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Sartorius AG Annual Report (ESEF) 2022

Mar 21, 2023

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Konzernstruktur und Unternehmensführung

Rechtliche Konzernstruktur

Sartorius ist ein international agierendes Unternehmen mit Tochtergesellschaften in mehr als 30 Ländern. Die Holdinggesellschaft Sartorius AG ist das Mutterunternehmen des Konzerns. Sie hat ihren Hauptsitz in Göttingen und ist an der Deutschen Börse notiert. Das Bioprozessgeschäft führt Sartorius in einem rechtlich eigenständigen Teilkonzern, dessen Muttergesellschaft Sartorius Stedim Biotech S.A. an der Euronext Paris notiert ist. Zum 31. Dezember 2022 hielt die Sartorius AG rund 74 % der Aktien der Sartorius Stedim Biotech S.A. Das Laborgeschäft ist rechtlich in einem weiteren Teilkonzern mit der Muttergesellschaft Sartorius Lab Holding GmbH zusammengefasst, an der die Sartorius AG 100 % der Anteile hält. In den Konzernabschluss sind die Sartorius AG und alle wesentlichen Beteiligungsgesellschaften einbezogen, bei denen die Sartorius AG gemäß IFRS 10 die Kontrolle ausübt.

Konzernorganisation und Konzernführung

Das zentrale Führungsgremium des Konzerns ist der Vorstand der Sartorius AG. Dieser legt in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat die Unternehmensstrategie fest, verantwortet die operative Leitung des Konzerns und steuert die Ressourcenverteilung innerhalb der Organisation. Sartorius betreibt sein operatives Geschäft in den beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services. Die Sparten bündeln jeweils die Geschäfte nach gleichen Anwendungsfeldern und Kundengruppen. Einen Teil der Infrastruktur und zentrale Dienstleistungen nutzen die Sparten gemeinsam. Um das Geschäft möglichst nah an den Kundenbedürfnissen auszurichten, ist die Organisationsstruktur auf die beiden Sparten zugeschnitten. Operative Funktionen wie Marketing und Vertrieb, Produktion inklusive produktionsnaher Funktionen sowie Produktentwicklung sind divisional strukturiert. Administrative und unterstützende Funktionen sowie der Bereich Corporate Research nehmen ihre Aufgaben spartenübergreifend wahr. Die Zuständigkeit für die lokale Umsetzung der jeweiligen Strategien und Projekte liegt bei den Ländergesellschaften. Die Leitungsorgane der lokalen Gesellschaften führen ihre Unternehmen im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen, Satzungen und Geschäftsordnungen sowie nach den bei Sartorius weltweit geltenden Grundsätzen zur Unternehmensführung.

Veränderungen im Konzernportfolio

Mit drei Akquisitionen hat Sartorius im Berichtsjahr das Produktportfolio in beiden Sparten ausgebaut. Zum 3. Januar 2022 übernahm das Unternehmen die Mehrheit an ALS Automated Lab Solutions und erweiterte damit sein Bioanalytik-Portfolio. Das Labortechnologie-Unternehmen mit Sitz in Jena entwickelt, produziert und vertreibt mit mehr als 30 Mitarbeitern Lösungen für die automatisierte Analyse, Selektion und Isolierung von Zellen. Sartorius hat zunächst 62,5 % der Anteile an ALS übernommen. Die verbleibenden 37,5 % sollen im Jahr 2026 erworben werden. Im Februar 2022 hat Sartorius über seinen Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech die 2021 angekündigte Übernahme der Chromatographie-Prozessanlagen-Sparte von Novasep mit etwa 100 Mitarbeitern in Frankreich, den USA, China und Indien abgeschlossen. Das übernommene Geschäft mit Sitz im ostfranzösischen Pompey ist auf innovative gelbasierte Chromatographie-Systeme spezialisiert und ergänzt das bestehende Chromatographie-Angebot. Mit der Ende September ebenfalls über den Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech abgeschlossenen Übernahme von 100 Prozent der Anteile der Albumedix Ltd. stärkt Sartorius sein Portfolio innovativer Lösungen für den Bereich neuartiger Therapien. Das 1984 gegründete Unternehmen mit Sitz im englischen Nottingham hat mehr als 100 Mitarbeiter und ist ein führender Anbieter von Lösungen auf Basis rekombinanten Humanalbumins, einer wichtigen Komponente bei der Herstellung innovativer Biopharmazeutika.

Finanzielle Steuerung und Leistungsindikatoren

Der Sartorius Konzern wird anhand einer Reihe von Kennzahlen gesteuert, die zugleich maßgeblich für die Ermittlung des variablen Vergütungsbestandteils von Vorstand und Führungskräften sind. Als wesentliche Steuerungsgröße für die Größenentwicklung verwendet Sartorius das um Effekte aus der Währungsumrechnung bereinigte Umsatzwachstum. Die zentrale Kennzahl zur Steuerung der Profitabilität ist die bereinigte EBITDA-Marge, der das um Sondereffekte bereinigte EBITDA („underlying EBITDA“) zugrunde liegt. Im Hinblick auf die Fremdfinanzierungspotenziale des Sartorius Konzerns stellt der dynamische Verschuldungsgrad die wesentliche Steuerungsgröße dar. Er wird als Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA der letzten zwölf Monate inklusive des pro-forma-Beitrags von Akquisitionen für diese Periode berechnet. Darüber hinaus stellt die Investitionsquote, das heißt Investitionen im Verhältnis zum Umsatz, einen wichtigen Steuerungsparameter dar. Ergänzend werden regelmäßig folgende finanzielle und nichtfinanzielle Indikatoren berichtet:

  • Auftragseingang
  • Maßgeblicher Jahresüberschuss | Ergebnis pro Aktie
  • Jahresüberschuss | Ergebnis pro Aktie
  • Eigenkapitalquote
  • Net Working Capital
  • Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
  • Zahl der Mitarbeiter
  • Employee Net Promoter Score (ENPS)
  • Reduktion der CO2 -Emissionsintensität

Der Employee Net Promoter Score und die Reduktion der CO2 -Emissionsintensität sind seit 2022 Bestandteil des Vergütungssystems für den Vorstand und wurden daher neu in die Auflistung aufgenommen. Die jährliche Finanzprognose, die zu Beginn des Jahres für den Konzern und die Sparten veröffentlicht wird, bezieht sich in der Regel auf die Umsatzentwicklung sowie die Entwicklung der underlying EBITDA-Marge. Zusätzlich werden für den Konzern die erwartete Investitionsquote und eine Richtungsprognose für den dynamischen Verschuldungsgrad angegeben.

Geschäftsmodell, Strategie und Ziele

Als ein führender Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie unterstützt Sartorius seine Kunden bei der Entwicklung und Herstellung von Biotech-Medikamenten und Impfstoffen – von der ersten Idee im Labor bis zur kommerziellen Produktion. Biopharmazeutika sind ein fester Bestandteil der modernen Medizin und werden bei der Behandlung vieler, zumeist schwerer Erkrankungen eingesetzt. Lange Entwicklungszeiten und eine komplexe Produktion machen diese Medikamente jedoch sehr teuer. Dies führt zu hohen Gesundheitskosten in den Industrieländern und dazu, dass Patienten in weniger entwickelten Ländern von Behandlungen mit diesen Arzneien oft ausgeschlossen sind. Die Entwicklung eines biopharmazeutischen Medikaments ist langwierig: Es dauert durchschnittlich mehr als zehn Jahre, um ein neues Arzneimittel auf den Markt zu bringen, bei Kosten von über zwei Milliarden Euro. Zudem sind die biotechnologischen Herstellverfahren für die Hightech-Medikamente anspruchsvoll und müssen für jedes Präparat individuell entwickelt werden. Als ein Pionier und Technologieführer in der Bio- pharmabranche trägt Sartorius mit seinen Produkten und Dienstleistungen dazu bei, die Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsprozesse seiner Kunden einfacher und effizienter zu gestalten, damit neuartige Therapien schneller auf den Markt kommen und für mehr Menschen weltweit zugänglich werden. Damit ist das Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen „Gesundheit und Wohlergehen" ein integraler Bestandteil des Geschäftsmodells. Reifegrad und Wettbewerbsintensität nehmen in dieser vergleichsweise jungen Industrie sukzessive zu. Um die Kunden bei dieser Herausforderung zu unterstützen, entwickelt das Unternehmen sein Produktportfolio stetig weiter. Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil ist das hohe Anwendungsverständnis, das auf dem klaren Branchenfokus basiert. Sartorius kennt die Wertschöpfungskette der Kunden und versteht insbesondere die Interaktion der darin genutzten Systeme. Ein weiterer Erfolgsfaktor des Unternehmens ist, sich permanent durch differenzierende Technologien abzuheben. Die Innovationskraft von Sartorius fußt auf einer spezialisierten, eigenen Produktentwicklung, Kooperationen mit Partnern und der Integration von Innovationen durch Zukäufe. Mit der Biopharmaindustrie fokussiert sich Sartorius auf einen attraktiven Markt, der angesichts langfristiger Trends und hoher Innovationskraft durch eine starke Wachstumsdynamik gekennzeichnet ist. Positive Impulse gehen vom medizinischen Fortschritt aus, der zur Entwicklung und Zulassung neuer Biopharmaka führt. So setzt die Biopharmaindustrie verstärkt auf neuartige Therapieformen wie Zell- und Gentherapien sowie biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte (Advanced Therapies). Weitere wesentliche Treiber sind eine wachsende Weltbevölkerung und die Zunahme altersbedingter Krankheiten in den Industrieländern. Zudem führen steigende Einkommen in den Schwellenländern zu einem besseren Zugang zu Gesundheitsleistungen und einer erhöhten Nachfrage nach Medikamenten. Auch Biosimilars, also Nachahmerpräparate bereits etablierter Biologika, machen einen noch kleinen, aber besonders schnell wachsenden Anteil des Biopharmamarktes aus. Als Folge dieser Faktoren steigen die hergestellten Volumina von Arzneien und damit die Nachfrage nach entsprechenden Produktionstechnologien kontinuierlich und weitgehend konjunkturunabhängig. Nachfolgend wird die Positionierung und Strategie der beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services skizziert.

Strategischer Fokus auf Biopharma-Anwendungen von der Molekülentwicklung bis zur Produktion von Biopharmazeutika

Bioprocess Solutions

In der Sparte Bioprocess Solutions bietet Sartorius ein breites Produktportfolio, das sich auf alle wesentlichen Schritte der Produktion sowie der vorgelagerten Prozessentwicklung eines Biopharmazeutikums konzentriert. Das Angebot umfasst unter anderem Zelllinien, Zellkulturmedien, Bioreaktoren, verschiedene Produkte für die Separation, Reinigung und Aufkonzentrierung von biologischen Zwischen- und Endprodukten sowie Lösungen für deren Lagerung und Transport.# Sartorius 2022 Geschäftsbericht

Lagebericht

Vorwort

Zudem bietet Sartorius Datenanalyse-Software zur Modellierung und Optimierung von biopharmazeutischen Entwicklungs- und Produktionsprozessen. In seinen Kerntechnologien verfügt das Unternehmen über führende Marktpositionen mit deutlich zweistelligen Marktanteilen. Von den Wettbewerbern differenziert sich das Unternehmen unter anderem durch die Breite des Produktportfolios. Sartorius kann den Kunden komplette Prozesslösungen aus einer Hand anbieten und sie bei der vorgelagerten Projektplanung, Prozessintegration sowie der anschließenden Validierung unterstützen. Die Produkte werden bei der Herstellung sämtlicher Wirkstoffklassen eingesetzt, angefangen von Impfstoffen und monoklonalen Antikörpern bis zu neuartigen, auf viralen Vektoren basierenden Gentherapien. Etwa drei Viertel der Spartenerlöse setzen sich aus wiederkehrenden Umsätzen mit sterilen Einwegprodukten zusammen. Diese ermöglichen den Kunden Kostenvorteile, Flexibilität und weniger Ressourceneinsatz und damit einen besseren ökologischen Fußabdruck gegenüber klassischen Prozessen mit wiederverwendbaren Edelstahlkomponenten. Zum hohen Anteil an wiederkehrenden Umsatzerlösen tragen auch die hohen regulatorischen Anforderungen auf Seiten der Kunden bei: Da die Produktionsprozesse als Bestandteil des Zulassungsantrags eines neuen Arzneimittels durch die Gesundheitsbehörden validiert werden, können nach Zulassung Komponenten nur mit erheblichem Aufwand durch andere Komponenten ausgetauscht werden. Überdies trägt die breite und stabile Kundenbasis, die überwiegend direkt adressiert wird, zu einem günstigen Risikoprofil bei. Die starke strategische Positionierung der Sparte und das überdurchschnittliche Branchenwachstum bilden eine gute Basis für auch künftig profitables Wachstum. Informationen zur Geschäftsentwicklung der Sparte im Berichtsjahr sind im Kapitel „Geschäftsentwicklung der Sparte Bioprocess Solutions“ beschrieben.

Innovative Technologien für alle Phasen der Wirkstoffproduktion

Lab Products & Services

Die Sparte Lab Products & Services wurde in den vergangenen Jahren verstärkt auf die wachstumsstarke Biopharmaindustrie ausgerichtet. Mit ihren Produkten adressiert sie Pharma- und Biotechforschungslabore sowie akademische Forschungseinrichtungen. Sartorius gibt Wissenschaftlern und Laboranten Laborinstrumente und Verbrauchsmaterialien an die Hand, die ihre Forschung und Qualitätskontrolle einfacher und schneller machen. Beispielsweise bietet das Unternehmen seinen Life-Science-Kunden innovative Systeme für die Bioanalytik. Mit deren Hilfe können sie zentrale Analyseschritte in der Molekül-, Zelllinien- und Prozessentwicklung automatisiert durchführen, die bislang zumeist manuell ausgeführt wurden. Auf diese Weise können in kurzer Zeit wesentlich größere Probenmengen untersucht sowie umfangreiche Datensätze generiert und ausgewertet werden, was die Identifikation geeigneter Wirkstoffkandidaten oder Zellklone beschleunigt und damit einen Beitrag zur Verkürzung der langwierigen Medikamentenentwicklung leistet sowie die Effizienz von Forschungs- und Entwicklungslaboren der Biopharmaindustrie erhöht. Überdies bietet die Sparte eine breite Palette von Premium-Laborinstrumenten zur Probenvorbereitung wie Laborwaagen, Pipetten und Laborwassersysteme an sowie Verbrauchsmaterialien wie Filter und mikrobiologische Tests. Sartorius verfügt in diesen Produktkategorien über führende Positionen und signifikante Marktanteile. Die Lösungen zielen darauf ab, die Effizienz und Produktivität routinemäßiger und zugleich qualitätskritischer Laborprozesse oder industriespezifischer Arbeitsabläufe zu erhöhen. Über die Biopharmaindustrie hinaus werden mit diesem Portfolio auch Qualitätssicherungslabore aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche adressiert. Mit ihren innovativen Technologie-Plattformen im Bereich Bioanalytik sowie dem umfangreichen Portfolio für die Probenvorbereitung verfügt die Sparte Lab Products & Services über ein starkes Fundament, um weiter organisch deutlich wachsen zu können. Das Wachstum sollte aufgrund von Skalen- und Produktmixeffekten mit einer kontinuierlichen Steigerung der Profitabilität einhergehen. Einzelheiten zur Geschäftsentwicklung der Sparte im Jahr 2022 sind im Kapitel „Geschäftsentwicklung der Sparte Lab Products & Services" zu finden.

Fokus auf Lösungen, um den langwierigen, teuren und ineffizienten Prozess der Medikamenten- entwicklung zu verbessern

Basierend auf Daten des Tufts Center for the Study of Drug Development und des Verbands der britischen Pharmaindustrie

Strategie Sartorius 2025

Im Jahr 2018 hat die Unternehmensleitung die Strategie und Langfristziele bis 2025 vorgestellt. Anfang 2021 wurde das Umsatzziel und Anfang 2022 das Profitabilitätsziel noch einmal signifikant angehoben. Anfang 2023 bestätigte Sartorius seine grundsätzliche Wachstumsplanung auf Basis der unverändert starken grundlegenden Wachstumstrends in seinen Märkten und der daraus für das Unternehmen resultierenden positiven Perspektiven. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Inflation und damit einhergehender Preisanpassungen passte das Unternehmen die mittelfristige Umsatzerwartung daher rechnerisch an und erwartet für das Jahr 2025 nun einen Umsatz von etwa 5,5 Mrd. € (bisher rund 5 Mrd. €). Der Anstieg soll überwiegend durch organisches Wachstum erzielt und zusätzlich durch Akquisitionen ergänzt werden. Für die Sparte Bioprocess Solutions geht die Unternehmensleitung für 2025 nun von einem Umsatz von etwa 4,2 Mrd. € (bisher etwa 3,8 Mrd. €) und für die Laborsparte von etwa 1,3 Mrd. € (bisher rund 1,2 Mrd. €) aus. Die Erwartung für die operative EBITDA-Marge des Konzerns im Jahr 2025 bleibt unverändert bei rund 34 %. Für die Sparte Bioprocess Solutions rechnet das Unternehmen für 2025 weiterhin mit einer operativen EBITDA-Marge von rund 36 %, für die Laborsparte bleibt die Erwartung bei 28 %. In den Mittelfristzielen für 2025 ist kein pandemiebedingtes Geschäft einkalkuliert, da die Unternehmensleitung entsprechende Abschätzungen für zu unsicher erachtet. In den Margenzielen enthalten sind Aufwendungen für Maßnahmen zur Reduzierung der CO2 -Emissionsintensität. Sartorius will seine CO2 -Emissionsintensität bis 2030 um durchschnittlich rund 10 % pro Jahr reduzieren und dafür perspektivisch jährlich rund 1 % seines Umsatzes für entsprechende Maßnahmen aufwenden. Die Planung geht ferner davon aus, dass die Margen künftiger Akquisitionen im Durchschnitt anfangs etwas unterhalb und nach Integration auf einem mit dem bestehenden Geschäft vergleichbaren Niveau liegen sowie keine relevanten Veränderungen der wichtigsten Währungsrelationen eintreten. Die Unternehmensleitung weist darauf hin, dass sich in den vergangenen Jahren die Dynamiken und Volatilitäten in der Life-Science- und Biopharma-Branche erhöht haben und diese Trends durch die Corona-Pandemie verstärkt wurden. Ferner stehen die Prognosen unter der Annahme einer sich nicht verschlechternden Situation hinsichtlich der geopolitischen und weltwirtschaftlichen Lage, der Lieferketten, der Inflation und der Energie-Versorgung sowie keiner erneuten relevanten Einschränkungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie. Dementsprechend weisen die Prognosen aktuell nochmals höhere Unsicherheiten auf, als dies üblicherweise der Fall ist.

Sartorius 2025 Ziele

Die Ziele werden durch verschiedene Wachstumsinitiativen mit folgenden Schwerpunkten umgesetzt:

Entwicklung des Produktportfolios

Sartorius verfügt über ein breites Produktportfolio, das an der Wertschöpfungskette der Biopharmaindustrie ausgerichtet ist und kontinuierlich erweitert wird. Im Fokus stehen Produkte, die Lösungen für die Bedarfe der Kunden bieten und das Angebot aus Kundenperspektive noch attraktiver machen. Neben eigenen Entwicklungsaktivitäten und strategischen Partnerschaften sind Akquisitionen, die bisherige Stärken sinnvoll ergänzen oder erweitern, Teil der Portfoliostrategie beider Sparten. Aufgrund der hohen Innovationsdynamik hält das Unternehmen laufend über die gesamte Breite des Produktportfolios weitere Ergänzungen für möglich. Bei der Identifizierung geeigneter Unternehmen achtet Sartorius besonders auf folgende Kriterien: Komplementarität der Technologien zum bestehenden Portfolio, eine starke Marktpositionierung etwa durch innovative Produkte mit Alleinstellungsmerkmal, die Integrationsfähigkeit, eine angemessene Bewertung sowie ein passendes Wachstums- und Profitabilitätsprofil.

Regionale Wachstumsinitiativen

Sartorius hat im Berichtsjahr in erheblichem Umfang in den Ausbau der Produktionskapazitäten investiert. Die Investitionsausgaben beliefen sich 2022 auf etwa 523 Mio. € und entfielen auf die Erweiterung von Standorten unter anderem in Deutschland, Frankreich, Puerto Rico, USA, Südkorea und China. Die Schwerpunkte der regionalen Wachstumsstrategie bilden Nordamerika und Asien. Die USA sind der weltweit größte Markt für Bioprozess- und Laborprodukte. Da die Hauptwettbewerber beider Sparten überwiegend in diesem Land beheimatet sind, hatte Sartorius hier geringere Marktanteile als in Europa und Asien. Durch die gezielte Verstärkung der Vertriebs- und Servicekapazitäten hat Sartorius in den vergangenen Jahren in den USA Marktanteile gewonnen. In Asien liegt ein Fokus auf dem Ausbau der Kapazitäten in China insbesondere für den chinesischen Markt, der aufgrund steigender privater und staatlicher Gesundheitsausgaben sowie eines rapiden Aufbaus regionaler biopharmazeutischer Werke über großes Wachstumspotenzial verfügt. In Südkorea, das mit seinem dynamisch expandierenden Biopharmamarkt gute Wachstumsperspektiven bietet, hat Sartorius Anfang 2023 mit ersten Arbeiten zum Bau einer neuen Produktionsstätte begonnen. Eine detaillierte Darstellung der Investitionen findet sich im entsprechenden Kapitel ab Seite 47.

Optimierung von Arbeitsprozessen

Eine Grundlage für künftiges Wachstum bilden ausreichende Produktionskapazitäten sowie eine leistungsfähige Lieferkette.Sartorius hat in den vergangenen Jahren die Kapazitäten für nahezu sämtliche Produktgruppen an verschiedenen Konzernstandorten erheblich ausgebaut, um Lieferzeiten zu optimieren und die Lieferfähigkeit auch im Fall lokaler Transportbeschränkungen zuverlässig aufrechterhalten zu können. Sartorius treibt in vielen Bereichen die Digitalisierung und Automatisierung mit dem Ziel voran, Prozesse zu beschleunigen, zu verbessern und dort, wo es sinnvoll ist, konzernweit zu vereinheitlichen. Dies schließt auch den Ausbau der Aktivitäten in den Bereichen E-Commerce, digitales Marketing und Analytik sowie Themen der IT-Sicherheit ein.

Forschung und Entwicklung

Die Produktentwicklung liegt bei Sartorius in den beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services. Eine detailliertere Erläuterung der Schwerpunkte der Produktentwicklung findet sich in den Spartenkapiteln auf den Seiten 59 und 64. Weitere Informationen etwa zur Höhe der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Berichtsjahr finden sich auf Seite 47. Die konzernweit agierende Funktion Corporate Research betreibt Forschung und Entwicklung spartenübergreifend mit Blick auf langfristige technologische Themen und arbeitet dabei in engem Austausch mit externen Partnern zusammen. Die wesentliche Aufgabe und Zielsetzung besteht in der Identifizierung und Entwicklung zukünftiger Schlüsseltechnologien und Anwendungsfelder. Neben einer engen Kooperation mit Kunden, Forschungsinstituten und Start-ups führt der Bereich eigene Forschungsaktivitäten in ausgewählten Feldern durch. Dazu gehören etwa innovative Technologien in der Lebendzellanalyse, neue Funktionalitäten und verbesserte Eigenschaften von Materialien oder Datenanalyse.

Gesamtwirtschaftliches und branchenspezifisches Umfeld

Die Branchen, in denen der Sartorius Konzern tätig ist, sind in unterschiedlichem Maß von der Konjunktur abhängig. So agiert die Sparte Bioprocess Solutions in einem Umfeld, das weitestgehend unabhängig von volkswirtschaftlichen Schwankungen ist. Die Sparte Lab Products & Services dagegen ist teilweise auch in Branchen aktiv, deren Entwicklung stärker von konjunkturellen Einflüssen geprägt ist.

Weltwirtschaft auf Erholungskurs

Neben der abflauenden, aber weiter andauernden Coronavirus-Pandemie war das Jahr 2022 von signifikanten politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten infolge des Ukrainekriegs und hoher Inflationsraten geprägt. Die unsichere Versorgung mit wichtigen Rohstoffen führte zu einem substanziellen Preisanstieg und die verhängten Sanktionen gegen Russland sowie umfangreiche Lockdowns in wichtigen Wirtschaftszentren in China zu zusätzlichen Anspannungen in den Lieferketten. Die hohe Inflation veranlasste Notenbanken weltweit zu einer stärkeren und schnelleren Straffung der bislang expansiven Geldpolitik. Gleichzeitig wirkte sich der Rückgang staatlicher finanzpolitischer Unterstützungsmaßnahmen sowie sich eintrübende Stimmungsindikatoren auf Seiten der Konsumenten und Unternehmen negativ auf die globale Wirtschaftstätigkeit aus, sodass die Wachstumsprognosen unterjährig mehrfach reduziert wurden. Trotz deutlich verschlechterter Rahmenbedingungen stieg das globale Bruttoinlandsprodukt nach Schätzungen des IWF im Berichtsjahr um 3,2 %. Dabei legte die Konjunktur in den Industrieländern um 2,4 % zu und das Plus in den Schwellen- und Entwicklungsländern lag bei 3,7 %.

Quelle: Internationaler Währungsfonds

Die Wirtschaftsleistung der Europäischen Union erhöhte sich nach Angaben des IWF um 3,2 % (Vorjahr: + 5,4 %). Während das Plus in Deutschland bei 1,5 % lag (Vorjahr: + 2,6 %), zog die Konjunktur in Frankreich um 2,5 % an (Vorjahr: + 6,8 %). Großbritannien als ein weiterer europäischer Kernmarkt wuchs um 3,6 % (Vorjahr: + 7,4 %). Die weltgrößte Volkswirtschaft USA erwirtschaftete 2022 eine Zunahme des BIPs um 1,6 % (Vorjahr: + 5,7 %). Im asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum lag das Plus bei 4,0 % (Vorjahr: + 6,5 %). Den stärksten Anstieg in dieser Region wies im Berichtjahr Indien mit einem Zuwachs von 6,8 % auf (Vorjahr: + 8,7 %). Auch weitere für Sartorius wichtige Länder konnten zulegen, wobei sich das Wachstum in China auf 3,2 % abschwächte (Vorjahr: + 8,1 %). Die südkoreanische Wirtschaftsleistung legte um 2,6 % zu (Vorjahr: + 4,1 %) und die volkswirtschaftlichen Aktivitäten in Japan stiegen um 1,7 % (Vorjahr: + 1,7 %).

Wechselkurs- und Zinsentwicklung

Zu den für den Sartorius Konzern wesentlichen Währungen zählen neben dem Euro insbesondere der US-Dollar sowie einige weitere Währungen wie das britische Pfund, der Singapur Dollar, der südkoreanische Won, der japanische Yen, der chinesische Renminbi und der Schweizer Franken.

Umrechnungskurse zum Euro
Stichtagskurs 2022
US-Dollar 1,06695
Britisches Pfund 0,88584
Singapur Dollar 1,43060
Südkoreanischer Won 1.344,77000
Japanischer Yen 140,73000
Chinesischer Renminbi 7,36960
Schweizer Franken 0,98370
Umrechnungskurse zum Euro
Durchschnittskurs 2021
US-Dollar 1,13245
Britisches Pfund 0,83902
Singapur Dollar 1,52820
Südkoreanischer Won 1.347,69000
Japanischer Yen 130,36000
Chinesischer Renminbi 7,18870
Schweizer Franken 1,03336
Umrechnungskurse zum Euro
Durchschnittskurs 2022
US-Dollar 1,05351
Britisches Pfund 0,85265
Singapur Dollar 1,45160
Südkoreanischer Won 1.357,87961
Japanischer Yen 138,04150
Chinesischer Renminbi 7,08120
Schweizer Franken 1,00486
Umrechnungskurse zum Euro
Durchschnittskurs 2021
US-Dollar 1,18270
Britisches Pfund 0,85972
Singapur Dollar 1,58913
Südkoreanischer Won 1.353,74171
Japanischer Yen 129,87475
Chinesischer Renminbi 7,62740
Schweizer Franken 1,08106

Das durchschnittliche Zinsniveau stieg im Berichtsjahr an, nachdem es in den Jahren zuvor auf einem sehr niedrigen Niveau lag. Die Europäische Zentralbank hob den Leitzins schrittweise auf 2,50 % zum Jahresende 2022. Der 3 -Monats-EURIBOR, also der Zinssatz für Termingelder in Euro im Interbankengeschäft, belief sich zum 31. Dezember 2022 auf 2,1 % nach -0,57 % im Vorjahr.

Quellen: International Monetary Fund: World Economic Outlook, Oktober 2022; Bloomberg.

Branchenspezifisches Umfeld

Zu den wichtigsten Kundengruppen von Sartorius zählen die biopharmazeutische und pharmazeutische Industrie sowie öffentliche Forschungseinrichtungen. Auch Labore zur Qualitätssicherung aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche gehören zu den Kunden des Unternehmens. Von den Entwicklungen in diesen Branchen gehen entsprechend Impulse für die Geschäftsentwicklung des Sartorius Konzerns aus.

Weiteres Wachstum im Biopharmamarkt

Der weltweite Pharmamarkt ist 2022 um etwa 7 % gewachsen. Die Umsätze mit biopharmazeutischen Medikamenten legten im Jahresvergleich um rund 4 % auf 365 Mrd. € zu und damit etwas langsamer als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Ursächlich für diese Entwicklung waren unter anderem geringere Umsätze mit Coronavirus-Impfstoffen und auf Antikörpern basierenden Covid-19 -Therapeutika. Der Biopharmaanteil am gesamten Pharmamarkt lag bei 37 % gegenüber 38 % im Jahr 2021. Die führenden Hersteller von Produkten für die Entwicklung und Herstellung von Biopharmazeutika verzeichneten im Berichtsjahr weiteres Wachstum, wobei die berichteten Steigerungsraten angesichts des außergewöhnlich hohen Zuwachses in der Vergleichsperiode erwartungsgemäß geringer ausfielen. Insbesondere die Umsatzerwartungen für das pandemiebezogene Geschäft wurden unterjährig deutlich reduziert. Sämtliche führenden Anbieter von Bioprozesstechnik investierten 2022 zudem in erheblichem Umfang in Kapazitätserweiterungen, die teils fertiggestellt und in Betrieb genommen wurden. Das trug zu einer Normalisierung der Lieferzeiten für bestimmte Produktkategorien bei, die sich im Jahr 2021 aufgrund angespannter Lieferketten und Kapazitätsengpässen zum Teil deutlich erhöht hatten. Das Wachstum des Biopharmamarktes hängt grundsätzlich stärker von mittel- und langfristigen Trends als von kurzfristigen wirtschaftlichen Entwicklungen ab. Neben der Markteinführung innovativer Biopharmazeutika gehen wesentliche Impulse von der weltweit steigenden Nachfrage nach Medikamenten sowie der Erweiterung der Indikationsgebiete für bereits zugelassene Präparate und deren weitere Marktdurchdringung aus. Der Zulassungsprozess neuer Medikamente setzt die Durchführung klinischer Studien voraus. Durch die Coronavirus-Pandemie mussten diese teilweise unterbrochen oder konnten nicht wieder aufgenommen werden. Eine daraus resultierende verzögerte Zulassung neuer Medikamente für nicht-coronabezogene Indikationen war bislang jedoch nicht erkennbar und die Zahl an biopharmazeutischen Neuzulassungen durch die amerikanische Zulassungsbehörde FDA lag 2022 mit 31 (Vorjahr: 30) auf einem weiterhin hohen Niveau. Die steigende Bedeutung und Akzeptanz biopharmazeutischer Wirkstoffe spiegeln sich neben einem wachsenden Umsatzanteil am Weltpharmamarkt auch in den Entwicklungsaktivitäten der Pharmaindustrie wider. So liegt der Anteil biopharmazeutischer Präparate in der F&E-Pipeline bei über 40 %. Eine steigende Zahl biotechnologisch hergestellter Wirkstoffe wird für die Behandlung seltener, bislang nicht behandelbarer Erkrankungen zugelassen. Dabei konzentriert sich die Pharmaindustrie verstärkt auf neuartige Therapieformen wie Zell- und Gentherapien oder biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte. 2022 belief sich die Zahl klinischer Studien mit derartigen Behandlungsansätzen auf über 2.000, sodass dieser Bereich mittel- bis langfristig ein signifikantes Wachstumspotenzial bietet. Die steigende Zahl zugelassener Biopharmazeutika sowie die größer werdende Vielfalt an Therapieformen und Wirkstoffklassen bei einer zugleich wachsenden Medikamentennachfrage sind die zentralen Treiber für den weltweiten Ausbau der Biopharma-Produktionskapazitäten. Auch Biosimilars, also Nachahmerprodukte von Biopharmazeutika, deren Patentschutz ausgelaufen ist, spielen eine zunehmend wichtige Rolle für den Biotechnologiemarkt. Das Umsatzvolumen war 2022 nach Marktstudien mit schätzungsweise 19 Mrd. € noch überschaubar, allerdings dürfte der Markt aufgrund des Auslaufens mehrerer Patente für umsatzstarke Biopharmazeutika sowie einer steigenden Zahl an Biosimilar-Neuzulassungen und Markteinführungen in den kommenden Jahren stark zulegen. Vor allem in den USA, wo die Entwicklung aufgrund regulatorischer, patentrechtlicher und vermarktungsseitiger Herausforderungen bislang vergleichsweise langsam verlief, sollte sich die Marktdurchdringung in den nächsten Jahren deutlich beschleunigen.# Das Marktvolumen könnte sich hier bis 2025 mehr als verdreifachen. Global wird bis zum Jahr 2026 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 20 % bis 30 % gerechnet.

Attraktives Marktumfeld mit guten Wachstumschancen

Labormarkt legt weiter zu

Der weltweite Labormarkt belief sich im Berichtsjahr auf ein Volumen von rund 69 Mrd. €. und wächst nach Schätzungen verschiedener Marktbeobachter langfristig mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwa 4 % bis 5 %. Das Marktwachstum ist unter anderem an die Forschungs- und Entwicklungsausgaben der jeweiligen Endmärkte gebunden, welche teilweise an die konjunkturelle Entwicklung gekoppelt sind. Labore aus der Pharma- und Biopharmaindustrie sind die wichtigste Kundengruppe für Laborinstrumente und ‑verbrauchsmaterialien. Vor dem Hintergrund eines weltweit steigenden Medikamentenbedarfs investiert die Branche kontinuierlich in die Erforschung neuer Wirkstoffe und die dafür notwendige Laborausrüstung. Im Fokus stehen die Automatisierung von Arbeitsprozessen sowie innovative Analyseinstrumente mit verbesserten oder neuartigen Funktionalitäten. Produkte aus dem Bereich der Bioanalytik etwa weisen innerhalb des Labormarkts überdurchschnittliche Wachstumsraten auf und die Nachfrage der Life Science Branche wächst im Vergleich zu der in anderen Industrien generell stärker. Die sektorspezifischen Forschungsausgaben lagen im Berichtsjahr nach Angaben von EvaluatePharma auf dem hohen Vorjahresniveau von etwa 210 Mrd. €. Das Finanzierungsumfeld für kleine und mittlere Biotech-Unternehmen trübte sich 2022 nach den hohen Zuflüssen in den beiden vorherigen Jahren demgegenüber ein, was sich bislang jedoch nicht negativ auf die Nachfrage führender Laborausrüster auswirkte.

Forschungs- und Qualitätssicherungslabore der Chemie- und Nahrungsmittelbranche bilden eine weitere Kundengruppe, deren Nachfrage nach Laborprodukten sich teilweise konjunkturabhängig entwickelt. Zusätzliche Impulse können hier von regulatorischen Veränderungen ausgehen, etwa in Bezug auf strengere Vorschriften für Qualitätstests in der Lebensmittelindustrie. Die Nachfrage aus industriellen Endmärkten zeigte sich 2022 nach Angaben verschiedener führender Laborprodukthersteller trotz eingetrübter Konjunkturaussichten insgesamt robust.

Auch akademische und öffentliche Forschungseinrichtungen verwenden Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien von Sartorius. Das Nachfragewachstum ist unter anderem an staatliche Haushaltsbudgets und Förderprogramme gebunden, die sich länderspezifisch unterschiedlich entwickeln. In den USA ist das National Institute of Health (NIH) die wichtigste Behörde für biomedizinische Forschung, die zudem die größte Einrichtung zur Forschungsförderung weltweit ist. Das Budget des NIH wurde in den vergangenen neun Jahren stetig erhöht und stieg im Berichtsjahr erneut um rund 4,9 % auf 45 Mrd. US-Dollar. Auch der Budgetvorschlag für 2023 sieht eine weitere Erhöhung vor. Zudem soll das Institut über die kommenden fünf Jahre zusätzliche circa 12 Mrd. US-Dollar zur Vorbereitung auf zukünftige Pandemien erhalten, sodass sich das wissenschaftliche Finanzierungsumfeld weiterhin positiv darstellt. Die Europäische Union hat ihre Forschungsausgaben in den vergangenen Haushaltszyklen ebenfalls kontinuierlich gesteigert. Im Zeitraum von 2021 bis 2027 sollen Forschung und Innovation mit rund 95,5 Mrd. € gefördert werden, ein Anstieg von 19 % gegenüber dem Vorgängerprogramm. Besonders stark sind die staatlichen F&E-Ausgaben in den vergangenen Jahren in China gestiegen, was zu einem dynamischen Wachstum des dortigen Labormarktes geführt hat. Viele Hersteller von Laborprodukten verzeichneten im Berichtsjahr eine robuste Nachfrage seitens akademischer und öffentlicher Forschungseinrichtungen.

Wettbewerbsposition

Das Wettbewerbsumfeld der Sparte Bioprocess Solutions ist durch relativ hohe Markteintrittsbarrieren geprägt, die sich unter anderem aus der starken Regulierung der Biopharmaindustrie sowie der technologischen Komplexität ergeben. Die Sparte Bioprocess Solutions ist in diesem Umfeld als Lösungsanbieter für zentrale Prozessschritte in der biopharmazeutischen Produktion und der vorgelagerten Prozessentwicklung positioniert. Sie nimmt eine führende Stellung in wesentlichen Schlüsseltechnologien ein, insbesondere in den Bereichen Bioreaktoren, Filtration sowie Flüssigkeitentransport und -lagerung. Die Hauptwettbewerber der Sparte Bioprocess Solutions sind bestimmte Geschäftsbereiche der Unternehmen Merck KGaA, Thermo Fisher Scientific Inc. und Danaher Corporation.

Die Sparte Lab Products & Services ist als Premiumanbieter für Laborinstrumente aufgestellt. Sie adressiert sowohl Forschungs- und Entwicklungs- als auch Qualitätssicherungslabore mit Fokus auf die Biopharmabranche. Das Produktportfolio umfasst beispielsweise Laborwaagen, Pipetten und Instrumente für die Bioanalytik sowie ein breites Angebot an Verbrauchsmaterialien. In vielen dieser Bereiche zählt die Sparte zu den global führenden Anbietern. Zu den Hauptwettbewerbern gehören unter anderem bestimmte Geschäftsbereiche der Unternehmen Thermo Fisher Inc., Merck KGaA sowie Danaher Corporation. Speziell bei Laborwaagen gehört des Weiteren Mettler-Toledo Intl. Inc. zum Wettbewerbsumfeld, bei Pipetten die Eppendorf AG und im Bereich Zellanalytik Unternehmen wie Agilent Technologies Inc., Becton Dickinson Co. und PerkinElmer Inc.

Quellen: BioPlan: 19th Annual Report and Survey of Biopharmaceutical Manufacturing Capacity and Production, April 2022; Evaluate Pharma: World Preview 2022, Outlook to 2028, Oktober 2022; SDi: Global Assessment Report 2022, Juni 2022; www.fda.gov

Geschäftsentwicklung Konzern

Umsatz und Auftragseingang

Der Umsatz des Sartorius Konzerns stieg im Berichtsjahr auf Basis konstanter Wechselkurse um 15,0 % auf 4.174,7 Mio. €.; nominal um + 21,0 %. Damit wuchs das Unternehmen nach den außergewöhnlich hohen Wachstumsraten in den Jahren 2020 und 2021 und in einem sehr herausfordernden und volatilen Umfeld erneut zweistellig. Haupttreiber der guten Entwicklung waren organische¹ Zuwächse sowohl in der Labor- als auch in der Bioprozesssparte. Die jüngsten Akquisitionen entwickelten sich ebenfalls positiv und trugen knapp 2 Prozentpunkte zum Umsatzanstieg bei. Dämpfende Effekte ergaben sich aus dem im Vorjahresvergleich deutlich niedrigeren Geschäft mit Coronavirus-Impfstoffherstellern. Auch die pandemiebedingten Lockdowns in China sowie die starke Reduktion des Russland-Geschäfts beeinträchtigten das Wachstum in relativ geringem Umfang.

