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Sartorius AG — Annual Report 2012
Apr 10, 2013
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Annual Report
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Publication

Sartorius AG
Göttingen
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2012

Kennzahlen
| Alle Werte nach IFRS in Mio. €, | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|---|---|
| sofern nicht anderweitig angegeben | |||||
| Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis | |||||
| Auftragseingang | 866,8 | 749,5 | 681,1 | 615,1 | 609,8 |
| Umsatz | 845,7 | 733,1 | 659,3 | 602,1 | 611,6 |
| EBITDA | 163,6 | 136,61) | 110,21) | 85,11) | 80,1 |
| EBITDA in % vom Umsatz | 19,31) | 18,61) | 16,71) | 14,11) | 13,1 |
| EBITA | 135,01) | 112,21) | 85,51) | 60,91) | 56,8 |
| EBITA in % vom Umsatz | 16,01) | 15,31) | 13,01) | 10,11) | 9,3 |
| Jahresüberschuss nach nicht beherrschenden Anteilen | 48,5 | 41,6 | 31,07) | –7,3 | 12,4 |
| Jahresüberschuss nach nicht beherrschenden Anteilen2) | 63,01) | 52,81) | 39,01) | 20,81) | 18,2 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 48,1 | 44,3 | 42,6 | 40,2 | 43,9 |
| Finanzdaten je Aktie | |||||
| Ergebnis je Aktie2) | |||||
| je Stammaktie (in €) | 3,691) | 3,091) | 2,281) | 1,211) | 1,06 |
| je Vorzugsaktie (in €) | 3,711) | 3,111) | 2,301) | 1,231) | 1,08 |
| Dividende | |||||
| Stammaktie (in €) | 0,943) | 0,80 | 0,60 | 0,40 | 0,40 |
| Vorzugsaktie (in €) | 0,963) | 0,82 | 0,62 | 0,427) | 0,42 |
| Bilanz | |||||
| Bilanzsumme | 1.071,0 | 960,2 | 807,7 | 820,4 | 865,0 |
| Eigenkapital | 403,8 | 366,1 | 327,2 | 319,2 | 333,4 |
| Eigenkapitalquote (in %) | 37,7 | 38,1 | 40,5 | 38,9 | 38,5 |
| Gearing | 0,8 | 0,7 | 0,6 | 0,7 | 0,7 |
| Finanzen | |||||
| Investitionen (ohne Finanzanlagen und Goodwill) | 74,2 | 51,8 | 24,4 | 23,9 | 33,7 |
| Investitionen in % vom Umsatz | 8,8 | 7,1 | 3,7 | 4,0 | 5,5 |
| Abschreibungen (ohne Finanzanlagen und Goodwill) | 40,6 | 32,8 | 31,9 | 33,4 | 29,6 |
| Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit | 53,2 | 79,0 | 96,0 | 143,4 | 53,0 |
| Nettoverschuldung | 303,81) | 264,8 | 196,9 | 224,7 | 217,6 |
| Verschuldungsgrad | 1,91) | 1,91) | 1,81) | 2,61) | 2,7 |
| Mitarbeiter zum 31.12. | 5.4911) | 4.8874) | 4.515 | 4.323 | 4.660 |
1) Underlying
2) Exklusive nicht zahlungswirksamer Amortisation und in 2011 und 2012 exklusive Bewertungseinflüssen aus Sicherungsgeschäften sowie in 2008 und 2009 exklusive nicht zahlungswirksamem Zinsaufwand für Kursgarantien
3) Höhe gemäß Vorschlag des Aufsichtsrats und des Vorstands der Sartorius AG
4) Ohne Biohit Liquid Handling
Unsere Mission
Sartorius ist ein international führender Anbieter von Labor- und Prozesstechnologie für die Biotech-, Pharma- und Nahrungsmittel-Industrie. Als Partner helfen wir unseren Kunden weltweit, komplexe und qualitätskritische Prozesse in der Produktion und im Labor zeit- und kosteneffizient zu realisieren. Unsere innovativen Produkte, Lösungen und Dienstleistungen sind damit auf die besonders wertschaffenden Segmente unserer Zielmärkte fokussiert. Verwurzelt in Wissenschaft und Forschung und eng verbunden mit Kunden und Kooperationspartnern, setzen wir unsere Unternehmensphilosophie “Turning science into solutions” tagtäglich in die Praxis um.
Unsere Position als anwendungsorientierter Technologiekonzern wollen wir auch in Zukunft systematisch ausbauen. Mit einer klaren Strategie werden wir weiterhin für Kunden und Aktionäre nachhaltig Werte schaffen und unser Wachstum in hohe Ertragskraft umsetzen.
Dieser Geschäftsbericht enthält verschiedene Aussagen, die die zukünftige Entwicklung des Sartorius Konzerns betreffen. Diese Aussagen beruhen sowohl auf Annahmen als auch auf Schätzungen. Obwohl wir davon überzeugt sind, dass diese vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir hierfür nicht garantieren. Denn unsere Annahmen bergen Risiken und Unsicherheiten, die dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den erwarteten abweichen. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen ist nicht geplant.
Im gesamten Geschäftsbericht können durch mathematische Rundungen bei der Addition scheinbare Differenzen auftreten.
Inhalt
| 01 | An unsere Aktionäre |
| Bericht des Vorstands | |
| Sartorius Group Executive Committee | |
| Bericht des Aufsichtsrats | |
| Die Sartorius Aktie |
| 02 | Lagebericht |
| Konzernstruktur | |
| Gesamtwirtschaftliches und branchenspezifisches Umfeld | |
| Geschäftsentwicklung Konzern | |
| Geschäftsentwicklung der Sparte Bioprocess Solutions | |
| Geschäftsentwicklung der Sparte Lab Products & Services | |
| Geschäftsentwicklung der Sparte Industrial Weighing | |
| Vermögens- und Finanzlage | |
| Jahresabschluss der Sartorius AG | |
| Prognosebericht | |
| Nachtragsbericht | |
| Risiko- und Chancenbericht | |
| Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems | |
| Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4 und 5, 315 Abs. 4 HGB | |
| Corporate Governance Bericht | |
| Vergütungsbericht | |
| 03 | Nachhaltigkeitsbericht |
| Nachhaltige Unternehmensführung | |
| Ökologische Nachhaltigkeit | |
| Gesellschaftlicher Beitrag | |
| 04 | Konzernabschluss und Anhang |
| Bilanz | |
| Gewinn- und Verlustrechnung | |
| Kapitalflussrechnung | |
| Eigenkapitalentwicklung | |
| Segmentberichterstattung | |
| Anhang | |
| Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers | |
| Vorstand und Aufsichtsrat | |
| 05 | Ergänzende Informationen |
| Glossar | |
| Weltweit vor Ort | |
| Anschriften |
01 An unsere Aktionäre
Bericht des Vorstands
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich, Ihnen berichten zu können, dass 2012 erneut ein sehr erfolgreiches Jahr für Sartorius war. Erfolgreich mit Blick auf das erreichte Umsatz- und Gewinnwachstum, aber ganz besonders auch hinsichtlich der Umsetzung wichtiger Bausteine unserer langfristigen Strategie 'Sartorius 2020'.
Im Hinblick auf die finanziellen Ergebnisse konnten wir 2012 sogar etwas besser abschließen als zu Jahresanfang erwartet. Unser Konzernumsatz lag mit 845,7 Millionen Euro um etwas mehr als 15 % über Vorjahr, währungsbereinigt stieg er um gut 11 %. Trotz hoher Investitionen und des Ausbaus unserer Vertriebsaktivitäten konnten wir den operativen Gewinn überproportional um rund 20 % steigern und haben eine Umsatzrendite von 16,0 % erzielt. Auf Basis dieses Ergebnisses werden Aufsichtsrat und Vorstand der Hauptversammlung am 18. April 2013 vorschlagen, die Dividende erneut deutlich anzuheben auf nunmehr 0,96 € je Vorzugsaktie und 0,94 € je Stammaktie.
Erfreulich war im abgelaufenen Jahr auch die exzellente Entwicklung der Sartorius Aktien: Mit einer Kursverdoppelung bei der Stammaktie und einem Plus von knapp 90 % bei der Vorzugsaktie entwickelten sie sich deutlich besser als die einschlägigen Indizes. Eine weitere gute Nachricht für unsere Aktionäre war zur Jahresmitte 2012 die Aufnahme der Vorzugsaktie in den deutschen Technologiewerteindex TecDAX, wodurch ein nachhaltig höheres Niveau des Handelsvolumens erreicht wurde.
Das abgelaufene Jahr war aber nicht nur mit Blick auf die Zahlen erfolgreich. Nachdem wir 2011 mit Sartorius 2020 unsere langfristige Strategie und Planung vorgelegt hatten, markiert 2012 das erste volle Jahr der Umsetzung dieser Strategie. Dabei haben wir meines Erachtens ein hohes Tempo aufgenommen.
Gleich mit Beginn des Jahres haben wir die neue Spartenstruktur implementiert. Vor allem im Laborgeschäft brachte die neue Struktur erhebliche Veränderungen, war doch quasi eine "dreifache Integration" zu leisten: Die Geschäfte mit Laborinstrumenten und mit Laborverbrauchsmaterial, die bis dahin verschiedenen Sparten zugeordnet waren, wurden zusammengeführt und zusätzlich durch das Ende 2011 erworbene Biohit-Pipettengeschäft ergänzt. Mit diesem deutlich breiteren Portfolio an Premium-Laborinstrumenten, Verbrauchsmaterial und Service haben wir mit der neuen Sparte Lab Products & Services einen hochattraktiven Partner für industrielle und akademische Forschungs- und Qualitätssicherungslabore geformt. Darüber hinaus wurden in dieser Sparte weitere Initiativen zügig auf den Weg gebracht, wie z. B. der Ausbau des Direktvertriebs, ein konzentrierteres Händlermanagement und die Weiterentwicklung elektronischer Verkaufskanäle.
Die neue Laborsparte steht für etwa ein Drittel des Konzernumsatzes, verfügt bereits heute in einigen ihrer Produktkategorien über marktführende Positionen und hat in ihrem ersten Jahr unsere Wachstums- und Ertragserwartungen voll erfüllt. Unter regionalen Gesichtspunkten entwickelte sie sich besonders gut in Nordamerika und Asien, beides Regionen, in denen wir auch künftig die größten Wachstumschancen sehen.
Eine herausragende Entwicklung hat 2012 unsere Sparte Bioprocess Solutions gezeigt, in der wir das Bioprozessgeschäft für Pharmakunden führen und die mit einem Umsatzanteil von 55 % die größte Konzernsparte ist. So wuchs das Bioprozessgeschäft im zweiten Jahr in Folge zweistellig und erreichte hinsichtlich der Profitabilität mit einer Umsatzrendite von 18,6 % einen neuen Höchststand. Um mit diesem Wachstum Schritt zu halten, haben wir 2012 plangemäß erheblich in Produktionskapazitäten investiert und vor allem in den Bereichen Membranen, Bags und Biotech-Equipment neue Anlagen in Betrieb genommen.
Ein zentrales Thema in dieser Sparte war im abgelaufenen Jahr der Ausbau unseres Vertriebs in Nordamerika - eine wichtige Voraussetzung für den langfristigen Erfolg im weltweit größten Biotech-Markt. Mit einer Wachstumsrate von rund 18 % haben wir 2012 in dieser Region Marktanteile hinzugewinnen können. Diesen Trend wollen wir in den kommenden Jahren festigen und weiter ausbauen. Für das laufende Jahr planen wir eine solche Initiative für Asien, um unsere Wachstumsoptionen auch in diesen attraktiven Märkten voll ausschöpfen zu können.
Eine weitere Stärkung der strategischen Positionierung der Bioprozess-Sparte gelang durch den Erwerb des Geschäfts mit Zellkulturmedien vom Schweizer Life Science Unternehmen Lonza. Zellkulturmedien sind ebenso wie Bags oder Filter erfolgskritische Einwegprodukte für die Herstellung von Biopharmazeutika und damit eine ideale Ergänzung unseres bisherigen Portfolios mit mittelfristig attraktiven Wachstums- und Ertragschancen.
Unsere dritte Sparte Industrial Weighing, in der wir unser Geschäft mit Wäge- und Kontrolltechnik für verschiedene industrielle Applikationen bündeln, hat sich 2012 mit einem Umsatz von gut 100 Mio. Euro und einer Rendite von knapp 10 % erwartungsgemäß stabil entwickelt und in ihren Märkten sehr gut behauptet. Entsprechend unserer strategischen Fokussierung auf die Bereiche Bioprozess und Labor haben wir im Berichtsjahr Optionen geprüft, diese Aktivität mittelfristig zu veräußern.
Weitere Fortschritte haben wir 2012 auch hinsichtlich unserer operativen Geschäftsprozesse und der unterstützenden IT-Systeme gemacht. In unserer Konzernzentrale in Göttingen, zugleich unser größter Produktionsstandort, haben wir im Herbst letzten Jahres erfolgreich unser neues ERP-System in Betrieb genommen. In diesem Jahr startet die Einführung des neuen Systems an weiteren weltweiten Standorten.
Mit diesem Vorhaben wollen wir auch im Hinblick auf Infrastruktur und Prozesse die Voraussetzungen für weiteres langfristiges profitables Wachstum schaffen.
Wir sehen für 2013 und darüber hinaus sehr gute Geschäftsperspektiven. Beide Kernsparten, Bioprocess Solutions und Lab Products & Services, sind in langfristig wachsenden Märkten mit sehr attraktiven Ertragsmöglichkeiten positioniert. Konkret haben wir uns für das Jahr 2013 vorgenommen, unseren Umsatz währungsbereinigt um etwa 6 % bis 9 % zu steigern und unsere operative Gewinnmarge von 16,0 % in 2012 auf 16,5 % zu erhöhen.
Der Erfolg im Jahr 2012 hat erneut gezeigt, welches Potenzial in unserem Unternehmen steckt. Ich bin stolz auf unser Team und danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement und die sehr guten Ergebnisse.
Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Kunden und Geschäftspartner, danke ich für Ihr Vertrauen und den offenen Dialog. Wir laden Sie herzlich ein, uns auch weiterhin auf unserem Weg als innovativer und ertragsstarker Technologiekonzern zu begleiten.
Ihr
Dr. Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender
Sartorius Group Executive Committee
Reinhard Vogt
Marketing, Sales, Services,
Business Development
Bioprocess Solutions
Vorstandsmitglied der Sartorius AG
Verwaltungsratsmitglied der Sartorius Stedim Biotech S.A.
Seit 29 Jahren bei Sartorius
Volker Niebel
Procurement, Production,
Supply Chain Management,
Business Process Management
Verwaltungsratsmitglied der Sartorius Stedim Biotech S.A.
Seit 11 Jahren bei Sartorius
Jörg Pfirrmann
Finance, Human Resources,
Information Technology
Vorstandsmitglied der Sartorius AG
Seit 14 Jahren bei Sartorius
Das Group Executive Committee (GEC) besteht aus den Vorständen der Sartorius AG, den Mitgliedern des Executive Committee des Teilkonzerns Sartorius Stedim Biotech sowie ggf. weiteren vom Vorstand ernannten oberen Führungskräften mit übergreifender Verantwortung. Das GEC ist das zentrale Führungsgremium des Sartorius Konzerns und dient der Koordination und Steuerung der globalen Geschäftsaktivitäten und -funktionen. Seine Tätigkeit ergänzt die Arbeit des Vorstands der Sartorius AG sowie des Verwaltungsrats der Sartorius Stedim Biotech S.A. und bereitet deren rechtlich bindende Entscheidungsprozesse vor.
Dominique Baly
Marketing, Sales, Services,
Business Development
Lab Products & Services
Seit 2 Jahren bei Sartorius
Oscar-Werner Reif
Research and Development
Verwaltungsratsmitglied der Sartorius Stedim Biotech S.A.
Seit 18 Jahren bei Sartorius
Joachim Kreuzburg
Vorsitzender
Corporate Strategy, Legal,
Compliance, Communications
Vorstandsvorsitzender der Sartorius AG
Verwaltungsratsvorsitzender und CEO der Sartorius Stedim Biotech S.A.
Seit 14 Jahren bei Sartorius
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
aus Sicht des Aufsichtsrats blicken wir auf ein außerordentlich erfolgreiches Geschäftsjahr 2012 zurück. Es ist dem Sartorius Konzern gelungen, in allen Regionen deutlich zu wachsen und den Ertrag weiter zu steigern. Neben dem guten finanziellen Ergebnis hat das Unternehmen im Berichtsjahr plangemäß mehrere größere Investitionsprojekte abschließen können und ist auch bei der Umsetzung seiner verschiedenen Wachstumsinitiativen sehr gut vorangekommen.
Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2012 intensiv mit der Lage und den Perspektiven der Gesellschaft befasst. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und die uns nach Gesetz und Unternehmenssatzung zugewiesenen Aufgaben wahrgenommen. Unser besonderes Augenmerk lag auf den größeren Investitionsprojekten des Konzerns, der Integration des im Dezember 2011 erworbenen Pipettengeschäfts in die Sparte Lab Products & Services sowie auf den verschiedenen strategischen Initiativen des Vorstands.
Der Vorstand informierte uns regelmäßig sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung, der strategischen Weiterentwicklung und den Gang der Geschäfte in den Sparten, über die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage, über das Risikomanagement, die Internen Kontrollsysteme sowie die Compliance. Die bedeutenden Geschäftsvorgänge der Gesellschaft wurden sowohl im Präsidialausschuss als auch im Plenum auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert. Soweit dies erforderlich war, haben wir unser positives Votum zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands nach gründlicher Prüfung abgegeben.
Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand war stets von Offenheit, konstruktivem Dialog und Vertrauen geprägt.
Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat trat im Berichtsjahr zu vier ordentlichen und einer außerordentlichen Sitzung zusammen, an denen auch der Vorstand teilnahm. Gegenstand regelmäßiger Beratung waren die Umsatz-, Ertrags- und Beschäftigungsentwicklungen des Konzerns, die finanzielle Lage der Gesellschaft und ihrer Beteiligungsgesellschaften sowie strategische Projekte.
In der Bilanzsitzung am 1. März 2012 billigte der Aufsichtsrat nach eingehenden Beratungen und auf Basis des Berichts des Auditausschusses sowie der bei diesem Tagesordnungspunkt anwesenden Abschlussprüfer den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011. Darüber hinaus wurden die Tagesordnung mit den Beschlussvorschlägen für die Hauptversammlung 2012 und der Gewinnverwendungsvorschlag eingehend besprochen und verabschiedet. Weiterhin haben wir nach Vorbereitung durch den Präsidialausschuss und sorgfältiger Beratung im Plenum über die Anpassung der Vorstandsvergütung im Jahr 2012 beschlossen.
Nach vorausgegangenen Neuwahlen der Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter in den Monaten März und April 2012 konstituierte sich der neue Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 19. April 2012 und wählte den Vorsitzenden, den stellvertretenden Vorsitzenden sowie die Mitglieder der Ausschüsse. Weiterhin informierte der Vorstand über den Status verschiedener Wachstumsinitiativen, vor allem über die Ergebnisse eines Projekts zum Ausbau des Vertriebs in den USA. Ferner standen verschiedene Vorhaben im Zusammenhang mit der Verbesserung der informationstechnischen Infrastruktur auf der Agenda.
In unserer Sitzung am 23. August 2012 befassten wir uns anhand von Vergleichswerten eingehend mit der Angemessenheit und der Marktüblichkeit der Vorstandsbezüge. Außerdem nahmen wir eine kleinere Anpassung am Vergütungssystem des Vorstands vor. Weiterhin beschlossen wir über die Veräußerung der Minderheitsbeteiligung an der Munktell & Filtrak GmbH und erörterten Themen der Konzernfinanzierung.
Im Mittelpunkt einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 15. November 2012 stand die mögliche Veräußerung der Sparte Industrial Weighing. Auf Basis eines Berichts des Vorstands berieten wir ausführlich über das Interessentenspektrum und die damit einhergehenden verschiedenen Optionen.
In der Sitzung am 7. Dezember 2012 beschlossen wir nach gründlicher Beratung die Entsprechenserklärung gemäß Corporate Governance Kodex. Diese bestätigt, dass Sartorius den Empfehlungen des aktuellen Kodexes vollumfänglich nachkommt. Ferner genehmigten wir das vom Vorstand vorgelegte Budget für das Jahr 2013. In einem weiteren Tagesordnungspunkt genehmigten wir nach gründlicher Diskussion den Abschluss der Kooperation mit dem Lonza-Konzern, die der Bioprocess Solutions-Sparte von Sartorius den Einsteig in das Geschäft mit Bioprozess-Medien ermöglicht. Ferner befassten wir uns mit den Ergebnissen der Effizienzprüfung der Aufsichtsratsarbeit und erörterten Vergütungsfragen des Aufsichtsrats.
Die Arbeit der Ausschüsse
Die Arbeit im Aufsichtsrat wird durch vier Ausschüsse unterstützt. Die Ausschüsse bereiten Themen vor, die anschließend im Aufsichtsratsplenum behandelt werden, und treffen, soweit zulässig, im Einzelfall Entscheidungen an Stelle des Plenums. Die Ausschussvorsitzenden berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig und ausführlich über die Arbeit in den Ausschüssen.
Der Präsidialausschuss kam im Berichtsjahr zu fünf Sitzungen zusammen. Neben der Vorbereitung der Plenumssitzungen standen Überlegungen zur Umsetzung der Konzernstrategie im Vordergrund der intensiven Beratungen. Weiterhin befasste sich der Ausschuss mit Vorstandsangelegenheiten und bereitete die Entscheidungen über die Vorstandsvergütung vor. Zudem diskutierte der Ausschuss eingehend Themen der Führungskräfteentwicklung und Nachfolgeplanung.
Der Auditausschuss hielt im Berichtsjahr vier Sitzungen ab. Der Ausschuss bereitete die Entscheidungen des Plenums über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses des Jahres 2011 vor und behandelte detailliert die Quartals- und Halbjahresfinanzberichte 2012. Ein weiterer Schwerpunkt war die Prüfung der Wirksamkeit des konzernweiten Risikomanagement- und Internen Kontrollsystems sowie der Internen Revision und der Compliance. Im Rahmen dieser Prüfung haben sich die Ausschussmitglieder ausführlich über angewandte Methoden sowie deren Effektivität unterrichten lassen. Mit Blick auf die geplante Einführung des neuen konzernweiten ERP-Systems ließ sich der Ausschuss regelmäßig über die Fortschritte und möglichen Risiken bei diesem umfangreichen Projekt berichten. Der Ausschuss beschäftigte sich weiterhin mit dem Bericht der Internen Revision, der keine wesentlichen Unregelmäßigkeiten in den Geschäftsabläufen aufzeigte, und befasste sich zudem mit den Planungen der Revision für die Folgemonate. Im Zusammenhang mit der Jahresabschlussprüfung für das Jahr 2012 überzeugte er sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasste sich ausführlich mit der Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung, der Erteilung des Prüfungsauftrags sowie der Festlegung und Überwachung des Prüfungsablaufs und der Prüfungsschwerpunkte.
Der Nominierungsausschuss tagte im vergangenen Jahr nicht. Auch der Vermittlungsausschuss gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz musste nicht einberufen werden.
Jahres- und Konzernabschlussprüfung
Der vom Vorstand aufgestellte Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2012 und der Lagebericht der Sartorius AG wurden von der Deloitte & Touche GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Auditausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 19. April 2012 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. An den Sitzungen des Auditausschusses am 4. März 2013 sowie des Aufsichtsrats am 5. März 2013 nahmen die Abschlussprüfer teil und berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfungen. Es bestand ausreichend Zeit, etwaige Fragen ausführlich mit den Abschlussprüfern zu erörtern. Die Unterlagen sowie die Prüfungsberichte waren allen Aufsichtsratsmitgliedern fristgerecht zugesandt worden und wurden in den genannten Sitzungen intensiv diskutiert.
Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und in der Sitzung am 5. März 2013 gemäß der Empfehlung des Auditausschusses den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Damit wurde der Jahresabschluss festgestellt. Aufsichtsrat und Vorstand werden der Hauptversammlung am 18. April 2013 vorschlagen, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von 0,96 € je Vorzugsaktie und von 0,94 € je Stammaktie an die Anteilseigner auszuschütten.
Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand
Im Geschäftsjahr 2012 fanden turnusgemäß Neuwahlen der Anteilseigner- und der Arbeitnehmervertreter für den Aufsichtsrat statt. Auf Seiten der Anteilseigner schied Prof. Dr. rer. nat. Dr.-Ing. E.h. Heribert Offermanns mit Ablauf der Hauptversammlung vom 19. April 2012 aus Altersgründen aus dem Aufsichtsrat aus. Wir danken Herrn Offermanns für seine langjährige, verdienstvolle Mitarbeit in diesem Gremium. Als Nachfolger konnte Professor Dr. Thomas Scheper gewonnen werden, der sein Amt mit der Aufsichtsratssitzung vom 19. April 2012 antrat. Die übrigen Anteilseignervertreter wurden bestätigt. Auf Seiten der Arbeitnehmer schied Christiane Benner aus, die innerhalb der Industriegewerkschaft Metall neue Funktionen übernommen hat. Als Nachfolgerin von Frau Benner wurde Karoline Kleinschmidt gewählt. Auch Frau Benner danken wir für ihre langjährige, sehr engagierte Mitwirkung in unserem Gremium. Alle weiteren Arbeitnehmervertreter wurden wiedergewählt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats sowie der einzelnen Ausschüsse im Jahr 2012 kann den Aufstellungen auf Seite 134 ff. dieses Geschäftsberichts entnommen werden.
Aufseiten des Vorstands gab es im Berichtsjahr keine personellen Veränderungen.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit für ihr großes Engagement und die erfolgreiche Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Er dankt allen Aktionärinnen und Aktionären für ihr Vertrauen, das sie dem Unternehmen erneut entgegengebracht haben.
München, im März 2013
Der Aufsichtsrat
Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot, Vorsitzender
Die Sartorius Aktie
Aktienmarktumfeld
Der Einsatz weiterer Rettungspakete zur Sicherung der Finanzierungssituation einzelner Länder und damit der Stabilisierung der europäischen Gemeinschaftswährung sowie ein historisch niedriges Zinsniveau lieferten im Berichtsjahr positive Impulse für die Aktienmärkte. So stieg der Deutsche Aktienindex (DAX) gegenüber dem Jahresbeginn deutlich und erreichte im Dezember sein Jahreshoch von 7.672 Punkten. Zum Jahresende notierte der Index bei 7.612 Punkten und legte damit im Jahr 2012 um 29,1 % zu. Der Technologie-Index TecDAX legte im gleichen Zeitraum um 20,9 % auf 828 Punkte zu.
Sartorius in den TecDAX aufgenommen
Die Sartorius Vorzugsaktien wurden mit Wirkung vom 18. Juni 2012 in den deutschen Technologiewerte-Index TecDAX aufgenommen. Der TecDAX ist der Leitindex der 30 größten und liquidesten deutschen Technologieunternehmen und schließt direkt unterhalb des Deutschen Aktienindex (DAX) an. Kriterien für die Aufnahme in den TecDAX sind die Freefloat-Marktkapitalisierung zum Untersuchungszeitpunkt und die Börsenumsätze der letzten zwölf Monate.
Zum Jahresende 2012 belegte die Sartorius Vorzugsaktie im Freefloat-Ranking der Deutschen Börse bezüglich des Kriteriums Marktkapitalisierung Rang 13 (Vorjahr: 17) und beim Börsenumsatz (Handelsvolumen der letzten zwölf Monate an der Frankfurter Wertpapierbörse) Platz 24 (Vorjahr: 40).
Zudem sind Sartorius Aktien im CDAX, Prime All Share und Technology All Share der Deutschen Börse sowie im NISAX20 der Norddeutschen Landesbank gelistet.
Aktienkursentwicklung
Die Aktien des Sartorius Konzerns entwickelten sich im Jahr 2012 erneut deutlich besser als der Markt. Nachdem die Stammaktie (St.) zum Jahresende 2011 bei 30,83 € notierte, stieg sie zum Ende des Jahres 2012 auf 65,30 €. Dies entspricht einer Steigerung von 111,8 %. Die Vorzugsaktie (Vz.) des Konzerns legte gegenüber dem Jahresende 2011 (35,50 €) um 89,4 % auf 67,25 € per 31. Dezember 2012 zu.
Die Vorzugsaktie erreichte ihren Jahrestiefststand von 34,00 € am 15. Januar 2012, während der niedrigste Schlusskurs der Stammaktie mit 30,95 € am 2. Januar 2012 festgestellt wurde. Die Stamm- und Vorzugsaktien erreichten am 30. November 2012 bzw. am 29. November 2012 ihr Jahreshoch von 74,00 € bzw. 72,05 € auf Tagesschlusskursbasis (Xetra), unter anderem begünstigt durch die gute Geschäftsentwicklung und die Erhöhung der Gesamtjahresprognose.
Aktiendaten
| ISIN | DE0007165607 (Stammaktie) |
| DE0007165631 (Vorzugsaktie) | |
| Designated Sponsor | Close Brothers Seydler Bank AG | DZ Bank AG |
| Marktsegment | Prime Standard |
| Indizes | TecDAX | CDAX | Prime All Share Index | Technology All Share Index | NISAX20 |
| Handelsplätze | Xetra | Frankfurt | Hannover | Düsseldorf | München | Berlin | Hamburg | Bremen | Stuttgart |
| Aktienanzahl | 18.720.000 nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 1,00 € pro Aktie |
| davon | 9.360.000 Stammaktien |
| 9.360.000 Vorzugsaktien | |
| davon ausstehende Aktien | 8.528.056 Stammaktien |
| 8.519.017 Vorzugsaktien |
Aktienumsatz und Kursentwicklung
| 2012 | 2011 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|
| Vorzugsaktie in € (Jahresschlusskurse Xetra) | 67,25 | 35,50 | 89,4 |
| Stammaktie in € (Jahresschlusskurse Xetra) | 65,30 | 30,83 | 111,8 |
| Marktkapitalisierung in Mio. €1) | 1.129,8 | 565,3 | 99,8 |
| Durchschnittl. Tagesumsatz Vorzugsaktie in Stück | 15.538 | 10.718 | 45,0 |
| Durchschnittl. Tagesumsatz Stammaktie in Stück | 1.334 | 1.454 | – 8,3 |
| Handelsvolumen Vorzugsaktie in Mio. € | 210,6 | 87,8 | 139,9 |
| Handelsvolumen Stammaktie in Mio. € | 17,0 | 11,9 | 42,9 |
| Handelsvolumen Summe in Mio. € | 227,6 | 99,6 | 128,4 |
| TecDAX | 828 | 685 | 20,9 |
| DAX | 7.612 | 5.898 | 29,1 |
1) ohne eigene Aktien
Quellen: Deutsche Börse AG, vwd

Marktkapitalisierung und Handelsvolumen
Einhergehend mit der positiven Kursentwicklung erhöhte sich die Marktkapitalisierung bei unveränderter Aktienanzahl während des Berichtsjahres. Zum 31. Dezember 2012 belief sie sich auf 1,1 Mrd. € und lag damit um 99,8 % über dem Wert des Vorjahres (565,3 Mio. €).

Die Zahl der gehandelten Vorzugsaktien an der Frankfurter Wertpapierbörse (Xetra + Parkett) stieg im Berichtszeitraum auf durchschnittlich 15.538 täglich (Vorjahr: 10.718). Die Zahl der durchschnittlich an einem Tag gehandelten Stammaktien belief sich auf 1.334 gegenüber 1.454 im Vorjahr.

Aufgrund der gestiegenen Kurse der Sartorius Stamm- und Vorzugsaktien sowie der erhöhten gehandelten Stückzahlen stieg das Handelsvolumen beider Aktiengattungen im Jahr 2012 an der Frankfurter Wertpapierbörse deutlich. So lag das Volumen der gehandelten Stammaktien bei 17 Mio. € (+ 42,9 %), während die Handelsumsätze der Vorzugsaktien um 139,9 % auf 210,6 Mio. € stiegen. Damit wuchs das Handelsvolumen der Sartorius Aktien entgegen insgesamt rückläufiger Handelsumsätze an der Frankfurter Wertpapierbörse, die im Jahr 2012 um 23,2 % fielen.
Investor Relations-Aktivitäten
Das Ziel unserer Investor Relations-Arbeit ist der kontinuierliche und offene Austausch mit Anteilseignern, potenziellen Investoren und Finanzanalysten. Dabei stellen wir eine größtmögliche Transparenz sicher und gewähren sowohl Aktionären als auch der interessierten Öffentlichkeit einen gleichberechtigten und zeitnahen Zugang zu kursrelevanten Informationen. Im Rahmen unserer Berichterstattungen geben wir regelmäßig detaillierten Aufschluss über unsere Strategie, die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie die Perspektiven des Unternehmens.
Im Jahr 2012 informierten wir neben der Quartals-, Halbjahres- und Jahresberichterstattung regelmäßig durch Pressemitteilungen über die aktuelle Geschäftsentwicklung des Sartorius Konzerns. Zusätzlich zu den vierteljährlichen Telefon-/ Webcastkonferenzen haben wir den Kontakt mit dem Kapitalmarkt auf einer Vielzahl von Roadshows in den Finanzmarktzentren London, Paris, Frankfurt am Main, Zürich und New York gesucht. Darüber hinaus konnten wir den regelmäßigen Dialog im Rahmen verschiedener internationaler Investorenkonferenzen, unserem Analysten- und Investorentreffen anlässlich der Fachmesse ACHEMA und zahlreicher Einzelgespräche intensivieren. In der Investor Relations-Kommunikation standen im Jahr 2012 vor allem die Erläuterung der Unternehmensstrategie im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Spartenstruktur sowie das neue Geschäftsmodell der Sparte Lab Products & Services im Vordergrund.
Sämtliche Informationen und Publikationen über unser Unternehmen und seine Aktien sind auf unserer Internetseite unter www.sartorius.com veröffentlicht. Das Sartorius Investor Relations-Team steht als direkter Ansprechpartner sowohl privaten und institutionellen Investoren als auch Finanzanalysten für alle Fragen zur Verfügung.
Analysten
Eine wichtige Grundlage für die Aktienanlage privater und institutioneller Investoren sind die Empfehlungen von Finanzanalysten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erstellen folgende Institutionen regelmäßig ausführliche Studien und Kurzanalysen über die Aktien der Sartorius AG:
Research Coverage
| Institut | Datum | Votum |
|---|---|---|
| Cheuvreux | 30. Januar 2013 | Underperform |
| Commerzbank | 30. Januar 2013 | Hold |
| DZ Bank | 31. Januar 2013 | Buy |
| Nord LB | 01. Februar 2013 | Hold |
| Berenberg | 01. November 2012 | Buy |
Dividende
Auch für das Geschäftsjahr 2012 plant die Unternehmensleitung, die Anteilseigner angemessen am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Auf der Hauptversammlung am 18. April 2013 werden Aufsichtsrat und Vorstand vorschlagen, eine Dividende von 0,96 € (Vorjahr: 0,82 €) je Vorzugsaktie und 0,94 € (Vorjahr: 0,80 €) je Stammaktie auszuschütten.

Dadurch würde sich die Ausschüttungssumme um 17,3 % von 13,8 Mio. € im Vorjahr auf 16,2 Mio. € erhöhen. Die Ausschüttungsquote, basierend auf dem bereinigten Jahresüberschuss (s. S. 26), würde 25,7 % gegenüber 26,2 % im Vorjahr betragen. Bezogen auf den Jahresendkurs 2012 würde sich eine Dividendenrendite für die Sartorius Vorzugsaktie von 1,4 % (Vorjahr: 2,3 %) und für die Sartorius Stammaktie von 1,4 % (Vorjahr: 2,6 %) ergeben. Eigene Aktien im Besitz der Sartorius AG sind nicht dividendenberechtigt.
Aktionärsstruktur
Das gezeichnete Kapital der Sartorius AG setzt sich aus jeweils 9,36 Mio. Stamm- und Vorzugsaktien mit einem rechnerischen Nennwert von 1 € je Aktie zusammen. Rund 9 % der Vorzugsaktien befinden sich im Besitz des Unternehmens. Die verbleibenden 91 % sind dem Freefloat zuzurechnen. Die mehrheitlich im Familienbesitz befindlichen Stammaktien werden zu gut 50 % von einem Testamentsvollstrecker verwaltet. Circa 7 % befinden sich im direkten Familienbesitz und weitere rund 9 % im Besitz der Gesellschaft. Das amerikanische Unternehmen Bio-Rad Laboratories Inc. hält nach letzten Angaben etwas über 30 % der Stammaktien. Die verbleibenden rund 4 % der Stammaktien befinden sich nach unserem Kenntnisstand im Freefloat.
Aktienkennzahlen
| 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stammaktien1) in € | Stichtag | 65,30 | 30,83 | 28,21 | 15,45 | 10,05 |
| Hoch | 74,00 | 39,00 | 29,20 | 18,00 | 31,00 | |
| Tief | 30,95 | 26,50 | 15,40 | 9,70 | 8,41 | |
| Vorzugsaktien1) in € | Stichtag | 67,25 | 35,50 | 27,45 | 15,90 | 8,16 |
| Hoch | 72,05 | 39,00 | 27,87 | 17,40 | 27,01 | |
| Tief | 34,00 | 26,00 | 15,84 | 6,10 | 6,17 | |
| Marktkapitalisierung2) in Mio. € | 1.129,80 | 565,3 | 474,4 | 267,2 | 155,2 | |
| Dividende Stammaktie3) in € | 0,94 | 0,80 | 0,60 | 0,40 | 0,40 | |
| Dividende Vorzugsaktie3) in € | 0,96 | 0,82 | 0,62 | 0,42 | 0,42 | |
| Ausschüttungssumme3)4) in Mio. € | 16,2 | 13,8 | 10,4 | 7,0 | 7,0 | |
| Ausschüttungsquote3)5) in % | 25,7 | 26,2 | 26,7 | 33,7 | 38,4 | |
| Dividendenrendite Stammaktie6) in % | 1,4 | 2,6 | 2,1 | 2,6 | 4,0 | |
| Dividendenrendite Vorzugsaktie6) in % | 1,4 | 2,3 | 2,3 | 2,6 | 5,1 |
1) Tagesschlusskurse Xetra
2) ohne eigene Aktien
3) für 2012 Höhe gemäß Vorschlag des Aufsichtsrats und des Vorstands der Sartorius AG
4) Berechnung auf Basis der Anzahl dividendenberechtigter Aktien
5) basierend auf dem underlying Jahresüberschuss exklusive nicht-zahlungswirksamer Amortisation und in 2011 und 2012 Bewertungseinflüssen aus Sicherungsgeschäften sowie in 2008 und 2009 exklusive nicht-zahlungswirksamem Zinsaufwand für Kursgarantien
6) im Verhältnis zum Schlusskurs des jeweiligen Jahres

02 Lagebericht
Konzernstruktur und Konzernführung

Rechtliche Konzernstruktur
Sartorius ist ein international agierendes Unternehmen mit weltweit mehr als 50 Tochtergesellschaften und rund 5.500 Beschäftigten. Die Sartorius AG ist das Mutterunternehmen des Konzerns und steuert als Holding die von ihr direkt und indirekt gehaltenen Beteiligungen.
Sartorius Stedim Biotech wird als rechtlich selbstständiger Teilkonzern geführt, an dem die Sartorius AG zum 31.12.2012 rund 74 % der ausstehenden Anteile bzw. rund 85 % der Stimmrechte hält. Die an der Pariser Börse notierte Muttergesellschaft Sartorius Stedim Biotech S.A. hat ihren Hauptsitz im südfranzösischen Aubagne und hält selbst direkt oder indirekt Anteile an weltweiten Produktions- und Vertriebsgesellschaften. Weitere Vertriebs- und Produktionsgesellschaften sind rechtlich ganz überwiegend zu 100 % im Eigentum der Sartorius AG.
Neue Spartenstruktur seit Jahresbeginn 2012
Zum 1. Januar 2012 hat Sartorius seine Spartenstruktur, die zuvor die beiden Sparten Biotechnologie und Mechatronik umfasste, neu gestaltet. Seither betreibt das Unternehmen sein operatives Geschäft in den drei Sparten Bioprocess Solutions, Lab Products & Services und Industrial Weighing. Die neuen Sparten bündeln jeweils die Geschäfte für gleiche Kundengruppen und Anwendungsfelder und bilden so den Marktfokus von Sartorius noch klarer ab.
Veränderungen im Konzernportfolio
In den Konzernabschluss sind neben der Muttergesellschaft Sartorius AG alle wesentlichen Beteilungsgesellschaften einbezogen, bei denen die Sartorius AG gemäß IAS 27 die Kontrolle ausübt.
Veränderungen im Berichtsjahr ergaben sich vor allem aus der Integration des Biohit-Pipettengeschäfts, das Sartorius am 14. Dezember 2011 erworben hatte. Nachdem dieser Zukauf bilanziell bereits im Konzernabschluss 2011 berücksichtigt worden war, erfolgt der Einbezug in die Erfolgsrechnung seit Jahresbeginn 2012.
Im Zuge der operativen Integration dieser Aktivität wurden im Jahresverlauf 2012 mehrere ehemalige Biohit-Vertriebsgesellschaften mit den entsprechenden Sartorius Ländergesellschaften verschmolzen.
Zudem veräußerte Sartorius im Berichtsjahr seinen nicht konsolidierten Anteil von 49,05 % an dem Joint Venture Munktell & Filtrak GmbH, der über die Sartorius Stedim Biotech GmbH gehalten worden war.
Konzernorganisation und Konzernführung
Der Sartorius Konzern ist weltweit durchgängig funktional organisiert. Dementsprechend wird das Unternehmen entlang der betrieblichen Kernfunktionen gesteuert.
Das zentrale Führungsgremium des Konzerns ist das Sartorius Group Executive Committee (GEC). Ihm gehören derzeit sechs Mitglieder an. Dies sind die Vorstände der Sartorius AG, die operativ tätigen Verwaltungsratsmitglieder der Sartorius Stedim Biotech S.A. sowie eine weitere Führungskraft mit übergreifender Verantwortung.
Auch auf den Führungsebenen, die dem GEC nachgelagert sind, wird die jeweilige Funktionsverantwortung global, das heißt standort- und regionenübergreifend, wahrgenommen. Die Zuständigkeit für die lokale Umsetzung der jeweiligen Strategien und Projekte liegt bei den Ländergesellschaften. Die Leitungsorgane der lokalen Gesellschaften führen ihre Unternehmen im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen, Satzungen und Geschäftsordnungen sowie nach den Regeln der bei Sartorius weltweit geltenden Grundsätze zur Unternehmensführung.
Gesamtwirtschaftliches und branchenspezifisches Umfeld
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug das weltweite Wirtschaftswachstum im Jahr 2012 etwa 3,3 % gegenüber 3,8 % im Vorjahr. Wesentlicher Einflussfaktor für die leichte Abschwächung war vor allem die Ausweitung der Staatsschuldenkrise in einer Vielzahl von Industrieländern.

Auf Basis der Daten des IWF stieg die Wirtschaftsleistung der Industrieländer im Berichtsjahr per Saldo um 1,3 % gegenüber 1,6 % im Jahr 2011. Die Entwicklung innerhalb der Industrienationen verlief dabei erneut recht heterogen.
Das Wachstum der US-Wirtschaft dürfte im Berichtsjahr 2,2 % (Vorjahr: 1,8 %) betragen haben. Wesentliche Antriebskräfte hierfür waren neben steigenden Staatsausgaben und Exporten vor allem ein starker privater Konsum.
In Deutschland setzte sich die seit Ende 2011 zu beobachtende Abschwächung der Wachstumsdynamik weiter fort. Während die Ausgaben der privaten Haushalte und des Staates zwar stiegen, reduzierten Unternehmen angesichts der unsicheren Geschäftsaussichten ihre Investitionen und bauten ihre Lagerbestände ab. Vor diesem Hintergrund sowie einer sich abschwächenden Nachfrage aus der Eurozone rechnet der IWF für das Berichtsjahr mit einem Anstieg des deutschen Bruttoinlandprodukts von 0,9 % (Vorjahr: 3,1 %).
Auch für Frankreich wird mit einem geringen Plus von 0,1 % (Vorjahr: 1,7 %) eine gedämpfte Wachstumsdynamik für das Jahr 2012 erwartet. Diese Entwicklung wird vor allem mit der steigenden Arbeitslosigkeit und stark rückläufigen Investitionen begründet.

Die hohe Wachstumsdynamik Asiens (China, Indien, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand und Vietnam) gab im Berichtsjahr aufgrund einer abgeschwächten Nachfrage aus der Eurozone und den USA leicht nach, befand sich allerdings weiter auf hohem Niveau: Insgesamt wird für das Jahr 2012 ein Wachstum von 6,7 % erwartet (Vorjahr: 7,8 %).
Das Wirtschaftswachstum Chinas dürfte für das Berichtsjahr laut IWF etwa 7,8 % betragen (Vorjahr: 9,2 %). Zum Tragen kamen hier vor allem Anlageinvestitionen sowie Infrastrukturmaßnahmen.
Neben der schwachen Nachfrage als Folge der Schuldenkrise wirkte sich in Indien primär der fiskalpolitische Konsolidierungsprozess zur Bekämpfung des Haushaltsdefizites negativ aus. Laut IWF beträgt das Wirtschaftswachstum 4,9 % gegenüber 6,8 % im Vorjahr.
Japans Wirtschaft dürfte im Jahr 2012 laut Schätzung des IWF um 2,2 % gewachsen sein (Vorjahr: - 0,8 %). Getrieben wurde dieses Wachstum hauptsächlich von staatlichen Ausgabenprogrammen infolge des Tsunamis im vorangegangenen Jahr, die sich insbesondere im ersten Halbjahr 2012 positiv auswirkten.

Wechselkursentwicklung
Zu den für den Sartorius Konzern wesentlichen Währungen zählt neben dem Euro auch der US-Dollar, an den einige wichtige weitere Währungen gekoppelt sind. Zur Mitte des Berichtsjahres schwächte sich der Außenwert der Gemeinschaftswährung ab und fiel im Juli auf ca. 1,20 US-Dollar. Im weiteren Verlauf des Berichtsjahres verteuerte sich der Euro gegenüber dem US-Dollar jedoch wieder und stieg zum Jahresende auf ca. 1,32 US-Dollar.

Zinsentwicklung
Das weltweite durchschnittliche Zinsniveau reduzierte sich im Berichtsjahr deutlich und erreichte historische Tiefststände. Der 3 -Monats-EURIBOR, d.h. der Zinssatz für Termingelder in Euro im Interbankengeschäft, sank von 1,4 % zum 31. Dezember 2011 auf 0,2 % zum 31. Dezember 2012.
Quellen: International Monetary Fund: World Economic Outlook October 2012; vwd; Deutsche Bundesbank.
Branchenspezifisches Umfeld
Die Hauptkunden von Sartorius kommen aus der biopharmazeutischen und pharmazeutischen Industrie, aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche sowie aus öffentlichen Forschungseinrichtungen. Von den Entwicklungen in den jeweiligen Branchen gehen daher wichtige Impulse für die Geschäftsentwicklung des Konzerns aus.
Pharmamärkte wachsen weiter stabil
Die wesentlichen Einflussfaktoren auf die Pharmabranche blieben im Berichtsjahr weitestgehend unverändert. Während die demografische Entwicklung, der verbesserte Zugang zu Gesundheitsversorgung insbesondere in den Emerging Markets, die Ausweitung von Zivilisations- und chronischen Krankheiten sowie die Entwicklung neuer Medikamente wichtige Wachstumstreiber darstellten, wirkten diesen vor allem Sparmaßnahmen in den Gesundheitssystemen der Industrienationen sowie Patentabläufe entgegen.
Das internationale Marktforschungsinstitut IMS Health rechnet für das Jahr 2012 mit einem Wachstum des Weltpharmamarktes von 3 % - 4 % (Vorjahr: 5,1 %).

Die stärksten Zuwachsraten zeigten nach Angaben des IMS erneut die Regionen Asien | Afrika | Australien mit 10 % bis 11 % und Lateinamerika mit 13 % bis 14 %. Diese Regionen profitierten vor allem durch den Ausbau staatlicher Gesundheitsversorgung.
Biotechnologiemarkt wächst im Vergleich zum Gesamtmarkt weiter überdurchschnittlich
Gegenüber dem Weltpharmamarkt zeigte der Biotechnologiemarkt weiterhin ein deutlich überproportionales Wachstum. Dies ist vor allem durch die Einführung zahlreicher neuer Biopharmazeutika in den letzten Jahren sowie die Erweiterung von Indikationen für vorhandene Arzneimittel begründet. Laut Angaben von IMS Health dürfte die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (2012 - 2015) rund 7,7 % betragen. Der Umsatzanteil von biologisch hergestellten Medikamenten stieg laut Expertenschätzungen von 10 % im Jahr 2002 auf ca. 20 % im Jahr 2012. Derzeit sind therapeutische Proteine, die u. a. in der Therapie von Diabetes oder chronischer Blutarmut eine wichtige Rolle spielen, noch immer die größte Gruppe biotechnologisch hergestellter Wirkstoffe. Experten gehen davon aus, dass insbesondere die Gruppe der monoklonalen Antikörper in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird. Sie werden u. a. für die Behandlung von Krebs, HIV und Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose oder Rheuma eingesetzt. Laut einer Studie der Boston Consulting Group befanden sich im Jahr 2011 ca. 300 monoklonale Antikörper in der klinischen Entwicklung (Phase I-III), deutlich mehr als im Jahr zuvor.
Starker Trend zu Einwegsystemen bei der Produktion von Biopharmazeutika
Biotechnologische Produktionsverfahren sind im Vergleich zu klassischen Verfahren weitaus komplexer und bislang kostenintensiver. Hersteller und Zulieferer arbeiten deshalb intensiv daran, produktivere verfahrenstechnische Lösungen zu entwickeln. Einwegprodukte spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie erfordern ein deutlich geringeres Investitionsvolumen, senken die Kosten für Reinigung und Validierung und minimieren Stillstandzeiten. Darüber hinaus bieten Einwegprodukte eine höhere Flexibilität und ermöglichen eine schnellere Markteinführung. Insbesondere aufgrund ihrer Wirtschaftlichkeit sind Single-use-Technologien mittlerweile in vielen Prozessschritten etabliert.
Öffentlicher Forschungssektor – Schwellenländer gewinnen an Bedeutung
Ein Teil der Nachfrage nach Laborequipment kommt aus der öffentlichen Forschung. Infolge der Wirtschaftskrise haben laut OECD einige Staaten Budgetkürzungen im Bereich Forschung und Entwicklung angekündigt und umgesetzt. Insgesamt rechnet die OECD dennoch mit einem Anstieg der weltweiten F&E-Ausgaben von 1,3 Mrd. US-Dollar in 2011 auf 1,4 Mrd. US-Dollar in 2012, der in erster Linie auf die steigenden Gesamtausgaben für F&E innerhalb der Schwellenländer zurückzuführen ist. In den Industrieländern hingegen sei eine Stagnation zu beobachten.
Chemiebranche – Produktionsausweitung verlangsamt sich
Laut dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat sich das Wachstum der weltweiten Chemieproduktion von 4,8 % im Jahr 2011 auf 2,0 % im Berichtsjahr 2012 verringert. Während die deutsche Chemieproduktion um 3 % schrumpfte und die US-amerikanische Chemiebranche stagnierte, lag das Wachstum beispielsweise in China mit 10,5 % nach wie vor auf hohem Niveau. Aufgrund deutlich gestiegener Preise, insbesondere für Petrochemikalien, dürfte das Umsatzwachstum der chemischen Industrie jedoch überproportional ausgefallen sein.
Quellen: The Boston Consulting Group: Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2012; Cefic: Chemicals Trends Report November 2012; Evaluate Pharma: World Preview 2018; OECD: Science, Technology and Industry Outlook 2012; IMS: IMS Health Market Prognosis May 2012.
Geschäftsentwicklung Konzern
Auftragseingang und Umsatz
Die Geschäftsentwicklung des Sartorius Konzerns verlief im Berichtsjahr mit deutlich zweistelligen Zuwächsen bei Umsatz und Ertrag erneut sehr positiv. Damit entwickelte sich der Konzern, insbesondere aufgrund des starken Nordamerika-Geschäfts der Sparte Bioprocess Solutions, besser als zu Jahresanfang prognostiziert.

Der Auftragseingang erhöhte sich im Jahr 2012 um 15,7 % (wb1) + 12 %) auf 866,8 Mio. €. Im gleichen Zeitraum stieg der Konzernumsatz um 15,4 % (wb + 11,7 %) auf 845,7 Mio. €. Zu dieser Umsatzsteigerung trug das zum Jahresende 2011 übernommene Biohit Liquid Handling-Geschäft etwa 6 Prozentpunkte bei.

