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Renault Audit Report / Information 2019

Oct 23, 2020

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Audit Report / Information

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Publication

Renault Deutschland AG

Brühl

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Renault Deutschland AG

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Renault Deutschland AG, Brühl, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Renault Deutschland AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Düsseldorf, 22. April 2020

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Rukes, Wirtschaftsprüfer

Kamann, Wirtschaftsprüferin

Bilanz zum 31. Dezember 2019

Aktiva

31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR
--- --- ---
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 12.716,11 30.909,55
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 12.605.774,93 12.197.366,28
2. Technische Anlagen und Maschinen 257.359,93 300.901,73
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 711.581,24 571.364,85
4. Anlagen im Bau 2.296,01 209.162,71
13.577.012,11 13.278.795,57
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 12.326.528,71 12.326.528,71
2. Aktivwert aus Rückdeckungsversicherung 776.673,00 855.564,00
13.103.201,71 13.182.092,71
26.692.929,93 26.491.797,83
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Hilfs- und Betriebsstoffe 83.263,09 119.279,48
2. Waren 10.474.052,73 11.577.387,41
10.557.315,82 11.696.666,89
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.014.225,47 4.348.233,53
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 649.322.920,33 614.692.171,59
3. Sonstige Vermögensgegenstände 84.021.267,77 59.984.083,16
737.358.413,57 679.024.488,28
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 94.540,54 29.580,66
748.010.269,93 690.750.735,83
C. Rechnungsabgrenzungsposten 64.214,25 918.960,91
D. Aktive latente Steuern 19.068.780,66 16.547.780,66
793.836.194,77 734.709.275,23

Passiva

31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR
--- --- ---
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 10.655.322,80 10.655.322,80
II. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 1.065.532,28 1.065.532,28
2. Andere Gewinnrücklagen 20.742,80 20.742,80
1.086.275,08 1.086.275,08
III. Bilanzgewinn 52.005.742,68 34.848.154,54
63.747.340,56 46.589.752,42
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 46.006.893,00 42.795.414,00
2. Steuerrückstellungen 17.373.610,90 16.128.391,98
3. Sonstige Rückstellungen 499.076.215,85 472.591.182,62
562.456.719,75 531.514.988,60
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 51.800.125,05 53.611.097,77
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 76.092.715,90 66.532.137,33
3. Sonstige Verbindlichkeiten 39.739.293,51 36.342.187,44
davon aus Steuern EUR 18.825.058,66 (Vorjahr: EUR 18.226.817,06)
167.632.134,46 156.485.422,54
D. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 119.111,67
793.836.194,77 734.709.275,23

Gewinn- und Verlustrechnung für 2019

2019 2018
EUR EUR
--- --- ---
1. Umsatzerlöse 1.783.208.964,59 1.710.841.123,25
2. Sonstige betriebliche Erträge 7.569.256,13 5.744.161,50
1.790.778.220,72 1.716.585.284,75
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 209.471.717,41 233.504.391,32
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 309.671.858,46 290.055.231,05
519.143.575,87 523.559.622,37
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 35.318.006,84 35.090.332,52
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 5.272.323,82 8.153.388,46
davon für Altersversorgung EUR 315.059,98 (Vj. EUR 3.325.174,34)
40.590.330,66 43.243.720,98
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.183.884,77 1.160.363,98
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.162.620.465,63 1.083.060.941,16
67.239.963,79 65.560.636,26
7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 14.889,50 5.000,00
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 88.177,90 42.694,08
9. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 1.737.922,37
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 29.351.943,12 28.548.472,53
davon an verbundene Unternehmen EUR 21.319.146,25 (Vj. EUR 20.358.886,10)
davon aus Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen EUR 7.109.888,00 (Vj. EUR 6.432.892,00)
davon Aufwendungen aus der Abzinsung sonstiger Rückstellungen EUR 24.688,00 (EUR 33.222,00)
-29.248.875,72 -30.238.700,82
11. Ergebnis vor Steuern 37.991.088,07 35.321.935,44
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12.898.889,25 21.087.316,60
13. Ergebnis nach Steuern 25.092.198,82 14.234.618,84
14. Sonstige Steuern 57.090,68 40.888,68
15. Jahresüberschuss 25.035.108,14 14.193.730,16
16. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 26.970.634,54 20.654.424,38
17. Bilanzgewinn 52.005.742,68 34.848.154,54

Anhang für das Geschäftsjahr 2019

Allgemeine Hinweise

Sitz der Renault Deutschland AG ist Brühl. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 43252 im Register des Amtsgerichts Köln eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden wird von dem Grundsatz der Unternehmensfortführung ausgegangen (Going-Concern-Prinzip gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB). Die starken gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Restriktionen, die sich aus der Ausbreitung des Coronavirus (Covid-19) in Deutschland seit Ende Februar 2020 ergeben haben (z. B. Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, temporäre Geschäftsschließungen, Umsatzeinbußen), haben unmittelbar und mittelbar auch Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit unserer Gesellschaft. Bei der Einschätzung über die Fähigkeit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit haben wir unterstellt, dass die durch staatliche Institutionen initiierten Maßnahmenpakete zur Eindämmung des Coronavirus sowie zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen hinreichend schnell und umfassend die beabsichtigten Erfolge zeigen werden; außerdem gehen wir nach Abstimmung mit dem obersten Mutterunternehmen davon aus, dass die dort vorhandenen nicht entziehbaren Kreditlinien ausreichen werden, die Liquiditätsversorgung unserer Gesellschaft über den Konzern-Cash-Pool auch im Falle mehrmonatiger Beeinträchtigungen durch die Pandemie sicherstellen zu können. In der Gesamteinschätzung ist daher anzunehmen, dass unsere Gesellschaft ihre Geschäftstätigkeit fortführen kann.

