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Rolls-Royce Holdings PLC Annual Report 2018

Dec 9, 2019

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Annual Report

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Publication

Rolls-Royce Power Systems AG

Friedrichshafen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018

Bericht des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2018

der Rolls-Royce Power Systems AG

ÜBERWACHUNG UND BERATUNG DES VORSTANDS. Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat der Rolls-Royce Power Systems AG den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung kontinuierlich überwacht. Dabei hat sich der Aufsichtsrat von deren Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit überzeugt. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat den Aufsichtsrat regelmäßig in schriftlicher sowie mündlicher Form zeitnah und umfassend über die für das Unternehmen relevanten Vorkommnisse und Maßnahmen unterrichtet. Der Aufsichtsrat hat des Weiteren monatlich schriftliche Berichte über die Entwicklung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage erhalten. In den Ausschüssen und im Aufsichtsrat sind alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert worden. Soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung erforderlich war, hat der Aufsichtsrat seine Beschlüsse dazu gefasst.

Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Gremiensitzungen in regelmäßigem und engem Kontakt mit dem Vorstand und informierte sich über wesentliche Entwicklungen im Unternehmen. Die Anteilseigner- und die Arbeitnehmervertreter berieten in getrennten Gesprächen vor den Plenarsitzungen die Themen der jeweiligen Tagesordnung.

SCHWERPUNKTE DER BERATUNGEN IM PLENUM. Im Geschäftsjahr 2018 wurden insgesamt vier ordentliche Sitzungen und eine außerordentliche Sitzung abgehalten. In den Sitzungen waren alle Mitglieder des Aufsichtsrats anwesend oder entschuldigt. Stimmbotschaften der nicht anwesenden Mitglieder lagen dem Aufsichtsratsvorsitzenden vor. Gegenstand der Aufsichtsratssitzungen waren neben den nachfolgend genannten Themenschwerpunkten insbesondere die eingehende Berichterstattung über die Arbeit in den Ausschüssen, der Jahres- sowie Halbjahresabschluss und die Regelberichterstattung zum Risikomanagement.

Ein Schwerpunkt der Beratung war weiterhin die Integration des Rolls-Royce Power Systems-Konzerns in den Rolls-Royce-Konzern und die daraus resultierende Konzernstrategie, insbesondere in Bezug auf das Programm RRPS 2018 "Shaping our Future". Weiterhin befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit der Markteinschätzung, der Geschäftsentwicklung und dem Budget, wobei hier der Schwerpunkt auf Investitionen, Forschung und Entwicklung sowie Vertriebs- und Verwaltungskosten lag. Ferner ließ sich der Aufsichtsrat über den Status zur Arbeitsplatzsicherheit und Unfallstatistik sowie über personelle Veränderungen im oberen Management regelmäßig informieren. Des Weiteren verfolgte der Aufsichtsrat umfänglich die Ergebnisse der Untersuchungen möglicher Compliance-Verstöße und deren Konsequenzen, worüber der Prüfungsausschuss umfassend berichtete. Der Aufsichtsrat beschäftigte sich zudem mit dem Brexit und seinen möglichen Auswirkungen.

Des Weiteren befasste sich der Aufsichtsrat mit der Prüfung des Verkaufs der L'Orange GmbH einschließlich derer Tochtergesellschaften.

Zudem beschloss der Aufsichtsrat auf Basis der Empfehlungen des Präsidialausschusses die Wiederbestellung der Vorstände.

ARBEIT IN DEN AUSSCHÜSSEN. Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat drei Ausschüsse (Präsidialausschuss, Prüfungsausschuss und Vermittlungsausschuss) gebildet. Die Ausschüsse bereiteten Themengebiete zur Diskussion im Plenum und zur Beschlussfassung des Aufsichtsrats vor. Im gesetzlichen Rahmen hat der Aufsichtsrat in geeigneten Fällen Beschlusszuständigkeiten des Aufsichtsrats auf einzelne Ausschüsse übertragen.

PRÄSIDIALAUSSCHUSS. Der Präsidialausschuss trat im Jahr 2018 zu insgesamt vier ordentlichen Sitzungen und einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Er beschäftigte sich u. a. mit der Zielerreichung der Vorstände für 2017 sowie der Zielvereinbarung der Vorstände für das Berichtsjahr 2018. Weiterhin behandelte das Gremium die Effizienz im Aufsichtsrat. Zudem befasste sich der Präsidialausschuss mit der Wiederbestellung der Vorstände und gab eine entsprechende Empfehlung zur Beschlussfassung an den Aufsichtsrat.

PRÜFUNGSAUSSCHUSS. Der Prüfungsausschuss hielt im Jahr 2018 insgesamt vier Sitzungen ab. Er befasste sich insbesondere mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, mit der Erörterung des zusammengefassten Lageberichts, der prüferischen Durchsicht des zum Halbjahr aus dem Konzernabschluss abgeleiteten und nach IFRS erstellten Berichtspakets für das Geschäftsjahr 2018. Die Rechnungslegung und Risikoüberwachung sowie die Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer wurden ebenfalls eingehend erörtert. Außerdem befasste sich der Prüfungsausschuss damit, den Wahlvorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung bezüglich der Bestellung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2018 vorzubereiten (PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart) und holte dessen Unabhängigkeitserklärung ein. Entsprechender Prüfungsauftrag für das Geschäftsjahr 2018 wurde erteilt. Darüber hinaus legte der Prüfungsausschuss gemeinsam mit dem Abschlussprüfer die Schwerpunkte für die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2018 fest. Der Prüfungsausschuss überwachte entsprechend den gesetzlichen Anforderungen den Prozess der Rechnungslegung sowie die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und des internen Revisionssystems.

Ein weiterer Schwerpunkt in den Sitzungen des Prüfungsausschusses war die Behandlung möglicher Compliance-Verstöße innerhalb der Rolls-Royce Power Systems-Gruppe. Hierzu ließ sich der Prüfungsausschuss durch eine externe Anwaltskanzlei beraten. Ebenso wurden die Qualitätssicherung der Konzernrevision, die Umsetzung der Weiterentwicklungen des bestehenden Compliance Management Systems sowie die Markt- und Wettbewerbersituation behandelt. Über die Umsetzung des vom Unternehmen aufgesetzte Transformationsprogramm RRPS 2018 "Shaping our Future" wurde der Prüfungsausschuss regelmäßig und vollumfänglich informiert. Auch hinsichtlich der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung ließ sich der Prüfungsausschuss durch den Datenschutzbeauftragten regelmäßig informieren.

VERMITTLUNGSSAUSSCHUSS. Sitzungen des Vermittlungsausschusses gemäß §27 Abs. 3 MitbestG waren im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 nicht erforderlich.

INTERESSENKONFLIKTE. Im Berichtsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen gewesen wären und über die die Hauptversammlung hätte informiert werden müssen.

VERÄNDERUNG IM AUFSICHTSRAT UND VORSTAND. Auf der Anteilseignerseite ist im Berichtsjahr Colin Smith (bis 31. Januar 2018) als Mitglied ausgeschieden.

Turnusmäßig fanden im Berichtsjahr die Neuwahlen der Aufsichtsratsmitglieder sowohl auf Anteilseignerseite als auch auf Arbeitnehmerseite statt. Der Aufsichtsrat setzt sich seither zusammen aus den folgenden Mitgliedern: Auf Anteilseignerseite: Axel Arendt (Vorsitzender), Simon Carlisle, Fiona Dolan, Mark Gregory, Mikael Makinen, Dr. Rob Watson. Auf Arbeitnehmerseite: Thomas Bittelmeyer (Stv. Vorsitzender), Andreas Bemerl, Dr. Andreas Kunz, Helene Sommer, Achim Zinser, Roman Zitzelsberger.

JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS 2018. Die von der Hauptversammlung zum Abschlussprüfer gewählte PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüfte den Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 einschließlich des zusammengefassten Lageberichts für die Rolls-Royce Power Systems AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2018 und erteilte uneingeschränkte Bestätigungsvermerke.

Der Aufsichtsrat befasste sich eingehend mit dem Jahresabschluss, dem Konzernabschluss und dem zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018 sowie mit dem Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns. Die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers sowie die zu prüfenden Unterlagen lagen jedem Aufsichtsratsmitglied vor und wurden in der Bilanzsitzung am 15. März 2019 intensiv erörtert. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erstattete dem Aufsichtsrat vollumfänglich Bericht. Der Abschlussprüfer nahm an der Sitzung des Prüfungsausschusses am 14. März 2019 und an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 15. März 2019 teil und berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und die Berichte des Abschlussprüfers eingehend geprüft und keine Einwände erhoben. Der Aufsichtsrat billigte mit Beschluss vom 15. März 2019 den von der Gesellschaft am 14. März 2019 aufgestellten Jahresabschluss und den von der Gesellschaft ebenfalls am 14. März 2019 aufgestellten Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im In- und Ausland sowie den Mitgliedern des Vorstands für ihr Engagement im Geschäftsjahr 2018.

Friedrichshafen, 15. März 2019

Rolls-Royce Power Systems AG

Für den Aufsichtsrat

Axel Arendt, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Konzernlagebericht und Lagebericht

der Rolls-Royce Power Systems AG

(zusammengefasster Lagebericht)

Grundlagen des Konzerns

Historie des Rolls-Royce Power Systems-Konzerns

Die Geschichte des heutigen Rolls-Royce Power Systems-Konzerns (im Folgenden: "RRPS-Konzern") reicht über ein Jahrhundert zurück. Ursprung des Konzerns ist die Luftfahrzeug-Motorenbau GmbH, die am 23. März 1909 von Wilhelm und Karl Maybach sowie Graf Ferdinand von Zeppelin gegründet wurde. Gegenstand des Unternehmens war zunächst die Entwicklung und Produktion von Motoren für die Luftschiffe der Zeppelin-Werke. Im Jahr 1918 firmierte das Unternehmen in Maybach-Motorenbau GmbH um. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs widmete sich das Unternehmen kurzzeitig dem Automobilbau sowie der Herstellung von Hochleistungsdieselmotoren und legte damit die Basis für unseren heutigen Dieselmotorenbau. Im Jahr 1969 gründeten die Daimler-Benz AG (über die Maybach Mercedes-Benz GmbH) und die MAN AG (über die MAN Turbo GmbH) als Zusammenlegung der Triebwerks- und Dieselaktivitäten die MTU Friedrichshafen GmbH (für "Motoren- und Turbinen-Union"). Bis zum Jahr 2006 hatte sich der Konzern mit seiner Muttergesellschaft MTU Friedrichshafen GmbH zu einem wesentlichen Bestandteil der Off-Highway-Aktivitäten des damaligen DaimlerChrysler-Konzerns entwickelt. 2006 wurde der Konzern an einen Finanzinvestor verkauft. Das Unternehmen wurde unter der neugegründeten Dachgesellschaft Tognum AG gebündelt, die ab 2007 an der Börse (M-Dax) notierte. 2011 wurde das Unternehmen mehrheitlich durch ein Gemeinschaftsunternehmen der Rolls-Royce plc und Daimler AG übernommen. Im Jahr 2014 wurde die Tognum AG in Rolls-Royce Power Systems AG umfirmiert. Die Daimler AG verkaufte ihren Anteil von 50 % am Gemeinschaftsunternehmen Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH (RRPSH) im August 2014 an den Partner Rolls-Royce plc. Die Rolls-Royce Power Systems Holding GmbH wurde 2015 auf die heutige Konzernmutter Rolls-Royce Power Systems AG verschmolzen.

Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

Die Rolls-Royce Power Systems AG mit Sitz in Friedrichshafen ist einer der weltweit führenden Anbieter von Kolbenmotoren, Antriebssystemen und dezentralen Energieanlagen. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte der RRPS-Konzern einen um Hedging-Effekte bereinigten Umsatz 1 von 3.783,8 Mio. Euro und beschäftigte zum 31. Dezember 2018 weltweit 10.032 Mitarbeiter.

1 Eine Erläuterung des bereinigten Umsatzes ist im Abschnitt "Lage" aufgeführt.

PRODUKTPORTFOLIO. Das Produktportfolio umfasst schnelllaufende Motoren und Antriebssysteme der Marke MTU für Schiffe, schwere Land- und Schienenfahrzeuge, militärische Fahrzeuge sowie Pumpenantriebe für die Öl- und Gasindustrie. Unter der Marke MTU Onsite Energy vermarktet das Unternehmen Systemlösungen zur Energieversorgung auf Basis von Diesel- und Gasmotoren: von Anlagen für Notstrom-, Grund- und Spitzenlastversorgung bis hin zu leistungsfähigen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Die norwegische Tochterfirma Bergen Engines AS stellt mittelschnelllaufende Motoren der Marke Rolls-Royce für Stromerzeugung, für die Öl- und Gasindustrie und für Schiffanwendungen her.

KONSOLIDIERUNGSKREIS UND KONZERNSTRUKTUR. Die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien, ist die alleinige Anteilseignerin der Rolls-Royce Power Systems AG. Das oberste Mutterunternehmen ist die Rolls-Royce Holdings plc, London/Großbritannien. Mit der Rolls-Royce plc, London/Großbritannien, wurde am 2./15. Juli 2015 ein Beherrschungsvertrag abgeschlossen, dem die Hauptversammlung am 15. Juli 2015 zugestimmt hat.

Zum RRPS-Konzern gehört neben der Rolls-Royce Power Systems AG als Konzernobergesellschaft mit Sitz in Friedrichshafen eine global agierende Fertigungs-, Vertriebs- und Servicestruktur. Sie umfasst neben der Konzernobergesellschaft weitere 33 vollkonsolidierte Tochterunternehmen (31. Dezember 2017: 34). Die größte Einzelgesellschaft des RRPS-Konzerns ist die MTU Friedrichshafen GmbH mit Sitz in Friedrichshafen. Weitere Konzernunternehmen, die wesentlich zum Geschäftsvolumen beitragen, sind Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen, MTU America Inc., Detroit/USA, und MTU Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur, als Obergesellschaft des Teilkonzerns MTU Asia Group, in dem die asiatischen Tochterunternehmen gebündelt sind. Zentrale Produktionsstandorte des RRPS-Konzerns befinden sich in Deutschland, Norwegen, den USA und in China.

Der Konsolidierungskreis der Rolls-Royce Power Systems AG wurde im Vergleich zum 31. Dezember 2017 um drei Tochtergesellschaften verringert und um zwei Tochtergesellschaften erweitert. Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 wurde die MTU Onsite Energy Corporation, Mankato/USA, auf die MTU America Inc., Detroit/USA, verschmolzen.

Die Tochtergesellschaften L'Orange GmbH, Stuttgart, und Fluid Mechanics LLC, Novi/USA, wurden mit Wirkung zum 1. Juni 2018 veräußert. Die Auswirkungen dieser Veräußerung auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des RRPS-Konzerns sind unter " Aufgegebener Geschäftsbereich" im Konzernanhang näher aufgeführt.

Die bislang at cost in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften MTU France SAS, Eragny sur Oise/Frankreich, und MTU do Brasil Ltda., Sao Paulo/Brasilien, wurden in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Die Einbeziehung dieser Unternehmen hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des RRPS-Konzerns.

Berichtszeitraum und Vergleichsperioden

Dieser zusammengefasste Konzernlagebericht beschreibt das Geschäftsjahr 2018 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017. Der Lagebericht der Rolls-Royce Power Systems AG wird gemäß § 315 Abs. 3 HGB mit dem des RRPS-Konzerns zusammengefasst. Die Chancen und Risiken der Rolls-Royce Power Systems AG als Konzernmutter sind untrennbar mit denen des RRPS-Konzerns verbunden. Im vorliegenden Lagebericht enthaltene Informationen beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf den RRPS-Konzern. Informationen zur Lage des Mutterunternehmens Rolls-Royce Power Systems AG sind in einem separaten Kapitel enthalten.

Die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage des RRPS-Konzerns wird im Vergleich zu den Werten zum 31. Dezember 2017 dargestellt angepasst um IFRS15 "Sachverhalte". Sowohl die Abschlüsse der Berichtsperiode als auch die der Vergleichsperiode wurden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie nach den gemäß § 315e HGB (Handelsgesetzbuch) zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt.

Wirtschaftsbericht des Rolls-Royce Power Systems-Konzerns

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft 2018 erlebte einen signifikanten Aufschwung, welcher die Erwartungen vom Jahresanfang bestätigte. Die positive Entwicklung betraf hoch entwickelte und aufstrebende Volkswirtschaften gleichermaßen. Welthandel und Investitionen zogen an. Die Rohstoffpreise erholten sich signifikant, gaben jedoch zum Jahresende deutlich nach. Im Jahresverlauf mehrten sich die Anzeichen für einen gesamtwirtschaftlichen Abschwung auf globaler Ebene, der sich aber nicht auf die positive Entwicklung im Berichtszeitraum auswirkte.

Weltwirtschaftliche Entwicklung

Die gute weltwirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2017 setzte sich zu Jahresbeginn 2018 dynamischer fort als erwartet. Sowohl die Industriestaaten als auch die meisten Entwicklungsländer profitierten von der Wachstumsdynamik. Im Laufe des Jahres schwächte sich die weltwirtschaftliche Entwicklung ein wenig ab, allerdings ohne negative Auswirkungen auf die Endmärkte des RRPS-Konzerns.

Der gesamte Euroraum profitierte von der starken Exportnachfrage, die durch das insbesondere zu Jahresbeginn starke Weltwirtschaftswachstum von deutlich über 3 % sowie von der anhaltend expansiven Geldpolitik beflügelt wurde. Der Euroraum zeigte sich 2018 widerstandsfähig gegenüber politischen Unsicherheiten.

Das starke Wirtschaftswachstum in den USA entsprach den Erwartungen vom Jahresbeginn. Das Land setzte die ununterbrochene Erholung seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 fort. Die wirtschaftsfreundliche Politik der Trump-Administration beflügelte unter anderem den Energiesektor.

Für die rohstoffexportierenden Länder waren die Erholung der Preise im Jahresverlauf und die höhere Nachfrage hilfreich.

Die chinesische Wirtschaft vermied negative Effekte aus dem Handelsstreit mit den USA und wuchs trotzdem nach wie vor deutlich, gestützt durch Konjunkturprogramme, Reformen und Exporte ("One Belt. One Road"-Initiative).

Branchenentwicklung

Nach Schätzungen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) wuchs der globale reale Umsatz des Maschinenbaus 2018 um 6 % und übertraf deutlich die Erwartungen zu Jahresbeginn (2%).

In der EU stiegen die Maschinenbauumsätze insgesamt um 4 % Haupttreiber waren osteuropäische Länder, die teilweise zweistellige Wachstumsraten erreichten. In Deutschland sind die Umsätze des Maschinenbaus 3 % und in Italien 4 % gewachsen, Frankreich erreichte 2 % Im Vereinigten Königreich legten die Umsätze um 4 % zu.

Die Maschinenproduktion in den USA stieg 2018 um 6 % analog zum gesamtwirtschaftlichen Aufschwung.

Japans Maschinenbauumsätze legten um 5 % zu, begünstigt durch steigende Investitionen im Land.

Die Prognose für Chinas Maschinenbauumsätze lag für 2018 bei 8 % Haupttreiber ist der zunehmende Automatisierungsbedarf der Industrie.

Marktposition

Relevant für den RRPS-Konzern ist der Markt für schnelllaufende und mittelschnelllaufende Diesel- und Gasmotoren für Off-Highway-Anwendungen im Leistungsbereich von 75 Kilowatt bis 20 Megawatt. Die wichtigsten etablierten Wettbewerber sind Caterpillar (Geschäftsbereich Energy & Transportation), Cummins, Wärtsilä und MAN Diesel.

Im Jahr 2018 gab es eine Erholung in Märkten, die für Rolls-Royce Power Systems relevant sind.

BAUMASCHINEN & LANDTECHNIK. Durch die gute Konjunktur im Bausektor und getrieben von einer Investitionswelle im Infrastrukturbereich entwickelte sich der Markt vor allem in Europa und China sehr positiv. Die Situation im Bereich Landtechnik verbesserte sich in den USA und Europa merklich. Der nordamerikanische Markt hat seine Talsohle durchschritten. Das Marktwachstum wurde ebenfalls durch die aufstrebenden Märkte (BRIC) getrieben. Vom steigenden Bedarf an Landmaschinen konnte auch Rolls-Royce Power Systems profitieren.

RAIL, MINING, OIL & GAS. Der Markt für Powerpacks (DMU) nahm weiterhin zu, jedoch blieb der Markt für Lokomotivantriebe auf niedrigem Niveau stabil. Betreiber großer Minen steigerten im Vergleich zum niedrigen Vorjahresniveau ihre Investitionen spürbar. Der festere Ölpreis beflügelte Investitionen in Nordamerika, und die Zahl der aktiven nordamerikanischen Bohrgeräte (RigCount) nahm deutlich zu.

ENERGIEANLAGEN. Der Markt für Anlagen zur dezentralen Erzeugung von Strom und Wärme profitierte vom verbesserten ökonomischen Umfeld und einem günstigen Investitionsklima. Der Markt für dieselgetriebene Anwendungen wurde vor allem vom Bedarf an Mission-Critical-Anwendungen getrieben. Insbesondere der chinesische Markt wuchs aufgrund des Ausbaus von Datacentern stark. Der Markt für gasgetriebene Lösungen wurde durch den Bedarf an flexiblen Lösungen und den Ausbau der erneuerbaren Energien beflügelt, primär in den USA und Europa.

MARINE. Positive Impulse gab es durch Fähren, Passagierschiffe und Hafeninfrastruktur. Der Yachtmarkt zeigte sich mit solidem Wachstum. Die Lage bezüglich Investitionen der Offshore-Öl- und -Gas-Industrie blieb weiterhin angespannt.

BEHÖRDENGESCHÄFT. Das Behördengeschäft bewegte sich weiterhin auf gutem Niveau, war jedoch projektgetrieben.

MITTELSCHNELLLÄUFER. Das Wachstum im Markt für Systeme mit mittelschnelllaufenden Motoren zur Stromerzeugung erholte sich projektgetrieben deutlich. Die Nachfrage nach mittelschnelllaufenden Motoren aus der Schiffsindustrie war aufgrund anhaltender Überkapazitäten aufseiten der Betreiber weiterhin sehr niedrig.

Brexit

Insgesamt wird ein moderater Einfluss des Brexit auf den RRPS-Konzern erwartet. Zu den Risiken zählen Zölle und andere Handelsbeschränkungen aufgrund eines harten Brexit, die den grenzüberschreitenden Waren - und Dienstleistungsverkehr in das Vereinigte Königreich behindern und verteuern würden. Ein weiteres Risiko stellt eine anhaltende Abwertung des britischen Pfund dar, wodurch Wettbewerber, die im Vereinigten Königreich produzieren, einen Vorteil hätten. Wartungsverträge beispielsweise im Bahnsegment könnten durch Handels -barrieren und Währungsverschiebungen betroffen sein.

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

Der RRPS-Konzern deckt mit seinem Produkt- und Serviceprogramm zahlreiche Anwendungsbereiche ab und ist so in vielen unterschiedlichen Industrien vertreten. Konjunkturellen Markteinflüssen in den Hauptabsatzregionen Europa, Amerika und Asien begegnet der RRPS-Konzern mit einem differenziert gepflegten Produktportfolio und einer globalen Ausrichtung. Ein übergreifender Markttrend ist die Forderung nach immer effizienteren, leistungsfähigeren und gleichzeitig schadstoffärmeren Motoren und dezentralen Energieanlagen. Diese Herausforderung erfordert von allen Wettbewerbern eine permanente Weiterentwicklung und technische Optimierung der angebotenen Produkte. Mit unserer hohen technologischen Kompetenz setzt der RRPS-Konzern Standards und treibt Innovationen voran, vor allem bei der eigenständigen Entwicklung und Herstellung von Schlüsselkomponenten der Dieselmotorenfertigung (Elektronik, Aufladung und Abgasnachbehandlung).

Auch Rohstoff- und Materialpreise beeinflussen die Geschäftsentwicklung des RRPS-Konzerns. Die hauptsächlich verwendeten Vormaterialien sind hochvergütete Stähle, Gusserzeugnisse, Halbzeuge, Aluminiumlegierungen sowie weitere Metalle und Legierungen. Darüber hinaus sind Erdöl (Diesel) und Strom von Bedeutung. Risiken aus Preissteigerungen begegnet der RRPS-Konzern durch langfristige Lieferverträge und Rohstoffsicherungen.

Wechselkursrelationen, insbesondere die des US-Dollar zum Euro, haben ebenfalls Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage des RRPS-Konzerns. Der Jahresdurchschnittskurs des Euro im Verhältnis zum US-Dollar lag im abgelaufenen Jahr mit 1,18 US-Dollar etwa 4,5 % höher als im Vorjahr und wirkte sich daher leicht dämpfend auf die deutsche Exportwirtschaft aus. Der RRPS-Konzern sichert sich durch eine aktive Steuerung der Bezugs- und Fertigungsquellen (Natural Hedging) und Sicherungsgeschäfte gegen Wechselkursrisiken ab. Hierdurch konnte insbesondere der Wechselkursanstieg des Euro zum US-Dollar im ersten Halbjahr deutlich abgemildert werden.

In den Ländern, in denen der RRPS-Konzern aktiv ist, gelten unterschiedliche Gesetze und Vorschriften. Besondere Bedeutung für die Geschäftstätigkeit des RRPS-Konzerns haben Exportkontrollregelungen, umweltrechtliche Bestimmungen in Bezug auf Produktionsverfahren, Standorte und Erzeugnisse sowie die Vorschriften für das militärische Beschaffungswesen.

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Über verschiedene finanzielle Leistungsindikatoren berichten wir im Abschnitt "Lage". Der RRPS-Konzern nutzt für die interne Steuerung die finanziellen Leistungsindikatoren bereinigter Umsatz und bereinigtes EBIT. Es handelt sich dabei um die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren die im Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 20 (im folgenden DRS 20) definiert sind. Über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren sowie Arbeitnehmer- und Umweltbelange berichten wir in den Kapiteln "Mitarbeiter" und "Nachhaltigkeitsbericht". Für die interne Steuerung benutzen wir den nichtfinanziellen Leistungsindikator Mitarbeiterzahl. Es handelt sich dabei um den bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikator im Sinne des DRS 20.

Geschäftsentwicklung

Der RRPS-Konzern erreichte im Geschäftsjahr 2018 mit 3.783,8 Mio. Euro einen bereinigten Umsatz 2 , der 13,4 % über dem Niveau des Vorjahres lag. Vor allem der hohe Leistungs- und Technologiestandard unserer Produkte war ausschlaggebend für den stetigen Erfolg des RRPS-Konzerns. Unsere Stärken sehen wir dabei in unserer Fähigkeit, kundenspezifische Antriebs- und Energiesysteme zu konzipieren und anzubieten, in unserem umfangreichen Produktportfolio sowie in einer weltweit aktiven Vertriebsorganisation.

Mit dem seit 2017 geschaffenen Bereich Digital Solutions treibt der RRPS-Konzern die digitale Transformation des Unternehmens voran. Der Bereich agiert als Schnittstelle zwischen der klassischen Motorentechnologie und der digitalen Datenerfassung und Analytik. Digital Solutions schafft auch die Grundlage für neue digitale Geschäftsmodelle, mit denen der Hersteller von Antrieben für Schiffe, Züge und Stromaggregate seinen Kunden bessere Serviceleistungen anbietet. Erste Produkte sind zum Beispiel die Smartphone-App "MTU Go! Act" und die Webapplikation "MTU Go! Manage". Sie weisen Betreiber oder Servicemitarbeiter frühzeitig auf mögliche Reparatur- und Wartungsbedarfe hin.

Im Geschäftsjahr 2018 hat nach den Standorten Friedrichshafen, Novi und Singapur das vierte Customer Care Center (im folgenden CCC) im chinesischen Suzhou die Arbeit aufgenommen. Zudem ist im Oktober 2018 das erste Satelliten-CCC am Standort Augsburg eröffnet worden, das sich auf Kunden mit Gasaggregaten konzentriert. Zielsetzung der CCC ist es, durch 24/7-Verfügbarkeit mögliche Ausfallzeiten für MTU-Produkte so kurz wie möglich zu halten. Die CCC sind ein Meilenstein im Rahmen der Strategie PS 2030 die auch einen Ausbau des Servicebereichs fokussiert. Aufgrund der Standorte in unterschiedlichen Zeitzonen ist eine Serviceabdeckung rund um die Uhr gewährleistet wovon die Kunden profitieren. Es ist geplant durch Zusammenarbeit der Einheiten Digital Solutions und CCC weitere gemeinsame Kundenservices zu entwickeln.

VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN UND DES PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUFS.

Maßgeblichen Einfluss auf die positive wirtschaftliche Entwicklung hatte neben den günstigen konjunkturellen Indikatoren die erfolgreiche Umsetzung des Transformationsprogramms RRPS 2018. In diesem wurden eine Reihe von Maßnahmen über die gesamte Wertschöpfungskette des RRPS Konzerns mit dem Ziel der Umsatz- und Ergebnisverbesserung durchgeführt. Das Programm endete mit dem Ende des Geschäftsjahres 2018. Die zahlreichen strukturellen Verbesserungen und Effizienzsteigerungen bilden die Grundlage für die Umsetzung der Strategie PS 2030, mit der der RRPS-Konzern den Wandel vom Motorenhersteller zum integrierten Lösungsanbieter erreichen will.

Die ursprüngliche Prognose eines einstelligen Wachstums des bereinigten Umsatzes wurde übertroffen und das Ergebnis auf dem niedrigen zweistelligen Margenniveau des Jahres 2017 gehalten. Das bereinigte EBIT entwickelte sich sehr positiv und lag mit 399,0 Mio. Euro um 4,7 % über dem Vorjahresergebnis.

Folgende Sondereffekte bzw. nicht operative Sachverhalte sind bei der Ermittlung des bereinigten EBIT zu korrigieren:

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG EBIT

In Mio. Euro 20171 2018
EBIT 326,5 833,4
Erhöhte Abschreibungen in Verbindung mit Akquisitionen (PPA) 4,4 4,2
Wechselkurseffekte aus Kredit-/Devisenbestandsbewertung und Sicherungsgeschäften - 14,2 2,2
Kosten für Transformation 58,3 66,6
Konzernumlage Rolls-Royce plc 6,0 11,9
Erstkonsolidierungseffekte 12,5
Verkauf von L'Orange & Fluid Mechanics -531,9
Bereinigtes EBIT 381,0 399,0

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 482,7 Mio. Euro (Vorjahr: 459,1 Mio. Euro) lag im Rahmen der Erwartungen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag mit 455,1 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: - 145,0 Mio. Euro). Dies ist im Wesentlichen durch den Zahlungseingang in Höhe von 670,4 Mio. Euro durch den Verkauf der Tochtergesellschaften L'Orange GmbH, Stuttgart, und Fluid Mechanics LLC, Novi/USA, positiv beeinflusst.

2 Eine Erläuterung des bereinigten Umsatzes ist im Abschnitt "Lage" aufgeführt.

Lage

Ertragslage

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN

In Mio. Euro 20171 2018 Veränderung
Auftragseingang 3.532,1 4.259,8 20,6 %
Umsatz 3.341,1 3.784,6 13,3 %
Bereinigter Umsatz 3.335,4 3.783,8 13,4 %
EBIT 326,5 833,4 155,3 %
Bereinigtes EBIT 381,0 399,0 4,7 %
Umsatzrendite (bereinigtes EBIT/Umsatz) 11,4 % 10,5 %

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

AUFTRAGSEINGANG. Im Jahr 2018 verzeichneten wir mit 4.259,8 Mio. Euro (Vorjahr: 3.532,1 Mio. Euro) einen Auftragseingang deutlich über dem Vorjahresniveau. Diese positive Entwicklung wurde insbesondere durch eine starke Nachfrage nach Notstromaggregaten für Datencenter getrieben. Ebenso positiv entwickelte sich das Geschäft im Industrial-Bereich, was sich durch eine rohstoffpreisgetriebene Erholung bei Öl und Gas sowie im Bergbau und auch bei der projektbedingten Bahnanwendung widerspiegelt. Durch die Erholung des Öl und Gas sowie des Bergbaugeschäfts wurde bei den Ersatzteilen ein Wachstum im Service-Bereich erzielt. Im Behördengeschäft kompensierte das im Vergleich zum Vorjahr deutlich stärkere militärische Marinegeschäft den projektbedingten Rückgang der militärischen Landanwendung.

UMSATZ. Der bereinigte Umsatz stieg in der Berichtsperiode um 13,4 % auf 3.783,8 Mio. Euro (Vorjahr: 3.335,4 Mio. Euro). Das Wachstum resultierte im Wesentlichen aus einer stärkeren Nachfrage im Industrial-Bereich nach Motoren im unteren Leistungsbereich sowie durch die Erholung im Öl- und Gas-Geschäft. Eine gute Entwicklung zeigte sich auch im Bereich Marine mit Motoren in der Anwendung Yacht. Ebenso positiv entwickelte sich das Service-Geschäft. Einen Umsatzrückgang verbuchte der Bereich Power Generation mit Loose Engines durch einen geringeren Bedarf in Asien. Dieser wurde jedoch durch höhere Nachfragen nach Systemlösungen insbesondere für Datencenter überwiegend kompensiert. Nach einem umsatzstarken Geschäft 2017 lag das Defense-Geschäft projektbedingt ebenfalls unter dem Vorjahr. Die Lücke wurde durch ein deutlich stärkeres militärisches Marinegeschäft kompensiert. Eine weitere Aufteilung des Umsatzes erfolgt im Konzernanhang in Abschnitt 3 "Umsatzerlöse".

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG UMSATZ

In Mio. Euro 20171 2018
Umsatz 3.341,1 3.784,6
Wechselkurseffekte aus Kredit-/Devisenbestandsbewertung und Sicherungsgeschäften -5,7 -0,6
Bereinigte Umsatz 3.335,4 3.783,8

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

ERGEBNISENTWICKLUNG. In der Berichtsperiode erzielte der RRPS-Konzern ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 833,4 Mio. Euro (Vorjahr: 326,5 Mio. Euro). Die Kennziffer enthält im Vergleich zum Vorjahr in erheblichem Umfang Einmaleffekte bzw. nicht operative Sachverhalte. Im bereinigten EBIT sind diese Effekte nicht zu berücksichtigen. 2018 handelte es sich im Wesentlichen um Sondereffekte durch den Verkauf der Tochtergesellschaften L'Orange GmbH, Stuttgart, und Fluid Mechanics LLC, Novi/USA, sowie Einmalkosten im Zusammenhang mit dem konzernweiten Transformationsprogramm.

Nach Bereinigung dieser Effekte ergibt sich für die Berichtsperiode ein bereinigtes EBIT von 399,0 Mio. Euro (Vorjahr: 381,0 Mio. Euro). Der Anstieg um 4,7 % resultierte vor allem aus dem Umsatzwachstum.

Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 10,5 % (Vorjahr: 11,4 %). Die gegenüber dem Vorjahr niedrigere Ergebnismarge ist auf eine Verschlechterung des Produkt-/Applikationsmix zurückzuführen, was sich auch in der Bruttoergebnismarge widerspiegelt.

Bruttoergebnis. Das Bruttoergebnis in der Berichtsperiode betrug 975,3 Mio. Euro (Vorjahr: 944,3 Mio. Euro). Bereinigt um die für das Bruttoergebnis relevanten Sondereffekte und nicht operativen Sachverhalte ergab sich im dargestellten Berichtszeitraum ein bereinigtes Bruttoergebnis von 997,9 Mio. Euro (Vorjahr: 968,2 Mio. Euro) und somit eine bereinigte Bruttoergebnismarge von 26,4 % (Vorjahr: 29,0 %).

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG BRUTTOERGEBNIS

In Mio. Euro 20171 2018
Bruttoergebnis 944,3 975,3
Erhöhte Abschreibungen in Verbindung mit Akquisitionen (PPA) 4,4 4,2
Wechselkurseffekte aus Kredit-/Devisenbestandsbewertung und Sicherungsgeschäften -4,1 0,6
Kosten für Transformation 23,6 17,8
Bereinigtes Bruttoergebnis 968,2 997,9

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Funktionskosten. Die bereinigten Vertriebs- und Verwaltungskosten bewegten sich mit 399,4 Mio. Euro (Vorjahr: 395,5 Mio. Euro) leicht über dem Vorjahresniveau. Die bereinigten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich auf 199,1 Mio. Euro (Vorjahr: 199,5 Mio. Euro). Wie in den Vorjahren investiert der RRPS-Konzern mehr als 5 % seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung, um mit neuen Motoren und Systemen das zukünftige Wachstum zu sichern.

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG VERTRIEBS- UND VERWALTUNGSKOSTEN

In Mio. Euro 2017 2018
Vertriebs- und Verwaltungskosten -435,4 -459.3
Wechselkurseffekte aus Kredit-/Devisenbestandsbewertung und Sicherungsgeschäften -0,4 -0,3
Kosten für Transformation 40,3 60,2
Bereinigte Vertriebs- und Verwaltungskosten -395,5 -399,4

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

In Mio. Euro 2017 2018
Entwicklungsaufwendungen -200,1 -199,6
Kosten für Transformation 0,5 0,6
Bereinigte Entwicklungsaufwendungen -199,5 -199,1

ZINSERGEBNIS. Der Zinsaufwand lag mit 20,4 Mio. Euro (Vorjahr: 14,8 Mio. Euro) über dem Vorjahresniveau. Dies ist hauptsächlich auf Zinsaufwände aus ertragsteuerlichen Nebenleistungen zurückzuführen. Die Zinserträge bewegten sich mit 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 2,2 Mio. Euro) auf dem Vorjahresniveau. Daraus ergibt sich ein negatives Zinsergebnis in Höhe von 18,3 Mio. Euro (Vorjahr: 12,6 Mio. Euro).

BEREINIGTES KONZERNERGEBNIS. Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich in der Berichtsperiode auf 701,4 Mio. Euro (Vorjahr: 194,7 Mio. Euro). Der Anstieg resultierte vor allem aus dem Verkauf der Tochtergesellschaften L'Orange GmbH, Stuttgart, und Fluid Mechanics LLC, Novi/USA. Unter Berücksichtigung der oben genannten Sondereffekte und nicht operativen Sachverhalte sowie unter Anwendung einer Konzernsteuerquote von 13,9 % (Vorjahr: 36,8 %) ergibt sich ein bereinigtes Konzernergebnis von 327,5 Mio. Euro (Vorjahr: 232,8 Mio. Euro).

Folgende Sondereffekte bzw. nicht operative Sachverhalte wurden bei der Ermittlung des bereinigten Konzernergebnisses unter Anwendung der Bereinigungslogik der Muttergesellschaft Rolls-Royce plc, London/Großbritannien, berücksichtigt:

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BEREINIGUNG KONZERNERGEBNIS

In Mio. Euro 20171 2018
Konzernergebnis 194,7 701,4
Erhöhte Abschreibungen in Verbindung mit Akquisitionen (PPA) 4,4 4,2
Wechselkurseffekte aus Kredit-/Devisenbestandsbewertung und Sicherungsgeschäften - 14,2 2,2
Pensionszinsen 12,6 11,9
Kosten für Transformation 58,3 66,6
Steueraufwand - 23,0 60,5
Erstkonsolidierungseffekte 12,5
Verkauf von L'Orange & Fluid Mechanics - 531,9
Bereinigtes Konzernergebnis 232,8 327,5

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Vermögenslage

Abweichend zur Bilanzgliederung nach IFRS wird im Folgenden aus Gründen der Übersichtlichkeit eine auf die wesentlichen Positionen verkürzte Konzernbilanz dargestellt. Diese bildet auch die Grundlage für die weiteren Ausführungen.

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: BILANZ

AKTIVA

In Mio. Euro 31.12.20171 31.12.2018
Langfristige Vermögenswerte 1.330,3 1.193,8
Vorräte 820,2 948,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 729,9 736,9
Flüssige Mittel 400,3 1.324,6
Übrige Vermögenswerte 120,5 131,0
Bilanzsumme 3.401,3 4.335,3

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

PASSIVA

In Mio. Euro 31.12.20171 31.12.2018
Eigenkapital 1.180,2 1.910,7
Rückstellungen 1.169,8 1.132,5
Finanzielle Verbindlichkeiten 193,9 188,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 380,2 542,6
Vertragsverbindlichkeiten 392,3 459,2
Übrige Verbindlichkeitspositionen 85,0 101,7
Bilanzsumme 3.401,3 4.335,3

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahresstichtag um 27,5 % im Wesentlichen durch den Verkauf der Tochtergesellschaften L'Orange GmbH, Stuttgart, und Fluid Mechanics LLC, Novi/USA.

AKTIVSEITE. Die langfristigen Vermögenswerte sanken um 10,3 % auf 1.193,8 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 1.330,3 Mio. Euro). Ohne die veräußerten Tochtergesellschaften gab es einen Rückgang bei den langfristigen Vermögenswerten von 2,4 %. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus den gesunkenen immateriellen Vermögenswerten und den niedrigeren langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte. Dem steht ein leichter Zuwachs bei den Sachanlagen und den sonstigen langfristigen Vermögenswerten gegenüber. Die Vorräte stiegen um 15,7 % auf 948,9 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 820,2 Mio. Euro). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bleiben mit 736,9 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 729,9 Mio. Euro) auf dem Niveau des Vorjahres. Die flüssigen Mittel stiegen um 230,9 % auf 1.324,6 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 400,3 Mio. Euro). Hierin ist der Zahlungseingang aus der Veräußerung der Tochtergesellschaften von 670,4 Mio. Euro enthalten. Aus den operativen Sachverhalten erhöhten sich die flüssigen Mittel um 63,4 %.

Das Net Working Capital 3 sank aufgrund von höheren erhaltenen Anzahlungen um 11,2 % auf 774,4 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 872,2 Mio. Euro). Dem volumenbedingten Anstieg der Vorräte stehen entsprechend gestiegene Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entgegen.

PASSIVSEITE. Das Eigenkapital belief sich auf 1.910,7 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 1.180,2 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote betrug 44,1 % (31. Dezember 2017: 34,7 %) und stieg im Wesentlichen durch das positive Ergebnis im Jahr 2018 und die damit verbundene Zunahme der Gewinnrücklagen.

Die Rückstellungen sanken leicht auf 1.132,5 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 1.169,8 Mio. Euro). Die finanziellen Verbindlichkeiten gingen um 2,7 % auf 188,6 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 193,8 Mio. Euro) zurück. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 42,7 % auf 542,6 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 380,2 Mio. Euro). Die Vertragsverbindlichkeiten erhöhten sich auf 459,2 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 393,2 Mio. Euro), im Wesentlichen infolge des Anstiegs der erhaltenen Anzahlungen. Die übrigen Verbindlichkeitspositionen stiegen auf 101,7 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 85,0 Mio. Euro).

Finanzlage

FINANZIERUNG. Der RRPS-Konzern hat von der KfW IPEX-Bank ein Darlehen für Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Höhe von 15,4 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis August 2020 erhalten. Das Darlehen enthält bestimmte begrenzende Rahmenbedingungen. Bei der Tochtergesellschaft MTU do Brasil Ltda., Sao Paulo/Brasilien, die 2018 erstkonsolidiert wurde, besteht ein kurzfristiges SEB-Darlehen in Höhe von 11,9 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis Februar 2019. Seit 2015 besteht eine konzerninterne Kreditlinie bei der Rolls-Royce plc über 300,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis 2020. Diese ist zum 31. Dezember 2018 nicht in Anspruch genommen worden und steht vollständig zur Verfügung. Somit ist sichergestellt, dass Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllt werden können.

AUSSERBILANZIELLE FINANZIERUNGSINSTRUMENTE. Der RRPS-Konzern nutzt das Leasing bei Immobilien, beim Fuhrpark und im IT-Bereich, um die Kapitalbindung und Investitionsrisiken zu begrenzen. Im Rahmen von Miet- und Leasingverträgen wurden im Geschäftsjahr 2018 Leasingaufwendungen in Höhe von 62,5 Mio. Euro (Vorjahr: 65,9 Mio. Euro) erfolgswirksam erfasst.

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS-KONZERN: CASHFLOW

In Mio. Euro 20171 2018 Veränderung
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 457,4 482,7 5,5 %
Cashflow aus Investitionstätigkeit -133,2 455,1 441,7 %
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -181,4 -15,3 91,6 %

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg um 5,5 % auf 482,7 Mio. Euro (Vorjahr: 457,4 Mio. Euro) . In der aktuellen Berichtsperiode lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit mit 455,1 Mio. Euro (Vorjahr: - 133,1 Mio. Euro) um 441,7 % über der Vergleichsperiode. Der Cash Flow ist von der Veräußerung der Tochtergesellschaften L'Orange GmbH, Stuttgart, und Fluid Mechanics LLC, Novi/USA, positiv beeinflusst. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von - 15,3 Mio. Euro (Vorjahr: - 181,4 Mio. Euro) verringerte sich aufgrund von Dividendenausschüttungen und höheren Darlehensrückzahlungen im Vorjahr.

INVESTITIONEN. 4 In der Berichtsperiode tätigte der RRPS-Konzern Investitionen in Höhe von 119,1 Mio. Euro (Vorjahr: 121,3 Mio. Euro), davon entfielen 75,7 Mio. Euro auf Investitionen in Sachanlagen (Vorjahr: 67,4 Mio. Euro). Im Berichtszeitraum erwarb der RRPS-Konzern vor allem Produktions- und produktionsnahe Anlagen.

Darüber hinaus umfassen die Investitionen Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 43,5 Mio. Euro (Vorjahr: 53,9 Mio. Euro), welche überwiegend die Entwicklung neuer Motorbaureihen und Software betreffen.

