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Sartorius AG — Annual Report (ESEF) 2023
Feb 20, 2024
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Download source fileKonzernstruktur und Unternehmensführung
Rechtliche Konzernstruktur
Sartorius ist ein international agierendes Unternehmen mit Tochtergesellschaften in mehr als 30 Ländern. Die Holdinggesellschaft Sartorius AG ist das Mutterunternehmen des Konzerns. Sie hat ihren Hauptsitz in Göttingen und ist an der Deutschen Börse notiert.
Das Bioprozessgeschäft führt Sartorius in einem rechtlich eigenständigen Teilkonzern, dessen Muttergesellschaft Sartorius Stedim Biotech S.A. an der Euronext Paris notiert ist. Zum 31. Dezember 2023 hielt die Sartorius AG rund 74 % der Aktien der Sartorius Stedim Biotech S.A.
Das Laborgeschäft ist rechtlich in einem weiteren Teilkonzern mit der Muttergesellschaft Sartorius Lab Holding GmbH zusammengefasst, an der die Sartorius AG 100 % der Anteile hält.
In den Konzernabschluss sind die Sartorius AG und alle wesentlichen Beteiligungsgesellschaften einbezogen, bei denen die Sartorius AG gemäß IFRS 10 die Kontrolle ausübt.
Konzernorganisation und Konzernführung
Das zentrale Führungsgremium des Konzerns ist der Vorstand der Sartorius AG. Dieser legt in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat die Unternehmensstrategie fest, verantwortet die operative Leitung des Konzerns und steuert die Ressourcenverteilung innerhalb der Organisation.
Sartorius betreibt sein operatives Geschäft in den beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services. Die Sparten bündeln jeweils die Geschäfte nach gleichen Anwendungsfeldern und Kundengruppen. Einen Teil der Infrastruktur und zentrale Dienstleistungen nutzen die Sparten gemeinsam.
Um das Geschäft möglichst nah an den Kundenbedürfnissen auszurichten, ist die Organisationsstruktur auf die beiden Sparten zugeschnitten. Operative Funktionen wie Marketing und Vertrieb, Produktion inklusive produktionsnaher Funktionen sowie Produktentwicklung sind divisional strukturiert. Administrative und unterstützende Funktionen sowie der Bereich Corporate Research nehmen ihre Aufgaben spartenübergreifend wahr.
Die Zuständigkeit für die lokale Umsetzung der jeweiligen Strategien und Projekte liegt bei den Ländergesellschaften. Die Leitungsorgane der lokalen Gesellschaften führen ihre Unternehmen im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen, Satzungen und Geschäftsordnungen sowie nach den bei Sartorius weltweit geltenden Grundsätzen zur Unternehmensführung.
Veränderungen im Konzernportfolio
Mit der Akquisition des französischen Unternehmens Polyplus über seinen in Frankreich gelisteten Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech hat Sartorius im Berichtsjahr das Produktportfolio der Sparte Bioprocess Solutions ausgebaut. Die Transaktion wurde nach Erhalt der erforderlichen behördlichen Freigaben im Juli 2023 vollzogen.
Polyplus ist ein Anbieter innovativer Technologien für Zell- und Gentherapien. Das Unternehmen mit Sitz in Straßburg wurde 2001 gegründet und hat Standorte in Frankreich, Belgien, den USA und China, an denen rund 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind. Die von Polyplus entwickelten und produzierten Transfektionsreagenzien sind erfolgskritische Komponenten für die Herstellung viraler Vektoren, die bei Zell- und Gentherapien sowie weiteren neuen medizinischen Therapieverfahren eingesetzt werden. Das Unternehmen hat seinen Fokus zuletzt über dieses Feld hinaus erweitert und mit Übernahmen in angrenzenden Technologien, wie der Plasmid-Entwicklung sowie der Herstellung von Proteinen und Plasmiden, sein Angebot für Gentherapien sowie genmodifizierte Zelltherapien ausgebaut.
Des Weiteren hat Sartorius im Juni 2023 über den Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech die Gesellschaft Sartonet Seperasyon Teknolojileri Anonim Şirketi mit Sitz in Istanbul, Türkei, übernommen. Das Unternehmen importiert und vertreibt die Produkte des Sartorius Konzerns in der Türkei und bietet seinen Pharmakunden außerdem eine breite Palette von Dienstleistungen wie beispielsweise Prozessentwicklung, technischer Support, Kalibrierung und Schulungen. Zum Erwerbszeitpunkt beschäftigte Sartonet etwa 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Finanzielle Steuerung und Leistungsindikatoren
Der Sartorius Konzern wird anhand einer Reihe von Kennzahlen gesteuert, die zugleich maßgeblich für die Ermittlung des variablen Vergütungsbestandteils von Vorstand und Führungskräften sind. Als wesentliche Steuerungsgröße für die Größenentwicklung verwendet Sartorius das um Effekte aus der Währungsumrechnung bereinigte Umsatzwachstum. Die zentrale Kennzahl zur Steuerung der Profitabilität ist die bereinigte EBITDA-Marge, der das um Sondereffekte bereinigte EBITDA („underlying EBITDA“) zugrunde liegt. Im Hinblick auf die Fremdfinanzierungspotenziale des Sartorius Konzerns stellt der dynamische Verschuldungsgrad die wesentliche Steuerungsgröße dar. Er wird als Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA der letzten zwölf Monate inklusive des Pro-forma-Beitrags von Akquisitionen für diese Periode berechnet. Darüber hinaus stellt die Investitionsquote, das heißt Investitionen im Verhältnis zum Umsatz, einen wichtigen Steuerungsparameter dar.
Ergänzend werden regelmäßig folgende finanzielle und nichtfinanzielle Indikatoren berichtet:
- Auftragseingang
- Maßgeblicher Jahresüberschuss | Ergebnis pro Aktie
- Jahresüberschuss | Ergebnis pro Aktie
- Eigenkapitalquote
- Net Working Capital
- Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
- Zahl der Mitarbeitenden
- Employee Net Promoter Score (ENPS)
- Reduktion der CO2-Emissionsintensität
Die jährliche Finanzprognose, die zu Beginn des Jahres für den Konzern und die Sparten veröffentlicht wird, bezieht sich in der Regel auf die Umsatzentwicklung sowie die Entwicklung der underlying EBITDA-Marge. Zusätzlich werden für den Konzern die erwartete Investitionsquote und eine Prognose für den dynamischen Verschuldungsgrad angegeben.
Geschäftsmodell, Strategie und Ziele
Als ein führender Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie unterstützt Sartorius seine Kunden bei der Entwicklung und Herstellung von Biotech-Medikamenten und Impfstoffen – von der ersten Idee im Labor bis zur kommerziellen Produktion. Biopharmazeutika sind ein fester Bestandteil der modernen Medizin und werden bei der Behandlung vieler, zumeist schwerer Erkrankungen eingesetzt. Lange Entwicklungszeiten und eine komplexe Produktion machen diese Medikamente jedoch sehr teuer. Dies führt zu hohen Gesundheitskosten in den Industrieländern und dazu, dass Patientinnen und Patienten in weniger entwickelten Ländern von Behandlungen mit diesen Arzneien oft ausgeschlossen sind.
Die Entwicklung eines biopharmazeutischen Medikaments ist langwierig: Es dauert durchschnittlich mehr als zehn Jahre, um ein neues Arzneimittel auf den Markt zu bringen und das bei Kosten von über zwei Milliarden Euro. Zudem sind die biotechnologischen Herstellverfahren für die Hightech-Medikamente anspruchsvoll und müssen für jedes Präparat individuell entwickelt werden. Als ein Pionier und Technologieführer in der Biopharmabranche trägt Sartorius mit seinen Produkten und Dienstleistungen dazu bei, die Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsprozesse seiner Kunden einfacher und effizienter zu gestalten, damit neuartige Therapien schneller auf den Markt kommen und für mehr Menschen weltweit zugänglich werden. Damit ist das Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen „Gesundheit und Wohlergehen" ein integraler Bestandteil des Geschäftsmodells.
Reifegrad und Wettbewerbsintensität nehmen in dieser vergleichsweise jungen Industrie sukzessive zu. Um die Kunden bei dieser Herausforderung zu unterstützen, entwickelt das Unternehmen sein Produktportfolio stetig weiter. Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil ist das hohe Anwendungsverständnis, das auf dem klaren Branchenfokus basiert. Sartorius kennt die Wertschöpfungskette der Kunden und versteht insbesondere die Interaktion der darin genutzten Systeme. Ein weiterer Erfolgsfaktor des Unternehmens ist, sich permanent durch differenzierende Technologien abzuheben. Die Innovationskraft von Sartorius fußt auf einer spezialisierten, eigenen Produktentwicklung, Kooperationen mit Partnern und der Integration von Innovationen durch Zukäufe.
Mit der Biopharmaindustrie fokussiert sich Sartorius auf einen attraktiven Markt, der angesichts langfristiger Trends und hoher Innovationskraft durch eine starke Wachstumsdynamik gekennzeichnet ist. Positive Impulse gehen vom medizinischen Fortschritt aus, der zur Entwicklung und Zulassung neuer Biopharmaka führt. So setzt die Biopharmaindustrie verstärkt auf neuartige Therapieformen wie Zell- und Gentherapien sowie biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte (Advanced Therapies). Weitere wesentliche Treiber sind eine wachsende Weltbevölkerung und die Zunahme altersbedingter Krankheiten in den Industrieländern. Zudem führen steigende Einkommen in den Schwellenländern zu einem besseren Zugang zu Gesundheitsleistungen und einer erhöhten Nachfrage nach Medikamenten. Auch Biosimilars, also Nachahmerpräparate bereits etablierter Biologika, machen einen noch kleinen, aber besonders schnell wachsenden Anteil des Biopharmamarktes aus. Als Folge dieser Faktoren steigen die hergestellten Volumina von Arzneien und damit die Nachfrage nach entsprechenden Produktionstechnologien kontinuierlich und weitgehend konjunkturunabhängig.
Nachfolgend wird die Positionierung und Strategie der beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services skizziert.
Strategischer Fokus auf Biopharma-Anwendungen von der Molekülentwicklung bis zur Produktion von Biopharmazeutika
Bioprocess Solutions
In der Sparte Bioprocess Solutions bietet Sartorius ein breites Produktportfolio, das sich auf alle wesentlichen Schritte der Produktion sowie der vorgelagerten Prozessentwicklung eines Biopharmazeutikums konzentriert.# Sartorius AG
Product and Services
The offering includes, among other things, cell lines, cell culture media, and other components for the development and manufacture of novel therapies, bioreactors, various products for the separation, purification, and concentration of biological intermediates and final products, as well as solutions for their storage and transport. Sartorius also offers data analysis software for the modeling and optimization of biopharmaceutical development and production processes. In its core technologies, the company holds leading market positions with significantly double-digit market shares. Sartorius differentiates itself from many competitors through, among other things, the breadth of its product portfolio. Sartorius can offer customers complete process solutions from a single source and support them in upstream project planning, process integration, and subsequent validation. The products are used in the manufacture of all classes of active ingredients, ranging from vaccines and monoclonal antibodies to novel gene therapies based on viral vectors. Approximately three-quarters of the segment's revenue is generated from recurring sales of sterile single-use products. These offer customers cost advantages, flexibility, and reduced resource consumption, thus a better ecological footprint compared to traditional processes with reusable stainless-steel components. The high proportion of recurring revenues is also due to the high regulatory requirements on the customer side: since production processes are validated by health authorities as part of the approval application for a new drug, components can only be replaced with other components after approval with considerable effort. Furthermore, the broad and stable customer base, which is predominantly addressed directly, contributes to a favorable risk profile. The strong strategic positioning of the segment and the above-average industry growth provide a good basis for continued profitable growth in the future. Information on the segment's business development in the reporting year is described in the chapter "Business Development of the Bioprocess Solutions Segment." Innovative technologies for all phases of active ingredient production.
Lab Products & Services
In recent years, the Lab Products & Services segment has increasingly focused on the high-growth biopharmaceutical industry. With its products, it addresses pharmaceutical and biotech research laboratories as well as academic research institutions. Sartorius provides scientists and laboratory technicians with laboratory instruments and consumables that make their research and quality control easier and faster. For example, the company offers its life science customers innovative systems for bioanalytics. These enable them to automate key analytical steps in molecule, cell line, and process development that were previously mostly performed manually. This allows for the analysis of significantly larger sample volumes in a short time and the generation and evaluation of extensive datasets, which accelerates the identification of suitable drug candidates or cell clones, thus contributing to shortening the lengthy drug development process and increasing the efficiency of research and development laboratories in the biopharmaceutical industry. In addition, the segment offers a wide range of premium laboratory instruments for sample preparation, such as laboratory balances, pipettes, and laboratory water systems, as well as consumables such as filters and microbiological tests. Sartorius holds leading positions and significant market shares in these product categories. The solutions aim to increase the efficiency and productivity of routine and, at the same time, quality-critical laboratory processes or industry-specific workflows. Beyond the biopharmaceutical industry, this portfolio also addresses quality assurance laboratories in the chemical and food industries. With its innovative technology platforms in the field of bioanalytics and its extensive portfolio for sample preparation, the Lab Products & Services segment has a strong foundation for continued significant organic growth. Growth should be accompanied by a continuous increase in profitability due to economies of scale and product mix effects. Details on the segment's business development in 2023 can be found in the chapter "Business Development of the Lab Products & Services Segment." Focus on solutions to improve the lengthy, expensive, and inefficient drug development process. Based on data from the Tufts Center for the Study of Drug Development and the Association of the British Pharmaceutical Industry.
Mid-term Planning up to 2025 and 2028
In 2018, Sartorius presented its mid-term plan up to 2025, which projected sales of €4 billion with an underlying EBITDA margin of 28%. These targets were raised twice in the following years and last projected sales of approximately €5.5 billion with an underlying EBITDA margin of around 34%. Against the backdrop of a weak market situation in the entire life science sector that has persisted longer than expected after the pandemic, and the resulting temporarily declining sales and earnings development, the review of the mid-term targets was announced in October 2023. The new mid-term ambition up to 2028, communicated at the end of January 2024, replaces the previous plan up to 2025. Sartorius aims to continue its profitable growth course permanently and expects to continue growing faster than the market. According to the new mid-term targets, the Group is expected to achieve an average annual sales growth in the low double-digit percentage range in the five-year period up to 2028, with acquisitions expected to contribute about one-fifth of this. The underlying EBITDA margin is also expected to increase, reaching around 34% in 2028. The margin targets include expenses for measures to reduce CO2 emission intensity amounting to approximately 1% of Group sales. With regard to its two segments, Sartorius expects the Bioprocess Solutions segment to grow in sales by an average of a low to mid-double-digit percentage annually by 2028 and to achieve an underlying EBITDA margin of around 36%. Lab Products & Services is expected to expand annually by an average of a mid to high single-digit percentage, with a margin of around 28% in 2028. All projected figures, as in previous years, are stated on the basis of constant currency relations. Management points out that the dynamics and volatilities in the industry have increased significantly in recent years. Furthermore, uncertainties due to the changed geopolitical situation, such as the emerging decoupling trends of various states, are playing an increasing role. This results in increased uncertainty in the forecast of business figures. The targets will be implemented through various growth initiatives with the following focus areas:
Development of the Product Portfolio
Sartorius has a broad product portfolio that is aligned with the value chain of the biopharmaceutical industry and is continuously being expanded. The focus is on products that offer solutions for customer needs and make the offering even more attractive from a customer perspective. In addition to its own development activities and strategic partnerships, acquisitions that meaningfully complement or expand existing strengths are part of the portfolio strategy of both segments. Due to the high innovation dynamics, the company continuously considers further additions across the entire product portfolio to be possible. When identifying suitable companies, Sartorius pays particular attention to the following criteria: complementarity of technologies to the existing portfolio, a strong market position, for example through innovative products with unique selling points, integrability, a reasonable valuation, and a suitable growth and profitability profile.
Regional Growth Initiatives
Sartorius further expanded its production capacities in the reporting year. Capital expenditures in 2023 amounted to approximately €559.7 million and were allocated to the expansion of sites in Germany, France, Puerto Rico, the USA, and South Korea, among others. North America and Asia form the focus of the regional growth strategy. The USA is the world's largest market for bioprocess and laboratory products. Since the main competitors of both segments are predominantly based in this country, Sartorius had lower market shares here than in Europe and Asia. Through the targeted strengthening of sales and service capacities, Sartorius has gained market share in the USA in recent years. In Asia, the focus is on building a new production facility in South Korea, which offers good growth prospects with its dynamically expanding biopharmaceutical market. A detailed description of the investments can be found in the corresponding chapter starting on page 49.
Optimization of Work Processes
Adequate production capacities and an efficient supply chain form the basis for future growth. In recent years, Sartorius has significantly expanded capacities for almost all product groups at various Group sites in order to optimize delivery times and reliably maintain delivery capability even in the event of local transport restrictions. Sartorius is driving digitalization and automation in many areas with the aim of accelerating and improving processes and, where sensible, standardizing them Group-wide.# Dies schließt auch den Ausbau der Aktivitäten in den Bereichen E-Commerce, digitales Marketing und Analytik sowie Themen der IT-Sicherheit ein.
Forschung und Entwicklung
Die Produktentwicklung liegt bei Sartorius in den beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services. Eine detailliertere Erläuterung der Schwerpunkte der Produktentwicklung findet sich in den Spartenkapiteln auf den Seiten 61 und 66. Weitere Informationen etwa zur Höhe der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Berichtsjahr finden sich auf Seite 48.
Die konzernweit agierende Funktion Corporate Research betreibt Forschung und Entwicklung spartenübergreifend mit Blick auf langfristige technologische Themen und arbeitet dabei in engem Austausch mit externen Partnern zusammen. Die wesentliche Aufgabe und Zielsetzung besteht in der Identifizierung und Entwicklung zukünftiger Schlüsseltechnologien und Anwendungsfelder. Neben einer engen Kooperation mit Kunden, Forschungsinstituten und Start-ups führt der Bereich eigene Forschungsaktivitäten in ausgewählten Feldern durch. Dazu gehören etwa innovative Technologien und Methoden für die Entwicklung und Produktion von neuen therapeutischen Ansätzen, neue Funktionalitäten und verbesserte Eigenschaften von Materialien – auch mit Blick auf ihre Nachhaltigkeit - oder die Anwendung von künstlicher Intelligenz in der bio-pharmazeutischen Forschung und Produktion.
Gesamtwirtschaftliches und branchenspezifisches Umfeld
Die Branchen, in denen der Sartorius Konzern tätig ist, sind in unterschiedlichem Maß von der Konjunktur abhängig. So agiert die Sparte Bioprocess Solutions in einem Umfeld, das weitgehend unabhängig von wirtschaftlichen Schwankungen ist. Die Sparte Lab Products & Services dagegen ist teilweise auch in Branchen aktiv, deren Entwicklung stärker von konjunkturellen Einflüssen geprägt ist.
Gedämpfte Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft
Die Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft hat sich 2023 weiter abgeschwächt, wobei die Entwicklung regional unterschiedlich verlief. So war die Abschwächung in den Industrieländern und hier vor allem im Euroraum stärker ausgeprägt als in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Nach Schätzungen des IWF stieg das globale Bruttoinlandsprodukt im Berichtsjahr um 3,0 % (2022: +3,5 %), wobei die Konjunktur in den Industrieländern um 1,5 % zulegte (2022: +2,6 %) und das Plus in den Schwellen- und Entwicklungsländern bei 4,0 % (2022: +4,1 %) lag. Dämpfend wirkten sich unter anderem zyklische Faktoren aus wie eine straffere Geldpolitik, eine geringere Investitionstätigkeit und der Rückgang fiskalpolitischer Konjunkturmaßnahmen. Auch strukturelle Ursachen wie die zunehmende geoökonomische Fragmentierung beeinflussten die Unternehmensstimmung und Handelstätigkeit negativ. Trotz der eingetrübten Rahmenbedingungen zeigten sich die Arbeitsmärkte 2023 insgesamt robust und auch der Inflationsdruck ließ im Jahresverlauf nach.
Quelle: Internationaler Währungsfonds
Die Konjunktur in der Europäischen Union kühlte sich nach Angaben des IWF auf 0,7 % ab (2022: +3,6 %). Dabei verzeichnete Deutschland einen Rückgang um 0,5 % (2022: +1,8 %), die Wirtschaftsleistung Frankreichs stieg um 1,0 % (2022: +2,5 %) und Großbritannien als ein weiterer europäischer Kernmarkt wuchs um 0,5 % (2022: +4,1 %). Die weltgrößte Volkswirtschaft USA erwirtschaftete 2023 eine Zunahme des BIPs auf Vorjahresniveau von 2,1 %. Im asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum lag das Plus bei 4,6 % (2022: +3,9 %). Den stärksten Anstieg in dieser Region wies im Berichtjahr erneut Indien mit einem Zuwachs von 6,3 % auf (2022: +7,2). Das Wachstum in China zog um 5,0 % an (2022: +3,0 %), blieb damit aber hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Die südkoreanische Wirtschaftsleistung legte um 1,4 % zu (2022: +2,6 %) und die volkswirtschaftlichen Aktivitäten in Japan stiegen um 2,0 % (2022: +1,0 %).
Wechselkurs- und Zinsentwicklung
Zu den für den Sartorius Konzern wesentlichen Währungen zählen neben dem Euro insbesondere der US-Dollar sowie einige weitere Währungen wie das britische Pfund, der Singapur Dollar, der südkoreanische Won, der japanische Yen, der chinesische Renminbi und der Schweizer Franken.
| Umrechnungskurse zum Euro | Stichtagskurs 2023 | Stichtagskurs 2022 | Durchschnittskurs 2023 | Durchschnittskurs 2022 |
|---|---|---|---|---|
| US-Dollar | 1,10650 | 1,06695 | 1,08152 | 1,05351 |
| Britisches Pfund | 0,86910 | 0,88584 | 0,86989 | 0,85265 |
| Singapur Dollar | 1,46070 | 1,43060 | 1,45250 | 1,45160 |
| Südkoreanischer Won | 1.428,67000 | 1.344,77000 | 1.412,18659 | 1.357,87961 |
| Japanischer Yen | 156,81000 | 140,73000 | 152,01230 | 138,04150 |
| Chinesischer Renminbi | 7,86730 | 7,36960 | 7,66229 | 7,08120 |
| Schweizer Franken | 0,92662 | 0,98370 | 0,97178 | 1,00486 |
Die Europäische Zentralbank hob den Leitzins im Berichtsjahr mehrfach an auf 4,50 % zum Jahresende 2023. Der 3 -Monats-EURIBOR, also der Zinssatz für Termingelder in Euro im Interbankengeschäft, belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 3,9 % nach 2,1 % im Vorjahr.
Quellen: International Monetary Fund: World Economic Outlook, Oktober 2023; Bloomberg; www.euribor-rates.eu.
Branchenspezifisches Umfeld
Zu den wichtigsten Kundengruppen von Sartorius zählen die biopharmazeutische und pharmazeutische Industrie sowie öffentliche Forschungseinrichtungen. Auch Labore zur Qualitätssicherung aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche gehören zu den Kunden des Unternehmens. Von den Entwicklungen in diesen Branchen gehen entsprechend Impulse für die Geschäftsentwicklung des Sartorius Konzerns aus.
Gedämpfte Entwicklung des Biopharmamarkts
Nachdem der weltweite Pharmamarkt in den Vorjahren kontinuierlich und teilweise stark zulegen konnte, stagnierte das Wachstum 2023 nach Angaben von EvaluatePharma. Auch die Umsätze mit biopharmazeutischen Medikamenten, die innerhalb des Pharmamarktes üblicherweise überdurchschnittlich wachsen, blieben im Jahresvergleich konstant bei rund 436 Mrd. US-Dollar. Ursächlich für diese Entwicklung waren hauptsächlich geringere Umsätze mit Coronavirus-Impfstoffen und -Therapeutika, die sich von zuvor rund 100 Mrd. US-Dollar im Berichtsjahr mehr als halbierten. Der Biopharmaanteil am gesamten Pharmamarkt lag unverändert bei rund 39 %.
Die führenden Hersteller von Bioprozesstechnologie verzeichneten 2023 rückläufige Umsätze und senkten ihre zu Jahresbeginn kommunizierten Wachstumserwartungen unterjährig mehrfach. Die Einflussfaktoren waren temporärer Natur, insbesondere das deutlich rückläufige coronabezogene Sondergeschäft sowie der Abbau von erhöhten Lagerbeständen auf Kundenseite. Zudem waren die Produktionsniveaus bei einigen Biopharmaunternehmen relativ niedrig und die Investitionstätigkeit nach mehreren Jahren intensiver Kapazitätserweiterungen insgesamt gedämpft. Gegen Ende des dritten Quartals belebte sich die Auftragslage bei einigen Unternehmen wieder, und für 2024 wird eine schrittweise Verbesserung der Geschäftssituation erwartet.
Grundsätzlich hängt das Wachstum des Biopharmamarktes stärker von mittel- und langfristigen Trends als von kurzfristigen wirtschaftlichen Entwicklungen ab. Wesentliche Impulse gehen dabei von der weltweit steigenden Nachfrage nach Medikamenten sowie der Zulassung und Markteinführung innovativer Biopharmazeutika aus. Auch die Erweiterung der Indikationsgebiete für bereits zugelassene Präparate und deren weitere Marktdurchdringung sind Wachstumsfaktoren. Im Berichtsjahr lag die Zahl an biopharmazeutischen Neuzulassungen durch die amerikanische Zulassungsbehörde FDA mit 42 (Vorjahr: 31) auf einem weiterhin hohen Niveau. Die steigende Bedeutung und Akzeptanz biopharmazeutischer Wirkstoffe spiegeln sich neben einem wachsenden Umsatzanteil am Weltpharmamarkt auch in den Entwicklungsaktivitäten der Pharmaindustrie wider. So liegt der Anteil biopharmazeutischer Präparate in der F&E-Pipeline bei rund 45 %. Eine steigende Zahl biotechnologisch hergestellter Wirkstoffe wird für die Behandlung seltener, bislang nicht behandelbarer Erkrankungen zugelassen. Dabei konzentriert sich die Pharmaindustrie verstärkt auf neuartige Therapieformen wie Zell- und Gentherapien oder biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte. 2023 belief sich die Zahl klinischer Studien mit derartigen Behandlungsansätzen auf über 1.600, sodass dieser Bereich mittel- bis langfristig ein signifikantes Wachstumspotenzial bietet.
Die steigende Zahl zugelassener Biopharmazeutika sowie die größer werdende Vielfalt an Therapieformen und Wirkstoffklassen bei einer zugleich wachsenden Medikamentennachfrage sind die zentralen Treiber für den weltweiten Ausbau der Biopharma-Produktionskapazitäten. Auch Biosimilars, also Nachahmerprodukte von Biopharmazeutika, deren Patentschutz ausgelaufen ist, spielen eine zunehmend wichtige Rolle für den Biotechnologiemarkt. Das Umsatzvolumen war 2023 nach Marktstudien mit schätzungsweise 29 Mrd. US-Dollar noch überschaubar, wächst innerhalb des Biopharmamarktes aber mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Der Markt dürfte aufgrund des Auslaufens mehrerer Patente für umsatzstarke Biopharmazeutika sowie einer steigenden Zahl an Biosimilar-Neuzulassungen und Markteinführungen in den kommenden Jahren weiter stark zulegen. Vor allem in den USA, wo die Entwicklung aufgrund regulatorischer, patentrechtlicher und vermarktungsseitiger Herausforderungen bislang vergleichsweise langsam verlief, sollte sich die Marktdurchdringung in den nächsten Jahren deutlich beschleunigen. Global wird bis zum Jahr 2028 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von circa 15 % gerechnet.
Attraktives Marktumfeld mit guten Wachstumschancen
Labormarkt legt weiter zu
Der weltweite Labormarkt belief sich im Berichtsjahr auf ein Volumen von rund 84 Mrd. US-Dollar und wächst nach Schätzungen verschiedener Marktbeobachter langfristig mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwa 5 %. Das Marktwachstum ist unter anderem an die Forschungs- und Entwicklungsausgaben der jeweiligen Endmärkte gebunden, welche teilweise an die konjunkturelle Entwicklung gekoppelt sind.Dies gilt jedoch weniger für Labore aus der Pharma- und Biopharmaindustrie, welche die wichtigste Kundengruppe für Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien darstellen, und deren Nachfrage stärker von fundamentalen Wachstumstreibern wie der kontinuierlichen Erforschung neuer Wirkstoffe beeinflusst wird. Die sektorspezifischen Forschungsausgaben beliefen sich im Berichtsjahr nach Angaben von EvaluatePharma auf 262 Mrd. US-Dollar, ein Wachstum von rund 7 % gegenüber dem Vorjahr. Im Fokus von Investitionen stehen die Automatisierung von Arbeitsprozessen sowie innovative Analyseinstrumente mit verbesserten oder neuartigen Funktionalitäten. Produkte aus dem Bereich der Bioanalytik etwa weisen innerhalb des Labormarkts überdurchschnittliche Wachstumsraten auf und die Nachfrage der Life-Science-Branche wächst im Vergleich zu der in anderen Industrien generell stärker. Im Berichtsjahr entwickelte sich dieses Kundensegment vor dem Hintergrund des überdurchschnittlichen Wachstums in den Vorjahren schwächer und die Mehrzahl der führenden Anbieter von Laborinstrumenten und -verbrauchsmaterialien verzeichnete Umsatzrückgänge. Neben der hohen Vergleichsbasis werden als Gründe unter anderem ein im aktuellen Zinsumfeld zurückhaltendes Investitionsverhalten, das weiterhin eingetrübte Finanzierungsumfeld insbesondere für kleine und mittlere Biotech-Unternehmen sowie eine ausgeprägte Marktschwäche in China angeführt. Dämpfend wirkte sich zudem die sinkende Nachfrage nach Komponenten für Coronatests aus. Forschungs- und Qualitätssicherungslabore der Chemie- und Nahrungsmittelbranche bilden eine weitere Kundengruppe, deren Nachfrage nach Laborprodukten sich teilweise konjunkturabhängig entwickelt. Zusätzliche Impulse können hier von regulatorischen Veränderungen ausgehen, etwa in Bezug auf strengere Vorschriften für Qualitätstests in der Lebensmittelindustrie. Die Nachfrage aus industriellen Endmärkten zeigte sich 2023 nach Angaben verschiedener führender Laborprodukthersteller trotz eines schwächeren makroökonomischen Umfelds insgesamt robust. Auch akademische und öffentliche Forschungseinrichtungen verwenden Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien von Sartorius. Das Nachfragewachstum ist unter anderem an staatliche Haushaltsbudgets und Förderprogramme gebunden, die sich länderspezifisch unterschiedlich entwickeln. In den USA ist das National Institute of Health (NIH) die wichtigste Behörde für biomedizinische Forschung, die zudem die größte Einrichtung zur Forschungsförderung weltweit ist. Das Budget des NIH wurde in den vergangenen zehn Jahren stetig erhöht und stieg im Berichtsjahr erneut um rund 6,5 %. Auch der Budgetvorschlag für 2024 sieht eine weitere leichte Erhöhung vor. Die Europäische Union hat ihre Forschungsausgaben in den vergangenen Haushaltszyklen ebenfalls kontinuierlich gesteigert. Im Zeitraum von 2021 bis 2027 sollen Forschung und Innovation mit rund 95,5 Mrd. € gefördert werden, ein Anstieg von 19 % gegenüber dem Vorgängerprogramm. Viele Hersteller von Laborprodukten verzeichneten im Berichtsjahr eine robuste Nachfrage seitens akademischer und öffentlicher Forschungseinrichtungen.
Wettbewerbsposition
Das Wettbewerbsumfeld der Sparte Bioprocess Solutions ist durch relativ hohe Markteintrittsbarrieren geprägt, die sich unter anderem aus der starken Regulierung der Biopharmaindustrie sowie der technologischen Komplexität ergeben. Die Sparte Bioprocess Solutions ist in diesem Umfeld als Lösungsanbieter für zentrale Prozessschritte in der biopharmazeutischen Produktion und der vorgelagerten Prozessentwicklung positioniert. Sie nimmt eine führende Stellung in wesentlichen Schlüsseltechnologien ein, insbesondere in den Bereichen Bioreaktoren, Filtration sowie Flüssigkeitentransport und -lagerung. Die Hauptwettbewerber der Sparte Bioprocess Solutions sind bestimmte Geschäftsbereiche der Unternehmen Danaher Corporation, Merck KGaA, Thermo Fisher Scientific Inc.
Die Sparte Lab Products & Services ist als Premiumanbieter für Laborinstrumente aufgestellt. Sie adressiert sowohl Forschungs- und Entwicklungs- als auch Qualitätssicherungslabore mit Fokus auf die Biopharmabranche. Das Produktportfolio umfasst beispielsweise Laborwaagen, Pipetten und Instrumente für die Bioanalytik sowie ein breites Angebot an Verbrauchsmaterialien. In vielen dieser Bereiche zählt die Sparte zu den global führenden Anbietern. Zu den Hauptwettbewerbern gehören unter anderem bestimmte Geschäftsbereiche der Unternehmen Danaher Corporation, Merck KGaA und Thermo Fisher Inc. Merck KGaA. Speziell bei Laborwaagen gehört des Weiteren Mettler-Toledo Intl. Inc. zum Wettbewerbsumfeld, bei Pipetten die Eppendorf AG und im Bereich Zellanalytik Unternehmen wie Agilent Technologies Inc., Becton Dickinson Co. und PerkinElmer Inc.
Quellen: BioPlan: 20th Annual Report and Survey of Biopharmaceutical Manufacturing Capacity and Production, April 2023; Evaluate Pharma: World Preview 2023, August 2023; Alliance for Regenerative Medicine: Sector Snapshot, August 2023; citeline: Pharma R&D Annual Review 2023, Mai 2023; Markets and Markets: Biosimilars Market – Forecast to 2028, 2023; SDi: Global Assessment Report 2023, Juni 2023; www.fda.gov
Geschäftsentwicklung Konzern
Umsatz und Auftragseingang
Nachdem in den Jahren 2020 bis 2022 das coronabezogene Sondergeschäft sowie ein Lagerbestandsaufbau von Kunden zu starken zusätzlichen Wachstumsimpulsen vor allem in der Sparte Bioprocess Solutions und in einem geringeren Umfang auch im Laborgeschäft geführt hatten, setzte im Berichtsjahr die von der Unternehmensleitung erwartete temporäre Nachfragenormalisierung ein. Diese fiel deutlicher aus als zu Jahresbeginn angenommen, zudem dauerte der Lagerbestandsabbau bei Kunden länger an als erwartet, was in der gesamten Life-Science-Branche zu zahlreichen Prognoseanpassungen führte. Beeinflusst wurde die Geschäftsentwicklung zusätzlich durch eine ausgeprägte Marktschwäche in China sowie den Entfall von Geschäft mit russischen Kunden. Vor diesem Hintergrund sank der Konzernumsatz auf Basis konstanter Wechselkurse1 um 16,6 % auf 3.395,7 Mio. €; nominal um -18,7 %. Darin enthalten ist ein Wachstumsbeitrag aus Akquisitionen von etwa 1,5 Prozentpunkten2. Ohne Berücksichtigung des Coronageschäfts lag der Umsatzrückgang wechselkursbereinigt bei etwa 12 %. Das temporär schwächere Marktumfeld zeigte sich auch im Auftragseingang3, der sich im Berichtsjahr um wechselkursbereinigt 21,5 % auf 3.066,9 Mio. € (nominal: -23,5 %) verringerte. Angesichts fortgeschrittener Lagerbestandsreduzierungen aufseiten der Kunden zeichnete sich seit dem Ende des 3. Quartals eine Nachfragebelebung ab, sodass die Auftragseingänge in beiden Sparten und den Konzern im 4. Quartal leicht über dem Umsatz lagen. Ein Vergleich der Geschäftsentwicklung und Prognose befindet sich auf Seite 68.
| Umsatz und Auftragseingang in Mio. € | 2023 | 2022 | in % nominal | in % wb1 |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 3.395,7 | 4.174,7 | – 18,7 | – 16,6 |
| Auftragseingang | 3.066,9 | 4.007,3 | – 23,5 | – 21,5 |
1 Wechselkursbereinigt: Bei der Darstellung von wechselkursbereinigten Zahlen werden für die jeweils vergleichenden Perioden identische Wechselkurse verwendet.
2 Der Umsatzbeitrag akquirierter Unternehmen wird in den ersten 12 Monaten nach Akquisition in der Bestimmung des organischen Umsatzwachstums nicht berücksichtigt.
3 Auftragseingang: alle Kundenaufträge, die in der jeweiligen Berichtsperiode rechtsgültig abgeschlossen und gebucht wurden
Temporär gedämpfte Entwicklung in beiden Sparten
Beide Sparten verzeichneten im Geschäftsjahr 2023 angesichts des vorübergehend schwachen Marktumfelds Umsatzrückgänge. In der Bioprozesssparte, die eine breite Palette innovativer Technologien für die Herstellung von Biopharmazeutika und Impfstoffen anbietet, verminderten sich die Umsätze um wechselkursbereinigt 17,6 % auf 2.678,2 Mio. € (nominal: -19,5 %). Darin enthalten sind etwa 2 Prozentpunkte nicht organisches Wachstum aus Akquisitionen. Ohne Berücksichtigung des Coronageschäfts bewegte sich der Rückgang wechselkursbereinigt auf knapp über 12 %. Die auf die Life-Science-Forschung und Pharmalabore spezialisierte Sparte Lab Products & Services wies einen Umsatz von 717,5 Mio. € aus, dies entspricht einem Rückgang von wechselkursbereinigt 12,7 % vom hohen Niveau des Vorjahreszeitraums (nominal: -15,4 %). Ohne Berücksichtigung des coronabezogenen Geschäfts wäre der Umsatz wechselkursbereinigt um knapp 11 % gesunken.
| Umsatz nach Sparten in Mio. € | 2023 | 2022 | in % nominal | in % wb |
|---|---|---|---|---|
| Bioprocess Solutions | 2.678,2 | 3.326,5 | – 19,5 | – 17,6 |
| Lab Products & Services | 717,5 | 848,2 | – 15,4 | – 12,7 |
Weitere Informationen zur Geschäftsentwicklung der Konzernsparten befinden sich auf den Seiten 57 ff. für die Sparte Bioprocess Solutions sowie auf den Seiten 62 ff. für die Sparte Lab Products & Services.
Allgemeine Marktschwäche beeinflusst alle Geschäftsregionen
1 Wechselkursbereinigt: Bei der Darstellung von wechselkursbereinigten Zahlen werden für die jeweils vergleichenden Perioden identische Wechselkurse verwendet.
2 Nach Sitz des Kunden
Mit Blick auf die regionale Entwicklung verringerte sich der Umsatz aufgrund der Nachfragenormalisierung und der pandemiebedingt hohen Vorjahresbasis in allen Regionen. So verzeichnete die Region EMEA einen Rückgang von 14,4 % auf 1.315,9 Mio. €, wozu der Entfall von Geschäft mit russischen Kunden rund 3 Prozentpunkte beitrug. Der Umsatzanteil dieser Region am Konzernumsatz lag zum Jahresende bei 39 %. In der Spartenbetrachtung ging der Umsatz der Sparte Bioprocess Solutions aufgrund der oben beschriebenen Sondersituation nach der Pandemie mit 16,8 % stärker zurück als in der Sparte Lab Products & Services (-4,1 %). In der Region Amerika beliefen sich die Umsätze auf 1.280,4 Mio. € (-14,9 %), was einem Anteil von rund 38 % an den Konzernerlösen entspricht.# Kosten und Ergebnis
Die Kosten der umgesetzten Leistung fielen im Berichtsjahr um 8,4 % auf 1.828,6 Mio. €. Die entsprechende Umsatzkostenquote lag bei 53,8 % gegenüber 47,8 % im Vorjahr. Der Rückgang ergab sich überwiegend aus dem geringeren Geschäftsvolumen und aufgrund von negativen Produktmixeffekten.
Die Kosten für den Vertrieb lagen mit 634,4 Mio. € geringfügig über dem Vorjahr (632,5 Mio. €), die Vertriebskostenquote erhöhte sich im Zusammenhang mit dem Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich auf 18,7 % (Vorjahr: 15,1 %).
Für Forschung und Entwicklung verringerten sich die Aufwendungen im Berichtsjahr um 4,7 % auf 170,8 Mio. €; die entsprechende F&E-Quote lag bei 5,0 % (Vorjahr: 4,3 %).
Die Verwaltungskosten beliefen sich auf 214,3 Mio. € (Vorjahr: 213,6 Mio. €) und die Verwaltungskostenquote lag 2023 bei 6,3 % (Vorjahr: 5,1 %).
Den Funktionsbereichen explizit zuzurechnende Sondereffekte werden seit dem Geschäftsjahr 2023 im jeweiligen Funktionsbereich ausgewiesen, sodass die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst wurden. Aufwendungen und Erträge, die keinen Funktionsbereichen zugeordnet werden konnten, wurden im Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen erfasst. Dieser lag 2023 bei -43,7 Mio. € nach -88,1 Mio. € im Vorjahr und enthält Nettoaufwendungen in Höhe von -16,4 Mio. € (Vorjahr: -51,0 Mio. €) aus Bewertungseffekten sowie der Realisierung von Währungssicherungen, insbesondere aufgrund der Entwicklung des US-Dollar-Wechselkurses.
Das EBIT sank im Vorjahresvergleich um 52,7 % auf 503,9 Mio. €; die entsprechende Marge lag bei 14,8 % (Vorjahr: 25,5 %). Die Entwicklung war im Wesentlichen auf das rückläufige Bruttoergebnis zurückzuführen, welches nur teilweise durch eine Reduktion der operativen Kosten ausgeglichen werden konnte.
Das Finanzergebnis belief sich 2023 auf -118,0 Mio. € gegenüber 116,9 Mio. € im Vorjahr. Hierin enthalten ist ein nicht zahlungswirksamer Ertrag in Höhe von 71,5 Mio. €, hauptsächlich aus der stichtagsbezogenen Bewertung der aktienbasierten Earn-out-Verpflichtung im Zusammenhang mit dem Erwerb von BIA Separations (Vorjahr: 148,9 Mio. €). Der nach Bereinigung um diesen Effekt verbliebene Anstieg der Nettofinanzierungsaufwendungen ergab sich unter anderem aus der erhöhten Verschuldung in Folge der jüngsten Akquisitionen.
Im Berichtsjahr lag der Steueraufwand bei 95,9 Mio. € (Vorjahr: 268,6 Mio. €). Bezogen auf das ausgewiesene Ergebnis vor Steuern errechnet sich eine Steuerquote von 24,8 % (Vorjahr: 22,7 %).
Der Jahresüberschuss verminderte sich um 68,2 % auf 290,0 Mio. € (Vorjahr: 913,1 Mio. €). Der den Aktionären der Sartorius AG zuzurechnende Jahresüberschuss lag bei 205,2 Mio. € (-69,7 %; Vorjahr: 678,1 Mio. €). Auf Minderheitsanteile entfielen 84,9 Mio. € (Vorjahr: 235,0 Mio. €). Sie reflektieren im Wesentlichen die nicht durch den Sartorius Konzern gehaltenen Aktien an der Sartorius Stedim Biotech S.A.
Gewinn- und Verlustrechnung in Mio. €
| 2023 | 2022 | ∆ in % | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.395,7 | 4.174,7 | – 18,7 |
| Kosten der umgesetzten Leistungen | -1.828,6 | -1.996,6 | 8,4 |
| Bruttoergebnis | 1.567,1 | 2.178,1 | – 28,1 |
| Vertriebskosten | -634,4 | -632,5 | – 0,3 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -170,8 | -179,2 | 4,7 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | -214,3 | -213,6 | – 0,4 |
| Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen | -43,7 | -88,1 | 50,4 |
| Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) | 503,9 | 1.064,8 | – 52,7 |
| Finanzielle Erträge | 103,9 | 198,2 | – 47,6 |
| Finanzielle Aufwendungen | -221,8 | -81,3 | – 172,8 |
| Finanzergebnis | -118,0 | 116,9 | – 200,9 |
| Ergebnis vor Steuern | 385,9 | 1.181,7 | – 67,3 |
| Ertragssteuern | -95,9 | -268,6 | 64,3 |
| Jahresüberschuss | 290,0 | 913,1 | – 68,2 |
| Davon entfallen auf: | |||
| Aktionäre der Sartorius AG | 205,2 | 678,1 | – 69,7 |
| Nicht beherrschende Anteile | 84,9 | 235,0 | – 63,9 |
Seit dem Geschäftsjahr 2023 werden die Sondereffekte in den jeweiligen Funktionskosten ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.
Bereinigtes Ergebnis
Zur Darstellung der operativen Entwicklung, auch im internationalen Vergleich, verwendet der Sartorius Konzern als zentrale Ertragskennziffer das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation („underlying EBITDA“). Weitere Informationen zu den Sondereffekten sind auf Seite 195 zu finden.
Überleitung EBIT zu underlying EBITDA in Mio. €
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| EBIT | 503,9 | 1.064,8 |
| Sondereffekte | 116,5 | 60,4 |
| Amortisation | Abschreibungen | 342,3 |
| Underlying EBITDA | 962,7 | 1.410,4 |
Sondereffekte in Mio. €
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| M&A Projekte | Integrationskosten | – 22,9 |
| Strukturmaßnahmen | – 80,5 | – 29,6 |
| Sonstige | – 13,1 | – 14,7 |
| Gesamt | – 116,5 | – 60,4 |
Hauptsächlich in Folge der Volumenentwicklung verminderte sich das underlying EBITDA im Berichtsjahr um 31,7 % auf 962,7 Mio. €; die Marge lag damit bei 28,3 % (Vorjahr: 33,8 %). Dämpfend wirkten sich zusätzlich negative Produktmixeffekte aus, da der kundenseitige Lagerbestandsabbau insbesondere die Nachfrage nach margenstärkeren Verbrauchsmaterialien betraf und zu einem geringeren Anteil derartiger Produkte am Gesamtumsatz führte. Preiseffekte auf der Einkaufs- und der Kundenseite glichen sich weitgehend aus.
1 Underlying EBITDA: das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation
Underlying EBITDA nach Sparten
| Underlying EBITDA in Mio. € | Underlying EBITDA-Marge in % | |
|---|---|---|
| Konzern | 962,7 | 28,3 |
| Bioprocess Solutions | 782,3 | 29,2 |
| Lab Products & Services | 180,3 | 25,1 |
Das underlying EBITDA der Sparte Bioprocess Solutions lag in Folge der Volumenentwicklung und aufgrund von Produktmixeffekten bei 782,3 Mio. € (-34,2 %), woraus eine Marge von 29,2 % resultierte (Vorjahr: 35,7 %). Das underlying EBITDA der Sparte Lab Products & Services verzeichnete einen Rückgang um 18,8 % auf 180,3 Mio. €. Die entsprechende Marge lag mit 25,1 % moderat unter dem Vorjahreswert von 26,2 %.
