die den Produktionsprozess, die Kundenbeziehung oder die Reputation des Unternehmens erheblich schädigen.
Die Risikosituation der Schaeffler Gruppe hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Die Einschätzung der Schadenswirkung einzelner wesentlicher Risiken hat sich teilweise verändert, diese Änderungen haben keinen Einfluss auf die Gesamtbeurteilung der Risikosituation.
Es sind keine Risiken erkennbar, die alleine oder in Kombination mit anderen Risiken den Bestand des Unternehmens gefährden können.
Chancen
Die Identifikation und Wahrnehmung von Chancen obliegt dem operativen Management. Diese werden in regelmäßig stattfindenden Strategietagungen mit dem Vorstand diskutiert und darauf basierend Strategien für die zukünftige Ausrichtung der Schaeffler Gruppe abgeleitet.
Eine aggregierte Sicht der auf den Strategietagungen ermittelten Chancen ist Bestandteil der regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand und Aufsichtsrat der Schaeffler AG. Die Dokumentation erfolgt ebenfalls über das Risikomanagement-Tool.
Die größten Potenziale der Schaeffler Gruppe liegen in strategischen Trends und in Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eine erhöhte Nachfrage nach Schaeffler-Produkten bedingen können.
Chancen im strategischen und operativen Bereich
Die Schaeffler Gruppe ist mit ihrem Produkt- und Leistungsangebot und ihrer weltweiten Präsenz gut positioniert, um an den erwarteten Megatrends der Zukunft zu partizipieren.
Die strategischen und operativen Chancen der Schaeffler Gruppe resultieren insbesondere aus den folgenden Faktoren:
Globale Präsenz:
Durch die Verlagerung von Aktivitäten in lokale Märkte können mögliche Kostensenkungspotenziale realisiert und die Nähe zum Kunden verbessert werden. Darüber hinaus werden weltweit weitere Potenziale identifiziert und umgesetzt. Dies stärkt die Wettbewerbsposition auch gegenüber Wettbewerbern aus Niedriglohnländern.
Potenzial der Schwellenländer:
Mit dem zunehmenden Wohlstand in den Schwellenländern bildet sich in diesen eine immer größer werdende Mittelschicht heraus. Die neu entstehende Käuferschicht kann die Nachfrage nach Automobilen und Industriegütern steigern. Die Schaeffler Gruppe liefert an alle namhaften Hersteller und Zulieferer, sodass grundsätzlich die Chance besteht, an der gestiegenen Nachfrage zu partizipieren.
Globale Trends:
Steigende Anforderungen an die Automobilhersteller zur Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen sowie an die Sicherheit bieten der Schaeffler Gruppe die Chance, den Umsatz pro Fahrzeug zu steigern. Damit verbunden ist eine zunehmende Komplexität der Systeme, die es ermöglicht, eine Funktionserweiterung zu erfahren.
OEM-Trends:
In den letzten Jahren haben die OEMs zunehmend globale Plattformen mit dem Ziel der Vereinheitlichung von Komponenten und Fahrzeugsystemen geschaffen, um durch eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit Kosten zu sparen. Folglich suchen die OEMs Zulieferer, die weltweit standardisierte Komponenten zur Verfügung stellen können. Im Gegenzug wird die Anzahl der Lieferanten reduziert und auf wenige globale Lieferanten konzentriert. Von diesem Trend profitieren Zulieferer wie die Schaeffler Gruppe mit ihrer weltweiten Präsenz und der Fähigkeit, weltweit unter Einhaltung derselben Technologie- und Qualitätsstandards zu liefern.
Entwicklung des Fahrzeugbestands:
Der absolute Fahrzeugbestand ist der Wachstumstreiber für den UB Automotive Aftermarket. Das Wachstum hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Bedarf (bestimmt durch die gefahrenen Kilometer und die Zusammensetzung des Fahrzeugbestands), den angebotenen Leistungen sowie den angebotenen Produkten. Neben dem Fahrzeugbestand ergeben sich zudem Chancen durch die Erhöhung des Produktanteils pro Fahrzeug (Content pro Fahrzeug).
Energiebedarf:
Weltweit nimmt die Bevölkerung stetig zu. Das Wachstum konzentriert sich dabei auf Städte und stadtnahe Bereiche. In diesen Zentren wird folglich mit einem steigenden Energie- und Wasserverbrauch zu rechnen sein. Der steigende Energiebedarf, ebenso wie die eingeläutete Energiewende, führen zu einem unumgänglichen Bedarf an Energie aus erneuerbaren Quellen. Dazu zählen insbesondere Wind, Sonne und Wasser — alles Felder, auf denen die Schaeffler Gruppe heute tätig ist. Der kontinuierliche Ausbau der vorhandenen Kompetenzen auf diesen Geschäftsfeldern bietet weitere Wachstumschancen für die Zukunft.
Industrie 4.0:
Mit dem Einzug des Internets der Dinge in die Fabrik wird eine vierte industrielle Revolution eingeläutet. Die Unternehmen werden zukünftig ihre Maschinen, Lagersysteme und Betriebsmittel weltweit vernetzen.
Die einhergehende Digitalisierung der Welt schreitet in jeglichen Bereichen mit enormer Geschwindigkeit voran. Hierfür sind u. a. Komponenten erforderlich, die in der Lage sind, Zustandsinformationen zu sensieren und weiterzugeben. Wälzlager spielen eine entscheidende Rolle, da sie Führungs- und Positionieraufgaben übernehmen sowie alle Prozesskräfte und Bewegungen übertragen. Dies erfolgt durch eine Erweiterung von Wälzlagem um Sensoren, Aktoren, Steuerungs- und Softwarekomponenten. Ziel ist eine kontinuierliche Zustandsüberwachung bis hin zur autonomen Lösungssuche bei Fehlermeldungen oder eine aktive Steuerung von Prozessen aufgrund von im Lager erhobenen Daten. Die Schaeffler Gruppe sieht ihre Chancen bei den mit Sensoren ausgestatteten Lagern an dieser Entwicklung zu partizipieren.
3D-Druck:
Die Schaeffler Gruppe ist bereits Lieferant von Bauteilen für diese innovative Fertigungstechnologie. Die Chancen liegen darin, diese Technologie in der eigenen Entwicklung und Produktion einzusetzen.
Globalisierung:
Die zunehmende Globalisierung ist untrennbar mit einem steigenden Luftverkehrsaufkommen verbunden. Dementsprechend wird ein stetiges Wachstum der Luft-und Raumfahrt prognostiziert. Für diesen Bereich gewinnen Themen wie CO2-Reduzierung, Gewichtsreduzierung sowie die Optimierung des Treibstoffverbrauches zunehmend an Bedeutung. In diesen Entwicklungsfeldern ist die Schaeffler Gruppe bereits aktiv.
Chancen im rechtlichen Bereich
Die rechtlichen Chancen der Schaeffler Gruppe resultieren insbesondere aus den folgenden Faktoren:
Emissionsnormen:
Stetig steigende Anforderungen an die zu erfüllenden Abgasnormen (Euro-Norm, CAFE-Standard) verschärfen den Druck auf die OEMs, energieeffiziente Lösungen für den Fahrzeugantrieb — bestehend aus Verbrennungsmotor und Getriebe — zu nutzen. Als Entwicklungspartner kann die Schaeffler Gruppe mit ihrer Innovationskraft die Suche nach Lösungen unterstützen und damit Innovationen schaffen, die sich von den Herstellern in Marktvorteile umwandeln lassen.
