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Rheinmetall AG Management Reports 2011

Apr 12, 2012

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Management Reports

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Rheinmetall AG

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011

Einzelabschluß 2011

Zusammengefasster Lagebericht

RHEINMETALL AN DEN KAPITALMÄRKTEN

»ENTWICKLUNG AN DEN AKTIENMÄRKTEN«

Nachdem das Börsenjahr 2010 nach der Weltwirtschaftkrise 2008/2009 sehr erfolgreich verlaufen war, schwenkten die Indizes DAX und MDAX in der ersten Hälfte des Jahres 2011 in eine Seitwärtsbewegung ein. Ab Mitte Februar 2011 gaben diese Indizes - verstärkt durch die Naturkatastrophe in Japan - zwar um knapp 10% nach, erholten sich aber schnell wieder. Der DAX verzeichnete am 2. Mai 2011 mit 7.528 Punkten sein Jahreshoch, der MDAX erreichte sein Jahresmaximum von 11.187 Punkten rund zwei Monate später am 7.Juli 2011.

Die anhaltenden Probleme in der Euro-Zone, die sich in Rating-Herabstufungen mehrerer Staaten und in Diskussionen um die Vermeidung von Staatspleiten, vor allem Griechenlands, ausdrückten, ließen im Sommer die Befürchtungen über die Auswirkungen der Finanz- und Staatshaushaltskrise auf die Realwirtschaft steigen. Zahlreiche Investoren begannen, mit einer Rezession zu rechnen. Durch diese Kulmination negativer Erwartungen kippte die bisher positive Börsenstimmung und führte im August und September 2011 zu drastischen Kursverlusten. Der DAX verlor binnen sechs Wochen rund 30% an Wert und verzeichnete am 12.September 2011 mit 5.072 Punkten sein Jahrestief. Ähnlich entwickelte sich der MDAX, der seinen niedrigsten Stand am 4.Oktober 2011 erreichte und mit 7.783 Punkten notierte.

Als nach mehreren EU-Gipfel-Treffen und Regierungswechseln das Vertrauen in die Anstrengungen zur Bewältigung der Krise stieg, setzte an den Kapitalmärkten eine leichte Aufwärtstendenz ein, die allerdings durch eine hohe Volatilität gekennzeichnet war. Den Indizes gelang es jedoch nicht mehr, zum Niveau des ersten Halbjahres aufzuschließen. Der DAX beendete das Börsenjahr am 30.Dezember 2011 mit 5.898 Punkten, der MDAX mit 8.898 Punkten. Für die Indizes bedeutete das deutliche Wertverluste im Jahr 2011 - der DAX gab um 15 % nach, der MDAX um 12%.

30. Dezember 2010 (=100 %) bis 24. Februar 2012

»KURSENTWICKLUNG DER RHEINMETALL-AKTIE«

Die Rheinmetall-Aktie setzte 2011 zunächst den Kurssprung vom Dezember 2010 - in diesem Monat allein mit einem Anstieg von über 20 % - fort, der die Aktie bis zum 18. Januar 2011 auf das Jahreshoch von 66,46 EUR hinaufschnellen ließ. Danach verlief die Notierung bis Anfang Mai weitgehend parallel zum MDAX. Nach der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal 2011 bewertete der Kapitalmarkt Rheinmetall im Vergleich zu den Indizes unterdurchschnittlich. Diesen Abstand holte die Aktie aber bis Juli 2011 wieder vollständig auf. Im Zuge des schalten Kursrückgangs an den Börsen, ausgelöst durch die starke Verunsicherung der Aktienmärkte und zunehmende Rezessionsangst, sank der Kurs der Aktie ab August 2011 deutlich unter das Niveau von DAX und MDAX. Während die Rheinmetall-Aktie bereits in der ersten Jahreshälfte mit Befürchtungen bezüglich sinkender Verteidigungsausgaben westlicher Staaten zu kämpfen hatte, trat nun die Sorge der Anleger über einen konjunkturellen Einbruch und damit verbunden über einen Ergebnisrückgang im Automotivegeschäft hinzu.

Beide Einschätzungen setzten die Aktie unter Druck, so dass sie ab Juli 2011 überdurchschnittlich stark an Wert verlor. Ihren Jahrestiefststand erreichte sie am 25.November mit 30,35 EUR. Seitdem ist wieder eine Erholung festzustellen. Der Kurs am letzten Börsentag des Jahres 2011 lag bei 34,24 EUR, was einem Rückgang im Geschäftsjahr 2011 um 43% entspricht. Nach Abschluss des Geschäftsjahres trat die pessimistischere Einschätzung aber allmählich wieder in den Hintergrund und der Kurs erholte sich bis zum 24.Februar 2012 auf 45,98 EUR.

Januar 2011 bis Februar 2012

»RANKING IM MDAX«

Der überdurchschnittliche Kursverlust der Rheinmetall-Aktie spiegelte sich auch in der Marktkapitalisierung wider. In der Rangliste der Deutschen Börse nahm die Rheinmetall-Aktie am Ende des Berichtsjahres den 17.Platz ein, nach Platz 10 am Bilanzstichtag des Vorjahres. Bei einer konstanten Anzahl von 39.599.000 Aktien und einem Streubesitz von fast 97% ergab sich zum Jahresende 2011 ein Börsenwert von 1,3 MrdEUR.

In dem anderen wichtigen Kriterium der MDAX-Zugehörigkeit, dem Handelsvolumen der Aktie, war eine erhebliche Verbesserung zu verzeichnen. Das durchschnittliche börsentägliche Handelsvolumen der Rheinmetall-Aktie stieg von rund 234.000 Aktien im Jahr 2010 auf 276.000 Aktien im Berichtsjahr deutlich an. Die somit nochmals gestiegene Liquidität der Aktie, die gleichzeitig ein wichtiges Investitionskriterium für institutionelle Investoren ist, führte zu einer Verbesserung der Ranglistenposition beim Börsenumsatz von Platz 14 im Jahr 2010 auf Platz 12 in 2011.

»DIVIDENDENAUSSCHÜTTUNG«

Auch für das Geschäftsjahr 2011 wird der Rheinmetall-Konzern seine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik fortsetzen. Für das Berichtsjahr werden Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 1,80 EUR vorschlagen, das entspricht auf der Grundlage des Jahresschlusskurses 2011 von 34,24 EUR einer Dividendenrendite von 5,3 %. Die Ausschüttungsquote, d.h. die Dividende im Verhältnis zum Gewinn pro Aktie, wird damit erneut über 30 % liegen.

»AKTIONÄRSSTRUKTUR«

Die Ergebnisse der im November 2011 gestarteten Aktionärsanalyse zeigten eine breite und diversifizierte Aktionärsstruktur mit einem Schwerpunkt europäischer Investoren. Insgesamt hielten Anleger aus dieser Region 57% des Anteilsbesitzes der Rheinmetall AG, 30% des Kapitals entfielen auf nordamerikanische Investoren und 3% der Aktien befanden sich im Besitz der Rheinmetall AG.

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

»MITTEILUNGEN ÜBER VERÄNDERUNGEN DES STIMMRECHTSANTEILS«

Im Geschäftsjahr 2011 informierten Investoren die Gesellschaft über die Über- bzw. Unterschreitung der Meldegrenzen für mitteilungspflichtige Veränderungen des Stimmrechtsanteils gemäß §21 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG). Die Rheinmetall AG unterrichtete die Kapitalmärkte darüber gemäß § 26 WpHG und informierte die interessierte Öffentlichkeit auch auf ihrer Homepage in der Rubrik Investor Relations über diese Veränderungen. Zum Jahresultimo 2011 hielten die Fondsgesellschaften Black Rock Inc., New York, USA, mehr als 5% und Harris Associates L.P, Chicago, USA, mehr als 10% der Rheinmetall-Aktien.

»TREASURY STOCKS«

Die Rheinmetall AG hat auch im Geschäftsjahr 2011 von ihrem Recht auf Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht. Der Anteil der eigenen als Treasury Stocks gehaltenen Aktien belief sich am Ende des Geschäftsjahres 2011 auf 3,4% (1.350.842 Stück), nach 3,3% oder 1.293.198 Aktien am Bilanzstichtag des Vorjahres. 2011 erwarb die Gesellschaft 333.025 Aktien, wovon 169.743 Aktien durch das Mitarbeiteraktienkaufprogramm und 105.638 Aktien über das Long-Term-Incentive-Programm abflossen. Am 9.Februar 2012 hielt die Rheinmetall AG 1.547.842 Aktien oder 3,9%.

»AKTIENERWERB DURCH DAS MANAGEMENT«

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sowie ihnen nahestehende Personen besaßen am 31.Dezember 2011 wie am Bilanzstichtag 2010 zusammen 437.853 Aktien bzw. 1,1% des Grundkapitals. Der Vorstand hielt 89.313 Aktien oder 0,2 %, der Aufsichtsrat 348.440 Aktien oder 0,9%.

»MITARBEITER ALS AKTIONÄRE«

Die Möglichkeit, Rheinmetall-Aktien zu ermäßigten Konditionen zu erwerben, wurde 2011 im April und im November angeboten. Bei diesen Gelegenheiten erwarben die berechtigten Mitarbeiter 169.743 Aktien, die mit einer Haltefrist von zwei Jahren belegt sind. Seit der ersten Auflage des Mitarbeiteraktienkaufprogramms im Jahr 2008 haben Rheinmetall-Beschäftigte insgesamt 680.454 Aktien erworben, wovon 54.502 Aktien von den europäischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seit der Einführung des europäischen Mitarbeiteraktienkaufprogramms im Jahr 2010 gezeichnet wurden.

»KOMMUNIKATION MIT DEN KAPITALMARKTTEILNEHMERN«

Ziel der Kapitalmarktkommunikation des Rheinmetall-Konzerns ist es, einen kontinuierlichen und offenen Dialog mit Aktionären, potenziellen Investoren und Finanzanalysten zu führen und dadurch die Voraussetzungen für eine faire und realistische Bewertung der Rheinmetall-Aktie am Kapitalmarkt zu schaffen. Zu diesem Zweck hat Rheinmetall im Geschäftsjahr 2011 mehr als 230 Gespräche mit Investoren und Analysten geführt. Ein großer Teil davon fand auf insgesamt 15 Investoren-/Analystenkonferenzen und Roadshows statt. Ziele waren die wesentlichen Finanzplätze in Europa und Nordamerika, darunter London, Frankfurt am Main, Paris, Zürich, Edinburgh und New York. Hinzu kamen zahlreiche Einzelgespräche im Rahmen von Investorenbesuchen und Telefonkonferenzen. Dabei informierte das Management - in den meisten Fällen mit direkter Beteiligung eines Vorstandsmitglieds - aktiv und umfassend über Geschäftsentwicklung, Unternehmensstrategie und Zukunftsperspektiven des Unternehmens.

Diese umfangreichen Aktivitäten haben zu einem großen Interesse des Kapitalmarkts an Rheinmetall beigetragen und auch dazu geführt, dass das Interesse der international tätigen Brokerhäuser an der aktiven Coverage durch Aktienanalysten weiter erfreulich hoch ist. Per 31.Dezember 2011 berichteten insgesamt 23 Aktienanalysten mit umfangreichen Studien regelmäßig über die Geschäftsentwicklung der Rheinmetall AG. Die Analysten erfüllen damit eine wichtige Aufgabe bei der Information der Investoren über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen. Die vertrauensvolle und offene Kommunikation mit diesen Instituten bildet einen zentralen Punkt der Investor-Relations-Arbeit des Rheinmetall-Konzerns. Mit 14 Kaufempfehlungen am Jahresende schätzten etwa zwei Drittel der Analysten das Potenzial des Unternehmens als hoch ein. Acht Analysten empfahlen ein "Halten" der Aktie, während nur ein Analyst die Aktie mit "Verkaufen" einstufte.

»ROBUSTE REALWIRTSCHAFT IN 2011 - SCHULDENKRISE LASTET AUF DER WELTKONJUNKTUR«

Nach einer dynamischen Wachstumsphase zwischen Januar und Juni 2011 führten die Finanzmarkt- und Währungsturbulenzen seit August zu einer schrittweisen Abkühlung der Weltkonjunktur. Trotz einer im Vergleich zur Weltwirtschaftskrise 2008/2009 robusten Entwicklung der Realwirtschaft war das zweite Halbjahr von zunehmenden Sorgen um die Stabilität der Euro-Zone und eine erhöhte Rezessionsgefahr geprägt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte im September seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft 2011 auf 4,0%, nachdem im Juni 2011 noch 4,3% erwartet worden waren.

Im November 2011 attestierte die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) der Weltwirtschaft eine "deutliche Verschlechterung" der Lage gegenüber ihrem Konjunkturausblick aus dem Frühjahr. Dabei sei die Euro-Krise das herausragende Risiko für die globale Wirtschaftsentwicklung. Das Gefahrenpotenzial werde dadurch vergrößert, dass zwischenzeitlich auch Länder "ins Schussfeld" geraten seien, deren Finanzen bisher als relativ stabil galten.

Für die 34 Mitgliedsstaaten der OECD ermittelten deren Konjunkturexperten ein Wirtschaftswachstum von 1,9 % für 2011. Als größte Volkswirtschaft unter den reifen Industrienationen erzielten die USA gemäß der OECD-Studie ein Wachstum von 1,7%, während Japan aufgrund der Erdbeben- und TsunamiKatastrophe im März 2011 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 0,3% verzeichnete. In der Euro-Zone legte die Wirtschaftsleistung 2011 um 1,6 % zu, angeführt von der Konjunkturlokomotive Deutschland, wo sich das Bruttoinlandsprodukt mit einem Plus von 3,0 % überdurchschnittlich stark entwickelte. Die deutsche Wirtschaft profitierte dabei vor allem von einer anhaltend hohen Inlandsnachfrage: die privaten Konsumausgaben stiegen, Betriebe investierten mehr in Maschinen und Fahrzeuge. Für eine positive Überraschung sorgte zudem gegen Jahresende der ifo-Geschäftsklimaindex, der als Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland gilt. Im November 2011 hatten sich die Geschäftserwartungen der gewerblichen Wirtschaft erstmals seit vier Monaten wieder leicht verbessert. Das ifo-Institut kam daher zu dem Schluss, dass sich die deutsche Wirtschaft vor dem Hintergrund der internationalen Verwerfungen weiterhin vergleichsweise gut schlägt. Dennoch waren sich die Konjunkturexperten darüber einig, dass sich auch die deutsche Wirtschaft nicht von den negativen Auswirkungen der wirtschaftlichen Unsicherheiten durch die Euro- und Schuldenkrise abkoppeln kann. Bezeichnenderweise wurde das Herbstgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute unter dem Titel "Europäische Schuldenkrise belastet deutsche Konjunktur" veröffentlicht.

Die aufstrebenden Schwellenländer erreichten 2011 noch immer ein kräftiges Wachstum, allerdings verlangsamte sich auch hier das Tempo. Nachdem die chinesische Wirtschaft 2010 noch leicht zweistellig gewachsen war, ermittelte die OECD 2011 für China ein Wachstum von 9,3%. Das Bruttoinlandsprodukt in Indien nahm 2011 laut OECD um 7,7% gegenüber dem Vorjahr zu.

»WELTWEITE VERTEIDIGUNGSAUSGABEN IM JAHR 2011 NOCHMALS LEICHT GESTIEGEN«

Die Entwicklung der weltweiten Verteidigungsausgaben war neben den Zwängen zur Haushaltskonsolidierung in vielen Staaten auch im Berichtsjahr von einem anhaltend hohen, einsatzbedingten Modernisierungsbedarf der militärischen Ausrüstung geprägt. Nach Berechnungen der Experten von IHS Jane's sind die weltweiten Defence-Ausgaben im Jahr 2011 nochmals leicht auf 1.570 Mrd USD gestiegen. Während bei den Ausgaben für militärisches Personal und im Bereich der militärischen Forschung und Entwicklung Kürzungen zu verzeichnen waren, legten die Ausgaben für die Beschaffung von Ausrüstung im Jahr 2011 um über 4% auf weltweit 362 Mrd USD zu.

Hohe Steigerungen der Verteidigungsetats verzeichneten 2011 laut den Analysten von IHS Jane's vor allem Schwellenländer wie Brasilien und Indien, aber auch in Staaten der Region Mittlerer Osten und Nordafrika (MENA) nahmen die Budgets im Berichtsjahr zum Teil deutlich zu. In den USA, dem Land mit den weltweit höchsten Verteidigungsausgaben, lag der Verteidigungsetat 2011 mit rund 711 Mrd USD , trotz der erheblich zugespitzten Verschuldungssituation, knapp 2,6% unter dem Wert des Vorjahres. In Deutschland standen 2011 im Verteidigungshaushalt 31,6 MrdEUR zur Verfügung; eine Summe leicht über dem Vorjahreswert von 31,1 MrdEUR. Die Ausgaben für militärische Beschaffungen sowie für Forschung und Entwicklung erreichten in Deutschland mit 6,2 MrdEUR fast das Vorjahresniveau von 6,4 MrdEUR.

Im Rahmen der grundsätzlichen Neuausrichtung der deutschen Streitkräfte geht 2011 als ein besonderes Jahr in die Geschichte der Bundeswehr ein. Mit der Verabschiedung des Reformkonzepts wurden grundlegende Weichen für eine Neuausrichtung der Truppe gestellt. Durch die Aussetzung der Wehrpflicht ist die Bundeswehr seit Juli 2011 eine reine Freiwilligen-Armee. Darüber hinaus soll die Personalstärke schrittweise von rund 211.000 auf bis zu 185.000 Soldatinnen und Soldaten sowie auf bis zu 55.000 Angestellte und Beamte reduziert werden. Zu den Eckpfeilern der Bundeswehrreform gehört zudem eine Neuordnung des Beschaffungswesens, für die sich auch die wehrtechnische Industrie zur Hebung von Effizienzpotenzialen eingesetzt hatte.

»BESTMÖGLICHER SCHUTZ UND EFFEKTIVE WIRKUNG SIND WACHSTUMSSEGMENTE IM BEREICH DEFENCE«

Bodentruppen trugen auch im Berichtsjahr in den maßgeblichen Auslandseinsätzen der westlichen Staaten die Hauptlast. Investitionen in Schutz und Wirkung der Landstreitkräfte standen daher erneut weit oben auf der Prioritätenliste der Beschaffungsvorhaben in Deutschland und zahlreichen anderen befreundeten Staaten. Als ein weltweit führendes Systemhaus für Heerestechnik hat Rheinmetall Defence die daraus resultierenden Wachstumschancen konsequent genutzt. Rheinmetall Landsysteme ist beispielsweise an dem größten laufenden britischen Beschaffungsprogramm im Bereich der Landstreitkräfte - der Modernisierung des britischen Schützenpanzers Warrior - beteiligt. Positive Nachrichten kamen Ende 2011 zudem aus Australien: das australische Verteidigungsministerium gab im Dezember 2011 bekannt, dass Rheinmetall MAN Military Vehicles zum bevorzugten Bieter für die Beschaffung von logistischen Militär-Radfahrzeugen ausgewählt wurde. Darüber hinaus verbuchte der Geschäftsbereich Radfahrzeuge mit dem Großauftrag des algerischen Verteidigungsministeriums zur Lieferung von geschützten Truppentransportfahrzeugen Fuchs 2 in verschiedenen Varianten einen weiteren bedeutenden internationalen Erfolg.

Neben geschützten Fahrzeugen gewinnt auch der Bereich Simulation und Ausbildung weiter an Bedeutung. Im Berichtsjahr akquirierte der Geschäftsbereich Simulation und Ausbildung einen Großauftrag zur Errichtung eines Gefechtsübungszentrums in Russland. Dieses Trainingszentrum wird bei der Inbetriebnahme 2014 das erste Live-Virtual-Constructive-Gefechtsübungszentrum weltweit sein.

Auch die skandinavische Tochtergesellschaft Rheinmetall Nordic erzielte einen wichtigen Exporterfolg: mit Malaysia wurde ein Vertrag zur Ausstattung eines neuen Truppentransporters mit modernsten Rheinmetall-Aufklärungssystemen unterzeichnet.

In Deutschland hat das Verteidigungsministerium zwar niedrigere Stückzahlen bei bestimmten Großvorhaben angekündigt, gleichzeitig aber klargestellt, dass frei werdende Mittel nicht eingespart, sondern für neue Investitionen zur Verfügung stehen sollen.

»STARKES AUTOMOBILJAHR 2011«

Die Automobilbranche blickte trotz der Rückschläge durch die Naturkatastrophe in Japan und die zunehmende Verunsicherung durch die Euro-Krise auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. "Die zur Mitte des Jahres immer stärker werdenden Turbulenzen an den Finanzmärkten, die hohen Rohstoffpreise und auch der hohe Inflationsdruck haben bisher kaum Bremsspuren gezeigt", so das Fazit des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) aus seinem im November 2011 veröffentlichten Konjunkturbarometer.

Für die deutsche Automobilindustrie war das Jahr 2011 laut VDA durch neue Rekorde bei Umsatz, Produktion und Export geprägt. Aber auch weltweit erwies sich die Automobilkonjunktur im Berichtszeitraum als ausgesprochen robust. Nach Berechnungen der Branchenexperten von IHS Automotive legte die globale Automobilproduktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 t gegenüber dem Boom Jahr 2010 nochmals um 2,9% zu und erreichte mit rund 75 Mio Einheiten einen neuen Höchststand. Damit ließ die Automobilindustrie das Krisenjahr 2009, in dem nur rund 58 Mio Fahrzeuge produziert wurden, weit hinter sich. In den Triademärkten Westeuropa, NAFTA und Japan betrug der Produktionszuwachs im Jahr 2011 nur 0,7%, wobei hier jedoch zu berücksichtigen ist, dass die Fertigungszahlen in Japan aufgrund der Ausfälle durch die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe um 14,2% zurückgingen. Der nordamerikanische Markt wuchs 2011 um 9,1 %, während Westeuropa ungeachtet der Euro-Krise immerhin noch ein Produktionsplus von 2,9 % erreichte. Motor der positiven europäischen Entwicklung war vor allem die deutsche Automobilindustrie, die einen Zuwachs der Produktionsstückzahlen von 5,3 % verzeichnete. Neben der anhaltend hohen Inlandsnachfrage haben die deutschen Automobilhersteller laut VDA auch in den wichtigsten Auslandsmärkten weiter zugelegt. So auch in China, wo deutsche Hersteller erstmals mehr als 2 Mio Pkw absetzten.

Insgesamt konnte der chinesische Markt nicht an die massiven Wachstumsschübe der Vorjahre anknüpfen, bewegte sich gemäß IHS Automotive aber mit einer Produktionssteigerung von 3,6% weiter auf hohem Niveau. Ungebrochen kräftig war die Wachstumsdynamik der indischen Automobilindustrie, deren Stückzahlen die des Vorjahres um 10,4% übertrafen. Dagegen verzeichnete der brasilianische Markt - nach einem starken Vorjahr - 2011 ein geringes Produktionsminus von 0,9%.

»AUTOMOTIVE MIT KONJUNKTURELLEM RÜCKENWIND - AKTIVER TREIBER VON BRANCHENTRENDS«

Der Unternehmensbereich Automotive profitierte 2011 nicht nur von der allgemein positiven Automobilkonjunktur, sondern in Zeiten knapper werdender Rohstoffe und wachsender Ansprüche an die Emissionskontrolle vor allem von der konsequenten Besetzung von Markttrends in den Bereichen Verbrauchssenkung und Schadstoffreduktion. So akquirierte die seit der Internationalen Automobilausstellung (IAA) 2011 als KSPG AG firmierende Automotive-Tochtergesellschaft im Berichtsjahr Aufträge renommierter europäischer und amerikanischer Automobilhersteller für vollvariable elektrische HauptKühlmittelpumpen mit einem Umsatzvolumen von über 200 MioEUR. Diese Pumpen kommen in neu entwickelten, besonders verbrauchsgünstigen Motorengenerationen zum Einsatz, bei einem amerikanischen Kunden auch in einer neuen Hybrid-Motorengeneration. KSPG stellte zudem eine zukunftsträchtige Brückentechnologie zur Akzeptanzsteigerung der Elektromobilität vor: den sogenannten Range Extender, mit dem die Reichweite elektrisch betriebener Fahrzeuge deutlich vergrößert wird. Dabei handelt es sich um einen besonders kompakten Verbrennungsmotor zum Antrieb eines Generators, der Akkumulator und Elektromotor mit Energie versorgt.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG RHEINMETALL-KONZERN

»WESENTLICHE EREIGNISSE IM GESCHÄFTSJAHR 2011«

Im Juli 2011 teilte Rheinmetall in einer Ad-hoc-Meldung mit, die Nachhaltigkeit der Zwei-Säulen-Strategie des Unternehmens mit seinen beiden Bereichen Automotive und Defence zu überprüfen. Automotive und Defence soll es jeweils ermöglicht werden, ihre Wettbewerbspositionen mit größerer Flexibilität weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang untersucht Rheinmetall insbesondere die Möglichkeit eines Börsengangs der KSPG AG, die im Rheinmetall-Konzern den Bereich Automotive repräsentiert. Der Vorstand hält sich dabei unverändert offen, an der bisherigen Zwei-Säulen-Strategie festzuhalten. Anfang November 2011 informierte der Vorstand der Rheinmetall AG im Rahmen der Berichterstattung zum dritten Quartal 2011, dass er im Hinblick auf die gegenwärtige Instabilität an den Kapitalmärkten und der hohen Volatilität der Notierungen die Voraussetzungen für einen Börsengang der Automotive-Sparte derzeit nicht für gegeben hält.

»UMSATZ VON 4,5 MRDEUR IM RHEINMETALL-KONZERN«

Der Rheinmetall-Konzern erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 4.454 MioEUR, nach 3.989 MioEUR im Jahr zuvor, was einem Anstieg von 12 % entspricht. Der Anteil von Rheinmetall Defence am Gesamtumsatz betrug 48% (Vorjahr: 50%), der Unternehmensbereich Automotive steuerte 52% (Vorjahr: 50%) bei.

Umsatz MioEUR

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2010 2011
Rheinmetall-Konzern 3.989 4.454
Unternehmensbereich Defence 2.007 2.141
Unternehmensbereich Automotive 1.982 2.313

Rheinmetall Defence erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 2.141 MioEUR und übertraf den Vorjahreswert um 134 MioEUR oder 7%, um Konsolidierungskreisänderungen bereinigt betrug das Wachstum 3 %. Die im Geschäftsjahr 2011 erstmals einbezogenen Aktivitäten der Rheinmetall Laingsdale (Pty) Ltd. (ab Januar 2011), der ADS Gesellschaft für aktive Schutzsysteme mbH (ab Februar 2011) sowie der MarineSoft GmbH (ab Oktober 2011) und der Swiss SIMTEC AG (ab Oktober 2011) trugen mit einem Umsatz von 9 MioEUR zum Geschäftsvolumen bei.

Der Unternehmensbereich Automotive erzielte 2011 einen Umsatz von 2.313 MioEUR, nach 1.982 MioEUR im Geschäftsjahr 2010. Die bisherige, im Geschäftsjahr 2007 vor Ausbruch der weltweiten Wirtschaftskrise im Jahr 2008 erreichte Umsatzhöchstmarke von 2.249 MioEUR wurde damit übertroffen. Mit dieser im Vergleich zum Vorjahr 17%igen Umsatzverbesserung lag der Unternehmensbereich Automotive nicht nur deutlich über dem weltweiten Light-Vehicle-Produktionswachstum von 2,9 %, sondern auch kräftig über dem der Kernmärkte Westeuropa (+2,9%) und NAFTA (+9,1%).

Der Auslandsanteil des Konzernumsatzes lag im Geschäftsjahr 2011 mit 70% (Vorjahr: 69%) über dem Niveau des Vorjahres. Regionale Absatzschwerpunkte waren neben dem deutschen Markt (30 %) das europäische Ausland (40 %), gefolgt von Nord- und Mittelamerika (15 %) sowie Asien (12 %). Im Unternehmensbereich Defence wurden 63 % (Vorjahr: 66 %) der Umsätze im Ausland erzielt. Im Unternehmensbereich Automotive stieg der Anteil der Umsätze mit Kunden im Ausland von 72% auf 76%.

»AUFTRAGSEINGANG IM RHEINMETALL-KONZERN ERREICHT 4,2 MRDEUR«

Der Auftragseingang des Geschäftsjahres 2011 erreichte 4.189 MioEUR, nach 3.974 MioEUR im Vorjahr, dabei lag der Unternehmensbereich Defence mit 1.831 MioEUR um 7% oder 146 MioEUR unter dem Vorjahreswert. Der Auftragseingang des Unternehmensbereichs Automotive stieg von 1.997 MioEUR im Jahr 2010 auf 2.358 MioEUR im Jahr 2011.

Auftragseingang MioEUR

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2010 2011
Rheinmetall-Konzern 3.974 4.189
Unternehmensbereich Defence 1.977 1.831
Unternehmensbereich Automotive 1.997 2.358

»KONZERN-AUFTRAGSBESTAND BETRÄGT 5,0 MRDEUR«

Mit 4.950 MioEUR erzielte der Rheinmetall-Konzern einen Auftragsbestand, der leicht unter dem Niveau des Vorjahres lag. Der Auftragsbestand des Unternehmensbereichs Defence lag am Geschäftsjahresende 2011 bei 4.541 MioEUR (Vorjahr: 4.772 MioEUR). Im Unternehmensbereich Automotive betrug der Auftragsbestand am Bilanzstichtag 409 MioEUR, nach 364 MioEUR im Jahr zuvor.

Auftragsbestand MioEUR

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2010 2011
Rheinmetall-Konzern 5.136 4.950
Unternehmensbereich Defence 4.772 4.541
Unternehmensbereich Automotive 364 409

»RHEINMETALL-KONZERNERGEBNIS AUF REKORDNIVEAU«

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Rheinmetall-Konzerns stieg im Geschäftsjahr 2011 um 57 MioEUR oder 19% auf 354 MioEUR. Die EBIT-Rendite betrug 7,9%, nach 7,4% im Vorjahr. Beim Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte der Rheinmetall-Konzern mit 295 MioEUR ebenfalls einen neuen Bestwert. Gegenüber dem Vorjahr ist das EBT um 66 MioEUR oder 29% gestiegen.

Der Unternehmensbereich Defence wies ein leicht rückläufiges EBIT von 223 MioEUR, nach 234 MioEUR im Vorjahr aus. Die EBIT-Rendite erreichte mit 10,4 % (Vorjahr: 11,6%) weiterhin ein hohes Niveau. Das EBT liegt mit 207 MioEUR auf der Höhe des Vorjahres.

Der Unternehmensbereich Automotive erreichte mit einer Verbesserung des EBIT von 81 MioEUR im Vorjahr um 70 MioEUR bzw. 86% auf 151 MioEUR im Geschäftsjahr 2011 eine neue Rekordmarke. Der Unternehmensbereich Automotive knüpfte damit nahtlos an die positive Ergebnisentwicklung im Vorjahr an, zu der erneut alle Geschäftsbereiche beigetragen haben. Die EBIT-Rendite wurde durch den im Vergleich zum Umsatz überproportionalen Ergebnisanstieg deutlich um 2,4 Prozentpunkte auf 6,5 % gesteigert. Das EBT hat sich mit 135 MioEUR (Vorjahr: 63 MioEUR) mehr als verdoppelt.

Das EBIT des Bereichs Sonstige Gesellschaften/Konsolidierung enthält das Ergebnis der Rheinmetall AG und ist in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 mit jeweils 5 MioEUR Aufwand aus der Marktwertänderung von nicht im Hedge Accounting bilanzierten Zinsderivaten belastet.

EBIT MioEUR

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2010 2011
Rheinmetall-Konzern 297 354
Unternehmensbereich Defence 234 223
Unternehmensbereich Automotive 81 151
Sonstige Gesellschaften/Konsolidierung -18 -20

»KONZERN-JAHRESERGEBNIS BELÄUFT SICH AUF 225 MIOEUR«

Bei einem um 9 MioEUR verbesserten Zinsergebnis und nach Abzug der Ertragsteuern von 70 MioEUR wurde in 2011 ein Konzern-Jahresergebnis von 225 MioEUR erreicht und damit der Vorjahreswert um 51 MioEUR übertroffen. Nach Abzug des auf die Anteile anderer Gesellschafter entfallenden Gewinns von 12 MioEUR ergab sich ein Ergebnis je Aktie von 5,55 EUR (Vorjahr: 4,23 EUR), das entspricht einer Verbesserung um 31% im Vergleich zum Vorjahr.

Konzern-Jahresergebnis MioEUR

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2010 2011
EBIT 297 354
Zinsergebnis -68 -59
EBT 229 295
Ertragsteuern -55 -70
Konzern-Jahresergebnis 174 225
davon entfallen auf:
andere Gesellschafter 12 12
Aktionäre der Rheinmetall AG 162 213
Ergebnis je Aktie (in EUR) 4,23 5,55

»KAPITALFLUSSRECHNUNG«

Bei einem um 51 MioEUR verbesserten Konzern-Jahresergebnis ergab sich im Berichtsjahr 2011 ein Cash Flow von 402 MioEUR (Vorjahr: 344 MioEUR). Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit lag mit 290 MioEUR um 143 MioEUR über dem Vorjahreswert. Der in beiden Jahren zu verzeichnende Working-Capital-Aufbau führte in 2010 zu einem höheren Mittelabfluss; darüber hinaus wurden im Jahr 2010 im Automotive-Bereich rund 40 MioEUR für Restrukturierungsmaßnahmen ausgezahlt.

Der Operative Free Cash Flow, definiert als Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Investment Property, betrug 93 MioEUR (Vorjahr: minus 39 MioEUR). Nach Berücksichtigung der Einzahlungen aus dem Verkauf von Anlagevermögen bzw. Desinvestitionen sowie der Auszahlungen für Akquisitionen ergab sich ein Free Cash Flow von 39 MioEUR (Vorjahr: minus 111 MioEUR), der um 150 MioEUR über dem Vorjahr liegt.

Kapitalflussrechnung MioEUR

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2010 2011
Bruttomittelzufluss (Cash Flow) 344 402
Veränderungen Working Capital und Sonstiges -197 -112
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 147 290
Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Investment Property -186 -197
Operativer Free Cash Flow -39 93
Einzahlungen aus dem Abgang von Immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Investment Property 12 14
Investitionen/Desinvestitionen von konsolidierten Gesellschaften und Finanzanlagen -84 -68
Free Cash Flow -111 39

»VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR«

Im September 2010 hat Rheinmetall eine Anleihe mit siebenjähriger Laufzeit sowie einem Volumen von 500 MioEUR und einem Kupon von 4,0% bei institutionellen Investoren im In- und Ausland erfolgreich platziert. Diese Anleihe stärkt das Liquiditätspolster nachhaltig und sichert langfristig günstige Zinskonditionen.

Vermögens- und Kapitalstruktur MioEUR

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31.12.2010 % 31.12.2011 %
Langfristige Vermögenswerte 2.037 46 2.271 47
Kurzfristige Vermögenswerte 2.423 54 2.561 53
Summe Aktiva 4.460 100 4.832 100
Eigenkapital 1.355 30 1.546 32
Langfristige Verbindlichkeiten 1.547 35 1.557 32
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.558 35 1.729 36
Summe Passiva 4.460 100 4.832 100

Die Bilanzsumme des Rheinmetall-Konzerns ist im Geschäftsjahr 2011 um 372 MioEUR oder 8% auf 4.832 MioEUR gestiegen. Die Veränderungen in der Konzernbilanz sind im Wesentlichen auf die Akquisitionen im Unternehmensbereich Defence, die Umsetzung des zweiten Schritts des Joint Venture Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH, München, und die damit verbundene Integration der Produktionsstätte Wien (MAN) zum Jahresende 2011 sowie den Aufbau des Working Capital, bedingt durch die Ausweitung des Geschäftsvolumens, zurückzuführen. Die langfristigen Vermögenswerte hatten zum 31.Dezember 2011 einen Anteil von 47% am Gesamtvermögen, nach 46% im Vorjahr. Sie erhöhten sich um 234 MioEUR auf 2.271 MioEUR. Dieser Anstieg resultierte hauptsächlich aus dem Anstieg der immateriellen Vermögenswerte, die auch den Goodwill beinhalten. Diese stiegen im Wesentlichen aufgrund der durchgeführten Akquisitionen und der Integration der Produktionsstätte Wien um 208 MioEUR auf 902 MioEUR. Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 138 MioEUR zu, was insbesondere auf einen Anstieg der Vorräte um 77 MioEUR sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 118 MioEUR zurückzuführen ist.

Die Eigenkapitalquote beträgt 32% nach 30% im Vorjahr. Das Eigenkapital des Rheinmetall-Konzerns ist im Geschäftsjahr 2011 um 191 MioEUR oder 14% auf 1.546 MioEUR gestiegen. Diese Erhöhung resultierte vorwiegend aus dem Jahresüberschuss (225 MioEUR) sowie Konsolidierungskreisänderungen (112 MioEUR). Gegenläufig wirkten im Wesentlichen die erfolgsneutral erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste der Pensionen (45 MioEUR) sowie die Dividendenzahlungen (62 MioEUR). Der Anstieg der langfristigen Verbindlichkeiten um 10 MioEUR auf 1.557 MioEUR entfällt mit 52 MioEUR auf den Anstieg der Pensionsrückstellungen sowie mit 31 MioEUR auf latente Steuern, gegenläufig wirkte sich die vorzeitige Rückzahlung von Schuldscheindarlehen (65 MioEUR) aus. Der Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten um 171 MioEUR betrifft hauptsächlich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten mit insgesamt 180 MioEUR.

Bezogen auf die um die liquiden Mittel korrigierte Bilanzsumme beträgt die Eigenkapitalquote 36 %, nach 35% im Vorjahr. Die Finanzverbindlichkeiten nahmen gegenüber dem Vorjahr um 40 MioEUR oder 6% ab. Dieser Rückgang ist auf die vorzeitige Rückzahlung von Schuldscheindarlehen zurückzuführen. Der Bestand an liquiden Mitteln betrug zum Bilanzstichtag 535 MioEUR, nach 629 MioEUR am Vorjahresstichtag. Die Nettofinanzverbindlichkeiten des Berichtsjahres 2011 lagen bei 130 MioEUR, nach 76 MioEUR im Vorjahr. Der Anteil der Nettofinanzverbindlichkeiten im Verhältnis zur korrigierten Bilanzsumme beträgt im Geschäftsjahr 3%, nach 2% im Vorjahr.

Kapitalstruktur MioEUR

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31.12.2010 % 31.12.2011 %
Eigenkapital 1.355 35 1.546 36
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 34 1 45 1
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 671 18 620 14
Summe Finanzverbindlichkeiten 705 19 665 15
Liquide Mittel / Finanzmittelfonds -629 -17 -535 -12
Nettofinanzverbindlichkeiten 76 2 130 3
Korrigierte Bilanzsumme (um Liquide Mittel) 3.831 100 4.297 100

»WERTSCHÖPFUNG VERBESSERT«

Der Rheinmetall-Konzern hat im Geschäftsjahr 2011 eine Wertschöpfung von 1.636 MioEUR erzielt. Die Konzernleistung erreichte einen Wert von 4.868 MioEUR, nach 4.343 MioEUR im Vorjahr. Das Verhältnis von Wertschöpfung zur Konzernleistung lag mit 34% nahezu auf dem Vorjahresniveau von 35%. Die Wertschöpfung je Mitarbeiter betrug 80 TEUR (Vorjahr: 75 TEUR). Der größte Anteil der Wertschöpfung kam im Geschäftsjahr 2011 mit 78% den Mitarbeitern zugute. Auf die öffentliche Hand entfielen 5%. Der an Darlehensgeber zu leistende Zinsaufwand betrug im Berichtsjahr 4%. Die Aktionäre der Rheinmetall AG erhalten mit 69 MioEUR einen Anteil von 4% der Wertschöpfung. Im Rheinmetall-Konzern verblieben 9% bzw. 156 MioEUR, nach einer Wertschöpfung von 117 MioEUR bzw. 8% im Vorjahr.

Entstehung/Verwendung Wertschöpfung MioEUR

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2010 % 2011 %
Entstehung
Konzernleistung 4.343 100 4.868 100
Vorleistungen -2.670 -3.048
Abschreibungen -167 -184
Wertschöpfung 1.506 35 1.636 34
% %
Verwendung
Mitarbeiter 1.197 79 1.268 78
Öffentliche Hand 62 4 78 5
Darlehensgeber 72 5 65 4
Aktionäre 58 4 69 4
Unternehmen 117 8 156 9
Wertschöpfung 1.506 100 1.636 100

Die Konzernleistung umfasst alle Erträge, d. h. die Gesamtleistung, sonstige betriebliche Erträge, Beteiligungserträge, Zinserträge und sonstige Finanzerträge. Die Vorleistungen enthalten alle Aufwendungen ohne Personalaufwendungen, Zinsen und Steuern.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG RHEINMETALL-KONZERN UNTERNEHMENSBEREICH DEFENCE

»WESENTLICHE EREIGNISSE IM JAHR 2011«

Mit Wirkung zum 4.Januar 2011 hat Rheinmetall Defence von Tellumat (Pty) Ltd., Kapstadt, Südafrika, im Rahmen eines Asset Deals die Anteile an dem Teilbereich Laingsdale Engineering übernommen. Erwerber ist die neu gegründete Rheinmetall Laingsdale (Pty) Ltd., Kapstadt, Südafrika, an der Rheinmetall Waffe Munition GmbH, Unterlüß, 51% der Anteile und Rheinmetall Denel Munition (Pty) Ltd., Somerset West, Südafrika, 49 % der Anteile hält. Die Geschäftsaktivitäten, die die Entwicklung und Produktion feinmechanischer Bauteile für Zünder umfassen, ergänzen das technologische Portfolio im Munitionsbereich von Rheinmetall Defence. Mit der Akquisition werden die Vertriebsaktivitäten für Südafrika und andere Abnehmerstaaten verstärkt.

Rheinmetall Defence baute seine Kompetenz im Bereich anspruchsvoller Schutztechnologien und damit seine Marktposition als Systemanbieter für die Landstreitkräfte weiter aus. Mit Wirkung zum 1. Februar 2011 wurde die Beteiligung an der ADS Gesellschaft für aktive Schutzsysteme mbH, Lohmar, von bisher 25% auf 74 % aufgestockt, indem die bereits im Jahr 2006 vertraglich vereinbarte Option ausgeübt wurde. Als Mehrheitsgesellschafterin übernahm Rheinmetall die unternehmerische Führung. 26% der Anteile an der Gesellschaft verblieben bei IBD Deisenroth, Lohmar. Die ADS Gesellschaft für aktive Schutzsysteme hat das "Active Defence System" (ADS), weltweit eine der innovativsten und leistungsfähigsten Technologien im Bereich des militärischen Schutzes, erfolgreich entwickelt. Das Active Defence System gehört zu einer neuen Generation abstandsaktiver Schutztechnologien und dient dem Schutz von Militärfahrzeugen praktisch aller Gewichtsklassen vor Bedrohungen im Einsatz, insbesondere durch Panzerabwehrhandwaffen und Lenkflugkörper sowie improvisierte Sprengladungen.

Rheinmetall Italia S.p.A., Rom, Italien, fokussierte sich im Berichtsjahr ganz auf seine strategischen Kernkompetenzen im Bereich Defence und veräußerte in diesem Zusammenhang mit Wirkung zum 1.Mai 2011 den Produktbereich Space, in dem die Satellitenaktivitäten gebündelt waren, an Telematic Solutions S.p.A., Mailand, Italien.

Am 12.September2011 wurde Rheinmetall Simulation Australia Pty Ltd., Canberra, Australien, gegründet. Mit der neuen Gesellschaft festigt der Simulationsbereich seinen Marktauftritt in Australien.

Darüber hinaus baute der Geschäftsbereich Simulation und Ausbildung im Oktober 2011 seine Wettbewerbsposition durch zwei Akquisitionen weiter aus. Rheinmetall Defence Electronics GmbH, Bremen, erwarb 49 % der Anteile an der MarineSoft Entwicklungs- und Logistikgesellschaft mbH, Rostock. MarineSoft ist auf Softwarelösungen und Dienstleistungen für maritime Simulation sowie auf die Entwicklung spezifischer E-Learning-Software spezialisiert. Darüber hinaus übernahm Rheinmetall Defence Electronics 100% der Anteile an der Swiss SIMTEC AG, Thun, Schweiz, die Komponenten und Konzepte für Simulations- und Ausbildungssysteme entwickelt und herstellt.

Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH, München, ein Joint Venture zwischen Rheinmetall und MAN, ist seit 1. Mai 2010 am Markt tätig. Die Rheinmetall AG hält 51% der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen, die MAN Truck & Bus AG ist mit 49 % an der Gesellschaft beteiligt. Mit dem Joint Venture entstand ein Komplettanbieter, der die vollständige Palette der geschützten und ungeschützten Transport-, Führungs- und Funktionsfahrzeuge für die Streitkräfte im In- und Ausland abdeckt und einen wichtigen Beitrag zur nationalen sowie europäischen Konsolidierung auf dem Gebiet der militärischen Nutzfahrzeuge leistet. In einem ersten Schritt waren im Geschäftsjahr 2010 die Entwicklungs- und Vertriebsaktivitäten der Rheinmetall Radfahrzeuge GmbH und der MAN Truck & Bus AG auf dem Gebiet der militärischen Radfahrzeuge in der Rheinmetall MAN Military Vehicles zusammengeführt worden. Zum 31. Dezember 2011 wurde - wie im Dezember 2009 vertraglich bereits vereinbart - der zweite Schritt des Joint Venture vollzogen, indem die beiden Produktionsstätten Kassel (Rheinmetall) und Wien (MAN) in das Gemeinschaftsunternehmen integriert wurden.