Die Konzernsparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services verzeichneten im Berichtsjahr deutliches Wachstum. So stieg der Auftragseingang der Sparte Bioprocess Solutions um 11 % (wb + 7,3 %) auf 479,5 Mio. €. Der Umsatz legte vor allem aufgrund der starken Nachfrage nach unseren Single-Use-Produkten um 15,6 % (wb + 11,8 %) auf 474,2 Mio. € zu.

| Umsatz in Mio. € |
Wachstum in % |
Wachstum 1) in % |
|
|---|---|---|---|
| Konzern | 845,7 | 15,4 | 11,7 |
| Bioprocess Solutions | 474,2 | 15,6 | 11,8 |
| Lab Products & Services | 268,9 | 21,1 | 17,1 |
| Industrial Weighing | 102,7 | 1,8 | – 0,2 |
1) wechselkursbereinigt (wb)
Die Sparte Lab Products & Services erhielt im Berichtsjahr Aufträge in Höhe von 282 Mio. €. Dies entspricht einer Steigerung von 30,5 % (wb + 26,2 %). Der Umsatz legte um 21,1 % (wb + 17,1 %) auf 268,9 Mio. € zu. Der erstmalige Einbezug des Liquid Handling-Geschäfts von Biohit trug dabei wechselkursbereinigt rund 19 Prozentpunkte zum Umsatzanstieg bei. Ohne Wechselkurs- und Akquisitionseffekte lag der Umsatz geringfügig unterhalb des sehr guten Vorjahresniveaus, das durch hohe Auftragsbestände aus dem Jahr 2010 begünstigt war.
Die Sparte Industrial Weighing steigerte ihren Auftragseingang um 3,9 % (wb + 1,9 %) auf 105,4 Mio. €. Mit einem Umsatz von 102,7 Mio. € erreichte die Sparte erwartungsgemäß etwa das gute Niveau des Vorjahres (+ 1,8 %; wb - 0,2 %).
Weitere Informationen zur Geschäftsentwicklung der Konzernsparten befinden sich auf den Seiten 30 ff. (Sparte Bioprocess Solutions), 37 ff. (Sparte Lab Products & Services) und 41 ff. (Sparte Industrial Weighing).

In Europa, der umsatzstärksten Region des Sartorius Konzerns mit einem Umsatzanteil von rund 50 %, verzeichneten wir ein Umsatzplus von 8,6 % (wb). Während die Sparte Bioprocess Solutions um 7,6 % (wb) zulegen konnte, trug die Lab Products & Services-Sparte, bedingt durch die erstmalige Konsolidierung des Biohit Liquid Handling-Geschäfts, mit einer Steigerung von 17,5 % (wb) überdurchschnittlich zur positiven Geschäftsentwicklung in Europa bei. Der Umsatz der Sparte Industrial Weighing lag, u.a. vor dem Hintergrund des gedämpften konjukturellen Umfelds in Europa, leicht unter Vorjahr (wb - 3,8 %).
In der Region Asien | Pazifik, auf die rund 24 % des Konzernumsatzes entfallen, steigerte die Sparte Bioprocess Solutions ihren Umsatz um + 13,9 % (wb). Während die Sparte Lab Products & Services um + 14,4 % (wb) zulegen konnte, zeigte die Sparte Industrial Weighing einen Zuwachs von 7 % (wb). Insgesamt stieg der Umsatz in der Region um 13 % (wb).
Die Region Nordamerika, die für rund 23 % des Konzernumsatzes steht, entwickelte sich mit einem Zuwachs von 18,9 % (wb) sehr dynamisch, angetrieben durch die Sparten Bioprocess Solutions (wb + 18,2 %) und Lab Products & Services (wb + 25,4 %). Der Umsatz der Industrial Weighing-Sparte belief sich etwa auf dem Niveau des Vorjahres (wb - 0,7 %).

| Umsatz 1) in Mio. € |
Wachstum in % |
Wachstum 2) in % |
|
|---|---|---|---|
| Konzern | 845,7 | 15,4 | 11,7 |
| Europa | 419,2 | 9,3 | 8,6 |
| Nordamerika | 191,1 | 28,6 | 18,9 |
| Asien | Pazifik | 203,8 | 18,6 | 13,0 |
| Übrige Märkte | 31,6 | 9,0 | 8,8 |
1) nach Sitz des Kunden
2) wechselkursbereinigt
Ergebnis
Der Sartorius Konzern verwendet als zentrale Ertragskennziffer das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisation (EBITA). Die Amortisation bezieht sich dabei ausschließlich auf die gemäß IFRS 3 durchgeführte Kaufpreisallokation auf akquirierte immaterielle Vermögenswerte. Um ein vollständiges und transparentes Bild der Ertragskraft des Konzerns zu vermitteln, geben wir das Ergebnis zusätzlich um Sondereffekte bereinigt an (= underlying EBITDA, underlying EBITA).
Die Ertragsentwicklung des Sartorius Konzerns verlief im Geschäftsjahr 2012 erneut besser als zu Jahresbeginn prognostiziert. Hierzu trugen vor allem ein starkes Geschäft der Sparte Bioprocess Solutions, aber auch positive Wechselkurseffekte bei. So stieg das underlying EBITDA überproportional um 19,8 % auf 163,6 Mio. €. Die underlying EBITDA-Marge belief sich auf 19,3 % gegenüber 18,6 % im Vorjahr. Das underlying EBITA erhöhte sich um 20,3 % auf 135 Mio. €. Die entsprechende Ergebnismarge verbesserte sich von 15,3 % auf 16,0 %.

Die größte Ergebnissteigerung erzielte im Berichtsjahr die Sparte Bioprocess Solutions, deren underlying EBITA überproportional um 22,9 % von 71,6 Mio. € auf 88 Mio. € zulegen konnte. Dabei verbesserte sich die Marge der Sparte von 17,5 % auf 18,6 %. Die Lab Products & Services-Sparte verbuchte ein underlying EBITA von 36,9 Mio. €. Dies entspricht einer Steigerung von 20,1 % (Vorjahr: 30,7 Mio. €). Die Marge belief sich mit 13,7 % planmäßig etwa auf dem Niveau des Vorjahres (13,8 %). Die Sparte Industrial Weighing erzielte ein underlying EBITA von 10,1 Mio. € (Vorjahr: 9,9 Mio. €); die Marge blieb mit 9,9 % gegenüber 2011 etwa konstant (9,8 %).
| EBITA 1) in Mio.€ |
EBITA-Marge 1) in % |
|
|---|---|---|
| Konzern | 135,0 | 16,0 |
| Bioprocess Solutions | 88,0 | 18,6 |
| Lab Products & Services | 36,9 | 13,7 |
| Industrial Weighing | 10,1 | 9,9 |
1) underlying
Inklusive der Sondereffekte in Höhe von - 13,9 Mio. € (Vorjahr: - 11,3 Mio. €), belief sich das EBITA des Konzerns auf 121,1 Mio. € (Vorjahr: 100,9 Mio. €). Die Sondereffekte umfassten im Wesentlichen den Transfer der Bag-Produktion von Concord, Kalifornien, nach Yauco, Puerto Rico, die Integration des Biohit Liquid Handling-Geschäfts sowie andere nicht-operative Aufwendungen und Erträge. Die entsprechende EBITA-Marge lag bei 14,3 % (Vorjahr: 13,8 %). Das unbereinigte Konzernjahresergebnis nach Anteilen anderer Gesellschafter belief sich im Berichtsjahr auf 48,5 Mio. €, nach 41,6 Mio. € im Vorjahr.
Der maßgebliche underlying Konzernjahresüberschuss legte um 19,3 % auf 63,0 Mio. € (Vorjahr: 52,8 Mio. €) zu. Dieser ergibt sich durch Bereinigung der Sondereffekte, der Herausrechnung nicht-zahlungswirksamer Amortisation und Bewertungseinflüsse aus Sicherungsgeschäften, jeweils einschließlich entsprechender Steuereffekte, sowie durch Berücksichtigung von Minderheitsanteilen. Das entsprechende Ergebnis je Stammaktie beläuft sich auf 3,69 € (Vorjahr: 3,09 €) bzw. je Vorzugsaktie auf 3,71 € (Vorjahr: 3,11 €).
Weitere Informationen zur Ergebnisentwicklung und zu den Sondereffekten der Konzernsparten befinden sich auf den Seiten 33, 38f und 42f.

Gewinnverwendung
Aufsichtsrat und Vorstand werden der am 18. April 2013 stattfindenden Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2012 vorschlagen. Der Vorschlag wird eine Dividende je Vorzugsaktie von 0,96 € (Vorjahr: 0,82 €) und von 0,94 € (Vorjahr: 0,80 €) je Stammaktie vorsehen. Damit würde sich die Ausschüttungssumme um 17,3 % von 13,8 Mio. € auf 16,2 Mio. € erhöhen.
Forschung und Entwicklung
Im Gesamtkonzern wurden im Berichtsjahr 48,1 Mio. € für Forschung und Entwicklung (F&E) aufgewendet. Im Vergleich zum Vorjahr (44,3 Mio. €) erhöhte sich der Wert um 8,6 %. Die umsatzbezogene F&E-Quote lag bei 5,7 % und damit leicht unter Vorjahresniveau (6,0 %).

Wir streben neben eigener Forschung und Entwicklung weiterhin an, unser Produktportfolio auch über Technologieintegration im Rahmen von Kooperationen kontinuierlich zu erweitern.
Zur Absicherung unseres vorhandenen Know-hows betreiben wir in unseren Sparten eine gezielte Schutzrechtspolitik. Wir überwachen systematisch die Einhaltung unserer Schutzrechte und prüfen nach Kosten- | Nutzen-Gesichtspunkten die Notwendigkeit, einzelne Schutzrechte weiter aufrechtzuerhalten.
Die Anzahl der Anmeldungen von Schutzrechten lag im Jahr 2012 mit 258 etwa auf dem hohen Niveau des Vorjahres (259). Im Ergebnis der Anmeldungen aus vorangegangenen Jahren wurden uns im Berichtsjahr 204 (Vorjahr: 182) Schutzrechte erteilt. Zum Bilanzstichtag befanden sich insgesamt 2.847 gewerbliche Schutzrechte in unserem Bestand (Vorjahr: 2.365).
Weitere Informationen finden Sie in den Sparten-Kapiteln auf den Seiten 35f., 40 und 44.
Investitionen
Im Berichtsjahr konnten wir unsere Bauprojekte zur Erweiterung der Produktionskapazitäten plangemäß abschließen. Vor diesem Hintergrund lagen die Investitionen des Sartorius Konzerns mit 74,2 Mio. € weiterhin auf hohem Niveau (Vorjahr: 51,8 Mio. €).
Im April 2012 haben wir in Göttingen ein neues Gebäude für die Herstellung von Filtermembranen eingeweiht und im Sommer 2012 den Standort Yauco, Puerto Rico, zum zentralen Produktions- und Logistikstandort für den nordamerikanischen Markt ausgebaut, an dem nun neben Filtern auch Bags hergestellt werden. Darüber hinaus haben wir die Fermenter- und Bioreaktorproduktion im Mai 2012 von Melsungen an unseren neu errichteten Standort in Guxhagen transferiert.
Zudem hat Sartorius im Berichtsjahr in Göttingen erfolgreich ein neues ERP-System in Betrieb genommen. Dieses System basiert auf neuen Geschäftsprozessen, die 2011 konzernweit vereinheitlicht definiert wurden. Damit wurde ein wichtiges Teilziel erreicht, um eine weltweit standardisierte Plattform für nachhaltiges und profitables Wachstum zu schaffen. Ab 2013 sollen die harmonisierten Geschäftsprozesse und das neue ERP-System schrittweise international ausgerollt werden.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Die nachstehend ausgewiesenen Mitarbeiterzahlen umfassen alle Beschäftigten außer Auszubildende, Praktikanten, Dauerabwesende und Mitarbeiter in Altersteilzeit. Die Anzahl wird nach Kopfzahl angegeben, d.h. alle Mitarbeiter werden gezählt, unabhängig davon, ob sie eine Teilzeit- oder Vollzeittätigkeit ausüben.
Am 31. Dezember 2012 waren im Sartorius Konzern 5.491 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, 12,4 % mehr als ein Jahr zuvor. Wesentlicher Grund für den Anstieg war neben unserem dynamischen Wachstum der erstmalige Einbezug von rund 400 Mitarbeitern, die durch Biohit Liquid Handling hinzugekommenen sind. 2011 hätte die Mitarbeiterzahl inklusive dieses Zukaufs 5.299 betragen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
| 2012 | 20111) | Wachstum in % |
|
|---|---|---|---|
| Bioprocess Solutions | 2.777 | 2.621 | 5,9 |
| Lab Products & Services | 1.972 | 1.547 | 27,4 |
| Industrial Weighing | 742 | 718 | 3,4 |
| Gesamt | 5.491 | 4.887 | 12,4 |
1) Ohne Biohit Liquid Handling
Rund die Hälfte der Mitarbeiter war in der Sparte Bioprocess Solutions tätig (2.777 bzw. 50,6 %). In der Sparte Lab Products & Services war mit 1.972 Mitarbeitern gut ein Drittel der Belegschaft beschäftigt. Durch den Erwerb von Biohit Liquid Handling erfolgte hier der höchste Personalaufbau. Die Sparte Industrial Weighing zählte zum Stichtag 742 Mitarbeiter (13,5 %).

Regional betrachtet stieg die Beschäftigtenzahl am stärksten in Europa. Hier waren zum 31. Dezember 2012 insgesamt 3.650 Menschen bei Sartorius beschäftigt (Vorjahr: 3.211) und damit 13,7 % mehr als Ende 2011. In der Region Asien | Pazifik stieg die Mitarbeiterzahl um 9,4 % auf 1.078 Personen (2011: 985). In beiden Regionen waren die Zuwächse vorwiegend akquisitionsbedingt. In Nordamerika erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr um 6,1 % auf nunmehr 606 Mitarbeiter (2011: 571). Wir haben hier insbesondere Vertriebs- und Applikationsspezialisten eingestellt. An unserem Produktionsstandort für Bags in Mohamdia (Tunesien), den wir den übrigen Märkten zurechnen, haben wir die Personalkapazität von 120 auf 157 Mitarbeiter erhöht.

Zum Stichtag waren 2.965 Mitarbeiter und damit 54,0 % in der Produktion beschäftigt (Vorjahr: 2.600). Ausschlaggebend für den Anstieg um 14,0 % war neben der Biohit Liquid Handling-Akquisition die Verstärkung von Produktionskapazitäten aufgrund der starken Nachfrage nach Einwegprodukten. Mit 1.580 Mitarbeitern war ein knappes Drittel der Konzernbelegschaft in Marketing, Vertrieb und Service tätig (Vorjahr: 1.433). Die Mitarbeiterzahl im Forschungs- und Entwicklungsbereich erhöhte sich um 13,6 % auf 451 Personen. In den Verwaltungseinheiten, wie z.B. Finanzen, Personal und IT, beschäftigten wir zum Ende des Berichtsjahres 496 Mitarbeiter (Vorjahr: 458).
Mitarbeiter nach Alter
| In % | |
|---|---|
| 16 – 20 Jahre | 0,7 |
| 21 – 30 Jahre | 20,8 |
| 31 – 40 Jahre | 29,2 |
| 41 – 50 Jahre | 27,5 |
| 51 – 60 Jahre | 19,4 |
| 61 Jahre und älter | 2,4 |
Zum 31. Dezember 2012 waren im Sartorius Konzern 1.856 Frauen und 3.635 Männer beschäftigt, was Anteilen von 34 % bzw. 66 % an der Gesamtbelegschaft entspricht. Über die Hälfte unserer Mitarbeiter sind zwischen 31 und 50 Jahre alt. Das Durchschnittsalter aller Beschäftigten lag im Berichtszeitraum bei 40,7 Jahren.
Fluktuation, Neueinstellungen, Betriebszugehörigkeit und Abwesenheit
Sartorius berechnet die Fluktuationsquote aus dem Verhältnis von Unternehmensaustritten zur durchschnittlichen Beschäftigtenzahl im Berichtsjahr. In der Quote sind Kündigungen sowie altersbedingtes und sonstiges Ausscheiden aus dem Unternehmen berücksichtigt. 2012 betrug die konzernweite Fluktuationsquote rechnerisch 11,3 % (Vorjahr: 7,6 %). Der Anstieg der Quote lässt sich neben dem Transfer von Arbeitsplätzen vom kalifornischen Concord nach Yauco, Puerto Rico, vor allem durch Schwankungen aufgrund befristeter Arbeitsverträge in der Produktion insbesondere an den französischen Sartorius Standorten erklären. An den deutschen Konzernstandorten, an denen wir 43,6 % unserer Mitarbeiter beschäftigen, lag die Fluktuationsquote mit 3,9 % unter dem Vorjahresniveau (4,2 %).
Im Berichtsjahr wurden insgesamt 838 Mitarbeiter neu eingestellt. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter lag 2012 weltweit bei 10,3 Jahren, in Deutschland betrug sie 14,2 Jahre.
Bezogen auf die Gesamtmitarbeiterzahl war im Berichtsjahr jeder Mitarbeiter durchschnittlich 6,5 Tage krankheitsbedingt abwesend. Darin sind Fehltage aufgrund von Langzeiterkrankungen und gesetzlichen Mutterschutzzeiten sowie Abwesenheiten aufgrund von Arbeitsunfällen nicht enthalten.
Geschäftsentwicklung der Sparte Bioprocess Solutions
Strategie
Bioprozessgeschäft mit führender Position
Das Bioprozessgeschäft, das einen Großteil der vormaligen Biotechnologie-Sparte darstellt, wird seit Anfang 2012 als eigenständige Sparte unter dem Namen Bioprocess Solutions geführt. Der deutlich kleinere Teil der Biotechnologie-Sparte, das Geschäft mit Laborverbrauchsmaterialien, ist seit Anfang des Berichtsjahres Bestandteil der Sparte Lab Products & Services.
Mit der Sparte Bioprocess Solutions sind wir als Anbieter integrierter Lösungen für zentrale Prozessschritte in der biopharmazeutischen Produktion positioniert (Total Solution Provider-Strategie). Wir verfügen über ein umfangreiches Technologie-, Produkt- und Serviceportfolio, das unsere Kunden dabei unterstützt, Medikamente und Impfstoffe auf biologischer Basis sicher und effizient herzustellen. Die Sparte ist weltweit führend in der Prozessfiltration, Fermentation, Fluid-Management-Technologie und Membranchromtographie.

Umfangreiches Single-use-Portfolio
Ein besonderes Augenmerk legen wir darauf, unseren Biopharmakunden Einwegprodukte für ihre Produktionsprozesse anbieten zu können. Diese Einwegprodukte, die für rund drei Viertel des Spartenumsatzes stehen, stellen für unsere Kunden eine innovative Alternative zu herkömmlichen wiederverwendbaren Systemen aus Edelstahl dar, da sie mit erheblichen Kosten- und Zeitvorteilen einhergehen und zudem das Risiko von Kontaminationen reduzieren. Im Bereich der Einwegtechnologien verfügen wir über das umfangreichste Portfolio der Branche und bieten darüber hinaus integrierte Systeme an. Zusätzlich differenzieren wir uns vom Wettbewerb durch umfassende technologische Beratung und den auf die jeweilige Applikation zugeschnittenen Service.
Total Solution Provider-Strategie mit großem Potenzial
In der Sparte Bioprocess Solutions setzen wir die erfolgreiche Lösungsanbieter-Strategie des vergangenen Jahrzehnts konsequent weiter um. Unser Fokus liegt dabei auf dem Biopharma-Markt, den wir weiterhin als hochattraktiv mit stabilem, überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial ansehen.
Unser Ziel ist es, in Zukunft weiter deutlich organisch zu wachsen. Das bestehende Geschäft verfügt bereits über eine sehr gute Positionierung, die wir weltweit ausbauen und dabei die regionale Präsenz weiter verbessern wollen. Um in dem weltweit führenden Biopharma-Markt Nordamerika noch stärker wachsen und Marktanteile gewinnen zu können, haben wir in dieser Region vor allem unsere Kapazitäten im Vertriebs- und Applikationsbereich verstärkt. Als zweiten regionalen Schwerpunkt haben wir die dynamisch expandierenden Pharmamärkte Asiens definiert, vor allem China, Indien und Südkorea. Auch hier haben wir unsere Organisation insbesondere in vertrieblichen und applikationstechnischen Funktionen deutlich erweitert.
Erweiterung des Produktportfolios
Durch die im Dezember 2012 geschlossene Kooperationsvereinbarung mit dem Schweizer Life Sciences- Konzern Lonza über den Vertrieb von Zellkultur- Medien konnten wir unser Produktportfolio um einen weiteren wichtigen Baustein ergänzen. Darüber hinaus wollen wir die Angebotspalette von Bioprocess Solutions, bereits heute eine der breitesten und attraktivsten der Branche, schrittweise weiter entlang der Prozesskette der Biophamaindustrie vervollständigen.
Forschung und Entwicklung
Für die Umsetzung unserer Strategie spielen neben eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auch gezielte strategische Partnerschaften und Übernahmen eine zentrale Rolle. In diesem Zusammenhang hat unser F&E-Bereich verstärkt Kompetenzen in der Technologie-Integration aufgebaut, wodurch die von unseren Partnern eingebrachten Technologien schnell mit eigenen Komponenten zu neuen, innovativen Produkten zusammengeführt werden können.
Kennzahlen Bioprocess Solutions
| in Mio. € | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Auftragseingang | 479,5 | 432,0 |
| Umsatz | 474,2 | 410,2 |
| EBITDA1) | 104,7 | 87,7 |
| in % vom Umsatz | 22,1 | 21,4 |
| Abschreibungen | 25,0 | 24,5 |
| EBITA1) | 88,0 | 71,6 |
| in % vom Umsatz | 18,6 | 17,5 |
| Mitarbeiter per 31.12. | 2.777 | 2.621 |
1) underlying
Auftragseingang und Umsatz
Die Sparte Bioprocess Solutions verbuchte im Berichtsjahr Auftragseingänge mit einem Gesamtvolumen von 479,5 Mio. €. Dies entspricht einem Anstieg von 11 % bzw. wechselkursbereinigt von 7,3 %. Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 15,6 % (wb + 11,8 %) auf 474,2 Mio. € und entwickelte sich somit insbesondere aufgrund eines starken Geschäfts in Nordamerika deutlich besser als von uns zu Jahresbeginn mit einem Wachstum von 6 % bis 8 % (wb) prognostiziert. Dabei konnte die Sparte nach unserer Einschätzung in der Berichtsperiode weitere Marktanteile gewinnen.
Unser Geschäft mit Einwegprodukten entwickelte sich weiter sehr dynamisch. Neben etablierten Einwegfiltern traf unsere neue Sterilfiltermembran Sartopore platinum auf sehr positive Resonanz bei unseren Kunden. Auch unser Bag-Geschäft sowie unsere Produkte für die Aufreinigung biopharmazeutischer Medien zeigten deutliches Wachstum.

Die Geschäftsentwicklung der Sparte wurde im Berichtsjahr durch alle Regionen getragen. Unsere umsatzstärkste Region, Europa, die rund 47 % unseres Bioprozessgeschäfts ausmacht, legte beim Umsatz um 7,6 % (wb) zu.
In Nordamerika erzielten wir rund 30 % des Spartenumsatzes. Das Geschäft in dieser Region zeigte im Berichtsjahr mit einem Umsatzanstieg von 18,2 % (wb) die größte Wachstumsdynamik und übertraf damit unsere Erwartungen. Hierzu trug neben unseren Einweg-Produkten auch ein gutes Equipment-Geschäft bei.
Die Region Asien | Pazifik, die in 2012 20 % des Gesamtgeschäfts ausmachte, entwickelte sich ebenfalls dynamisch. Hier verzeichneten wir eine Umsatzsteigerung in Höhe von 13,9 % (wb) gegenüber einer starken Vorjahresbasis.

| Umsatz1) in Mio. € |
Wachstum in % |
Wachstum2) in % |
|
|---|---|---|---|
| Bioprocess Solutions | 474,2 | 15,6 | 11,8 |
| Europa | 221,8 | 8,1 | 7,6 |
| Nordamerika | 141,7 | 27,9 | 18,2 |
| Asien | Pazifik | 94,6 | 18,5 | 13,9 |
| Übrige Märkte | 15,9 | 10,7 | 10,6 |
1) nach Sitz des Kunden
2) wechselkursbereinigt
Ergebnis
Um ein vollständiges und transparentes Bild der Ertragskraft der Sparte Bioprocess Solutions zu vermitteln, geben wir das Ergebnis zusätzlich um Sondereffekte bereinigt an (= underlying EBITDA, underlying EBITA).
Das Ergebnis der Sparte Bioprocess Solutions entwickelte sich in der Berichtsperiode auf Basis des guten Umsatzwachstums sowie positiven Wechselkurseffekten deutlich besser als prognostiziert. So stieg das underlying EBITDA überproportional um 19,4 % auf 104,7 Mio. €. Die Marge erhöhte sich entsprechend von 21,4 % auf 22,1 %. Das underlying EBITA verbesserte sich von 71,6 Mio. € auf 88 Mio. € und legte somit um 22,9 % zu. Die Ergebnismarge der Sparte verbesserte sich von 17,5 % auf 18,6 %.

EBITDA und EBITA-Marge Bioprocess Solutions
| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| EBITDA-Marge1) in % | 22,1 | 21,4 |
| EBITA-Marge1) in % | 18,6 | 17,5 |
1) underlying
Die Sparte verbuchte im Berichtsjahr Sondereffekte in Höhe von - 8,9 Mio. € gegenüber - 4,5 Mio. € im Vorjahr. Inklusive dieser Sondereffekte stieg das EBITA von 67,1 Mio. € auf 79,1 Mio. €, die entsprechende Marge erhöhte sich von 16,4 % auf 16,7 %.
Marketing | Vertrieb | Service
In der Konzernsparte Bioprocess Solutions decken wir mit einem umfassenden Produktportfolio weite Teile der biopharmazeutischen Prozesskette ab. Eine besondere Rolle spielen dabei Einwegprodukte, die mittlerweile in fast allen Prozessschritten etabliert sind und konventionelle Lösungen zunehmend ablösen. Im Berichtsjahr richteten wir unsere Aktivitäten deshalb auf die Einführung weiterer Einweg-Produkte sowie kompletter, Einweg-basierter Systemlösungen.
Vertriebsoffensive in den USA gestartet
Im Berichtsjahr haben wir in den USA eine Vertriebsinitiative gestartet, mit der wir unsere Aktivitäten im weltweit größten Pharmamarkt optimieren. Die Initiative beinhaltete neben einer umfassenden Analyse derzeitiger Vertriebsstrukturen und -prozesse auch eine Analyse unserer Kunden. Im Ergebnis führte sie zu einer Priorisierung von Vertriebsressourcen sowie zu einer stärkeren Fokussierung von bestimmten Biotech-Regionen. Nach ihrem erfolgreichen Auftakt in den USA soll die Vertriebsinitiative auch in Europa und Asien umgesetzt werden.
Erfolgreiche Marketingkommunikation
Die ACHEMA, die weltgrößte Leitmesse für Prozesstechnik, zählte zu den Marketing-Highlights 2012. Wir präsentierten eine große Anzahl von Produktneuheiten aus den Bereichen Filtration, Fermentation und Fluid- Management. Unter dem Titel „Experience Innovations“ veröffentlichten wir ein Supplement, das über Fachzeitschriften zur gezielten Kundenansprache vertrieben wurde. Darüber hinaus nahmen wir an einer Reihe weiterer internationaler Ausstellungen teil.
Unsere Marketingkommunikation haben wir im Online- Bereich deutlich ausgebaut. Per Newsletter informieren wir mehr als 260.000 Interessenten regelmäßig über neue Produkte, Veranstaltungen oder Angebote. Komplett neu gestaltet wurde der globale Internet- Auftritt. Seit April 2012 präsentieren wir uns mit einer Website, die mehrsprachig umfassende Produkt- und Applikationsinformationen bereitstellt und mit einem erweiterten e-Shop einen wichtigen Vertriebskanal für Händler und Endkunden bietet.
Service in Asien etabliert; Validierungsleistungen gefragt
Um die oftmals sehr komplexen Produktionsprozesse unserer Kunden optimal zu unterstützen, bieten wir Know-how-intensive Serviceleistungen. Diese tragen wesentlich zur Durchsetzung technologischer Entwicklungen bei. Im Berichtsjahr konnten wir eine steigende Nachfrage nach Validierungsleistungen verzeichnen. Insbesondere aus Asien, wo wir im Jahr 2012 den Ausbau unserer Servicestrukturen abgeschlossen haben, bekamen wir eine hohe Nachfrage zur Erstellung von Validierungsstudien. Auf große Resonanz bei unseren Kunden stieß das „Extractables and Leachables Forum“, das wir 2012 erstmalig auch in den USA ausrichteten.
Partnerschaft zum Vertrieb von PAT-Software getroffen
Zur Optimierung biopharmazeutischer Entwicklungs- und Produktionsprozesse haben wir im Berichtsjahr mit dem schwedischen Unternehmen Umetrics eine Vertriebspartnerschaft getroffen. Dessen Softwarelösungen werden wir in das eigene PAT-Portfolio integrieren und global an die Pharma- und Biotech- Industrie vermarkten. Unseren Kunden bieten wir damit die Möglichkeit, kritische Prozessparameter bei Zellkultur- und Aufreinigungsprozessen effizient zu identifizieren und Entwicklungszeiten zu verkürzen.
Produkte
Unseren Kunden aus der biopharmazeutischen Industrie bieten wir ein umfangreiches Portfolio zur Herstellung medizinischer Wirkstoffe. Es umfasst eine Vielzahl von Einwegprodukten, die in Upstream- und Downstream-Anwendungen eingesetzt werden. Konkret verfügen wir über eine umfassende Palette an Filtermembranen, die überwiegend für den einmaligen Gebrauch (Single-use) angeboten werden. Hinzu kommen Einweg- und Mehrwegbioreaktoren sowie Einwegbeutel, Schläuche, Konnektoren und Container. Ergänzt wird das Produktspektrum durch Filtrationssysteme, Filterintegritätstestgeräte und anspruchsvolle Serviceleistungen.
Leistungsstarke Produktneuheiten für die Filtration
Zu den Highlights im Berichtsjahr zählte der Launch der neuen Sterilfiltermembran Sartopore platinum, die mit herausragenden Leistungseigenschaften ganz neue Maßstäbe im Wettbewerbsumfeld setzt. Aufgrund ihrer geringen Proteinbindung steigert sie Produktausbeuten erheblich. Ihr äußerst geringer Wasserbedarf zur Benetzung sowie die breite Anwendungsmöglichkeit für fast alle Filtrationsprozesse sind weitere Vorteile der neuen Membran, die maßgeblich dazu beiträgt, die Wirtschaftlichkeit biopharmazeutischer Herstellprozesse zu erhöhen.
Daneben haben wir 2012 das Angebot unserer Vorfilter mit einer neuen Produktserie komplettiert. Wir führten weitere Filtermodule zur Virusabreicherung ein und präsentierten neue Cassetten zur Crossflow-Filtration. Die neue und besonders kompakte Filtrationsanlage SartoflowStudy erlaubt eine Aufkonzentrierung von sehr kleinen Produktchargen. Sie ist flexibel einsetzbar und kann vom Kunden sowohl für die Prozessentwicklung als auch für Filtrationsaufgaben im kleinen Produktionsmaßstab genutzt werden.
Neue Generation von Bioreaktoren präsentiert
Für die Zellkultivierung haben wir zwei neue Generationen etablierter Bioreaktor-Serien vorgestellt. Komplett überarbeitet wurde der Bioreaktortyp Biostat B, der sowohl für mikrobielle als auch für Zellkulturanwendungen eingesetzt werden kann. Das flexible System ist in verschiedenen Konfigurationen verfügbar und kann für vielfältige Anforderungen in der biotechnologischen Forschung und Entwicklung sowie im validierten GMP-Umfeld eingesetzt werden. Mit der neusten Generation des Biostat D-DCU führten wir standardisierte Edelstahl-Bioreaktoren in den Markt ein. Der modulare Aufbau des Systems ermöglicht Kunden eine individuelle Konfiguration ihres Bioreaktors. Aufgrund einer gemeinsamen Technologieplattform dieser Serie profitieren sie zugleich von geringeren Kosten und kürzeren Lieferzeiten.
Innovatives Reinraumsystem vorgestellt
Gemeinsam mit unserem amerikanischen Kooperationspartner G-Con präsentierten wir auf der ACHEMA das modulare Reinraumsystem FlexMoSys. Das innovative und GMP-kompatible Reinraummodul integriert unser umfangreiches Produkt- und Technologieportfolio. Im Vergleich zu einer konventionellen Reinraumumgebung stellt es eine vergleichsweise schnell verfügbare und kostengünstige Alternative für Hersteller dar, die kurzfristig Produktionskapazitäten benötigen.
Zellkultur-Medien ergänzen Produktportfolio
Durch eine zum Ende des Jahres 2012 getroffene Kooperationsvereinbarung mit dem Schweizer Life Science Konzern Lonza erweitern wir unsere Produktpalette im Bereich der Zellkultur substantiell. Mit der Vermarktung von Medien und Pufferlösungen, die in jedem biopharmazeutischen Herstellprozess benötigt werden, bieten wir Kunden nun noch mehr Produkte aus einer Hand.
Forschung und Entwicklung
Das Produkt- und Technologieportfolio der Sparte Bioprocess Solutions wurde in den letzten Jahren durch eigene Entwicklungstätigkeit und Kooperationen mit externen Partnern deutlich erweitert. Durch die Kombination verschiedener Technologien entwickeln wir innovative Produkte wie beispielsweise Module unserer FlexAct-Serie, Einwegbioreaktoren oder Lösungen zur Prozessanalytik.
Im Berichtsjahr haben wir unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten intensiviert und die Aufwendungen um 16,2 % auf 27,8 Mio. € erhöht (Vorjahr: 23,9 Mio. €). Die entsprechende F&E-Quote lag mit 5,9 % leicht über dem Vorjahreswert (5,8 %).
Hohe Anzahl von Neuheiten zur ACHEMA
Im Bereich F&E war das Jahr 2012 geprägt von der Entwicklung und Fertigstellung vieler Produktneuheiten zur ACHEMA, der weltweiten Leitmesse für Prozesstechnik. Hier präsentierten wir z.B. ein neues FlexAct- Modul für den Integritätstest von Einwegbeuteln, zwei neue Generationen von Bioreaktoren oder die neue Filtermenbranen Sartopore 3 und Sartoguard NF, für die wir neue und bislang am Markt einzigartige Membranstrukturen und Oberflächentechnologien etabliert haben. Dabei entwickelten wir eine neue Generation an Filterkerzen, deren Aufbau und Membranplissierung die Filterfläche vergrößert und die Filtrationsleistung wesentlich erhöht.
Neue Kunststofffilme und -schläuche entwickelt
Gemeinsam mit einem Kooperationspartner haben wir im Berichtsjahr neue Kunststofffilme entwickelt, die sehr robust sind und aufgrund ihrer besonderen Eignung für mikrobielle Organismen und Zellkulturen ganz neue Standards setzen. Wir nutzen diese Filme für eine neue Generation von Einwegbeuteln, die für das Fluid Management bzw. zur Zellkultivierung eingesetzt werden. Ein Beispiel dafür stellt ein weiteres Modell unserer erfolgreichen Einwegbioreaktorserie Biostat STR dar. Mit der im Berichtjahr entwickelten 2.000 Liter-Variante komplettieren wir die Serie und bieten unseren Kunden damit eine sehr interessante Alternative zu klassischen Edelstahl-Systemen für den Produktionsmaßstab. Darüber hinaus haben wir auch an der Entwicklung neuer Einwegschläuche für das Fluid Management gearbeitet. Neben einem neuen Siliconschlauch ist ein weiterer Einwegschlauch entwickelt worden, den wir für die gesamte Produktpalette im Fluid Management-Bereich nutzen werden.
Kooperation zur Entwicklung von Einweg- Produkten für pharmazeutische Abfüllprozesse
Im Berichtsjahr haben wir mit dem Unternehmen Bosch Packaging Technology, einem führenden Hersteller von Prozess und Verpackungstechnik für die Pharmaindustrie, eine Kooperationsvereinbarung getroffen, die eine weltweite Zusammenarbeit im Bereich pharmazeutischer Abfüllprozesse vorsieht. Neben der gemeinsamen Entwicklung von Einweglösungen zur sterilen Abfüllung von Medikamenten, beliefern wir das Unternehmen mit vorkonfigurierten Einweg-Sets, die Bosch mit seiner sterilen Füll- und Isolatortechnik zu neuen sterilen Füllsystemen verbinden wird.
| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| Angemeldete Schutzrechte | 114 | 150 |
| Erteilte Schutzrechte | 112 | 76 |
Produktion und Supply Chain Management
Sartorius verfügt über ein international gut ausgebautes Produktionsnetzwerk, das weltweit eine termingerechte und zuverlässige Auslieferung von Produkten sicherstellt. Unsere modernen Produktionsstätten ermöglichen effiziente Herstellprozesse, kurze Durchlauf- und Auftragsabwicklungszeiten und sichern so eine internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die Werke in Göttingen (Deutschland) und Aubagne (Frankreich) stellen die größten Standorte dar, gefolgt von den Produktionsstätten in Bangalore (Indien), Yauco (Puerto Rico) und Guxhagen (Deutschland). Im Berichtsjahr haben wir drei große Bauprojekte erfolgreich abgeschlossen, die der Erweiterung, Optimierung und Modernisierung unserer Produktionsinfrastruktur dienen.
Mehr Kapazitäten für Membranproduktion in Göttingen geschaffen
Nach rund einjähriger Bauzeit haben wir im April des Geschäftsjahres in Göttingen ein neues Membrangebäude eingeweiht und eine moderne Ziehmaschine zur Herstellung von Filtermembranen in Betrieb genommen. Die neue Ziehmaschine sowie die technische Aufrüstung von zwei weiteren Anlagen erhöhen unsere Produktionskapazitäten am Standort deutlich. Zudem ermöglichen sie eine flexiblere Gestaltung unserer Herstellprozesse. Dadurch können wir noch schneller neue Produkte entwickeln und steigende Qualitätsanforderungen unserer Kunden umsetzen. Um künftiges Wachstum zu ermöglichen, hält das Gebäude eine Ausbaureserve für die Installation einer weiteren Ziehmaschine bereit.
Da wir den Standort Göttingen auch als Kompetenzzentrum für die Spritzgussfertigung etablieren wollen, haben wir im Berichtszeitraum die Produktionsfläche bei Sartorius Stedim Plastics durch einen Erweiterungsbau vergrößert und die Anzahl von Spritzgussanlagen erhöht.
Werk in Yauco ausgebaut und modernisiert; Bag-Produktion erfolgreich verlagert
Um die steigende Nachfrage der Pharmaindustrie nach Einweg-Produkten bedienen zu können, haben wir auch in Yauco in den Ausbau von Kapazitäten investiert und den Standort zum zentralen Produktions- und Logistikstandort für den nordamerikanischen Markt ausgebaut. In einem neuen Gebäude, das planmäßig im Sommer 2012 fertig gestellt wurde, werden neben Filtern nun auch Einwegbeutel produziert. Der moderne Neubau bietet Platz für Reinräume, Labore und Büros. Sein fortschrittliches Energiemanagement sowie die konsequente Nutzung natürlicher Ressourcen führten zu einer besonders guten Einstufung gemäß dem US-amerikanischen Zertifizierungssystem LEED. Mit dem Standortausbau haben wir die gesamte Produktion von Einwegbeuteln, die bislang in den USA am kalifornischen Standort Concord erfolgte, nach Yauco verlagert. Das Werk in Concord wurde zum Ende des Jahres 2012 geschlossen.
Guxhagen neue Produktionsstätte für Bioreaktoren
Im nordhessischen Guxhagen haben die Mitarbeiter der Konzerngesellschaft Sartorius Stedim Systems im Sommer 2012 ein neues Werk bezogen, in dem Bioreaktoren und weiteres Equipment für Kunden aus der biopharmazeutischen Industrie gefertigt werden. Mit einer Gesamtfläche von 9.000 Quadratmetern ermöglicht der Neubau eine deutliche Verbesserung der Produktionsabläufe und bietet weitere Kapazitäten für die steigende Nachfrage nach Einweg-Bioreaktoren. Mit der Eröffnung des Standorts in Guxhagen hat Sartorius zugleich den bisherigen Produktionsstandort im benachbarten Melsungen verlassen.
Geschäftsentwicklung der Sparte Lab Products & Services
Strategie
Laborporfolios zusammengeführt
Die Labor-Produktportfolios unserer vormaligen Sparten Biotechnologie und Mechatronik haben wir in der neuen Sparte Lab Products & Services zusammengeführt und die Angebotspalette durch das im Dezember 2011 erworbene Biohit Liquid Handling-Geschäft erweitert. Die Sparte ist als breit aufgestellter Anbieter von hochwertigen Laborinstrumenten und Verbrauchsmaterialien mit exzellentem Service positioniert. Als Premiumanbieter liefern wir unseren Kunden nicht nur Produkte von hoher Qualität und Zuverlässigkeit, sondern auch einen weltweit verfügbaren, kompetenten und leistungsfähigen Service.
Starke Position bei Laborwaagen und Pipetten
Unser Laborgeschäft umfasst Produkte wie Laborwaagen, Pipetten und Reinstwassersysteme sowie ein breites Portfolio von Verbrauchsmaterialien, wie beispielsweise Laborfilter und Pipettenspitzen. Sartorius ist in der Laborwägetechnik der weltweit zweitgrößte Anbieter und nimmt im Bereich Pipetten eine starke Position unter den global führenden Anbietern ein. Darüber hinaus verfügen wir über einen starken Markennamen sowie eine sehr gute Position insbesondere in Europa und Asien.
Unsere Produkte und Serviceleistungen werden sowohl von Forschungs- als auch in Qualitätssicherungslaboren nachgefragt. Dementsprechend adressieren wir eine breite Kundenbasis, v. a. aus der Pharma-, Chemie- und Nahrungsmittelbranche sowie dem akademischen Sektor. Den wichtigsten strategischen Schwerpunkt der Laborsparte bildet das Laborinstrumentengeschäft.
Attraktives Wachstumspotenzial
Für die weitere Entwicklung der Sparte Lab Products & Services sehen wir erhebliche organische Wachstumspotentiale. Neben einer hohen Markenreputation verfügen wir mit einem starken Produktportfolio über die kritische Masse, unsere Marktanteile deutlich ausbauen zu können. Entsprechend haben wir im Berichtsjahr unseren Direktvertrieb und Service intensiviert, insbesondere in Regionen mit überdurchschnittlichen Wachstumschancen wie Nordamerika und Asien. Darüber hinaus streben wir die Erweiterung unseres Angebots um komplementäre Laborprodukte an. Dabei sind sowohl Zukäufe als auch Kooperationen denkbar.
Kennzahlen Lab Products & Services
| in Mio. € | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Auftragseingang | 282,0 | 216,0 |
| Umsatz | 268,9 | 222,0 |
| EBITDA1) | 46,8 | 37,0 |
| in % vom Umsatz | 17,4 | 16,7 |
| Abschreibungen | 13,7 | 6,3 |
| EBITA1) | 36,9 | 30,7 |
| in % vom Umsatz | 13,7 | 13,8 |
| Mitarbeiter per 31.12.2) | 1.972 | 1.547 |
1) underlying
2) 2011 ohne Biohit Liquid Handling
Auftragseingang und Umsatz
In der Sparte Lab Products & Services stieg der Auftragseingang in der Berichtsperiode um 30,5 % auf 282,0 Mio.€ (wb + 26,2 %). Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum um 21,1 % (wb + 17,1 %) auf 268,9 Mio. € zu.

Der erstmalige Einbezug des Liquid Handling-Geschäfts von Biohit trug auf Basis konstanter Wechselkurse rund 19 Prozentpunkte zum Umsatzanstieg bei. Bereinigt um Wechselkurs- und Akquisitionseffekte lag der Umsatz der Sparte leicht unter dem sehr guten Niveau des Vorjahres, das durch hohe Auftragsbestände aus dem Jahr 2010 begünstigt war.

Alle Regionen trugen im Berichtsjahr zum währungsbereinigten Wachstum der Sparte bei. In Europa, der mit einem Anteil von rund 50 % umsatzstärksten Region, legte der Umsatz akquisitionsbedingt um 17,5 % (wb) zu.
In der Region Asien | Pazifik, die rund 29 % des Geschäfts der Sparte Lab Products & Services ausmacht, stieg der Umsatz im Berichtsjahr um 14,4 % (wb). Ohne Wechselkurs- und Akquisitionseinflüsse stieg der Umsatz um 3,1 % gegenüber dem Vorjahr.
In Nordamerika, das rund 16 % der Umsätze generierte, verzeichnete die Sparte einen Zuwachs von 25,4 % (wb) bzw. 3,9 % auf Basis konstanter Wechselkurse und ohne Berücksichtigung des Biohit Liquid Handling-Geschäfts.

| Umsatz 1) in Mio. € |
Wachstum in % |
Wachstum 2) in % |
|
|---|---|---|---|
| Lab Products & Services | 268,9 | 21,1 | 17,1 |
| Europa | 135,7 | 18,3 | 17,5 |
| Nordamerika | 42,4 | 35,5 | 25,4 |
| Asien | Pazifik | 78,8 | 21,9 | 14,4 |
| Übrige Märkte | 12,1 | 5,7 | 5,3 |
1) nach Sitz des Kunden
2) wechselkursbereinigt
Ergebnis
Um ein vollständiges und transparentes Bild der Ertragskraft der Sparte zu vermitteln, geben wir das Ergebnis zusätzlich um Sondereffekte bereinigt an (=underlying EBITDA, underlying EBITA).
Die Sparte Lab Products & Services erhöhte ihr underlying EBITDA in der Berichtsperiode um 26,6 % auf 46,8 Mio. €. Trotz deutlich gestiegener Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Vertriebsstrukturen erhöhte sich die entsprechende Marge aufgrund von Skaleneffekten und positiver Währungseinflüsse von 16,7 % auf 17,4 %.
Das underlying EBITA verbesserte sich im Rahmen unserer Prognose um 20,1 % auf 36,9 Mio. €. Die Marge belief sich angesichts höherer planmäßiger Abschreibungen im Zusammenhang mit der Übernahme des Liquid Handling-Geschäfts von Biohit auf 13,7 % gegenüber 13,8 % in der Vergleichsperiode.

EBITDA und EBITA-Marge Lab Products & Services
| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| EBITDA-Marge1) in % | 17,4 | 16,7 |
| EBITA-Marge1) in % | 13,7 | 13,8 |
1) underlying
Die Sondereffekte beliefen sich im Berichtsjahr auf - 2,8 Mio. € (Vorjahr: - 5,2 Mio. €). Inklusive dieser Sonderaufwendungen und -erträge erzielte die Sparte Lab Products & Services ein EBITA von 34,1 Mio. € gegenüber 25,5 Mio. € im Vorjahr; die EBITA-Marge erhöhte sich von 11,5 % auf 12,7 %.
Marketing | Vertrieb | Service
Mit unseren Laborinstrumenten und Verbrauchsmaterialien unterstützen wir unsere Kunden gezielt dabei, die Sicherheit und Präzision ihrer Arbeitsschritte im Labor zu verbessern, die Qualität ihrer Produkte zu optimieren und dabei international gültige Regularien einzuhalten. Die einfache, ergonomische Handhabung unserer Produkte verhindert Anwenderfehler und steigert die Effizienz im Labor.
Biohit-Integration nahezu abgeschlossen
Im Berichtsjahr haben wir die Bereiche Marketing, Vertrieb und Service des 2011 akquirierten Biohit Liquid Handling-Geschäfts erfolgreich in unsere Laborsparte eingegliedert und unsere Vertriebsgesellschaften wo sinnvoll zusammengelegt. Die Liquid Handling- Produkte von Biohit wurden in unser Portfolio aufgenommen und die neuen Mitarbeiter im Vertrieb unserer Laborprodukte geschult. Auch unseren Kalibrierservice bieten wir seit 2012 erstmalig für Laborwaagen und Pipetten aus einer Hand an. Unsere Kalibrierlabore für Laborwaagen und Pipetten in Deutschland, Frankreich, Japan und den USA werden wir 2013 zusammenlegen.
Direktvertrieb intensiviert
Nach umfassender Analyse unserer Kundenstrukturen haben wir 2012 unsere Vertriebsaktivitäten überarbeitet. Fachhändler spielen im Vertrieb von Laborprodukten eine wichtige Rolle. Deshalb haben wir die Zusammenarbeit mit ausgewählten Vertriebspartnern noch intensiver und erfolgsorientierter gestaltet. Da es sinnvoll ist, große Kunden verstärkt direkt zu betreuen, haben wir unseren Direktvertrieb insbesondere in Nordamerika intensiviert. Dieses Konzept wird ab 2013 auch in den anderen Verkaufsregionen eingeführt.
Elektronische Verkaufskanäle sind ein wichtiges Mittel für den Laborvertrieb, um insbesondere Kunden zu erreichen, die nicht direkt über den Außendienst betreut werden. Zielgruppe unserer eCommerce- Aktivitäten waren bisher hauptsächlich Laborhändler. Um den Kauf von Laborprodukten auch für Endkunden zu erleichtern, haben wir 2012 einen neuen Online- Shop in den USA und der DACH-Region gestartet. Ab 2013 soll die neue Verkaufsplattform in weiteren Kernmärkten eingeführt werden.
Produkte
Laborwaagen stellen mit dem größten Umsatzanteil den Kern des heutigen Laborportfolios dar. Eine neue, speziell für das hochregulierte Pharmaumfeld entwickelte Laborwaage bietet Kunden größtmögliche Sicherheit und exakte, zuverlässige Messergebnisse im Labor. Die eingebaute Kalibrierautomatik und sensorgesteuerte Nivellierung der Waage verhindern Anwendungsfehler und gewährleisten die Einhaltung aller Industrievorschriften.
Auch der Einsatzbereich der Premium-Waage Cubis wurde vergrößert. Unsere Wäge-Apps leiten den Benutzer automatisch durch die einzelnen Prozessschritte und überwachen die Einhaltung aller vorgeschriebenen Toleranzgrenzen. Durch diese neue Art der Prozesssteuerung wird die Waage vollständig in die Laborabläufe integriert und minimiert so potenzielle Fehlerquellen.
Das Highlight im Liquid-Handling-Bereich war die Einführung der neuen elektronischen Pipette Picus. Sie ist mit 100 Gramm das derzeit leichteste und kleinste Modell auf dem Markt und setzt technologische Maßstäbe. Ihr ergonomisches Design verringert die Arbeitsbelastung bei langen Pipettierreihen im Labor und schützt Anwender vor häufig auftretenden Muskelerkrankungen wie dem RSI-Syndrom (Repetitive Strain Injury). Für ihr Design wurde die Pipette Picus mit dem "red dot design award 2012" ausgezeichnet.
Mit seinen Laborwassersystemen hat Sartorius 2012 ein weiteres Kernprodukt der Laborsparte überarbeitet. Die neuen Geräte produzieren Laborwasser verschiedener Klassifizierung und liefern für jede Anwendung die richtige Wasserqualität. Das neue Aufbewahrungssystem für Reinwasser besteht aus einem abgeschlossenen Gehäuse mit integriertem Einweg-Behälter. Es schützt das Reinwasser vor Kontamination und kann einfach und schnell ausgetauscht werden. Damit reduzieren wir Ausfallzeiten und Wartungsaufwand beim Kunden.
Verbrauchsmaterialien und Service ausgebaut
Verbrauchsmaterialien und Service stellen mit einem Umsatzanteil von etwa einem Drittel einen wichtigen Bestandteil der Laborsparte dar. Im Berichtsjahr haben wir insbesondere das Angebot an Laborfiltern und mikrobiologischen Tests erweitert. Zu den Highlights 2012 zählten anschlussfertige Filter-Einheiten für die mikrobiologische Qualitätssicherung, eine neue Generation an Ultrafiltern zur Aufkonzentrierung von Proben sowie neue Schnelltests zum Nachweis von Mykoplasma-Kontaminationen in Zellkulturen.
Unser Labor-Service umfasst neben der Installation, Wartung und Reparatur auch die Kalibrierung von Laborinstrumenten. Seit 2012 bieten wir unseren Kalibrierservice außer für Waagen auch für Pipetten an. Damit haben wir unser Labor-Service-Portfolio um einen wichtigen Baustein erweitert.
Forschung und Entwicklung
In der Sparte Lab Products & Services lagen die F&E-Aufwendungen mit 15,4 Mio. € um 6,9 % über dem Vorjahr (14,4 Mio. €). Aufgrund des deutlich gestiegenen Umsatzes der Sparte im Jahr 2012 reduzierte sich die F&E-Quote von 6,5 % auf 5,7 %. Ein wichtiger Baustein unserer F&E-Strategie sind Kooperationen mit Technologiepartnern aus Industrie und Wissenschaft. Indem wir das eigene Portfolio mit innovativen Technologien von externen Partnern ergänzen, können wir neue Produkte und Prozesslösungen schnell und vergleichsweise risikoarm entwickeln. Im Berichtsjahr haben wir deshalb die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen weiter vertieft, zum Beispiel im Bereich Laborwasser.
Plattformstrategie weiterentwickelt
Ein wichtiges Entwicklungsthema für Sartorius ist es, übergreifende, modulare Plattformen für unsere Laborgeräte wie Waagen und Laborwassersysteme zu schaffen. Indem wir Komponenten wie Elektronik und Displays vereinheitlichen und durchgängig einsetzen, können wir neue Laborinstrumente effizienter entwickeln und fertigen. Darüber hinaus arbeiten wir kontinuierlich daran, die Benutzeroberflächen unserer Laborinstrumente sowie die Konnektivität zu verschiedenen IT-Umgebungen und Endgeräten stetig zu verbessern.
| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| Angemeldete Schutzrechte | 142 | 99 |
| Erteilte Schutzrechte | 87 | 92 |
Produktion und Supply Chain Management
Um unsere Kunden zuverlässig, termingerecht und wirtschaftlich beliefern zu können, fertigen wir Laborinstrumente und Verbrauchsmaterial grundsätzlich marktnah in den jeweiligen Regionen. Wir verfügen neben unserem größten Werk in Göttingen (Deutschland) über weitere Produktionsstätten in Peking, Suzhou (beide China), Helsinki, Kajaani (beide Finnland), Stonehouse (Großbritannien) und Denver (USA).
Modulare Produktionsplattform für Laborwaagen
Im Berichtsjahr haben wir die Produktion der neuen Laborwaagen-Serien in Göttingen umgestellt. Dabei wurde vor allem in Automation und Umbaumaßnahmen investiert. Alle Varianten der neuen Waagen werden künftig in nur einer skalierbaren, teilautomatisierten Produktionslinie gefertigt. Die Komponenten der Waagen werden als modulare Baugruppen vorproduziert und erst am Ende auftragsspezifisch montiert. Dadurch beschleunigen wir Produktionszeiten und senken die Herstellungskosten unserer Produkte. Auch der Standort Peking wird ab 2013 nach diesem Konzept Laborwaagen für den asiatischen Markt produzieren.
Geschäftsentwicklung der Sparte Industrial Weighing
Strategie
Das Geschäft mit industrieller Wäge- und Kontrolltechnik, mit einem Umsatzanteil von rund 40 % der etwas kleinere Teil der vormaligen Mechatronik-Sparte, wird seit Anfang 2012 als eigenständige Sparte Industrial Weighing geführt. Als global agierender Premiumanbieter in einem stark fragmentierten Markt bietet die Sparte ein breites Portfolio prozesskritischer Lösungen und Services, die in der Produktion einer Reihe von verschiedenen Branchen Anwendung finden.
Umfangreiches Produktportfolio
Das Portfolio der Sparte Industrial Weighing umfasst hochwertige Mess- und Inspektionssysteme wie Schwerlastwägezellen, Kontrollwaagen, Metalldetektoren und Industriewaagen. Sartorius gehört insbesondere im Bereich der Verwiegung von Silos und Prozessbehältern zu den weltweit führenden Anbietern. Vor allem in Europa und Asien verfügt die Sparte über eine sehr gute Position. Zu dem Hauptkunden der Sparte zählen insbesondere die Nahrungsmittel-, Chemie-, Pharma- und die Grundstoffindustrie.
Solide Perspektiven
Mit ihrem breiten Spektrum an hochwertigen Produkten, tiefem Applikations-Know-how sowie einer starken Kundenbasis verfügt die Sparte Industrial Weighing über eine gute Ausgangsbasis, in Zukunft deutlich wachsen zu können. Trotz der guten Marktposition vor allem in Europa und Asien verfügt das Geschäft jedoch angesichts der ausgeprägten Fragmentierung des Marktes über vergleichsweise geringe Marktanteile. Sartorius prüft Optionen, die Aktivität mittelfrisitig zu veräußern.
Kennzahlen Industrial Weighing
| in Mio. € | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Auftragseingang | 105,4 | 101,4 |
| Umsatz | 102,7 | 100,9 |
| EBITDA1) | 12,1 | 11,9 |
| in % vom Umsatz | 11,8 | 11,8 |
| Abschreibungen | 1,9 | 2,0 |
| EBITA1) | 10,1 | 9,9 |
| in % vom Umsatz | 9,9 | 9,8 |
| Mitarbeiter per 31.12. | 742 | 718 |
1) underlying
Auftragseingang und Umsatz
Das Geschäft der Sparte Industrial Weighing entwickelte sich vor dem Hintergrund der insbesondere in Europa abflachenden konjunkturellen Wachstumsdynamik im Jahr 2012 erwartungsgemäß stabil. So erhöhte sich der Auftragseingang um 3,9 % (wb + 1,9 %) auf 105,4 Mio. €. Gegenüber einem guten Jahr 2011, in dem die Sparte deutlich zulegen konnte, stieg der Umsatz im Berichtsjahr um 1,8 % auf 102,7 Mio. € (wb - 0,2 %).


