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S Immo AG Interim / Quarterly Report 2020

Aug 25, 2020

758_ir_2020-08-25_ea904d5c-b0c8-4045-a11c-06425108368b.pdf

Interim / Quarterly Report

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S IMMO Zwischenbericht zum 30.06.2020

Q2 2020

Kennzahlen

01.01.–30.06.2020 01.01.–30.06.2019
Umsatz EUR Mio. 87,8 101,0
EBITDA EUR Mio. 36,1 43,3
EBIT EUR Mio. 41,8 173,3
EBT EUR Mio. 20,0 170,8
Periodenergebnis EUR Mio. 16,1 147,9
Bilanzsumme EUR Mio. 3.110,2 3.024,5
Eigenkapital EUR Mio. 1.374,4 1.242,1
Verbindlichkeiten EUR Mio. 1.735,8 1.782,4
Eigenkapitalquote in % 44 41
Operativer Cashflow EUR Mio. 34,3 39,9
Cashflow aus Investitionstätigkeit EUR Mio. -16,8 -36,7
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit EUR Mio. 108,4 62,8
Liquide Mittel zum Ende des Quartals EUR Mio. 223,9 133,7
NOI-Ratio in % 50,9 51,2
FFO I EUR Mio. 17,4 39,0
FFO II EUR Mio. 51,6 41,2
Ergebnis je Aktie EUR 0,22 2,23
Buchwert je Aktie EUR 18,98 18,72
Differenz zwischen Kurs und Buchwert je Aktie (2020: Abschlag, 2019: Aufschlag) in % -16 2
Operativer Cashflow je Aktie EUR 0,48 0,60
Immobilienvermögen EUR Mio. 2.395,1 2.300,5
davon Entwicklungsprojekte und unbebaute Grundstücke EUR Mio. 31,7 42,4

Inhaltsverzeichnis

S. 2 — Brief des Vorstands

S. 4 — S IMMO am Kapitalmarkt

Zwischenlagebericht

  • S. 8 — Wirtschaftsbericht
  • S. 12 — Risikomanagementbericht
  • S. 13 — Ausblick

Konzernzwischenabschluss

S.
14
Konzernbilanz
zum 30.06.2020
S.
16
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
vom 01.01.2020 bis zum 30.06.2020
S.
17
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
vom 01.01.2020 bis zum 30.06.2020
S.
18
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
vom 01.04.2020 bis zum 30.06.2020
S.
19
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
vom 01.04.2020 bis zum 30.06.2020
S.
20
Konzern-Geldflussrechnung
vom 01.01.2020 bis zum 30.06.2020
S.
22
Konzern-Eigenkapitalveränderungs
rechnung

S. 23 — Konzernanhang

S. 31 — Erklärung des Vorstands gemäß § 125 Abs. 1 Z 3 Börsegesetz

1

  • S. 32 — Finanzkalender 2020
  • S. 33 — Kontakt/Impressum

in Regierungsämtern und Vorstandsbüros, in Medienhäusern und in privaten Diskussionsrunden dreht sich seit Mitte März alles um die eine große Frage: Welche Auswirkungen hat die COVID-19-Pandemie? Wird sie unsere Gesellschaft verändern, was bedeutet sie für unser Gesundheitssystem, was macht sie mit unserer Wirtschaft, welche Konsequenzen drohen uns in unserem Berufs- und Privatleben, wie werden wir mit dem Virus leben? Auch wir haben auf diese Fragen keine zuverlässigen Antworten, auch uns fehlt leider die allwissende Glaskugel. Aber wir haben uns in den vergangenen Monaten sehr intensiv damit beschäftigt, die möglichen Auswirkungen der Pandemie auf unser Geschäftsmodell zu antizipieren und sie so gering wie möglich zu halten. Dort, wo die Auswirkungen schon direkt spürbar waren, begegnen wir negativen Konsequenzen so gut wie möglich, aber klar ist: 2020 ist das Corona-Jahr.

Bewertungsergebnis und Periodenergebnis wieder positiv

Im vorliegenden Ergebnis zum 30.06.2020 sind die negativen Auswirkungen auf die Umsatzerlöse des ersten Halbjahres ablesbar. Dank unserer hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Asset Management und den guten Beziehungen zu unseren Mieterinnen und Mietern ist es uns gelungen, den Rückgang der Mieten im von behördlichen Einschränkungen stark belasteten zweiten Quartal auf ein überschaubares Niveau zu minimieren. In Summe sind die Gesamterlöse um ca. 13 % gesunken. Das Ergebnis aus der Hotelbewirtschaftung liegt auf Grund der großen Herausforderungen der Tourismusbranche ebenso deutlich unter dem Rekordjahr 2019. Sehr erfreulich ist hingegen, dass das Bewertungsergebnis nach einem negativen Ergebnis im ersten Quartal wieder positiv ausfällt. Auf Grund der Wertsteigerungen des deutschen Wohnportfolios konnten die Abwertungen im Hotel- und Retailbereich in Österreich und Osteuropa überkompensiert werden. Das Periodenergebnis belief sich zum 30.06.2020 auf EUR 16,1 Mio. und konnte somit ebenfalls wieder – nach einem negativen Ergebnis im ersten Quartal – ins Plus gedreht werden.

Kapitalmarkt

Am Kapitalmarkt ist uns die Trendwende noch nicht geglückt. Die S IMMO Aktie schloss das erste Halbjahr bei EUR 15,96 und mit einer Year-to-Date-Performance von -28,43 %. Mit einer solchen Entwicklung können wir als Vorstand der Gesellschaft selbst im Kontext der weltweiten Unsicherheiten nicht zufrieden sein und wir arbeiten hart daran, das Vertrauen der Anlegerinnen und Anleger in unser Wertpapier erneut zu stärken. Der EPRA-NAV je Aktie und das aktuelle durchschnittliche Analysten-Kursziel von EUR 20,50 liegen deutlich über dem aktuellen Kurs und zeigen klar das Potenzial unserer Aktie.

Ausblick

Wie eingangs erwähnt, sind Prognosen im aktuellen Umfeld nach wie vor schwierig und mit hohen Unsicherheiten behaftet. Das Ergebnis zum Halbjahr zeigt, dass die Auswirkungen auf die Miet- und Umsatzerlöse im Retail- und Hotelbereich auch in herausfordernden Zeiten durch die anderen Segmente zumindest teilweise ausgeglichen werden konnten und die externen Bewerter für unsere wichtigen Märkte zuversichtlich sind. Wir gehen nach aktuellem Stand davon aus, dass die größten Einbußen hinter uns liegen und wir im zweiten Halbjahr eine schrittweise Erholung sehen werden. Die Krise hat bewiesen, dass unsere diversifizierte Portfoliostrategie große Vorteile mit sich bringt. Während das Hotelsegment wohl noch länger brauchen wird, um das Vorkrisenniveau zu erreichen, sehen wir im Retail- und Bürobereich kaum noch Einschränkungen. Bei Wohnimmobilien – die immerhin 30 % unseres Portfolios und den überwiegenden Anteil unserer Landbank ausmachen – halten wir sogar ein steigendes Preisniveau für möglich. Klar ist, dass eine Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage auch Auswirkungen auf den Immobilienmarkt hat, aber das niedrige Zinsniveau und ein ungebrochen hohes

Interesse von privaten und institutionellen Anlegern wirken hier dagegen. Wir arbeiten schon jetzt daran, nach der Krise den bisherigen, langjährigen Aufwärtstrend fortzusetzen, und gehen davon aus, dass die nächsten Monate sukzessive wieder Investitionen und Zukäufe bringen werden. Krisen bieten Chancen, wir haben die Expertise und die Mittel, diese Chancen zu nutzen, und auch diese Krise wird vorübergehen.

In Anlehnung an Sokrates: Wir wissen, dass wir vieles noch nicht wissen. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir die Herausforderungen der nächsten Zeit erneut gut meistern werden. Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen und wünschen Ihnen vor allem, dass Sie gesund bleiben.

Ihr Vorstandsteam

Ernst Vejdovszky Friedrich Wachernig

S IMMO am Kapitalmarkt

Internationales Kapitalmarktumfeld

Das zweite Quartal 2020 stand ganz im Zeichen der COVID-19- Pandemie. Die unterschiedlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus hatten drastische wirtschaftliche Auswirkungen, die internationalen Kapitalmärkte reagierten entsprechend. Im März 2020 verloren sämtliche Aktienindizes in einem bisher nicht dagewesenen Ausmaß an Wert, im Laufe des zweiten Quartals konnte man teilweise – zum Beispiel in den USA und in Deutschland – bereits eine deutliche Erholung sehen. Die US-Indizes Dow Jones (DJIA) und S&P 500 sowie der deutsche Leitindex DAX wiesen zum Ende des zweiten Quartals eine negative Yearto-Date-Performance im lediglich einstelligen Bereich auf. Im Gegensatz dazu verzeichnete der österreichische Leitindex ATX sowie der branchenrelevante IATX zum Halbjahr eine Year-to-Date-Performance von -29,5 % bzw. -29,2 %. Einen Überblick über die Entwicklung der S IMMO Aktie sowie der für das Unternehmen relevanten Indizes zeigt untenstehende Tabelle.

Die S IMMO Aktie

Die S IMMO Aktie, die 2019 noch die stärkste Aktie im ATX war, konnte sich den negativen Entwicklungen nicht entziehen und notierte zum 30.06.2020 bei EUR 15,96. Die Handelsaktivität verdoppelte sich im entsprechenden Zeitraum. Der durchschnittliche Stückumsatz der letzten 100 Tage betrug 323.694 S IMMO Aktien (Doppelzählung).