Der Auftragseingang entwickelte sich 2022 erwartungsgemäß rückläufig, nachdem Sartorius in den beiden Vorjahren vor allem in der Sparte Bioprocess Solutions außergewöhnlich hohe Zuwachsraten verzeichnet hatte. Diese fußten neben einem sehr guten Basisgeschäft auf einer signifikanten zusätzlichen Nachfrage seitens der Coronavirus-Impfstoffhersteller sowie auf einem veränderten Bestellverhalten einiger Kunden, die aufgrund pandemiebedingter Unsicherheiten und angespannter Lieferketten Aufträge größer dimensioniert und weiter im Voraus platziert hatten als üblich. Wie erwartet hat sich die Situation mit dem Abflauen der Pandemie und der Entspannung der Lieferketten ab Jahresmitte 2022 spürbar normalisiert. Die temporär rückläufige Nachfrage ist auf eine geringere Produktion von Coronavirus-Impfstoffen und den Abbau teilweise erhöhter Lagerbestände bei einigen Kunden zurückzuführen. Der Auftragseingang ging auf Gesamtjahressicht um wechselkursbereinigt 10,1 % auf 4.007,3 Mio. €. (nominal: -6,1 %) zurück. Ohne den dämpfenden Effekt aus dem Rückgang des coronabezogenen Geschäfts wäre der Auftragseingang leicht gewachsen. Ein vollständiger Vergleich von Geschäftsentwicklung und Prognose befindet sich auf Seite 65.

Umsatz und Auftragseingang in Mio. € 2022 2021 in % nominal in % wb²
Umsatz 4.174,7 3.449,2 21,0 15,0
Auftragseingang 4.007,3 4.267,9 – 6,1 – 10,1

¹ Der Umsatzbeitrag akquirierter Unternehmen wird in den ersten 12 Monaten nach Akquisition in der Bestimmung des organischen Umsatzwachstums nicht berücksichtigt.
² wechselkursbereinigt

Zweistellige Zuwächse in beiden Sparten

Beide Sparten und alle Geschäftsregionen trugen zum Wachstum im Geschäftsjahr 2022 bei. Die Bioprozesssparte, die eine breite Palette innovativer Technologien für die Herstellung von Biopharmazeutika und Impfstoffen anbietet, wuchs – trotz der hohen Vorjahresbasis und eines stark rückläufigen coronabedingen Geschäfts – um wechselkursbereinigt 15,9 % auf 3.326,5 Mio. €. (nominal: + 22,0 %). Darin enthalten sind etwa 2 Prozentpunkte nichtorganisches Wachstum aus Akquisitionen. Die auf die Life-Science-Forschung und Pharmalabore spezialisierte Sparte Lab Products & Services entwickelte sich mit einem Zuwachs von wechselkursbereinigt 11,5 % (nominal: + 17,4 %) auf 848,2 Mio. €. sehr dynamisch. Rund 1 Prozentpunkt kam aus nichtorganischem Wachstum. Besonders stark expandierte das Geschäft mit bioanalytischen Instrumenten, wohingegen sich der Rückgang der coronabedingen Geschäfts etwas dämpfend auf die Umsatzsteigerung der Laborsparte auswirkte.

Umsatz nach Sparten in Mio. € 2022 2021 in % nominal in % wb¹
Bioprocess Solutions 3.326,5 2.727,0 22,0 15,9
Lab Products & Services 848,2 722,2 17,4 11,5

¹ wechselkursbereinigt

Weitere Informationen zur Geschäftsentwicklung der Konzernsparten befinden sich auf den Seiten 55 ff. für die Sparte Bioprocess Solutions sowie auf den Seiten 60 ff. für die Sparte Lab Products & Services.

Zuwächse in allen Regionen

Sartorius steigerte seine Umsätze in allen drei Geschäftsregionen. Die Region EMEA verzeichnete ein Plus von 9,0 % auf 1.550,6 Mio. €, sodass der Anteil am Konzernumsatz bei 37 % lag. Die deutlichen Einschränkungen im Russland-Geschäft dämpften das Wachstum im Berichtsjahr um knapp 2 Prozentpunkte.# Kosten und Ergebnis

Die Kosten der umgesetzten Leistung stiegen im Berichtsjahr wachstumsbedingt um 22,9 % auf 1.978,3 Mio. €. Die entsprechende Umsatzkostenquote lag bei 47,4 % gegenüber 46,7 % im Vorjahr. Die Kosten für den Vertrieb stiegen aufgrund von Skaleneffekten unterproportional zum Umsatz um 8,2 % auf 628,5 Mio. €, sodass sich die Vertriebskostenquote im Vorjahresvergleich auf 15,1 % verringerte (Vorjahr: 16,8 %). Für Forschung und Entwicklung erhöhten sich die Aufwendungen im Berichtsjahr um 27,1 % auf 177,8 Mio. €; die entsprechende F&E-Quote lag bei 4,3 % (Vorjahr: 4,1 %). Bei den allgemeinen Verwaltungskosten verzeichnete Sartorius einen Anstieg von 21,5 % auf 200,5 Mio. €; die Verwaltungskostenquote belief sich 2022 unverändert auf 4,8 %. Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen lag 2022 bei -124,8 Mio. € nach -50,2 Mio. € im Vorjahr. Er umfasst im Wesentlichen Sondereffekte in Höhe von -60,4 Mio. € (Vorjahr: -40,7 Mio. €), die sich überwiegend im Zusammenhang mit den jüngsten Akquisitionen ergaben, sowie aus Aufwendungen für verschiedene Konzernprojekte beziehungsweise Strukturmaßnahmen. Zudem führten die im Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen enthaltenen realisierten Währungssicherungen und Bewertungseffekte – insbesondere aufgrund der Entwicklung des Dollarkurses – 2022 zu einem Aufwand von 51,0 Mio. €, nachdem im Vorjahr ein Ertrag von 10,5 Mio. € verbucht worden war. Das EBIT erhöhte sich um 17,9 % auf 1.064,8 Mio. €; die entsprechende Marge lag bei 25,5 % (Vorjahr: 26,2 %). Das Finanzergebnis belief sich 2022 auf 116,9 Mio. € gegenüber -234,7 Mio. € im Vorjahr. Hierin enthalten ist ein nicht zahlungswirksamer Ertrag in Höhe von 148,9 Mio. €, hauptsächlich aus der stichtagsbezogenen Bewertung der aktienbasierten Earn-out-Verpflichtung im Zusammenhang mit dem Erwerb von BIA Separations, die im Vorjahr zu einem Aufwand in Höhe von 207,8 Mio. € geführt hatte. Im Berichtsjahr lag der Steueraufwand bei 268,6 Mio. € (Vorjahr: 241,4 Mio. €). Bezogen auf das ausgewiesene Ergebnis vor Steuern errechnet sich eine Steuerquote von 22,7 % (Vorjahr: 36,1 %). Berücksichtigt man, dass der oben genannte Bewertungseffekt im Finanzergebnis keine Steuerwirksamkeit nach sich zieht, beläuft sich die Steuerquote auf 26,0 % (Vorjahr: 27,6 %). Der Jahresüberschuss erhöhte sich um 113,8 % auf 913,1 Mio. € (Vorjahr: 427,0 Mio. €). Der den Aktionären der Sartorius AG zuzurechnende Jahresüberschuss stieg auf 678,1 Mio. € (Vorjahr: 318,9 Mio. €). Auf Minderheitsanteile entfielen 235,0 Mio. € (Vorjahr: 108,1 Mio. €). Sie reflektieren im Wesentlichen die nicht durch den Sartorius Konzern gehaltenen Aktien an der Sartorius Stedim Biotech S.A.

Gewinn- und Verlustrechnung

2022 2021 ∆ in %
Umsatzerlöse 4.174,7 3.449,2 21,0
Kosten der umgesetzten Leistungen –1.978,3 –1.610,3 –22,9
Bruttoergebnis 2.196,5 1.838,9 19,4
Vertriebskosten –628,5 –580,7 –8,2
Forschungs- und Entwicklungskosten –177,8 –139,9 –27,1
Allgemeine Verwaltungskosten –200,5 –165,0 –21,5
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen –124,8 –50,2 –148,8
Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 1.064,8 903,2 17,9
Finanzielle Erträge 198,2 29,3 576,7
Finanzielle Aufwendungen –81,3 –264,0 69,2
Finanzergebnis 116,9 –234,7 149,8
Ergebnis vor Steuern 1.181,7 668,4 76,8
Ertragssteuern –268,6 –241,4 –11,2
Jahresüberschuss 913,1 427,0 113,8
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Sartorius AG 678,1 318,9 112,6
Nicht beherrschende Anteile 235,0 108,1 117,4

Bereinigtes Ergebnis

Zur besseren Darstellung der operativen Entwicklung, auch im internationalen Vergleich, verwendet der Sartorius Konzern als zentrale Ertragskennziffer das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation („underlying EBITDA“). Weitere Informationen zu den Sondereffekten sind auf Seite 180 zu finden.

Überleitung EBIT zu underlying EBITDA

2022 2021
EBIT 1.064,8 903,2
Sondereffekte 60,4 40,7
Amortisation Abschreibungen 285,3
Underlying EBITDA 1.410,4 1.175,0

Sondereffekte

2022 2021
M&A Projekte Integrationskosten – 16,1
Strukturmaßnahmen – 29,6 – 10,4
Sonstige – 14,7 – 7,8
Gesamt – 60,4 – 40,7

Der Sartorius Konzern hat sein Ergebnis im Geschäftsjahr 2022 gesteigert und trotz deutlich gestiegener Inflationsraten hohe Ertragsmargen erzielt. Das underlying EBITDA stieg um 20,0 % auf 1.410,4 Mio. €. Die daraus resultierende Marge lag mit 33,8 % annähernd auf dem hohen Niveau des Vorjahres 34,1 %. Das Geschäftsjahr 2021 war durch eine teilweise verzögerte Kostenentwicklung positiv beeinflusst worden, etwa infolge von pandemiebedingt verglichen zum Umsatzwachstum verzögerten Neueinstellungen sowie einer geringen Anzahl an Geschäftsreisen. Diese Kostenpositionen normalisierten sich 2022 planmäßig und wirkten sich neben einer leichten Verwässerung durch Währungseinflüsse dämpfend auf die Profitabilität aus. Preiseffekte auf der Einkaufs- und der Kundenseite glichen sich weitgehend aus.

¹ underlying = um Sondereffekte bereinigt

Underlying EBITDA nach Sparten

Underlying EBITDA in Mio. € Underlying EBITDA-Marge in %
Konzern 1.410,4 33,8
Bioprocess Solutions 1.188,4 35,7
Lab Products & Services 222,0 26,2

Das underlying EBITDA der Sparte Bioprocess Solutions wuchs um 20,5 % auf 1.188,4 Mio. €. Die daraus resultierende Marge lag mit 35,7 % annähernd auf dem hohen Niveau des Vorjahres von 36,2 % und wurde durch planmäßig gestiegene Kosten, etwa durch das Wachstum der Mitarbeiterzahl sowie andere normalisierte Ausgabenpositionen, gedämpft. Das underlying EBITDA der Sparte Lab Products & Services erhöhte sich um 17,6 % auf 222,0 Mio. €; die entsprechende Marge stieg leicht auf 26,2 % (Vorjahr: 26,1 %). Ein positiver Produktmix, hauptsächlich bedingt durch ein starkes Wachstum des Bioanalytik-Geschäfts, sowie Skaleneffekte kompensierten dabei negative Währungseffekte und die plangemäß höheren Kosten.

Maßgeblicher Jahresüberschuss

Das maßgebliche, den Aktionären der Sartorius AG zuzurechnende, bereinigte Jahresergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 18,4 % auf 655,4 Mio. €. Diese Kennzahl bildet die Grundlage für die Gewinnverwendung und ergibt sich durch die Bereinigung von Sondereffekten, der Herausrechnung von Amortisation sowie auf Basis eines normalisierten Finanzergebnisses und der Steuerquote. Das bereinigte Ergebnis je Stammaktie stieg um 18,4 % auf 9,57 € (Vorjahr: 8,08 €) bzw. je Vorzugsaktie um 18,4 % auf 9,58 € (Vorjahr: 8,09 €).

2022 2021
EBIT 1.064,8 903,2
Sondereffekte 60,4 40,7
Amortisation 104,5 88,4
Normalisiertes Finanzergebnis¹ – 38,7 – 28,1
Normalisierter Steueraufwand (27 %)² – 321,6 – 271,1
Bereinigtes Ergebnis nach Steuern 869,4 733,1
Nicht beherrschende Anteile – 214,0 – 179,7
Bereinigtes Ergebnis nach Steuern und nach nicht beherrschenden Anteilen 655,4 553,4
Bereinigtes Ergebnis je Aktie
je Stammaktie (in €) 9,57 8,08
je Vorzugsaktie (in €) 9,58 8,09

¹ Finanzergebnis bereinigt um Bewertungseffekte aus der Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten sowie Effekte aus der Fremdwährungsumrechnung und -sicherung.
² Steueraufwand unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Konzernsteuersatzes, basierend auf dem bereinigten Ergebnis vor Steuern.
³ Nach Anteilen Dritter, bereinigt um Sondereffekte und Amortisation sowie basierend auf dem normalisierten Finanzergebnis und der normalisierten Steuerquote.

Weitere Informationen zur Ergebnisentwicklung und zu den Sondereffekten der Konzernsparten finden sich auf den Seiten 55 ff. und 67 ff.

Forschung und Entwicklung

Sartorius baut das Produktportfolio kontinuierlich durch die Neu- und Weiterentwicklung eigener Produkte sowie durch die Integration neuer Technologien und durch Kooperationen aus. Im Jahr 2022 wendete das Unternehmen 177,8 Mio. € für Forschung und Entwicklung (F&E) auf, was einer Steigerung von 27,1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die F&E-Quote lag bei 4,3 % gegenüber 4,1 % im Vorjahr. Nach IFRS sind bestimmte Entwicklungskosten in der Bilanz zu aktivieren und in den Folgejahren abzuschreiben. Im Berichtsjahr stiegen die Entwicklungsinvestitionen wachstumsbedingt auf 81,7 Mio. € gegenüber 50,9 Mio. € im Vorjahr. Dies entspricht einem Anteil von 31,5 % (Vorjahr: 26,7 %) am gesamten F&E-Aufwand des Konzerns. Die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen lagen 2022 bei 23,9 Mio. € (Vorjahr: 24,3 Mio. €). Diese werden in den Kosten der umgesetzten Leistungen ausgewiesen. Die für die Beurteilung der innovationsbezogenen Aufwendungen aussagekräftigere Bruttoinvestitionsquote, die die in der Bilanz zu aktivierenden Entwicklungsinvestitionen einschließt, lag mit 6,2 % über dem Vorjahreswert von 5,5 %. Zur Absicherung des vorhandenen Know-hows betreibt Sartorius in seinen Sparten eine gezielte Schutzrechtspolitik.# Der Konzern überwacht systematisch die Einhaltung seiner Schutzrechte und prüft nach Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten die Notwendigkeit, einzelne Schutzrechte weiter aufrechtzuerhalten. Die Anzahl der Anmeldungen von Schutzrechten lag im Jahr 2022 bei 261 (Vorjahr: 155). Im Ergebnis der Anmeldungen auch aus vorangegangenen Jahren wurden uns im Berichtsjahr 353 (Vorjahr: 298) Schutzrechte erteilt. Zum Bilanzstichtag befanden sich insgesamt 6.421 gewerbliche Schutzrechte im Bestand (Vorjahr: 5.479). Weitere Informationen finden sich in den Sparten-Kapiteln auf den Seiten 55 ff. und 60 ff.

Investitionen

Vor dem Hintergrund des starken Wachstums hat Sartorius im Berichtsjahr in allen Regionen in erheblichem Umfang in den Aufbau neuer Kapazitäten investiert. Neben einem signifikanten Ausbau der Produktionskapazitäten hat das Investitionsprogramm eine weitere Diversifizierung und Flexibilisierung des Produktionsnetzwerkes zum Ziel. Entsprechend dem Ausbauplan wurden einige Erweiterungsprojekte 2022 fertiggestellt und haben zur Deckung der hohen Nachfrage beigetragen. Weitere Projekte werden im laufenden Jahr abgeschlossen. Die Investitionsausgaben lagen 2022 mit 522,6 Mio. € planmäßig über dem Vorjahreswert von 407,2 Mio. €. Die entsprechende Investitionsquote belief sich auf 12,5 % (Vorjahr: 11,8 %). Zu den größten Investitionsprojekten gehörten im Berichtsjahr der Ausbau der Kapazitäten für die Membranherstellung sowie neue Laborflächen für die Produktentwicklung in Göttingen, Deutschland. Am Standort in Yauco, Puerto Rico, erweiterte Sartorius die Reinraumkapazitäten für die Herstellung von Produkten in den Bereichen Separation und Flüssigkeitsmanagement. Zudem wird hier erstmalig eine Produktion für Zellkulturmedien aufgebaut, deren Inbetriebnahme 2023 geplant ist. Weitere substanzielle Investitionen in zusätzliche Reinraumflächen für die Herstellung steriler Einwegprodukte tätigte Sartorius im Berichtsjahr am Standort in Aubagne, Frankreich. In Ann Arbor, USA, investierte Sartorius in die Errichtung eines neuen Kompetenzzentrums im Bereich Bioanalytik, das unter anderem Forschungslabore und Produktionskapazitäten umfasst. Umfangreiche Investitionen entfielen in der Region Asien | Pazifik neben China auf Songdo, Südkorea. Nach dem Erwerb der benötigten Grundstücke plant das Unternehmen, im ersten Quartal 2023 mit dem Bau eines Werks zur Herstellung von Zellkulturmedien und zur Verarbeitung von sterilen Verbrauchsmaterialien zu beginnen. Zudem sind an dem neuen Standort, der sich inmitten eines Biopharma-Parks befindet, ein Technologie-Center für die Beratung von Kunden und Produktvorführungen sowie Laborflächen geplant. Auch an weiteren Standorten wurden die Produktionskapazitäten ausgebaut. Expansionsprojekte gab es beispielsweise an anderen Standorten in Deutschland sowie in Finnland, Großbritannien und Slowenien.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die folgenden Mitarbeiterzahlen umfassen alle Beschäftigten des Sartorius Konzerns mit Ausnahme von Auszubildenden, Praktikanten, Dauerabwesenden und Mitarbeitern in Altersteilzeit. Angegeben sind jeweils die Kopfzahlen. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 beschäftigte der Sartorius Konzern weltweit 15.942 Mitarbeiter in 36 Ländern, 2.110 oder 15,3 % mehr als im Vorjahr. Darin enthalten sind 245 Beschäftigte, die im Berichtsjahr durch Akquisitionen hinzugekommen sind. Durch den erneut starken Personalaufbau hat sich die Mitarbeiterzahl im Sartorius Konzern seit 2018 nahezu verdoppelt.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2022 2021 Anstieg in %
Konzern 15.942 13.832 15,3
Bioprocess Solutions 12.560 10.745 16,9
Lab Products & Services 3.382 3.087 9,6

In der Sparte Bioprocess Solutions waren zum Ende des Berichtsjahres 12.560 Mitarbeiter angestellt (Vorjahr: 10.745). Die Sparte Lab Products & Services beschäftigte 3.382 Personen (Vorjahr: 3.087). Die Mitarbeiter der zentralen Verwaltungsfunktionen wurden den Sparten aufwandsbezogen zugerechnet. Die Mitarbeiterzahl stieg in der Region EMEA um 1.311, was einem Plus von 14,5 % entspricht. In Deutschland beschäftigte Sartorius am Ende des Berichtsjahres 5.391 Mitarbeiter, was einem Anteil an der Gesamtbelegschaft von 33,8 % entspricht. Mit einem Zuwachs von 18,2 % oder 509 Beschäftigten verzeichnete die Region Amerika prozentual den stärksten Anstieg. In der Region Asien | Pazifik lag das Plus bei 14,4 % beziehungsweise 290 Personen. Ende 2022 waren rund 58 % aller Sartorius-Mitarbeiter in der Produktion beschäftigt. Die Mitarbeiteranzahl lag in diesem Bereich mit 9.299 um 14,0 % über dem Vorjahr. In Marketing und Vertrieb waren zum Jahresende 3.610 Mitarbeiter beschäftigt, was einem Zuwachs von 15,0 % und einem Anteil von etwa 23 % an der gesamten Mitarbeiterzahl entspricht. Im Bereich Forschung und Entwicklung arbeiteten gut 9 % aller Beschäftigten. Das waren 220 Personen beziehungsweise 18,4 % mehr als im Vorjahr, sodass sich die Gesamtzahl auf 1.418 belief. In der Verwaltung waren zum Stichtag 1.616 Mitarbeiter beschäftigt. Dies entspricht einem Anstieg von 20,5 % gegenüber dem Vergleichszeitpunkt und einem Anteil von 10 % an allen Sartorius-Mitarbeitern. Weitere Informationen zu Mitarbeitern finden Sie in der nichtfinanziellen Konzernerklärung ab Seite 107.

Vermögens- und Finanzlage

Cashflow

Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit lag im Berichtsjahr bei 734,2 Mio. € gegenüber 873,2 Mio. € im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang von 15,9 %. Dem Ergebnisanstieg standen dabei Mittelabflüsse aus dem wachstumsbedingten Aufbau des Working Capitals entgegen. Insbesondere wurden die Vorratsbestände zur Absicherung der Liefersicherheit angesichts zeitweise angespannter Lieferketten weiter erhöht. Zuletzt lag der Fokus jedoch wieder verstärkt auf der Optimierung der Vorratsbestände, da sich die Lieferkettensituation für viele Produktgruppen deutlich verbessert hat und Knappheiten unwahrscheinlich geworden sind. Zusätzlich wirkten sich erhöhte Steuerzahlungen aus. Vor dem Hintergrund der hohen Nachfrage treibt Sartorius den Ausbau seiner Produktionskapazitäten mit Hochdruck voran. Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit stiegen um 38,8 % auf 593,8 Mio. €. Durch akquisitionsbedingte Ausgaben in Höhe von 536,1 Mio. € (Vorjahr: 141,7 Mio. €) im Zusammenhang mit den jüngsten Unternehmenszukäufen erhöhte sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit und Akquisitionen auf -1,129.9 Mio. € gegenüber -569,6 Mio. € im Vorjahr. Vornehmlich getrieben durch die Platzierung eines neuen Schuldscheindarlehens lag der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit bei 209,9 Mio. € (Vorjahr: -172,6 Mio. €). Dieser umfasste zudem die Dividendenauszahlungen für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von 118,1 Mio. € (Vorjahr: 65,8 Mio. €).

Kapitalflussrechnung in Mio. € 2022 2021¹
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 734,2 873,2
- davon Veränderung des Working Capitals – 300,1 – 217,8
Cashflow aus Investitionstätigkeit und Akquisitionen – 1.129,9 – 569,6
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 209,9 – 172,6
Zahlungsmittel Endbestand 165,9 342,8
Bruttoverschuldung 2.541,2 2.075,5
Nettoverschuldung 2.375,3 1.732,7

¹ Einzahlungen für Zinsen werden seit dem Geschäftsjahr 2022 im Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Konzernbilanz

Die Bilanzsumme des Sartorius Konzerns lag zum Ende des Geschäftsjahres 2022 bei 6.977,7 Mio. € und damit um 1.279,8 Mio. € über dem Vorjahr. Der Zuwachs ist größtenteils auf den Anstieg der langfristigen Vermögenswerte um 1.053,4 Mio. € auf 4.954,6 Mio. € zurückzuführen, im Wesentlichen bedingt durch die jüngsten Akquisitionen sowie die Fortsetzung des umfangreichen Investitionsprogramms. Zudem stiegen die kurzfristigen Vermögenswerte im Vergleich zum Vorjahr um 226,4 Mio. € auf 2.023,2 Mio. €, vor allem aufgrund des Anstiegs des Working Capitals und dabei insbesondere des zur Risikovorsorge vorgenommenen Aufbaus von Lagerbeständen zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit im Falle unterbrochener Lieferketten. Das Working Capital belief sich zum 31. Dezember 2022 auf 1.663,5 Mio. € (Vorjahr: 1.316,8 Mio. €).

Working Capital-Kennzahlen in Tagen 2022 2021
Vorratsbindung (Vorräte / Umsatzerlöse¹ x 360) 101 93
Forderungslaufzeit (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen / Umsatzerlöse¹ x 360) 41 44
Verbindlichkeitenlaufzeit (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen / Umsatzerlöse¹ x 360) 47 54
Netto-Working Capital-Bindung (Netto-Working Capital-Bindung² / Umsatzerlöse¹ x 360) 95 83

¹ Inklusive der pro-forma Umsätze der Akquisitionen
² Summe aus Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzgl. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Das Eigenkapital erhöhte sich um 938,7 Mio. € auf 2.658,9 Mio. €; die Eigenkapitalquote belief sich auf 38,1 % (Vorjahr: 30,2 %). Das kurz- und langfristige Fremdkapital des Konzerns lag im Berichtsjahr mit 4.318,8 Mio. € über dem Vorjahreswert von 3.977,7 Mio. €. Der Anstieg ergab sich unter anderem aus der Finanzierung der jüngsten Akquisitionen sowie dem Aufbau des Working Capitals.
¹ Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA der vergangenen zwölf Monate inklusive des pro-forma-Beitrags von Akquisitionen für diese Periode.

Die Bruttoverschuldung stieg zum Ende des Berichtsjahres 2022 auf 2.541,2 Mio. € gegenüber 2.075,5 Mio. € im Vorjahr. Sie umfasst Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten inklusive Schuldscheindarlehen sowie Leasingverbindlichkeiten. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Platzierung eines neuen Schuldscheindarlehens zurückzuführen, das überwiegend zur Refinanzierung der Ende September 2022 abgeschlossenen Akquisition von Albumedix verwendet wurde. Die Nettoverschuldung, das heißt die Bruttoverschuldung abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, stieg von 1.732,7 Mio. € im Vorjahr auf 2.375,3 Mio. €. In Bezug auf die Fremdfinanzierungspotenziale des Sartorius Konzerns stellt der dynamische Verschuldungsgrad eine zentrale Größe dar.Er berechnet sich als Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA der vergangenen zwölf Monate inklusive des pro-forma-Beitrags von Akquisitionen für diese Periode. Zum 31. Dezember 2022 lag er trotz umfangreicher Investitionen sowie der im Berichtsjahr durchgeführten Akquisitionen mit 1,7 nur geringfügig über dem Vorjahreswert von 1,5.

Überleitungsrechnung in Mio. €
| | 2022 | 2021 |
| :-------------------- | :------ | :------ |
| Bruttoverschuldung | 2.541,2 | 2.075,5 |
| - Zahlungsmittel Endbestand | 165,9 | 342,8 |
| Nettoverschuldung | 2.375,3 | 1.732,7 |
| Underlying EBITDA (12 Monate) | 1.410,4 | 1.175,0 |
| + Pro forma EBITDA aus Akquisitionen (12 Monate) | 11,7 | 6,1 |
| Pro forma underlying EBITDA | 1.422,1 | 1.181,1 |
| Dynamischer Verschuldungsgrad | 1,7 | 1,5 |

Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine
Sartorius hat seit Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine alle Geschäftsaktivitäten in Russland eingestellt, die nicht im Zusammenhang mit humanitären medizinischen Produkten stehen. Dies geschieht unter Einhaltung sämtlicher geltender Sanktionen sowie im Einklang mit der Praxis anderer Unternehmen aus dem Pharma- und Gesundheitssektor. Im Jahr 2021 hatte der Anteil Russlands am Konzernumsatz bei gut 2 % gelegen. Im Geschäftsjahr 2022 lagen die Umsätze sehr deutlich unter diesem Niveau und für 2023 wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet. Weitere Erläuterungen zu den Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf Sartorius finden sich auf den Seiten 74 und 178 f.

Finanzierung | Treasury
Sartorius deckt den operativen und strategischen Finanzierungsbedarf durch eine Kombination aus operativen Cashflows und der Aufnahme von kurz-, mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Die wesentlichen Fremdfinanzierungsinstrumente sind in untenstehender Grafik dargestellt. Eine zentrale Säule im Finanzierungsmix ist eine Konsortialkreditlinie mit einer Laufzeit von fünf Jahren und Verlängerungsoptionen, die im Berichtsjahr refinanziert und von 600 Mio. € auf 800 Mio. € aufgestockt wurde. Sartorius verfügt darüber hinaus über diverse kurzfristige Kreditlinien in Höhe von insgesamt rund 475 Mio. €. Zum 31. Dezember 2022 betrug das Gesamtvolumen aller verfügbaren Kreditlinien 1.275 Mio. €. Davon wurden rund 180 Mio. € in Anspruch genommen. Die freien Kreditlinien beliefen sich somit zum Jahresende 2022 auf 1.095 Mio. €. Die Unternehmensfinanzierung wurde im Berichtsjahr durch die Platzierung von Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 650 Mio. € und Laufzeiten von 3, 5, 7, 10 und 13 Jahren ergänzt. Rund 210 Mio. € dieser Platzierung werden im ersten Quartal 2023 zur Auszahlung kommen. Die Mittel wurden überwiegend für die Refinanzierung der Ende September 2022 abgeschlossenen Akquisition von Albumedix verwendet. Das Gesamtvolumen aller ausstehenden Schuldscheindarlehen belief sich zum Jahresende auf rund 1.550 Mio. €. Es bestehen zudem mehrere kurz- und langfristige Darlehen über insgesamt rund 665 Mio. €, unter anderem für die Erweiterung der Produktionskapazitäten. Die vorgenannten Finanzierungen umfassen Instrumente mit variablem und mit festem Zins. Das Fälligkeitsprofil der in Anspruch genommenen Finanzierungsinstrumente weist eine breite, angemessene Streuung auf.

1 31. Dezember 2022, wesentliche Instrumente
Da Sartorius infolge seiner weltweiten Geschäftsaktivitäten den üblichen Wechselkursschwankungen ausgesetzt ist, schließt der Konzern Devisensicherungsgeschäfte ab. Zum Jahresende bestanden Devisenkontrakte in einem Volumen von 585 Mio. € mit einem Marktwert von -3,3 Mio. €.

Umsatz und Auftragseingang
Die Sparte Bioprocess Solutions wuchs im Berichtsjahr nach den außergewöhnlich hohen Wachstumsraten in den Jahren 2021 und 2020 erneut zweistellig um wechselkursbereinigt 15,9 % auf 3.326,5 Mio. € (nominal: + 22,0 %). Darin enthalten sind rund 2 Prozentpunkte nichtorganisches Wachstum aus Akquisitionen. Alle Produktbereiche trugen zu dieser guten Entwicklung bei, während das coronabezogene Geschäft gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zurückging.

Umsatz und Auftragseingang in Mio. €
| | 2022 | 2021 | in % nominal | in % wb1 |
| :------------- | :------ | :------ | :----------- | :------- |
| Umsatz | 3.326,5 | 2.727,0 | 22,0 | 15,9 |
| Auftragseingang | 3.122,7 | 3.483,5 | – 10,4 | – 14,0 |
| 1 wb = wechselkursbereinigt | | | | |

Die Bioprozesssparte steigerte ihre Umsätze 2022 in allen Geschäftsregionen. In der Region EMEA, die rund 38 % des Spartenumsatzes ausmachte, erhöhten sich die Erlöse gegenüber einer starken Vorjahresbasis um 10,6 % auf 1.260,5 Mio. €. Die Region Amerika zeigte sich mit einem Plus von 22,0 % auf 1.240,8 Mio. € erneut besonders wachstumsstark. Der Umsatzanteil der Region lag bei 37 %. Auch die Region Asien | Pazifik, die 25 % des Spartenumsatzes ausmachte, legte mit einem Zuwachs von 16,5 % auf 825,2 Mio. € deutlich zweistellig zu. (Alle Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung sind wechselkursbereinigt.) Der Auftragseingang entwickelte sich gegenüber dem Vorjahr angesichts der Nachfragenormalisierung und eines deutlich geringeren coronabezogenen Geschäfts erwartungsgemäß rückläufig und erreichte 3.122,7 Mio. € (wechselkursbereinigt: -14,0 %; nominal: -10,4 %). Ohne Berücksichtigung des coronabezogenen Geschäfts wäre der Auftragseingang leicht gewachsen. In den beiden Vorjahren hatte die Sparte angesichts veränderter Bestellverhalten und starker Nachfrage von Coronavirus-Impfstoffherstellern außergewöhnlich hohe Zuwachsraten verzeichnet.

Umsatz nach Regionen in Mio. €
| | 2022 | 2021 | in % nominal | in % wb |
| :------------- | :------ | :------ | :----------- | :------ |
| EMEA | 1.260,5 | 1.130,5 | 11,5 | 10,6 |
| Amerika | 1.240,8 | 913,1 | 35,9 | 22,0 |
| Asien | Pazifik | 825,2 | 683,5 | 20,7 | 16,5 |

Ergebnis
Das underlying EBITDA der Sparte Bioprocess Solutions stieg um 20,5 % auf 1.188,4 Mio. €. Die daraus resultierende Marge lag mit 35,7 % annähernd auf dem hohen Niveau des Vorjahres von 36,2 %. Das Geschäftsjahr 2021 war durch eine teilweise verzögerte Kostenentwicklung positiv beeinflusst worden, etwa infolge von pandemiebedingt verglichen zum Umsatzwachstum verzögerten Neueinstellungen sowie einer geringen Anzahl an Geschäftsreisen. Diese Kostenpositionen normalisierten sich 2022 planmäßig und wirkten sich dämpfend auf die Profitabilität aus.

Underlying EBITDA und EBITDA-Marge
| | 2022 | 2021 |
| :-------------------------------- | :------ | :------ |
| Underlying EBITDA in Mio. € | 1.188,4 | 986,3 |
| Underlying EBITDA-Marge in % | 35,7 | 36,2 |

Auf die Sparte Bioprocess Solutions entfielen im Berichtsjahr Sondereffekte in Höhe von -46,5 Mio. € gegenüber -32,1 Mio. € im Vorjahr. Diese ergaben sich überwiegend im Zusammenhang mit den jüngsten Akquisitionen sowie aus Aufwendungen für verschiedene spartenübergreifende Projekte.

Produkte und Vertrieb
Die Sparte Bioprocess Solutions vermarktet Produkte und Dienstleistungen für die gesamte Wertschöpfungskette der biopharmazeutischen Produktion und der vorgelagerten Prozessentwicklung. Die Produktpalette umfasst unter anderem Zelllinien, Zellkulturmedien, Bioreaktoren, ein breites Sortiment für die Separation, Reinigung und Aufkonzentrierung sowie Lösungen für die Lagerung und den Transport von biologischen Zwischen- und Endprodukten. Mit zwei Akquisitionen hat Sartorius das Produktportfolio seiner Bioprozess-Sparte weiter ausgebaut: Mit dem im Februar 2022 von Novasep erworbenen Geschäft ergänzt Sartorius sein Chromatographie-Angebot komplementär. Das übernommene Portfolio umfasst Chromatographie-Systeme, die sich in erster Linie für kleine Biomoleküle wie Oligonukleotide, Peptide und Insulin eignen, sowie innovative Systeme für die kontinuierliche Herstellung von Biopharmazeutika. Mit der Ende September 2022 abgeschlossenen Übernahme von Albumedix, einem führenden Anbieter von Lösungen auf Basis rekombinanten Humanalbumins, erweitert Sartorius sein Portfolio um eine wichtige Komponente bei der Herstellung innovativer Biopharmazeutika, besonders für Modalitäten wie Zelltherapien, Virustherapien und Impfstoffe. Die Bioprozess-Sparte hat im Berichtsjahr eine skalierbare und gebrauchsfertige Einwegmembran für die Abtrennung monoklonaler Antikörper als Alternative zur klassischen gelbasierten Säulen-Chromatographie für den Affinitätsreinigungsschritt auf den Markt gebracht. Des Weiteren wurde eine computergestützte Anwendung zur Optimierung der Zellkulturentwicklung eingeführt, die substanzielle Zeit- und Kosteneinsparungen ermöglicht. Die Anwendung ist Teil eines cloudbasierten Software-Ökosystems für die Analyse und das Management von Daten entlang der biopharmazeutischen Wertschöpfungskette und erlaubt es, Erkenntnisse aus In-Vitro-Experimenten durch die Nutzung von Simulationen in virtuellen Bioreaktoren zu maximieren.

Vertrieb
Die Sparte Bioprocess Solutions vertreibt ihr Produktportfolio direkt. Die Vertriebsaktivitäten bei Großkunden werden durch ein globales Key Account Management koordiniert. Auch nach dem schrittweisen Wegfall pandemiebedingter Reise- und Kontaktbeschränkungen in vielen Teilen der Geschäftsregionen haben die Vertriebsmitarbeiter viele direkte Kundenkontakte mit Hilfe digitaler Kommunikationswerkzeuge durchgeführt. Für die direkte Interaktion werden weiter auch Videokonferenzen oder Augmented Reality eingesetzt, etwa für Produktvorführungen, Trainings und Inbetriebnahmen. Ein Fokus zur Stärkung der Vertriebskraft liegt auf dem Ausbau der internationalen Präsenz. Ein weiterer Schwerpunkt ist die fortlaufende Verbesserung der Vertriebseffektivität, beispielsweise durch Fachschulungen der Mitarbeiter.

Produktentwicklung
Die Entwicklungsaktivitäten von Sartorius konzentrieren sich im Wesentlichen auf Technologiebereiche wie Membranen, die die Kernkomponente der Filterprodukte bilden, unterschiedliche Technologieplattformen, darunter sterile Container für das Flüssigkeitsmanagement bei biopharmazeutischen Prozessen und Sensoren, sowie Prozesssteuerung, beispielsweise für die Fermentation. Weitere Schwerpunkte sind Entwicklungen bei Materialien und Komponenten, dazu zählen Plastik, Elastomere oder intelligente Polymere, sowie eine erweiterte Datenanalyse oder die Zelllinienentwicklung. Der größte Standort für Produktentwicklung ist in Göttingen, wo im ersten Quartal 2023 ein neues Gebäude für Produktentwicklung in Betrieb genommen werden soll.Weitere wichtige Aktivitäten gibt es in Frankreich, Indien, den USA und Großbritannien sowie in Schweden, Israel, Slowenien und an anderen Standorten in Deutschland.

Produktion und Supply Chain Management

Die Sparte Bioprocess Solutions verfügt über ein weltweit gut ausgebautes Produktionsnetzwerk, das im Berichtsjahr an vielen Standorten erweitert wurde. Die größten Produktionsstätten befinden sich in Deutschland, Frankreich und Puerto Rico. Darüber hinaus produziert die Sparte in Großbritannien, der Schweiz, Tunesien, Indien, den USA, China, Israel und Slowenien. Durch die jüngsten Übernahmen sind in Frankreich und Großbritannien Standorte hinzugekommen.

Die Situation bei den Lieferketten war auch 2022 herausfordernd, hat sich gegenüber dem Vorjahr insgesamt jedoch etwas entspannt. Die Lieferzeiten für die meisten Produkte haben sich normalisiert, und auch die Verfügbarkeit elektronischer Komponenten und einiger chemischer Rohstoffe hat sich im Jahresverlauf verbessert. Allerdings verzeichnete Sartorius bei vielen Vorprodukten zum Teil signifikante Preisanstiege.

Hinsichtlich der Energieversorgung hat das Unternehmen in Deutschland umfassende Maßnahmen ergriffen, um bei Bedarf möglichst unabhängig von der Verfügbarkeit von Gas zu sein.

Sartorius hat die Produktionskapazität in allen Geschäftsregionen ausgeweitet, etwa in China, Tunesien oder Puerto Rico. Dazu wurden zusätzliche Produktionsmitarbeiter eingestellt. Um die wachsende Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien in China zu befriedigen, wurde im Berichtsjahr die Erweiterung des Reinraums in Peking in Betrieb genommen. Damit wurde die lokale Produktionskapazität für sterile Einwegbeutel deutlich ausgebaut. Zusätzlich zu den Beuteln werden in den ausgebauten Reinräumen seit Kurzem auch weitere Filterarten hergestellt.

Nachdem bereits 2021 am Standort Schanghai ein deutlich erweitertes Applikations-, Validierungs- und Servicezentrum für biopharmazeutische Kunden in Betrieb ging, wurden im Berichtsjahr neue Applikationszentren in Yantai, China, sowie in Bangalore, Indien, eröffnet. Diese ermöglichen den Kunden, komplexe Systeme zunächst an einem Sartorius-Standort zu testen, bevor sie an ihren Bestimmungsort geliefert und dort aufgebaut werden.

Umsatz und Auftragseingang

Der Umsatz der Sparte Lab Products & Services wuchs gegenüber einer hohen Vorjahresbasis mit einem Plus von wechselkursbereinigt 11,5 % auf 848,2 Mio. € (nominal: + 17,4 %) wieder sehr dynamisch. Der Großteil des Wachstums wurde organisch erzielt, die jüngsten Akquisitionen steuerten rund 1 Prozentpunkt zur Umsatzsteigerung bei. Besonders positiv entwickelte sich weiterhin über alle Regionen hinweg das Geschäft mit bioanalytischen Instrumenten, die von Life-Science-Kunden bei der Medikamenten- und Zelllinienentwicklung eingesetzt werden. Der Rückgang des coronabedingten Geschäfts wirkte sich demgegenüber etwas dämpfend auf das Wachstum aus.