Durchschnittlicher Flottenverbrauch:
Neben den Emissionsnormen nimmt der staatliche Druck auf die OEMs im Hinblick auf die von ihnen produzierten Fahrzeuge zu, indem über den Fahrzeugmix ein bestimmter Flottenverbrauch zu erreichen ist. Dies unterstützt die notwendigen Entwicklungen zur Emissionsreduzierung ebenfalls, wovon vor allem technologieorientierte Zulieferer wie die Schaeffler Gruppe profitieren. Die Anforderungen vom Markt und der Gesetzgebung erfordern eine starke Entwicklungspartnerschaft zwischen Fahrzeughersteller und Lieferant.
Chancen im finanziellen Bereich
Die finanziellen Chancen der Schaeffler Gruppe resultieren insbesondere aus den folgenden Faktoren:
Rating:
Die Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's vergeben seit Januar 2012 ein Unternehmensrating für Schaeffler sowie Instrumentenratings für die Anleihen und institutionellen Kredite. Eine Verbesserung der von Standard & Poor's und Moody's vergebenen Ratings kann für die Schaeffler Gruppe zu günstigeren Finanzierungskonditionen führen und neue Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen. Im Geschäftsjahr 2014 blieb das Unternehmensrating bei „BB-" mit stabilem Ausblick (Standard & Poor's auf Basis Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH) bzw. bei „Ba3" mit stabilem Ausblick (Moody's auf Basis Schaeffler AG). Das Instrumentenrating für besicherte Instrumente liegt ebenfalls unverändert bei „BB-" (Standard & Poor's) bzw. „Ba2" (Moody's). Die im Geschäftsjahr 2014 begebenen unbesicherten Anleihen erhielten von Moody's das Rating „Bi" und von Standard & Poor's das Rating „B".
Finanzmärkte:
Günstige Zins- und Wechselkursentwicklungen können sich positiv auf das Finanzergebnis und die Ertragslage der Schaeffler Gruppe auswirken. Die Finanzmärkte werden laufend überwacht, wodurch zeitnah auf positive Entwicklungen reagiert werden kann.
5. Prognosebericht
Erwartete Entwicklung Konjunktur und Absatzmärkte
Führende Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren für das Jahr 2015 einen moderaten Anstieg des globalen Konjunkturwachstums. Die Annahmen für die weltweite Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts reichen von 2,9 % bis 3,5 % (Quellen: Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; International Monetary Fund). Auf dieser Basis geht die Schaeffler Gruppe für das Jahr 2015 von einem Wachstum der Weltwirtschaft von rund 3 % aus. Aufgrund der hervorragenden Positionierung in den Wachstumsmärkten erwartet die Schaeffler Gruppe auch im kommenden Geschäftsjahr ein stabiles und profitables Wachstum.
Automobilproduktion
Die Schaeffler Gruppe erwartet für das Jahr 2015 eine Steigerung der weltweiten Automobilproduktion um rund 3 bis 4 %, gemessen an der Stückzahl von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Für die Automobilproduktion in Europa erwartet die Schaeffler Gruppe ein Wachstum in Höhe von rund 3 %; für die Region Americas wird eine Steigerung von rund 2 % prognostiziert. Die Automobilproduktion in der Region Asien/Pazifik dürfte aufgrund von rückläufigen Produktionszahlen in Japan um insgesamt rund 1 % zurückgehen. In Greater China prognostiziert die Schaeffler Gruppe eine Steigerung der Automobilproduktion um rund 9 %.
Diese Erwartungen basieren auf den in der folgenden Tabelle gezeigten Prognosen des Analyseinstituts IHS Global Insight (Dezember 2014), aus denen die erwarteten Stückzahlen der Automobilhersteller hervorgehen sowie auf eigenen Schätzungen.
scroll
| Entwicklung der Automobilproduktion (in % gegenüber dem Vorjahr) | 2015 |
|---|---|
| Europa | 3,3 |
| Americas | 2,0 |
| Greater China | 8,7 |
| Asien/Pazfik | -0,8 |
| Welt | 3,6 |
Quelle: IHS Global Insight (Dezember 2014) und eigene Schätzung.
Die Regionen bilden die regionale Struktur der Schaeffler Gruppe ab.
Industrieproduktion
Für die wirtschaftliche Entwicklung der für die Sparte Industrie relevanten Industriesektoren und Branchen rechnet die Schaeffler Gruppe für das Jahr 2015 mit einem Wachstum von 3 % bis 4 % gemessen an der realen Bruttowertschöpfung. Wachstumstreiber werden China und die Vereinigten Staaten sein, für die ein Wachstum von rund 6 % bzw. rund 5 % prognostiziert wird. Aufgrund der Vielzahl der Märkte, in denen die Kunden der Sparte Industrie vertreten sind, werden für die Sparte Industrie zusätzlich zur Prognose von Oxford Economics weitere branchenbezogene, heterogene Einflussfaktoren berücksichtigt.
Diese Erwartungen basieren auf den in der folgenden Tabelle gezeigten Prognosen des Wirtschaftsforschungsinstituts Oxford Economics (Februar 2015).
scroll
| Entwicklung der Industrieproduktion (in % gegenüber dem Vorjahr) | 2015 |
|---|---|
| Europa | 2,1 |
| Americas | 4,0 |
| Greater China | 5,7 |
| Asien/Pazfik | 1,4 |
| Welt | 3,5 |
Quelle: Oxford Economics (Februar 2015). Die Regionen bilden die regionale Struktur der Schaeffler Gruppe ab.
Ausblick Schaeffler Gruppe
Die Schaeffler Gruppe rechnet damit, dass die Produktionskapazitäten in der Sparte Automotive durch die bestehenden Serienliefervereinbarungen mit den OEM-Fahrzeugherstellern auch im Geschäftsjahr 2015 weitestgehend ausgelastet sein werden. Die kurzfristig gebuchten verbindlichen Lieferabrufe der OEM-Kunden und die teilweise vereinbarten jährlichen Liefermengenbandbreiten bestätigen diese Einschätzung. Das Aftermarket-Geschäft dürfte — auf der Grundlage eines weltweit wachsenden Pkw-Bestands — eine mit 2014 vergleichbare Auslastung aufweisen. Die Schaeffler Gruppe erwartet, dass die Sparte Automotive auch in Zukunft stärker wachsen wird als die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen.
In der Sparte Industrie weist die positive Entwicklung der Auftragseingänge im vierten Quartal 2014 auf ein moderates Wachstum der Umsatzerlöse im Jahr 2015 hin.
Der Konzern rechnet für das Geschäftsjahr 2015 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 5 bis 7 %. Das Unternehmen erwartet, dass das Umsatzwachstum in der Sparte Automotive dabei höher ausfallen wird als in der Sparte Industrie. Diese Prognosen basieren auf der Annahme, dass sich die Weltwirtschaft nicht entgegen den aktuellen Erwartungen entwickelt.
Die Schaeffler Gruppe prognostiziert für das Geschäftsjahr 2015 eine Investitionsauszahlungsquote (Capex-Quote) in Höhe von 6 bis 8 % des Umsatzes. Die Entwicklungstätigkeit bleibt dabei auf dem hohen Niveau der vergangenen Jahre. Das Unternehmen plant auch im Jahr 2015 wieder rund 5 % des Konzernumsatzes in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren zu investieren.
Aufgrund der erwarteten verbesserten Ergebnissituation in der Sparte Industrie und der stabilen Ergebnissituation in der Sparte Automotive geht das Unternehmen davon aus, im kommenden Jahr eine operative Ergebnis-Marge (EBIT-Marge) in Höhe von 12 bis 13 % zu erzielen.