Maßgebliche Jahresüberschuss
Das maßgebliche, den Aktionären der Sartorius AG zuzurechnende, bereinigte Jahresergebnis sank gegenüber dem Vorjahr um 48,3 % auf 338,5 Mio. €. Diese Kennzahl bildet die Grundlage für die Gewinnverwendung und ergibt sich durch die Bereinigung von Sondereffekten, der Herausrechnung von Amortisation sowie auf Basis eines normalisierten Finanzergebnisses und der normalisierten Steuerquote. Das bereinigte Ergebnis je Stammaktie verminderte sich um 48,4 % auf 4,94 € (Vorjahr: 9,57 €) bzw. je Vorzugsaktie um 48,3 % auf 4,95 € (Vorjahr: 9,58 €).
| in Mio. € | 2023 | 2022 | |
|---|---|---|---|
| EBIT | 503,9 | 1.064,8 | |
| Sondereffekte | 116,5 | 60,4 | |
| Amortisation | 133,5 | 104,5 | |
| Normalisiertes Finanzergebnis¹ | – 146,3 | – 38,7 | |
| Normalisierter Steueraufwand (27 %)² | – 164,0 | – 321,6 | |
| Bereinigtes Ergebnis nach Steuern | 443,5 | 869,4 | |
| Nicht beherrschende Anteile | – 105,0 | – 214,0 | |
| Bereinigtes Ergebnis nach Steuern und nach nicht beherrschenden Anteilen | 338,5 | 655,4 | |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie | |||
| je Stammaktie (in €) | 4,94 | 9,57 | |
| je Vorzugsaktie (in €) | 4,95 | 9,58 |
¹ Finanzergebnis bereinigt um Bewertungseffekte aus der Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten sowie Effekte aus der Fremdwährungsumrechnung und -sicherung
² Steueraufwand unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Konzernsteuersatzes, basierend auf dem bereinigten Ergebnis vor Steuern
1 Nach Anteilen Dritter, bereinigt um Sondereffekte und Amortisation sowie basierend auf dem normalisierten Finanzergebnis und der normalisierten Steuerquote
Weitere Informationen zur Ergebnisentwicklung und zu den Sondereffekten der Konzernsparten finden sich auf den Seiten 59 ff. und 64 ff.
Forschung und Entwicklung
Sartorius baut das Produktportfolio kontinuierlich durch die Neu- und Weiterentwicklung eigener Produkte sowie durch die Integration neuer Technologien und durch Kooperationen aus. Im Jahr 2023 wurden durch das Unternehmen 170,8 Mio. € für Forschung und Entwicklung (F&E) gegenüber 179,2 Mio. € im Vorjahr (-4,7 %) direkt aufwandswirksam erfasst. Die F&E-Quote lag bei 5,0 % (Vorjahr: 4,3 %).
Nach IFRS sind bestimmte Entwicklungskosten in der Bilanz zu aktivieren und in den Folgejahren abzuschreiben. Im Berichtsjahr stiegen die Entwicklungsinvestitionen auf 100,3 Mio. € gegenüber 81,7 Mio. € im Vorjahr. Dies entspricht einem Anteil von 37,0 % (Vorjahr: 31,3 %) am gesamten F&E-Aufwand des Konzerns. Die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen lagen 2023 bei 30,0 Mio. € (Vorjahr: 23,9 Mio. €).
Die gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten einschließlich der aktivierten Entwicklungsleistungen beliefen sich auf 271,1 Mio. € (Vorjahr: 260,9 Mio. €). Die daraus resultierende Brutto-F&E-Quote¹, welche sämtlichen innovationsbezogenen Aufwendungen einschließt, lag mit 8,0 % über dem Vorjahreswert von 6,2 %.
Zur Absicherung des vorhandenen Know-hows betreibt Sartorius in seinen Sparten eine gezielte Schutzrechtspolitik. Der Konzern überwacht systematisch die Einhaltung seiner Schutzrechte und prüft nach Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten die Notwendigkeit, einzelne Schutzrechte weiter aufrechtzuerhalten.# Brutto-F&E-Quote
Die Anzahl der Anmeldungen von Schutzrechten lag im Jahr 2023 bei 301 (Vorjahr: 261). Im Ergebnis der Anmeldungen auch aus vorangegangenen Jahren wurden uns im Berichtsjahr 435 (Vorjahr: 353) Schutzrechte erteilt. Zum Bilanzstichtag befanden sich insgesamt 7.260 gewerbliche Schutzrechte im Bestand (Vorjahr: 6.421). Weitere Informationen finden sich in den Sparten-Kapiteln auf den Seiten 57 ff. und 62 ff.
¹ Brutto-F&E-Quote: Summe aus den ergebniswirksamen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen und den in der Bilanz aktivierten Entwicklungskosten im Verhältnis zu den Umsatzerlösen
Investitionen
Sartorius hat im Berichtsjahr in allen Regionen weiter in erheblichem Umfang in den Aufbau neuer Kapazitäten investiert. Neben einem Ausbau der Produktionskapazitäten hat das Investitionsprogramm eine weitere Diversifizierung und Flexibilisierung des Produktionsnetzwerkes zum Ziel. Entsprechend dem Ausbauplan wurden einige Erweiterungsprojekte 2023 fertiggestellt. Weitere Projekte werden im laufenden Jahr oder in den Folgejahren abgeschlossen. Die Investitionsausgaben lagen 2023 mit 559,7 Mio. € planmäßig etwas über dem Vorjahreswert von 522,6 Mio. €. Die entsprechende Investitionsquote¹ stieg im Zusammenhang mit dem rückläufigen Konzernumsatz auf 16,5 % (Vorjahr: 12,5 %).
Zu den größten Investitionsprojekten gehörten im Berichtsjahr der Ausbau der Kapazitäten für die Membranherstellung sowie neue Laborflächen für die Produktentwicklung in Göttingen, Deutschland. Am Standort in Yauco, Puerto Rico, wurde 2023 eine Produktionslinie für Zellkulturmedien aufgebaut und in Betrieb genommen. Weitere substanzielle Investitionen in zusätzliche Reinraumflächen für die Herstellung steriler Einwegprodukte tätigte Sartorius im Berichtsjahr am Standort in Aubagne, Frankreich. In Ann Arbor, USA, investierte Sartorius in die Errichtung eines neuen Kompetenzzentrums im Bereich Bioanalytik, das unter anderem Forschungslabore und Produktionskapazitäten umfasst. Umfangreiche Investitionen entfielen in der Region Asien | Pazifik auf Songdo, Südkorea, wo mit dem Bau eines Werks zur Herstellung von Zellkulturmedien und zur Verarbeitung von sterilen Verbrauchsmaterialien begonnen wurde. Zudem sind an dem neuen Standort, der sich inmitten eines Biopharmaparks befindet, ein Technologie-Center für die Beratung von Kunden und Produktvorführungen sowie Laborflächen geplant. Auch an weiteren Standorten wurden die Produktionskapazitäten ausgebaut. Expansionsprojekte gab es beispielsweise an anderen Standorten in Deutschland sowie in den USA, in Großbritannien und Slowenien.
¹ Investitionsquote: Investitionsausgaben im Verhältnis zu den Umsatzerlösen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Die folgenden Mitarbeiterzahlen umfassen alle Beschäftigten des Sartorius Konzerns mit Ausnahme von Auszubildenden, Praktikantinnen und Praktikanten, Dauerabwesenden und Mitarbeitende in Altersteilzeit. Angegeben sind jeweils die Kopfzahlen.
Sartorius beschäftigte zum 31. Dezember 2023 weltweit insgesamt 14.614 Mitarbeitende in 37 Ländern, ein Rückgang um 1.328 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder rund 8,3 % gegenüber dem 31. Dezember 2022. In den Vorjahren hatte Sartorius den Personalbestand im Zusammenhang mit dem signifikanten Umsatzwachstum stark aufgebaut, diesen im Berichtszeitraum aber an die veränderten Nachfragebedingungen und den verringerten Kapazitätsbedarf angepasst. Ein erheblicher Teil der zwischenzeitlich notwendigen Mitarbeiterspitze wurde durch befristete Beschäftigungsvereinbarungen abgebildet. 264 Beschäftigte sind im Berichtsjahr durch Akquisitionen hinzugekommen.
| Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter | 2023 | 2022 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Konzern | 14.614 | 15.942 | -8,3 |
| Bioprocess Solutions | 11.293 | 12.560 | -10,1 |
| Lab Products & Services | 3.321 | 3.382 | -1,8 |
In der Sparte Bioprocess Solutions waren zum Ende des Berichtsjahres 11.293 Mitarbeitende angestellt (Vorjahr: 12.560). Die Sparte Lab Products & Services beschäftigte 3.321 Personen (Vorjahr: 3.382). Den Mitarbeitenden der zentralen Verwaltungsfunktionen wurden den Sparten aufwandsbezogen zugerechnet.
Die Mitarbeiterzahl in der Region EMEA ging im Jahr 2023 gegenüber Dezember 2022 um rund 6,3 % auf 9.690 zurück. In Deutschland beschäftigte Sartorius am Ende des Berichtsjahres 5.004 Mitarbeitende, was einem Anteil an der Gesamtbelegschaft von 34,2 % entspricht. In Amerika beschäftigte Sartorius zum 31. Dezember 2023 2.801 Menschen, was einem Minus von 15,1 % entspricht, während die Zahl in der Region Asien | Pazifik um 7,7 % auf 2.123 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sank.
Ende 2023 waren rund 56 % aller Sartorius-Mitarbeitenden in der Produktion beschäftigt. Die Zahl der Mitarbeitenden lag in diesem Bereich mit 8.136 um 12,5 % unter dem Vorjahreswert. In Marketing und Vertrieb waren zum Jahresende 3.432 Mitarbeitende beschäftigt, was einem Rückgang von 4,9 % und einem Anteil von etwa 23 % an der gesamten Zahl der Mitarbeitenden entspricht. Im Bereich Forschung und Entwicklung arbeiteten knapp 10 % aller Beschäftigten. Das waren 22 Personen beziehungsweise 1,6 % mehr als im Vorjahr, sodass sich die Gesamtzahl auf 1.440 belief. In der Verwaltung waren zum Stichtag 1.607 Mitarbeitende beschäftigt. Dies entspricht einem Rückgang von 0,6 % gegenüber dem Vergleichszeitpunkt und einem Anteil von 11 % an allen Sartorius-Mitarbeitenden.
Weitere Informationen zu Mitarbeitenden finden Sie in der nichtfinanziellen Konzernerklärung ab Seite 110.
Vermögens- und Finanzlage
Cashflow
Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit erhöhte sich im Berichtsjahr trotz des Ertragsrückgangs um 16,3 % auf 853,6 Mio. € (Vorjahr: 734,2 Mio. €). Der Anstieg resultierte überwiegend aus der Reduzierung des Working Capitals. Während Sartorius im Jahr 2022 und den Vorjahren zur Absicherung seiner Lieferfähigkeit angesichts der zeitweise angespannten Lieferketten die Vorratsbestände plangemäß erhöht hatte, konnten diese 2023 deutlich zurückgeführt werden. Zusätzlich wirkten sich niedrigere Steuerzahlungen aus.
Vor dem Hintergrund grundlegend intakter Wachstumstreiber in den Endmärkten sowie seiner mittelfristigen Wachstumsziele hat Sartorius sein Investitionsprogramm zur Erweiterung und Diversifizierung der Produktionskapazitäten fortgesetzt, wobei das Umsetzungstempo einzelner Maßnahmen angesichts der temporär schwächeren Nachfrage verlangsamt wurde. Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit verringerten sich geringfügig um 1,9 % auf 582,4 Mio. € (Vorjahr: -593,8 Mio. €).
Durch akquisitionsbedingte Ausgaben in Höhe von 2.240,9 Mio. € (Vorjahr: 536,1 Mio. €), die vor allem im Zusammenhang mit der Übernahme von Polyplus standen, einem Anbieter innovativer Technologien für Zell- und Gentherapien, lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit und Akquisitionen bei -2.823,3 Mio. € (Vorjahr: -1.129,9 Mio. €).
Vornehmlich beeinflusst durch die Platzierung von Anleihen mit einem Volumen von €3 Mrd. lag der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit bei 2.165,7 Mio. € (Vorjahr: 209,9 Mio. €). Dieser umfasste zudem die Dividendenzahlungen für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 134,4 Mio. € (Vorjahr: 118,1 Mio. €).
| Kapitalflussrechnung in Mio. € | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit | 853,6 | 734,2 |
| - davon Veränderung des Netto-Working-Capitals | 171,6 | – 300,1 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit und Akquisitionen | – 2.823,3 | – 1.129,9 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 2.165,7 | 209,9 |
| Zahlungsmittel Endbestand | 379,2 | 165,9 |
| Bruttoverschuldung | 5.311,4 | 2.541,2 |
| Nettoverschuldung | 4.932,1 | 2.375,3 |
Konzernbilanz
Die Bilanzsumme des Sartorius Konzerns lag zum Ende des Geschäftsjahres 2023 bei 9.755,3 Mio. € und damit um 2.777,6 Mio. € über dem Vorjahr. Der Zuwachs ist größtenteils auf den Anstieg der langfristigen Vermögenswerte um 2.843,9 Mio. € auf 7.798,5 Mio. € zurückzuführen, im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der Geschäfts- oder Firmenwerte, der sonstigen immateriellen Vermögenswerte und der Sachanlagen in Folge der Akquisition von Polyplus sowie der Fortsetzung des Investitionsprogramms. Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen mit 1.956,9 Mio. € geringfügig unter dem Vorjahreswert von 2.023,2 Mio. €, hauptsächlich getrieben durch den Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie eine Reduzierung der Lagerbestände, dem ein Anstieg der Zahlungsmittelbestände gegenüberstand. Das Working Capital belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 1.387,3 Mio. € (Vorjahr: 1.663,5 Mio. €).
| Working Capital-Kennzahlen in Tagen | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Vorratsbindung (Vorräte | Umsatzerlöse¹) | 109 |
| Forderungslaufzeit (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Umsatzerlöse¹) | 37 |
| Verbindlichkeitenlaufzeit (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | Umsatzerlöse¹) | 52 |
| Netto-Working Capital-Bindung² | 93 | 95 |
¹ inklusive der Pro-forma-Umsätze der Akquisitionen
² Summe aus Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzgl. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Das Eigenkapital erhöhte sich um 98,5 Mio. € auf 2.757,4 Mio. €; die Eigenkapitalquote¹ lag bei 28,3 % (Vorjahr: 38,1 %). Das langfristige Fremdkapital des Konzerns erhöhte sich im Berichtsjahr durch die Begebung von Anleihen mit einem Volumen von 3 Mrd. € von 2.515,5 Mio. € auf 5.667,9 Mio. €. Neben der Finanzierung der Polyplus-Akquisition wurde ein kleinerer Teil der Mittel zur Rückführung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten genutzt oder trug zur Erhöhung des Zahlungsmittelbestandes bei. Im Zuge dieser Entwicklung sank das kurzfristige Fremdkapital um 473,3 Mio. € auf 1.330,0 Mio. €. Positiv wirkte sich dabei auch der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aus.
¹ Eigenkapitalquote: Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme
² Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA der vergangenen zwölf Monate inklusive des Pro-forma-Beitrags von Akquisitionen für diese Periode
Die Bruttoverschuldung stieg zum Ende des Berichtsjahres 2023 auf 5.311,4 Mio. € gegenüber 2.541,2 Mio. € im Vorjahr.# Finanzierung | Treasury
Sartorius deckt den operativen und strategischen Finanzierungsbedarf durch eine Kombination aus operativen Cashflows und der Aufnahme von kurz-, mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Die wesentlichen Fremdfinanzierungsinstrumente sind in untenstehender Grafik dargestellt. Eine zentrale Säule im Finanzierungsmix ist eine Konsortialkreditlinie in Höhe von 800 Mio. € mit einer Restlaufzeit bis Mai 2028 und einer Verlängerungsoption. Sartorius verfügt darüber hinaus über diverse kurzfristige bis auf Weiteres zur Verfügung gestellte Kreditlinien in Höhe von insgesamt rund 470 Mio. €. Zum 31. Dezember 2023 betrug das Gesamtvolumen aller verfügbaren und freien Kreditlinien 1.270 Mio. €. Die Unternehmensfinanzierung wurde im Berichtsjahr durch die Platzierung von Anleihen mit einem Volumen von €3 Mrd. ergänzt. Die Emission umfasste vier Tranchen mit Laufzeiten von 3 bis 12 Jahren, und Kupons zwischen 4,25 % und 4,875 %. Der Nettoerlös aus der Anleiheemission wurde zur Ablösung der Brückenfinanzierung der Akquisition von Polyplus und für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet. Sartorius erhielt in diesem Zusammenhang im Berichtsjahr erstmalig eine Bonitätsbewertung durch eine Ratingagentur. S&P Global Rating stufte Sartorius mit Investment-Grade-Rating (BBB) ein. Daneben hat Sartorius in den Vorjahren mehrere Schuldscheindarlehen begeben, die sich zum Jahresende auf ein Volumen von zusammen 1.505 Mio. € beliefen. Es bestehen zudem mehrere kurz- und langfristige Darlehen über insgesamt rund 635 Mio. €, unter anderem für die Erweiterung von Produktionskapazitäten. Die vorgenannten Finanzierungen wurden mit gut 85 % zum überwiegenden Teil zu festen Zinssätzen abgeschlossen. Das Fälligkeitsprofil der in Anspruch genommenen Finanzierungsinstrumente weist eine breite Streuung auf.
1 31. Dezember 2023, wesentliche Instrumente
Da Sartorius infolge seiner weltweiten Geschäftsaktivitäten den üblichen Wechselkursschwankungen ausgesetzt ist, schließt der Konzern Devisensicherungsgeschäfte ab. Zum Jahresende bestanden Devisenkontrakte in einem Volumen von ca. 625 Mio. € mit einem Marktwert von 4,9 Mio. €.
Umsatz und Auftragseingang
Nach dem pandemiebedingt außergewöhnlich hohen Wachstum in den Jahren 2020 bis 2022 verzeichnete die Sparte Bioprocess Solutions im Berichtsjahr erwartungsgemäß eine schwächere Kundennachfrage. Vor allem der nach Pandemieende länger und ausgeprägter als ursprünglich erwartet andauernde Lagerbestandsabbau auf Kundenseite beeinflusste die Geschäftsentwicklung und führte zu einer geringeren Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien wie sterilen Einwegbeuteln und Filtern. Daneben wirkten sich weitere branchenweit geltende Faktoren dämpfend aus, etwa relativ niedrige Produktionsniveaus bei einigen Kunden, das weitgehend entfallene Russlandgeschäft sowie eine insgesamt moderate Investitionstätigkeit von Kunden vor allem in China und den USA. Der Umsatz verringerte sich wechselkursbereinigt deutlich um 17,6 % auf 2.678,2 Mio. € (nominal: -19,5 %). Die jüngsten Akquisitionen von Albumedix, Polyplus und des Chromatographie-Geschäfts von Novasep entwickelten sich im Rahmen der Erwartungen und steuerten rund 2 Prozentpunkte nicht organisches Wachstum bei. Ohne Berücksichtigung des Coronageschäfts bewegte sich der Rückgang wechselkursbereinigt auf knapp über 12 %.
| Umsatz und Auftragseingang in Mio. € | 2023 | 2022 | in % nominal | in % wb1 |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 2.678,2 | 3.326,5 | – 19,5 | – 17,6 |
| Auftragseingang | 2.404,1 | 3.122,7 | – 23,0 | – 21,1 |
1 wb = wechselkursbereinigt
Angesichts der Nachfragenormalisierung und einer pandemiebedingt hohen Vorjahresbasis sanken die Umsätze 2023 in allen Regionen. In der Region EMEA, die rund 39 % des Spartenumsatzes ausmachte, reduzierten sich die Erlöse gegenüber einem stark vom Geschäft mit Impfstoffherstellern beeinflussten Vorjahr um 16,8 % auf 1.042,2 Mio. €. In der Region Amerika belief sich der Umsatz vor dem Hintergrund einer niedrigen Investitionstätigkeit von Kunden in den USA auf 1.047,8 Mio. € (-13,3 %). Der Umsatzanteil der Region lag bei 39 %. Die Region Asien | Pazifik, die 22 % des Spartenumsatzes ausmachte, entwickelte sich aufgrund einer ausgeprägten Investitionszurückhaltung von Pharmakunden hauptsächlich in China deutlich schwächer. Mit 588,2 Mio. € lag der Umsatz 25,1 % unter dem Vorjahr. (Alle Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung sind wechselkursbereinigt.) Das temporär schwache Marktumfeld zeigte sich noch stärker im Auftragseingang, der sich um wechselkursbereinigt 21,1 % auf 2.404,1 Mio. € verringerte (nominal: -23,0 %). Allerdings setzte angesichts fortgeschrittener Lagerbestandsreduzierungen aufseiten der Kunden seit Ende des 3. Quartals eine moderate Erholung der Auftragslage ein, so dass der Auftragseingang im 4. Quartal leicht oberhalb des Umsatzniveaus lag.
| Umsatz nach Regionen in Mio. € | 2023 | 2022 | in % nominal | in % wb |
|---|---|---|---|---|
| EMEA | 1.042,2 | 1.260,5 | – 17,3 | – 16,8 |
| Amerika | 1.047,8 | 1.240,8 | – 15,6 | – 13,3 |
| Asien | Pazifik | 588,2 | 825,2 | – 28,7 |
Ergebnis
Das underlying EBITDA der Sparte Bioprocess Solutions sank hauptsächlich in Folge der Volumenentwicklung um 34,2 % auf 782,3 Mio. €, woraus eine Marge von 29,2 % resultierte (Vorjahr: 35,7 %). Dämpfend wirkten sich zudem negative Produktmixeffekte aus, da der Lagerbestandsabbau bei Kunden insbesondere die Nachfrage nach margenstärkeren Verbrauchsmaterialien betraf und zu einem geringeren Anteil derartiger Produkte am Gesamtumsatz führte. Preiseffekte auf der Einkaufs- und der Kundenseite glichen sich weitgehend aus.
| Underlying EBITDA und EBITDA-Marge | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Underlying EBITDA in Mio. € | 782,3 | 1.188,4 |
| Underlying EBITDA-Marge in % | 29,2 | 35,7 |
Die Sondereffekte betrugen im Berichtsjahr -103,5 Mio. € gegenüber -46,5 Mio. € im Vorjahr. Diese ergaben sich überwiegend im Zusammenhang mit den jüngsten Akquisitionen sowie aus Aufwendungen für verschiedene Konzernprojekte beziehungsweise Strukturmaßnahmen.
Produkte und Vertrieb
Die Sparte Bioprocess Solutions vermarktet Produkte und Dienstleistungen für die gesamte Wertschöpfungskette der biopharmazeutischen Produktion und der vorgelagerten Prozessentwicklung. Die Produktpalette umfasst unter anderem Zelllinien, Zellkulturmedien, Bioreaktoren, ein breites Sortiment für die Separation, Reinigung und Aufkonzentrierung sowie Lösungen für die Lagerung und den Transport von biologischen Zwischen- und Endprodukten. Mit der Akquisition des französischen Unternehmens Polyplus hat Sartorius das Produktportfolio seiner Bio-prozesssparte im Bereich der Zell- und Gentherapien deutlich erweitert. Polyplus entwickelt und produziert Transfektions- sowie DNA- und RNA-Trägerreagenzien und Plasmid-DNA in hoher, GMP-konformer Qualität. Diese Komponenten sind erfolgskritisch für die Herstellung viraler Vektoren, die bei Zell- und Gentherapien sowie weiteren neuen medizinischen Therapieverfahren eingesetzt werden. Die Lösungen von Polyplus sind hoch komplementär zum Portfolio, das Sartorius in den letzten Jahren aufgebaut hat und das inzwischen verschiedene Zellkulturmedien, weitere kritische Rohmaterialien sowie Aufreinigungstechnologien für die Entwicklung und Herstellung neuartiger Therapien umfasst. Im Bereich der Filtration hat die Bioprozesssparte im Berichtsjahr eine neue Plattform für die großvolumige Herstellung von Biopharmazeutika auf den Markt gebracht, in die verschiedenste Filtertypen vorkonfiguriert eingebaut werden können. Die Plattform eignet sich für zahlreiche Separationsschritte von der Vorfiltration der Zellkulturmedien über die Virenabreicherung bis hin zur späteren Sterilfiltration; sie ist besonders anwenderfreundlich in der Handhabung und führt zu einer deutlichen Reduktion der Produktionszeit. Ebenfalls wurde ein neues Hochdurchsatz-Instrument für die Klärung und Aufreinigung von monoklonalen Antikörpern gelauncht, das Kunden hilft, in der Zelllinienentwicklung kleine Zellkulturproben schneller für die Downstream-Analyse vorzubereiten. Des Weiteren wurde ein System eingeführt, das eine parallele, gleichmäßige Befüllung von Einwegbeuteln beispielsweise mit Zellkulturmedien für die Herstellung von Zelltherapien erlaubt und damit den Abfüllvorgang deutlich beschleunigt.
Vertrieb
Die Sparte Bioprocess Solutions vertreibt ihr Produktportfolio weitestgehend direkt. Die Vertriebsaktivitäten bei Großkunden werden durch ein globales Key Account Management koordiniert. Die Kundenkommunikation über Besuche vor Ort wird inzwischen über digitale Wege ergänzt: Viele Kundenkontakte werden mithilfe digitaler Kommunikationswerkzeuge durchgeführt.# Für die direkte Interaktion werden Videokonferenzen oder Augmented Reality eingesetzt, etwa für Produktvorführungen, Trainings und Inbetriebnahmen. Ein weiterer Fokus zur Stärkung der Vertriebskraft liegt auf dem Ausbau der internationalen Präsenz sowie auf der fortlaufenden Verbesserung der Vertriebseffektivität, beispielsweise durch Produkt- und Applikationstrainings sowie Fachschulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Produktentwicklung
Die Entwicklungsaktivitäten von Sartorius konzentrieren sich im Wesentlichen auf Technologiebereiche wie Membranen, die die Kernkomponente der Filterprodukte bilden, unterschiedliche Technologieplattformen, darunter sterile Container für das Flüssigkeitsmanagement bei biopharmazeutischen Prozessen und Sensoren, sowie Prozesssteuerung, beispielsweise für die Fermentation. Weitere Schwerpunkte sind Entwicklungen bei Materialien und Komponenten, dazu zählen Plastik, Elastomere oder intelligente Polymere sowie eine erweiterte Datenanalyse, die Zelllinienentwicklung und kritische Medienkomponenten für proteinbasierte, virale und sogenannte neuartige Therapien. Ziel der Produktentwicklung ist es, das bestehende Portfolio komplementär zu erweitern und das Angebot an integrierten Komplettlösungen für die Herstellung von Biopharmazeutika weiter auszubauen - von der Frühphase der Entwicklung bis zur kommerziellen Produktion. Der größte Standort für Produktentwicklung ist in Göttingen, wo im Berichtsjahr ein neues Gebäude für Produktentwicklung in Betrieb genommen wurde. Weitere wichtige Aktivitäten gibt es in Frankreich, Indien, den USA und Großbritannien sowie in Schweden, Israel, Slowenien und an anderen Standorten in Deutschland.
Produktion und Supply Chain Management
Die Sparte Bioprocess Solutions verfügt über ein weltweit gut ausgebautes Produktionsnetzwerk, das im Berichtsjahr an mehreren Standorten erweitert wurde. Die größten Produktionsstätten befinden sich in Deutschland, Frankreich und Puerto Rico. Darüber hinaus produziert die Sparte in Großbritannien, der Schweiz, Tunesien, Indien, den USA, China, Israel und Slowenien. Durch die jüngste Übernahme sind in Frankreich, Belgien, den USA und China Standorte hinzugekommen. Sartorius hat im Berichtsjahr sein Werk in Puerto Rico um eine Produktionsstätte für Zellkulturmedien erweitert. Mit dem neuen Bereich kann das Unternehmen auch aus seinem Werk in Yauco heraus qualitativ hochwertige Zellkulturmedien in Pulverform liefern, die bei der Herstellung von therapeutischen Proteinen und anderen Modalitäten zum Einsatz kommen. Der Fokus der Produktion in Yauco liegt auf Kunden in der Region Amerika. Zudem wurde in Freiburg im Breisgau mit dem Bau eines Kompetenzzentrums für die Entwicklung und Produktion qualitätskritischer Reagenzien für den Zell- und Gentherapiemarkt begonnen. Der Neubau erweitert die bisherige Produktion von Zytokinen und Wachstumsfaktoren sowie den Bereich Forschung und Entwicklung deutlich. Die Fertigstellung des neuen Gebäudes ist für 2025 geplant, die Produktion soll 2026 aufgenommen werden. Die Situation bei den Lieferketten hat sich 2023 gegenüber den Vorjahren weiter entspannt. Die Lieferzeiten für die meisten Produkte haben sich normalisiert, und auch die Verfügbarkeit elektronischer Komponenten und einiger chemischer Rohstoffe hat sich im Jahresverlauf verbessert.
Umsatz und Auftragseingang
Der Umsatz der Sparte Lab Products & Services lag 2023 bei 717,5 Mio. €, was einem Rückgang von wechselkursbereinigt 12,7 % im Vergleich zum hohen Niveau des Vorjahres entspricht (nominal: -15,4 %). Ohne Berücksichtigung des coronabezogenen Geschäfts, das in der Laborsparte vor allem Membrane für Covid-Testkits sowie Pipetten-Verbrauchsmaterial umfasst hatte, wäre der Umsatz wechselkursbereinigt um knapp 11 % gesunken. Nachdem in den Vorjahren vor allem das Geschäft mit Bioanalytik-Geräten für Pharmaanwendungen sehr deutlich expandiert war, führte im Berichtsjahr eine ausgeprägte Investitionszurückhaltung dieser Kundengruppe zu Umsatzeinbußen. Dies betraf sowohl größere Kunden als auch kleinere Biotech-Unternehmen, für die sich das Finanzierungsumfeld gegenüber den Pandemiejahren deutlich eingetrübt hatte.
| 2023 | 2022 | in % nominal | in % wb¹ | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 717,5 | 848,2 | – 15,4 | – 12,7 |
| Auftragseingang | 662,8 | 884,6 | – 25,1 | – 22,7 |
¹ wb = wechselkursbereinigt
In der Region Amerika gingen die Umsätze 2023 nach der starken Entwicklung im Vorjahr um 21,1 % auf 232,6 Mio. € zurück, damit betrug der Anteil am Spartenumsatz 32 %. Vor allem die Nachfrage nach bioanalytischen Instrumenten fiel nach den hohen Wachstumsraten in den Vorjahren schwächer aus. Der Umsatz in der Region EMEA, deren Anteil an den Spartenerlösen bei rund 38 % lag, verringerte sich moderat um 4,1 % auf 273,7 Mio. €. Die Region Asien | Pazifik, auf die im Berichtsjahr 30 % des Geschäfts entfiel, verzeichnete vor allem aufgrund deutlicher Umsatzrückgänge in China ein Minus von 12,4 % auf 211,2 Mio. €. (Alle Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung sind wechselkursbereinigt.) Die dämpfenden Einflussfaktoren zeigten sich noch deutlicher beim Auftragseingang, der bei 662,8 Mio. € lag (wechselkursbereinigt: -22,7 %; nominal: -25,1 %), wobei im Verlauf des 4. Quartals das Geschäft etwas anzog und der Auftragseingang das Umsatzniveau im 4. Quartal leicht übertroffen hat.
| Umsatz nach Regionen in Mio. € | 2023 | 2022 | in % nominal | in % wb |
|---|---|---|---|---|
| EMEA | 273,7 | 290,1 | – 5,7 | – 4,1 |
| Amerika | 232,6 | 303,0 | – 23,2 | – 21,1 |
| Asien | Pazifik | 211,2 | 255,1 | – 17,2 | – 12,4 |
Ergebnis
Das underlying EBITDA der Sparte Lab Products & Services verzeichnete aufgrund des geringeren Umsatzes einen Rückgang um 18,8 % auf 180,3 Mio. €. Die entsprechende Marge lag mit 25,1 % nur leicht unter dem Vorjahreswert von 26,2 %. Preiseffekte auf der Einkaufs- und der Kundenseite glichen sich weitgehend aus.
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Underlying EBITDA in Mio. € | 180,3 | 222,0 |
| Underlying EBITDA-Marge in % | 25,1 | 26,2 |
Im Berichtsjahr betrugen die Sondereffekte -13,0 Mio. € gegenüber -13,9 Mio. € im Vorjahr. Diese ergaben sich überwiegend aus Aufwendungen für verschiedene Konzernprojekte beziehungsweise Strukturmaßnahmen.
Produkte und Vertrieb
Die Sparte Lab Products & Services konzentriert sich mit ihren Produkten auf Forschungslabore aus der Pharma- und Biopharmaindustrie sowie auf akademische Forschungseinrichtungen. Im Bereich der Bioanalytik bietet sie Life-Science-Kunden innovative Systeme für die Zellanalyse, mit deren Hilfe sich die zeitintensive Entwicklung neuer Wirkstoffe durch die Automatisierung und Digitalisierung zentraler Analyseschritte deutlich beschleunigen lässt. Die automatisierte Analyse, Selektion und Isolierung von Zellen ermöglicht es zudem, Entwicklungszeiten und -kosten in der Zelllinienentwicklung und Antikörperforschung deutlich zu verringern. Das Produktsortiment umfasst zudem eine breite Palette an Premium-Laborinstrumenten zur Probenvorbereitung wie Laborwaagen und Laborwassersysteme sowie Verbrauchsmaterialien wie Filter und mikrobiologische Tests. Neben der Biopharmaindustrie fokussiert sich Sartorius mit diesem Portfolio auch auf Forschungs- und Qualitätssicherungslabore etwa aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche.
Im Berichtsjahr hat die Sparte im Bereich der Bioanalytik ein neues Softwaremodul für ein Live-Cell-Imaging-System auf den Markt gebracht, das Kunden die Verarbeitung von Daten gemäß den Vorschriften der FDA für elektronische Aufzeichnungen und Signaturen ermöglicht. Durch die Zusammenarbeit mit einem Industriepartner im Bereich Proteine hat die Sparte im Juli ihr schnell wachsendes Portfolio für die Stammzell- und Organoidforschung um tierfreie Wachstumsfaktoren und Zytokine erweitert, die schnelle Fortschritte bei der Erforschung neuer Zellmodelle ermöglichen sollen. Des Weiteren wurde eine neue Version einer elektronischen Pipette auf den Markt gebracht, die eine Datenaufzeichnung in Echtzeit und die Integration mit anderen Geräten ermöglicht und so die Produktivität und Datenqualität verbessert. Zudem wurde eine neue Premium-Laborwaage eingeführt, die Kunden eine verbesserte Anpassungsfähigkeit an Umgebungsfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck, intuitive Reinigungsabläufe und eine flexible Aufrüstbarkeit der Hardware bietet.
Die Dienstleistungen in der Sparte Lab Products & Services umfassen den gesamten Lebenszyklus der Laborinstrumente, angefangen bei der Installation und Inbetriebnahme über Validierung, Kalibrierung und Wartung bis hin zur Reparatur. Diese Leistungen werden nicht nur für Sartorius-Instrumente, sondern in begrenztem Maße auch für Geräte anderer Hersteller angeboten. Die breite Servicepalette erlaubt es den Kunden, die Anzahl ihrer Dienstleister zu begrenzen, um so Komplexität und Kosten zu reduzieren. Mit Applikationslaboren in allen Regionen bietet Sartorius den Kunden darüber hinaus die Möglichkeit, Produkte auch mit eigenen Proben zu testen und sich in Trainings schulen zu lassen.
Vertrieb
Die Sparte vertreibt ihr bioanalytisches Angebot überwiegend direkt, während Standardinstrumente und Verbrauchsmaterial auch über den Laborfachhandel angeboten werden. Der Fokus liegt auf dem weiteren Ausbau der direkten Kanäle inklusive des Online-Geschäfts mit Kunden aus der Life-Science-Industrie. Dabei werden zunehmend digitale Kanäle genutzt. Neben der Erweiterung der Vertriebsstrukturen steht die fortlaufende Verbesserung der Vertriebseffektivität im Fokus, unter anderem durch die Schaffung von Synergien zwischen den beiden Sparten. Dies eröffnet der Laborsparte den etablierten Zugang zu Kunden der Bioprozesssparte, die sich umgekehrt ebenfalls neue Vertriebsmöglichkeiten erschließen kann.
Produktentwicklung
Die Sparte verfügt über umfangreiche technologische Kompetenzen auf den Feldern Bioanalytik, Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien. Durch Software- und Hardware-Weiterentwicklungen der Zellanalyseprodukte ergibt sich für Kunden eine Vielzahl neuer Auswertungsmöglichkeiten.# Sartorius AG and Group Combined Management Report for the 2023 Financial Year
These are the basis for the development of new tools, which primarily process large amounts of data in a suitable manner and present them in an application-specific way. Compliance with regulations and official requirements is of central importance to customers. Data management, connectivity, and process automation are therefore among the main focuses of product development. A large part of the development for the Lab Products & Services division takes place centrally at the Group headquarters in Göttingen, where a new building for product development was commissioned in the reporting year. Further development activities are carried out at locations in the USA, Finland, Great Britain, India, and China, among others.
Production and Supply Chain Management
The Lab Products & Services division operates plants in Germany, China, Finland, Great Britain, and the USA. As competence centers, the plants typically focus on one or a few product groups. For example, laboratory balances were manufactured in Germany and China in the reporting year, pipettes in Finland, and bioanalytics systems in the USA and China. The production of kits for microbiological tests takes place in Great Britain, and membrane-based products predominantly come from Germany.
Capacity expansions at the site in Ann Arbor, USA, progressed as planned in 2023. The state-of-the-art, 12,000 square meter facility is intended to meet the growing demand for the division's products and services and to bring together various functions such as the operations area for bioanalytical instruments, customer and repair service, and product development. Completion is planned for 2024.
The situation with supply chains continued to ease in 2023 compared to previous years. The availability of electronic components remained a challenge, but improved over the course of the year.
Assessment of the Economic Situation
After the extraordinary business related to Corona and a build-up of customer inventory had led to strong additional growth impulses in the years 2020 to 2022, primarily in the Bioprocess Solutions division and to a lesser extent in the laboratory business, the temporary normalization of demand expected by management set in during the reporting year. This turned out to be more pronounced than anticipated at the beginning of the year, and customer inventory reduction also lasted longer than expected, leading to numerous forecast adjustments throughout the life science industry. Business development was additionally influenced by a pronounced market weakness in China and the discontinuation of business with Russian customers.
Against this background, management lowered its growth and earnings forecasts for both divisions and the Group in June and October 2023. Given the advanced inventory reductions on the customer side, a recovery in demand has been evident since the end of the 3rd quarter, so that management expects profitable growth in the current year.
Group sales decreased by 16.6% on a currency-adjusted basis to €3,395.7 million in 2023. The earnings margin, measured by underlying EBITDA, was 28.3%. This achieved the forecast given in October for a sales decline of approximately 17% with a profitability of slightly over 28%.
In the Bioprocess Solutions division, sales decreased by 17.6% on a currency-adjusted basis to €2,678.2 million and achieved an underlying EBITDA margin of 29.2%. The results thus corresponded to the October forecast, which included a sales decline of approximately 18% with an earnings margin of slightly over 29%.
With a sales decline of 12.7% on a currency-adjusted basis to €717.5 million and an earnings margin of 25.1%, the business development in the laboratory division also corresponded to the latest forecast. According to this, a sales decrease of approximately 13% and an underlying EBITDA margin of slightly over 25% were expected.
The dynamic leverage ratio, calculated as the quotient of net debt and underlying EBITDA, increased in the reporting year to 5.0, mainly due to the financing of the Polyplus acquisition, and corresponded to the forecast value of slightly over 5.
In line with its ambitious medium-term growth targets, Sartorius further expanded its production capacities in the reporting year, with the investment ratio reaching 16.5%; a value of slightly over 17% was forecast.
Target-Actual Comparison for 2023
| Actual 2022 | Forecast January 2023 | Forecast June 2023 | Forecast October 2023 | Actual 2023 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Sartorius Group | |||||
| Sales Growth¹ | 15.0% | low single-digit % | Decline in the low to mid-teens % | ~ -17% | -16.6% |
| Underlying EBITDA Margin | 33.8% | approx. previous year | ~ 30% | slightly over 28% | 28.3% |
| Leverage Ratio (underlying) | 1.7 | ~ 1.5² | slightly over 4² | slightly over 5² | 5.0² |
| Capex Ratio | 12.5% | ~ 12.5% | ~ 15% | slightly over 17% | 16.5% |
| Sartorius Divisions | |||||
| Bioprocess Solutions Division | |||||
| Sales Growth¹ | 15.9% | low single-digit % | Decline in the low to mid-teens % | ~ -18% | -17.6% |
| Underlying EBITDA Margin | 35.7% | approx. previous year | ~ 31% | slightly over 29% | 29.2% |
| Lab Products & Services Division | |||||
| Sales Growth¹ | 11.5% | mid-single-digit % | low single-digit negative to stable | ~ -13% | -12.7% |
| Underlying EBITDA Margin | 26.2% | approx. previous year | ~ 26% | slightly over 25% | 25.1% |
¹ Currency-adjusted
² Possible acquisitions are not taken into account.
Financial Statements of Sartorius AG
While the consolidated financial statements are prepared in accordance with International Financial Reporting Standards (IFRS), the provisions of the German Commercial Code (HGB) apply to the preparation of the financial statements of Sartorius AG. The disclosed net profit is decisive for the dividend distribution to our shareholders. The management report of Sartorius AG and the combined management report for the 2023 financial year are summarized. The financial statements of Sartorius AG according to HGB and the combined management report will be published simultaneously in the Federal Gazette.
Business Activities, Corporate Strategy, Corporate Governance and Supervision, Overview of Business Development
Since the beginning of the 2011 financial year, Sartorius AG has performed the functions of a strategic, group-controlling management holding company for the Sartorius Group. In this regard, we refer to pages 25 ff. of the combined management report of Sartorius AG and the Group for explanations on business activities, corporate strategy, corporate governance and supervision, and the overview of business development.
Earnings Position
The sales revenue of Sartorius AG essentially consists of intra-group recharges to affiliated companies for management services rendered, as well as from the rental of buildings on the Sartorius Campus and the Sartorius Quarter. In the previous year, other operating income included gains from asset sales amounting to €67.3 million. These resulted from the transfer of shares in Sartorius Stedim Biotech S.A. to the sellers of BIA Separations as part of the transaction structure agreed in 2020.
Income from investments amounted to €97.7 million, compared to €85.5 million in the previous year, and relates to the dividend payment from the French subsidiary Sartorius Stedim Biotech S.A. Due to profit and loss transfer agreements, Sartorius AG received a profit of €15.8 million from Sartorius Corporate Administration GmbH in the financial year (previous year: €11.9 million). Furthermore, Sartorius Lab Holding GmbH transferred a profit of €45.0 million (previous year: €7.6 million).
The increase in interest expense of Sartorius AG compared to the previous year can be attributed, on the one hand, to the issuance of a promissory note loan amounting to €650 million in November 2022, which was only partially disbursed in 2023 and therefore only fully impacted interest expense in 2023. Furthermore, interest expense is driven by the bridge financing of €2.45 billion taken up during the year to finance the Polyplus acquisition, which was replaced by bonds issued by Sartorius Finance B.V. Against the backdrop of the proportion of variable-interest loans, an increase in the interest rate level compared to the previous year also led to an increase in interest expense for Sartorius AG.
Financial Position
The balance sheet total of Sartorius AG decreased by €235.2 million to €2,638.9 million in the reporting year. The balance sheet structure of Sartorius AG reflects its function as a management holding company for the Sartorius Group.
Non-current assets consist mainly of financial assets and amounted to €2,234.2 million in the reporting year (previous year: €2,748.4 million). The proportion of non-current assets is therefore 84.7% of the balance sheet total (previous year: 95.6%). The equity ratio is 16.0% compared to 14.1% in the previous year.
Sartorius AG ensures the financing of the majority of the Group companies through intra-group loans. Long-term loans are recognized as loans to affiliated companies in financial assets, amounting to €1,653.5 million in the financial year (previous year €2,158.9 million).
Income Statement of Sartorius AG according to the Total Cost Method pursuant to Sec. 275 (2) HGB¹ in million €# Gewinn- und Verlustrechnung
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 17,5 | 20,0 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 7,3 | 67,7 |
| 3. Personalaufwand | – 6,7 | – 7,2 |
| 4. Abschreibungen | – 10,4 | – 9,9 |
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | – 27,8 | – 18,9 |
| 6. Erträge aus Beteiligungen | 97,7 | 85,5 |
| 7. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 47,1 | 21,7 |
| 8. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags übernommener Gewinn | 60,8 | 19,5 |
| 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 31,8 | 2,7 |
| 10. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | – 20,0 | 0,0 |
| 11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | – 80,3 | – 26,4 |
| 12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | – 2,0 | – 0,1 |
| 13. Ergebnis nach Steuern | 115,0 | 154,6 |
| 14. Sonstige Steuern | – 0,9 | – 0,1 |
| 15. Jahresüberschuss | 114,1 | 154,5 |
| 16. Gewinnvortrag | 168,9 | 112,6 |
| 17. Bilanzgewinn | 283,0 | 267,1 |
Bilanz
Sartorius AG nach HGB 1, in Mio. €
Aktiva
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | 7,4 | 12,9 |
| II. Sachanlagen | 129,0 | 133,0 |
| III. Finanzanlagen | 2.097,8 | 2.602,5 |
| 2.234,2 | 2.748,4 | |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 179,4 | 117,8 |
| II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 222,5 | 4,4 |
| 401,9 | 122,2 | |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 2,8 | 3,5 |
| 2.638,9 | 2.874,1 |
Passiva
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
|---|---|---|
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 74,9 | 74,9 |
| Nennbetrag eigene Anteile | – 6,5 | – 6,5 |
| Ausgegebenes Kapital | 68,4 | 68,4 |
| II. Kapitalrücklage | 59,6 | 59,0 |
| III. Gewinnrücklagen | 10,9 | 10,9 |
| IV. Bilanzgewinn | 283,0 | 267,1 |
| 421,9 | 405,4 | |
| B. Rückstellungen | 34,2 | 37,0 |
| C. Verbindlichkeiten | 2.182,8 | 2.431,7 |
| 2.638,9 | 2.874,1 |
1 HGB = Handelsgesetzbuch
Vorschlag für die Gewinnverwendung
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Sartorius AG in Höhe von 283.012.753,53 € wie folgt zu verwenden:
| in € | |
|---|---|
| Zahlung einer Dividende von 0,73 € je Stammaktie | 24.987.482,44 |
| Zahlung einer Dividende von 0,74 € je Vorzugsaktie | 25.756.485,14 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 232.268.785,95 |
| 283.012.753,53 |
Forschung und Entwicklung
Ausführliche Informationen zu den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Sartorius Konzerns und der Sparten sind auf den Seiten 35, 61 und 66 dargestellt.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Die Sartorius AG beschäftigt keine nach § 285 Nr. 7 HGB anzugebenden Mitarbeitenden.
