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Sartorius AG Board/Management Information 2022

Apr 29, 2022

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Konzernstruktur und Unternehmensführung

Rechtliche Konzernstruktur

Sartorius ist ein international agierendes Unternehmen mit Tochtergesellschaften in mehr als 30 Ländern.
Die Holdinggesellschaft Sartorius AG ist das Mutterunternehmen des Konzerns. Sie hat ihren Hauptsitz in Göttingen und ist an der Deutschen Börse notiert. Das Bioprozessgeschäft führt Sartorius in einem rechtlich eigenständigen Teilkonzern, dessen Muttergesellschaft Sartorius Stedim Biotech S.A. an der Euronext Paris notiert ist. Zum 31. Dezember 2021 hielt die Sartorius AG rund 74 % der Aktien der Sartorius Stedim Biotech S.A. Das Laborgeschäft ist rechtlich in einem weiteren Teilkonzern mit der Muttergesellschaft Sartorius Lab Holding GmbH zusammengefasst, an der die Sartorius AG 100 % der Anteile hält. In den Konzernabschluss sind die Sartorius AG und alle wesentlichen Beteiligungsgesellschaften einbezogen, bei denen die Sartorius AG gemäß IFRS 10 die Kontrolle ausübt.

Konzernorganisation und Konzernführung

Das zentrale Führungsgremium des Konzerns ist der Vorstand der Sartorius AG. Dieser legt in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat die Unternehmensstrategie fest, verantwortet die operative Leitung des Konzerns und steuert die Ressourcenverteilung innerhalb der Organisation. Sartorius betreibt sein operatives Geschäft in den beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services. Die Sparten bündeln jeweils die Geschäfte nach gleichen Anwendungsfeldern und Kundengruppen. Einen Teil der Infrastruktur und zentrale Dienstleistungen nutzen die Sparten gemeinsam. Um unser Geschäft möglichst nah an den Kundenbedürfnissen auszurichten, ist unsere Organisationsstruktur auf die beiden Sparten zugeschnitten. Operative Funktionen wie Marketing und Vertrieb, Produktion inklusive produktionsnaher Funktionen sowie Produktentwicklung sind divisional strukturiert. Administrative und unterstützende Funktionen sowie der Bereich Corporate Research nehmen ihre Aufgaben spartenübergreifend wahr. Die Zuständigkeit für die lokale Umsetzung der jeweiligen Strategien und Projekte liegt bei den Ländergesellschaften. Die Leitungsorgane der lokalen Gesellschaften führen ihre Unternehmen im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen, Satzungen und Geschäftsordnungen sowie nach den bei Sartorius weltweit geltenden Grundsätzen zur Unternehmensführung.

Veränderungen im Konzernportfolio

Mit zwei Akquisitionen hat Sartorius im Berichtsjahr das Produktportfolio für Zellkulturmedien ausgebaut und sein Produktionsnetzwerk in diesem Bereich erweitert. Über seinen Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech übernahm Sartorius die Mehrheit an CellGenix. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Freiburg und einem Vertriebsstandort im Großraum Boston, USA, produziert und vermarktet kritische Zellkulturkomponenten wie Wachstumsfaktoren, Zytokine und Medien in GMP-Qualität für die Herstellung von Zell- und Gentherapieprodukten. Der Standort in Freiburg ist das Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Produktion von Zellkulturkomponenten und wird weiter ausgebaut werden. Mit seinen rund 70 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen 2020 Umsatzerlöse in Höhe von etwa 20 Mio. €. Zudem übernahm Sartorius über seinen Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech den Zellkulturspezialisten Xell mit Sitz in Bielefeld. Xell entwickelt, produziert und vermarktet Nährmedien für Zellkulturen, insbesondere zur Herstellung von viralen Vektoren, die bei Gentherapien und Impfstoffen zum Einsatz kommen. Überdies bietet das Unternehmen verschiedene Analytik-Services an, um Medienkomponenten zu charakterisieren und zu quantifizieren sowie die Medienrezepturen zu optimieren. Xell erzielte 2021 einen Umsatz von circa 5 Mio. € und beschäftigte rund 35 Mitarbeiter. Darüber hinaus hat Sartorius im Februar 2022 über seinen Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech die Übernahme der Sparte Chromatographie-Prozessanlagen von Novasep mit Standorten in Pompey, Nordfrankreich, sowie in den USA, China und Indien abgeschlossen. Die Sparte mit etwa 100 Mitarbeitern ist auf innovative gelbasierte Chromatographie-Systeme spezialisiert, und das Produktportfolio ergänzt das bestehende Chromatographie-Angebot. Zur Erweiterung seines Bioanalytik-Portfolios übernahm Sartorius zum 3. Januar 2022 die Mehrheit an ALS Automated Lab Solutions. Das Labortechnologie-Unternehmen mit Sitz in Jena entwickelt, produziert und vertreibt Lösungen für die automatisierte Analyse, Selektion und Isolierung von Zellen und ermöglicht damit, Entwicklungszeiten und -kosten in der Zelllinienentwicklung und Antikörperforschung deutlich zu verringern. Sartorius hat zunächst 62,5 % der Anteile an ALS übernommen, die verbleibenden 37,5 % sollen im Jahr 2026 erworben werden. ALS beschäftigte rund 30 Mitarbeiter und hat 2021 einen Umsatz im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich erwirtschaftet.

Finanzielle Steuerung und Leistungsindikatoren

Der Sartorius Konzern wird anhand einer Reihe von Kennzahlen gesteuert, die zugleich maßgeblich für die Ermittlung des variablen Vergütungsbestandteils von Vorstand und Führungskräften sind. Als wesentliche Steuerungsgröße für die Größenentwicklung verwendet Sartorius das um Effekte aus der Währungsumrechnung bereinigte Umsatzwachstum. Die zentrale Kennzahl zur Steuerung der Profitabilität ist das um Sondereffekte bereinigte EBITDA („underlying EBITDA“) bzw. die entsprechende Marge. Im Hinblick auf die Fremdfinanzierungspotenziale des Sartorius Konzerns stellt der dynamische Verschuldungsgrad die wesentliche Steuerungsgröße dar. Er wird als Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA der letzten zwölf Monate berechnet. Darüber hinaus stellt die Investitionsquote, das heißt Investitionen im Verhältnis zum Umsatz, einen wichtigen Steuerungsparameter dar. Ergänzend werden regelmäßig folgende finanzielle und nichtfinanzielle Indikatoren berichtet:
* Auftragseingang
* Maßgeblicher Jahresüberschuss | Ergebnis pro Aktie
* Jahresüberschuss | Ergebnis pro Aktie
* Eigenkapitalquote
* Net Working Capital
* Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
* Zahl der Mitarbeiter

Die jährliche Finanzprognose, die zu Beginn des Jahres für den Konzern und die Sparten veröffentlicht wird, bezieht sich in der Regel auf die Umsatzentwicklung sowie die Entwicklung der underlying EBITDA-Marge. Zusätzlich werden für den Konzern die erwartete Investitionsquote und eine Richtungsprognose für den dynamischen Verschuldungsgrad angegeben. Weitere nichtfinanzielle Indikatoren finden sich in der nichtfinanziellen Konzernerklärung.

Geschäftsmodell, Strategie und Ziele

Als ein führender Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie unterstützt Sartorius seine Kunden bei der Entwicklung und Herstellung von Biotech-Medikamenten und Impfstoffen – von der ersten Idee im Labor bis zur kommerziellen Produktion. Biopharmazeutika sind ein fester Bestandteil der modernen Medizin und werden bei der Behandlung vieler, zumeist schwerer Erkrankungen eingesetzt. Lange Entwicklungszeiten und eine komplexe Produktion machen diese Medikamente jedoch sehr teuer. Dies führt zu hohen Gesundheitskosten in den Industrieländern und dazu, dass Patienten in weniger entwickelten Ländern von Behandlungen mit diesen Arzneien oft ausgeschlossen sind. Die Entwicklung eines biopharmazeutischen Medikaments ist langwierig: Es dauert durchschnittlich mehr als zehn Jahre, um ein neues Arzneimittel auf den Markt zu bringen, bei Kosten von über zwei Milliarden Euro. Zudem sind die biotechnologischen Herstellverfahren für die Hightech-Medikamente anspruchsvoll und müssen für jedes Präparat individuell entwickelt werden. Als ein Pionier und Technologieführer in der Biopharmabranche trägt Sartorius mit seinen Produkten und Dienstleistungen dazu bei, die Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsprozesse seiner Kunden einfacher und effizienter zu gestalten, damit neuartige Therapien schneller auf den Markt kommen und für mehr Menschen weltweit zugänglich werden. Damit ist das Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen „Gesundheit und Wohlergehen" ein integraler Bestandteil des Geschäftsmodells. Reifegrad und Wettbewerbsintensität nehmen in dieser vergleichsweise noch jungen Industrie sukzessive zu. Um die Kunden bei dieser Herausforderung zu unterstützen, entwickeln wir unser Produktportfolio stetig weiter. Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil ist das hohe Anwendungsverständnis, das auf dem klaren Branchenfokus basiert. Wir kennen die Wertschöpfungskette unserer Kunden und verstehen insbesondere die Interaktion der darin genutzten Systeme. Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor des Unternehmens ist, sich permanent durch differenzierende Technologien abzuheben. Die Innovationskraft von Sartorius fußt auf einer spezialisierten, eigenen Produktentwicklung, Kooperationen mit Partnern und der Integration von Innovationen durch Zukäufe. Mit der Biopharmaindustrie fokussiert sich Sartorius auf einen attraktiven Markt, der durch eine hohe Wachstumsdynamik und langfristige Trends gekennzeichnet ist. Positive Impulse gehen vom medizinischen Fortschritt aus, der zur Entwicklung und Zulassung neuer Biopharmaka führt. So setzt die Biopharmaindustrie verstärkt auf neuartige Therapieformen wie Zell- und Gentherapien sowie biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte (Advanced Therapies). Weitere wesentliche Treiber sind eine wachsende Weltbevölkerung und die Zunahme altersbedingter Krankheiten in den Industrieländern. Zudem führen steigende Einkommen in den Schwellenländern zu einem besseren Zugang zu Gesundheitsleistungen und einer erhöhten Nachfrage nach Medikamenten. Auch Biosimilars, also Nachahmerpräparate bereits etablierter Biologika, machen einen noch kleinen, aber besonders schnell wachsenden Anteil des Biopharmamarktes aus. Als Folge dieser Faktoren steigen die hergestellten Volumina von Arzneien und damit die Nachfrage nach entsprechenden Produktionstechnologien kontinuierlich und weitgehend konjunkturunabhängig.# Nachfolgend skizzieren wir die Positionierung und Strategie der beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services.

Bioprocess Solutions

Strategischer Fokus auf Biopharma-Anwendungen von der Molekülentwicklung bis zur Produktion von Biopharmazeutika.

In der Sparte Bioprocess Solutions bietet Sartorius ein breites Produktportfolio, das sich auf alle wesentlichen Schritte der Produktion sowie der vorgelagerten Prozessentwicklung eines Biopharmazeutikums konzentriert. Unsere Technologien umfassen unter anderem Zelllinientechnologien, Zellkulturmedien, Bioreaktoren, verschiedene Produkte für die Separation, Reinigung und Aufkonzentrierung von biologischen Zwischen- und Endprodukten sowie Lösungen für deren Lagerung und Transport. Zudem bietet Sartorius Datenanalyse-Software zur Modellierung und Optimierung von biopharmazeutischen Entwicklungs- und Produktionsprozessen.

In seinen Kerntechnologien verfügt das Unternehmen über führende Marktpositionen mit deutlich zweistelligen Marktanteilen. Von unseren Wettbewerbern differenzieren wir uns unter anderem durch die Breite unseres Produktportfolios. Wir können unseren Kunden komplette Prozesslösungen aus einer Hand anbieten und sie bei der vorgelagerten Projektplanung, Prozessintegration sowie der anschließenden Validierung unterstützen.

Unsere Technologien werden bei der Herstellung sämtlicher Wirkstoffklassen eingesetzt, angefangen von Impfstoffen und monoklonalen Antikörpern bis zu neuartigen, auf viralen Vektoren basierenden Gentherapien. Etwa drei Viertel der Spartenerlöse setzen sich aus wiederkehrenden Umsätzen mit sterilen Einwegtechnologien zusammen. Diese bieten unseren Kunden in der Forschung und Produktion Kostenvorteile, Flexibilität und weniger Ressourceneinsatz und damit einen besseren ökologischen Fußabdruck gegenüber klassischen Prozessen mit wiederverwendbaren Edelstahlkomponenten.

Zum hohen Anteil an wiederkehrenden Umsatzerlösen tragen auch die hohen regulatorischen Anforderungen auf Seiten der Kunden bei: Da die Produktionsprozesse als Bestandteil des Zulassungsantrags eines neuen Arzneimittels durch die Gesundheitsbehörden validiert werden, können nach Zulassung Komponenten nur mit erheblichem Aufwand durch andere Komponenten ausgetauscht werden. Überdies trägt unsere breite und stabile Kundenbasis, die wir überwiegend direkt adressieren, zu einem günstigen Risikoprofil bei.

Die starke strategische Positionierung der Sparte und das überdurchschnittliche Branchenwachstum bilden eine gute Basis für auch künftig profitables Wachstum. Informationen zur Geschäftsentwicklung der Sparte im Berichtsjahr sind im Kapitel „Geschäftsentwicklung der Sparte Bioprocess Solutions“ beschrieben.

Innovative Technologien für alle Phasen der Wirkstoffproduktion

Lab Products & Services

Die Sparte Lab Products & Services wurde in den vergangenen Jahren verstärkt auf die wachstumsstarke Biopharmaindustrie ausgerichtet. Mit ihren Produkten adressiert sie Pharma- und Biotechforschungslabore sowie akademische Forschungseinrichtungen. Wir geben Wissenschaftlern und Laboranten Laborinstrumente und Verbrauchsmaterialien an die Hand, die ihre Forschung und Qualitätskontrolle einfacher und schneller machen.

Beispielsweise bieten wir unseren Life-Science-Kunden innovative Systeme für die Bioanalytik. Mit deren Hilfe können sie zentrale Analyseschritte in der Molekül-, Zelllinien- und Prozessentwicklung automatisiert durchführen, die bislang zumeist manuell ausgeführt wurden. Auf diese Weise können in kurzer Zeit wesentlich größere Probenmengen untersucht sowie umfangreiche Datensätze generiert und ausgewertet werden, was die Identifikation geeigneter Wirkstoffkandidaten oder Zellklone beschleunigt und damit einen Beitrag zur Verkürzung der langwierigen Medikamentenentwicklung leistet sowie die Effizienz von Forschungs- und Entwicklungslaboren der Biopharmaindustrie erhöht.

Überdies bietet die Sparte eine breite Palette von Premium-Laborinstrumenten zur Probenvorbereitung wie Laborwaagen, Pipetten und Laborwassersysteme an sowie Verbrauchsmaterialien wie Filter und mikrobiologische Tests. Sartorius verfügt in diesen Produktkategorien über führende Positionen und signifikante Marktanteile. Unsere Lösungen zielen darauf ab, die Effizienz und Produktivität routinemäßiger und zugleich qualitätskritischer Laborprozesse oder industriespezifischer Arbeitsabläufe zu erhöhen. Über die Biopharmaindustrie hinaus werden mit diesem Portfolio auch Qualitätssicherungslabore aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche adressiert.

Mit ihren innovativen Technologie-Plattformen im Bereich Bioanalytik sowie dem umfangreichen Portfolio für die Probenvorbereitung verfügt die Sparte Lab Products & Services über ein starkes Fundament, um weiter organisch deutlich wachsen zu können. Das Wachstum sollte aufgrund von Skalen- und Produktmixeffekten mit einer kontinuierlichen Steigerung der Profitabilität einhergehen. Einzelheiten zur Geschäftsentwicklung der Sparte im Jahr 2021 sind im Kapitel „Geschäftsentwicklung der Sparte Lab Products & Services" zu finden.

Wir fokussieren uns auf Lösungen, um den langwierigen, teuren und ineffizienten Prozess der Medikamentenentwicklung zu verbessern.

Basierend auf Daten des Tufts Center for the Study of Drug Development und des Verbands der britischen Pharmaindustrie.

Strategie Sartorius 2025

Im Jahr 2018 hat die Unternehmensleitung die Strategie und Langfristziele bis 2025 vorgestellt. Anfang 2021 wurde das Umsatzziel und Anfang 2022 das Profitabilitätsziels noch einmal signifikant angehoben. Geplant ist demnach, den Konzernumsatz bis 2025 auf etwa 5 Mrd. € zu steigern und eine underlying EBITDA-Marge von rund 34 % (bisher rund 32 %) zu erreichen.

Der Umsatzanstieg soll in beiden Sparten überwiegend durch organisches Wachstum erzielt und zusätzlich durch Akquisitionen ergänzt werden. Für die Sparte Bioprocess Solutions rechnet das Unternehmen für 2025 mit einem Umsatz von etwa 3,8 Mrd. € bei einer underlying EBITDA-Marge von rund 36 % (bisher rund 34 %), für die Laborsparte sind rund 1,2 Mrd. € Umsatz und eine underlying EBITDA-Marge von etwa 28 % (bisher etwa 25 %) geplant.

In den Mittelfristzielen für 2025 ist weiterhin kein pandemiebedingtes Geschäft einkalkuliert, da die Unternehmensleitung entsprechende Abschätzungen derzeit für zu unsicher erachtet. In den Margenzielen bereits enthalten sind Aufwendungen für Maßnahmen zur Reduzierung der CO2 -Emissionsintensität. Sartorius will seine CO2 -Emissionsintensität bis 2030 um durchschnittlich rund 10 % pro Jahr reduzieren und dafür perspektivisch jährlich rund 1 % seines Umsatzes für entsprechende Maßnahmen aufwenden. Die Planung geht ferner davon aus, dass die Margen künftiger Akquisitionen im Durchschnitt anfangs etwas unterhalb und nach Integration auf einem mit dem bestehenden Geschäft vergleichbaren Niveau liegen sowie keine relevanten Veränderungen der wichtigsten Währungsrelationen eintreten.

Die Unternehmensleitung weist darauf hin, dass sich in den vergangenen Jahren die Dynamiken und Volatilitäten in der Life-Science- und Biopharma-Branche erhöht haben und diese Trends durch die Corona-Pandemie verstärkt wurden. Dementsprechend weisen die Prognosen aktuell nochmals höhere Unsicherheiten auf, als dies üblicherweise der Fall ist.

Sartorius 2025 Ziele

Die Ziele werden durch verschiedene Wachstumsinitiativen mit folgenden Schwerpunkten umgesetzt:

Entwicklung des Produktportfolios

Sartorius verfügt über ein breites Produktportfolio, das ausgerichtet an der Wertschöpfungskette der Biopharmaindustrie kontinuierlich erweitert wird. Im Fokus stehen Produkte, die Lösungen für die Bedarfe unserer Kunden bieten und unser Angebot aus Kundenperspektive noch attraktiver machen. Neben eigenen Entwicklungsaktivitäten und strategischen Partnerschaften sind Akquisitionen, die bisherige Stärken sinnvoll ergänzen oder erweitern, Teil der Portfoliostrategie beider Sparten. Aufgrund der hohen Innovationsdynamik halten wir laufend über die gesamte Breite des Produktportfolios weitere Ergänzungen für möglich. Bei der Identifizierung geeigneter Unternehmen achtet Sartorius besonders auf folgende Kriterien: Komplementarität der Technologien zum bestehenden Portfolio, eine starke Marktpositionierung etwa durch innovative Produkte mit Alleinstellungsmerkmal, die Integrationsfähigkeit, eine angemessene Bewertung sowie ein passendes Wachstums- und Profitabilitätsprofil.

Regionale Wachstumsinitiativen

Aufgrund des außergewöhnlich starken Wachstums hat Sartorius im Berichtsjahr in erheblichem Umfang in den Ausbau der Produktionskapazitäten investiert und bereits geplante Expansionsprojekte zeitlich vorgezogen, beschleunigt und erweitert. Die Investitionsausgaben beliefen sich 2021 auf etwa 400 Mio. € und entfielen auf die Planung oder die Erweiterung von Standorten unter anderem in Deutschland, Puerto Rico, China und Südkorea.

Die Schwerpunkte der regionalen Wachstumsstrategie bilden Nordamerika und Asien. Die USA sind der weltweit größte Markt für Bioprozess- und Laborprodukte. Da die Hauptwettbewerber beider Sparten überwiegend in diesem Land beheimatet sind, hatte Sartorius hier geringere Marktanteile als in Europa und Asien. Durch die gezielte Verstärkung der Vertriebs- und Servicekapazitäten haben wir in den vergangenen Jahren in den USA Marktanteile gewonnen und sehen weiteres Entwicklungspotenzial.

Ein wesentlicher strategischer Fokus liegt auf China. Dieser Markt verfügt aufgrund steigender privater und staatlicher Gesundheitsausgaben sowie eines rapiden Aufbaus regionaler biopharmazeutischer Werke über großes Wachstumspotenzial. Um von der dynamischen Entwicklung zu profitieren, investiert Sartorius in China und anderen asiatischen Ländern verstärkt in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Dies trifft insbesondere auf Südkorea zu, das mit seinem dynamisch wachsenden Biopharmamarkt gute Wachstumsperspektiven in dieser Region bietet.# Regulatorische Einreichung

Daher hat Sartorius hier eine neue Produktionsstätte geplant, mit deren Bau im laufenden Jahr begonnen werden soll.

Optimierung von Arbeitsprozessen

Eine Grundlage für künftiges Wachstum bilden ausreichende Produktionskapazitäten sowie eine leistungsfähige Lieferkette. Sartorius hat in den vergangenen Jahren die Kapazitäten für Membrane, Filter und sterile Beutel an verschiedenen Konzernstandorten erheblich ausgebaut, um Lieferzeiten zu verkürzen und die Lieferfähigkeit auch im Fall lokaler Transportbeschränkungen zuverlässig aufrechterhalten zu können. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen vor dem Hintergrund des steigenden Kundenbedarfs mit einem multidisziplinären Team an der weiteren Optimierung seines Lieferanten- und Partnernetzwerks.

Sartorius treibt in vielen Bereichen die Digitalisierung und Automatisierung mit dem Ziel voran, Prozesse zu beschleunigen, zu verbessern und dort, wo es sinnvoll ist, konzernweit zu vereinheitlichen. Dies schließt auch den Ausbau der Aktivitäten in den Bereichen E-Commerce, digitales Marketing und Analytik sowie Themen der IT-Sicherheit mit ein.

Forschung und Entwicklung

Sartorius betreibt Forschung und Entwicklung in den beiden Sparten sowie in der konzernweit agierenden Forschungsfunktion Corporate Research. Eine detailliertere Erläuterung der Entwicklungsschwerpunkte findet sich in den Spartenkapiteln auf den Seiten 54 und 59.

Corporate Research arbeitet in engem Austausch mit externen Partnern an übergeordneten Innovationsthemen. Die wesentliche Aufgabe und Zielsetzung besteht in der Identifizierung und Entwicklung zukünftiger Schlüsseltechnologien und Anwendungsfelder. Neben einer engen Kooperation mit Kunden, Forschungsinstituten und Start-ups führt der Bereich eigene Forschungsaktivitäten in ausgewählten Feldern durch. Dazu gehören etwa innovative Technologien in der Lebendzellanalyse, neue Funktionalitäten und verbesserte Eigenschaften von Materialien oder Datenanalyse.

Sartorius ist eine Partnerschaft mit der kanadischen McMaster Universität eingegangen, um die Herstellprozesse von Antikörper- und virusbasierten Behandlungen für Krankheiten wie Covid-19, Krebs und genetische Störungen zu verbessern. Mit Hilfe von Sartorius-Technologien arbeitet das McMaster-Team an Verfahren zur Reinigung therapeutischer Viren. Zudem erforscht und adaptiert Sartorius zusammen mit der BRAIN Biotech AG neuartige CRISPR-Cas Genome Editing Nukleasen für spezifische Anwendungen im Bereich der Life Sciences mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit der Sartorius-Zelllinien zu steigern, um den Entwicklungs- und Herstellungsprozess künftiger Biopharmazeutika zu beschleunigen und kostengünstiger zu gestalten. Darüber hinaus kooperiert Sartorius seit dem Berichtsjahr mit RoosterBio, um die Herstellung von Zell- und Gentherapien voranzutreiben. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, die Skalierung der Produktion von humanen mesenchymalen Stamm- und Stromazellen (hMSC) für die regenerative Medizin zu fördern.

Gesamtwirtschaftliches und branchenspezifisches Umfeld

Die Branchen, in denen der Sartorius Konzern tätig ist, sind in unterschiedlichem Maß von der Konjunktur abhängig. So agiert die Sparte Bioprocess Solutions in einem Umfeld, das weitestgehend unabhängig von volkswirtschaftlichen Schwankungen ist. Die Sparte Lab Products & Services dagegen ist teilweise auch in Branchen aktiv, deren Entwicklung stärker von konjunkturellen Einflüssen geprägt ist.

Weltwirtschaft auf Erholungskurs

Die Weltwirtschaft hat sich im Berichtsjahr von der pandemiebedingten Rezession im Jahr 2020 erholt. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) stieg das globale Bruttoinlandsprodukt um 5,9 %. Dabei legte die Konjunktur in den Industrieländern um 5,2 % zu und das Plus in den Schwellen- und Entwicklungsländern lag bei 6,4 %. Insbesondere in der ersten Jahreshälfte zogen die wirtschaftlichen Aktivitäten deutlich an, während ein ansteigendes Infektionsgeschehen, Lieferengpässe und beschränkte Transportkapazitäten die Dynamik im weiteren Verlauf etwas abschwächten. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Berichtsjahr in vielen Ländern erstmals seit der Finanzkrise von 2008/2009 deutlich. Neben der gegenüber dem Vorjahr sprunghaft gestiegenen Nachfrage führt der IWF die Inflation auf höhere Rohstoffpreise sowie eine teilweise pandemiebedingte Angebotsknappheit zurück und schätzt die Effekte als temporär ein.

Quelle: Internationaler Währungsfonds

Die Aufhebung von mit der Pandemiebekämpfung verbundenen Einschränkungen führte in den europäischen Kernmärkten von Sartorius zu einer Wiederbelebung der Wirtschaft. Insbesondere der Dienstleistungssektor profitierte von Aufholeffekten, wohingegen das Wachstum der Industrie aufgrund hoher Rohstoffkosten und durch Lieferengpässe bei Vorprodukten etwas gebremst wurde. Die Wirtschaftsleistung der Europäischen Union erhöhte sich nach Angaben des IWF um 5,0 % (Vorjahr: -6,0 %). In Deutschland belief sich der Anstieg 2021 auf 3,1 % (Vorjahr: -4,6 %), in Frankreich und Großbritannien stieg das BIP um 6,3 % (Vorjahr: -8,0 %) beziehungsweise 6,8 % (Vorjahr: -9,8 %).

Die Volkswirtschaft der USA wuchs im Berichtsjahr um 6,0 % (Vorjahr: -3,4 %). Neben einer weiterhin expansiven Geldpolitik gingen positive wirtschaftliche Impulse von umfangreichen staatlichen Konjunkturprogrammen aus. Sinkende Arbeitslosenzahlen, stabile private Konsumausgaben sowie eine hohe Investitionsbereitschaft auf Unternehmensseite wirkten ebenfalls förderlich.

Das Bruttoinlandsprodukt des asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraums stieg um 6,5 % (Vorjahr: -1,3 %). Wachstumsmotor der Region ist weiterhin China, welches als einzige große Volkswirtschaft bereits im Vorjahr eine positive Steigerungsrate aufweisen konnte und 2021 nach Schätzungen des IWF um 8,0 % zulegte (Vorjahr: + 2,3 %). Die Dynamik hat sich im Jahresverlauf jedoch erkennbar abgeschwächt, unter anderem aufgrund der Reduzierung von geld- und fiskalpolitischen Stützungsmaßnahmen sowie der phasenweisen Wiedereinführung von Eindämmungsmaßnahmen gegen das Coronavirus. Auch weitere für Sartorius wichtige Länder in dieser Region entwickelten sich positiv. Die südkoreanische Wirtschaftsleistung wuchs um 4,3 % (Vorjahr: -0,9 %), in Indien lag das Plus bei 9,5 % (Vorjahr: -7,3 %) und in Japan bei 2,4 % (Vorjahr: -4,6 %).

Wechselkurs- und Zinsentwicklung

Zu den für den Sartorius Konzern wesentlichen Währungen zählen neben dem Euro insbesondere der US-Dollar sowie einige weitere Währungen wie das britische Pfund, der Singapur Dollar, der südkoreanische Won, der japanische Yen, der chinesische Renminbi und der Schweizer Franken.

Stichtagskurs 2021 Stichtagskurs 2020 Durchschnittskurs 2021 Durchschnittskurs 2020
US-Dollar 1,13245 1,22785 1,18270 1,14196
Britisches Pfund 0,83902 0,89808 0,85972 0,88951
Singapur Dollar 1,52820 1,62260 1,58913 1,57408
Südkoreanischer Won 1347,6900 1334,0800 1353,74171 1345,63574
Japanischer Yen 130,36000 126,52000 129,87475 121,80849
Chinesischer Renminbi 7,18870 8,0314 7,62740 7,87300
Schweizer Franken 1,03336 1,08198 1,08106 1,07042

Das durchschnittliche Zinsniveau blieb im Berichtsjahr auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Europäische Zentralbank beließ den Leitzins auf 0,00 %. Der 3-Monats-EURIBOR, also der Zinssatz für Termingelder in Euro im Interbankengeschäft, belief sich zum 31. Dezember 2020 auf -0,57 % nach -0,55 % im Vorjahr.

Quellen: International Monetary Fund: World Economic Outlook, Oktober 2021; Bloomberg.

Branchenspezifisches Umfeld

Zu den wichtigsten Kundengruppen von Sartorius zählen die biopharmazeutische und pharmazeutische Industrie sowie öffentliche Forschungseinrichtungen. Auch Labore zur Qualitätssicherung aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche gehören zu den Kunden des Unternehmens. Von den Entwicklungen in diesen Branchen gehen entsprechend Impulse für die Geschäftsentwicklung des Sartorius Konzerns aus.

Starkes Wachstum im Biopharmamarkt

Der weltweite Pharmamarkt entwickelte sich im Berichtsjahr nach Angaben von EvaluatePharma mit einem Zuwachs von etwa 14 % deutlich stärker als in den Vorjahren. Dahinter steht insbesondere ein starkes Wachstum des biopharmazeutischen Segments, welches 2021 überproportional um rund 29 % auf 350 Mrd. € zulegte. Ursächlich für die Entwicklung waren signifikante zusätzliche Umsätze mit Coronavirus-Impfstoffen und Covid-19-Therapeutika von schätzungsweise mehr als 80 Mrd. €, die auch den Biopharmaanteil am gesamten Pharmamarkt von 30 % auf 34 % ansteigen ließen.

Die Pharma- und Biotechindustrie spielte im Berichtsjahr durch ihre Rolle bei der Entwicklung von Impfstoffen und Therapeutika eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Coronavirus-Pandemie. Nachdem 2020 viele Impfstoffkandidaten in Rekordtempo die verschiedenen Entwicklungsphasen durchliefen und erste Präparate zugelassen wurden, haben inzwischen mehr als 40 Impfstoffe und Arzneimittel in mindestens einem Land eine Marktzulassung erhalten. Die Entwicklungsaktivitäten gingen mit einem erheblichen Ausbau der Produktionskapazitäten einher, sodass 2021 mehrere Milliarden Impfdosen produziert und über 3,5 Milliarden Menschen vollständig geimpft wurden.

Die mit der Forschungstätigkeit und der fortschreitenden kommerziellen Produktion verbundene Nachfrage führte zu einer sehr positiven Geschäftsentwicklung von Anbietern für Bioprozesstechnologie, die zudem von einem weiterhin starken pandemieunabhängigen Basisgeschäft profitierten. Der hohe Bedarf an Technologien für die Entwicklung und Herstellung von Biopharmazeutika bei einer zeitweise angespannten Situation hinsichtlich der Verfügbarkeit einiger Vorprodukte, Dienstleistungen und Logistikkapazitäten führte zu teilweise längeren Lieferzeiten. Sämtliche führenden Biopharma-Zulieferer investierten angesichts des starken Wachstums und hoher Auftragseingänge in erheblichem Umfang in Kapazitätserweiterungen, was die Lieferzeiten perspektivisch normalisieren sollte.# Die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung hatten im Berichtsjahr auch dämpfende Auswirkungen auf bestimmte Bereiche der Pharma- und Biotechindustrie.

So mussten klinische Studien unterbrochen oder konnten nicht wieder aufgenommen werden. Circa 30 % der Projekte befanden sich zum Zeitpunkt der Unterbrechung in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium. Dies könnte sich in einer verzögerten Zulassung neuer Medikamente für nicht-coronabezogene Indikationen niederschlagen. 2021 war ein solcher Effekt nicht erkennbar und die Zahl an Produktneuzulassungen durch die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA lag mit 30 (Vorjahr: 26) auf einem weiterhin hohen Niveau.

Das Wachstum des Biopharmamarktes hängt grundsätzlich stärker von mittel- und langfristigen Trends als von kurzfristigen wirtschaftlichen Entwicklungen ab. Neben der Markteinführung innovativer Biopharmazeutika gehen wesentliche Impulse von der weltweit steigenden Nachfrage nach Medikamenten sowie der Erweiterung der Indikationsgebiete für bereits zugelassene Präparate und deren weitere Marktdurchdringung aus. Die steigende Bedeutung und Akzeptanz biopharmazeutischer Wirkstoffe spiegelt sich neben einem wachsenden Umsatzanteil am Weltpharmamarkt auch in den Entwicklungsaktivitäten der Pharmaindustrie wider. So liegt der Anteil biopharmazeutischer Präparate in der F&E-Pipeline bei über 40 %. Eine steigende Zahl biotechnologisch hergestellter Wirkstoffe wird für die Behandlung seltener, bislang nicht behandelbarer Erkrankungen zugelassen. Dabei konzentriert sich die Pharmaindustrie verstärkt auf neuartige Therapieformen wie Zell- und Gentherapien oder biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte. Ende 2021 gab es über 2.600 klinische Studien mit derartigen Behandlungsansätzen, sodass dieser Bereich mittel- bis langfristig ein signifikantes Wachstumspotenzial bietet. Die steigende Zahl zugelassener Biopharmazeutika sowie die größer werdende Vielfalt an Therapieformen und Wirkstoffklassen bei einer zugleich wachsenden Medikamentennachfrage sind die zentralen Treiber für den weltweiten Ausbau der Biopharma-Produktionskapazitäten. Auch Biosimilars, also Nachahmerprodukte von Biopharmazeutika, deren Patentschutz ausgelaufen ist, spielen eine zunehmend wichtige Rolle für den Biotechnologiemarkt. Das Umsatzvolumen war 2021 nach Marktstudien mit schätzungsweise 13,5 Mrd. € noch überschaubar, allerdings dürfte der Markt aufgrund des Auslaufens mehrerer Patente für umsatzstarke Biopharmazeutika sowie einer steigenden Zahl an Biosimilar-Neuzulassungen und Markteinführungen in den kommenden Jahren stark zulegen. Vor allem in den USA, wo die Entwicklung aufgrund regulatorischer, patentrechtlicher und vermarktungsseitiger Herausforderungen bislang vergleichsweise langsam verlief, sollte sich die Marktdurchdringung in den nächsten Jahren deutlich beschleunigen. Das Marktvolumen könnte sich hier bis 2025 mehr als verdreifachen. Global wird bis zum Jahr 2025 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 32 % gerechnet.

Attraktives Marktumfeld mit guten Wachstumschancen

Erholung des Labormarkts nach pandemiebedingt gedämpftem Vorjahr

Der weltweite Labormarkt belief sich im Berichtsjahr auf ein Volumen von rund 63 Mrd. € und wächst nach Schätzungen verschiedener Marktbeobachter langfristig mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwa 4 % bis 5 %. Das Marktwachstum ist unter anderem an die Forschungs- und Entwicklungsausgaben der jeweiligen Endmärkte gebunden, welche teilweise an die konjunkturelle Entwicklung gekoppelt sind. 2021 verzeichneten führende Anbieter von Laborinstrumenten und -verbrauchsmaterialien einen überdurchschnittlichen Nachfrageanstieg, nachdem das Wachstum im Vorjahr pandemiebedingt gedämpft ausfiel. Neben dem Basiseffekt war die positive Entwicklung im Berichtsjahr auf die Lockerung von Eindämmungsmaßnahmen gegen das Coronavirus zurückzuführen, die von zunehmenden Laboraktivitäten in sämtlichen Sektoren begleitet wurde.

Labore aus der Pharma- und Biopharmaindustrie sind die wichtigste Kundengruppe für Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien. Die sektorspezifischen Forschungsausgaben stiegen im Berichtsjahr nach Angaben von EvaluatePharma um 7 % auf etwa 190 Mrd. Euro. Vor dem Hintergrund eines weltweit steigenden Medikamentenbedarfs investiert die Branche kontinuierlich in die Erforschung neuer Wirkstoffe und die dafür notwendige Laborausrüstung. Im Fokus stehen Technologien zur Automatisierung von Arbeitsprozessen sowie innovative Analyseinstrumente mit verbesserten oder neuartigen Funktionalitäten. Produkte aus dem Bereich der Bioanalytik etwa weisen innerhalb des Labormarkts überdurchschnittliche Wachstumsraten auf und die Nachfrage der Life Science Branche wächst im Vergleich zu der anderer Industrien generell stärker. Auch im Berichtsjahr zeigte sich dieser Endmarkt nach Einschätzung von führenden Laborprodukt-Herstellern als besonders wachstumsstark und profitierte weiter von einer hohen zusätzlichen Nachfrage im Zusammenhang mit Covid-19 -Testkapazitäten sowie der Impfstoff- und Therapeutikaentwicklung.

Forschungs- und Qualitätssicherungslabore der Chemie- und Nahrungsmittelbranche bilden eine weitere wichtige Kundengruppe, deren Nachfrage nach Laborprodukten sich teilweise konjunkturabhängig entwickelt. Zusätzliche Impulse können hier von regulatorischen Veränderungen ausgehen, etwa in Bezug auf strengere Vorschriften für Qualitätstests in der Lebensmittelindustrie. Die Nachfrage aus industriellen Endmärkten erholte sich 2021 nach der moderaten Entwicklung im Vergleichsjahr deutlich.

Auch akademische und öffentliche Forschungseinrichtungen verwenden Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien von Sartorius. Das Nachfragewachstum ist unter anderem an staatliche Haushaltsbudgets und Förderprogramme gebunden, die sich länderspezifisch unterschiedlich entwickeln. In den USA ist das National Institute of Health (NIH) die wichtigste Behörde für biomedizinische Forschung, die zudem die größte Einrichtung zur Forschungsförderung weltweit ist. Das Budget des NIH wurde in den vergangenen acht Jahren stetig erhöht und stieg im Berichtsjahr erneut um rund 3,9 % auf 37,5 Mrd. Euro. Das Finanzierungsumfeld für die Wissenschaft hat sich durch Budgeterhöhungen im Rahmen von substanziellen Investitionsprogrammen der US-Regierung insgesamt verbessert. Die Europäische Union hat ihre Forschungsausgaben in den vergangenen Haushaltszyklen ebenfalls kontinuierlich gesteigert. Im Zeitraum von 2021 bis 2027 sollen Forschung und Innovation mit rund 95,5 Mrd. Euro gefördert werden, ein Anstieg von 19 % gegenüber dem Vorgängerprogramm. Besonders stark sind die staatlichen F&E-Ausgaben in den vergangenen Jahren in China gestiegen, was zu einem dynamischen Wachstum des dortigen Labormarkts geführt hat. Viele Hersteller von Laborprodukten verzeichneten im Berichtsjahr eine deutliche Wiederbelebung der Nachfrage seitens akademischer und öffentlicher Forschungseinrichtungen, die in der Vergleichsperiode pandemiebedingt schwach ausfiel.

Wettbewerbsposition

Die Wettbewerbsumfeld der Sparte Bioprocess Solutions ist durch relativ hohe Markteintrittsbarrieren geprägt, die sich unter anderem aus der starken Regulierung der Biopharmaindustrie sowie der technologischen Komplexität ergeben. Die Zulieferbranche hat sich in den vergangenen Jahren aufgrund zahlreicher Übernahmen stark konsolidiert, sodass ein Großteil des Marktes auf wenige Anbieter entfällt. Die Sparte Bioprocess Solutions ist in diesem Umfeld als Lösungsanbieter für zentrale Prozessschritte in der biopharmazeutischen Produktion und der vorgelagerten Prozessentwicklung positioniert. Sie nimmt eine führende Stellung in wesentlichen Schlüsseltechnologien ein, insbesondere in den Bereichen Bioreaktoren, Filtration sowie Flüssigkeitentransport und -lagerung. Die Hauptwettbewerber der Sparte Bioprocess Solutions sind bestimmte Geschäftsbereiche der Unternehmen Merck KGaA, Thermo Fisher Scientific Inc. und Danaher Corporation.

Die Sparte Lab Products & Services ist als Premiumanbieter für Laborinstrumente aufgestellt. Sie adressiert sowohl Forschungs- und Entwicklungs- als auch Qualitätssicherungslabore mit Fokus auf die Biopharma-branche. Das Produktportfolio umfasst beispielsweise Laborwaagen, Pipetten und Instrumente für die Bioanalytik sowie ein breites Angebot an Verbrauchsmaterialien. In vielen dieser Bereiche zählt die Sparte zu den global führenden Anbietern. Zu den Hauptwettbewerbern gehören unter anderem bestimmte Geschäftsbereiche der Unternehmen Thermo Fisher Inc., Merck KGaA sowie Danaher Corporation. Speziell bei Laborwaagen gehört des Weiteren Mettler-Toledo Intl. Inc. zum Wettbewerbsumfeld, bei Pipetten die Eppendorf AG und im Bereich Zellanalytik Unternehmen wie Agilent Technologies Inc., Becton Dickinson Co. und PerkinElmer Inc.

Quellen: BioPlan: 18th Annual Report and Survey of Biopharmaceutical Manufacturing Capacity and Production, April 2021; IQVIA Institute: Global Medicine Spending and Usage Trends, April 2021; Evaluate Pharma: World Preview 2021, Outlook to 2026, Juli 2021; SDi: Global Assessment Report 2020, Juni 2021; www.fda.gov

Geschäftsentwicklung Konzern

Umsatz und Auftragseingang

Mit einem Plus beim Konzernumsatz von wechselkursbereinigt 49,3 % auf 3.449,2 Mio. € (nominal: + 47,7 %) wuchs Sartorius im Berichtsjahr außerordentlich dynamisch und nochmals deutlich stärker als im bereits starken Vorjahr, als das Wachstum 30,2 % erreicht hatte. Die Prognose, die zu Jahresbeginn einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von 19 % bis 25 % vorsah, und zuletzt im Juli 2021 auf ein Wachstum von etwa 45 % erhöht wurde, wurde damit nochmals etwas übertroffen. Der Anstieg war zurückzuführen auf eine hohe Nachfrage nach innovativen Produkten und Technologien für die effiziente Entwicklung und Herstellung von Biopharmazeutika. Der Bedarf an Produkten für Coronavirus-Impfstoffe und Coronatests spielte dabei eine deutlich verstärkende, allerdings keine dominante Rolle.Der Einfluss dieser pandemiebedingten Effekte auf das Konzernwachstum betrug insgesamt rund 16 Prozentpunkte. Sehr positiv entwickelten sich darüber hinaus die jüngsten Akquisitionen, die einen Wachstumsbeitrag von rund 5 Prozentpunkten beisteuerten. Der Auftragseingang stieg wechselkursbereinigt um 52,3 % auf 4.267,9 Mio. € (nominal: + 50,5 %) und damit noch etwas stärker als der Konzernumsatz. Etwa 13 Prozentpunkte des Zuwachses entfielen auf Pandemieeinflüsse und knapp 7 Prozentpunkte auf Akquisitionen. Während der Auftragseingang bis in das dritte Quartal hinein deutlich über dem Umsatz lag, auch weil einige Kunden ihre Aufträge in der aktuellen Situation weiter im Voraus platzierten als üblich, normalisierte sich das Verhältnis vom Auftragseingang zum Umsatz zuletzt wieder und lag gegen Jahresende auf dem Niveau des langjährigen Durchschnitts. Ein vollständiger Vergleich von Geschäftsentwicklung und Prognose befindet sich auf Seite 64.

Umsatz und Auftragseingang in Mio. €

2021 2020 in % ‎nominal in % ‎wb¹
Umsatz 3.449,2 2.335,7 47,7 49,3
Auftragseingang 4.267,9 2.836,3 50,5 52,3

¹ wechselkursbereinigt

Hohes Wachstumstempo in beiden Sparten

Beide Sparten und alle Geschäftsregionen trugen zum starken Wachstum im Geschäftsjahr 2021 bei. Die Bioprozess-Sparte wuchs – trotz der hohen Vorjahresbasis - außerordentlich stark um wechselkursbereinigt 54,7 % auf 2.727,0 Mio. € (nominal: + 53,0 %). Insbesondere das Geschäft mit Produzenten biopharmazeutischer Medikamente entwickelte sich sehr positiv. Darüber hinaus steuerte die pandemiebedingte Nachfrage, im Wesentlichen aufgrund der von einigen Kunden ausgeweiteten Coronavirus-Impfstoffproduktion, einen Wachstumsbeitrag von etwa 20 Prozentpunkten bei. Der nicht-organische Beitrag der Akquisitionen betrug knapp 5 Prozentpunkte. Die auf Technologien für die Life-Science-Forschung und Pharmalabore spezialisierte Sparte Lab Products & Services legte gegenüber einer pandemiebedingt gedämpften Vorjahresentwicklung ebenfalls deutlich um wechselkursbereinigt 32,0 % auf 722,2 Mio. € (nominal: + 30,6 %) zu. Der Großteil des Umsatzanstiegs wurde organisch erzielt, wovon rund 6 Prozentpunkte auf Komponenten für Tests auf das Coronavirus entfielen. Akquisitionen steuerten etwa 6 Prozentpunkte zum Anstieg bei. Besonders dynamisch entwickelte sich das strategische Wachstumsfeld der Bioanalytik.

Umsatz nach Sparten in Mio. €

2021 2020 in % ‎nominal in % ‎wb
Bioprocess Solutions 2.727,0 1.782,6 53,0 54,7
Lab Products & Services 722,2 553,0 30,6 32,0

Weitere Informationen zur Geschäftsentwicklung der Konzernsparten befinden sich auf den Seiten 54 ff. für die Sparte Bioprocess Solutions sowie auf den Seiten 59 ff. für die Sparte Lab Products & Services.

Zuwächse in allen Regionen

¹ wechselkursbereinigt
² nach Sitz des Kunden

Sartorius steigerte seine Umsätze in allen drei Geschäftsregionen mit vergleichbarer Dynamik. Die Erlöse in der mit einem Anteil von rund 41 % umsatzstärksten Region EMEA lagen bei 1.411,0 Mio. €, was einem Plus von 50,8 % entspricht. Unterstützt durch ein besonders starkes Geschäft mit Impfstoffherstellern erzielte die Sparte Bioprocess Solutions hier einen außerordentlich kräftigen Zuwachs von 61,8 %. Die Sparte Lab Products & Services legte mit 18,3 % ebenfalls deutlich zu. Auch die Umsätze in der Region Amerika stiegen erneut kräftig um 45,5 % auf 1.141,2 Mio. €. Der Anteil an den Konzernerlösen lag bei 33 %. Die Sparte Bioprocess Solutions verzeichnete mit einem Zuwachs von 45,1 % eine sehr dynamische Entwicklung, ebenso wie die Laborsparte mit einem Wachstum von 47,2 %, welches maßgeblich durch Akquisitionsbeiträge und ein schnell wachsendes Bioanalytik-Geschäft angetrieben wurde. Das Geschäft in der Region Asien | Pazifik, auf die 2021 rund 26 % des Konzernumsatzes entfielen, erzielte im Berichtsjahr mit einem Zuwachs von 52,3 % auf 897,0 Mio. € die höchste Steigerungsrate. Insbesondere die Sparte Bioprocess Solutions zeigte sich sehr wachstumsstark mit einem Umsatzanstieg von 57,7 %. Die Laborsparte expandierte gegenüber einer pandemiebedingt verhältnismäßig moderaten Vergleichsbasis signifikant um 37,3 %. Alle Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung sind wechselkursbereinigt.

Umsatz nach Regionen in Mio. €

2021 2020 in % ‎nominal in % ‎wb
EMEA 1.411,0 935,1 50,9 50,8
Amerika 1.141,2 812,2 40,5 45,5
Asien Pazifik 897,0 588,4 52,5

Kosten und Ergebnis

Die Kosten der umgesetzten Leistung stiegen im Berichtsjahr um 42,6 % auf 1.610,3 Mio. €. Die Umsatzkostenquote sank vor dem Hintergrund günstiger Produktmixeffekte auf 46,7 % gegenüber 48,3 % im Vorjahr. Die weiteren Kostenpositionen entwickelten sich aufgrund von Skaleneffekten und einer pandemiebedingt teilweise verzögerten Kostenentwicklung deutlich unterproportional zum Umsatz. So legten die Kosten für den Vertrieb um 32,4 % auf 580,7 Mio. € zu, sodass sich die Vertriebskostenquote im Vorjahresvergleich um rund 2 Prozentpunkte auf 16,8 % verringerte (Vorjahr: 18,8 %). Für Forschung und Entwicklung erhöhten sich die Aufwendungen im Berichtsjahr um 29,0 % auf 139,9 Mio. €; die entsprechende F&E-Quote lag bei 4,1 % (Vorjahr: 4,6 %). Bei den allgemeinen Verwaltungskosten verzeichnete Sartorius einen Anstieg von 31,0 % auf 165,0 Mio. €; die Verwaltungskostenquote lag 2021 bei 4,8 % (Vorjahr: 5,4 %). Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen lag bei -50,2 Mio. € nach -77,3 Mio. € im Geschäftsjahr 2021. Er umfasst im Wesentlichen Sondereffekte in Höhe von -40,7 Mio. € (Vorjahr: - 57,7 Mio. €), die sich überwiegend im Zusammenhang mit den jüngsten Akquisitionen ergaben, sowie aus Aufwendungen für verschiedene spartenübergreifende Projekte und die Neuausrichtung des Markenauftritts. Das EBIT verdoppelte sich nahezu und stieg um 98,1 % auf 903,2 Mio. €. Die entsprechende Marge erhöhte sich als Folge auf 26,2 % (Vorjahr: 19,5 %). Das Finanzergebnis belief sich 2021 auf -234,7 Mio. € gegenüber -31,3 Mio. € im Vorjahr. Hierin enthalten ist eine Aufwendung in Höhe von -207,7 Mio. € aus der stichtagsbezogenen Bewertung der aktienbasierten Earn-out-Verpflichtung im Zusammenhang mit dem Erwerb von BIA Separations, die im Wesentlichen aus dem Anstieg des entsprechenden Aktienkurses sowie der guten Umsatzentwicklung resultierte. Im Berichtsjahr lag der Steueraufwand mit 241,4 Mio. € über dem Vorjahreswert von 125,2 Mio. €. Die Steuerquote belief sich auf 36,1 % nach 29,5 % im Vorjahr. Zu beachten ist dabei, dass der oben genannte Bewertungseffekt im Finanzergebnis keine Steuerwirksamkeit nach sich zieht. Wäre der Bewertungseffekt steuerwirksam gewesen, ergäbe sich eine Steuerquote von 27,6 %. Der Jahresüberschuss erhöhte sich um 42,5 % auf 427,0 Mio. € (Vorjahr: 299,6 Mio. €). Der den Aktionären der Sartorius AG zuzurechnende Jahresüberschuss stieg um 51,8 % auf 318,9 Mio. € (Vorjahr: 210,1 Mio. €). Auf Minderheitsanteile entfielen 108,1 Mio. € (Vorjahr: 89,5 Mio. €). Sie reflektieren im Wesentlichen die nicht durch den Sartorius Konzern gehaltenen Aktien an der Sartorius Stedim Biotech S.A.