»RHEINMETALL DEFENCE VERZEICHNET WEITEREN UMSATZZUWACHS«

Der Unternehmensbereich Defence erzielte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von 2.141 MioEUR und übertraf damit den Vorjahreswert von 2.007 MioEUR um 134 MioEUR oder 7%. Die im Berichtsjahr erstmals einbezogenen Aktivitäten der Rheinmetall Laingsdale (Pty) Ltd. (ab Januar 2011), der ADS Gesellschaft für aktive Schutzsysteme mbH (ab Februar 2011) sowie der MarineSoft GmbH (ab Oktober 2011) und der Swiss SIMTEC AG (ab Oktober 2011) trugen mit einem Umsatz von 9 MioEUR zum Geschäftsvolumen bei. Der Auslandsanteil am Umsatz sank im Vergleich zu 2010 um 3 Prozentpunkte auf 63%. Regionale Absatzschwerpunkte waren neben dem deutschen Markt (37 %, Vorjahr: 34 %), das europäische Ausland (29%, Vorjahr: 30%), gefolgt von dem Mittleren Osten und Asien (18%, Vorjahr: 20%) sowie Nordamerika (11%, Vorjahr: 11%). Auf die sonstigen Regionen entfielen 5% des Umsatzes (Vorjahr: 6%).

Der Umsatz im Geschäftsbereich Waffe und Munition stieg im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um 15% auf 872 MioEUR. Bedeutende Auslandsumsätze wurden mit 40mm Übungsmunition für das US Marine Corps und Großbritannien, dem 40 mm Waffensystem CASW (Close Area Supression Weapon) für Kanada sowie mit ferngesteuerten Waffenstationen für das amerikanische Beschaffungsprogramm CROWS II (Common Remote Operating Weapon Station) getätigt. Weitere Umsätze wurden mit Schutzkomponenten eines Transportfahrzeugs (Armoured Security Vehicle - ASV) für einen nordamerikanischen Kunden erzielt. Zudem erfolgten Lieferungen von 120mm HE Munition an die USA und 81mm Mörsermunition mit modernen Antrieben und Wirkladungen an Schweden. In Deutschland wurde 120 mm DM 78 Übungsmunition an die Bundeswehr ausgeliefert.

Lieferungen von Treibladungspulvern für die Artillerie- und Panzermunition an Großbritannien prägten das Umsatzvolumen des Geschäftsbereichs Antriebe. Mit Umsatzerlösen von insgesamt 104 MioEUR wurde der Vorjahreswert um 14 % übertroffen. Im Berichtsjahr konnte zudem die Marktposition in Europa aufgrund von Lieferverträgen über Treibladungspulver für Artilleriemunition mit französischen Kunden und einem türkischen Kunden weiter gefestigt werden.

Der Geschäftsbereich Kettenfahrzeuge wies im Berichtsjahr Umsatzerlöse von 337 MioEUR aus, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 13% entsprach. Wesentliche Umsatzträger im Ausland waren der Pionierpanzer3 für Schweden und die Niederlande sowie der Bergepanzer3 mit den zugehörigen Nebenleistungen für einen asiatischen Kunden. Im Rahmen des Projekts Schützenpanzer Puma wurden im Inland neben der Abrechnung der Vorserie auch Umsätze im Rahmen des Serienvertrags generiert. Darüber hinaus erfolgten erste Lieferungen des hochmodernen Mörserkampfsystems auf Basis des luftverladbaren Kettenfahrzeugs Wiesel 2 an die Bundeswehr. Zum Umsatzvolumen des Servicebereichs trugen die Länderabgaben von Bundeswehrfahrzeugen mit den damit verbundenen Instandsetzungen und Serviceleistungen bei.

Der Geschäftsbereich Radfahrzeuge erreichte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von 255 MioEUR. Dies entsprach einer Zunahme um 31 % gegenüber dem Vorjahr. Im Bereich der taktischen Fahrzeuge entfielen auf den Hochlauf der Serienfertigung Boxer für Deutschland und die Niederlande Umsätze von rund 113 MioEUR. Zudem wurden Umsätze mit Lieferungen von ABC-Baugruppen für die Radfahrzeuge Fox und Stryker für die amerikanischen Streitkräfte sowie aus Modernisierungsleistungen für den Transportpanzer Fuchs für die Bundeswehr realisiert. Im Bereich der logistischen Fahrzeuge wurden Lieferungen für Kunden insbesondere in Großbritannien, Singapur und Ungarn abgerechnet.

Der Umsatz im Geschäftsbereich Flugabwehr erreichte im Berichtsjahr 313 MioEUR (Vorjahr: 326 MioEUR). Wichtige Umsatzbeiträge wurden durch weitere Teilabrechnungen von Flugabwehrsystemen und zugehöriger Munition für Großprojekte im Nahen und Mittleren Osten realisiert. Weitere Umsatzschwerpunkte waren Upgrades von Radarsystemen für Marineflugabwehrsysteme.

Im Geschäftsbereich Verteidigungselektronik lag der Umsatz in 2011 bei 200 MioEUR (Vorjahr: 258 MioEUR). Die Luftwaffe nutzt in Afghanistan das hochmoderne unbemannte Flugzeugsystem des Typs Heron 1. Dieses "System zur abbildenden Aufklärung in der Tiefe des Einsatzgebietes" (SAATEG) dient der zeitverzugslosen luftgestützten Überwachung und Aufklärung im Operationsgebiet des deutschen ISAF-Kontingents. Teilabrechnungen für diesen Drohnenauftrag lieferten einen wesentlichen Umsatzbeitrag im Berichtsjahr. Des Weiteren wurden nationale Umsätze mit Feuerleitanlagen vom Typ Lafettenadaptiertes Zielgerät (LaZ) sowie durch Leistungen für die Frachtladesysteme des Airbus A400M und A380 erzielt. Weitere Umsatzerlöse entfielen auf die Lieferung von Laser-Licht-Modulen für Deutschland und Großbritannien.

Der Umsatz des Geschäftsbereichs Simulation und Ausbildung übertraf im Berichtsjahr mit 166 MioEUR den Vorjahreswert um 8 %. Mit dem Betrieb des Gefechtsübungszentrums (GÜZ) der Bundeswehr in Letzlingen waren maßgebliche Umsätze ebenso verbunden wie mit den Teilabrechnungen für ein Gefechtsübungszentrum im Mittleren Osten. Weitere Umsätze resultierten aus den nationalen Folgeaufträgen für den Flugsimulator Eurofighter 2000. Im Bereich der maritimen Simulation erfolgten Abrechnungen für die Modernisierung einer Ausbildungsanlage zum Training des Führungs- und Waffeneinsatzsystems sowie für einen Simulator zur Schulung des taktischen Einsatzes an Bord eines U-Bootes.

»AUFTRAGSEINGANG VON RHEINMETALL DEFENCE GEPRÄGT VON KLEINEN UND MITTLEREN AUFTRÄGEN«

Der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2011 lag mit 1.831 MioEUR um 7% unter dem Vorjahreswert von 1.977 MioEUR. Während das Berichtsjahr durch eine Vielzahl kleiner und mittlerer Aufträge gekennzeichnet war, sind im Vorjahreswert drei Großaufträge mit einem Volumen von insgesamt 450 MioEUR enthalten.

Der Geschäftsbereich Waffe und Munition ist im Berichtsjahr mit der Lieferung von ferngesteuerten Waffenstationen für das amerikanische Beschaffungsprogramm CROWS II (Common Remote Operating Weapon Station) sowie von Schutzkomponenten für Transportfahrzeuge eines amerikanischen Kunden beauftragt worden. Neben der Aufstockung eines langfristigen Partnering Agreement mit dem britischen Verteidigungsministerium und Aufträgen für das US Marine Corps für 40 mm Übungsmunition ging ein Auftrag über Beobachtungs- und Aufklärungssysteme des Typs Vingtaqs II für Geländefahrzeuge der malaysischen Streitkräfte ein. Vingtaqs II ermittelt auf lange Distanzen präzise Zielkoordinaten und kann kostengünstig in eine breite Palette von Fahrzeugen integriert werden. Zum Auftrag zählen auch Dienstleistungen auf dem Gebiet der Ausbildung, der Systemintegration und der Dokumentation. Darüber hinaus erfolgten Beauftragungen über 120 mm DM 78 Übungsmunition für die Schweiz und einen Kunden im Mittleren Osten. Im Inland wurden Aufträge für Schutzsysteme des Schützenpanzers Puma und die Lieferung von 120 mm HE Munition, die in allen eingeführten 120 mm Glattrohrkanonen genutzt werden kann, verbucht. Diese HE DM11 Munition setzt neue Maßstäbe hinsichtlich Präzision, Reichweite und Wirkung und zeichnet sich technisch u.a. durch die Programmierbarkeit der geladenen Patrone aus.

Für den Geschäftsbereich Antriebe waren umfangreichen Lieferverträge über Treibladungspulver für Artilleriemunition an französische Kunden von Bedeutung. Im Rahmen des 2009 akquirierten Anschlussauftrags für das Projekt Munitions Acquisition Supply Solution (MASS) erfolgten aus Großbritannien Beauftragungen zur Lieferung von Treibladungen für 105 mm Munition sowie für andere Kaliber. Weitere nennenswerte Auftragseingänge im Bereich der Antriebssysteme stammten aus der Schweiz, der Türkei und von einem Kunden in Asien.

Der Geschäftsbereich Kettenfahrzeuge erhielt im Berichtsjahr einen Auftrag zur Lieferung von acht Bergepanzern 3 an die kanadische Armee. Rheinmetall Defence ist im Rahmen des einsatzbedingten Sofortbedarfs der Bundeswehr mit der kurzfristigen Lieferung wichtiger Schutzsysteme beauftragt worden, um die Sicherheit der Einsatzkräfte in Afghanistan weiter zu erhöhen. Hierfür werden einige Unterstützungsfahrzeuge der Bundeswehr umfassend modernisiert, um die Besatzungen wirksam vor ballistischen, Minen- und IED-Bedrohungen (Improvised Explosive Devices - Sprengfallen) zu schützen. Insbesondere Sprengfallen stellen eine der größten Gefahren für die ISAF-Kräfte in Afghanistan dar. Die weitgehende Erneuerung der geschützten Fahrzeuge beinhaltet auch Modernisierungen im Bereich der Führungssysteme und Verbesserungen in der Ergonomie.

Der Geschäftsbereich Flugabwehr erhielt im Geschäftsjahr 2011 entgegen der Vorjahre, die durch den Auftragseingang einzelner Großprojekte geprägt waren, hauptsächlich kleinere Aufträge aus Europa und dem Mittleren Osten. Neben der Modifikation der Optronik bei bestehenden Geschützen gingen insbesondere Aufträge über Marinegeschütze 20 mm ein.

Im Geschäftsbereich Radfahrzeuge wurde im Berichtsjahr ein Großauftrag zur Lieferung von geschützten Truppentransportfahrzeugen Fuchs 2 in verschiedenen Varianten an das algerische Verteidigungsministerium verbucht. Ein weiterer bedeutender Auslandsauftrag war die Bestellung von ABC-Baugruppen für die Radfahrzeuge Fox und Stryker für die amerikanischen Streitkräfte. Darüber hinaus wurde eine Reihe von Aufträgen im Rahmen der Ausrüstungsmodernisierung der Bundeswehr generiert. Im Rahmen eines Folgeauftrags im aktuellen Upgrade-Programm der Bundeswehr für den Transportpanzer Fuchs wird Rheinmetall Defence bis Ende 2012 weitere 31 Fahrzeuge modernisieren. Die neue Version Fuchs 1A8 gewährleistet einen erheblich verbesserten Schutz vor Minen und Sprengfallen und erweitert das Einsatzspektrum der geschützten Radfahrzeuge. Der Umrüstauftrag sieht darüber hinaus die Realisierung von neuen Funktionsvarianten, wie beispielsweise für Brandschutz, Kampfmittelbeseitigung und -räumung vor. In diesem Zusammenhang wurden im Berichtsjahr elf Sanitätsfahrzeuge vom Typ Fuchs 1A8 bestellt. Im Inland ging ein zusätzlicher Auftrag zur Lieferung eines leichten ABC-Spürsystems für den zivilen Bereich ein.

Der Geschäftsbereich Verteidigungselektronik wurde im Berichtsjahr mit der Lieferung der ersten beiden Lose von Lenkwaffenplattformen MPCS (Multi Purpose Combat System) an einen Kunden im Mittleren Osten beauftragt. Dieser Markteintritt bietet Potenziale für künftige Akquisitionen im Zusammenhang mit dem Einsatz für andere Systeme wie beispielsweise Leopard 2 oder Boxer. Wesentliche Auftragseingänge erfolgten darüber hinaus für Laser-Licht-Module aus Deutschland und Großbritannien. Vom Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung sind im Berichtsjahr Aufträge für einen Zusatzbedarf an Feuerleitanlagen vom Typ Lafettenadaptiertes Zielgerät (LaZ) sowie für das Drohnenprogramm Kleinfluggerät zur Zielortung (KZO) akquiriert worden. Darüber hinaus wurden Auftragseingänge für die Serienlieferung von Frachtladesystemen für den Airbus A380 verbucht.

Im Berichtsjahr akquirierte der Geschäftsbereich Simulation und Ausbildung einen Großauftrag zur Errichtung eines Gefechtsübungszentrums in Russland. Dieses Trainingszentrum wird bei der Inbetriebnahme 2014 das erste Live-Virtual-Constructive-Gefechtsübungszentrum weltweit sein. Zudem sind zwei kleinere Aufträge für die Errichtung und die Erweiterung von Gefechtsübungszentren im Mittleren Osten eingegangen. Weiterhin wurden nationale Aufträge zur Wartung von Tiger-Hubschrauber-Simulatoren sowie Folgeaufträge für den Flugsimulator Eurofighter 2000 der deutschen Luftwaffe erteilt. Der Auftrag für die Betreuung, Wartung und Instandsetzung, der zusammen mit zwei Kooperationspartnern abgewickelt wird, umfasst die insgesamt sechs Eurofighter-Flugsimulatoren in Rostock-Laage, Neuburg an der Donau und Nörvenich und hat eine Laufzeit bis 2015.

»UNVERÄNDERT HOHER AUFTRAGSBESTAND BEI RHEINMETALL DEFENCE«

Der Auftragsbestand des Unternehmensbereichs Defence belief sich am 31. Dezember 2011 auf 4.541 MioEUR, der entsprechende Vorjahreswert von 4.772 MioEUR wurde damit um 231 MioEUR unterschritten. Enthalten sind eine Vielzahl großvolumiger Projekte mit Laufzeiten über mehrere Jahre. Die bedeutendsten Projekte bleiben weiterhin der Vertrag zur Serienfertigung des Schützenpanzers Puma und die Serienaufträge für das Transportfahrzeug Boxer aus den Niederlanden und Deutschland mit einem Volumen von insgesamt 1,7 Mrd EUR. Die im Berichtsjahr erstmalig in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen Rheinmetall Laingsdale (Pty) Ltd., ADS Gesellschaft für aktive Schutzsysteme mbH sowie MarineSoft GmbH und Swiss SIMTEC AG wiesen zum 31. Dezember 2011 einen Auftragsbestand von insgesamt 11 MioEUR aus. Zum 31. Dezember 2011 war zudem der übernommene Auftragsbestand aus dem Vollzug des zweiten Schritts im Joint Venture Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH mit 188 MioEUR enthalten. Aufgrund der Reduzierung der Stückzahlen des Schützenpanzers Puma von 405 auf 350 Fahrzeuge wurde der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2011 um 148 MioEUR auf 4.541 MioEUR nach unten korrigiert und angepasst. Ähnlich wie in den Vorjahren sind die Umsatzerwartungen von Rheinmetall Defence für das Geschäftsjahr 2012 mit dem aktuellen Auftragsbestand bereits zu wesentlichen Teilen gesichert.

»LEICHTER ERGEBNISRÜCKGANG BEI RHEINMETALL DEFENCE«

Der Unternehmensbereich Defence erzielte im Geschäftsjahr 2011 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 223 MioEUR und lag damit 11 MioEUR oder 5% unter dem Vorjahreswert von 234 MioEUR. Die Ergebnisentwicklung 2011 ist wesentlich beeinflusst durch die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Abschreibungen auf die durch Kaufpreisallokationen identifizierten immateriellen Vermögensgegenstände. Diese beliefen sich in 2011 auf 17 MioEUR und lagen damit deutlich über dem entsprechenden Vorjahreswert von 8 MioEUR.

Weiterhin sind in beiden Geschäftsjahren Erträge aus der Erstkonsolidierung von Akquisitionen enthalten. In 2011 entstand ein Ertrag von 11 MioEUR aus der Aufstockung der Buchwerte der ursprünglich gehaltenen 25% auf den aktuellen Fair Value nach dem Mehrheitserwerb der Anteile an der ADS Gesellschaft für aktive Schutzsysteme mbH. Im Vorjahr war als Sondereffekt noch ein Badwill von 8 MioEUR aus der Erstkonsolidierung der RWM Italia S.p.A., die die wehrtechnischen Aktivitäten der Società Esplosivi Industriali S.p.A. übernommen hat, enthalten.

Neben den Einflussgrößen aus den Akquisitionen ergaben sich weitere Einmaleffekte in beiden Geschäftsjahren, die sich im Jahresvergleich in vergleichbarer Höhe auswirkten. In 2011 entstanden Mehrkosten im Zusammenhang mit Projektabwicklungen im Geschäftsbereich Radfahrzeuge von 11 MioEUR. Das EBIT des Vorjahres enthielt einen Ertrag von 5 MioEUR aus einem Kurssicherungsgeschäft einer Beteiligungsgesellschaft. Gegenläufig wurde ein Aufwand von 15 MioEUR aus der Abschreibung von Vorräten, die im Zuge der Restrukturierung eines Produktportfolios im Geschäftsbereich Verteidigungselektronik vorzunehmen waren, verarbeitet.

Bereinigt um die gestiegenen Abschreibungen auf die durch Kaufpreisallokationen identifizierten immateriellen Vermögensgegenstände, die Einmaleffekte aus der Erstkonsolidierung sowie die sonstigen Einmaleffekte liegt das EBIT von Rheinmetall Defence mit 240 MioEUR 2 % oder 4 MioEUR unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 244 MioEUR. Die EBIT-Rendite erreichte in 2011 einen Wert von 10,4%, nach 11,6% im Vorjahr.

EBIT Rheinmetall Defence vor Einmaleffekten MioEUR

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2010 2011
EBIT 234 223
Abschreibungen Kaufpreisallokationen 8 17
Ertrag aus Konsolidierungskreisänderung -8 -11
Projektkosten 15 11
Ertrag aus Kurssicherungsgeschäft -5 -
EBIT vor Einmaleffekten 244 240

GESCHÄFTSENTWICKLUNG RHEINMETALL-KONZERN UNTERNEHMENSBEREICH AUTOMOTIVE

»WESENTLICHE EREIGNISSE IM JAHR 2011«

Im ersten Quartal 2011 gründeten Pierburg Pump Technology GmbH und Mikuni Corporation, Tokio, Japan, das Vertriebs- und Entwicklungs-Joint-Venture Pierburg Mikuni Pump Technology Corp., Japan, an dem Pierburg Pump Technology mit 51% beteiligt ist. Die Gesellschaft ist mit elektrischen Kühlmittelpumpen und variablen Ölpumpen auf dem asiatischen Markt tätig. Seit Mitte 2011 wird der Aufbau der Produktionslinie für eine variable Ölpumpe vorbereitet, die an das chinesische Werk eines global aufgestellten Automobilkunden geliefert wird. Die Produktion soll bereits in der zweiten Jahreshälfte 2012 aufgenommen werden.

Der Unternehmensbereich Automotive verstärkte im Berichtsjahr seine Präsenz im Automobil-Wachstumsmarkt Indien. Anfang Oktober 2011 übernahm KSPG Automotive India Private Ltd. die Gleitlager-Aktivitäten der auf den indischen Binnenmarkt konzentrierten Kirloskar Oil Engines Ltd. (KOEL), Pune, Indien, mit rund 500 Mitarbeitern an den beiden Produktionsstätten Ahmednagar und Pune. Das Produktspektrum umfasst motorische Lager, Buchsen und Anlaufscheiben für den Pkw- und Nutzfahrzeugsektor sowie den Landmaschinenbereich. Zu den Kunden des Unternehmens zählen unter anderem Maruti Suzuki, Mahindra & Mahindra, Tata Motors und Tata Cummins. Ein weiteres Standbein ist die Belieferung des Ersatzteilmarkts. Im Geschäftsjahr 2010/2011 erzielte KOEL im Gleitlagerbereich einen Umsatz von rund 20 MioEUR.

»UNTERNEHMENSBEREICH AUTOMOTIVE MIT REKORDUMSATZ«

Der Unternehmensbereich Automotive erzielte 2011 einen Umsatz von 2.313 MioEUR, nach 1.982 MioEUR im Geschäftsjahr 2010. Die bisherige, im Geschäftsjahr 2007 vor Ausbruch der weltweiten Wirtschaftskrise 2008 erreichte Umsatzhöchstmarke von 2.249 MioEUR wurde damit übertroffen. Mit dieser 17%igen Umsatzverbesserung gegenüber dem Vorjahr lag der Unternehmensbereich Automotive nicht nur deutlich über dem weltweiten Light-Vehicle-Produktionswachstum von 2,9 %, sondern auch über dem der Kernmärkte Westeuropa (+ 2,9 %) und NAFTA (+ 9,1 %). Dadurch, dass Japan - ausgelöst durch die Naturkatastrophe im März 2011 - in 2011 einen Produktionsrückgang von 14,2% zu verkraften hatte, betrug der Produktionszuwachs in den Triademärkten Westeuropa, NAFTA und Japan im Berichtsjahr insgesamt nur 0,7%. Mit jeweils zweistelligen prozentualen Umsatzverbesserungen im Vergleich zum Vorjahr trugen alle Geschäftsbereiche zu dem starken Umsatzanstieg bei. Die weiterhin positive Umsatzentwicklung der At-Equity-konsolidierten chinesischen Joint Venture (50%-Beteiligungen), die auf 100 %-Basis einen Zuwachs um 40 MioEUR auf 298 MioEUR (+16%) auswiesen, ist in den Umsätzen des Unternehmensbereichs Automotive nicht enthalten.

Aufgrund höherer Umsätze, vor allem im Rahmen des PSA-Großauftrags, steigerte der Geschäftsbereich Pierburg seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 17% auf 600 MioEUR im Berichtsjahr. Daneben unterstrichen neue Projekte im Bereich der elektrischen Schubumluftventile, bei denen Pierburg weltweit Marktführer ist, das dynamische Wachstum der Business Unit Solenoid Valves, die auch in ihren beiden anderen Produktfeldern elektrische Umschaltventile und elektrisch-pneumatische Ventile erhebliche Umsatzsteigerungen verzeichnete. Die Business Unit Actuators weitete ihr Geschäft durch Neuprojekte bei Drosselklappenstutzen und elektrischen Stellern für Abgasklappen aus. Der in den vergangenen Jahren konsequent verfolgte Aufbau der Business Unit Commercial Diesel führte im Berichtsjahr zum Start der ersten speziell für die Bedürfnisse von Heavy-Duty-Kunden entwickelten Produkte. Eine signifikante Leistungssteigerung verzeichnete Pierburg am US-amerikanischen Standort Greenville, South Carolina, durch neue Aufträge zur Lieferung von Abgasrückführventilen an einen bedeutenden US-Hersteller. Die beiden asiatischen Standorte Pune, Indien, und Shanghai, China, trugen durch Projekte für lokale asiatische Kunden im Bereich Abgasreduzierung zum Wachstum bei.

Im Geschäftsbereich Pierburg Pump Technology nahm der Umsatz in 2011 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2010 um 15% auf 431 MioEUR zu. Dieser Mehrumsatz von 55 MioEUR wurde vor allem mit technologisch hochwertigen Pumpen, wie elektrischen Kühlmittel-, Wasserumwälz- und variablen Ölpumpen, erzielt. Der Bedarf an diesen Pumpen ergibt sich aus den anspruchsvollen Zielen der Automobilhersteller zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und zur Einhaltung der strengen Emissionsvorschriften. Hier ist insbesondere der Einsatz der elektrischen Wasserpumpen für die Turboladerkühlung (Downsizing) sowohl bei deutschen Premium-Herstellern als auch der Hochlauf der variablen Ölpume zur Verbrauchsoptimierung bei den neuen Motorengenerationen europäischer Volumenhersteller zu nennen. Dadurch konnte der Umsatz in diesem Bereich - gemessen am Vorjahr - um mehr als 45% gesteigert werden. Bei den konventionellen Pumpen nahm der Umsatz im Vergleich zu 2010 nur leicht um rund 3% zu. Trotz deutlicher Umsatzrückgänge bei den nichtvariablen Ölpumpen im Zuge der Umstellung auf variable Ölpumpen konnten die gute Konjunkturentwicklung sowie neu gebuchte Geschäfte bei konventionellen Vakuum/Wasser- und Ölpumpen diesen Effekt überkompensieren. In Europa wurde der hohe Marktanteil, der je nach Produkt zwischen 30% und 50% liegt, trotz eines aggressiven Wettbewerbs gehalten. Europa ist mit einem Anteil am Umsatz von 88% der wichtigste Markt für den Geschäftsbereich. Erste für den asiatischen und nordamerikanischen Markt gebuchte Aufträge führten in diesen Regionen zu deutlichen Umsatzsteigerungen. Diese Erfolge bestätigten den Geschäftsbereich Pierburg Pump Technology in seiner strategischen Ausrichtung und seinen Zielen, an den teilweise stark wachsenden Märkten in Asien und Amerika stärker zu partizipieren.

Der Umsatz im Geschäftsbereich KS Kolbenschmidt stieg im Berichtsjahr um 11% auf 669 MioEUR, nach 605 MioEUR in 2010. Neben der erneuten Verbesserung der wirtschaftlichen Lage im Bereich Kleinkolben trug im Geschäftsjahr 2011 auch der bei den Großkolben erzielte 13 %ige Umsatzanstieg zum Wachstum bei. Dabei verteilte sich das Umsatzwachstum im Bereich Großkolben ungefähr gleichmäßig auf die beiden Standorte in Europa und Nordamerika. Der Kleinkolbenbereich verzeichnete gemessen an 2010 einen Mehrumsatz von 10%. Mit Ausnahme der japanischen Gesellschaft trugen zu dieser Entwicklung alle operativen Gesellschaften und alle Regionen bei. Insbesondere in Europa und Südamerika stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich an, während in Japan der Umsatz infolge der Naturkatastrophe auf Vorjahresniveau stagnierte. In China setzte sich die positive Marktentwicklung aus den Vorjahren weiter fort. Nach Produkten differenziert zeigte sich im gesamten Kleinkolben-Geschäft im Zuge der weiterhin guten wirtschaftlichen Lage eine im Vergleich zum Vorjahr erhöhte Nachfrage, insbesondere nach Nkw-Kolben (+26%) und sonstigen Kolben (+16%), zu denen beispielsweise Kolben für Offroad-Fahrzeuge und motorisierte Wassersportgeräte zählen. Der Umsatz mit Pkw-Kolben für Diesel- bzw. Ottomotoren nahm um 6% bzw. 2% gegenüber 2010 zu.

Im Geschäftsbereich KS Aluminium-Technologie stieg der Umsatz 2011 gegenüber dem Vorjahr von 160 MioEUR um 29% auf 207 MioEUR in 2011. Im Wesentlichen war diese Zunahme durch Mengensteigerungen im Seriengeschäft bedingt. Zudem konnten Preiserhöhungen erfolgreich durchgesetzt werden. Darüber hinaus wurden erste Umsätze mit Produkten, die in dem Joint Venture KS ATAG Trimet Guss nach dem Prinzip der verlängerten Werkbank hergestellt und durch KS Aluminium-Technologie vertrieben werden, gebucht. Bereinigt um diese Umsätze nahm der Umsatz des Geschäftsbereichs um 21% zu. Im Berichtsjahr setzte sich auch in dem chinesischen Joint Venture das in den Vorjahren erreichte Wachstum fort. Insgesamt trugen alle Produktgruppen zur Umsatzsteigerung von 47 MioEUR bei. Der Bereich Niederdruckguss war erneut die umsatzstärkste Produktgruppe, gefolgt von dem Bereich Druckguss. Produkte, die im Schwerkraftguss-Verfahren hergestellt werden, sowie im Squeeze-Cast-Verfahren produzierte Ersatzteillieferungen hatten im Berichtsjahr nur einen geringen Anteil am Gesamtumsatz. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Umsätze bei Fremdwerkzeugen und Entwicklungsleistungen deutlich zurück, da verschiedene Projekte noch nicht abgeschlossen sind und auch noch nicht abgerechnet werden konnten.

Nach 187 MioEUR Umsatz in 2010 verzeichnete der Geschäftsbereich KS Gleitlager im Berichtsjahr durch ein Mengen- und Umsatzwachstum in allen Produktbereichen einen Umsatzanstieg um 17% auf 218 MioEUR. Der Bereich Metallische Gleitlager, dessen Produkte hauptsächlich in Motoranwendungen zum Einsatz kommen, erzielte ein Umsatzplus von 12%. Neben positiven Absatzeffekten bei bestehenden Kundenaufträgen infolge der guten Entwicklung der Automobilkonjunktur, insbesondere in Europa, ist der Umsatzzuwachs auf Neuanläufe oder Hochläufe verschiedener Kundenprojekte zurückzuführen. Wartungsfreie oder wartungsarme nichtmotorische Gleitlager im Produktbereich Permaglide verzeichneten durch Volumensteigerungen bei bestehenden Kundenprojekten, beispielsweise für den Einsatz in Dieseleinspritzpumpen, einen Mehrumsatz von 7% im Vergleich zu 2010. Im Berichtsjahr lag die Kupfernotierung auf einem im Vergleich zum Vorjahr insgesamt deutlich erhöhten Niveau. Die Weitergabe der gestiegenen Kupferpreise an die Kunden führte im Bereich Strangguss, der insgesamt einen im Vergleich zum Vorjahr um 33% höheren Umsatz auswies, zu positiven Effekten. Seit Oktober 2011 wurden die Umsätze der KOEL einbezogen. Bereinigt um diese Akquisition lag das Umsatzwachstum des Geschäftsbereichs bei 15%.

Der Geschäftsbereich Motor Service übertraf mit dem im Berichtsjahr erzielten Umsatz von 259 MioEUR den in 2010 gebuchten Umsatz von 221 MioEUR um 17%. Motor Service profitierte neben den Umsatzbeiträgen der Ende 2010 erworbenen BF Germany GmbH und Intec France S.A.S von höheren Umsätzen im Stammgeschäft, die hauptsächlich durch eine Erholung des Geschäfts in Osteuropa, durch hohe Umsatzzuwächse in Westeuropa, Nahost und Afrika und auch durch Preiserhöhungen erzielt worden sind. In Brasilien entwickelten sich die Umsätze durch die Akquisition neuer Kunden im lokalen Markt trotz verschärften Wettbewerbs stabil. Bereinigt um Akquisitionen lag das Umsatzwachstum im Geschäftsbereich bei 5%.

»AUFTRAGSEINGANG IM UNTERNEHMENSBEREICH AUTOMOTIVE WEITER GESTIEGEN«

Geprägt von der positiven Entwicklung in den Automobilmärkten verbuchte der Unternehmensbereich im Berichtsjahr einen Auftragseingang von 2.358 MioEUR und übertraf damit den Vorjahreswert um 361 MioEUR oder 18%.

Der Auftragsbestand des Unternehmensbereichs Automotive umfasst nur die kurzfristigen Abrufe der Automobilhersteller, die im Rahmen langfristiger Verträge erfolgen. Nach 364 MioEUR am 31. Dezember 2010 lag der Auftragsbestand am Geschäftsjahresende 2011 bei 409 MioEUR.

»ERGEBNISANSTIEG UMSATZBEDINGT AUF REKORDHÖHE«

Mit einer Verbesserung des Ergebnisses vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) von 81 MioEUR im Vorjahr um 70 MioEUR bzw. 86% auf 151 MioEUR erreichte der Unternehmensbereich Automotive im Geschäftsjahr 2011 eine neue Rekordmarke. Damit knüpfte der Unternehmensbereich nahtlos an die positive Ergebnisentwicklung im Vorjahr an, zu der erneut alle Geschäftsbereiche beigetragen haben. Die Umsatzrendite wurde durch den im Vergleich zum Umsatz überproportionalen Ergebnisanstieg deutlich um 2,4 Prozentpunkte auf 6,5% gesteigert. Der Ergebniszuwachs ist im Wesentlichen durch zusätzliche Deckungsbeiträge aus den gestiegenen Umsätzen in Verbindung mit einem moderaten Anstieg der Fixkostenbasis bestimmt. Ergebnisbelastend wirkten neben den An- und Hochläufen neuer Kundenprojekte die Projektkosten aus der Akquisition der Gleitlager-Aktivitäten der KOEL in Indien sowie die Zusammenlegung der nord- und südamerikanischen Fertigungsstätten des Geschäftsbereichs KS Gleitlager in Mexiko, die in Zukunft zu merklichen Kosteneinsparungen führen werden. Darüber hinaus belasteten in geplantem Umfang unter anderem auch die Aufwendungen für die Entwicklungsprojekte Univalve und Range Extender das Ergebnis des Unternehmensbereichs Automotive.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG RHEINMETALL-KONZERN FINANZIERUNG

»NEUER 500-MIOEUR-KONSORTIALKREDIT MIT LAUFZEIT BIS ENDE 2016 ABGESCHLOSSEN«

Die Finanzierung des Rheinmetall-Konzerns erfolgt überwiegend zentral über die Rheinmetall AG. Vor dem Hintergrund der andauernden Finanzmarktkrise und der Euro-Krise ist und bleibt die dauerhaft gesicherte Versorgung des Konzerns mit Liquidität und Bankgarantien das strategische Ziel der Treasury-Aktivitäten. Der Rheinmetall-Konzern verfolgt traditionell eine äußerst konservative, auf Nachhaltigkeit, Diversifizierung und Internationalisierung ausgerichtete Finanzpolitik. Grundpfeiler dieser Politik ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Nutzung des Kapitalmarkts auf der einen und Kreditgewährungen von Relationship-Banken auf der anderen Seite. Neben der Gestaltung des Auftritts des Rheinmetall-Konzerns am Kapitalmarkt ist die Kommunikation und Steuerung der Beziehung zu den Banken eine Kernaufgabe des bei der Rheinmetall AG in Düsseldorf angesiedelten Konzern-Treasury. In diesem Zusammenhang wurde der regelmäßige, persönliche Informationsaustausch mit Vertretern dieser Institute auf allen Ebenen angesichts des auch in 2011 angespannten Zustands des Bankenmarktes noch einmal intensiviert mit dem Ziel, das gegenseitige Vertrauen zu bewahren und zu stärken.

Nach der erfolgreichen Begebung einer siebenjährigen 500-MioEUR-Unternehmensanleihe im Herbst 2010 refinanzierte die Rheinmetall AG im Dezember 2011 den in 2005 abgeschlossenen und im April 2012 fälligen alten Syndizierten Konsortialkredit über 400 MioEUR vorzeitig. Trotz eines schwierigen Marktumfelds gelang es Rheinmetall, einen neuen Konsortialkredit mit einer Laufzeit von fünf Jahren bis Dezember 2016 zu etablieren. Das Volumen wurde bei guter Überzeichnung wie beabsichtigt um 100 MioEUR auf 500 MioEUR aufgestockt. Wie schon zuvor fungiert dieser Kredit als Schlüsselfazilität für die Gestaltung der Relationship zu den Banken. Im Rahmen dieses Konzepts sichert Rheinmetall den langfristig gebundenen Finanzierungspartnern eine den jeweiligen Finanzierungsbeitrag reflektierende, angemessene Beteiligung am Einlagen- bzw. Provisions- und Gebührengeschäft zu.

Neben vielen dem Konzern schon zuvor verbundenen Relationship-Banken, die bereits am alten Konsortialkredit beteiligt waren, konnten bei dieser von der Rheinmetall AG als "Club Deal" strukturierten Transaktion zusätzlich renommierte nationale und internationale Bankhäuser als neue Langfristpartner gewonnen werden. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund der Internationalisierung und des Wachstums des Rheinmetall-Konzerns von großer Bedeutung.

Rheinmetall sicherte sich mit dem Konsortialkredit einen langfristigen Kreditrahmen zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung und als Back-up-Fazilität für das seit 2002 bestehende Commercial-Paper-Programm mit einem Volumen von ebenfalls 500 MioEUR. Das Fälligkeitenprofil der Finanzierungsfazilitäten des Konzerns wurde damit erheblich in die Zukunft verlagert, liquide Mittel können in den nächsten fünf Jahren sowohl durch Ziehungen des neuen Konsortialkredites oder durch Emissionen von kurzfristigen Geldmarktpapieren aufgenommen werden. Darüber hinaus verfügt die Rheinmetall AG über erhebliche bilaterale Kreditzusagen von einer Vielzahl von Finanzierungspartnern. Diese Zusagen umfassen sowohl Cash- als auch Avalkredite.

Der Rheinmetall-Konzern hat seine jederzeitige Zahlungsfähigkeit mit dem neuen Konsortialkredit in Kombination mit der in 2010 erfolgreich emittierten Anleihe weiter nachhaltig und langfristig abgesichert. Dieser Bond mit einem Volumen von ebenfalls 500 MioEUR ist im September 2017 fällig. Der vereinbarte Festzins beträgt 4,0 % p. a. Die Anleihe mit der Kennnummer (ISIN) XS0542369219 ist in Luxemburg und mehreren deutschen Börsen gelistet. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 1.000 EUR. Moody's bewertete die Anleihe auch in 2011 weiterhin mit dem Investmentgrade-Rating Baa3 stable.

Der Kursverlauf der Anleihe am Sekundärmarkt seit dem Zeitpunkt der Emission (99,122 %) spiegelt die gute Performance und das Vertrauen der Anleger in den Rheinmetall-Konzern wider. Der Börsenschlusskurs der Anleihe am letzten Handelstag des Geschäftsjahres (30.12.2011) lag bei 100,90 %, woraus sich ein Spread über Midswap von 171,1 Basispunkten ergab (Quellen: Markit Group Bid Kurs, Bloomberg Swap Sätze).

Rheinmetall-Anleihe - Kursentwicklung 2011

Ein erheblicher Teil der in 2009 im Volumen von 150 MioEUR am deutschen Markt begebenen Schuldscheine mit Laufzeiten bis 2013 bzw. 2014 und vergleichsweise hohen Zinsen wurden im Berichtsjahr entweder getilgt oder im Zins nach unten angepasst.

Über die genannten Cash-Finanzierungsfazilitäten hinaus verfügt der Rheinmetall-Konzern über umfangreiche bilaterale Avalkreditlinien mit Banken und Versicherungen zur Deckung des für das operative Geschäft - vor allem im Unternehmensbereich Defence - benötigten Bedarfs an Bürgschaften und Garantien. Zum 31. Dezember 2011 stand dem Rheinmetall-Konzern aus diesen bilateralen Fazilitäten ein eingeräumtes Kreditvolumen von mehr als 1 Mrd EUR zur Verfügung.

Auch das im Jahr 1998 erstmals aufgelegte Asset-Backed-Securities-Programm (ABS) dient der diversifizierten Finanzierung des Konzerns. Hierbei verkaufen 14 Gesellschaften beider Unternehmensbereiche aus vier europäischen Ländern monatlich regresslos Kundenforderungen aus Lieferungen und Leistungen an eine Zweckgesellschaft im Rahmen eines von einer Rheinmetall-Relationship-Bank arrangierten Programms. Am Bilanzstichtag wurde das Programm in Höhe seines vertraglich zugelassenen Maximalvolumens von 170 MioEUR voll ausgenutzt. Der Vertrag ist bis 2013 fest vereinbart und verlängert sich automatisch jeweils um ein Jahr, sofern nicht eine der Parteien kündigt.

Die dem Konzern durch die Anleihe, Schuldscheine, Tilgungskredite sowie das ABS-Programm dauerhaft auch über das Geschäftsjahresende zur Verfügung stehenden Mittel führten auch am 31.Dezember 2011 in Verbindung mit dem wie gewohnt starken operativen Cash Flow im letzten Quartal des Jahres zu einem erheblichen Bestand an Flüssigen Mitteln, der überwiegend zur Finanzierung des für Rheinmetall Defence typischen, saisonalen Aufbaus von Working Capital in den ersten Quartalen des folgenden Geschäftsjahres dient.

Rheinmetall verfügt seit dem Jahr 2000 durchgehend über ein Investmentgrade-Rating von Moody's. Das Rating ist eine wesentliche Voraussetzung für einen nachhaltig erfolgreichen Auftritt an den Geld- und Kapitalmärkten. Aktuell bewertet die Agentur die Bonität von Rheinmetall mit Baa3 stable/Prime 3.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG RHEINMETALL-KONZERN INVESTITIONEN

»INVESTITIONEN - BAUSTEIN FÜR EINEN NACHHALTIGEN ERFOLG«

Das Investitionsprogramm des Rheinmetall-Konzerns war wie in den Vorjahren von der Umsetzung der Wachstumsstrategie geprägt. Die strategischen und operativen Zielsetzungen für den Ausbau der Positionen in den jeweiligen Absatzmärkten und die Absicherung der Technologiekompetenz bestimmten unter anderem die Mittelverwendung. Gezielt wurde in die Bereiche investiert, die Chancen auf Wachstum bieten, die die Ertragskraft nachhaltig stärken und die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Zur Stärkung der operativen Leistungsfähigkeit wurde in die Erweiterung und die Modernisierung von Infrastruktur, Anlagen, Einrichtungen, Prozesse sowie in Fertigungskapazitäten für Produkte investiert.

Auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten setzte Rheinmetall auf Kontinuität und investierte auf gleichbleibend hohem Niveau. Die Investitionen des Konzerns in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Firmenwerte) beliefen sich 2011 auf 207 MioEUR, verglichen mit 189 MioEUR im Jahr zuvor. Gemessen am Konzernumsatz entspricht dies einer Investitionsquote von 4,6% (Vorjahr: 4,7%). Den Investitionen standen Abschreibungen von 184 MioEUR gegenüber (Vorjahr: 167 MioEUR).

Investitionen MioEUR

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2010 2011
Rheinmetall-Konzern 189 207
Unternehmensbereich Defence 93 102
Unternehmensbereich Automotive 96 104
Sonstige Gesellschaften/Konsolidierung 0 1

»INVESTITIONSVOLUMEN BEI RHEINMETALL DEFENCE AUF ANHALTEND HOHEM NIVEAU«

Im Geschäftsjahr 2011 investierte der Unternehmensbereich Defence insgesamt 102 MioEUR in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, nach 93 MioEUR im Vorjahr. Von dem gesamten Investitionsvolumen entfielen 25 MioEUR (Vorjahr: 26 MioEUR) auf die nach IAS 38 aktivierten Entwicklungskosten für laufende Großprojekte. Die Investitionsquote, gemessen am Umsatz des Unternehmensbereichs Defence, lag bei 4,8% (Vorjahr: 4,6%).

Den Schwerpunkt der Investitionstätigkeit bildeten Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen im Bereich technischer Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen sowie Gebäude und Bauten. Investitionsmaßnahmen zur Optimierung von Standortinfrastrukturen und Produktionsprozessen standen im Vordergrund.

Die Sachanlageninvestitionen der Gesellschaften des Unternehmensbereichs Defence verteilten sich im Berichtsjahr auf eine Vielzahl kleinerer Einzelprojekte. Im Rahmen eines mehrjährigen und umfassenden Modernisierungsprogramms bei der südafrikanischen Rheinmetall Denel Munition erfolgten zahlreiche Erweiterungs- und Rationalisierungsinvestitionen in technische Anlagen und Maschinen. Investitionsschwerpunkte waren die Infrastruktur, Fertigungsmaschinen sowie gezielte Maßnahmen in den Standorten Boksburg und Wellington. Darüber hinaus wurden Modernisierungsmaßnahmen am Standort Somerset West durchgeführt und die 40 mm-Fertigung des bisherigen Standortes Philippi in einen Neubau nach Somerset West verlagert. Mit dem Ziel, die strategische Wettbewerbsposition in den USA weiter auszubauen, setzte die American Rheinmetall Munitions Inc. am Standort Camden, Arkansas, mit Kapazitätserweiterungen der Montagelinie für 40 mm Munition den Aufbau der lokalen Munitionsfertigung fort. Im Rahmen des kanadischen Unterstützungsfahrzeugprogramms auf Basis des Leopard 2 investierte Rheinmetall Canada in die mechanische Fertigung und die Montagelinie. Am deutschen Standort Silberhütte erforderte eine neue Fertigungsstraße für die Handfeuerrakete Mithras den Einsatz von Investitionsmitteln.

Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr aus der Fortführung der Entwicklungsprojekte für eine innovative 30 mm Waffe für den Schützenpanzer Puma, 120 mm DM88 Übungsmunition und 120 mm HE Gefechtsmunition mit Aufschlagzünder sowie den Ankauf einer Fertigungslizenz für 60 mm Mörsermunition Entwicklungskosten aktiviert. Der Geschäftsbereich Waffe und Munition investierte zudem in die Grundlagenentwicklung einer Sprengkörperwurfanlage, die als Sekundärbewaffnung auf dem Schützenpanzer Puma eingeführt werden soll.

Am deutschen Produktionsstandort Aschau schloss der Geschäftsbereich Antriebe die Erweiterungsinvestition in technische Anlagen zur Vinnol-Herstellung ab. Zur Absicherung der künftigen Energieversorgung und langfristigen Unabhängigkeit von stetig steigenden Heizölpreisen betreibt die Schweizer Nitrochemie Wimmis seit April 2011 eine Alt- und Restholzheizungsanlage eines Energieversorgers. Die Gesellschaft stellt das Personal zum Betrieb der Anlage und bezieht derzeit als nahezu einziger Kunde den Hauptanteil der Energie. Es handelt sich um ein Finance-Lease-Projekt, so dass die Alt- und Restholzheizungsanlage im Berichtsjahr bei der Nitrochemie Wimmis AG bilanziert wurde.