Für das Jahr 2015 rechnet die Schaeffler Gruppe mit einem positiven und im Vergleich zum Geschäftsjahr 2014 verbesserten Free Cash Flow. Im Berichtsjahr wurde dieser von Einmaleffekten belastet.
Die strategische Ausrichtung des Konzerns auf die globalen Wachstumsregionen und die „Mobilität für morgen" sowie die hervorragende operative Exzellenz, insbesondere getragen vom hohen Anspruch an Qualität, Technologie und Innovation, eröffnen Schaeffler auch in Zukunft profitable Wachstumspotenziale.
Herzogenaurach, 09. März 2015
Der Vorstand
Jahresabschluss 2014
Schaeffler AG
Mobilität für morgen
Qualität
Technologie
Innovation
Jahresabschluss
| 1. | Bilanz |
| 2. | Gewinn- und Verlustrechnung |
| 3. | Anhang |
Bilanz
Bilanz der Schaeffler AG
AKTIVA
scroll
| 31.12.2014 | 31.12.2013 | |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 17.937,00 | 0,00 |
| Sachanlagen | 137.906,00 | 0,00 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 14.108.811.259,16 | 14.108.811.259,16 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 1.723.724.323,79 | 0,00 |
| Finanzanlagen | 15.832.535.582,95 | 14.108.811.259,16 |
| Anlagevermögen | 15.832.691.425,95 | 14.108.811.259,16 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 10.744.397.866,25 | 772.108.086,98 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 123.155.468,04 | 39.848.658,41 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 10.867.553.334,29 | 811.956.745,39 |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 296.897.827,17 | 8.208.437,77 |
| Umlaufvermögen | 11.164.451.161,46 | 820.165.183,16 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 139.249,99 | 128.333,33 |
| Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | 7.002.267,00 | 173.318,46 |
| Bilanzsumme | 27.004.284.104,40 | 14.929.278.094,11 |
| PASSIVA | ||
| 31.12.2014 | 31.12.2013 | |
| Gezeichnetes Kapital | 600.000.000,00 | 500.000.000,00 |
| Kapitalrücklage | 1.600.000.000,00 | 0,00 |
| Bilanzgewinn | 3.345.515.818,71 | 2.955.580.044,07 |
| Eigenkapital | 5.545.515.818,71 | 3.455.580.044,07 |
| Sonderposten | 12.599.813,00 | 0,00 |
| Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 16.824.559,63 | 6.601.916,00 |
| Steuerrückstellungen | 124.943.669,90 | 90.390.830,90 |
| Sonstige Rückstellungen | 176.009.848,66 | 141.795.952,22 |
| Rückstellungen | 317.778.078,19 | 238.788.699,12 |
| Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten | 1.821.688.415,64 | 2.334.358.255,24 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 451.708,72 | 0,00 |
| Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen | 18.805.577.139,65 | 8.313.355.792,08 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 30.275.324,31 | 695.404,77 |
| -- davon aus Steuern EUR 937.295,78 (Vj.: EUR 41.644,16) Verbindlichkeiten | 20.657.992,588,32 | 10.648.409.452,09 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 221.623.644,74 | 254.556.916,35 |
| Passive latente Steuern | 248.774.161,44 | 331.942.982,48 |
| Bilanzsumme | 27.004.284.104,40 | 14.929.278.094,11 |
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustrechnung der Schaeffler AG
scroll
| 2014 | 2013 | |
|---|---|---|
| Erträge aus Beteiligungen | 1.115.625.207,00 | 765.328.879,58 |
| -- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 1.115.625.207,00 (Vj.: EUR 765.328.879,58) | ||
| Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 3.844.188,71 | 0,00 |
| -- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 3.844.188,71 (Vj.: EUR 0,00) | ||
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 286.825.685,20 | 147.858.372,04 |
| -- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 17.072.515,28 (Vj.: EUR 68.499,90) | ||
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -695.063.437,39 | -556.605.561,80 |
| -- davon an verbundene Unternehmen EUR 426.624.867,13 (Vj.: EUR 281.443.680,12) | ||
| Allgemeine Verwaltungskosten | -27.905.968,07 | -17.137.830,47 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 347.134.457,33 | 227.354.419,34 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -636.613.064,24 | -361.050.085,87 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 393.847.068,54 | 205.748.192,82 |
| Außerordentlicher Ertrag | 53.900.000,00 | 0,00 |
| Außerordentliches Ergebnis | 53.900.000,00 | 0,00 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -57.811.014,90 | -104.618.108,37 |
| -- davon Ertrag aus latenten Steuern EUR 83.168.821,04 (i. Vj.: EUR 13.578.623,93) | ||
| Sonstige Steuern | -279,00 | -5.041.525,00 |
| Jahresüberschuss | 389.935.774,64 | 96.088.559,45 |
| Gewinnvortrag | 2.955.580.044,07 | 108.370,33 |
| Entnahme Kapitalrücklage | 0,00 | 2.859.383.114,29 |
| Bilanzgewinn | 3.345.515.818,71 | 2.955.580.044,07 |
Anhang
| 1. | Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss |
| 2. | Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden |
| 3. | Erläuterungen zur Bilanz |
| 4. | Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung |
| 5. | Sonstige Angaben |
1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Die Schaeffler AG (bis 23. Oktober 2014 INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung), Herzogenaurach, ist eine in Deutschland ansässige Kapitalgesellschaft mit Sitz in der Industriestraße 13, 91074 Herzogenaurach.
Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den ergänzenden Bestimmungen des deutschen Aktiengesetzes aufgestellt.
Für die Gesellschaft gelten gemäß § 267 Abs. 1 HGB die Vorschriften für kleine Kapitalgesellschaften. Größenabhängige Erleichterungen des §§ 274a und 288 Abs. 1 HGB werden nur zum Teil in Anspruch genommen.
Angaben zur Vergleichbarkeit mit dem Vorjahresabschluss:
Die Schaeffler AG führt seit dem of. Oktober 2014 den Cash Pool der Schaeffler Gruppe.
Am 24. Oktober 2014 (Tag der Eintragung ins Handelsregister) wurde die INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und firmiert seit diesem Zeitpunkt als Schaeffler AG. Gleichzeitig wurden alle Funktionen (CEO-Funktionen, Technologie, Produktion, Logistik und Einkauf, Finanzen und Personal) von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (bis 22. Oktober 2014 Schaeffler AG) auf die Gesellschaft übertragen.
Am 12. Dezember 2014 beschloss die außerordentliche Hauptversammlung der Schaeffler AG eine Erhöhung des gezeichneten Kapitals um nominell 100 Mio. EUR, durch Ausgabe von 10.000.000 neuer auf den Namen lautender nennwertlosen Stückaktien.
Die Kapitalerhöhung wurde durch die Schaeffler Verwaltungs GmbH mittels Sacheinlage geleistet. Gegenstand der Sacheinlage waren Darlehensforderungen der Schaeffler Verwaltungs GmbH gegenüber der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH mit einem Nominalwert in Höhe von 1.071 Mio. EUR sowie gegenüber der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG mit einem Nominalwert in Höhe von 629 Mio. EUR. Beide Darlehensforderungen haben eine Laufzeit bis Dezember 2024 und wurden in der Berichtsperiode mit 4,o % p.a. verzinst. Der die Erhöhung des gezeichneten Kapitals übersteigende Zeitwert der Sacheinlage in Höhe von 1.600 Mio. EUR wurde der Kapitalrücklage zugewiesen.