3 Net Working Capital = Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ./. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ./. Erhaltene Anzahlungen

4 Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, ohne Finanzanlagen und ohne Neuzugänge im Konsolidierungskreis

INVESTITIONSVERPFLICHTUNGEN. Der RRPS-Konzern hat Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 16,5 Mio. Euro (Vorjahr: 8,1 Mio. Euro) und Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: 2,5 Mio. Euro) erfasst. Zu deren Finanzierung stehen ausreichend liquide Mittel aus dem erwarteten positiven Cashflow der betrieblichen Tätigkeit zur Verfügung. Gegebenenfalls hat der RRPS-Konzern auch gesicherten Zugriff auf bestehende Kreditlinien.

NETTOFINANZVERSCHULDUNG. 5 Die Nettofinanzverschuldung wies zum Stichtag aufgrund des positiven Free Cashflows (der sich aus dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und dem Cashflow aus Investitionstätigkeit zusammensetzt) einen Überhang an liquiden Mitteln gegenüber den zinstragenden Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 1.290,4 Mio. Euro auf (31. Dezember 2017: 368,6 Mio. Euro). Die Quote von Nettofinanzverschuldung zu bereinigtem EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation auf materielle und immaterielle Vermögenswerte) belief sich somit auf - 2,5 (Vorjahr: - 0,7).

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage durch den Vorstand

Dank der positiven wirtschaftlichen Lage und der erfolgreichen Umsetzung des Transformationsprogramms RRPS 2018 hat sich die Ertragslage des RRPS-Konzerns im Jahr 2018 weiter stark positiv entwickelt. Das Unternehmen besitzt ausreichend finanzielle Flexibilität, um die zukünftigen Investitionsanforderungen im Rahmen der Wachstums- und Produktstrategie konsequent umzusetzen. Der RRPS-Konzern investiert auch weiterhin stark in den Bereich Forschung und Entwicklung, um neue Technologien in das Portfolio als Lösungsanbieter zu integrieren. So bereitet sich das Unternehmen aktiv auf künftige, strengere Emissionsanforderungen vor. Darüber hinaus verbessert das Unternehmen seine Produkte in Bezug auf wesentliche kundenrelevante Eigenschaften wie Kraftstoffverbrauch und Lebenszykluskosten kontinuierlich weiter. Der RRPS-Konzern befindet sich zum Ende der Berichtsperiode in einer wirtschaftlich soliden Lage und ist auf profitables Wachstum ausgerichtet.

5 Zur Berechnung der Nettofinanzverschuldung = zinstragende Finanzverbindlichkeiten (ohne Finanzierungsverbindlichkeiten aus Finance Lease) ./. Zahlungsmittel

Lagebericht zum Einzelabschluss

der Rolls-Royce Power Systems AG nach HGB

Nachfolgend ist der Lagebericht der Rolls-Royce Power Systems AG dargestellt.

Lage

Ertragslage der Rolls-Royce Power Systems AG

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS AG (EINZELGESELLSCHAFT)

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2018

In Mio. Euro 2017 2018
Umsatzerlöse 69,3 71,4
Sonstige betriebliche Erträge 4,2 3,7
Aufwendungen für bezogene Leistungen -22,4 -21,9
Personalaufwand -65,4 -73,4
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -0,4 -0,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen -52,4 -75,9
Finanzergebnis 137,0 818,0
Steuern vom Einkommen und Ertrag -62,4 -64,1
Ergebnis nach Steuern 7,5 657,8
Sonstige Steuern -0,8 -0,3
Jahresüberschuss 6,7 657,5
Einstellung in Gewinnrücklagen -157,5
Bilanzgewinn 500,0

Die Rolls-Royce Power Systems AG erzielte im Geschäftsjahr 2018 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 657,8 Mio. Euro (Vorjahr: 7,5 Mio. Euro). Im Wesentlichen stützt sich das Ergebnis nach Steuern auf die Gewinnabführung der MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen, in Höhe von 821,5 Mio. Euro (Vorjahr: 303,6 Mio. Euro), die im Finanzergebnis enthalten ist. Dem wirkte zudem im Vorjahr der Sondereffekt aus Abschreibungen auf Finanzanlagen aufgrund der Abwertung der Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen, in Höhe von 164,2 Mio. Euro entgegen. Zum Ergebnis der Rolls-Royce Power Systems AG trugen außerdem die Umsatzerlöse von 71,4 Mio. Euro (Vorjahr: 69,3 Mio. Euro) bei. Diese Position enthält vorwiegend Erträge aus konzerninternen Leistungsverrechnungen. Belastet wurde das Ergebnis durch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 75,9 Mio. Euro (Vorjahr: 52,4 Mio. Euro), die im Wesentlichen Beratungskosten enthalten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Ertragsteuern in Höhe von 64,1 Mio. Euro (Vorjahr: 62,4 Mio. Euro) Steuervorauszahlungen für das Geschäftsjahr 2018 sowie Steuernachzahlungen und Steuererstattungen für Vorjahre umfassen.

VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN UND DES PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUFS. Die Rolls-Royce Power Systems AG nutzt für die interne Steuerung den finanziellen Leistungsindikator Ergebnis nach Steuern. Es handelt sich dabei um den bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikator im Sinne des DRS 20. Die wirtschaftliche Entwicklung des RRPS-Konzerns sollte sich in der Ertragslage der Rolls-Royce Power Systems AG widerspiegeln. Das Ergebnis nach Steuern lag dank des außergewöhnlich guten Ertrags aus Gewinnabführungen in Höhe von 821,5 Mio. Euro deutlich über den Erwartungen. Dies basiert jedoch zum größten Teil aus dem Verkauf der Tochtergesellschaften L'Orange GmbH, Stuttgart, und Fluid Mechanics LLC, Novi/USA. Ohne diese Sondereffekte hätte das Unternehmen aus der geschäftsüblichen operativen Tätigkeit bei dem Ergebnis nach Steuern die Prognosen erfüllt.

AUSBLICK FÜR DIE ROLLS_ROYCE POWER SYSTEMS AG. Die erwartete wirtschaftliche Entwicklung des RRPS-Konzerns wird sich auch in der Ertragslage der Rolls-Royce Power Systems AG für das Jahr 2019 entsprechend widerspiegeln. Insbesondere erwarten wir einen wesentlichen Beitrag zum Ergebnis aus der Beteiligung an der MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen. Auch bei den Erträgen aus anderen Beteiligungen erwartet die Rolls-Royce Power Systems AG keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zum Vorjahr. Die sonstige operative Geschäftstätigkeit und deren Umfang werden im Geschäftsjahr 2019 unverändert weiter bestehen. Ein vergleichbarer Sondereffekt im Finanzergebnis zeichnet sich im Geschäftsjahr 2019 nicht ab, insofern erwartet die Rolls-Royce Power Systems AG ein Ergebnis nach Steuern moderat über dem Niveau des Vorjahres. Weitere Informationen zur Prognose für den RRPS-Konzern befinden sich im Prognosebericht ab Seite 30.

Vermögenslage der Rolls-Royce Power Systems AG

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS AG (EINZELGESELLSCHAFT)

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2018

Aktiva

In Mio. Euro 2017 2018
Anlagevermögen
Finanzanlagen 1.475,6 1.468,8
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 259,7 218,7
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 258,5 1.229,6
518,2 1.448,4
Rechnungsabgrenzungsposten 0,5 1,1
Bilanzsumme 1.994,3 2.918,2
PASSIVA
in Mio. Euro 2017 2018
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 131,4 131,4
Kapitalrücklage 804,8 804,8
Gewinnrücklagen 327,8 492,0
Bilanzgewinn (Vorjahr: Jahresüberschuss) 6,7 500,0
1.270,7 1.928,2
Rückstellungen 103,3 111,7
Verbindlichkeiten 620,3 878,4
Bilanzsumme 1.994,3 2.918,2

AKTIVSEITE. Zum 31. Dezember 2018 belief sich die Bilanzsumme der Rolls-Royce Power Systems AG auf 2.918,2 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 1.994,3 Mio. Euro). Auf der Aktivseite trug dazu insbesondere der Zahlungseingang in Höhe von 670,4 Mio. Euro aus dem Verkauf der Tochtergesellschaften L'Orange GmbH, Stuttgart, und Fluid Mechanics LLC, Novi/USA, bei.

PASSIVSEITE. Das Eigenkapital der Rolls-Royce Power Systems AG belief sich auf 1.928,2 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 1.270,7 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote betrug zum Ende des Berichtsjahres 66,1 % (31. Dezember 2017: 63,7 %) und befindet sich damit auf einem soliden Niveau. Der Anstieg resultiert aus dem sehr hohen Jahresüberschuss.

Die Rückstellungen setzen sich aus Pensionsrückstellungen, Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen zusammen. Die Steuerrückstellungen betreffen insbesondere noch nicht endgültig veranlagte Steuern. Die sonstigen Rückstellungen betreffen wie im Vorjahr vorwiegend Personalrückstellungen.

Die Verbindlichkeiten der Rolls-Royce Power Systems AG setzen sich im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 828,7 Mio. Euro (31. Dezember 2017: 570,4 Mio. Euro) zusammen, die sich aus dem Finanzverkehr innerhalb des RRPS-Konzerns ergeben.

Finanzlage der Rolls-Royce Power Systems AG

FINANZIERUNG. Die Rolls-Royce Power Systems AG hat von der KfW IPEX-Bank ein Darlehen für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Höhe von 15,4 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis August 2020 erhalten. Das Darlehen enthält bestimmte begrenzende Rahmenbedingungen. Seit 2015 besteht eine konzerninterne Kreditlinie bei der Rolls-Royce plc, London/Großbritannien, über 300,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis 2020. Diese ist zum 31. Dezember 2018 nicht in Anspruch genommen worden und steht vollständig zur Verfügung. Somit ist sichergestellt, dass Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllt werden können.

Forschung und Entwicklung

Zum Ende des Jahres 2018 widmeten sich im RRPS-Konzern rund 12 % der Gesamtbelegschaft Forschungs- und Entwicklungsaufgaben.

Um die Ziele zu erreichen, erbrachte der RRPS-Konzern im Berichtszeitraum bereinigte Entwicklungsleistungen 6 in Höhe von 212,3 Mio. Euro (Vorjahr: 218,8 Mio. Euro). Die bereinigten Entwicklungsaufwendungen sind mit 199,1 Mio. Euro (Vorjahr: 199,5 Mio. Euro) auf einem stabilen Niveau, welches unseren neuen fokussierten Ansatz in der Entwicklung widerspiegelt. Darin sind Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 9,5 Mio. Euro (Vorjahr: 12,6 Mio. Euro) enthalten.

6 Entwicklungsleistungen = Entwicklungsaufwendungen + aktivierte Entwicklungskosten + bezahlte Entwicklungsleistungen

Der Fokus auf Systemlösungen ist der wesentliche Bestandteil der Strategie PS 2030. Die Aufstellung des Engineering-Bereichs wurde entsprechend angepasst und beispielsweise die Aktivitäten zur Systementwicklung mit dem Thema Elektrik/Elektronik gebündelt. Ziel ist es, die Entwicklungseffizienz mit Hilfe von modularen Produktbaukästen zu steigern und somit kundenspezifische Lösungen flexibler und schneller realisieren zu können.

Bei hybriden Systemen für mobile Antriebslösungen wurden wichtige Meilensteine erreicht. Auf der weltgrößten Bahnmesse Innotrans in Berlin hat das Unternehmen im Herbst 2018 vier Absichtserklärungen mit sieben Partnern in Großbritannien, Irland und Deutschland abgeschlossen. Sie wollen vorhandene Fahrzeuge mit MTU-Hybrid-Antrieben umrüsten. Bei allen steht nach einer erfolgreichen Testphase die Umrüstung von ganzen Fahrzeugflotten im Raum. Daraus können sich Folgebestellungen über mehrere hundert MTU-Hybrid-PowerPacks ergeben.

Mit Blick auf die Energiewende setzt der RRPS-Konzern unter anderem auf Microgrids, das heißt autonome oder netzgekoppelte Energieversorgungssysteme, die effizient, zuverlässig und umweltfreundlich sind. Microgrids kombinieren erneuerbare Energien mit zuverlässigen Stromaggregaten und Batteriespeichern. Sie sind unter anderem optimal auf die Bedürfnisse von Industrieunternehmen und Kommunen zugeschnitten. In diesem Zusammenhang wird derzeit eine Microgrid-Validierungsanlage in Friedrichshafen aufgebaut. Mit ihr kann der Betrieb eines solchen Systems für Kunden simuliert und auf deren spezifische Anforderungen konzipiert werden. Ein Baustein hiervon ist die Entwicklung eines eigenen Batteriespeichercontainers für stationäre Energiesysteme.

Im Rahmen der Technologieentwicklung wird an einer Vielzahl zukunftsweisender Konzepte gearbeitet - unter anderem an alternativen Kraftstoffen, neuen motorischen Brennverfahren und Brennstoffzellen sowie Energiesystemen der Zukunft.

Um die Marine-Emissionsanforderungen IMO III ab 2021 zu erfüllen, wurde im Jahr 2018 die Weiterentwicklung der 12/16V2000M96-Motoren mit einer SCR-Abgasnachbehandlung (Selektive katalytische Reduktion) gestartet. In der Detaillierung befindet sich aktuell auch der 20V2000M96, welcher zur Stärkung der Marktposition und als neuer Benchmark die Baureihe am oberen Band ab 2022 ergänzen wird.

Bei den Landanwendungen der Baureihe 4000 wurden im Jahr 2018 die leistungsgesteigerten Motoren für die Anwendung PowerGen als 12-, 16- und 20-Zylinder für die Serienproduktion freigegeben. Mit dem 12-Zylinder der Generation -05 wurde der erste Motor mit hauseigener Abgasnachbehandlung für den nordamerikanischen PowerGen-Markt freigegeben. Durch Einsatz eines Kombisystems aus Dieselpartikelfilter und SCR-Anlage konnten die Emissionen auf das Niveau der Stufe US EPA Tier 4 abgesenkt werden. Dies entspricht einer Unterschreitung der gesetzlichen Grenzwerte für Stickoxid und Partikel um mehr als 80 %. Die Entwicklung des 16- und 20-Zylinders der Generation -05 wird 2019 fortgesetzt.

Die Entwicklungsarbeiten zum 16-Zylinder für die Anwendung Mining/Oil & Gas in der Emissionsstufe US EPA Tier 4 wurden zum Jahresende abgeschlossen, die Serieneinführung erfolgt Anfang 2019.

Bei der Baureihe 4000 für den Marineeinsatz werden aktuell schwerpunktmäßig Motoren für die Emissionsstufen EPA Tier 4 und IMO3 entwickelt. Es werden sowohl die Arbeitsschiff- und Bordstrom- als auch die Hochleistungsanwendungen bedient. Die Entwicklung der Hochleistungsmotoren wurde 2018 erfolgreich abgeschlossen und an die Serie übergeben.

Ein wichtiger Meilenstein wurde mit dem Typlauf bei den Arbeitsschiffsmotoren erreicht. Dieser Zertifizierungslauf ist für eine Zulassung bei Klassifizierungsgesellschaften notwendig. Außerdem wurde die Dauererprobung eines Arbeitsschiffmotors inklusive SCR-Anlage erfolgreich abgeschlossen.

Die ersten ausgelieferten Arbeitsschiffsmotoren der Baureihe 4000 wurden im Dezember 2018 beim Kunden in Betrieb genommen. Neben der Einhaltung der Emissionsgrenzwerte ist die Verbesserung des Kraftstoffverbrauchs ein zentrales Entwicklungsziel. Ein weiteres Ziel ist die Anhebung der Leistung auf 160 Kilowatt je Zylinder. Die Anforderungen der US-Gesetzgebung EPA Tier 4 zur Partikelemission wurden innermotorisch erfüllt, sodass die Kunden auf einen Dieselpartikelfilter verzichten können.

Im Marineprojekt IMO Tier 3 mit Drittanbieter-SCR wurde die Emissionszertifizierung des Systems-Motors inklusive SCR erfolgreich absolviert. Im Laufe des Jahres 2018 wurden erste Systeme an die Kunden ausgeliefert.

Die bewährten Gassysteme von MTU Onsite Energy mit den Motoren der Baureihe 4000 bauten ihre gefestigte Marktposition weiter aus. Im asiatischen Raum werden mehrere flexible gasbetriebene Kraftwerke mit Gesamtleistungen von über 100 Megawatt betrieben. In England ist die Marke MTU sehr erfolgreich mit der Teilnahme am Regelenergiemarkt, um kurzfristige hohe Energiebedarfe abzudecken. Insbesondere hierfür wurde 2018 die Entwicklung der sogenannten "Fast Gas Maschinen" abgeschlossen. Die ersten Motoren sind ausgeliefert. Sie können bereits zwei Minuten nach dem Start ihre volle elektrische Leistung bei hohem Wirkungsgrad ins Netz speisen. Eine weitere Anwendung für MTU-Gasmotoren befindet sich in der letzten Phase der Entwicklung: 2019 werden die ersten Schiffe mit MTU-Gasmotoren ihren Betrieb im holländischen Wattenmeer aufnehmen.

Seit 2017 bietet das Unternehmen in der MTU-Baureihe 8000 zusätzlich zur bisher verfügbaren 20-Zylinder-Version (bis 10.000 Kilowatt Leistung) einen 16-Zylinder-Motor an. Mit einer Leistung von bis zu 8.000 Kilowatt bei 1.150 Umdrehungen in der Minute ist der neue Motor vor allem für Behördenschiffe wie Patrouillenboote und militärische Schiffe, aber auch für Fähren und große Yachten geeignet.

Das Portfolio der MTU-Baureihe 1600 wurde weiter auf die Kundenbedürfnisse angepasst. Die 6R- und 8V-GenDrive-Varianten sowie die 10V- und 12V-C&I- und Lok-Varianten laufen aus. Die GenDrive-Motorenpalette wird um einen deutlich leistungsgesteigerten 12V1600 Genset-Motor erweitert, der Mitte 2020 auf den Markt kommt.

Im Rahmen der Indienstrategie wird die BR1600 ab dem Jahr 2020 in einem Joint-Venture namens Force MTU Power Systems in Indien produziert. Damit einhergehend wird auch die entwicklungstechnische Betreuung der Produktion an eine MTU-Entwicklungsabteilung in Indien verlagert und dort parallel die Lokalisierung von Bauteilen weiter vorangetrieben.

Im Bahn-Unterflur-Segment wird der erfolgreiche 12V1600 EU IIIb-Motor durch die in Entwicklung befindliche Variante mit Emissionsstufe Stage V ab 2021 ergänzt.

Im Juni 2018 hat planmäßig die Serienlieferung der Motoren BR1000-1500 in der EU-Emissionsstufe Stage V begonnen. Die vorgezogene Erfüllung der Emissionsrichtlinie - offizielles Inkrafttreten ab Januar 2019 - ermöglicht den OEM einen sicheren und kostengünstigen Serienanlauf ihrer Fahrzeuge und Erzeugnisse. Im Februar 2019 steht der Produktionsstart für diese Motoren in der US-amerikanischen Emissionsstufe EPA Tier 4 an. Hierzu laufen aktuell die letzten Tests und Freigabearbeiten zur Vorbereitung des Serienstarts für Nordamerika und Mexiko.

Die aktivierten Entwicklungskosten bewegten sich mit 9,0 Mio. Euro (Vorjahr: 15,6 Mio. Euro) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Das Verhältnis von aktivierten Entwicklungskosten zu bereinigtem Entwicklungsaufwand betrug somit 4,5 % (Vorjahr: 7,8 %). Die bezahlten Entwicklungsleistungen lagen bei 4,2 Mio. Euro (Vorjahr: 3,7 Mio. Euro).

Die Entwicklungsquote (Verhältnis der Entwicklungsleistungen zum Umsatz) lag bei 5,6 % (Vorjahr: 6,5 %). Damit will der RRPS-Konzern auch in Zukunft die Technologieführerschaft sicherstellen.

Mitarbeiter

Mitarbeiterentwicklung

ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS KONZERN

MITARBEITER NACH REGIONEN

31.12.2017 31.12.2018 Veränderung
Deutschland 7.750 6.635 -14,4 %
EMEA (Europe, Middle East, Africa) ohne Deutschland 1.410 1.563 10,9 %
Amerika 787 902 14,6 %
Asien 847 932 10,0 %
Gesamtbelegschaft 10.794 10.032 -7,1 %

Im RRPS-Konzern waren zum 31. Dezember 2018 insgesamt 10.032 Mitarbeiter (Vorjahr: 10.794 Mitarbeiter) beschäftigt. Die Veränderung von -7,1 % gegenüber dem Vorjahr ist vor allem das Ergebnis aus dem Verkauf von L'Orange sowie Maßnahmen im Rahmen der unternehmensweiten Transformation in Deutschland. In Deutschland ergab sich im Jahr 2018 ein Rückgang der Mitarbeiterzahl um - 14,3 %. Außerhalb Deutschlands gab es hingegen aufgrund der strategischen Maßnahmen in China und Indien sowie des Aufbaus in Bergen und der Konsolidierung von MTU France und MTU do Brasil einen Anstieg um 11,6 % im Vergleich zum Vorjahr.

Ausbildung und Weiterbildung

Der RRPS-Konzern ist seit 100 Jahren in der dualen Berufsausbildung tätig. Seit dem Jahr 1919 bietet das Unternehmen jungen Erwachsenen die Möglichkeit, ihre Karriere mit einer Ausbildung oder einem dualen Studium zu beginnen. Insgesamt 316 Auszubildende absolvierten zum 31. Dezember 2018 eine Ausbildung oder ein duales Studium beim RRPS-Konzern weltweit. Dabei beschränkt sich die Berufsausbildung nicht nur auf die Standorte: An den MTU-Standorten beispielsweise in den USA und Südafrika ist die duale Ausbildung nach deutschem Vorbild ebenfalls sehr gefragt.

Der RRPS-Konzern bietet den Beschäftigten darüber hinaus ein breites Spektrum an Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen durch die hausinterne Academy. Am größten Standort Friedrichshafen werden durch die Academy mehr als 200 unterschiedliche Trainingsthemen angeboten, die in zahlreichen Präsenz- und E-Learning-Veranstaltungen mithilfe des Learning-Managementsystems "Training@Academy" durchgeführt werden. Dabei werden Fähigkeiten in den Bereichen soziale, methodische und interkulturelle Kompetenzen, Datenverarbeitung, Compliance, Sprachen, Recht etc. geschult.

Gesundheitsmanagement

Die Leistungsfähigkeit und Gesundheit unserer Mitarbeiter zu erhalten, wird heutzutage auch unter dem Aspekt der demografischen Veränderung zunehmend wichtiger. Seit Jahren bauen wir unser Gesundheitsmanagement aus und verbessern es kontinuierlich. Das ganzheitliche Konzept umfasst die Schwerpunkte Sport und Bewegung, gesunde Ernährung, Medizin und Prävention sowie Work-Life-Balance. Es ist uns ein Anliegen, unsere Mitarbeiter auf dem Weg zu einem eigenverantwortlichen Gesundheitsbewusstsein zu begleiten und zu fördern.

Im Jahr 2018 lautete das Motto unserer gesundheitlichen Schwerpunktkampagne "Ich hab's gecheckt". Unter diesem Leitgedanken wurden den Mitarbeitern unter anderem drei unterschiedliche Vorsorgeuntersuchungen angeboten: ein Hautscreening, ein Darmkrebsscreening und ein Stoffwechselscreening. Mehr als 4.000 Mitarbeiter haben von diesem für sie kostenlosen Angebot Gebrauch gemacht. Darüber hinaus nutzten die Mitarbeiter weitere umfangreiche Angebote wie das firmeninternen Gesundheitsstudio, Gesundheitsseminare und viele weitere gesundheitsförderliche Angebote. Für das ganzheitliche Gesundheitskonzept wurden die deutschlandweiten RRPS-Standorte im Jahr 2018 mit dem LiveWell Award von Rolls-Royce plc ausgezeichnet.

Nachhaltigkeitsbericht

Verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und Nachhaltigkeit sind Bestandteil der Unternehmensgrundsätze des RRPS-Konzerns. Das Ziel ist profitables wirtschaftliches Wachstum bei gleichzeitiger Förderung ökologischer, sozialer und gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsaspekte.

NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE UND -ZIELE. Die 2015 im RRPS-Konzern begonnene Implementierung des konzernübergreifenden Zieleprogramms hat das Unternehmen grundlegend verändert. Mit den Zielen schlanker, effizienter und zukunftsfähig zu werden, stellten Mitarbeiter in 15 Arbeitspaketen (Workstreams) das gesamte Unternehmen auf den Prüfstand. Sie haben es neu ausgerichtet und damit die Grundlage für die Strategie PS 2030 gelegt. Die Strategie PS 2030 enthält Ziele zur Nachhaltigkeit als Grundlage unseres Geschäftsmodells.

INTEGRITÄT UND COMPLIANCE. Integrität ist für uns ein sehr hohes Gut. Wir wollen mit der Qualität unserer Leistungen und Produkte überzeugen und im fairen Wettbewerb das Vertrauen unserer Kunden und Geschäftspartner gewinnen und erhalten. Alle Stakeholder sollen sich darauf verlassen können, dass sich unser Unternehmen der Bedeutung korrekten Verhaltens bewusst ist. Bestechung und andere Formen unrechtmäßigen Verhaltens wird nicht toleriert. Im Jahr 2018 wurde weiter intensiv an der Verbesserung und Optimierung unseres Compliance-Programms gearbeitet.

VERHALTENSKODEX. Wer wir sind und wie wir handeln ist für unsere Mitarbeiter und unsere Stakeholder, die ein Interesse an unserem Unternehmen haben, von zentraler Bedeutung. Wir sehen das Vertrauen, das unsere Mitarbeiter, Partner und Kunden in uns setzen, als wichtigste Ressource und als Grundlage unseres wirtschaftlichen Erfolgs an. Das bedeutet für uns, dass wir das, was wir sagen, tun und es richtig tun. Unsere Unternehmenswerte, unser Globaler Verhaltenskodex und die zugehörigen Konzernrichtlinien geben unseren Mitarbeitern Orientierung und Handlungsanleitung, das Richtige zu tun. 2018 wurden die Unternehmenswerte im Zuge der Neuausrichtung der Unternehmensstrategie überarbeitet. Basierend auf den neu formulierten Unternehmens -werten "Trusted to deliver excellence", "Integres Handeln" und "Sicheres Arbeiten" wurde von Rolls-Royce plc auch der Globale Verhaltenskodex überarbeitet. Zielsetzung war es, einen einfacher und besser verständlichen Verhaltenskodex mit einer positiven Grundaussage zu implementieren, auf den alle Mitarbeiter auch und jederzeit per App und auf mobilen Endgeräten zugreifen können. Der Globale Verhaltenskodex soll in allen Rolls-Royce-Unternehmensgruppen Gültigkeit haben. Im RRPS-Konzern wurde im Jahr 2018 die Abstimmung mit den Stake-holdern initiiert, um den Verhaltenskodex ebenfalls zu implementieren.

EFFEKTIVES COMPLIANCE-PROGRAMM. Zur Sicherstellung eines wirksamen Compliance-Programms passen wir das Programm den sich verändernden Rahmenbedingungen an und verbessern es kontinuierlich. Zielsetzung des Compliance-Programms ist es, eine integre und regelgetreue Unternehmensführung sicherzustellen und systematisches Fehlverhalten und Compliance-Verstöße zu verhindern. Dabei legen wir besonderen Wert darauf, unseren Mitarbeitern mit dem Globalen Verhaltenskodex und den zugehörigen Richtlinien sowie mit zielgruppen-spezifischen Schulungen Orientierung und Handlungsanleitung für ihre tägliche Arbeit zu geben. Ebenso setzt die Compliance-Abteilung die notwendigen Kontrollen und Verfahren um, damit mögliches Fehlverhalten frühzeitig erkannt und konsequent geahndet werden kann. Die unternehmensinternen Compliance-Richtlinien wurden vereinfacht, gestrafft und mit den Konzernregelungen von Rolls-Royce plc harmonisiert. Die regelkonforme und redliche Abwicklung aller Geschäfte fordert eine entsprechend ausgebildete und weltweit aufgestellte Compliance-Organisation sowie wirksame Prozesse und Kontrollen. In diesem Zuge wurde der 2017 begonnene Aufbau der Abteilung im vergangenen Jahr fortgeführt und das Team um weitere Compliance-Experten verstärkt. Auch im Bereich der Beziehungen mit Geschäfts- und Vertriebspartnern wurden die Compliance-Aktivitäten weiter vorangetrieben und die Prozesse im Bereich Geschäftspartnerprüfung und -management optimiert. Gleichzeitig ist und bleibt es die Aufgabe des Vorstands und aller Führungskräfte, das Bewusstsein für die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien, aber auch für die Geschäftsethik permanent im Unternehmen zu verankern und eine Kultur der Transparenz zu etablieren.

UMWELT- UND KLIMASCHUTZ. In den MTU-Werken am Standort Friedrichshafen wurden im Jahr 2018 zwei weitere Blockheizkraftwerke (BHKW) in Betrieb genommen, in denen Motoren im Dauerlauf getestet werden. Der so erzeugte Strom dient dazu, den Eigenverbrauch im Stromnetz zu reduzieren. Gleichzeitig wird die erzeugte Wärme zum Heizen von Gebäuden sowie für Fertigungsprozesse genutzt. Für Dienstfahrten wird innerhalb des RRPS-Konzerns an ausgewählten Standorten Carsharing angeboten, um den Schadstoffausstoß nachhaltig zu reduzieren. Die Carpool-Flotte ist bereits größtenteils auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Eine neue Dienstwagenregelung trägt ebenfalls dazu bei, den CO2-Ausstoß zu verringern. Darüber hinaus wird allen Dienstwagennutzern bei Bedarf eine Wallbox am Wohnort zur Verfügung gestellt.

ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEITSSCHUTZ. Verschiedene Initiativen und Projekte haben im Berichtszeitraum zu einer neuerlichen Reduzierung von Arbeitsunfällen geführt und das Bewusstsein der Belegschaft in Sachen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz weiter geschärft. Weitere Sicherheitsbeauftragte wurden geschult und deren Vernetzung durch Workshops gefördert. Das Konzept der "Verhaltensbasierten Sicherheit", das auf gegenseitiger Begleitung auf Mitarbeiterebene fußt, wurde erfolgreich erprobt und wird in der Folge unternehmensweit eingeführt. Der Unterstützungsbereich Arbeitssicherheit wurde personell verstärkt und in eine eigens geschaffene Abteilung "Sicherheit und Umweltmanagement" eingebettet.

PRODUKTVERANTWORTUNG UND INNOVATIONEN. Im Rahmen unseres Green- und High-Tech-Programms entwickeln wir neue Technologien und Systeme - mit dem Ziel, unsere Produkte immer nachhaltiger und umweltschonender zu machen. Im Fokus stehen dabei Themen wie Abgasnachbehandlung, alternative Kraftstoffe, Elektrifizierung, Digitalisierung wie auch Gesamtsystemfähigkeit.

Mit unseren innovativen Lösungen unterstreichen wir die Bedeutung der Nachhaltigkeit in unserem Konzern. Die Erhöhung des Kundennutzens bei gleichzeitiger Verbesserung der Umweltbilanz sind unser Ziel und Antrieb zu -gleich. Dies spiegelt sich auch 2018 in unserem in diese Richtung weiter ausgebauten Produktportfolio wieder.

Im Anwendungsbereich Arbeitsschiffe und Yachten wurde der effiziente, ressourcenschonende Antrieb der Baureihe 4000 weiterentwickelt und nach IMO-III zertifiziert. Durch Weiterentwicklungen bei der Aufladung, beim Verbrennungsprozess und der Einspritzung der Motoren in Kombination mit dem neuen MTU-SCR-System werden die Stickoxid-Emissionen gegenüber IMO II um 75 % reduziert und die Partikel-Emissionen gegenüber EPA 3 um 65 %. Neben den geringeren Emissionen konnte im Vergleich zum Vorgängermodell auch der Kraftstoffverbrauch und damit CO2 Emissionen verringert werden. Die erste Yacht mit IMO-III-Antrieb von MTU wird momentan in Istanbul gebaut und soll Mitte 2019 in Betrieb gehen.

Mit der Entwicklung eines Gasmotors für die kommerzielle Schifffahrt sind wir Vorreiter für technologischen Wandel. Der Gasmotor stößt im Vergleich zu einem Dieselmotor ohne Abgasnachbehandlung keinen Ruß und keine Schwefeloxide sowie 90 % weniger Stickoxide aus. Damit hält er die seit 2016 geltenden IMO-III-Abgasnormen ohne zusätzliche Abgasnachbehandlung ein.

Im Stationären Bereich entwickelt unsere Augsburger Tochter seit über 40 Jahren Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK). KWK-Anlagen mit Gasmotoren sind eine effiziente und umweltschonende Technologie, da elektrische und thermische Energie in den Anlagen parallel genutzt werden. Mit dem Gasmotoren- und System-Know-how wurde der Wirkungsgrad der Anlagen sukzessive gesteigert, um den eingesetzten Brennstoff optimal zu nutzen. Die neue Motorengeneration der Baureihe 4000 erreicht dabei einen Gesamtwirkungsgrad bis 44,3 %.

Die Sicherung der Stromerzeugung und Versorgung über Microgrids gewinnt immer mehr an Bedeutung. Wir konnten im Rahmen des Forschungsprojekts LINDA Diesel- oder Gasaggregate mit erneuerbaren Energien und Batteriespeichern kombinieren und so eine autarke, vom überregionalen Stromnetz unabhängige Stromversorgung sicherstellen. Um die Sparte der Microgrids weiter zu forcieren, investiert Rolls-Royce Power Systems in das Berliner Start-Up Qinous, das sich auf Microgrid Lösungen (On- und Off-Grid) spezialisiert hat. So wird das Produktportfolio um schlüsselfertige Microgrids erweitert. Künftig sollen in Kooperation mit Qinous Batterie-Container angeboten und regenerative Energieerzeugungsanlagen eingebunden werden. Durch die Kombination von Diesel- oder Gasaggregaten mit erneuerbaren Energien und Batteriespeichern handelt es sich um effiziente, zuverlässige und nachhaltige Lösungen für die Stromversorgung.

Im Anwendungsbereich Marine ermöglicht die Hybridlösung eine dynamische Beschleunigung bei gleichzeitig reduziertem Kraftstoffverbrauch und reduzierten Abgasemissionen im Vergleich zu einem klassischen Dieselantrieb. An- und Ablegemanöver in Häfen lassen sich damit leise und lokal emissionsfrei durchführen - insbesondere bei Nachtfahrten. Auch kann über die Batterieversorgung beispielsweise nachts der Strombedarf gedeckt werden ohne dass ein separates Stromaggregat benötigt wird. In der Gesamtsicht bedeutet dies eine nachhaltige Systemlösung, die auch direkten Kundennutzen erzeugt.

In der Anwendung Bahn steht mit dem MTU Hybrid PowerPack ein moderner Hybridantrieb zur Verfügung. Damit wird Bremsenergie in elektrische Energie umgewandelt, in einer Batterie zwischengespeichert und im weiteren Fahrtverlauf zur Beschleunigung oder als Unterstützung bei Anstiegen genutzt. Dadurch lassen sich bis zu 25 % des Dieselkraftstoffs einsparen, bei gleichzeitig deutlich geringeren Abgas- und Geräuschemissionen. Der Dieselmotor kann bei schwacher Auslastung in einem energetisch günstigeren Betriebspunkt genutzt oder ganz ausgeschaltet werden. So lassen sich Emissionen deutlich reduzieren: Pro Kilometer entstehen bis zu 230 Gramm weniger CO2 und bis zu 0,92 Gramm weniger NOx als bei konventionellen Systemen. Zudem erlaubt die Lösung einen lokalen emissionsfreien Betrieb, beispielsweise in Bahnhöfen oder Tunneln. Zusätzliche Einspareffekte an Kraftstoff und Emissionen lassen sich durch den IntelligentDrive-Manager erreichen, der den Betrieb aller im Zug verbauten Hybrid PowerPacks optimiert.

Der RRPS-Konzern verfolgt im Rahmen seiner Strategie PS 2030 mit Nachdruck das Ziel, nachhaltiges Wirtschaften noch tiefer in allen Unternehmensbereichen zu verankern und für seine Kunden umweltfreundliche Antriebs- und Energielösungen anzubieten.

IM DIALOG. Um den unterschiedlichen Erwartungen von Kunden, Geschäftspartnern, Mitarbeitern, Eigentümern, Medien, Politik und anderen gesellschaftlichen Gruppen angemessen zu begegnen, pflegen wir einen für alle Seiten konstruktiven Dialog.

Wir investieren am Standort Friedrichshafen einen zweistelligen Millionenbetrag für eine neue Kamin- und Filteranlage für Prüfstände, um sowohl den gesetzlichen Anforderungen als auch den Anliegen von Bürgern und Anwohnern gerecht zu werden. Das Projekt zur Errichtung eines Abgassammelkamins mit einer Abgasnachbehandlungsanlage wurde im Frühjahr 2016 gestartet. Als Pilotprojekt werden die zwei größten Prüfstände mit einer Abgasnachbehandlungsanlage ausgerüstet, für die nach langer Suche ein geeigneter Lieferant gefunden wurde. Diese Anlage soll den Rußausstoß der angeschlossenen Prüfstände auf ein Minimum reduzieren. Mit der Investition geht das Unternehmen weit über die gesetzlichen Vorschriften hinaus, da bisher für eine solche Anlagenkonfiguration keine Grenzwerte festgelegt sind. Der RRPS-Konzern wird der einzige Motorenhersteller weltweit mit einer Anlage dieser Art und Größe sein. Der Baubeginn war im Dezember 2016. Die Anlagentechnik wurde im Laufe des Jahres 2017 aufgebaut und unter Realbedingungen getestet. 2018 sind wir in die Phase 2 des Projekts gestartet, um weitere Prüfstände an den Abgassammelkamin anzuschließen (geplante Umsetzung bis 2020).

VERANTWORTUNG FÜR DIE GESELLSCHAFT. Neben der Förderung von Bildung, Gesundheit und Sicherheit engagieren wir uns beim RRPS-Konzern auch vielfältig für soziale und gesellschaftliche Belange außerhalb des Unternehmens, beispielsweise mit Spenden für lokale gemeinnützige Vereine.

Mit Förderkonzepten und Spenden unterstützen wir auch speziell technisch-naturwissenschaftliche Bildung für junge Menschen. Unter anderem wurde für junge Flüchtlinge eine neunmonatige berufliche Einstiegsqualifizierung konzipiert, die 2018 erfolgreich verlaufen ist. Dieses Programm hat weiteren zehn Flüchtlingen den Weg in eine berufliche Zukunft geebnet und einen wichtigen Beitrag zur Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft geleistet. Im Rahmen der Formula Student Germany ist Rolls-Royce Power Systems einer der Hauptsponsoren sowie Stifter des Sonderpreises "Most Innovative Powertrain Award".

Erklärung zur Unternehmensführung

Das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privat -wirtschaft und im öffentlichen Dienst" wurde am 6. März 2015 vom Deutschen Bundestag sowie am 27. März 2015 vom Bundesrat verabschiedet.

Das Gesetz verpflichtet börsennotierte oder mitbestimmungspflichtige Unternehmen, verbindliche Zielgrößen für die Erhöhung des Frauenanteils im Aufsichtsrat, im Vorstand und in den obersten Managementebenen festzulegen.

Der Vorstand hat am 24. Juni 2015 für die Führungsebene 2 eine (Mindest-) Zielgröße von null (0) Frauen und für die Führungsebene 3 eine (Mindest-) Zielgröße von acht (8) Frauen festgelegt.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 15. Juli 2015 beschlossen, eine Zielgröße von null (0) Frauen im Vorstand der Rolls-Royce Power Systems AG festzulegen. Für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der Rolls-Royce Power Systems AG hat der Aufsichtsrat in derselben Sitzung einen Frauenanteil von mindestens einer (1) Frau festgelegt.

Die Besetzungsziele für den Vorstand, die Führungsebenen 2 und 3 sowie für den Aufsichtsrat wurden im Geschäftsjahr 2018 nicht geändert. Die Erfüllung der festgelegten Besetzungsziele zum 31. Dezember 2018 wurde durch eine Selbstüberprüfung festgestellt. Die Ziele zur Frauenquote konnten in den Führungsebenen 2 und 3 übertroffen werden.

Chancen- und Risikobericht

Chancenbericht

Neben den Risiken, denen der RRPS-Konzern ausgesetzt ist, bieten die globalisierten Teilmärkte dem Unternehmen auch zahlreiche Chancen. Diese können sich - ebenso wie die Risiken - auf die Vermögenssituation des RRPS-Konzerns auswirken.

Systematische Erfassung und Nutzung der Chancen

Im RRPS-Konzern werden Chancen dezentral erfasst, bewertet, gesteuert und kontrolliert. Auf der operativen Ebene erfassen wir Markt- und Vertriebschancen. Dazu werden in den Regionen Auftrags- und Kundenprojektlisten erstellt, die Projekte priorisiert und anschließend gemeinsam mit den Leitern der Anwendungsbereiche konsequent abgearbeitet. Außerdem erfassen wir in unserem Transformationsprogramm Effizienzsteigerungspotenziale. Wir verwenden unter anderem die Methoden Benchmarking, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP), Kaizen und Lean Management. Die Potenziale, die hierbei zutage treten, verfolgen wir ebenfalls konsequent weiter. Der Gesamtvorstand wird vierteljährlich über den aktuellen Fortschritt aller Arbeitspakete unterrichtet.

Auf der strategischen Ebene werden Chancen im Rahmen der jährlichen strategischen Planung erfasst: In Strategieklausuren mit Szenario-Workshops werden Potenziale sowohl in den Märkten und Anwendungen als auch in Produktion, IT und Verwaltung aufgezeigt und entsprechende Prioritäten gesetzt. Bei der langfristigen Produktplanung erfassen wir Chancen, die sich aus Neuentwicklungen oder der Anpassung bestehender Produkte an zusätzliche Kundenbedürfnisse ergeben, und priorisieren sie. Darüber hinaus arbeiten wir mit SWOT-Analysen.

Trends als Chancen

Aus den folgenden Trends leiten sich in den kommenden Jahren große Möglichkeiten für eine nachhaltige Weiterentwicklung des RRPS-Konzerns ab:

URBANISIERUNG. Der Anteil der Weltbevölkerung in urbanen Regionen wird von über 50 % heute auf knapp 70 % im Jahr 2050 steigen. Dieser Trend betrifft vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer. Einkommen werden steigen, Bedürfnisse zunehmen und zu wachsendem Fracht- und Personenverkehr sowie Rohstoffbedarf führen.

DIGITALISIERUNG. Auf dem Weg zu mehr Ressourceneffizienz wird die Bedeutung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Maschinen vernetzen sich, übermitteln permanent ihre Betriebsdaten, werden mit Geodaten optimal geleitet oder aus der Ferne gesteuert. Integrierte System- und Servicelösungen werden an Bedeutung gewinnen und neue Marktchancen entstehen. Der Bedarf an Notstrominfrastruktur steigt weiter.

EMISSIONSREGULIERUNG. Die politische Diskussion zielt auf eine weitere, kontinuierliche Reduzierung der Emissionen bis hin zum Ziel der Nullemission ab. Dieser Herausforderung wird die Industrie nur mit innovativen Motorkonzepten und leistungsfähigen Abgasnachbehandlungssystemen erfolgreich begegnen können.

DEZENTRALER EIGENBEDARF. In den Entwicklungs- und Schwellenländern kann die steigende Nachfrage nach Strom nur teilweise bedient werden. Auch in den Industrieländern gibt es zunehmende strukturelle Probleme aufgrund von alternder Infrastruktur und zunehmender Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Dies bietet Potenzial für dezentrale Energielösungen zur lokalen Erzeugung, Speicherung und Distribution von Strom und Wärme.

ROHSTOFFKNAPPHEIT. Rohstoffe und Energie aus fossilen Brennstoffen werden auf lange Sicht knapp. Dies wird zu steigender Nachfrage nach noch effizienteren Produktions- und Transportsystemen führen. Eine wichtige Entwicklung ist der Einsatz von neuen Technologien beim Ressourcenabbau, beispielsweise bei der Förderung von Schieferöl und -gas in den USA. Auch China hat diesbezüglich ambitionierte Pläne.

SICHERHEIT. Die stetig steigende Eigenverantwortung für nationale Sicherheit, gepaart mit Nachholbedarf bei der Modernisierung und Anpassung der Flotten an neue globale Herausforderungen, führt zu nachhaltigem Wachstum der öffentlichen Etats in den Industriestaaten.

Diese Entwicklungen plant der RRPS-Konzern zum Vorteil für seine Kundengruppen zu nutzen und damit mittel- und langfristig seine führende Marktposition zu sichern. Mit individualisierten Antriebs- und Energielösungen, der Nutzung alternativer Kraftstoffe, und einem kundenorientierten, digitalisierten Serviceportfolio will sich das Unternehmen in seinen jeweiligen Teilmärkten noch besser positionieren und neue, perspektivreiche Marktsegmente besetzen.

Risikobericht

Risikomanagementsystem

Als international agierendes Unternehmen ist der RRPS-Konzern vielfältigen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken ergeben sich zum einen aus möglichen signifikanten Veränderungen auf den relevanten Märkten, in denen sich das Unternehmen bewegt, und zum anderen aus einer potenziellen Verschiebung der Wettbewerbsposition. In der Folge kann - abhängig von der jeweiligen Bedeutung dieser Risiken - die Vermögenssituation der Eigentümerin der Rolls-Royce Power Systems AG mehr oder weniger stark betroffen sein.

Der Vorstand der Rolls-Royce Power Systems AG hat auf Basis der Unternehmensstrategie eine Risikomanagementstrategie festgelegt, die im Risikomanagementsystem umgesetzt ist. Das Risikomanagementsystem berücksichtigt zudem die Anforderungen der Eigentümerin der Rolls-Royce Power Systems AG. Das Risikomanagement bewegt sich in einem Kontrollumfeld, das entscheidend für seine Wirksamkeit ist: Wichtige Einflussgrößen sind die Unternehmenskultur, die Sensibilität für risikobehaftete Entwicklungen und Ereignisse sowie die Fähigkeit, mit Risiken umzugehen und das Risikomanagementsystem effektiv einzusetzen.