Investor-Relations-Aktivitäten

Im Berichtszeitraum wurde nicht nur das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2019, sondern auch das Ergebnis für das erste Quartal des laufenden Jahres veröffentlicht. Zu beiden Anlässen gab es für inländische und ausländische Investorinnen und Investoren virtuelle Möglichkeiten, sich mit dem S IMMO AG Management auszutauschen und Fragen zur aktuellen Lage

Übersicht über die S IMMO Aktie und Indizes

S IMMO Aktie ATX IATX DAX DJIA S&P 500
31.12.2019 22,30 3.186,94 429,07 13.249,01 28.538,44 3.230,78
30.06.2020 15,96 2.246,72 303,74 12.310,90 25.812,90 3.100,29
Year-to-Date-Performance -28,43 % -29,50 % -29,21 % -7,08 % -9,55 % -4,04 %

Performancedaten zum 30.06.2020

S IMMO Aktie

1 Jahr -21,96 %
3 Jahre (p. a.) 8,91 %

Aktienstammdaten

ISIN AT0000652250/SPI
Börsenkürzel Reuters: SIAG.VI/Bloomberg: SPI:AV
Handelsplatz Wiener Börse
Marktsegment Prime Market
Index-Zugehörigkeit ATX/IATX/GPR General
Marktkapitalisierung (30.06.2020) EUR 1.174,80 Mio.
Anzahl der Aktien (30.06.2020) 73.608.896
Market Maker Erste Group/Hauck & Aufhäuser/Baader Bank/Raiffeisen Centrobank

Anleihedaten zum 30.06.2020

ISIN Laufzeit Kupon Gesamtnennbetrag
in TEUR
AT0000A177D2 17.06.2021 4,500 % 28.549,00
AT0000A1DBM5 09.04.2025 3,250 % 33.993,50
AT0000A1DWK5 21.04.2027 3,250 % 65.000,00
AT0000A1Z9D9 06.02.2024 1,750 % 100.000,00
AT0000A1Z9C1 06.02.2030 2,875 % 50.000,00
AT0000A285H4 22.05.2026 1,875 % 150.000,00
AT0000A2AEA8 15.10.2029 2,000 % 100.000,00

des Unternehmens zu stellen. Auch die anderen, für das zweite Quartal sehr typischen Konferenzen und Roadshows wurden – der aktuellen Situation geschuldet – ebenfalls ausschließlich virtuell abgehalten.

Vom Firmensitz in Wien aus und unterstützt von den Bankenpartnern präsentierten der Vorstand und das IR-Team die Konzernergebnisse und -entwicklungen bei Anlegerinnen und Anlegern unter anderem aus Deutschland, Irland, dem Vereinigten Königreich, der Schweiz oder den USA. Vorrangig ging es bei diesen virtuellen Gesprächen um die Vorgehensweise in der Krise, die Auswirkungen der COVID-19-bedingten Einschrän-

kungen des öffentlichen Lebens sowie um eine Einschätzung der weiteren Entwicklung in den Folgequartalen bzw. in den Folgejahren in den jeweiligen Segmenten.

Unsere Aktionärshotline: 0800 501045

Website: www.simmoag.at Blog: blog.simmoag.at

Aktiendaten

30.06.2020 30.06.2019
Schlusskurs EUR 15,96 19,04
Durchschnittlicher Tagesumsatz für die letzten 100 Tage 1 Stück 323.694 167.010
Ergebnis je Aktie (EPS) für das erste Halbjahr EUR 0,22 2,23
Buchwert je Aktie EUR 18,98 18,72
Differenz zwischen Kurs und Buchwert je Aktie (2020: Abschlag, 2019: Aufschlag) in % -16 2
EPRA-NAV je Aktie EUR 23,78 24,27
Kurs-Abschlag zum EPRA-NAV je Aktie in % -33 -22
EPRA-NNNAV je Aktie EUR 20,45 20,32
FFO I je Aktie für das erste Halbjahr EUR 0,24 0,59
FFO II je Aktie für das erste Halbjahr EUR 0,72 0,62

1 Doppelzählung

Hauptversammlung

Die ursprünglich für den 24.04.2020 geplante 31. ordentliche Hauptversammlung der S IMMO AG wurde vor dem Hintergrund der bundesweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie abgesagt und wird am 12.10.2020 stattfinden.

EPRA-Kennzahlen

in EUR 30.06.2020 31.12.2019
EPRA-NAV je Aktie 23,78 26,45
EPRA-NNNAV je Aktie 20,45 22,11
Kurs-Abschlag zum EPRA-NAV je
Aktie in %
-33 -16
EPRA Net Initial Yield in % 4,3 4,4

in TEUR 30.06.2020 30.06.2019

in TEUR 30.06.2020 31.12.2019
EPRA-NAV1
Auf die Aktionäre entfallendes
Eigenkapital
1.371.285 1.342.175
Bewertung sonstiger langfristiger
Vermögensgegenstände
126.994 150.661
Fair Value von derivativen
Finanzinstrumenten
44.301 37.817
Latente Steuern auf derivative
Finanzinstrumente
-9.320 -8.139
Sonstige latente Steuern 185.075 228.720
EPRA-NAV 1.718.335 1.751.234
EPRA-NAV je Aktie in EUR 23,78 26,45

EPRA-Earnings und EPRA-Ergebnis je Aktie (EPRA-EPS)

Periodenergebnis nach
Minderheiten gemäß IFRS
15.858 147.587
Ergebnis aus der
Immobilienbewertung
-10.226 -134.108
Ergebnis aus der Veräußerung von
Immobilien (inklusive Nebenkosten)
0 0
Steuern auf Verkaufsergebnis 5.396 893
Bewertung Derivate 3.797 8.448
Latente Steuern auf EPRA
Anpassungen
-2.426 18.404
EPRA-Anpassungen für at equity
bewertete Unternehmen
0 -7.577
Minderheitenanteile auf EPRA
Anpassungen
0 0
EPRA-Earnings 12.399 33.647
EPRA-Ergebnis je Aktie
(EPRA-EPS) in EUR
0,17 0,51
EPRA-NNNAV1
EPRA-NAV 1.718.335 1.751.234
EPRA-NAV je Aktie in EUR 23,78 26,45
Fair Value von derivativen
Finanzinstrumenten
-44.301 -37.817
Latente Steuern auf derivative
Finanzinstrumente
9.320 8.139
Sonstige latente Steuern -185.075 -228.720
Fair-Value-Verbindlichkeiten -27.403 -38.868
Latente Steuern auf Anpassungen
der Verbindlichkeiten
6.851 9.717
EPRA-NNNAV 1.477.727 1.463.685
EPRA-NNNAV je Aktie in EUR 20,45 22,11

1 Die Berechnungen von EPRA-NAV und EPRA-NNNAV folgen den zum 31.12.2019 gültigen Regelwerken und Berechnungsmethoden.

Berechnung FFO I

in TEUR 30.06.2020 30.06.2019
Periodenergebnis 16.107 147.911
Nicht cashwirksamer Steueraufwand 2.105 20.298
Angepasstes Periodenergebnis 18.212 168.209
Nicht cashwirksames Ergebnis aus der Immobilienbewertung -10.226 -134.108
Nicht cashwirksame Abschreibungen 4.529 4.098
Ergebnis aus der Veräußerung von Immobilien 0 0
Nicht cashwirksame sonstige Effekte -1.778 -8.260
Nicht cashwirksame Bewertung von Derivaten 3.797 8.448
Nicht cashwirksame Währungsdifferenzen 2.848 638
FFO I (ohne Verkaufsergebnis) 17.382 39.025
FFO I je Aktie in EUR 0,24 0,59

Zwischenlagebericht

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftlicher Überblick

Die COVID-19-Pandemie hat das Wachstum der Weltwirtschaft abrupt beendet und eine schwere Rezession ausgelöst. Sämtliche Konjunkturprognosen mussten in den vergangenen Monaten immer wieder revidiert werden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet einen Rückgang des globalen Wirtschaftswachstums um 4,9 % für 2020 und einen Anstieg von 5,4 % im Folgejahr. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichte zwei Szenarien mit identischer Eintrittswahrscheinlichkeit. Im Falle eines milden Verlaufs der COVID-19-Pandemie geht das weltweite BIP laut OECD um 6 % zurück. Sollte es 2020 noch zu einer zweiten Infektionswelle und umfangreichen Lockdowns kommen, erwartet die OECD einen weltweiten BIP-Rückgang von 7,6 %.

Die Sommerprognose der Europäischen Kommission erwartet für das Jahr 2020 einen Rückgang des BIP von 8,3 % für die Europäische Union und von 8,7 % für den Euroraum. Für das Folgejahr prognostiziert die Kommission ein Wirtschaftswachstum von 6,1 % für die gesamte Union und von 5,8 % für den Euroraum. Die Kommission nimmt an, dass der Tiefpunkt der Rezession bereits überwunden ist und sich die EU-Wirtschaft im zweiten Halbjahr erholen wird. Eurostat geht in der vorläufigen Schnellschätzung vom Juli 2020 davon aus, dass das BIP im zweiten Quartal 2020 im Euroraum gegenüber dem Vorquartal um 12,1 % und in der EU um 11,9 % gesunken ist.

Für die heimische Volkswirtschaft erwartet die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) für das Jahr 2020 einen Rückgang des BIP um 7,2 %. Das Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) prognostiziert eine Reduktion der Wirtschaftsleistung in Österreich um 7,0 %. Gemäß der Schnellschätzung des WIFO vom Juli 2020 brach das österreichische BIP im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal um 10,7 % ein. Die Forscherinnen und Forscher rechnen mit einer dynamischen Erholung im Jahr 2021 und einem BIP-Anstieg um 4,3 %.

Für Bulgarien, Kroatien, die Tschechische Republik, Ungarn, Polen und Rumänien erwartet die OeNB vergleichsweise geringere Turbulenzen. Das Wirtschaftswachstum in der Region soll um 4,5 % zurückgehen und sich im Jahre 2021 um 3,0 % erholen. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird die konjunkturelle Situation in den anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union sein.

Der Immobilienmarkt im Überblick

Österreich

Im zweiten Quartal 2020 lag die Vermietungsleistung am Wiener Büromarkt bei rund 30.600 m². Das sind um 49 % weniger als in der Vorjahresperiode. Die Leerstandsrate verringerte sich etwas und kam auf 3,9 %. Die Spitzenmieten blieben auf einem stabilen Niveau von EUR 25/m²/Monat. Für 2020 und 2021 wird insgesamt eine Fertigstellung von 296.000 m² erwartet, davon entfallen planmäßig 190.000 m² auf Neuflächen.

Die Wiener Hotellerie konnte sich im ersten Halbjahr 2020 lediglich auf die nächtigungsstarken Monate Jänner und Februar stützen, bis es im März zum Umsatzeinbruch kam. Die Nächtigungen fielen um 65 % zurück. Der Netto-Nächtigungsumsatz verzeichnete somit ebenfalls einen erheblichen Rückgang und sank von Jänner bis Mai 2020 um 63 %.