Desweiteren werden die Erträge aus der Erbringung von Dienstleistungen für verbundene Unternehmen nicht mehr unter den Umsatzerlösen ausgewiesen, sondern in den sonstigen betrieblichen Erträgen. Die damit verbundenen Aufwendungen werden unter den allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen. Der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst.
Die Erträge aus der Auflösung mit dem im Zusammenhang mit den Finanzierungsmaßnahmen gebildeten passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden nicht wie im Vorjahr saldiert unter den Zinsaufwendungen ausgewiesen, sondern unter dem Posten Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge. Der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst.
2. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Im Einzelnen erfolgte die Bilanzierung und Bewertung wie folgt:
Die immateriellen Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten oder wegen nachhaltiger Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Sofern abnutzbar werden sie planmäßig über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.
Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt und entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig linear oder degressiv abgeschrieben.
Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn eine durch planmäßige Abschreibungen nicht gedeckte Wertminderung eingetreten und voraussichtlich von Dauer ist Wertaufholungen werden vorgenommen, wenn die Gründe, die zu einer außerplanmäßigen Abschreibung geführt hatten, nicht mehr bestehen.
Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten oder wegen nachhaltiger Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Soweit die Gründe für diese Abschreibungen nicht mehr bestehen, werden Wertaufholungen vorgenommen.
Forderungen sind mit ihrem Nominalwert angesetzt.
Sonstige Vermögensgegenstände sind mit ihren Nominal- bzw. Zeitwerten, Zahlungsbeträgen oder Barwerten angesetzt.
Derivative Finanzinstrumente werden auf Basis anerkannter Bewertungsverfahren unter Zugrundelegung der am Markt beobachtbaren relevanten Inputparameter bewertet.
Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bewertet.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden mit dem Betrag angesetzt, der der Zeit nach dem Bilanzstichtag wirtschaftlich zuzurechnen ist.
Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch auf Basis der Heubeck-Richttafeln 2005 G nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method - PUC) ermittelt. Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen wurden zukünftige jährliche Entgeltanpassungen von 3,25 %, Rentenanpassungen von 40 - 1,75 % und eine Fluktuation von 2,1 % berücksichtigt. Der zugrunde gelegte prognostizierte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen beläuft sich zum 31. Dezember 2014 auf 4,54 %; es handelt sich hierbei um eine Prognose des von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren.
Steuerrückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und sind in Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbetrages, der sich nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung ergibt, angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.
Sonstige Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt in Höhe des Erfüllungsbetrags, der sich nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung ergibt, um die zu erwartenden Ausgaben der ungewissen Verbindlichkeiten zu begleichen. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Anwendung der Bartwertmethode mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.
Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.
Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden mit dem Betrag angesetzt, der der Zeit nach dem Bilanzstichtag wirtschaftlich zuzurechnen ist.
Grundlagen der Währungsumrechnung
Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden mit dem Währungskurs am Entstehungstag erfasst. Am Bilanzstichtag erfolgt die Umrechnung mit dem Devisenkassamittelkurs. Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit sie Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betreffen. Kursverluste aus Sicherungsgeschäften werden durch entsprechende Drohverlustrückstellungen erfasst.
Bankguthaben in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.
3. Erläuterungen zur Bilanz
3.1 Anlagevermögen
Angaben zum Anteilsbesitz
Bezüglich der Angaben zum Anteilsbesitz verweisen wir auf die gesonderte Anlage zum Anhang.
3.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
scroll
| 31.12.2014 | |||
|---|---|---|---|
| in tausend € | Restlaufzeit bis zu einem Jahr | Restlaufzeit zw. 1 und 5 Jahren | Restlaufzeit über 5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 10.744.398 | 0 | 0 |
| davon kurzfristige Ausleihungen | 8.291.372 | 0 | 0 |
| davon sonstige Finanzforderungen | 529.850 | 0 | 0 |
| davon sonstige Forderungen | 1.923.176 | 0 | 0 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 13.802 | 109.353 | 0 |
| 31.12.2013 | |||
| in tausend € | Restlaufzeit bis zu einem Jahr | Restlaufzeit zw. 1 und 5 Jahren | Restlaufzeit über 5 Jahre |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 772.108 | 0 | 0 |
| davon kurzfristige Ausleihungen | o | 0 | 0 |
| davon sonstige Finanzforderungen | o | 0 | 0 |
| davon sonstige Forderungen | 772.108 | 0 | 0 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 15.471 | 24.378 | 0 |
Der Anstieg der kurzfristigen Ausleihungen und sonstigen Finanzforderungen resultiert aus der Übernahme der Cash Pooling Funktion und der internen Konzernfinanzierung der Schaeffler Gruppe. Die sonstigen Forderungen beinhalten im Wesentlichen die Gewinnanteile der Schaeffler Technologies AG & Co. KG in Höhe von TEUR 1.880.954 (Vj.: TEUR 765.329).
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 270.993 (Vj.: TEUR 24).
3.3 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
Verpflichtungen aus Pensionszusagen und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen sind durch Vermögensgegenstände gesichert. Die Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen sowie vergleichbarer langfristiger Verpflichtungen und sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Sie wurden gemäß § 246 Abs. 2 8. 2 HGB im Geschäftsjahr mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen verrechnet. Es handelt sich im Wesentlichen um Rückdeckungsversicherungen sowie Anteile an Aktien-, Renten- und Geldmarktfonds. Der in der nachstehenden Tabelle genannte beizulegende Zeitwert des Vermögens wurde, soweit es sich um Fondsanteile handelt, aus den Börsenkursen des Fondsvermögens am Abschlussstichtag abgeleitet.
scroll
| in tausend € | 31.12.2014 | 31.12.2013 |
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | 13.895 | 950 |
| Beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände | 20.897 | 1.123 |
| Nettowert der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | 7.002 | 173 |
| Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände | 20.852 | 1.070 |
| 2014 | 2013 | |
| Zinserträge aus den verrechneten Vermögensgegenständen | 178 | 157 |
| Zinsaufwand aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | 2.682 | 32 |
| Zinsaufwand aus der Verrechnung | -2.504 | 125 |
3.4 Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital
Das Stammkapital in Höhe von 500 Mio. EUR wurde im Rahmen des Formwechsels zum Grundkapital der Schaeffler AG. Am 12. Dezember 2014 beschloss die außerordentliche Hauptversammlung der Schaeffler AG eine Erhöhung des gezeichneten Kapitals um nominell wo Mio. EUR. Das Grundkapital zum Stichtag beträgt EUR 600.000.000,00 und ist eingeteilt in 60.000.000 auf den Namen lautender nennwertlosen Stückaktien.
Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte, insbesondere gewährt in der Hauptversammlung jede Aktie eine Stimme.
Kapitalrücklage
Im Zuge der Sachkapitalerhöhung, die am 30. Dezember 2014 ins Handelsregister eingetragen wurde, wurden TEUR 1.600.000 der Kapitalrücklage zugeführt.
Bilanzgewinn
Im Geschäftsjahr 2014 wurde der Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von TEUR 2.955.580 auf neue Rechnung vorgetragen. Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 389.936 wird in den Bilanzgewinn eingestellt.
Für das Geschäftsjahr 2014 wird der Hauptversammlung eine Ausschüttung von 250 Mio. EUR vorgeschlagen.