Der Geschäftsbereich Kettenfahrzeuge konzentrierte sich auf die Entwicklung eines neuen Mannschaftstransporters auf Kette (Armoured Personnel Carrier - APC), für den ein Hardware-Demonstrator hergestellt wurde. Die aus dem Schützenpanzer Marder abgeleitete Fahrzeugvariante bietet höchstmöglichen Schutz für eine Besatzung von bis zu zehn Soldaten mit Ausrüstung.

Im Geschäftsbereich Radfahrzeuge wurden im Rahmen von Integrationsmaßnahmen Investitionen in die 2010 bereits begonnene Neugestaltung der IT-Systeme der Rheinmetall MAN Military Vehicles getätigt. Im Zusammenhang mit dem Hochlauf der lokalen Serienfertigung für das niederländische Boxer-Programm flossen Investitionen in den weiteren Aufbau des Standortes Ede der Rheinmetall Nederland.

Im Bereich der technologischen Entwicklungen erfolgte im Geschäftsjahr 2011 die Fortführung bedeutender Vorhaben und die Aktivierung anteiliger Entwicklungskosten aus diesen Projekten. Ein Schwerpunkt war die Fortsetzung der bereits im Jahr 2008 begonnenen Entwicklung für die neue Generation geschützter leichter Mehrzweckradfahrzeuge (Armoured Multi Purpose Vehicle - AMPV), die gemeinsam mit einem anderen deutschen Rüstungsunternehmen als Kooperationspartner durchgeführt wird. Dabei stand im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere der Beginn der Serienreifmachung im Vordergrund.

Zusätzliche Investitionsmittel entfielen auf die Weiterentwicklung eines Nächstbereichsschutzes im Geschäftsbereich Flugabwehr, mit dem Kleinstziele wie Raketen, Artilleriegeschosse und Mörsergranaten bekämpft werden können.

Einen Investitionsschwerpunkt im Geschäftsbereich Verteidigungselektronik bildeten die aktivierten Entwicklungsleistungen für den Demonstrator Leopard-2-Turm (MBT Revolution). Dabei kann das bisherige analoge System des Leopard-2-Turmes für Sensoren und Effektoren durch moderne, digitale Systeme ersetzt werden. Zudem wurden die Eigenleistungen für den Demonstrator SEOSS (Stabilisiertes elektro-optisches Sensorsystem) aktiviert. Hierbei handelt es sich um die Entwicklung einer kompakten, digitalen Feuerleitanlage mit Wärmebildgerät, Tagsichtgerät und Laserentfernungsmesser, die auf diverse waffentragende Systeme aufbaubar ist.

Im Geschäftsbereich Simulation und Ausbildung wurde das 2007 begonnene Projekt Score zur Entwicklung und Bereitstellung eines neuen Simulator-Grundsystems fortgeführt.

Mit Blick auf die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens investierte Rheinmetall Soldier Electronics am Standort Stockach 2011 in ein Grundstück und den Neubau eines Firmengebäudes. Das bisherige Betriebsgelände war in Größe und Zuschnitt dem aktuellen Geschäftsvolumen nicht mehr angemessen. Die Altimmobilie wurde an die Stadt Stockach verkauft.

»INVESTITIONEN IM UNTERNEHMENSBEREICH AUTOMOTIVE ÜBER VORJAHRESNIVEAU«

KSPG tätigte im Berichtsjahr Investitionen von 104 MioEUR, nach 96 MioEUR in 2010. Die Mehrausgaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden im Wesentlichen zur geplanten Ausweitung der Geschäftsaktivitäten in Indien und Mexiko sowie zur Umsetzung des starken Umsatzwachstums aufgewandt. Die Investitionsquote lag im Berichtsjahr bei 4,5%, nach 4,8% im Vorjahr.

Der Geschäftsbereich Pierburg investierte im Berichtsjahr schwerpunktmäßig in den Aufbau von Kapazitäten für die Fertigung emissions- und CO2 -reduzierender Produkte im Pkw-, aber auch im Lkw-Bereich, dessen vielseitiges Produktportfolio zur Emissionsreduzierung auf reges Interesse gestoßen ist. Investive Mittel im Inland wurden vor allem für Kapazitätserweiterungen zur Produktion von Magnetventilen, Einrichtungen zur Fertigung von Aktuatoren im Rahmen neuer Kundenprojekte und Investitionen in Lkw-Projekte aufgewandt. In Spanien fielen Ausgaben insbesondere für den Ausbau der Produktionsanlagen für elektrische Sekundärluftventile und Abgasrückführventil-Projekte der Schadstoffnormen Euro 5 und Euro 6 an. In Tschechien lag der Investitionsschwerpunkt auf der Anschaffung von Fertigungseinrichtungen für eine neue Generation von Sekundärluftpumpen sowie von Montageeinrichtungen für Abgasklappen. Dort sind zudem die Arbeiten zum ersten Bauabschnitt der dritten Produktionshalle aufgenommen worden. In den USA wurden die Kapazitäten für die Produktion von Abgasrückführsystemen und Drosselklappen ausgebaut. Am indischen Standort Pune wurde ein neues Produktionsgebäude errichtet. Darüber hinaus wurden dort Investitionen in die Erweiterung der Produktion von Abgasrückführventilen und Abgasrückführ-Kühlermodulen getätigt.

Die Investitionen im Geschäftsbereich Pierburg Pump Technology konzentrierten sich in Deutschland vor allem auf die Kapazitätserweiterungen in den Wachstumsbereichen Wasserumwälzpumpen und elektrische Kühlmittelpumpen, auf die Kapazitätserweiterung für den an Pierburg gelieferten Elektromotor für das Nutzfahrzeug-Abgasrückführventil sowie auf aktivierte Entwicklungsleistungen für die elektrischen Kühlmittelpumpen. Sowohl am französischen Standort als auch in Italien wurde vorrangig in die Produktion von variablen Ölpumpen investiert. Im Rahmen der anstehenden Werkserweiterung in Mexiko flossen dort investive Mittel in ein Grundstück sowie in den Bau eines neuen Gebäudes.

Der Schwerpunkt der Investitionen im Geschäftsbereich KS Kolbenschmidt lag 2011 auf dem Ausbau der Dieselmotor-Linie im Werk Brasilien. In Japan wurde Maschinenzubehör für die bestehende Ottomotor-Linie beschafft. Kolbenschmidt de México baute die Produktion von Kolben für einen namhaften US-Hersteller weiter aus. In den anderen Gesellschaften wurden unter anderem Werkzeuge angeschafft oder Investitionen in kleinere Projekte vorgenommen.

Für die Produktion eines von einem deutschen Premiumhersteller beauftragten Motorblocks fielen im Geschäftsbereich KS Aluminium-Technologie größere Investitionen in Maschinen an. Des Weiteren ist im Berichtsjahr die Abschlussrate für das im Geschäftsjahr 2008 in Rumänien erworbene Produktionsgrundstück fällig geworden.

Im Geschäftsbereich KS Gleitlager waren mit den erhöhten Anforderungen von Kunden an die Reinheit von Gleitlagersystemen an den beiden inländischen Standorten Beschaffungen von weiteren Reinigungsanlagen verbunden. Darüber hinaus wurden in Deutschland vorwiegend Ersatzbeschaffungen für Werkzeuge sowie Maschinen und Anlagen vorgenommen. In Indien wurden begonnene Projekte fortgeführt. Mit dem Aufbau des neuen Produktionsstandorts in Mexiko gingen Investitionen in eine neue Anlage zur Vormaterialfertigung von Sintermaterialien einher.

Der Geschäftsbereich Motor Service investierte im Jahr 2011 überwiegend in Werkzeuge, technische Anlagen und Softwarelizenzen.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG RHEINMETALL-KONZERN FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

»TECHNOLOGIE- UND PRODUKTENTWICKLUNGEN ERÖFFNEN WACHSTUMSPOTENZIALE«

Innovationskraft und Technologiekompetenz sind Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit in einer sich schnell verändernden Geschäftswelt. Tradition und Innovation - der Technologiekonzern Rheinmetall greift auf über 100 Jahre gewachsenes Fachwissen und industrielle Erfahrung in den Geschäftsfeldern Defence und Automotive zurück. Kontinuierliche und gezielte Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten sind die Voraussetzung dafür, den technologischen Wandel aktiv mitzugestalten und auf vielfältigen, technologisch anspruchsvollen Märkten dauerhaft unternehmerisch erfolgreich tätig zu sein. Markt-, Branchen- und Technologieentwicklungen werden laufend beobachtet und analysiert, um Trends schon frühzeitig identifizieren zu können. Zudem werden durch die enge Vernetzung und den Wissensaustausch zwischen Vertrieb, Entwicklung, Produktion, Service und Marketing wie auch über die partnerschaftliche Projektarbeit mit den Kunden neue Anforderungen an Produkte und Systeme schnell erkannt, auf die mit hoher Flexibilität und möglichst kurzen Entwicklungszeiten schnell reagiert wird. Bestehende Produktlinien werden permanent verbessert und ergänzt, neue oder angrenzende Geschäftsfelder nach und nach durch innovative Produkte, zukunftsweisende Systeme und maßgeschneiderte Dienstleistungen weiter erschlossen. Ergänzt werden die eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch den fachlichen Austausch mit industriellen Partnern, renommierten Wissenschaftlern und erfahrenen Experten.

Im Geschäftsjahr 2011 wurden für Forschung und Entwicklung konzernweit 212 MioEUR, nach 208 MioEUR im Vorjahr, aufgewendet. Davon sind 174 MioEUR (Vorjahr: 170 MioEUR) sofort als Aufwand verrechnet und 38 MioEUR (Vorjahr: 38 MioEUR) Entwicklungskosten aktiviert worden. Die Quote der Forschungs- und Entwicklungsausgaben im Rheinmetall-Konzern betrug 4,8% (Vorjahr: 5,2%), im Unternehmensbereich Automotive 5,6 % (Vorjahr: 6,1 %) und im Unternehmensbereich Defence 3,8 % (Vorjahr: 4,4%), wobei es sich hier um den Anteil eigenfinanzierter Projekte handelt. Darüber hinaus werden bei Rheinmetall Defence von Kunden beauftragte Entwicklungen durchgeführt. In den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Unternehmensbereiche Defence und Automotive waren am 31.Dezember 2011 3.099 Ingenieure (Vorjahr: 3.048) beschäftigt.

Forschung und Entwicklung MioEUR

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2010 Anteil am Umsatz

in %
2011 Anteil am Umsatz

in %
Rheinmetall-Konzern 208 5,2 212 4,8
Unternehmensbereich Defence (eigenfinanziert) 88 4,4 82 3,8
Unternehmensbereich Automotive 120 6,1 130 5,6

Der Unternehmensbereich Defence richtet seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konsequent auf die von der Bundeswehr vorgegebenen nationalen Fähigkeitsschwerpunkte sowie auf die Missions-Anforderungsprofile internationaler Streitkräfte aus. Die Streitkräfte des 21.Jahrhunderts stehen vor wachsenden Herausforderungen und vielschichtigen Bedrohungen. Multinationale Einsätze zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung nehmen zu. Moderne und aufgabengerechte Ausrüstungen auf hohem technologischen Niveau können in den Einsatzszenarien der Soldaten Überlebens- und Führungsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Mobilität und Wirksamkeit im Einsatz entscheidend verbessern.

Rheinmetall Defence steht mit seinen weltweit anerkannten Kernkompetenzen für fähigkeitsorientierte Innovation: neue Fahrzeuggenerationen mit optimierten Schutzkonzepten, vernetzbare Sensorik und Optronik, plattformunabhängige Wirksysteme oder Flugabwehr gegen die Bedrohung durch Kleinstziele. Ob für teilstreitkräftespezifische oder streitkräftegemeinsame Anforderungen, ob für äußere oder innere Sicherheit - die Fähigkeit zur Integration von Komponenten zu wirksamen Gesamtlösungen macht Rheinmetall Defence zu einem starken Partner der Bundeswehr, ihrer Verbündeten und befreundeter Armeen sowie ziviler staatlicher Sicherheitskräfte. Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Stärkung der führenden Marktpositionen ergänzt Rheinmetall Defence die von Kunden beauftragten Entwicklungen kontinuierlich durch eigenfinanzierte Projekte.

»NEUE AUFKLÄRUNGSTECHNOLOGIEN UND UNBEMANNTE LANDFAHRZEUGE«

In der Kategorie "Verbund Aufklärung - Führung - Wirkung und Unterstützung" konzentrieren sich im Rahmen des Gesamtvorhabens "Verteilte integrierte Erprobungslandschaft" (VintEL) die Untersuchungen unter anderem auf Verfahren zur Erzeugung und Bereitstellung von Geo- und Umweltdaten sowie auf die Einbindung von Sensordaten in übergeordnete Simulationsarchitekturen. In einem multinationalen Projekt, das sich mit der intelligenten Vernetzung verschiedenster Informationsquellen zur Nachrichtengewinnung, Aufklärung und Überwachung beschäftigt, leistet Rheinmetall Defence mit seinen Kompetenzen bei der Simulation unbemannter luftgestützter Sensorträger im Verbund und Bildverarbeitung einen wesentlichen Beitrag.

Einen Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten bildet der Bereich "Entscheidungsfindung und Unterstützung in zeitkritischen Situationen". Neue Aufklärungstechnologien und deren Einbindung in echtzeitfähige Wirkungsketten zur Entlastung der Einsatzkräfte in kritischen Bedrohungssituationen werden untersucht. Dabei steht die schrittweise Realisierung akustischer Aufklärungssysteme zur Schützendetektion sowohl für Mann-getragene als auch für Plattform-basierte Anwendungen im Fokus. In die bereits seit mehreren Jahren laufenden Forschungsarbeiten wurden im Berichtsjahr zusätzlich optronische Verfahren aufgenommen. Gemeinsam mit der Bundeswehr wurde ein Projekt zur Zielerkennung, Zielverfolgung und Wirkungseinleitung begonnen. Geplant ist, Einsatzfahrzeuge künftig mit modularen Gesamtlösungen auszurüsten und damit die Besatzungen bei der Erkennung und Abwehr von bewegten Zielen während der Fahrt bei Tag und auch bei Nacht zu unterstützen.

Rheinmetall Defence und der deutsche Auftraggeber arbeiten im Rahmen der auf mehrere Jahre angelegten Studie "Technologieträger unbemanntes Landfahrzeug" zusammen. Mittelfristiges Ziel ist es, auf Basis des 6x6 MAN HX58 die Entwicklung eines autonomen Transportfahrzeugs vorzubereiten, das eigenständig zum Beispiel Depots über Wegpunktenavigation mit Versorgungsgütern beliefert. Dafür werden unterschiedlichste Sensoren auf ihre Eignung untersucht. Verschiedene Universitäten beteiligen sich an diesem Projekt und bringen ihr Know-how und ihre Erfahrungen auf dem Gebiet der Hindernis- und Umfelderkennung ein.

In dem Forschungsbereich "Wirkung gegen Ziele mit alternativen Wirkmitteln" werden zum Beispiel zur Abwehr von Bedrohungen durch Sprengfallen Studien über potenzielle Wirkmittel und deren Wirkungsgrad durchgeführt. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Untersuchungen zu den Anwendungsmöglichkeiten von Hochleistungs-Mikrowellen arbeiten die Entwickler an einem neuartigen kombinierten Verfahren, mit dem die Elektronik von Sprengfallen-Auslösesystemen entdeckt und durch Mikrowellen außer Betrieb gesetzt werden kann.

»FAHRZEUGGESTÜTZTE TECHNOLOGIELÖSUNGEN ZUR KAMPFMITTELABWEHR«

Die ersten beiden Systeme des neuen Kampfmittelräumsystems "Route Clearance System" mit dem Führungsfahrzeug Fuchs, dem Detektorfahrzeug Wiesel und dem Manipulatorfahrzeug Minewolf wurden an den deutschen Auftraggeber ausgeliefert. In einem nächsten Schritt soll das "Route Clearance System" mit einem Fahrzeug zur Kampfmittelaufklärung und -identifizierung erweitert werden. Auf Basis eines Fuchs 1A8 wird von Rheinmetall Defence ein Fahrzeug entwickelt, dessen elektronisch gesteuerter und hydraulisch angetriebener Manipulatorarm eine maximale Ausladung von 14 Metern aufweist und Schwingungen kompensieren kann. Neben dem Grundwerkzeug zum Graben und Greifen können weitere Werkzeuge, Sensoren (z. B. Sprengstoffdetektoren) sowie eine Rettungsplattform zur Bergung verletzter Personen adaptiert werden. Ende 2011 wurde ein Demonstrator fertiggestellt, der ab Januar 2012 durch die Wehrtechnische Dienststelle der Bundeswehr in Koblenz begutachtet wird und die Beschaffung von sieben weiteren Systemen in 2012 einleiten soll.

»HOCH MOBILE TRANSPORTFAHRZEUGE FÜR DEN EINSATZ«

Die Lkw-Baureihe HX wurde 2005 durch das britische Beschaffungsprogramm "Support Vehicles UK" erfolgreich in den Markt für logistische Militärfahrzeuge eingeführt. Bisher wurden weltweit über 6.000 Fahrzeuge an verschiedene Kunden ausgeliefert. Der HX kann zusätzlich mit einem flottenweit austauschbaren modularen Kabinenschutz (Modular Armour Kits) ausgestattet werden, der Schutz gegen Bedrohungen durch ballistische Infanteriemunition und Landminen bietet. Rheinmetall Defence baute in 2011 die erfolgreiche HX-Baureihe weiter aus und bietet in der nächsten Fahrzeuggeneration HX2 eine integrierte geschützte Fahrerkabine an. Durch die Bündelung des Fahrzeug- und Schutz-Know-how von Rheinmetall Defence werden in dieser Fahrzeugkategorie neue Maßstäbe für den Schutz der Besatzungen, insbesondere gegen Minen- und Sprengfallenbedrohungen, gesetzt. Mehrere Prototypen durchlaufen zurzeit ein anspruchsvolles Erprobungsprogramm, um die gewohnt hohe Einsatzverfügbarkeit, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge sicherzustellen. Die weiterentwickelte HX-Baureihe repräsentiert damit den künftigen Kern einer weltweit einsetzbaren Flotte hoch mobiler und geschützter Transportfahrzeuge. Der hohe Erfüllungsgrad militärischer Anforderungen sowie das modulare HX-Konzept erlauben darüber hinaus die Ableitung weiterer kundenspezifischer Varianten und Trägerfahrgestelle, die auch für taktische Militärfahrzeuge geeignet sind.

»AKUSTISCHE SCHÜTZENDETEKTION«

Bei Einsätzen der Streitkräfte bedeuten Überfälle mit Handwaffen oder der Beschuss durch Heckenschützen - im urbanen oder freien Gelände oftmals aus teilgedeckten oder überhöhten Stellungen heraus - eine unmittelbare Bedrohung sowohl für die Besatzungen als auch für abgesessene Soldaten in der Umgebung der Fahrzeuge. Zur Abwehr derartiger Angriffe stellt die akustische Aufklärung zur Lokalisierung der Bedrohung eine wichtige Fähigkeit dar. Ausgerüstet mit einer akustischen Aufklärungskomponente werden der Schutz der Fahrzeugbesatzungen wie auch der Schutz und die Wirksamkeit von Führungs-, Funktions- und Gefechtsfahrzeugen im Einsatz wesentlich verbessert. Rheinmetall Defence entwickelte dazu das Akustische-Schützen-Lokalisierungs-System (ASLS). Die Basisausstattung für den Einsatz auf Radfahrzeugen wurde zur Marktreife gebracht. Sie besteht aus einer leistungsstarken Akustik-Sensorplattform (Mikrofonantenne) mit integrierter Auswerteelektronik sowie der kompakten Bedien- und Anzeigeeinheit, die flexibel und unabhängig von anderen Systemen im Fahrzeug installiert werden kann. Durch Schnellbefestigungen kann ein fahrzeugspezifischer Rüstsatz entfallen. Das System ist mit geringem Aufwand und in weniger als 15 Minuten selbst in kleine Fahrzeuge einzubauen. Die Auswerteergebnisse werden entweder drahtlos oder auch kabelgebunden zur Bedien- und Anzeigeeinheit im Fahrzeug übermittelt. Die Modularität des ASLS bietet ein hohes Aufwuchspotenzial. Zahlreiche Erweiterungen und mögliche Integrationen in übergeordnete Systemumgebungen werden zurzeit untersucht.

»ABSTANDSAKTIVES SCHUTZSYSTEM FÜR EINSATZFAHRZEUGE«

Im Geschäftsjahr 2011 wurde ein Transportpanzer vom Typ Fuchs mit dem abstandsaktiven Schutzsystem "Active Defence System" (ADS) ausgestattet und erfolgreich umfangreichen Tests zur Systemverträglichkeit, u.a. auch einer fahrzeugtechnischen Erprobung bei der Wehrtechnischen Dienststelle in Trier, unterzogen. Es wurde der Nachweis erbracht, dass die Integration des aktiven Schutzsystems ADS die Fahreigenschaften in keiner Weise negativ beeinflusst. Die Leistungsfähigkeit dieses innovativen Sensorsystems zum Schutz von Militärfahrzeugen praktisch aller Gewichtsklassen vor Bedrohungen im Einsatz ist im September 2011 über 100 Gästen aus zehn Nationen live demonstriert worden. Angelehnt an reale Einsatzbedingungen wurde auf den Transportpanzer Fuchs aus einem Hinterhalt aus nur 18 Metern Entfernung eine Panzerabwehrhandwaffe abgefeuert. Das anfliegende Geschoss wurde von dem aktiven Schutzsystem wie vorgesehen eigenständig erkannt, lokalisiert und vernichtet. Dazu aktivierte das Schutzsystem in Mikrosekunden einen Schutzraum und zerstörte die anfliegende Rakete mit gerichteter pyrotechnischer Energie unmittelbar vor Erreichen des Ziels. Von der Fahrtüchtigkeit und vollen Einsatzfähigkeit des Transportpanzers auch nach dem erfolgreich abgewehrten Angriff konnte sich das Publikum überzeugen.

»AUFKLÄRUNGS- UND ZIELVERFOLGUNGSSYSTEM«

Das Aufklärungs- und Zielverfolgungssystem "Air-Ground-Surveillance-and-Alert-System" (AGSAS) erlaubt die lückenlose Überwachung des unteren Luftraums vom Boden bis in Höhen von einigen Kilometern und schließt damit eine Überwachungslücke traditioneller Radarüberwachungsketten. Das System kombiniert hierzu die Leistungsfähigkeit bewährter elektro-optischer Hochleistungssensoren mit neu entwickelten Bildverarbeitungstechnologien. So entsteht ein optisch überwachter Schutzzaun, in den keine Bedrohung unbemerkt eindringen kann. AGSAS erkennt automatisch Ziele und stellt deren geographische Koordinaten, Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit und Höhe fest. Das System kann sowohl stationär als auch mobil auf kleinen geländegängigen Fahrzeugen eingesetzt werden. Eine mehrwöchige Erprobung in Nordafrika unter den dort herrschenden klimatischen Bedingungen hat die Leistungsfähigkeit des Systems bis zu Entfernungen von 40 Kilometern eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Typische Anwendungen für AGSAS sind neben der Grenzüberwachung auch die Absicherung schwimmender Einheiten oder kritischer Infrastruktur gegen Eindringlinge und Angriffe am Boden, über See und dem unteren Luftraum, wie beispielsweise von schnellen und tief fliegenden Raketen oder kleinen Drohnen. Es wird damit auch zu einer idealen Ergänzung bestehender Flugabwehrsysteme.

»MOBILES TAKTISCHES TRAININGSSYSTEM«

Weltweite multinationale Einsätze in Krisengebieten mit vorwiegend asymmetrischen Bedrohungen und bürgerkriegsartigen Zuständen sind die militärischen Herausforderungen der Gegenwart. Auch künftig werden kombinierte, teilstreitkräfteübergreifende Missionen dem Militär ein Höchstmaß an Interoperabilität und Kommunikationsfähigkeit abverlangen. Hieraus ergeben sich neuartige Aufgabenstellungen an künftige Trainingssysteme. Rheinmetall Defence hat hierfür das mobile taktische Trainingssystem Advanced Network Trainer (ANTares) entwickelt. Mit diesem System wird neben dem sogenannten Flight-Crew-Coordination-Training auch die taktische Missionsvorbereitung von kompletten Einsatzkontingenten im Einsatzland ermöglicht. Das modulare Zellenkonzept (Cubicle) erlaubt durch sein technologisch fortgeschrittenes Design die Vernetzung verschiedenster Waffensystemsimulatoren aller Teilstreitkräfte zum taktischen Training im Simulationsverbund. Für eine effiziente Vorbereitung in einer simulierten Einsatzumgebung sind aktuelle Datenbasen essenziell. Ein intelligenter Erstellungsprozess erzeugt hierzu in wenigen Stunden vollautomatisch eine virtuelle 3-D-Welt aus zeitnah gewonnenen Aufklärungsdaten. Die Cubicles werden nach Bedarf als Plug-&-Play-Einheiten in einer Containerkonfiguration zusammengestellt und bilden darin das hochmobile Trainingssystem. Die Container können per Straßentransport, per Luft- oder per Seefracht ins Einsatzland gebracht werden. Das moderne Systemdesign reduziert durch den konsequenten Einsatz von marktverfügbaren Komponenten entscheidend die Life-Cycle-Costs.

»INFANTERIST DER ZUKUNFT - ERWEITERTES SYSTEM«

Das Technologieprogramm "Infanterist der Zukunft - Erweitertes System" (IdZ-ES) steht für eines der wichtigsten Modernisierungsprojekte der Bundeswehr. Es ist darauf ausgelegt, die Leistungsfähigkeit der Infanterietruppe im gesamten Einsatzspektrum bei gleichzeitiger Minimierung der Risiken für die Soldaten umfassend zu steigern. Die von Rheinmetall Defence entwickelte modulare Kampfausstattung "Erweitertes System", die derzeit weltweit als führend gilt, bindet die infanteristischen Streitkräfte - ausgerüstet mit zuverlässigen Kommunikations- und robusten Wirkmitteln - mit ihren Fahrzeugen einschließlich der Basisstation in die vernetzte Operationsführung ein. IdZ-ES ermöglicht ein vollständiges Situationsbild und den schnellen Austausch von Informationen. Der Schutz für die Bodentruppen wird entscheidend verbessert und deren operationelle Wirkfähigkeit einsatzbezogen deutlich erhöht. Im Berichtsjahr wurden technisch und kommerziell die Voraussetzungen für den Start der Serienproduktion in 2012 geschaffen.

Der Unternehmensbereich Automotive richtet seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten weiterhin stringent auf die nachhaltigen Anforderungen der Automobilindustrie aus. Zu den Schwerpunkten zählen die Verbrauchs- und CO2 -Reduzierung, die Erfüllung anspruchsvoller Abgasnormen wie Euro6, die Umsetzung strengerer Umweltauflagen sowie weitere Kostenreduzierungen durch Produktverbesserungen und optimierte Herstellungsverfahren.

»ZENTRALBEREICH FORSCHUNG UND TECHNOLOGIE«

Der im Jahr 2010 neu geschaffene Zentralbereich Forschung und Technologie hat seine Aktivitäten zur Entwicklung neuer Produkte in der Vorentwicklung und zur Integration der technischen Dienstleistungen im Berichtsjahr fortgesetzt. Auf den Gebieten Simulation, Motorenprüfstände und Elektronikentwicklung findet eine geschäftsbereichsübergreifende Entwicklungsarbeit statt. Neben der Realisierung von Synergien werden dadurch der Erfahrungsaustausch und der Kapazitätsausgleich deutlich verbessert.

Auf dem Gebiet der alternativen Antriebe und speziell der Elektromobilität wurde durch interne und externe Studien die eigene technologische Position bestimmt und das künftige Produktportfolio definiert. Die Entwicklung eines Range Extenders als "Brückentechnologie" für die Elektromobilität fand auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main große Beachtung.

Die Entwicklung neuer Produkte in den einzelnen Geschäftsfeldern wurde in enger Abstimmung mit den Geschäftsbereichen fortgesetzt. In 2011 gelang es, bereits mit Produkten der Vorentwicklung neue Kundenaufträge zu erhalten. Wichtige Fortschritte wurden auch bei der Entwicklung der variablen Ventilsteuerung erzielt. In diesem Zusammenhang wurden mit weiteren Kunden aussichtsreiche Kontakte geknüpft und Angebote zur Prototypenentwicklung abgegeben. Erste Dauertests mit dem UniValve-System sind erfolgreich abgeschlossen worden.

»SCHADSTOFF- UND VERBRAUCHSREDUZIERUNG IM FOKUS VON PIERBURG«

Im Geschäftsbereich Pierburg stand die Entwicklung von Produkten zur Verbrauchs- und Schadstoffreduzierung weiter im Mittelpunkt der Entwicklungstätigkeit. Gesetzliche Regelungen, wie die am 1. September 2014 für die Typzulassung in Kraft tretende Abgasnorm Euro 6, definieren dafür die Mindestanforderungen. Um diese Anforderungen zu erfüllen, werden unter anderem Abgasrückführsysteme (AGR) mit erhöhter Leistungsfähigkeit benötigt. Dafür werden bei Pierburg verschiedene Entwicklungsansätze verfolgt. Mittlerweile ist die Entwicklung der zweiten Generation des elektromotorischen Abgasrückführventils als einzelverwendbare sowie als hochintegrierte Variante in Aluminium-Abgasrückführ-Kühlermodulen abgeschlossen und bei verschiedenen Anwendungen und Kunden in Serie eingeführt.

Besonders für die Hochdruck-AGR-Anwendung lag ein weiterer Schwerpunkt auf der Applikationsentwicklung eines neuen, noch kompakteren Ventils, dessen Anforderungen auf Basis der bisherigen Erfahrungen zusammen mit der Vorentwicklung für Otto- und Dieselmotoren definiert wurden. Für einen Erstauftrag soll die erste Anwendung Mitte 2013 bei einem deutschen Premiumhersteller in Serie gehen. Des Weiteren wurden Weiter- und Neuentwicklungen bei Anwendungen für Niederdruck-AGR-Systeme vorgenommen. Hier ist neben dem High-Flow-Niederdruck-Abgasrückführventil, das erhöhte Abgasrückführraten bei geringsten Druckverlusten erlaubt, auch eine neue Abgasklappe hervorzuheben, die durch erhöhten Staudruck die Abgasrückführraten steigert und gleichzeitig die Dieselpartikelfilterregeneration optimiert. Eine Weiterentwicklung als Doppelklappe mit intelligentem Stellmechanismus bietet aus heutiger Sicht auch Anwendungspotenziale im Rahmen des Thermomanagements, z. B. durch die Nutzung der Abgaswärme zum schnelleren Aufheizen des Fahrzeuginnenraums.

Als Kombination dieser beiden Ventiltypen bietet das Kombiventil die Möglichkeit, beide Funktionen, nämlich das Regeln der Abgasrückführrate und das gleichzeitige Drosseln der Frischluft, zur Steigerung der Abgasrückführung zu erfüllen. Um das Portfolio von AGR-Ventilen zu erweitern, wird auf Basis eines Niederdruck-AGR-Ventils die Entwicklung eines Hochdruck-AGR-Klappenventils für erhöhte Dichtheitsanforderungen vorangetrieben.

Generell kann davon ausgegangen werden, dass infolge verschärfter gesetzlicher Anforderungen zur CO2 -Reduzierung und Senkung des Kraftstoffverbrauchs, insbesondere in den USA, künftig der Einsatz von AGR-Systemen auch bei Ottomotoren stärker in den Vordergrund rücken wird.

Im Bereich der Drossel-, Regel- und Drallklappen hat Pierburg seine Marktposition weiter gestärkt. Zur Realisierung der angestrebten Wachstumsziele baut der Geschäftsbereich seine Aktivitäten, insbesondere in Asien, weiter aus. Die Basis bildet das Baukastensystem der vierten Generation von Drosselklappenstutzen - ein kostengünstiges und qualitativ hochwertiges Serienkonzept. Die berührungslose, kostenreduzierte Sensorik, mit der die Stellung der Drosselklappen bestimmt wird, wird flächendeckend eingesetzt. Von dem Baukastensystem profitieren zunehmend die Aktuatoren verwandter Anwendungen wie Saugrohrsteller und elektrische Abgasklappen. Im Bereich der Aktuatoren wurde ein deutliches Wachstum verzeichnet und die Marktposition ausgebaut. Besonders leistungsfähige Regelklappen für Nutzfahrzeuganwendungen, die die Produktfamilie erweitern, befinden sich kurz vor der Markteinführung. Die Verwendung von bürstenlosen Motoren sowie die Anwendung von speziellen Designs, die die Schwing- und Temperaturfestigkeit erhöhen, garantieren ein auf die Anforderungen abgestimmtes Produkt. Aufgrund des anhaltenden Downsizing-Trends und des weiter wachsenden Turboladermarktes wurde das Portfolio um elektrische Steller für Wastegate-Systeme erweitert.

Der nachhaltige Trend zu aufgeladenen Turbomotoren schafft einen wachsenden Markt für Magnetventile von Pierburg. Der Geschäftsbereich ist Weltmarktführer für elektropneumatische Ventile zur Ansteuerung des Wastegates und der variablen Turbinengeometrie bei Turboladern für Pkw-Dieselmotoren. Das elektrische Schubumluftventil für den Verdichter des Turboladers von Pkw-Ottomotoren wird in der vierten Generation erfolgreich in Serie produziert. Die nächste Weiterentwicklung ist ein kosten- und gewichtsoptimiertes kompaktes Schubumluftventil, das zurzeit gemeinsam mit Kunden erprobt wird. Das bereits 2010 eingeführte Hydraulikventil für variable Ölpumpen wird derzeit in einer neuen Generation hinsichtlich Kosten und Gewicht optimiert, so dass es auch für andere Anwendungen bis 4 l/h Durchsatz, wie z.B. im Kühlmittelkreislauf, verwendet werden kann.

»VARIABLE PUMPENTECHNOLOGIE ZUR VERBRAUCHSREDUZIERUNG«

Mit der unverändert intensiven Diskussion um die Kraftstoffverringerung bei Verbrennungsmotoren rücken dessen Nebenaggregate wie die Öl-, Wasser- und Vakuumpumpe zunehmend in den Fokus. Auch diese Komponenten können einen substanziellen Anteil an der Verbrauchsreduzierung durch Verringerung der benötigten Antriebsleistung beitragen. So kann beispielsweise mit einer variablen Ölpumpe, die nur die tatsächlich benötigte Ölmenge zur Motorschmierung bereitstellt, eine Verringerung der Pumpenantriebsleistung und damit eine Absenkung des Kraftstoffverbrauchs um ca. 1,3% erreicht werden. Nachdem Pierburg Pump Technology seit 2008 diese neuen Ölpumpengenerationen bei verschiedenen Automobilherstellern in Serie gebracht hat, wurden inzwischen die Regelungssysteme der Pumpen weiter optimiert, so dass im Jahr 2011 die Serienproduktion mit noch effizienteren Ölpumpen gestartet werden konnte. Diese neuen Generationen variabler Ölpumpen erlauben Kraftstoffeinsparungen von bis zu 2,5%, indem beliebige Motorenparameter, wie z. B. die Öltemperatur oder die Motorlast, individuell erfasst und als Eingangsgröße für die Ölpumpenregelung verwendet werden.

Auch auf dem Gebiet der elektrischen Ölpumpen, die bevorzugt in Automatikgetrieben für Hybridfahrzeuge oder Doppelkupplungsgetrieben verbaut werden, wurden in 2011 neue Konzepte erarbeitet. Die Entwicklungsarbeiten konzentrierten sich neben der Vereinfachung des Pumpenaufbaus insbesondere auf die Kostensenkung durch eine höhere Bauteileintegration. Nachdem Pierburg Pump Technology 2004 die weltweit erste elektrische Kühlmittelpumpe zur Motorkühlung für Ottomotoren in Serie gebracht hatte, wurde in 2011 die nunmehr dritte Generation ausgeliefert. Kern dieser Weiterentwicklung ist die erhöhte Leistungsdichte der Pumpe, durch die bei gleichem Bauraum die hydraulische Leistung verdoppelt werden konnte.

Einen weiteren Schwerpunkt der Aktivitäten bildete die Neuentwicklung einer elektrischen Vakuumpumpe, die auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main der Fachwelt vorgestellt wurde. Die erste Generation wird mit einem kostengünstigen, bürstenbehafteten Direct-Current-Motor ausgestattet, da sie als reine Zusatzpumpe eingesetzt werden soll. Diese elektrische Vakuumpumpe erreicht die Absaugleistung einer mechanischen, vom Verbrennungsmotor angetriebenen Vakuumpumpe.

»REIBUNGSARME KOLBEN ZUR CO2-REDUZIERUNG«

Downsizing, Aufladung und Direkteinspritzung zur Einhaltung von geforderten Abgasgrenzwerten sowie zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2 -Emissionen sind nach wie vor die Innovationstreiber für neue Kolbentechnologien in modernen Otto- und Dieselmotoren. Die Entwicklungsfortschritte des Kolbensystems aus Kolben, Kolbenringen, Kolbenbolzen, Pleuel und Lagern tragen maßgeblich zur Erreichung dieser Ziele bei.

Für die Kolben bedeutet das: reduzierte Reibung bei geringem Gewicht und hoher Beanspruchung. KS Kolbenschmidt reagiert auf diese Anforderungen bei Ottomotoren mit einem Technologiepaket, das aus der neuen Hochleistungslegierung KS 309™, dem weiterentwickelten Leichtbaukonzept LITEKS-3® und der Schaftbeschichtung NANOFRIKS® besteht.

Bei Dieselmotoren kommt neben leistungsfähigen Kolbenkühlungen CONTUREKS® und DYNAMIKS® gezieltes Werkstoffengineering am Muldenrand in Kombination mit thermischen Schutzschichten zum Einsatz, wodurch weitere Potenziale für Leistungssteigerungen erschlossen werden. Für extreme Anforderungen bei Dieselkolben, wo aufgrund sehr hoher thermischer und mechanischer Belastungen Aluminiumlegierungen nicht mehr eingesetzt werden können, kommen Stahlkolben sowohl für Nkw als auch für Pkw zur Anwendung. Mit dem patentierten STEELTEKS™-Kolben wird dabei - neben etablierten Ausführungen - jetzt auch eine völlig neuartige Konstruktions- und Herstellungsweise von Monoblock-Stahlkolben verwirklicht. Der aus nur einem Schmiedeteil hergestellte Stahlkolben wurde besonders für niedrige Kompressionshöhen entwickelt und wird mittlerweile erfolgreich für Nkw in Serie gefertigt. Für einzelne Anwendungen im Pkw-Diesel-Hochleistungssegment befinden sich reibungsarme Leichtbau-Stahlkolben im Serienentwicklungsstadium, die eine Reduzierung der CO2 -Emissionen um 4% ermöglichen.

»ALUMINIUM-MOTORBLÖCKE UND FAHRWERKSTEILE IN LEICHTBAUWEISE«

Moderne leistungsstarke Motoren werden zunehmend durch kleinere, hochaufgeladene Motoren ersetzt, ohne dass das Fahrzeug an Fahrspaß oder Motorleistung einbüßt. Die gesetzlichen Vorschriften zur Schadstoffreduzierung verschärfen zudem die bereits hohen Anforderungen an Festigkeit, Steifigkeit und Dauerhaltbarkeit künftiger Motorengenerationen. Dies zwingt zu einer noch effizienteren Konstruktion des Antriebsstrangs und zu einem konsequenten Einsatz von Leichtbaumaterialien. Selbst modernste Aluminium-Gießverfahren werden permanent weiterentwickelt. Hierzu zählen zum Beispiel spezielle Anschnitttechniken im Niederdruck-Kokillen- und Druckguss oder intelligente Gießwerkzeugkühlungen während des Erstarrungsvorgangs zur Festigkeitssteigerung. Diese selbst entwickelten Gießtechniken sind hervorragend zur Herstellung künftiger beschichtungsfähiger Zylinderkurbelgehäuse geeignet. Reibleistungsmessungen zeigen einen deutlichen Vorteil von eisenbeschichteten Laufflächen im Vergleich zu Aluminiumlaufflächen. Ein Prototypen-Beschichtungs-Center wurde im vierten Quartal 2011 in Betrieb genommen. Erste Prototypen befinden sich in der motorischen Erprobung, um gemeinsam mit dem Kunden das Tribologiesystem Kolben, Kolbenring und Zylinderlaufbahn zur Reibungsminimierung und Verbesserung des Verschleißverhaltens weiterzuentwickeln. Anfragen weiterer Fahrzeughersteller zur Zusammenarbeit bei beschichteten Zylinderlaufflächen liegen vor.

Darüber hinaus wurden am Standort Neckarsulm mehrere Vierzylinder-Druckguss-Kurbelgehäuse entwickelt, die bei dem chinesischen Joint Venture Kolbenschmidt Pierburg Shanghai Nonferrous Components Co. Ltd. in Shanghai, China, für weltweit tätige Automobilhersteller in Serie gefertigt werden.

Das im Niederdruck-Kokillenguss gefertigte Getriebegehäuse für hoch beanspruchte Nutzfahrzeuge wurde zu Ende entwickelt und wird im ersten Quartal 2012 in die Serienfertigung gehen. Der Markteintritt in den Nutzfahrzeugsektor ist damit vollzogen.

»NEUE WERKSTOFFE ALS ANTWORT AUF NEUE ANFORDERUNGEN«

Die Produkt- und Prozessentwicklungen im Geschäftsbereich KS Gleitlager orientierten sich in 2011 konsequent an den automobilen Megatrends "Emissionsreduktion" und "Komfortsteigerung".

Bei den motorischen Gleitlagern nehmen die Gleitwerkstoff- und Laufschichtenentwicklungen Bezug auf den Einsatz niedrigviskoser Motorenöle mit damit einhergehender stärkerer Mischreibung sowie gesteigerter Schmutzpartikelempfindlichkeit des Systems. So steht die in 2010 eingeführte bleifreie Galvanikschicht in weiteren Motorenprojekten unmittelbar vor der Serieneinführung, die neue polymere Laufschicht befindet sich in Pleuellagern in der Motorerprobung. Erste, vielversprechende Testergebnisse liegen auch für die völlig neu entwickelte Stahl-Aluminium-Laufschichtlegierung vor. Diese Werkstoffkomposition wurde gezielt ausgewählt, um hauptsächlich für Kurbelwellenlagerapplikationen eine hohe Verschleißfestigkeit bei gleichzeitig guter Anpassungsfähigkeit zu erreichen. Serienanläufe in 2012 wurden und werden durch Prozessabsicherungen in der Bandherstellung und in der Teileherstellung vorbereitet.

Im Bereich der nichtmotorischen Gleitlager (Permaglide) konzentrierten sich die Entwickler neben der technischen und wirtschaftlichen Optimierung von Gleitwerkstoffen in bestehenden Applikationen auf die Entwicklung von Permaglidewerkstoffen mit Leistungscharakteristiken für neue Applikationen. Um die bestmögliche Gleitlagerperformance zu erreichen, wird die Werkstoff-, Produkt- und Prozessentwicklung eng aufeinander abgestimmt.

Im für KS Gleitlager als Marktführer sehr bedeutenden Feld der Common-Rail-Pumpenlager zeigt ein neuer Gleitwerkstoff mit verbesserten Eigenschaften im Biokraftstoffeinsatz erste positive Erprobungsergebnisse. Vielversprechend sind auch Versuche mit einer neuen Verbundwerkstoffkomposition für Gleitlager in den Anwendungen Zweimassenschwungrad, Riemenspanner oder Torsionsschwingungsdämpfer. Spezielle Füllstoffe in der Werkstoffmatrix stellen eine hohe Verschleißfestigkeit und niedrige, konstante Reibwerte unter hochfrequenter Schwingungsbeanspruchung sicher.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG RHEINMETALL-KONZERN PERSONAL

»WELTWEIT 22.641 MITARBEITER ENGAGIEREN SICH FÜR DEN ERFOLG VON RHEINMETALL«

Die Unternehmensbereiche Defence und Automotive operieren in wettbewerbsintensiven Märkten, die durch raschen Wandel und zunehmende Komplexität von Technologien, Prozessen und Produkten geprägt sind. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rheinmetall-Konzerns tragen mit ihrem Wissen, Können und Engagement wesentlich dazu bei, die Unternehmensziele zu erreichen und den wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns langfristig nachhaltig zu sichern und auszubauen. Sie identifizieren sich mit einer unverwechselbaren Unternehmenskultur, die auf Vertrauen, professionelle Leistung, Initiative, Eigenverantwortung, gemeinsame Werte und gemeinsames Verständnis setzt, und arbeiten über funktionale, divisionale und nationale Grenzen hinweg partnerschaftlich zusammen.

Am Bilanzstichtag 2011 waren 22.641 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Rheinmetall beschäftigt, nach insgesamt 21.706 Personen am 31. Dezember 2010. Die Frauenquote betrug 19,4% (Vorjahr: 19,5%). Im Unternehmensbereich Defence waren 44,0 % (Vorjahr: 45,3 %), im Unternehmensbereich Automotive 55,4% (Vorjahr: 54,0%) und in der Rheinmetall AG bzw. den Dienstleistungsgesellschaften 0,6% (Vorjahr: 0,7%) der Konzernbelegschaft tätig. Die Quote der im Ausland beschäftigten Arbeitnehmer wuchs um 2,1 Prozentpunkte auf 47,2% (Vorjahr: 45,1%), dabei baute der Unternehmensbereich Automotive seine Belegschaft im Ausland um 831 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. Der Schwerpunkt der im Ausland Beschäftigten lag mit 4.577 Personen (Vorjahr: 4.644) in Europa (davon nicht-EU-Staaten: 1.596, Vorjahr: 1.638), 2.327 Arbeitnehmer waren in Südamerika (Vorjahr: 2.192) und 1.469 Arbeitnehmer in Nordamerika (Vorjahr: 1.325) tätig. Auf Südafrika entfielen 1.320 Arbeitnehmer (Vorjahr: 1.193) und auf Australien 10 Mitarbeiter (Vorjahr: 8). In Asien stieg die Anzahl der Beschäftigten nach der Akquisition der Gleitlager-Aktivitäten der indischen Kirloskar Oil Engines Ltd. durch KS Gleitlager auf 979 (Vorjahr: 437).