Deutschland

Der Vermietungsumsatz auf dem Berliner Büromarkt hat sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 30 % auf 271.000 m² verringert. Auf Grund der hohen Vermietungsleistung in den vergangenen Jahren und der Unsicherheit durch die COVID-19-Pandemie ist auch der Flächenumsatz stark gesunken. Entsprechende Rückgänge konnten insbesondere bei Vermietungen von Flächen bis zu 2.000 m² beobachtet werden. Im ersten Halbjahr 2020 lagen die Spitzenmieten auf dem stabilen Level des Vorjahres bei EUR 37,50/m²/Monat. Die Durchschnittsmieten verzeichneten einen Anstieg von 16 % auf EUR 27,63/m²/Monat. Die geringe Leerstandsrate von 1,5 % reflektiert die anhaltende Anspannung auf dem Berliner Büromarkt, sodass Unternehmen

Immobilienmarkt im Überblick 1

Spitzenmieten (EUR/m²/Monat) Spitzen-Bruttorenditen (%) Gesamtvermietungs
leistung (m²)
Leerstandsquote
(%)
HJ 2020 HJ 2019 HJ 2020 HJ 2019 HJ 2020 HJ 2019 HJ 2020 HJ 2019 HJ 2020 HJ 2019 HJ 2020 HJ 2019
Büro Büro Retail Retail Büro Büro Retail Retail Büro Büro Büro Büro
Berlin 37,50 35,00 290,00 320,00 2,70 3,10 3,25 3,10 271.000 170.600 1,5 2,1
Bratislava 17,00 17,00 67,00² 67,00² 5,60 6,00 6,00² 5,50² 38.000 14.660 9,8 8,1
Budapest 26,00 26,00 120,00 135,00 5,75 5,50 5,75 5,50 91.000 127.500 7,3 6,3
Bukarest 18,75 18,50 50,00 55,00 7,00 7,00 8,00 7,50 60.000 63.700 10,2 8,8
Wien 25,00 25,50 325,00 310,00 3,45 3,65 3,30 3,15 57.000 110.000 4,6 5,0
Zagreb 15,50 15,50 70,00 60,00 8,00 8,00 6,75 6,75 12.0003 k. A. 4,0 5,0

Quelle:

1 CBRE Research

2 Daten für Einkaufszentren. Die restlichen Retail-Daten gelten für Einzelhandelsflächen in Haupteinkaufsstraßen.

3 Schätzung

Schwierigkeiten haben, zentral gelegene und vor allem flexible Büroflächen zu finden.

In den deutschen Metropolen zeigten sich bisher keine COVID-19-bedingten Auswirkungen im Wohnsegment. Die Kaufpreise für Wohnungen bewegten sich weiter aufwärts, während die Mietpreise leicht anstiegen. Die auf Grund von Homeoffice im Lockdown veränderten Arbeitsbedingungen könnten Kleinstädte als Wohnort beliebter werden lassen und städtische Randbezirke deutlich stärken.

CEE

Auf dem Budapester Büromarkt wurde im zweiten Quartal 2020 der größte Flächenumsatz seit 2018 verzeichnet. Trotz COVID-19-Pandemie wurde eine Fläche von 87.800 m² planmäßig fertiggestellt. Der Vorvermietungsgrad lag bei 64 % und war deutlich unter dem durchschnittlichen Wert der letzten Jahre. Die Vermietungsleistung mit insgesamt 88.000 m² fiel ebenfalls schwächer aus. Neuvermietungen machten davon den Großteil aus. Derzeit wird für 2020 eine Fertigstellung von weiteren 123.100 m² erwartet (59 % sind bereits vorvermietet). Der hohe Flächenumsatz und die relativ geringe Nachfrage führten zu einem Anstieg der Leerstandsrate auf 7,3 % zum Quartalsende. Die Mietpreise für Büroflächen stiegen leicht auf EUR 13,50/m²/ Monat.

Auf dem Büromarkt in Bratislava fiel die Vermietungsleistung erwartungsgemäß geringer aus. Geplante Fertigstellungen von Büroflächen werden verschoben. Die Leerstandsrate erhöhte sich auf 9,8 %. Die Spitzenmieten lagen bei EUR 17/m²/Monat.

In Zagreb sank die Leerstandsrate auf dem Büromarkt auf ein historisches Tief von 2,9 %. Die fertiggestellten neuen Büroflächen bedienten eine anhaltende Nachfrage, die weiterhin größtenteils vom IT-Sektor angetrieben wird. Die Spitzenmieten betrugen EUR 15,50/m²/Monat.

In Bukarest wurde die Nachfrage nach Büroflächen durch die COVID-19-Krise gedämpft. Demnach belief sich die Nachfrage im ersten Halbjahr 2020 auf 100.000 m². Insgesamt wurde dem Markt eine Fläche von 105.000 m² zur Verfügung gestellt. Die Spitzenmieten betrugen EUR 18,50/m²/Monat. Die Leerstandsrate erhöhte sich leicht auf 11,5 %. Für das zweite Halbjahr 2020 ist eine Fertigstellung von weiteren 100.000 m² geplant.

Dem rumänischen Einzelhandelsmarkt hat der temporäre Lockdown erheblich geschadet. Rund 45 % der Mieter rechnen mit einem Umsatzrückgang von mindestens 30 %. Demnach ist eine langsame Markterholung erst für das vierte Quartal 2020 absehbar.

Der Hotelmarkt in CEE wurde durch die aktuelle Krise ebenfalls massiv belastet. Obwohl die Aussicht für das Jahr ungewiss bleibt, gibt es erste Signale für eine leichte Markterholung, da Investoren langsam wieder ihre Aktivitäten aufnehmen. Es wird angenommen, dass sich preiswertere Hotels schneller erholen als Luxushotels oder jene, die sich auf Geschäftsreisen und Konferenzen fokussieren.

Quellen: CBRE, Cushman & Wakefield, DB Research, EHL Insights, Knight Frank, Savills Research, Vienna Research Forum, www.b2b.wien.info, www.business-review.eu, www.ec.europa.eu, www.empirica-systeme.de, www.imf.org, www.oecd.org, www.oenb.at, www.romania-insider.com, www.wifo.ac.at

Geschäfts- und Ergebnisentwicklung

Immobilienportfolio

Das Immobilienportfolio der S IMMO bestand per 30.06.2020 aus 352 Objekten (31.12.2019: 331) mit einem Buchwert von EUR 2.395,1 Mio. (31.12.2019: EUR 2.371,0 Mio.) und einer Gesamtnutzfläche von rund 1,2 Mio. m² (31.12.2019: 1,2 Mio. m²). Im Berichtszeitraum lag der Vermietungsgrad bei 94,4 %. Die Berechnung des Vermietungsgrads umfasst dabei alle Ertragsliegenschaften, für die aktuell kein Entwicklungspotenzial identifiziert wird. Die Gesamt-Mietrendite belief sich auf 5,1 %.

Nach Buchwert betrachtet, bildeten Objekte in Österreich einen Portfolioanteil von 18,8 % (31.12.2019: 19,1 %) und in Deutschland von 49,8 % (31.12.2019: 48,5 %). Die Immobilien in CEE machten 31,4 % (31.12.2019: 32,4 %) aus.

Zum 30.06.2020 bestand das Portfolio nach Hauptnutzungsarten ohne Grundstücke zu 41,8 % aus Bürogebäuden (31.12.2019: 41,4 %), zu 18,9 % aus Geschäftsimmobilien (31.12.2019: 19,6 %), zu 30,0 % aus Wohnobjekten (31.12.2019: 29,0 %) und zu 9,3 % aus Hotels (31.12.2019: 10,0 %).

Operative Perfomance: COVID-19-bedingter Rückgang der Gesamterlöse

Die Gesamterlöse verzeichneten auf Grund der COVID-19- Pandemie einen Rückgang von 13,1 % gegenüber dem Vergleichszeitraum und betrugen EUR 87,8 Mio. (1. Hj. 2019: EUR 101,0 Mio.). Verantwortlich für diese Entwicklung waren vor allem die Erlöse aus der Hotelbewirtschaftung, die wegen staatlich verordneter Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung und auf Grund des starken Rückgangs im Städtetourismus im zweiten Quartal eingebrochen sind. Positiv anzumerken ist jedoch, dass ein bedeutender Teil der ausgefallenen Erlöse durch eine Reduktion des Aufwands aus der Hotelbewirtschaftung auf EUR 11,1 Mio. (1. Hj. 2019: EUR 18,3 Mio.) kompensiert werden konnte.

Die Mieterlöse sind hingegen auf Grund von Zukäufen und einem guten operativen Management des Bestandsportfolios um rund 4,2 % auf EUR 60,6 Mio. (1. Hj. 2019: EUR 58,1 Mio.) gestiegen. Allerdings führten die negativen Auswirkungen von COVID-19 gleichzeitig zu deutlich erhöhten Wertberichtigungen auf Forderungen, sodass sich der Aufwand für Wertberichtigungen beziehungsweise Abschreibungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf EUR 3,4 Mio. (1. Hj. 2019: EUR 0,4 Mio.) verschlechterte.

Das Bruttoergebnis verringerte sich in weiterer Folge auf EUR 45,7 Mio. (1. Hj. 2019: EUR 52,7 Mio.). Die Tatsache, dass der Rückgang in verhältnismäßig engen Grenzen gehalten werden konnte, ist auf große operative Anstrengungen und die breite Diversifikation des Portfolios zurückzuführen.

1 Ohne Vienna Marriott Hotel und Budapest Marriott Hotel und ohne Umgliederung von Teilen der Betriebskostenerlöse

1 Ohne Vienna Marriott Hotel und Budapest Marriott Hotel und ohne Umgliederung von Teilen der Betriebskostenerlöse

Verringerung EBITDA, positives Bewertungsergebnis

Der Verwaltungsaufwand lag mit EUR 9,6 Mio. (1. Hj. 2019: EUR 9,4 Mio.) in etwa auf dem Vorjahresniveau, sodass sich das EBITDA auf 12-Monats-Sicht um 16,5 % auf EUR 36,1 Mio. (1. Hj. 2019: EUR 43,3 Mio.) verringerte.

Das Ergebnis aus der Immobilienbewertung war erfreulicherweise trotz der negativen Auswirkungen der COVID-19-Krise insgesamt positiv und betrug EUR 10,2 Mio. (1. Hj. 2019: EUR 134,1 Mio.). In weiterer Folge belief sich das EBIT auf EUR 41,8 Mio. (1. Hj. 2019: EUR 173,3 Mio.).

Positives Periodenergebnis trotz COVID-19-Krise

Im Periodenvergleich hat sich durch die COVID-19-bedingten Verschiebungen der Hauptversammlungen von IMMOFINANZAG und CA Immobilien Anlagen AG in das zweite Halbjahr vor allem das Ausbleiben der entsprechenden Dividendenerträge (1. Hj. 2019: EUR 17 Mio.) bemerkbar gemacht. Insgesamt belief sich das Finanzergebnis auf EUR -21,8 Mio. (1. Hj. 2019: EUR -2,5 Mio.).