In der mit einem Anteil von rund 60 % vom Spartenumsatz größten Region Europa konnte das Umsatzniveau des Vorjahres angesichts des schwierigen konjunkturellen Umfelds nicht ganz erreicht werden (wb - 3,8 %).
Demgegenüber stieg der Umsatz in der Region Asien | Pazifik, die rund 30 % des Geschäfts der Sparte Industrial Weighing ausmacht, im Berichtsjahr um 7 % (wb).
In Nordamerika, das rund 7 % des Gesamtumsatzes der Sparte generierte, verzeichnete die Sparte eine insgesamt stabile Entwicklung (wb - 0,7 %).

| Umsatz 1) in Mio. € |
Wachstum in % |
Wachstum 2) in % |
|
|---|---|---|---|
| Industrial Weighing | 102,7 | 1,8 | – 0,2 |
| Europa | 61,7 | – 3,4 | – 3,8 |
| Nordamerika | 7,0 | 7,4 | – 0,7 |
| Asien | Pazifik | 30,4 | 11,3 | 7,0 |
| Übrige Märkte | 3,6 | 13,1 | 13,1 |
1) nach Sitz des Kunden
2) wechselkursbereinigt
Ergebnis
Um ein vollständiges und transparentes Bild der Ertragskraft der Sparte zu vermitteln, geben wir das Ergebnis zusätzlich um Sondereffekte bereinigt an (=underlying EBITDA, underlying EBITA).
Einhergehend mit der Umsatzentwicklung steigerte die Sparte Industrial Weighing ihr Ergebnis. So verbesserte sich das underlying EBITDA um 1,5 % auf 12,1 Mio. €. Dies entspricht einer Marge von 11,8 % (Vorjahr: 11,8 %). Das underlying EBITA der Sparte Industrial Weighing stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 % auf 10,1 Mio. € (Vorjahr: 9,9 Mio. €) und entwickelte sich damit wie prognostiziert. Die korrespondierende underlying EBITA-Marge lag bei 9,9 % gegenüber 9,8 % im Vorjahr.

EBITDA und EBITA-Marge Industrial Weighing
| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| EBITDA-Marge1) in % | 11,8 | 11,8 |
| EBITA-Marge1) in % | 9,9 | 9,8 |
1) underlying
Die Sondereffekte beliefen sich auf - 2,2 Mio. € (Vorjahr: - 1,6 Mio. €). Inklusive dieser Sonderaufwendungen und -erträge erzielte die Sparte Industrial Weighing ein EBITA von 7,9 Mio. € gegenüber 8,3 Mio. € im Vorjahr. Die EBITA-Marge lag bei 7,7 % (Vorjahr: 8,2 %).
Marketing | Vertrieb | Service
Unsere Lösungen der industriellen Wäge- und Kontrolltechnik können im gesamten Herstellungsprozess eines Produktes, vom Wareneingang über die Produktion bis hin zur Endkontrolle und Logistik, eingesetzt werden. Beim Vertrieb unserer Produkte verfolgen wir eine mehrgleisige Strategie. Unsere beratungsintensiven, kundenspezifischen Produkte wie Kontrollwaagen und Metalldetektoren vertreiben wir überwiegend direkt durch eigene Vertriebsmitarbeiter. Sie werden vor allem von Kunden der Lebensmittelindustrie zur dynamischen Füllmengenkontrolle und Detektion von Fremdkörpern wie Glas, Metall oder anderen Verunreinigungen in der Endkontrolle des verpackten Produktes eingesetzt. Die Vermarktung von weniger beratungsintensiven Produkten wie Schwerlastwägezellen und Industriewaagen erfolgt hauptsächlich über den Fachhandel.
Um die Zusammenarbeit mit ausgewählten Vertriebspartnern noch intensiver und erfolgsorientierter zu gestalten, haben wir 2012 in den USA, Großbritannien und Deutschland ein neues Anreizsystem für unsere Vertriebspartner geschaffen. Dieses Konzept soll ab 2013 in weiteren Märkten eingeführt werden. Große Kunden betreuen wir über unsere weltweiten Vertriebs- und Serviceorganisationen weiterhin direkt.
Produkte
Im Berichtsjahr ergänzten wir das Portfolio der Sparte Industrial Weighing in den Bereichen der statischen und dynamischen Industriewaagen, der Wägezellen sowie der Softwarelösungen zur statistischen Prozesskontrolle.
Innovatives Wägesystem für Prozessbehälter und neue Kontrollwaage vorgestellt
Zu den Highlights zählte die Einführung eines neuen Wägesystems zur Verwiegung von kleinen und mittelgroßen Prozessbehältern. Dieses vereint die Wägezelle und den Einbausatz in einem Modul und wird den besonderen Hygieneanforderungen der Lebensmittel- und Pharmaindustrie gerecht. Im Vergleich zu herkömmlichen Systemen ist das neue Wägemodul einfach zu verbauen und kann vom Anwender schnell in Betrieb genommen werden.
Mit dem neuen Checkweigher Econus haben wir eine neue dynamische Kontrollwaage vorgestellt, die insbesondere zur Prüfung von Verpackungen sowie zur Kontrolle von Abfüllsystemen entwickelt wurde. Das individuell konfigurierbare System zeichnet sich durch eine hohe Genauigkeit und Bedienerfreundlichkeit aus und ist als Einstiegslösung für viele Prozesslinien geeignet.
Software-Lösungen zur Füllmengenkontrolle und Rezeptur
Mit Combics SPC präsentierten wir eine neue Software-Generation zur hochgenauen Füllmengenkontrolle, die speziell auf unsere erfolgreiche Industriewaagenserie Combics abgestimmt wurde. Dem Anwender erlaubt die Software aufgrund der vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten der Combics-Serie ein besonders breites Einsatzspektrum. Darüber hinaus haben wir im Berichtsjahr eine weitere, leistungsstarke Software für die Überwachung und Steuerung manueller Dosiervorgänge vorgestellt. Sie ist leicht in die Infrastruktur industrieller Wägesysteme zu integrieren und ermöglicht durch die transparente Protokollierung des gesamten Prozesses die Einhaltung branchenspezifischer Richtlinien.
Forschung und Entwicklung
Im Berichtsjahr wand Sartorius 4,9 Mio. € und damit plangemäß etwas weniger für Forschung und Entwicklung in der Sparte Industrial Weighing auf als im Vorjahr (6 Mio. €). Dies entspricht einer F&E-Quote von 4,8 % (Vorjahr: 5,9 %).
Neben eigener Entwicklungsarbeit ergänzen wir unser Portfolio durch gezielte strategische Partnerschaften, um unser Angebot entlang des Herstellungsprozesses unserer Kunden zu vervollständigen. Langjährige Partnerschaften bestehen in den Bereichen Paletten- und Flachbettwaagen, Röntgeninspektionsgeräte sowie Fertigverpackungskontrolle und Software.
Da industrielle Wäge- und Kontrolltechnologien größtenteils bereits sehr gut im Markt etabliert sind, konzentrieren wir unsere F&E-Aktivitäten auf die Entwicklung und Integration von Softwarelösungen in unsere Produkte. Eine weitere Kernkompetenz liegt in der Modifizierung und Anpassung von bestehenden Technologien auf den jeweiligen Produktionsprozess des Kunden.
Produktion und Supply Chain Management
Die Sparte Industrial Weighing verfügt über spezialisierte Produktionszentren an den Konzernstandorten Göttingen, Aachen und Hamburg. In Göttingen erfolgt die Montage von industriellen Komplettwaagen, Wägeindikatoren und Wägeplattformen sowie die Entwicklung und Programmierung von Software-Lösungen in Kooperation mit dem Standort Hamburg. Der Standort Aachen ist auf die Produktion von dynamischen Kontrollwaagen (Checkweigher) und Metallsuchgeräten spezialisiert, die insbesondere in der Lebensmittelindustrie im Bereich der Prozess- und Qualitätskontrolle zum Einsatz kommen. Am Produktionsstandort Hamburg werden Wägezellen hergestellt, deren Einbausätze entwickelt sowie Elektroniken, wie z.B. Controller, Transmitter und Indikatoren, für die Silo- und Prozessbehälterverwiegung produziert. Die Standorte Bangalore, (Indien) und Beijing (China) fertigen Produkte für den asiatischen Markt und unterstützen die deutschen Produktionszentren.
IIndustriewaagenproduktion separiert, Supply Chain Prozesse neu definiert
Am Standort Göttingen wurde im Hinblick auf die angestrebte Veräußerung der Sparte Industrial Weighing die Herstellung der Industriewaagen von der Laborwaagenproduktion entkoppelt. Dabei haben wir die Montage von Industriewaagen weitestgehend in ein anderes Gebäude verlagert sowie Prozesse im Bereich des Supply Chain Management logistisch voneinander getrennt und neu definiert.
Produktionsabläufe optimiert
An unserem Standort in Hamburg wurden die Arbeitsplätze im Bereich der Vorfertigung neu gestaltet. Sie erlauben jetzt einen verbesserten Montageablauf und bieten darüber hinaus ergonomische Vorteile. Um Produktionsprozesse zu optimieren und neue Stellflächen im Warenein- und ausgang zu schaffen, haben wir auch in Aachen einen Großteil der Arbeitsplätze in der Produktion umgestaltet. Der Standort wurde im Berichtsjahr mit einer neuen Fräsmaschine zur Fertigung von bislang extern produzierten Bauteilen ausgestattet und erhielt zudem eine neue Klimakammer, mit der behördlich geforderte Prüfmessungen, die bislang in Kooperation mit dem Göttinger Standort erfolgten, wesentlich schneller und effizienter durchgeführt werden können.
Vermögens- und Finanzlage
Cashflow
Im Berichtsjahr generierte der Sartorius Konzern einen Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit in Höhe von 53,2 Mio. € nach 79,0 Mio. € im Vorjahr. Die Entwicklung ist im Wesentlichen auf periodenfremde Steuerzahlungen in Höhe von ca. 16 Mio. € zurückzuführen.

Angesichts der Fertigstellung unserer Bauprojekte zur Erweiterung der Produktionskapazitäten beliefen sich unsere Investitionen im Berichtsjahr weiterhin auf hohem Niveau. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit lag mit - 54,8 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert von - 122,7 Mio. €, der maßgeblich durch die Akquisition des Biohit Liquid-Handling Geschäfts beeinflusst war. Die Investitionen im Berichtsjahr konnten durch den operativen Cashflow finanziert werden. Dementsprechend belief sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit auf 0,4 Mio. € gegenüber 53 Mio. € in 2011.
Kapitalflussrechnung
Kurzform
| in Mio. € | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit | 53,2 | 79,0 |
| Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit | – 54,8 | – 122,7 |
| Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 0,4 | 53,0 |
| Zahlungsmittel Endbestand | 39,5 | 41,0 |
| Bruttoverschuldung Bank | 343,3 | 305,8 |
| Nettoverschuldung Bank | 303,8 | 264,8 |
Konzernbilanz
Die Bilanzsumme des Sartorius Konzerns erhöhte sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 um 110,9 Mio. € auf 1,1 Mrd. €. Diese Steigerung ist im Wesentlichen auf die vornehmlich wachstumsbedingte Ausweitung des Working Capitals, den Ausbau unserer Produktionskapazitäten sowie die im Dezember 2012 geschlossene Akquisition im Bereich Zellkulturmedien zurückzuführen.
Auf der Aktivseite erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte vor allem bedingt durch Investitionen in unsere Produktionskapazitäten sowie die Erweiterung unseres Produktportfolios um 74,1 Mio. € auf 756 Mio. €.
Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen von 278,3 Mio. € auf 315,1 Mio. €. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf den Aufbau des Working Capitals um 29,5 Mio. € zurückzuführen.
Working Capital-Kennzahlen
in Tagen
| 2012 | 2011 | ||
|---|---|---|---|
| Vorratsbindung | |||
| Vorräte Umsatzerlöse | x 360 | 54 | 51 |
| Forderungslaufzeit | |||
| Forderungen LuL Umsatzerlöse | x 360 | 50 | 55 |
| Netto-Working Capital-Bindung | |||
| Netto-Working Capital1) Umsatzerlöse | x 360 | 75 | 70 |
1) Summe aus Vorräten und Forderungen LuL abzgl. Verbindlichkeiten LuL
Bilanzkennzahlen
| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| Eigenkapitalquote | ||
| Eigenkapital Gesamtkapital | 37,7 % | 38,1 % |
| Anlagendeckung | ||
| langfristiges Kapital | Anlagevermögen | 108,5 % | 112,1 % |
Auf der Passivseite hat sich das Eigenkapital infolge des positiven Konzernergebnisses von 366,1 Mio. € auf 403,8 Mio. € erhöht. Die Eigenkapitalquote des Sartorius Konzerns lag vor dem Hintergrund der gestiegenen Bilanzsumme mit 37,7 % etwa auf Vorjahresniveau (38,1 %).
Das langfristige Fremdkapital stieg von 363,6 Mio. € auf 386,4 Mio. €, während sich das kurzfristige Fremdkapital auf 280,8 Mio. € gegenüber 230,5 Mio. € im Vorjahr erhöhte. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen durch die Aufnahme eines Schuldscheindarlehens sowie auf die Klassifizierung des im September 2013 fälligen syndizierten Kredits als kurzfristige Finanzverbindlichkeit beeinflusst.

In Summe hat sich die Bruttoverschuldung gegenüber Banken im Vergleich zum Vorjahreswert (305,8 Mio. €) auf 343,3 Mio. € erhöht. Der Anlagendeckungsgrad, das Verhältnis von langfristigem Kapital zu Anlagevermögen, liegt zum Bilanzstichtag bei 108,5 %, nach 112,1 % zum 31. Dezember 2011. Das als Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital berechnete Gearing hat sich gegenüber dem Vorjahr von 0,7 auf 0,8 leicht erhöht.

Finanzierung | Treasury
Die Finanzierung des Sartorius Konzerns steht auf einer langfristigen und breit angelegten Basis, die im Berichtsjahr weiter diversifiziert wurde.
Ein wesentliches Kernelement bilden zwei syndizierte Kreditlinien in Höhe von insgesamt 378 Mio. € mit einer Laufzeit bis September 2013 bzw. April 2016. Das Volumen der Linie für den Sartorius Stedim Biotech Teilkonzern belief sich per 31.12.2012 auf 168 Mio. €; die Kreditlinie für die Sartorius AG betrug 210 Mio. €.
Um die Unternehmensfinanzierung auf eine noch breitere Basis zu stellen, hat Sartorius im Berichtsjahr ein weiteres Kernelement hinzugefügt und erstmalig ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 100 Mio. € und Laufzeiten von 5 bis 10 Jahren begeben.
Darüber hinaus bildet ein langfristiges Förderdarlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über 25 Mio. € einen Finanzierungsbaustein für die Erweiterung unserer Produktionskapazitäten.
Des Weiteren verfügen wir über diverse bilaterale Kreditlinien in Höhe von insgesamt rund 55 Mio. € sowie ein Factoringprogramm mit einem Volumen von 50 Mio. €.
Der dynamische Verschuldungsgrad (Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA) belief sich zum 31. Dezember 2012 mit 1,9 auf Vorjahresniveau. Der Zinsdeckungsgrad (Quotient aus underlying EBITDA und zahlungswirksamen Zinsaufwand) verbesserte sich von 13,9 auf 17,0.

Infolge unserer weltweiten Vertriebsstruktur generieren wir Zahlungen in verschiedenen Fremdwährungen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Zahlungen in US-Dollar, Japanischen Yen und Britischen Pfund. Durch unser globales Produktionsnetzwerk mit Produktionsstätten u. a. in Nordamerika, Großbritannien, China und Indien können wir einen Großteil der Wechselkursschwankungen kompensieren (sogenanntes Natural Hedging).
Das verbleibende Netto-Exposure sichern wir in der Regel zu etwa zwei Dritteln durch Währungsgeschäfte mit Laufzeiten bis zu 1,5 Jahren ab.
Unsere Konzernfinanzierung umfasst sowohl Instrumente mit variablem und festem Zins. Grundsätzlich verfolgen wir die Strategie, rund zwei Drittel der weitgehend variabel verzinslichen Bankverbindlichkeiten für die kommenden ca. 5 Jahre gegen einen Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus abzusichern.
Jahresabschluss der Sartorius AG
Der Bilanzgewinn der Sartorius AG stellt die für die Dividendenausschüttung an unsere Aktionäre maßgebliche Bezugsgröße dar. Während der Konzernabschluss unter Anwendung der Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellt wurde, fanden bei der Aufstellung des Jahresabschlusses der Sartorius AG die Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) Anwendung. Im HGB-Einzelabschluss der Sartorius AG sind Dividendeneinnahmen von Tochtergesellschaften enthalten, die in der Holdingfunktion der Sartorius AG innerhalb des Sartorius Konzerns begründet sind. Das Konzernergebnis nach IFRS wird durch diese Dividendenzahlungen lediglich in Form von Steuereffekten beeinflusst.
Seit Beginn des Geschäftsjahres 2011 übt die Sartorius AG ausschließlich die Funktion einer strategischen, konzernleitenden Management-Holding aus. In diesem Zusammenhang wurde im Vorjahr der Bereich der Laborwägetechnik, der bis dahin einzige operative Geschäftsbereich der Sartorius AG, aus der Sartorius AG ausgegliedert und auf Tochtergesellschaften übertragen.
Da die im Vorjahr durchgeführte Ausgliederung handelsrechtlich zu vollen Verkehrswerten erfolgte, wies die Gewinn- und Verlustrechnung des Vorjahres einen außerordentlichen Ertrag in Höhe von 155,8 Mio. € aus.
Im Geschäftsjahr 2012 hat die Sartorius AG ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 100 Mio. € und Laufzeiten von 5 bis 10 Jahren begeben, um die Unternehmensfinanzierung auf eine noch breitere Basis zu stellen. Die in diesem Zusammenhang zugeflossenen Mittel wurden überwiegend den operativen Tochtergesellschaften zur Verfügung gestellt. Dies führte zu einer entsprechenden Veränderung der Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen im Jahresabschluss der Sartorius AG.
Das Eigenkapital der Sartorius AG verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 11,1 Mio. € auf 288,3 Mio. €. Diese Veränderung ergibt sich aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahr und der für das Vorjahr ausgeschütteten Dividende. Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31. Dezember 2012 rund 54,7 %.
Die Erlöse der Sartorius AG, die insbesondere aus Vergütungen für erbrachte Holding- und Managementaktivitäten für die Unternehmen des Sartorius Konzerns bestehen, erhöhten sich im Geschäftsjahr 2012 um 2,5 Mio. € auf 6,7 Mio. €. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verbesserte sich um 0,4 Mio. € auf 2,5 Mio. €.
Der vollständige, mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft versehene Jahresabschluss der Sartorius AG wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Bilanz in Mio. €
Sartorius AG nach HGB
Aktiva
1)
| 31.12.2012 | 31.12.2011 | |
|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Sachanlagen | 5,7 | 5,6 |
| II. Finanzanlagen | 468,3 | 466,8 |
| 474,0 | 472,4 | |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Forderungen | sonstige Vermögensgegenstände | 51,7 | 4,1 |
| II. Kasse, Bank | 0,5 | 0,1 |
| 52,2 | 4,2 | |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 1,0 | 1,4 |
| 527,2 | 478,0 | |
| Passiva | ||
| 31.12.2012 | 31.12.2011 | |
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 17,0 | 17,0 |
| II. Kapitalrücklage | 101,4 | 101,4 |
| III. Gewinnrücklagen | 10,9 | 10,9 |
| IV. Bilanzgewinn | 159,0 | 170,1 |
| 288,3 | 299,4 | |
| B. Rückstellungen | 22,5 | 24,6 |
| C. Verbindlichkeiten | 216,4 | 154,0 |
| 527,2 | 478,0 |
Gewinn- und Verlustrechnung Sartorius AG nach HGB, Kurzform
1)
| in Mio. € | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 6,7 | 4,1 |
| EBITDA | 8,7 | 8,1 |
| Abschreibungen | 0,2 | 0,2 |
| EBIT | 8,5 | 7,9 |
| Finanzergebnis | – 6,0 | – 5,8 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 2,5 | 2,1 |
| Außerordentliches Ergebnis | 0,0 | 155,8 |
| Jahresüberschuss | 2,7 | 153,5 |
| Bilanzgewinn | 159,0 | 170,1 |
1) HGB = Handelsgesetzbuch
Prognosebericht
Künftiges gesamtwirtschaftliches Umfeld
Auf Basis der Daten des IWF dürfte das weltweite Wirtschaftswachstum in 2013 mit einem prognostizierten Plus von 3,6 % im Vergleich zum Vorjahr leicht ansteigen (2012: 3,3 %).
Das Wirtschaftswachstum der Industrieländer wird für 2013 auf 1,5 % gegenüber 1,3 % in 2012 geschätzt.

Laut IWF wird sich das Wachstum der US-amerikanischen Wirtschaft mit 2,1 % auf einem ähnlichen Expansionsniveau wie im Berichtsjahr 2012 (+ 2,2 %) bewegen. Wesentliche Risiken für diese Entwicklung stellen allerdings das Auslaufen verschiedener Steuersenkungen zum Jahresende 2012 sowie die Reduzierung des Haushaltsdefizits und damit einhergehende Ausgabenkürzungen dar.
Für Deutschland rechnet der IWF mit einem geringfügigen Wachstum. Wie auch im Vorjahr soll sich das Wachstum des BIP auf 0,9 % belaufen. Diese Einschätzung spiegelt angesichts der Schuldenkrise die allgemeine Schwäche in Europa wider.
Für Frankreich rechnen die Wirtschaftsinstitute mit einer leichten Belebung und prognostizieren einen Anstieg von 0,4 % (2012: 0,1 %). Nach Meinung der Experten werden sich ab der zweiten Jahreshälfte 2013 Steuererleichterungen für Unternehmen positiv auswirken; demgegenüber dürfte die wirtschaftliche Erholung Frankreichs jedoch nach wie vor durch seine mangelnde Wettbewerbsfähigkeit gedämpft werden.
Für die Schwellenländer insgesamt prognostiziert der IWF ein Wachstum von 5,6 % nach 5,3 % in 2012 - allen voran China mit 8,2 % (2012: 7,8 %).
Nach Schätzungen des IWF soll das Wirtschaftswachstum Japans mit 1,2 % im Vergleich zum Vorjahr deutlich moderater ausfallen (2012: 2,2 %).
Wechselkurs- und Zinsentwicklung
Es wird erwartet, dass die wichtigsten Notenbanken die Leitzinsen im Jahr 2013 weiterhin auf dem niedrigen Niveau halten werden bzw. dass im Euroraum weitere Senkungen der Hauptfinanzierungssätze folgen können. Die Prognosen bezüglich der Euro-US-Dollar-Parität für den Jahresverlauf 2013 bewegen sich zwischen 1,10 Euro | US-Dollar und 1,40 Euro | US-Dollar.
Quellen: International Monetary Fund, World Economic Outlook Oktober 2012; OECD: Nationale Statistiken; Reuters.
Künftiges branchenspezifisches Umfeld
Pharmabranche mit stabilem Wachstum
Für die weltweiten Pharmamärkte gehen die Experten von IMS Health von einem weiteren Wachstum aus.
Wesentliche Antriebskräfte für die Branche werden auch in Zukunft die demographische Entwicklung, ein stetig wachsender Zugang zu Gesundheitsversorgung in den Schwellen- und Entwicklungsländern sowie ein generelles Ansteigen von Zivilisations- und chronischen Krankheiten sein. Darüber hinaus steuern neue Medikamentenentwicklungen zum Wachstum der Branche bei.
Insgesamt rechnet das Marktforschungsinstitut IMS Health mit einem Wachstum der weltweiten Pharmabranche von 3 % – 6 % in der Periode 2012 bis 2016.
Branche wächst überdurchschnittlich in den Schwellenländern
Die stärksten Zuwachsraten werden weiterhin für die sogenannten Pharmerging Markets erwartet, zu denen IMS Health die 17 Länder Ägypten, Argentinien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Pakistan, Polen, Rumänien, Russland, Südafrika, Thailand, Türkei, Ukraine, Venezuela und Vietnam zählt. Für diese Länder wird von 2012 bis 2016 mit einem Wachstum von 12 % – 15 % gerechnet. Der Anteil der Pharmerging Markets am Weltpharmamarkt dürfte sich dabei in den nächsten 5 Jahren um etwa 10 Prozentpunkte auf rund 30 % erhöhen, da der Anstieg der Bevölkerung, der Ausbau der staatlichen Gesundheitsversorgung sowie höhere Ausgaben privater Haushalte zu einer erheblich höheren Nachfrage nach Arzneimitteln in diesen Märkten führen.
Die Pharmamärkte in den westlichen Ländern dürften in den Jahren 2012 bis 2016 nur moderat zulegen. So erwartet IMS Health für Nordamerika in den nächsten Jahren ein durchschnittliches Wachstum von lediglich 1 % - 4 % (CAGR 2012 - 16). Für Europa wird vor dem Hintergrund von Sparmaßnahmen in den Gesundheitssystemen infolge der Finanz- und Schuldenkrise mit einem leichten Rückgang von 1 % - 2 % (CAGR 2012 - 2016) gerechnet.

Weiterhin überproportionales Wachstum im Biopharma-Sektor
Innerhalb des Pharmamarktes wächst das Segment Biopharma seit Jahren besonders stark und dürfte nach Prognosen der Experten von IMS Health auch weiterhin deutlich überproportional expandieren. So wird für dieses Segment bis 2015 ein Wachstum von 6 % bis 9 % prognostiziert. Die Marktforscher von Business Insights rechnen im Vergleich dazu mit einem durchschnittlichen Wachstum von ca. 8 % (CAGR 2010 - 15).
Laut Evaluate Pharma steigt der Umsatzanteil biotechnologisch hergestellter Medikamente im Vergleich zu konventionellen Medikamenten von 20 % im Jahr 2012 auf 23 % im Jahr 2016.
Insgesamt ist das zukünftige Wachstum durch die erwartete Einführung zahlreicher neuer Biopharmazeutika und die Erweiterung von Indikationen für vorhandene biologische Arzneimittel begründet. Gegenwärtig befinden sich ca. 300 monoklonale Antikörper in der klinischen Entwicklung (Phase I-III). Der Umsatz mit biologischen Arzneimitteln dürfte dabei mittelfristig auf 200 - 210 Mrd. US-Dollar ansteigen, während Biosimilars einen Umsatz von 4 - 6 Mrd. US-Dollar oder 2 % der Ausgaben von Biologics ausmachen soll.