Umsatz und Auftragseingang in Mio. € 2022 2021 in % nominal in % wb¹
Umsatz 848,2 722,2 17,4 11,5
Auftragseingang 884,6 784,4 12,8 7,4

¹ wb = wechselkursbereinigt

In der Region Amerika wuchsen die Umsätze 2022 nach der starken Entwicklung im Vorjahr erneut deutlich um 19,0 % auf 303,0 Mio. €, sodass diese Region mit 36 % erstmalig den größten Anteil am Spartenumsatz ausmacht. Der Umsatz in der Region EMEA, deren Anteil an den Spartenerlösen bei rund 34 % lag, wuchs moderat um 2,5 % auf 290,1 Mio. €. Die Region Asien | Pazifik, auf die im Berichtsjahr 30 % des Geschäfts der Sparte Lab Products & Services entfielen, expandierte um 15,5 % auf 255,1 Mio. €. (Alle Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung sind wechselkursbereinigt.)

Der Auftragseingang stieg wechselkursbereinigt um 7,4 % auf 884,6 Mio. € (nominal: + 12,8 %).

Umsatz nach Regionen in Mio. € 2022 2021 in % nominal in % wb
EMEA 290,1 280,5 3,4 2,5
Amerika 303,0 228,2 32,8 19,0
Asien | Pazifik 255,1 213,5 19,5 15,5

Ergebnis

Das underlying EBITDA der Sparte Lab Products & Services stieg im Berichtsjahr um 17,6 % auf 222,0 Mio. €. Die entsprechende Marge stieg leicht auf 26,2 % (Vorjahr: 26,1 %). Der überdurchschnittliche Wachstumsbeitrag des Bioanalytik-Geschäfts sowie Skaleneffekte kompensierten dabei negative Währungseffekte und die plangemäß höheren Kosten.

Underlying EBITDA und EBITDA-Marge 2022 2021
Underlying EBITDA in Mio. € 222,0 188,8
Underlying EBITDA-Marge in % 26,2 26,1

Auf die Sparte Lab Products & Services entfielen im Berichtsjahr Sondereffekte in Höhe von -13,9 Mio. € gegenüber -8,7 Mio. € im Vorjahr. Diese ergaben sich überwiegend im Zusammenhang mit der jüngsten Akquisition sowie aus Aufwendungen für verschiedene spartenübergreifende Projekte.

Produkte und Vertrieb

Die Sparte Lab Products & Services konzentriert sich mit ihren Produkten auf Forschungslabore aus der Pharma- und Biopharmaindustrie sowie auf akademische Forschungseinrichtungen. Im Bereich der Bioanalytik bietet sie Life-Science-Kunden innovative Systeme für die Zellanalyse, mit deren Hilfe sich die zeitintensive Entwicklung neuer Wirkstoffe durch die Automatisierung und Digitalisierung zentraler Analyseschritte deutlich beschleunigen lässt.

Mit der Übernahme der Mehrheit an ALS Automated Lab Solutions zum 3. Januar 2022 hat Sartorius sein Bioanalytik-Portfolio erweitert. ALS entwickelt, produziert und vertreibt Lösungen für die automatisierte Analyse, Selektion und Isolierung von Zellen und ermöglicht damit, Entwicklungszeiten und -kosten in der Zelllinienentwicklung und Antikörperforschung deutlich zu verringern.

Darüber hinaus hat die Sparte eine neue Version ihres Systems für die markierungsfreie Echtzeitanalyse biomolekularer Wechselwirkungen vorgestellt. Seit Jahresende hält Sartorius rund 10 % der Anteile sowie 8,5 % der Stimmrechte an der schwedischen BICO Group, einem Anbieter von Instrumenten und Verbrauchsmaterialien für Bioprinting-, Biosciences- und Bioautomation-Anwendungen. Darüber hinaus wurden verschiedene Kooperationen in den Bereichen Technologie, Vertriebs- und Marketing vereinbart.

Das Produktsortiment umfasst zudem eine breite Palette an Premium-Laborinstrumenten zur Probenvorbereitung wie Laborwaagen, Pipetten und Laborwassersysteme sowie Verbrauchsmaterialien wie Filter und mikrobiologische Tests. Neben der Biopharmaindustrie fokussiert sich Sartorius mit diesem Portfolio auch auf Forschungs- und Qualitätssicherungslabore aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche. Durch die Markteinführung neuer Vakuumfiltrationsgeräte oder Dosierstationen für Laborwasser hat die Sparte ihr Produktspektrum erweitert.

Die Dienstleistungen in der Sparte Lab Products & Services umfassen den gesamten Lebenszyklus der Laborinstrumente, angefangen bei der Installation und Inbetriebnahme über Validierung, Kalibrierung und Wartung bis hin zur Reparatur. Diese Leistungen werden nicht nur für Sartorius-Instrumente, sondern in begrenztem Maße auch für Geräte anderer Hersteller angeboten. Die breite Servicepalette erlaubt es den Kunden, die Anzahl ihrer Dienstleister zu begrenzen, um so Komplexität und Kosten zu reduzieren. Mit Applikationslaboren in allen Regionen bietet Sartorius den Kunden darüber hinaus die Möglichkeit, Produkte auch mit eigenen Proben zu testen und sich in Trainings schulen zu lassen. Neue Labore wurden im Berichtsjahr unter anderem in China und in Indien eröffnet.

Vertrieb

Die Sparte vertreibt ihre Produkte direkt und über den Laborfachhandel. Der Fokus liegt auf dem Direktvertrieb, der mit der Ausrichtung auf Life-Science-Kunden kontinuierlich ausgebaut wird. Dabei werden zunehmend digitale Kanäle genutzt. Neben der Erweiterung der Vertriebsstrukturen steht die fortlaufende Verbesserung der Vertriebseffektivität im Fokus, unter anderem durch die Schaffung von Synergien zwischen den beiden Sparten. Dies eröffnet der Laborsparte den etablierten Zugang zu Kunden der Bioprozess-Sparte, die sich umgekehrt ebenfalls neue Vertriebsmöglichkeiten erschließen kann.

Produktentwicklung

Die Sparte verfügt über umfangreiche technologische Kompetenzen auf den Feldern Bioanalytik, Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien. Durch Software- und Hardware-Weiterentwicklungen der Zellanalyse-Produkte ergibt sich für Kunden eine Vielzahl neuer Auswertungsmöglichkeiten. Sie sind die Basis für die Entwicklung neuer Tools, die vor allem große Datenmengen geeignet aufbereiten und applikationsbezogen darstellen. Sartorius geht davon aus, dass die Bedeutung entsprechender Software-Lösungen zunehmen wird.

Von zentraler Bedeutung für die Kunden ist die Einhaltung von Regularien und behördlichen Vorgaben. Zu den Schwerpunkten der Produktentwicklung gehören deshalb Datenmanagement, Konnektivität und Prozessautomatisierung. Ein großer Teil der Entwicklung für die Sparte Lab Products & Services findet zentral am Konzernsitz in Göttingen statt, wo im ersten Quartal 2023 ein neues Gebäude für Produktenwicklung in Betrieb genommen werden soll. Weitere Entwicklungsaktivitäten gibt es unter anderem an Standorten in Finnland, Großbritannien und den USA.

Produktion und Supply Chain Management

Die Sparte Lab Products & Services betreibt Werke in Deutschland, China, Finnland, Großbritannien und den USA. Als Kompetenzzentren konzentrieren sich die Werke in der Regel auf eine oder wenige Produktgruppen. So wurden im Berichtsjahr beispielsweise Laborwaagen in Deutschland und China gefertigt, Pipetten in Finnland und Bioanalytik-Systeme in den USA und China. Die Produktion von Kits für mikrobiologische Tests findet in Großbritannien statt, und membranbasierte Produkte stammen überwiegend aus Deutschland.

Die Situation bei den Lieferketten hat sich 2022 gegenüber dem Vorjahr insgesamt etwas entspannt. Die Verfügbarkeit elektronischer Komponenten stellte weiter eine Herausforderung dar, hat sich im Jahresverlauf aber verbessert. Bei vielen Vorprodukten verzeichnete Sartorius allerdings zum Teil signifikante Preisanstiege.Aufgrund der hohen Nachfrage wurde die Produktion einzelner Bioanalytik-Systeme durch Veränderungen im Produktionsablauf deutlich gesteigert.

Einschätzung der wirtschaftlichen Lage

Sartorius konnte nach den außergewöhnlich hohen Wachstumsraten in den Jahren 2020 und 2021 und in einem geopolitisch sowie makroökonomisch herausfordernden Umfeld im Berichtsjahr erneut zweistellig zulegen. Das Wachstum basierte überwiegend auf organischen Zuwächsen in beiden Sparten. Die Bioprozesssparte zeigte 2022 ein deutliches Umsatzwachstum bei einer gleichzeitig wie erwartet spürbaren Normalisierung der Nachfragesituation, die in den beiden Vorjahren pandemiebedingt von starken Sondereffekten positiv beeinflusst gewesen war. Die Laborsparte wuchs im Berichtsjahr vor allem aufgrund der guten Entwicklung des Geschäfts mit bioanalytischen Instrumenten erneut dynamisch. Trotz der hohen Inflation lagen die Ertragsmargen auf den hohen Niveaus des Vorjahres, da sich Kostensteigerungen auf Unternehmensseite und Preiserhöhungen bei Kunden in etwa ausgeglichen haben.

Der Konzernumsatz erhöhte sich 2022 wechselkursbereinigt um 15,0 % auf 4.174,7 Mio. €. Die Ertragsmarge, gemessen am underlying EBITDA, lag bei 33,8 %. Damit wurden sowohl die im Oktober konkretisierte Prognose für das Umsatzwachstum (untere Hälfte von etwa 15 % - 19 %) als auch das zu Jahresanfang kommunizierte Profitabilitätsziel von etwa 34 % erreicht.

Die Sparte Bioprocess Solutions legte mit einem wechselkursbereinigten Umsatzanstieg von 15,9 % auf 3.326,5 Mio. € zu und erreichte eine underlying EBITDA-Marge von 35,7 %. Das Umsatzwachstum lag folglich etwas unterhalb der im Oktober des Berichtsjahres konkretisierten Bandbreite (untere Hälfte von etwa 17 % - 21 %), was hauptsächlich auf den stärker als erwarteten Rückgang der coronabezogenen Umsätze zurückzuführen war, was das Wachstum auf Gesamtjahressicht um rund zwei Prozentpunkte verringerte. Die Ertragsmarge erreichte die im Januar 2022 veröffentlichte Prognose von etwa 36 %.

Mit einem Umsatzplus von wechselkursbereinigt 11,5 % auf 848,2 Mio. € konnte die Laborsparte die Prognose für das mit Veröffentlichung der Neun-Monatszahlen 2022 konkretisierte Umsatzwachstum leicht übertreffen (obere Hälfte von etwa 6 % -10 %) und erreichte mit einer Ergebnismarge von 26,2 % zudem das zu Jahresanfang ausgegebene Profitabilitätsziel von etwa 26 %.

Das coronabezogene Geschäft lag mit 220 Mio. € etwas unterhalb der zum Halbjahr 2022 angepassten Prognose von 250 Mio. €. Zu Jahresbeginn war das Unternehmen von rund 500 Mio. € ausgegangen.

Der dynamische Verschuldungsgrad, berechnet als Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA, belief sich zum 31. Dezember 2022 auf 1,7 und entsprach dem prognostizierten Wert von etwa 1,6, der im Oktober 2022 nach Abschluss der Akquisition von Albumedix angepasst worden war.

Im Einklang mit seinen ambitionierten Wachstumszielen bis 2025 hat Sartorius im Berichtsjahr seine Produktionskapazitäten weiter ausgebaut, wobei die Investitionsquote mit 12,5 % weiter auf einem hohen Niveau, aber etwas unterhalb der zu Jahresbeginn veröffentlichten Prognose von etwa 14 % lag.

Soll-Ist-Vergleich für das Jahr 2022

Ist 2021 Prognose Januar 2022 Prognose Oktober 2022 Ist 2022
Sartorius Konzern
Umsatzwachstum¹ 49,3 % ~15 % - 19 % untere Hälfte ~15 % - 19 % 15,0 %
Underlying EBITDA-Marge 34,1 % ~34 % ~34 % 33,8 %
Verschuldungsgrad (underlying) 1,5 ~1,1² ~1,6² 1,7
Capex-Ratio 11,8 % ~14 % ~14 % 12,5 %
Sartorius Sparten
Sparte Bioprocess Solutions
Umsatzwachstum¹ 54,7 % ~17 % - 21 % untere Hälfte ~17 % - 21 % 15,9 %
Underlying EBITDA-Marge 36,2 % ~36 % ~36 % 35,7 %
Sparte Lab Products & Services
Umsatzwachstum¹ 32,0 % ~6 % - 10 % obere Hälfte ~6 % - 10 % 11,5 %
Underlying EBITDA-Marge 26,1 % ~26 % ~26 % 26,2 %

¹ wechselkursbereinigt
² mögliche Akquisitionen sind nicht berücksichtigt

Jahresabschluss der Sartorius AG

Während der Konzernabschluss unter Anwendung der Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellt wird, finden bei der Aufstellung des Jahresabschlusses der Sartorius AG die Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) Anwendung. Dabei ist der ausgewiesene Bilanzgewinn für die Dividendenausschüttung an unsere Aktionäre maßgeblich. Der Lagebericht der Sartorius AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 sind zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Sartorius AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich beim Bundesanzeiger veröffentlicht.

Geschäftstätigkeit, Unternehmensstrategie, Unternehmenssteuerung und -überwachung, Überblick über den Geschäftsverlauf

Seit Beginn des Geschäftsjahres 2011 übt die Sartorius AG die Funktionen der strategischen, konzernleitenden Management-Holding für den Sartorius Konzern aus. Insoweit verweisen wir zu Erläuterungen zu Geschäftstätigkeit, Unternehmensstrategie, Unternehmenssteuerung und –überwachung sowie den Überblick über den Geschäftsverlauf auf die Seiten 24 ff. des zusammengefassten Lageberichts der Sartorius AG und des Konzerns.

Ertragslage

Die Umsatzerlöse der Sartorius AG bestehen im Wesentlichen aus konzerninternen Weiterverrechnungen an verbundene Unternehmen für erbrachte Managementdienstleistungen sowie aus der Vermietung von Gebäuden auf dem Sartorius Campus sowie dem Sartorius Quartier. Im Geschäftsjahr enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge Buchgewinne aus Anlagenverkäufen in Höhe von 67,3 Mio. €. Diese resultierten aus der Übertragung von Aktien der Sartorius Stedim Biotech S.A. an die Verkäufer der BIA Separations im Zuge der 2020 vereinbarten Transaktionsstruktur. Die Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 85,5 Mio. € gegenüber 46,3 Mio. € im Vorjahr betreffen die Dividendenzahlung des französischen Tochterunternehmens Sartorius Stedim Biotech S.A. Aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen hat die Sartorius AG im Geschäftsjahr einen Gewinn in Höhe von 11,9 Mio. € von der Sartorius Corporate Administration GmbH erhalten (Vorjahr: 16,1 Mio. €). Darüber hinaus hat die Sartorius Lab Holding GmbH einen Gewinn in Höhe von 7,6 Mio. € abgeführt (Vorjahr: Verlust 2,5 Mio. €).

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme der Sartorius AG ist im Berichtsjahr um 516,4 Mio. € auf 2.874,1 Mio. € gestiegen. Die Bilanzstruktur der Sartorius AG spiegelt ihre Funktion als Management-Holding für den Sartorius Konzern wider. Das Anlagevermögen besteht im Wesentlichen aus Finanzanlagen und belief sich im Berichtsjahr auf 2.748,4 Mio. € (Vorjahr: 2.226,8 Mio. €). Der Anteil des Anlagevermögens beträgt damit 95,6 % der Bilanzsumme (Vorjahr: 94,4 %). Die Eigenkapitalquote beträgt 14,1 % nach 14,2 % im Vorjahr. Die Finanzierung des Sartorius Konzerns erfolgt zentral über die Sartorius AG. Die konzerninterne Finanzierung erfolgt durch die Ausreichung entsprechender kurzfristiger sowie langfristiger Darlehen. Die langfristigen Darlehen werden in den Finanzanlagen als Ausleihungen an verbundene Unternehmen ausgewiesen, welche im Geschäftsjahr 2.158,9 Mio. € betragen (Vorjahr: 1.658,9 Mio. €). Dieser Anstieg sowie der Anstieg der Verbindlichkeiten ist im Wesentlichen auf die getätigten Akquisitionen des Sartorius Konzerns im Geschäftsjahr zurückzuführen.

Gewinn- und Verlustrechnung Sartorius AG nach Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB ¹

in Mio. €
2022 2021
1.Umsatzerlöse 20,0 16,3
2.Sonstige betriebliche Erträge 67,7 1,4
3.Personalaufwand – 7,2 – 8,7
4.Abschreibungen – 9,9 – 9,4
5.Sonstige betriebliche Aufwendungen – 18,9 – 14,9
6.Erträge aus Beteiligungen 85,5 46,3
7.Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 21,7 16,8
8.Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags übernommener Gewinn 19,5 16,1
9.Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags übernommener Verlust 0,0 – 2,5
10.Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2,7 1,1
11.Zinsen und ähnliche Aufwendungen – 26,4 – 23,0
12.Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 0,1 1,1
13.Ergebnis nach Steuern 154,6 40,6
14.Sonstige Steuern – 0,1 – 0,1
15.Jahresüberschuss 154,5 40,5
16.Gewinnvortrag 112,6 158,0
17.Bilanzgewinn 267,1 198,5

¹ HGB = Handelsgesetzbuch

Bilanz Sartorius AG nach HGB ¹

Aktiva 31.12.2022 31.12.2021
A.Anlagevermögen
I.Immaterielle Vermögensgegenstände 12,9 18,5
II.Sachanlagen 133,0 105,7
III.Finanzanlagen 2.602,5 2.102,6
2.748,4 2.226,8
B.Umlaufvermögen
I.Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 117,8 113,6
II.Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4,4 14,5
122,2 128,1
C.Rechnungsabgrenzungsposten 3,5 2,8
2.874,1 2.357,7
Passiva 31.12.2022 31.12.2021
A.Eigenkapital
I.Gezeichnetes Kapital 74,9 74,9
Nennbetrag eigene Anteile – 6,5 – 6,5
Ausgegebenes Kapital 68,4 68,4
II.Kapitalrücklage 59,0 57,7
III.Gewinnrücklagen 10,9 10,9
IV.Bilanzgewinn 267,1 198,5
405,4 335,5
B.Rückstellungen 37,0 37,4
C.Verbindlichkeiten 2.431,7 1.984,8
2.874,1 2.357,7

¹ HGB = Handelsgesetzbuch

Vorschlag für die Gewinnverwendung

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Sartorius AG in Höhe von 267.109.441,57 € wie folgt zu verwenden:

  • Zahlung einer Dividende von € 1,43 je Stammaktie: 48.943.192,87 €
  • Zahlung einer Dividende von € 1,44 je Vorzugsaktie: 49.233.388,32 €
  • Vortrag auf neue Rechnung: 168.932.860,38 €
  • Gesamt: 267.109.441,57 €

Forschung und Entwicklung

Ausführliche Informationen zu den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Sartorius Konzerns und der Sparten sind auf den Seiten 33, 59 und 63 dargestellt.

Mitarbeiter

Die Sartorius AG beschäftigt keine nach § 285 Nr. 7 HGB anzugebenden Mitarbeiter.

Risiken und Chancen

Chancen und Risiken in der Geschäftsentwicklung der Sartorius AG als Management-Holding entsprechen im Wesentlichen denjenigen des Sartorius Konzerns. Die Sartorius AG partizipiert entsprechend ihrer Beteiligungsquote an den Risiken ihrer Beteiligungen und Tochterunternehmen.# Für alle erkennbaren Risiken innerhalb der Sartorius AG, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken könnten, wurden im Berichtsjahr Gegenmaßnahmen und | oder bilanzielle Vorsorgen getroffen, sofern dies sinnvoll und möglich war. Einen detaillierten Chancen- und Risikobericht des Sartorius Konzerns finden Sie auf den Seiten 71 bis 83 sowie eine Beschreibung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems auf der Seite 89.

Prognosebericht

Die Ergebnisentwicklung der Sartorius AG hängt maßgeblich von der Entwicklung der Tochtergesellschaften und damit des Sartorius Konzerns ab. Für den Einzelabschluss der Sartorius AG wird aufgrund des erwarteten Anstiegs der Dividendenerträge von der Sartorius Stedim Biotech S.A. mit einem leicht höheren Jahresergebnis gerechnet. Die Geschäftsentwicklung des Sartorius Konzerns finden Sie im Prognosebericht auf den Seiten 84 bis 88.

Chancen- und Risikobericht

Grundsätze

Jedes unternehmerische Handeln ist mit Chancen und Risiken verbunden, deren Management einen entscheidenden Erfolgsfaktor für die Weiterentwicklung des Unternehmenswerts darstellt. Dabei ist es nicht Aufgabe des Risikomanagements, Risiken soweit irgend möglich zu vermeiden. Vielmehr geht Sartorius im Rahmen seiner unternehmerischen Tätigkeit bewusst auch Risiken ein, um erfolgreich Chancen erschließen zu können. Dabei ist es wichtig, Risiken auf ein akzeptables Maß zu begrenzen und gezielt zu kontrollieren. Dementsprechend wird durch Richtlinien sichergestellt, dass Risikoabwägungen von Beginn an in den Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden. Die Identifikation und Steuerung von Chancen und Risiken ist bei Sartorius funktionsübergreifender Bestandteil des Konzernmanagements. Die Risikomanagement-Organisation folgt insoweit der global-funktionalen Organisation in den beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services sowie den Supportfunktionen. Dabei sind die jeweiligen Funktionsverantwortlichen in den Konzerngesellschaften für das eigentliche Chancen- und Risikomanagement verantwortlich. Darüber hinaus übernimmt der Finanzbereich die Rolle des zentralen Risikomanagements und stellt eine regelmäßige Berichterstattung sowie die Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems insgesamt sicher.

Chancenmanagement

Grundlagen des Chancenmanagements sind die Analyse von Zielmärkten und Branchenumfeldern sowie die Bewertung von Trends, aus denen sich geschäftliche Chancen ableiten lassen. Die Identifikation der Entwicklungspotenziale erfolgt in einem ersten Schritt dezentral und ist eine wesentliche Aufgabe der jeweiligen Führungskräfte. Insbesondere die marktnahen Funktionen nehmen hierbei eine führende Rolle ein, wie Marketing und Produktmanagement der jeweiligen Sparten. Sie werden bei der Marktbeobachtung, Datenanalyse und der Umsetzung von strategischen Projekten durch den zentralen Bereich Business Development unterstützt. Als Partner der Biopharma- und Laborbranche ist Sartorius in zukunftsorientierten und wachstumsstarken Branchen tätig. Wesentliche Chancen ergeben sich aus verschiedenen Markt- und Technologietrends, die in den Kapiteln „Branchenspezifisches Umfeld“ sowie „Künftiges Branchenumfeld“ auf den Seiten 35 und 85 ausführlich beschrieben werden. Sartorius gehört nach eigener Einschätzung in vielen Teilbereichen und Produktsegmenten weltweit zu den Marktführern. Auf der Grundlage von Qualitätsprodukten, hoher Markenbekanntheit und etablierten Kundenbeziehungen bestehen gute Chancen, die führende Marktposition zu stabilisieren und weiter auszubauen. Die entsprechenden Spartenstrategien und darauf basierende Wachstumschancen und ‑initiativen werden in den Kapiteln „Strategie der Sparte Bioprocess Solutions“ auf Seite 28 sowie „Strategie der Sparte Lab Products & Services“ auf Seite 29 dargelegt.

Risikomanagement Organisation

Die Gesamtverantwortung für ein effektives Risikomanagementsystem trägt der Vorstand. Die Koordinierung und Weiterentwicklung dieses Systems sowie die zusammenfassende Risikoberichterstattung obliegen dabei dem Finanzbereich, während für die Identifizierung und Meldung einzelner Risiken sowie die Beurteilung und ggf. Durchführung von Gegenmaßnahmen die jeweiligen funktionalen Bereiche zuständig sind. Der Aufsichtsrat der Sartorius AG überwacht die Effektivität des Risikomanagementsystems, wobei diese Aufgabe vom Auditausschuss des Aufsichtsrates vorbereitet wird. Der Abschlussprüfer beurteilt im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für Jahresabschluss und Konzernabschluss, ob das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, unternehmensgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen. Schließlich überprüft die Interne Revision regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die wesentlichen Ergebnisse dieser Prüfungen werden in Vorstands-, Aufsichtsrats- und Auditausschuss-Sitzungen diskutiert. Etwaige Anpassungen des Risikomanagementsystems werden dann durch das zentrale Risikomanagement umgesetzt.

Versicherungen

Soweit möglich und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll, hat sich Sartorius gegen eine Vielzahl von Risiken versichert. Diese Versicherungen umfassen unter anderem Haftpflicht-, Sach-, Betriebsunterbrechungs-, Transport- und Vermögensschadensrisiken sowie einen umfangreichen Rechtsschutz. Art und Umfang des Versicherungsschutzes werden durch eine eigenständige Abteilung in Zusammenarbeit mit einem externen Versicherungsmakler regelmäßig geprüft und angepasst. Bei der Auswahl der Versicherer wird besonderes Augenmerk auf die Bonität der Vertragspartner sowie eine möglichst große Diversifizierung gelegt, um die damit einhergehenden Risiken zu minimieren.

Risikomanagementsystem und Risikoberichterstattung

Das Risikomanagementsystem des Sartorius Konzerns ist im konzernweit gültigen Risikomanagementhandbuch dokumentiert. Dieses umfasst Definitionen zum Rahmenwerk, zur Aufbauorganisation, zu Prozessen, zur Risikoberichterstattung sowie zur Überwachung und Kontrolle der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und ist insgesamt angelehnt an die ISO 31000 „Risikomanagement – Leitlinien“ sowie den COSO- Standard (COSO = Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). Daneben bestehen verschiedene weitere Quellen wie Satzungen und Geschäftsordnungen der Konzerngesellschaften oder weitere Richtlinien, die Vorgaben zum Umgang mit Risiken enthalten. Vor allem das starke Wachstum der vergangenen Jahre, aber auch steigende regulatorische und kundenseitige Anforderungen erfordern eine kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Richtlinien und Vorgaben. Der vorgeschriebene Berichtsprozess in den nachfolgend beschriebenen Risikoklassen regelt die fortlaufende Überprüfung und Information über den Status von Risiken. Sofern dabei konkrete Risiken ersichtlich sind, werden diese entsprechend ihrer Bewertung, Eintrittswahrscheinlichkeit und der vorgesehenen Maßnahmen zur Risikovermeidung oder –verminderung dokumentiert und bei Erreichung festgelegter Größenkriterien über eine spezielle Risikomanagement-Software an das zentrale Risikomanagement gemeldet. Entscheidend für die Beurteilung ist dabei grundsätzlich das verbleibende Nettorisiko, also unter Berücksichtigung risikominimierender Maßnahmen. Das zentrale Risikomanagement aggregiert die Risikomeldungen und berichtet regelmäßig über die Risikolage des Konzerns an Vorstand und Aufsichtsrat. Diese Berichterstattung umfasst auch eine Gegenüberstellung des Risikoportfolios zu der auf Basis der rollierenden Liquiditätsplanung ermittelten Risikotragfähigkeit des Konzerns. Bei neu auftretenden größeren Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist ein Eilmeldeverfahren implementiert, über das der Vorstand der Sartorius AG unverzüglich alle notwendigen Informationen erhält. Um die einzelnen Risiken sinnvoll strukturieren zu können, hat Sartorius vier Hauptkategorien definiert: externe Risiken, operative Risiken, Finanzrisiken und Compliance-Risiken. Jede dieser Hauptkategorien teilt sich in mehrere Unterkategorien auf, die in den folgenden Abschnitten erörtert werden. Darüber hinaus wurde eine sog. Risikomatrix festgelegt, die die Eintrittswahrscheinlichkeit und die potenziellen Auswirkungen auf den Jahresüberschuss wie folgt in bestimmte Klassen einteilt.

Eintrittswahrscheinlichkeit Relevanz in Mio. € Ergebniseffekt
Unwahrscheinlich < 10 % Unwesentlich < 10
Möglich 10 % - 50 % Moderat 10 - 50
Wahrscheinlich 50 % - 75 % Wesentlich 50 - 100
Sehr wahrscheinlich > 75 % Kritisch > 100

Aus der Kombination beider Elemente ergibt sich folgende Matrix, die die Bedeutung der einzelnen Risiken für den Konzern darstellt:

Eintrittswahrscheinlichkeit Auswirkung < 10 Mio. € 10 - 50 Mio. € 50 - 100 Mio. € > 100 Mio. €
> 75 % niedrig mittel hoch hoch
50 - 75 % niedrig mittel mittel hoch
10 - 50 % niedrig mittel mittel mittel
< 10 % niedrig niedrig mittel mittel

Externe Risiken

Allgemeine Risiken

Grundsätzlich können direkte oder indirekte Folgen im Bereich des allgemeinen Lebensrisikos wie beispielsweise Naturkatastrophen, Pandemien, bewaffnete Konflikte oder höhere Gewalt und daraus resultierende Schäden an wirtschaftlich relevanter oder gar kritischer Infrastruktur nur eingeschränkt vorhergesehen und beherrscht werden. Soweit möglich werden dennoch proaktiv Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass auf entsprechende Krisen angemessen und kurzfristig reagiert werden kann beziehungsweise die entsprechenden Schäden versichert sind. Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie haben auch die Geschäftsentwicklung von Sartorius deutlich beeinflusst. Insgesamt konnte der Konzern als einer der führenden Bioprozesstechnologie-Anbieter mit der Lieferung von Produkten für die Herstellung von Coronavirus-Impfstoffen und -Testverfahren zur Bewältigung der Pandemie beitragen. Die in diesem Zusammenhang erzielten Umsatzerlöse blieben allerdings deutlich unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig wirkte sich der zeitweise Lockdown in China leicht dämpfend auf das Geschäft aus.Pandemiebedingte Reise- und Kontaktbeschränkungen sind im Berichtsjahr zu einem großen Teil ausgelaufen und wirkten sich daher weniger aus als in den Vorjahren. Derzeit wird davon ausgegangen, dass das Zusatzgeschäft im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie in Zukunft keinen wesentlichen Einfluss mehr auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns haben wird. Die Situation bei den Lieferketten war auch 2022 herausfordernd, hat sich gegenüber dem Vorjahr insgesamt jedoch etwas entspannt. Der seit Februar 2022 anhaltende Krieg in der Ukraine hatte im Geschäftsjahr keine wesentlichen unmittelbaren Auswirkungen auf den Konzern insgesamt. Der Anteil der betroffenen Länder an den Konzernumsatzerlösen belief sich 2021 in Summe auf gut 2 %. Sartorius hat seit Beginn des Krieges sämtliche Geschäftsaktivitäten in Russland eingestellt, die nicht im Zusammenhang mit humanitären medizinischen Produkten stehen. Dies geschieht unter Einhaltung der geltenden Sanktionen und in Einklang mit der Praxis anderer Unternehmen aus dem Pharma- und Gesundheitssektor. Im Geschäftsjahr 2022 lagen die Umsätze sehr deutlich unter dem Niveau des Vorjahres, für 2023 wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet. Sartorius besitzt keine aus Konzernsicht wesentlichen langfristigen Vermögenswerte in Russland, Belarus und der Ukraine. Die Ausfallrisiken in Zusammenhang mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Russland sind begrenzt aufgrund eines zum Stichtag unwesentlichen Forderungsvolumens sowie intensivem Forderungsmanagements und veränderten Zahlungsbedingungen (bspw. Lieferungen gegen Vorauszahlung). Während die direkten Auswirkungen des Kriegs auf die wirtschaftliche Lage des Sartorius Konzerns insgesamt begrenzt waren, ergeben sich spürbare indirekte Effekte. So hat das Unternehmen zwar keine wesentlichen Lieferanten in den betroffenen Ländern, verzeichnete jedoch inflationsbedingt gestiegene Logistik- und Energieaufwendungen sowie einen Anstieg der Beschaffungskosten für Vorprodukte und Rohmaterialien. Des Weiteren besteht in einigen Ländern, insbesondere in Deutschland, eine hohe Abhängigkeit von russischem Erdgas, sodass an den eigenen Konzernstandorten sowie bei wichtigen Lieferanten im Fall einer Gasknappheit massive Auswirkungen bis hin zu Produktionsausfällen drohen. Diese Risiken werden seit Beginn der Krise mit einer Vielzahl von Maßnahmen reduziert. Zur Kompensation der gestiegenen Beschaffungskosten wurden umfangreiche Preiserhöhungen eingeführt. Die deutschen Konzernstandorte haben sich weitgehend unabhängig von der russischen Gasversorgung machen können, z.B. durch die Schaffung der technischen Voraussetzungen für eine Umstellung auf Öl. In Bezug auf Lieferanten mit energieintensiven Produktionsverfahren wurden Sicherheitsbestände deutlich erhöht. Insgesamt sind die direkten und indirekten Auswirkungen des Ukrainekriegs auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns derzeit nicht wesentlich. Da der Konflikt andauert und die weitere Entwicklung der Auseinandersetzung wie auch die indirekten Auswirkungen nicht zuverlässig abschätzbar sind, besteht in diesem Zusammenhang eine relativ hohe Unsicherheit.

Die größten Konzernstandorte in Deutschland und Frankreich sind keinen wesentlichen Risiken aus Naturkatastrophen ausgesetzt, während die Produktionsstandorte in Puerto Rico und Fremont, Kalifornien, von den Auswirkungen schwerer Hurrikans beziehungsweise Erdbeben beeinträchtigt werden könnten. Um die damit einhergehenden Risiken zu reduzieren, legt Sartorius beim Bau von Gebäuden höchstmögliche Sicherheitsstandards an und berücksichtigt mögliche Risikoszenarien explizit bei der Festlegung der Strategien im Hinblick auf Lagerhaltung und das internationale Produktionsnetzwerk. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Hurrikan „Fiona“ signifikante Schäden in der Karibik und in Kanada verursacht. Sartorius musste am Standort in Yauco, Puerto Rico, in einem begrenzten Umfang die Produktion stoppen, es gab aber keine nachhaltigen Beeinträchtigungen der Lieferfähigkeit und die Produktion konnte innerhalb weniger Tage in vollem Umfang wieder aufgenommen werden.

Weiterhin können politische Entwicklungen wie Änderungen in der Außenhandelspolitik verschiedener Staaten Auswirkungen auf die Geschäfte des Konzerns haben. Die Konzerngesellschaften agieren global und haben internationale Verflechtungen, weshalb Strafzölle und Handelskonflikte negative Effekte auf die Geschäftstätigkeit haben können. Zur Reduzierung möglicher Auswirkungen werden kontinuierlich verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel die Ausweitung des Lieferantennetzwerkes, geprüft. Insgesamt hat sich die Bedeutung geopolitischer Risiken für die Geschäftstätigkeit des Konzerns in den letzten Jahren deutlich erhöht. Die diesbezüglichen Entwicklungen werden beobachtet und soweit möglich werden frühzeitig Maßnahmen zur Risikoreduzierung eingeleitet.

Konjunkturelle Risiken

Aufgrund der Konzentration seiner Geschäftsaktivitäten auf die Life Science Branche ist Sartorius von der allgemeinen Konjunktur nur unterdurchschnittlich betroffen. Die Sparte Lab Products & Services unterliegt in einigen Bereichen konjunkturellen Einflüssen, die ein Risiko für das Wachstum darstellen können. Die zunehmende Fokussierung dieser Sparte auf die Biopharma-Branche reduziert diese Risiken allerdings deutlich.

Operative Risiken und Chancen

Die Wertschöpfung reicht bei Sartorius von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Vertrieb. Störungen innerhalb dieses Ablaufs können unter anderem Lieferverzögerungen zur Folge haben. Das Supply Chain Management stellt sicher, dass die gesamten Abläufe entlang der Wertschöpfungskette analysiert und gesteuert werden, sodass die Risiken in diesem Zusammenhang weitgehend minimiert werden. Andererseits eröffnen sich durch den hohen Internationalisierungsgrad eine Reihe von Chancen. Nachfolgend werden die einzelnen Risiken und Chancen innerhalb der Wertschöpfungskette ausführlich dargestellt.

Beschaffungsrisiken und -chancen

Sartorius bezieht von seinen Lieferanten ein breites Spektrum an Rohstoffen, Bauteilen, Komponenten und Dienstleistungen und ist daher Risiken in Form von unerwarteten Lieferengpässen und/oder Preissteigerungen ausgesetzt. Im Bereich des Lieferantenmanagements wurden in den letzten Jahren leistungsfähige Tools und robuste Prozesse zum Management von Risiken und der Sicherstellung von Lieferkontinuität implementiert. Wichtige Maßnahmen zur Reduzierung potenzieller Versorgungsengpässe sind das Vorhalten von Sicherheitslagerbeständen sowie die Festlegung von Alternativmaterialien beziehungsweise -lieferanten. Zusätzlich werden regelmäßig Lieferantenüberprüfungen durchgeführt und der Lieferstatus und die Lagerreichweite von kritischen Rohstoffen sorgfältig überwacht.

Sartorius managt Beschaffungsrisiken auf Grund der aktuellen Rohstoffknappheit am Markt aktiv. Durch den Abschluss verbindlicher Einkaufsverträge mit Lieferanten und/oder durch die Suche nach Alternativen innerhalb des Lieferantennetzwerks werden die entsprechenden Auswirkungen reduziert und so eine kontinuierliche Versorgung weitgehend gesichert.

Aufgrund des angespannten Marktes für elektronische Bauelemente besteht derzeit ein erhöhtes Risiko von Produktfälschungen in diesem Bereich. Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, wurden zusätzliche interne und externe Testzyklen implementiert. Darüber hinaus identifiziert und bewertet Sartorius die Lieferantenbasis bezüglich der Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards. Im Falle von Abweichungen sieht der Prozess eine Vielzahl von Maßnahmen vor, die mit den betroffenen Lieferanten abgestimmt werden.

Chancen im Bereich der Beschaffung können sich ergeben, wenn sich Bestellmengen erhöhen und dadurch die Stellung bei wichtigen Lieferanten gestärkt wird.

Produktionsrisiken und -chancen

Auf Basis der technologischen Kernkompetenz fertigt Sartorius einen erheblichen Teil der Produkte mit hoher Fertigungstiefe selbst, beispielsweise Filter und Laborwaagen. Bei anderen Produkten, wie etwa Mehrwegfermentern, wird mit Lieferanten zusammengearbeitet, wodurch ein Teil der Produktionsrisiken auf externe Dritte verlagert werden kann. Im Fall der Eigenproduktion werden die damit verbundenen Risiken selbst getragen, wie beispielsweise Kapazitätsengpässe beziehungsweise Überkapazitäten, Produktionsausfälle, überhöhte Ausschussraten und hohe Working Capital-Bindung sowie die Abhängigkeit von einzelnen Produktionsstandorten.

Durch sorgfältige Planung der Produktionskapazitäten, die Nutzung variabel einsetzbarer Maschinen und halbautomatischer Einzelarbeitsplätze in Verbindung mit flexiblen Arbeitszeitmodellen sowie durch die kontinuierliche Überwachung der Produktionsprozesse können diese Risiken deutlich begrenzt werden. Darüber hinaus ist Sartorius aufgrund seines globalen Produktionsnetzwerks in der Lage, eventuell auftretende Kapazitätsengpässe durch Produktionsverlagerung teilweise auszugleichen und die Abhängigkeiten von einzelnen Standorten zu begrenzen. Zur Kompensation möglicher Produktionsausfälle werden zudem Betriebsunterbrechungsversicherungen abgeschlossen.

In einigen Produktionsbereichen werden leicht entzündliche oder explosive Stoffe eingesetzt. Eine unsachgemäße Handhabung dieser Materialien kann zu signifikanten Sachschäden und Betriebsunterbrechungen führen. Der Konzern hat an den betroffenen Standorten alle notwendigen organisatorischen und baulichen Maßnahmen getroffen, um diese Risiken weitestgehend zu reduzieren.

Der Konzern sieht es als Chance an, dass durch Investitionen in die Infrastruktur und Produktionsmittel eine hohe Flexibilität in der Fertigung besteht und somit die Anforderungen von Kunden und Regulierern im Hinblick auf Konzepte zum betrieblichen Kontinuitätsmanagement erfüllt werden können. Dieser Ansatz gewährleistet außerdem, dass sich die internationalen Produktionsstandorte auf bestimmte Produktionstechnologien konzentrieren und regionale Kostenvorteile nutzen können.# Kontinuierliche Verbesserungen in der Fertigung, wie die Vereinfachung von Prozessen, sowie eine höhere Automatisierung und Digitalisierung, helfen zudem, die Effizienz weiter zu erhöhen.