3.5 Sonderposten
Bei der Übertragung der Vorstandsfunktionen von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH (vormals Schaeffler AG) auf die Schaeffler AG am 24. Oktober 2014 wurden von dieser auch die betriebsnotwendigen Vermögensgegenstände und Schulden zu einem vereinbarten Ausgleichswert übernommen. Dabei wurde im vorliegenden Jahresabschluss der Schaeffler AG der Unterschiedsbetrag zwischen dem übernommenen bilanziellen Reinvermögen und dem als Forderung erfassten Ausgleichswert zunächst erfolgsneutral als Sonderposten in Höhe von TEUR 12.600 auf der Passivseite erfasst.
Dieser bilanzielle Ausgleichsposten bezieht sich dem Inhalt nach ausschließlich auf den Unterschiedsbetrag zwischen der von der Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH geleisteten Entschädigung für die Ablösung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von insgesamt TEUR 44.286 und den nach handelsrechtlichen Wertansätzen zum Übertragungsstichtag bewerteten Bilanzwerten dieser Posten in Höhe von TEUR 31.686. Der Sonderposten wird in den folgenden sechs Jahren ratierlich ertragswirksam aufgelöst.
3.6 Verbindlichkeiten
scroll
| 31.12.2014 | |||
|---|---|---|---|
| in tausen | Restlaufzeit bis zu einem Jahr | Restlaufzeit zw. 1 und 5 Jahren | Restlaufzeit über 5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 936 | 0 | 1.820.752 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 452 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 14.193.816 | 2.826.455 | 1.785.306 |
| davon Darlehen | 13.553.261 | 2.826.455 | 1.785.306 |
| davon sonstige Finanzverbindlichkeiten | 565.953 | 0 | 0 |
| davon aus Lieferungen und Leistungen | 6.161 | 0 | 0 |
| davon sonstige Verbindlichkeiten | 68.441 | 0 | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 30.275 | 0 | 0 |
| davon aus Steuern | 937 | 0 | 0 |
| 31.12.2013 | |||
| in tausend € | Restlaufzeit bis zu einem Jahr | Restlaufzeit zw. 1 und 5 Jahren | Restlaufzeit über 5 Jahre |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 12.724 | 2.321.634 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 4.731.330 | 2.167.188 | 1.414.838 |
| davon Darlehen | 3.370.000 | 2.167.188 | 1.414.838 |
| davon sonstige Finanzverbindlichkeiten | 1.244.215 | 0 | 0 |
| davon aus Lieferungen und Leistungen | 107 | 0 | 0 |
| davon sonstige Verbindlichkeiten | 117.008 | 0 | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 695 | 0 | 0 |
| davon aus Steuern | 42 | 0 | 0 |
Der Anstieg der kurzfristigen Darlehen resultiert aus der Übernahme der Cash Pool Funktion und der internen Konzernfinanzierung der Schaeffler Gruppe.
Die Schaeffler Finance B.V., ein direktes Tochterunternehmen der Schaeffler AG, emittierte die Anleihen der Schaeffler Gruppe. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten Verbindlichkeiten der Schaeffler Finance B.V. in Höhe von TEUR 4.673.229 (Vj.: TEUR 3.684.773), die im Wesentlichen aus der Weiterreichung des Zahlungsmittelzuflußes aus der Anleihenemission der Schaeffler Finance B.V stammt.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 6.880 (Vj.: TEUR 0).
Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind (im Wesentlichen Finanzanlagen), beläuft sich auf TEUR 1.820.752 (Vj.: TEUR 2.321.634).
3.7 Bewertungseinheiten
Zur Absicherung des Zahlungsstromänderungsrisikos aus der Änderung von Währungskursen wurden als Sicherungsgeschäfte im Rahmen von Micro-Hedges Zinswährungsswaps mit einem Nominalvolumen in Höhe von TEUR 766.849 (Vj: ITEUR 2.019.509) designiert. In den Sicherungsgeschäften enthalten sind Zinswährungsswaps mit einem positiven beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 14.771 (Vj: TEUR o) und einem negativen beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 15.494 (Vj: TEUR 171.732).
Grundgeschäfte sind konzerninterne Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 766.849 (Vj: TEUR 2.019.509) zum Bilanzstichtag.
Die Sicherung besteht jeweils für die gesamte Laufzeit der Grundgeschäfte (2017 bzw. 2021).
Aufgrund der Übereinstimmung der wesentlichen wertbestimmenden Parameter zwischen Grund- und Sicherungsgeschäften werden die Sicherungsbeziehungen als hochwirksam eingestuft. Die Effektivität wird prospektiv anhand einer Sensitivitätsanalyse sowie retrospektiv durch die Dollar-Offset-Methode sichergestellt.
Zum Bilanzstichtag wurden unter Anwendung der Einfrierungsmethode Wertänderungen aus Grundgeschäften in Höhe von TEUR -98.545 (Vj: TEUR 93.583) und Sicherungsgeschäften in Höhe von TEUR 93.911 (Vj: TEUR -117.827) bilanziell nicht erfasst.
4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
4.1 Angaben bei der Anwendung des Umsatzkostenverfahrens
scroll
| in tausend € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 5.843 | 6.707 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | 933 | 317 |
| Personalaufwand | 6.776 | 7.024 |
4.2 Erträge und Aufwendungen aus der Ab-/Aufzinsung von Rückstellungen bzw. aus der Währungsumrechnung
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Währungskursgewinne in Höhe von TEUR 336.176 (Vj.: TEUR 217.790) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus Währungskursverlusten in Höhe von TEUR 568.580 (Vj.: TEUR 304.684).
Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 2.683 (Vj.: TEUR 532).
5. Sonstige Angaben
5.1 Haftungsverhältniss
Insbesondere aus der Übertragung der Konzernleitung entstehen folgende Haftungsverhältnisse:
scroll
| in tausend € | 31.12.2014 | 31.12.2013 |
|---|---|---|
| Aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten | 4.226.052 | 0,00 |
| davon durch Pfandrechte gesichert | 4.226.052 | 0,00 |
| davon zugunsten verbundener Unternehmen | 4.226.052 | 0,00 |
Zum 31. Dezember 2014 bestanden Bürgschaften und Garantien in Höhe von TEUR 59.150 (Vj.: 38.385).
Das Risiko der Inanspruchnahme aus der Haftung für fremde Verbindlichkeiten sieht das Unternehmen aufgrund der positiven Entwicklung der Schaeffler Gruppe als gering an.