Risiken und Chancen
Chancen und Risiken in der Geschäftsentwicklung der Sartorius AG als Management-Holding entsprechen im Wesentlichen denjenigen des Sartorius Konzerns. Die Sartorius AG partizipiert entsprechend ihrer Beteiligungsquote an den Risiken ihrer Beteiligungen und Tochterunternehmen. Für alle erkennbaren Risiken innerhalb der Sartorius AG, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken könnten, wurden im Berichtsjahr Gegenmaßnahmen und/oder bilanzielle Vorsorgen getroffen, sofern dies sinnvoll und möglich war. Einen detaillierten Chancen- und Risikobericht des Sartorius Konzerns finden Sie auf den Seiten 74 bis 87 sowie eine Beschreibung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems auf der Seite 93.
Prognosebericht
Die Ergebnisentwicklung der Sartorius AG hängt maßgeblich von der Entwicklung der Tochtergesellschaften und damit des Sartorius Konzerns ab. Für den Einzelabschluss der Sartorius AG wird aufgrund der deutlich niedrigeren Dividendenerwartung von der Sartorius Stedim Biotech S.A. mit einem deutlich niedrigerem Jahresergebnis gerechnet. Die Geschäftsentwicklung des Sartorius Konzerns finden Sie im Prognosebericht auf den Seiten 88 bis 92.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Am 7. Februar 2024 hat die Sartorius AG die Platzierung von 613.497 durch die Gesellschaft gehaltenen Vorzugsaktien unter Ausschluss der Bezugsrechte der bestehenden Aktionäre abgeschlossen. Die Vorzugsaktien wurden zu einem Preis von 326,00 € pro Aktie platziert. Der Bruttoerlös beträgt ca. 200 Mio. €. Die Platzierungs-Vorzugsaktien wurden ausschließlich an institutionelle Anleger im Rahmen einer Privatplatzierung im Wege eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens angeboten und verkauft und sind ab dem 1. Januar 2023 voll dividendenberechtigt. Der Nettoerlös aus der Platzierung eigener Aktien soll die Entschuldung des Sartorius Konzerns über einen starken operativen Cashflow hinaus beschleunigen sowie die strategische Flexibilität des Unternehmens insgesamt stärken. Davon unabhängig hat Sartorius' französischer börsennotierter Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech S.A. ebenfalls am 7. Februar 2024 eine Kapitalerhöhung durchgeführt, bei der im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens 5.150.215 neue Aktien im Volumen von ca. 1,2 Mrd. € platziert wurden. Die Sartorius AG hat sich an dieser Kapitalerhöhung beteiligt, indem sie 1.716.739 neue SSB-Aktien im Gesamtvolumen von ca. 400 Millionen Euro zum Platzierungspreis von 233,00 € erworben hat. Nach Abschluss der Kapitalerhöhung wird der Anteil der Sartorius AG ca. 71,5 % des Grundkapitals an der Sartorius Stedim Biotech S.A. betragen. Unter Berücksichtigung der genannten Maßnahmen rechnet der Konzern mit einer Reduzierung der Nettoverschuldung von rund 1 Mrd. €. Bis zur Beendigung der Aufstellung des Jahresabschlusses haben sich keine weiteren wesentlichen Ereignisse ergeben.
Chancen- und Risikobericht
Grundsätze
Jedes unternehmerische Handeln ist mit Chancen und Risiken verbunden, deren Management einen entscheidenden Erfolgsfaktor für die Weiterentwicklung des Unternehmenswerts darstellt. Dabei ist es nicht Aufgabe des Risikomanagements, Risiken soweit irgend möglich zu vermeiden. Vielmehr geht Sartorius im Rahmen seiner unternehmerischen Tätigkeit bewusst auch Risiken ein, um erfolgreich Chancen erschließen zu können. Dabei ist es wichtig, Risiken auf ein akzeptables Maß zu begrenzen und gezielt zu kontrollieren. Dementsprechend wird durch Richtlinien sichergestellt, dass Risikoabwägungen von Beginn an in den Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden. Die Identifikation und Steuerung von Chancen und Risiken ist bei Sartorius funktionsübergreifender Bestandteil des Konzernmanagements. Die Risikomanagement-Organisation folgt insoweit der global-funktionalen Organisation in den beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services sowie den Supportfunktionen. Dabei sind die jeweiligen Funktionsverantwortlichen in den Konzerngesellschaften für das eigentliche Chancen- und Risikomanagement verantwortlich. Darüber hinaus übernimmt der Finanzbereich die Rolle des zentralen Risikomanagements und stellt eine regelmäßige Berichterstattung sowie die Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems insgesamt sicher.
Chancenmanagement
Grundlagen des Chancenmanagements sind die Analyse von Zielmärkten und Branchenumfeldern sowie die Bewertung von Trends, aus denen sich geschäftliche Chancen ableiten lassen. Die Identifikation der Entwicklungspotenziale erfolgt in einem ersten Schritt dezentral und ist eine wesentliche Aufgabe der jeweiligen Führungskräfte. Insbesondere die marktnahen Funktionen nehmen hierbei eine führende Rolle ein, wie Marketing und Produktmanagement der jeweiligen Sparten. Sie werden bei der Marktbeobachtung, Datenanalyse und der Umsetzung von strategischen Projekten durch den zentralen Bereich Business Development unterstützt. Als Partner der Biopharma- und Laborbranche ist Sartorius in zukunftsorientierten und wachstumsstarken Branchen tätig. Wesentliche Chancen ergeben sich aus verschiedenen Markt- und Technologietrends, die in den Kapiteln „Branchenspezifisches Umfeld“ sowie „Künftiges Branchenumfeld“ auf den Seiten 37 und 89 ausführlich beschrieben werden. Sartorius gehört nach eigener Einschätzung in vielen Teilbereichen und Produktsegmenten weltweit zu den Marktführern. Auf der Grundlage von Qualitätsprodukten, hoher Markenbekanntheit und etablierten Kundenbeziehungen bestehen gute Chancen, die führende Marktposition zu stabilisieren und weiter auszubauen. Die entsprechenden Spartenstrategien und darauf basierende Wachstumschancen und ‑initiativen werden in den Kapiteln „Strategie der Sparte Bioprocess Solutions“ auf Seite 29 sowie „Strategie der Sparte Lab Products & Services“ auf Seite 30 dargelegt.
Risikomanagement Organisation
Die Gesamtverantwortung für ein effektives Risikomanagementsystem trägt der Vorstand. Die Koordinierung und Weiterentwicklung dieses Systems sowie die zusammenfassende Risikoberichterstattung obliegen dabei dem Finanzbereich, während für die Identifizierung und Meldung einzelner Risiken sowie die Beurteilung und ggf. Durchführung von Gegenmaßnahmen die jeweiligen funktionalen Bereiche zuständig sind. Der Aufsichtsrat der Sartorius AG überwacht die Effektivität des Risikomanagementsystems, wobei diese Aufgabe vom Auditausschuss des Aufsichtsrates vorbereitet wird. Der Abschlussprüfer beurteilt im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für Jahresabschluss und Konzernabschluss, ob das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, unternehmensgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen. Schließlich überprüft die Interne Revision regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die wesentlichen Ergebnisse dieser Prüfungen werden in Vorstands-, Aufsichtsrats- und Auditausschuss-Sitzungen diskutiert. Etwaige Anpassungen des Risikomanagementsystems werden dann durch das zentrale Risikomanagement umgesetzt.
Versicherungen
Soweit möglich und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll, hat sich Sartorius gegen eine Vielzahl von Risiken versichert. Diese Versicherungen umfassen unter anderem Haftpflicht-, Sach-, Betriebsunterbrechungs-, Cyber-, Transport- und Vermögensschadensrisiken sowie einen umfangreichen Rechtsschutz. Art und Umfang des Versicherungsschutzes werden durch eine eigenständige Abteilung in Zusammenarbeit mit einem externen Versicherungsmakler regelmäßig geprüft und angepasst. Bei der Auswahl der Versicherer wird besonderes Augenmerk auf die Bonität der Vertragspartner sowie eine möglichst große Diversifizierung gelegt, um die damit einhergehenden Risiken zu minimieren.# Risikomanagementsystem und Risikoberichterstattung
Das Risikomanagementsystem des Sartorius Konzerns ist im konzernweit gültigen Risikomanagementhandbuch dokumentiert. Dieses umfasst Definitionen zum Rahmenwerk, zur Aufbauorganisation, zu Prozessen, zur Risikoberichterstattung sowie zur Überwachung und Kontrolle der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und ist angelehnt an die ISO 31000 „Risikomanagement – Leitlinien“ sowie den COSO- Standard (COSO = Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). Daneben bestehen verschiedene weitere Quellen wie Satzungen und Geschäftsordnungen der Konzerngesellschaften oder weitere Richtlinien, die Vorgaben zum Umgang mit Risiken enthalten. Vor allem die dynamische Entwicklung der vergangenen Jahre, aber auch steigende regulatorische und kundenseitige Anforderungen erfordern eine kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Richtlinien und Vorgaben.
Der Berichtsprozess in den nachfolgend beschriebenen Risikoklassen regelt die fortlaufende Überprüfung und Information über den Status von Risiken. Sofern dabei konkrete Risiken ersichtlich sind, werden diese entsprechend ihrer Bewertung, Eintrittswahrscheinlichkeit und der vorgesehenen Maßnahmen zur Risikovermeidung oder –verminderung dokumentiert und bei Erreichung festgelegter Größenkriterien über eine spezielle Risikomanagement-Software an das zentrale Risikomanagement gemeldet. Entscheidend für die Beurteilung ist dabei grundsätzlich das verbleibende Nettorisiko, also unter Berücksichtigung risikominimierender Maßnahmen.
Das zentrale Risikomanagement aggregiert die Risikomeldungen und berichtet regelmäßig über die Risikolage des Konzerns an Vorstand und Aufsichtsrat. Diese Berichterstattung umfasst auch eine Gegenüberstellung des Risikoportfolios zu der auf Basis einer rollierenden Liquiditätsplanung ermittelten Risikotragfähigkeit des Konzerns. Bei neu auftretenden größeren Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist ein Eilmeldeverfahren implementiert, über das der Vorstand der Sartorius AG unverzüglich alle notwendigen Informationen erhält.
Um die einzelnen Risiken sinnvoll strukturieren zu können, hat Sartorius vier Hauptkategorien definiert: externe Risiken, operative Risiken, Finanzrisiken und Compliance-Risiken. Jede dieser Hauptkategorien teilt sich in mehrere Unterkategorien auf, die in den folgenden Abschnitten erörtert werden.
Sartorius hat eine Risikomatrix festgelegt, die die Eintrittswahrscheinlichkeit und die potenziellen Auswirkungen auf den Jahresüberschuss wie folgt in bestimmte Klassen einteilt:
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Relevanz in Mio. € Ergebniseffekt |
|---|---|
| Unwahrscheinlich < 10 % | Unwesentlich < 10 |
| Möglich 10 % -50 % | Moderat 10 -50 |
| Wahrscheinlich 50 % -75 % | Wesentlich 50 -100 |
| Sehr wahrscheinlich > 75 % | Kritisch > 100 |
Aus der Kombination beider Elemente ergibt sich folgende Matrix, die die Bedeutung der einzelnen Risiken für den Konzern darstellt:
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Auswirkung < 10 Mio. € | 10 -50 Mio. € | 50 -100 Mio. € | > 100 Mio. € |
|---|---|---|---|---|
| > 75 % | niedrig | mittel | hoch | hoch |
| 50 -75 % | niedrig | mittel | mittel | hoch |
| 10 -50 % | niedrig | mittel | mittel | mittel |
| < 10 % | niedrig | niedrig | mittel | mittel |
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Auswirkung < 10 Mio. € | 10 -50 Mio. € | 50 -100 Mio. € | > 100 Mio. € |
|---|---|---|---|---|
| Unwahrscheinlich | niedrig | niedrig | mittel | mittel |
| Möglich | niedrig | mittel | mittel | mittel |
| Wahrscheinlich | niedrig | mittel | mittel | hoch |
| Sehr wahrscheinlich | niedrig | mittel | hoch | hoch |
Externe Risiken
Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie haben die Geschäftsentwicklung von Sartorius temporär deutlich beeinflusst. Als einer der führenden Bioprozesstechnologie-Anbieter konnte der Konzern mit Produkten für die Herstellung von Coronavirus-Impfstoffen und -Testkomponenten zur Bewältigung der Pandemie beitragen und in den Jahren 2021 und 2022 deutliche Umsatzzuwächse verzeichnen. Im Jahr 2023 führte insbesondere der Lagerabbau bei vielen Kunden in Verbindung mit der deutlichen Reduzierung des coronabezogenen Geschäfts zu einem zweistelligen Auftrags- und Umsatzrückgang.
Sartorius hat seit Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine alle Geschäftsaktivitäten in Russland eingestellt, die nicht im Zusammenhang mit humanitären medizinischen Produkten stehen. Die in Russland erzielten Umsätze sind in Folge signifikant gesunken und hatten moderate Auswirkungen auf den Konzern. Den indirekten Auswirkungen des Krieges, wie z.B. Inflation, beeinträchtigte Lieferketten oder mögliche Gas- oder Energieengpässe, wurde vom Konzern durch eine Vielzahl von Maßnahmen begegnet. Zur Kompensation der gestiegenen Beschaffungskosten wurden auf der Kundenseite Preiserhöhungen vereinbart. Die deutschen Konzernstandorte haben sich weitgehend unabhängig von der russischen Gasversorgung machen können, etwa durch die Schaffung der technischen Voraussetzungen für eine Umstellung auf Öl. In Bezug auf Lieferanten mit energieintensiven Produktionsverfahren wurden Sicherheitsbestände erhöht. Insgesamt sind die direkten und indirekten Auswirkungen des Ukrainekriegs auf die künftige Geschäftsentwicklung des Konzerns als nicht wesentlich einzuschätzen. Da der Konflikt andauert und die weitere Entwicklung der Auseinandersetzung wie auch die indirekten Auswirkungen nicht zuverlässig abschätzbar sind, besteht in diesem Zusammenhang weiterhin eine hohe Unsicherheit.
Sartorius betreibt eine Anlage zur Herstellung von Zellkulturmedien in Beit Haemek im Norden Israels. Während sich die meisten Kampfhandlungen nach dem Angriff der Hamas auf die Umgebung des Gazastreifens, die südliche Region Israels und den Großraum Tel Aviv konzentrieren, bleibt auch die Lage in der nördlichen Grenzregion angespannt. Die Produktion vor Ort sowie Transport und Logistik konnten bisher aufrechterhalten werden. Eine weitere Eskalation des Konflikts in Israel oder der gesamten Region könnte zu vorübergehenden Produktionsstopps führen. Um die Resilienz zu stärken und die Liefertreue zu sichern, arbeitet der Konzern daran, Back-up-Kapazitäten für die Produkte aufzubauen, die derzeit nur an diesem Standort hergestellt werden. Insgesamt ist das Geschäftsvolumen der in Israel hergestellten Produkte für den Konzern (<1 % des Konzernumsatzes) unkritisch.
Neben den genannten Konflikten können auch andere Ereignisse, wie beispielsweise Naturkatastrophen, Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns haben. Die größten Standorte in Deutschland und Frankreich sind in dieser Hinsicht keinen wesentlichen Risiken ausgesetzt, während die Produktionsstandorte in Puerto Rico und Fremont, Kalifornien, von den Auswirkungen schwerer Hurrikans beziehungsweise Erdbeben beeinträchtigt werden könnten. Insbesondere am Produktionsstandort Puerto Rico wird eine breite Palette von Produkten für den US-Markt produziert, sodass ein größerer Schaden erhebliche Auswirkungen auf das Konzernergebnis haben könnte. Um die damit einhergehenden Risiken zu reduzieren, legt Sartorius beim Bau von Gebäuden höchstmögliche Sicherheitsstandards an und berücksichtigt mögliche Risikoszenarien explizit bei der Festlegung der Strategien im Hinblick auf Lagerhaltung und das internationale Produktionsnetzwerk.
Die Konzerngesellschaften agieren global und haben internationale Verflechtungen, weshalb Strafzölle und Handelskonflikte negative Effekte auf die Geschäftstätigkeit haben können. Zur Reduzierung möglicher Auswirkungen werden kontinuierlich verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel die Ausweitung des Lieferantennetzwerkes, geprüft. Die politischen Entwicklungen in einigen Ländern, beispielsweise China, könnten künftig zu Abkopplungstendenzen oder Einschränkungen der Geschäftstätigkeiten ausländischer Konzerne führen. Aufgrund der Konzentration seiner Geschäftsaktivitäten auf die Life-Science-Branche ist Sartorius von der allgemeinen Konjunktur nur unterdurchschnittlich betroffen. Die Sparte Lab Products & Services unterliegt in einigen Bereichen konjunkturellen Einflüssen, die ein Risiko für das Wachstum darstellen können. Die zunehmende Fokussierung dieser Sparte auf die Biopharmabranche reduziert diese Risiken allerdings deutlich. Insgesamt hat sich die Bedeutung geopolitischer Risiken für die Geschäftstätigkeit des Konzerns in den letzten Jahren deutlich erhöht und zu einer erhöhten Volatilität der Geschäftsergebnisse geführt. Die diesbezüglichen Entwicklungen werden beobachtet und soweit möglich werden frühzeitig Maßnahmen zur Risikoreduzierung eingeleitet.
Operative Risiken und Chancen
Die Wertschöpfung reicht bei Sartorius von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Vertrieb. Störungen innerhalb dieses Ablaufs können unter anderem Lieferausfälle oder -verzögerungen zur Folge haben. Das Supply Chain Management stellt sicher, dass die gesamten Abläufe entlang der Wertschöpfungskette analysiert und gesteuert werden, sodass die Risiken in diesem Zusammenhang weitgehend minimiert werden. Andererseits eröffnen sich z.B. durch den hohen Internationalisierungsgrad eine Reihe von Chancen. Nachfolgend werden die einzelnen Risiken und Chancen innerhalb der Wertschöpfungskette ausführlich dargestellt.
Beschaffungsrisiken und -chancen
Sartorius bezieht von seinen Lieferanten ein breites Spektrum an Rohstoffen, Bauteilen, Komponenten und Dienstleistungen und ist daher Risiken in Form von unerwarteten Lieferengpässen und/oder Preissteigerungen ausgesetzt. Das weltwirtschaftliche Umfeld hat in den Jahren 2022 und 2023 zu Preissteigerungen in nahezu allen Bereichen geführt. Preiseffekte auf der Einkaufs- und der Kundenseite glichen sich dabei weitgehend aus, sodass die Inflation keinen wesentlichen negativen Einfluss auf die Profitabilität hatte. Im Bereich des Lieferantenmanagements wurden in den letzten Jahren leistungsfähige Tools und robuste Prozesse zum Management von Risiken und der Sicherstellung von Lieferkontinuität implementiert. Wichtige Maßnahmen zur Reduzierung potenzieller Versorgungsengpässe sind das Vorhalten von Sicherheitslagerbeständen sowie die Festlegung von Alternativmaterialien beziehungsweise -lieferanten. Aus Konzernsicht bestehen keine wesentlichen Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten. Zusätzlich werden regelmäßig Lieferantenüberprüfungen durchgeführt und der Lieferstatus und die Lagerreichweite von kritischen Rohstoffen sorgfältig überwacht.# Sartorius
Produktionsrisiken und -chancen
Sartorius managt Beschaffungsrisiken aufgrund einer möglichen Knappheit von Rohstoffen oder Komponenten am Markt aktiv. Durch den Abschluss verbindlicher Einkaufsverträge mit Lieferanten und/oder die Suche nach Alternativen innerhalb des Lieferantennetzwerks werden die entsprechenden Auswirkungen reduziert und so eine kontinuierliche Versorgung weitgehend gesichert. Im Jahr 2023 beobachtete der Konzern eine Normalisierung der globalen Lieferketten in vielen Bereichen, nachdem es infolge der Coronavirus-Pandemie und des Ukrainekrieges teilweise zu Lieferengpässen für Rohstoffe und Komponenten gekommen war. Darüber hinaus bewertet Sartorius die Lieferantenbasis gemäß gesetzlicher Vorgaben – beispielsweise aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz - sowie bezüglich der Einhaltung von internen und externen Nachhaltigkeitsstandards. Im Falle von Abweichungen sieht der Prozess eine Vielzahl von Maßnahmen vor, die mit den betroffenen Lieferanten abgestimmt werden.
Sartorius fertigt einen erheblichen Teil der Produkte mit hoher Fertigungstiefe selbst, beispielsweise Filter und Laborwaagen. Bei anderen Produkten, wie etwa Bioreaktoren, wird mit Lieferanten zusammengearbeitet, wodurch ein Teil der Produktionsrisiken auf externe Dritte verlagert werden kann. Im Fall der Eigenproduktion werden die damit verbundenen Risiken selbst getragen, wie beispielsweise Kapazitätsengpässe beziehungsweise Überkapazitäten, Produktionsausfälle, überhöhte Ausschussraten und hohe Working Capital-Bindung sowie die Abhängigkeit von einzelnen Produktionsstandorten. Durch sorgfältige Planung der Produktionskapazitäten, die Nutzung variabel einsetzbarer Maschinen und halbautomatischer Einzelarbeitsplätze in Verbindung mit flexiblen Arbeitszeitmodellen sowie durch die kontinuierliche Überwachung der Produktionsprozesse können diese Risiken begrenzt werden. Darüber hinaus ist Sartorius aufgrund seines globalen Produktionsnetzwerks in der Lage, eventuell auftretende Kapazitätsengpässe durch Produktionsverlagerung teilweise auszugleichen und die Abhängigkeiten von einzelnen Standorten zu begrenzen. Eine starke Nachfragevolatilität wie seit Beginn der Coronavirus-Pandemie kann dennoch zu einer zeitweisen Über- oder Unterauslastung der Produktionskapazitäten führen, mit entsprechenden positiven oder negativen Auswirkungen auf die Profitabilität.
In einigen Produktionsbereichen werden leicht entzündliche oder explosive Stoffe eingesetzt. Eine unsachgemäße Handhabung dieser Materialien kann zu signifikanten Sachschäden und Betriebsunterbrechungen führen. Der Konzern hat an den betroffenen Standorten alle notwendigen organisatorischen und baulichen Maßnahmen getroffen, um diese Risiken weitestgehend zu reduzieren. Der Konzern sieht es als Chance an, dass durch Investitionen in die globale Infrastruktur und Produktionsmittel eine hohe Flexibilität in der Fertigung besteht und somit die Anforderungen von Kunden und Regulierern im Hinblick auf Konzepte zum betrieblichen Kontinuitätsmanagement erfüllt werden können. Dieser Ansatz gewährleistet außerdem, dass sich die internationalen Produktionsstandorte auf bestimmte Produktionstechnologien konzentrieren und regionale Kostenvorteile nutzen können. Kontinuierliche Verbesserungen in der Fertigung, wie die Vereinfachung von Prozessen, sowie eine höhere Automatisierung und Digitalisierung, helfen zudem, die Effizienz weiter zu erhöhen.
Absatzrisiken und -chancen
Der Vertrieb der Produkte ist weltweit über verschiedene Kanäle organisiert. Mögliche Risiken bestehen in einer unerwarteten Änderung der Nachfragestruktur, beispielsweise durch Konsolidierungen in den von Sartorius bedienten Märkten, in einem zunehmenden Preisdruck sowie in der Nichteinhaltung von mit Kunden getroffenen Liefervereinbarungen. Das Finanzierungsumfeld für kleinere Biotech-Unternehmen hat sich nach Pandemieende eingetrübt und zu einer geringeren Nachfrage dieser Kundengruppe in beiden Sparten geführt. Sollte diese Zurückhaltung andauern, könnten sich Auswirkungen auf die Wachstumsprognosen des Konzerns ergeben.
Die rückläufige Nachfrage infolge des Rückgangs des coronabezogenen Zusatzgeschäfts sowie des Abbaus erhöhter Lagerbestände auf Kundenseite dürfte die Branchenentwicklung nur temporär belasten. Der Konzern sieht die grundsätzlichen Wachstumstreiber als intakt an und rechnet in den nächsten Jahren wieder mit einem profitablen Wachstum (vgl. dazu die Kapitel „Branchenspezifisches Umfeld“ sowie „Künftiges Branchenumfeld“ auf den Seiten 37 und 89 und den Prognosebericht im folgenden Kapitel, Seiten 88 ff.)
Anhand gezielter Marktanalysen versucht Sartorius, Entwicklungstendenzen in der Nachfrage auf einzelnen Teilmärkten frühzeitig zu erkennen, um entsprechend reagieren zu können. Mit technischen Innovationen sowie durch den Umstand, dass eine Vielzahl der Produkte für validierte Produktionsprozesse in der biopharmazeutischen Industrie eingesetzt wird, verringert sich das Risiko eines zunehmenden Preisdrucks. Durch den Aufbau und die Nutzung von Zentrallagern wurden in den letzten Jahren die Vertriebslogistik optimiert und somit die entsprechenden Risiken begrenzt.
Geopolitische Krisen führen häufig zu Handelsbeschränkungen oder Sanktionen für bestimmte Produkte in einzelnen Ländern oder Regionen. Eine Verschärfung der Sanktionen in den aktuellen Konflikten oder die Verabschiedung weiterer Beschränkungen, etwa aufgrund neuer Krisen, kann daher auch zu weitergehenden Beschränkungen hinsichtlich der Absatzmöglichkeiten des Konzerns führen.
Chancen im Bereich des Absatzes ergeben sich, wenn durch die zunehmende Breite des Produktportfolios sowohl im Bioprozess- als auch im Laborbereich weitere Produkte bei bestehenden Kunden platziert werden können. Weiterhin eröffnen sich für Sartorius Chancen aus den in der Regel langfristig angelegten Geschäftsbeziehungen und der weltweiten Präsenz. Schließlich wird das Angebot kontinuierlich durch Akquisitionen erweitert, wodurch zuletzt insbesondere das Portfolio für Kunden im überdurchschnittlich wachsenden Segment der Zell- und Gentherapien gestärkt wurde. Der mit vielen der jüngst erworbenen Technologien (Zellkulturmedien, Wachstumsfaktoren, Albumin, Transfektionsreagenzien) adressierte Markt für neue Modalitäten, wie beispielsweise Zell- und Gentherapien, bietet mit erwarteten Wachstumsraten im deutlich zweistelligen Prozentbereich Chancen für die künftige Entwicklung des Konzerns.
Die wichtigsten Kunden von Sartorius stammen aus der Pharma- und Biotechindustrie sowie teilweise auch aus der chemischen Industrie und aus Forschungs- und Bildungseinrichtungen des öffentlichen Sektors. Dabei handelt es sich meist um relativ große, bereits seit Langem existierende Unternehmen mit hoher Bonität und entsprechend geringen Ausfallrisiken. Da in den meisten Geschäftsbereichen eine stark diversifizierte Kundenstruktur vorliegt, ist die Abhängigkeit von einzelnen Großkunden insgesamt relativ gering.
Wettbewerbsrisiken und -chancen
Sartorius hat in seinen Kerntechnologien eine führende Wettbewerbsposition und steht dabei in Konkurrenz zu überwiegend größeren, ebenfalls international agierenden Unternehmen. Die Wahrscheinlichkeit des kurzfristigen Auftretens neuer relevanter Wettbewerber wird als relativ gering eingeschätzt, da zum einen eine Vielzahl von Kunden aus stark regulierten Branchen wie der Pharma- oder der Lebensmittelindustrie bedient wird und zum anderen die technologischen Markteintrittsbarrieren eher hoch sind. Die Tatsache, dass viele Sartorius-Produkte – vor allem beim Einsatz in der biopharmazeutischen Industrie – in validierten Prozessen zum Einsatz kommen, reduziert das Risiko des kurzfristigen Verlusts von größeren Marktanteilen. Umgekehrt sind in dieser Industrie die Hürden für Sartorius aber auch höher, Kunden von Wettbewerbern zu gewinnen.
Aus einer Veränderung des Wettbewerbsumfelds, etwa durch eine weitere Konsolidierung der Märkte oder durch neue Wettbewerber, beispielsweise in China, könnten sich weitere Risiken ergeben. Sartorius hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich Akquisitionen getätigt und damit seine Marktstellung weiter gestärkt und zusätzlich Synergiepotenziale geschaffen.
Qualitätsrisiken und -chancen
Die Produkte des Konzerns kommen auf Kundenseite in kritischen Produktionsprozessen wie der Herstellung von Impfstoffen, Medikamenten, medizinischen Geräten, Lebensmitteln oder Chemikalien sowie in Forschungs- und Entwicklungslaboren zum Einsatz. Risiken in diesem Zusammenhang bestehen vor allem in der Nichterfüllung festgelegter Qualitätskriterien, die sich auf die Leistung der gelieferten Produkte auswirken und zu Verlusten aufseiten der Kunden führen, für die Sartorius in Form von Schadensersatz in Anspruch genommen werden kann. Gerade im Bereich der Impfstoff- oder Arzneimittelherstellung kann der entstandene Schaden bereits beim Verlust von kleinen Produktionsvolumina auf Kundenseite signifikant sein.
Durch umfangreiche Qualitätskontrollen sowie den Einsatz moderner Fertigungstechniken in - wo erforderlich - klassifizierter Reinraumumgebung stellt Sartorius sicher, dass alle Produkte höchsten Qualitätsansprüchen und den hohen regulatorischen Anforderungen genügen. Diese Fertigungstechniken und -verfahren unterliegen im Rahmen von Verbesserungsprozessen einer kontinuierlichen Überprüfung und werden entsprechend aktuellen Anforderungen laufend optimiert. Qualitätskontrollen erfolgen sowohl innerhalb der Fertigungsprozesse als auch im Rahmen von Testverfahren an den Endprodukten. So wird gewährleistet, dass kritische oder wesentliche Produkteigenschaften kontinuierlich erfüllt werden. Ein strenger Produktfreigabeprozess stellt zudem sicher, dass nur Produkte versendet werden, die den vereinbarten Spezifikationen entsprechen.# Die Wirksamkeit der bestehenden Qualitätssysteme wird durch die erfolgreiche Durchführung regelmäßiger Kunden-Audits ebenso bestätigt, wie durch die Zertifizierungen nach ISO 9001 und, wenn anwendbar, auch nach ISO 13485. Unabhängig davon werden in signifikantem Umfang Produkthaftungsrisiken versichert. Sartorius erweitert sein Produktportfolio kontinuierlich um neue Technologien und Anwendungen, nicht nur durch eigene Entwicklungen, sondern auch durch Kooperationen mit Partnern. Um sicherzustellen, dass die Partner die hohen Qualitätsstandards erfüllen, wurde ein strenger Qualifizierungsprozess etabliert. Der Konzern hilft seinen Partnern im Bedarfsfall auch dabei, ihre Qualitätssysteme zu verbessern. Mit einem Rückverfolgungssystem wird garantiert, dass komplette Chargen sofort identifiziert und bei Bedarf zurückgerufen werden können. Dies minimiert die Folgen bei der Entdeckung eines Mangels oder einer nicht konformen Komponente an einem Produkt. Die zeitnahe Bearbeitung und systematische Dokumentation von Kundenmeldungen erfolgt über ein Beschwerdemanagementsystem, welches eine effiziente Analyse der gemeldeten Fälle sowie die Einleitung von notwendigen Maßnahmen sicherstellt. In den Zielbranchen des Konzerns lässt sich der Trend zu immer höheren Qualitätsansprüchen beobachten, der nicht zuletzt durch steigende Anforderungen der zuständigen Behörden beim Patientenschutz und der Produktsicherheit ausgelöst wurde. Neue Regulierungen bergen das Risiko, dass sie übersehen werden oder schwer umzusetzen sind. Für Sartorius eröffnen sie jedoch auch Chancen, da die Eintrittsbarriere für potenzielle Marktteilnehmer weiter erhöht wird. Zugleich schaffen sie einen Anreiz zur Entwicklung weiterer technologischer Innovationen. Durch Gremienarbeit, Mitgliedschaften in Industrieverbänden und Normenausschüssen ist Sartorius in der Lage, an der Gestaltung neuer Richtlinien mitzuwirken beziehungsweise diese frühzeitig zu erkennen und sich entsprechend darauf vorzubereiten.
Forschungs- und Entwicklungsrisiken und -chancen
Sartorius verwendet einen erheblichen Teil seiner Ressourcen für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Potenzielle Risiken ergeben sich in diesem Bereich aus nicht markt- oder anwendungsgerechten Produktentwicklungen und dem Überschreiten von geplanten Entwicklungszeiten und -budgets. Diese Risiken werden reduziert zum einen durch eine kontinuierliche Überwachung von Trends und umfangreichen Proof-of-Concept-Aktivitäten, zum anderen durch Projektmanagement, intensives Entwicklungscontrolling sowie die frühzeitige Einbindung von Kunden in den Entwicklungsprozess. Insbesondere wird sichergestellt, dass Funktionsmuster und Produktdesigns zeitnah auf ihre Kundenorientierung hin überprüft und gegebenenfalls angepasst werden können. Die kontinuierliche Verfolgung von Technologietrends und Wettbewerbsaktivitäten sowie eine frühzeitige Patentanmeldung sichern eine entsprechende Technologie- und Vermarktungsposition ab. Die intensive Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, die in ihren Bereichen zu den Weltmarkt- und Meinungsführern zählen, versetzt Sartorius in die Lage, Produkte mit besonders hohem Innovationsgrad zu entwickeln. In den Bereichen der Membran- und Kunststofftechnologie, der Sensorik und pharmazeutischen Bioverfahrenstechnik sowie der analytischen Technologien für Laboranwendungen zählen Sartorius-Spezialisten weltweit zu den Know-how-Führern. Hier besteht die Chance, diese technologische Expertise zu nutzen, um Marktposition und Absatzpotenziale weiter zu verbessern. Die Bündelung verschiedener innovativer Aktivitäten in der eigenständigen Funktion Corporate Research ermöglicht es dem Konzern, interessante Entwicklungen an Universitäten, in Start-ups oder auch bei Kunden zu identifizieren und relevante IP-Positionen frühzeitig zu sichern.
Akquisitionsrisiken und -chancen
Durch Akquisitionen ergeben sich zahlreiche Chancen wie Umsatzwachstum, die Ergänzung des Produktportfolios oder die Erschließung neuer Märkte. Gleichzeitig birgt der Kauf von Unternehmen oder Unternehmensteilen eine Reihe typischer Risiken, beispielsweise falsche Bewertungsannahmen, unvollständige Ausschöpfung erwarteter Synergieeffekte oder eine nicht erfolgreiche Integration. Um diese zu reduzieren, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen. Hierzu gehören die Durchführung einer gründlichen Due-Diligence-Prüfung im Hinblick auf die relevanten Bereiche und eine umfangreiche Analyse des betreffenden Marktes. Ferner werden bei Bedarf externe Beraterinnen und Berater sowie Sachverständige in die Kauf- oder Verkaufsprozesse eingebunden. Besonderes Augenmerk legt Sartorius auf die risikoadäquate Ausgestaltung der Transaktionsverträge, insbesondere durch die Zusicherung bestimmter Eigenschaften oder Garantien sowie die Vereinbarung von Kaufpreis-Anpassungsmechanismen und Haftungsklauseln. Zudem werden bei Bedarf entsprechende Versicherungen abgeschlossen. Nach Durchführung der Akquisition schließt sich unmittelbar eine Integrationsphase an, in der ebenfalls mögliche Risiken zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt erkannt und durch entsprechende Gegenmaßnahmen vermieden oder minimiert werden können. Um einen effizienten Integrationsprozess zu gewährleisten und die damit einhergehenden Risiken zu reduzieren, wurde ein sogenanntes Post Merger Integration (PMI) Office als eigenständige Funktion im Verantwortungsbereich des Finanzvorstands etabliert. Sartorius hat in den vergangenen Jahren bedeutende Akquisitionen getätigt, vor allem im Bereich der Zell- und Gentherapie. Im Jahr 2023 erwarb der Konzern Polyplus, einen führenden Entwickler und Hersteller von Transfektions- und anderen DNA | RNA-Verabreichungsreagenzien und Plasmid-DNA in hoher Qualität. Der Kaufpreis dieser Transaktion betrug rund 2,4 Mrd. Euro (einschließlich übernommener Schulden). In Kombination mit weiteren Akquisitionen in den Bereichen kritische Komponenten für die Entwicklung und Herstellung neuartiger Therapien (z.B. Biological Industries Israel, CellGenix, Xell, Albumedix) und Downstream-Lösungen für die Herstellung von Gentherapeutika (BIA Separations) sieht sich der Konzern im dynamisch wachsenden Bereich der Zell- und Gentherapien gut positioniert. Gleichzeitig sind die Nettoverschuldung und die Zinsaufwendungen deutlich gestiegen. Wenn sich das adressierte Geschäftsfeld (z.B. Zell- und Gentherapie) nicht wie erwartet entwickelt oder die Akquisitionen nicht angemessen integriert werden, könnte dies die Bonität und damit Entwicklung des Konzerns deutlich beeinträchtigen.
Mitarbeiterrisiken und -chancen
Als innovatives Technologieunternehmen beschäftigt Sartorius einen großen Anteil hoch qualifizierter Mitarbeiter. In diesem Zusammenhang besteht das Risiko, in Zukunft keine passenden Mitarbeitenden gewinnen zu können oder aber bestehende Leistungsträger zu verlieren. Die zunehmende Volatilität des Geschäfts in den vergangenen Jahren stellt zum einen große Herausforderungen an die Integration und Einarbeitung neuer Kollegen und Kolleginnen (Wachstumsszenario), anderseits ist eine große Flexibilität erforderlich und die Möglichkeit, organisatorische Veränderungen effizient und effektiv umsetzen zu können. Sartorius versucht Mitarbeitende in Schlüsselpositionen und Talente durch leistungsbasierte Vergütungsmodelle, gezielte Fortbildungsangebote, attraktive Sozialleistungen sowie durch das Aufzeigen interessanter Entwicklungsperspektiven langfristig im Unternehmen zu halten. In diesem Zusammenhang wurden insbesondere Personalentwicklungsinitiativen und Führungskräfteprogramme weiterentwickelt. Der Erfolg dieser Maßnahmen spiegelt sich in einer in den vergangenen Jahren geringen Fluktuation wider. In Einzelfällen enthalten Arbeitsverträge eine Klausel, die einen Wechsel zu direkten Konkurrenzunternehmen untersagt. Dem demografischen Wandel begegnet Sartorius vor allem durch die Ausbildung von Nachwuchskräften sowie der Förderung des kontinuierlichen Lernens für jeden Mitarbeitenden, begleitet durch entsprechende Leistungsentwicklungsprozesse. Hieraus resultieren wiederum Chancen für den Konzern, indem Mitarbeitende selbst qualifiziert werden und dadurch der Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal gedeckt werden kann. Um einen reibungslosen Einstieg neuer Mitarbeitenden und einen angemessenen Wissenstransfer zu gewährleisten, wurden spezifische Einarbeitungsprozesse für Mitarbeitende und Führungskräfte entwickelt und eingeführt. Zudem nutzt Sartorius eine digitale HR-Plattform, die sichere und stabile Prozesse unterstützt und Entscheidungen auf Basis hochwertiger Daten ermöglicht.
IT-Risiken und -Chancen
Die Geschäftsprozesse des Sartorius Konzerns werden durch eine Vielzahl spezifischer IT-Systeme und Softwareanwendungen unterstützt. Die technische IT-Infrastruktur und die globale Vernetzung der Standorte von Sartorius spielen eine entscheidende Rolle im Betrieb und der Optimierung der Geschäftsabläufe. Jedoch birgt die zunehmende Abhängigkeit von diesen Systemen auch Risiken. Neben anderen Gefahren stellen Cyber-Angriffe eine bedeutende Gefahr dar, die zu erheblichen Einschränkungen und auch Ausfällen von Geschäftsprozessen führen können. Im schlimmsten Fall könnten solche Angriffe zu einem unkontrollierten Datenverlust, Manipulationen von Daten sowie Stillstand und Ausfall von Anwendungen, Systemen und Anlagen führen. Um diese Risiken zu minimieren, investiert der Konzern kontinuierlich in neue und zuverlässige Technologien und gewährleistet den sicheren Betrieb von Anwendungen, Systemen und Anlagen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde mit der Zertifizierung nach ISO 27001 und dem damit verbundenen Aufbau eines Managementsystems für Informationssicherheit ein weiterer wichtiger Schritt zur Gewährleistung des sicheren Betriebs der globalen IT-Infrastruktur und Anwendungslandschaft erreicht.# Sartorius
Finanzielle Risiken und Chancen
Durch die globale Ausrichtung des Sartorius Konzerns ist die Geschäftstätigkeit zwangsläufig mit finanziellen Risiken verbunden. Hierzu zählen vor allem das Wechselkursrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Liquiditätsrisiko sowie Steuerrisiken. Umgekehrt stehen den finanziellen Risiken, insbesondere dem Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiko, entsprechende Chancen gegenüber.
Wechselkursrisiken und -chancen
Sartorius ist infolge seiner weltweiten Geschäftsaktivitäten Risiken aus Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Da rund zwei Drittel des Konzernumsatzes in Fremdwährungen und davon wiederum rund zwei Drittel in US-Dollar beziehungsweise in an den US-Dollar gekoppelte Währungen erzielt werden, ist Sartorius bei der Währungsumrechnung von Bilanzpositionen beziehungsweise Elementen der Gewinn- und Verlustrechnung von Wechselkursänderungen positiv oder negativ betroffen. Weitere für Sartorius wesentliche Währungen sind das britische Pfund, der Singapur Dollar, der südkoreanische Won, der japanische Yen, der chinesische Renminbi sowie der Schweizer Franken.
Durch das globale Produktionsnetzwerk ist Sartorius in der Lage, den überwiegenden Teil der in Fremdwährung erzielten Umsatzerlöse konzernintern durch ebenfalls in Fremdwährung anfallende Kosten zu kompensieren. So werden beispielsweise viele der Produkte für den nordamerikanischen Markt vor Ort gefertigt und haben insoweit keinen kostenseitigen Nachteil gegenüber den amerikanischen Wettbewerbern.
Zur Abschätzung und Steuerung des verbleibenden Risikos wird auf Basis des mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erwarteten Nettowährungsexposures der kommenden zwölf Monate und unter Berücksichtigung bereits abgeschlossener Sicherungsgeschäfte laufend die Risikoposition über ein Cashflow-at-Risk-Modell berechnet. Auf dieser Grundlage kommen gegebenenfalls weitere derivative Finanzinstrumente, vor allem Spot-, Forward- und Swapgeschäfte, zur Steuerung des maximalen Verlustrisikos zum Einsatz. Weitere Details zur Devisenabsicherung befinden sich im Anhang zum Konzernabschluss in Kapitel 37.
Zinsänderungsrisiken und -chancen
Für knapp 85 % der ausstehenden Finanzverbindlichkeiten wurden Festzinssatzvereinbarungen getroffen, sodass die Auswirkungen eines veränderten Zinsniveaus auf das Konzernergebnis begrenzt werden können. Der verbleibende Teil der zum Stichtag ausstehenden Finanzierungsinstrumente wird in Abhängigkeit eines kurzfristigen Geldmarktsatzes variabel verzinst. Das Zinsexposure und die Zinsentwicklung werden kontinuierlich beobachtet und für einzelne Kredite werden Sicherungsgeschäfte abgeschlossen, sofern dies für notwendig und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten als sinnvoll erachtet wird. Zum 31.12.2023 waren keine Zinsderivate im Bestand (vgl. auch Kapitel 38 im Konzernanhang).
Liquiditätsrisiken und -chancen
Sartorius betreibt ein aktives zentrales Liquiditätsmanagementsystem, um einerseits Liquiditätsrisiken in den einzelnen Konzerngesellschaften zu minimieren und andererseits das Zinsergebnis im Konzern zu optimieren. Hierzu werden verschiedene lang- und kurzfristige Finanzierungsinstrumente eingesetzt. Im Hinblick auf die Laufzeiten von Krediten wird dabei grundsätzlich ein risikoaverser Ansatz gewählt.
Im September 2023 hat der Sartorius Konzern langfristige, unbesicherte und festverzinsliche Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3 Mrd. € begeben. Die Laufzeiten betragen zwischen drei und zwölf Jahren bei Zinssätzen zwischen 4,375 % und 4,875 %. Die Mittel wurden insbesondere zur Refinanzierung der für die Polyplus Akquisition aufgenommenen Brückenfinanzierung und darüber hinaus zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung verwendet.
Zur kurzfristigen Liquiditätssicherung wird eine Konsortialkreditlinie in Höhe von 800 Millionen Euro verwendet, die zur kurzfristigen Inanspruchnahme und Tilgung zur Verfügung steht, sowie mehrere kleinere bilaterale Kreditlinien bei einzelnen Konzerngesellschaften. Ferner werden zur Liquiditätssteuerung im Konzern vor allem Cash-Pooling-Vereinbarungen zwischen ausgewählten Konzerngesellschaften genutzt, die eine effiziente Verwendung der verfügbaren Liquidität sicherstellen. Es bestehen derzeit keine Finanzierungsvereinbarungen, welche den Konzern zu einer Einhaltung von Finanzkennzahlen, sogenannte Financial Covenants, verpflichten.
Steuerrisiken
Sartorius agiert mit seinen Tochtergesellschaften weltweit und unterliegt damit vielfältigen nationalen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Änderungen der Steuergesetze, der Rechtsprechung und der Auslegung durch die Finanzbehörden oder -gerichte in diesen Ländern können zu zusätzlichen Steueraufwendungen und -zahlungen führen und damit auch Auswirkungen auf die entsprechenden Steuerpositionen in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung haben.
Die zentrale Konzernsteuerabteilung, die von externen Beratern in den jeweiligen Ländern unterstützt wird, beobachtet und analysiert kontinuierlich die steuerlichen Rahmenbedingungen zur Kontrolle der sich ergebenden Risiken.
Im Jahr 2021 veröffentlichte die OECD detaillierte Regeln zur Umsetzung der Reform des internationalen Steuersystems, die sicherstellen soll, dass multinationale Unternehmen einem Mindeststeuersatz von 15 % unterliegen. Die Mindeststeuer wird für multinationale Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 750 Millionen Euro gelten und damit Auswirkungen auf den Konzern haben. Auf der Grundlage der derzeit verfügbaren Informationen über die Umsetzung dieser Richtlinie in den Ländern, in denen der Konzern hauptsächlich tätig ist, werden die Auswirkungen voraussichtlich gering ausfallen. Nach aktuellen Analysen könnten die Konzerngesellschaften in Irland (nominaler Steuersatz 12,5 %) betroffen sein.
Compliance-Risiken
Regulatorische Risiken
Als Partner der biopharmazeutischen Industrie und des Gesundheitswesens ist Sartorius auch von regulatorischen Änderungen in diesen Branchen betroffen. Das wesentliche Risiko in diesem Zusammenhang besteht in einer möglichen restriktiveren Vorgehensweise der Aufsichtsbehörden, wie zum Beispiel der Food & Drug Administration (FDA), USA, der European Medicines Agency (EMA) sowie weiterer nationaler bzw. internationaler Instanzen bei der Zulassung neuer Medikamente oder medizinischer Geräte.
