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Renault — Audit Report / Information 2023
Feb 27, 2025
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Audit Report / Information
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Publication
Renault Deutschland AG
Köln (vormals: Brühl)
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Bilanz zum 31. Dezember 2023
(Vorjahr zum Vergleich)
Aktiva
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| --- | --- | --- |
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene Software | 79.821,90 | 5.747,54 |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 8.603.727,41 | 10.422.795,28 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 61.808,52 | 102.586,22 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.754.519,26 | 501.880,99 |
| 4. Anlagen im Bau | 0,00 | 684.950,19 |
| 10.420.055,19 | 11.712.212,68 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 12.326.528,71 | 12.326.528,71 |
| 2. Aktivwert aus Rückdeckungsversicherung | 572.682,00 | 584.310,00 |
| 12.899.210,71 | 12.910.838,71 | |
| 23.399.087,80 | 24.628.798,93 | |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Vorräte | ||
| 1. Hilfs- und Betriebsstoffe | 182.953,83 | 144.176,87 |
| 2. Waren | 9.572.333,74 | 6.782.442,51 |
| 9.755.287,57 | 6.926.619,38 | |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3.025.454,45 | 2.577.359,29 |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 688.932.067,52 | 592.867.517,78 |
| 3. Sonstige Vermögensgegenstände | 55.267.640,86 | 74.863.911,48 |
| 747.225.162,83 | 670.308.788,55 | |
| III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 65.827,59 | 49.368,19 |
| 757.046.277,99 | 677.284.776,12 | |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 505.633,75 | 105.490,06 |
| D. Aktive latente Steuern | 20.972.780,66 | 18.788.780,66 |
| 801.923.780,20 | 720.807.845,77 |
Passiva
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| --- | --- | --- |
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 10.655.322,80 | 10.655.322,80 |
| II. Gewinnrücklagen | ||
| 1. Gesetzliche Rücklage | 1.065.532,28 | 1.065.532,28 |
| 2. Andere Gewinnrücklagen | 20.742,80 | 20.742,80 |
| 1.086.275,08 | 1.086.275,08 | |
| III. Gewinnvortrag | 23.691.423,89 | 29.332.062,07 |
| IV. Jahresüberschuss | 46.698.633,64 | 38.040.001,82 |
| 82.131.655,41 | 79.113.661,77 | |
| B. Rückstellungen | ||
| 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 48.453.908,00 | 44.348.254,00 |
| 2. Steuerrückstellungen | 41.577.553,99 | 30.367.933,76 |
| 3. Sonstige Rückstellungen | 519.602.035,53 | 435.813.448,58 |
| 609.633.497,52 | 510.529.636,34 | |
| C. Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 26.972.839,18 | 31.202.670,28 |
| 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 42.101.234,10 | 51.763.917,91 |
| 3. Sonstige Verbindlichkeiten | 41.084.553,99 | 48.197.959,47 |
| davon aus Steuern 27.643.872,58 EUR (Vorjahr: 30.683.117,26 EUR) | ||
| 110.158.627,27 | 131.164.547,66 | |
| 801.923.780,20 | 720.807.845,77 |
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023 (Vorjahr zum Vergleich)
| 2023 | 2022 | |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 1.427.810.296,53 | 1.470.931.926,39 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 6.444.440,67 | 18.624.806,57 |
| 1.434.254.737,20 | 1.489.556.732,96 | |
| 3. Materialaufwand | ||
| a) Aufwendungen für Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | -151.832.624,35 | -135.747.808,11 |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | -302.277.332,25 | -273.021.012,41 |
| -454.109.956,60 | -408.768.820,52 | |
| 4. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | -31.640.825,20 | -36.489.764,69 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für | ||
| Altersversorgung und für Unterstützung | -11.434.338,11 | -6.411.305,00 |
| davon für Altersversorgung 6.629.563,95 EUR (Vj. 1.439.596,33 EUR) | ||
| -43.075.163,31 | -42.901.069,69 | |
| 5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -866.662,23 | -831.670,92 |
| 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen | -850.317.357,09 | -976.284.309,15 |
| 85.885.597,97 | 60.770.862,68 | |
| 7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 17.062.582,87 | 20.144.212,85 |
| 8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 16.300.718,07 | 2.448.205,06 |
| 9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -41.506.755,03 | -20.251.799,80 |
| davon an verbundene Unternehmen 38.103.486,86 EUR (Vj. 17.234.521,37 EUR) | ||
| davon aus Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen und | ||
| ähnliche Verpflichtungen 902.721,00 EUR (Vj. 2.740.812,00 EUR) | ||
| davon Aufwendungen aus der Abzinsung sonstiger Rückstellungen 318,00 EUR (4.311,00 EUR) | ||
| -8.143.454,09 | 2.340.618,11 | |
| 10. Ergebnis vor Steuern | 77.742.143,88 | 63.111.480,79 |
| 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -30.991.813,93 | -25.021.344,79 |
| 12. Ergebnis nach Steuern | 46.750.329,95 | 38.090.136,00 |
| 13. Sonstige Steuern | -51.696,31 | -50.134,18 |
| 14. Jahresüberschuss | 46.698.633,64 | 38.040.001,82 |
Anhang für das Geschäftsjahr 2023
Allgemeine Hinweise
Sitz der Renault Deutschland AG ist Köln (bis Juni 2023: Brühl). Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 43252 im Register des Amtsgerichts Köln eingetragen.
Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.
Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden wird von dem Grundsatz der Unternehmensfortführung ausgegangen (Going-Concern-Prinzip gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).
Realisations- und Imparitätsprinzip wurden beachtet, Vermögensgegenstände sind grundsätzlich höchstens zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet.
Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Dabei werden die Abschreibungen grundsätzlich zeitanteilig nach der linearen Methode vorgenommen.
Seit dem Jahr 2018 werden geringwertige Wirtschaftsgüter („GWG“) bis zu einem Anschaffungspreis von 800 EUR im Jahr der Anschaffung sofort als Aufwand erfasst.
Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten beziehungsweise mit ihrem niedrigeren beizulegenden Wert unter Berücksichtigung von außerplanmäßigen Abschreibungen bilanziert. Die Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen sind seit dem Bilanzstichtag im Jahr 2022 nach dem IDW RH FAB 1.021 (Passivprimat) angesetzt.
Hilfs- und Betriebsstoffe werden nach der FiFo-Methode unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Waren (Dienst- und Gebrauchtwagen, Ersatzteile) werden grundsätzlich mit den einzelnen Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Unter Berücksichtigung der Verkaufserlöse der Vergangenheit sowie der Marktwerte zum Bilanzstichtag wurden Wertberichtigungen für Fahrzeuge in angemessener Höhe gebildet. Bestandsrisiken der Teile, die sich aus verminderter Verkaufsfähigkeit und aus der Lagerdauer ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Positionen ist durch die Bildung angemessener Wertberichtigungen Rechnung getragen.
Liquide Mittel sind zum Nennwert angesetzt.
Latente Steuern
Nach dem bilanzorientierten Temporary-Konzept wurden auf sämtliche Bewertungsdifferenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz latente Steuern berechnet. Gemäß dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 3 HGB werden die latenten Steuern saldiert ausgewiesen.
Das Gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt.
Pensionsrückstellungen
Es wurden Rückstellungen für unmittelbare und mittelbare Pensionsverpflichtungen bilanziert. Es wird das Ansatzwahlrecht der Bilanzierung mittelbarer Pensionsverpflichtungen in Anspruch genommen. Das bedeutet, dass die Pensionsrückstellungen in Höhe des Unterschiedsbetrages zwischen den Versor-gungsverpflichtungen und dem vorhandenen Kassenvermögen bei der Konzern-Unterstützungskasse der Renault Deutschland AG bilanziert werden. Die pensionsfähigen Bezüge werden mit dem voraussichtlichen Stand am Bilanzstichtag kalkuliert.