Realisations- und Imparitätsprinzip wurden beachtet, Vermögensgegenstände sind grundsätzlich höchstens zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet.

Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer über drei Jahre um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Dabei werden die Abschreibungen grundsätzlich zeitanteilig nach der linearen Methode vorgenommen.

Seit dem Jahr 2018 werden geringwertige Wirtschaftsgüter („GWG“) bis zu einem Anschaffungspreis von 800 EUR im Jahr der Anschaffung sofort als Aufwand erfasst.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten beziehungsweise mit ihrem niedrigeren beizulegenden Wert unter Berücksichtigung von außerplanmäßigen Abschreibungen bilanziert. Die Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen sind zu den vom Versicherer mitgeteilten Werten zum Bilanzstichtag angesetzt.

Hilfs- und Betriebsstoffe werden nach der FiFo-Methode unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Waren (Dienst- und Gebrauchtwagen, Ersatzteile) werden grundsätzlich mit den einzelnen Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Unter Berücksichtigung der Verkaufserlöse der Vergangenheit sowie der Marktwerte zum Bilanzstichtag wurden Wertberichtigungen für Fahrzeuge in angemessener Höhe gebildet. Bestandsrisiken der Teile, die sich aus verminderter Verkaufsfähigkeit und aus der Lagerdauer ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Positionen ist durch die Bildung angemessener Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Liquide Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, sofern sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen.

Latente Steuern

Nach dem bilanzorientierten Temporary-Konzept wurden auf sämtliche Bewertungsdifferenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz latente Steuern berechnet. Gemäß dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 3 HGB werden die latenten Steuern saldiert ausgewiesen.

Das Gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Pensionsrückstellungen

Es wurden Rückstellungen für unmittelbare und mittelbare Pensionsverpflichtungen bilanziert. Es wird das Ansatzwahlrecht der Bilanzierung mittelbarer Pensionsverpflichtungen in Anspruch genommen. Das bedeutet, dass die Pensionsrückstellungen in Höhe des Unterschiedsbetrages zwischen den Versor-gungsverpflichtungen und dem vorhandenen Kassenvermögen bei der Konzern-Unterstützungskasse der Renault Deutschland AG bilanziert werden. Die pensionsfähigen Bezüge werden mit dem voraussichtlichen Stand am Bilanzstichtag kalkuliert.

Die Pensionsrückstellungen werden nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Als Rechnungszinsfuß wird gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB ein Zinssatz von 2,71 % (Vorjahr: 3,21 %) zugrunde gelegt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt nach dem PUC-Verfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) unter Berücksichtigung einer Finanzierung ab Beginn des Dienstverhältnisses, das sich bei Annahme einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.

Beim PUC-Verfahren wird der Barwert erwarteter künftiger Zahlungen ermittelt, die erforderlich sind, um die aufgrund von Arbeitnehmerleistungen bis zum Bilanzstichtag entstandenen Verpflichtungen abgelten zu können. Für diese Ermittlung wurde der durchschnittliche Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Jahren verwendet.

Außerdem wurden der Bewertung folgende Annahmen zugrunde gelegt:

31.12.2019 31.12.2018
Gehaltserhöhungen 2,50 % p. a. 2,50 % p. a.
Rentenanpassungen 1,60 % p. a. 1,60 % p. a.
Erhöhungen der Beitragsbemessungsgrenze 2,00 % p. a. 2,00 % p. a.
Fluktuationsrate (Alter bis 50 Jahre) 2,62 % p. a. 2,62 % p. a.
Fluktuationsrate (Alter über 50 Jahre) 0,00 % p. a. 0,00 % p. a.

Ferner dienten für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen als biometrische Rechnungsgrundlagen die „Richttafeln 2018 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck.

Die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Für erwartete Verluste aus Rücknahmeverpflichtungen sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, sofern sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen.

Die Umsatzerlöse enthalten im Wesentlichen Kommissionserlöse sowie Erlöse aus dem Verkauf von Fahrzeugen. Die Umsatzerlöse werden zum Zeitpunkt der Veräußerung an den Kunden periodengerecht nach dem Realisationsprinzip erfasst.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung beziehungsweise zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

Zinsaufwendungen und -erträge werden entsprechend ihrer Entstehung erfasst. Gemäß § 277 Abs. 5 HGB wurden wie in den Vorjahren Aufwendungen aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen und der ATZ-Rückstellung unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" erfasst.