Durch die Breite des Produktportfolios des Konzerns ist eine zunehmende Anzahl relevanter Vorschriften zu beachten. Dazu gehören unter anderem behördliche Vorgaben, wie etwa von der Environmental Protection Agency oder dem Department of Agriculture in den USA bzw. den Äquivalenzen dieser Behörden in anderen Ländern.
Globale Initiativen zur Reduzierung oder sogar zum Verbot des Verbrauchs bestimmter Chemikalien (z. B. PFAS) können erhebliche Auswirkungen auf zahlreiche Produkte des Konzerns, deren Anwendungen und die Verfügbarkeit kritischer Rohstoffe haben. Eine unzureichende Beachtung der jeweils gültigen Vorschriften seitens der Sartorius-Kunden könnte Zulassungsprozesse verzögern oder sogar die Anzahl der neu zugelassenen Medikamente verringern und damit auch die Zukunftsaussichten von Sartorius mittelfristig verschlechtern.
Im Hinblick auf eigene Produkte unterliegt der Konzern in zahlreichen Ländern ebenfalls umfangreichen Zulassungs-, Registrierungs- und Meldeverpflichtungen. Die Nichteinhaltung der teilweise komplexen Anforderungen kann zu Verkaufs- bzw. Einfuhrverboten sowie Strafzahlungen führen. Die für regulatorische Angelegenheiten zuständigen Funktionen innerhalb von Sartorius überwachen die betroffenen Märkte und bewerten, ob Änderungen in den Prozessen erforderlich sind.
In den vergangenen Jahren wurden Regulierungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung intensiviert, die eine große Rolle für die Reputation von Unternehmen spielen. Als Hersteller zahlreicher Kunststoffprodukte mit Produktionsstandorten rund um den Globus steht Sartorius vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Entsprechend spielen Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitsaspekte bei Sartorius eine zunehmend wichtige Rolle in vielen Geschäftsprozessen. Für weitergehende Informationen zu diesen Themen wird auf die nichtfinanzielle Konzernerklärung verwiesen.
Umweltrisiken aus dem Produktionsprozess
Sartorius verwendet in seinem Herstellungsprozess ein breites Spektrum an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, darunter Chemikalien, Kunststoffe, Metalle, elektronische Komponenten und Verpackungen. Bei einigen Produktionsprozessen fallen Abfälle aus Lösungsmitteln an, die gemäß bestimmten Vorschriften verwertet und entsorgt werden müssen. In diesem Zusammenhang besteht das Risiko, dass der Konzern die erforderlichen gesetzlichen Vorgaben in diesem Bereich nicht einhält. Umweltschäden könnten den Ruf von Sartorius beschädigen und rechtliche bzw. finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen. Um die Agilität des Konzerns weiter zu erhöhen, die gesetzlichen Anforderungen und die Erwartungen der Branche zu erfüllen, müssen Plattformen für das Management von Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsdaten kontinuierlich verbessert werden.# Die Verantwortung für die Einhaltung aller geltenden Vorschriften liegt bei den Standorten und Geschäftsbereichen. Die Abteilung Umwelt, Gesundheit und Sicherheit bietet Unterstützung und führt Audits durch. Um Umweltbelangen Rechnung zu tragen und Risiken zu mindern, hat Sartorius für beide Sparten Umweltmanagementsysteme (ISO 14001:2015) eingerichtet. Die meisten großen Produktionsstandorte des Konzerns, darunter mehrere in Deutschland, Frankreich, Indien, Puerto Rico und China, sind nach ISO 14001: 2015 zertifiziert. Diese Standorte verfügen über geeignete Maßnahmen, um die Einhaltung gesetzlicher und interner Anforderungen sicherzustellen und nachhaltige technische Innovationen einzuführen, um die Umweltaspekte in den Produktionsprozessen zu verbessern.
Risiken aus Rechtsstreitigkeiten
Prozessrisiken für Sartorius können sich aus anhängigen oder bevorstehenden Rechtsstreitigkeiten oder aus behördlichen Verfahren ergeben. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet, die bei Bedarf externe Anwälte hinzuziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind bilanziell nicht berücksichtigte Rechtsstreitigkeiten oder Gerichtsprozesse, die einen erheblichen negativen Einfluss auf das Konzernergebnis haben können und deren Eintritt zumindest für möglich gehalten wird, weder anhängig noch erkennbar.
Einschätzung der Gesamtrisikosituation und künftigen Entwicklung
Für erkennbare Risiken innerhalb des Sartorius Konzerns, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken könnten, wurden im Berichtsjahr — soweit möglich und sinnvoll — Gegenmaßnahmen und/oder bei entsprechender Eintrittswahrscheinlichkeit bilanzielle Vorsorge getroffen. In nachfolgender Tabelle wurde für jede der benannten Risikoklassen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts der dargestellten Risiken bewertet und daneben die Relevanz der Risiken für den Gesamtkonzern klassifiziert.
| Risikoklasse | Eintrittswahrscheinlichkeit | Relevanz | Gesamtbeurteilung | Gesamtbeurteilung (Vorjahr) |
|---|---|---|---|---|
| Externe Risiken | wahrscheinlich | wesentlich | mittel | mittel |
| Operative Risiken | ||||
| Beschaffungsrisiken | möglich | wesentlich | mittel | mittel |
| Produktionsrisiken | möglich | wesentlich | mittel | mittel |
| Absatzrisiken | möglich | wesentlich | mittel | mittel |
| Wettbewerbsrisiken | möglich | moderat | mittel | mittel |
| Qualitätsrisiken | unwahrscheinlich | wesentlich | mittel | mittel |
| Forschungs- & Entwicklungsrisiken | möglich | wesentlich | mittel | mittel |
| Akquisitionsrisiken | möglich | wesentlich | mittel | mittel |
| Mitarbeiterrisiken | möglich | wesentlich | mittel | mittel |
| IT-Risiken | möglich | wesentlich | mittel | mittel |
| Finanzielle Risiken | ||||
| Wechselkursrisiken | wahrscheinlich | moderat | mittel | mittel |
| Zinsänderungsrisiken | wahrscheinlich | moderat | mittel | mittel |
| Liquiditätsrisiken | unwahrscheinlich | moderat | niedrig | niedrig |
| Steuerrisiken | möglich | moderat | mittel | mittel |
| Compliance-Risiken | ||||
| Regulatorische Risiken | möglich | wesentlich | mittel | mittel |
| Umweltrisiken aus dem Produktionsprozess | unwahrscheinlich | moderat | niedrig | niedrig |
| Risiken aus Rechtsstreitigkeiten | möglich | moderat | mittel | mittel |
Nach eingehender Analyse der gesamten Risikosituation sind aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar bzw. für die Zukunft absehbar. Die Gesamtrisikosituation ist im abgelaufenen Geschäftsjahr weitgehend stabil geblieben, die direkten und indirekten Risiken aus anhaltenden oder möglicherweise neu entstehenden geopolitischen Krisen haben sich allerdings weiter erhöht.
Prognosebericht
Künftiges gesamtwirtschaftliches Umfeld
Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für das laufende Jahr ein im historischen Vergleich unterdurchschnittliches Wachstum von global 2,9 % (2023: +3,0 %). Das Plus in den Industrieländern dürfte bei 1,4 % (2023: +1,5 %) und in den Schwellen- und Entwicklungsländern unverändert bei 4,0 % liegen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind weiterhin von zahlreichen Risikofaktoren geprägt, unter anderem von der Möglichkeit wieder ansteigender Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise infolge geopolitischer Spannungen, von anhaltend hohen Inflationsraten, die eine weitere Straffung der Geldpolitik durch die Zentralbanken notwendig machen könnten, sowie die von - angesichts hoher staatlicher Schuldenstände - eingeschränkten Möglichkeiten für Konjunkturmaßnahmen. Auch von einer Ausweitung der Immobilienkrise in China gehen Risiken für das globale Wirtschaftswachstum aus.
Für die EU erwartet der IWF 2024 ein Wachstum von 1,5 % nach 0,7 % im Berichtsjahr. In der größten europäischen Volkswirtschaft Deutschland dürfte die Wirtschaftsleistung um 0,9 % zulegen (2023: -0,5 %) und weitere für Sartorius wichtige europäische Volkswirtschaften wie Frankreich und Großbritannien sollen mit Zuwächsen von 1,3 % (2023: +1,0 %) beziehungsweise 0,6 % (2023: +0,5 %) ebenfalls wachsen.
Quelle: Internationaler Währungsfonds
In den USA soll das Wachstum 2024 nach aktuellen Schätzungen bei 1,5 % liegen (2023: +2,1 %). Für den asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum wird ein Zuwachs von rund 4,2 % prognostiziert (2023: +4,6 %), wobei das BIP in China mit einem Plus von 4,2 % (2023: +5,0 %) und Indien mit 6,3 % (2023: +6,3 %) wachsen dürfte. Weitere für Sartorius wichtige Länder in dieser Region sollten ebenfalls zulegen. Für Südkorea wird eine Zunahme von 2,2 % erwartet (2023: +1,4 %) und für Japan von 1,0 % (2023: +2,0 %).
Wechselkurs- und Zinsentwicklung
Der starke Anstieg der Inflation führte seit 2022 fast überall auf der Welt zu einer restriktiveren Geldpolitik und der Anhebung der Leitzinsen durch die Zentralbanken. Auf Basis von Expertenschätzungen sollen die Leitzinsen sowohl in der Europäischen Währungsunion als auch in den USA 2024 voraussichtlich nicht weiter steigen, beziehungsweise in der zweiten Jahreshälfte moderat gesenkt werden. In der Europäischen Währungsunion dürften die Leitzinsen demnach von 4,50 % zum Jahresende 2023 auf bis zu 3,8 % im laufenden Jahr sinken. Von der US-amerikanischen Notenbank wird erwartet, dass sie den Leitzins auf schätzungsweise 4,45 % bis Ende 2024 senkt. Die Inflationserwartungen 2024 sowohl für den Euroraum als auch die USA belaufen sich auf 2,7 %. Der Marktkonsens bezüglich des Euro-US-Dollar-Wechselkurses für den Jahresverlauf 2024 bewegt sich zwischen 1,07 Euro | US-Dollar und 1,11 Euro | US-Dollar.
Quellen: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook, Oktober 2023; Bloomberg, 2023.
Künftiges branchenspezifisches Umfeld
Wachstum der Biopharmabranche erwartet
Das Wachstum der Pharmaindustrie basiert auf starken langfristigen Trends und ist weitestgehend konjunkturunabhängig. Bis zum Jahr 2027 soll der Weltpharmamarkt nach Schätzungen verschiedener Studien jährlich um 3 % bis 6 % wachsen. Innerhalb des Pharmamarktes entwickelt sich das Segment Biopharma seit Jahren besonders stark und wird auf Basis verschiedener Prognosen auch weiter überproportional zulegen. Das durchschnittliche jährliche Wachstum dürfte in den kommenden Jahren bei etwa 10 % liegen. Für 2028 wird ein Marktvolumen von rund 695 Mrd. US-Dollar prognostiziert, sodass der Anteil biologisch hergestellter Medikamente und Impfstoffe am Gesamtumsatz des Weltpharmamarktes von aktuell 39 % auf 44 % steigen könnte.
Wachstumsimpulse ergeben sich insbesondere aus dem steigenden Medikamentenbedarf der wachsenden und alternden Weltbevölkerung sowie dem großen Aufholpotenzial und verbesserten Zugang zu Biopharmazeutika in Schwellenländern. Darüber hinaus steigt die Zahl zugelassener biopharmazeutischer Medikamente beständig. Von den schätzungsweise mehr als 20.000 Arzneimitteln, die sich aktuell in der Entwicklung befinden, basieren knapp 45 % auf biologischen Herstellverfahren. Biopharmazeutika werden etwa vermehrt in bisher wenig erforschten Therapiegebieten sowie zur Behandlung seltener, bislang nicht behandelbarer Erkrankungen eingesetzt. Dabei setzt die Pharmaindustrie verstärkt auf neuartige Therapieformen wie Zell- und Gentherapien oder biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte. 2023 belief sich die Zahl klinischer Studien mit derartigen Behandlungsansätzen auf über 1.600, sodass dieser Bereich mittel- bis langfristig ein großes Wachstumspotenzial bietet.
Innovative Therapieformen im Bereich der regenerativen Medizin und neue Wirkstoffklassen wie die der Antikörperwirkstoffkonjugate oder mRNA-basierte Medikamente erweitern langfristig sowohl Zahl als auch Bandbreite zugelassener Biopharmazeutika und erfordern Investitionen in innovative Produktionstechnologien. Damit stellen sie einen wichtigen Wachstumstreiber dar.
Auch Biosimilars, das heißt generische Versionen eines Biologikums mit vergleichbarer beziehungsweise besserer Wirksamkeit oder Verträglichkeit als das Originalpräparat, spielen eine zunehmend wichtige Rolle für das Wachstum des Biotechnologiemarktes. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass der Markt bis zum Jahr 2028 jährlich um durchschnittlich rund 15 % zulegen und ein Volumen von rund 67 Mrd. US-Dollar erreichen könnte. Insbesondere in den Schwellen- und Entwicklungsländern eröffnen die signifikant niedrigeren Preise von Biosimilars neue, bezahlbare Therapieoptionen und sollten zu einer erhöhten Nachfrage und steigenden Produktionsvolumina führen. Der Aufbau eigener nationaler Produktionskapazitäten zur Deckung des steigenden Medikamentenbedarfs wird in diesen Ländern politisch unterstützt und führt zur Entstehung lokaler Biotech-Unternehmen.
Auch in den Industrieländern dürfte der Biosimilarmarkt in den kommenden Jahren durch das Auslaufen von Patenten für umsatzstarke Biopharmazeutika und eine steigende Zahl zugelassener Biosimilars deutlich wachsen. Während die Nachahmerpräparate in Europa bereits seit vielen Jahren etabliert sind und teils signifikante Marktanteile gewinnen konnten, verlief die Entwicklung in den USA aufgrund regulatorischer, patentrechtlicher und vermarktungsseitiger Herausforderungen bislang eher gebremst. In den kommenden Jahren dürfte sich die Entwicklung aber beschleunigen.# Biopharmazeutika gewinnen an Bedeutung – wachsender Umsatzanteil am Weltpharmamarkt
Da die Biopharmaindustrie eine wachsende Medikamentennachfrage bedienen und gleichzeitig die Produktion einer steigenden Zahl zugelassener Medikamente sowie neuer Therapieformen sicherstellen muss, dürfte der Ausbau der weltweiten Bioreaktorkapazitäten nach Einschätzung von Branchenbeobachtern in den kommenden Jahren weiter voranschreiten. Die Industrie sieht sich zugleich einem wachsenden Kostendruck ausgesetzt, daher wird die Bedeutung von Innovationen zur Erhöhung von Flexibilität und Effizienz in der biopharmazeutischen Forschung und Produktion steigen. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass der Biopharmamarkt in Zukunft weniger stark durch eine überschaubare Zahl besonders umsatzstarker Medikamente geprägt sein wird, die einen Großteil des gesamten Produktionsvolumens ausmachen, als vielmehr durch eine steigende Vielfalt an Produkten für kleinere Patientengruppen. Da aufgrund des technologischen Fortschritts die Produktivität biopharmazeutischer Produktionsprozesse beständig zunimmt, dürften Hersteller nach Angaben des Forschungs- und Beratungsinstituts BioPlan für die kommerzielle Produktion vieler neuer Medikamente zukünftig verstärkt auf flexibel nutzbare Einwegtechnologien zurückgreifen, die insbesondere bei kleineren Chargen kostengünstiger als die klassischen Edelstahlanlagen produzieren und einen besseren ökologischen Fußabdruck aufweisen. Zur Bewältigung der genannten Herausforderungen setzt die Pharmaindustrie zudem verstärkt auf die Digitalisierung und Automatisierung sowie auf innovative Softwarelösungen zur Steuerung und Optimierung ihrer Prozesse. Ein weiterer Trend besteht in der Prozessintensivierung, bei der unter anderem durch die Verknüpfung mehrerer Prozessschritte in kürzerer Zeit größere Produktmengen bei gleichzeitig höherer Qualität hergestellt werden können.
Weiteres Wachstum des Labormarkts erwartet
Der Markt für Laborinstrumente und –verbrauchsmaterialien soll nach Einschätzung verschiedener Marktbeobachter in den kommenden Jahren jährlich um etwa 5 % wachsen und 2027 ein Volumen von etwa 103 Mrd. US-Dollar erreichen. Bezogen auf die Endmärkte dürften insbesondere von der Pharma- und Biopharmaindustrie angesichts der kontinuierlichen Erforschung und Zulassung neuer Medikamente, der hohen wissenschaftlichen und technologischen Innovationsdynamik sowie des starken Wachstums in China weiterhin die größten Nachfrageimpulse ausgehen. Beispielsweise rechnet EvaluatePharma für den Zeitraum 2023 bis 2028 mit einer Zunahme der sektorspezifischen Forschungsausgaben um jährlich 3,6 %. Der Produktbereich bioanalytischer Instrumente sollte nach Marktstudien in besonderem Maße von dieser Entwicklung profitieren und innerhalb des Labormarktes weiter überdurchschnittlich wachsen. Im laufenden Jahr dürfte sich die Nachfrage der Pharma- und Biopharmaindustrie nach Laborprodukten trotz der mittelfristig guten Aussichten nach Aussage führender Anbieter von Laborinstrumenten und -verbrauchsmaterialien moderat entwickeln. Als Gründe werden ein im aktuellen Zinsumfeld zurückhaltendes Investitionsverhalten, das weiterhin eingetrübte Finanzierungsumfeld insbesondere für kleine und mittlere Biotech-Unternehmen sowie die ausgeprägte Marktschwäche in China angeführt. Budgeterhöhungen für akademische und öffentliche Forschungseinrichtungen sollten in einigen Ländern weiterhin wachstumsfördernd wirken, wohingegen von der prognostizierten Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums Risiken für die Nachfrage aus industriellen Endmärkten ausgehen. Mit den höchsten Steigerungsraten rechnen Marktbeobachter mittelfristig weiterhin in China und Indien. Strengere regulatorische Anforderungen in verschiedenen Industrien führen hier zu einem höheren Bedarf an Instrumenten für die Probenanalyse und Qualitätskontrolle. Zudem werden insbesondere in China durch staatlich unterstützte Bemühungen, die Innovationskraft einiger Schlüsselindustrien zu fördern, Investitionen in die Laborinfrastruktur attraktiver, was in den vergangenen Jahren mit einem steigenden chinesischen Anteil an den globalen F&E-Ausgaben einherging.
Quellen: BioPlan: 20th Annual Report and Survey of Biopharmaceutical Manufacturing Capacity and Production, April 2023; Evaluate Pharma: World Preview 2023, August 2023; Alliance for Regenerative Medicine: Sector Snapshot, August 2023; citeline: Pharma R&D Annual Review 2023, Mai 2023; Markets and Markets: Biosimilars Market – Forecast to 2028, 2023; SDi: Global Assessment Report 2023, April 2023; www.fda.gov
Ausblick 2024
Auf Basis der leichten Nachfrageerholung seit Ende des dritten Quartals 2023 sowie der von Branchenbeobachtern prognostizierten positiven Marktaussichten geht Sartorius davon aus, im Jahr 2024 und darüber hinaus profitabel zu wachsen. Dabei rechnet das Unternehmen aufgrund noch nicht vollständig abgeschlossener Lagerbestandsoptimierungen bei Kunden mit einer unterjährig schrittweise zunehmenden Geschäftsdynamik und dementsprechend mit einem eher moderaten ersten Halbjahr 2024. Beeinflusst werden könnte der Geschäftsverlauf zudem von zunehmenden geopolitischen Spannungen sowie konjunkturellen Eintrübungen in einigen Regionen. Vor diesem Hintergrund der noch instabilen Markttrends und der damit eingeschränkten Visibilität erwartet das Unternehmen einen Umsatzzuwachs im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich, wobei der nicht-organische Beitrag etwa 1,5 Prozentpunkte ausmachen dürfte. Hinsichtlich der Profitabilität prognostiziert die Unternehmensleitung einen Anstieg der underlying EBITDA-Marge auf etwas über 30 % gegenüber dem Vorjahreswert von 28,3 %. Die auf den Umsatz bezogene Investitionsquote wird mit rund 13 % unter dem Wert von 2023 in Höhe von 16,5 % erwartet, und der dynamische Verschuldungsgrad ohne Berücksichtigung möglicher Kapitalmaßnahmen und/oder Akquisitionen bei etwa 4,0.
Für die Sparte Bioprocess Solutions rechnet die Unternehmensleitung mit einer schrittweise sich fortsetzenden Belebung der Nachfrage und einem Umsatzanstieg im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich, wobei der Einbezug von akquirierten Geschäften etwa zwei Prozentpunkte beitragen soll, und einer underlying EBITDA-Marge von über 31 % im Vergleich zum Vorjahreswert von 29,2 %. Das überdurchschnittlich ertragsstarke Polyplus-Geschäft wird dabei einen leicht positiven Effekt auf die Margenentwicklung haben.
Die Sparte Lab Products & Services ist teilweise von der konjunkturellen Entwicklung abhängig. Eine Reihe von Indikatoren deutet derzeit auf eine verhaltene Entwicklung in wichtigen Wirtschaftsregionen hin. Vor diesem Hintergrund prognostiziert das Management trotz der beobachtbaren Erholungstendenzen einen verhaltenen Umsatzanstieg im unteren einstelligen Prozentbereich und eine underlying EBITDA-Marge etwa auf dem Vorjahresniveau (2023: 25,1 %).
Alle prognostizierten Zahlen sind, wie in den vergangenen Jahren auch, auf Basis konstanter Währungsrelationen angegeben. Die Unternehmensleitung weist darauf hin, dass die Dynamiken und Volatilitäten in der Branche in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Zudem spielen Unsicherheiten aufgrund der veränderten geopolitischen Lage wie etwa die sich abzeichnenden Entkopplungstendenzen verschiedener Staaten eine zunehmende Rolle. Daraus ergibt sich eine erhöhte Unsicherheit bei der Prognose von Geschäftszahlen.
Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess (§ 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB)
Begriffsbestimmungen und Elemente des internen Kontrollsystems im Sartorius Konzern
Das interne Kontrollsystem (IKS) der Sartorius AG und des Sartorius Konzerns umfasst alle Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen der Unternehmensleitung gerichtet sind. Im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess stehen dabei die Sicherung der Wirtschaftlichkeit und der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie die Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften im Vordergrund. Dabei bilden prozessintegrierte ebenso wie prozessunabhängige Überwachungsmaßnahmen die Elemente des internen Kontrollsystems des Sartorius Konzerns. Die prozessintegrierten Sicherungsmaßnahmen sind zum einen organisatorische Maßnahmen sowie zum anderen Kontrollmaßnahmen. Der Aufsichtsrat, hier insbesondere der Auditausschuss der Sartorius AG, und der Bereich Konzernrevision sind mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das interne Kontrollsystem im Sartorius Konzern eingebunden. Neben dem Jahres- und Konzernabschluss befasst sich der Auditausschuss regelmäßig mit der Quartalsberichterstattung. Des Weiteren ist im Sartorius Konzern zur Sicherstellung der konzernweiten systematischen Risikofrüherkennung ein Überwachungssystem zur Früherkennung existenzgefährdender Risiken gemäß § 91 Abs. 2 AktG eingerichtet. Der Abschlussprüfer der Sartorius AG beurteilt gemäß § 317 Abs. 4 HGB die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems, das durch die Sartorius AG jeweils zeitnah an jeweilige Umfeldveränderungen angepasst wird. Bestandteil dieses Systems ist auch das operative Risikomanagement, das beispielsweise den Risikotransfer auf Versicherungsgesellschaften durch die Absicherung von Schadens- oder Haftungsrisiken sowie den Abschluss geeigneter Sicherungsgeschäfte zur Begrenzung von Fremdwährungs- und Zinsrisiken sicherstellt.
Organisatorische Maßnahmen
Die Rechnungslegungsprozesse sind organisatorisch konsequent nach dem Prinzip der Funktionstrennung unter Beachtung des Vier-Augen-Prinzips strukturiert. Dabei besteht zwischen den beteiligten Fachbereichen und Gesellschaften eine klare Aufgabenabgrenzung. Die Funktionstrennung im Hinblick auf Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung reduziert die Möglichkeit zu dolosen Handlungen.# Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben gem. §§ 289a, 315a HGB
Sie trägt weiterhin maßgeblich dazu bei, dass mögliche Fehler frühzeitig entdeckt werden oder mögliches Fehlverhalten verhindert wird. Die in Rechnungslegungsprozesse eingesetzten IT-Anwendungen sind mit Zugriffsbeschränkungen versehen. Diese erlauben lediglich den berechtigten Personen einen kontrollierten System- und Datenzugang. Die Zugriffsberechtigungen werden jeweils gemäß der Aufgabenstellung vergeben und unterliegen einer jährlichen Überprüfung. Außerdem wird auch bei der IT-Prozessgestaltung und der Vergabe der Berechtigungen das Vier-Augen-Prinzip angewandt. Zudem existieren schriftlich festgelegte lokale und globale Arbeitsanweisungen, die regelmäßig aktualisiert und konzernweit kommuniziert werden.
Der Regelungsumfang der Konzernbilanzierungsrichtlinie erstreckt sich unter anderem auf die zentrale Festlegung von Bewertungsregeln und -parametern. Ferner erfolgen auf Konzernebene die Aufbereitung und Aggregation weiterer Daten für die Erstellung externer Informationen im Anhang und Lagebericht. Die laufende, unterjährige Abstimmung von interner Planungsrechnung und externer Rechnungslegung trägt maßgeblich zur Qualität der Konzern-Finanzberichtserstattung bei. Die Berichterstattung selbst erfolgt dabei durch ein konzernweit implementiertes, einheitliches Reporting-System, in dem sämtliche Konsolidierungsprozesse abgebildet werden. Durch interne Kontrollen einerseits und den Konzernabschlussprüfer der Sartorius AG andererseits wird sichergestellt, dass die Konzern-Finanzberichterstattung zutreffend aus den einbezogenen Abschlüssen der Konzerngesellschaften entwickelt wird. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeitenden erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Die Abteilung Group Financial Reporting unterstützt die lokalen Einheiten bei komplexen Bilanzierungsfragen, wie beispielsweise Fair-Value-Bewertungen, und stellt so eine einheitliche und sachgerechte Darstellung im Konzernabschluss sicher. Komplexe Bewertungen wie versicherungsmathematische Berechnungen oder Unternehmensbewertungen bzw. Kaufpreisallokationen werden durch spezialisierte Dienstleister unter Einbindung von entsprechend qualifizierten Mitarbeitenden erstellt.
Kontrollmaßnahmen
In den Rechnungslegungsprozessen werden umfangreiche Kontrolltätigkeiten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung durch die Führungskräfte und Mitarbeitenden durchgeführt. Damit wird gewährleistet, dass die gesetzlichen Vorschriften und internen Richtlinien eingehalten werden sowie eine ordnungsmäßige Geschäftstätigkeit sichergestellt wird. Diese Kontrollaktivitäten umfassen beispielhaft die Analyse von Sachverhalten und Entwicklungen anhand spezifischer Kennzahlen. Ferner kommentieren und erläutern die einzelnen Berichtseinheiten monatlich Besonderheiten und Planabweichungen auf Basis eines konzernweit einheitlichen Analysetools. Weitere spezifische Kontrollen zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung umfassen die Analyse und ggf. Korrektur der Einzelabschlüsse von Konzerngesellschaften. Auf Grundlage einer hohen Anzahl bereits im Konsolidierungssystem festgelegter automatisierter Kontrollmechanismen können fehlerbehaftete Informationen identifiziert und auf Konzernebene korrigiert werden. Mit der zentralen Durchführung sogenannter Werthaltigkeitstests für die aus Konzernsicht wesentlichen Vermögenswerte bzw. zahlungsmittelgenerierenden Geschäftseinheiten wird die Anwendung einheitlicher und standardisierter Bewertungskriterien sichergestellt.
Die Konzernrevision erstellt jährlich einen risikoorientierten Prüfungsplan und prüft in Stichproben, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen und konzerninternen Richtlinien für das gesamte Kontroll- und Risikomanagementsystem des Konzerns eingehalten werden. Diese Überwachungsfunktion umfasst insbesondere die Prüfung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von definierten Kontrollen. Die Ergebnisse der Prüfungen werden direkt an die geprüften Bereiche berichtet und ermöglichen so eine effiziente Beseitigung festgestellter Mängel und die permanente Weiterentwicklung des IKS. Vorstand und Aufsichtsrat erhalten regelmäßige Berichte über die Prüfungstätigkeiten. Die wesentlichen Regelungen im Hinblick auf die Ausgestaltung des internen Kontrollsystems sind in einem an Geschäftsprozessen orientierten Handbuch festgelegt. Damit sind in einem einheitlichen Dokument alle von der Unternehmensleitung als wesentlich erachteten IKS-relevanten Vorgaben zusammengefasst und werden in der Zukunft ggf. durch sinnvolle weitere Regelungen ergänzt.
Einschränkende Hinweise
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem ermöglicht durch die im Sartorius Konzern festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die vollständige Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten sowie deren sachgerechte Darstellung in der Rechnungslegung. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass ein internes Kontrollsystem, unabhängig von der Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit hinsichtlich der richtigen und vollständigen Erfassung von Sachverhalten in der Konzernrechnungslegung gewährleisten kann. Die getroffenen Aussagen beziehen sich nur auf die in den Konzernabschluss der Sartorius AG einbezogenen Tochterunternehmen, bei denen die Sartorius AG mittelbar oder unmittelbar über Beherrschung im Sinne der internationalen Rechnungslegungsstandards verfügt.
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals | Stimmrechtsbeschränkungen
Das Grundkapital der Sartorius AG beträgt 74.880.000 €. Es ist eingeteilt in 74.880.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, aufgeteilt in je 37.440.000 Stamm- und stimmrechtslose Vorzugsaktien. Der rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt 1 € pro Aktie. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den Bestimmungen des Aktiengesetzes. Die Vorzugsaktien sind satzungsgemäß gegenüber den Stammaktien mit einem um einen Eurocent pro Aktie höheren Dividendenbezugsrecht ausgestattet. Das Dividendenbezugsrecht besteht jedoch mindestens in Höhe von zwei Eurocent pro Vorzugsaktie. Ein Stimmrecht gewähren die Vorzugsaktien abgesehen von den in den §§ 140 und 141 des Aktiengesetzes vorgesehenen Fällen nicht. Darüber hinaus gewähren die Vorzugsaktien die jedem Aktionär aus der Aktie zustehenden Rechte.
Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2023 wurden 3.213.991 Stamm- und 3.250.147 Vorzugsaktien von der Gesellschaft selbst gehalten; infolge der Zuteilung von eigenen Aktien an Vorstandsmitglieder im Rahmen derer Vergütung sank die Zahl selbst gehaltener Aktien im Januar 2024 auf 3.210.572 Stamm- und 3.247.436 Vorzugsaktien. Aus den eigenen Aktien stehen der Gesellschaft keine Rechte zu.
Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten
Die Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius hält laut Stimmrechtsmitteilungen 18.754.160 Stammaktien der Sartorius AG (rund 50,1 % aller ausgegebenen bzw. rund 54,8 % aller ausstehenden Stammaktien) und damit knapp über 50 % der Stimmrechte an der Gesellschaft bzw. knapp über 25,0 % am gesamten Grundkapital der Sartorius AG. Mitglieder der Erbengemeinschaft sind derzeit: Karin Sartorius-Herbst, Sartorius-Herbst Beteiligungen I GmbH, Sartorius-Herbst Beteiligungen II GmbH (beide vorgenannten Gesellschaften laut Stimmrechtsmitteilung beherrscht von Karin Sartorius-Herbst), Christine Franken und LifeScience Holding SCSp (laut Stimmrechtsmitteilung mittelbar beherrscht von Alexander Schemann über die Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit dem obersten beherrschenden Unternehmen, Armira Partners Verwaltungs GmbH, Armira Partners GmbH & Co. KG, Armira HC Holding GmbH, LSH Management GP S.à r.l.); Karin Sartorius-Herbst hat ferner mitgeteilt, dass sie außerhalb der Erbengemeinschaft weitere 855.673 Stammaktien der Gesellschaft (rund 2,3 % aller ausgegebenen bzw. rd. 2,5 % aller ausstehenden Stammaktien) direkt hält. Der Erblasser Horst Sartorius hat Testamentsvollstreckung angeordnet. Zum Testamentsvollstrecker ist Herr Dr. Lothar Kappich bestellt, der die Stimmrechte der Erbengemeinschaft nach eigenem Ermessen im Sinne des § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG ausübt.
Laut einer Stimmrechtsmitteilung werden mehr als 30 % der ausgegebenen Stammaktien der Sartorius AG von der Bio-Rad Laboratories GmbH gehalten (laut Stimmrechtsmitteilung mittelbar beherrscht von Alice N. Schwartz über die Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit dem obersten beherrschenden Unternehmen, David Schwartz Non-Exempt Marital Trust, Blue Raven Partners, L.P., Bio-Rad Laboratories, Inc., Bio-Rad Luxembourg S.à r.l., Bio-Rad France Holding SAS). Die Anzahl der von der Bio-Rad Laboratories Inc. gehaltenen bzw. ihr zugerechneten Aktien der Sartorius AG beträgt gemäß eigenem Quartalsbericht zum 30. September 2023 konkret 12.987.900 Stammaktien (rund 34,7 % aller ausgegebenen bzw. rund 37,9 % aller ausstehenden Stammaktien) sowie ferner 9.588.908 Vorzugsaktien (rund 25,6 % aller ausgegebenen bzw. rund 28,0 % aller ausstehenden Vorzugsaktien), somit rund 30,2 % am gesamten Grundkapital der Sartorius AG.
Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands | Änderungen der Satzung
Die Mitglieder des Vorstands der Sartorius AG werden nach den §§ 84 f. des Aktiengesetzes und den §§ 31 und 33 des Mitbestimmungsgesetzes ernannt bzw. bestellt und abberufen. Für Änderungen der Satzung der Sartorius AG sind die §§ 133 und 179 des Aktiengesetzes maßgeblich.# Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Veräußerung der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien auch in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre im Verhältnis ihrer Beteiligung an der Gesellschaft vorzunehmen, sofern diese Aktien an Dritte gegen Sachleistung, insbesondere beim (auch mittelbaren) Erwerb von Unternehmen übertragen werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist insoweit ausgeschlossen.
Wesentliche Vereinbarungen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels vorsehen
Für den überwiegenden Teil der Finanzierungsvereinbarungen bestehen marktübliche Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels (Change of Control), die den beteiligten Kapitalgebern die Möglichkeit geben, die vollständige Rückzahlung zu verlangen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die ausstehenden Anleihen, Schuldscheindarlehen, eine Reihe bilateraler Kreditvereinbarungen sowie die Konsortialkreditlinie. Die ausstehende Rückzahlungssumme aus diesen Vereinbarungen beträgt zum 31. Dezember 2023 5.111 Mio. €.
Erklärung zur Unternehmensführung
Diese Inhalte waren nicht Teil der Prüfung des Konzernlageberichts und der nichtfinanziellen Konzernerklärung. Wesentliche Eckpfeiler der Unternehmenskultur bei Sartorius sind eine an den Interessen der Stakeholder ausgerichtete Unternehmensführung, rechtmäßiges und verantwortungsvolles Handeln sowie eine konstruktive, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Organen und innerhalb des Unternehmens. Aufsichtsrat und Vorstand berichten in nachfolgender Erklärung gemäß § 289f HGB über die Corporate Governance der Gesellschaft.
Erklärung zum Corporate Governance Kodex
Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Sartorius AG zu den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ gemäß § 161 Aktiengesetz
Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ (DCGK) in seiner in der vom Bundesjustizministerium am 27. Juni 2022 im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Fassung vom 28. April 2022 im Zeitraum seit Abgabe der letztjährigen Entsprechenserklärung vom 8. Dezember 2022 mit der folgenden Ausnahme entsprochen wurde und auch künftig entsprochen werden wird:
Abweichend von der Empfehlung gemäß G.10 Satz 1 DCGK besteht die variable Vergütung der Mitglieder des Vorstands – mit Ausnahme der variablen Vergütung des Vorstandsvorsitzenden – nur zu einem nicht überwiegenden Teil aus aktienbasierten Vergütungsbestandteilen. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass auch durch die bestehende Ausgestaltung der variablen Vergütung, die dem durch die Hauptversammlung gebilligten Vergütungssystem entspricht, eine Anreizstruktur erreicht wird, die auf eine nachhaltige und langfristige Entwicklung der Gesellschaft ausgerichtet ist.
Göttingen, den 7. Dezember 2023
Für den Aufsichtsrat
Dr. Lothar Kappich
Für den Vorstand
Dr. Joachim Kreuzburg
Grundlegendes zur Unternehmensverfassung
Die Sartorius AG ist eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in Göttingen. Sie hat mit Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand drei Organe, deren Aufgaben und Befugnisse sich im Wesentlichen aus dem Aktiengesetz sowie der Satzung der Gesellschaft ergeben. Als Eigentümer des Unternehmens üben die Aktionärinnen und Aktionäre ihre Rechte im Rahmen der Hauptversammlung aus. Dort entscheiden sie insbesondere über die Gewinnverwendung, Kapitalmaßnahmen, Satzungsänderungen, die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand, die Bestellung des Abschlussprüfers und wählen die Vertreterinnen und Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat. Die Hauptversammlung findet mindestens einmal jährlich innerhalb der ersten acht Monate des Geschäftsjahres statt.
Bei der Führung des Unternehmens wirken Aufsichtsrat und Vorstand in einem dualen Führungssystem mit jeweils eigenständigen Pflichten und Kompetenzen wie folgt zusammen:
- Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands, legt ihre Vergütung fest und überwacht und berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er ist nicht befugt, Maßnahmen der operativen Geschäftsführung zu ergreifen. Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats ist auf der Homepage des Unternehmens veröffentlicht.
- Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Insbesondere legt er die Unternehmensstrategie fest, stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab und setzt sie um. Nach Maßgabe festgelegter Berichtspflichten informiert er den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend und holt für bestimmte, wichtige Geschäfte seine Zustimmung ein.
Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse
Der Sartorius-Aufsichtsrat ist paritätisch besetzt und besteht aus sechs von der Hauptversammlung gewählten Vertretern der Aktionäre sowie sechs nach dem Mitbestimmungsgesetz gewählten Vertretern der Arbeitnehmer. Die Amtszeit der Mitglieder beträgt regelmäßig fünf Jahre. Eine Wiederwahl ist zulässig. Details zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden sich auf den Seiten 262 bis 264.
Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, beruft die Sitzungen ein und leitet sie. Weiterhin ist er erster Ansprechpartner gegenüber dem Vorstand und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Der Aufsichtsrat hält mindestens zwei Sitzungen pro Kalenderhalbjahr ab.
Der Aufsichtsrat hat vier Ausschüsse gebildet, den Präsidialausschuss, den Auditausschuss, den Vermittlungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Präsidial-, Audit- und Vermittlungsausschuss bestehen aus jeweils vier Mitgliedern und sind paritätisch mit Vertretern der Anteilseigner und Arbeitnehmer besetzt. (Präsidial- und Auditausschuss tagen regelmäßig, Vermittlungs- und Nominierungsausschuss nach Bedarf.
Auditausschuss
- Vorsitz: Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
- Weitere Mitglieder: Dr. Lothar Kappich, Dietmar Müller, Manfred Zaffke
- Aufgaben: Der Auditausschuss unterstützt den Aufsichtsrat bei der Wahrnehmung seiner Überwachungsfunktion. Ihm müssen mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats, das über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung verfügt, und mindestens ein weiteres Mitglied, das über Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügt, angehören. Der Vorsitzende des Auditausschusses, Prof. Dr. Klaus Trützschler, ist unabhängig und verfügt aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Finanzvorstand, Prüfungsausschussmitglied und Professor der Betriebswirtschaftslehre über Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung, der Abschlussprüfung sowie des Risikomanagements. Zudem verfolgt Prof. Trützschler aktiv die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeitsregulierung und -berichterstattung und bringt diese Expertise in den Prüfungsausschuss sowie den Aufsichtsrat der Sartorius AG ein. Als weiteres Mitglied des Auditausschusses verfügt Dr. Lothar Kappich aus seiner beruflichen Praxis als Controller, Geschäftsführer und Unternehmensberater über besondere Kenntnisse und Erfahrung in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Dr. Kappich bringt ebenso Expertise auf den Gebieten des Nachhaltigkeitsreportings und dessen Prüfung mit.
Präsidialausschuss
- Vorsitz: Dr. Lothar Kappich
- Weitere Mitglieder: Annette Becker, Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler, Manfred Zaffke
- Aufgaben: Der Präsidialausschuss bereitet Beschlüsse und Themen vor, die in den Sitzungen des Aufsichtsrats behandelt werden. Er nimmt darüber hinaus die Vorbereitung der Bestellungen einschließlich der Bedingungen der Anstellungsverträge und der Vergütung von Vorstandsmitgliedern wahr. Der Präsidialausschuss berät regelmäßig über die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand.
Nominierungsausschuss
- Mitglieder: Dr. Lothar Kappich, Dr. Daniela Favoccia, Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
- Aufgaben: Der Nominierungsausschuss besteht aus drei Mitgliedern der Anteilseignervertreter. Er hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat vorzuschlagen. Hierbei berücksichtigt er die Ziele zur Zusammensetzung.
Vermittlungsausschuss
- Vorsitzender: Dr. Lothar Kappich
- Weitere Mitglieder: Annette Becker, Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler, Manfred Zaffke
- Aufgaben: Der Vermittlungsausschuss tritt zusammen, wenn bei einer Bestellung von Mitgliedern des zur gesetzlichen Vertretung der Gesellschaft berechtigten Organs die erforderliche Mehrheit nicht erreicht wird.
Weitere Informationen zur Anzahl und zu Inhalten der einzelnen Sitzungen des Aufsichtsrats und dessen Ausschüssen sowie die individuelle Sitzungsteilnahme im Berichtsjahr finden sich im Bericht des Aufsichtsrats auf den Seiten 12 bis 17.
Der Aufsichtsrat führt jährlich eine Beurteilung durch, wie wirksam er insgesamt und seine Ausschüsse im Speziellen ihre Aufgaben erfüllen. Diese Selbstbeurteilung (Effizienzprüfung) erfolgte im Berichtsjahr mit externer Unterstützung auf Basis eines ausführlichen Online-Fragebogens, der über die Fragenbeantwortung hinaus auch Optionen bot, weitere Kommentare und Anregungen zur Arbeit im Aufsichtsrat zu geben. Die Ergebnisse der Befragung wurden in der Aufsichtsratssitzung im Dezember 2023 anonymisiert präsentiert und im Aufsichtsrat diskutiert. Weitere Angaben zu den Ergebnissen der Selbstbeurteilung im Jahr 2023 sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.
Ziele für die Besetzung des Aufsichtsrats hinsichtlich Kompetenzen und Diversität
Der Aufsichtsrat der Sartorius AG ist so zu besetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen, die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlich sind.# Informationen zum Aufsichtsrat
Zusammensetzung und Ziele des Aufsichtsrats
Zu diesem Zweck und auf Basis der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat nachfolgende Besetzungsziele beschlossen:
- Diversität: Die Mitglieder des Aufsichtsrats sollen über sich ergänzende berufliche Profile und internationale Erfahrung verfügen. Mit Blick auf eine angemessene Berücksichtigung beider Geschlechter gilt für den Sartorius-Aufsichtsrat die gesetzliche Quote von mindestens 30 % Frauen und mindestens 30 % Männern. Die Anteilseigner- und die Arbeitnehmerseite des Aufsichtsrats haben die getrennte Erfüllung dieser Quoten beschlossen. Näheres erläutert das Kompetenzprofil des Aufsichtsrats.
- Altersgrenze: Für Aufsichtsratsmitglieder gilt eine Altersgrenze von grundsätzlich maximal 70 Jahren zum Zeitpunkt der Wahl. Von dieser Altersgrenze darf im Einzelfall abgewichen werden, soweit keine Zweifel an der Eignung der vorgeschlagenen Personen bestehen und deren Wahl trotz Überschreitens der Altersgrenze im Interesse des Unternehmens zweckmäßig erscheint.
- Höchstzahl an Mandaten / zeitliche Ressourcen: Ein Aufsichtsratsmitglied, das keinem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, soll insgesamt nicht mehr als fünf Aufsichtsratsmandate bei konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen wahrnehmen, wobei ein Aufsichtsratsvorsitz doppelt zählt. Ein Aufsichtsratsmitglied, das dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, soll insgesamt nicht mehr als zwei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen und keinen Aufsichtsratsvorsitz in einer konzernexternen börsennotierten Gesellschaft wahrnehmen. Unabhängig von der Übernahme weiterer Mandate ist darauf zu achten, dass jedem Mitglied genügend Zeit für die Wahrnehmung seines Mandats im Aufsichtsrat der Sartorius AG zur Verfügung steht.
- Unabhängigkeit: Nach dem DCGK soll dem Aufsichtsrat auf Anteilseignerseite eine nach deren Einschätzung angemessene Anzahl, jedoch mindestens vier unabhängige Mitglieder angehören. Dabei soll die Eigentümerstruktur berücksichtigt werden. Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat sind Prof. Dr. David Ebsworth, Dr. Daniela Favoccia, Ilke Hildegard Panzer, Frank Riemensperger sowie Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler unabhängige Mitglieder des Aufsichtsrats. In seiner Eigenschaft als Testamentsvollstrecker der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius ist Dr. Lothar Kappich als abhängig vom kontrollierenden Aktionär anzusehen. Zugleich spricht sein Mandat als Testamentsvollstrecker und Vertreter der Mehrheit der Stimmrechte aber nicht gegen eine Unabhängigkeit von der Gesellschaft oder deren Vorstand. Die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat schätzen Dr. Kappich als unabhängig ein, obwohl er dem Aufsichtsrat seit April 2007 und damit seit mehr als zwölf Jahren angehört, da die langjährige Mitgliedschaft im Aufsichtsrat allein keinen wesentlichen oder nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründe. Die Amtsführung von Herrn Kappich belegt vielmehr die notwendige kritische Distanz, um die Gesellschaft und ihren Vorstand in jeder Hinsicht sachgerecht zu beraten und zu überwachen. Auch Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler, der länger als zwölf Jahre im Aufsichtsrat tätig ist, schätzt der Aufsichtsrat als unabhängig im Sinne von Ziffern C. 6 und C. 7 des DCGK ein. Prof. Dr. Trützschler steht in keiner persönlichen oder geschäftlichen Beziehung zur Sartorius AG oder dem Vorstand, aus der wesentliche oder nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte begründet werden könnten. Für die Einschätzung der Unabhängigkeit von Gremienmitgliedern sind nach Ansicht des Aufsichtsrats alle relevanten Umstände in einer Gesamtbetrachtung zu würdigen. Das alleinige Indiz einer langen Zugehörigkeitsdauer wird bei Prof. Dr. Trützschler durch dessen langjährige Erfahrung und Expertise auf den Gebieten der Rechnungslegung, Abschlussprüfung, des Risikomanagements und der Nachhaltigkeit aufgewogen. Seine Amtsführung belegt, dass er sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats und als Vorsitzender des Auditausschusses vorbildlich ausfüllt und seiner Rolle als kritischer Überwacher und erfahrener Ratgeber für den Vorstand jederzeit gerecht wird.