Die Gesellschaft ist unbeschränkt haftender Gesellschafter der folgenden Unternehmen:
| • | Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach (bis 31. Dezember 2014 Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG), |
| • | Schaeffler Immobilien AG & Co. KG, Herzogenaurach (bis 31. Dezember 2014 Schaeffler Immobilien GmbH & Co. KG). |
5.2 Gesellschaftsorgane
Vorstand
Mitglieder des Vorstands der Schaeffler AG, Herzogenaurach sind:
| • | Herr Klaus Rosenfeld, Frankfurt am Main, Vorsitzender des Vorstands und Vorstand Finanzen, |
| • | Herr Prof. Dr. Peter Gutzmer, Bühl, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands, Vorstand Technologie, |
| • | Herr Norbert Indlekofer, Bühl, CEO Automotive, |
| • | Herr Oliver Jung, Fürth, Vorstand Produktion, Logistik und Einkauf, |
| • | Herr Kurt Mirlach, Baar-Ebenhausen, Vorstand Personal und Arbeitsdirektor, |
| • | Herr Prof. Dr. Peter Pleus, Nürnberg, CEO Automotive |
| • | Herr Robert Schullan, Höchstadt/Aisch, CEO Industrie |
Aufsichtsrat
Die Gesellschaft hat nach § 10 der Satzung einen Aufsichtsrat aus zwanzig Mitgliedern. Der Aufsichtsrat setzt sich aus folgenden Personen zusammen:
| • | Herr Georg F. W. Schaeffler, Herzogenaurach, Aufsichtsratsvorsitzender, Gesellschafter der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG, |
| • | Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann, Herzogenaurach, stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Gesellschafterin der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG, |
| • | Herr Jürgen Wechsler, Schwanstetten, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, |
| • | Herr Jürgen Bänsch, Augsburg, Gewerkschaftssekretär der IG Metall - Bezirksleitung Bayern, |
| • | Herr Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Stuttgart, Senator der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung angew. Forschung e.V., |
| • | Herr Dr. Holger Engelmann, Gräfelfing, Vorstandsvorsitzender der Webasto SE, |
| • | Herr Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Esslingen, geschäftsführender Gesellschafter der AutoValue GmbH, |
| • | Herr Norbert Lenhard, Schweinfurt, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Betriebsratsvorsitzender Schweinfurt, |
| • | Herr Dr. Siegfried Luther, Gütersloh, Unternehmensberater |
| • | Herr Dr. Reinold Mittag, Bielefeld, Gewerkschaftssekretär bei IG Metall, |
| • | Herr Thomas Mölkner, Herzogenaurach, Konzernbetriebsratsvorsitzender Schaeffler Gruppe, Betriebsratsvorsitzender Herzogenaurach, |
| • | Frau Stefanie Schmidt, Sprockhövel, Betriebsratsvorsitzende Wuppertal, |
| • | Herr Dirk Spindler, Emskirchen, Vorsitzender des Unternehmenssprecherausschusses der leitenden Angestellten der Schaeffler Technologies AG & Co. KG und Leiter Produktentwicklung der Schaeffler Technologies AG & Co. KG, |
| • | Herr Robin Stalker, Oberreichenbach, Finanzvorstand der adidas AG, |
| • | Herr Jürgen Stolz, Bühl, Betriebsratsvorsitzender Bühl, |
| • | Herr Salvatore Vicari, Homburg, Betriebsratsvorsitzender Homburg/Saar, |
| • | Herr Dr. Otto Wiesheu, Zolling, Präsident des Wirtschaftsbeirates der Union e.V., |
| • | Herr Prof. KR Ing. Siegfried Wolf, Weikersdorf, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Russian Machines OJSC, |
| • | Herr Jürgen Worrich, Adelsdorf, Vorsitzender des Schaeffler-Euro-Betriebsrats Mitglied des Betriebsrats Herzogenaurach, |
| • | Herr Prof. Dr.-Ing. Tong Mang, Pulheim, Direktor Clean Energy Automotive Engineering Center an der Tongji Universität. |
5.3 Angaben zu ausschüttungsgesperrten Beträgen im Sinne § 268 Abs. 8 HGB
Die ausschüttungsgesperrten Beträge entfallen in Höhe von TEUR 45 auf die Aktivierung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Zeitwert.
5.4 Konzernzugehörigkeit
Die Gesellschaft erstellt einen freiwilligen Konzernabschluss und wird darüber hinaus in den Konzernabschluss der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG, Herzogenaurach, einbezogen. Diese werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers (Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Köln) eingereicht und im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.
Herzogenaurach, den 09. März 2015
Schaeffler AG
Klaus Rosenfeld
Norbert Indlekofer
Kurt Mirlach
Robert Schullan
Prof. Dr. Peter Gutzmer
Oliver Jung
Prof. Dr. Peter Pleus
Anlagen
Anteilsbesitzliste Schaeffler AG zum 31.12.2014
scroll
| Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft | Ländercode | Anteil am Kapital in % |
Eigenkapital in TEUR |
Jahresergebnis in TEUR |
|---|---|---|---|---|---|
| A. Verbundene Unternehmen | |||||
| I. Deutschland | |||||
| AS Auslandsholding GmbH (2) | Bühl | DE | 100,00 | 20.369 | 0 |
| CBF Europe GmbH | Wuppertal | DE | 100,00 | 4.888 | 0 |
| CVT Beteiligungsverwaltungs GmbH | Bühl | DE | 100,00 | 42 | 2 |
| CVT Verwaltungs GmbH & Co. Patentverwertungs KG | Bühl | DE | 100,00 | 1.636 | 1.780 |
| Dürkopp Maschinenbau GmbH (2) | Schweinfurt | DE | 100,00 | 4.289 | 0 |
| Egon von Ruville GmbH (2) | Hamburg | DE | 100,00 | 59.835 | 0 |
| FAG Aerospace GmbH | Schweinfurt | DE | 100,00 | 39 | 0 |
| FAG Aerospace GmbH & Co. KG | Schweinfurt | DE | 100,00 | 41.919 | 0 |
| FAG Industrial Services GmbH (2) | Herzogenrath | DE | 100,00 | 760 | 23 |
| FAG Kugelfischer GmbH (2) | Schweinfurt | DE | 100,00 | 726.565 | 0 |
| Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltschutz mbH - AMUS (2) | Homburg | DE | 100,00 | 792 | 0 |
| GURAS Beteiligungs GmbH & Co. Vermietungs-KG | Pullach | DE | 99,00 | -233 | 237 |
| IAB Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH | Bühl | DE | 100,00 | 278 | -3 |
| IAB Holding GmbH (2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 4.567.977 | 0 |
| IAB Verwaltungs GmbH (2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 1.322.860 | 0 |
| IDAM Beteiligungs GmbH | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 27 | 0 |
| IFT Ingenieurgesellschaft für Triebwerkstechnik mbh (2) | Clausthal-Zellerfeld | DE | 100,00 | 5.347 | 0 |
| INA - Drives & Mechatronics GmbH & Co. KG (ab 19.01.2015 INA - Drives & Mechatronics AG & Co. KG) | Suhl | DE | 100,00 | 1.866 | -1.576 |