Gewinn- und Verlustrechnung in Mio. €

2021 2020 ∆ in %
Umsatzerlöse 3.449,2 2.335,7 47,7
Kosten der umgesetzten Leistungen – 1.610,3 – 1.129,3 – 42,6
Bruttoergebnis 1.838,9 1.206,4 52,4
Vertriebskosten – 580,7 – 438,7 – 32,4
Forschungs- und Entwicklungskosten – 139,9 – 108,4 – 29,0
Allgemeine Verwaltungskosten – 165,0 – 125,9 – 31,0
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen – 50,2 – 77,3 35,1
Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 903,2 456,0 98,1
Finanzielle Erträge 29,3 35,9 – 18,3
Finanzielle Aufwendungen – 264,0 – 67,1 – 293,4
Finanzergebnis – 234,7 – 31,3 – 650,7
Ergebnis vor Steuern 668,4 424,7 57,4
Ertragssteuern – 241,4 – 125,2 – 92,9
Jahresüberschuss 427,0 299,6 42,5
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Sartorius AG 318,9 210,1 51,8
Nicht beherrschende Anteile 108,1 89,5 20,8

¹ Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die Erwerbe von BIA Separations sowie WaterSep BioSeparations angepasst.

Bereinigtes Ergebnis

Zur besseren Darstellung der operativen Entwicklung, auch im internationalen Vergleich, verwendet der Sartorius Konzern als zentrale Ertragskennziffer das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation („Underlying EBITDA“). Nähere Informationen zu den Sondereffekten sind auf Seite 170 zu finden.

Überleitung EBIT zu underlying EBITDA in Mio. €

2021 2020
EBIT 903,2 456,0
Sondereffekte 40,7 57,7
Amortisation Abschreibungen 231,1
Underlying EBITDA 1.175,0 692,2

Der Sartorius Konzern hat sein Ergebnis im Geschäftsjahr 2021 kräftig gesteigert. So erhöhte sich das underlying EBITDA um 69,7 % auf 1.175,0 Mio. € und damit in Relation zum Umsatz deutlich überproportional. Die entsprechende Marge stieg auf 34,1 % (Vorjahr: 29,6 %) und lag damit im Rahmen der Prognose, die zu Jahresanfang einen Wert von rund 30,5 % vorsah und im Juli 2021 auf rund 34,0 % erhöht worden war. Der erhebliche Anstieg der Profitabilität ist neben Skaleneffekten auch auf eine teilweise verzögerte Kostenentwicklung zurückzuführen, etwa infolge der pandemiebedingt geringen Anzahl an Geschäftsreisen und verglichen zum Umsatzwachstum verzögerte Neueinstellungen. Durch den in der zweiten Jahreshälfte verstärkten Personalaufbau sowie durch die gestiegenen Kosten bei Logistik und Einkauf hat sich diese Entwicklung relativiert. Wechselkurseffekte sowie die jüngsten Akquisitionen hatten keinen nennenswerten Einfluss auf die Margenentwicklung.

¹ underlying = um Sondereffekte bereinigt

Underlying EBITDA nach Sparten in Mio. €

Underlying EBITDA Underlying EBITDA-Marge in %
Konzern 1.175,0 34,1
Bioprocess Solutions 986,3 36,2
Lab Products & Services 188,8 26,1

Das underlying EBITDA der Sparte Bioprocess Solutions lag mit 986,3 Mio. € um 71,3 % signifikant über dem Vorjahreswert. Die entsprechende Marge erhöhte sich sehr deutlich auf 36,2 % (Vorjahr: 32,3 %).# Sartorius AG Geschäftsbericht 2021

Zu dem Profitabilitätsanstieg trugen Skaleneffekte und die pandemiebedingt in einigen Bereichen verzögert steigenden Kosten bei. Wechselkurseffekte und Akquisitionen wirkten sich nicht nennenswert auf die Ergebnismarge aus. In der Sparte Lab Products & Services stieg das underlying EBITDA um 62,3 % auf 188,8 Mio. €; die entsprechende Marge erreichte 26,1 % (Vorjahr: 21,0 %). Der starke Profitabilitätsanstieg basierte auf Skaleneffekten sowie einem günstigen Produktmix, der insbesondere die wachsende Bedeutung des Bioanalytik-Portfolios widerspiegelt. Ein positiver Effekt resultierte aus der im Jahr 2020 getätigten Akquisition des Octet-Geschäfts im Bereich Bioanalytik, wohingegen sich Wechselkurse nicht wesentlich auswirkten.

Maßgeblicher Jahresüberschuss

Das maßgebliche, den Aktionären der Sartorius AG zuzurechnende, bereinigte Jahresergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr signifikant um 84,9 % auf 553,4 Mio. €. Diese Kennzahl bildet die Grundlage für die Gewinnverwendung und ergibt sich durch die Bereinigung von Sondereffekten, der Herausrechnung von nicht-zahlungswirksamer Amortisation sowie auf Basis eines normalisierten Finanzergebnisses und der normalisierten Steuerquote. Das bereinigte Ergebnis je Stammaktie stieg um 85,0 % auf 8,08 € (Vorjahr: 4,37 €) bzw. je Vorzugsaktie um 84,8 % auf 8,09 € (Vorjahr: 4,38 €).

in Mio. € 2021 2020¹
EBIT 903,2 456,0
Sondereffekte 40,7 57,7
Amortisation 88,4 59,7
Normalisiertes Finanzergebnis² – 28,1 – 23,8
Normalisierter Steueraufwand (27 %)³ – 271,1 – 148,4
Bereinigtes Ergebnis nach Steuern 733,1 401,3
Nicht beherrschende Anteile – 179,7 – 102,0
Bereinigtes Ergebnis nach Steuern und nach nicht beherrschenden Anteilen 553,4 299,3
Bereinigtes Ergebnis je Aktie
je Stammaktie (in €) 8,08 4,37
je Vorzugsaktie (in €) 8,09 4,38

¹ Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die Erwerbe von BIA Separations sowie WaterSep BioSeparations angepasst.
² Finanzergebnis bereinigt um Bewertungseffekte aus der Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten sowie Effekte aus der Fremdwährungsumrechnung und -sicherung.
³ Steueraufwand unter Berücksichtigung des durchschnittlich erwarteten Konzernsteuersatzes, basierend auf dem bereinigten Ergebnis vor Steuern

¹ Nach Anteilen Dritter, bereinigt um Sondereffekte und nicht-zahlungswirksamer Amortisation sowie basierend auf dem normalisierten Finanzergebnis und der normalisierten Steuerquote

Weitere Informationen zur Ergebnisentwicklung und zu den Sondereffekten der Konzernsparten finden sich auf den Seiten 57 ff. und 67 ff.

Forschung und Entwicklung

Sartorius baut das Produktportfolio kontinuierlich durch Investitionen in die Neu- und Weiterentwicklung eigener Produkte sowie durch die Integration neuer Technologien und durch Kooperationen aus. Im Jahr 2021 wendete das Unternehmen 139,9 Mio. € für Forschung und Entwicklung (F&E) auf, was einer Steigerung von 29,0 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die F&E-Quote lag mit 4,1 % vor dem Hintergrund des starken Umsatzanstiegs unter dem Vorjahreswert von 4,6 %. Nach IFRS sind bestimmte Entwicklungskosten in der Bilanz zu aktivieren und in den Folgejahren abzuschreiben. Im Berichtsjahr beliefen sich diese Entwicklungsinvestitionen auf 50,9 Mio. € gegenüber 43,6 Mio. € im Vorjahr. Dies entspricht einem Anteil von 26,7 % (Vorjahr: 28,7 %) am gesamten F&E-Aufwand des Konzerns. Die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen lagen 2021 bei 24,3 Mio. € (Vorjahr: 22,1 Mio. €). Diese wurden in den Kosten der umgesetzten Leistungen ausgewiesen. Die für die Beurteilung der innovationsbezogenen Aufwendungen aussagekräftigere Bruttoinvestitionsquote, die die in der Bilanz zu aktivierenden Entwicklungsinvestitionen einschließt, lag mit 5,5 % aufgrund des deutlichen Umsatzanstiegs unter dem Vorjahrswert von 6,5 %. Zur Absicherung unseres vorhandenen Know-hows betreibt Sartorius in seinen Sparten eine gezielte Schutzrechtspolitik. Der Konzern überwacht systematisch die Einhaltung seiner Schutzrechte und prüft nach Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten die Notwendigkeit, einzelne Schutzrechte weiter aufrechtzuerhalten. Die Anzahl der Anmeldungen von Schutzrechten lag im Jahr 2021 bei 155 (Vorjahr: 273). Im Ergebnis der Anmeldungen auch aus vorangegangenen Jahren wurden uns im Berichtsjahr 298 (Vorjahr: 459) Schutzrechte erteilt. Zum Bilanzstichtag befanden sich insgesamt 5.479 gewerbliche Schutzrechte in unserem Bestand (Vorjahr: 5.110). Weitere Informationen finden sich in den Sparten-Kapiteln auf den Seiten 54 ff. und 59 ff.

Investitionen

Vor dem Hintergrund des außergewöhnlich starken Wachstums hat Sartorius im Berichtsjahr in allen Regionen in erheblichem Umfang in den Aufbau neuer Kapazitäten investiert. Bereits geplante Expansionsprojekte wurden in diesem Zusammenhang zeitlich vorgezogen, beschleunigt und erweitert. Neben einem signifikanten Ausbau der Produktionskapazitäten hat das Investitionsprogramm eine weitere Diversifizierung und Flexibilisierung des Produktionsnetzwerkes zum Ziel. Einige Erweiterungsprojekte wurden 2021 fertiggestellt und haben somit bereits zur Deckung der hohen Nachfrage beigetragen. Im laufenden Jahr ist der Abschluss einer Reihe weiterer Projekte geplant. Die Investitionsausgaben beliefen sich 2021 wie geplant mit 407,2 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert von 240,3 Mio. €. Die Investitionsquote lag aufgrund des starken Umsatzwachstums mit 11,8 % (Vorjahr: 10,3 %) etwas unterhalb der zum Halbjahr angepassten Prognose von 12 %. Investitionen entfielen unter anderem auf die Konzernzentrale in Göttingen, Deutschland, wo die Kapazitäten für die Membranherstellung ausgebaut werden und neue Laborflächen für die Produktentwicklung entstehen. Am Standort in Yauco, Puerto Rico, erweitert Sartorius die Reinraumkapazitäten für die Herstellung von Technologien in den Bereichen Separation und Flüssigkeitsmanagement. Zudem wird hier erstmalig eine Produktion für Zellkulturmedien aufgebaut, deren Inbetriebnahme 2023 geplant ist. Umfangreiche Investitionen entfielen in der Region Asien | Pazifik unter anderem auf Peking, China, wo zusätzliche Reinraumflächen für die Produktion von Filtern und Einwegbeuteln sowie ein Qualitätssicherungslabor geschaffen wurden. In Songdo, Südkorea, plant Sartorius den Bau eines Werks zur Herstellung von Zellkulturmedien und zur Verarbeitung von sterilen Verbrauchsmaterialien. Zudem sind an dem neuen Standort, der sich inmitten eines Biopharma-Parks befindet, ein Technologie-Center für Kundendemonstrationen und Beratungsgespräche sowie Laborflächen geplant. Auch an anderen Standorten wurden die Produktionskapazitäten vor dem Hintergrund des starken Nachfragewachstums und Auftragseingangs im Berichtsjahr ausgebaut. Expansionsprojekte gab es beispielsweise in Finnland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Slowenien und Tunesien. Zur Stärkung der Kundennähe und regionalen Präsenz wurden darüber hinaus in China, den USA und Deutschland neue Customer Interaction Center eröffnet, welche für Produktvorführungen und Werksabnahmeprüfungen genutzt werden. Zudem erfolgten Investitionen in die digitale Infrastruktur des Konzerns. So wurde die konzernweite Implementierung eines neuen CRM-Systems abgeschlossen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die folgenden Mitarbeiterzahlen umfassen alle Beschäftigten des Sartorius Konzerns mit Ausnahme von Auszubildenden, Praktikanten, Dauerabwesenden und Mitarbeitern in Altersteilzeit. Angegeben sind jeweils die Kopfzahlen. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 beschäftigte der Sartorius Konzern weltweit 13.832 Menschen in 37 Ländern, 3.195 Personen oder 30,0 % mehr als im Vorjahr. Darin enthalten sind 125 Mitarbeiter, die im Berichtsjahr durch Akquisitionen hinzugekommen sind. Aufgrund des hohen Umsatzanstiegs wurden insbesondere in den Produktionsfunktionen zahlreiche zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Insgesamt verlief der Personalaufbau jedoch im Vergleich zur Umsatzentwicklung bis Jahresmitte 2021 aufgrund des Lockdowns in vielen Ländern und damit einhergehender verminderter Recruitingaktivitäten verzögert zum Umsatzwachstum. Dies betraf vor allem Vertriebs-, Marketing und Entwicklungs-Funktionen. In der zweiten Hälfte wurden hingegen auch in diesen Funktionen wieder vermehrt neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2021 2020 Anstieg in %
Konzern 13.832 10.637 30,0 %
Bioprocess Solutions 10.745 7.821 37,4 %
Lab Products & Services 3.087 2.816 9,6 %

In der Sparte Bioprocess Solutions waren zum Ende des Berichtsjahres 10.745 Menschen angestellt (Vorjahr: 7.821). Die Sparte Lab Products & Services beschäftigte 3.087 Personen (Vorjahr: 2.816). Die Mitarbeiter der zentralen Verwaltungsfunktionen wurden den Sparten aufwandsbezogen zugerechnet. Die Mitarbeiterzahl stieg in der Region EMEA um 1.920, was einem Plus von 27,0 % entspricht. In Deutschland beschäftigte Sartorius am Ende des Berichtsjahres 4.637 Mitarbeiter, was einem Anteil an der Gesamtbelegschaft von 33,5 % entspricht. Mit einem Zuwachs von 46,0 % oder 880 Mitarbeitern verzeichnete die Region Amerika den stärksten Anstieg. In der Region Asien | Pazifik lag das Plus bei 24,5 % beziehungsweise 395 Menschen. Ende 2021 waren rund 59 % aller Sartorius-Mitarbeiter der Produktion zugeordnet. Dazu zählen Mitarbeiter, die in Fertigungsprozessen tätig sind, aber auch in anderen Bereichen wie Service. Die Mitarbeiteranzahl lag in diesem Bereich mit 8.155 um 33,3 % über dem Vorjahr. In Marketing und Vertrieb waren zum Jahresende 3.139 Menschen beschäftigt, was einem Zuwachs von 23,5 % und einem Anteil von etwa 23 % an der gesamten Mitarbeiterzahl entspricht. Im Bereich Forschung und Entwicklung arbeiteten gut 9 % aller Beschäftigten. Das waren 283 Personen beziehungsweise 30,9 % mehr als im Vorjahr, sodass sich die Gesamtzahl auf 1.198 belief. Die Administration beschäftigte zum Stichtag 1.341 Kolleginnen und Kollegen.# Sartorius Konzernbericht 2021

Dies entspricht einem Anstieg von 25,9 % gegenüber dem Vergleichszeitpunkt und einem Anteil von 10 % an allen Sartorius-Mitarbeitern. Weitere Informationen zu Mitarbeitern finden Sie in der nichtfinanziellen Konzernerklärung ab Seite 122.

Vermögens- und Finanzlage

Cashflow

Sartorius hat seinen Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr erneut signifikant gesteigert. Er belief sich auf 865,8 Mio. € gegenüber 511,5 Mio. € im Vorjahr, was einem Anstieg von 69,3 % entspricht. Die Entwicklung ist im Wesentlichen auf den Ergebnisanstieg zurückzuführen, wohingegen sich der wachstumsbedingte Aufbau des Working Capital sowie höhere Steuerzahlungen dämpfend auswirkten. Aus dem Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen eines Factoringprogramms resultierte ein ‎Zufluss von 40,6 Mio. € (Zuflüsse im Vorjahr: 88,6 Mio. €).

Vor dem Hintergrund der außerordentlich hohen Nachfrage treibt Sartorius den Ausbau seiner Produktionskapazitäten mit Hochdruck voran. Das Investitionsprogramm umfasst insbesondere den vorgezogenen Ausbau der Standorte in Deutschland und Puerto Rico. Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit stiegen um 72,3 % auf 427,9 Mio. €. Durch akquisitionsbedingte Ausgaben in Höhe von 141,7 Mio. € im Zusammenhang mit den jüngsten Unternehmenszukäufen von Xell und CellGenix lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit und Akquisitionen bei -569,6 Mio. €. Im Vorjahreswert von -1.270,5 Mio. € waren im Wesentlichen die Mittelabflüsse aus der Akquisition der Life Science Geschäfte von Danaher sowie von BIA Separations enthalten.

Vornehmlich getrieben durch Dividendenausschüttungen und die Rückführung von Darlehen belief sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit auf -165,2 Mio. € gegenüber 907,5 Mio. € im Geschäftsjahr 2020, in dem Sartorius Akquisitionen unter anderem durch die Ausgabe neuer Schuldscheindarlehen finanziert hat.

Kapitalflussrechnung in Mio. € 2021 2020
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 865,8 511,5
Cashflow aus Investitionstätigkeit und Akquisitionen – 569,6 – 1.270,5
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – 165,2 907,5
Zahlungsmittel Endbestand 342,8 203,4
Bruttoverschuldung 2.075,5 2.087,4
Nettoverschuldung 1.732,7 1.883,9

Konzernbilanz

Die Bilanzsumme des Sartorius Konzerns lag zum Ende des Geschäftsjahres 2021 bei 5.697,9 Mio. € und ‎damit 1.213,2 Mio. € über dem Vorjahresniveau. Der Zuwachs spiegelt unter anderem den Anstieg der Sachanlagen in Folge der kontinuierlichen Investitionstätigkeit sowie den wachstumsbedingten Aufbau des Working Capitals wider. So stiegen die langfristigen Vermögenswerte um 625,7 Mio. € auf 3.901,1 Mio. €, die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 587,5 Mio. € auf 1.796,8 Mio. €.

Working Capital-Kennzahlen in Tagen 2021 2020³
Vorratsbindung 93 83
Forderungslaufzeit 44 47
Verbindlichkeitenlaufzeit 54 49
Netto-Working Capital-Bindung² 83 81

¹ Inklusive der pro-forma Umsätze der Akquisitionen
² Summe aus Vorräten und Forderungen LuL abzgl. Verbindlichkeiten aus LuL
³ Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die Erwerbe von BIA Separations sowie WaterSep BioSeparations angepasst.

Das Eigenkapital erhöhte sich um 339,9 Mio. € auf 1.720,2 Mio. €; die Eigenkapitalquote belief sich auf 30,2 % (Vorjahr: 30,8 %). Wachstumsbedingt lag das kurz- und langfristige Fremdkapital des Konzerns im Berichts­jahr mit 3.977,7 Mio. € über dem Vorjahreswert von 3.104,4 Mio. €.

¹ Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die Erwerbe von BIA Separations sowie WaterSep BioSeparations angepasst.
² Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA der vergangenen zwölf Monate inklusive des pro-forma-Beitrags von Akquisitionen für diese Periode.

Die Bruttoverschuldung belief sich zum Ende des Geschäftsjahres 2021 auf 2.075,5 Mio. € gegenüber 2.087,4 Mio. € im Vorjahr. Sie umfasst Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten inklusive Schuldscheindarlehen sowie Leasingverbindlichkeiten. Aufgrund deutlich gestiegener Bankguthaben bei Kreditinstituten sank die Nettoverschuldung von 1.883,9 Mio. € im Vorjahr auf 1.732,7 Mio. €.

In Bezug auf die Fremdfinanzierungspotenziale des Sartorius Konzerns stellt der dynamische Verschuldungsgrad eine zentrale Größe dar. Er berechnet sich als Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA der vergangenen zwölf Monate inklusive des pro-forma-Beitrags von Akquisitionen für diese Periode. Zum 31. Dezember 2021 lag er vornehmlich infolge des deutlichen Ertragsanstiegs und trotz umfangreicher Investitionen sowie der im Berichtsjahr durchgeführten Akquisitionen bei 1,5 nach 2,6 im Vorjahr und damit unterhalb des zuletzt prognostizierten Wertes (etwas unter 2,0).

Überleitungsrechnung in Mio. € 2021 2020
Bruttoverschuldung 2.075,5 2.087,4
- Zahlungsmittel Endbestand 342,8 203,4
Nettoverschuldung 1.732,7 1.883,9
Underlying EBITDA (12 Monate) 1.175,0 692,2
+ Pro forma EBITDA aus Akquisitionen (12 Monate) 6,1 25,4
Pro forma underlying EBITDA 1.181,1 717,6
Dynamischer Verschuldungsgrad 1,5 2,6

Finanzierung | Treasury

Sartorius deckt den operativen und strategischen Finanzierungsbedarf durch eine Kombination aus operativen Cashflows und der Aufnahme von kurz-, mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Die wesentlichen Fremdfinanzierungsinstrumente sind in untenstehender Grafik dargestellt. Eine zentrale Säule im Finanzierungsmix ist eine Konsortialkreditlinie in Höhe von 600 Mio. € mit einer Laufzeit bis 2024 und einer Verlängerungsoption. Sartorius verfügt darüber hinaus über diverse kurzfristige Kreditlinien in Höhe von insgesamt rund 270 Mio. €. Zum 31. Dezember 2021 betrug das Gesamtvolumen aller verfügbaren Kreditlinien 870 Mio. €. Davon wurden rund 33 Mio. € in Anspruch genommen. Die freien Kreditlinien beliefen sich somit zum Jahresende 2021 auf 837 Mio. €. Daneben hat Sartorius mehrere Schuldscheindarlehen mit einem zum Jahresende ausstehenden Volumen von zusammen rund 1.250 Mio. € begeben. Es bestehen zudem mehrere langfristige Darlehen über insgesamt rund 680 Mio. €, unter anderem für die Erweiterung der Produktionskapazitäten. Die vorgenannten Finanzierungen umfassen Instrumente mit variablem und mit festem Zins. Das Fälligkeitsprofil der in Anspruch genommenen Finanzierungsinstrumente weist eine breite, angemessene Streuung auf.

¹ 31. Dezember 2021, wesentliche Instrumente

Da Sartorius infolge seiner weltweiten Geschäftsaktivitäten den üblichen Wechselkursschwankungen ausgesetzt ist, schließt es teilweise Devisensicherungsgeschäfte ab. Zum Jahresende bestanden Devisenkontrakte in Höhe von nominal 519 Mio. € mit einem Marktwert von -9,9 Mio. €.

Umsatz und Auftragseingang

Die Sparte Bioprocess Solutions wuchs im Berichtsjahr außerordentlich kräftig um wechselkursbereinigt 54,7 % auf 2.727,0 Mio. € (nominal: + 53,0 %), nachdem sie im Vorjahr bereits um mehr als ein Drittel expandiert war. Auch die Prognose, die zu Jahresbeginn einen Umsatzanstieg von 22 % bis 28 % vorsah und im Juli 2021 nochmals auf 50 % erhöht wurde, wurde damit übertroffen. Insbesondere das Geschäft mit Produzenten ‎biopharmazeutischer Medikamente entwickelte sich über alle Produktbereiche und Regionen hinweg sehr positiv. Darüber hinaus steuerte die pandemiebedingte Nachfrage, im Wesentlichen aufgrund der von einigen Kunden aufgebauten und ausgeweiteten Coronavirus-Impfstoffproduktion, einen Wachstumsbeitrag von rund 20 Prozentpunkten bei. Der Großteil des Wachstums wurde organisch erzielt, unterstützt durch die an mehreren Standorten erweiterten Produktionskapazitäten und insgesamt stabile, wenn auch angespannte Lieferketten. Die jüngsten Akquisitionen entwickelten sich ebenfalls sehr positiv und trugen knapp 5 Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei.

Umsatz und Auftragseingang in Mio. € 2021 2020 in % ‎nominal in % ‎wb
Umsatz 2.727,0 1.782,6 53,0 54,7
Auftragseingang 3.483,5 2.238,1 55,6 57,6

Die Bioprozesssparte steigerte ihre Umsätze 2021 in allen Geschäftsregionen. In der mit einem Anteil von 41 % umsatzstärksten Region EMEA erhöhten sich die Erlöse aufgrund eines besonders starken Geschäfts mit Impfstoffherstellern kräftig um 61,8 % auf 1.130,5 Mio. €. Die Region Amerika, die rund 34 % des Spartenumsatzes ausmachte, verzeichnete ein Wachstum von 45,1 % auf 913,1 Mio. €. Sehr wachstumsstark zeigte sich auch die Region Asien | Pazifik mit einem Zuwachs von 57,7 % auf 683,5 Mio. €. Der Umsatzanteil der Region lag ‎bei 25 %. Noch stärker als der Umsatz entwickelte sich der Auftragseingang, der wechselkursbereinigt um 57,6 % ‎(nominal: + 55,6 %) auf 3.483,5 Mio. € zulegte. Davon entfielen rund 15 Prozentpunkte auf Pandemieeinflüsse und 7 Prozentpunkte auf Akquisitionen. Während der Auftragseingang bis in das dritte Quartal hinein deutlich über dem Umsatz lag, auch weil einige Kunden ihre Aufträge in der aktuellen Situation weiter im Voraus ‎platzierten als üblich, normalisierte sich das Verhältnis vom Auftragseingang zum Umsatz zuletzt wieder und lag gegen Jahresende auf dem Niveau des langjährigen Durchschnitts.

Umsatz nach Regionen in Mio. € 2021 2020 in % ‎nominal in % ‎wb
EMEA 1.130,5 698,5 61,9 61,8
Amerika 913,1 651,3 40,2 45,1
Asien Pazifik 683,5 432,9 57,9

Überproportionale Ergebnissteigerung

Das underlying EBITDA der Sparte Bioprocess Solutions legte im Verhältnis zum Umsatz deutlich überproportional um 71,3 % auf 986,3 Mio. € zu. Die entsprechende Marge stieg auf 36,2 % (Vorjahr: 32,3 %) und lag damit etwas über der Prognose, die zu Jahresanfang einen Wert von rund 33 % vorsah und zuletzt im Juli 2021 auf rund 36,0 % erhöht wurde. Der Profitabilitätsanstieg ist neben Skaleneffekten auch auf in einigen Bereichen verzögert steigende Kosten zurückzuführen.# Sartorius AG

Bioprocess Solutions

Durch den in der zweiten Jahreshälfte verstärkten Personalaufbau sowie gestiegenen Kosten bei Logistik und Einkauf hat sich diese Entwicklung relativiert. Wechselkurseffekte sowie die jüngsten Akquisitionen hatten keinen nennenswerten Einfluss auf die Margenentwicklung.

2021 2020
Underlying EBITDA in Mio. € 986,3 575,9
Underlying EBITDA-Marge in % 36,2 32,3

Auf die Sparte Bioprocess Solutions entfielen im Berichtsjahr Sondereffekte in Höhe von -32,1 Mio. € gegenüber - 36,2 Mio. € im Vorjahr. Diese ergaben sich überwiegend im Zusammenhang mit den jüngsten Akquisitionen sowie aus Aufwendungen für verschiedene spartenübergreifende Projekte und die Neuausrichtung des Markenauftritts.

Produkte und Vertrieb

Die Sparte Bioprocess Solutions vermarktet Produkte und Dienstleistungen für die gesamte Wertschöpfungskette der biopharmazeutischen Produktion und der vorgelagerten Prozessentwicklung. Die Produktpalette umfasst unter anderem Zelllinien, Zellkulturmedien, Bioreaktoren, ein breites Sortiment für die Separation, Reinigung und Aufkonzentrierung sowie Lösungen für die Lagerung und den Transport von biologischen Zwischen- und Endprodukten. Mit zwei Akquisitionen hat Sartorius das Produktportfolio seiner Bioprozessparte für die Herstellung von Zell- und Gentherapien sowie Impfstoffen ausgebaut:

  • CellGenix produziert kritische Zellkulturkomponenten wie Wachstumsfaktoren, Zytokine und Medien in GMP-Qualität für die Herstellung von Zell- und Gentherapieprodukten
  • Der Zellkulturspezialist Xell entwickelt und produziert Nährmedien für Zellkulturen, insbesondere zur Herstellung von viralen Vektoren, die bei Gentherapien und Impfstoffen zum Einsatz kommen

Darüber hinaus arbeitet die Bioprozess-Sparte seit dem Berichtsjahr mit der Waters Corporation zusammen. Im Rahmen der Kooperation wird ein auf Massenspektroskopie basierendes Analyseinstrument von Waters mit dem multiparallelen Bioreaktor-System von Sartorius kombiniert. Bestimmte Analyseschritte während der Wirkstoff- und Zelllinienentwicklung können somit unmittelbar in der Produktionsumgebung durchgeführt werden und müssen nicht – wie bislang üblich – in externe Labore ausgelagert werden. Der Zeitbedarf für die Prozessentwicklung wird für die Anwender durch diese Lösung erheblich verkürzt. Zudem hat die Sparte neue Softwareversionen für die Versuchsplanung und zur multivariaten Datenanalyse auf den Markt gebracht, die die Prozessentwicklung und -optimierung beschleunigen beziehungsweise die Auswertung komplexer Datensätze verbessern, die entlang des biopharmazeutischen Produktionsprozesses entstehen.

Vertrieb

Die Sparte Bioprocess Solutions vertreibt ihr Produktportfolio direkt. Die Vertriebsaktivitäten bei Großkunden werden durch ein globales Key Account Management koordiniert. Viele direkte Kundenkontakte wurden im Berichtsjahr auch nach Lockerungen der pandemiebedingten Reise- und Kontaktbeschränkungen mit Hilfe digitaler Kommunikationswerkzeuge dargestellt. Für die direkte Interaktion werden weiter verstärkt Videokonferenzen oder Augmented Reality eingesetzt, etwa für Produktvorführungen, Trainings und Inbetriebnahmen. Zur Stärkung der Vertriebskraft liegt der Fokus auf dem Ausbau der internationalen Präsenz, insbesondere durch mehr Einstellungen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die fortlaufende Verbesserung der Vertriebseffektivität, beispielsweise durch Fachschulungen der Mitarbeiter.

Produktentwicklung

Die Entwicklungsaktivitäten von Sartorius konzentrieren sich im Wesentlichen auf Technologiebereiche wie Membranen, die die Kernkomponente unserer Filterprodukte bilden, unterschiedliche Technologieplattformen, darunter sterile Container für das Flüssigkeitsmanagement bei biopharmazeutischen Prozessen und Sensoren, sowie Prozesssteuerung, beispielsweise für die Fermentation. Weitere Schwerpunkte sind Entwicklungen bei Materialien und Komponenten, dazu zählen Plastik, Elastomere oder intelligente Polymere sowie eine erweiterte Datenanalyse oder die Zelllinienentwicklung. Der größte Standort für Produktentwicklung ist in Göttingen. Weitere wichtige Aktivitäten finden in Frankreich, Deutschland und Indien, in den USA, Großbritannien und Schweden sowie in Israel und Slowenien statt.

Produktion und Supply Chain Management

Die Sparte Bioprocess Solutions verfügt über ein weltweit gut ausgebautes Produktionsnetzwerk, das im Berichtsjahr an vielen Standorten erweitert wurde. Die größten Produktionsstätten befinden sich in Deutschland, Frankreich und Puerto Rico. Darüber hinaus produziert die Sparte in Großbritannien, der Schweiz, Tunesien, Indien, den USA, China, Israel und Slowenien. Durch die jüngsten Übernahmen sind weitere Standorte in Deutschland hinzugekommen. Die Lieferketten haben sich trotz der Einschränkungen bei der weltweiten Logistik als Folge der Coronavirus-Pandemie als angespannt, aber weitgehend stabil erwiesen. Bei einigen Vorprodukten, Komponenten oder Dienstleistungen kam es teilweise zu längeren Lieferzeiten und einer zeitweise eingeschränkten Verfügbarkeit. Dies hat sich zum Teil in längeren Lieferzeiten für unsere eigenen Produkte niedergeschlagen. Aufgrund der hohen Nachfrage im Basisgeschäft und des zusätzlichen Bedarfs der Kunden im Zusammenhang mit Coronavirus-Impfstoffen und Covid-19 -Therapeutika hat Sartorius die Produktion in allen Regionen ausgeweitet. Dazu wurden verstärkt zusätzliche Produktionsmitarbeiter eingestellt; an einigen Standorten wird an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr produziert. Für biopharmazeutische Kunden in China und anderen Teilen Asiens nahm Sartorius in Peking ein neues Customer Interaction Center (CIC) in Betrieb. Es ermöglicht den Kunden, komplexe Systeme zunächst an unserem Standort zu testen, bevor sie an ihren Bestimmungsort geliefert und dort aufgebaut werden. Am Standort Shanghai wurde ein deutlich erweitertes Applikations-, Validierungs- und Servicezentrum und in Havant, Großbritannien, ein Kunden-Testlabor eröffnet. In Israel und Slowenien wurde die Produktion ausgebaut.

Lab Products & Services

Umsatz und Auftragseingang

Die Sparte Lab Products & Services wuchs auf Basis konstanter Wechselkurse gegenüber einer pandemiebedingt gedämpften Vorjahresentwicklung deutlich um 32,00 % auf 722,2 Mio. € (nominal: + 30,6 %). Damit wurde die Prognose übertroffen, die zu Jahresbeginn einen Umsatzanstieg von 10 % bis 16 % vorsah, und zuletzt im Juli 2021 auf 30 % angehoben wurde. Der Großteil des Wachstums wurde organisch erzielt, wovon rund 6 Prozentpunkte auf Komponenten für Tests auf das Coronavirus entfielen. Akquisitionen steuerten etwa 6 Prozentpunkte zur Umsatzsteigerung der Sparte bei. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit bioanalytischen Instrumenten, die von Life-Science-Kunden bei der Medikamenten- und Zelllinienentwicklung eingesetzt werden.

Umsatz und Auftragseingang in Mio. € 2021 2020 in % ‎nominal in % ‎wb
Umsatz 722,2 553,0 30,6 32,0
Auftragseingang 784,4 598,2 31,1 32,6

In der mit einem Anteil von rund 39 % umsatzstärksten Region EMEA erzielte die Sparte im Berichtsjahr Erlöse in Höhe von 280,5 Mio. €, was einem deutlichen Anstieg von 18,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Umsatz in der Region Amerika, deren Anteil an den Spartenerlösen bei rund 32 % lag, wuchs sehr kräftig um 47,2 % auf 228,2 Mio. €, maßgeblich beeinflusst durch Akquisitionsbeiträge und das schnell wachsende ‎Bioanalytik-Geschäft. Die Region Asien | Pazifik, auf die im Berichtsjahr gut 29 % des Geschäfts der Sparte ‎Lab Products & Services entfielen, expandierte gegenüber einer pandemiebedingt verhältnismäßig moderaten Vergleichsbasis um 37,3 % auf 213,5 Mio. €. Auch der Auftragseingang entwickelte sich sehr dynamisch und stieg wechselkursbereinigt um 32,6 % ‎auf 784,4 Mio. € (nominal: + 31,1 %).

Umsatz nach Regionen in Mio. € 2021 2020 in % ‎nominal in % ‎wb
EMEA 280,5 236,6 18,6 18,3
Amerika 228,2 160,9 41,8 47,2
Asien Pazifik 213,5 155,5 37,3

Ergebnis

Das underlying EBITDA der Sparte Lab Products & Services stieg im Berichtsjahr signifikant um 62,3 % auf 188,8 Mio. €. Die entsprechende Marge erreichte 26,1 % (Vorjahr: 21,0 %) und lag damit deutlich über dem prognostizierten Wert zu Jahresanfang von rund 23 % beziehungsweise entsprach der Prognose, die zuletzt im Juli 2021 auf rund 26,0 % erhöht wurde. Hintergrund der Steigerung der Profitabilität waren insbesondere Skaleneffekte sowie ein günstiger Produktmix durch das starke Wachstum des Bioanalytik-Geschäfts. Zudem wurde die Marge durch eine pandemiebedingt in einigen Bereichen verzögerte Kostenentwicklung positiv beeinflusst. Durch den in der zweiten Jahreshälfte verstärkten Personalaufbau sowie gestiegenen Kosten bei Logistik und Einkauf hat sich diese Entwicklung relativiert. Ein positiver Effekt resultierte aus der im Geschäftsjahr 2020 getätigten Akquisition des Octet-Geschäfts im Bereich Bioanalytik, wohingegen sich Wechselkurse nicht wesentlich auswirkten.

2021 2020
Underlying EBITDA in Mio. € 188,8 116,3
Underlying EBITDA-Marge in % 26,1 21,0

Auf die Sparte Lab Products & Services entfielen im Berichtsjahr Sondereffekte in Höhe von -8,7 Mio. € ‎gegenüber -21,5 Mio. € im Vorjahr. Diese ergaben sich überwiegend im Zusammenhang mit den jüngsten Akquisitionen sowie aus Aufwendungen für verschiedene spartenübergreifende Projekte und der Neuausrichtung des Markenauftritts.

Produkte und Vertrieb

Die Sparte Lab Products & Services konzentriert sich mit ihren Produkten auf Forschungslabore aus der Pharma- und Biopharmaindustrie sowie auf akademische Forschungseinrichtungen. Im Bereich der Bioanalytik bietet sie Life-Science-Kunden innovative Systeme für die Zellanalyse, mit deren Hilfe sich die zeitintensive Entwicklung neuer Wirkstoffe durch die Automatisierung und Digitalisierung zentraler Analyseschritte deutlich beschleunigen lässt. Mit der Übernahme der Mehrheit an der ALS Automated Lab Solutions zum 3. Januar 2022 hat Sartorius sein Bioanalytik-Portfolio erweitert.# Sartorius Geschäftsbericht 2021 - Lagebericht

Geschäftstätigkeit, Unternehmensstrategie, Unternehmenssteuerung und -überwachung, Überblick über den Geschäftsverlauf

Das Labortechnologie-Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Lösungen für die automatisierte Analyse, Selektion und Isolierung von Zellen. Darüber hinaus stellte Sartorius im Berichtsjahr kleinere Versionen seiner marktführenden Systeme für die markierungsfreie Echtzeitanalyse von biomolekularen Interaktionen vor und erweiterte damit seine Angebotspalette in diesem Bereich. Die auf einer patentierten Technologie basierenden Geräte unterstützen Kunden aus der Biopharmaindustrie unter anderem dabei, die Effizienz bestimmter Arbeitsschritte im Rahmen der Molekül-, Zelllinien- und Prozessentwicklung zu erhöhen. Mit den neuen Versionen der Analysesysteme adressiert die Sparte nun auch die Bedürfnisse akademischer Forschungseinrichtungen und Biotech-Start-ups, die eher kleinere Volumina untersuchen, zugleich aber keine Kompromisse beim Funktionsumfang und der Leistungsfähigkeit eingehen wollen. Das Produktsortiment umfasst darüber hinaus eine breite Palette an Premium-Laborinstrumenten zur Probenvorbereitung wie Laborwaagen, Pipetten und Laborwassersysteme sowie Verbrauchsmaterialien wie Filter und mikrobiologische Tests. Neben der Biopharmaindustrie fokussiert sich Sartorius mit diesem Portfolio auch auf Forschungs- und Qualitätssicherungslabore aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche. Durch die Markteinführung neuer Vakuumfiltrationsgeräte oder Dosierstationen für Laborwasser hat die Sparte ihr Produktspektrum erweitert. Die Dienstleistungen in der Sparte Lab Products & Services umfassen den gesamten Lebenszyklus der Laborinstrumente, angefangen bei der Installation und Inbetriebnahme über Validierung, Kalibrierung und Wartung bis hin zur Reparatur. Diese Leistungen werden nicht nur für Sartorius-Instrumente, sondern in begrenztem Maße auch für Geräte anderer Hersteller angeboten. Die breite Servicepalette erlaubt es unseren Kunden, die Anzahl ihrer Dienstleister zu begrenzen, um so Komplexität und Kosten zu reduzieren. Mit Applikationslaboren in allen Regionen bietet Sartorius den Kunden darüber hinaus die Möglichkeit, Produkte auch mit eigenen Proben zu testen und sich in Trainings schulen zu lassen.

Vertrieb

Die Sparte vertreibt ihre Produkte direkt und über den Laborfachhandel. Der Fokus liegt auf dem Direktvertrieb, der mit der zunehmenden Ausrichtung auf Life-Science-Kunden kontinuierlich ausgebaut wird. Dabei werden zunehmend digitale Kanäle genutzt. Mit der Erweiterung der Aktivitäten im Bereich E-Commerce wurden im Berichtsjahr unter anderem die Verfügbarkeit und der Bestellprozess der Produkte für unsere Kunden verbessert. Neben der Erweiterung der Vertriebsstrukturen steht die fortlaufende Verbesserung der Vertriebseffektivität im Fokus, unter anderem durch die Schaffung von Synergien zwischen den beiden Sparten. Dies eröffnet der Laborsparte den etablierten Zugang zu Kunden der Bioprozess-Sparte, während diese sich umgekehrt ebenfalls neue Vertriebsmöglichkeiten erschließen kann. Im Berichtsjahr wurden die Vertriebs-Teams beider Sparten geschult, um den Bedarf der Kunden für Produkte der jeweils anderen Sparte besser zu erkennen.

Produktentwicklung

Die Sparte verfügt über umfangreiche technologische Kompetenzen auf den Feldern Bioanalytik, Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien. Durch Software- und Hardware-Weiterentwicklungen unserer Zellanalyse-Produkte ergibt sich für Kunden eine Vielzahl neuer Auswertungsmöglichkeiten. Sie sind die Basis für die Entwicklung neuer Tools, die vor allem große Datenmengen geeignet aufbereiten und applikationsbezogen darstellen. Wir gehen davon aus, dass die Bedeutung entsprechender Software-Lösungen zunehmen wird. Von zentraler Bedeutung für unsere Kunden ist die Einhaltung von Regularien und behördlichen Vorgaben. Zu den Schwerpunkten unserer Produktentwicklung gehören deshalb Datenmanagement, Konnektivität und Prozessautomatisierung. Ein großer Teil der Entwicklung für die Sparte Lab Products & Services findet zentral am Konzernsitz in Göttingen statt. Weitere Entwicklungsaktivitäten gibt es unter anderem an Standorten in Finnland, Großbritannien und den USA.

Produktion und Supply Chain Management

Die Sparte Lab Products & Services betreibt Werke in Deutschland, China, Finnland, Großbritannien und den USA. Als Kompetenzzentren konzentrieren sich die Werke in der Regel auf eine oder wenige Produktgruppen. So wurden im Berichtsjahr beispielsweise Laborwaagen in Deutschland und China gefertigt, Pipetten in Finnland und Bioanalytik-Systeme in den USA und China. Die Produktion von Kits für mikrobiologische Tests findet in Großbritannien statt, und membranbasierte Produkte stammen überwiegend aus Deutschland. Die Lieferketten haben sich trotz der Einschränkungen bei der weltweiten Logistik als Folge der Coronavirus-Pandemie als angespannt, aber weitgehend stabil erwiesen. Aufgrund der hohen Nachfrage auch wegen der Coronavirus-Pandemie wurde die Produktion in einigen Werken ausgeweitet.

Einschätzung der wirtschaftlichen Lage

Sartorius wuchs 2021 außerordentlich dynamisch und nochmals deutlich kräftiger als im bereits starken Vorjahr. Zentraler Wachstumstreiber war erneut die hohe Nachfrage nach innovativen Technologien für die Entwicklung und Produktion von Biopharmazeutika. Der Bedarf an Produkten für Coronavirus-Impfstoffe und Coronatests hat dabei eine deutlich verstärkende, allerdings keine dominante Rolle gespielt. Zudem entwickelten sich die jüngsten Akquisitionen sehr positiv und in der Laborsparte trug vor allem das dynamisch wachsende Bioanalytik-Geschäft zum kräftigen Umsatz- und Ergebnisanstieg bei. Bereits der Start in das Berichtsjahr verlief sehr positiv, sodass Sartorius seine Prognose für beide Sparten und den Gesamtkonzern im März 2021 deutlich anhob. Das Wachstumstempo setzte sich auch im zweiten Quartal basierend auf einem hohen Auftragseingang fort und die Unternehmensleitung erhöhte auf dieser Grundlage die Umsatz- und Profitabilitätsziele zum Halbjahr deutlich. Die starke Geschäftsentwicklung setzte sich auch in der zweiten Jahreshälfte fort, wobei die Steigerungsraten gegenüber dem Vorjahr aufgrund der hohen Vorjahresbasis etwas geringer ausfielen.

Der Konzernumsatz erhöhte sich 2021 wechselkursbereinigt um 49,3 % auf 3.449,2 Mio. €. Die Ertragsmarge, gemessen am underlying EBITDA, stieg auf 34,1 %.

Die Sparte Bioprocess Solutions legte mit einem wechselkursbereinigten Umsatzanstieg von 54,7 % auf 2.727,0 Mio. € zu und erreichte eine underlying EBITDA-Marge von 36,2 %.

Die Laborsparte erzielte ein Umsatzplus von wechselkursbereinigt 32,0 % auf 722,2 Mio. € bei einer Ergebnismarge von 26,1 %.

Damit konnten beide Sparten sowie der Konzern die zuletzt im Juli angehobenen Prognose übertreffen.

Der dynamische Verschuldungsgrad, berechnet als Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA, belief sich zum 31. Dezember 2021 auf 1,5 und lag damit aufgrund des starken Netto-Cashflows und des Ertragsanstiegs unter dem prognostizierten Wert von etwas unter 2,0. Der Sartorius Konzern verfügt weiterhin über signifikante Finanzierungsspielräume für die Umsetzung seiner Strategie. Im Zusammenhang mit seinen ambitionierten Wachstumszielen investiert Sartorius seit einigen Jahren laufend in den Ausbau von Produktionskapazitäten sowie in seine digitale Infrastruktur. Im Berichtsjahr wurden aufgrund des außergewöhnlich starken Wachstums einige Expansionsprojekte zeitlich vorgezogen und erweitert. Trotz dieser Maßnahmen blieb die Investitionsquote aufgrund des starken Umsatzwachstums mit 11,8 % unterhalb der zu Jahresbeginn veröffentlichten Prognose sowie geringfügig unter der zuletzt aktualisierten Prognose von etwa 12 %.

Soll-Ist-Vergleich für das Jahr 2021

Ist 2020 Prognose Januar 2021 Prognose März 2021 Prognose Juli 2021 Ist 2021
Sartorius Konzern
Umsatzwachstum¹ 30,2 % ~19 % - 25 % ~35 % ~45 %
Underlying EBITDA-Marge 29,6 % ~30,5 % ~32 % ~34 % 34,1 %
Verschuldungsgrad (underlying) 2,6 etwas unter 2,5² ~2,0² etwas unter 2,0² 1,5
Capex-Ratio 10,3 % ~15 % ~14 % ~12 % 11,8 %
Sartorius Sparten
Sparte Bioprocess Solutions
Umsatzwachstum¹ 34,4 % ~22 % - 28 % ~40 % ~50 %
Underlying EBITDA-Marge 32,3 % ~33 % ~34 % ~36 % 36,2 %
Sparte Lab Products & Services
Umsatzwachstum¹ 18,1 % ~10 % - 16 % ~20 % ~30 %
Underlying EBITDA-Marge 21,0 % ~23,0 % ~24 % ~26 % 26,1 %

¹ wechselkursbereinigt
² mögliche Akquisitionen sind nicht berücksichtigt

Jahresabschluss der Sartorius AG

Während der Konzernabschluss unter Anwendung der Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellt wird, finden bei der Aufstellung des Jahresabschlusses der Sartorius AG die Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) Anwendung. Dabei ist der ausgewiesene Bilanzgewinn für die Dividendenausschüttung an unsere Aktionäre maßgeblich. Der Lagebericht der Sartorius AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 sind zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Sartorius AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich beim Bundesanzeiger veröffentlicht.

Geschäftstätigkeit, Unternehmensstrategie, Unternehmenssteuerung und -überwachung

Seit Beginn des Geschäftsjahres 2011 übt die Sartorius AG die Funktionen der strategischen, konzernleitenden Management-Holding für den Sartorius Konzern aus. Insoweit verweisen wir zu Erläuterungen zu Geschäftstätigkeit, Unternehmensstrategie, Unternehmenssteuerung und –überwachung sowie den Überblick über den Geschäftsverlauf auf die Seiten 24 ff. des zusammengefassten Lageberichts der Sartorius AG und des Konzerns.

Ertragslage

Die Umsatzerlöse der Sartorius AG bestehen im Wesentlichen aus konzerninternen Weiterverrechnungen an verbundene Unternehmen für erbrachte Managementdienstleistungen sowie aus der Vermietung von Gebäuden auf dem Sartorius Campus. Im Vorjahr beinhalteten die sonstigen betrieblichen Erträge Buchgewinne aus Anlagenverkäufen in Höhe von 131,0 Mio. €.# Sartorius AG

Diese resultierten aus dem Verkauf von Aktien der Sartorius Stedim Biotech im Rahmen der Akquisition der BIA Separations. Die Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 46,3 Mio. € gegenüber 23,3 Mio. € im Vorjahr betreffen die Dividendenzahlung des französischen Tochterunternehmens Sartorius Stedim Biotech S.A. Aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen hat die Sartorius AG im Geschäftsjahr einen Gewinn in Höhe von 16,1 Mio. € von der Sartorius Corporate Administration GmbH erhalten (Vorjahr: 4,2 Mio. €). Darüber hinaus hat die Sartorius Lab Holding GmbH einen Verlust in Höhe von 2,5 Mio. € abgeführt (Vorjahr: 28,4 Mio. €). Der hohe Verlust der Sartorius Lab Holding GmbH im Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus der einmaligen Übernahme der Verluste der Sartorius Lab Instruments GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr 2020.

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme der Sartorius AG ist im Berichtsjahr um 18,3 Mio. € auf 2.357,7 Mio. € gesunken. Die Bilanzstruktur der Sartorius AG spiegelt ihre Funktion als Management-Holding für den Sartorius Konzern wider. Das Anlagevermögen besteht im Wesentlichen aus Finanzanlagen und belief sich im Berichtsjahr auf 2.226,8 Mio. € (Vorjahr: 2.230,3 Mio. €). Der Anteil des Anlagevermögens beträgt damit 94,4 % der Bilanzsumme (Vorjahr: 93,9 %). Die Eigenkapitalquote beträgt 14,2 % nach 14,4 % im Vorjahr. Die Finanzierung des Sartorius Konzerns erfolgt zentral über die Sartorius AG. Die konzerninterne Finanzierung erfolgt durch die Ausreichung entsprechender kurzfristiger sowie langfristiger Darlehen. Die langfristigen Darlehen werden in den Finanzanlagen als Ausleihungen an verbundene Unternehmen ausgewiesen. Diese betragen unverändert zum Vorjahr 1.658,9 Mio. €.

Gewinn- und Verlustrechnung

Sartorius AG ‎nach Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB

1 in T€ 2021 2020
1.Umsatzerlöse 16.302 17.147
2.Sonstige betriebliche Erträge 1.420 136.582
3.Personalaufwand – 8.650 – 7.601
4.Abschreibungen – 9.438 – 6.774
5.Sonstige betriebliche Aufwendungen – 14.932 – 13.580
6.Erträge aus Beteiligungen 46.270 23.273
7.Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags übernommener Gewinn 16.103 4.210
8.Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags übernommener Verlust – 2.504 – 28.448
9.Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 17.889 12.950
10.Zinsen und ähnliche Aufwendungen – 23.037 – 21.025
11.Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.138 – 3.827
12.Ergebnis nach Steuern 40.561 112.907
13.Sonstige Steuern – 88 – 24
14.Jahresüberschuss 40.473 112.883
15.Gewinnvortrag 158.014 93.364
16.Bilanzgewinn 198.487 206.247

Bilanz

Sartorius AG ‎nach HGB 1

Aktiva 31.12.2021 31.12.2020
A.Anlagevermögen
I.Immaterielle Vermögensgegenstände 18.495 24.044
II.Sachanlagen 105.780 107.341
III.Finanzanlagen 2.102.558 2.098.883
2.226.833 2.230.268
B.Umlaufvermögen
I.Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 113.562 61.628
II.Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 14.499 80.495
128.061 142.123
C.Rechnungsabgrenzungsposten 2.809 3.644
Bilanzsumme 2.357.703 2.376.035
Passiva 31.12.2021 31.12.2020
A.Eigenkapital
I.Gezeichnetes Kapital 74.880 74.880
Nennbetrag eigene Anteile – 6.464 – 6.464
Ausgegebenes Kapital 68.416 68.416
II.Kapitalrücklage 57.715 56.396
III.Gewinnrücklagen 10.867 10.867
IV.Bilanzgewinn 198.487 206.247
335.485 341.926
B.Rückstellungen 37.383 38.447
C.Verbindlichkeiten 1.984.835 1.995.662
Bilanzsumme 2.357.703 2.376.035

¹ HGB = Handelsgesetzbuch

Vorschlag für die Gewinnverwendung

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum 31. Dezember 2021 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Sartorius AG in Höhe von 198.487.285,16 € wie folgt zu verwenden:

in €
Zahlung einer Dividende von € 1,25 je Stammaktie 42.782.511,25
Zahlung einer Dividende von € 1,26 je Vorzugsaktie 43.079.214,78
Vortrag auf neue Rechnung 112.625.559,13
Gesamt 198.487.285,16

Forschung und Entwicklung

Ausführliche Informationen zu den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Sartorius Konzerns und der Sparten sind auf den Seiten 54 ff. und 63 ff. dargestellt.