Das im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Bewertungsergebnis wirkte sich positiv auf die Ertragsteuern aus, sodass sich der Gesamtsteueraufwand auf EUR -3,9 Mio. verbesserte (1. Hj. 2019: EUR -22,9 Mio.).

Trotz der Auswirkungen der COVID-19-Krise ergab sich damit für das erste Halbjahr 2020 ein Periodenüberschuss von EUR 16,1 Mio. (1. Hj. 2019: EUR 147,9 Mio.). Das Ergebnis je Aktie betrug EUR 0,22 (1. Hj. 2019: EUR 2,23).

Konzernbilanz – erfolgreiche Kapitalerhöhung

Die Bilanzsumme der S IMMO Gruppe verringerte sich leicht von EUR 3.137,7 Mio. per 31.12.2019 auf EUR 3.110,2 Mio. per 30.06.2020. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten erhöhte sich gegenüber dem Jahresende deutlich und lag per 30.06.2020 bei EUR 223,9 Mio. (31.12.2019: EUR 111,6 Mio.). Zurückzuführen ist diese Steigerung vor allem auf eine Barkapitalerhöhung im Jänner 2020, welche im Wege eines Accelerated-Bookbuilding-Verfahrens (ABB) durchgeführt wurde. Durch die Ausgabe von 6.691.717 Stück junger Aktien, die zu einem Bezugspreis von EUR 22,25 je Aktie und damit at market – also ohne Abschlag zum Schlusskurs des 15.01.2020 – begeben wurden, konnte ein Bruttoemissionserlös (vor Abzug der Nebenkosten) von EUR 148,9 Mio. erzielt werden.

Auf Grund der Unsicherheiten in Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie kam es zu Abwertungen der zu Börsenkursen bewerteten Beteiligungen an der IMMOFINANZ AG und CA Immobilien Anlagen AG, sodass sich die Position "andere finanzielle Vermögenswerte" auf EUR 396,8 Mio. (31.12.2019: EUR 554,1 Mio.) verringerte und die Gesamtergebnisrechnung entsprechend negativ beeinflusste.

Die S IMMO hat im ersten Halbjahr 2020 einzelne Liegenschaften in Deutschland erworben. Ankäufe in Österreich und CEE fanden im ersten Halbjahr nicht statt. Das Eigenkapital ohne Fremdanteile erhöhte sich im ersten Halbjahr 2020 auf EUR 1.371,3 Mio. (31.12.2019: EUR 1.342,2 Mio.). Per 30.06.2020 beliefen sich der Buchwert je Aktie auf EUR 18,98 (31.12.2019: EUR 20,27) und die Eigenkapitalquote auf 44,2 % (31.12.2019: 42,9 %).

Nach dem Bilanzstichtag hat die S IMMO AG im Zuge der im Juli 2020 stattgefundenen Kapitalerhöhung der IMMOFINANZ AG 2,7 Mio. Aktien der IMMOFINANZ AG um insgesamt rund EUR 41,3 Mio. zugekauft. Darüber hinaus zeichnete die S IMMO AG auch eine Pflichtwandelschuldverschreibung, die ebenfalls von der IMMOFINANZ AG im Juli 2020 platziert wurde, um insgesamt EUR 18 Mio.

Finanzierung – Verbesserung der LTV-Ratio

Eine wesentliche Kennzahl zur Beurteilung der Finanzierungsstruktur ist die Loan-to-Value-Ratio (LTV-Ratio). Die S IMMO unterscheidet zwei Arten dieser Kennzahl: LTV-Ratio für durch Immobilien (Hypotheken) besicherte Finanzierungen und LTV-Ratio für unbesicherte Finanzierungen. Letztere sind im Wesentlichen die von der S IMMO AG emittierten Anleihen. Die bilanzierten Immobilieninvestments der S IMMO beliefen sich per 30.06.2020 auf EUR 2.791,0 Mio. (31.12.2019: EUR 2.924,2 Mio.). Die LTV-Ratio für durch Immobilien besicherte Finanzierungen lag mit 33,8 % (31.12.2019: 32,7 %) leicht über dem Niveau zum Jahresende 2019. Die LTV-Ratio für unbesicherte Finanzierungen abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betrug per 30.06.2020 10,8 % (31.12.2019: 14,2 %). Die Verbesserung der LTV-Ratio für unbesicherte Finanzierungen ist vor allem auf die Cashzuflüsse durch die Kapitalerhöhung im ersten Quartal zurückzuführen. Insgesamt verbesserte sich die LTV-Ratio der Gesellschaft trotz der negativen Auswirkungen von COVID-19 auf die Bewertung der Immobilieninvestments erneut und sank auf 44,6 % (31.12.2019: 46,9 %). Die Berechnungsmethode beider Kennzahlen ist im Geschäftsbericht 2019 ausführlich beschrieben.

Risikomanagementbericht

Als international tätiger Immobilienkonzern ist die S IMMO Gruppe mit einer Vielzahl von Risiken und Chancen konfrontiert, die sowohl auf die operative Geschäftstätigkeit, die Entscheidungsprozesse als auch auf die strategische Unternehmensführung Einfluss haben. Durch die Identifizierung, Analyse, Steuerung und Überwachung der Risiken und Chancen versucht die Gruppe, negative Entwicklungen und potenzielle Risikofaktoren rechtzeitig zu erkennen und diese so weit als möglich zu minimieren. Dennoch kann das Eintreten von Risiken nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Eine detaillierte Erläuterung möglicher Risiken für das laufende Geschäftsjahr sowie das Risikomanagement der S IMMO AG sind im Geschäftsbericht 2019 (Seite 52 ff.) dargestellt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit der genannten Risiken hängt von einer Vielzahl von Faktoren – unter anderem von der Konjunkturentwicklung in den jeweiligen Märkten – ab.

Im ersten Halbjahr 2020 haben die COVID-19-Pandemie und in Folge die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zu einer schweren Weltwirtschaftskrise geführt und eine Revision sämtlicher Konjunkturprognosen nach sich gezogen. Expertinnen und Experten des Instituts für höhere Studien (IHS) gehen in ihrer aktuellen Prognose davon aus, dass der Tiefpunkt der Rezession bereits im zweiten Quartal 2020 erreicht wurde, sodass die globale Wirtschaft in den kommenden Monaten und Quartalen wieder moderat wachsen kann (Details siehe gesamtwirtschaftlicher Überblick auf Seite 8). Alle getroffenen Prognosen stehen unter dem Vorbehalt des weiteren Verlaufs der Pandemie.

In diesem Umfeld ist es auch für das Management der S IMMO schwierig, präzise Prognosen über die weiteren Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Geschäftstätigkeit der S IMMO und die einzelnen Segmente bzw. Nutzungsarten zu treffen. Gegenwärtig geht das Management davon aus, dass es im zweiten Halbjahr zu einer wirtschaftlichen Erholung kommt. Sollten sich allerdings die Infektionszahlen wieder drastisch erhöhen und die lokalen Regierungen erneut entsprechende Restriktionen einführen, besteht das Risiko von Mietrückgängen bzw. Mietausfällen vor allem im Retailsegment. Die pandemiebedingten Auswirkungen auf die Tourismusbranche machen weitere Umsatzrückgänge bei den unter Managementverträgen betriebenen Hotels wahrscheinlich. Die in allen Märkten angeschlagene wirtschaftliche Situation erhöht darüber hinaus das Vermietungs- und Leerstandrisiko, ein nachhaltiger Rückgang des allgemeinen Mietniveaus würde sich auch in den Immobilienbewertungen niederschlagen. Langfristig könnte die COVID-19- Pandemie zu Trendveränderungen in der Immobilienbranche führen. So könnte beispielsweise der Wunsch nach Homeoffice zunehmen und zu einer verstärkten Nachfrage nach Wohnimmobilien am Stadtrand beziehungsweise im Umland von Großstädten führen.

Auch Investitionen sind unter den aktuellen Bedingungen mit einem höheren Risiko behaftet. Ebenso beeinflussen negative Preisentwicklungen an den Börsen die Geschäftstätigkeit der S IMMO und hätten insbesondere Auswirkungen auf den Kurs der S IMMO Aktie, aber auch die Bewertungen der Aktienbeteiligungen an der IMMOFINANZ AG und CA Immobilien Anlagen AG.

Die S IMMO verfolgt eine diversifizierte Portfoliostrategie mit Immobilien in unterschiedlichen Märkten und mit unterschiedlichen Nutzungsarten. Dadurch können Risiken gestreut werden. Die Immobilienbranche ist stark von Immobilienzyklen geprägt und erfordert einen langfristigen Betrachtungshorizont. Das Management geht davon aus, dass die aktuelle Krise in den kommenden Quartalen auch Chancen bieten wird. Die Interventionen der Zentralbanken zur Abfederung der Pandemieauswirkungen und die Annahme, dass das Zinsniveau noch längere Zeit auf sehr niedrigem Niveau bleiben wird, könnten sich positiv auf Immobilien und Aktien auswirken.

Ausblick

Im aktuellen Umfeld konzentriert sich das Management der S IMMO AG gemeinsam mit seinem Team darauf, in laufender Kommunikation mit den Mieterinnen und Mietern die negativen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens weitestmöglich zu reduzieren. Der Vorstand geht davon aus, dass der Tiefpunkt der Krise im ersten Halbjahr erreicht wurde, und blickt mit vorsichtigem Optimismus auf das zweite Halbjahr. Die Annahme des Managements ist, dass im ersten Quartal 2021 mehrere getestete Impfstoffe beziehungsweise verschiedene Behandlungsmethoden vorliegen werden, womit eine Erholung der Konjunktur Hand in Hand gehen würde. Auf Basis dieses Szenarios arbeitet das Unternehmen bereits jetzt daran, den langjährigen Aufwärtstrend im Jahr 2021 fortzusetzen. Dazu gehören ausgewählte Investitionen genauso wie das Vorantreiben von Projektentwicklungen und diverse Planungsaktivitäten in der Grundstücksbevorratung.

Die S IMMO ist eine krisenerprobte Gesellschaft mit einem hochwertigen Portfolio und einem sehr erfahrenen Team. Auch in der aktuellen Krise versucht das Unternehmen, mögliche Chancen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu nutzen. Immobilien werden als Investment weiterhin nachgefragt werden – vor allem bei dem derzeit noch immer sehr niedrigen Zinsniveau. Aktuell geht das Management davon aus, dass es vor allem im Hotelsegment in den kommenden Quartalen zu einer Marktbereinigung kommen wird. Chancen könnten sich in erster Linie bei Büro- und Wohnimmobilien ergeben. Hochwertige Büroobjekte in guten Lagen werden attraktiv bleiben ebenso wie Wohnimmobilien, wo eventuell sogar mit Preissteigerungen zu rechnen ist. Gerade bei risikoaversen Investoren ist der Bereich Wohnen in Krisenzeiten besonders beliebt.