Die Pensionsrückstellungen werden nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Als Rechnungszinsfuß wird gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB ein Zinssatz von 1,82 % (Vorjahr: 1,78 %) zugrunde gelegt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit Tz 61 von IDW RS HFA 30 n.F. (Stand 16.12.2016) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren i. S. v. IAS 19. Dabei erfolgt die Zuordnung künftiger Leistungen im Verhältnis der bereits zurückgelegten zu der bis zum Eintritt des jeweiligen Versorgungsfalles möglichen Dienstzeit.
Außerdem wurden der Bewertung folgende Annahmen zugrunde gelegt:
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
|---|---|---|
| Gehaltserhöhungen | 2,50 % p. a. | 2,50 % p. a. |
| Rentenanpassungen | 1,75 % p. a. | 1,75 % p. a. |
| Erhöhungen der Beitragsbemessungsgrenze | 2,50 % p. a. | 2,50 % p. a. |
| Fluktuationsrate (Alter bis 50 Jahre) | 2,62 % p. a. | 2,62 % p. a. |
| Fluktuationsrate (Alter über 50 Jahre) | 0,00 % p. a. | 0,00 % p. a. |
Ferner dienten für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen als biometrische Rechnungsgrundlagen die „Richttafeln 2018 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck.
Die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Für erwartete Verluste aus Rücknahmeverpflichtungen sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet.
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst.
Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, sofern sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen.
Die Umsatzerlöse enthalten im Wesentlichen Kommissionserlöse sowie Erlöse aus dem Verkauf von Fahrzeugen. Die Umsatzerlöse werden zum Zeitpunkt der Veräußerung an den Kunden periodengerecht nach dem Realisationsprinzip erfasst.
Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung beziehungsweise zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.
Zinsaufwendungen und -erträge werden entsprechend ihrer Entstehung erfasst. Gemäß § 277 Abs. 5 HGB wurden, wie in den Vorjahren, Aufwendungen aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen und der ATZ-Rückstellung unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" erfasst.
Kommissionsgeschäft
Die Renault Deutschland AG wickelt die Neuwagen- und Ersatzteilverkäufe der Marken Renault, Dacia und Alpine im Wesentlichen als Kommissionärin für die Renault s.a.s., Boulogne-Billancourt/Frankreich, ab. Seit November 2023 vertreibt sie zudem als Kommissionärin der Ampere s.a.s., Boulogne-Billancourt/Frankreich, Elektro-Neufahrzeuge aus der Renault ElectriCity (Werke Nord-Frankreich). Die Kommission, die als Vergütung für diese Tätigkeit gewährt wird, beinhaltet neben einem fixen Teil auch einen variablen Teil, der zur Deckung der Kosten von Verkaufsförderungsaktionen dient.
Erläuterungen zur Bilanz
Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt, der dem Anhang als Anlage beigefügt ist.
Umlaufvermögen
Die Warenbestände der Renault Deutschland AG sind gegenüber dem Vorjahr (6.782 TEUR) auf 9.572 TEUR gestiegen. Der Fahrzeugbestand beträgt 8.001 TEUR (Vorjahr: 4.983 TEUR). Im Übrigen handelt es sich um Teile im Wert von 272 TEUR (Vorjahr: 342 TEUR) sowie um sonstige Warenbestände wie Werbematerial und Kfz-Briefe in Höhe von 1.299 TEUR (Vorjahr: 1.458 TEUR).
Bei den Hilfs- und Betriebsstoffen im Wert von 183 TEUR (Vorjahr: 144 TEUR) handelt es sich um Heizöl, Kraftstoffe und Verpackungsmaterial.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit 688.932 TEUR (Vorjahr: 592.868 TEUR) bestehen 518.371 TEUR (Vorjahr: 406.786 TEUR) gegen den Cash-Pool-Führer Renault S.A., Boulogne-Billancourt/Frankreich, bei einem Kreditinstitut in Paris/Frankreich. Die restlichen Forderungen gegen verbundene Unternehmen von 170.561 TEUR (Vorjahr: 186.081 TEUR) resultieren im Wesentlichen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr und betreffen mit 131.348 TEUR (Vorjahr: 143.962 TEUR) die Gesellschafterin Renault s.a.s.
Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 55.268 TEUR (Vorjahr: 74.864 TEUR) enthalten Forderungen gegen die Gesellschafterin Renault s.a.s., aus Buy-Back-Geschäften von 11.362 TEUR (Vorjahr: 11.427 TEUR). Da diese rechtlich noch nicht entstanden sind, werden sie unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen. Bei den restlichen Vermögensgegenständen handelt es sich im Wesentlichen um eine Forderung gegen das Finanzamt aus Vorsteuer in Höhe von 40.611 TEUR (Vorjahr: 61.405 TEUR) sowie sonstige Forderungen, ausstehende Gutschriften von Lieferanten und debitorische Kreditoren in Höhe von 3.295 TEUR (Vorjahr: 2.032 TEUR).
Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Aktive latente Steuern
Es wurde ein aktiver latenter Steuerüberhang in Höhe von 20.973 TEUR (Vorjahr: 18.789 TEUR), der auf Bewertungsdifferenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz ermittelt wurde, aktiviert. Es handelt sich hierbei insbesondere um Unterschiede bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen sowie bei Rückstellungen für Werbebeteiligungen. Dabei werden bei der Renault Deutschland AG nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten einbezogen, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen. Die Berechnung erfolgte mit einem Steuersatz von 31,92 %. Die latenten Steuern beruhen auf folgenden Sachverhalten:
| Sachverhalt | Differenz zur Steuerbilanz | Aktive latente Steuern (+) / Passive latente Steuern (-) |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- |
| Anlagevermögen | 118 | 38 |
| Vorratsvermögen | 177 | 57 |
| Sonstige Forderungen | 59 | 19 |
| Pensionsrückstellung/ATZ | 40.222 | 12.840 |
| Sonstige Rückstellungen | 6.849 | 2.186 |
| Differenzen der Organgesellschaften | 18.273 | 5.833 |
| Total | 65.697 | 20.973 |
Die in der Bilanz ausgewiesenen aktiven latenten Steuern unterliegen gemäß § 268 Abs. 8 HGB einer Ausschüttungssperre.
Eigenkapital
Das Grundkapital der Renault Deutschland AG beträgt 10.655 TEUR und ist in 20.840 Stückaktien aufgeteilt. Bei den Aktien handelt es sich um Namensaktien.
Zu der am Stichtag bestehenden Ausschüttungssperre in Höhe von 22.095 TEUR verweisen wir auf die vorstehenden Ausführungen zu den aktiven latenten Steuern (20.973 TEUR) sowie auf den untenstehenden Unterschiedsbetrag aus der Pensionsrückstellung (1.122 TEUR).
In der ordentlichen Hauptversammlung vom 16. Juni 2023 wurde beschlossen, eine Dividende in Höhe von 43.681 TEUR auszuschütten. Der darüber hinaus gehende Anteil des Bilanzgewinns zum 31. Dezember 2022 wurde in Höhe von 23.691 TEUR auf neue Rechnung vorgetragen.