Mitarbeiter

Die Sartorius AG beschäftigt keine nach § 285 Nr. 7 HGB anzugebenden Mitarbeiter.

Risiken und Chancen

Chancen und Risiken in der Geschäftsentwicklung der Sartorius AG als Management-Holding entsprechen im Wesentlichen denjenigen des Sartorius Konzerns. Die Sartorius AG partizipiert entsprechend ihrer Beteiligungsquote an den Risiken ihrer Beteiligungen und Tochterunternehmen. Für alle erkennbaren Risiken innerhalb der Sartorius AG, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken könnten, wurden im Berichtsjahr Gegenmaßnahmen und | oder bilanzielle Vorsorgen getroffen, sofern dies sinnvoll und möglich war. Einen detaillierten Chancen- und Risikobericht des Sartorius Konzerns finden Sie auf den Seiten 70 bis 81 sowie eine Beschreibung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems auf der Seite 87.

Prognosebericht

Die Ergebnisentwicklung der Sartorius AG hängt maßgeblich von der Entwicklung der Tochtergesellschaften und damit des Sartorius Konzerns ab. Für den Einzelabschluss der Sartorius AG wird aufgrund des erwarteten Anstiegs der Dividendenerträge von der Sartorius Stedim Biotech S.A. mit einem leicht höheren Jahresergebnis gerechnet. Die Geschäftsentwicklung des Sartorius Konzerns finden Sie im Prognosebericht auf den Seiten 82 bis 86.

Chancen- und Risikobericht

Grundsätze

Jedes unternehmerische Handeln ist mit Chancen und Risiken verbunden, deren Management einen entscheidenden Erfolgsfaktor für die Weiterentwicklung des Unternehmenswerts darstellt. Dabei ist es nicht Aufgabe des Risikomanagements, Risiken soweit irgend möglich zu vermeiden. Vielmehr gehen wir im Rahmen unserer unternehmerischen Tätigkeit bewusst auch Risiken ein, um erfolgreich Chancen erschließen zu können. Dabei ist es wichtig, Risiken auf ein akzeptables Maß zu begrenzen und gezielt zu kontrollieren. Dementsprechend wird durch Richtlinien sichergestellt, dass Risikoabwägungen von Beginn an in den Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden. Die Identifikation und Steuerung von Chancen und Risiken ist bei Sartorius funktionsübergreifender Bestandteil des Konzernmanagements. Die Risikomanagement-Organisation folgt insoweit der global-funktionalen Organisation in den beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services. Dabei sind die jeweiligen Funktionsverantwortlichen der Sparten in den Konzerngesellschaften für das eigentliche Chancen- und Risikomanagement verantwortlich. Für die Organisation des entsprechenden Berichtsprozesses inklusive der Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems ist der spartenübergreifend organisierte Bereich Finance & Controlling zuständig.

Chancenmanagement

Grundlagen unseres Chancenmanagements sind die Analyse von Zielmärkten und Branchenumfeldern sowie die Bewertung von Trends, aus denen sich geschäftliche Chancen ableiten lassen. Die Identifikation der Entwicklungspotenziale erfolgt in einem ersten Schritt dezentral und ist eine wesentliche Aufgabe der jeweiligen Führungskräfte. Insbesondere die marktnahen Funktionen nehmen hierbei eine führende Rolle ein, wie ‎Marketing und Produktmanagement der jeweiligen Sparten. Sie werden bei der Marktbeobachtung, Datenanalyse und der Umsetzung von strategischen Projekten durch den zentralen Bereich Business Development unterstützt. Die Konzernstrategie wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Im Rahmen der Reviews diskutieren die Mitglieder des Vorstands regelmäßig mit den operativ verantwortlichen Führungskräften die kurz-, mittel- und langfristigen Chancen für die einzelnen Geschäftsbereiche. Sofern die Chancen kurzfristiger Natur sind, fließen sie in die jährliche Budgetplanung ein; mittel- und längerfristige Chancen werden im Rahmen der strategischen Planung systematisch nachverfolgt. Als Partner der Biopharma- und Laborbranche ist Sartorius in zukunftsorientierten und wachstumsstarken Branchen tätig. Wesentliche Chancen ergeben sich aus verschiedenen Markt- und Technologietrends, die wir in den Kapiteln „Branchenspezifisches Umfeld“ sowie „Künftiges Branchenumfeld“ auf den Seiten 35 und 83 ausführlich beschreiben. Sartorius gehört nach eigener Einschätzung in vielen Teilbereichen und Produktsegmenten weltweit zu den Marktführern. Auf der Grundlage von Qualitätsprodukten, hoher Markenbekanntheit und etablierten Kundenbeziehungen sehen wir gute Chancen, unsere führende Marktposition zu stabilisieren und weiter auszubauen. Die entsprechenden Spartenstrategien und darauf basierende Wachstumschancen und -initiativen werden in den Kapiteln „Strategie der Sparte Bioprocess Solutions“ auf Seite 28 sowie „Strategie der Sparte Lab Products & Services“ auf Seite 29 dargelegt.

Risikomanagement Organisation

Die Gesamtverantwortung für ein effektives Risikomanagementsystem, durch das ein umfassendes und einheitliches Management aller wesentlichen Risiken sichergestellt wird, trägt der Vorstand. Die Koordinierung und Weiterentwicklung des Systems sowie die zusammenfassende Risikoberichterstattung obliegen dabei der Abteilung Finance & Controlling, während für die Identifizierung und Meldung einzelner Risiken sowie die Beurteilung und ggf. Durchführung von Gegenmaßnahmen die jeweiligen funktionalen Bereiche zuständig sind. Der Aufsichtsrat der Sartorius AG überwacht die Effektivität des Risikomanagementsystems, wobei diese Aufgabe vom Auditausschuss des Aufsichtsrates vorbereitet wird. Der Abschlussprüfer beurteilt im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für Jahresabschluss und Konzernabschluss, ob das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, unternehmensgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen. Schließlich überprüft die Interne Revision regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems.

Versicherungen

Soweit möglich und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll, haben wir uns gegen eine Vielzahl von Risiken versichert.# Risikoberichterstattung

Diese Versicherungen umfassen unter anderem Haftpflicht-, Sach-, Betriebsunterbrechungs-, Transport- und Vermögensschadensrisiken sowie einen umfangreichen Rechtsschutz. Art und Umfang des Versicherungsschutzes werden durch eine eigenständige Abteilung in Zusammenarbeit mit einem externen Versicherungsmakler regelmäßig geprüft und angepasst. Bei der Auswahl der Versicherer wird besonderes Augenmerk auf die Bonität der Vertragspartner sowie eine möglichst große Diversifizierung gelegt, um die damit einhergehenden Risiken zu minimieren.

Risikomanagementsystem und Risikoberichterstattung

Das Risikomanagementsystem des Sartorius Konzerns ist im konzernweit gültigen Risikomanagementhandbuch dokumentiert. Dieses umfasst Definitionen zum Rahmenwerk, zur Aufbauorganisation, zu Prozessen, zur Risikoberichterstattung sowie zur Überwachung und Kontrolle der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und ist insgesamt angelehnt an die ISO 31000 „Risikomanagement – Leitlinien“ sowie den COSO- ‎Standard (COSO = Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). Daneben bestehen verschiedene weitere Quellen wie Satzungen und Geschäftsordnungen der Konzerngesellschaften oder weitere Richtlinien, die Vorgaben zum Umgang mit Risiken enthalten.

Vor allem das starke Wachstum der vergangenen Jahre, aber auch steigende Anforderungen auf Seiten unserer Kunden und Regulierer erfordern indes eine kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Richtlinien und Vorgaben. Der vorgeschriebene Berichtsprozess in den nachfolgend beschriebenen Risikoklassen regelt die fortlaufende Überprüfung und Information über den Status von Risiken. Sofern dabei konkrete Risiken ersichtlich sind, werden diese entsprechend ihrer Bewertung, Eintrittswahrscheinlichkeit und der vorgesehenen Maßnahmen zur Risikovermeidung oder –verminderung dokumentiert und bei Erreichung festgelegter Größenkriterien über eine spezielle Risikomanagement-Software an das zentrale Risikomanagement gemeldet. Entscheidend für die Beurteilung ist dabei grundsätzlich das verbleibende Nettorisiko, also nach Maßnahmen. Das zentrale Risikomanagement aggregiert die Risikomeldungen und berichtet regelmäßig über die Risikolage des Konzerns an Vorstand und Aufsichtsrat. Seit dem Geschäftsjahr 2021 umfasst die regelmäßige Berichterstattung auch die auf Basis der rollierenden Liquiditätsplanung ermittelte Risikotragfähigkeit des Konzerns. Bei neu auftretenden größeren Risiken für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist ein Eilmeldeverfahren implementiert, über das der Vorstand der Sartorius AG unverzüglich alle notwendigen Informationen erhält.

Um die einzelnen Risiken sinnvoll strukturieren zu können, haben wir vier Hauptkategorien definiert: externe Risiken, operative Risiken, Finanzrisiken und Compliance-Risiken. Jede dieser Hauptkategorien teilt sich in mehrere Unterkategorien auf, die in den folgenden Abschnitten erörtert werden. Darüber hinaus haben wir eine sog. Risikomatrix festgelegt, die die Eintrittswahrscheinlichkeit und die potenziellen Auswirkungen auf den Jahresüberschuss wie folgt in bestimmte Klassen einteilt.

Eintrittswahrscheinlichkeit
Unwahrscheinlich < 10 %
Möglich 10 % - 50 %
Wahrscheinlich 50 % - 75 %
Sehr wahrscheinlich > 75 %

Relevanz in Mio. € Ergebniseffekt
Unwesentlich < 10
Moderat 10 - 50
Wesentlich 50 - 100
Kritisch > 100

Aus der Kombination beider Elemente ergibt sich folgende Matrix, die die Bedeutung der einzelnen Risiken für den Konzern darstellt:

Eintrittswahrscheinlichkeit Auswirkung < 10 Mio. € 10 - 50 Mio. € 50 - 100 Mio. € > 100 Mio. €
> 75 % niedrig mittel hoch hoch
50 - 75 % niedrig mittel mittel hoch
10 - 50 % niedrig mittel mittel mittel
< 10 % niedrig niedrig mittel mittel

Externe Risiken

Allgemeine Risiken

Grundsätzlich können wir direkte oder indirekte Folgen im Bereich des allgemeinen Lebensrisikos wie beispielsweise Naturkatastrophen, Pandemien oder höhere Gewalt, daraus resultierende Schäden an wirtschaftlich relevanter oder gar kritischer Infrastruktur oder eine Währungskrise nur eingeschränkt vorhersehen und beherrschen. Soweit möglich werden dennoch proaktiv Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass auf entsprechende Krisen angemessen und kurzfristig reagiert werden kann beziehungsweise die entsprechenden Schäden versichert sind.

Die Coronavirus-Pandemie und die umfangreichen Maßnahmen zu deren Eindämmung haben 2020 eine globale Rezession ausgelöst. Die Weltwirtschaft konnte sich davon im Berichtsjahr weitestgehend erholen, wobei sich der Aufschwung nicht gleichermaßen auf alle Regionen und Branchen erstreckte und teilweise durch Lieferkettenprobleme sowie steigende Rohstoffpreise gedämpft wurde. Die Pharma- und Biotechindustrie, die nahezu unabhängig von volkswirtschaftlichen Schwankungen ist, entwickelte sich in diesem Umfeld insgesamt robust. Der Branche kam durch ihre Rolle bei der Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen und Therapeutika zudem eine Schlüsselrolle bei der Krisenbewältigung zu, und bestimmte Hersteller investierten signifikant in den Aufbau entsprechender Produktionskapazitäten. Sartorius profitierte als einer der führenden Bioprozesstechnologie-Anbieter von dieser Entwicklung und verzeichnete im Berichtsjahr erneut zusätzliche Umsätze, insbesondere im Zusammenhang mit der Entwicklung und Produktion von Coronavirus-Impfstoffen und -Testverfahren.

Pandemiebedingte Reise- und Kontaktbeschränkungen beeinflussten 2021 weiterhin den Direktvertrieb. Den veränderten Anforderungen an die Interaktion mit Kunden wurde unter anderem durch den verstärkten Einsatz von Videokonferenzen und anderen digitalen Kommunikationstools begegnet, auch im Bereich der Augmented Reality. Die Lieferketten haben sich trotz der Einschränkungen bei der weltweiten Logistik als weitgehend stabil erwiesen, allerdings haben sich unsere Lieferzeiten für bestimmte Produkte aufgrund der angespannten Liefersituation bei einigen unserer zu beschaffenden Komponenten und Dienstleistungen verlängert. Derzeit gehen wir davon aus, dass die zusätzliche Nachfrage in Folge der Coronavirus-Pandemie durch die Notwendigkeit von Auffrischungsimpfungen beziehungsweise die Ausweitung der Impfkampagnen auf Länder, die bisher noch wenig Zugang zu Impfstoffen hatten, noch einige Zeit bestehen wird. Gleichzeitig ist eine Entspannung der Lieferketten noch nicht absehbar, so dass die Risiken in diesem Bereich ebenfalls fortbestehen. Außerdem gilt weiterhin, dass die Fokussierung der Branche auf Impfstoffe und Therapeutika für das Coronavirus zu Lasten anderer Kundenprojekte geht und die pandemiebedingte Verschiebung von Studien für andere Indikationen auch dämpfende Effekte auf unseren Geschäftsverlauf hat.

Unsere größten Standorte in Deutschland und Frankreich sind keinen wesentlichen Risiken aus Naturkatastrophen ausgesetzt, während zum Beispiel unsere Produktionsstandorte in Puerto Rico und Fremont, Kalifornien von den Auswirkungen schwerer Hurrikans beziehungsweise Erdbeben beeinträchtigt werden könnten. Wir versuchen, diesem Risiko dadurch zu begegnen, dass wir beim Bau von Gebäuden höchstmögliche Sicherheitsstandards anlegen und dieses Risiko explizit bei der Festlegung unserer Strategien im Hinblick auf Lagerhaltung und das internationale Produktionsnetzwerk berücksichtigen.

Weiterhin können politische Entwicklungen wie Änderungen in der Außenhandelspolitik verschiedener Staaten (zum Beispiel USA und China) Auswirkungen auf die Geschäfte des Konzerns haben. In Großbritannien betreibt der Konzern mehrere Produktions- und Vertriebsgesellschaften mit wesentlichem Geschäftsvolumen. Entwicklungen, die einen negativen Einfluss auf den Handel zwischen Großbritannien und anderen Ländern haben, wie die Einführung von Zöllen oder Lieferverzögerungen durch Einschränkungen im Güterverkehr, könnten daher zu einem entsprechenden Rückgang im Konzernergebnis führen. Aus dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union („Brexit“) haben sich bisher jedoch keine größeren negativen Auswirkungen ergeben, gleichwohl werden die weiteren Entwicklungen genau beobachtet, und zahlreiche Maßnahmen zur Risikoreduzierung, beispielsweise das Vorhalten von Sicherheitsbeständen, wurden bereits ergriffen. Unsere Konzerngesellschaften agieren global und haben internationale Verflechtungen, weshalb Strafzölle und Handelskonflikte negative Effekte auf unsere Geschäftstätigkeit haben können. Zur Reduzierung möglicher Auswirkungen werden kontinuierlich verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel die Ausweitung des Lieferantennetzwerkes, geprüft.

Konjunkturelle Risiken

Aufgrund der Konzentrierung seiner Geschäftsaktivitäten auf die Life Science Branche ist Sartorius von der allgemeinen Konjunktur nur unterdurchschnittlich betroffen. Die Sparte Bioprocess Solutions fokussiert auf die Biopharma-Branche, die sich weitgehend unabhängig von konjunkturellen Einflüssen entwickelt. Demgegenüber unterliegt die Sparte Lab Products & Services in einigen Bereichen konjunkturellen Einflüssen, die ein Risiko für das Wachstum darstellen können. Die zunehmende Fokussierung dieser Sparte auf die Biopharma-Branche reduziert diese Risiken allerdings deutlich.

Operative Risiken und Chancen

Unsere Wertschöpfung reicht von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Vertrieb. Störungen innerhalb dieses Ablaufs können unter anderem Lieferverzögerungen zur Folge haben. Um dies zu vermeiden, haben wir ein Supply Chain Management entlang unserer Wertschöpfungskette eingerichtet, das die gesamten Abläufe analysiert und steuert, so dass die Risiken in diesem Zusammenhang weitgehend minimiert werden. Andererseits eröffnen sich durch unseren hohen Internationalisierungsgrad eine Reihe von Chancen. Nachfolgend werden die einzelnen Risiken und Chancen innerhalb unserer Supply Chain ausführlich dargestellt.# Beschaffungsrisiken und -chancen

Wir beziehen von unseren Lieferanten ein breites Spektrum an Rohstoffen, Bauteilen, Komponenten und Dienstleistungen und sind daher Risiken in Form von unerwarteten Lieferengpässen und/oder Preissteigerungen ausgesetzt. Im Bereich des Lieferantenmanagements wurden in den letzten Jahren leistungsfähige Tools und robuste Prozesse zum Management von Risiken und der Sicherstellung von Lieferkontinuität implementiert. Wichtige Maßnahmen zur Reduzierung potenzieller Versorgungsengpässe sind das Vorhalten von Sicherheitslagerbeständen sowie die Festlegung von Alternativmaterialien beziehungsweise -lieferanten. Zusätzlich führen wir regelmäßig Lieferantenüberprüfungen durch und überwachen sorgfältig den Lieferstatus und die Lagerreichweite von kritischen Rohstoffen. Beschaffungsrisiken auf Grund der aktuellen Rohstoffknappheit am Markt wirken wir aktiv entgegen. Durch den Abschluss verbindlicher Einkaufsverträge mit unseren Lieferanten und/oder durch die Suche nach Alternativen innerhalb unseres Lieferantennetzwerks reduzieren wir die entsprechenden Auswirkungen und sichern so eine kontinuierliche Versorgung. Chancen im Bereich der Beschaffung können sich ergeben, wenn wir im Zusammenhang mit unserem Wachstum Bestellmengen erhöhen und dadurch unsere Stellung bei unseren Lieferanten stärken, zum Beispiel in Form von Preisnachlässen oder einer bevorzugten Behandlung.

Produktionsrisiken und -chancen

Auf Basis unserer technologischen Kernkompetenz fertigen wir einen erheblichen Teil der Produkte mit hoher Fertigungstiefe selbst, wie Filter und Laborwaagen. Bei anderen Produkten, wie etwa Mehrwegfermentern, arbeiten wir mit Lieferanten zusammen, wodurch wir einen Teil der Produktionsrisiken auf externe Dritte verlagern. Im Fall der Eigenproduktion tragen wir die damit verbundenen Risiken, wie beispielsweise Kapazitätsengpässe beziehungsweise Überkapazitäten, Produktionsausfälle, überhöhte Ausschussraten und hohe ‎Working Capital-Bindung sowie die Abhängigkeit von einzelnen Produktionsstandorten. Durch sorgfältige Planung der Produktionskapazitäten, die Nutzung variabel einsetzbarer Maschinen und halbautomatischer Einzelarbeitsplätze in Verbindung mit flexiblen Arbeitszeitmodellen sowie durch die kontinuierliche Überwachung der Produktionsprozesse werden diese Risiken begrenzt. Darüber hinaus sind wir aufgrund unseres globalen Produktionsnetzwerks in der Lage, eventuell auftretende Kapazitätsengpässe durch Produktionsverlagerung teilweise auszugleichen und die Abhängigkeiten von einzelnen Standorten zu begrenzen. Zur Kompensation möglicher Produktionsausfälle haben wir zudem Betriebsunterbrechungsversicherungen abgeschlossen. In einigen Produktionsbereichen setzen wir leicht entzündliche oder explosive Stoffe ein. Eine unsachgemäße Handhabung dieser Materialien kann zu signifikanten Sachschäden und Betriebsunterbrechungen führen. Wir haben an den betroffenen Standorten alle notwendigen organisatorischen und baulichen Maßnahmen getroffen, um diese Risiken weitestgehend zu reduzieren. Als Chance betrachten wir, dass wir durch unsere Investitionen in die Infrastruktur und Produktionsmittel eine hohe Flexibilität in der Fertigung besitzen und in der Lage sind, den Anforderungen von Kunden und Regulierern im Hinblick auf Konzepte zum betrieblichen Kontinuitätsmanagement nachzukommen. Dieser Ansatz gewährleistet außerdem, dass sich die internationalen Produktionsstandorte auf bestimmte Produktionstechnologien konzentrieren und regionale Kostenvorteile nutzen können. Zudem helfen uns kontinuierliche Verbesserungen in der Fertigung, wie die Vereinfachung von Prozessen, sowie eine höhere Automatisierung und Digitalisierung, die Effizienz weiter zu erhöhen.

Absatzrisiken und -chancen

Der Vertrieb unserer Produkte ist weltweit über verschiedene Vertriebskanäle organisiert. Mögliche Risiken bestehen in einer unerwarteten Änderung der Nachfragestruktur, in einem zunehmenden Preisdruck sowie in der Nichteinhaltung mit Kunden getroffener Liefervereinbarungen. Anhand gezielter Marktanalysen versuchen wir, Entwicklungstendenzen in der Nachfrage auf einzelnen Teilmärkten frühzeitig zu erkennen, um entsprechend reagieren zu können. Mit technischen Innovationen sowie durch den Umstand, dass eine Vielzahl unserer Produkte für validierte Produktionsprozesse in der biopharmazeutischen Industrie eingesetzt wird, verringern wir das Risiko eines zunehmenden Preisdrucks. Durch den Aufbau und die Nutzung von Zentrallagern haben wir in den letzten Jahren unsere Vertriebslogistik optimiert und so die Logistikrisiken verringert. Chancen im Bereich des Absatzes ergeben sich, wenn wir durch die zunehmende Breite unseres Produktportfolios sowohl im Bioprozess- als auch im Laborbereich weitere Produkte bei bestehenden Kunden platzieren können. Weiterhin eröffnen uns unsere in der Regel langfristig angelegten Geschäftsbeziehungen und unsere weltweite Präsenz Chancen. Schließlich erweitern wir unser Angebot kontinuierlich durch Akquisitionen. So bieten wir unseren Kunden nach den Übernahmen in den vergangenen Jahren neue Technologien in den Bereichen Zell- und Proteinanalyse, Zellkulturen und Medien sowie im Downstream Processing. Die wichtigsten Kunden von Sartorius stammen aus der Pharma- und Biotechindustrie sowie teilweise auch aus der chemischen Industrie und aus Forschungs- und Bildungseinrichtungen des öffentlichen Sektors. Dabei handelt es sich meist um relativ große, bereits seit langem existierende Unternehmen mit hoher Bonität. Da wir in den meisten Geschäftsbereichen eine stark diversifizierte Kundenstruktur aufweisen, ist unsere Abhängigkeit von einzelnen Großkunden im Konzern insgesamt relativ gering.

Wettbewerbsrisiken und -chancen

Sartorius hat in seinen Kerntechnologien eine führende Wettbewerbsposition und steht dabei in Konkurrenz zu überwiegend größeren, ebenfalls international agierenden Unternehmen. Die Wahrscheinlichkeit des kurzfristigen Auftretens neuer relevanter Wettbewerber schätzen wir als relativ gering ein, da wir zum einen eine Vielzahl von Kunden aus stark regulierten Branchen wie der Pharma- oder der Lebensmittelindustrie bedienen und zum anderen die technologischen Markteintrittsbarrieren eher hoch sind. Die Tatsache, dass viele unserer Produkte – vor allem beim Einsatz in der biopharmazeutischen Industrie – in validierten Prozessen zum Einsatz kommen, reduziert das Risiko des kurzfristigen Verlusts von größeren Marktanteilen. Umgekehrt sind in dieser Industrie die Hürden für Sartorius aber auch höher, Kunden von unseren Wettbewerbern zu gewinnen. Aus einer Veränderung des Wettbewerbsumfelds, etwa durch eine weitere Konsolidierung der Märkte, könnten sich weitere Risiken aber auch Chancen ergeben. Sartorius hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich Akquisitionen getätigt und damit seine Marktstellung weiter gestärkt und zusätzlich Synergiepotenziale geschaffen.

Qualitätsrisiken und -chancen

Unsere Produkte kommen bei unseren Kunden in einer Vielzahl von kritischen Produktionsprozessen wie der Herstellung von Medikamenten, medizinischen Geräten, Lebensmitteln oder Chemikalien sowie in Forschungs- und Entwicklungslaboren zum Einsatz. Risiken in diesem Zusammenhang bestehen vor allem in der Nichterfüllung festgelegter Qualitätskriterien, die sich auf die Leistung unserer Produkte auswirken und im schlimmsten Fall zu Verlusten auf Seiten unserer Kunden führen, für die wir in Form von Schadensersatz in Anspruch genommen werden können. Durch umfangreiche Qualitätskontrollen sowie den Einsatz moderner Fertigungstechniken in klassifizierter Reinraumumgebung stellen wir sicher, dass unsere Produkte höchsten Qualitätsansprüchen und den hohen regulatorischen Anforderungen genügen. Ferner unterliegen diese Fertigungstechniken und -verfahren im Rahmen von Verbesserungsprozessen einer kontinuierlichen Überprüfung und werden entsprechend aktueller Anforderungen optimiert. Qualitätskontrollen erfolgen sowohl innerhalb der Fertigungsprozesse als auch im Rahmen von Testverfahren an den Endprodukten. So wird gewährleistet, dass kritische oder wesentliche Produkteigenschaften kontinuierlich erfüllt werden. Ein strenger Produktfreigabeprozess stellt zudem sicher, dass nur Produkte versendet werden, die den vereinbarten Spezifikationen entsprechen. Die Wirksamkeit unserer Qualitätssysteme wird durch die erfolgreiche Durchführung regelmäßiger Audits seitens unserer Kunden ebenso bestätigt, wie durch die Zertifizierungen nach ISO 9001 und, wenn anwendbar, auch nach ISO 13485. Unabhängig davon haben wir uns in signifikantem Umfang gegen Produkthaftungsrisiken versichert. Mit einem Rückverfolgungssystem stellen wir sicher, dass komplette Chargen sofort identifiziert und bei Bedarf zurückgerufen werden können. Dies minimiert die Folgen bei der Entdeckung eines Mangels oder einer nicht konformen Komponente an einem Produkt. Die zeitnahe Bearbeitung und systematische Dokumentation von Kundenmeldungen erfolgt über ein Beschwerdemanagementsystem, welches eine effiziente Analyse der gemeldeten Fälle sowie die Einleitung von notwendigen Maßnahmen sicherstellt. In unseren Zielbranchen lässt sich der Trend zu immer höheren Qualitätsansprüchen beobachten, der nicht zuletzt durch steigende Anforderungen der zuständigen Behörden beim Patientenschutz und der Produktsicherheit ausgelöst wurde. Neue Regulierungen bergen das Risiko, dass sie übersehen werden oder schwer umzusetzen sind. Für Sartorius eröffnen sie jedoch auch Chancen, da die Eintrittsbarriere für potenzielle Marktteilnehmer weiter erhöht wird. Zugleich schaffen sie einen Anreiz zur Entwicklung weiterer technologischer Innovationen. Durch Gremienarbeit, Mitgliedschaften in Industrieverbänden und Normenausschüssen sind wir in der Lage, an der Gestaltung neuer Richtlinien mitzuwirken beziehungsweise diese frühzeitig zu erkennen und uns entsprechend darauf vorzubereiten.# Forschungs- und Entwicklungsrisiken und -chancen

Einen erheblichen Teil unserer Ressourcen verwenden wir für Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten. Potenzielle Risiken ergeben sich in diesem Bereich aus nicht markt- oder anwendungsgerechten Produktentwicklungen und dem Überschreiten von geplanten Entwicklungszeiten und -budgets. Diesen Risiken begegnen wir zum einen durch eine kontinuierliche Überwachung von Trends und Proof-of-Concept Aktivitäten, zum anderen durch Projektmanagement, intensives Entwicklungscontrolling sowie die frühzeitige Einbindung unserer Kunden in den Entwicklungsprozess. Insbesondere stellen wir sicher, dass Funktionsmuster und Produktdesigns zeitnah auf ihre Kundenorientierung hin überprüft und gegebenenfalls angepasst werden können. Die kontinuierliche Verfolgung von Technologietrends und Wettbewerbsaktivitäten sowie eine frühzeitige Patentanmeldung sichern unsere Technologie- und Vermarktungsposition ab. Unsere intensive Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, die in ihren Bereichen zu den Weltmarkt- und Meinungsführern zählen, versetzt uns in die Lage, Produkte mit besonders hohem Innovationsgrad zu entwickeln. In den Bereichen der Membran- und Kunststofftechnologie, der Sensorik und pharmazeutischen Bioverfahrenstechnik sowie der analytischen Technologien für Laboranwendungen zählen unsere eigenen Spezialisten weltweit zu den Know-how-Führern. Hier haben wir die Chance, unsere technologische Expertise zu nutzen, um unsere Marktposition und Absatzpotenziale weiter zu verbessern. Die Bündelung verschiedener innovativer Aktivitäten in der eigenständigen Funktion Corporate Research ermöglicht uns, interessante Entwicklungen an Universitäten, in Start-Ups oder auch bei unseren Kunden zu identifizieren und relevante IP Positionen frühzeitig zu sichern.

Akquisitionsrisiken und -chancen

Durch Akquisitionen ergeben sich zahlreiche Chancen wie Umsatzwachstum, die Ergänzung unseres Produktportfolios oder die Erschließung neuer Märkte. Gleichzeitig birgt der Kauf von Unternehmen oder Unternehmensteilen aber auch eine Reihe typischer Risiken, beispielsweise falsche Bewertungsannahmen oder ungenügende Ausschöpfung erwarteter Synergieeffekte. Um diese zu reduzieren, ergreifen wir verschiedene Maßnahmen. Hierzu gehören die Durchführung einer gründlichen Due-Dilligence-Prüfung im Hinblick auf die relevanten Bereiche und eine umfangreiche Analyse des betreffenden Marktes. Ferner binden wir bei Bedarf externe Berater und Sachverständige in die Kauf- oder Verkaufsprozesse ein. Besonderes Augenmerk legen wir auf die risikoadäquate Ausgestaltung der Transaktionsverträge, insbesondere durch die Zusicherung bestimmter Eigenschaften oder Garantien sowie die Vereinbarung von Kaufpreis-Anpassungsmechanismen und Haftungsklauseln. Zudem werden bei Bedarf entsprechende Versicherungen abgeschlossen. Nach Durchführung der Akquisition schließt sich unmittelbar eine Integrationsphase an, in der ebenfalls mögliche Risiken zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt erkannt und durch entsprechende Gegenmaßnahmen vermieden oder minimiert werden können. Um einen effizienten Integrationsprozess zu gewährleisten und die damit einhergehenden Risiken zu reduzieren, wurde ein sogenanntes Post Merger Integration (PMI) Office als eigenständige Funktion im Verantwortungsbereich des Finanzvorstands etabliert.

Mitarbeiterrisiken und -chancen

Als innovatives Technologieunternehmen beschäftigt Sartorius einen großen Anteil hoch qualifizierter Mitarbeiter. In diesem Zusammenhang besteht das Risiko, in Zukunft nicht in ausreichender Anzahl qualifizierte Mitarbeiter gewinnen zu können oder aber bestehende Leistungsträger zu verlieren. Das starke Wachstum des Konzerns und die damit einhergehende Ausweitung der Belegschaft stellt zudem große Herausforderungen an die Integration und Einarbeitung neuer Kollegen und birgt damit auch Risiken. Wir versuchen, Mitarbeiter in Schlüsselpositionen durch leistungsbasierte Vergütungsmodelle, gezielte Fortbildungsangebote, attraktive Sozialleistungen sowie durch das Aufzeigen interessanter Entwicklungsperspektiven langfristig im Unternehmen zu halten. In diesem Zusammenhang haben wir insbesondere unsere Personalentwicklungsinitiativen und Führungskräfte-Programme weiterentwickelt. Der Erfolg dieser Maßnahmen spiegelt sich in einer in den vergangenen Jahren geringen Fluktuation wider. In Einzelfällen enthalten Arbeitsverträge eine Klausel, die einen Wechsel zu direkten Konkurrenzunternehmen untersagt. Dem demografischen Wandel begegnen wir vor allem durch eine kontinuierliche Ausbildung von Nachwuchskräften. Hieraus resultieren wiederum Chancen für Sartorius, indem wir Mitarbeiter selbst qualifizieren, langfristig binden und dadurch den Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal decken können. Um einen reibungslosen Einstieg der großen Anzahl neuer Mitarbeiter und einen angemessenen Wissenstransfer zu gewährleisten, haben wir unsere Einarbeitungsprozesse verbessert und ausgebaut. Zudem nutzen wir eine digitale HR-Plattform, die sichere und stabile Prozesse unterstützt und Entscheidungen auf Basis hochwertiger Daten ermöglicht.

IT-Risiken und -Chancen

Die Geschäftsprozesse des Sartorius Konzerns werden durch eine Vielzahl spezifischer IT-Anwendungen und -Systeme unterstützt. Der Ausfall oder eine wesentliche Beeinträchtigung der geschäftskritischen IT-Systeme und der unterstützenden technischen Infrastruktur durch Cyber-Attacken oder andere Bedrohungen, könnte das reibungslose Funktionieren der Geschäftsprozesse des Unternehmens erheblich beeinträchtigen und zu Manipulationen oder zum unkontrollierten Verlust oder Abfluss von Daten führen. Wir verringern diese Risiken, indem wir in die Implementierung und den Betrieb sicherer IT-Systeme und -Anwendungen investieren und unsere Konzepte und Sicherheitsmaßnahmen unter anderem auf der Grundlage der internationalen Norm ISO 27001 für Informationssicherheits-Managementsysteme kontinuierlich weiterentwickeln und anwenden. Darüber hinaus beziehen wir die Ergebnisse regelmäßiger Audits und Schwachstellenbewertungen durch externe, auf IT-Sicherheit spezialisierte Unternehmen, ein. Der Schutz unserer Daten, Systeme und Anwendungen vor Missbrauch und anderen Bedrohungen wird über das einheitliche Risikomanagement auf Konzernebene gesteuert und über die Governance-Struktur und das IT-Risikomanagement umgesetzt, das durch entsprechende IT-Sicherheitsrichtlinien sowie wirksame Kommunikation und Praktiken umgesetzt wird. Grundprinzipien wie sichere Konfiguration, Benutzerschulung und Sicherheitsbewusstsein, Netzwerksicherheit, Malware-Prävention, Rechteverwaltung und Reaktion auf Vorfälle sind für unsere Sicherheitsorganisation und -verfahren von grundlegender Bedeutung. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Bedrohung durch Cyberangriffe weltweit sowohl in Anzahl als auch Intensität zunehmen wird. Deshalb haben wir auch in diesem Jahr unsere Maßnahmen und Aktivitäten weiter ausgebaut. Wir haben die konzernweite IT-Sicherheitsorganisation personell und fachlich gestärkt, ein rund um die Uhr besetztes Sicherheitskontroll- und Abwehrteam etabliert und weitere Systeme und Dienste zur Überwachung, Erkennung und Abwehr von Cyberangriffen eingerichtet. Wir informieren konzernweit aktiv und gezielt zu möglichen Cyber-Bedrohungen und binden die Mitarbeitenden ein, indem wir ihnen einfache, aber wirksame Möglichkeiten zur dezentralen Abwehr und zur Meldung verdächtiger Vorfälle an die IT-Abteilung geben.

Finanzielle Risiken und Chancen

Durch die globale Ausrichtung des Sartorius Konzerns ist die Geschäftstätigkeit zwangsläufig mit finanziellen Risiken verbunden. Hierzu zählen vor allem das Wechselkursrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Liquiditätsrisiko sowie Steuerrisiken. Umgekehrt stehen den finanziellen Risiken, insbesondere dem Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiko, entsprechende Chancen gegenüber.

Wechselkursrisiken und -chancen

Der Sartorius Konzern ist infolge seiner weltweiten Geschäftsaktivitäten Risiken aus Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Da wir rund zwei Drittel des Konzernumsatzes in Fremdwährungen und davon wiederum rund zwei Drittel in US-Dollar beziehungsweise in an den US-Dollar gekoppelte Währungen erzielen, sind wir bei der Währungsumrechnung von Bilanz- beziehungsweise G&V-Positionen von Wechselkursänderungen positiv oder negativ betroffen. Weitere für Sartorius wesentliche Währungen sind das britische Pfund, der Singapur Dollar, der südkoreanische Won, der japanische Yen, der chinesische Renminbi sowie der Schweizer Franken. Durch unser globales Produktionsnetzwerk sind wir in der Lage, den überwiegenden Teil der in Fremdwährung erzielten Umsatzerlöse konzernintern durch ebenfalls in Fremdwährung anfallende Kosten zu kompensieren. Wir fertigen beispielsweise viele unserer Produkte für den nordamerikanischen Markt vor Ort und haben insoweit keinen kostenseitigen Nachteil gegenüber unseren amerikanischen Wettbewerbern. Zur Abschätzung und Steuerung des verbleibenden Risikos wird auf Basis des mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erwarteten Nettowährungsexposures der kommenden zwölf Monate und unter Berücksichtigung ‎bereits abgeschlossener Sicherungsgeschäfte laufend die Risikoposition über ein Cashflow-at-Risk-Modell berechnet. Auf dieser Grundlage kommen gegebenenfalls weitere derivative Finanzinstrumente, vor allem Spot-, Forward- und Swapgeschäfte, zur Steuerung des maximalen Verlustrisikos zum Einsatz.

Zinsänderungsrisiken und -chancen

Für über 80 % unserer ausstehenden Finanzverbindlichkeiten haben wir eine Festzinssatzvereinbarung getroffen, sodass ein verändertes Zinsniveau hier keine bedeutende Auswirkung auf das Konzernergebnis hat. Der verbleibende Teil der zum Stichtag ausstehenden Finanzierungsinstrumente wird in Abhängigkeit eines Geldmarktsatzes variabel verzinst.# Risiken und Chancen

Wir beobachten unser Zinsexposure und die Zinsentwicklung kontinuierlich und werden für einzelne Kredite Sicherungsgeschäfte abschließen, sofern wir dies für notwendig und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten als sinnvoll erachten. Zum 31.12.2021 waren keine Zinsderivate im Bestand.

Liquiditätsrisiken und -chancen

Der Sartorius Konzern betreibt ein aktives zentrales Liquiditätsmanagement, um einerseits Liquiditätsrisiken in den einzelnen Konzerngesellschaften zu minimieren und andererseits die Liquiditätssteuerung innerhalb des Konzerns zu optimieren. Hierzu setzen wir verschiedene lang- und kurzfristige Finanzierungsinstrumente ein. Im Hinblick auf die Laufzeiten unserer Kredite wählen wir dabei grundsätzlich einen risikoaversen Ansatz. Zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung setzen wir ebenfalls verschiedene Instrumente ein. Außer einem kurzfristig abruf- und rückführbaren Konsortialkredit bestehen mehrere bilaterale Kreditlinien bei einzelnen Konzerngesellschaften in geringerem Umfang. Ferner nutzen wir zur Liquiditätssteuerung im Konzern vor allem Cash-Pooling-Vereinbarungen zwischen ausgewählten Konzerngesellschaften.

Steuerrisiken

Der Sartorius Konzern agiert mit seinen Tochtergesellschaften weltweit und unterliegt damit vielfältigen nationalen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Änderungen der Steuergesetze, der Rechtsprechung und der Auslegung durch die Finanzbehörden oder -gerichte in diesen Ländern können zu zusätzlichen Steueraufwendungen und -zahlungen führen und damit auch Auswirkungen auf die entsprechenden Steuerpositionen in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung haben. Zur Kontrolle der sich ergebenden Risiken beobachten und analysieren wir die steuerlichen Rahmenbedingungen permanent mit unserer zentralen Steuerabteilung, die von externen Beratern in den jeweiligen Ländern unterstützt wird.

Compliance Risiken

Regulatorische Risiken

Als Partner der biopharmazeutischen Industrie und des Gesundheitswesens ist Sartorius auch von regulatorischen Änderungen in diesen Branchen betroffen. Das wesentliche Risiko in diesem Zusammenhang besteht in einer möglichen restriktiveren Vorgehensweise der Aufsichtsbehörden, wie zum Beispiel der Food & Drug Administration (FDA) USA, der European Medicines Agency (EMA) sowie der Chinese National Medical ‎Products Administration (NMPA) bei der Zulassung neuer Medikamente oder medizinischer Geräte unserer Kunden. Des Weiteren ist auch die Beachtung von Vorschriften anderer relevanter Behörden (z.B. Environmental Protection Agency oder Department of Agriculture in den USA) wichtig, um lokale oder globale regulatorische Risiken zu kontrollieren. Eine unzureichende Beachtung der jeweils gültigen Vorschriften könnte Zulassungsprozesse verzögern oder sogar die Anzahl der neu zu vermarktenden Medikamente verringern und damit auch die Zukunftsaussichten von Sartorius mittelfristig verschlechtern.

Umweltrisiken

Sartorius hat ein bereichsübergreifendes Umweltmanagementsystem zur Steuerung von Umweltthemen und zur Risikominderung eingerichtet. Darüber hinaus wurden die meisten großen Produktionsstandorte nach ISO 14001: 2015 zertifiziert, darunter unsere Gesellschaften in Frankreich, Indien, Puerto Rico und China. An diesen Standorten wurden entsprechende Organisationseinheiten eingerichtet, um die Einhaltung entsprechender gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben und die kontinuierliche Umsetzung nachhaltiger technischer Innovationen zur Verbesserung der Umweltaspekte in den Produktionsprozessen zu gewährleisten. Dabei ist es uns wichtig, Umweltthemen so früh wie möglich in nahezu alle Entscheidungsprozesse einzubeziehen. So können wir potenzielle Umweltrisiken systematisch mindern und unser Geschäft nachhaltig und umweltfreundlich betreiben. Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitsaspekte nehmen bei uns eine zunehmend wichtige Rolle in vielen Geschäftsprozessen ein. So ist der Aspekt des ökologisch nachhaltigen Handelns zu einem zentralen Element unserer Lieferantenauswahl geworden. Für weitergehende Informationen zu diesen Themen verweisen wir auf die nichtfinanzielle Erklärung.

Prozessrisiken

Prozessrisiken für Sartorius können sich aus anhängigen oder bevorstehenden Rechtsstreitigkeiten oder aus behördlichen Verfahren ergeben. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet, die bei Bedarf externe Anwälte hinzuziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind bilanziell nicht berücksichtigte Rechtsstreitigkeiten oder Gerichtsprozesse, die einen erheblichen negativen Einfluss auf das Konzernergebnis haben können, weder anhängig noch erkennbar.

Einschätzung der Gesamtrisikosituation und künftigen Entwicklung

Für erkennbare Risiken innerhalb des Sartorius Konzerns, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken könnten, haben wir im Berichtsjahr — soweit möglich und sinnvoll — Gegenmaßnahmen und | oder bei entsprechender Eintrittswahrscheinlichkeit bilanzielle Vorsorge getroffen. In nachfolgender Tabelle haben wir für jede der benannten Risikoklassen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts der dargestellten Risiken bewertet und daneben die Relevanz der Risiken für den Gesamtkonzern klassifiziert. Es ergaben sich keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zum Vorjahr.

Risikoklasse Eintrittswahrscheinlichkeit Relevanz Gesamtbeurteilung
Externe Risiken
Allgemeine Risiken möglich moderat mittel
Konjunkturelle Risiken möglich moderat mittel
Operative Risiken
Beschaffungsrisiken möglich wesentlich mittel
Produktionsrisiken möglich wesentlich mittel
Absatzrisiken möglich moderat mittel
Wettbewerbsrisiken unwahrscheinlich moderat niedrig
Qualitätsrisiken unwahrscheinlich wesentlich mittel
Forschungs- & ‎Entwicklungsrisiken möglich wesentlich mittel
Akquisitionsrisiken möglich wesentlich mittel
Mitarbeiterrisiken möglich wesentlich mittel
IT-Risiken möglich wesentlich mittel
Finanzielle Risiken
Wechselkursrisiken wahrscheinlich moderat mittel
Zinsänderungsrisiken wahrscheinlich unwesentlich niedrig
Liquiditätsrisiken unwahrscheinlich moderat niedrig
Steuerrisiken möglich moderat mittel
Compliance Risiken
Regulatorische Risiken möglich wesentlich mittel
Umweltrisiken unwahrscheinlich moderat niedrig
Prozessrisiken möglich moderat mittel

Nach eingehender Analyse der gesamten Risikosituation sind aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar. Auch für die Zukunft sind aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken absehbar.

Prognosebericht

Künftiges gesamtwirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft sollte ihren Erholungskurs nach Schätzungen des IWF im laufenden Jahr fortsetzen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2022 global um 4,9 % zunehmen (2021: + 5,9 %), wobei für die Industrieländer mit einem Anstieg von 4,5 % gerechnet wird und für die Schwellen- und Entwicklungsländer von 5,1 % ‎(2021: + 6,4 %). Die Entwicklung könnte nach Ansicht des Währungsfonds weiterhin in unterschiedlichen ‎Geschwindigkeiten, ungleichmäßig und von Rückschlägen gekennzeichnet verlaufen. Risiken gehen insbesondere von dem Infektionsgeschehen sowie möglichen Coronavirus-Mutationen aus. Diese könnten durch die Wiedereinführung von Eindämmungsmaßnahmen die bereits angespannte Lage bei den globalen Lieferketten weiter verschärfen und Versorgungsengpässe hervorrufen. Gleichzeitig stehen den nationalen Regierungen angesichts steigender Schuldenstände weniger Mittel für fiskalpolitische Stützungsmaßnahmen zur Verfügung und die bislang expansive Geldpolitik könnte von den Notenbanken im Falle anhaltend hoher ‎Inflationsraten stärker als erwartet zurückgeführt werden.

Für die EU erwartet der IWF 2022 ein Wachstum von 4,3 % nach 5,0 % im Berichtsjahr. In der größten europäischen Volkswirtschaft Deutschland sollte die Konjunktur mit einem Plus von 4,6 % (2021: + 3,1 %) anziehen und auch in weiteren für Sartorius wichtigen europäischen Volkswirtschaften wie Frankreich (2022: + 3,9 %; 2021: + 6,3 %) und Großbritannien (2022: + 5,0 %; 2021: + 6,8 %) dürfte die Wirtschaftskraft weiter zulegen.

Quelle: Internationaler Währungsfonds

Die USA sollen nach aktuellen Schätzungen 2022 um 5,2 % wachsen, nach 6,0 % im Vorjahr. Die Entwicklung wird von einer hohen Investitionsbereitschaft amerikanischer Unternehmen getragen, sowie von einem angesichts guter Arbeitsmarktdaten robusten US-Konsum. Risiken ergeben sich unter anderem aus einer weiteren Verschärfung des Arbeitskräftemangels. Ein besonderes Augenmerk liegt im laufenden Jahr auf der Geldpolitik der Zentralbank, die ihre Anleihekäufe weiter zurückfahren dürfte und den Leitzins anheben könnte.

Der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum soll in diesem Jahr um rund 5,7 % (2021: + 6,5 %) zulegen. Das erwartete Wachstum wird insbesondere von den expandierenden Volkswirtschaften Chinas und Indiens getragen. So dürfte das BIP in China nach der Prognose des IWF mit einem Plus von 5,6 % (2021: + 8,0 %) wachsen und in Indien wird mit einem deutlichen Anstieg von 8,5 % (2021: + 9,5 %) gerechnet. Weitere für Sartorius wichtige Länder in dieser Region sollten ihren Wachstumspfad ebenfalls fortsetzen. Für Südkorea wird eine Zunahme von 3,3 % (2021: + 4,3 %) prognostiziert und für Japan von 3,2 % (2021: + 2,4 %).

Wechselkurs- und Zinsentwicklung

Auf Basis von Expertenschätzungen sollen die Leitzinsen in der Europäischen Währungsunion auch im Jahr 2022 auf niedrigem Niveau bleiben. Von der amerikanischen Notenbank wird jedoch erwartet, dass sie den Leitzins leicht anhebt. Der Marktkonsens bezüglich des Euro-US-Dollar-Wechselkurses für den Jahresverlauf 2022 bewegt sich zwischen 1,10 Euro | US-Dollar und 1,23 Euro | US-Dollar.

Quellen: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook, Oktober 2021; Bloomberg L.P., Januar 2022.

Künftiges branchenspezifisches Umfeld

Biopharmabranche wächst weiter dynamisch

Das Wachstum der Pharmaindustrie basiert auf starken langfristigen Trends und ist weitestgehend konjunkturunabhängig.# Bis zum Jahr 2026 soll der Weltpharmamarkt nach Schätzungen von EvaluatePharma jährlich um circa 6 % wachsen. Innerhalb des Pharmamarktes entwickelt sich das Segment Biopharma seit Jahren besonders stark und wird auf Basis verschiedener Prognosen auch weiter überproportional zulegen. Bis 2026 wird mit einem Wachstum von durchschnittlich etwa 8 % bis 11 % pro Jahr gerechnet, was einem Anstieg des Marktvolumens auf über 520 Mrd. € entspräche. Der Anteil biologisch hergestellter Medikamente und Impfstoffe am Gesamtumsatz des Weltpharmamarktes dürfte in diesem Zeitraum von 34 % auf 37 % steigen.

Die Umsätze mit den derzeit zugelassenen Coronavirus-Impfstoffen und Covid-19 -Therapeutika dürften 2022 nach Angaben eines Datenanalyseunternehmens ungefähr das Vorjahresniveau erreichen und in den darauffolgenden Jahren sinken. Auch die führenden Hersteller von Bioprozesstechnologie erwarten für 2022 ein pandemiebezogenes Geschäft in etwa auf Höhe des Vorjahres. Aufgrund des außergewöhnlich starken Wachstums in der Berichtsperiode und der daraus resultierenden hohen Vergleichsbasis dürften die Steigerungsraten jedoch geringer ausfallen. Eine verzögerte Zulassung neuer Medikamente aufgrund der Unterbrechung klinischer Studien sowie eine mögliche Normalisierung der Lagerreichweite einiger Biopharmaunternehmen könnte sich zudem dämpfend auf das weitere Wachstum in den kommenden Jahren auswirken.

Regional dürfte China weiterhin die höchste Dynamik aufweisen. Positive regulatorische und politische Rahmenbedingungen, eine steigende Zahl lokaler Biotech-Unternehmen sowie eine zunehmende Nachfrage nach modernen Biopharmazeutika führen bereits seit einigen Jahren zu überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Diese Entwicklung könnte sich aufgrund des großen Aufholpotenzials und der besseren Verfügbarkeit biotechnologischer Medikamente fortsetzen. Für die USA und Europa wird ebenfalls mit einem deutlichen Anstieg gerechnet. Wachstumsimpulse ergeben sich insbesondere aus dem steigenden Medikamentenbedarf der alternden Gesellschaften und einer zunehmenden Patientenzahl. Darüber hinaus steigt die Zahl zugelassener Medikamente beständig. Biopharmazeutika werden etwa vermehrt in bisher wenig erforschten Therapiegebieten sowie zur Behandlung seltener, bislang nicht behandelbarer Erkrankungen eingesetzt. ‎Dabei setzt die Pharmaindustrie verstärkt auf neuartige Therapieformen wie Zell- und Gentherapien oder ‎biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte. Ende 2021 befanden sich etwa 1.000 derartiger Präparate in der klinischen Entwicklung, sodass dieser Bereich mittel- bis langfristig ein großes Wachstumspotenzial bietet. Innovative Therapieformen im Bereich der regenerativen Medizin und neue Wirkstoffklassen wie die der Antikörperwirkstoffkonjugate oder mRNA-basierte Medikamente erweitern langfristig sowohl Zahl als auch Bandbreite zugelassener Biopharmazeutika und erfordern Investitionen in innovative Produktionstechnologien. Damit stellen sie einen wichtigen Wachstumstreiber dar. Das vergleichsweise junge Biopharmasegment verfügt über eine hohe Innovationskraft, die sich in gut gefüllten Forschungs- und Entwicklungspipelines widerspiegelt und das Branchenwachstum stützt. Von den schätzungsweise mehr als 10.000 Medikamenten, die sich aktuell in der Entwicklung befinden, basieren über 40 % auf biologischen Herstellverfahren. Darunter befinden sich mehr als 1.700 Biosimilars und Biobetters, ‎das heißt generische Versionen eines Biologikums mit vergleichbarer beziehungsweise besserer Wirksamkeit oder Verträglichkeit als das Originalpräparat.