- Ehemalige Vorstandsmitglieder: Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören.
- Funktion bei Wettbewerbern: Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens ausüben und nicht in einer persönlichen Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber stehen.
Zudem hat der Aufsichtsrat ein Kompetenzprofil definiert. Im Aufsichtsrat sollen Erfahrungen im Life-Science-Sektor sowie Kenntnisse über wesentliche Mitbewerber und ein grundlegendes Verständnis zu Marketing- und Vertriebsstrategien vorhanden sein. Mitglieder des Aufsichtsrats sollen Kenntnisse konzernrelevanter Technologien und Produkte sowie Erfahrungen auf den Gebieten von Innovationsprozessen und Forschung & Produktentwicklung, speziell im biopharmazeutischen Bereich mitbringen. Im Aufsichtsrat soll Expertise über die für den Sartorius Konzern relevanten internationalen Märkte vorhanden sein. Dem Gremium sollen Mitglieder mit fundiertem Wissen zu finanzwirtschaftlichen Unternehmensprozessen sowie Kompetenzen in den Bereichen Controlling und Risikomanagement angehören; mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung und mindestens ein weiteres Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet Abschlussprüfung verfügen (§ 100 Abs. 5 AktG). Zur Rechnungslegung und Abschlussprüfung gehören auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Mitglieder des Aufsichtsrats sollen eingehende Kenntnisse in den Bereichen Recht und Compliance, hier insbesondere Expertise auf den Gebieten Kapitalmarkt und Gesellschaftsrecht haben. Zudem sollen Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Corporate Governance vorhanden sein. Das Gremium soll vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in Fragen der Personalwirtschaft, insbesondere auf den Gebieten der internationalen Personalplanung sowie der Führungskräfterekrutierung und Nachfolgeplanung haben. Der Aufsichtsrat soll vertiefte Kenntnisse über die Sartorius Organisation und Sartorius Prozesse haben, um die Perspektive der Mitarbeitenden einbringen zu können. Mitglieder im Aufsichtsrat sollen über Erfahrung in den Bereichen Digitalisierung sowie datenbasierter Geschäftsmodelle verfügen. Des Weiteren sollen Nachhaltigkeits-/ESG- und CSR-Expertise im Gremium ausreichend vorhanden sein. Dem Aufsichtsrat sollen stets auch Mitglieder mit internationalen Erfahrungen bzw. Lebenshintergründen angehören.
Nach Selbsteinschätzung des Gremiums ist der Aufsichtsrat von Sartorius vielfältig und kompetent besetzt. Auch werden die vorgenannten Besetzungsziele erreicht:
Kompetenzprofil
Mit Blick auf die Beteiligung beider Geschlechter erfüllt der Aufsichtsrat die Quote für das unterrepräsentierte Geschlecht von 30 %. Dem Aufsichtsrat gehören insgesamt sieben Männer an (rd. 58 %), darunter vier Vertreter der Anteilseigner und drei Vertreter der Arbeitnehmer. Weiterhin gehören dem Gremium fünf Frauen an (rd. 42 %), darunter zwei Vertreterinnen der Anteilseigner und drei Vertreterinnen der Arbeitnehmer. Somit wird der Quotenanforderung sowohl auf beiden Seiten des Aufsichtsrats als auch im Gesamtgremium entsprochen. Um einen Abgleich mit den Besetzungszielen zu erleichtern, sind Kurzlebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder auf der Sartorius-Internetseite abrufbar.
Informationsversorgung des Aufsichtsrats
Der Vorstand versorgt den Aufsichtsrat mit allen Informationen, die für eine effektive Überwachung der Geschäftsführung des Vorstands durch den Aufsichtsrat erforderlich sind. Um eine angemessene Information sicherzustellen, erhält der Aufsichtsrat monatliche Berichte, die den Gang der Geschäfte auf den Ebenen des Konzerns, der Sparten und Regionen darlegen sowie die Entwicklungen der für Sartorius wesentlichen Leistungsindikatoren zeigen. Vor jeder Sitzung wird überdies eine Übersicht zum zurückliegenden Quartal gezeigt und dabei Abweichungen vom Vorjahr und der Planung erläutert. Regelmäßig darin enthalten ist weiterhin ein Kapitalmarktreport, der die Entwicklungen der Sartorius Aktien einschließlich der Kursentwicklungen und Unternehmensbewertungen im Vergleich zu Mitbewerbern aufzeigt sowie einen Überblick über Analysteneinschätzungen und -empfehlungen gibt. In der Regel einmal jährlich berichtet der Vorstand schriftlich und mündlich über das Budget für das folgende Geschäftsjahr inklusive der operativen Planung, Finanzplanung, Investitionsplanung sowie Personalplanung und zur Mittelfristplanung für die Unternehmensentwicklung. Ebenfalls mindestens jährlich erläutert der Vorstand den Stand und die Entwicklung etwaiger Rechtsrisiken und nimmt Stellung zur Risikolage und zum Risikomanagement sowie zu wesentlichen Compliance-Fällen und zum Compliance-Management. Mit den vorgenannten Themen des Risikomanagements und der Compliance befassen sich zudem die zuständigen Aufsichtsratsausschüsse auf Quartalsbasis und werden dazu mit entsprechenden schriftlichen und mündlichen Informationen versorgt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat überdies über alle Geschäfte, die laut Geschäftsordnung zustimmungspflichtig sind, wozu insbesondere Akquisitions- und Devestitionsprojekte, Kapitalmaßnahmen, größere Investitionen sowie Restrukturierungsprojekte gehören. Die Berichte und Beschlussvorschläge werden so verfasst, dass der Aufsichtsrat vor Vornahme der Geschäfte Gelegenheit hat, sich mit der vorgeschlagenen Maßnahme und ihren Implikationen gründlich zu befassen, Stellung zu nehmen und eine informierte Entscheidung zu treffen. Weiterhin erhält der Aufsichtsrat bei Bedarf unverzüglich Informationen über sonstige wichtige Ereignisse und Entwicklungen, die sich auf die Lage von Sartorius spürbar auswirken könnten.Sofern eine Berichterstattung nicht unmittelbar in einer Aufsichtsratssitzung stattfinden kann, werden entsprechende Sonderberichte an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats erstattet. Der Aufsichtsratsvorsitzende entscheidet dann über die weitere Einbeziehung des Aufsichtsrats. Darüber hinaus legen die Ausschussvorsitzenden weitere Berichtspflichten des Vorstands in ihren jeweiligen Aufgabenbereichen selbständig fest. Über die Form und Darstellung der Berichte an den Aufsichtsrat entscheidet der Vorstand. Details zu den Inhalten der Berichte im jeweiligen Geschäftsjahr sowie zur Befassung im Aufsichtsratsgremium enthält der Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden auf Seite 12.
Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands
Der Vorstand der Sartorius AG leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Er legt die strategische Ausrichtung fest, stimmt sie mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Die Geschäftsordnung des Vorstands definiert darüber hinaus solche Rechtsgeschäfte, zu deren Wirksamkeit der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilen muss. Der Vorstand ist verantwortlich für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Regeln sowie für ein angemessenes Risikomanagement.
Die Entscheidungsfindung im Vorstand erfolgt in regelmäßigen Vorstandssitzungen, die vom Vorsitzenden einberufen und geleitet werden. Zu diesen Sitzungen werden bei Bedarf weitere Fach- und Führungskräfte beratend hinzugezogen. Der Vorstand ist als Kollegialorgan gemeinsam für Angelegenheiten von besonderer Bedeutung verantwortlich. Im Übrigen führt jedes Mitglied das ihm zugewiesene Ressort gemäß Geschäftsverteilungsplan eigenständig, wobei der Vorsitzende über alle wesentlichen Vorgänge zu unterrichten ist.
Besetzung des Vorstands, Diversität und Kompetenzanforderungen
Grundlegende Eignungskriterien bei der Besetzung von Vorstandspositionen stellen nach Auffassung des Aufsichtsrats die fachliche Eignung für die Leitung des jeweiligen Ressorts dar, nachgewiesene Leistungen in der bisherigen Karriere sowie überzeugende Führungskompetenz. Zudem achtet der Aufsichtsrat bei seinen Entscheidungen auch auf Vielfalt. So strebt der Aufsichtsrat an, Personen mit sich ergänzenden Profilen, Berufs- und Lebenserfahrungen sowie unterschiedlichen Alters in den Vorstand zu berufen. Das Vorstandsgremium soll zudem über breite internationale Erfahrung verfügen.
Der Aufsichtsrat befasst sich sowohl im Präsidialausschuss als auch im Plenum regelmäßig mit der Nachfolgeplanung des Vorstands. Um besondere Talente aus dem Unternehmen zu identifizieren, werden vielversprechende Nachwuchskräfte dazu eingeladen, im Aufsichtsrat zu bestimmten Themen zu präsentieren.
Zum Zeitpunkt der Bestellung soll ein Vorstandsmitglied nicht älter als 65 Jahre sein. Von dieser Altersgrenze kann im Einzelfall abgewichen werden, soweit keine Zweifel an der Eignung der vorgeschlagenen Person bestehen und deren Bestellung trotz Überschreitens der Altersgrenze im Interesse des Unternehmens zweckmäßig erscheint.
Bei Redaktionsschluss dieses Berichts bestand der Vorstand der Sartorius AG aus zwei Männern und einer Frau. Vor Ausscheiden des Finanzvorstands Rainer Lehmann zu Ende Oktober 2023 bestand er aus drei Männern und einer Frau.
| Name | Ressort | Geburtsjahr | Erstbestellung | Ende der aktuellen Bestellperiode |
|---|---|---|---|---|
| Dr. Joachim Kreuzburg | Vorstandsvorsitzender, Finanzvorstand (interimistisch bis 31. März 2024) | 1965 | 2002 | 10. November 2025 |
| Dr. René Fáber | Ordentliches Mitglied, verantwortlich für die Sparte Bioprocess Solutions | 1975 | 2019 | 31. Dezember 2026 |
| Dr. Alexandra Gatzemeyer | Ordentliches Mitglied, verantwortlich für die Sparte Lab Products & Services | 1979 | 2023 | 30. April 2026 |
In seiner Sitzung am 3. August 2023 hat der Aufsichtsrat Dr. Florian Funck mit Wirkung ab dem 1. April 2024 zum Mitglied des Vorstands bestellt. In den Monaten November 2023 bis Ende März 2024 wird das Finanzressort interimistisch vom Vorstandsvorsitzenden geführt. Weitere Informationen, auch zu Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, sind auf Seite 262 ff. dieses Geschäftsberichts veröffentlicht.
Für den Frauenanteil im Vorstand gilt das im August 2022 in Kraft getretene gesetzliche Beteiligungsgebot gemäß § 76 Abs. 3a AktG. Seit der Bestellung von Dr. Alexandra Gatzemeyer in den Vorstand ist das gesetzliche Beteiligungsgebot umgesetzt. Auch im Hinblick auf die zukünftige Berufung von Frauen in den Vorstand der Sartorius AG unterstützt der Aufsichtsrat die Aktivitäten des Vorstands, den Frauenanteil auf den dem Vorstand nachgelagerten Führungsebenen im Unternehmen weiter zu steigern. Der Präsidialausschuss sowie das Gesamtgremium lassen sich regelmäßig vom Vorstand zur Entwicklung der Frauenanteile an oberen Führungspositionen berichten.
Erste und zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands
Im März 2022 hat der Vorstand für die Frist zum 31. Dezember 2025 für erste und zweite Führungsebene festgelegt, dass der Frauenanteil jeweils ein Drittel betragen soll. Zum Berichtsstichtag am 31. Dezember 2023 lagen die Anteile von Frauen auf beiden Ebenen bei jeweils rund 31 %. Die erste Führungsebene umfasste 5 Frauen und 11 Männer (Vorjahr: 9 Frauen | 9 Männer), die zweite Führungsebene 30 Frauen und 66 Männer (Vorjahr: 25 Frauen | 61 Männer) und damit in Reichweite zu den vom Vorstand gesteckten Zielen.
Aufgrund der relativ geringen Anzahl von Führungskräften insbesondere auf der ersten Ebene können bereits einzelne personelle Veränderungen zu größeren Veränderungen bei der Quote führen. Auch hat in der Vergangenheit der Einbezug von akquirierten Unternehmen häufig zu Schwankungen geführt. Dies kann auch für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden.
Vergütungsbericht | Vergütungssystem
Der Vergütungsbericht über das Geschäftsjahr 2023 und der Vermerk des Abschlussprüfers gemäß § 162 AktG, das geltende, von der Hauptversammlung am 29. März 2023 gebilligte Vergütungssystem gemäß § 87a Abs. 1 und 2 Satz 1 AktG und der von derselben Hauptversammlung am 29. März 2023 gefasste Vergütungsbeschluss gemäß § 113 Abs. 3 AktG sind unter www.sartorius.de/Compliance öffentlich zugänglich.
Weitere Praktiken der Unternehmensführung
Risikomanagement, Internes Kontrollsystem und Compliance-Management-System
Ein wesentlicher Grundsatz guter Corporate Governance ist der verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken. In der Sartorius AG und im Konzern stehen konzernübergreifende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Verfügung, die die Erfassung, Bewertung und Steuerung von geschäftlichen Risiken ermöglichen. Es erfolgt eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung der Systeme an veränderte Rahmenbedingungen. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert.
Der Auditausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, einschließlich der Berichterstattung, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und des internen Revisionssystems, der Compliance sowie der Abschlussprüfung. Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Chancen- und Risikobericht dargestellt.
Das Interne Kontrollsystem (IKS) basiert auf den vom Vorstand eingeführten Grundsätzen, Richtlinien und Maßnahmen, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Vorstands abzielen. Sie umfassen das Management von Risiken und Chancen in Bezug auf das Erreichen der Geschäftsziele, die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie die Einhaltung der für Sartorius maßgeblichen rechtlichen Vorschriften und Regelungen. Dabei sind auch Nachhaltigkeitsaspekte eingeschlossen, die auf Basis der regulatorischen Vorgaben fortlaufend weiterentwickelt werden.
Alle Funktionen des Sartorius Konzerns sind in eine globale Matrixorganisation eingebunden und Bestandteil des IKS. Der Umfang der von jeder Funktion auszuführenden Aktivitäten ist unterschiedlich und hängt unter anderem von den spezifischen Risiken, die mit der Funktion verbunden sind, ab. Das Management jeder Funktion ist dabei verpflichtet, in seinem Verantwortungsbereich, basierend auf der konzernweit verpflichtenden Methodik, ein angemessenes und wirksames IKS zu implementieren.
Die Gesamtverantwortung für das IKS obliegt dem Vorstand. Die einzelnen Funktionen des Sartorius Konzerns unterstützen den Vorstand bei der Gestaltung und Aufrechterhaltung angemessener und wirksamer Prozesse zur Implementierung, Überwachung und Berichterstattung von internen Kontrollaktivitäten. In den einzelnen definierten Prozessen der jeweiligen Funktionen werden umfangreiche Kontrolltätigkeiten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Prozesse durch die Führungskräfte und Mitarbeiter durchgeführt. Damit wird gewährleistet, dass die gesetzlichen Vorschriften und internen Richtlinien eingehalten werden sowie eine ordnungsmäßige Geschäftstätigkeit sichergestellt wird. Diese Kontrollaktivitäten umfassen beispielhaft die Analyse von Sachverhalten und Entwicklungen anhand spezifischer Kennzahlen. Auf Grundlage der festgelegten Kontrollmechanismen können Fehler identifiziert und auf Konzernebene korrigiert werden.
Zusätzlich erstellt die Konzernrevision jährlich einen risikoorientierten Prüfungsplan und prüft in Stichproben, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen und konzerninternen Richtlinien für das gesamte Kontroll- und Risikomanagementsystem des Konzerns eingehalten werden. Diese Überwachungsfunktion umfasst insbesondere die Prüfung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von definierten Kontrollen. Die Ergebnisse der Prüfungen werden direkt an die geprüften Funktionen berichtet und ermöglichen so eine effiziente Beseitigung festgestellter Mängel und die permanente Weiterentwicklung des IKS.# Vorstand und Aufsichtsrat erhalten regelmäßige Berichte über die Prüfungstätigkeiten.
Die wesentlichen Regelungen im Hinblick auf die Ausgestaltung des IKS sind in einem an Geschäftsprozessen orientierten Handbuch festgelegt. Damit sind in einem einheitlichen Dokument alle von der Unternehmensleitung als wesentlich erachteten IKS-relevanten Vorgaben zusammengefasst und werden in der Zukunft ggf. durch sinnvolle weitere Regelungen ergänzt. Teil des IKS ist auch ein weltweit gültiges Compliance-Management-System.
Das Compliance-Management-System des Sartorius Konzerns soll die Einhaltung gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen sicherstellen, um das Unternehmen vor Sanktionen, finanziellen Verlusten und Reputationsschäden zu schützen. Gleichzeitig trägt es zur Qualität der Sartorius-Produkte und zum langfristigen Erfolg des Unternehmens bei. Um Compliance im Sartorius Konzern sicherzustellen, hat Sartorius einen konzernweiten Standard implementiert, der in einem Compliance-Management-Handbuch beschrieben ist. Dieses Handbuch fasst die Zuständigkeiten und Befugnisse der einzelnen Funktionen zusammen und legt die Prozesse für eine effiziente Zusammenarbeit zwischen diesen Funktionen fest.
In diesem Zusammenhang hat Sartorius verschiedene präventive Richtlinien eingeführt. Der Sartorius Code of Conduct definiert die Anforderungen an ein verantwortungsvolles Verhalten aller Mitarbeiter des Sartorius Konzern, gibt den Mitarbeitern Orientierungshilfen, z.B. im Hinblick auf Menschenrechte, internationale Sozial- und Umweltstandards, Interessenkonflikte und weitere allgemeine Standards, und unterstützt sie dabei, in ihrer täglichen Arbeit rechtlich korrekt und ethisch angemessen zu handeln. Darüber hinaus hat Sartorius einen Antikorruptionskodex implementiert. Dieser soll als Grundlage für die Sensibilisierung aller Mitarbeiter für die Gefahren durch Korruption und gleichzeitig als Richtlinie, Leitfaden und Hilfsmittel im Kampf gegen Korruption dienen. Er regelt zum Beispiel den Umgang mit Geschenken.
Das Unternehmen stellt sicher, dass die Mitarbeiter mit den Inhalten beider Kodizes vertraut sind, indem es jährlich eine verpflichtende Online-Schulung anbietet. Darüber hinaus erwartet Sartorius von seinen Geschäftspartnern, dass sie international anerkannte Sozial- und Umweltstandards einhalten, Gesetze befolgen, die Grundsätze des fairen Wettbewerbs beachten und die Menschenrechte respektieren. Diese Anforderungen sind im Code of Conduct für Geschäftspartner niedergelegt.
Ein Beschwerdesystem stellt sicher, dass jedermann, egal ob innerhalb oder außerhalb von Sartorius, festgestellte oder begründet vermutete Verstöße gegen geltende Gesetze, Normen und Vorschriften sowie interne Richtlinien melden kann. Hierfür stellt Sartorius verschiedene Meldekanäle zur Verfügung, die rund um die Uhr in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stehen und auf Wunsch auch anonym genutzt werden können. Das Compliance-Team kann persönlich, via Telefon-Hotline, via E-Mail oder über das Hinweisgebersystem kontaktiert werden. Die Meldewege sind sowohl im Daily (Intranet) als auch auf der externen Website zu finden.
Dem Vorstand sind keine Umstände bekannt, die gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements und des IKS sprechen würden. Weitere Informationen dazu finden sich im Kapitel „Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems“ auf den Seiten 93 ff. sowie im Internet unter www.sartorius.com.
Transparenz
Eine einheitliche, umfassende und zeitnahe Information hat bei der Sartorius AG einen hohen Stellenwert. Es erfolgt daher für die Teilnehmenden am Kapitalmarkt und die interessierte Öffentlichkeit eine unverzügliche, regelmäßige und zeitgleiche Information über die wirtschaftliche Lage des Konzerns und neue Tatsachen. Geschäftsbericht, Halbjahresfinanzbericht sowie die Quartalsmitteilungen werden im Rahmen der dafür vorgegebenen Fristen veröffentlicht. Aktuelle Entwicklungen und wichtige Ereignisse werden durch Pressemeldungen und gegebenenfalls durch Ad-hoc-Mitteilungen verlautbart. Diese Informationen stehen in der Regel zeitgleich in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung und werden über geeignete Medien und im Internet publiziert.
Die Kapitalmarktteilnehmer stehen in engem Kontakt zum Investor-Relations-Team des Unternehmens. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung werden Investoren und Analysten über die aktuelle und künftige Geschäftsentwicklung informiert. Regelmäßig ist Sartorius auf Roadshows und Investorenkonferenzen vertreten beziehungsweise führt eigene Kapitalmarktveranstaltungen durch. Die wesentlichen wiederkehrenden Ereignisse und Veröffentlichungen, wie zum Beispiel die Hauptversammlung, der Geschäftsbericht und die Zwischenberichte, sind in einem Finanzkalender zusammengestellt, der auf der Internetseite dauerhaft zur Verfügung gestellt wird.
Aktiengeschäfte der Organmitglieder
Eine Darstellung der im Jahr 2023 der Sartorius AG gemeldeten Eigengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat nach Artikel 19 Verordnung (EU) Nr. 596/2014 (Marktmissbrauchsverordnung) ist auf der Sartorius-Internetseite veröffentlicht. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Lothar Kappich hält als Testamentsvollstrecker des Nachlasses von Horst Sartorius rund 50,1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Stammaktien. Darüber hinaus besteht kein mitteilungspflichtiger Besitz von Aktien oder Finanzinstrumenten von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, der direkt oder indirekt größer als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien ist.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Der Konzernabschluss, Konzernlagebericht sowie die Konzernzwischenabschlüsse und -lageberichte werden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) — wie sie in der EU anzuwenden sind — und den nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Jahresabschluss der Sartorius AG erfolgt nach deutschem Handelsrecht (HGB). Der Konzernabschluss und der Jahresabschluss werden vom Vorstand aufgestellt, vom Abschlussprüfer, der von der Hauptversammlung gewählt wurde, geprüft und vom Aufsichtsrat festgestellt. Mit dem Abschlussprüfer wurde vereinbart, dass er den Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung unterrichtet. Dies umfasst auch die Berichtspflichten der Verwaltung zur Corporate Governance gemäß § 161 Aktiengesetz.
Der Aufsichtsrat | Der Vorstand
Nichtfinanzielle Konzernerklärung
Das folgende Kapitel ist die nichtfinanzielle Konzernerklärung, die die Sartorius AG für den Sartorius Konzern für das Geschäftsjahr 2023 aufgestellt hat. Diese wird im Folgenden als „nichtfinanzielle Erklärung“ bezeichnet. Der Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech S.A. ist mit Vorlage dieser Erklärung von der Pflicht zur Erstellung einer eigenen Erklärung befreit. Die nichtfinanzielle Erklärung war kein Bestandteil der Prüfung des Konzernlageberichts und unterlag einer gesonderten Prüfung mit begrenzter Sicherheit („Limited Assurance“) durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Der Prüfvermerk findet sich auf Seite 145 ff.
Hinweise zur Berichterstattung
Die Aufstellung der Erklärung erfolgte gemäß §§ 315b, 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB. Die Ermittlung der Kennzahlen erfolgte in Orientierung an internationalen Rahmenwerken wie GRI und Greenhouse Gas Protocol. Die berichtspflichtigen, wesentlichen Themen leiten sich aus den Ergebnissen einer Materialitätsanalyse ab, die der Vorstand für das Geschäftsjahr 2023 bestätigt hat. Diese Analyse basiert auf den im Geschäftsjahr 2022 definierten strategischen Nachhaltigkeitsthemen, die hinsichtlich ihrer Relevanz für die im HGB adressierten Nachhaltigkeitsbelange bewertet worden sind. Die nach § 289c Abs. 3 HGB für wesentliche Themen darzustellenden Konzepte inklusive Due-Diligence-Prozessen und Ergebnissen der Konzepte beziehen sich auf den Konzern gemäß dem Konsolidierungskreis der Finanzberichterstattung (siehe Seite 196 ff.), sofern an entsprechender Stelle nicht anders angegeben.
Die angegebenen Daten dienen der quantifizierten Ergebnisbeschreibung und stellen keine steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren im Sinne von § 289c Abs. 3 HGB dar. Vorjahresdaten wurden – sofern verfügbar – aus der nichtfinanziellen Erklärung 2022 übernommen. Anpassungen von Vorjahresdaten erfolgten auf Basis von Wesentlichkeitsbewertungen und werden an den betreffenden Stellen ausgewiesen. Dies betrifft den berichteten Wasseranteil aus Wasserstressgebieten (vgl. Abschnitt „Wasser und Abwasser“). Detaillierte Erläuterungen zur Treibhausgasbilanzierung sind auf Seite 141 ff. zu finden. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung in der nichtfinanziellen Erklärung wird ergänzt durch den Nachhaltigkeitsbericht des Sartorius Konzerns, dessen Aufstellung in Orientierung an den GRI Standards erfolgen und im ersten Quartal 2024 für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht werden soll.
Nachhaltigkeitsmanagement
Geschäftsmodell
Informationen zum Geschäftsmodell sind im Kapitel „Geschäftsmodell, Strategie und Ziele" auf Seite 25 ff. in diesem Geschäftsbericht zu finden. Sartorius ist im Life-Science-Sektor tätig – genauer im Bereich der medizinischen Biotechnologie. Als Partner der biopharmazeutischen Industrie stellt der Konzern Produkte und Prozesstechnologien für die Entwicklung und Herstellung von biologischen Medikamenten und Impfstoffen her, die zur Vorbeugung und Behandlung von zum Teil zuvor unheilbaren Krankheiten dienen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Innovationen, die es ermöglichen, den Entwicklungs- und Produktionsprozess solcher Wirkstoffe sicherer, schneller und effizienter zu gestalten. Neue Therapien können auf diese Weise früher, zu günstigeren Preisen und einer größeren Anzahl an Patientinnen und Patienten zur Verfügung gestellt werden.# Der Geschäftszweck des Unternehmens
Der Geschäftszweck des Unternehmens soll somit einen Beitrag zu Gesundheit und Wohlergehen von Menschen und damit zur Erreichung globaler Nachhaltigkeitsziele leisten.
Nachhaltigkeitsambition und -strategie
Als Unterzeichner des Global Compact der Vereinten Nationen bekennt sich Sartorius zur Einhaltung bestimmter sozialer und ökologischer Standards im Rahmen der Geschäftstätigkeit. Der Anspruch ist es, negative Auswirkungen, die sich in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette auf Umwelt und Gesellschaft durch die Geschäftstätigkeit ergeben oder ergeben können zu identifizieren, zu bewerten und auf dieser Basis signifikante negative Auswirkungen zu verhindern, zu begrenzen sowie Abhilfe für eingetretene Auswirkungen zu leisten.
Die Ergänzung der Unternehmenssteuerung um Nachhaltigkeitsaspekte ist eine langfristige Transformationsaufgabe und erfordert einen kontinuierlichen Dialog, Abstimmung und enge Zusammenarbeit mit relevanten Stakeholdern entlang der Wertschöpfungskette. Zu den wesentlichen Stakeholdern des Unternehmens zählen vor allem Kunden und Geschäftspartner, Mitarbeitende, Investoren sowie Nachbarn an den Sartorius-Standorten.
Vor allem mit Kunden steht Sartorius über unterschiedliche Formate in einem kontinuierlichen Austausch zu Nachhaltigkeitsaspekten von Produkten, der Dekarbonisierung und Klimaneutralität sowie zu weiteren Umwelt- und Sozialstandards. Mitarbeitende, Investorinnen und Investoren sowie Lieferanten werden regelmäßig über entsprechende Nachhaltigkeitsziele, Maßnahmen und Ergebnisse informiert.
Im Berichtsjahr war Sartorius mit Analysten und Investoren im Rahmen seiner regulären Kapitalmarkt-Kommunikation sowie SRI-Konferenzen fortlaufend im Gespräch. Überdies fand ein virtuelles Kapitalmarkt-Tutorial statt, das den Schwerpunkt auf die Dekarbonisierungsstrategien und -maßnahmen des Unternehmens legte. Mit ausgewählten Lieferanten wurde die Nachhaltigkeitsstrategie auf einem Lieferantentag diskutiert. Darüber hinaus engagiert sich Sartorius in Branchenverbänden wie BioPhorum, NIMBL, PSCI zu Nachhaltigkeitsthemen und gestaltet dabei Brancheninitiativen aktiv mit.
Bereits im Geschäftsjahr 2022 hat Sartorius unter Einbezug der Anliegen der wesentlichen Stakeholder folgende strategische Nachhaltigkeitsthemen für den Konzern definiert: Klima, Materialien und Zirkularität, Wasser und Abwasser, Soziale Verantwortung, Unternehmensführung und Nachhaltigkeit in den Lieferketten.
Organisation, Steuerung und Berichtswesen
Nachhaltigkeit ist bei Sartorius beim Vorstandsvorsitzenden verankert; der Vorstand beschließt die Nachhaltigkeitsstrategie und überwacht gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Umsetzung und Zielerreichung sowie die Effektivität des unternehmerischen, nachhaltigkeitsbezogenen Sorgfaltspflichtensystems.
Die Konzernfunktion Corporate Sustainability, deren Leitung an den Vorstandsvorsitzenden berichtet, ist dafür verantwortlich, die Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln sowie die operative Umsetzung von Maßnahmen zur Erfüllung von Nachhaltigkeitsrichtlinien und -standards im Konzern voranzutreiben. Weitere Aufgaben sind das Monitoring der Regulierung, die Überwachung der Einhaltung von unternehmerischen Sorgfaltspflichten sowie das Nachhaltigkeitsberichtswesen.
Für die Strategieimplementierung und damit die Umsetzung entsprechender Maßnahmen sind die Sparten verantwortlich. In beiden Sparten wurden im Berichtsjahr Gremien zur Abstimmung und Implementierung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen etabliert.
Nachhaltigkeitsorganisation
| Stakeholder | Wahrgenommen durch |
|---|---|
| Konzernleitung | Vorstandsvorsitzender |
| Geschäftsbereiche | Spartenleitung |
| Zentralfunktion | Corporate Sustainability |
| Operative Umsetzung | Sparten/Lokale Funktionen |
| Externe Prüfung | Wirtschaftsprüfer |
Im Geschäftsjahr 2023 hat Sartorius mit dem Aufbau eines globalen Berichtswesens begonnen, über den die erforderlichen Nachhaltigkeitsdaten in den Konzerngesellschaften über eine zentrale IT-Applikation erhoben, kontrolliert und berichtet werden. Mit Blick auf die Einführung der Europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards entwickelt Sartorius sein Berichtswesen und das interne Kontrollsystem weiter, um die Datenqualität weiter zu steigern.
Die Ermittlung von Risiken erfolgt im Rahmen des zentralen Risikomanagementsystems. Angaben zu Risiken finden sich im Chancen- und Risikobericht auf Seite 73 ff. Im Geschäftsjahr 2023 wurden keine Risiken im Sinne von § 289c Abs. 3 identifiziert.
Externe Unternehmensbewertungen und Kapitalmarktindizes
Die Sartorius AG und der Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech S.A. werden regelmäßig hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsleistung analysiert und bewertet. Die Analyseergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der Konzepte für das Management wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen ein.
Aktuelle Unternehmensbewertungen
| Unternehmen | Rating | Veröffentlichung | Ergebnisse |
|---|---|---|---|
| Sartorius AG | CDP | 14.12.2022 | B |
| Sartorius AG | EcoVadis | 31.05.2023 | 60/100 (77. Perzentil) – Silber |
| Sartorius AG | ISS ESG | 01.09.2023 | C |
| Sartorius Stedim Biotech S.A. | ISS ESG | 01.09.2023 | C+ (Prime) |
| Sartorius AG | Morningstar | Sustainalytics | 07.03.2023 |
| Sartorius Stedim Biotech S.A. | Morningstar | Sustainalytics | 14.07.2023 |
| Sartorius AG | MSCI ESG | 17.08.2023 | AA |
| Sartorius Stedim Biotech S.A. | MSCI ESG | 25.08.2023 | BBB |
Konzepte und Ergebnisse der strategischen Nachhaltigkeitsthemen
Klima
Ambition
Die Geschäftsaktivitäten von Sartorius zählen nicht zu den treibhausgasintensiven Wirtschaftssektoren. Sartorius versteht den Klimaschutz jedoch als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und damit als wesentliches Thema für das Nachhaltigkeitsmanagement – auch um potenzielle Risiken infolge des Klimawandels für das Unternehmen zu reduzieren bzw. zu vermeiden.
So strebt das Unternehmen die Klimaneutralität seiner Geschäftsaktivitäten (Netto-Betrachtung) bis zum Jahr 2045 an. Diese soll durch eine kontinuierliche Dekarbonisierung entlang der Wertschöpfungskette sowie den Ausgleich unvermeidbarer Restemissionen im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen erreicht werden.
Konzept und Due-Diligence-Prozesse
Bereits im Geschäftsjahr 2021 hatte sich der Konzern zum Ziel gesetzt, die CO2eq-Emissionsintensität, um durchschnittlich 10 % pro Jahr bis 2030 im Vergleich zum Basisjahr 2019 zu reduzieren. Diesen Indikator hat Sartorius als bereinigte Brutto-Treibhausgas-(THG)-Emissionen nach marktbasierter Berechnung pro Nettoumsatz in gCO2eq/€ in Orientierung an den Accounting und Reporting Standards des GHG Protocol definiert. Er umfasst Scope 1, 2 und 3 des GHG Protocol.
Die Bereinigung bedeutet, dass in der THG-Kategorie „Purchased goods and services“ anstelle der eingekauften nur die tatsächlich verbrauchten Waren und Dienstleistungen bilanziert werden, die für die Herstellung der im Geschäftsjahr verkauften Produkte und Dienstleistungen benötigt wurden. Der Indikator ist Teil der langfristigen variablen Vergütungskomponenten des Vorstands und des Managements.
Weiterhin hat sich der Konzern das Ziel gesetzt, seine vermeidbaren, energieverbrauchsbezogenen Scope 1- und 2-Emissionen bis 2030 auf null zu reduzieren (Brutto-Betrachtung). Als unvermeidbar nach heutigem Stand der Technik gelten die Prozessemissionen in der Membranproduktion.
Die Sartorius-Klimaziele im Überblick
| Ziel | Kennzahl | Zieljahr | Basisjahr |
|---|---|---|---|
| Reduktion der CO2eq-Emissionsintensität | 10 % pro Jahr | 2030 | 2019 |
| Reduktion vermeidbarer, energieverbrauchsbezogener Scope 1- und 2-Emissionen | 0 t CO2eq | 2030 | – |
Zusätzlich hat sich das Unternehmen im Berichtsjahr zur Aufstellung von mittelfristigen, wissenschaftsbasierten Klimazielen verpflichtet, die von der unabhängigen Science Based Targets Initiative (SBTi) validiert werden sollen. Die Einreichung der Ziele bei der SBTi soll bis Oktober 2025 erfolgen.
Bereits im Geschäftsjahr 2021 hat Sartorius diverse Dekarbonisierungshebel entlang der Wertschöpfungskette identifiziert. Dazu zählen insbesondere das Produktdesign und die damit verbundene Energieeffizienz und Materialauswahl sowie die Transportaktivitäten des Konzerns. Das Unternehmen arbeitet derzeit an einem konkreten Transitionsplan. In einem ersten Schritt wurde im Berichtsjahr beschlossen, den gesamten Stromverbrauch bis zum Jahr 2030 auf erneuerbare Quellen umzustellen.
Ergebnisse des Konzepts
THG-Bilanz
Die gesamten Brutto-THG-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) nach marktbasierter Berechnung beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf 896.898 t CO2eq (Vorjahr: 1.137.703 t CO2eq; Basisjahr: 573.539 t CO2eq). Dies ist eine Reduktion von 21,2 % im Vergleich zum Vorjahr und eine Steigerung von 56,4 % im Vergleich zum Basisjahr 2019.
Ein Großteil der Emissionen, aktuell rund 96%, resultiert aus Aktivitäten, die im Zusammenhang mit der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) stehen. Ca. 68% sind der vorgelagerten Wertschöpfungskette zuzuordnen; ca. 27 % der nachgelagerten Wertschöpfungskette.
Zur Reduktion der gesamten Brutto-THG-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr haben insbesondere die einkaufs- und transportbedingten THG-Emissionen („Purchased Goods & Services“, „Upstream transportation and distribution“ und „Downstream transportation and distribution) beigetragen, die jeweils um 38,9 % bzw. 42,8 % gesunken sind. Dies lässt sich mit einem Rückgang der Betriebsausgaben für produktionsrelevante Waren und Dienstleistungen sowie einem präziseren Berichtswesen im Berichtsjahr 2023 erklären.
Als einer der größten Treiber der gesamten THG-Emissionen stellen sich die Kapitalgüter („Capital Goods“) dar. Die aus den Investitionen in Kapitalgüter resultierenden THG-Emissionen haben sich im Vergleich zum Vorjahr und Basisjahr stark erhöht (ca. 76,4 % bzw. 356,7 %). Hintergrund sind inbesondere die gestiegenen Bauaktivitäten des Konzerns. Die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr ist darüber hinaus auf ein präziseres Berichtswesen zurückzuführen. Die Emissionen aus Investitionen in Kapitalgüter haben sich somit seit 2019 vom viertgrößten zum drittgrößten Anteil an den Gesamtemissionen entwickelt.
Die Brutto-Scope 1-THG-Emissionen betrugen 13.103 t CO2eq (Vorjahr: 17.939 t CO2eq, Basisjahr: 13.529 t CO2eq) und sind damit um 27,0 % im Vergleich zum Vorjahr und um 3,1 % zum Basisjahr gesunken.Die Brutto-Scope 2-THG-Emissionen nach marktbasierter Berechnung betrugen 26.823 t CO2eq (Vorjahr: 28.714 t CO2eq, Basisjahr: 25.777 t CO2eq) und sind damit um 6,6 % im Vergleich zum Vorjahr verringert und um 4,1 % zum Basisjahr angestiegen. Die Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr sind insbesondere auf den leicht gesunkenen Gesamtenergieverbrauch und der damit einhergehenden Reduktion fossiler Energieträger zurückzuführen (vgl. Erläuterungen im Abschnitt „Energieverbrauch“). Die gesamten Brutto-THG-Emissionen entsprechen den gesamten Netto-THG-Emissionen im Berichtsjahr 2023, da diesen keine negativen THG-Emissionen, sogenannte Carbon Removal, gegengerechnet werden konnten. Carbon Removal gelten nach dem Pariser Klimaschutzabkommen als wichtige THG-Neutralisierungsmaßnahme. Dabei werden THG-Emissionen mithilfe von biologischen, chemischen und physikalischen Verfahren dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt. Die THG-Intensität nach marktbasierter Berechnung, die sich als Brutto -THG-Emissionen pro Nettoumsatz definiert, betrug 0,000264 t CO2eq / € (Vorjahr: 0,000273 t CO2eq / €, Basisjahr: 0,000314 t CO2eq / €). Dies ist eine Reduktion von 3,3 % im Vergleich zum Vorjahr bzw. von 15,7 % im Vergleich zum Basisjahr 2019. Die Entwicklung der Intensität wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Im Vergleich zum Vorjahr sind sowohl die THG-Emissionen als auch der Umsatz zurückgegangen.
THG-Bilanz
| 2023 | 2022 | Basisjahr: 2019 | |
|---|---|---|---|
| Brutto-THG-Emissionen – Scope 1 in t CO2eq | 13.103 | 17.939 | 13.529 |
| Anteil der Scope 1-Emissionen, die unter den regulierten Emissionshandel fallen in % | 0 | 0 | 0 |
| Brutto-THG-Emissionen – Scope 2 – standortbasierte Berechnung in t CO2eq | 48.388 | 53.886 | 30.689 |
| Brutto-THG-Emissionen – Scope 2 – marktbasierte Berechnung in t CO2eq | 26.823 | 28.714 | 25.777 |
| Brutto-THG-Emissionen – Scope 3 t CO2eq | 856.972 | 1.091.050 | 534.233 |
| Kategorie 1: „Purchased goods and services” in t CO2eq | 318.901 | 521.912 | 238.446 |
| Kategorie 2: „Capital goods“ in t CO2eq | 168.488 | 95.492 | 36.892 |
| Kategorie 3: „Fuel- and energy-related activities (nicht in Scope 1 und 2 enthalten)” in t CO2eq | 7.297 | 11.323 | 6.553 |
| Kategorie 4: „Upstream transportation and distribution” in t CO2eq | 73.625 | 128.734 | 57.426 |
| Kategorie 5: „Waste generated in operations“ in t CO2eq | 5.699 | 9.235 | 4.021 |
| Kategorie 6: „Business travel“ in t CO2eq | 21.065 | 21.067 | 26.093 |
| Kategorie 7: „Employee commuting“ in t CO2eq | 18.027 | 22.053 | 15.019 |
| Kategorie 8: „Upstream leased assets“ in t CO2eq | 0 | 0 | 0 |
| Kategorie 9: „Downstream transportation and distribution” in t CO2eq | 6.258 | 10.942 | 4.881 |
| Kategorie 10: „Processing of sold products” in t CO2eq | 0 | 0 | 0 |
| Kategorie 11: „Use of sold products” in t CO2eq | 185.564 | 222.138 | 108.626 |
| Kategorie 12: “End-of-life treatment of sold products” in t CO2eq | 52.049 | 48.153 | 36.276 |
| Kategorie 13: „Downstream leased assets“ in t CO2eq | 0 | 0 | 0 |
| Kategorie 14: „Franchises“ in t CO2eq | 0 | 0 | 0 |
| Kategorie 15: „Investments“ in t CO2eq | 0 | 0 | 0 |
| Gesamte Brutto-THG-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) – standort-basierte Berechnung in t CO2eq | 918.463 | 1.162.875 | 578.451 |
| Gesamte Brutto-THG-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) – marktbasierte Berechnung in t CO2eq | 896.898 | 1.137.703 | 573.539 |
| Gesamte negative THG-Emissionen durch Carbon Removal in t CO2eq | 0 | 0 | |
| Gesamte Netto-THG-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) – standortbasierte Berechnung in t CO2eq | 918.463 | 1.162.875 | 578.451 |
| Gesamte Netto-THG-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) – marktbasierte Berechnung in t CO2eq | 896.898 | 1.137.703 | 573.539 |
| THG-Intensität: Brutto-THG-Emissionen pro Nettoumsatz – standort-basierte Berechnung in t CO2eq / € | 0,000270 | 0,000279 | 0,000317 |
| THG-Intensität: Brutto-THG-Emissionen pro Nettoumsatz – markt-basierte Berechnung in t CO2eq / € | 0,000264 | 0,000273 | 0,000314 |
1 Die dargestellten Daten beinhalten Unsicherheiten und sind mit Blick auf die Scope 3-Emissionen und insbesondere die Werte für einzelne Kategorien derzeit als Indikation zu verstehen. Erläuterungen zur Treibhausgasbilanzierung inklusive der angewendeten Datenkonzepte und Berechnungsmethoden sind auf Seite 141 ff. in der nichtfinanziellen Erklärung zu finden.
2 Aufstellung in Orientierung an GHG Protocol (Corporate Accounting and Reporting Standard 2004 und Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard 2011).
3 ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Polyplus-Gesellschaften
4 basierend auf den von Produktionsstandorten und einigen administrativen Standorten berichteten Daten; ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Gesellschaften
5 ohne die THG-Emissionen aus den Kraftstoffverbräuchen des Fuhrparks
6 Erfassung der flüchtigen Emissionen derzeit nur in Göttingen und Yauco
7 Falls für die marktbasierte Berechnungsmethode kein vertragsspezifischer Emissionsfaktor verfügbar war, wurde gemäß GHG Protocol der standortbasierte Emissionsfaktor verwendet
8 Die Zahl für 2023 ist nur bedingt mit den Vorjahreswerten vergleichbar, da die Berechnungsbasis für das Jahr 2023 erweitert wurde und sich nun auf die gesamten Investitionsausgaben erstreckt. Anpassungen der Vorjahreswerte sind aus Wesentlichkeitsbewertungen für die gesamten THG-Emissionen nicht erfolgt.
9 ohne die THG-Emissionen aus dem Pendelverkehr von Auszubildenden, Praktikanten und Leiharbeitern
10 Diese Kategorie wird gemäß GHG Protocol mit 0 t CO2eq ausgewiesen, da sie derzeit für Sartorius aufgrund der vielfältigen potenziellen Weiterverarbeitungsmöglichkeiten der Produkte mit ihrerseits jeweils spezifischen THG-Profilen nicht angemessen bilanzierbar und einer Abschätzung zufolge auch nicht wesentlich für die gesamte THG-Bilanz des Konzerns ist.
11 Die THG-Bilanzierung erstreckt sich derzeit ausschließlich auf Produkte, für deren Nutzung Strom benötigt wird.
12 Diese Kategorie wird mit 0 t CO2eq ausgewiesen, da die unter THG-Gesichtspunkten relevanteste Unternehmensbeteiligung im Geschäftsjahr 2023 in der Finanzberichterstattung als nicht wesentlich eingestuft worden ist und auch die mit dieser Unternehmensbeteiligung zusammenhängenden THG-Emissionen einer Abschätzung zufolge als nicht wesentlich für die gesamte THG-Bilanz bewertet wurden.
CO2-Emissionsintensität
Im Geschäftsjahr 2023 betrug die CO2-Emissionsintensität, die sich als bereinigte THG-Intensität, das heißt als Brutto-THG-Emissionen pro Nettoumsatz – marktbasierte Berechnung definiert, 272 g CO2eq / € (Vorjahr: 256 gCO2eq / €; Basisjahr: 308 g CO2eq / €). Das bedeutet eine Steigerung um 6,3 % im Vergleich zum Vorjahr und eine Reduktion von 11,4 % im Vergleich zum Basisjahr. Die Veränderungen ergeben sich aus Lagerbewegungen. Die durchschnittliche jährliche Reduktion der CO2eq-Emissionsintensität zum Basisjahr betrug im Berichtsjahr somit 3,1 %.
| 2023 | 2022 | Basisjahr: 2019 | |
|---|---|---|---|
| Bereinigte THG-Intensität: Brutto-THG-Emissionen pro Nettoumsatz – marktbasierte Berechnung in g CO2eq / € | 272 | 256 | 308 |
| Durchschnittliche jährliche Reduktion zum Basisjahr 2019 in % (strategische Betrachtung) | 3,1 | 6,0 | n. r. |
1 Für die „Bereinigte THG-Intensität: Brutto-THG-Emissionen pro Nettoumsatz – marktbasierte Berechnung“ werden in der THG-Kategorie „Purchased goods and services“ anstelle der eingekauften, nur die tatsächlich verbrauchten Waren und Dienstleistungen bilanziert, die für die Herstellung der im Geschäftsjahr verkauften Produkte und Dienstleistungen benötigt wurden. Somit findet eine Bereinigung der Daten um Lagerbestände statt.