Ankaufsseitig bleiben daher aufstrebende deutsche Städte wie zum Beispiel Erfurt und Leipzig im Investitionsfokus des Unternehmens. Die umfangreichen Grundstücksreserven im Berliner Umfeld bilden eine starke Entwicklungspipeline für die nächsten Jahre. Gleichzeitig ist das Risiko dieser Investitionen durch die niedrigen Ankaufspreise sehr überschaubar. Investitionsmöglichkeiten werden auch in der CEE-Region, vor allem in Budapest, Bukarest, Bratislava und Zagreb, laufend geprüft. Dazu beobachten Expertinnen und Experten des Unternehmens kontinuierlich die Trends und Märkte und können gegebenenfalls schnell reagieren.

Konzernzwischenabschluss

Konzernbilanz zum 30.06.2020

Aktiva in TEUR Anhangangabe 30.06.2020 31.12.2019 Langfristiges Vermögen Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Vermietete Immobilien 3.1.1. 2.238.171 2.188.317 Entwicklungsprojekte und unbebaute Grundstücke 3.1.1. 31.667 21.846 2.269.838 2.210.163 Selbst genutzte Immobilien 3.1.2. 120.676 124.377 Sonstiges Sachanlagevermögen 4.658 5.123 Immaterielle Vermögenswerte 221 242 Anteile an at equity bewerteten Unternehmen 35.932 36.284 Beteiligungen 4.275 3.863 Ausleihungen an at equity bewertete Unternehmen 2.918 2.010 Andere finanzielle Vermögenswerte 3.1.3. 396.840 554.090 Latente Steuern 1.118 1.077 2.836.476 2.937.229 Kurzfristiges Vermögen Vorräte 221 332 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.862 7.437 Ausleihungen an at equity bewertete Unternehmen 8.737 6.631 Sonstige finanzielle Vermögenswerte 9.127 6.932 Andere Vermögenswerte 20.358 31.063 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.1.4. 223.899 111.564 269.204 163.959 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 3.1.5. 4.560 36.500 273.764 200.459

3.110.240 3.137.688

Passiva
in TEUR
Anhang
angabe
30.06.2020 31.12.2019
Eigenkapital 3.1.6.
Grundkapital 262.561 240.544
Kapitalrücklagen 183.542 68.832
Sonstige Rücklagen 925.182 1.032.799
1.371.285 1.342.175
Nicht beherrschende Anteile 3.151 2.910
1.374.436 1.345.085
Langfristiges Fremdkapital
Anleiheverbindlichkeiten 3.1.7. 497.038 525.352
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 3.1.8. 917.630 848.862
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 1.390 1.376
Andere Verbindlichkeiten 7.587 6.723
Latente Steuern 176.873 221.658
1.600.518 1.603.971
Kurzfristiges Fremdkapital
Anleiheverbindlichkeiten 3.1.7. 28.507 0
Finanzverbindlichkeiten 3.1.8. 70.860 145.221
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 7.177 1.649
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.863 5.510
Andere Verbindlichkeiten 25.879 36.252
135.286 188.632

3.110.240 3.137.688

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

vom 01.01.2020 bis zum 30.06.2020

in TEUR Anhang
angabe
01–06/2020 01–06/2019
Erlöse
Mieterlöse 3.2.1. 60.572 58.105
Betriebskostenerlöse 15.996 16.178
Erlöse aus der Hotelbewirtschaftung 3.2.1. 11.182 26.711
87.750 100.994
Sonstige betriebliche Erträge 1.086 978
Aufwand aus der Immobilienbewirtschaftung 3.2.2. -32.076 -30.995
Aufwand aus der Hotelbewirtschaftung 3.2.2. -11.052 -18.320
Bruttoergebnis 45.708 52.657
Erlöse aus der Veräußerung von Immobilien 40.550 6.510
Buchwerte veräußerter Immobilien -40.550 -6.510
Ergebnis aus der Veräußerung von Immobilien 3.2.3. 0 0
Verwaltungsaufwand -9.583 -9.372
Ergebnis vor Steuern, Immobilienbewertung, Abschreibungen und Finanzergebnis
(EBITDA)
36.125 43.285
Abschreibungen -4.529 -4.098
Ergebnis aus der Immobilienbewertung 3.2.4. 10.226 134.108
Betriebsergebnis (EBIT) 41.822 173.295
Finanzierungsaufwand 3.2.5. -24.155 -27.853
Finanzierungsertrag 3.2.5. 979 17.5041
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen 3.2.5. 1.364 7.830
Finanzergebnis -21.812 -2.519
Ergebnis vor Steuern (EBT) 20.010 170.776
Ertragsteuern 3.2.6. -3.903 -22.865
Periodenergebnis 16.107 147.911
davon den Anteilseignern der Muttergesellschaft zuordenbar 15.858 147.587
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuordenbar 249 324
Ergebnis je Aktie
unverwässert = verwässert 0,22 2,23

1 davon Dividendenerträge aus Beteiligungen an börsennotierten Immobiliengesellschaften: 1. Hj. 2019: EUR 17,0 Mio.

Konzernzwischenabschluss — Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung // Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

vom 01.01.2020 bis zum 30.06.2020

in TEUR 01–06/2020 01–06/2019
Periodenergebnis 16.107 147.911
Bewertung Cashflow-Hedge -4.372 -12.909
Ertragsteuern auf Cashflow-Hedge 654 2.336
Umgliederung erfolgswirksamer Derivatbewertungseffekte 1.686 568
Ertragsteuern auf Umgliederung erfolgswirksamer Derivatbewertungseffekte -421 -142
Währungsrücklage 2.713 239
Sonstiges Ergebnis (bei Realisierung erfolgswirksam) 260 -9.908
Bewertung von finanziellen Vermögenswerten FVOCI -164.979 56.135
Ertragsteuern aus Bewertung von finanziellen Vermögenswerten FVOCI 41.245 -16.891
Sonstiges Ergebnis (bei Realisierung nicht erfolgswirksam) -123.734 39.244
Sonstiges Ergebnis -123.475 29.336
davon den Anteilseignern der Muttergesellschaft zuordenbar -123.475 29.336
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuordenbar 0 0
Konzern-Gesamtergebnis der Periode -107.368 177.247
davon den Anteilseignern der Muttergesellschaft zuordenbar -107.617 176.923
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuordenbar 249 324

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

vom 01.04.2020 bis zum 30.06.2020

in TEUR Anhang
angabe
04–06/2020 04–06/2019
Erlöse
Mieterlöse 3.2.1. 29.439 29.694
Betriebskostenerlöse 6.398 7.812
Erlöse aus der Hotelbewirtschaftung 3.2.1. 1.269 15.644
37.106 53.150
Sonstige betriebliche Erträge 759 568
Aufwand aus der Immobilienbewirtschaftung 3.2.2. -15.233 -15.296
Aufwand aus der Hotelbewirtschaftung 3.2.2. -2.713 -9.758
Bruttoergebnis 19.919 28.664
Erlöse aus der Veräußerung von Immobilien 36.831 1.810
Buchwerte veräußerter Immobilien -36.831 -1.810
Ergebnis aus der Veräußerung von Immobilien 3.2.3. 0 0
Verwaltungsaufwand -5.157 -4.907
Ergebnis vor Steuern, Immobilienbewertung, Abschreibungen und Finanzergebnis
(EBITDA)
14.762 23.757
Abschreibungen -2.240 -2.009
Ergebnis aus der Immobilienbewertung 3.2.4. 41.765 124.167
Betriebsergebnis (EBIT) 54.287 145.915
Finanzierungsaufwand 3.2.5. -10.298 -14.307
Finanzierungsertrag 3.2.5. 412 17.1181
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen 3.2.5. 1.311 4.328
Finanzergebnis -8.575 7.139
Ergebnis vor Steuern (EBT) 45.712 153.054
Ertragsteuern 3.2.6. -8.185 -20.244
Periodenergebnis 37.527 132.810
davon den Anteilseignern der Muttergesellschaft zuordenbar 37.297 132.531
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuordenbar 230 279
Ergebnis je Aktie
unverwässert = verwässert 0,52 2,00

1 davon Dividendenerträge aus Beteiligungen an börsennotierten Immobiliengesellschaften: Q2 2019: EUR 17,0 Mio.

Konzernzwischenabschluss — Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung // Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

vom 01.04.2020 bis zum 30.06.2020

in TEUR 04–06/2020 04–06/2019
Periodenergebnis 37.527 132.810
Bewertung Cashflow-Hedge -1.925 -5.373
Ertragsteuern auf Cashflow-Hedge 203 976
Umgliederung erfolgswirksamer Derivatbewertungseffekte 1.015 284
Ertragsteuern auf Umgliederung erfolgswirksamer Derivatbewertungseffekte -253 -71
Währungsrücklage -328 238
Sonstiges Ergebnis (bei Realisierung erfolgswirksam) -1.289 -3.946
Bewertung von finanziellen Vermögenswerten FVOCI -20.541 11.106
Ertragsteuern aus Bewertung von finanziellen Vermögenswerten FVOCI 5.135 -5.633
Sonstiges Ergebnis (bei Realisierung nicht erfolgswirksam) -15.406 5.473
Sonstiges Ergebnis -16.695 1.527
davon den Anteilseignern der Muttergesellschaft zuordenbar -16.695 1.527
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuordenbar 0 0
Konzern-Gesamtergebnis der Periode 20.832 134.337
davon den Anteilseignern der Muttergesellschaft zuordenbar 20.602 134.058
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuordenbar 230 279

Konzern-Geldflussrechnung

vom 01.01.2020 bis zum 30.06.2020

in TEUR 01–06/2020 01–06/2019
Fortsetzung Konzern-Geldflussrechnung
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Ausgabe von Aktien 146.477 0
Rückkauf eigener Aktien -10.274 0
Anleiheemissionen 0 149.281
Tilgung Anleihen 0 0
Rückkauf Anleihen 0 -34.044
Auszahlung für den Tausch von Anleihen 0 0
Ausschüttung Fremdanteile -8 -343
Geldzufluss aus Finanzierungen 49.579 34.403
Geldabfluss aus Finanzierungen -56.734 -19.321
Dividendenzahlung 0 -46.341
Gezahlte Zinsen -20.614 -20.810
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 108.426 62.825
Liquide Mittel 01.01. 111.564 73.281
Umgliederung liquider Mittel zu "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" 0 -359
Nettoveränderung der liquiden Mittel 112.335 60.761
Liquide Mittel 30.06.1 223.899 133.683