Biosimilars spielen eine zunehmend wichtige Rolle für das Wachstum des Biotechnologiemarktes.

Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass der Markt bis zum Jahr 2025 jährlich um durchschnittlich 32 % zulegen und ein Volumen von rund 41,5 Mrd. € erreichen könnte. Insbesondere in den Schwellen- und Entwicklungsländern eröffnen die signifikant niedrigeren Preise von Biosimilars neue, bezahlbare Therapieoptionen und sollten zu einer erhöhten Nachfrage und steigenden Produktionsvolumina führen. Der Aufbau eigener nationaler Produktionskapazitäten zur Deckung des steigenden Medikamentenbedarfs wird in diesen Ländern politisch unterstützt und führt zur Entstehung lokaler Biotechunternehmen. Auch in den Industrieländern dürfte der Biosimilarmarkt in den kommenden Jahren durch das Auslaufen von Patenten für umsatzstarke ‎Biopharmazeutika und eine steigende Zahl zugelassener Biosimilars deutlich wachsen. Während die Nachahmerpräparate in Europa bereits seit vielen Jahren etabliert sind und teils signifikante Marktanteile gewinnen konnten, verlief die Entwicklung in den USA aufgrund regulatorischer, patentrechtlicher und vermarktungsseitiger Herausforderungen bislang eher gebremst. In den kommenden Jahren dürfte sich die Entwicklung aber beschleunigen. Durch eine weitere Marktdurchdringung von Biosimilars könnte sich das Umsatzvolumen demnach bis 2025 mehr als verdreifachen.

Biopharmazeutika gewinnen an Bedeutung – Wachsender Umsatzanteil am Weltpharmamarkt

Da die Biopharmaindustrie eine wachsende Medikamentennachfrage bedienen und gleichzeitig die Produktion einer steigenden Zahl zugelassener Medikamente sowie neuer Therapieformen sicherstellen muss, dürfte der Ausbau der weltweiten Bioreaktorkapazitäten nach Einschätzung von Branchenbeobachtern in den ‎kommenden Jahren weiter voranschreiten. Die Industrie sieht sich zugleich einem wachsenden Kostendruck ausgesetzt, daher wird die Bedeutung von Innovationen zur Erhöhung von Flexibilität und Effizienz in der biopharmazeutischen Forschung und Produktion steigen. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass der ‎Biopharmamarkt in Zukunft weniger stark durch eine überschaubare Zahl besonders umsatzstarker Medikamente geprägt sein wird, die einen Großteil des gesamten Produktionsvolumens ausmachen, als vielmehr durch eine steigende Vielfalt an Produkten für kleinere Patientengruppen. Da aufgrund des technologischen Fortschritts die Produktivität biopharmazeutischer Produktionsprozesse beständig zunimmt, dürften Hersteller nach Angaben des Forschungs- und Beratungsinstituts BioPlan für die kommerzielle Produktion vieler neuer Medikamente zukünftig verstärkt auf flexibel nutzbare Einwegtechnologien zurückgreifen, die insbesondere bei kleineren Chargen kostengünstiger als die klassischen Edelstahlanlagen produzieren und einen besseren ökologischen Fußabdruck aufweisen. Zur Bewältigung der genannten Herausforderungen setzt die Pharmaindustrie zudem verstärkt auf die Digitalisierung und Automatisierung, sowie auf innovative Softwarelösungen zur Steuerung und Optimierung ihrer Prozesse. Ein weiterer Trend besteht in der Prozessintensivierung, bei der unter anderem durch die Verknüpfung mehrerer Prozessschritte und der Schaffung eines fließenden Übergangs in kürzerer Zeit größere Produktmengen bei gleichzeitig höherer Qualität hergestellt werden können.

Weiteres Wachstum des Labormarkts erwartet

Der Markt für Laborinstrumente und –verbrauchsmaterialien soll nach Einschätzung verschiedener Marktbeobachter in den kommenden Jahren jährlich um etwa 4 % bis 5 % wachsen und 2024 ein Volumen von etwa 71 Mrd. Euro erreichen. Auch im laufenden Jahr dürfte die Branche weiter zulegen, aufgrund der hohen Vergleichsbasis jedoch mit einer geringeren Steigerungsrate als 2021. Die Nachfrage nach Produktgruppen, die beispielsweise im Zusammenhang mit Tests auf das Coronavirus im Berichtsjahr besonders hoch ausfiel, sollte sich 2022 abschwächen. Bezogen auf die Endmärkte dürften insbesondere von der Pharma- und Biopharmaindustrie angesichts der kontinuierlichen Erforschung und Zulassung neuer Medikamente, der hohen wissenschaftlichen und technologischen Innovationsdynamik sowie des starken Wachstums in China weiterhin die größten Nachfrageimpulse ausgehen. Beispielsweise rechnet EvaluatePharma für den Zeitraum 2021 bis 2026 mit einer Zunahme der sektorspezifischen Forschungsausgaben um jährlich 4,2 %. Der Produktbereich bioanalytischer Instrumente sollte nach Marktstudien in besonderem Maße von dieser Entwicklung profitieren und innerhalb des Labormarktes weiter überdurchschnittlich wachsen. Budgeterhöhungen für akademische und öffentliche Forschungseinrichtungen sollten in einigen Ländern ebenfalls wachstumsfördernd wirken, wohingegen von der Pandemie und potenziellen Lockdowns oder Produktionsstillegungen sowie einer unerwarteten Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums weiterhin Risiken für die Nachfrage aus industriellen Endmärkten ausgehen. Mit den höchsten Steigerungsraten rechnen Marktbeobachter weiterhin in asiatischen Ländern wie China und Indien. Strengere regulatorische Anforderungen in verschiedenen Industrien führen hier zu einem höheren Bedarf an Instrumenten für die Probenanalyse und Qualitätskontrolle. Zudem werden insbesondere in China durch staatlich unterstützte Bemühungen, die Innovationskraft einiger Schlüsselindustrien zu fördern, Investitionen in die Laborinfrastruktur ‎attraktiver. Das Land hat 2021 erstmals mehr in Forschung und Entwicklung investiert als die USA, wodurch sich der Anteil an den globalen F&E-Ausgaben weiter erhöht hat.

Quellen:
* BioPlan: 18th Annual Report and Survey of Biopharmaceutical Manufacturing Capacity and Production
* IQVIA Institute: Global Medicine Spending and Usage Trends, April 2021
* Evaluate Pharma: World Preview 2021, Outlook to 2026, Juli 2021
* SDi: Global Assessment Report 2020, Juni 2021
* www.fda.gov

Ausblick 2022

Sartorius geht auch für das Jahr 2022 von einer dynamischen Entwicklung aus. So soll sich der Konzernumsatz um 15 % bis 19 % erhöhen. Dazu sollen die im Jahr 2021 abgeschlossenen beziehungsweise vereinbarten Akquisitionen etwa 2 Prozentpunkte nicht-organisches Wachstum beitragen. Bei der underlying EBITDA-Marge rechnet das Unternehmen nach dem Ertragssprung 2021 mit einem Wert auf dem hohen Niveau des Vorjahres von etwa 34 %.# Prognosebericht 2022 und Beschreibung des internen Kontrollsystems

Für das pandemiebedingte Geschäft geht die Unternehmensleitung 2022 von einem Umsatz in etwa auf dem Niveau des Vorjahres in Höhe von rund 500 Mio. € aus. Für die Sparte Bioprocess Solutions werden ein Umsatzwachstum von etwa 17 % bis 21 % und eine underlying EBITDA-Marge von rund 36 % prognostiziert. Lab Products & Services soll ein Umsatzwachstum von etwa ‎6 % bis 10 % bei einer underlying EBITDA-Marge von etwa 26 % erzielen. Für Bioprocess Solutions rechnet das Unternehmen mit einem nicht-organischen Wachstumsbeitrag der Akquisitionen von etwa 2 Prozentpunkten, für Lab Products & Services von etwa 1 Prozentpunkt. In den Margenzielen enthalten sind Aufwendungen für Maßnahmen zur Reduzierung der CO2 -Emissionsintensität, die im Jahr 2022 etwa 0,5 % des Konzernumsatzes ausmachen werden. Vor dem Hintergrund des starken organischen Wachstums erweitert Sartorius derzeit in allen Regionen in erheblichem Umfang seine Kapazitäten. Entsprechend dürfte die auf den Umsatz bezogene Investitionsquote bei etwa 14 % liegen. Der dynamische Verschuldungsgrad wird zum Jahresende bei etwa 1,1 erwartet. Mögliche weitere Akquisitionen sind dabei nicht berücksichtigt. Alle Zahlen zu den Prognosen sind, wie in den vergangenen Jahren auch, auf Basis konstanter Währungsrelationen angegeben. Ferner stehen die Prognosen unter der Annahme einer stabilen Situation hinsichtlich der weltweiten Konjunktur sowie der Lieferketten.

Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess (§ 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB)

Begriffsbestimmungen und Elemente des internen Kontrollsystems im Sartorius Konzern

Das interne Kontrollsystem (IKS) der Sartorius AG und des Sartorius Konzerns umfasst alle Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen der Unternehmensleitung gerichtet sind. Im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess stehen dabei die Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie die Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften im Vordergrund. Dabei bilden prozessintegrierte ebenso wie prozessunabhängige Überwachungsmaßnahmen die Elemente des internen Kontrollsystems des Sartorius Konzerns. Die prozessintegrierten Sicherungsmaßnahmen sind zum einen organisatorische Maßnahmen, sowie zum anderen Kontrollmaßnahmen. Der Aufsichtsrat, hier insbesondere der Auditausschuss der Sartorius AG, und der Bereich Legal Affairs & Compliance mit seiner Konzernrevision sind mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das interne Kontrollsystem im Sartorius Konzern eingebunden. Neben dem Jahres- und Konzernabschluss befasst sich der Auditausschuss regelmäßig mit der Quartalsberichterstattung. Des Weiteren ist im Sartorius Konzern zur Sicherstellung der konzernweiten systematischen Risikofrüherkennung ein „Überwachungssystem zur Früherkennung existenzgefährdender Risiken“ gemäß § 91 Abs. 2 AktG eingerichtet. Der Abschlussprüfer der Sartorius AG beurteilt gemäß § 317 Abs. 4 HGB die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems, das durch die Sartorius AG jeweils zeitnah an jeweilige Umfeldveränderungen angepasst wird. Bestandteil dieses Systems ist auch das operative Risikomanagement, das beispielsweise den Risikotransfer auf Versicherungsgesellschaften durch die Absicherung von Schadens- oder Haftungsrisiken sowie den Abschluss geeigneter Sicherungsgeschäfte zur Begrenzung von Fremdwährungs- und Zinsrisiken sicherstellt.

Organisatorische Maßnahmen

Die Rechnungslegungsprozesse sind organisatorisch konsequent nach dem Prinzip der Funktionstrennung unter Beachtung des Vier-Augen-Prinzips strukturiert. Dabei besteht zwischen den beteiligten Fachbereichen und Gesellschaften eine klare Aufgabenabgrenzung. Die Funktionstrennung im Hinblick auf Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung reduziert die Möglichkeit zu dolosen Handlungen. Sie trägt weiterhin maßgeblich dazu bei, dass mögliche Fehler frühzeitig entdeckt werden oder mögliches Fehlverhalten verhindert wird. Die in Rechnungslegungsprozesse eingesetzten IT-Anwendungen sind mit Zugriffsbeschränkungen versehen. Diese erlauben lediglich den berechtigten Personen einen kontrollierten System- und Datenzugang. Die Zugriffsberechtigungen werden jeweils gemäß der Aufgabenstellung vergeben und unterliegen einer jährlichen Überprüfung. Außerdem wird auch bei der IT-Prozessgestaltung und der Vergabe der Berechtigungen das Vier-Augen-Prinzip angewandt. Zudem existieren schriftlich festgelegte lokale und globale Arbeitsanweisungen, insbesondere die Konzernbilanzierungsrichtlinie, die regelmäßig aktualisiert und konzernweit kommuniziert werden. Der Regelungsumfang erstreckt sich auf Konzernebene unter anderem auf die zentrale Festlegung von Bewertungsregeln und -parametern. Ferner erfolgt auf Konzernebene die Aufbereitung und Aggregation weiterer Daten für die Erstellung externer Informationen im Anhang und Lagebericht. Die laufende, unterjährige Abstimmung von interner Planungsrechnung und externer Rechnungslegung trägt maßgeblich zur Qualität der Konzern-Finanzberichtserstattung bei. Die Berichterstattung selbst erfolgt dabei durch ein konzernweit implementiertes, einheitliches Reporting-System, in dem sämtliche Konsolidierungsprozesse abgebildet werden. Durch interne Kontrollen einerseits und den Konzernabschlussprüfer der Sartorius AG andererseits wird sichergestellt, dass die Konzern-Finanzberichterstattung zutreffend aus den einbezogenen Abschlüssen der Konzerngesellschaften entwickelt wurde. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeiter erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Die Abteilung Group Financial Reporting unterstützt die lokalen Einheiten bei komplexen Bilanzierungsfragen, wie beispielsweise Fair Value-Bewertungen, und stellt so eine einheitliche und sachgerechte Darstellung im Konzernabschluss sicher. Komplexe Bewertungen wie versicherungsmathematische Berechnungen oder Unternehmensbewertungen bzw. Kaufpreisallokationen werden durch spezialisierte Dienstleister unter Einbindung entsprechend qualifizierter Mitarbeiter erstellt.

Kontrollmaßnahmen

In den Rechnungslegungsprozessen werden umfangreiche Kontrolltätigkeiten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung durch die Führungskräfte und Mitarbeiter durchgeführt. Damit wird gewährleistet, dass die gesetzlichen Vorschriften und internen Richtlinien eingehalten werden sowie eine ordnungsmäßige Geschäftstätigkeit sichergestellt wird. Diese Kontrollaktivitäten umfassen beispielhaft die Analyse von Sachverhalten und Entwicklungen anhand spezifischer Kennzahlen. Ferner kommentieren und erläutern die einzelnen Berichtseinheiten monatlich Besonderheiten und Planabweichungen auf Basis eines konzernweit einheitlichen Analysetools. Weitere spezifische Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung umfassen die Analyse und ggf. Korrektur der Einzelabschlüsse von Konzerngesellschaften. Auf Grundlage einer hohen Anzahl bereits im Konsolidierungssystem festgelegter Kontrollmechanismen können fehlerbehaftete Informationen identifiziert und auf Konzernebene korrigiert werden. Mit der zentralen Durchführung sogenannter Werthaltigkeitstests für die aus Konzernsicht wesentlichen Vermögenswerte bzw. zahlungsmittelgenerierenden Geschäftseinheiten wird die Anwendung einheitlicher und standardisierter Bewertungskriterien sichergestellt. Der Bereich Legal Affairs & Compliance erstellt jährlich einen risikoorientierten Prüfungsplan und prüft in Stichproben, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen und konzerninternen Richtlinien für das gesamte Kontroll- und Risikomanagementsystem des Konzerns eingehalten werden. Diese Überwachungsfunktion umfasst insbesondere die Prüfung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von definierten Kontrollen. Die Ergebnisse der Prüfungen werden direkt an die geprüften Bereiche berichtet und ermöglichen so eine effiziente Beseitigung festgestellter Mängel und die permanente Weiterentwicklung des IKS. Vorstand und Aufsichtsrat erhalten regelmäßige Berichte über die Prüfungstätigkeiten. Das an Geschäftsprozessen orientierte Handbuch des internen Kontrollsystems trägt weiter zu einer Stärkung des internen Kontrollsystems bei. Damit sind in einem einheitlichen Dokument alle von uns als wesentlich erachteten IKS-relevanten Vorgaben zusammengefasst und werden in der Zukunft ggf. durch sinnvolle weitere Regelungen ergänzt.

Einschränkende Hinweise

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem ermöglicht durch die im Sartorius Konzern festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die vollständige Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten sowie deren sachgerechte Darstellung in der Rechnungslegung. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass ein internes Kontrollsystem, unabhängig von der Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit hinsichtlich der richtigen und vollständigen Erfassung von Sachverhalten in der Konzernrechnungslegung gewährleisten kann. Die getroffenen Aussagen beziehen sich nur auf die in den Konzernabschluss der Sartorius AG einbezogenen Tochterunternehmen, bei denen die Sartorius AG mittelbar oder unmittelbar über Beherrschung im Sinne der internationalen Rechnungslegungsstandards verfügt.

Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben gem. §§ 289a, 315a HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals | Stimmrechtsbeschränkungen

Das Grundkapital der Sartorius AG beträgt 74.880.000 €. Es ist eingeteilt in 74.880.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, aufgeteilt in je 37.440.000 Stamm- und stimmrechtslose Vorzugsaktien. Der rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt 1 € pro Aktie. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den Bestimmungen des Aktiengesetzes.# Die Vorzugsaktien sind satzungsgemäß gegenüber den Stammaktien mit einem um einen Eurocent pro Aktie höheren Dividendenbezugsrecht ausgestattet. Das Dividendenbezugsrecht besteht jedoch mindestens in Höhe von zwei Eurocent pro Vorzugsaktie. Ein Stimmrecht gewähren die Vorzugsaktien abgesehen von den in den §§ 140 und 141 des Aktiengesetzes vorgesehenen Fällen nicht. Darüber hinaus gewähren die Vorzugsaktien die jedem Aktionär aus der Aktie zustehenden Rechte. 3.213.991 Stamm- und 3.250.147 Vorzugsaktien werden von der Gesellschaft selbst gehalten; aus ihnen stehen der Gesellschaft keine Mitgliedschaftsrechte zu.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, ‎die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Die Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius hält laut Stimmrechtsmitteilungen 18.754.160 Stammaktien der Sartorius AG (rund 50,1 % aller ausgegebenen bzw. rund 54,8 % aller ausstehenden Stammaktien) und damit mehr als 50 % der Stimmrechte an der Gesellschaft bzw. rund 25,0 % am gesamten Grundkapital der Sartorius AG. Mitglieder der Erbengemeinschaft sind derzeit: Ulrike Baro, Christine Franken, Britta Franken, Julius Franken, Carla Franken, Henri Franken, Kai Christian Franken und Karin Sartorius-Herbst, alle wohnhaft in Deutschland; Karin Sartorius-Herbst hat ferner mitgeteilt, dass sie außerhalb der Erbengemeinschaft weitere 906.052 Stammaktien der Gesellschaft (rund 2,4 % aller ausgegebenen bzw. rd. 2,6 % aller ausstehenden Stammaktien) direkt hält. Der Erblasser Horst Sartorius hat Testamentsvollstreckung angeordnet. Zum Testamentsvollstrecker ist Herr Dr. Lothar Kappich, wohnhaft in Deutschland, bestellt, der die Stimmrechte der Erbengemeinschaft nach eigenem Ermessen im Sinne des § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG ausübt.

Laut einer Stimmrechtsmitteilung hält die Bio-Rad Laboratories GmbH mit Sitz in Feldkirchen mehr als 30 % der ausgegebenen Stammaktien der Sartorius AG, welche überdies gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG der Bio-Rad France Holding SAS, Frankreich, der Bio-Rad Luxembourg S.à.r.l., Luxemburg, sowie der Bio-Rad Laboratories Inc., USA, zugerechnet werden. Die Anzahl der von der Bio-Rad Laboratories Inc. gehaltenen bzw. ihr zugerechneten Aktien der Sartorius AG beträgt gemäß eigenem Quartalsbericht zum 30. September 2021 konkret 12.987.900 Stammaktien (rund 34,7 % aller ausgegebenen bzw. rund 37,9 % aller ausstehenden Stammaktien) sowie ferner 9.588.908 Vorzugsaktien (rund 25,6 % aller ausgegebenen bzw. rund 28,0 % aller ausstehenden Vorzugsaktien), somit rund 30,2 % am gesamten Grundkapital der Sartorius AG.

Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands | Änderungen der Satzung

Die Mitglieder des Vorstands der Sartorius AG werden nach den §§ 84 f. des Aktiengesetzes und den §§ 31 und 33 des Mitbestimmungsgesetzes ernannt bzw. bestellt und abberufen. Für Änderungen der Satzung der Sartorius AG sind die §§ 133 und 179 des Aktiengesetzes maßgeblich.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Veräußerung der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien auch in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre im Verhältnis ihrer Beteiligung an der Gesellschaft vorzunehmen, sofern diese Aktien an Dritte gegen Sachleistung, insbesondere beim (auch mittelbaren) Erwerb von Unternehmen übertragen werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist insoweit ausgeschlossen.

Wesentliche Vereinbarungen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels vorsehen

Für den überwiegenden Teil der Darlehensvereinbarungen bestehen marktübliche Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels (Change of Control), die den beteiligten Kreditgebern die Möglichkeit geben, die vollständige Rückzahlung der ausstehenden Darlehen zu verlangen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die ausstehenden Schuldscheindarlehen, eine Reihe bilateraler Kreditvereinbarungen sowie um eine am Stichtag nicht in Anspruch genommene Konsortialkreditlinie. Die ausstehende Rückzahlungssumme aus diesen Vereinbarungen beträgt zum 31. Dezember 2021 1.927 Mio. €.

Erklärung zur Unternehmensführung

Wesentliche Eckpfeiler der Unternehmenskultur bei Sartorius sind eine an den Interessen der Stakeholder ausgerichtete Unternehmensführung, rechtmäßiges und verantwortungsvolles Handeln sowie eine konstruktive, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Organen und innerhalb des Unternehmens. Aufsichtsrat und Vorstand berichten in nachfolgender Erklärung gemäß § 289f HGB über die Corporate Governance der Gesellschaft.

Erklärung zum Corporate Governance Kodex

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Sartorius AG zu den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ gemäß § 161 Aktiengesetz

Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 20. März 2020 bekannt gemachten Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ in der Fassung vom 16. Dezember 2019 (DCGK 2019) im Zeitraum seit Abgabe der letztjährigen Entsprechenserklärung vom 3. Dezember 2020 mit den folgenden Ausnahmen entsprochen wurde und auch künftig entsprochen werden wird:

  1. Abweichend von der Empfehlung gemäß G.10 Satz 1 des DCGK 2019 besteht die variable Vergütung der Mitglieder des Vorstands – mit Ausnahme der variablen Vergütung des Vorstandsvorsitzenden – nur zu einem nicht überwiegenden Teil aus aktienbasierten Vergütungsbestandteilen. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass auch durch die bisherige Ausgestaltung der variablen Vergütung, die insoweit durch das von der Hauptversammlung am 26. März 2021 gebilligte neue Vergütungssystem nicht geändert wurde, eine Anreizstruktur erreicht wird, die auf eine nachhaltige und langfristige Entwicklung der Gesellschaft ausgerichtet ist.
  2. Ein Teil der langfristigen variablen Vergütung der Vorstandsmitglieder war bisher bereits vor Ablauf von vier Jahren für die Vorstandsmitglieder verfügbar. Das von der Hauptversammlung am 26. März 2021 gebilligte neue Vergütungssystem, das auf alle Vergütungsneuregelungen ab dem 1. Januar 2021 Anwendung findet, trägt nunmehr jedoch der Empfehlung G.10 Satz 2 des DCGK 2019 Rechnung und sieht demgemäß vor, dass die Vorstandsmitglieder über alle Teile der langfristigen variablen Vergütung erst nach vier Jahren verfügen können.

Göttingen, den 9. Dezember 2021

Für den Aufsichtsrat
Dr. Lothar Kappich

Für den Vorstand
Dr. Joachim Kreuzburg

Grundlegendes zur Unternehmensverfassung

Die Sartorius AG ist eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in Göttingen. Sie hat mit Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand drei Organe, deren Aufgaben und Befugnisse sich im Wesentlichen aus dem Aktiengesetz sowie der Satzung der Gesellschaft ergeben. Als Eigentümer des Unternehmens üben die Aktionäre ihre Rechte im Rahmen der Hauptversammlung aus. Dort entscheiden sie insbesondere über die Gewinnverwendung, Kapitalmaßnahmen, Satzungsänderungen, die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand, die Bestellung des Abschlussprüfers und wählen die Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat. Die Hauptversammlung findet mindestens einmal jährlich innerhalb der ersten acht Monate des Geschäftsjahres statt.

Bei der Führung des Unternehmens wirken Aufsichtsrat und Vorstand in einem dualen Führungssystem mit jeweils eigenständigen Pflichten und Kompetenzen wie folgt zusammen:

  • Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands, legt ihre Vergütung fest und überwacht und berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er ist nicht befugt, Maßnahmen der operativen Geschäftsführung zu ergreifen.
  • Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Insbesondere legt er die Unternehmenstrategie fest, stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab und setzt sie um. Nach Maßgabe festgelegter Berichtspflichten informiert er den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend und holt für bestimmte, wichtige Geschäfte seine Zustimmung ein.

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Der Sartorius-Aufsichtsrat ist paritätisch besetzt und besteht aus sechs von der Hauptversammlung gewählten Vertretern der Aktionäre sowie sechs nach dem Mitbestimmungsgesetz gewählten Vertretern der Arbeitnehmer. Details zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden sich auf den Seiten 234 bis 237.

Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, beruft die Sitzungen ein und leitet sie. Weiterhin ist er erster Ansprechpartner gegenüber dem Vorstand und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Der Aufsichtsrat hält mindestens zwei Sitzungen pro Kalenderhalbjahr ab.

Der Aufsichtsrat hat vier Ausschüsse gebildet, den Präsidialausschuss, den Auditausschuss, den Vermittlungsausschuss und den Nominierungsausschuss.

  • Präsidial-, Audit- und Vermittlungsausschuss bestehen aus jeweils vier Mitgliedern und sind paritätisch mit Vertretern der Anteilseigner und Arbeitnehmer besetzt (namentlich für den Präsidial- und den Vermittlungsausschuss Dr. Lothar Kappich (Vorsitzender beider Ausschüsse), Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler, Annette Becker und Manfred Zaffke sowie für den Auditausschuss Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler (Vorsitzender), Dr. Lothar Kappich, Dietmar Müller und Manfred Zaffke);
  • der Nominierungsausschuss setzt sich aus drei Vertretern der Anteilseigner zusammen (namentlich Dr. Lothar Kappich, Dr. Daniela Favoccia, Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler).

Präsidial- und Auditausschuss tagen regelmäßig, Vermittlungs- und Nominierungsausschuss nach Bedarf.

Der Präsidialausschuss bereitet Beschlüsse und Themen vor, die in den Sitzungen des Aufsichtsrats behandelt werden. Er nimmt darüber hinaus die Vorbereitung der Bestellungen einschließlich der Bedingungen der Anstellungsverträge und der Vergütung von Vorstandsmitgliedern wahr. Der Auditausschuss unterstützt den Aufsichtsrat bei der Wahrnehmung seiner Überwachungsfunktion.# Bericht des Aufsichtsrats

Der Vorsitzende des Auditausschusses ist unabhängiges Aufsichtsratsmitglied und verfügt aus seiner beruflichen Praxis über besondere Kenntnisse und Erfahrung in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Der Vermittlungsausschuss tritt zusammen, wenn bei einer Bestellung von Mitgliedern des zur gesetzlichen Vertretung der Gesellschaft berechtigten Organs die erforderliche Mehrheit nicht erreicht wird. Der Nominierungsausschuss ist ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt. Er soll dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung vorschlagen. Weitere Informationen zur Anzahl und zu Inhalten der einzelnen Sitzungen vom Aufsichtsrat und dessen Ausschüssen im Berichtsjahr finden sich im Bericht des Aufsichtsrats auf den Seiten 12 bis 16.

Der Aufsichtsrat führt jährlich eine Beurteilung durch, wie wirksam er insgesamt und seine Ausschüsse im Speziellen ihre Aufgaben erfüllen. Diese Selbstbeurteilung erfolgte im Berichtsjahr mit externer Unterstützung auf Basis von Interviews mit den Aufsichtsratsmitgliedern, den Vorstandsmitgliedern, dem Abschlussprüfer und dem Sekretär des Aufsichtsrats. Die Ergebnisse der Befragung wurden in der Aufsichtsratssitzung im September 2021 anonymisiert präsentiert und im Aufsichtsrat diskutiert.

Ziele für die Besetzung des Aufsichtsrats, Diversitätskonzept und Kompetenzprofil

Der Aufsichtsrat der Sartorius AG ist so zu besetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen, die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlich sind. Zu diesem Zweck und auf Basis der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat nachfolgende Besetzungsziele beschlossen:

  • Unabhängigkeit: Dem Aufsichtsrat sollen auf Anteilseignerseite mindestens vier unabhängige Mitglieder angehören.
  • Altersgrenze: Für Aufsichtsratsmitglieder gilt eine Altersgrenze von grundsätzlich maximal 70 Jahren zum Zeitpunkt der Wahl. Von dieser Altersgrenze darf im Einzelfall abgewichen werden, soweit keine Zweifel an der Eignung der vorgeschlagenen Personen bestehen und deren Wahl trotz Überschreitens der Altersgrenze im Interesse des Unternehmens zweckmäßig erscheint.
  • Höchstzahl an Mandaten / zeitliche Ressourcen: Ein Aufsichtsratsmitglied, das keinem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, soll insgesamt nicht mehr als fünf Aufsichtsratsmandate bei konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen wahrnehmen, wobei ein Aufsichtsratsvorsitz doppelt zählt. Ein Aufsichtsratsmitglied, das dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, soll insgesamt nicht mehr als zwei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen und keinen Aufsichtsratsvorsitz in einer konzernexternen börsennotierten Gesellschaft wahrnehmen. Unabhängig von der Übernahme weiterer Mandate ist darauf zu achten, dass jedem Mitglied genügend Zeit für die Wahrnehmung seines Mandats im Aufsichtsrat der Sartorius AG zur Verfügung steht.
  • Ehemalige Vorstandsmitglieder: Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören.
  • Funktion bei Wettbewerbern: Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens ausüben und nicht in einer persönlichen Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber stehen.

Zudem hat sich der Aufsichtsrat ein Kompetenzprofil gegeben. Dieses umfasst auch Aspekte der Diversität, etwa hinsichtlich sich ergänzender beruflicher Profile und internationaler Erfahrung. Mit Blick auf eine angemessene Berücksichtigung beider Geschlechter gilt für den Sartorius-Aufsichtsrat die gesetzliche Quote von mindestens 30 % Frauen und mindestens 30 % Männern. Die Anteilseigner- und die Arbeitnehmerseite des Aufsichtsrats haben die getrennte Erfüllung dieser Quoten beschlossen.

  • Der Aufsichtsrat soll bei der Besetzung Mitglieder mit internationaler Erfahrung oder internationalem Hintergrund in bisherigem Umfang berücksichtigen.
  • Dem Aufsichtsrat sollen Mitglieder angehören, die über Expertise in einem oder mehreren der für Sartorius relevanten internationalen Märkte verfügen.
  • Mitglieder des Aufsichtsrats sollen Kenntnisse konzernrelevanter Technologien und Produkte sowie der Digitalisierung mitbringen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Forschung & Entwicklung, speziell im biopharmazeutischen Bereich haben.
  • Dem Gremium sollen Mitglieder angehören, die Kompetenzen im Aufbau und der Fortentwicklung innovativer Geschäftsmodelle sowie Kenntnisse in Unternehmensstrategien haben.
  • Dem Gremium sollen Mitglieder mit fundiertem Wissen zu finanzwirtschaftlichen Unternehmensprozessen angehören sowie Kompetenzen in den Bereichen Controlling und Risikomanagement; mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung und mindestens ein weiteres Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet Abschlussprüfung verfügen (§ 100 Abs. 5 AktG).
  • Mitglieder des Aufsichtsrats sollen Expertise in den Bereichen Recht, Corporate Governance sowie Compliance haben.
  • Das Gremium soll vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in Fragen der Personalwirtschaft haben.

Nach Selbsteinschätzung des Gremiums ist der Aufsichtsrat von Sartorius vielfältig und kompetent besetzt. Auch werden die vorgenannten Besetzungsziele erreicht: Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat sind Herr Prof. Dr. David Ebsworth, ‎Frau Dr. Daniela Favoccia, Frau Ilke Hildegard Panzer, Herr Prof. Dr. Thomas Scheper sowie Herr Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler unabhängige Mitglieder des Aufsichtsrats. In seiner Eigenschaft als Testamentsvollstrecker der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius ist Herr Dr. Lothar Kappich als abhängig vom kontrollierenden Aktionär anzusehen. Obwohl Herr Dr. Kappich dem Aufsichtsrat seit April 2007 und somit seit mehr als zwölf Jahren angehört, schätzen die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat ihn jedoch als unabhängig von der Gesellschaft und deren Vorstand ein, da die langjährige Mitgliedschaft im Aufsichtsrat allein keinen wesentlichen oder nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründe. Insbesondere auch der Umstand, dass Herr Dr. Kappich die Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschaft vertrete, spreche gegen die Vermutung seiner Abhängigkeit von Gesellschaft und deren Vorstand.

Mit Blick auf die ausgeglichenere Beteiligung beider Geschlechter erfüllt der Aufsichtsrat die Quote für das unterrepräsentierte Geschlecht von 30 %. Dem Aufsichtsrat gehören insgesamt sieben Männer an (rd. 58 %), darunter vier Vertreter der Anteilseigner und drei Vertreter der Arbeitnehmer. Weiterhin gehören dem Gremium fünf Frauen an (rd. 42 %), darunter zwei Vertreterinnen der Anteilseigner und drei Vertreterinnen der Arbeitnehmer. Somit wird der Quotenanforderung sowohl auf beiden Seiten des Aufsichtsrats als auch im Gesamtgremium entsprochen.

Um einen Abgleich mit den Besetzungszielen zu erleichtern, sind Kurzlebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder auf der Sartorius-Internetseite abrufbar.

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand der Sartorius AG leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Er legt die strategische Ausrichtung fest, stimmt sie mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Die Geschäftsordnung des Vorstands definiert darüber hinaus solche Rechtsgeschäfte, zu deren Wirksamkeit der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilen muss. Der Vorstand ist verantwortlich für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Regeln sowie für ein angemessenes Risikomanagement.

Die Entscheidungsfindung im Vorstand erfolgt in regelmäßigen Vorstandssitzungen, die vom Vorsitzenden einberufen und geleitet werden. Zu diesen Sitzungen werden bei Bedarf weitere Fach- und Führungskräfte beratend hinzugezogen. Der Vorstand ist als Kollegialorgan gemeinsam für Angelegenheiten von besonderer Bedeutung verantwortlich. Im Übrigen führt jedes Mitglied das ihm zugewiesene Ressort gemäß Geschäftsverteilungsplan eigenständig, wobei der Vorsitzende über alle wesentlichen Vorgänge zu unterrichten ist.

Besetzung des Vorstands, Diversität und Kompetenzanforderungen

Grundlegende Eignungskriterien bei der Besetzung von Vorstandspositionen stellen nach Auffassung des Aufsichtsrats die fachliche Eignung für die Leitung des jeweiligen Ressorts dar, nachgewiesene Leistungen in der bisherigen Karriere sowie überzeugende Führungskompetenz. Zudem achtet der Aufsichtsrat bei seinen Entscheidungen auch auf Vielfalt. So strebt der Aufsichtsrat an, Personen mit sich ergänzenden Profilen, Berufs- und Lebenserfahrungen sowie unterschiedlichen Alters in den Vorstand zu berufen. Das Vorstandsgremium soll zudem über breite internationale Erfahrung verfügen.

Der Aufsichtsrat befasst sich sowohl im Präsidialausschuss als auch im Plenum regelmäßig mit der Nachfolgeplanung des Vorstands. Um besondere Talente aus dem Unternehmen zu identifizieren, werden vielversprechende Nachwuchskräfte dazu eingeladen, im Aufsichtsrat zu bestimmten Themen zu präsentieren. Zum Zeitpunkt der Bestellung soll ein Vorstandsmitglied nicht älter als 65 Jahre sein. Von dieser Altersgrenze kann im Einzelfall abgewichen werden, soweit keine Zweifel an der Eignung der vorgeschlagenen Person bestehen und deren Bestellung trotz Überschreitens der Altersgrenze im Interesse des Unternehmens zweckmäßig erscheint.

Für den Frauenanteil im Vorstand hatte der Aufsichtsrat gemäß der bislang geltenden gesetzlichen Regelung das Ziel festgelegt, bis zum 30. Juni 2022 mindestens eine Frau in den Vorstand zu berufen. Dabei hatte der Aufsichtsrat bewusst darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Vorstand von Sartorius um ein vierköpfiges und damit relativ kleines Gremium handelt, für das die Festlegung einer starren Quote problematisch sein kann.# Sartorius AG

Der Vorstand

Aktuell besteht der Vorstand der Sartorius AG aus vier Männern und seit dem 1. Januar 2019 in unveränderter personeller Zusammensetzung. Mit der nächsten Neubestellung in den Vorstand werden das Ziel und damit auch das inzwischen beschlossene und im August 2022 in Kraft tretende gesetzliche Beteiligungsgebot erreicht werden. Auch im Hinblick auf die Berufung von Frauen in den Vorstand der Sartorius AG unterstützt der Aufsichtsrat die Aktivitäten des Vorstands, den Frauenanteil auf den dem Vorstand nachgelagerten Führungsebenen im Unternehmen weiter zu steigern. Der Präsidialausschuss sowie das Gesamtgremium lassen sich regelmäßig vom Vorstand zur Entwicklung der Frauenanteile an oberen Führungspositionen berichten.

Erste und zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands

Auf den ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands hat sich in den vergangenen Jahren der Frauenanteil insgesamt deutlich erhöht und liegt bereits auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der Vorstand hat im Jahr 2017 für die Frist bis 30. Juni 2022 beschlossen, den Anteil weiblicher Führungskräfte auf beiden nachgelagerten Ebenen auf rund 30 % zu steigern. Aktuell liegt der Anteil von Frauen auf der ersten Ebene mit 44 % deutlich oberhalb dieser Zielmarke, während er sich auf der zweiten Ebene mit rund 28 % leicht darunter befindet. Generell sei angemerkt, dass aufgrund der relativ geringen Anzahl von Führungskräften insbesondere auf der ersten Ebene bereits einzelne personelle Veränderungen zu größeren Ausschlägen bei der Quote führen können. Überdies hat in der Vergangenheit der Einbezug von akquirierten Unternehmen häufig zu einer leichten Verwässerung der Frauenanteile geführt. Dies kann auch für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht über das Geschäftsjahr 2021 und der Vermerk des Abschlussprüfers gemäß § 162 AktG, das geltende, von der Hauptversammlung am 26. März 2021 gebilligte Vergütungssystem gemäß § 87a Abs. 1 und 2 Satz 1 AktG und der von der Hauptversammlung am 26. März 2021 gefasste Vergütungsbeschluss gemäß § 113 Abs. 3 AktG sind unter www.sartorius.de/Compliance öffentlich zugänglich.

Weitere Praktiken der Unternehmensführung

Risikomanagement

Ein wesentlicher Grundsatz guter Corporate Governance ist der verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken. In der Sartorius AG und im Konzern stehen konzernübergreifende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Verfügung, die die Erfassung, Bewertung und Steuerung von geschäftlichen Risiken ermöglichen. Es erfolgt eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung der Systeme an veränderte Rahmenbedingungen. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert. Der Auditausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, einschließlich der Berichterstattung, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und des internen Revisionssystems, der Compliance sowie der Abschlussprüfung. Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Chancen- und Risikobericht dargestellt.

Transparenz

Eine einheitliche, umfassende und zeitnahe Information hat bei der Sartorius AG einen hohen Stellenwert. Es erfolgt daher für die Teilnehmer am Kapitalmarkt und die interessierte Öffentlichkeit eine unverzügliche, regelmäßige und zeitgleiche Information über die wirtschaftliche Lage des Konzerns und neue Tatsachen. Geschäftsbericht, Halbjahresfinanzbericht sowie die Quartalsmitteilungen werden im Rahmen der dafür vorgegebenen Fristen veröffentlicht. Aktuelle Entwicklungen und wichtige Ereignisse werden durch Pressemeldungen und gegebenenfalls durch Ad-hoc-Mitteilungen verlautbart. Diese Informationen stehen in der Regel zeitgleich in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung und werden über geeignete Medien und im Internet publiziert. Die wesentlichen wiederkehrenden Ereignisse und Veröffentlichungen, wie zum Beispiel die Hauptversammlung, der Geschäftsbericht und die Zwischenberichte, sind in einem Finanzkalender zusammengestellt, der auf der Internetseite dauerhaft zur Verfügung gestellt wird.

Aktiengeschäfte der Organmitglieder

Mitteilungspflichtige Eigengeschäfte in Aktien der Sartorius AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente durch Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder oder sonstige Personen mit Führungsaufgaben sowie ihnen nahestehenden Personen sind uns nicht mitgeteilt worden. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Kreuzburg hält 113.785 Stamm- und 113.785 Vorzugsaktien der Gesellschaft. Diese sind ihm als Teil seiner Vergütung aufgrund entsprechender Vereinbarungen aus den Anstellungsverträgen am 18. Dezember 2015 bzw. am 26. November 2020 mit einer jeweiligen Mindesthaltefrist von vier Jahren ab dem jeweiligen Vertragsbeginn übertragen worden. Weitere Informationen dazu finden sich im Vergütungsbericht auf den Seiten 100 ff. Der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Dr. Lothar Kappich hält als Testamentsvollstrecker des Nachlasses von Horst Sartorius rund 50,1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Stammaktien. Darüber hinaus besteht kein mitteilungspflichtiger Besitz von Aktien oder Finanzinstrumenten von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, der direkt oder indirekt größer als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien ist.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Der Konzernabschluss, Konzernlagebericht sowie die Konzernzwischenabschlüsse und -lageberichte werden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) — wie sie in der EU anzuwenden sind — und den nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Jahresabschluss der Sartorius AG erfolgt nach deutschem Handelsrecht (HGB). Der Konzernabschluss und der Jahresabschluss werden vom Vorstand aufgestellt, vom Abschlussprüfer, der von der Hauptversammlung gewählt wurde, geprüft und vom Aufsichtsrat festgestellt. Mit dem Abschlussprüfer wurde vereinbart, dass er den Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung unterrichtet. Dies umfasst auch die Berichtspflichten der Verwaltung zur Corporate Governance gemäß § 161 Aktiengesetz.

Grundzüge des Compliance Management Systems / Verhaltenskodex

Mit einem weltweit gültigen Compliance Management System stellt Sartorius sicher, dass Organmitglieder, Führungskräfte und Mitarbeiter alle gesetzlichen Regeln und Kodizes einhalten und entsprechend der internen Richtlinien handeln. Durch gezielte Aufklärung wird Fehlverhalten vorgebeugt und wirtschaftliche Schäden und Imageverlust werden vermieden. Sartorius versucht durch ein Zusammenspiel aus einem präventiven Compliance-Ansatz, der potentielle Regelverstöße bereits im Vorfeld verhindern soll, und einem repressiven Compliance-Ansatz, der eine kontinuierliche Überwachung der Regeleinhaltung bieten soll, eine optimale Risikobewältigung zu gewährleisten. Durch ein Ineinandergreifen der beiden Ansätze entsteht ein einheitliches Compliance Management System, das einen bestmöglichen Schutz vor potentiellen Regelungsverstößen bieten soll. Als präventive Komponente des Compliance Management Systems hat Sartorius einen Verhaltenskodex entwickelt und sich einem Antikorruptionskodex verpflichtet. Für etwaige Verdachtsmomente auf Compliance-Verstöße steht ein internes Meldesystem zur Verfügung. Weitere Informationen dazu finden sich auf den Seiten 87 ff. sowie im Internet unter www.sartorius.com.

Der Aufsichtsrat | Der Vorstand

Vergütungsbericht

1. Grundzüge des Vergütungssystems des Vorstands

A. Grundzüge des Vergütungssystems und Beitrag zur Förderung der Geschäftsstrategie und zur langfristigen Entwicklung der Gesellschaft

Das Vergütungssystem für den Vorstand zielt darauf ab, die Vorstandsmitglieder entsprechend ihrem Aufgaben- und Verantwortungsbereich angemessen zu vergüten und die Leistung eines jeden Vorstandsmitglieds sowie den Erfolg des Unternehmens zu berücksichtigen. Dementsprechend beinhaltet das Vergütungssystem neben festen Vergütungsbestandteilen auch kurz- und langfristige variable Vergütungsbestandteile. Die Unternehmensstrategie zielt auf profitables Wachstum sowie eine nachhaltige und langfristige Steigerung des Unternehmenswerts ab. Aus dieser Zielsetzung wird die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand der Sartorius AG abgeleitet: Die kurzfristige variable Vergütung hängt von jährlichen Unternehmenszielen ab, die an wesentlichen Kennzahlen für ein profitables Wachstum des Unternehmens ausgerichtet sind. Die Langfristvergütung hängt zum einen von einem Unternehmensziel ab, welches ein nachhaltiges und langfristiges Wachstum des Konzerns abbildet, und zum anderen von der langfristigen Kursentwicklung der Aktie, welche unmittelbar die Wertentwicklung des Unternehmens widerspiegelt. Somit setzt das Vergütungssystem Anreize im Sinne einer langfristig und nachhaltig positiven Entwicklung des Unternehmens. Das System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder ist einfach, klar und verständlich gestaltet. Es entspricht den Vorgaben des Aktiengesetzes sowie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ("DCGK") mit Ausnahme etwaiger, in der jeweiligen Entsprechenserklärung begründeter Abweichungen. Im Berichtsjahr bestehende Abweichungen von den Empfehlungen des geltenden DCGK im Bereich der Vergütung sind nachfolgend jeweils angegeben.

B. Das Vergütungssystem im Einzelnen
I. Vergütungskomponenten
  1. Überblick über die einzelnen Vergütungsbestandteile

Die Vergütung setzt sich aus festen und variablen Bestandteilen zusammen. Die festen Bestandteile sind das feste Jahresgehalt und Nebenleistungen. Die variablen erfolgsabhängigen Bestandteile bestehen aus kurzfristigen Komponenten mit einjähriger Bemessungsgrundlage und langfristigen Komponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage.# Vergütung des Vorstands

Daneben bestehen Versorgungszusagen, die unter anderem von der Höhe des Eigenbeitrags abhängen, den das jeweilige Vorstandsmitglied durch Entgeltumwandlung variabler Vergütungsanteile erbringt, und daher ebenfalls variabel ausgestaltet sind.

2. Feste Vergütungskomponenten

a) Feste Jahresvergütung

Die feste Jahresvergütung ist eine auf das Geschäftsjahr bezogene Barvergütung, die sich insbesondere an dem Aufgaben- und Verantwortungsbereich des jeweiligen Vorstandsmitglieds orientiert. Die feste Jahresvergütung wird in zwölf Monatsraten ausgezahlt.

b) Nebenleistungen

Darüber hinaus wird den Vorstandsmitgliedern als Nebenleistung jeweils ein Dienstwagen zur Verfügung gestellt, der auch privat genutzt werden kann, sowie eine Unfallversicherung zugunsten der Vorstandsmitglieder abgeschlossen. Für Vorstandsmitglieder mit Wohnsitz außerhalb Deutschlands - im Berichtsjahr 2021 Rainer Lehmann und John Gerard Mackay - werden ferner jeweils die Kosten für Heimflüge und doppelte Haushaltsführung sowie Nebenkosten hierfür übernommen. Ferner unterhält die Gesellschaft eine zugunsten der Vorstandsmitglieder abgeschlossene Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung). Die entsprechenden Versicherungsprämien haben keinen Vergütungscharakter und werden daher nicht als Personalaufwand erfasst.

3. Variable erfolgsabhängige Vergütungskomponenten

a) Kurzfristige variable Vergütung mit einjähriger Bemessungsgrundlage

Zusätzlich zu den festen Vergütungsbestandteilen haben alle Vorstandsmitglieder Anspruch auf eine kurzfristige variable Vergütung mit einjähriger Bemessungsgrundlage.

Zielparameter

Die kurzfristige variable Vergütung mit einjähriger Bemessungsgrundlage besteht aus drei Einzelkomponenten, die sich auf die finanziellen Teilziele Umsatz | Auftragseingang, underlying EBITDA und den dynamischen Verschuldungsgrad beziehen. Diese finanziellen Teilziele stellen wesentliche Steuerungselemente für profitables Wachstum sowie eine nachhaltige und langfristige Steigerung des Unternehmenswerts dar und dienen so der Umsetzung der übergeordneten strategischen Zielsetzung des Unternehmens. Zurzeit bestehen keine nicht-finanziellen Zielparameter.

Messung der Zielerreichung und Auszahlung

Der Aufsichtsrat hat für jeden Zielparameter eine Formel bestimmt, anhand derer in Abhängigkeit vom Zielerreichungsgrad die Auszahlungshöhe der zugehörigen Einzelkomponente ermittelt wird. Dabei legt der Aufsichtsrat auch jeweils (i) eine Mindestzielerreichung fest, bei deren Unterschreitung die Auszahlung Null beträgt, und (ii) eine maximale Zielerreichung, bei deren Überschreitung die Auszahlungshöhe nicht mehr zunimmt. Damit ist der Auszahlungsbetrag für jedes Teilziel auf einen maximalen Prozentsatz des individuellen Zielbetrags begrenzt (Cap). Dieser Cap liegt derzeit für alle Teilziele bei 120 %.

Für jede der Einzelkomponenten der kurzfristigen variablen Vergütung mit einjähriger Bemessungsgrundlage wird vom Aufsichtsrat vor Beginn des Geschäftsjahres ein individueller Zielbetrag für jedes Vorstandsmitglied festgelegt, auf dessen Basis jeweils anhand der für das betreffende Geschäftsjahr festgestellten Zielerreichung des zugehörigen Teilziels der konkrete Auszahlungsbetrag ermittelt wird. Die Ziele sind für die einzelnen Vorstandsmitglieder gemäß ihrem Verantwortungsbereich gewichtet und beziehen sich auf die Sparten beziehungsweise den Konzern.

Der Zielwert der finanziellen Teilziele wird vom Aufsichtsrat aus dem genehmigten Jahresbudget für das betreffende Geschäftsjahr abgeleitet und der Zielerreichungsgrad durch Vergleich mit dem Ist-Ergebnis bestimmt, welches sich aus dem geprüften und gebilligten Konzernabschluss der Gesellschaft für das betreffende Geschäftsjahr ergibt. Der Aufsichtsrat kann dabei Bereinigungen des Ist-Werts zur Berücksichtigung nicht-wiederkehrender, außergewöhnlicher Umstände und/oder nicht-operativer Effekte vornehmen.

Die jährliche kurzfristige variable Vergütung wird im auf die Gewährung folgenden Geschäftsjahr abgerechnet und ausgezahlt.

Für die Vorstandsmitglieder sind innerhalb der kurzfristigen variablen Vergütung die Teilziele wie folgt gewichtet:

Teilziel Vorstandsvorsitzender Finanzvorstand Vorstandsmitglieder mit Spartenverantwortung
Durchschnitt aus Umsatz | Auftragseingang 30 % 9 % bezogen auf die jeweilige Sparte 30 %
underlying EBITDA 40 % 12 % bezogen auf die jeweilige Sparte 40 %
dynamischer Verschuldungsgrad 30 % 9 % --
Durchschnitt aus Umsatz | Auftragseingang (Konzern) -- -- bezogen auf den Konzern 9 %
underlying EBITDA (Konzern) -- -- bezogen auf den Konzern 12 %

Teilziel „Durchschnitt aus Umsatz | Auftragseingang“

Das Teilziel „Durchschnitt aus Umsatz | Auftragseingang“ stellt eine wesentliche Wachstumskennziffer dar. Der Zielwert wird aus dem Budget abgeleitet und vom Aufsichtsrat für den Konzern und die Sparten festgelegt.

Die Mindestzielerreichung liegt bei 90 % des Zielwertes und der Cap bei 104 % des Zielwertes. Wird der Zielwert in Höhe von 90 % erreicht, liegt der Auszahlungsbetrag bei 50 % des zugehörigen individuellen Zielbetrages; für eine Zielerreichung unter 90 % erfolgt für dieses Teilziel keine Auszahlung. Wird der Zielwert in Höhe von 104 % erreicht, wird ein Betrag in Höhe von 120 % des zugehörigen individuellen Zielbetrages ausgezahlt; eine darüberhinausgehende Zielerreichung erhöht den Auszahlungsbetrag nicht weiter. Zwischenwerte werden linear interpoliert.

