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RWE AG Interim / Quarterly Report 2007

Nov 14, 2007

362_10-q_2007-11-14_0900d4d5-9012-40fc-822d-304e843a2b07.pdf

Interim / Quarterly Report

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Januar bis September

Bericht über die ersten drei Quartale 2007

  • Betriebliches Konzernergebnis um 20% gesteigert
  • Nettoergebnis u.a. wegen Einmaleffekten um 35% über Vorjahresniveau
  • Finanzziele für das Gesamtjahr werden mit hoher Wahrscheinlichkeit erreicht

Auf einen Blick

Eckdaten des RWE-Konzerns Jan – Sep
2007
Jan – Sep
20061
+/-
in %
Jan – Dez
2006
Stromabsatz Mrd. kWh 228,1 229,4 -0,6 312,1
Gasabsatz Mrd. kWh 222,6 262,0 -15,0 360,9
Außenumsatz Mio. € 31.498 32.241 -2,3 44.256
Deutschland Mio. € 18.718 19.792 -5,4 26.607
Außerhalb Deutschlands Mio. € 12.780 12.449 2,7 17.649
EBITDA Mio. € 6.953 5.955 16,8 7.861
Betriebliches Ergebnis Mio. € 5.828 4.837 20,5 6.106
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern Mio. € 4.769 3.286 45,1 3.657
Nettoergebnis Mio. € 2.827 2.092 35,1 3.847
Ergebnis je Aktie 5,03 3,72 35,2 6,84
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio. € 4.801 4.882 -1,7 6.783
Investitionen Mio. € 2.492 2.944 -15,4 4.728
In Sachanlagen Mio. € 2.413 2.729 -11,6 4.494
In Finanzanlagen Mio. € 79 215 -63,3 234
Free Cash Flow2 Mio. € 2.388 2.153 10,9 2.289
30.09.07 31.12.06 +/- in %
Nettoschulden3 Mio. € 4.980 6.864 -27,4
Mitarbeiter4 70.300 68.534 2,6

1 Teilweise angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 13

2 Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit abzgl. Investitionen in Sachanlagen

3 Nettofinanzschulden zzgl. Rückstellungen für Pensionen und für ähnliche Verpflichtungen

4 Umgerechnet in Vollzeitstellen

» Unsere Zielmarken für das Geschäftsjahr 2007 werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichen.«

es freut mich, dass ich gleich zu Beginn meiner Amtszeit als Vorstandsvorsitzender von RWE der Überbringer guter Nachrichten sein darf: Die Bilanz der ersten drei Quartale dieses Jahres sieht außerordentlich positiv aus. Das betriebliche Ergebnis haben wir um 20% gesteigert. Zweistelliges Wachstum in den Unternehmensbereichen RWE Power und RWE npower hat das wegen der Netzregulierung rückläufige Ergebnis der RWE Energy mehr als ausgeglichen. Das Nettoergebnis haben wir um 35% gesteigert. Zum Jahresende werden die Steigerungsraten zwar niedriger liegen. Aber unsere Zielmarken für das Geschäftsjahr 2007 werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichen.

So viel zum Geschäftsverlauf. Aus aktuellem Anlass – meiner Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden zum 1. Oktober – haben Sie sicher Fragen zu meiner Person, aber vor allem zu meinen Vorstellungen davon, welchen Kurs Ihr Unternehmen in den nächsten Jahren nehmen sollte. Auf einer Analystenkonferenz am 11. Oktober habe ich diese Fragen angesprochen. Eine Aufzeichnung der im Internet übertragenen Veranstaltung können Sie unter "www.rwe.com" verfolgen. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich damit zumindest einen ersten Eindruck verschaffen könnten. Im Februar 2008 werden wir Ihnen zusammen mit dem Jahresabschluss ausführlich unsere künftige Strategie erläutern.

Bis dahin werde ich den Großteil meiner Zeit dafür einsetzen, mir vor Ort ein persönliches Bild über die Stärken und Schwächen von RWE im Energiemarkt zu machen. Gespräche mit Vertretern der Politik sind ein weiterer Schwerpunkt. Hier sehe ich angesichts der schwierigen Position, in die die deutschen Versorger in der öffentlichen Diskussion geraten sind, besonderen Handlungsbedarf. Versorgungssicherheit, Wettbewerb und Klimaschutz kommen nur dann voran, wenn es ein gemeinsames Grundverständnis über Vorgehensweise und Rahmenbedingungen gibt.

Persönliche Kontakte mit unseren Investoren sind ebenfalls eine meiner Prioritäten für die nächsten Monate. Dafür steht Ihnen auch meine E-Mail-Adresse "[email protected]" zur Verfügung. Ich freue mich auf den Dialog mit Ihnen.

Mit freundlichem Gruß Essen, im November 2007

Dr. Jürgen Großmann Vorstandsvorsitzender der RWE AG

RWE-Aktien: Nach schwachem ersten Halbjahr deutlich im Plus

Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten setzte sich in den ersten drei Quartalen 2007 fort. Der deutsche Leitindex DAX 30 schloss Ende September mit 7.862 Punkten. Gegenüber dem Schlusskurs 2006 entspricht das einem Anstieg um 19%. Deutlich schwächer, aber ebenfalls positiv entwickelte sich der Index der wichtigsten Titel im Euroraum, Dow Jones Euro STOXX 50, dessen Performance 9 % betrug. Nach mäßigem erstem Quartal zeigten die Börsen bis Juli eine dynamische Aufwärtsentwicklung. Basis dafür waren die robuste Konjunktur, eine überwiegend gute Ertragslage der Unternehmen und hohe Auftragseingänge. Steigende Rohölpreise und zwischenzeitliche Leitzinserhöhungen der Notenbanken haben die insgesamt gute Stimmung an den Aktienmärkten nicht merklich beeinträchtigt. Am 20. Juni hat der DAX erstmals das historische Rekordhoch von 8.065 Punkten (März 2000) überschritten. Kurz darauf sorgte eine Krise am amerikanischen Hypothekenmarkt für eine weltweite Talfahrt der Börsen. Besonders Finanztitel litten unter einem Vertrauensverlust der Anleger. Der DAX 30 büßte innerhalb weniger Tage 10% seines Wertes ein. Stützungsmaßnahmen der Notenbanken für den Finanzsektor, eine Leitzinssenkung in den USA und die weiterhin robuste Konjunktur waren ausschlaggebend dafür, dass sich die Lage an den Aktienmärkten entspannte. Der DAX erholte sich und notierte im Oktober wieder zeitweilig oberhalb der 8.000-Punkte-Marke.

Die RWE-Aktien konnten ebenfalls zulegen, blieben aber etwas hinter dem Gesamtmarkt zurück. Ende September gingen die Stämme mit 88,20 € aus dem Handel. Sie kamen damit auf eine Performance (Rendite inkl. Dividende) von 10%. Die RWE-Vorzüge schlossen mit 78,95 €, was einer Performance von 15% entspricht. Im ersten Halbjahr war die Kursentwicklung der RWE-Aktien noch in starkem Maße durch negative politische Faktoren geprägt. So werden die von der Bundesregierung beschlossenen Rahmenbedingungen für den CO2-Emissionshandel ab 2008 zu erheblichen Mehrbelastungen für die Versorger führen. Auch Pläne zur Verschärfung des deutschen Wettbewerbsrechts sorgten für Verunsicherung. Im dritten Quartal konnten die RWE-Titel gegenüber dem Gesamtmarkt wieder Boden gutmachen. Unsere klaren Aussagen zu künftigen Ergebniseffekten der Netzregulierung und des CO2-Emissionshandels stießen am Kapitalmarkt auf positive Resonanz. Auch die Ankündigung der vorzeitigen Amtsübernahme des neuen

RWE-Vorstandsvorsitzenden zum 1. Oktober 2007 löste positive Kursreaktionen aus. Sein erster öffentlicher Auftritt im Rahmen einer Analystenkonferenz am 11. Oktober wurde am Kapitalmarkt begrüßt. Vor diesem Hintergrund und angesichts steigender Stromterminpreise am Großhandelsmarkt haben zahlreiche Analysten ihre Kursziele für RWE angehoben. Bei Redaktionsschluss für diesen Bericht am 9. November gingen die Stammaktien mit 95,61 € aus dem Handel.

Die Lage an den Anleihemärkten war insbesondere im dritten Quartal durch die Hypothekenkrise in den USA geprägt. Steigende Zinsen und fallende US-Immobilienpreise waren ausschlaggebend dafür, dass vor allem Schuldner mit geringerer Bonität ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen konnten. Dies führte zu einer breiten Verunsicherung der Anleger, die sich verstärkte, als immer mehr Finanzinstitute über Verluste aus US-Hypothekengeschäften berichteten. In der Folge haben sich am Kreditmarkt die Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen erhöht. Hiervon waren auch die RWE-Titel betroffen. Die Preise für die Absicherung des RWE-Kreditrisikos über fünfjährige Credit Default Swaps (CDS) erreichten Anfang November 30 Basispunkte und damit ihr bislang höchstes Niveau. Der europäische CDS-Index iTraxx Europe, gebildet aus den CDS-Preisen von 125 großen europäischen Unternehmen, lag zuletzt bei über 50 Basispunkten und damit wieder nahe an seinem diesjährigen Höchststand.

Unsere Kapitalmarktfälligkeiten für das Geschäftsjahr 2007 belaufen sich auf insgesamt 2,2 Mrd. €. Davon haben wir bis Ende September 0,8 Mrd. € und im Oktober die restlichen 1,4 Mrd. € aus der bestehenden Liquidität zurückgezahlt.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Konjunktur in den RWE-Kernmärkten weiter im Aufschwung

Die Weltwirtschaft ist in den ersten drei Quartalen 2007 dynamisch gewachsen. Allerdings haben sich die Konjunkturrisiken wegen der US-Hypothekenkrise und der dadurch verursachten Probleme an den internationalen Finanzmärkten verstärkt. In den Industriestaaten war eine Verlangsamung des Wachstums zu verzeichnen. Demgegenüber setzte sich der Aufschwung in den Schwellenländern ungebremst fort.

  • Nach vorläufigen Zahlen lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone in den ersten drei Quartalen 2007 um 2,6% über dem Vergleichswert 2006. Motor der Konjunktur war bei steigender Kapazitätsauslastung die Investitionstätigkeit. Positive Beschäftigungseffekte stützten den privaten Konsum.
  • In Deutschland ist die Wirtschaft um geschätzte 2,8% gewachsen. Aufgrund gestiegener Ertragskraft und guter Auftragslage haben die Unternehmen ihre Ausrüstungsinvestitionen ausgeweitet. Demgegenüber zeigte der Konsum trotz verbesserter Beschäftigungslage nur geringe Dynamik. Experten führen dies u. a. auf die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 zurück. Der Wachstumsbeitrag des Exports wurde durch den schwachen US-Dollar gedämpft.
  • In Großbritannien legte das reale BIP um 3 % zu, was ebenfalls auf einer verstärkten Investitionstätigkeit der Unternehmen beruht. Steigende Haushaltseinkommen und die anhaltend geringe Arbeitslosigkeit schlugen sich positiv im Konsum nieder.
  • Die EU-Länder Zentralosteuropas zeigen nach wie vor ein weit überdurchschnittliches Expansionstempo. Auch hier regen positive Beschäftigungseffekte und steigende Realeinkommen den privaten Verbrauch an. In einigen Sektoren ist bereits ein Mangel an Arbeitskräften zu beobachten. Ausfuhren und Anlageinvestitionen trugen zum Aufschwung bei. Eine Ausnahme bildet Ungarn, wo Maßnahmen zur Sanierung des Staatsbudgets den Konsum und die Investitionstätigkeit bremsten.
  • In den USA trübten vor allem rückläufige Immobilienpreise und die Krise am Hypothekenmarkt das konjunkturelle Gesamtbild. Das BIP lag dort in den ersten drei Quartalen nur um geschätzte 1,7 % über Vorjahr. Die Ausrüstungsinvestitionen konnten nicht nennenswert zulegen. Auch der Konsum wuchs zuletzt nur noch mäßig. Dagegen wirkte der schwache Dollar konjunkturstützend, weil er die Exporte anregte und die Einfuhren dämpfte.

Auf unsere operative Geschäftsentwicklung hatten die dargestellten Konjunkturbewegungen nur begrenzte Auswirkungen. Der Energieverbrauch reagiert auf Änderungen des BIP generell unterproportional. Die wirtschaftliche Dynamik schlägt sich dabei vor allem in der Nachfrage von Industrieunternehmen nieder. Bei Haushalten hängt der Energieverbrauch hauptsächlich von den Witterungsverhältnissen ab.

Energieverbrauch: Milde Witterung überlagert positive Konjunktureffekte

Milde Temperaturen in den Winter- und Frühjahrsmonaten dämpften die Energienachfrage in unseren Kernmärkten. Daneben regte das gestiegene Strompreisniveau zu einem sparsameren Verbrauch an. Gegenläufig wirkte die gute Konjunktur, insbesondere im Industriesektor.

In Deutschland lag der Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen etwa auf Vorjahresniveau. Dem witterungsbedingt niedrigeren Bedarf für Heizzwecke standen positive Effekte durch die expandierende industrielle Produktion gegenüber. Beim Erdgas waren die Mengen um 13 % rückläufig. Hier kam der verringerte Heizwärmebedarf wesentlich stärker zum Tragen.

In Großbritannien wurde etwa 4 % weniger Strom verbraucht. Wie in Deutschland minderten Witterungseffekte den Heizstromeinsatz der Privathaushalte. Die konjunkturelle Entwicklung führte nur zu geringen Nachfrageimpulsen. Der britische Gasverbrauch ist nach Schätzungen etwas gestiegen – trotz des witterungsbedingt niedrigeren Bedarfs im Haushaltssektor. Deutlich erhöht haben sich die Bezugsmengen der britischen Stromerzeuger, die verstärkt Gaskraftwerke einsetzten, um von verringerten Brennstoffpreisen zu profitieren.

Auch in unseren zentralosteuropäischen Märkten überlagerte der Witterungseffekt den positiven Konjunktureinfluss. Nach ersten Schätzungen blieb der Stromverbrauch in Ungarn und Polen annähernd unverändert, während er in der Slowakei leicht nachgab. Die Nachfrage nach Erdgas hat sich stark verringert. Sie bewegte sich in Tschechien, Ungarn und der Slowakei um 15 bis 20 % unter dem Niveau im Vergleichszeitraum 2006.

Ölpreise erreichen neues Rekordniveau

Seit Jahresbeginn haben die Notierungen an den internationalen Rohölmärkten wieder deutlich angezogen. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent, der im Januar noch bei 50 US\$ gelegen hatte, überschritt Ende September die 80-Dollar-Marke. Im Durchschnitt der ersten drei Quartale kostete das Barrel Brent 67 US\$ und damit etwa so viel wie im Vergleichszeitraum 2006. Ausschlaggebend für das noch moderate Preisniveau zu Jahresbeginn waren die ungewöhnlich milden Temperaturen. Sie dämpften den Verbrauch von Öl und Gas und ließen die Rohöl-Vorräte auf Rekordniveau ansteigen. Als sich im Laufe des ersten Quartals der Konflikt zwischen den USA und dem Iran verschärfte, zogen die Preise wieder an. Die Marktteilnehmer befürchteten Engpässe bei Öllieferungen aus der arabischen Welt. Hinzu kam, dass Unruhen in Nigeria große Teile der dortigen Ölproduktion zum Erliegen brachten. Auch Kapazitätsengpässe bei US-Raffinerien schlugen sich preiserhöhend nieder, da sie eine verstärkte Nachfrage nach europäischen Rohölprodukten auf Brent-Basis auslösten. Die Mitgliedstaaten der OPEC (Organisation Erdöl exportierender Länder) haben bisher keine Maßnahmen ergriffen, um den Preisanstieg zu bremsen.

Importpreise für Erdgas unter Vorjahresniveau

Die kontinentaleuropäischen Gasnotierungen werden typischerweise von der Preisentwicklung am Ölmarkt bestimmt – allerdings mit einer Zeitverzögerung von mehreren Monaten. Die Grenzübergangspreise für Erdgas waren um durchschnittlich 5% niedriger als in den ersten drei Quartalen des Vorjahres. Im deutschen Endkundengeschäft kam dagegen noch der deutliche Importpreisanstieg von 2006 zum Tragen. Privathaushalte mussten 5% und Industriekunden 2% mehr bezahlen als im Vergleichszeitraum. In Tschechien endete zum 1. April 2007 die staatliche Festlegung der Gaspreise durch die Regulierungsbehörde. Die Preise haben sich dort für Geschäfts- und Industriekunden um 13 % verringert. Für Privathaushalte lagen sie etwa auf Vorjahreshöhe.

Am britischen Erdgas-Spotmarkt sind die Notierungen aufgrund des witterungsbedingten Verbrauchsrückgangs und der Inbetriebnahme neuer Import-Pipelines stark zurückgegangen. Dies schlug sich in niedrigeren Preisen für Industrieunternehmen und größere Gewerbekunden nieder. Für Haushalte lagen die Entgelte dagegen – trotz bereits erfolgter Absenkungen – noch um 10 % über dem Niveau des Vergleichszeitraums 2006. Die Anpassung der Preise an die Entwicklung im Großhandelsmarkt erfolgt in diesem Kundensegment üblicherweise mit Verzögerung. Daneben sind die Kosten für den Gastransport und für den Ausgleich von Bedarfsspitzen im Jahresverlauf deutlich gestiegen. Die anhaltende Verteuerung von Rohöl und der reparaturbedingte Ausfall einer Nordsee-Pipeline trugen dazu bei, dass die Spotpreise für Erdgas zuletzt wieder etwas angezogen haben.