Absatzrisiken und -chancen

Der Vertrieb der Produkte ist weltweit über verschiedene Kanäle organisiert. Mögliche Risiken bestehen in einer unerwarteten Änderung der Nachfragestruktur, beispielsweise durch Konsolidierungen in den von Sartorius bedienten Märkten, in einem zunehmenden Preisdruck sowie in der Nichteinhaltung von mit Kunden getroffenen Liefervereinbarungen. Anhand gezielter Marktanalysen versucht Sartorius, Entwicklungstendenzen in der Nachfrage auf einzelnen Teilmärkten frühzeitig zu erkennen, um entsprechend reagieren zu können. Mit technischen Innovationen sowie durch den Umstand, dass eine Vielzahl der Produkte für validierte Produktionsprozesse in der biopharmazeutischen Industrie eingesetzt wird, verringert sich das Risiko eines zunehmenden Preisdrucks. Durch den Aufbau und die Nutzung von Zentrallagern wurde in den letzten Jahren die Vertriebslogistik optimiert und so die entsprechenden Risiken begrenzt. Chancen im Bereich des Absatzes ergeben sich, wenn durch die zunehmende Breite des Produktportfolios sowohl im Bioprozess- als auch im Laborbereich weitere Produkte bei bestehenden Kunden platziert werden können. Weiterhin eröffnen sich für Sartorius Chancen aus den in der Regel langfristig angelegten Geschäftsbeziehungen und der weltweiten Präsenz. Schließlich wird das Angebot kontinuierlich durch Akquisitionen erweitert. So bietet Sartorius seinen Kunden nach den Übernahmen in den vergangenen Jahren neue Technologien in den Bereichen Zell- und Proteinanalyse, Zellkulturen und Medien sowie im Downstream Processing. Die wichtigsten Kunden von Sartorius stammen aus der Pharma- und Biotechindustrie sowie teilweise auch aus der chemischen Industrie und aus Forschungs- und Bildungseinrichtungen des öffentlichen Sektors. Dabei handelt es sich meist um relativ große, bereits seit Langem existierende Unternehmen mit hoher Bonität. Da in den meisten Geschäftsbereichen eine stark diversifizierte Kundenstruktur vorliegt, ist die Abhängigkeit von einzelnen Großkunden insgesamt relativ gering.

Wettbewerbsrisiken und -chancen

Sartorius hat in seinen Kerntechnologien eine führende Wettbewerbsposition und steht dabei in Konkurrenz zu überwiegend größeren, ebenfalls international agierenden Unternehmen. Die Wahrscheinlichkeit des kurzfristigen Auftretens neuer relevanter Wettbewerber wird als relativ gering eingeschätzt, da zum einen eine Vielzahl von Kunden aus stark regulierten Branchen wie der Pharma- oder der Lebensmittelindustrie bedient wird und zum anderen die technologischen Markteintrittsbarrieren eher hoch sind. Die Tatsache, dass viele Sartorius-Produkte – vor allem beim Einsatz in der biopharmazeutischen Industrie – in validierten Prozessen zum Einsatz kommen, reduziert das Risiko des kurzfristigen Verlusts von größeren Marktanteilen. Umgekehrt sind in dieser Industrie die Hürden für Sartorius aber auch höher, Kunden von Wettbewerbern zu gewinnen. Aus einer Veränderung des Wettbewerbsumfelds, etwa durch eine weitere Konsolidierung der Märkte oder durch neue Wettbewerber, beispielsweise in China, könnten sich weitere Risiken ergeben. Sartorius hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich Akquisitionen getätigt und damit seine Marktstellung weiter gestärkt und zusätzlich Synergiepotenziale geschaffen.

Qualitätsrisiken und -chancen

Die Produkte des Konzerns kommen auf Kundenseite in kritischen Produktionsprozessen wie der Herstellung von Medikamenten, medizinischen Geräten, Lebensmitteln oder Chemikalien sowie in Forschungs- und Entwicklungslaboren zum Einsatz. Risiken in diesem Zusammenhang bestehen vor allem in der Nichterfüllung festgelegter Qualitätskriterien, die sich auf die Leistung der gelieferten Produkte auswirken und im schlimmsten Fall zu Verlusten auf Seiten der Kunden führen, für die Sartorius in Form von Schadensersatz in Anspruch genommen werden kann. Durch umfangreiche Qualitätskontrollen sowie den Einsatz moderner Fertigungstechniken in klassifizierter Reinraumumgebung stellt Sartorius sicher, dass alle Produkte höchsten Qualitätsansprüchen und den hohen regulatorischen Anforderungen genügen. Ferner unterliegen diese Fertigungstechniken und -verfahren im Rahmen von Verbesserungsprozessen einer kontinuierlichen Überprüfung und werden entsprechend aktuellen Anforderungen optimiert. Qualitätskontrollen erfolgen sowohl innerhalb der Fertigungsprozesse als auch im Rahmen von Testverfahren an den Endprodukten. So wird gewährleistet, dass kritische oder wesentliche Produkteigenschaften kontinuierlich erfüllt werden. Ein strenger Produktfreigabeprozess stellt zudem sicher, dass nur Produkte versendet werden, die den vereinbarten Spezifikationen entsprechen. Die Wirksamkeit der bestehenden Qualitätssysteme wird durch die erfolgreiche Durchführung regelmäßiger Kunden-Audits ebenso bestätigt, wie durch die Zertifizierungen nach ISO 9001 und, wenn anwendbar, auch nach ISO 13485. Unabhängig davon werden in signifikantem Umfang Produkthaftungsrisiken versichert. Mit einem Rückverfolgungssystem wird garantiert, dass komplette Chargen sofort identifiziert und bei Bedarf zurückgerufen werden können. Dies minimiert die Folgen bei der Entdeckung eines Mangels oder einer nicht konformen Komponente an einem Produkt. Die zeitnahe Bearbeitung und systematische Dokumentation von Kundenmeldungen erfolgt über ein Beschwerdemanagementsystem, welches eine effiziente Analyse der gemeldeten Fälle sowie die Einleitung von notwendigen Maßnahmen sicherstellt. In den Zielbranchen des Konzerns lässt sich der Trend zu immer höheren Qualitätsansprüchen beobachten, der nicht zuletzt durch steigende Anforderungen der zuständigen Behörden beim Patientenschutz und der Produktsicherheit ausgelöst wurde. Neue Regulierungen bergen das Risiko, dass sie übersehen werden oder schwer umzusetzen sind. Für Sartorius eröffnen sie jedoch auch Chancen, da die Eintrittsbarriere für potenzielle Marktteilnehmer weiter erhöht wird. Zugleich schaffen sie einen Anreiz zur Entwicklung weiterer technologischer Innovationen. Durch Gremienarbeit, Mitgliedschaften in Industrieverbänden und Normenausschüssen ist Sartorius in der Lage, an der Gestaltung neuer Richtlinien mitzuwirken beziehungsweise diese frühzeitig zu erkennen und sich entsprechend darauf vorzubereiten.

Forschungs- und Entwicklungsrisiken und -chancen

Sartorius verwendet einen erheblichen Teil seiner Ressourcen für Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten. Potenzielle Risiken ergeben sich in diesem Bereich aus nicht markt- oder anwendungsgerechten Produktentwicklungen und dem Überschreiten von geplanten Entwicklungszeiten und -budgets. Diese Risiken werden reduziert zum einen durch eine kontinuierliche Überwachung von Trends und Proof-of-Concept Aktivitäten, zum anderen durch Projektmanagement, intensives Entwicklungscontrolling sowie die frühzeitige Einbindung von Kunden in den Entwicklungsprozess. Insbesondere wird sichergestellt, dass Funktionsmuster und Produktdesigns zeitnah auf ihre Kundenorientierung hin überprüft und gegebenenfalls angepasst werden können. Die kontinuierliche Verfolgung von Technologietrends und Wettbewerbsaktivitäten sowie eine frühzeitige Patentanmeldung sichern eine entsprechende Technologie- und Vermarktungsposition ab. Die intensive Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, die in ihren Bereichen zu den Weltmarkt- und Meinungsführern zählen, versetzt Sartorius in die Lage, Produkte mit besonders hohem Innovationsgrad zu entwickeln. In den Bereichen der Membran- und Kunststofftechnologie, der Sensorik und pharmazeutischen Bioverfahrenstechnik sowie der analytischen Technologien für Laboranwendungen zählen Sartorius-Spezialisten weltweit zu den Know-how-Führern. Hier besteht die Chance, diese technologische Expertise zu nutzen, um Marktposition und Absatzpotenziale weiter zu verbessern. Die Bündelung verschiedener innovativer Aktivitäten in der eigenständigen Funktion Corporate Research ermöglicht es dem Konzern, interessante Entwicklungen an Universitäten, in Start-Ups oder auch bei Kunden zu identifizieren und relevante IP Positionen frühzeitig zu sichern.

Akquisitionsrisiken und -chancen

Durch Akquisitionen ergeben sich zahlreiche Chancen wie Umsatzwachstum, die Ergänzung des Produktportfolios oder die Erschließung neuer Märkte. Gleichzeitig birgt der Kauf von Unternehmen oder Unternehmensteilen aber auch eine Reihe typischer Risiken, beispielsweise falsche Bewertungsannahmen oder ungenügende Ausschöpfung erwarteter Synergieeffekte. Um diese zu reduzieren, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen. Hierzu gehören die Durchführung einer gründlichen Due-Diligence-Prüfung im Hinblick auf die relevanten Bereiche und eine umfangreiche Analyse des betreffenden Marktes. Ferner werden bei Bedarf externe Berater und Sachverständige in die Kauf- oder Verkaufsprozesse eingebunden. Besonderes Augenmerk legt Sartorius auf die risikoadäquate Ausgestaltung der Transaktionsverträge, insbesondere durch die Zusicherung bestimmter Eigenschaften oder Garantien sowie die Vereinbarung von Kaufpreis-Anpassungsmechanismen und Haftungsklauseln. Zudem werden bei Bedarf entsprechende Versicherungen abgeschlossen. Nach Durchführung der Akquisition schließt sich unmittelbar eine Integrationsphase an, in der ebenfalls mögliche Risiken zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt erkannt und durch entsprechende Gegenmaßnahmen vermieden oder minimiert werden können. Um einen effizienten Integrationsprozess zu gewährleisten und die damit einhergehenden Risiken zu reduzieren, wurde ein sogenanntes Post Merger Integration (PMI) Office als eigenständige Funktion im Verantwortungsbereich des Finanzvorstands etabliert.

Mitarbeiterrisiken und -chancen

Als innovatives Technologieunternehmen beschäftigt Sartorius einen großen Anteil hoch qualifizierter Mitarbeiter.# In diesem Zusammenhang besteht das Risiko, in Zukunft nicht in ausreichender Anzahl qualifizierte Mitarbeiter gewinnen zu können oder aber bestehende Leistungsträger zu verlieren. Das starke Wachstum des Konzerns und die damit einhergehende Ausweitung der Belegschaft stellt zudem große Herausforderungen an die Integration und Einarbeitung neuer Kollegen und birgt damit auch Risiken. Sartorius versucht Mitarbeiter in Schlüsselpositionen und Talente durch leistungsbasierte Vergütungsmodelle, gezielte Fortbildungsangebote, attraktive Sozialleistungen sowie durch das Aufzeigen interessanter Entwicklungsperspektiven langfristig im Unternehmen zu halten. In diesem Zusammenhang wurden insbesondere Personalentwicklungsinitiativen und Führungskräfte-Programme weiterentwickelt. Der Erfolg dieser Maßnahmen spiegelt sich in einer in den vergangenen Jahren geringen Fluktuation wider. In Einzelfällen enthalten Arbeitsverträge eine Klausel, die einen Wechsel zu direkten Konkurrenzunternehmen untersagt. Dem demografischen Wandel begegnet Sartorius vor allem durch die Ausbildung von Nachwuchskräften sowie der Förderung des kontinuierlichen Lernens für jeden Mitarbeiter, begleitet durch entsprechende Leistungsentwicklungsprozesse. Hieraus resultieren wiederum Chancen für den Konzern, indem Mitarbeiter selbst qualifiziert werden und dadurch der Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal gedeckt werden kann. Um einen reibungslosen Einstieg neuer Mitarbeiter und einen angemessenen Wissenstransfer zu gewährleisten, wurden spezifische Einarbeitungsprozesse für Mitarbeiter und Führungskräfte entwickelt und eingeführt. Zudem nutzt Sartorius eine digitale HR-Plattform, die sichere und stabile Prozesse unterstützt und Entscheidungen auf Basis hochwertiger Daten ermöglicht.

IT-Risiken und -Chancen

Die Geschäftsprozesse des Sartorius Konzerns werden durch eine Vielzahl spezifischer IT-Anwendungen und -Systeme unterstützt. Der Ausfall oder eine wesentliche Beeinträchtigung der geschäftskritischen IT-Systeme und der unterstützenden technischen Infrastruktur durch Cyber-Attacken oder andere Bedrohungen, könnte das reibungslose Funktionieren der Geschäftsprozesse des Unternehmens erheblich beeinträchtigen und zu Manipulationen oder zum unkontrollierten Verlust oder Abfluss von Daten führen. Diese Risiken werden verringert, indem in die Implementierung und den Betrieb sicherer IT-Systeme und -Anwendungen investiert wird und die Konzepte und Sicherheitsmaßnahmen unter anderem auf der Grundlage der internationalen Norm ISO 27001 für Informationssicherheits-Managementsysteme kontinuierlich weiterentwickelt und angewendet werden. Darüber hinaus werden die Ergebnisse regelmäßiger Audits und Schwachstellenbewertungen durch externe, auf IT-Sicherheit spezialisierte Unternehmen, einbezogen. Der Schutz der Daten, Systeme und Anwendungen vor Missbrauch und anderen Bedrohungen wird über das einheitliche Risikomanagement auf Konzernebene gesteuert und über die Governance-Struktur und das IT-Risikomanagement durch entsprechende IT-Sicherheitsrichtlinien sowie wirksame Kommunikation und Praktiken umgesetzt. Grundprinzipien wie sichere Konfiguration, Benutzerschulung und Sicherheitsbewusstsein, Netzwerksicherheit, Malware-Prävention, Rechteverwaltung und Reaktion auf Vorfälle sind für die Sicherheitsorganisation und -verfahren von grundlegender Bedeutung. Der Konzern geht weiterhin davon aus, dass die Bedrohung durch Cyberangriffe weltweit sowohl in Anzahl als auch Intensität zunehmen wird. Deshalb wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die entsprechenden Maßnahmen und Aktivitäten weiter ausgebaut. Die konzernweite IT-Sicherheitsorganisation wurde personell und fachlich gestärkt, ein rund um die Uhr besetztes Sicherheitskontroll- und Abwehrteam etabliert und weitere Systeme und Dienste zur Überwachung, Erkennung und Abwehr von Cyberangriffen eingerichtet. Die IT-Abteilung informiert konzernweit aktiv und gezielt zu möglichen Cyber-Bedrohungen und bindet die Mitarbeitenden ein, indem einfache, aber wirksame Möglichkeiten zur dezentralen Abwehr und zur Meldung verdächtiger Vorfälle zur Verfügung gestellt werden.

Finanzielle Risiken und Chancen

Durch die globale Ausrichtung des Sartorius Konzerns ist die Geschäftstätigkeit zwangsläufig mit finanziellen Risiken verbunden. Hierzu zählen vor allem das Wechselkursrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Liquiditätsrisiko sowie Steuerrisiken. Umgekehrt stehen den finanziellen Risiken, insbesondere dem Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiko, entsprechende Chancen gegenüber.

Wechselkursrisiken und -chancen

Sartorius ist infolge seiner weltweiten Geschäftsaktivitäten Risiken aus Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Da rund zwei Drittel des Konzernumsatzes in Fremdwährungen und davon wiederum rund zwei Drittel in US-Dollar beziehungsweise in an den US-Dollar gekoppelte Währungen erzielt werden, ist Sartorius bei der Währungsumrechnung von Bilanz- beziehungsweise G&V-Positionen von Wechselkursänderungen positiv oder negativ betroffen. Weitere für Sartorius wesentliche Währungen sind das britische Pfund, der Singapur Dollar, der südkoreanische Won, der japanische Yen, der chinesische Renminbi sowie der Schweizer Franken. Durch das globale Produktionsnetzwerk ist Sartorius in der Lage, den überwiegenden Teil der in Fremdwährung erzielten Umsatzerlöse konzernintern durch ebenfalls in Fremdwährung anfallende Kosten zu kompensieren. So werden beispielsweise viele der Produkte für den nordamerikanischen Markt vor Ort gefertigt und haben insoweit keinen kostenseitigen Nachteil gegenüber den amerikanischen Wettbewerbern. Zur Abschätzung und Steuerung des verbleibenden Risikos wird auf Basis des mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erwarteten Nettowährungsexposures der kommenden zwölf Monate und unter Berücksichtigung bereits abgeschlossener Sicherungsgeschäfte laufend die Risikoposition über ein Cashflow-at-Risk-Modell berechnet. Auf dieser Grundlage kommen gegebenenfalls weitere derivative Finanzinstrumente, vor allem Spot-, Forward- und Swapgeschäfte, zur Steuerung des maximalen Verlustrisikos zum Einsatz.

Zinsänderungsrisiken und -chancen

Für über 70 % der ausstehenden Finanzverbindlichkeiten wurden Festzinssatzvereinbarungen getroffen, sodass die Auswirkungen eines veränderten Zinsniveaus auf das Konzernergebnis begrenzt werden können. Der verbleibende Teil der zum Stichtag ausstehenden Finanzierungsinstrumente wird in Abhängigkeit eines kurzfristigen Geldmarktsatzes variabel verzinst. Das Zinsexposure und die Zinsentwicklung werden kontinuierlich beobachtet und für einzelne Kredite werden Sicherungsgeschäfte abgeschlossen, sofern dies für notwendig und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten als sinnvoll erachtet wird. Zum 31.12.2022 waren keine Zinsderivate im Bestand.

Liquiditätsrisiken und -chancen

Sartorius betreibt ein aktives zentrales Liquiditätsmanagementsystem, um einerseits Liquiditätsrisiken in den einzelnen Konzerngesellschaften zu minimieren und andererseits das Zinsergebnis im Konzern zu optimieren. Hierzu werden verschiedene lang- und kurzfristige Finanzierungsinstrumente eingesetzt. Im Hinblick auf die Laufzeiten von Krediten wird dabei grundsätzlich ein risikoaverser Ansatz gewählt. Zur kurzfristigen Liquiditätssicherung wird eine Konsortialkreditlinie in Höhe von 800 Millionen Euro verwendet, die kurzfristig abruf- und rückführbar ist, sowie mehrere kleinere bilaterale Kreditlinien bei einzelnen Konzerngesellschaften. Ferner werden zur Liquiditätssteuerung im Konzern vor allem Cash-Pooling-Vereinbarungen zwischen ausgewählten Konzerngesellschaften genutzt, die eine effiziente Verwendung der verfügbaren Liquidität sicherstellen.

Steuerrisiken

Sartorius agiert mit seinen Tochtergesellschaften weltweit und unterliegt damit vielfältigen nationalen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Änderungen der Steuergesetze, der Rechtsprechung und der Auslegung durch die Finanzbehörden oder -gerichte in diesen Ländern können zu zusätzlichen Steueraufwendungen und -zahlungen führen und damit auch Auswirkungen auf die entsprechenden Steuerpositionen in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung haben. Die zentrale Konzernsteuerabteilung, die von externen Beratern in den jeweiligen Ländern unterstützt wird, beobachtet und analysiert kontinuierlich die steuerlichen Rahmenbedingungen zur Kontrolle der sich ergebenden Risiken.

Compliance Risiken

Regulatorische Risiken

Als Partner der biopharmazeutischen Industrie und des Gesundheitswesens ist Sartorius auch von regulatorischen Änderungen in diesen Branchen betroffen. Das wesentliche Risiko in diesem Zusammenhang besteht in einer möglichen restriktiveren Vorgehensweise der Aufsichtsbehörden, wie zum Beispiel der Food & Drug Administration (FDA), USA, der European Medicines Agency (EMA) sowie weiterer nationaler bzw. internationale Instanzen bei der Zulassung neuer Medikamente oder medizinischer Geräte. Des Weiteren ist auch die Beachtung von Vorschriften anderer relevanter Behörden (z.B. Environmental Protection Agency oder Department of Agriculture in den USA) wichtig, um lokale oder globale regulatorische Risiken zu kontrollieren. Eine unzureichende Beachtung der jeweils gültigen Vorschriften seitens der Sartorius-Kunden könnte Zulassungsprozesse verzögern oder sogar die Anzahl der neu zugelassenen Medikamente verringern und damit auch die Zukunftsaussichten von Sartorius mittelfristig verschlechtern. Im Hinblick auf eigene Produkte unterliegt der Konzern in zahlreichen Ländern ebenfalls umfänglichen Zulassungs-, Registrierungs- und Meldeverpflichtungen. Die Nichteinhaltung der teilweise komplexen Anforderungen kann zu Verkaufs- bzw. Einfuhrverboten sowie Strafzahlungen führen. Die für regulatorische Angelegenheiten zuständigen Funktionen innerhalb von Sartorius überwachen die betroffenen Märkte und bewerten, ob Änderungen in den Prozessen erforderlich sind.# Umweltrisiken

Sartorius bezieht ein breites Spektrum an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, beispielsweise Kunststoff-, Metall- und Elektronikkomponenten sowie Verpackungen. Zudem entstehen in einigen Produktionsprozessen aufgrund des Einsatzes von Lösungsmitteln Abfälle, die besonderen Regeln hinsichtlich der Verwertung bzw. Entsorgung unterliegen. In diesem Zusammenhang besteht das Risiko, dass diesbezügliche gesetzliche Regelungen nicht eingehalten werden. Für die Beachtung der entsprechenden Vorschriften im Hinblick auf die sicherer Handhabung der Materialien, Vermeidung von Emissionen sowie geordnete Entsorgungswege ist insgesamt der Bereich Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz zuständig. Sartorius hat für beide Sparten Umweltmanagementsysteme (ISO 14001:2015) zur Steuerung von Umweltthemen und zur Risikominderung eingerichtet. Darüber hinaus sind die meisten großen Produktionsstandorte nach ISO 14001: 2015 zertifiziert, darunter Frankreich, Indien, Puerto Rico und China. An diesen Standorten existieren entsprechende Funktionen, um die Einhaltung gesetzlicher und interner Vorgaben und die kontinuierliche Umsetzung nachhaltiger technischer Innovationen zur Verbesserung der Umweltaspekte in den Produktionsprozessen zu gewährleisten. Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitsaspekte nehmen bei Sartorius eine zunehmend wichtige Rolle in vielen Geschäftsprozessen ein. So ist der Aspekt des ökologisch nachhaltigen Handelns zu einem zentralen Element der Lieferantenauswahl geworden. Für weitergehende Informationen zu diesen Themen wird auf die nichtfinanzielle Konzernerklärung verwiesen.

Prozessrisiken

Prozessrisiken für Sartorius können sich aus anhängigen oder bevorstehenden Rechtsstreitigkeiten oder aus behördlichen Verfahren ergeben. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet, die bei Bedarf externe Anwälte hinzuziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind bilanziell nicht berücksichtigte Rechtsstreitigkeiten oder Gerichtsprozesse, die einen erheblichen negativen Einfluss auf das Konzernergebnis haben können, weder anhängig noch erkennbar.

Einschätzung der Gesamtrisikosituation und künftigen Entwicklung

Für erkennbare Risiken innerhalb des Sartorius Konzerns, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken könnten, wurden im Berichtsjahr — soweit möglich und sinnvoll — Gegenmaßnahmen und | oder bei entsprechender Eintrittswahrscheinlichkeit bilanzielle Vorsorge getroffen. In nachfolgender Tabelle wurde für jede der benannten Risikoklassen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts der dargestellten Risiken bewertet und daneben die Relevanz der Risiken für den Gesamtkonzern klassifiziert. Es ergaben sich keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zum Vorjahr.

Risikoklasse Eintrittswahrscheinlichkeit Relevanz Gesamtbeurteilung Gesamtbeurteilung (Vorjahr)
Externe Risiken
Allgemeine Risiken wahrscheinlich moderat mittel mittel
Konjunkturelle Risiken möglich moderat mittel mittel
Operative Risiken
Beschaffungsrisiken möglich wesentlich mittel mittel
Produktionsrisiken möglich wesentlich mittel mittel
Absatzrisiken möglich moderat mittel mittel
Wettbewerbsrisiken möglich moderat mittel niedrig
Qualitätsrisiken unwahrscheinlich wesentlich mittel mittel
Forschungs- & Entwicklungsrisiken möglich wesentlich mittel mittel
Akquisitionsrisiken möglich wesentlich mittel mittel
Mitarbeiterrisiken möglich wesentlich mittel mittel
IT-Risiken möglich wesentlich mittel mittel
Finanzielle Risiken
Wechselkursrisiken wahrscheinlich moderat mittel mittel
Zinsänderungsrisiken wahrscheinlich moderat mittel niedrig
Liquiditätsrisiken unwahrscheinlich moderat niedrig niedrig
Steuerrisiken möglich moderat mittel mittel
Compliance Risiken
Regulatorische Risiken möglich wesentlich mittel mittel
Umweltrisiken unwahrscheinlich moderat niedrig niedrig
Prozessrisiken möglich moderat mittel mittel

Nach eingehender Analyse der gesamten Risikosituation sind aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar. Auch für die Zukunft sind aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken absehbar.

Prognosebericht

Künftiges gesamtwirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft sollte im laufenden Jahr nach Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter wachsen, jedoch mit geringerem Tempo. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2023 global um 2,7 % zunehmen (2022: + 3,2 %), wobei für die Industrieländer mit einem Anstieg von 1,1 % gerechnet wird (2022: + 2,4 %) und für die Schwellen- und Entwicklungsländer von 3,7 (2022: + 3,7 %). Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind weiterhin von zahlreichen Risikofaktoren geprägt, welche sich negativ auf die Verbraucher- und Unternehmensstimmung auswirken. Weiterhin hohe Preissteigerungsraten und Lebenshaltungskosten belasten die privaten Konsumausgaben, während steigende Zinsen und sich eintrübende Konjunkturaussichten Unternehmensinvestitionen dämpfen. Gleichzeitig stehen den nationalen Regierungen angesichts steigender Schuldenstände weniger Mittel für fiskalpolitische Stützungsmaßnahmen zur Verfügung, sodass die Risiken für eine globale Rezession beziehungsweise Stagflation insgesamt gestiegen sind.

Für die EU erwartet der IWF 2023 ein Wachstum von 0,7 % nach 3,2 % im Berichtsjahr. In der größten europäischen Volkswirtschaft Deutschland dürfte die Wirtschaftsleistung um 0,3 % schrumpfen (2022: + 1,5 %) und weitere für Sartorius wichtige europäische Volkswirtschaften wie Frankreich und Großbritannien nahezu stagnieren mit Zuwächsen von + 0,7 % (2022: + 2,5 %) beziehungsweise + 0,3 % (2022: + 3,6 %).

Quelle: Internationaler Währungsfonds

Die USA sollen nach aktuellen Schätzungen 2023 um 1,0 % wachsen, nach 1,6 % im Vorjahr. Für den asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum wird ein Zuwachs von rund 4,3 % prognostiziert (2022: + 4,0 %), wobei das BIP in China mit einem Plus von 4,4 % wachsen dürfte (2022: + 3,2 %) und Indien mit 6,1 % (2022: + 6,8 %). Weitere für Sartorius wichtige Länder in dieser Region sollten ebenfalls zulegen. Für Südkorea wird eine Zunahme von 2,0 % erwartet (2022: + 2,6 %) und für Japan von 1,6 % (2022: + 1,7 %).

Wechselkurs- und Zinsentwicklung

Auf Basis von Expertenschätzungen sollen die Leitzinsen in der Europäischen Währungsunion von 2,50 % zum Jahresende 2022 auf bis zu 3,00 % im laufenden Jahr steigen. Auch von der amerikanischen Notenbank wird erwartet, dass sie den Leitzins zunächst weiter anhebt, bevor es in der zweiten Jahreshälfte zu Zinssenkungsschritten auf schätzungsweise 4,65 % bis Ende 2023 kommt. Die Inflationserwartungen 2023 für den Euroraum belaufen sich auf 6,2 %, wohingegen die Teuerungsrate in den USA bei 3,2 % erwartet wird. Der Marktkonsens bezüglich des Euro-US-Dollar-Wechselkurses für den Jahresverlauf 2023 bewegt sich zwischen 0,95 Euro | US-Dollar und 1,10 Euro | US-Dollar.

Quellen: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook, Oktober 2022; Bloomberg, UBS, November 2022.

Künftiges branchenspezifisches Umfeld

BiopharmaBranche wächst weiter dynamisch

Das Wachstum der Pharmaindustrie basiert auf starken langfristigen Trends und ist weitestgehend konjunkturunabhängig. Bis zum Jahr 2028 soll der Weltpharmamarkt nach Schätzungen von EvaluatePharma jährlich um circa 6 % wachsen. Innerhalb des Pharmamarktes entwickelt sich das Segment Biopharma seit Jahren besonders stark und wird auf Basis verschiedener Prognosen auch weiter überproportional zulegen. Das durchschnittliche jährliche Wachstum dürfte in den kommenden Jahren bei etwa 8 % bis 11 % liegen. Für 2028 wird ein Marktvolumen von rund 575 Mrd. € prognostiziert, sodass der Anteil biologisch hergestellter Medikamente und Impfstoffe am Gesamtumsatz des Weltpharmamarktes von aktuell 37 % auf 41 % steigen könnte. Regional wird die höchste Marktdynamik weiterhin für China erwartet. Positive regulatorische und politische Rahmenbedingungen, eine steigende Zahl lokaler Biotech-Unternehmen sowie eine zunehmende Nachfrage nach modernen Biopharmazeutika führen bereits seit einigen Jahren zu überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Diese Entwicklung könnte sich aufgrund des großen Aufholpotenzials und der besseren Verfügbarkeit biotechnologischer Medikamente fortsetzen. Für die USA und Europa wird ebenfalls mit einem deutlichen Anstieg gerechnet. Wachstumsimpulse ergeben sich insbesondere aus dem steigenden Medikamentenbedarf der alternden Gesellschaften und einer zunehmenden Patientenzahl. Darüber hinaus steigt die Zahl zugelassener biopharmazeutischer Medikamente beständig. Von den schätzungsweise mehr als 10.000 Arzneimitteln, die sich aktuell in der Entwicklung befinden, basieren über 40 % auf biologischen Herstellverfahren. Biopharmazeutika werden etwa vermehrt in bisher wenig erforschten Therapiegebieten sowie zur Behandlung seltener, bislang nicht behandelbarer Erkrankungen eingesetzt. Dabei setzt die Pharmaindustrie verstärkt auf neuartige Therapieformen wie Zell- und Gentherapien oder biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte. 2022 belief sich die Zahl klinischer Studien mit derartigen Behandlungsansätzen auf über 2.000, sodass dieser Bereich mittel- bis langfristig ein großes Wachstumspotenzial bietet. Innovative Therapieformen im Bereich der regenerativen Medizin und neue Wirkstoffklassen wie die der Antikörperwirkstoffkonjugate oder mRNA-basierte Medikamente erweitern langfristig sowohl Zahl als auch Bandbreite zugelassener Biopharmazeutika und erfordern Investitionen in innovative Produktionstechnologien. Damit stellen sie einen wichtigen Wachstumstreiber dar. Auch Biosimilars, das heißt generische Versionen eines Biologikums mit vergleichbarer beziehungsweise besserer Wirksamkeit oder Verträglichkeit als das Originalpräparat, spielen eine zunehmend wichtige Rolle für das Wachstum des Biotechnologiemarktes. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass der Markt bis zum Jahr 2026 jährlich um durchschnittlich 20 % bis 30 % zulegen und ein Volumen von rund 42 Mrd. € erreichen könnte.Insbesondere in den Schwellen- und Entwicklungsländern eröffnen die signifikant niedrigeren Preise von Biosimilars neue, bezahlbare Therapieoptionen und sollten zu einer erhöhten Nachfrage und steigenden Produktionsvolumina führen. Der Aufbau eigener nationaler Produktionskapazitäten zur Deckung des steigenden Medikamentenbedarfs wird in diesen Ländern politisch unterstützt und führt zur Entstehung lokaler Biotechunternehmen. Auch in den Industrieländern dürfte der Biosimilarmarkt in den kommenden Jahren durch das Auslaufen von Patenten für umsatzstarke Biopharmazeutika und eine steigende Zahl zugelassener Biosimilars deutlich wachsen. Während die Nachahmerpräparate in Europa bereits seit vielen Jahren etabliert sind und teils signifikante Marktanteile gewinnen konnten, verlief die Entwicklung in den USA aufgrund regulatorischer, patentrechtlicher und vermarktungsseitiger Herausforderungen bislang eher gebremst. In den kommenden Jahren dürfte sich die Entwicklung aber beschleunigen.

Biopharmazeutika gewinnen an Bedeutung – Wachsender Umsatzanteil am Weltpharmamarkt

Da die Biopharmaindustrie eine wachsende Medikamentennachfrage bedienen und gleichzeitig die Produktion einer steigenden Zahl zugelassener Medikamente sowie neuer Therapieformen sicherstellen muss, dürfte der Ausbau der weltweiten Bioreaktorkapazitäten nach Einschätzung von Branchenbeobachtern in den kommenden Jahren weiter voranschreiten. Die Industrie sieht sich zugleich einem wachsenden Kostendruck ausgesetzt, daher wird die Bedeutung von Innovationen zur Erhöhung von Flexibilität und Effizienz in der biopharmazeutischen Forschung und Produktion steigen. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass der Biopharmamarkt in Zukunft weniger stark durch eine überschaubare Zahl besonders umsatzstarker Medikamente geprägt sein wird, die einen Großteil des gesamten Produktionsvolumens ausmachen, als vielmehr durch eine steigende Vielfalt an Produkten für kleinere Patientengruppen. Da aufgrund des technologischen Fortschritts die Produktivität biopharmazeutischer Produktionsprozesse beständig zunimmt, dürften Hersteller nach Angaben des Forschungs- und Beratungsinstituts BioPlan für die kommerzielle Produktion vieler neuer Medikamente zukünftig verstärkt auf flexibel nutzbare Einwegtechnologien zurückgreifen, die insbesondere bei kleineren Chargen kostengünstiger als die klassischen Edelstahlanlagen produzieren und einen besseren ökologischen Fußabdruck aufweisen. Zur Bewältigung der genannten Herausforderungen setzt die Pharmaindustrie zudem verstärkt auf die Digitalisierung und Automatisierung, sowie auf innovative Softwarelösungen zur Steuerung und Optimierung ihrer Prozesse. Ein weiterer Trend besteht in der Prozessintensivierung, bei der unter anderem durch die Verknüpfung mehrerer Prozessschritte in kürzerer Zeit größere Produktmengen bei gleichzeitig höherer Qualität hergestellt werden können.

Weiteres Wachstum des Labormarkts erwartet

Der Markt für Laborinstrumente und –verbrauchsmaterialien soll nach Einschätzung verschiedener Marktbeobachter in den kommenden Jahren jährlich um etwa 4 % bis 5 % wachsen und 2026 ein Volumen von etwa 85 Mrd. € erreichen. Bezogen auf die Endmärkte dürften insbesondere von der Pharma- und Biopharmaindustrie angesichts der kontinuierlichen Erforschung und Zulassung neuer Medikamente, der hohen wissenschaftlichen und technologischen Innovationsdynamik sowie des starken Wachstums in China weiterhin die größten Nachfrageimpulse ausgehen. Beispielsweise rechnet EvaluatePharma für den Zeitraum 2022 bis 2028 mit einer Zunahme der sektorspezifischen Forschungsausgaben um jährlich 3,0 %. Der Produktbereich bioanalytischer Instrumente sollte nach Marktstudien in besonderem Maße von dieser Entwicklung profitieren und innerhalb des Labormarktes weiter überdurchschnittlich wachsen. Budgeterhöhungen für akademische und öffentliche Forschungseinrichtungen sollten in einigen Ländern ebenfalls wachstumsfördernd wirken, wohingegen von der Pandemie und potenziellen Lockdowns oder Produktionsstilllegungen sowie der prognostizierten Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums Risiken für die Nachfrage aus industriellen Endmärkten ausgehen. Mit den höchsten Steigerungsraten rechnen Marktbeobachter weiterhin in China und Indien. Strengere regulatorische Anforderungen in verschiedenen Industrien führen hier zu einem höheren Bedarf an Instrumenten für die Probenanalyse und Qualitätskontrolle. Zudem werden insbesondere in China durch staatlich unterstützte Bemühungen, die Innovationskraft einiger Schlüsselindustrien zu fördern, Investitionen in die Laborinfrastruktur attraktiver. Das Land hat 2021 erstmals mehr in Forschung und Entwicklung investiert als die USA, wodurch sich der Anteil an den globalen F&E-Ausgaben weiter erhöht hat.

Quellen: BioPlan: 19th Annual Report and Survey of Biopharmaceutical Manufacturing Capacity and Production, April 2022; Evaluate Pharma: World Preview 2022, Outlook to 2028, Oktober 2022; SDi: Global Assessment Report 2022, Juni 2022; www.fda.gov

Ausblick 2023

Nach den außerordentlich starken Vorjahren rechnet Sartorius für 2023 trotz Nachfragenormalisierung und erwarteter weiterer Rückgänge im coronabezogenen Geschäft mit weiterem Wachstum. So soll der Umsatzzuwachs im unteren einstelligen Prozentbereich liegen. Ohne Berücksichtigung des Coronageschäfts würde sich der Anstieg im oberen einstelligen Prozentbereich bewegen. Rund 1 Prozentpunkt Wachstumsbeitrag soll aus Akquisitionen kommen. Die operative EBITDA-Marge wird in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (33,8 %) erwartet.

Für die Sparte Bioprocess Solutions geht das Unternehmen von einem Umsatzwachstum im unteren einstelligen Prozentbereich aus. Ohne Berücksichtigung des Coronageschäfts würde sich der Anstieg im oberen einstelligen Prozentbereich bewegen. Rund 1 Prozentpunkt Wachstumsbeitrag soll aus Akquisitionen kommen. Die operative EBITDA-Marge der Sparte wird in etwa auf Höhe des Vorjahres (35,7 %) erwartet.

Die Umsatzerwartung für den Bereich Lab Products & Services sieht für 2023 ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich vor, wobei ohne Berücksichtigung des Coronageschäfts ein Wachstum im oberen einstelligen Prozentbereich erwartet wird. Die operative EBITDA-Marge wird für die Laborsparte ebenfalls in etwa auf dem Vorjahresniveau (26,2 %) erwartet.

Das Unternehmen wird sein umfangreiches Programm zur Kapazitätserweiterung 2023 fortsetzen. Die Investitionsquote bezogen auf den Umsatz dürfte bei etwa 12,5 % und der dynamische Verschuldungsgrad bei etwa 1,5 liegen. Mögliche Akquisitionen sind dabei nicht berücksichtigt.

Alle prognostizierten Zahlen sind, wie in den vergangenen Jahren auch, auf Basis konstanter Währungsrelationen angegeben. Zudem weist die Unternehmensleitung darauf hin, dass sich in den vergangenen Jahren die Dynamiken und Volatilitäten in der Life-Science- und Biopharma-Branche erhöht haben und diese Trends durch die Coronavirus-Pandemie verstärkt wurden. Ferner stehen die Prognosen unter der Annahme einer sich nicht verschlechternden Situation hinsichtlich der geopolitischen und weltwirtschaftlichen Lage, der Lieferketten, der Inflation und der Energieversorgung sowie keiner erneuten relevanten Einschränkungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie. Dementsprechend weisen die Prognosen aktuell höhere Unsicherheiten auf als dies üblicherweise der Fall ist.

Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess (§ 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB)

Begriffsbestimmungen und Elemente des internen Kontrollsystems im Sartorius Konzern

Das interne Kontrollsystem (IKS) der Sartorius AG und des Sartorius Konzerns umfasst alle Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen der Unternehmensleitung gerichtet sind. Im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess stehen dabei die Sicherung der Wirtschaftlichkeit und der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie die Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften im Vordergrund. Dabei bilden prozessintegrierte ebenso wie prozessunabhängige Überwachungsmaßnahmen die Elemente des internen Kontrollsystems des Sartorius Konzerns.

Die prozessintegrierten Sicherungsmaßnahmen sind zum einen organisatorische Maßnahmen, sowie zum anderen Kontrollmaßnahmen. Der Aufsichtsrat, hier insbesondere der Auditausschuss der Sartorius AG, und der Bereich Konzernrevision sind mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das interne Kontrollsystem im Sartorius Konzern eingebunden. Neben dem Jahres- und Konzernabschluss befasst sich der Auditausschuss regelmäßig mit der Quartalsberichterstattung. Des Weiteren ist im Sartorius Konzern zur Sicherstellung der konzernweiten systematischen Risikofrüherkennung ein Überwachungssystem zur Früherkennung existenzgefährdender Risiken gemäß § 91 Abs. 2 AktG eingerichtet. Der Abschlussprüfer der Sartorius AG beurteilt gemäß § 317 Abs. 4 HGB die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems, das durch die Sartorius AG jeweils zeitnah an jeweilige Umfeldveränderungen angepasst wird. Bestandteil dieses Systems ist auch das operative Risikomanagement, das beispielsweise den Risikotransfer auf Versicherungsgesellschaften durch die Absicherung von Schadens- oder Haftungsrisiken sowie den Abschluss geeigneter Sicherungsgeschäfte zur Begrenzung von Fremdwährungs- und Zinsrisiken sicherstellt.