Energieverbrauch
Der gesamte Energieverbrauch ist im Geschäftsjahr 2023 um 2,2 % auf 196.403 MWh (Vorjahr: 200.715 MWh) gesunken und befand sich damit auf Vorjahresniveau. Der Anteil erneuerbarer Energien ist um knapp vier Prozentpunkte auf 35,5 % gestiegen (Vorjahr: 31,7 %). Dies lässt sich insbesondere mit dem gesunkenen Gesamtenergieverbrauch und der damit einhergehenden Reduktion fossiler Energieträger erklären. An zwei Standorten erfolgte die Umstellung auf erneuerbare Energien. Der Standort Bangalore bezieht jetzt Strom aus erneuerbaren Quellen und der Standort Göttingen Wärme aus Geothermie. Der konzernweite Abdeckungsgrad mit zertifizierten Energiemanagementsystemen nach ISO 50001 betrug zum 31.12. gemessen an der Anzahl der Mitarbeitenden 27,0 % (Vorjahr: 27,1 % ) und befand sich damit auf Vorjahresniveau. Im Rahmen der standortbezogenen Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 werden systematisch Energieflüsse wie zum Beispiel die genutzten Energieträger und die Energieverbraucher sowie der Stand der Energieeffizienz der größten energieverbrauchenden Anlagen/Einrichtungen und Prozesse/Tätigkeiten ermittelt und bewertet. Daraus können Maßnahmen abgeleitet werden, die die Reduktion von THG-Emissionen in Scope 1 und Scope 2 unterstützen sowie deren Erfolg messen.
Kennzahlen Energie
| 20233 | 20224 | |
|---|---|---|
| Gesamter Energieverbrauch in MWh | 196.403 | 200.715 |
| Erneuerbarer Energieverbrauch in MWh | 69.712 | 63.546 |
| Eingekaufter, zertifizierter erneuerbarer Strom in MWh | 65.594 | 62.256 |
| Eigenerzeugter Solarstrom in MWh | 2.089 | 697 |
| Eingekaufte Geothermie in MWh | 441 | 594 |
| Eigenerzeugte Geothermie in MWh | 1.589 | n. a. |
| Andere eingekaufte erneuerbare Energie in MWh | 0 | 0 |
| Nicht erneuerbarer Energieverbrauch in MWh | 126.691 | 137.169 |
| Eingekauftes Erdgas in MWh | 53.884 | 60.774 |
| Eingekaufter nicht erneuerbarer Strom in MWh | 57.599 | 53.422 |
| Eingekaufte Fernwärme in MWh | 8.925 | 10.653 |
| Eingekaufter Diesel in MWh | 4.459 | 8.797 |
| Eingekauftes Heizöl in MWh | 1.199 | 2.490 |
| Einkaufte Fernkälte in MWh | 625 | 815 |
| Eingekauftes LPG in MWh | 0 | 218 |
| Gesamter Anteil erneuerbarer Energien in % | 35,5 | 31,7 |
| Zertifizierte Managementsysteme nach ISO 50001 - Abdeckungsgrad Mitarbeitende zum 31.12. in % | 27,0 | 27,1 |
1 Die Aufstellung der Kennzahlen erfolgte in Orientierung an den GRI Standards.
2 ohne die Kraftstoffverbräuche des Fuhrparks
3 ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Polyplus-Gesellschaften
4 Die Daten für das Geschäftsjahr 2022 wurden aus der nichtfinanziellen Erklärung 2022 übernommen.# Materialien und Zirkularität
Ambition Sartorius bezieht ein breites Spektrum an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen zur Herstellung von Produkten und Produktverpackungen. Hierzu gehören insbesondere Kunststoff-, Metall- und Elektronikkomponenten sowie Chemikalien. Ziel eines zirkulären Wirtschaftens ist es, durch Kreislaufführung von Materialien, Wirtschaftswachstum und Umweltbelastungen voneinander zu entkoppeln, d. h., es wird nicht nur der Verbrauch von Ressourcen, sondern gleichzeitig auch die Erzeugung von Abfällen, Umweltverschmutzung und Treibhausgasemissionen reduziert. Der im Geschäftsjahr 2023 formulierte Anspruch des Unternehmens ist es, verwertungsfähige Abfälle zu minimieren und den Ressourceneinsatz entlang der Wertschöpfungskette zu optimieren.
Konzept und Due-Diligence-Prozesse
Aufgrund ihrer Vorteile für die Effizienz und Flexibilität sowie die Sicherheit von Patientinnen und Patienten, haben sich in der biopharmazeutischen Branche Einwegprodukte aus Kunststoff auf Basis primärer fossiler Rohstoffe etabliert. Beispiele dafür sind sterile Filter, Beutel und Schläuche. Einwegprodukte tragen aktuell rund 60 -70 % zum Konzernumsatz bei und stehen im Fokus der aktuellen Geschäftsstrategie. In der Regel müssen diese Produkte am Lebensende aufgrund der gesetzlichen Vorgaben als kontaminierter Abfall verbrannt werden. Das Wirtschaften in geschlossenen Kreisläufen stellt deshalb und aufgrund der hohen Qualitätsvorgaben für medizinische Produkte, für die Branche und Sartorius erhebliche Herausforderungen dar. Um bestmögliche Marktakzeptanz für ein zirkuläres Portfolio zu erreichen, steht Sartorius im Austausch mit seinen Kunden und engagiert sich in Branchenverbänden wie BioPhorum und BPSA. Im Vergleich zu anderen Branchen weisen die durch biopharmazeutische Produkte verursachten Kunststoffabfälle geringe Volumina auf, weshalb ökonomische und ökologische Aspekte bezüglich einer Entsorgungsinfrastruktur abzuwägen sind. Trotz der bestehenden Herausforderungen sieht Sartorius Potenzial zur Verbesserung des Ressourceneinsatzes entlang der Wertschöpfungskette. Im Berichtsjahr hat der Vorstand deshalb das Konzernziel aufgestellt, im Jahr 2030 mindestens 75 % des Konzernumsatzes mit Produkten zu generieren, deren Design Zirkularitätsprinzipien entspricht. Dieses schließt die Produkt- und Transportverpackung ein. Zu den Zirkulariätsprinzipien zählen Haltbarkeit/Lebensdauer, Wiederverwendbarkeit, Reparaturfähigkeit, Demontage, Wiederaufarbeitung, Aufbereitung, Recycling, Rückführbarkeit in den biologischen Kreislauf oder eine andere kreislauforientierte Optimierung der Verwendung des Produkts oder Materials. Eine genaue Umsetzungsplanung wird derzeit erarbeitet. Zunächst treibt das Unternehmen die Schaffung einer konzernweiten Datentransparenz zu Ressourcenströmen voran. Hierzu wurde im Berichtsjahr ein mehrjähriges Masterdatenprogramm gestartet, um erste Schritte zur Bilanzierung von Ressourcenzu- und abflüssen des Unternehmens in die Wege zu leiten.
Schaffung von Datentransparenz – Bilanzierung von Ressourcenzu- und abflüssen im Konzern
Die Durchführung sogenannter Lebenszyklusanalysen ist ebenfalls eine zentrale Maßnahme, um Umweltauswirkungen von Produkten und Verpackungen sowie Prozessen zu quantifizieren und Verbesserungspotenziale abzuleiten. Mit diesen Analysen haben Nachhaltigkeitsexperten in den operativen Sparten mit Fokus auf besonders relevante Produkte bzw. Produktgruppen im Berichtsjahr begonnen. Betriebliche Abfälle sollen bereits im Produktionsprozess durch die Reduktion von Verschnitt oder die Wiederverwendung vermieden werden. Dies betrifft vor allem die Beutel-, Membran- und Filterkerzenproduktion. Die relevanten Standorte haben hierzu ein betriebliches Abfallmanagement etabliert. Im Berichtsjahr hat der Vorstand das Ziel beschlossen, 2030 null betriebliche Abfälle der Deponierung zuzuführen.
Die Sartorius-Zirkularitätsziele im Überblick
Ergebnisse des Konzepts
Das gesamte Abfallaufkommen ist um 46,2 % auf 10.003 t gesunken (Vorjahr: 18.581 t). Dies ist auf einen Sondereffekt verursacht durch den Standort Yauco in Puerto Rico zurückzuführen. Hier sind im Vorjahr größere Mengen an gelagertem Abwasser als Abfall zur Entsorgung beauftragt worden, die im Berichtsjahr nicht mehr angefallen sind. Das nach jeweils lokaler Gesetzgebung als gefährlich eingestufte Abfallaufkommen hat sich um 40,9 % auf 2.121 t reduziert (Vorjahr: 3.593 t). Gefährlicher Abfall entsteht vorwiegend in der Membranproduktion durch den Einsatz von Lösungsmitteln. Dazu beigetragen hat im Wesentlichen ein produktionsbedingter Rückgang an den Standorten Yauco und Göttingen in Deutschland. In Yauco wurde der gefährliche Abfall zudem durch den erweiterten Betrieb der Destillationsanlage reduziert. Der Anteil nicht recycelter Abfälle betrug 53,8 % (Vorjahr: n. a.). Die gesamte Abfallrecyclingquote betrug demnach 46,2 % (Vorjahr: 28,8 %) und ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Entwicklung steht ebenfalls im Zusammenhang mit dem oben genannten Sondereffekt, der zu einer erhöhten Gesamtabfallmenge und damit einem geringeren Recycling-Anteil im Vorjahr führte und im Berichtsjahr entfällt. Kunststoffabfall nimmt einen Anteil von 12 % am gesamten Abfallaufkommen ein. Kunststoffabfall hat sich um 43,8 % auf 1.188 t reduziert (Vorjahr: 2.113 t). Die Kunststoffrecyclingquote ist um 6,5 Prozentpunkte auf 68,9 % gesunken (Vorjahr: 75,4 %). Die Entwicklung ergibt sich aus einer Produktionsreduktion und damit einhergehend einer reduzierten Kunststoffabfallmenge. Der größte Reduktionsbeitrag ist auf den Standort Aubagne in Frankreich zurückzuführen.
Kennzahlen
| Abfallaufkommen¹ | 2023² | 2022³ |
|---|---|---|
| Abfallaufkommen in t | 10.003 | 18.581 |
| Von der Beseitigung abgewendete Abfälle | 4.625 | n. a. |
| Gefährlicher Abfall | 409 | 3.593 |
| Vorbereitung zur Wiederverwendung | 0 | n. a. |
| Recycling⁴ | 409 | 456 |
| Sonstige Verwertungsverfahren | 0 | n. a. |
| Nicht gefährlicher Abfall | 4.216 | 14.988 |
| Vorbereitung zur Wiederverwendung | 0 | n. a. |
| Recycling⁴ | 4.216 | 4.894 |
| Sonstige Verwertungsverfahren | 0 | n. a. |
| Zur Beseitigung bestimmte Abfälle | 5.377 | n. a. |
| Gefährlicher Abfall⁵ | 1.712 | n. a. |
| Verbrennung | 1.363 | n. a. |
| Deponierung | 0 | n. a. |
| sonstige Arten der Beseitigung | 350 | n. a. |
| Nicht gefährlicher Abfall | 3.665 | n. a. |
| Verbrennung | 741 | n. a. |
| Deponierung | 1.465 | n. a. |
| sonstige Arten der Beseitigung | 1.459 | n. a. |
| Anteil nicht recycelter Abfälle in % | 53,8 % | n. a. |
¹ Die Aufstellung der Kennzahlen erfolgte in Orientierung an den GRI Standards.
² ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Polyplus-Gesellschaften
³ Die Daten für das Geschäftsjahr 2022 wurden aus der nichtfinanziellen Erklärung 2022 übernommen.
⁴ Recycling definiert sich als Wiederaufbereitung von Produkten, Komponenten und Materialien.
⁵ Die Einstufung als gefährlicher Abfall erfolgt jeweils gemäß lokaler Gesetzgebung.
Konzernumsatz mit zirkulären Produkten
An einem Datenkonzept zur Erhebung des Konzernumsatzes mit Produkten, deren Design auf Zirkularität ausgerichtet ist, wird derzeit gearbeitet. Diesen Indikator hat Sartorius im Geschäftsjahr 2023 neu eingeführt, um die Erreichung der oben beschriebenen Konzernziele 2030 zu messen. Für das Berichtsjahr wird daher noch kein Wert ausgewiesen.
| Konzernumsatz mit zirkulären Produkten | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Konzernumsatz mit Produkten, deren Design auf Zirkularität ausgerichtet ist in Mio. € | n. a. | n. a. |
Abfalldeponierungsquote
Die Abfalldeponierungsquote betrug 14,6 % im Geschäftsjahr 2023 (Vorjahr: n.a.). Diesen Indikator hat Sartorius im Geschäftsjahr 2023 neu eingeführt, um die Erreichung der oben beschriebenen Konzernziele 2030 zu messen.
| Abfalldeponierungsquote¹ | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Betriebliche Abfälle zur Deponierung in % | 14,6 | n. a. |
¹ ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Polyplus-Gesellschaften.
Wasser und Abwasser
Ambition
Wasser wird bei Sartorius insbesondere in der Membranproduktion und -modifizierung der Sparte Bioprocess Solutions eingesetzt. Die Herstellungsprozesse für Membranen und Membranprodukte sind optimiert für einen minimalen Einsatz von Spülwasser. Organische Lösungsmittel werden verarbeitet und weitgehend recycelt. Ziel ist die Einhaltung von Vorschriften bei der Verwendung und Handhabung von Gefahrstoffen sowie die kontinuierliche Steigerung der Recyclingquoten und das Management von Lösungsmittelrückständen im Abwasser. Auf kritische Stoffe soll bei der Entwicklung von neuen Produkten verzichtet werden.
Konzept und Due-Diligence-Prozesse
An den Standorten der Membranproduktion Göttingen, Deutschland, und Yauco, Puerto Rico, werden Destillationsanlagen betrieben, die ein nahezu vollständiges Recycling von Lösungsmitteln aus dem Produktionsprozess zur eigenen Wiederverwendung ermöglichen. Für in diesem Prozess nicht recycelte Lösungsmittel wird die Entsorgung durch externe Dienstleister beauftragt. Die gemäß gesetzlichen Grenzwerten vorgereinigten Produktionsabwässer werden in die Kanalisation eingeleitet oder es werden externe Dienstleister zur weiteren Aufbereitung beauftragt. EHS-Manager an den Standorten sind für das lokale Umweltmanagement zuständig. Im Rahmen der lokalen Umweltmanagementsysteme werden Umweltaspekte regelmäßig identifiziert und analysiert, um auf dieser Basis Verbesserungsmaßnahmen ableiten zu können.
Ergebnisse des Konzepts
Die Wasserentnahme belief sich für das Geschäftsjahr 2023 auf 699.562 m3 (Vorjahr: 701.568 m3) und befand sich damit konstant auf Vorjahresniveau. Dazu beigetragen haben mehrere Effekte resultierend u.a. aus Neuakquisitionen, Produktionsrückgängen und Erweiterungen des Berichtswesens, die sich gegeneinander aufheben. Mit 96,0 % entfiel der größte Anteil der gesamten Wasserentnahme (Vorjahr: 95,9 %) auf die öffentliche Wasserversorgung. Ein konstanter Anteil von 12,9 % an der Gesamtwasserentnahme stammte aus Wasserstressgebieten (Vorjahr: 12,7 %). Das Vorjahr wurde von 67,6 auf 12,7 % aufgrund neuer Klassifizierungen des World Resources Institute angepasst. Zum 31.12.betrug der Abdeckungsgrad mit zertifizierten Umweltmanagementsystemen nach ISO 14001 gemessen an der Anzahl der Mitarbeitenden 50,6 % (Vorjahr: 53,6 ). Die Reduktion ergibt sich aus der verringerten Gesamtanzahl der Mitarbeitenden.
Kennzahlen Wasser
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| Gesamte Wasserentnahme in m3 | 699.562 | 701.568 |
| Öffentlicher Versorger in m3 | 671.825 | 672.630 |
| Grundwasser in m3 | 15.973 | 19.119 |
| Oberflächenwasser m3 | 11.764 | 9.820 |
| Gesamte Wasserentnahme aus Wasserstressgebieten in %⁴ | 12,9 | 12,75⁵ |
- Zertifizierte Managementsysteme nach ISO 14001 - Abdeckungsgrad Mitarbeitende zum 31.12. in % 50,6 53,6
- ¹ Die Aufstellung der Kennzahlen erfolgte in Orientierung an den GRI Standards.
- ² ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Polyplus-Gesellschaften.
- ³ Die Daten für das Geschäftsjahr 2022 wurden aus der nichtfinanziellen Erklärung 2022 übernommen.
- ⁴ Als Wasserentnahme aus Wasserstressgebieten werden Wasserentnahmen gezählt, für die eine Klassifizierung als „hoch“ (40 -80 %) oder „sehr hoch“ (> 80 %) gemäß World Resources Institute (WRI) „Aqueduct Water Risk Atlas“ vorliegt.
- ⁵ Das Vorjahr wurde aufgrund der Verwendung des aktualisierten World Resources Institute (WRI) „Aqueduct Water Risk Atlas“ (Version 4.0) von 67,7 % auf 12,7 % angepasst.
Soziale Verantwortung
Ambition
Vor dem Hintergrund der angestrebten Entwicklung des Konzerns sowie des demografischen Wandels ist Sartorius auf die Gewinnung und Bindung talentierter Mitarbeitender angewiesen. Hierzu ist die Schaffung eines attraktiven, fairen und sicheren Arbeitsumfelds zentral. Als Unterzeichner des UN Global Compact hat sich der Konzern dazu verpflichtet, grundlegende Menschenrechte im eigenen Einflussbereich zu respektieren.
Konzept und Due-Diligence-Prozesse
Menschenrechte und Arbeitsstandards
Eine Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte sowie eine Position „Arbeits- und Sozialstandards“ und „Arbeitssicherheit und Gesundheit“ ist im Intranet allen Mitarbeitenden weltweit zugänglich. Die Menschenrechte und Arbeitsstandards, zu denen sich Sartorius bekennt, beinhalten die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, die Internationale Menschenrechtscharta, insbesondere die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (Zivilpakt) und den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (Sozialpakt) der Vereinten Nationen, die Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über grundlegende Prinzipien und Rechte am Arbeitsplatz und die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen.
Der Sartorius-Verhaltenskodex legt die Mindeststandards für gesetzestreues und ethisches Handeln im Konzern verbindlich fest, zu denen auch konzernweite Arbeitsstandards gehören. Die Umsetzung der Arbeitsstandards wird von unterschiedlichen Funktionen auf verschiedenen Ebenen bei Sartorius gesteuert. Beispielsweise koordiniert die Abteilung Environment, Health & Safety (EHS) die weltweiten Konzepte im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Einzelne Standorte haben außerdem spezifische Managementsysteme nach ISO 45001 etabliert.
Die Einhaltung der Regelungen des Kodexes wird im Rahmen des Compliance-Management-Systems beispielsweise durch regelmäßige interne Prüfungen der Konzernrevision überwacht. Einmal jährlich erfolgt ein Bericht an das zuständige Gremium des Aufsichtsrates. Weitere Informationen zum Compliance-Management-System finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 97 ff. in diesem Geschäftsbericht.
Die Einhaltung von menschenrechtlichen Vorgaben im Verhaltenskodex wird zusätzlich auch durch externe Audits überprüft, die durch eine akkreditierte Organisation nach den Standards der Pharmaceutical Supply Chain Initiative (PSCI) durchgeführt werden. PSCI hat sich in der Pharmabranche zur Förderung von Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette etabliert. Hierfür werden jeweils fünf Standorte jährlich in einem rollierenden Verfahren an risikobasiert ausgewählten Standorten ausgewählt.
Mitarbeitende haben zudem jederzeit die Möglichkeit, Verstöße gegen Menschenrechte und Arbeitsstandards bei der zuständigen Führungskraft, den Arbeitnehmervertretern, dem oder der Compliance-Beauftragten oder über die Compliance- oder der Whistleblowing-Hotline sowie anonym über das Hinweisgeberportal zu melden.
Vielfalt
Als Unterzeichner der Charta der Vielfalt setzt sich Sartorius über diese grundlegenden Arbeitsstandards hinaus für die Förderung der Vielfalt der Belegschaft ein. In diesem Zusammenhang haben sich unternehmensweite Netzwerke etabliert, wie zum Beispiel eine LGBTQ-Allianz und die Sartorius Business Women Association zur Etablierung von Geschlechterparität in Führungspositionen.
Beschäftigungsfähigkeit
Sartorius engagiert sich für die Förderung der kontinuierlichen persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung der Mitarbeitenden und hat dies auch in den Führungskräfteleitlinien festgeschrieben. Jährliche Gespräche zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden dienen dazu, individuelle Leistung, Ziele und Entwicklungsmöglichkeiten zu reflektieren. Das Unternehmen bietet konzernweit diverse Weiterbildungsangebote wie Führungskräfteentwicklungs- und Mentoringprogramme, Selbstlernmöglichkeiten sowie auch Entsendungsmöglichkeiten.
Zufriedenheit
Im Rahmen einer zweimal jährlich stattfindenden globalen Befragung der Mitarbeitenden ermittelt der Konzern regelmäßig ein Stimmungsbild und lässt zum Beispiel die Unternehmens- und Führungskultur, den Arbeitsplatz sowie die Arbeitszufriedenheit im Allgemeinen bewerten. Der sogenannte „Employee Net Promoter Score“, der die Weiterempfehlungsbereitschaft der Mitarbeitenden von Sartorius als Arbeitgeber misst, ist Bestandteil der kurzfristigen variablen Vergütungskomponenten des Vorstands sowie des Managements. Sartorius hat sich das Ziel gesetzt, jährlich einen durchschnittlichen Score von 35 zu erreichen.
Ergebnisse des Konzepts
Im Geschäftsjahr 2023 beschäftigte Sartorius insgesamt 14.614 Mitarbeitende, 8,3 % weniger als im Vorjahr (Vorjahr: 15.942). In den Vorjahren hatte Sartorius den Personalbestand im Zusammenhang mit dem signifikanten Umsatzwachstum stark aufgebaut, diesen im Berichtszeitraum aber an die veränderten Nachfragebedingungen und den verringerten Kapazitätsbedarf angepasst. Die Belegschaft bestand ähnlich wie im Vorjahr zu 38,7 % aus Frauen (Vorjahr: 38,9 %) und zu einem überwiegenden Teil aus Mitarbeitenden der Altersgruppe 30 -49 Jahre, die einen Anteil von 61,7 % einnahmen (Vorjahr: 58,8 %). Das Durchschnittsalter und die Betriebszugehörigkeit lagen fast unverändert zum Vorjahr bei 40,2 Jahren (Vorjahr: 39,2) bzw. 7,5 Jahren (Vorjahr: 6,6). 4,7 % der Mitarbeiter arbeiteten ähnlich wie im Vorjahr in Teilzeit (Vorjahr: 5,6 %).
Im Geschäftsjahr 2023 fanden fünf externe nachhaltigkeitsbezogene Standortaudits nach den Standards der PSCI statt. Der Abdeckungsgrad der Mitarbeitenden für diese Standortaudits betrug 17,1 % (Vorjahr: 38,5). In vier der Audits wurde die Einhaltung von Menschenrechtsaspekten geprüft. Dies entspricht einem Abdeckungsgrad von 10,4 %. Der Rückgang ist in beiden Fällen darauf zurückzuführen, dass drei Standorte einer einzigen Gesellschaft auditiert worden sind, wodurch der Anteil an den gesamten Mitarbeitenden geringer ist als im Vorjahr, in dem unterschiedliche Gesellschaften überprüft wurden.
Zertifizierte Arbeitssicherheitsmanagementsysteme erstreckten sich auf 6,6% der gesamten Mitarbeitenden (Vorjahr: 6,9 %).
Im gesamten Konzern ereigneten sich 4,5 Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden (Vorjahr: 5,8). Somit ereigneten sich 1,3 Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden weniger als im Vorjahr. Die Anzahl der Arbeitsunfälle unterliegt normalen Schwankungen und lässt sich nicht komplett durch Sartorius steuern. Im Geschäftsjahr 2023 wurden drei Arbeitsunfälle mit schwerwiegenden Folgen verzeichnet (Vorjahr: 3). Hierbei handelt es sich um Arbeitsunfälle, die mehr oder absehbar mehr als sechs Monate Ausfallzeit verursachen. Wie auch im Vorjahr verlief keiner der Arbeitsunfälle tödlich (Vorjahr: 0).
Die Weiterbildungsmaßnahmen beliefen sich insgesamt auf 276.758 Stunden (Vorjahr: 232.699) und sind somit um 18,9 % gestiegen. Dies sind durchschnittlich 19,4 Weiterbildungsstunden je Mitarbeitenden (Vorjahr: 14,8), die im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen sind. Hierzu trug die vermehrte Nutzung digitaler Weiterbildungsangebote bei.
Die Fluktuationsrate ist auf 14,0 % gestiegen (Vorjahr: 9,2%) und die Neueinstellungsrate auf 5,9 % gesunken (Vorjahr: 22,9 %). Die Steigerung der Fluktuationsrate ist auf gezielte Programme zur Anpassung des Personalbedarfs an die veränderten Nachfragebedingungen zurückzuführen. Die Verringerung des Kapazitätsbedarfs hatte eine verringerte Neueinstellungsrate zur Folge.
Der Employee Net Promoter Score belief sich im Jahresdurchschnitt auf 3,1 und ist damit im Vergleich zum Vorjahr signifikant gesunken (Vorjahr: 29,2). Damit wird das jährliche, vergütungsrelevante Unternehmensziel von 35 nicht erreicht. Im vergangenen Jahr mussten diverse Personalmaßnahmen ergriffen werden (siehe auch Erläuterungen zur Fluktuations- und Einstellungsrate), um auf die veränderte Marktdynamik zu reagieren. Diese Maßnahmen sollen die langfristige Wirtschaftlichkeit des Unternehmens sichern, wirken sich jedoch kurzfristig auf die Haupttreiber des Employee Net Promoter Score aus.# Kennzahlen soziale Verantwortung
| 2023 | 2022¹ | |
|---|---|---|
| Gesamte Mitarbeitende zum 31.12.² | 14.614 | 15.942 |
| Frauen in % | 38,7 | 38,9 |
| Altersgruppe ≤ 29 Jahre in % | 16,4 | 20,8 |
| Altersgruppe 30-49 Jahre in % | 61,7 | 58,8 |
| Altersgruppe ≥ 50 Jahre in % | 21,9 | 20,4 |
| Teilzeit in % | 4,7 | 5,6 |
| Durchschnittsalter | 40,2 | 39,2 |
| Frauen in Führungspositionen in % | 32,3 | 32,9 |
| Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit zum 31.12.² | 7,5 | 6,6 |
| Frauen | 7,1 | 6,1 |
| Männer | 7,8 | 6,8 |
| < 5 Jahre in % | 55,1 | 61,1 |
| 5-15 Jahre in % | 30,3 | 25,5 |
| > 15 Jahre in % | 14,7 | 13,4 |
| Externe nachhaltigkeitsbezogene Standortaudits (PSCI Audits) | 5 | 5 |
| Abdeckungsgrad Mitarbeitende in % | 17,1 | 38,5 |
| Zertifizierte Managementsysteme nach ISO 45001 - Abdeckungsgrad Mitarbeitende zum 31.12. in % | 6,6 | 6,9 |
| Arbeitsunfälle³, ⁴, ⁵ | 122 | 159 |
| Arbeitsunfälle pro 1 Mio. Arbeitsstunden³, ⁴, ⁵, ⁶ | 4,5 | 5,8 |
| Schwerwiegende Arbeitsunfälle ³, ⁴, ⁵, ⁷ | 3 | 3 |
| Arbeitsunfälle mit Todesfolge ³, ⁴, ⁵ | 0 | 0 |
| Gesamte Weiterbildungsstunden ⁸ | 276.758 | 232.699 |
| Gesamte durchschnittliche Weiterbildungsstunden je Mitarbeitenden ⁸ | 19,4 | 14,8 |
| Frauen | 18,8 | 15,2 |
| Männer | 19,7 | 14,5 |
| Gesamte Fluktuationsrate in %⁹ | 14,0 | 9,2 |
| Frauen | 15,3 | 10,1 |
| Männer | 13,2 | 8,5 |
| Altersgruppe ≤ 29 Jahre in % | 23,9 | 13,3 |
| Altersgruppe 30-49 Jahre in % | 11,9 | 7,8 |
| Altersgruppe ≥ 50 Jahre in % | 12,4 | 8,9 |
| Gesamte Neueinstellungsrate in %¹⁰ | 5,9 | 22,9 |
| Frauen | 6,4 | 24,2 |
| Männer | 5,6 | 22,1 |
| Altersgruppe ≤ 29 Jahre in % | 14,1 | 44,2 |
| Altersgruppe 30 - 49 Jahre in % | 4,7 | 20,1 |
| Altersgruppe ≥ 50 Jahre in % | 3,0 | 9,4 |
| Employee Net Promoter Score | 3,1 | 29,2 |
¹ Die Daten für das Geschäftsjahr 2022 wurden aus der nichtfinanziellen Erklärung 2022 übernommen.
² Bezieht sich auf alle aktiven Mitarbeiter ohne Auszubildende, Praktikanten, Leiharbeiter und inaktive Mitarbeiter.
³ Die Aufstellung der Kennzahlen erfolgte in Orientierung an den GRI Standards.
⁴ Gezählt werden alle Arbeitsunfälle, die über Erste Hilfe hinausgehen, das heißt bei denen ein Arztbesuch erforderlich ist; ohne Wegeunfälle; bezieht sich auf alle Mitarbeiter, die einen Arbeitsvertrag mit Sartorius haben.
⁵ ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Polyplus Gesellschaften
⁶ Arbeitsstunden beziehen sich auf alle aktiven Mitarbeiter ohne Auszubildende, Praktikanten, Leiharbeiter
⁷ Als schwerwiegende Arbeitsunfälle werden solche gezählt, die mehr als 6 Monate Ausfallzeit verursacht haben oder verursachen werden.
⁸ Bezieht sich nur auf ganzjährig konsolidierte Gesellschaften.
⁹ Die Fluktuation beinhaltet sowohl freiwillige, neutrale als auch unfreiwillige Austritte aus dem Konzern. Austritte aufgrund von befristeten Verträgen und Wechsel innerhalb des Konzerns werden nicht berücksichtigt.
¹⁰ Neueinstellungen beinhalten ausschließlich Einstellungen von Mitarbeitern, die zuvor noch keinen Vertrag mit einer Sartorius Gesellschaft hatten sowie die Umwandlung von Verträgen von Auszubildenden, Trainees und Leiharbeitern in eine Festanstellung.
Unternehmensführung
Ambition
Wesentliche Pfeiler der Unternehmenskultur bei Sartorius sind eine an den Interessen der Stakeholder ausgerichtete Unternehmensführung, rechtmäßiges und verantwortungsvolles Handeln sowie eine konstruktive, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Organen der Unternehmensführung und innerhalb des Unternehmens.
Konzept und Due-Diligence-Prozesse
Die Unternehmensführung orientiert sich an den Vorgaben des deutschen Aktiengesetzes und den Empfehlungen des Corporate Governance Kodex. Die Erklärung zur Unternehmensführung und Entsprechenserklärung ist auf Seite 97 ff. in diesem Geschäftsbericht zu finden. Mit einem konzernweiten Compliance-Management-System will Sartorius sicherstellen, dass Organmitglieder, Führungskräfte und Mitarbeitende alle gesetzlichen Regeln und Kodizes einhalten und entsprechend den internen Richtlinien handeln. Im Berichtsjahr wurde ein Compliance-Management-Handbuch eingeführt, das die Zuständigkeiten und Befugnisse einzelner Funktionen zusammenfassend beschreibt und die Prozesse für eine effiziente Zusammenarbeit der verschiedenen Funktionen dargelegt. Die Grundzüge des Compliance-Management-Systems, werden in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 97 ff. erläutert. Zentraler Bestandteil des Compliance-Management-Systems ist auch das Thema Antikorruption. Ein spezieller Antikorruptionskodex bündelt die Vorgaben an die Mitarbeitenden. Diese werden regelmäßig bezüglich des Kodexes geschult.
Ergebnisse des Konzepts
Im Geschäftsjahr 2023 haben 11.570 Mitarbeitende (Vorjahr: 11.883 Mitarbeitende) das Training für den Verhaltenskodex und 11.490 Mitarbeitende (Vorjahr: 12.154 Mitarbeitende) das Training zum Antikorruptionskodex absolviert. Dies sind jeweils 81,1 % bzw. 80,5 % der gesamten Mitarbeitenden (Vorjahr: 75,6 % bzw. 77,4 %). Die Steigerung der Prozentanteile ergibt sich aufgrund der gesunkenen Gesamtanzahl der Mitarbeitenden.
Kennzahlen Unternehmensführung
| 2023¹ | 2022² | |
|---|---|---|
| Mitarbeitende, die eine Schulung zum Verhaltenskodex absolviert haben | 11.570 | 11.883 |
| Abdeckungsgrad Mitarbeitende in % | 81,1 | 75,6 |
| Mitarbeitende, die eine Schulung zum Antikorruptionskodex absolviert haben | 11.490 | 12.154 |
| Abdeckungsgrad Mitarbeitende in % | 80,5 | 77,4 |
¹ Ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten oder neu gegründeten Gesellschaften.
² Die Daten für das Geschäftsjahr 2022 wurden aus der nichtfinanziellen Erklärung 2022 übernommen.
Nachhaltigkeit in der Lieferkette
Ambition
Sartorius erwartet die Befolgung und Förderung von Nachhaltigkeitsstandards von seinen Lieferanten sowie auch von deren Lieferanten.
Konzept und Due-Diligence-Prozesse
Die grundlegenden Nachhaltigkeitsanforderungen wurden im Verhaltenskodex für Geschäftspartner festgelegt, welcher im September 2022 hinsichtlich einiger Menschenrechtsthemen im Kontext der Implementierung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) aktualisiert und in neuer Version veröffentlicht wurde. Der Verhaltenskodex ist seit 2022 für neue Lieferanten verbindlich und soll auch von bestehenden Lieferanten unterzeichnet werden. Für die Nachhaltigkeitsbewertung von Lieferanten existiert ein standardisierter, mehrstufiger Prozess. Dieser basiert auf internen und externen Informationen und sieht Korrektivmaßnahmen bei Abweichungen vor. In der Sparte Bioprocess Solutions wurde ein Risikokomitee eingerichtet, in dem die Ergebnisse regelmäßig berichtet und Maßnahmen beschlossen werden. Der Lieferantenbewertungsprozess beinhaltet die Überprüfung der Einhaltung von Nachhaltigkeitsanforderungen mithilfe von Selbstauskünften, welche auf standardisierten Fragebögen von anerkannten Anbietern basieren. Für ausgewählte Lieferanten beauftragt Sartorius externe, unabhängige Nachhaltigkeitsaudits vor Ort. Weiterhin sind Nachhaltigkeitsaspekte Bestandteil der von Sartorius selbst durchgeführten Qualitätsaudits vor Ort. Für die Verbindlichkeit des Verhaltenskodexes für Lieferanten und die Überprüfung der Einhaltung der Vorgaben sind die Einkaufsabteilungen verantwortlich. Die Durchführung der Qualitätsaudits liegt im Verantwortungsbereich der Qualitätsabteilungen. Darüber hinaus steht Sartorius mit Lieferanten im kontinuierlichen Austausch, um das Engagement für Nachhaltigkeitsthemen zu fördern.
Ergebnisse des Konzepts
Im November 2023 hat die Sparte Bioprocess Solutions mit knapp 20 ausgewählten, internationalen Lieferanten am Hauptstandort in Göttingen einen Workshop veranstaltet, um unter anderem die Themen Klimaschutz und die Umsetzung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) zu diskutieren und damit weiter voranzutreiben. Zum 31.12.2023 hatten 2.675 Lieferanten den Sartorius Verhaltenskodex unterzeichnet (Vorjahr: 441). Diese Zahl enthält alle neuunterzeichneten Dokumente seit dem 01.10.2022, die sich zum Großteil auf den aktualisierten Verhaltenskodex aus dem Jahr 2022 und in einigen Fällen auf den veralteten Verhaltenskodex aus dem Jahr 2019 sowie gegenseitige Anerkennungen gleichwertiger Verhaltenskodizes beziehen. Der Abdeckungsgrad des Einkaufsvolumens betrug somit 45 % (Vorjahr: 12 %). Die Unterzeichnung des Verhaltenskodex wurde im Berichtsjahr forciert Es lagen außerdem 1.779 gültige nachhaltigkeitsbezogene Lieferantenselbstauskünfte vor (Vorjahr: 654), was einem Abdeckungsgrad des Einkaufsvolumens von 51 % auf dem Niveau des Vorjahres entspricht (Vorjahr: 49 %). Weiterhin wurden 62 eigene qualitätsbezogene Lieferantenaudits durchgeführt, die Nachhaltigkeitsaspekte beinhalteten (Vorjahr: 125). Das waren 50 % weniger als im Vorjahr, da die Auswahl der Lieferanten, die einem Audit unterzogen wurden, erstmals risikobasiert auf Basis der Ergebnisse des oben beschriebenen Nachhaltigkeitsbewertungsprozesses erfolgte. Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr noch keine externen Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten vor Ort durchgeführt. Der Fokus lag zunächst auf anderen oben beschriebenen Maßnahmen des Due-Diligence-Systems.
Kennzahlen Nachhaltigkeit in der Lieferkette
| 2023 | 2022¹ | |
|---|---|---|
| Lieferanten, die den Verhaltenskodex 2023 unterzeichnet haben² | 2.675 | 441 |
| Abdeckungsgrad Einkaufsvolumen in % | 45 | 12 |
| Nachhaltigkeitsbezogene Lieferantenselbstauskünfte zum 31.12. ², ³ | 1.779 | 654 |
| Abdeckungsgrad Einkaufsvolumen zum 31.12. in %³ | 51 | 49 |
| Externe nachhaltigkeitsbezogene Lieferantenaudits | 0 | 0 |
| Abdeckungsgrad Einkaufsvolumen in % | 0 | 0 |
| Eigene qualitätsbezogene Lieferantenaudits, die Nachhaltigkeitsaspekte beinhalten | 62 | 125 |
¹ Die Daten für das Geschäftsjahr 2022 wurden aus der nichtfinanziellen Erklärung 2022 übernommen.
² Betrachtet wurden alle Lieferanten, die im ERP-System einkaufsseitig angelegt sind. Tochtergesellschaften sind über den Mutterkonzern abgedeckt. Diese Zahl enthält alle neuunterzeichneten Dokumente seit dem 01.10.2022, die sich zum Großteil auf den aktualisierten Verhaltenskodex aus dem Jahr 2022 und in einigen Fällen auf den veralteten Verhaltenskodex aus dem Jahr 2019 sowie gegenseitige Anerkennungen gleichwertiger Verhaltenskodizes beziehen.
³ Abdeckungsgrad des Einkaufsvolumens.# 3 Nachhaltigkeitsberichterstattung (Nichtfinanzieller Lagebericht)
Angaben nach EU-Taxonomie-Verordnung
Bei den folgenden Angaben handelt es sich um die Angaben des Sartorius Konzerns nach Art. 8 der Verordnung (EU) 2020/852 für das Geschäftsjahr 2023, kurz: Taxonomie-Verordnung (EU Tax-VO). Die EU-Taxonomie ist ein Klassifizierungssystem zur Bestimmung von ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsaktivitäten in der Realwirtschaft, verbunden mit speziellen Offenlegungsvorschriften für Unternehmen. Diese beziehen sich auf die taxonomiekonformen Umsätze, Investitionsausgaben und Betriebsausgaben bezüglich der sechs EU-Umweltziele Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Schutz von Wasser und Meeresressourcen, Übergang in eine Kreislaufwirtschaft, Eingrenzung der Umweltverschmutzung sowie Schutz von Artenvielfalt und Ökosystemen.
Für das Geschäftsjahr 2023 sind erstmals die taxonomiefähigen Umsätze, Investitionsausgaben und Betriebsausgaben für alle Umweltziele offenzulegen. Als taxonomiefähig gelten dabei diejenigen Wirtschaftsaktivitäten, die in den Delegierten Rechtsakten beschrieben sind, da sie einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der EU-Umweltziele leisten. Die Taxonomiekonformität ist aufgrund von Erleichterungsvorschriften weiterhin nur für die Ziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel offenzulegen. Als taxonomiekonform gelten diejenigen Wirtschaftsaktivitäten, die die technischen Bewertungskriterien und die Mindestschutzkriterien erfüllen.
Spezielle Hinweise zur Berichterstattung
Rechtliche Rahmenbedingungen
Die Aufstellung der erforderlichen Angaben war für Sartorius mit Unsicherheiten verbunden, insbesondere weil derzeit noch offene Fragen in Bezug auf die Definition der taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten, der Interpretation der technischen Bewertungskriterien und der Mindestschutzkriterien bestehen, die seitens der EU-Kommission noch nicht abschließend geklärt worden sind. Das Unternehmen hat Informationen berücksichtigt, die bis zum 31.01.2024 vorlagen.
Wesentlichkeitsansatz
Der Ausweis der Investitionsausgaben und Betriebsausgaben der Kategorie c erfolgte unter Anwendung von Wesentlichkeitsgrenzen. Wirtschaftsaktivitäten, mit denen weniger als 1 % der gesamten taxonomiefähigen Investitionsausgaben und Betriebsausgaben getätigt wurden, wurden als nicht taxonomiefähig ausgewiesen und somit auch keiner weiteren Prüfung auf Taxonomiekonformität unterzogen. Da bei Sartorius für die Tätigkeiten im Bereich Kernenergie und fossiles Gas, die in der Delegierten Verordnung (EU) 2022/1214 beschrieben sind, im Geschäftsjahr 2023 keine bzw. nur unwesentliche Investitionsausgaben und Betriebsausgaben aufgewendet werden, findet die Berichterstattung nach Anhang II der Delegierten Verordnung 2021/2178 der EU-Kommission keine Anwendung. Der entsprechende Meldebogen ist im Abschnitt „Anhang zu den Kennzahlen nach EU-Tax-VO“ zu finden.
Vorgehensweise bei der Ermittlung der Taxonomiekonformität („Compliance Assessment“)
Die Ermittlung der taxonomiekonformen Umsätze, Investitionsausgaben und Betriebsausgaben erfolgte bei Sartorius in einem dreistufigen Prozess:
- Ermittlung der grundsätzlich taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten: Die Ermittlung der grundsätzlich taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten erfolgte für die Aufstellung der Umsätze sowie Investitionsausgaben und Betriebsausgaben jeweils separat. Die Ergebnisse werden in den nachfolgenden Abschnitten zu taxonomiekonformen Umsätzen sowie Investitionsausgaben und Betriebsausgaben jeweils beschrieben.
- Prüfung der Einhaltung der technischen Bewertungskriterien: Die Einhaltung der technischen Bewertungskriterien, zu denen die Prüfung des wesentlichen Beitrags zu einem EU-Umweltziel („Substantial contribution“ – SC) sowie die Prüfung der nicht erheblichen Beeinträchtigung der anderen EU-Umweltziele („Do no significant harm“ – DNSH) zählt, wurde über eine Abfrage bei den relevanten Konzerngesellschaften ermittelt. Die Ergebnisse werden in den nachfolgenden Abschnitten jeweils beschrieben.
- Prüfung der Einhaltung der Mindestschutzkriterien: Die Einhaltung der Mindestschutzkriterien wurde von Sartorius auf Grundlage der Empfehlungen aus dem „Final Report on Minimum Safeguards“, welcher im Oktober 2022 von der European Platform on Sustainable Finance veröffentlicht wurde, für die folgenden vier Themen wie folgt geprüft und festgestellt:
- Thema „Steuern“: Der Konzern verweist diesbezüglich insbesondere auf das bestehende konzernweite Risikomanagementsystem, welches im Kapitel „Risiko- und Chancenbericht“ in diesem Geschäftsbericht ab Seite 73 ff. beschrieben ist. Die Verantwortung für die Einhaltung steuerlicher Vorschriften liegt grundsätzlich beim lokalen Management der einzelnen Konzerngesellschaften. Diese werden dabei sowohl von lokalen Steuerberatungsgesellschaften als auch von der Konzernsteuerabteilung unterstützt. Mit einem System aus verschiedenen Maßnahmen wie dem Monitoring der lokalen Regularien (Abgabefristen, Steuersätze usw.) sowie der steuerlichen Risiken wird sichergestellt, dass die Informationen im Konzern gesammelt werden und entsprechend an den Vorstand berichtet werden.
- Thema „Korruption und Bestechung“: Der Konzern verweist auf das bestehende konzernweite Compliance-Management-System, welches im Kapitel „Erklärung zur Unternehmensführung“ in diesem Geschäftsbericht ab Seite 97 ff. dargestellt ist.
- Thema „Fairer Wettbewerb“: Der Konzern verweist auf das bestehende konzernweite Compliance-Management-System, welches im Kapitel „Erklärung zur Unternehmensführung“ in diesem Geschäftsbericht ab Seite 97 ff. dargestellt ist.
- Thema „Menschenrechte“: Der Konzern verweist bezüglich des erforderlichen menschenrechtlichen Sorgfaltspflichtensystems in Übereinstimmung mit den UN Guiding Principles for Human Rights und den OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen auf die bestehenden und in dieser nichtfinanziellen Erklärung beschriebenen Maßnahmen für die eigenen Standorte und die direkten und indirekten Lieferanten, die jeweils im Abschnitt „Soziale Verantwortung“ bzw. „Nachhaltigkeit in der Lieferkette“ zu finden sind. Das menschenrechtlichen Sorgfaltspflichtensystem von Sartorius erstreckt sich nicht auf die Kundenbeziehungen, da der Konzern keine relevanten Risikobereiche durch seine Produkte und Dienstleistungen identifiziert hat. Da sich die im Folgenden für das Geschäftsjahr 2023 ausgewiesenen taxonomiekonformen Investitionsausgaben und Betriebsausgaben auf Deutschland beziehen, hat Sartorius die Effektivität des Systems ausschließlich in diesem Rahmen geprüft und festgestellt.