Steinkohlepreise auf Rekordniveau

Steinkohle ist so teuer wie nie zuvor. Ende September wurde im Rotterdamer Spothandel die 100-Dollar-Marke überschritten – bei weiter steigender Tendenz. Im Durchschnitt der ersten drei Quartale kostete die metrische Tonne 77 US\$ (inkl. Fracht und Versicherung). Vor allem der hohe Rohstoffbedarf von Indien und China sowie Transport-Engpässe in Südafrika und Australien treiben die Kohlepreise. Außerdem müssen für Seefrachten immer höhere Entgelte bezahlt werden. Die Standardroute Südafrika-Rotterdam wurde in den ersten neun Monaten 2007 mit durchschnittlich 28 US\$ je Tonne abgerechnet gegenüber 14 US\$ im Vorjahreszeitraum. Ende September wurde ein Preisniveau über 40 US\$ erreicht. Dazu beigetragen haben Abfertigungsstaus für Seeschiffe in den australischen Kohlehäfen, durch die sich die verfügbare Hochseeflotten-Kapazität verringert hat. Die für deutsche Steinkohle maßgeblichen Notierungen – ermittelt vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – spiegeln die internationale Preisentwicklung wider, allerdings mit einer Verzögerung von einigen Monaten. Sie lagen im ersten Halbjahr 2007 bei 63 € je Tonne Steinkohleeinheit. Für das dritte Quartal werden 67 € veranschlagt. Insgesamt waren die BAFA-Notierungen damit etwas höher als im Vergleichszeitraum 2006 (62 €). Ihr vergleichsweise stabiles Niveau ergibt sich aus der Dollar-Schwäche gegenüber dem Euro.

CO2-Emissionshandel: Starke Preisdifferenz zwischen 2007er- und 2008er-Zertifikaten

Der bereits Ende 2006 beobachtete Preisverfall bei CO2-Emissionsberechtigungen für das Jahr 2007 setzte sich im Berichtszeitraum fort. Die Notierungen hatten zu Jahresbeginn noch bei 6,50 € je Tonne CO2 gelegen. Sie fielen im Februar erstmals unter die 1-Euro-Marke. Ende September betrugen sie gerade noch 8 Cent. Hier spiegelt sich die Erwartung wider, dass den Unternehmen in der ersten Handelsperiode (2005-2007) in ausreichendem Umfang Zertifikate zur Verfügung stehen werden. Bestätigt wurde diese

Einschätzung durch die Emissionsbilanzen der EU-Länder für das zurückliegende Jahr, die von der Europäischen Kommission im zweiten Quartal 2007 veröffentlicht wurden. Daraus geht hervor, dass der CO2-Ausstoß der vom Emissionshandel erfassten Unternehmen in Summe deutlich niedriger war als die Zahl der vergebenen Zertifikate. Die Emissionsstatistik für 2005 hatte das gleiche Bild ergeben. Für die zweite Handelsperiode (2008-2012) wird demgegenüber mit einer deutlichen Verknappung der Zertifikate gerechnet. Hintergrund ist, dass die nationalen Allokationspläne ab 2008 zum Teil erhebliche Kürzungen bei den kostenlosen staatlichen Zuteilungen vorsehen. Dies zeigt sich in den Preisen der Emissionsberechtigungen für 2008, die im Berichtszeitraum mit durchschnittlich 19 € gehandelt wurden. Der starke Preisunterschied gegenüber 2007er-Zertifikaten ist deshalb möglich, weil Emissionszertifikate für die erste Handelsperiode nicht in die zweite Handelsperiode übertragen werden können.

Weiterhin hohe Preise im Strom-Terminhandel

Die Preisentwicklung an den europäischen Strom-Großhandelsmärkten wurde maßgeblich durch die Notierungen für Brennstoffe und CO2-Emissionszertifikate geprägt. Im Spothandel kamen zudem preisdämpfende Effekte durch das milde Winterwetter zum Tragen. Allerdings erwarten die Marktteilnehmer langfristig knapper werdende Stromerzeugungskapazitäten. Dies hatte stabilisierenden Einfluss auf die Notierungen am Terminmarkt. Im Oktober legten die Strompreise insgesamt deutlich zu. Grund waren zum einen erheblich gestiegene Brennstoffkosten und fallende Temperaturen. Im deutschen Markt kamen Engpässe bei der Stromproduktion hinzu. Hintergrund war der Stillstand mehrerer Kernkraftwerke, eine nur geringe Einspeisung von Windenergie und vermehrte Stromexporte nach Frankreich, wo Streiks und Revisionen die Kraftwerksverfügbarkeit beeinträchtigten.

Im Spothandel an der Leipziger Energiebörse EEX wurden Grundlastkontrakte im Durchschnitt der ersten drei Quartale mit 31 € je Megawattstunde (MWh) und Spitzenlastkontrakte mit 44 € abgerechnet. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2006 ist das ein Rückgang um jeweils 41%. Ausschlaggebende Faktoren waren milde Temperaturen, ein hohes Windenergie-Aufkommen und das extrem niedrige Preisniveau bei CO2-Zertifikaten für 2007. Der Strom-Terminhandel ist dagegen durch die wesentlich höheren CO2-Preise für 2008 und Folgejahre geprägt. Wer sich im Berichtszeitraum für das kommende Jahr mit Grundlaststrom eindeckte, musste durchschnittlich 55 € je MWh bezahlen und damit etwa so viel wie für einen vergleichbaren Terminkontrakt im Vorjahr. Auch in der Spitzenlast blieb das Preisniveau mit 79 € nahezu unverändert.

Um Absatz- und Preisrisiken zu verringern, verkaufen wir die Erzeugung unserer Kraftwerke nahezu vollständig auf Termin. Auf unsere Erlöse im laufenden Jahr haben daher die aktuellen Spot- und Terminpreise keinen nennenswerten Einfluss. Entscheidend ist vielmehr, zu welchen Preisen Terminkontrakte für 2007 in Vorjahren abgeschlossen wurden. Im Handelszeitraum 2005/2006 kostete 2007er-Grundlaststrom am deutschen Großhandelsmarkt durchschnittlich 47 € je MWh. Zum Vergleich: Stromlieferungen für 2006 wurden in den beiden vorangegangenen Jahren im Mittel zu 38 € je MWh gehandelt. Somit waren Terminverkäufe für 2007 um 24% teurer als Kontrakte für 2006.

Die Entwicklung der Strompreise für deutsche Endkunden stellte sich uneinheitlich dar. Industriekunden mussten durchschnittlich 3% weniger bezahlen als im Vergleichszeitraum. Hier machte sich die Preisentwicklung am Großhandelsmarkt (insbesondere im Spothandel) bemerkbar. Die Entgelte für Haushalte und kleine Gewerbebetriebe erhöhten sich hingegen um 3 bis 4 %. Generell preissteigernd wirkte die Anhebung der Mehrwertsteuer zu Jahresbeginn. Hinzu kam, dass sich die Belastungen aus dem Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG) erhöht haben. Die aktuelle Prognose des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist für 2007 ein EEG-Stromaufkommen von rund 70 Mrd. kWh aus. Damit würde der Vorjahreswert um 40% übertroffen werden. Stark zugelegt hat die Stromerzeugung aus Windkraft, Biomasse und Sonnenenergie. Nach Einschätzung des BDEW wird auch die Durchschnittsvergütung für Einspeisungen nach dem EEG höher ausfallen als 2006. Prognostiziert wird ein Zuwachs von 10,30 auf 10,94 Cent/kWh. Hier kommt der überproportionale Anstieg der Einspeisung von Solarstrom zum Tragen.

Die Strompreise in Großbritannien sind stark zurückgegangen. In den ersten drei Quartalen wurde Grundlaststrom am Spotmarkt mit durchschnittlich 23 £ (35 €) je MWh gehandelt. Das sind 46% weniger als im Vergleichszeitraum 2006. Die britischen Notierungen lagen damit allerdings noch etwas über dem deutschen Niveau. Spitzenlaststrom hat sich um ebenfalls 46% auf 30 £ (44 €) verbilligt. Wie in Deutschland war der Spotmarkt durch milde Witterung und den Preisverfall im Emissionshandel geprägt. Ein weiterer Faktor war das stark gesunkene Gaspreisniveau. In Großbritannien haben die Erzeugungskosten der Gaskraftwerke einen wesentlich stärkeren Einfluss auf die Strompreisbildung als in den meisten Ländern Kontinentaleuropas. Auch am britischen Strom-Terminmarkt gaben die Notierungen nach. Lieferverträge für das nächste Kalenderjahr wurden in den ersten drei Quartalen 2007 mit durchschnittlich 38 £ (56 €) je MWh Grundlaststrom abgerechnet. Das sind 27% weniger, als im Vorjahreszeitraum für vergleichbare Kontrakte bezahlt werden musste. In der Spitzenlast sank das Preisniveau um 25% auf 49 £ (72 €).

RWE verkauft die Stromproduktion der britischen Kraftwerke – ähnlich wie in Deutschland – weitgehend auf Termin. Die im Berichtszeitraum erzielten Erlöse werden somit vor allem dadurch bestimmt, zu welchen Preisen Stromlieferverträge für 2007 in den Vorjahren abgeschlossen wurden. Der Terminpreis 2007 lag im Handelszeitraum 2005/2006 am britischen Markt bei durchschnittlich 45 £ (66 €) je MWh Grundlaststrom. Gegenüber dem Vergleichswert für den 2006er-Kontrakt, der 35 £ (52 €) betrug, ist das ein Anstieg um 27%.

Am britischen Endkundenmarkt profitierten bislang vor allem Industrieunternehmen und große Gewerbekunden vom verringerten Niveau der Großhandelspreise. Für sie verbilligte sich der Strombezug. Dagegen fiel die Stromrechnung von Haushalten und kleineren Gewerbebetrieben – trotz zwischenzeitlicher Preissenkungen – um 5 bis 10% höher aus als im Vorjahreszeitraum. Grund sind Zeitverzögerungen bei der Preisanpassung an die Entwicklung am Großhandelsmarkt. Maßgeblich für diese Kundengruppen waren noch die extrem hohen Strombeschaffungskosten der Versorger im Jahr 2006.

In den zentralosteuropäischen Strommärkten haben sich die Endkundenpreise unterschiedlich entwickelt. Privathaushalte in Ungarn mussten über 15% mehr bezahlen als in den ersten drei Quartalen des Vorjahres. In Polen stieg das Preisniveau um 3%, in der Slowakei blieb es stabil.

Wesentliche Ereignisse

Im Berichtszeitraum

Einigung mit Bundeskartellamt im Verfahren um CO2-Kosten

Das Bundeskartellamt hat das Verfahren gegen RWE wegen angeblich unrechtmäßiger Berücksichtigung von CO2-Kosten in Industriestrompreisen im Geschäftsjahr 2005 eingestellt. Im Gegenzug wird RWE Strommengen aus abgeschriebenen Stein- und Braunkohlekraftwerken an Industriekunden versteigern. Wir sind unverändert davon überzeugt, dass die Berücksichtigung von CO2-Kosten in den Strompreisen rechtmäßig ist. Jedoch ziehen wir die Einigung mit dem Kartellamt einer langjährigen gerichtlichen Auseinandersetzung vor. Wir haben uns verpflichtet, Industrieunternehmen in vierteljährlichen Auktionen die Stromerzeugung aus Kraftwerken mit einer Gesamtkapazität von 1.575 Megawatt für den Lieferzeitraum von 2009 bis 2012 anzubieten. Dies entspricht einem Produktionsvolumen von etwa 46 Mrd. kWh. Die erste Auktion wird im ersten Quartal 2008 stattfinden. Der Startpreis liegt bei den Vollkosten eines abgeschriebenen Stein- bzw. Braunkohlekraftwerks. Kostenvorteile durch die unentgeltliche Zuteilung von CO2-Zertifikaten für die Produktion in diesen Kraftwerken sind im Startpreis enthalten.

Novellierung des deutschen Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen

Am 21. September hat sich der Deutsche Bundestag in erster Lesung mit einer Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) befasst. Ziel der Novelle ist es, die Wirksamkeit der Missbrauchsaufsicht im Energiesektor zu verbessern. Das Bundeswirtschaftsministerium geht davon aus, dass das neue Gesetz bereits Anfang 2008 in Kraft treten kann. Vorgesehen ist u. a. eine verstärkte staatliche Kostenkontrolle bei der Bildung von Energiepreisen. Ferner soll es künftig Aufgabe der Energieversorger sein, die Angemessenheit ihrer Preise nachzuweisen. Bisher liegt die Beweislast beim Kartellamt. Des Weiteren sollen kartellrechtliche Missbrauchsverfügungen – anders als bisher – sofort vollziehbar sein und damit bereits vor ihrer gerichtlichen Klärung. Allerdings soll das Kartellamt nur dann eingreifen, wenn der Abstand zwischen den Preisen des betroffenen Unternehmens und der Vergleichsunternehmen erheblich ist. Wir lehnen die geplante Novelle entschieden ab. Sie gefährdet die Vorgabe durch die EU, im europäischen Energiesektor eine Preisbildung nach marktwirtschaftlichen Prinzipien zu ermöglichen. Ihre konkreten Auswirkungen lassen sich allerdings derzeit noch nicht abschätzen. Maßgeblich ist, wie das Kartellamt das neue Instrumentarium in der Praxis anwenden wird.

Bundesrat beschließt Anreizregulierungsverordnung im deutschen Netzgeschäft

Der Bundesrat hat am 21. September 2007 die Anreizregulierungsverordnung für die deutschen Stromund Gasnetze verabschiedet. Nach Zustimmung durch die Bundesregierung wurde die Verordnung Anfang November im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Gegenüber dem Kabinettsentwurf vom 12. Juni 2007 haben sich keine wesentlichen Änderungen ergeben. Die Einführung der Anreizregulierung ist für den 1. Januar 2009 geplant. Ab diesem Zeitpunkt soll sich die Kalkulation der Netzentgelte nicht mehr ausschließlich an den individuellen Kosten orientieren, sondern auch an den Kosten von Netzbetreibern, die von der Bundesnetzagentur als effizient eingestuft werden. Die übrigen Gesellschaften müssen innerhalb von zwei fünfjährigen Regulierungsperioden das Effizienzniveau der "Benchmark"-Unternehmen erreichen. Zusätzlich sieht die Verordnung eine von allen Unternehmen zu erbringende Effizienzsteigerung vor. Diese soll in der ersten Regulierungsperiode um 1,25% und in der zweiten um 1,5% über dem jährlichen gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsfortschritt liegen. Aus unserer Sicht sind die geforderten Effizienzverbesserungen extrem hoch. Bedenklich ist auch, dass die Verordnung weitgehende Erleichterungen für kleine Unternehmen enthält, die zu einer erheblichen Ungleichbehandlung der Netzbetreiber führen werden.

RWE und schweizerische EOS tauschen Stromerzeugung aus Wasserkraft und Steinkohle

Ende August haben RWE Trading und die schweizerische EOS (Energie Ouest Suisse) einen Vertrag zum Tausch von Kraftwerks-Tranchen geschlossen. Dabei haben wir EOS die Option eingeräumt, auf täglicher Basis Grundlasterzeugung aus Steinkohlekraftwerken der RWE Power abzurufen. Im Gegenzug hat RWE das Recht, Spitzenlasterzeugung aus Wasserkraftwerken von EOS anzufordern. Die Vereinbarung tritt zum 1. Januar 2009 in Kraft und ist zunächst auf zehn Jahre befristet. RWE wird voraussichtlich Strommengen in einer Größenordnung von 1 Mrd. Kilowattstunden (kWh) pro Jahr liefern. Der Vertrag über den Tausch von Kraftwerks-Tranchen hat Modellcharakter: Wir können dadurch kurzfristig und flexibel auf Spitzenlast zugreifen, die wir andernfalls über die Börse beschaffen müssten. Außerdem verringert sich das Risiko durch CO2-Kosten. Das Tauschgeschäft mit EOS soll der Startpunkt sein für weitere Transaktionen dieser Art, mit denen wir unser Erzeugungsportfolio optimieren wollen.

RWE erneut in Nachhaltigkeits-Indizes aufgenommen

RWE ist auch 2008 in den international renommierten "Dow Jones Sustainability"-Indizes "DJSI World" und "DJSI STOXX" vertreten. Die Aufnahme in die Indexgruppe gilt als Auszeichnung für nachhaltige Unternehmensführung. Die Auswahl erfolgt auf Basis ökonomischer, ökologischer und sozialer Kriterien. Aus dem Versorgersektor haben sich 17 Unternehmen für den "DJSI World" und elf für den europäischen "DJSI STOXX" qualifiziert. RWE ist eine der wenigen deutschen Gesellschaften, die der Indexfamilie seit ihrem Start im Jahr 1999 ununterbrochen angehören.

Nach Ablauf des Berichtszeitraumes

Dr. Jürgen Großmann neuer Vorstandsvorsitzender der RWE AG ab 1. Oktober 2007

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2007 hat der Aufsichtsrat der RWE AG Dr. Jürgen Großmann zum Vorsitzenden des Vorstandes der RWE AG bestellt. Um einen reibungslosen Führungswechsel zu ermöglichen, hat der bisherige Amtsinhaber Harry Roels die vorzeitige Beendigung seiner noch bis 31. Januar 2008 laufenden Bestellung angeboten und ist mit Ablauf des 30. September 2007 aus dem Konzern ausgeschieden. Ursprünglich sollte Dr. Jürgen Großmann zum 1. November 2007 in den Konzernvorstand eintreten und zum 1. Februar 2008 den Vorsitz übernehmen.