Organisatorische Maßnahmen

Die Rechnungslegungsprozesse sind organisatorisch konsequent nach dem Prinzip der Funktionstrennung unter Beachtung des Vier-Augen-Prinzips strukturiert. Dabei besteht zwischen den beteiligten Fachbereichen und Gesellschaften eine klare Aufgabenabgrenzung. Die Funktionstrennung im Hinblick auf Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung reduziert die Möglichkeit zu dolosen Handlungen. Sie trägt weiterhin maßgeblich dazu bei, dass mögliche Fehler frühzeitig entdeckt werden oder mögliches Fehlverhalten verhindert wird.# Die in Rechnungslegungsprozesse eingesetzten IT-Anwendungen sind mit Zugriffsbeschränkungen versehen. Diese erlauben lediglich den berechtigten Personen einen kontrollierten System- und Datenzugang. Die Zugriffsberechtigungen werden jeweils gemäß der Aufgabenstellung vergeben und unterliegen einer jährlichen Überprüfung. Außerdem wird auch bei der IT-Prozessgestaltung und der Vergabe der Berechtigungen das Vier-Augen-Prinzip angewandt. Zudem existieren schriftlich festgelegte lokale und globale Arbeitsanweisungen, die regelmäßig aktualisiert und konzernweit kommuniziert werden. Der Regelungsumfang der Konzernbilanzierungsrichtlinie erstreckt sich unter anderem auf die zentrale Festlegung von Bewertungsregeln und -parametern. Ferner erfolgen auf Konzernebene die Aufbereitung und Aggregation weiterer Daten für die Erstellung externer Informationen im Anhang und Lagebericht. Die laufende, unterjährige Abstimmung von interner Planungsrechnung und externer Rechnungslegung trägt maßgeblich zur Qualität der Konzern-Finanzberichtserstattung bei. Die Berichterstattung selbst erfolgt dabei durch ein konzernweit implementiertes, einheitliches Reporting-System, in dem sämtliche Konsolidierungsprozesse abgebildet werden. Durch interne Kontrollen einerseits und den Konzernabschlussprüfer der Sartorius AG andererseits wird sichergestellt, dass die Konzern-Finanzberichterstattung zutreffend aus den einbezogenen Abschlüssen der Konzerngesellschaften entwickelt wird. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeiter erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Die Abteilung Group Financial Reporting unterstützt die lokalen Einheiten bei komplexen Bilanzierungsfragen, wie beispielsweise Fair Value-Bewertungen, und stellt so eine einheitliche und sachgerechte Darstellung im Konzernabschluss sicher. Komplexe Bewertungen wie versicherungsmathematische Berechnungen oder Unternehmensbewertungen bzw. Kaufpreisallokationen werden durch spezialisierte Dienstleister unter Einbindung entsprechend qualifizierter Mitarbeiter erstellt.

Kontrollmaßnahmen

In den Rechnungslegungsprozessen werden umfangreiche Kontrolltätigkeiten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung durch die Führungskräfte und Mitarbeiter durchgeführt. Damit wird gewährleistet, dass die gesetzlichen Vorschriften und internen Richtlinien eingehalten werden sowie eine ordnungsmäßige Geschäftstätigkeit sichergestellt wird. Diese Kontrollaktivitäten umfassen beispielhaft die Analyse von Sachverhalten und Entwicklungen anhand spezifischer Kennzahlen. Ferner kommentieren und erläutern die einzelnen Berichtseinheiten monatlich Besonderheiten und Planabweichungen auf Basis eines konzernweit einheitlichen Analysetools. Weitere spezifische Kontrollen zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung umfassen die Analyse und ggf. Korrektur der Einzelabschlüsse von Konzerngesellschaften. Auf Grundlage einer hohen Anzahl bereits im Konsolidierungssystem festgelegter automatisierter Kontrollmechanismen können fehlerbehaftete Informationen identifiziert und auf Konzernebene korrigiert werden. Mit der zentralen Durchführung sogenannter Werthaltigkeitstests für die aus Konzernsicht wesentlichen Vermögenswerte bzw. zahlungsmittelgenerierenden Geschäftseinheiten wird die Anwendung einheitlicher und standardisierter Bewertungskriterien sichergestellt. Die Konzernrevision erstellt jährlich einen risikoorientierten Prüfungsplan und prüft in Stichproben, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen und konzerninternen Richtlinien für das gesamte Kontroll- und Risikomanagementsystem des Konzerns eingehalten werden. Diese Überwachungsfunktion umfasst insbesondere die Prüfung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von definierten Kontrollen. Die Ergebnisse der Prüfungen werden direkt an die geprüften Bereiche berichtet und ermöglichen so eine effiziente Beseitigung festgestellter Mängel und die permanente Weiterentwicklung des IKS. Vorstand und Aufsichtsrat erhalten regelmäßige Berichte über die Prüfungstätigkeiten. Die wesentlichen Regelungen im Hinblick auf die Ausgestaltung des internen Kontrollsystems sind in einem an Geschäftsprozessen orientierten Handbuch festgelegt. Damit sind in einem einheitlichen Dokument alle von der Unternehmensleitung als wesentlich erachteten IKS-relevanten Vorgaben zusammengefasst und werden in der Zukunft ggf. durch sinnvolle weitere Regelungen ergänzt.

Einschränkende Hinweise

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem ermöglicht durch die im Sartorius Konzern festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die vollständige Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten sowie deren sachgerechte Darstellung in der Rechnungslegung. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass ein internes Kontrollsystem, unabhängig von der Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit hinsichtlich der richtigen und vollständigen Erfassung von Sachverhalten in der Konzernrechnungslegung gewährleisten kann. Die getroffenen Aussagen beziehen sich nur auf die in den Konzernabschluss der Sartorius AG einbezogenen Tochterunternehmen, bei denen die Sartorius AG mittelbar oder unmittelbar über Beherrschung im Sinne der internationalen Rechnungslegungsstandards verfügt.

Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben gem. §§ 289a, 315a HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals | Stimmrechtsbeschränkungen

Das Grundkapital der Sartorius AG beträgt 74.880.000 €. Es ist eingeteilt in 74.880.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, aufgeteilt in je 37.440.000 Stamm- und stimmrechtslose Vorzugsaktien. Der rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt 1 € pro Aktie. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den Bestimmungen des Aktiengesetzes. Die Vorzugsaktien sind satzungsgemäß gegenüber den Stammaktien mit einem um einen Eurocent pro Aktie höheren Dividendenbezugsrecht ausgestattet. Das Dividendenbezugsrecht besteht jedoch mindestens in Höhe von zwei Eurocent pro Vorzugsaktie. Ein Stimmrecht gewähren die Vorzugsaktien abgesehen von den in den §§ 140 und 141 des Aktiengesetzes vorgesehenen Fällen nicht. Darüber hinaus gewähren die Vorzugsaktien die jedem Aktionär aus der Aktie zustehenden Rechte. 3.213.991 Stamm- und 3.250.147 Vorzugsaktien werden von der Gesellschaft selbst gehalten; aus ihnen stehen der Gesellschaft keine Mitgliedschaftsrechte zu.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Die Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius hält laut Stimmrechtsmitteilungen 18.754.160 Stammaktien der Sartorius AG (rund 50,1 % aller ausgegebenen bzw. rund 54,8 % aller ausstehenden Stammaktien) und damit knapp über 50 % der Stimmrechte an der Gesellschaft bzw. knapp über 25,0 % am gesamten Grundkapital der Sartorius AG. Mitglieder der Erbengemeinschaft sind derzeit: Karin Sartorius-Herbst, Sartorius-Herbst Beteiligungen I GmbH, Sartorius-Herbst Beteiligungen II GmbH (beide vorgenannten Gesellschaften laut Stimmrechtsmitteilung beherrscht von Karin Sartorius-Herbst), Christine Franken und LifeScience Holding SCSp (laut Stimmrechtsmitteilung mittelbar beherrscht von Alexander Schemann über die Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit dem obersten beherrschenden Unternehmen, Armira Partners Verwaltungs GmbH, Armira Partners GmbH & Co. KG, Armira HC Holding GmbH, LSH Management GP S.à r.l.); Karin Sartorius-Herbst hat ferner mitgeteilt, dass sie außerhalb der Erbengemeinschaft weitere 855.673 Stammaktien der Gesellschaft (rund 2,3 % aller ausgegebenen bzw. rd. 2,5 % aller ausstehenden Stammaktien) direkt hält. Der Erblasser Horst Sartorius hat Testamentsvollstreckung angeordnet. Zum Testamentsvollstrecker ist Herr Dr. Lothar Kappich bestellt, der die Stimmrechte der Erbengemeinschaft nach eigenem Ermessen im Sinne des § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG ausübt. Laut einer Stimmrechtsmitteilung werden mehr als 30 % der ausgegebenen Stammaktien der Sartorius AG von der Bio-Rad Laboratories GmbH gehalten (laut Stimmrechtsmitteilung mittelbar beherrscht von Alice N. Schwartz über die Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit dem obersten beherrschenden Unternehmen, David Schwartz Non-Exempt Marital Trust, Blue Raven Partners, L.P., Bio-Rad Laboratories, Inc., Bio-Rad Luxembourg S.à r.l., Bio-Rad France Holding SAS). Die Anzahl der von der Bio-Rad Laboratories Inc. gehaltenen bzw. ihr zugerechneten Aktien der Sartorius AG beträgt gemäß eigenem Quartalsbericht vom 28. Oktober 2022 konkret 12.987.900 Stammaktien (rund 34,7 % aller ausgegebenen bzw. rund 37,9 % aller ausstehenden Stammaktien) sowie ferner 9.588.908 Vorzugsaktien (rund 25,6 % aller ausgegebenen bzw. rund 28,0 % aller ausstehenden Vorzugsaktien), somit rund 30,2 % am gesamten Grundkapital der Sartorius AG.

Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands | Änderungen der Satzung

Die Mitglieder des Vorstands der Sartorius AG werden nach den §§ 84 f. des Aktiengesetzes und den §§ 31 und 33 des Mitbestimmungsgesetzes ernannt bzw. bestellt und abberufen. Für Änderungen der Satzung der Sartorius AG sind die §§ 133 und 179 des Aktiengesetzes maßgeblich.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Veräußerung der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien auch in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre im Verhältnis ihrer Beteiligung an der Gesellschaft vorzunehmen, sofern diese Aktien an Dritte gegen Sachleistung, insbesondere beim (auch mittelbaren) Erwerb von Unternehmen übertragen werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist insoweit ausgeschlossen.# Wesentliche Vereinbarungen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels vorsehen

Für den überwiegenden Teil der Darlehensvereinbarungen bestehen marktübliche Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels (Change of Control), die den beteiligten Kreditgebern die Möglichkeit geben, die vollständige Rückzahlung der ausstehenden Darlehen zu verlangen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die ausstehenden Schuldscheindarlehen, eine Reihe bilateraler Kreditvereinbarungen sowie die Konsortialkreditlinie. Die ausstehende Rückzahlungssumme aus diesen Vereinbarungen beträgt zum 31. Dezember 2022 2.393 Mio. €.

Erklärung zur Unternehmensführung

Diese Inhalte waren nicht Teil der Prüfung des Konzernlageberichts und der nichtfinanziellen Konzernerklärung.

Wesentliche Eckpfeiler der Unternehmenskultur bei Sartorius sind eine an den Interessen der Stakeholder ausgerichtete Unternehmensführung, rechtmäßiges und verantwortungsvolles Handeln sowie eine konstruktive, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Organen und innerhalb des Unternehmens. Aufsichtsrat und Vorstand berichten in nachfolgender Erklärung gemäß § 289f HGB über die Corporate Governance der Gesellschaft.

Erklärung zum Corporate Governance Kodex

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Sartorius AG zu den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ gemäß § 161 Aktiengesetz

Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ (DCGK) im Zeitraum seit Abgabe der letztjährigen Entsprechenserklärung vom 9. Dezember 2021 mit der folgenden Ausnahme entsprochen wurde und auch künftig entsprochen werden wird:

Abweichend von der Empfehlung gemäß G.10 Satz 1 DCGK besteht die variable Vergütung der Mitglieder des Vorstands – mit Ausnahme der variablen Vergütung des Vorstandsvorsitzenden – nur zu einem nicht überwiegenden Teil aus aktienbasierten Vergütungsbestandteilen. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass auch durch die bestehende Ausgestaltung der variablen Vergütung, die dem durch die Hauptversammlung gebilligten Vergütungssystem entspricht, eine Anreizstruktur erreicht wird, die auf eine nachhaltige und langfristige Entwicklung der Gesellschaft ausgerichtet ist.

Die vorstehende Erklärung bezieht sich für den Zeitraum vor dem 27. Juni 2022 auf den DCGK in der bis dahin geltenden Fassung vom 16. Dezember 2019 und für nachfolgende Zeiträume auf den DCGK in der vom Bundesjustizministerium am 27. Juni 2022 im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Fassung vom 28. April 2022.

Göttingen, den 8. Dezember 2022

Für den Aufsichtsrat
Dr. Lothar Kappich

Für den Vorstand
Dr. Joachim Kreuzburg

Grundlegendes zur Unternehmensverfassung

Die Sartorius AG ist eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in Göttingen. Sie hat mit Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand drei Organe, deren Aufgaben und Befugnisse sich im Wesentlichen aus dem Aktiengesetz sowie der Satzung der Gesellschaft ergeben.

Als Eigentümer des Unternehmens üben die Aktionäre ihre Rechte im Rahmen der Hauptversammlung aus. Dort entscheiden sie insbesondere über die Gewinnverwendung, Kapitalmaßnahmen, Satzungsänderungen, die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand, die Bestellung des Abschlussprüfers und wählen die Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat. Die Hauptversammlung findet mindestens einmal jährlich innerhalb der ersten acht Monate des Geschäftsjahres statt.

Bei der Führung des Unternehmens wirken Aufsichtsrat und Vorstand in einem dualen Führungssystem mit jeweils eigenständigen Pflichten und Kompetenzen wie folgt zusammen:

Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands, legt ihre Vergütung fest und überwacht und berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er ist nicht befugt, Maßnahmen der operativen Geschäftsführung zu ergreifen. Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats ist auf der Homepage des Unternehmens veröffentlicht.

Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Insbesondere legt er die Unternehmensstrategie fest, stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab und setzt sie um. Nach Maßgabe festgelegter Berichtspflichten informiert er den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend und holt für bestimmte, wichtige Geschäfte seine Zustimmung ein.

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Der Sartorius-Aufsichtsrat ist paritätisch besetzt und besteht aus sechs von der Hauptversammlung gewählten Vertretern der Aktionäre sowie sechs nach dem Mitbestimmungsgesetz gewählten Vertretern der Arbeitnehmer. Die Amtszeit der Mitglieder beträgt regelmäßig fünf Jahre. Eine Wiederwahl ist zulässig. Details zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden sich auf den Seiten 246 bis 249.

Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, beruft die Sitzungen ein und leitet sie. Weiterhin ist er erster Ansprechpartner gegenüber dem Vorstand und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Der Aufsichtsrat hält mindestens zwei Sitzungen pro Kalenderhalbjahr ab.

Der Aufsichtsrat hat vier Ausschüsse gebildet, den Präsidialausschuss, den Auditausschuss, den Vermittlungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Präsidial-, Audit- und Vermittlungsausschuss bestehen aus jeweils vier Mitgliedern und sind paritätisch mit Vertretern der Anteilseigner und Arbeitnehmer besetzt. (Präsidial- und Auditausschuss tagen regelmäßig, Vermittlungs- und Nominierungsausschuss nach Bedarf.

Auditausschuss
  • Vorsitz: Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
  • Weitere Mitglieder: Dr. Lothar Kappich, Dietmar Müller, Manfred Zaffke
  • Aufgaben: Der Auditausschuss unterstützt den Aufsichtsrat bei der Wahrnehmung seiner Überwachungsfunktion. Ihm müssen mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats, das über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung verfügt, und mindestens ein weiteres Mitglied, das über Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügt, angehören. Der Vorsitzende des Auditausschusses, Prof. Dr. Klaus Trützschler, ist unabhängig und verfügt aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Finanzvorstand, Prüfungsausschussmitglied und Professor der Betriebswirtschaftslehre über Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung, der Abschlussprüfung sowie des Risikomanagements. Zudem verfolgt Prof. Trützschler aktiv die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeitsberichterstattung und bringt diese Expertise in den Prüfungsausschuss sowie den Aufsichtsrat der Sartorius AG ein. Als weiteres Mitglied des Auditausschusses verfügt Dr. Lothar Kappich aus seiner beruflichen Praxis als Controller, Geschäftsführer und Unternehmensberater über besondere Kenntnisse und Erfahrung in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Dr. Kappich bringt ebenso Expertise auf den Gebieten des Nachhaltigkeitsreportings und dessen Prüfung mit.
Präsidialausschuss
  • Vorsitz: Dr. Lothar Kappich
  • Weitere Mitglieder: Annette Becker, Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler, Manfred Zaffke
  • Aufgaben: Der Präsidialausschuss bereitet Beschlüsse und Themen vor, die in den Sitzungen des Aufsichtsrats behandelt werden. Er nimmt darüber hinaus die Vorbereitung der Bestellungen einschließlich der Bedingungen der Anstellungsverträge und der Vergütung von Vorstandsmitgliedern wahr. Der Präsidialausschuss berät regelmäßig über die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand.
Nominierungsausschuss
  • Mitglieder: Dr. Lothar Kappich, Dr. Daniela Favoccia, Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
  • Aufgaben: Der Nominierungsausschuss besteht aus drei Mitgliedern der Anteilseignervertreter. Er hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat vorzuschlagen. Hierbei berücksichtigt er die Ziele zur Zusammensetzung.
Vermittlungsausschuss
  • Vorsitzender: Dr. Lothar Kappich
  • Weitere Mitglieder: Annette Becker, Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler, Manfred Zaffke
  • Aufgaben: Der Vermittlungsausschuss tritt zusammen, wenn bei einer Bestellung von Mitgliedern des zur gesetzlichen Vertretung der Gesellschaft berechtigten Organs die erforderliche Mehrheit nicht erreicht wird.

Weitere Informationen zur Anzahl und zu Inhalten der einzelnen Sitzungen des Aufsichtsrats und dessen Ausschüssen sowie die individuelle Sitzungsteilnahme im Berichtsjahr finden sich im Bericht des Aufsichtsrats auf den Seiten 12 bis 16.

Der Aufsichtsrat führt jährlich eine Beurteilung durch, wie wirksam er insgesamt und seine Ausschüsse im Speziellen ihre Aufgaben erfüllen. Diese Selbstbeurteilung erfolgte im Berichtsjahr mit externer Unterstützung auf Basis eines Fragebogens mit den Aufsichtsratsmitgliedern. Die Ergebnisse der Befragung wurden in der Aufsichtsratssitzung im Dezember 2022 anonymisiert präsentiert und im Aufsichtsrat diskutiert.

Ziele für die Besetzung des Aufsichtsrats hinsichtlich Kompetenzen und Diversität

Der Aufsichtsrat der Sartorius AG ist so zu besetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen, die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlich sind. Zu diesem Zweck und auf Basis der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat nachfolgende Besetzungsziele beschlossen:

  • Diversität: Die Mitglieder des Aufsichtsrats sollen über sich ergänzende berufliche Profile und internationale Erfahrung verfügen. Mit Blick auf eine angemessene Berücksichtigung beider Geschlechter gilt für den Sartorius-Aufsichtsrat die gesetzliche Quote von mindestens 30 % Frauen und mindestens 30 % Männern. Die Anteilseigner- und die Arbeitnehmerseite des Aufsichtsrats haben die getrennte Erfüllung dieser Quoten beschlossen. Näheres erläutert das Kompetenzprofil des Aufsichtsrats.
  • Altersgrenze: Für Aufsichtsratsmitglieder gilt eine Altersgrenze von grundsätzlich maximal 70 Jahren zum Zeitpunkt der Wahl.# Von dieser Altersgrenze darf im Einzelfall abgewichen werden, soweit keine Zweifel an der Eignung der vorgeschlagenen Personen bestehen und deren Wahl trotz Überschreitens der Altersgrenze im Interesse des Unternehmens zweckmäßig erscheint.

Höchstzahl an Mandaten / zeitliche Ressourcen:

Ein Aufsichtsratsmitglied, das keinem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, soll insgesamt nicht mehr als fünf Aufsichtsratsmandate bei konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen wahrnehmen, wobei ein Aufsichtsratsvorsitz doppelt zählt. Ein Aufsichtsratsmitglied, das dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, soll insgesamt nicht mehr als zwei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen und keinen Aufsichtsratsvorsitz in einer konzernexternen börsennotierten Gesellschaft wahrnehmen. Unabhängig von der Übernahme weiterer Mandate ist darauf zu achten, dass jedem Mitglied genügend Zeit für die Wahrnehmung seines Mandats im Aufsichtsrat der Sartorius AG zur Verfügung steht.

Unabhängigkeit:

Nach dem DCGK soll dem Aufsichtsrat auf Anteilseignerseite eine nach deren Einschätzung angemessene Anzahl, jedoch mindestens vier unabhängige Mitglieder angehören. Dabei soll die Eigentümerstruktur berücksichtigt werden. Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat sind Prof. Dr. David Ebsworth, Dr. Daniela Favoccia, Ilke Hildegard Panzer, Frank Riemensperger sowie Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler unabhängige Mitglieder des Aufsichtsrats. In seiner Eigenschaft als Testamentsvollstrecker der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius ist Dr. Lothar Kappich als abhängig vom kontrollierenden Aktionär anzusehen. Obwohl Dr. Kappich dem Aufsichtsrat seit April 2007 und somit seit mehr als zwölf Jahren angehört, schätzen die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat ihn jedoch als unabhängig von der Gesellschaft und deren Vorstand ein, da die langjährige Mitgliedschaft im Aufsichtsrat allein keinen wesentlichen oder nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründe. Insbesondere auch der Umstand, dass Dr. Kappich die Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschaft vertrete, spreche gegen die Vermutung seiner Abhängigkeit von der Gesellschaft und deren Vorstand.

Ehemalige Vorstandsmitglieder:

Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören.

Funktion bei Wettbewerbern:

Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens ausüben und nicht in einer persönlichen Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber stehen.

Zudem hat der Aufsichtsrat ein Kompetenzprofil definiert. Im Aufsichtsrat sollen Erfahrungen im Life Science-Sektor sowie Kenntnisse über wesentliche Mitbewerber und ein grundlegendes Verständnis zu Marketing- und Vertriebsstrategien vorhanden sein. Mitglieder des Aufsichtsrats sollen Kenntnisse konzernrelevanter Technologien und Produkte sowie Erfahrungen auf den Gebieten von Innovationsprozessen und Forschung & Produktentwicklung, speziell im biopharmazeutischen Bereich mitbringen. Im Aufsichtsrat soll Expertise über die für den Sartorius Konzern relevanten internationalen Märkte vorhanden sein. Dem Gremium sollen Mitglieder mit fundiertem Wissen zu finanzwirtschaftlichen Unternehmensprozessen sowie Kompetenzen in den Bereichen Controlling und Risikomanagement angehören; mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung und mindestens ein weiteres Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet Abschlussprüfung verfügen (§ 100 Abs. 5 AktG). Zur Rechnungslegung und Abschlussprüfung gehören auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Mitglieder des Aufsichtsrats sollen eingehende Kenntnisse in den Bereichen Recht und Compliance, hier insbesondere Expertise auf den Gebieten Kapitalmarkt und Gesellschaftsrecht haben. Zudem sollen Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Corporate Governance vorhanden sein. Das Gremium soll vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in Fragen der Personalwirtschaft, insbesondere auf den Gebieten der internationalen Personalplanung sowie der Führungskräfterekrutierung und Nachfolgeplanung- haben. Der Aufsichtsrat soll vertiefte Kenntnisse über die Sartorius Organisation und Sartorius Prozesse haben, um die Perspektive der Mitarbeitenden einbringen zu können. Mitglieder im Aufsichtsrat sollen über Erfahrung in den Bereichen Digitalisierung sowie datenbasierter Geschäftsmodelle verfügen. Des Weiteren sollen Nachhaltigkeits-/ESG- und CSR-Expertise im Gremium ausreichend vorhanden sein. Dem Aufsichtsrat sollen stets auch Mitglieder mit internationalen Erfahrungen bzw. Lebenshintergründen angehören. Nach Selbsteinschätzung des Gremiums ist der Aufsichtsrat von Sartorius vielfältig und kompetent besetzt. Auch werden die vorgenannten Besetzungsziele erreicht:

Kompetenzprofil

L. Kappich M. Zaffke A. Becker D. Ebsworth D. Favoccia P. Kirchhoff
Unternehmensführung und Strategieentwicklung X X X X
Kundenspezifische Perspektiven X
Technologie- und Produktentwicklung X
Internationale Märkte X
Finanzwirtschaft X X
Unternehmens- und Kapitalmarktrecht X
Personalwirtschaft
Mitarbeiterspezifische Perspektiven
Digitalisierung
Kompetenz Nachhaltigkeit und Regulatorik
Internationale Erfahrungen bzw. Lebenshintergründe
D. Müller I. Panzer H. Ritzau K. Trützschler F. Riemensperger S. Wirth
Unternehmensführung und Strategieentwicklung X X X X
Kundenspezifische Perspektiven X X
Technologie- und Produktentwicklung X
Internationale Märkte X
Finanzwirtschaft X
Unternehmens- und Kapitalmarktrecht X
Personalwirtschaft X X
Mitarbeiterspezifische Perspektiven X
Digitalisierung X
Kompetenz Nachhaltigkeit und Regulatorik
Internationale Erfahrungen bzw. Lebenshintergründe X X

Mit Blick auf die ausgeglichenere Beteiligung beider Geschlechter erfüllt der Aufsichtsrat die Quote für das unterrepräsentierte Geschlecht von 30 %. Dem Aufsichtsrat gehören insgesamt sieben Männer an (rd. 58 %), darunter vier Vertreter der Anteilseigner und drei Vertreter der Arbeitnehmer. Weiterhin gehören dem Gremium fünf Frauen an (rd. 42 %), darunter zwei Vertreterinnen der Anteilseigner und drei Vertreterinnen der Arbeitnehmer. Somit wird der Quotenanforderung sowohl auf beiden Seiten des Aufsichtsrats als auch im Gesamtgremium entsprochen. Um einen Abgleich mit den Besetzungszielen zu erleichtern, sind Kurzlebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder auf der Sartorius-Internetseite abrufbar.

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand der Sartorius AG leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Er legt die strategische Ausrichtung fest, stimmt sie mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Die Geschäftsordnung des Vorstands definiert darüber hinaus solche Rechtsgeschäfte, zu deren Wirksamkeit der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilen muss. Der Vorstand ist verantwortlich für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Regeln sowie für ein angemessenes Risikomanagement. Die Entscheidungsfindung im Vorstand erfolgt in regelmäßigen Vorstandssitzungen, die vom Vorsitzenden einberufen und geleitet werden. Zu diesen Sitzungen werden bei Bedarf weitere Fach- und Führungskräfte beratend hinzugezogen. Der Vorstand ist als Kollegialorgan gemeinsam für Angelegenheiten von besonderer Bedeutung verantwortlich. Im Übrigen führt jedes Mitglied das ihm zugewiesene Ressort gemäß Geschäftsverteilungsplan eigenständig, wobei der Vorsitzende über alle wesentlichen Vorgänge zu unterrichten ist.

Besetzung des Vorstands, Diversität und Kompetenzanforderungen

Grundlegende Eignungskriterien bei der Besetzung von Vorstandspositionen stellen nach Auffassung des Aufsichtsrats die fachliche Eignung für die Leitung des jeweiligen Ressorts dar, nachgewiesene Leistungen in der bisherigen Karriere sowie überzeugende Führungskompetenz. Zudem achtet der Aufsichtsrat bei seinen Entscheidungen auch auf Vielfalt. So strebt der Aufsichtsrat an, Personen mit sich ergänzenden Profilen, Berufs- und Lebenserfahrungen sowie unterschiedlichen Alters in den Vorstand zu berufen. Das Vorstandsgremium soll zudem über breite internationale Erfahrung verfügen. Der Aufsichtsrat befasst sich sowohl im Präsidialausschuss als auch im Plenum regelmäßig mit der Nachfolgeplanung des Vorstands. Um besondere Talente aus dem Unternehmen zu identifizieren, werden vielversprechende Nachwuchskräfte dazu eingeladen, im Aufsichtsrat zu bestimmten Themen zu präsentieren. Zum Zeitpunkt der Bestellung soll ein Vorstandsmitglied nicht älter als 65 Jahre sein. Von dieser Altersgrenze kann im Einzelfall abgewichen werden, soweit keine Zweifel an der Eignung der vorgeschlagenen Person bestehen und deren Bestellung trotz Überschreitens der Altersgrenze im Interesse des Unternehmens zweckmäßig erscheint.

Aktuell besteht der Vorstand der Sartorius AG aus vier Männern und seit dem 1. Januar 2019 in unveränderter personeller Zusammensetzung.

Name Ressort Geburtsjahr Erstbestellung Ende der aktuellen Bestellperiode
Dr. Joachim Kreuzburg (Vorsitzender) Vorstandsvorsitzender 1965 2002 10. November 2025
Dr. René Fáber Ordentliches Mitglied, verantwortlich für den Geschäftsbereich BPS 1975 2019 31. Dezember 2026
Rainer Lehmann Finanzvorstand 1975 2017 28. Februar 2025
John Gerard Mackay Ordentliches Mitglied, verantwortlich für den Geschäftsbereich LPS 1962 2019 31. Dezember 2023

Weitere Informationen, auch zu Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, sind auf Seite 250 ff dieses Geschäftsberichts veröffentlicht. Für den Frauenanteil im Vorstand gilt das im August 2022 in Kraft getretene gesetzliche Beteiligungsgebot gemäß § 76 Abs. 3a AktG.# Mit der nächsten Neubestellung in den Vorstand wird das gesetzliche Beteiligungsgebot umgesetzt werden. Auch im Hinblick auf die Berufung von Frauen in den Vorstand der Sartorius AG unterstützt der Aufsichtsrat die Aktivitäten des Vorstands, den Frauenanteil auf den dem Vorstand nachgelagerten Führungsebenen im Unternehmen weiter zu steigern. Der Präsidialausschuss sowie das Gesamtgremium lassen sich regelmäßig vom Vorstand zur Entwicklung der Frauenanteile an oberen Führungspositionen berichten.

Erste und zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands

Auf den ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands hat sich in den vergangenen Jahren der Frauenanteil insgesamt deutlich erhöht und liegt bereits auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der Vorstand hatte im Jahr 2017 für die Frist bis 30. Juni 2022 beschlossen, den Anteil weiblicher Führungskräfte auf beiden nachgelagerten Ebenen auf rund 30 % zu steigern. Die Zielmarke wurde mit einem Anteil von Frauen auf der ersten Ebene mit 50 % (N-1: 9 Frauen / 9 Männer) deutlich übertroffen, während sie auf der zweiten Ebene mit rund 29 % (N-2: 25 Frauen / 61 Männer) in etwa erreicht wurde. Im März 2022 wurden für die Frist zum 31. Dezember 2025 für beide Führungsebenen festgelegt, dass der Frauenanteil jeweils ein Drittel betragen soll. Aufgrund der relativ geringen Anzahl von Führungskräften insbesondere auf der ersten Ebene können bereits einzelne personelle Veränderungen zu größeren Veränderungen bei der Quote führen. Überdies hat in der Vergangenheit der Einbezug von akquirierten Unternehmen häufig zu Schwankungen geführt. Dies kann auch für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden.

Vergütungsbericht | Vergütungssystem

Der Vergütungsbericht über das Geschäftsjahr 2022 und der Vermerk des Abschlussprüfers gemäß § 162 AktG, das geltende, von der Hauptversammlung am 25. März 2022 gebilligte Vergütungssystem gemäß § 87a Abs. 1 und 2 Satz 1 AktG und der von der Hauptversammlung am 26. März 2021 gefasste Vergütungsbeschluss gemäß § 113 Abs. 3 AktG sind unter www.sartorius.de/Compliance öffentlich zugänglich.

Weitere Praktiken der Unternehmensführung

Risikomanagement, Internes Kontrollsystem und Compliance Management System

Ein wesentlicher Grundsatz guter Corporate Governance ist der verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken. In der Sartorius AG und im Konzern stehen konzernübergreifende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Verfügung, die die Erfassung, Bewertung und Steuerung von geschäftlichen Risiken ermöglichen. Es erfolgt eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung der Systeme an veränderte Rahmenbedingungen. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert. Der Auditausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, einschließlich der Berichterstattung, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und des internen Revisionssystems, der Compliance sowie der Abschlussprüfung. Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Chancen- und Risikobericht dargestellt.

Das Interne Kontrollsystem (IKS) basiert auf den vom Vorstand eingeführten Grundsätzen, Richtlinien und Maßnahmen, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Vorstands abzielen. Sie umfassen das Management von Risiken und Chancen in Bezug auf das Erreichen der Geschäftsziele, die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie die Einhaltung der für Sartorius maßgeblichen rechtlichen Vorschriften und Regelungen. Dabei sind auch Nachhaltigkeitsaspekte eingeschlossen, die auf Basis der regulatorischen Vorgaben fortlaufend weiterentwickelt werden.

Alle Funktionen des Sartorius Konzerns sind in eine globale Matrixorganisation eingebunden und Bestandteil des IKS. Der Umfang der von jeder Funktion auszuführenden Aktivitäten ist unterschiedlich und hängt unter anderem von den spezifischen Risiken, die mit der Funktion verbunden sind, ab. Das Management jeder Funktion ist dabei verpflichtet, in seinem Verantwortungsbereich, basierend auf der konzernweit verpflichtenden Methodik, ein angemessenes und wirksames IKS zu implementieren.

Die Gesamtverantwortung für das IKS obliegt dem Vorstand. Die einzelnen Funktionen des Sartorius Konzerns unterstützen den Vorstand bei der Gestaltung und Aufrechterhaltung angemessener und wirksamer Prozesse zur Implementierung, Überwachung und Berichterstattung von internen Kontrollaktivitäten. In den einzelnen definierten Prozessen der jeweiligen Funktionen werden umfangreiche Kontrolltätigkeiten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Prozesse durch die Führungskräfte und Mitarbeiter durchgeführt. Damit wird gewährleistet, dass die gesetzlichen Vorschriften und internen Richtlinien eingehalten werden sowie eine ordnungsmäßige Geschäftstätigkeit sichergestellt wird. Diese Kontrollaktivitäten umfassen beispielhaft die Analyse von Sachverhalten und Entwicklungen anhand spezifischer Kennzahlen. Auf Grundlage der festgelegten Kontrollmechanismen können Fehler identifiziert und auf Konzernebene korrigiert werden.

Zusätzlich erstellt die Konzernrevision jährlich einen risikoorientierten Prüfungsplan und prüft in Stichproben, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen und konzerninternen Richtlinien für das gesamte Kontroll- und Risikomanagementsystem des Konzerns eingehalten werden. Diese Überwachungsfunktion umfasst insbesondere die Prüfung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von definierten Kontrollen. Die Ergebnisse der Prüfungen werden direkt an die geprüften Funktionen berichtet und ermöglichen so eine effiziente Beseitigung festgestellter Mängel und die permanente Weiterentwicklung des IKS. Vorstand und Aufsichtsrat erhalten regelmäßige Berichte über die Prüfungstätigkeiten.

Die wesentlichen Regelungen im Hinblick auf die Ausgestaltung des IKS sind in einem an Geschäftsprozessen orientierten Handbuch festgelegt. Damit sind in einem einheitlichen Dokument alle von der Unternehmensleitung als wesentlich erachteten IKS-relevanten Vorgaben zusammengefasst und werden in der Zukunft ggf. durch sinnvolle weitere Regelungen ergänzt.

Teil des IKS ist auch ein weltweit gültigen Compliance Management System. Mit diesem stellt Sartorius sicher, dass Organmitglieder, Führungskräfte und Mitarbeiter alle gesetzlichen Regeln und Kodizes einhalten und entsprechend den internen Richtlinien handeln. Durch gezielte Aufklärung wird Fehlverhalten vorgebeugt und wirtschaftliche Schäden und Imageverlust werden vermieden. Sartorius versucht durch ein Zusammenspiel aus einem präventiven Compliance-Ansatz, der potenzielle Regelverstöße bereits im Vorfeld verhindern soll, und einem repressiven Compliance-Ansatz, der eine kontinuierliche Überwachung der Regeleinhaltung bieten soll, eine optimale Risikobewältigung zu gewährleisten. Durch ein Ineinandergreifen der beiden Ansätze entsteht ein einheitliches Compliance Management System, das einen bestmöglichen Schutz vor potenziellen Regelungsverstößen bieten soll. Als präventive Komponente des Compliance Management Systems hat Sartorius einen Verhaltenskodex entwickelt und sich einem Antikorruptionskodex verpflichtet. Für etwaige Verdachtsmomente auf Compliance-Verstöße steht ein internes Meldesystem zur Verfügung.

Dem Vorstand sind keine Umstände bekannt, die gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements und des IKS sprechen würden. Weitere Informationen dazu finden sich im Kapitel „Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems“ auf den Seiten 89 ff. sowie im Internet unter www.sartorius.com.

Transparenz

Eine einheitliche, umfassende und zeitnahe Information hat bei der Sartorius AG einen hohen Stellenwert. Es erfolgt daher für die Teilnehmer am Kapitalmarkt und die interessierte Öffentlichkeit eine unverzügliche, regelmäßige und zeitgleiche Information über die wirtschaftliche Lage des Konzerns und neue Tatsachen. Geschäftsbericht, Halbjahresfinanzbericht sowie die Quartalsmitteilungen werden im Rahmen der dafür vorgegebenen Fristen veröffentlicht. Aktuelle Entwicklungen und wichtige Ereignisse werden durch Pressemeldungen und gegebenenfalls durch Ad-hoc-Mitteilungen verlautbart. Diese Informationen stehen in der Regel zeitgleich in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung und werden über geeignete Medien und im Internet publiziert.

Die Kapitalmarktteilnehmer stehen in engem Kontakt zum Investor-Relations-Team des Unternehmens. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung werden Investoren und Analysten über die aktuelle und künftige Geschäftsentwicklung informiert. Regelmäßig ist Sartorius auf Roadshows und Investorenkonferenzen vertreten beziehungsweise führt eigene Kapitalmarktveranstaltungen durch. Die wesentlichen wiederkehrenden Ereignisse und Veröffentlichungen, wie zum Beispiel die Hauptversammlung, der Geschäftsbericht und die Zwischenberichte, sind in einem Finanzkalender zusammengestellt, der auf der Internetseite dauerhaft zur Verfügung gestellt wird.

Aktiengeschäfte der Organmitglieder

Mitteilungspflichtige Eigengeschäfte in Aktien der Sartorius AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente durch Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder oder sonstige Personen mit Führungsaufgaben sowie ihnen nahestehenden Personen sind uns folgende mitgeteilt worden: Der Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Kreuzburg hat am 14. November 2022 insgesamt 20.000 Vorzugsaktien veräußert. Gemeldete Transaktionen werden auf der Webseite der Sartorius AG veröffentlicht.

Dr. Joachim Kreuzburg hält 113.785 Stamm- und 93.785 Vorzugsaktien der Gesellschaft. Diese sind ihm als Teil seiner Vergütung aufgrund entsprechender Vereinbarungen aus den Anstellungsverträgen am 18. Dezember 2015 bzw. am 26. November 2020 mit einer jeweiligen Mindesthaltefrist von vier Jahren ab dem jeweiligen Vertragsbeginn übertragen worden.Weitere Informationen dazu finden sich im Vergütungsbericht auf den Seiten 139 ff. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Lothar Kappich hält als Testamentsvollstrecker des Nachlasses von Horst Sartorius rund 50,1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Stammaktien. Darüber hinaus besteht kein mitteilungspflichtiger Besitz von Aktien oder Finanzinstrumenten von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, der direkt oder indirekt größer als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien ist.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Der Konzernabschluss, Konzernlagebericht sowie die Konzernzwischenabschlüsse und -lageberichte werden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) — wie sie in der EU anzuwenden sind — und den nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Jahresabschluss der Sartorius AG erfolgt nach deutschem Handelsrecht (HGB). Der Konzernabschluss und der Jahresabschluss werden vom Vorstand aufgestellt, vom Abschlussprüfer, der von der Hauptversammlung gewählt wurde, geprüft und vom Aufsichtsrat festgestellt. Mit dem Abschlussprüfer wurde vereinbart, dass er den Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung unterrichtet. Dies umfasst auch die Berichtspflichten der Verwaltung zur Corporate Governance gemäß § 161 Aktiengesetz.

Der Aufsichtsrat | Der Vorstand

Nachhaltigkeit

Diese Inhalte waren nicht Teil der Prüfung des Konzernlageberichts und der nichtfinanziellen Konzernerklärung.

Beitrag des Geschäftsmodells zu Gesundheit und Wohlergehen

2016 traten die Ziele für die nachhaltige Entwicklung („Sustainable Development Goals“, SDG) der Vereinten Nationen in Kraft – kurz: Agenda 2030. Die 17 politischen Ziele sollen der weltweiten Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen und sind adressiert an Regierungen weltweit, aber auch an die Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft und Wissenschaft. Sartorius trägt mit seiner Geschäftstätigkeit insbesondere zu neun der globalen Nachhaltigkeitsziele bei.