Die Messung der Zielerreichung erfolgt auf Grundlage der nach dem maßgeblichen geprüften und gebilligten Konzernabschluss der Gesellschaft erzielten währungsbereinigten Ist-Werte für Umsatz und Auftragseingang sowie bereinigt um Beiträge unterjährig akquirierter oder desinvestierter Unternehmensteile, soweit sie nicht Bestandteil des Zielwertes sind. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat im Einzelfall weitere Bereinigungen der Ist-Werte zur Berücksichtigung nicht-wiederkehrender außergewöhnlicher Umstände vornehmen.

Aufgrund der dynamischen Geschäftsentwicklung im Jahr 2021 wurden im Konzern sowie in den beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services für das Teilziel „Durchschnitt aus Umsatz | Auftragseingang“ Beträge erreicht, die 104 % der festgelegten Zielwerte übertrafen. Infolgedessen wird jedem Vorstandmitglied ein Betrag von 120 % des individuellen Zielbetrags für dieses Teilziel ausgezahlt.

Teilziel „underlying EBITDA“

Das Teilziel „underlying EBITDA“ ist eine zentrale Ertragskennziffer des Konzerns, mit welcher die operative Entwicklung des Konzerns auch international besser vergleichbar dargestellt werden kann. Das underlying EBITDA stellt das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation dar. Der Zielwert wird aus dem Budget abgeleitet und vom Aufsichtsrat für den Konzern bzw. die jeweilige Sparte festgelegt.

Die Mindestzielerreichung liegt bei 70 % des Zielwertes und der Cap bei 120 % des Zielwertes. Der Auszahlungsgrad erfolgt linear zum Grad der Zielerreichung, d.h. bei einer Zielerreichung von 70 % erfolgt eine Auszahlung in Höhe von 70 % des zugehörigen individuellen Zielbetrags bzw. bei einer Zielerreichung von 120 % eine Auszahlung in Höhe von 120 % des zugehörigen individuellen Zielbetrags. Liegt die Zielerreichung unter 70 %, erfolgt für dieses Teilziel keine Auszahlung; eine Zielerreichung über 120 % erhöht den Auszahlungsbetrag dagegen nicht weiter.

Die Messung der Zielerreichung erfolgt auf Grundlage des nach dem maßgeblichen geprüften und gebilligten Konzernabschluss der Gesellschaft erzielten Ist-Werts für das underlying EBITDA unter Berücksichtigung aktueller Wechselkurse. Der Aufsichtsrat kann im Einzelfall zusätzliche Bereinigungen des Ist-Werts zur Berücksichtigung nicht-wiederkehrender außergewöhnlicher Umstände vornehmen.

Im Geschäftsjahr 2021 übertraf die Zielerreichung für das Teilziel „underlying EBITDA“ 120 % des Zielwerts für den Konzern sowie für beide Sparten, so dass jedem Vorstandsmitglied ein Betrag von 120 % des individuellen Zielbetrags für dieses Teilziel ausgezahlt wird.

Teilziel „dynamischer Verschuldungsgrad“

Das Teilziel „dynamischer Verschuldungsgrad“ stellt in Bezug auf die Fremdfinanzierungspotenziale des Konzerns eine zentrale Größe dar. Er berechnet sich als Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA. Der Zielwert wird aus dem Budget abgeleitet und vom Aufsichtsrat für den Konzern festgelegt.

Der Auszahlungsgrad liegt dabei zwischen 50 % und 120 % des zugehörigen Zielbetrags. Wird der Zielwert für den dynamischen Verschuldungsgrad erreicht, liegt der Auszahlungsgrad bei 100 %. Liegt der dynamische Verschuldungsgrad über dem Zielwert, verringert sich der Auszahlungsgrad proportional bis auf 50 % bei Erreichen des vom Aufsichtsrat festgelegten Höchstbetrags für den dynamischen Verschuldungsgrad; liegt der dynamische Verschuldungsgrad über diesem Höchstwert, erfolgt keine Auszahlung für dieses Teilziel. Liegt der dynamische Verschuldungsgrad dagegen unterhalb des Zielwertes, erhöht sich der Auszahlungsgrad auf höchstens 120 % (Cap), wobei sich der zugehörige Wert des dynamischen Verschuldungsgrads dabei rechnerisch aus dem vom Aufsichtsrat festgelegten Höchst- und Zielwert für den dynamischen Verschuldungsgrad linear proportional ableitet.

Die Messung der Zielerreichung erfolgt auf Grundlage des nach dem maßgeblichen geprüften und gebilligten Konzernabschluss der Gesellschaft erzielten Ist-Werts für den dynamischen Verschuldungsgrad unter Berücksichtigung aktueller Wechselkurse sowie bereinigt um Zahlungszuflüsse und Zahlungsabflüsse aus strategischen (Kapital-)Maßnahmen, wie z.B. Akquisitionen, soweit sie nicht Bestandteil des Zielwertes sind. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat im Einzelfall weitere Bereinigungen des Ist-Werts zur Berücksichtigung nicht-wiederkehrender außergewöhnlicher Umstände vornehmen.# Geschäftsjahr 2021
Im Geschäftsjahr 2021 lag die Zielerreichung für das Teilziel „dynamischer Verschuldungsgrad“ deutlich unterhalb des als Zielwert festgelegten Wertes, so dass auch hier die Maximalerzielung von 120 % des individuellen Zielwerts erreicht wurde und eine entsprechende Auszahlung für dieses Teilziel erfolgt.

b) Langfristige variable Vergütungsbestandteile

Die langfristigen variablen Vergütungsbestandteile bestanden im Berichtsjahr bei allen Vorstandsmitgliedern zunächst aus den folgenden zwei Einzelkomponenten: Eine Einzelkomponente bezieht sich auf die Entwicklung des Konzernjahresüberschusses in einem dreijährigen Bemessungszeitraum als Zielparameter, die andere auf die Kursentwicklung der Vorzugsaktie der Sartorius AG in einem (mindestens) vierjährigen Bemessungszeitraum. Damit sind auch die langfristigen variablen Vergütungsbestandteile an finanziellen Zielparametern ausgerichtet, die profitables Wachstum und eine nachhaltige und langfristige Steigerung des Unternehmenswerts messen, und dienen so der Umsetzung der übergeordneten strategischen Zielsetzung des Unternehmens. Nicht-finanzielle Zielparameter sind derzeit auch für die langfristigen variablen Vergütungsbestandteile nicht vorgesehen.

Die Einzelkomponente Konzernjahresüberschuss der im Berichtsjahr 2021 gewährten langfristigen variablen Vergütung entspricht hinsichtlich ihres dreijährigen Bemessungszeitraums noch nicht dem am 26. März 2021 von der Hauptversammlung gem. § 120a Abs. 1 AktG gebilligten Vergütungssystem für den Vorstand. Das neue Vergütungssystem sieht in Übereinstimmung mit der Empfehlung G.10 Satz 2 DCGK eine vierjährige Bemessungsgrundlage vor und wird in Folge entsprechender Vergütungsneuregelungen ab dem Jahr 2022 für diese Einzelkomponente bei allen derzeitigen Vorstandsmitgliedern mit Ausnahme von Herrn Rainer Lehmann gelten. Für Herrn Rainer Lehmann gilt der dreijährige Bemessungszeitraum noch bis zum Ende seiner derzeitigen Bestellung, also bis zum 28. Februar 2025. Soweit im Berichtsjahr oder darüber hinaus noch eine dreijährige Bemessungsgrundlage Anwendung findet, beruht dies also auf Vergütungsregelungen in Vorstandsverträgen, die vor Inkrafttreten der Empfehlung G.10 DCGK abgeschlossen wurden.

Die beiden vorgenannten langfristigen variablen Vergütungsbestandteile sind jeweils zu 50 % gewichtet. Für jede der beiden Einzelkomponenten wird ein separater individueller Zielbetrag für jedes Vorstandsmitglied festgelegt, auf dessen Basis jeweils anhand der für die betreffenden Geschäftsjahre festgestellten Zielerreichung der zugehörigen Ziele der konkrete Auszahlungsbetrag ermittelt wird.

Dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Joachim Kreuzburg wurde als weitere langfristige variable Vergütungskomponente zusätzlich eine Aktienvergütung gewährt. Auch durch die Aktienvergütung und die dadurch vermittelte Teilnahme an der Kursentwicklung der Aktien der Gesellschaft wird die langfristige Steigerung des Unternehmenswerts als übergeordnete strategische Zielsetzung des Unternehmens gefördert. Die jeweiligen langfristigen variablen Vergütungsbestandteile stellen zusammen für jedes Vorstandsmitglied grundsätzlich den überwiegenden Teil der variablen Vergütungsbestandteile dar. Etwas Abweichendes galt im Berichtsjahr 2021 noch für die Vorstandsmitglieder Dr. René Fáber und John Gerard Mackay, bei denen die langfristigen Komponenten in Summe die Hälfte der variablen Vergütung ausmachten. Auch hier werden jedoch aufgrund zwischenzeitlicher Vergütungsneuregelungen die langfristigen variablen Vergütungsbestandteile ab dem Jahr 2022 zusammen den überwiegenden Teil ihrer variablen Vergütung bilden.

Aufgrund der gleichmäßigen Gewichtung der beiden auf den Konzernjahresüberschuss und die Kursentwicklung der Vorzugsaktie bezogenen Komponenten der langfristigen variablen Vergütung stellt der aktienbasierte Teil der variablen Vergütungen in Abweichung von der Empfehlung G.10 Satz 1 des DCGK grundsätzlich nicht den überwiegenden Teil der variablen Vergütung der Vorstandsmitglieder dar. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass auch mit der derzeitigen Gewichtung eine Anreizstruktur erreicht wird, die auf eine nachhaltige und langfristige Entwicklung der Gesellschaft ausgerichtet ist. Im Falle des Vorstandsvorsitzenden ist die variable Vergütung im Hinblick auf die zusätzlich gewährte Aktientantieme die variable Vergütung allerdings in Übereinstimmung mit dieser Empfehlung überwiegend aktienbasiert ausgestaltet.

Konzernjahresüberschuss

Die Einzelkomponente bezogen auf den Konzernjahresüberschuss hat einen Bemessungszeitraum von drei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren und beginnt mit dem Geschäftsjahr der Zuteilung der betreffenden Tranche. Die Zuteilung einer neuen Tranche erfolgt rollierend für jedes Geschäftsjahr. Der Auszahlungsbetrag für die jeweilige Tranche richtet sich nach der Gesamtzielerreichung für den zugehörigen Bemessungszeitraum, die dem Durchschnitt der Zielerreichung für jedes der drei Geschäftsjahre des betreffenden Bemessungszeitraums entspricht.

Der Aufsichtsrat legt jährlich für jedes Geschäftsjahr ein Ziel für den Konzernjahresüberschuss in Euro fest. Zur Ermittlung der Zielerreichung für ein Geschäftsjahr wird der im maßgeblichen geprüften und gebilligten Konzernabschluss der Gesellschaft ausgewiesene Konzernjahresüberschuss (bis einschließlich Gewährung 2020 nach Abzug von Minderheitenanteilen) exklusive Amortisation (Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenszusammenschlüssen gem. IFRS 3) mit dem vom Aufsichtsrat jeweils festgelegten Ziel verglichen. Dabei kann der Aufsichtsrat im Einzelfall Bereinigungen des Ist-Werts zur Berücksichtigung nicht-wiederkehrender außergewöhnlicher bzw. nicht-operativer Effekte vornehmen.

Die Auszahlungshöhe wird anhand des individuellen Zielbetrags und einer vom Aufsichtsrat festgelegten Formel bestimmt. Sie sieht (i) eine Mindestzielerreichung vor, bei deren Unterschreitung die Auszahlung Null beträgt, und (ii) eine maximale Zielerreichung, bei deren Überschreitung die Auszahlungshöhe nicht mehr zunimmt. Damit ist der Auszahlungsbetrag jeweils auf einen maximalen Prozentsatz des individuellen Zielbetrags begrenzt (Cap). Dieser Cap liegt derzeit einheitlich bei 120 % und wird bei einem Zielerreichungsgrad von 120 % erreicht.

Die Auszahlung dieser Vergütungskomponente erfolgt grundsätzlich nach Ablauf des letzten Geschäftsjahres des Bemessungszeitraums für die betreffende Tranche, der für Gewährungen im Berichtsjahr und vorhergehenden Jahren drei Jahre betrug, nach dem neuen Vergütungssystem jedoch künftig auf einen vierjährigen Bemessungszeitraum umgestellt werden soll. Zur Glättung der Auszahlungsbeträge erfolgt jedoch eine Abschlagszahlung in Höhe von 50 % des unter Zugrundelegung der Zielerreichung für das jeweils erste Geschäftsjahr des Bemessungszeitraums einer Tranche ermittelten Auszahlungsbetrags auf Basis des individuellen Zielbetrags. Die Berechnung und die Auszahlung des Abschlags erfolgen jeweils nach Ablauf des betreffenden ersten Geschäftsjahrs des zugehörigen Bemessungszeitraums auf Basis des maßgeblichen geprüften und gebilligten Konzernabschlusses der Gesellschaft. Etwaige Überzahlungen von Abschlägen werden bei Feststehen der Gesamtzielerreichung nach dem dritten Geschäftsjahr des relevanten Bemessungszeitraums mit anderen Vergütungskomponenten verrechnet.

Die auf das Geschäftsjahr 2021 entfallende Zielerreichung für die Komponente „Konzernjahresüberschuss“ lag oberhalb von 120 % des Zielwerts. Für die Zielerreichung im Mehrjahreszeitraum 2019 bis 2021 überschreitet die Zielerreichung ebenfalls den Wert von 120 %, so dass für diesen Dreijahreszeitraum eine Auszahlung von 120 % abzüglich des 2019 gewährten Abschlags zum Tragen kommt. Die vollständige Zielerreichung für den 2021 beginnenden Mehrjahreszeitraum kann erst mit Vorliegen des geprüften und gebilligten Konzernabschlusses für das Jahr 2023 ermittelt werden.

Kursentwicklung der Vorzugsaktie (Phantom Stock-Plan)

Als zweite Einzelkomponente der langfristigen variablen Vergütung erhalten die Vorstandsmitglieder virtuelle Aktien, sog. Phantom Stocks. Mit der Ausgabe von Phantom Stocks werden die Vorstandsmitglieder so gestellt, als ob sie Inhaber einer bestimmten Anzahl von Vorzugsaktien der Sartorius AG wären, ohne jedoch dividendenberechtigt zu sein. Die Wertentwicklung dieser Phantom Stocks ist an die Kursentwicklung der Vorzugsaktie der Gesellschaft gekoppelt. Dabei werden sowohl Kursgewinne als auch Kursverluste berücksichtigt. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Phantom Stocks anhand des aktuellen Aktienkurses bewertet und ihr Gegenwert in bar ausbezahlt, sofern die Bedingungen dafür vorliegen. Die Phantom Stocks sind nicht handelbar und beinhalten kein Aktienbezugsrecht.

Der Phantom Stock-Plan sieht vor, dass das jeweilige Vorstandsmitglied am Anfang eines jeden Geschäftsjahres Phantom Stocks im Wert eines vereinbarten Geldbetrags zugeschrieben bekommt. Die Auszahlung der Phantom Stocks kann für jede Jahrestranche nur insgesamt und jeweils frühestens nach vier Jahren und spätestens nach acht Jahren verlangt werden. Bei unterjährigem Beginn der Bestellungszeit erfolgt die Zuteilung (ggf. zeitanteilig) rückwirkend zum Beginn des Geschäftsjahres. Ein Auszahlungsanspruch besteht nur, wenn der Aktienkurs zum Zeitpunkt der Auszahlung gegenüber dem Zeitpunkt der Zuteilung der Phantom Stocks eine Mindestwertsteigerung von 7,5 % pro Jahr oder eine bessere Wertentwicklung als der TecDAX als Vergleichsindex erzielt hat. Darüber hinaus muss der Wert der Phantom Stocks mindestens 50 % des Zuteilungswertes betragen. Eine nachträgliche Veränderung der Vergleichsparameter schließt der Phantom Stock-Plan aus.# Maßgeblich für die Zuteilung der Phantom Stocks

Maßgeblich für die Zuteilung der Phantom Stocks sowie für deren spätere Auszahlung ist der Mittelwert der durchschnittlichen Aktienkurse der Vorzugsaktie der Sartorius AG in der Schlussauktion des XETRA-Handels an der Frankfurter Wertpapierbörse (oder eines entsprechenden Nachfolge-Handelssystems) der letzten 20 Börsenhandelstage des Vorjahres (im Falle der Zuteilung) bzw. vor dem Zeitpunkt des Auszahlungsbegehrens (im Falle der Auszahlung). Dies dient dem Ausgleich kurzfristiger Kursschwankungen. Die Auszahlung erfolgt maximal zu einem Abrechnungskurs in Höhe des 2,5 -fachen Aktienkurses zum Zeitpunkt der Zuteilung der Phantom Stocks (Cap), jeweils bezogen auf die einzelne Jahrestranche. Es besteht nach den derzeitigen Planbedingungen eine Ausübungssperre von jeweils vier Wochen vor der voraussichtlichen Bekanntgabe von Quartalsergebnissen bzw. 30 Kalendertagen vor der voraussichtlichen Bekanntgabe von Halbjahresergebnissen und vorläufigen Jahresergebnissen sowie von 20 Börsenhandelstagen nach tatsächlich erfolgter Veröffentlichung von Quartalsergebnissen und der vorläufigen Jahresergebnisse. Mit den hierdurch eingegrenzten Auszahlungsfenstern soll sichergestellt werden, dass eine Ausübung nur in Zeiträumen erfolgt, in denen die jeweils jüngsten Geschäftsergebnisse bereits im Kapitalmarkt verarbeitet sind und die turnusmäßige Veröffentlichung weiterer Geschäftsergebnisse noch ausreichend weit in der Zukunft liegt. Der Zuteilungskurs für dieses Vergütungskomponente beträgt für das Jahr 2021 354,13 €. Die Zielerreichung für dieses Teilziel wird im Vergütungsbericht nach Erdienung bzw. Ausübung durch die Vorstandsmitglieder berichtet, also zwischen 2025 und 2029.

Aktienvergütung

Herrn Dr. Kreuzburg wurde im Dezember 2019 im Zusammenhang mit der vierten Verlängerung seiner Bestellung als Mitglied und Vorsitzender des Vorstands zusätzlich eine Aktienvergütung in Form von Aktien der Gesellschaft mit einem Zuteilungswert von insgesamt 5,0 Mio. € (auf Basis des Kurswerts per 5. Dezember 2019 als dem Datum der Zusage) zugesagt; dies entspricht einem anteiligen Zuteilungswert von 1,0 Mio. € für jedes Jahr der fünfjährigen neuen Bestellungszeit. Zu diesem Zweck wurden Herrn Dr. Kreuzburg zu Beginn der neuen Bestellungszeit im November 2020 eine entsprechende Anzahl eigener Aktien (insgesamt 27.570 eigene Aktien), bestehend hälftig aus eigenen Vorzugs- und eigenen Stammaktien, übertragen. Für diese Aktien besteht eine Haltefrist bis 10. November 2024. Sollte Herr Dr. Kreuzburg das Unternehmen vor dem 11. November 2022 auf eigenen Wunsch verlassen, so verfallen die Zusagen auf Aktienzuteilung in voller Höhe; verlässt Herr Dr. Kreuzburg das Unternehmen nach dem 10. November 2022 und vor dem 11. November 2024 auf eigenen Wunsch, so verfallen die Zusagen auf Aktienzuteilung zur Hälfte. Für Zwecke der Ziel-Gesamtvergütung werden die für die laufende fünfjährige Bestellungszeit von Herrn Dr. Kreuzburg zugesagten Aktien mit ihrem anteilig auf jedes Jahr der Bestellungszeit entfallenden Zuteilungswert angesetzt.

4. Versorgungszusagen

Die Mitglieder des Vorstands erhalten grundsätzlich beitragsbezogene Versorgungszusagen bei der ersten Wiederbestellung. Auf Wunsch des betreffenden Vorstandsmitglieds schließt die Gesellschaft für die Dauer des Dienstverhältnisses eine entsprechende Versicherung ab, auf welche die jeweiligen Versorgungsbeiträge eingezahlt werden. Der Versorgungsbeitrag besteht aus einem Basisbetrag zwischen 10 % und 14 % (ab 2022 für alle Vorstandsmitglieder einheitlich 14 %) der jeweiligen jährlichen Festvergütung. Auf Wunsch kann das betreffende Vorstandsmitglied aus dem Brutto-Betrag, der an das Vorstandsmitglied im betreffenden Geschäftsjahr als kurzfristige variable Vergütung und als langfristige auf den Konzernüberschuss entfallende variable Vergütung ausgezahlt wird, zusätzlich einen Anteil zwischen höchstens 5 % und höchstens 7 % (ab 2022 für alle Vorstandsmitglieder einheitlich 7 %) im Wege der Entgeltumwandlung als Eigenbeitrag einzahlen. Macht ein Vorstandsmitglied von diesem Recht Gebrauch, leistet die Gesellschaft ihrerseits einen Zusatzbeitrag in gleicher Höhe (sog. Matching Contribution). Hiervon und den entsprechenden Vorgaben des neuen Vergütungssystems abweichend erhält das Vorstandsmitglied John Gerard Mackay letztmalig für das Geschäftsjahr 2021 einen Basisbetrag in Höhe von 9,5 % der Summe aus der jährlichen Festvergütung – vermindert um einen Aufstockungsbetrag auf die Festvergütung, der als Ersatzleistung für einen Dienstwagen vereinbart war (sog. Car Allowance) - und dem Zielbetrag der jährlichen variablen Vergütung; entsprechend entfällt dort die Möglichkeit einer Entgeltumwandlung sowie die Matching Contibution. Für Zwecke der Bestimmung der Ziel-Gesamtvergütung und des relativen Anteils der Versorgungszusagen an der Ziel-Gesamtvergütung wurde jeweils nur der von der Gesellschaft zu leistende Basisbetrag und die Matching Contribution berücksichtigt (auf Basis einer 100 % Zielerreichung der relevanten variablen Vergütungsbestandteile). Die Versorgungsleistung kann entsprechend der Versicherungsbedingungen je nach Wahlrecht des Vorstandsmitglieds in Form von Ruhegeld als Rente oder Einmalzahlung für die Fälle Alter und Invalidität sowie in Form von Hinterbliebenengeld für Witwen und Waisen gewährt werden. Die Gesellschaft garantiert weder das eingezahlte Kapital noch eine jährliche Verzinsung.

Für Herrn Dr. Kreuzburg besteht darüber hinaus aus einer älteren Versorgungszusage zusätzlich eine leistungsorientierte Versorgungsleistung in Abhängigkeit vom Gehalt eines Bundesbeamten der Besoldungsgruppe 10 der Besoldungsordnung B des Bundesbesoldungsgesetzes. Die Versorgungsleistung wird über einen Zeitraum von 20 Jahren in Höhe von 5 % für jedes Jahr der Mitgliedschaft im Vorstand der Gesellschaft erdient; die zugesagten Versorgungsleistungen sind unter Berücksichtigung der bisherigen Dienstzeiten von Herrn Dr. Kreuzburg mit Ablauf des 31. Dezember 2021 vollständig erdient. Die Versorgungsleistung wird in Form von Ruhegeld für die Fälle Alter und Invalidität sowie in Form von Hinterbliebenengeld für Witwen und Waisen gewährt und entspricht der Höhe nach 70 % der entsprechenden Versorgungsleistung für die Besoldungsgruppe 10 der Besoldungsordnung B des Bundesbesoldungsgesetzes. Diese zusätzlichen Versorgungsleistungen werden bei der Bestimmung der Ziel-Gesamtvergütung von Herrn ‎Dr. Kreuzburg und dem relativen Anteil der Versorgungszusage an der Ziel-Gesamtvergütung mit dem hierauf jeweils entfallenden Versorgungsaufwand berücksichtigt.

Für alle Versorgungszusagen ist die Vollendung des 65. Lebensjahres als reguläre Altersgrenze vorgesehen. Vorruhestandsregelungen bestehen, außer für den Fall der Invalidität, nicht.

5. Sonstige Vergütungskomponenten

Das Vergütungssystem sieht vor, dass der Aufsichtsrat bei außerordentlichen Leistungen eines Vorstandsmitglieds eine Sondervergütung nach billigem Ermessen gewähren kann. Hiervon hat der Aufsichtsrat aufgrund der außergewöhnlichen Leistungen im Berichtsjahr 2021 Gebrauch gemacht und jedem Mitglied des Vorstands eine Sondervergütung in Höhe von 45.000 € brutto gezahlt.

II. Ziel-Gesamtvergütung; relativer Anteil fester und variabler Vergütungskomponenten

Der Aufsichtsrat legt für jedes Vorstandsmitglied eine konkrete Ziel-Gesamtvergütung fest. Die Ziel-Gesamtvergütung setzt sich aus der Summe aller für die Gesamtvergütung maßgeblichen Vergütungsbestandteile zusammen. Bei den variablen Bestandteilen wird, soweit eine Zielmessung erfolgt, jeweils der Zielbetrag bei 100 % Zielerreichung zugrunde gelegt. Bei der nur im Falle des Vorstandsvorsitzenden gewährten Aktienvergütung wird im Sinne einer transparenten Nachvollziehbarkeit für Zwecke der Ziel-Gesamtvergütung der anteilig auf jedes Jahr der zugehörigen Vertragslaufzeit entfallende Zuteilungswert (= 1,0 Mio. € jährlich) angesetzt. Bei den Versorgungszusagen wird ferner unterstellt, dass die Vorstandsmitglieder von ihrem Recht zur Entgeltumwandlung variabler Vergütungsbestandteile (auf Basis einer 100 % Zielerreichung) im maximal zugelassenen Umfang Gebrauch machen und die Gesellschaft daher auch einen entsprechenden Zusatzbeitrag als Matching Contribution leistet.

Beim Vorstandsvorsitzenden liegt der relative Anteil der festen Vergütungsbestandteile (festes Jahresgehalt und Nebenleistungen) bei rund 29 % und der Anteil der variablen Vergütungsbestandteile insgesamt bei rund 64 % der Ziel-Gesamtvergütung. Dabei liegt der Anteil der kurzfristigen (Ziel-)Vergütung an der Ziel-Gesamtvergütung bei rund 17 % und der Anteil der langfristigen (Ziel-)Vergütung bei rund 47 % der Ziel-Gesamtvergütung. Der Anteil der Versorgungszusagen liegt beim Vorstandsvorsitzenden derzeit bei rund 7 % der Ziel-Gesamtvergütung.

Bei den weiteren Vorstandsmitgliedern liegt der relative Anteil der festen Vergütungsbestandteile (festes Jahresgehalt und Nebenleistungen) jeweils zwischen rund 45 % und 51 % und der Anteil aller variablen Vergütungsbestandteile jeweils zwischen rund 43 % und 49 % der Ziel-Gesamtvergütung. Dabei liegt der Anteil der kurzfristigen (Ziel-)Vergütung an der Ziel-Gesamtvergütung jeweils zwischen rund 21 % und 25 % und der Anteil der langfristigen (Ziel-)Vergütung zwischen rund 21 % und 28 % der jeweiligen Ziel-Gesamtvergütung. Der Anteil der Versorgungszusagen liegt derzeit jeweils zwischen 0 % und rund 8 % der Ziel-Gesamtvergütung.

Die festgelegten relativen Anteile der Vergütungsbestandteile entsprechen in ihrer jeweiligen Höhe den Vorgaben des maßgeblichen Vergütungssystems.

III. Rückforderung oder Reduzierung variabler Vergütung (Clawback)

In alle Vorstandsdienstverträge, die nach Inkrafttreten des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner geltenden Fassung vom 16.# Vergütungsbericht

Dezember 2019 (DCGK 2019) abgeschlossen oder angepasst wurden, wurden jeweils mit Wirkung für die Zukunft Bestimmungen aufgenommen, wonach die Gesellschaft gegen die betreffenden Vorstandsmitglieder einen Anspruch auf Rückzahlung ausgezahlter variabler Vergütung in den nachfolgenden dargestellten Fällen hat:

  1. Performance Clawback
    Liegt dem Anspruch auf Zahlung der jährlichen kurzfristigen variablen Vergütung und der Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage bezogen auf die Einzelkomponente des Konzernjahresüberschusses ein testierter und gebilligter Konzernabschluss zugrunde, der objektiv fehlerhaft war und der daher nach den relevanten Rechnungslegungsvorschriften nachträglich korrigiert werden musste, und wäre unter Zugrundelegung des korrigierten testierten Konzernabschlusses kein oder ein geringerer Anspruch auf Zahlung variabler Vergütungsbestandteile entstanden, kann die Gesellschaft den entsprechenden Betrag der Überbezahlung von dem jeweiligen Vorstandsmitglied zurückfordern.

  2. Compliance Clawback
    Wenn das Vorstandsmitglied grob fahrlässig oder vorsätzlich die Sorgfaltspflichten eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters nach § 93 Abs. 1 AktG verletzt, ist die Gesellschaft berechtigt, von dem jeweiligen Vorstandsmitglied die für den jeweiligen Bemessungszeitraum, in dem die Pflichtverletzung stattgefunden hat, die ausgezahlte jährliche kurzfristige variable Vergütung, die Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage bezogen auf die Einzelkomponente des Konzernjahresüberschusses und die liquidierten Phantom Stocks ganz oder teilweise zurückzufordern und/oder in Bezug auf noch laufende Tranchen der Phantom Stocks den Verfall zu erklären. Eine Pflicht zur Rückerstattung durch das Vorstandsmitglied besteht nicht, wenn seit der Auszahlung der jeweiligen variablen Vergütungsbestandteile bis zur Geltendmachung des Anspruchs mehr als drei Jahre vergangen sind. Der Einwand der Entreicherung gemäß § 818 Abs. 3 BGB ist ausgeschlossen. Die Geltendmachung von Schadensersatz nach § 93 AktG bleibt unberührt.

  3. Ausübung
    Im Geschäftsjahr 2021 lagen die Voraussetzungen für eine Rückforderung oder Reduzierung der Vergütung nach diesen Bestimmungen jeweils nicht vor. Entsprechend wurde hiervon kein Gebrauch gemacht.

IV. Vergütungsbezogene Rechtsgeschäfte

  1. Laufzeiten und Voraussetzungen der Beendigung vergütungsbezogener Rechtsgeschäfte
    Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder werden für die Dauer der Bestellung abgeschlossen. Erstbestellungen erfolgen jeweils für höchstens drei Jahre, Verlängerungen der Bestellungszeit für bis zu fünf Jahre. Die Laufzeiten der Dienstverträge der amtierenden Vorstandsmitglieder betragen derzeit:
    • Dr. Joachim Kreuzburg: 10. November 2025
    • Dr. René Fáber: 31. Dezember 2026
    • Rainer Lehmann: 28. Februar 2025
    • John Gerard Mackay: 31. Dezember 2023

Eine ordentliche Kündigung der Dienstverträge ist ausgeschlossen. Der Dienstvertrag kann daher nur einvernehmlich durch Aufhebungsvertrag oder durch außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund beendet werden. Eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund durch die Gesellschaft kann insbesondere auch im Falle eines Widerrufs der Bestellung eines Vorstandsmitglieds durch den Aufsichtsrat aus wichtigem Grund nach § 84 Abs. 3 AktG erfolgen. In diesem Fall gelten, sofern nicht zugleich ein wichtiger Grund für eine fristlose außerordentliche Kündigung nach § 626 BGB besteht, die gesetzlichen Kündigungsfristen gemäß § 622 BGB.

  1. Entlassungsentschädigungen
    Die Dienstverträge sehen vor, dass ein Vorstandsmitglied eine Abfindung für den Fall der außerordentlichen Kündigung des Anstellungsvertrags durch die Gesellschaft erhält, sofern das Vorstandsmitglied den Grund für die vorzeitige Beendigung nicht zu verantworten hat. Die Höhe der Abfindung beträgt maximal zwei Jahresgehälter, höchstens jedoch die Höhe der Vergütung, die bis zum Vertragslaufzeitende zu zahlen wäre. Ferner kann die Gesellschaft auch im Fall einer vorzeitigen einvernehmlichen Beendigung der Vorstandstätigkeit Abfindungsleistungen gewähren oder zusagen, deren Höhe wiederum auf maximal zwei Jahresvergütungen begrenzt ist und die nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrages vergütet.

  2. Wettbewerbsverbot
    Die Vorstandsdienstverträge sehen ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot für die Dauer von bis zu zwei Jahren nach Beendigung des Anstellungsvertrages vor. Für den Fall, dass nicht auf das Wettbewerbsverbot verzichtet oder es aufgehoben wird, ist für die Dauer des Wettbewerbsverbots eine Karenzentschädigung in Höhe der Hälfte der zuletzt gewährten Bezüge von der Gesellschaft zu zahlen. Eine etwaige, im Zusammenhang mit der Beendigung des Anstellungsvertrags an das Vorstandsmitglied zu zahlende Abfindung ist gemäß der Empfehlung G.13 des DCGK zukünftig – ab Beginn der jeweiligen neuen Vertragslaufzeit und damit spätestens ab dem Jahr 2022 – auf die Karenzentschädigung in voller Höhe anzurechnen, soweit die betreffenden Anstellungsverträge nach Inkrafttreten des DCGK verlängert wurden. Etwas anderes gilt für den Vertrag von Herrn Rainer Lehmann, dessen Vertragslaufzeit bereits zu einem früheren Zeitpunkt verlängert wurde und der derzeit keine entsprechende Anrechnungsregelung enthält.

V. Verfahren zur Fest- und Umsetzung sowie Überprüfung des Vergütungssystems

Die Vergütung wird vom Aufsichtsrat festgesetzt und von diesem regelmäßig überprüft. Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats bereitet die Entscheidung des Gesamtgremiums vor und unterbreitet entsprechende Vorschläge. Dabei überprüft der Aufsichtsrat insbesondere auch die Angemessenheit der Vergütung im Vergleich zur Vorstandsvergütung innerhalb der Peer Group der Gesellschaft (horizontale Angemessenheit). Die Peer Group wird vom Aufsichtsrat bzw. dessen Präsidialausschuss festgelegt und bei Bedarf angepasst.

Bei der Zusammensetzung der derzeitigen Peer Group hat der Präsidialausschuss zunächst in- und ausländische Unternehmen (aus Deutschland, Europa und den USA) ermittelt, die jeweils aufgrund der Branche, der Größe und des Umsatzes vergleichbar zur Gesellschaft sind. Die weitere Analyse hat allerdings ergeben, dass das Vergütungsniveau der betreffenden ausländischer Unternehmen deutlich nach oben von dem Vergütungsniveau der in Deutschland ansässigen Unternehmen abweicht und die Vergütungen sich in Bezug auf die Gewichtung ihrer Komponenten erheblich unterscheiden. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, in die Peer Group ausschließlich in Deutschland ansässige Unternehmen aufzunehmen, hierbei die Auswahl aber bewusst breit zu fassen und eine Gruppe von Unternehmen unterschiedlicher Größe, Branchen und Kapitalmarktindizes heranzuziehen. Diese Peer Group umfasst derzeit die folgenden Unternehmen: Bechtle, ‎Carl Zeiss Meditec, Compugroup Medical, DMG Mori Seiki, Drägerwerk, Drillisch, ElringKlinger, Evotec, Freenet, Fresenius Medical Care, Gerresheimer, Grenke, KWS Saat, Pfeiffer Vacuum Technology, Qiagen, Siltronic, Software AG, Symrise, United Internet.

Bei der Festsetzung der Vergütung berücksichtigt der Aufsichtsrat ferner die Vergütung des oberen Führungskreises (Senior Management) und der restlichen Belegschaft bezogen auf die deutschen Konzerngesellschaften (vertikale Angemessenheit). Der obere Führungskreis wird für diese Zwecke vom Aufsichtsrat definiert als die Gruppe an Führungskräften der ersten beiden Managementebenen unterhalb des Vorstands. Der Aufsichtsrat betrachtet dabei nicht nur die aktuelle Vergütungsrelation, sondern auch, wie sich diese im Zeitablauf entwickelt.

Bei Bedarf beauftragt der Aufsichtsrat zur Überprüfung der vertikalen und horizontalen Angemessenheit einen unabhängigen Vergütungsberater; zuletzt ist dies im Jahr 2018 erfolgt. Ferner berücksichtigt der Aufsichtsrat bei der Festsetzung und Überprüfung der Vorstandsvergütung auch die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Ein etwaiger Interessenkonflikt bei der Fest- und Umsetzung sowie der Überprüfung des Vergütungssystems wird vom Aufsichtsrat behandelt wie andere Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitglieds auch. Das betreffende Aufsichtsratsmitglied hat daher einen Interessenkonflikt gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden offenzulegen und wird an der Beschlussfassung bzw. auch an der Beratung nicht teilnehmen. Dabei wird durch eine frühzeitige Offenlegung etwaiger Interessenkonflikte sichergestellt, dass die Entscheidungen des Aufsichtsrats nicht durch sachwidrige Erwägungen beeinflusst werden.

Die laufenden Vorstandsdienstverträge der derzeitigen Vorstandsmitglieder entsprachen im Berichtsjahr mit wenigen – vorstehend jeweils erläuterten – Abweichungen bereits dem neuen Vergütungssystem und werden ihm grundsätzlich ab dem Jahr 2022 vollständig entsprechen. Soweit nach den derzeitigen Vorstandsdienstverträgen noch über das laufende Jahr hinaus Abweichungen bestehen – dies betrifft lediglich noch die weiterhin dreijährige Bemessungsgrundlage mit Abschlagszahlung für die Komponente Konzernjahresüberschuss der langfristigen variablen Vergütung sowie die fehlende Anrechnung der Karenzentschädigung auf eine Abfindung im Fall von Rainer Lehmann – , wird der Aufsichtsrat im Einvernehmen mit dem betreffenden Vorstandsmitglieder prüfen, inwieweit und ggf. ab welchem Zeitraum eine Anpassung erfolgen kann. Solange weiterhin Abweichungen bestehen, werden diese im Vergütungsbericht dargestellt.

VI. Einhaltung der Maximalvergütung des Vorstands

Die Vorstandsvergütung ist in zweierlei Hinsicht begrenzt. Nach dem neuen Vergütungssystem ist die Gesamtvergütung bestehend aus Festgehalt einschließlich Nebenleistungen, Versorgungsaufwand und den kurz- und langfristigen variablen Vergütungsteilen für ein Geschäftsjahr – unabhängig davon, ob sie in dem betreffenden Geschäftsjahr oder zu einem anderen Zeitpunkt ausgezahlt wird – für den Vorstandsvorsitzenden insgesamt auf einen Betrag von maximal 4,5 Mio. € brutto und bei jedem anderen Vorstandsmitglied auf einen Betrag von maximal 2,25 Mio.# Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats

€ brutto begrenzt. Die Maximalvergütung berücksichtigt die jeweils maximal möglichen erfolgsunabhängigen festen und erfolgsabhängigen variablen Vergütungskomponenten einschließlich des Versorgungsaufwands. Als Nebenleistungen gewährte Sachleistungen werden mit ihrem für die Lohnsteuer maßgeblichen Wert angesetzt. Hinsichtlich der Aktienvergütung des Vorstandsvorsitzenden wird im Rahmen der Maximalvergütung der anteilig auf ein Jahr entfallende Zuteilungswert angesetzt. Bei allen derzeitigen Vorstandsmitgliedern sind die Einzelkomponenten ihrer Vergütung bereits derzeit so ausgestaltet, dass die dem betreffenden Vorstandsmitglied für ein Geschäftsjahr insgesamt gewährte Gesamtvergütung - unabhängig davon, ob sie in dem betreffenden Geschäftsjahr oder zu einem anderen Zeitpunkt ausgezahlt wird – die im Neuen Vergütungssystem festgelegte Maximalvergütung nicht übersteigt. Hierzu ist für alle variablen Vergütungskomponenten jeweils ein eigenständiger Höchstbetrag vorgesehen. Dieser Höchstbetrag beträgt im Falle der kurzfristigen variablen Vergütung mit einjähriger Bemessungsgrundlage und bei der auf den Konzernjahresüberschuss bezogenen Komponente der langfristigen variablen Vergütung derzeit jeweils 120 % des Zielbetrags und im Falle der Beteiligung am Phantom Stock Programm 250 % des Zuteilungsbetrags; die Aktienvergütung des Vorstandsvorsitzenden wird für Zwecke der Maximalvergütung mit dem anteilig auf ein Jahr entfallende Zuteilungswert und damit mit einem von vornherein feststehenden Betrag berücksichtigt (siehe vorstehend).

Die folgende Tabelle stellt die Höchstgrenzen für die variablen Vergütungsbestandteile und die Aktiengewährung dar. Die Einhaltung der Höchstgrenze für die kurzfristige variable Vergütung sowie die Aktiengewährung kann für das Geschäftsjahr 2021 bereits geprüft werden. Die Einhaltung der Höchstgrenzen für die mehrjährige variable Vergütung kann erst rückwirkend geprüft werden, wenn diese erdient bzw. die Phantom Stocks ausgeübt wurden.

Dr. Joachim Kreuzburg Dr. René Fáber
in T€ in T€
Ziel- ‎vergütung Maximal- ‎vergütung Zufluss Ziel- ‎vergütung Maximal- ‎vergütung Zufluss
Kurzfristige variable Vergütung 600 720 720 220 264 264
Mehrjährige variable Vergütung
Konzernjahresüberschuss 2021 (3 Jahre) 325 390 - 110 132 -
Phantom Stock-Tranche 2021 (Ausübung ab 2025) 325 813 - 110 275 -
Aktiengewährung 1.000 1.000 1.000 - - -
Rainer Lehmann John Gerard Mackay
in T€ in T€
Ziel- ‎vergütung Maximal- ‎vergütung Zufluss Ziel- ‎vergütung Maximal- ‎vergütung Zufluss
Kurzfristige variable Vergütung 275 330 330 220 264 264
Mehrjährige variable Vergütung
Konzernjahresüberschuss 2021 (3 Jahre) 193 231 - 110 132 -
Phantom Stock-Tranche 2021 (Ausübung ab 2025) 193 481 - 110 275 -
Aktiengewährung - - - - - -

Der Betrag der festen Vergütungsbestanteile und die Ziel- bzw. Zuteilungsbeträge der variablen Vergütungsbestandteile für das Geschäftsjahr 2021 wurden bei allen Vorstandsmitgliedern so gewählt, dass –auch bei Ansatz des jeweiligen Höchstbetrags im Falle der variablen Vergütungsbestandteile – der Brutto-Gesamtbetrag der festen und variablen Vergütungsbestandteile des jeweiligen Vorstandsmitglieds den durch die Maximalvergütung festgelegten Höchstbetrag für dieses Geschäftsjahr nicht überschreitet. Die folgende Tabelle zeigt die maximal erzielbaren Beträge der einzelnen Vergütungskomponenten für das Jahr 2021 und verdeutlicht, dass die maximal erzielbare Vergütung unter der festgelegten Maximalvergütung des Aufsichtsrats gemäß § 87a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AktG liegt.

in T€ Dr. Joachim Kreuzburg Dr. René Fáber Rainer Lehmann John Gerard Mackay
Festvergütung 1.000 440 440 440
Nebenleistungen 15 13 83 29
Erfolgsunabhängige Vergütung 1.015 453 523 469
Erfolgsbezogene Vergütung (1 Jahr) 720 264 330 264
Kurzfristige variable Vergütung 720 264 330 264
Konzernjahresüberschuss (3 Jahre) 390 132 231 132
Phantom Stock-Plan (4 -8 Jahre) 813 275 481 275
Mehrjährige variable Vergütung 1.203 407 712 407
Aktiengewährung 1000 0 0 0
Sonstige Vergütungskomponente 45 45 45 45
Versorgungszusage 333 0 94 84
Maximal erzielbare Vergütung 4.316 1.169 1.705 1.269
Maximalvergütung gemäß ‎§ 87a Abs. 1 S. 2 Nr. 1 AktG 4.500 2.250 2.250 2.250

Über die abschließende Prüfung der Einhaltung der Maximalvergütung für das Geschäftsjahr 2021 wird im Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr berichtet, in dem die letzte langfristige Vergütungskomponente erdient wurde und/oder ausgeübt worden ist. Da Sartorius in der Vergangenheit keine vergleichbare Regelung zur Maximalvergütung hatte, kann im Berichtjahr keine Angabe zur Einhaltung der Maximalvergütung für ein früheres Geschäftsjahr erfolgen.

2. Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr

Die gewährte und geschuldete Vergütung für die aktive Vorstandstätigkeit aller Vorstandsmitglieder zusammen beliefen sich im Jahr 2021 insgesamt auf 5.750 T€ nach 4.831 T€ im Vorjahr. Die Details der einzelnen Vergütungskomponenten werden im Folgenden beschrieben.

Gewährte und geschuldete Vergütung des Vorstands gemäß § 162 AktG

In der nachfolgenden Tabelle wird die gewährte und geschuldete Vergütung des Vorstands gemäß § 162 AktG angegeben. Eine Vergütung gilt als geschuldet, wenn sie fällig ist, aber noch nicht erfüllt wurde. Die Gewährung wird hier bereits bei erbrachter Leistung und nicht erst im Zeitpunkt der Auszahlung angenommen. Bei den genannten Werten für variable Vergütungsbestandteile handelt es sich um die im jeweiligen Geschäftsjahr „erdienten“ Beträge.

Dr. Joachim Kreuzburg Dr. René Fáber
in T€ in T€
2021 in % 2020 in % 2021 in % 2020 in %
Festvergütung 1.000 39 % 903 41 % 440 49 % 440 62 %
Nebenleistungen 15 1 % 15 1 % 13 1 % 13 2 %
Erfolgsunabhängige Vergütung 1.015 39 % 918 42 % 453 51 % 453 63 %
Erfolgsbezogene Vergütung (1 Jahr) 2 720 28 % 546 25 % 264 30 % 261 37 %
Konzernjahresüberschuss (3 Jahre) 3 266 10 % 218 10 % 128 14 % 0 0 %
Phantom Stock-Plan (4 -8 Jahre) 4 539 21 % 520 24 % 0 0 % 0 0 %
Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung 805 31 % 738 34 % 128 14 % 0 0 %
Sonstige Vergütungskomponente 45 2 % 0 0 % 45 5 % 0 0 %
Beitragsorientierte Versorgungszusagen 5 0 0 % 0 0 % 0 0 % 0 0 %
Gesamtvergütung 2.585 100 % 2.202 100 % 890 100 % 714 100 %
Rainer Lehmann John Gerard Mackay
in T€ in T€
2021 in % 2020 in % 2021 in % 2020 in %
Festvergütung 440 34 % 438 38 % 440 44 % 440 57 %
Nebenleistungen 1 83 6 % 76 7 % 29 3 % 31 4 %
Erfolgsunabhängige Vergütung 523 41 % 514 45 % 469 47 % 471 61 %
Erfolgsbezogene Vergütung (1 Jahr) 2 330 26 % 311 27 % 264 27 % 222 29 %
Konzernjahresüberschuss (3 Jahre) 3 128 10 % 105 9 % 128 13 % 0 0 %
Phantom Stock-Plan (4 -8 Jahre) 4 259 20 % 208 18 % 0 0 % 0 0 %
Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung 387 30 % 313 28 % 128 13 % 0 0 %
Sonstige Vergütungskomponente 45 4 % 0 0 % 45 5 % 0 0 %
Beitragsorientierte Versorgungszusagen 5 0 0 % 0 0 % 84 8 % 84 11 %
Gesamtvergütung 1.285 100 % 1.138 100 % 990 100 % 777 100 %
  • Die Beiträge zur D&O-Versicherung in Höhe von insgesamt 470 T€ (Vorjahr: 205 T€) sind nicht enthalten, da sie sich auf die Organmitglieder aller Gesellschaften des Sartorius Konzerns beziehen und eine Zuordnung auf einzelne Versicherte nicht erfolgt.
  • Wert entsprechend tatsächlicher Zielerreichung.
  • Wert entsprechend tatsächlicher Zielerreichung des Plans, der im Geschäftsjahr endete, d. h. für 2021: Konzernjahresüberschuss 2019 -2021 (Vorjahr: Konzernjahresüberschuss 2018 -2020)
  • Beizulegender Zeitwert in dem Zeitpunkt der Erfüllung der Ausübungsvoraussetzungen.
  • Zahlungen für einen Versorgungsplan.

Im Rahmen der auf dem Konzernjahresüberschuss dreier aufeinander folgender Geschäftsjahre basierenden Vergütungskomponente erhält jedes Vorstandsmitglied nach dem ersten Geschäftsjahr eine Abschlagszahlung in Höhe von 50 % der Zielerreichung dieses Geschäftsjahres. Bei Feststehen der Gesamtzielerreichung nach dem dritten Geschäftsjahr erfolgt dann die abschließende Auszahlung unter Anrechnung der jeweiligen Abschlagszahlung. Die Höhe der insgesamt ausgezahlten Abschläge stellt sich zum Ende des Berichtsjahres wie folgt dar:

in T€ 2021 2020
Stand zum 01.01. des Geschäftsjahres 470 375
verrechnete Abschläge – 190 – 185
gezahlte Abschläge 327 280
Stand zum 31.12. des Geschäftsjahres 607 470

Gewährte und geschuldete Vergütung ehemaliger Mitglieder des Vorstands

Reinhard Vogt (bis 31.12.2018) Jörg Pfirrmann (bis 28.02.2017) Sonstige
in T€
2021 2020 2021 2020 2021 2020
Phantom Stock-Plan (4 -8 Jahre) 1 336 325 0 114 0 0
Kapitalzahlung 0 921 0 0 0 0
Rente 0 0 0 0 517 501
Gesamtvergütung 336 1.246 0 114 517 501
  • Beizulegender Zeitwert in dem Zeitpunkt der Erfüllung der Ausübungsvoraussetzungen.