Verschiebung des Börsengangs von American Water

Der für Ende 2007 geplante Börsengang von American Water wird verschoben. Aufgrund der aktuell ungünstigen Rahmenbedingungen am US-Kapitalmarkt geht RWE nicht davon aus, derzeit den fairen Wert für American Water erzielen zu können. Für das Geschäftsjahr 2007 sind damit die Voraussetzungen für eine erhöhte Ausschüttungsquote von 70 bis 80% des nachhaltigen Nettoergebnisses und einen Aktienrückkauf, die beide an die Entkonsolidierung von American Water zum Bilanzstichtag 31.12.2007 geknüpft waren, nicht gegeben.

RWE wird Gesellschaft für erneuerbare Energien gründen

RWE hat die Gründung einer Gesellschaft beschlossen, in der unsere Aktivitäten auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien gebündelt werden. Das Unternehmen wird am 1. Februar 2008 an den Start gehen und unmittelbar der RWE AG zugeordnet sein. Wir unterstreichen damit die Bedeutung der erneuerbaren Energien für den Konzern. Künftig wollen wir hier deutlich mehr investieren als bisher. Die Mittel sollen dort eingesetzt werden, wo die energiewirtschaftlichen und geographischen Rahmenbedingungen besonders attraktiv sind. Der Großteil wird voraussichtlich in Windkraftprojekte fließen.

RWE regt "Energiepakt für Deutschland" an

Anlässlich der Niedersächsischen Energietage in Hannover hat der Vorstandsvorsitzende der RWE AG zu einem "Energiepakt für Deutschland" aufgerufen. Hintergrund ist die aktuelle Konfrontation zwischen Industrie, Energiewirtschaft und Politik im Hinblick auf Strompreise und Wettbewerb. Mit der Initiative setzt sich RWE dafür ein, dass Lösungen für die drängenden energiewirtschaftlichen Aufgaben der Zukunft konstruktiv und vor allem gemeinsam erarbeitet werden. Besondere Bedeutung wird den erneuerbaren Energien, der Kraft-Wärme-Kopplung und einer deutlichen Ausweitung der Energieforschung beigemessen. RWE will dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.

Schwerer Unfall auf der Baustelle des Braunkohlekraftwerks in Neurath

Ende Oktober hat sich auf der Baustelle des Braunkohlekraftwerks in Neurath ein schwerer Arbeitsunfall ereignet, bei dem drei Menschen ums Leben kamen und sechs Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Aus noch ungeklärter Ursache hatten sich tonnenschwere Hilfskonstruktionen am Großkesselgerüst gelöst und waren aus großer Höhe zu Boden gestürzt. Wir rechnen damit, dass sich die ursprünglich für Januar 2010 geplante Fertigstellung des betroffenen Blocks durch das Unglück verzögern wird. Zur Dauer der Verzögerung lassen sich erst dann nähere Angaben machen, wenn der Schaden analysiert und die Unfallursache ermittelt ist.

Anmerkungen zur Berichtsweise

In Einklang mit Veränderungen in der Konzernstruktur haben wir unsere Berichtssystematik angepasst. Dies betrifft die Berichterstattung über die ersten drei Quartale 2007 und den Ausblick auf das Gesamtjahr.

  • Eine rückwirkende Anpassung der Quartalszahlen für 2006 ergibt sich aus dem Verkauf von Thames Water, den wir Ende letzten Jahres abgeschlossen haben. Wir erfassen die veräußerten Wasseraktivitäten analog zum Vorgehen im Jahresabschluss 2006 als "nicht fortgeführte Aktivität".
  • Seit dem 1. Januar 2007 weisen wir die neu gegründete RWE Gas Midstream unter der Position "Sonstige, Konsolidierung" bei RWE Energy aus. RWE Gas Midstream ist auf die kommerzielle Optimierung der nicht regulierten Gasaktivitäten ausgerichtet. Dabei handelt es sich um Beschaffungs-, Transport- und Speicherverträge sowie das Geschäft mit verflüssigtem Erdgas (Liquefied Natural Gas – LNG).
  • Rückwirkend zum 1. Januar 2006 haben wir innerhalb der RWE Energy die Berichtsposition "Überregionale Aktivitäten" eingeführt. Diese besteht im Wesentlichen aus der alten Position "Transport Strom/Gas" und enthält darüber hinaus die Aktivitäten von Thyssengas und RWE Aqua, die bei RWE Energy bislang unter "Sonstige, Konsolidierung" ausgewiesen waren. Das Vertriebs- und Transitgeschäft der RWE Transgas ordnen wir der Position "Regionen International" zu, die tschechischen Transportnetz- und Speicheraktivitäten den "Überregionalen Aktivitäten". RWE Solutions, die wir im dritten Quartal 2006 verkauft und nahezu komplett entkonsolidiert haben, erfassen wir innerhalb der RWE Energy rückwirkend unter "Sonstige, Konsolidierung".

Geschäftsentwicklung

Stromaufkommen
Januar – September
RWE Power1 RWE npower RWE-Konzern2
in Mrd. kWh 2007 2006 2007 2006 2007 2006
Eigenerzeugung 129,6 138,7 23,6 27,1 155,4 168,3
Braunkohle 56,4 52,9 56,4 52,9
Kernenergie 23,7 39,0 23,7 39,0
Steinkohle 39,0 36,8 10,0 15,5 49,5 52,9
Gas 6,4 6,3 12,9 10,5 20,3 17,7
Wasserkraft, Öl, Sonstige 4,1 3,7 0,7 1,1 5,5 5,8
Konzernexterner Strombezug 18,83 17,43 84,7 73,9
Gesamt 129,6 138,7 42,4 44,5 240,1 242,2

1 Bei RWE Power sind auch Bezüge aus Kraftwerken enthalten, die sich nicht im RWE-Eigentum befinden, über deren Einsatz wir aber aufgrund langfristiger Vereinbarungen frei verfügen können. In den ersten drei Quartalen 2007 waren dies 25,0 Mrd. kWh aus Steinkohle und 2,1 Mrd. kWh

aus Wasserkraft, Öl, Sonstigem.

2 Inkl. Erzeugungs- und Bezugsmengen von Regionalgesellschaften der RWE Energy

3 Strombezug der RWE npower im Wesentlichen über RWE Trading

Stromerzeugung um 8 % rückläufig

Der RWE-Konzern hat in den ersten drei Quartalen 155,4 Mrd. kWh Strom produziert, 8 % weniger als im Vergleichszeitraum 2006. Eigenerzeugung und Fremdbezug summieren sich zu einem Stromaufkommen von 240,1 Mrd. kWh. Hier lagen wir etwa auf Vorjahresniveau.

RWE Power steuerte 129,6 Mrd. kWh bei und damit 83 % der gesamten Eigenerzeugung. Darin enthalten ist auch die Produktion von Kraftwerken, die sich nicht im RWE-Eigentum befinden, über deren Einsatz wir aber aufgrund langfristiger Vereinbarungen frei verfügen können. Gegenüber dem Vorjahr hat RWE Power 7% weniger Strom erzeugt. Hauptgrund sind außerplanmäßige Stillstände unserer beiden Kernkraftwerksblöcke am Standort Biblis. Zulegen konnten wir dagegen bei der Braunkohleverstromung, nachdem 2006 ein Brand am Standort Niederaußem und planmäßige Stillstände zu Produktionsbeschränkungen geführt hatten. Gestiegen ist auch die Erzeugung unserer Steinkohlekraftwerke, da wir hier von günstigen Marktbedingungen profitieren konnten.

Die Stromproduktion der RWE npower ist um 13 % auf 23,6 Mrd. kWh zurückgegangen. In Großbritannien waren die Marktbedingungen für Steinkohle- und Ölkraftwerke ungünstiger als 2006. Demgegenüber haben wir verstärkt Gas verstromt, da sich hier die Brennstoffkosten deutlich verringert haben.

RWE Energy trug mit 2,2 Mrd. kWh geringfügig zur Stromerzeugung bei. Diese Mengen sind im Wesentlichen deutschen Regionalgesellschaften zuzuordnen.

Der konzernexterne Strombezug stieg um 15% auf 84,7 Mrd. kWh an, u. a. weil deutlich mehr Strom nach dem Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien in das Netz der RWE Energy eingespeist wurde.

Gasförderung ausgebaut – Rückgang der Ölproduktion

Unsere Upstream-Gesellschaft RWE Dea hat im Berichtszeitraum 2.259 Mio. m³ Gas und 2.075 Tsd. m³ Öl gefördert. Umgerechnet in Öläquivalente summierte sich die Produktion auf 26,8 Mio. Barrel gegenüber 31,5 Mio. Barrel im Vorjahreszeitraum. Die Gasmengen erhöhten sich um 9 %. Hauptgrund war, dass wir in mehreren britischen Nordsee-Gasfeldern die Fördertätigkeit aufgenommen haben. In Deutschland produzierten wir dagegen weniger Gas als im Vorjahr. Hier kam die witterungsbedingt niedrige Nachfrage zum Tragen. Beim Rohöl sind die Fördervolumina um 31 % zurückgegangen. Hierzu trug bei, dass wir uns im Juli 2006 von unserer Beteiligung KazGerMunai in Kasachstan und im April 2007 von unserer Konzession in Dubai getrennt haben. Ein weiterer Faktor war, dass im norwegischen Ölfeld "Snorre" die Aufteilung der Fördermengen zwischen den Konsortialpartnern nach vertragsgemäßer Prüfung neu festgelegt wurde. Die uns zustehende Produktion hat sich dadurch verringert, bisher zu viel erhaltene Mengen werden wir bis Ende 2008 aus der laufenden Produktion zurückerstatten. In Ägypten und Dänemark verzeichneten wir zudem natürliche Förderrückgänge im Zuge der Ausschöpfung bestehender Reserven.

Stromabsatz nahezu auf Vorjahresniveau

In den ersten drei Quartalen 2007 haben wir 228,1 Mrd. kWh Strom an konzernexterne Kunden geliefert. Das entspricht etwa dem Vorjahresniveau. Der Stromabsatz liegt typischerweise etwas unter dem Stromaufkommen. Zurückzuführen ist dies auf Netzverluste sowie auf den Eigenverbrauch bei der Braunkohleförderung und in Pumpspeicherkraftwerken.

Außenabsatz Strom
Januar – September
RWE Power RWE Energy RWE npower RWE-Konzern
in Mrd. kWh 2007 2006 2007 2006 2007 2006 2007 2006
Privat- und Gewerbekunden 0,2 0,3 26,7 28,2 15,9 16,2 43,0 44,8
Industrie- und Geschäftskunden 1,7 48,4 43,8 24,4 25,8 72,8 71,3
Weiterverteiler 10,7 10,2 51,6 42,1 62,3 52,3
Stromhandel 50,0 61,0 50,0 61,0
Gesamt 60,9 73,2 126,7 114,1 40,3 42,0 228,1 229,4

Die externen Stromverkäufe der RWE Power beliefen sich auf 60,9 Mrd. kWh. Davon entfallen 50,0 Mrd. kWh auf den Verkauf konzerneigener Stromproduktion am Großhandelsmarkt durch RWE Trading. In den Zahlen nicht erfasst sind reine Handelsgeschäfte mit fremdbezogenem Strom. Der Absatzrückgang um 17% ergibt sich in erster Linie aus dem Stillstand unserer beiden Kernkraftwerksblöcke in Biblis.

Bei RWE Energy erhöhten sich die Stromlieferungen um 11% auf 126,7 Mrd. kWh. Hauptgrund ist die Weitergabe gestiegener Einspeisungen von Strom aus erneuerbaren Energien. Auch der Abschluss von Neuverträgen mit industriellen Großkunden und Energieversorgungsunternehmen trug zum Anstieg bei. Im Geschäft mit Privathaushalten und kleinen Gewerbebetrieben konnte unsere Internet-gestützte Vertriebsgesellschaft eprimo ihren Absatz auf 0,5 Mrd. kWh ausbauen. Allerdings waren die Strommengen in diesem Segment insgesamt rückläufig. Zurückzuführen ist das u. a. auf energiesparendes Verhalten der Verbraucher. Außerdem haben sich unsere Kundenzahlen wegen steigender Wechselraten etwas verringert.

RWE npower hat 40,3 Mrd. kWh Strom abgesetzt und lag damit um 4 % unter dem hohen Vorjahresniveau. Witterungseffekte minderten den Strombedarf für die Raumklimatisierung. Auch Energieeinsparungen der Verbraucher spielten eine Rolle. Im Segment der Industrie- und Geschäftskunden kam hinzu, dass unsere Kundenstruktur einen gestiegenen Anteil von Unternehmen mit geringem Verbrauch aufweist.

Außenabsatz Gas
Januar – September
RWE Power RWE Energy RWE npower RWE-Konzern
in Mrd. kWh 2007 2006 2007 2006 2007 2006 2007 2006
Privat- und Gewerbekunden 37,4 50,9 29,8 28,0 67,2 78,9
Industrie- und Geschäftskunden 2,2 4,2 74,1 81,5 6,8 5,7 83,1 91,4
Weiterverteiler 11,8 13,6 60,5 78,1 72,3 91,7
Gesamt 14,0 17,8 172,0 210,5 36,6 33,7 222,6 262,0

Gasabsatz witterungsbedingt um 15% unter Vorjahr

In den ersten drei Quartalen 2007 hat der RWE-Konzern 222,6 Mrd. kWh Gas verkauft. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2006 ist das ein Minus von 15 %. Ausschlaggebend dafür war die überdurchschnittlich milde Witterung.

Bei RWE Power entspricht der Gasabsatz im Wesentlichen den von RWE Dea geförderten und an Weiterverteiler oder Endkunden vermarkteten Mengen. Hinzu kommen Verkäufe der RWE Trading. Diese waren allerdings stark rückläufig, weil wir Ende 2006 aus einem Liefervertrag mit einem Großkunden ausgestiegen sind. In Summe sind die Gaslieferungen des Unternehmensbereichs RWE Power um 21 % auf 14,0 Mrd. kWh gesunken.

Die Gasverkäufe der RWE Energy sanken – im Wesentlichen witterungsbedingt – um 18% auf 172,0 Mrd. kWh. Im Vorjahr waren sie noch außerordentlich hoch ausgefallen, u. a. weil RWE Energy große Mengen an Kraftwerksgas absetzen konnte.

Demgegenüber hat RWE npower die Gaslieferungen um 9% auf 36,6 Mrd. kWh gesteigert. Witterungsbedingte Mengeneinbußen wurden durch positive Effekte aus der Akquise neuer Kunden überkompensiert.

Umsatz operativ auf Vorjahresniveau

Der RWE-Konzern erwirtschaftete in den ersten drei Quartalen einen Außenumsatz von 31,5 Mrd. €. Gegenüber 2006 ist das ein Rückgang um 2%. Durch den Verkauf von RWE Solutions sind Erlöse von rund 700 Mio. € weggefallen. Effekte aus Wechselkursänderungen haben sich nahezu ausgeglichen. Während der Dollar gegenüber dem Euro an Wert einbüßte – in den ersten neun Monaten 2007 betrug der Durchschnittskurs 1,35 US\$/€ gegenüber 1,25 US\$/€ im Vergleichszeitraum – hat sich das Pfund von 0,69 £/€ auf 0,68 £/€ verteuert. Operativ, d.h. bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseinflüsse, blieb der Konzernumsatz stabil.

Zur Entwicklung des Umsatzes der Unternehmensbereiche:

Die konzernexternen Erlöse der RWE Power haben sich um 13 % auf 4.609 Mio. € verringert. In der Business Unit Stromerzeugung (inklusive RWE Trading) blieb der Außenumsatz um 10% hinter dem Vorjahreswert zurück. Durch den erwähnten Ausstieg der RWE Trading aus einem Großkundenvertrag sind Gaserlöse entfallen. Im Erzeugungsgeschäft kamen Mengeneinbußen durch den Stillstand des Kernkraftwerks Biblis hinzu. Unsere in Vorjahren geschlossenen Stromterminkontrakte für 2007 erbrachten dagegen preisbedingte Mehrerlöse. Bezieht man die Innenumsätze mit ein (vor allem aus Stromlieferungen zum Weiterverkauf durch RWE Energy), konnte die Business Unit um 5% zulegen. Bei RWE Dea sank der Außenumsatz um 21% auf 1.032 Mio. €. Beim Verkauf unserer Gasfördermengen haben wir niedrigere Preise realisiert als im Vorjahr, vor allem in Großbritannien. Ein weiterer Faktor war der Rückgang unserer Ölproduktion.