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betragen 48.454 TEUR (Vorjahr: 44.348 TEUR). Die Pensionsverpflichtungen in Höhe von 86.760 TEUR (Vorjahr: 83.545 TEUR) wurden mit dem beizulegenden Zeitwert des Vermögens bei der Konzern-Unterstützungskasse Renault Deutschland AG e.V., Brühl, von 38.306 TEUR (Vorjahr: 39.197 TEUR) saldiert. Der Wertansatz der der Unterstützungskasse zugeordneten Rückdeckungsversicherungen (mittelbar) erfolgt seit dem 31.12.2022 nach IDW RH FAB 1.021. Der Unterschiedsbetrag, der nach § 253 Absatz 6 HGB ermittelt wurde, beträgt 1.122 TEUR und unterliegt einer Ausschüttungssperre.
Die Steuerrückstellungen in Höhe von 41.578 TEUR (Vorjahr: 30.368 TEUR) betreffen Körperschaft-steuer 5.989 TEUR (Vorjahr: 6.694 TEUR), Gewerbesteuer 14.957 TEUR (Vorjahr: 8.560 TEUR) und Solidaritätszuschlag 329 TEUR (Vorjahr: 368 TEUR) für das Jahr 2023 sowie steuerliche Risiken aus der steuerlichen Abschlussprüfung 2011 - 2018 in Höhe von 20.302 TEUR (Vorjahr: 14.746 TEUR).
Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von 519.602 TEUR (Vorjahr: 435.813 TEUR) betreffen überwiegend Rückstellungen für Verkaufsförderungen und Boni für Fahrzeuge im Netzbestand und für Händler 339.614 TEUR (Vorjahr: 287.705 TEUR), Restrukturierungskosten für das Händlernetz 110.117 TEUR (Vorjahr: 109.237 TEUR) sowie drohende Verluste aus Buy-Back-Geschäften 12.062 TEUR (Vorjahr: 11.427 TEUR).
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeitenspiegel
| Restlaufzeit bis zu einem Jahr | Restlaufzeit von 1 - 5 Jahren | Restlaufzeit über 5 Jahre | Gesamtbetrag | |
|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 26.973 | 0 | 0 | 26.973 |
| (Vorjahr) | (31.203) | (0) | (0) | (31.203) |
| 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 42.101 | 0 | 0 | 42.101 |
| (Vorjahr) | (51.764) | (0) | (0) | (51.764) |
| 3. Sonstige Verbindlichkeiten | 41.085 | 0 | 0 | 41.085 |
| (Vorjahr) | (48.198) | (0) | (0) | (48.198) |
| davon aus Steuern | 27.644 | 0 | 0 | 27.644 |
| (Vorjahr) | (30.683) | (0) | (0) | (30.683) |
| 110.159 | 0 | 0 | 110.159 | |
| (131.165) | (0) | (0) | (131.165) |
Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte aus der Lieferung von Hilfs- und Betriebsstoffen sowie von Waren.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren wie im Vorjahr im Wesentlichen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr.
Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 41.085 TEUR (Vorjahr: 48.198 TEUR) enthalten größtenteils Umsatzsteuerverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten gegenüber Händlern aus Verkaufsförderungsmaßnahmen.
Haftungsverhältnisse
Haftungsverhältnisse bestanden am Bilanzstichtag nicht.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse
Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen zeigt folgendes Bild (in Mio. EUR):
| 2023 | Vorjahr | |
|---|---|---|
| Verkäufe von Neuwagen | 878 | 949 |
| Ersatzteilverkäufe | 137 | 139 |
| Verkäufe von Dienst- und Gebrauchtwagen | 81 | 82 |
| Übrige | 332 | 300 |
| 1.428 | 1.471 |
Die Umsatzerlöse entfallen wie im Vorjahr hauptsächlich auf die Bundesrepublik Deutschland. In den übrigen Umsatzerlösen sind insbesondere Erträge aus weiterbelasteten Garantieleistungen und Erträge aus Transportdienstleistungen enthalten.
Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 6.444 TEUR (Vorjahr: 18.625 TEUR) setzen sich größtenteils aus Erlösen aus dem Verkauf von Sachanlagen, Erträgen aus Dienstwagenüberlassungen sowie aus Auflösungen von Rückstellungen und Verbindlichkeiten zusammen. In den Auflösungen von Rückstellungen war im Vorjahr ein außerordentlicher Ertrag von 9.455 TEUR enthalten, welcher sich aufgrund der erstmaligen Anwendung von IDW RH FAB 1.021 (Passivprimat) beim Wertansatz der Rückdeckungsversicherungen zu den Pensionsverpflichtungen ergeben hat.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 850.317 TEUR (Vorjahr: 976.284 TEUR) sind im Wesentlichen Aufwendungen für Beihilfen und Zuschüsse an Händler, Werbeaufwendungen, Fremdarbeiten, Frachtkosten, Zuführungen zu sonstigen Rückstellungen, Mietaufwendungen und Beratungskosten zusammengefasst. Von dem Gesamtbetrag wurden 732.940 TEUR (Vorjahr: 792.299 TEUR) im Rahmen der Kommissionsverträge direkt an Renault s.a.s. und Ampere s.a.s. weiterbelastet. Der entsprechende Ertrag ist als Kommissionsprovision in den Umsatzerlösen enthalten.
Periodenfremde Erträge und Aufwendungen
Periodenfremde Erträge resultieren aus der Auflösung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten in Höhe von 309 TEUR (Vorjahr: 16.574 TEUR). Wesentliche periodenfremde Aufwendungen sind in 2023 nicht angefallen.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
In 2023 wurden insgesamt 30.992 TEUR (Vorjahr: 25.021 TEUR) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag gebucht, davon Körperschaftsteuer 13.092 TEUR (Vorjahr: 7.833 TEUR), Gewerbesteuer 15.659 TEUR (Vorjahr: 8.823 TEUR), Solidaritätszuschlag 720 TEUR (Vorjahr: 430 TEUR), sowie Zuführung zu Ertragsteuerrückstellungen 3.704 TEUR (Vorjahr: 4.952 TEUR) und 2.184 TEUR (Vorjahr Aufwand: 2.983 TEUR) als Ertrag aus der Veränderung der aktiven latenten Steuern, welche auf das Jahr 2023 entfallen.
Sonstige Steuern
In den sonstigen Steuern sind im Wesentlichen Aufwendungen für die Grundsteuer von 50 TEUR (Vorjahr: 47 TEUR) enthalten.
Sonstige Angaben
Außerbilanzielle Geschäfte
Es bestehen zum 31. Dezember 2023 Rücknahmeverpflichtungen aus Buy-Back-Geschäften für Kraftfahrzeuge gegenüber Autovermietern und anderen Großabnehmern in Höhe von 63.566 TEUR (Vorjahr: 68.833 TEUR) sowie Rücknahmeverpflichtungen für Dienstwagen und Mitarbeiter-Leasingfahrzeuge gegenüber der RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland mit 6.427 TEUR (Vorjahr: 10.055 TEUR). Das Buy-Back-Geschäft dient der mittelfristigen Verbesserung des Cashflows. Risiken bestehen in der Weitervermarktung, die nicht an den Käufer übergeht, und dem festgelegten Rückkaufswert.
Neben dem Factoring mit der RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland, Neuss, wurde auch das Factoring mit der Deutschen Bank AG, Köln, fortgeführt. Das Factoring dient im Wesentlichen der Liquiditätsverbesserung. Dem Vorteil des frühzeitigen Geldeingangs steht der Nachteil der Factoring-Aufwendungen gegenüber. Risiken werden aus dem echten Factoring derzeit nicht gesehen. Insgesamt waren zum Abschlussstichtag Kundenforderungen in Höhe von 22.531 TEUR ohne Rückgriffsrecht verkauft.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von 3 TEUR (Vorjahr: 6 TEUR) für erteilte Investitionsaufträge und mit 13.541 TEUR (Vorjahr: 15.234 TEUR) für finanzielle Verpflichtungen aus diversen Miet- und Pachtverträgen, deren Kündigungstermine zwischen 2024 und 2033 liegen sowie mit 544 TEUR (Vorjahr: 149 TEUR) für hinterlegte Bürgschaften. Insgesamt ergeben sich daraus Verpflichtungen in Höhe von 134 TEUR (Vorjahr: 134 TEUR) gegenüber verbundenen Unternehmen.