Kommissionsgeschäft

Die Renault Deutschland AG wickelt die Neuwagen- und Ersatzteilverkäufe der Marken Renault, Dacia und Alpine im Wesentlichen als Kommissionär für die Renault s.a.s., Boulogne-Billancourt/Frankreich, ab. Die Kommission, die als Vergütung für diese Tätigkeit gewährt wird, beinhaltet neben einem fixen Teil auch einen variablen Teil, der zur Deckung der Kosten von Verkaufsförderungsaktionen dient.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt, der dem Anhang als Anlage beigefügt ist.

Umlaufvermögen

Die Warenbestände der Renault Deutschland AG sind gegenüber dem Vorjahr (11.577 TEUR) auf 10.474 TEUR gesunken. Der Fahrzeugbestand beträgt 8.381 TEUR (Vorjahr: 9.153 TEUR). Im Übrigen handelt es sich um Teile im Wert von 579 TEUR (Vorjahr: 603 TEUR) sowie um sonstige Warenbestände wie Werbematerial und Kfz-Briefe in Höhe von 1.515 TEUR (Vorjahr: 1.821 TEUR).

Bei den Hilfs- und Betriebsstoffen im Wert von 83 TEUR (Vorjahr: 119 TEUR) handelt es sich um Heizöl und Kraftstoffe sowie um Verpackungsmaterial.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit 649.323 TEUR (Vorjahr: 614.692 TEUR) bestehen 484.522 TEUR (Vorjahr: 467.518 TEUR) gegen den Cash-Pool-Führer Renault S.A., Boulogne-Billancourt/Frankreich, bei einem Kreditinstitut. Die restlichen Forderungen gegen verbundene Unternehmen von 164.801 TEUR (Vorjahr: 147.174 TEUR) resultieren aus dem Liefer- und Leistungsverkehr und betreffen mit 151.584 TEUR (Vorjahr: 137.230 TEUR) den Gesellschafter Renault s.a.s., Boulogne-Billancourt/Frankreich.

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 84.021 TEUR (Vorjahr: 59.984 TEUR) enthalten Forderungen gegen den Gesellschafter Renault s.a.s., Boulogne-Billancourt/Frankreich, aus Buy-Back-Geschäften von 32.728 TEUR (Vorjahr: 20.403 TEUR). Da diese rechtlich noch nicht entstanden sind, werden sie unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen. Bei den restlichen Vermögensgegenständen handelt es sich im Wesentlichen um eine Forderung gegen das Finanzamt aus Vorsteuer in Höhe von 49.683 TEUR (Vorjahr: 35.974 TEUR) sowie sonstige Forderungen, ausstehende Gutschriften von Lieferanten und debitorische Kreditoren in Höhe von 1.611 TEUR (Vorjahr: 3.607 TEUR).

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Aktive latente Steuern

Es wurde ein aktiver latenter Steuerüberhang in Höhe von 19.069 TEUR (Vorjahr: 16.548 TEUR), der auf Bewertungsdifferenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz ermittelt wurde, aktiviert. Es handelt sich hierbei insbesondere um Unterschiede bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen sowie bei Rückstellungen für Werbebeteiligungen. Dabei werden bei der Renault Deutschland AG nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten einbezogen, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen. Die Berechnung erfolgte mit einem Steuersatz von 31,83 %. Die latenten Steuern beruhen auf folgenden Sachverhalten:

Sachverhalt Differenz zur Steuerbilanz Aktive latente Steuern (+) / Passive latente Steuern (-)
TEUR TEUR
--- --- ---
Anlagevermögen 77 25
Vorratsvermögen 185 59
Pensionsrückstellung/ATZ 35.710 11.366
Sonstige Rückstellungen 16.199 5.156
Differenzen der Organgesellschaften 7.737 2.463
Total 59.908 19.069

Die in der Bilanz ausgewiesenen aktiven latenten Steuern unterliegen gemäß § 268 Abs. 8 HGB einer Ausschüttungssperre.

Eigenkapital

Das Grundkapital der Renault Deutschland AG beträgt 10.655 TEUR und ist in 20.840 Stückaktien aufgeteilt. Bei den Aktien handelt es sich um Namensaktien.

Zu der am Stichtag bestehenden Ausschüttungssperre in Höhe von 28.425 TEUR verweisen wir auf die vorstehenden Ausführungen zu den aktiven latenten Steuern (19.069 TEUR) sowie auf den untenstehenden Unterschiedsbetrag aus der Pensionsrückstellung (9.356 TEUR).

In der ordentlichen Hauptversammlung vom 17. Juni 2019 wurde beschlossen, eine Dividende in Höhe von 7.878 TEUR auszuschütten. Der darüber hinaus gehende Anteil des Bilanzgewinns zum 31. Dezember 2018 wurde in Höhe von 26.971 TEUR auf neue Rechnung vorgetragen.

Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betragen 46.007 TEUR (Vorjahr: 42.795 TEUR). Die Pensionsverpflichtungen in Höhe von 73.062 TEUR (Vorjahr: 68.027 TEUR) wurden mit dem beizulegenden Zeitwert des Vermögens bei der Unterstützungskasse Deutsche Renault AG e.V., Brühl, von 27.055 TEUR (Vorjahr: 25.231 TEUR) saldiert. Die Anschaffungskosten entsprechen dem ausgewiesenen Wert. Der Unterschiedsbetrag, der nach § 253 Absatz 6 HGB ermittelt wurde, beträgt 9.356 TEUR und unterliegt einer Ausschüttungssperre.

Die Steuerrückstellungen in Höhe von 17.374 TEUR (Vorjahr: 16.128 TEUR) betreffen Körperschaftsteuer 4.074 TEUR (Vorjahr: 2.633 TEUR), Gewerbesteuer 3.634 TEUR (Vorjahr: 3.747 TEUR) und Solidaritätszuschlag 224 TEUR (Vorjahr: 145 TEUR) für das Jahr 2019 sowie steuerliche Risiken aus der steuerlichen Abschlussprüfung 2011 - 2014 in Höhe von 9.442 TEUR (Vorjahr: 9.604 TEUR).

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von 499.076 TEUR (Vorjahr: 472.591 TEUR) betreffen überwiegend Rückstellungen für Verkaufsförderungen und Boni für Fahrzeuge im Netzbestand und für Händler 427.965 TEUR (Vorjahr: 404.764 TEUR), Restrukturierungskosten für das Händlernetz 36.131 TEUR (Vorjahr: 37.416 TEUR) sowie drohende Verluste aus Buy-Back-Geschäften 32.728 TEUR (Vorjahr: 20.403 TEUR).

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeitenspiegel

Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit von 1-5 Jahren Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamtbetrag
TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- ---
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 51.800 0 0 51.800
(Vorjahr) (53.611) (0) (0) (53.611)
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 76.093 0 0 76.093
(Vorjahr) (66.532) (0) (0) (66.532)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 39.739 0 0 39.739
(Vorjahr) (36.342) (0) (0) (36.342)
davon aus Steuern 18.825 0 0 18.825
(Vorjahr) (18.227) (0) (0) (18.227)
167.632 0 0 167.632
(156.485) (0) (0) (156.485)

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte aus der Lieferung von Hilfs- und Betriebsstoffen sowie von Waren.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren wie im Vorjahr im Wesentlichen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 39.739 TEUR (Vorjahr: 36.342 TEUR) enthalten größtenteils Umsatzsteuerverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten gegenüber Händlern aus Verkaufsförderungsmaßnahmen.

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestanden am Bilanzstichtag nicht.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen zeigt folgendes Bild (in Mio. EUR):

2019 Vorjahr
Verkäufe von Neuwagen 1.183 1.121
Ersatzteilverkäufe 137 133
Verkäufe von Dienst- und Gebrauchtwagen 119 140
Übrige 344 317
1.783 1.711

Die Umsatzerlöse entfallen wie im Vorjahr hauptsächlich auf die Bundesrepublik Deutschland. In den übrigen Umsatzerlösen sind insbesondere Erträge aus weiterbelasteten Garantieleistungen und Erträge aus Transportdienstleistungen enthalten.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 7.569 TEUR (Vorjahr: 5.744 TEUR) setzen sich zum größten Teil aus Auflösungen von Rückstellungen sowie Erträgen aus Dienstwagenüberlassungen zusammen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 1.162.620 TEUR (Vorjahr: 1.083.061 TEUR) sind im Wesentlichen Aufwendungen für Beihilfen und Zuschüsse an Händler, Werbeaufwendungen, Fremdarbeiten, Frachtkosten, Zuführungen zu sonstigen Rückstellungen, Mietaufwendungen und Beratungskosten zusammengefasst. Von dem Gesamtbetrag wurden 1.060.878 TEUR (Vorjahr: 977.054 TEUR) im Rahmen der Kommissionsverträge an Renault s.a.s., Boulogne-Billancourt/Frankreich, weiterbelastet. Der entsprechende Ertrag ist als Kommissionsprovision in den Umsatzerlösen enthalten.

Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

Periodenfremde Erträge resultieren aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 5.363 TEUR (Vorjahr: 3.624 TEUR). Wesentliche periodenfremde Aufwendungen sind in 2019 nicht angefallen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In 2019 wurden insgesamt 12.899 TEUR (Vorjahr: 21.087 TEUR) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag gebucht, davon Körperschaftsteuer 6.859 TEUR (Vorjahr: 7.643 TEUR), Gewerbesteuer 8.183 TEUR (Vorjahr: 8.738 TEUR), Solidaritätszuschlag 377 TEUR (Vorjahr: 420 TEUR), Zuführung zur Rückstellung für steuerliche Risiken 0 TEUR (Vorjahr: 9.054 TEUR) und 2.521 TEUR (Vorjahr: 4.767 TEUR) als Ertrag aus der Veränderung der aktiven latenten Steuern, welche auf das Jahr 2019 entfallen.