Außenumsatz
in Mio. €
Jan – Sep
2007
Jan – Sep
2006
+/-
in %
Jan – Dez
2006
RWE Power 4.609 5.280 -12,7 6.574
Stromerzeugung1 3.577 3.981 -10,1 4.855
RWE Dea 1.032 1.299 -20,6 1.719
RWE Energy2 19.172 19.969 -4,0 27.398
Regionen Deutschland 11.463 11.888 -3,6 16.309
Regionen International 3.711 4.024 -7,8 5.509
Überregionale Aktivitäten 3.813 3.163 20,6 4.556
Sonstige, Konsolidierung 185 894 -79,3 1.024
RWE npower 6.405 5.607 14,2 8.485
Bereich Wasser 1.226 1.3323 -8,0 1.702
Sonstige, Konsolidierung 86 53 62,3 97
RWE-Konzern 31.498 32.2413 -2,3 44.256
Davon:
Stromerlöse 20.481 18.784 9,0 25.771
Direkte Stromsteuer 696 716 -2,8 971
Gaserlöse 7.245 9.013 -19,6 12.055

1 Inkl. RWE Trading

2 Angepasste Regionalstruktur; siehe Erläuterung auf Seite 13

3 Angepasster Wert; Thames Water und die anderen im Jahr 2006 veräußerten Wasseraktivitäten sind nicht berücksichtigt.

Der Außenumsatz der RWE Energy ging um 4% auf 19,2 Mrd. € zurück, u. a. wegen des Verkaufs von RWE Solutions. Die Gaserlöse des Bereichs sanken um 26% auf 5.537 Mio. €, was hauptsächlich auf den witterungsbedingten Nachfragerückgang zurückzuführen ist. Dagegen lag der Stromumsatz mit 13,0 Mrd. € um 13% über Vorjahresniveau. Grund sind die erläuterten Mengensteigerungen, aber auch Preiseffekte. Die Mehrzahl unserer deutschen Regionalgesellschaften hat zum 1. Januar 2007 (u. a. RWE Rhein-Ruhr und RWE Westfalen-Weser-Ems) oder im Jahresverlauf ihre allgemeinen Tarife für Haushalte und kleine Gewerbebetriebe angehoben. Grund sind gestiegene Beschaffungskosten und zunehmende Belastungen aus dem Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien.

Der Umsatz des Unternehmensbereichs RWE npower stieg um 14% auf 6.405 Mio. €. Die Stromerlöse verbesserten sich von 4.486 Mio. € auf 4.687 Mio. €, die Gaserlöse von 1.054 Mio. € auf 1.446 Mio. €. RWE npower hat Ende April 2007 die Entgelte im Stromvertrieb wettbewerbsbedingt um durchschnittlich 3% und im Gasvertrieb um durchschnittlich 16% abgesenkt. Dem stehen allerdings noch umsatzsteigernde Effekte aus Preisanhebungen zum 1. April 2006 und zum 1. Oktober 2006 gegenüber. Außerdem profitiert unser britischer Energieversorger von der Akquise neuer Kunden. Witterungsbedingte Mengeneinbußen dämpften den Umsatzanstieg.

Der Außenumsatz des Bereichs Wasser sank um 8% auf 1.226 Mio. €. Nach dem Verkauf von Thames Water und anderer internationaler Wasseraktivitäten ist unter dieser Position nur noch das Geschäft unserer US-Tochtergesellschaft American Water ausgewiesen. Der Umsatzrückgang beruht maßgeblich auf der Dollar-Schwäche, die sich bei der Umrechnung der Erlöse in Euro niederschlägt. Hinzu kommen Konsolidierungseffekte. Bereinigt um diese nicht-operativen Einflüsse ist der Umsatz um 6% gestiegen. Ausschlaggebend dafür waren von den Regulierungsbehörden genehmigte Tarifanhebungen und eine gestiegene Nachfrage im regulierten Geschäft.

EBITDA Jan – Sep Jan – Sep +/- Jan – Dez
in Mio. € 2007 2006 in % 2006
RWE Power 3.720 2.718 36,9 3.372
Stromerzeugung1 3.174 2.137 48,5 2.574
RWE Dea 546 581 -6,0 798
RWE Energy2 2.166 2.425 -10,7 3.177
Regionen Deutschland 1.241 1.457 -14,8 1.856
Regionen International 530 509 4,1 688
Überregionale Aktivitäten 679 694 -2,2 864
Sonstige, Konsolidierung -284 -235 -20,9 -231
RWE npower 635 471 34,8 658
Bereich Wasser 533 5503 -3,1 689
Sonstige, Konsolidierung -101 -209 51,7 -35
RWE-Konzern 6.953 5.9553 16,8 7.861

1 Inkl. RWE Trading

2 Angepasste Regionalstruktur; siehe Erläuterung auf Seite 13

3 Angepasster Wert; Thames Water und die anderen 2006 veräußerten Wasseraktivitäten sind nicht berücksichtigt.

Betriebliches Ergebnis und EBITDA zweistellig über Vorjahr

Trotz Belastungen aus der deutschen Netzregulierung und dem Kraftwerksstillstand in Biblis konnten wir unsere Ertragslage weiter verbessern. Basis dafür war der positive operative Trend in der Stromerzeugung und ein außergewöhnlich gutes Handelsergebnis. Unser EBITDA erhöhte sich in den ersten drei Quartalen 2007 um 17% auf 6.953 Mio. €, das betriebliche Ergebnis um 20% auf 5.828 Mio. €. Konsolidierungsund Währungseffekte hatten im Saldo nur untergeordneten Einfluss auf die Ertragsentwicklung. Rechnet man sie heraus, ergibt sich ein Plus von 18 % (EBITDA) bzw. 23% (betriebliches Ergebnis).

Betriebliches Ergebnis
in Mio. €
Jan – Sep
2007
Jan – Sep
2006
+/-
in %
Jan – Dez
2006
RWE Power 3.288 2.284 44,0 2.744
Stromerzeugung1 2.894 1.822 58,8 2.132
RWE Dea 394 462 -14,7 612
RWE Energy2 1.820 2.063 -11,8 2.506
Regionen Deutschland 996 1.238 -19,5 1.427
Regionen International 474 436 8,7 583
Überregionale Aktivitäten 628 614 2,3 714
Sonstige, Konsolidierung -278 -225 -23,6 -218
RWE npower 535 379 41,2 512
Bereich Wasser 336 3513 -4,3 425
Sonstige, Konsolidierung -151 -240 37,1 -81
RWE-Konzern 5.828 4.8373 20,5 6.106

1 Inkl. RWE Trading

2 Angepasste Regionalstruktur; siehe Erläuterung auf Seite 13

3 Angepasster Wert; Thames Water und die anderen 2006 veräußerten Wasseraktivitäten sind nicht berücksichtigt.

Zum betrieblichen Ergebnis der Unternehmensbereiche:

RWE Power steigerte das Ergebnis um 44% auf 3.288 Mio. €. Auf Ebene der Business Units zeigte sich folgendes Bild:

  • Stromerzeugung: Hier konnten wir um 59% zulegen. Ein wesentlicher Effekt waren höhere Preise für Strommengen, die wir in Vorjahren auf Termin verkauft hatten. Das geringere Absatzvolumen wurde dadurch überkompensiert. Außerdem profitierten wir von leicht verringerten Preisen beim Einkauf von Kraftwerksgas. Der Erwerb von CO2-Emissionsrechten führte zu einem Aufwand von 111 Mio. € gegenüber 87 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Durch den Stillstand des Kernkraftwerks Biblis wurde das Ergebnis mit rund 600 Mio. € belastet. RWE Trading, über die wir innerhalb der Business Unit Stromerzeugung berichten, steuerte ein außergewöhnlich hohes Ergebnis bei. Es stammte insbesondere aus dem Gashandel und dem kontinentaleuropäischen Stromhandel.
  • RWE Dea: Unsere Öl- und Gas-Upstream-Gesellschaft schloss um 15% unter Vorjahr. Hauptgrund war, dass der Ergebnisbeitrag unserer im Vorjahr veräußerten Beteiligung an KazGerMunai in Kasachstan weggefallen ist. Auch die Verringerung der uns zustehenden Ölfördermengen im norwegischen Ölfeld "Snorre" schlug negativ zu Buche. Hinzu kamen preisseitige Ergebniseinbußen im Gasgeschäft und gestiegene Explorationskosten. Demgegenüber profitierten wir vom Anstieg der Gasförderung.

RWE Energy verzeichnete beim betrieblichen Ergebnis einen Rückgang um 12%. Hauptgrund war die Einführung der Regulierung des deutschen Strom- und Gasnetzgeschäfts, die gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu einer Belastung von rund 500 Mio. € führte. Gegenläufig wirkten Kostensenkungen, ein ertragsstärkeres Auslandsgeschäft und der Wegfall vorjähriger Sonderbelastungen. Auf Ebene der Business Units zeigte sich folgende Ergebnisentwicklung:

  • Regionen Deutschland: Die deutschen Regionalgesellschaften der RWE Energy schlossen um 20% unter Vorjahr ab, vor allem wegen der regulatorischen Kürzungen der Nutzungsentgelte für unsere Strom- und Gasverteilnetze. Auch der witterungsbedingte Rückgang unseres Gasabsatzes schlug negativ zu Buche. Darüber hinaus konnten wir gestiegene Strombeschaffungskosten – u. a. durch Mehrbelastungen aus dem EEG – bislang nicht vollständig in den Verkaufspreisen weitergeben. Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung begrenzten den Ergebnisrückgang.
  • Regionen International: Im kontinentaleuropäischen Vertriebsgeschäft außerhalb Deutschlands legten wir um 9% zu. Unsere tschechischen Gasverteilgesellschaften profitierten von Einmaleffekten und von Einsparungen bei Speicherentgelten, hatten aber auch Belastungen durch witterungsbedingte Absatzeinbußen. RWE Transgas verzeichnete rückläufige Erträge. Allerdings war hier das Ergebnis 2006 außerordentlich hoch ausgefallen: Der Regulierer hatte dem Unternehmen vorübergehend höhere Margen zur Kompensation nicht anerkannter Kosten aus dem Jahr 2005 zugestanden.
  • Überregionale Aktivitäten: Das betriebliche Ergebnis ist hier trotz erheblicher regulatorischer Entgeltkürzungen in unserem deutschen Stromtransportnetz – um 2% gestiegen. Basis dafür waren kostensenkende Maßnahmen und Erfolge bei der Akquise von Großkunden durch RWE Key Account GmbH. Außerdem profitierten wir von Mehrerlösen im tschechischen Gastransportgeschäft.

Das betriebliche Ergebnis der RWE npower hat sich um 41% auf 535 Mio. € erhöht. Der starke Zuwachs stammt hauptsächlich aus der Stromerzeugung. Hier konnten wir deutlich höhere Margen realisieren. Außerdem profitierten wir von einer verbesserten Verfügbarkeit unserer Kraftwerke. Im Vorjahr war das Ergebnis noch durch ältere, margenschwache Stromlieferverträge belastet, die ausgelaufen sind. Negativ wirkte, dass sich die Betriebskosten erhöht haben. Die Aufwendungen für den Zukauf von CO2-Emissionsrechten sind demgegenüber von 107 Mio. € auf 64 Mio. € zurückgegangen. Hintergrund waren verbesserte Beschaffungskonditionen. Außerdem hat sich der Zertifikatebedarf wegen der rückläufigen Stromerzeugung aus Steinkohlekraftwerken verringert. Im Vertriebsgeschäft der RWE npower kamen uns zwar gestiegene Margen und Kundenzugewinne zugute. Dem standen allerdings Absatzeinbußen infolge der milden Witterung gegenüber. Außerdem hat sich der Personalaufwand erhöht. So führten u. a. gestiegene Kundenzahlen zu einem Mehrbedarf an Mitarbeitern.

Das betriebliche Ergebnis des Bereichs Wasser (American Water) ging um 4 % auf 336 Mio. € zurück. Hauptgrund sind die erwähnten Wechselkurs- und Konsolidierungseffekte. Auf bereinigter Basis hat American Water jedoch um 4% über Vorjahr abgeschlossen. Ausschlaggebend dafür waren von den Regulierungsbehörden genehmigte Tarifanhebungen und eine gestiegene Nachfrage im regulierten Geschäft.

Nettoergebnis um 35% verbessert

Die Entwicklung beim Nettoergebnis ist vom positiven operativen Trend geprägt. Hinzu kam eine deutliche Verbesserung beim Finanzergebnis.

Neutrales Ergebnis
in Mio. €
Jan – Sep
2007
Jan – Sep
20061
+/-
in Mio. €
Jan – Dez
2006
Veräußerungsgewinne 329 398 -69 463
Firmenwert-Abschreibungen -6
Restrukturierungen, Sonstige -441 -539 98 -871
Neutrales Ergebnis -112 -141 29 -414

1 Angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 13

Das neutrale Ergebnis fiel mit -112 Mio. € negativ aus, lag aber etwas über dem Vergleichswert für 2006 (-141 Mio. €). Seine einzelnen Positionen haben sich folgendermaßen entwickelt:

  • Die Veräußerungsgewinne belaufen sich auf 329 Mio. €. Sie stammen großenteils aus dem Verkauf unserer niederländischen Gasnetzaktivitäten, die wir zum 1. Juni 2007 an die Stadt Eindhoven abgegeben haben. Auch die Übertragung unseres 25%-Anteils an der rhenag Rheinische Energie AG an die RheinEnergie AG führte zu einem Buchgewinn. Trotz der genannten Transaktionen blieben die Veräußerungsgewinne etwas hinter dem Vorjahreswert zurück. Ausschlaggebend dafür ist der hohe Ergebnisbeitrag, den wir 2006 beim Verkauf unserer 25%-Beteiligung an der Ölfördergesellschaft KazGerMunai erzielten.
  • Im Berichtszeitraum haben wir keine Abschreibungen auf Firmenwerte vorgenommen.
  • Das unter der Position "Restrukturierungen, Sonstige" ausgewiesene Ergebnis lag mit -441 Mio. € um 98 Mio. € über dem Vergleichswert 2006. Dieser war noch durch Vorsorgen belastet, die zum Teil im Zusammenhang mit Beteiligungsveräußerungen standen. Auch im Berichtszeitraum belasteten Sondervorgänge das neutrale Ergebnis. So wurden Aufwendungen bei RWE npower aus der Zeit vor der Akquisition durch RWE im Jahr 2002 nun nachträglich steuerlich anerkannt. Gemäß IFRS führte dies einerseits zu einem Steuerertrag, andererseits jedoch zu einer Anpassung der Kaufpreisallokation von 2002 und damit zu einer gleich hohen Absenkung des Firmenwerts aus der Übernahme des britischen Versorgers. Das neutrale Ergebnis fiel dadurch um 138 Mio. € niedriger aus. Daneben hatten wir Belastungen durch Rückstellungen für Haftungsrisiken, die eine bereits vor mehreren Jahren veräußerte Aktivität außerhalb unseres Kerngeschäfts betreffen. Auf den Kundenstamm von RWE npower haben wir planmäßige Abschreibungen von 247 Mio. € (Vorjahr: 245 Mio. €) vorgenommen. Aus Veränderungen der Kernenergie-Rückstellungen fielen Erträge in Höhe von 125 Mio. € an (Vorjahr: 105 Mio. €).
Finanzergebnis
in Mio. €
Jan – Sep
2007
Jan – Sep
20061
+/-
in %
Jan – Dez
2006
Zinserträge 650 1.532 -57,6 2.102
Zinsaufwendungen -1.133 -2.019 43,9 -2.824
Zinsergebnis -483 -487 0,8 -722
Zinsanteil an den langfristigen Rückstellungen -633 -873 27,5 -1.143
Übriges Finanzergebnis 169 -50 438,0 -170
Finanzergebnis -947 -1.410 32,8 -2.035

1 Angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 13

Das Finanzergebnis verbesserte sich um 463 Mio. € auf -947 Mio. €. Die Ertragsentwicklung wurde hier maßgeblich durch die Externalisierung von Pensionsverpflichtungen im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement (CTA) beeinflusst. So haben wir Ende März 7,9 Mrd. €, die der Finanzierung von Pensionszusagen dienen, auf einen externen Vermögensverwalter (RWE Pensionstreuhand e.V.) übertragen und mit den Pensionsrückstellungen verrechnet. Die dabei erfolgte Entkonsolidierung von Spezialfonds erbrachte Einmalerträge in Höhe von 155 Mio. €, die wir im "Übrigen Finanzergebnis" erfassen. Mit dem Rückgang der Pensionsrückstellungen haben sich darüber hinaus die Zinsanteile an den langfristigen Rückstellungen verringert. Unser Zinsergebnis hat sich im Saldo geringfügig verbessert. Hier kamen gegenläufige Effekte zum Tragen: So haben sich die Zinserträge durch die Ausgliederung von Wertpapieren im Rahmen des CTA verringert, während der Rückgang der Nettofinanzschulden durch den Verkauf von Thames Water positiv wirkte. Zur Verbesserung des Finanzergebnisses trug auch bei, dass unsere 2004 begebene Wandelanleihe auf Aktien der Heidelberger Druckmaschinen fällig wurde und wir unseren Anteil an dem Unternehmen reduziert haben (+142 Mio. €).

Unsere fortgeführten Aktivitäten erwirtschafteten ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 4.769 Mio. €. Das sind 45% mehr als im Vorjahr. Die Steuerquote verringerte sich um einen Prozentpunkt auf 38 %. Hauptgrund ist die erwähnte Steuerrückforderung bei RWE npower. Außerdem hatten wir höhere steuerfreie Erträge aus Beteiligungsveräußerungen, u.a. wegen der im Finanzergebnis erfassten Buchgewinne aus dem Verkauf von Aktien an Heidelberger Druckmaschinen. Ein gegenläufiger Effekt ergibt sich aus dem deutschen Unternehmenssteuerreformgesetz 2008, das im Juli verabschiedet wurde. Nach aktuellen Berechnungen wird sich der durchschnittliche zusammengefasste Ertragsteuersatz für die in Deutschland besteuerten Unternehmen des RWE-Konzerns von bisher rund 39 % auf künftig etwa 31% verringern. Die dadurch veranlasste Neubewertung bilanzierter latenter Steuern führte im Quartalsabschluss zu einem Einmalaufwand von 256 Mio. €. Auch in Großbritannien wird im kommenden Jahr der Körperschaftsteuersatz abgesenkt. Für unsere britischen Aktivitäten erbrachte die Neubewertung latenter Steuern einen einmaligen Steuerertrag von 41 Mio. €.