Potentielle Risiken können sich ferner aus zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich noch laufenden Verständigungs- beziehungsweise Schiedsverfahren zur Vermeidung der Doppelbesteuerung in Folge der steuerlichen Außenprüfungen für die Geschäftsjahre 2011-2018 ergeben. Die Steuerrückstellungen zum 31.12.2023 hat die Gesellschaft unter Berücksichtigung vernünftiger kaufmännischer Prognosen über den Ausgang der vorgenannten Verfahren ermittelt. Aus einer unvorhergesehenen Entwicklung dieser Verfahren könnten weitere finanzielle Risiken entstehen.
Angaben zum Prüfungshonorar
Das Abschlussprüfungshonorar in Höhe von 163 TEUR (Vorjahr: 150 TEUR) betrifft ausschließlich Aufwendungen für die Jahresabschlussprüfung.
Aufgliederung der durchschnittlichen Arbeitnehmerzahl während des Geschäftsjahres nach Gruppen
| 2023 | Vorjahr | |
|---|---|---|
| Leitende Angestellte (Prokuristen) | 6 | 7 |
| Angestellte | 280 | 294 |
| Gewerbliche Arbeitnehmer | 86 | 69 |
| 372 | 370 |
Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit
Da die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl der Gesellschaft unter 500 Beschäftigten liegt, wurde ein Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit nicht erstellt.
Gesamtbezüge des Vorstands und Aufsichtsrats sowie ehemaliger Vorstandsmitglieder und ehemaliger Geschäftsführer
Die Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2023 betrugen 1.566 TEUR (Vorjahr: 1.822 TEUR). Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 247 TEUR (Vorjahr: 230 TEUR). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sowie gegenüber ehemaligen Geschäftsführern und ihren Hinterbliebenen sind 5.647 TEUR (Vorjahr: 5.337 TEUR) zurückgestellt.
Die Vergütung an den Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2023 beträgt 4 TEUR (Vorjahr: 4 TEUR).
Aufsichtsrat und Vorstand der Renault Deutschland AG
Aufsichtsrat
| Vincent Piquet | Vorsitzender (bis 16.06.2023) | VP Finance, CFO AMPERE |
| AMPERE s.a.s./Frankreich | ||
| Laurent Renard | Vorsitzender (ab 16.06.2023) | Directeur S&OP |
| Renault s.a.s./ Frankreich | ||
| Gilles Laroche | stellvertretender Vorsitzender (bis 16.06.2023) | Financial Director Iberia |
| Renault España SA/Spanien | ||
| Karine Meyer | stellvertretende Vorsitzende (ab 16.06.2023) | VP Performance & Control Sales & Marketing |
| Renault s.a.s./ Frankreich | ||
| Philippe Buros | Mitglied des Aufsichtsrats (bis 18.12.2023) | SVP, Group Sales & Marketing Services |
| Renault s.a.s./ Frankreich | ||
| Heinz-Jürgen Löw | Mitglied des Aufsichtsrats (ab 16.06.2023) | SVP, Renault Brand, LCV |
| Renault s.a.s./ Frankreich | ||
| Sonja Heine | Arbeitnehmervertreterin | Renault Deutschland AG, Köln |
| Alexander Oppelt | Arbeitnehmervertreter | Renault Retail Group Deutschland GmbH, Köln |
Vorstand
| Markus Siebrecht | Vorsitzender |
| Pierre Pourcel | Vorstand Finanzen |
| Ralf Benecke | Vorstand Marketing (bis 31.08.2023) |
| Emmanuel Guiffault | Vorstand Marketing (ab 01.09.2023) |
| Michael Löhe | Vorstand Vertrieb |
| Thilo Schmidt | Vorstand Marke Dacia |
Die Vorstände sind jeweils hauptberuflich in ihrer Funktion tätig.
Anteilsbesitz der Renault Deutschland AG (Stand: 31. Dezember 2023)
| Anteil am Kapital | Eigenkapital 31.12.2023 | Ergebnis 2023 | |
|---|---|---|---|
| % | TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| Renault Retail Group Deutschland GmbH, Köln (bis 06.2023: Brühl) | 100 | 12.468 | 0 |
| Renault Retail Group Spezial-Liegenschaften GmbH, Köln | 100 | 25 | 0 |
| SODICAM Vertriebs GmbH, Köln (bis 06.2023: Brühl) | 100 | 25 | 0 |
Mit allen aufgeführten Tochtergesellschaften bestehen Ergebnisabführungsverträge.
Angaben zum Mutterunternehmen
Die Renault Deutschland AG wird in den Konzernabschluss der Renault S.A., Boulogne-Billancourt/ Frankreich, einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Konsolidierungskreis aufstellt. Dieser Konzernabschluss ist beim Mutterunternehmen beziehungsweise auf dessen Internet-Seite erhältlich und wird im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.
Die Renault Deutschland AG ist somit nach § 291 HGB von der Verpflichtung, einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufzustellen, befreit. Abweichungen vom deutschen Recht ergeben sich im Wesentlichen bei der Bilanzierung und Bewertung der Rückstellungen für Pensionen mit unterschiedlichen Rechnungszinssätzen sowie bei der Bilanzierung der Rücknahmeverpflichtung aus Buy-Back-Geschäften für Kraftfahrzeuge.
Dividendenzahlung der Renault Deutschland AG
Für das Geschäftsjahr 2023 ist eine Gewinnverwendung (Ausschüttung) in Höhe von 48.286 TEUR (Vorjahr: 43.681 TEUR) geplant. Der verbleibende Bilanzgewinn wird auf neue Rechnung vorgetragen.
Nachtragsbericht: Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag haben sich nicht ergeben.