Investitionen in öffentliche Forschung
Wirtschaftsforscher rechnen grundsätzlich damit, dass die öffentlichen F&E-Aufwendungen trotz makroökonomischer Risiken langfristig wieder steigen werden. Neben einigen Industriestaaten haben vor allem Schwellenländer mit großen Märkten, wie China oder Indien, hohe Summen für die Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung bereitgestellt. So investiert China gemäß staatlicher Planungen massiv in die Pharmaforschung und -wirtschaft.
Chemiebranche rechnet insgesamt mit leichtem Wachstum
Nachdem das Wachstum der chemischen Industrie in Europa 2012 bei ca. 2 % lag, rechnet das European Chemical Industry Council (Cefic) für 2013 mit einem Zuwachs von etwa 0,5 %. Diese Steigerung dürfte vorrangig auf höhere Preise zurückzuführen sein, während die Chemieproduktion voraussichtlich deutlich unter dem Vorjahresniveau bleiben wird.
Quellen: 2012, IMS Health: IMS The Global Use of Medicine: Outlook Through 2015/ 2016, IMS Market Prognosis Global, IMS MIDAS (73 Märkte weltweit); PhRMA Branchenreport; EU Industrial R&D Investment Scoreboard (EU-Anzeiger); OECD Science Technology and Industry Outlook 2011; Business Insights: The future of the Biologicals Market; VCI: Jahrespressekonferenz; Cefic: Facts and Figures 2012; Cefic.
Künftige Geschäftsentwicklung
Auch für das Jahr 2013 rechnet Sartorius mit einem deutlichen profitablen Wachstum. Für die umsatzstärkste Sparte Bioprocess Solutions rechnen wir im Jahr 2013 mit einem wechselkursbereinigten Umsatzanstieg von etwa 9 % bis 12 %. Davon entfallen rund drei bis vier Prozentpunkte auf die im Dezember 2012 geschlossene Kooperation mit Lonza im Bereich Medien und Pufferlösungen. Einhergehend mit dem Umsatzanstieg planen wir auf konstanter Wechselkursbasis eine Erhöhung der underlying EBITA-Marge auf rund 19 %.
Für die Sparte Lab Products & Services erwarten wir unter der Voraussetzung eines stabilen konjunkturellen Umfelds ein wechselkursbereinigtes Umsatzwachstum von etwa 3 % bis 6 %. Im Hinblick auf die Profitabilität streben wir eine underlying EBITA-Marge von rund 14 % (wechselkursbereinigt) an.
Auf Basis des bereits genannten konjunkturellen Szenarios gehen wir für die Sparte Industrial Weighing von einer Umsatzverbesserung von bis zu 3 % aus und rechnen mit einer underlying EBITA-Marge von rund 10 % (jeweils wechselkursbereinigt).
Für den Konzern erwartet die Unternehmensleitung auf Basis konstanter Wechselkurse einen Umsatzanstieg von etwa 6 % bis 9 %. Weiterhin gehen wir von einer Steigerung der underlying EBITA-Marge auf rund 16,5 % (wechselkursbereinigt) aus.
Unter der Annahme sich fortsetzender Trends hin zu biotechnologischer Medikamentenproduktion und zunehmender Verwendung von Einwegtechnologien sowie eines stabilen konjunkturellen Umfelds rechnen wir für das Folgejahr mit weiterem Wachstum von Umsatz und Ergebnis.
Nachtragsbericht
Nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2012 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.
Risiko- und Chancenbericht
Risikomanagementsystem
Als international agierender Konzern ist Sartorius naturgemäß verschiedenen Risiken ausgesetzt. Um bestehende und potenzielle Risiken effizient berücksichtigen zu können, haben wir ein Risikomanagementsystem (RMS) implementiert. Dieses dient der frühzeitigen Identifikation, Bewertung und Überwachung von Risiken. Auf diese Weise verfügt der Vorstand jederzeit über Informationen zur Gesamtrisikolage und kann gegebenenfalls steuernde Maßnahmen ergreifen. Zudem wird der Auditausschuss des Aufsichtsrats jährlich über die Entwicklung der Risikosituation informiert.
Der vorgeschriebene Berichtsprozess verpflichtet die Leiter der Geschäftsbereiche, die Geschäftsführer der einzelnen Konzerngesellschaften sowie die Leiter der Zentralbereiche, die Risikosituation innerhalb ihres Verantwortungsbereichs in regelmäßigen Zeitabständen zu überprüfen und in Abhängigkeit von der Erreichung festgelegter Größenkriterien zu melden.
Für alle erkennbaren Risiken innerhalb des Sartorius Konzerns, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken könnten, wurden im Berichtsjahr Gegenmaßnahmen und | oder bilanzielle Vorsorgen getroffen, sofern dies sinnvoll und möglich war.
Das Risikofrüherkennungssystem wird jährlich von den Abschlussprüfern im Rahmen der Jahresabschlussprüfung überprüft.
Erläuterung der Risikosituation
Allgemeine Risiken
Aufgrund seiner unterschiedlichen Geschäftsfelder ist unser Unternehmen von der allgemeinen Konjunkturentwicklung nur unterdurchschnittlich betroffen. Dennoch können wir direkte oder indirekte Folgen im Bereich des allgemeinen Lebensrisikos wie z. B. Naturkatastrophen, daraus resultierende Schäden an wirtschaftlich relevanter oder gar kritischer Infrastruktur oder einer Währungskrise nur eingeschränkt vorhersehen und beherrschen.
Supply Chain Risiken
Unsere Lieferkette reicht von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Vertrieb. Störungen innerhalb dieses Ablaufs können u. a. Lieferverzögerungen zur Folge haben. Um dies zu vermeiden, haben wir ein globales Supply Chain Management eingerichtet, das die gesamten Abläufe analysiert und steuert, so dass die Risiken in diesem Zusammenhang weitgehend minimiert werden. Nachfolgend werden die einzelnen Risiken innerhalb unserer Supply Chain ausführlich dargestellt.
Beschaffungsrisiken
Wir beziehen von unseren Lieferanten eine Vielzahl von Rohstoffen, Bauteilen, Komponenten und Dienstleistungen. Damit verbunden sind Risiken in Form von unerwarteten Lieferengpässen und | oder Preissteigerungen. Unser globales Supply Chain Management ermöglicht eine Überwachung und Steuerung der Beschaffungsaktivitäten und trägt so zur Reduzierung dieser Risiken bei. Zusätzlich führen wir regelmäßig Lieferantenüberprüfungen durch und nutzen darüber hinaus Frühwarnsysteme. Im Geschäftsjahr 2012 haben wir die Anzahl der Rahmenvereinbarungen zur Sicherstellung der Versorgung mit den Lieferanten von strategisch wichtigen Rohstoffen deutlich ausgeweitet. Außerdem halten wir stets Sicherheitslagerbestände strategischer Rohstoffe vor und arbeiten wenn möglich mit Alternativlieferanten zusammen. Darüber hinaus wurde in 2012 ein weltweites Warengruppenmanagement eingeführt, in dem unsere Lieferanten auch unter Risikogesichtspunkten klassifiziert und zentral betreut und gesteuert werden.
Produktionsrisiken
In Abhängigkeit von unserer technologischen Kernkompetenz fertigen wir einen großen Teil der Produkte mit hoher Fertigungstiefe selbst, wie z. B. Filter und Laborwaagen. Bei anderen Produkten, wie etwa Mehrwegfermentern, arbeiten wir mit Lieferanten zusammen, wodurch wir einen Teil der Produktionsrisiken auf externe Dritte verlagern. Im Fall der Eigenproduktion tragen wir die damit verbundenen Risiken, wie z. B. Kapazitätsengpässe bzw. Überkapazitäten, Produktionsausfälle, überhöhte Ausschussraten und hohe Working Capital-Bindung. Durch sorgfältige Planung der Produktionskapazitäten, die Nutzung variabel einsetzbarer Maschinen und halbautomatischer Einzelarbeitsplätze in Verbindung mit flexiblen Arbeitszeitmodellen sowie durch die kontinuierliche Überwachung des Produktionsprozesses werden diese Risiken begrenzt und reduziert. Darüber hinaus sind wir aufgrund unserer globalen Produktionsstandorte in der Lage, eventuell auftretende Kapazitätsengpässe durch Produktionsverlagerung auszugleichen.
Absatzrisiken
Der Vertrieb unserer Produkte ist weltweit über verschiedene Vertriebskanäle organisiert. Mögliche Risiken bestehen in einer unerwarteten Änderung der Nachfragestruktur, in einem zunehmenden Preisdruck sowie in der Nichteinhaltung mit Kunden getroffener Liefervereinbarungen. Anhand gezielter Marktanalysen versuchen wir Entwicklungstendenzen der Nachfrage auf einzelnen Teilmärkten frühzeitig zu erkennen, um entsprechend reagieren zu können. Mit technischen Innovationen und durch das Adressieren von Absatzmärkten mit geringer Preissensibilität, wie z. B. Produkte für validierte Produktionsprozesse in der biopharmazeutischen Industrie, verringern wir das Risiko eines zunehmenden Preisdrucks. Durch den Aufbau und die Nutzung von Zentrallagern haben wir in den letzten Jahren unsere Vertriebslogistik optimiert und so die Risiken im Logistikbereich minimiert.
Qualitätsrisiken
Sartorius Produkte kommen bei unseren Kunden in einer Vielzahl von kritischen Produktionsprozessen wie beispielsweise der Herstellung von Medikamenten, Lebensmitteln oder Chemikalien sowie in Forschungs- und Entwicklungslaboren zum Einsatz. Risiken in diesem Zusammenhang bestehen vor allem in der Nichterfüllung vereinbarter Qualitätskriterien und daraus resultierenden Schäden auf Seiten unserer Kunden, für die wir in Form von Schadensersatz in Anspruch genommen werden können. Durch umfangreiche Qualitätskontrollen sowie den Einsatz moderner Fertigungstechniken und -verfahren, wie z. B. Reinraumtechnik, stellen wir sicher, dass unsere Produkte höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Ferner unterliegen diese Fertigungstechniken und –verfahren im Rahmen von Verbesserungsprozessen einer kontinuierlichen Überprüfung und werden entsprechend aktueller Anforderungen optimiert. Die erfolgreiche Absolvierung einer Vielzahl jährlicher Audits von Kunden sowie die Zertifizierung nach ISO 9001 und ISO 13485 dokumentieren den hohen Qualitätsstandard unserer Produkte und Prozesse. Unabhängig davon haben wir uns in signifikantem Umfang gegen Produkthaftungsrisiken versichert. Um im Fall eines Produktfehlers schnell reagieren zu können und die Folgen so gering wie möglich zu halten, hat Sartorius ein Rückverfolgungssystem etabliert, das den sofortigen Rückruf einer kompletten Produktionscharge ermöglicht.
F&E-Risiken
Einen erheblichen Teil unserer Ressourcen verwenden wir für die Forschung & Entwicklung. Potenzielle Risiken ergeben sich in diesem Bereich aus Fehlentwicklungen, dem Überschreiten von geplanten Entwicklungszeiten oder aus dem ungewollten Know-how-Transfer zu Wettbewerbern. Modernes Projektmanagement, intensives Entwicklungscontrolling sowie die frühzeitige Einbindung unserer Kunden in den Entwicklungsprozess begrenzen die F&E-Risiken deutlich. Patente und die ständige Beobachtung der relevanten Technologien und Wettbewerber sichern unsere Technologieposition ab.
Kundenrisiken
Die wichtigsten Kunden von Sartorius stammen aus der pharmazeutischen, der chemischen Industrie, der Nahrungsmittelindustrie und aus Forschungs- und Bildungseinrichtungen des öffentlichen Sektors. Dabei handelt es sich meist um relativ große, bereits seit langem existierende Unternehmen mit hoher Bonität. Da wir in den meisten Geschäftsbereichen eine stark diversifizierte Kundenstruktur aufweisen, ist unsere Abhängigkeit von einzelnen Großkunden im Konzern insgesamt relativ gering. Das im Geschäftsjahr 2009 eingeführte Factoring Programm hält unsere Risikoposition im Bereich von Forderungen gegenüber Kunden auf unverändert niedrigem Niveau. Ferner arbeiten wir an einer kontinuierlichen Verbesserung unseres Forderungsmanagements und bedienen uns externer Ratingagenturen zur besseren Steuerung unserer Kreditrisiken.
Wettbewerbsrisiken
Sartorius hat auf den meisten Märkten eine führende Wettbewerbsposition und steht dabei in Konkurrenz zu teilweise größeren, meist ebenfalls international agierenden Unternehmen. Unsere Wettbewerber sind u. a. die Unternehmen Merck Millipore, Pall sowie Mettler- Toledo. Die Gefahr des Auftretens neuer relevanter Wettbewerber schätzen wir als gering ein, da wir zum einen eine Vielzahl von Kunden aus stark regulierten Branchen, wie z. B. der Pharma- oder der Lebensmittelindustrie, bedienen und zum anderen die technologischen Markteintrittsbarrieren sehr hoch sind. Zudem stellt unsere globale Präsenz eine signifikante Dämpfung regionaler Risiken dar.
Mitarbeiterrisiken
Als innovatives Technologieunternehmen beschäftigt Sartorius eine große Zahl hoch qualifizierter Mitarbeiter. Der Gefahr der Abwanderung von Mitarbeitern – vor allem derjenigen in Schlüsselpositionen – und dem demographischen Wandel begegnen wir durch leistungsbasierte Vergütungsmodelle, gezielte Fortbildungsangebote und weitere attraktive Sozialleistungen, kontinuierliche Ausbildung von Nachwuchskräften sowie durch das Aufzeigen interessanter Entwicklungsperspektiven. Der Erfolg dieser Maßnahmen spiegelt sich in einer in den letzten Jahren geringen Fluktuation und einer hohen durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter wider. In Einzelfällen enthalten Arbeitsverträge eine Klausel, die einen Wechsel zu direkten Konkurrenzunternehmen untersagt.
Finanzielle Risiken
Durch die globale Ausrichtung des Sartorius Konzerns ist die Geschäftstätigkeit zwangsläufig mit finanziellen Risiken verbunden. Hierzu zählen neben spezifischen konzernrechnungslegungsbezogenen Risiken vor allem das Wechselkursrisiko, das Zinsänderungsrisiko und das Liquiditätsrisiko, die im Folgenden beschrieben und im Anhang zum Konzernabschluss detailliert dargestellt werden.
Spezifische konzernrechnungslegungsbezogene Risiken
Spezifische konzernrechnungslegungsbezogene Risiken können z. B. aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte, die nicht routinemäßig verarbeitet werden, auftreten. Weitere diesbezügliche Risiken können aus den am Konzernabschluss beteiligten Mitarbeitern eingeräumten Ermessensspielräumen bei Ansatz und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden resultieren. Auch aus der Auslagerung und Übertragung von rechnungslegungsspezifischen Aufgaben auf externe Dienstleister, z. B. Versicherungsmathematiker oder Unternehmensberater, können sich Risiken ergeben. Rechnungslegungsbezogene Risiken aus derivativen Finanzinstrumenten werden im Anhang zum Konzernabschluss erläutert.
Wechselkursrisiken
Da wir gut ein Drittel des Konzernumsatzes in US-Dollar bzw. in an den US-Dollar gekoppelten Währungen sowie einen geringeren Teil in anderen Fremdwährungen erzielen, sind wir insbesondere bei der Währungsumrechnung von Bilanz- bzw. G&V-Positionen von Wechselkursänderungen betroffen. Gleichzeitig sind wir aufgrund unseres globalen Produktionsnetzwerks in der Lage, den überwiegenden Teil der in Fremdwährung erzielten Umsatzerlöse konzernintern durch ebenfalls in Fremdwährung anfallende Kosten zu kompensieren. So fertigen wir beispielsweise viele Produkte für den nordamerikanischen Markt vor Ort und haben somit keinen Wettbewerbsnachteil gegenüber unseren amerikanischen Wettbewerbern. Den über die Kosten in Fremdwährung hinausgehenden Umsatzanteil in Fremdwährung, das sogenannte Nettowährungsexposure, sichern wir größtenteils zentral mit derivativen Finanzinstrumenten ab, die wir überwiegend mit inländischen Banken abschließen. Unsere Sicherungsstrategie sieht grundsätzlich eine Absicherung von bis zu 1,5 Jahren im Voraus vor. Der Abschluss und die Kontrolle der Devisensicherungsgeschäfte sind dabei personell getrennt.
Zinsänderungsrisiken
Für einen vergleichsweise kleinen Teil unserer ausstehenden Kredite haben wir eine Festzinssatzvereinbarung getroffen, so dass hier kein Risiko schwankender Zahlungsströme besteht. Der Großteil der zum Stichtag ausstehenden Kredite wird jedoch in Abhängigkeit vom Marktzinssatz verzinst. Davon sind derzeit knapp zwei Drittel mit Zinssicherungsinstrumenten abgesichert, der verbleibende Teil unterliegt dem Zinsänderungsrisiko. Wir beobachten die Zinsentwicklung kontinuierlich und werden gegebenenfalls weitere Sicherungsgeschäfte abschließen, sofern wir dies für notwendig und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten als sinnvoll erachten.
Liquiditätsrisiken
Im April 2011 wurde einer der beiden bestehenden syndizierten Kreditvereinbarungen zu günstigen Konditionen unter Aufstockung des Kreditvolumens bis April 2016 refinanziert. Die zweite syndizierte Kreditvereinbarung läuft unverändert bis September 2013 zu den bisherigen Konditionen weiter. Die Gesamthöhe beider Vereinbarungen liegt derzeit bei 378 Mio. €. Im November 2012 wurde ferner ein umfangreiches, mit langen Laufzeiten versehenes Schuldscheindarlehen begeben. Damit steht die Konzernfinanzierung auf einer langfristig noch breiteren Basis. Unser Anlagevermögen ist zum überwiegenden Teil durch langfristiges Kapital gedeckt. Durch kurz-, mittel- und langfristige Liquiditätsplanung und den Einsatz moderner Treasurysoftware stellen wir jederzeit die konzernweite Zahlungsfähigkeit sicher.
Regulatorische Risiken
Als Zulieferer für die biopharmazeutische Industrie und das Gesundheitswesen ist Sartorius auch von den Rahmenbedingungen dieser Branchen berührt. Mögliche Risiken in diesem Zusammenhang bestehen vor allem in einer restriktiveren Vorgehensweise der Aufsichtsbehörden (FDA, EMEA) bei der Zulassung neuer Medikamente. Dies würde die Anzahl der neu zu vermarktenden Medikamente verringern und damit auch die Zukunftsaussichten von Sartorius mittelfristig verschlechtern.
Umweltrisiken
Sartorius hat ein Umweltmanagementsystem etabliert, das integriert und spartenübergreifend aufgebaut ist und eine Reihe umweltrelevanter Regelungen umfasst, um Umweltrisiken zu minimieren. An den größeren Produktionsstandorten ist es nach ISO 14001 zertifiziert. Entsprechende Organisationseinheiten sorgen an den jeweiligen Standorten dafür, die diesbezüglichen Gesetze und Regeln einzuhalten und kontinuierlich weitere technische Möglichkeiten zur Begrenzung von Umweltrisiken zu identifizieren.
IT-Risiken
Neben den zuvor aufgeführten Risiken bestehen aufgrund der starken Abhängigkeiten potenzielle Risiken im IT-Bereich, da der fehlerfreie Betrieb der entsprechenden Systeme für das reibungslose Funktionieren des Geschäftsbetriebs unerlässlich ist. Risiken hinsichtlich der IT-Sicherheit werden durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Umsetzung der IT-Sicherheitsrichtlinien und -konzepte verringert. Diese Regeln und Maßnahmen orientieren sich an den Vorgaben der ISO 27001 und des BSI Grundschutzes. Weiterhin werden die bestehenden IT-Applikationen und IT-Systeme durch regelmäßige externe und interne IT-Audits hinsichtlich möglicher Risiken überprüft und entsprechende Maßnahmen zu ihrer Minimierung ergriffen. Der kontinuierliche Abgleich der IT-Strategie mit der Business-Strategie, die Verfolgung der technischen Weiterentwicklungen und der Einsatz moderner Hard- und Software ermöglichen einen risikominimierten Betrieb der IT-Systemlandschaft. 2012 hat Sartorius ein neues ERP-System in Betrieb genommen, das ab 2013 sukzessive an den weltweiten Konzernstandorten ausgerollt wird. Bei der Durchführung dieses IT-Projekts richteten und richten wir unser zentrales Augenmerk auf die Beherrschung damit einhergehender Risiken, u. a. durch die Aufrechterhaltung eines sichernden Backup-Systems.
Prozessrisiken
Bilanziell nicht berücksichtigte Rechtsstreitigkeiten oder Gerichtsprozesse, die einen erheblichen negativen Einfluss auf das Konzernergebnis haben könnten, sind derzeit nicht anhängig.
Versicherungen
Soweit möglich und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll, haben wir uns gegen eine Vielzahl von Risiken versichert. Diese Versicherungen umfassen u. a. Haftpflicht-, Sach-, Betriebsunterbrechungs-, Transport- und Vermögensschadensrisiken sowie einen umfangreichen Rechtsschutz. Art und Umfang des Versicherungsschutzes werden durch eine eigenständige Abteilung in Zusammenarbeit mit einem externen Versicherungsmakler regelmäßig geprüft und angepasst.
Einschätzung der Gesamtrisikosituation und künftigen Entwicklung
Nach eingehender Analyse der gesamten Risikosituation sind aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar.
Auch für die Zukunft sind aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken absehbar.
Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems
im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess (§ 289 Abs. 5 und § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)
Begriffsbestimmungen und Elemente des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Sartorius Konzern
Das interne Kontrollsystem des Sartorius Konzerns umfasst alle Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen der Unternehmensleitung gerichtet sind. Im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess stehen dabei die Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie die Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften im Vordergrund.
Dabei bilden prozessintegrierte ebenso wie prozessunabhängige Überwachungsmaßnahmen die Elemente des internen Kontrollsystems des Sartorius Konzerns. Die prozessintegrierten Sicherungsmaßnahmen sind zum einen organisatorische Maßnahmen, z. B. das „Vier-Augen-Prinzip“ oder Zugriffsbeschränkungen im IT-Bereich, sowie zum anderen Kontrollmaßnahmen wie manuelle Soll- | Ist-Vergleiche oder programmierte Plausibilitätsprüfungen in der eingesetzten Software. Der Aufsichtsrat, hier insbesondere der Auditausschuss der Sartorius AG, und der Bereich Internes Kontrollsystem | Compliance mit seiner Konzernrevision sind mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das interne Kontrollsystem im Sartorius Konzern eingebunden.
Der Konzernabschlussprüfer und sonstige Prüfungsorgane, wie z. B. der steuerliche Betriebsprüfer, sind mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das Kontrollumfeld des Sartorius Konzerns einbezogen. Insbesondere die Prüfung der Konzernabschlüsse durch den Konzernabschlussprüfer bzw. die Prüfung der einbezogenen Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften bilden die wesentliche prozessunabhängige Überwachungsmaßnahme im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.
Der Bereich Finanzen stellt durch die Analyse der monatlichen Berichte der Tochtergesellschaften einen weiteren wichtigen Bestandteil des internen Kontrollsystems dar.
Das Risikomanagementsystem ist mit Bezug auf die Konzernrechnungslegung auf das Risiko der Falschaussage in der Konzernbuchführung sowie in der externen Berichterstattung ausgerichtet. Es umfasst einerseits das operative Risikomanagement, das z. B. den Risikotransfer auf Versicherungsgesellschaften durch die Absicherung von Schadens- oder Haftungsrisiken sowie den Abschluss geeigneter Sicherungsgeschäfte zur Begrenzung von Fremdwährungs- und Zinsrisiken beinhaltet. Des Weiteren ist im Sartorius Konzern zur Sicherstellung der konzernweiten systematischen Risikofrüherkennung ein „Überwachungssystem zur Früherkennung existenzgefährdender Risiken“ gemäß § 91 Absatz 2 AktG eingerichtet. Der Konzernabschlussprüfer beurteilt gemäß § 317 Abs. 4 HGB die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems, das durch den Sartorius Konzern jeweils zeitnah an jeweilige Umfeldveränderungen angepasst wird. Weiterhin ist durch regelmäßige Systemprüfungen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Systems sichergestellt.
Einsatz von IT-Systemen
Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen der Sartorius AG im Wesentlichen durch global eingesetzte Softwaresysteme. Zur Aufstellung des Konzernabschlusses der Sartorius AG werden durch die Konzerngesellschaften die jeweiligen Einzelabschlüsse durch weitere Informationen zu standardisierten Berichtspaketen ergänzt, die dann durch sämtliche Konzernunternehmen in das Konsolidierungssystem eingestellt werden. Die von der Sartorius AG weitgehend selbst entwickelten Konsolidierungsroutinen im Konsolidierungssystem, ergänzt durch manuelle Anpassungen, werden schließlich zur Erstellung des Konzernabschlusses der Sartorius AG eingesetzt. Durch interne Kontrollen einerseits und den Konzernabschlussprüfer der Sartorius AG andererseits wird die Übereinstimmung der erfassten Berichtspakete mit den jeweils der Prüfung unterliegenden Einzelabschlüssen der Gesellschaften geprüft. Im Konsolidierungssystem werden sämtliche Konsolidierungsvorgänge zur Erstellung des Konzernabschlusses der Sartorius AG, wie z. B. die Kapitalkonsolidierung, die Schuldenkonsolidierung oder die Aufwands- und Ertragseliminierung, vollzogen und dokumentiert. Sämtliche Bestandteile des Konzernabschlusses der Sartorius AG einschließlich der Anhangangaben werden aus dem Konsolidierungssystem entwickelt. Das System erlaubt zudem vielfältige Auswertungsmöglichkeiten.
Wesentliche Regelungs- und Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung
Die auf die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung ausgerichteten Maßnahmen des internen Kontrollsystems stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden. Weiterhin ist gewährleistet, dass Inventuren ordnungsgemäß durchgeführt werden, Vermögensgegenstände und Schulden im Konzernabschluss zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden.
Die Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung umfassen beispielhaft die Analyse von Sachverhalten und Entwicklungen anhand spezifischer Kennzahlen. Eine Funktionstrennung im Hinblick auf Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung reduziert die Möglichkeit zu dolosen Handlungen. Die organisatorischen Maßnahmen sind ebenfalls darauf ausgerichtet, unternehmens- oder konzernweite Umstrukturierungen oder Veränderungen in der Geschäftstätigkeit einzelner Geschäftsbereiche zeitnah und sachgerecht in der Konzernrechnungslegung zu erfassen. Schließlich gewährleistet das interne Kontrollsystem auch die Abbildung von Veränderungen im wirtschaftlichen oder rechtlichen Umfeld des Sartorius Konzerns und stellt die Anwendung neuer oder geänderter gesetzlicher Vorschriften zur Konzernrechnungslegung sicher.
Die Bilanzierungsvorschriften im Sartorius Konzern regeln die einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze für die in den Sartorius Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Unternehmen. Neben allgemeinen Bilanzierungsgrundsätzen und -methoden sind vor allem Regelungen der IFRS und des deutschen Handelsrechts zu Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Lagebericht, Cashflow- Rechnung und Segmentberichterstattung bei Einhaltung der in der EU geltenden Rechtslage getroffen.
Die Sartorius Bilanzierungsvorschriften regeln auch konkrete formale Anforderungen an den Konzernabschluss. Hierzu gehört u. a. die verbindliche Verwendung eines standardisierten und vollständigen Berichtspaketes. Die Abteilung Konzernrechnungslegung unterstützt die lokalen Einheiten bei komplexen Bilanzierungsfragen wie z. B. Fair Value-Bewertungen und stellt so eine einheitliche und sachgerechte Darstellung im Konzernabschluss sicher.
Auf Konzernebene umfassen die spezifischen Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung die Analyse und ggf. Korrektur der durch die Konzerngesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse unter Beachtung der Prüfungsberichte. Auf Grundlage einer hohen Anzahl bereits im Konsolidierungssystem festgelegter Kontrollmechanismen werden fehlerbehaftete Berichtspakete identifiziert und auf Konzernebene ggf. korrigiert. Mit der zentralen Durchführung sogenannter Werthaltigkeitstests für die aus Konzernsicht spezifischen zahlungsmittelgenerierenden Geschäftseinheiten (sogenannte CGUs) wird die Anwendung einheitlicher und standardisierter Bewertungskriterien sichergestellt.
Der Regelungsumfang erstreckt sich auf Konzernebene unter anderem auch auf die zentrale Festlegung von Bewertungsregeln und -parametern. Weiterhin erfolgt auf Konzernebene auch die Aufbereitung und Aggregation weiterer Daten für die Erstellung externer Informationen im Anhang und Lagebericht (einschließlich wesentlicher Ereignisse nach dem Bilanzstichtag).
Einschränkende Hinweise
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem ermöglicht durch die im Sartorius Konzern festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die vollständige Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten sowie deren sachgerechte Darstellung in der Rechnungslegung.
Insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen, fehlerbehaftete Kontrollen, kriminelle Handlungen oder sonstige Umstände können nicht ausgeschlossen werden. Sie führen zu eingeschränkter Wirksamkeit und Verlässlichkeit des eingesetzten internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems, so dass auch die konzernweite Anwendung der eingesetzten Systeme nicht die absolute Sicherheit hinsichtlich der richtigen, vollständigen und zeitnahen Erfassung von Sachverhalten in der Konzernrechnungslegung gewährleisten kann.
Die getroffenen Aussagen beziehen sich nur auf die in den Konzernabschluss der Sartorius AG einbezogenen Tochterunternehmen, bei denen die Sartorius AG mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geschäftspolitik zu bestimmen, um aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zu ziehen.
Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben gem. §§289 Abs. 4 und 5, 315 Abs. 4 HGB
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals | Stimmrechtsbeschränkungen
Das Grundkapital der Sartorius AG beträgt 18.720.000 €. Es ist eingeteilt in 18.720.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, aufgeteilt in je 9.360.000 Stamm- und stimmrechtslose Vorzugsaktien. Der rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt 1 € pro Aktie.
Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den Bestimmungen des Aktiengesetzes. Die Vorzugsaktien sind satzungsgemäß gegenüber den Stammaktien mit einem um 2 % des auf jede Vorzugsaktie entfallenden rechnerischen Anteils am Grundkapital höheren Dividendenbezugsrecht (d. h. zwei Eurocent pro Aktie) ausgestattet. Das Dividendenbezugsrecht besteht jedoch mindestens in Höhe von 4 % des auf jede Vorzugsaktie entfallenden rechnerischen Anteils am Grundkapital (d. h. vier Eurocent pro Aktie). Ein Stimmrecht gewähren die Vorzugsaktien abgesehen von den in den §§ 140 und 141 des Aktiengesetzes vorgesehenen Fällen nicht. Darüber hinaus gewähren die Vorzugsaktien die jedem Aktionär aus der Aktie zustehenden Rechte.
831.944 Stamm- und 840.983 Vorzugsaktien werden von der Gesellschaft selbst gehalten; aus ihnen stehen der Gesellschaft keine Mitgliedschaftsrechte zu.
Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten
Die Erbengemeinschaft von Frau U. Baro, München, Frau C. Franken, Bovenden, und Frau K. Sartorius- Herbst, Northeim, hält einen Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG in Höhe von rund 50,1 % (4.688.540 Stimmen; Quelle: Teilnehmerverzeichnis zur Hauptversammlung am 19. April 2012). Der Erblasser Horst Sartorius hat Testamentsvollstreckung angeordnet. Zum Testamentsvollstrecker ist Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot, Gauting, bestellt, der die genannten Stimmrechte nach eigenem Ermessen im Sinne des § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG ausübt.
Die Bio-Rad Laboratories Inc., 1000 Alfred Nobel Drive, Hercules, California 94547, USA, der die Stimmrechte der Bio-Rad Laboratories GmbH, Heidemannstr. 164, 80939 München, gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet werden, hält laut einer Pflichtmitteilung vom 01. April 2011 30,01 % (2.809.299 Stimmen) der Stimmrechte an der Sartorius AG.
Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands | Änderungen der Satzung
Die Mitglieder des Vorstands der Sartorius AG werden nach den §§ 8 4f. des Aktiengesetzes und den §§ 31 und 33 des Mitbestimmungsgesetzes ernannt bzw. bestellt und abberufen. Für Änderungen der Satzung der Sartorius AG sind die §§ 133 und 179 des Aktiengesetzes maßgeblich.
Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Veräußerung der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien auch in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre im Verhältnis ihrer Beteiligung an der Gesellschaft vorzunehmen, sofern diese Aktien im Rahmen eines Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen als Gegenleistung angeboten werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist insoweit ausgeschlossen.
Über die vorstehenden Angaben hinausgehende, gemäß §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB anzugebende Umstände liegen nicht vor oder sind nicht bekannt.
Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems gemäß § 289 Abs. 5 HGB
Die Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems erfolgt im Risikobericht, auf den vollumfänglich verwiesen wird.
Corporate Governance Bericht
Die Grundsätze einer transparenten und verantwortungsvollen Unternehmensführung bestimmen das Handeln der Leitungs- und Aufsichtsgremien der Sartorius AG. Vorstand und Aufsichtsrat berichten in diesem Bericht gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance des Unternehmens. Dieser Bericht beinhaltet auch die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB, in der Ausführungen zu Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat und weiteren Praktiken der Unternehmensführung der Gesellschaft gemacht werden.
Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Sartorius AG zu den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex” gemäß § 161 Aktiengesetz
Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ in der Fassung vom 15. Mai 2012 vollumfänglich entsprochen wird.
Seit der Abgabe der letztjährigen Entsprechenserklärung wurde den Empfehlungen der Regierungskommission in der gültigen Fassung entsprochen.
Göttingen, den 07. Dezember 2012
Für den Aufsichtsrat
Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot
Für den Vorstand
Dr. Joachim Kreuzburg
Weitere Angaben zur Corporate Governance
Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben sich im Berichtsjahr mit der überarbeiteten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 15. Mai 2012 befasst. Die Änderungen des Kodex wurden vollumfänglich umgesetzt. Die im Jahr 2010 festgelegten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats haben weiterhin Gültigkeit:
| ― | Der Anteil der Frauen im Aufsichtsrat soll nicht weniger als 25 % seiner Mitglieder betragen. |
| ― | Der Anteil der unabhängigen Mitglieder im Aufsichtsrat soll nicht weniger als 25 % betragen. |
| ― | Berücksichtigung der Besetzung des Aufsichtsrats mit Mitgliedern mit internationaler Erfahrung oder internationalem Hintergrund in bisherigem Umfang. |
| ― | Berücksichtigung der Altersgrenze von grundsätzlich 70 Jahren zum Zeitpunkt der Wahl, von der jedoch im Einzelfall abgewichen werden darf, soweit keine Zweifel an der Eignung der vorgeschlagenen Personen bestehen und deren Wahl trotz Überschreitens der Altersgrenze im Interesse des Unternehmens zweckmäßig erscheint. |
Diese Ziele werden bereits heute erfüllt. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat stellt eine Quote dar, die etwas über dem Anteil an Frauen in Führungspositionen innerhalb des Sartorius Konzerns liegt.
Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB
Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat
Die Sartorius AG ist eine Gesellschaft deutschen Rechts, der das duale Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die beide mit eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind, zugrunde liegt.
Der Aufsichtsrat besteht gemäß Mitbestimmungsgesetz aus zwölf Mitgliedern und ist paritätisch besetzt. Er überwacht und berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens.
Der Aufsichtsrat hat vier Ausschüsse gebildet, den Präsidialausschuss, den Auditausschuss, den Vermittlungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Präsidial-, Audit- und Vermittlungsausschuss bestehen aus jeweils vier Mitgliedern und sind paritätisch mit Vertretern der Anteilseigner und Arbeitnehmer besetzt. Präsidial- und Auditausschuss tagen regelmäßig, Vermittlungs- und Nominierungsausschuss nach Bedarf.
Der Präsidialausschuss bereitet Beschlüsse und Themen vor, die in den Sitzungen des Aufsichtsrats behandelt werden. Er nimmt darüber hinaus die Vorbereitung der Bestellungen einschließlich der Bedingungen der Anstellungsverträge und der Vergütung von Vorstandsmitgliedern wahr. Der Auditausschuss unterstützt den Aufsichtsrat bei der Wahrnehmung seiner Überwachungsfunktion. Der Vorsitzende des Auditausschusses ist unabhängiges Aufsichtsratsmitglied und verfügt aus seiner beruflichen Praxis über besondere Kenntnisse und Erfahrung in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Der Vermittlungsausschuss tritt zusammen, wenn bei einer Bestellung von Mitgliedern des zur gesetzlichen Vertretung der Gesellschaft berechtigten Organs die erforderliche Mehrheit nicht erreicht wird. Der Nominierungsausschuss ist ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt. Er soll dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung vorschlagen.
Der Vorstand der Sartorius AG besteht zurzeit aus drei Mitgliedern. Er leitet das Unternehmen unter eigener Verantwortung mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung und im Unternehmensinteresse. Der Vorstand unterrichtet den Aufsichtsrat regelmäßig sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung, der strategischen Weiterentwicklung und den Gang der Geschäfte des Konzerns. Bedeutende Geschäftsvorgänge werden nach der Geschäftsordnung des Vorstands im Plenum des Aufsichtsrats ausführlich erörtert. Die Geschäftsordnung des Vorstands definiert darüber hinaus solche Rechtsgeschäfte, zu deren Wirksamkeit der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilen muss. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten bei der Leitung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen.
Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat
Die Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats wird einheitlich in einem Vergütungsbericht im Rahmen des Lageberichts dargestellt und veröffentlicht. Zur Vermeidung einer doppelten Darstellung macht sich diese Erklärung zur Unternehmensführung die Darstellung im Lagebericht (vergl. S. 64 ff.) ausdrücklich zu eigen und verweist auf sie.
Aktionäre und Hauptversammlung
Die Aktionäre der Sartorius AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung des Unternehmens wahr. Die Hauptversammlung findet mindestens einmal jährlich innerhalb der ersten acht Monate des Geschäftsjahres statt. Die Hauptversammlung entscheidet über alle ihr durch das Gesetz zugewiesenen Aufgaben.
Teilnahmeberechtigt an der Hauptversammlung ist jeder Aktionär, der sich rechtzeitig anmeldet. Aktionäre, die nicht persönlich an der Hauptversammlung teilnehmen können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung oder die von der Sartorius AG eingesetzten, weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen.
Risikomanagement
Ein wesentlicher Grundsatz guter Corporate Governance ist der verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken. In der Sartorius AG und im Konzern stehen konzernübergreifende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Verfügung, die die Erfassung, Bewertung und Steuerung von geschäftlichen Risiken ermöglichen. Es erfolgt eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung der Systeme an veränderte Rahmenbedingungen, die durch die Abschlussprüfer geprüft werden. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert. Der Auditausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, einschließlich der Berichterstattung, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und des internen Revisionssystems, der Compliance sowie der Abschlussprüfung. Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Risikobericht dargestellt.
Transparenz
Eine einheitliche, umfassende und zeitnahe Information hat bei der Sartorius AG einen hohen Stellenwert. Es erfolgt daher für die Teilnehmer am Kapitalmarkt und die interessierte Öffentlichkeit eine unverzügliche, regelmäßige und zeitgleiche Information über die wirtschaftliche Lage des Konzerns und neue Tatsachen. Geschäftsbericht, Halbjahresfinanzbericht sowie die Quartalsberichte werden im Rahmen der dafür vorgegebenen Fristen veröffentlicht. Aktuelle Entwicklungen und wichtige Ereignisse werden durch Pressemeldungen und gegebenenfalls durch Ad-hoc-Mitteilungen verlautbart. Diese Informationen stehen in der Regel zeitgleich in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung und werden über geeignete Medien und im Internet publiziert.
Die wesentlichen wiederkehrenden Ereignisse und Veröffentlichungen, wie zum Beispiel die Hauptversammlung, der Geschäftsbericht und die Zwischenberichte sind in einem Finanzkalender zusammengestellt, der auf der Internetseite dauerhaft zur Verfügung gestellt wird.
Aktiengeschäfte der Organmitglieder
Mitteilungspflichtige Erwerbe oder Veräußerungen von Aktien der Sartorius AG oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente durch Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder oder sonstige Personen mit Führungsaufgaben sowie ihnen nahe stehenden Personen sind uns nicht mitgeteilt worden.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot hält als Testamentsvollstrecker des Nachlasses von Horst Sartorius rund 50,1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Stammaktien. Darüber hinaus besteht kein mitteilungspflichtiger Besitz von Aktien oder Finanzinstrumenten von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, der direkt oder indirekt größer als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien ist.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Der Konzernabschluss und die Konzernzwischenabschlüsse werden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) - wie sie in der EU anzuwenden sind - aufgestellt. Der Jahresabschluss der Sartorius AG erfolgt nach deutschem Handelsrecht (HGB). Der Konzernabschluss und der Jahresabschluss werden vom Vorstand aufgestellt, vom Abschlussprüfer, der von der Hauptversammlung gewählt wurde, geprüft und vom Aufsichtsrat festgestellt.
Mit dem Abschlussprüfer wurde vereinbart, dass er den Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung unterrichtet. Dies umfasst auch die Berichtspflichten der Verwaltung zur Corporate Governance gemäß § 161 Aktiengesetz.
Verhaltenskodex
Ein unverzichtbares Element der unternehmerischen Kultur der Sartorius AG ist ein nachhaltiges wirtschaftliches, ökologisches und soziales Handeln. Um ein einheitliches Verhalten im Konzern zu gewährleisten, besteht für den gesamten Konzern ein Verhaltenskodex (Code of Conduct). Dieser gilt für alle Mitarbeiter im Konzern, seien es Mitglieder des Vorstands, Geschäftsführer, Führungskräfte oder weitere Mitarbeiter, gleichermaßen. Er setzt definierte Standards, die helfen sollen, ethische und rechtliche Herausforderungen bei der täglichen Arbeit zu bewältigen. Verstöße gegen den Verhaltenskodex sollen im Interesse aller Mitarbeiter und des Unternehmens durch die dafür eingerichtete Abteilung Interne Kontrollsysteme | Compliance nachgegangen und deren Ursachen beseitigt werden.
Der Aufsichtsrat
Der Vorstand
Vergütungsbericht
1. Grundzüge des Vergütungssystems des Vorstands
Allgemeines und Fixe Vergütung
Die Festlegung der Vergütung der Vorstandsmitglieder der Sartorius AG unterliegt der Zuständigkeit des Aufsichtsratsplenums. Die Höhe der Vergütung eines Vorstandsmitglieds richtet sich nach seinem Verantwortungsbereich, seiner persönlichen Leistung, der wirtschaftlichen Lage und der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens. Zudem werden die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten im eigenen und in vergleichbaren Unternehmen gilt, berücksichtigt. Sie setzt sich aus fixen und variablen Bestandteilen zusammen und wird jährlich hinsichtlich ihrer Angemessenheit überprüft. Neben dem fixen Basisgehalt stellen die variablen Vergütungsbestandteile bei 100 %iger Zielerreichung rund die Hälfte der Gesamtvergütung exklusive der Versorgungszusage und den Nebenleistungen dar.
Variable Vergütung
Der variable Teil der Vergütung enthält jährlich abzurechnende Komponenten (gemessen an Umsatz | Auftragseingang, EBITA und dynamischem Verschuldungsgrad) und Komponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage (gemessen am Konzernjahresüberschuss und Phantom Stock-Plan). Die jährlich abzurechnenden Komponenten und die Komponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage machen jeweils die Hälfte der möglichen Zielerreichung aus. Alle variablen Vergütungsbestandteile sehen eine Obergrenze (Cap) für die Auszahlung vor. Die jährlich abzurechnenden Komponenten wurden im Berichtsjahr geringfügig angepasst. Die individuellen Ziele, die im Vorjahr mit 10 % der variablen Vergütung gewichtet waren, wurde abgeschafft und ihr Anteil den verbleibenden drei Komponenten Umsatz | Auftragseingang, EBITA und dynamischem Verschuldungsgrad zugerechnet. Die neue Gewichtung ergibt sich aus dem nachfolgenden Absatz.
Innerhalb der gesamten möglichen Zielerreichung sind die Teilziele der jährlich abzurechnenden Komponenten wie folgt gewichtet: Umsatz | Auftragseingang 12,5 %, EBITA 18,75 % und dynamischer Verschuldungsgrad 18,75 %. Die Teilziele Konzernjahresüberschuss und Phantom Stock-Plan als Komponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage sind in der gesamten möglichen Zielerreichung mit jeweils 25 % gewichtet.
a) Jährlich abzurechnende variable Vergütung
Der jährlich abzurechnende Teil der variablen Vergütung ist abhängig vom Grad der Erreichung des Ziels, das vom Aufsichtsrat bei jedem einzelnen Teilziel festgelegt wird. Diese Zielerreichung gliedert sich in die vorgenannten drei Teilziele auf, die jeweils separat abgerechnet werden.
Umsatz | Auftragseingang
Bei einem Zielerreichungsgrad unterhalb von 90 % wird keine Vergütung gewährt. Bei Erreichen von 90 % des Ziels werden 50 % des Zielbetrages ausgezahlt. Danach steigt die Auszahlung linear bis zu einer Zielerreichung von 104 %, bei der maximal 120 % des Zielbetrages ausgezahlt werden. Der Auszahlungsgrad in Höhe von 120 % bildet zugleich den Cap für dieses Teilziel.
EBITA
Bei einem Zielerreichungsgrad unterhalb von 70 % wird keine Vergütung gewährt. Bei Erreichen von 70 % des Ziels werden 70 % des Zielbetrages ausgezahlt. Danach steigt die Auszahlung linear bis zu einer Zielerreichung von 120 %, bei der maximal 120 % des Zielbetrages ausgezahlt werden. Der Auszahlungsgrad in Höhe von 120 % bildet zugleich den Cap für dieses Teilziel.
Dynamischer Verschuldungsgrad
Bis zum Erreichen eines definierten unteren Wertes im dynamischen Verschuldungsgrad wird keine Vergütung gewährt. Bei Erreichen des definierten Wertes werden 50 % des Zielbetrages ausgezahlt. Danach steigt die Auszahlung linear bis zu einem definierten oberen Wert, bei dem maximal 120 % des Zielbetrages ausgezahlt werden. Der Auszahlungsgrad in Höhe von 120 % bildet zugleich den Cap für dieses Teilziel.
b) Variable Komponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage
Die Komponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage sind zum einen abhängig vom Grad der Erreichung des Ziels, das vom Aufsichtsrat bei dem Teilziel Konzernjahresüberschuss festgelegt wird, und zum anderen von dem Wert eines vereinbarten Geldbetrags, der dem Vorstandsmitglied am Anfang eines jeden Jahres zugeschrieben wird.
Konzernjahresüberschuss
Bemessungsgrundlage ist der Konzernjahresüberschuss nach Minderheiten exklusive Amortisation (Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, wie z. B. Kundenlisten oder Patente, die aus der im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen gem. IFRS 3 vorzunehmenden Kaufpreisallokation resultieren). Die einem Jahr zugeordnete Zielerreichung basiert auf dem Durchschnitt der mit diesem Jahr beginnenden drei Geschäftsjahre. Zur Glättung der Auszahlungsbeträge erfolgt eine Abschlagszahlung in Höhe von 50 % der Zielerreichung eines Geschäftsjahres. Etwaige Überzahlungen von Abschlägen werden im Folgejahr mit anderen Vergütungskomponenten (fix oder variabel) verrechnet. Im Jahr vor dem Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds erfolgt keine Abschlagszahlung. Etwaige negative Ergebnisse werden somit vollumfänglich berücksichtigt und beeinflussen die Vergütung des jeweiligen Vorstandsmitglieds auch noch nach seinem Ausscheiden. Bei Erreichung eines definierten Mindestwerts steigt die Auszahlung linear von 0 % bis zu maximal 120 % des vom Aufsichtsrat definierten Wertes der Zielerreichung dieses Teilziels. Der Auszahlungsgrad in Höhe von 120 % bildet zugleich den Cap für dieses Teilziel.
Phantom Stock-Plan
Mit der Ausgabe von virtuellen Aktien (Phantom Stocks) werden die Vorstandsmitglieder so gestellt, als ob sie Inhaber einer bestimmten Anzahl von Aktien der Sartorius AG wären, ohne jedoch dividendenberechtigt zu sein. Die Wertentwicklung dieser Phantom Stocks ist an die Kursentwicklung der Sartorius Aktie gekoppelt. Dabei werden sowohl Kursgewinne als auch Kursverluste berücksichtigt. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Phantom Stocks anhand des aktuellen Aktienkurses bewertet und ihr Gegenwert ausbezahlt, sofern die Bedingungen dafür vorliegen. Die Phantom Stocks sind nicht handelbar und beinhalten kein Aktienbezugsrecht.
Der Phantom Stock-Plan sieht im Detail vor, dass das jeweilige Vorstandsmitglied am Anfang eines jeden Jahres Phantom Stocks im Wert eines vereinbarten Geldbetrags zugeschrieben bekommt. Die Auszahlung der Phantom Stocks kann nur als gesamte Jahrestranche und jeweils frühestens nach vier Jahren und spätestens nach acht Jahren verlangt werden.
Ein Auszahlungsanspruch besteht nur, wenn der Aktienkurs zum Zeitpunkt der Auszahlung gegenüber dem Zeitpunkt der Zuteilung der Phantom Stocks eine Mindestwertsteigerung von 7,5 % pro Jahr oder eine bessere Wertentwicklung als der TecDax als Vergleichsindex erzielt hat. Eine nachträgliche Veränderung der Vergleichsparameter schließt der Phantom Stock-Plan aus. Die Auszahlung erfolgt maximal zu einem Abrechnungskurs in Höhe des 2,5 -fachen Aktienkurses zum Zeitpunkt der Zuschreibung der Phantom Stocks (Cap), jeweils bezogen auf die einzelne Jahrestranche.
Maßgeblich für die Zuteilung der Phantom Stocks sowie für deren spätere Auszahlung ist der Mittelwert der durchschnittlichen Aktienkurse beider Aktiengattungen der Sartorius AG in der Schlussauktion des XETRA-Handels an der Frankfurter Wertpapierbörse der letzten 20 Börsenhandelstage des Vorjahres bzw. vor dem Zeitpunkt des Auszahlungsbegehrens. Dies dient dem Ausgleich kurzfristiger Kursschwankungen.
Es besteht eine Auszahlungssperre von jeweils vier Wochen vor der voraussichtlichen Bekanntgabe von Quartalsergebnissen und der vorläufigen Jahresergebnisse sowie von 20 Börsenhandelstagen nach tatsächlich erfolgter Veröffentlichung von Quartalsergebnissen und der vorläufigen Jahresergebnisse. Mit den hierdurch eingegrenzten Auszahlungsfenstern soll eine Begünstigung der Vorstandsmitglieder durch Insiderwissen ausgeschlossen werden.
Versorgungszusagen
Die Mitglieder des Vorstands erhalten Versorgungszusagen bei der ersten Wiederbestellung. Bisher wurde die Höhe des Anspruchs auf Versorgungsleistungen in Abhängigkeit vom Gehalt eines Bundesbeamten der Besoldungsgruppe B des Bundesbesoldungsgesetzes errechnet und entwickelt sich in Abhängigkeit von der Amtsdauer eines Vorstandsmitglieds. Die Versorgungsleistung wird in Form von Ruhegeld für die Fälle Alter und Invalidität sowie in Form von Hinterbliebenengeld für Witwen und Waisen gewährt. Als reguläre Altersgrenze ist die Vollendung des 65. Lebensjahres vorgesehen.
Bei der zweiten Wiederbestellung konnte diese Versorgungsleistung um eine extern finanzierte beitragsorientierte Leistungszusage erweitert werden, die neben einer Basisabsicherung einen Eigenbeitrag des Vorstandsmitglieds aus variablen Bezügen und einen Bonusbeitrag der Gesellschaft in gleicher Höhe vorsieht.
Diese Praxis wurde mit Beschluss des Aufsichtsrates vom 24. August 2011 dahingehend abgeändert, dass ein Vorstandsmitglied ab der ersten Wiederbestellung eine extern finanzierte beitragsorientierte Leistungszusage erhält, die neben einer Basisabsicherung einen Eigenbeitrag des Vorstandsmitglieds aus variablen Bezügen und einen Bonusbeitrag der Gesellschaft in gleicher Höhe vorsieht.
Sonstige Vergütungskomponenten
Im Berichtsjahr wurde in das Vergütungssystem eine Ermächtigung des Aufsichtsrats aufgenommen, bei außerordentlichen Leistungen eines Vorstandsmitglieds eine etwaige Sondervergütung nach billigem Ermessen zu gewähren.
Vorzeitige Beendigung der Vorstandstätigkeit
Für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit sehen die Anstellungsverträge, die bei einer Neu- oder einer Wiederbestellung abgeschlossen werden, ein Abfindungs-Cap in Höhe von maximal zwei Jahresgehältern vor.
Nebenleistungen
Über die genannten Vergütungsbestandteile hinaus wird den Mitgliedern des Vorstands als Nebenleistung jeweils ein Kraftfahrzeug zur Verfügung gestellt, Kosten von Dienstreisen erstattet, eine Unfallversicherung und eine D&O-Versicherung abgeschlossen. Die D&O-Versicherung sieht einen Selbstbehalt in der gesetzlichen Höhe vor.
2. Bezüge der Vorstandsmitglieder
Bei der Angabe der Vergütung des Vorstandes wird zur Erhöhung der Transparenz das Aufwandsprinzip angewendet. Die variable Vergütung mit jährlicher Bemessungsgrundlage wird nach Feststellung des Jahresabschlusses und damit erst im Folgejahr abgerechnet und ausgezahlt. Die variablen Vergütungen mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage kommen frühestens zwei bzw. drei Jahre nach Ablauf des Geschäftsjahres sowie nur bei Erreichen der Auszahlungsvoraussetzungen zur Auszahlung.
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Gesamtbezüge des Vorstands | ||
| Vergütung für das Geschäftsjahr | 2.679 | 2.458 |
| Fixe Vergütung | 1.246 | 1.186 |
| Variable Vergütung mit jährlicher Bemessungsgrundlage | 558 | 659 |
| Variable Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage (Zeitwert) | 875 | 613 |
| Veränderung der Zeitwerte der variablen Vergütungskomponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage aus Vorjahren | 611 | 223 |
| Versorgungszusagen | 283 | 120 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Dr. Joachim Kreuzburg | ||
| Vergütung für das Geschäftsjahr | 1.302 | 1.182 |
| Fixe Vergütung | 603 | 568 |
| Variable Vergütung mit jährlicher Bemessungsgrundlage | 272 | 318 |
| Variable Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage (Zeitwert) | 427 | 296 |
| Veränderung der Zeitwerte der variablen Vergütungskomponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage aus Vorjahren | 366 | 156 |
| Versorgungszusagen | 172 | 120 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Jörg Pfirrmann | ||
| Vergütung für das Geschäftsjahr | 575 | 541 |
| Fixe Vergütung | 269 | 262 |
| Variable Vergütung mit jährlicher Bemessungsgrundlage | 119 | 145 |
| Variable Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage (Zeitwert) | 187 | 135 |
| Veränderung der Zeitwerte der variablen Vergütungskomponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage aus Vorjahren | 103 | 27 |
| Versorgungszusagen | 111 | 0 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Reinhard Vogt | ||
| Vergütung für das Geschäftsjahr | 801 | 735 |
| Fixe Vergütung | 374 | 356 |
| Variable Vergütung mit jährlicher Bemessungsgrundlage | 166 | 197 |
| Variable Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage (Zeitwert) | 261 | 182 |
| Veränderung der Zeitwerte der variablen Vergütungskomponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage aus Vorjahren | 142 | 39 |
| Zeitwert bei Gewährung auf den 01.01. des jeweiligen Jahres in T€ |
Zeitwert zum Jahresabschluss 31.12.2011 in T€ |
Zeitwert zum Jahresabschluss 31.12.2012 in T€ |
Wertveränderung im Geschäftsjahr 2012 in T€ |
|
|---|---|---|---|---|
| Variable Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage | ||||
| Dr. Joachim Kreuzburg | ||||
| Zuteilung Geschäftsjahr 2010 | 138 | 149 | 153 | 4 |
| Zuteilung Geschäftsjahr 2011 | 138 | 140 | 142 | 2 |
| Zuteilung Geschäftsjahr 2012 | 146 | 0 | 148 | 2 |
| Gesamt | 421 | 289 | 444 | 9 |
| Jörg Pfirrmann | ||||
| Zuteilung Geschäftsjahr 2010 | 53 | 57 | 59 | 2 |
| Zuteilung Geschäftsjahr 2011 | 63 | 64 | 64 | 1 |
| Zuteilung Geschäftsjahr 2012 | 64 | 0 | 65 | 1 |
| Gesamt | 179 | 121 | 189 | 4 |
| Reinhard Vogt | ||||
| Zuteilung Geschäftsjahr 2010 | 75 | 81 | 84 | 2 |
| Zuteilung Geschäftsjahr 2011 | 85 | 86 | 88 | 1 |
| Zuteilung Geschäftsjahr 2012 | 90 | 0 | 91 | 1 |
| Gesamt | 250 | 168 | 262 | 5 |
| Anzahl Phantom Stocks |
Zuteilungskurs1) in € |
Zeitwert bei Gewährung auf den 01.01. des jeweiligen Jahres T€ |
Zeitwert zum Jahresabschluss 31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|---|---|
| Dr. Joachim Kreuzburg | ||||
| Tranche Geschäftsjahr 2006 | 3.871 | 21,31 | 83 | 128 |
| Tranche Geschäftsjahr 2007 | 3.593 | 34,79 | 125 | 119 |
| Tranche Geschäftsjahr 2009 | 16.851 | 8,16 | 138 | 344 |
| Tranche Geschäftsjahr 2010 | 8.715 | 15,78 | 138 | 271 |
| Tranche Geschäftsjahr 2011 | 5.165 | 26,62 | 138 | 156 |
| Summe Tranchen aus Vorjahren | 38.195 | 622 | 1018 | |
| Tranche Geschäftsjahr 2012 | 4.416 | 33,12 | 146 | 0 |
| Summe Tranchen Gesamt | 42.611 | 768 | 1.018 | |
| Jörg Pfirrmann | ||||
| Tranche Geschäftsjahr 2009 | 2.703 | 8,16 | 22 | 55 |
| Tranche Geschäftsjahr 2010 | 3.334 | 15,78 | 53 | 105 |
| Tranche Geschäftsjahr 2011 | 2.348 | 26,62 | 63 | 71 |
| Summe Tranchen aus Vorjahren | 8.385 | 138 | 231 | |
| Tranche Geschäftsjahr 2012 | 1.937 | 33,12 | 64 | 0 |
| Summe Tranchen Gesamt | 10.322 | 202 | 231 | |
| Reinhard Vogt | ||||
| Tranche Geschäftsjahr 2009 | 4.054 | 8,16 | 33 | 83 |
| Tranche Geschäftsjahr 2010 | 4.754 | 15,78 | 75 | 148 |
| Tranche Geschäftsjahr 2011 | 3.193 | 26,62 | 85 | 96 |
| Summe Tranchen aus Vorjahren | 12.001 | 193 | 327 | |
| Tranche Geschäftsjahr 2012 | 2.699 | 33,12 | 89 | 0 |
| Summe Tranchen Gesamt | 14.700 | 282 | 327 |
| Zeitwert zum Jahresabschluss 31.12.2012 T€ |
Ausgezahlt im Geschäftsjahr 2012 T€ |
Wertveränderung im Geschäftsjahr 2012 in T€ |
Status | |
|---|---|---|---|---|
| Dr. Joachim Kreuzburg | ||||
| Tranche Geschäftsjahr 2006 | 0 | 128 | 0 | ausgezahlt in 2012 |
| Tranche Geschäftsjahr 2007 | 249 | 0 | 130 | ausübbar |
| Tranche Geschäftsjahr 2009 | 0 | 344 | 0 | ausgezahlt in 2012 |
| Tranche Geschäftsjahr 2010 | 334 | 0 | 63 | nicht ausübbar |
| Tranche Geschäftsjahr 2011 | 323 | 0 | 167 | nicht ausübbar |
| Summe Tranchen aus Vorjahren | 906 | 472 | 360 | |
| Tranche Geschäftsjahr 2012 | 279 | 0 | 133 | nicht ausübbar |
| Summe Tranchen Gesamt | 1.185 | 472 | 493 | |
| Jörg Pfirrmann | ||||
| Tranche Geschäftsjahr 2009 | 0 | 55 | 0 | ausgezahlt in 2012 |
| Tranche Geschäftsjahr 2010 | 128 | 0 | 23 | nicht ausübbar |
| Tranche Geschäftsjahr 2011 | 147 | 0 | 76 | nicht ausübbar |
| Summe Tranchen aus Vorjahren | 275 | 55 | 99 | |
| Tranche Geschäftsjahr 2012 | 122 | 0 | 58 | nicht ausübbar |
| Summe Tranchen Gesamt | 397 | 55 | 157 | |
| Reinhard Vogt | ||||
| Tranche Geschäftsjahr 2009 | 0 | 83 | 0 | ausgezahlt in 2012 |
| Tranche Geschäftsjahr 2010 | 182 | 0 | 34 | nicht ausübbar |
| Tranche Geschäftsjahr 2011 | 200 | 0 | 104 | nicht ausübbar |
| Summe Tranchen aus Vorjahren | 382 | 83 | 138 | |
| Tranche Geschäftsjahr 2012 | 170 | 0 | 81 | nicht ausübbar |
| Summe Tranchen Gesamt | 552 | 83 | 219 |
1) Durchschnittskurs der letzten 20 Börsenhandelstage des vorangegangenen Geschäftsjahrs
3. Grundzüge des Vergütungssystems des Aufsichtsrats
Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist in der Satzung der Sartorius AG festgelegt und beinhaltet feste und erfolgsorientierte Bestandteile.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine fixe jährliche Grundvergütung sowie Auslagenerstattung und Sitzungsgeld. Darüber hinaus wird eine erfolgsorientierte Vergütung gezahlt, die sich nach einem feststehenden Schlüssel in Abhängigkeit von der an die Stammaktionäre verteilten Dividende errechnet. Die Übernahme des Vorsitzes und des stellvertretenden Vorsitzes im Aufsichtsrat werden durch eine höhere Grundvergütung und eine entsprechend höhere dividendenabhängige Vergütungskomponente besonders berücksichtigt.
Die Mitgliedschaft und der Vorsitz in Ausschüssen des Aufsichtsrats, mit Ausnahme des Nominierungsausschusses sowie des Ausschusses gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz, werden mit zusätzlichen jährlichen Festbeträgen, Sitzungsgeld und Auslagenersatz vergütet.
4. Bezüge der Aufsichtsratsmitglieder
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Bezüge des Aufsichtsrats | ||
| Gesamtvergütung | 860 | 773 |
| Fixe Vergütung | 300 | 290 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 283 | 217 |
| Vergütung für Ausschusstätigkeit | 60 | 58 |
| Sitzungsgeld | 114 | 123 |
| Vergütung von der Sartorius Weighing Technology GmbH, Göttingen | 20 | 2 |
| Gesamtbezüge für den Sartorius Stedim Biotech Teilkonzern | 83 | 83 |
| Vergütung von der Sartorius Stedim Biotech GmbH, Göttingen | 38 | 38 |
| Vergütung von der Sartorius Stedim Biotech S.A., Aubagne | 45 | 45 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot (Vorsitzender) | ||
| Gesamtvergütung | 255 | 230 |
| Fixe Vergütung | 60 | 60 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 56 | 45 |
| Vergütung für Ausschusstätigkeit | 18 | 20 |
| Sitzungsgeld | 18 | 20 |
| Vergütung von der Sartorius Weighing Technology GmbH, Göttingen | 20 | 2 |
| Gesamtbezüge für den Sartorius Stedim Biotech Teilkonzern | 83 | 83 |
| Vergütung von der Sartorius Stedim Biotech GmbH, Göttingen | 38 | 38 |
| Vergütung von der Sartorius Stedim Biotech S.A., Aubagne | 45 | 45 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Gerd-Uwe Boguslawski 1) (Stellvertretender Vorsitzender) | ||
| Gesamtvergütung | 103 | 102 |
| Fixe Vergütung | 40 | 40 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 37 | 30 |
| Vergütung für Ausschusstätigkeit | 12 | 12 |
| Sitzungsgeld | 14 | 20 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Dr. Dirk Basting | ||
| Gesamtvergütung | 45 | 41 |
| Fixe Vergütung | 20 | 20 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 19 | 15 |
| Sitzungsgeld | 6 | 6 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Annette Becker 1) | ||
| Gesamtvergütung | 45 | 41 |
| Fixe Vergütung | 20 | 20 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 19 | 15 |
| Sitzungsgeld | 6 | 6 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Christiane Benner 1) (bis 19.04.2012) | ||
| Gesamtvergütung | 13 | 41 |
| Fixe Vergütung | 6 | 20 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 6 | 15 |
| Sitzungsgeld | 1 | 6 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Uwe Bretthauer 1) | ||
| Gesamtvergütung | 69 | 67 |
| Fixe Vergütung | 20 | 20 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 19 | 15 |
| Vergütung für Ausschusstätigkeit | 12 | 12 |
| Sitzungsgeld | 18 | 20 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Michael Dohrmann | ||
| Gesamtvergütung | 45 | 40 |
| Fixe Vergütung | 20 | 20 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 19 | 15 |
| Sitzungsgeld | 6 | 5 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Dr. Lothar Kappich | ||
| Gesamtvergütung | 45 | 48 |
| Fixe Vergütung | 20 | 20 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 19 | 15 |
| Vergütung für Ausschusstätigkeit | 0 | 3 |
| Sitzungsgeld | 6 | 10 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Petra Kirchhoff | ||
| Gesamtvergütung | 45 | 41 |
| Fixe Vergütung | 20 | 20 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 19 | 15 |
| Sitzungsgeld | 6 | 6 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Karoline Kleinschmidt 1) (ab 19.04.2012) | ||
| Gesamtvergütung | 32 | 0 |
| Fixe Vergütung | 14 | 0 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 13 | 0 |
| Sitzungsgeld | 5 | 0 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Prof. Dr. Gerd Krieger | ||
| Gesamtvergütung | 56 | 47 |
| Fixe Vergütung | 20 | 20 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 19 | 15 |
| Vergütung für Ausschusstätigkeit | 6 | 3 |
| Sitzungsgeld | 11 | 9 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Prof. Dr. rer. nat. Dr.-Ing. Heribert Offermanns (bis 19.04.2012) | ||
| Gesamtvergütung | 13 | 41 |
| Fixe Vergütung | 6 | 20 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 6 | 15 |
| Sitzungsgeld | 1 | 6 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Prof. Dr. Thomas Scheper (ab 19.04.2012) | ||
| Gesamtvergütung | 32 | 0 |
| Fixe Vergütung | 14 | 0 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 13 | 0 |
| Sitzungsgeld | 5 | 0 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Dr. Michael Schulenburg (bis 20.05.2011) | ||
| Gesamtvergütung | 0 | 29 |
| Fixe Vergütung | 0 | 8 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 0 | 6 |
| Vergütung für Ausschusstätigkeit | 0 | 7 |
| Sitzungsgeld | 0 | 8 |
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Prof. Dr. Klaus Trützschler (ab 29.11.2011) | ||
| Gesamtvergütung | 62 | 5 |
| Fixe Vergütung | 20 | 2 |
| Erfolgsbezogene Vergütung | 19 | 1 |
| Vergütung für Ausschusstätigkeit | 12 | 1 |
| Sitzungsgeld | 11 | 1 |
1) Die Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütungen nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans Böckler Stiftung abzuführen.
Über die Aufsichtsratsvergütung hinaus erhalten die Arbeitnehmervertreter, die Arbeitnehmer im Sartorius-Konzern sind, Entgeltleistungen, die nicht im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für den Aufsichtsrat stehen.
5. Bezüge ehemaliger Geschäftsführer
| in T€ | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Bezüge ehemaliger Geschäftsführer | ||
| Bezüge früherer Geschäftsführer und Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen | 386 | 390 |
| Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Geschäftsführern und Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen | 7.045 | 6.692 |
03 Nachhaltigkeitsbericht
Nachhaltigkeit bei Sartorius
Nachhaltigkeit ist als einer der Kernwerte fest in der Unternehmenskultur von Sartorius verankert. Seit Firmengründung im Jahr 1870 ist die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens unser zentrales Ziel.
Unsere originäre unternehmerische Verantwortung besteht darin, unseren Kunden attraktive Produkte und Lösungen anzubieten. Innovation sowie strategische und operative Exzellenz sind die Schlüssel, um dieses Ziel zu erreichen. Nachhaltigkeit bedeutet für uns in diesem Zusammenhang, dass wir bei der Verfolgung dieser unternehmerischen Ziele eine langfristige und breit angelegte Perspektive einnehmen, die auch soziale und ökologische Belange ausdrücklich mit einschließt. Wir verhalten uns gegenüber unseren verschiedenen Anspruchsgruppen verantwortungsbewusst und setzen auf langfristige und allseitig erfolgreiche Beziehungen. Dementsprechend betrachten wir das aktive Management sozialer und ökologischer Aufgaben nicht als Kompensation unseres wirtschaftlichen Handelns, sondern vielmehr als einen unserer Erfolgsfaktoren.