Nach Steuern ist das Ergebnis unserer fortgeführten Aktivitäten um 47% auf 2.965 Mio. € gestiegen. Für 2007 weisen wir kein Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten aus; der Vorjahreswert (195 Mio. €) enthält im Wesentlichen das Nachsteuerergebnis der im Jahr 2006 veräußerten Wasseraktivitäten. Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter erhöhten sich um 23 Mio. € auf 138 Mio. €.

Für das Nettoergebnis des RWE-Konzerns ergibt sich damit ein deutlicher Anstieg. Mit 2.827 Mio. € lag es um 35% über dem Vorjahreswert. Das entsprechende Ergebnis je Aktie erhöhte sich von 3,72 € auf 5,03 €.

Überleitung zum Nettoergebnis Jan – Sep
2007
Jan – Sep
20061
+/-
in %
Jan – Dez
2006
Betriebliches Ergebnis Mio. € 5.828 4.837 20,5 6.106
Neutrales Ergebnis Mio. € -112 -141 20,6 -414
Finanzergebnis Mio. € -947 -1.410 32,8 -2.035
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern Mio. € 4.769 3.286 45,1 3.657
Ertragsteuern Mio. € -1.804 -1.274 -41,6 -982
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten Mio. € 2.965 2.012 47,4 2.675
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten Mio. € 195 -100,0 1.338
Ergebnis Mio. € 2.965 2.207 34,3 4.013
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter Mio. € 138 115 20,0 166
Nettoergebnis Mio. € 2.827 2.092 35,1 3.847
Ergebnis je Aktie 5,03 3,72 35,2 6,84
Steuerquote % 38 39 27

1 Angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 13

Effizienzsteigerungsprogramm wird planmäßig umgesetzt

Unser Programm zur Effizienzsteigerung verläuft bisher nach Plan. Vorgesehen sind Maßnahmen zur Kostensenkung und Erlössteigerung, die unser jährliches Ergebnisniveau bis Ende 2010 schrittweise um insgesamt 600 Mio. € verbessern sollen. Ein Schwerpunkt ist die Erhöhung der Leistungsfähigkeit unserer deutschen Strom- und Gasnetze. Damit wollen wir die Auswirkungen der Entgeltkürzungen durch den Netzregulierer zumindest teilweise kompensieren. Außerdem planen wir umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der technischen Verfügbarkeit unseres Kraftwerksparks. Im laufenden Jahr wollen wir mit dem neuen Programm einen Ergebnisbeitrag von rund 100 Mio. € erwirtschaften.

Geplante jährliche Effizienzsteigerungen
in Mio. €
2007 2008 2009 2010 Gesamt
100 100 200 200 600

Sachinvestitionen im Energiegeschäft um 24% gesteigert

In den ersten drei Quartalen 2007 haben wir 2.492 Mio. € investiert. Das sind 15% weniger als im Vorjahr. Unsere Ausgaben für Sachanlagen verringerten sich um 12% auf 2.413 Mio. €. Der Rückgang ist im Wesentlichen dem Bereich Wasser zuzuordnen und beruht darauf, dass in der Vorjahreszahl noch die Investitionen von Thames Water enthalten sind. In den übrigen Unternehmensbereichen haben wir die Sachinvestitionen um insgesamt 24 % aufgestockt. Wichtigstes Einzelprojekt ist der Bau eines 2.100-MW-Braunkohle-Doppelblocks am Standort Neurath durch RWE Power. Außerdem errichten wir ein 875-MW-Gas-und-Dampf-Kraftwerk am Standort Lingen und haben mit den Vorarbeiten für weitere Kraftwerksneubauten in Deutschland und den Niederlanden begonnen. RWE Dea investierte verstärkt in die Gasförderung in Ägypten und Libyen. Bei RWE npower lag der Schwerpunkt auf dem Neubau eines 1.650–MW-Gasund-Dampf-Kraftwerks am Standort Staythorpe und eines 90-MW-Windparks vor der Küste von Wales.

Hervorzuheben ist auch die Nachrüstung des Kraftwerks Aberthaw mit einer Rauchgasentschwefelungsanlage. Außerdem bauen wir dort neue Dampfturbinen ein. Bei RWE Energy floss der größte Teil der Mittel in Maßnahmen zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der Netzinfrastruktur. Unsere Investitionen in Finanzanlagen fielen mit 79 Mio. € nicht ins Gewicht.

Investitionen
in Mio. €
Jan – Sep
2007
Jan – Sep
2006
+/-
in Mio. €
Jan – Dez
2006
Sachinvestitionen1
RWE Power2 1.127 869 258 1.302
Davon: RWE Dea 354 306 48 477
RWE Energy 448 488 -40 1.174
RWE npower 379 211 168 396
Bereich Wasser 430 1.132 -702 1.584
Sonstige, Konsolidierung 29 29 38
Gesamt 2.413 2.729 -316 4.494
Finanzanlageinvestitionen
RWE Power2 1 1 5
RWE Energy 47 278 -231 287
RWE npower 11 -11 11
Bereich Wasser 4 -4 4
Sonstige, Konsolidierung 31 -78 109 -73
Gesamt 79 215 -136 234
Investitionen gesamt 2.492 2.944 -452 4.728

1 Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

2 Inkl. RWE Trading

Eckdaten der Kapitalflussrechnung

In den ersten drei Quartalen 2007 haben wir einen Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 4.801 Mio. € erwirtschaftet. Wir lagen damit – trotz Entkonsolidierung von Thames Water – nur um 81 Mio. € bzw. 2% unter dem Vorjahreswert. Dabei kamen uns vor allem die Ergebnisverbesserungen in der Stromerzeugung und im Handelsgeschäft zugute. Allerdings verzeichneten wir auch negative Effekte im Nettoumlaufvermögen (Working Capital): Zuflüsse durch den Abbau von Working Capital fielen geringer aus als im Vorjahr. Unsere Ausgaben für Investitionen (inkl. Geldanlagen) lagen um 2.646 Mio. € über den Einnahmen aus Anlagenabgängen und Unternehmensverkäufen. Die Finanzierungstätigkeit führte zu einem Mittelabfluss von 2.524 Mio. €. Unsere Ausschüttungen schlugen hier mit 2,2 Mrd. € zu Buche.

Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die Sachinvestitionen, ergibt den Free Cash Flow. Dieser hat sich um 235 Mio. € bzw. 11% auf 2.388 Mio. € verbessert. Hier kam vor allem der Rückgang der Sachanlageinvestitionen zum Tragen.

Kapitalflussrechnung
in Mio. €
Jan – Sep
2007
Jan – Sep
2006
+/-
in %
Jan – Dez
2006
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 4.801 4.882 -1,7 6.783
Davon: Effekt aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens 208 336 -38,1 -534
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit -2.646 -2.318 -14,2 -2.471
Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit -2.524 -77 -2.948
Einfluss von Wechselkurs- und sonstigen
Wertänderungen auf die flüssigen Mittel
-11 33 -133,3 -1
Veränderung der flüssigen Mittel -380 2.520 -115,1 1.363
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 4.801 4.882 -1,7 6.783
Abzgl. Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte
-2.413 -2.729 11,6 -4.494
Free Cash Flow 2.388 2.153 10,9 2.289

Nettoschulden trotz hoher Dividende weiter gesunken

Unsere Nettoschulden, in denen wir auch die Pensionsrückstellungen erfassen, beliefen sich zum 30. September 2007 auf 5,0 Mrd. €. Trotz beträchtlicher Ausschüttungen (2,2 Mrd. €) haben sie sich gegenüber dem Stand zum Jahresende 2006 um 1,9 Mrd. € verringert. Hierzu trug in erster Linie der hohe Free Cash Flow bei. Desinvestitionserlöse und Währungseffekte minderten unsere Verbindlichkeiten in Summe um 1,3 Mrd. €. Die Übertragung von finanziellen Mitteln in Höhe von 7,9 Mrd. € an die RWE Pensionstreuhand e.V. hatte keinen Einfluss auf die Nettoschulden. Zwar führte sie zu einem Anstieg der Nettofinanzschulden. Dem steht allerdings ein Rückgang der Pensionsrückstellungen in nahezu gleicher Höhe gegenüber.

Nettoschulden
in Mio. €
30.09.07 31.12.06 +/-
in %
Flüssige Mittel 2.414 2.794 -13,6
Wertpapiere 11.357 17.835 -36,3
Sonstiges Finanzvermögen 2.263 3.473 -34,8
Bruttofinanzvermögen 16.034 24.102 -33,5
Anleihen, Schuldscheindarlehen, Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten, Commercial Paper
15.987 18.308 -12,7
Sonstige Finanzschulden 1.164 1.074 8,4
Bruttofinanzschulden 17.151 19.382 -11,5
Nettofinanzschulden 1.117 -4.720 123,7
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 3.863 11.584 -66,7
Nettoschulden 4.980 6.864 -27,4

Bilanzstruktur

Zum 30. September 2007 haben wir eine Bilanzsumme von 80,9 Mrd. € ausgewiesen. Das sind 12,6 Mrd. € weniger als Ende 2006. Abgesehen von saisonalen Einflüssen ist der Rückgang im Wesentlichen auf die Übertragung von Vermögenswerten in den RWE Pensionstreuhand e.V. zurückzuführen (siehe Erläuterung auf Seite 22). Unsere Eigenkapitalquote betrug 18,7%. Das langfristig gebundene Vermögen ist zu 31% (Ende 2006: 27%) durch Eigenkapital gedeckt. Dies spricht auch weiterhin für eine solide Vermögens- und Kapitalstruktur im RWE-Konzern.

Konzernbilanzstruktur 30.09.07 31.12.06
in Mio. € in % in Mio. € in %
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 49.368 61,0 51.999 55,6
Davon: Immaterielle Vermögenswerte 14.072 17,4 14.901 15,9
Davon: Sachanlagen 26.166 32,3 26.034 27,9
Kurzfristige Vermögenswerte 31.527 39,0 41.456 44,4
Davon: Forderungen und sonstige Vermögenswerte1 15.754 19,5 19.648 21,0
Davon: Wertpapiere 10.809 13,4 16.788 18,0
Gesamt 80.895 100,0 93.455 100,0
Passiva
Eigenkapital 15.144 18,7 14.111 15,1
Langfristige Schulden 41.935 51,8 52.402 56,1
Davon: Rückstellungen 21.323 26,4 28.632 30,6
Davon: Finanzverbindlichkeiten 12.997 16,1 15.672 16,8
Kurzfristige Schulden 23.816 29,5 26.942 28,8
Davon: Sonstige Verbindlichkeiten1 14.354 17,7 17.798 19,0
Gesamt 80.895 100,0 93.455 100,0

1 Inkl. Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Mitarbeiterzahl um knapp 3% angestiegen

Zum 30. September 2007 beschäftigte der RWE-Konzern 70.300 Mitarbeiter (umgerechnet in Vollzeitstellen), davon 45% (31.977) außerhalb Deutschlands. Gegenüber dem 31. Dezember 2006 hat sich die Personalzahl um 1.766 bzw. 2,6% erhöht. RWE npower verzeichnete starke operative Zuwächse in Vertrieb und Kundenservice. Allerdings hat der britische Versorger rund 800 Mitarbeiter an unsere neu gegründete Dienstleistungstochter RWE Systems UK abgegeben, über die wir unter der Position "Sonstige" berichten. Auch RWE Power hat zahlreiche neue Stellen geschaffen.

Mitarbeiter1 30.09.07 31.12.06 +/- in %
RWE Power2 18.835 18.467 2,0
RWE Energy 28.513 28.418 0,3
RWE npower 11.809 11.624 1,6
Bereich Wasser 7.016 6.809 3,0
Sonstige 4.127 3.216 28,3
RWE-Konzern 70.300 68.534 2,6

1 Umgerechnet in Vollzeitstellen

2 Inkl. RWE Trading und RWE Dea

Forschung und Entwicklung: Effizienzsteigerung und Emissionsverringerung

In den ersten drei Quartalen 2007 haben wir 44 Mio. € für Forschung und Entwicklung (F&E) aufgewendet. Effizienzsteigerung und Emissionssenkung in fossil befeuerten Kraftwerken bilden den Schwerpunkt unserer F&E-Maßnahmen. Dabei setzen wir auf die Zusammenarbeit mit Partnern aus Anlagenbau und chemischer Industrie. Der Umfang der Aktivitäten schlägt sich daher nur zum Teil in unseren eigenen F&E-Aufwendungen nieder.

Die Vorarbeiten für den Bau des weltweit ersten nahezu CO2-freien großtechnischen Kohlekraftwerks mit Abtrennung und Speicherung von CO2 gehen planmäßig voran. Hierbei wird die Vergasung von Kohle mit der CO2-Abtrennung kombiniert und der Strom in nachgeschalteten Gas- und Dampfturbinen erzeugt. Die Anlage soll 2014 in Betrieb genommen werden. Parallel entwickeln wir Verfahren zur CO2-Abtrennung aus dem Rauchgas ("CO2-Wäsche"). Sie sollen es uns ermöglichen, durch Nachrüstung existierender Kraftwerke die Emissionen nachhaltig zu senken. So hat RWE Power Ende September mit BASF und Linde die Entwicklung neuer Verfahren zur CO2-Wäsche vereinbart. Die Zusammenarbeit sieht den Bau und Betrieb einer Pilotanlage an unserem Braunkohlekraftwerk in Niederaußem vor, in der neu entwickelte Technologien und Lösungsmittel zur CO2-Abtrennung erprobt werden. Ein ähnliches Forschungsprojekt wird RWE Power mit American Electric Power (AEP) realisieren. Anfang November wurde eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. An dem Vorhaben, das im AEP-Steinkohlekraftwerk Mountaineer (1.300 MW) in New Haven, West Virginia, umgesetzt wird, ist auch Alstom beteiligt. In Großbritannien wird RWE npower eine 1-MW-Pilotanlage zur CO2-Wäsche an unserem Kohlekraftwerk Aberthaw bauen. Außerdem ist die Errichtung einer 25-MW-Demonstrationsanlage in Tilbury geplant. Mit den dargestellten Maßnahmen wollen wir einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung der nahezu CO2-freien Kohleverstromung leisten. Gefordert ist allerdings auch die Politik. Insbesondere muss auf nationaler wie europäischer Ebene ein verbindliches rechtliches und regulatorisches Umfeld geschaffen werden, das uns die für die Speicherung des CO2 in geologischen Formationen erforderliche Planungssicherheit gibt.

Ein weiteres wichtiges Projekt ist der Bau einer Braunkohle-Vortrocknungsanlage am Standort Niederaußem, mit dem wir 2006 begonnen haben. Die Pilotanlage soll 2008 den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Wir versprechen uns davon Wirkungsgradverbesserungen in der Braunkohleverstromung um bis zu vier Prozentpunkte.

Die Entwicklungsarbeiten für das "700-Grad-Kraftwerk" laufen planmäßig. Auch hier geht es um deutliche Wirkungsgradsteigerungen. Mit Ergebnissen der Tests von Material und Kraftwerkskomponenten wird für 2009 gerechnet. Danach wird ein Demonstrationskraftwerk errichtet, das den abschließenden Nachweis der kommerziellen Reife dieser Technik liefern soll.

Auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien konzentrieren wir unsere F&E-Aktivitäten auf die Erschließung weiterer Nutzungsmöglichkeiten von Biomasse. Die 700-kW-Biogas-Pilotanlage in Neurath ist im Mai 2007 in Betrieb gegangen. Sie kann etwa 1.600 Haushalte rund um die Uhr mit Strom versorgen. Zur Energieerzeugung werden täglich 38 Tonnen nachwachsende Rohstoffe eingesetzt.

Ausblick 2007

Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten weiterhin positive Konjunkturentwicklung

Nach Einschätzung führender Wirtschaftsforschungsinstitute wird die Weltwirtschaft im laufenden Jahr etwas schwächer wachsen als 2006. Der insgesamt positive konjunkturelle Trend wird zwar anhalten, allerdings machen sich in den Industrieländern zunehmend auch dämpfende Einflüsse bemerkbar, u. a. durch erhöhte Kreditrisiken. In Deutschland, unserem größten Markt, soll das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,6% steigen (Vorjahr: 2,9%). Grundlage dafür sind höhere Investitionen und ein leicht verbessertes Konsumklima. Die britische Wirtschaft wird sich voraussichtlich etwas dynamischer entwickeln. Angesichts der starken ersten drei Quartale veranschlagen die Forschungsinstitute das Wachstum auf 2,9% (Vorjahr: 2,8%). Für die EU-Staaten Zentralosteuropas fällt die Prognose besonders günstig aus. Das reale BIP dieser Volkswirtschaften dürfte in der Regel um mehr als 5 % steigen. Weiter eingetrübt haben sich dagegen die Aussichten für die USA. Die Institute erwarten, dass sich das Wachstum auch zum Jahresende nicht durchgreifend beleben und das reale BIP 2007 mit 1,9% deutlich weniger zulegen wird als 2006 (2,9%).