Köln, den 17.05.2024
Renault Deutschland AG
Der Vorstand
Markus Siebrecht
Pierre Pourcel
Emmanuel Guiffault
Michael Löhe
Thilo Schmidt
Entwicklung des Anlagevermögens 2023
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2023 | Zugänge | Umbuchungen | Abgänge | 31.12.2023 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltlich erworbene Software | 144.507,27 | 24,40 | 94.349,92 | 4.725,00 | 234.156,59 |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 59.367.746,97 | 59.000,00 | 0,00 | 5.759.402,59 | 53.667.344,38 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 1.603.962,84 | 0,00 | 0,00 | 82.000,00 | 1.521.962,84 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4.489.109,98 | 1.035.204,74 | 590.600,26 | 1.061.406,24 | 5.053.508,74 |
| 4. Anlagen im Bau | 684.950,18 | 0,00 | -684.950,18 | 0,00 | 0,00 |
| 66.145.769,97 | 1.094.204,74 | -94.349,92 | 6.902.808,83 | 60.242.815,96 | |
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 16.505.885,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 16.505.885,00 |
| 2. Aktivwert aus Rückdeckungsversicherung | 584.310,00 | 0,00 | 0,00 | 11.628,00 | 572.682,00 |
| 17.090.195,00 | 0,00 | 0,00 | 11.628,00 | 17.078.567,00 | |
| 83.380.472,24 | 1.094.229,14 | 0,00 | 6.919.161,83 | 77.555.539,55 |
| Kumulierte Abschreibungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| 01.01.2023 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2023 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | EUR | EUR | EUR | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Entgeltlich erworbene Software | 138.759,73 | 20.299,96 | 4.725,00 | 154.334,69 |
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 48.944.951,69 | 521.038,61 | 4.402.373,33 | 45.063.616,97 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 1.501.376,62 | 40.777,70 | 82.000,00 | 1.460.154,32 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.987.228,98 | 284.545,96 | 972.785,46 | 3.298.989,48 |
| 4. Anlagen im Bau | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 54.433.557,29 | 846.362,27 | 5.457.158,79 | 49.822.760,77 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 4.179.356,29 | 0,00 | 0,00 | 4.179.356,29 |
| 2. Aktivwert aus Rückdeckungsversicherung | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 4.179.356,29 | 0,00 | 0,00 | 4.179.356,29 | |
| 58.751.673,31 | 866.662,23 | 5.461.883,79 | 54.156.451,75 |
| Buchwerte | ||
|---|---|---|
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
| --- | --- | --- |
| EUR | EUR | |
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene Software | 79.821,90 | 5.747,54 |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 8.603.727,41 | 10.422.795,28 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 61.808,52 | 102.586,22 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.754.519,26 | 501.881,00 |
| 4. Anlagen im Bau | 0,00 | 684.950,18 |
| 10.420.055,19 | 11.712.212,68 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 12.326.528,71 | 12.326.528,71 |
| 2. Aktivwert aus Rückdeckungsversicherung | 572.682,00 | 584.310,00 |
| 12.899.210,71 | 12.910.838,71 | |
| 23.399.087,80 | 24.628.798,93 |
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023
Die Renault Deutschland AG mit Sitz in Köln (bis 06.2023: Brühl) vertreibt als Kommissionärin der Renault s.a.s., Boulogne-Billancourt/Frankreich, Neufahrzeuge der Marken Renault, Dacia und Alpine sowie Teile und Zubehör für die genannten Marken im eigenen Namen und für Rechnung von Renault s.a.s. Seit November 2023 vertreibt sie zudem als Kommissionärin der Ampere s.a.s., Boulogne-Billancourt/Frankreich, Elektro-Neufahrzeuge aus der Renault ElectriCity (Werke Nord-Frankreich). Sie ist zu 60 % eine Tochtergesellschaft der Renault s.a.s., Boulogne-Billancourt/Frankreich, 40 % der Anteile hält die Renault Group BV, Amsterdam/Niederlande. Neben der Belieferung des Renault-, Dacia- und Alpine-Händlernetzes werden auch Direktgeschäfte u. a. mit Autovermietern getätigt.
Wesentliches Eigengeschäft ist der Handel mit Gebrauchtwagen („Buy-Back“-Rückläufern) sowie mit lokalen Ersatzteilen.
Die Renault Deutschland AG ist zu 100 % Muttergesellschaft der Renault Retail Group Deutschland GmbH mit Sitz in Köln (bis 06.2023: Brühl) und Renault Retail Group Spezial-Liegenschaften GmbH mit Sitz in Köln sowie der Sodicam Vertriebs GmbH mit Sitz in Köln (bis 06.2023: Brühl).
Steuerungsindikatoren sind u. a. Absatz, Umsatz und interne Profitabilitätsindikatoren.
Der Markt
Die gesamtwirtschaftliche Lage lässt laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) auch zum Jahreswechsel 2023/24 keine konjunkturelle Erholung erkennen.1 Nach wie vor wirken die erheblichen Kaufkrafteinbußen durch deutlich höhere Energie- und Nahrungsmittelpreise sowie die schwache weltwirtschaftliche Entwicklung im Verbund mit den aktuellen geopolitischen Krisen negativ nach. Dennoch dürfte eine weiter rückläufige Inflation in Kombination mit steigenden Reallöhnen sowie eine auflebende Weltwirtschaft auch den Druck auf die deutsche Wirtschaft verringern und zu einem verhalten positiven, von der Binnenwirtschaft gestützten Trend beitragen. Die einzelnen Sektoren entwickelten sich zuletzt unterschiedlich: Während das produzierende Gewerbe, Industrie und Baugewerbe Produktionsrückgänge vermeldeten, legte der Energiesektor um 3,9 % zu. Die realen Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz schwankten zum Jahresende, auch die Prognosen geben keine klare Richtung vor: ifo und Handelsverband HDE schätzen die Geschäftslage eher ungünstig ein, die Konsumstimmung bei den privaten Haushalten weist hingegen eine eher positive Tendenz auf.1
1 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2024/20240115-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-januar-2024.html
Im deutschen Automobilsektor ergab sich ebenfalls ein uneinheitliches Bild: Obwohl zum Jahresende 2023 die Neuzulassungen bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen im Vergleich zu den Vorjahresmonaten zurückgingen, ergab sich für das Gesamtjahr mit insgesamt 3,11 Millionen Einheiten ein Plus von 7,7 % gegenüber 2022.2 Rund 1,38 Millionen neu registrierte Pkw verfügten über einen alternativen Antrieb - 48,5 % der gesamten Neuzulassungen und 4,8 % mehr als im Jahr 2022. Während die Zahl der gewerblichen Zulassungen für das Gesamtjahr um 12,4 % auf 67,1 % zulegte, gingen die privat registrierten Fahrzeuge um 1,9 % auf insgesamt 32,8 % zurück. Die deutschen Marken legten im abgelaufenen Jahr 2023 überwiegend zu, das Ergebnis bei den Importmarken fällt hingegen unterschiedlich aus: Während neue Player bei reinen Elektrofahrzeugen kräftige Absatzzuwächse vermeldeten, mussten zahlreiche etablierte Importmarken deutliche Rückgänge in Kauf nehmen. Im Ranking der Pkw-Hersteller erreicht Renault mit leicht rückläufigem Marktanteil von jetzt 2,4 % den 13. Platz (2022: 3,1 %). Dacia erzielte trotz des gesamtwirtschaftlich schwierigen Umfelds ein Plus beim Marktanteil auf jetzt 2,4 % gegenüber 2,3 % im Vorjahr. Damit erzielte Dacia im Pkw-Markenranking erneut Platz 14.
2 https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Fahrzeugzulassungen/2024/pm01_2024_n_12_23_pm_komplett.html?snn=3662144&
fromStatistic=4241250&yearFilter=2023&monthFilter=12_Dezember
Gesamtmarkt Personenwagen in Deutschland (Neuzulassungen in Millionen Einheiten)
| 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 3,352 | 3,441 | 3,436 | 3,607 | 2,918 | 2,622 | 2,651 | 2,845 |
Gesamtmarkt Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge* in Deutschland (Neuzulassungen in Millionen Einheiten)
| 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 3,615 | 3,714 | 3,723 | 3,915 | 3,188 | 2,891 | 2,888 | 3,110 |
* bis 2021 mit bis zu 5,0 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, ab 2022 mit bis zu 5,9 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht
Entwicklung der Marken Renault, Dacia und Alpine
Die Renault Group mit den Marken Renault, Dacia und Alpine setzte 2023 insgesamt 155.804 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 5,9 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ab und damit 2,6 % weniger Einheiten als im Vorjahr (2022: 160.034 Einheiten). Zusammengenommen erzielten die Marken einen Marktanteil von 5,01 % nach 5,54 % im Vergleich zum Vorjahr. Die im November 2023 neugegründete Unternehmenseinheit Ampere sollte als erster europäischer Pure Player für Elektrofahrzeuge und Software im Jahr 2024 an die Börse gehen. Da die Marktbedingungen nicht erfüllt sind, wurde der Ampere Börsengang abgesagt.