1 Die Auswirkungen von Währungsdifferenzen auf den Bestand der liquiden Mittel sind unwesentlich und werden daher nicht gesondert dargestellt.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

in TEUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Wäh
rungs
rücklagen
Rücklage
Hedge
Accoun
ting
Rücklage
für Eigen
kapital
instrumente
Übrige
Rück
lagen
Zwischen
summe
S IMMO
Gesell
schafter
Nicht
beherr
schende
Anteile
Summe
Stand 01.01.2020 240.544 68.832 -14.735 -17.123 91.419 973.238 1.342.175 2.910 1.345.085
Periodenergebnis 0 0 0 0 0 15.858 15.858 249 16.107
Sonstiges Ergebnis 0 0 2.713 -2.454 -123.734 0 -123.475 0 -123.475
Ausgabe von Aktien 24.314 122.766 0 0 0 0 147.080 0 147.080
Rückkauf eigener Aktien -2.297 -8.056 0 0 0 0 -10.353 0 -10.353
Veränderung nicht
beherrschender Anteile
0 0 0 0 0 0 0 -8 -8
Ausschüttung 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Stand 30.06.2020 262.561 183.542 -12.022 -19.576 -32.315 989.095 1.371.285 3.151 1.374.436
Stand 01.01.2019 240.544 68.832 -15.872 -8.636 17.113 806.873 1.108.854 2.720 1.111.574
Periodenergebnis 0 0 0 0 0 147.587 147.587 324 147.911
Sonstiges Ergebnis 0 0 239 -10.147 39.244 0 29.336 0 29.336
Veränderung nicht
beherrschender Anteile
0 0 0 0 0 0 0 -343 -343
Ausschüttung 0 0 0 0 0 -46.341 -46.341 0 -46.341
Stand 30.06.2019 240.544 68.832 -15.633 -18.783 56.357 908.118 1.239.435 2.702 1.242.137

Konzernanhang

(verkürzt)

1. Der Konzern

Die S IMMO Gruppe (S IMMO AG und ihre Tochtergesellschaften) ist ein international tätiger Immobilienkonzern. Die Konzern-Muttergesellschaft der S IMMO Gruppe, die S IMMO AG mit Sitz in 1010 Wien, Friedrichstraße 10, notiert seit 1987 an der Wiener Börse, seit 2007 im Prime-Market-Segment. Am 18.09.2017 wurde die S IMMO AG erstmals in den österreichischen Leitindex ATX aufgenommen. Tochtergesellschaften bestehen in Österreich, Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Kroatien, Rumänien und Bulgarien. Zum 30.06.2020 ist die S IMMO Gruppe Eigentümerin von Immobilien in allen zuvor genannten Ländern. Die S IMMO Gruppe ist ein international tätiger Immobilienkonzern und betreibt Ankauf und Verkauf, Immobilien-Projektentwicklung, Vermietung und Asset Management, Hotels und Einkaufszentren sowie Revitalisierungen und Sanierungen von Immobilien in Österreich, Deutschland und CEE (Slowakei, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Kroatien).

2. Grundsätze der Rechnungslegung, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1. Grundsätze der Rechnungslegung

Der Konzernzwischenabschluss zum 30.06.2020 wird in Übereinstimmung mit IAS 34 erstellt und enthält nicht alle Informationen, die in einem vollständigen IFRS-Konzernabschluss anzugeben sind. Der Zwischenabschluss sollte daher in Verbindung mit dem letzten IFRS-Konzernabschluss zum 31.12.2019 gelesen werden.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze des Konzernabschlusses per 31.12.2019 wurden bei der Erstellung des Konzernzwischenabschlusses zum 30.06.2020 weiterhin angewandt.

Der zum 30.06.2020 aufgestellte Konzernzwischenabschluss wurde weder einer vollständigen Prüfung noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Der Rechnungslegung aller in den Konzernzwischenabschluss einbezogenen Unternehmen liegen die einheitlichen Rechnungslegungsvorschriften der S IMMO Gruppe zu Grunde. Der Bilanzstichtag sämtlicher Unternehmen ist der 31.12. eines Jahres.

Im ersten Halbjahr 2020 wurden erstmalig die S IMMO Property Zwölf GmbH, Deutschland, und die SIAG Multipurpose Center, s.r.o., Slowakei, in den Konzernzwischenabschluss der S IMMO AG als vollkonsolidierte Unternehmen miteinbezogen. Ein Unternehmenszusammenschluss im Sinne von IFRS 3 war bei beiden neu konsolidierten Gesellschaften nicht gegeben.

Der Konzernzwischenabschluss ist in 1.000 Euro ("TEUR"), gerundet nach kaufmännischer Rundungsmethode, aufgestellt. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

2.2. Neu anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften

Bei der Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses wurden folgende Änderungen bestehender IAS, IFRS bzw. Interpretationen sowie die neu herausgegebenen Standards und Interpretationen beachtet.

Standard Titel des Standards Erstmalige verpflichtende Anwendung
Änderungen zu IAS 1 und IAS 8 Definition von Wesentlichkeit 01.01.2020
Rahmenkonzept Änderungen der Verweise auf das
Rahmenkonzept in den IFRS-Standards
01.01.2020
Änderungen zu IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 Interest Rate Benchmark Reform 01.01.2020

Keiner der neu anzuwendenden Standards hatte wesentliche Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernzwischenabschluss.

Daneben gibt es folgende nicht angewandte Regelungen, die von der EU noch nicht übernommen wurden:

Standard
Titel des Standards
Regulatorische Abgrenzungsposten IASB effective date 01.01.2016. Ein EU endorsement
ist nicht vorgesehen.
Versicherungsverträge 01.01.2023
Änderungen der Verweise auf das Rahmen
konzept in IFRS-Standards
01.01.2022
Verkauf oder Einlage von Vermögenswerten
zwischen einem Anleger und einem assoziierten
Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen
Am 17.12.2015 hat das IASB beschlossen, den Erst
anwendungszeitpunkt dieses Änderungsstandards auf
unbestimmte Zeit zu verschieben.
Zuordnung lang- und kurzfristiger
Verbindlichkeiten
01.01.2022. Am 15.07.2020 hat das IASB eine
Verschiebung des Inkrafttretens veröffentlicht.
Mietreduktionen in Verbindung mit COVID-19 01.06.2020
Kosten in Verbindung mit belastenden Verträgen 01.01.2022
Jährliche Verbesserungen (Zyklus 2018-2020) 01.01.2022
Erträge vor der zweckmäßigen Verwendung 01.01.2022
Verschiebung der Erstanwendung von IFRS 9 01.01.2021

2.3. Berichtswährung und Währungsumrechnung

Die Konzernberichtswährung (Darstellungswährung) ist der Euro. Die funktionale Währung wird anhand der Kriterien von IAS 21 bestimmt und ist bei der überwiegenden Anzahl der Konzerngesellschaften der Euro.

3. Ausgewählte Erläuterungen zum Konzernzwischenabschluss

3.1. Bilanz

3.1.1. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

in TEUR Vermietete Immobilien Entwicklungsprojekte und
unbebaute Grundstücke
Stand am 01.01.2019 1.880.507 73.750
Erfassung Nutzungsrechte aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 2.973 1.424
Angepasster Stand zum 01.01.2019 1.883.480 75.174
Zugänge 97.743 13.667
Abgänge -615 -1.800
Umgliederungen 62.819 -62.819
Sonstige Veränderungen 0 0
Zeitwertänderungen (über GuV erfasst) 162.722 29.424
Umgliederungen zu den zur Veräußerung gehaltenen Immobilien -17.832 -31.800
Stand am 31.12.2019 2.188.317 21.846
davon verpfändet 2.083.607 0
Zugänge 47.244 9.973
Abgänge -281 0
Umgliederungen 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0
Zeitwertänderungen (über GuV erfasst) 3.401 -152
Umgliederungen zu den zur Veräußerung gehaltenen Immobilien -510 0

Stand am 30.06.2020 2.238.171 31.667 davon verpfändet 2.132.431 0 Außerdem wurde bei den zur Veräußerung gehaltenen Immobilien eine Zeitwertänderung in Höhe von TEUR 6.977 (1. Hj. 2019: TEUR 236) über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Zusammensetzung:

Vermietete Immobilien

in TEUR 30.06.2020 31.12.2019
Österreich 395.651 397.830
Deutschland 1.164.195 1.096.887
CEE 678.325 693.600
2.238.171 2.188.317

Entwicklungsprojekte und unbebaute Grundstücke

in TEUR 30.06.2020 31.12.2019
Österreich 0 0
Deutschland 24.957 15.241
CEE 6.710 6.605
31.667 21.846

Die Bewertungsmethoden für das erste Halbjahr 2020 entsprechen Level 3 der Bewertungshierarchie des IFRS 13.86. Die Bewertungsergebnisse des ersten Halbjahres 2020 für die "als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien" beruhen zum überwiegenden Teil auf externen Bewertungsgutachten und betreffen alle Segmente.

3.1.2. Selbst genutzte Immobilien

Die selbst genutzten Immobilien betreffen Hotels, die von der S IMMO Gruppe selbst betrieben werden. Der Geschäftsbereich dieser Hotels umfasst die Zimmervermietung sowie die Gastronomie. Die Hotels werden größtenteils in Form von Managementverträgen betrieben, wodurch das Risiko der Auslastung bei der S IMMO Gruppe liegt. Daher fallen derartige Hotels nicht unter den Anwendungsbereich des IAS 40 (als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) und sind als Sachanlagen gemäß IAS 16 zu behandeln. Trotz der Auswirkungen von COVID-19 war die Erfassung eines Wertminderungsaufwands zum 30.06.2020 nicht notwendig.

3.1.3. Andere finanzielle Vermögenswerte

Die anderen finanziellen Vermögenswerte enthalten größtenteils Aktien der Gesellschaften IMMOFINANZ AG und CA Immobilien Anlagen AG, die als FVOCI (Fair Value through OCI, Level 1 der Bewertungshierarchie des IFRS 13.86) bilanziert werden. Die Bewertung erfolgte zu den am 30.06.2020 an der Wiener Börse erzielten Schlusskursen im sonstigen Ergebnis. Auf Grund der erheblichen Auswirkungen von COVID-19 auf die Aktienmärkte war diesbezüglich eine Abwertung im Vergleich zum 31.12.2019 in Höhe von TEUR 165.394 im sonstigen Ergebnis zu erfassen.