Vermeidung von Doppelzählungen
Aufgrund der Erweiterung der Liste der taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten durch den Gesetzgeber hat Sartorius im Geschäftsjahr 2023 erstmals taxonomiefähige Umsätze zu berichten. Da sich diese ausschließlich auf das Umweltziel Übergang in eine Kreislaufwirtschaft beziehen und nicht auf mehrere Umweltziele, sind Doppelzählungen in der Umsatzberichterstattung ausgeschlossen. Im Bereich der Investitions- und Betriebsausgaben lagen im Geschäftsjahr erstmalig solche vor, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftsaktivitäten verbunden sind (Kategorie a der Investitions- und Betriebsausgaben). Diese leisten bei Sartorius einen Beitrag zum Übergang in eine Kreislaufwirtschaft. Daneben wurden im Geschäftsjahr ebenfalls Investitions- und Betriebsausgaben getätigt, die sich auf den Erwerb von Produkten taxonomiefähiger Wirtschaftsaktivitäten beziehen (Kategorie c). Die jeweiligen Datenabfragen wurden daher so gestaltet, dass sich beide Ausgabenarten voneinander abgrenzen und sich dadurch Doppelzählungen auch im Bereich der Ausgabenberichterstattung ausschließen lassen.
Kennzahlen nach EU-Tax-VO
In den nachfolgenden Tabellen stellt Sartorius den Anteil der taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Wirtschaftsaktivitäten an den Umsatzerlösen sowie an den Investitionsausgaben und den Betriebsausgaben für das Geschäftsjahr 2023 zusammenfassend dar.
Umsätze, Investitionsausgaben und den Betriebsausgaben nach EU-Tax-VO im Geschäftsjahr 2023
| Kennzahl/ Umweltziel | Aktivität | taxonomie-fähig und -konform | taxonomie- fähig, aber nicht konform | nicht taxonomie- fähig |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | n. a. | 1 | 39 % | 61 % |
| Kreislaufwirtschaft | Herstellung von Elektronikgeräten | n. a. | 1 | 29 % |
| Kreislaufwirtschaft | Reparaturleistungen | n. a. | 1 | 7 % |
| Kreislaufwirtschaft | Ersatzteilverkauf | n. a. | 1 | 1 % |
| Kreislaufwirtschaft | Bereitstellung von datengesteuerten IT-Lösungen | n. a. | 1 | 1 % |
| Investitions- ausgaben | 5 % | 22 % | 73 % | |
| Klimaschutz | Erwerb von und Eigentum an Gebäuden | 5 % | 12 % | |
| Klimaschutz | Kfz-Leasing | 0 % | 1 % | |
| Kreislaufwirtschaft | Herstellung von Elektronikgeräten | n. a. | 1 | 8 % |
| Kreislaufwirtschaft | Reparaturleistungen | n. a. | 1 | 1 % |
| Kreislaufwirtschaft | Bereitstellung von datengesteuerten IT-Lösungen | n. a. | 1 | 1 % |
| Betriebsausgaben | 2 % | 40 % | 58 % | |
| Klimaschutz | Erwerb von und Eigentum an Gebäuden | 2 % | 17 % | |
| Klimaschutz | Kfz-Leasing | 0 % | 2 % | |
| Kreislaufwirtschaft | Herstellung von Elektronikgeräten | n. a. | 1 | 11 % |
| Kreislaufwirtschaft | Bereitstellung von datengesteuerten IT-Lösungen | n. a. | 1 | 11 % |
1 Da die Prüfung der Taxonomiekonformität für das Geschäftsjahr 2023 für diese Aktivitäten nicht verpflichtend war, liegen hierfür noch keine Daten vor.
Ausführliche Angaben zu den einzelnen Kennzahlen inklusive der relevanten Wirtschaftsaktivitäten sind im Abschnitt „Erläuterungen der Kennzahlen nach EU-Tax-VO“ und die gesetzlichen Meldebögen im Abschnitt „Anhang zu den Kennzahlen nach EU-Tax-VO“ zu finden.# Erläuterungen der Kennzahlen nach EU-Tax-VO
Umsätze aus taxonomiefähigen und -konformen Wirtschaftsaktivitäten
Die Umsätze gemäß EU-Tax-VO entsprechen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Wert für das betreffende Geschäftsjahr auf Seite 180 in diesem Geschäftsbericht, der auf Basis der für den Konzernabschluss anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) ermittelt wurde. Im Berichtsjahr hat der Gesetzgeber die Liste der taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten erweitert. Demnach erzeugt der Sartorius Konzern Umsätze mit folgenden taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten, die sich aus dem Delegierten Rechtsakt für den Übergang in eine Kreislaufwirtschaft beziehen:
- Aktivität 1.2: Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten
- Aktivität 5.1: Reparatur, Wiederaufarbeitung und Wiederaufbereitung
- Aktivität 5.2: Verkauf von Ersatzteilen
- Aktivität 4.1: Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen
Da sich die Darstellung der taxonomiekonformen Umsätze im Geschäftsjahr 2023 aufgrund der geltenden Erleichterungsvorschriften weiterhin nur auf die Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel bezieht, beträgt der Anteil der taxonomiekonformen Umsätze am Konzernumsatz 0 % (Vorjahr: 0 %). Die für diese Ziele geltenden Delegierten Rechtsakte Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel umfassen derzeit nur besonders klimarelevante Wirtschaftsaktivitäten, mit denen der Konzern keine Umsatzerlöse erzielt.
Investitionsausgaben für taxonomiefähige und -konforme Wirtschaftsaktivitäten
Die Investitionsausgaben gemäß EU-Tax-VO setzten sich zusammen aus den Bruttozugängen zum materiellen und immateriellen Anlagevermögen im Berichtsjahr, einschließlich Zugängen aus Unternehmenserwerben. Geschäfts- oder Firmenwerte werden dabei nicht berücksichtigt. Die Ermittlung der Investitionsausgaben erfolgte auf Basis der für den Konzernabschluss anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS). Die Investitionsausgaben entsprechen der Summe der im Anhang zum Konzernabschluss ausgewiesenen Beträge aus Investitionen und Zugängen aus Akquisitionen, die in den Abschnitten „15. Sonstige immaterielle Vermögenswerte“ auf Seite 211, „16. Sachanlagen“ auf Seite 215 f. sowie „17. Leasingverhältnisse“ auf Seite 216 ff. dargestellt sind.
Verbunden mit den taxonomiefähigen Umsätzen hat Sartorius im Berichtsjahr erstmals Investitionsausgaben nach Kategorie a ermittelt. Derzeit liegen keine Investitionsausgaben nach Kategorie b vor, die Teil eines Plans zur Ausweitung von taxonomiekonformen Wirtschaftsaktivitäten oder zur Umwandlung taxonomiefähiger in taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivitäten („CapEx-Plan“) sind. Wie im Vorjahr macht das Unternehmen zudem Investitionsausgaben nach Kategorie c geltend, die für erworbene Produkte oder Dienstleistungen getätigt wurden, die sich auf taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten aus dem Delegierten Rechtsakt für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel beziehen:
- Aktivität 6.5: Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen
- Aktivität 7.7: Erwerb von und Eigentum an Gebäuden
Da sich die Darstellung der taxonomiekonformen Investitionsausgaben im Geschäftsjahr 2023 aufgrund der geltenden Erleichterungsvorschriften weiterhin nur auf die Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel bezieht, ist die Prüfung der Einhaltung der technischen Bewertungskriterien für Investitionsausgaben der Kategorie a im Geschäftsjahr 2023 nicht erfolgt. Die Prüfung der Einhaltung der technischen Bewertungskriterien für die erworbenen taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten nach Kategorie c führte zu dem Ergebnis, dass die taxonomiefähigen Beträge der Aktivität 6.5 aufgrund fehlender Informationen für die Einhaltung der DNSH-Kriterien für das EU-Umweltziel „Verschmutzung“ nicht als taxonomiekonform ausgewiesen werden können. Die Investitionen in Fahrzeuge umfassen bereits zahlreiche E-Autos. Somit werden wesentliche Kriterien der EU-Taxonomie, beispielsweise im Hinblick auf CO2 -Emissionen erfüllt. Allerdings konnten weitere Anforderungen, u. a. die vorgeschriebenen EU-Reifenlabel nicht vollumfänglich nachgewiesen werden. Bei der Aktivität 7.7. konnte die Einhaltung der technischen Bewertungskriterien ausschließlich für die deutschen Gebäude ermittelt werden. Für die Prüfung wurden unter anderem bestehende und geplante DGNB-Zertifizierungen und Energieausweise herangezogen. Für die meisten Gebäude in Deutschland konnten die SC- und DNSH-Kriterien erfolgreich geprüft werden. Der Anteil von taxonomiekonformen Investitionsausgaben betrug im Geschäftsjahr 2023 dementsprechend 5 % (Vorjahr: 13 %) und ist damit gesunken. Dies ist insbesondere auf die Akquisition von Polyplus zurückzuführen (vgl. dazu den Abschnitt Unternehmenserwerbe auf den Seiten 201), die die Gesamtinvestitionen als Bezugsgröße signifikant erhöhte und damit den relativen taxonomiekonformen Anteil verkleinerte. Auch geringere Gebäudeinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr spielten eine Rolle.
Betriebsausgaben für taxonomiefähige und -konforme Wirtschaftsaktivitäten
Die Betriebsausgaben gemäß EU-Tax-VO setzen sich zusammen aus allen direkten, nicht aktivierten Kosten im Zusammenhang mit Forschung und Entwicklung, Renovierungsmaßnahmen, kurzfristigen Leasingverhältnissen sowie Instandhaltung und Wartung bzw. Reparatur. Verbunden mit den taxonomiefähigen Umsätzen hat Sartorius im Berichtsjahr erstmals Betriebsausgaben nach Kategorie a ermittelt. Derzeit liegen keine Betriebsausgaben nach Kategorie b vor. Wie im Vorjahr macht das Unternehmen zudem Betriebsausgaben nach Kategorie c geltend, die für erworbene Produkte oder Dienstleistungen getätigt wurden, die sich auf taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten aus dem Delegierten Rechtsakt für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel beziehen:
- Aktivität 6.5: Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen
- Aktivität 7.7: Erwerb von und Eigentum an Gebäuden
Basierend auf den ermittelten taxonomiekonformen Investitionsausgaben wurden die damit verbundenen Betriebsausgaben zugeordnet. Darunter fallen bei Sartorius ausschließlich Renovierungs- und Instandhaltungskosten für Gebäude. Der Anteil von taxonomiekonformen Betriebsausgaben betrug im Geschäftsjahr 2023 dementsprechend 2 % (Vorjahr: 1 %).
Anhang zu den Kennzahlen nach EU-Tax-VO
Meldebögen nach Anhang I der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2178
Anteil des Umsatzes aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind
Geschäftsjahr 2023
| Zeilennummer | Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code (2) | Umsatz (3) | Umsatz- anteil (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an den Klimawandel (6) | Wasser (7) | Umweltverschmutzung (8) | Kreislauf- wirtschaft (9) | Biologische Vielfalt (10) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||||||||
| 2 | A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||||||||
| 3 | Umsatz ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | 0 Mio. € | 0 % | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | |
| 4 | Davon ermöglichende Tätigkeiten | 0 Mio. € | 0 % | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | |
| 5 | Davon Übergangs- tätigkeiten | 0 Mio. € | 0 % | |||||||
| 6 | A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | |||||||||
| 7 | Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten | CE 1.2 | 994,0 Mio. € | 29 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL |
| 8 | Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | CE 4.1 | 44,4 Mio. € | 1 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL |
| 9 | Reparatur, Wiederaufarbeitung und Wiederaufbereitung | CE 5.1 | 229,4 Mio. € | 7 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL |
| 10 | Verkauf von Ersatzteilen | CE 5.2 | 50,1 Mio. € | 1 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL |
| 11 | Umsatz taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) | 1.318 Mio. € | 39 % | 0 % | 39 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| 12 | A. Umsatz taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1+A.2) | 1.318 Mio. € | 39 % | 0 % | 39 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| 13 | B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||||||||
| 14 | Umsatz nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten | 2.078 Mio. € | 61 % | |||||||
| 15 | Gesamt | 3.396 Mio. € | 100 % |
DNSH-Kriterien ("Keine erhebliche Beeinträchtigung")
| Zeilennummer | Klimaschutz (11) | Anpassung an den Klimawandel (12) | Wasser (13) | Umweltver- schmutzung (14) | Kreislauf- wirtschaft (15) | Biologische Vielfalt (16) | Mindestschutz (17) | Anteil taxonomie-konformer (A.1.) oder taxonomiefähiger (A.2.) Umsatz, Geschäftsjahr 2022 (18) | Kategorie ermöglichende Tätigkeit (19) | Kategorie Über-gangstätigkeit (20) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | 0 % | ||
| 2 | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | 0 % | E | |
| 3 | T | |||||||||
| 4 | ||||||||||
| 5 | ||||||||||
| 6 | ||||||||||
| 7 | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | |||
| 8 | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | |||
| 9 | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | |||
| 10 | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | |||
| 11 | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | |||
| 12 | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. | n.r. |
J – Ja, taxonomiefähige und mit dem relevanten Umweltziel taxonomiekonforme Tätigkeit
N – Nein, taxonomiefähige, aber mit dem relevanten Umweltziel nicht taxonomiekonforme Tätigkeit
N/EL – "not eligible", für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit
CE - Kreislaufwirtschaft
CapEx-Anteil aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind
Geschäftsjahr 2023
| Zeilennummer | Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code (2) | CapEx (3) | CapEx- anteil (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an den Klimawandel (6) | Wasser (7) | Umweltverschmutzung (8) | Kreislauf- wirtschaft (9) | Biologische Vielfalt (10) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||||||||
| 2 | A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||||||||
| 3 | Erwerb und Besitz von Gebäuden | CCM 7.7 | 77,9 Mio. € | 5 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| 4 | CapEx ökologisch nach- haltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | 77,9 Mio. € | 5 % | 5 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| 5 | Davon ermöglichende Tätigkeiten | 77,9 Mio. € | 5 % | 5 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| 6 | Davon Übergangs- tätigkeiten | 0 Mio. € | 0 % | |||||||
| 7 | A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | |||||||||
| 8 | Verkehr mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen | CCM 6.5 | 12,4 Mio. € | 1 % | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| 9 | Erwerb und Besitz von Gebäuden | CCM 7.7 | 194,5 Mio. € |
Meldebogen 1: Tätigkeiten in den Bereichen Kernenergie und fossiles Gas
Tätigkeiten im Bereich Kernenergie
- Das Unternehmen ist im Bereich Erforschung, Entwicklung, Demonstration und Einsatz innovativer Stromerzeugungsanlagen, die bei minimalem Abfall aus dem Brennstoffkreislauf Energie aus Nuklearprozessen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.
nein - Das Unternehmen ist im Bau und sicheren Betrieb neuer kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme — auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung — sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung mithilfe der besten verfügbaren Technologien tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.
nein - Das Unternehmen ist im sicheren Betrieb bestehender kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme — auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung — sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.
nein
Tätigkeiten im Bereich fossiles Gas
- Das Unternehmen ist im Bau oder Betrieb von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.
nein - Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.
nein - Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Wärmegewinnung, die Wärme/Kälte aus fossilen gasförmigen Brennstoffen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.
nein
Meldebögen 2 -5: nicht relevant
Erläuterungen zur Berechnung der THG-Emissionen
Genutzte Standards
Die Bilanzierung der THG-Emissionen orientiert sich an dem Corporate Accounting and Reporting Standard 2004 und dem Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard 2011 des GHG Protocol. Die Berichterstattung bezieht sich auf die darin enthaltenen Pflichtangaben. Als Konsolidierungsansatz wurde die operative Kontrolle gewählt.
Datenkonzepte
Die im Geschäftsjahr 2023 verwendeten Datenkonzepte werden im Folgenden für jede THG-Kategorie beschrieben. Im Vergleich zum Vorjahr gab es keine Änderungen an diesen Konzepten.
Scope 1
Die Brennstoffverbräuche sowie flüchtigen Emissionen für Lösungsmittel und Kältemittel wurden mit einem spezifischen Emissionsfaktor multipliziert.
Scope 2
Die Strom-, Wärme- und Kälteverbräuche wurden mit einem spezifischen Emissionsfaktor multipliziert.
Scope 3
- Kategorie 1: „Purchased goods and services”
Das Gewicht oder die gruppierten Betriebsausgaben für eingekaufte Waren und Dienstleistungen wurde mit einem spezifischen Emissionsfaktor multipliziert. Für die „Bereinigte Brutto-THG-Intensität pro Nettoumsatz – marktbasierte Berechnung“ (sogenannte „CO2 -Emissionsintensität“, siehe Abschnitt „Klima“) werden in der THG-Kategorie „Purchased goods and services“ anstelle der eingekauften und bezahlten Waren, nur die tatsächlich verbrauchten Waren bilanziert. Das heißt es findet eine Bereinigung der Daten um Lagerbestände statt. - Kategorie 2: „Capital goods”
Die gruppierten Investitionsausgaben für Waren und Dienstleistungen wurden mit einen spezifischen Emissionsfaktor multipliziert. - Kategorie 3: „Fuel- and energy-related activities (not included in scope 1 and 2)”
Der für die Berechnung der THG-Emissionen im Scope 1 und 2 zugrunde gelegte Brennstoff- und Energieverbrauch wurde mit jeweils spezifischen Emissionsfaktoren multipliziert. - Kategorie 4: „Upstream transportation and distribution”
Die von den größten Spediteuren berichteten THG-Emissionen wurden bilanziert und die durch diese Methode nicht abgedeckte Logistikausgaben mit einem durchschnittlichen ausgabenbasierten Emissionsfaktor multipliziert. - Kategorie 5: „Waste generated in operations”
Das Abfallaufkommen wurde mit jeweils material- und entsorgungsspezifischen Emissionsfaktoren multipliziert. - Kategorie 6: „Business travel”
Die erfassten Zug-, Flug- und Mietwagenstrecken sowie die Anzahl der Hotelübernachtungen wurden mit jeweils spezifischen Emissionsfaktoren multipliziert. Die jeweils nicht erfassten Strecken und Hotelübernachtungen wurden geschätzt und ebenfalls mit einem spezifischen Emissionsfaktor multipliziert. - Kategorie 7: „Employee commuting”
Die Durchschnittsstrecke pro Tag für den Pendelverkehr von Mitarbeitenden wurde anhand der Mitarbeitendenzahl hochgerechnet und anhand von Präsenztagen vor Ort und geschätzten Arbeitswochen skaliert und das Ergebnis mit jeweils transportspezifischen Emissionsfaktoren multipliziert. - Kategorie 8: „Uptream leased assets”
In der Kategorie „Uptream leased assets“ werden keine THG-Emissionen (0 t CO2eq) ausgewiesen, da der Energieverbrauch vollständig von Sartorius kontrolliert wird und die entsprechenden Emissionen somit bereits im Scope 1 und 2 dargestellt sind. - Kategorie 9: „Downstream transportation and distribution”
Die für die Kategorie „Upstream transportation and distribution” bilanzierten THG-Emissionen wurden mit einem geschätzten Faktor für das Verhältnis der bezahlten zu unbezahlten Transportaktivitäten zu den Kunden in einem nach Datenverfügbarkeit ausgewählten Lager multipliziert.
OpEx-Anteil von Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind
Geschäftsjahr 2023
| Zeilennummer | Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code (2) | OpEx (3) | OpEx- anteil (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an den Klimawandel (6) | Wasser (7) | Umweltverschmutzung (8) | Kreislauf- wirtschaft (9) | Biologische Vielfalt (10) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||||||||
| 2 | A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||||||||
| 3 | Erwerb und Besitz von Gebäuden | CCM 7.7 | 2,9 Mio. € | 2 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| 4 | OpEx ökologisch nach- haltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | 2,9 Mio. € | 2 % | 2 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| 5 | Davon ermöglichende Tätigkeiten | 2,9 Mio. € | 2 % | 2 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| 6 | Davon Übergangs- tätigkeiten | 0 Mio. € | 0 % | |||||||
| 7 | A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | |||||||||
| 8 | Verkehr mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen | CCM 6.5 | 3,7 Mio. € | 2 % | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| 9 | Erwerb und Besitz von Gebäuden | CCM 7.7 | 26,5 Mio. € | 17 % | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| 10 | Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten | CE 1.2 | 17,3 Mio. € | 11 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL |
| 11 | Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | CE 4.1 | 17,0 Mio. € | 11 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL |
| 12 | OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) | 64,5 Mio. € | 40 % | 19 % | 0 % | 0 % | 0 % | 22 % | 0 % | |
| 13 | A. OpEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1+A.2) | 67,4 Mio. € | 42 % | 21 % | 0 % | 0 % | 0 % | 22 % | 0 % | |
| 14 | B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||||||||
| 15 | OpEx nicht taxonomie- fähiger Tätigkeiten | 92,5 Mio. € | 58 % | |||||||
| 16 | Gesamt | 159,9 Mio. € | 100 % |
DNSH-Kriterien ("Keine erhebliche Beeinträchtigung")
| Zeilennummer | Klimaschutz (11) | Anpassung an den Klimawandel (12) | Wasser (13) | Umweltver- schmutzung (14) | Kreislauf- wirtschaft (15) | Biologische Vielfalt (16) | Mindestschutz (17) | Anteil taxonomie-konformer (A.1.) oder taxonomiefähiger (A.2.) OpEx, Geschäftsjahr 2022 (18) | Kategorie ermöglichende Tätigkeit (19) | Kategorie Über-gangstätigkeit (20) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | J | J | J | J | J | J | J | 1 % | E | |
| 2 | J | J | J | J | J | J | J | 1 % | E | |
| 3 | J | J | J | J | J | J | J | 1 % | E | |
| 4 | 0 % | T | 2 % | |||||||
| 5 | 16 % | 0 % | 0 % | 12 % | 18 % | 19 % |
J – Ja, taxonomiefähige und mit dem relevanten Umweltziel taxonomiekonforme Tätigkeit
N – Nein, taxonomiefähige, aber mit dem relevanten Umweltziel nicht taxonomiekonforme Tätigkeit
N/EL – "not eligible", für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit
CE - Kreislaufwirtschaft
CapEx-Anteil von Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind
Geschäftsjahr 2022
| Zeilennummer | Kategorie (1) | Code (2) | CapEx (3) | CapEx- Anteil (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an den Klimawandel (6) | Wasser (7) | Umweltverschmutzung (8) | Kreislauf- wirtschaft (9) | Biologische Vielfalt (10) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||||||||
| 2 | A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||||||||
| 3 | Erwerb und Besitz von Gebäuden | CCM 7.7 | 3,7 Mio. € | 0 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| 4 | CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | 3,7 Mio. € | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| 5 | Davon ermöglichende Tätigkeiten | 3,7 Mio. € | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| 6 | Davon Übergangstätigkeiten | 0 Mio. € | 0 % | |||||||
| 7 | A.2 CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) | 351,6 Mio. € | 22 % | 13 % | 0 % | 0 % | 0 % | 10 % | 0 % | |
| 8 | Verkehr mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen | CCM 6.5 | 3,7 Mio. € | 0 % | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| 9 | Erwerb und Besitz von Gebäuden | CCM 7.7 | 119,0 Mio. € | 8 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL |
| 10 | Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten | CE 1.2 | 119,0 Mio. € | 8 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL |
| 11 | Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | CE 4.1 | 16,4 Mio. € | 1 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL |
| 12 | Reparatur, Wiederaufarbeitung und Wiederaufbereitung | CE 5.1 | 9,4 Mio. € | 1 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL |
| 13 | CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) | 351,6 Mio. € | 22 % | 13 % | 0 % | 0 % | 0 % | 10 % | 0 % | |
| 14 | A. CapEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1+A.2) | 429,6 Mio. € | 27 % | 18 % | 0 % | 0 % | 0 % | 10 % | 0 % | |
| 15 | B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||||||||
| 16 | CapEx nicht taxonomie- fähiger Tätigkeiten | 1.133,6 Mio. € | 73 % | |||||||
| 17 | Gesamt | 1.563,1 Mio. € | 100 % |
DNSH-Kriterien ("Keine erhebliche Beeinträchtigung")
| Zeilennummer | Klimaschutz (11) | Anpassung an den Klimawandel (12) | Wasser (13) | Umweltver- schmutzung (14) | Kreislauf- wirtschaft (15) | Biologische Vielfalt (16) | Mindestschutz (17) | Anteil taxonomie-konformer (A.1.) oder taxonomiefähiger (A.2.) CapEx, Geschäftsjahr 2022 (18) | Kategorie ermöglichende Tätigkeit (19) | Kategorie Über-gangstätigkeit (20) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | J | J | J | J | J | J | J | 13 % | E | |
| 2 | J | J | J | J | J | J | J | 13 % | E | |
| 3 | J | J | J | J | J | J | J | 13 % | E | |
| 4 | 0 % | T | 0 % | |||||||
| 5 | 21 % | 0 % | 0 % | 10 % | 0 % | 0 % |
J – Ja, taxonomiefähige und mit dem relevanten Umweltziel taxonomiekonforme Tätigkeit
N – Nein, taxonomiefähige, aber mit dem relevanten Umweltziel nicht taxonomiekonforme Tätigkeit
N/EL – "not eligible", für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit
CE - Kreislaufwirtschaft# Kategorie 10: „Processing of sold products”
In der Kategorie „Processing of sold products“ werden gemäß GHG Protocol keine THG-Emissionen (0 t CO2eq) ausgewiesen, da diese derzeit für Sartorius aufgrund der vielfältigen potenziellen Weiterverarbeitungsmöglichkeiten der Produkte mit ihrerseits jeweils spezifischen THG-Profilen nicht angemessen bilanzierbar und einer Abschätzung zufolge auch nicht wesentlich für die gesamte THG-Bilanz des Konzerns sind.
Kategorie 11: „Use of sold products”
Der Umsatz mit energieverbrauchenden Produktgruppen wurde spezifischen Energiefaktoren multipliziert, die auf Basis von repräsentativen Produkten ermittelt wurden. Der daraus resultierende gesamte Energieverbrauch der verkauften Produkte wurde mit einem globalen Emissionsfaktor für Strom multipliziert.
Kategorie 12: „End-of-life treatment of sold products”
Für das geschätzte Gewicht der verkauften Produkte wurde der globale Mix für Entsorgungsmethoden angenommen (siehe Studie „What a waste 2.0“, World Bank Report 2018) und mit jeweils material- und entsorgungsspezifischen Emissionsfaktoren multipliziert.
Kategorie 13: „Downstream leased assets”
In der Kategorie „Downstream leased assets“ werden keine THG-Emissionen (0 t CO2eq) ausgewiesen, da der Energieverbrauch vollständig von Sartorius kontrolliert wird und die entsprechenden Emissionen somit bereits im Scope 1 und 2 dargestellt sind.
Kategorie 14: „Franchises”
In der Kategorie „Franchises“ werden keine THG-Emissionen (0 t CO2eq) ausgewiesen, da Sartorius aktuell keinen Franchise-Vertrieb nutzt.
Kategorie 15: „Investments”
In der Kategorie „Investments“ werden keine THG-Emissionen (0 t CO2eq) ausgewiesen, da die für die relevanten unter THG-Gesichtspunkten relevanten Unternehmensbeteiligungen im Geschäftsjahr 2023 in der Finanzberichterstattung als nicht wesentlich eingestuft worden ist und auch die mit dieser Unternehmensbeteiligung zusammenhängenden THG-Emissionen einer Abschätzung zufolge als nicht wesentlich für die gesamte THG-Bilanz bewertet worden sind.
Emissionsfaktoren
Für die THG-Bilanzierung wurden Emissionsfaktoren von verschiedenen externen Anbietern bzw. aus verschiedenen externen Datenbanken genutzt. Außerdem wurden selbstberechnete Durchschnittsfaktoren verwendet. Dabei handelt es sich im Vergleich zum Vorjahr um dieselben Anbieter bzw. Datenbanken und selbstberechneten Faktoren.
Angewendete Emissionsfaktoren im Geschäftsjahr 2023
| Scope 1 | Scope 2 | Scope 3 | |
|---|---|---|---|
| Defra (Version 12, 07/2023) | X | X | |
| MLC (Version 16.0, 10/2023) | X | X | X |
| VfU (Version 03/2022) | X | ||
| Ecoinvent (Version 3,9, 2022) | X | ||
| EPA (Version 5.0, 05/2023) | X | ||
| EPA – ausgabenbasierte Faktoren (2020) | X | ||
| GHG Protocol (Version 19.0, 04/2023) | X | ||
| IEA (Version 6, 2024) | X | ||
| Ecometrica (Version 2022) | X | ||
| selbstberechnete Durchschnittsfaktoren | X |
Inflationsaspekte wurden bei der Berechnung der ausgaben- und umsatzbasierten THG-Emissionen nicht berücksichtigt. Dies betrifft die Kategorien „Purchased goods and services”, „Capital goods”, „Upstream transportation and distribution”, „Downstream transportation and distribution” sowie „Use of sold products” und „End-of-life treatment of sold products”. Damit soll eine Verzerrung zum berichteten Umsatz, welcher für die Berechnung der THG-Intensität genutzt wird, vermieden werden.
Sonstige Hinweise
Sartorius versteht die auf Basis der oben beschriebenen Datenkonzepte berechneten THG-Emissionen derzeit als reine Indikation, da sie zum Großteil auf Modellierungen unter Einbezug diverser Annahmen und Schätzungen basiert. Die THG-Bilanzierung soll in den kommenden Jahren sukzessive weiter präzisiert werden, um die Emissionen besser steuern zu können. Hierzu soll die Umstellung von der ausgabenbasierten Berechnungsmethode auf eine spezifischere, treiberbasierte Berechnungsmethode erfolgen. Dies betrifft vor allem die größten THG-Kategorien der vorgelagerten Wertschöpfungskette „Purchased goods and services” und „Upstream transportation and distribution”.
Bilanz zum 31. Dezember 2023
AKTIVA (in Mio. €)
| Anhang | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 | |
|---|---|---|---|
| A.Anlagevermögen | |||
| I.Immaterielle Vermögensgegenstände [1] | |||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 7,4 | 12,9 | |
| II.Sachanlagen [2] | |||
| 1.Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 125,6 | 130,1 | |
| 2.Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2,5 | 2,7 | |
| 3.Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0,9 | 0,2 | |
| III.Finanzanlagen [3] | 129,0 | 133,0 | |
| 1.Anteile an verbundenen Unternehmen | 439,2 | 439,2 | |
| 2.Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 1.653,5 | 2.158,9 | |
| 3.Beteiligungen | 0,0 | 0,0 | |
| 4.Sonstige Ausleihungen | 5,1 | 4,4 | |
| B.Umlaufvermögen | 2.097,8 | 2.602,5 | |
| I.Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände [4] | |||
| 1.Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 178,8 | 115,9 | |
| 2.Sonstige Vermögensgegenstände | 0,6 | 1,9 | |
| II.Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 179,4 | 117,8 | |
| C.Rechnungsabgrenzungsposten [5] | 222,5 | 401,9 | |
| 2,8 | 3,5 | ||
| 2.638,9 | 2.874,1 |
PASSIVA (in Mio. €)
| Anhang | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 | |
|---|---|---|---|
| A.Eigenkapital | |||
| I.Gezeichnetes Kapital [6] | 74,9 | 74,9 | |
| Nennbetrag eigene Anteile | – 6,5 | – 6,5 | |
| Ausgegebenes Kapital | 68,4 | 68,4 | |
| II.Kapitalrücklage [7] | 59,6 | 59,0 | |
| III.Gewinnrücklagen [8] | 10,9 | 10,9 | |
| IV.Bilanzgewinn [8] | 283,0 | 267,1 | |
| B.Rückstellungen [9] | 421,9 | 405,4 | |
| 1.Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 22,5 | 22,2 | |
| 2.Steuerrückstellungen | 4,1 | 5,2 | |
| 3.Sonstige Rückstellungen | 7,6 | 9,6 | |
| C.Verbindlichkeiten [10] | 34,2 | 37,0 | |
| 1.Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2.144,2 | 2.394,0 | |
| 2.Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 0,6 | 1,5 | |
| 3.Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 34,0 | 27,1 | |
| 4.Sonstige Verbindlichkeiten – davon aus Steuern | 2,7 (i. Vj. 0,1) | 4,0 | |
| 9,1 | |||
| 2.182,8 | 2.431,7 | ||
| 2.638,9 | 2.874,1 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 in Mio. €
| Anhang | 2023 | 2022 | |
|---|---|---|---|
| 1.Umsatzerlöse [13] | 17,5 | 20,0 | |
| 2.Sonstige betriebliche Erträge [14] [24] | 7,3 | 67,7 | |
| 3.Personalaufwand [15] | |||
| a)Gehälter | – 5,6 | – 5,8 | |
| b)Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | – 1,1 | – 1,4 | |
| – davon für Altersversorgung | – | – | |
| 4.Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen [16] | – 10,4 | – 9,9 | |
| 5.Sonstige betriebliche Aufwendungen [17] [24] | – 27,8 | – 18,9 | |
| 6.Erträge aus Beteiligungen – davon aus verbundenen Unternehmen [18] | 97,7 | 85,5 | |
| 7.Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens – davon aus verbundenen Unternehmen [19] | 47,1 | 21,7 | |
| 8.Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages übernommener Gewinn [20] | 60,8 | 19,5 | |
| 9.Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge – davon aus verbundenen Unternehmen [21] | 31,8 | 2,7 | |
| 10.Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens [22] | – 20,0 | 0,0 | |
| 11.Zinsen und ähnliche Aufwendungen – davon an verbundene Unternehmen [21] | – 80,3 | – 26,4 | |
| 12.Steuern vom Einkommen und vom Ertrag [23] [24] | – 2,0 | – 0,1 | |
| 13.Ergebnis nach Steuern | 115,0 | 154,6 | |
| 14.Sonstige Steuern | – 0,9 | – 0,1 | |
| 15.Jahresüberschuss | 114,1 | 154,5 | |
| 16.Gewinnvortrag | 168,9 | 112,6 | |
| 17.Bilanzgewinn | 283,0 | 267,1 |
Anhang für das Geschäftsjahr 2023
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Die Sartorius AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft im Sinne des § 264 d HGB. Die Sartorius AG hat ihren Sitz in Göttingen und ist unter der Nummer HRB 1970 im Handelsregister B des Amtsgerichts Göttingen eingetragen. Der Jahresabschluss der Sartorius AG wird nach den deutschen Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt und in Millionen € (Mio. €) angegeben. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr beibehalten.
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Sie werden über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.
Sachanlagen
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die planmäßigen Abschreibungen, bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. Das Sachanlagevermögen wird linear abgeschrieben. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung zeitanteilig. Abnutzbare Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 250 € unter der Anwendung der steuerlichen Regelung für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) im Zugangsjahr direkt im Aufwand erfasst. Für die Vermögensgegenstände, deren Anschaffungskosten zwischen 250 € und 800 € betragen, wird die GWG-Regelung mit einer Abschreibungsdauer von einem Jahr (100 % Abschreibung im Zugangsjahr) angewandt.
Finanzanlagen
Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert bilanziert. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden Abschreibungen vorgenommen. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine Wertminderung entfallen sind.
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Rückstellungen
Die Pensionsverpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen.# Anhang
Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen sind so bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken Rechnung tragen. Rückstellungen werden zum notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt, langfristige Rückstellungen werden dabei mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt.
Währungsumrechnung
Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls erfasst. Vermögensgegenstände in Fremdwährung, deren Restlaufzeiten nicht mehr als ein Jahr betragen, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Vermögensgegenstände in fremder Währung werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeiten nicht mehr als ein Jahr betragen, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.
Steuern
Latente Steuern
Für die Berechnung der latenten Steuern wird das Temporary-Konzept angewendet. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Dabei werden bei der Sartorius AG nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzpositionen einbezogen, sondern auch solche, die bei Organgesellschaften bzw. Personengesellschaften bestehen, an denen die Sartorius AG als Gesellschafter beteiligt ist. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes der Sartorius AG von aktuell 30,0 %. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Abweichend hiervon werden latente Steuern aus zeitlichen Bilanzierungsunterschieden bei Beteiligungen in der Rechtsform einer Personengesellschaft auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes ermittelt, der lediglich Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag beinhaltet; dieser beträgt derzeit 15,83 %. Die latenten Steuern werden saldiert ausgewiesen. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Die Sartorius AG verfügt über körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Verlustvorträge. Auf die Verlustvorträge wurden in der Höhe latente Steueransprüche berücksichtigt, soweit eine Nutzung aus heutiger Sicht hinreichend wahrscheinlich ist. Die ermittelten latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsunterschieden bei den immateriellen Vermögensgegenständen und bei den Rückstellungen sowie aus der zukünftigen Nutzung von Verlustvorträgen. Das Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird dahingehend ausgeübt, dass die sich insgesamt ergebende aktive latente Steuer nicht angesetzt wurde.
Internationale Steuerreform – Pillar 2 – Globale Mindestbesteuerung
Das Ziel der Mindestbesteuerung (Pillar 2) großer Konzerne besteht darin, dass die betroffenen Unternehmen eine effektive Ertragsteuer von mindestens 15 % zahlen. Da die Vorschriften im Berichtszeitraum noch nicht in Kraft waren, gibt es keine steuerlichen Auswirkungen für das Jahr 2023. Deutschland hat im Dezember 2023 ein Gesetz zur Umsetzung der Mindestbesteuerung verabschiedet. Die Sartorius AG als oberste Konzerngesellschaft unterliegt daher ab 2024 der Mindestbesteuerung. Basierend auf dem aktuellen Stand der Analyse unter Berücksichtigung der für mindestens 2024 und die zwei darauffolgenden Jahre geltenden Safe-Harbor-Regeln erwartet die Sartorius AG in absehbarer Zukunft keine wesentlichen Auswirkungen durch die neue Regelung. Möglicherweise könnte sich eine geringe Auswirkung aus den Aktivitäten der Tochtergesellschaften in Irland ergeben (nominaler Steuersatz: 12,5 %).
Erläuterungen zu den einzelnen Bilanzposten
1. Immaterielle Vermögensgegenstände
Die immateriellen Vermögensgegenstände werden über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben. Es wird auf den Anlagespiegel verwiesen.
2. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsgebäude sowie baugebundene Verteilungsanlagen werden im Wesentlichen über 33 Jahre abgeschrieben. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung werden überwiegend in 1 bis 13 Jahren abgeschrieben. Es wird auf den Anlagespiegel verwiesen.
3. Finanzanlagen
Es wird auf den Anlagespiegel verwiesen.
4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
| in Mio. € | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 |
|---|---|---|
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 178,8 | 115,9 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 0,6 | 1,9 |
| 179,4 | 117,8 | |
| Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige Finanzforderungen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. |
5. Rechnungsabgrenzungsposten
Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen Disagios, welche über die Laufzeit der zugrundeliegenden Finanzkredite aufgelöst werden.
6. Ausgegebenes Kapital
Das Grundkapital der Sartorius AG ist eingeteilt in 37.440.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien und 37.440.000 stimmrechtslose Vorzugsaktien mit einem rechnerischen Nennbetrag von je 1,00 €. Die Gesellschaft hält zum Bilanzstichtag 3.213.991 eigene Stamm- und 3.250.147 Vorzugsaktien, die in den Jahren 2000 und 2001 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 21. Juni 2000 erworben wurden. Das entspricht einem Anteil von 6,5 Mio. € (8,7 %) am Grundkapital. Die Aktien werden insbesondere als Akquisitionswährung für zukünftige Unternehmenserwerbe gehalten. Im Geschäftsjahr wurden keine eigenen Aktien erworben oder veräußert. Der rechnerische Nennbetrag der eigenen Aktien in Höhe von 6,5 Mio. € wurde gemäß § 272 Abs. 1a HGB vom Grundkapital abgesetzt. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die Veräußerung der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien auch in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre im Verhältnis ihrer Beteiligung an der Gesellschaft vorzunehmen, sofern diese Aktien im Rahmen eines Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen als Gegenleistung angeboten werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist insoweit ausgeschlossen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien zu verwenden, wenn Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft als Teil der Vorstandsvergütung Aktien der Gesellschaft übertragen werden sollen.
7. Kapitalrücklage
| in Mio. € | Stand 1. Januar 2023 | + Gewährung der aktienbasierten Vergütung an Vorstandsmitglieder | Stand 31. Dezember 2023 |
|---|---|---|---|
| 59,0 | 0,6 | 59,6 | |
| Die Kapitalrücklage hat sich im Geschäftsjahr infolge der Gewährung der aktienbasierten Vergütung an Vorstandsmitglieder um 0,6 Mio. € gegenüber dem Vorjahr erhöht. |
8. Gewinnrücklagen und Bilanzgewinn
Die Gewinnrücklagen nach § 266 Abs. 3 III Nr. 4 HGB betragen unverändert 10,9 Mio. €. Der Bilanzgewinn hat sich im Geschäftsjahr 2023 wie folgt entwickelt:
| in Mio. € | Stand 1. Januar 2023 | Dividendenausschüttung in 2023 | Gewinnvortrag | Jahresüberschuss 2023 | Stand 31. Dezember 2023 |
| :------------------------------ | :------------------- | :------------------------------ | :------------ | :------------------- | :---------------------- |
| | 267,1 | – 98,2 | 168,9 | 114,1 | 283,0 |
9. Rückstellungen
| in Mio. € | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 22,5 | 22,2 |
| Steuerrückstellungen | 4,1 | 5,2 |
| Sonstige Rückstellungen | 7,6 | 9,6 |
| 34,2 | 37,0 | |
| Die Pensionsrückstellung wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend den folgenden Bewertungsannahmen und Bewertungsmethoden gemäß § 249 Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 253 HGB gebildet. |
| Ende des Berichtsjahres | Beginn des Berichtsjahres | |
|---|---|---|
| Angewendeter Rechnungslegungsstandard | HGB | HGB |
| Angewendeter Bewertungsstandard | Projected Unit Credit Method (PUCM) | Projected Unit Credit Method (PUCM) |
| Biometrische Rechnungsgrundlagen: | ||
| -Annahmen zu Sterblichkeit und Invalidität | RT 2018 G (von Klaus Heubeck) | RT 2018 G (von Klaus Heubeck) |
| -Fluktuation | keine | keine |
| -rechnungsmäßige Endalter | vorgezogene Altersgrenzen | vorgezogene Altersgrenzen |
| Ökonomische Rechnungsgrundlagen: | ||
| -Abzinsungssätze gemäß RückAbzinsV p.a. (Vereinfachungsregel: Zinssatz bei Restlaufzeit von 15 Jahren) | Durchschnitt der letzten 10 Jahre | Durchschnitt der letzten 7 Jahre |
| 1,83 % | 1,78 % | |
| -erwartete Rentensteigerung p.a. | 2,10 % | 2,10 % |
| -erwartete Einkommenssteigerung p.a. | ||
| Einzelzusagen | 3,00 % | 3,00 % |
| Versorgungsordnung | - | - |
Insolvenzgeschützte Anlagen bei Rückdeckungsversicherungen zur Sicherung von Pensionsverpflichtungen mit einem Zeitwert in Höhe von 0,2 Mio. € (i. Vj. 0,2 Mio. €), der den Anschaffungskosten entspricht, wurden mit dem Zeitwert der entsprechenden Pensionsverpflichtungen in Höhe von 1,3 Mio. € (i. Vj. 1,2 Mio. €) verrechnet.
Die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
| in Mio. € | Brutto-Rückstellung zum 1. Januar 2023 | Zinsaufwand | Effekt der Änderung des Rechnungszinses | Pensionszahlungen | sonstige Veränderungen | Brutto-Rückstellung zum 31. Dezember 2023 |
| :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |
| | 22,4 | 0,4 | – 0,1 | – 1,1 | 1,1 | 22,7 |
Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 HGB zum 31. Dezember 2023 (Zeitwert der verpfändeten Rückdeckungsversicherungen) 0,2
Netto-Rückstellung zum 31. Dezember 2023 22,5
Die Pensionsrückstellung betrifft neben der allgemeinen Versorgungsordnung Einzelzusagen an aktive und ehemalige Vorstandsmitglieder sowie leitende Angestellte. Aufgrund der Schließung des allgemeinen Versorgungswerkes in 1983 bezieht sich dieser Teil der Pensionsrückstellung ausschließlich auf Mitarbeiter, deren Arbeitsverhältnis vor dem 1. Januar 1983 begonnen hatte. Die zum 31. Dezember 2023 gebildete Rückstellung entfällt in Höhe von 6,6 Mio. € auf die Allgemeine Versorgungsordnung und in Höhe von 16,1 Mio. € auf Einzelzusagen. Der Barwert der Verpflichtungen gegenüber aktiven Vorständen entfällt in Höhe von 5,2 Mio. € (i.# Vj. 4,7 Mio. €) auf die Versorgungszusage für Herrn Dr. Joachim Kreuzburg und in Höhe von 0,4 Mio. € (i. Vj. 0,2 Mio. €) auf die Versorgungszusage für Herrn Dr. René Fáber. Effekte aus der Änderung des Rechnungszinses werden im Finanzergebnis erfasst. Bei Nutzung des 7 -jährigen Durchschnittszinssatzes würden die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtung insgesamt 22,9 Mio. € (i. Vj. 23,1 Mio. €) betragen, der Unterschiedsbetrag beträgt entsprechend 0,2 Mio. € (i. Vj. 0,8 Mio. €) und unterliegt nach § 253 Abs. 6 HGB der Ausschüttungssperre.
Die sonstigen Rückstellungen enthalten folgende Beträge:
| in Mio. € | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 |
|---|---|---|
| Personalkosten | 6,0 | 6,9 |
| Ausstehende Rechnungen | 1,7 | 2,7 |
| Übrige | 0,0 | 0,0 |
| Gesamt | 7,7 | 9,6 |
10. Verbindlichkeiten
Der Posten setzt sich wie folgt zusammen:
| Bilanzausweis | davon mit einer Restlaufzeit in Mio. € | 31. Dezember 2023 | über fünf Jahre | |
|---|---|---|---|---|
| bis zu einem Jahr | ein bis fünf Jahre | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2.144,2 | 213,4 | 1.413,7 | 517,1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 0,6 | 0,6 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 34,0 | 34,0 | 0,0 | 0,0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 4,0 | 4,0 | 0,0 | 0,0 |
| Gesamt | 2.182,8 | 252,0 | 1.413,7 | 517,1 |
| Bilanzausweis | davon mit einer Restlaufzeit in Mio. € | 31. Dezember 2022 | über fünf Jahre | |
|---|---|---|---|---|
| bis zu einem Jahr | ein bis fünf Jahre | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2.394,0 | 522,0 | 1.389,9 | 482,1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1,5 | 1,5 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 27,1 | 27,1 | 0,0 | 0,0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 9,1 | 9,1 | 0,0 | 0,0 |
| Gesamt | 2.431,7 | 559,7 | 1.389,9 | 482,1 |
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um kurzfristige Finanzverbindlichkeiten. In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Zinsverbindlichkeiten in Höhe von 9,7 Mio. € enthalten. Im Vorjahr beliefen sich diese auf 8,1 Mio. € und wurden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Für die eigenen Verbindlichkeiten sind keine Sicherheiten gestellt worden.