Dimensionen der Nachhaltigkeit Diesem Verständnis folgend halten wir es für essenziell, rechtliche und ethische Standards einzuhalten, ökologisch verantwortungsbewusst zu produzieren und bei Produktinnovationen auf Umwelteffekte zu achten. Ebenso verfolgen wir eine Personalpolitik, die die Rechte und Interessen der Beschäftigten wahrt und das globale Mitarbeiterpotenzial aktiv nutzt und weiterentwickelt. An den weltweiten Unternehmensstandorten gestalten wir als Arbeit- und Auftraggeber das regionale Umfeld aktiv mit und tragen durch die Unterstützung von kulturellen und sozialen Projekten zu seiner Attraktivität bei.
Sartorius entwickelt seine Berichterstattung zur Nachhaltigkeit kontinuierlich weiter. Um sie noch transparenter zu gestalten, haben wir 2012 zusätzliche Umwelt- und Personalkennzahlen eingeführt und unsere konzernweite Erhebung von Umwelt- und Personaldaten weiter verbessert. Die Sartorius Kennzahlen orientieren sich an allgemeinen Standards und ermöglichen so den Vergleich mit anderen Unternehmen. Intern liefern sie die Basis, um Umwelt- und Personalziele formulieren, überprüfen und steuern zu können. Die nachfolgenden Seiten geben einen Überblick über Kennzahlen, Aktivitäten und über Projekte in den drei Feldern „Nachhaltige Unternehmensführung“, „Ökologische Nachhaltigkeit“ und „Gesellschaftlicher Beitrag“.
Nachhaltige Unternehmensführung
Über die ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit bei Sartorius geben die Seiten 20 bis 70 des Lageberichts ausführlich Auskunft. Dort erläutern wir unsere Strategien und Maßnahmen, mit denen wir profitables Wachstum gestalten.
Einhalten rechtlicher und ethischer Standards
Grundlage unserer Aktivitäten sind die Unternehmenswerte von Sartorius: Nachhaltigkeit, Offenheit und Freude. Sie prägen den täglichen Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern und Investoren sowie die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens. Gleichzeitig geben die Unternehmenswerte Orientierung, in welche Richtung sich Sartorius in Zukunft weiterentwickeln will.
Sartorius betreibt sein Geschäft nach den rechtlichen Vorschriften der einzelnen Länder und hält sich an weltweit einheitliche ethische Standards. Unser Handeln folgt den Grundsätzen einer verantwortungsvollen und auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung und -kontrolle. Dazu gehören die Einhaltung gesetzlicher und konzerninterner Regelungen, die Beachtung der Interessen unserer Anspruchsgruppen, eine transparente Unternehmenskommunikation, ein angemessener Umgang mit Risiken sowie eine ordnungsgemäße Rechnungslegung. Sartorius entspricht den Regelungen und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 15. Mai 2012. Nähere Informationen dazu im Corporate Governance Bericht auf Seite 61.
Zur Überwachung rechtlicher und ethischer Standards besitzt Sartorius ein weltweites Compliance-System. Dieses System soll sicherstellen, dass Organmitglieder, Führungskräfte und Mitarbeiter alle gesetzlichen Regeln, Kodizes und internen Richtlinien einhalten. Es arbeitet präventiv, soll durch gezielte Aufklärung Fehlverhalten vorbeugen sowie wirtschaftliche Schäden und Imageschäden vermeiden. Die Abteilung Interne Kontrollsysteme I Compliance umfasst die Aufgabengebiete Interne Revision, Konzernsicherheit, Umweltmanagement, Datenschutz, Risikomanagement, Antikorruption und Exportkontrolle.
Wichtige Säulen unserer Compliance sind der Sartorius Verhaltenskodex und der Sartorius Antikorruptionskodex. Die Kodizes beinhalten und ergänzen die Mindeststandards für gesetzestreues und ethisches Handeln. Sartorius befolgt die Leitsätze der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und des Global Compact (Globaler Pakt der Vereinten Nationen). Das Unternehmen lehnt alle Arten von Zwangs-, Pflicht- oder Kinderarbeit entschieden ab und erwartet dies explizit auch von seinen Lieferanten. Als Geschäftspartner verhalten wir uns im Umgang mit Wettbewerbern, Lieferanten und Kunden fair. Sartorius arbeitet als partnerschaftlich handelndes Unternehmen vertrauensvoll mit Arbeitnehmervertretungen zusammen. Die Entgelte für reguläre Arbeitszeiten, Überstunden und deren Ausgleich entsprechen bei Sartorius den Industriestandards bzw. gesetzlichen Mindestlöhnen, zum Teil übersteigen sie diese.
Der Sartorius Verhaltenskodex hilft Mitarbeitern, bei der täglichen Arbeit rechtlich korrekt und moralisch angemessen zu handeln. Seine Regelungen sowie die Verhaltensrichtlinien zur Vermeidung von Korruption sind für alle Mitarbeiter verbindlich. Durch ein Training, das alle Beschäftigten weltweit durchlaufen, werden Mitarbeiter anhand von fiktiven Beispielen im Umgang mit moralisch oder rechtlich bedenklichen Situationen geschult. Ein Hinweisgeberportal und eine Telefonhotline ermöglichen es Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden und Partnern, schädigendes Verhalten zu melden.
Verschiedene Perspektiven nutzen
Als global aktives Unternehmen spiegelt sich die Vielfalt unserer Märkte, Geschäftsregionen und Kunden auch bei den Sartorius Mitarbeitern wider. Bei der Zusammenstellung von Teams achten wir darauf, dass die unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen produktiv zusammenwirken. Auch bei der Besetzung von Führungspositionen wird eine Mischung hinsichtlich der Geschlechter, Altersgruppen und Kulturen angestrebt. Zum 31. Dezember 2012 waren 56,4 % der Konzernmitarbeiter außerhalb Deutschlands beschäftigt (Vorjahr: 52,8 %), ebenfalls stammte gut die Hälfte der Führungskräfte bei Sartorius nicht aus Deutschland. Der Frauenanteil an der Gesamtbelegschaft stieg im Jahr 2012 von 30 % auf 34 %. Auch der Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöhte sich: In den ersten beiden Führungsebenen nach dem Vorstand waren zum 31.12.2012 weltweit knapp 21 % Frauen beschäftigt, drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Wir sind weiterhin bestrebt, das Management mittelfristig noch internationaler aufzustellen und den Anteil an Frauen in Führungspositionen zu erhöhen.
Im Berichtszeitraum waren bei Sartorius 146 Mitarbeiter beschäftigt, die als Schwerbehinderte anerkannt sind, davon 118 in Deutschland.
Mitarbeiterpotenziale weltweit weiterentwickeln
Um in einem dynamischen Marktumfeld erfolgreich wachsen zu können, benötigt Sartorius kompetente und qualifizierte Mitarbeiter. Deshalb arbeiten wir daran, die Attraktivität als Arbeitgeber nach innen und außen kontinuierlich zu steigern. Mitarbeitern gute Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten, ist dabei ein wichtiger Aspekt. In den jährlichen Mitarbeitergesprächen geht es neben Entwicklungsmöglichkeiten auch um Ziele und Leistung. Die Struktur und Bewertungskriterien haben wir vereinheitlicht. Insgesamt ist es unser Ziel, Personalprogramme global auszubauen und, soweit angemessen und sinnvoll, konzernweit zu harmonisieren.
Sartorius besetzt Führungspositionen weitgehend aus den eigenen Reihen. Deshalb fördern wir unseren Führungsnachwuchs international. 2012 wurde erneut ein einjähriges Programm für junge Führungskräfte aller Sartorius Sparten durchgeführt. Wir unterstützen sie damit, ihre Führungsqualitäten weiterzuentwickeln, unter anderem durch Gespräche mit langjährigen Führungskräften.
Für erfahrene Führungskräfte bietet Sartorius ein Entwicklungsprogramm, das auf Basis unserer Führungsleitlinien konzipiert wurde. Im Berichtsjahr wurde ein zweiter internationaler Kurs erfolgreich abgeschlossen. Das Programm fördert auch die Integration von Mitarbeitern aus unterschiedlichen Kulturkreisen weltweit mit dem Ziel, die gemeinsame Führungskultur weiterzuentwickeln.
Für Unternehmen wird es immer wichtiger, Veränderungsprozesse aktiv zu steuern. Mit einem Change Management stärkt Sartorius die Flexibilität und Veränderungsfähigkeit seiner Mitarbeiter und unterstützt sie so dabei, Veränderungen erfolgreich umzusetzen.
Zur Verbesserung von Sprach- und Methodenkompetenzen bietet das Sartorius College am Firmenstammsitz in Göttingen allen Mitarbeitern breit gefächerte Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Darüber hinaus unterstützen wir Mitarbeiter mit speziellen Fachtrainings. Beispielsweise vermittelt das „Value Selling"-Training unseren Außendienstmitarbeitern und Applikationsspezialisten weltweit gezielt Kompetenzen für die erstklassige Kundenberatung.
Am Standort in Aubagne wurde im Berichtsjahr ein neues Trainingsprogramm für Produktionsmitarbeiter entwickelt. Im Vordergrund steht die Ausbildung und Weiterentwicklung von technischen Kompetenzen. In Yauco ist im Zuge der Standorterweiterung ein neues Schulungszentrum eingeweiht worden, in dem Produktionsmitarbeiter nach einheitlichen Standards und Methoden für ihre Arbeit qualifiziert werden.
Talente finden und aufbauen
Durch eine fundierte berufliche Erstqualifizierung sichert sich Sartorius talentierte Nachwuchskräfte. Der Konzern bildet in Deutschland in insgesamt 19 verschiedenen Berufen und acht dualen Studiengängen aus. Zum Stichtag 31. Dezember 2012 waren insgesamt 135 Auszubildende und Studierende bei Sartorius beschäftigt. Im Berichtsjahr boten wir an unseren deutschen Standorten insgesamt 53 Ausbildungsplätze an, 12 mehr als im Vorjahr. Allein am Standort Göttingen begannen 43 junge Menschen ihre Ausbildung. Im Berichtsjahr fanden zudem erstmalig vier- bis achtwöchige Austauschprogramme von Auszubildenden zwischen verschiedenen Konzernstandorten statt. Das Angebot, schon während der Ausbildung Auslandserfahrungen zu sammeln, wird in Zukunft weiter ausgebaut. Auch im Rahmen von praxisorientierten Studiengängen im naturwissenschaftlichen wie kaufmännischen Bereich bereiten sich Nachwuchskräfte bei Sartorius gezielt und praxisnah auf ihre späteren Tätigkeiten vor.
Studierenden vieler Fachrichtungen bietet Sartorius Praktika an, die ihnen helfen, berufliche Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen zu erweitern. Darüber hinaus werden Praktikanten etwa durch die Teilnahme an Qualifikationsmaßnahmen gefördert. Die internationalen Praktikanten am Standort Aubagne etwa haben dank einer Kooperation mit der Euromed Business School in Marseille die Gelegenheit, die dortigen Master of Business Administration-Kurse zu besuchen.
Mit dem Stipendiatenprogramm Sartorius Bioscience Scholarship werden talentierte Studierende und Absolventen aus naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen finanziell, fachlich und persönlich gefördert. Im Berichtsjahr wurde das Programm, das bisher für Interessierte in Deutschland angeboten wurde, auf Indien ausgeweitet. Die Erweiterung des Programms auf weitere Standorte ist geplant. Um gute Mitarbeiter mit hohem Potenzial frühzeitig an das Unternehmen zu binden, baut Sartorius zudem sein internes und externes Talent-Management aus.
Ausbildungsberufe bei Sartorius in Deutschland
IHK-Ausbildungsgänge
Kaufmännische Ausbildungsberufe
Veranstaltungskaufleute, Industriekaufleute, Kaufleute für Bürokommunikation, Fachinformatiker Anwendungsentwicklung, Fachkräfte für Lagerlogistik
Naturwissenschaftliche Ausbildungsberufe
Chemikanten, Physiklaboranten, Chemielaboranten
Gewerblich-technische Ausbildungsberufe
Mechatroniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik, Elektroniker für Geräte und Systeme, Zerspanungsmechaniker, Industriemechaniker, Konstruktionsmechaniker, Metallbauer Konstruktionstechnik, Maschinen- und Anlagenführer, Produktionstechnologen
Duale Studiengänge
Bachelor of Science Biotechnologie Bachelor of Engineering Elektrotechnik/Informationstechnik Bachelor of Engineering Physikalische Technologien Bachelor of Engineering Präzisionsmaschinenbau Bachelor of Engineering Produktionstechnik Bachelor of Science Wirtschaftsinformatik Bachelor of Arts Business Administration
Freiraum und Flexibilität am Arbeitsplatz
Sartorius bietet seinen Mitarbeitern anspruchsvolle Aufgaben, überträgt früh Verantwortung und lässt Freiraum bei der Gestaltung der täglichen Arbeit. Dabei sind flexible Arbeitszeiten ein Kernthema, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht. Unser Arbeitszeitmodell gibt Mitarbeitern an den deutschen Standorten die Möglichkeit, ihre Arbeitszeiten flexibel zu gestalten, z.B. durch Gleitzeit, Teilzeit oder Homeoffice. Im Berichtsjahr waren konzernweit 4,6 % bzw. 251 Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt, die meisten davon in Deutschland. Für seine Familienfreundlichkeit wurde Sartorius bereits mehrmals ausgezeichnet.
Gesundheitsschutz und Sicherheit
Sartorius betreibt ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das körperliche wie psychosoziale Faktoren einbezieht. Damit können wir die Leistungsfähigkeit und Motivation unserer Mitarbeiter steigern und krankheitsbedingte Kosten senken. Mit speziellen Aktionstagen an einzelnen Standorten fördert Sartorius das individuelle Gesundheitsbewusstsein aller Mitarbeiter. Seinen Top-Führungskräften in Deutschland bietet das Unternehmen jährlich eine Vorsorgeuntersuchung in einer ausgewählten Partnerklinik an.
Um betriebsbezogene Erkrankungen, Gesundheitsgefährdungen sowie potenzielle Risiken für Arbeitsunfälle weiter zu reduzieren, verbessert Sartorius kontinuierlich die technischen und organisatorischen Arbeitsbedingungen. Zudem werden Mitarbeiter regelmäßig in den Bereichen Arbeitssicherheit sowie Arbeits- und Umweltschutz geschult. Im Rahmen des Arbeitsschutzes passen wir die sicherheitstechnischen und arbeitsorganisatorischen Gegebenheiten fortlaufend an die jeweils geltenden Gesetze und Verordnungen sowie die Vorschriften und Empfehlungen der Berufsgenossenschaft an.
Am größten Produktionsstandort Göttingen wurden im Berichtsjahr 35 Arbeitsunfälle verzeichnet, davon waren 17 mit mehr als drei Ausfalltagen meldepflichtig. Überwiegend handelte es sich um leichte Unfälle. Jeder dritte Unfall ereignete sich nicht im Unternehmen, sondern auf dem Weg zur Arbeit. Mit 8,5 Unfällen pro 1.000 Mitarbeiter (2011: 16) lag die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in Göttingen erneut deutlich unter dem Durchschnittswert der deutschen Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (2011: 19,6 Unfälle pro 1.000 Mitarbeiter). Die Wirksamkeit unserer Schutzmaßnahmen zur Unfallvermeidung wird anhand von Unfallanalysen regelmäßig überprüft.
Ökologische Nachhaltigkeit
Nachhaltige Produktion und nachhaltige Produkte sind eine wichtige Basis für unseren langfristigen ökonomischen Erfolg. Sartorius gestaltet seine Produktionsprozesse ressourcenschonend und bietet Produkte an, die nicht nur wirtschaftlich und sicher sind, sondern auch ökologische Vorteile bieten. Dabei betrachten wir den gesamten Lebenszyklus unserer Produkte und nicht nur den eigenen Ressourceneinsatz. Das schließt die Prozesse unserer Kunden ein, gilt aber auch für unsere Zulieferer. Wachstum mit unterproportionalem Verbrauch von natürlichen Ressourcen – dieses Ziel setzen wir bei Sartorius auf unterschiedlichen Ebenen um.
Die nachfolgenden Daten zu Energieverbrauch, Wasser und Abfall beziehen sich auf alle Sartorius Produktionsstandorte; die Vertriebsstandorte des Konzerns sind nicht berücksichtigt.
Hohe Standards bei Umweltschutz und Qualität
Sartorius ist nach den international anerkannten Regelwerken für Umweltschutz, ISO 14001, und Qualität, ISO 9001, zertifiziert. Beide Managementsysteme gewährleisten einen umsichtigen Umgang mit Ressourcen und die Beachtung von Qualitätsanforderungen bei der Produktherstellung. Ursprünglich am Konzernstammsitz in Göttingen eingeführt, sind beide Regelwerke heute Maßgabe für unsere internationalen Standorte. Wir arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung der bestehenden Managementsysteme und ihrer schrittweisen Ausweitung auf die Konzernstandorte. Im Berichtsjahr waren mit Ausnahme von Tagelswangen alle Produktionsstandorte nach dem Regelwerk für Qualität ISO 9001 zertifiziert. Das Umweltmanagementsystem ISO 14001 ist außer in Göttingen und Peking auch an unseren beiden Produktionsstandorten für Pipetten in Kajaani (Finnland) und Suzhou (China) eingeführt.
Effiziente Energienutzung
Die effiziente Nutzung von Energie ist einer unserer Hauptansatzpunkte, um Treibhausgasemissionen zu senken. Außer Kohlendioxid emittiert Sartorius keine weiteren Klimagase.
Etwa 70 % des Gesamtenergieverbrauchs entfällt auf den Konzernstammsitz in Göttingen. Sartorius hat dort in den letzten Jahren kontinuierlich in moderne Technik investiert, um mit minimalem Energieeinsatz einen möglichst hohen Nutzungsgrad zu erreichen. Wir betreiben zum Beispiel ein energieeffizientes Blockheizkraftwerk sowie eine Druckluftzentrale zum Steuern und Regeln der Produktionsmaschinen, die im Vergleich zur vorherigen Anlage nur knapp die Hälfte des Stroms verbraucht. Durch Klimaboxen können wir den Energieeinsatz für Funktionstests in der Waagenproduktion erheblich senken. Diese und andere Maßnahmen führen allein am Standort Göttingen zu einer jährlichen Kohlendioxideinsparung von mindestens 5.600 Tonnen. Insgesamt hat sich der Energieverbrauch am Standort Göttingen in den letzten Jahren deutlich unterproportional entwickelt.
Energieverbrauch und Treibhausgase
| 2012 | |
|---|---|
| Gesamtenergieverbrauch (in MWh) | 90.785 |
| - Strom (in MWh) | 45.631 |
| - Erdgas (in MWh) | 36.181 |
| - Kraftstoffe (in MWh) | 7.838 |
| - andere Energieträger (in MWh) | 1.135 |
| CO2 -Emissionen (in t) | 26.840 |
| CO2 -Emissionen pro Mitarbeiter (in t) | 6,81 |