Im Fokus steht das Ziel Nummer 3 für „Gesundheit und Wohlergehen“, welches durch das Geschäftsmodell des Unternehmens adressiert wird. Sartorius ist im Life-Science-Sektor tätig – genauer im Bereich der medizinischen Biotechnologie. Als Partner der biopharmazeutischen Industrie, stellt der Konzern Produkte und Prozesstechnologien für die Entwicklung und Herstellung von biologischen Medikamenten und Impfstoffen her. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Innovationen, die es ermöglichen, den Entwicklungs- und Produktionsprozess solcher Wirkstoffe sicherer, schneller und effizienter zu gestalten. Neue Therapien können Patienten auf diese Weise früher, zu günstigeren Preisen und einer größeren Anzahl an Patienten zur Verfügung gestellt werden.

Die biopharmazeutische Industrie spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe zur Vorbeugung und Behandlung von zum Teil zuvor unheilbaren Krankheiten. Sie verbessert damit das Leben von Patienten weltweit. So konnte der Einsatz rekombinanter Antikörper die Sterblichkeit bei Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom um circa. ein Viertel reduzieren, die Überlebensdauer bei metastasiertem Hautkrebs konnte verdoppelt werden. Rund 198 Milliarden US Dollar hat die Industrie im Jahr 2020 in biopharmazeutische Forschung investiert und mehr als 9.000 Präparate befanden sich im Jahr 2021 in verschiedenen Stadien der Entwicklung. Die Schwerpunkte lagen dabei auf Therapien zur Behandlung von Krebs, Autoimmun- und neurologischen Erkrankungen sowie auf der Entwicklung von Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten.

Impfstoffe haben sich als eine der wirksamsten präventiven Technologien erwiesen und schützen heute vor mehr als 30 Infektionskrankheiten – mit nahezu beispiellosen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit: Krankheiten wie Pocken, Polio, Masern, Diphtherie und Röteln, die früher Millionen von Todesopfern forderten, wurden weitgehend ausgerottet. Derzeit retten Impfstoffe jedes Jahr das Leben von über 2,5 Millionen Kindern (Quelle: IFPMA, The pharmaceutical industry and global health. Facts and figures 2015, S. 15). Bei der Bewältigung der Coronavirus-Pandemie spielten ebenfalls Impfstoffe eine zentrale Rolle. Die Entwicklung der neuartigen mRNA-Vakzine innerhalb nur eines Jahres war möglich durch die intensive Forschungsaktivität und Kooperation innerhalb der biopharmazeutischen und biotechnologischen Industrie. Weltweit wurden über 13 Milliarden Impfdosen verabreicht (Quelle: WHO Covid-19 Dashboard, 24. Januar 2023) und damit rund 20 Millionen Menschenleben gerettet (Quelle: The Lancet, Infectious Diseases, Vol. 22, September 2022).

Impfstoffe tragen auf diese Weise auch zur Nachhaltigkeit der Gesundheitssysteme bei, indem Hospitalisierungen reduziert und damit Kosten für Krankenhausaufenthalte, Folgetherapien und Pflege vermindert werden. In Entwicklungs- und Schwellenländern liegen Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von medizinischer Versorgung noch deutlich unterhalb des Standards der Industrienationen: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen oder nur unzureichenden Zugang zu medizinischer Versorgung. Innovative Technologien zur Entwicklung und Herstellung biopharmazeutischer Therapeutika und Impfstoffe werden auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen bei der Erreichung medizinischen Fortschritts. Deshalb trägt Sartorius mit seiner Geschäftstätigkeit an einer wichtigen Stelle zu besserer Gesundheit für mehr Menschen bei. Sartorius unterstützt damit auch die Umsetzung des Menschenrechts auf Gesundheit und Wohlergehen aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, welches auch in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung globalpolitisch hinsichtlich des Zugangs zu wirksamen, hochwertigen und bezahlbaren Medikamenten und Impfstoffen priorisiert wurde.

Beitrag zu den UN Sustainable Development Goals

Die folgende Übersicht zeigt die für Sartorius relevanten Sustainable Development Goals und referenziert die entsprechenden Seiten in diesem Geschäftsbericht für entsprechende Beschreibungen zum Beitrag des Unternehmens im Geschäftsjahr 2022.

Ziel Verweis
Gesundheit und Wohlergehen Seite 105
Hochwertige Bildung NFE¹ > Entwicklung der strategischen Nachhaltigkeitsthemen > Soziale Verantwortung, S. 117
Geschlechter-Gleichheit NFE > Entwicklung der strategischen Nachhaltigkeitsthemen > Soziale Verantwortung, S.117
Sauberes Wasser und Sanitär-Einrichtungen NFE > Entwicklung der strategischen Nachhaltigkeitsthemen > Wasser und Abwasser, S. 116
Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum NFE > Entwicklung der strategischen Nachhaltigkeitsthemen > Soziale Verantwortung, S. 117und Nachhaltigkeit in der Lieferkette, S. 112
Industrie, Innovation und Infrastruktur NFE > Entwicklung der strategischen Nachhaltigkeitsthemen > Soziale Verantwortung, S. 117
Nachhaltiger Konsum und Produktion NFE > Entwicklung der strategischen Nachhaltigkeitsthemen > Material und Zirkularität, S. 114
Maßnahmen zum Klimaschutz NFE > Entwicklung der strategischen Nachhaltigkeitsthemen > Klima, S. 110
Partnerschaften zur Erreichung der Ziele NFE > Entwicklung der strategischen Nachhaltigkeitsthemen > Klima, S. 110 und Material und Zirkularität, S. 114

¹ Nichtfinanzielle Konzernerklärung

Nichtfinanzielle Konzernerklärung

Das folgende Kapitel stellt die nichtfinanzielle Erklärung der Sartorius AG für den Sartorius Konzern für das Geschäftsjahr 2022, im Folgenden als „nichtfinanzielle Erklärung“ bezeichnet, dar. Der Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech S.A. ist mit Vorlage dieser nichtfinanziellen Konzernerklärung von der Pflicht zur Erstellung einer eigenen nichtfinanziellen Erklärung befreit.

Diese Inhalte waren nicht Teil der Prüfung des Konzernlageberichts, da sie einer gesonderten Prüfung mit begrenzter Sicherheit (,Limited Assurance‘) durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterlagen. Der Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers ist auf Seite 135 ff. in diesem Geschäftsbericht zu finden.

Hinweise zur Berichterstattung

Rahmenwerk

Die Aufstellung der Erklärung erfolgte gemäß §§ 315b, 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB. Für die Ermittlung der Kennzahlen wurden internationale Rahmenwerke wie GRI und Greenhouse Gas Protocol (GHG) Protocol genutzt.

Wesentliche berichtspflichtige Themen

Die berichtspflichtigen Themen leiten sich direkt aus den im Geschäftsjahr 2022 definierten strategischen Nachhaltigkeitsthemen ab, welche im Abschnitt Nachhaltigkeitsmanagement beschrieben sind.

Konsolidierung

Die nach § 289c Abs. 3 HGB für die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen darzustellenden Konzepte inklusive Due-Diligence-Prozessen und Ergebnisse der Konzepte beziehen sich auf den gesamten Konzern gemäß dem Konsolidierungskreises für die Finanzberichterstattung (siehe Seite 184 ff. in diesem Geschäftsbericht), sofern an entsprechender Stelle nicht anders angegeben.

Weitere Informationen

Die in dieser Erklärung angegebenen Kennzahlen dienen der quantifizierten Ergebnisbeschreibung und stellen keine steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren im Sinne von § 289c Abs. 3 HGB dar. Die Kennzahlendarstellung wurde im Vergleich zum Vorjahr zum Großteil neu strukturiert und ergänzt. Die Werte für das Geschäftsjahr 2021 wurden – sofern verfügbar – aus der nichtfinanziellen Erklärung 2021 übernommen oder nachträglich berechnet und ergänzt. Nachträgliche Berechnungen und Ergänzungen wurden an entsprechender Stelle kenntlich gemacht. Im Falle von neuen Datenkonzepten und Berechnungsmethoden sowie identifizierten Fehlern in den Datenmeldungen wurden die Werte für das Geschäftsjahr 2021 in dieser nichtfinanziellen Erklärung korrigiert. Dies betrifft die im Abschnitt „Klima“ berichteten Treibhausgasemissionen sowie die im Abschnitt „Soziale Verantwortung“ berichteten Arbeitsunfälle. Datenkorrekturen werden an entsprechender Stelle kenntlich gemacht.# Detaillierte Erläuterungen zur Treibhausgasbilanzierung sind auf Seite 131 ff. in dieser nichtfinanziellen Erklärung zu finden.

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung in der nichtfinanziellen Erklärung wird komplettiert durch den Nachhaltigkeitsbericht des Sartorius Konzerns, dessen Aufstellung in Orientierung an den GRI Standards erfolgt. Dieser wird im ersten Quartal 2023 für das Geschäftsjahr 2022 veröffentlicht.

Nachhaltigkeitsmanagement

Geschäftsmodell

Sartorius ist im Life-Science-Sektor tätig – genauer im Bereich der medizinischen Biotechnologie. Als Partner der biopharmazeutischen Industrie, stellt der Konzern Produkte und Prozesstechnologien für die Entwicklung und Herstellung von biologischen Medikamenten und Impfstoffen her. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Innovationen, die es ermöglichen, den Entwicklungs- und Produktionsprozess solcher Wirkstoffe sicherer, schneller und effizienter zu gestalten. Neue Therapien können Patienten auf diese Weise früher, zu günstigeren Preisen und einer größeren Anzahl an Patienten zur Verfügung gestellt werden. Weitere Informationen zum Geschäftsmodell und zur Geschäftsstrategie sowie den Zielen sind im Kapitel „Geschäftsmodell, Strategie und Ziele" auf Seite 27 ff. in diesem Geschäftsbericht zu finden.

Ambition und strategische Nachhaltigkeitsthemen

Als Unterzeichner des Global Compact der Vereinten Nationen bekennt sich der Konzern zur Einhaltung bestimmter sozialer und ökologischer Standards in der Geschäftstätigkeit. Dies beinhaltet nachteilige Auswirkungen, die sich in der gesamten vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette auf Umwelt und Gesellschaft durch die Geschäftstätigkeit ergeben können, zu identifizieren und zu verhindern oder zu begrenzen und wiedergutzumachen. Mit seinen Stakeholdern steht Sartorius hierzu in einem kontinuierlichen Austausch. Als Stakeholder werden dabei diejenigen Personen, Unternehmen, Institutionen und Interessengruppen definiert, die den Erfolg von Sartorius beeinflussen können oder von den Handlungen des Konzerns betroffen sind. Dies sind insbesondere Kunden, Mitarbeitende, Investoren, Lieferanten und Geschäftspartner sowie Anrainer.

Im Berichtsjahr hat Sartorius den Austausch mit seinen Kunden in unterschiedlichen Formaten fortgesetzt. Größere Dialogveranstaltungen im Geschäftsjahr waren eine ESG-Investoren-Konferenz, ein Lieferantentag mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit sowie ein interner Austausch zur neuen Sartorius Klimaschutzstrategie, an dem sich fast 3.000 Mitarbeitende des Konzerns aktiv beteiligten.

Im Geschäftsjahr 2022 hat Sartorius unter Einbezug der Anliegen seiner Stakeholder folgende strategische Nachhaltigkeitsthemen für den Konzern definiert: Klima, Materialien und Zirkularität, Wasser und Abwasser, Soziale Verantwortung, Unternehmensführung und Nachhaltigkeit in den Lieferketten. Für diese Nachhaltigkeitsthemen werden nun sukzessive dedizierte Ambitionen, Ziele auf Konzernebene und operative Ziele sowie Implementierungspläne erarbeitet und umgesetzt bzw. weiterentwickelt.

Steuerung

Im Geschäftsjahr 2022 hat Sartorius die Abteilung Corporate Sustainability eingerichtet, um das Thema Nachhaltigkeit systematisch im Konzern voranzutreiben. Die Abteilung ist im Ressort des Vorstandsvorsitzenden angesiedelt und steht in direkter Berichtslinie. Aufgabe der Abteilung ist das Konzern-Nachhaltigkeitsmanagement und damit die Entwicklung der strategischen Nachhaltigkeitsthemen sowie korrespondierender Ziele auf Konzernebene. Die Identifizierung und Koordination notwendiger Initiativen zur Erreichung dieser Ziele, das Nachhaltigkeitsberichtswesen sowie die Durchführung des Corporate Sustainability Committee liegen ebenfalls in der Verantwortung der Abteilung Corporate Sustainability.

Im Corporate Sustainability Committee kommen unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden, der gesamte Vorstand sowie die Leitungen jeweils relevanter Abteilungen anlassbezogen zusammen und beraten über die Weiterentwicklung der strategischen Nachhaltigkeitsthemen hinsichtlich Zielen und Konzepten. Eine Sitzung hat im Berichtsjahr nicht stattgefunden und ist für das Jahr 2023 geplant.

Im Geschäftsjahr 2022 hat sich die Abteilung Corporate Sustainability schwerpunktmäßig mit der Entwicklung eines umfassenden Treibhausgas (THG)-Berichtswesens als Grundlage für die Steuerung von Nachhaltigkeitsthemen befasst. In diesem Zusammenhang fanden zahlreiche Abstimmungen mit Vorstandsbe- teiligung statt. Darüber wurden die Umsetzung der Klimastrategie und des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes im Rahmen von Steuerungskreisen vorangetrieben.

Risiken

Die erforderlichen Angaben zu Risiken nach § 289c Abs. 3 HGB sind im Chancen- und Risikobericht auf Seite 71 ff. zu finden. Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine Risiken im Sinne von § 289c Abs. 3 identifiziert.

Externe Unternehmensbewertungen und Kapitalmarktindizes

Die Nachhaltigkeitsleistung von Sartorius wird regelmäßig bewertet. Eine Übersicht der aktuellen Unternehmensbewertungen ist in folgender Tabelle zu finden. Die Ergebnisse fließen in die Konzepte zur kontinuierlichen Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung mit ein.

Unternehmen Rating Veröffentlichung Ergebnisse
Sartorius AG EcoVadis 10.11.2021 60/100 (83. Perzentil) – Silber
Sartorius AG CDP 14.12.2022 B
Sartorius AG MSCI 27.09.2022 A
Sartorius Stedim Biotech S.A. MSCI 05.12.2022 BBB

Zudem ist die Sartorius AG im Nachhaltigkeitsindex DAX ESG 50 der Deutschen Börse gelistet. Der Index bildet die führenden 50 Unternehmen basierend auf der ESG (Environmental, Social, Governance) -Leistung, Börsenwert und Umsatz ab.

Entwicklung der strategischen Nachhaltigkeitsthemen

Klima

Ambition

Sartorius strebt an, den Ausstoß von Treibhausgasen (THG) in Relation zum Umsatz zu reduzieren und damit vom Konzernwachstum graduell zu entkoppeln.

Konzept und Due-Diligence-Prozesse

Vor diesem Hintergrund wurde das Konzernziel festgelegt, die CO2 -Emissionsintensität, um durchschnittlich 10 % pro Jahr gemessen am Basisjahr 2019 zu reduzieren. Diesen Indikator hat Sartorius als bereinigte Brutto- THG-Intensität pro Nettoumsatz nach marktbasierter Berechnung in gCO2e/EUR in Orientierung an den Accounting und Reporting Standards des Greenhouse Gas (GHG) Protocol definiert. Jedoch werden in der THG-Kategorie „Purchased goods and services“ anstelle der eingekauften, nur die tatsächlich verbrauchten Waren und Dienstleistungen bilanziert, die für die Herstellung der im Geschäftsjahr verkauften Produkte und Dienstleistungen benötigt wurden. Der Indikator wurde im Geschäftsjahr 2022 in die langfristigen variablen Vergütungskomponenten des Vorstands und des Managements aufgenommen.

Um die angestrebte Reduktion zu erreichen, fokussiert sich Sartorius auf die Vermeidung von Emissionen sowie die Verbesserung der Prozesseffizienz – an den eigenen Standorten und in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Für die bereits Ende des Geschäftsjahres 2021 identifizierten Hebel wird gegenwärtig eine Umsetzungsplanung erarbeitet. So sollen die Scope 1 - und Scope 2 -Emissionen insbesondere durch die Umstellung auf erneuerbare Energien an den eigenen Standorten reduziert werden. Für die Reduktion der Scope 3 -Emissionen liegt der Fokus zunächst auf Maßnahmen, die die vorgelagerte Wertschöpfungskette adressieren. Hierzu gehören zum Beispiel eine angepasste Lieferantenstrategie sowie die Optimierung der Transport- und Logistikprozesse und der Ressourcennutzung.

Sartorius rechnet mit Aufwendungen für die Reduktion der CO2 -Emissionsintensität von perspektivisch rund 1 % des Umsatzes jährlich.

Zur Erreichung der CO2 -Emissionsintensität hat sich der Konzern folgende absolute Ziele im Bereich der Scope 1 - und Scope 2 -THG-Emissionen gesetzt:
* Reduktion der vermeidbaren Scope 1 -THG-Emissionen auf null bis 2030. Als unvermeidbar nach heutigem Stand der Technik gelten die Prozessemissionen in der Membranproduktion.
* Reduktion der Scope 2 -THG-Emissionen auf null bis 2030. Dieses Ziel steht unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie an den weltweiten Standorten.

Ergebnisse des Konzepts THG-Bilanz

Erstmals veröffentlicht Sartorius im Geschäftsjahr 2022 eine umfassende THG-Bilanz, die in Orientierung am GHG Protocol alle 17 THG-Kategorien berücksichtigt. Detaillierte Erläuterungen zur Treibhausgas-bilanzierung sind auf Seite 131 ff. in dieser nichtfinanziellen Erklärung zu finden.

Die gesamten Brutto-THG-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) nach marktbasierter Berechnung beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 1.137.703 t CO2e (Vorjahr: 914.731 t CO2e; Basisjahr: 573.539 t CO2e). Dies ist eine Steigerung von 24,4 % im Vergleich zum Vorjahr und von 98,4 % im Vergleich zum Basisjahr 2019. Diese Entwicklung ist insbesondere auf das starke Wachstum des Konzerns zurückzuführen. Da keine negativen THG- Emissionen, sogenannte Carbon Removal, gegengerechnet werden konnten, entsprechen die Brutto-THG-Emissionen den Netto-THG-Emissionen. Durch Carbon Removal werden THG-Emissionen mithilfe von biologischen, chemischen und physikalischen Verfahren dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt.

Die Brutto-Scope 1 -THG-Emissionen betrugen 17.939 t CO2e (Vorjahr: 13.841 t CO2e, Basisjahr: 13.529 t CO2e) und sind damit um 29,6 % im Vergleich zum Vorjahr und um 32,6 % zum Basisjahr angestiegen.

Die Brutto-Scope 2 -THG-Emissionen nach marktbasierter Berechnung betrugen 28.714 t CO2e (Vorjahr: 20.885 t CO2e, Basisjahr: 25.777 t CO2e) und sind damit um 37,5 % im Vergleich zum Vorjahr und um 11,4 % zum Basisjahr angestiegen. Die jeweiligen Entwicklungen sind auf den wachstumsbedingt gestiegenen Energieverbrauch und die Prozessemissionen in der Membranproduktion zurückzuführen.

Die Brutto-THG-Intensität pro Nettoumsatz nach marktbasierter Berechnung betrug 0,000273 t CO2e (Vorjahr: 0,000265 CO2e, Basisjahr: 0,000314 CO2e). Dies ist eine Steigerung um 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr bzw. eine Reduktion von 13,2 % im Vergleich zum Basisjahr 2019.# THG-Bilanz

GJ 2022 GJ 2021 Basisjahr: GJ 2019
Brutto-THG-Emissionen – Scope 1 in t CO2e 17.939 13.841
Anteil der Scope 1 -Emissionen, die unter den regulierten Emissionshandel fallen in % 0 0
Brutto-THG-Emissionen – Scope 2 – standortbasierte Berechnung in t CO2e 53.886 42.066
Brutto-THG-Emissionen – Scope 2 – marktbasierte Berechnung in t CO2e 28.714 20.885
Brutto-THG-Emissionen – Scope 3 in t CO2e 1.091.050 880.006
Kategorie 1: „Purchased goods and services” in t CO2e 521.912 447.894
Kategorie 2: „Capital goods“ in t CO2e 95.492 69.759
Kategorie 3: „Fuel- and energy-related activities (not included in scope 1 and 2)” in t CO2e 11.323 9.067
Kategorie 4: „Upstream transportation and distribution” in t CO2e 128.734 98.358
Kategorie 5: „Waste generated in operations“ in t CO2e 9.235 7.876
Kategorie 6: „Business travel“ in t CO2e 21.067 6.318
Kategorie 7: „Employee commuting“ in t CO2e 22.053 19.134
Kategorie 8: „Uptream leased assets“ in t CO2e 0 0
Kategorie 9: „Downstream transportation and distribution” in t CO2e 10.942 8.360
Kategorie 10: „Processing of sold products” in t CO2e 0 0
Kategorie 11: „Use of sold products” in t CO2e 222.138 165.654
Kategorie 12: “End-of-life treatment of sold products” in t CO2e 48.153 47.584
Kategorie 13: „Downstream leased assets“ in t CO2e 0 0
Kategorie 14: „Franchises“ in t CO2e 0 0
Kategorie 15: „Investments“ in t CO2e 0 0
Gesamte Brutto-THG-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) – standortbasierte Berechnung in t CO2e 1.162.875 935.913
Gesamte Brutto-THG-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) – marktbasierte Berechnung in t CO2e 1.137.703 914.731
Gesamte negative THG-Emissionen durch Carbon Removal in t CO2e 0 0
Gesamte Netto-THG-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) – standortbasierte Berechnung in t CO2e 1.162.875 935.913
Gesamte Netto-THG-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) – marktbasierte Berechnung in t CO2e 1.137.703 914.731
Brutto-THG-Intensität pro Nettoumsatz – standortbasierte Berechnung in t CO2e / € 0,000279 0,000271
Brutto-THG-Intensität pro Nettoumsatz – marktbasierte Berechnung in t CO2e / € 0,000273 0,000265
  1. Die dargestellten Daten beinhalten Unsicherheiten und sind mit Blick auf die Scope 3 -Emissionen derzeit als Indikation zu verstehen. Erläuterungen zur Treibhausgasbilanzierung inklusive der angewendeten Datenkonzepte und Berechnungsmethoden sind auf Seite 131 ff. in dieser nichtfinanziellen Erklärung zu finden.
  2. Aufstellung in Orientierung an dem GHG Protocol (Corporate Accounting and Reporting Standard 2004 und dem Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard 2011).
  3. Basierend auf den von Produktionsstandorten und einigen administrativen Standorten berichteten Daten; ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Gesellschaften.
  4. Ohne die THG-Emissionen aus den Kraftstoffverbräuchen des Fuhrparks.
  5. Erfassung der flüchtigen Emissionen derzeit nur in Göttingen und Yauco.
  6. Die Daten für das Geschäftsjahr 2021 wurden aufgrund von im Geschäftsjahr 2022 neu angewendeter und vervollständigter Datenkonzepte korrigiert.
  7. Falls für die marktbasierte Berechnungsmethode kein vertragsspezifischer Emissionsfaktor verfügbar war, wurde gemäß GHG Protocol der standortbasierte Emissionsfaktor verwendet.
  8. Ohne die THG-Emissionen aus dem Pendelverkehr von Auszubildenden, Praktikanten und Leiharbeitern.
  9. Diese Kategorie wird gemäß GHG Protocol mit null THG-Emissionen ausgewiesen, da sie derzeit für Sartorius aufgrund der vielfältigen potenziellen Weiterverarbeitungsmöglichkeiten der Produkte mit ihrerseits jeweils spezifischen THG-Profilen nicht angemessen bilanzierbar und einer Abschätzung zufolge auch nicht wesentlich für die gesamte THG-Bilanz des Konzerns ist.
  10. Die THG-Bilanzierung erstreckt sich derzeit ausschließlich auf Produkte, für deren Nutzung Strom benötigt wird.
  11. Diese Kategorie wird mit null THG-Emissionen ausgewiesen, da die unter THG-Gesichtspunkten relevanteste Unternehmensbeteiligung im Geschäftsjahr 2022 in der Finanzberichterstattung als nicht wesentlich eingestuft worden ist und auch die mit dieser Unternehmensbeteiligung zusammenhängenden THG-Emissionen einer Abschätzung zufolge als nicht wesentlich für die gesamte THG-Bilanz bewertet worden sind.

CO2 -Emissionsintensität

Im Geschäftsjahr 2022 betrug die CO2 -Emissionsintensität, das heißt die bereinigte Brutto-THG-Intensität pro Nettoumsatz 256 g CO2e / € (Vorjahr: 245 gCO2e / €). Das für die Klimastrategie definierte Basisjahr 2019 wurde aufgrund von im Geschäftsjahr 2022 neu angewendeter und vervollständigter Datenkonzepte von 250 g CO2e / € auf 308 g CO2e / € korrigiert. Die durchschnittliche jährliche Reduktion der CO2 -Emissionsintensität zum Basisjahr betrug somit 6,0 % im Geschäftsjahr 2022. Sartorius plant die THG-Bilanzierung in den kommenden Jahren weiter zu verfeinern, weshalb auch zukünftig gegebenenfalls Anpassungen bereits berichteter Kennzahlen vorgenommen werden. Erläuterungen zur Treibhausgasbilanzierung inklusive der angewendeten Datenkonzepte und Berechnungsmethoden sind auf Seite 131 ff. in dieser nichtfinanziellen Erklärung zu finden.

GJ 2022 GJ 2021 Basisjahr: GJ 2019
Bereinigte Brutto-THG-Intensität pro Nettoumsatz – marktbasierte Berechnung in g CO2 / € 256 245
Durchschnittliche jährliche Reduktion in % 6,0 10,8
  1. Für die „Bereinigte Brutto-THG-Intensität pro Nettoumsatz – marktbasierte Berechnung“ werden in der THG-Kategorie „Purchased goods and services“ anstelle der eingekauften, nur die tatsächlich verbrauchten Waren und Dienstleistungen bilanziert, die für die Herstellung der im Geschäftsjahr verkauften Produkte und Dienstleistungen benötigt wurden. Das heißt es findet eine Bereinigung der Daten um Lagerbestände statt.
  2. Die Daten für das Geschäftsjahr 2021 und das Basisjahr 2019 wurden aufgrund von im Geschäftsjahr 2022 neu angewendeter und vervollständigter Datenkonzepte korrigiert.

Energieverbrauch

Der gesamte Energieverbrauch ist im Geschäftsjahr 2022 um 23,6 % auf 200.715 MWh (Vorjahr: 162.340 MWh) gestiegen. Der Anteil an erneuerbaren Energien befand sich mit 31,7 % auf dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 30,9 %). Der konzernweite Abdeckungsgrad mit zertifizierten Energiemanagementsystemen nach ISO 50001 betrug zum 31.12. gemessen an der Anzahl der Mitarbeitenden 27,1 % (Vorjahr: n. a.). Im Rahmen der standortbezogenen Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 werden systematisch Energieflüsse wie zum Beispiel die genutzten Energieträger und die Energieverbraucher sowie der Stand der Energieeffizienz der größten energieverbrauchenden Anlagen/Einrichtungen und Prozessen/Tätigkeiten ermittelt und bewertet. Daraus können Maßnahmen abgeleitet werden, die die Emissionsreduktion im Scope 1 und Scope 2 unterstützen sowie deren Erfolg messen. Am Standort Göttingen, der mit knapp 50 % zum gesamten Energieverbrauch beiträgt und damit mit Abstand den größten Energieverbraucher im Konzern darstellt, wurde am Ausbau der Energieversorgung mit Geothermie gearbeitet. Ziel ist es, die Energieversorgung zu sichern und schon 2030 einen klimaneutralen Campus zu betreiben.

Kennzahlen Energie

GJ 2022 GJ 2021
Gesamter Energieverbrauch in MWh 200.715
Erneuerbarer Energieverbrauch in MWh 63.546
Eingekaufter, zertifizierter erneuerbarer Strom in MWh 62.256
Eigenerzeugter Solarstrom in MWh 697
Eingekaufte Geothermie in MWh 594
Andere eingekaufte erneuerbare Energie in MWh 0
Nicht erneuerbarer Energieverbrauch in MWh 137.169
Eingekauftes Erdgas in MWh 60.774
Eingekaufter nicht erneuerbarer Strom in MWh 53.422
Eingekaufte Fernwärme in MWh 10.653
Eingekaufter Diesel in MWh 8.797
Eingekauftes Heizöl in MWh 2.490
Einkaufte Fernkälte in MWh 815
Eingekauftes LPG in MWh 218
Gesamter Anteil erneuerbarer Energien in % 31,7
Zertifizierte Managementsysteme nach ISO 50001 - Abdeckungsgrad Mitarbeitende zum 31.12. in % 27,1
  1. Der gesamte Energieverbrauch für das Geschäftsjahr 2021 wurde aus der nichtfinanziellen Erklärung 2021 übernommen und die Aufteilung in erneuerbare und nicht-erneuerbare Energieverbräuche sowie der gesamte Anteil erneuerbarer Energien nachträglich berechnet und ergänzt.
  2. Aufstellung der Kennzahl in Orientierung an den GRI Standards.
  3. Basierend auf den von Produktionsstandorten und einigen administrativen Standorten berichteten Daten; ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Gesellschaften.

Materialien und Zirkularität

Ambition

Sartorius bezieht ein breites Spektrum an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen zur Herstellung von Produkten und Produktverpackungen. Hierzu gehören insbesondere Kunststoff-, Metall- und Elektronikkomponenten sowie Verpackungen. Ziel eines zirkulären Wirtschaftens ist es, durch Kreislaufführung von Materialien, Wirtschaftswachstum und Umweltbelastungen voneinander zu entkoppeln, d. h., es wird nicht nur der Verbrauch von Ressourcen, sondern gleichzeitig auch die Erzeugung von Abfällen, Umweltverschmutzung und Treibhausgasemissionen reduziert. Daher will Sartorius die Materialauswahl und -verwendung entlang der Wertschöpfungskette kontinuierlich optimieren und dadurch den ökologischen Fußabdruck seiner Produkte verbessern. Dies betrifft die eingesetzten Materialien hinsichtlich Art und Menge am Produktlebensbeginn, die Materialintensität auf Seiten des Kunden sowie den Umgang mit Materialien am Produktlebensende. Zur Unterstreichung des Engagements ist Sartorius seit 2019 auch Unterzeichner des European Plastics Pack.

Konzept und Due-Diligence-Prozesse

Das Wirtschaften in geschlossenen Kreisläufen stellt für die spezielle biopharmazeutische Branche, in der Sartorius tätig ist, erhebliche Herausforderungen dar. Dies ist vor allem durch die hohen Qualitätsvorgaben für Produkte bedingt, da diese im medizinischen Bereich genutzt werden.# Sartorius erzielt einen großen Anteil des Umsatzes mit überwiegend aus Kunststoff hergestellten, vorsterilisierten Produkten, die oftmals zur Herstellung einer einzelnen Produktionscharge auf Seiten der Kunden genutzt werden. Der gesamte ökologische Fußabdruck dieser Kunststoffprodukte ist oftmals besser, weil für die Herstellung der Produktionscharge weniger Energie und Wasser benötigt wird. Somit kann der Einsatz dieser Kunststoffprodukte eine Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks auf Seiten der Kunden ermöglichen. Dennoch sieht Sartorius Potenzial für Verbesserungen und sucht insbesondere nach Möglichkeiten die Zirkularität von Plastik entlang des Produktlebenszyklus in Einklang mit der globalen Vision „New Plastics Economy Global Commitment“ zu erhöhen. Ziel ist es, die benötigten Ressourcen auf ein Minimum zu reduzieren sowie ein effektives und praktikables Recycling zu fördern oder unter Verwendung desselben Ressourceneinsatzes die Produktionsleistung zu erhöhen. Ein ganzheitliches Verständnis der Produkte, beispielsweise für die Materialzusammensetzung, die Herstellung, Transport, Verwendung und Behandlung am Lebensende ist dabei unerlässlich. Ab dem Geschäftsjahr 2023 will der Konzern Lebenszyklusanalysen, sogenannte Life Cycle Assessments (LCA) gemäß anerkannter Standards und Branchenpraktiken, als Entscheidungshilfe im Zuge der Entwicklung oder Aktualisierung der Produkte, Verpackungen und Prozesse durchführen, um die relevanten ökologischen Auswirkungen zu analysieren und zu bewerten. Zur Optimierung des Materialeinsatzes und Verbesserung der Zirkularität bestehen verschiedene Initiativen, Projekte sowie Einzelmaßnahmen und Kooperationen in den Sparten und Geschäftsbereichen, die von unterschiedlichen Funktionen verantwortet werden. Hinsichtlich des Abfallmanagements arbeitet Sartorius entlang des fünfstufigen Ansatzes der Abfallhierarchie insbesondere an der Abfallvermeidung und dem Recycling. Hierzu setzt Sartorius bereits im Produktionsprozess an, um Verschnitt zu reduzieren. Dies betrifft vor allem die Bag-, Membran- und Kerzenproduktion. Am Standort Aubagne erfolgt die Sortierung des Plastikabfalls direkt auf dem Werksgelände, um den Verschnitt für die Wiederverwendung in anderen Prozessen zu recyceln. Verantwortlich für das Abfallmanagement ist die Abteilung Environment, Health and Safety (EHS).

Ergebnisse des Konzepts

Das gesamte Abfallaufkommen ist um 64,5 % auf 18.581 t gestiegen (Vorjahr: 11.295 t). Dies ist auf den Anfall aufgefangener Prozessabwässer und deren entsprechender Entsorgung an unserem Standort Yauco zurückzuführen. Das nach jeweils lokaler Gesetzgebung als gefährlich eingestufte Abfallaufkommen hat sich um 11,1 % auf 3.593 t erhöht (Vorjahr: 3.235 t). Gefährlicher Abfall entsteht vorwiegend in der Membranproduktion durch den Einsatz von Lösungsmitteln. Die gesamte Abfallrecyclingquote betrug 28,8 % und ist damit aufgrund der insgesamt erhöhten Abfallmenge gesunken (Vorjahr: 44,2 %). Die Konzerninitiative zur Reduktion des Plastikeinsatzes und damit verschiedene Projekte, die sich mit der Reduktion von Verpackungsabfall, dem Recycling von Produktionsabfall und Strategien für das Produktlebensende beschäftigen, wurde im Geschäftsjahr 2022 fortgeführt. Der Plastikabfall hat sich um 1,3 % auf 2,113 t erhöht (Vorjahr: 2,087 t). Gleichzeitig ist die Plastikrecyclingquote um 0,8 Prozentpunkte auf 75,4 % gestiegen (Vorjahr: 74,5 %).

Kennzahlen Abfallaufkommen

GJ 2022 GJ 2021¹
Gesamtes Abfallaufkommen in t²’³ 18.581 11.295
Gefährlicher Abfall in t³ 3.593 3.235
Recycelter gefährlicher Abfall in t⁴’⁵ 456 527
Nicht gefährlicher Abfall in t 14.988 8.060
Recycelter nicht gefährlicher Abfall in t⁴’⁵ 4.894 4.464
Gesamte Abfallrecyclingquote in %³’⁴ 28,8 44,2
  1. Die Daten für das Geschäftsjahr 2021 wurden aus der nichtfinanziellen Erklärung 2021 übernommen.
  2. Aufstellung der Kennzahl in Orientierung an den GRI Standards.
  3. Basierend auf den von Produktionsstandorten und einigen administrativen Standorten berichteten Daten; ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Gesellschaften.
  4. Als Abfallrecycling wird die Wiederaufbereitung von Produkten, Komponenten und Materialien verstanden.
  5. Die Einstufung als gefährlicher Abfall erfolgt jeweils gemäß lokaler Gesetzgebung.

Kennzahlen Plastikabfall

GJ 2022 GJ 2021¹
Plastikabfall in t² 2.113 2.087
Recycelter Plastikabfall in t² 1.593 1.555
Plastikabfallrecyclingquote in %² 75,4 74,5
  1. Die Daten für das Geschäftsjahr 2021 wurden aus der nichtfinanziellen Erklärung 2021 übernommen und der recycelte Plastikabfall sowie die Plastikabfallrecyclingquote wurden nachträglich berechnet und ergänzt.
  2. Basierend auf den von Produktionsstandorten und einigen administrativen Standorten berichteten Daten ; ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Gesellschaften.

Wasser und Abwasser

Ambition

Wasser wird bei Sartorius insbesondere in der Membranproduktion und -modifizierung der Sparte Bioprocess Solutions eingesetzt. Die Herstellungsprozesse für Membranen und Membranprodukte sind optimiert für einen minimalen Einsatz von Spülwasser. Organische Lösungsmittel werden verarbeitet und weitgehend recycelt. Ziel ist die Einhaltung von Vorschriften bei der Verwendung und Handhabung von Gefahrstoffen. Auf kritische Stoffe soll bei der Entwicklung von neuen Produkten verzichten werden.

Konzept und Due-Diligence-Prozesse

An den relevanten Verbrauchsstandorten wie Göttingen und Yauco existieren Destillationsanlagen, die einen nahezu geschlossenen Lösemittelkreislauf gewährleisten sollen. Zusätzlich gibt es am Standort Yauco und Bangalore ein Zisternensystem, das aufgefangenes Regenwasser für verschiedene Anwendungen nutzbar macht. Die Verwendung von Gefahrstoffen wird zum Beispiel anhand der REACH-Kandidatenliste und vergleichbarer anderer Stofflisten überwacht. Verantwortlich für das konzernweite Wasser- und Gefahrstoffmanagement ist die Abteilung Environment, Health and Safety (EHS). EHS-Manager an den Standorten sind für das lokale Umweltmanagement zuständig. Im Rahmen der lokalen Umweltmanagementsysteme werden Umweltaspekte wie Wasser und Abwasserfrachten bewertet sowie Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet und nachverfolgt.

Ergebnisse des Konzepts

Zum 31.12. betrug der Abdeckungsgrad mit zertifizierten Umweltmanagementsystemen nach ISO 14001 gemessen an der Anzahl der Mitarbeitenden 53,6 % (Vorjahr: n. a.). Die Wasserentnahme belief sich für das Geschäftsjahr 2022 auf 701.568 m3 (Vorjahr: 692.672 m3). Dabei entfiel der größte Anteil mit 95,9 % (Vorjahr: 95,7 %) auf die öffentliche Wasserversorgung und stammte mit 67,6 % aus Wasserstressgebieten (Vorjahr: 69,7 %).

Kennzahlen Wasser und Abwasser

GJ 2022 GJ 2021¹
Gesamte Wasserentnahme in m3²’³ 701.568 692.672
Öffentlicher Versorger in m3 672.630 663.156
Grundwasser in m3 19.119 18.979
Oberflächenwasser m3 9.820 10.536
Gesamte Wasserentnahme aus Wasserstressgebieten in %⁴ 67,6 69,7
Zertifizierte Managementsysteme nach ISO 14001 - Abdeckungsgrad Mitarbeitende zum 31.12. in % 53,6 n. a.
  1. Die Daten für das Geschäftsjahr 2021 wurden aus der nichtfinanziellen Erklärung 2021 übernommen.
  2. Aufstellung der Kennzahl in Orientierung an den GRI Standards.
  3. Basierend auf den von Produktionsstandorten und einigen administrativen Standorten berichteten Daten; ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Gesellschaften.
  4. Als Wasserentnahme aus Wasserstressgebieten werden diejenigen Wasserentnahmen gezählt, für die eine Klassifizierung als „hoch“ (40 -80 %) oder „sehr hoch“ (>80 %) gemäß World Resources Institute (WRI) „Aqueduct Water Risk Atlas vorliegt.

Soziale Verantwortung

Ambition

Die Gewinnung neuer und Bindung bestehender Mitarbeitenden hat für Sartorius vor dem Hintergrund des angestrebten Wachstums des Konzerns eine strategische Priorität. Hierzu ist die Schaffung eines attraktiven, fairen und sicheren Arbeitsumfelds zentral. Als Unterzeichner des UN Global Compact hat sich der Konzern zusätzlich zum Respekt von grundlegenden Menschenrechten im eigenen Einflussbereich verpflichtet.