Sonstige Steuern

In den sonstigen Steuern sind im Wesentlichen Aufwendungen für die Grundsteuer von 55 TEUR (Vorjahr: 40 TEUR) enthalten.

Sonstige Angaben

Außerbilanzielle Geschäfte

Es bestehen zum 31. Dezember 2019 Rücknahmeverpflichtungen aus Buy-Back-Geschäften für Kraftfahrzeuge gegenüber Autovermietern und anderen Großabnehmern in Höhe von 132.332 TEUR (Vorjahr: 74.718 TEUR) sowie Rücknahmeverpflichtungen für Dienstwagen und Mitarbeiter-Leasingfahrzeuge gegenüber der RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland mit 14.204 TEUR (Vorjahr: 12.872 TEUR).

Das Buy-Back-Geschäft dient der mittelfristigen Verbesserung des Cashflows. Risiken bestehen in der Weitervermarktung, die nicht an den Käufer übergeht, und dem festgelegten Rückkaufswert.

Neben dem Factoring mit der RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland, Neuss, wurde auch das Factoring mit der Deutschen Bank AG, Köln, fortgeführt. Das Factoring dient im Wesentlichen der Liquiditätsverbesserung. Dem Vorteil des frühzeitigen Geldeingangs steht der Nachteil der Factoring-Aufwendungen gegenüber. Risiken werden aus dem echten Factoring derzeit nicht gesehen. Insgesamt waren zum Abschlussstichtag Kundenforderungen in Höhe von 56.496 TEUR ohne Rückgriffsrecht verkauft.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von 112 TEUR (Vorjahr: 116 TEUR) für erteilte Investitionsaufträge und mit 5.734 TEUR (Vorjahr: 7.238 TEUR) für finanzielle Verpflichtungen aus diversen Miet- und Pachtverträgen, deren Kündigungstermine zwischen 2020 und 2025 liegen sowie mit 200 TEUR (Vorjahr: 191 TEUR) für hinterlegte Bürgschaften. Insgesamt ergeben sich daraus 195 TEUR (Vorjahr: 264 TEUR) gegenüber verbundenen Unternehmen.

Potentielle Risiken können sich ferner aus der steuerlichen Außenprüfung für die Jahre 2011-2014 ergeben. Da im Rahmen der Prüfung in Teilen keine Einigung zwischen der Gesellschaft und den Finanzbehörden erzielt werden konnte, hat die Finanzbehörde, für den Prüfungszeitraum Ertragsteuern in Höhe ihrer Maximalforderung festgesetzt. Die Gesellschaft sieht hierin einen gravierenden Verstoß gegen geltendes Recht und strebt daher eine Klärung im Rechtsbehelfs- sowie eine Beseitigung der potentiellen Doppelbesteuerung im Verständigungs- beziehungsweise Schiedsverfahren an. Die Steuerrückstellungen zum 31.12.2019 hat die Gesellschaft unter Berücksichtigung vernünftiger kaufmännischer Prognosen über den Ausgang der vorgenannten Verfahren ermittelt. Aus einer unvorhergesehenen Entwicklung dieser Verfahren könnten weitere finanzielle Risiken entstehen.

Angaben zum Prüfungshonorar

Das Abschlussprüfungshonorar in Höhe von 101 TEUR (Vorjahr: 102 TEUR) betrifft ausschließlich Aufwendungen für die Jahresabschlussprüfung.

Aufgliederung der durchschnittlichen Arbeitnehmerzahl während des Geschäftsjahres nach Gruppen

2019 Vorjahr
Leitende Angestellte (Prokuristen) 6 7
Angestellte 342 346
Gewerbliche Arbeitnehmer 63 66
411 419

Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit

Da die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl der Gesellschaft unter 500 Beschäftigten liegt, wurde ein Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit nicht erstellt.

Gesamtbezüge des Vorstands und Aufsichtsrats sowie ehemaliger Vorstandsmitglieder und ehemaliger Geschäftsführer

Die Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2019 betrugen 1.435 TEUR (Vorjahr: 1.354 TEUR). Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 279 TEUR (Vorjahr: 66 TEUR). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sowie gegenüber ehemaligen Geschäftsführern und ihren Hinterbliebenen sind 3.817 TEUR (Vorjahr: 220 TEUR) zurückgestellt.

Die Vergütung an den Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2019 beträgt 4 TEUR (Vorjahr: 4 TEUR).

Aufsichtsrat und Vorstand der Renault Deutschland AG

Aufsichtsrat

Francois David Vorsitzender Directeur Contröle de Gestion Europe, Renault s.a.s./Frankreich (bis 18.12.2019)
Vincent Piquet Mitglied des Aufsichtsrats Directeur Performance & Contrôle Europe, Renault s.a.s./Frankreich (ab 18.12.2019)
Laure Fradin stellvertretende Vorsitzende Directeur Performance & Contrôle Commerce G9, Renault s.a.s./Frankreich
Jacques Bousquet Mitglied des Aufsichtsrats Directeur RFI & VO, Renault s.a.s./Frankreich
Richard Bouligny Mitglied des Aufsichtsrats Vice President Sales & Marketing G9, Renault s.a.s./ Frankreich (bis 17.06.2019)
Philippe Buros Mitglied des Aufsichtsrats Senior Vice President, Chairman of Europe Region, Renault s.a.s./ Frankreich (ab 17.06.2019)
Uwe Schäfges Arbeitnehmervertreter Renault Deutschland AG, Brühl
Alexander Oppelt Arbeitnehmervertreter Renault Retail Group Deutschland GmbH, Köln (seit dem 6. Februar 2020: Brühl).