Auch an unseren internationalen Standorten entwickeln wir bestehende Produktionsprozesse und Gebäude in Hinblick auf einen schonenden Umgang mit Ressourcen kontinuierlich weiter. Insbesondere in unseren Neubauten erhöhen wir den Anteil von erneuerbaren Energien am Energiemix. In Yauco etwa decken wir künftig rund 9 % unseres Energiebedarfs durch Sonnenenergie; auch in Guxhagen beziehen wir einen Teil unserer Energie über eine Photovoltaikanlage vor Ort.
Mit unserer Strategie, die jeweiligen Märkte weitestgehend direkt von unseren Produktionsstätten aus zu beliefern, tragen wir zur Verkürzung von Transportwegen und zur weiteren Senkung des Kohlendioxidausstoßes bei.
Ökobilanz identifiziert CO2-Einsparpotenziale
Um neben unseren eigenen Emissionen die Gesamtauswirkung unseres Wirtschaftens auf das Klima bewerten zu können, haben wir Ende 2010 am Hauptproduktionsstandort für Einwegbeutel in Aubagne eine Analyse des ökologischen Fußabdrucks für das gesamte Werk durchgeführt. Anhand der "Bilan Carbone"-Methode wurde der Ausstoß von Kohlendioxid und anderer Treibhausgase auch bei allen Prozessen gemessen, die unserer Produktion vor- und nachgelagert sind. Das Ergebnis: Der ökologische Fußabdruck wird zu rund 42 % durch die Rohstoffe verursacht, die Sartorius von seinen Lieferanten bezieht. Andere CO2 -Quellen sind Fracht (20 %), Verpackung (12 %) und Geschäftsreisen sowie arbeitsbedingte Fahrten der Mitarbeiter (14 %). Auf Grundlage dieser Untersuchung wurde ein Aktionsplan zur weiteren Reduzierung der CO2 -Belastung erarbeitet.
Ressourcenschonender Wasserverbrauch
Das meiste Wasser verbraucht Sartorius für Spülprozesse bei der Produktion von Filtermembranen nach dem Fällbadverfahren. Moderne Ziehmaschinen tragen zu einem effizienten Wassereinsatz bei. An seinen Standorten in Göttingen, Bangalore und Peking betreibt Sartorius eigene Abwasserreinigungsanlagen auf dem Werksgelände und fördert damit einen nachhaltigen Umgang mit diesem Rohstoff. Im Neubau in Yauco reduzieren wir den Verbrauch von Trinkwasser im Vergleich zu konventionellen Fabriken um etwa 85 %. Wie in unserem indischen Werk erreichen wir das unter anderem durch ein intelligentes Konzept zur Nutzung von Regenwasser.
Wasserverbrauch
| 2012 | |
|---|---|
| Gesamtwasserverbrauch (in cbm) | 329.347 |
| Wasserverbrauch pro Mitarbeiter (in cbm) | 84 |
| Abwasser (in cbm) (Biologischer Sauerstoffbedarf-BOD)1 (in t) | 176 |
1) Nur belastete Abwässer, ohne Sanitärabwässer
Rückführung von Wertstoffen
Sartorius ist bestrebt, Abfallmengen zu reduzieren und durch die Nutzung von Abfalltrennsystemen dazu beizutragen, dass Wertstoffe recycelt werden können und der Anteil der Abfälle zur Lagerung auf der Deponie sinkt. Gefährliche Abfälle werden sicher beseitigt.
Abfälle
| 2012 | |
|---|---|
| Gesamtmenge Abfall (in t) | 3.711 |
| davon Abfall zur Verwertung (in t) | 2.414 |
| davon Abfall zur Beseitigung (in t) | 1.296 |
| davon ungefährlicher Abfall (in t) | 2.878 |
| davon gefährlicher Abfall (in t) | 833 |
| Abfallmenge pro Mitarbeiter (in t) | 0,94 |
| Recycling Rate (in %) | 65 |
| Anteil gefährlicher Abfall (in %) | 22 |
Für die organischen Lösemittel, die Sartorius zur Herstellung seiner Membranen für Filterkerzen benötigt, nutzen wir am Hauptverbrauchsstandort in Göttingen eine Wiederaufbereitungsanlage. Die gebrauchten Alkohole werden direkt vor Ort aufbereitet und anschließend wieder der Produktion zugeführt. Damit schließen wir Stoffkreisläufe, vermeiden Transportwege und senken Wasserverbrauch und Abwassermengen. Durch eigene Forschung & Entwicklung haben wir darüber hinaus die Lösungsmittelmenge, die zur Membranherstellung notwendig ist, insgesamt reduziert.
Als Pharmazulieferer darf Sartorius aus Gründen der Produktsicherheit derzeit keine recycelten Kunststoffe verwenden. Unsere Kunststoffabfälle jedoch führen wir konsequent in Wertstoffkreisläufe zurück oder entsorgen sie umweltgerecht. 2012 etwa wurden über 90 % der gesamten Abfälle an den Standorten Aubagne, Lourdes und Mohamdia recycelt. Aus den energiereichen, aber verbundenen Kunststoffabfällen, die aus der Bag-Herstellung stammen, wurde in speziellen Kraftwerken durch Verbrennung Energie gewonnen. Den größeren Teil der Polymerabfälle führten wir nach sortenreiner Sammlung (z.B. Polyamid, Polyethylen) einer stofflichen Verwertung zu. Seinen Papierverbrauch hat Sartorius an den genannten Standorten im Berichtsjahr nochmals um rund 5 % gesenkt und Altpapier umweltgerecht entsorgt.
Bei seinen eigenen elektronischen Produkten wie Waagen und Laborgeräten setzt Sartorius die weltweit gültigen Regeln zur umweltgerechten Verwertung um. Damit landen Gerätebestandteile wie Schwer- oder Edelmetalle nicht auf der Deponie, sondern werden stofflich wiederverwertet. Die deutschen Sartorius Standorte nutzen seit 2010 die elektronische Signatur für gefährliche Abfälle wie Laugen und Öle. Damit werden Erzeugung und Entsorgung von gefährlichen Abfällen digital dokumentiert und lückenlos nachvollziehbar.
Umweltgerechter Ausbau der Infrastruktur
Bei unseren Neubauten und Werkserweiterungen integrieren wir fortschrittliche Gebäudetechnik und gehen oft über das hinaus, was nationale Umweltschutzbestimmungen fordern. 2012 hat Sartorius drei neue Gebäude in Betrieb genommen. In Yauco, das wir zum zentralen Produktions- und Logistikstandort für den nordamerikanischen Markt ausgebaut haben, erfüllt Sartorius die höchsten US-amerikanischen Standards für umweltgerechtes, ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen. Für das Produktionsgebäude haben wir als bislang einziger Pharmazulieferer weltweit die Platin-Zertifizerung auf der LEED-Skala, dem Zertifizierungssystem für Grüne Bauten in den USA, erhalten. In Göttingen haben wir insbesondere in energieeffiziente Klimaanlagen und Lüftungstechnik investiert und nutzen ein energiesparendes LED-Lichtsystem. In Guxhagen senken wir den Verbrauch von fossilen Brennstoffen durch die Nutzung von Erdwärme und Sonnenenergie.
Nachhaltige Produktinnovationen
Bereits in der Forschung & Entwicklung achten wir darauf, Produkte und Produktionsmethoden auch unter Umweltgesichtspunkten zu verbessern. Wo es ohne Einschränkungen der Sicherheit und Funktionalität möglich ist, erhöhen wir den Anteil von nachwachsenden Rohstoffen und reduzieren Verpackungsmaterial. Dabei arbeitet Sartorius auch mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft zusammen. Zum Beispiel prüfen wir Möglichkeiten, die Polymere für Membranen und Kapsulen aus nachwachsenden oder recycelten Rohstoffen zu gewinnen, oder ermitteln die Treibhausgasemissionen, die bei der Produktion der Filterkerzen anfallen.
Leistungsfähige Produkte verbessern die Umweltbilanz der Kunden
Einwegprodukte setzen sich bei der Herstellung von Medikamenten immer mehr durch. Sie sind aber nicht nur unter wirtschaftlichen Aspekten zweckmäßig. Gegenüber herkömmlichem Equipment aus Stahl und Glas bieten sie auch ökologische Vorteile, da ressourcenintensive Reinigungsprozesse mit hochreinem Wasser ebenso überflüssig werden wie die nachgeschaltete Abwasseraufbereitung. Studien belegen, dass Einwegprodukte aus Kunststoff über ihren Produktlebenszyklus hinweg hinsichtlich des Verbrauchs von Energie, Wasser und Chemikalien aufwändigen Mehrwegsystemen deutlich überlegen sind. Bei einem typischen industriellen Herstellprozess von monoklonalen Antikörpern benötigen Hersteller bei weitgehendem Gebrauch von Einweglösungen rund 87 % weniger Wasser und 30 % weniger Energie als beim überwiegenden Einsatz von Mehrwegsystemen. Darüber hinaus verkleinern sich durch den Einsatz von Einweglösungen Produktionseinheiten, so dass Hersteller einen um 30 % reduzierten Platz- und infolgedessen einen geringeren Energie- und Materialbedarf haben. Andere Untersuchungen bestätigen, dass sich der Energieverbrauch für Sterilisation, Reinigung und Material von einwegbasierten Prozessen im Vergleich zu herkömmlichen Prozessen etwa halbiert. 1
Während Einwegprodukte hinsichtlich des Energie- und Wasserverbrauchs eindeutig positive ökologische Effekte haben, entstehen durch ihren Einsatz mehr Abfälle. Durch eine konsequente Weiterverwertung ließe sich jedoch auch bei diesem Umweltkriterium die Ökobilanz weiter verbessern. Denn die hochreinen Kunststoffe, die wir zur Herstellung verschiedener Einwegprodukte verwenden, sind ein wertvoller Sekundärrohstoff, der etwa 80 % - 90 % der Energie von reinem Rohöl enthält. So lässt sich beispielsweise der hohe Energieanteil der Polymere durch thermische Verwertung zur Wärme- oder Stromgewinnung nutzen.
Die integrierten Lösungen der Sartorius Produktreihe FlexAct verbinden die ökologischen Vorteile, die Einwegtechnologien grundsätzlich bieten, mit einem geringeren Materialeinsatz durch die reduzierte Notwendigkeit von fest installierten Systemen. Die zentrale Steuereinheit etwa ist für mehrere biopharmazeutische Prozesse flexibel einsetzbar.
Die neue Membranfilterserie von Sartorius senkt durch ihre innovative Technologie den Verbrauch von Reinstwasser zum Benetzen und Spülen der Membranen um circa 95 %. Aufgrund einer signifikant geringeren Absorption geht zudem weniger hochwertige Proteinlösung verloren. Damit können Arzneimittelhersteller ihren Ressourceneinsatz deutlich reduzieren und gleichzeitig höhere Erträge erzielen.
Auch die Sartorius Kontrolltechnologien zur Prozesssteuerung reduzieren den Materialverbrauch und vermeiden Fehlchargen. Der Sartorius Service analysiert die Prozesse der Kunden ganzheitlich und identifiziert ökonomische wie ökologische Optimierungspotenziale.
1) Quellen: Sinclair A., Lindsay l., et.al.: The Environmental Impact of Disposable Technologies. BioPharm Int. November 2, 2008. http://www.biopharmservices.com/docs/EnvironmentImpactDisposables.pdf. Rawlings B., Pora H.: Environmental Impact of Single-Use and Reusable Bioprocess Systems. BioProcess Int. February 2009: 18 - 25.
Gesellschaftlicher Beitrag
Unsere wirtschaftliche Tätigkeit hat vielfältige positive Effekte auf die Entwicklung der Städte und Gemeinden, in denen wir größtenteils seit vielen Jahren ansässig sind. Insbesondere an unseren Hauptproduktionsstandorten leisten wir als oftmals einer der größten privaten Arbeit- und Auftraggeber vor Ort einen Beitrag zur Steigerung von Wachstum und Kaufkraft. Gemeinsam mit Kooperationspartnern gestaltet Sartorius das wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld aktiv mit. Durch die finanzielle Unterstützung von Projekten in den Bereichen Bildung, Kultur, Soziales und Sport tragen wir dazu bei, die jeweiligen Regionen auch für aktuelle sowie künftige Mitarbeiter attraktiver zu machen.
Bei unseren überregionalen gesellschaftlichen Aktivitäten legen wir unser Augenmerk auf die Felder, die Bezug zu unserem Kerngeschäft haben. Im Vordergrund steht für uns die Förderung von Forschung und Bildung sowie wissenschaftlicher Fachveranstaltungen.
Beitrag zur regionalen wirtschaftlichen Entwicklung
Die größeren Produktionsstätten von Sartorius in Göttingen, Guxhagen, Aubagne und Yauco zählen in ihren Regionen zu den wichtigen Arbeitgebern. An unserem Konzernstammsitz in Göttingen etwa ist Sartorius mit knapp 2.000 Mitarbeitern der größte private Arbeitgeber. Auch in der ländlichen Region im nahe gelegenen Guxhagen hat das Unternehmen einen hohen Stellenwert für die Wirtschaft vor Ort. In Aubagne, einer Stadt mit rund 40.000 Einwohnern, bieten wir knapp 400 Menschen langfristige und attraktive Arbeitsplätze. Durch den Ausbau des Werks in Yauco haben wir im Berichtsjahr gut 100 neue Arbeitsplätze geschaffen; insgesamt finden hier 240 Menschen direkt bei Sartorius und rund 100 weitere bei lokalen Dienstleistern und Zulieferern Arbeit.
Unsere Tochtergesellschaften vor Ort beteiligen sich gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Industrie und Gesellschaft an Initiativen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Region stärken. Dabei konzentrieren wir uns auf Themenfelder, die das Unternehmen direkt oder indirekt in seiner Geschäftstätigkeit betreffen wie Infrastruktur, Logistik, Umweltschutz und Bildung. Wir pflegen einen offenen und konstruktiven Dialog mit den unterschiedlichen lokalen Anspruchsgruppen und informieren sie zügig und umfassend bei allen Tätigkeiten und Entwicklungen, die ihre Belange berühren.
Um nachhaltige Entwicklungen in den Regionen zu fördern, haben langfristige Zusammenarbeit und verlässliche Partnerschaften für uns Vorrang. Am Konzernstammsitz in Göttingen sind wir zum Beispiel langjähriges Mitglied im lokalen Logistiknetzwerk sowie im Wirtschaftsverband Measurement Valley, einem Zusammenschluss mittelständischer Messtechnikunternehmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes. Wir beteiligen uns an der örtlichen Klimainitiative zur Reduktion von Kohlendioxidemissionen, kooperieren mit der Georg-August-Universität, sind Industriepartner mehrerer Göttinger Gymnasien und gehören zu den Förderern der international renommierten Händelfestspiele sowie des Literaturfestivals "Göttinger Literaturherbst".
Kooperation mit Forschungs- und Bildungseinrichtungen
Die Förderung von wissenschaftlicher Exzellenz und interdisziplinärem Austausch sind Schwerpunkte unserer langfristig ausgerichteten Kooperationsprojekte mit Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Mit dem Florenz Sartorius-Preis, der zweimal im Jahr an die Jahrgangsbesten der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen vergeben wird, werden herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet. Auch über seine Beteiligung am "Deutschlandstipendium" fördert Sartorius jedes Jahr zehn leistungsstarke Studierende finanziell. Im Bereich Präzisionsmesstechnik finanziert Sartorius bereits seit dem Wintersemester 2008 eine Stiftungsprofessur an der Universität Ilmenau. Darüber hinaus unterstützt Sartorius die International Graduate School of Metrology in Braunschweig, ein Graduiertenprogramm für Metrologen. Um die Ausbildung junger Ingenieure auf dem Gebiet der Biotechnologie zu fördern und jungen Graduierten den Berufseinstieg zu erleichtern, kooperiert Sartorius am Standort Aubagne seit mehreren Jahren mit renommierten Schulen wie der École Superieure d'Ingénieurs de Luminy, der Euromed Business School in Marseille sowie der École Nationale Superieure de Technologie des Biomolecules in Bordeaux. Mit unserem eigenen internationalen Stipendiatenprogramm „Bioscience Scholarship" fördern wir talentierte Studierende und Absolventen aus naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen finanziell, fachlich und persönlich. Wir wollen damit qualifizierten Nachwuchs insbesondere aus den weltweiten Wachstumsmärkten Asien, Osteuropa und Lateinamerika für unser Unternehmen gewinnen und die international besetzte Projektarbeit bei Sartorius weiterentwickeln.
Unterstützung wissenschaftlicher Fachveranstaltungen
Neben den langfristigen Kooperationen mit wissenschaftlichen Institutionen beteiligen wir uns regelmäßig an Symposien, Kongressen und Jahrestagungen. 2012 waren das z.B. die Wissenschaftswoche des Cambridge Healthtech Intituts (CHI) zur Proteinentwicklung und -aufbereitung sowie mehrere Veranstaltungen für die Bioprozess-Industrie zu Themen wie Virussicherheit in biopharmazeutisch hergestellten Medikamenten und Entwicklung von Biopharmazeutika. Außerdem unterstützte Sartorius die Jahrestagung des US-amerikanischen Pharmaverbandes PDA und das Biotechforum der Universität in Marseille. Im Bereich Messwesen förderte Sartorius 2012 unter anderem die Konferenz des „African Commitee of Metrology" (CAFMET), die sich um die Verbesserung der Standards im Bereich Mess- und Prüftechnik in afrikanischen Staaten kümmert, sowie eine Tagung der "International Measurement Confederation" (IMEKO) in Korea zur Förderung des wissenschaftlichen Austauschs auf dem Gebiet der Messtechnologien.
04 Konzernabschluss und Anhang
Bilanz
AKTIVA
| Anhang | 31.12.2012 T€ |
31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|---|
| A. Langfristige Vermögenswerte | |||
| I. Geschäfts- oder Firmenwerte | [10] | 349.555 | 324.648 |
| II. Immaterielle Vermögenswerte | [10] | 165.576 | 138.212 |
| III. Sachanlagen | [11] | 208.499 | 179.647 |
| IV. Finanzanlagen | [12] | 4.623 | 8.213 |
| 728.253 | 650.719 | ||
| V. Forderungen und sonstige Vermögenswerte | [13] | 1.645 | 819 |
| VI. Aktive latente Steuern | [14] | 26.062 | 30.278 |
| 755.960 | 681.816 | ||
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| I. Vorräte | [15] | 126.267 | 102.848 |
| II. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | [16] | 117.138 | 111.072 |
| III. Ertragsteueransprüche | 8.822 | 4.584 | |
| IV. Sonstige Vermögenswerte | [16] | 23.283 | 18.814 |
| V. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | [17] | 39.549 | 41.016 |
| 315.059 | 278.335 | ||
| 1.071.020 | 960.151 | ||
| Passiva | |||
| I. Gezeichnetes Kapital | [18] | 17.047 | 17.047 |
| II. Kapitalrücklage | [19] | 86.988 | 86.988 |
| III. Andere Rücklagen und Bilanzergebnis | [20/21/22] | 229.742 | 202.871 |
| IV. Nicht beherrschende Anteile | 70.048 | 59.156 | |
| 403.825 | 366.062 | ||
| B. Langfristiges Fremdkapital | |||
| I. Rückstellungen für Pensionen | [23] | 55.701 | 44.356 |
| II. Passive latente Steuern | [14] | 32.287 | 33.552 |
| III. Sonstige Rückstellungen | [23] | 10.362 | 10.523 |
| IV. Finanzverbindlichkeiten | [24] | 246.630 | 271.244 |
| V. Sonstige Verbindlichkeiten | [24] | 41.433 | 3.886 |
| 386.413 | 363.561 | ||
| C. Kurzfristiges Fremdkapital | |||
| I. Rückstellungen | [25] | 8.727 | 11.633 |
| II. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | [26] | 66.599 | 72.008 |
| III. Finanzverbindlichkeiten | [26] | 96.693 | 34.573 |
| IV. Ertragsteuerverbindlichkeiten | [26] | 10.189 | 29.596 |
| V. Sonstige Verbindlichkeiten | [26] | 98.573 | 82.717 |
| 280.782 | 230.528 | ||
| 1.071.020 | 960.151 |
Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund der endgültigen Kaufpreisallokationen der Liquid Handling Sparte der Biohit Oyj, sowie der Sartorius Korea Biotech Co. Ltd. angepasst. Weitere Erläuterungen finden sich im Abschnitt Konsolidierungskreis und Aufstellung des Anteilsbesitzes.
Gewinn- und Verlustrechnung
| Anhang | 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | [30] | 845.710 | 733.100 |
| 2. Kosten der umgesetzten Leistungen | [31] | – 425.715 | – 375.661 |
| 3. Bruttoergebnis | 419.995 | 357.438 | |
| 4. Vertriebskosten | [32] | – 187.499 | – 159.517 |
| 5. Forschungs- und Entwicklungskosten | [33] | – 48.115 | – 44.305 |
| 6. Allgemeine Verwaltungskosten | [34] | – 49.133 | – 41.645 |
| 7. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen | [35] | – 14.145 | – 11.112 |
| – 298.892 | – 256.580 | ||
| 8. Überschuss vor Finanzergebnis, Steuern und Amortisation (EBITA) | 121.103 | 100.858 | |
| 9. Amortisation | – 11.701 | – 7.711 | |
| 10. Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) | 109.402 | 93.148 | |
| 11. Zinsen und ähnliche Erträge | [36] | 3.220 | 801 |
| 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | [36] | – 16.133 | – 14.903 |
| 13. Finanzergebnis | – 12.913 | – 14.102 | |
| 14. Ergebnis vor Steuern | 96.489 | 79.045 | |
| 15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | [37] | – 26.009 | – 33.631 |
| 16. Latente Steuern | [37] | – 3.667 | 10.090 |
| 17. Sonstige Steuern | – 2.560 | – 2.709 | |
| – 32.235 | – 26.250 | ||
| 18. Jahresüberschuss | 64.254 | 52.795 | |
| Davon entfallen auf: | |||
| Gesellschafter der Sartorius AG | 48.510 | 41.563 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 15.744 | 11.232 | |
| Ergebnis je Stammaktie (€) | [38] | 2,84 | 2,43 |
| Ergebnis je Vorzugsaktie (€) | [38] | 2,86 | 2,45 |
Gesamtergebnisrechnung
| Anhang | 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|---|
| Jahresüberschuss | 64.254 | 52.795 | |
| Absicherung künftiger Zahlungsströme (Cashflow Hedges) | [29] | 2.822 | – 9.555 |
| Versicherungsmathematische Gewinne | Verluste bei leistungsorientierten Pensionsplänen | [23] | – 10.706 | – 3 |
| Umrechnungsdifferenzen aus der Währungsumrechnung | – 2.038 | 5.423 | |
| Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb | 85 | – 777 | |
| Steuerliche Effekte auf erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen | 1.201 | 3.130 | |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | – 8.637 | – 1.782 | |
| Gesamtergebnis | 55.617 | 51.013 | |
| Davon entfallen auf: | |||
| Gesellschafter der Sartorius AG | 40.802 | 39.931 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 14.815 | 11.082 |
Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
Kapitalflussrechnung
| Anhang | 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|---|
| Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit | |||
| Jahresüberschuss | 64.254 | 52.795 | |
| Steueraufwand | [37] | 32.235 | 26.250 |
| Finanzieller Aufwand | [36] | 12.913 | 14.102 |
| Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens | 40.630 | 32.807 | |
| Veränderung der Rückstellungen | [23/25] | – 5.848 | – 6.528 |
| Veränderung der Forderungen und sonstige Vermögenswerte | [13/16] | – 6.539 | – 16.305 |
| Veränderung der Vorräte | [15] | – 24.024 | – 17.010 |
| Veränderung der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) | [24/26] | – 7.246 | 17.662 |
| Gewinne aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens | – 3.559 | – 818 | |
| Ausgaben für Ertragsteuern | [37] | – 49.654 | – 23.922 |
| Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit | 53.163 | 79.034 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | |||
| Ausgaben Finanzanlagevermögen | [12] | – 213 | – 2.035 |
| Ausgaben Sachanlagen | [11] | – 41.615 | – 38.860 |
| Einnahmen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens | 8.326 | 2.429 | |
| Ausgaben Immaterielle Vermögenswerte | [10] | – 21.337 | – 12.989 |
| Änderung Konsolidierungskreis | [2/5] | 0 | – 71.266 |
| Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit | – 54.838 | – 122.721 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | |||
| Einnahmen für Zinsen | [36] | 446 | 801 |
| Ausgaben für Zinsen und sonstige Finanzierungsausgaben | [36] | – 8.852 | – 10.360 |
| Dividendenzahlungen an: | |||
| - Gesellschafter der Sartorius AG | – 13.808 | – 10.399 | |
| - Nicht beherrschende Gesellschafter | – 4.017 | – 3.508 | |
| Veränderung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 385 | 215 | |
| Aufnahme | Tilgung von Finanzverbindlichkeiten | [24/26] | 26.208 | 76.243 |
| Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 362 | 52.992 | |
| Veränderung der Zahlungsmittel | – 1.314 | 9.304 | |
| Zahlungsmittel am Anfang der Periode | 41.016 | 27.743 | |
| Veränderung aus der Währungsumrechnung | – 153 | 3.969 | |
| Zahlungsmittel Endbestand | 39.549 | 41.016 | |
| Bruttoverschuldung | 343.323 | 305.817 | |
| Nettoverschuldung | 303.774 | 264.801 |
Eigenkapitalentwicklung
| in T€ | Gezeichnetes Kapital |
Kapitalrücklage | Hedgingrücklage | Pensionsrücklage | Gewinnrücklagen und Bilanzgewinn |
|---|---|---|---|---|---|
| Saldo zum 01.01.2011 | 17.047 | 86.988 | 1.537 | – 4.551 | 181.271 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 0 | 0 | – 5.903 | – 19 | – 380 |
| Jahresüberschuss | 0 | 0 | 0 | 0 | 41.563 |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | – 5.903 | – 19 | 41.183 |
| Dividenden | 0 | 0 | 0 | 0 | – 10.399 |
| Veränderung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 0 | 0 | 0 | 0 | – 78 |
| Sonstige Eigenkapitalveränderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 276 |
| Saldo zum 31.12.2011 | 01.01.2012 | 17.047 | 86.988 | – 4.366 | – 4.570 | 212.253 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 0 | 0 | 1.279 | – 7.320 | 5 |
| Jahresüberschuss | 0 | 0 | 0 | 0 | 48.510 |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 1.279 | – 7.320 | 48.515 |
| Dividenden | 0 | 0 | 0 | 0 | – 13.808 |
| Veränderung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 0 | 0 | 0 | 0 | – 89 |
| Sonstige Eigenkapitalveränderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | – 34 |
| Saldo zum 31.12.2012 | 17.047 | 86.988 | – 3.087 | – 11.890 | 246.837 |
| in T€ | Unterschied aus der Währungsumrechnung |
Den Aktionären der Sartorius AG zustehendes Eigenkapital |
Nicht beherrschende Anteile |
Eigenkapital Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Saldo zum 01.01.2011 | – 5.116 | 277.176 | 50.006 | 327.182 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 4.670 | – 1.632 | – 151 | – 1.783 |
| Jahresüberschuss | 0 | 41.563 | 11.232 | 52.795 |
| Gesamtergebnis | 4.670 | 39.931 | 11.082 | 51.013 |
| Dividenden | 0 | – 10.399 | – 3.508 | – 13.907 |
| Veränderung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 0 | – 78 | 1.567 | 1.489 |
| Sonstige Eigenkapitalveränderungen | 0 | 276 | 9 | 285 |
| Saldo zum 31.12.2011 | 01.01.2012 | – 446 | 306.906 | 59.156 | 366.062 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | – 1.672 | – 7.708 | – 929 | – 8.637 |
| Jahresüberschuss | 0 | 48.510 | 15.744 | 64.254 |
| Gesamtergebnis | – 1.672 | 40.802 | 14.815 | 55.617 |
| Dividenden | 0 | – 13.808 | – 4.017 | – 17.825 |
| Veränderung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 0 | – 89 | 89 | 0 |
| Sonstige Eigenkapitalveränderungen | 0 | – 34 | 4 | – 30 |
| Saldo zum 31.12.2012 | – 2.118 | 333.777 | 70.048 | 403.825 |
Die ausgeschüttete Dividende je Aktie stellt sich wie folgt dar:
| je Aktie in € |
2012 gesamt in T€ |
je Aktie in € |
2011 gesamt in T€ |
|
|---|---|---|---|---|
| Dividende auf Stammaktien | 0,80 | 6.822 | 0,60 | 5.117 |
| Dividende auf Vorzugsaktien | 0,82 | 6.986 | 0,62 | 5.282 |
| 13.808 | 10.399 |
Segmentberichterstattung
Operative Segmente
| Bioprocess Solutions | Lab Products & Services | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | 2012 | 2011 | Veränderung | 2012 | 2011 | Veränderung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | 479,5 | 432,0 | 11,0 % | 282,0 | 216,0 | 30,5 % |
| Umsatz | 474,2 | 410,2 | 15,6 % | 268,9 | 222,0 | 21,1 % |
| EBITDA | 96,2 | 83,9 | 14,6 % | 44,0 | 31,8 | 38,5 % |
| Underlying EBITA | 88,0 | 71,6 | 22,9 % | 36,9 | 30,7 | 20,1 % |
| EBITA | 79,1 | 67,1 | 17,9 % | 34,1 | 25,5 | 33,6 % |
| Abschreibungen | 25,0 | 24,5 | 2,2 % | 13,7 | 6,3 | 116,7 % |
| Investitionen | 47,3 | 17,8 | 165,7 % | 25,1 | 32,9 | – 23,9 % |
| Mitarbeiter zum 31.12. | 2.777 | 2.621 | 5,9 % | 1.972 | 1.959 | 0,6 % |
| Industrial Weighing | Konzern | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | 2012 | 2011 | Veränderung | 2012 | 2011 | Veränderung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | 105,4 | 101,4 | 3,9 % | 866,8 | 749,5 | 15,7 % |
| Umsatz | 102,7 | 100,9 | 1,8 % | 845,7 | 733,1 | 15,4 % |
| EBITDA | 9,9 | 10,3 | – 4,1 % | 150,0 | 126,0 | 19,1 % |
| Underlying EBITA | 10,1 | 9,9 | 2,6 % | 135,0 | 112,2 | 20,3 % |
| EBITA | 7,9 | 8,3 | – 4,2 % | 121,1 | 100,9 | 20,1 % |
| Abschreibungen | 1,9 | 2,0 | – 4,0 % | 40,6 | 32,8 | 23,8 % |
| Investitionen | 1,8 | 1,1 | 61,0 % | 74,2 | 51,8 | 43,0 % |
| Mitarbeiter zum 31.12. | 742 | 718 | 3,4 % | 5.491 | 5.299 | 3,6 % |
Geographische Informationen
| Europa | Nordamerika | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | 2012 | 2011 | Veränderung | 2012 | 2011 | Veränderung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatz | ||||||
| - nach Sitz des Kunden | 419,2 | 383,7 | 9,3 % | 191,1 | 148,6 | 28,6 % |
| - nach Sitz der Gesellschaft | 493,2 | 460,0 | 7,2 % | 190,2 | 150,7 | 26,2 % |
| Langfristige Vermögenswerte | 664,7 | 592,8 | 12,1 % | 29,4 | 24,7 | 19,0 % |
| Mitarbeiter zum 31.12. | 3.650 | 3.493 | 4,5 % | 606 | 598 | 1,3 % |
| Asien | Pazifik | Übrige Märkte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | 2012 | 2011 | Veränderung | 2012 | 2011 | Veränderung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatz | ||||||
| - nach Sitz des Kunden | 203,8 | 171,8 | 18,6 % | 31,6 | 29,0 | 9,0 % |
| - nach Sitz der Gesellschaft | 162,3 | 122,4 | 32,6 % | 0,0 | 0,0 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 28,2 | 27,3 | 3,1 % | 1,4 | 1,4 | – 2,7 % |
| Mitarbeiter zum 31.12. | 1.078 | 1.088 | – 0,9 % | 157 | 120 | 30,8 % |
| in Mio. € | Konzern | ||
|---|---|---|---|
| 2012 | 2011 | Veränderung | |
| --- | --- | --- | --- |
| Umsatz | |||
| - nach Sitz des Kunden | 845,7 | 733,1 | 15,4 % |
| - nach Sitz der Gesellschaft | 845,7 | 733,1 | 15,4 % |
| Langfristige Vermögenswerte | 723,6 | 646,3 | 12,0 % |
| Mitarbeiter zum 31.12. | 5.491 | 5.299 | 3,6 % |
Überleitung von den Segmentergebnissen zum Ergebnis vor Steuern des Konzerns:
| 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|
| Ergebnis der Segmente (EBITA) | 121.103 | 100.858 |
| Amortisation | – 11.701 | – 7.711 |
| Finanzergebnis | – 12.913 | – 14.102 |
| Ergebnis vor Steuern | 96.489 | 79.045 |
Anhang
Die Sartorius AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft deutschen Rechts und oberstes Mutterunternehmen des Sartorius Konzerns. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Göttingen (HRB 1970) eingetragen und hat ihren Sitz in Göttingen, Bundesrepublik Deutschland, Weender Landstraße 94–108.
Der Sartorius Konzern ist ein international führender Labor- und Prozesstechnologie-Anbieter mit den drei Segmenten Bioprocess Solutions, Lab Products & Services und Industrial Weighing. Das Segment Bioprocess Solutions umfasst die Arbeitsschwerpunkte Filtration, Fluid Management, Fermentation und Purification und fokussiert auf die Produktionsprozesse der biopharmazeutischen Industrie. Im Segment Lab Products & Services werden insbesondere Laborinstrumente und Laborverbrauchsmaterialien hergestellt und vertrieben. Industrial Weighing konzentriert sich auf wäge- und kontrolltechnische Anwendungen in Herstellprozessen der Branchen Nahrungsmittel, Chemie und Pharma.
1. Grundlagen der Rechnungslegung
Der Konzernabschluss der Sartorius AG zum 31. Dezember 2012 wurde gem. § 315a Abs. 1 HGB in Verbindung mit Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 (Abl. EG Nr. L243 S. 1) in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsstandards des International Accounting Standards Board (IASB) – den International Financial Reporting Standards (IFRS) – wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Dabei wurden sämtliche zum 31. Dezember 2012 anzuwendenden IFRS | IAS sowie die entsprechenden Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) beachtet. Die Anforderungen der vorstehenden Vorschriften wurden ausnahmslos erfüllt, so dass der Konzernabschluss der Sartorius AG ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Zahlungsströme des Geschäftsjahres vermittelt. Der Vorstand wird den Konzernabschluss am 5. März 2013 dem Aufsichtsrat vorlegen.
Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (T€) angegeben. Rundungen können in Einzelfällen dazu führen, dass sich Werte in diesem Bericht nicht exakt zur angegebenen Summe aufaddieren und dass sich Prozentangaben nicht exakt aus den dargestellten Werten ergeben.
2. Kapitalflussrechnung
In der Kapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme nach laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit dargestellt.
Die Ermittlung des Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit erfolgt hier durch die indirekte Methode, das heißt zum Jahresüberschuss werden zahlungsunwirksame Aufwendungen addiert, während zahlungsunwirksame Erträge abgesetzt werden.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit umfasste im Vorjahr neben operativen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen auch den Erwerb des Liquid Handling-Geschäfts des finnischen Laborzulieferers Biohit Oyj sowie die Übernahme von 49 % der Anteile an der Sartorius Korea Biotech Co. Ltd. Der Zugang der Sachanlagen im Rahmen der Verlagerung des Standortes Melsungen nach Guxhagen ist im Rahmen eines Finanzierungsleasing-Verhältnisses durchgeführt worden und hat im laufenden Geschäftsjahr zu keinem Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit geführt.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit setzt sich aus der Aufnahme und Rückführung von Fremdkapital und der Zahlung der Dividende sowie Transaktionen zwischen Anteilseignern zusammen. Der Finanzmittelfonds beinhaltet alle flüssigen Mittel, d. h. alle Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten.
3. Segmentberichterstattung
Die Segmentabgrenzung ergibt sich gem. IFRS 8 aus dem sog. Management-Approach, d. h. die Festlegung der Segmente erfolgt in Analogie zur internen Steuerungs- und Berichtsstruktur des Unternehmens. Ein Tätigkeitsfeld des Unternehmens ist demnach als operatives Segment anzusehen, wenn seine unternehmerischen Aktivitäten zu Erträgen und Aufwendungen führen können, sein operatives Ergebnis zum Zwecke der Erfolgsbeurteilung und der Ressourcenallokation regelmäßig von den Haupt-Entscheidungsträgern (Vorstand der Sartorius AG) überwacht wird und eigenständige Finanzinformationen im internen Berichtswesen vorliegen. Im Geschäftsjahr 2012 hat sich die interne Steuerung und Berichterstattung im Sartorius Konzern geändert, die Abgrenzung der Segmente wurde entsprechend angepasst. Als operative Segmente sind nunmehr die neu organisierten Sparten Bioprocess Solutions, Lab Products & Services sowie Industrial Weighing anzusehen.
Die für die Beurteilung der Segmenterfolge relevanten Erfolgsgrößen sind für den Sartorius Konzern weiterhin das EBITA und das sog. "underlying EBITA". Das EBITA entspricht dem Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) bereinigt um Aufwendungen für Amortisation. Amortisation bezeichnet in diesem Zusammenhang etwaige Wertminderungen der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen der gem. IFRS 3 durchzuführenden Kaufpreisallokation angesetzt wurden. Daher werden die Amortisation sowie Ertragsteuern und Zinsaufwendungen bzw. -erträge nicht in die Periodenergebnisse der Segmente einbezogen. Als interne Steuerungsgröße wird neben dem EBITA insbesondere auch das sog. "underlying EBITA" verwendet. Hierbei handelt es sich um ein um Sondereffekte bereinigtes operatives Ergebnis. Als Sondereffekte gelten in diesem Zusammenhang Aufwendungen und Erträge, die einen außerordentlichen oder Einmalcharakter haben, dementsprechend die nachhaltige Ertragskraft des Segments verzerren und auch aus Konzernsicht einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Beispiele für derartige Effekte sind Restrukturierungskosten, größere Konzernprojekte sowie Veräußerungsgewinne und -verluste aus Finanz- oder Sachanlagen, sofern diese einen nicht wiederkehrenden Charakter besitzen. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente entsprechen den allgemeinen Konzernbilanzierungsrichtlinien.
Für Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten werden Verrechnungspreise festgelegt, die in der jeweiligen Situation und unter den gegebenen Rahmenbedingungen unter fremden Dritten vereinbart worden wären. Es werden dabei im Wesentlichen die Kostenaufschlagsmethode und die Wiederverkaufspreismethode oder eine Kombination dieser Methoden angewendet. Die Methoden zur Ermittlung der Verrechnungspreise werden zeitnah dokumentiert und kontinuierlich beibehalten.
Im Segmentergebnis der Sparte Bioprocess Solutions des Geschäftsjahres 2012 sind Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 0,3 Mio. € (Vorjahr: Sparte Biotechnologie 0,7 Mio. €) enthalten, in den Bereichen Lab Products & Services sowie Industrial Weighing fielen wie im Vorjahr keine Wertminderungsaufwendungen an.
Segmentvermögen und Segmentschulden werden nicht auf regelmäßiger Basis dem Hauptentscheidungsträger gemeldet und sind daher nicht Bestandteil der Segmentberichterstattung.
Im Geschäftsjahr 2012 wurden sämtliche der mit konzernübergreifenden Verwaltungsaufgaben betrauten Mitarbeiter der Sartorius Corporate Administration GmbH (SCA) rechnerisch der Sparte Lab Products & Services zugeordnet.
In Bezug auf geografische Informationen gilt Folgendes: In die Region Europa wurden die Märkte von Westeuropa und Osteuropa einbezogen. Die Region Nordamerika bildet den US-Markt und den kanadischen Markt ab. Der Region Asien I Pazifik wurden u. a. die Länder Japan, China, Australien, Südkorea und Indien zugeordnet. Die übrigen Märkte setzen sich hauptsächlich aus Südamerika und Afrika zusammen. Die regionalen Segmentkennzahlen beziehen sich jeweils auf den Sitz der Gesellschaft, nur der Umsatz ist zusätzlich auch nach dem Sitz des Kunden zugeordnet worden. Die langfristigen Vermögenswerte entsprechen den Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten der den Regionen zuzuordnenden Konzerngesellschaften. In der Region Europa entfallen die wesentlichen langfristigen Vermögenswerte auf die Länder Deutschland (245,4 Mio. €; 155,9 Mio. € in 2011) sowie Frankreich (351,5 Mio. €; 351,8 Mio. € in 2011). Der aus der Kaufpreisallokation für die Stedim-Akquisition resultierende Goodwill sowie die damit zusammenhängenden immateriellen Vermögenswerte wurden in regionaler Hinsicht Frankreich zugeordnet.
4. Konsolidierungsgrundsätze und -methoden
In den Konzernabschluss der Sartorius AG werden die Abschlüsse aller wesentlichen Unternehmen einbezogen, die von der Sartorius AG unmittelbar oder mittelbar über ihre Tochterunternehmen beherrscht werden. Beherrschung im Sinne von IAS 27, Konzern- und separate Einzelabschlüsse, liegt vor, wenn die Sartorius AG oder ihre Tochterunternehmen in der Lage sind, die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens zu bestimmen, um daraus einen wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Diese Unternehmen werden ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem die Sartorius AG oder ihre Tochterunternehmen die Möglichkeit der Beherrschung erhalten. Die Einbeziehung endet mit dem Zeitpunkt der Aufgabe dieser Beherrschungsmöglichkeit.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Hierbei werden die Anschaffungskosten der Beteiligung mit dem auf sie entfallenen Eigenkapitalanteil zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Ein verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird, soweit er anderen Vermögenswerten des Tochterunternehmens nicht zugeordnet werden kann, als Geschäfts- oder Firmenwert im Anlagevermögen ausgewiesen. Die Geschäfts- oder Firmenwerte sind nicht planmäßig abzuschreiben, sondern gem.
IAS 36 mindestens jährlich auf eine Wertminderung hin zu überprüfen. Jede Wertminderung wird sofort erfolgswirksam erfasst, eine Wertaufholung findet nicht statt.
Negative Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung werden, falls sie den identifizierbaren Vermögenswerten, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens auch nach erneuter Beurteilung nicht zuzuordnen sind, sofort erfolgswirksam erfasst.
Nicht beherrschende Anteile werden mit dem entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet.
Der Erwerb von zusätzlichen Anteilen an Tochterunternehmen wird als Transaktion zwischen Anteilseignern behandelt. Der Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten des Erwerbs und dem Minderheitenanteil wird direkt mit dem Eigenkapital verrechnet.
Die Einbeziehung der Tochterunternehmen erfolgt auf Basis ihrer an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angepassten Jahresabschlüsse.
Forderungen und Schulden zwischen den einbezogenen Gesellschaften werden aufgerechnet, konzerninterne Wertberichtigungen und Rückstellungen aufgelöst. Zwischenergebnisse sowie Erträge und Aufwendungen unter den einbezogenen Unternehmen werden eliminiert. Auf Konsolidierungsvorgänge werden Steuerabgrenzungen vorgenommen.
Die angewandten Konsolidierungsmethoden sind im Hinblick auf die den Zahlen des Geschäftsjahres 2012 zu Vergleichszwecken gegenübergestellten Vorjahreszahlen unverändert geblieben. Eine Darstellung des Einflusses von Änderungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entfällt daher.
5. Konsolidierungskreis und Aufstellung des Anteilsbesitzes
In den Konzernabschluss sind die Abschlüsse der Sartorius AG sowie der folgenden Tochtergesellschaften im Wege der Vollkonsolidierung und die folgenden Beteiligungsunternehmen zu Anschaffungskosten einbezogen worden:
| Kapitalanteil in % |
Konsolidiert | |
|---|---|---|
| Sartorius AG, Göttingen, Deutschland | Mutter | X |
| Sartorius Stedim Biotech S.A., Aubagne, Frankreich mit deren Tochterunternehmen | 74,4 | X |
| Europa | ||
| Sartorius Stedim Belgium N.V., Vilvoorde, Belgien | 100,0 | X |
| Distribo GmbH, Göttingen, Deutschland | 26,0 | |
| Sartorius Stedim Nordic A/S, Taastrup, Dänemark | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Biotech GmbH, Göttingen, Deutschland | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Systems GmbH, Guxhagen, Deutschland | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Plastics GmbH, Göttingen, Deutschland | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim UK Ltd., Epsom, England | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Lab Ltd., Louth, England | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim France S.A.S., Aubagne, Frankreich | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Aseptics S.A., Lourdes, Frankreich | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Ireland Ltd., Dublin, Irland | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Italy S.p.A., Florenz, Italien | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Netherlands B.V., Nieuwegein, Niederlande | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Austria GmbH, Wien, Österreich | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Poland Sp. z.o.o., Kostrzyn, Polen | 100,0 | |
| OOO Sartorius ICR, St. Petersburg, Russland | 100,0 | |
| Sartorius Stedim Switzerland AG, Tagelswangen, Schweiz | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Spain S.A., Madrid, Spanien | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Hungaria Kft., Budapest, Ungarn | 100,0 | |
| Nordamerika | ||
| Sartorius Stedim Filters Inc., Yauco, Puerto Rico | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim North America Inc., Bohemia, New York, USA | 100,0 | X |
| Asien | Pazifik | ||
| Sartorius Stedim Australia Pty. Ltd., Dandenong South, Victoria, Australien | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Biotech (Beijing) Co. Ltd., Beijing, China | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim India Pvt. Ltd., Bangalore, Indien | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Japan K.K., Tokio, Japan | 100,0 | X |
| Sartorius Korea Biotech Co. Ltd., Seoul, Südkorea1) | 49,0 | X |
| Sartorius Stedim Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia | 100,0 | X |
| Sartorius Stedim Singapore Pte. Ltd., Singapur | 100,0 | X |
| Übrige Märkte | ||
| Sartorius Stedim SUS S.A.R.L., M'Hamdia, Tunesien | 100,0 | X |
| Europa | ||
| Sartorius Belgium N.V., Vilvoorde, Belgien | 100,0 | X |
| Sartorius Nordic A/S, Taastrup, Dänemark | 100,0 | X |
| Sartorius Weighing Technology GmbH, Göttingen, Deutschland | 100,0 | X |
| Denver Instrument GmbH, Göttingen, Deutschland | 100,0 | X |
| Sartorius Mechatronics C&D GmbH & Co. KG, Aachen, Deutschland einschließlich Sartorius-Verwaltungs-GmbH | 100,0 | X |
| Sartorius Mechatronics T&H Hamburg GmbH, Hamburg, Deutschland | 100,0 | X |
| Sartorius Corporate Administration GmbH, Göttingen, Deutschland | 100,0 | X |
| SI Weende-Verwaltungs-GmbH, Göttingen, Deutschland | 100,0 | X |
| SIV Weende GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland | 100,0 | X |
| SI Grone 1 -Verwaltungs-GmbH, Göttingen, Deutschland | 100,0 | X |
| SIV Grone 1 GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland | 100,0 | X |
| SI Grone 2 -Verwaltungs-GmbH, Göttingen, Deutschland | 100,0 | X |
| SIV Grone 2 GmbH & Co. KG, Göttingen, Deutschland | 100,0 | X |
| Sartorius Lab Holding GmbH, Göttingen, Deutschland | 100,0 | X |
| Sartorius UK Ltd., Epsom, England | 100,0 | X |
| Biohit Ltd., Torquay, England | 100,0 | X |
| Sartorius Biohit Liquid Handling Oy, Helsinki, Finnland | 100,0 | X |
| Sartorius France S.A.S., Aubagne, Frankreich | 100,0 | X |
| VL Finance S.A.S., Aubagne, Frankreich | 100,0 | X |
| Biohit S.A.S., Dourdan, Frankreich | 100,0 | X |
| Sartorius Ireland Ltd., Dublin, Irland | 100,0 | X |
| Sartorius Italy S.r.l., Florenz, Italien | 100,0 | X |
| Sartorius Netherlands B.V., Nieuwegein, Niederlande | 100,0 | X |
| Sartorius Austria GmbH, Wien, Österreich | 100,0 | X |
| Sartorius Poland Sp. z.o.o., Kostrzyn, Polen | 100,0 | |
| ZAO Sartogosm, St. Petersburg, Russland | 51,0 | |
| Biohit OOO, St. Petersburg, Russland | 100,0 | X |
| Sartorius Mechatronics Switzerland AG, Tagelswangen, Schweiz | 100,0 | X |
| Sartorius Spain S.A., Madrid, Spanien | 100,0 | X |
| Sartorius Hungaria Kft., Budapest, Ungarn | 100,0 | |
| Nordamerika | ||
| Sartorius North America Inc., Bohemia, New York, USA | 100,0 | X |
| Sartorius Corporation, Bohemia, New York, USA | 100,0 | X |
| Sartorius TCC Company, Arvada, USA | 100,0 | X |
| Sartorius Canada Inc., Mississauga, Kanada | 100,0 | X |
| Asien | Pazifik | ||
| Sartorius Australia Pty. Ltd., Dandenong South, Victoria, Australia | 100,0 | X |
| Denver Instrument (Beijing) Co. Ltd., Beijing, China | 100,0 | X |
| Sartorius Scientific Instruments (Beijing) Co. Ltd., Beijing, China | 100,0 | X |
| Biohit Biotech (Suzhou) Co. Ltd., Shanghai, China | 100,0 | X |
| Sartorius Hong Kong Ltd., Kowloon, Hong Kong | 100,0 | X |
| Sartorius Mechatronics India Pvt. Ltd., Bangalore, Indien | 100,0 | X |
| Sartorius Weighing India Pvt. Ltd., Bangalore, Indien | 100,0 | X |
| Biohit Biotech Systems (India) Pvt. Ltd., Chennai, Indien | 100,0 | X |
| Sartorius Japan K.K., Tokio, Japan | 100,0 | X |
| Sartorius Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia | 100,0 | X |
| Sartorius Mechatronics Philippines Inc., Makati City, Philippinen | 100,0 | |
| Sartorius Singapore Pte. Ltd., Singapur | 100,0 | X |
| Sartorius Korea Ltd., Seoul, Südkorea | 100,0 | X |
| Sartorius (Thailand) Co. Ltd., Bangkok, Thailand1) | 49,0 | X |
| Übrige Märkte | ||
| Sartorius Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien | 99,0 | |
| Sartorius do Brasil Ltda., Sao Paulo, Brasilien | 100,0 | |
| Sartorius de Mexico S.A. de C.V., Naucalpan, Mexiko | 99,0 |
1) beherrschender Einfluss aufgrund vertraglicher Gestaltungen
Die nicht konsolidierten Tochterunternehmen und die assoziierte Gesellschaft sind wegen untergeordneter Bedeutung zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht einbezogen, sondern zu Anschaffungskosten bilanziert worden.
Veränderungen des Konsolidierungskreises
Die Tochtergesellschaft Sartorius Malaysia Sdn. Bhd. wurde im Geschäftsjahr erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen. Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr gegründet. Darüber hinaus fanden einige konzerninterne Verschmelzungen statt.
Im Vorjahr wurde das Liquid Handling- Geschäft des finnischen Laborzulieferers Biohit Oyj erworben. In diesem Zusammenhang wurden im Geschäftsjahr 2011 die Sartorius Biohit Liquid Handling Oy, Finnland, sowie mehrere Produktions- bzw. Vertriebsgesellschaften erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen.
Mit Wirkung zum 01. November 2011 wurden 49 % der Anteile der Sartorius Korea Biotech Co. Ltd. erworben. Da zudem eine jederzeit ausübbare Call-Option auf den Erwerb der verbleibenden 51 % vorliegt, ist die Beherrschung der Gesellschaft gem. IAS 27 gegeben. Die Gesellschaft wurde daher im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogen.
Einzelheiten der Transaktionen sind in den nachfolgenden Unterabschnitten angegeben.
Die Anteile der nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden nicht zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, da für diese kein aktiver Markt existiert und Bewertungsgutachten aus Wesentlichkeitsgründen nicht eingeholt wurden.
Akquisition der Liquid Handling-Sparte der Biohit Oyj
Im Dezember 2011 hat der Sartorius Konzern die Liquid Handling-Sparte des finnischen Laborzulieferers Biohit Oyj, Helsinki, zur Erweiterung des Sartorius Labor-Produktportfolios erworben.
Die für den Konzernabschluss 2011 vorläufig vorgenommene Kaufpreisallokation wurde im Geschäftsjahr 2012 finalisiert. Die endgültigen beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden stellen sich wie folgt dar:
| vorläufige Kaufpreisallokation T€ |
endgültige Kaufpreisallokation T€ |
|
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 25.480 | 26.645 |
| Sachanlagen | 8.616 | 8.516 |
| Vorräte | 6.569 | 6.612 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.834 | 5.834 |
| Sonstige Vermögenswerte | 1.782 | 1.613 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.657 | 1.657 |
| Latente Steuern netto | – 6.656 | – 2.245 |
| Rückstellungen | – 303 | – 579 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | – 2.780 | – 2.780 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | – 5.526 | – 5.576 |
| Erworbenes Nettovermögen | 34.673 | 39.697 |
| Anschaffungspreis | 68.000 | 68.156 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 33.327 | 28.459 |
Im Vergleich zur vorläufigen Bewertung haben sich aufgrund neuerer Erkenntnisse vor allem die latenten Steuern und die immateriellen Vermögenswerte geändert. Der daraus resultierende Goodwill stellt sich nunmehr um ca. 4,8 Mio. € niedriger dar als ursprünglich angenommen.
Der ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert spiegelt weiterhin in erster Linie die durch die Erweiterung des Portfolios der Sartorius Laborprodukte gestärkte Position von Sartorius im relevanten Labormarkt sowie die sich aus dem Zusammenschluss ergebenden Synergien wider.
Akquisition der Sartorius Korea Biotech Co. Ltd.
Ebenfalls in 2011 hat die Sartorius Stedim Biotech GmbH 49 % der Anteile an der Sartorius Korea Biotech Co. Ltd., Seoul erworben. Aufgrund des Bestehens einer jederzeit ausübbaren Call-Option auf die verbleibenden 51 % der Anteile wurde die Gesellschaft in den Konzernabschluss einbezogen. Die endgültige Kaufpreisallokation hat zu keinen wesentlichen Änderungen im Vergleich zur im Vorjahr vorläufig durchgeführten Verteilung geführt:
| Zeitwerte am Erwerbsstichtag T€ |
|
|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 1.468 |
| Sachanlagen | 718 |
| Vorräte | 1.817 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3.343 |
| Sonstige Vermögenswerte | 960 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 694 |
| Latente Steuern netto | – 350 |
| Rückstellungen | – 328 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | – 2.165 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | – 3.172 |
| Erworbenes Nettovermögen | 2.985 |
| Anteil nicht beherrschender Gesellschafter | 1.522 |
| Anteile des Konzerns | 1.463 |
| Anschaffungspreis | 5.806 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 4.343 |
Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter wurden mit dem entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens am erworbenen Unternehmen bewertet.
Die Gesellschaft war bereits vor dem Erwerb als Vertriebspartner der Sartorius-Sparte Biotechnologie in Korea aktiv. Mit der Übernahme der Anteile wird eine weitere Stärkung der Position von Sartorius in den relevanten Märkten in Asien angestrebt, die sich auch im ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwert zeigt.
Akquisition des Zellkulturmediengeschäfts von Lonza
Mit Vertrag vom 18. Dezember 2012 hat Sartorius exklusiv die weltweiten Vertriebs- und Marketingrechte für das Zellkulturmediengeschäft vom Schweizer Life Science Unternehmen Lonza, Basel, erworben sowie die in diesen Bereichen tätigen Mitarbeiter übernommen. Auf den Erwerb der Vertriebs- und Marketingrechte sowie des damit verbundenen Geschäfts finden die Regelungen des IFRS 3, Unternehmenszusammenschlüsse, Anwendung. Bei der vorläufigen Kaufpreisallokation wurde von einer etwa hälftigen Aufteilung auf Goodwill und Kundenbeziehungen ausgegangen. Der Kaufpreis wurde als Barwert der künftig in bar zu leistenden Zahlungen (erste Rate Anfang 2013, zwei weitere Raten nach 5 bzw. 10 Jahren) ermittelt:
Vorläufige Kaufpreisallokation:
| Zeitwerte am Erwerbsstichtag T€ |
|
|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 24.519 |
| Erworbenes Nettovermögen | 24.519 |
| Anschaffungspreis | 49.140 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 24.621 |
Der ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert repräsentiert die durch die Erweiterung des Portfolios im Bereich Bioprocess Solutions gestärkte Position von Sartorius im relevanten Pharmamarkt sowie die sich aus dem Zusammenschluss ergebenden Synergien.
Der Erwerb hatte aufgrund der zeitlichen Nähe zum Bilanzstichtag keinerlei Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis des Geschäftsjahres 2012. Die Akquisition erfolgte unmittelbar vor dem Bilanzstichtag, und die vollständige Erfassung von Aufwendungen und Erträgen aus diesem Geschäft wird im Sartorius Konzern erst nach abgeschlossener Integration im Verlauf des zweiten Quartals 2013 realisiert. Aus diesem Grund ist eine aussagefähige Angabe von Umsätzen und Ergebnissen unter der Annahme, dass die Akquisition bereits zu Beginn des Geschäftsjahres 2012 stattgefunden hätte, nicht möglich.
6. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Der Konzernabschluss der Sartorius AG ist nach den Vorschriften des IASB, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Im Zuge der Anwendung der International Financial Reporting Standards werden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt, die von den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften abweichen.
Im Vergleich zum vorangegangenen Konzernabschluss waren folgende Änderungen eines Standards erstmalig verpflichtend anzuwenden:
| ― | Änderungen an IFRS 7: Finanzinstrumente: Angaben - Übertragung finanzieller Vermögenswerte |
Die erstmalige Anwendung der Änderungen des genannten Standards hat zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Sartorius AG geführt.
Die nachfolgenden Standards und Interpretationen bzw. Überarbeitungen und Änderungen von Standards oder Interpretationen wurden im Geschäftsjahr noch nicht angewendet, da sie noch nicht von der EU übernommen wurden bzw. ihre Anwendung für 2012 nicht verpflichtend war:
| Standard | Interpretation | Titel | Anwendungspflicht für Geschäftsjahre beginnend ab | Übernahme durch EU- Kommission |
|---|---|---|---|
| Standard | |||
| Änderungen an IAS 1 | Darstellung von Positionen des sonstigen Ergebnisses | 1. Juli 2012 | Ja |
| Änderungen an IFRS 1 | Starke Hochinflation | 1. Januar 20131) | Ja |
| Änderungen an IFRS 1 | Darlehen der öffentlichen Hand | 1. Januar 2013 | Nein |
| Änderungen an IFRS 1 | Streichung für Verweise auf feste Zeitpunkte für Erstanwender der IFRS | 1. Januar 20131) | Ja |
| Änderungen an IFRS 7 | Angaben - Aufrechnung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten | 1. Januar 2013 | Ja |
| IFRS 13 | Bemessung des beizulegenden Zeitwertes | 1. Januar 2013 | Ja |
| Änderungen an IAS 12 | Latente Steuern: Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte | 1. Januar 20131) | Ja |
| Änderungen an IAS 19 | Leistungen an Arbeitnehmer | 1. Januar 2013 | Ja |
| Diverse | Jährliche Verbesserungen der IFRS 2009– 2011(veröffentlicht im Mai 2012) | 1. Januar 2013 | Nein |
| IFRS 10 | Konzernabschlüsse | 1. Januar 20141) | Ja |
| IFRS 11 | Gemeinsame Vereinbarungen | 1. Januar 20141) | Ja |
| IFRS 12 | Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen | 1. Januar 20141) | Ja |
| Änderungen an IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 | Übergangsleitlinien | 1. Januar 2014 | Nein |
| Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 | Investmentgesellschaften | 1. Januar 2014 | Nein |
| Überarbeitung des IAS 27 | Einzelabschlüsse | 1. Januar 20141) | Ja |
| Überarbeitung des IAS 28 | Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures | 1. Januar 20141) | Ja |
| Änderungen an IAS 32 | Aufrechnung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten | 1. Januar 2014 | Ja |
| IFRS 9 | Finanzinstrumente | 1. Januar 2015 | Nein |
| Interpretation | |||
| IFRIC 20 | Abraumkosten in der Produktionsphase einer über Tagebau erschlossenen Mine | 1. Januar 2013 | Ja |
1) Anwendungspflicht entsprechend der Übernahme durch die EU-Kommission. Die Standards selbst sehen eine frühere Anwendungspflicht vor.
Die Auswirkungen der Standards und Interpretationen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Sartorius Konzerns werden zurzeit noch ermittelt und können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zuverlässig angegeben werden. Derzeit ist die erstmalige Anwendung jeweils für die Periode geplant, in der die Standards, Interpretationen oder Ergänzungen erstmalig verpflichtend anzuwenden sind.
Im Konzernabschluss müssen zu einem gewissen Grad Schätzungen und Beurteilungen vorgenommen werden, welche die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, die Angaben zu Eventualforderungen und -verbindlichkeiten am Stichtag sowie die ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen für die Berichtsperiode betreffen. Wesentliche Sachverhalte, die von solchen Schätzungen und Beurteilungen betroffen sind, betreffen
| ― | die Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
| ― | Annahmen über zukünftige Cashflows von Zahlungsmittel generierenden Einheiten und Entwicklungsprojekten, z. B. im Rahmen von Werthaltigkeitstests |
| ― | die Bestimmung von Nettoveräußerungspreisen im Vorratsvermögen |
| ― | die Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, inklusive der Nutzbarkeit steuerlicher Verlustvorträge |
| ― | die Bestimmung von Nutzungsdauern im Anlagevermögen |
| ― | Vermögenswerte und Verpflichtungen, die sich auf Leistungen an Arbeitnehmer beziehen (z. B. die Bestimmung der Parameter für die Bewertung von Pensionsrückstellungen) |
| ― | die Wahl der Parameter für die Bewertung von Derivaten sowie |
| ― | die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und Schulden. |
Die sich tatsächlich einstellenden Beträge können von den Schätzungen abweichen.
7. Darstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung
Aus Gründen der Klarheit und Übersichtlichkeit sind einzelne Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen.
Die in der Periode erfassten Erträge und Aufwendungen wurden in zwei Aufstellungen erfasst: einer Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren sowie einer Überleitung zum Gesamtergebnis (Gesamtergebnisrechnung).
Der Sartorius Konzern verwendet als zentrale Ertragskennziffer das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisation (EBITA). Die Amortisation bezieht sich dabei auf Wertminderungen und Abschreibungen der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie immaterieller Vermögenswerte aus gemäß IFRS 3 durchgeführten Kaufpreisallokationen.
8. Währungsumrechnung
Der Konzernabschluss der Sartorius AG ist in Euro aufgestellt. In den Einzelabschlüssen der Gesellschaften werden Fremdwährungstransaktionen zu den zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls geltenden Wechselkursen umgerechnet. Für monetäre Vermögenswerte und Schulden, deren Wert in einer Fremdwährung angegeben wird, erfolgt die Währungsumrechnung zum Stichtagskurs. Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam im Posten „Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen" verrechnet.
Zur Absicherung von Währungsrisiken schließt der Konzern Termingeschäfte ab. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns bezüglich dieser derivativen Finanzinstrumente werden in Abschnitt 29 dargestellt.
Die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften erfolgt gemäß IAS 21, Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse, nach dem Konzept der funktionalen Währung. Ausländische Tochterunternehmen werden im Sartorius Konzern als wirtschaftlich selbständige Teileinheiten betrachtet. Die Umrechnung der Bilanzposten erfolgt grundsätzlich zu Stichtagskursen. Hiervon ausgenommen ist das Eigenkapital der einbezogenen Tochterunternehmen, das zu historischen Kursen umgerechnet wird. Aufwands- und Ertragsposten werden zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Aus der Verwendung unterschiedlicher Wechselkurse für Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung resultierende Umrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral im Eigenkapital verrechnet.
Für bestimmte, langfristig gewährte Darlehen wendet der Konzern das Konzept der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb an. Die Umrechnungsdifferenzen aus diesen konzerninternen Darlehen werden gem. IAS 21.32 im Eigenkapital erfasst.
Nachstehende Umrechnungskurse wurden angewendet:
| 2012 | Stichtagskurs 2011 | 2012 | Durchschnittskurs 2011 | |
|---|---|---|---|---|
| USD | 1,31940 | 1,29320 | 1,28519 | 1,39154 |
| GBP | 0,81610 | 0,83670 | 0,81107 | 0,86769 |
| CAD | 1,31370 | 1,31920 | 1,28457 | 1,37570 |
| AUD | 1,27120 | 1,27140 | 1,24096 | 1,34857 |
| HKD | 10,22600 | 10,04920 | 9,97097 | 10,83423 |
| JPY | 113,61000 | 100,07000 | 102,55169 | 110,92595 |
| INR | 72,56000 | 68,58550 | 68,57962 | 64,85982 |
| CNY | 8,22070 | 8,14350 | 8,11078 | 8,99564 |
| KRW | 1.406,23 | 1.499,59 | 1.446,84 | 1.540,00 |
| CHF | 1,20720 | 1,21700 | 1,20525 | 1,23336 |
| SGD | 1,61110 | 1,68130 | 1,60568 | 1,74896 |
| MYR | 4,03470 | 4,10100 | 3,96801 | 4,25512 |
| THB | 40,34700 | 40,82900 | 39,93505 | 42,41945 |
| TND | 2,04720 | 1,93230 | 2,00325 | 1,95676 |
| DKK | 7,46100 | 7,43400 | 7,44412 | 7,45072 |
| RUB | 40,32950 | 41,68680 | 39,92478 | 40,88420 |
9. Nahestehende Unternehmen und Personen
Der Sartorius Konzern steht neben den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen in Geschäftsbeziehungen mit weiteren nahe stehenden Unternehmen im Sinne von IAS 24. Diese Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Details zu den im Geschäftsjahr erfolgten Transaktionen bzw. den am Bilanzstichtag ausstehenden Salden werden in den relevanten Abschnitten des Anhangs angegeben, insbesondere in den Abschnitten 16, 26 und 30.
Nahestehende Personen sind gem. IAS 24 solche, die für die Planung, Leitung und Überwachung des Unternehmens verantwortlich sind. Hierzu zählen insbesondere Vorstand und Aufsichtsrat der Sartorius AG. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen T€ 860 (Vorjahr T€ 773), die des Vorstands T€ 2.679 (Vorjahr T€ 2.458). Die Bezüge früherer Geschäftsführer und Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen betrugen T€ 386 (Vorjahr T€ 390). Die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Geschäftsführern und Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen betrugen T€ 7.045 (Vorjahr T€ 6.692). Bezüglich der Details der Bezüge verweisen wir auf den Vergütungsbericht, der Bestandteil des Lageberichts ist. Die weiteren Transaktionen mit nahe stehenden Personen - wie z. B. Entgeltleistungen an Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrates - hatten im Geschäftsjahr 2012 einen Umfang von T€ 353 (Vorjahr: T€ 327).
Erläuterungen zu den einzelnen Bilanzpositionen
Langfristige Vermögenswerte
10. Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte
| Geschäfts- oder Firmenwerte 1) T€ |
|
|---|---|
| Bruttobuchwerte 01.01.2011 | 291.856 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | Sonstige Akquisitionen | 32.802 |
| Investitionen | 0 |
| Abgänge | 0 |
| Währungsumrechnung | – 10 |
| Bruttobuchwerte 31.12.2011 | 324.648 |
| Abschreibungen 01.01.2011 | 0 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | 0 |
| Abschreibungen 2011 | 0 |
| Abgänge | 0 |
| Abschreibungen 31.12.2011 | 0 |
| Nettobuchwerte 31.12.2011 | 324.648 |
| Bruttobuchwerte 01.01.2012 | 324.648 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | Sonstige Akquisitionen | 24.621 |
| Investitionen | 0 |
| Abgänge | 0 |
| Währungsumrechnung | 286 |
| Bruttobuchwerte 31.12.2012 | 349.555 |
| Abschreibungen 01.01.2012 | 0 |
| Abschreibungen 2012 | 0 |
| Abgänge | 0 |
| Abschreibungen 31.12.2012 | 0 |
| Nettobuchwerte 31.12.2012 | 349.555 |
1) Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund der endgültigen Kaufpreisallokationen von Biohit und Sartorius Korea angepasst.
Bei den ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerten von T€ 349.555 (Vorjahr: T€ 324.648) handelt es sich um aktive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen, die zum Teil auch den Erwerb von Sachgesamtheiten (Asset Deals) umfassen. Gemäß IAS 36 sind Geschäfts- oder Firmenwerte nicht planmäßig abzuschreiben, sondern im Rahmen eines sog. Impairment Tests jährlich auf ihre Werthaltigkeit zu überprüfen.
Im Zusammenhang mit der Neuaufstellung unserer Geschäftsbereiche ab dem 1. Januar 2012 war eine Reallokation der in Vorjahren entstandenen Goodwills auf neue Zahlungsmittel generierende Einheiten vorzunehmen. Aufgrund der Integration unserer Geschäfte in den einzelnen Sparten Bioprocess Solutions, Lab Products & Services und Industrial Weighing und unserer entsprechenden Positionierung als „Total Solution Provider“ betrachten wir diese Segmente insgesamt als Zahlungsmittel generierende Einheiten. Die Neuaufteilung des Goodwills auf den 1. Januar 2012 wurde auf Basis der relativen Fair Values der Segmente wie folgt vorgenommen:
| 31.12.2012 T€ |
01.01.2012 T€ |
|
|---|---|---|
| Bioprocess Solutions | 294.802 | 269.896 |
| Lab Products & Services | 52.279 | 52.279 |
| Industrial Weighing | 2.473 | 2.473 |
| 349.555 | 324.648 |
Die für das Geschäftsjahr 2012 durchzuführenden Impairment Tests bestimmen den erzielbaren Betrag auf Basis des Nutzungswerts der jeweiligen Zahlungsmittel generierenden Einheit. Die Cashflow- Projektionen berücksichtigen vergangene Erfahrungen und beruhen im Allgemeinen auf den vom Vorstand genehmigten Budgets für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Für die Sparte Bioprocess Solutions wurde eine Wachstumsrate von durchschnittlich 2,5 % für Geschäftsjahre nach 2017 zu Grunde gelegt. Diese Wachstumsrate ist dabei abgeleitet aus Markterwartungen, die für den von der Sparte adressierten Biopharma-Markt mittelfristig hohe einstellige Wachstumsraten prognostizieren. Wachstumstreiber wird dabei u. a. der andauernde Paradigmenwechsel in Hinblick auf die Verwendung von Einwegprodukten, wie Filter und Bags, anstelle von Mehrwegprodukten in den Herstellungsprozessen von Biopharmazeutika sein. In der Sparte Lab Products & Services wurde eine Wachstumsrate von 1,5 % und für Industrial Weighing 1,0 % verwendet.
Die Diskontierungssätze der Zahlungsmittel generierenden Einheiten entsprechen deren gewichteten Kapitalkostensätzen und wurden wie folgt ermittelt:
| vor Steuern | 2012 nach Steuern | vor Steuern | 2011 nach Steuern | |
|---|---|---|---|---|
| Bioprocess Solutions | 7,8 % | 6,0 % | - | - |
| Lab Products & Services | 10,1 % | 6,9 % | - | - |
| Industrial Weighing | 10,3 % | 6,9 % | - | - |
| Biotechnologie | - | - | 7,0 % | 5,8 % |
| Mechatronik | - | - | 8,5 % | 6,2 % |
Im Geschäftsjahr 2012 haben diese Werthaltigkeitstests nicht zur Erfassung von Wertminderungsaufwendungen geführt. Auch realistische Veränderungen der Grundannahmen, auf denen die Bestimmung des Nutzungswerts basiert, würden nicht dazu führen, dass der Buchwert der Zahlungsmittel generierenden Einheiten deren Nutzungswert übersteigt.
Immaterielle Vermögenswerte
| Patente, Lizenzen, Technologien und ähnliche Rechte T€ |
Markenname T€ |
Kunden- beziehungen T€ |
Aktivierte Entwicklungs- kosten T€ |
Geleistete Anzahlungen T€ |
Summe T€ |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bruttobuchwerte 01.01.2011 | 46.070 | 10.779 | 81.319 | 38.689 | 166 | 177.023 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | Sonstige Akquisitionen | 8.768 | 4.108 | 13.489 | 1.748 | 0 | 28.113 |
| Investitionen | 5.975 | 0 | 0 | 6.913 | 101 | 12.989 |
| Abgänge | – 341 | 0 | 0 | 0 | 0 | – 341 |
| Währungsumrechnung | 337 | 0 | 57 | 69 | 0 | 463 |
| Umbuchungen | 40 | 0 | 0 | 0 | – 144 | – 104 |
| Bruttobuchwerte 31.12.2011 | 60.849 | 14.887 | 94.865 | 47.419 | 123 | 218.143 |
| Abschreibungen 01.01.2011 | – 27.236 | 0 | – 19.216 | – 19.899 | 4 | – 66.347 |
| Abschreibungen 2011 | – 3.953 | 0 | – 5.400 | – 4.420 | 0 | – 13.773 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen 2011 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | 314 | 0 | 0 | 0 | 0 | 314 |
| Währungsumrechnung | – 107 | 0 | – 8 | – 9 | 0 | – 124 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abschreibungen 31.12.2011 | – 30.982 | 0 | – 24.624 | – 24.328 | 4 | – 79.930 |
| Nettobuchwerte 31.12.2011 | 29.866 | 14.887 | 70.241 | 23.091 | 127 | 138.212 |
| Bruttobuchwerte 01.01.2012 | 60.849 | 14.887 | 94.865 | 47.419 | 123 | 218.143 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | Sonstige Aquisitionen | 0 | 0 | 24.519 | 0 | 0 | 24.519 |
| Investitionen | 12.994 | 0 | 0 | 8.234 | 109 | 21.337 |
| Abgänge | – 485 | 0 | 0 | 0 | 0 | – 485 |
| Währungsumrechnung | 27 | 0 | 11 | 19 | 0 | 57 |
| Umbuchungen | – 5.966 | 0 | 6.532 | 0 | – 44 | 522 |
| Bruttobuchwerte 31.12.2012 | 67.419 | 14.887 | 125.927 | 55.672 | 188 | 264.093 |
| Abschreibungen 01.01.2012 | – 30.982 | 0 | – 24.624 | – 24.328 | 4 | – 79.930 |
| Abschreibungen 2012 | – 4.507 | – 412 | – 8.655 | – 5.022 | 0 | – 18.596 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen 2012 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | 482 | 0 | 0 | 0 | 0 | 482 |
| Währungsumrechnung | 13 | 0 | 24 | – 3 | 0 | 34 |
| Umbuchungen | 4.443 | 0 | – 4.949 | 0 | 0 | – 506 |
| Abschreibungen 31.12.2012 | – 30.551 | – 412 | – 38.204 | – 29.353 | 4 | – 98.516 |
| Nettobuchwerte 31.12.2012 | 36.867 | 14.475 | 87.723 | 26.319 | 192 | 165.576 |
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet.
Der im Rahmen der Stedim-Transaktion erworbene Markenname hat eine unbegrenzte Nutzungsdauer, da keine Begrenzung der Periode abzusehen ist, in der der Vermögenswert voraussichtlich Netto-Cashflows für das Unternehmen erzeugen wird. Durch die Integration des Markennamens „Stedim" in die Marke "Sartorius Stedim Biotech" ist eine separate Messung der entsprechenden Zahlungsmittelzuflüsse jedoch nicht möglich. Die Werthaltigkeit der Marke und anderer im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses erworbener immaterieller Vermögenswerte wurde auf Ebene der nächst höheren Zahlungsmittel generierenden Einheit, also der Bioprocess-Sparte, überprüft.
Einen wesentlichen immateriellen Vermögenswert stellen die ebenfalls im Rahmen der Akquisition von Stedim erworbenen Kundenbeziehungen dar. Der Buchwert dieser Kundenbeziehungen betrug zum 31. Dezember 2012 51,3 Mio. € (Vorjahr: 56,7 Mio. €), die Restnutzungsdauer beträgt 10 Jahre.
Bei den Marken, die zusammen mit dem Biohit Liquid Handling Geschäft erworben wurden, wird von begrenzten Nutzungsdauern von durchschnittlich 10 Jahren ausgegangen.
Kosten, die im Rahmen der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren anfallen, werden nur bei Vorliegen der folgenden Bedingungen als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte aktiviert:
Die Entwicklungskosten können verlässlich ermittelt werden, das Produkt bzw. das Verfahren ist technisch und wirtschaftlich realisierbar und künftiger wirtschaftlicher Nutzen ist wahrscheinlich. Darüber hinaus muss die Absicht bestehen und müssen ausreichend finanzielle, technische und sonstige Ressourcen vorhanden sein, um die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Im Geschäftsjahr 2012 wurden Entwicklungskosten in Höhe von T€ 8.234 (Vorjahr: T€ 6.913) aktiviert. Die aktivierten Entwicklungskosten umfassen im Wesentlichen die den Projekten zuzuordnenden Kosten des an der Entwicklung beteiligten Personals, Materialkosten, Fremdleistungen sowie unmittelbar zuzuordnende Gemeinkosten. Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden linear über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben, die üblicherweise vier Jahre nicht übersteigt.
Darf ein selbst geschaffener immaterieller Vermögenswert nicht erfasst werden, werden die Entwicklungskosten sofort in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Kosten für Forschungsaktivitäten werden in der Periode ihres Anfalls ebenfalls sofort als Aufwand erfasst.
Für die Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte werden folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt:
| Software | 2 bis 10 Jahre |
| Kundenbeziehungen und Technologien | 5 bis 15 Jahre |
| Markenname | 10 Jahre bis unbegrenzt |
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden den entsprechenden Funktionen in der Gewinn- und Verlustrechnung zugeordnet. Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten werden in den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung gezeigt. Abschreibungen auf die im Rahmen von Kaufpreisallokationen identifizierten immateriellen Vermögenswerte werden in der Position Amortisation ausgewiesen.
Im Geschäftsjahr 2012 sowie im Vorjahr wurden keine Wertminderungsaufwendungen erfasst.
11. Sachanlagevermögen
| Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken T€ |
Technische Anlagen und Maschinen T€ |
Leasinganlagen T€ |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung T€ |
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau T€ |
Summe T€ |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bruttobuchwerte 01.01.2011 | 137.750 | 87.931 | 4.134 | 94.358 | 4.481 | 328.654 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | 3.620 | 4.021 | 0 | 929 | 664 | 9.234 |
| Investitionen | 3.513 | 4.456 | 0 | 8.991 | 21.901 | 38.861 |
| Abgänge | – 775 | – 1.820 | – 234 | – 2.673 | – 161 | – 5.663 |
| Währungsumrechnung | 618 | 389 | 0 | 196 | 527 | 1.730 |
| Umbuchungen | 277 | 537 | 0 | 766 | – 1.476 | 104 |
| Bruttobuchwerte 31.12.2011 | 145.003 | 95.514 | 3.900 | 102.567 | 25.936 | 372.920 |
| Abschreibungen 01.01.2011 | – 42.856 | – 61.889 | – 3.735 | – 68.986 | 0 | – 177.466 |
| Abschreibungen 2011 | – 4.503 | – 5.350 | – 163 | – 8.300 | 0 | – 18.316 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen 2011 | – 719 | 0 | 0 | 0 | 0 | – 719 |
| Abgänge | 376 | 1.588 | 230 | 2.023 | 0 | 4.217 |
| Währungsumrechnung | – 305 | – 469 | 0 | – 215 | 0 | – 989 |
| Umbuchungen | 0 | – 29 | 0 | 29 | 0 | 0 |
| Abschreibungen 31.12.2011 | – 48.007 | – 66.149 | – 3.668 | – 75.449 | 0 | – 193.273 |
| Nettobuchwerte 31.12.2011 | 96.996 | 29.365 | 232 | 27.118 | 25.936 | 179.647 |
| Bruttobuchwerte 01.01.2012 | 145.003 | 95.514 | 3.900 | 102.567 | 25.936 | 372.920 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Investitionen | 21.574 | 12.508 | 0 | 12.194 | 6.553 | 52.829 |
| Abgänge | – 1.255 | – 2.681 | – 187 | – 8.267 | – 68 | – 12.458 |
| Währungsumrechnung | – 973 | – 376 | 0 | – 272 | 48 | – 1.573 |
| Umbuchungen | 12.984 | 6.102 | 0 | 2.518 | – 22.126 | – 522 |
| Bruttobuchwerte 31.12.2012 | 177.333 | 111.067 | 3.713 | 108.740 | 10.343 | 411.196 |
| Abschreibungen 01.01.2012 | – 48.007 | – 66.149 | – 3.668 | – 75.449 | 0 | – 193.273 |
| Abschreibungen 2012 | – 5.522 | – 6.629 | – 131 | – 9.429 | 0 | – 21.711 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen 2012 | 0 | – 324 | 0 | 0 | 0 | – 324 |
| Abgänge | 1.288 | 2.250 | 102 | 7.890 | 0 | 11.530 |
| Währungsumrechnung | 146 | 227 | 0 | 202 | 0 | 575 |
| Umbuchungen | 106 | 1.901 | 0 | – 1.502 | 0 | 506 |
| Abschreibungen 31.12.2012 | – 51.989 | – 68.724 | – 3.697 | – 78.288 | 0 | – 202.698 |
| Nettobuchwerte 31.12.2012 | 125.344 | 42.343 | 16 | 30.453 | 10.343 | 208.499 |
Die Bewertung des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen. Die Abschreibungen werden im Konzernabschluss einheitlich nach der linearen Methode vorgenommen. Die Herstellungskosten umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten.
Für die Abschreibungen im Sachanlagevermögen werden folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt:
| Gebäude | 15 bis 50 Jahre |
| Maschinen | 5 bis 15 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 13 Jahre |
Die Abschreibungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechend der Nutzung der Vermögenswerte in den Herstellungskosten des Umsatzes, den Vertriebskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten, den Verwaltungskosten sowie den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten.
Leasing
Als Leasingverhältnis gilt eine Vereinbarung, bei der der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts für einen vereinbarten Zeitraum überträgt. Es wird zwischen Finanzierungsleasing und Operating Leasing unterschieden.
Als Finanzierungsleasing werden Leasingtransaktionen behandelt, bei denen der Leasingnehmer im Wesentlichen alle mit dem Eigentum eines Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen trägt. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Operating Leasing bezeichnet.
Ist der Konzern Leasingnehmer in einem Finanzierungsleasing, wird in der Bilanz der niedrigere Wert aus beizulegendem Zeitwert und dem Barwert der Mindestleasingzahlungen zu Beginn des Leasingverhältnisses aktiviert und gleichzeitig unter den Finanzverbindlichkeiten passiviert. Die Mindestleasingzahlungen setzen sich im Wesentlichen aus Finanzierungskosten und dem Tilgungsanteil der Restschuld, die nach der Effektivzinsmethode ermittelt werden, zusammen. Der Leasinggegenstand wird linear über die geschätzte Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben.
Ist der Konzern Leasinggeber in einem Finanzierungsleasing, werden in Höhe des Nettoinvestitionswerts Umsatzerlöse erfasst und eine Leasingforderung angesetzt. Die erhaltenen Leasingraten werden ebenfalls nach der Effektivzinsmethode in einen Tilgungs- und einen Zinsertragsanteil aufgeteilt.
Bei einem Operating Leasing werden die als Leasingnehmer zu zahlende Leasingraten als Aufwand bzw. die als Leasinggeber erhaltene Leasingrate als Ertrag erfasst. Der verleaste Vermögenswert wird weiterhin in der Bilanz des Leasinggebers als Sachanlage erfasst.
Der Sartorius Konzern vermietet in geringem Umfang Filtrationsanlagen im Rahmen von Operating Leasingverhältnissen im Sinne von IAS 17, Leasing. Die entsprechend verleasten Anlagen werden als "Leasinganlagen" im Anlagevermögen geführt. Das Leasinggeschäft erstreckt sich im Wesentlichen auf die Länder Italien, Frankreich und Deutschland und wird seit einiger Zeit nicht mehr aktiv betrieben. Aus den bereits in Vorjahren abgeschlossenen Verträgen wurden im Geschäftsjahr 2012 Leasingzahlungen in Höhe von T€ 544 vereinnahmt (Vorjahr: T€ 545). Die erwarteten Leasingzahlungen für bestehende Leasingverträge sind in der folgenden Übersicht dargestellt:
| 31.12.2012 T€ |
31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|
| Folgejahr | 426 | 498 |
| im 2. bis 5. Jahr | 806 | 655 |
| nach 5 Jahren | 0 | 0 |
| 1.232 | 1.153 |
Wertminderung
Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte gem. IAS 36, Wertminderungen, auf Anhaltspunkte für einen Wertminderungsbedarf überprüft. Ist ein Wertminderungsbedarf gegeben, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt, um den Umfang des eventuellen Abwertungsaufwands festzustellen.
Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der Zahlungsmittel generierenden Einheit, zu welcher der Vermögenswert gehört.
Wenn der geschätzte erzielbare Betrag eines Vermögenswertes (oder einer Zahlungsmittel generierenden Einheit) seinen (bzw. ihren) Buchwert unterschreitet, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den erzielbaren Betrag. Bei Wegfall der Ursachen für eine Wertminderung wird der Buchwert des Vermögenswertes (oder der Zahlungsmittel generierenden Einheit) auf den neu geschätzten erzielbaren Betrag erfolgswirksam zugeschrieben. Die Erhöhung des Buchwerts ist dabei auf den Wert beschränkt, der bestimmt worden wäre, wenn für den Vermögenswert (oder die Zahlungsmittel generierende Einheit) in Vorjahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre.
Im Geschäftsjahr 2012 wurden Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 0,3 Mio. € erfasst (Vorjahr: 0,7 Mio. €). Der erzielbare Betrag der entsprechenden Vermögenswerte wurde dabei auf Basis des Nutzungswertes ermittelt.
12. Finanzanlagevermögen
| Anteile an verbundenen Unternehmen T€ |
Beteiligungen T€ |
Wertpapiere des Anlagevermögens und Sonstige Ausleihungen T€ |
Summe T€ |
|
|---|---|---|---|---|
| Bruttobuchwerte 01.01.2011 | 3.869 | 3.486 | 390 | 7.745 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | – 100 | 0 | 489 | 389 |
| Investitionen | 0 | 2.014 | 20 | 2.034 |
| Abgänge | 0 | – 11 | 0 | – 11 |
| Währungsumrechnung | 0 | 0 | 14 | 14 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Bruttobuchwerte 31.12.2011 | 3.769 | 5.489 | 913 | 10.171 |
| Abschreibungen 01.01.2011 | – 388 | – 1.550 | – 17 | – 1.955 |
| Abschreibungen 2011 | 0 | 0 | – 3 | – 3 |
| Abgänge | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abschreibungen 31.12.2011 | – 388 | – 1.550 | – 20 | – 1.958 |
| Nettobuchwerte 31.12.2011 | 3.381 | 3.939 | 893 | 8.213 |
| Bruttobuchwerte 01.01.2012 | 3.769 | 5.489 | 913 | 10.171 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Investitionen | 0 | 92 | 121 | 213 |
| Abgänge | – 43 | – 4.789 | – 165 | – 4.997 |
| Währungsumrechnung | 0 | – 1 | 38 | 37 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | |
| Bruttobuchwerte 31.12.2012 | 3.726 | 791 | 907 | 5.424 |
| Abschreibungen 01.01.2012 | – 388 | – 1.550 | – 20 | – 1.958 |
| Abschreibungen 2012 | 0 | – 508 | – 4 | – 512 |
| Abgänge | 0 | 1.661 | 8 | 1.669 |
| Abschreibungen 31.12.2012 | – 388 | – 397 | – 16 | – 801 |
| Nettobuchwerte 31.12.2012 | 3.338 | 394 | 891 | 4.623 |
Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen, der Beteiligungen sowie der Wertpapiere erfolgt zu Anschaffungskosten, da für diese Anteile und Wertpapiere kein aktiver Markt existiert. Eine Schätzung des beizulegenden Zeitwerts dieser Anteile ließe sich nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand durchführen. Auf die Aufstellung des Konsolidierungskreises und Anteilsbesitzes wird verwiesen.
13. Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
| 31.12.2012 T€ |
31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|
| Langfristige Forderungen | 26 | 83 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 478 | 736 |
| Derivative Finanzinstrumente | 1.141 | 0 |
| 1.645 | 819 |
14. Latente Steuern
Latente Steuern werden nach IAS 12, Ertragsteuern, unter Anwendung der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode bilanziert. Es werden demnach temporäre Differenzen zwischen dem Buchwert der Vermögenswerte und Schulden im IFRS-Konzernabschluss und dem bei der Berechnung des zu versteuernden Ergebnisses verwendeten entsprechenden Steuerwert berücksichtigt. Dabei werden sowohl latente Steuern auf Ebene der Einzelgesellschaften als auch aus Konsolidierungsvorgängen gebildet.
Grundsätzlich werden latente Steuerschulden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst und gesondert als passive latente Steuern ausgewiesen. Latente Steueransprüche werden in dem Umfang erfasst, in dem wahrscheinlich ist, dass zukünftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz beziehungsweise der Vortrag noch nicht genutzter steuerlicher Verluste bzw. Zinsvorträge verwendet werden kann.
Latente Steuern werden grundsätzlich nicht gebildet, wenn die temporäre Differenz aus einem Geschäfts- oder Firmenwert beziehungsweise einem negativen Unterschiedsbetrag aus der erstmaligen Kapitalkonsolidierung resultiert.
Bei der Berechnung der latenten Steuern werden die Steuersätze zugrunde gelegt, die voraussichtlich bei Realisierung der temporären Differenzen gelten oder erwartet werden. In Deutschland ist von einem Körperschaftsteuersatz von 15 % auszugehen. Unter Berücksichtigung des Solidaritätszuschlags von 5,5 % auf den Körperschaftsteuerbetrag sowie des konzerndurchschnittlichen Gewerbeertragsteuersatzes, beträgt der zur Berechnung der inländischen latenten Steuern herangezogene Steuersatz rund 30 %.
Im Geschäftsjahr 2012 wurde wie in den Vorjahren der steuerliche Effekt aus der Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten, die gem. den Regeln des IAS 39 zum Hedge Accounting außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden, und die latenten Steueransprüche aus der Verrechnung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste im Konzerneigenkapital berücksichtigt. Ebenso wurde der Betrag der laufenden Ertragsteuern, der auf die Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb entfällt, im Eigenkapital verrechnet. Die direkt im Eigenkapital erfassten latenten und laufenden Ertragsteuern sind in der folgenden Übersicht dargestellt:
| 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|
| Absicherung künftiger Zahlungsströme (Cashflow Hedge) | – 1.087 | 2.866 |
| Versicherungsmathematische Gewinne | Verluste bei leistungsorientierten Pensionsplänen | 2.263 | 31 |
| Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb | 25 | 233 |
| Gesamt | 1.201 | 3.130 |
Zum Bilanzstichtag verfügte der Konzern über nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von rund 34 Mio. € (Vorjahr: rund 29 Mio. €) zur Verrechnung mit zukünftigen Gewinnen. Ein latenter Steueranspruch wurde für rund 13 Mio. € (Vorjahr: rund 16 Mio. €) dieser Verluste erfasst.
Hinsichtlich der verbleibenden Verlustvorträge wurde aufgrund der mangelnden Vorhersehbarkeit zukünftiger Gewinne kein latenter Steueranspruch berücksichtigt.
In Höhe von ca. 2 Mio. € (Vorjahr ca. 2 Mio. €) beziehen sich die aktivierten latenten Steueransprüche auf Unternehmen, die in diesem oder dem vorherigen Geschäftsjahr Verluste erzielt haben. Eine Aktivierung wurde vorgenommen, soweit davon ausgegangen wird, dass in der Zukunft zu versteuernde Ergebnisse verfügbar sein werden, gegen die die aktivierten Verlustvorträge und temporären Differenzen verrechnet werden können.
Des Weiteren verfügt der Konzern über nicht genutzte Zinsvorträge deutscher Konzerngesellschaften in Höhe von 8 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €). Für diese Vorträge wurden wie im Vorjahr keine latenten Steueransprüche berücksichtigt, da eine Nutzung aus heutiger Sicht in absehbarer Zukunft nicht hinreichend wahrscheinlich ist.