Die konzernweit erkannten Risiken werden vom zentralen Risikomanagement zusammengeführt, konsolidiert, analysiert und ausgewertet. Bei der Konsolidierung und Analyse wird besonderes Augenmerk auf die singuläre, kumulative oder additive Eigenschaft der Risiken gelegt. Eine Saldierung mit Chancen wird hierbei nicht vorgenommen. Das Risikomanagement wird bei der Analyse und Bewertung der Einzelrisiken und der Gesamtrisikoposition des RRPS-Konzerns von einem Risk Review Panel unterstützt.

Die Bewertung der Risiken erfolgt auf Basis der Eintrittswahrscheinlichkeit und des möglichen Ausmaßes des Risikos bei Eintritt (siehe Tabelle). Bei der Bewertung des Ausmaßes wird die Wirkung vor Maßnahmen (Bruttobewertung) sowie nach Gegenmaßnahmen und bilanzieller Vorsorge (Nettobewertung) grundsätzlich als Auswirkung auf den EBIT betrachtet. Qualitatives Bewertungskriterium ist die mögliche Auswirkung auf die Reputation des Unternehmens. Basierend auf der Bewertung erfolgt eine gestufte Berichterstattung, die den jeweiligen Erfordernissen der verschiedenen Adressaten gerecht wird.

Beurteilung Eintrittswahrscheinlichkeit/Mögliches Ausmaß - 3-Jahres-Zeitraum

Stufe Eintrittswahrscheinlichkeit
Niedrig 0 % < Eintrittswahrscheinlichkeit ≤ 5 %
Mittel 5 % < Eintrittswahrscheinlichkeit ≤ 25 %
Hoch 25 % < Eintrittswahrscheinlichkeit ≤ 50 %
Sehr hoch 50 % < Eintrittswahrscheinlichkeit ≤80 %
Extrem hoch 80 % < Eintrittswahrscheinlichkeit < 100 %
Stufe Mögliches Ausmaß
Sehr niedrig 1 Mio. Euro ≤ Ausmaß < 7 Mio. Euro
Niedrig 7 Mio. Euro ≤ Ausmaß < 15 Mio. Euro
Mittel 15 Mio. Euro ≤ Ausmaß < 35 Mio. Euro
Hoch 35 Mio. Euro ≤ Ausmaß < 70 Mio. Euro
Sehr hoch Ausmaß ≥ 70 Mio. Euro

Liquiditäts-, Währungs- und Zinsrisiken werden zusätzlich monatlich analysiert und gesteuert. Detaillierte Informationen sind den Absätzen zu den Einzelrisiken unter dem Punkt "Finanzrisiken" und dem Konzernanhang unter dem Punkt "Finanzrisikomanagement" im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" zu entnehmen.

Die Einhaltung der Risikomanagementprozesse im Unternehmen wird regelmäßig von unabhängigen Dritten geprüft. Zusätzlich befassen sich der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats des RRPS-Konzerns sowie der Prüfungsausschuss der Rolls-Royce plc für das Geschäftsfeld Power Systems mit der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems.

Risiken

Die Risiken werden im Folgenden in Markt- und Wettbewerbs-, Compliance-, Produktportfolio-, Beteiligungsportfolio- und unternehmensstrategische Risiken sowie Technologie-, Qualitäts-, Personal-, IT-, Finanz-, Umwelt-, Rechnungslegungs- und sonstige Risiken aufgegliedert.

RISIKOARTEN

MARKT- UND WETTBEWERBSRISIKEN

Der Vertriebserfolg der Produkte des RRPS-Konzerns hängt grundsätzlich auch vom konjunkturzyklischen Nachfrageverhalten seiner Kunden ab. Die deutliche Belebung der globalen Konjunktur und des Geschäftsklimas im vergangenen Jahr verstärkte die Nachfrage nach Investitionsgütern und bietet Unternehmenschancen. Einige Risiken könnten jedoch zumindest kurzfristig die Weltkonjunktur bremsen, beispielsweise der Einbruch der weltweiten Finanzmärkte, eine abrupte Abschwächung der chinesischen Konjunktur, die Auswirkungen eines Handelskriegs oder Exportrestriktionen infolge politischer Spannungen. Aufgrund der starken Diversifikation der Zielmärkte und der globalen Ausrichtung des Unternehmens wird die Auswirkung einzelner Nachfragerückgänge auf das Ergebnis verringert.

Zusätzlich zur konjunkturellen Situation wirken sich auch verschiedene andere Faktoren, beispielsweise öffentliche Budgets, auf den Erfolg des RRPS-Konzerns aus. Teilweise haben die verschiedenen Einflüsse gegenläufige Effekte. Es finden daher regelmäßig Markteinschätzungen unter besonderer Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung, der sonstigen makroökonomischen Faktoren und des Wettbewerbsumfelds statt. Auch durch die Flexibilisierung der Produktionskapazitäten sowie Maßnahmen zur Reduzierung der Fixkosten werden mögliche Risiken aus Produktions- und Absatzschwankungen verringert. Grundsätzlich können bei einer Auslastung der Produktion an den Kapazitätsgrenzen durch unvorhergesehene Ereignisse Lieferrisiken entstehen und zu Vertragsstrafen führen.

Preissteigerungen bei Rohstoffen, Energie und Vorprodukten können aufgrund des starken Wettbewerbs im Markt nicht immer vollständig an Kunden weitergegeben werden. Zur Verringerung von Preis- und Bezugsrisiken auf der Beschaffungsseite setzt das Unternehmen deshalb auf weltweit koordinierte Einkaufsaktivitäten, langfristige Lieferverträge und die kontinuierliche Optimierung des Lieferantenportfolios. Zur Absicherung von Preisänderungsrisiken bei Rohstoffen werden zusätzlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt.

Das Wettbewerbsumfeld des RRPS-Konzerns kann als fordernd beschrieben werden. Markteintritte von Wettbewerbern in das Kerngeschäft, gefördert von Unternehmenskooperationen, stellen ein Risiko dar. Diesem Risiko begegnet der RRPS-Konzern mit einer regelmäßigen Überprüfung der strategischen Ausrichtung sowie der Definition und Umsetzung diverser Maßnahmen.

Teilweise sind Zulieferer und Kunden von einer grundsätzlich schwierigen Fremdfinanzierungssituation betroffen. Bei erhöhten Abrufen durch den RRPS-Konzern kann es zudem bei Lieferanten zu Lieferengpässen kommen.

COMPLIANCE-RISIKEN

Im Jahr 2016 fand eine risikoorientierte Integritätsprüfung von Geschäftspartnern statt, die 2017 fortgesetzt und inzwischen abgeschlossen wurde. Unabhängig von dem vorgenannten Projekt unterliegen die Partner-Unternehmen und sonstige relevante Geschäftspartner des RRPS-Konzerns jedoch einer fortlaufenden Überwachung auf potenzielle Compliance-Risiken. Diese Prüfungen relevanter Geschäftsbeziehungen werden derzeit weiter ausgebaut und optimiert. Es besteht daher auch weiterhin die Möglichkeit, dass Verträge beendet werden. Daraus können Umsatzrisiken und gegebenenfalls auch Ausgleichsforderungen von ehemaligen Partnern entstehen.

PRODUKTPORTFOLIORISIKEN

Um stets ein nachhaltiges und profitables Wachstum zu ermöglichen wird das Produktportfolio des RRPS-Konzerns an die Marktanforderungen angepasst und mit neuen Produkten und Services erweitert. Diese erhöhen die Attraktivität des Produkt- und Serviceportfolios sind aber andererseits mit Markteinführungsrisiken verbunden. Diesen Risiken wirkt das Unternehmen mit konkreten Maßnahmen in den relevanten Produktentwicklungsprojekten entgegen. Da es sich teilweise um die Erschließung neuer Märkte bzw. Technologien handelt, lassen sich Risiken nicht komplett ausschließen.

BETEILIGUNGSPORTFOLIORISIKEN

Das Beteiligungsportfolio des RRPS-Konzerns beschränkt sich größtenteils auf Unternehmen in 100 %-igem Eigentum der Rolls-Royce Power Systems AG oder ihrer Tochterunternehmen. Dadurch ergeben sich keine wesentlichen Beteiligungsportfoliorisiken, etwa in Form von Risiken durch absehbare Konflikte mit Minderheitsaktionären. Darüber hinaus bestehen Joint Ventures und Minderheitsbeteiligungen, bei denen der RRPS-Konzern jedoch in der Regel weitreichende Mitbestimmungs- und Informationsrechte hat.

Im Hinblick auf das Beteiligungsportfoliorisiko im Einzelabschluss des Mutterunternehmens besteht ein Risiko hinsichtlich potenzieller Abschreibung von Anteilen an verbundenen Unternehmen.

UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN

Strategische Entscheidungen beinhalten naturgemäß das Risiko von Fehlentscheidungen. Strategische Risiken können insbesondere aufgrund von Entscheidungen rund um die Produktentwicklung, von Investitionsentscheidungen wie der Standortwahl oder im Zusammenhang mit Fusions- und Übernahmeaktivitäten entstehen. Strategische Entscheidungen sind beim RRPS-Konzern mit Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen verbunden.

Mit neuen Produkten ist ganz allgemein das Risiko verbunden, dass sie unwirtschaftlich sein könnten, weil sie entweder in der Entwicklung zu teuer sind oder vom Markt nicht angenommen werden. Die Neuproduktentwicklung wird im Rahmen von Projekten durchgeführt. Um die Risiken auszuschließen bzw. diesen entgegenzuwirken, führt das Unternehmen im Rahmen des Projektauftrags Risikoanalysen durch. Zu sogenannten Milestones passieren die Projekte definierte Quality Gates. Bei Produktneuentwicklungen werden Markt- und Wettbewerbsanalysen vorgenommen. Bei Fusions- und Übernahmeaktivitäten setzt das Unternehmen ein Due-Diligence-Verfahren (Unternehmensprüfung) ein, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handhaben.

Die Organisation des RRPS-Konzerns wird bei Bedarf an Strategieänderungen angepasst. Wir gehen davon aus, dass sich unsere Unternehmensstrategie auch in einem schwierigen Marktumfeld als tragfähig erweisen wird.

Öffentliche Aufträge setzen regelmäßig lokale Wertschöpfungsanteile voraus. Dem Risiko, diese Aufträge nicht annehmen oder gar vertragliche Verpflichtungen nicht einhalten zu können, wirkt der RRPS-Konzern unter anderem mit einer Internationalisierung der Wertschöpfung entgegen. Gestützt wird die internationale Produktionsstrategie durch Werke unter anderem in den USA, in China und der Türkei. Mit der Umsetzung einer internationalen Produktionsstrategie geht eine produktionsstandortbezogene Beschaffungsstrategie einher, die darauf abzielt, die Abhängigkeit von den westeuropäischen Zulieferermärkten zu reduzieren.

TECHNOLOGIERISIKEN

Die Technologierisiken zählen zu den wesentlichen Risiken des RRPS-Konzerns. Wachsende Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Produkte sowie zunehmend rigidere Abgasvorschriften sind wesentliche Herausforderungen bei der technischen Weiterentwicklung der Produkte. Der RRPS-Konzern begegnet diesen Risiken mit einer stetigen Optimierung des Entwicklungsprozesses.

QUALITÄTSRISIKEN

Nicht zuletzt aufgrund der anerkannten Qualität seiner Produkte und seiner weltweiten Servicepräsenz sieht sich der RRPS-Konzern gut positioniert. Die technische Spezifikation der Produkte erfordert eine hohe Qualität der Zulieferer. Um diese sicherzustellen, wählt das Unternehmen die Lieferanten sorgfältig und nach definierten Kriterien aus und überprüft diese regelmäßig.

Bei Produktmängeln entstehen Reputations- und damit Umsatzausfall- sowie Kosten- und Haftungsrisiken. Der RRPS-Konzern begegnet diesen Risiken mit einer sorgfältigen Produktentwicklung und einem effektiven Qualitätsmanagement. Auftretenden einzelnen Mängeln wird aktiv begegnet. Das Unternehmen bietet seinen Kunden ein weltumspannendes und zuverlässiges Servicenetz, das kontinuierlich ausgebaut wird. Zusätzlich werden die Auswirkungen von Risiken durch Versicherungsverträge reduziert.

PERSONALRISIKEN

Einem möglichen zukünftigen Personalbeschaffungsrisiko begegnet das Unternehmen, indem es sich als attraktiver Arbeitgeber positioniert. Tarifliche Vereinbarungen, innovative Arbeitszeitmodelle, eine überdurchschnittliche Entlohnung, Gesundheitsmanagement, Vereinbarungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Fortbildungsmöglichkeiten und das Bekenntnis zu Diversität und Inklusion sind wesentliche Bestand -teile des Unternehmens als modernem und attraktivem Arbeitgeber. Talente insbesondere für unternehmenskritische und zukunftsrelevante Bereiche werden frühzeitig identifiziert und angesprochen. Mit zielgruppengerechten Kommunikationsmaßnahmen digital und offline wirbt das Unternehmen aktiv um zukünftige Mitarbeiter.

Um zukünftige Bedarfe bei Fach- und Führungskräften zu decken, wurden vielfältige Maßnahmen initiiert. Einem möglichen Facharbeitermangel wird proaktiv begegnet, indem zahlreiche Ausbildungsplätze in mehr als zehn Ausbildungsberufen angeboten werden. Das Unternehmen hat den Bedarf von Berufsbildern mit digitalem Hintergrund erkannt und baut entsprechende Ausbildungsgänge auf. Ein Aus- und Weiterbildungsprogramm mit internen und externen Veranstaltungen erhöht die Qualifizierung unserer Mitarbeiter und trägt zu deren beruflicher Weiterentwicklung bei.

Die geringe Fluktuationsrate und eine lange durchschnittliche Betriebszugehörigkeit zeigen, dass die bestehenden Maßnahmen erfolgreich sind. Insgesamt verfolgt das Unternehmen im Bereich Personal eine präventive Risikostrategie.

IT-RISIKEN

Die zentralen Geschäftsprozesse unserer Einzelunternehmen und die der gesamten Gruppe sind in hohem Maße von IT-Prozessen und -Aktivitäten abhängig. Die Sicherheit der EDV-Systeme und der Daten unterliegen sowohl externen Risiken wie Infiltrationsversuchen und Schadsoftware als auch technischen Risiken wie einem Serverausfall oder fehlerhafter Software. Um diese Risiken zu minimieren, wurde die IT-Organisation im Rahmen der globalen IT-Strategie weiterentwickelt und entsprechend den Anforderungen kontinuierlich optimiert. Die Zuverlässigkeit der IT-Systeme wird dabei durch eine konsequente Standardisierung der IT-Infrastruktur in der gesamten Gruppe und deren stetige Anpassung an den Stand der Technik gewährleistet. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Sicherheit der EDV-Systeme und des Datenbestands gelegt. Diese Sicherheit wird durch redundante Hardware und den Einsatz aktueller Softwarelösungen gewährleistet und weiterentwickelt. Zudem identifiziert ein Information Technology Security Officer weltweit Risiken für die Informationssicherheit, leitet Gegenmaßnahmen ab und steuert deren Umsetzung.

FINANZRISIKEN

Als international agierendes Unternehmen ist der RRPS-Konzern im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeiten und bei der Finanzierung generell Finanzmarktrisiken ausgesetzt. Diese Risiken werden soweit möglich durch geeignete Gegenpositionen minimiert (Natural Hedging, zum Beispiel durch Bezug von Vorprodukten in der Währung der Umsatzlegung). Die verbleibenden Nettorisiken werden durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente begrenzt bzw. eliminiert. Alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen ergreift grundsätzlich das Group Treasury des Konzerns.

Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten ist in einer konzernweit verbindlichen internen Richtlinie geregelt, die auch den konzeptionellen Rahmen für die Identifizierung und Bestimmung der einzelnen Nettorisikopositionen für alle Konzerngesellschaften vorgibt. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von Grundgeschäften, nicht aber zu Handels- und Spekulationszwecken genutzt. Die Effektivität der Risikoabsicherungen wird im Zuge des internen Reportings überwacht und gesteuert. Weitere Informationen zu Finanzierungsund Finanzmarktrisiken befinden sich im Konzernanhang im Abschnitt "Finanzrisikomanagement".

WÄHRUNGS- UND ZINSÄNDERUNGSRISIKEN. Währungsrisiken können aus Vermögenswerten, Verbindlichkeiten und erwarteten Zahlungsströmen entstehen, die auf eine andere Währung als den Euro lauten. Um diese Risiken einzudämmen oder gänzlich auszuschließen, setzt der RRPS-Konzern Devisentermingeschäfte und bei Bedarf Optionen ein. Diese Maßnahmen gelten vor allem für Währungsrisiken, die aus Engagements in US-Dollar resultieren.

Der RRPS-Konzern verfügte zum Stichtag über keine variabel verzinslichen Bankdarlehen, die Zinsänderungsrisiken bergen würden. Variabel verzinsliche Anlagen sind mit einem Zinsfloor versehen, sodass diesbezüglich keine Zinsrisiken bestehen. In Bezug auf das Management von Zinsänderungsrisiken sieht die konzernweite Richtlinie Zinsswaps, Caps und Floors (Ober- und Untergrenzen) als mögliche Sicherungsinstrumente vor. Aufgrund der aktuellen Zinslage ist hier jedoch mit einem nur sehr geringen Risiko für den RRPS-Konzern zu rechnen. Für die Sicherungsgeschäfte im Zins- und Währungsbereich besteht ein Kontrahentenrisiko bezüglich der Banken, die Vertragspartner sind.

LIQUIDITÄTSRISIKEN. Der RRPS-Konzern verfolgt eine konservative Finanzierungsstrategie. Das Unternehmen verfügt über keine Nettofinanzverschuldung und eine ausreichend hohe Eigenkapitalquote. Dies trägt neben der stabilen Ertragskraft zu einer Bonitätsbewertung durch die refinanzierenden Banken bei, die dem Investment Grade entspricht. Diese Bewertung wirkt sich unmittelbar auf die Konditionen der von Banken bereitgestellten Avallinien aus. Unterstützt durch die mittelfristig zugesagte Rahmenfinanzierung der Rolls-Royce plc ist das Unternehmen damit im Bereich Finanzierung gut aufgestellt. Die geschlossenen Kreditverträge beinhalten Vereinbarungen zur Einhaltung marktüblicher Kennzahlen (Covenants). Bei Nichteinhaltung der Covenants haben die Banken das Recht, die Kreditverträge zu kündigen. Die Liquidität des Unternehmens wird durch eine fest zugesagte mittelfristige Kreditlinie sowie ausreichende Kredit- und Avallinien bei einer größeren Anzahl von überwiegend europäischen Banken sichergestellt. Außerdem gewährleisten der gute Cashflow und das aktive Cashmanagement, dass finanzielle Mittel bedarfsgerecht zur Verfügung stehen.

RISIKEN AUS FORDERUNGSAUSFÄLLEN. Risiken aus Forderungsausfällen, die beim RRPS-Konzern im geschäftsüblichen Umfang bestehen, werden mit gängigen Mitteln der Forderungsabsicherung sowie mit einem aktiven Forderungsmanagement ab gesichert. Das Risiko wird bereits im Vorfeld minimiert, indem die wirtschaftliche Situation der Kunden überprüft und bewertet sowie mit Zahlungssicherungsinstrumenten wie Akkreditiven abgesichert wird. Kreditlinien werden nur in begrenztem Umfang gewährt. Darüber hinaus reagiert das Unternehmen bei erkennbaren Ausfallrisiken, welche beim RRPS-Konzern im Wesentlichen bei Forderung aus Lieferungen und Leistungen entstehen, mit entsprechenden Wertberichtigungen.

UMWELTRISIKEN

Durch die Betriebsaktivitäten im RRPS-Konzern entstehen auch Umweltrisiken, etwa beim Betrieb von Prüfständen oder Energieversorgungsanlagen sowie beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen wie z. B. Dieselkraftstoff und Mineralölen. Diesen Risiken werden unter anderem periodisch durchgeführte Umweltaudits entgegengesetzt um sicherzustellen, dass sowohl nationale als auch konzerninterne Umweltvorgaben jederzeit eingehalten werden und die für die Errichtung und den Betrieb umweltrelevanter Anlagen erforderlichen Genehmigungen in aktueller Form vorliegen. Darüber hinaus werden die geltenden rechtlichen Anforderungen in regelmäßigen Abständen hinsichtlich Handlungsbedarf für den RRPS-Konzern überprüft.

RECHNUNGSLEGUNGSRISIKEN

In den Konzernabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG wurden zum 31. Dezember 2018 neben dem Einzelabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG 33 Einzelabschlüsse von in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen. Die Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen werden überwiegend dezentral erstellt. Die Konsolidierung des RRPS-Konzerns erfolgt weitgehend in der Konzernzentrale. Die länderspezifischen Rechnungslegungsstandards der Tochterunternehmen werden auf die International Financial Reporting Standards (IFRS) übergeleitet, soweit nicht bereits im jeweiligen Einzelabschluss des Tochterunternehmens nach IFRS bilanziert wird. Eine konzernweit einheitliche Rechnungslegung in Bezug auf Ansatz, Bewertung und Ausweis stellen wir durch ein Bilanzierungshandbuch sicher, das quartalsweise aktualisiert wird. Unterstützt wird der Erstellungsprozess des Konzernabschlusses zum einen durch einen konzernweit gültigen Abschlusskalender, zum anderen durch eine auf die Bedürfnisse des RRPS-Konzerns entwickelte Konsolidierungssoftwarelösung. Themen wie Finanzierung und Steuern werden durch die Zentralbereichsfunktionen Group Treasury bzw. Group Taxes in der Konzernzentrale gebündelt.

Aufgrund der Anzahl an Gesellschaften und der unterschiedlichen regionalen Verteilung der Tochterunternehmen bestehen Risiken in Bezug auf das Ziel einer verlässlichen Rechnungslegung, die sich in einer zeitlich verspäteten Veröffentlichung, Falschaussagen im Jahres-/Konzernabschluss oder betrügerischen Manipulationen niederschlagen können. Um diese Risiken soweit wie möglich einzugrenzen und zu steuern, wurden vom RRPS-Konzern verschiedene Maßnahmen und Kontrollen etabliert. Für eine zutreffende Erfassung der Transaktionen in der Buchführung wurden Fehler vermeidende und aufdeckende, manuelle wie auch automatische Kontrollen (sogenannte interne Finanzkontrollen) in der Rechnungslegungssoftware installiert. Des Weiteren werden die Tochterunternehmen von Fachexperten in der Konzernzentrale unterstützt, die eine Qualitätskontrolle bzw. Plausibilisierung für die übernommenen Daten bilden und den Tochterunternehmen bei komplexen Fragestellungen zur Seite stehen.

Die Folgebewertung von Geschäfts- oder Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer ist angesichts der Schätzungen, die im Rahmen der Bewertung vorzunehmen sind, und der zu treffenden Annahmen mit Unsicherheiten behaftet. Zur Prüfung derselben wird jährlich und bei Anzeichen einer Wertminderung unmittelbar ein Wertminderungstest durchgeführt. Wesentliche Annahmen werden dabei durch den Zugriff auf eine anerkannte Ratingagentur und Peer Group objektiviert, um die Zuverlässigkeit der Schätzungen und Bewertungen sicherzustellen.

Aufgrund der produzierenden Geschäftstätigkeit des RRPS-Konzerns müssen die Vorräte in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, wobei die betreffenden Vorratsbestände zur Kosten-, Cash- und Risikoreduzierung möglichst gering gehalten werden. Aus diesem Grund ergeben sich Werthaltigkeits- und Inventurrisiken von Vorräten, die durch regelmäßige Inventuren sowie durch eine objektive Bewertung von Analysen künftiger Markt- und Absatzmöglichkeiten eingegrenzt werden.

Im Konzernabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG bestehen versicherungsmathematische Bewertungsrisiken aus den Zusagen von Pensionsleistungen. Zur Einschränkung dieser Risiken werden externe Sachverständige mit der Erstellung von versicherungsmathematischen Gutachten beauftragt.

Generell gelten konzernweit das Vier-Augen-Prinzip sowie die Funktionstrennung bei Arbeitsabläufen in der Rechnungslegung, sodass ein adäquater Qualitätssicherungs- und Genehmigungsprozess sichergestellt werden kann.

SONSTIGE RISIKEN

Nach Abschluss weiterer interner Untersuchungen zu möglichen irregulären Zahlungen außerhalb Asiens dauern die externen Untersuchungen an. Das Unternehmen unterstützt die Ermittlung der Behörden vollumfänglich. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird über den jeweiligen Stand der Untersuchungen stets unterrichtet.

Bei behördlichen Zertifizierungen begegnet das Unternehmen einem hohen Regulierungsgrad. Sich ändernde Emissions-regelungen können bei Verschärfungen zu erhöhten Entwicklungsbedarfen führen, während Aufweichungen der erhöhten Anforderungen, beispielsweise durch Flexibilisierung in der Einführungsphase, Neu -bewertungen von Entwicklungen nach sich ziehen können. Insbesondere aufgrund der Vielfalt der Anwendungen und der Bearbeitung von Märkten weltweit gelten für unsere Produkte sehr vielfältige Emissionsregelungen, deren Erfüllung - auch aufgrund hoch komplexer Genehmigungsprozesse - Unsicherheiten unterworfen ist. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass sich die Emissionsregelungen in bestimmten Applikationen und Ländern aufgrund der öffentlichen Diskussion im Zusammenhang mit dem "Diesel-Skandal" kurzfristig verschärfen. Trotz der aktiven Sicherung der Technologieführerschaft kann es dabei zu Risiken insbesondere hinsichtlich der jederzeit vollständigen und fristgerechten Umsetzung der jeweils geltenden gesetzlichen Anforderungen kommen.

Darüber hinaus sind Gerichtsverfahren anhängig, andere können anhängig werden. Es handelt sich hierbei sowohl um Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Beendigung/Nichtverlängerung von Partnerverträgen als auch um Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Produkten des Unternehmens. Aus Sicht des RRPS-Konzerns sind das normale und im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit stehende Vorgänge. Wesentliche Risiken aus Rechtsstreitigkeiten sind aus heutiger Sicht nicht zu erwarten, aber natürlich grundsätzlich möglich. Bei Bedarf bildet der RRPS-Konzern im üblichen Rahmen Rückstellungen. Im Übrigen wirkt das Unternehmen solchen Risiken durch Vertragsmanagement und eine hohe Produktqualität entgegen.

GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION

Die Gesamtrisikoposition des Unternehmens wird anhand des Risikoportfolios aller wesentlichen Einzelrisiken beurteilt. Dabei werden auch die Abhängigkeiten der Risiken untereinander berücksichtigt. Eine Aufrechnung der Risiken mit Chancen erfolgt hierbei nicht. Es bestehen weder konsolidierte noch nicht konsolidierte Zweckgesellschaften.

Zum jetzigen Zeitpunkt hat sich keine wesentliche Beeinträchtigung der Unternehmenslage durch Risiken abgezeichnet, ob durch Einzelrisiken oder auch durch Wechselwirkungen mehrerer Risiken. Der Vorstand der Rolls-Royce Power Systems AG hält die Risikolage für begrenzt und beherrschbar. Wie im vorangegangenen Jahr 2017 hat die Unternehmensleitung festgestellt, dass eine den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Risikoexposition derzeit nicht erkennbar ist. Negative Trends auf den Märkten und eine mögliche Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung können jedoch nicht ausgeschlossen werden und sich entsprechend auf die Risikolage auswirken.

Prognosebericht

2019 wird ein herausforderndes Jahr. Die gesunde Dynamik setzt sich zwar im ersten Halbjahr fort, jedoch könnten Störfaktoren wie Brexit, die Finanz- und Haushaltspolitik der USA, Italien, Handelsauseinandersetzungen, Rückgänge an den Börsen und Rohstoffmärkten erheblichen Gegenwind für das 2. Halbjahr verursachen.

Viele Teilmärkte befinden sich nach zuletzt hohen Wachstumsraten auf hohen Niveaus wo gesamtwirtschaftliche Eintrübungen und Verunsicherungen auf den Endmärkten recht schnell spürbare Effekte haben.

Dennoch geht der RRPS-Konzern davon aus, dass die Dynamik anhält und die Weltwirtschaft weiterhin mit über 3% wächst, damit zwar mit geringerem Wachstum als im Jahr 2018 - dennoch solide. Für den weltweiten Maschinenbau liegt die Prognose des VDMA bei 3% Wachstum im Jahr 2019 nach 6% im Jahr 2018 was weiterhin ein positives Marktumfeld für Produkte des RRPS-Konzerns bedeutet.

Der Aufschwung in den europäischen Ländern schwächt sich leicht ab. Die gute Binnenkonjunktur wird leicht getrübt durch Themen wie Brexit.

Die skizzierte Entwicklung wird durch eine Reihe von Risiken bedroht. Das politische Umfeld weist nach wie vor Unsicherheiten auf. Ein Paradigmenwechsel in der Handelspolitik erhöht die Gefahr eines Handelskriegs. Die Wahrscheinlichkeit von Reaktionen an den Finanzmärkten ist durch weltweit massive Schuldenstände und aufgrund restriktiver Geldpolitik und steigender Zinsen erhöht. Des Weiteren gefährden geopolitische Risiken die weltwirtschaftliche Entwicklung.

2016 hatte der RRPS-Konzern im Rahmen eines unternehmensweiten Transformationsprojekts seine Organisationsstruktur und Prozesse einer intensiven Prüfung unterzogen. Zudem wurde im Zuge des Transformationsprogramms eine Vereinbarung zur Standort- und Beschäftigungssicherung abgeschlossen. Im Laufe des Jahres 2018 wurden weltweit strukturelle Anpassungen umgesetzt, welche die Weichen für das neues Strategieprogramm PS 2030 stellen, um sich zukünftig zu einem integrierten Lösungsanbieter für seine Kunden zu entwickeln. Für 2019 rechnen wir damit, dass sich die Mitarbeiterzahlen zwischen den Bereichen verschieben, jedoch in Summe auf ähnlichem Niveau bleiben. Die Beschäftigungssituation können wir durch verschiedene personalpolitische Instrumente und Regelungen flexibel an den Bedarf anpassen.

Die Investitionen werden im Jahr 2019 klar über dem Niveau von 2018 liegen. Dabei werden neben der Entwicklung neuer Baureihen auch größere Investitionsprojekte an den weltweiten Standorten fortgesetzt.

Sowohl für die geplanten Investitionen als auch für mögliche Zukäufe stehen dem RRPS-Konzern ausreichend liquide Mittel aus dem erwarteten positiven Cashflow der betrieblichen Tätigkeit zur Verfügung. Gegebenenfalls hat das Unternehmen auch gesicherten Zugriff auf bestehende konzerninterne Kreditlinien. Die solide Finanzierungsstruktur soll beibehalten werden.

Das Jahr 2019 ist noch mit vielen Unsicherheiten behaftet. Sollten sich die derzeitigen Wachstumsprognosen der für den RRPS-Konzern relevanten Märkte einstellen, rechnet das Unternehmen aus heutiger Sicht für das Geschäftsjahr 2019 mit einem leichten Wachstum beim bereinigten Umsatz und Ergebnis. Relativ sensibel reagieren die Bereiche Öl und Gas, Bergbaumaschinen und Energieerzeugungssysteme bzw. Motoren für Energieerzeugungssysteme auf lokale Rohstoffpreise und allgemeine Konjunktur-/Projektentwicklungen.

Ob der RRPS-Konzern seine Ziele erreicht, hängt wesentlich von der weltwirtschaftlichen und insbesondere der branchenspezifischen Entwicklung ab. Ein konjunktureller Rückschlag oder negative Währungseinflüsse könnten dazu führen, dass die Erwartungen unterschritten werden. Sollte es jedoch zu einer Beschleunigung der konjunkturellen Entwicklung kommen, ergeben sich zusätzliche Umsatz- und Ertragschancen.

Friedrichshafen, den 15. März 2019

Rolls-Royce Power Systems AG

Der Vorstand

Konzernabschluss 31. Dezember 2018

Rolls-Royce Power Systems AG,

Konzerngesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018

der Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

In Mio. Euro Note 01.01.- 31.12.2017 1 01.01. - 31.12.2018
Umsatzerlöse 3 3.341,1 3.784,6
Umsatzkosten 4 - 2.396,8 - 2.809,3
Bruttoergebnis vom Umsatz 944,3 975,3
Sonstige betriebliche Erträge 5 21,1 548,5
Vertriebskosten 6 - 265,7 - 269,3
Allgemeine Verwaltungskosten 7 -169,7 -190,0
Forschungs- und Entwicklungskosten 8 - 200,1 -199,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 - 11,6 - 8,5
Ergebnis der betrieblichen Aktivität 318,5 856,5
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzinvestitionen - 4,2 - 7,7
Sonstige Finanzerträge 10 77,4 64,6
Sonstige Finanzaufwendungen 10 - 65,1 - 79,9
Ergebnis vor Zinsen und Steuern 326,5 833,4
Zinserträge 11 2,2 2,0
Zinsaufwendungen 11 - 14,8 - 20,4
Ergebnis vor Steuern 313,9 815,1
Steuern vom Einkommen und Ertrag 18 -119,2 -113,7
Konzernergebnis 194,7 701,4
Sonstiges Ergebnis nach Steuern
Versicherungsmathematische Verluste vor Steuern 27 - 21,5 28,5
Latente Steuern aus versicherungsmathematischen Verlusten 18 5,7 - 8,0
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten - 67,5 13,1
Sonstiges Ergebnis -83,3 33,5
Gesamtergebnis 111,4 734,9

1 Die Vorjahreswerte wurden auf Grund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst

Die nachfolgenden erläuternden Anhangangaben sind integraler Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses.

Konzernkapitalflussrechnung 1 zum 31. Dezember 2018

der Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 2 01.01. - 31.12.2018
Konzernergebnis 194,7 701,4
Abschreibungen/Zuschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 122,3 138,1
Eliminierung der Veränderung der latenten Steuern 14,2 - 7,4
Veränderung der derivativen Finanzinstrumente - 17,3 5,6
Veränderung der Vorräte - 15,7 - 157,1
Veränderung der Forderungen - 12,2 -10,6
Veränderung der Verbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten 87,6 210,5
Zunahme/Abnahme der Rückstellungen und Pensionsverpflichtungen 58,6 53,2
Veränderung der sonstigen Vermögenswerte 11,8 60,1
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen/Erträge 13,4 - 511,2
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 457,4 482,7
davon erhaltene Zinsen 1,2 1,6
davon gezahlte Zinsen - 2,0 - 3,1
davon gezahlte Ertragsteuern - 85,7 - 117,1
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagevermögen - 67,4 - 75,7
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagevermögen 0,9 2,8
Auszahlungen für den Erwerb von immateriellem Anlagevermögen - 53,9 - 43,5
Erhöhung der Zahlungsmittel aus der Änderung des Konsolidierungskreises 1,2
Einzahlungen (netto) für den Verkauf von konsolidierten verbundenen Unternehmen (abzüglich hingegebener Zahlungsmittel) 575,5
Auszahlungen für den Erwerb von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzinvestitionen - 13,0 - 5,1
Dividende aus at-Equity bilanzierten Finanzinvestitionen 0,2
Einzahlungen/Auszahlungen für sonstige Geldanlagen - 0,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit -133,2 455,1
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 10,1 8,2
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten - 90,5 - 22,2
Auszahlungen aus der Tilgung von sonstigen Darlehen 3 -1,1 - 1,4
Auszahlung für Dividende -100,0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -181,4 -15,3
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 142,9 922,5
Zahlungsmittel zu Beginn der Periode 282,7 400,3
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds - 25,3 1,9
Zahlungsmittel am Ende der Periode 400,3 1.324,6

1 Erläuterung im Konzernanhang in Kapitel 37 | "Ergänzende Informationen zur Kapitalflussrechnung"

2 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

3 Davon Auszahlungen für Finance Lease: 1,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1,1 Mio. Euro)

Die nachfolgenden erläuternden Anhangangaben sind integraler Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses.

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018

der Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

In Mio. Euro Anhang Nr. 31.12.2017 1 31.12.2018
Immaterielle Vermögenswerte 15 489,4 434,4
Sachanlagen 16 700,7 647,1
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzinvestitionen 17 17,3 14,6
Aktive latente Steuern 18 81,9 80,1
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 19 38,1 8,5
Sonstige langfristige Vermögenswerte 2,9 9,1
Langfristige Vermögenswerte 1.330,3 1.193,8
Vorräte 20 820,2 948,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21 729,9 736,9
Laufende Ertragsteueransprüche 18 11,2 8,4
Zahlungsmittel 23 400,3 1.324,6
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 24 26,9 34,2
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 22 80,1 88,6
Zum Verkauf bestimmte Vermögenswerte 25 2,3
Kurzfristige Vermögenswerte 2.071,0 3.141,5
Bilanzsumme 3.401,3 4.335,3

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Die nachfolgenden erläuternden Anhangangaben sind integraler Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses.

In Mio. Euro Anhang Nr. 31.12.2017 1 31.12.2018
Gezeichnetes Kapital 131,4 131,4
Kapitalrücklage 514,8 514,8
Gewinnrücklage und andere Rücklagen 534,0 1.264,5
Eigenkapital 26 1.180,2 1.910,7
Pensionsrückstellungen 27 730,6 678,7
Sonstige langfristige Rückstellungen 28 208,9 220,9
Passive latente Steuern 18 1,4 3,8
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 2 29 35,3 24,1
Vertragsverbindlichkeiten aus IFRS15 (langfristig) 31 29,9 47,9
Übrige langfristige Verbindlichkeiten 6,7 4,1
Langfristige Schulden 1.012,7 979,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30 380,2 542,6
Laufende Ertragsteuerverpflichtungen 40,5 33,5
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 28 230,3 232,9
Kurzfristige finanzielle und sonstige Verbindlichkeiten 2 29 158,6 164,5
Vertragsverbindlichkeiten aus IFRS15 (kurzfristig) 31 362,4 411,4
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 32 36,4 60,3
Kurzfristige Schulden 1.208,4 1.445,1
Bilanzsumme 3.401,3 4.335,3

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

2 Zur Berechnung der Nettofinanzverschuldung = zinstragende Finanzverbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten aus Finance Lease) ./. Zahlungsmittel; davon zinstragende langfristige Finanzverbindlichkeiten 8,1 Mio. Euro (Vorjahr: 21,8 Mio. Euro) bzw. kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 26,1 Mio. Euro (Vorjahr: 9,8 Mio. Euro)

Die nachfolgenden erläuternden Anhangangaben sind integraler Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses.

Veränderung des Konzerneigenkapitals 1 zum 31. Dezember 2018

der Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

In Mio. Euro Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage IFRS 9 und IFRS 15 Anpassungen kumulierte Gewinne Gewinne/ Verluste aus Planvermögen sowie sonstige erfolgsneutrale Anpassungen kumulierte Währungsdifferenzen
Stand am 01.01.2017 131,4 514,8 626,8 - 147,4 49,6
Konzernergebnis 196,8
Sonstiges Ergebnis -15,8 - 67,6
Gesamtergebnis 196,8 -15,8 - 67,6
Dividende an die Vinters International Ltd. - 100,0
Stand am 31.12.2017 131,4 514,8 723,6 - 163,2 - 18,0
Stand am 01.01.2017 2 131,4 514,8 -6,4 626,8 - 147,4 49,6
Konzernergebnis 194,7
Sonstiges Ergebnis -15,8 - 67,5
Gesamtergebnis 194,7 -15,8 - 67,5
Dividende an die Vinters International Ltd. - 100,0
Stand am 31.12.2017 2 131,4 514,8 -6,4 721,5 - 163,2 - 18,0
Änderungen aufgrund IFRS 9 -4,4
Stand am 01.01.2018 131,4 514,8 - 10,8 721,5 - 163,2 - 18,0
Konzernergebnis 701,4
Sonstiges Ergebnis 20,4 13,1
Gesamtergebnis 701,4 20,4 13,1
Stand am 31.12.2018 131,4 514,8 - 10,8 1.422,9 - 142,8 -4,9
In Mio. Euro Summe Gewinnrücklage und andere Rücklagen Gesamt
Stand am 01.01.2017 529,0 1.175,2
Konzernergebnis 196,8 196,8
Sonstiges Ergebnis - 83,4 - 83,4
Gesamtergebnis 113,4 113,4
Dividende an die Vinters International Ltd. - 100,0 -100,0
Stand am 31.12.2017 542,4 1.188,6
Stand am 01.01.2017 2 522,6 1.168,8
Konzernergebnis 194,7 194,7
Sonstiges Ergebnis -83,3 - 83,3
Gesamtergebnis 111,4 111,4
Dividende an die Vinters International Ltd. - 100,0 -100,0
Stand am 31.12.2017 2 534,0 1.180,2
Änderungen aufgrund IFRS 9 -4,4 -4,4
Stand am 01.01.2018 529,5 1.175,7
Konzernergebnis 701,4 701,4
Sonstiges Ergebnis 33,5 33,5
Gesamtergebnis 734,9 734,9
Stand am 31.12.2018 1.264,5 1.910,7

1 Erläuterung im Konzernanhang in Kapitel 26 | "Eigenkapital"

2 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Die nachfolgenden erläuternden Anhangangaben sind integraler Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses.

Konzernanhang

Erläuternde Anhangangaben

1 | Allgemeine Grundlagen

Die Rolls-Royce Power Systems AG (im Folgenden: RRPS AG) ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland und hat ihren Firmensitz am Maybachplatz 1 in 88045 Friedrichshafen. Die RRPS AG ist ein Spezialist für Großmotoren, Antriebssysteme und dezentrale Energieanlagen. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm eingetragen (Nr. HRB 721 056). Das gezeichnete Kapital der RRPS AG befindet sich zu 100 % im Eigentum der Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien (einem Tochterunternehmen der Rolls-Royce Group plc). Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Das Mutterunternehmen, das einen Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die Rolls-Royce Holdings plc, London/Großbritannien. Dieser Konzernabschluss wird beim Companies House offengelegt. Die RRPS AG, Friedrichshafen, ist zu 100 % im Eigentum der Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien (einem Tochterunternehmen der Rolls-Royce Group plc). Die Gesellschaft stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss der RRPS AG wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Gegenstand des Konzernabschlusses sind die RRPS AG und deren Tochterunternehmen. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Der Vorstand der RRPS AG hat den Konzernabschluss am 14. März 2019 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Die RRPS AG erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro. Im Interesse einer übersichtlichen Darstellung werden die einzelnen Posten des Konzernabschlusses in Millionen Euro (Mio. Euro) angegeben. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt auf Basis der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente.

Der Jahresabschluss des Mutterunternehmens RRPS AG wurde nach den Vorschriften des HGB erstellt. Er wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Konzerngesamtergebnisrechnung wird nach dem international gebräuchlichen Umsatzkostenverfahren erstellt. Die Erstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der oben genannten Normen erfordert bei einigen Posten, dass Annahmen getroffen werden, die sich auf den Ansatz in der Konzernbilanz oder der Konzerngesamtergebnisrechnung sowie die Angabe von Eventualvermögen und -verbindlichkeiten auswirken.

Die folgenden Erläuterungen umfassen Angaben und Bemerkungen, die den IFRS entsprechend neben der Konzerngesamtergebnisrechnung der Periode, der Konzernbilanz, der Veränderung des Konzerneigenkapitals und der Konzernkapitalflussrechnung als Anhang in den Konzernabschluss aufzunehmen sind.

2 | Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

In den Konzernabschluss wurden neben der RRPS AG 33 in- und ausländische Tochterunternehmen (Vorjahr: 34) einbezogen, die von der RRPS AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht werden. Beherrschung im Sinne des International Financial Reporting Standard (IFRS) 10 ist dann gegeben, wenn das Unternehmen die Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens sowie Anrechte auf die variablen Rückflüsse aus dem Beteiligungsunternehmen hat und mit seiner Verfügungsgewalt diese Rückflüsse beeinflussen kann. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss erfolgt ab dem Zeitpunkt, an dem das Beherrschungsverhältnis vorliegt. Tochterunternehmen werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, an dem diese Beherrschung endet. Nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen werden Tochterunternehmen ferner dann, wenn sie für die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage (hinsichtlich der nach IFRS einschlägigen Kriterien) des Rolls-Royce Power Systems-Konzerns (im Folgenden: RRPS-Konzern) von untergeordneter Bedeutung sind.

Unternehmenszusammenschlüsse werden gemäß der Erwerbsmethode nach IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" bilanziert. Die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung unabhängig vom Umfang der nicht beherrschenden Anteile mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) angesetzt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das anteilige, zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern sind mindestens einmal jährlich einem Wertminderungstest (Impairment-Test) nach IAS 36 "Wertminderungen von Vermögenswerten" zu unterziehen. Wertaufholungen für Geschäfts- oder Firmenwerte sind verboten. Immaterielle Vermögenswerte, die dem Unternehmen voraussichtlich auf unbestimmte Zeit Zahlungsmittelzuflüsse liefern, sind mit einer unbestimmten Nutzungsdauer anzusetzen. Die planmäßige Abschreibung solcher immaterieller Vermögenswerte ist untersagt.

Konzerninterne Gewinne und Verluste, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen konsolidierten Unternehmen bestehenden Vermögenswerte und Schulden werden eliminiert.

Gemeinschaftsunternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Danach werden die Anschaffungskosten um die Eigenkapitalveränderung erhöht oder verringert, die dem Kapitalanteil der RRPS AG entspricht. Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung behandelt. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals werden einschließlich außerplanmäßiger Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwerts im Finanzergebnis der Konzerngesamtergebnisrechnung berücksichtigt.