3. Angaben zu anteilsbasierter Vergütung | Phantom Stocks

Anzahl Phantom ‎Stocks Zuteilungs-kurs ‎in € Zeitwert bei Gewährung auf den 01.01. des jeweiligen Jahres ‎in T€ Zeitwert zum ‎Jahresabschluss ‎31.12.2020 ‎in T€ Zeitwert zum ‎Jahresabschluss ‎31.12.2021 ‎in T€ Ausgezahlt ‎im ‎Geschäfts- ‎jahr 2021 ‎in T€ Wertver- ‎änderung im Geschäfts- ‎jahr 2021 ‎in T€ Status ‎
Dr. Joachim Kreuzburg
Tranche Geschäftsjahr 2017 2.950 70,51 208 520 0 520 0 ausgezahlt
Tranche Geschäftsjahr 2018 2.685 80,32 216 539 539 0 0 ausübbar
Tranche Geschäftsjahr 2019 1.950 113,78 222 555 555 0 0 nicht ausübbar
Tranche Geschäftsjahr 2020 1.240 190,30 236 401 590 0 189 nicht ausübbar
Summe Tranchen Vorjahre 8.825 882 2.015 1.684 520 189
Tranche Geschäftsjahr 2021 918 354,13 325 0 500 0 175 nicht ausübbar
Summe Tranchen Gesamt 9.743 1.207 2.015 2.184 520 364
Dr.
## Tranche Geschäftsjahr 2019
:-------------------- ----: --------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Tranche
Geschäftsjahr 2019 934 113,78 106 266 266 0 0 nicht ausübbar
## Tranche Geschäftsjahr 2020
:-------------------- ----: --------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Tranche
Geschäftsjahr 2020 578 190,30 110 187 275 0 88 nicht ausübbar
## Summe Tranchen Vorjahre
:-------------------- ----: --------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Summe Tranchen 1.512 216 453 541 0 88
Vorjahre
## Tranche Geschäftsjahr 2021
:-------------------- ----: --------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Tranche
Geschäftsjahr 2021 311 354,13 110 0 169 0 59 nicht ausübbar
## Summe Tranchen Gesamt
:-------------------- ----: --------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Summe Tranchen 1.823 326 453 710 0 147
Gesamt

Rainer Lehmann

Tranche Geschäftsjahr 2017

Tranche
Geschäftsjahr 2017 1.182 70,51 83 208 0 208 0
## Tranche Geschäftsjahr 2018
:-------------------- ----: -------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Tranche
Geschäftsjahr 2018 1.289 80,32 104 259 259 0 0
## Tranche Geschäftsjahr 2019
:-------------------- ----: -------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Tranche
Geschäftsjahr 2019 934 113,78 106 266 266 0 0
## Tranche Geschäftsjahr 2020
:-------------------- ----: -------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Tranche
Geschäftsjahr 2020 936 190,30 178 303 445 0 142
## Summe Tranchen Vorjahre
:-------------------- ----: -------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Summe Tranchen 4.341 471 1.036 970 208 142
Vorjahre
## Tranche Geschäftsjahr 2021
:-------------------- ----: -------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Tranche
Geschäftsjahr 2021 544 354,13 193 0 297 0 104
## Summe Tranchen Gesamt
:-------------------- ----: -------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Summe Tranchen 4.885 664 1.036 1.267 208 246
Gesamt

John Gerard Mackay

Tranche Geschäftsjahr 2019

Tranche
Geschäftsjahr 2019 934 113,78 106 266 266 0 0
## Tranche Geschäftsjahr 2020
:-------------------- ----: --------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Tranche
Geschäftsjahr 2020 578 190,30 110 187 275 0 88
## Summe Tranchen Vorjahre
:-------------------- ----: --------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Summe Tranchen 1.512 216 453 541 0 88
Vorjahre
## Tranche Geschäftsjahr 2021
:-------------------- ----: --------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Tranche
Geschäftsjahr 2021 311 354,13 110 0 169 0 59
## Summe Tranchen Gesamt
:-------------------- ----: --------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Summe Tranchen 1.823 326 453 710 0 147
Gesamt

Reinhard Vogt (bis 31.12.2018)

Tranche Geschäftsjahr 2017

Tranche
Geschäftsjahr 2017 1.844 70,51 130 325 0 325 0
## Tranche Geschäftsjahr 2018
:-------------------- ----: -------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Tranche
Geschäftsjahr 2018 1.673 80,32 134 336 336 0 0
## Tranche Geschäftsjahr 2019
:-------------------- ----: -------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Tranche
Geschäftsjahr 2019 661 113,78 75 188 188 0 0
## Summe Tranchen Vorjahre
:-------------------- ----: -------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Summe Tranchen 4.178 339 849 524 325 0
Vorjahre

Jörg Pfirrmann (bis 28.02.2017)

Tranche Geschäftsjahr 2017

Tranche
Geschäftsjahr 2017 644 70,51 45 114 0 114 0
## Summe Tranchen Vorjahre
:-------------------- ----: -------: ----: ----: ----: ----: :-------------
Summe Tranchen 644 45 114 0 114 0
Vorjahre

4. Versorgungszusagen

Das voraussichtliche Ruhegehalt, der Barwert der Pensionsverpflichtungen sowie der Dienstzeitaufwand ergeben sich aus der nachstehenden Übersicht:

Voraussichtliches Ruhegehalt Barwert der Pensionsverpflichtung (IFRS) Dienstzeitaufwand (IFRS)
‎ in T€ p. a. 31.12.2021 31.12.2020
2021 2020
Dr. Joachim Kreuzburg 266 4.941 4.943
Rainer Lehmann 84 391 192
350 5.332 5.135
177 187

Zudem wurde im Jahr 2021 für Herrn Dr. Joachim Kreuzburg ein Versorgungsbeitrag in Höhe von 138 T€ (2020: 124 T€) und für Herrn Rainer Lehmann ein Versorgungsbeitrag in Höhe von 91 T€ (2020: 62 T€) aufgewandt.

5. Vergleichende Darstellung

in T€

2021 in % 2020
Gegenwärtige Mitglieder des Vorstands
Dr. Joachim Kreuzburg 2.585 17 % 2.202
Dr. René Fáber 890 25 % 714
Rainer Lehmann 1.285 13 % 1.138
John Gerard Mackay 990 27 % 777
Ehemalige Vorstandsmitglieder
Reinhard Vogt 336 73 %
Jörg Pfirrmann 0 100 %
Sonstige 517 3 % 501

Ertragsentwicklung

Bereinigtes EBITDA 1.175 70 % 692
in Mio. €
Jahresergebnis der Sartorius AG 41 64 %
in Mio. €

Durchschnittliche Vergütung der Mitarbeiter

Mitarbeiter des Konzerns im Inland 89 1 % 88

Bei der Darstellung der durchschnittlichen Vergütung der Arbeitnehmer sind alle Mitarbeiter der deutschen Konzernunternehmen (ohne Vorstand) einbezogen worden. Die durchschnittliche Vergütung enthält neben den Löhnen und Gehältern auch die Sozialabgaben sowie Aufwendungen für die Altersversorgung. Soweit Arbeitnehmer zugleich eine Vergütung als Mitglied des Aufsichtsrats der Sartorius AG erhalten, wurde diese Vergütung nicht berücksichtigt. Die Vergütung von Teilzeitkräften wurde auf Vollzeitäquivalente hochgerechnet.

6. Grundzüge des Vergütungssystems des Aufsichtsrats

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist in der Satzung der Sartorius AG festgelegt und beinhaltet eine Festvergütung, Sitzungsgeld und Auslagenersatz. Die Übernahme des Vorsitzes und des stellvertretenden Vorsitzes im Aufsichtsrat werden durch eine höhere Festvergütung berücksichtigt. Die Mitgliedschaft und der Vorsitz in Ausschüssen des Aufsichtsrats, mit Ausnahme des Nominierungsausschusses sowie des Ausschusses gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz, werden mit zusätzlichen jährlichen Festbeträgen, Sitzungsgeld und Auslagenersatz vergütet. Daneben sind die Mitglieder des Aufsichtsrats in eine von der Gesellschaft abgeschlossene Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Organmitglieder (D&O-Versicherung) mit einbezogen, deren Prämien die Sartorius Aktiengesellschaft zahlt. Die D&O-Versicherung deckt die gesetzliche Haftpflicht aus der Aufsichtsratstätigkeit ab und wurde zu marktüblichen und angemessenen Konditionen vereinbart. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist entsprechend der überwiegenden Marktpraxis bei börsennotierten Gesellschaften in Deutschland als reine Festvergütung zuzüglich eines Sitzungsgeldes ausgestaltet. Erfolgsabhängige Bestandteile sind nicht enthalten. Vorstand und Aufsichtsrat sind der Auffassung, dass eine reine Festvergütung der Aufsichtsratsmitglieder am besten geeignet ist, die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats zu stärken und der unabhängig vom Unternehmenserfolg zu erfüllenden Beratungs- und Überwachungsfunktion des Aufsichtsrats Rechnung zu tragen. Höhe und Ausgestaltung der Aufsichtsratsvergütung stellen sicher, dass die Gesellschaft in der Lage ist, qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten für eine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gesellschaft zu gewinnen; hierdurch trägt die Aufsichtsratsvergütung nachhaltig zur Förderung der Geschäftsstrategie sowie zur langfristigen Entwicklung der Gesellschaft bei. Die bestehende Vergütungsregelung berücksichtigt insbesondere auch die Empfehlung G.17 und die Anregung G.18 Satz 1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner geltenden Fassung.

7. Gewährte und geschuldete Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder

in T€

2021 2020
Gesamtvergütung des Aufsichtsrats
Gesamtvergütung 1.057 1.049
Erfolgsunabhängige Vergütung 675 675
Vergütung für Ausschusstätigkeit 121 120
Sitzungsgeld 192 186
Gesamtvergütung für den Sartorius Stedim Biotech Teilkonzern 69 68
Vergütung von der Sartorius Stedim Biotech S.A., Aubagne 69 68

in T€

2021 2020
Dr. Lothar Kappich (Vorsitzender)
Gesamtvergütung 261 262
Erfolgsunabhängige Vergütung 135 135
Vergütung für Ausschusstätigkeit 33 33
Sitzungsgeld 24 26
Vergütung von der Sartorius Stedim Biotech S.A., Aubagne 69 68

in T€

2021 2020
Manfred Zaffke (Stellvertretender Vorsitzender) 1
Gesamtvergütung 137 140
Erfolgsunabhängige Vergütung 90 90
Vergütung für Ausschusstätigkeit 24 24
Sitzungsgeld 23 26

in T€

2021 2020
Annette Becker 1
Gesamtvergütung 70 54
Erfolgsunabhängige Vergütung 45 45
Vergütung für Ausschusstätigkeit 8 0
Sitzungsgeld 17 9

in T€

2021 2020
Prof. Dr. David Raymond Ebsworth
Gesamtvergütung 57 56
Erfolgsunabhängige Vergütung 45 45
Sitzungsgeld 12 11

in T€

2021 2020
Dr. Daniela Favoccia
Gesamtvergütung 57 56
Erfolgsunabhängige Vergütung 45 45
Sitzungsgeld 12 11

in T€

2021 2020
Petra Kirchhoff
Gesamtvergütung 57 56
Erfolgsunabhängige Vergütung 45 45
Sitzungsgeld 12 11

in T€

2021 2020
Karoline Kleinschmidt 1
Gesamtvergütung 57 56
Erfolgsunabhängige Vergütung 45 45
Sitzungsgeld 12 11

in T€

2021 2020
Dietmar Müller (ab 16.05.2020) 1
Gesamtvergütung 75 31
Erfolgsunabhängige Vergütung 45 28
Vergütung für Ausschusstätigkeit 13 0
Sitzungsgeld 17 3

in T€

2021 2020
Ilke Hildegard Panzer
Gesamtvergütung 57 56
Erfolgsunabhängige Vergütung 45 45
Sitzungsgeld 12 11

in T€

2021 2020
Hermann Jens Ritzau (ab 01.03.2021) 1
Gesamtvergütung 49 0
Erfolgsunabhängige Vergütung 38 0
Sitzungsgeld 11 0

in T€

2021 2020
Prof. Dr. Thomas Scheper
Gesamtvergütung 56 56
Erfolgsunabhängige Vergütung 45 45
Sitzungsgeld 11 11

in T€

2021 2020
Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
Gesamtvergütung 108 108
Erfolgsunabhängige Vergütung 45 45
Vergütung für Ausschusstätigkeit 39 39
Sitzungsgeld 24 24

Ausgeschiedene Aufsichtsratsmitglieder

in T€

2021 2020
Uwe Bretthauer (bis 28.02.2021) 1
Gesamtvergütung 16 95
Erfolgsunabhängige Vergütung 7 45
Vergütung für Ausschusstätigkeit 4 24
Sitzungsgeld 5 26

in T€

2021 2020
Michael Dohrmann (bis 15.05.2020) 1
Gesamtvergütung 0 23
Erfolgsunabhängige Vergütung 0 17
Sitzungsgeld 0 6

1 Die Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütungen nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen. Über die Aufsichtsratsvergütung hinaus erhalten die Arbeitnehmervertreter, die Arbeitnehmer im Sartorius Konzern sind, Entgeltleistungen, die nicht im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für den Aufsichtsrat stehen.

8. Vergleichende Darstellung

in T€

2021 in % 2020
Gegenwärtige Mitglieder des Aufsichtsrats
Dr. Lothar Kappich (Vorsitzender) 261 0 % 262
Manfred Zaffke (Stellvertretender Vorsitzender) 137 2 %
Annette Becker 70 30 % 54
Prof. Dr. David Raymond Ebsworth 57 2 % 56
Dr. Daniela Favoccia 57 2 % 56
Petra Kirchhoff 57 2 % 56
Karoline Kleinschmidt 57 2 % 56
Dietmar Müller (ab 16.05.2020) 75 142 % 31
Ilke Hildegard Panzer 57 2 % 56
Hermann Jens Ritzau (ab 01.03.2021) 49
Prof. Dr. Thomas Scheper 56 0 % 56
Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler 108 0 % 108
Ehemalige Mitglieder des Aufsichtsrats
Uwe Bretthauer (bis 28.02.2021) 16 83 %
Michael Dohrmann (bis 15.05.2020) 0 100 %

Ertragsentwicklung

Bereinigtes EBITDA 1.175 70 % 692
in Mio. €
Jahresergebnis der Sartorius AG 41 64 %
in Mio. €

Durchschnittliche Vergütung der Mitarbeiter

Mitarbeiter des Konzerns im Inland 89 1 % 88

Bei der Darstellung der durchschnittlichen Vergütung der Arbeitnehmer sind alle Mitarbeiter der deutschen Konzernunternehmen (ohne Vorstand) einbezogen worden. Die durchschnittliche Vergütung enthält neben den Löhnen und Gehältern auch die Sozialabgaben sowie Aufwendungen für die Altersversorgung. Soweit Arbeitnehmer zugleich eine Vergütung als Mitglied des Aufsichtsrats der Sartorius AG erhalten, wurde diese Vergütung nicht berücksichtigt. Die Vergütung von Teilzeitkräften wurde auf Vollzeitäquivalente hochgerechnet.# Nichtfinanzielle Konzernerklärung

Verantwortung bei Sartorius

Nachhaltigkeitsmanagement

Einbindung der Stakeholder

Über die nichtfinanzielle Konzernerklärung

Organisationsprofil

Wesentlichkeitsanalyse

Risikomanagement

Berichterstattung gemäß EU-Taxonomie

Sustainable Development Goals

Innovation & gesellschaftlicher Beitrag

Mitarbeiter

Talente finden und binden

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Verantwortungsbewusste Geschäftspraktiken

Compliance

Lieferkette

Menschenrechte

Umwelt

Energieverbrauch und Emissionen

Produktverantwortung

Verantwortung bei Sartorius

Nachhaltigkeitsmanagement

Sartorius ist ein international führender Partner der biopharmazeutischen Industrie. Mit unseren Technologien helfen wir Forschern und Ingenieuren, einfacher und schneller Fortschritte in den Life Sciences und der Bioprozesstechnologie zu erreichen und ermöglichen so die Entwicklung neuer und besserer Therapien und Impfstoffe sowie bezahlbarer Medizin.

In den Industrieländern leiden viele Menschen an Krankheiten, für die es noch keine effektive Behandlung gibt. Beispiele hierfür sind Krebs-, Demenz oder Autoimmunerkrankungen, angeborene Stoffwechselstörungen sowie Infektionskrankheiten. Gleichzeitig können bereits viele Krankheiten geheilt oder behandelt werden, die noch vor einigen Generationen zum Tode geführt hätten. Kombiniert mit rückläufigen Geburtenzahlen führt dies in den Industrienationen zu einer alternden Gesellschaft, die auf gesundes Altwerden und eine lange soziale Teilhabe angewiesen ist.

In Entwicklungs- und Schwellenländern liegen Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von medizinischer Versorgung deutlich unterhalb des Standards der Industrienationen: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen oder nur unzureichenden Zugang zu medizinischer Versorgung. Für jedes zweite Kind bleibt die Grundimmunisierung ein unerreichtes Ziel, und jährlich sterben schätzungsweise 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren an Krankheiten, vor denen sie durch Impfungen geschützt wären.

Es ist unser Geschäftszweck, unsere Kunden bei der Entwicklung und Herstellung von biotechnologisch hergestellten Medikamenten und Impfstoffen zu unterstützen und so die Entwicklung und sichere Produktion von Impfstoffen sowie biopharmazeutischen Medikamenten zur Behandlung schwerer und zum Teil seltener Krankheiten zu ermöglichen. Das Nachhaltigkeitsziel ‚Gesundheit und Wohlergehen‘ der Vereinten Nationen ist damit ein integraler Bestandteil unseres Kerngeschäfts.

In unserer 150jährigen Geschichte haben wir Nachhaltigkeit auf vielen Ebenen in unserem Unternehmen verankert. Für uns bedeutet sie langfristig orientiertes, verantwortungsvolles Handeln - in Bezug auf unsere Kunden, Mitarbeiter, Investoren und Geschäftspartner sowie die gesamte Gesellschaft. Dies beinhaltet einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Nachhaltig zu agieren heißt auch, beweglich zu bleiben und sich kontinuierlich mit der Frage zu beschäftigen, wie man der sich verändernden Welt begegnet und einen positiven Beitrag leisten kann. Dies betrifft die Weiterentwicklung unserer geschäftlichen Tätigkeit genauso wie die Wahrnehmung unserer unternehmerischen Verantwortung.

Wie bereits das Vorjahr war auch das Jahr 2021 von der Coronavirus-Pandemie geprägt. Die Pandemie ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die gleichzeitig verdeutlicht, wie Sartorius einen direkten Beitrag zum Ziel ‚Gesundheit und Wohlergehen für alle Menschen‘ leistet: Mit seinen Produkten und seinem Prozesswissen ist Sartorius an einem Großteil der weltweiten Impfstoffprojekte gegen das Coronavirus beteiligt.

Auch die Optimierung von Prozessen und Verfahren in der gesamten Wertschöpfungskette kann einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten – dies umfasst vor allem die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten im Einkauf, der Produktentwicklung und der Produktion. Teile unseres Produktportfolios sind Verbrauchsmaterialien wie Filter, Pipettenspitzen, Zellkulturmedien oder Beutel. Diese sterilen Produkte zur Nutzung in der biopharmazeutischen Forschung und Produktion weisen entscheidende Vorteile gegenüber gegebenenfalls nutzbaren Mehrwegprodukten auf. Dennoch sehen wir Potenzial, die Beanspruchung natürlicher Ressourcen in diesem Bereich zu verringern.

Wir erachten es zudem als wichtig, einen Beitrag zur Begrenzung der globalen Erwärmung zu leisten. In Zukunft wollen wir weiterhin stark wachsen und gleichzeitig unseren CO2 -Fußabdruck signifikant reduzieren. Im Berichtsjahr haben wir deshalb eine nochmals detailliertere Erstellung unserer CO2 -Bilanz vorgenommen und unsere Zielsetzungen verschärft. Unseres Erachtens ist es dabei sachgerecht, den Fokus auf die CO2 -Emissionsintensität zu legen, da diese Kennzahl einen Vergleich von CO2 -Emissionen verschiedener Unternehmen sowie mit volkswirtschaftlichen und internationalen Kennzahlen und Zielsetzungen ermöglicht. Dementsprechend definieren wir unser neues Klimaziel als Reduktion der CO2 -Emissionsintensität, definiert als Verhältnis der CO2 -Emissionen zum Umsatz. Mit unserem neuen Ziel, diesen Kennwert um durchschnittlich rund 10 Prozent pro Jahr zu reduzieren, gehen wir über das aktuelle Ambitionsniveau der Europäischen Union sowie der Science Based Target Initiative hinaus.

Einbindung der Stakeholder

Sartorius steht mit seinen Anspruchsgruppen fortlaufend in engem Dialog. Diesen Austausch nutzen wir auch dazu, regelmäßig Nachhaltigkeitsaspekte mit unseren Stakeholdern zu diskutieren. Als Anspruchsgruppen | Stakeholder definieren wir dabei diejenigen Personen, Unternehmen, Institutionen und Interessengruppen, die den Erfolg von Sartorius beeinflussen können oder von den Handlungen unseres Unternehmens betroffen sind. Dies sind insbesondere unsere Kunden, Mitarbeiter, Investoren, Lieferanten und Geschäftspartner sowie Anrainer.

Im Berichtsjahr sind wir mit unseren Kunden in einen intensiven Austausch zum Thema Nachhaltigkeit eingetreten. In zahlreichen Gesprächen haben wir die Erwartungen unserer Kunden diskutiert und Kooperationsprojekte weitergeführt. Den Dialog mit den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat Sartorius im Berichtsjahr durch zwei großangelegte Befragungen aller Beschäftigten gestärkt. Die Ergebnisse des Stakeholder-Dialogs wurden im Corporate Sustainability Steering Committee besprochen und finden auf diese Weise Berücksichtigung im Strategieprozess von Sartorius. Dieser Kreis berät sich mindestens einmal jährlich unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden.

Sartorius lässt sich durch verschiedene Nachhaltigkeitsanalysen und Ratings im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung bewerten. Im Rating von EcoVadis erreicht Sartorius den Silber-Level und gehört mit dem erreichten Punktstand zu den besten 17 Prozent der bewerteten Unternehmen. Im MSCI Sustainability Rating erzielt Sartorius die Bewertung A. Im CDP Rating erzielt Sartorius ein B-.

Über die nichtfinanzielle Konzernerklärung

Sartorius hat nichtfinanzielle Indikatoren definiert, die es ermöglichen, den Einfluss der unternehmerischen Tätigkeit auf Anspruchsgruppen, Umwelt und Gesellschaft zu beurteilen. Die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde entsprechend der gemäß §§ 315b, 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB geforderten Angaben erstellt. Gemäß § 315b Abs. 1 Satz 3 HGB wird zu einzelnen Aspekten auch auf nichtfinanzielle Angaben an anderer Stelle im Konzernlagebericht verwiesen.

Als Berichtsrahmen für die nichtfinanzielle Konzernerklärung lehnen wir uns an die Standards der Global Reporting Initiative (GRI) an. Auf diese Weise wollen wir Transparenz und Vergleichbarkeit gewährleisten. Der Berichtszeitraum der nichtfinanziellen Konzernerklärung ist das Geschäftsjahr, der Berichtszyklus ist jährlich. Sofern nicht anders ausgewiesen, wurden die mitarbeiterbezogenen Daten aller Sartorius Gesellschaften erfasst. Der Anwendungsbereich der Umweltkennzahlen erstreckt sich, falls nicht anders vermerkt, auf alle Produktionsgesellschaften. Bezogen auf die Gesamtmitarbeiterzahl ergibt sich hier ein Abdeckungsgrad von 77 %.

Die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Form einer Prüfung mit begrenzter Sicherheit geprüft. Unser Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech S.A. ist mit der Vorlage dieser nichtfinanziellen Konzernerklärung von der Pflicht zur Erstellung einer eigenen nichtfinanziellen Berichterstattung befreit.

Organisationsprofil

Wir verweisen auf den Lagebericht Seite 24 bis 39 Abschnitte "Konzernstruktur und Unternehmensführung", „Geschäftsentwicklung Konzern“ sowie "Geschäftsmodell, Strategie und Ziele". Weiterhin verweisen wir auf den Chancen- und Risikobericht, Seite 70 und den Anhang, Seite 158.

Wesentlichkeitsanalyse

Für unsere Erwägungen zur Wesentlichkeit legen wir den Wesentlichkeitsbegriff des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG) zu Grunde. Zusätzlich berücksichtigen wir die Einschätzungen unserer Stakeholder. Umfassende Wesentlichkeitsanalysen zur Ermittlung der für die Geschäftstätigkeit des Sartorius Konzerns wesentlichen Themen haben wir in den Jahren 2017 und 2018 durchgeführt. Für die Berichterstattung im Berichtsjahr haben wir Gespräche mit Kunden und Investoren ausgewertet sowie die Einschätzung von Führungskräften aus den Bereichen Vertrieb, Produktmarketing, Forschung & Entwicklung, Produktion, Einkauf, Qualitätsmanagement, Legal & Compliance sowie Corporate Communications einbezogen. Die Ergebnisse dieses Prozesses wurden vom Vorstand bestätigt.

Änderungen bei den wesentlichen Themen haben sich gegenüber dem Vorjahr insofern ergeben, als die Aspekte ‚Wasser und Abwasser‘ sowie ‚Abfall‘ zusätzlich als wesentlich identifiziert wurden. Die wesentlichen Themen stellen sich für Sartorius damit wie folgt dar:

  1. Innovation vorantreiben und dadurch zur verbesserten Verfügbarkeit medizinischer Versorgung beitragen sowie durch Wachstum Beschäftigung und gute Arbeitsbedingungen fördern.
    2.# Mitarbeiter finden und binden, deren Sicherheit und Gesundheit schützen sowie ihre kontinuierliche Weiterentwicklung fördern.
  2. Verantwortungsvolle Unternehmensführung sowie Compliance und Achtung der Menschenrechte entlang der Wertschöpfungskette.
  3. Schutz der Umwelt durch Reduktion von Emissionen, Optimierung der Wassernutzung, Verringerung von Abfall und Übernahme von Verantwortung für unsere Produkte über deren gesamten Lebenszyklus.

Risikomanagement

Sartorius trägt Verantwortung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der Umwelt sowie der Gesellschaft. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette muss diese Verantwortung wahrgenommen werden. Insbesondere die Handlungen des Unternehmens in Bezug auf Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, die Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie die Achtung der Menschenrechte können zu nichtfinanziellen Risiken führen. Sartorius ist deshalb bestrebt, nicht nur solche Risiken zu betrachten, die auf das Unternehmen einwirken, sondern auch die entgegengesetzte Dimension: Welches Risiko stellt Sartorius mit seiner Geschäftstätigkeit für sein Umfeld dar.

Risiken können sich dabei vor allem im Zusammenhang mit der Herstellung steriler Produkte für die Verwendung im Bioprozess ergeben, da diese den Einsatz von Kunststoffen, Energie und Lösemitteln erfordern können. Auch bei der Beschaffung von Materialien können nichtfinanzielle Risiken entstehen. Sartorius achtet deshalb auch bei der Auswahl von Partnern und Lieferanten darauf, dass gesetzliche und ethische Regeln eingehalten werden.

Im Berichtsjahr wurden keine nichtfinanziellen Risiken identifiziert, die gemäß CSR-RUG berichtspflichtig wären. Die im CSR-RUG definierten Anforderungen bilden die Grundlage der ESG-Risikoanalyse. Sartorius strebt dabei eine größtmögliche Integration der Risikomanagementprozesse im Unternehmen an.

Berichterstattung gemäß EU-Taxonomie

Der European Green Deal ist ein von der Europäischen Kommission entwickeltes Konzept, welches den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen, ressourceneffizienten und klimaneutralen europäischen Wirtschaft schaffen soll. Er ist zentraler Bestandteil der Klimapolitik der Europäischen Union und umfasst verschiedene Maßnahmen in den Bereichen Energieversorgung, Verkehr, Handel, Industrie, Land- und Forstwirtschaft sowie Finanzmarktregulierung.

Als Bestandteil des European Green Deals wurde die EU-Taxonomie implementiert. Ziel der Taxonomie ist es, die Allokation von privatem Kapital in nachhaltige Investments zu fördern. Durch ein einheitliches Klassifikationssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten in allen Sektoren sollen Transparenz und Einheitlichkeit geschaffen und damit auch das Risiko des Greenwashings begrenzt werden. Die in diesem Zusammenhang für kapitalmarktorientierte Unternehmen eingeführte verpflichtende Berichterstattung soll es den Adressaten ermöglichen, die Nachhaltigkeit von Geschäftsmodellen zu vergleichen.

In Artikel 9 der Taxonomie-Verordnung werden sechs Umweltziele der Europäischen Union aufgeführt:

  • Klimaschutz
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Schutz von Wasser und Meeresressourcen
  • Übergang in eine Kreislaufwirtschaft
  • Eingrenzung der Umweltverschmutzung
  • Beitrag zu Umweltschutz sowie Schutz von Artenvielfalt und Ökosystemen.

Für das Berichtsjahr 2021 erfolgt die Offenlegung dabei zunächst nur bezüglich der ersten beiden Ziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Für diese Ziele sind auf Basis einer von der EU gewährten Erleichterung zunächst taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten zu identifizieren und deren Anteile am Gesamtumsatz sowie an den Investitions- und Betriebsausgaben zu berichten.

Taxonomiefähig sind dabei solche Wirtschaftsaktivitäten, die im delegierten Rechtsakt festgelegt und beschrieben sind, da sie eine Relevanz für die genannten Umweltziele haben. Die Ermittlung der jeweiligen Kennzahlen erfolgt auf Basis der für den Konzernabschluss anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und berücksichtigt alle vollkonsolidierten Konzerngesellschaften.

Der Gesamtumsatz entspricht dem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Wert für das betreffende Geschäftsjahr. Die Gesamtinvestitionsausgaben werden als die Summe der Bruttozugänge zum materiellen und immateriellen Anlagevermögen im Berichtsjahr definiert. Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden dabei nicht berücksichtigt. Die Gesamtbetriebsausgaben umfassen alle direkten, nicht-aktivierten Kosten im Zusammenhang mit Forschung & Entwicklung, Renovierungsmaßnahmen, kurzfristigen Leasingverhältnissen sowie Instandhaltung und Wartung bzw. Reparatur.

Da in den bislang veröffentlichten Rechtsakten zur Taxonomie-Verordnung nur für den Klimawandel und die Anpassung an den Klimawandel besonders relevante Aktivitäten enthalten sind, deckt dieses Spektrum lediglich die Geschäftstätigkeiten eines begrenzten Teils der Branchen ab. Für Sartorius wurden zum derzeitigen Stand der Regulatorik dementsprechend keine umsatzrelevanten Wirtschaftstätigkeiten zugeordnet und kein taxonomiefähiger Umsatz ermittelt.

Durch die Erweiterung der Berichtspflicht um die weiteren Umweltziele werden künftig zusätzliche Wirtschaftsaktivitäten in die Taxonomie-Verordnung aufgenommen. Je nach konkreter Ausgestaltung der Verordnung könnten in den nächsten Geschäftsjahren taxonomiefähige Umsatzerlöse für Sartorius ermittelt werden.

Die Analyse unserer Wirtschaftsaktivitäten im Bereich Investitionen hat ergeben, dass wir mit einem Anteil von rund 60 % in nicht-taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten und mit einem Anteil von rund 40 % in taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten investieren. Dabei gibt diese Kennzahl den Anteil der oben genannten Investitionsausgaben (Zugänge zum Anlagevermögen) an, der sich auf den Erwerb von Produkten und Leistungen aus einer taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeit bezieht und im Annex I (Wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz) der delegierten Verordnung genannt ist. Dies betrifft hauptsächlich Bauaktivitäten zur Erweiterung unserer Produktionskapazitäten an mehreren Standorten.

Darüber hinaus machen nicht-taxonomiefähige Betriebsausgaben einen Anteil von 82 % und taxonomiefähige Betriebsausgaben einen Anteil von 18 % an den Gesamtbetriebsausgaben aus. Dabei gibt diese Kennzahl den Anteil der oben genannten Betriebsausgaben an, der sich auf den Erwerb von Produkten und Leistungen aus einer taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeit bezieht und im Annex I (Wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz) der delegierten Verordnung genannt ist. Darunter fallen insbesondere Renovierungs- und Instandhaltungskosten im Bereich Gebäude sowie Leasingaufwendungen. Ein Großteil der zu berichtenden Gesamtbetriebsausgaben im Geschäftsjahr 2021 entfiel auf Forschungs- und Entwicklungskosten, die derzeit nicht taxonomiefähig sind.

Ab dem Geschäftsjahr 2022 erfolgt eine Ausweitung der relevanten Wirtschaftsaktivitäten und Berichtspflichten. Wie oben beschrieben, werden dann alle sechs in der Taxonomie-Verordnung genannten Umweltziele relevant. Des Weiteren müssen die identifizierten Wirtschaftsaktivtäten zusätzlich auf Taxonomiekonformität geprüft werden. Hierbei sind die sog. technischen Bewertungskriterien zu berücksichtigen, die sich aus drei Komponenten zusammensetzen: Erstens muss ein wesentlicher Beitrag zu einem der genannten Umweltziele geleistet werden. Zweitens dürfen keine erheblichen Beeinträchtigungen für ein anderes Umweltziel entstehen (do not significant harm | DNSH). Drittens ist die Erfüllung von Sozialen Mindeststandards sicherzustellen (gemäß OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen, UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, ILO-Kernarbeitsnormen und Internationale Menschenrechtscharta). Die Auswirkungen dieser Änderungen auf unsere künftige Berichterstattung werden derzeit noch analysiert.

Das von der EU Kommission am 2. Februar 2022 veröffentlichte FAQ zur Auslegung bestimmter rechtlicher Bestimmungen des delegierten Rechtsakts über die Offenlegungspflichten nach Artikel 8 der EU-Taxonomieverordnung findet aufgrund der Kurzfristigkeit in dieser nichtfinanziellen Konzernerklärung keine Berücksichtigung.

Sustainable Development Goals

Sartorius ist Unterzeichner des Global Compact der Vereinten Nationen und unterstützt die Agenda 2030 für eine nachhaltige Weltwirtschaft. Mit den Sustainable Development Goals (SDGs) haben die Vereinten Nationen 17 politische Ziele entwickelt. Die Regierungen aller Mitgliedsländer haben die SDGs gemeinsam beschlossen, der Erfolg ihrer Umsetzung wird jedoch maßgeblich vom Handeln und der Zusammenarbeit aller Akteure abhängen – insbesondere vom Engagement der privaten Wirtschaft. Sartorius stellt sich dieser Verantwortung.

Um zu ermitteln, welche SDGs im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit von Sartorius stehen, haben wir hierzu im Jahr 2018 eine umfassende Materialitätsanalyse vorgenommen. Neun SDGs sieht Sartorius als wesentlich im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit an.

Gesundheit und Wohlergehen gehören laut den Vereinten Nationen zu den grundlegenden ‎Menschenrechten und sind ein zentraler Indikator für nachhaltige Entwicklung. Es ist unsere unternehmerische Mission und unser Kerngeschäft, zu einer besseren Gesundheit für mehr Menschen beizutragen. Damit stehen Gesundheit und Wohlergehen im Zentrum unserer Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit, und unser Unternehmenszweck adressiert direkt eines der Sustainable Development Goals.

Hochwertige Bildung befähigt Menschen, ihre politische, soziale und wirtschaftliche Situation zu verbessern. Sie gilt deshalb laut den Vereinten Nationen als elementares Menschenrecht und Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung. Einen Beitrag zu diesem Ziel leisten wir durch die stetige Weiterbildung unserer Mitarbeiter sowie durch vielfältige Unterstützung wissenschaftlichen Nachwuchses.

Gleichberechtigung der Geschlechter ist nicht nur ein UN-Menschenrecht, sondern auch ‎ein Hebel für wirtschaftliches Wachstum.# Innovation & gesellschaftlicher Beitrag

Warum es wesentlich ist

Unsere unternehmerische Mission ist es, wissenschaftlichen Fortschritt in den Life Sciences voranzutreiben und so die Entwicklung neuer Impfstoffe, wirkungsvollerer Therapien sowie bezahlbarer Medizin zu unterstützen. Die gesamtgesellschaftliche Bedeutung dieser Mission wurde, wie schon im Vorjahr, auch im Berichtsjahr durch den Beitrag der Biotechnologiebranche zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie unterstrichen. Der Biopharma-Markt entwickelt sich schnell – in hoher Frequenz werden wissenschaftliche Durchbrüche erzielt, die zu neuen Therapien führen können. Gleichzeitig nimmt die Entwicklung eines neuen Medikamentes meist weiterhin rund eine Dekade in Anspruch und ist kostenintensiv. Wir wollen es unseren Kunden aus der biopharmazeutischen Industrie ermöglichen, die Entwicklung und Produktion von Biopharmazeutika effizienter zu gestalten. Sartorius hat seit seiner Gründung stets den offenen Austausch mit der Wissenschaft gepflegt und auf diese Weise wissenschaftliche Erkenntnis und passgenaue Produktentwicklungen vorangetrieben. Es ist unser Ziel, wissenschaftliches Denken und Arbeiten auch in der Gesellschaft zu fördern und damit eine breitere Basis für zukünftige Forschung und Entwicklung zu schaffen.

Unser Ansatz

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Konzerns sind darauf ausgerichtet, in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Fachkreisen weltweit einen Beitrag dazu zu leisten, dass neue medizinische Wirkstoffe schneller entdeckt und Medikamente effizient hergestellt werden können. Auf diese Weise wollen wir gesellschaftlichen Nutzen stiften, nachhaltige Entwicklung unterstützen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit und damit das Wachstum des Unternehmens stärken. Die Innovationstätigkeit des Sartorius Konzerns fußt dabei auf drei Säulen: Erstens einer spezialisierten eigenen Produktentwicklung, zweitens Research-Kooperationen mit Partnern wie z. B. wissenschaftlichen Institutionen und drittens der Integration von komplementären Technologien über Akquisitionen. Während die Produktentwicklung den jeweiligen Spartenvorständen zugeordnet ist, arbeitet das Corporate Research spartenübergreifend unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden.

Sartorius ist in einer Vielzahl von Forschungspartnerschaften in einem breiten Spektrum von Themen tätig. Die Zusammenarbeit variiert dabei von Einzelkooperationen bis zu Partnerschaften mit Instituten und wissenschaftlichen Einrichtungen. Beide machen jeweils etwa 40 % der Kooperationen aus. Darüber hinaus engagiert sich Sartorius in der Forschungsarbeit in Konsortien, in die das Unternehmen die eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse einbringt. Häufig entstehen neue Ansätze durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Experten. Daher ist es unser Ansatz, Experten aus Wissenschaft, Start-ups und Industrie zusammenzubringen und so Austausch und Vernetzung voranzutreiben. Dies kann der Entstehung neuer und kreativer Ideen Vorschub leisten und so den wissenschaftlichen Fortschritt unterstützen. Die Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses ist uns ein besonderes Anliegen, denn sie schafft die Basis für wissenschaftlichen Fortschritt in der Zukunft.

Unsere Performance

Technologien von Sartorius wurden in den vergangenen Jahren bei der Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen unter anderem gegen Ebola, Zika und H1N1 eingesetzt. Im Berichtsjahr hat das Unternehmen mit seinen Produkten und seinem Prozesswissen einen substanziellen Beitrag zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie geleistet: Sartorius ist an der Mehrheit der weltweiten Impfstoffprojekte beteiligt. Entsprechend des Innovationskonzeptes hat sich Sartorius im Berichtsjahr durch Akquisitionen verstärkt. Details dazu und der korrespondierenden Erweiterung des Produktportfolios und Leistungsspektrums können dem Lagebericht auf den Seiten 25ff, entnommen werden. Informationen zu unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden sich im Lagebericht auf den Seiten 33ff.

Durch die Ausweitung von Forschungskooperationen unterstützt Sartorius weltweit die Entwicklung und Produktion von Biopharmazeutika und verbessert damit langfristig die Verfügbarkeit innovativer Medizin. Auch die Verbesserung der Nachhaltigkeit unserer Produkte treiben wir unter anderem in Kooperationen voran. Weitere Informationen zur Produktverantwortung finden sich im Kapitel ‚Umwelt‘ ab Seite 144.

Sartorius engagierte sich zudem im Berichtsjahr in verschiedenen Partnerschaften und Kooperationen mit anderen Unternehmen sowie wissenschaftlichen Institutionen.

Eine Kooperation zwischen Sartorius und RoosterBio, einem Anbieter von Zellbanken, Medien und Bioprozesssystemen, soll es durch die Kombination der Technologien und Tools ermöglichen, Stammzellen und Therapien schneller, besser und kosteneffizienter zu entwickeln. Beide Unternehmen möchten die Daten aus der Zusammenarbeit nutzen, um gemeinsam genutzte Lern- und Entwicklungsressourcen für die wachsende Zell- und Gentherapiebranche bereitzustellen.

Gemeinsam mit der in Deutschland ansässigen BRAIN Biotech AG erforscht und adaptiert Sartorius das neuartige CRISPR-Cas Genome Editing Nukleasen für spezifische Anwendungen im Bereich der Life Sciences. Genome Editing ermöglicht die gezielte und präzise Einfügung, Löschung oder Veränderung im Genom eines lebenden Organismus. In der Biopharmazie könnte die Genschere zu neuen Therapien führen und damit die Heilungschancen bei einer Vielzahl von Krankheiten wie Krebs, neurodegenerativen Erkrankungen oder Erbkrankheiten verbessern.

Sartorius ist eine Partnerschaft mit der McMaster University in Hamilton, Kanada, eingegangen, um die Herstellungsverfahren für antikörper- und virusbasierte Behandlungen von Krankheiten wie Covid-19, Krebs und genetischen Störungen zu verbessern. Die zunächst auf vier Jahre befristete Zusammenarbeit soll zu wirkungsvoller Forschung führen, die Behandlungen in größerem Umfang verfügbar und innovative Medikamente erschwinglicher machen soll.

Sartorius unterstützt die Penn State University und ermöglicht dort den Bau der Sartorius Cell Culture Facility. Das Labor ist die zwölfte Kerneinrichtung der Huck Institutes of the Life Sciences und somit Teil eines kollaborativen Biotechnologie-Ökosystems. Die Einrichtungen stehen Forschern der gesamten Penn State sowie anderen akademischen und unternehmerischen Forschern offen.# Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Talente finden und binden

Warum es wesentlich ist

Sartorius ist ein stark wachsendes Unternehmen. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, müssen wir kontinuierlich talentierte und gut ausgebildete Mitarbeiter gewinnen und an das Unternehmen binden. Eine besondere Herausforderung ist es dabei, weltweit berufserfahrene Spezialisten für das Unternehmen zu rekrutieren.

13.832 Mitarbeiter¹ tragen derzeit zum Erfolg von Sartorius bei.

Weiterbildung, Übernahme von Verantwortung und Aufstiegsmöglichkeiten haben eine hohe Relevanz für die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter. Diese Kompetenzen sichern ihre Beschäftigungsfähigkeit und eröffnen ihnen berufliche Perspektiven.

¹ Die folgenden Mitarbeiterzahlen umfassen alle Beschäftigten des Sartorius Konzerns mit Ausnahme von Auszubildenden, Praktikanten, Dauerabwesenden und Mitarbeitern in der passiven Altersteilzeitphase. Angegeben sind jeweils die Kopfzahlen.

Als international aktives Unternehmen sind wir in vielen verschiedenen Regionen und Märkten tätig. Bei Sartorius arbeiten Menschen aus 110 Nationen zusammen. Das Zusammenwirken verschiedener Perspektiven und Erfahrungen hilft uns, unsere Kunden besser zu verstehen, passgenaue Lösungen zu entwickeln und in einer globalen Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Arbeitsumfeld, das dabei geprägt ist von gegenseitigem Vertrauen, Wertschätzung und Respekt, bringt unserer Überzeugung nach die besten Arbeitsergebnisse hervor und fördert sowohl Motivation und Kreativität als auch Loyalität der Mitarbeiter.

Unser Ansatz

Bei der Personalgewinnung setzen wir darauf, jene Aspekte zu stärken und weltweit bekannt zu machen, die für angestellte und potenzielle Mitarbeiter maßgeblich sind. Unserer Analyse nach sind dies alle Faktoren, die geeignet sind, Vertrauen in die Zukunft zu schaffen: Marktführerschaft des Unternehmens, Umsatzwachstum und Margenentwicklung, Internationalität sowie Innovationstätigkeit und nicht zuletzt die jeweils eigene Entwicklungsperspektive im Unternehmen. Auch eine sinnstiftende Mission und die erkennbare Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung sind für viele Bewerber von Interesse.

Seit Januar 2021 hat Sartorius 4.381 neue Mitarbeiter eingestellt. Aufgrund des schnellen Wachstums wurde das bisherige Onboarding optimiert, um neue Kollegen schnell und effizient einzuarbeiten. Eine effektive Einarbeitung soll dazu beitragen, dass neue Mitarbeiter sich schnell als Teil von Sartorius fühlen und von Anfang an einen guten Beitrag leisten können.

Damit unsere Mitarbeiter ihre Fähigkeiten bestmöglich einsetzen können, sind wir bestrebt, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen. In unserer Position zu Arbeitspraktiken und Sozialstandards ist festgelegt, welchen Ansätzen wir dabei konzernweit folgen. Um die Zielgenauigkeit der Maßnahmen zur Schaffung guter Arbeitsbedingungen zu verbessern, führt Sartorius jährlich zwei globale Mitarbeiterbefragungen durch. Die sogenannten Pulse Checks finden jeweils im Frühjahr und im Herbst statt und erfragen eine Bandbreite an Themen, wie die Wahrnehmung der Unternehmens- und Führungskultur, des eigenen Arbeitsplatzes sowie der Arbeitszufriedenheit im Allgemeinen. Alle Mitarbeitenden sind aufgefordert, auch ihre eigenen Verbesserungsvorschläge einzubringen. Durch diese regelmäßigen und systematischen Rückmeldungen zu Führungskultur und Arbeitsbedingungen können Führungskräfte sowie die Personalabteilung zeitnah reagieren und gegebenenfalls Verbesserungsmaßnahmen initiieren. Ein großes Potenzial sehen wir dabei in der Diskussion der Ergebnisse in den jeweiligen Teams und der gemeinsamen Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen.

Jährliche Gespräche zwischen Führungskraft und Mitarbeiter dienen zusätzlich dazu, individuelle Leistung, Ziele und Entwicklungsmöglichkeiten zu reflektieren. Im Berichtsjahr wurde der Leistungsentwicklungsprozess systemgestützt digital durchgeführt. Dieses Vorgehen verbessert die Einheitlichkeit und Transparenz des Prozesses bezüglich der Setzung und Vereinbarung von Erwartungen für jeden Personalentwicklungszyklus und ermöglicht es, mit Mitarbeitern individuelle Entwicklungspläne zu vereinbaren, die ihre weitere Entwicklung unterstützen.

Unsere Mitarbeiter sollen sich während ihres Berufslebens persönlich und professionell weiterentwickeln können. Wir sind davon überzeugt, dass alle Mitarbeiter Talente haben und diese auf unterschiedliche und sinnvolle Weise einbringen können. Daher haben wir unter anderem unsere Lernmöglichkeiten um digitale Angebote zum Selbststudium erweitert, auf die alle Mitarbeiter zugreifen können und das Portfolio an Online-Schulungen vergrößert, um ein breiteres Spektrum an Inhalten anbieten zu können.

Die Sicherstellung einer effektiven Führung auf den verschiedenen Ebenen der Organisation sehen wir als Schlüssel zur Unterstützung unserer weiteren Wachstumsambitionen. Im Jahr 2021 haben wir Mitarbeiter und Manager mit erster Führungsverantwortung in den Fokus genommen und werden die Reichweite 2022 weiter ausbauen.

Um gleiche Chancen für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu schaffen, haben wir bereits in vielen Gesellschaften ein flexibles Arbeitszeitmodell etabliert. Je nach persönlicher und betrieblicher Situation sind dabei oftmals Gleitzeit, Teilzeit oder Telearbeit möglich. Neben flexiblen Arbeitszeitmodellen berücksichtigen wir das Thema Beruf und Familie, etwa durch Kinderbetreuungsangebote in Göttingen. Dort gibt es in den Schulferien Angebote für Schulkinder und eine betriebsnahe Kindertagesstätte auf dem Sartorius Campus. Als inklusive Kindertagesstätte bietet sie auch Plätze für Kinder mit Behinderung an. Es entspricht der Kultur des Unternehmens, dass bei Sartorius auch Väter ihre Elternzeit wahrnehmen.

Transparenz zu schaffen über Gehaltsstrukturen ist Teil unserer Chancengleichheit fördernden Maßnahmen. In den deutschen Gesellschaften sind die Gehälter größtenteils an den Tarif der IG Metall, zum Teil an den Tarif der IG Bergbau, Chemie, Energie gebunden. Auch in Frankreich und Österreich orientieren wir uns bei der Entgeltgestaltung an Tarifen. Die Tarifbindung erhöht die Transparenz der Entgelte. Für die Interessen der Belegschaft treten die Betriebsräte oder andere gesetzlich vorgesehene Vertretungen ein. In Deutschland besteht zudem der Konzernbetriebsrat mit Mitgliedern der lokalen Betriebsräte aller operativen Gesellschaften.

Unsere Performance

Bildung ist für uns ein hoher Wert und das Management fasst es als Teil seiner unternehmerischen Verantwortung auf, Bildung im Einflussbereich von Sartorius zu unterstützen und zugänglich zu machen.

167.600 Stunden wurden im Berichtsjahr in Weiterbildungsmaßnahmen investiert – im Durchschnitt 12,2 Weiterbildungsstunden je Mitarbeiter.¹

¹ Die unterjährig akquirierten Gesellschaften sind nicht mit berücksichtigt und werden entsprechend der Reportingrichtlinie erst im nächsten Berichtsjahr erfasst. Gesellschaften, die im letzten Jahr konsolidiert worden sind, berichten in diesem Jahr vollständig.

Durchschnittliche Trainingsstunden nach Region und Geschlecht¹ ²

EMEA Amerika Asien Pazifik Gesamt
Frauen 11,4 13,7 16,0 12,5
Männer 11,3 13,7 13,2 12,1
Gesamt 11,3 13,7 14,2 12,2

¹ Berichtet für das Jahr 2021.
² Die unterjährig akquirierten Gesellschaften sind nicht mit berücksichtigt und werden entsprechend der Reportingrichtlinie erst im nächsten Berichtsjahr erfasst. Gesellschaften, die im letzten Jahr konsolidiert worden sind, berichten in diesem Jahr vollständig.

In den vergangenen fünf Jahren konnte Sartorius weltweit 10.447 Mitarbeiter für sich gewinnen. Der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft betrug zum Ende des Berichtsjahres 39,3 % und ist damit gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen. Im Berichtsjahr waren konzernweit 7,0 % bzw. 973 Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt, 372 mehr als 2020, die meisten davon in Deutschland.# Neueinstellungen nach Region, Geschlecht und Altersgruppe

EMEA Amerika Asien Pazifik Gesamt
Frauen
≤ 29 Jahre 558 226 107 891
30 - 49 Jahre 416 219 142 777
≥ 50 Jahre 69 79 1 149
Männer
≤ 29 Jahre 687 266 156 1.109
30 - 49 Jahre 758 263 222 1.243
≥ 50 Jahre 119 87 6 212
Gesamt 2.607 1.140 634 4.381

1 Berichtet für das Jahr 2021.
2 Die Mitarbeiterzahlen werden als Headcount dargestellt.

Der Erfolg unserer Maßnahmen, ein positives Arbeitsumfeld zu schaffen, spiegelt sich in einer dauerhaft geringen Fluktuationsquote wider. Ohne auslaufende befristete Verträge betrug sie bei Sartorius im Berichtsjahr 8,4 % und lag damit um 1,3 Prozentpunkte über dem niedrigen Vorjahresniveau. Durch die anhaltend hohe Zahl an Neueinstellungen ist die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit leicht gesunken. Etwa 60 % der Mitarbeiter war 2021 weniger als fünf Jahre bei Sartorius, gut ein Siebtel der Belegschaft arbeitete 15 Jahre und mehr im Unternehmen.

Fluktuation nach Region, Geschlecht und Altersgruppe

EMEA Amerika Asien Pazifik Gesamt
Frauen
≤ 29 Jahre 158 28 32 218
30 - 49 Jahre 109 53 52 214
≥ 50 Jahre 54 35 3 92
Männer
≤ 29 Jahre 142 17 32 191
30 - 49 Jahre 148 64 105 317
≥ 50 Jahre 81 45 8 134
Gesamt 692 242 232 1.166

1 Berichtet für das Jahr 2021.
2 Die Mitarbeiterzahlen werden als Headcount dargestellt.
3 Ohne auslaufende befristete Verträge.

Aufgrund der Bedeutung für die Unternehmensentwicklung ist die Anzahl der Mitarbeiter bei Sartorius von hoher Relevanz und wird der Unternehmensführung regelmäßig berichtet. Weitere Informationen zum Thema ‚Mitarbeiter‘ finden sich im Lagebericht auf Seite 48.

Arbeitssicherheit und Gesundheit

Warum es wesentlich ist

Die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist unsere Verantwortung. Als Unternehmen ist uns auch die Gesundheit unserer Mitarbeiter ein Anliegen, deshalb unterstützen wir sie mit vielfältigen Angeboten bei deren Erhaltung. Das Berichtsjahr war – wie bereits das Vorjahr – geprägt durch die Coronavirus-Pandemie und hat deshalb besondere Anforderungen an die Organisation von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gestellt. Das Vorhandensein einer soliden Arbeitssicherheitsorganisation hat sich als substanzieller Vorteil bei der Bewältigung der daraus resultierenden Herausforderungen erwiesen.