3.1.4. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

in TEUR 30.06.2020 31.12.2019
Guthaben bei Kreditinstituten 223.759 111.352
Kassenbestand 140 212
223.899 111.564

3.1.5. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Immobilienvermögen wird dann "zur Veräußerung gehalten", wenn die Absicht besteht, diese Immobilien zeitnah zu veräußern. Die zum 30.06.2020 zur Veräußerung gehaltenen Immobilien in Höhe von TEUR 4.560 betreffen ausschließlich das Segment Deutschland.

3.1.6. Eigenkapital

Im Jänner 2020 erfolgte eine Barkapitalerhöhung im Wege eines Accelerated-Bookbuilding-Verfahrens (ABB). Durch die Ausgabe von 6.691.717 Inhaberaktien gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts erhöhte sich das aktienrechtliche Grundkapital (ohne Abzug eigener Aktien) auf TEUR 267.458. Der Bezugspreis je junger Aktie wurde mit EUR 22,25 je Aktie at market – somit ohne Abschlag zum Schlusskurs vom 15.01.2020 – festgelegt. Der Bruttoemissionserlös betrug rund TEUR 148.891.

Am 24.03.2020 begann ein Aktienrückkauf-Programm, welches voraussichtlich am 30.09.2020 enden wird. Bis zum 30.06.2020 wurden 632.266 Aktien rückgekauft. Somit hielt die S IMMO AG per 30.06.2020 1.347.690 Stück (31.12.2019: 715.424 Stück) eigene Aktien.

3.1.7. Anleiheverbindlichkeiten

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Eckdaten der ausgegebenen Anleihen:

ISIN Gesamtnennbetrag
in TEUR
Kupon Effektivverzinsung Laufzeit bis
AT0000A177D2 28.549 4,50 % 4,66 % 17.06.2021
AT0000A1DBM5 33.993,5 3,25 % 3,36 % 09.04.2025
AT0000A1DWK5 65.000 3,25 % 3,31 % 21.04.2027
AT0000A1Z9D9 100.000 1,75 % 1,90 % 06.02.2024
AT0000A1Z9C1 50.000 2,875 % 2,93 % 06.02.2030
AT0000A285H4 150.000 1,875 % 1,96 % 22.05.2026
AT0000A2AEA8 100.000 2,00 % 2,01 % 15.10.2029

Alle Anleihen notieren im Corporates-Prime-Segment der Wiener Börse.

3.1.8. Sonstige Finanzverbindlichkeiten

Die sonstigen kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten betragen in Summe TEUR 988.490 (31.12.2019: TEUR 994.083) und beinhalten im Wesentlichen hypothekarisch besicherte Kredite, Derivate und Leasingverbindlichkeiten.

Im ersten Halbjahr 2020 gab es wie im Vorjahr keine Covenant-Breaches.

3.1.9. Derivative Finanzinstrumente

Die S IMMO Gruppe verwendet derzeit Swaps und Caps zur Steuerung des Zinsrisikos im Zusammenhang mit variabel verzinsten Immobilienfinanzierungen.

Der Ausweis der Zinsderivate erfolgt unter den langfristigen anderen finanziellen Vermögenswerten (30.06.2020: TEUR 41; 31.12.2019: TEUR 48) und den langfristigen Finanzverbindlichkeiten (30.06.2020: TEUR 44.342; 31.12.2019: TEUR 37.834) bzw. den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten (30.06.2020: TEUR 0; 31.12.2019: TEUR 31). Die Fair-Value-Bewertung der Derivate erfolgt auf Basis der Einschätzungen von externen Sachverständigen. Die Bewertung entspricht einer Level-2- Bewertung lt. IFRS 13. CVAs/DVAs fanden in analoger Anwendung der Methoden zum 31.12.2019 Eingang in die Derivatbewertung.

Im ersten Halbjahr 2020 wurden Bewertungsveränderungen in Höhe von TEUR -2.687 (1. Hj. 2019: TEUR -12.341) exklusive latenter Steuern und latente Steuern für Derivate in Höhe von TEUR 233 (1. Hj. 2019: TEUR 2.194) im sonstigen Ergebnis erfasst. Insgesamt wurden somit TEUR -2.454 (1. Hj: 2019: TEUR -10.147) im sonstigen Ergebnis erfasst.

30.06.2020

in TEUR Volumen Positiver
Zeitwert
Negativer
Zeitwert
Swaps 639.799 0 -44.342
Caps 190.000 41 0
Summe 829.799 41 -44.342

31.12.2019

in TEUR Volumen Positiver
Zeitwert
Negativer
Zeitwert
Swaps 618.598 0 -37.865
Caps 190.000 48 0
Summe 808.599 48 -37.865

3.2. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

3.2.1. Miet- und Betriebskostenerlöse und Erlöse aus der Hotelbewirtschaftung

Die Mieterlöse verteilen sich nach der Nutzungsart der Einzelmietflächen wie folgt:

in TEUR 01–06/2020 01–06/2019
Gewerbe 44.999 44.447
Wohnen 15.573 13.658
60.572 58.105

Innerhalb der Nutzungsart Gewerbe betreffen 55 % (1. Hj. 2019: 51 %) der Mieten den Bereich Büro, 43 % (1. Hj. 2019: 44 %) den Bereich Geschäft und 2 % (1. Hj. 2019: 5 %) den Bereich Hotel.

Die Mieterlöse sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, was vor allem auf Zugänge im Bestand der vermieteten Immobilien zurückzuführen ist. Anzumerken ist jedoch, dass im Vergleich zum Vorjahr COVID-19-bedingt deutlich höhere Wertberichtigungen auf offene Mietforderungen anzusetzen waren, welche sich in den Aufwendungen aus der Immobilienbewirtschaftung niederschlagen und in Kapitel 3.2.2 beschrieben sind. Vor allem im Bereich Einzelhandel wurden COVID-19 bedingt teilweise Lease Incentives gewährt. Diese wurden per 30.06.2020 abgegrenzt und werden über die Mietvertragslaufzeit verteilt.

Die Erlöse aus der Hotelbewirtschaftung waren im ersten Halbjahr 2020 mit TEUR 11.182 deutlich niedriger als im Vorjahr (TEUR 26.711). Dies ist einerseits auf zeitlich limitierte behördliche Schließungen im ersten Halbjahr 2020 und andererseits auf die Auswirkungen der COVID-19-Krise auf den Städtetourismus und auf die Veranstaltung von Kongressen u. Ä. zurückzuführen. Wann genau und mit welchem Verlauf eine Erholung in diesem Bereich eintreten wird, bleibt abzuwarten und steht wohl auch im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Impfstoffen und Behandlungsmöglichkeiten. Im Bereich der Hotelgastronomie ist die Erholung schon wesentlich signifikanter und zum Teil wieder auf dem Vorjahresniveau. Der Bereich der Zimmervermietung ist aber nach wie vor von den weltweiten Reisebeschränkungen stark betroffen.

3.2.2. Aufwendungen aus der Immobilien- und der Hotelbewirtschaftung

Bei den Aufwendungen aus der Immobilienbewirtschaftung handelt es sich fast ausschließlich um Aufwendungen im Zusammenhang mit den "als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien". Diese umfassen im Wesentlichen Betriebskosten, Wertberichtigungen von offenen Mietforderungen, Instandhaltungsaufwendungen und Vermittlungsprovisionen.

Die Aufwendungen aus der Hotelbewirtschaftung beinhalten hauptsächlich Aufwendungen für Speisen, Getränke, Gastronomiebedarf, Hotelzimmer, Lizenz- und Managementgebühren, Instandhaltungskosten, Betriebskosten, Provisionen, Personalaufwand und Werbekosten. Die Aufwendungen aus der Hotelbewirtschaftung unterliegen – ebenso wie die Erlöse aus der Hotelbewirtschaftung – generell saisonalen Schwankungen, welche im zweiten Quartal 2020 durch die Auswirkungen der COVID-19-Krise vollkommen überlagert wurden und keine Bedeutung erlangten. So kam es im ersten Halbjahr 2020 COVID-19-bedingt zu einer deutlichen Verringerung der Aufwendungen aus der Hotelbewirtschaftung, die mit der zeitweisen Schließung und der anschließend sehr geringen Auslastung im Zusammenhang stehen und die negativen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Bruttoergebnis aus der Hotelbewirtschaftung (1. Hj. 2020: TEUR 130; 1. Hj. 2019: TEUR 8.391) deutlich gemindert haben.

Im ersten Halbjahr 2020 waren ebenfalls auf Grund der Auswirkungen der COVID-19-Krise deutlich höhere Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu erfassen. So war im Periodenvergleich ein Anstieg der Aufwendungen für Wertberichtigungen von bzw. Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von TEUR -365 (1. Hj. 2019) auf TEUR -3.423 (1. Hj. 2020) zu erfassen, wobei der überwiegende Teil der Wertberichtigungsbedarfe auf Basis von Einzelwertberichtigungen erfasst wurde und den Bereich Retail betraf.

Von den Abschreibungen und Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfielen im ersten Halbjahr 2020 TEUR 1.834 (1. Hj. 2019: Ertrag TEUR 80) auf das Segment CEE, TEUR 1.463 (1. Hj. 2019: TEUR 349) auf das Segment Deutschland und TEUR 126 (1. Hj. 2019: TEUR 96) auf das Segment Österreich.

3.2.3. Ergebnis aus der Veräußerung von Immobilien

Im ersten Halbjahr 2020 wurden zwei Immobilien im Segment Deutschland veräußert, welche zum 31.12.2019 zur Veräußerung gehalten wurden.

in TEUR 01–06/2020 01–06/2019
Erlöse aus der Veräußerung von
Immobilien
Als Finanzinvestition gehaltene
Immobilien
0 1.810
Zur Veräußerung gehaltene
Immobilien
40.550 4.700
40.550 6.510
Buchwerte veräußerter Immobilien
Als Finanzinvestition gehaltene
Immobilien
0 -1.810
Zur Veräußerung gehaltene
Immobilien
-40.550 -4.700
-40.550 -6.510
Ergebnis aus der Veräußerung von
Immobilien
Als Finanzinvestition gehaltene
Immobilien
0 0
Zur Veräußerung gehaltene
Immobilien
0 0
0 0

3.2.4. Ergebnis aus der Immobilienbewertung

Das Ergebnis aus der Immobilienbewertung betrifft mit TEUR 32.888 (1. Hj. 2019: TEUR 93.268) das Segment Deutschland, mit TEUR -2.180 (1. Hj. 2019: TEUR 12.830) das Segment Österreich und mit TEUR -20.481 (1. Hj. 2019: TEUR 28.010) das Segment CEE.