KONSOLIDIERUNGSKREIS

Zum 31. Dezember 2018 wurden folgende Unternehmen bzw. Teilkonzerne vollkonsolidiert:

Kapitalanteil

in %
31.12.2017 31.12.2018
MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen 100,0 % 100,0 %
MTU Ibérica Propulsión y Energía S.L., Coslada/Spanien 100,0 % 100,0 %
Karl Maybach-Hilfe GmbH, Friedrichshafen 100,0 % 100,0 %
L'Orange GmbH, Stuttgart 100,0 %
MTU Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur 100,0 % 100,0 %
MTU Benelux B.V., Dordrecht/Niederlande 100,0 % 100,0 %
MTU America Inc., Detroit/USA 100,0 % 100,0 %
MTU Italia S.r.l., Arcola/Italien 100,0 % 100,0 %
MTU Onsite Energy Corporation, Mankato/USA 100,0 % 100,0 %
MTU Onsite Energy GmbH, Augsburg 100,0 % 100,0 %
MTU Onsite Energy Systems GmbH, Ruhstorf 100,0 % 100,0 %
MTU Polska Sp. z o.o., Warschau/Polen 100,0 % 100,0 %
MTU Motor Türbin Sanayi ve Ticaret A.S., Hadimköy/Türkei 100,0 % 100,0 %
MTU UK Ltd., East Grinstead/Großbritannien 100,0 % 100,0 %
MTU Reman Technologies GmbH, Magdeburg 100,0 % 100,0 %
Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen 100,0 % 100,0 %
MTU South Africa Pty. Ltd., Kapstadt/Südafrika 100,0 % 100,0 %
MTU Middle East FZE, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate 100,0 % 100,0 %
Fluid Mechanics LLC, Novi/USA 100,0 %
MTU Africa Pty. Ltd., Kapstadt/Südafrika 100,0 % 100,0 %
MTU France SAS, Eragny sur Oise/Frankreich 100,0 %
MTU do Brasil Ltda., Sao Paulo/Brasilien 100,0 %

Bei der MTU Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur, handelt es sich um einen asiatischen Teilkonzern. Dieser Teilkonzern umfasst folgende vollkonsolidierte Unternehmen: MTU Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur (Obergesellschaft des Teilkonzerns), MTU Hong Kong Ltd., Hongkong/China, MTU Engineering (Suzhou) Co. Ltd., Suzhou/China, MTU India Pvt. Ltd., Pune/Indien, PT MTU Indonesia, Jakarta/Indonesien, MTU China Co. Ltd., Shanghai/China, sowie MTU Japan Co. Ltd., Tokio/Japan. Der Kapitalanteil der MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen, an der MTU Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur, beträgt 100 %. Die MTU Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur, wiederum hielt zum 31. Dezember 2018 jeweils 100 % der Anteile an den vollkonsolidierten Unternehmen.

Bei der Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen, handelt es sich um einen norwegischen Teilkonzern. Dieser Teilkonzern umfasst folgende vollkonsolidierte Unternehmen: Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen (Obergesellschaft des Teilkonzerns), Bergen Engines B.V., Rotterdam/Niederlande, Bergen Engines Denmark AS, Aalborg/Dänemark, Bergen Engines India Pvt. Ltd., Neu Delhi/Indien, Bergen Engines S.L., Tarragona/Spanien, Bergen Engines S.r.l., Genua/Italien, Bergen Engines Ltd., Bedford/Großbritannien, Bergen Engines Property Co AS, Bergen/Norwegen, und Bergen Engines Bangladesh Private Limited, Dhaka/Bangladesch. Der Kapitalanteil der RRPS AG, Friedrichshafen, an der Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen, beträgt 100 %. Die Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen, hielt zum 31. Dezember 2018 direkt und indirekt jeweils 100 % der Anteile an den vollkonsolidierten Unternehmen.

Die folgenden Gesellschaften haben aufgrund lokaler Gesetzgebung ein vom Konzernabschluss abweichendes Geschäftsjahr: Bergen Engines India Pvt. Ltd., Neu Delhi/Indien (Stichtag: 31. März), und MTU India Pvt. Ltd., Pune/Indien (Stichtag: 31. März).

Der Konsolidierungskreis der RRPS AG wurde im Vergleich zum 31. Dezember 2017 um drei Tochtergesellschaften verringert und um zwei Tochtergesellschaften erweitert. Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 wurde die MTU Onsite Energy Corporation, Mankato/USA, auf die MTU America Inc., Detroit/USA, verschmolzen.

Die Tochtergesellschaften L'Orange GmbH, Stuttgart, und Fluid Mechanics LLC, Novi/USA, wurden mit Wirkung zum 1. Juni 2018 veräußert. Die Auswirkungen dieser Veräußerung auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des RRPS-Konzerns sind unter "Aufgegebener Geschäftsbereich" im Konzernanhang näher aufgeführt.

Die bislang at cost in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften MTU France SAS, Eragny sur Oise/Frankreich, und MTU do Brasil Ltda., Sao Paulo/Brasilien, wurden in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Die Einbeziehung dieser Unternehmen hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Vermögensund Finanzlage des RRPS-Konzerns.

Die folgenden, in Deutschland ansässigen Unternehmen haben von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht und auf die Offenlegung des Jahresabschlusses 2018 sowie auf die Erstellung eines Lageberichts verzichtet:

MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen
MTU Onsite Energy GmbH, Augsburg
MTU Reman Technologies GmbH, Magdeburg
MTU Onsite Energy Systems GmbH, Ruhstorf

Zum 31. Dezember 2018 wurden folgende Gesellschaften als Gemeinschaftsunternehmen at equity bilanziert:

Kapitalanteil

in %
31.12.2017 31.12.2018
Shanxi North MTU Diesel Co. Ltd., Datong/China 49,0 % 49,0 %
MTU Yuchai Power Company Ltd., Yulin/China 50,0 % 50,0 %
EPIX Power Systems LLC, Houston/USA 50,0 % 50,0 %
Mest Co. Ltd., Gyeongsangnam-do/Südkorea 46,8 % 46,8 %
Force MTU Power Systems Pvt. Ltd., Maharashtra/Indien 49,0 %
Qinous GmbH, Berlin 19,9 %

Mit einer Kapitaleinlage von 128,4 Mio. Indischen Rupien (1,6 Mio. Euro) hat die MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen, 49,0 % an der Force MTU Power Systems Pvt. Ltd., Maharashtra/Indien, erworben. Des Weiteren hat die MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen, für 3,4 Mio. Euro 19,9 % an der Qinous GmbH, Berlin, erworben. Beide Unternehmen wurden zum 1. Januar 2018 at equity in den Konzernabschluss der RRPS einbezogen.

Daneben hält der RRPS-Konzern wie bereits im Vorjahr weitere Beteiligungen an drei Unternehmen, deren Anteilsbesitz unter 20 % liegt.

AUFGEGEBENER GESCHÄFTSBEREICH

Im Frühjahr gab der Konzern seine Absicht bekannt, das Einspritzsystem-Geschäft und damit die Tochtergesellschaften L'Orange GmbH, Stuttgart, und Fluid Mechanics LLC, Novi/USA, sowie die Beteiligungen der L'Orange GmbH, Stuttgart, L'Orange Fuel Injection Trading (Suzhou) Co. Ltd., Suzhou/China, L'Orange Fuel Injection (Ningbo) Co. Ltd., Ningbo/China, und die L'Orange Unterstützungskasse GmbH, Glatten, zu verkaufen. Die Tochtergesellschaften wurden mit Wirkung zum 1. Juni 2018 veräußert.

Der erhaltene Zahlungseingang in Höhe von 670,4 Mio. Euro umfasst sowohl den Preis für die Veräußerung der Tochtergesellschaften als auch die Rückzahlung von drei Darlehen die jeweils der L'Orange GmbH, Stuttgart, der Fluid Mechanics LLC, Novi/USA, sowie der L'Orange Fuel Injection (Ningbo) Co. Ltd., Ningbo/China, gewährt worden waren. Die Einzelheiten setzen sich wie folgt zusammen:

In Mio. Euro
Erhaltener Zahlungseingang abzüglich Beratungskosten für den Verkauf 660,3
Rückzahlung von Darlehen von at cost konsolidierten Tochtergesellschaften -1,4
Erhaltenes Entgelt 658,9
Buchwert des veräußerten Nettovermögens -127,6
Währungsumrechnungsgewinne 0,5
Veräußerungsgewinn vor Ertragsteuern 531,9
Ertragsteueraufwand auf den Gewinn -26,6
Veräußerungsgewinn nach Ertragsteuern 505,3

Das Gewinn- und Verlustrechnung des aufgegebenen Geschäftsbereichs setzt sich wie folgt zusammen:

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.05.2018
Umsatzerlöse 204,8 86,0
Umsatzkosten -155,1 -66,0
Bruttoergebnis vom Umsatz 49,7 22,1
Vertriebskosten -14,5 -6,3
Allgemeine Verwaltungskosten -6,9 -2,9
Forschungs- und Entwicklungskosten -16,8 -6,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen -0,1
Ergebnis aus der betrieblichen Aktivität 25,3 6,1
Zinsaufwendungen -1,4 -0,6
Finanzaufwendungen -1,5 -0,6
Tatsächliche Steueraufwendungen -0,2 -2,5
Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs nach Steuern 22,2 3,1
Gewinn aus der Veräußerung des aufgegebenen Geschäftsbereichs 531,9
Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs 535,0

Die folgende Tabelle zeigt die Zahlungsströme des aufgegebenen Geschäftsbereichs:

In Mio. Euro 01.01. - 31.05.2018
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 4,6
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -2,2
Gesamtcashflow 2,4

Die Buchwerte der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt der Veräußerung stellten sich wie folgt dar:

In Mio. Euro 31.05.2018
Immaterielle Vermögenswerte 47,3
Sachanlagen 64,9
Beteiligungen 3,7
Aktive latente Steuern 6,3
Vorräte 45,5
Forderungen 31,2
Zahlungsmittel 3,2
Summe Vermögenswerte 202,1
Pensionsrückstellungen -35,2
Sonstige Rückstellungen -6,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -24,0
Anzahlungen -0,7
Laufende Steuerverbindlichkeiten -1,3
Passive latente Steuern -6,6
Summe Verbindlichkeiten -74,6
Nettovermögenswerte 127,6

NEUE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN

Für die Erstellung des Konzernabschlusses wurden sämtliche durch das International Accounting Standards Board (IASB) und das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) veröffentlichten neuen und geänderten Standards und Interpretationen angewendet, soweit diese für Geschäftsjahre beginnend am 1. Januar 2018 in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden waren:

Standard/Interpretation Zeitpunkt des Inkrafttretens1 Endorsement 2
Neu IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 01.01.2018 22.09.2016
Neu IFRS 9 Finanzinstrumente 01.01.2018 22.11.2016
Änderung IFRS 15 Klarstellungen zu IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" 01.01.2018 31.10.2017
Änderung IFRS 4 Anwendung des IFRS 9 mit IFRS 4 "Versicherungsverträge" 01.01.2018 03.11.2017
Änderung Diverse Improvement Project 2014-2016 01.01.2018 07.02.2018
Änderungen IFRS 2 Einstufung und Bewertung anteilsbasierter Vergütungen 01.01.2018 26.02.2018
Änderungen IAS 40 Übertragungen in den und aus dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 01.01.2018 14.03.2018
Neu IFRIC 22 Fremdwährungstransaktionen und im Voraus erbrachte oder erhaltene Gegenleistungen 01.01.2018 28.03.2018

1 Anwendung auf die erste Berichtsperiode eines Geschäftsjahres, das an diesem Tag oder danach beginnt

2 Übernahme der IFRS-Standards bzw. -Interpretationen durch die EU-Kommission

Der Konzern hat im Berichtsjahr erstmalig IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" angewandt. Die Art und Auswirkungen der Änderungen infolge der Erstanwendung dieses neuen Rechnungslegungsstandards sind im Folgenden beschrieben.

Der Konzern hat bei der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 den vollständig rückwirkenden Ansatz unter Einsatz der folgenden Wahlrechte gewählt:

Bei erfüllten Verträgen muss das Unternehmen Verträge, die innerhalb desselben Geschäftsjahres beginnen und enden, nicht neu beurteilen.
Das Unternehmen ist nicht verpflichtet, für alle vor dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung dargestellten Berichtsperioden den Betrag des Transaktionspreises, der den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zugeordnet wurde, offenzulegen oder eine Erklärung abzugeben, wann das Unternehmen mit der Erfassung dieses Betrags als Erlös rechnet.

Die Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 auf die laufende Berichtsperiode wurden nicht angegeben, da der Standard hierfür ein Wahlrecht vorsieht. Der Konzern hat zudem entschieden, folgende weitere Wahlrechte des IFRS 15 zu nutzen:

Bei Vertragsanbahnung anfallende Kosten werden bei ihrem Entstehen als Aufwand erfasst, wenn der Abschreibungszeitraum für einen Vermögenswert, den das Unternehmen andernfalls erfasst hätte, nicht mehr als ein Jahr beträgt.
Beträgt die Zeitspanne zwischen der Übertragung eines zugesagten Gutes oder einer zugesagten Dienstleistung auf den Kunden und der Bezahlung durch den Kunden maximal ein Jahr, wird die Höhe der zugesagten Gegenleistung nicht um die Auswirkungen einer signifikanten Finanzierungskomponente angepasst.

Die Inanspruchnahme der Ausnahmeregelungen führt zu keinen materiellen Auswirkungen auf die Vermögensund Ertragslage. Im Folgenden werden die Auswirkungen und Änderungen aus der Erstanwendung des IFRS 15 auf die Konzerngesamtergebnisrechnung sowie die Konzernbilanz dargestellt und näher erläutert: Auswirkung auf die Konzerngesamtergebnisrechnung - Zunahme des Ergebnisses:

In Mio. Euro Anpassungen 01.01. - 31.12.2017
Umsatzerlöse (b), (c), (d) 0,9
Umsatzkosten (b), (d) 2,3
Bruttoergebnis vom Umsatz - 1,4
Ergebnis der betrieblichen Aktivität - 1,4
Ergebnis vor Steuern - 1,4
Steuern vom Einkommen und Ertrag - 0,8
Konzernergebnis - 2,1

Auswirkung auf die Konzernbilanz - Zunahme:

In Mio. Euro Anpassungen 01.01.2017 31.12.2017
Vermögenswerte
Aktive latente Steuern (d) 6,3 3,2
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (b) 0,0 0,1
Langfristige Vermögenswerte 6,3 3,4
Vorräte (b), (d) 6,3 0,2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (b), (c) 9,5 7,8
Kurzfristige Vermögenswerte 15,8 8,0
Bilanzsumme 22,1 11,4
In Mio. Euro Anpassungen 01.01.2017 31.12.2017
Eigenkapital
Gewinnrücklagen und andere Rücklagen (b), (c), (d) -6,4 -8,4
Eigenkapital -6,4 -8,4
Schulden
Sonstige langfristige Rückstellungen (a), (b), (d) -3,1 -5,5
Vertragsverbindlichkeiten (b), (d) 6,0 29,9
Passive latente Steuern (d) 3,0 0,2
Finanzielle Verbindlichkeiten (a), (d) 3,1 5,4
Erhaltene Anzahlungen (d) 0,0 -17,0
Übrige langfristige Verbindlichkeiten (b) -28,9 -38,5
Langfristige Schulden -20,0 -25,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (c) -8,9 -10,9
Sonstige kurzfristige Rückstellungen (a), (b), (c), (d) -53,3 -70,7
Finanzielle und sonstige Verbindlichkeiten (a), (c), (d) 36,8 53,8
Erhaltene Anzahlungen (d) -277,0 -280,7
Vertragsverbindlichkeiten (b), (c), (d) 354,5 362,4
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten (b) -3,7 -8,4
Kurzfristige Schulden 48,5 45,5
Summe Schulden 28,5 19,8
Bilanzsumme 22,1 11,4

Die Änderungen hatten keine Auswirkungen auf das sonstige Ergebnis der Periode. Die Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr zum 31.Dezember 2017 beziehen sich nur auf die Veränderungen des Ergebnisses nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen, bestimmte Anpassungen zur Überleitung des Ergebnisses nach Steuern auf den Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit sowie auf Anpassungen des Nettoumlaufvermögens. Es ergaben sich jedoch keine Auswirkungen auf den Netto-Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit. Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit wurden nicht beeinflusst.

Die Art der Anpassungen wird nachfolgend erläutert:

(a) Verkauf von Ersatzteilen mit Rückgaberechten

Vor der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 erfolgte die vollständige Erlösrealisierung von Ersatzteilen mit Rückgaberechten erst mit Ablauf der Rückgabefrist. Bis dahin wurde die erhaltene Barhinterlegung in voller Höhe als Rückstellung erfasst.

Gemäß IFRS 15 ist die vom Kunden erhaltene Gegenleistung variabel, da der Vertrag dem Kunden das Recht einräumt, die Produkte zurückzugeben. Zur Schätzung der Anzahl der Produkte, die nicht zurückgegeben werden und für die bereits im Zeitpunkt des Verkaufs Umsatz inklusive der erhaltenen Barhinterlegung mithin realisiert wird, hat der Konzern die Erwartungswertmethode angewandt. Für Güter, die voraussichtlich zurückgegeben werden, weist der Konzern eine Rückerstattungsverbindlichkeit in den finanziellen Verbindlichkeiten und einen Vermögenswert für das Recht, Produkte von Kunden zurückzuerhalten, in den sonstigen Vermögenswerten in der Bilanz aus.

Bei der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 gliederte der Konzern zum 1. Januar 2017 sonstige kurzfristige Rückstellungen in Höhe von 28,3 Mio. Euro in die finanziellen Verbindlichkeiten (kurzfristig) um.

Zum 31. Dezember 2017 gliederte der Konzern sonstige kurzfristige Rückstellungen in Höhe von 41,5 Mio. Euro in die finanziellen Verbindlichkeiten (kurzfristig) und sonstige langfristige Rückstellungen in Höhe von 3,0 Mio. Euro in die finanziellen Verbindlichkeiten (langfristig) um.

(b) Langfristige Wartungsverträge

Vor der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 erfolgte die Erlösrealisierung von langfristigen Wartungsverträgen teilweise erst mit Rechnungsstellung an den Kunden. Die Rechnungsstellung erfolgte monatlich auf Basis der erbrachten Leistung (Maschinenstunden).

Gemäß IFRS 15 erfolgt die Erlösrealisierung aus langfristigen Wartungsverträgen über einen bestimmten Zeitraum nach der inputbasierten Methode (Cost-to-Cost-Methode). Jede Abweichung zwischen Umsatzerlösen aus erbrachten Leistungen und den in Rechnung gestellten Beträgen wird abgegrenzt. Für langfristige Wartungsverträge werden Vertragsvermögenswerte als sonstiger finanzieller Vermögenswert oder Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen, soweit die erbrachte Leistung die in Rechnung gestellten Beträge übersteigt bzw. bereits in Rechnung gestellte Leistungen noch erbracht werden müssen.

Der Konzern gliederte zum 1. Januar 2017 3,7 Mio. Euro aus den abgegrenzten Erträgen (kurzfristig) und 28,9 Mio. Euro aus den abgegrenzten Erträgen (langfristig) sowie 4,5 Mio. Euro aus den sonstigen kurzfristigen Rückstellungen um. Zudem wurden weitere 7,7 Mio. Euro erfasst, was zu einem Anstieg der kurz- bzw. langfristigen Vertragsverbindlichkeiten von insgesamt 354,5 Mio. Euro (kurzfristig) bzw. 6,0 Mio. Euro (langfristig) führte. 8,9 Mio. Euro wurden als sonstige finanzielle Vermögenswerte erfasst. Diese Anpassungen führten zu einer Erhöhung der Gewinnrücklagen um 1,2 Mio. Euro zum 1. Januar 2017.

Die Bilanz zum 31. Dezember 2017 wurde angepasst. Dies führte zur Erfassung bzw. Umgliederung von kurz- und langfristigen Vertragsverbindlichkeiten von 51,4 Mio. Euro (kurzfristig) bzw. 7,9 Mio. Euro (langfristig) sowie zu einem Rückgang der kurz- und langfristigen abgegrenzten Erträge um 8,4 Mio. Euro (kurzfristig) bzw. 38,5 Mio. Euro (langfristig). Die langfristigen Rückstellungen gingen hierbei um 0,1 Mio. Euro und die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen um 5,7 Mio. Euro zurück. Die Vertragsforderungen in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten (langfristig) stiegen um 0,1 Mio. Euro und die sonstigen finanziellen Vermögenswerte (kurzfristig) um 7,6 Mio. Euro, während sich die Vorräte um 0,5 Mio. Euro verminderten. Die Gewinnrücklagen erhöhten sich um 0,8 Mio. Euro.

Darüber hinaus wurde die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2017 angepasst, woraus ein Rückgang der Erlöse aus Verträgen mit Kunden um 1,1 Mio. Euro und der Umsatzkosten um 1,0 Mio. Euro resultierte.

(c) Mehrkomponentengeschäft i. S. v. Lieferungen mit anschließender Serviceleistung

Vor der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 bilanzierte der Konzern verkaufte Motoren und anschließende Serviceleistungen als eine eigenständige Leistungsverpflichtung, und es wurden keine separaten Umsätze für Serviceleistungen erfasst. Eine Erlösrealisierung erfolgte nach Lieferung der Motoren. Soweit noch Serviceleistungen zu erbringen waren, wurden hierfür in Höhe der noch anfallenden Kosten Rückstellungen gebildet.

Gemäß IFRS 15 stellte der Konzern fest, dass in einem Vertrag über den gebündelten Verkauf von Motoren und anschließender Serviceleistungen zwei Leistungsverpflichtungen vorlagen. Die Leistungsverpflichtung der Serviceleistungen wurde über einen bestimmten Zeitraum erfüllt. Die Erlösrealisierung erfolgt nach der inputbasierten Methode im Rahmen der Cost-to-Cost-Methode.

Dies führte zum 1. Januar 2017 zu einer Erfassung von sonstigen finanziellen Vermögenswerten (kurzfristig) von 0,6 Mio. Euro. Außerdem gliederte der Konzern zum 1. Januar 2017 8,9 Mio. Euro Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, 12,1 Mio. Euro aus den sonstigen Rückstellungen (kurzfristig) und 0,3 Mio. Euro aus den finanziellen und sonstigen Verbindlichkeiten (kurzfristig) in die Vertragsverbindlichkeiten (kurzfristig) um. Weitere 6,6 Mio. Euro wurden als Vertragsverbindlichkeit (kurzfristig) erfasst. Diese Anpassungen führten zu einer Minderung der Gewinnrücklagen um 5,9 Mio. Euro zum 1. Januar 2017.

Die Bilanz zum 31. Dezember 2017 wurde angepasst. Dies führte zur Erfassung von sonstigen finanziellen Vermögenswerten (kurzfristig) von 0,2 Mio. Euro sowie einem Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 10,9 Mio. Euro und der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen von 12,1 Mio. Euro. Die kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten stiegen um 29,3 Mio. Euro, während die Gewinnrücklagen um 6,1 Mio. Euro sanken.

Darüber hinaus wurde die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2017 angepasst, woraus ein Rückgang der Erlöse aus Verträgen mit Kunden um 2,4 Mio. Euro und der Umsatzkosten um 2,2 Mio. Euro resultierte.

(d) Sonstige Anpassungen

Der Konzern gliederte zum 1. Januar 2017 für Motorenverkäufe erhaltene Anzahlungen (kurzfristig) in Höhe von 276,4 Mio. Euro in die Vertragsverbindlichkeiten (kurzfristig) um. Sonstige langfristige Rückstellungen von 3,1 Mio. Euro wurden in die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie erhaltene Anzahlungen (kurzfristig) von 0,5 Mio. Euro und sonstige kurzfristige Rückstellungen von 8,3 Mio. Euro in die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten umgegliedert.

Da Kriterien des Kontrollübergangs nach IFRS 15 zum 1. Januar 2017 nicht vollständig erfüllt waren, erhöhten sich die Vorräte um 6,3 Mio. Euro und die Vertragsverbindlichkeiten um 7,5 Mio. Euro. Die Gewinnrücklage ging um 1,2 Mio. Euro zurück.

Aus der Abgrenzung von bereits als Erlös erfassten erhaltenen Anzahlungen ergab sich ein Anstieg der langfristigen Vertragsverbindlichkeiten um 3,8 Mio. Euro, während sich die Gewinnrücklage um 3,8 Mio. Euro reduzierte.

Die Bilanz zum 31. Dezember 2017 wurde um weitere Sachverhalte angepasst.

Die auf Motorenverkäufe geleisteten Anzahlungen in Höhe von 279,8 Mio. Euro wurden in die kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten bzw. 17,0 Mio. Euro in die langfristigen Vertragsverbindlichkeiten umgegliedert. Es erfolgten Umgliederungen von den sonstigen langfristigen bzw. kurzfristigen Rückstellungen von 2,4 Mio. Euro (langfristig) bzw. 11,4 Mio. Euro (kurzfristig) und den erhaltenen Anzahlungen von 0,9 Mio. Euro in die langfristigen bzw. kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten von 2, 4 Mio. Euro (langfristig) bzw. 12,3 Mio. Euro (kurzfristig).

Da Kriterien des Kontrollübergangs nach IFRS 15 zum 31.Dezember 2017 nicht vollständig erfüllt waren, erhöhten sich die Vorräte um 0,7 Mio. Euro und die Vertragsverbindlichkeiten um 0,1 Mio. Euro, während die Gewinnrücklagen um 0,3 Mio. Euro zurückgingen. Die Gewinn- und Verlustrechnung 2017 wurde angepasst, indem die Erlöse aus Verträgen mit Kunden um 6,4 Mio. Euro und die Umsatzkosten um 5,6 Mio. Euro stiegen.

Aus der Abgrenzung von bereits als Erlös erfassten erhaltenen Anzahlungen ergab sich ein Anstieg der lang- bzw. kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten um 4,9 Mio. Euro (langfristig) bzw. 0,9 Mio. Euro (kurzfristig). Die Erlöse aus Verträgen mit Kunden reduzierten sich um 2,0 Mio. Euro und die Gewinnrücklagen um 5,8 Mio. Euro.

Zusätzlich zu den vorstehend erläuterten Anpassungen wurden bei der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 andere Posten der primären Abschlussbestandteile wie latente Steuern, Steuern aus Einkommen und Ertrag sowie die Gewinnrücklagen entsprechend angepasst.

Die Änderungen in "Klarstellungen zu IFRS 15" adressieren insbesondere die Themen "Identifizierung von Leistungsverpflichtungen", "Prinzipal/Agent-Erwägungen" und "Lizenzen" und zielen auf Übergangserleichterungen für modifizierte Verträge und abgeschlossene Verträge ab. Die Änderungen wurden in der aktuellen Berichtsperioden erstmals angewandt und sind in den oben dargelegten Ausführungen berücksichtigt.
Der Konzern hat im Berichtsjahr IFRS 9 "Finanzinstrumente" ohne rückwirkende Anpassung von Vergleichsangaben erstmalig angewandt. Die Reklassifizierungen und Anpassungen der Wertminderung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsforderungen sind daher nicht in der rückwirkend angepassten Bilanz zum 31. Dezember 2017 dargestellt, sondern in der Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2018 erfasst.

Die erstmalige Anwendung von IFRS 9 zum 1. Januar 2018 hat einen Anstieg der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsforderungen sowie einen Rückgang der Gewinnrücklage um 4,4 Mio. Euro zur Folge. Die neuen Bilanzierungsvorschriften zu Finanzinstrumenten des IFRS 9 sind detailliert unter "Finanzinstrumente" und "Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten" im Abschnitt 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" beschrieben.

Die folgende Übersicht leitet zur besseren Vergleichbarkeit der Vorjahreszahlen von den ursprünglichen Bewertungskategorien des IAS 39 auf die neuen Bewertungskategorien nach IFRS 9 über (inklusive Bewertungsanpassungen):

In Mio. Euro Fußnote Ursprüngliche Bewertungskategorie nach IAS 39 Neue Bewertungskategorie nach IFRS 9 Ursprünglicher Buchwert unter IAS 39 Neuer Buchwert nach IFRS 9
Aktiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen a), b) Kredite und Forderungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 716,1 711,8 1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Factoring a) Kredite und Forderungen Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 13,8 13,7 2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kredite und Forderungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 400,3 400,3
Übrige finanzielle Vermögenswerte Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte n.a. 3 34,9 n.a
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 12,6 12,6
Kredite und Forderungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 9,6 9,6
Passiva
Finanzierungsverbindlichkeiten Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete sonstige Verbindlichkeiten Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 31,7 31,7
Verbindlichkeiten aus Finance Lease IAS 17 IAS 17 5,9 5,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete sonstige Verbindlichkeiten Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 391,1 391,1
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 6,8 6,8
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete sonstige Verbindlichkeiten Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 90,4 90,4

1 Neubewertungseffekt von -4,3 Mio. EUR.

2 Neubewertungseffekt von -0,1 Mio. EUR.

3 Hierbei handelt es sich um aus Unwesentlichkeit nicht konsolidierte Beteiligungen, die nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen.

Die Bilanzierungsvorschriften des RRPS-Konzerns hinsichtlich der Klassifizierung von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 sind im Anhang unter den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden beschrieben. Die Anwendung der Vorschriften hat zu den oben stehenden und unten erläuterten Reklassifizierungen geführt:

a) Aufgrund der neuen Klassifizierung gemäß IFRS 9 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Abhängigkeit des jeweiligen Geschäftsmodells in die Kategorien "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" und "Erfolgsneutrale zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" aufgeteilt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche bis zur Endfälligkeit gehalten werden, um die daraus entstehenden Zahlungsströme zu generieren, werden der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte" zugeordnet. Dagegen werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wenn im Rahmen von Factoring-Programmen auch eine vorzeitige Veräußerung entsprechend dem Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" möglich ist.

b) Die Bewertungskategorie "Kredite und Forderungen" hat sich nur namentlich geändert und lautet nun "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte". Die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sind hier unverändert.

Überleitung Bewertungskategorien:

IAS 39 Kategorie Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Kredite und Forderungen Zur Veräußerung verfügbar Gesamt Finanzielle Vermögenswerte
IFRS 9 Kategorie Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Zu fortgeführten Anschaffungskost en bewertet Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet n/a
--- --- --- --- --- ---
Schlussbilanzwert 31.12.2017 (IAS 39) 12,6 1.139,8 1 34,9 1.187,3
Umgliederung von "Kredite und Forderungen" in "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte" -13,8 +13,8
Reklassifizierung aufgrund Ausschluss aus dem Anwendungsbereich von IFRS 9 2 -34,9 -34,9
Eröffnungsbilanzwert 1.1.2018 IFRS 9 vor Bewertungseffekten 12,6 1.126,0 13,8 0,0 1.152,4
Neubewertungseffekte 3 -4,3 -0,1 -4,4
Eröffnungsbilanzwert 1.1.2018 IFRS 9 12,6 1.121,7 13,7 0,0 1.148,0

1 Abweichend von den im Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2017 als "n.a." aufgeführten Vermögenswerten sind in der hier dargestellten Überleitung die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (Mio. EUR 400,3) der Kategorie Kredite und Forderungen zugeordnet, da sie ebenfalls Finanzinstrumente darstellen.

2 Hierbei handelt es sich um aus Unwesentlichkeit nicht konsolidierte Beteiligungen, die nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen.

3 Unter den Neubewertungseffekten ist die Anpassung aus der modifizierten retrospektiven Anwendung des expected loss models erfasst.

Bezüglich der finanziellen Verbindlichkeiten ergaben sich keine entsprechenden Reklassifizierungspositionen.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitpunkt bewertete Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
In Mio. Euro
--- --- ---
Stand zum 31.12. 2017 (IAS 39) - 31,0
Anpassung zu IFRS 9 - 4,3 -0,1
Stand zum 01.01.2018 -35,2 -0,1

Hierbei wurden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowohl einzeln als auch aufgrund eines vereinfachten Portfolioansatzes pauschaliert wertberichtigt. Die Portfoliowertberichtigungen wurden prozentual auf die Altersstruktur der Forderungen entsprechend ihrer erwarteten Ausfallrate verteilt, Darüber hinaus werden Forderungen nach den Richtlinien laut Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auf Einzelbasis wertberichtigt. Für weitere Informationen verweisen wir auf das Kapitel "Finanzinstrumente". Die Ermittlung von Wertberichtigungen auf Forderungen beruht in erheblichem Maß auf Einschätzungen und Beurteilungen einzelner Forderungen, bei denen neben Kreditwürdigkeit und Zahlungsverzug des jeweiligen Kunden auch die aktuellen Konjunkturentwicklungen und historische sowie zukünftige Ausfallerfahrungen bzw. -wahrscheinlichkeiten berücksichtigt werden.

Die unter IAS 39 der Kategorie "Kredite und Forderungen" bzw. nach IFRS 9 der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" zugeordneten Vermögenswerte umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte. Aus Wesentlichkeitsgründen wurden keine Wertberichtigungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und auf sonstige Forderungen und Vermögenswerte erfasst. Die Vertragsvermögenswerte sind keiner Bewertungskategorie nach IFRS 9 zugeordnet.

Die Änderungen an IFRS 4 zielen darauf ab, die Auswirkungen aus den unterschiedlichen Erstanwendungszeitpunkten von IFRS 9 und dem Nachfolgestandard zu IFRS 4 vor allem bei Unternehmen mit umfangreichen Versicherungsaktivitäten zu verringern. Eingeführt werden zwei optionale Ansätze, die bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen von Versicherern genutzt werden können: der Überlagerungsansatz und der Aufschubansatz. Auswirkungen auf den Konzernabschluss der RRPS AG ergeben sich hieraus nicht.
Im Rahmen der "Jährlichen Verbesserungen an IFRS", Zyklus 2014-2016, wurden zeitlich befristete Erleichterungsvorschriften in IFRS 1 gestrichen sowie klargestellt, dass in IAS 28 das Wahlrecht zur Bewertung einer Beteiligung an einem assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen, das von einer Wagniskapitalgesellschaft oder einem anderen qualifizierenden Unternehmen gehalten wird, je Beteiligung individuell erfolgen kann. Die Änderungen an diesem Standard haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der RRPS AG.
Die Änderungen im IFRS 2 behandeln einzelne Fragestellungen im Zusammenhang mit der Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich. Auswirkungen auf den Konzernabschluss der RRPS AG ergeben sich hieraus nicht.
Mit den Änderungen des IAS 40 stellt das IASB die Vorschriften in Bezug auf Übertragungen in den oder aus dem Bestand der als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien klar. Daraus ergeben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der RRPS AG.
Der IFRIC 22 dient der Klarstellung der Bilanzierung von Geschäftsvorfällen, die den Erhalt oder die Zahlung von Gegenleistungen in fremder Währung beinhalten. Auswirkungen auf den Konzernabschluss der RRPS AG ergeben sich hieraus nicht.

Darüber hinaus hat das IASB die nachfolgend genannten Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards veröffentlicht, die bereits von der Europäischen Union übernommen worden sind (Endorsement), deren Anwendung aber noch nicht für das Geschäftsjahr 2018 verpflichtend ist und die im Konzernabschluss der RRPS AG nicht vorzeitig angewendet werden.

Standard/Interpretation Zeitpunkt des Inkrafttretens1 Endorsement 2
Neu IFRS 16 Leasingverhältnisse 01.01.2019 31.10.2017
Änderung IFRS 9 Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung 01.01.2019 22.03.2018
Neu IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 01.01.2019 23.10.2018

1 Anwendung auf die erste Berichtsperiode eines Geschäftsjahres, das an diesem Tag oder danach beginnt

2 Übernahme der IFRS-Standards bzw. -Interpretationen durch die EU-Kommission

IFRS 16 als Standard zur Leasingbilanzierung betrifft grundsätzlich alle Leasingverhältnisse und ist erstmals in Geschäftsjahren anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen.

Die Bilanzierung für Leasingnehmer erfolgt nach einem einheitlichen Leasingbilanzierungsmodell, somit fällt die Unterscheidung zwischen dem bilanzwirksamen Finance Leases und dem ausschließlich ergebniswirksamen Operating Leases mit Inkrafttreten von IFRS 16 bei der Bilanzierung beim Leasingnehmer künftig weg. Für Leasingverhältnisse beim Leasingnehmer wird auf der Aktivseite das mit dem Leasingverhältnis einhergehende Nutzungsrecht als Vermögenswert (sogenannter "Right-of-Use Asset") und auf der Passivseite die entsprechende Leasingverbindlichkeit erfasst. Die Leasingverbindlichkeit wird mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt, und als Barwert der Leasingzahlungen ausgewiesen. Falls dieser Zinssatz nicht ermittelbar ist, kann auch der Grenzkapitalzinssatz verwendet werden. Erleichterungen gibt es für Leasinggegenstände mit geringem Wert (low value) sowie für Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit unter 12 Monaten (short-term). Die Leasingzahlungen für diese Leasingverhältnisse können linear (oder gemäß einer anderen systematischen Grundlage der Verteilung) über die Laufzeit des Vertrags als Aufwand erfasst werden

Aufseiten des Leasinggebers wird weiterhin zwischen dem bilanzwirksamen Finanzierungsleasing sowie dem bilanz- und erfolgswirksamen Mietleasing unterschieden. Beim Finanzierungsleasing (Finance Lease) erfolgt zu Beginn des Leasingverhältnisses eine Erfassung der Leasingforderung in Höhe der Nettoinvestition in das Leasingverhältnis auf der Aktivseite. Besteht ein Mietleasingverhältnis (Operating Lease), werden Leasingerträge beim Leasinggeber linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses in der GuV erfasst, der bilanzierte Vermögenswert wird abgeschrieben.

Der RRPS-Konzern wird den Standard für das Geschäftsjahr beginnend am 1. Januar 2019 modifiziert retrospektiv anwenden und damit auf eine Anpassung der Vorjahreszahlen verzichten. Leasingverhältnisse werden beim Übergang mit dem Betrag der Leasingverbindlichkeit bewertet (angepasst um etwaige vorausbezahlte oder abgegrenzte Leasingkosten). Der Konzern hat im Jahr 2018 eine Beurteilung der Auswirkungen auf seinen Konzernabschluss abgeschlossen. Der Standard wird sich in erster Linie auf die Bilanzierung der Operating-Leasingverhältnisse des Konzerns auswirken, die wesentlichen Effekte sind aus der Bilanzierung der geleasten Immobilien zu erwarten. Zum 31. Dezember 2018 betrugen die künftigen Mindestleasingzahlungen für nicht kündbare Operating-Leasingverhältnisse (auf nicht abgezinster Basis) 106,6 Mio. Euro (vgl. Abschnitt 35 | "Leasingverhältnisse"). Bei einem bereits ab dem Geschäftsjahr 2018 anzuwendenden IFRS 16 wäre zum 31. Dezember 2018 eine Leasingverbindlichkeit bzw. ein Right-of-Use Asset in Höhe von 96,2 Mio. Euro zu bilanzieren gewesen.
Nach den bisherigen Vorschriften von IFRS 9 ist die Zahlungsstrombedingung nicht erfüllt, wenn der Kreditgeber im Falle einer Kündigung durch den Kreditnehmer eine Ausgleichszahlung leisten müsste. Diese bestehenden Vorschriften werden durch die Änderungen am IFRS 9 dahingehend angepasst, dass auch bei negativen Ausgleichszahlungen eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (bzw. in Abhängigkeit des Geschäftsmodells erfolgsneutral zum Fair Value) möglich ist. Auswirkungen auf den Konzernabschluss der RRPS AG werden sich hieraus nicht ergeben.
Der IFRIC 23 ergänzt die Regelungen in IAS 12 hinsichtlich der Berücksichtigung von Unsicherheiten bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung von Sachverhalten und Transaktionen. Solche Unsicherheiten entstehen, wenn die Anwendung des jeweilig geltenden Steuerrechts auf eine spezifische Transaktion nicht eindeutig ist und daher auch von der Auslegung durch die Steuerbehörden abhängt, die dem Unternehmen bei der Aufstellung des Abschlusses jedoch nicht bekannt ist. Wenn sich Tatsachen und Umstände, die Grundlage für die Beurteilung der Unsicherheit waren, geändert haben oder wenn neue relevante Informationen vorliegen, ist die Beurteilung zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Die Auswirkungen werden derzeit geprüft.

Des Weiteren veröffentlichte das IASB die folgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards, die von der Europäischen Union noch nicht übernommen und deshalb im vorliegenden Konzernabschluss nicht angewendet worden sind:

Standard/Interpretation
Neu IFRS 17 Versicherungsverträge
Änderung IAS 28 Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures
Änderung Diverse Jährliche Verbesserungen 2015-2017
Änderung IAS 19 Planänderungen, -kürzungen oder -abgeltungen
Änderung IFRS 3 Definition eines Geschäftsbetriebs
Der neue Standard "Versicherungsverträge" regelt die Bilanzierung von Versicherungsverträgen und ersetzt den bisher gültigen Übergangsstandard IFRS 4. In den Anwendungsbereich fallen Versicherungsverträge, Rückversicherungsverträge sowie Kapitalanlageverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung. Nach IFRS 17 werden Versicherungsverträge grundsätzlich nach dem allgemeinen Modell bewertet. Darunter werden für eine Gruppe von Versicherungsverträgen bei erstmaligem Ansatz der Erfüllungswert und die vertragliche Servicemarge ermittelt. In Abhängigkeit davon, worauf sich Änderungen der zugrunde liegenden Parameter beziehen, werden im Rahmen der Folgebewertung entweder das versicherungstechnische Ergebnis oder die versicherungstechnischen Finanzerträge/-aufwendungen berührt bzw. es kann zunächst zu einer Anpassung der vertraglichen Servicemarge kommen, die erst in späteren Perioden die Gewinn- und Verlustrechnung berührt. Auswirkungen auf den Konzernabschluss der RRPS AG werden sich hieraus nicht ergeben.
Die Änderungen an IAS 28 stellen klar, dass ein Unternehmen dazu verpflichtet ist, IFRS 9 "Finanzinstrumente" einschließlich dessen Wertminderungsvorschriften auf langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen anzuwenden, die im Wesentlichen einen Teil der Nettoinvestition in das assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen darstellen und nicht nach der Equity-Methode abgebildet werden. Auswirkungen auf den Konzernabschluss der RRPS AG werden sich hieraus nicht ergeben.
Im Rahmen der "Jährlichen Verbesserungen an den IFRS", Zyklus 2015-2017, wurden Änderungen an IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse", IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen", IAS 12 "Ertragsteuern" sowie IAS 23 "Fremdkapitalkosten" vorgenommen. Die Änderungen sind ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden. Die Auswirkungen werden derzeit geprüft.
Die Änderungen des IAS 19 geben vor, dass bei einer Änderung, Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Versorgungsplans der laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen für das verbleibende Geschäftsjahr neu zu berechnen sind. Der Neuberechnung sind die aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen zugrunde zu legen. Darüber hinaus wurden Ergänzungen in IAS 19 aufgenommen, die eine Klarstellung zur Auswirkung einer Planänderung, -kürzung oder -abgeltung auf die Anforderungen an die Vermögenswertobergrenze darstellen. Die Auswirkungen werden derzeit geprüft.
Die Änderungen des IFRS 3 adressieren Fragestellungen, die aufkommen, wenn ein Unternehmen bestimmt, ob es einen Geschäftsbetrieb oder eine Gruppe von Vermögenswerten erworben hat.

Neue Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von bestehenden Standards und Interpretationen werden für gewöhnlich vom Konzern nicht vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens angewendet. Die erstmalige Anwendung des jeweiligen Standards bzw. der jeweiligen Interpretation ist mit der verpflichtenden Anwendung in der Europäischen Union (nach Endorsement) beabsichtigt.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

Die Jahresabschlüsse der ausländischen Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in die Konzernberichtswährung Euro umgerechnet. In der Regel ist die funktionale Währung der ausländischen Konzernunternehmen die jeweilige Landeswährung. Eine Ausnahme ist der Teilkonzern der MTU Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur, dessen funktionale Währung teilweise der Euro ist.

Die Umrechnung in Euro erfolgt bei Vermögenswerten und Schulden mit dem Kurs zum Bilanzstichtag, bei Aufwendungen und Erträgen zu gewogenen Durchschnittskursen der jeweiligen Periode. Die Differenzen aus der Umrechnung werden ergebnisneutral in das Eigenkapital einbezogen. Eine im sonstigen Ergebnis erfasste Umrechnungsdifferenz wird erst dann ergebniswirksam, wenn die entsprechende Unternehmenseinheit entkonsolidiert wird.

Fremdwährungsgeschäfte werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung von zum Stichtagskurs in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden ergebniswirksam erfasst.

Da die RRPS AG kein Tochterunternehmen mit Sitz in einem Hyperinflationsland hat, war eine Rechnungslegung gemäß den Regelungen des IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" nicht notwendig.

Für die wichtigsten Fremdwährungen des RRPS-Konzerns gelten folgende Währungskurse:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
Land Währung 31.12.2017 31.12.2018 01.01. -31.12.2017 01.01. -31.12.2018
--- --- --- --- --- ---
USA USD 1,1993 1,1450 1,1295 1,1810
Singapur SGD 1,6024 1,5591 1,5587 1,5927
Großbritannien GBP 0,8872 0,8945 0,8767 0,8847
Japan JPY 135,0100 125,8500 126,6900 130,4100
Brasilien BRL 3,9729 4,4440 3,6046 4,3083
Schweiz CHF 1,1702 1,1269 1,1115 1,1550
Norwegen NOK 9,8403 9,9483 9,3263 9,5977

ANNAHMEN, SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSAUSÜBUNG DES MANAGEMENTS

Bei der Anwendung dargestellten Konzernbilanzierungs- und Bewertungsmethoden muss das Management in Bezug auf die Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden, die nicht ohne Weiteres aus anderen Quellen ermittelt werden können, Sachverhalte beurteilen, Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen. Die Schätzungen und die ihnen zugrunde liegenden Annahmen resultieren aus Vergangenheitserfahrungen sowie weiteren als relevant erachteten Faktoren. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die den Schätzungen zugrunde liegenden Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung. Schätzungsänderungen werden, sofern die Änderung nur eine Periode betrifft, nur in dieser berücksichtigt. Falls die Änderungen die aktuelle sowie die folgenden Berichtsperioden betreffen, werden diese entsprechend in dieser und den folgenden Perioden berücksichtigt.