Unser Ansatz

Sartorius hat hohe Sicherheitsstandards, um betriebsbezogene Erkrankungen, Gesundheitsgefährdungen und potenzielle Risiken für Arbeitsunfälle zu minimieren. In der konzernweit gültigen Unternehmensposition zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sind Grundprinzipien und Kernthemen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt. Die Sicherheit am Arbeitsplatz sowie der Erhalt und die Förderung der Gesundheit aller Beschäftigten haben für Sartorius hohe Priorität und werden durch das Management aktiv vorangetrieben. Planmäßige obligatorische Mitarbeiterschulungen zu Themen der Arbeitssicherheit sowie des Arbeits- und Umweltschutzes sorgen dafür, dass die Beschäftigten Risiken erkennen und entsprechend vermeiden können. Entstandene Unfälle analysiert Sartorius kontinuierlich und leitet daraus Vorsorgemaßnahmen auch für andere Standorte ab. An den lokalen Konzernstandorten beraten Arbeitsschutzausschüsse regelmäßig über Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention von Arbeitsunfällen und informieren das Management über die Ergebnisse von Analysen. Am Standort Aubagne arbeitet beispielsweise ein bereichsübergreifendes Team an der Verbesserung von Arbeitssicherheit und Verminderung von Arbeitsunfällen. Da das Verhalten von Mitarbeitern bei einem Großteil der Arbeitsunfälle eine zentrale Rolle spielt, will das Team neben technischen Verbesserungen vor allem das Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter stärken. Bereits mehr als 1000 Mitarbeiter – vorrangig aus Bereichen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial – haben seit dem Start der neuen Workshops zur Stärkung des Sicherheitsbewusstseins im Jahr 2020 an den Trainings teilgenommen. Zusätzlich haben Ersthelfer ein ganztägiges Training zur Risikominimierung erhalten. Speziell für Manager werden Workshops angeboten, die sie darauf vorbereiten, das Sicherheitsmanagement in ihren Teams zu verbessern. Mit seinem betrieblichen Gesundheitsmanagement, das körperliche wie psychosoziale Faktoren einbezieht, will Sartorius die Leistungsfähigkeit und Motivation seiner Mitarbeiter steigern, deren künftige Beschäftigungsfähigkeit sichern und krankheitsbedingte Kosten senken. Ein betriebsärztlicher Dienst steht an den meisten Standorten zur Verfügung. Über einen externen Dienstleister steht zudem psychologische Unterstützung für alle beruflichen, aber auch privaten Belange zur Verfügung. Mitarbeiter können den Dienstleister über eine Hotline erreichen. Eine unserer zwei Gesellschaften in Peking, eine unserer Gesellschaften in Shanghai sowie eine unserer zwei Gesellschaften in Bangalore sind nach ISO 45001 zertifiziert. Für Sartorius sind auch Mitarbeiter externer Firmen tätig, dies betrifft zum Beispiel Reinigungsdienste oder Baufirmen. Auch ihre Sicherheit ist uns wichtig. Deshalb werden externe Mitarbeiter vor Aufnahme ihrer Tätigkeit in Arbeitssicherheitsbelangen unterwiesen. In diesen Unterweisungen wird explizit auch darauf hingewiesen, wie Vorfälle und Unfälle gemeldet werden können. Während der Corona-Pandemie haben vor allem zwei Erwägungen unser Handeln geprägt: Erstens die Gesundheit unserer mehr als 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen. Zweitens unsere Geschäftstätigkeit aufrecht zu erhalten, um zum einen unsere Kunden unterstützen zu können und zum anderen unsere eigene finanzielle Stabilität zu wahren. Vor dem Hintergrund, dass viele unserer Kunden an der Entwicklung und Produktion von Impfstoffen gegen das Coronavirus arbeiten, hat Sartorius eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Es ist deshalb keine Option, zur Verbesserung des Infektionsschutzes Personal in der Produktion zu reduzieren oder Teile des Betriebes stillzulegen. Im Gegenteil wurde die Produktion sogar ausgeweitet. Unsere gut eingespielten Arbeitssicherheitsprozesse haben uns dabei in die Lage versetzt, schnell und umfassend auf diese speziellen Herausforderungen in der Coronavirus-Pandemie zu reagieren. Auf Konzernebene arbeitet ein Krisenstab, der unter Beteiligung verschiedener Bereiche und des Vorstandes fortlaufend die Situation überwacht, bewertet und gegebenenfalls passende Maßnahmen einleitet. Darüber hinaus bestehen mehrere Teams auf lokaler Ebene. Zum Schutz der Mitarbeiter wurden sehr früh Abstandsregeln eingeführt und Reisen fast vollständig eingestellt. Zudem wurden unter anderem Gesichtsmasken und Visiere an den Standorten zur Verfügung gestellt. Sartorius hat an seinen Standorten sowie in Kooperation mit lokalen Impfzentren bereits mehr als 7.000 Corona-Impfungen vorgenommen.

Unsere Performance

Die Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Im Hinblick auf die signifikant gestiegene Anzahl an geleisteten Arbeitsstunden ist dies eine positive Entwicklung, die sich auch in der relativen Häufigkeit arbeitsbedingter Verletzungen spielgelt – diese ist zurückgegangen. Durch die Coronavirus-Pandemie waren die Mitarbeiter vorwiegend im Homeoffice tätig. Gerade in der Produktion und Logistik wurde im Berichtsjahr jedoch verstärkt gearbeitet. Unfälle mit schwerwiegenden Folgen oder Todesfälle sind an keinem Standort eingetreten. Für sein Sicherheitskonzept in der Coronavirus-Pandemie ist Sartorius an mehreren Standorten bereits im Jahr 2020 ausgezeichnet worden. Als erstes Unternehmen in Tunesien erhielt Sartorius das Safe & Clean Label der Apave Certification für Maßnahmen, die zum Schutz der Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter während der Pandemie ergriffen wurden. Auch der Standort in Bangalore erhielt eine Auszeichnung für sein Sicherheitskonzept: Die Confederation of Indian Industries (CII) zeichnete die Maßnahmen mit ‚Gold‘ aus.

Arbeitsbedingte Verletzungen

2021 2020
Dokumentierbare arbeitsbedingte Verletzungen 151 145
Relative Häufigkeit der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen je 1.000.000 theoretisch geleisteter Arbeitsstunden 6,3 8,2
Arbeitsbedingte Verletzungen mit schwerwiegenden Folgen³ 0 0
Todesfälle durch Arbeitsunfälle 0 0

1 Die unterjährig akquirierten Gesellschaften sind nicht mit berücksichtigt und werden entsprechend der Reportingrichtlinie erst im nächsten Berichtsjahr erfasst. Gesellschaften, die im letzten Jahr konsolidiert worden sind, berichten in diesem Jahr vollständig.
2 Die folgenden Mitarbeiterzahlen umfassen alle Beschäftigten des Sartorius Konzerns mit Ausnahme von Auszubildenden, Praktikanten, Dauerabwesenden und Mitarbeitern in Altersteilzeit. Angegeben sind jeweils die Kopfzahlen.
3 Ein Unfall mit schwerwiegenden Folgen ist ein Unfall, bei dem sich der Verletzte gar nicht oder erst nach einem halben Jahr von den Folgen des Unfalls rehabilitiert.

Verantwortungsvolle Geschäftspraktiken

Compliance

Warum es wesentlich ist

Die Einhaltung der geltenden Gesetze erachten wir als selbstverständlich. Darüber hinaus ist es unser Anspruch, unser Geschäft mit Integrität zu führen. Wir bekennen uns zu den international anerkannten Menschen- und Arbeitnehmerrechten als Grundlage unserer weltweiten Geschäftstätigkeit. Eine wesentliche Aufgabe ist es dabei, ein gemeinsames Verständnis für faire Arbeitsbedingungen zu schaffen – an allen unseren Standorten sowie in unserer Lieferkette.

Unser Ansatz

Sartorius betreibt sein Geschäft weltweit nach einheitlichen, global etablierten Standards und nach national gültigen Rechtsnormen. Der Deutsche Corporate Governance Kodex definiert Anforderungen an Vorstand und Aufsichtsrat samt deren Zusammenwirken, an Transparenz, Rechnungslegung und Abschlussprüfung sowie an die Durchführung der Hauptversammlung.# Legal Affairs & Compliance

Die Abteilung Legal Affairs & Compliance berichtet an den Vorstandsvorsitzenden und informiert den Aufsichtsrat und den Auditausschuss. Sartorius entspricht den Regelungen und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 16. Dezember 2019 mit den in der aktuellen Entsprechenserklärung genannten Ausnahmen. Wir wollen sicherstellen, dass Organmitglieder, Führungskräfte und Mitarbeiter alle gesetzlichen Regeln und Kodizes einhalten und entsprechend unserer internen Richtlinien handeln. Die Abteilung Legal Affairs & Compliance ist zuständig für die Aufgabengebiete Rechtliche Beratung, Interne Revision, Datenschutz, Antikorruption, Zoll und Exportkontrolle. Ein dezidiertes Team nimmt sich der Umsetzung und Durchsetzung aller Compliance-Themen im Konzern an. Der Sartorius Verhaltenskodex konkretisiert unsere Anforderungen an das verantwortungsvolle Handeln unserer Mitarbeiter. Das Regelwerk hilft, sich bei der täglichen Arbeit rechtlich korrekt und moralisch angemessen zu verhalten. Mitarbeiter sind angehalten, sich bei jeder Handlung folgende Fragen zu stellen: Ist die Handlung legal, entspricht mein Verhalten unseren Werten und Leitlinien, ist mein Handeln frei von persönlichen Interessen (die nicht von arbeitsrechtlichen Regelungen abgedeckt sind) und hält mein Verhalten einer öffentlichen Überprüfung stand? Im Einzelnen behandelt der Verhaltenskodex die Themenbereiche „Beachtung der internationalen Sozial- und Umweltstandards“, „allgemeine Verhaltensregeln“ und „Umgang mit Interessenkonflikten“. Der Antikorruptionskodex dient als Grundlage für die Sensibilisierung aller Mitarbeiter hinsichtlich der Korruptionsgefahren. Er ist zugleich Richtschnur, Handlungsanleitung und Hilfestellung, um unternehmens- und branchenspezifisch die nötigen Maßnahmen zur Korruptionsprävention und auch -bekämpfung treffen zu können. Im Konzern ist als Ansprechpartner für Korruptionsprävention ein Antikorruptionsbeauftragter vom Management bestellt. Dieser nimmt seine Aufgaben weisungsunabhängig wahr. Dass unsere Mitarbeiter mit dem Verhaltens- und Antikorruptionskodex vertraut sind, erreichen wir, indem alle Beschäftigten weltweit jährlich dazu aufgefordert werden, jeweils ein Online-Training mit einer anschließenden Prüfung zu absolvieren. Die Mitarbeiter werden hier im Umgang mit moralisch oder rechtlich bedenklichen Situationen geschult. Ein Beschwerdemechanismus stellt sicher, dass Fälle von schädigendem Verhalten wie zum Beispiel Korruption, Ungleichbehandlung oder sexuelle Belästigung von Mitarbeitern und externen Dritten gemeldet werden können. Kontaktmöglichkeiten bestehen über das persönliche Gespräch, eine Telefonhotline, das elektronische Postfach der Compliance-Abteilung oder für anonyme Meldungen über das Hinweisgebersystem. Alle entsprechenden Kontaktmöglichkeiten sind im Intranet angegeben und damit unternehmensweit einsehbar. Außerdem sind sie auf der Unternehmenshomepage verfügbar und damit auch für alle externen Betroffenen zugänglich. Ein Global Regulatory Affairs Committee unter anderem unter der Beteiligung der Bereiche Compliance, Regulatory Affairs, Quality, Product Development, Procurement, EHS und Corporate Sustainability tagt regelmäßig und dient dem bereichsübergreifenden Monitoring neuer Gesetzesinitiativen sowie der Schaffung entsprechender Strukturen im Unternehmen.

Unsere Performance

Im Berichtszeitraum haben 9.341 Mitarbeiter aus 35 Ländern das Training zum Antikorruptionskodex und 9.143 Mitarbeiter aus 35 Ländern das Training für den Verhaltenskodex absolviert. Die geleisteten Trainingsstunden betragen dabei 4.571 Stunden für den Verhaltenskodex und 4.670 Stunden für den Antikorruptionskodex. Die Compliance-Schulungen sind derzeit in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Chinesisch verfügbar. Signifikante Bußgelder und nicht-monetäre Strafen wegen eines Verstoßes gegen Gesetze und Vorschriften gab es im Berichtsjahr nicht. Zwei Korruptionsverdachtsfälle wurden gemeldet, wovon einer geprüft wird und einer bereits als unbestätigt gilt bzw. nicht nachgewiesen werden konnte. Insgesamt wurden während des Berichtszeitraums zwei Diskriminierungsverdachtsfälle gemeldet. Bestätigte Diskriminierungsfälle konnten während des Berichtszeitraums nicht festgestellt werden.

Lieferkette

Warum es wesentlich ist

Die Achtung der Menschenrechte, Wahrung hoher Umweltstandards sowie die Bereitstellung guter, sicherer und fairer Arbeitsbedingungen bei der Erstellung unserer Produkte ist uns auch außerhalb der eigenen Produktion wichtig. Mit rund 8.000 Lieferanten aus über 40 Ländern und einem Einkaufsvolumen, das rund 40 % unseres Umsatzes1 entspricht, wird die Bedeutung offensichtlich, die bei der Umsetzung dieser Ziele unserer Vorkette zukommt.

¹ Umsatz und Einkaufsvolumen bezogen auf das Jahr 2021.

Eine wachsende Zahl von Gesetzen und Anforderungen reguliert zudem die Übernahme von Verantwortung in globalen Lieferketten. Insbesondere das deutsche Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten, das im Juli 2021 vom Deutschen Bundestag beschlossen wurde, soll der Verbesserung der internationalen Menschenrechtslage dienen, indem es Anforderungen an ein verantwortungsvolles Management von Lieferketten definiert. Das Gesetz ist ab dem 1. Januar 2023 für in Deutschland ansässige Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern anwendbar. Die Wertschöpfungsketten des Marktes für Arzneimittel sind zudem sensibel und im Fokus vieler Stakeholder. Vor allem die am Ende der Lieferkette stehenden Patienten sind darauf angewiesen, dass ihre Medikamente jederzeit verfügbar und sicher sind.

Unser Ansatz

Seit Januar 2020 prüfen wir die Einhaltung unserer Anforderungen an die Nachhaltigkeit bei unseren Lieferanten über ein externes evidenzbasiertes ESG-Assessment sowie selbst durchgeführte ESG Quick Checks. Im Berichtsjahr haben wir am Aufbau eines umfassenden Risikomanagementsystems und der Gestaltung neuer Prozesse gearbeitet, um zeitnah, aber spätestens ab dem Jahr 2023, die Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes erfüllen und dokumentieren zu können. Unser Verhaltenskodex für Geschäftspartner bildet konzernweit die Grundlage der Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern. Hierin definiert sind unsere Anforderungen an Themen der Umwelt, des Sozialen und der Unternehmensführung. Seit Dezember 2019 ist die Anerkennung des Verhaltenskodex Teil des Aufnahmeprozesses für neue Lieferanten. Im Jahr 2020 haben wir damit begonnen, systematisch zu überprüfen, ob seitens unserer Bestandslieferanten eine entsprechende Anerkennung vorliegt, und fordern Sie nötigenfalls ein. Bei Lieferanten von besonderer Relevanz für unsere Geschäftsprozesse und | oder hohem Einkaufsvolumen arbeiten wir mit der externen Nachhaltigkeits-Bewertungsplattform EcoVadis zusammen. Das externe ESG-Assessment beruht auf einem Self-Assessment und der Überprüfung von zugehörigen Dokumenten sowie Informationen aus externen Quellen. EcoVadis überprüft dabei insgesamt 21 Indikatoren aus den Bereichen Umwelt, Arbeit und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung. ESG Quick-Checks wurden beginnend mit dem Jahr 2021 von Sartorius Qualitätsauditoren im Rahmen von allen planmäßigen Qualitätsaudits in den Produktionsanlagen des Lieferanten systematisch durchgeführt. Hierfür wurden die Nachhaltigkeitsanforderungen von Sartorius in einen Fragebogen überführt. Dieser wird dem Lieferanten im Vorfeld des Audits zur Verfügung gestellt. Während der Vor-Ort-Auditierung der Produktionsanlagen des Lieferanten wird die Einhaltung der Anforderungen unseres Verhaltenskodex für Geschäftspartner anhand des Fragebogens überprüft. Ziel aller Maßnahmen ist es, bei den Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards unserer Lieferanten tatsächliche Veränderungen zum Besseren anzustoßen. Das Sartorius Management ist über das Corporate Sustainability Steering Committee in die Gestaltung des Prozesses eingebunden und über die erzielten Fortschritte informiert. Mit Lieferanten, bei denen wir ein erhebliches Risiko von Kinder-, Zwangs- oder Pflichtarbeit, andere Verstöße gegen Menschenrechte oder negative Auswirkungen auf die Gesellschaft erkennen, nehmen wir keine Geschäftsbeziehungen auf beziehungsweise beenden diese. In unserem neuen Prozess zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette ist dieses Vorgehen festgeschrieben. Während der Coronavirus-Pandemie konzentrieren wir uns darauf, unsere Lieferfähigkeit zu sichern. Vor dem Hintergrund der validierten Produktionsprozesse unserer Kunden hat dies eine besondere Bedeutung. Lagerbestände sowohl für Rohstoffe als auch für fertige Produkte managen wir deshalb aktiv und halten hohe Sicherheitsbestände.

Unsere Performance

Im Jahr 2021 lagen uns 110 gültige Nachhaltigkeitsbewertungen von EcoVadis zu unseren Lieferanten vor, 165 weitere Bewertungen befinden sich in Bearbeitung. Die vorliegenden Bewertungen decken rund ein Drittel des Einkaufsvolumens¹ ab. Mit Lieferanten, die ein EcoVadis Assessment abgelehnt haben oder deren Bewertung abgelaufen ist, sind wir im Jahr 2021 in einen Dialog getreten.

¹ Umsatz und Einkaufsvolumen bezogen auf das Jahr 2021.

Die im Rahmen von Qualitätsaudits von Sartorius selbst durchgeführten ESG Quick-Checks wurden im Berichtsjahr trotz der Coronavirus-Pandemie vorgenommen, jedoch in reduziertem Umfang, so dass zum Ende des Berichtsjahres 107 Quick-Checks vorliegen.

Menschenrechte

Warum es wesentlich ist

Die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte klären die Verantwortung von Staaten und Unternehmen für den Schutz und die Respektierung der Menschenrechte. In den Fokus rückt damit nicht nur die Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen, sondern auch der positive Beitrag, den Unternehmen durch ihre Aktivitäten zur Förderung des Menschrechtsschutzes beitragen können. Sartorius verfolgt das Ziel, größtmögliche Sorgfalt walten zu lassen, um Menschenrechtsverletzungen im eigenen Einflussbereich zu verhindern.# Unser Ansatz

Im Einklang mit den Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte respektieren und unterstützen wir die Umsetzung der Werte der Internationalen Menschenrechtscharta, der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen und der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über grundlegende Rechte und Pflichten bei der Arbeit, indem wir uns dazu verpflichten, diese international anerkannten Menschenrechte als für unsere Aktivitäten relevant zu erachten. Wir respektieren die Gesetze der Länder, in denen wir aktiv sind.

Eine Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte wird seit Februar 2019 über das Intranet an die Mitarbeiter kommuniziert und ist über das Internet für alle Stakeholder verfügbar. Die Sartorius Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte ist für den Konzern weltweit bindend. Sie fordert von jedem Mitarbeiter ein angemessenes, faires und rechtmäßiges Verhalten gegenüber anderen Mitarbeitern, Geschäftspartnern und dem Gemeinwesen. Von Geschäftspartnern, Lieferanten, Kunden und Kooperationspartnern erwarten wir, dass sie ihre Geschäftstätigkeit nach entsprechend hohen ethischen Standards ausüben.

Sowohl der Sartorius Verhaltenskodex als auch der Verhaltenskodex für Geschäftspartner greifen die Inhalte der Sartorius Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte auf und konkretisieren sie für den Geschäftsalltag. In jährlichen Online-Schulungen zum Sartorius Verhaltenskodex festigen die Sartorius Mitarbeiter ihre Kenntnis der Inhalte und testen diese in der anschließenden Online-Prüfung. Der auf Seite 140 beschriebene Beschwerdemechanismus stellt sicher, dass menschenrechtlich relevante Themen gemeldet werden können und dies auch anonym geschehen kann.

Die bestehenden Prozesse werden kontinuierlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe wurde bereits im Jahr 2021 eingerichtet, um die Anforderungen des neuen Sorgfaltspflichtengesetzes zur Wahrung der Menschenrechte in globalen Lieferketten zu erfüllen. Der Vorstand wird fallbasiert in die Aufarbeitung gemeldeter Fälle eingebunden.

Unsere Performance

Sollen die Unternehmensperformance und der Erfolg der Konzepte in Bezug auf Menschenrechte messbar gemacht werden, ist es notwendig, konkrete quantitative Indikatoren zu definieren. In diesem Prozess bleibt es wichtig, den Einfluss von Faktoren außerhalb der Unternehmenssphäre auf die Indikatoren zu bedenken. Außerhalb der Zugriffsmöglichkeiten von Sartorius könnten zum Beispiel Handlungen lokaler Regierungsführungen liegen. Sartorius hat damit begonnen, für sich zu definieren, welche Indikatoren als relevant gelten können und berichtet darüber in den jeweiligen Kapiteln.

Für unser Herangehen haben wir uns das gesamte Spektrum der Menschenrechte angesehen, wie sie in der Internationalen Menschenrechtscharta sowie den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation definiert sind und haben uns dann überlegt, welche dieser Menschenrechte im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit relevant beeinflusst werden können. In einem nächsten Schritt haben wir unsere bereits bestehende Berichterstattung nach Indikatoren überprüft, die geeignet sind, diesen Einfluss sichtbar zu machen. Im kommenden Jahr werden wir die Analyse abschließen und dann die Aufnahme weiterer Indikatoren erwägen.

Im Berichtsjahr berichten wir zunächst zum Recht auf Arbeit im Kapitel ‚Talente finden und binden‘ und über den Indikator ‚Neueinstellungen nach Region, Geschlecht und Altersgruppe‘. Das Recht auf Bildung bilden wir im gleichen Kapitel über den Indikator ‚Trainingsstunden nach Region und Geschlecht‘‘ ab. Zum Recht auf ein erreichbares Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit berichten wir in den Kapiteln ‚Innovation und gesellschaftlicher Beitrag‘ und ‚Arbeitssicherheit und Gesundheit‘ sowie über den Indikator ‚Arbeitsbedingte Verletzungen‘.

Eine umfassende Berichterstattung findet sich zudem im separat veröffentlichten GRI-Bericht. Hierbei handelt es sich um weiterführende freiwillige Informationen.

Umwelt

Energieverbrauch und Emissionen

Warum es wesentlich ist

Der vorangeschrittene Klimawandel stellt bereits heute eine reale Gefahr für das Leben auf unserem Planeten dar. Die Eindämmung der Erderwärmung ist dabei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Die Staats- und Regierungschefs der Länder der Europäischen Union haben sich im Dezember 2020 darauf verständigt, die EU-internen Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um mindestens 55 % gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken. Der europäische Green Deal sieht darüber hinaus die EU-weite Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2050 vor.

Die globalen Treibhausgasemissionen in CO2 -Äquivalenten erreichten im Jahr 2019 etwa 50 Milliarden Tonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation entfielen vier bis fünf Prozent davon auf den Gesundheitssektor. Mit insgesamt rund 450.0001 Tonnen CO2 -Äquivalenten an zurechenbaren Emissionen im Jahr 2019 hat Sartorius einen Anteil von rund 0,025 % am Gesamtvolumen der Emissionen des weltweiten Gesundheitssektors und damit einen nur geringen Einfluss. Wir erachten es jedoch als unsere Pflicht, einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten und werden an unseren weltweiten Standorten sowie in unserer Wertschöpfungskette umfangreiche Anstrengungen dazu unternehmen.

Unser Ansatz

Als ein führender Partner der biopharmazeutischen Industrie tragen wir zur Erreichung des Nachhaltigkeitsziels Nummer drei der Vereinten Nationen ‚Gesundheit und Wohlergehen‘ bei. In Zukunft wollen wir weiterhin stark wachsen und gleichzeitig unseren CO2 -Fußabdruck signifikant reduzieren. Dementsprechend ist es mit Blick auf die Formulierung von Emissionszielen unseres Erachtens sachgerecht, den Fokus auf die CO2 -Emissionsintensität zu legen, da diese Kennzahl einen Vergleich von CO2 -Emissionen verschiedener Unternehmen sowie mit volkswirtschaftlichen und internationalen Kennzahlen und Zielsetzungen ermöglicht.

Dementsprechend definieren wir unser neues Klimaziel als Reduktion der CO2 -Emissionsintensität. Für Sartorius betrug diese CO2 -Emissionsintensität, bestimmt als Emissionsmenge im Verhältnis zum Umsatz, im Basisjahr 2019 rund 250 g/€1.

1 Es handelt sich um eigene bzw. extern durchgeführte Modellierungen/Abschätzungen, welche nicht auf wissenschaftlich-fundierten Emissionsberechnungen beruhen.

Es ist unser grundsätzlicher Anspruch, Ziele zu setzen, die sowohl ehrgeizig als auch realistisch und nachvollziehbar sind. Für die CO2 -Emissionsintensität wollen wir eine Reduktion um durchschnittlich rund 10 % pro Jahr erreichen. Damit gehen wir über die Ambitionsniveaus der Europäischen Union und der Science Based Target Initiative hinaus, welche jährlichen Reduktionen der CO2 -Emissionsintensität von rund 8,5 % bzw. gut 7 % entsprechen.

Um diese Reduktion zu erreichen, fokussieren wir uns auf die Emissionsvermeidung und die Verbesserung der Effizienz von Prozessen, die mit entsprechenden Emissionen verbunden sind. Dies umfasst die an unseren Standorten anfallenden Emissionen, solche in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sowie den möglichst weitgehenden Wechsel zu emissionsfreien Energieträgern. Die Kompensation von Emissionen steht demgegenüber derzeit nicht im Fokus, da wir eine tatsächliche Reduktion für relevanter erachten.

Die Reduzierung von Treibhausgasemissionen ist eine Aufgabe, die nur durch gemeinsame Anstrengung aller an der Wertschöpfungskette Beteiligten und unter Berücksichtigung bestehender Interdependenzen gelingen kann. Bei der Entwicklung unserer Klimaziele war es uns deshalb wichtig, Transparenz über bestehende Wechselwirkungen herzustellen sowie notwendige Annahmen mit Bedacht zu treffen und nachvollziehbar zu kommunizieren. Im Berichtsjahr haben wir als Basis unserer Zielsetzung eine nochmals detailliertere Erstellung unserer CO2 -Bilanz vorgenommen. Diese verfeinerte Bilanzierung basiert aus Konsistenzgründen auf Emissionsdaten des Jahres 2019, dem Basisjahr unserer bisherigen Klimastrategie.

Die ermittelten Gesamtemissionen von rund 450.000 Tonnen CO2 -Äquivalenten entfallen zu etwa 10 % auf die Scopes 1 und 2 und damit die im Unternehmen direkt anfallenden Emissionen sowie Emissionen aus zugekaufter Energie wie Strom und Gas. Rund 90 % der Emissionen liegen demgegenüber in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette und somit überwiegend oder teilweise im Einflussbereich von Lieferanten, Transportdienstleistern und Kunden. Auf knapp die Hälfte dieser Emissionen kann Sartorius Einfluss nehmen, wobei dieser Einfluss je nach Sachverhalt unterschiedlich ausgeprägt ist.

Insbesondere die Berechnung von Scope-3 -Emissionen ist derzeit für Unternehmen aller Branchen mit grundsätzlichen Ungenauigkeiten behaftet und von einer Reihe von Annahmen und Schätzungen abhängig. Die immer genaueren Berechnungen durch Verbesserung der Datenqualität sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Ansatzes. Dies betrifft sowohl Informationen zum CO2 -Fußabdruck unserer Lieferanten als auch zur Nutzungsphase unserer Produkte sowie deren Lebenszyklusende. Zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit der Daten im Zeitverlauf kann die kontinuierliche Verbesserung der Berechnungsgenauigkeit zu rückwirkenden Anpassungen von berichteten Zahlen führen.

Scope 1 und 2 Emissionen

In Scope 1 sind direkte Emissionen. Sie resultieren unter anderem aus der Nutzung fossiler Brennstoffe zur Erzeugung von Wärme und Strom an unseren Standorten, aus CO2 -äquivalenten Prozessemissionen beispielsweise in der Membranproduktion sowie aus der Nutzung unternehmenseigener Fahrzeuge. Sartorius setzt sich das Ziel, Scope-1 -Emissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe bis zum Jahr 2030 größtenteils zu eliminieren.# Sartorius Klimastrategie

Maßnahmen

Zu den entsprechenden Maßnahmen zählen die weitgehende Elektrifizierung der Wärme- und Kälteerzeugung, die Nutzung von Gas aus erneuerbaren Quellen, die schrittweise Umstellung des Fuhrparks auf elektrisch betriebene Fahrzeuge sowie Effizienzverbesserungen in der Produktion mit dem damit einhergehenden reduzierten Energiebedarf. Ein geringer Teil der derzeitigen Scope-1 -Emissionen muss als unvermeidbar angesehen werden. Diese direkt mit essenziellen Produkteigenschaften verbundenen Prozessemissionen, insbesondere in der Membranproduktion, können nach heutigem Stand der Technik nicht vermieden werden, obwohl wir bereits heute weitestgehend geschlossene Lösungsmittelkreisläufe betreiben.

Nahezu vollständig eliminieren wollen wir bis zum Jahr 2030 die Emissionen in Scope 2. Diese indirekten Emissionen entstehen bei der Erzeugung zugekaufter Energie, insbesondere von Elektrizität. Erreicht werden soll dies durch einen möglichst vollständigen Umstieg auf emissionsfrei produzierten Strom aus erneuerbaren Quellen. Die angestrebte sehr weitgehende Reduzierung der Emissionen steht unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit emissionsfreier Energie an unseren weltweiten Standorten. Sartorius wird versuchen, die Verfügbarkeit emissionsfreier Energie voranzutreiben und unsere entsprechenden Partner an den jeweiligen Standorten bei deren Bereitstellung zu unterstützen.

Für Scope 1 und 2 insgesamt verfolgt Sartorius das Ziel, bis zum Jahr 2030 eine durchschnittliche jährliche Reduktion der CO2 -Emissionsintensität von rund 20 % zu erreichen. Dies entspricht der Eliminierung von rund 90 % der Emissionsquellen in Scope 1 und 2 sowie trotz des signifikanten Unternehmenswachstums einer Reduktion der damit verbundenen absoluten Emissionen um rund 50 % im Vergleich zum Jahr 2019.

Scope 3

Die Betrachtung von Scope-3 -Emissionen ist komplex und macht die Berücksichtigung zahlreicher Interdependenzen in der Wertschöpfungskette sowie das Treffen von Annahmen notwendig. Rund 40 %¹ der Sartorius zurechenbaren Emissionen entstehen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette, also im Zusammenhang mit zugekauften Gütern und Dienstleistungen sowie im Geschäftsreiseverkehr. Von Sartorius beeinflussbar sind diese Emissionen unter anderem durch die Art und Menge der gekauften Materialien und Produkte, die Wahl von Transportwegen und -mitteln sowie die Anzahl und Gestaltung von Geschäftsreisen. Auch über die Auswahl von Lieferanten können mittelfristig Emissionen reduziert werden. Sartorius arbeitet daran, Lieferanten zukünftig bei der Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitskonzepten zu unterstützen und dadurch die CO2 -äquivalente Emissionsintensität in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu reduzieren.

Der mit etwa 50 %¹ größte Anteil der Sartorius zurechenbaren Emissionen entsteht in der nachgelagerten Wertschöpfungskette, das heißt unter anderem durch den Transport unserer Produkte zum Kunden im Zuge der anschließenden Nutzung der Produkte sowie durch deren Entsorgung am Lebenszyklusende. Vor allem durch ein optimiertes Design von Produkten und Verpackungen, welches deren Energieeffizienz verbessert oder das Recycling vereinfacht, kann Sartorius zur Reduzierung dieser Emissionen beitragen. Ein Großteil der Emissionen in Scope 3 kann hingegen nur durch unsere Kunden und Transportunternehmen oder in Zusammenarbeit mit diesen sowie durch die Umstellung auf Energie aus emissionsfreien Quellen in der gesamten Wertschöpfungskette reduziert werden. Insgesamt strebt Sartorius eine Reduktion der Emissionsintensität in Scope 3 bis zum Jahr 2030 um jährlich durchschnittlich etwa 10 % an².

¹ Es handelt sich um eigene bzw. extern durchgeführte Modellierungen/Abschätzungen, welche nicht auf wissenschaftlich-fundierten Emissionsberechnungen beruhen.
² Sartorius hat bei der Entwicklung dieses Ziels neben dem eigenen erwarteten Wachstum auch dasjenige der Kunden, Lieferanten und Transportunternehmen berücksichtigt sowie bestimmte Annahmen auf Basis der entsprechend erfolgreichen Emissionsreduktion getroffen und den Effekt aus einem weltweit veränderten Energiemix einbezogen. Konkret nehmen wir für unsere Berechnungen an, dass der Transportsektor seine Emissionen wie gesetzlich gefordert bis zum Jahr 2030 um absolut betrachtet 40 % gegenüber dem Jahr 2019 reduziert. Für unsere Kunden der biopharmazeutischen Industrie erwarten wir, entsprechend ihrer kommunizierten Zielsetzungen, eine absolute Reduktion der Emissionen um rund 50 %, für Lieferanten kalkulieren wir diesbezüglich mit rund 20 %. Ferner haben wir als konservative Wachstumsannahmen für Lieferanten rund 3 % pro Jahr und für unsere Kunden der biopharmazeutischen Industrie rund 5 % pro Jahr angenommen.

Kosten der Emissionsintensitätsreduktion

Die Sartorius Klimastrategie ist an ökologischen und nicht an ökonomischen Zielen ausgerichtet. Dementsprechend wollen wir alle zur Verfügung stehenden Hebel zur Reduktion von Emissionen nutzen – auch solche, deren voraussichtliche Kosten aktuelle und zu erwartende CO2 -Kompensationspreise übersteigen. Insgesamt rechnen wir im Zeitverlauf mit jährlichen Kosten der Reduktion der CO2 -äquivalenten Emissionsintensität von rund 1 % des Konzernumsatzes. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Kosten der verschiedenen Maßnahmen sowie der voraussichtlichen dynamischen Entwicklung hinsichtlich Verfügbarkeit und Preis bestimmter Technologien, Materialien und Energieträger lassen sich dabei heute noch keine genaueren Angaben zur zeitlichen Entwicklung dieser Kosten machen.

Steuerungsrelevanz

Die CO2 -Intensität wird beginnend mit dem Jahr 2022 für die Steuerung des Sartorius Konzerns relevant sein und entsprechend in die Managementvergütung einfließen.

Unsere Performance

Seit 2013 orientiert sich Sartorius bei der Erfassung von Treibhausgasemissionen am Greenhouse Gas Protocol (GHG). Entsprechend berücksichtigen wir neben den CO2 -Emissionen alle klimarelevanten Gase und geben sie in CO2 -Äquivalenten (CO2eq) an. Derzeit berichten wir über direkte klimarelevante Emissionen, die an unseren Produktionsstandorten¹ verursacht werden (Scope 1), und über indirekte energiebezogene Emissionen, die bei der Energieerzeugung durch externe Energielieferanten entstehen (Scope 2). Die Scope-1 -Emissionen entstehen sowohl durch den Verbrauch direkter Energieträger wie Diesel, Heizöl, Erdgas oder LPG als auch durch Prozessemissionen aus Löse- und Kältemitteln an unseren Standorten in Göttingen und Yauco.

¹ Die unterjährig akquirierten Produktionsstandorte wurden nicht berücksichtigt und werden entsprechend der Reportingrichtlinie erst im nächsten Berichtsjahr erfasst. Das betrifft die Produktionsstandorte in Bielefeld (Deutschland) und Freiburg (Deutschland). Sartorius Stedim Data Analytics (Schweden) blieb ebenfalls unberücksichtigt, da es sich hierbei um ein IT-Unternehmen handelt, das keine Güter produziert.

Die neu gesetzten Ziele zur Reduktion der CO2 -Intensität finden ab dem ersten Quartal 2022 Berücksichtigung in unseren Planungen. Wir planen, ab dem nächsten Geschäftsbericht über die entsprechenden Reduzierungen zu berichten. Scope-3 -Emissionen haben wir für die Erstellung unserer neuen Klimastrategie erhoben. Eine standardmäßige Berichterstattung soll im Jahr 2022 erfolgen. Seit Beginn des Geschäftsjahres beziehen unsere deutschen Standorte Strom aus Wasserkraft, unsere französischen Standorte beziehen seit Mitte des Jahres Grünstrom.

Energieverbrauch¹

2021 2020
Gesamtenergieverbrauch in MWh 162.340 132.065
Direkter Energieverbrauch in MWh 59.301 55.444
Stromverbrauch aus dem öffentlichen Versorgungsnetz in MWh 50.020 70.951
Zertifizierter Grünstrom in MWh 43.743 -
Sonstige in MWh 9.277 5.670

¹ Die unterjährig akquirierten Produktionsstandorte wurden nicht berücksichtigt und werden entsprechend der Reportingrichtlinie erst im nächsten Berichtsjahr erfasst. Das betrifft die Produktionsstandorte in Bielefeld (Deutschland) und Freiburg (Deutschland). Sartorius Stedim Data Analytics (Schweden) blieb ebenfalls unberücksichtigt, da es sich hierbei um ein IT-Unternehmen handelt, das keine Güter produziert.

Treibhausgase¹

2021 2020
Gesamtsumme GHG Emissionen in t CO2eq²,³ 42.506 43.156
Gesamte Scope-1 -Emissionen in t CO2eq⁴ 19.147 15.277
Gesamte Scope-2 -Emissionen in t CO2eq⁵ 23.359 27.880

¹ Die unterjährig akquirierten Produktionsstandorte wurden nicht berücksichtigt und werden entsprechend der Reportingrichtlinie erst im nächsten Berichtsjahr erfasst. Das betrifft die Produktionsstandorte in Bielefeld (Deutschland) und Freiburg (Deutschland). Sartorius Stedim Data Analytics (Schweden) blieb ebenfalls unberücksichtigt, da es sich hierbei um ein IT-Unternehmen handelt, das keine Güter produziert.
² Emissionen in t CO2eq wurden durch die Nutzung der Software SoFi von thinkstep kalkuliert. Dafür wurden Emissionsfaktoren von GaBi, Defra und VfU genutzt.
³ Unternehmen werden gemäß des Financial Control Konsolidierungsansatzes in die Umweltberichterstattung für Emissionen integriert.
⁴ Ohne Treibstoffverbrauch des Fuhrparks.
⁵ Für die Berechnung der Scope-2 -Emissionen wurden ausschließlich standortbasierte Faktoren verwendet.

Produktverantwortung

Warum es wesentlich ist

Der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt betrifft nicht nur unsere eigene Wertschöpfung, sondern auch den Einfluss unserer Produkte. Knapp zwei Drittel des Umsatzes erzielt Sartorius mit sterilen Produkten, die in der biopharmazeutischen Forschung und Produktion verbraucht werden und durch ihren Einsatz die Sicherheit und Effizienz der Prozesse gewährleisten. Während Filter auf Zellulose basieren, werden unter anderem Filtergehäuse, Beutel und Pipettenspitzen aus Polymeren gefertigt. Auch wenn die biopharmazeutische Einwegtechnologie einen Anteil von nur rund 0,01 % am jährlichen Plastikabfallaufkommen hat, stellt sich unter anderem wegen des stetigen Marktwachstums die Frage nach einem verantwortungsvollen Umgang mit Material zunehmend auch in dieser Branche.# Gründsätzlich werfen die Produktion und der Vertrieb von Konsumprodukten die Frage nach deren Produktlebensende auf. Steigende Kundenanforderungen und strengere gesetzliche Vorgaben führen zusätzlich dazu, dass Aspekte der Kreislaufwirtschaft an Bedeutung gewinnen. Die Prozesse der Herstellung von Polymeren aus Rohöl und auch Recyclingvorgänge sind zudem energieintensiv. Alle Erwägungen zur Produktverantwortung sind für uns deshalb eng verbunden mit unserer Klimastrategie.

Unser Ansatz

Es ist ein entscheidender ökologischer Vorteil des Einsatzes steriler Produkte im Bioprozess, dass energie- und wasserintensive Reinigungsvorgänge zwischen Produktionschargen entfallen. Da die flexiblen Produktionseinheiten weniger Raum benötigen, fällt zudem weniger Energie für den im Reinraum notwendigen Betrieb von Klimaanlagen an. Dadurch ist der ökologische Fußabdruck von Einwegprodukten oftmals besser als der von Edelstahlmehrwegkomponenten. Wir wollen den ökologischen Fußabdruck unserer Produkte weiter optimieren, indem wir die Materialwahl und -verwendung entlang der Wertschöpfungskette verbessern. Eine wichtige Rolle dabei werden auf Recycling ausgelegte Materialien und Stoffströme spielen.

Mit der Erarbeitung einer Initiative zur Reduzierung des Plastikverbrauchs wollen wir die gesamte Wertschöpfungskette adressieren: Das Design unserer Produkte und Verpackungen und damit einhergehend den Einkauf von Plastik, den bei der eigenen Geschäftstätigkeit entstehenden Plastikabfall sowie die Behandlung unserer Produkte und Verpackungen an deren Lebensende. Bei der Entwicklung unserer Produkte sind deren Funktionalität und Qualität unsere oberste Priorität. Während der Einsatz von recyceltem Material derzeit für medizinische Produkte aus Qualitätsgründen nicht umzusetzen ist, kann zum Beispiel über die Gestaltung von Produktdimensionen Einfluss auf die Einsatzmenge von Neuplastik genommen werden.

Mehr Spielraum bei der Wahl der Materialien und Dimensionen ergibt sich beim Verpackungsdesign. Auch auf die Möglichkeiten im Umgang mit kontaminierten und nichtkontaminierten Produkten an deren Lebensende kann über ihr Design Einfluss genommen werden. Neben der Wahl der Materialien geht es dabei um die Vereinfachung des Sortierens und gegebenenfalls die Zuführung zu geeigneten Recyclingwegen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass dieser Schritt im Verantwortungsbereich unserer Kunden sowie deren jeweils zuständiger Regulierungsbehörde liegt und deshalb nur durch Kooperation und gemeinsame Anstrengung zum Erfolg geführt werden kann.

In unserer eigenen Produktion arbeiten wir vor allem an der Reduzierung von Verschnitt und Ausschuss sowie an der verbesserten Sortierung von Kunststoffabfällen und damit deren optimierter Zuführung zu Recycling. Nachhaltigkeit in der biotechnologischen Produktion bezieht sich jedoch nicht ausschließlich auf den Einsatz und das Recycling von Kunststoffen, sondern auch auf die Effizienz und Produktivität von Prozessen. So ermöglichen technologische Innovationen oder Prozessoptimierungen die Produktion von größeren Wirkstoffmengen bei gleichem oder vermindertem Ressourceneinsatz.

Sartorius entwickelt seine Produkte vor diesem Hintergrund beständig weiter und trägt dazu bei, die Produktionsprozesse der Kunden nachhaltiger zu gestalten. Sartorius beschäftigt sich eingehend mit der Frage, wie es den Kunden über die Gestaltung der Prozessparameter ermöglicht werden kann, nachhaltiger zu produzieren. Zu diesem Zweck engagiert sich Sartorius unter anderem beim National Institute for Innovation in Manufacturing Biopharmaceuticals (NIIMBL).

Unsere Performance

Die Sartorius Initiative zur Reduzierung des Einsatzes von Plastik wurde Ende Oktober 2020 beschlossen. Im Berichtsjahr wurde an der Integration der gesetzten Ziele in die operativen Sparten gearbeitet. Verschiedene Projekte, die sich mit der Reduzierung von Verpackungsabfall, dem Recycling von Produktionsabfall und Strategien für das Produktlebensende beschäftigen wurden fortgeführt sowie weitere initiiert.

Für die Herstellung von Einwegbeuteln zur Nutzung im Bioprozess verwendet Sartorius hochreinen Plastikfilm. Zwei unserer drei Filmfamilien eignen sich für mechanisches Recycling. Am Standort Aubagne wird Material, das während der Beutelproduktion als Verschnitt anfällt, gesammelt, zerkleinert und dann mit externen Partnern recycled.

Wasser und Abwasser

Warum es wesentlich ist

Wasser ist das Lebensmittel Nummer eins und Grundlage für Ernährung und ein gesundes Leben auf unserem Planeten. Es ist eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, einer wachsenden Weltbevölkerung auf Dauer den Zugang zu sauberem Wasser in der Menge zu ermöglichen, die für ihre Grundversorgung sowie für ihre soziale und wirtschaftliche Entwicklung nötig ist. Um rund 55 % wird die Nachfrage nach Wasser bis zum Jahr 2050 steigen, und schon heute haben mehr als zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Bis zum Jahr 2030 könnten 700 Millionen Menschen gezwungen sein, wegen Wassermangels ihre Heimat zu verlassen. Rund 19 % des verfügbaren Wassers benötigt die Industrie. Sartorius setzt Wasser vor allem in der Membranproduktion sowie der Filterkonfektionierung ein.

Unser Ansatz

Göttingen und Yauco sind die Produktionsstandorte mit dem größten Wasserverbrauch, da hier Filtermembranen hergestellt werden. Insbesondere bei der Produktion nach der Fällbadmethode wird dabei in größerem Umfang Wasser benötigt. Beide Standorte sind nach ISO 14001 zertifiziert. Das Umweltmanagement umfasst neben den Bereichen Energie- und Materialverbrauch, Emissionen, Flächennutzung und Abfall auch Abwasser. Um das Management wasserbezogener Risiken und Chancen weiter zu verbessern, soll die ISO Norm um eine explizite Wasserkomponente erweitert werden (ISO 14002 -2). Die zu erwartenden Anforderungen und Anregungen nimmt Sartorius gerne auf, um weiterhin wirksame wasserbezogene Verbesserungsmaßnahmen zu ergreifen.

Bereits heute legt Sartorius großen Wert auf einen effizienten Umgang mit der Ressource Wasser, was sich in zahlreichen bereits umgesetzten sowie weiteren geplanten Effizienzmaßnahmen widerspiegelt. In der Membranproduktion wird zum Beispiel in weitgehend geschlossenen Kreisläufen gearbeitet. Hierbei werden das Wasser sowie die eingesetzten Lösungsmittel nach der Nutzung wieder aufbereitet. Zudem wurde und wird am Hauptstandort in Göttingen der Wasserverbrauch insbesondere für Spülvorgänge aufgrund optimierter Prozessschritte reduziert. Am Standort Guxhagen ist im Zuge der Standorterweiterung ein Projekt zur Zirkulation von Testwasser geplant, wodurch täglich Wassermengen im Kubikmeter-Maßstab bevorratet werden können und zur Wiederverwendung zur Verfügung stehen.

Neben der Optimierung des Wasserverbrauchs arbeitet Sartorius auch an der ressourcenschonenden Wassergewinnung. Am Standort Yauco sorgt ein Zisternensystem dafür, dass über die Dächer aufgefangenes Regenwasser für verschiedene Anwendungen genutzt werden kann. Sartorius plant im Jahr 2022 eine Strategie und konkrete Ziele festzulegen, um den Einsatz der Ressource Wasser weiter zu optimieren und damit einhergehend den Verbrauch weiter zu reduzieren.

Unsere Performance

Kennzahl 2021
Gesamtwasserentnahme in Ml 692,67
Oberflächenwasser in Ml 10,54
Grundwasser in Ml 18,98
Wasser von Dritten in Ml 663,16
  • Die unterjährig akquirierten Produktionsstandorte wurden nicht berücksichtigt und werden entsprechend der Reportingrichtlinie erst im nächsten Berichtsjahr erfasst. Das betrifft die Produktionsstandorte in Bielefeld (Deutschland) und Freiburg (Deutschland). Sartorius Stedim Data Analytics (Schweden) blieb ebenfalls unberücksichtigt, da es sich hierbei um ein IT-Unternehmen handelt, das keine Güter produziert.
  • Diese Kennzahl wird erstmalig in der Nichtfinanziellen Konzernerklärung berichtet. Die zugrunde liegenden Daten einzelner Standorte sind Schätzwerte.
Wasserentnahme in Gebieten mit Wasserstress 2021
Gesamtwasserentnahme in Ml 483,09
Oberflächenwasser in Ml -
Grundwasser in Ml 3,00
Wasser von Dritten in Ml 480,09
  • Die unterjährig akquirierten Produktionsstandorte wurden nicht berücksichtigt und werden entsprechend der Reportingrichtlinie erst im nächsten Berichtsjahr erfasst. Das betrifft die Produktionsstandorte in Bielefeld (Deutschland) und Freiburg (Deutschland). Sartorius Stedim Data Analytics (Schweden) blieb ebenfalls unberücksichtigt, da es sich hierbei um ein IT-Unternehmen handelt, das keine Güter produziert.
  • Wasserstressgebiete werden basierend auf dem World Resources Institute „Aqueduct Water Risk Atlas" bewertet. Wir betrachten Gebiete, in denen Wasserstress als hoch (40 -80 %) oder sehr hoch (>80 %) klassifiziert wird.
  • Diese Kennzahl wird erstmalig in der Nichtfinanziellen Konzernerklärung berichtet. Die zugrunde liegenden Daten einzelner Standorte sind Schätzwerte.

Abfall

Warum es wesentlich ist

In jedem Unternehmen entstehen Abfälle verschiedenster Art. In besonderem Maße trifft dies auf produzierende Unternehmen zu. Die Entsorgung betrieblicher Abfälle ist dabei gesetzlich geregelt und wird in verschiedenen Ländern unterschiedlich gehandhabt. Da der Umgang mit ungefährlichen und gefährlichen Abfällen erheblichen Einfluss auf deren Freisetzung in Luft, Wasser und Boden hat und somit auch einen direkten Einfluss auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt, ist ein gut entwickeltes Abfallmanagement von hoher Relevanz. Neben Abfällen wie Plastik, Papier und Metall entstehen im Betrieb von Sartorius vor allem im Zusammenhang mit der Membranproduktion in Göttingen und Puerto Rico auch gefährliche Abfälle. In der nachgelagerten Wertschöpfungskette, also der Verwendung unserer Produkte bei den Kunden bzw. Anwendern, entstehen teilweise kontaminierte Abfälle, insbesondere beim Einsatz unserer Produkte in biopharmazeutischen Herstellprozessen.# Unser Ansatz Hinsichtlich des Abfallmanagements

Sartorius arbeitet entlang des fünfstufigen Ansatzes der Abfallhierarchie an kontinuierlichen Verbesserungen. Das Ziel ist es, Ressourcen zu schonen, Verschmutzung zu vermeiden und Emissionen zu reduzieren. Einen Fokus setzt Sartorius dabei auf Initiativen zur ‚Abfallvermeidung‘ und zum ‚Recycling‘.

An der Vermeidung von Abfall arbeitet Sartorius durch die Verbesserung von Produktionsprozessen, zum Beispiel durch die Reduktion von Verschnitt. Dies betrifft vor allem die Bag-, Membran- und Kerzenproduktion. Gefährlicher Abfall entsteht vorwiegend in der Membranproduktion durch den Einsatz von Lösungsmitteln. Unsere Produktionsprozesse sind zwar bereits weitgehend geschlossen, jedoch sehen wir Möglichkeiten, die Entstehung gefährlicher Abfälle in Relation zur produzierten Menge weiter zu reduzieren.

Recycling ist eine weitere wichtige Komponente unseres Abfallmanagements. An unserem Standort Aubagne nehmen wir direkt auf dem Werksgelände das mechanische Recycling anfallenden Verschnitts vor. Das Material kann dann im Rahmen der Geschäftstätigkeit anderer Unternehmen neuen Applikationen zugeführt werden. In der Laborwaagenproduktion in Göttingen werden zum Beispiel Aluminiumspäne zu Pellets gepresst und können dann ebenfalls anderweitig genutzt werden.

Durch die Unterzeichnung des European Plastics Pact hat sich Sartorius freiwillig dazu verpflichtet, Kunststoffabfälle vermehrt dem Recycling zuzuführen. Um diesem Ziel Rechnung zu tragen, werden vor allem an den Standorten in Göttingen und am Standort Guxhagen ausgewählte sortenreine Kunststoffabfälle getrennt gesammelt und einem Recycling zugeführt. Im Jahr 2021 betrug die gesamte Recyclingmenge rund 91 Tonnen.

Zusätzlich arbeiten wir am Design unserer Produkte und Verpackungen, um Abfall auch in der nachgelagerten Wertschöpfungskette möglichst gering zu halten. Neben der Dimensionierung der Produkte sowie der Auswahl der Materialien geht es hierbei vor allem um die Erleichterung der Abfalltrennung und Austauschbarkeit von Anlagenkomponenten. Da ein Großteil der Produkte nach der Verwendung im biopharmazeutischen Prozess kontaminiert ist, stellt dies hohe Anforderungen an ein mögliches Recycling. Sartorius arbeitet aktiv an der Weiterentwicklung fortschrittlicher Recyclingverfahren sowie der Zusammensetzung der Produktmaterialien, um diese auf ein Mindestmaß zu reduzieren und somit dem Kunden ein Recycling zu ermöglichen. Kooperationen mit Kunden und Entsorgern sind dabei essenziell, um tatsächlich praktikable Lösungen zu finden und umzusetzen.