Es bestehen zu versteuernde temporäre Differenzen in Höhe von 112 Mio. € (Vorjahr: 108 Mio. €) in Bezug auf Anteile an Tochterunternehmen. Es wurden latente Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 2,1 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €) auf diese temporären Differenzen gebildet, da mit einer Realisierung in absehbarer Zeit gerechnet werden kann. Für temporäre Differenzen im Zusammenhang mit einbehaltenen Gewinnen von Tochterunternehmen in Höhe von 152 Mio. € (Vorjahr: 107 Mio. €) wurden keine passiven latenten Steuern bilanziert, da eine Realisierung nicht absehbar bzw. nicht geplant ist. Bei Ausschüttung einbehaltener Gewinne würden diese zu 5 % der deutschen Besteuerung zu unterwerfen sein; ggf. würden zusätzlich ausländische Quellensteuern anfallen. Die Ermittlung des entsprechenden steuerlichen Effektes wäre mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden.
Die Bilanzposten für latente Steuern stellen sich für die Geschäftsjahre 2011 und 2012 wie folgt dar:
| Aktive Latente Steuern | Passive latente Steuern | |||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2012 T€ |
31.12.2011 T€ |
31.12.2012 T€ |
31.12.2011 T€ |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 6.639 | 11.009 | 27.886 | 30.528 |
| Sachanlagen | 49 | 656 | 4.530 | 4.603 |
| Vorräte | 4.435 | 3.588 | 769 | 0 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 722 | 1.093 | 2.859 | 1.225 |
| Rückstellungen | 8.310 | 7.618 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 1.843 | 1.437 | 0 | 0 |
| Bruttobetrag | 21.998 | 25.401 | 36.044 | 36.356 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 4.064 | 4.877 | 0 | 0 |
| Steuer auf thesaurierte Gewinne von Tochterunternehmen | 0 | 0 | 2.125 | 1.621 |
| Saldierungen | 0 | 0 | – 5.882 | – 4.425 |
| 26.062 | 30.278 | 32.287 | 33.552 |
Kurzfristige Vermögenswerte
15. Vorräte
| 31.12.2012 T€ |
31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 35.182 | 31.426 |
| Unfertige Erzeugnisse | 32.259 | 25.657 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 53.854 | 43.666 |
| Geleistete Anzahlungen | 4.972 | 2.100 |
| 126.267 | 102.848 |
Unter den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Handelswaren zu durchschnittlichen Anschaffungskosten angesetzt. Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse sind grundsätzlich zu Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Fertigungs-, Material- und Verwaltungsgemeinkosten sowie die Abschreibungen des Anlagevermögens, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind. Zinsen für Fremdkapital werden nicht verrechnet.
Im Geschäftsjahr 2012 wurden Vorräte in Höhe von ca. 201 Mio. € (Vorjahr: rund 200 Mio. €) als Aufwand verrechnet.
Niedrigere Nettoveräußerungswerte werden durch Abwertungen berücksichtigt. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufspreis abzüglich aller geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung sowie der direkten Kosten für Verkauf und Vertrieb dar. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwendbarkeit ergeben, werden durch Wertabschläge berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2012 wurden wie im Vorjahr keine wesentlichen außerordentlichen Wertminderungen erfasst.
16. Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
| 31.12.2012 T€ |
31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 117.138 | 111.072 |
| - davon gegenüber Dritten | 103.447 | 98.443 |
| - davon gegen verbundene Unternehmen | 5.911 | 5.051 |
| - davon gegen Beteiligungsunternehmen | 0 | 99 |
| - davon aus Fertigungsaufträgen | 7.780 | 7.480 |
| Sonstige Vermögenswerte | 23.283 | 18.814 |
| Übrige Vermögenswerte | 18.931 | 16.062 |
| Derivative Finanzinstrumente | 2.201 | 0 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 2.152 | 2.752 |
| 140.421 | 129.886 |
Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Die Wertberichtigungen wurden aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit mit tatsächlichen Zahlungsausfällen ermittelt. Bezüglich der im Geschäftsjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen wird auf Abschnitt 35 verwiesen. Der Vorstand ist der Ansicht, dass der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen hier ausgewiesenen Finanzinstrumenten aufgrund der kurzen Laufzeiten ihrem beizulegenden Zeitwert annähernd entspricht.
Im Rahmen der Umsetzung eines Factoring-Programms wird ein Teil der mit den Vermögenswerten verbundenen Risiken (im Wesentlichen Ausfallrisiken) zurück behalten. Der Buchwert dieses anhaltenden Engagements (continuing involvement) beläuft sich zum Ende des Geschäftsjahres 2012 auf 2,5 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €), die damit verbundenen Verbindlichkeiten betragen 3,1 Mio. € (Vorjahr 3,1 Mio. €). Der Gesamtbetrag der ursprünglichen Vermögenswerte beträgt 34,4 Mio. € (Vorjahr: 36,7 Mio. €).
Die Wertberichtigungen haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
| 31.12.2012 T€ |
31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|
| Wertberichtigungen zum Beginn des Geschäftsjahres | – 9.117 | – 8.878 |
| Zuführungen im Geschäftsjahr | – 2.715 | – 3.415 |
| Ausbuchung von Forderungen (Verbrauch) | 426 | 1.017 |
| Zahlungseingänge und Wertaufholungen auf ursprünglich abgeschriebene Forderungen | 1.355 | 2.130 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | 0 | – 54 |
| Währungsumrechnungseffekte | – 50 | 83 |
| Wertberichtigungen zum Geschäftsjahresende | – 10.101 | – 9.117 |
Die Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von Einschätzungen und Beurteilungen einzelner Forderungen bestimmt, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden, den aktuellen Konjunkturentwicklungen und der Analyse historischer Forderungsausfälle beruhen. Es besteht keine nennenswerte Konzentration des Kreditrisikos, da der Kundenbestand breit ist und keine Korrelationen bestehen. Dementsprechend ist der Vorstand der Überzeugung, dass keine über die bereits erfassten Wertminderungen hinausgehende Risikovorsorge notwendig ist.
Die nachstehende Tabelle verdeutlicht die Fälligkeitsstruktur der überfälligen nicht wertberichtigten Forderungen:
| 31.12.2012 T€ |
31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|
| 1– 30 Tage | 15.278 | 11.349 |
| 31– 90 Tage | 10.177 | 7.392 |
| 91– 180 Tage | 3.681 | 3.103 |
| 181– 360 Tage | 998 | 684 |
| mehr als 360 Tage | 661 | 741 |
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 30.793 (Vorjahr: T€ 23.269), welche zum Berichtszeitpunkt fällig waren, wurden keine Wertminderungen gebildet, da keine wesentliche Veränderung in der Kreditwürdigkeit dieser Schuldner festgestellt wurde und mit einer Tilgung der ausstehenden Beträge gerechnet wird. Die nicht fälligen Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte wurden nicht abgewertet, da keine Anzeichen für Wertminderungen vorliegen.
Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden unter Anwendung von IAS 11, Fertigungsaufträge, entsprechend dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode) erfolgswirksam berücksichtigt. Der aktivierungspflichtige Betrag wird unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Ein Betrag in gleicher Höhe wird als Umsatzerlös erfasst. Der Fertigstellungsgrad entspricht der vom Konzern bis zum Bilanzstichtag erbrachten Teilleistung und wird entsprechend der bis zum Bilanzstichtag angefallenen Aufwendungen im Verhältnis zum voraussichtlichen Gesamtaufwand (Cost-to-Cost-Methode) ermittelt. Zu erwartende Auftragsverluste werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Als Auftragserlöse werden die vertraglich fixierten Erlöse angesetzt. Im Geschäftsjahr wurden Auftragserlöse in Höhe von T€ 6.513 (Vorjahr: T€ 11.026) realisiert, die Summe der angefallenen Kosten und ausgewiesenen Gewinne | Verluste für am Bilanzstichtag laufende Projekte beträgt T€ 11.248 (Vorjahr: T€ 16.426). Für diese Projekte wurden Anzahlungen in Höhe von T€ 13.514 (Vorjahr: T€ 12.806) vereinnahmt.
17. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen ausschließlich aus Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte entsprechen annähernd ihren Zeitwerten.
18. Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital der Sartorius AG ist eingeteilt in 9.360.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien und 9.360.000 stimmrechtslose Vorzugsaktien mit einem rechnerischen Nennbetrag von je 1,00 €. Die stimmrechtslosen Vorzugsaktien sind satzungsgemäß gegenüber den Stammaktien mit einem um 2,0 % des auf jede Vorzugsaktie entfallenden rechnerischen Anteils am Grundkapital höheren Dividendenbezugsrecht (d. h. zwei Eurocent pro Aktie) ausgestattet. Das Dividendenbezugsrecht besteht jedoch mindestens in Höhe von 4,0 % des auf jede Vorzugsaktie entfallenden rechnerischen Anteils am Grundkapital (d. h. vier Eurocent pro Aktie). Alle Aktien sind voll eingezahlt.
Die Entwicklung des gezeichneten Kapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
Die Sartorius AG hat aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 21. Juni 2000 eigene Aktien nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG zu Anschaffungskosten von T€ 16.082 erworben. Eigene Aktien sind nach IAS 32 vom Eigenkapital abzusetzen.
Die Aktien werden insbesondere als Akquisitionswährung für zukünftige Unternehmenserwerbe gehalten. Insgesamt wurden vom 27. Oktober 2000 bis zum Bilanzstichtag 831.944 Stammaktien zu einem Durchschnittskurs von 11,27 € und 840.983 Vorzugsaktien zu einem Durchschnittskurs von 7,98 € erworben. Das entspricht einem Anteil von T€ 1.673 (8,9 %) am Grundkapital. Im Geschäftsjahr 2012 wurden keine eigenen Aktien erworben.
Die Aktien wurden vom Grundkapital und der Kapitalrücklage abgesetzt.
19. Kapitalrücklage
Die Entwicklung der Kapitalrücklage ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
20. Hedgingrücklage
In die Hedgingrücklage werden Wertänderungen des beizulegenden Zeitwertes von derivativen Finanzinstrumenten erfasst, die die Anforderungen des IAS 39 an eine effektive Absicherung der entsprechenden Grundgeschäfte erfüllen. Die Entwicklung der Hedgingrücklage ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
21. Pensionsrücklage
In die Pensionsrücklage fließen die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Pensionsrückstellungen nach IAS 19 ein. Die Entwicklung der Pensionsrücklage ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
22. Andere Gewinnrücklagen und Bilanzergebnis
Die Entwicklung der Gewinnrücklagen und des Bilanzergebnisses ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
Langfristiges Fremdkapital
23. Langfristige Rückstellungen
| 31.12.2012 T€ |
31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 55.701 | 44.356 |
| Sonstige Rückstellungen | 10.362 | 10.523 |
| 66.062 | 54.879 |
Bei den meisten Gesellschaften im Konzern bestehen beitragsorientierte Versorgungspläne, häufig in Form von staatlichen Rentenversicherungen. In einigen Ländern kann dabei der Anteil der für Altersversorgung entrichteten Beiträge an den gesamten staatlichen Beiträgen nicht zuverlässig ermittelt werden. Im Geschäftsjahr 2012 wurde bei den übrigen Konzerngesellschaften ein Betrag von 20,2 Mio. € (Vorjahr: 17,6 Mio. €) für beitragsorientierte Pläne erfasst.
Ein wesentlicher Teil der Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Versorgungspläne bezieht sich auf die Sartorius AG. Die bilanzierten Verpflichtungen betreffen hier zum einen die Allgemeine Versorgungsordnung in Bezug auf Mitarbeiter, deren Arbeitsverhältnis vor dem 1. Januar 1983 begonnen hatte. Zum anderen bestehen Einzelzusagen an aktive und ehemalige Vorstandsmitglieder sowie leitende Angestellte.
Die Bilanzierung von leistungsorientierten Versorgungsplänen im Konzernabschluss der Sartorius AG erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. IAS 19, Leistungen an Arbeitnehmer, gibt als Bewertungsmethode die Projected-Unit-Credit-Methode vor. Nach diesem Anwartschafts-Barwertverfahren sind neben bekannten Renten und Anwartschaften auch künftige Gehalts- und Rentensteigerungen in die Berechnung einzubeziehen.
Die angenommenen Abzinsungsfaktoren spiegeln die Zinssätze wider, die am Bilanzstichtag für erstrangige Industrieanleihen mit entsprechender Laufzeit und in entsprechender Währung gezahlt wurden. Sofern entsprechend langfristige Industrieanleihen nicht oder in unzureichendem Ausmaß vorhanden sind, wird der laufzeitkongruente Zinssatz durch Extrapolation ermittelt.
Sämtliche versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden gemäß dem Wahlrecht in IAS 19.93A in voller Höhe erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet. Die in die Pensionsrücklage eingestellten versicherungsmathematischen Verluste, die im Wesentlichen aus Änderungen des Diskontierungszinssatzes resultieren, betragen insgesamt T€ 17.832 (Vorjahr: T€ 7.264).
Der Bewertung der Pensionsverpflichtungen der deutschen Konzerngesellschaften, die annähernd 90 % der Gesamt-Rückstellung ausmachen, liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:
| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| Abzinsungssatz | 3,30 % | 4,80 % |
| Erwartete Gehaltssteigerungsrate | 3,00 % | 3,00 % |
| Zukünftige Rentenerhöhungen | 2,00 % | 2,00 % |
| Erträge aus Planvermögen | 2,25 % | 2,25 % |
Für die französischen Gesellschaften wurden folgende Parameter verwendet:
| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| Abzinsungssatz | 2,80 % | 4,50 % |
| Erwartete Gehaltssteigerungsrate | 2,25– 4,00 % | 3,00 % |
| Zukünftige Rentenerhöhungen | 2,00 % | 2,00 % |
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Beträge setzen sich wie folgt zusammen:
| 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|
| Laufender Leistungsaufwand | 1.444 | 968 |
| Zinsaufwand | 2.098 | 2.052 |
| Erträge aus Planvermögen | – 143 | – 140 |
| 3.399 | 2.880 |
Der laufende Leistungsaufwand wird entsprechend der funktionalen Zuordnung der Mitarbeiter in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
Der Nettowert bzw. der Barwert der dotierten Verpflichtungen hat sich im Geschäftsjahr 2012 wie folgt entwickelt:
| 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|
| Barwert dotierter Verpflichtungen zum 31.12. des Vorjahres | 50.474 | 47.762 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0 | 716 |
| Laufender Leistungsaufwand | 1.444 | 968 |
| Zinsaufwand | 2.098 | 2.052 |
| Versicherungsmathematische Gewinne | Verluste | 10.735 | – 3 |
| Währungsdifferenzen | – 62 | 291 |
| Rentenzahlungen im Geschäftsjahr | – 3.274 | – 2.298 |
| Sonstige Veränderungen | 348 | 986 |
| Barwert dotierter Pensionsverpflichtungen zum 31.12. | 61.763 | 50.474 |
Die Entwicklung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
| 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|
| Planvermögen zum 01.01. | 6.118 | 4.990 |
| Erwartete Erträge | 143 | 140 |
| Versicherungsmathematische Gewinne | Verluste | 29 | – 6 |
| Beiträge des Konzerns und Rentenzahlungen | – 737 | 557 |
| Währungsdifferenzen | 73 | 142 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0 | 316 |
| Sonstige Veränderungen | 437 | – 21 |
| Planvermögen zum 31.12. | 6.063 | 6.118 |
Für das Geschäftsjahr 2013 werden Zahlungen für leistungsorientierte Versorgungszusagen von ca. 4 Mio. € erwartet. Diese umfassen die Dotierungen des Planvermögens sowie Rentenzahlungen.
Das Planvermögen besteht im Wesentlichen aus festverzinslichen Wertpapieren und Lebensversicherungen. Der Nettowert der am Bilanzstichtag nicht über einen Fonds finanzierten leistungsorientierten Verpflichtungen beträgt 51,6 Mio. € (Vorjahr: 40,0 Mio. €).
Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen sowie die erfahrungsbedingten Anpassungen haben sich in den letzten Jahren wie folgt entwickelt:
| 2012 in T€ |
2011 in T€ |
2010 T€ |
2009 T€ |
2008 T€ |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Barwert dotierter Verpflichtungen | 61.763 | 50.474 | 47.762 | 37.682 | 35.754 |
| Zeitwert des Planvermögens | 6.063 | 6.118 | 4.990 | 713 | 670 |
| Nettowert der Pensionsverpflichtungen | 55.701 | 44.356 | 42.772 | 36.969 | 35.084 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen | |||||
| Barwert dotierter Verpflichtungen | 249 | 36 | – 165 | – 251 | 779 |
| Zeitwert des Planvermögens | 32 | – 7 | 3 | 4 | 4 |
Sonstige langfristige Rückstellungen:
| Altersteilzeit T€ |
Jubiläumsrückstellungen T€ |
Sonstige T€ |
Gesamt T€ |
|
|---|---|---|---|---|
| Stand zum 01.01.2011 | 7.201 | 879 | 2.229 | 10.309 |
| Währungsumrechnung | 0 | 0 | 176 | 176 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 149 | 149 |
| Verbrauch | – 735 | – 5 | – 141 | – 881 |
| Auflösung | Verwendung | – 50 | – 16 | – 5 | – 71 |
| Zuführung | 357 | 52 | 410 | 819 |
| Umbuchungen | 25 | – 9 | 5 | 21 |
| Stand zum 31.12.2011 | 6.798 | 901 | 2.824 | 10.523 |
| Altersteilzeit T€ |
Jubiläumsrückstellungen T€ |
Sonstige T€ |
Gesamt T€ |
|
|---|---|---|---|---|
| Stand zum 01.01.2012 | 6.798 | 901 | 2.824 | 10.523 |
| Währungsumrechnung | 0 | 0 | – 225 | – 225 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbrauch | – 514 | – 14 | – 229 | – 757 |
| Auflösung | Verwendung | – 512 | 0 | – 106 | – 618 |
| Zuführung | 740 | 162 | 538 | 1.440 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand zum 31.12.2012 | 6.512 | 1.049 | 2.801 | 10.362 |
Die sonstigen langfristigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Altersteilzeitvereinbarungen und für Dienstjubiläen, die im Allgemeinen nur bei deutschen Gesellschaften existieren. Bei der Altersteilzeit handelt es sich um Vereinbarungen mit älteren Arbeitnehmern, die unmittelbar vor dem Eintritt in den Ruhestand für einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren in ein Teilzeitmodell eintreten, das von Unternehmensseite finanziell unterstützt wird.
Die Jubiläumszuwendungen werden im Allgemeinen bei einer Betriebszugehörigkeit von 20, 25, 30 und 40 Jahren gewährt und umfassen zusätzlichen Sonderurlaub sowie kleinere Geldzuwendungen.
Langfristige Rückstellungen werden mit ihrem Barwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Der Diskontierungszinssatz für Altersteilzeit und Jubiläumsrückstellungen beträgt 0,7 %. Im Geschäftsjahr 2012 betrug der Effekt aus der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen inkl. Auswirkungen aus Änderungen im Zinssatz T€ 667 (Vorjahr: T€ 289). Gemäß den Regeln des IAS 19 sind diesbezügliche versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand sofort erfolgswirksam zu erfassen.
24. Langfristige Verbindlichkeiten
Der Posten setzt sich wie folgt zusammen:
| Bilanzausweis 31.12.2012 T€ |
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren T€ |
Bilanzausweis 31.12.2011 T€ |
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren T€ |
|
|---|---|---|---|---|
| Finanzverbindlichkeiten | 246.630 | 70.499 | 271.244 | 14.472 |
| davon Leasing Verbindlichkeiten | 12.200 | 7.404 | 2.288 | 1.843 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 41.433 | 19.353 | 3.886 | 0 |
| 288.063 | 89.852 | 275.130 | 14.472 |
Der Sartorius Konzern verfügt über zwei syndizierte Kredite. Der Kreditvertrag des Sartorius Stedim Biotech Teilkonzerns wurde mit einem Bankenkonsortium von 13 Banken im Jahr 2008 abgeschlossen. Das Volumen beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 168 Mio. € (Vorjahr: 181 Mio. €). Derzeit ist für diesen Kreditvertrag, der im Geschäftsjahr 2013 ausläuft, eine Refinanzierung mit vergleichbaren Rahmenbedingungen geplant.
Der Konsortialkreditvertrag der Sartorius AG mit insgesamt 7 Banken wurde im April 2011 mit einem Volumen von 225 Mio. € refinanziert. Die Laufzeit endet im April 2016.
Zur Diversifizierung der Finanzierungsstruktur des Sartorius Konzerns hat die Sartorius AG im November 2012 einen weiteren Baustein in die allgemeine Unternehmensfinanzierung in Form eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 100 Mio. € mit Laufzeiten zwischen 5 und 10 Jahren aufgenommen. Die einzelnen Tranchen dieses Darlehens sind zu marktüblichen (überwiegend festen) Zinssätzen abgeschlossen worden.
Die wesentlichen Merkmale der vom Konzern genutzten Kreditlinien sind in Abschnitt 29 dargestellt.
Der Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten steht im Zusammenhang mit dem langfristigen Anteil der Kaufpreisverpflichtung für den Erwerb der Vertriebs- und Marketingrechte im Hinblick auf das Mediengeschäft von Lonza.
25. Kurzfristige Rückstellungen
Die kurzfristigen Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
| Gewährleistungen T€ |
Restrukturierungen T€ |
Übrige T€ |
Gesamt T€ |
|
|---|---|---|---|---|
| Stand zum 01.01.2011 | 4.884 | 8.618 | 3.753 | 17.255 |
| Währungsumrechnung | 47 | 0 | 58 | 105 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 316 | 0 | 19 | 335 |
| Verbrauch | – 1.470 | – 6.309 | – 312 | – 8.091 |
| Auflösung | Verwendung | – 446 | – 1.512 | – 128 | – 2.085 |
| Zuführung | 2.008 | 16 | 1.945 | 3.969 |
| Umbuchungen | 0 | – 5 | 151 | 146 |
| Stand zum 31.12.2011 | 5.339 | 808 | 5.486 | 11.633 |
| Gewährleistungen T€ |
Restrukturierungen T€ |
Übrige T€ |
Gesamt T€ |
|
|---|---|---|---|---|
| Stand zum 01.01.2012 | 5.339 | 808 | 5.486 | 11.633 |
| Währungsumrechnung | – 50 | 0 | – 93 | – 143 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbrauch | – 1.870 | – 757 | – 1.721 | – 4.348 |
| Auflösung | Verwendung | – 947 | – 51 | – 1.909 | – 2.907 |
| Zuführung | 1.311 | 0 | 3.180 | 4.491 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand zum 31.12.2012 | 3.783 | 0 | 4.943 | 8.727 |
Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wurden sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren Verpflichtungen, die auf vergangenen Geschäftsvorfällen oder vergangenen Ereignissen beruhen und deren Höhe oder Fälligkeit unsicher ist, berücksichtigt.
Rückstellungen werden nur gebildet, wenn sie aus einer rechtlichen oder faktischen Verpflichtung gegenüber Dritten resultieren.
Die übrigen Rückstellungen enthalten Verpflichtungen in Höhe von 1,0 Mio. € (Vorjahr 1,7 Mio. €), die sich als Folge der Reorganisation des Equipment-Geschäfts in Nordamerika ergeben.
26. Kurzfristige Verbindlichkeiten
| 31.12.2012 T€ |
31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 19.604 | 14.407 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Konzernfremden | 46.295 | 56.925 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 323 | 428 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 378 | 249 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 66.599 | 72.008 |
| Finanzverbindlichkeiten | 96.693 | 34.573 |
| - davon Finanzierungsleasing | 2.568 | 467 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 10.189 | 29.596 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 98.573 | 82.716 |
| 272.055 | 218.893 |
Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten setzen sich hauptsächlich aus Inanspruchnahmen der syndizierten Kreditlinie sowie aus Kontokorrentkrediten innerhalb bilateraler Kreditlinien zusammen. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr erklärt sich vor allem aus der Einstufung der Restverbindlichkeit aus dem syndizierten Kredit des Sartorius Stedim Biotech Teilkonzerns als kurzfristig, da dessen Laufzeit 2013 endet.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von T€ 8.358 (Vorjahr: T€ 7.224) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit (T€ 4.051; Vorjahr: T€ 4.010) enthalten.
27. Haftungsverhältnisse
Am Bilanzstichtag bestanden folgende Haftungsverhältnisse des Konzerns:
| 31.12.2012 T€ |
31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|
| Bürgschaften und bürgschaftsähnliche Verpflichtungen | 60 | 1.826 |
28. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Neben den Rückstellungen, Schulden und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Operating Leasingverträgen mit den folgenden Fälligkeiten:
| 31.12.2012 T€ |
31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|
| fällig innerhalb eines Jahres | 10.167 | 11.164 |
| fällig innerhalb von 2 bis 5 Jahren | 17.991 | 17.770 |
| fällig danach | 991 | 1.011 |
In der Berichtsperiode wurden Zahlungen aus Operating- Leasingverhältnissen in Höhe von 11 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) als Aufwand verrechnet. Die Zahlungen beziehen sich im Wesentlichen auf Gebäude und Pkws.
Im Rahmen der rechtlichen Verselbständigung der Biotechnologie Sparte sind im Geschäftsjahr 2007 weltweit zahlreiche gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen vorgenommen worden. Trotz sorgfältiger Prüfung seitens der beteiligten Unternehmen und der Mitwirkung von steuerlichen Beratern kann nicht ausgeschlossen werden, dass aus diesen Vorgängen künftige steuerliche Belastungen drohen. Wir sehen den Eintritt dieser Eventualverbindlichkeit nicht als wahrscheinlich an und haben daher keine Verbindlichkeit bilanziert. Das Gesamtrisiko beläuft sich auf etwa 3 Mio. €.
Die Übertragung von Gesellschaftsanteilen im Zusammenhang mit der Ausgliederung des operativen Geschäfts aus der Sartorius AG im Geschäftsjahr 2011 kann in einzelnen Jurisdiktionen zu Quellensteuern und ähnlichen Abgaben führen. Es sind in diesem Zusammenhang sorgfältige Prüfungen vorgenommen worden und zum Teil Anträge auf Steuerbefreiung gestellt worden, die aus heutiger Sicht voraussichtlich positiv entschieden werden. Zusätzliche Belastungen können aber auch hier nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Es wird von einem Risiko von etwa 2 Mio. € ausgegangen.
29. Sonstige Angaben zu Finanzinstrumenten
A. Allgemeines
Dieser Abschnitt gibt einen umfassenden Überblick über die Bedeutung von Finanzinstrumenten für Sartorius und liefert zusätzliche Informationen über die Bilanzpositionen, die Finanzinstrumente enthalten.
Dabei wurden für die Bewertungen der Derivate die mit Hilfe der Marking-to-market-Methode unter Anwendung anerkannter mathematischer Verfahren ermittelten Zeitwerte angesetzt. Diese basieren auf den zum Berechnungszeitpunkt vorliegenden Marktdaten und geben die Einschätzung der Banken bezüglich der Marktgegebenheiten zum Berechnungszeitpunkt wieder.
B. Definitionen und allgemeine Grundsätze
Finanzinstrumente sind Verträge, die bei einem Vertragspartner zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und beim anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Finanzielle Vermögenswerte umfassen demnach hauptsächlich flüssige Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen, Wertpapiere, Finanzinvestitionen sowie derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert. Zu den finanziellen Verbindlichkeiten zählen insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Finanzverbindlichkeiten, sonstige Verbindlichkeiten sowie derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert. Der erstmalige Ansatz von Finanzinstrumenten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert.
Für die Folgebewertung ist die Zuordnung der Finanzinstrumente in eine der folgenden in IAS 39 definierten Kategorien ausschlaggebend:
Kredite und Forderungen: In dieser Kategorie werden hauptsächlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und flüssige Mittel erfasst. Die in der Bilanz ausgewiesene Position Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzt sich im Wesentlichen aus Schecks, Kassenbeständen und Bankguthaben zusammen.
Die anderen dieser Kategorie zugeordneten finanziellen Vermögenswerte werden nach dem erstmaligen Ansatz zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertminderungen bewertet. Forderungen werden ausgebucht, wenn sie beglichen oder uneinbringlich werden. Sonstige Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt der Veräußerung bzw. bei fehlender Werthaltigkeit ausgebucht.
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte: Dieser Kategorie werden zu Handelszwecken gehaltene Wertpapiere („held for trading“) zugeordnet, die mit der Absicht der kurzfristigen Weiterveräußerung erworben wurden. Auch Derivate mit positivem Marktwert werden als zu Handelszwecken gehalten kategorisiert, es sei denn, sie sind in eine Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 eingebunden. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Wertänderungen werden ergebniswirksam erfasst.
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte: Diese Kategorie umfasst alle finanziellen Vermögenswerte, die keiner der vorgenannten Kategorien zugeordnet wurden. Wertpapiere werden grundsätzlich als zur Veräußerung verfügbar („available for sale“) kategorisiert, es sei denn, es wird aufgrund einer expliziten Zweckbestimmung eine andere Kategorisierung notwendig. Die Erstbewertung erfolgt am Erfüllungstag des Kaufs. Eigenkapitalinstrumente wie z. B. Anteile an (nicht konsolidierten) verbundenen Unternehmen sowie gehaltene Aktien an börsennotierten Unternehmen fallen ebenfalls unter diese Kategorie.
Grundsätzlich werden Finanzinstrumente dieser Kategorie zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet. Die bei der Folgebewertung entstehenden Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden als unrealisierte Gewinne und Verluste ergebnisneutral in der Neubewertungsrücklage erfasst. Erst zum Zeitpunkt der Veräußerung erfolgt eine ergebniswirksame Erfassung der realisierten Gewinne bzw. Verluste. Der in der Neubewertungsrücklage erfasste Betrag ist ergebnisneutral auszubuchen. Spätere Wertaufholungen erfolgen ergebnisneutral.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Verbindlichkeiten: Sämtliche finanzielle Verbindlichkeiten, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die Ausbuchung der Verbindlichkeiten erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem die Verbindlichkeit beglichen wird oder der Grund für die Bildung der Verbindlichkeit wegfällt.
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte (zu Handelszwecken gehaltene) finanzielle Verbindlichkeiten: In diese Kategorie fallen derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert, die grundsätzlich als zu Handelszwecken gehalten kategorisiert werden. Von dieser Regelung ausgeschlossen sind Derivate, die in eine Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 eingebunden sind.
Derivate: Im Sartorius Konzern werden Derivate regelmäßig im Rahmen von Sicherungsbeziehungen gehalten. Die Bewertung der Derivate erfolgt zum jeweiligen Marktwert. Die Marktwertveränderungen bei in Sicherungsbeziehungen gehaltenen Derivaten werden im sonstigen Ergebnis berücksichtigt und in die Hedging-Rücklage eingestellt, während bei zu Handelszwecken gehaltenen Derivaten eine erfolgswirksame Buchung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt. Die Ausbuchung der Derivate erfolgt am Erfüllungstag.
C. Klassen von Finanzinstrumenten | Nettoergebnisse | Fälligkeiten
Die folgenden Tabellen stellen die Buchwerte und Zeitwerte sämtlicher Klassen bzw. Kategorien von Finanzinstrumenten gegenüber und leiten diese zum Bilanzansatz über. Die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Schulden entsprechen aufgrund ihrer überwiegend kurzen Laufzeit annähernd den Buchwerten. In Bezug auf die langfristigen Verbindlichkeiten ist eine annähernde Übereinstimmung auf Grund der variablen Verzinsung bzw. der zeitlichen Nähe der Mittelaufnahme zum Bilanzstichtag (z.B. Schuldscheindarlehen) ebenfalls gegeben.
| Bis zur Endfälligkeit gehalten T€ |
Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten T€ |
Im Rahmen von Sicherungsbeziehungen gehalten zum beizulegenden Zeitwert T€ |
Zur Veräußerung verfügbar T€ |
|
|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | ||||
| Finanzanlagen | 0 | 0 | 0 | 8.213 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 0 | 819 | 0 | 0 |
| - davon Forderungen | 0 | 83 | 0 | 0 |
| - davon sonstige Vermögenswerte | 0 | 736 | 0 | 0 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 103.592 | 0 | 0 |
| Sonstige Vermögenswerte | 0 | 9.356 | 0 | 0 |
| - davon Derivate | 0 | 94 | 0 | 0 |
| - davon sonstige Vermögenswerte | 0 | 9.262 | 0 | 0 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 0 | 41.016 | 0 | 0 |
| Buchwert 31.12.2011 T€ |
Nicht im Anwendungsbereich von IAS 39 T€ |
Bilanzausweis 31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Finanzanlagen | 8.213 | 0 | 8.213 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 819 | 0 | 819 |
| - davon Forderungen | 83 | 0 | 83 |
| - davon sonstige Vermögenswerte | 736 | 0 | 736 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 103.592 | 7.480 | 111.072 |
| Sonstige Vermögenswerte | 9.356 | 9.458 | 18.814 |
| - davon Derivate | 94 | 0 | 94 |
| - davon sonstige Vermögenswerte | 9.262 | 9.458 | 18.720 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 41.016 | 0 | 41.016 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zu Anschaffungskosten bilanziert T€ |
Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten T€ |
Im Rahmen von Sicherungsbeziehungen gehalten zum beizulegenden Zeitwert T€ |
Buchwert 31.12.2011 T€ |
Nicht im Anwendungs- bereich von IAS 39 T€ |
Bilanzausweis 31.12.2011 T€ |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| Langfristiges Fremdkapital | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | 271.244 | 0 | 0 | 271.244 | 0 | 271.244 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 32 | 106 | 3.748 | 3.886 | 0 | 3.886 |
| - davon Derivate | 0 | 106 | 3.748 | 3.854 | 0 | 3.854 |
| - davon sonstige Verbindlichkeiten | 32 | 0 | 0 | 32 | 0 | 32 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | 34.573 | 0 | 0 | 34.573 | 0 | 34.573 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 57.601 | 0 | 0 | 57.601 | 14.407 | 72.008 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 28.380 | 2.342 | 3.702 | 34.424 | 48.293 | 82.717 |
| - davon Derivate | 0 | 2.342 | 3.702 | 6.044 | 0 | 6.044 |
| - davon sonstige Verbindlichkeiten | 28.380 | 0 | 0 | 28.380 | 48.293 | 76.673 |
| Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten T€ |
Im Rahmen von Sicherungsbeziehungen gehalten zum beizulegenden Zeitwert T€ |
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten T€ |
Zur Veräußerung verfügbar T€ |
|
|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | ||||
| Finanzanlagen | 0 | 0 | 0 | 4.623 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 504 | 1.141 | 0 | 0 |
| - davon Forderungen | 26 | 0 | 0 | 0 |
| - davon Derivate | 0 | 1.141 | 0 | 0 |
| - davon sonstige Vermögenswerte | 478 | 0 | 0 | 0 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 109.358 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Vermögenswerte | 12.800 | 1.729 | 472 | 0 |
| - davon Derivate | 0 | 1.729 | 472 | 0 |
| - davon sonstige Vermögenswerte | 12.800 | 0 | 0 | 0 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 39.549 | 0 | 0 | 0 |
| Buchwert 31.12.2012 T€ |
Nicht im Anwendungsbereich von IAS 39 T€ |
Bilanzausweis 31.12.2012 T€ |
|
|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Finanzanlagen | 4.623 | 0 | 4.623 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 1.645 | 0 | 1.645 |
| - davon Forderungen | 26 | 0 | 26 |
| - davon Derivate | 1.141 | 0 | 1.141 |
| - davon sonstige Vermögenswerte | 478 | 0 | 478 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 109.358 | 7.780 | 117.138 |
| Sonstige Vermögenswerte | 15.001 | 8.282 | 23.283 |
| - davon Derivate | 2.201 | 0 | 2.201 |
| - davon sonstige Vermögenswerte | 12.800 | 8.282 | 21.082 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 39.549 | 0 | 39.549 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zu Anschaffungskosten bilanziert T€ |
Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten T€ |
Im Rahmen von Sicherungsbeziehungen gehalten zum beizulegenden Zeitwert T€ |
Buchwert 31.12.2012 T€ |
Nicht im Anwendungs- bereich von IAS 39 T€ |
Bilanzausweis 31.12.2012 T€ |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| Langfristiges Fremdkapital | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | 246.630 | 0 | 0 | 246.630 | 0 | 246.630 |
| - davon Finanzierungsleasing | 12.200 | 0 | 0 | 12.200 | 0 | 12.200 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 34.255 | 1.165 | 6.013 | 41.433 | 0 | 41.433 |
| - davon Derivate | 0 | 1.165 | 6.013 | 7.178 | 0 | 7.178 |
| - davon sonstige Verbindlichkeiten | 34.255 | 0 | 0 | 34.255 | 0 | 34.255 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | 96.693 | 0 | 0 | 96.693 | 0 | 96.693 |
| - davon Finanzierungsleasing | 2.568 | 0 | 0 | 2.568 | 0 | 2.568 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 46.996 | 0 | 0 | 46.996 | 19.603 | 66.599 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 81.211 | 655 | 1.648 | 83.513 | 15.060 | 98.573 |
| - davon Derivate | 0 | 655 | 1.648 | 2.303 | 0 | 2.303 |
| - davon sonstige Verbindlichkeiten | 81.211 | 0 | 0 | 81.211 | 15.060 | 96.271 |
Das maximale Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten entspricht deren Buchwerten.
Die in der obigen Tabelle angegebenen Derivate werden im Rahmen einer sog. Stufe 2 -Bewertung zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, d. h. die Bewertung beruht auf Parametern, die aus notierten Preisen abgeleitet werden. Bei der Bewertung der Option auf den Erwerb zusätzlicher Anteile an Sartorius Korea Biotech sind zum Teil auch unternehmensinterne Parameter verwendet worden. Nettogewinne und Verluste je Kategorie stellen sich wie folgt dar:
| Ergebnis aus Krediten und Forderungen | 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|---|---|---|
| Wertminderungen | – 2.715 | – 3.415 |
| Wertaufholungen | 1.355 | 2.130 |
| Ergebnisse aus der Währungsumrechnung | – 2.155 | – 1.867 |
| Zinserträge aus verbundenen Unternehmen | 130 | 104 |
| – 3.385 | – 3.048 |
| Ergebnis aus finanziellen Verbindlichkeiten zu Anschaffungskosten bilanziert | 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|---|---|---|
| Zinsaufwand | – 8.676 | – 8.660 |
| – 8.676 | – 8.660 |
Aus der Kategorie „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" wurde ein Nettoertrag von T€ 4.376 aus Dividenden und Anteilsveräußerungen erzielt (Vorjahr: Dividenden T€ 494). Die Dividenden werden im Cashflow aus operativer Tätigkeit ausgewiesen, Anteilsveräußerungen im Cashflow aus Investitionstätigkeit. Die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte / Verbindlichkeiten führten im Geschäftsjahr 2012 zu einem Gewinn in Höhe von T€ 2.158 (Vorjahr: Verlust in Höhe von T€ 2.448).
Die folgende Tabelle zeigt die Liquiditätsanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten in Form der vertraglich vereinbarten undiskontierten Zahlungsströme auf Basis der Konditionen am Bilanzstichtag:
| Buchwert 31.12.2011 T€ |
Cashflows Summe T€ |
< 1 Jahr T€ |
1– 5 Jahre T€ |
> 5 Jahre T€ |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Finanzverbindlichkeiten | 305.817 | 333.387 | 42.433 | 275.085 | 15.869 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 57.601 | 57.601 | 57.601 | 0 | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 38.310 | ||||
| - davon Derivate | 9.898 | ||||
| Bruttoerfüllung1) | 6.044 | 6.044 | 6.044 | 0 | 0 |
| Nettoerfüllung | 3.854 | 5.063 | 1.625 | 3.438 | 0 |
| - davon sonstige Verbindlichkeiten | 28.412 | 28.412 | 28.380 | 32 | 0 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 401.728 | 430.507 | 136.083 | 278.555 | 15.869 |
| Buchwert 31.12.2012 T€ |
Cashflows Summe T€ |
< 1 Jahr T€ |
1– 5 Jahre T€ |
> 5 Jahre T€ |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Finanzverbindlichkeiten | 343.323 | 410.225 | 105.083 | 168.207 | 136.935 |
| - davon Finanzierungsleasing | 12.200 | 35.508 | 1.841 | 7.364 | 26.303 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 46.996 | 46.996 | 46.996 | 0 | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 124.946 | ||||
| - davon Derivate | 9.481 | ||||
| Bruttoerfüllung1) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Nettoerfüllung | 9.481 | 9.481 | 2.303 | 7.178 | 0 |
| - davon sonstige Verbindlichkeiten | 115.466 | 126.796 | 81.211 | 16.592 | 28.993 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 527.465 | 629.005 | 237.433 | 199.341 | 192.231 |
1) Die in den sonstigen Verbindlichkeiten enthaltenen derivativen Finanzinstrumente mit Bruttoerfüllung (Termingeschäfte) sind in der Darstellung des Geschäftsjahres 2011 zu Buchwerten angegeben. Auf Basis der Stichtagswährungskurse (31.12.2011) wurde für 2012 von Abflüssen in Höhe von ca. 62,1 Mio. € und für 2013 in Höhe von ca. 20,8 Mio. € ausgegangen. Diesen Zahlungsmittelabflüssen standen Zuflüsse in ähnlicher Höhe gegenüber. Die zum 31.12.2012 bestehenden Termingeschäfte haben einen positiven Marktwert und werden daher auf der Aktivseite ausgewiesen. Die in diesem Zusammenhang erwarteten Abflüsse betragen auf Basis der Stichtagswährungskurse ca. 53,5 Mio. € für 2013 und ca. 10,5 Mio. € für 2014.
D. Kapitalrisikomanagement
Die Steuerung des Kapitals erfolgt im Sartorius Konzern mit der Zielsetzung, die Erträge der Unternehmensbeteiligten durch eine Optimierung des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital zu maximieren. Weiterhin wird sichergestellt, dass alle Konzernunternehmen unter der Prämisse der Unternehmensfortführung operieren können.
Als gemanagtes Kapital werden dabei zum einen die finanziellen Verbindlichkeiten gem. der Abschnitte 24 und 26 angesehen, des Weiteren Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie das Eigenkapital gem. der Abschnitte 18 - 22.
E. Ziele des Finanzrisikomanagements
Das in der Sartorius Corporate Administration GmbH gebündelte Treasury des Konzerns erbringt Dienstleistungen für sämtliche Konzerngesellschaften und koordiniert den Zugang zu nationalen und internationalen Finanzmärkten. Daneben überwacht und steuert es die Finanzrisiken, die im Wesentlichen das Wechselkurs-, das Zins- und das Liquiditätsrisiko beinhalten.
Der Konzern versucht, die Auswirkungen des Wechselkurs- und Zinsrisikos mittels derivativer Finanzinstrumente zu minimieren. Dabei sind Abschluss und Kontrolle personell getrennt. Zudem überwacht die interne Revisionsabteilung regelmäßig den Einsatz derartiger Finanzinstrumente. Der Handel mit derivativen Finanzinstrumenten dient ausschließlich Sicherungszwecken. Dem Liquiditätsrisiko begegnen wir durch das Vorhalten ausreichender Kreditlinien sowie durch kurz-, mittel- und langfristige Liquiditätsplanung und den Einsatz moderner Treasury-Software.
F. Wechselkursrisikomanagement
Der Konzern ist Wechselkursrisiken ausgesetzt, da gut ein Drittel der Umsatzerlöse in US-Dollar bzw. in an den US-Dollar gekoppelten Währungen sowie zu einem geringeren Teil in anderen Fremdwährungen erzielt werden. Gleichzeitig ist Sartorius aufgrund seines globalen Produktionsnetzwerkes in der Lage, den überwiegenden Teil der in Fremdwährung erzielten Umsatzerlöse konzernintern durch ebenfalls in Fremdwährung anfallende Kosten zu kompensieren. Den über diese Kosten hinausgehenden Umsatzanteil in Fremdwährung, das sog. Nettowährungsexposure, sichern wir zu einem großen Teil mit derivativen Finanzinstrumenten ab. Unsere Sicherungsstrategie sieht dabei grundsätzlich eine Absicherung von bis zu 1,5 Jahren im Voraus vor. Die Sicherungsmaßnahmen werden regelmäßig beurteilt, um sie gegebenenfalls in Bezug auf sich verändernde Wechselkurserwartungen anzupassen.
Zur Währungssicherung nutzen wir Devisenoptions- und Devisentermingeschäfte sowie in geringem Umfang auch weitere strukturierte Sicherungsgeschäfte.
Mit den zum Bilanzstichtag abgeschlossenen Devisentermingeschäften sichern wir uns das Recht und verpflichten uns gleichzeitig, zum Verfallszeitpunkt unabhängig von dem dann aktuellen Wechselkurs einen festgelegten Fremdwährungsbetrag zu einem bestimmten Wechselkurs gegen Euro zu verkaufen. Der aus der Differenz zwischen dem dann aktuellen und dem zuvor festgelegten Wechselkurs resultierende Gewinn oder Verlust wird als Ertrag bzw. Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Derivative Finanzinstrumente werden zum Erwerbszeitpunkt bilanziert und an den folgenden Abschlussstichtagen zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Wertveränderungen der derivativen Finanzinstrumente sind zum Bilanzstichtag grundsätzlich im Jahresergebnis zu berücksichtigen. Sofern derivative Finanzinstrumente der Absicherung eines Cashflow-Risikos dienen und eine effektive Sicherungsbeziehung nach den Kriterien des IAS 39 vorliegt, werden die Wertveränderungen des effektiven Teils im sonstigen Ergebnis erfasst. Der ineffektive Teil der Geschäfte wird erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2012 betrug der Aufwand aus ineffektiven Sicherungsbeziehungen T€ - 150 (Vorjahr: Ertrag T€ 14), ein Betrag von T€ 3.020 (Vorjahr: T€ - 3.716) wurde direkt im Eigenkapital erfasst. Ein Betrag von T€ - 372 wurde im Geschäftsjahr aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (Vorjahr: T€ - 62). Der Ausweis erfolgte unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen.
Die folgenden Tabellen geben eine Übersicht über die zur Währungssicherung abgeschlossenen Devisentermingeschäfte, jeweils gestaffelt nach Quartalen:
Stichtag 31.12.2011
| Währung | Volumen | Fälligkeit | Terminkurs | Beizulegender Zeitwert T€ |
|---|---|---|---|---|
| USD | 14.000.000 | Q1 2012 | 1,3455 | – 388 |
| USD | 22.000.000 | Q2 2012 | 1,3519 | – 673 |
| USD | 14.500.000 | Q3 2012 | 1,3648 | – 531 |
| USD | 13.000.000 | Q4 2012 | 1,3821 | – 571 |
| USD | 7.500.000 | Q1 2013 | 1,3793 | – 310 |
| USD | 11.000.000 | Q2 2013 | 1,3472 | – 296 |
| 82.000.000 | – 2.769 |
| Währung | Volumen | Fälligkeit | Terminkurs | Beizulegender Zeitwert T€ |
|---|---|---|---|---|
| JPY | 200.000.000 | Q1 2012 | 109,7650 | – 179 |
| JPY | 400.000.000 | Q2 2012 | 103,0275 | – 115 |
| JPY | 300.000.000 | Q3 2012 | 104,2700 | – 117 |
| JPY | 400.000.000 | Q4 2012 | 109,0825 | – 329 |
| JPY | 350.000.000 | Q1 2013 | 103,8614 | – 138 |
| JPY | 300.000.000 | Q2 2013 | 101,4800 | – 56 |
| 1.950.000.000 | – 933 |
Stichtag 31.12.2012
| Währung | Volumen | Fälligkeit | Terminkurs | Beizulegender Zeitwert T€ |
|---|---|---|---|---|
| USD | 7.500.000 | Q1 2013 | 1,3806 | – 243 |
| USD | 17.000.000 | Q2 2013 | 1,3304 | – 96 |
| USD | 13.000.000 | Q3 2013 | 1,3053 | 131 |
| USD | 14.500.000 | Q4 2013 | 1,3070 | 148 |
| USD | 11.000.000 | Q1 2014 | 1,2224 | 703 |
| 63.000.000 | 642 |
| Währung | Volumen | Fälligkeit | Terminkurs | Beizulegender Zeitwert T€ |
|---|---|---|---|---|
| JPY | 350.000.000 | Q1 2013 | 103,8350 | 289 |
| JPY | 300.000.000 | Q2 2013 | 101,4800 | 316 |
| JPY | 300.000.000 | Q3 2013 | 99,1500 | 346 |
| JPY | 650.000.000 | Q4 2013 | 98,9750 | 834 |
| JPY | 250.000.000 | Q1 2014 | 94,6400 | 442 |
| 1.850.000.000 | 2.228 |
Zusätzlich werden strukturierte Sicherungsgeschäfte, z. B. in Form von sog. „Target Profit Forward-Geschäften" genutzt, um die Währungssicherung zu optimieren. Mit den zum Bilanzstichtag abgeschlossenen "Target Profit Forward-Geschäften" sichern wir uns das Recht und verpflichten uns gleichzeitig, einen vereinbarten Fremdwährungsbetrag an mehreren festgelegten Terminen zu einem gefixten Wechselkurs gegen den entsprechenden Eurobetrag zu tauschen, so lange der für uns daraus resultierende Gewinn einen vertraglich bestimmten Grenzwert nicht übersteigt. Sobald diese Gewinngrenze erreicht ist, wird das Geschäft ohne weitere Verpflichtungen für beide Vertragspartner beendet.
Per 31. Dezember 2012 bestanden derartige Geschäfte mit einem Gesamtvolumen von 18 Mio. $ (Vorjahr: 81 Mio. $) und einer Laufzeit bis maximal zum 31. Dezember 2013 (Vorjahr: 31. Dezember 2013). Der beizulegende Zeitwert der Derivate betrug zum Bilanzstichtag T€ 472 (Vorjahr: T€ - 2.342). Die Veränderung des beizulegenden Zeitwertes wurde im Finanzergebnis erfasst, da hier keine Sicherungsbeziehung im Sinne von IAS 39 designiert wurde.
Im Hinblick auf den USD-Wechselkurs ergeben sich folgende Sensitivitäten: Bei einem um 5 % abgewerteten US-Dollar wäre das Eigenkapital um 3,6 Mio. € (Vorjahr: 7,4 Mio. €) und das Jahresergebnis vor Steuern um 0,7 Mio. € (Vorjahr 3,4 Mio. €) höher ausgefallen. Bei einem um 5 % mehr aufgewerteten USD-Wechselkurs wären die entsprechenden Effekte auf das Jahresergebnis vor Steuern - 0,5 Mio. € (Vorjahr: - 0,9 Mio. €) sowie auf das Eigenkapital - 4,2 Mio. € (Vorjahr: - 4,2 Mio. €) gewesen. In den genannten Auswirkungen sind auch Effekte aus konzerninternen Darlehen enthalten, die teilweise durch Translationseffekte in der Währungsrücklage kompensiert würden.
G. Zinsrisikomanagement
Die Finanzierung des Gesamtkonzerns erfolgt in der Regel über die Sartorius AG und die Sartorius Stedim Biotech S.A. sowie einige wenige weitere Gesellschaften, die mit Hilfe konzerninterner Darlehen die Finanzierung sämtlicher Konzerngesellschaften sicherstellen. Dabei ist der Sartorius Konzern Zinsrisiken ausgesetzt, da die Finanzmittel teilweise zu variablen Zinssätzen aufgenommen werden. Zur Absicherung gegen steigende Zinsen hat der Konzern Zinssicherungsgeschäfte in Form von sog. Zins-Swaps abgeschlossen, die einen Großteil der ausstehenden variabel verzinslichen Kredite abdecken. Hierbei erhält der Konzern den jeweils gültigen (variablen) Marktzins und zahlt einen Festzinssatz. Die zum 31. Dezember 2012 abgeschlossenen Geschäfte werden in der folgenden Übersicht dargestellt:
| Instrument | Sicherungsvolumen zum 31.12.2012 T€ |
Sicherungsvolumen zum 31.12.2011 T€ |
Im Rahmen einer Sicherungsbeziehung gehalten | Laufzeitende |
|---|---|---|---|---|
| Swaps | 190.000 | 190.000 | ja | Sep.13 - Mrz. 16 |
| Forward Swaps | 145.000 | 145.000 | ja | Sep.15 - Mrz. 16 |
| Instrument | Abgesicherter Zins | Zeitwert 31.12.2012 T€ |
Zeitwert 31.12.2011 T€ |
|---|---|---|---|
| Swaps | 1,48 % – 1,95 % | – 3.361 | – 1.531 |
| Forward Swaps | 2,28 % – 2,89 % | – 6.014 | – 2.323 |
| – 9.375 | – 3.854 |
Aus der Bewertung der Zinssicherungsgeschäfte wurde in 2012 ein Betrag von T€ 7.662 (Vorjahr: T€ 3.748) in das Eigenkapital eingestellt, ein Betrag von T€ 2.913 (Vorjahr: T€ 106) wurde im Periodenergebnis erfasst. Der Aufwand des Geschäftsjahres 2012 enthält Effekte aus der Auflösung von Hedgingbeziehungen aufgrund des Wegfalls des Grundgeschäfts.
Die Zinssicherungsmaßnahmen werden regelmäßig beurteilt, um sie gegebenenfalls in Bezug auf Zinserwartung und Risikobereitschaft anzupassen.
Für die zum Bilanzstichtag gehaltenen Finanzinstrumente lassen sich folgende Sensitivitäten ermitteln: Bei einem um 1,0 Prozentpunkte höheren Marktzinssatz wäre die Auswirkung auf das Finanzergebnis durch gegenläufige Effekte aus den nicht in einer Sicherungsbeziehung stehenden Zinsswaps nahezu neutral (Vorjahr: - 1,0 Mio. €). Der Effekt auf das Eigenkapital im Zusammenhang mit der Marktbewertung von im Rahmen von Sicherungsbeziehungen gehaltenen Finanzinstrumenten hätte 4,4 Mio. € (Vorjahr 7,4 Mio. €) betragen. Da das Zinsniveau zum Stichtag etwa 0,3 % betrug, wurde bei der Sensitivität für ein Sinken des Zinssatzes lediglich eine Reduktion auf 0,0 % unterstellt. Die entsprechenden Effekte auf das Eigenkapital wären - 3,2 Mio. € (Vorjahr: - 4,8 Mio. €) und auf das Ergebnis vor Steuern - 0,8 Mio. € (+ 1,3 Mio. €) gewesen.
H. Liquiditätsrisikomanagement
Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken durch das Vorhalten von Kreditlinien und weiteren Fazilitäten bei Banken, den Verkauf von Forderungen im Rahmen eines Factoring-Programms sowie durch ständiges Überwachen des prognostizierten und tatsächlichen Cashflows und das Abstimmen der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.
Die zum 31. Dezember 2012 zugesagten Kreditlinien betragen 559,7 Mio. € (Vorjahr: 485,4 Mio. €). Die Inanspruchnahmen dieser Kreditlinien (inkl. der nicht bilanzierten Avale) betragen insgesamt 342,4 Mio. € (Vorjahr: 312,2 Mio. €), so dass freie Kreditlinien in Höhe von 217,3 Mio. € (Vorjahr: 173,2 Mio. €) verbleiben.
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die zum Bilanzstichtag vorhandenen Kreditlinien.
| 31.12.2012 T€ |
Kreditrahmen 31.12.2011 T€ |
Zinssatz | Laufzeitende | |
|---|---|---|---|---|
| Syndizierte Kredite | 378.000 | 406.000 | variabel | 2013 und 2016 |
| Schuldscheindarlehen | 100.000 | 0 | variabel und fix | 2017– 2022 |
| Bilaterale Kreditlinien | 81.700 | 79.400 | variabel | b.a.w. |
| 559.700 | 485.400 |
Im Rahmen der syndizierten Kreditfazilitäten sowie des Schuldscheindarlehens haben wir uns zur Einhaltung marktüblicher Finanzkennzahlen, sog. Covenants, verpflichtet. Auf Basis der heutigen Erkenntnisse sehen wir die künftige Nicht-Einhaltung der Covenants und eine daraus resultierende Erhöhung der Finanzierungskosten als eher unwahrscheinlich an.
I. Sonstige Risiken aus Finanzinstrumenten
Der Sartorius Konzern ist zum Bilanzstichtag keinen Risiken aus der Volatilität von Aktienkursen ausgesetzt. Im Vorjahr wurden zur Veräußerung verfügbare Instrumente mit einem Wert von 2,0 Mio. € gehalten. Daraus ergab sich bei einer Veränderung des Aktienkurses von 10 % eine Sensitivität von 0,2 Mio. €.
J. Anteilsbasierte Vergütung
Anteilsbasierte Vergütungssysteme bestehen im Sartorius Konzern bei der Sartorius AG in der Form von sog. Phantom Stocks sowie in Form von Aktienoptionsprogrammen bei der Sartorius Stedim Biotech S.A. Der Zeitwert der Phantom Stocks stellt sich wie folgt dar:
| Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung | Anzahl Phantom Stocks | Beizulegende Zeitwerte 31.12.2012 T€ |
Beizulegende Zeitwerte 31.12.2011 T€ |
Ausgezahlt T€ |
|---|---|---|---|---|
| Tranche Geschäftsjahr 2006 | 3.871 | 0 | 128 | 128 |
| Tranche Geschäftsjahr 2007 | 3.593 | 249 | 119 | 0 |
| Tranche Geschäftsjahr 2008 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Tranche Geschäftsjahr 2009 | 28.770 | 0 | 587 | 587 |
| Tranche Geschäftsjahr 2010 | 16.803 | 644 | 523 | 0 |
| Tranche Geschäftsjahr 2011 | 10.706 | 670 | 323 | 0 |
| Tranche Geschäftsjahr 2012 | 9.052 | 571 | 0 | 0 |
| 72.795 | 2.134 | 1.680 | 715 |
Der Aufwand aus der Gewährung und Bewertung im Zusammenhang mit Phantom Stocks betrug im Geschäftsjahr 2012 T€ 1.168 (Vorjahr: T€ 523). Bezüglich der Details in Bezug auf Phantom Stocks verweisen wir auf den Vergütungsbericht, der Bestandteil des Lageberichts ist. Zum Bilanzstichtag waren insgesamt 3.593 Phantom Stocks zu einem Wert von T€ 249 ausübbar. Die Aktienoptionspläne für Konzernangestellte des Sartorius Stedim Biotech Konzerns beziehen sich auf Aktien der Sartorius Stedim Biotech S.A. Die am Bilanzstichtag ausstehenden bzw. ausübbaren Aktienoptionen stellen sich wie folgt dar:
| 31.12.2012 | 31.12.2011 | |
|---|---|---|
| Ausstehend am Beginn der Berichtsperiode | 40.000 | 52.500 |
| Gewährt in der Berichtsperiode | 0 | 0 |
| Verwirkt in der Berichtsperiode | 0 | 0 |
| Ausgeübt in der Berichtsperiode | – 15.358 | – 12.500 |
| Verfallen in der Berichtsperiode | 0 | 0 |
| Ausstehend am Ende der Berichtsperiode | 24.642 | 40.000 |
| Ausübbar am Ende der Berichtsperiode | 24.642 | 40.000 |
Folgende unterschiedliche Aktienoptionspläne sind zum 31. Dezember 2011 bzw. 31. Dezember 2012 ausstehend:
| 31.12.2012 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datum an dem die Hauptversammlung den Plan beschlossen hat | Umsetzung des Plans durch den Vorstand | Anfangsbestand der gezeichneten Aktien | Von Direktoren und leitenden Angestellten gezeichnete Aktien | Anzahl der betroffenen Direktoren und leitenden Angestellten | Anzahl der Nutznießer insgesamt | Zeichnungspreis in € |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 23.06.2000 | 02.08.2000 | 139.105 | 0 | 0 | 5 | 8,59 |
| 23.06.2000 | 28.09.2001 | 142.855 | 0 | 0 | 7 | 11,94 |
| 23.06.2000 | 14.11.2002 | 12.100 | 0 | 0 | 1 | 6,78 |
| 23.06.2000 | 10.09.2003 | 22.000 | 0 | 0 | 1 | 7,90 |
| 23.06.2000 | 11.02.2004 | 66.000 | 0 | 0 | 1 | 6,42 |
| 23.06.2000 | 23.07.2004 | 140.000 | 0 | 0 | 19 | 9,23 |
| 10.06.2005 | 15.09.2005 | 127.500 | 0 | 0 | 15 | 18,87 |
| 10.06.2005 | 10.11.2006 | 35.000 | 0 | 0 | 2 | 29,51 |
| Summe | 684.560 | 0 | 0 | 51 |
| 31.12.2012 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Datum an dem die Hauptversammlung den Plan beschlossen hat | Anzahl der gezeichneten Aktien innerhalb des Geschäftsjahres 2012 | Anzahl der gewährten und ausübbaren Optionen am 31.12.2012 | Anzahl der Optionen mit Leistungsbedingungen am 31.12.2012 | Anzahl der Nutznießer von gültigen Optionen |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 23.06.2000 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 23.06.2000 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 23.06.2000 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 23.06.2000 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 23.06.2000 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 23.06.2000 | 3.358 | 16.642 | 0 | 2 |
| 10.06.2005 | 0 | 5.000 | 0 | 1 |
| 10.06.2005 | 12.000 | 3.000 | 0 | 1 |
| Summe | 15.358 | 24.642 | 0 | 4 |
| 31.12.2011 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datum an dem die Hauptversammlung den Plan beschlossen hat | Umsetzung des Plans durch den Vorstand | Anfangsbestand der gezeichneten Aktien | Von Direktoren und leitenden Angestellten gezeichnete Aktien | Anzahl der betroffenen Direktoren und leitenden Angestellten | Anzahl der Nutznießer insgesamt | Zeichnungspreis in € |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 23.06.2000 | 02.08.2000 | 139.105 | 0 | 0 | 5 | 8,59 |
| 23.06.2000 | 28.09.2001 | 142.855 | 0 | 0 | 7 | 11,94 |
| 23.06.2000 | 14.11.2002 | 12.100 | 0 | 0 | 1 | 6,78 |
| 23.06.2000 | 10.09.2003 | 22.000 | 0 | 0 | 1 | 7,90 |
| 23.06.2000 | 11.02.2004 | 66.000 | 0 | 0 | 1 | 6,42 |
| 23.06.2000 | 23.07.2004 | 140.000 | 0 | 0 | 19 | 9,23 |
| 10.06.2005 | 15.09.2005 | 127.500 | 0 | 0 | 15 | 18,87 |
| 10.06.2005 | 10.11.2006 | 35.000 | 0 | 0 | 2 | 29,51 |
| Summe | 684.560 | 0 | 0 | 51 |
| 31.12.2011 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Datum an dem die Hauptversammlung den Plan beschlossen hat | Anzahl der gezeichneten Aktien innerhalb des Geschäftsjahres 2011 | Anzahl der gewährten und ausübbaren Optionen am 31.12.2011 | Anzahl der Optionen mit Leistungsbedingungen am 31.12.2011 | Anzahl der Nutznießer von gültigen Optionen |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 23.06.2000 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 23.06.2000 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 23.06.2000 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 23.06.2000 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 23.06.2000 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 23.06.2000 | 5.000 | 20.000 | 0 | 2 |
| 10.06.2005 | 5.000 | 5.000 | 0 | 1 |
| 10.06.2005 | 2.500 | 15.000 | 0 | 2 |
| Summe | 12.500 | 40.000 | 0 | 5 |
Die Aktienoptionen der Sartorius Stedim Biotech Aktien wurden an Mitarbeiter und Direktoren des Teilkonzerns ausgegeben. Die entsprechenden Programme sind seit 2006 nicht mehr aktiv und seitdem wurden keine neuen Optionen ausgegeben. Den im Geschäftsjahr ausgeübten Optionen lag im Durchschnitt ein Aktienkurs von € 63,67 am Ausübungstag zugrunde. Die zum Bilanzstichtag noch ausstehenden Aktienoptionen laufen bis längstens zum 9. November 2016. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Dienstleistungen erfolgt unter Bezugnahme auf den beizulegenden Zeitwert der Aktienoptionen zum Ausgabezeitpunkt im Rahmen eines Binomial-Modells. Der so ermittelte beizulegende Zeitwert wird als Personalaufwand über den Erdienungsaufwand des Plans verteilt, sofern der Anspruch tatsächlich erworben wurde.
Der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwand für anteilsbasierte Vergütungen beträgt im Geschäftsjahr 2012 T€ 1.168 (Vorjahr: T€ 523) und entfällt vollständig auf die Phantom Stocks der Sartorius AG. Erhaltene Zahlungsmittel aus der Ausübung von Optionen auf Sartorius Stedim Biotech Anteile werden als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit einem Gegenposten in den Minderheitenanteilen im Eigenkapital ausgewiesen.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
30. Umsatzerlöse
Umsatzerlöse werden erfasst, wenn der Gefahrenübergang auf den Kunden erfolgt ist. Davon ausgenommen sind Auftragserlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen, die nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert werden.
Die Umsatzerlöse setzen sich – gegliedert nach Tätigkeitsbereichen und geographischen Märkten (Sitz des Kunden) - wie folgt zusammen:
| 2012 | Bioprocess Solutions T€ |
Lab Products & Services T€ |
Industrial Weighing T€ |
Gesamt T€ |
|---|---|---|---|---|
| Inland | 55.078 | 48.674 | 21.368 | 125.120 |
| Ausland | 419.073 | 220.182 | 81.334 | 720.590 |
| 474.151 | 268.857 | 102.702 | 845.710 |
| 2011 | Bioprocess Solutions T€ |
Lab Products & Services T€ |
Industrial Weighing T€ |
Gesamt T€ |
|---|---|---|---|---|
| Inland | 49.290 | 48.553 | 24.219 | 122.062 |
| Ausland | 360.950 | 173.408 | 76.679 | 611.037 |
| 410.241 | 221.961 | 100.898 | 733.100 |
Der Umsatz des Sartorius Konzerns stieg im Jahr 2012 um 15,4 % auf T€ 845.710 (Vorjahr: T€ 733.100). Bereinigt um Effekte aus Wechselkursveränderungen lag der Anstieg für den Konzern bei 11,7 %. Ein Betrag von T€ 17.187 (Vorjahr: T€ 15.004) wurde mit verbundenen Unternehmen erzielt.
Ein Betrag von ca. 62 Mio. € (Vorjahr: 56 Mio. €) wurde im Rahmen der Erbringung von Servicedienstleistungen erzielt.
31. Kosten der umgesetzten Leistungen
In diesem Posten werden die Kosten der umgesetzten Erzeugnisse und die Einstandskosten der veräußerten Handelswaren ausgewiesen.
Die Kosten der umgesetzten Leistungen beinhalten neben den direkt zurechenbaren Aufwendungen wie die Material-, Personal- und Energiekosten auch die dem Fertigungsbereich zuzurechnenden Gemeinkosten und die entsprechenden Abschreibungen.
32. Vertriebskosten
Die Kosten des Vertriebs betreffen insbesondere die Kosten der Vertriebsorganisation, der Distribution, der Werbung und der Marktforschung.
33. Forschungs- und Entwicklungskosten
Unter diesem Posten werden die Kosten der Forschung und der Produkt- und Verfahrensentwicklung ausgewiesen. Entwicklungskosten werden aktiviert, soweit die Aktivierungsvoraussetzungen gemäß IAS 38 vollständig erfüllt sind. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten werden ebenfalls in diesem Posten erfasst.
34. Verwaltungskosten
Dieser Posten beinhaltet vor allem die Personal- und Sachkosten des allgemeinen Verwaltungsbereichs.
35. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
| 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|
| Erträge aus der Währungsumrechnung | 15.173 | 11.413 |
| Erträge aus der Auflösung und Verwendung von Rückstellungen sowie Verbindlichkeiten | 3.063 | 1.868 |
| Erträge aus Zuschüssen | 2.206 | 2.340 |
| Erträge aus der Herabsetzung von Wertberichtigungen zu Forderungen | 1.355 | 2.130 |
| Andere Erträge | 2.874 | 2.561 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 24.671 | 20.312 |
| Reorganisationsaufwendungen | – 13.915 | – 11.334 |
| Aufwand aus der Währungsumrechnung | – 17.328 | – 13.280 |
| Wertberichtigungen zu Forderungen | – 2.715 | – 3.415 |
| Sonstige Aufwendungen | – 4.857 | – 3.395 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | – 38.815 | – 31.424 |
| Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen | – 14.145 | – 11.112 |
Bei den Erträgen aus Zuschüssen handelt es sich um Aufwandszuschüsse (im Wesentlichen bezogen auf Forschungs- & Entwicklungsprojekte), die als Ertrag erfasst werden, sobald eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Voraussetzungen erfüllt werden.
Die Reorganisationsaufwendungen des Geschäftsjahres 2012 entfallen im Wesentlichen auf die Verlagerung unseres amerikanischen Produktionsstandortes für Bags (Sparte Biotechnolgie) von Concord, Kalifornien, nach Yauco, Puerto Rico, die Integration des Biohit Liquid Handling Geschäfts sowie auf verschiedene spartenübergreifende Projekte.
36. Finanzergebnis
| 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|
| Zinsen und ähnliche Erträge | 570 | 698 |
| - davon aus verbunde- nen Unternehmen | [130] | [104] |
| Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten | 2.650 | 103 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | – 8.676 | – 8.660 |
| - davon aus verbundenen Unternehmen | [0] | [0] |
| Aufwendungen für derivative Finanzinstrumente | – 3.013 | – 2.750 |
| Zinsaufwand für Pensionen und weitere Versorgungsleistungen | – 2.765 | – 2.201 |
| Zinsaufwendungen für Factoring | – 925 | – 1.172 |
| Sonstige finanzielle Aufwendungen | – 754 | – 120 |
| – 12.913 | – 14.102 |
Im Geschäftsjahr 2012 wurden keine Zinsaufwendungen aktiviert (Vorjahr: 0,3 Mio. €).
37. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
| 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|
| Laufende Ertragsteuern | – 26.009 | – 33.631 |
| Latente Steuern | – 3.667 | 10.090 |
| – 29.676 | – 23.541 |
Die inländischen Ertragsteuern für das Geschäftsjahr 2012 wurden grundsätzlich mit 30,0 % des geschätzten steuerpflichtigen Gewinns berechnet. Die Besteuerung im Ausland wird zu den jeweils dort geltenden Steuersätzen berechnet.
Für latente Steuern ist grundsätzlich der bei Umkehrung der temporären Differenz zu erwartende Steuersatz zu verwenden. Dieser wurde für deutsche Unternehmen auf Basis der ab dem Jahr 2008 geltenden Steuersätze von rund 30 % angenommen. Unter Berücksichtigung der bei Tochtergesellschaften anzuwendenden lokalen Steuersätze wird insgesamt von einem durchschnittlichen Steuersatz von 32,0 % ausgegangen. Nachfolgend wird die Abweichung zwischen dem daraus erwarteten Steueraufwand und dem für das jeweilige Geschäftsjahr ausgewiesenen Ertragsteueraufwand erläutert:
| 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|
| Erwarteter Steueraufwand (32,0 %) | – 30.059 | – 24.428 |
| Unterschiede zum konzerndurchschnittlichen Ertragsteuersatz | 1.289 | 2.565 |
| Effekte aus Verlusten und Zinsvorträgen sowie temporären Differenzen, für die keine latenten Steuern gebildet wurden | – 1.615 | – 3.047 |
| Steuerfreie Erträge und Steuergutschriften | 1.927 | 999 |
| Nicht abziehbare Aufwendungen | – 1.988 | – 2.853 |
| Anpassungen aus Vorjahren | 1.698 | 4.219 |
| Quellensteuern und ähnliche Steuern | – 1.068 | – 901 |
| Sonstige | 140 | – 96 |
| – 29.676 | – 23.541 | |
| Effektiver Steuersatz | 31,6 % | 30,8 % |
Bei den Effekten aus Verlusten und Zinsvorträgen, für die keine latenten Steuern gebildet wurden, handelt es sich z.T. um Folgewirkungen aus der Ausgliederung des operativen Geschäfts aus der Sartorius AG auf die 100 %ige Tochtergesellschaft Sartorius Weighing Technology GmbH im Jahr 2011. In dem Posten „Anpassungen aus Vorjahren" waren im Vorjahr insbesondere positive Effekte aus der Nutzung von Verlust- und Zinsvorträgen enthalten, für die bis dahin keine aktiven latenten Steuern zu bilden waren. Gegenläufig hatte sich hier die Besteuerung der Aufdeckung stiller Reserven ausgewirkt.
38. Ergebnis je Aktie
Nach IAS 33 (Earnings per Share) ist das Ergebnis je Aktie für jede Aktiengattung gesondert zu ermitteln. Hierbei ist das auf die Vorzugsaktien entfallende höhere Dividendenbezugsrecht von derzeit zwei Eurocent je Vorzugsaktie zu berücksichtigen. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (basic EPS) wird auf Basis der während der Periode im Umlauf befindlichen Aktien berechnet. Ein verwässertes Ergebnis je Aktie (diluted EPS) wurde nicht ermittelt, da keine Options- oder Wandlungsrechte auf Sartorius Aktien bestehen.
| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| Stammaktien | ||
| Basis für das unverwässerte Ergebnis je Stammaktie (Jahresergebnis nach Anteilen anderer Gesellschafter) in € | 24.182.426 | 20.707.442 |
| Gewichteter Durchschnitt der Anzahl der ausstehenden Aktien | 8.528.056 | 8.528.056 |
| Ergebnis pro Stammaktie in € | 2,84 | 2,43 |
| Vorzugsaktien | ||
| Basis für das unverwässerte Ergebnis je Vorzugsaktie (Jahresergebnis nach Anteilen anderer Gesellschafter) in € | 24.327.175 | 20.855.875 |
| Gewichteter Durchschnitt der Anzahl der ausstehenden Aktien | 8.519.017 | 8.519.017 |
| Ergebnis pro Vorzugsaktie in € | 2,86 | 2,45 |
Eigene Aktien sind bei der Berechnung der durchschnittlichen Anzahl ausstehender Aktien nicht zu berücksichtigen.
39. Sonstige Angaben
Der Konzernabschluss ist auf Basis der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt worden.
Bis zur Beendigung der Aufstellung des Konzernabschlusses haben sich keine wesentlichen Ereignisse ergeben.
Für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012 der Sartorius Mechatronics C&D GmbH & Co. KG, Aachen, wurde von der Befreiung des § 264 b HGB Gebrauch gemacht.
Erklärung gem. § 314 Abs. 1 Nr. 8 HGB
Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex wurde am 7. Dezember 2012 abgegeben und den Aktionären der Sartorius AG auf der Homepage der Gesellschaft „www.sartorius.com“ zugänglich gemacht.
Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands
Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sind im Anschluss an diesen Abschnitt angegeben.
Materialaufwand
Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
| 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Waren (einschl. Bestandsveränderungen) | 201.125 | 200.179 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 18.737 | 18.096 |
| 219.862 | 218.274 |
Personalaufwand
Der Personalaufwand gliedert sich wie folgt:
| 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 254.180 | 218.166 |
| Soziale Abgaben | 51.573 | 42.621 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 4.747 | 3.160 |
| 310.500 | 263.947 |
Personalstand
Während des Geschäftsjahres waren durchschnittlich beschäftigt:
| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| Bioprocess Solutions | 2.786 | 2.503 |
| Lab Products & Services | 1.967 | 1.609 |
| Industrial Weighing | 738 | 732 |
| 5.492 | 4.845 |
Honorar des Abschlussprüfers
Im Geschäftsjahr 2012 sind folgende Honorare für den Konzernabschlussprüfer, die Deloitte & Touche GmbH, angefallen:
| 2012 in T€ |
2011 in T€ |
|
|---|---|---|
| Abschlussprüfungen | 452 | 473 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 199 | 493 |
| Steuerberatungsleistungen | 171 | 248 |
| Sonstige Leistungen | 93 | 139 |
| 915 | 1.353 |
Die anderen Bestätigungsleistungen enthalten das Honorar für die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts nach & 37w WpHG in Höhe von T€ 102 (Vorjahr: T€ 105).
Vorschlag für die Gewinnverwendung
Der Aufsichtsrat und der Vorstand werden der Hauptversammlung vorschlagen, den zum 31. Dezember 2012 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Sartorius AG in Höhe von € 158.991.646,29 wie folgt zu verwenden:
| € | |
|---|---|
| Zahlung einer Dividende von € 0,94 je Stammaktie | 8.016.372,64 |
| Zahlung einer Dividende von € 0,96 je Vorzugsaktie | 8.178.256,32 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 142.797.017,33 |
| 158.991.646,29 |
Göttingen, 18. Februar 2013
Sartorius Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Erklärung des Vorstands
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2012 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Göttingen, den 18. Februar 2013
Sartorius Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Joachim Kreuzburg
Jörg Pfirrmann
Reinhard Vogt
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den von der Sartorius Aktiengesellschaft, Göttingen, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den mit dem Lagebericht zusammengefassten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung gemäß § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt.
Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss der Sartorius Aktiengesellschaft, Göttingen, den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Hannover, den 18. Februar 2013
**Deloitte & Touche GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Scharpenberg, Wirtschaftsprüfer
Dr. Meyer, Wirtschaftsprüfer
Vorstand und Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres 20121)
Vorstand
Dr. rer. pol. Joachim Kreuzburg
Dipl.-Ingenieur
Vorsitzender
Arbeitsdirektor bis 23. Juli 2012
Strategie, Operations, Recht, Compliance und
Kommunikation geb. 22. April 1965
Hannover
Mitglied seit 11. November 2002
Sprecher vom 1. Mai 2003 bis 10. November 2005
Vorsitzender seit 11. November 2005
Arbeitsdirektor vom 24. Juli 2009 bis 23. Juli 2012
Bestellung bis 10. November 2015
Jörg Pfirrmann
Dipl.-Ökonom
Arbeitsdirektor seit 24. Juli 2012
Finanzen, Personal, IT und Allgemeine Verwaltung geb. 30. November 1972
Nörten-Hardenberg
Mitglied seit 24. Juli 2009
Arbeitsdirektor seit 24. Juli 2012
Bestellung bis 23. Juli 2017
Reinhard Vogt
Industriekaufmann
Marketing, Vertrieb und Service geb. 4. August 1955
Dransfeld
Mitglied seit 24. Juli 2009
Bestellung bis 23. Juli 2014
Aufsichtsrat
Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot
Dipl.-Kaufmann, Universitätsprofessor Vorsitzender
Vorstand des Instituts für Information, Organisation und Management, Fakultät für Betriebswirtschaft der
Ludwig-Maximilians-Universität in München, Gauting
Gerd-Uwe Boguslawski
Dipl.-Sozialwirt
Stellvertretender Vorsitzender
IG Metall Süd-Niedersachsen-Harz in Northeim,
Höckelheim
Dr. Dirk Basting
Dipl.-Chemiker Fort Lauderdale, USA
Annette Becker
Personalfachkauffrau
Betriebsratsvorsitzende der
Sartorius Corporate Administration GmbH in Göttingen,
Uslar
Uwe Bretthauer
Dipl.-Ingenieur Betriebsratsvorsitzender der
Sartorius Weighing Technology GmbH, Konzernbetriebsratsvorsitzender der Sartorius AG in Göttingen,
Göttingen
Michael Dohrmann
Feinmechaniker
Betriebsratsvorsitzender der
Sartorius Stedim Biotech GmbH in Göttingen,
Reinhausen
Dr. Lothar Kappich
Dipl.-Ökonom
Geschäftsführer der
ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG in Hamburg,
Hamburg
Petra Kirchhoff
Dipl.-Volkswirtin
Leiterin Unternehmenskommunikation und
Investor Relations,
Sartorius Corporate Administration GmbH in Göttingen,
Göttingen
Karoline Kleinschmidt
Diplom Sozialwirtin
Mitglied seit 19. April 2012
Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Bezirksleitung
Niedersachsen und Sachsen-Anhalt in Hannover,
Hannover
Prof. Dr. Gerd Krieger
Rechtsanwalt
Honorarprofessor an der
Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf,
Düsseldorf
Prof Dr. Thomas Scheper
Dipl.-Chemiker
Mitglied seit 19. April 2012
Universitätsprofessor und Leiter des Instituts für
Technische Chemie, Leibniz Universität in Hannover,
Hannover
Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
Dipl.-Wirtschaftsmathematiker und
Dipl.-Mathematiker
Honorarprofessor an der
Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster,
Essen
Christiane Benner
Dipl.-Soziologin
Mitglied bis 19. April 2012
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der
IG Metall in Frankfurt am Main,
Frankfurt am Main
Prof. Dr. rer. nat. Dr.-Ing.
E.h. Heribert Offermanns
Dipl.-Chemiker
Mitglied bis 19. April 2012
Honorarprofessor an der Johann Wolfgang Goethe-
Universität in Frankfurt am Main,
Hanau
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Präsidialausschuss
Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot (Vorsitzender)
Gerd-Uwe Boguslawski
Uwe Bretthauer
Prof. Dr. Gerd Krieger
Auditausschuss
Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler (Vorsitzender)
Gerd-Uwe Boguslawski
Uwe Bretthauer
Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot
Vermittlungsausschuss
Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot (Vorsitzender)
Gerd-Uwe Boguslawski
Uwe Bretthauer
Prof. Dr. Gerd Krieger
Nominierungsausschuss
Prof. Dr. Gerd Krieger
Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot
Dr. Lothar Kappich
Mandate des Vorstands1)
Stand 31. Dezember 2012
Dr. rer. pol. Joachim Kreuzburg
Président Directeur Général von:
| ― | Sartorius Stedim Biotech S.A., Frankreich2) |
Im Aufsichtsrat von:
| ― | Sartorius Stedim Biotech GmbH, Deutschland, Stellvertretender Vorsitzender2) |
| ― | Sartorius Weighing Technology GmbH, Deutschland, Stellvertretender Vorsitzender2) |
Im Board of Directors von:
| ― | Sartorius Stedim North America, Inc., USA2) |
| ― | Sartorius Stedim Filters, Inc., Puerto Rico2) |
| ― | Sartorius Japan K.K., Japan2) |
| ― | Sartorius Stedim Japan K.K., Japan2) |
| ― | Denver Instrument (Beijing) Co. Ltd., China2) |
| ― | Sartorius Scientific Instruments (Beijing) Co. Ltd., China2) |
| ― | Sartorius Hong Kong Ltd., China2) |
| ― | Sartorius Stedim Lab Ltd., Großbritannien2) |
| ― | Sartorius Biohit Liquid Handling Oy, Finnland2) |
Im Regionalbeirat von:
| ― | Commerzbank AG, Hamburg, Deutschland3) |
Im Beirat von:
| ― | Hameln Group GmbH, Deutschland3) |
Im Wirtschaftsbeirat von:
| ― | Norddeutsche Landesbank, Deutschland3) |
Jörg Pfirrmann
Im Verwaltungsrat von:
| ― | Sartorius Mechatronics Switzerland AG, Schweiz2) |
Im Board of Directors von:
| ― | Sartorius North America, Inc., USA2) |
| ― | Sartorius Corporation, USA2) |
| ― | Sartorius TCC Company, USA2) |
| ― | Sartorius Stedim UK Ltd., Großbritannien2) |
| ― | Sartorius Stedim Ireland Ltd., Irland2) |
| ― | Sartorius Stedim Biotech (Beijing) Co. Ltd.2) |
Im Comité Exécutif von:
| ― | Sartorius Stedim France S.A.S., Frankreich2) |
Im Consiglio di Amministrazione von:
| ― | Sartorius Stedim Italy S.p.A., Italien2) |
Im Consejo de Administracion von:
| ― | Sartorius Stedim Spain S.A., Spanien2) |
Im Aufsichtsrat von:
| ― | Sartorius Stedim Nordic A/S, Dänemark2) |
| ― | Sartorius Nordic A/S, Dänemark2) |
Im Unternehmerbeirat von:
| ― | Gothaer Versicherungsbank VVaG3) |
Reinhard Vogt
Im Conseil d'Adminstration von:
| ― | Sartorius Stedim Biotech S.A., Frankreich2) |
Im Board of Directors von:
| ― | Sartorius Stedim North America, Inc., USA2) |
| ― | Denver Instrument (Beijing) Co. Ltd., China2) |
| ― | Sartorius Scientific Instruments (Beijing) Co. Ltd., China2) |
| ― | Sartorius Stedim Biotech (Beijing) Co. Ltd., China2) |
| ― | Sartorius Stedim India Pvt. Ltd, Indien2) |
| ― | Sartorius Stedim Malaysia Sdn. Bhd., Malaysia2) |
| ― | Sartorius Japan K.K.2) |
| ― | Sartorius Stedim Japan K.K.2) |
| ― | Sartorius Hong Kong Ltd., China2) |
| ― | Sartorius Korea Ltd.2) |
| ― | Sartorius Stedim Australia Pty. Ltd., Australien2) |
Im Verwaltungsrat von:
| ― | Sartorius Stedim Switzerland AG, Schweiz, Vorsitzender2) |
Mandate des Aufsichtsrats1) Stand 31. Dezember 2012
Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot
Im Conseil d'Administration von:
| ― | Sartorius Stedim Biotech S.A., Frankreich2) |
Im Aufsichtsrat von:
| ― | Sartorius Stedim Biotech GmbH, Deutschland, Vorsitzender2) |
| ― | Sartorius Weighing Technology GmbH, Deutschland, Vorsitzender2) |
| ― | Takkt AG, Deutschland3) |
| ― | Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste GmbH und WIK-Consult GmbH, Deutschland3) |
Gerd-Uwe Boguslawski
Im Aufsichtsrat von:
| ― | Demag Cranes & Components GmbH, Deutschland3) |
| ― | Demag Cranes AG, Deutschland3) |
Dr. Dirk Basting
keine
Annette Becker
keine
Uwe Bretthauer
keine
Michael Dohrmann
Keine
Dr. Lothar Kappich
keine
Petra Kirchhoff
keine
Karoline Kleinschmidt
keine
Prof. Dr. Gerd Krieger
Im Aufsichtsrat von:
| ― | ARAG Lebensversicherungs-AG, Deutschland3) |
| ― | ARAG Krankenversicherungs-AG, Deutschland3) |
Prof. Dr. Thomas Scheper
keine
Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler
Im Aufsichtsrat von:
| ― | Takkt AG, Deutschland, Vorsitzender3) |
| ― | Wuppermann AG, Deutschland, Vorsitzender3) |
| ― | Zwiesel Kristallglas AG, Deutschland, Vorsitzender3) |
| ― | Bilfinger Berger AG, Deutschland3) |
| ― | Deutsche Bank AG, Deutschland3) |
Im Verwaltungsrat von:
| ― | Wilh. Werhahn KG, Deutschland3) |
1) Angaben gemäß § 285 Nr. 10 HGB
2) konzerninterne Mandate
3) externe Mandate des Aufsichtsrats Stand 31. Dezember 2012
05 Ergänzende Informationen
Glossar
Branchen- | Produktbezogene Begriffe
Bioreaktor
System, in der Mikroorganismen oder Zellen in einem Nährmedium kultiviert werden, um entweder die Zellen selbst, Teile von ihnen oder eines ihrer Stoffwechselprodukte zu gewinnen.
cGMP - current Good Manufacturing Practice
US-amerikanische Richtlinien zur Qualitätssicherung in der Herstellung von Arzneimitteln und Wirkstoffen, aber auch von Lebens- und Futtermitteln. In Europa heißen die Standards GMP.
Crossflow
Begriff aus der Filtrationstechnik. Im Gegensatz zur direkten Durchströmung (statische Filtration) fließt die zu filtrierende Flüssigkeit tangential zur Filtermembran, was zu einer längeren Nutzungsdauer des Filters führt.
Disposable
Einwegprodukt
Downstream-Processing
Bezeichnet bei der Herstellung von Biopharmazeutika die verschiedenen Schritte, die im Anschluss an die Fermentation (Up-Stream-Processing) folgen wie z. B. Separations-, Reinigungs- und Konzentrationsprozesse.
FDA – Food and Drug Administration
US-amerikanische Überwachungs- und Zulassungsbehörde, die die Sicherheit und Wirksamkeit von Human- und Tierarzneimitteln, biologischen Produkten, Medizinprodukten und Lebensmitteln kontrolliert.
Fermentation
Technisches Verfahren, um mithilfe von Mikroorganismen intra- oder extrazelluläre Stoffe zu erzeugen oder umzuwandeln.
Fluid-Management-Technology
Technologien und Systeme für Transport und Lagerung biologischer Flüssigkeiten
Kapsule
Gebrauchsfertige Filtereinheit bestehend aus Filtermembran und Filtergehäuse mit Leitungsanschlüssen
Mechatronik
Zusammenwirken von Mechanik, Elektronik und Informatik bei der Entwicklung und Herstellung von Produkten sowie bei der Prozessgestaltung
Membranchromatographie
Selektive Trennung von Stoffgemischen durch Adsorption an spezifisch modifizierten Membranen (Membranadsorber) in einem fließenden System
Membran(filter)
Dünner Film oder Folie aus Polymeren, die durch ihre poröse Struktur für Filtrationsaufgaben einsetzbar sind.
Metalldetektor
System, das zur Detektion von metallischen Fremdkörpern im Herstellungsprozess eingesetzt wird und damit Konsumenten vor gesundheitlichen sowie Hersteller vor finanziellen Schäden schützt.
Monoklonale Antikörper
Künstlich hergestellte Antikörper, die insbesondere zur Behandlung von Krebs- und Autoimmunerkrankungen sowie HIV eingesetzt werden.
PAT - Process Analytical Technology
Strategie zum Design, der Analyse und der Kontrolle von Produktionsprozessen, bei der Qualitätsmerkmale von Zwischen- oder Endprodukten definiert und anhand der identifizierten kritischen Prozessparameter gemessen und überwacht werden.
Purification = Aufreinigung
Prozessschritt innerhalb des Downstream-Processing
Rekombinante Proteine
Eiweiße, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten Organismen hergestellt und zur Produktion von therapeutischen Proteinen wie Insulin oder Impfstoffen genutzt werden.
Scale-up = Maßstabsübertragung und -vergrößerung
Übergang eines Verfahrens vom Labor über das Technikum bis zum industriellen Maßstab unter Beibehaltung der Basistechnologie
Single-use/reusable Produkt
Einweg- bzw. Mehrwegprodukt
Sterilfilter
Membranfilter mit 0,2 μm Porengröße oder kleiner. Ob der gewählte Filtertyp ein steriles Filtrat erzeugt, muss durch produkt- und prozessspezifische Validierungstests bestätigt werden.
Sterilitätstest
Nachweis der Abwesenheit von lebenden oder lebensfähigen Substanzen in einer Probe
Validierung
Dokumentierter Nachweis, dass Anlagen, Geräte und Verfahren reproduzierbar zu gewünschten Ergebnissen führen.
Betriebswirtschaftliche | volkswirtschaftliche Begriffe
Amortisation
Die Amortisation bezieht sich ausschließlich auf die gemäß IFRS 3 durchgeführte Kaufpreisallokation auf akquirierte immaterielle Vermögenswerte und potenzielle Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts.
Anlagevermögen
Summe aus immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Finanzanlagen
Cashflow
Zahlungswirksamer Saldo aus Mittelzufluss und -abfluss
Compliance
Einhaltung bestehender Gesetze, Kodizes und sonstiger geltender Regelungen
DAX ® , MDAX ® , SDAX ® , TecDAX ®
Indizes der Deutschen Börse AG
D&O-Versicherung – Directors & Officers Liability Insurance
Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für Organmitglieder und leitende Angestellte
EBITA
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisation. Die Amortisation bezieht sich dabei ausschließlich auf die gemäß IFRS 3 durchgeführte Kaufpreisallokation auf akquirierte immaterielle Vermögenswerte.
EBITA-Marge
EBITA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisation) im Verhältnis zum Umsatz
EBITDA
Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und Amortisation. Die Amortisation bezieht sich dabei ausschließlich auf die gemäß IFRS 3 durchgeführte Kaufpreisallokation auf akquirierte immaterielle Vermögenswerte.
Eigenkapitalquote
Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme
ERP
Enterprise Resource Planning; IT-gestütztes Ressourcenplanungssystem
Freefloat
Anteil der Aktien, die sich nicht im Festbesitz befinden (laut Definition mind. 5 %)
Goodwill
Geschäfts- oder Firmenwerte
Holding
Dachgesellschaft eines Konzerns, die Kapitalbeteiligungen an mehreren rechtlich und organisatorisch selbstständigen, hierarchisch untergeordneten Tochtergesellschaften hält und ihre Geschäftstätigkeit ausschließlich über diese Tochtergesellschaften ausübt
IAS – International Accounting Standards
International anerkannte Grundsätze der Rechnungslegung
IFRS – International Financial Reporting Standards
International anerkannte Grundsätze der Rechnungslegung
Marktkapitalisierung
Summe der ausstehenden Aktien beider Gattungen multipliziert mit dem entsprechenden Aktienkurs
Prime Standard
Marktsegment der Frankfurter Wertpapierbörse mit hohen internationalen Transparenzanforderungen, bestimmt für Unternehmen, die sich auch gegenüber internationalen Investoren positionieren wollen.
Supply Chain Management
Aufbau und Verwaltung integrierter Versorgungsketten über den gesamten Wertschöpfungsprozess
Treasury
Kurz- und mittelfristige Liquiditätssteuerung
Underlying
Um Sondereffekte bereinigt. Sondereffekte sind im Wesentlichen Restrukturierungskosten und andere nicht-operative Aufwendun
Weltweit vor Ort