| INA Automotive GmbH (2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 25 | 0 |
| INA Beteiligungsverwaltungs GmbH (2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 1.248.248 | 0 |
| Industrieaufbaugesellschaft Bühl mbH (2) | Bühl | DE | 100,00 | 56.928 | 0 |
| Industriewerk Schaeffler INA-Ingenieurdienst-, Gesellschaft mit beschränkter Haftung (2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 558.435 | 0 |
| KWK Verwaltungs GmbH | Langen | DE | 100,00 | 31 | 0 |
| LuK ASG GmbH | Bühl | DE | 100,00 | 136 | 0 |
| LuK Auslandsholding GmbH (2) | Bühl | DE | 100,00 | 59.029 | 0 |
| LuK Beteiligungsgesellschaft mbH (2) | Bühl | DE | 100,00 | 34.342 | 0 |
| LuK GmbH & Co. KG | Bühl | DE | 100,00 | 606.285 | 298.969 |
| LuK Management GmbH | Bühl | DE | 100,00 | 96 | 9 |
| LuK Truckparts GmbH & Co. KG | Kaltennordheim | DE | 100,00 | 32.350 | 3.567 |
| LuK Unna GmbH & Co. KG | Unna | DE | 100,00 | 16.143 | 308 |
| LuK Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH (2) | Bühl | DE | 100,00 | 1.809.970 | 0 |
| MEDUSA Beteiligungsverwaltungs-Gesellschaft Nr. 64 mbH | Bühl | DE | 100,00 | 52.152 | 12.470 |
| PD Qualifizierung und Beschäftigung GmbH (2) | Schweinfurt | DE | 100,00 | 122 | 0 |
| Raytech Composites Europe GmbH (2) | Morbach | DE | 100,00 | 15.781 | 0 |
| Schaeffler Automotive Aftermarket GmbH & Co. KG | Langen | DE | 100,00 | 337.570 | 160.092 |
| Schaeffler Beteiligungsgesellschaft mbH | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 449 | -5 |
| Schaeffler Beteiligungsverwaltungs GmbH (2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 40.841 | 0 |
| Schaeffler Elfershausen GmbH & Co. KG (ab 22.01.2015 Schaeffler Elfershausen AG & Co. KG) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 992 | -564 |
| Schaeffler Engineering GmbH (2) | Werdohl | DE | 100,00 | 6.571 | 0 |
| Schaeffler Europa Logistik GmbH (2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 25 | 0 |
| Schaeffler Friction Products GmbH (2) | Morbach | DE | 100,00 | 5.131 | 0 |
| Schaeffler Friction Products Hamm GmbH | Hamm/Sieg | DE | 100,00 | 2.795 | 1.506 |
| Schaeffler Immobilien GmbH & Co. KG (ab 01.01.2015 Schaeffler Immobilien AG & Co. KG) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 101.827 | 5.889 |
| Schaeffler Motorenelemente GmbH & Co. KG (ab 15.01.2015 Schaeffler Motorenelemente AG & Co. KG | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 4.502 | -3.845 |
| Schaeffler Versicherungs-Vermittlungs GmbH (2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 8.282 | 0 |
| Schaeffler Verwaltungsholding Drei GmbH (2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 1.893.562 | 0 |
| Schaeffler Verwaltungsholding Eins GmbH (2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 5.910.725 | 0 |
| Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG (ab 01.01.2015 Schaeffler Technologies AG & Co. KG) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 11.048.320 | 1.115.625 |
| Schaeffler Verwaltungsholding Vier GmbH | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 24 | 0 |
| Schaeffler Verwaltungsholding Zwei GmbH (2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 1.748.118 | 0 |
| Unterstützungskasse der FAG Kugelfischer e. V. | Schweinfurt | DE | 100,00 | 11.944 | -1.592 |
| WPB Water Pump Bearing Beteiligungsgesellschaft mbH | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 59 | 2 |
| WPB Water Pump Bearing GmbH & Co. KG | Herzogenaurach | DE | 100,00 | 52.979 | 3.599 |
| Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft | Ländercode | Anteil am Kapital in % |
Eigenkapital in TEUR |
Jahresergebnis in TEUR |
| II. Ausland | |||||
| FAG Aerospace (Singapore) Pte. Ltd. | Singapur | SG | 100,00 | 51 | -11 |
| FAG Aerospace Inc. | Stratford | CA | 100,00 | 121.827 | 13.933 |
| FAG Bearings India Ltd. | Mumbai | IN | 51,33 | 146.068 | 18.852 |
| FAG Bearings LLC | Danbury | US | 100,00 | 14.907 | 742 |
| FAG Holding LLC | Danbury | US | 100,00 | 0 | 0 |
| FAG I nteramericana A.G. | Miami | US | 100,00 | 21.080 | 1.541 |
| FAG Magyarorszag Ipari Kft. | Debrecen | HU | 100,00 | 24.486 | 212 |
| FAG Railway Products G.e.i.e. | Mailand | IT | 75,00 | 0 | 0 |
| FAG Roller Bearings Private Ltd. | Mumbai | IN | 87,83 | 842 | 112 |
| Gestfag SGPS. LDA | Caldas da Rainha | PT | 100,00 | 6.327 | 60 |
| Grico Invest GmbH | Chur | CH | 100,00 | 3.557 | 35 |
| HYDREL GmbH | Romanshorn | CH | 100,00 | 129.033 | 2.747 |
| INA Bearing (Pty) Ltd. | Port Elizabeth | ZA | 100,00 | 84.623 | 17.033 |
| INA Bearings India Private Limited | Pune | IN | 100,00 | 14.734 | 4.611 |
| INA Invest GmbH | Horn | CH | 100,00 | 17 | -56 |
| INA Kysuce, spol. s.r.o. | Kysucke Nove Mesto | SK | 100,00 | 153.477 | 13.713 |
| INA Lanskroun, s.r.o. | Lanskroun | CZ | 100,00 | 7.717 | 472 |
| INA Rolamentos Lda. | Porto | PT | 100,00 | 6.442 | 51 |
| INA Skalica spol. s.r.o. | Skalica | SK | 100,00 | 105.645 | 9.751 |
| LMC Bridgeport, Inc. | Danbury | US | 100,00 | 9.596 | -692 |
| LuK (UK) Limited | Sheffield | GB | 100,00 | 31.895 | 3.543 |
| LuK Clutch Systems, LLC | Wooster | US | 100,00 | 112.476 | 1.567 |
| LuK do Brasil Embreagens Ltda. | Sorocaba | BR | 100,00 | 538 | 6 |
| LuK India Private Limited | Madras | IN | 100,00 | 24.892 | 1.798 |
| LuK Leamington Limited | Leamington Spa. | GB | 100,00 | 21.363 | 91 |
| LuK Norge AS | Oslo | NO | 100,00 | 15.793 | -18 |
| LuK Puebla, S. de R.L. de C.V. | Puebla | MX | 100,00 | 29.283 | 11.984 |
| LUK Savaria Kft. | Szombathely | HU | 100,00 | 73.760 | 35.144 |
| LuK Transmission Systems LLC | Wooster | US | 100,00 | 147.804 | 19.869 |
| LuK USA LLC | Wooster | US | 100,00 | 123.746 | 1.604 |
| LuK-Aftermarket Services, LLC | Valley City | US | 100,00 | 0 | 0 |
| Octon G.m.b.H. | Horn | CH | 100,00 | 30.044 | 83 |
| Radine B.V. | Barneveld | NL | 100,00 | 1.522 | 722 |
| Rodamientos FAG S.A. de C.V. | Mexico-City | MX | 100,00 | 637 | -292 |
| SC Schaeffler Romania S.R.L. | Brasov | RO | 100,00 | 156.123 | 5.342 |
| Schaeffler (China) Co., Ltd. | Taicang | CN | 100,00 | 410.112 | 100.340 |
| Schaeffler (Nanjing) Co., Ltd. | Nanjing City | CN | 100,00 | 74.503 | 6.470 |