Im Folgenden werden die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie die sonstigen wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten zum Ende der Berichtsperiode angegeben, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb desnächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der aus gewiesenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich wird.

Für Forderungen können sich insoweit Ausfallrisiken ergeben, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen und dadurch Vermögensverluste auftreten. Die Ermittlung der erforderlichen Wertberichtigungen erfolgt unter anderem unter Berücksichtigung der Kundenbonität, vorliegender Sicherheiten, Erfahrungen aufgrund historischer Ausfallraten sowie zukunftsbezogener Annahmen. Der tatsächliche Zahlungsausfall der Kunden kann infolge der zugrunde gelegten Einflussfaktoren vom erwarteten Zahlungsausfall abweichen. Verringert sich der Wertberichtigungsbedarf in einer der folgenden Berichtsperioden, erfolgt eine erfolgswirksame Wertaufholung für die in früheren Perioden erfasste Wertberichtigung.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- und Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Zur Ermittlung des Nettoveräußerungswerts werden vom voraussichtlichen Verkaufspreis des Endprodukts die bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten abgezogen. Sofern Annahmen zu den künftigen Marktpreisen oder Absatzmöglichkeiten des Endprodukts nicht zutreffen, kann es hierdurch zu einem weiteren Wertminderungsbedarf für den Vorratsbestand kommen.

Erlöse aus langfristigen Wartungsverträgen werden über einen bestimmten Zeitraum und unter Rückgriff auf den jeweiligen Fertigstellungsgrad erfasst. Der Konzern ist zu dem Schluss gekommen, dass die inputbasierte Methode am besten geeignet ist, um den Fortschritt der Dienstleistungen zu ermitteln. Im Rahmen der Cost-to-Cost-Methode ist hierfür die Ermittlung der voraussichtlichen Gesamtkosten erforderlich, die auf Erfahrungswerten aus früheren Aufträgen basiert. Sollte es jedoch aufgrund von nicht vorhersehbaren Sondereffekten zu Abweichungen von den Schätzwerten kommen, könnte zum Bilanzstichtag ein zu hoher Fertigstellungsgrad ermittelt worden sein, wodurch zu hohe Umsatzerlöse erfasst würden (hinsichtlich des Gesamtbetrags der Umsatzerlöse aus langfristigen Wartungsverträgen wird auf Abschnitt 3 | "Umsatzerlöse" des Konzernanhangs verwiesen).

Die Erlösrealisierung von Mehrkomponentenverträgen i. S. v. Lieferungen mit anschließenden Serviceleistungen verlangt eine Verteilung des gesamten Transaktionspreises. Diese Verteilung unterliegt Schätzunsicherheiten, insbesondere dann, wenn Einzelveräußerungspreise nicht verfügbar sind. In diesen Fällen verteilt der Konzern den Transaktionspreis auf Basis der Kosten der einzelnen Leistungsverpflichtungen zuzüglich einer angemessenen Marge. Soweit die Annahmen bei der Verteilung des Transaktionspreises nicht zutreffend sind, kann es zu einer verfrühten oder verspäteten Umsatzrealisierung kommen.

Der Konzern räumt Kunden beim Ersatzteilgeschäft teilweise Rückgaberechte ein. Zur Schätzung der Anzahl der Produkte, die aus dem Ersatzteilgeschäft zurückgeben werden, wendet der RRPS-Konzern die Erwartungswertmethode an, da mit dieser Methode die variable Gegenleistung, auf die der Konzern Anspruch hat, am verlässlichsten geschätzt werden kann. Außerdem werden die Regelungen des IFRS 15 im Hinblick auf die Begrenzung der Schätzung der variablen Gegenleistung angewandt, um den Betrag der variablen Gegenleistung zu bestimmen, der in den Transaktionspreis einbezogen werden darf. Für erwartete Rückgaben wird vom Konzern kein Erlös, sondern eine Rückerstattungsverbindlichkeit erfasst. Darüber hinaus wird für das Recht auf Rückerhalt von Ersatzteilen von einem Kunden ein Vermögenswert aus Rückgaberechten (und eine entsprechende Anpassung der Umsatzkosten) erfasst. Die Auswirkungen werden im Abschnitt "Neue Rechnungslegungsmethoden" in Kapitel 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" näher beschrieben. Rückgabequoten werden auf Basis historischer Verkäufe und Rückgaben bestimmt. Sollte die Anzahl der zurückgegebenen Waren von dieser Schätzung abweichen, käme es zu einer verfrühten oder verspäteten Umsatzrealisierung in der Berichtsperiode. Die erwarteten Rückgabequoten werden jährlich überprüft und auf Basis der neuesten Erkenntnisse angepasst.

Wesentliche Schätzungen oder Ermessensausübungen erfolgen insbesondere bei der Bilanzierung von Rückstellungen, Pensionsverpflichtungen sowie bei der Ermittlung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts.

Für die Bilanzierung von Rückstellungen hat die Unternehmensleitung Annahmen zu treffen, mit welcher Wahrscheinlichkeit der RRPS-Konzern aufgrund bestimmter Geschäftsvorfälle ein Abfluss wirtschaftlichen Nutzens droht. Der Bewertung von Rückstellungen liegen Schätzungen über die Höhe und den Zeitpunkt der möglichen wirtschaftlichen Abflüsse zugrunde. Sofern Höhe und Zeitpunkt der Inanspruchnahmen von den getroffenen Schätzungen abweichen, sind Auswirkungen auf das Ergebnis des RRPS-Konzerns möglich. Einige Tochtergesellschaften sind aufgrund ihres normalen Geschäftsverlaufes in Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Das Management hat den Ausgang dieser Rechtsfälle nach Rücksprache mit den involvierten Rechtsanwälten abgeschätzt und in Übereinstimmung mit IAS37 entsprechende Rückstellungen vorgenommen. Es besteht jedoch ein inhärentes Risiko, dass das finale Urteil von der getroffenen Abschätzung abweicht und somit zu einem höheren oder niedrigeren Abfluss von Ressourcen führt.

Pensionsverpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen werden nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen (Defined Benefit Obligation, DBO) auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet und auf ihren Barwert abgezinst. Dabei werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung bestimmter Parameter wie Rechnungszins, Inflationsrate, Gehalts- und Rentensteigerungen sowie Mitarbeiterfluktuation berücksichtigt. (vgl. Abschnitt " Leistungen an Arbeitnehmer").

Zur Prüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE), denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, mittels der Discounted-Cashflow-Methode ein Nutzungswert ermittelt (vgl. Abschnitt 15 | "Immaterielle Vermögenswerte"). Hierfür sind Annahmen über die künftige Geschäftsentwicklung und allgemeinen Rahmendaten zu treffen (zum Beispiel Zinsniveau, Wechselkursentwicklung). Durch die Veränderung dieser Einflussfaktoren kann sich der Nutzungswert der ZGE verändern, wodurch sich ein Wertminderungsbedarf ergeben könnte.

Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuellen Kenntnisstand beruhen. Durch unvorhersehbare und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen können die sich später tatsächlich einstellenden Beträge von den ursprünglich geschätzten Werten abweichen. In diesem Fall werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst.

ERTRAGS - UND AUFWANDS REALISIERUNG

Erlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über die Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übertragen wird. Die Erfassung erfolgt in Höhe der Gegenleistung, die der Konzern im Austausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird.

Folgende wesentliche Umsatzströme sind im RRPS-Konzern zu verzeichnen:

FERTIGFABRIKATE

Motoren. Erlöse aus dem Verkauf von Motoren und Antriebs- und Energieerzeugungssystemen werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem die Verfügungsgewalt über den Vermögenswert auf den Kunden übergeht. Dies ist im Allgemeinen bei Lieferung der Motoren der Fall. Der Konzern prüft, ob in dem Vertrag andere Zusagen enthalten sind, die separate Leistungsverpflichtungen darstellen, denen ein Teil des Transaktionspreises zugeordnet werden muss (zum Beispiel Serviceleistungen, Gewährleistungen). Bei der Bestimmung des Transaktionspreises für den Verkauf von Motoren und Antriebs- und Energieerzeugungssystemen berücksichtigt der Konzern die Auswirkungen von variablen Gegenleistungen, nicht zahlungswirksamen Gegenleistungen und gegebenenfalls an einen Kunden zu zahlenden Gegenleistungen.
MEHRKOMPONENTENGESCHÄFT I. S. V. LIEFERUNGEN MIT ANSCHLIESSENDER SERVICELEISTUNG.

Der Konzern erbringt Serviceleistungen, die entweder einzeln oder im Bündel gemeinsam mit dem Verkauf von Motoren und Antriebs- und Energieerzeugungssystemen an Kunden veräußert werden. Verträge über den gebündelten Verkauf von Motoren und anschließender Serviceleistungen bestehen aus zwei Leistungsverpflichtungen, da die Zusagen zur Übertragung von Motoren und zur Erbringung von Serviceleistungen eigenständig abgrenzbar und separat identifizierbar sind. Demzufolge teilt der Konzern den Transaktionspreis auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise der Motoren und der Serviceleistungen auf.

AFTER SALES

LANGFRISTIGE WARTUNGSVERTRÄGE. Der Konzern erbringt Service- und Wartungsleistungen, die entweder einzeln oder im Bündel gemeinsam mit dem Verkauf von Motoren und Antriebs- und Energieerzeugungssystemen an Kunden veräußert werden. Verträge über den gebündelten Verkauf von Fertigfabrikaten und After-Sales-Services bestehen aus zwei Leistungsverpflichtungen, da die Zusagen zur Übertragung von Fertigfabrikaten und zur Erbringung von After-Sales-Services eigenständig abgrenzbar und separat identifizierbar sind. Demzufolge teilt der Konzern den Transaktionspreis auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise der Motoren und der Service- und Wartungsleistungen auf. Bei langfristigen Service- und Wartungsverträgen und verlängerten separat berechneten Gewährleistungen werden die Umsatzerlöse in der Regel linear über die Vertragslaufzeit verteilt oder - sofern die Leistungserbringung nicht linear erfolgt - entsprechend der Relation der bereits angefallenen Kosten zu den erwarteten Gesamtkosten (Cost-to-Cost-Methode) erfasst. Die Ermittlung der erwarteten Gesamtkosten erfolgt auf Basis von Erfahrungswerten.
ERSATZTEILGESCHÄFT. Als Hersteller von Motoren und Antriebs- und Energieerzeugungssystemen betreibt der RRPS-Konzern auch die Aufarbeitung von Motoren sowie das dazugehörige Ersatzteilgeschäft, unterteilt in das Geschäft und den Vertrieb von neuen Ersatzteilen und von neuwertigen, aber aufgearbeiteten Ersatzteilen. Es ist dem Kunden dadurch möglich, einen bestimmten Geldbetrag (Pfandzahlung) beim RRPS-Konzern zu hinterlegen und dafür das Rückgaberecht innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zu erlangen. Wenn der Kunde nach Ablauf dieser Frist den Motor/Teile nicht zurückgegeben hat, behält der RRPS-Konzern die Kaution. Wenn der Kunde den gebrauchten Motor/Teile innerhalb der Rückgabefrist zurückgibt und der Motor/Teile die Kernabnahmekriterien erfüllt, erhält er die Kaution zurück (siehe dazu den Abschnitt "Annahmen, Schätzungen und Ermessensausübungen des Managements").

Sowohl Erlöse aus Serviceleistungen aus Mehrkomponentenverträge im Bereich der Fertigfabrikate als auch Service- und Wartungsleistungen aus dem After-Sales-Bereich, welche als eigenständige Leistungsverpflichtung klassifiziert werden, werden über einen bestimmten Zeitraum erfasst, da dem Kunden der Nutzen aus der Leistung des Konzerns zufließt und er diesen gleichzeitig verbraucht. Zur Ermittlung des Leistungsfortschritts gegenüber der vollständigen Erfüllung seiner Leistungsverpflichtung wendet er eine inputbasierte Methode an (siehe dazu Abschnitt Annahmen und Schätzungen und Ermessensausübung des Managements in Kapitel 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden").

Enthält eine vertragliche Gegenleistung eine variable Komponente (wie Skonti, Rabatte, Boni etc.), bestimmt der RRPS-Konzern die Höhe der Gegenleistung, die ihm im Austausch für die Übertragung der Güter auf den Kunden zusteht. Die variable Gegenleistung wird zum Vertragsbeginn geschätzt und nur dann in den Transaktionspreis einbezogen, wenn es hoch wahrscheinlich ist, dass es bei den erfassten kumulierten Erlösen nicht zu einer signifikanten Stornierung kommt, sobald die Unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistung nicht mehr besteht.

Fremdkapitalkosten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierenden Vermögenswerten stehen (also Vermögenswerten, für die ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu bringen), werden bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereitstehen, zu den Herstellungskosten dieser Vermögenswerte hinzugerechnet. Nicht nach IAS 23 aktivierte Zinsen werden periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode als Aufwand bzw. Ertrag erfasst.

Dividendenerträge werden mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung berücksichtigt.

IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

ENTGELTLICH ERWORBENE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Sie werden entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung immaterieller Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer erfolgt linear.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens jährlich einem Impairment-Test unterzogen und unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten und Markennamen waren im RRPS-Konzern keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer aktiviert.

Innerhalb der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte existierte zum Bilanzstichtag ein nach IAS 23 qualifizierter Vermögenswert. Im Geschäftsjahr 2018 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro) aktiviert. Der Zinssatz betrug 2,53 % (Vorjahr: 2,48 %).

SELBST ERSTELLTE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE. Kosten für die Entwicklung neuer oder deutlich verbesserter Produkte und Prozesse werden aktiviert, sofern die Entwicklungskosten verlässlich ermittelt werden können, das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar sowie ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist. Darüber hinaus muss der RRPS-Konzern die Absicht haben, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen sowie über hierfür ausreichende Ressourcen verfügen. Die aktivierten Kosten umfassen Materialkosten, Fertigungslöhne und zurechenbare allgemeine Gemeinkosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen angesetzt.

Hierzu können folgende Kosten zählen:

Einzelkosten Gemeinkosten (direkt zurechenbar)
Materialeinzelkosten Materialgemeinkosten
Fertigungseinzelkosten Fertigungsgemeinkosten
Sondereinzelkosten der Fertigung Abschreibungen des Anlagevermögens
Entwicklungsbezogene Kosten der Verwaltung

Entwicklungskosten, die die Ansatzkriterien von IAS 38 nicht erfüllen, werden in der Periode aufwandswirksam erfasst, in der sie anfallen. Forschungskosten werden in der Periode aufwandswirksam erfasst.

Innerhalb der selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte existierte zum Bilanzstichtag ein nach IAS 23 qualifizierter Vermögenswert. Im Geschäftsjahr 2018 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro) aktiviert. Der Zinssatz betrug 2,53 % (Vorjahr: 2,48 %).

GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE. Der Geschäfts- oder Firmenwert entspricht der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem anteiligen, zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Reinvermögen zum Erwerbszeitpunkt. Aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Sie werden jährlich - bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung auch unterjährig - einem Impairment-Test unterzogen. Weitere Informationen hinsichtlich des Impairment-Tests sind in Abschnitt 15 | "Immaterielle Vermögenswerte" des Konzernanhangs ersichtlich.

Der planmäßigen Abschreibung immaterieller Vermögenswerte liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

In Jahren Nutzungsdauer
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 3-10
Kundenbeziehungen 5-20
Entwicklungskosten in der Produktionsphase 5-10

SACHANLAGEN

Sachanlagen werden zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, vermindert um kumulierte planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen sowie kumulierte Wertminderungsaufwendungen.

Die Anschaffungskosten umfassen den Anschaffungspreis, Anschaffungsnebenkosten sowie nachträgliche Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen. Die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen enthalten neben den Einzelkosten auch die zurechenbaren Material- und Fertigungsgemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen, die anteiligen Kosten für die betriebliche Altersvorsorge und die freiwilligen sozialen Leistungen sowie die herstellungsbezogenen Verwaltungskosten. Weder im Vorjahr noch zum Bilanzstichtag existierte ein nach IAS 23 qualifizierter Vermögenswert, sodass innerhalb der Sachanlagen keine Fremdkapitalkosten aktiviert wurden.

Die Abschreibung auf Sachanlagen wird, dem wirtschaftlichen Nutzenverlauf entsprechend, planmäßig linear vorgenommen. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

In Jahren Nutzungsdauer
Gebäude 8-50
Technische Anlagen und Maschinen 5-20
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-14

WERTMINDERUNGEN VON IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN UND SACHANLAGEN

Für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter und unbestimmter Nutzungsdauer wird gemäß IAS 36 mindestens an jedem Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für mögliche Wertminderungen vorliegen. Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts bestimmt. Der erzielbare Betrag ist als der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert definiert. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermögenswerts, wird ein Wertminderungsverlust in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfolgswirksam erfasst. Für den Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die separate Cashflows identifiziert werden können. Sind die Cashflows für einen Vermögenswert nicht separat identifizierbar, wird der Impairment-Test auf Basis der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) durchgeführt, welcher der Vermögenswert angehört.

Zuschreibungen auf den neuen erzielbaren Betrag erfolgen, wenn die Gründe für Wertminderungen aus den Vorjahren entfallen. Die Wertobergrenze für Zuschreibungen sind die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten, die sich ergäben, wenn in den Vorjahren keine Wertminderungen erfasst worden wären.

Zur Durchführung des jährlichen Impairment-Tests für Geschäfts- oder Firmenwerte werden diese den ZGE zugeordnet. Die ZGE werden jährlich mindestens einmal auf Werthaltigkeit geprüft oder wenn Anhaltspunkte vorliegen, dass der Buchwert der ZGE über dem erzielbaren Betrag liegt. Sofern der erzielbare Betrag der ZGE nicht den Buchwert ihres Reinvermögens deckt, werden die Wertminderungen erfolgswirksam nach den Vorschriften des IAS 36 vorgenommen. Eine Wertaufholung des Geschäfts- oder Firmenwerts in den Folgeperioden ist ausgeschlossen. Die Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird nach denselben Grundsätzen vorgenommen. Die Folgebewertung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer richtet sich nach denselben Grundsätzen. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird regelmäßig zum 30. November überprüft.

VORRÄTE

Unter den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse und Leistungen, fertige Erzeugnisse und Waren sowie geleistete Anzahlungen ausgewiesen. Der Ansatz erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die mithilfe der Einzelzuordnung bestimmten Vorräten zugeordnet werden. Zur Bemessung der Anschaffungs- und Herstellungskosten wird die Standardkostenmethode herangezogen, bei der die normale Höhe des Materialeinsatzes und der Löhne sowie die normale Leistungsfähigkeit und Kapazitätsauslastung berücksichtigt werden.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Entfallen die Gründe für Wertminderungen, werden entsprechende Zuschreibungen auf den neuen Nettoveräußerungswert vorgenommen. Wertobergrenze sind die historischen (bzw. fortgeschriebenen) Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Eine Forderung ist der unbedingte Anspruch des Konzerns auf Gegenleistung (das heißt die Fälligkeit tritt automatisch durch Zeitablauf ein). Die Rechnungslegungsmethoden für finanzielle Vermögenswerte werden i m Abschnitt "Finanzinstrumente" erläutert.

VERTRAGSVERMÖGENSWERTE UND VERMÖGENSWERTE AUS RÜCKGABERECHTEN

VERMÖGENSWERTE. Ein Vertragsvermögenswert ist der Anspruch auf den Erhalt einer Gegenleistung im Austausch für Güter oder Dienstleistungen, die auf einen Kunden übertragen wurden. Kommt der Konzern seinen vertraglichen Verpflichtungen durch Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden nach, bevor der Kunde die Gegenleistung entrichtet oder bevor die Zahlung fällig wird, wird ein Vertragsvermögenswert für den bedingten Anspruch auf Gegenleistung erfasst.

VERMÖGENSWERTE AUS RÜCKGABERECHTEN. Vermögenswerte aus Rückgaberechten umfassen das Recht des Konzerns, die voraussichtlich vom Kunden zurückgegebenen Produkte zurückzuholen. Der Vermögenswert wird mit dem ursprünglichen Buchwert der Vorräte nach Abzug aller für den Rückerhalt der Produkte erwarteten Kosten bewertet, einschließlich potenzieller Wertminderungen der zurückgeholten Produkte. Der Konzern korrigiert die Bewertung des erfassten Vermögenswerts unter Berücksichtigung der geänderten Erwartungen im Hinblick auf die Menge sowie der zusätzlichen Wertverluste der zurückgegebenen Produkte.

ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden gesondert als "zur Veräußerung gehalten" eingestuft, wenn es sehr wahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Die entsprechenden Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten angesetzt. Ein etwaiger Wertminderungsaufwand einer Veräußerungsgruppe wird zunächst dem Geschäfts- oder Firmenwert und dann den verbleibenden Vermögenswerten und Schulden auf anteiliger Basis zugeordnet - mit der Ausnahme, dass den Vorräten, finanziellen Vermögenswerten, latenten Steueransprüchen, Vermögenswerten im Zusammenhang mit Leistungen an Arbeitnehmer, die weiterhin gemäß den sonstigen Rechnungslegungsmethoden des Konzerns bewertet werden, kein Verlust zugeordnet wird. Wertminderungsaufwendungen bei der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten und spätere Gewinne und Verluste bei Neubewertung werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben und alle nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen werden nicht mehr nach der Equity-Methode bilanziert, sobald sie als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft sind.

LATENTE STEUERN

Latente Steuern werden entsprechend IAS 12 auf temporäre Differenzen zwischen den bilanziellen Wertansätzen in der IFRS-Bilanz und der Steuerbilanz gebildet. Daneben sind auch aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfasst, sofern sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in den Folgejahren Steuerminderlasten ergeben. Für die Berechnung der latenten Steuern werden jeweils die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt gültigen bzw. mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erwarteten Steuersätze verwendet.

Zum Bilanzstichtag werden die aktivierten aktiven latenten Steuern auf ihre Werthaltigkeit überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis im relevanten Planungszeitraum zur Verfügung stehen wird. Bisher nicht angesetzte latente Steueransprüche werden am Bilanzstichtag neu überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis zur Realisierung des latenten Steueranspruchs erzielt wird.

Aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts, eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit im Rahmen eines Geschäftsvorfalls, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt und bei dem durch diesen erstmaligen Ansatz weder das bilanzielle Ergebnis vor Ertragsteuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst werden, werden keine latenten Steuern angesetzt.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und sich diese auf Ertragsteuern desselben Steuersubjekts und derselben Steuerbehörde beziehen.

FINANZINSTRUMENTE

Finanzinstrumente sind Verträge, die bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der Bilanz angesetzt, wenn der RRPS-Konzern Vertragspartei eines Finanzinstruments wird. Beim erstmaligen Ansatz werden diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivate werden zum Handelstag, alle übrigen finanziellen Vermögenswerte zum Erfüllungstag eingebucht. Der Handelstag ist der Tag, an dem der RRPS-Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf eines Vermögenswerts eingegangen ist. Der Erfüllungstag ist der Tag, an dem ein Vermögenswert an oder durch das Unternehmen geliefert wird.

Die Folgebewertung ist abhängig von der Kategorisierung. IFRS 9 unterteilt Finanzinstrumente in folgende Kategorien:

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Für finanzielle Vermögenswerte ergibt sich die Kategorisierung nach IFRS 9 in Abhängigkeit von dem zugrunde liegenden Geschäftsmodell sowie der Erfüllung des Zahlungsstromkriteriums. Eine Umklassifizierung zu einem späteren Zeitpunkt ist bei finanziellen Vermögenswerten nur zulässig sofern sich das Geschäftsmodell geändert hat. Finanzielle Verbindlichkeiten dürfen zu keinem Zeitpunkt umklassifiziert werden.

Das Zahlungsstromkriterium beinhaltet die Beurteilung, ob die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Die Tilgung impliziert die noch ausstehenden Rückzahlungen, und die Zinsen stellen die Vergütung für den Zeitwert des Geldes, das Kredit- und Liquiditätsrisiko sowie weitere Kosten und Gewinnmargen dar, die während der Laufzeit im Zuge des "Haltens" des Finanzinstruments entstehen. Bei der Beurteilung werden die vertraglichen Bedingungen der einzelnen Instrumente eingehend analysiert. Dies beinhaltet ebenfalls die Analyse von möglichen Vereinbarungen, welche die Höhe oder den Zeitpunkt des Eintretens von vertraglichen Zahlungsströmen beeinflussen können und die Erfüllung des Kriteriums gefährden.

Sofern das Zahlungsstromkriterium erfüllt ist, beurteilt der RRPS-Konzern im Zuge des Geschäftsmodellkriteriums, wie die finanziellen Vermögenswerte auf Portfolioebene gesteuert werden. Diese Entscheidung wird von Personen in Schlüsselpositionen getroffen. Dabei werden vor allem die Ziele für das Portfolio, die Richtlinien sowie praktische und konkrete Handlungsanweisungen berücksichtigt. Prinzipiell sind drei Arten von Geschäftsmodellen möglich: "Halten", "Halten und Verkaufen" sowie "Sonstige". Entscheidend für die Einordnung in diese Geschäftsmodelle sind insbesondere die Häufigkeit, das Volumen, die Gründe und die Zeitpunkte der Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten aus früheren Perioden sowie die Erwartungen bezüglich der Verkäufe in der Zukunft. Sollte das Geschäftsmodell der finanziellen Vermögenswerte im "Halten" bestehen, um vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen, werden diese zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei allen finanziellen Vermögenswerten, deren Hauptzweck in der Vereinnahmung und dem Verkauf liegt, erfolgt die Bewertung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert. Sollten die Voraussetzungen für die zuvor genannten Geschäftsmodelle nicht erfüllt sein, beispielsweise wenn eine Handelsabsicht vorliegt, werden die finanziellen Vermögenswerte der Bewertungskategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zugeordnet. Sofern das Zahlungsstromkriterium nicht erfüllt ist, erfolgt automatisch die Zuordnung zur erfolgswirksamen Bewertungskategorie. Darüber hinaus kann unter bestimmten Bedingungen freiwillig die Option gewählt werden, die finanziellen Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Diese Option wird bei RRPS derzeit nicht ausgeübt.

Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten beinhalten derivative Finanzinstrumente. Diese werden im RRPS-Konzern zur Reduzierung der Währungsrisiken und des Risikos schwankender Rohstoffpreise eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte angesetzt, sofern ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Schulden, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst. Hedge Accounting wird im RRPS-Konzern nicht angewendet. Darüber hinaus beinhaltet die Kategorie der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte Beteiligungen. Von der Option, Beteiligungen erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu erfassen, wurde im RRPS Konzern abgesehen.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, für die das Geschäftsmodell "Halten" gilt, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte. Nach dem erstmaligen Ansatz werden diese finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bilanziert. Gewinne und Verluste werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die finanziellen Vermögenswerte verkauft, abgeschrieben oder wertgemindert sind. Wechselkurseffekte sowie Zinseffekte aus der Anwendung der Effektivzinsmethode werden ebenfalls erfolgswirksam erfasst. Bei der Effektivzinsmethode werden die fortgeführten Anschaffungskosten eines finanziellen Vermögenswerts bzw. einer finanziellen Verbindlichkeit berechnet und die Zinserträge bzw. Zinsaufwendungen über die betreffende Periode zugeordnet. Der Effektivzinssatz ist jener Zinssatz, der exakt die geschätzten künftigen Zahlungseingänge bzw. -ausgänge während der voraussichtlichen Lebensdauer eines Finanzinstruments oder gegebenenfalls innerhalb kürzerer Zeit auf den Nettobuchwert aus der erstmaligen Erfassung abzinst. Die Zinserträge bzw. -aufwendungen werden auf der Basis des effektiven Zinssatzes erfasst.

Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte stellen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar, für die das Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" gilt. Diese Forderungen werden im Rahmen von Factoring-Programmen zur Optimierung des Betriebsvermögens veräußert. Entsprechend der Regelungen des IFRS 9 werden sie somit bis zum Zeitpunkt des Verkaufs oder der Zahlung durch die Forderungsschuldner erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Zinserträge, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie Wertminderungen bzw. -aufholungen werden dagegen erfolgswirksam erfasst. Im Rahmen der Ausbuchung werden die kumulierten Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den Vermögenswerten auslaufen oder wenn die finanziellen Vermögenswerte übertragen wurden und der RRPS-Konzern im Wesentlichen die Chancen und Risiken, welche in Verbindung mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts stehen, abgetreten hat. Finanzielle Vermögenswerte werden ebenfalls ausgebucht, wenn im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen an den finanziellen Vermögenswerte weder übertragen noch zurückbehalten wurden, aber die Kontrolle über die finanziellen Vermögenswerte übertragen wird. Bei der Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswerts ist die Differenz zwischen dem Buchwert und den erhaltenen Gegenleistungen einschließlich aller kumulierten Gewinne und Verluste, die direkt im Eigenkapital erfasst wurden, im Gesamtergebnis zu erfassen. Sofern der RRPS-Konzern so gut wie alle relevanten Chancen und Risiken weder behält noch überträgt und die Kontrolle über den übertragenen Vermögenswert behält, wird der übertragene Vermögenswert nach Maßgabe seines anhaltenden Engagements weiter erfasst.

Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen Verbindlichkeiten einschließlich Finanzschulden. Sie sind anzusetzen, wenn der Konzern Vertragspartei der Regelungen eines Finanzinstruments wird. Verbindlichkeiten, die aus einer Verpflichtung zum Kauf von Gütern oder Dienstleistungen eingegangen werden, sind am Erfüllungstag der zugrunde liegenden Lieferungen bzw. Leistungen anzusetzen. Im Falle von Finanzverbindlichkeiten ist die entsprechende Verbindlichkeit zum Erfüllungstag anzusetzen, also am Tag der Wertstellung. Derivate werden zum Handelstag bilanziert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn sie erfüllt, das heißt wenn die im Vertrag genannten Verpflichtungen getilgt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Im Falle einer finanziellen Verbindlichkeit, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, erfolgt die Bewertung nach Abzug von Transaktionskosten von der erhaltenen Gegenleistung. In den Folgeperioden werden finanzielle Verbindlichkeiten grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Ausgenommen hiervon sind derivative Verbindlichkeiten sowie finanzielle Verbindlichkeiten, für die eine Handelsabsicht besteht oder die Option zur erfolgswirksamen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert ausgeübt wird; diese werden analog zu den derivativen Vermögenswerten bei erstmaliger Erfassung und an jedem nachfolgenden Bilanzstichtag erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gegenwärtig werden im RRPS Konzern ausschließlich derivative Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

SALDIERUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN UND VERBINDLICHKEITEN. Finanzielle

Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden miteinander verrechnet und der Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn der Konzern gegenwärtig ein einklagbares Recht zur Aufrechnung der Beträge hat und beabsichtigt, diese entweder auf Nettobasis zu begleichen oder gleichzeitig den Vermögenswert zu realisieren und die Verbindlichkeit zu begleichen.

WERTMINDERUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN

Der Konzern erfasst für alle finanziellen Vermögenswerte, die Fremdkapitalinstrumente darstellen und die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, Wertberichtigungen in Höhe des erwarteten Kreditverlusts, sofern dieser nicht als unwesentlich erachtet wird.

Wertberichtigungen für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden vom Bruttobuchwert der Vermögenswerte abgezogen. Bei finanziellen Vermögenswerten der erfolgsneutralen Bewertungskategorie wird die Wertberichtigung erfolgswirksam erfasst und aus dem sonstigen Ergebnis ausgebucht.

Bei der Ermittlung der Wertberichtigung ist grundsätzlich zwischen der Ausfallwahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten zwölf Monate und der für die Gesamtlaufzeit zu differenzieren. Beim erstmaligen Ansatz wird zunächst die Ausfallwahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten zwölf Monate bei der Ermittlung des erwarteten Verlusts berücksichtigt. Sollte sich ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos abzeichnen, wird die Ausfallwahrscheinlichkeit auf die Gesamtlaufzeit ausgeweitet. Von diesem allgemeinen Ansatz ausgenommen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus Leasingverhältnissen sowie Vertragsvermögenswerte ohne signifikante Finanzierungskomponente, für die verpflichtend der vereinfachte Ansatz gilt. Gemäß dem vereinfachten Ansatz bezieht sich die Ausfallwahrscheinlichkeit dieser finanziellen Vermögenswerte pauschal auf die gesamte Laufzeit.

Der Konzern geht davon aus, dass ein Schuldtitel ein geringes Kreditrisiko aufweist, wenn sein Kreditrisiko-Rating der global verstandenen Definition des Begriffs "Investment Grade" entspricht. Ein Absinken des Ratings unterhalb "Investment Grade" wird dementsprechend als signifikanter Anstieg des Kreditrisikos angesehen. Darüber hinaus nimmt der Konzern an, dass das Kreditrisiko für einen finanziellen Vermögenswert bei einer Überfälligkeit von mehr als 30 Tagen signifikant gestiegen ist.

Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, kreditausfallgefährdet sind. Der Konzern geht in folgenden Fällen grundsätzlich davon aus, dass ein finanzieller Vermögenswert ausfallgefährdet ist:

erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten,
Vertragsbruch des Schuldners, beispielsweise Ausfall von Zins- oder Tilgungszahlungen,
Zugeständnisse an einen Schuldner, die im Regelfall nicht gewährt würden,
eine hohe Wahrscheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens oder eines sonstigen Sanierungsbedarfs beim Schuldner sowie
beobachtbare Daten, die auf eine Minderung der erwarteten künftigen Zahlungsströme schließen lassen (zum Beispiel nachteilige Veränderungen im Zahlungsverhalten von Schuldnern, nationale oder lokale wirtschaftliche Gegebenheiten).

Forderungen werden einschließlich der damit verbundenen Wertberichtigung ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich eingestuft und sämtliche Sicherheiten in Anspruch genommen und verwertet wurden. Objektive Hinweise auf eine eventuelle Uneinbringlichkeit sind beispielsweise die Verjährung einer Forderung und die Einstellung eines Insolvenzverfahrens mangels Masse.

Bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten berücksichtigt der Konzern angemessene Informationen, die relevant und mit vertretbarem Aufwand verfügbar sind. Dies umfasst sowohl quantitative als auch qualitative Informationen und Analysen, die auf historischen Erfahrungen und Bonitätsbeurteilungen des Konzerns beruhen, sowie zukunftsgerichtete Informationen. Erwartete Kreditverluste ergeben sich durch eine wahrscheinlichkeitsgewichtete Schätzung von Kreditverlusten. Kreditverluste werden als Barwert aller Zahlungsausfälle und verspäteter Zahlungen (das heißt als Differenz zwischen den dem Unternehmen gemäß Vertrag zustehenden Zahlungsströmen und den erwarteten Zahlungsströmen) ermittelt. Die Ermittlung eines Wertminderungsaufwands erfolgt jeweils unter Berücksichtigung von gehaltenen Sicherheiten bzw. sonstigen Kreditverbesserungen.

Im Sinne einer transparenteren Unternehmensberichterstattung fasst der RRPS-Konzern Finanzinstrumente gemäß IFRS 7.6 entsprechend ihrer jeweils zugrunde liegenden Charakteristika in verschiedene Klassen zusammen. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Klassen finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Factoring),
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente,
Beteiligungen,
zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertete Derivate (Vermögenswerte),
sonstige Forderungen und Vermögenswerte,
Finanzierungsverbindlichkeiten,
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,
zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertete Derivate (finanzielle Verbindlichkeiten) und
sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.

Hinsichtlich der Zuordnung der einzelnen Klassen zu den entsprechenden Bewertungskategorien nach IFRS 9 verweisen wir auf die Ausführungen unter Abschnitt 34 | "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" im Konzernanhang.

ZAHLUNGSMITTEL

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Geld unterwegs und Sichteinlagen sowie Geldeinlagen bei Rolls Royce plc, die nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen und eine ursprüngliche Laufzeit von maximal drei Monaten aufweisen.

LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER

Leistungen an Arbeitnehmer umfassen neben kurzfristig fällig werdenden Leistungen außerdem Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, andere langfristig fällige Leistungen und Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Der RRPS-Konzern gewährt gegenwärtig fast allen Mitarbeitern in Deutschland und teilweise auch Beschäftigten im Ausland Pensionszusagen.

Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden in Abhängigkeit von ihrem wirtschaftlichen Gehalt, der sich aus den grundlegenden Leistungsbedingungen und Leistungsvoraussetzungen des Plans ergibt, entweder als Leistungszusagen (Defined Benefit, DB) oder als Beitragszusagen (Defined Contribution, DC) klassifiziert.

Altersversorgungspläne, die nicht eindeutig als DC klassifiziert werden können, sind als DB-Zusagen anzusehen. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für eine Leistungszusage entspricht dem Saldo aus dem Barwert der Verpflichtung (Defined Benefit Obligation, DBO) am Bilanzstichtag und dem Zeitwert eines eventuell vorhandenen Planvermögens. Die Berechnung der DBO beruht auf dem in IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren. Zur Ermittlung der DBO wird der Rechnungszins zum jeweiligen Bilanzstichtag anhand aktueller Kapitalmarktdaten und mit Blick auf die Fristigkeit der bestehenden Verpflichtungen bestimmt. Außerdem werden langfristige Trendannahmen für die zu erwartenden Gehalts-, Inflations- und Rentensteigerungen nach dem Prinzip der bestmöglichen Schätzung festgelegt und bei der Bewertung berücksichtigt. Die Verpflichtungen werden jährlich durch unabhängige qualifizierte Versicherungsmathematiker bewertet.

Abfindungen werden gezahlt, wenn ein Mitarbeiter vor dem regulären Renteneintritt entlassen wird oder gegen eine Abfindung freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet, und werden erfasst, wenn der RRPS-Konzern eine nicht rückgängig zu machende Verpflichtung eingegangen ist. Leistungen, die mehr als zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag fällig werden, werden auf ihren Barwert abgezinst.

ERFOLGSORIENTIERTE VERGÜTUNGSFORMEN

Im Falle einer erfolgsorientierten Vergütungstransaktion, die in bar abgegolten wird, werden die erworbenen Güter oder Dienstleistungen und wird die entstandene Schuld mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld angesetzt. Bis zur Begleichung der Schuld wird deren beizulegender Zeitwert zu jedem Bilanzstichtag neu bestimmt, und alle Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst.

SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Sonstige Rückstellungen werden für Verpflichtungen gebildet, die aus vergangenen Ereignissen resultieren, die wahrscheinlich zu einer wirtschaftlichen Belastung führen werden und deren Höhe sich verlässlich schätzen lässt.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem abgezinsten Erfüllungsbetrag bewertet. Aus der Aufzinsung resultierende Erhöhungen der Rückstellung werden im übrigen Finanzergebnis erfasst.

VERTRAGSVERBINDLICHKEITEN UND RÜCKERSTATTUNGSVERBINDLICHKEITEN Vertragsverbindlichkeiten. Eine Vertragsverbindlichkeit ist die Verpflichtung des Konzerns, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die er von diesem eine Gegenleistung erhalten (bzw. noch zu erhalten) hat. Zahlt ein Kunde eine Gegenleistung, bevor der Konzern Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, wird eine Vertragsverbindlichkeit erfasst, wenn die Zahlung geleistet oder fällig wird (je nachdem, welches von beidem früher eintritt). Vertragsverbindlichkeiten werden als Erlöse erfasst, sobald der Konzern seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt.

RÜCKERSTATTUNGSVERBINDLICHKEITEN. Eine Rückerstattungsverbindlichkeit ist die Verpflichtung, die vom Kunden erhaltene (oder noch zu erhaltende) Gegenleistung ganz oder teilweise zu erstatten. Sie wird in Höhe des Betrags angesetzt, den der Konzern dem Kunden voraussichtlich erstatten muss. Der Konzern korrigiert seine Schätzungen der Rückerstattungsverbindlichkeiten (und der entsprechenden Änderungen des Transaktionspreises) am Ende jedes Berichtszeitraums. In diesem Zusammenhang wird auf die vorstehend erläuterten Rechnungslegungsmethoden für variable Gegenleistungen verwiesen.

LEASING

Das wirtschaftliche Eigentum an Leasinggegenständen ist in Übereinstimmung mit IAS 17 "Leasingverhältnisse" dem Leasingnehmer zuzurechnen, wenn dieser alle wesentlichen mit dem Gegenstand verbundenen Chancen und Risiken trägt (Finanzierungsleasing). Leasingverhältnisse, bei denen der primäre Teil der Chancen und Risiken beim Leasinggeber verbleibt, werden als Operating Leasing klassifiziert. Die diesbezüglich geleisteten Zahlungen werden linear über die Dauer des Leasingverhältnisses aufwandswirksam erfasst.

ZUSAMMENFASSUNG AUSGEWÄHLTER BEWERTUNGSMETHODEN

Position Bewertungsmethode
Aktiva
Geschäfts- oder Firmenwerte Anschaffungskosten (Folgebewertung: Impairment-Test)
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Entgeltlich erworbene sonstige immaterielle Vermögenswerte (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Herstellungskosten der Entwicklung (Einzelkosten und direkt zurechenbare Gemeinkosten)
Sachanlagen (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Finanzielle Vermögenswerte Fortgeführte Anschaffungskosten
Beteiligungen (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Vorräte Niedrigerer Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Fortgeführte Anschaffungskosten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Factoring) Erfolgsneutral zum Fair Value
Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte Niedrigerer Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten
Zahlungsmittel Fortgeführte Anschaffungskosten
Passiva
Rückstellungen
Pensionsrückstellungen Projected Unit Credit Method (Anwartschaftsbarwertverfahren)
Sonstige Rückstellungen Erfüllungsbetrag (mit bestmöglicher Schätzung)
Finanzielle Schulden
Zu fortgeführten Anschaffungskosten Fortgeführte Anschaffungskosten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Erfolgswirksam zum Fair Value
Sonstige Verbindlichkeiten (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Fortgeführte Anschaffungskosten

FINANZRISIKOMANAGEMENT

Der RRPS-Konzern agiert weltweit und ist im Zuge seiner operativen Geschäftstätigkeit und im Finanzierungsbereich Währungs- und Zinsrisiken sowie in gewissem Maße auch Rohstoffpreisrisiken ausgesetzt. Durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente werden diese Risiken begrenzt bzw. eliminiert. Alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen werden im RRPS-Konzern grundsätzlich durch das Group Treasury des RRPS-Konzerns durchgeführt. Für weitere Aufführungen verweisen wir auf den Abschnitt "Finanzrisiken" im Konzernlagebericht.

FREMDWÄHRUNGSRISIKO. Die Währungsrisiken, denen der RRPS-Konzern ausgesetzt ist, resultieren insbesondere aus Geschäftsabschlüssen mit internationalen Vertragspartnern, die zu Zahlungsströmen in einer anderen Währung als der funktionalen Währung des jeweiligen Tochterunternehmens führen. Der RRPS-Konzern reduziert dieses Risiko, indem er Geschäftstransaktionen (Verkäufe und Zukäufe von Gütern und Dienstleistungen sowie Investitions- und Finanzierungsaktivitäten) vorzugsweise in der jeweiligen funktionalen Währung abrechnet. Außerdem wird ein Teil des Fremdwährungsrisikos aus der Umsatzlegung durch die Beschaffung von Gütern, Rohstoffen und Dienstleistungen in der entsprechenden Fremdwährung ausgeglichen.

Das verbleibende Fremdwährungsrisiko im RRPS-Konzern wird zentral für alle Konzernunternehmen durch das Group Treasury der RRPS AG aktiv gesteuert. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente ist durch eine konzernweit verbindliche interne Richtlinie geregelt, die auch den konzeptionellen Rahmen zur Identifizierung und Bestimmung der einzelnen Nettowährungspositionen für alle Konzernunternehmen vorgibt. Sofern dem keine devisenrechtlichen Bestimmungen entgegenstehen, werden Sicherungsgeschäfte über das Group Treasury des RRPS-Konzerns abgewickelt, welches derivative Finanzinstrumente mit externen Finanzinstituten sowie der Rolls-Royce plc abschließt.

Fremdwährungsrisiken bestehen vor allem dort, wo Forderungen, Verbindlichkeiten und geplante Transaktionen in einer anderen als der lokalen Währung bestehen. Im RRPS-Konzern trifft dies insbesondere auf den US-Dollar zu, aber auch auf Singapur-Dollar, Chinesische Renminbi, Norwegische Kronen, Britische Pfund und Schweizer Franken.

Der RRPS-Konzern verfügt in den bedeutendsten Währungen sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Kostenseite über erhebliche Währungspositionen. Diese gegenläufigen Währungspositionen werden für die nächsten zwölf Monate ermittelt und fließen saldiert unter Berücksichtigung der Devisenbestände in die transaktionsbezogene Nettofremdwährungsposition ein. Diese Nettofremdwährungsposition wird durch den Einsatz von Devisensicherungen aktiv gesteuert. Zum Bilanzstichtag betrug die transaktionsbezogene Nettofremdwährungsposition vor Sicherungen 648,8 Mio. Euro (Vorjahr: 410,8 Mio. Euro) und nach Sicherungen 358,4 Mio. Euro (Vorjahr: 128,9 Mio. Euro).

Der Betrag der in der Konzerngesamtergebnisrechnung erfassten Kursverluste aus der Bewertung und Realisierung von Währungsforderungen und -verbindlichkeiten und der Bewertung der Devisenbestände zum Jahresende belief sich im Jahr 2018 auf 9,6 Mio. Euro (Vorjahr: Kursgewinn in Höhe von 12,8 Mio. Euro).