Vorstand

Uwe Hochgeschurtz Vorsitzender
Regis Bavelier Vorstand Finanzen (bis 17.06.2019)
Didier Richard Vorstand Finanzen (ab 18.06.2019)
Christophe Mittelberger Vorstand Vertrieb
Martin Zimmermann Vorstand Kommunikation
Frank Niewöhner Vorstand Marketing
Frank Lagarde Vorstand Qualität und Kundendienst (bis 30.06.2019)
Ralf Benecke Vorstand Qualität und Kundenservice (ab 01.11.2019)

Die Vorstände sind jeweils hauptberuflich in ihrer Funktion tätig.

Anteilsbesitz der Renault Deutschland AG (Stand: 31. Dezember 2019)

Anteil am Kapital Eigenkapital 31.12.2019 Ergebnis 2019
% TEUR TEUR
--- --- --- ---
Renault Retail Group Deutschland GmbH, Köln (seit dem 6. Februar 2020: Brühl) 100 12.468 0
Renault Retail Group Spezial-Liegenschaften GmbH, Köln 100 25 0
SODICAM Vertriebs GmbH, Brühl 100 25 0

Mit allen aufgeführten Tochtergesellschaften bestehen Ergebnisabführungsverträge.

Angaben zum Mutterunternehmen

Die Renault Deutschland AG wird in den Konzernabschluss der Renault S.A., Boulogne-Billancourt/ Frankreich, einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Konsolidierungskreis aufstellt. Dieser Konzernabschluss ist beim Mutterunternehmen beziehungsweise auf dessen Internet- Seite erhältlich und wird im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.

Die Renault Deutschland AG ist somit nach § 291 HGB von der Verpflichtung, einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufzustellen, befreit. Abweichungen vom deutschen Recht ergeben sich im Wesentlichen bei der Bilanzierung und Bewertung der Rückstellungen für Pensionen, da beim PUC-Verfahren unterschiedliche Rechnungszinssätze zu Grunde gelegt werden, sowie bei der Bilanzierung der Rücknahmeverpflichtung aus Buy-Back-Geschäften für Kraftfahrzeuge.

Dividendenzahlung der Renault Deutschland AG

Vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie (siehe hierzu den Nachtragsbericht weiter unten) war geplant, für das Geschäftsjahr 2019 eine Ausschüttung in Höhe von 23.570.040 EUR (Vorjahr: 7.877.520 EUR) vorzunehmen und den danach verbleibenden Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht: Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Der Jahresabschluss der Renault Deutschland AG wurde bis zum 22. April 2020 auf Basis der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen im Zusammenhang mit der sich seit etwa Ende Februar 2020 auch in Deutschland entwickelnden Gesundheitskrise im Zusammenhang mit Covid-19 aufgestellt.

Bei dieser globalen Gesundheitskrise handelt es sich um ein Ereignis, das nach dem Abschlussstichtag des Berichtsjahres 2019 eintrat und das nach dem Stichtagsprinzip im Zahlenwerk des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2019 noch nicht zu berücksichtigen war.

Im Kontext der Gesundheitskrise besteht Ungewissheit hinsichtlich der Dauer der Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit unserer Gesellschaft. Aktuell führt die Covid-19-Pandemie zu starken gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Restriktionen (z. B. Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, temporäre Geschäftsschließungen, Umsatzeinbußen). Die finanziellen Auswirkungen, die nach dem Stichtagsprinzip im Zahlenwerk des Jahresabschlusses 2019 noch nicht zu berücksichtigen waren, werden aller Voraussicht nach, die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft beeinträchtigen. Diese sind derzeit jedoch kaum quantifizierbar, weil der weitere Verlauf und die Dauer der Pandemie ebenso wie die Wirksamkeit der landesweit und global getroffenen Maßnahmen momentan noch nicht abschließend beurteilt werden können. Die Auswirkungen werden im Laufe der weiteren Entwicklung der Situation laufend bewertet.

Zur Anwendung der Going-Concern-Prämisse gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB bei der Bilanzierung im Jahresabschluss 2019 verweisen wir auf unsere Ausführungen auf Seite 1 dieses Anhangs. Wir verweisen auch auf die weiter gehenden Ausführungen im Abschnitt „Ausblick 2020“ des Lageberichts.