»RHEINMETALL - EIN ATTRAKTIVER ARBEITGEBER«

Mit aktivem Personalmarketing, mit Präsenz auf Rekrutierungsmessen und an Hochschulen sowie einem breiten Angebot zum Einblick in die Arbeitswelt positioniert sich Rheinmetall immer stärker als attraktiver Arbeitgeber für Nachwuchskräfte. Der konzernweit einheitliche Auftritt auf Hochschulmessen, Absolventenkongressen, Rekrutierungsevents und bei Stellenbörsen im Internet trägt zunehmend Früchte. 2011 ermittelte die "trendence-Studie" wieder die Arbeitgeber-Attraktivität deutscher Engineering-Unternehmen unter Befragung von rund 10.000 examensnahen Studenten der technischen Fakultäten. Wie in den Jahren 2009 und 2010 wurde Rheinmetall im Berichtsjahr ein weiteres Mal in der "Engineering Edition" unter die 100 attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands gewählt und kam auf Platz 78, nach Platz 82 im Vorjahr. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gaben mehr als 21.000 Studenten aus über 100 führenden deutschen Universitäten ihr Votum in der von der Agentur Universum durchgeführten Befragung zu "Germany's Ideal Employers 2011" ab. Rheinmetall kam im ersten Jahr der Bewertung in der Kategorie "Engineering" auf Platz 63 der Top-100-Arbeitgeber.

Trotz der bisher erzielten Erfolge und Verbesserungen werden die Anstrengungen im Bereich des Hochschulmarketings, im Internetauftritt und bei der Nutzung verschiedener Social-Media-Kanäle hin zu den künftigen Mitarbeitern weiter verstärkt werden. Insbesondere ist es wichtig, die für Rheinmetall bedeutende Zielgruppe der jungen und gut ausgebildeten Ingenieure noch besser zu erreichen und sicherzustellen, dass der Konzern bei diesen Studenten und jungen Berufstätigen auch weiterhin als attraktiver Arbeitgeber bekannt gemacht wird.

Neben der eigenen Ausbildung von Nachwuchskräften setzt Rheinmetall auf klassische und moderne Mittel der Personalauswahl und steht darüber hinaus in engem Kontakt mit Universitäten, Fachhochschulen und Forschungsinstituten, um frühzeitig geeignete Absolventen naturwissenschaftlicher, technischer und kaufmännischer Studiengänge kennenzulernen. Der Konzern schafft damit eine Plattform für die Präsentation seiner vielfältigen geschäftlichen Aktivitäten und beruflichen Möglichkeiten seiner Mitarbeiter. Praktikumsangebote zur beruflichen Orientierung, integrierte Traineeprogramme und Themenangebote für Diplomarbeiten vermitteln in diesem Zusammenhang erste Einblicke in den Rheinmetall-Konzern.

»ZUKUNFTSGERICHTETE PERSONALPOLITIK UNTERSTÜTZT LANGFRISTIGES WACHSTUM«

Die Gesellschaften des Rheinmetall-Konzerns stehen mit anderen Unternehmen in einem intensiver werdenden Wettbewerb um qualifiziertes Personal. Kompetente Professionals für die Unternehmen zu gewinnen ist daher eine der zentralen Aufgaben der Personalarbeit. Neben leistungsorientierter Vergütung und fortschrittlichen Sozialleistungen setzt Rheinmetall neben Vielfalt und Chancengleichheit insbesondere auf breit gefächerte berufliche Perspektiven in den Unternehmensbereichen Defence und Automotive, interdisziplinäre Karrierewege, Einsatzmöglichkeiten in den internationalen Konzerngesellschaften und attraktive Fort- und Weiterbildungsangebote zur fachlichen und persönlichen Entwicklung.

In einem integrierten Ansatz werden Markt-, Branchen- und Technologietrends und deren Auswirkungen auf die Ausrichtung der internationalen Geschäftsaktivitäten der Konzerngesellschaften schon seit Jahren systematisch recherchiert, analysiert und bewertet. Für das weitere Wachstum und die Zukunftsfähigkeit des Rheinmetall-Konzerns ist mit Blick auf demografische Einflussfaktoren und den vielerorts erwarteten Fachkräftemangel die bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Weiterentwicklung von Mitarbeitern, talentiertem Führungsnachwuchs sowie erfahrenen Fach- und Managementkräften ein wichtiger Erfolgsfaktor. Es gilt, das hohe Qualifikationsniveau zu sichern und kontinuierlich auszubauen, damit die wirtschaftlichen Ziele der Konzerngesellschaften erreicht werden können. Die Entwicklungen bei den für Rheinmetall strategisch relevanten Technologien werden mit der Personalbedarfs-, der Personalentwicklungs- und Nachfolgeplanung verknüpft, damit der in den Unternehmen künftig zu erwartende Bedarf an Fach- und Führungskräften bzw. Spezialisten zuverlässig ermittelt werden kann.

»POTENZIALANALYSE UND NACHFOLGEPLANUNG - BAUSTEINE ZUR ZUKUNFTSSICHERUNG«

Potenzialträger werden im Rahmen systematischer Einstufungen identifiziert und gezielt gefördert. Auf der Basis des transparenten Rheinmetall-Kompetenzmodells, in dem in fünf Kompetenzfeldern die 17 für Rheinmetall relevanten Führungs- und Managementkompetenzen verankert sind, wird in einem einheitlichen, mehrstufigen Auswahl- und Beurteilungsverfahren in allen Gesellschaften des Rheinmetall-Konzerns in regelmäßigen Abständen das aktuelle Kompetenzprofil von Führungskräften und möglichen Managementkandidaten mit künftigen Anforderungen abgeglichen. Die nach objektiven Maßstäben vorgenommene Standortbestimmung ermöglicht anhand der individuellen Potenzialeinschätzung einen offenen Dialog über Stärken, Defizite und individuelle Herausforderungen des Mitarbeiters sowie über Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

In ausführlichen Feed-back-Gesprächen werden berufliche Perspektiven - in Form einer konkreten Position oder eines Karrierepfads (Führungs-, Projekt- und Expertenlaufbahn) - aufgezeigt und geeignete Fördermaßnahmen vereinbart, mit denen die unternehmerische, fachliche, methodische, soziale und Führungskompetenz weiter verbessert werden kann. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Potenzialanalysen werden zudem ausgewertet und verdichtet und dann in Management- bzw. Personalentwicklungsprogrammen berücksichtigt, die gezielt auf die Übernahme neuer oder erweiterter Aufgaben und Verantwortung vorbereiten.

Durch das Personalentwicklungsinstrument Potenzialanalyse wird die professionelle, systematische und vorausschauende Nachfolgeplanung in den Unternehmen erleichtert. Aus ihr ist sicher zu ersehen, welche Vakanzen in den nächsten Jahren auftreten werden, welche davon im Rahmen der strategischen Personalplanung nachzubesetzen sind und für welche dieser nachzubesetzenden Stellen es bereits einen konkreten Nachfolger bzw. Bedarf für eine interne oder externe Rekrutierung gibt. Des Weiteren wird damit sichergestellt, dass Schlüsselpositionen im Konzern mit qualifizierten Führungskräften überwiegend aus den eigenen Reihen besetzt werden können.

»WEITERBILDUNG ALS INVESTITION IN DIE ZUKUNFT«

Vielfältige Weiterbildungsangebote geben den Rheinmetall-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre Leistungen in ihrem Arbeitsgebiet zu verbessern und ihre Kenntnisse über die Anforderungen der aktuellen Stelle hinaus auszubauen. Der Bedarf an Personalentwicklungsmaßnahmen wird getrennt nach Tarifangestellten sowie Führungskräften und Außertariflichen Angestellten entweder gemäß Qualifizierungstarifvertrag bzw. im Rahmen von Managementpotenzialanalysen, Potenzialanalysen oder des Programms "Führen mit Zielen" in regelmäßigen Abständen auf Basis des Rheinmetall-Kompetenzmodells konkret erhoben. Neben den im Rheinmetall-Kolleg gebündelten konzernübergreifenden und externen Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen gibt es standortspezifische Programme, Workshops, Trainings und Seminare. Zum Beispiel lernen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch "Einstieg-Workshops" ihr Unternehmen schneller kennen, Teamleitern wird zielgruppengerecht vermittelt, wie sie ihre Teams erfolgreich motivieren und führen, Beschäftigte der Rheinmetall-Holding besuchen im Rahmen des Offenen Bildungsprogramms Vorträge und KSPG bietet ein zusätzliches Ausbildungsprogramm in der Fachrichtung Motorentechnik an. In die Weiterbildungsprogramme investierte der Rheinmetall-Konzern in 2011 allein in Deutschland rund 4,2 MioEUR (Vorjahr: 3,4 MioEUR). Im Berichtsjahr wurden 2.740 Qualifizierungsmaßnahmen (Vorjahr: 2.531) von 8.335 Mitarbeitern (Vorjahr: 10.112) mit einer Dauer von insgesamt 17.006 Tagen (Vorjahr: 16.951) besucht.

»RHEINMETALL-KOLLEG 2011«

Führungskräfte müssen adäquat auf strategische und operative Aufgaben vorbereitet sein, sich schnell auf neue Herausforderungen einstellen und auf Veränderungen flexibel reagieren können. Es kommt dabei nicht nur auf die fachliche Eignung an, es geht auch um erstklassige Führungsqualitäten und Managementkompetenzen. Das Rheinmetall-Kolleg bot auch im Berichtsjahr - neben externen Seminaren und Veranstaltungen - konzerneigene hochklassige Bildungs- und Qualifizierungsveranstaltungen für die Themenfelder Strategie, Management, Leadership, methodische Kompetenz, Projektarbeit und Internationalisierung an, damit sich Führungs- und Nachwuchskräfte auf weiterführende Fach-, Führungs- und Projektaufgaben adäquat vorbereiten können. An den 61 (Vorjahr: 37) ein- oder mehrtägigen Veranstaltungen nahmen im Berichtsjahr 659 Beschäftigte teil, nach 407 Personen im Jahr zuvor. Das Themenspektrum des Rheinmetall-Kollegs wird an aktuellen Themen ausgerichtet, das Weiterbildungsangebot durch neue Programme bedarfsgerecht kontinuierlich ausgebaut.

Die Entwicklung der Führungs- und Nachwuchskräfte im Rheinmetall-Konzern wird des Weiteren durch spezielle Programme wie zum Beispiel das Sales-Development-Program, das Young-Manager-Program, das Managers'-Leadership-Program sowie das nationale und internationale Executive-Development-Program, das in 2011 erstmals durchgeführt wurde und Teilnehmer aus acht Ländern verzeichnete, unterstützt. In diesen Programmen spielt neben verschiedenen Trainingsbausteinen die Netzwerkbildung und damit das "Schauen über den Tellerrand" des eigenen Geschäfts- oder Funktionsbereichs eine zentrale Rolle. Diese auf unterschiedliche Hierarchieebenen ausgerichteten Schulungen, Trainings und Workshops bilden darüber hinaus für Mitarbeiter eine Plattform zum übergreifenden Wissens-, Ideen-, Erfahrungs- und Meinungsaustausch.

»TRADITIONELL STARKES ENGAGEMENT IN DER BERUFSAUSBILDUNG«

Die operativen Einheiten benötigen neben Hochschulabgängern vor allem qualifizierte Facharbeiter. Nach wie vor großgeschrieben wird unter diesem Aspekt sowie im Rahmen der gesellschaftlichen Verantwortung das ungebrochen starke Engagement für eine qualifizierte, praxisgerechte, vielseitige und hochwertige Ausbildung, die auch die Möglichkeit einschließt, ein duales Studium mit technischer oder kaufmännischer Ausrichtung zu absolvieren. Die Gesellschaften des Rheinmetall-Konzerns nehmen ihren Ausbildungsauftrag nach wie vor sehr ernst. Sie halten die Zahl der Ausbildungsplätze seit Jahren auf hohem Niveau und bilden über den eigenen Bedarf hinaus aus. Weltweit erhielten 801 Jugendliche (Vorjahr: 729) eine Berufsausbildung, davon 579 (Vorjahr: 566) in Deutschland.

So vielfältig die Geschäftstätigkeit der Unternehmen im Rheinmetall-Konzern ist, so vielfältig ist auch das Spektrum der angebotenen Ausbildungsberufe. Bei über 30 angebotenen Ausbildungsgängen im technischen, kaufmännischen und IT-Bereich zählten Industriemechaniker, Mechatroniker, Zerspanungsmechaniker und Industriekaufmann zu den wichtigsten Berufsbildern an den inländischen Standorten.

Die Ausbildungsquote lag, bezogen auf die inländischen Standorte, bei 5,5% und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Anteil der weiblichen Auszubildenden lag bei 18,3 %, nach 18,6% im Vorjahr. An den Standorten im Inland wurden 10,1 MioEUR, nach 10,3 MioEUR in 2010, in die Ausbildung investiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben 229 junge Menschen (Vorjahr: 159) in den deutschen RheinmetallGesellschaften ihre Ausbildung neu begonnen, während 144 Auszubildende (Vorjahr: 132) nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung in ein befristetes oder unbefristetes Anstellungsverhältnis übernommen werden konnten.

»FAIRE, LEISTUNGSGERECHTE UND ERFOLGSORIENTIERTE VERGÜTUNGSPOLITIK«

Attraktive, transparent gestaltete Vergütung ist ein wichtiges Argument bei der Einstellung und der Bindung engagierter Mitarbeiter an das Unternehmen. Rheinmetall bietet attraktive Vertragskonditionen. Diese orientieren sich am Umfang von Aufgabe, Verantwortung sowie Leistung und werden am Markt referenziert. Dabei werden neben festen Vergütungsbestandteilen auch leistungs- bzw. erfolgsabhängige Zulagen bzw. variable Gehaltsbestandteile gezahlt.

Das Konzept "Führen mit Zielen" ist im Führungskräfte- und Außertariflichen Angestellten-Bereich mit variablen Gehaltsbestandteilen verknüpft. In Abhängigkeit von der Erreichung vereinbarter individueller Ziele und vom Unternehmenserfolg ergibt sich ein individueller variabler Einkommensanteil. Dieser bewegt sich je nach Zielerreichung zwischen 0 % und 200 % des variablen Zieleinkommens. Durch die Zielorientierung dieser Einkommenskomponente werden Anreize gesetzt, eigenverantwortlich zu handeln und Herausforderungen anzunehmen.

Geschäftsbereichsleiter, Geschäftsführungen und Obere Führungskräfte erhalten ergänzend zu dieser Short-Term-Komponente ein Long-Term-Incentive. Dies ist am langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtet und umfasst die Auszahlung von 40 % des Long-Term-Incentive-Betrags in Rheinmetall-Aktien, die für vier Jahre mit einer Veräußerungssperre belegt sind. Die Anzahl der zu gewährenden Aktien wird anhand eines Referenzkurses bestimmt, der den Durchschnittskurs der letzten fünf Börsentage im Februar des nachfolgenden Geschäftsjahres abbildet. 60 % des Long-Term-Incentive werden in Cash bezahlt und dienen dabei der sofortigen Versteuerung der Rheinmetall-Aktien.

Der Erfolg des Unternehmens spiegelt sich auch für Tarifmitarbeiter wider und zwar in doppelter Hinsicht: einmal erhalten Mitarbeiter einen jährlichen Erfolgsbonus in Abhängigkeit von der Performance ihres Geschäftsbereichs bzw. Unternehmensbereichs, zum anderen zahlt sich die erreichte Wertsteigerung des Unternehmens in einem erfolgsorientierten Beitragsbaustein in der betrieblichen Altersversorgung aus und führt damit zu einer verbesserten Absicherung im Alter.

»ALTERSVORSORGE - EIN WICHTIGER BAUSTEIN DER PERSONALPOLITIK«

Der Rheinmetall-Konzern unterstützt seine Mitarbeiter seit vielen Jahren mit innovativen Modellen der Betrieblichen Altersversorgung bei der finanziellen Sicherung ihres Lebensstandards im Ruhestand. Das Versorgungssystem ist für die Belegschaft und Führungskräfte identisch strukturiert, höhere Einkommen werden jedoch leistungssteigernd berücksichtigt. Dieses für alle inländischen Standorte geltende System besteht aus drei Bausteinen: einer verlässlichen Grundversorgung, einer mit der Steigerung des Unternehmenswertes verbundenen, erfolgsabhängigen Aufbauversorgung und einer mitarbeiterfinanzierten Zusatzversorgung, die verschiedene Formen der Entgeltumwandlung wie Deferred Compensation, Direktversicherung oder Riester-Rente ermöglicht.

»MITARBEITER ZEICHNEN RHEINMETALL-AKTIEN«

Wie schon in den Jahren zuvor, legte Rheinmetall auch im Berichtsjahr ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm auf. Im April und November 2011 hatten die Beschäftigten wieder die Möglichkeit, Aktien des Unternehmens zu vergünstigten Konditionen zu erwerben und somit als Miteigentümer an dem wirtschaftlichen Erfolg ihres Unternehmens teilzuhaben. Neben den inländischen Gesellschaften des Rheinmetall-Konzerns sind auch die Beschäftigten 19 europäischer Konzernunternehmen zeichnungsberechtigt. In den beiden Tranchen des Jahres 2011 erwarben insgesamt 1.521 Mitarbeiter (Vorjahr: 952) 169.743 Rheinmetall-Aktien (Vorjahr: 100.338), die einer Mindesthaltefrist von zwei Jahren unterliegen. Seit der Einführung des Aktienkaufprogramms im Jahr 2008 haben die Beschäftigten 680.454 Rheinmetall-Aktien erworben.

»SPIEGELBILD DER VIELFALT«

Menschen prägen und formen Profil, Ansehen und Unverwechselbarkeit eines Unternehmens. 22.641 Rheinmetall-Mitarbeiter bilden eine internationale Gemeinschaft, in der sich viele Kulturen, vielfältige ethnische und soziale Hintergründe sowie unterschiedlichste Fähigkeiten, Talente und Erwartungen widerspiegeln. Mit Standorten in 24 Ländern auf fünf Kontinenten, Lieferbeziehungen in mehr als 80 Länder und 10.682 Beschäftigten im Ausland (Vorjahr: 9.799) ist Diversity bereits gelebte Realität und ein Erfolgsfaktor in der weltweiten Geschäftstätigkeit. Die tägliche Praxis zeigt, dass sich diese Vielfalt in den Sprachen, der Bildung und Ausbildung, den Fähigkeiten, den Denk-, Sicht- und Arbeitsweisen positiv auf die Zusammenarbeit auswirkt und eine Bereicherung für die Unternehmenskultur ist. Die Offenheit für fremde Kulturen und der Austausch zwischen den Standorten wird auch durch Entsendungen gefördert. Durch Einsätze außerhalb des Heimatlandes können Mitarbeiter neue Fertigkeiten erwerben und ihre interkulturelle Kompetenz stärken. Zudem wird auch der Wissenstransfer innerhalb des Konzerns über Ländergrenzen hinweg verbessert. 2011 absolvierten 62 deutsche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 89) einen Auslandsaufenthalt, auf den sie sich auch durch Seminare, die länder- und kulturspezifische bzw. interkulturelle Themen behandeln, vorbereiten konnten.

»FRAUEN BEI RHEINMETALL«

Die Defence- und Automotive-Branche ist traditionell von Männern dominiert, die im Rahmen ihrer Ausbildung bzw. ihres Studiums überwiegend technische oder naturwissenschaftliche Fächer wählen. Der Anteil weiblicher Absolventen in den für Rheinmetall relevanten Ingenieurstudiengängen liegt bei rund 20%. Die seitens Rheinmetall verfolgte laufende Verbesserung der Arbeitgeber-Attraktivität führt im Arbeitsmarkt erst in Ansätzen zu dem gewünschten Effekt, dass sich mehr junge Frauen in technischen Berufsbildern für eine Laufbahn im Rheinmetall-Konzern entscheiden.

Bei der Besetzung von Führungspositionen orientieren sich Vorstände und Geschäftsführungen an den fachlichen und persönlichen Anforderungen der entsprechenden Funktion und suchen nach der Person, die diese bestmöglich erfüllt. Stehen mehrere gleich qualifizierte Kandidatinnen oder Kandidaten in der Auswahl, wird bei der Besetzung auf eine angemessene Berücksichtigung von Frauen geachtet. Dem Rheinmetall-Konzern gehörten im Berichtsjahr in den ersten vier Ebenen 2.052 Führungskräfte an, davon 148 Frauen (7,2%). Die Frauenquote in dem rund 270 Personen umfassenden Oberen Führungskreis liegt bei 5%. Im Young-Manager-Program sind 8% der Teilnehmer Frauen, im Executive-Development-Program beträgt der Frauenanteil 6%.

»GLEICHE CHANCEN FÜR ALLE«

Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlich eingeschränkte Beschäftigte sind bei Rheinmetall in das Arbeitsleben integriert und können ihre Fähigkeiten und Ideen voll einbringen. Im Vordergrund, steht auch hier die Förderung vorhandener Stärken und Potenziale. Eine wichtige Voraussetzung hierfür sind individuell angepasste Arbeitsplätze, die gute Entfaltungsmöglichkeiten bieten und zu Arbeitsergebnissen führen, die denen von Kollegen ohne Behinderung in nichts nachstehen. Im Berichtsjahr waren in den deutschen Gesellschaften des Rheinmetall-Konzerns 657 Schwerbehinderte beschäftigt (Vorjahr: 659).

»BESSERE VEREINBARKEIT VON BERUF UND PRIVATLEBEN«

Beruflicher Erfolg hängt unter anderem auch von der Zufriedenheit im Privatleben ab. Der Wunsch vieler Beschäftigter, durch flexiblere Arbeitszeiten ihren Beruf besser mit familiären und privaten Interessen in Einklang bringen zu können, wird im Rheinmetall-Konzern als personalpolitische Verpflichtung aufgefasst. Arbeitszeitmodelle mit unterschiedlich hoher Wochenarbeitszeit und verschiedene Teilzeitangebote sowie Vertrauensarbeitszeit ermöglichen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen flexibleren zeitlichen Rahmen. Zudem unterstützt Rheinmetall Mütter oder Eltern mit einem finanziellen Beitrag, individuell Lösungen für die Betreuung ihres Kindes bzw. ihrer Kinder zu finden. Auch die Möglichkeit, verlängert Elterngeld zu beziehen wird in den Rheinmetall-Unternehmen genutzt. 2011 waren in den deutschen Gesellschaften 108 Beschäftige in Elternzeit (71 Mitarbeiterinnen, 37 Mitarbeiter). Im Berichtsjahr wurde die schweizerische Rheinmetall Air Defence AG für ihre besonders familienfreundlichen Arbeitsbedingungen von dem Kanton Zürich mit dem Prix BalanceZH in der Kategorie "Industrie und Gewerbe" als Gewinnerin ausgezeichnet.

»ARBEITS- UND GESUNDHEITSSCHUTZ«

Die Vermeidung von Unfällen und die Erhaltung der Gesundheit der Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz gehören zu den zentralen Zielen. Beim Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement setzt Rheinmetall auf die Erkennung von Gefährdungspotenzialen und deren Beurteilung sowie auf eine bedarfsgerechte Gesundheitsvorsorge, durch die das persönliche Wohlergehen und die berufliche Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter erhalten und gefördert wird. Die Sicherheit der Anlagen und Produktionsprozesse, die moderne Ausrüstung, die ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen gehören ebenso dazu wie die Leistungen des werksärztlichen Diensts. Die Beschäftigten profitieren darüber hinaus neben arbeitsmedizinischen Untersuchungen von verschiedenen Präventionsprogrammen. Das Spektrum reicht von kostenlosen Schutzimpfungen und regelmäßigen Vorsorge-Untersuchungen über interne und externe Sportmöglichkeiten und Beratungsleistungen bis hin zu der medizinisch abgestimmten Wiedereingliederung nach längerer Krankheit. KSPG startete im Berichtsjahr ein Pilotprojekt, das zum Ziel hat, die bisherigen Maßnahmen und Angebote im Arbeits- und Gesundheitsschutz zu bündeln und ein geschäftsbereichsintegriertes Gesundheitsmanagement aufzubauen.

»DEMOGRAFISCHER WANDEL«

In Deutschland und anderen entwickelten Ländern stehen die Unternehmen durch den zunehmenden Altersstrukturwandel vor neuen Herausforderungen. Die Bevölkerungsstruktur verändert sich durch niedrige Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung in bisher nicht gekannter Weise. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung von Belegschaften: der Wettbewerb um geeignete Nachwuchskräfte wird intensiver, die Anzahl der Beschäftigten in der Altersklasse 40-49 Jahre nimmt ab und das Schwergewicht verlagert sich in Unternehmen auf die über 50-Jährigen. Auf Basis von Strukturanalysen und Simulationsrechnungen entwickeln interdisziplinäre Teams neue Konzepte. Im Vordergrund stehen dabei u. a. der gezielte Transfer von Wissen und Erfahrung von älteren Kollegen auf jüngere Mitarbeiter, die Bildung von altersgemischten Teams, die konsequente Ausbildung von Nachwuchskräften sowie Veränderungen in der Unternehmenskultur. Einbezogen werden zudem auch Anpassungen von Arbeits- und Organisationsabläufen sowie Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Der Altersdurchschnitt der Beschäftigten (ausgenommen Auszubildende und Praktikanten) betrug im Rheinmetall-Konzern im Jahr 2011 43,5 Jahre (Vorjahr: 43,3 Jahre). Die Dauer der Betriebszugehörigkeit lag im Berichtsjahr unverändert zum Vorjahr bei 14,2 Jahren.

»WEITERE KENNZAHLEN AUS DEM PERSONALBEREICH«

Der Personalaufwand lag im Geschäftsjahr 2011 bei 1.260 Mio EUR, nach 1.181 Mio EUR im Vorjahr. Auf Löhne und Gehälter entfielen 1.037 Mio EUR (Vorjahr: 975 Mio EUR). Die Beiträge zur Sozialversicherung sowie Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung beliefen sich auf 223 Mio EUR (Vorjahr: 206 Mio EUR). Bezogen auf Kapazitäten lag der Personalaufwand je Mitarbeiter bei 62 TEUR (Vorjahr: 59 TEUR). Der Personalaufwand in Bezug zur Gesamtleistung sank von 29 % auf 28 %. Der Umsatz je Mitarbeiter stieg von 199 TEUR im Jahr 2010 auf 218 TEUR im Jahr 2011.

RHEINMETALL AKTIENGESELLSCHAFT

»RHEINMETALL AG ERFÜLLT STRATEGISCHE HOLDINGFUNKTIONEN«

Unter Führung der börsennotierten Rheinmetall AG mit Sitz in Düsseldorf ist der Rheinmetall-Konzern in die beiden Unternehmensbereiche Defence und Automotive gegliedert. Als Managementholding obliegt der Rheinmetall AG die einheitliche Leitung und wirtschaftliche Steuerung des Rheinmetall-Konzerns. Sie bestimmt die Strategie-, Rahmen- und Zielvorgaben für die gesamte Unternehmensgruppe. In der Rheinmetall AG sind wesentliche administrative Funktionen gebündelt, die Support- und Serviceaufgaben für den gesamten Rheinmetall-Konzern wahrnehmen. Dies sind die übergreifende Steuerung strategischer, personalpolitischer, rechtlicher und steuerlicher Angelegenheiten, die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit den Medien sowie mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären, Mergers & Acquisitions, das zentrale Finanz- und Liquiditätsmanagement, das Konzern-Controlling, die Konzernrechnungslegung und die Optimierung des Beteiligungsportfolios. Die Rheinmetall AG sorgt mit konzernübergreifend eingesetzten, standardisierten Planungs-, Kontroll- und Steuerungsverfahren für eine effiziente Führung. Sie überwacht im Rahmen des Compliance-Systems konzernweit die Beachtung von Gesetzen, Richtlinien und Vorschriften nach einheitlichen Kriterien.

Die Rheinmetall AG ist direkt oder indirekt an 157 Gesellschaften (Vorjahr: 149) beteiligt, die zum Rheinmetall-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 130 Gesellschaften (Vorjahr: 122) vollkonsolidiert. Wie im Vorjahr werden 27 Unternehmen nach der At-Equity-Methode einbezogen. Eine Übersicht der Gesellschaften ist auf den Seiten 100 bis 104 dargestellt.

Der Jahresabschluss der Rheinmetall AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

»ERTRAGSLAGE DER RHEINMETALL AG«

Neben den Ergebnissen der Tochtergesellschaften bestimmen Aufwendungen und Erträge aus der zentralen Konzernfinanzierung die Ertragslage der Rheinmetall AG maßgeblich.

Gewinn- und Verlustrechnung Rheinmetall AG nach HGB (Kurzfassung) Mio EUR

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2010 2011
Beteiligungsergebnis 67 179
Zinsergebnis -31 -32
Sonstige betriebliche Erträge 62 126
Personalaufwand 28 27
Übrige Aufwendungen 53 108
Ergebnis vor Ertragsteuern 17 138
Steuern vom Einkommen und Ertrag -2 -9
Jahresüberschuss 15 129
Veränderung der Gewinnrücklagen 43 -60
Bilanzgewinn 58 69

Im Geschäftsjahr 2011 wurde ein Beteiligungsergebnis von 179 Mio EUR nach 67 Mio EUR im Vorjahr erzielt. Hierzu haben der Unternehmensbereich Defence 133 Mio EUR (Vorjahr: 59 Mio EUR) und der Unternehmensbereich Automotive 49 Mio EUR (Vorjahr: 9 Mio EUR) beigetragen. Das Beteiligungsergebnis aus dem Bereich Defence enthält im Geschäftsjahr 2011 eine Dividende der Rheinmetall Air Defence AG, Zürich, in Höhe von 49 Mio EUR.

Das Zinsergebnis aus der zentralen Finanzierung von minus 32 Mio EUR liegt auf Vorjahresniveau. Dabei steht einem Anstieg der Zinserträge aus Cashpooling und kurzfristigen Forderungen mit verbundenen Unternehmen um 6 Mio EUR ein Anstieg der Zinsaufwendungen für Anleihen und Schuldscheindarlehen von insgesamt 4 Mio EUR gegenüber. Die im Geschäftsjahr 2011 erfassten Aufwendungen aus dem Neuabschluss des Syndizierten Kredits betrugen 3 Mio EUR.

Durch die Wahrnehmung der Aufgaben als Holdinggesellschaft fielen sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen im Saldo von 18 Mio EUR (Vorjahr: 9 Mio EUR) sowie Personalkosten von 27 Mio EUR (Vorjahr: 28 Mio EUR) an. Die Verbesserung bei diesen Aufwands- und Ertragspositionen gegenüber dem Vorjahr von insgesamt 10 Mio EUR ist im Wesentlichen auf ein gestiegenes Währungsergebnis zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg um 121 Mio EUR auf 138 Mio EUR. Der Steueraufwand betrug 9 Mio EUR (Vorjahr: 2 Mio EUR). Nach Abzug der Steuern verblieb für das Berichtsjahr 2011 ein Jahresüberschuss von 129 Mio EUR (Vorjahr: 15 Mio EUR). Nach Einstellungen in die Gewinnrücklagen wird ein Bilanzgewinn von 69 Mio EUR ausgewiesen.

Vorstand und Aufsichtsrat der Rheinmetall AG schlagen der Hauptversammlung am 15. Mai 2012 vor, den Bilanzgewinn zur Ausschüttung einer Dividende von 1,80 EUR je Aktie zu verwenden, wobei die von der Rheinmetall AG als Treasury Stocks gehaltenen eigenen Aktien (Stand 31. Dezember 2011: 1.350.842) nicht dividendenberechtigt sind.

»VERMÖGENS- UND FINANZLAGE DER RHEINMETALL AG«

Die Vermögenssituation der Rheinmetall AG ist maßgeblich geprägt durch ihre Holdingfunktion, d. h. durch das Management von Beteiligungen sowie die Finanzierung der Konzernaktivitäten. Dies drückt sich vor allem in der Höhe des Beteiligungsbesitzes sowie der gegenüber Konzerngesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten aus.

Das Gesamtvermögen der Rheinmetall AG nahm um 55 Mio EUR auf 2.036 Mio EUR ab. Dabei steht einem Rückgang der liquiden Mittel um 118 Mio EUR ein Anstieg der Finanzanlagen um 50 Mio EUR gegenüber.

Die Finanzanlagen enthalten Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.153 Mio EUR (Vorjahr: 1.103 Mio EUR). Dies entspricht einem Anteil am Gesamtvermögen von 57% (Vorjahr: 53%). Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beliefen sich auf 424 Mio EUR (Vorjahr: 402 Mio EUR) bzw. 709 Mio EUR (Vorjahr: 787 Mio EUR). Ihr Anteil an der Bilanzsumme beträgt 21% bzw. 35%.

Das Gesamtvermögen zum 31. Dezember 2011 von 2.036 Mio EUR (Vorjahr: 2.091 Mio EUR) ist mit 581 Mio EUR (Vorjahr: 510 Mio EUR) durch Eigenkapital finanziert. Die Eigenkapitalquote stieg von 24% auf 29%. Der Jahresüberschuss führte zu einem Zuwachs von 129 Mio EUR, dem ein Abgang von 58 Mio EUR aufgrund der Dividendenzahlung für das Jahr 2010 gegenüberstand.

Die Verbindlichkeiten nahmen zum 31. Dezember 2011 um 136 Mio EUR auf 1.323 Mio EUR ab. Dieser Rückgang resultiert mit 78 Mio EUR aus dem Abbau der Verbindlichkeiten gegenüber Tochterunternehmen und mit 65 Mio EUR aus der vorzeitigen Rückzahlung von Schuldscheindarlehen.

Bilanz Rheinmetall AG nach HGB (Kurzfassung) Mio EUR

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31.12.2010 31.12.2011
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen 23 22
Finanzanlagen 1.120 1.170
1.143 1.192
Umlaufvermögen
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 402 424
Übrige Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände 21 13
Flüssige Mittel 525 407
948 844
Gesamtvermögen 2.091 2.036

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31.12.2010 31.12.2011
Eigenkapital 510 581
Rückstellungen 122 132
Verbindlichkeiten
Anleihe, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 650 586
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 787 709
Übrige Verbindlichkeiten 22 28
1.459 1.323
Gesamtkapital 2.091 2.036

UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG (NACHHALTIGKEITSBERICHT)

Die Wurzeln von Rheinmetall reichen in das Jahr 1889 zurück. Als "Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Actiengesellschaft" gegründet, gehört das Unternehmen heute zu den hundert größten börsennotierten Kapitalgesellschaften Deutschlands und ist in den Märkten Defence und Automotive international erfolgreich.

Die hohe Technologiekompetenz des Rheinmetall-Konzerns in den Geschäftsfeldern Defence und Automotive aus mehr als 100 Jahren Erfahrung kommt Menschen und Umwelt heute zugute. Nicht erst seit der aktuellen Diskussion zum Klimaschutz arbeitet der Unternehmensbereich Automotive an Lösungen für eine umweltfreundliche Automobiltechnik. In Zeiten einer weltweit zunehmenden Anzahl an Fahrzeugen und globaler Erwärmung entspricht die KSPG-Gruppe als langjähriger Entwicklungspartner nationaler und internationaler Automobilproduzenten mit innovativen Lösungen den Anforderungen der Hersteller in den Bereichen Schadstoffreduzierung, Verbrauchsminderung, Gewichtsreduzierung und Leistungsoptimierung und trägt dazu bei, dass Mobilität nicht im Widerspruch zum Schutz der Umwelt steht. Auslandseinsätze, Friedensmissionen, Eingreiftruppen in Krisengebieten: mit der Zunahme der Operationen im Ausland stehen die Streitkräfte des 21. Jahrhunderts vor neuen Herausforderungen. Wirksame Schutzsysteme sind bei heutigen und künftigen Einsatzszenarien von zentraler Bedeutung, um den Einsatzkräften ein Höchstmaß an Sicherheit zu geben. Rheinmetall Defence ist auf die Entwicklung und Fertigung von Komponenten und Systemen zum Schutz von Menschen, Fahrzeugen, Flugzeugen, Schiffen und Objekten spezialisiert und schützt als Ausrüster von Bundeswehr und Nato-Staaten die Einsatzkräfte, die an Auslandsoperationen teilnehmen.

International tätig und produzierend sind die Gesellschaften des Rheinmetall-Konzerns in ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen unterschiedlicher Länder und Regionen eingebunden. Rheinmetall bekennt sich zu fairem Wettbewerb sowie rechtmäßigem, sozial und ethisch verantwortungsvollem Handeln. Nachhaltiges Wirtschaften ist ein fester Bestandteil der Geschäfts- und Produktionsprozesse und dient auch der langfristigen Zukunftssicherung des Unternehmens. Neben Kontinuität, wirtschaftlichem Wachstum und der Einhaltung der Grundsätze guter Unternehmensführung gehören die Verantwortung gegenüber Aktionären, Kunden und Mitarbeitern sowie der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen zum Selbstverständnis und zur Unternehmenskultur des Rheinmetall-Konzerns.

Im 2003 verabschiedeten Rheinmetall-Code-of-Conduct sind die Grundsätze zur sozialen Verantwortung festgeschrieben. Rheinmetall wird demnach alles daran setzen, im Rahmen einer auf Nachhaltigkeit angelegten Unternehmensentwicklung die ökonomischen, umweltpolitischen und sozialen Ziele mit den mittel- und langfristigen Strategien und Planungen sowie mit den täglichen Unternehmensentscheidungen zu verbinden. In der Compliance-Richtlinie sind die Grundsätze für gesetzmäßiges und verantwortungsbewusstes Handeln festgelegt. Mit ihr wird das Ziel verfolgt, möglichem ungesetzlichem oder unethischem Verhalten frühzeitig entgegenzuwirken und durch geeignete Maßnahmen Fehlverhalten zu vermeiden.

Gesellschaftliches Engagement erfolgt im Rheinmetall-Konzern unmittelbar vor Ort. Die Unterstützung von Projekten, Initiativen und Organisationen liegt weitgehend im Ermessen der Geschäftsbereiche, denn die Bedürfnisse sind an den Standorten, an denen Rheinmetall tätig ist, sehr unterschiedlich. Rheinmetall setzt sich im lokalen und regionalen Umfeld der Standorte auch dafür ein, das Interesse an Technik, Naturwissenschaft und Handwerk zu wecken. Technik verstehen und selbst ausprobieren - unter diesem Motto wird Jugendlichen zum Beispiel im Rahmen von Schulpartnerschaften die Möglichkeit eingeräumt, Technik in praxisnaher Anwendung kennen zu lernen und durch frühzeitige Einblicke in die Industrie ein besseres Verständnis für technische und wirtschaftliche Zusammenhänge zu entwickeln.

Seit Oktober 2011 informiert Rheinmetall auf der Website http://csr.rheinmetall.com ausführlich über Nachhaltigkeit im Rheinmetall-Konzern.

VERGÜTUNGSBERICHT

»VERGÜTUNG DES VORSTANDS«

Das Vergütungssystem der Rheinmetall AG ist auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Auf Basis einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage werden insbesondere im Rahmen des Long-Term-Incentive-Programms (LTI) Anreize für eine nachhaltige Unternehmensführung gesetzt. Die Höhe der Vorstandsvergütung sowie die wesentlichen Dienstvertragselemente werden vom Aufsichtsrat der Rheinmetall AG nach Vorbereitung durch den Personalausschuss beschlossen und regelmäßig überprüft. Der Aufsichtsrat hat das Vorstandsvergütungssystem unter Zugrundelegung sämtlicher relevanter Informationen umfassend und insbesondere dahingehend überprüft, ob die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder in einem angemessenen Verhältnis zu den Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seinen persönlichen Leistungen sowie der wirtschaftlichen Lage und dem Erfolg des Unternehmens unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds stehen und die übliche Vergütung nicht ohne besondere Gründe übersteigen. Die Vergütung ist so bemessen, dass sie im nationalen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit einen Anreiz für engagierte und erfolgreiche Arbeit bietet. Der Aufsichtsrat hat die Angemessenheit der aktuellen Vorstandsvergütung zuletzt in seiner Sitzung vom 22.März 2011 überprüft und festgestellt.

Die Gesamtvergütung ist leistungsorientiert und setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Im Einzelnen handelt es sich dabei um eine erfolgsunabhängige Jahresfestvergütung (Fixum), eine aus einem Short-Term-Incentive-Programm (STI) und einem Long-Term-Incentive-Programm (LTI) bestehende erfolgsbezogene variable Vergütung sowie Nebenleistungen und Pensionszusagen. Fixum und STI bilden im Verhältnis 60% Fixum und 40 % STI das Jahreszielgehalt.

»FIXUM«

Das Fixum wird in zwölf gleichen Teilen monatlich ausgezahlt. Zusätzlich erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; diese bestehen im Wesentlichen aus Zuschüssen zur gesetzlichen Renten- bzw. befreienden Lebensversicherung sowie der Dienstwagennutzung.

»ERFOLGSBEZOGENE VARIABLE VERGÜTUNG«

Die erfolgsbezogene variable Vergütung umfasst zwei Elemente, das STI und das LTI.

Der Zielwert (100 %) für das STI basiert auf der Planung für das jeweilige Geschäftsjahr. Die Höhe ist abhängig von der Entwicklung der beiden Kennzahlen Ergebnis vor Steuern (EBT) und Gesamtkapitalrentabilität (ROCE), die je zur Hälfte als Kriterien für die Festsetzung herangezogen werden. Die Höhe der Auszahlung aus dem STI bewegt sich innerhalb einer Bandbreite von 0% bis 200% des Zielbetrages. Dabei kommen 200% des Zielbetrages zur Auszahlung, wenn der Planwert um 10% überschritten wird. Es erfolgt keine Auszahlung aus dem STI, wenn der Planwert um 30% unterschritten wird. Bei Zwischenwerten in der Zielerreichung kommt ein entsprechender Wert innerhalb der Bandbreite zur Auszahlung. Die Zielparameter finden, ergänzt durch andere, auch bei leitenden Angestellten Anwendung, um insoweit die Einheitlichkeit und Durchgängigkeit des Zielsystems im gesamten Konzern zu gewährleisten.

Zur stärkeren Ausrichtung der Vorstandsvergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ist zudem u.a. ein vom Aktienkurs abhängiges LTI eingeführt worden. Das LTI sieht eine Ausschüttung nach Ablauf des betreffenden Geschäftsjahres vor, die auf der Berechnung des durchschnittlichen bereinigten EBT der letzten drei Geschäftsjahre basiert. Dieser Ausschüttungsbetrag ist in einen Bar- und einen Aktienanteil aufgespaltet.

Die Anzahl der zu gewährenden Aktien wird auf Basis eines Referenzkurses bestimmt, der den Durchschnittskurs der letzten fünf Börsentage im Februar des nachfolgenden Geschäftsjahres abbildet. Die gewährten Aktien sind mit einer vierjährigen Veräußerungssperre versehen, in der die gewährten Aktien allen Chancen und Risiken der Kapitalmarktentwicklung unterliegen. Im Rahmen des LTI ist der für die Ermittlung des Ausschüttungsbetrages zu berücksichtigende Wert (durchschnittliche bereinigte EBT der letzten drei Geschäftsjahre) auf maximal 300 Mio EUR beschränkt. Es handelt sich mithin um ein systemimmanentes Cap. Das LTI ist damit von den erzielten Ergebnissen der Vergangenheit und der Performance des Aktienkurses in der Zukunft abhängig. Der Baranteil dient dabei im Wesentlichen der Tilgung der durch den Erhalt der Aktien sowie des Baranteils entstehenden Steuerlast.

Mehr als 60 % der gesamten variablen Vergütung entfallen auf Basis der Planwerte bei 100 % Zielerreichung auf das LTI, welches somit deutlich überwiegt. Damit wird dem Umstand der langfristigen Anreizwirkung Rechnung getragen.

Das LTI wurde in der Aufsichtsratssitzung vom 22. März 2011 bezüglich der Regelungen für neu eintretende Vorstandsmitglieder modifiziert. Danach wird für künftig neu eintretende Vorstandsmitglieder, die für Zwecke des LTI noch keinen zurückliegenden Dreijahres-Tätigkeitszeitraum vorweisen können, nach Ablauf des ersten Jahres der Bestellung ein Drittel des bereinigten EBT dieses Jahres und nach Ablauf des zweiten Jahres die Hälfte des durchschnittlichen bereinigten EBT der vergangenen zwei Jahre als maßgebliche Bemessungsgrundlage herangezogen. Bei positiver Entwicklung der Gesellschaft erhält das neu eingetretene Vorstandsmitglied im dritten Jahr eine "aufgeschobene Vergütung" aus dem ersten Jahr sowie im vierten Jahr aus dem zweiten Jahr seiner Bestellung. Die Bemessungsgrundlage der "aufgeschobenen Vergütung" des Vorstandsmitglieds beträgt zwei Drittel der Differenz zwischen der Bemessungsgrundlage für langjährige Vorstandsmitglieder und seiner eigenen Bemessungsgrundlage im ersten bzw. zweiten Jahr.