ZINSRISIKO. Veränderungen der Marktzinsen wirken sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Geldanlagen und Verbindlichkeiten aus. Wesentliche Zinssatzsteigerungen können daher die Rentabilität, Liquidität und Finanzlage des RRPS-Konzerns beeinträchtigen.

Die Zinsrisikopositionen des RRPS-Konzerns werden für alle Konzernunternehmen zentral gesteuert. Ziel des Zinsrisikomanagements des RRPS-Konzerns ist es, das Risiko von finanziellen Verlusten aufgrund nachteiliger Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus zu begrenzen. Hierbei können unterschiedliche Sicherungsinstrumente wie Zinsswaps zum Einsatz kommen. Die zum Bilanzstichtag bestehenden langfristigen Bankverbindlichkeiten sind mit Festzinssätzen ausgestattet. Gegenwärtig liegt kein Risiko aus variablen Zinssatzänderungen vor, daher erfolgt keine quantitative Angabe für das Gesamtexposure des Zinsrisikos.

ROHSTOFFPREISRISIKO. Im Zusammenhang mit dem Bezug von Teilelieferungen und Rohstoffen sowie im Bereich der Energiekosten ist der RRPS-Konzern Marktpreisrisiken ausgesetzt, die aus den Preisschwankungen an den Energie- und Rohstoffmärkten resultieren. Wesentliche Preissteigerungen können daher die Rentabilität, Liquidität und Finanzlage des Konzerns zusätzlich beeinträchtigen. Der RRPS-Konzern begegnet diesen Risiken durch die Vereinbarung von Preisfixierungen im Rahmen langfristiger Lieferverträge und den Einsatz von Rohstoffsicherungen.

Sofern dem keine rechtlichen oder steuerlichen Bestimmungen entgegenstehen, werden Sicherungsgeschäfte im RRPS-Konzern über das Group Treasury der RRPS AG abgewickelt, welches entsprechende derivative Finanzinstrumente spiegelbildlich mit externen Partnern abschließt.

Rohstoffpreisrisiken bestehen vor allem dort, wo Preise für Vormaterialien an die Preisentwicklungen der Rohstoffmärkte gekoppelt sind. Hierbei sind neben den Energiekostenveränderungen insbesondere die Preisentwicklungen von Industriemetallen und Stahl von Bedeutung. Zur Begrenzung der wesentlichen Risiken erfolgt ein aktives Hedging für Diesel und Kupfer. Die Sicherungsstrategie sieht hierbei Absicherungsquoten von bis zu 80 % der ermittelten Preisrisiken für einen revolvierenden Zeitraum von zwölf Monaten bzw. von bis zu 60 % für die anschließenden zwölf Monate durch Einsatz von Commodityswaps vor. Die Bewertung der Commodityswaps zum Bilanzstichtag führte zu einem Ergebniseffekt von - 2,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro).

AUSFALLRISIKO. Das Ausfallrisiko bezeichnet das Risiko finanzieller Verluste aus der Unfähigkeit des Vertragspartners, Schulden vertragsgemäß zu tilgen oder zu bedienen. Im RRPS-Konzern besteht aufgrund der Kundenstruktur keine signifikante Konzentration von Ausfallrisiken hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Das maximale Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher in der Höhe des Buchwerts gegenüber den jeweiligen Kontrahenten.

Eine Darstellung der Buchwerte und des daraus resultierenden maximalen Ausfallrisikos ist in Abschnitt 34 | "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" des Konzernanhangs ersichtlich. Des Weiteren verfolgt der RRPS-Konzern eine Geschäftspolitik, die dieses Risiko im Hinblick auf einzelne Kontrahenten auf einen bestimmten Betrag beschränkt. Dem Forderungsausfallrisiko wird durch aktives Forderungsmanagement sowie durch die hierfür gebildeten Wertberichtigungen auf Forderungen Rechnung getragen.

LIQUIDITÄTSRISIKO. Unter Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass der RRPS-Konzern nicht genügend Finanzmittel besitzt, um seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Diesem Risiko wird durch ein systematisches Liquiditätsmanagement vorgebeugt. Eine auf einen festen Planungshorizont ausgerichtete Liquiditätsvorschau sowie im Konzern vorhandene, nicht ausgenutzte Kreditlinien stellen die Liquiditätsversorgung bei planmäßiger Entwicklung sicher. Am Bilanzstichtag standen dem RRPS-Konzern Kreditlinien über insgesamt 334,0 Mio. Euro zur Verfügung (Vorjahr: 331,7 Mio. Euro), davon wurden 34,0 Mio. Euro (Vorjahr: 31,7 Mio. Euro) in Anspruch genommen.

Die folgende Übersicht zeigt die vertraglich vereinbarten, undiskontierten Zahlungsströme aus finanziellen Verbindlichkeiten gemäß der vertraglichen Fälligkeitstermine dar:

Cashflows 2019 Cashflows 2020 Cashflows 2021
In Mio. Euro Buchwert zum 31.12.2018 Zinsen Tilgung Zinsen Tilgung Zinsen
--- --- --- --- --- --- ---
Finanzierungsverbindlichkeiten 1 34,0 0,6 25,5 0,2 8,3
Derivative Finanzinstrumente 4,9 3,1 1,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 550,7 550,7
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 171,3 164,5 3,0
761,0 0,6 743,7 0,2 13,1
Cashflows 2021 Cashflows >2022
In Mio. Euro Tilgung Zinsen Tilgung
--- --- --- ---
Finanzierungsverbindlichkeiten 1 0,2
Derivative Finanzinstrumente 0,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 1,3 2,6
1,6 2,6

1 Für die langfristigen Finanzverbindlichkeiten wurden jeweils die endfälligen Tilgungsbeträge berücksichtigt.

Cashflows 2018 Cashflows 2019 Cashflows 2020
In Mio. Euro Buchwert zum 31.12.2017 Zinsen Tilgung Zinsen Tilgung Zinsen
--- --- --- --- --- --- ---
Finanzierungsverbindlichkeiten 1 31,7 0,7 9,8 0,5 13,3 0,2
Derivative Finanzinstrumente 6,8 6,6 0,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 391,1 391,1
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 96,3 88,3 1,2
525,9 0,7 495,8 0,5 14,6 0,2
Cashflows 2020 Cashflows >2021
In Mio. Euro Tilgung Zinsen Tilgung
--- --- --- ---
Finanzierungsverbindlichkeiten 1 8,5
Derivative Finanzinstrumente
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 1,3 5,5
9,8 5,5

1 Für die langfristigen Finanzverbindlichkeiten wurden jeweils die endfälligen Tilgungsbeträge berücksichtigt.

Es wurden alle Instrumente einbezogen, die am 31. Dezember 2018 bzw. am 31. Dezember 2017 im Bestand und für die Zahlungen vertraglich bereits vereinbart waren. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten wurden nicht berücksichtigt. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskassakurs (per 31. Dezember) umgerechnet.

SENSITIVITÄTSANALYSEN

Durch Sensitivitätsanalysen wird für jede Art von Marktpreisrisiko ermittelt, welche Auswirkungen hypothetische Änderungen der jeweiligen Risikovariablen auf das Konzernergebnis und das Konzerneigenkapital, jeweils vor Steuern, zum Bilanzstichtag hätten.

WÄHRUNGSSENSITIVITÄT. Für Zwecke der Sensitivitätsanalyse werden Währungsrisiken aus monetären Finanzinstrumenten in die Analyse einbezogen, die nicht in den funktionalen Währungen der einzelnen Unternehmen des RRPS-Konzerns abgeschlossen worden sind. Effekte aus der Umrechnung der Fremdwährungsabschlüsse ausländischer Tochterunternehmen in die Konzernberichtswährung (Euro) sind nach IFRS 7 nicht in die Sensitivitätsanalyse einzubeziehen.

Bei einer Aufwertung bzw. Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar um 10 % zum 31. Dezember 2018 im Bereich der originären Finanzinstrumente (bilanzierte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten) würde sich das Konzernergebnis vor Steuern rechnerisch um 5,7 Mio. Euro (Vorjahr: 5,4 Mio. Euro) erhöhen bzw. vermindern. Würde der Euro gegenüber sämtlichen anderen Währungen im Bereich der originären Finanzinstrumente um 10 % auf- oder abgewertet, ergäbe sich rechnerisch eine Verminderung bzw. Erhöhung des Konzernergebnisses vor Steuern um 1,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro). Diese Analyse wurde unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Variablen wie Zinssätze, Preise und Kosten in der jeweiligen Fremdwährung unverändert bleiben.

Die nachfolgenden Ausführungen zu den Effekten im Bereich der derivativen Finanzinstrumente beziehen sich somit auf die Absicherungen im operativen Bereich. Die derivativen Finanzinstrumente beinhalten auch Währungssicherungsgeschäfte auf noch nicht bilanzierte und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende künftige Transaktionen.

Bei einer Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar um 10 % zum 31. Dezember 2018 im Bereich der derivativen Finanzinstrumente (Devisentermingeschäfte) würde sich das Konzernergebnis vor Steuern um 4,9 Mio. Euro verbessern (Vorjahr: Verringerung um 2,5 Mio. Euro). Würde der Euro gegenüber dem US-Dollar im Bereich der derivativen Finanzinstrumente um 10 % abgewertet, ergäbe sich eine Verringerung des Konzernergebnisses vor Steuern um 5,0 Mio. Euro (Vorjahr: Erhöhung um 2,5 Mio. Euro).

Bei einer Aufwertung des Euro gegenüber sämtlichen anderen Währungen um 10 % zum 31. Dezember 2018 im Bereich der derivativen Finanzinstrumente (Devisentermingeschäfte) würde sich das Konzernergebnis vor Steuern um 0,8 Mio. Euro verringern (Vorjahr: Verringerung um 3,9 Mio. Euro). Würde der Euro gegenüber sämtlichen anderen Währungen im Bereich der derivativen Finanzinstrumente um 10 % abgewertet, ergäbe sich eine Erhöhung des Konzernergebnisses vor Steuern um 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: Erhöhung um 3,9 Mio. Euro).

ZINSSENSITIVITÄT. Gemäß den Anforderungen des IFRS 7 wurden die Auswirkungen von Veränderungen der wichtigsten Zinssätze auf das Konzernergebnis vor Steuern analysiert. Die Auswirkung von Zinssatzänderungen auf künftige Cashflows war von dieser Analyse ausgenommen. Variabel verzinste Verbindlichkeiten bestanden zum Bilanzstichtag nicht (vgl. hierzu auch die Ausführungen unter Abschnitt 29 | "Finanzielle Verbindlichkeiten" im Konzernanhang). Die Veränderungen des Marktzinssatzes wirkten sich daher nur auf die kurzfristigen Geldanlagen aus.

Die Zinssensitivitätsanalyse nimmt eine Verschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte (einen Prozentpunkt) nach oben und nach unten bei sonst gleichen Rahmenbedingungen an. Die Abweichungen zu den tatsächlich angesetzten Zinsen bzw. beizulegenden Zeitwerten und die potenziellen Effekte auf das Konzernergebnis zum Bilanzstichtag vor Steuern sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt. Eine Verschiebung der Zinsstrukturkurve wirkt sich asymmetrisch auf die Konzerngesamtergebnisrechnung aus, da die passivischen Finanzinstrumente mit einem fixen Zinssatz ausgestattet sin, und die variablen Finanzinstrumente auf der Aktiva über einen Zinsfloor verfügen. Im Geschäftsjahr 2018 basierte die Darstellung auf einer Bestimmung der Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Steuern, wobei die Auswirkungen auf das Zinsergebnis im Falle der Neuberechnung anhand der hypothetischen Marktzinsen bei variabel verzinslichen Geldanlagen einbezogen wurden.

In Mio. Euro Konzerngesamtergebnisrechnung
BP 100+ BP 100-
--- --- ---
31.12.2018
Effekt aus originären Finanzinstrumenten (Änderung Zinszahlungen) 5,2
Effekt aus derivativen Finanzinstrumenten (Fair-Value-Änderung)
Gesamt 5,2
In Mio. Euro Konzerngesamtergebnisrechnung
BP 100+ BP 100-
--- --- ---
31.12.2017
Effekt aus originären Finanzinstrumenten (Änderung Zinszahlungen) 0,7
Effekt aus derivativen Finanzinstrumenten (Fair-Value-Änderung)
Gesamt 0,7

ROHSTOFFSENSITIVITÄT. Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse für den Rohstoffbereich wurden die Auswirkungen von Veränderungen der Rohstoffpreise auf die zum Stichtag im Bestand befindlichen Rohstoffderivate untersucht. Hierbei wurden die Auswirkungen von Marktpreisveränderungen bei den zugrunde liegenden Rohstoffen auf das Konzernergebnis vor Steuern analysiert. Die Auswirkung von Rohstoffpreisänderungen auf künftige Cashflows ist von dieser Analyse ausgenommen. Die den Derivaten zugrunde liegenden Grundgeschäfte wurden in der Sensitivitätsanalyse nicht berücksichtigt.

Bei den zum Geschäftsjahresende bestehenden derivativen Rohstoffsicherungen (vgl. hierzu Abschnitt 33 | "Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des operativen Geschäfts" im Konzernanhang) wurden die beizulegenden Zeitwerte anhand der hypothetischen Marktpreise neu berechnet und die daraus resultierenden Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Steuern in die Sensitivitätsanalyse einbezogen.

Die Rohstoffsensitivitätsanalyse nimmt eine Verschiebung der Marktpreise um 10 % nach oben und nach unten bei sonst gleichen Rahmenbedingungen an. Bei einem Anstieg der Rohstoffpreise um 10 % zum 31. Dezember 2018 würde sich das Konzernergebnis vor Steuern um 1,2 Mio. Euro erhöhen (Vorjahr: 1,2 Mio. Euro). Bei einem um 10 % niedrigeren Rohstoffpreisniveau ergäbe sich eine Verringerung des Konzernergebnisses vor Steuern um 1,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1,2 Mio. Euro).

KAPITALMANAGEMENT

Zielsetzung des Kapitalmanagements ist es, ein solides Finanzprofil zu gewährleisten. Insbesondere sollen die jederzeitige Erfüllung operativer Zahlungsverpflichtungen, der Kapitaldienst für Fremdkapitalgeber und die Dividendenausschüttung an die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien, sichergestellt werden. Darüber hinaus will sich der RRPS-Konzern ausreichende finanzielle Spielräume zur Fortsetzung seines Wachstumskurses erhalten.

Zurzeit verfügt der RRPS-Konzern über kein offizielles externes Rating. Das konzernweite Finanzrisikoprofil wird zentral durch das Group Treasury des RRPS-Konzerns aktiv gesteuert und überwacht. Durch die stabile Eigenkapitalquote sowie die auf sehr geringem Niveau stabile, aktuell negative Nettofinanzverschuldung konnte bei den refinanzierenden Banken eine dem Investment Grade entsprechende Bonitätsbewertung sichergestellt werden.

Zur positiven bilanziellen Nettofinanzverschuldung (zinstragende Finanzverbindlichkeiten - ohne Finanzverbindlichkeiten aus Finance Lease - abzüglich flüssiger Mittel) von 1.290,4 Mio. Euro (Vorjahr: 368,6 Mio. Euro) trug die Erhöhung der in den Zahlungsmitteln ausgewiesenen kurzfristigen Geldanlage bei Rolls-Royce plc bei.

In Mio. Euro 31.12.20171 31.12.2018
Eigenkapital in Mio. Euro (inklusive nicht beherrschende Anteile) 1.180,2 1.910,7
in Prozent der Bilanzsumme 34,7 % 44,1 %
Nettofinanzverschuldung in Mio. Euro - 368,6 - 1.290,4

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst

Mit einer Eigenkapitalquote von 44,1 % zum 31. Dezember 2018 weist der RRPS-Konzern eine solide und angemessene Finanzstruktur auf.

Im Rahmen der Kapitalmanagementstrategie des RRPS-Konzerns wird stets gewährleistet, dass sowohl der Konzern als auch die Konzernunternehmen über eine den lokalen Anforderungen entsprechende Eigenkapitalausstattung verfügen. Neben einer adäquaten Finanzierung wird den Tochterunternehmen ein erforderlicher Liquiditätsspielraum zur Verfügung gestellt.

Erläuterungen zur Konzerngesamtergebnisrechnung

3 | Umsatzerlöse

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der Erlöse, die der Konzern aus Verträgen mit Kunden erzielte:

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2018
Art der Güter oder Dienstleistungen
Fertigfabrikate 2.569,1
After Sales 1.215,5
Summe der Erlöse aus Verträgen mit Kunden 3.784,6
Geografische Märkte
Euroland 1.333,0
USA 792,2
Sonstige Märkte 1.659,4
Summe der Erlöse aus Verträgen mit Kunden 3.784,6
Zeitpunkt der Erlöserfassung
Zu einem bestimmten Zeitpunkt übertragene Güter 3.605,1
Über einen bestimmten Zeitraum übertragene Dienstleistungen 179,5
Summe der Erlöse aus Verträgen mit Kunden 3.784,6

Die Erlöse, die der Konzern aus Verträgen mit Kunden im Jahr 2017 erzielte, sind aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 um 0,9 Mio. Euro gestiegen. Die Erhöhung ist auf eine geänderte Erlösrealisierung von langfristigen Wartungsverträgen und Mehrkomponentengeschäften i. S. v. Lieferungen mit anschließender Serviceleistung sowie von Lizenzverträgen zurückzuführen. Zudem hat sich eine Verschiebung des Zeitpunkts des Kontrollübergangs nach IFRS 15 an unterwegs befindlichen Motoren zum Stichtag ausgewirkt.

VERTRAGSSALDEN

In Mio. Euro 01.01.2017 31.12.2017 31.12.2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 745,3 729,9 736,9
Vertragsvermögenswerte 9,5 7,9 22,6
Vertragsverbindlichkeiten 360,5 393,1 459,2

Die Vertragsvermögenswerte im Geschäftsjahr 2017 enthalten im Wesentlichen erbrachte Leistungen aus langfristigen Wartungsverträgen, die die in Rechnung gestellten Beträge übersteigen. Die zum Jahresende 2018 verzeichnete Zunahme ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der noch nicht fakturierten Wartungsleistungen zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2018 wurde eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste bei Vertragsvermögenswerten in Höhe von 0,2 Mio. Euro (2017: 0,0 Mio. Euro) erfasst.

Die Vertragsverbindlichkeiten setzen sich im Wesentlichen aus für Motorenverkäufe enthaltene Anzahlungen sowie Vorauszahlungen für die Erfüllung von langfristigen Wartungsverträgen zusammen. Ebenso enthalten sind kurzfristige Vorauszahlungen im Zuge des Mehrkomponentengeschäftes i. S. v. Lieferungen mit anschließender Serviceleistung und der Betrag des Transaktionspreises, der laufenden Garantien und Gewährleistungen zugeordnet wurde. Aufgrund des anhaltenden Kundenwachstums erhöhten sich die ausstehenden Salden dieser Konten in den Geschäftsjahren 2018 und 2017 (Anhangangabe 31 | "Vertragsverbindlichkeiten").

Nachstehend ist der Betrag der folgendermaßen erfassten Erlöse angegeben:

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Zu Beginn des Geschäftsjahres in den Vertragsverbindlichkeiten erfassten Beträge 286,4 310,8
In früheren Geschäftsjahren erfüllte Leistungsverpflichtungen 0,2 2,4
286,6 313,2

LEISTUNGSVERPFLICHTUNGEN

Die Leistungsverpflichtungen des Konzerns sind nachfolgend zusammenfassend beschrieben:

FERTIGFABRIKATE

MOTOREN. Die Leistungsverpflichtung wird mit Lieferung der Motoren erfüllt, und die Zahlungsfrist endet in der Regel 30 bis 90 Tage nach der Lieferung. Bei langfristigen Liefergeschäften sind in der Regel Vorauszahlungen bei Abschluss des Vertrags zu leisten.

MEHRKOMPONENTENGESCHÄFT I. S. V. LIEFERUNGEN MIT ANSCHLIESSENDER SERICELEISTUNG. Die Leistungsverpflichtung wird über einen bestimmten Zeitraum erfüllt, und die Zahlung ist in der Regel bei Abschluss der Serviceleistung und ihrer Abnahme durch den Kunden fällig. Bei manchen Verträgen sind vor Erbringung der Serviceleistungen kurzfristige Vorauszahlungen zu leisten.

AFTER SALES

ERSATZTEILGESCHÄFT. Die Leistungsverpflichtung wird mit Lieferung der Ersatzteile erfüllt, und die Zahlungsfrist endet in der Regel 30 bis 90 Tage nach der Lieferung. Der Verkauf von Ersatzteilen räumt den Kunden teilweise Rückgaberechte ein, die zu einer variablen Gegenleistung führen, welche einer Begrenzung unterliegt -siehe hierzu Abschnitt "Ertrags- und Aufwandsrealisierung" unter Punkt 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden".

LANGFRISTIGE WARTUNGSVERTRÄGE. Die Leistungsverpflichtung wird über einen bestimmten Zeitraum erfüllt. Die Zahlung ist in der Regel nach einer definierten Anzahl von gelaufenen Betriebsstunden fällig.

Der den (nicht erfüllten oder teilweise unerfüllten) verbleibenden Leistungsverpflichtungen zugeordnete Transaktionspreis gliederte sich zum 31. Dezember wie folgt:

In Mio. Euro 31.12.2018
Innerhalb eines Jahres 2.197,2
In mehr als einem Jahr 1.041,1

Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen, bei denen der Konzern damit rechnet, dass der ihnen zugeordnete Transaktionspreis in den kommenden Jahren als Erlös erfasst wird, beziehen sich hauptsächlich auf den Verkauf von Fertigfabrikaten.

IFRS 15 sieht vor, dass von der Einbezugnahme von Leistungsverpflichtungen abgesehen werden kann, wenn die Leistungsverpflichtung Teil eines Vertrags mit einer erwarteten ursprünglichen Laufzeit von maximal einem Jahr ist oder die Erlöse aus einer Leistungsverpflichtung in Höhe des Betrags erfasst werden, den das Unternehmen in Rechnung stellen darf. Wir nehmen diese Erleichterungsvorschrift nicht in Anspruch.

4 | Umsatzkosten

Die Umsatzkosten umfassen die gesamten Anschaffungs- und Herstellungskosten, die für die verkauften Produkte, Waren und Dienstleistungen anfallen. Die Umsatzkosten stiegen um 414,8 Mio. Euro auf 2.809,3 Mio. Euro (Vorjahr: 2.396,8 Mio. Euro).

Die Anpassung der Umsatzkosten um 2,3 Mio. Euro im Jahr 2017 durch die rückwirkende Anwendung des IFRS 15 ist auf die Verschiebung des Zeitpunkts des Kontrollübergangs nach IFRS 15 an unterwegs befindlichen Motoren zum Stichtag sowie eine angepasste Erlösrealisierung von langfristigen Wartungsverträgen und Mehrkomponentengeschäften i. S. v. Lieferungen mit anschließender Serviceleistung zurückzuführen.

5 | Sonstige betriebliche Erträge

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Erträge aus dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten 0,2 0,3
Übrige sonstige betriebliche Erträge 20,9 548,2
21,1 548,5

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Berichtsjahr eine Vielzahl von Erträgen, die im Einzelnen nur von untergeordneter Bedeutung sind.

Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen den Ertrag aus der Veräußerung der L'Orange GmbH, Stuttgart, und Fluid Mechanics LLC, Novi/USA, in Höhe von 531,9 Mio. Euro.

6 | Vertriebskosten

Zu den Vertriebskosten gehören alle Vertriebseinzel- und Vertriebsgemeinkosten. Darunter fallen grundsätzlich alle Personal-, Material- und Abschreibungsaufwendungen sowie sonstige Aufwendungen des Vertriebsbereichs.

Die Vertriebskosten erhöhten sich im Geschäftsjahr 2018 um 3,6 Mio. Euro auf 269,3 Mio. Euro (Vorjahr: 265,7 Mio. Euro).

7 | Allgemeine Verwaltungskosten

Die allgemeinen Verwaltungskosten umfassen die Personal- und Sachkosten der zentralen Verwaltungsbereiche (im Wesentlichen Controlling, Finanz- und Rechnungswesen sowie die Steuer- und Rechtsabteilung, Unternehmenskommunikation, Personal und Strategie), die nicht mit der Produktion, dem Vertrieb oder der Forschung und Entwicklung in Verbindung stehen. Die allgemeinen Verwaltungskosten erhöhten sich um 20,3 Mio. Euro auf 190,0 Mio. Euro (Vorjahr: 169,7 Mio. Euro).

Die im Geschäftsjahr 2018 berechneten Honorare und Auslagen für den Abschlussprüfer des Konzernabschlusses, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, sowie für dessen verbundene Unternehmen im Sinne von § 271 Abs. 2 HGB betrugen 0,6 Mio. Euro und setzten sich aus Abschlussprüfungsleistungen für den Konzernabschluss sowie für die gesetzlich vorgeschriebenen Abschlüsse der RRPS AG und ihrer inländischen Tochterunternehmen zusammen. Ferner enthält dieser Betrag Leistungen betreffend der Prüfung der für die Konsolidierungszwecke erstellten IFRS-Berichtspakete der Einheiten.

8 | Forschungs- und Entwicklungskosten

In den Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 199,6 Mio. Euro (Vorjahr: 200,1 Mio. Euro) sind neben dem Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten auch die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 9,5 Mio. Euro (Vorjahr: 12,6 Mio. Euro) enthalten.

9 | Sonstige betriebliche Aufwendungen

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten - 2,8 - 0,7
Verlust aus Wertminderung und dem Abgang von kurzfristigen Vermögenswerten - 1,4 - 0,8
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen - 7,4 - 7,0
- 11,6 - 8,5

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen eine Vielzahl von Aufwendungen, die im Einzelnen nur von untergeordneter Bedeutung sind.

10 | Übriges Finanzergebnis

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Erträge aus Währungsumrechnung 34,8 10,7
Erträge aus Eigenkapitalinstrumenten (available for sale) 0,5
Erträge aus Eigenkapitalinstrumenten (FVPL) 3,1
Erträge aus der Bewertung von Derivaten 42,0 50,8
Sonstige Finanzerträge 77,4 64,6
Aufwendungen aus Währungsumrechnung - 19,3 - 25,6
Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen - 1,4 - 0,9
Aufwendungen aus Eigenkapitalinstrumenten (FVPL) - 15,6
Aufwendungen aus der Bewertung von Derivaten - 44,4 - 37,9
Sonstige Finanzaufwendungen - 65,1 - 79,9
Übriges Finanzergebnis 12,2 - 15,4

Das übrige Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2018 - 15,4 Mio. Euro (Vorjahr: 12,2 Mio. Euro) und verschlechterte sich somit um 27,6 Mio. Euro. Dies ist im Wesentlichen auf das negative Ergebnis aus der Währungsumrechnung in Höhe von - 14,9 Mio. Euro (Vorjahr: 15,5 Mio. Euro) und dem negativen Ergebniseffekt in Höhe von - 15,6 Mio. Euro aus der Erstkonsolidierung der MTU do Brasil Ltda., Sao Paulo/Brasilien, zurückzuführen. Positiv auf das Finanzergebnis wirkte sich das Ergebnis aus der Bewertung von Derivaten in Höhe von 12,9 Mio. Euro (Vorjahr: - 2,4 Mio. Euro) und der positive Ergebniseffekt aus der Erstkonsolidierung der MTU France SAS, Eragny sur Oise/Frankreich, in Höhe von 3,1 Mio. Euro aus.

Die Erträge aus Eigenkapitalinstrumenten beinhalteten im Vorjahr eine Dividende von MTU France SAS, Eragny sur Oise/Frankreich.

11 | Zinsergebnis

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Zinserträge aus Krediten und Forderungen 0,3
Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten 0,6
Sonstige Zinserträge 1,9 1,4
Zinserträge 2,2 2,0
Zinsaufwand aus finanziellen Verbindlichkeiten - 2,2 - 3,0
Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen - 12,6 - 11,8
Zinsaufwand aus ertragsteuerlichen Nebenleistungen - 5,6
Zinsaufwendungen - 14,8 - 20,4
Zinsergebnis - 12,6 - 18,3

Das Zinsergebnis in Höhe von - 18,3 Mio. Euro (Vorjahr: - 12,6 Mio. Euro) verbesserte sich um 5,7 Mio. Euro.

Für zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurden im Berichtszeitraum Gesamtzinserträge in Höhe von 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro) bzw. ein Gesamtzinsaufwand von 3,6 Mio. Euro (Vorjahr: 3,3 Mio. Euro) gemäß IFRS 7.20(b) gebucht. Aus Forderungen FVOCI resultierten im Geschäftsjahr weder Zinserträge noch Zinsaufwendungen.

12 | Personalaufwand

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Löhne und Gehälter - 707,2 - 706,8
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung - 145,5 - 166,2
davon Pensionsaufwand für leistungsorientierte Pläne - 17,1 - 16,8
davon Pensionsaufwand für beitragsorientierte Pläne - 61,8 - 50,5
Gesamtpersonalaufwand - 852,7 - 873,0

Die Aufwendungen für die Altersversorgung beinhalten den Aufwand für im Geschäftsjahr 2018 hinzuerworbene Versorgungsansprüche. Die erwartete Rendite des Planvermögens und der Zinsaufwand werden innerhalb des Zinsergebnisses ausgewiesen.

Im Pensionsaufwand für beitragsorientierte Pläne sind die Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung enthalten.

01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Direkte/indirekte Mitarbeiter 10.241 9.633
Auszubildende/Praktikanten 622 514
10.863 10.147

Der RRPS-Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2018 durchschnittlich 10.147 Mitarbeiter (Vorjahr: 10.863). Die durchschnittliche Anzahl der indirekten Mitarbeiter betrug 6.105 Mitarbeiter (Vorjahr: 6.418), die der direkten Mitarbeiter 3.478 (Vorjahr: 3.823). Die Veränderung ist auf den Verkauf der Tochtergesellschaften L'Orange GmbH, Stuttgart, und Fluid Mechanics LLC, Novi/USA, zurückzuführen. Die Veränderung von - 7,1 % gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich auf den Verkauf der L'Orange GmbH, Stuttgart, sowie Maßnahmen im Rahmen unserer unternehmensweiten Transformation in Deutschland zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2018 wurde in Deutsch -land ein Abbau um - 14,3 % erzielt. Außerhalb Deutschlands gab es hingegen aufgrund der strategischen Maßnahmen in China und Indien sowie des Aufbaus bei der Tochtergesellschaft Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen, und der Erstkonsolidierung der MTU France SAS, Eragny sur Oise/Frankreich, und MTU do Brasil Ltda., Sao Paulo/Brasilien, einen Anstieg um 11,6 % im Vergleich zum Vorjahr.

Bei der direkten Gegenüberstellung ist zudem zu beachten, dass die Vergleichbarkeit dieser kopfzahlbezogenen Größen durch den Einsatz von Mitarbeitern mit unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen beeinflusst wird.

13 | Materialaufwand

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Ware - 1.374,6 - 1.733,9
Aufwendungen für bezogene Leistungen - 442,8 - 455,0
- 1.817,4 - 2.188,9

14 | Erfolgsorientierte Vergütungen

LONG-TERM INCENTIVE CONCEPT (LTIC) 2015. Im Februar 2015 wurde vom Aufsichtsrat die Auflage eines LTIC-Programms für Führungskräfte beschlossen. Dieses Programm ist ein Performance-Cashplan. Seine Laufzeit erstreckt sich über einen Performancezeitraum von drei Jahren, nach deren Ablauf dieses Programm im Geschäftsjahr 2018 zur Auszahlung gekommen ist. Die Programmperformance wird auf Basis der Erreichung der über den dreijährigen Zeitraum definierten Zielwerte EBIT-N und Cash Conversion ermittelt.

Die Bilanzierung des LTIC-Programms 2015 erfolgte gemäß IAS 19 nach den Vorschriften für Leistungen an Arbeitnehmer.

Bei bezugsberechtigten Mitarbeitern, die innerhalb der Programmlaufzeit aus dem Unternehmen ausscheiden, wird unter Beachtung der jeweiligen Durchführungsbestimmungen der Auszahlungsbetrag zeitanteilig berechnet. Im Fall von Eigenkündigung entfallen sämtliche Ansprüche.

LONG-TERM INCENTIVE CONCEPT (LTIC) 2016. Im Dezember 2015 wurde vom Aufsichtsrat der RRPS AG die Aufhebung und Einstellung der bisherigen LTIC-Programme für Führungskräfte beschlossen. Es erfolgen somit weder weitere Auflagen des Programms noch weitere Zuteilungen.

Im Jahr 2016 wurden für die Führungskräfte der RRPS AG die bisherigen Vergütungsrichtlinien auf die Vergütungsrichtlinien der Rolls-Royce plc umgestellt. Damit einhergehend wurde bei der RRPS AG der LTIP der Rolls-Royce plc adoptiert und eingeführt. Teilnahmeberechtigt an diesem Plan sind Führungskräfte, die den Wechsel auf die Rolls-Royce-Vergütungsrichtlinien einvernehmlich angenommen haben.

Der LTIP der Rolls-Royce plc ist ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Im Rahmen des LTIP 2016 werden die Zuteilungsbeträge mit einem Stichtagswechselkurs in britische Pfund umgerechnet und mit einem Stichtagsaktienkurs in Rolls-Royce-Aktien umgewandelt. 70 % dieser Aktien sind an den Verbleib im Unternehmen bis zur Programmfälligkeit gekoppelt. Weitere 30 % dieser Aktien sind abhängig von der Rolls-Royce plc Cashflow-Performance.

Der Rolls-Royce plc LTIP ist ein Programm, das zentral von Rolls-Royce aufgelegt, umgesetzt und administriert wird. Das Programm wird gemäß den jeweiligen Durchführungsbestimmungen der Rolls-Royce plc abgewickelt. Entsprechende Rückstellungen für Aktienzuteilungen werden zentral bei Rolls-Royce plc vorgenommen. Lediglich für die geringe Anzahl an Cash-Zuteilungen werden bei den jeweiligen lokalen Unternehmen des RollsRoyce-Konzerns Rückstellungen gebildet.

Für das Rolls-Royce plc LTIP 2016 wurden bei der RRPS AG und ihren verbundenen Unternehmen Rückstellungen für Cash-Zuteilungen in Höhe von 0,1 Mio. Euro gebildet. Die Bilanzierung dieser Cash -Zuteilungen erfolgt gemäß IAS 19 nach den Vorschriften für Leistungen an Arbeitnehmer.

LONG-TERM INCENTIVE CONCEPT (LTIC) 2017. 2017 wurde ein weiterer LTIP der Rolls-Royce plc eingeführt und teilnahmeberechtigten Führungskräften der RRPS AG angeboten. Dieses Programm ist ebenfalls ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Die Programmperformance wird nach den zuvor genannten Bedingungen des LTIP 2016 ermittelt. Abweichend vom Vorjahr sind gemäß den unterschiedlichen Managementebenen 30 % bzw. 50 % dieser Aktien an den Verbleib im Unternehmen bis zur Programmfälligkeit gekoppelt. Weitere 50 % bzw. 70 % dieser Aktien sind abhängig von der Rolls-Royce plc Cashflow-Performance.

LONG-TERM INCENTIVE CONCEPT (LTIC) 2018. 2018 wurde den teilnahmeberechtigten Führungskräften der RRPS AG wiederum ein weiterer LTIP der Rolls-Royce plc angeboten. Dieses Programm ist ebenfalls ein aktienbasiertes Programm mit einer Laufzeit von drei Jahren. Die Programmperformance wird nach den zuvor genannten Bedingungen des LTIP 2016 ermittelt. Gemäß den unterschiedlichen Managementebenen sind 30 % bzw. 50 % dieser Aktien an den Verbleib im Unternehmen bis zur Programmfälligkeit gekoppelt. Weitere 50 % bzw. 70 % dieser Aktien sind abhängig von der Rolls-Royce plc Cashflow-Performance.

Neu eingestellte Mitarbeiter, die bei ihrem vorherigen Arbeitgeber Ansprüche auf eine Langfristvergütung erworben und diese durch den Arbeitgeberwechsel verloren haben, erhalten Ausgleichzuteilungen. Hierbei werden die bestehenden Ansprüche zum Zeitpunkt des Wechsels bewertet und mit einer entsprechenden wertgleichen Anzahl Aktien der Rolls-Royce plc ausgeglichen. Eine Auszahlung erfolgt in bar unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Aktien- und Wechselkurses zu dem Zeitpunkt, zu dem die ursprünglichen Long-Term-Incentive-Programme des vorherigen Arbeitgebers zur Ausschüttung gekommen wären.

Für diese Ausgleichszahlungen wurden bei der RRPS AG und ihren verbundenen Unternehmen Rückstellungen in Höhe von 0,3 Mio. Euro gebildet. Die Bilanzierung dieser Zuteilungen erfolgt gemäß IAS 19 nach den Vorschriften für Leistungen an Arbeitnehmer.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

15 | Immaterielle Vermögenswerte

In Mio. Euro Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte Aktivierte Entwicklungskosten Geschäfts- oder Firmenwert Geleistete Anzahlungen Gesamt
Anschaffungs-/ Herstellungskosten
Stand am 01.01.2017 523,3 185,0 203,9 66,0 978,2
Zugänge 4,4 15,6 33,8 53,9
Umbuchungen 15,4 -10,1 -0,5 -4,3 0,5
Abgänge -7,3 -7,3
Währungsumrechnungsdifferenzen -4,9 -0,5 -1,5 -0,7 -7,6
Stand am 31.12.2017 530,9 190,1 201,8 94,8 1,017,8
Stand am 01.01.2018 530,9 190,1 201,8 94,8 1,017,8
Veränderung Konsolidierungskreis -21,9 -49,5 -11,5 -83,0
Zugänge 7,6 9,0 0,4 26,4 43,5
Umbuchungen 3,8 -3,4 0,4
Abgänge -12,7 -18,5 -31,2
Währungsumrechnungsdifferenzen 1,2 0,5 -0,3 1,4
Stand am 31.12.2018 508,9 149,5 172,7 117,7 948,8
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand am 01.01.2017 -375,3 -125,5 -500,8
Abschreibungen -26,3 -12,6 -38,9
Abgänge 7,3 7,3
Währungsumrechnungsdifferenzen 4,0 4,1
Stand am 31.12.2017 -390,3 -138,1 -528,4
Stand am 01.01.2018 -390,3 -138,1 -528,4
Veränderung Konsolidierungskreis 18,9 37,2 56,0
Abschreibungen -44,0 -9,5 -53,6
Abgänge 12,7 12,7
Währungsumrechnungsdifferenzen -1,2 -1,2
Stand am 31.12.2018 -404,0 -110,4 -514,4
Buchwert
Stand am 31.12.2017 140,6 52,0 201,8 94,9 489,4
Stand am 31.12.2018 104,9 39,1 172,7 117,7 434,4

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind entsprechend der Nutzung der Vermögenswerte in den folgenden Posten der Konzerngesamtergebnisrechnung enthalten: Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten. Im Geschäftsjahr 2018 erfolgte eine außerplanmäßige Abschreibung auf die Konzessionen und gewerbliche Schutzrechte in Höhe von 17,7 Mio. Euro (Vorjahr 0,0 Mio. Euro) sowie auf die aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von 8,4 Mio. Euro (Vorjahr 0,0 Mio. Euro).

Die Bilanzposition "Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte" setzt sich aus folgenden Gruppen zusammen:

Marken,
Technologien,
Kundenbeziehungen sowie
Übrige (enthält unter anderem Software).

Die Veränderung dieser Gruppen stellt sich wie folgt dar:

In Mio. Euro Marken Technologie Kundenbeziehungen Übrige Gesamt
Anschaffungs- /Herstellungskosten
Stand zum 01.01.2017 55,6 151,5 82,4 233,7 523,3
Zugänge 4,4 4,4
Umbuchungen 15,4 15,4
Abgänge - 7,3 - 7,3
Währungsdifferenzen - 0,4 - 4,5 - 4,9
Stand am 31.12.2017 55,6 151,5 82,0 241,7 530,9
Stand zum 01.01.2018 55,6 151,5 82,0 241,7 530,9
Veränderung Konsolidierungskreis - 21,9 - 21,9
Zugänge 7,6 7,6
Umbuchungen 3,8 3,8
Abgänge - 12,7 - 12,7
Währungsdifferenzen 0,1 1,1 1,2
Stand am 31.12.2018 55,6 151,5 82,1 219,7 508,9
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2017 - 9,1 - 151,5 - 73,4 - 141,3 - 375,3
Abschreibungen - 2,1 - 24,2 - 26,3
Abgänge 7,3 7,3
Währungsdifferenzen 0,3 3,7 4,0
Stand am 31.12.2017 - 9,1 - 151,5 - 75,1 - 154,5 - 390,3
Stand am 01.01.2018 - 9,1 - 151,5 - 75,1 - 154,5 - 390,3
Veränderung Konsolidierungskreis 18,9 18,9
Abschreibungen - 2,0 - 42,0 - 44,0
Abgänge 12,7 12,7
Währungsdifferenzen - 0,1 - 1,1 - 1,2
Stand am 31.12.2018 - 9,1 - 151,5 - 77,2 - 166,0 - 404,0
Buchwert
Stand am 31.12.2017 46,5 6,9 87,3 140,6
Stand am 31.12.2018 46,5 4,9 53,7 104,9

Die Marke "MTU" als immaterieller Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer wurde zum Bilanzstichtag in der ZGE RRPS ohne Bergen in Höhe von 46,5 Mio. Euro berücksichtigt (Vorjahr: 46,5 Mio. Euro) und war somit unverändert. Seit Einführung der Marke im Jahr 1969 schützt die MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen, den Wert der Marke "MTU" durch die Geschäftspolitik und dadurch, dass keine Nutzungsrechte an Dritte gewährt werden, die nicht dem Vertriebsnetz der RRPS AG angehören. Die Restnutzungsdauer der Kundenbeziehungen beträgt acht Jahre.

Im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 wurden 199,6 Mio. Euro (Vorjahr: 200,1 Mio. Euro) als Aufwand für Forschung und Entwicklung erfasst. Wie im Vorjahr bestanden zum Bilanzstichtag keine Sicherungsabtretungen von immateriellen Vermögenswerten, Patenten, gewerblichen Schutzrechten und Marken.

Zur Durchführung des Impairment-Tests sind der Geschäfts- oder Firmenwert der ZGE Rolls-Royce Power Systems ohne Bergen und der ZGE Bergen zugeordnet, die Marke "MTU" ist der ZGE Rolls-Royce Power Systems ohne Bergen zugeordnet. Der Geschäfts- und Firmenwert zum 31. Dezember 2018 der ZGE Rolls-Royce Power Systems ohne Bergen betrug 172,3 Mio. Euro (Vorjahr: 201,8 Mio. Euro). Der Geschäfts- und Firmenwert der ZGE Bergen zum 31. Dezember 2018 betrug 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro). Die ZGE orientieren sich an der niedrigsten Ebene innerhalb des RRPS-Konzerns, zu der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird.

Beim RRPS-Konzern wurden zwei ZGE identifiziert. Die ZGE blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Kriterium für die Abgrenzung einer ZGE ist, dass diese weitgehend unabhängig von anderen Vermögenswerten Mittelzuflüsse erwirtschaftet. Innerhalb der ZGE RRPS ohne Bergen sind beispielsweise die Applikationen keine ZGE, da nur auf übergeordneter Ebene eine Gruppe von Vermögenswerten zugeordnet werden kann, die Mittelzuflüsse erzeugt, welche weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Eine Unterscheidung nach Applikationen erfolgt aufgrund der den Motoren innewohnenden Spezifikationen, die allerdings alle auf denselben Basismotoren basieren. Die Applikationen erzeugen keine weitestgehend unabhängigen Cashflows, da diese immer die Basismotoren benötigen. Die Produktion der Motoren für die unterschiedlichen Applikationen ist durch den hohen Anteil gemeinsamer Nutzung von Produktionsmitteln gekennzeichnet. Die in diesem Zusammenhang stehenden Informationen (Umsatz und Auftragseingang) dienen auf Applikationenebene der Vertriebssteuerung und der Bearbeitung der Absatzmärkte. Zudem sind die Basismotoren innerhalb des Produktionsprozesses nicht selbstständig vermarktungsfähig bzw. stellen keine marktgängigen Zwischenprodukte dar.

Im Rahmen des Impairment-Tests wurde der Buchwert der ZGE dem erzielbaren Betrag (recoverable amount) gegenübergestellt, welcher der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten (Fair Value less Cost to Sell) und Nutzungswert (Value in Use) ist. Als erzielbarer Betrag für die ZGE wurde für die Impairment-Tests zum 30. November 2018 (Vorjahr: 31. Dezember 2017) jeweils der beizulegende Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten (Fair Value less Cost to Sell) nach dem Discounted-Cashflow-Verfahren zugrunde gelegt (Vorjahr: Nutzungswert, Value in Use).

Bei der Ermittlung dieser Beträge wurden beiden ZGE folgende Annahmen zugrunde gelegt:

Ermittlung der zukünftigen Cashflows (Zahlungseingänge und -ausgänge ohne Berücksichtigung von Finanzierungsaktivitäten und Steuern);

Annahmen über mögliche Veränderungen dieser geplanten Cashflows, die sowohl aus einer unterschiedlichen Höhe als auch aus einem abweichenden zeitlichen Anfall resultieren können;

Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten nach Steuern (WACC nach Steuern) unter Berücksichtigung von

risikofreiem Basiszins,
unternehmerischem Risiko (Marktrisikoprämie multipliziert mit dem ermittelten Betafaktor auf Grundlage einer Peer-Group-Analyse),
Fremdkapitalkosten sowie
Kapitalstruktur der Peer-Group-Unternehmen;

iterative Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten vor Steuern (WACC vor Steuern).