Brühl, den 22. April 2020

Renault Deutschland AG

Der Vorstand

Uwe Hochgeschurtz

Didier Richard

Christophe Mittelberger

Martin Zimmermann

Frank Niewöhner

Ralf Benecke

Entwicklung des Anlagevermögens 2019

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2019 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2019
--- --- --- --- --- ---
EUR EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 144.510,92 0,00 0,00 0,00 144.510,92
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 58.127.438,19 1.199.178,55 209.162,70 114.041,95 59.421.737,49
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.511.633,87 21.332,00 0,00 271.991,45 2.260.974,42
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.584.221,70 347.542,68 0,00 149.404,80 6.782.359,58
4. Anlagen im Bau 209.162,70 2.296,01 -209.162,70 0,00 2.296,01
67.432.456,46 1.570.349,24 0,00 535.438,20 68.467.367,50
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 16.505.885,00 0,00 0,00 0,00 16.505.885,00
2. Aktivwert aus Rückdeckungsversicherung 855.564,00 0,00 0,00 78.891,00 776.673,00
17.361.449,00 0,00 0,00 78.891,00 17.282.558,00
84.938.416,38 1.570.349,24 0,00 614.329,20 85.894.436,42
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2019 Zugänge Abgänge 31.12.2019
--- --- --- --- ---
EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 113.601,37 18.193,44 0,00 131.794,81
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 45.930.071,91 903.137,56 17.246,91 46.815.962,56
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.210.732,14 62.798,59 269.916,24 2.003.614,49
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.012.856,84 199.755,18 141.833,68 6.070.778,34
4. Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
54.153.660,89 1.165.691,33 428.996,83 54.890.355,39
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.179.356,29 0,00 0,00 4.179.356,29
2. Aktivwert aus Rückdeckungsversicherung 0,00 0,00 0,00 0,00
4.179.356,29 0,00 0,00 4.179.356,29
58.446.618,55 1.183.884,77 428.996,83 59.201.506,49
Buchwerte
31.12.2019 31.12.2018
--- --- ---
EUR EUR
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I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 12.716,11 30.909,55
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 12.605.774,93 12.197.366,28
2. Technische Anlagen und Maschinen 257.359,93 300.901,73
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 711.581,24 571.364,86
4. Anlagen im Bau 2.296,01 209.162,70
13.577.012,11 13.278.795,57
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 12.326.528,71 12.326.528,71
2. Aktivwert aus Rückdeckungsversicherung 776.673,00 855.564,00
13.103.201,71 13.182.092,71
26.692.929,93 26.491.797,83

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019

Die Renault Deutschland AG vertreibt als Kommissionärin der Renault s.a.s., Boulogne-Billancourt/Frankreich, Neufahrzeuge der Marken Renault, Dacia und Alpine sowie Teile und Zubehör für die genannten Marken im eigenen Namen und für Rechnung von Renault s.a.s.. Sie ist zu 60 % eine Tochtergesellschaft der Renault s.a.s., Boulogne-Billancourt/Frankreich, 40 % der Anteile hält die Renault Group BV, Amsterdam/Niederlande. Neben der Belieferung des Renault und Dacia Händlernetzes werden auch Direktgeschäfte u. a. mit Autovermietern getätigt.

Wesentliches Eigengeschäft ist der Handel mit Gebrauchtwagen (,,Buy-Back“-Rückläufern) sowie mit lokalen Ersatzteilen.

Die Renault Deutschland AG ist zu 100 % Muttergesellschaft der Renault Retail Group Deutschland GmbH mit Sitz in Köln (seit dem 6. Februar 2020: Brühl) und Renault Retail Group Spezial-Liegenschaften GmbH mit Sitz in Köln sowie der Sodicam Vertriebs GmbH mit Sitz in Brühl.

Steuerungsindikatoren sind u. a. Marktanteil (Zulassungen), Absatz, Umsatz und Ergebnis vor Steuern.

Der Markt

Die deutsche Wirtschaft erzielte 2019 das zehnte Jahr in Folge einen Zuwachs. Allerdings fiel das gesamtwirtschaftliche Wachstum mit 0,6 % deutlich geringer aus als in den vergangenen fünf Jahren, in denen das Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich 2,0 % zulegte. Die verlangsamte Konjunktur ist in erster Linie auf die Schwäche der Industrie zurückzuführen. Unwägbarkeiten in Außenwirtschaft und Politik durch protektionistische Tendenzen trafen zuletzt die Weltwirtschaft. Mit dem Jahreswechsel war eine gewisse Stabilisierung bei Auftragseingängen und Umsatz zu erkennen, auch die Geschäftserwartungen entwickelten sich günstig. Trotz erster positiver Signale dürfte die gesamtwirtschaftlich schwierige Lage weltweit aber vorerst noch anhalten. Positiv wirken sich die unverändert kräftige Hochkonjunktur im Baugewerbe sowie die privaten Konsumausgaben aus - auch wenn letztere im vierten Quartal etwas verhaltener waren und im Durchschnitt nicht das Niveau des dritten Quartals erreichten. Dennoch sind die verfügbaren Einkommen weiter auf Wachstumskurs, und auch der Arbeitsmarkt erweist sich als stabil. Allerdings haben sich die weiteren Aussichten geringfügig verschlechtert. Trotz steigender Neuzulassungen von Pkw, verzeichnete die Kfz-Produktion zuletzt ein rückläufiges Ergebnis. Auch die Zulassungen von privater Hand, ein wichtiger Indikator für den Konsum, gingen zurück.