Für das Geschäftsjahr 2010 betrug das durchschnittliche bereinigte EBT 181 Mio EUR. Auf der Basis des sich für Ende Februar 2011 ergebenden Referenzkurses von 58,71 EUR wurden am 1. April 2011 für das Geschäftsjahr 2010 insgesamt 15.413 Aktien an den Vorstand der Rheinmetall AG übertragen. Der Vorstandsvorsitzende Klaus Eberhardt erhielt 7.707 Aktien, Dr. Gerd Kleinert und Dr. Herbert Müller jeweils 3.853 Aktien. Der entsprechende Aufwand ist im Vergütungsbericht des Vorjahres erfasst. Das durchschnittliche bereinigte EBT betrug für das abgelaufene Geschäftsjahr 210 Mio EUR.

Die Anstellungsverträge sehen vor, dass der Aufsichtsrat nach freiem Ermessen im Ausnahmefall einen Sonderbonus ausschließlich für (i) besondere Leistungen oder besonderen Einsatz gewähren kann, (ii) wenn und soweit das Vorstandsmitglied durch seine Tätigkeit in besonderer Weise einen Vorteil für die Gesellschaft geschaffen hat (z. B. Restrukturierungserfolg in besonders schwierigem Marktumfeld). Ein Anspruch der Vorstandsmitglieder auf die Gewährung dieses Sonderbonus besteht nicht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr ist kein Sonderbonus gewährt worden.

Neben den Bezügen besteht eine Gruppenunfall- und Invaliditätsversicherung sowie eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sogenannte D&O-Versicherung), wobei grundsätzlich ein Selbsthalt von 10 % des Schadens bzw. dem eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung vereinbart wurde.

Die Vorstandsverträge sehen für den Fall, dass die Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund vorzeitig endet, eine Ausgleichszahlung vor. Diese ist auf maximal zwei Jahresvergütungen einschließlich Nebenleistungen begrenzt (Abfindungscap) und vergütet nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Die Mitglieder des Vorstands haben im Geschäftsjahr 2011 sowie im Vorjahr keine Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf die Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten.

»PENSIONEN«

Die Vorstandsmitglieder erhalten leistungsorientierte Pensionszusagen in Form einzelvertraglich zugesagter Ruhegeldbeträge. Die Höhe bestimmt sich nach einem Anteil am Jahreszieleinkommen und beträgt im Schnitt 27 %. Das Pensionsalter liegt im Schnitt bei dem vollendeten 63. Lebensjahr. Für die künftigen Ansprüche hat die Gesellschaft Rückstellungen gebildet.

»GESAMTVERGÜTUNG DES VORSTANDS«

Die Einzelheiten der Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr 2011 in individualisierter Form sowie die auf die einzelnen Mitglieder des Vorstands entfallenden Pensionszusagen sind der nachfolgenden Tabelle ebenso zu entnehmen wie die jeweiligen Werte des Vorjahres:

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TEUR Fixe Vergütung einschließlich Nebenleistungen Erfolgsabhängige Vergütung (STI) Langfristiges Incentive- Programm (LTI) Gesamt Pensionszusage bei Erreichen der Altersgrenze (Jahresbezug) Dienstzeitaufwand Pensionen
Klaus Eberhardt 840 972 1.155 2.967 400 388
Vorjahr 838 1.086 996 2.920 400 343
Dr. Gerd Kleinert 546 680 578 1.804 203 -
Vorjahr 537 676 498 1.711 203 304
Dr. Herbert Müller 425 518 578 1.521 175 131
Vorjahr 425 560 498 1.483 175 113
Gesamt 1.811 2.170 2.311 6.292
Vorjahr 1.800 2.322 1.992 6.114

»VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS«

Die Vergütung des Aufsichtsrats der Rheinmetall AG ist in §13 der Satzung geregelt. Entsprechend dieser Bestimmung erhalten die Aufsichtsratsmitglieder neben dem Ersatz ihrer Auslagen und dem Sitzungsgeld eine Vergütung, die aus einem festen und einem variablen Anteil besteht. Die Höhe der variablen Vergütung ist von der ausgeschütteten Dividende abhängig. Für den Aufsichtsratsvorsitzenden und seinen Stellvertreter sind jeweils die doppelten Bezüge vorgesehen. 30.000 EUR beträgt die feste Vergütung. Die variable Vergütung beträgt 200 EUR für jeden über 0,60 EUR ausgeschütteten Cent Dividende, höchstens 30.000 EUR.

Für die Tätigkeit in einem Ausschuss erhalten die Mitglieder einen Zuschlag von 25% auf die feste und variable Vergütung, jedoch maximal einen Zuschlag von 50%. Der Vorsitzende eines Ausschusses erhält einen Zuschlag von 50%, jedoch maximal von 100 %.

Das Sitzungsgeld für die Teilnahme an Aufsichtsratssitzungen beträgt 1.000 EUR. Für die Teilnahme an Ausschusssitzungen, die nicht am Tage einer Aufsichtsratssitzung stattfinden, beträgt das Sitzungsgeld 500 EUR. Der Gesamtaufwand für die Sitzungsgelder betrug im Berichtsjahr 102 TEUR (Vorjahr: 80 TEUR).

Vorbehaltlich der Beschlussfassung der Hauptversammlung am 15. Mai 2012 über die vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinns 2011 werden die Mitglieder des Aufsichtsrats folgende Vergütung für das Geschäftsjahr 2011 erhalten:

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EUR Feste Vergütung Variable Vergütung Feste Vergütung Ausschusstätigkeit Variable Vergütung Ausschusstätigkeit Vergütung 2011
Klaus Greinert 60.000 48.000 30.000 24.000 162.000
Vorjahr 60.000 36.000 30.000 18.000 144.000
Joachim Stöber 60.000 48.000 15.000 12.000 135.000
Vorjahr 60.000 36.000 15.000 9.000 120.000
Prof. Dr. Andreas Georgi 30.000 24.000 - - 54.000
Vorjahr 30.000 18.000 - - 48.000
Dr. Siegfried Goll 30.000 24.000 - - 54.000
Vorjahr 30.000 18.000 - - 48.000
Dr. Peter Mihatsch 30.000 24.000 7.500 6.000 67.500
Vorjahr 30.000 18.000 7.500 4.500 60.000
DDr. Peter Mitterbauer 30.000 24.000 - - 54.000
Vorjahr 30.000 18.000 - - 48.000
Detlef Moog 30.000 24.000 - - 54.000
Vorjahr 14.417 8.650 - - 23.067
Henning von Ondarza - - - - -
Vorjahr 15.000 9.000 - - 24.000
Prof. Dr. Frank Richter 30.000 24.000 15.000 12.000 81.000
Vorjahr 30.000 18.000 15.000 9.000 72.000
Reinhard Sitzmann - - - - -
Vorjahr 24.250 14.550 - - 38.800
Toni Wicki 30.000 24.000 - - 54.000
Vorjahr 2.083 1.250 - - 3.333
Dr. Ludwig Dammer - - - - -
Vorjahr 20.000 12.000 - - 32.000
Heinrich Kmett 30.000 24.000 7.500 6.000 67.500
Vorjahr 30.000 18.000 7.500 4.500 60.000
Dr. Rudolf Luz 30.000 24.000 - - 54.000
Vorjahr 30.000 18.000 - - 48.000
Dr. Michael Mielke 30.000 24.000 - - 54.000
Vorjahr 10.000 6.000 - - 16.000
Wolfgang Müller 30.000 24.000 - - 54.000
Vorjahr 30.000 18.000 - - 48.000
Harald Töpfer 30.000 24.000 - - 54.000
Vorjahr 30.000 18.000 - - 48.000
Wolfgang Tretbar 30.000 24.000 7.500 6.000 67.500
Vorjahr 30.000 18.000 7.500 4.500 60.000
Peter Winter 30.000 24.000 7.500 6.000 67.500
Vorjahr 30.000 18.000 7.500 4.500 60.000
Gesamt 540.000 432.000 90.000 72.000 1.134.000
Vorjahr 535.750 321.450 90.000 54.000 1.001.200

Zusätzlich erstattet Rheinmetall den Mitgliedern des Aufsichtsrats die auf die Aufsichtsratsvergütung entfallende Umsatzsteuer.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Rheinmetall bekennt sich traditionell zu einer verantwortungsbewussten, fairen, verlässlichen und transparenten Unternehmenspolitik, die auf Nutzung und Ausbau unternehmerischer Potenziale, die Erreichung der mittelfristigen finanziellen Zielgrößen sowie die systematische und nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet ist. Das Aktien-, Kapitalmarkt- und Mitbestimmungsrecht, die Satzung sowie der an international anerkannte Standards angelehnte Deutsche Corporate Governance Kodex bilden die Grundlage für die Ausgestaltung von Führung und Überwachung im Unternehmen mit dem Ziel, die Strukturen transparent zu machen und so das Vertrauen nationaler und internationaler Anleger, von Geschäftspartnern, Analysten, Medien und Mitarbeitern in die Geschäftspolitik, Leitung und Aufsicht der Rheinmetall AG zu stärken und dauerhaft zu festigen. Wirkungsvolle Corporate Governance mit der Wahrung der Stakeholder-Interessen, frühzeitige Berichterstattung, ordnungsgemäße Rechnungslegung sowie effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat hat im Rheinmetall-Konzern einen hohen Stellenwert.

»ENTSPRECHENSERKLÄRUNG NACH §161 AKTG«

§ 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet den Vorstand und Aufsichtsrat einer in Deutschland börsennotierten Aktiengesellschaft, einmal jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 13. Dezember 2011 gemäß § 161 AktG folgende aktualisierte Erklärung zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der gültigen Fassung vom 26.Mai 2010 abgegeben:

"Vorstand und Aufsichtsrat der Rheinmetall AG erklären,

1. dass die Rheinmetall AG den am 2. Juli 2010 im elektronischen Bundesanzeiger amtlich bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom Dezember 2010 in vollem Umfang entsprochen hat.

2. dass die Rheinmetall AG den am 2. Juli 2010 im elektronischen Bundesanzeiger amtlich bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26.Mai 2010 zukünftig in vollem Umfang entsprechen wird.

Düsseldorf, Dezember 2011

Rheinmetall Aktiengesellschaft

Der Aufsichtsrat Der Vorstand

Die aktuelle Entsprechenserklärung ist wie die in früheren Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen auf der Internetseite www.rheinmetall.com unter der Rubrik "Konzern - Corporate Governance" abrufbar.

»AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNG«

Die Anteilseigner der Rheinmetall AG nehmen ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte in der Hauptversammlung wahr, die vom Vorstand oder vom Aufsichtsrat in den gesetzlich bestimmten Fällen oder dann einberufen wird, wenn es im Interesse der Gesellschaft erforderlich erscheint. Jede Stückaktie gewährt eine Stimme. Hiervon ausgenommen sind von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien, aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen. Die Einberufung der Hauptversammlung mit den anstehenden Tagesordnungspunkten sowie einer Erläuterung der Teilnahmebedingungen und Rechte der Aktionäre erfolgt mindestens 38 Tage vor dem Termin der Hauptversammlung.

Jeder Aktionär, der sich rechtzeitig anmeldet und seine Aktionärseigenschaft nachweist, ist berechtigt, an der Hauptversammlung teilzunehmen, dort das Wort zu Gegenständen der Tagesordnung zu ergreifen und sachbezogene Fragen und Anträge zu stellen. Die Aktionäre, die nicht selbst teilnehmen können oder wollen, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben zu lassen oder ihr Stimmrecht im Wege der Briefwahl wahrzunehmen.

Der Vorstand legt der Hauptversammlung den Jahres- und den Konzernabschluss vor. Grundlegende Unternehmensentscheidungen wie Satzungsänderungen und Kapitalmaßnahmen, die Verwendung des jährlichen Bilanzgewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Wahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat und die Wahl des Abschlussprüfers bedürfen der Zustimmung der Hauptversammlung, die auch über die Billigung des Systems der Vergütung der Vorstandsmitglieder beschließen kann. Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit nicht gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, soweit das Gesetz außer der Stimmen- eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst. Alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung sind auf der Website der Rheinmetall AG zum Download eingestellt. Die ordentliche Hauptversammlung 2011 fand am 10. Mai 2011 in Berlin statt. Die Präsentation des Vorstands, die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse sind im Anschluss an die Veranstaltung im Internet veröffentlicht worden.

»LEITUNG, KONTROLLE UND ORGANISATION DES RHEINMETALL-KONZERNS«

Der Rheinmetall-Konzern mit seinen Unternehmensbereichen Defence und Automotive wird von der in Düsseldorf ansässigen Rheinmetall AG gesteuert, die als Managementholding die langfristige strategische Ausrichtung sowie die Unternehmenspolitik bestimmt. Die börsennotierte Rheinmetall AG ist eine Gesellschaft deutschen Rechts und unterliegt insbesondere den Vorschriften des Aktiengesetzes, den Kapitalmarktregelungen und den Bestimmungen der Satzung. Ein Grundprinzip des deutschen Aktienrechts ist das duale Führungsprinzip, das dem Vorstand Führungsaufgaben und dem Aufsichtsrat Überwachungs- und Beratungsaufgaben zuweist. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten auf der Grundlage einer Aufgaben- und Verantwortungsteilung eng, partnerschaftlich und vertrauensvoll zusammen mit dem Ziel, für den Bestand des Unternehmens und dessen nachhaltige Wertsteigerung zu sorgen. Für beide Gremien bestehen Geschäftsordnungen, in denen Zusammensetzung, Aufgaben, Zuständigkeiten und Zustimmungsvorbehalte geregelt sind.

Der Vorstand der Rheinmetall AG stellt eine an dem Konzerninteresse orientierte Führung der Unternehmensbereiche sicher. Die klar abgegrenzten und mit allen notwendigen Funktionen ausgestatteten Kerngeschäftsfelder Defence und Automotive sind im Rahmen der vom Konzernvorstand festgelegten Strategien, Ziele und Richtlinien eigenständige Unternehmensbereiche mit weltweiter, operativer Geschäftsverantwortung und jeweils eigener Führung. Diese Struktur sorgt für hohe Flexibilität, schnellen Marktzugang und ausgeprägte Kundennähe. Die jeweiligen Geschäftsbereiche der Unternehmensbereiche Defence und Automotive werden von dem Bereichsvorstand Defence und dem Vorstand der KSPG AG verantwortlich geführt. Die Geschäftsbereichsleiter berichten in regelmäßig stattfindenden Review- und Strategiegesprächen den Mitgliedern des Vorstands der Unternehmensbereiche über die aktuelle Geschäftsentwicklung und diskutieren mit ihnen Strategien, Ziele und Maßnahmen.

»STRUKTUR UND ARBEITSWEISE DES VORSTANDS«

Der Vorstand leitet die Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertsteigerung unabhängig und in eigener Verantwortung nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung, seiner Geschäftsordnung und der Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats sowie unter Berücksichtigung der Beschlüsse der Hauptversammlung. Ihm obliegt die übergeordnete Steuerung des Unternehmens.

Er legt die langfristige strategische Ausrichtung und Unternehmenspolitik sowie die Struktur und Organisation des Rheinmetall-Konzerns fest und weist Ressourcen zu. Er vertritt die Gesellschaft gegenüber Dritten. Der Vorstand der Gesellschaft besteht gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Die Zahl der Mitglieder wird vom Aufsichtsrat festgelegt. Zurzeit besteht der Vorstand aus vier Mitgliedern, die das Unternehmen gesamtverantwortlich nach einheitlichen Zielsetzungen leiten. Der Vorstandsvorsitzende, Klaus Eberhardt, ist Arbeitsdirektor und verantwortete bis zum 3i.Dezember 2011 den Unternehmensbereich Defence, der mit der Bestellung von Armin Papperger zum neuen Mitglied des Vorstands ab 1. Januar 2012 von diesem in dem Vorstandsgremium vertreten wird. Dr. Gerd Kleinert ist für den Unternehmensbereich Automotive zuständig, Dr. Herbert Müller nimmt die Funktion des Finanzvorstands wahr.

Die Vorstandsmitglieder tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Sie sind verpflichtet, im besten Interesse der Gesellschaft unter Berücksichtigung von Stakeholder-Belangen zu handeln. Unbeschadet der Gesamtverantwortung handelt jedes Vorstandsmitglied in dem nach Geschäftsverteilungsplan zugewiesenen Vorstands- bzw. Unternehmensbereich eigenverantwortlich, hat jedoch dafür Sorge zu tragen, dass die unternehmens- und geschäftsbereichsbezogenen Interessen stets dem Gesamtinteresse des Unternehmens unterzuordnen sind. Gemäß §6 der Satzung hat sich der Vorstand eine Geschäftsordnung gegeben, die u. a. die Zusammenarbeit im Vorstand regelt. Der gesamte Vorstand entscheidet in der Regel in Sitzungen, die mindestens einmal im Monat stattfinden. Dem Vorsitzenden des Vorstands obliegt die Koordination aller Vorstands- bzw. Unternehmensbereiche des Vorstands. Er hat darauf hinzuwirken, dass die Geschäftsführung aller Vorstands- bzw. Unternehmensbereiche einheitlich auf die durch die Beschlüsse des Vorstands festgelegten Ziele ausgerichtet wird.

Die Einzelheiten der Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat ergeben sich aus der Satzung und der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat der Rheinmetall AG, in der die zustimmungspflichtigen Geschäfte und Maßnahmen sowie die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands geregelt sind. Dem Vorsitzenden des Vorstands obliegt die Federführung bei der Information des Aufsichtsrats und dessen Mitgliedern. Er unterrichtet den Vorsitzenden des Aufsichtsrats regelmäßig über den Gang der Geschäfte und die Lage des Unternehmens und berät mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens. Über wichtige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und die Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, informiert er den Vorsitzenden des Aufsichtsrats unverzüglich.

»STRUKTUR UND ARBEITSWEISE DES AUFSICHTSRATS«

Dem Aufsichtsrat der Rheinmetall AG gehören in Übereinstimmung mit dem deutschen Mitbestimmungsgesetz (MitbestG 1976) 16 Mitglieder an, von denen jeweils acht von den Aktionären und von den Arbeitnehmern gewählt werden. Die Amtsperiode des Aufsichtsrats beträgt fünf Jahre. Die Mitglieder des Aufsichtsgremiums sind bei der Ausübung ihres Mandats dem Wohl des Unternehmens verpflichtet, an Aufträge oder Weisungen sind sie nicht gebunden. Bei den Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsräten wird auf die fachliche Qualifikation und persönliche Kompetenz geachtet, ebenso wie auf die Vielfalt in der Zusammensetzung (Diversity) und Unabhängigkeit im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex. Jedes Aufsichtsratsmitglied achtet darauf, dass ihm für die Wahrnehmung seines Mandats ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Im Berichtsjahr gehörten dem Aufsichtsgremium 16 Herren an. Ehemalige Vorstandsmitglieder der Rheinmetall AG sind nicht im Aufsichtsrat vertreten. Mit Ausnahme von Dr. Siegfried Goll, Detlef Moog und Toni Wicki endet die Amtsdauer der anderen Anteilseigner- sowie Arbeitnehmervertreter mit Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2011 beschließt. Dr. Siegfried Goll ist bis zum Ablauf der Hauptversammlung im Jahr 2013 gewählt, die Aufsichtsratsmandate von Detlef Moog und Toni Wicki laufen mit Beendigung der Hauptversammlung 2016 aus.

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und unterstützt ihn mit Know-how und Erfahrung. Er wird in die Strategie und Planung sowie in alle Fragen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Bedeutende Geschäftsvorfälle und wesentliche Maßnahmen, insbesondere solche, die die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens grundlegend verändern, sind dem Aufsichtsrat gemäß dem von ihm für den Vorstand erlassenen Katalog zustimmungspflichtiger Geschäfte zur Genehmigung vorzulegen.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über Geschäftsentwicklung, Finanz- und Ertragslage, Planung und Zielerreichung sowie Compliance-Themen, ferner über die Strategie und bestehende Risiken. Auf Grundlage dieser Berichterstattung überwacht der Aufsichtsrat die Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung durch den Vorstand. Der vom Aufsichtsrat für den Vorstand erlassene Katalog zustimmungspflichtiger Geschäfte führt die Geschäfte und Handlungen auf, zu denen die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich ist. Dies gilt unter anderem für den Erwerb und die Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen, die Investitionsplanung und die Aufnahme von Anleihen und langfristigen Darlehen.

Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben. Wesentliche Inhalte der Geschäftsordnung sind die Zusammensetzung sowie die Aufgaben und Zuständigkeiten des Aufsichtsrats, die Einberufung, Vorbereitung und Leitung der Sitzungen, die Regelungen zu den Ausschüssen sowie zur Beschlussfähigkeit. Zur Vorbereitung der Sitzungen tagen die Vertreter der Aktionäre und der Arbeitnehmer bei Bedarf getrennt. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet die Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erläutert in dem im Geschäftsbericht abgedruckten Bericht des Aufsichtsrats die Einzelheiten der Tätigkeit und Entscheidungen des Aufsichtsrats und berichtet über die Arbeit des Gremiums auf der Hauptversammlung. Er leitet die Hauptversammlung und bestimmt die Reihenfolge der Verhandlungsgegenstände sowie Form und Art der Abstimmungen.

Ein Teil der Aufsichtsratstätigkeit wird durch Ausschüsse des Aufsichtsrats wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder vier Ausschüsse gebildet. Mit Ausnahme des Nominierungsausschusses, der aus zwei Vertretern der Anteilseigner besteht, sind alle Ausschüsse paritätisch mit je zwei Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer besetzt.

In die Kompetenz des Personalausschusses fallen unter anderem die Auswahl geeigneter Kandidaten für die Besetzung von Vorstandspositionen, die Vorbereitung der Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sowie der Abschluss, die Änderung und die Beendigung der Anstellungs- und Pensionsverträge der Mitglieder des Vorstands. Zudem ist er für die Leistungsbeurteilung des Vorstands, die regelmäßige Überprüfung der Höhe, Angemessenheit und Üblichkeit der Vorstandsvergütung sowie für die Struktur des Vorstandsvergütungssystems zuständig. Dem Personalausschuss gehören Klaus Greinert (Vorsitzender), Prof. Dr. Frank Richter, Joachim Stöber und Wolfgang Tretbar an.

Der Prüfungsausschuss hat die Aufgabe, den Aufsichtsrat bei der Wahrnehmung seiner Überwachungsfunktion zu unterstützen. Er prüft die Quartalsabschlüsse und den Halbjahresfinanzbericht und bereitet die Beschlüsse des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Der Prüfungsausschuss überwacht den Rechnungslegungsprozess sowie die Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, Risikomanagementsystems und des Internen Revisionssystems. Darüber hinaus ist der Prüfungsausschuss mit Compliance-Themen befasst. Dem Gremium gehören neben Klaus Greinert als Vorsitzendem Prof. Dr. Frank Richter, Joachim Stöber und Heinrich Kmett an.

Der nach §27 Abs. 3 MitbestG gebildete Vermittlungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, wenn im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird. Dem Vermittlungsausschuss gehören Klaus Greinert (Vorsitzender), Dr. Peter Mihatsch, Joachim Stöber und Peter Winter an.

Der Nominierungsausschuss gibt den Anteilseignervertretern im Aufsichtsrat Empfehlungen für die Nominierung von Kandidatinnen und Kandidaten der Anteilseignervertreter zur Wahl in den Aufsichtsrat durch die Hauptversammlung. Dem Nominierungsausschuss gehören Klaus Greinert (Vorsitzender) und Prof. Dr. Frank Richter an.

Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Tätigkeit der Ausschüsse sowie die Ergebnisse der Beratungen in den jeweiligen Ausschusssitzungen in der folgenden Plenumssitzung umfassend informiert.

Der Aufsichtsrat der Rheinmetall AG führt gemäß Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex regelmäßig eine Effizienzprüfung seiner Tätigkeit durch, in der die Organisation und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, die Information des Aufsichtsrats durch den Vorstand sowie die Zusammenarbeit der beiden Gremien diskutiert und bewertet werden. Das Plenum erörtert Verbesserungsmöglichkeiten und beschließt in geeigneten Fällen entsprechende Maßnahmen.

Die Mandate der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sind auf den Seiten 105 bis 107 dargestellt.

»VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT«

Die individuelle Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ist mit Angaben zu den jeweiligen Vergütungsstrukturen auf den Seiten 45 ff. im Vergütungsbericht als Teil des zusammengefassten Lageberichts dargestellt. Der Aufsichtsratsvorsitzende erläuterte in der ordentlichen Hauptversammlung am 10. Mai 2011 die Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand, die auch auf der Homepage des Unternehmens bekannt gemacht sind.

»VERMÖGENSSCHADEN-HAFTPFLICHTVERSICHERUNG«

Die Rheinmetall AG hat für den Vorstand und Aufsichtsrat eine D&O-Versicherung abgeschlossen. Diese sieht grundsätzlich einen Selbsthalt von 10 % des Schadens bzw. dem eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung vor.

»MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT«

Nach §15a Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sind neben Mitarbeitern mit Führungsaufgaben im Sinne des WpHG die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie diesen nahestehende Personen verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Wertpapieren oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente (Directors' Dealings) sowohl dem Unternehmen als auch der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) offenzulegen, wenn die im Kalenderjahr getätigten Geschäfte die Größenordnung von 5.000 EUR überschreiten. Die seit 2005 mitgeteilten Wertpapiergeschäfte sind im Internet dauerhaft unter www.rheinmetall.com im Bereich Investor Relations veröffentlicht.

»AKTIENBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT«

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sowie ihnen nahestehende Personen besaßen am 31.Dezember 2011 wie am Bilanzstichtag 2010 zusammen 437.853 Aktien bzw. 1,1% des Grundkapitals. Der Vorstand hielt 89.313 Aktien oder 0,2 %, der Aufsichtsrat 348.440 Aktien oder 0,9%.

»COMPLIANCE«

Im Interesse seiner Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter hat das Unternehmen im Laufe der Zeit eine umfassende Compliance-Organisation eingerichtet, deren Ziel es ist, rechtliche Risiken zu identifizieren und deren Folgen zu vermeiden, die Mitarbeiter vor Verstößen gegen Gesetze und Unternehmensrichtlinien zu bewahren und sie dabei zu unterstützen, Gesetze und Unternehmensrichtlinien richtig und sachgerecht anzuwenden.

Compliance beinhaltet alle Instrumente, Richtlinien und Maßnahmen, die sicherstellen, dass die Prozesse in den Gesellschaften des Rheinmetall-Konzerns mit den länderspezifischen Gesetzen, rechtlichen Rahmenbedingungen, regulatorischen Vorschriften sowie mit den unternehmenseigenen Richtlinien übereinstimmen und ein gesetzestreues Verhalten gewährleistet ist. Compliance ist von jeher ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur des Rheinmetall-Konzerns. Das Unternehmen ist in Ländern mit unterschiedlichen politischen Systemen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Normen und Wertvorstellungen tätig.

Die konzernweit gültigen Compliance-Grundsätze regeln unter anderem Fragen der Vergabe von Aufträgen, der Annahme und Gewährung von Zuwendungen, des Wettbewerbs- und Kartellrechts, der Korruptionsprävention, der Prävention von Insiderverstößen, der Arbeits- und Unternehmenssicherheit sowie der IT-Sicherheit. Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, die im Intranet der Gesellschaft hinterlegte mehrsprachige Compliance-Richtlinie zu befolgen, und aufgefordert, in seinem Verantwortungsbereich aktiv an der Umsetzung und Beachtung des Compliance-Programms mitzuwirken. Um Beschäftigte für Compliance-Risiken zu sensibilisieren, werden zahlreiche Seminare und Workshops durchgeführt, in denen Gesetze und Bestimmungen erläutert und anhand von Fallbeispielen praktische Hinweise für richtiges Verhalten in konkreten Situationen im geschäftlichen Alltag gegeben werden. Flankiert werden diese Präsenzschulungen, die auch ein praxisnahes Forum für Diskussionen sind, durch interaktive Onlineprogramme. Im Berichtsjahr wurden über 900 Beschäftigte nicht nur in allgemeinen Compliance-Themen, sondern insbesondere in Fragen zur Exportkontrolle unterwiesen.

Das zentrale Gremium der Compliance-Organisation ist der Arbeitskreis Compliance unter Leitung des Chief Compliance Officer, der direkt an den Vorsitzenden des Vorstands der Rheinmetall AG berichtet. In diesem Netzwerk sind erfahrene Führungskräfte der Geschäftsbereiche des Konzerns sowie der Fachbereiche der Holding vertreten. In den Konzerngesellschaften sind Compliance-Beauftragte bestellt, damit die Beschäftigten in ihrer Umgebung Ansprechpartner zu diesem Thema sowie Rat und Hilfe finden. Im Fall von Hinweisen auf bedenkliche Vorgänge oder mögliche Sachverhalte bzw. mutmaßliches oder tatsächliches Fehlverhalten können sich Mitarbeiter streng vertraulich an diese Beauftragten oder andere unternehmensinterne Ansprechpartner wenden, die in Einzelfragen auch präventiv beratend zur Verfügung stehen. Der Vorstand steht für eine Zero-Tolerance-Politik. Entdecktes Fehlverhalten wird sanktioniert und zieht organisatorische Maßnahmen sowie personelle Konsequenzen nach sich.

Das Compliance-Programm, das unter anderem durch den Code of Conduct, verschiedene Konzern-Richtlinien und zahlreiche umfangreiche Organisationsanweisungen ergänzt wird, wird in periodischen Abständen von dem Arbeitskreis Compliance überprüft und bei Bedarf angepasst. Der Vorstand und der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden regelmäßig über aktuelle Entwicklungen informiert. In gravierenden Fällen werden die Gremien unverzüglich unterrichtet.

»RISIKOMANAGEMENTSYSTEM«

Das konzernweite Berichts- und Kontrollsystem ist darauf ausgelegt, geschäftliche und finanzielle Risiken, denen das Unternehmen im Rahmen seiner internationalen Tätigkeit ausgesetzt ist, aufzudecken, zu erfassen, zu bewerten und zu steuern. Dadurch soll sichergestellt werden, dass sich unternehmerische Entscheidungen und laufende Geschäftsaktivitäten innerhalb definierter Risikogrenzen bewegen und den gesetzlichen Anforderungen entsprochen wird. Die einzelnen Elemente des Überwachungssystems liefern zuverlässige Informationen zur aktuellen Risikosituation. Sie sichern die Erreichung gesteckter Ziele ab und gewährleisten eine Minimierung der aus den ermittelten Risiken entstehenden Kosten. Die Risikopolitik orientiert sich insbesondere an den Geschäftsrisiken, den finanzwirtschaftlichen Risiken und den spezifischen Risiken der Geschäftsbereiche. Der Vorstand formuliert die Risikostrategie des Konzerns und legt die Verantwortlichkeiten, Kommunikationsstrukturen, Dokumentation und Behandlung von erkannten Risikosachverhalten sowie Schwellenwerte fest. Über bestehende Risiken und deren Entwicklung unterrichtet der Vorstand den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss in regelmäßigen Abständen. Die Gesellschaft entwickelt das Überwachungssystem permanent weiter und passt es an die sich wandelnden unternehmerischen Rahmenbedingungen an. Einzelheiten zum Risikomanagement der Rheinmetall AG sind im Risikobericht auf den Seiten 59 bis 69 dargestellt. Hierin ist der gemäß Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) geforderte Bericht zum rechnungslegungsbezogenen Internen Kontroll- und Risikomanagementsystem enthalten. Der Abschlussprüfer untersucht, ob der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen zur Einrichtung eines Risikofrüherkennungssystems in geeigneter Form getroffen hat und das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, rechtzeitig zu erkennen.

»JAHRESABSCHLUSS«

Die Rheinmetall AG stellt den Konzernabschluss und die Zwischenberichte nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der gesetzlich vorgeschriebene und für die Dividendenzahlung maßgebliche Jahresabschluss der Rheinmetall AG wird nach den Vorschriften des deutschen Rechts, insbesondere des Handelsgesetzbuchs (HGB), erstellt. Die Abschlussprüfungen für das Jahr 2011 wurden von der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Zweigniederlassung Düsseldorf, durchgeführt. Die Erteilung des Prüfungsauftrags erfolgte durch den Aufsichtsrat auf Vorschlag des Prüfungsausschusses. Der Aufsichtsrat stellt sicher, dass die Arbeit des Abschlussprüfers nicht durch Interessenkonflikte beeinträchtigt ist, und verpflichtet den Abschlussprüfer dazu, etwaige Ausschluss- oder Befangenheitsgründe unverzüglich mitzuteilen. Außerdem berichtet der Abschlussprüfer über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse, die im Widerspruch zu der von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung nach §161 AktG stehen. Bei der Prüfung des Jahresabschlusses 2011 haben sich Hinweise auf solche Tatsachen nicht ergeben.

»KOMMUNIKATION MIT STAKEHOLDERN«

Aktuelle, transparente und objektive Kommunikation ist im Rheinmetall-Konzern selbstverständlich. Sie orientiert sich an den Rechten und Interessen der Aktionäre, der Medien und einer breiten Öffentlichkeit. Nach dem Prinzip des Fair Disclosure erfolgt die Information der relevanten Zielgruppen gleichzeitig. Das Unternehmen berichtet umfassend über die geschäftliche und finanzielle Lage sowie über wesentliche Vorgänge und Veränderungen innerhalb des Konzerns. Auf der Website werden in deutscher und englischer Sprache Quartals- und Geschäftsberichte, Pressemitteilungen sowie andere wesentliche Daten zu aktuellen Entwicklungen und Neuerungen eingestellt. Über Links zu den Unternehmensbereichen Defence und Automotive können umfangreiche Informationen zu deren Geschäftsaktivitäten abgerufen werden. Unter http://csr.rheinmetall.com berichtet Rheinmetall seit Oktober 2011 auch über Corporate Social Responsibility im Konzern. Tatsachen und Umstände, die den Kurs an der Börse beeinflussen können, werden gemäß gesetzlichen Bestimmungen unverzüglich in einer Ad-hoc-Mitteilung publiziert. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte veröffentlicht Rheinmetall in den gesetzlich vorgeschriebenen Medien und auf ihrer Website. Neben der regelmäßigen Teilnahme an Konferenzen und Investorengesprächen sichern zudem auch Roadshows für institutionelle Anleger und Analysten den kontinuierlichen Informationsaustausch mit den Kapitalmärkten. Corporate Treasury steht mit den finanzierenden Banken in direktem Kontakt. Corporate Communications pflegt das ganze Jahr über den Dialog mit Vertretern der nationalen und internationalen Fach- und Wirtschaftspresse. Durch eine hohe Messepräsenz bleibt Rheinmetall auch in diesem Rahmen mit seinen Kunden im Gespräch. Die jährliche Hauptversammlung bietet die Gelegenheit zum Gespräch mit Privatanlegern, die sich auch telefonisch, schriftlich oder per E-Mail mit Fragen an die Investor-Relations-Abteilung wenden.

ANGABEN NACH §§ 289 ABS. 4, 315 ABS. 4 HGB UND ERLÄUTERNDER BERICHT

»ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS«

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Rheinmetall AG betrug zum Bilanzstichtag 2011 unverändert zum Vorjahr 101.373.440 EUR und war in 39.599.000 Stück auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 EUR eingeteilt. Die Aktien sind voll eingezahlt. Unterschiedliche Aktiengattungen liegen nicht vor. Nach §5 Abs. 2 der Satzung ist ein Anspruch der Aktionäre auf Verbriefung ihrer Anteile ausgeschlossen. Die Gesellschaft ist berechtigt, auf den Inhaber lautende Aktienurkunden auszustellen, die je mehrere Aktien verkörpern.

»AKTIONÄRSRECHTE UND AKTIONÄRSPFLICHTEN«

Mit sämtlichen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden, die sich im Einzelnen aus den Regelungen des Aktiengesetzes, insbesondere aus den §§12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG ergeben. Dem Aktionär stehen Vermögens- und Verwaltungsrechte zu. Zu den Vermögensrechten gehören vor allem das Recht auf Teilhabe am Gewinn (§58 Abs. 4 AktG) und an einem Liquidationserlös nach Auflösung der Gesellschaft (§ 271 AktG) sowie das Bezugsrecht auf Aktien bei Kapitalerhöhungen (§ 186 Abs. 1 AktG). Zu den Verwaltungsrechten gehören das Recht auf Teilnahme an der Hauptversammlung, das Recht dort zu sprechen, Fragen und Anträge zu stellen sowie die Stimmrechte auszuüben. Der Aktionär kann diese Rechte insbesondere durch Auskunfts- und Anfechtungsklagen durchsetzen.

Jede Aktie der Rheinmetall AG gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Hiervon ausgenommen sind nach §71 b AktG von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien, aus denen dem Unternehmen keine Rechte zustehen. Die Hauptversammlung wählt die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat und den Abschlussprüfer. Sie entscheidet insbesondere über die Gewinnverwendung und die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Hauptversammlung beschließt über die Satzung und den Gegenstand der Gesellschaft, über Satzungsänderungen und wesentliche unternehmerische Maßnahmen wie Unternehmensverträge und Umwandlungen, über die Ausgabe von neuen Aktien und von Wandel- und Optionsschuldverschreibungen sowie über die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien sowie gegebenenfalls über die Durchführung einer Sonderprüfung, über eine vorzeitige Abberufung von Mitgliedern des Aufsichtsrats und über die Auflösung der Gesellschaft. Die Hauptversammlung fasst ihre Beschlüsse, soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.

»BESCHRÄNKUNGEN, DIE STIMMRECHTE ODER DIE ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN BETREFFEN«

Die Aktien der Rheinmetall AG unterlagen zum Bilanzstichtag 2011 keinen satzungsmäßigen oder gesetzlichen Stimmrechtsbeschränkungen. Soweit die Rheinmetall AG im Rahmen ihres Long-Term-Incentive-Programms an Vorstände und Mitglieder des Oberen Führungskreises Aktien ausgibt, unterliegen diese seit 2010 einer Haltefrist von vier Jahren. Die begünstigten Personen können vor Ablauf dieser Sperrfrist die so übertragenen Aktien nicht veräußern. Aktien der Rheinmetall AG werden berechtigten Mitarbeitern des Rheinmetall-Konzerns in Deutschland und im europäischen Ausland im Rahmen des Mitarbeiteraktienkaufprogramms zu vergünstigten Bedingungen zum Kauf angeboten. Für diese Aktien gilt eine Veräußerungssperre von zwei Jahren.

»ART DER STIMMRECHTSKONTROLLE, WENN ARBEITNEHMER AM KAPITAL BETEILIGT SIND UND IHRE KONTROLLRECHTE NICHT UNMITTELBAR AUSÜBEN«

Soweit die Rheinmetall AG im Rahmen ihres Long-Term-Incentive-Programms und Mitarbeiteraktienkaufprogramms Aktien ausgibt, werden die Aktien diesen Personen mit einer Veräußerungssperrfrist unmittelbar übertragen. Die begünstigten Personen können die ihnen aus den übertragenen Aktien zustehenden Kontrollrechte wie andere Aktionäre auch unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Bestimmungen der Satzung ausüben.

»BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10 % DER STIMMRECHTE ÜBERSTEIGEN«

Am 3. November 2011 teilte Harris Associates L.P., Chicago, USA, der Rheinmetall AG gemäß §21 WpHG (Wertpapierhandelsgesetz) mit, seit 2. November 2011 über 10,46 % der Anteile an der Gesellschaft zu verfügen. Der Rheinmetall AG sind keine gemäß § 22 WpHG indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10% der Stimmrechte überschreiten.

»AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHEN«

Keine der von der Rheinmetall AG ausgegebenen Aktien verbrieft Rechte, die deren Inhabern besondere Kontrollbefugnisse verleihen.

»BESTIMMUNGEN ÜBER DIE BESTELLUNG UND ABBERUFUNG DES VORSTANDS UND ÄNDERUNG DER SATZUNG«

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Rheinmetall AG ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften der §§84, 85 AktG und des §31 MitbestG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat für die Dauer von höchstens fünf Jahren bestellt, eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Änderungen der Satzung der Rheinmetall AG bestimmen sich grundsätzlich nach den gesetzlichen Vorschriften des Aktiengesetzes (§§179 ff. AktG). Gemäß §4 der Satzung können Änderungen, die nur die Fassung der Satzung oder den Wortlaut der Satzung im Hinblick auf den Bestand und die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals betreffen, durch den Aufsichtsrat ohne Beschluss der Hauptversammlung erfolgen.

»BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUR AUSGABE NEUER AKTIEN UND ZUM RÜCKERWERB EIGENER AKTIEN«

Nach den aktienrechtlichen Vorschriften (§ 202 AktG) kann die Hauptversammlung den Vorstand für höchstens fünf Jahre ermächtigen, das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien gegen Einlage zu erhöhen. Die Hauptversammlung vom 11. Mai 2010 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 10. Mai 2015 durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 50.000.000,00 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Die neuen Aktien können auch an Arbeitnehmer der Gesellschaft und der von ihr abhängigen Konzerngesellschaften ausgegeben werden. Bezugsrechtsausschlüsse, die der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschließen kann, ergeben sich aus §4 Abs. 3 der Satzung der Rheinmetall AG.

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 11.Mai 2010 ist das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 20.000.000,00 EUR bedingt erhöht (Bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch Ausgabe von bis zu 7.812.500 auf den Inhaber oder - sofern die Satzung der Gesellschaft im Zeitpunkt der Anleihebegebung auch die Ausgabe von Namensaktien zulässt - auf den Namen lautenden neuen Stückaktien nach Maßgabe von §4 Abs. 4 der Satzung der Rheinmetall AG durchgeführt.

Der Erwerb eigener Aktien bestimmt sich nach §71 AktG. Die Hauptversammlung vom 11.Mai 2010 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, eigene auf den Inhaber lautende Stückaktien der Rheinmetall AG in einem Umfang von bis zu 10% des derzeitigen Grundkapitals von 101.373.440,00 EUR über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots zu erwerben. Diese Ermächtigung gilt bis zum 10.Mai 2015, soweit die Hauptversammlung zuvor keinen anderen Beschluss fasst.

Der Anteil der eigenen als Treasury Stocks gehaltenen Aktien belief sich am Ende des Geschäftsjahres 2011 auf 3,4% (1.350.842 Stück), nach 3,3 % oder 1.293.198 Aktien am Bilanzstichtag des Vorjahres. Am 9.Februar 2012 hielt die Rheinmetall AG 1.547.842 Aktien oder 3,9%.

»WESENTLICHE VEREINBARUNGEN, DIE UNTER DER BEDINGUNG EINES KONTROLLWECHSELS STEHEN«

Ein Bankenkonsortium hat der Rheinmetall AG im Dezember 2011 eine syndizierte Kreditlinie über 500 Mio EUR mit einer Laufzeit von fünf Jahren eingeräumt. Sofern die Hälfte der Aktien der Rheinmetall AG direkt oder indirekt von einer Person bzw. gemeinsam handelnden Personen gehalten werden, ist eine vertragsgemäße Kündigung bzw. Neuverhandlung der Bedingungen vorgesehen.

Im September 2010 hat die Rheinmetall AG eine Anleihe über 500 Mio EUR mit einer Laufzeit bis Juni 2017 begeben. Die Anleihegläubiger können die Anleihe im Falle eines Kontrollwechsels mit einer Frist von 40 bis 60 Tagen nach dem Tag der Veröffentlichung der Bekanntmachung des Kontrollwechsels kündigen und die Rückzahlung zum Nennbetrag zuzüglich Zinsen verlangen.

Per 31. Dezember 2011 weist die Rheinmetall AG Schuldscheindarlehen über 85 Mio EUR aus, die im Mai 2009 mit einer Laufzeit von vier bzw. fünf Jahren emittiert wurden. Im Fall eines Kontrollwechsels haben die Schuldscheingläubiger analog der vorgenannten Vereinbarungen ebenfalls ein außerordentliches Kündigungsrecht.

Die Vereinbarung derartiger Kündigungsrechte ist vor allem bei der Einräumung und Gewährung längerfristiger Kredite marktüblich.

Präventive Schutzmaßnahmen gegen ein öffentliches Übernahmeangebot, den sukzessiven Erwerb einer kontrollierenden Beteiligung durch Ankauf an der Börse sowie den Kontrollerwerb durch Paketkauf sind nicht getroffen. §§52 f. Außenwirtschaftsverordnung (AWV) sieht für den Erwerb von wehrtechnischen Unternehmen in Deutschland einen Genehmigungsvorbehalt der Bundesregierung vor, wenn gebietsfremde Erwerber 25% der Anteile erwerben. Mit dieser Regelung sollen wesentliche Sicherheitsinteressen der Bundesrepublik Deutschland gewahrt werden.

»ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN DER GESELLSCHAFT, DIE FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS MIT DEN MITGLIEDERN DES VORSTANDS ODER ARBEITNEHMERN GETROFFEN SIND«

Entschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern bestehen nicht.

RISIKOBERICHT UND BERICHT GEMÄSS §§ 289 ABS. 5, 315 ABS. 2 NR. 5 HGB

»CHANCEN NUTZEN - RISIKEN BEGRENZEN«

Angesichts schnellerer Marktveränderungen, zunehmender Unsicherheiten, steigender Komplexität von international sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen und eines hohen technologischen Fortschritts hängen unternehmerische Entscheidungen immer mehr von einer zuverlässigen Beurteilung potenzieller Risiken ab. Rheinmetall ist als weltweit operierender, in den Bereichen Defence und Automotive mit einem heterogenen Produktportfolio tätiger Technologiekonzern verschiedensten Risiken ausgesetzt, die je nach Geschäftsbereich, Branche und Region unterschiedlich ausgeprägt sind. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, mögliche Risiken frühzeitig systematisch zu identifizieren und zu begrenzen, so dass eine Gefährdung des Unternehmens ausgeschlossen werden kann. Die Unternehmenspolitik ist darauf ausgerichtet, dauerhaft angemessene Renditen zu erwirtschaften, sich bietende Chancen wahrzunehmen bzw. zu optimieren, Erfolgspotenziale zu nutzen und auszubauen, damit einhergehende Risiken jedoch soweit wie möglich zu vermeiden, zu minimieren oder zu kompensieren. Ziel ist es, die unternehmerische Flexibilität und finanzielle Solidität zu erhalten, den Unternehmenswert nachhaltig systematisch zu steigern und damit den Fortbestand des Rheinmetall-Konzerns langfristig abzusichern.