11. Haftungsverhältnisse
Für Verbindlichkeiten verschiedener verbundener Unternehmen wurden Bürgschaften und Garantien für deren lokale Kreditlinien bei den Kreditinstituten in Höhe von 152,4 Mio. € (i. Vj. 101,8 Mio. €) abgeschlossen. Diese sind nicht zu bilanzieren, da es keine Anzeichen dafür gibt, dass die Tochterunternehmen ihren Verpflichtungen gegenüber den Kreditinstituten nicht fristgerecht nachkommen. Darüber hinaus hat die Sartorius AG zugunsten der Sartorius Finance B.V. im Rahmen der Anleiheemission über nominal 3.000,0 Mio. € eine Garantie abgegeben. Sie garantiert die ordnungsgemäße und pünktliche Zahlung von Kapital und Zinsen auf die Schuldverschreibung sowie von jeglichen sonstigen Beträgen, die auf die Schuldverschreibung zahlbar sind. Die Sartorius AG hat eine Patronatserklärung zugunsten der Sartorius Lab Instruments GmbH & Co. KG, zunächst befristet bis zum 31.12.2023, abgegeben. Des Weiteren hat die die Sartorius AG Patronatserklärungen zugunsten der Sartorius Stedim BioOutsource Ltd., Sartorius Stedim Chromatography Systems Ltd., Sartorius Stedim Lab Ltd., Sartorius Stedim UK Ltd., Sartorius UK Ltd., The Automation Partnership (Cambridge) Ltd., zunächst befristet bis zum 15.12.2024, abgegeben.
12. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Neben den Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen im Wesentlichen aus Miet- und Leasingverträgen.
| in Mio. € | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 |
|---|---|---|
| fällig innerhalb eines Jahres | 0,1 | 0,1 |
| fällig in ein bis fünf Jahren | 0,0 | 0,0 |
| Gesamt | 0,1 | 0,1 |
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
13. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse setzen sich – gegliedert nach geographischen Märkten und Haupttätigkeitsbereichen – wie folgt zusammen:
| in Mio. € | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse Inland | ||
| Umsatzerlöse aus Vermietung | 12,0 | 12,0 |
| Umsatzerlöse aus Dienstleistungen | 4,7 | 6,5 |
| Zwischensumme Inland | 16,7 | 18,5 |
| Umsatzerlöse Ausland | ||
| Umsatzerlöse aus Dienstleistungen | 0,8 | 1,5 |
| Zwischensumme Ausland | 0,8 | 1,5 |
| Gesamt Umsatzerlöse | 17,5 | 20,0 |
14. Sonstige betriebliche Erträge
| in Mio. € | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Erträge mit verbundenen Unternehmen | 7,0 | 0,1 |
| Erträge aus der Währungsumrechnung | 0,1 | 0,1 |
| Buchgewinne aus Anlagenverkäufen | 0,0 | 67,3 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 0,0 | 0,1 |
| Andere Erträge | 0,2 | 0,1 |
| Gesamt | 7,3 | 67,7 |
Die Erträge mit verbundenen Unternehmen resultieren aus der konzerninternen Weiterbelastungen von Finanzierungsaufwendungen im Rahmen einer Akquisition.
15. Personalaufwand
| in Mio. € | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Gehälter | – 5,6 | – 5,8 |
| Soziale Abgaben | 0,0 | 0,0 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | – 1,1 | – 1,4 |
| Gesamt | – 6,7 | – 7,2 |
Der ausgewiesene Personalaufwand bezieht sich auf den Vorstand der Sartorius AG.
16. Abschreibungen
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen:
| in Mio. € | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Planmäßig | – 10,4 | – 9,9 |
17. Sonstige betriebliche Aufwendungen
| in Mio. € | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Sonstige Finanzierungsaufwendungen | – 8,1 | – 0,4 |
| Aufwendungen mit verbundenen Unternehmen | – 6,6 | – 6,1 |
| Kosten für Fremdleistungen | – 4,0 | – 6,3 |
| Rechts- und Beratungskosten | – 3,3 | – 1,5 |
| Instandhaltungskosten | – 1,6 | – 1,5 |
| Aufsichtsratvergütung | – 1,5 | – 0,9 |
| Beiträge und Gebühren | – 0,9 | – 0,6 |
| Reise-, Bewirtungs- und Repräsentationskosten | – 0,4 | – 0,5 |
| Mieten, Kfz- und Leasing-Kosten | – 0,2 | – 0,2 |
| Personalnebenkosten | – 0,1 | – 0,2 |
| Aufwendungen aus der Währungsumrechnung | – 0,1 | – 0,2 |
| Buchverluste aus Anlagenabgängen | – 0,1 | 0,0 |
| Sonstige Aufwendungen | – 0,9 | – 0,5 |
| Gesamt | – 27,8 | – 18,9 |
Die sonstigen Finanzierungsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus einer Brückenfinanzierung im Rahmen einer Akquisition.
18. Erträge aus Beteiligungen
| in Mio. € | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Erträge aus Beteiligungen | 97,7 | 85,5 |
Bei den Erträgen aus Beteiligungen der Sartorius AG handelt es sich wie im Vorjahr in voller Höhe um Dividendenzahlungen von Tochtergesellschaften.
19. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
Bei den Erträgen aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens handelt es sich in voller Höhe um Erträge aus verbundenen Unternehmen.
20. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages übernommener Gewinn oder Verlust
| in Mio. € | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Sartorius Lab Holding GmbH | 45,0 | 7,6 |
| Sartorius Corporate Administration GmbH | 15,8 | 11,9 |
| Gesamt | 60,8 | 19,5 |
21. Zinsergebnis
| in Mio. € | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 31,8 | 2,7 |
| – davon aus verbundenen Unternehmen | – (20,2) | – (1,4) |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | – 80,3 | – 26,4 |
| – davon an verbundene Unternehmen | – (5,3) | – (0,0) |
| Gesamt | – 48,5 | – 23,7 |
Der Anstieg des Zinsaufwandes der Sartorius AG gegenüber dem Vorjahr lässt sich zum einen durch die Aufnahme eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 650 Mio. € im November 2022 erklären, welches in Teilen erst 2023 ausgezahlt wurde und damit erst im Zinsaufwand 2023 vollständig zum Tragen kommt. Weiterhin ist der Zinsaufwand durch die unterjährig aufgenommene Brückenfinanzierung zur Finanzierung der Polyplus Akquisition in Höhe von 2,45 Mrd. € getrieben, welche durch die von der Sartorius Finance B.V. emittierten Anleihen abgelöst wurde. Vor dem Hintergrund des Anteils der variabel verzinsten Darlehen hat zudem ein Anstieg des Zinsniveaus gegenüber dem Vorjahr zu einem Anstieg des Zinsaufwandes der Sartorius AG geführt. In den Zinsaufwendungen des Geschäftsjahres sind Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 0,4 Mio. € (i. Vj. 0,6 Mio. €) enthalten.
22. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
Im Geschäftsjahr wurde ein langfristiges Darlehen gegenüber der Sartorius Ventures GmbH in Höhe von 20,0 Mio. € (i. Vj. 0,0 Mio. €) abgeschrieben.
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
| in Mio. € | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Laufende Ertragsteuern | – 2,9 | – 0,1 |
| Ertragsteuern Vorjahre | 0,9 | 0,0 |
| Gesamt | – 2,0 | – 0,1 |
24. Periodenfremde Erträge und Aufwendungen
Periodenfremde Erträge und Aufwendungen stellen solche Posten dar, die zwar das laufende Ergebnis beeinflussen, die aber Änderungen von Vorgängen vergangener Jahre betreffen. Die anderen Geschäftsjahren zuzuordnenden Erträge betragen für die Sartorius AG 1,0 Mio. € (i. Vj. 67,3 Mio. €). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus Ertragsteuern für Vorjahre sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Im Vorjahr handelte es sich im Wesentlichen um Buchgewinne aus Anlagenverkäufen. Die periodenfremden Aufwendungen betragen 0,7 Mio. € (i. Vj. 0,0 Mio. €). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Nachzahlungen aufgrund geänderter Grundsteuerbescheide für Vorjahre.
Sonstige Angaben
Personalstand (§ 285 Nr. 7 HGB)
Die Sartorius AG beschäftigt keine nach § 285 Nr. 7 HGB anzugebenden Mitarbeitenden.
Bezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats (§ 285 Nr. 9 HGB)
Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder der Sartorius AG beträgt 1,6 Mio. € (i. Vj. 1,0 Mio. €). Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder der Sartorius AG betragen 5,0 Mio. € (i. Vj. 5,5 Mio. €). Darüber hinaus wurden früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen Bezüge in Höhe von 0,5 Mio. € (i. Vj. 0,5 Mio. €) gewährt. Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen sind 9,8 Mio. € (i. Vj. 9,0 Mio. €) zurückgestellt. Die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die Angabe der individuellen Vergütungen der Mitglieder des Vorstands sowie des Aufsichtsrats sind im Vergütungsbericht zusammengefasst. Im Geschäftsjahr wurden 3.374 Phantom Stocks mit einem Zeitwert von 1,2 Mio. € bei Gewährung ausgegeben. Kredite wurden an Mitglieder des Aufsichtsrats und Vorstands im Geschäftsjahr vom Unternehmen nicht gewährt.
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats (§ 285 Nr. 10 HGB)
Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sowie die weiteren Angaben gemäß § 285 Nr. 10 HGB sind als Anlage zum Anhang angegeben.
Anteilsbesitzliste (§ 285 Nr. 11, Nr. 11a und Nr. 11b HGB)
Die Aufstellung des Anteilsbesitzes ist als Anlage zum Anhang angefügt.Erklärung nach § 161 AktG (§ 285 Nr. 16 HGB)
Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung wurde am 7. Dezember 2023 abgegeben und den Aktionären der Sartorius AG auf der Internetseite der Gesellschaft „www.sartorius.com“ dauerhaft zugänglich gemacht.
Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers (§ 285 Nr. 17 HGB)
Die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesenen Beratungsaufwendungen beinhalten die Kosten der Leistungen des Abschlussprüfers für:
| in Mio. € | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses | – 0,8 | – 0,6 |
| Andere Bestätigungsleistungen | – 0,3 | – 0,1 |
| Sonstige Leistungen | 0,0 | 0,0 |
| – 1,1 | – 0,7 |
Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 285 Nr. 21 HGB)
Die nachfolgende Tabelle umfasst sämtliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Geschäftsjahr:
| Verbundene Unternehmen in Mio. € | 2023 | 2022 |
|---|---|---|
| Erhaltene Finanzierungen | 33,9 | 26,8 |
| Gegebene Finanzierungen | 1.831,4 | 2.272,0 |
| Zinserträge, Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 67,4 | 23,1 |
| Umsatzerlöse, sonstige Erträge | 23,7 | 19,5 |
| Zinsaufwendungen | – 5,3 | 0,0 |
| Sonstige Aufwendungen | – 6,6 | – 6,1 |
Für die Details zu den Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder sowie der Bezüge der Vorstandsmitglieder wird auf die Ausführungen auf der vorherigen Seite verwiesen.
Nachtragsbericht (§ 285 Nr. 33 HGB)
Am 7. Februar 2024 hat die Sartorius AG die Platzierung von 613.497 durch die Gesellschaft gehaltenen Vorzugsaktien unter Ausschluss der Bezugsrechte der bestehenden Aktionäre abgeschlossen. Die Vorzugsaktien wurden zu einem Preis von 326,00 € pro Aktie platziert. Der Bruttoerlös beträgt ca. 200 Mio. €. Die Platzierungs-Vorzugsaktien wurden ausschließlich an institutionelle Anleger im Rahmen einer Privatplatzierung im Wege eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens angeboten und verkauft und sind ab dem 1. Januar 2023 voll dividendenberechtigt. Der Nettoerlös aus der Platzierung eigener Aktien soll die Entschuldung des Sartorius Konzerns über einen starken operativen Cashflow hinaus beschleunigen sowie die strategische Flexibilität des Unternehmens insgesamt stärken. Davon unabhängig hat Sartorius' französischer börsennotierter Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech S.A. ebenfalls am 7. Februar 2024 eine Kapitalerhöhung durchgeführt, bei der im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens 5.150.215 neue Aktien im Volumen von ca. 1,2 Mrd. € platziert wurden. Die Sartorius AG hat sich an dieser Kapitalerhöhung beteiligt, indem sie 1.716.739 neue SSB-Aktien im Gesamtvolumen von ca. 400 Millionen Euro zum Platzierungspreis von 233,00 € erworben hat. Nach Abschluss der Kapitalerhöhung wird der Anteil der Sartorius AG ca. 71,5 % des Grundkapitals an der Sartorius Stedim Biotech S.A. betragen. Unter Berücksichtigung der genannten Maßnahmen rechnet der Konzern mit einer Reduzierung der Nettoverschuldung von rund 1 Mrd. €. Bis zur Beendigung der Aufstellung des Jahresabschlusses haben sich keine weiteren wesentlichen Ereignisse ergeben.
Vorschlag für die Ergebnisverwendung (§ 285 Nr. 34 HGB)
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Sartorius AG in Höhe von 283.012.753,53 € wie folgt zu verwenden:
| in € | |
|---|---|
| Zahlung einer Dividende von EUR 0,73 je Stammaktie | 24.987.482,44 |
| Zahlung einer Dividende von EUR 0,74 je Vorzugsaktie | 25.756.485,14 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 232.268.785,95 |
| 283.012.753,53 |
Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG
Der Gesellschaft lagen zum 31. Dezember 2023 folgende Angaben zu mitteilungspflichtigen Beteiligungen gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG vor:
- Christine Franken hat uns mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 1. April 2002, direkt oder indirekt gehalten, 59,25 % betragen habe, darunter ein Stimmrechtsanteil von 55,59 %, den sie als Mitglied der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius halte.
- Dr. Lothar Kappich hat uns mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 8. September 2017, direkt oder indirekt gehalten, 50,09 % (18.754.160 Stimmrechte) betragen habe, darunter ein Stimmrechtsanteil von 50,09 % (18.754.160 Stimmrechte), der ihm als Testamentsvollstrecker des Erbes nach Horst Sartorius zugerechnet werde.
- Karin Sartorius-Herbst hat uns mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 9. März 2022, direkt oder indirekt gehalten, 52,38 % (19.609.833 Stimmrechte) betragen habe, darunter ein Stimmrechtsanteil von 50,09 % (18.754.160 Stimmrechte), den sie sowie die von ihr beherrschten Sartorius-Herbst Beteiligungen I GmbH und Sartorius-Herbst Beteiligungen II GmbH jeweils als Mitglieder der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius halten.
- Alexander Schemann hat uns mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 9. März 2022, direkt oder indirekt gehalten, 50,09 % (18.754.160 Stimmrechte) betragen habe, darunter ein Stimmrechtsanteil von 50,09 % (18.754.160 Stimmrechte), den die LifeScience Holding SCSp, die von Alexander Schemann – über die Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit dem obersten beherrschenden Unternehmen, Armira Partners Verwaltungs GmbH, Armira Partners GmbH & Co. KG, Armira HC Holding GmbH, LSH Management GP S.à r.l. – beherrscht werde, als Mitglied der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius halte.
- Alice N. Schwartz hat uns mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 1. Oktober 2013, direkt oder indirekt gehalten, 33,28 % (3.115.201 Stimmrechte) betragen habe, darunter ein Stimmrechtsanteil von 33,28 % (3.115.201 Stimmrechte), den die Bio-Rad Laboratories GmbH halte, die von Alice N. Schwartz – über die Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit dem obersten beherrschenden Unternehmen, David Schwartz Non-Exempt Marital Trust, Blue Raven Partners, L.P., Bio-Rad Laboratories, Inc., Bio-Rad Luxembourg S.à r.l., Bio-Rad France Holding SAS – beherrscht werde.
- Ulrike Baro hat uns mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 9. März 2022, direkt oder indirekt gehalten, sämtliche mitteilungspflichtigen Schwellen gemäß Abschnitt 6 des Wertpapierhandelsgesetzes unterschritten und zu diesem Zeitpunkt 0,00 % (0 Stimmrechte) betragen habe.
- Britta Franken, Julius Franken, Carla Franken und Henri Franken haben uns mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 9. März 2022, direkt oder indirekt gehalten, sämtliche mitteilungspflichtigen Schwellen gemäß Abschnitt 6 des Wertpapierhandelsgesetzes unterschritten und zu diesem Zeitpunkt 0,00 % (0 Stimmrechte) betragen habe.
- Kai Christian Franken hat uns mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 9. März 2022, direkt oder indirekt gehalten, sämtliche mitteilungspflichtigen Schwellen gemäß Abschnitt 6 des Wertpapierhandelsgesetzes unterschritten und zu diesem Zeitpunkt 0,00 % (0 Stimmrechte) betragen habe.
Göttingen, den 7. Februar 2024
Sartorius Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Erklärung des Vorstands
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2023 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Göttingen, den 7. Februar 2024
Sartorius Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Joachim Kreuzburg
Dr. René Fáber
Dr. Alexandra Gatzemeyer
Entwicklung des Anlagevermögens
| Anschaffungs- und Herstellungskosten in Mio. € | 1.1.2023 | Zugänge | Umbuchungen | Abgänge | 31.12.2023 |
|---|---|---|---|---|---|
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 27,7 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 27,7 |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 149,7 | 0,0 | 0,1 | 0,1 | 149,7 |
| 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4,1 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 4,3 |
| 3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0,2 | 0,9 | – | 0,2 | 0,0 |
| 154,0 | 1,0 | 0,0 | 0,1 | 154,9 | |
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 439,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 2.158,9 | 330,0 | 0,0 | 815,4 | 1.673,5 |
| 3. Beteiligungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 4,4 | 0,7 | 0,0 | 0,0 | 5,1 |
| 2.602,5 | 330,7 | 0,0 | 815,4 | 2.117,8 | |
| 2.784,2 | 331,7 | 0,0 | 815,5 | 2.300,4 |
| Kumulierte Abschreibungen in Mio. € | 1.1.2023 | Abschreibungen des Geschäftsjahres | Umbuchungen | Abgänge | Zuschreibungen | 31.12.2023 | Buchwerte in Mio. € | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 14,8 | 5,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 20,3 | 7,4 | 7,4 | 12,9 |
| II. Sachanlagen | |||||||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 19,6 | 4,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 24,1 | 125,6 | 125,6 | 130,1 |
| 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1,4 | 0,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 1,8 | 2,5 | 2,5 | 2,7 |
| 3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,2 |
| 21,0 | 4,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 25,9 | 129,0 | 129,0 | 133,0 | |
| III. Finanzanlagen | |||||||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 439,2 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0,0 | 20,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 20,0 | 1.653,5 | 1.653,5 | 2.158,9 |
| 3. Beteiligungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 4,4 |
| 0,0 | 20,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 20,0 | 2.097,8 | 2.097,8 | 2.602,5 | |
| 35,8 | 30,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 66,2 | 2.234,2 | 2.234,2 | 2.748,4 |
Aufstellung des Anteilsbesitzes
| Kapitalanteil | Eigenkapital des letzten |
| :------------ | :----------------------- |## Sartorius Stedim Biotech S.A., Aubagne, Frankreich mit deren Tochterunternehmen
| Geschäfts- jahres Ergebnis des letzten Geschäfts- jahres in % | Mio. € | Mio. € | |
|---|---|---|---|
| Sartorius Stedim Belgium SA, Woluwe-Saint-Lambert, Belgien¹ | 100,0 | 5,5 | 4,6 |
| ACCESSIA PHARMA S.A., Herstal, Belgien¹ | 100,0 | – | 2,1 |
| XpressBioX SRL, Herstal, Belgien¹ | 100,0 | 8,9 | – |
| XPRESS BIOLOGICS S.A., Herstal, Belgien¹ | 100,0 | – | 0,5 |
| Sartorius Xell GmbH, Schloß Holte-Stukenbrock, Deutschland¹ | 100,0 | 14,3 | – |
| Distribo GmbH, Göttingen, Deutschland¹ | 26,0 | 3,2 | 0,5 |
| Sartorius Stedim Biotech GmbH, Göttingen, Deutschland¹ | 100,0 | 1.514,4 | 358,2 |
| Sartorius Stedim Plastics GmbH, Göttingen, Deutschland¹ | 100,0 | 0,7 | – |
| Sartorius Stedim North America Holding GmbH, Göttingen, Deutschland¹ | 100,0 | 41,9 | 0,0 |
| Sartorius Stedim Systems GmbH, Guxhagen, Deutschland¹ | 100,0 | 47,8 | 5,4 |
| Sartorius CellGenix GmbH, Freiburg im Breisgau, Deutschland¹ | 76,0 | 59,8 | 11,7 |
| Metreon Bioproducts GmbH, Freiburg im Breisgau, Deutschland¹ | 100,0 | 0,0 | 0,0 |
| Sartorius Stedim Cellca GmbH, Ulm, Deutschland¹ | 100,0 | 7,9 | – |
| Sartorius Stedim Nordic oy, Helsinki, Finnland¹ | 100,0 | 2,7 | 2,3 |
| Sartorius Stedim FMT S.A.S., Aubagne, Frankreich¹ | 100,0 | 140,9 | 5,9 |
| Sartorius Stedim France S.A.S., Aubagne, Frankreich¹ | 100,0 | 11,2 | 8,3 |
| Sartorius Stedim Chromatography Resins S.A.S., Cergy, Frankreich¹ | 100,0 | 7,1 | 1,1 |
| PolygenX 2 S.A.S., Illkirch-Graffenstaden, Frankreich¹ | 100,0 | 108,4 | – |
| PolygenX A S.A.S., Illkirch-Graffenstaden, Frankreich¹ | 100,0 | 449,7 | 1,2 |
| PolygenX D S.A.S., Paris, Frankreich¹ | 100,0 | 352,1 | – |
| POLYPLUS-TRANSFECTION S.A., Illkirch-Graffenstaden, Frankreich¹ | 100,0 | 86,9 | 13,3 |
| Sartorius Stedim Aseptics S.A.S., Lourdes, Frankreich¹ | 100,0 | 9,0 | 3,7 |
| BIO ELPIDA S.A.S., Saint-Priest, Frankreich¹ | 100,0 | – | 5,4 |
| Sartorius Chromatography Equipment S.A.S., Pompey, Frankreich¹ | 100,0 | 37,4 | – |
| Sartorius Stedim Ireland Ltd., Dublin, Irland¹ | 100,0 | 15,9 | 15,0 |
| Biological Industries Israel Beit Haemek Ltd., Kibbutz Beit Haemek, Israel¹ | 100,0 | 33,1 | – |
| Sartorius Stedim Italy S.r.l., Florenz, Italien¹ | 100,0 | 18,0 | 3,9 |
| Sartorius Stedim Netherlands B.V., Amersfoort, Niederlande¹ | 100,0 | 1,8 | 1,8 |
| Sartorius Stedim Austria GmbH, Wien, Österreich¹ | 100,0 | 3,3 | 2,0 |
| Sartorius Stedim Poland Sp. z o.o., Kostrzyn, Polen¹ | 100,0 | 2,0 | 1,4 |
| LLC Sartorius Stedim RUS, St. Petersburg, Russland¹ | 100,0 | 12,6 | 1,6 |
| Sartorius Stedim Data Analytics AB, Umeå, Schweden¹ | 100,0 | 31,3 | 10,1 |
| Sartorius Stedim Switzerland AG, Tagelswangen, Schweiz¹ | 100,0 | 24,7 | 19,6 |
| Sartorius BIA Separations, separacijske tehnologije, d.o.o., Ajdovščina, Slowenien¹ | 100,0 | 39,4 | – |
| Sartorius Stedim Spain S.A., Madrid, Spanien¹ | 100,0 | 11,3 | 4,4 |
| Sartorius Stedim Bioprocess S.A.R.L., M'Hamdia, Tunesien¹ | 100,0 | 15,6 | 3,8 |
| Sartonet Seperasyon Teknolojileri Anonim Şirketi, Istanbul, Türkei¹ | 100,0 | 10,6 | 4,0 |
| Sartorius Stedim Hungária Kft., Budapest, Ungarn¹ | 100,0 | 2,0 | 0,7 |
| Sartorius Stedim BioOutsource Ltd., Glasgow, Vereinigtes Königreich¹ | 100,0 | – | 7,9 |
| Sartorius Stedim UK Ltd., Epsom, Vereinigtes Königreich¹ | 100,0 | 8,8 | 7,6 |
| Sartorius Stedim Lab Ltd., Stonehouse, Vereinigtes Königreich¹ | 100,0 | 25,9 | 4,0 |
| Sartorius Stedim Chromatography Systems Ltd., Royston, Vereinigtes Königreich¹ | 100,0 | 39,2 | – |
| TAP Biosystems Group Ltd., Royston, Vereinigtes Königreich¹ | 100,0 | 1,9 | 115,0 |
| The Automation Partnership Cambridge Ltd., Royston, Vereinigtes Königreich¹ | 100,0 | 73,6 | 62,3 |
| Albumedix Ltd., Nottingham, Vereinigtes Königreich¹ | 100,0 | 36,1 | 12,8 |
| Virocell Biologics Ltd., London, Vereinigtes Königreich¹ | 30,0 | 10,4 | – |
Amerika
| Geschäfts- jahres Ergebnis des letzten Geschäfts- jahres in % | Mio. € | Mio. € | |
|---|---|---|---|
| Sartorius Stedim Filters Inc., Yauco, Puerto Rico¹ | 100,0 | 332,6 | 25,6 |
| WaterSep BioSeparations LLC, Boston, Massachusetts, USA¹ | 100,0 | – | 1,5 |
| Sartorius DC BPS Americas, Inc., Dover, Delaware, USA¹ | 100,0 | – | 1,7 |
| Sartorius Stedim North America Inc., Dover, Delaware, USA¹ | 100,0 | 230,0 | 19,6 |
| CellGenix Inc., Wilmington, Delaware, USA¹ | 100,0 | 0,2 | 0,0 |
| Polyplus Transfection Inc., Wilmington, Delaware, USA¹ | 100,0 | 10,3 | 2,2 |
Asien | Pazifik
| Geschäfts- jahres Ergebnis des letzten Geschäfts- jahres in % | Mio. € | Mio. € | |
|---|---|---|---|
| Sartorius Stedim Australia Pty. Ltd., Dandenong South, Victoria, Australien¹ | 100,0 | 2,8 | 0,1 |
| Sartorius Stedim Biotech (Beijing) Co. Ltd., Beijing, China¹ | 100,0 | – | 3,3 |
| Biowire Shanghai Ltd., Shanghai, China¹ | 100,0 | 0,8 | 0,0 |
| Sartorius Stedim (Shanghai) Trading Co. Ltd., Shanghai, China¹ | 100,0 | 41,9 | – |
| Kobmast Ltd., Central Hong Kong, Hong Kong¹ | 100,0 | 0,4 | 0,1 |
| Sartorius Stedim India Pvt. Ltd., Bangalore, Indien¹ | 100,0 | 25,9 | – |
| Sartorius Stedim Japan K.K., Tokio, Japan¹ | 100,0 | 10,9 | 3,2 |
| Sartorius Stedim Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia¹ | 100,0 | 0,7 | 0,2 |
| Polyplus Transfection Pte. Ltd., Singapur, Singapur¹ | 100,0 | – | 0,6 |
| Sartorius Stedim Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur¹ | 100,0 | 27,9 | 5,0 |
| Sartorius Korea Biotech Co. Ltd., Seoul, Südkorea¹ | 79,0 | 44,1 | 8,7 |
| Sartorius Korea Operations LLC, Seoul, Südkorea¹ | 100,0 | 80,0 | – |
| Sartorius Stedim Taiwan Inc., New Taipei City, Taiwan¹ | 100,0 | 2,4 | 0,1 |
EMEA
| Geschäfts- jahres Ergebnis des letzten Geschäfts- jahres in % | Mio. € | Mio. € | |
|---|---|---|---|
| Sartorius Belgium N.V., Woluwe-Saint-Lambert, Belgien² | 100,0 | 1,7 | 0,6 |
| Curexsys GmbH, Göttingen, Deutschland² | 24,3 | 3,5 | – |
| Sartorius Weighing Technology GmbH, Göttingen, Deutschland² | 100,0 | 45,0 | 0,0 |
| Sartorius Corporate Administration GmbH, Göttingen, Deutschland⁴ | 100,0 | 0,2 | 1,7 |
| SI Weende-Verwaltungs-GmbH, Göttingen, Deutschland | 100,0 | 0,0 | 0,0 |
| SIV Weende GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland | 100,0 | – | 6,4 |
| SI Grone 1 -Verwaltungs-GmbH, Göttingen, Deutschland² | 100,0 | 0,0 | 0,0 |
| SIV Grone 1 GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland² | 100,0 | 2,0 | 0,1 |
| SIV Grone 2 GmbH, Göttingen, Deutschland | 100,0 | 0,0 | 0,0 |
| SWT Treuhand GmbH, Göttingen, Deutschland² | 100,0 | 0,0 | 0,0 |
| Sartorius Ventures GmbH, Göttingen, Deutschland | 100,0 | – | 19,1 |
| LabTwin GmbH, Berlin, Deutschland² | 94,0 | – | 4,1 |
| Life Science Factory gGmbH, Göttingen, Deutschland² | 100,0 | 0,0 | 0,0 |
| Life Science Factory Management GmbH, Göttingen, Deutschland² | 100,0 | 0,0 | 0,0 |
| Life Science Valley GmbH, Göttingen, Deutschland² | 80,0 | 0,0 | – |
| Life Science Valley Ventures Management GmbH, Göttingen, Deutschland² | 49,0 | 0,0 | 0,0 |
| Life Science Valley Ventures GP GmbH, Göttingen, Deutschland² | 100,0 | 0,0 | 0,0 |
| Life Science Valley Carry I GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland² | 100,0 | 0,0 | 0,0 |
| Life Science Valley Wachstumsfonds I GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland² | 35,8 | – | 0,2 |
| Sartorius Immobilien Jena GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland | 100,0 | 0,0 | 0,0 |
| Sartorius Lab Holding GmbH, Göttingen, Deutschland⁴ | 100,0 | – | 62,1 |
| Sartorius Lab Instruments GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland² | 100,0 | – | 10,7 |
| ALS Automated Lab Solutions GmbH, Jena, Deutschland² | 62,5 | 7,4 | 2,3 |
| Sartorius Biohit Liquid Handling Oy, Helsinki, Finnland² | 100,0 | 7,3 | – |
| Sartorius Nordic oy, Helsinki, Finnland² | 100,0 | 0,5 | 0,4 |
| Sartorius France S.A.S., Dourdan, Frankreich² | 100,0 | 2,1 | 0,9 |
| Sartorius Ireland Ltd., Dublin, Irland² | 100,0 | 1,2 | 0,2 |
| Sartorius Israel Ltd., Kibbutz Beit Haemek, Israel² | 100,0 | 3,5 | 0,6 |
| Sartorius Italy S.r.l., Florenz, Italien² | 100,0 | 2,7 | 0,8 |
| Sartorius Netherlands B.V., Amersfoort, Niederlande² | 100,0 | 0,8 | 0,4 |
| Sartorius Finance B.V., Amsterdam, Niederlande | 100,0 | 0,1 | 0,0 |
| Sartorius Austria GmbH, Wien, Österreich² | 100,0 | 3,3 | 0,4 |
| Sartorius Poland Sp. z o.o., Kostrzyn, Polen² | 100,0 | 0,7 | 0,4 |
| LLC Sartogosm, St. Petersburg, Russland² | 100,0 | 0,9 | 0,0 |
| LLC Sartorius RUS, St. Petersburg, Russland² | 100,0 | 5,3 | 1,4 |
| BICO Group AB, Göteborg, Schweden² | 10,1 | 625,8 | – |
| Sartorius Spain S.A., Madrid, Spanien² | 100,0 | 0,5 | 0,3 |
| Sartorius South Africa (Pty) Ltd., Midrand, Südafrika² | 100,0 | 0,7 | 0,2 |
| Sartorius Hungária Kft., Budapest, Ungarn² | 100,0 | 1,1 | 0,1 |
| Essen BioScience Ltd., Royston, Vereinigtes Königreich² | 100,0 | 7,0 | 0,3 |
| Sartorius UK Ltd., Epsom, Vereinigtes Königreich² | 100,0 | 4,6 | 2,1 |
| SPARTA Biodiscovery Ltd., London, Vereinigtes Königreich² | 25,0 | 1,3 | – |
Amerika
| Geschäfts- jahres Ergebnis des letzten Geschäfts- jahres in % | Mio. € | Mio. € | |
|---|---|---|---|
| Sartorius Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien² | 100,0 | – | 6,3 |
| Sartorius do Brasil Ltda., Sao Paulo, Brasilien² | 100,0 | – | 1,4 |
| Sartorius Canada Inc., Oakville, Kanada² | 100,0 | 0,3 | 0,0 |
| Sartorius de México S.A. de C.V., Tepotzotlán, Mexiko² | 100,0 | 5,2 | 0,8 |
| Sartorius BioAnalytical Instruments Inc., Dover, Delaware, USA² | 100,0 | 71,6 | – |
| Sartorius DC LPS Americas, Inc., Dover, Delaware, USA² | 100,0 | – | 0,5 |
| Sartorius North America Inc., Dover, Delaware, USA² | 100,0 | 545,0 | 130,1 |
| Sartorius Corporation, Dover, Delaware, USA² | 100,0 | 29,6 | 12,6 |
Asien | Pazifik
| Geschäfts- jahres Ergebnis des letzten Geschäfts- jahres in % | Mio. € | Mio. € | |
|---|---|---|---|
| Sartorius Australia Pty. Ltd., Dandenong South, Victoria, Australien² | 100,0 | 1,3 | 0,5 |
| Sartorius Scientific Instruments (Beijing) Co. Ltd., Beijing, China² | 100,0 | 32,5 | 1,6 |
| Sartorius ForteBio (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China² | 100,0 | 17,3 | 1,1 |
| Sartorius Lab (Shanghai) Trading Co., Ltd., Shanghai, China² | 100,0 | 1,1 | 0,1 |
| Sartorius (Shanghai) Enterprise Management Co., Ltd., Shanghai, China² | 100,0 | 3,4 | 0,1 |
| Sartorius (Shanghai) Trading Co. Ltd., Shanghai, China² | 100,0 | 1,7 | 0,8 |
| Sartorius Hong Kong Ltd., Kowloon, Hong Kong² | 100,0 | 3,0 | 0,3 |
| Sartorius India Pvt. Ltd., Bangalore, Indien² | 100,0 | 3,1 | 1,3 |
| Sartorius Japan K.K., Tokio, Japan² | 100,0 | 4,7 | – |
| Sartorius Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia² | 100,0 | 0,9 | 0,0 |
| Sartorius Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur² | 100,0 | 1,0 | 0,0 |
| Sartorius Korea LLC, Seoul, Südkorea² | 100,0 | 11,5 | 1,0 |
| Sartorius (Thailand) Co. Ltd., Bangkok, Thailand² | 32,7 | 0,2 | 0,5 |
| Sartorius Vietnam Co. Ltd., Ho Chi Minh Stadt, Vietnam² | 100,0 | 0,4 | – |
¹Die Gesellschaften werden indirekt über die Sartorius Stedim Biotech S.A., Frankreich gehalten.
²Die Gesellschaften werden indirekt gehalten.
³Die Abschlüsse lagen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses nicht vor, daher wurden die Angaben aus den Jahresabschlüssen des Vorjahres berücksichtigt.
⁴Es bestehen Ergebnisabführungsverträge.
Vorstand und Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres 2023
Vorstand
Dr. Joachim Kreuzburg
Dipl.-Ingenieur
- Vorsitzender
- Arbeitsdirektor
- Strategie, Personal, Konzernforschung, Recht & Compliance, Kommunikation und Nachhaltigkeit
- interimistische Leitung der Bereiche Finanzen, IT, Datenmanagement und Zentraleinkauf bis 31. März 2024
geb. 22. April 1965 Göttingen
Mitglied seit 11. November 2002
Sprecher vom 1. Mai 2003 bis 10.# Sartorius AG
Supervisory Board
Members of the Supervisory Board
- Dr. Lothar Kappich
- Economist
- Chairman
- Independent consultant, formerly Managing Director of ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG in Hamburg, Hamburg
- Manfred Zaffke
- Economist
- Deputy Chairman
- Project Secretary with special tasks of the IG Metall trade union branch South Lower Saxony-Harz in Northeim, Osterode am Harz
- Annette Becker
- Personnel Specialist
- Chairwoman of the Works Council of Sartorius Corporate Administration GmbH in Göttingen, Deputy Chairwoman of the Group Works Council of Sartorius AG in Göttingen, Gleichen
- Prof. Dr. David Raymond Ebsworth
- B.Sc. in Chemistry and German, Ph.D. in Comparative Industrial Relations
- Management consultant, particularly in the healthcare and financial investment sectors, Overath
- Dr. Daniela Favoccia
- Attorney-at-law and partner of Hengeler Mueller Partnerschaft von Rechtsanwälten in Frankfurt a.M., Frankfurt a.M.
- Petra Kirchhoff
- Economist
- Head of Corporate Communications and Investor Relations, Sartorius Corporate Administration GmbH in Göttingen, Göttingen
- Dietmar Müller
- Business Administrator (VWA Göttingen)
- Chairman of the Works Council of Sartorius Stedim Biotech GmbH in Göttingen, Chairman of the Group Works Council of Sartorius AG in Göttingen, Gleichen
- Ilke Hildegard Panzer
- M.Sc. in Engineering, Computer and Systems Engineering
- Independent consultant in the field of healthcare innovation, Fredonia, Wisconsin, USA
- Frank Riemensperger
- Computer Scientist
- Founder and Managing Director of 440.digital GmbH in Dietzenbach, consulting and investments in digital companies, Dietzenbach
- Hermann Jens Ritzau
- Chairman of the Works Council of Sartorius Lab Instruments GmbH & Co. KG in Göttingen, Member of the Group Works Council of Sartorius AG in Göttingen, Katlenburg-Lindau
- Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
- Business Mathematician and Mathematician
- Independent management consultant, Essen
- Sabrina Wirth
- B.A. in Social Science
- Political Secretary for Organizational Policy in the District Management of IG Metall District Lower Saxony and Saxony-Anhalt in Hanover, Nienburg/Weser
Committees of the Supervisory Board
- Presidency Committee
- Dr. Lothar Kappich (Chairman)
- Annette Becker
- Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
- Manfred Zaffke
- Audit Committee
- Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler (Chairman)
- Dr. Lothar Kappich
- Dietmar Müller
- Manfred Zaffke
- Mediation Committee
- Dr. Lothar Kappich (Chairman)
- Annette Becker
- Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
- Manfred Zaffke
- Nomination Committee
- Dr. Lothar Kappich (Chairman)
- Dr. Daniela Favoccia
- Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
Mandates of the Executive Board during the 2023 fiscal year
-
Dr. Joachim Kreuzburg
- Group-Internal Mandates:
- In the Conseil d’Administration of: Sartorius Stedim Biotech S.A.1, France, Chairman
- In the Supervisory Board of: Sartorius Corporate Administration GmbH, Germany, Chairman (since November 1, 2023)
- In the Advisory Board of: LabTwin GmbH, Germany, Chairman
- In the Board of Directors of: Sartorius North America, Inc., USA, Chairman
- Group-External Mandates:
- In the Supervisory Board of: Carl Zeiss AG, Germany
- In the Administrative Board of: Ottobock Management SE, Germany
- In the Economic Advisory Board of: Norddeutsche Landesbank, Germany (until December 31, 2023)
- Group-Internal Mandates:
-
Dr. René Fáber
- Group-Internal Mandates:
- In the Conseil d'Administration of: Sartorius Stedim Biotech S.A.1, France (Directeur Général)
- In the Supervisory Board of: Sartorius Stedim Biotech GmbH, Germany, Chairman
- In the Advisory Board of: Sartorius CellGenix GmbH, Germany, Chairman
- In the Board of Directors of: Sartorius Stedim (Shanghai) Trading Co., Ltd., China
- Sartorius Stedim Biotech (Beijing) Co., Ltd., China, Deputy Chairman (since July 25, 2023)
- Albumedix Ltd., Great Britain
- Sartorius Stedim BioOutsource Ltd., Scotland (since December 18, 2023)
- Sartorius Korea Biotech LLC, South Korea
- Sartorius Korea Operations LLC, South Korea
- Sartorius Stedim Japan K.K., Japan (until March 26, 2023)
- Sartorius Stedim North America Inc., USA (since November 1, 2023)
- 1 listed on a stock exchange
- In the Comité Exécutif of: Sartorius Stedim FMT S.A.S., France, Chairman
- In the Advisory Board of: Sartorius BIA Separations d.o.o., Slovenia, Chairman
- Group-External Mandates:
- In the Advisory Board of: Curexsys GmbH, Germany
- Group-Internal Mandates:
-
Dr. Alexandra Gatzemeyer1
- Group-Internal Mandates:
- In the Supervisory Board of: Sartorius Corporate Administration GmbH, Germany, Deputy Chairwoman
- In the Board of Directors of: Sartorius BioAnalytical Instruments, Inc., USA (since October 1, 2023)
- Sartorius Corporation, USA (since November 1, 2023)
- Sartorius Biohit Liquid Handling Oy, Finland (since October 1, 2023)
- Sartorius Scientific Instruments (Beijing) Co., Ltd., China, Deputy Chairwoman (since July 25, 2023)
- Sartorius ForteBio (Shanghai) Co., Ltd., China (since May 10, 2023)
- Sartorius Lab (Shanghai) Trading Co., Ltd., China (since July 4, 2023)
- Sartorius (Shanghai) Trading Co., Ltd., China (since September 8, 2023)
- Sartorius Korea LLC, South Korea (since October 25, 2023)
- Biological Industries Israel Beit Haemek Ltd., Israel (until December 7, 2023)
- In the Comité Exécutif of: Sartorius France S.A.S., France, Chairwoman
- Group-External Mandates:
- None
- Group-Internal Mandates:
-
Resigned in the 2023 fiscal year: Rainer Lehmann1
- Group-Internal Mandates:
- In the Supervisory Board of: Sartorius Corporate Administration GmbH, Germany, Chairman (since April 1, 2023)
- In the Board of Directors of: Sartorius Corporation, USA
- Sartorius North America, Inc., USA
- Sartorius Stedim North America Inc., USA
- Sartorius BioAnalytical Instruments, Inc., USA
- Sartorius DC BPS Americas, Inc., USA (since February 2, 2023)
- Sartorius DC LPS Americas, Inc., USA (since February 2, 2023)
- Sartorius Stedim Filters, Inc., Puerto Rico
- Group-External Mandates:
- In the Business Advisory Board of: Gothaer Versicherungsbank VVaG, Germany
- In the Regional Advisory Board of: Commerzbank AG1, Germany
- Group-Internal Mandates:
-
John Gerard Mackay2
- Group-Internal Mandates:
- In the Board of Directors of: Sartorius BioAnalytical Instruments, Inc., USA
- Sartorius Biohit Liquid Handling Oy, Finland
- Sartorius Stedim BioOutsource Ltd., Scotland
- Sartorius Scientific Instruments (Beijing) Co., Ltd., China, Deputy Chairman
- Sartorius Hong Kong Ltd., China (until May 16, 2023)
- Sartorius ForteBio (Shanghai) Co., Ltd., China (until May 9, 2023)
- Sartorius (Shanghai) Trading Co., Ltd., China
- Sartorius Japan K.K., Japan (until March 22, 2023)
- Sartorius Korea LLC, South Korea
- Group-External Mandates:
- In the Board of Directors of: BICO Group AB (publ)1, Sweden (since May 11, 2023)
- 1 listed on a stock exchange
- 2 The mandate information refers to the period of board membership during the 2023 fiscal year.
- Group-Internal Mandates:
Mandates of the Supervisory Board during the 2023 fiscal year
- Dr. Lothar Kappich
- Group-Internal Mandates:
- In the Conseil d'Administration of: Sartorius Stedim Biotech S.A.1, France
- Group-External Mandates:
- None
- Group-Internal Mandates:
- Manfred Zaffke
- Group-Internal Mandates:
- None
- Group-External Mandates:
- In the Supervisory Board of: Demag Cranes & Components GmbH, Germany
- Konecranes Holding GmbH, Germany
- Group-Internal Mandates:
- Annette Becker
- Group-Internal Mandates:
- None
- Group-External Mandates:
- In the Administrative Board of: BKK Technoform, Germany (since September 5, 2023)
- Group-Internal Mandates:
- Prof. Dr. David Raymond Ebsworth
- Group-Internal Mandates:
- None
- Group-External Mandates:
- In the Board of Directors of: Verona Pharma plc1, Great Britain, Chairman
- Actimed Therapeutics Ltd., Great Britain, Chairman
- Kyowa Kirin International plc, Great Britain, Chairman
- Interpharma Investments Ltd., British Virgin Islands (until March 31, 2023)
- In the Supervisory Board of: Synlab AG1, Germany, Chairman
- In the Administrative Board of: Opterion Health AG, Switzerland, Chairman
- 1 listed on a stock exchange
- Group-Internal Mandates:
- Dr. Daniela Favoccia
- None
- Petra Kirchhoff
- Group-Internal Mandates:
- None
- Group-External Mandates:
- In the Stock Exchange Council of: Niedersächsische Börse zu Hannover, Germany
- Group-Internal Mandates:
- Dietmar Müller
- Group-Internal Mandates:
- None
- Group-External Mandates:
- Deputy Member of the Shareholders' Meeting of: Gesellschaft für Gemeindeentwicklung und Wirtschaftsförderung Gleichen mbH, Germany
- Group-Internal Mandates:
- Ilke Hildegard Panzer
- None
- Frank Riemensperger
- Group-Internal Mandates:
- None
- Group-External Mandates:
- In the Supervisory Board of: DRM Datenraum Mobilität GmbH, Germany
- Drägerwerk Verwaltungs AG, Germany (since May 5, 2023)
- Dräger Safety Verwaltungs AG, Germany (since May 5, 2023)
- Group-Internal Mandates:
- Hermann Jens Ritzau
- None
- Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
- Group-Internal Mandates:
- None
- Group-External Mandates:
- In the Supervisory Board of: Zwiesel Kristallglas AG, Germany, Chairman (until December 31, 2023)
- In the Advisory Board of: Odenwald Faserplatten GmbH, Germany (until June 20, 2023)
- Group-Internal Mandates:
- Sabrina Wirth
- Group-Internal Mandates:
- None
- Group-External Mandates:
- In the Advisory Board of: Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank), Germany (since April 1, 2023)
- Group-Internal Mandates:
Board of Management
Members of the Board of Management
- November 2005
- Chairman since November 11, 2005
- Appointment until November 10, 2025
- Dr. René Fáber
- Dipl.-Chemiker (Certified Chemist)
- Bioprocess Solutions Division
- Born July 18, 1975 in Göttingen
- Member since January 1, 2019
- Appointment until December 31, 2026
- Dr. Alexandra Gatzemeyer
- Ph.D. in Chemistry
- Lab Products & Services Division
- Born July 8, 1979 in Bodenrode-Westhausen
- Member since May 1, 2023
- Appointment until April 30, 2026
Resigned in the 2023 fiscal year:
- Rainer Lehmann
- Dipl.-Kaufmann (Certified Business Administrator)
- Finance, IT and Business Processes
- Born March 2, 1975 in Brightwaters, New York, USA
- Member from March 1, 2017 to October 31, 2023
- John Gerard Mackay
- BSc HONS Biochemistry, Master of Education
- Lab Products & Services Division
- Born May 11, 1962 in Glasgow, Scotland
- Member from January 1, 2019 to June 15, 2023