Informationen über die der Bewertung zu Grunde liegenden nicht beobachtbaren Inputfaktoren (Level 3)

Die folgenden Tabellen zeigen die Sensitivität des beizulegenden Zeitwerts der vermieteten, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien in Bezug auf eine Änderung der nachhaltigen Mieterlöse bzw. der Zinssätze. Nicht inkludiert in der Tabelle sind zur Veräußerung gehaltene Liegenschaften sowie einzelne Immobilien mit Entwicklungspotenzial in einem Gesamtausmaß von TEUR 25.776.

Änderung der nachhaltigen Miete

30.06.2020 31.12.2019
in TEUR -10 % Ausgangswert +10 % -10 % Ausgangswert +10 %
Österreich 355.430 395.650 436.040 357.000 397.830 438.360
Deutschland 1.078.193 1.189.152 1.227.174 986.131 1.081.659 1.195.452
CEE 600.770 663.820 727.030 614.115 680.430 746.850
2.034.393 2.248.622 2.390.244 1.957.246 2.159.919 2.380.662

Änderung des Zinssatzes

30.06.2020 31.12.2019
in TEUR -10 % Ausgangswert +10 % -10 % Ausgangswert +10 %
Österreich 423.240 395.650 370.790 425.470 397.830 372.640
Deutschland 1.274.290 1.189.152 1.047.701 1.181.700 1.081.659 956.491
CEE 734.880 663.820 604.320 753.550 680.430 619.940
2.432.410 2.248.622 2.022.811 2.360.720 2.159.919 1.949.071

3.2.5. Finanzergebnis

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 01–06/2020 01–06/2019
Finanzierungsaufwand -24.155 -27.853
Finanzierungsertrag 979 17.504
Ergebnis aus at equity bewerteten
Unternehmen
1.364 7.830
-21.812 -2.519

3.2.6. Ertragsteuern

in TEUR 01–06/2020 01–06/2019
Laufender Steueraufwand -6.585 -2.733
Latenter Steuerertrag/-aufwand 2.681 -20.132
-3.903 -22.865

Im Finanzergebnis für das erste Halbjahr 2019 waren Dividendenerträge für die Investments in IMMOFINANZ AG und CA Immobilien Anlagen AG in Höhe von TEUR 17.000 enthalten. Auf Grund der COVID-19-bedingten Verschiebungen der Hauptversammlungen für beide Gesellschaften konnte im ersten Halbjahr 2020 kein entsprechender Dividendenertrag erfasst bzw. vereinnahmt werden.

4. Geschäftssegmente

Bei der S IMMO Gruppe erfolgt die Segmentberichterstattung nach Regionen. Die Betrachtung und Analyse der regionalen Struktur folgt der strategischen Ausrichtung, die zwischen Österreich, Deutschland und CEE differenziert. Die Segmente setzen sich länderweise wie folgt zusammen:

Österreich: Im Geschäftssegment Österreich sind alle österreichischen Tochterunternehmen erfasst, außer jene mit Immobilienbesitz in Deutschland.

Deutschland: Das Geschäftssegment Deutschland umfasst neben den deutschen Tochterunternehmen auch Tochterunternehmen mit gesellschaftsrechtlichem Sitz in Österreich, die Immobilien in Deutschland halten.

CEE: Im Geschäftssegment CEE sind die Tochterunternehmen in der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Kroatien erfasst.

Den Segmentinformationen liegen die gleichen Ausweis-, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zu Grunde.

Jeder Geschäftsbereich wird unabhängig von den anderen operativ geführt. Verantwortliche Unternehmensinstanz ("Chief Operating Decision Maker") der Geschäftsbereiche ist der Vorstandsvorsitzende.

Österreich Deutschland CEE Summe
in TEUR 2020 2019 2020 2019 2020 2019 2020 2019
Mieterlöse 9.578 9.500 27.032 24.552 23.962 24.053 60.572 58.105
Betriebskostenerlöse 1.970 2.065 6.174 5.281 7.852 8.832 15.996 16.178
Erlöse aus der Hotelbewirt
schaftung
5.102 13.812 0 0 6.080 12.899 11.182 26.711
Gesamterlöse 16.650 25.377 33.206 29.833 37.894 45.784 87.750 100.994
Sonstige betriebliche Erträge 245 206 219 372 623 400 1.086 978
Aufwand aus der Immobilien
bewirtschaftung
-3.265 -4.201 -15.565 -13.869 -13.246 -12.925 -32.076 -30.995
Aufwand aus der Hotelbewirt
schaftung
-6.007 -10.065 0 0 -5.045 -8.255 -11.052 -18.320
Bruttoergebnis 7.623 11.317 17.860 16.336 20.225 25.003 45.708 52.657
Ergebnis aus der Veräußerung
von Immobilien
0 0 0 0 0 0 0 0
Verwaltungsaufwand -5.239 -5.718 -3.247 -2.957 -1.096 -697 -9.583 -9.372
EBITDA 2.384 5.599 14.612 13.379 19.129 24.306 36.125 43.285
Abschreibungen -2.401 -2.267 -93 -84 -2.035 -1.747 -4.529 -4.098
Ergebnis aus der Immobilien
bewertung
-2.180 12.830 32.888 93.268 -20.481 28.010 10.226 134.108
EBIT -2.197 16.162 47.407 106.563 -3.387 50.570 41.822 173.295
30.06.2020 31.12.2019 30.06.2020 31.12.2019 30.06.2020 31.12.2019 30.06.2020 31.12.2019
Langfristiges Vermögen 881.387 1.039.618 1.189.951 1.114.859 765.139 782.753 2.836.476 2.937.229
Langfristige Verbindlichkeiten 733.643 776.139 467.529 449.390 399.347 378.442 1.600.518 1.603.971

5. Sonstige Verpflichtungen und ungewisse Verbindlichkeiten

In der S IMMO Gruppe sind zum 30.06.2020 mehrere Rechtsstreitigkeiten offen, jedoch sind sowohl die einzelnen Beträge als auch die Summe der Beträge nach Einschätzung des Managements von untergeordneter Bedeutung.

6. Wesentliche Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Nahestehende Unternehmen und Personen der S IMMO Gruppe sind:

  • die Organe der S IMMO Gruppe
  • die IMMOFINANZ AG
  • die assoziierten Unternehmen und Joint-Venture-Unternehmen des Konzerns

Im ersten Halbjahr 2020 gab es keine Related-Party-Transaktionen mit den Anteilseignern der S IMMO AG.

Die Organe der S IMMO Gruppe sind:

Vorstand der S IMMO AG

  • Mag. Ernst Vejdovszky, Wien (Vorstandsvorsitzender)
  • Mag. Friedrich Wachernig, MBA, Wien

Aufsichtsrat der S IMMO AG

  • Dr. Martin Simhandl, Wien (Vorsitzender)
  • Mag. Franz Kerber, Graz (1. stellvertretender Vorsitzender)
  • Mag. Dr. Wilhelm Rasinger, Wien (2. stellvertretender Vorsitzender)
  • Mag. Andrea Besenhofer, Wien
  • Mag. Hanna Bomba, Wien
  • Christian Hager, Krems
  • DI Manfred Rapf, Wien
  • Dr. Karin Rest, MBA, Wien

Mit Ausnahme der assoziierten Unternehmen bestanden zum 30.06.2020 keine Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen der S IMMO Gruppe.

Die S IMMO Gruppe vergibt Darlehen an assoziierte Unternehmen, die at equity bewertet werden. Per 30.06.2020 bestanden aus diesen Ausleihungen Forderungen in Höhe von TEUR 11.655 (31.12.2019: TEUR 8.641). Für diese Ausleihungen fielen im ersten Halbjahr 2020 Zinserträge in Höhe von TEUR 380 (1. Hj. 2019: TEUR 184) an. Ansonsten kam es zu keinen Transaktionen im Zusammenhang mit den assoziierten Unternehmen bzw. den Gemeinschaftsunternehmen, die at equity bewertet werden.

Es gab keine Related-Party-Transaktionen im Sinne von IAS 24 mit den nicht konsolidierten Tochterunternehmen.

7. Wesentliche Ereignisse nach dem Ende der Zwischenberichtsperiode

Im Zuge der im Juli 2020 stattgefundenen Kapitalerhöhung der IMMOFINANZ AG hat die S IMMO AG 2,7 Mio. Aktien der IMMO-FINANZ AG um insgesamt rund EUR 41,3 Mio. zugekauft. Darüber hinaus zeichnete die S IMMO AG auch eine Pflichtwandelschuldverschreibung, die ebenfalls von der IMMOFINANZ AG im Juli 2020 platziert wurde, um insgesamt EUR 18 Mio.

Wien, am 25.08.2020

Der Vorstand:

Mag. Ernst Vejdovszky e. h.

Mag. Friedrich Wachernig, MBA e. h.

Erklärung des Vorstands

gemäß § 125 Abs. 1 Z 3 Börsegesetz

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

"Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt."

Wien, am 25.08.2020

Der Vorstand

Mag. Ernst Vejdovszky Mag. Friedrich Wachernig, MBA

Finanzkalender 2020

25.08.2020 Ergebnis 1. Halbjahr 2020 02.10.2020 12.10.2020 19.10.2020 20.10.2020 21.10.2020 24.11.2020 Nachweisstichtag Hauptversammlung Ordentliche Hauptversammlung Dividenden-Ex-Tag Nachweisstichtag Dividende Dividenden-Zahltag Ergebnis 1.– 3. Quartal 2020

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Wir haben diesen Zwischenbericht mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Übermittlungs- oder Satzfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. In diesem Zwischenbericht sind, durch die Computerrechenautomatik bedingt, scheinbare Rechenfehler im Bereich der kaufmännischen Rundungen möglich. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit bzw. des Leseflusses wurden in diesem Zwischenbericht genderspezifische Bezeichnungen wie "Aktionär/Aktionärin" und "Mieterin/ Mieter" nicht durchgehend berücksichtigt. Selbstverständlich gilt die dargestellte Bezeichnung immer für Menschen beiderlei Geschlechts. Dieser Zwischenbericht enthält auch Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der S IMMO AG und ihrer Gesellschaften beziehen. Die Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum Zeitpunkt der Erstellung des Zwischenberichts zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zu Grunde gelegten Einschätzungen nicht eintreffen oder Risiken – wie die im Risikomanagementbericht des Geschäftsberichts angesprochenen – eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Mit dem Zwischenbericht ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder sonstigen Finanzinstrumenten der S IMMO AG verbunden. Entwicklungen der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu. Dieser Zwischenbericht wurde in deutscher Sprache verfasst, nur diese Version ist die authentische Fassung. Der Zwischenbericht in anderen Sprachen ist eine Übersetzung des deutschen Berichts.

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