Konzept und Due-Diligence-Prozesse

Menschenrechte und Arbeitsstandards

Eine Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte sowie eine Position „Arbeits- und Sozialstandards“ und „Arbeitssicherheit und Gesundheit“ ist im Intranet allen Mitarbeitenden weltweit zugänglich. Die Menschenrechte und Arbeitsstandards, zu denen sich Sartorius bekennt, beinhalten die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, die Internationale Menschenrechtscharta, insbesondere die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (Zivilpakt) und den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (Sozialpakt) der Vereinten Nationen, die Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über grundlegende Prinzipien und Rechte am Arbeitsplatz und die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen. Der Sartorius Verhaltenskodex legt die Mindeststandards für gesetzestreues und ethisches Handeln im Konzern verbindlich fest, zu denen auch verbindliche Arbeitsstandards gehören. Die Arbeitsstandards werden von unterschiedlichen Funktionen auf verschiedenen Ebenen bei Sartorius gesteuert. Beispielsweise koordiniert die Abteilung Environment, Health & Safety (EHS) die weltweiten Konzepte im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Einzelne Standorte haben außerdem spezifische Managementsysteme nach ISO 45001 etabliert. Die Einhaltung der Regelungen des Kodexes wird im Rahmen des Compliance-Management-Systems beispielsweise durch regelmäßige Prüfungen der Konzernrevision überwacht. Einmal jährlich erfolgt ein Bericht an das zuständige Gremium des Aufsichtsrates oder, sofern dieses Gremium nicht mit Arbeitnehmervertretern besetzt ist, an die lokale Arbeitnehmervertretung. Weitere Informationen zum Compliance-Management- System finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 102 ff. in diesem Geschäftsbericht.# Sustainability Report

Social Responsibility

Zusätzlich wurde im Geschäftsjahr 2022 ein zentraler Prozess zur Bewertung der Nachhaltigkeit der Standorte eingeführt, mithilfe dessen auch die Einhaltung von menschenrechtlichen Vorgaben im Verhaltenskodex überprüft wird. Hierzu werden die Standorte nach den Standards der Pharmaceutical Supply Chain Initiative (PSCI) durch eine akkreditierte Organisation extern auditiert. Die PSCI Initiative hat sich in der Pharmabranche zur Förderung von Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette etabliert. In einem rollierenden Prozess wird jedes Jahr eine festgelegte Anzahl an risikobasiert ausgewählten Standorten überprüft. Mitarbeitende haben zudem jederzeit die Möglichkeit, Verstöße gegen Menschenrechte und Arbeitsstandards bei der zuständigen Führungskraft, den Arbeitnehmervertretern, dem oder der Compliance-Beauftragten oder über die Compliance- oder der Whistleblowing-Hotline zu melden.

Vielfalt

Als Unterzeichner der Charta der Vielfalt setzt sich Sartorius über diese grundlegenden Arbeitsstandards hinaus für die Förderung der Vielfalt der Belegschaft ein und hat hierzu unternehmensweite Netzwerke etabliert, wie zum Beispiel eine LGBTQ-Allianz und die Sartorius Business Women Association (SBWA) zur Etablierung von Geschlechterparität in Führungspositionen.

Beschäftigungsfähigkeit

Weiterhin engagiert sich Sartorius für die Förderung der kontinuierlichen persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung der Mitarbeitenden und hat dies auch in den Führungskräfteleitlinien fixiert. Jährliche Gespräche zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden dienen dazu, individuelle Leistung, Ziele und Entwicklungsmöglichkeiten zu reflektieren. Es existieren konzernweite verschiedene Weiterbildungsangebote wie Selbstlernmöglichkeiten, gezielte Führungskräfteentwicklungs- und Mentoringprogramme sowie auch Entsendungsmöglichkeiten.

Zufriedenheit

Im Rahmen einer zweimal jährlich stattfindenden globalen Befragung der Mitarbeitenden ermittelt der Konzern regelmäßig ein Stimmungsbild und lässt zum Beispiel die Unternehmens- und Führungskultur, den Arbeitsplatz sowie die Arbeitszufriedenheit im Allgemeinen bewerten. Im Geschäftsjahr 2022 wurde der sogenannte „Employee Net Promoter Score“, der die Weiterempfehlung von Sartorius als Arbeitgeber durch die Mitarbeitenden misst, in die kurzfristigen variablen Vergütungskomponenten des Vorstands sowie des Managements aufgenommen. Sartorius hat sich das Ziel gesetzt, jährlich einen durchschnittlichen Score von 35 zu erreichen, der im Personalwesen als gut angesehen wird.

Ergebnisse des Konzepts

Im Geschäftsjahr 2022 beschäftigte Sartorius 15.942 Mitarbeitende, 15,3 % mehr als im Vorjahr (Vorjahr: 13.832). Die Belegschaft bestand ähnlich wie im Vorjahr zu 38,9 % aus Frauen (Vorjahr: 39,3 %) und zu einem überwiegenden Teil aus Mitarbeitenden der Altersgruppe 30 -49 Jahre, die einen Anteil von 58,8 % einnahmen (Vorjahr: 57,2 %). Das Durchschnittsalter und die Betriebszugehörigkeit lagen fast unverändert zum Vorjahr bei 39,2 Jahren (Vorjahr: 39,1 Jahre) bzw. 6,6 Jahren (Vorjahr: 6,7 Jahre). 5,6 % der Mitarbeiter arbeiteten in Teilzeit (Vorjahr: 7,0 %).

Im Geschäftsjahr 2022 fanden fünf externe nachhaltigkeitsbezogene Standortaudits nach den Standards der PSCI statt, in denen u.a. die Einhaltung der Menschenrechte geprüft wurde. Der Abdeckungsgrad der Mitarbeitenden für Standortaudits betrug 38,5 % (Vorjahr: n. a.). Zertifizierte Arbeitssicherheitsmanagementsysteme erstreckten sich auf 6,9 % der Mitarbeitenden (Vorjahr: n. a.).

Im gesamten Konzern ereigneten sich 5,8 Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden. Der Vorjahreswert wurde aufgrund einer signifikanten internen Fehlmeldung einer Konzerngesellschaft von 6,3 auf 4,4 korrigiert. Somit ereigneten sich 31,8 % Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden mehr als im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2022 wurden drei Arbeitsunfälle mit schwerwiegenden Folgen verzeichnet (Vorjahr: 0). Hierbei handelt es sich um Arbeitsunfälle, die mehr oder absehbar mehr als sechs Monate Ausfallzeit verursachen. Wie auch im Vorjahr verlief keiner der Arbeitsunfälle tödlich (Vorjahr: 0).

Es fielen 232.699 Stunden für Weiterbildungsmaßnahmen an (Vorjahr: 167.600 Stunden). Dies sind durchschnittlich 14,8 Weiterbildungsstunden je Mitarbeitenden (Vorjahr: 12,2 Stunden).

Die Fluktuationsrate ist auf 9,2 % (Vorjahr: 8,4 %) gestiegen und die Neueinstellungsrate auf 22,9 % (Vorjahr: 31,7 %) gesunken. Der Employee Net Promoter Score belief sich im Jahresdurchschnitt auf 29,2 und ist damit im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (Vorjahr: 27,4). Der Score entwickelte sich damit tendenziell in Richtung des gesetzten Zieles von 35. Dies lag auch an der Umsetzung von Maßnahmen auf Team-Ebene, die durch die Befragung der Mitarbeitenden indiziert worden sind.

Kennzahlen soziale Verantwortung

GJ 2022 GJ 2021¹
Gesamte Mitarbeitende zum 31.12. 15.942 13.832
Frauen in % 38,9 39,3
Altersgruppe ≤ 29 Jahre in % 20,8 22,2
Altersgruppe 30 - 49 Jahre in % 58,8 57,2
Altersgruppe ≥ 50 Jahre in % 20,4 20,6
Teilzeit in % 5,6 7,0
Durchschnittsalter 39,2 39,1
Frauen in Führungspositionen in % 32,9 32,2
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit zum 31.12. 6,6 6,7
Frauen 6,1 6,2
Men 6,8 7,0
≤ 4 Jahre in % 61,1 59,0
5 -14 Jahre in % 25,5 27,0
≥ 15 Jahre in % 13,4 14,0
Externe nachhaltigkeitsbezogene Standortaudits (PSCI Audits) 5 n. a.
Abdeckungsgrad Mitarbeitende in % 38,5 n. a.
Zertifizierte Managementsysteme nach ISO 45001 - Abdeckungsgrad Mitarbeitende zum 31.12. in % 6,9 n. a.
Arbeitsunfälle 2, 3, 4, 5 159 104
Arbeitsunfälle pro 1 Mio. Arbeitsstunden 2, 3, 4, 5 5,8 4,4
Schwerwiegende Arbeitsunfälle 2, 3, 4, 6 3 0
Arbeitsunfälle mit Todesfolge 2, 3, 4 0 0
Gesamte Weiterbildungsstunden 4 232.699 167.600
Gesamte durchschnittliche Weiterbildungsstunden je Mitarbeitenden 4 14,8 12,2
Frauen 4 15,2 12,5
Männer 4 14,5 12,1
Gesamte Fluktuationsrate in % 9,2 8,4
Frauen 10,1 9,6
Männer 8,5 7,6
Altersgruppe ≤ 29 Jahre in % 13,3 13,3
Altersgruppe 30 - 49 Jahre in % 7,8 6,7
Altersgruppe ≥ 50 Jahre in % 8,9 7,9
Gesamte Neueinstellungsrate in % 22,9 31,7
Frauen 24,2 33,4
Männer 22,1 30,5
Altersgruppe ≤ 29 Jahre in % 44,2 65,2
Altersgruppe 30 - 49 Jahre in % 20,1 25,5
Altersgruppe ≥ 50 Jahre in % 9,4 12,7
Employee Net Promoter Score 29,2 27,4

¹ Die Daten für das Geschäftsjahr 2021 wurden aus der nichtfinanziellen Erklärung 2021 übernommen. Dies gilt nicht für die gesamten Mitarbeitenden aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, Durchschnittsalter und Frauen in Führungspositionen sowie Employee Net Promoter Score. Diese Daten wurden nachträglich berechnet und ergänzt.
² Aufstellung der Kennzahl in Orientierung an den GRI Standards.
³ Gezählt werden alle Arbeitsunfälle, die über Erste Hilfe hinausgehen, das heißt bei denen ein Arztbesuch erforderlich ist; ohne Wegeunfälle; ohne die Arbeitsunfälle von Auszubildenden, Praktikanten und Leiharbeitern.
⁴ Ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Gesellschaften.
⁵ Aufgrund einer signifikanten Fehlmeldung einer Konzerngesellschaft wurden die Daten für das Geschäftsjahr 2021 korrigiert. Es ereigneten sich weniger Arbeitsunfälle als zuvor gemeldet.
⁶ Als schwerwiegende Arbeitsunfälle werden solche gezählt, die mehr als 6 Monate Ausfallzeit verursacht haben oder verursachen werden.

Unternehmensführung

Ambition

Wesentliche Pfeiler der Unternehmenskultur bei Sartorius sind eine an den Interessen der Stakeholder ausgerichtete Unternehmensführung, rechtmäßiges und verantwortungsvolles Handeln sowie eine konstruktive, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Organen der Unternehmensführung und innerhalb des Unternehmens.

Konzept und Due-Diligence-Prozesse

Die Unternehmensführung orientiert sich an den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Erklärung zur Unternehmensführung und Entsprechenserklärung ist auf Seite 94 ff. in diesem Geschäftsbericht zu finden. Mit einem globalen Compliance-Management-System will Sartorius sicherstellen, dass Organmitglieder, Führungskräfte und Mitarbeitende alle gesetzlichen Regeln und Kodizes einhalten und entsprechend den internen Richtlinien handeln. Die Grundzüge des Compliance-Management-Systems, welches im Kern auf einem globalen Verhaltenskodex basiert, werden ebenfalls in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 102 ff. erläutert. Zentraler Bestandteil des Compliance-Management-Systems ist auch das Thema Antikorruption. Ein spezieller Antikorruptionskodex bündelt die Vorgaben an die Mitarbeitenden. Diese werden regelmäßig bezüglich des Kodexes geschult.

Ergebnisse des Konzepts

Im Geschäftsjahr 2022 haben 11.883 Mitarbeitende (Vorjahr: 9.143 Mitarbeitende) das Training für den Verhaltenskodex und 12.154 Mitarbeitende (Vorjahr: 9.341 Mitarbeitende) das Training zum Antikorruptionskodex absolviert. Dies sind jeweils 75,6 % bzw. 77,4 % der gesamten Mitarbeitenden.

Kennzahlen Unternehmensführung

GJ 2022 GJ 2021¹
Mitarbeitende, die eine Schulung zum Verhaltenskodex absolviert haben² 11.883 9.143
Abdeckungsgrad Mitarbeitende in %² 75,6 66,8
Mitarbeitende, die eine Schulung zum Antikorruptionskodex absolviert haben² 12.154 9.341
Abdeckungsgrad Mitarbeitende in %² 77,4 68,2

¹ Die Daten für das Geschäftsjahr 2021 wurden aus der nichtfinanziellen Erklärung 2021 übernommen. Dies gilt nicht für den Abdeckungsgrad der Mitarbeitenden. Dieser wurde nachträglich berechnet und ergänzt.
² Ohne die im Berichtsjahr neu akquirierten Gesellschaften.

Nachhaltigkeit in der Lieferkette

Ambition

Mit rund 8.000 Lieferanten aus über 40 Ländern und einem Einkaufsvolumen, das mehr als 40 % des Umsatzes entspricht, kommt der Lieferkette von Sartorius eine signifikante Bedeutung für die Nachhaltigkeitstransformation zu. Daher erwartet der Konzern die Befolgung von Nachhaltigkeitsstandards sowie die Förderung von Nachhaltigkeit auch von Lieferanten sowie deren Lieferanten.# Konzept und Due-Diligence-Prozesse

Die grundlegenden Nachhaltigkeitsanforderungen wurden im Verhaltenskodex für Geschäftspartner festgelegt, welcher im September 2022 hinsichtlich einiger Menschenrechtsthemen im Kontext der Implementierung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) aktualisiert und in neuer Version veröffentlicht wurde. Der Verhaltenskodex ist seit 2019 für neue Lieferanten verbindlich. Der aktualisierte Verhaltenskodex soll sowohl durch neue als auch bestehende Lieferanten unterzeichnet werden.

Im Geschäftsjahr 2022 hat Sartorius einen standardisierten, mehrstufigen Prozess für die Nachhaltigkeitsbewertung von Lieferanten eingeführt. Dieser basiert auf internen und externen Informationen und sieht Korrektivmaßnahmen bei Abweichungen vor. Zur Diskussion der Ergebnisse wurde in der Sparte Bioprocess Solutions bereits in diesem Geschäftsjahr ein Risikokomitee eingerichtet, in dem regelmäßig über die Ergebnisse berichtet wird.

Der neue Lieferantenbewertungsprozess beinhaltet, dass die Einhaltung von Nachhaltigkeitsanforderungen mithilfe von Selbstauskünften basierend auf standardisierten Fragebögen über anerkannte Nachhaltigkeitsplattformen überprüft wird. Für ausgewählte Lieferanten beauftragt Sartorius unabhängige Nachhaltigkeitsaudits durch externe Dritte vor Ort. Weiterhin sind Nachhaltigkeitsaspekte auch Bestandteil der von Sartorius selbst durchgeführten Qualitätsaudits vor Ort.

Für die Verbindlichkeit des Verhaltenskodexes für Lieferanten und die Überprüfung der Einhaltung der Vorgaben sind die Einkaufsabteilungen verantwortlich. Die Durchführung der Qualitätsaudits liegt im Verantwortungsbereich der Qualitätsabteilungen. Darüber hinaus steht Sartorius mit Lieferanten im kontinuierlichen Austausch, um das Engagement für Nachhaltigkeitsthemen zu fördern.

Ergebnisse des Konzepts

Im November 2022 hat die Sparte Bioprocess Solutions mit mehr als 50 ausgewählten, internationalen Lieferanten am Hauptstandort in Göttingen einen Workshop veranstaltet, um unter anderem die Themen Klimaschutz und der Umsetzung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) zu diskutieren und damit weiter voranzutreiben.

Zum 31.12.2022 hatten 441 Lieferanten den aktualisierten Verhaltenskodex 2022 unterzeichnet (Vorjahr: n. a.). Der Abdeckungsgrad des Einkaufsvolumens für den unterzeichneten Verhaltenskodex 2022 betrug somit 12 % (Vorjahr: n. a.). Außerdem lagen 654 gültige nachhaltigkeitsbezogene Lieferantenselbstauskünfte vor (Vorjahr: 110). Der Abdeckungsgrad des Einkaufsvolumens für diese Lieferantenselbstauskünfte betrug somit 49 % (Vorjahr: n. a.). Weiterhin wurden 125 eigene qualitätsbezogene Lieferantenaudits durchgeführt, die Nachhaltigkeitsaspekte beinhalteten (Vorjahr: 107). Es wurden noch keine externen Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten vor Ort durchgeführt, da der Prozess im Geschäftsjahr 2022 erst neu eingeführt wurde.

Die Nachhaltigkeitsbewertung für strategische Lieferanten wurde in der Sparte Bioprocess Solutions im Geschäftsjahr 2022 bereits abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden analysiert und auf dieser Basis Korrektivmaßnahmen definiert, die derzeit implementiert werden. Die Bewertung der nicht strategischen Lieferanten wurde gestartet.

Kennzahlen Nachhaltigkeit in der Lieferkette

GJ 2022 GJ 2021¹
Lieferanten, die den Verhaltenskodex 2022 unterzeichnet haben 441 n. a.
Abdeckungsgrad Einkaufsvolumen in % 12 n. a.
Nachhaltigkeitsbezogene Lieferantenselbstauskünfte zum 31.12.² 654 110
Abdeckungsgrad Einkaufsvolumen zum 31.12. in %² 49 n. a.
Externe nachhaltigkeitsbezogene Lieferantenaudits 0 n. a.
Abdeckungsgrad Einkaufsvolumen in % 0 n. a.
Eigene qualitätsbezogene Lieferantenaudits, die Nachhaltigkeitsaspekte 125 107
beinhalten

¹ Die Daten für das Geschäftsjahr 2021 wurden aus der nichtfinanziellen Erklärung 2021 übernommen.
² Gezählt wurden die vorliegenden nachhaltigkeitsbezogenen Selbstauskünfte über anerkannte Nachhaltigkeitsplattformen, die laut Plattform zum Stichtag gültig sind oder deren Gültigkeitsdatum nicht älter als zwei Jahre ist.

Angaben nach EU-Taxonomie-Verordnung

Die EU-Taxonomie ist ein Klassifizierungssystem zur Bestimmung von ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsaktivitäten in der Realwirtschaft, verbunden mit speziellen Offenlegungsvorschriften für Unternehmen. Diese beziehen sich auf die taxonomiekonformen Umsätze, Investitionsausgaben und Betriebsausgaben bezüglich der sechs EU-Umweltziele Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Schutz von Wasser und Meeresressourcen, Übergang in eine Kreislaufwirtschaft, Eingrenzung der Umweltverschmutzung sowie Schutz von Artenvielfalt und Ökosystemen.

Die Offenlegungspflicht für das Geschäftsjahr 2021 beschränkte sich gemäß den von der EU-Kommission gewährten Erleichterungsvorschriften zunächst nur auf die taxonomiefähigen Umsätze, Investitionsausgaben und Betriebsausgaben für die Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Als taxonomiefähig gelten dabei diejenigen Wirtschaftsaktivitäten, die in den delegierten Rechtsakten beschrieben sind, da sie einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der EU-Umweltziele leisten.

Für das Geschäftsjahr 2022 sind erstmals die taxonomiekonformen Umsätze, Investitionsausgaben und Betriebsausgaben offenzulegen. Als taxonomiekonform gelten diejenigen Wirtschaftsaktivitäten, die die technischen Bewertungskriterien und die Mindestschutzkriterien erfüllen. Bei den folgenden Angaben handelt es sich um die Pflichtangaben des Sartorius Konzerns nach Art. 8 der EU-Taxonomie-Verordnung (EU-Tax-VO) 2020/852 für das Geschäftsjahr 2022.

Spezielle Hinweise zur Berichterstattung

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Aufstellung der erforderlichen Angaben war für Sartorius grundsätzlich mit Unsicherheiten verbunden, insbesondere weil derzeit noch offene Fragen in Bezug auf die Definition der taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten, der Interpretation der technischen Bewertungskriterien und der Mindestschutzkriterien, die seitens der EU-Kommission noch nicht abschließend geklärt worden sind. Das Unternehmen hat Informationen berücksichtigt, die bis zum 31.01.2023 vorlagen.

Wesentlichkeitsansatz

Der Ausweis der Investitionsausgaben und Betriebsausgaben erfolgte unter Anwendung von Wesentlichkeitsgrenzen. Wirtschaftsaktivitäten, mit denen weniger als 1 % der gesamten taxonomiefähigen Investitionsausgaben und Betriebsausgaben getätigt wurden, wurden qualitativ hinsichtlich ihrer Bedeutung für Sartorius bewertet. Die als unwesentlich eingestuften Beträge wurden als nicht taxonomiefähig ausgewiesen und somit auch keiner weiteren Prüfung auf Taxonomiekonformität unterzogen. Dies betrifft Investitionsausgaben und Betriebsausgaben in Verbindung mit den Aktivitäten 4.1. „Stromerzeugung mittels Fotovoltaik-Technologie“, 7.4 „Installation, Wartung und Reparatur von Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Gebäuden (und auf zu Gebäuden gehörenden Parkplätzen)“ und 8.1 „Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten“.

Vorgehensweise bei der Ermittlung der Taxonomiekonformität („Compliance Assessment“)

Die Ermittlung der taxonomiekonformen Umsätze, Investitionsausgaben und Betriebsausgaben erfolgte bei Sartorius in einem dreistufigen Prozess:

  1. Ermittlung der grundsätzlich taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten: Die Ermittlung der grundsätzlich taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten erfolgte für die Aufstellung der Umsätze sowie Investitionsausgaben und Betriebsausgaben jeweils separat. Die Ergebnisse werden in den nachfolgenden Abschnitten zu taxonomiekonformen Umsätzen sowie Investitionsausgaben und Betriebsausgaben jeweils beschrieben.
  2. Prüfung der Einhaltung der technischen Bewertungskriterien: Die Einhaltung der technischen Bewertungskriterien, zu denen die Prüfung des wesentlichen Beitrags zu einem EU-Umweltziel („Substantial contribution“ – SC) sowie die Prüfung der nicht erheblichen Beeinträchtigung der anderen EU-Umweltziele („Do no significant harm“ – DNSH) zählt, wurde über eine Abfrage bei den relevanten Konzerngesellschaften ermittelt. Die Ergebnisse werden in den nachfolgenden Abschnitten jeweils beschrieben. Für das EU-Umweltziel „Anpassung an den Klimawandel“ wurde generell kein wesentlicher Beitrag festgestellt.
  3. Prüfung der Einhaltung der Mindestschutzkriterien: Die Einhaltung der Mindestschutzkriterien wurde von Sartorius auf Grundlage der Empfehlungen aus dem „Final Report on Minimum Safeguards“, welcher im Oktober 2022 von der European Platform on Sustainable Finance veröffentlicht wurde, für die folgenden vier Themen wie folgt geprüft und festgestellt:

  4. Thema „Steuern“: Der Konzern verweist diesbezüglich insbesondere auf das bestehende konzernweite Risikomanagementsystem, welches im Kapitel „Risiko- und Chancenbericht“ in diesem Geschäftsbericht ab Seite 71 ff. beschrieben ist. Die Verantwortung für die Einhaltung steuerlicher Vorschriften liegt grundsätzlich beim lokalen Management der einzelnen Konzerngesellschaften. Diese werden dabei sowohl von lokalen Steuerberatungsgesellschaften als auch von der Konzernsteuerabteilung unterstützt. Mit einem System aus verschiedenen Maßnahmen wie dem Monitoring der lokalen Regularien (Abgabefristen, Steuersätze usw.) sowie der steuerlichen Risiken wird sichergestellt, dass die Informationen im Konzern gesammelt werden und entsprechend an den Vorstand berichtet werden.

  5. Thema „Korruption und Bestechung“: Der Konzern verweist auf das bestehende konzernweite Compliance Managementsystem, welches im Kapitel „Erklärung zur Unternehmensführung“ in diesem Geschäftsbericht ab Seite 102 ff. dargestellt ist.
  6. Thema „Fairer Wettbewerb“: Der Konzern verweist auf das bestehende konzernweite Compliance Managementsystem, welches im Kapitel „Erklärung zur Unternehmensführung“ in diesem Geschäftsbericht ab Seite 102 ff. dargestellt ist.# Menschenrechte

Thema „Menschenrechte“: Der Konzern verweist bezüglich des erforderlichen menschenrechtlichen Sorgfaltspflichtensystems in Übereinstimmung mit den UN Guiding Principles for Human Rights und den OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen auf die bestehenden und in dieser nichtfinanziellen Erklärung beschriebenen Maßnahmen für die eigenen Standorte und die direkten und indirekten Lieferanten, die jeweils im Abschnitt „Soziale Verantwortung“ bzw. „Nachhaltigkeit in der Lieferkette“ zu finden sind. Das menschenrechtlichen Sorgfaltspflichtensystem von Sartorius erstreckt sich nicht auf die Kundenbeziehungen, da der Konzern keine relevanten Risikobereiche durch die Produkte und Dienstleistungen von Sartorius identifiziert hat.

Da sich die im Folgenden für das Geschäftsjahr 2022 ausgewiesenen taxonomiekonformen Investitionsausgaben und Betriebsausgaben auf Deutschland beziehen, hat Sartorius die Effektivität des Systems ausschließlich in diesem Rahmen geprüft und festgestellt.

Vermeidung von Doppelzählungen

Die im folgenden genannten Beträge werden von Sartorius derzeit ausschließlich auf das Umweltziel Klimaschutz allokiert. Weiterhin sind die einzelnen für Investitionsausgaben und Betriebsausgaben geltend gemachten Wirtschaftsaktivitäten nicht miteinander verbunden. Durch diesen Ansatz sind Doppelzählungen ausgeschlossen.

Umsätze aus taxonomiefähigen und -konformen Wirtschaftsaktivitäten

Die Umsätze gemäß Abschnitt 1.1.1. des Delegierten Rechtsakts zu Art. 8 der Tax-VO entsprechen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Wert für das betreffende Geschäftsjahr auf S. 168 in diesem Geschäftsbericht, der auf Basis der für den Konzernabschluss anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) ermittelt wurde. Im Geschäftsjahr 2022 hat der Sartorius Konzern keine Umsätze mit den in den delegierten Rechtsakten für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel genannten Wirtschaftsaktivitäten erzielt. Der Gesetzgeber hat bis jetzt nur besonders relevante Wirtschaftsaktivitäten für die Erreichung der Umweltziele im Bereich Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel adressiert, sodass nur ein begrenzter Teil an Branchen abgedeckt ist. Daher liegen aktuell keine taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten vor, für die eine Prüfung auf Einhaltung der technischen Bewertungskriterien hätte durchgeführt werden können.

Da bei Sartorius für die in der Delegierten Verordnung 2022/1214 der EU Kommission und in Anhang XII beschriebenen Wirtschaftstätigkeiten im Geschäftsjahr 2022 keine Investitionsausgaben und nur unwesentliche Betriebsausgaben, die sich auf den Bereich fossiles Gas beziehen, aufgewendet werden, findet die Berichterstattung nach Anhang XII der Delegierten Verordnung 2021/2178 der EU Kommission keine Anwendung.

Der Anteil der taxonomiekonformen Umsätze am Konzernumsatz betrug im Geschäftsjahr 2022 dementsprechend 0 % (Vorjahr: n. a.).

SC1 DNSH2 Taxonomie-konformer Anteil am Umsatz
Wirtschaftsaktivitäten NACE Codes Umsatz Anteil am Umsatz Klimaschutz Klimaschutz Anpassung Klimawandel Wasserschutz Verschmutzung Zirkularität Biodiversität Mindestschutz
GJ 2022 GJ 2021 Kategorie in Mio. € in % in % Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein
A. Taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten
A.1. Ökologisch nachhaltige Aktivitäten (taxonomiekonform)
Umsatz der ökologisch nachhaltigen Aktivitäten (taxonomiekonform) (A.1.) n. a. 0 0 0 n. a. n. a. n. a. n. a. n. a. n. a. n. a. 0 n. a. n. a.
A.2. Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Aktivitäten (nicht taxonomiekonforme Aktivitäten)
Umsatz der taxonomiefähigen, aber nicht ökologisch nachhaltigen Aktivitäten (nicht taxonomiekonforme Aktivitäten) (A.2) n. a. 0 0
Gesamt (A.1. + A.2.) n. a. 0 0
B. Nicht taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten
Umsatz der nicht taxonomiefähigen Aktivitäten (B) n. a. 4.174,7 100
Gesamt (A + B) n. a. 4.174,7 100

¹ SC = „Substantial contribution“ (wesentlicher Beitrag)
² DNSH = „Do no significant harm“ (keine erhebliche Beeinträchtigung)
³ E = „enabling“ (ermöglichend); T = „transitional“ (Übergang)

Investitionsausgaben für taxonomiefähige und -konforme Wirtschaftsaktivitäten

Die Investitionsausgaben gemäß Abschnitt 1.1.2. des delegierten Rechtsakts zu Art. 8 der Tax-VO setzten sich zusammen aus den Bruttozugängen zum materiellen und immateriellen Anlagevermögen im Berichtsjahr, einschließlich Zugängen aus Unternehmenserwerben. Geschäfts- oder Firmenwerte werden dabei nicht berücksichtigt. Die Ermittlung der Investitionsausgaben erfolgte auf Basis der für den Konzernabschluss anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS). Die Investitionsausgaben entsprechen der Summe der im Anhang zum Konzernabschluss ausgewiesenen Beträge aus Investitionen und Zugängen aus Akquisitionen, in den Abschnitten „15. Sonstige immaterielle Vermögenswerte“ auf Seite 197 „16. Sachanlagen“ auf Seite 102 f. sowie „17. Leasingverhältnisse“ auf Seite 202 ff..

Die Analyse dieser Investitionsausgaben hat ergeben, dass der Sartorius Konzern solche tätigt, die sich auf den Erwerb von Produkten oder Dienstleistungen (Buchstabe c unter Abschnitt 1.1.2.2 des delegierten Rechtsakts zu Art. 8 der Tax-VO) aus den folgenden taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten beziehen:
* Aktivität 6.5: Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen
* Aktivität 7.7: Erwerb von und Eigentum an Gebäuden

Die Prüfung der Einhaltung der technischen Bewertungskriterien für diese taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten durch Sartorius führte zu dem Ergebnis, dass die taxonomiefähigen Beträge der Aktivität 6.5 aufgrund fehlender Informationen für die Einhaltung der DNSH-Kriterien für das EU-Umweltziel „Verschmutzung“ nicht als taxonomiekonform ausgewiesen werden können. Die Investitionen in Fahrzeuge umfassen bereits zahlreiche E-Autos. Somit werden wesentliche Kriterien der EU-Taxonomie, beispielsweise im Hinblick auf CO2 -Emissionen erfüllt. Allerdings konnten weitere Anforderungen, u. a. die vorgeschriebenen EU-Reifenlabel nicht vollumfänglich nachgewiesen werden.

Bei der Aktivität 7.7. konnte die Einhaltung der technischen Bewertungskriterien ausschließlich für die deutschen Gebäude ermittelt werden. Für die Prüfung wurden unter anderem bestehende und geplante DGNB-Zertifizierungen und Energieausweise herangezogen. Für die meisten Gebäude in Deutschland konnten die SC- und DNSH-Kriterien erfolgreich geprüft werden.

Der Anteil von taxonomiekonformen Investitionsausgaben betrug im Geschäftsjahr 2022 dementsprechend 13 % (Vorjahr: n. a.). Die Investitionsausgaben setzen sich zu 100 % aus Zugängen aus IAS 16, IAS 38, IAS 40 und IFRS 16 zusammen.

SC1 DNSH2 Taxonomie-konformer Anteil der Investitionsausgaben
Wirtschaftsaktivitäten NACE Codes Investitionsausgaben Anteil am Umsatz Klimaschutz Klimaschutz Anpassung Klimawandel Wasserschutz Verschmutzung Zirkularität Biodiversität Mindestschutz
GJ 2022 GJ 2021 Kategorie in Mio. € in % in % Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein
A. Taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten
A.1. Ökologisch nachhaltige Aktivitäten (taxonomiekonform)
7.7. Erwerb von und Eigentum an Gebäuden n. a. 110,5 13 100 Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja 13 n. a. E
Investitionsausgaben für ökologisch nachhaltige Aktivitäten (taxonomiekonform) (A.1.) n. a. 110,5 13 100 13 n. a.
A.2. Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Aktivitäten (nicht taxonomiekonforme Aktivitäten)
6,5 Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen n. a. 7,8 1
7.7. Erwerb von und Eigentum an Gebäuden n. a. 180,2 21
Investitionsausgaben für taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Aktivitäten (nicht taxonomiekonforme Aktivitäten) (A.2) n. a. 188,0 22
Gesamt (A.1. + A.2.) n. a. 298,5 34
B. Nicht taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten
Investitionsausgaben für nicht taxonomiefähige Aktivitäten 569,6 66
Gesamt (A + B) 868,1 100

¹ SC = „Substantial contribution“ (wesentlicher Beitrag)
² DNSH = „Do no significant harm“ (keine erhebliche Beeinträchtigung)
³ E = „enabling“ (ermöglichend); T = „transitional“ (Übergang)
⁴ mathematisch bedingte Abrundung

Betriebsausgaben für taxonomiefähige und -konforme Wirtschaftsaktivitäten

Die Betriebsausgaben gemäß Abschnitt 1.1.3. des delegierten Rechtsakts zu Art. 8 der Tax-VO setzten sich zusammen aus allen direkten, nicht aktivierten Kosten im Zusammenhang mit Forschung und Entwicklung, Renovierungsmaßnahmen, kurzfristigen Leasingverhältnissen sowie Instandhaltung und Wartung bzw. Reparatur. Die Analyse dieser Betriebsausgaben hat ergeben, dass der Sartorius Konzern solche tätigt, die sich auf den Erwerb von Produkten oder Dienstleistungen (Buchstabe c unter Abschnitt 1.1.3.2 des delegierten Rechtsakts zu Art. 8 der Tax-VO) aus den folgenden taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten beziehen:
* Aktivität 6.5: Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen
* Aktivität 7.7: Erwerb von und Eigentum an Gebäuden

Basierend auf den ermittelten taxonomiekonformen Investitionsausgaben wurden die damit verbundenen Betriebsausgaben zugeordnet. Darunter fallen bei Sartorius ausschließlich Renovierungs- und Instandhaltungskosten für Gebäude.

Der Anteil von taxonomiekonformen Betriebsausgaben betrug im Geschäftsjahr 2022 dementsprechend 1 % (Vorjahr: n. a.).

SC1 DNSH2 Taxonomie-konformer Anteil der Betriebsausgaben
Wirtschaftsaktivitäten NACE Codes Betriebsausgaben Anteil an Betriebsausgaben Klimaschutz Klimaschutz Anpassung Klimawandel Wasserschutz Verschmutzung Zirkularität Biodiversität Mindestschutz
GJ 2022 GJ 2021 Kategorie in Mio. € in % in % Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein
A. Taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten
A.1. Ökologisch nachhaltige Aktivitäten (taxonomiekonform)
7.7. Erwerb von und Eigentum an Gebäuden n. a. 2,1 1 100 Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja 1 n. a.

¹ SC = „Substantial contribution“ (wesentlicher Beitrag)
² DNSH = „Do no significant harm“ (keine erhebliche Beeinträchtigung)
³ E = „enabling“ (ermöglichend); T = „transitional“ (Übergang)# Erläuterungen zur Berechnung der THG-Emissionen

Genutzte Standards

Die Bilanzierung und Berichterstattung der THG-Emissionen erfolgt in Orientierung an den Pflichtangaben des Corporate Accounting and Reporting Standard 2004 und des Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard 2011 des GHG Protocol. Als Konsolidierungsansatz wurde die operative Kontrolle gewählt.

Datenkonzepte

Die Bilanzierung der THG-Emissionen im Scope 1 und 2 sowie der Scope 3 -Kategorien in der vorgelagerten Wertschöpfungskette beruht auf Berechnungen. Die Bilanzierung der Scope 3 -Kategorien in der nachgelagerten Wertschöpfungskette basiert auf Modellierungen unter Einbezug diverser Annahmen und Schätzungen. Es wurden größtenteils unternehmenseigene Daten verwendet. Die Bilanzierung der THG-Kategorien „Upstream transportation and distribution“ und „Downstream transportation and distribution“ erfolgte unter Einbezug von berichteten Daten der Spediteure. Die für die Bilanzierung im Geschäftsjahr 2022 verwendeten Datenkonzepte werden im Folgenden für jede THG-Kategorie beschrieben.

Scope 1

Die Brennstoffverbräuche sowie flüchtigen Emissionen für Lösungsmittel und Kältemittel wurden mit einem spezifischen Emissionsfaktor multipliziert.

Scope 2

Die Strom-, Wärme- und Kälteverbräuche wurden mit einem spezifischen Emissionsfaktor multipliziert.

Scope 3

Kategorie 1: “Purchased goods and services”

Das Gewicht oder die gruppierten Betriebsausgaben für eingekaufte Waren und Dienstleistungen wurde mit einem spezifischen Emissionsfaktor multipliziert. Für die „Bereinigte Brutto-THG-Intensität pro Nettoumsatz – marktbasierte Berechnung“ (so genannte „CO2 -Emissionsintensität“, siehe Abschnitt „Klima“) werden in der THG-Kategorie „Purchased goods and services“ anstelle der eingekauften und bezahlten Waren, nur die tatsächlich verbrauchten Waren bilanziert. Das heißt es findet eine Bereinigung der Daten um Lagerbestände statt.

Kategorie 2: “Capital goods”

Die gruppierten Investitionsausgaben für Waren und Dienstleistungen wurden mit einen spezifischen Emissionsfaktor multipliziert.

Kategorie 3: “Fuel- and energy-related activities (not included in scope 1 and 2)”

Der für die Berechnung der THG-emissionen im Scope 1 und 2 zugrunde gelegte Brennstoff- und Energieverbrauch wurde mit jeweils spezifischen Emissionsfaktoren multipliziert.

Kategorie 4: “Upstream transportation and distribution”

Die von den größten Spediteuren berichteten THG-Emissionen wurden bilanziert und die durch diese Methode nicht abgedeckte Logistikausgaben mit einem durchschnittlichen ausgabenbasierten Emissionsfaktor multipliziert.

Kategorie 5: “Waste generated in operations”

Das Abfallaufkommen wurde mit jeweils material- und entsorgungsspezifischen Emissionsfaktoren multipliziert.

Kategorie 6: “Business travel”

Die erfassten Zug-, Flug- und Mietwagenstrecken sowie die Anzahl der Hotelübernachtungen wurden mit jeweils spezifischen Emissionsfaktoren multipliziert. Die jeweils nicht erfassten Strecken und Hotelübernachtungen wurden geschätzt und ebenfalls mit einem spezifischen Emissionsfaktor multipliziert.

Kategorie 7: “Employee commuting”

Die Durchschnittsstrecke pro Tag für den Pendelverkehr von Mitarbeitenden wurde anhand der Mitarbeitendenzahl hochgerechnet und anhand von Präsenztagen vor Ort und geschätzten Arbeitswochen skaliert und das Ergebnis mit jeweils transportspezifischen Emissionsfaktoren multipliziert.

Kategorie 8: “Uptream leased assets”

In der Kategorie „Uptream leased assets“ wurden keine THG-Emissionen bilanziert, da der Energieverbrauch vollständig von Sartorius kontrolliert wird und die entsprechenden Emissionen somit bereits im Scope 1 und 2 dargestellt sind.

Kategorie 9: “Downstream transportation and distribution”

Die für die Kategorie „Upstream transportation and distribution” bilanzierten THG-Emissionen wurden mit einem geschätzten Faktor für das Verhältnis der bezahlten zu unbezahlten Transportaktivitäten zu den Kunden in einem nach Datenverfügbarkeit ausgewählten Lager multipliziert.

Kategorie 10: “Processing of sold products”

Diese Kategorie wird gemäß GHG Protocol mit null THG-Emissionen ausgewiesen, da sie derzeit für Sartorius aufgrund der vielfältigen potenziellen Weiterverarbeitungsmöglichkeiten der Produkte mit ihrerseits jeweils spezifischen THG-Profilen nicht angemessen bilanzierbar und einer Abschätzung zufolge auch nicht wesentlich für die gesamte THG-Bilanz des Konzerns ist.

Kategorie 11: “Use of sold products”

Der Umsatz mit energieverbrauchenden Produktgruppen wurde spezifischen Energiefaktoren multipliziert, die auf Basis von repräsentativen Produkten ermittelt wurden. Der daraus resultierende gesamte Energieverbrauch der verkauften Produkte wurde mit einem globalen Emissionsfaktor für Strom multipliziert.

Kategorie 12: “End-of-life treatment of sold products”

Für das geschätzte Gewicht der verkauften Produkte wurde der globale Mix für Entsorgungsmethoden angenommen (siehe Studie „What a waste 2.0“, World Bank Report 2018) und mit jeweils material- und entsorgungsspezifischen Emissionsfaktoren multipliziert.

Kategorie 13: “Downstream leased assets”

In der Kategorie „Downstream leased assets“ wurden keine THG-Emissionen bilanziert, da der Energieverbrauch vollständig von Sartorius kontrolliert wird und die entsprechenden Emissionen somit bereits im Scope 1 und 2 dargestellt sind.

Kategorie 14: “Franchises”

In der Kategorie „Franchises“ wurden keine THG-Emissionen bilanziert, da Sartorius aktuell keinen Franchise-Vertrieb nutzt.