»RISIKOMANAGEMENTSYSTEM ERHÖHT TRANSPARENZ«

Das konzernweit standardisierte Risikomanagementsystem zur Früherkennung wesentlicher und bestandsgefährdender Entwicklungen ist vom Grundsatz der Vorsicht geprägt. Der Vorstand formuliert die Risikostrategie des Konzerns und legt die Verantwortlichkeiten, Behandlung und Dokumentation von erkannten Risikosachverhalten sowie Schwellenwerte fest. Das Risikomanagement, das sich an den finanziellen Ressourcen sowie der strategischen und operativen Planung orientiert, wird als originäre Aufgabe der Leiter der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Prozess- und Projekt-Verantwortlichen verstanden. Das professionelle Risikomanagementsystem stellt sicher, dass sich unternehmerische Entscheidungen und laufende Geschäftsaktivitäten innerhalb der in Richtlinien definierten Risikogrenzen bewegen und den gesetzlichen Anforderungen entsprochen wird. Es ergänzt die bestehenden Planungs-, Steuerungs- und Kontrollinstrumente und ist in der Organisationsstruktur des Rheinmetall-Konzerns auf der Basis lückenlos definierter Verantwortlichkeiten verankert.

Als Risiko wird die Möglichkeit ungünstiger künftiger Entwicklungen hinsichtlich verabschiedeter Unternehmensziele definiert. Zur Identifikation und Analyse potenzieller Risiken erfolgt einmal jährlich während der Unternehmensplanung eine Risikoinventur durch das Management der operativen Einheiten, die alle wesentlichen, auf die Unternehmensziele und Subziele wirkenden Risiken, Frühwarnindikatoren, Verantwortlichkeiten und geeignete Gegenmaßnahmen enthält. Auf dieser Basis erfassen, behandeln und kommunizieren operative Einheiten und zentrale Funktionsbereiche monatlich nach vorgegebenen einheitlichen Parametern die Risiken der gegenwärtigen Geschäftslage und künftigen Entwicklung, deren Eintrittswahrscheinlichkeiten und Ergebnisauswirkungen.

Im Rahmen des monatlichen Berichtswesens werden durch die Risikomeldungen der Tochtergesellschaften sowie der Zentralbereiche der Rheinmetall AG aktuelle Geschäftsrisiken systematisch erfasst und nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der zu erwartenden Schadenshöhe strukturiert bewertet. Im Rahmen der Risikoaggregation werden die einzelnen Risikomeldungen zusammengefasst und die Gesamtrisikosituation des Unternehmens bestimmt. Geeignete Vorsorge-, Sicherungs- und Korrekturmaßnahmen reduzieren die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken oder begrenzen deren mögliche Schadensauswirkung. Die zur Risikosteuerung eingeleiteten Maßnahmen werden permanent eng überwacht und gegebenenfalls an eine neue Risikoeinschätzung angepasst. Bei Bedarf werden zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um erkannte Gefährdungspotenziale weiter zu begrenzen bzw. zu verringern. Das Konzern-Controlling informiert den Vorstand und die Führungskräfte regelmäßig über die Entwicklung der Risikosituation, den Status und wesentliche Veränderungen bedeutender und meldepflichtiger Wagnisse sowie über den Stand bereits eingeleiteter Gegensteuerungsmaßnahmen. Über unvorhergesehene wesentliche Veränderungen der Risikosituation wird der Vorstand unverzüglich informiert.

»MARKTRISIKEN«

Im Zeichen fortschreitender Globalisierung sowie steigender Wettbewerbsintensität und Markttransparenz nehmen Marktrisiken zu. Daraus können Schwankungen von Preisen, Mengen und Margen resultieren. Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente, Produktinnovationen, Prozessverbesserungen, Produktions- und Kapazitätsanpassungen und straffes Kostenmanagement tragen dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit in den jeweiligen Branchen zu stärken sowie die Ertragskraft des Rheinmetall-Konzerns zu sichern und auszubauen.

Risiken, die durch Konjunktur- und Marktzyklen, schnellen Technologiewandel, kürzer werdende Investitionszyklen und zunehmende Wettbewerbsintensivierung entstehen, können nicht völlig abgewendet werden. Eine Verschlechterung konjunktureller oder eine Veränderung politischer Rahmenbedingungen in den Absatzregionen kann die Umsatz- und die Ertragslage des Rheinmetall-Konzerns negativ beeinflussen. Durch die Präsenz auf internationalen Märkten, das diversifizierte Produktportfolio der Geschäftsbereiche und die konsequente Verfolgung der internationalen Ausrichtung der Unternehmensbereiche Defence und Automotive können temporäre Konjunkturschwankungen und gegenläufige Marktzyklen in Regionen, Ländern und Branchen durch günstigere Entwicklungen in anderen Regionen und Märkten zum Teil ausgeglichen werden. Darüber hinaus kann das Risikoprofil von Rheinmetall auch durch strukturelle Marktrisiken, wie das Auftreten neuer Anbieter, Produktsubstitution oder Konsolidierungstrends auf Absatzmärken, beeinflusst werden.

»TECHNOLOGIE- UND ENTWICKLUNGSRISIKEN«

Die mit internationalen Vertriebsstrukturen verbundene hohe Marktpräsenz und Kundennähe ermöglicht, frühzeitig Informationen aus erster Hand zu erhalten, auf Trends zu reagieren und die Produktstrategien konsequent auf die jeweiligen Anforderungen auszurichten. Systematisch werden auf der Basis hoher technischer Wettbewerbsfähigkeit bedarfsorientiert technologische und produktbezogene Neu- und Weiterentwicklungen betrieben, mit denen der Rheinmetall-Konzern langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Die frühzeitige Einbindung der Kunden in die Definition, Konzeption, Entwicklung und Erprobung neuer Produkte, sorgfältige Untersuchungen im Vorfeld durch Markt- und Wettbewerbsanalysen, Machbarkeitsstudien und Wirtschaftlichkeitsberechnungen, modernes Projektmanagement zur Überprüfung der technischen und wirtschaftlichen Erfolgskriterien sowie die Absicherung der Technologiepositionen durch Patente reduzieren mögliche forschungs- und entwicklungsspezifische Risiken, wie z. B. Fehlentwicklungen und Budgetüberschreitungen. Trotz der Beachtung der beschriebenen Prozesse und des Einsatzes moderner Projektleitungs-, Projektüberwachungs- und Projektcontrollingmaßnahmen bergen die Produktneuentwicklung und Markteinführung sowie die Verbesserung des bestehenden Produktportfolios Kostenrisiken. Diese bestehen sowohl in der eigentlichen Konzept- und Entwicklungsphase, aber auch nach der Markteinführung durch möglichen technischen Nachbesserungsbedarf, der erst im realen Einsatz bzw. im Dauerbetrieb festgestellt werden kann.

»PRODUKTIONSRISIKEN«

Der Produktionsbetrieb kann durch unvorhergesehene Ereignisse an den Produktionsstandorten, unerwartete technische Störungen, Brände, Unfälle und menschliche Fehler beeinträchtigt werden, auch wenn hohe technische und sicherheitstechnische Standards gelten. Die Verfügbarkeit der Betriebsstätten und Fertigungsanlagen wird durch die vorbeugende Instandhaltung mit laufenden Kontrollen, regelmäßige Prüf- und Wartungsarbeiten, ständige Modernisierungen und zielgerichtete Investitionen sichergestellt. Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz sowie Alarm- und Gefahrenabwehrpläne sollen Unfall- und Gesundheitsrisiken für Mitarbeiter und Dritte auf ein Minimum reduzieren bzw. nach Möglichkeit ganz vermeiden. Probleme bei Partner- oder Subunternehmen können zudem zu Störungen, z. B. in der Logistik, führen. Für mögliche Schäden und damit einhergehende Betriebsstörungen bzw. längere Produktionsausfälle sowie für andere denkbare Schadensfälle und Haftungsrisiken sind - soweit verfügbar - im wirtschaftlich sinnvollen und branchenüblichen Rahmen Versicherungen abgeschlossen, die gewährleisten, dass sich finanzielle Folgen von möglicherweise eintretenden Risiken in Grenzen halten bzw. ganz ausgeschlossen werden. Der Umfang der Versicherungen wird laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

»BESCHAFFUNGSRISIKEN«

Beschaffungsrisiken bestehen darin, dass die zur Herstellung der Produkte benötigten Rohstoffe, Bauteile und Komponenten nicht oder nicht in ausreichendem Maß in der erforderlichen Qualität und Quantität zur Verfügung stehen oder nicht zeitgerecht und reibungslos oder nicht zu marktgerechten Preisen beschafft werden können. Um möglichen Beschaffungsengpässen vorzubeugen und Versorgungssicherheit zu gewährleisten, stehen die Beschaffungsmärkte unter laufender Beobachtung, um auf Veränderungen kurzfristig reagieren zu können. Wesentliche Teile der Rohstoffversorgung sind durch langfristige Lieferverträge abgedeckt und im möglichen Umfang mit Preisgleitklauseln in den Verträgen mit Kunden versehen. Internationale Einkaufsaktivitäten, sorgfältige Lieferantenauswahl, jährliche Lieferantenüberprüfungen, Qualitäts- und Zuverlässigkeitskontrollen bei Zulieferern, Alternativlieferanten, angemessene Sicherheitsbestände sowie effizientes Vertragsmanagement reduzieren zudem das Risikopotenzial. Eine nicht ausreichende Energieversorgung der Gesellschaften des Rheinmetall-Konzerns zu wirtschaftlichen Konditionen stellt ein Risiko für die Aufrechterhaltung der wettbewerbsfähigen Produktion an den Standorten dar. Eine vollständige Absicherung gegenüber Preisschwankungen bei Energieträgern oder eine Weitergabe von Energiekostensteigerungen an Kunden kann nicht gewährleistet werden. Steigenden Energiekosten wird durch Bündelung der Beschaffungsmengen, koordinierte Ausschreibungen, lange Vertragslaufzeiten sowie Optimierung des Strompreises über die European Energy Exchange (EEX), Leipzig, entgegengewirkt.

»AKQUISITIONS- UND INTEGRATIONSRISIKEN«

Die Gesellschaften des Rheinmetall-Konzerns überprüfen regelmäßig die Möglichkeit von Zukäufen oder strategischen Partnerschaften. Diese sind ein wichtiger Bestandteil der Wachstums- und Internationalisierungsstrategie, um z. B. Marktpositionen zu verbessern, Produktportfolios auszubauen, weitere Märkte mit Wachstumspotenzial zu erschließen oder Technologien hinzuzugewinnen. Die durch Marktbeobachtung und -analyse identifizierten Unternehmen werden auf ihre strategische Relevanz, ihr Ertragspotenzial und ihre Zukunftsperspektiven untersucht, einer Chancen-Risiko-Analyse unterzogen und unter Rendite-Risiko-Aspekten bewertet. Kompetente Fachleute untersuchen in systematischen Due-Diligence-Verfahren unter anderem operative, rechtliche und finanzielle Themen. Nach mehrstufigen Genehmigungsprozessen entscheidet der Vorstand und bei Überschreitung von definierten Wertgrenzen der Aufsichtsrat der Rheinmetall AG über die Durchführung der Vorhaben. Nach genehmigter Transaktion erfolgt die Integration in den jeweiligen Geschäftsbereich auf Basis strukturierter Prozesse, die auch Zeit- und Meilensteinpläne vorsehen. Die Integration von Mitarbeitern, Prozessen, Technologien und Produkten in den Rheinmetall-Konzern könnte sich jedoch schwieriger bzw. zeitlich aufwändiger und kostenintensiver erweisen als erwartet. Zudem könnten die mit der Transaktion verfolgten Zielsetzungen und Synergiepotenziale nicht oder nicht im geplanten Maße erreicht werden. Im Rahmen der Geschäftstätigkeit der neu erworbenen Gesellschaft könnten auch Risiken auftreten, die vorher nicht erkannt oder als nicht wesentlich beurteilt wurden.

»FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN«

Zu den zentralen Aufgaben der Rheinmetall AG zählt die sichere Abdeckung des Finanzbedarfs sowohl für das operative Geschäft als auch für Investitionen. Dabei steht neben der Optimierung der Konzernfinanzierung auch die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken im Vordergrund. Das Liquiditätsrisiko des Rheinmetall-Konzerns wird auf der Basis von kurz-, mittel- und langfristigen Liquiditätsprognosen durch die Verfügbarkeit eines den absehbaren Bedarf des Konzerns sicher übersteigenden Gesamtvolumens an verfügbaren, stark diversifizierten Finanzierungsfazilitäten abgedeckt. Als Finanzinstrumente werden Produkte des Geld- und Kapitalmarkts sowie bilaterale und syndizierte Kredite eingesetzt. Zinsrisiken entstehen durch Änderungen der Marktzinssätze. Zur Steuerung dieser Risiken werden Zinscaps und -swaps eingesetzt. Währungsrisiken, die sich aus einer Vielzahl von Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen ergeben, werden spätestens zum Zeitpunkt ihrer Entstehung gesichert. Dabei kommen Devisentermingeschäfte und Devisenswaps zum Einsatz. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten zu reinen Spekulationszwecken ist untersagt. Kontrahentenrisiken beim Abschluss von Finanztransaktionen werden durch eine bonitätsabhängige, limitgesteuerte Streuung begrenzt.

Für Verluste aus langfristigen Aufträgen bzw. aus Liefer- und Bezugsverträgen sowie für sonstige Risiken, wie zum Beispiel Gewährleistungen, wurde ausreichend bilanzielle Vorsorge getroffen. Die Bonitätsrisiken sind aufgrund der Kundenstruktur sehr gering. Es bestehen keine Kunden- oder Länderabhängigkeiten, die bei negativer Entwicklung eine bestandsgefährdende Wirkung für den Rheinmetall-Konzern haben könnten.

»INFORMATIONSTECHNISCHE RISIKEN«

Die Welt der Informationstechnologie verändert sich schneller als je zuvor. Informationen werden mehr und mehr zu einer erfolgsbestimmenden Ressource. Immer größer werdende Datenmengen, kurze Zugriffszeiten und strukturierte Informationsbereitstellung verlangen modernste Infrastrukturen und hoch verfügbare, ausfallsichere und redundant ausgelegte IT-Systeme. Konzerneinheitliche Rahmenbedingungen sowie definierte Routinen erhöhen die Leistungsfähigkeit und reduzieren den Abstimmungsbedarf. Konsequent auf Marktchancen abgestimmte Kapazitäten, die Bündelung von Ressourcen, eine enge Verzahnung der Anwenderbetreuung sowie Synergien bei Beschaffung und Service tragen dazu bei, die Kosteneffizienz der bestehenden Infrastruktur zu verbessern und deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen.

Informationen und Daten sind verschiedenartigen und zum Teil wachsenden Bedrohungen im Hinblick auf Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität ausgesetzt. Wesentliche Störungen bei anwendungskritischen IT-Systemen, Applikationen und Infrastrukturkomponenten können die Steuerung der Geschäfts- und Produktionsprozesse stark beeinträchtigen und zu schwerwiegenden geschäftlichen Nachteilen führen: Netzwerke können ausfallen, Daten durch Programm- und Bedienfehler, Manipulation oder externe Einflüsse verfälscht oder zerstört werden. Neben hohen Sicherheitsstandards und konzernweiten Verfahrens- und Sicherheitsrichtlinien begrenzen technische und organisatorische Notfall-, Schutz- und Vorsorgemaßnahmen, wie zum Beispiel detaillierte Back-up- und Recovery-Prozeduren, unterbrechungsfreie Stromversorgung, gesicherte Zugangsverfahren sowie die tagesaktuelle Spiegelung und Archivierung von Daten das Risiko gravierender Störungen bzw. Ausfälle. Zum Schutz gegen Angriffe von außen setzt der Rheinmetall-Konzern unter anderem aktuellste Firewall-Systeme und Virenscanner ein. Durch eine kontinuierliche Überprüfung der eingesetzten Software werden Funktionalitäten und Applikationen erweitert, identifizierte Sicherheitslücken geschlossen und aufgetretene Fehler behoben. Damit ist eine sichere und reibungslose Abwicklung der IT-gestützten Geschäftsprozesse konstant gewährleistet. Durch regelmäßige Investitionen befindet sich die installierte Soft- und Hardware auf dem neuesten Stand der Technik. Zusammen mit kompetenten, nach ISO27001 zertifizierten Dienstleistungspartnern werden die technische Auslegung, die funktionalen Sicherheitsstrukturen und der wirtschaftliche Betrieb der IT-Architektur regelmäßig überprüft und kontinuierlich verbessert.

»PERSONALRISIKEN«

Die Erreichung der anspruchsvollen Unternehmensziele und der nachhaltige wirtschaftliche Erfolg des Rheinmetall-Konzerns hängen in hohem Maße von der Qualifikation, der Kompetenz und dem Wissen der Beschäftigten ab. Die Fluktuation von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen sowie Probleme, für offene Stellen keine oder nur verzögert geeignete Fach-, Führungs- und Nachwuchskräfte zu finden, die über die gesuchten kaufmännischen, technischen oder branchenspezifischen Fähigkeiten verfügen, könnten ebenso nachteilige Auswirkungen auf das Unternehmen haben wie unzureichende Qualifikationen oder geringe Motivation. Diesen Risiken wird mit zahlreichen Maßnahmen für eine markt- und leistungsgerechte Vergütung, qualifizierte Personalentwicklung und moderne Personalrekrutierung sowie vorausschauende Nachfolgeplanung begegnet.

Rheinmetall fördert durch eine Unternehmenskultur, die auf professionelle Leistung, Initiative, Eigenverantwortung, Integrität, gemeinsame Werte und gemeinsames Verständnis setzt, durch eine leistungsorientierte Vergütung, umfassende Nebenleistungen und Vorsorgeprogramme, vielfältige Karriereperspektiven und interessante Aufstiegsmöglichkeiten insgesamt eine Gewinnung, Förderung und langfristige Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen.

Neben den klassischen Mitteln zur Personalbeschaffung wird durch vielfältige Aktivitäten im Personalmarketing sowie durch enge Kontakte zu ausgewählten Hochschulen, die Teilnahme an Hochschul- und Recruiting-Messen, Praktika für Studierende und Absolventen und die Präsenz in elektronischen Stellenbörsen sichergestellt, dass fähige, gut qualifizierte Mitarbeiter gewonnen werden können. Darüber hinaus ist Rheinmetall durch sein international hohes Ansehen, die Zugehörigkeit zum MDAX, seine Größe und seine technologisch anspruchsvollen Produkte in der Defence- und Automotive-Branche als attraktiver Arbeitgeber bekannt. Zudem hebt sich Rheinmetall durch die Vielfalt an beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten in den Gesellschaften der Unternehmensbereiche Defence und Automotive positiv von anderen Arbeitgebern ab.

Für das weitere Wachstum des Konzerns ist die bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Entwicklung von Mitarbeitern, talentiertem Führungsnachwuchs sowie erfahrenen Fach- und Managementkräften ein Schlüsselfaktor. Auf der Basis systematischer Auswahl- und Beurteilungsprozesse erfolgt die gezielte Förderung von Leistungsträgern neben mehrstufigen Seminarprogrammen durch individuelle Trainingsmaßnahmen. Vielfältige Weiterbildungsprogramme geben den Rheinmetall-Mitarbeitern die Möglichkeit, die für eine erfolgreiche Berufstätigkeit notwendigen Fähigkeiten, Kompetenzen und Kenntnisse kontinuierlich zu verbessern und neue Qualifikationen zu erwerben.

»COMPLIANCE-RISIKEN«

Die Compliance-Organisation soll das rechtmäßige Verhalten eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter sicherstellen. Sie baut auf den bewährten Prinzipien auf, die das unternehmerische Handeln im Rheinmetall-Konzern seit jeher prägen, und dient der Verhinderung von Haftungs-, Straf-, Bußgeld- und Reputationsrisiken sowie anderer finanzieller Nachteile und Einbußen, die dem Unternehmen infolge von Fehlverhalten oder Rechtsverletzung entstehen können.

Der Rheinmetall-Konzern verfügt bereits seit Jahren über ein umfassendes Regelwerk in Form von Richtlinien sowie Organisations- und Arbeitsanweisungen, die die stetige Beachtung gesetzlicher Vorgaben sichern und Verstöße gegen geltendes Recht verhindern sowie pflicht- und sachgerechtes Handeln im täglichen Geschäft gewährleisten. Risiken aus rechtswidrigen Handlungen Einzelner sind jedoch trotz mehrstufiger Prüfungs- und Kontrollmechanismen nicht auszuschließen.

Zugeschnitten auf die jeweiligen Verantwortungsgebiete werden Mitarbeiter im In- und Ausland in periodischen Abständen durch Seminare, Workshops, interaktive E-Learning-Kurse und andere Kommunikationsmaßnahmen über einschlägige Regelungen und ihre Änderungen sowie Verhaltensregeln im Geschäftsalltag informiert. Der Chief Compliance Officer berichtet dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig über aktuelle Entwicklungen im Bereich Compliance.

Personen, die im Sinne des Aktienrechts über Insiderkenntnisse verfügen, werden in einem Insiderverzeichnis geführt und verpflichten sich zur Einhaltung der damit verbundenen Vorschriften.

»RECHTLICHE RISIKEN«

Rechtliche Risiken können durch Rechtsstreitigkeiten mit Wettbewerbern, Geschäftspartnern, Kunden oder anderen externen Dritten sowie durch Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen in den relevanten Märkten entstehen. Zu den rechtlichen Risiken zählen insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Patentrecht und Steuerrecht. Der Konzern stützt sich bei Entscheidungen und der Gestaltung von Geschäftsprozessen nicht nur auf eine umfassende Beratung durch eigene Fachleute, sondern zieht fallbezogen auch ausgewiesene Experten und renommierte Spezialisten hinzu. Schadensfälle und Haftungsrisiken aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sind entweder durch Versicherungen angemessen abgedeckt oder in der bilanziellen Vorsorge berücksichtigt.

Nach gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen sind von außenstehenden Aktionären zwei Spruchverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit der Höhe der angebotenen Barabfindung angestrengt worden. In dem im Jahr 1998 von außen stehenden Aktionären im Zusammenhang mit der Verschmelzung der Kolbenschmidt AG und Pierburg GmbH angestrengten Spruchverfahren unterbreitete der Senat des OLG Stuttgart den Verfahrensbeteiligten in der mündlichen Verhandlung am 19. Januar 2011 einen Vorschlag zur einvernehmlichen Verfahrensbeendigung, der von den Parteien angenommen wurde. Das Verfahren zum Squeeze-out der Kolbenschmidt Pierburg-Aktionäre aus dem Jahr 2007 ist am 5. Juli 2011 beendet worden. Das Oberlandesgericht Stuttgart wies die Anhörungsrügen der Beschwerdeführer, die gegen den Beschluss des Landgerichts Stuttgart vom 1. September 2008 sofortige Beschwerde einlegt hatten, ab. Die Dauer und der Ausgang des anderen, im Jahr 2003 im Zusammenhang mit dem Squeeze-out bei der Aditron AG, angestrengten Verfahrens ist offen.

Das gegen Rheinmetall im Jahr 2009 eingeleitete Apartheid-Klageverfahren ruht wegen der Vorgreiflichkeit eines laufenden Parallelverfahrens gegen weitere von der Apartheid-Klage betroffene Unternehmen. Rheinmetall hält die Klage für unzulässig und die Zuständigkeit des amerikanischen Gerichts für nicht gegeben. Die Kläger sind keine US-Bürger, der Fall hat sich nicht auf US-Territorium ereignet und zugrunde liegende Rechtsverstöße sind bereits in Deutschland geahndet worden.

Für die Risiken aus den zuvor beschriebenen und sonstigen Rechtsstreitigkeiten wurde - sofern als notwendig erachtet - auf Basis der bekannten Sachverhalte angemessene Vorsorge getroffen. Es ist nur schwer möglich, den Ausgang anhängiger oder angedrohter Verfahren zu bestimmen oder zu prognostizieren. Aufgrund gerichtlicher oder behördlicher Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen können Kostenbelastungen entstehen, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Rückstellungen und Versicherungsleistungen abgedeckt sind und somit Auswirkungen auf das Geschäft und seine Ergebnisse haben können.

»STEUERLICHE RISIKEN«

Die Ergebnisse steuerlicher Betriebsprüfungen könnten zu Belastungen aus Prüfungsfeststellungen mit daraus abgeleiteten Steuernachzahlungen und Zinsen führen. Darüber hinaus besteht grundsätzlich das Risiko, dass sich durch Veränderungen von Steuergesetzen oder Rechtsprechungen zusätzliche Steuerbelastungen für den Rheinmetall-Konzern ergeben könnten.

»UMWELTRISIKEN«

Viele Grundstücke des Rheinmetall-Konzerns unterliegen seit Jahrzehnten industriellen Nutzungen. Dass in dieser Zeit auch produktionsbedingte Verunreinigungen verursacht wurden, die bisher noch nicht bekannt sind, ist nicht auszuschließen. Rheinmetall betreibt ein aktives Umweltmanagement. Umweltschutzbeauftragte überwachen die Einhaltung der gesetzlichen Auflagen an den Fertigungsstandorten. Das Risikopotenzial aus Produktionsabläufen und Umweltschutzrisiken wird durch moderne, sichere Anlagen, die strikte Einhaltung relevanter Gesetze, Auflagen und Verordnungen, umfassende Richtlinien zur Qualitätssicherung sowie stringente Qualitätskontrollen wirkungsvoll verringert. Hierzu gehören Zertifizierungen nach internationalen Normen für Qualität (DIN 9001 und TS 16949) und Umweltschutz (ISO 14001). Regelmäßige Überprüfungen dieser Zertifizierungen bestätigen objektiv die hohen Standards. Für notwendige Sicherungs- oder Sanierungsmaßnahmen erkannter Verunreinigungen werden ausreichende Rückstellungen gebildet.

Es ist möglich, dass die zuständigen Behörden Verfügungen erlassen, durch die kostenträchtige Sanierungen gefordert werden könnten. Verschärfungen von Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltschutzbestimmungen und -standards können zu zusätzlichen Kosten und Haftungsrisiken führen, ohne dass Rheinmetall darauf einen Einfluss hätte. In diesem Zusammenhang ist auf die Implementierung der EU-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) hinzuweisen. Neben direkten Kosten, die aufgrund zusätzlicher Maßnahmen zur Erfüllung dieser Normen entstehen können, könnten sich Marktstrukturen zu Ungunsten von Rheinmetall verändern.

»CHANCEN UND RISIKEN IM UNTERNEHMENSBEREICH DEFENCE«

UN- und Nato-Auslandseinsätze, Kriseninterventionen, Friedensmissionen: konstante Veränderungen nationaler und internationaler sicherheits- und verteidigungspolitischer Lagen, hervorgerufen zum Beispiel durch geopolitische Neuorientierungen, politische Umwälzungen und neue Konfliktsituationen, stellen die Streitkräfte des 21. Jahrhunderts vor neue Herausforderungen in militärischen Einsätzen. Große Bedrohungen für die äußere und innere Sicherheit gehen von instabilen Staaten, diktatorischen Regimen sowie Terroristen und radikalen Aktivisten aus. Rheinmetall Defence ist einer der führenden europäischen Anbieter für Wehrtechnik und auf die Ausrüstung der Landstreitkräfte mit gepanzerten Fahrzeugen, mit Waffen und Munition sowie mit elektronischem Equipment und modernsten Flugabwehrsystemen spezialisiert. Insbesondere beim Schutz von Einsatzkräften beschreitet Rheinmetall seit Jahren neue Wege. Wirksame Schutzsysteme sind bei heutigen und künftigen Einsatzszenarien von zentraler Bedeutung, um den Soldatinnen und Soldaten ein Höchstmaß an Sicherheit zu geben. Die Gesellschaften des Unternehmensbereichs sind auf die Entwicklung und Fertigung von Komponenten und Systemen zum Schutz von Menschen, Fahrzeugen, Flugzeugen, Schiffen und Objekten spezialisiert. Sie sind ein starker Partner der Bundeswehr, ihrer Verbündeten und befreundeter Armeen sowie ziviler staatlicher Sicherheitskräfte und schützen die Einsatzkräfte, die an Auslandsoperationen teilnehmen.

Das Marktpotenzial für Rheinmetall Defence ergibt sich zu wesentlichen Teilen aus den Verteidigungsbudgets der Kundenländer. Chancen für die Geschäftsbereiche ergeben sich durch die Veränderung des militärischen Bedarfs bei der Bundeswehr und den Streitkräften weltweit. Das Produkt- und Fähigkeitsspektrum von Rheinmetall Defence ist auf die zentralen wehrtechnischen Anforderungen zugeschnitten, die sich international aus einem anhaltend hohen Modernisierungsbedarf der Streitkräfte und den neuen militärischen Einsatzszenarien ergeben. Der Unternehmensbereich Defence kann darüber hinaus von kurzfristigen Beschaffungsbedarfen profitieren, die sich aus den Einsätzen der Streitkräfte in Krisengebieten ergeben. Trotz des Drucks auf Regierungen, Haushalte zu konsolidieren und Ausgabenkürzungen vorzunehmen, bleibt Defence jedoch insgesamt ein Wachstumsmarkt - auch wenn er im Vergleich zu den Vorjahren an Dynamik verliert. Branchenexperten erwarten, dass bis 2015 die Beschaffungsbudgets der 65 Länder mit den größten Wehretats im Vergleich zum Jahr 2010 insgesamt um etwa 12 % steigen. Bundeswehr-Referenzprojekte, wie zum Beispiel der Serienauftrag für den Schützenpanzer Puma, Infanterist der Zukunft und das Nächstbereichsschutzsystem MANTIS® , sind für weitere Akquisitionserfolge im Ausland ebenso entscheidend, wie auch ein innovatives, auf die neuen Anforderungen der Streitkräfte ausgerichtetes Produktprogramm, das sich im Wettbewerb mit internationalen Anbietern messen kann. Aus der erwarteten Fortsetzung der Konsolidierung im europäischen Rüstungsmarkt können sich für Rheinmetall Defence weitere Wachstumschancen ergeben.

Die Geschäftsfelder des Unternehmensbereichs Defence sind nicht unmittelbar konjunkturabhängig. Risiken bestehen jedoch in der Abhängigkeit vom Ausgabeverhalten öffentlicher Haushalte im Inland und in ausländischen Kundenländern. Im Zuge der Staatsschulden- und Euro-Währungskrise kommt es in Staatshaushalten zu Umschichtungen und Einschnitten, von denen auch die Verteidigungsressorts betroffen sind. Politische Einflüsse und Veränderungen in den wehrtechnischen Anforderungen von Kundenländern, Budgetrestriktionen oder generelle Finanzierungsprobleme von Kunden könnten Risiken in Form von Verzögerungen bei der Vergabe, einer zeitlichen Streckung oder gar dem Ausfall von Aufträgen nach sich ziehen. Risiken ergeben sich auch aus dem zunehmenden transatlantischen Wettbewerb. Auf den zugänglichen Exportmärkten herrscht zudem eine starke internationale Konkurrenz.

Darüber hinaus stellen höhere Vorfinanzierungen aufgrund verschlechterter Anzahlungsbedingungen und mögliche finanzielle Beteiligungen bei Projekten Risiken dar. Zudem könnten unvorhergesehene Schwierigkeiten bei der Projektabwicklung zu bisher ungeplanten Belastungen führen. Dazu gehören neben der mit Unsicherheiten behafteten Kalkulation veränderte wirtschaftliche und technische Bedingungen nach Vertragsabschluss, unerwartete technische Schwierigkeiten oder Störungen, Probleme bei Geschäftspartnern oder Lieferanten sowie Verschiebungen bei Abnahme- und Abrechnungszeitpunkten. Mit einem professionellen Projektmanagement und umfangreichen Maßnahmen im Qualitätsmanagement sowie einer entsprechenden Gestaltung von Verträgen lassen sich diese Risiken zwar begrenzen, jedoch nicht völlig ausschließen.

Die Ausweitung der internationalen Geschäftstätigkeit birgt die Gefahr, dass in einigen Regionen der Welt aufgrund der in den jeweiligen Ländern gegebenen branchenspezifischen Usancen Verzögerungen in der Auftragsabwicklung auftreten bzw. Risiken durch das dort übliche Zahlungsverhalten von Kunden oder Geschäftspartnern steigen. Rheinmetall Defence arbeitet grundsätzlich mit Vertragspartnern guter Bonität zusammen. Mit professionellem Projektmanagement und einem umfangreichen Projektcontrolling sowie durch entsprechende Vertragsgestaltungen werden die Risiken soweit wie möglich begrenzt. Es kann aber trotz der laufenden Überwachung unvorhergesehen zu verspäteten Zahlungen oder Ausfällen bei den Vertragspartnern kommen.

»CHANCEN UND RISIKEN IM UNTERNEHMENSBEREICH AUTOMOTIVE«

Die Weltwirtschaft zeigt sich zunehmend volatil. Auf gravierende Krisen, wie der zurückliegenden Weltwirtschaftskrise 2008/2009, folgen kurze Erholungsphasen, an die sich neue Krisen wie die aktuelle Euro-Krise anschließen, die sich zunehmend auf die Automobilmärkte in Europa auswirkt. Damit sieht sich auch der Unternehmensbereich Automotive mit einem in den verschiedenen Regionen unterschiedlich stark ausgeprägten volatilen Marktumfeld konfrontiert, das sowohl von Chancen als auch von Risiken geprägt ist.

Neben der Marktentwicklung ergeben sich Chancen insbesondere bei geplanten Produktinnovationen bis zum Serienanlauf. Daneben eröffnen sich auch durch Rationalisierungsmaßnahmen, Qualitätssteigerungen und die Reduzierung von Ausschussquoten zusätzliche Chancen.

Die weltweit zunehmende ökologische Sensibilisierung der Märkte mit der Forderung nach energieeffizienten bzw. den CO2 -Ausstoß reduzierenden Antriebskonzepten sowie künftig auch restriktiveren Emissionsgesetzgebungen in Kernmärkten wie auch in den Emerging Markets bieten KSPG auf der Basis bestehender und in Entwicklung befindlicher Produkte und Verfahren Chancen, Absatz und Marktanteile zu steigern. Während in den zurückliegenden Jahren vorrangig emissionsgetriebene Technologien für Verbrennungsmotoren, insbesondere für dieselmotorische Antriebe, das Wachstum bestimmten, stehen in der Zukunft insbesondere technische Neuerungen zur Ressourcenschonung bzw. zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und damit des CO2 -Ausstoßes im Vordergrund.

Der generell erkennbare Trend zu verbrauchsarmen und damit auch kleineren Motoren wird durch die nach und nach in Kraft tretende Gesetzgebung zur Begrenzung des CO2 -Ausstoßes verstärkt. Neben den Potenzialen aus der Weiterentwicklung ohnehin schon verbrauchsgünstiger dieselmotorischer Antriebe werden vor allem neue Konzepte für Ottomotoren zur Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte beitragen. Technologien wie Aufladung und Downsizing bieten für den Unternehmensbereich Automotive Möglichkeiten, wettbewerbsfähige, innovative Produkte zu platzieren. Ergänzend zu diesen bereits etablierten Technologiefeldern entwickelt KSPG ein variables Ventilsteuerungssystem, um insbesondere im wichtigen Markt ottomotorischer Antriebe einen Technologiebeitrag zur Optimierung des Ladungswechsels und damit zur Verbesserung des Betriebsverhaltens und vor allem zur Verminderung des Kraftstoffverbrauchs zu liefern.

Der Unternehmensbereich Automotive wird von dem zunehmend auch auf die USA übergreifenden europäischen Trend zu verbrauchsärmeren Motoren profitieren. Technologisch sind für alle Antriebskonzepte mit Verbrennungsmotor - neben Downsizing und Maßnahmen im Bereich der Gemischaufbereitung und des Ladungswechsels - vor allem Entwicklungen zur Minimierung der Reibungsverluste und zur bedarfsorientierten Nutzung von Nebenaggregaten gefragt. In diesen Segmenten bietet KSPG schon heute maßgeschneiderte Produktlösungen an und partizipiert somit am Wachstum in den Kernmärkten Europa und USA. Dies gilt für die Pkw- als auch für die Nkw-Märkte.

Neben den vorgenannten Maßnahmen im Antriebsstrang ist aufgrund der Notwendigkeit zur Kraftstoffeinsparung Leichtbau ein vorrangiges Ziel der künftigen Fahrzeugentwicklung. Dies gilt insbesondere für Fahrzeuge mit Batterie-elektrischem Antrieb. KSPG bieten sich hier infolge ihrer Kompetenz auf den Gebieten der Aluminium- und Magnesiumtechnologie Chancen in völlig neuen Anwendungen.

Im Zeichen steigender Wettbewerbsintensität aufgrund von Überkapazitäten in den Triademärkten sind unerwartete Änderungen im Abrufverhalten, Verschiebungen im Produktmix, eine Verschärfung des Wettbewerbs sowie zunehmender Preisdruck möglich. Daraus können Schwankungen von Preisen, Mengen und Margen resultieren. Parallel zu sich verkürzenden Produktlebenszyklen sind die Fahrzeughersteller einem starken Wettbewerbs-, Innovations- und Kostensenkungsdruck ausgesetzt, den sie an die Zulieferindustrie weitergeben. Der Unternehmensbereich Automotive begrenzt die Auswirkungen dieser Trends durch Investitionen in neue Produkte, den Einsatz moderner Herstellungsverfahren, kostensparende Prozesstechnologien und neue Materialien sowie die Umsetzung von Einsparpotenzialen in den Unternehmensfunktionen.

Möglichen rückläufigen Entwicklungen in der Automobilnachfrage einzelner Länder wird durch einen Ausbau der internationalen Präsenz sowie der Vermarktung von Produkten außerhalb der Automobilindustrie entgegengewirkt. Vorteilhafte wirtschaftliche Rahmenbedingungen für neue Standorte und den Ausbau bestehender Produktionskapazitäten werden genutzt. Zusätzlich sorgt die diversifizierte Kundenstruktur für einen Ausgleich der Produktionszahlschwankungen einzelner Automobilhersteller. Durch das breite Produktportfolio und die geringe Abhängigkeit von einzelnen Kunden können Preisänderungsrisiken, Nachfrageschwächen und Insolvenzrisiken in gewissem Umfang abgefedert werden.

Stark schwankende Rohstoff- und Energiepreise stellen Risiken auf der Kostenseite dar. Diese Risiken werden durch entsprechende Verträge mit Preisgleitklauseln - vor allem bei den Rohstoffen Aluminium, Kupfer und Nickel - begrenzt. Ebenso wird Energie für die deutschen Standorte des Rheinmetall-Konzerns über die Leipziger Strombörse EEX gemeinsam beschafft. Darüber hinaus erfolgt eine Steuerung bzw. Optimierung von Einkaufszeitpunkt und Einkaufsmenge, ergänzt um finanzielle Sicherungsinstrumente, durch das zentrale Rohstoff-Office. Weitere Risiken auf der Beschaffungsseite ergeben sich aus der möglichen Insolvenz von Zulieferern. Diesen Risiken wird durch sorgfältige Auswahl, Streuung der Risiken durch Verteilung des Einkaufsvolumens auf weitere Lieferanten und gegebenenfalls Stützung der Lieferanten in Notsituationen begegnet.

Für Gewährleistungs-, Produkthaftpflicht- und Rückrufrisiken besteht ein angemessener Versicherungsschutz, der in periodischen Abständen überprüft und eventuell angepasst wird.

Risiken ergeben sich auch aus den vorgenommenen Akquisitionen. Diese Risiken können sich z. B. in einer verzögerten Integration der akquirierten Gesellschaften oder auch in einer unvorhergesehenen Reaktion des Wettbewerbs bzw. von Lieferanten realisieren. KSPG unternimmt während des Akquisitionsprozesses und auch in der darauf folgenden Integrationsphase alle Maßnahmen, um derartige Risiken zu minimieren.

Die Automotive-Branche hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihr starkes Wachstum fortgesetzt. Branchenexperten gehen für 2012 im Vergleich zu 2011 insgesamt von einem Wachstum in den Triade-Märkten aus. Die Entwicklung in den Kernmärkten wird dabei jedoch unterschiedlich verlaufen. Während für Westeuropa rückläufige Produktionszahlen prognostiziert werden, wird vor allem für Japan - aufgrund der Erholung von der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe - und für Nordamerika ein deutliches Wachstum erwartet. Weiteres Wachstum soll auch aus den asiatischen Märkten kommen. Im Rahmen der bislang ungelösten Euro-Währungskrise sind die Unsicherheiten in den Prognosen jedoch erheblich gestiegen. In immer kürzeren Abständen wurden im Berichtsjahr Prognosen und Einschätzungen zu Konjunktur-, Markt- und Branchenentwicklungen nach unten revidiert. Es besteht ein latentes Risiko von Absatzrückgängen. Jegliche Veränderung auf der Kundenseite, zum Beispiel Produktionsverlagerungen, Kundenverluste, Unternehmensverkäufe, Insolvenzen, Nachfragerückgänge und veränderte Kundenanforderungen, können einen Rückgang des operativen Geschäfts bewirken und/oder die Werthaltigkeit von Beteiligungen beeinträchtigen.

»INTERNES AUF DIE RECHNUNGSLEGUNG BEZOGENES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM (ANGABEN GEMÄSS §§ 289 ABS. 5, 315 ABS. 2 NR. 5 HGB)«

Das interne auf den Rechnungslegungsprozess bezogene Kontroll- und Risikomanagementsystem (IKS) des Rheinmetall-Konzerns umfasst alle Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, mit denen organisatorisch und technisch die zeitnahe, einheitliche und zutreffende buchhalterische Erfassung sämtlicher geschäftlicher Prozesse und Transaktionen nach Maßgabe der einschlägigen gesetzlichen Anforderungen, der sonstigen Rechnungslegungsgrundsätze und der internen Konzernrichtlinie sichergestellt wird. Das IKS gewährleistet auch die Abbildung von Veränderungen im wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeld des Rheinmetall-Konzerns sowie neuer oder geänderter gesetzlicher Vorschriften. Diese Änderungen werden dann daraufhin analysiert, ob eine Anpassung konzerninterner Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen bzw. von Richtlinien und Systemen erforderlich wird. Grundlagen des IKS sind neben definierten Kontrollmechanismen, zum Beispiel systemtechnische und manuelle Abstimmprozesse, die Trennung von Verwaltungs-, Ausführungs-, Abrechnungs- und Genehmigungsfunktionen sowie die Einhaltung von Richtlinien und Arbeitsanweisungen. Der Prozess der (Konzern-) Rechnungslegung wird zentral durch die Hauptabteilung Accounting der Rheinmetall AG gesteuert.

Die Einzelabschlüsse der Rheinmetall AG und der im Konsolidierungskreis einbezogenen Gesellschaften werden nach den jeweiligen nationalen Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellt und dann in einen Abschluss nach IFRS übergeleitet. Dabei ist die zentral von der Rheinmetall AG vorgegebene IFRS-Bilanzierungsrichtlinie strikt zu beachten, die eine einheitliche Bilanzierung, Bewertung, Ergebnisermittlung und Berichtspflicht der Gesellschaften, die in den Rheinmetall-Konzernabschluss einbezogen werden, sicherstellt. Die Vollständigkeit des Konsolidierungskreises wird quartalsweise überprüft. Die Geschäftsführung jedes Konzernunternehmens hat die Einhaltung der IFRS-konformen Bilanzierungsrichtlinie zu überwachen und die Ordnungsmäßigkeit des Abschlusses in einer entsprechenden Erklärung zu bestätigen. Die IFRS-Bilanzierungsrichtlinie deckt sämtliche für die Rheinmetall AG relevanten Regelungen der IFRS ab. Der Richtlinieninhalt liegt in der Verantwortung der Hauptabteilung Accounting der Rheinmetall AG. Die IFRS-Bilanzierungsrichtlinie wird kontinuierlich an die Änderungen der IFRS angepasst und nach der Durchsicht durch den Konzernabschlussprüfer allen in den Konzernabschluss einzubeziehenden Gesellschaften zur Verfügung gestellt.

Die Verantwortung für die Ordnungsmäßigkeit der nach den nationalen und internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellten Abschlüsse obliegt der Geschäftsführung der jeweiligen Gesellschaft. Dies betrifft auch die Einhaltung der konzernweit gültigen Richtlinien und Verfahrensregelungen, einschließlich der Einhaltung der Regelungen zum zeitgerechten Ablauf der rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme. Die Einzelabschlusserstellung der einbezogenen Unternehmen nach IFRS für Konsolidierungszwecke erfolgt grundsätzlich in SAP-basierten Rechnungslegungssystemen (SAP-FI). Dabei sind Verfahren in den Rechnungslegungsprozess implementiert, die die Ordnungsmäßigkeit des Abschlusses sicherstellen.

In einem strukturierten Prozess wird der Konzernabschluss der Rheinmetall AG mittels der Konsolidierungssoftware SAP SEM-BCS erstellt. In diesem System sind ein einheitlicher, verbindlicher Kontenplan und standardisierte Konsolidierungsformblätter hinterlegt, die von allen in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften unter Berücksichtigung der konzernweit gültigen IFRS-Bilanzierungsrichtlinie auszufüllen sind und in einem stringenten Konzernberichtspaket zusammengefasst werden. Die Rheinmetall AG gibt den Abschlusskalender für den Konzernabschluss zentral vor und überwacht die Einhaltung der Termine. Nach Eingabe der Einzelabschlussdaten nach IFRS in das SAP-Konsolidierungsmodul SAP SEM-BCS werden die Daten dort einer automatisierten Plausibilitätsprüfung und systemseitigen Validierung unterzogen. Sollten hier Fehler- oder Warnmeldungen angezeigt werden, sind diese von den Einzelabschluss-Verantwortlichen vor der Weitergabe der Daten an die Konsolidierungsstelle entsprechend zu analysieren und zu bearbeiten. Weitere systemtechnische Kontrollen werden durch Mitarbeiter der Konsolidierungsabteilung der Rheinmetall AG zentral überwacht und durch manuelle Prüfungen ergänzt. Im gesamten Rechnungslegungsprozess werden Freigabeverfahren durchlaufen. Grundsätzlich gibt es auf jeder Ebene zumindest ein Vieraugenprinzip. Im gesamten Rechnungslegungsprozess werden die Tochtergesellschaften durch zentrale Ansprechpartner unterstützt.