Hausse an den Energiemärkten setzt sich fort

Die Lage auf den Weltenergiemärkten wird weiterhin durch die starke Rohstoffnachfrage von Schwellenländern wie Indien und China geprägt sein. Dem stehen begrenzte Förder- und Transportkapazitäten gegenüber. Zugleich unterliegen die Energiemärkte kurzfristigen Einflüssen, z. B. durch Witterungsbedingungen und politische Entwicklungen, die nur schwer prognostizierbar sind. Der Ölpreis ist nach Ablauf des Berichtszeitraums weiter gestiegen. Das Barrel der Sorte Brent notierte bei Redaktionsschluss für diesen Bericht (9. November 2007) mit 93 US\$. Für das Gesamtjahr 2007 wird am Markt ein Durchschnittspreis oberhalb der 2006er-Marke (65 US\$) erwartet. Dagegen dürften die Gasnotierungen in Deutschland leicht und in Großbritannien deutlich unter dem Vorjahresmittel liegen. Bei Steinkohle zeigt die Preiskurve weiter nach oben. Am 9. November kostete die metrische Tonne im Rotterdamer Spothandel 129 US\$ (inkl. Fracht und Versicherung). Damit werden die Notierungen auch im Gesamtjahr oberhalb des Durchschnittswerts von 2006 (64 US\$) liegen.

CO2-Emissionshandel: Extrem niedrige Preise für 2007er-Zertifikate

Im europäischen Handel mit CO2-Emissionsberechtigungen werden Zertifikate für das laufende Jahr voraussichtlich weiterhin zu extrem niedrigen Preisen gehandelt. Die Notierungen lagen hier zuletzt bei 12 Cent je Tonne CO2. Dies hat allerdings nur begrenzten Einfluss auf unsere aktuellen Erzeugungskosten, da wir den Großteil der Zukäufe von 2007er-Zertifikaten in Vorjahren getätigt haben. Für die zweite Handelsperiode von 2008 bis 2012 wird dagegen eine deutliche Verknappung der verfügbaren Emissionsberechtigungen erwartet. Am 9. November notierten 2008er-Zertifikate bei 22 € je Tonne CO2.

Strompreise reflektieren knapperes Angebot, hohe Brennstoffkosten und Emissionshandel

Die Strompreise an den europäischen Großhandelsmärkten werden sich voraussichtlich auch mittelfristig auf hohem Niveau bewegen. Ausschlaggebend dafür sind weiterhin hohe Brennstoffkosten, knappe Erzeugungskapazitäten und der Emissionshandel. Der kurzfristige Spothandel unterlag auch preisdämpfenden Einflüssen, vor allem durch die erhebliche Verbilligung von CO2-Zertifikaten für 2007 und die milde Witterung im ersten Quartal. Im Herbst haben die Spotpreise allerdings wieder angezogen, was auch auf den Terminmarkt durchschlug: Grundlastkontrakte für 2008 wurden in Deutschland Anfang November mit 61 € je MWh gehandelt und damit 11 % über dem vergleichbaren Durchschnittspreis im Vorjahr. In Großbritannien zeigte der Terminmarkt seit Februar 2007 eine Aufwärtstendenz, die sich im Oktober erheblich verstärkte. Der Preis für Grundlast-Stromlieferungen im kommenden Kalenderjahr lag zuletzt bei 49 £ (70 €) je MWh und damit nahe am entsprechenden Vorjahreswert.

Der RWE-Konzern hat seine Erzeugungsmengen für das laufende Geschäftsjahr fast vollständig verkauft. Auch für 2008 haben wir den Großteil unserer Stromproduktion am Markt platziert, in Deutschland bereits über 90%.

Konzernumsatz geringfügig über Vorjahr erwartet

Unser Ausblick für 2007 basierte bislang auf der Annahme, dass wir bis zum Jahresende zumindest die Mehrheit von American Water verkaufen können. Davon gehen wir jetzt nicht mehr aus. Im Jahresabschluss wird das Unternehmen damit als vollkonsolidierte Gesellschaft ausgewiesen und nicht – wie ursprünglich angenommen – als "nicht fortgeführte Aktivität". Dies führt zu Anpassungen im Ausblick.

Der Außenumsatz wird aus heutiger Sicht geringfügig über dem Vorjahreswert (44,3 Mrd. €) liegen. Der Anstieg ist hauptsächlich dem Stromvertrieb zuzuordnen und beruht u. a. auf der Weitergabe gestiegener Beschaffungskosten in den Endkundenpreisen. Durch den Verkauf der RWE Solutions im August 2006 entfallen Erlöse von rund 750 Mio. €.

Betriebliches Ergebnis und nachhaltiges Nettoergebnis voraussichtlich zweistellig über Vorjahr Beim EBITDA gehen wir unverändert davon aus, um 5 bis 10% über Vorjahr (7.861 Mio. €) abschließen zu können. Auch beim betrieblichen Ergebnis rechnen wir weiterhin damit, den Vorjahreswert (6.106 Mio. €) um 10 bis 15% übertreffen zu können.

Zum betrieblichen Ergebnis der Unternehmensbereiche:

RWE Power (inkl. RWE Dea und RWE Trading) wird das betriebliche Ergebnis gegenüber dem 2006 erreichten Niveau (2.744 Mio. €) weiter deutlich steigern. Wir erwarten einen Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich. Wesentlicher Erfolgsfaktor für RWE Power ist die Realisierung der in den Vorjahren zu deutlich verbesserten Konditionen abgeschlossenen Stromverkäufe auf Termin. Für 2007 hat RWE Power ihre Erzeugung bereits nahezu vollständig am Markt platziert. Unsere Prognose enthält allerdings auch Belastungen, vor allem durch den außerplanmäßigen Stillstand des Kernkraftwerks Biblis. Die ausgefallenen, bereits verkauften Produktionsmengen mussten wir am Großhandelsmarkt zukaufen. Voraussichtlich wird Biblis bis Jahresende wieder ans Netz gehen. Weiterhin rechnen wir mit Mehraufwand für Maßnahmen zur Erhöhung der Kraftwerksverfügbarkeit. Mit den Handelsaktivitäten der RWE Trading werden wir einen wesentlich höheren Ergebnisbeitrag erzielen als 2006. Hier liegen wir weit über unseren Erwartungen zu Jahresbeginn. RWE Dea wird aus heutiger Sicht deutlich unter Vorjahr (612 Mio. €) abschließen. Maßgeblich dafür ist, dass der Ergebnisbeitrag unserer im Juli 2006 verkauften Beteiligung an KazGerMunai wegfällt und sich unser Förderanteil am norwegischen Ölfeld "Snorre" verringert hat. Daneben rechnen wir mit höheren Förder- und Explorationskosten.

Bei RWE Energy (inkl. RWE Gas Midstream) wird das betriebliche Ergebnis voraussichtlich um 5 bis 10% unter Vorjahr (2.506 Mio. €) liegen. Maßgeblich dafür sind die regulatorischen Eingriffe in unsere deutschen Strom- und Gasnetzentgelte. Die Kürzungen der Bundesnetzagentur im zweiten Halbjahr 2006 wirken sich 2007 über volle zwölf Monate aus. Gegenüber 2006 rechnen wir mit einem negativen Ergebniseffekt von rund 500 Mio. €. Zur Begrenzung dieser Einbußen arbeitet RWE Energy an umfangreichen Kostensenkungen mit Schwerpunkt auf Deutschland. Gegenläufig wirkt außerdem der Wegfall negativer Einmaleffekte aus dem Vorjahr. So hatten wir 2006 u.a. Rückstellungen für die Sanierung von Strommasten gebildet. Im deutschen Gasvertrieb wird sich die Ertragslage witterungsbedingt verschlechtern. Im tschechischen Gasgeschäft gehen wir davon aus, dass RWE Transgas nicht an die hohen Gewinnspannen des Vorjahres anknüpfen kann. Die im Januar 2007 gegründete RWE Gas Midstream weisen wir zunächst unter der Position "Sonstige, Konsolidierung" der RWE Energy aus, deren Gasbeschaffungsportfolio sie übernommen hat.

RWE npower wird aus heutiger Sicht wesentlich über Vorjahr (512 Mio. €) abschließen. Wir rechnen mit einem Plus von mindestens 40%, das weitgehend aus der Erzeugungssparte stammt. Hier profitieren wir von stark verbesserten Strommargen am Großhandelsmarkt, u. a. weil ältere, margenschwache Stromlieferverträge ausgelaufen sind. Außerdem rechnen wir mit einer wesentlich höheren Kraftwerksverfügbarkeit nach mehreren ungeplanten Stillständen im Vorjahr. Im Strom- und Gasvertrieb, dem zweiten Standbein von RWE npower, gehen wir von hohem Margendruck in einem volatilen Wettbewerbsumfeld aus. Zum 30. April 2007 haben wir unsere Gas- und Strompreise gesenkt. Auch die witterungsbedingten Absatzeinbußen in den Winter- und Frühjahrsmonaten schlagen sich ergebnismindernd nieder.

Beim Nettoergebnis rechnen wir mit einem starken Rückgang. Hier war der Vorjahreswert (3.847 Mio. €) durch Sondervorgänge wie den Verkauf von Thames Water begünstigt. Das um Sondereffekte bereinigte nachhaltige Nettoergebnis – die Bezugsgröße für die Bemessung der Dividende – wird dagegen weiter zulegen. Unsere aktuelle Prognose sieht ein Plus von mindestens 15% vor. Das ist mehr, als wir im Februar erwartet haben.

Das neutrale Ergebnis wird sich voraussichtlich geringfügig verbessern. Hier wirkt sich insbesondere der Wegfall umfangreicher Rückstellungen für Reorganisations- und Personalmaßnahmen aus. Allerdings rechnen wir auch mit niedrigeren Veräußerungsgewinnen. Beim Finanzergebnis gehen wir davon aus, dass wir wesentlich über Vorjahr abschließen. Dazu trägt u. a. die Liquiditätsverbesserung durch den Verkauf von Thames Water bei. Weitere positive Effekte resultieren aus der Entkonsolidierung von Spezialfonds im Zusammenhang mit der Einführung des Contractual Trust Arrangements und Buchgewinnen aus dem Verkauf von Aktien an Heidelberger Druckmaschinen. Bei der Steuerquote erwarten wir einen Wert deutlich über Vorjahr (27%). Wie bereits erläutert, macht die im Juli verabschiedete deutsche Unternehmenssteuerreform Anpassungen der latenten Steuern erforderlich. Dies führt zu einem Einmalaufwand von 256 Mio. €. Im Vorjahr hatten wir dagegen von einem Sondereffekt in Höhe von 636 Mio. € profitiert, der sich ebenfalls aus einer Änderung in der deutschen Steuergesetzgebung ergab (Aktivierung aufgelaufener Körperschaftsteuerguthaben).

Sachinvestitionen in Größenordnung von 4,5 Mrd. €

Die Sachanlageinvestitionen im Energiegeschäft werden wir in diesem Jahr deutlich steigern. Den stärksten Zuwachs planen wir im deutschen Kraftwerksgeschäft der RWE Power. Im Zentrum steht hier der Bau des Braunkohle-Doppelblocks am Standort Neurath. Außerdem errichten wir ein 875-MW-Gas-und-Dampf-Kraftwerk in Lingen und haben mit Vorarbeiten für drei geplante Steinkohle-Doppelblöcke begonnen. Über die genannten Projekte haben wir im Geschäftsbericht 2006 (Seite 37/38) und im Halbjahresbericht 2007 (Seite 12) ausführlich informiert. Auch RWE Dea wird mehr investieren, vor allem in ihre Förderaktivitäten in Nordafrika. Bei RWE Energy bleibt das Investitionsvolumen auf hohem Niveau. Rund 80 % der Sachmittel fließen hier in die Erneuerung und Erweiterung der Strom- und Gasnetze. RWE npower wird das Kraftwerksportfolio modernisieren und ausbauen und dafür wesentlich mehr investieren als im Vorjahr. Der Großteil der Mittel fließt in den Bau des 1.650-MW-Gas-und-Dampf-Kraftwerks am Standort Staythorpe und neuer Windkraftanlagen. In Summe gehen wir davon aus, dass die Sachinvestitionen des RWE-Konzerns im laufenden Geschäftsjahr in der Größenordnung von 4,5 Mrd. € liegen werden.

Nettoschulden etwa auf Vorjahresniveau

Die Nettoschulden, in denen unsere Pensionsrückstellungen miterfasst sind, werden etwa auf dem Niveau zum Vorjahresende (6,9 Mrd. €) liegen. Wir haben hier eine generelle Obergrenze von 22 bis 24 Mrd. € definiert. Unsere gute Reputation als Anleihe-Emittent bietet uns jederzeit Zugang zu kurz- und langfristigen Finanzierungsquellen.

Mitarbeiterzahl: Anstieg erwartet

Im laufenden Geschäftsjahr wird sich der Personalstand um etwa 2.800 Mitarbeiter erhöhen. Vor allem RWE npower stockt das Personal auf, in erster Linie um den Service bei vergrößerter Kundenbasis zu verbessern und die Vertriebsaktivitäten zu verstärken.

Forschung und Entwicklung: Steigender Mitteleinsatz für umweltschonende Stromerzeugung

Für das laufende Geschäftsjahr planen wir F&E-Aufwendungen von über 70 Mio. €. Im Vordergrund stehen – wie in den Vorjahren – Projekte zur Effizienzverbesserung und Emissionsreduktion in der Stromerzeugung (siehe Seite 27). Als einer der größten CO2-Emittenten in Europa messen wir der Weiterentwicklung klimaschonender Technologien besondere Bedeutung bei. Im laufenden Jahr wollen wir etwa die Hälfte unseres F&E-Budgets diesem Zweck widmen. Wichtigster Einzelposten ist 2007 die Errichtung der Pilotanlage zur Braunkohlevortrocknung am Standort Niederaußem. Der geplante Bau eines nahezu CO2-freien Kraftwerks wird sich voraussichtlich ab 2011 wesentlich im Budget niederschlagen. Auch die Stromerzeugung aus regenerativen Energien ist Gegenstand unserer F&E-Aktivitäten. Außerdem wollen wir einen Beitrag dazu leisten, Know-how auf dem Gebiet der Kernenergie langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Damit halten wir die Option auf Nutzung dieser klimaschonenden Technologie in einem sich wandelnden energiewirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld offen.

Entwicklung der Chancen und Risiken

Im RWE-Konzern sorgt ein unternehmensübergreifendes Risikomanagementsystem dafür, dass Risiken frühzeitig erkannt, standardisiert erfasst, bewertet, gesteuert und überwacht werden. Damit entsprechen wir den Vorgaben des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Wir haben auf Konzernebene und in unseren Unternehmensbereichen Risikomanagement-Ausschüsse gebildet. Diese sind für die Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems zuständig und erarbeiten die Regeln für den Risikomanagementprozess. Basis ist eine konzerneinheitliche Risikomanagement-Richtlinie.

Ziel unseres Risikomanagements ist es, möglichst frühzeitig Informationen über Risiken und ihre finanziellen Auswirkungen zu gewinnen, um mit geeigneten Maßnahmen gegensteuern zu können. Im Rahmen des Planungs- und Controlling-Prozesses sollen aber auch Chancen und das damit verbundene Ergebnispotenzial erkannt und genutzt werden. Wir bewerten die Risiken anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen Schadenshöhe und fassen sie auf Ebene der Business Units und Unternehmensbereiche wie auch auf Konzernebene zusammen. Außerdem wird die mögliche Schadenshöhe dem betrieblichen Ergebnis und dem Eigenkapital der jeweiligen Unternehmenseinheit und des Konzerns gegenübergestellt. Dadurch können wir die aktuelle Risikosituation systematisch und konzerneinheitlich analysieren und auf dieser Basis konkrete Risikosteuerungsmaßnahmen ableiten. Die Risikoberichterstattung ist vollständig in den standardisierten Planungs- und Controlling-Prozess integriert. Die Führungs- und Aufsichtsgremien des RWE-Konzerns werden regelmäßig über die aktuelle Risikosituation informiert. Die Effizienz und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems wird intern überwacht und ist Gegenstand der Prüfung durch den Abschlussprüfer.

Die wichtigsten Chancen und Risiken für den RWE-Konzern lassen sich folgenden Kategorien zuordnen:

Schwankungen von Rohstoff- und Produktpreisen: Risiken und Chancen ergeben sich für den RWE-Konzern vor allem aus der Stromerzeugung. Diese wird in starkem Maße von der Entwicklung der Marktpreise für Strom, fossile Brennstoffe (insbesondere Steinkohle und Gas) sowie CO2-Zertifikate beeinflusst. Ein Risiko liegt beispielsweise darin, dass höhere Rohstoffnotierungen nicht über steigende Strompreise weitergegeben werden können. Chancen ergeben sich dagegen aus einer Ausweitung der Spanne zwischen dem Strompreis und den Preisen fossiler Brennstoffe. Weitere Risiken und Chancen resultieren aus unserer Erdöl- und Gasförderung. Unerwartet negativen Preisveränderungen begegnen wir durch den gezielten Einsatz von derivativen Absicherungsinstrumenten. Neben der Erzeugungsseite ist auch das Vertriebsgeschäft mit Risiken verbunden. Diese resultieren z.B. aus unerwarteten Nachfrageschwankungen aufgrund von Temperaturänderungen. Unsere Preisrisiken auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten ermitteln wir mit speziellen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung aktueller Terminpreise und erwarteter Preisvolatilitäten. Zur Risikominderung auf der Beschaffungs- und Absatzseite setzen wir u. a. Finanz- und Commodityderivate ein.

Durch die Liberalisierung der europäischen Strom- und Gasmärkte ergeben sich Preis- und Absatzrisiken, aber auch neue Vermarktungs-Chancen. Den Risiken begegnen wir mit einer differenzierten Preisstrategie, einer darauf abgestimmten Vertriebspolitik und intensiven Maßnahmen auf der Kostenseite.