Zudem bildeten die folgenden wesentlichen Annahmen den Ausgangspunkt bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Verkaufskosten der jeweiligen ZGE:

Der Detailplanungszeitraum beträgt bei beiden ZGE fünf Jahre. Die WACC vor Steuern nach den dargestellten Kriterien betrugen für die ZGE RRPS ohne Bergen 10,5 % (Vorjahr: 9,5 %) und für die ZGE Bergen 9,8 % (Vorjahr: 9,0 %).
Für den sich der Detailplanung anschließenden Zeitraum der ewigen Rente werden als zu diskontierende Größe nachhaltig erzielbare Cashflows unter Zugrundelegung einer nachhaltigen Reinvestitionsrate bestimmt. Bei der Bestimmung der ewigen Rente wurde eine Wachstumsrate von 1,0 % (Vorjahr: 1,0 %) berücksichtigt.
Die Ermittlung von separaten Cashflows der einzelnen ZGE zu den einzelnen Plangrößen erfolgt durch RRPS unter Rückgriff auf externe Informationsquellen (zum Beispiel Markt-/Branchenstudien), wobei für die Einzelgesellschaften charakteristische Sachverhalte anhand von Erfahrungswerten berücksichtigt werden. Insbesondere zur Planung der Umsatzerlöse und Absatzpreise werden die allgemeinen Markt- und Branchentrends um konzernspezifische Sachverhalte angepasst. Die Entwicklung der Material- und Personalkosten wird dagegen in erster Linie anhand allgemeiner Markt- und Branchentrends ermittelt. Allgemeine makroökonomische Daten finden bei der Unternehmensplanung ebenso Berücksichtigung. Insgesamt geht das Management bei den CashflowPrognosen von der Annahme eines steigenden EBIT aus.

Unter Zugrundelegung der oben genannten Annahmen ergibt sich wie im Vorjahr kein Wertminderungsbedarf hinsichtlich der ZGE RRPS ohne Bergen und ihrem zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwert, der Marke "MTU" sowie der ZGE Bergen und ihrem zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwert.

In der nachfolgenden, nach IFRS vorgeschriebenen Sensitivitätsanalyse wird dargestellt, ob es bei der ZGE RRPS ohne Bergen und der ZGE Bergen durch eine mögliche Änderung der entsprechenden Annahmen zu einer Wertminderung kommt. Bei einer Verminderung der künftigen Zahlungsströme (ZGE RRPS ohne Bergen) um 10,0 % ergäbe sich kein Wertminderungsbedarf. Bei einer Erhöhung der zur Diskontierung verwendeten Kapitalkosten um 1,0 % bei unveränderten Zahlungsströmen (ZGE RRPS ohne Bergen) würde sich ebenfalls kein Wertminderungsbedarf ergeben. Auch eine Reduzierung der Wachstumsrate in der Phase der ewigen Rente um 0,25 % bei Konstanz der anderen Annahmen würde zu keinem Wertminderungsbedarf führen. In der ZGE Bergen würde keiner der oben beschriebenen Veränderungen der Parameter zu einem Wertminderungsbedarf führen.

16 | Sachanlagen

In Mio. Euro Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- /Herstellungskosten
Stand am 01.01.2017 442,3 655,1 429,2 37,0 1.563,5
Zugänge 5,5 19,0 19,7 23,1 67,3
Umbuchungen -10,7 43,2 0,4 -33,5 -0,6
Abgänge -1,4 -8,5 -19,8 -1,7 -31,4
Abgänge in das kurzfristige
Vermögen (held for sale) IFRS 5 -2,2 -1,5 -3,7
Währungsumrechnungsdifferenzen -10,9 -18,0 -5,2 -0,4 -34,5
Stand am 31.12.2017 422,6 689,3 424,4 24,3 1.560,6
Stand am 01.01.2018 422,6 689,3 424,4 24,3 1.560,6
Veränderung Konsolidierungskreis -21,8 -73,3 -54,6 -3,1 -152,8
Zugänge 4,7 13,6 19,4 38,0 75,7
Umbuchungen 4,4 8,4 1,2 -14,5 -0,4
Abgänge -0,4 -3,0 -17,8 -0,1 -21,3
Währungsumrechnungsdifferenzen 1,8 1,5 0,8 -0,3 3,8
Stand am 31.12.2018 411,3 636,6 373,4 44,3 1.465,6
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand am 01.01.2017 -137,3 -348,0 -335,3 -2,5 -823,2
Abschreibungen -15,9 -37,4 -30,1 -83,4
Umbuchungen 14,1 -14,0 0,1
Abgänge 1,3 6,9 19,1 0,7 28,0
Abgänge in das kurzfristige Vermögen (held for sale) IFRS 5 1,1 0,3 1,4
Währungsumrechnungsdifferenzen 3,9 9,3 4,0 -0,1 17,2
Stand am 31.12.2017 -132,8 -382,8 -342,3 -2,0 -859,9
Stand am 01.01.2018 -132,8 -382,8 -342,3 -2,0 -859,9
Veränderung Konsolidierungskreis 8,5 53,4 37,1 99,0
Abschreibungen -14,6 -36,5 -25,2 -76,3
Abgänge 0,2 2,4 17,6 20,2
Währungsumrechnungsdifferenzen -0,6 -0,1 -0,9 0,1 -1,6
Stand am 31.12.2018 -139,3 -363,6 -313,7 -1,9 -818,5
Buchwert
Stand am 31.12.2017 289,8 306,5 82,1 22,3 700,7
Stand am 31.12.2018 271,9 273,0 59,8 42,4 647,1

Wie im Vorjahr bestanden keine Verfügungsbeschränkungen in Form von Grundpfandrechten und Sicherungsübereignungen.

Die Abschreibungen auf Vermögenswerte des Sachanlagevermögens sind entsprechend der Nutzung der Vermögenswerte in den folgenden Posten der Konzerngesamtergebnisrechnung enthalten: Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten.

Die Sachanlagen enthalten auch gemietete technische Anlagen mit einem Buchwert von insgesamt 5,3 Mio. Euro (Vorjahr: 5,0 Mio. Euro), die infolge der Gestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasingverträge (sogenannte Finance Leases) dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zugerechnet werden. Im Geschäftsjahr 2018 gab es auf gemietete Sachanlagen entfallende Zugänge in Höhe von 1,0 Mio. Euro. Die laufenden Abschreibungen aus Finance Lease des Geschäftsjahres betrugen 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro).

17 | Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzinvestitionen

ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN

Die Finanzkennzahlen des at equity bilanzierten assoziierten Unternehmens Shanxi North MTU Diesel Co. Ltd., Datong/China, stellen sich bezogen auf die 49 % Anteile des RRPS-Konzerns zusammengefasst wie folgt dar:

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Kurzfristige Vermögenswerte 13,2 15,2
Langfristige Vermögenswerte 2,6 2,3
Kurzfristige Schulden 6,9 9,4
Erträge 4,0 5,5
Aufwendungen -0,7 -5,4

Der Buchwert der Anteile an Shanxi North MTU Diesel Co. Ltd., Datong/China, der in der Bilanzposition "Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzinvestitionen" enthalten ist, belief sich auf 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 7,9 Mio. Euro). Im Zuge eines Impairment-Tests wurde der Buchwert des assoziierten Unternehmens im Geschäftsjahr 2018 vollständig abgeschrieben.

Die Finanzkennzahlen des at equity bilanzierten assoziierten Unternehmens Mest Co. Ltd., Gyeongsangnam-do/Südkorea, stellen sich bezogen auf die 46,77 % Anteile des RRPS-Konzerns zusammengefasst wie folgt dar:

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Kurzfristige Vermögenswerte 9,1 10,5
Langfristige Vermögenswerte 3,0 3,5
Kurzfristige Schulden 10,0 8,6
Langfristige Schulden 2,1 2,2
Erträge 8,7 25,3
Aufwendungen -17,7 -23,8

Der Buchwert der Anteile an der Mest Co. Ltd., Gyeongsangnam-do/Südkorea, der in der Bilanzposition "Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzinvestitionen" enthalten ist, belief sich zum 31. Dezember 2018 auf 2,3 Mio. Euro (Vorjahr: 7,9 Mio. Euro).

Die MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen, hat für 3,4 Mio. Euro 19,9 % an der Qinous GmbH, Berlin, erworben. Das Unternehmen wurde erstmalig zum 1. Januar 2018 at equity in den Konzernabschluss des RRPS-Konzerns einbezogen.

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Kurzfristige Vermögenswerte 0,8
Langfristige Vermögenswerte 0,1
Kurzfristige Schulden 1,2
Erträge 0,7
Aufwendungen -1,1

Der Buchwert der Anteile an der Qinous GmbH, Berlin, der in der Bilanzposition "Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzinvestitionen" enthalten ist, belief sich zum 31. Dezember 2018 auf 3,1 Mio. Euro.

Mit einer Kapitaleinlage von 128,4 Mio. Indischen Rupien (1,6 Mio. Euro) hat die MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen, 49,0 % an der Force MTU Power Systems Pvt. Ltd., Maharashtra/Indien, erworben. Das Unternehmen wurde erstmalig zum 1. Januar 2018 at equity in den Konzernabschluss des RRPS-Konzerns einbezogen.

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Kurzfristige Vermögenswerte 1,6

Der Buchwert der Anteile an der Force MTU Power Systems Pvt. Ltd., Maharashtra/Indien, der in der Bilanzposition "Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzinvestitionen" enthalten ist, belief sich zum 31. Dezember 2018 auf 1,5 Mio. Euro.

GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN

Die Finanzkennzahlen des at equity bilanzierten Gemeinschaftsunternehmens EPIX Power Systems LLC, Houston/USA, stellen sich bezogen auf die 50 % Anteile des RRPS-Konzerns zusammengefasst wie folgt dar:

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Kurzfristige Vermögenswerte 1,5 1,1
Kurzfristige Schulden 0,6 0,6
Erträge 0,6
Aufwendungen -1,0 -1,1

Der Buchwert der Anteile an der EPIX Power Systems LLC, Houston/USA, zum 31. Dezember 2018 der in der Bilanzposition "Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzinvestitionen" enthalten ist, belief sich auf 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,9 Mio. Euro).

Die Finanzkennzahlen des at equity bilanzierten Gemeinschaftsunternehmens MTU Yuchai Power Company Ltd., Yulin/China, stellen sich bezogen auf die 50 % Anteile des RRPS-Konzerns zusammengefasst wie folgt dar:

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Kurzfristige Vermögenswerte 3,6 14,6
Langfristige Vermögenswerte 1,0 4,6
Kurzfristige Schulden 3,5 11,1
Erträge 10,3
Aufwendungen -1,4 -10,6

Zum 31. Dezember 2018 belief sich der Buchwert der Anteile an der MTU Yuchai Power Company Ltd., Yulin/China, der in der Bilanzposition "Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzinvestitionen" enthalten ist, auf 7,3 Mio. Euro (Vorjahr: 8,5 Mio. Euro).

18 | Ertragsteuern

STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG

Die RRPS AG ist ertragsteuerlicher Organträger aller deutschen Gesellschaften. Hiernach wird das ertragsteuerliche Einkommen aller deutschen Organgesellschaften der RRPS AG zugerechnet und bei dieser der deutschen Körperschaft- und Gewerbesteuer unterworfen. Es wurde kein Steuerumlagevertrag abgeschlossen.

Diesen steuerlichen Verhältnissen folgend, erfolgt der Ausweis der tatsächlichen Ertragsteuerbelastung des Organkreises auf Ebene des Organträgers. Die deutschen Gesellschaften unterlagen einer durchschnittlichen Gewerbeertragsteuerbelastung von 12,6 % (Vorjahr: 12,6 %). Für den Veranlagungszeitraum betrug der Körperschaftsteuersatz 15,0 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags auf die Körperschaftsteuer von 5,5 %. Daraus ergab sich ein im Vergleich zum Vorjahr unveränderter kombinierter Ertragsteuersatz für die deutschen Gesellschaften von 28,4 % (Vorjahr: 28,4 %).

Für die ausländischen Gesellschaften lagen der Ermittlung die in den einzelnen Ländern geltenden nominalen Ertragsteuersätze zugrunde. Diese bewegten sich zwischen 15,0 % und 37,35 % (Vorjahr: zwischen 15,0 % und 41,0 %). Für den RRPS-Konzern resultierte daraus ein rechnerischer nominaler Konzernsteuersatz von 29,5 % (Vorjahr: 29,5 %).

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich wie folgt zusammen:

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Laufender Ertragsteueraufwand -108,3 -120,7
davon Deutschland -62,1 -66,7
davon Ausland -46,2 -54,0
Latenter Steueraufwand -10,1 7,1
davon Deutschland 11,7 -1,7
davon Ausland -21,8 8,8
Steueraufwand gesamt -118,4 -113,6

In den laufenden Steueraufwendungen sind Steueraufwendungen für Vorjahre für Deutschland und das Ausland in Höhe von 18,9 Mio. Euro enthalten.

LATENTE STEUERN

Die aktiven und passiven latenten Steuern ergeben sich aus den temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen wie folgt:

In Mio. Euro Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
31.12.2017 31.12.2018 31.12.2017 31.12.2018
--- --- --- --- ---
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 2,5 1,6 30,9 27,4
Sachanlagen 1,2 1,4 43,9 39,9
Nach der Equity-Methode bilanzierte Vermögenswerte 0,1 0,1
Sonstige langfristige Vermögenswerte 0,2 1,7
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 1,8 2,3 2,0
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 43,2 43,0 1,3 1,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1,9 1,7 0,8 0,2
Zahlungsmittel 0,2 3,8
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 0,2 0,3 9,3 4,6
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 0,2 0,4 2,4 0,2
Langfristige Schulden
Pensionsrückstellungen 97,1 84,6
Sonstige langfristige Rückstellungen 8,8 9,9 10,4 14,1
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1,7 6,0
Übrige langfristige Verbindlichkeiten 0,3 7,4
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1,4 1,7 2,0 2,0
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 12,2 13,2 11,8 15,1
Kurzfristige finanzielle und sonstige Verbindlichkeiten 16,5 23,0 0,6 1,1
Erhaltene Anzahlungen 2,6 3,8
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 0,7 0,1
Steuerliche Verlustvorträge/Steuergutschriften 1,7 5,9
Saldierung - 115,1 - 116,7 - 115,1 - 116,7
Rundungsdifferenz - 0,3
Summe latente Steuern 191,2 79,9 113,7 3,9

Die konsolidierungsbedingten aktiven latenten Steuern beliefen sich auf 24,3 Mio. Euro (Vorjahr: 22,9 Mio. Euro).

Gemäß IAS 12 sind im Konzernabschluss latente Steuern auf den Unterschiedsbetrag zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Eigenkapital einer Tochtergesellschaft und dem Beteiligungsbuchwert für diese Tochtergesellschaft in der Steuerbilanz der Muttergesellschaft zu bilden (sogenannte Outside Basis Differences), wenn mit der Realisierung dieses Unterschiedsbetrags gerechnet werden kann. Da es sich sowohl bei der RRPS AG als auch bei den betroffenen Tochtergesellschaften um Kapitalgesellschaften handelt, sind diese Differenzen bei ihrer Realisierung ganz überwiegend gemäß § 8b KStG steuerfrei und damit permanenter Natur. Auch für etwaige temporäre Differenzen (zum Beispiel resultierend aus der 5 %igen Pauschalzurechnung des § 8b KStG) soll nach IAS 12.39 der Ansatz einer passivischen Steuerlatenz unterbleiben, wenn es bei gegebener Kontrolle durch die Muttergesellschaft nicht wahrscheinlich ist, dass diese Differenzen sich in der vorhersehbaren Zukunft umkehren. Da diese Umkehrung nicht erwartet wird, waren hieraus bilanziell keine Steuerlatenzen zu berücksichtigen.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt mit den jeweiligen und zum Realisierungszeitpunkt erwarteten länderspezifischen Steuersätzen. Diese lagen für das Geschäftsjahr 2018 zwischen 15,0 % und 35,0 % (Vorjahr: 15,0 % und 35,0 %).

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Latente Steueransprüche, netto zum Periodenbeginn 87,2 77,4
Latente Steueraufwendungen/-erträge -10,1 7,1
Erfolgsneutral (z. B. nach IAS 39) 5,7 -11,3
Währungseffekte -5,6 -0,1
IFRS 9 und IFRS 15 0,0 3,2
Rundungsdifferenz 0,2
Latente Steueransprüche, netto zum Periodenende 77,4 76,3

Der in der Konzerngesamtergebnisrechnung ausgewiesene latente Steuerertrag von 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: Steueraufwand 10,2 Mio. Euro) beinhaltet einen latenten Steueraufwand von 32,0 Mio. Euro (Vorjahr: Steuerertrag 13,8 Mio. Euro).

STEUERLICHE VERLUSTVORTRÄGE

Der Bewertung aktiver latenter Steuern wurde die erwartete künftige Geschäftsentwicklung zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses auf Basis der Unternehmensplanung für die folgenden fünf Geschäftsjahre zugrunde gelegt.

Zum Bilanzstichtag verfügte der Konzern über bislang noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften in Höhe von rund 130,3 Mio. Euro (Vorjahr: 135,7 Mio. Euro). Im Gesamtbetrag der aktiven latenten Steuern waren latente Steuern aus Verlustvorträgen oder Steuerminderungsansprüche von 5,9 Mio. Euro enthalten (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro). Der Betrag für noch nicht genutzte steuerliche Verluste, für die in der Bilanz keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden, belief sich auf 110,1 Mio. Euro (Vorjahr: 130,8 Mio. Euro). Die darauf entfallenden, nicht angesetzten aktiven latenten Steuern betrugen 23,0 Mio. Euro (Vorjahr: 29,1 Mio. Euro).

Relevant für die Beurteilung von Ansatz und Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist die Einschätzung von deren künftiger Realisierbarkeit. Die Realisierbarkeit ist abhängig von der Entstehung künftiger steuerpflichtiger Gewinne, in denen sich Bewertungsunterschiede umkehren bzw. steuerliche Verlustvorträge, Zinsvorträge und Steuerguthaben geltend gemacht werden können.

Es wird davon ausgegangen, dass die Realisierbarkeit der Vorteile aus den bilanzierten aktiven latenten Steuern wahrscheinlich ist. Es besteht eine hinreichende Gewinnerwartung für die Zukunft.

LAUFENDE ERTRAGSTEUERN

Die Ertragsteueransprüche und -verpflichtungen enthalten noch nicht endgültig veranlagte Gewinne der inländischen und ausländischen Gesellschaften.

STEUERLICHE ÜBERLEITUNGSRECHNUNG

Der ausgewiesene Steueraufwand des Geschäftsjahres in Höhe von 113,6 Mio. Euro (Vorjahr: 118,4 Mio. Euro) lag um 126,9 Mio. Euro niedriger (Vorjahr: 25,4 Mio. Euro höher) als der auf das Vorsteuerergebnis rechnerisch erwartete Steueraufwand von 240,5 Mio. Euro (Vorjahr: 93,0 Mio. Euro).

Der Unterschied zwischen dem laufenden und dem erwarteten Ertragsteueraufwand ist auf folgende Ursachen zurückzuführen:

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Ergebnis vor Ertragsteuern 315,2 815,1
Ertragsteuersatz der Gruppe 29,5 % 29,5 %
Erwarteter Ertragsteueraufwand -93,0 -240,5
Auswirkung wegen abweichender Steuersätze 2,5 25,4
Auswirkung steuerfreier Erträge/gewerbesteuerliche Kürzungen 0,6 154,0
Auswirkung von nicht abziehbaren Betriebsausgaben/gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen -4,9 -12,2
Gewerbesteuerliche Hinzurechnung nach § 8 Abs. 1 GewStG -0,5 -1,8
Auswirkung periodenfremder Ertragsteuern -4,4 -8,5
Auswirkung von Steuersatzänderungen -11,3
Auswirkungen aufgrund Nichtansatz und Wertberichtigung latenter Steuern einschließlich deren Umkehrung -6,4 0,9
Auswirkung nicht anrechenbarer/abzugsfähiger Ertragsteuern -0,1 1,0
Veränderung permanenter bilanzieller Differenzen -1,9 -28,7
Sonstige Abweichungen/Rundungsdifferenzen 0,9 -3,3
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand -118,4 -113,7
Effektiver Steuersatz in % 37,6 % 13,9 %

19 | Langfristige finanzielle Vermögenswerte

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2017 1 31.12.2018
Sonstige Beteiligungen 34,9 34,9 5,2
Übrige 3,1 3,1 1,4
Vertragsvermögenswerte 0,1 1,8
38,0 38,1 8,5

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Die sonstigen Beteiligungen enthielten im Vorjahr die Beteiligung an der MTU France SAS, Eragny sur Oise/ Frankreich, in Höhe von 5,9 Mio. Euro sowie die Beteiligung an der MTU do Brasil Ltda., Sao Paulo/Brasilien, in Höhe von 20,1 Mio. Euro, welche zum damaligen Zeitpunkt at cost in der Konzernabschluss einbezogen wurden Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 wurden beide Tochtergesellschaften vollkonsolidiert.

Zudem waren im Vorjahr die Beteiligungen der L'Orange GmbH, Stuttgart, an der L'Orange Fuel Injection Trading (Suzhou) Co. Ltd., Suzhou/China, mit 0,7 Mio. Euro und an der L'Orange Fuel Injection (Ningbo) Co. Ltd., Ningbo/China, mit 3,7 Mio. Euro enthalten. Diese wurden im Zuge des Verkaufs der L'Orange GmbH, Stuttgart, veräußert.

Durch die rückwirkende Anpassung infolge des IFRS 15 hat der RRPS-Konzern zum 1. Januar 2017 erstmalig Vertragsvermögenswerte für langfristige Wartungsverträge erfasst. Detaillierte Erläuterungen zu den Änderungen sind in Abschnitt 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Konzernanhangs enthalten.

20 | Vorräte

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2017 1 31.12.2018
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 295,2 295,2 395,3
Unfertige Erzeugnisse 237,4 236,8 246,6
Fertige Erzeugnisse und Waren 267,7 268,5 295,3
Geleistete Anzahlungen 19,7 19,7 11,7
820,0 820,2 948,9

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Im Geschäftsjahr 2018 betrugen die Herstellungskosten der Vorräte, die in der Konzerngesamtergebnisrechnung als Aufwand innerhalb der Umsatzkosten erfasst sind, 2.028,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1.637,0 Mio. Euro). Roh-, Hilf- sund Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse, fertige Erzeugnisse und Waren sind zu Anschaffungs-/Herstellungs-kosten bzw. zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Die diesbezügliche Abwertung belief sich im Berichtsjahr auf 3,8 Mio. Euro (Vorjahr: 8,4 Mio. Euro). Im Geschäftsjahr 2018 wurde keine außerplanmäßige Abschreibung der Vorräte (Vorjahr: 15,5 Mio. Euro) vorgenommen.

Von den gesamten Vorräten waren 70,8 Mio. Euro (Vorjahr: 75,6 Mio. Euro) zum Nettoveräußerungswert aktiviert. Wie im Vorjahr wurden keine Vorräte für Verbindlichkeiten verpfändet.

Die fertigen Erzeugnisse und Waren zum 31.Dezember 2017 erhöhten sich um 0,8 Mio. Euro aufgrund der rückwirkenden Anpassungen durch IFRS 15. Die Kontrolle an zum Stichtag unterwegs befindlichen Motoren ist gemäß den Kriterien des IFRS 15 nicht an den Kunden übergegangen. Die unfertigen Erzeugnisse verringerten sich um 0,6 Mio. Euro. Dies ist auf die Erlösrealisierung langfristiger Wartungsverträge nach der Cost-to-Cost Methode zurückzuführen. Weitere Erläuterungen hierzu sind in Abschnitt 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Konzernanhangs enthalten.

21 | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto 747,1 737,8
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -31,0 -31,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Factoring), brutto 13,8 30,7
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Factoring) -0,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 729,9 736,9

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, entsprechen im Wesentlichen ihren beizulegenden Zeitwerten. 718,6 Mio. Euro der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig. Für die restlichen 18,3 Mio. Euro beträgt die Laufzeit mehr als ein Jahr. Um den erwarteten Kreditverlust zu messen, wurde bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die Wertberichtigungssätze für jede wesentliche Konzerngesellschaft auf der Grundlage einzelner Überfälligkeitsbänder und tatsächlicher erlittener Kreditverluste vergangener Jahre kalkuliert. Der Wert beinhaltet auch zukunftsorientierte Informationen, wenn eine Analyse unter Berücksichtigung der aktuellen Gegebenheiten und die Einschätzung der während der Laufzeit der finanziellen Vermögenswerte erwarteten wirtschaftlichen Lage aus der Sicht des Konzerns einen Anpassungsbedarf ergibt. Die Wertberichtigung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen von Factoring-Programmen verkauft werden können, entspricht den vertraglichen vereinbarten Bonitätsabschlägen. Das maximale Ausfallrisiko ist der jeweiligen Nennwert.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:

In Mio. Euro Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.12.2018 Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitpunkt bewertete Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.12.2018
Stand zum Periodenbeginn 1.1. IFRS9 -35,2 -0,1
Veränderung Konsolidierungskreis 0,2
Zuführungen -17,2 -0,1
Auflösungen 16,2 0,1
Inanspruchnahmen 5,4
Wechselkurseffekte und andere Veränderungen -0,7
Stand zum 31.12.Periodenende -31,4 -0,1

Alle Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter den Vertriebskosten ausgewiesen. Nach Berücksichtigung dieser Wertberichtigungen betrug der Buchwert der Forderungen zum Stichtag 736,9 Mio. Euro (Vorjahr: 729,9 Mio. Euro).

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem vertraglichen Volumen von 8,5 Mio. Euro, die während des Geschäftsjahres 2018 abgeschrieben wurden, laufen weiterhin Vollstreckungsmaßnahmen.

Der RRPS-Konzern behält sich vor, im Rahmen von revolvierenden Factoring-Programmen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu verkaufen. Das Bonitäts- und Zahlungszeitpunktrisiko geht hierbei vollkommen auf den Forderungsankäufer über. Die verkauften Forderungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs daher vollständig ausgebucht.

Eine signifikante Verringerung der durchschnittlich erwarteten Ausfallraten bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen trug zur Verminderung der Wertberichtigung im Jahr 2018 bei.

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die Buchwerte und die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Überfälligkeitszeitband zum 31. Dezember 2018:

In Mio. Euro Bruttobuchwert Risikovorsorge
Die Darstellung folgt dem vereinfachten Ansatz:
Nicht fällig 585,6 6,5
Fällig seit 1-30 Tagen 85,5 1,8
Fällig seit 31-90 Tagen 24,9 1,8
Fällig seit 91-180 Tagen 7,2 1,7
Fällig seit mehr als 180 Tagen 65,3 19,6
768,5 31,4

Der RRPS-Konzern setzt zur Absicherung seiner Forderungen branchenübliche Instrumente wie Avale, Akkreditive oder Warenkreditversicherungen ein. Zum 31. Dezember 2018 waren durch solche Instrumente Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von ca. 116,6 Mio. Euro (Vorjahr: 140,3 Mio. Euro) abgesichert. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die durch Warenkreditversicherungen abgesichert sind, würde im Fall eines Zahlungsausfalls ein Selbstbehalt in Höhe von 10 % zum Tragen kommen. Der beizulegende Zeitwert dieser Sicherungsinstrumente entspricht weitgehend dem Nominalwert der abgesicherten Forderungen. Sie führten zum 31. Dezember 2018 zu einer Verringerung des erwarteten Kreditverlusts in Höhe von 2,3 Mio. Euro.

22 | Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Steuererstattungsansprüche aus sonstigen Steuern 30,0 29,6
Übrige nicht finanzielle Vermögenswerte 41,5 36,9
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 8,6 10,6
Vermögenswerte aus Rückgaberechten 11,4
Sonstige Vermögenswerte 80,1 88,6

Unter Steuererstattungsansprüchen aus sonstigen Steuern werden alle Forderungen des RRPS-Konzerns gegenüber Steuerbehörden ausgewiesen (zum Beispiel Vorsteuer).

Die übrigen nicht finanziellen Vermögenswerte umfassen primär geleistete Vorauszahlungen für zu empfangende Dienstleistungen, debitorische Kreditoren, Provisionsvorschüsse an Handelsvertreter sowie Vorschüsse an Mitarbeiter für Reisekosten und Ähnliches. Des Weiteren sind in "Übrige nicht finanzielle Vermögenswerte" Pfandforderungen aus dem Reman-Geschäft (Aufbereitung von Altteilen) in Höhe von 5,4 Mio. Euro ausgewiesen (Vorjahr: 5,7 Mio. Euro).

Infolge der Neubewertung für das Ersatzteilgeschäft mit Rückgaberechten nach IFRS 15 hat der RRPS-Konzern zum 31. Dezember 2018 erstmalig Vermögenswerte aus Rückgaberechten von 11,4 Mio. Euro erfasst. Weitere Erläuterungen sind in Abschnitt 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Konzernanhangs zu finden.

23 | Zahlungsmittel

Die Zahlungsmittel setzten sich wie folgt zusammen:

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Kassen und Bankguthaben 190,1 201,6
Zahlungsmitteläquivalente 210,2 1.123.0
400,3 1.324,6

Die Erhöhung der Zahlungsmitteläquivalente resultiert aus erhöhten Geldanlagen beim Mutterkonzern Rolls-Royce plc. Diese Erhöhung ist auf den erwirtschafteten Cashflow sowie auf den Zahlungsmitteleingang der Veräußerung der L'Orange GmbH, Stuttgart, und der Fluid Mechanics LLC, Novi/USA, in Höhe von 670,4 Mio. Euro zurückzuführen.

Zum Bilanzstichtag bestanden wie im Vorjahr keine Verfügungsbeschränkungen von Zahlungsmitteln.

24 | Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2017 1 31.12.2018
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 9,9 9,9 4,9
Übrige 9,2 9,2 8,4
Vertragsvermögenswerte 7,8 20,8
19,1 26,9 34,2

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

In der Bilanzposition "Übrige" sind rund 6,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro) Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen enthalten, deren Buchwerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Weitere Erläuterungen zu den Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen befinden sich in Abschnitt 38 | "Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" des Konzernanhangs.

Erläuterungen zu derivativen Finanzinstrumenten sind in Abschnitt 33 | "Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des operativen Geschäfts" des Konzernanhangs enthalten.

Durch die rückwirkende Anpassung im Rahmen der Implementierung des IFRS 15 hat der RRPS-Konzern zum 1. Januar 2017 erstmalig Vertragsvermögenswerte für langfristige Wartungsverträge in Höhe von 7,6 Mio. Euro und für Mehrkomponentengeschäfte i. S. v. Lieferungen mit anschließender Serviceleistungen in Höhe von 0,2 Mio. Euro erfasst. Detaillierte Erläuterungen zu den rückwirkenden Änderungen aus IFRS 15 finden Sie in Abschnitt 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Konzernanhangs.

25 | Zum Verkauf bestimmte Vermögenswerte

Im November 2017 verpflichtete sich das Management zu einem Plan, das Grundstück und die Gebäude sowie weitere Gegenstände des Sachanlagevermögens der MTU South Africa Pty. Ltd., Kapstadt/Südafrika, zu verkaufen. Dementsprechend wurden die betroffenen Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2017 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und im kurzfristigen Vermögen ausgewiesen. Der Verkauf dieser Vermögenswerte erfolgte im Geschäftsjahr 2018.

WERTMINDERUNGSAUFWAND BEZÜGLICH DER ZUM VERKAUF BESTIMMTEN VERMÖGENSWERTE

Bei den Abschreibungen auf die zum Verkauf bestimmten Vermögenswerte zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten entstanden Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 1,4 Mio. Euro, die im Geschäftsjahr 2017 unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst wurden. Die Wertminderungsaufwendungen haben den Buchwert der Sachanlagen gemindert.

BUCHWERTE DER ZUM VERKAUF BESTIMMTEN VERMÖGENSWERTE

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Grundstücke und Bauten 1,1
Technische Anlagen und Maschinen 1,2
2,3

KUMULATIVE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN, DIE IM SONSTIGEN ERGEBNIS ENTHALTEN SIND

Im sonstigen Ergebnis waren keine kumulativen Erträge und Aufwendungen enthalten, die in Verbindung mit den zum Verkauf bestimmten Vermögenswerten stehen.

BESTIMMUNG DER BEIZULEGENDEN ZEITWERTE

Die nicht wiederkehrende Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der zum Verkauf bestimmten Vermögenswerte wurde, basierend auf den Inputfaktoren der verwendeten Bewertungstechniken, als ein beizulegender Zeitwert der Stufe 3 eingeordnet.

26 | Eigenkapital

GRUNDKAPITAL

Das Grundkapital der RRPS AG beträgt 131.380.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, auf die ein anteiliges rechnerisches Grundkapital in Höhe von 1,00 Euro je Aktie entfällt. Sämtliche Aktien sind voll emittiert und einbezahlt. Jede Stückaktie gewährt dem Besitzer ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung der RRPS AG.

ENTWICKLUNG UND ZUSAMMENSETZUNG DES EIGENKAPITALS

Die Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien, gemindert um die der Kapitalbeschaffung direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Die Kapitalrücklage umfasst auch die Beträge der gemäß § 150 Abs. 1 AktG zu bildenden gesetzlichen Rücklage. Hinsichtlich der Verwendung der Kapitalrücklage gelten die Vorschriften des § 150 Abs. 3 und Abs. 4 AktG. Die Kapitalrücklage beträgt gegenüber den Vorjahr unverändert 514,8 Mio. Euro.

Die Gewinnrücklagen und anderen Rücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet werden. Des Weiteren ist im Eigenkapital die ergebnisneutrale Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen ausgewiesen.

Eine detaillierte Übersicht zur Zusammensetzung bzw. Veränderung der Gewinnrücklagen und anderen Rücklagen im Geschäftsjahr 2018 sowie im Vorjahr ist in der Übersicht "Veränderung des Konzerneigenkapitals" auf Seite 37 dargestellt.

GEWINNVERWENDUNG

Für das Geschäftsjahr soll nach erfolgtem Gewinnverwendungsbeschluss ein Betrag in Höhe von 500,0 Mio. Euro an die Vinters International Ltd., Derby/Großbritannien, abgeführt werden. Dies entspricht 3,80 Euro pro Aktie.

27 | Pensionsrückstellungen

Innerhalb des RRPS-Konzerns bestehen sowohl Verpflichtungen aus beitragsorientierten Pensionsplänen (vgl. Abschnitt 12 | "Personalaufwand" im Konzernanhang) als auch aus leistungsorientierten Pensionsplänen.

BEITRAGSORIENTIERTE PLÄNE

Bei der RRPS AG beziehen sich die Aufwendungen für beitragsorientierte Pensionspläne im Wesentlichen auf die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Im Jahr 2018 betrug der Aufwand im Zusammenhang mit beitragsorientierten Pensionsplänen 60,5 Mio. Euro (Vorjahr: 61,8 Mio. Euro).

LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNE

Die zugesagten Leistungen in Deutschland unterscheiden sich nach der Stellung des Mitarbeiters im Unternehmen und entsprechen branchenüblichen Versorgungszusagen. Für Vorstände existieren Sonderregelungen.

Tarifmitarbeiter und leitende Führungskräfte haben Ansprüche auf Altersleistung, vorgezogene Altersleistung sowie Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen aus Direktzusagen. Die Höhe der Verpflichtung ist unter anderem von Faktoren wie Dienstzeit, Einkommen und Alter abhängig.

Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen können im Zeitablauf Schwankungen unterliegen. Die Schwankungen resultieren insbesondere aus der Änderung von finanziellen Annahmen (Abzinsungsfaktoren, Dienstzeit, Einkommen und Lebenserwartung).

Für einen Teil der tariflichen Mitarbeiter wird jährlich ein definierter Betrag zur Verfügung gestellt, der in einen Kapitalbaustein umgerechnet und einem fiktiven Konto gutgeschrieben wird. Bei Rentenbeginn erfolgt die Umrechnung in und Auszahlung als eine lebenslängliche Rente. Im Rahmen der Versorgungszusage besteht darüber hinaus für diese Mitarbeiter die Möglichkeit, durch Entgeltumwandlung das Versorgungskonto zu erhöhen.

Die Zusagen für leitende Führungskräfte über einen Bausteinplan und etwaige Regelungen zur Entgeltumwandlung bleiben unverändert bestehen.

Für alle Berechtigten beträgt die Witwen- und Witwerrente 60 % der Alters- bzw. Invalidenrente. Darüber hinaus erhält ein Teil der Mitarbeiter Leistungen aus der Karl Maybach-Hilfe GmbH, Friedrichshafen, in Form einer jährlichen Sonderzahlung.

Die Versorgungszusagen im Ausland umfassen im Wesentlichen Pensionszusagen in den USA. Die Plangestaltung orientiert sich an landestypischen Gegebenheiten.

Die gewichtete Laufzeit der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung für die Berichtsperiode beträgt 17,6 Jahre (Vorjahr: 17,9 Jahre). Für das Jahr 2019 ergibt sich eine erwartete direkte Leistungszahlung von 22,8 Mio. Euro (Vorjahr: 21,5 Mio. Euro).

Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen können im Zeitablauf Schwankungen positiver oder negativer Art unterliegen. Diese Schwankungen können insbesondere aus der Veränderung der finanziellen Annahmen wie den Abzinsungsfaktoren und der Veränderung der Inflationsrate, aber auch aus der Änderung demografischer Annahmen wie der Steigerung der Lebenserwartung resultieren.

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen kann wie folgt auf den Bilanzwert übergeleitet werden:

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Barwert der Versorgungsverpflichtungen 730,7 678,8
Marktwert der Planvermögen -0,1 -0,1
Finanzierungsstatus zum Ende der Periode 730,6 678,7
Bilanzwert zum Ende der Periode 730,6 678,7

Der Finanzierungsstatus zeigt die Deckung der Pensionsverpflichtungen durch das Planvermögen zum Bewertungsstichtag. Von den Versorgungsverpflichtungen in Höhe von 678,8 Mio. Euro entfallen 671,1 Mio. Euro auf Versorgungszusagen in Deutschland. Die beim RRPS-Konzern bestehenden Versorgungszusagen werden fast ausschließlich intern finanziert.

ENTWICKLUNG DES VERPFLICHTUNGSUMFANGS (DBO)

Der Barwert der Pensionsverpflichtungen entwickelte sich wie folgt:

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Barwert der Versorgungsverpflichtungen zum Beginn des Geschäftsjahres 698,0 730,7
Laufender Dienstzeitaufwand 17,1 16,8
Zinsaufwand 12,6 11,8
Plankürzungen oder -abgeltungen
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Veränderung demografischer Annahmen -0,1 5,6
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Veränderung finanzieller Annahmen 25,3 -38,4
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Veränderung erfahrungsbedingter Annahmen -3,6 4,3
Vermögensübertragungen/(Vermögensübernahmen) 2,9 3,3
Leistungszahlungen -20,4 -20,9
Währungseffekte -1,1 0,2
Änderungen im Konsolidierungskreis -34,7
Barwert der Versorgungsverpflichtungen zum Geschäftsjahresende 730,7 678,8
davon intern finanziert (ohne Planvermögen) 730,5 678,6
davon mit Planvermögen hinterlegt 0,2 0,2

Das Planvermögen im RRPS-Konzern in Höhe von 0,1 Mio. Euro besteht in Form einer Rückdeckungsversicherung.

ZUSAMMENSETZUNG DES PLANVERMÖGENS

Das Planvermögen der Gesellschaft setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Sonstige nicht börsennotierte Anlagen (z. B. Versicherungen) 0,1 0,1
Gesamt 0,1 0,1

PRÄMISSEN

Die Annahmen zu Rechnungszins, zum Gehalts- und Rententrend sowie zur langfristigen Rendite des Planvermögens, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs und des Nettopensionsaufwands zugrunde liegen, variieren unter anderem in Abhängigkeit von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Währung, in der die Leistungszusagen bestehen bzw. die Anlage des Fondsvermögens erfolgt, sowie von den Kapitalmarkterwartungen.

Der versicherungsmathematischen Berechnung des Verpflichtungsumfangs für die deutschen Versorgungspläne zum jeweiligen Bewertungsstichtag liegen folgende Annahmen zugrunde:

In % 31.12.2017 31.12.2018
Rechnungszins 1,65 % 2,00 %
Gehaltstrend/Anwartschaftsdynamik 2,50 % 2,50 %
Inflationsrate 1,75 % 1,85 %
Rententrend 1,75 % 1,85 %

Die Prämissen für die versicherungsmathematische Berechnung des Verpflichtungsumfangs für ausländische Versorgungspläne weichen teilweise von denen der deutschen Versorgungspläne ab. Diese Abweichungen sind unter Berücksichtigung der dazugehörigen Versorgungsverpflichtung allerdings von untergeordneter Bedeutung und werden daher nicht näher erläutert.

Die für die Berechnung des Verpflichtungsumfangs zum jeweiligen Bilanzstichtag verwendeten Prämissen gelten auch für die Ermittlung des laufenden Dienstzeitaufwands und des Zinsaufwands des folgenden Geschäftsjahres.

Im Berichtsjahr hat der Aktuar seine Standard-Zinsstrukturkurve überprüft und eine neue Zinsstrukturkurve entwickelt. Bei dieser Kurve werden Anleihen mit AA-Rating in der Eurozone anhand von Staatsanleihen längerfristig extrapoliert (im Gegensatz zu den Swap-Renditen, die nach der bisherigen Methode verwendet wurden). Diese neue Zinsstrukturkurve wurde nun als Standardkurve für Unternehmensanleihen der Eurozone vom Aktuar übernommen. Die Verwendung des Rechnungszinses von 2,00 % führte für die Pläne der Eurozone zu einem Barwert der Versorgungsverpflichtung von 671,8 Mio. Euro. Unter Verwendung der alten Methodik wäre der Rechnungszins für die Pläne der Eurozone bei 1,75 % gelegen, was zu einem Barwert der Versorgungsverpflichtung von 702,3 Mio. Euro geführt hätte.

Die in der oben stehenden Tabelle nicht genannten versicherungsmathematischen Annahmen wie Fluktuation, Sterblichkeit, Invalidität etc. werden entsprechend den im jeweiligen Land anerkannten Erwartungen unter Berücksichtigung der Verhältnisse und Erwartungen der betroffenen Unternehmen bestimmt.

Die Pensionspläne für die deutschen Gesellschaften sind nicht durch Planvermögen finanziert. Die Finanzierung der Pläne wird ausschließlich durch die jeweiligen Gesellschaften sichergestellt.

AUFTEILUNG DER VERPFLICHTUNG

Die Pensionsverpflichtung teilt sich wie folgt auf:

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Aktive Planteilnehmer 356,3 324,5
Unverfallbare Ansprüche 67,8 64,7
Rentner 306,6 289,6
Gesamt 730,7 678,8

SENSITIVITÄTEN

Die Ermittlung der Pensionsverpflichtung wird durch die oben genannten Prämissen beeinflusst. In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse wird dargestellt, wie sich die Verpflichtung durch eine mögliche Änderung der entsprechenden Annahmen verändert hätte.

Bei einem um 0,25 Prozentpunkte höheren (geringeren) Rechnungszins wäre die Pensionsverpflichtung bei Konstanz der anderen Annahmen um 28,6 Mio. Euro gesunken (um 30,7 Mio. Euro gestiegen).

Wenn die Inflationsrate um 0,25 Prozentpunkte höher (geringer) gewesen wäre, wäre die Pensionsverpflichtung bei Konstanz der anderen Annahmen um 13,6 Mio. Euro gestiegen (um 13,3 Mio. Euro gesunken).

Eine Steigerung der Lebenserwartung um ein Jahr bei Konstanz der anderen Annahmen würde zu einer Erhöhung der Pensionsverpflichtung von 20,8 Mio. Euro führen.

Im RRPS-Konzern hat eine Veränderung des Gehaltstrends keine wesentliche Auswirkung auf die Höhe der Verpflichtung.

28 | Sonstige Rückstellungen

RÜCKSTELLUNG FÜR GEWÄHRLEISTUNGS - UND KULANZVERPFLICHTUNGEN

Der RRPS-Konzern gewährt diverse Produktgarantien, die üblicherweise die Funktion eines Produkts für eine bestimmte Zeitspanne garantieren. Die Rückstellung für diese Garantien enthält sowohl erwartete Aufwendungen aus gesetzlichen und vertraglichen Gewährleistungsansprüchen als auch erwartete Aufwendungen für Kulanzleistungen. Die Verpflichtungen können verschiedene Ursachen haben, beispielsweise Rechtsstreitigkeiten oder Maßnahmen zur Sicherstellung der Kundenzufriedenheit. Der Zeitpunkt der Inanspruchnahme ist vom Eintreten des Gewährleistungsanspruchs abhängig und kann sich über den gesamten Garantie- und Kulanzzeitraum erstrecken. Die Unsicherheiten hinsichtlich des Betrags oder der Fälligkeit der Abflüsse sind durch die Erfahrungswerte des RRPS-Konzerns gering.

RÜCKSTELLUNG FÜR PERSONAL -/SOZIALVERPFLICHTUNGEN UND ALTERSTEILZEIT

Die Rückstellungen für Personal- und Sozialverpflichtungen werden unter anderem für Arbeitnehmerjubiläen, Sondervergütungen und Verpflichtungen aus Altersteilzeit gebildet. Die Unsicherheiten hinsichtlich des Betrags oder der Fälligkeit der Abflüsse sind durch die zugrunde liegenden Gutachten und Erfahrungswerte des RRPS-Konzerns gering.

ÜBRIGE SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Die übrigen sonstigen Rückstellungen umfassen unter anderem Rückstellungen für Nachtragsaufwendungen bzw. fehlende Kosten bereits abgerechneter Aufträge, für die Preisprüfung öffentlicher Auftraggeber sowie für Haftungs- und Prozessrisiken. Die Unsicherheiten hinsichtlich des Betrags oder der Fälligkeit der Abflüsse sind durch die Erfahrungswerte des RRPS-Konzerns gering.