Im Rahmen des Internen Kontrollsystems untersucht die Interne Revision als prozessunabhängige Instanz auf Basis eines mit den Konzerngesellschaften abgestimmten und vom Vorstand verabschiedeten Prüfungs- und Projektplans Abläufe, Strukturen und Verfahrensweisen auf Angemessenheit, Wirksamkeit, Sicherheit und Ordnungsmäßigkeit. Schwerpunkte der risikoorientierten Prüfungstätigkeit im Berichtsjahr waren die Durchführung von Investitionen, Wirtschaftlichkeits-, System- und Ordnungsprüfungen sowie die Einhaltung rechtlicher und konzerninterner Vorgaben. Bei diesen Prüfungen identifizierte Risiken und aufgedeckte Schwachstellen werden in Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Management zeitnah beseitigt. Der Vorstand und der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden in einer Nachschau über den Stand der Umsetzung der festgestellten Verbesserungsmaßnahmen informiert. Im Berichtsjahr führte die Interne Revision des Rheinmetall-Konzerns ein Quality Assessment durch. Die externen, vom Deutschen Institut für Interne Revision e.V. (DIIR) akkreditierten Prüfer bestätigten, dass die Interne Revision des Rheinmetall-Konzerns die Anforderungen des DIIR an das "Qualitätsmanagement in der Internen Revision", die im Revisionsstandard Nr. 3 sowie ergänzend im "Leitfaden zur Durchführung eines Quality Assessments" niedergelegt sind, erfüllt und die Interne Revision der Rheinmetall AG insgesamt angemessen und wirksam ist. Ein leichtes Verbesserungspotenzial wurde festgestellt.

Der Prüfungsausschuss der Rheinmetall AG befasst sich in seinen Sitzungen auf der Grundlage von § 107 Abs. 3 AktG vor allem regelmäßig mit dem Rechnungslegungsprozess sowie der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des Internen Revisionssystems. Neben der Angemessenheit, Wirksamkeit, Überwachung und Kontrolle der implementierten Prozesse werden mögliche Risiken von Fehlaussagen in der Finanzberichterstattung erörtert.

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung bestätigen die Abschlussprüfer der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften die vollständige und richtige Anwendung der IFRS-Bilanzierungsrichtlinie. Darüber hinaus werden sowohl die von den Konzerngesellschaften erstellten Jahresabschlüsse als auch der Jahres- und Konzernabschluss der Rheinmetall AG vom jeweiligen Abschlussprüfer auf die Einhaltung der anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätze hin geprüft. Die Prüfung umfasst auf Basis von Stichproben in Teilbereichen auch die Beurteilung der Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen IKS.

»GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION«

Zu den potenziellen Risiken der Gesellschaften des Rheinmetall-Konzerns zählen einerseits nicht beeinflussbare Faktoren wie die nationale und internationale Konjunktur und die allgemeine Wirtschaftslage sowie andererseits unmittelbar beeinflussbare, zumeist operative Risiken, die durch das etablierte Risikomanagementsystem frühzeitig analysiert und für die, falls notwendig, Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Die genannten Gefährdungen sind nicht notwendigerweise die einzigen Risiken, denen der Rheinmetall-Konzern ausgesetzt ist. Risiken, die bisher noch nicht bekannt sind oder jetzt noch als unwesentlich eingeschätzt werden, könnten sich bei veränderter Sachlage konkretisieren, die Geschäftsaktivitäten beeinträchtigen und sich nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Der Jahresabschlussprüfer PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat das Risikofrüherkennungssystem des Rheinmetall-Konzerns im Rahmen der Konzernabschlussprüfung auf die Einhaltung der aktienrechtlichen Bestimmungen untersucht und bestätigt, dass es alle gesetzlichen Anforderungen gemäß §91 (2) AktG erfüllt und dazu geeignet ist, bestandsgefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Gemäß den beschriebenen Grundlagen zur Einschätzung der Risikofaktoren und unter Würdigung der Gesamtrisikoposition waren wesentliche und den Rheinmetall-Konzern nachhaltig gefährdende Vermögens-, Finanz- und Ertragsrisiken im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht erkennbar. Es sind aus heutiger Sicht unter Substanz- und Liquiditätsaspekten keine Risiken erkennbar, die einzeln, in Kombination mit anderen Risiken oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand der Rheinmetall AG und ihrer Tochtergesellschaften in absehbarer Zeit erheblich gefährden könnten.

PERSPEKTIVEN

»ABKÜHLUNG DER WELTKONJUNKTUR - ZUNEHMENDE PROGNOSEUNSICHERHEIT«

Die Beschlüsse des EU-Gipfels zur Bekämpfung der Schuldenkrise Anfang Dezember 2011 führten zunächst nicht zur erhofften Beruhigung der Märkte. Die großen Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch zeigten sich mit den Gipfelergebnissen unzufrieden und kündigten an, die Kreditwürdigkeit aller EU-Staaten unter verschärfte Beobachtung zu stellen. Im Januar 2012 ließ Standard & Poor's der Ankündigung Taten folgen und stufte sowohl die Ratings des Euro-Rettungsschirms als auch von neun EU-Staaten herunter, darunter Frankreich und Österreich.

Mitte Dezember 2011 hatte sich zudem IWF-Chefin Christine Lagarde mit einem eindringlichen Appell zu Wort gemeldet. Die globale Wirtschaft drohe aus dem Ruder zu laufen, der Ausblick für die Weltwirtschaft sei "ziemlich düster". Lagarde forderte einen Schulterschluss der Weltgemeinschaft gegen die drohende globale Wirtschaftskrise.

Zuvor hatte bereits die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Euro-Krise als das herausragende Risiko für die Weltwirtschaft bezeichnet. Werde den Sorgen der Märkte nicht Rechnung getragen, drohten massive Störungen des Wirtschaftsgefüges und eine neue Kreditknappheit. "Die Aussichten verbessern sich nur dann, wenn schnell und entschieden gehandelt wird", erklärte OECD-Chef-Volkswirt Pier Carlo Padoan. Als weiteren wesentlichen Risikofaktor sieht die OECD die Lage in den USA: "Sollte kein Weg gefunden werden, die Sparmaßnahmen abzumildern, die per Gesetz ab 2013 greifen, könnte das die Wirtschaft in eine Rezession stürzen, die durch politische Mittel kaum noch aufzufangen wäre", so der OECD-Wirtschaftsausblick aus dem November 2011.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Prognoseunsicherheit weiter erhöht. Wie die meisten Wirtschaftsforscher revidierten auch die Konjunkturexperten der OECD ihre Prognose für 2012 nach unten. Für die 34 OECD-Mitgliedsstaaten erwarteten die Experten im Jahr 2012 nur noch ein Wachstum von 1,6%, für die Euro-Zone sogar nur von 0,2%. In den USA soll das Bruttoinlandsprodukt dagegen immerhin um 2,0% ansteigen.

Führende Wirtschaftsforschungsinstitute gehen davon aus, dass die sich abschwächende globale Konjunktur 2012 auch die deutsche Wirtschaft eintrüben wird. Eine Rezession sei laut Ifo-Konjunkturprognose allerdings vermeidbar, wenn sich die Euro-Krise nicht weiter verschärfe. Unter diesen Voraussetzungen rechnen die ifo-Konjunkturforscher 2012 mit einer schwachen Zunahme des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 0,4%. Die OECD ist nur wenig optimistischer und prognostiziert für Deutschland ein Wachstum der Jahreswirtschaftsleistung von 0,6 %. Die Bundesregierung senkte im Januar 2012 ihre Wachstumsprognose für das Gesamtjahr von ursprünglich 1,0% auf 0,7%.

Überraschend positive Nachrichten kamen zu Beginn des Jahres 2012 aus Italien und Spanien: die gelungenen Auktionen von italienischen und spanischen Staatsanleihen führten zumindest zeitweise zu einer Beruhigung an den Märkten und wurden von einigen Beobachtern als wichtiges Indiz für eine allmähliche Entspannung der Schuldenkrise gewertet.

Aufstrebende Schwellenländer, allen voran aus Asien, erweisen sich auch 2012 weiterhin als Taktgeber für das globale Wirtschaftswachstum. Im Jahr 2012 wird allerdings mit einer Abschwächung der Wachstumsimpulse aus Schwellenländern wie China und Indien gerechnet. Für China prognostizierten die OECD-Experten in 2012 ein Wachstum von 8,5 %, nach 9,3 % im Vorjahr. Für Indien wird eine Abschwächung der Wachstumsdynamik von 7,7% in 2011 auf 7,2% in 2012 erwartet.

Trotz der ungünstigen globalen Konjunkturaussichten sieht sich China aber weiter auf einem stabilen Wachstumspfad: mit der Kontrolle des überhitzten Immobilienmarktes, dem Kampf gegen Inflation und der Förderung der heimischen Nachfrage soll Stabilität gewahrt werden, hieß es bei der Wirtschafts-Konferenz der chinesischen Führung Mitte Dezember 2011 in Peking. In Japan sind die Auswirkungen der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe aus März 2011 schneller als erwartet kompensiert worden. Nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in 2011 um 0,3 % im Vergleich zu 2010 prognostiziert die OECD für 2012 schon wieder ein Wachstum von 2,0%.

Insgesamt optimistischer sind die Prognosen für 2013. Die OECD sagt für ihre 34 Mitgliedsstaaten ein Wachstum von 2,3 % voraus. Für China wird mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 9,5 % gerechnet, während das indische Bruttoinlandsprodukt um 8,2% zunehmen soll. Für die USA erwarten die OECD-Experten ein Plus von 2,5%. Etwas geringer fällt die Prognose für Deutschland aus, wo in 2013 ein Wirtschaftswachstum von 1,9% erwartet wird. Gleichwohl würde sich die deutsche Wirtschaft damit wieder positiver entwickeln als die Gesamtheit der EU-Staaten. Dennoch geht die OECD davon aus, dass auch die Euro-Zone die Talsohle wieder durchschritten haben wird: 2013 soll das Wachstum ihrer Mitgliedsstaaten bei 1,4% liegen.

»WEHRTECHNIK BLEIBT EIN WACHSTUMSMARKT - WELTWEITE VERTEIDIGUNGSAUSGABEN STEIGEN«

Ungeachtet der Sparzwänge in vielen Staaten bleibt die Wehrtechnik ein Wachstumsmarkt; allerdings wird sich, insbesondere infolge der Sparzwänge in den USA und in zahlreichen europäischen Staaten, die Wachstumsdynamik deutlich verringern. Weltweit werden nach Berechnungen der Defence-Analysten von IHS Jane's die Verteidigungsausgaben bis zum Jahr 2015 in den 65 Ländern mit den größten Verteidigungsbudgets um rund 7% steigen, für die Beschaffungsbudgets wird sogar mit einem Anstieg von etwa 12 % gerechnet. Maßgebliche Wachstumstreiber sind vor allem die aufstrebenden Schwellenländer wie China, Russland, Indien und Brasilien. Aber auch von Australien, Südafrika und den Ländern des Mittleren und Fernen Ostens werden Wachstumsimpulse ausgehen.

In den USA sind dagegen erste spürbare Sparmaßnahmen im Verteidigungshaushalt verabschiedet worden. Während das Defence-Budget in 2011 noch bei rund 711 Mrd USD lag, soll der Etat im Jahr 2012 gemäß den Planungen des Verteidigungsministeriums auf 656 Mrd USD sinken. Der Trend zu Budget-Kürzungen wird sich allerdings fortsetzen: IHS Jane's prognostiziert - nicht zuletzt aufgrund der bereits entschiedenen Ausgabenkürzungen und den noch zu erwartenden Sparmaßnahmen, dass die US-Rüstungsausgaben 2015 rund 14% unter dem Niveau von 2011 liegen. Trotz der großen Sparanstrengungen werden die USA weiterhin die Nummer 1 bei den Verteidigungsausgaben bleiben. 2015 soll ihr Anteil an den globalen Rüstungsausgaben noch immer bei 40% liegen.

Für Europa ergibt sich ein differenziertes Bild. Zwar rechnet IHS Jane's bis 2015 für die fünf europäischen Staaten mit den höchsten Verteidigungsausgaben mit einer Senkung um rund 8%. Rückläufigen Etats in Großbritannien, Italien, Spanien und Griechenland stehen jedoch zum Teil deutliche Zuwächse in anderen Staaten, unter anderem in der Türkei und in Norwegen, gegenüber.

In Deutschland wird der Spardruck auf die Bundeswehr aus heutiger Sicht geringer ausfallen als ursprünglich vorgesehen. Um die Leistungs- und Einsatzfähigkeit der Bundeswehr nicht zu gefährden, wird der Etat gemäß der aktuellen mittelfristigen Finanzplanung bis 2015 nun lediglich auf 30,4 Mrd EUR reduziert. Im Haushalt für das Jahr 2012 sind insgesamt rund 31,9 Mrd EUR für Verteidigungsausgaben vorgesehen. Gegenüber 2011 ist das trotz sinkender Personal- und höherer Betriebsausgaben insgesamt eine Steigerung um rund 320 Mio EUR. Die einsatzbedingten Ausgaben steigen um 250 Mio EUR gegenüber 2011. Im Bereich militärischer Beschaffungen sind 190 Mio EUR mehr vorgesehen.

Mit seiner Kompetenz für den Schutz und die Wirkung von Landstreitkräften sieht sich Rheinmetall Defence für eine bedarfsgerechte und gleichzeitig kosteneffiziente Modernisierung der Bundeswehr gut gerüstet. Gleichzeitig hat das Unternehmen durch seine verstärkte internationale Ausrichtung - der Auslandsanteil der Rheinmetall-Defence-Umsätze liegt bei 63% - beste Voraussetzungen dafür geschaffen, um von den Modernisierungsvorhaben befreundeter Staaten der Bundesrepublik Deutschland weiter profitieren zu können.

»EUROPÄISCHE AUTOMOBILKONJUNKTUR VERLIERT AN FAHRT - ASIEN BLEIBT DER WACHSTUMSMOTOR«

Nach dem starken Autojahr 2011 erwartet die deutsche Automobilindustrie für 2012 eine deutlich verhaltenere Entwicklung. Die Branche rechnet mit "mehr Gegenwind, 2012 wird ein hartes Arbeitsjahr", sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, bei der VDA-Jahrespressekonferenz Anfang Dezember 2011. Wissmann zeigte sich aber für 2012 insgesamt zuversichtlich, wenn es gelänge, die Finanzmärkte zu stabilisieren.

Langfristig bleibe die Automobilindustrie nach Einschätzung des VDA eine Wachstumsbranche. Die deutsche Automobilindustrie habe gute Chancen, an diesem dynamischen Wachstum überproportional zu partizipieren.

Die Analysten von IHS Automotive gehen davon aus, dass die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5t im Jahr 2012 um 6,0% steigen wird. Im NAFTA-Raum sollen gemäß der IHS-Prognose die Stückzahlen 2012 um 5,9 % steigen. Japan wird Ende des Jahres das Niveau des Produktionsvolumens vor der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe deutlich übertreffen: die Analysten gehen 2012 von einem Zuwachs von 18,6 % aus, nach einem katastrophenbedingten Rückgang um 14,2 % in 2011. Auch andere asiatische Staaten werden klare Wachstumsimpulse für den Automotive-Markt liefern. So soll die Produktion in China um 8,8% zunehmen und in Indien um 9,1%. Insgesamt wird für Asien bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5t ein Plus von 11,4% erwartet.

Deutlich schlechter sind die Prognosen für den westeuropäischen Automobilmarkt, für den IHS Automotive von einem Rückgang der Automobilproduktion um 5,4 % ausgeht, während für Deutschland nach dem Rekordjahr 2011 für 2012 ein Minus von 4,5% vorhergesagt wird.

Mit Blick auf die Produkttrends werden die entscheidenden Impulse weiterhin von Technologien zur Verbrauchssenkung und Schadstoffreduktion ausgehen. Hier zahlt sich für den Unternehmensbereich Automotive aus, dass sich KSPG frühzeitig als Entwicklungspartner der international erfolgreichen Fahrzeughersteller mit einer Vielzahl von Produkten positioniert hat, die einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Motoren- und Antriebsstrangtechnik leisten.

»FORTSETZUNG DES UNTERNEHMENSWACHSTUMS«

Rheinmetall rechnet im Konzern mit weiterem Wachstum: für das laufende Geschäftsjahr 2012 erwartet Rheinmetall einen Konzernumsatz von rund 4,9 Mrd EUR, nach 4,5 Mrd EUR im vergangenen Geschäftsjahr.

Die Umsatzentwicklung im Unternehmensbereich Automotive wird auch im laufenden Geschäftsjahr maßgeblich von der globalen Automobilkonjunktur bestimmt. Dabei steht den Wachstumserwartungen für die Automobilproduktion in Nord- und Südamerika sowie in Asien - gemäß aktuellen Expertenprognosen - ein erwartetes rückläufiges Produktionsvolumen in Westeuropa gegenüber. Vor diesem Hintergrund geht Rheinmetall derzeit davon aus, dass der Unternehmensbereich Automotive 2012 ein Umsatzwachstum von rund 5 % auf leicht über 2,4 Mrd EUR erreichen kann. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Umsatz der Joint Venture in China nicht konsolidiert ist und deshalb keinen ausgewiesenen Wachstumsbeitrag leisten kann, obwohl er in einer Größenordnung von etwa 300 Mio EUR erwartet wird.

Der Unternehmensbereich Defence rechnet bei teilweise rückläufigen Verteidigungsausgaben in europäischen Staaten und in den USA für das Jahr 2012 mit einem Umsatz leicht unter dem Vorjahresniveau bezogen auf den bisherigen Konsolidierungskreis. Aufgrund der Hinzurechnung des Umsatzes mit logistischen Fahrzeugen des Joint Venture Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV), der erstmals ab Beginn des Geschäftsjahres 2012 voll in die Unternehmensrechnung einbezogen wird, erwartet Rheinmetall für den Unternehmensbereich Defence in 2012 einen Umsatz von rund 2,5 Mrd EUR, nach 2,1 Mrd EUR in 2011.

»ERGEBNIS 2012 AUF VORJAHRESNIVEAU«

Für das laufende Geschäftsjahr 2012 erwartet Rheinmetall im Konzern ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf dem Niveau des Vorjahres, in dem mit 354 Mio EUR das historisch beste Ergebnis erzielt wurde. Dieser Erwartung liegt eine etwas schwächere Ergebnisentwicklung im Defence-Bereich zu Grunde; dagegen wird für den Unternehmensbereich Automotive mit einem leicht verbesserten Ergebnis gerechnet.

Für das Geschäftsjahr 2013 geht Rheinmetall von einem Umsatz- und Ergebniswachstum aus. Voraussetzung dafür ist, dass sich die weltweite Automobilkonjunktur weiterhin positiv entwickelt und die großen Projekte im Defence-Bereich wie geplant umgesetzt werden können.

Für die Managementholding Rheinmetall AG werden in den Jahren 2012 und 2013 weiterhin zufriedenstellende Beteiligungsergebnisse sowie Jahresüberschüsse erwartet.

NACHTRAGSBERICHT

»EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG«

Armin Papperger, bisher Mitglied des Bereichsvorstands Defence, ist mit Wirkung vom 1.Januar 2012 für fünf Jahre zum Mitglied des Vorstands der Rheinmetall AG berufen worden. In diesem Gremium verantwortet er - als neuer Vorsitzender des Bereichsvorstands Defence - den Unternehmensbereich Defence, der bis zum 31. Dezember 2011 von Klaus Eberhardt, Vorsitzender des Vorstands der Rheinmetall AG, geführt wurde.

Im Januar 2012 gaben Rheinmetall Defence und Cassidian, eine Division der EADS Deutschland GmbH, bekannt, ihre Aktivitäten auf dem Gebiet der unbemannten Flugsysteme (Unmanned Aerial Systems -UAS) zu bündeln und auf den Gebieten der UAS sowie der Frachtladesysteme im Rahmen eines zu gründenden Joint Venture künftig zusammenzuarbeiten. Mit diesem Schritt werden die künftigen Entwicklungsmöglichkeiten des Rheinmetall Defence-Produktbereichs Flugsysteme deutlich gestärkt. Er erhält durch das Gemeinschaftsunternehmen Zugriffsmöglichkeiten auf mehr Entwicklungsressourcen sowie internationale Marktzugänge, die bisher nicht in vergleichbarem Maße gegeben waren. An dem Joint Venture wird Cassidian, wenn alle Zustimmungen und kartellrechtlichen Genehmigungen vorliegen, mit 51% und Rheinmetall Defence mit 49% beteiligt sein. Ausgangspunkt für Rheinmetall Defence war, dem Produktbereich Flugsysteme eine langfristig tragfähige Perspektive zu ermöglichen, seine Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken und Arbeitsplätze am Standort Bremen zu sichern. Für Cassidian stellt die Einbeziehung dieses Bereichs von Rheinmetall Defence eine ideale Ergänzung zu seiner bestehenden Produktpalette bei den unbemannten Flugsystemen dar.

Zum 1. Februar 2012 trägt Rheinmetall Defence dem kontinuierlichen Wachstum und der zunehmenden Internationalisierung des Geschäfts Rechnung. Den Kern der neuen Führungs- und Organisationsstruktur bei Rheinmetall Defence bilden künftig die Divisionen Combat Systems, Electronic Solutions und Wheeled Vehicles. In diesen drei Divisionen sind die bislang sechs Geschäftsbereiche und das Radfahrzeug-Joint-Venture in zum Teil neuer Form zusammengeführt.

Am 2. Februar 2012 veräußerte die Rheinmetall Waffe Munition GmbH, Unterlüß, nach erfolgreich beendetem Aufbau der Munitionsfabrik ihren 40%-Anteil an der Burkan Munitions Systems L.L.C., Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, an Tawazun Holding Company L.L.C., Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate.

Düsseldorf, 15.März 2012

Rheinmetall Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Klaus Eberhardt

Dr. Gerd Kleinert

Dr. Herbert Müller

Armin Papperger

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2011

RHEINMETALL AKTIENGESELLSCHAFT

Aktiva TEUR

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Anhang 31.12.2010 31.12.2011
Anlagevermögen (1)
Immaterielle Vermögensgegenstände 303 429
Sachanlagen 22.880 21.744
Finanzanlagen 1.120.263 1.170.053
1.143.446 1.192.226
Umlaufvermögen
Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände (2) 418.665 432.157
Flüssige Mittel (3) 524.563 407.444
943.228 839.601
Rechnungsabgrenzungsposten (4) 4.939 4.184
Summe Aktiva 2.091.613 2.036.011
Passiva TEUR
Anhang 31.12.2010 31.12.2011
Gezeichnetes Kapital 101.373 101.373
Eigene Aktien (auf das Grundkapital entfallender rechnerischer Wert) -3.310 -3.458
98.063 97.915
Kapitalrücklage 304.098 306.699
Gewinnrücklagen 50.451 107.596
Bilanzgewinn 57.800 69.000
Eigenkapital (5) 510.412 581.210
Rückstellungen (6) 122.312 131.507
Verbindlichkeiten (7)
Anleihe 500.000 500.000
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 150.167 85.500
Übrige Verbindlichkeiten 808.722 737.794
1.458.889 1.323.294
Summe Passiva 2.091.613 2.036.011

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2011

RHEINMETALL AKTIENGESELLSCHAFT

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TEUR Anhang 2010 2011
Beteiligungsergebnis (11) 67.576 178.707
Zinsergebnis (12) -31.017 -31.879
Finanzergebnis 36.559 146.828
Sonstige betriebliche Erträge (13) 62.537 126.471
Personalaufwand (14) 28.198 26.548
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 1.595 1.584
Sonstige betriebliche Aufwendungen (15) 50.469 106.040
Außerordentliche Aufwendungen (16) 956 922
Ergebnis vor Ertragsteuern 17.878 138.205
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (17) -2.337 -9.508
Jahresüberschuss 15.541 128.697
Entnahmen aus Gewinnrücklagen 98.916 -
Einstellungen in Gewinnrücklagen 56.657 59.697
Bilanzgewinn 57.800 69.000

Anhang

GRUNDLAGEN

Der Jahresabschluss der Rheinmetall AG ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die Regelungen des am 29. Mai 2009 in Kraft getretenen Bilanzrechtsmodernisierungsgesetztes (BilMoG) wurden im Geschäftsjahr 2010 erstmals angewandt.

Alle Beträge einschließlich der Vorjahreszahlen werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, sofern nicht anders ausgewiesen. Es können sich hierdurch rundungsbedingte Abweichungen ergeben.

In der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sind einzelne Positionen zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst. Diese werden im Anhang gesondert erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Zur Hervorhebung des Holding-Charakters der Rheinmetall AG ist das Finanzergebnis vorangestellt.

Die gemäß § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist abgegeben und als Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht worden. Die aktuelle Entsprechenserklärung ist wie alle anderen jährlichen Entsprechenserklärungen seit 2002 auf der Internetseite www.rheinmetall.de unter der Rubrik "Konzern - Corporate Governance" abrufbar.

Der Lagebericht der Rheinmetall AG für das Jahr 2011 wurde in Anwendung von § 315 (3) HGB i.V. mit § 298 (3) HGB mit dem Lagebericht des Rheinmetall-Konzerns zusammengefasst.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Die Abschreibung des Sachanlagevermögens erfolgt grundsätzlich nach der linearen Abschreibungsmethode. Bewegliche Sachanlagen werden, soweit sie bis 2005 zugegangen sind, mit den steuerlich zulässigen Höchstsätzen degressiv abgeschrieben. Der Übergang zur linearen Abschreibungsmethode erfolgt in diesen Fällen, falls dies zu einem höheren Abschreibungsbetrag führt. Die Nutzungsdauer entspricht der geschätzten betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer unter angemessener Berücksichtigung des technischen Fortschritts. Gebäude werden grundsätzlich linear über eine Nutzungsdauer von höchstens 50 Jahren abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen.

Selbständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten von mehr als 150 EUR bis 410 EUR im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Entsprechende Anlagegegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen 150 EUR und 1.000 EUR wurden in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 zu einem Sammelposten zusammengefasst, der über fünf Jahre abgeschrieben wird.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlicher dauerhafter Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Niedrigere Wertansätze werden beibehalten, sofern nicht wieder ein höherer Wertansatz bis zu den ursprünglichen Anschaffungskosten geboten ist. Unverzinsliche oder unterhalb der marktüblichen Verzinsung liegende Ausleihungen werden mit dem Barwert bilanziert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert nach Abzug erforderlicher Wertberichtigungen bilanziert. Die Höhe der Wertberichtigungen richtet sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko. Unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind mit den abgezinsten Werten angesetzt.

Die flüssigen Mittel werden zu Nennwerten bilanziert, Fremdwährungsbestände werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Die in den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesenen Forderungen aus Zinscaps für gezahlte Optionsprämien werden über die gesamte Laufzeit linear verteilt. Liegt der Marktwert der Zinscaps am Bilanzstichtag unterhalb der fortgeführten Anschaffungskosten, so wird dieser angesetzt. Unterschiede zwischen Rückzahlungs- und niedrigerem Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten werden aktiviert (Disagio) und planmäßig über die Laufzeit der Verbindlichkeiten verteilt.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Dabei werden von der Rheinmetall AG nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzpositionen einbezogen, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bzw. bei Personengesellschaften bestehen, an denen die Rheinmetall AG beteiligt ist. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt auf der Grundlage des geltenden Körperschaftsteuersatzes sowie entsprechenden gewerbesteuerlichen Hebesätzen des steuerlichen Organkreises der Rheinmetall AG von aktuell 30%. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Im Falle einer Steuerentlastung würde vom entsprechenden Aktivierungswahlrecht kein Gebrauch gemacht werden. Im Geschäftsjahr 2011 ergaben sich insgesamt nicht bilanzierte aktive latente Steuern, die im Wesentlichen aus Bewertungsdifferenzen bei den sonstigen Rückstellungen resultieren.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Zukünftig erwartete Gehaltssteigerungen (unverändert 2,75%) und Rentensteigerungen (unverändert 1,75%) werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen beläuft sich im Geschäftsjahr 2011 auf 5,13% (Vorjahr: 5,17%). Es handelt sich um den zum Inventurstichtag (1. Oktober des jeweiligen Geschäftsjahres) gültigen von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Aus der im Jahr 2010 vorgenommenen Neubewertung der Pensionsrückstellungen nach BilMoG ergab sich ein Unterschiedsbetrag zum 1. Januar 2010 in Höhe von 13.834 TEUR, der mindestens mit 1/15 (922 TEUR) als außerordentlicher Aufwand zugeführt wird. Im Geschäftsjahr 2011 wurden unverändert 922 TEUR zugeführt, der verbleibende Unterschiedsbetrag zum 31. Dezember 2011 beträgt 11.990 TEUR.

Für Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Pensionszusagen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Zinsergebnis ausgewiesen. Weiterhin werden diese Vermögensgegenstände mit der jeweils zugrunde liegenden Verpflichtung verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Vermögensgegenstände die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung. Ein aktiver Unterschiedsbetrag aus dieser Vermögensverrechnung trat im Berichtsjahr nicht auf.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen in angemessenem und ausreichendem Umfang individuelle Vorsorgen für alle erkennbaren Risiken, ungewisse Verpflichtungen und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, der von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben wird, abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Garantien für fremde Verbindlichkeiten entsprechen den am Bilanzstichtag in Anspruch genommenen Kreditbeträgen bzw. Verpflichtungen der Begünstigten.

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Begrenzung von Zinsänderungs-, Währungs- und Strompreisrisiken eingesetzt. Im Rahmen der Absicherung dieser Risiken werden derivative Finanzinstrumente, soweit die Voraussetzungen erfüllt sind, mit den abgesicherten Grundgeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die Wirksamkeit der Bewertungseinheit im Rahmen der Sicherung von Zinsänderungs-, Währungs- und Strompreisrisiken wird prospektiv mit der Critical-Terms-Match-Methode nachgewiesen. Die retrospektive Betrachtung erfolgt mittels eines Effektivitätstests in Form der Dollar-Offset-Methode.

Darüber hinaus erfolgt zu jedem Abschlussstichtag eine rechnerische Ermittlung des ineffektiven Teils der Sicherungsbeziehung. Dabei werden die Wertänderungen des Grund- und Sicherungsgeschäfts einander gegenübergestellt. Im Falle eines Überhangs der negativen Wertänderungen über die positiven (ineffektiver Teil der Bewertungseinheit) werden in Höhe dieses negativen Überhangs Rückstellungen gebildet. Die unrealisierten Gewinne und Verluste aus dem effektiven Teil gleichen sich vollständig aus und werden weder bilanziell noch ergebniswirksam erfasst.

Für die Ermittlung der Marktwerte der Zins- und Fremdwährungsderivate werden die am Bilanzstichtag geltenden Wechselkurse sowie Zinsstrukturkurven herangezogen. Bei den Zinscaps wird der Marktwert auf Basis des Black/Scholes-Modells unter Berücksichtigung von Volatilitäten ermittelt. Bei den Zinsswaps, den Währungsswaps und Devisentermingeschäften kommt die Discounted-Cashflow-Methode zur Anwendung. Die für die Bewertung der Zinsderivate herangezogene Euro-Zinsstrukturkurve berücksichtigt Basis Spreads.

Für die Ermittlung der Marktwerte der Stromderivate werden die am Bilanzstichtag geltenden Terminkurse (veröffentlicht durch die Energiebörse EEX) herangezogen.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) »ANLAGEVERMÖGEN«

Entwicklung des Anlagevermögens TEUR

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2010 Bruttowerte 01.01. Zugänge Abgänge Bruttowerte 31.12. aufgelaufene Abschreibungen 31.12. Ab-/Zuschreibungen 2010
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Lizenzen 1.356 269 94 1.531 1.228 90
1.356 269 94 1.531 1.228 90
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 82.311 102 3.074 79.339 56.696 1.422
Technische Anlagen und Maschinen 8.917 - - 8.917 8.823 27
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.176 31 810 2.397 2.254 56
Geleistete Anzahlungen 359 - 359 - - -
94.763 133 4.243 90.653 67.773 1.505
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.280.452 76.659 25 1.357.086 254.021 -
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 15.593 272 127 15.738 - -
Sonstige Ausleihungen 2.122 25 687 1.460 - -
1.298.167 76.956 839 1.374.284 254.021 -
Gesamt 1.394.286 77.358 5.176 1.466.468 323.022 1.595

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2010 Nettowerte 31.12.
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Lizenzen 303
303
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 22.643
Technische Anlagen und Maschinen 94
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 143
Geleistete Anzahlungen -
22.880
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.103.065
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 15.738
Sonstige Ausleihungen 1.460
1.120.263
Gesamt 1.143.446

Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen entfielen im Vorjahr mit 75.958 TEUR auf den Erwerb der Simrad Optronics AS, Nøtterøy, Norwegen.

Entwicklung des Anlagevermögens TEUR

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2011 Bruttowerte 01.01. Zugänge Abgänge Bruttowerte 31.12. aufgelaufene Abschreibungen 31.12. Abschreibungen 2011
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Lizenzen 1.531 241 5 1.767 1.338 115
1.531 241 5 1.767 1.338 115
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 79.339 315 87 79.567 58.054 1.382
Technische Anlagen und Maschinen 8.917 - - 8.917 8.851 27
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.397 65 143 2.319 2.171 60
Geleistete Anzahlungen - 17 - 17 - -
90.653 397 230 90.820 69.076 1.469
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.357.086 56.948 6.708 1.407.326 254.021 -
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 15.738 284 161 15.861 - -
Sonstige Ausleihungen 1.460 - 573 887 - -
1.374.284 57.232 7.442 1.424.074 254.021 -
Gesamt 1.466.468 57.870 7.677 1.516.661 324.435 1.584

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2011 Nettowerte 31.12.
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Lizenzen 429
429
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 21.513
Technische Anlagen und Maschinen 66
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 148
Geleistete Anzahlungen 17
21.744
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.153.305
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 15.861
Sonstige Ausleihungen 887
1.170.053
Gesamt 1.192.226

Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von 56.948 TEUR betreffen die Rheinmetall North America Inc., Southfield/USA (13.376 TEUR), die Rheinmetall Radfahrzeuge GmbH, München (37.400 TEUR), die KSPG Malta Holding Ltd., St. Julians/Malta (6.147 TEUR) und die Rheinmetall Airborne System GmbH, Bremen (25 TEUR):

Am 28. November 2011 wurden 100% der Anteile an der Vingtech Corp., Biddeford, Maine/USA zu einem Kaufpreis von 13.376 TEUR erworben und am 29. November 2011 im Wege der Sacheinlage in die Rheinmetall North America Inc., Southfield/USA eingebracht.

Im Zuge der Zusammenführung der gemeinschaftlichen Aktivitäten der Rheinmetall AG und der MAN Nutzfahrzeuge AG auf dem Gebiet der militärischen Radfahrzeuge wurde am 30. Dezember 2011 in Höhe von 37.400 TEUR eine Einzahlung in die Kapitalrücklage der Rheinmetall Radfahrzeuge GmbH, München vorgenommen. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2011 wurde die Rheinmetall Radfahrzeuge GmbH, München auf die Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH, München/Deutschland verschmolzen. Im Gegenzug hat die MAN Nutzfahrzeuge AG ihren Teilbereich der militärischen Nutzfahrzeuge in die Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH gegen Gewährung von 49% der Anteile an der aufnehmenden Gesellschaft eingebracht. Somit hält die Rheinmetall AG nunmehr 51% der Anteile an der Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH.

In 2011 wurden in verschiedenen Tranchen Einzahlungen in die Kapitalrücklage der KSPG Malta Holding Ltd., St. Julians/Malta in Höhe von insgesamt 6.147 TEUR vorgenommen.

Am 14. Dezember 2011 wurde die Rheinmetall Airborne System GmbH, Bremen mit einem Stammkapital in Höhe von 25 TEUR gegründet.

Die Abgänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von 6.708 TEUR resultieren aus dem Verkauf von 5 % der Anteile an der Rheinmetall North America Inc., Southfield, USA an die KSPG AG, Neckarsulm.

Im Geschäftsjahr 2011 wurde die Rheinmetall Immobiliengesellschaft mbH, Düsseldorf auf die Rheinmetall Industrie Ausrüstungen GmbH, Neckarsulm verschmolzen. Der Buchwert wurde entsprechend umgebucht. Die Rheinmetall Industrie Ausrüstungen GmbH, Neckarsulm wurde umfirmiert in Rheinmetall Immobilien GmbH und der Sitz nach Düsseldorf verlegt.

(2) »FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE«

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TEUR 31.12.2010 31.12.2011
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 402.010 423.690
Sonstige Vermögensgegenstände 16.655 8.467
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) (1.151) (148)
418.665 432.157

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen Finanzforderungen (Darlehen und Cash Management). Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Steuererstattungsansprüche (6.987 TEUR; Vorjahr: 13.551 TEUR).

(3) »FLÜSSIGE MITTEL«

Der Posten besteht mit 407.444 TEUR (Vorjahr: 524.563 TEUR) im Wesentlichen aus Guthaben bei Kreditinstituten, davon betreffen 221.000 TEUR (Vorjahr: 496.900 TEUR) kurzfristige Tages- und Termingeldeinlagen.

(4) »RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN«

Der Posten enthält mit 3.946 TEUR (Vorjahr: 4.823 TEUR) Disagien. Davon entfallen 3.589 TEUR auf das Disagio für die im September 2010 begebene Anleihe.

(5) »EIGENKAPITAL«

Das Gezeichnete Kapital der Rheinmetall AG beträgt unverändert 101.373.440,00 EUR und ist in 39.599.000 Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag) eingeteilt. Der auf das Grundkapital entfallende rechnerische Wert der eigenen Aktien in Höhe von 3.458.155,52 EUR (Vorjahr: 3.310.586,88 EUR) wird offen vom Gezeichneten Kapital abgesetzt, so dass sich nach Abzug der eigenen Aktien ein verbleibendes Kapital von 97.915.284,48 EUR (Vorjahr: 98.062.853,12 EUR) ergibt.

Die Hauptversammlung vom 11. Mai 2010 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 10. Mai 2015 eigene Aktien bis zu 10% des Grundkapitals in Höhe von 101.373 TEUR zu erwerben.

Der Vorstand der Gesellschaft wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Mai 2010 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 10. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 50.000.000,00 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Die neuen Aktien können auch an Arbeitnehmer der Gesellschaft und der von ihr abhängigen Konzerngesellschaften ausgegeben werden. Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Mai 2010 wurde der Vorstand ermächtigt, über die weiteren Einzelheiten der Aktienausgabe im Rahmen des genehmigten Kapitals mit Zustimmung des Aufsichtsrats zu entscheiden. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt worden, die Satzung entsprechend des jeweiligen Bestands und der jeweiligen Ausnutzung des genehmigten Kapitals anzupassen.

Der Vorstand der Gesellschaft wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Mai 2010 ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Mai 2015 einmalig oder mehrmals verzinsliche und auf den Inhaber lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 750.000.000,00 EUR mit einer Laufzeit von höchstens 20 Jahren zu begeben und den Inhabern der jeweiligen, unter sich gleichberechtigten Teilschuldverschreibungen Optionsrechte bzw. Wandlungsrechte auf neue Stückaktien der Gesellschaft in einer Gesamtzahl von bis zu 7.812.500 Stück nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen zu gewähren. Die Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen können auch mit einer variablen Verzinsung ausgestattet werden, wobei die Verzinsung auch wie bei einer Gewinnschuldverschreibung vollständig oder teilweise von der Höhe der Dividende der Gesellschaft abhängig sein kann.

Im Zusammenhang mit den oben genannten Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen hat die Hauptversammlung am 11. Mai 2010 beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 20.000.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 7.812.500 auf den Inhaber oder - sofern die Satzung der Gesellschaft im Zeitpunkt der Anleihebegebung auch die Ausgabe von Namensaktien zulässt - auf den Namen lautende neue Stückaktien bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien bei Ausübung von Options- und/oder Wandlungsrechten bzw. bei Erfüllung von Options- und/oder Wandlungspflichten an die Inhaber der aufgrund der Ermächtigung durch die Hauptversammlung vom 11. Mai 2010 ausgegebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen. Der Vorstand wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Mai 2010 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, § 4 der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des bedingten Kapitals und nach Ablauf sämtlicher Options- bzw. Wandlungsfristen zu ändern.

»EIGENE AKTIEN«

Die eigenen Aktien wurden zur Erhöhung des unternehmerischen Handlungsspielraums erworben. Abgänge ergaben sich ausschließlich aus der Verwertung von eigenen Aktien für das Long-Term-Incentive-Programm und das Aktienkaufprogramm. Veräußerungserlöse werden für allgemeine Finanzierungszwecke verwendet.

Eigene Aktien

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Anschaffungskosten

in TEUR
Stückzahl Anteil am Grundkapital

in %
Betrag des Grundkapitals

in TEUR
Stand 31.12.2004 21.811 589.578 1,638 1.509
Stand 31.12.2005 34.087 844.981 2,347 2.163
Stand 31.12.2006 41.806 986.364 2,740 2.525
Stand 31.12.2007 46.180 1.051.417 2,921 2.692
Stand 31.12.2008 66.119 1.607.928 4,466 4.116
Stand 31.12.2009 56.657 1.393.536 3,519 3.567
Stand 31.12.2010 52.228 1.293.198 3,266 3.310
Zugang Januar 2011 1 25 0,000 0
Zugang März 2011 1.133 20.000 0,051 51
Abgang April 2011 Long Term Incentive -4.662 -105.638 -0,267 -270
Zugang April 2011 3.477 60.000 0,152 154
Abgang Juni 2011 Mitarbeiteraktien -3.370 -76.335 -0,193 -196
Zugang August 2011 4.680 100.000 0,253 256
Zugang November 2011 1.821 50.000 0,126 128
Abgang Dezember 2011 Mitarbeiteraktien -4.123 -93.408 -0,236 -239
Zugang Dezember 3.429 103.000 0,260 264
Stand 31.12.2011 54.614 1.350.842 3,411 3.458

Rheinmetall verfügt über ein Long-Term-Incentive-Programm, in dessen Rahmen die Begünstigten Rheinmetall-Aktien mit einer vierjährigen Veräußerungssperre erhalten. Die Anzahl der zu gewährenden Aktien wird auf der Basis des Durchschnittskurses der letzten fünf Börsentage im Februar des nachfolgenden Geschäftsjahres bestimmt. Bei Zusagen von Tochterunternehmen der Rheinmetall AG stattet die Rheinmetall AG die Gesellschaften zum Übertragungszeitpunkt mit der entsprechenden Anzahl Aktien aus; die Aktien werden den Tochterunternehmen mit dem aktuellen Kurs zum Übertragungszeitpunkt in Rechnung gestellt. Im April 2011 wurden im Rahmen dieses Incentive-Programms den Vorständen und Mitglieder des Oberen Führungskreises des Rheinmetall-Konzerns 105.638 Aktien gewährt; davon entfallen 31.629 Aktien auf den Vorstand und Mitarbeiter der Rheinmetall AG, 74.009 Aktien wurden zum Kurs von 58,50 EUR (4.330 TEUR) an Tochterunternehmen zum Zweck der Ausgabe an Mitarbeiter des Oberen Führungskreises veräußert.

Im Rahmen des Aktienkaufprogramms des Rheinmetall-Konzerns werden berechtigten Mitarbeitern des Rheinmetall-Konzerns in Deutschland und im europäischen Ausland Aktien der Rheinmetall AG zu vergünstigten Bedingungen zum Kauf angeboten. Für diese Aktien gilt eine Sperrfrist von zwei Jahren. Die Mitarbeiter erhalten zu vorgegebenen Zeichnungsfristen die Möglichkeit, eine begrenzte Anzahl Aktien mit einem Rabatt von 30% auf den maßgeblichen Aktienkurs zu erwerben. Die Rheinmetall AG stattet die Tochterunternehmen mit der entsprechenden Anzahl Aktien aus.

Im Geschäftsjahr 2011 wurden 169.743 Aktien (Vorjahr: 100.338 Aktien) von Mitarbeitern des Rheinmetall-Konzerns erworben, davon entfallen 8.182 Aktien (Vorjahr: 6.244 Aktien) auf Mitarbeiter der Rheinmetall AG. Mitarbeiter der Tochterunternehmen haben 161.561 Aktien (Vorjahr: 94.094 Aktien) bezogen.