Mit unseren Energiehandelsaktivitäten grenzen wir Ergebnisrisiken aus Preisschwankungen auf Energiemärkten für den Erzeugungs- und Vertriebsbereich ein. Außerdem verfolgen wir die Absicht, durch das Eingehen von Handelspositionen Gewinne zu erzielen. Unser Handelsbereich dient dabei einerseits als zentrale Plattform zur Absicherung gegenüber Rohstoffpreisrisiken im RWE-Konzern. Dadurch wird eine stabile Kalkulationsgrundlage für unser Unternehmen geschaffen. Andererseits schließen wir Handelsgeschäfte ab, um in einem durch Handelslimite begrenzten Umfang Preisänderungen auf den Energiemärkten gezielt zu nutzen. Damit gehen wir Risiken aus unerwarteten Preisschwankungen ein. Darüber hinaus unterliegen wir auch Kreditrisiken, weil Handelspartner möglicherweise ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen. Das integrierte Handels- und Risikomanagementsystem im Energiehandelsbereich des RWE-Konzerns ist eng an die für Handelsgeschäfte geltenden Best-Practice-Regelungen angelehnt. Spezifische Kenngrößen für Preisrisiken werden täglich ermittelt. Risiko-Obergrenzen werden vom Risikokomitee der RWE AG festgelegt und kontinuierlich überwacht. Zur Messung des Preisrisikos im Energiehandel ermitteln wir u. a. den Value at Risk (VaR). Ein vom Risikokomitee der RWE AG festgelegtes Limitsystem schränkt die jeweiligen Risiken ein. Die zentrale Risiko-Steuerungsgröße ist der Global Value at Risk in Höhe von 40 Mio. €, der alle Handelsgeschäfte der RWE Trading einschließt. Den VaR-Werten im RWE-Konzern liegt grundsätzlich ein Konfidenzintervall von 95 % zugrunde. Dabei wird eine Haltedauer der jeweiligen Positionen von einem Tag unterstellt. Der Global VaR gibt damit den maximalen Tagesverlust aus allen Handelsgeschäften an, den die RWE Trading mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % nicht überschreitet. Ende September 2007 betrug der Global VaR der RWE Trading 10 Mio. €. Im Berichtszeitraum lag er bei durchschnittlich 12 Mio. €.

Schwankungen finanzwirtschaftlicher Preise: Auch Währungs-, Zins- und Aktienkursänderungen können das Ergebnis unserer Geschäftstätigkeit beeinflussen. Wegen unserer internationalen Präsenz kommt dem Management von Wechselkursveränderungen große Bedeutung zu. Das britische Pfund und der US-Dollar sind für uns die beiden wichtigsten Fremdwährungen und zwar aus zwei Gründen: In beiden Währungsräumen sind wir geschäftlich aktiv. Außerdem notieren Brennstoffe in diesen Währungen. Die Konzerngesellschaften sind grundsätzlich verpflichtet, sämtliche Währungsrisiken über die RWE AG abzusichern. Diese ermittelt die Nettofinanzposition je Währung und sichert sie – wenn nötig – mithilfe externer Marktpartner ab. Zur Risikomessung wird der Value at Risk herangezogen. Der VaR für die Fremdwährungsposition der RWE AG lag Ende September 2007 bei unter 1 Mio. €.

Große Bedeutung messen wir auch dem Zinsmanagement bei. Zinsrisiken bestehen hauptsächlich wegen unserer Finanzschulden und zinstragenden Anlagen. Gegen negative Wertveränderungen aus unerwarteten Zinsbewegungen sichern wir uns durch originäre und derivative Finanzgeschäfte ab. Der VaR für das Zinsrisiko aus unseren Finanzschulden und zugehörigen Absicherungsgeschäften belief sich zum 30. September 2007 auf 41 Mio. €. Der VaR aus zinstragenden Anlagen unter Einschluss der Absicherungen betrug 18 Mio. €. Auch bei der Aktienanlage sind wir Risiken und Chancen ausgesetzt. Der VaR für das Aktienkursrisiko lag Ende September 2007 bei 29 Mio. €.

Die Chancen und Risiken aus den Wertveränderungen der Wertpapiere steuern wir durch professionelles Fondsmanagement. Finanzgeschäfte des Konzerns werden mit einer zentralen Risikomanagement-Software erfasst und von der RWE AG überwacht. Dies ermöglicht einen Risikoausgleich über die Einzelgesellschaften hinweg. Für unsere Konzernunternehmen haben wir Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen in internen Richtlinien verbindlich festgelegt.

  • Bonität von Geschäftspartnern: In unserem Finanz- und Energiehandelsbereich unterhalten wir vorwiegend Kreditbeziehungen zu Banken und anderen Handelspartnern mit guter Bonität. Wir schränken das Kreditrisiko in beiden Bereichen ein, indem wir Limite für Handelsgeschäfte festlegen und uns gegebenenfalls Barsicherheiten stellen lassen. Zudem setzen wir Kreditversicherungen und Bankgarantien ein. Das Kreditrisiko im Energiehandelsbereich überwachen wir täglich, das im Finanzbereich wöchentlich. In unserem Vertriebsgeschäft sind wir Kreditrisiken ausgesetzt, weil Kunden möglicherweise ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Wir begrenzen dieses Risiko durch regelmäßige Bonitätsanalysen unseres Kundenportfolios auf der Grundlage einer Kreditrisiko-Richtlinie.
  • Kontinuität des Geschäftsbetriebs: Entlang unserer Wertschöpfungskette betreiben wir technologisch komplexe, vernetzte Produktionsanlagen. Dabei können nicht versicherte Schäden an unseren Tagebaugeräten, Förderanlagen, Kraftwerksanlageteilen und Netzen auftreten, die die Ertragslage belasten. Wegen des zunehmenden Alters der Kraftwerkskomponenten steigt das Risiko ungeplanter Betriebsunterbrechungen in unseren Kraftwerken. Im Netzbereich bestehen Risiken, weil Anlagen durch höhere Gewalt, z.B. Wettereinflüsse, zerstört werden können. Dem begegnen wir mit hohen Sicherheitsstandards und regelmäßigen Prüf-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten. Wir begrenzen Betriebsrisiken durch Versicherungen, sofern dies wirtschaftlich sinnvoll ist.
  • Regulierung: Auch der ständige Wandel des politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Umfelds kann die Ertragslage des RWE-Konzerns erheblich beeinflussen. Angesichts des hohen Anteils von Braunund Steinkohlekraftwerken in unserem Stromerzeugungsportfolio sind wir Risiken aus dem EU-weiten CO2-Emissionshandelssystem ausgesetzt. Diese können sich insbesondere aus einem unerwartet hohen Preis und damit erhöhten Beschaffungskosten für CO2-Zertifikate ergeben. Die CO2-Preisrisiken sind daher integraler Bestandteil unseres zentralen Risikomanagementsystems. Für den Zeitraum nach 2012 gibt es bislang keine verlässlichen Aussagen zu den Ausprägungen eines internationalen oder europäischen CO2-Zertifikatehandels. Wir streben an, die CO2-Emissionen weiter zu reduzieren und das Stromerzeugungsportfolio mit den anstehenden Kraftwerksinvestitionen noch flexibler auszurichten. Darüber hinaus begrenzen wir die CO2-Risiken durch Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern im Rahmen der Kyoto-Mechanismen "Clean Development Mechanism" (CDM) und "Joint Implementation" (JI).

Bei unseren deutschen Strom- und Gasnetzen sehen wir Risiken durch regulatorische Eingriffe, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Kostenprüfung durch die Regulierungsbehörde. Die Risiken werden nach Einführung der Anreizregulierung im Jahr 2009 fortbestehen. Negative Auswirkungen aus der Anwendung des Energiewirtschaftsgesetzes wollen wir durch Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzverbesserung innerhalb der RWE Energy zum Teil kompensieren. Auch im tschechischen Gasgeschäft sind wir regulatorischen Risiken ausgesetzt.

Risiken können sich ferner aus der vom Bundeskabinett beschlossenen Verschärfung der kartellrechtlichen Preismissbrauchsaufsicht ergeben. Nach Inkrafttreten des Gesetzes kann es zu verstärkten kartellbehördlichen Ermittlungen bzw. gerichtlichen Auseinandersetzungen kommen. Für eine genaue Bewertung bleibt die konkrete Stoßrichtung derartiger Verfahren abzuwarten.

Rechtliche Verfahren: Einzelne Gesellschaften des RWE-Konzerns sind im Rahmen ihres Geschäftsbetriebs in Gerichtsprozesse und Schiedsverfahren involviert. Wir erwarten dadurch jedoch keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die wirtschaftliche und finanzielle Situation des RWE-Konzerns. Darüber hinaus sind Konzernunternehmen an verschiedenen behördlichen Verfahren direkt beteiligt bzw. von deren Ergebnissen betroffen.

Aufgrund genehmigungsrechtlicher Risiken in unseren Tagebauen und Kernkraftwerken könnte es zu einer Beeinträchtigung der Rohstoff-Förderung bzw. der Stromerzeugung kommen. Außerdem besteht die Gefahr finanzieller Einbußen, sofern Investitionsausgaben für Kraftwerksneubauten bereits im Vorfeld der Bauentscheidungen durch öffentlich-rechtliche Stellen anfallen. Dem beugen wir durch sorgfältige Vorbereitung und Begleitung unserer Genehmigungsanträge so weit wie möglich vor.

Im Zusammenhang mit gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen sind von außenstehenden Aktionären mehrere Spruchverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit der Umtauschverhältnisse bzw. der Höhe der angebotenen Barabfindung eingeleitet worden. Die Umtauschverhältnisse und Barabfindungen wurden gutachterlich ermittelt und von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften überprüft.

Im Mai und Dezember 2006 hat die EU-Kommission europaweit bei mehreren Energieversorgern Nachprüfungen durchgeführt. Hiervon waren auch Unternehmen des RWE-Konzerns in Deutschland betroffen. Nachfolgend hat die EU-Kommission Auskunftsersuche zu einzelnen energiemarktbezogenen Fragestellungen u.a. an RWE gerichtet, die sie weiter bearbeiten wird.

Die EU-Kommission hat Anfang Mai 2007 ein Missbrauchsverfahren gegen RWE eingeleitet. Sie vermutet, dass wir den Zugang zum Erdgastransportsystem in Deutschland behindert haben, um eine angeblich marktbeherrschende Stellung bei Erdgaslieferungen abzusichern. Dieser Vorwurf betrifft insbesondere RWE Transportnetz Gas, eine Tochtergesellschaft der RWE Energy. Die Kommission weist aber auch ausdrücklich darauf hin, dass die Einleitung des Verfahrens nicht bedeutet, dass sie über abschließende Beweise für ein Fehlverhalten von RWE verfügt.

Weitere Informationen zur Chancen- und Risikosituation enthält der Geschäftsbericht 2006.

Dieser Bericht enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung des RWE-Konzerns und seiner Gesellschaften sowie wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die zu Grunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr können wir für diese Aussagen daher nicht übernehmen.

Konzernabschluss (verkürzt)

Gewinn- und Verlustrechnung des RWE-Konzerns1

in Mio. € Jul – Sep
2007
Jul – Sep
2006
Jan – Sep
2007
Jan – Sep
2006
Umsatzerlöse (inkl. Erdgas-/Stromsteuer) 8.881 9.058 31.498 32.241
Erdgas-/Stromsteuer -279 -252 -1.039 -1.012
Umsatzerlöse 8.602 8.806 30.459 31.229
Bestandsveränderung der Erzeugnisse/andere aktivierte Eigenleistungen 44 -31 95 170
Materialaufwand -5.152 -5.108 -18.270 -19.643
Personalaufwand -1.084 -1.250 -3.180 -3.533
Abschreibungen -592 -592 -1.742 -1.811
Sonstiges betriebliches Ergebnis -602 -1.007 -2.071 -2.506
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit fortgeführter Aktivitäten 1.216 818 5.291 3.906
Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen 94 171 290 390
Übriges Beteiligungsergebnis 51 344 135 400
Finanzerträge 893 779 2.531 2.394
Finanzaufwendungen -1.289 -1.316 -3.478 -3.804
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern 965 796 4.769 3.286
Ertragsteuern -752 -421 -1.804 -1.274
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten 213 375 2.965 2.012
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten 66 195
Ergebnis 213 441 2.965 2.207
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter -15 -8 -138 -115
Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG 198 433 2.827 2.092
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Stamm- und Vorzugsaktie in € 0,36 0,77 5,03 3,72
Davon: aus fortgeführten Aktivitäten in € (0,36) (0,65) (5,03) (3,37)
Davon: aus nicht fortgeführten Aktivitäten in € (0,12) (0,35)

1 Angepasste Vorjahreszahlen

Bilanz des RWE-Konzerns

Aktiva
in Mio. €
30.09.07 31.12.06
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 14.072 14.901
Sachanlagen 26.166 26.034
Investment Properties 209 225
At-Equity-bilanzierte Beteiligungen 2.301 2.271
Übrige Finanzanlagen 1.044 1.684
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 3.180 3.266
Latente Steuern 2.396 3.618
49.368 51.999
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 2.550 2.226
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.970 8.876
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 8.784 10.772
Wertpapiere 10.809 16.788
Flüssige Mittel 2.414 2.794
31.527 41.456
80.895 93.455
Passiva
in Mio. €
30.09.07 31.12.06
Eigenkapital
Anteile des RWE-Konzerns 14.442 13.439
Anteile anderer Gesellschafter 702 672
15.144 14.111
Langfristige Schulden
Rückstellungen 21.323 28.632
Finanzverbindlichkeiten 12.997 15.672
Übrige Verbindlichkeiten 4.765 5.021
Latente Steuern 2.850 3.077
41.935 52.402
Kurzfristige Schulden
Rückstellungen 5.308 5.434
Finanzverbindlichkeiten 4.154 3.710
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.252 8.148
Übrige Verbindlichkeiten 8.102 9.650
23.816 26.942
80.895 93.455

Kapitalflussrechnung des RWE-Konzerns1

in Mio. € Jan – Sep
2007
Jan – Sep
2006
Ergebnis 2.965 2.207
Abschreibungen/Zuschreibungen 1.746 2.139
Veränderung der Rückstellungen -236 385
Latente Steuern/zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen/
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagegegenständen und Wertpapieren
118 -185
Veränderung des Nettoumlaufvermögens 208 336
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 4.801 4.882
Investitionen in Anlagegegenstände -2.492 -2.942
Einnahmen aus Abgängen von Anlagegegenständen 864 940
Veränderung der Wertpapiere und Geldanlagen -1.018 -316
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -2.646 -2.318
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -2.524 -77
Zahlungswirksame Veränderung der flüssigen Mittel -369 2.487
Einfluss von Wechselkurs- und sonstigen Wertänderungen auf die flüssigen Mittel -11 33
Veränderung der flüssigen Mittel -380 2.520
Flüssige Mittel zum Anfang des Berichtszeitraums 2.794 1.431
Flüssige Mittel zum Ende des Berichtszeitraums 2.414 3.951

1 Angepasste Vorjahreszahlen

Veränderung des Eigenkapitals des RWE-Konzerns

in Mio. € Anteile des
RWE-Konzerns
Anteile anderer
Gesellschafter
Summe
Stand: 31.12.05 11.431 926 12.357
Dividendenzahlungen -984 -126 -1.110
Other Comprehensive Income/Sonstiges -568 -328 -896
Ergebnis 2.092 115 2.207
Stand: 30.09.06 11.971 587 12.558
Stand: 31.12.06 13.439 672 14.111
Dividendenzahlungen -1.968 -139 -2.107
Other Comprehensive Income/Sonstiges 144 31 175
Ergebnis 2.827 138 2.965
Stand: 30.09.07 14.442 702 15.144

Anhang

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Zwischenbericht zum 30. September 2007 wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt.

Im Zwischenbericht werden – mit Ausnahme der nachfolgend beschriebenen Neuregelungen – die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2006 angewendet. Für weitere Informationen verweisen wir auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2006, der die Basis für den vorliegenden Zwischenabschluss darstellt. Im Einklang mit IAS 34 wurde für die Darstellung des Konzernabschlusses der RWE AG zum 30. September 2007 ein gegenüber dem Jahresabschluss verkürzter Berichtsumfang gewählt.

Für Pensionsrückstellungen, Entsorgungsrückstellungen im Kernenergiebereich und bergbaubedingte Rückstellungen werden dieselben Zinssätze wie zum 31. Dezember 2006 zugrunde gelegt.

Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der International Accounting Standards Board (IASB) und das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) haben eine Reihe von Änderungen bei bestehenden IFRS sowie einige neue Standards und Interpretationen verabschiedet, die für den RWE-Konzern ab dem Geschäftsjahr 2007 verpflichtend anzuwenden sind:

In IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" werden die für Finanzinstrumente zu beachtenden Anhangangaben, die bisher in IAS 32 geregelt sind, sowie die bislang nur von Banken und ähnlichen Finanzinstitutionen zu beachtenden Angabepflichten des IAS 30 zusammengeführt und erweitert; sie sind zukünftig branchenunabhängig anzuwenden. Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von IFRS 7 ist IAS 1 um Angabepflichten zum Kapitalmanagement erweitert worden. Die erstmalige Anwendung von IFRS 7 wird zu erweiterten Anhangangaben im RWE-Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2007 führen.