Um alle übrigen Abfälle – auch in den Verwaltungsbereichen – sachgerecht getrennt entsorgen zu können, hat Sartorius zudem als Pilotprojekt am Standort Göttingen ein farblich gekennzeichnetes Trennsystem eingeführt.

Unsere Performance

Angefallener Abfall nach Zusammensetzung¹ , ²

2021
Gesamter Abfall in t 11.295
Davon ungefährlicher Abfall in t 8.060
Davon Plastikabfall in t 2.087
Davon Altpapier in t 1.614
Davon gefährlicher Abfall in t 3.235

¹ Die unterjährig akquirierten Produktionsstandorte wurden nicht berücksichtigt und werden entsprechend der Reportingrichtlinie erst im nächsten Berichtsjahr erfasst. Das betrifft die Produktionsstandorte in Bielefeld (Deutschland) und Freiburg (Deutschland). Sartorius Stedim Data Analytics (Schweden) blieb ebenfalls unberücksichtigt, da es sich hierbei um ein IT-Unternehmen handelt, das keine Güter produziert.
² Diese Kennzahl wird erstmalig in der Nichtfinanziellen Konzernerklärung berichtet. Die zugrunde liegenden Daten einzelner Standorte sind Schätzwerte.

Abfall nach Art der Beseitigung¹ , ²

2021
Rezyklierter Abfall in t 4.991
Davon ungefährlicher Abfall in t 4.464
Davon gefährlicher Abfall in t 527
Entsorgter Abfall² in t 6.304
Davon ungefährlicher Abfall in t 3.596
Davon gefährlicher Abfall in t 2.708

¹ Die unterjährig akquirierten Produktionsstandorte wurden nicht berücksichtigt und werden entsprechend der Reportingrichtlinie erst im nächsten Berichtsjahr erfasst. Das betrifft die Produktionsstandorte in Bielefeld (Deutschland) und Freiburg (Deutschland). Sartorius Stedim Data Analytics (Schweden) blieb ebenfalls unberücksichtigt, da es sich hierbei um ein IT-Unternehmen handelt, das keine Güter produziert.
² Zu den Entsorgungsmethoden zählen Verbrennung mit und ohne Energierückgewinnung, Deponierung und sonstige Entsorgungsverfahren.
³ Diese Kennzahl wird erstmalig in der Nichtfinanziellen Konzernerklärung berichtet. Die zugrunde liegenden Daten einzelner Standorte sind Schätzwerte.

Inhalt

  • Bilanz zum 31. Dezember 2021
  • Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021
  • Anhang für das Geschäftsjahr 2021
    • Erläuterungen zu den einzelnen Bilanzposten
    • Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
    • Sonstige Angaben
  • Erklärung des Vorstands
  • Entwicklung des Anlagevermögens
  • Aufstellung des Anteilsbesitzes
  • Vorstand und Aufsichtsrat

Im gesamten Geschäftsbericht können durch mathematische Rundungen bei der Addition scheinbare Differenzen auftreten.

Bilanz zum 31. Dezember 2021

AKTIVA (in T€)

Anhang 31. Dezember 2021 31. Dezember 2020
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten [1] 18.495 24.044
II. Sachanlagen [2]
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 103.019 102.721
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.212 1.809
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 549 2.811
105.780 107.341
III. Finanzanlagen [3]
Anteile an verbundenen Unternehmen 439.998 439.998
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.658.871 1.658.871
Beteiligungen 14 14
Sonstige Ausleihungen 3.675 0
2.092.558 2.098.883
2.226.833 2.230.268
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände [4]
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 112.940 57.796
Sonstige Vermögensgegenstände 622 3.832
113.562 61.628
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 14.499 80.495
128.061 142.123
C. Rechnungsabgrenzungsposten [5] 2.809 3.644
2.357.703 2.376.035

PASSIVA (in T€)

Anhang 31. Dezember 2021 31. Dezember 2020
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital [6]
Nennbetrag eigene Anteile – 6.464 – 6.464
Ausgegebenes Kapital 74.880 74.880
68.416 68.416
II. Kapitalrücklage [7] 57.715 56.396
III. Gewinnrücklagen [8] 10.867 10.867
IV. Bilanzgewinn [8] 198.487 206.247
335.485 341.926
B. Rückstellungen [9]
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 21.247 19.319
Steuerrückstellungen 6.370 6.510
Sonstige Rückstellungen 9.766 12.618
37.383 38.447
C. Verbindlichkeiten [10]
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.927.358 1.988.001
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 261 428
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 50.376 6
Sonstige Verbindlichkeiten
– davon aus Steuern 118 (i. Vj. 458) 6.840
7.227
1.984.835 1.995.662
2.357.703 2.376.035

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 in T€

Anhang 2021 2020
1. Umsatzerlöse [13] 16.302 17.147
2. Sonstige betriebliche Erträge [14][22] 1.420 136.582
3. Personalaufwand [15]
a) Gehälter 7.995 7.555
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung
– davon für Altersversorgung 645 46
8.650 7.601
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen [16] 9.438 6.774
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen [17][22] 14.932 13.580
6. Erträge aus Beteiligungen
– davon aus verbundenen Unternehmen [18] 46.270 23.273
46.270 23.273
7. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages übernommener Gewinn [19] 16.103 4.210
8. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages übernommener Verlust [19] 2.504 28.448
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
– davon aus verbundenen Unternehmen [20] 17.773 12.948
17.889 12.950
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
– davon an verbundene Unternehmen [20] 34 (i. Vj. 167) 21.025
23.037 21.025
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag [21][22] 1.138 3.827
12. Ergebnis nach Steuern 40.561 112.907
13. Sonstige Steuern – 88 – 24
14. Jahresüberschuss 40.473 112.883
15. Gewinnvortrag 158.014 93.364
16. Bilanzgewinn 198.487 206.247

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Sartorius AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft im Sinne des § 264 d HGB. Die Sartorius AG hat ihren Sitz in Göttingen und ist unter der Nummer HRB 1970 im Handelsregister B des Amtsgerichts Göttingen eingetragen. Der Jahresabschluss der Sartorius AG wird nach den deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften (HGB) sowie den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt und in Tausend € (T€) angegeben. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr beibehalten.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Sie werden über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die planmäßigen Abschreibungen, bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. Das Sachanlagevermögen wird linear abgeschrieben. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung zeitanteilig.# Anhang zum Jahresabschluss der Sartorius AG

Abnutzbare Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 250 € unter der Anwendung der Regelung für geringwertige Wirtschaftsgüter im Zugangsjahr direkt im Aufwand erfasst. Für die Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten zwischen 250 € und 800 € betragen, wird die GWG-Regelung mit einer Abschreibungsdauer von einem Jahr (100 % Abschreibung im Zugangsjahr) angewandt.

Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie Ausleihungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert bilanziert. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden Abschreibungen vorgenommen. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine Wertminderung entfallen sind.

Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag bzw. zum niedrigeren Tageswert angesetzt. Forderungen aus Rückdeckungsversicherungen, die nicht dem Zugriff aller Gläubiger entzogen sind, werden mit dem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital bewertet.

Rückstellungen
Die Pensionsverpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Die übrigen Rückstellungen sind so bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken Rechnung tragen. Rückstellungen werden zum notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt, langfristige Rückstellungen werden dabei mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst.

Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt.

Währungsumrechnung
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls erfasst. Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Forderungen in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Latente Steuern

Für die Berechnung der latenten Steuern wird das Temporary-Konzept angewendet. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Dabei werden bei der Sartorius AG nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzpositionen einbezogen, sondern auch solche, die bei Organgesellschaften bzw. Personengesellschaften bestehen, an denen die Sartorius AG als Gesellschafter beteiligt ist.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes der Sartorius AG von aktuell 30,0 %. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Abweichend hiervon werden latente Steuern aus zeitlichen Bilanzierungsunterschieden bei Beteiligungen in der Rechtsform einer Personengesellschaft auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes ermittelt, der lediglich Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag beinhaltet; dieser beträgt derzeit 15,83 %.

Die latenten Steuern werden saldiert ausgewiesen. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden.

Die Sartorius AG verfügt über körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Verlustvorträge. Auf die Verlustvorträge wurden in der Höhe latente Steueransprüche berücksichtigt, soweit eine Nutzung aus heutiger Sicht hinreichend wahrscheinlich ist.

Die ermittelten latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsunterschieden bei den immateriellen Wirtschaftsgütern und bei den Rückstellungen sowie aus der zukünftigen Nutzung von Verlustvorträgen. Das Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird dahingehend ausgeübt, dass die sich insgesamt ergebende aktive latente Steuer nicht angesetzt wurde.

Erläuterungen zu den einzelnen Bilanzposten

  1. Immaterielle Vermögensgegenstände
    Es wird auf den Anlagespiegel verwiesen.

  2. Sachanlagen
    Betriebs- und Geschäftsgebäude sowie baugebundene Verteilungsanlagen werden im Wesentlichen über 33 Jahre abgeschrieben. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung werden überwiegend in 1 bis 13 Jahren abgeschrieben. Es wird auf den Anlagespiegel verwiesen.

  3. Finanzanlagen
    Im Geschäftsjahr wurden die Aktivwerte aus Rückdeckungsversicherungen in Höhe von 3.675 T€ aus den sonstigen Vermögensgegenständen in die sonstigen Ausleihungen umgegliedert. Es wird auf den Anlagespiegel verwiesen.

  4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

    in T€ 31. Dezember 2021 31. Dezember 2020
    Forderungen gegen verbundene Unternehmen 112.940 57.796
    Sonstige Vermögensgegenstände 622 3.832
    113.562 61.628
    davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr:
    Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0 0
    Sonstige Vermögensgegenstände 0 3.153

    Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige Finanzforderungen.

  5. Rechnungsabgrenzungsposten
    Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen Disagios, welche über die Laufzeit der zugrundeliegenden Finanzkredite aufgelöst werden.

  6. Ausgegebenes Kapital
    Das Grundkapital der Sartorius AG ist eingeteilt in 37.440.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien und 37.440.000 stimmrechtslose Vorzugsaktien mit einem rechnerischen Nennbetrag von je 1,00 €. Die Gesellschaft hält zum Bilanzstichtag 3.213.991 eigene Stamm- und 3.250.147 Vorzugsaktien, die in den Jahren 2000 und 2001 erworben wurden. Das entspricht einem Anteil von 6.464 T€ (8,6 %) am Grundkapital. Im Geschäftsjahr wurden keine eigenen Aktien erworben. Der rechnerische Nennbetrag der eigenen Aktien in Höhe von 6.464 T€ wurde gemäß § 272 Abs. 1a HGB vom Grundkapital abgesetzt.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die Veräußerung der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien auch in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre im Verhältnis ihrer Beteiligung an der Gesellschaft vorzunehmen, sofern diese Aktien im Rahmen eines Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen als Gegenleistung angeboten werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist insoweit ausgeschlossen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien zu verwenden, wenn Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft als Teil der Vorstandsvergütung Aktien der Gesellschaft übertragen werden sollen.

  1. Kapitalrücklage

    in T€
    Stand 1. Januar 2021 56.396
    + Gewährung der aktienbasierten Vergütung an ein Vorstandsmitglied 1.319
    Stand 31. Dezember 2021 57.715

    Die Kapitalrücklage hat sich im Geschäftsjahr infolge der Gewährung der aktienbasierten Vergütung an ein Vorstandsmitglied um 1.319 T€ gegenüber dem Vorjahr erhöht.

  2. Gewinnrücklagen und Bilanzgewinn
    Die Gewinnrücklagen nach § 266 Abs. 3 III Nr. 4 HGB betragen unverändert 10.867 T€. Der Bilanzgewinn hat sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt entwickelt:

    in T€
    Stand 1. Januar 2021 206.247
    Dividendenausschüttung in 2021 – 48.233
    Gewinnvortrag 158.014
    Jahresüberschuss 2021 40.473
    Stand 31. Dezember 2021 198.487
  3. Rückstellungen

    in T€ 31. Dezember 2021 31. Dezember 2020
    Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 21.247 19.319
    Steuerrückstellungen 6.370 6.510
    Sonstige Rückstellungen 9.766 12.618
    37.383 38.447

Die Pensionsrückstellung wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend den folgenden Bewertungsannahmen und Bewertungsmethoden gemäß § 249 Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 253 HGB gebildet.

|                                                                 | Ende des Berichtsjahres | Beginn des Berichtsjahres |
| :-------------------------------------------------------------- | :---------------------- | :------------------------ |
| Angewandter Rechnungslegungsstandard                            | HGB                     | HGB                       |
| Angewandter Bewertungsstandard                                  | Projected Unit Credit Method (PUCM) | Projected Unit Credit Method (PUCM) |
| Biometrische Rechnungsgrundlagen:                               |                         |                           |
| \-Annahmen zu Sterblichkeit und Invalidität                     | RT 2018 G (von Klaus Heubeck) | RT 2018 G (von Klaus Heubeck) |
| \-Fluktuation                                                   | keine                   | keine                     |
| \-rechnungsmäßige Endalter                                      | vorgezogene Altersgrenzen | vorgezogene Altersgrenzen |
| Ökonomische Rechnungsgrundlagen:                                |                         |                           |
| \-Abzinsungssatz gemäß RückAbzinsV p.a. (Vereinfachungsregel: Zinssatz bei Restlaufzeit von 15 Jahren) |                         |                           |
| Durchschnitt der letzten 10 Jahre                               | 1,86 %                  | 2,31 %                    |
| Durchschnitt der letzten 7 Jahre                                | 1,35 %                  | 1,61 %                    |
| \-erwartete Rentensteigerung p.a.                               | 2,00 %                  | 2,00 %                    |
| \-erwartete Einkommenssteigerung p.a.                           |                         |                           |
| Einzelzusagen                                                   | 3,00 %                  | 3,00 %                    |
| Versorgungsordnung                                              | -                       | -                         |

Insolvenzgeschützte Anlagen bei Rückdeckungsversicherungen zur Sicherung von Pensionsverpflichtungen mit einem Zeitwert in Höhe von 178 T€ (i. Vj. 1.084 T€), der den Anschaffungskosten entspricht, wurden mit dem Zeitwert der entsprechenden Pensionsverpflichtungen in Höhe von 1.113 T€ (i. Vj. 1.895 T€) verrechnet.

Die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

| in T€                                                                |     |
| :------------------------------------------------------------------- | :-- |
| Brutto-Rückstellung zum 1. Januar 2021                               | 20.403 |
| Zinsaufwand                                                          | 459 |
| Effekt der Änderung des Rechnungszinses                              | 1.004 |
| Pensionszahlungen                                                    | – 1.083 |
| sonstige Veränderungen                                                | 642 |
| Brutto-Rückstellung zum 31. Dezember 2021                            | 21.425 |
| Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 HGB zum 31. Dezember 2021 (Zeitwert der verpfändeten Rückdeckungsversicherungen) | 178 |
| Netto-Rückstellung zum 31. Dezember 2020                             | 21.247 |

Die Pensionsrückstellung betrifft neben der allgemeinen Versorgungsordnung Einzelzusagen an aktive und ehemalige Vorstandsmitglieder sowie leitende Angestellte. Aufgrund der Schließung des allgemeinen Versorgungswerkes in 1983 bezieht sich dieser Teil der Pensionsrückstellung ausschließlich auf Mitarbeiter, deren Arbeitsverhältnis vor dem 1.Januar 1983 begonnen hatte. Die zum 31. Dezember 2021 gebildete Rückstellung entfällt in Höhe von 7,0 Mio. € auf die Allgemeine Versorgungsordnung und in Höhe von 14,4 Mio. € auf Einzelzusagen. Der Barwert der Verpflichtungen gegenüber aktiven Vorständen entfällt in Höhe von 4.259 T€ (i. Vj. 3.635 T€) auf die Versorgungszusage für Herrn Dr. Joachim Kreuzburg und in Höhe von 391 T€ (i. Vj. 192 T€) auf die Versorgungszusage für Herrn Rainer Lehmann. Effekte aus der Änderung des Rechnungszinses werden im Finanzergebnis erfasst. Bei Nutzung des 7 -jährigen Durchschnittszinssatzes würden die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtung insgesamt 22.682 T€ (i. Vj. 22.071 T€) betragen, der Unterschiedsbetrag beträgt entsprechend 1.257 T€ (i. Vj. 1.763 T€) und unterliegt nach § 253 Abs. 6 HGB der Ausschüttungssperre.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten folgende Beträge:

in T€ 31. Dezember 2021 31. Dezember 2020
Personalkosten 8.569 8.051
Ausstehende Rechnungen 1.091 1.162
Übrige 106 3.405
Gesamt 9.766 12.618

10. Verbindlichkeiten

Der Posten setzt sich wie folgt zusammen:

Bilanzausweis in T€ davon mit einer Restlaufzeit
bis zu einem Jahr ein bis fünf Jahre über fünf Jahre
31. Dezember 2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.927.358 282.588 1.013.694
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 261 261 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 50.376 50.376 0
Sonstige Verbindlichkeiten 6.840 6.840 0
Gesamt 1.984.835 340.065 1.013.694
31. Dezember 2020
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.988.001 160.142 1.115.291
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 428 428 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 6 6 0
Sonstige Verbindlichkeiten 7.227 7.227 0
Gesamt 1.995.662 167.803 1.115.291

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um kurzfristige Finanzverbindlichkeiten. Für die eigenen Verbindlichkeiten sind keine Sicherheiten gestellt worden.

11. Haftungsverhältnisse

in T€ 31. Dezember 2021 31. Dezember 2020
Bürgschaften und bürgschaftsähnliche Verpflichtungen 67.149 65.467

Für Verbindlichkeiten verschiedener verbundener Unternehmen wurden Bürgschaften und Garantien für deren lokale Kreditlinien bei den Kreditinstituten in Höhe von 67.149 T€ (i. Vj. 65.467 T€) abgeschlossen. Diese sind nicht zu bilanzieren, da es keine Anzeichen dafür gibt, dass die Tochterunternehmen ihren Verpflichtungen gegenüber den Kreditinstituten nicht fristgerecht nachkommen.

12. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen im Wesentlichen aus Miet- und Leasingverträgen.

in T€ 31. Dezember 2021 31. Dezember 2020
fällig innerhalb eines Jahres 96 98
fällig in ein bis fünf Jahren 85 169
Gesamt 181 267

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

13. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse setzen sich – gegliedert nach geographischen Märkten und Haupttätigkeitsbereichen – wie folgt zusammen:

in T€ 2021 2020
Umsatzerlöse Inland
Umsatzerlöse aus Vermietung 10.092 6.462
Umsatzerlöse aus Dienstleistungen 4.815 6.449
Zwischensumme 14.907 12.911
Umsatzerlöse Ausland
Umsatzerlöse aus Dienstleistungen 1.395 4.236
Zwischensumme 1.395 4.236
Gesamt 16.302 17.147

14. Sonstige betriebliche Erträge

in T€ 2021 2020
Erträge aus der Währungsumrechnung 451 4.841
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 243 8
Buchgewinne aus Anlagenverkäufen 0 131.026
Andere Erträge 726 707
Gesamt 1.420 136.582

15. Personalaufwand

in T€ 2021 2020
Gehälter 7.995 7.555
Soziale Abgaben 10 9
Aufwendungen für Altersversorgung 645 37
Gesamt 8.650 7.601

Der ausgewiesene Personalaufwand bezieht sich auf den Vorstand der Sartorius AG.

16. Abschreibungen

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen:

in T€ 2021 2020
Planmäßig 9.438 6.774

17. Sonstige betriebliche Aufwendungen

in T€ 2021 2020
Kosten für Fremdleistungen 8.922 6.669
Rechts- und Beratungskosten 1.913 3.028
Aufsichtsratvergütung 984 977
Instandhaltungskosten 794 465
Personalnebenkosten 439 436
Reise-, Bewirtungs- und Repräsentationskosten 421 103
Beiträge und Gebühren 357 446
Sonstiger Finanzierungsaufwand 352 230
Buchverluste aus Anlagenabgängen 145 1
Kfz- und Leasing-Kosten 67 99
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 48 564
Sonstige Aufwendungen 490 562
Gesamt 14.932 13.580

18. Erträge aus Beteiligungen

in T€ 2021 2020
Erträge aus Beteiligungen 46.270 23.273

Bei den Erträgen aus Beteiligungen der Sartorius AG handelt es sich wie im Vorjahr in voller Höhe um Dividendenzahlungen von Tochtergesellschaften.

19. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages übernommener Gewinn oder Verlust

in T€ 2021 2020
Sartorius Corporate Administration GmbH 16.103 4.210
Sartorius Lab Holding GmbH – 28.448 – 24.238
Gesamt – 12.345 – 20.028

20. Zinsergebnis

in T€ 2021 2020
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 17.889 12.950
– davon aus verbundenen Unternehmen (17.773) (12.948)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 23.037 21.025
– davon an verbundene Unternehmen (34) (167)
Gesamter Zinsertrag / -aufwand – 5.148 – 8.075

In den Zinsaufwendungen des Geschäftsjahres sind Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 1.463 T€ (i. Vj. 1.392 T€) enthalten.

21. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

in T€ 2021 2020
Laufende Ertragsteuern – 62 – 17
Ertragsteuern Vorjahre 1.200 – 3.810
Gesamt 1.138 – 3.827

22. Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

Periodenfremde Erträge und Aufwendungen stellen solche Posten dar, die zwar das laufende Ergebnis beeinflussen, die aber Änderungen von Vorgängen vergangener Jahre betreffen.

Die anderen Geschäftsjahren zuzuordnenden Erträge betragen für die Sartorius AG 1.447 T€ (i. Vj. 13 T€). Darin enthalten sind im Wesentlichen Erträge aus Ertragssteuern für Vorjahre und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Die periodenfremden Aufwendungen betragen 2 T€ (i. Vj. 3.810 T€).

Sonstige Angaben

Personalstand (§ 285 Nr. 7 HGB)

Im Geschäftsjahr waren keine Mitarbeiter in der Sartorius AG beschäftigt.

Bezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats (§ 285 Nr. 9 HGB)

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder der Sartorius AG beträgt 1.057 T€ (i. Vj. 1.049 T€).
Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder der Sartorius AG betragen 5.690 T€ (i. Vj. 4.737 T€).
Darüber hinaus wurden früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen Bezüge in Höhe von 517 T€ (i. Vj. 1.427 T€) gewährt.
Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen sind 9.104 T€ (i. Vj. 8.764 T€) zurückgestellt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die Angabe der individuellen Vergütungen der Mitglieder des Vorstands sowie des Aufsichtsrats sind Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Im Geschäftsjahr wurden 2.084 Phantom Stocks mit einem Zeitwert von 738 T€ bei Gewährung ausgegeben.
Kredite wurden an Mitglieder des Aufsichtsrats und Vorstands im Geschäftsjahr vom Unternehmen nicht gewährt.

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats (§ 285 Nr. 10 HGB)

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sowie die weiteren Angaben gemäß § 285 Nr. 10 HGB sind als Anlage zum Anhang angegeben.

Anteilsbesitzliste (§ 285 Nr. 11, Nr. 11a und Nr. 11b HGB)

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes ist als Anlage zum Anhang angefügt. Die Werte entsprechen den IFRS Daten, die zur Erstellung des Konzernabschlusses verwendet wurden. Bei nicht konsolidierten Gesellschaften wurden die Werte der letzten lokalen Jahresabschlüsse heranzogen.

Erklärung nach § 161 AktG (§ 285 Nr. 16 HGB)

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung wurde am 9. Dezember 2021 abgegeben und den Aktionären der Sartorius AG auf der Internetseite der Gesellschaft „www.sartorius.com“ dauerhaft zugänglich gemacht.

Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers (§ 285 Nr. 17 HGB)

Die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesenen Beratungsaufwendungen beinhalten die Kosten der Leistungen des Abschlussprüfers für:

in T€ 2021 2020
Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses 587 423
andere Bestätigungsleistungen 91 63
Sonstige Leistungen 0 0
Gesamt 678 486

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 285 Nr. 21 HGB)

Die nachfolgende Tabelle umfasst sämtliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Geschäftsjahr:

Verbundene Unternehmen in T€
2021 2020
Erhaltene Finanzierungen 50.376 0
Gegebene Finanzierungen 107.977 51.156
Sonstige Geschäfte 29.278 25.332

Für die Details zu den Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder sowie der Bezüge der Vorstandsmitglieder wird auf die nachfolgenden Ausführungen verwiesen.

Nachtragsbericht (§ 285 Nr. 33 HGB)

Nach dem Stichtag haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung ergeben.

Vorschlag für die Ergebnisverwendung (§ 285 Nr. 34 HGB)

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum 31. Dezember 2021 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Sartorius AG in Höhe von 198.487.285,16 € wie folgt zu verwenden:

in €
Zahlung einer Dividende von EUR 1,25 je Stammaktie
Zahlung einer Dividende von EUR 1,26 je Vorzugsaktie
Vortrag auf neue Rechnung
Gesamt

Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Folgende aktuelle Mitteilungen nach § 33 Abs. 1 oder Abs. 2 WpHG liegen zum 31. Dezember 2021 vor:

  1. Christine Franken, Bovenden, hat uns mitgeteilt, am 1. April 2002 3,66 % eigene Stimmrechtsanteile zu halten sowie 55,59 % Stimmrechtsanteile als Mitglied der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius, insgesamt also 59,25 % Stimmrechtsanteile, und damit den Schwellenwert von 50 % überschritten zu haben.
  2. Ulrike Baro, München, hat uns mitgeteilt, am 1. April 2002 4,99 % eigene Stimmrechtsanteile zu halten sowie 55,59 % Stimmrechtsanteile als Mitglied der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius, insgesamt also 60,58 % Stimmrechtsanteile, und damit den Schwellenwert von 50 % überschritten zu haben.
    3.# Mitteilungen nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG)

Karin Sartorius-Herbst, Northeim, hat uns nach § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, am 24. November 2021 insgesamt 19.661.112 Stammaktien, entsprechend 52,51 % der Stimmrechte, zu halten, darunter 18.754.160 Stammaktien, entsprechend 50,09 % der Stimmrechte, als Mitglied der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius.

  1. Die Firma Bio-Rad Laboratories GmbH, damals München (heute Feldkirchen, hat uns nach § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, am 1. April 2011 11.237.196 Stammaktien, entsprechend 30,01 % der Stimmrechte, zu halten und damit den Schwellenwert von 30 % überschritten zu haben. Zugleich hat uns die Firma Bio-Rad France Holding SAS, Marnes-la-Coquet, Frankreich, mitgeteilt, dass ihr die vorgenannten Stimmrechte gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet würden. Weiterhin hat uns die Firma Bio-Rad Luxembourg S.à.r.l., Luxemburg, mitgeteilt, dass ihr die vorgenannten, der Bio-Rad France Holding SAS zugerechneten Stimmrechte gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet würden. Ebenfalls hat uns die Firma Bio-Rad ‎Laboratories Inc., Hercules, Kalifornien, USA, mitgeteilt, dass ihr die vorgenannten, der Bio-Rad Luxembourg S.à.r.l. zugerechneten Stimmrechte gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet würden.

  2. Britta Franken, Julius Franken, Carla Franken und Henri Franken haben uns nach § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, am 26. November 2021 18.754.160 Stammaktien, entsprechend 50,09 % der Stimmrechte, als Mitglied der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius zu halten.

  3. Kai Christian Franken, Göttingen, hat uns nach § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass er am 28. Dezember 2010 als Erwerber eines Anteils aus dem ungeteilten Erbe nach Horst Sartorius an der Sartorius AG die Schwellen 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 % und 50 % überschritten hat. Zu diesem Zeitpunkt standen ihm 58,98 % an der Sartorius AG zu. Dies entspricht 22.081.936 Stimmrechten. 50,09 %, entsprechend 18.754.160 Stimmrechten, sind ihm als Mitglied der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius zuzuordnen. Diese Stimmrechte unterliegen weiterhin der Testamentsvollstreckung. 8,89 %, entsprechend 3.327.776 Stimmrechten, sind ihm gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Diese werden unmittelbar von dem durch die Erbengemeinschaft kontrollierten Unternehmen, der Sartorius AG, als eigene Aktien gehalten.

  4. Dr. Lothar Kappich, Hamburg, hat uns mitgeteilt, infolge des Ablebens des vorherigen Testamentsvollstreckers Herrn Prof. Dr. Arnold Picot am 9. Juli 2017 mit Wirkung vom 8. September 2017 die Testamentsvollstreckung der Erbengemeinschaft übernommen zu haben, sodass ihm gemäß § 34 WpHG 50,09 % Stimmrechtsanteile, entsprechend 18.754.160 Stimmrechte, zugerechnet werden. Herr Dr. Lothar Kappich hat ferner mitgeteilt, dass er als Mitteilungspflichtiger weder beherrscht werde noch andere Unternehmen mit melderelevanten Stimmrechten der Sartorius Aktiengesellschaft beherrsche.

Zu Punkt 4 und 6 wurden die Stimmrechte auf die Verhältnisse nach dem in 2016 erfolgten Aktiensplit angepasst. Weitere mitteilungspflichtige Mitteilungen sind uns nicht zugegangen.

Göttingen, den 8. Februar 2022
Sartorius Aktiengesellschaft
Der Vorstand

Erklärung des Vorstands

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2021 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Göttingen, den 8. Februar 202022
Sartorius Aktiengesellschaft
Der Vorstand

Dr. Joachim Kreuzburg
Rainer Lehmann
Dr. René Fáber
John Gerard Mackay

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungskosten in T€

1.1.2021 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte ‎und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen ‎Rechten und Werten 27.743 0 0 0 27.743
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten ‎ einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 114.831 1.675 203 118.575
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.649 559 337 119 3.426
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.811 347 0 549
120.291 2.581 0 322 122.550
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 439.998 0 0 0 439.998
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.658.871 0 0 0 1.658.871
3. Beteiligungen 14 0 0 0 14
4. Sonstige Ausleihungen 0 3.675 0 0 3.675
2.098.883 3.675 0 0 2.102.558
2.246.917 6.256 0 322 2.252.851

Kumulierte Abschreibungen Buchwerte in T€

1.1.2021 Abschreibungen des Geschäftsjahres Umbuchungen Abgänge Zuschreibungen 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2020
I. Immaterielle ‎ Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene ‎Konzessionen, gewerbliche ‎Schutzrechte und ähnliche ‎Rechte und Werte sowie ‎Lizenzen an solchen ‎Rechten und Werten 3.699 5.549 0 0 0 9.248 18.495 24.044
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grund- ‎ stücksgleiche Rechte ‎ und Bauten einschließ- ‎ lich der Bauten auf ‎ fremden Grundstücken 12.110 3.504 0 58 0 15.556 103.019 102.721
2. Andere Anlagen, ‎ Betriebs- und ‎ Geschäftsausstattung 840 385 0 11 0 1.214 2.212 1.809
3. Geleistete Anzahlungen ‎ und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0 549 2.811
12.950 3.889 0 69 0 16.770 105.780 107.341
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen ‎ Unternehmen 0 0 0 0 0 0 439.998 439.998
2. Ausleihungen an ver- ‎ bundene Unternehmen 0 0 0 0 0 0 1.658.871 1.658.871
3. Beteiligungen 0 0 0 0 0 0 14 14
4. Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0 0 3.675 0
0 0 0 0 0 0 2.102.558 2.098.883
16.649 9.438 0 69 0 26.018 2.226.833 2.230.268

Aufstellung des Anteilsbesitzes

Kapitalanteil Eigenkapital ‎des letzten ‎Geschäfts- ‎jahres Ergebnis ‎des letzten ‎Geschäfts- ‎jahres
in % T€ T€
Europa
Sartorius Stedim Biotech S.A., Aubagne, Frankreich mit deren Tochterunternehmen 73,8 228.629 113.790
EMEA Sartorius Stedim Belgium N.V., Brüssel, Belgien¹ 100,0 5.583 5.229
Xell AG, Bielefeld, Deutschland¹ 100,0 1.621 1.374
Distribo GmbH, Göttingen, Deutschland¹, ³ 26,0 2.241 331
Sartorius Stedim Biotech GmbH, Göttingen, Deutschland¹ 100,0 608.949 231.304
Sartorius Stedim Plastics GmbH, Göttingen, Deutschland¹, ⁴ 100,0 598 69
Sartorius Stedim North America Holding GmbH, Göttingen, Deutschland¹, ⁴ 100,0 41.886 1
Sartorius Stedim Systems GmbH, Guxhagen, Deutschland¹, ⁴ 100,0 28.616 – 217
Sartorius CellGenix GmbH, Freiburg im Breisgau, Deutschland¹ 51,0 35.957 4.302
Metreon Bioproducts GmbH, Freiburg im Breisgau, Deutschland¹ 100,0 22 – 1
Sartorius Stedim Cellca GmbH, Ulm, Deutschland¹, ⁴ 100,0 13.264 – 518
Sartorius Stedim Nordic Oy, Helsinki, Finnland¹ 100,0 3.045 2.298
Sartorius Stedim FMT S.A.S., Aubagne, Frankreich¹ 100,0 114.855 47.208
Sartorius Stedim France S.A.S., Aubagne, Frankreich¹ 100,0 10.540 7.749
Sartorius Stedim Chromatography Resins S.A.S., Cergy, Frankreich¹ 100,0 2.337 5.069
Sartorius Stedim Aseptics S.A.S., Lourdes, Frankreich¹ 100,0 15.470 11.313
Sartorius Stedim Ireland Ltd., Dublin, Irland¹ 100,0 9.491 3.809
Biological Industries Israel Beit Haemek Ltd., Kibbutz Beit Haemek, Israel¹ 70,0 29.972 8.032
Beit Haemek Import and Marketing Agricultural Cooperative Society Ltd., ‎Kibbutz Beit Haemek, Israel¹ 99,0 0 0
Sartorius Stedim Italy S.r.l., Florenz, Italien¹ 100,0 11.185 3.892
Sartorius Stedim Netherlands B.V., Amersfoort, Niederlande¹ 100,0 2.484 1.913
Sartorius Stedim Austria GmbH, Wien, Österreich¹ 100,0 4.378 3.084
Sartorius Stedim Poland Sp. z o.o., Kostrzyn, Polen¹ 100,0 1.302 704
LLC Sartorius Stedim RUS, St. Petersburg, Russland¹ 100,0 9.838 8.176
Sartorius Stedim Data Analytics AB, Umeå, Schweden¹ 100,0 8.999 5.608
Sartorius Stedim Switzerland AG, Tagelswangen, Schweiz¹ 100,0 46.429 45.586
BIA Separations Podjetje za separacijske tehnologije d.o.o., Ajdovščina, Slowenien¹ 100,0 44.918 31.308
Sartorius Stedim Spain S.A., Madrid, Spanien¹ 100,0 7.308 4.097
Sartorius Stedim Bioprocess S.A.R.L., M'Hamdia, Tunesien¹ 100,0 7.803 – 398
Sartorius Stedim Hungária Kft., Budapest, Ungarn¹ 100,0 1.968 396
Sartorius Stedim BioOutsource Ltd., Glasgow, Vereinigtes Königreich¹ 100,0 1.366
Sartorius Stedim UK Ltd., Epsom, Vereinigtes Königreich¹ 100,0 10.783 6.436
Sartorius Stedim Lab Ltd., Stonehouse, Vereinigtes Königreich¹ 100,0 22.868 4.655
Sartorius Stedim Chromatography Systems Ltd., Royston, Vereinigtes Königreich¹ 100,0 40.222 – 2.530
TAP Biosystems Group Ltd., Royston, Vereinigtes Königreich¹ 100,0 1.964 31.406
The Automation Partnership Cambridge Ltd., Royston, Vereinigtes Königreich¹ 100,0 87.789 47.104
Amerika
Sartorius Stedim Filters Inc., Yauco, Puerto Rico¹ 100,0 248.823 93.824
CellGenix Inc., Wilmington, Delaware, USA¹, ³ 100,0 112 32
WaterSep BioSeparations LLC, Boston, Massachusetts, USA¹ 100,0 2.679 1.366
Sartorius Stedim North America Inc., Dover, Delaware, USA¹ 100,0 129.106 35.246
**Asien Pazifik**
Sartorius Stedim Australia Pty. Ltd., Dandenong South, Victoria, Australien¹ 100,0 4.268 1.724
Sartorius Stedim Biotech (Beijing) Co. Ltd., Beijing, China¹ 100,0 3.902
Sartorius Stedim (Shanghai) Trading Co. Ltd., Shanghai, China¹ 100,0 38.159 22.999
Biological Industries Hong Kong Ltd., Kowloon, Hong Kong¹ 100,0 233 0
Sartorius Stedim India Pvt. Ltd., Bangalore, Indien¹ 100,0 26.760 4.589
Sartorius Stedim Japan K.K., Tokio, Japan¹ 100,0 9.677 5.433
Sartorius Stedim Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia¹ 100,0 215 42
Sartorius Stedim Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur¹ 100,0 18.179 3.647
Sartorius Korea Biotech Co.

Nach Regionen gegliedert

Gesellschaft Sitz Beteiligungsquote Eigenkapital (in Tsd. €) Ergebnis (in Tsd. €)
Europa
Sartorius Korea Ltd., Seoul, Südkorea¹ 69,0 36.577 7.248
Sartorius Korea Operations LLC, Seoul, Südkorea¹ 100,0 403 – 338
Sartonets Taiwan Inc., New Taipei City, Taiwan¹ 100,0 2.263 804
EMEA
Sartorius Belgium N.V., Brüssel, Belgien² 100,0 582 668
Curexsys GmbH, Göttingen, Deutschland² 22,3 20 – 1
Sartorius Weighing Technology GmbH, Göttingen, Deutschland², 4 100,0 44.878 44
Sartorius Corporate Administration GmbH, Göttingen, Deutschland⁴ 100,0 5.730 698
SI Weende-Verwaltungs-GmbH, Göttingen, Deutschland 100,0 31 1
SIV Weende GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland 100,0 3.490 – 1.532
SI Grone 1 -Verwaltungs-GmbH, Göttingen, Deutschland² 100,0 33 1
SIV Grone 1 GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland² 100,0 1.746 – 495
SIV Grone 2 GmbH, Göttingen, Deutschland 100,0 18 2
SWT Treuhand GmbH, Göttingen, Deutschland² 100,0 27 0
Sartorius Ventures GmbH, Göttingen, Deutschland 100,0 2.768 248
LabTwin GmbH, Berlin, Deutschland² 94,0 9.129 – 5.954
Life Science Factory gGmbH, Göttingen, Deutschland², 3 100,0 1 – 12
Life Science Factory Management GmbH, Göttingen, Deutschland², 4 100,0 25 0
Life Science Valley GmbH, Göttingen, Deutschland² 80,0 100 0
Sartorius Lab Holding GmbH, Göttingen, Deutschland⁴ 100,0 501 13
Sartorius Lab Instruments GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland² 100,0 2.377 – 2.198
Sartorius Biohit Liquid Handling Oy, Helsinki, Finnland² 100,0 10.683 3.597
Sartorius Nordic Oy, Helsinki, Finnland² 100,0 1.472 799
Sartorius France S.A.S., Dourdan, Frankreich² 100,0 623 699
Sartorius Ireland Ltd., Dublin, Irland² 100,0 748 198
Sartorius Israel Ltd., Kibbutz Beit Haemek, Israel² 100,0 3.272 833
Sartorius Italy S.r.l., Florenz, Italien² 100,0 851 – 115
Sartorius Netherlands B.V., Amersfoort, Niederlande² 100,0 900 331
Sartorius Austria GmbH, Wien, Österreich² 100,0 3.376 556
Sartorius Poland Sp. z o.o., Kostrzyn, Polen² 100,0 660 180
LLC Sartogosm, St. Petersburg, Russland² 100,0 950 – 13
LLC Sartorius RUS, St. Petersburg, Russland² 100,0 3.729 909
Sartorius Spain S.A., Madrid, Spanien² 100,0 361 269
Sartorius South Africa (Pty) Ltd., Midrand, Südafrika² 80,0 290 454
Sartorius Hungária Kft., Budapest, Ungarn² 100,0 896 66
Essen BioScience Ltd., Royston, Vereinigtes Königreich² 100,0 6.785 2.525
Sartorius UK Ltd., Epsom, Vereinigtes Königreich² 100,0 258 – 194
Amerika
Sartorius Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien² 100,0 1.371 498
Sartorius do Brasil Ltda., Sao Paulo, Brasilien² 100,0 3.556 279
Sartorius Canada Inc., Oakville, Kanada² 100,0 282 25
Sartorius de México S.A. de C.V., Tepotzotlán, Mexiko² 100,0 1.714 – 166
Essen Instruments Inc., Ann Arbor, Michigan, USA² 100,0 119.209 5.819
Sartorius BioAnalytical Instruments Inc., Dover, Delaware, USA² 100,0 5.221 847
Sartorius North America Inc., Dover, Delaware, USA² 100,0 397.207 – 4.708
Sartorius Corporation, Dover, Delaware, USA² 100,0 11.802 14.023
**Asien Pazifik**
Sartorius Australia Pty. Ltd., Dandenong South, Victoria, Australien² 100,0 636 155
Sartorius Scientific Instruments (Beijing) Co. Ltd., Beijing, China² 100,0 33.761 3.652
Sartorius ForteBio (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China² 100,0 13.783 2.868
Sartorius (Shanghai) Trading Co. Ltd., Shanghai, China² 100,0 5.541 2.826
Sartorius Hong Kong Ltd., Kowloon, Hong Kong² 100,0 2.315 122
Sartorius India Pvt. Ltd., Bangalore, Indien² 100,0 1.619 768
Essen BioScience K.K., Tokio, Japan² 100,0 0 – 260
Sartorius Japan K.K., Tokio, Japan² 100,0 7.242 1.574
Sartorius Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia² 100,0 932 30
Sartorius Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur² 100,0 608 273
Sartorius Korea Ltd., Seoul, Südkorea² 100,0 10.226 1.450
Sartorius (Thailand) Co. Ltd., Bangkok, Thailand² 32,7 221 – 445
Sartorius Vietnam Co. Ltd., Ho Chi Minh Stadt, Vietnam² 100,0 529 492

¹ Die Gesellschaften werden indirekt über die Sartorius Stedim Biotech S.A., Frankreich gehalten.
² Die Gesellschaften werden indirekt gehalten.
³ Die Abschlüsse lagen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses nicht vor, daher wurden die Angaben aus den lokalen Jahresabschlüssen des Vorjahres berücksichtigt.
⁴ Es bestehen Ergebnisabführungsverträge.

Vorstand und Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres 2021

Vorstand

  • Dr. Joachim Kreuzburg

    • Dipl.-Ingenieur
    • Vorsitzender
    • Arbeitsdirektor
    • Strategie, Personal, Konzernforschung, Recht & Compliance und Kommunikation
    • geb. 22. April 1965 Göttingen
    • Mitglied seit 11. November 2002
    • Sprecher vom 1. Mai 2003 bis 10. November 2005
    • Vorsitzender seit 11. November 2005
    • Bestellung bis 10. November 2025
  • Rainer Lehmann

    • Dipl.-Kaufmann
    • Finanzen, IT und Geschäftsprozesse
    • geb. 2. März 1975 Brightwaters, New York, USA
    • Mitglied seit 1. März 2017
    • Bestellung bis 28. Februar 2025
  • Dr. René Fáber

    • Dipl.-Chemiker
    • Bioprocess Solutions Division
    • geb. 18. Juli 1975 Göttingen
    • Mitglied seit 1. Januar 2019
    • Bestellung bis 31. Dezember 2026
  • John Gerard Mackay

    • BSc HONS Biochemie Master of Education
    • Lab Products & Services Division
    • geb. 11. Mai 1962 Glasgow, Schottland
    • Mitglied seit 1. Januar 2019
    • Bestellung bis 31. Dezember 2023

Aufsichtsrat

  • Dr. Lothar Kappich

    • Dipl.-Ökonom
    • Vorsitzender
    • Freiberuflicher Berater, ehemals Geschäftsführer der ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG in Hamburg, Hamburg
  • Manfred Zaffke

    • Dipl.-Volkswirt
    • Stellvertretender Vorsitzender
      1. Bevollmächtigter der IG Metall-Geschäftsstelle Süd-Niedersachsen-Harz in Northeim, Osterode am Harz
  • Annette Becker

    • Personalfachkauffrau
    • Betriebsratsvorsitzende der Sartorius Corporate Administration GmbH in Göttingen, Konzernbetriebsratsvorsitzende der Sartorius AG in Göttingen, Göttingen
  • Hermann Jens Ritzau

    • Betriebsratsvorsitzender der Sartorius Lab Instruments GmbH & Co. KG in Göttingen, Mitglied seit 1. März 2021, Katlenburg-Lindau
  • Dietmar Müller

    • Betriebswirt (VWA Göttingen)
    • Betriebsratsvorsitzender der Sartorius Stedim Biotech GmbH in Göttingen, Gleichen
  • Dr. Daniela Favoccia

    • Rechtsanwältin und Partnerin der Hengeler Mueller Partnerschaft von Rechtsanwälten in Frankfurt a.M., Frankfurt a.M.
  • Petra Kirchhoff

    • Dipl.-Volkswirtin
    • Leiterin Unternehmenskommunikation und Investor Relations, Sartorius Corporate Administration GmbH in Göttingen, Göttingen
  • Karoline Kleinschmidt

    • Dipl.-Sozialwirtin
    • Gewerkschaftssekretärin und 1. Bevollmächtigte der IG Metall-Geschäftsstelle Alfeld-Hameln-Hildesheim in Hameln, Hannover
  • Prof. Dr. David Raymond Ebsworth

    • B.Sc in Chemie und Deutsch, Ph.D. in Comparative Industrial Relations
    • Unternehmensberater, insbesondere in der Healthcare- und Finanzinvestmentbranche
    • Overath
  • Ilke Hildegard Panzer

    • M.Sc. in Engineering, Computer and Systems Engineering
    • Chief Executive Officer der Assurance Laboratories LLC in Milwaukee, Wisconsin, USA, Fredonia, Wisconsin, USA
  • Prof. Dr. Thomas Scheper

    • Dipl.-Chemiker
    • Universitätsprofessor und stellvertretender Leiter des Instituts für Technische Chemie, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität in Hannover, Hannover
  • Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler

    • Dipl.-Wirtschaftsmathematiker und Dipl.-Mathematiker, Essen
  • Uwe Bretthauer

    • Dipl.-Ingenieur
    • Freigestellter Betriebsrat der Sartorius Lab Instruments GmbH & Co. KG in Göttingen, Mitglied bis 28. Februar 2021, Göttingen

Ausschüsse des Aufsichtsrats

  • Präsidialausschuss

    • Dr. Lothar Kappich (Vorsitzender)
    • Manfred Zaffke
    • Annette Becker (Mitglied seit 26. März 2021)
    • Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
    • Uwe Bretthauer (Mitglied bis 28. Februar 2021)
  • Auditausschuss

    • Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler (Vorsitzender)
    • Manfred Zaffke
    • Dietmar Müller (Mitglied seit 26. März 2021)
    • Dr. Lothar Kappich
    • Uwe Bretthauer (Mitglied bis 28. Februar 2021)
  • Vermittlungsausschuss

    • Dr. Lothar Kappich (Vorsitzender)
    • Manfred Zaffke
    • Annette Becker (Mitglied seit 26. März 2021)
    • Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
    • Uwe Bretthauer (Mitglied bis 28. Februar 2021)
  • Nominierungsausschuss

    • Dr. Lothar Kappich
    • Dr. Daniela Favoccia
    • Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler

Mandate des Vorstands Stand 31. Dezember 2021

Dr. Joachim Kreuzburg

  • Konzerninterne Mandate:

    • Président-Directeur Général von:
      • Sartorius Stedim Biotech S.A., Frankreich
    • Im Aufsichtsrat von:
      • Sartorius Stedim Biotech GmbH, Deutschland, Vorsitzender
    • Im Beirat von:
      • LabTwin GmbH, Deutschland, Vorsitzender
    • Im Board of Directors von:
      • Sartorius North America, Inc., USA, Vorsitzender
  • Konzernexterne Mandate:

    • Im Aufsichtsrat von:
      • Carl Zeiss AG, Deutschland
    • Im Verwaltungsrat von:
      • Ottobock Management SE, Deutschland
    • Im Wirtschaftsbeirat von:
      • Norddeutsche Landesbank, Deutschland

Rainer Lehmann

  • Konzerninterne Mandate:

    • Im Board of Directors von:
      • Sartorius Corporation, USA
      • Sartorius North America, Inc., USA
      • Sartorius Stedim North America, Inc., USA
      • Essen Instruments, Inc., USA
      • Sartorius BioAnalytical Instruments, Inc., USA
      • Sartorius Stedim Filters, Inc., Puerto Rico
  • Konzernexterne Mandate:

    • Im Unternehmerbeirat von:
      • Gothaer Versicherungsbank VVaG, Deutschland
    • Im Regionalbeirat von:
      • Commerzbank AG, Deutschland

Dr. René Fáber

  • Konzerninterne Mandate:

    • Im Conseil d'Administration von:
      • Sartorius Stedim Biotech S.A., Frankreich
    • Im Aufsichtsrat von:
      • Xell AG, Deutschland, Vorsitzender
      • Sartorius Stedim Biotech GmbH, Deutschland, stellvertretender Vorsitzender
    • Im Beirat von:
      • Sartorius CellGenix GmbH, Deutschland, Vorsitzender
    • Im Board of Directors von:
      • Sartorius Stedim (Shanghai) Trading Co., Ltd., China
      • Sartorius Stedim Japan K.K., Japan
      • Sartorius Korea Biotech Co., Ltd., Südkorea
      • Sartorius Korea Operations LLC, Südkorea
    • Im Comité Exécutif von:
      • Sartorius Stedim FMT S.A.S., Frankreich, Vorsitzender
    • Im Advisory Board von:
      • BIA SEPARATIONS d.o.o., Slowenien, Vorsitzender
  • Konzernexterne Mandate:

    • Im Beirat von:
      • Curexsys GmbH, Deutschland

John Gerard Mackay

  • Konzerninterne Mandate:
    • Im Board of Directors von:
      • Essen Instruments, Inc., USA
      • Sartorius BioAnalytical Instruments, Inc., USA
      • Sartorius Biohit Liquid Handling Oy, Finnland
      • Sartorius Stedim BioOutsource Ltd., Schottland
      • Sartorius Scientific Instruments (Beijing) Co., Ltd., China, stellvertretender Vorsitzender
      • Sartorius Hong Kong Ltd., China
      • Sartorius ForteBio (Shanghai) Co., Ltd., China# Mandates of the Supervisory Board

As of December 31, 2021

Dr. Lothar Kappich

Group Internal Mandates: On the Board of Directors of:
* Sartorius Stedim Biotech S.A., France

External Mandates: None

Manfred Zaffke

Group Internal Mandates: None

External Mandates: On the Supervisory Board of:
* Demag Cranes & Components GmbH, Germany
* Konecranes Holding GmbH, Germany

Annette Becker

None

Hermann Jens Ritzau

None

Dietmar Müller

Group Internal Mandates: On the Supervisory Board of:
* Sartorius Stedim Biotech GmbH, Germany

External Mandates: Deputy Member of the Shareholders' Meeting of:
* Gesellschaft für Gemeindeentwicklung und Wirtschaftsförderung Gleichen mbH, Germany

Dr. Daniela Favoccia

None

Petra Kirchhoff

Group Internal Mandates: None

External Mandates: On the Stock Exchange Council of:
* Niedersächsische Börse zu Hannover, Germany

Karoline Kleinschmidt

None

Prof. Dr. David Raymond Ebsworth

Group Internal Mandates: None

External Mandates: On the Board of Directors of:
* Verona Pharma plc, Great Britain, Chairman
* Actimed Therapeutics Ltd., Great Britain, Chairman
* Kyowa Kirin International plc, Great Britain
* Interpharma Investments Ltd., British Virgin Islands

On the Supervisory Board of:
* Synlab AG, Germany, Chairman

On the Board of Directors of:
* Opterion Health AG, Switzerland, Chairman

Ilke Hildegard Panzer

None

Prof. Dr. Thomas Scheper

None

Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler

Group Internal Mandates: None

External Mandates: On the Supervisory Board of:
* Zwiesel Kristallglas AG, Germany, Chairman

On the Advisory Board of:
* Odenwald Faserplatten GmbH, Germany
* SHGS Beteiligungs GmbH, Germany (Member until December 31, 2021)