Die Pkw-Zulassungen der Renault Group gingen mit insgesamt 138.349 Einheiten gegenüber dem Vorjahr geringfügig zurück (2022: 141.590 Einheiten; -2,29 %). Auch der Pkw-Marktanteil sank unter das Vorjahresniveau und erreichte noch 4,86 % nach 5,34 % im Jahr 2022 (-0,48 Prozentpunkte). Ebenso verzeichnete die Renault Group beim Absatz der leichten Nutzfahrzeuge einen Rückgang von 18.444 Zulassungen auf 17.455 neu registrierte Transporter. Dies entspricht einem Marktanteil von 6,57 % nach 7,81 % im Vorjahr und damit einem Minus von 1,24 Prozentpunkten.
Die Marke Renault erzielte 86.586 Pkw- und Nutzfahrzeug-Zulassungen und damit 12,7 % weniger als im Vorjahr (2022: 99.226 Einheiten). Der Marktanteil sank um 0,66 Prozentpunkte auf 2,78 % nach 3,44 % im Jahr zuvor. Deutlich niedriger fielen die Pkw-Neuzulassungen aus: 69.358 Einheiten ergeben ein Minus von 14,3 % und einen Marktanteil von 2,44 % (2022: 80.897 Einheiten, Marktanteil 3,05 %). Bei den rein batterieelektrischen Fahrzeugen verzeichnete Renault 2023 in Deutschland 16.332 Neuzulassungen (einschließlich Twizy), was einem Elektromarktanteil von 3,0 % entspricht.
Bei den leichten Nutzfahrzeugen blieb die Marke Renault ebenfalls leicht unter dem Vorjahresergebnis und erreichte 17.228 Neuzulassungen sowie einen Marktanteil von 6,48 % (2022: 18.329 Einheiten; Marktanteil 7,76 %), was einem Verlust von 1,28 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im Gesamtmarkt der leichten Nutzfahrzeuge behauptet Renault dennoch die Position als stärkste Importmarke.
Dacia entwickelte sich 2023 erneut deutlich besser als die Automobilbranche insgesamt: Mit 68.813 Neuzulassungen bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen legten die Verkäufe der Marke trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds um 13,7 % zu und damit fast doppelt so stark wie der Gesamtmarkt (2022: 60.505). Mit einem Marktanteil von 2,21 % erreichte Dacia gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 0,11 Prozentpunkten, womit sich die Marke vom insgesamt negativen Entwicklungstrend der Importeure absetzt (Marktanteil 2022: 2,10 %). Die Pkw-Verkäufe von Dacia stiegen nach 60.390 Fahrzeugen im Jahr 2022 um 13,6 % auf 68.586 Einheiten. Das entspricht einem Rekordmarktanteil bei den Pkw von 2,41 % (2022: 2,28 %).
Hervorragend entwickelte sich auch die Sportwagenmarke Alpine: Mit 405 Einheiten erreichte sie in Deutschland ein Zulassungsplus von 34 % gegenüber dem Vorjahresergebnis mit 303 neuzugelassenen Fahrzeugen. Die Kaufanträge stiegen um 23 %, womit Alpine historisch volle Auftragsbücher erzielte.
Ertragslage
Der Jahresergebnis 2023 stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,7 Mio. EUR auf 46,7 Mio. EUR.
Die Umsatzerlöse lagen mit 1.427,8 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau (1.470,9 Mio. EUR). Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen zeigt folgendes Bild (in Mio. EUR):
| 2023 | Vorjahr | |
|---|---|---|
| Verkäufe von Neuwagen | 878 | 949 |
| Ersatzteilverkäufe | 137 | 139 |
| Verkäufe von Dienst- und Gebrauchtwagen | 81 | 82 |
| Übrige | 332 | 300 |
| 1.428 | 1.471 |
Diese Entwicklung ist insbesondere auf gesunkene Fahrzeugverkäufe und eine damit einhergehende Verringerung der Kommissionserlöse zurückzuführen.
Die Zulassungen der Pkw und leichten Nutzfahrzeuge der Renault-Gruppe in Deutschland sanken um 2,7 % bzw. 4.230 Einheiten. Der Marktanteil der Gruppe ist auf 5,01 % (2022: 5,54 %) gesunken.
Es handelt sich bei den ausgewiesenen Umsätzen hauptsächlich um Kommissionserlöse, da der Neuwagen- und Teilevertrieb, soweit es sich bei den Teilen nicht um Fremdbezüge handelt, auf Kommissionsbasis erfolgte. Als Umsatzerlöse wird hierbei nur die Kommission, die sowohl eine fixe Provision als auch die Erstattung bestimmter Aufwendungen beinhaltet, ausgewiesen. Die Umsatzerlöse beinhalten auch die Vertriebskosten, die im Rahmen der variablen Kommission an den Kommittenten weiterbelastet wurden.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 12,2 Mio. EUR auf 6,4 Mio. EUR (Vorjahr: 18,6 Mio. EUR).
Der Materialaufwand stieg um 45,3 Mio. EUR auf 454,1 Mio. EUR. Ursächlich hierfür sind der Anstieg der Aufwendungen für Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren um 16,1 Mio. EUR sowie die Erhöhung der Aufwendungen für bezogene Leistungen um 29,3 Mio. EUR.
Der Personalaufwand stieg um 0,2 Mio. EUR auf 43,1 Mio. EUR (Vorjahr: 42,9 Mio. EUR).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um 126,0 Mio. EUR und belaufen sich nun auf 850,3 Mio. EUR (Vorjahr: 976,3 Mio. EUR). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus einer Zuführung von Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen im Händlernetz im Vorjahr in Höhe von 79,4 Mio. EUR. Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen wird der überwiegende Teil (732,9 Mio. EUR) im Rahmen der Kommission für Neuwagen an Renault s.a.s. und Ampere s.a.s. weiterbelastet.
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen beliefen sich auf 17,1 Mio. EUR.
Die Zinsaufwendungen erhöhten sich um 21,3 Mio. EUR auf 41,5 Mio. EUR. Die Zinserträge betrugen 16,3 Mio. EUR.
Das Finanzergebnis (Saldo aus Zinsaufwendungen und Zinserträgen sowie Erträgen aus Ergebnisabführung) beträgt -8,1 Mio. EUR (Vorjahr 2,3 Mio. EUR).
Der Aufwand aus Ertragsteuern belief sich auf 31,0 Mio. EUR und stieg somit um 6,0 Mio. EUR. Dieser Anstieg ist auf das höhere Ergebnis vor Steuern von 77,7 Mio. EUR (Vorjahr: 63,1 Mio. EUR) zurückzuführen. Gegenläufig enthalten sind 2,2 Mio. EUR an latentem Steuerertrag als Folge der Veränderung der aktiven latenten Steuern.
Vermögenslage
In Sachanlagen wurden 1,1 Mio. EUR investiert.
Die Summe der Vorräte stieg um 2,8 Mio. EUR (+40,8 %) auf 9,8 Mio. EUR. Der Grund dafür war im Wesentlichen der Anstieg des Gebrauchtwagenbestandes.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stiegen um 76,9 Mio. EUR auf 747,2 Mio. EUR. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 0,5 Mio. EUR und die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 96,1 Mio. EUR. Dabei ist besonders ein Anstieg der Forderungen gegen die Renault S.A. aus Cash-Pooling (+111,6 Mio. EUR) maßgeblich. Die sonstigen Vermögensgegenstände sanken um 19,6 Mio. EUR. Dies resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Forderung gegen das Finanzamt aus Vorsteuer.
Das Eigenkapital stieg um 3,0 Mio. EUR. Ursächlich hierfür waren der Jahresüberschuss von 46,7 Mio. EUR sowie gegenläufig die Dividendenausschüttung in Höhe von 43,7 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote veränderte sich von 11,0 % auf 10,2 %.