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Zeichnungsfrist Aktienkurs

in EUR
Rabatt je Aktie

in EUR
Anzahlbezogener Aktien
27. April bis 10. Mai 2011 58,34 17,50 76.335
26. Oktober bis 8. November 2011 37,53 11,26 93.408

Die Kapitalrücklage stellt sich in 2011 wie folgt dar:

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TEUR 2010 2011
Kapitalrücklage
Stand 01. Januar 303.419 304.098
Gewinn aus dem Verkauf eigener Aktien 679 2.601
Stand 31. Dezember 304.098 306.699

Die anderen Gewinnrücklagen haben sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

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TEUR 2010 2011
Rücklage für eigene Aktien
Stand 01. Januar 56.657 -
Entnahmen zum 1. Januar aus der erstmaligen Anwendung des BilMoG -56.657 -
Stand 31. Dezember - -
Andere Gewinnrücklagen
Stand 01. Januar 83.902 99.368
Einstellungen aus der erstmaligen Anwendung des BilMoG 1.030 -
Einstellungen aus der Auflösung der Rücklage für eigene Aktien 56.657 -
Einstellungen aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres - 59.697
Einstellungen aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres 38 303
Verlust aus dem Verkauf eigener Aktien - -616
Entnahmen für das Geschäftsjahr -42.259 -
Stand 31. Dezember 99.368 158.752
Eigene Aktien
Stand 01. Januar -56.657 -48.917
Ausweis des auf das Grundkapital entfallenden rechnerischen Werts gemäß BilMoG zum 1. Januar 3.567 -
Verkauf im Geschäftsjahr (über den auf das Grundkapital entfallenden rechnerischen Wert hinausgehender Betrag) 4.173 11.450
Kauf im Geschäftsjahr (über den auf das Grundkapital entfallenden rechnerischen Wert hinausgehender Betrag) - -13.689
Stand 31. Dezember (über den auf das Grundkapital entfallenden rechnerischen Wert hinausgehender Betrag) -48.917 -51.156
Stand 31. Dezember 50.451 107.596

(6) »RÜCKSTELLUNGEN«

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TEUR 31.12.2010 31.12.2011
Pensionsrückstellungen 74.113 76.264
Steuerrückstellungen 13.317 16.000
Sonstige Rückstellungen 34.882 39.243
122.312 131.507

Aktivwerte aus Rückdeckungsversicherungen in Höhe von 6.838 TEUR sind mit den jeweils zugrunde liegenden und in gleicher Höhe bewerteten Pensionsverpflichtungen verrechnet worden. Die korrespondierenden Aufwendungen und Erträge sind ebenfalls verrechnet worden. Steuerrückstellungen enthalten angemessene Beträge für Betriebsprüfungsrisiken.

Sonstige Rückstellungen sind für folgende Sachverhalte gebildet:

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TEUR 31.12.2010 31.12.2011
Risiken aus Sicherungsgeschäften 6.315 11.284
Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 10.726 11.137
Risiken aus Mietverträgen 10.300 8.100
Jahresabschlusskosten, Rechts-, Beratungs- und Prozesskosten 3.589 3.625
Umweltschutz 1.286 1.283
Ausstehende Rechnungen 1.053 1.003
Übrige 1.613 2.811
34.882 39.243

Die Rückstellungen aus Sicherungsgeschäften sind für Risiken aus Zins-, Währungs- und Strompreissicherungsgeschäften gebildet worden. Rückstellungen für Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern beinhalten überwiegend variable Vergütungsansprüche. Die Rückstellung aus Mietverträgen berücksichtigt Risiken aus Mietverhältnissen (Laufzeit bis 2014) für nicht selbst genutzte Gebäude.

(7) »VERBINDLICHKEITEN«

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TEUR
Gesamt Restlaufzeit
--- --- --- --- --- ---
31.12.2010 31.12.2011 bis 1 Jahr 1-5 Jahre über 5 Jahre
--- --- --- --- --- ---
Anleihe 500.000 500.000 - - 500.000
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 150.167 85.500 - 85.500 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.237 5.574 5.574 - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 786.739 709.226 673.976 35.250 -
Sonstige Verbindlichkeiten 18.746 22.994 22.994 - -
(davon aus Steuern) (9.138) (12.943) (12.943) (-) (-)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (6) (8) (8) (-) (-)
1.458.889 1.323.294 702.544 120.750 500.000

Die im September 2010 begebene Anleihe mit einem Volumen von 500.000 TEUR ist im September 2017 fällig und hat einen Coupon von 4,00 %. Unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden Schuldscheindarlehen ausgewiesen, von denen im Berichtsjahr 64.500 TEUR zurückgezahlt wurden. Die verbleibenden Schuldscheindarlehen sind mit 50.000 TEUR im Juni 2013 und mit 35.500 TEUR im Juni 2014 fällig. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Finanzverbindlichkeiten (Darlehen und Cash Management). Darin enthalten sind Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr gegenüber der Eurometaal Holding N.V., Hengelo/Niederlande (fällig November 2013 und Januar 2014). Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte besichert waren, liegen nicht vor.

(8) »HAFTUNGSVERHÄLTNISSE«

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TEUR 31.12.2010 31.12.2011
Bürgschaftsverpflichtungen 134.909 169.793
Gewährleistungsverpflichtungen 1.198.500 1.290.411
1.333.409 1.460.204

Die Haftungsverhältnisse bestehen überwiegend für verbundene Unternehmen und Beteiligungen:

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TEUR 31.12.2010 31.12.2011
Verbundene Unternehmen
Unternehmensbereich Defence 1.222.721 1.364.786
Unternehmensbereich Automotive 27.819 23.441
Sonstige Gesellschaften 1.414 1.678
1.251.954 1.389.905
Beteiligungen 72.076 69.530
Fremde Dritte 9.379 769
1.333.409 1.460.204

Die Haftungsübernahme der Rheinmetall AG für verbundene Unternehmen und Beteiligungen betrifft im Wesentlichen die Absicherung des aktiven Geschäfts dieser Gesellschaften in Form von Vertragserfüllungsgarantien, Anzahlungsbürgschaften, Zahlungsgarantien, Patronatserklärungen und ähnlichen Absicherungen zu Gunsten von Geschäftspartnern und Banken. Die Haftung für Schulden Dritter besteht im Wesentlichen aus der Übernahme von Mietausfallbürgschaften und Vertragserfüllungsgarantien für veräußerte Gesellschaften. Ein Risiko aus der Inanspruchnahme wird gegenwärtig aus diesen Verpflichtungen nicht gesehen, da die zugrunde liegenden Verbindlichkeiten durch diese Gesellschaften voraussichtlich erfüllt werden können.

(9) »SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN«

Die nicht bilanzierten Verpflichtungen aus Leasing, Miet- und Pachtverträgen mit Laufzeiten bis zu 4 Jahren (Vorjahr: 5 Jahren) belaufen sich insgesamt auf 6.506 TEUR (Vorjahr: 7.738 TEUR), davon betreffen 1.965 TEUR (Vorjahr: 1.874 TEUR) das nächste Geschäftsjahr. Verpflichtungen für ausgelagerte Dienstleistungen aus dem Personalbereich mit Laufzeiten bis zu 5 Jahren (Vorjahr: 6 Jahren) betragen insgesamt 168 TEUR (Vorjahr: 313 TEUR), davon betreffen 34 TEUR (Vorjahr: 94 TEUR) das nächste Geschäftsjahr.

(10) »DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE«

Die Rheinmetall AG hat im Rahmen der Zentralisierung der Finanzierung auch das Devisenmanagement für verbundene Unternehmen des Defence-Bereichs übernommen. Dabei werden Währungssicherungsgeschäfte mit den Tochtergesellschaften und die entsprechenden Gegengeschäfte mit Kreditinstituten abgeschlossen und zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst. Insoweit besteht für die Rheinmetall AG kein Verpflichtungsüberhang aus diesen Geschäften. Die Nominalwerte und Marktwerte stellen sich wie folgt dar:

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TEUR
31.12.2010 31.12.2011
--- --- --- --- ---
Nominalwert Marktwert Nominalwert Marktwert
--- --- --- --- ---
Währungssicherungsgeschäfte mit verbundenen Unternehmen
Devisentermingeschäfte 37.447 1.381 211.950 -3.796
Währungsswaps 103.242 601 336.653 5.483
140.689 1.982 548.603 1.687
Währungssicherungsgeschäfte mit Kreditinstituten
Devisentermingeschäfte 37.447 -1.381 211.950 3.796
Währungsswaps 103.242 -601 336.653 -5.483
140.689 -1.982 548.603 -1.687
Gesamt - -

Darüber hinaus sind am Bilanzstichtag folgende derivative Finanzinstrumente zur Begrenzung von Zinsänderungs-, Währungs- und Strompreisrisiken vorhanden:

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TEUR
31.12.2010 31.12.2011
--- --- --- --- ---
Nominalwert Marktwert Nominalwert Marktwert
--- --- --- --- ---
Derivate mit Bewertungseinheit
Zinsswaps 111.500 -3.292 50.000 -919
Stromderivate - - 12.424 -1.400
111.500 -3.292 62.424 -2.319
Derivate ohne Bewertungseinheit
Zinscaps 200.000 970 200.000 148
Zinsswaps 100.000 -5.242 161.500 -9.876
Währungssicherungsgeschäfte 170.214 6.257 116.926 1.041
Währungssicherungsgeschäfte 52.894 -1.072 42.718 -1.553
Stromderivate - - 220 -24
523.108 913 521.364 -10.264
Gesamt 634.608 -2.379 583.788 -12.583

»DERIVATE MIT BEWERTUNGSEINHEIT«

Am Bilanzstichtag standen im Rahmen der Absicherung der variablen Zinsen von Schuldscheindarlehen Zinsswaps mit einem Nominalwert von 50.000 TEUR (Marktwert: -919 TEUR) und einer Restlaufzeit bis 2013 in einer Bewertungseinheit (Micro Hedge) mit einem variabel verzinslichen Schuldscheindarlehen mit einem Nominalwert in gleicher Höhe und mit gleicher Restlaufzeit. Der prospektive und retrospektive Nachweis der 100%igen Wirksamkeit der Bewertungseinheit wurde erbracht.

Die Bewertungseinheit zwischen den in 2011 zurückgezahlten variabel verzinslichen Schuldscheindarlehen (mit Nominalwerten von insgesamt 61.500 TEUR) und den korrespondierenden Zinsswaps wurde beendet. Die betreffenden Zinsswaps sind in der Position Derivate ohne Bewertungseinheit enthalten.

In Ergänzung zur bisherigen Praxis zum Strombezug wurden in 2011 derivative Finanzinstrumente zur Sicherung des Strompreises für die geplanten Verbrauchsmengen für die Jahre 2013 und 2014 abgeschlossen. Sicherungsgeschäfte mit einem Nominalwert in Höhe von 12.424 TEUR sind in diesem Zusammenhang zu einer Bewertungseinheit (Micro Hedge) zusammengefasst worden. Der prospektive und retrospektive Nachweis der 100 %igen Wirksamkeit der Bewertungseinheit wurde erbracht.

»DERIVATE OHNE BEWERTUNGSEINHEIT«

Dem Imparitätsprinzip folgend wurden in Höhe der negativen Marktwerte Rückstellungen für Risiken aus Sicherungsgeschäften gebildet und unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Positive Marktwerte über die Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten hinaus wurden nicht aktiviert.

Die Zinscaps dienen der Absicherung zukünftiger Zinszahlungen aus variabel verzinslichen Darlehen und die Zinsswaps (Forward-Zinsswaps) der Absicherung künftiger variabler Zinszahlungen. Für Risiken aus Zinssicherungsgeschäften wurden Rückstellungen in Höhe von 9.707 TEUR und in Höhe von 169 TEUR Verbindlichkeiten aus der Zinsabgrenzung gebildet. Die Positionen entsprechen insgesamt den negativen Marktwerten der Zinssicherungsgeschäfte (-9.876 TEUR).

Die Währungssicherungsgeschäfte (Devisentermingeschäfte und Währungsswaps) dienen im Wesentlichen der Absicherung kurzfristiger Fremdwährungsdarlehen an verbundene Unternehmen. In Höhe der negativen Marktwerte (-1.553 TEUR) wurden Rückstellungen für Risiken aus Währungssicherungsgeschäften gebildet.

Für Risiken aus Strompreisänderungen wurden Rückstellungen in Höhe der negativen Marktwerte (-24 TEUR) gebildet.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(11) »BETEILIGUNGSERGEBNIS«

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TEUR 2010 2011
Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen 57.140 96.693
Erträge aus Beteiligungen - 49.207
(davon aus verbundenen Unternehmen) - (49.207)
Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen - 679
Aufwendungen aus Verlustübernahmen 2.625 98
Steuerumlage 13.061 33.584
67.576 178.707

Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen entfallen auf die Rheinmetall Maschinenbau GmbH, Düsseldorf (im Vorjahr 178 TEUR und mit 2.447 TEUR auf die Rheinmetall Radfahrzeuge GmbH). Die Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen betreffen die Rheinmetall Industrietechnik GmbH, Düsseldorf.

(12) »ZINSERGEBNIS«

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TEUR 2010 2011
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Zinserträge aus Cashpooling und kurzfristigen Forderungen mit verbundenen Unternehmen 9.308 15.287
Erträge aus der Weiterbelastung von für verbundene Unternehmen gezahlte Avalprovisionen 1.238 2.086
Sonstige 1.689 1.090
12.235 18.463
(davon aus verbundenen Unternehmen) (11.378) (17.961)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Zinsen und ähnliche Aufwendungen für Anleihen 13.566 20.629
Zinsen und ähnliche Aufwendungen für Schuldscheindarlehen 10.743 6.922
Zinsaufwand aus Cashpooling und kurzfristigen Verbindlichkeiten an verbundene Unternehmen 7.760 8.786
Zinsaufwand und ähnliche Aufwendungen für syndizierte Kredite und das Commercial Paper Programm 2.419 6.779
Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen 4.889 4.686
Sonstige 3.875 2.540
43.252 50.342
(davon an verbundene Unternehmen) (7.760) (8.786)
Zinsergebnis -31.017 -31.879

Der Rückgang der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen für Schuldscheindarlehen resultiert aus der Rückzahlung von Schuldscheindarlehen in Höhe von 64.500 TEUR (61.500 TEUR im März 2011 und 3.000 TEUR im Juni 2011).

Am 02. Dezember 2011 wurde ein neuer syndizierter Kreditvertrag mit einem Nominalvolumen in Höhe von 500.000 TEUR und einer Laufzeit von fünf Jahren (bis Dezember 2016) abgeschlossen. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen für syndizierte Kredite und das Commercial Paper Programm beinhalten die Transaktionskosten in Höhe von 2.989 TEUR, die aus dem Neuabschluss resultieren. Am 12. Dezember 2011 wurde der im April 2005 abgeschlossene syndizierte Kreditvertrag in Höhe von 400.000 TEUR vorzeitig gekündigt.

Im Zinsergebnis sind die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen erfasst. Dabei handelt es sich um den Nettoaufwand nach Verrechnung mit Erträgen aus Ansprüchen aus Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Pensionszusagen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind. Im Geschäftsjahr 2011 sind Erträge aus diesen Vermögensgegenständen in Höhe von 374 TEUR (Vorjahr: 493 TEUR) mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen in Höhe von 374 TEUR (Vorjahr: 493 TEUR) verrechnet worden.

In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von sonstigen Rückstellungen in Höhe von 493 TEUR (Vorjahr: 674 TEUR ) enthalten.

(13) »SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE«

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TEUR 2010 2011
Währungskursgewinne 9.143 68.997
Erträge aus Konzernumlagen 36.261 35.303
Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung 12.364 12.719
Erträge aus der Weiterbelastung an Konzerngesellschaften und Dritte 2.838 3.481
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (periodenfremd) 111 1.110
Sonstige 1.820 4.861
62.537 126.471

Die Währungskursgewinne enthalten im Wesentlichen die im Rahmen der Bewertung der Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie den korrespondierenden Sicherungsgeschäften gebuchten Wechselkursgewinne. Der signifikante Anstieg resultiert aus der Zentralisierung des Währungsmanagements für verbundene Unternehmen.

(14) »PERSONALAUFWAND«

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TEUR 2010 2011
Löhne und Gehälter 24.170 23.357
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 4.028 3.191
(davon für Altersversorgung) (2.833) (1.955)
28.198 26.548
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt
Angestellte 112 115

Der Aufwand aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen wird im Zinsergebnis ausgewiesen.

(15) »SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN«

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TEUR 2010 2011
Währungskursverluste 15.002 64.959
Werbung und Repräsentation 6.428 7.338
Rechts- und Beratungskosten 6.443 9.469
Zuführung zur Rückstellung für Risiken aus Sicherungsgeschäften 5.282 4.969
Mieten, Pachten, Nebenkosten 4.123 4.104
Weiterbelastung von Konzerngesellschaften 3.165 2.630
EDV-Dienstleistungen 1.105 2.216
Reisekosten 1.096 1.242
Aufsichtsratsvergütung 1.081 1.236
Übrige 6.744 7.877
50.469 106.040

Unter den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind sonstige Steuern mit 308 TEUR (Vorjahr: 311 TEUR) enthalten.

Gegenüberstellung von Währungskursgewinnen und Währungskursverlusten:

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TEUR 2010 2011
Währungskursgewinne (sonstige betriebliche Erträge) 9.143 68.997
Währungskursverluste (sonstige betriebliche Aufwendungen) -15.002 -64.959
Zwischensumme -5.859 4.038
Zuführung zur Rückstellung für Risiken aus Währungssicherungsgeschäften (sonstige betriebliche Aufwendungen) -1.072 -481
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasstes Währungsergebnis -6.931 3.557
Nicht erfasste Marktwertänderungen von Währungssicherungsgeschäften mit positivem Marktwert ohne Bewertungseinheit (2010: Anstieg, 2011: Rückgang) 6.257 -5.216
Währungsergebnis einschließlich Berücksichtigung positiver Marktwerte von Währungssicherungsgeschäften ohne Bewertungseinheit -674 -1.659

Unter Berücksichtigung der nach HGB nicht anzusetzenden Marktwertänderungen von Währungssicherungsgeschäften mit positivem Marktwert ohne Bewertungseinheit ergibt sich im Jahr 2011 ein Währungsergebnis von -1.659 TEUR (Vorjahr: -674 TEUR).

(16) »AUSSERORDENTLICHE AUFWENDUNGEN«

Der Posten beinhaltet die Mindestzuführung zur Pensionsrückstellung in Höhe von 1/15 (922 TEUR) des Unterschiedsbetrages aus der Neubewertung der Pensionsrückstellungen zum 1. Januar 2010. Der verbleibende Unterschiedsbetrag zum 31. Dezember 2011 beträgt 11.990 TEUR.

(17) »STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG«

In diesem Posten werden die Steueraufwendungen mit Steuererstattungen saldiert ausgewiesen.

SONSTIGE ANGABEN

(18) »SONSTIGE ANGABEN«

Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2011 hat sich wie folgt entwickelt (siehe auch Textziffer 6):

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TEUR 2010 2011
Jahresüberschuss 15.541 128.697
Entnahmen aus der Rücklage für eigene Aktien 56.657 -
Entnahmen aus anderen Gewinnrücklagen 42.259 -
Einstellungen in andere Gewinnrücklagen -56.657 -59.697
Bilanzgewinn 57.800 69.000

»GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG«

Es wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn der Rheinmetall AG von 69.000 TEUR wie folgt zu verwenden:

Ausschüttung einer Dividende von 1,80 EUR je Aktie (68.846.684,40 EUR), Einstellung in andere Gewinnrücklagen 153.315,60 EUR. Soweit sich die Anzahl der dividendenberechtigten Aktien bis zum Tag der Hauptversammlung ändern sollte, wird der Gewinnverwendungsvorschlag entsprechend angepasst.

»AUFSICHTSRATS- UND VORSTANDSBEZÜGE«

Die Bezüge des Aufsichtsrats einschließlich Sitzungsgeld betrugen 1.236 TEUR (Vorjahr: 1.081 TEUR). Die hierin enthaltenen variablen Vergütungsbestandteile betragen 504 TEUR (Vorjahr: 375 TEUR).

Die gewährten Bezüge der im Geschäftsjahr tätigen Vorstandsmitglieder beliefen sich auf 6.292 TEUR (Vorjahr: 5.626 TEUR). Sie setzen sich wie folgt zusammen:

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Fixe Vergütung einschließlich Nebenleistungen Erfolgsabhängige Vergütung Langfristiges Incentive-Programm Gesamt Pensionszusage bei Erreichen der Altersgrenze (Jahresbezug)
Klaus Eberhardt 840 972 1.155 2.967 400
Vorjahr 838 1.086 996 2.920 400
Dr. Gerd Kleinert 546 680 578 1.804 203
Vorjahr 319 406 498 1.223 203
Dr. Herbert Müller 425 518 578 1.521 175
Vorjahr 425 560 498 1.483 175
Gesamt 1.811 2.170 2.311 6.292
Vorjahr 1.582 2.052 1.992 5.626

Die Vorjahresangaben wurden um die gewährten Bezüge angepasst. Dr. Gerd Kleinert hat seine laufende Vergütung bis 31. Mai 2010 bei der KSPG AG, Neckarsulm bezogen. Ab 1. Juni 2010 erhält Dr. Gerd Kleinert seine Bezüge ausschließlich von der Rheinmetall AG. Der Hauptvertrag mit der KSPG AG, Neckarsulm ist mit Wirkung zum 1. Juni 2010 durch einen neuen Nebenvertrag ohne Bezüge und Nebenleistungen ersetzt worden.

Der Barwert der Pensionsrückstellungen für die am Jahresende tätigen Vorstandsmitglieder belief sich auf 11.000 TEUR (Vorjahr: 10.288 TEUR). Davon entfallen auf Klaus Eberhardt 5.691 TEUR (Vorjahr: 5.120 TEUR), Dr. Gerd Kleinert 3.268 TEUR (Vorjahr: 3.326 TEUR) und Dr. Herbert Müller 2.041 TEUR (Vorjahr: 1.842 TEUR). Diesen Pensionsrückstellungen wurden im Geschäftsjahr 2011 insgesamt 711 TEUR (Vorjahr: 1.894 TEUR) zugeführt, davon entfallen auf Klaus Eberhardt 570 TEUR (Vorjahr: 936 TEUR), Dr. Gerd Kleinert -58 TEUR (Vorjahr: 688 TEUR) und Dr. Herbert Müller 199 TEUR (Vorjahr: 270 TEUR).

Einzelheiten zu den Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats enthält der im zusammengefassten Lagebericht des Rheinmetall-Konzerns und der Rheinmetall AG dargestellte Vergütungsbericht.

Die Bezüge der früheren Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene betrugen 1.532 TEUR (Vorjahr: 1.517 TEUR); für diesen Personenkreis bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 12.558 TEUR (Vorjahr: 12.983 TEUR). Für ehemalige Vorstandsmitglieder der verschmolzenen Rheinmetall DeTec AG bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 4.639 TEUR (Vorjahr: 4.613 TEUR), es wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 484 TEUR (Vorjahr: 481 TEUR) gezahlt. Der in der Bilanz noch nicht ausgewiesene Rückstellungsbetrag aus der Umstellung wegen BilMoG beträgt 2.955 TEUR, im Geschäftsjahr 2011 wurden 227 TEUR als außerordentlicher Aufwand zugeführt.

»HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERS«

Das von den Abschlussprüfern PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar ist in der entsprechenden Anhangangabe im Konzernabschluss enthalten.

»MITTEILUNG NACH § 21 WPHG«

Folgende Stimmrechtsmitteilungen über bestehende Beteiligungen wurden der Rheinmetall AG bis zum 27. Februar 2012 mitgeteilt:

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Meldepflichtiger Datum Stimmrechtsanteil
Rheinmetall AG, Düsseldorf 10.01.2008 3,01%
Harris Associates L.P., Chicago 03.11.2011 10,46%

Düsseldorf, 15.März 2012

Rheinmetall Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Klaus Eberhardt

Dr. Gerd Kleinert

Dr. Herbert Müller

Armin Papperger

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss der Rheinmetall AG ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Düsseldorf, 15.März 2012

Rheinmetall Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Klaus Eberhardt

Dr. Gerd Kleinert

Dr. Herbert Müller

Armin Papperger

BESTÄTIGUNGSVERMERK

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Rheinmetall Aktiengesellschaft, Düsseldorf, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Düsseldorf, den 5.März 2012/15.März 2012

**PricewaterhouseCoopers

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Uwe Schwalm, Wirtschaftsprüfer

ppa. Tanja Densborn, Wirtschaftsprüferin

WEITERE ANGABEN ANTEILSBESITZ

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Gesellschaft direkter Anteil am Kapital

in %
indirekter Anteil am Kapital in % Eigenkapital in Tausend Euro bzw. Fremdwährung Jahresergebnis in Tausend Euro bzw. Fremdwährung
Verbundene Unternehmen
Holdinggesellschaften / Dienstleistungsgesellschaften / Sonstige
EMG EuroMarine Electronics GmbH, Neckarsulm 100 31.048 358
MEG Marine Electronics Holding GmbH, Bremen (2) 100 5.000 0
Rheinmetall Berlin Verwaltungsgesellschaft mbH, Berlin (2) 100 213.750 0
Rheinmetall Bürosysteme GmbH, Düsseldorf 100 1.666 57
Rheinmetall Immobilien GmbH, Düsseldorf 100 193.810 4.567
Rheinmetall Industrietechnik GmbH, Düsseldorf (2) 100 26 0
Rheinmetall Maschinenbau GmbH, Düsseldorf 100 -5.405 0
Rheinmetall Insurance Services GmbH, Düsseldorf (2) 100 334 0
Rheinmetall Verwaltungsgesellschaft mbH, Düsseldorf (2) 100 727.012 0
SUPRENUM Gesellschaft für numerische Superrechner mbH, Bremen 100 -1.397 2
Unternehmensbereich Defence
ADS Gesellschaft für aktive Schutzsysteme mbH, Lohmar 74 4.704 -2.628
American Rheinmetall Munition Inc., Stafford, Virginia / USA USD 100 709 -1.846
Benntec Systemtechnik GmbH, Bremen (1) 49 1.722 384
BIL Industriemetalle GmbH & Co. 886 KG, Grünwald 94 -2.633 44
Eurometaal Holding N.V., Hengelo / Niederlande 100 49.721 4.726
Eurometaal N.V., Hengelo / Niederlande 100 10.742 -113
I.L.E.E. AG, Urdorf / Schweiz CHF 100 5.864 1.990
Laser 2000 (Schweiz) AG, Urdorf / Schweiz CHF 80 0 0
LDT Laser Display Technology GmbH, Jena 100 514 -533
MarineSoft Entwicklungs- und Logistikgesellschaft mbH, Rostock (1) 49 835 44
Nitrochemie AG, Wimmis / Schweiz CHF 51 1.011 11
Nitrochemie Aschau GmbH, Aschau 55 20.937 3.620
Nitrochemie Wimmis AG, Wimmis / Schweiz CHF 55 45.448 1.018
Oerlikon Contraves GmbH, Zürich / Schweiz CHF 100 20 0
Oerlikon Contraves Pte Ltd., Singapur / Singapur SGD 100 3.718 401
Rheinmetall Air Defence AG, Zürich / Schweiz CHF 100 158.935 55.024
Rheinmetall Airborne Systems GmbH, Bremen 100 25 0
Rheinmetall Australia Pty Ltd., Canberra / Australien AUD 100 0 0
Rheinmetall Canada Inc., St.-Jean-sur-Richelieu / Kanada CAD 100 98.632 18.140
Rheinmetall Chempro GmbH, Bonn 51 26.356 11.610
Rheinmetall Defence Electronics GmbH, Bremen (2) 100 32.282 0
Rheinmetall Defence UK Limited, London / Großbritannien GBP 100 6.309 109
Rheinmetall Denel Munition Pty. Ltd., Somerset West / Südafrika ZAR 51 661.669 178.336
Rheinmetall Dienstleistungszentrum Altmark GmbH, Letzlingen (2) 100 25 0
Rheinmetall Hellas S.A., Athen / Griechenland 100 275 198
Rheinmetall Italia S.p.A., Rom / Italien 100 47.194 3.707
Rheinmetall Laingsdale (Pty) Ltd., Kapstadt / Südafrika ZAR 76 41.511 -3.028
Rheinmetall Landsysteme GmbH, Kiel (2) 100 19.741 0
Rheinmetall MAN Military Vehicle Systems RSA (Pty) Ltd., Pretoria / Südafrika ZAR (1) 36 95 95
Rheinmetall MAN Military Vehicles Australia Pty Ltd., Canberra / Australien AUD 51 100 0
Rheinmetall MAN Military Vehicles Canada Ltd., Ottawa / Kanada CAD 51 1.185 -315
Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH, München 51 11.079 3.055
Rheinmetall MAN Military Vehicles Österreich GesmbH, Wien / Österreich 51 37.855 -16.457
Rheinmetall MAN Military Vehicles Österreich Holding GesmbH, Wien / Österreich 51 50.169 0
Rheinmetall Nederland B.V., Amsterdam / Niederlande 51 2.495 351
Rheinmetall Nordic AS, N0tter0y / Norwegen NOK 100 384.802 99.562
Rheinmetall North America Inc., Southfield / USA USD 95 5 258.885 9.188
Rheinmetall Schweiz AG, Zürich / Schweiz CHF 100 282 38
Rheinmetall Simulation Australia Pty. Ltd., Deakin West / Australien AUD (3) 100 - -
Rheinmetall Soldier Electronics GmbH, Stockach (2) 100 5.000 0
Rheinmetall Technical Publications GmbH, Bremen (2) 100 5.588 0
Rheinmetall Verseidag Ballistic Protection GmbH, Krefeld 100 3.536 1.200
Rheinmetall Waffe Munition ARGES GmbH, Schwanenstadt / Österreich 100 1.294 0
Rheinmetall Waffe Munition GmbH, Unterlüß (2) 100 87.969 0
Rheinmetall Waffe Munition South Africa (Pty) Ltd., Somerset West / Südafrika ZAR 100 -93 -94
RF Engines Limited, Newport, Isle of Wight / Großbritannien GBP 100 1.724 -460
RM Euro B.V., Hengelo / Niederlande 100 50.753 4.702
RTP-UK Ltd., Bristol / Großbritannien GBP 100 651 367
RWM Beteiligungsverwaltung Austria GmbH, Schwanenstadt / Österreich 100 14.225 1.020
RWM Italia S.p.A., Ghedi / Italien 100 581 -2.241
RWM Schweiz AG, Zürich / Schweiz CHF 100 63.122 19.529
RWM Zaugg AG, Lohn-Ammannsegg / Schweiz CHF 100 11.073 1.411
Swiss SIMTEC AG, Thun / Schweiz CHF 100 1.628 807
Vingh0g AS, N0tter0y / Norwegen NOK 100 179.037 33.348
Vingtech Australia Pty. Ltd., Alphington, Victoria / Australien AUD 55 -75 -75
Vingtech Corp., Biddeford, Maine / USA USD 100 16.880 7.223
VingTech Holding Inc., Fountain Inn / USA USD 100 600 0
Servo Kontroll AS, Oslo / Norwegen NOK 100 11.937 3.182
Unternehmensbereich Automotive
BF Germany GmbH, Neuenstadt (2) 100 10.000 0
GVG Grundstücksverwaltung Gleitlager GmbH & Co. KG, Neckarsulm 100 6.526 54
GVH Grundstücksverwaltung Hamburg GmbH & Co. KG, Neckarsulm 100 -1.648 -1.429
GVMS Grundstücksverwaltung Service GmbH & Co. KG, Neckarsulm 100 23 -2
GVN Grundstücksverwaltung Neckarsulm GmbH & Co. KG, Neckarsulm 100 3.510 3
Intec France S.A.S., Meyzieu / Frankreich 100 966 20
Karl Schmidt Trading Company S. de R.L. de C.V., Celaya / Mexiko MXN 100 -225 -228
Karl Schmidt Unisia Inc., Marinette / USA USD 92 -17.800 8.956
Kolbenschmidt de México S. de R.L. de C.V., Celaya / Mexiko MXN 100 81.548 19.693
Kolbenschmidt K.K., Yokohama / Japan JPY 100 1.985.092 134.343
Kolbenschmidt Liegenschaftsverwaltung GmbH Berlin, Berlin (2) 100 6.551 0
Kolbenschmidt Pierburg Innovations GmbH, Neckarsulm (2) 100 25 0
Kolbenschmidt USA Inc., Marinette / USA USD 100 0 0
KS Aluminium-Technologie GmbH, Neckarsulm (2) 100 35.122 0
KS ATAG Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Neckarsulm (2) 100 10.263 0
KS ATAG GmbH, Neckarsulm (2) 100 25.155 0
KS ATAG Romania S.R.L. , Bukarest / Rumänien RON 100 21.956 -393
KS France S.A.S., Basse-Ham (Thionville) / Frankreich 100 17.987 1.673
KS Gleitlager de México S. de R.L. de C.V., Celaya / Mexiko MXN 100 88.819 -41.265
KS Gleitlager GmbH, St. Leon-Rot (2) 100 19.382 0
KS Gleitlager North America LLC, Marinette / USA USD 100 172 -1.938
KS Grundstücksverwaltung Beteiligungs GmbH, Neckarsulm (2) 100 79 9
KS Grundstücksverwaltung GmbH & Co. KG, Neckarsulm 100 23.819 40
KS Kolbenschmidt Czech Rebublic a.s., Usti / Tschechien CZK 100 848.898 38.536
KS Kolbenschmidt France S.A.S., Basse-Ham (Thionville) / Frankreich 100 14.343 2.020
KS Kolbenschmidt GmbH, Neckarsulm (2) 100 57.721 0
KS Large Bore Pistons Inc., Marinette / USA USD 100 26.178 3.932
KS Personaldienstleistungsgesellschaft mbH i.L., Neckarsulm (2) 100 25 0
KS Produtos Automotivos Ltda., Nova Odessa / Brasilien BRL 100 15.701 -107
KSPG AG, Neckarsulm (2) 100 334.601 0
KSPG Automotive Brazil Ltda., Nova Odessa / Brasilien BRL 100 221.805 23.129
KSPG Automotive India Private Ltd., Mumbai Maharashtra/Indien INR 100 1.940.135 -255.707
KSPG Finance & Service Ltd., St. Julians / Malta 100 155.244 2.367
KSPG Malta Holding Ltd., St. Julians / Malta 21 79 158.430 3.352
KSPG Netherlands Holding B.V., Amsterdam / Niederlande 100 59.105 78
KSPG North America Inc., Marinette / USA USD 100 9.000 0
KSUS International LLC., Marinette / USA USD 100 -4.179 2.035
KUS Canada Inc., Leamington / Kanada USD 92 -339 175
MS Motor Service Aftermarket Iberica S.L., Abadiano / Spanien 100 852 335
MS Motor Service Asia Pacific Co., Ltd., Shanghai / China CNY 100 8.395 666
MS Motor Service Deutschland GmbH, Weinstadt (2) 100 3.395 0
MS Motor Service France S.A.S., Villepinte/ Frankreich 100 7.630 1.743
MS Motor Service International GmbH, Neuenstadt (2) 100 34.379 0
MS Motor Service Istanbul Dis Ticaret ve Pazarlama A.S., Istanbul / Türkei TRL 51 10.872 1.065
Pierburg China Ltd., Kunshan City / China CNY 100 16.554 -1.828
Pierburg Gestion S.L., Abadiano / Spanien 100 22.790 7.970
Pierburg GmbH, Neuss (2) 100 121.096 0
Pierburg Inc., Fountain Inn (Greenville) / USA USD 100 8.170 -6.734
Pierburg Mexico S.A. de C.V., Chihuahua / Mexiko MXN 100 0 0
Pierburg Mikuni Pump Technology Corporation, Odawara / Japan JPY 51 257.651 -102.349
Pierburg Pump Technology GmbH, Neuss (2) 100 31.400 3.220
Pierburg Pump Technology India Private Limited, Mumbai Maharashtra / Indien INR 100 396 -65
Pierburg Pump Technology Italy S.p.A., Lanciano / Italien 100 18.938 3.562
Pierburg Pump Technology France S.à r.l., Basse-Ham (Thionville) / Frankreich 100 26.925 6.603
Pierburg Pump Technology Mexico S.A. de C.V., Mexico City / Mexiko MXN 100 99.389 6.068
Pierburg Pump Technology UK Ltd., London/Großbritannien GBP 100 -71 13
Pierburg Pump Technology US LLC., Marinette / USA USD 100 -3.189 -2.838
Pierburg S.A., Abadiano / Spanien 100 30.740 19.317
Pierburg s.r.o., Usti / Tschechien CZK 100 1.063.339 294.200
Pierburg Systems S.L., Abadiano / Spanien 100 32 229
Société Mosellane de Services S.C.I., Basse-Ham (Thionville) / Frankreich 100 16.493 -42
Werkzeugbau Walldürn GmbH, Walldürn (2) 100 551 0
Beteiligungen
Holdinggesellschaften / Dienstleistungsgesellschaften / Sonstige
casa altra development GmbH, Düsseldorf (3) 35 25 -
Unternehmerstadt GmbH, Düsseldorf 50 17 -15
Unternehmensbereich Defence
Advanced Pyrotechnic Materials Pte Ltd, Singapur / Singapur SGD 49 7.585 2.793
AIM Infrarot-Module GmbH, Heilbronn 50 8.277 3.150
ARGE RDE/CAE (GbR), Bremen 50 69 -1
ARTEC GmbH, München 64 934 105
Burkan Munitions Systems L.L.C., Abu Dhabi / UAE AED (4) 40 17.487 22.461
Contraves Advanced Devices Sdn Bhd, Malaka / Malaysia MYR 49 45.020 2.173
DynITEC GmbH, Troisdorf (4) 45 2.970 810
EuroSpike GmbH, Röthenbach/Peg 40 -126 95
GIWS Gesellschaft für Intelligente Wirksysteme mbH, Nürnberg 50 1.976 867
Hartchrom Defense Technology AG, Steinach / Schweiz CHF (4) 38 1.922 23
HFTS Helicopter Flight Training Services GmbH, Hallbergmoos 25 33.027 11.550
HIL Industrie-Holding GmbH, Bonn (4) 33 7.709 1.323
LOG Logistik-Systembetreuungs-Gesellschaft mbH, Bonn (4) 25 2.109 168
N2 Defense LLC, Arlington, Virginia / USA USD (4) 50 -62 -2
Oy Finnish Defence Powersystems Ab, Helsinki / Finnland 30 399 135
PSM Projekt System & Managment GmbH, Kassel 50 747 37
SysFla GmbH, Unterschleißheim 50 17 -3
Werk Aschau Lagerverwaltungsgesellschaft mbH, Aschau 28 24 0
Unternehmensbereich Automotive
Advanced Bearing Materials LLC., Greensburg / USA USD 50 4.540 0
Kolbenschmidt Pierburg Shanghai Nonferrous Components Co. Ltd., Shanghai / China CNY 50 550.440 128.177
Kolbenschmidt Shanghai Piston Co. Ltd., Shanghai / China CNY 50 285.674 43.001
KS ATAG TRIMET Guss GmbH, Harzgerode 50 10.203 -19
Shriram Pistons & Rings Ltd., New Delhi / Indien INR 20 4.467.283 566.763

(1) Vollkonsolidierung aufgrund der Mehrheit der Stimmrechte

(2) Ergebnisabführungsvertrag

(3) Gründung im Jahr 2011; es liegt kein Abschluss vor

(4) Eigenkapital und Ergebnis aus dem Vorjahr

AUFSICHTSRAT

Klaus Greinert

Mannheim

Kaufmann

Vorsitzender

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

DURAVIT AG

(Stellvertretender Vorsitzender)

DURAVIT S.A.

Joachim Stöber *)

Biebergemünd

Gewerkschaftssekretär beim IG Metall Vorstand

Stellvertretender Vorsitzender

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

GEA Group AG

(bis 30. April 2011)

Professor Dr. Andreas Georgi

Starnberg

Professor für Führungs- und Steuerungsprobleme von Unternehmungen

Ludwig-Maximilians-Universität München

Consultant

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

Asea Brown Boveri Aktiengesellschaft

Felix Schoeller Holding GmbH & Co. KG

Oldenburgische Landesbank AG

RWE Dea AG

Dr. Siegfried Goll

Markdorf

Beratender Ingenieur

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

Leuze Geschäftsführungs-GmbH

Voss Holding GmbH & Co. KG

Witzenmann GmbH

Heinrich Kmett *)

Fahrenbach/Robern

Vorsitzender des Standortbetriebsrats der KSPG AG

KS Kolbenschmidt GmbH KS ATAG GmbH

KS Aluminium-Technologie GmbH

MS Motor Service International GmbH

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

KSPG AG

Dr. Rudolf Luz *)

Weinsberg

1. Bevollmächtigter der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

KSPG AG (Stellvertretender Vorsitzender)

Dr. Michael Mielke *)

Berlin

Leiter Bereich Aktuatoren

Pierburg GmbH, Werk Berlin

Dr. Peter Mihatsch

Sindelfingen

Beratender Ingenieur

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

Vodafone D2 GmbH

DDr. Peter Mitterbauer

Gmunden, Österreich

Vorsitzender des Vorstands Miba AG

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

Andritz AG

Erste Österreichische Spar-Casse Privatstiftung

FFG Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH

(Vorsitzender)

Oberbank AG

ÖIAG Österreichische Industrieholding AG

(Vorsitzender)

Detlef Moog

Mülheim an der Ruhr

Beratender Ingenieur

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

Rheinmetall Waffe Munition GmbH

(Vorsitzender)

(bis 31. Dezember 2011)

Rheinmetall Landsysteme GmbH

(Vorsitzender)

(bis 31. März 2011)

Wolfgang Müller *)

Bad Rappenau

Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats

KS Aluminium-Technologie GmbH und Werkzeugbau Walldürn GmbH

Stellvertretender Vorsitzender des Standortbetriebsrats der

KSPG AG

KS Kolbenschmidt GmbH KS ATAG GmbH

KS Aluminium-Technologie GmbH

MS Motor Service International GmbH

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

KS Aluminium-Technologie GmbH

KS ATAG GmbH

Professor Dr. Frank Richter

Ulm

Vorsitzender des Vorstands

DURAVIT AG

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

Beirat Gebr. Röchling KG

Harald Töpfer *)

Kassel

Vorsitzender des Betriebsrats der

Rheinmetall Radfahrzeuge GmbH und

Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH,

Betriebsstätte Kassel

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH

(Stellvertretender Vorsitzender)

Wolfgang Tretbar *)

Nettetal

Vorsitzender des Betriebsrats der

Pierburg GmbH,

Werk Nettetal

Toni Wicki

Oberrohrdorf, Schweiz

Beratender Ingenieur

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

Implenia AG

Peter Winter *)

Achim

Mitglied des Betriebsrats der

Rheinmetall Defence Electronics GmbH

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

Rheinmetall Defence Electronics GmbH

*) Von den Arbeitnehmern gewählt

VORSTAND RHEINMETALL AG

Klaus Eberhardt

Düsseldorf

Vorsitzender

Arbeitsdirektor

Vorsitzender des Bereichsvorstands Defence

(bis 31. Dezember 2011)

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

KSPG AG

(Vorsitzender)

Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH

(Vorsitzender)

Hirschmann Automotive GmbH

MTU Aero Engines Holding AG

Vorsitzender)

MTU Aero Engines GmbH

(Vorsitzender)

Familienstiftungen Dietrich und Eckart Wälzholz

Armin Papperger

Düsseldorf

Vorsitzender des Bereichsvorstands Defence

(ab 1.Januar 2012)

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

Rheinmetall Landsysteme GmbH

Vorsitzender

Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH

Rheinmetall Waffe Munition GmbH

(ab 1.Januar 2012)

Rheinmetall Defence Electronics GmbH

Rheinmetall Defence UK Ltd.

(Chairman)

Rheinmetall Waffe Munition ARGES GmbH

(Vorsitzender)

RWM Zaugg AG

(Vorsitzender)

Nitrochemie Aschau GmbH

(Vorsitzender)

Nitrochemie AG

(Präsident)

Nitrochemie Wimmis AG

(Präsident)

Rheinmetall Canada Inc.

(Chairman)

American Rheinmetall Munition Inc.

(Chairman)

Rheinmetall Denel Munition (Pty) Ltd

(Chairman)

Rheinmetall Waffe Munition South Africa (Pty) Ltd

(Chairman)

Rheinmetall Laingsdale (Pty) Ltd

(Chairman)

PSM Projekt System & Management GmbH

Dr. Gerd Kleinert

Gottmadingen

Vorsitzender des Vorstands der KSPG AG

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

Kolbenschmidt Pierburg Shanghai

Nonferrous Components Co. Ltd.

(Vice Chairman)

KS Shanghai Piston Co. Ltd.

(Chairman)

Rheinmetall North America Inc.

(Director)

KS Aluminium-Technologie GmbH

(Vorsitzender)

KS ATAG GmbH

(Vorsitzender)

KS Gleitlager GmbH

(Vorsitzender)

KS Kolbenschmidt GmbH

(Vorsitzender)

Läpple AG

(Vorsitzender)

Pierburg GmbH

(Vorsitzender)

Beirat Gebr. Röchling KG

Gesellschafterausschuss Hella KGaA Hueck & Co.

Dr. Herbert Müller

Bonn

Finanzen und Controlling

Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien

KSPG AG

DIREKTOREN MIT GENERALVOLLMACHT

Dr. Andreas Beyer, LL.M.

Sindelfingen

Recht, Revision, Merger & Acquisitions,

Chief Compliance Officer

Ingo Hecke

Meerbusch

Personal und Oberste Führungskräfte

VORSTAND AUTOMOTIVE

Dr. Gerd Kleinert

Gottmadingen

Vorsitzender

Strategie, Marketing, Operations

Horst Binnig

Bad Friedrichshall

(ab l.Januar 2012)

Operations

Peter-Sebastian Krause

Erkrath

Personal, Recht

Dr. Peter P. Merten

Herrsching

Finanzen und Controlling, IT

BEREICHSVORSTAND DEFENCE

Klaus Eberhardt

Düsseldorf

Vorsitzender

(bis 31. Dezember 2011)

Armin Papperger

Düsseldorf

Vorsitzender

(ab 1.Januar 2012)

Geschäftsbereiche Kettenfahrzeuge, Waffe und Munition, Antriebe

Helmut P. Merch

Erkrath

Finanzen und Controlling, IT

Bodo Garbe

Zürich

(ab 1.Juli 2011)

Geschäftsbereiche Flugabwehr, Verteidigungselektronik, Simulation und Ausbildung

Heinz Dresia

Krefeld

Vorstandsprojekte

Ingo Hecke

Meerbusch

Personal

Pietro Borgo

München

(ab 1. Februar 2012)

Geschäftsbereich Radfahrzeuge

Rheinmetall AG | Rheinmetall Platz 1 | 40476 Düsseldorf

Tel. +49 211 473-01 | Fax +49 211 473-4746 | www.rheinmetall.com