Anschriften
Europa
Deutschland
Sartorius AG
Weender Landstr. 94–108
37075 Göttingen
Telefon + 49.551.308.0
Fax + 49.551.308.3289
Sartorius Stedim Biotech GmbH
August-Spindler-Str. 11
37079 Göttingen
Telefon + 49.551.308.0
Fax + 49.551.308.3289
Sartorius Lab Holding GmbH
Weender Landstr. 94–108
37075 Göttingen
Telefon + 49.551.308.0
Fax + 49.551.308.3289
Sartorius Weighing Technology GmbH
Weender Landstr. 94–108
37075 Göttingen
Telefon + 49.551.308.0
Fax + 49.551.308.3289
Sartorius Stedim Plastics GmbH
Karl-Arnold-Str. 21
37079 Göttingen
Telefon + 49.551.50450.0
Fax + 49.551.50450.50
Sartorius Stedim Systems GmbH
Robert-Bosch-Straße 5 - 7
34302 Guxhagen
Telefon + 49.5665.407.0
Fax + 49.5665.407.2200
Sartorius Mechatronics T&H GmbH
Meiendorfer Str. 205
22145 Hamburg
Telefon + 49.40.67960.303
Fax + 49.40.67960.383
Sartorius Mechatronics C&D GmbH & Co. KG
Am Gut Wolf 11
52070 Aachen
Telefon + 49.241.1827.0
Fax + 49.241.1827.213
Denver Instrument GmbH
Weender Landstr. 94 - 108
37075 Göttingen
Telefon + 49.551.209.7730
Fax + 49.551.209.7739
Sartorius Corporate Administration GmbH
Weender Landstr. 94–108
37075 Göttingen
Telefon + 49.551.308.0
Fax + 49.551.308.3289
Belgien
Sartorius Stedim Belgium N.V.
Leuvensesteenweg 248/B
1800 Vilvoorde
Telefon + 32.2.756.06.80
Fax + 32.2.756.06.81
Sartorius Belgium N.V.
Leuvensesteenweg 248/B
1800 Vilvoorde
Telefon + 32.2.756.06.71
Fax + 32.2.253.45.95
Dänemark
Sartorius Stedim Nordic A/S
Hørskætten 6D
2630 Taastrup
Telefon + 45.7023.4400
Fax + 45.4630.4030
Sartorius Nordic A/S
Hørskætten 6D
2630 Taastrup
Telefon + 45.7023.4400
Fax + 45.4630.4030
Finnland
Sartorius Biohit Liquid Handling Oy
Laippatie 1
00880 Helsinki
Telefon + 358.9.75.59.51
Fax + 358.9.75.59.52.92
Frankreich
Sartorius Stedim Biotech S.A.
Zone Industrielle Les Paluds
Avenue de Jouques – CS 91051
13781 Aubagne Cedex
Telefon + 33.4.42.84.56.00
Fax + 33.4.42.84.56.19
Sartorius Stedim France S.A.S.
Zone Industrielle Les Paluds
Avenue de Jouques - CS 71058
13781 Aubagne Cedex
Telefon + 33.4.42.84.56.00
Fax + 33.4.42.84.65.45
info-biotech.france@ sartorius-stedim.com
Sartorius Stedim Aseptics S.A.
Zone Industrielle de Saux, 6 Rue Ampère
65100 Lourdes
Telefon + 33.5.62.42.73.73
Fax + 33.5.62.42.08.44
Sartorius France S.A.S.
Zone Industrielle Les Paluds
Avenue de Jouques - CS 31090
13781 Aubagne Cedex
Telefon + 33.4.42.84.65.51
Fax + 33.4.42.84.65.45
Biohit France S.A.S.
2, rue Antoine Laurent de Lavoisier
Zone d'Activité de la Gaudrée
91410 Dourdan
Telefon + 33.1.70.62.50.00
Fax + 33.1.64.59.76.39
Großbritannien
Sartorius Stedim UK Ltd.
Longmead Business Centre Blenheim Road
Epsom, Surrey KT19 9QQ
Telefon + 44.1372.737159
Fax + 44.1372.726171
Sartorius Stedim Lab Ltd.
Unit 6, Oldends Lane Industrial Estate
Stonedale Road
Stonehouse, Gloucestershire GL10 3RQ
Telefon + 44.1453.821972
Fax + 44.1453.827928
Sartorius UK Ltd.
Longmead Business Centre
Blenheim Road
Epsom, Surrey KT19 9QQ
Telefon + 44.1372.737102
Fax + 44.1372.729927
Irland
Sartorius Stedim Ireland Ltd.
Unit 41, The Business Centre
Stadium Business Park
Ballycoolin Road
Dublin 11
Telefon + 353.1.823.4394
Fax + 353.1.808.9388
Sartorius Ireland Ltd.
Unit 41, The Business Centre
Stadium Business Park
Ballycoolin Road
Dublin 11
Telefon + 353.1.808.9050
Fax + 353.1.808.9388
Italien
Sartorius Stedim Italy S.p.A.
Via dell'Antella 76/A
50012 Antella – Bagno a Ripoli (Florenz)
Telefon + 39.055.6340.41
Fax + 39.055.6340.526
Sartorius Italy S.r.l.
Viale Alfonso Casati 4
20835 Muggió (Monza e Brianza)
Telefon + 39.039.46591
Fax + 39.039.465988
Niederlande
Sartorius Stedim Netherlands B.V.
Postbus 1265, 3430 BG Nieuwegein
Edisonbaan 24, 3439 MN Nieuwegein
Telefon + 31.30.602.5080
Fax + 31.30.602.5099
Sartorius Netherlands B.V.
Postbus 1265, 3430 BG Nieuwegein
Edisonbaan 24, 3439 MN Nieuwegein
Telefon + 31.30.605.3001
Fax + 31.30.605.2917
Österreich
Sartorius Stedim Austria GmbH
Franzosengraben 12
1030 Wien
Telefon + 43.1.796.5763.0
Fax + 43.1.796.5763.44
Sartorius Austria GmbH
Franzosengraben 12
1030 Wien
Telefon + 43.1.796.5760.0
Fax + 43.1.796.5760.24
Polen
Sartorius Stedim Poland Sp. z.o.o.
ul.Wrzesinska 70
62 - 025 Kostrzyn
Telefon + 48.61.647.38.40
Fax + 48.61.879.25.04
Sartorius Poland Sp. z.o.o.
ul. Wrzesinska 70
62 - 025 Kostrzyn
Telefon + 48.61.647.38.30
Fax + 48.61.647.38.39
Portugal
Sartorius Stedim Spain S.A.
C/Isabel Colbrand 10–12, Oficina 69/70
Polígono Industrial de Fuencarral
28050 Madrid
Telefon 800.8.55800
Fax 800.8.55799
Sartorius Mechatronics Spain S.A.
Sartorius Stedim Spain S.A.
C/Isabel Colbrand 10–12, Oficina 69/70
Polígono Industrial de Fuencarral
28050 Madrid
Telefon 800.8.55800
Fax 800.8.55799
Russland
Sartorius ICR OOO, Saint-Petersburg
Rasstannaya str. 2, building 2, letter A
192007 St. Petersburg
Telefon + 7.812.327.53.27
Fax + 7.812.327.53.23
Sartogosm ZAO
Rasstannaya str. 2, building 2, letter A
192007 St. Petersburg
Telefon + 7.812.380.25.69
Fax + 7.812.380.25.62
Biohit OOO, Saint-Petersburg
Vasilyevskiy ostrov, line 5, 68, building 4,
letter D
199178 St. Petersburg
Telefon + 7.812.327.53.27
Fax + 7.812.327.53.23
Biohit OOO, Moscow
Petrovsko-Razumovsky, proyezd 29,
building 2
127287 Moscow
Telefon + 7.495.748.16.13
Fax + 7.495.613.55.77
Schweiz
Sartorius Stedim Switzerland AG
Ringstrasse 24a
8317 Tagelswangen
Telefon + 41.52.354.36.36
Fax + 41.52.354.36.46
Sartorius Mechatronics Switzerland AG
Ringstrasse 24a
8317 Tagelswangen
Telefon + 41.44.746.50.00
Fax + 41.44.746.50.50
Spanien
Sartorius Stedim Spain S.A.
C/Isabel Colbrand 10–12, Oficina 69/70
Polígono Industrial de Fuencarral
28050 Madrid
Telefon + 34.91.358.6091
Fax + 34.91.358.9623
Sartorius Spain S.A.
C/Isabel Colbrand 10–12, Oficina 69/70
Polígono Industrial de Fuencarral
28050 Madrid
Telefon + 34.91.358.6095
Fax + 34.91.358.8485
Ungarn
Sartorius Stedim Hungária Kft.
Kagyló u. 5.
2092 Budakeszi
Telefon + 36.23.457.227
Fax + 36.23.457.147
Sartorius Hungária Kft.
Kagyló u. 5.
2092 Budakeszi
Telefon + 36.23.457.227
Fax + 36.23.457.147
Afrika
Tunesien
Sartorius Stedim Bioprocess S.A.R.L.
Km 24, Route de Zaghouan
Bourbiâa - BP 87 - Tunesien
Telefon + 216.79.397.014
Fax + 216.79.397.019
Nordamerika
Kanada
Sartorius Canada Inc.
2179 Dunwin Drive, Units 4+ 5
Mississauga, Ontario L5 L 1X2
Telefon + 1.905.569.7977
Fax + 1.905.569.7021
Puerto Rico
Sartorius Stedim Filters Inc.
Carretera 128 Int. 376
Barriada Arturo Lluveras
P.O. Box 6
Yauco, Puerto Rico 00698
Telefon + 1.787.856.5020
Fax + 1.787.856.7945
USA
Sartorius North America Inc.
5 Orville Drive
Bohemia, New York 11716
Telefon + 1.631.254.4249
Fax + 1.631.254.4253
Sartorius Stedim North America Inc.
5 Orville Drive
Bohemia, New York 11716
Telefon + 1.631.254.4249
Fax + 1.631.254.4264
Sartorius Corporation
5 Orville Drive
Bohemia, New York 11716
Telefon + 1.631.254.4249
Fax + 1.631.254.4252
Sartorius TCC Company
6542 Fig Street
Arvada, Colorado 80004
Telefon + 1.303.403.4690
Fax + 1.303.431.4540
Südamerika
Argentinien
Sartorius Argentina S.A.
Int. A. Avalos 4251
B1605ECS Munro
Buenos Aires
Telefon + 54.11.47.210505
Fax + 54.11.47.622333
Brasilien
Sartorius do Brasil Ltda.
Av. Dom Pedro I, 241
Bairro Vila Pires
Santo André - São Paulo
CEP 09110 - 001
Telefon + 55.11.4451.6226
Fax + 55.11.4451.4369
Mexiko
Sartorius de México S.A. de C.V.
Circuito Circunvalación Poniente No. 149
Ciudad Satélite
53100 Naucalpan, Estado de México
Telefon + 52.55.5562.1102
Fax + 52.55.5562.2942
Asien | Pazifik
China
Sartorius Scientific Instruments
(Beijing) Co. Ltd.
33 Yu An Road, Tianzhu Airport
Industrial Park Zone B
Shun Yi District, 101300 Beijing
Telefon + 86.10.8042.6300
Fax + 86.10.8042.6486
Denver Instrument (Beijing) Co. Ltd.
33 Yu An Road, Tianzhu Airport
Industrial Park Zone B
Shun Yi District, 101300 Beijing
Telefon + 86.10.8042.6300
Fax + 86.10.8042.6486
Sartorius Hong Kong Ltd.
Unit 1012, Lu Plaza,
2 Wing Yip Street
Kwun Tong, Kowloon, Hong Kong
Telefon + 85.2.2774.2678
Fax + 85.2.2766.3526
Sartorius Stedim Biotech (Beijing) Co. Ltd.
33 Yu An Road, Tianzhu Airport
Industrial Park Zone B
Shun Yi District, 101300 Beijing
Telefon + 86.10.8042.6516
Fax + 86.10.8042.6580
Biohit Biotech (Suzhou) Co. Ltd.
Block 6 No. 2 West Jinzhi Rd.
Suzhou City, Jiangsu Province 215151
Telefon + 86.512.6616.0490
Fax + 86.512.6616.0690
Indien
Sartorius Stedim India Pvt. Ltd.
No: 69/2 & 69/3, Jakkasandra
Kunigal Road
Nelamangala, Bangalore – 562123
Telefon + 91.80.435052.50
Fax + 91.80.435052.55
Sartorius Mechatronics India Pvt. Ltd.
No: 69/2 & 69/3, Jakkasandra
Kunigal Road
Nelamangala, Bangalore – 562123
Telefon + 91.80.435052.50
Fax + 91.80.435052.55
Sartorius Weighing India Pvt. Ltd.
No: 69/2 & 69/3, Jakkasandra
Kunigal Road
Nelamangala, Bangalore – 562123
Telefon + 91.80.435052.50
Fax + 91.80.435052.55
Japan
Sartorius Stedim Japan K.K.
1st Floor, Kiba Koen Bldg.
5 - 11 - 13 Kiba, Koto-Ku
Tokyo 135 - 0042
Telefon + 81.3.5639.9981
Fax + 81.3.5639.9983
Sartorius Japan K.K.
4th Floor, Daiwa Shinagawa North Bldg.
1 - 8 - 11 Kita-Shinagawa, Shinagawa-Ku
Tokyo 140 - 0001
Telefon + 81.3.3740.5407
Fax + 81.3.3740.5406
Malaysia
Sartorius Stedim Malaysia Sdn. Bhd.
Lot L3 -E- 3B, Enterprise 4
Technology Park Malaysia
Bukit Jalil
57000 Kuala Lumpur
Telefon + 60.3.899.60622
Fax + 60.3.899.60755
Sartorius Malaysia Sdn. Bhd.
Lot L3 -E- 3B, Enterprise 4
Technology Park Malaysia
Bukit Jalil
57000 Kuala Lumpur
Telefon + 60.3.899.60622
Fax + 60.3.899.60755
Philippinen
Sartorius Mechatronics Philippines Inc.
Unit 20 -A The World Centre Building
330 Senator Gil Puyat Avenue
Makati City
Philippines 1209
Telefon + 63.2.864.0929
Fax + 63.2.864.0932
Singapur
Sartorius Stedim Singapore Pte. Ltd.
1 Science Park Road
05 - 08A The Capricorn
Singapore Science Park II
Singapore 117528
Telefon + 65.6872.3966
Fax + 65.6778.2494
Sartorius Singapore Pte. Ltd.
1 Science Park Road
05 - 08A The Capricorn
Singapore Science Park II
Singapore 117528
Telefon + 65.6872.3966
Fax + 65.6778.2494
Südkorea
Sartorius Korea Biotech Co. Ltd.
8th Floor, Solid Space
220 Pangyoyeok-Ro
Bundang-Gu, Seongnam-Si,
Gyeonggi-Do, 463 - 400
Telefon: + 82.31.622.5700
Fax: + 82.31.622.5798
Sartorius Korea Ltd.
8th Floor, Solid Space
220 Pangyoyeok-Ro
Bundang-Gu, Seongnam-Si,
Gyeonggi-Do, 463 - 400
Telefon: + 82.31.622.5700
Fax: + 82.31.622.5798
Thailand
Sartorius (Thailand) Co. Ltd.
No. 129 Rama IX Road
Huaykwang
Bangkok 10310
Telefon + 66.2643.8361
Fax + 66.2643.8367
Vietnam
Sartorius Representative Office
Unit C, 17th floor, A Tower, BIG Building
18 Pham Hung Street
My Dinh, Tu Liem, Hanoi
Telefon + 84.4.3795.5587
Fax + 84.4.3795.5589
Australien
Sartorius Stedim Australia Pty. Ltd.
Unit 5, 7 - 11 Rodeo Drive
Dandenong South, Melbourne
Victoria 3175
Telefon + 61.3.8762.1800
Fax + 61.3.8762.1828
Sartorius Australia Pty. Ltd.
Unit 5, 7 - 11 Rodeo Drive
Dandenong South, Melbourne Victoria 3175
Telefon + 61.3.8762.1800
Fax + 61.3.8762.1828
Weitere Adressen finden Sie im Internet unter www.sartorius.com.
Finanzkalender
| Hauptversammlung in Göttingen | 18. April 2013 |
| Dividendenausschüttung 1) | 19. April 2013 |
| Veröffentlichung Quartalszahlen Jan. – März 2013 | 23. April 2013 |
| Veröffentlichung Halbjahreszahlen Jan. – Juni 2013 | 23. Juli 2013 |
| Veröffentlichung Quartalszahlen Jan. – Sept. 2013 | 21. Oktober 2013 |
| Deutsches Eigenkapitalforum in Frankfurt | Main | 12.|13. November 2013 |
| Veröffentlichung des vorläufigen Geschäftsergebnisses für 2013 | Januar 2014 |
| Bilanzpressekonferenz in Göttingen | März 2014 |
| Hauptversammlung in Göttingen | 10. April 2014 |
| Veröffentlichung Quartalszahlen Jan. – März 2014 | April 2014 |
1) Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Hauptversammlung
Kontakte
Petra Kirchhoff
Vice President
Corporate Communications & IR
Telefon: 0551.308.1686
Andreas Theisen
Director
Investor Relations
Telefon: 0551.308.1668
Impressum
Herausgeber
Sartorius AG
Konzernkommunikation
37070 Göttingen
Redaktionsschluss
5. März 2013
Veröffentlichung
7. März 2013
Redaktionssystem FIRE.sys
Michael Konrad GmbH
Frankfurt | Main
Fotografie
Peter Ginter | Lohmar
Dieser Geschäftsbericht liegt auch in englischer Sprache vor.
Sartorius AG
Weender Landstraße 94–108
37075 Göttingen
Telefon: 0551.308.0
Fax: 0551.308.3289
www.sartorius.com
©Sartorius AG | Printed in Germany | Publication No. OG-0036-d12121 | Order No. 86000-001-64