Die Rückstellungen lagen mit 609,6 Mio. EUR um 99,1 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau, was insbesondere auf einen Anstieg der sonstigen Rückstellungen zurückzuführen ist. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus höheren Zuführungen für Verkaufsförderungen und Boni.
Die Verbindlichkeiten sanken zum Bilanzstichtag um 21,0 Mio. EUR auf 110,2 Mio. EUR. Dabei verringerten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 4,2 Mio. EUR, die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 9,7 Mio. EUR und die sonstigen Verbindlichkeiten um 7,1 Mio. EUR.
Finanzlage
Es bestanden wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.
Der täglich praktizierte Finanzausgleich (Cash-Pooling und Konzernverrechnung) garantiert eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen. Durch die Zentralisierung der Finanzwirtschaft übernimmt die französische Muttergesellschaft die Verpflichtung, im Rahmen der Konzernfinanzierung für eine möglichst kostengünstige und betragsmäßig stets ausreichende Deckung des Finanzbedarfs der Gesellschaften der Renault-Gruppe in Deutschland zu sorgen. Von Änderungen bei den marktüblichen Kreditkonditionen (z.B. Währungsrisiko) oder einer Einstufung der Kreditwürdigkeit durch Ratings ist die Gesellschaft daher nicht unmittelbar betroffen. Die Zinsen auf Cash-Pooling-Guthaben werden auf Basis des positiven monatlichen arithmetischen Mittels des €STR (Euro Short-Term Rate) berechnet. Bei negativem €STR wird auf eine negative Zinsbelastung jedoch verzichtet. Im Jahr 2023 resultierte aus der Position der Renault Deutschland AG im Cash-Pool ein Zinsergebnis von 15,9 Mio. EUR.
Im Rahmen des Factorings mit der RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland, Neuss, und der Deutschen Bank AG, Köln, wurden wesentliche Teile der Forderungen aus Fahrzeug- und Ersatzteilverkäufen zum Zwecke der Risikominimierung und Liquiditätsverbesserung veräußert.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 151,1 Mio. EUR (Vorjahr: 163,3 Mio. EUR) setzt sich im Wesentlichen aus der Zunahme der Rückstellungen (99,1 Mio. EUR), dem Jahresergebnis (46,7 Mio. EUR), der Abnahme der Forderungen exklusive Cash-Pool-Forderungen (15,1 Mio. EUR), der Abnahme der sonstigen Vermögensgegenstände (19,6 Mio. EUR) sowie der Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und gegen verbundene Unternehmen (-13,9 Mio. EUR) und der sonstigen Verbindlichkeiten (-7,1 Mio. EUR) zusammen.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 4,1 Mio. EUR ergibt sich aus Verkaufserlösen (5,2 Mio. EUR) sowie gegenläufig Investitionen in Sachanlagen (-1,1 Mio. EUR) (2022: -0,9 Mio. EUR).
Aus der Finanzierungstätigkeit ergibt sich aufgrund von Dividendenzahlungen ein Cashflow in Höhe von -43,7 Mio. EUR (Vorjahr: -27,1 Mio. EUR).
Der Finanzmittelfond wuchs erfreulicherweise um 111,6 Mio. EUR auf 518,4 Mio. EUR und setzt sich wie im Vorjahr aus den liquiden Mitteln und den Forderungen aus dem Cash-Pool zusammen. Die wesentlichen Veränderungen erfolgten hierbei bei den Cash-Pool-Forderungen (+111,6 Mio. EUR).
Risikobericht
Der Vorstand ist für die Einrichtung und Wirksamkeit eines angemessenen Risikomanagementsystems verantwortlich.
Das Risikomanagementsystem der Renault Deutschland AG ist in die Aufbau- und Ablauforganisation integriert. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement liegt beim Vorstand. Die Abteilungsleiter der einzelnen Direktionen sind Risikomanagement-Beauftragte und für die Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung und -kommunikation in ihrem Bereich verantwortlich.
Als wesentliche mögliche Risiken hat die Gesellschaft das Risiko des Zahlungsausfalles im Händlernetz, Sicherheitsrisiken im IT-Bereich sowie das Risiko der Mitarbeiter-Fluktuation identifiziert und entsprechende Maßnahmen getroffen.
Zur Vermeidung von Zahlungsausfallrisiken werden wesentliche Teile der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an die RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland, Neuss, und an die Deutsche Bank AG, Köln, im Rahmen eines echten Factorings veräußert. Darüber hinaus werden Bonität und Zahlungsverhalten der Kunden ständig überwacht.
Im Bereich Informationstechnik hat die Gesellschaft Sicherungskonzepte entwickelt, die sich auf Mitarbeiter, Organisation, Anwendungen, Systeme und Netzwerk beziehen.
Es gibt für die Mitarbeiter unternehmensweite Richtlinien für den Umgang mit elektronischen Informationen sowie Regelungen zur sicheren Nutzung von Informationssystemen. Dies wird durch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter vertieft. Technische Schutzmaßnahmen wie der Einsatz von Virenscannern, Firewall-Systemen, Zugangs- und Zugriffskontrollen dienen ebenfalls der Verminderung von IT-Risiken.
Aufgrund des mit der Muttergesellschaft bestehenden Cash-Pooling- und Konzernverrechnungsverfahrens bestehen beträchtliche Forderungen, die 64,6 % (Vorjahr: 56,4 %) der Bilanzsumme ausmachen. Da unsere Gesellschaft nicht über eigene externe Kreditlinien z. B. bei Banken verfügt, ist die Aufrechterhaltung ihrer jederzeitigen Zahlungsfähigkeit in besonderem Maße von der Funktionsfähigkeit des beschriebenen Konzern-Cash-Pools und damit im Bedarfsfall von der schnellen Realisierbarkeit der hieraus akkumulierten Cash-Pool-Forderungen abhängig.
Tatsächliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Ausblick
Wie erwartet, war 2023 von einem Marktwachstum geprägt und lag sogar etwas über den Prognosen der Renault Group Deutschland.
Zwar hat Dacia seinen Marktanteil (+0,11 Prozentpunkte) und damit seine Zahl der Zulassungen entsprechend den Prognosen leicht erhöht, doch hat Renault einen Rückgang seines Marktanteils (-0,66 Prozentpunkte) verzeichnet. Ein großer Teil dieser Senkung hängt mit dem Rückgang der Verkäufe von Elektroautos zusammen, der auf die Reduzierung der staatlichen Subventionen (BAFA Prämie) zurückzuführen war, bis sie unerwartet Mitte Dezember vollständig eingestellt wurde.
Trotz des rückläufigen Absatzes von Elektrofahrzeugen konnte die Renault Group ihre CO2 -Emissionsziele (CAFE-Normen) erreichen.
Der Krieg in der Ukraine hat den Geschäftsverlauf des Jahres 2023 der Renault Deutschland AG letztendlich wenig betroffen. Die hohe Inflation konnte durch Sparmaßnahmen und erfolgreiche Einkaufsstrategien kompensiert werden.
Mitte des Jahres erfolgte der Umzug der Renault Deutschland AG in ein neues Büro in Köln-Mülheim. Der Bau eines neuen Gebäudes für die Renault Academy in Wesseling hat begonnen: Die Sale-and-Lease-Back-Operation für den Standort Brühl und das Ersatzteillager ist noch im Gange.
Trotz einer Senkung der Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr konnte die Renault Group in Deutschland wie geplant die Profitabilität weiter steigern, indem sie sich weiterhin auf den Verkauf auf den profitabelsten Kanälen konzentriert (Privatkunden), und dank eines sparsamen Managements der Verkaufsförderungen und einer Beschränkung der Fixkosten.