Die Aufgliederung in langfristige und kurzfristige Rückstellungen stellt sich wie folgt dar:

In Mio. Euro Gewährleistungs- und Kulanzverpflichtungen Personal-/Sozialverpflichtungen und Altersteilzeit Übrige sonstige Rückstellungen
31.12.2017 283,5 73,7 158,2
31.12.2017 1 283,5 73,7 82,0
Veränderungen Konsolidierungskreis -4,8 -3,3 - 0,8
Inanspruchnahme - 91,6 -75,7 - 38,9
Zuführungen 119,6 76,4 75,1
Auflösungen - 2,8 - 0,9 - 38,5
Umbuchungen - 3,0
Aufzinsung 0,6 0,2 0,1
Währungsumrechnung 1,2 1,8
31.12.2018 305,6 70,5 77,8

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2017 1 31.12.2018
kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Gewährleistungs- und Kulanzverpflichtungen 117,7 165,8 117,7 165,8 125,0 180,6
Personal-/Sozialverpflichtungen und Altersteilzeit 38,1 35,6 38,1 35,6 34,2 36,3
Übrige sonstige Rückstellungen 145,2 13,0 74,5 7,5 73,8 4,0
301,0 214,4 230,3 208,9 232,9 220,9

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Zum 31. Dezember 2017 gliederte der Konzern im Rahmen der IFRS 15 "Implementierung" rückwirkend übrige sonstige langfristige Rückstellungen in Höhe von 5,4 Mio. Euro in die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten und 0,1 Mio. Euro in die langfristigen Vertragsverbindlichkeiten sowie übrige sonstige kurzfristige Rückstellungen in Höhe von 52,9 Mio. Euro in die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten um. Des Weiteren wurden 17,8 Mio. Euro von den übrigen sonstigen Rückstellungen (kurzfristig) in die Vertragsverbindlichkeiten (kurzfristig) umgegliedert. Detaillierte Erläuterungen zu den Änderungen aus IFRS 15 finden Sie in Abschnitt 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Konzernanhangs.

Die Inanspruchnahme der langfristigen Rückstellungen wird voraussichtlich in spätestens fünf Jahren erfolgen, bei Rückstellungen für Altersteilzeit gegebenenfalls auch später.

29 | Finanzielle Verbindlichkeiten

LANGFRISTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2017 1 31.12.2018
Finanzverbindlichkeiten 21,8 21,8 8,1
Verbindlichkeiten aus Derivaten (negative Marktwerte) 0,1 0,1 1,3
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 5,1 5,1 5,1
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 2,9 2,9 2,0
Rückerstattungsverbindlichkeiten 5,4 7,5
29,9 35,3 24,0

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Zum 31. Dezember 2017 gliederte der Konzern im Rahmen der IFRS 15 "Implementierung" übrige sonstige langfristige Rückstellungen in Höhe von 5,4 Mio. Euro in die langfristigen Rückerstattungsverbindlichkeiten um.

Detaillierte Erläuterungen zu den Änderungen aus IFRS 15 finden Sie in Abschnitt 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Konzernanhangs.

Die RRPS AG verfügt zur Unternehmensfinanzierung über einen langfristigen Kredit der KfW IPEX-Bank. Das Darlehen wurde im dritten Quartal 2012 zur Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Höhe von 50,0 Mio. Euro in Anspruch genommen, hiervon wurden 2018 7,7 Mio. Euro zurückgeführt. Daneben bestehen noch Finanzierungen, die zur Finanzierung von Konzerngesellschaften lokal aufgenommen wurden. Die Finanzverbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen:

Währung (in Mio. 31.12.2017 Nominalwert Nominalwährung) 31.12.2018 Restlaufzeit

(in Jahren)
31.12.2017 Buchwert (in Mio. Euro) 31.12.2018
KfW-Darlehen EUR 23,1 15,4 1,6 23,1 15,4
SEB-Darlehen BRL 52,7 0,1 11,9
Sonstige EUR 8,6 6,8 bis zu 2,6 8,6 6,8
31,7 34,0

Der Zugang des SEB-Darlehens resultiert aus der Erstkonsolidierung der MTU do Brasil Ltda., Sao Paulo/Brasilien, die über ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von 11,9 Mio. Euro verfügt.

Von den 15,4 Mio. Euro des KfW-Darlehens waren zum 31. Dezember 2018 den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten 7,7 Mio. Euro (Vorjahr: 7,7 Mio. Euro) zuzurechnen.

Der RRPS-Konzern hat keine Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Zum Bilanzstichtag bestanden wie im Vorjahr keine Grundpfandrechte oder Sicherungsübereignungen von Anlagevermögen, Vorräten und Forderungen.

KURZFRISTIGE FINANZIELLE UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2017 1 31.12.2018
Verbindlichkeiten Kreditinstitute 8,4 8,4 26,1
Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen 1,5 1,5
Verbindlichkeiten aus Derivaten (negative Marktwerte) 6,6 6,6 3,7
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 0,8 0,8 1,1
Sonstige Verbindlichkeiten 87,5 87,0 86,2
Rückerstattungsverbindlichkeiten 53,8 47,4
104,8 158,1 164,5

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Der Anstieg in den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten resultiert im Wesentlichen aus der Erstkonsolidierung der MTU do Brasil Ltda., Sao Paulo/Brasilien, die über ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von 11,9 Mio. Euro verfügt. Zudem ist das Darlehen der Jean-Raebel Stiftung in Höhe von 5,6 Mio. Euro, welches zuvor als langfristig ausgewiesen wurde, im Geschäftsjahr 2018 als kurzfristig zu klassifizieren.

Die Verbindlichkeiten aus Derivaten beinhalten negative Marktwerte aus der Bewertung der Devisentermingeschäfte und der Rohstoffderivate. Die Marktwerte der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten entsprechen annähernd den Buchwerten. Erläuterungen zu derivativen Finanzinstrumenten befinden sich in Abschnitt 33 | "Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des operativen Geschäfts" des Konzernanhangs.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verpflichtungen aus Gehalts- und Lohnabrechnungen sowie rückständigen Urlaubs- und Überstundenvergütungen und sind um 1,3 Mio. Euro auf 86,2 Mio. Euro gesunken (Vorjahr: 87,5 Mio. Euro).

Zum 31. Dezember 2017 gliederte der Konzern im Rahmen der IFRS 15 "Implementierung" übrige sonstige kurzfristige Rückstellungen in Höhe von 52,9 Mio. Euro und erhaltene Anzahlungen von 0,9 Mio. Euro in die kurzfristigen Rückerstattungsverbindlichkeiten um. Detaillierte Erläuterungen zu den Änderungen aus IFRS 15 finden Sie in Abschnitt 2 |"Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Konzernanhangs.

ÜBERLEITUNG DER BEWEGUNG DER SCHULDEN AUF DEN CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT

In Mio. Euro Finanzverbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen Verbindlichkeiten aus Derivaten (negative Marktwerte) Verbindlichkeiten aus Finance Lease Schulden Übrige sonstige Verbindlichkeiten
Bilanz zum 31.12.2016 112,1 14,3 6,8 75,7
Veränderungen des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit:
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 8,6 1,5
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten - 90,5
Auszahlungen aus der Tilgung von sonstigen Darlehen - 1,1
Auszahlung für Dividende
Gesamtveränderung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit - 81,9 1,5 - 1,1
Sonstige Änderungen bezogen auf Schulden:
Änderung des beizulegenden Zeitwerts - 7,6
Zinsaufwendungen, nicht zahlungswirksam 0,2
Gesamte sonstige Änderungen, bezogen auf Schulden - 7,6 0,2 14,7
Gesamte sonstige Änderungen, bezogen auf das Eigenkapital
Bilanz zum 31.12.2017 30,2 1,5 6,7 5,9 90,4
In Mio. Euro Finanzverbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen Verbindlichkeiten aus Derivaten (negative Marktwerte) Verbindlichkeiten aus Finance Lease Schulden Übrige sonstige Verbindlichkeiten
Bilanz zum 31.12.2017 30,2 1,5 6,7 5,9 90,4
Bilanz zum 31.12.2017 1 30,2 1,5 6,7 5,9 89,9
Veränderungen des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit:
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 8,2
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten -22,2
Auszahlungen aus der Tilgung von sonstigen Darlehen - 1,4
Gesamtveränderung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit - 14,0 - 1,4
Sonstige Änderungen bezogen auf Schulden: 18,0 - 1,5 1,0 - 1,7
Änderung des beizulegenden Zeitwerts - 1,7
Zinsaufwendungen, nicht zahlungswirksam 0,7
Gesamte sonstige Änderungen, bezogen auf Schulden - 1,7 0,7 - 1,7
Gesamte sonstige Änderungen, bezogen auf das Eigenkapital
Bilanz zum 31.12.2018 34,2 5,0 6,2 88,2

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

In Mio. Euro Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklagen Eigenkapital Gewinnrücklagen und andere Rücklagen Gesamt
Bilanz zum 31.12.2016 131,4 514,8 529,0 1.384,1
Bilanz zum 31.12.2016 1 131,4 514,8 522,6 1.377,7
Veränderungen des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit:
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 10,1
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten - 90,5
Auszahlungen aus der Tilgung von sonstigen Darlehen - 1,1
Auszahlung für Dividende - 100,0 - 100,0
Gesamtveränderung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit - 100,0 - 181,4
Sonstige Änderungen bezogen auf Schulden:
Änderung des beizulegenden Zeitwerts - 7,6
Zinsaufwendungen, nicht zahlungswirksam 0,2
Gesamte sonstige Änderungen, bezogen auf Schulden 7,3
Gesamte sonstige Änderungen, bezogen auf das Eigenkapital 111,4 111,4
Bilanz zum 31.12.2017 131,4 514,8 534,0 1.314,9

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

In Mio. Euro Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklagen Eigenkapital Gewinnrücklagen und andere Rücklagen Gesamt
Bilanz zum 31.12.2017 131,4 514,8 542,4 1.323,3
Bilanz zum 31.12.2017 1 131,4 514,8 529,5 1.309,9
Veränderungen des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit:
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 8,2
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten - 22,2
Auszahlungen aus der Tilgung von sonstigen Darlehen - 1,4
Gesamtveränderung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit - 15,4
Sonstige Änderungen bezogen auf Schulden: 18,0
Änderung des beizulegenden Zeitwerts - 1,7
Zinsaufwendungen, nicht zahlungswirksam 0,7
Gesamte sonstige Änderungen, bezogen auf Schulden 13,7
Gesamte sonstige Änderungen, bezogen auf das Eigenkapital 734,9 734,9
Bilanz zum 31.12.2018 131,4 514,8 1.264,4 2.044,2

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

2 Die Werte wurden aufgrund der Anwendung des IFRS 9 angepasst.

30 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2017 1 31.12.2018
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 391,1 380,2 542,6
391,1 380,2 542,6

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die Buchwerte der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entsprechen ihren beizulegenden Zeitwerten.

Zum 31. Dezember 2017 gliederte der Konzern im Rahmen der IFRS 15 "Implementierung" rückwirkend Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 10,9 Mio. Euro in die kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten um. Die noch anfallenden Kosten für ausstehende Serviceleistungen im Rahmen von Mehrkomponentengeschäften stellen nach IFRS 15 ausstehende Leistungsverpflichtungen dar; siehe hierzu die Erläuterungen in Abschnitt 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Konzernanhangs.

31 | Vertragsverbindlichkeiten

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Ausstehende Leistungsverpflichtungen:
Erhaltene Anzahlungen auf Motorenlieferungen 296,8 369,0
Langfristige Wartungsverträge 59,3 42,2
Verlängerte Gewährleistung 16,6
Lizenzverträge 5,8 5,2
Mehrkomponentengeschäft i. S. v. Lieferungen mit anschließender Serviceleistung 29,3 24,7
Sonstige ausstehende Leistungsverpflichtungen 1,0 1,5
Vertragsverbindlichkeiten 392,3 459,2
Davon kurzfristig 362,4 411,4
Davon langfristig 29,9 47,9

Aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 wurden Anpassungen der Vergleichszahlen zum 31. Dezember 2017 vorgenommen. 372,7Mio. Euro wurden aus bestehenden erhaltenen Anzahlungen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie übrigen Verbindlichkeiten in die Vertragsverbindlichkeiten umgegliedert. Weitere 19,6 Mio. Euro wurden neu als Vertragsverbindlichkeit erfasst. Detaillierte Erläuterungen zu den Anpassungen sind in Abschnitt 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Konzernanhangs enthalten.

32 | Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2017 1 31.12.2018
Sonstige Steuern 19,2 19,2 46,5
Übrige 25,6 17,2 13,8
44,8 36,4 60,3

1 Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 angepasst.

Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten wurden aufgrund der rückwirkenden Anwendung des IFRS 15 um 8,4 Mio. Euro verringert. Hierbei handelt es sich um die Umgliederung abgegrenzter Erträge aus langfristigen Wartungsverträgen in die Vertragsverbindlichkeiten, da die in Rechnung gestellten Beträge die erbrachten Leistungen übersteigen. Detaillierte Erläuterungen finden Sie in Abschnitt 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Konzernanhangs.

Sonstige Angaben

33 | Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des operativen Geschäfts

Zum Bilanzstichtag hatte der RRPS-Konzern derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungs- und Rohstoffpreisänderungsrisiken im Bestand. Devisentermingeschäfte und Commodityswaps wurden dabei zur Absicherung der Marktpreisrisiken eingesetzt. Devisentermingeschäfte bestehen insbesondere in den Währungspaaren Euro/US-Dollar, Euro/Singapur-Dollar, Euro/Indische Rupie, Euro/Norwegische Krone, Euro/Schweizer Franken, Euro/Britisches Pfund und Euro/Südafrikanischer Rand. Commodityswaps wurden ausschließlich in Euro zur Absicherung von Diesel- und Kupferpreisen abgeschlossen.

Devisentermingeschäfte und Commodityswaps wurden mit externen Kontraktpartnern abgeschlossen.

Alle derivativen Finanzinstrumente werden als Stand-Alone-Derivate behandelt.

Die folgende Tabelle zeigt Art und Umfang der im Bestand befindlichen Währungs- und Rohstoffpreissicherungsgeschäfte inklusive der bilanzierten beizulegenden Zeitwerte zum Bilanzstichtag:

Beizulegender Zeitwert
31.12.2018 Nominalbetrag in Fremdwährung in Mio. Finanzielle Vermögenswerte

in Mio. Euro
Finanzielle Verbindlichkeiten

in Mio. Euro
Fälligkeit
--- --- --- --- ---
Währungssicherungsgeschäft
EUR/CHF 22,0 0,3 2019-2020
USD/CHF 15,0 0,1 2019-2020
EUR/GBP 21,1 0,1 2019-2020
EUR/NOK 930,0 2,5 2019
EUR/SGD 74,0 1,1 2019-2020
EUR/USD 362,7 0,7 4,0 2019-2021
EUR/ZAR 4,5 2019
4,7 4,2
Beizulegender Zeitwert
31.12.2017 Nominalbetrag in Fremdwährung in Mio. Finanzielle Vermögenswerte

in Mio. Euro
Finanzielle Verbindlichkeiten

in Mio. Euro
Fälligkeit
--- --- --- --- ---
Währungssicherungsgeschäft
EUR/CHF 32,0 1,3 2018-2019
USD/CHF 3,0 0,2 2018
EUR/GBP 10,8 0,1 0,1 2018-2019
EUR/INR 161,9 0,2 2018
EUR/NOK 1.346,0 2,7 2,2 2018
EUR/SGD 85,0 0,1 1,2 2018-2019
EUR/USD 446,8 7,7 1,6 2018-2020
EUR/ZAR 5,8 2018
10,5 6,7
Beizulegender Zeitwert
31.12.2018 Nominalvolumen in metrischen Tonnen Finanzielle Vermögenswerte

in Mio. Euro
Finanzielle Verbindlichkeiten

in Mio. Euro
Fälligkeit
--- --- --- --- ---
Rohstoffsicherungsgeschäft
Commodityswap Diesel 10.186 0,2 0,6 2019-2020
Commodityswap Kupfer 1.351 0,2 0,2 2019-2020
0,4 0,8
Beizulegender Zeitwert
31.12.2017 Nominalvolumen in metrischen Tonnen Finanzielle Vermögenswerte

in Mio. Euro
Finanzielle Verbindlichkeiten

in Mio. Euro
Fälligkeit
--- --- --- --- ---
Rohstoffsicherungsgeschäft
Commodityswap Diesel 9.060 0,4 0 2018-2019
Commodityswap Kupfer 1.245 1,6 0 2018-2019
2,0

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden anhand der Marktinformationen am Bilanzstichtag ermittelt, Der beizulegende Zeitwert von Devisenderivaten bestimmt sich in Abhängigkeit von den Devisenterminkursen. Die beizulegenden Zeitwerte der Rohstoffderivate werden maßgeblich durch die Rohstoffpreisterminkurve bestimmt.

Die RRPS AG schließt im Wesentlichen Derivate mit Rolls-Royce plc innerhalb der Rolls-Royce-Gruppe ab. Den gruppeninternen Derivaten liegen keine vertraglichen Saldierungsvereinbarungen zugrunde. Die von der RRPS AG gruppenextern kontrahierten Derivate unterliegen dagegen vertraglichen Saldierungsvorschriften, aufgrund derer jedoch eine Saldierung in der Bilanz nach IAS 32 nicht möglich ist. Zum Bilanzstichtag bestand nur ein gruppenextern kontrahiertes Finanzderivat, sodass kein Saldierungspotential, das im Insolvenzfall zum Tragen kommen würde, besteht.

34 | Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Die folgende Übersicht stellt - gegliedert nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 - die in der Konzerngesamtergebnisrechnung berücksichtigten Nettogewinne bzw. -verluste (vor Steuern) von Finanzinstrumenten dar:

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2018
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten (FVPL) 0,4
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst 0,1
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 0,5
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -3,6
-2,6

Die Nettogewinne bzw. -verluste der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten umfassten die Bewertungsergebnisse der Devisentermingeschäfte und der Rohstoffderivate.

Die Nettogewinne bzw. -verluste der erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte umfassen die Ergebnisse aus Zinserträgen, Fremdwährungsgewinnen und -verlusten sowie Wertminderungen/Wertaufholungen.

Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten schließen die Ergebnisse aus Wertminderungen, Zuschreibungen und Währungsumrechnungseffekten ein. Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten das Ergebnis aus Zinsen und Währungsumrechnungseffekten.

Die folgende Übersicht stellt die in der Konzerngesamtergebnisrechnung berücksichtigten Nettogewinne bzw. -verluste (vor Steuern) von Finanzinstrumenten des Vorjahres - gegliedert nach den Bewertungskategorien des IAS 39 - dar:

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und finanzielle
Verbindlichkeiten (FVPL) -2,4
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 0,5
Kredite und Forderungen -4,0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -3,3
-9,2

Die Nettogewinne bzw. -verluste der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten umfassten die Bewertungsergebnisse der Devisentermingeschäfte und der Rohstoffderivate.

Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte beinhalteten Ergebnisse aus Abschreibung, Zuschreibung, Zinsen, Dividenden und Umbuchungen von Bewertungseffekten aus dem Eigenkapital bei Veräußerung von Wertpapieren bzw. Beteiligungen.

Die Nettogewinne bzw. -verluste aus Kredite und Forderungen umfassten die Ergebnisse aus Wertminderungen, Zuschreibungen und Währungsumrechnungseffekte.

Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten das Ergebnis aus Zinsen und Währungsumrechnungseffekten.

Die folgende Übersicht zeigt den Buchwert und den beizulegenden Zeitwert (Fair Value) der in den einzelnen Bilanzposten enthaltenen Finanzinstrumente nach Klassen sowie nach den Bewertungskategorien des IFRS 9. Des Weiteren ist auf Seite 106 die Definition der einzelnen Kategorien dargestellt.

Bewertung nach IFRS 9
In Mio. Euro Kategorie gemäß IFRS 9 Buchwert 31.12.2018 Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegend er Zeitwert erfolgsneutral Beizulegend er Zeitwert erfolgswirksam Bewertung nach IAS 17
--- --- --- --- --- --- ---
Aktiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1 AC 706,4 706,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Factoring 2 FVOCI 30,6 30,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC 1.324,6 1.324,6
Beteiligungen, zu Anschaffungskosten bewertet n.a. 5,2
Derivative Finanzinstrumente FVPL 5,1 5,1
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte AC 9,8 9,8
Vertragsvermögenswerte n.a. 22,6
Summe finanzielle Vermögenswerte 2.104,3 2.040,8 30,6 5,1
Passiva
Finanzierungsverbindlichkeiten 3 FLAC 34,2 34,2
Verbindlichkeiten aus Finance Lease n.a. 6,2 6,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 542,6 542,6
Derivative Finanzinstrumente FVPL 4,9 4,9
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 88,3 88,3
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 676,2 665,1 4,9 6,2
In Mio. Euro Beizulegender Zeitwert 31.12.2018
Aktiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1 706,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Factoring 2 30,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.324,6
Beteiligungen, zu Anschaffungskosten bewertet
Derivative Finanzinstrumente 5,1
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 9,8
Vertragsvermögenswerte
Summe finanzielle Vermögenswerte 2.076,5
Passiva
Finanzierungsverbindlichkeiten 3 34,2
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 6,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 542,6
Derivative Finanzinstrumente 4,9
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 88,3
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 676,2

1 In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Wertberichtigungen in Höhe von 31,4 Mio. Euro enthalten.

2 In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Factoring sind Wertberichtigungen in Höhe von 0,1 Mio. Euro enthalten.

3 Es wird unterstellt, dass der Buchwert dem Fair Value entspricht, da der wesentliche Bestandteil der Verbindlichkeiten als kurzfristig einzustufen ist.

In Mio. Euro Kategorie gemäß IAS 39 Buchwert 31.12.2017 Fortgeführte Anschaffungskosten
--- --- --- ---
Aktiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1 LaR 729,9 729,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente n.a. 400,3 400,3
Übrige finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen, zu Anschaffungskosten bewertet 2 AfS 34,9
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte FAHfT 12,6
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte LaR 9,6 9,6
Summe finanzielle Vermögenswerte 1.187,3 1.139,8
Passiva
Finanzierungsverbindlichkeiten 3 FLAC 31,7 31,7
Verbindlichkeiten aus Finance Lease FLAC 5,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 391,1 391,1
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten FLHfT 6,8
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3 FLAC 90,4 90,4
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 525,9 513,2
Bewertung nach IAS 39 Bewertung nach IAS 17
In Mio. Euro Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Fortgeführte Anschaffungskosten
--- --- --- ---
Aktiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Übrige finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen, zu Anschaffungskosten bewertet 2
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 12,6
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Summe finanzielle Vermögenswerte 12,6
Passiva
Finanzierungsverbindlichkeiten 3
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 5,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 6,8
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 6,8 5,9
In Mio. Euro Beizulegender Zeitwert 31.12.2017
Aktiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1 729,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 400,3
Übrige finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen, zu Anschaffungskosten bewertet 2
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 12,6
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 9,6
Summe finanzielle Vermögenswerte 1.152,4
Passiva
Finanzierungsverbindlichkeiten 3 31,7
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 5,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 391,1
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 6,8
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3 90,4
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 525,9

1 In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Wertberichtigungen in Höhe von 31,0 Mio. Euro enthalten.

2 Für die zu Anschaffungskosten bewerteten und zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte ist der beizulegende Zeitwert der Instrumente nicht zuverlässig bestimmbar, da kein aktiver Markt besteht. Des Weiteren handelt es sich hierbei hauptsächlich um Beteiligungen an nicht voll konsolidierten Gesellschaften, die von untergeordneter Bedeutung und aus denen keine wesentlichen Ergebnisse entstanden sind.

3 Es wird unterstellt, dass der Buchwert dem Fair Value entspricht, da der wesentliche Bestandteil der Verbindlichkeiten als kurzfristig einzustufen ist.

Davon wurden gemäß IFRS 9 nach Kategorien aggregiert:

In Mio. Euro 31.12.2018
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FVPL) 5,1
Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (AC) 2.040,8
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FVOCI) 30,6
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (Financial Liabilities Measured at Amortised Cost, FLAC) 665,1
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FVPL) 4,9

Im Vorjahr wurden gemäß IAS 39 nach Kategorien aggregiert:

In Mio. Euro 31.12.2017
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 12,6
davon zu Handelszwecken gehalten (Financial Asset Held for Training, FAHfT) 12,6
Kredite und Forderungen (Loans and Receivables, LaR) 739,5
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (Available-for-Sale Financial Assets, AfS) 34,9
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 34,9
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (Financial Liabilities Measured at Amortised Cost, FLAC) 519,1
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken (Financial Liabilities Held for Training, FLHfT) 6,8

Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung der zum Marktwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie:

In Mio. Euro Stufe 1 Stufe 2 31.12.2018 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Derivative Finanzinstrumente 5,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Factoring) 30,7
Gesamt 35,9
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Derivative Finanzinstrumente 4,9
Gesamt 4,9
In Mio. Euro Stufe 1 Stufe 2 31.12.2017 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Derivative Finanzinstrumente 12,6
Gesamt 12,6
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Derivative Finanzinstrumente 6,8
Gesamt 6,8

Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der RRPS AG sind im Folgenden beschrieben. Umgruppierungen zwischen den Stufen der Fair-Value-Hierarchie werden am Ende jeder Berichtsperiode überprüft. Im Geschäftsjahr 2018 gab es keine Umgliederungen.

STUFE 1. Es existieren notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten an aktiven Märkten.

stufe 2. Es existieren andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (zum Beispiel Preis) oder indirekt (zum Beispiel abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind. Im RRPS-Konzern fallen die Devisentermingeschäfte und Rohstoffderivate in die Stufe 2.

stufe 3. Es liegen Informationen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten vor, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Die Zeitwerte werden unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer Modelle (Bewertungsmethoden) und unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Marktparameter ermittelt.

Aufgrund der kurzen Laufzeiten der flüssigen Mittel, der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der kurzfristigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte und kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten.

Die langfristigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte, Finanzierungsverbindlichkeiten und langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt (Stufe 2). Zur Diskontierung werden marktübliche, auf die entsprechenden Laufzeiten bezogene Zinssätze verwendet.

Sofern für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren sind, keine Marktpreise (zum Beispiel Börsenkurse) vorliegen, werden die Zeitwerte unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer Modelle (Bewertungsmethoden) und unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Marktparameter ermittelt. Devisentermingeschäfte werden auf Basis aktueller Terminkurse bewertet. Dabei werden die in den bilanzierten Devisentermingeschäften fixierten Terminkurse mit den zum Stichtag ermittelten Terminkursen verglichen und die Vor- bzw. Nachteile entsprechend als finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten bilanziert. Für die Ermittlung der Terminkurse zum Stichtag werden die veröffentlichten Referenzkurse (Kassakurse) der Europäischen Zentralbank sowie am Markt beobachtete Terminaufschläge bzw. -abschläge verwendet. Die Marktwerte für die bilanzierten Rohstoffsicherungsgeschäfte werden von den Finanzinstituten ermittelt, mit denen die Rohstoffsicherungsgeschäfte jeweils abgeschlossen wurden. Dabei handelt es sich um indikative (hypothetische) Marktwerte der Einzelabschlüsse auf Mark-to-Market-Niveau zum jeweils genannten Datum.

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen von Factoring-Programmen verkauft werden können, ergibt sich der beizulegende Zeitwert aus dem vertraglich vereinbarten Kaufpreis.

35 | Leasingverhältnisse

Der RRPS-Konzern ist Leasingnehmer in verschiedenen Operating-Leasingverhältnissen. Die Leasingverhältnisse betreffen Mieten für Immobilien, Außenlager und Mobilien.

Die künftigen Mindestleasingzahlungen aufgrund unkündbarer Operating-Leasingverhältnisse stellen sich für die verschiedenen Perioden wie folgt dar:

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Künftige Mindestleasingzahlungen
fällig innerhalb 1 Jahres 41,7 25,0
fällig in 1-5 Jahren 67,7 46,3
fällig nach 5 Jahren 35,4 34,1
144,8 105,4

Im Rahmen von Miet- und Leasingverträgen wurden im Geschäftsjahr 2018 Aufwendungen in Höhe von 62,5 Mio. Euro (Vorjahr: 65,9 Mio. Euro) erfolgswirksam erfasst.

Der RRPS-Konzern ist Leasingnehmer in drei Finance-Leasingverhältnissen. Die Verpflichtungen aus dem Finance Lease betreffen Sachanlagen, die infolge der Gestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasingverträge dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zugerechnet werden. Die Überleitung der Mindestleasingzahlungen aus Finance-Lease-Verträgen zu den entsprechenden Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

In Mio. Euro Künftige Mindestleasingzahlungen Zinszahlungen 31.12.2018 Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen
fällig innerhalb 1 Jahres 1,6 0,5 1,1
fällig in 1-5 Jahren 6,2 1,4 4,9
fällig nach 5 Jahren 0,2 0,2
8,1 1,9 6,2
In Mio. Euro Künftige Mindestleasingzahlungen Zinszahlungen 31.12.2017 Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen
fällig innerhalb 1 Jahres 1,3 0,5 0,8
fällig in 1-5 Jahren 5,1 1,3 3,7
fällig nach 5 Jahren 1,5 0,1 1,3
7,9 1,9 5,8

36 | Eventualschulden sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen

EVENTUALSCHULDEN

Zum 31. Dezember 2018 bestanden Eventualschulden aus Haftungsverhältnissen in Höhe von 38,8 Mio. Euro (Vorjahr: 59,4 Mio. Euro). Diese beinhalten unter anderem Garantien gegenüber Kreditinstituten für die Finanzierung zugunsten verbundener Unternehmen. In den Eventualverbindlichkeiten waren Bürgschaften gegenüber Gläubigern von Joint Ventures im Wert von 29,5 Mio. Euro (Vorjahr: 29,2 Mio. Euro) enthalten.

SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

In Mio. Euro 31.12.2017 31.12.2018
Sonstige finanzielle Verpflichtungen, übrige 1.485,1 1.631,6

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen beinhalteten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Einkaufsvereinbarungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Komponenten und Ersatzteile im Wert von 1.613,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1.471,2 Mio. Euro). Darüber hinaus sind Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 16,5 Mio. Euro (Vorjahr: 8,1 Mio. Euro) und Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: 2,5 Mio. Euro) enthalten. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus dem Bestellobligo für Investitionen, Wartungsverträge und allgemeine Betriebsaufwendungen bewegten sich im geschäftsüblichen Rahmen und sind im Wesentlichen innerhalb eines Jahres fällig.

37 | Ergänzende Informationen zur Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung nach IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" werden Zahlungsströme eines Geschäftsjahres erfasst, um Informationen über die Bewegungen der Zahlungsmittel des Unternehmens darzustellen. Die Zahlungsströme werden nach betrieblicher Tätigkeit sowie nach Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Im Geschäftsjahr 2018 gab es einen zahlungsunwirksamen Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease in Höhe von 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro).

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel wie Barmittel und Sichteinlagen, die jederzeit in bestimmte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen.

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode durch Korrektur des Konzernergebnisses um Bestandsveränderungen bei derivativen Finanzinstrumenten, Vorräten, Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie zahlungsunwirksamen Posten ermittelt. Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt und Effekte aus Währungsumrechnung sowie Änderungen des Konsolidierungskreises dabei bereinigt.

38 | Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

NAHE STEHENDE UNTERNEHMEN

Die RRPS AG ist gemäß IAS 24 verpflichtet, Angaben in Bezug auf Geschäftsbeziehungen mit Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen, Joint Ventures, Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss sowie Mitgliedern der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats zu machen. Nahe stehende Unternehmen, die vom RRPS-Konzern beherrscht werden oder auf die vom RRPS-Konzern ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, sind in der Anteilsbesitzliste verzeichnet. Die Aufstellung der vollständigen Anteilsbesitzliste des RRPS-Konzerns zum 31. Dezember 2018 ist in Abschnitt 40 | "Anteilsbesitz der RRPS AG, Friedrichshafen" ersichtlich.

Die im Zuge der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der RRPS AG einbezogenen Tochterunternehmen sind im Konzernanhang unter Abschnitt 2 | "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" aufgeführt. Die RRPS AG unterhält zu verbundenen, nicht konsolidierten Tochterunternehmen geschäftsübliche Beziehungen, die aus dem normalen Geschäftsverkehr resultieren. Die nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind für die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des RRPS-Konzerns nicht wesentlich. Transaktionen der Konzernunternehmen mit Joint Ventures, assoziierten Unternehmen und Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss sind ausnahmslos der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der jeweils beteiligten Unternehmen zuzurechnen.

Geschäftsvorfälle zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und sind daher nicht Bestandteil dieser Anhangangabe.

Betrag der Geschäftsvorfälle (01.01. - 31.12.2017) Betrag der Geschäftsvorfälle (01.01. - 31.12.2018)
In Mio. Euro Volumen der erbrachten Leistungen Volumen der erhaltenen Leistungen Volumen der erbrachten Leistungen Volumen der erhaltenen Leistungen
--- --- --- --- ---
Tochterunternehmen 73,5 35,6 28,3 33,3
Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 41,1 2,2 69,6 2,6
Sonstige nahe stehende Unternehmen und Personen 78,54 12,1 84,4 13,7
193,1 49,9 182,3 49,7
Ausstehende Salden 31.12.2017 Ausstehende Salden 31.12.2018
In Mio. Euro Forderungen Verbindlichkeiten Forderungen Verbindlichkeiten
--- --- --- --- ---
Tochterunternehmen 16,3 1,9 4,1 0,1
Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 14,5 4,4 21,9 4,5
Unternehmen mit beherrschendem Einfluss 21,5 28,4 14,9 33,3
52,3 34,7 40,9 37,9

Die Geschäftsbeziehungen der Gesellschaften des RRPS-Konzerns mit sonstigen nahe stehenden Unternehmen und Personen sowie mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen resultieren vorwiegend aus dem laufenden Liefer- und Leistungsverkehr.

Das Transaktionsvolumen aus den Geschäftsbeziehungen mit den Unternehmen des Rolls-Royce-Konzerns fällt unter "Unternehmen mit beherrschendem Einfluss". Das Transaktionsvolumen aus den Geschäftsbeziehungen mit den genannten Gesellschaften und die daraus resultierenden Forderungen und Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sind in oben stehender Tabelle in der Zeile "Unternehmen mit beherrschendem Einfluss" ausgewiesen.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel in Höhe von 1.324,6 Mio. Euro (Vorjahr: 400,3 Mio. Euro) enthalten 1.123,0 Mio. Euro (Vorjahr: 210,0 Mio. Euro) kurzfristige Geldanlagen bei Rolls-Royce plc. Darüber hinaus existiert zum einen eine Kreditlinie in Höhe von 300,0 Mio. Euro, die zum 31. Dezember 2018 nicht in Anspruch genommen wurde und vollständig zur Verfügung steht. Zum anderen hat die Rolls-Royce plc zum 31. Dezember 2018 eine Garantie für Bankverbindlichkeiten der RRPS AG aus den Kreditverträgen mit der KfW IPEX-Bank GmbH in Höhe von 15,4 Mio. Euro (Vorjahr: 23,1 Mio. Euro) übernommen.

NAHE STEHENDE PERSONEN

Konzernunternehmen haben mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats des RRPS-Konzerns sowie mit anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Unternehmen, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keine berichtspflichtigen Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.

Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen des RRPS-Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats. Die Zusammensetzung des Vorstands und Aufsichtsrats ist in Abschnitt 39 | "Organe" des Konzernanhangs ersichtlich.

Arbeitnehmervertreter, die im Aufsichtsrat tätig sind, erhalten Vergütungen für Arbeitsleistungen außerhalb ihrer Aufsichtsratstätigkeit.

Die Vergütungen der Vorstandsmitglieder der RRPS AG betrugen:

In Mio. Euro 01.01. - 31.12.2017 01.01. - 31.12.2018
Kurzfristig fällige Leistungen 2,3 2,7
davon feste Vergütung 1,0 1,0
davon erfolgsbezogene Vergütung 1,3 1,7
Langfristig fällige Leistungen (erfolgsorientierte Vergütung) 0,1
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0,4 0,4
davon laufender Dienstzeitaufwand aus Erhöhung der Pensionsrückstellungen 0,4 0,4
2,8 3,1

Die kurzfristig fälligen Leistungen umfassen insbesondere Gehälter sowie erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile. Die Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses schließen den im Geschäftsjahr für die Pensionsverpflichtungen berücksichtigten Dienstzeitaufwand ein.

Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2018 Vorschüsse in Höhe von 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,4 Mio. Euro) an Vorstände ausbezahlt.

Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands der RRPS AG, die ihre Geschäftstätigkeit vor 2018 beendeten, beliefen sich im Geschäftsjahr 2018 auf insgesamt 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,2 Mio. Euro). Zum 31. Dezember 2018 betrug die Rückstellung für Pensionszusagen an diese Vorstände 23,9 Mio. Euro (Vorjahr: 24,8 Mio. Euro), die Rückstellungen für die LTIC-Programme beliefen sich zum 31. Dezember 2018 auf 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro).

Die Vorstandsmitglieder nehmen ebenfalls am Long-Term Incentive Plan (LTIP) von Rolls-Royce plc teil.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 wurden die Aufsichtsratsmitglieder mit insgesamt 0,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,4 Mio. Euro) vergütet.

39 | Organe

MITGLIEDER DES VORSTANDS

Der Vorstand der RRPS AG setzt sich wie folgt zusammen:

ANDREAS SCHELL

Vorsitzender des Vorstands - Chief Executive Officer (CEO)

Ressort "Corporate Functions, Sales, Operations, Purchasing & Technology"

MARCUS A. WASSENBERG

Ressort "Corporate Services, HR, Integrity" - Chief Financial Officer (CFO)

AUFSICHTSRAT

Auf der Anteilseignerseite schied im Geschäftsjahr 2018 Colin Smith (bis 31. Januar 2018) aus.

Im Geschäftsjahr fanden zudem die Neuwahlen der Aufsichtsratsmitglieder statt. Am 16. März 2018 erfolgte die Wahl der Anteilseignervertreter sowie am 1. März und 23. März 2018 die Wahl der Arbeitnehmervertreter.

Auf der Arbeitnehmerseite schied am 16. März 2018 Franz Benz aus.

Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurden auf Anteilseignerseite Fiona (Fi) Dolan und auf Arbeitnehmerseite Roman Zitzelsberger. Die übrigen Mitglieder wurden wiedergewählt.

Dem Aufsichtsrat der RRPS AG gehören somit folgende Aufsichtsratsmitglieder an:

AXEL ARENDT (Vorsitzender)

Dipl.-Ing., Dipl.-Wirtschaftsingenieur

Selbstständiger Unternehmensberater

ANDREAS BEMERL *

Betriebswirt (VWA)

Freigestellter Betriebsrat, Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

THOMAS BITTELMEYER * (Stellvertretender Vorsitzender)

Betriebsratsvorsitzender, Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

SIMON JOHN CARLISLE

Director - Strategy Civil Aerospace bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien

FIONA DOLAN

Group Controller bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien

MARK GREGORY

General Counsel bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien

DR. ANDREAS KUNZ *

Doktoringenieur

Entwicklungsleiter kommerzielle Motoren, MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen

MIKAEL MAKINEN

President - Marine bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien

HELENE SOMMER *

Politikwissenschaftlerin (BA)

Gewerkschaftssekretärin, zweite Bevollmächtigte und Kassiererin der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben

DR. ROBERT WATSON

Chief of Staff des Chief Executive bei Rolls-Royce plc, London/Großbritannien

ACHIM ZINSER *

Freigestellter Betriebsrat, MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen

ROMAN ZITZELSBERGER *

Bezirksleiter der IG Metall-Bezirksleitung Baden-Württemberg, Stuttgart

*​​​​​​​ Arbeitnehmervertreter

Innerhalb des Gesamtaufsichtsrats wurden ein Vermittlungsausschuss, ein Präsidialausschuss und ein Prüfungsausschuss gebildet.

Der Vermittlungsausschuss setzt sich aus Axel Arendt (Vorsitzender), Thomas Bittelmeyer (stellvertretender Vorsitzender), Simon John Carlisle und Helene Sommer zusammen.

Den Präsidialausschuss bilden Axel Arendt (Vorsitzender), Thomas Bittelmeyer (stellvertretender Vorsitzender), Mark Gregory und Helene Sommer.

Dem Prüfungsausschuss gehören Axel Arendt (Vorsitzender), Achim Zinser (stellvertretender Vorsitzender), Andreas Bemerl und Mark Gregory an.

40 | Anteilsbesitz der RRPS AG, Friedrichshafen, Zusatzangaben nach HGB

Name und Sitz der Gesellschaft Unmittelbarer/mittelbarer Anteilsbesitz: Anteil am Kapital

in %
Eigenkapital

in Tsd. Euro
Anmerkungen 1) Ergebnis

in Tsd. Euro
Anmerkungen 1)
MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen 100 % 495.174 0 1)
MTU Asia Pte. Ltd., Singapur/Singapur 100 % 181.136 41.311
MTU Hong Kong Ltd., Hongkong/China 100 % 35.500 4.500
MTU Engineering (Suzhou) Co. Ltd., Suzhou/China 100 % 22.312 - 1.004
MTU India Pvt. Ltd., Pune/Indien 100 % 8.838 2.045
PT MTU Indonesia, Jakarta/Indonesien 100 % 17.289 3.244
MTU Japan Co. Ltd., Tokio/Japan 100 % 13.719 998
MTU China Co. Ltd., Shanghai/China 100 % 1.437 99
MEST Co. Ltd., Gyeongsangnam-do/Südkorea 47 % 6.232 1.839
Shanxi North MTU Diesel Co. Ltd., Datong/China 49 % 18.962 - 170
MTU Power Systems Sdn. Bhd., Kuala Lumpur/Malaysia 100 % 48 6 5)
MTU Onsite Energy GmbH, Augsburg 100 % 5.080 0 2)
MTU Italia S.r.l., Arcola/Italien 100 % 23.698 4.017
MTU Benelux B.V., Dordrecht/Niederlande 100 % 21.337 3.900
MTU do Brasil Ltda., Sao Paulo/Brasilien 100 % 13.764 3) - 318 3)
MTU America Inc., Detroit/USA 100 % 489.470 109.470
MTU Onsite Energy Corp., Mankato/USA 100 % 65.317 - 4.185
EPIX Power Systems LLC, Houston/USA 50 % 439 - 478
Karl Maybach-Hilfe GmbH (Unterstützungskasse), Friedrichshafen 100 % 7.225 0
MTU France SAS, Eragny sur Oise /Frankreich 100 % 1.385 3) 285 3)
MTU Israel Ltd., Nathanya/Israel 100 % 1.389 4) 1.162 4)
MTU Motor Türbin Sanayi ve Ticaret A.§., Hadimköy/Türkei 100 % 27.076 16.144
MTU Reman Technologies GmbH, Magdeburg 100 % 11.783 0 2)
MTU Polska Sp. z o.o., Warschau/Polen 100 % 3.558 9
MTU Yuchai Power Company Ltd., Yulin, China 50 % 16.359 - 537
Force MTU Power Systems Private Ltd., Maharashtra/Indien 49 % 3.204 - 81 5)
MTU Africa Pty. Ltd., Kapstadt/Südafrika 100 % 5.800 214
MTU South Africa Pty. Ltd., Kapstadt/Südafrika 100 % 4.112 - 4.229
Prokura Diesel Services Pty. Ltd., Kapstadt/Südafrika 100 % 11 4) 0 4)
MTU UK Ltd., East Grinstead/Großbritannien 100 % 10.650 3.145
MTU Ibérica Propulsión y Energía S.L., Coslada/Spanien 100 % - 6.659 8
MTU Onsite Energy Systems GmbH, Ruhstorf 100 % - 17.722 8.835
Bergen Engines AS, Bergen/Norwegen 100 % 27.125 - 10.661
Bergen Engines BV, Rotterdam/Niederlande 100 % 3.981 - 180
Bergen Engines Denmark A/S, Aalborg/Dänemark 100 % 5.451 2.371
Bergen Engines India Pvt. Ltd., Neu Delhi/Indien 100 % 12.621 419
Bergen Engines S.L., Tarragona/Spanien 100 % 10.453 2.537
Bergen Engines S.R.L., Genua/Italien 100 % 13.891 2.235
Bergen Engines Ltd., Bedford/Großbritannien 100 % 1.933 832
Bergen Engines Property Co AS, Bergen/Norwegen 100 % 4.627 24
Bergen Engines Bangladesh Pvt. Ltd., Dhaka/Bangladesch 100 % 4.064 - 140
MTU Rus LLC, Moskau/Russland 100 % 4.547 4) 1.376 4)
MTU Middle East FZE, Dubai/Vereinigte Arabische Emirate 100 % - 6.601 - 1.478
Qinous GmbH, Berlin 20 % - 1.218 - 2.426 5)

1 EAV mit der Rolls-Royce Power Systems AG

2 EAV mit der MTU Friedrichshafen GmbH

3 Erstkonsolidierung 2018

4 Werte 2017

5 Neugründung 2018

41 | Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2018 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

Friedrichshafen, 15. März 2019

Rolls-Royce Power Systems AG

Andreas Schell, Vorsitzender des Vorstands ,Chief Executive Officer (CEO) Ressort "Corporate Functions, Sales, Operations & Technology"

Marcus A. Wassenberg, Mitglied des Vorstands, Chief Financial Officer (CFO) Ressort "Corporate Services, HR & Integrity"

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Rolls-Royce Power Systems AG, Friedrichshafen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Rolls-Royce Power Systems AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2018 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 und
vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Stuttgart, den 15. März 2019

**PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfüngsgesellschaft**

Jörg Schneider, Wirtschaftsprüfer

Kai Mauden, Wirtschaftsprüfer