IFRIC 7 "Anpassung des Abschlusses gemäß IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern" klärt Fragen im Zusammenhang mit der Anwendung von IAS 29 für den Fall, dass das Land, dessen Währung die funktionale Währung des bilanzierenden Unternehmens ist, zu einem Hochinflationsland wird. Die erstmalige Anwendung von IFRIC 7 hat keine Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.

IFRIC 8 "Anwendungsbereich von IFRS 2" klärt die Anwendbarkeit des IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" auf Vereinbarungen, bei denen das bilanzierende Unternehmen anteilsbasierte Vergütungen gegen keine oder gegen eine nicht adäquate Gegenleistung gewährt. Die erstmalige Anwendung von IFRIC 8 hat keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.

IFRIC 9 "Neubeurteilung eingebetteter Derivate" befasst sich mit der Frage, ob ein Vertrag lediglich zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder während seiner gesamten Laufzeit daraufhin überprüft werden muss, ob ein eingebettetes Derivat nach IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" vorliegt. Die erstmalige Anwendung von IFRIC 9 hat keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.

IFRIC 10 "Zwischenberichterstattung und Wertminderung" befasst sich mit dem Verhältnis der Vorschriften des IAS 34 zur Zwischenberichterstattung und den Regelungen des IAS 36 und des IAS 39 zur Wertaufholung bei bestimmten Vermögenswerten. Die Interpretation stellt klar, dass in Quartalsabschlüssen vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen dieser Vermögenswerte im Jahresabschluss nicht wieder rückgängig gemacht werden dürfen. Die erstmalige Anwendung von IFRIC 10 hat keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

Der IASB und das IFRIC haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Die Anwendung dieser IFRS setzt voraus, dass die zum jetzigen Zeitpunkt zum Teil noch ausstehende Anerkennung durch die EU erfolgt.

IFRS 8 "Operating Segments" enthält neue Vorschriften für die Darstellung der Segmentberichterstattung. Nach IFRS 8 ist die Segmentberichterstattung nach dem sogenannten "Management Approach" aufzustellen. Danach liegen der Abgrenzung der Segmente und den Angaben für die Segmente die Informationen zugrunde, die vom Management für Zwecke der Ressourcenallokation und Leistungsbeurteilung der Unternehmensbestandteile intern verwendet werden. IFRS 8 ist erstmals verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Die erstmalige Anwendung von IFRS 8 wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss haben.

IAS 1 (2007) "Presentation of Financial State-

ments" enthält neue Vorschriften zur Darstellung des Abschlusses. Insbesondere sind künftig nicht eigentümerbezogene Eigenkapitalveränderungen von den eigentümerbezogenen Eigenkapitalveränderungen strikt zu trennen und erweiterte Angaben zum Other Comprehensive Income zu machen. IAS 1 (2007) ist erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Die erstmalige Anwendung von IAS 1 (2007) wird im RWE-

Konzernabschluss zu Änderungen in der Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung und des Eigenkapitalspiegels führen.

IAS 23 (2007) "Borrowing Costs": Mit der überarbeiteten Fassung von IAS 23 hat der IASB das Wahlrecht für die Behandlung von Fremdkapitalkosten, die unmittelbar im Zusammenhang mit dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung qualifizierter Vermögenswerte anfallen, abgeschafft. Diese Fremdkapitalkosten sind zukünftig im Rahmen der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Vermögenswerte zu aktivieren. IAS 23 (2007) ist erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Die Auswirkungen der Anwendung der neuen Regelungen auf den RWE-Konzernabschluss werden derzeit geprüft.

IFRIC 11 "IFRS 2 – Geschäfte mit eigenen Aktien und Aktien von Konzernunternehmen" beantwortet die Frage, wie IFRS 2 auf aktienbasierte Zahlungsvereinbarungen anzuwenden ist, die unternehmenseigene Eigenkapitalinstrumente oder Eigenkapitalinstrumente eines anderen Unternehmens desselben Konzerns beinhalten. Die Interpretation ist erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. März 2007 beginnen. Die erstmalige Anwendung von IFRIC 11 wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss haben.

IFRIC 12 "Service Concession Arrangements" regelt die Bilanzierung von Vereinbarungen, bei denen die öffentliche Hand mit privaten Unternehmen Verträge abschließt, die auf die Erfüllung öffentlicher Aufgaben gerichtet sind. Zur Erfüllung dieser Aufgaben nutzt das private Unternehmen Infrastruktur, die in der Verfügungsmacht der öffentlichen Hand bleibt. Das private Unternehmen ist für den Bau, den Betrieb und die Erhaltungsmaßnahmen in Bezug auf die Infrastruktur verantwortlich. Die Interpretation ist erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2008 beginnen. Die Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRIC 12 auf den RWE-Konzernabschluss werden derzeit geprüft.

IFRIC 13 "Customer Loyalty Programmes" regelt den Ausweis von Umsatzerlösen im Zusammenhang mit Kundenbonusprogrammen, die von den Herstellern bzw. Dienstleistungsanbietern selbst oder von Dritten betrieben werden. Die Interpretation ist erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2008 beginnen. Die Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRIC 13 auf den RWE-Konzernabschluss werden derzeit geprüft.

IFRIC 14 "IAS 19 – The Limit on a Defined Benefit Asset, Minimum Funding Requirements and their Interaction"

befasst sich mit dem Zusammenspiel einer am Bilanzstichtag bestehenden Verpflichtung, zusätzliche Beträge in einen Pensionsplan einzuzahlen, und den Regelungen des IAS 19 zur Wertobergrenze eines positiven Saldos zwischen Planvermögen und leistungsorientierter Verpflichtung. Die am 5. Juli 2007 veröffentlichte Interpretation ist erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2008 beginnen. Die Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRIC 14 auf den RWE-Konzernabschluss werden derzeit geprüft.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss einbezogen sind neben der RWE AG alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen, die die RWE AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht. Wesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert.

Die Veränderungen in den ersten drei Quartalen 2007 betreffen im Wesentlichen den Bereich RWE Energy. Hier sind 22 Gesellschaften erstmals konsolidiert worden, und sieben vollkonsolidierte Unternehmen sind aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden, davon zwei niederländische Gasnetzunternehmen durch Verkauf.

Der Konsolidierungskreis stellt sich wie folgt dar:

30.09.07 31.12.06
Anzahl der vollkonsolidierten Unternehmen 357 337
Anzahl der at-Equity-bilanzierten Beteiligungen 93 96

Nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)

Mit Vertrag vom 16. Oktober 2006 hat RWE das britische Wassergeschäft an Kemble Water Limited, ein Konsortium unter der Führung von Macquarie's European Infrastructure Funds, verkauft. Daher wird im Vorjahr die bislang im Bereich Wasser ausgewiesene RWE Thames Water plc als nicht fortgeführte Aktivität (Discontinued Operation) ausgewiesen. Nachfolgend sind wichtige Kennzahlen der Aktivitäten von RWE Thames Water dargestellt. Im Einklang mit IFRS 5 sind die Vorjahreszahlen in der Gewinn- und Verlustrechnung

angepasst worden; die Vorjahreszahlen in der Kapitalflussrechnung wurden dagegen nicht angepasst.

Aus dem Abschluss des Verkaufes der RWE Umwelt an Remondis im Geschäftsjahr 2005 ergaben sich im Vorjahr nachträgliche Einzahlungen, die – nach Berücksichtigung von Steuern – mit 16 Mio. € als Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten ausgewiesen werden.

Kennzahlen RWE Thames Water
in Mio. €
Jan – Sep
2006
Umsatzerlöse 1.735
Aufwendungen/Erträge -1.472
Laufendes Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten
vor Steuern
263
Ertragsteuern -84
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten 179
in Mio. € Jan – Sep
2006
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 684
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -396
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 958

Umsatzerlöse

Erlöse aus Energiehandelsaktivitäten werden netto, d.h. mit der realisierten Rohmarge als Umsatz ausgewiesen.

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen lagen in den ersten drei Quartalen 2007 bei 44 Mio. € (Vorjahreszeitraum: 45 Mio. €).

Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte enthalten 1.241 Mio.€ (Vorjahr: 1.270 Mio. €) Geschäfts- oder Firmenwerte aus

Andienungsrechten (Put-Optionen) bzw. dem Terminkauf von Minderheitenanteilen, die gemäß IAS 32 anzusetzen waren.

Latente Steuern

Im Juli wurde das deutsche Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 verabschiedet. Die dadurch erforderliche Neubewertung bilanzierter latenter Steuern führte im dritten Quartal 2007 zu einem einmaligen latenten Steueraufwand von 256 Mio. €.

Eigene Aktien

In den ersten drei Quartalen 2007 wurden von Unternehmen der RWE AG 7.678 Stammaktien zum durchschnittlichen Anschaffungspreis von 82,11 € je Aktie am Kapitalmarkt erworben. Der auf sie entfallende Betrag des Grundkapitals beläuft sich auf 19.656 € (0,01‰ des gezeichneten Kapitals). Mitarbeiter der RWE AG und der Tochterunternehmen erhielten im Rahmen der Vermögensbildung insgesamt 1.576

Stammaktien zum durchschnittlichen Kurs von 52,81 € je Stückaktie sowie anlässlich von Dienstjubiläen 6.102 Stammaktien zum durchschnittlichen Kurs von 61,65 €. Der Gesamterlös belief sich auf 459.417 €. Die jeweiligen Unterschiedsbeträge zum Kaufpreis wurden ergebniswirksam erfasst.

Eigenkapital

Das bedingte Kapital zum 31. Dezember 2006 in Höhe von 51.200.000 € zur Bedienung von Bezugsrechten für auf den Inhaber lautende Stammaktien an Mitglieder des Vorstands sowie weitere Führungskräfte der RWE AG und nachgeordneter verbundener Unternehmen besteht nicht mehr. Die Satzung der RWE AG wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats entsprechend neu gefasst.

Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 18. April 2007 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 17. Oktober 2008 Aktien der Gesellschaft, gleich welcher Gattung, im Umfang von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Der Vorstand wurde zudem ermächtigt, den Erwerb dieser Aktien unter Einsatz von Putoder Call-Optionen durchzuführen.

Aktienkursbasierte Vergütungen

Im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2006 wurde gesondert über konzernweit bestehende aktienkursbasierte Vergütungssysteme für Führungskräfte der RWE AG und nachgeordneter verbundener Unternehmen berichtet.

Im Rahmen des Long Term Incentive Plan für Führungskräfte ("Beat") wurde im ersten Quartal 2007 eine weitere Tranche begeben.

Gewinnausschüttung

Die Hauptversammlung der RWE AG hat am 18. April 2007 beschlossen, die vorgeschlagene Dividende je Aktie für das Geschäftsjahr 2006 in Höhe von 3,50 € je Stamm- bzw. Vorzugsaktie auszuschütten. Die Ausschüttung betrug insgesamt 1.968 Mio. €.

Rückstellungen

Im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement (CTA) wurden Ende März 2007 Vermögenswerte in Höhe von 7.856 Mio. € auf einen Treuhänder, den RWE Pensionstreuhand e.V., zur externen Finanzierung von Teilen der betrieblichen Altersversorgung übertragen. Da das übertragene Vermögen als Planvermögen im Sinne des IAS 19 zu qualifizieren ist, wurden zum 31. März 2007 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit den übertragenen Vermögenswerten saldiert. Dadurch verminderten sich

die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 7.768 Mio.€ und erhöhte sich das unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesene Nettovermögen der Pensionsfonds um 88 Mio. €. Die übertragenen Vermögenswerte entfallen auf die Bilanzpositionen übrige Finanzanlagen (3.702 Mio. €) und Wertpapiere (4.154 Mio. €). Als nicht zahlungswirksamer Vorgang hatte die Transaktion keine Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung.

Übrige Verbindlichkeiten

Die übrigen Verbindlichkeiten enthalten 786 Mio. € (Vorjahr: 777 Mio. €) langfristige und wie im Vorjahr 1.159 Mio. € kurzfristige Kaufpreisverbindlichkeiten aus gewährten Andienungsrechten (Put-Optionen) bzw. dem Terminkauf von Minderheitenanteilen, die gemäß IAS 32 anzusetzen waren.

Ergebnis je Aktie

Jan – Sep
2007
Jan – Sep
2006
Nettoergebnis Mio. € 2.827 2.092
Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien (gewichteter Durchschnitt) Tsd. Stück 562.405 562.405
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Stamm- und Vorzugsaktie in € 5,03 3,72

Auf Stammaktien und auf Vorzugsaktien entfällt jeweils das gleiche Ergebnis je Aktie.

Eventualschulden

Die Eventualschulden betreffen überwiegend Verbindlichkeiten aus Surety Bonds; sie haben sich gegenüber dem 31. Dezember 2006 um 17 Mio. € auf 31 Mio. € vermindert.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Assoziierte Unternehmen gelten im RWE-Konzern als nahestehende Unternehmen. Die mit wesentlichen nahestehenden Unternehmen getätigten Geschäfte führten in den ersten drei Quartalen 2007 zu Erträgen in Höhe von 342 Mio. € und Aufwendungen in Höhe von 66 Mio. €. Zum 30. September 2007 betrugen die Forderungen 737 Mio. € und die Verbindlichkeiten 1 Mio. €. Alle Geschäftsbeziehungen sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen worden und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen.

Der RWE-Konzern hat mit keiner nahestehenden Person wesentliche Geschäfte abgeschlossen oder durchgeführt.

Überleitung zum betrieblichen Ergebnis

Überleitung vom Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit zum betrieblichen Ergebnis
in Mio. €
Jan – Sep
2007
Jan – Sep
2006
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit fortgeführter Aktivitäten 5.291 3.906
+ Beteiligungsergebnis 425 790
– Neutrales Ergebnis 112 141
Betriebliches Ergebnis 5.828 4.837

Die Überleitung betrifft folgende Punkte:

  • Das Beteiligungsergebnis enthält alle Aufwendungen und Erträge, die im Zusammenhang mit den betrieblich veranlassten Beteiligungen entstanden sind. Daher stellt das Beteiligungsergebnis einen integralen Bestandteil der operativen Tätigkeit des Konzerns dar.
  • Erträge und Aufwendungen, die aus betriebswirtschaftlicher Sicht ungewöhnlich bzw. durch Sondervorgänge entstanden sind, beeinträchtigen die Beurteilung der laufenden Geschäftstätigkeit. Sie werden in das neutrale Ergebnis umgegliedert.
Überleitung vom EBITDA zum betrieblichen Ergebnis
in Mio. €
Jan – Sep
2007
Jan – Sep
2006
EBITDA 6.953 5.955
– Betriebliche Abschreibungen -1.490 -1.537
EBIT 5.463 4.418
+ Betriebliches Beteiligungsergebnis 365 419
Betriebliches Ergebnis 5.828 4.837

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ausführungen zu Ereignissen nach dem Bilanzstichtag enthält der Lagebericht.

Aufsichtsrat Vorstand

Dr. Thomas R. Fischer Vorsitzender

Frank Bsirske Stellvertretender Vorsitzender

Dr. Paul Achleitner

Sven Bergelin – bis 15. August 2007 –

Werner Bischoff

Carl-Ludwig von Boehm-Bezing

Heinz Büchel

Dieter Faust

Simone Haupt

Heinz-Eberhard Holl

Dr. Gerhard Langemeyer

Dagmar Mühlenfeld

Erich Reichertz

Dr. Wolfgang Reiniger

Günter Reppien

Karl-Heinz Römer – seit 2. Oktober 2007 –

Dagmar Schmeer

Dr. Manfred Schneider

Prof. Dr. Ekkehard D. Schulz

Uwe Tigges

Prof. Karel Van Miert

Dr. Jürgen Großmann Vorsitzender – seit 1. Oktober 2007 –

Harry Roels Vorsitzender – bis 30. September 2007 –

Berthold Bonekamp

Alwin Fitting

Dr. Ulrich Jobs – seit 1. April 2007 –

Dr. Rolf Pohlig – seit 1. Januar 2007 –

Dr. Klaus Sturany – bis 30. April 2007 –

Jan Zilius – bis 30. April 2007 –

Finanzkalender 2007/2008*

  • 22.02.2008 Bericht zum Geschäftsjahr 2007 - Pressekonferenz
  • Analystenkonferenz
  • 17.04.2008 Hauptversammlung
  • 18.04.2008 Kurs ex-Dividende
  • 15.05.2008 Zwischenbericht über das erste Quartal 2008 mit Analystenkonferenz (per Telefon)
  • 14.08.2008 Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2008 - Pressekonferenz - Analystenkonferenz
  • 11.11.2008 Zwischenbericht über die ersten drei Quartale 2008 mit Analystenkonferenz (per Telefon)

"RWE – das Unternehmen Energieeffizienz"

Unter diesem Motto verstärkt und bündelt der RWE-Konzern sein Engagement für Energieeffizienz und nimmt damit gesellschaftliche Verantwortung wahr. RWE legt hiermit ein klares Bekenntnis zu nachhaltigem Klimaschutz, langfristiger Versorgungssicherheit und einer spürbaren Kostenentlastung für den Verbraucher ab. Hierzu investiert RWE verstärkt in breite Aufklärung und konkrete Beratungsangebote für Verbraucher, Energiespar-Lösungen für gewerbliche Kunden sowie in Effizienzsteigerungen bei der Stromerzeugung im eigenen Kraftwerkspark und beim Stromtransport.

* Alle Veranstaltungen werden live im Internet übertragen und stehen der breiten Öffentlichkeit zeitgleich mit Investoren und Analysten zur Verfügung. Die Aufzeichnung der Internetübertragungen ist mindestens zwölf Monate abrufbar.

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