Die tatsächliche Absatzsteigerung war mit 2% niedriger ausgefallen als die für 2023 prognostizierten Absatzsteigerungen von 18 % und dementsprechend ist der Umsatz weniger stark gestiegen als erwartet.
So stieg das Nettoergebnis vor Steuern erneut auf 77,7 Mio. € (gegenüber 63,1 Mio. € im Jahr 2022).
Ausblick und Chancen 2024
Insgesamt erwartet die Renault Group in Deutschland für 2024 ein leichtes Wachstum des Automobilmarktes. Dadurch dürften sich die Neuzulassungen in 2024 insgesamt positiv entwickeln, vor allem dank zahlreicher Lancierungen neuer Modelle oder Facelifts sowohl für die Marke Renault (R5 E-Tech, Symbioz, Master, Scenic E-Tech, Captur Phase 2, Arkana Phase 2) als auch für die Marke Dacia (new Spring, Logan, new Duster) und Alpine (A290).
Angesichts des hohen Bestands an Neufahrzeugen auf dem Markt und besonders bei einigen Wettbewerbern, dem Ende der Subventionen für Elektrofahrzeuge, erwarten wir einen stärkeren Wettbewerb mit höheren Rabatten und/oder Preissenkungen. Wir haben bereits Ende 2023 diese Zunahme der kommerziellen Aggressivität auf dem Markt festgestellt.
Der Krieg in der Ukraine und seine Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft, insbesondere die Öl- und Gasmärkte betreffend, das schwache Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und die fragliche Steigerung der Exporte, bleiben ein Risikofaktor. Im Hinblick auf die Finanzierungslage der Renault Deutschland AG gibt es weiterhin keine signifikanten Auswirkungen, sodass die Liquidität unverändert über den Konzern-Cash-Pool gegeben ist.
Die Sale-and-Lease-Back Operation für ihr Ersatzteilelager in Brühl soll im Frühjahr 2024 abgeschlossen sein. Die Übergabe des neuen Gebäudes für die Renault Academy in Wesseling ist für Ende 2024 geplant.
Die vorgeschriebenen CO2 -Grenzwerte erwartet die Renault Group aufgrund der konsequenten Elektrifizierung der Modellpalette auch in 2024 zu erreichen. Vor allem der Renault Megane E-TECH Electric, der Scenic E-TECH, der ZOE, der Twingo Electric und der Dacia Spring dürften dabei wichtige Impulse setzen.
Wir werden unsere Strategie zur Verbesserung der Profitabilität fortsetzen, indem wir uns auf die profitabelsten Vertriebskanäle konzentrieren und Kürzungen der Verkaufsmittel vornehmen. Preissenkungen sind auch geplant, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und so das Volumenwachstum sicherzustellen. Natürlich behalten wir die hohe Volatilität des Marktes und die Reaktionen unserer Wettbewerber im Auge, um unser kommerzielles Angebot gegebenenfalls anzupassen.
Darüber hinaus setzt sich die Umorganisierung des Händlernetzes fort, dessen Vertrag mit Renault Deutschland AG in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 flächendeckend gekündigt worden ist. Sie wird mit der Einführung des neuen Vertrages Ende 2024 fertiggestellt. Im Rahmen dieser Umorganisierung wurden unter anderem die Vermarktungskonditionen neu definiert, wodurch wir eine Verbesserung der Profitabilität des Herstellers planen.
Insgesamt erwarten wir auf Basis dieser Annahmen im Jahr 2024 eine starke Erhöhung des Absatzes (+13 %) und Umsatzes im zweistelligen Prozentbereich sowie eine leichte erhöhte Profitabilität.
Erklärung zur Unternehmensführung
Mit Aufsichtsratsbeschluss vom 23. April 2018 wurden die Zielgrößen gemäß § 111 Abs. 5 Satz 1 AktG für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und im Vorstand der Gesellschaft auf jeweils 17 % festgelegt. Darüber hinaus legte der Vorstand mit Beschlussfassung vom 8. März 2018 die Zielgrößen gemäß § 76 Abs. 4 AktG für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands auf 25 % und für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands auf 19 % fest. Diese Angaben galten für die Zeit bis zum 30. Juni 2022. Bislang wurde kein neuer Beschluss gefasst.
Mit Stand 31. Dezember 2023 ergab sich für den Aufsichtsrat ein Frauenanteil von 33 %. Mithin wurde das gesetzte Ziel im Aufsichtsrat erreicht. Der Frauenanteil im Vorstand betrug zum 31. Dezember 2023 0 %. Da keine vakanten Positionen mit passenden Profilen von Frauen besetzt werden konnten, konnte das Ziel im Geschäftsjahr 2023 noch nicht erreicht werden.
Zum 31. Dezember 2023 betrug der Frauenanteil für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands 57 %. Das gesetzte Ziel wurde somit erfüllt.
Zum 31. Dezember 2023 betrug der Frauenanteil für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands 38 %. Das gesetzte Ziel wurde somit erfüllt.
Beziehungen zu verbundenen Unternehmen
Der Vorstand hat den gemäß § 312 Aktiengesetz erforderlichen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt und mit folgender Schlusserklärung versehen:
"Mit der Ausnahme einer unentgeltlichen Nutzungsüberlassung an ein 100%iges Tochterunternehmen, mit dem ein Gewinnabführungsvertrag besteht, hat unsere Gesellschaft nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und wurde dadurch nicht benachteiligt. Bei der vorstehend umschriebenen unentgeltlichen Leistung erfolgt der Nachteilsausgleich im Wege der um die fehlende Gegenleistung erhöhten Gewinnabführung."
Köln, den 17.05.2024
Renault Deutschland AG
- Der Vorstand -
Markus Siebrecht
Pierre Pourcel
Emmanuel Guiffault
Michael Löhe
Thilo Schmidt
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Renault Deutschland AG, Köln:
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Renault Deutschland AG - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Renault Deutschland AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt „Sonstige Informationen“ unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| • | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und |
| • | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt „Sonstige Informationen“ genannten Bestandteile des Lageberichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts:
| • | die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), auf die im Lagebericht Bezug genommen wird |
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen:
| • | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| • | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| • | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| • | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| • | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| • | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| • | beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| • | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens. |
| • | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, 17. Mai 2024
**Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft**
Heiko Wittig, Wirtschaftsprüfer
Jens Esser, Wirtschaftsprüfer
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat laufend über die Entwicklung und die Lage des Unternehmens sowie über wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichtet.
Die Berichte waren Gegenstand eingehender Beratungen in den Aufsichtsratssitzungen und bildeten die Grundlage für die durchgeführte Überwachung der Geschäftsführung. Anlass zu Beanstandungen hat es nicht gegeben.
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und der Lagebericht sind unter Einbeziehung der Buchführung von der durch die letzte ordentliche Hauptversammlung zum Abschlussprüfer gewählten Mazars GmbH & Co. KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Düsseldorf, geprüft worden. Sie hat den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.
Im Falle des Berichts über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 trägt der Vermerk folgenden Wortlaut:
"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Renault Deutschland AG nicht unangemessen hoch war.“
Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Er schließt sich dem Ergebnis der Abschlussprüfung an und erhebt auch nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen.
Der Aufsichtsrat billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, der nach § 172 Aktiengesetz festgestellt ist.
Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließt sich der Aufsichtsrat an.
Köln, 03. Juli 2024
Nina Fuhr
Im Auftrag von Laurent Renard, Vorsitzender des Aufsichtsrats