Kategorie 15: “Investments”

Diese Kategorie wird mit null Emissionen ausgewiesen, da die unter THG-Gesichtspunkten relevanteste Unternehmensbeteiligung im Geschäftsjahr 2022 in der Finanzberichterstattung als nicht wesentlich eingestuft worden ist und auch die mit dieser Unternehmensbeteiligung zusammenhängenden THG-Emissionen einer Abschätzung zufolge als nicht wesentlich für die gesamte THG-Bilanz bewertet worden sind.

Emissionsfaktoren

Für die THG-Bilanzierung wurden Emissionsfaktoren von Defra (Version 10.0, 09/2021), Gabi (Version 13.0, 12/2020), Ecometrica (Version 2022), Ecoinvent (Version 3.9 2022) und EPA (U.S. Environmental Protection Agency, Version 3.0, 12/2021), VfU (Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e. V., Version 04/2016), GHG Protocol/IEA (Version 15.0, 05/2021) sowie weitere Faktoren wie zum Beispiel selbstberechnete Durchschnittsfaktoren angewendet.

Ausblick

Sartorius hat sich zum Ziel gesetzt, die THG-Emissionen strategisch zu steuern. Dafür plant das Unternehmen die THG-Bilanzierung in den kommenden Jahren weiter zu verfeinern. Ziel ist es, die Faktoren für die interne Steuerung in den derzeitigen Berechnungsansätzen besser zu reflektieren. Hierzu sollen insbesondere die Datenerfassungskonzepte in den größten THG-Kategorien der vorgelagerten Wertschöpfungskette, insbesondere die Kategorien “Purchased goods and services” und „Upstream transportation and distribution“ von der ausgabenbasierten Berechnungsmethode auf eine treiberbasierte Berechnungsmethode umgestellt werden. Es ist anzunehmen, dass die THG-Emissionen mit der ausgabenbasierten Methode aktuell überschätzt werden. Die derzeitigen Unsicherheiten in den Daten werden durch diese Umstellung somit zunehmend beseitigt.

Bilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVA (in Mio. €)

Anhang 31. Dezember 2022 31. Dezember 2021
A.Anlagevermögen
I.Immaterielle Vermögensgegenstände [1]
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 12,9 18,5
II.Sachanlagen [2]
1.Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 130,1 103,0
2.Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2,7 2,2
3.Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,2 0,5
133,0 105,7
III.Finanzanlagen [3]
1.Anteile an verbundenen Unternehmen 439,2 440,0
2.Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.158,9 1.658,9
3.Beteiligungen 0,0 0,0
4.Sonstige Ausleihungen 4,4 3,7
2.602,5 2.102,6
2.748,4 2.226,8
B.Umlaufvermögen
I.Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände [4]
1.Forderungen gegen verbundene Unternehmen 115,9 113,0
2.Sonstige Vermögensgegenstände 1,9 0,6
117,8 113,6
II.Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4,4 14,5
122,2 128,1
C.Rechnungsabgrenzungsposten [5] 3,5 2,8
2.874,1 2.357,7

PASSIVA (in Mio. €)

Anhang 31. Dezember 2022 31. Dezember 2021
A.Eigenkapital
I.Gezeichnetes Kapital [6] 74,9 74,9
Nennbetrag eigene Anteile – 6,5 – 6,5
Ausgegebenes Kapital 68,4 68,4
II.Kapitalrücklage [7] 59,0 57,7
III.Gewinnrücklagen [8] 10,9 10,9
IV.Bilanzgewinn [8] 267,1 198,5
405,4 335,5
B.Rückstellungen [9]
1.Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 22,2 21,2
2.Steuerrückstellungen 5,2 6,4
3.Sonstige Rückstellungen 9,6 9,8
37,0 37,4
C.Verbindlichkeiten [10]
1.Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.394,0 1.927,3
2.Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1,5 0,3
3.Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 27,1 50,4
4.Sonstige Verbindlichkeiten – davon aus Steuern 0,1 (i. Vj.
Anhang 2022 2021
1.Umsatzerlöse [13] 20,0 16,3
2.Sonstige betriebliche Erträge [14] [23] 67,7 1,4
3.Personalaufwand [15]
a)Gehälter – 5,8 – 8,0
b)Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung
– davon für Altersversorgung – 1,4 – 0,7
(i. Vj. – 0,6)
– 7,2 – 8,7
4.Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen [16] – 9,9 – 9,4
5.Sonstige betriebliche Aufwendungen [17] [23] – 18,9 – 14,9
6.Erträge aus Beteiligungen
– davon aus verbundenen Unternehmen 85,5 46,3
(i. Vj. 46,3)
[18] 85,5 46,3
7.Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
– davon aus verbundenen Unternehmen 21,7 16,8
(i. Vj. 16,8)
[19] 21,7 16,8
8.Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages übernommener Gewinn [20] 19,5 16,1
9.Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages übernommener Verlust [20] 0,0 – 2,5
10.Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
– davon aus verbundenen Unternehmen 1,4 1,0
(i. Vj. 1,0)
[21] 2,7 1,1
11.Zinsen und ähnliche Aufwendungen
– davon an verbundene Unternehmen 0,0 0,0
(i. Vj. 0,0)
[21] – 26,4 – 23,0
12.Steuern vom Einkommen und vom Ertrag [22] [23] – 0,1 1,1
13.Ergebnis nach Steuern 154,6 40,6
14.Sonstige Steuern – 0,1 – 0,1
15.Jahresüberschuss 154,5 40,5
16.Gewinnvortrag 112,6 158,0
17.Bilanzgewinn 267,1 198,5

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Sartorius AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft im Sinne des § 264 d HGB. Die Sartorius AG hat ihren Sitz in Göttingen und ist unter der Nummer HRB 1970 im Handelsregister B des Amtsgerichts Göttingen eingetragen. Der Jahresabschluss der Sartorius AG wird nach den deutschen Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt und in Millionen € (Mio. €) angegeben. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr beibehalten.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Sie werden über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die planmäßigen Abschreibungen, bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. Das Sachanlagevermögen wird linear abgeschrieben. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung zeitanteilig. Abnutzbare Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 250 € unter der Anwendung der steuerlichen Regelung für geringwertige Wirtschaftsgüter im Zugangsjahr direkt im Aufwand erfasst. Für die Vermögensgegenstände, deren Anschaffungskosten zwischen 250 € und 800 € betragen, wird die GWG-Regelung mit einer Abschreibungsdauer von einem Jahr (100 % Abschreibung im Zugangsjahr) angewandt.

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert bilanziert. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden Abschreibungen vorgenommen. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine Wertminderung entfallen sind.

Umlaufvermögen

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Rückstellungen

Die Pensionsverpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen sind so bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken Rechnung tragen. Rückstellungen werden zum notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt, langfristige Rückstellungen werden dabei mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt.

Währungsumrechnung

Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls erfasst. Vermögensgegenstände in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Vermögensgegenstände in fremder Währung werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Latente Steuern

Für die Berechnung der latenten Steuern wird das Temporary-Konzept angewendet. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Dabei werden bei der Sartorius AG nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzpositionen einbezogen, sondern auch solche, die bei Organgesellschaften bzw. Personengesellschaften bestehen, an denen die Sartorius AG als Gesellschafter beteiligt ist. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes der Sartorius AG von aktuell 30,0 %. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Abweichend hiervon werden latente Steuern aus zeitlichen Bilanzierungsunterschieden bei Beteiligungen in der Rechtsform einer Personengesellschaft auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes ermittelt, der lediglich Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag beinhaltet; dieser beträgt derzeit 15,83 %. Die latenten Steuern werden saldiert ausgewiesen. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Die Sartorius AG verfügt über körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Verlustvorträge. Auf die Verlustvorträge wurden in der Höhe latente Steueransprüche berücksichtigt, soweit eine Nutzung aus heutiger Sicht hinreichend wahrscheinlich ist. Die ermittelten latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsunterschieden bei den immateriellen Wirtschaftsgütern und bei den Rückstellungen sowie aus der zukünftigen Nutzung von Verlustvorträgen. Das Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird dahingehend ausgeübt, dass die sich insgesamt ergebende aktive latente Steuer nicht angesetzt wurde.

Erläuterungen zu den einzelnen Bilanzposten

1. Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben. Es wird auf den Anlagespiegel verwiesen.

2. Sachanlagen

Betriebs- und Geschäftsgebäude sowie baugebundene Verteilungsanlagen werden im Wesentlichen über 33 Jahre abgeschrieben. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung werden überwiegend in 1 bis 13 Jahren abgeschrieben. Es wird auf den Anlagespiegel verwiesen.

3. Finanzanlagen

Es wird auf den Anlagespiegel verwiesen.

4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

in Mio. € 31. Dezember 2022 31. Dezember 2021
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 115,9 113,0
Sonstige Vermögensgegenstände 1,9 0,6
117,8 113,6

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige Finanzforderungen. Die sonstigen Vermögensgegenstände umfassen im Wesentlichen Forderungen gegen Finanzbehörden aus Vorsteuerüberhängen in Höhe von 1,7 Mio. € (i. Vj. 0,2 Mio. €). Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

5. Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen Disagios, welche über die Laufzeit der zugrundeliegenden Finanzkredite aufgelöst werden.

6. Ausgegebenes Kapital

Das Grundkapital der Sartorius AG ist eingeteilt in 37.440.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien und 37.440.000 stimmrechtslose Vorzugsaktien mit einem rechnerischen Nennbetrag von je 1,00 €. Die Gesellschaft hält zum Bilanzstichtag 3.213.991 eigene Stamm- und 3.250.147 Vorzugsaktien, die in den Jahren 2000 und 2001 aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 21. Juni 2000 erworben wurden. Das entspricht einem Anteil von 6,5 Mio. € (8,7 %) am Grundkapital. Die Aktien werden insbesondere als Akquisitionswährung für zukünftige Unternehmenserwerbe gehalten. Im Geschäftsjahr wurden keine eigenen Aktien erworben oder veräußert. Der rechnerische Nennbetrag der eigenen Aktien in Höhe von 6,5 Mio. € wurde gemäß § 272 Abs. 1a HGB vom Grundkapital abgesetzt. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die Veräußerung der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien auch in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre im Verhältnis ihrer Beteiligung an der Gesellschaft vorzunehmen, sofern diese Aktien im Rahmen eines Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen als Gegenleistung angeboten werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist insoweit ausgeschlossen.# Anhang zum Konzernabschluss der Sartorius AG für das Geschäftsjahr 2022

Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien zu verwenden, wenn Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft als Teil der Vorstandsvergütung Aktien der Gesellschaft übertragen werden sollen.

7. Kapitalrücklage

in Mio. € Stand 1. Januar 2022 Stand 31. Dezember 2022
57,7 59,0
+ Gewährung der aktienbasierten Vergütung an ein Vorstandsmitglied 1,3

Die Kapitalrücklage hat sich im Geschäftsjahr infolge der Gewährung der aktienbasierten Vergütung an ein Vorstandsmitglied um 1,3 Mio. € gegenüber dem Vorjahr erhöht.

8. Gewinnrücklagen und Bilanzgewinn

Die Gewinnrücklagen nach § 266 Abs. 3 III Nr. 4 HGB betragen unverändert 10,9 Mio. €. Der Bilanzgewinn hat sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt entwickelt:

in Mio. € Stand 1. Januar 2022 Dividendenausschüttung in 2022 Gewinnvortrag Jahresüberschuss 2022 Stand 31. Dezember 2022
198,5 – 85,9 112,6 154,5 267,1

9. Rückstellungen

in Mio. € 31. Dezember 2022 31. Dezember 2021
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 22,2 21,2
Steuerrückstellungen 5,2 6,4
Sonstige Rückstellungen 9,6 9,8
Gesamt 37,0 37,4

Die Pensionsrückstellung wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend den folgenden Bewertungsannahmen und Bewertungsmethoden gemäß § 249 Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 253 HGB gebildet.

Ende des Berichtsjahres Beginn des Berichtsjahres
Angewendeter Rechnungslegungsstandard HGB HGB
Angewendeter Bewertungsstandard Projected Unit Credit Method (PUCM) Projected Unit Credit Method (PUCM)
Biometrische Rechnungsgrundlagen:
-Annahmen zu Sterblichkeit und Invalidität RT 2018 G (von Klaus Heubeck) RT 2018 G (von Klaus Heubeck)
-Fluktuation keine keine
-rechnungsmäßige Endalter vorgezogene Altersgrenzen vorgezogene Altersgrenzen
Ökonomische Rechnungsgrundlagen:
-Abzinsungssätze gemäß RückAbzinsV p.a. (Vereinfachungsregel: Zinssatz bei Restlaufzeit von 15 Jahren)
Durchschnitt der letzten 10 Jahre 1,78 % 1,86 %
Durchschnitt der letzten 7 Jahre 1,44 % 1,35 %
-erwartete Rentensteigerung p.a. 2,10 % 2,00 %
-erwartete Einkommenssteigerung p.a.
Einzelzusagen 3,00 % 3,00 %
Versorgungsordnung - -

Insolvenzgeschützte Anlagen bei Rückdeckungsversicherungen zur Sicherung von Pensionsverpflichtungen mit einem Zeitwert in Höhe von 0,2 Mio. € (i. Vj. 0,2 Mio. €), der den Anschaffungskosten entspricht, wurden mit dem Zeitwert der entsprechenden Pensionsverpflichtungen in Höhe von 1,2 Mio. € (i. Vj. 1,1 Mio. €) verrechnet.

Die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

in Mio. € Brutto-Rückstellung zum 1. Januar 2022 Zinsaufwand Effekt der Änderung des Rechnungszinses Pensionszahlungen sonstige Veränderungen Brutto-Rückstellung zum 31. Dezember 2022 Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 HGB zum 31. Dezember 2022 (Zeitwert der verpfändeten Rückdeckungsversicherungen) Netto-Rückstellung zum 31. Dezember 2022
21,4 0,4 0,2 – 1,1 1,5 22,4 0,2 22,2

Die Pensionsrückstellung betrifft neben der allgemeinen Versorgungsordnung Einzelzusagen an aktive und ehemalige Vorstandsmitglieder sowie leitende Angestellte. Aufgrund der Schließung des allgemeinen Versorgungswerkes in 1983 bezieht sich dieser Teil der Pensionsrückstellung ausschließlich auf Mitarbeiter, deren Arbeitsverhältnis vor dem 1. Januar 1983 begonnen hatte. Die zum 31. Dezember 2022 gebildete Rückstellung entfällt in Höhe von 7,2 Mio. € auf die Allgemeine Versorgungsordnung und in Höhe von 15,1 Mio. € auf Einzelzusagen. Der Barwert der Verpflichtungen gegenüber aktiven Vorständen entfällt in Höhe von 4,7 Mio. € (i. Vj. 4,3 Mio. €) auf die Versorgungszusage für Herrn Dr. Joachim Kreuzburg, in Höhe von 0,2 Mio. € (i. Vj. 0 Mio. €) auf die Versorgungszusage für Herrn Dr. René Fáber und in Höhe von 0,5 Mio. € (i. Vj. 0,4 Mio. €) auf die Versorgungszusage für Herrn Rainer Lehmann. Effekte aus der Änderung des Rechnungszinses werden im Finanzergebnis erfasst. Bei Nutzung des 7-jährigen Durchschnittszinssatzes würden die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtung insgesamt 23,1 Mio. € (i. Vj. 22,7 Mio. €) betragen, der Unterschiedsbetrag beträgt entsprechend 0,8 Mio. € (i. Vj. 1,3 Mio. €) und unterliegt nach § 253 Abs. 6 HGB der Ausschüttungssperre.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten folgende Beträge:

in Mio. € 31. Dezember 2022 31. Dezember 2021
Personalkosten 6,9 8,6
Ausstehende Rechnungen 2,7 1,1
Übrige 0,0 0,1
Gesamt 9,6 9,8

10. Verbindlichkeiten

Der Posten setzt sich wie folgt zusammen:

Bilanzausweis davon mit einer Restlaufzeit in Mio. € bis zu einem Jahr ein bis fünf Jahre über fünf Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.394,0 522,0 1.389,9 482,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1,5 1,5 0,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 27,1 27,1 0,0 0,0
Sonstige Verbindlichkeiten 9,1 9,1 0,0 0,0
Gesamt 2.431,7 559,7 1.389,9 482,1
Bilanzausweis davon mit einer Restlaufzeit in Mio. € bis zu einem Jahr ein bis fünf Jahre über fünf Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.927,3 282,6 1.013,7 631,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0,3 0,3 0,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 50,4 50,4 0,0 0,0
Sonstige Verbindlichkeiten 6,8 6,8 0,0 0,0
Gesamt 1.984,8 340,1 1.013,7 631,0

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um kurzfristige Finanzverbindlichkeiten. Für die eigenen Verbindlichkeiten sind keine Sicherheiten gestellt worden.

11. Haftungsverhältnisse

in Mio. € 31. Dezember 2022 31. Dezember 2021
Bürgschaften und bürgschaftsähnliche Verpflichtungen 101,8 67,1

Für Verbindlichkeiten verschiedener verbundener Unternehmen wurden Bürgschaften und Garantien für deren lokale Kreditlinien bei den Kreditinstituten in Höhe von 101,8 Mio. € (i. Vj. 67,1 Mio. €) abgeschlossen. Diese sind nicht zu bilanzieren, da es keine Anzeichen dafür gibt, dass die Tochterunternehmen ihren Verpflichtungen gegenüber den Kreditinstituten nicht fristgerecht nachkommen.

12. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen im Wesentlichen aus Miet- und Leasingverträgen.

in Mio. € 31. Dezember 2022 31. Dezember 2021
fällig innerhalb eines Jahres 0,1 0,1
fällig in ein bis fünf Jahren 0,0 0,1
Gesamt 0,1 0,2

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

13. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse setzen sich – gegliedert nach geographischen Märkten und Haupttätigkeitsbereichen – wie folgt zusammen:

in Mio. € 2022 2021
Umsatzerlöse Inland
Umsatzerlöse aus Vermietung 12,0 10,1
Umsatzerlöse aus Dienstleistungen 6,5 4,8
Zwischensumme 18,5 14,9
Umsatzerlöse Ausland
Umsatzerlöse aus Dienstleistungen 1,5 1,4
Zwischensumme 1,5 1,4
Gesamt 20,0 16,3

14. Sonstige betriebliche Erträge

in Mio. € 2022 2021
Buchgewinne aus Anlagenverkäufen 67,3 0,0
Erträge aus der Währungsumrechnung 0,1 0,5
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 0,1 0,2
Andere Erträge 0,2 0,7
Gesamt 67,7 1,4

Die Buchgewinne aus Anlagenverkäufen in Höhe von 67,3 Mio. € resultieren aus der Übertragung von Aktien der Sartorius Stedim Biotech S.A. an die Verkäufer der BIA Separations im Zuge der 2020 vereinbarten Transaktionsstruktur.

15. Personalaufwand

in Mio. € 2022 2021
Gehälter – 5,8 – 8,0
Soziale Abgaben 0,0 0,0
Aufwendungen für Altersversorgung – 1,4 – 0,7
Gesamt – 7,2 – 8,7

Der ausgewiesene Personalaufwand bezieht sich auf den Vorstand der Sartorius AG.

16. Abschreibungen

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen:

in Mio. € 2022 2021
Planmäßig – 9,9 – 9,4

17. Sonstige betriebliche Aufwendungen

in Mio. € 2022 2021
Kosten für Fremdleistungen – 6,3 – 4,2
Aufwendungen mit verbundenen Unternehmen – 6,1 – 4,8
Rechts- und Beratungskosten – 1,5 – 1,9
Instandhaltungskosten – 1,5 – 0,8
Aufsichtsratvergütung – 0,9 – 1,0
Beiträge und Gebühren – 0,6 – 0,4
Reise-, Bewirtungs- und Repräsentationskosten – 0,5 – 0,4
Sonstiger Finanzierungsaufwand – 0,4 – 0,4
Personalnebenkosten – 0,2 – 0,4
Mieten, Kfz- und Leasing-Kosten – 0,2 0,0
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung – 0,2 0,0
Buchverluste aus Anlagenabgängen 0,0 – 0,1
Sonstige Aufwendungen – 0,5 – 0,5
Gesamt – 18,9 – 14,9

18. Erträge aus Beteiligungen

in Mio. € 2022 2021
Erträge aus Beteiligungen 85,5 46,3

Bei den Erträgen aus Beteiligungen der Sartorius AG handelt es sich wie im Vorjahr in voller Höhe um Dividendenzahlungen von Tochtergesellschaften.

19. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

Bei den Erträgen aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens handelt es sich in voller Höhe um Erträge aus verbundenen Unternehmen.

20. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages übernommener Gewinn oder Verlust

in Mio. € 2022 2021
Sartorius Corporate Administration GmbH 11,9 16,1
Sartorius Lab Holding GmbH 7,6 – 2,5
Gesamt 19,5 13,6

21. Zinsergebnis

in Mio. € 2022 2021
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2,7 1,1
– davon aus verbundenen Unternehmen – (1,4) – (1,0)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen – 26,4 – 23,0
– davon an verbundene Unternehmen – (0,0) – (0,0)
Ergebnis – 23,7 – 21,9

In den Zinsaufwendungen des Geschäftsjahres sind Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 0,6 Mio. € (i. Vj. 1,5 Mio. €) enthalten.

22. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

in Mio. € 2022 2021
Laufende Ertragsteuern – 0,1 – 0,1
Ertragsteuern Vorjahre 0,0 1,2
Gesamt – 0,1 1,1

23. Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

Periodenfremde Erträge und Aufwendungen stellen solche Posten dar, die zwar das laufende Ergebnis beeinflussen, die aber Änderungen von Vorgängen vergangener Jahre betreffen. Die anderen Geschäftsjahren zuzuordnenden Erträge betragen für die Sartorius AG 67,3 Mio. € (i. Vj. 1,4 Mio. €). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Buchgewinne aus Anlagenverkäufen. Im Vorjahr handelte es sich im Wesentlichen um Erträge aus Ertragssteuern für Vorjahre und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Die periodenfremden Aufwendungen betragen 0,0 Mio. € (i. Vj. 0,0 Mio. €).

Sonstige Angaben

Personalstand (§ 285 Nr. 7 HGB)

Im Geschäftsjahr waren keine Mitarbeiter in der Sartorius AG beschäftigt.# Bezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats (§ 285 Nr. 9 HGB)

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder der Sartorius AG beträgt 1,0 Mio. € (i. Vj. 1,1 Mio. €). Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder der Sartorius AG betragen 5,5 Mio. € (i. Vj. 5,7 Mio. €). Darüber hinaus wurden früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen Bezüge in Höhe von 0,5 Mio. € (i. Vj. 0,5 Mio. €) gewährt. Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen sind 9,0 Mio. € (i. Vj. 9,1 Mio. €) zurückgestellt. Die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die Angabe der individuellen Vergütungen der Mitglieder des Vorstands sowie des Aufsichtsrats sind im Vergütungsbericht zusammengefasst. Im Geschäftsjahr wurden 1.646 Phantom Stocks mit einem Zeitwert von 0,9 Mio. € bei Gewährung ausgegeben. Kredite wurden an Mitglieder des Aufsichtsrats und Vorstands im Geschäftsjahr vom Unternehmen nicht gewährt.

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats (§ 285 Nr. 10 HGB)

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sowie die weiteren Angaben gemäß § 285 Nr. 10 HGB sind als Anlage zum Anhang angegeben.

Anteilsbesitzliste (§ 285 Nr. 11, Nr. 11a und Nr. 11b HGB)

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes ist als Anlage zum Anhang angefügt. Die für die einzelnen Gesellschaften angegebenen Werte für das Eigenkapital und das Ergebnis entsprechen den IFRS-Daten, die zur Erstellung des Konzernabschlusses verwendet wurden. Bei nicht konsolidierten Gesellschaften wurden die Werte aus den Jahresabschlüssen des Vorjahres herangezogen.

Erklärung nach § 161 AktG (§ 285 Nr. 16 HGB)

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung wurde am 8. Dezember 2022 abgegeben und den Aktionären der Sartorius AG auf der Internetseite der Gesellschaft „www.sartorius.com“ dauerhaft zugänglich gemacht.

Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers (§ 285 Nr. 17 HGB)

Die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesenen Beratungsaufwendungen beinhalten die Kosten der Leistungen des Abschlussprüfers für:

in Mio. € 2022 2021
Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses – 0,6 – 0,6
Andere Bestätigungsleistungen – 0,1 – 0,1
Sonstige Leistungen 0,0 0,0
Gesamt – 0,7 – 0,7

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 285 Nr. 21 HGB)

Die nachfolgende Tabelle umfasst sämtliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Geschäftsjahr:

Verbundene Unternehmen in Mio. € 2022 2021
Erhaltene Finanzierungen 26,8 50,4
Gegebene Finanzierungen 2.272,0 1.766,8
Zinserträge, Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 23,1 17,8
Umsatzerlöse, sonstige Erträge 19,5 16,3
Zinsaufwendungen 0,0 0,0
Sonstige Aufwendungen – 6,1 – 4,8

Für die Details zu den Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder sowie der Bezüge der Vorstandsmitglieder wird auf die Ausführungen auf der vorherigen Seite verwiesen.

Nachtragsbericht (§ 285 Nr. 33 HGB)

Nach dem Stichtag haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung ergeben.

Vorschlag für die Ergebnisverwendung (§ 285 Nr. 34 HGB)

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Sartorius AG in Höhe von 267.109.441,57 € wie folgt zu verwenden:

in €
Zahlung einer Dividende von EUR 1,43 je Stammaktie 48.943.192,87
Zahlung einer Dividende von EUR 1,44 je Vorzugsaktie 49.233.388,32
Vortrag auf neue Rechnung 168.932.860,38
Gesamt 267.109.441,57

Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Der Gesellschaft lagen zum 31. Dezember 2022 folgende Angaben zu mitteilungspflichtigen Beteiligungen gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG vor:

  1. Christine Franken hat uns mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 1. April 2002, direkt oder indirekt gehalten, 59,25% betragen habe, darunter ein Stimmrechtsanteil von 55,59%, den sie als Mitglied der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius halte.
  2. Dr. Lothar Kappich hat uns mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 8. September 2017, direkt oder indirekt gehalten, 50,09% (18.754.160 Stimmrechte) betragen habe, darunter ein Stimmrechtsanteil von 50,09% (18.754.160 Stimmrechte), der ihm als Testamentsvollstrecker des Erbes nach Horst Sartorius zugerechnet werde.
  3. Karin Sartorius-Herbst hat uns mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 9. März 2022, direkt oder indirekt gehalten, 52,38% (19.609.833 Stimmrechte) betragen habe, darunter ein Stimmrechtsanteil von 50,09% (18.754.160 Stimmrechte), den sie sowie die von ihr beherrschten Sartorius-Herbst Beteiligungen I GmbH und Sartorius-Herbst Beteiligungen II GmbH jeweils als Mitglieder der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius halten.
  4. Alexander Schemann hat uns mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 9. März 2022, direkt oder indirekt gehalten, 50,09% (18.754.160 Stimmrechte) betragen habe, darunter ein Stimmrechtsanteil von 50,09% (18.754.160 Stimmrechte), den die LifeScience Holding SCSp, die von Alexander Schemann – über die Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit dem obersten beherrschenden Unternehmen, Armira Partners Verwaltungs GmbH, Armira Partners GmbH & Co. KG, Armira HC Holding GmbH, LSH Management GP S.à r.l. – beherrscht werde, als Mitglied der Erbengemeinschaft nach Horst Sartorius halte.
  5. Alice N. Schwartz hat uns mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 1. Oktober 2013, direkt oder indirekt gehalten, 33,28% (3.115.201 Stimmrechte) betragen habe, darunter ein Stimmrechtsanteil von 33,28% (3.115.201 Stimmrechte), den die Bio-Rad Laboratories GmbH halte, die von Alice N. Schwartz – über die Kette der Tochterunternehmen, beginnend mit dem obersten beherrschenden Unternehmen, David Schwartz Non-Exempt Marital Trust, Blue Raven Partners, L.P., Bio-Rad Laboratories, Inc., Bio-Rad Luxembourg S.à r.l., Bio-Rad France Holding SAS – beherrscht werde.
  6. Ulrike Baro hat uns mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 9. März 2022, direkt oder indirekt gehalten, sämtliche mitteilungspflichtigen Schwellen gemäß Abschnitt 6 des Wertpapierhandelsgesetzes unterschritten und zu diesem Zeitpunkt 0,00% (0 Stimmrechte) betragen habe.
  7. Britta Franken, Julius Franken, Carla Franken und Henri Franken haben uns mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 9. März 2022, direkt oder indirekt gehalten, sämtliche mitteilungspflichtigen Schwellen gemäß Abschnitt 6 des Wertpapierhandelsgesetzes unterschritten und zu diesem Zeitpunkt 0,00% (0 Stimmrechte) betragen habe.
  8. Kai Christian Franken hat uns mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG am 9. März 2022, direkt oder indirekt gehalten, sämtliche mitteilungspflichtigen Schwellen gemäß Abschnitt 6 des Wertpapierhandelsgesetzes unterschritten und zu diesem Zeitpunkt 0,00% (0 Stimmrechte) betragen habe.

Göttingen, den 7. Februar 2023

Sartorius Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Erklärung des Vorstands

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2022 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Göttingen, den 7. Februar 2023

Sartorius Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Joachim Kreuzburg Rainer Lehmann Dr. René Fáber John Gerard Mackay

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungskosten in Mio. € 1.1.2022 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 27,7 0,0 0,0 0,0 27,7
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 118,6 30,9 0,2 0,0 149,7
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3,4 0,8 0,1 0,2 4,1
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,5 0,3 0,2
Gesamt 122,5 31,7 0,0 0,2 154,0
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 440,0 0,0 0,0 0,8 439,2
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.658,9 500,0 0,0 0,0 2.158,9
3. Beteiligungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
4. Sonstige Ausleihungen 3,7 0,7 0,0 0,0 4,4
Gesamt 2.102,6 500,7 0,0 0,8 2.602,5
Gesamt 2.252,8 532,4 0,0 1,0 2.784,2
Kumulierte Abschreibungen in Mio. € 1.1.2022 Abschreibungen des Geschäftsjahres Umbuchungen Abgänge Zuschreibungen 31.12.2022 Buchwerte 31.12.2022 Buchwerte 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9,2 5,6 0,0 0,0 0,0 14,8 12,9 18,5
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 15,6 4,0 0,0 0,0 0,0 19,6 130,1 103,0
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1,2 0,3 0,0 0,1 0,0 1,4 2,7 2,2
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,2
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 439,2 440,0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 2.158,9 1.658,9
3. Beteiligungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
4. Sonstige Ausleihungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 4,4 3,7
Gesamt 26,0 9,9 0,0 0,1 0,0 35,8 2.748,4 2.226,8

Aufstellung des Anteilsbesitzes

| Kapitalanteil in % | Eigenkapital des letzten Geschäftsjahres Mio. € | Ergebnis des letzten Geschäftsjahres Mio. € |
| :----------------- | :-------------------------------------------- | :------------------------------------------ |# € Sartorius Stedim Biotech S.A., Aubagne, Frankreich mit deren Tochterunternehmen

Sartorius Stedim Belgium SA, Woluwe-Saint-Lambert, Belgien1 100,0 3,9
Sartorius Xell GmbH, Schloß Holte-Stukenbrock, Deutschland1, 4 100,0 17,3
Distribo GmbH, Göttingen, Deutschland1, 3 26,0 2,7
Sartorius Stedim Biotech GmbH, Göttingen, Deutschland1 100,0 1.142,4
Sartorius Stedim Plastics GmbH, Göttingen, Deutschland1, 4 100,0 1,1
Sartorius Stedim North America Holding GmbH, Göttingen, Deutschland1, 4 100,0 41,9
Sartorius Stedim Systems GmbH, Guxhagen, Deutschland1, 4 100,0 41,9
Sartorius CellGenix GmbH, Freiburg im Breisgau, Deutschland1 51,0 48,1
Metreon Bioproducts GmbH, Freiburg im Breisgau, Deutschland1, 3 100,0 0,0
Sartorius Stedim Cellca GmbH, Ulm, Deutschland1, 4 100,0 10,6
Sartorius Stedim Nordic Oy, Helsinki, Finnland1 100,0 3,5
Sartorius Stedim FMT S.A.S., Aubagne, Frankreich1 100,0 149,9
Sartorius Stedim France S.A.S., Aubagne, Frankreich1 100,0 11,8
Sartorius Stedim Chromatography Resins S.A.S., Cergy, Frankreich1 100,0 6,0
Sartorius Stedim Aseptics S.A.S., Lourdes, Frankreich1 100,0 14,4
Sartorius Chromatography Equipment S.A.S., Pompey, Frankreich1 100,0 39,5
Sartorius Stedim Ireland Ltd., Dublin, Irland1 100,0 24,8
Biological Industries Israel Beit Haemek Ltd., Kibbutz Beit Haemek, Israel1 100,0 39,8
Sartorius Stedim Italy S.r.l., Florenz, Italien1 100,0 14,2
Sartorius Stedim Netherlands B.V., Amersfoort, Niederlande1 100,0 2,0
Sartorius Stedim Austria GmbH, Wien, Österreich1 100,0 2,3
Sartorius Stedim Poland Sp. z o.o., Kostrzyn, Polen1 100,0 0,5
LLC Sartorius Stedim RUS, St. Petersburg, Russland1 100,0 14,3
Sartorius Stedim Data Analytics AB, Umeå, Schweden1 100,0 25,2
Sartorius Stedim Switzerland AG, Tagelswangen, Schweiz1 100,0 63,5
Sartorius BIA Separations, separacijske tehnologije, d.o.o., Ajdovščina, Slowenien1 100,0 44,9
Sartorius Stedim Spain S.A., Madrid, Spanien1 100,0 9,9
Sartorius Stedim Bioprocess S.A.R.L., M'Hamdia, Tunesien1 100,0 12,2
Sartorius Stedim Hungária Kft., Budapest, Ungarn1 100,0 2,3
Sartorius Stedim BioOutsource Ltd., Glasgow, Vereinigtes Königreich1 100,0
Sartorius Stedim UK Ltd., Epsom, Vereinigtes Königreich1 100,0 12,5
Sartorius Stedim Lab Ltd., Stonehouse, Vereinigtes Königreich1 100,0 25,0
Sartorius Stedim Chromatography Systems Ltd., Royston, Vereinigtes Königreich1 100,0 39,3
TAP Biosystems Group Ltd., Royston, Vereinigtes Königreich1 100,0 1,9
The Automation Partnership Cambridge Ltd., Royston, Vereinigtes Königreich1 100,0 125,0
Albumedix Ltd., Nottingham, Vereinigtes Königreich1 100,0 22,8
Virocell Biologics Ltd., London, Vereinigtes Königreich1, 3 22,2

Amerika

Sartorius Stedim Filters Inc., Yauco, Puerto Rico1 100,0 319,0
CellGenix Inc., Wilmington, Delaware, USA1, 3 100,0 0,2
WaterSep BioSeparations LLC, Boston, Massachusetts, USA1 100,0 1,9
Sartorius Stedim North America Inc., Dover, Delaware, USA1 100,0 218,7

Asien | Pazifik

Sartorius Stedim Australia Pty. Ltd., Dandenong South, Victoria, Australien1 100,0 5,9
Sartorius Stedim Biotech (Beijing) Co. Ltd., Beijing, China1 100,0
Sartorius Stedim (Shanghai) Trading Co. Ltd., Shanghai, China1 100,0 50,1
Biological Industries Hong Kong Ltd., Kowloon, Hong Kong1 100,0 0,2
Sartorius Stedim India Pvt. Ltd., Bangalore, Indien1 100,0 28,6
Sartorius Stedim Japan K.K., Tokio, Japan1 100,0 10,1
Sartorius Stedim Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia1 100,0 0,6
Sartorius Stedim Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur1 100,0 23,3
Sartorius Korea Biotech Co. Ltd., Seoul, Südkorea1 69,0 42,5
Sartorius Korea Operations LLC, Seoul, Südkorea1 100,0 25,1
Sartorius Stedim Taiwan Inc., New Taipei City, Taiwan1 100,0 2,3

EMEA

Sartorius Belgium N.V., Woluwe-Saint-Lambert, Belgien2 100,0 1,2
Curexsys GmbH, Göttingen, Deutschland2, 3 24,3 6,5
Sartorius Weighing Technology GmbH, Göttingen, Deutschland2, 4 100,0 45,0
Sartorius Corporate Administration GmbH, Göttingen, Deutschland4 100,0
SI Weende-Verwaltungs-GmbH, Göttingen, Deutschland 100,0 0,0
SIV Weende GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland 100,0
SI Grone 1 -Verwaltungs-GmbH, Göttingen, Deutschland2 100,0 0,0
SIV Grone 1 GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland2 100,0 1,9
SIV Grone 2 GmbH, Göttingen, Deutschland 100,0 0,0
SWT Treuhand GmbH, Göttingen, Deutschland2 100,0 0,0
Sartorius Ventures GmbH, Göttingen, Deutschland 100,0
LabTwin GmbH, Berlin, Deutschland2, 3 94,0 2,2
Life Science Factory gGmbH, Göttingen, Deutschland2, 3 100,0 0,0
Life Science Factory Management GmbH, Göttingen, Deutschland2, 4 100,0 0,0
Life Science Valley GmbH, Göttingen, Deutschland2, 3 80,0 0,1
Life Science Valley Ventures Management GmbH, Göttingen, Deutschland2 49,0 0,0
Life Science Valley Ventures GP GmbH, Göttingen, Deutschland2 100,0 0,0
Life Science Valley Carry I GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland2 100,0 0,0
Life Science Valley Wachstumsfonds I GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland2 100,0 0,0
Sartorius Lab Holding GmbH, Göttingen, Deutschland4 100,0
Sartorius Lab Instruments GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland2 100,0
ALS Automated Lab Solutions GmbH, Jena, Deutschland2 62,5 5,1
Sartorius Biohit Liquid Handling Oy, Helsinki, Finnland2 100,0 8,6
Sartorius Nordic Oy, Helsinki, Finnland2 100,0 1,1
Sartorius France S.A.S., Dourdan, Frankreich2 100,0 3,1
Sartorius Ireland Ltd., Dublin, Irland2 100,0 1,0
Sartorius Israel Ltd., Kibbutz Beit Haemek, Israel2 100,0 3,1
Sartorius Italy S.r.l., Florenz, Italien2 100,0 1,9
Sartorius Netherlands B.V., Amersfoort, Niederlande2 100,0 1,4
Sartorius Austria GmbH, Wien, Österreich2 100,0 3,9
Sartorius Poland Sp. z o.o., Kostrzyn, Polen2 100,0 0,3
LLC Sartogosm, St. Petersburg, Russland2 100,0 1,1
LLC Sartorius RUS, St. Petersburg, Russland2 100,0 5,2
BICO Group AB, Göteborg, Schweden2, 3 10,1 611,3
Sartorius Spain S.A., Madrid, Spanien2 100,0 0,2
Sartorius South Africa (Pty) Ltd., Midrand, Südafrika2 100,0 0,5
Sartorius Hungária Kft., Budapest, Ungarn2 100,0 0,9
Essen BioScience Ltd., Royston, Vereinigtes Königreich2 100,0 6,6
Sartorius UK Ltd., Epsom, Vereinigtes Königreich2 100,0 2,5

Amerika

Sartorius Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien2 100,0 0,3
Sartorius do Brasil Ltda., Sao Paulo, Brasilien2 100,0
Sartorius Canada Inc., Oakville, Kanada2 100,0 0,3
Sartorius de México S.A. de C.V., Tepotzotlán, Mexiko2 100,0 3,9
Sartorius BioAnalytical Instruments Inc., Dover, Delaware, USA2 100,0 208,7
Sartorius North America Inc., Dover, Delaware, USA2 100,0 450,6
Sartorius Corporation, Dover, Delaware, USA2 100,0 17,9

Asien | Pazifik

Sartorius Australia Pty. Ltd., Dandenong South, Victoria, Australien2 100,0 1,4
Sartorius Scientific Instruments (Beijing) Co. Ltd., Beijing, China2 100,0 33,0
Sartorius ForteBio (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China2 100,0 17,3
Sartorius (Shanghai) Trading Co. Ltd., Shanghai, China2 100,0 0,9
Sartorius Hong Kong Ltd., Kowloon, Hong Kong2 100,0 2,8
Sartorius India Pvt. Ltd., Bangalore, Indien2 100,0 1,9
Sartorius Japan K.K., Tokio, Japan2 100,0 7,5
Sartorius Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia2 100,0 1,0
Sartorius Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur2 100,0 1,1
Sartorius Korea Ltd., Seoul, Südkorea2 100,0 11,2
Sartorius (Thailand) Co. Ltd., Bangkok, Thailand2 32,7
Sartorius Vietnam Co. Ltd., Ho Chi Minh Stadt, Vietnam2 100,0 0,6

1Die Gesellschaften werden indirekt über die Sartorius Stedim Biotech S.A., Frankreich gehalten.
2Die Gesellschaften werden indirekt gehalten.
3Die Abschlüsse lagen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses nicht vor, daher wurden die Angaben aus den Jahresabschlüssen des Vorjahres berücksichtigt.
4Es bestehen Ergebnisabführungsverträge.