| Schaeffler (Ningxia) Co., Ltd. | Yinchuan | CN | 100,00 | 26.061 | 3.492 |
| Schaeffler (Singapore) Pte. Ltd. | Singapur | SG | 100,00 | 25.835 | -375 |
| Schaeffler (Thailand) Co., Ltd. | Bangkok | TH | 49,00 | 1.207 | -469 |
| Schaeffler (UK) Limited | Sutton Coldfield | GB | 100,00 | 49.724 | 10.386 |
| Schaeffler Aerospace Bearings (Taicang) Co., Ltd. | Taicang | CN | 100,00 | 1.175 | -8 |
| Schaeffler Ansan Corporation | Ansan-shi | KR | 100,00 | 53.017 | 10.020 |
| Schaeffler Argentina S.R.L. | Buenos Aires | AR | 100,00 | 5.123 | 1.032 |
| Schaeffler Australia Pty Ltd. | Frenchs Forest | AU | 100,00 | 14.363 | 657 |
| Schaeffler Austria GmbH | Berndorf - St. Veit | AT | 100,00 | 34.061 | 10.405 |
| Schaeffler Automotive Aftermarket (UK) Limited | Hereford | GB | 100,00 | 74.851 | 11.188 |
| Schaeffler Automotive Aftermarket Mexico, S. de R.L. de C.V. | Puebla | MX | 100.00 | 10.466 | 10.164 |
| Schaeffler Bearings (Malaysia) Sdn. Bhd. | Kuala Lumpur | MY | 100,00 | 7.287 | 652 |
| Schaeffler Bearings Indonesia, PT | Jakarta | ID | 100,00 | 1.187 | 119 |
| Schaeffler Belgium SPRL | Braine L'Alleud | BE | 100,00 | 43.056 | 1.140 |
| Schaeffler Brasil Ltda. | Sorocaba | BR | 100,00 | 224.659 | 12.800 |
| Schaeffler Bulgaria OOD | Sofia | BG | 100,00 | 1.773 | 274 |
| Schaeffler Canada Inc. | Oakville | CA | 100,00 | 14.447 | 13.281 |
| Schaeffler Chain Drive Systems SAS | Calais | FR | 100,00 | 3.812 | 1.417 |
| Schaeffler Chile Rodamientos Ltda. | Santiago | CL | 100,00 | 2.048 | 199 |
| Schaeffler Colombia Ltda. | Bogota | CO | 100,00 | 249 | 36 |
| Schaeffler CZ s.r.o. | Prag | CZ | 100,00 | 5.782 | 592 |
| Schaeffler Danmark ApS | Aarhus | DK | 100,00 | 6.606 | 1.463 |
| Schaeffler Finance B.V. | Bameveld | NL | 100.00 | 14.881 | -55.800 |
| Schaeffler Finland Oy | Espoo | FI | 100,00 | 7.839 | 1.654 |
| Schaeffler France SAS | Haguenau | FR | 100,00 | 66.210 | 6.556 |
| Schaeffler Friction Products (Suzhou) Co., Ltd. | Suzhou | CN | 100,00 | 59.905 | 10.083 |
| Schaeffler Group USA, Inc. | Fort Mill | US | 100,00 | 615.834 | 19.606 |
| Schaeffler Holding (China) Co., Ltd. | Shanghai | CN | 100,00 | 275.339 | 84.626 |
| Schaeffler Holding (Thailand) Co., Ltd. | Bangkok | TH | 49,00 | -156 | -35 |
| Schaeffler Hong Kong Company Limited | Hong Kong | HK | 100,00 | 50.876 | 5.266 |
| Schaeffler Hrvatska d.o.o. | Zagreb | HR | 100,00 | 218 | 48 |
| Schaeffler Iberia, S.L.U. | Elgoibar | ES | 100,00 | 13.349 | 4.576 |
| Schaeffler Israel Ltd. | Yokneam Illit | IL | 100,00 | 122 | -36 |
| Schaeffler Italia S.r.l. | Momo | IT | 100,00 | 186.648 | 9.970 |
| Schaeffler Japan Co., Ltd. | Yokohama | JP | 100,00 | 34.729 | 12.645 |
| Schaeffler Korea Corporation | Seoul | KR | 100,00 | 330.104 | 66.633 |
| Schaeffler Magyarorszag Ipari Kft. | Budapest | HU | 100,00 | 3.100 | 483 |
| Schaeffler Manufacturing (Thailand) Co., Ltd. | Rayong | TH | 100.00 | -2.327 | -1.322 |
| Schaeffler Manufacturing Rus 000 | Ulyanowsk | RU | 100.00 | 3.340 | -6.124 |
| Schaeffler Mexico Holding, S. de R.L. de C.V. | Guanajuato | MX | 100,00 | 12.645 | -7.743 |
| Schaeffler Mexico Servicios, S. de R.L. de C.V. | Guanajuato | MX | 100,00 | 1.368 | 376 |
| Schaeffler Mexico, S. de R.L. de C.V. | Guanajuato | MX | 100,00 | 3.150 | -6.337 |
| Schaeffler Middle East FZE | Jebel Ali | AE | 100,00 | 11.397 | 1.620 |
| Schaeffler Nederland B.V. | Barneveld | NL | 100,00 | 9.394 | 1.456 |
| Schaeffler Nederland Holding B.V. | Barneveld | NL | 100,00 | 2.678 | 1.867 |
| Schaeffler Norge AS | Oslo | NO | 100,00 | 4.937 | -60 |
| Schaeffler Peru S.A.C. | Lima | PE | 100,00 | 408 | -75 |
| Schaeffler Philippines Inc. | Makati City | PH | 100,00 | 3.354 | 139 |
| Schaeffler Polska Sp. z.o.o. | Warschau | PL | 100,00 | 9.619 | 4.333 |
| Schaeffler Portugal S.A. | Caldas da Rainha | PT | 100,00 | 19.962 | 1.017 |
| Schaeffler Rulmanlari Ticaret Ltd. Sti. | Istanbul | TR | 100,00 | 7.381 | 578 |
| Schaeffler Russland GmbH | Moskau | RU | 100,00 | 2.439 | -1.043 |
| Schaeffler Slovenija d.o.o. | Maribor | SI | 100,00 | 247 | 19 |
| Schaeffler Slovensko spol s.r.o. | Kysucke Nove Mesto | SK | 100,00 | 1.801 | 1.510 |
| Schaeffler South Africa (Pty.) Ltd. | Johannesburg | ZA | 100,00 | 13.565 | 9.832 |
| Schaeffler Sverige AB | Arlandastad | SE | 100,00 | 6.572 | 1.444 |
| Schaeffler Taiwan Co., Ltd. | Taipei | TW | 100,00 | 2.040 | 98 |
| Schaeffler Trading (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai | CN | 100,00 | 75.732 | 39.583 |
| Schaeffler Ukraine GmbH | Kiew | UA | 100.00 | 557 | 240 |
| Schaeffler Venezuela, C.A. | Valencia | VE | 100,00 | 187 | -26 |
| Schaeffler Vietnam Co., Ltd. | Bien Hoa City | VN | 100,00 | 8.972 | 419 |
| Stocklook Limited | Swansea | GB | 100,00 | 829 | 1 |
| The Barden Corporation | Danbury | US | 100,00 | 127.050 | 7.588 |
| The Barden Corporation (UK) Ltd. | Plymouth | GB | 100,00 | 63.086 | 7.433 |
| Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft | Ländercode | Anteil am Kapital in % |
Eigenkapital in TEUR |
Jahresergebnis in TEUR |
| B. Beteiligungen | |||||
| I. Deutschland | |||||
| Contitech-INA Beteiligungsgesellschaft mbH | Hannover | DE | 50,00 | 50 | -3 |
| Contitech-INA GmbH & Co. KG | Hannover | DE | 50,00 | 224 | -5 |
| PStec Automation and Service GmbH (1) | Niederwerrn | DE | 40,00 | 573 | 179 |
| II.Ausland | |||||
| Colinx, LLC (1) | Greenville | US | 20,00 | 2.813 | 75 |
| Eurings Rt. (1) | Debrecen | HU | 37,00 | 4.126 | 427 |
| Roland Corporate Housing LLC | Cheraw | US | 100,00 | 949 | 101 |
(1) Werte aus dem Geschäftsjahr 2013
(2) Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
An die Schaeffler AG, Herzogenaurach
Wir haben den Jahresabschluss — bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang — unter Einbeziehung der Buchführung der Schaeffler AG (bis 23. Oktober 2014: INA Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung), Herzogenaurach, und ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschlusses unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, den 10. März 2015
**KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Pritzer, Wirtschaftsprüfer
Jehle, Wirtschaftsprüfer