Die stabile konjunkturelle Entwicklung 2019 wirkte sich positiv auf den deutschen Automobilmarkt aus. Insgesamt legten die Neuzulassungen bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen (bis 5 t) nochmals um 5,1 % bzw. über 190.000 Fahrzeuge auf 3,92 Millionen Einheiten zu (2018: 3,72 Millionen Einheiten). Dabei profitierten sowohl der Pkw- als auch der Nfz-Markt auf ähnlich hohem Niveau von der starken Nachfrage: Der Pkw-Absatz verbesserte sich um 5,0 %, während die Neuzulassungen bei den leichten Nutzfahrzeugen um 7,0 % stiegen. Die deutsche Fahrzeugproduktion ging allerdings wie schon im Vorjahr weiter zurück: Mit 4,7 Millionen Pkw lag sie 8,9 % unter dem Ergebnis 2018. Auch der weltweite Pkw-Export der deutschen Hersteller sank um 12,8 % und erreichte nur noch 3,5 Millionen Einheiten.

Die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland stiegen 2019 um 171.480 Fahrzeuge auf 3,607 Millionen Neuwagen und damit auf den höchsten Stand seit 2009 (2018: 3,436 Millionen Einheiten). Im Jahresverlauf entwickelte sich der Absatz ähnlich wie in den Vorjahren. Nach einem eher schwachen Start stiegen die Zulassungen gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr leicht um 0,2 % auf 880.092 Einheiten (1. Quartal 2018: 878.611 Einheiten). Stärkster Monat über das Gesamtjahr war erneut der März mit 345.523 neu registrierten Fahrzeugen, ohne ganz an das hohe Vorjahresergebnis heranzureichen (-0,5 %; März 2018: 347.433 Einheiten). Ein konstant hohes Niveau behielt der Absatz über die Frühjahrs- und Sommermonate bei, ebenso fiel der klassische ferienbedingte Zulassungsrückgang im September deutlich geringer aus als im Vorjahresmonat, der durch die Umstellung auf das neue Verbrauchs- und Abgasprüfverfahren WLTP geprägt war. In den Folgemonaten erreichten die Pkw-Neuzulassungen erneut ein hohes Niveau und gingen auch im traditionell schwachen Dezember mit 283.380 neu registrierten Fahrzeugen deutlich geringer zurück als noch im Vorjahr (+19,5 %; Dezember 2018: 237.058 Einheiten).

Die zehn auf dem deutschen Markt vertretenen Pkw-Marken mit mehr als 100.000 Neuzulassungen erzielten fast durchgehend ein Zulassungsplus. Ausnahme war Opel mit einem Minus von 5,3 % auf 215.864 neu registrierte Fahrzeuge (2018: 227.967 Einheiten). Ein zweistelliges Plus erzielten Ford (10,9 %), Hyundai (12,7 %) und Seat (13,9 %). Unter den volumenstarken Marken im hohen fünfstelligen Bereich verzeichnete die Renault Tochter Dacia mit einem Plus von 11,6 % auf 80.041 neu registrierte Pkw den stärksten Zuwachs.

Die eher gemischten Aussichten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung drücken sich auch im Verhältnis gewerblicher zu privaten Zulassungen aus. Während die gewerblichen Zulassungen gegenüber dem Vorjahr um 8,1 % auf insgesamt 65,5 % zulegten, gingen die privaten Zulassungen leicht um 0,4 % zurück auf 34,5 %.

Einen Rückgang verzeichneten erstmals wieder die Benziner, die nach 62,4 % im Vorjahr 59,2 % der Neuzulassungen ausmachten. Erneut leicht rückläufig entwickelten sich die dieselbetriebenen Pkw, die auf 32,0% der neu registrierten Fahrzeuge kamen (2018: 32,3 %). Dies ist der vierte Rückgang in Folge nach der Trendwende im Jahr 2015.

Von der schwächeren Nachfrage nach Pkw mit konventionellem Verbrennungsmotor profitierten nahezu alle alternativen Antriebsarten, die zusammengenommen einen Marktanteil von 8,8 % erreichten (2018: 5,2 %). Rang eins belegen unverändert die Hybridfahrzeuge, die mit einem Zuwachs von rund 109.000 Einheiten bzw. 83,7 % gegenüber dem Vorjahr auf 239.250 Neuzulassungen kamen (2018: +53,8 %, 130.258 Einheiten). Damit erreichten die Fahrzeuge mit Hybridantrieb einen Marktanteil von 6,6 % gegenüber 3,8 % im Jahr 2018. Dazu zählen auch die sogenannten Plug-in-Hybride mit einem Zuwachs von 44,2 % auf 45.348 neu registrierte Fahrzeuge (2018: 31.442 Einheiten). Ein deutliches Plus erzielten erneut die rein batteriebetriebenen Fahrzeuge: 63.281 Neuzulassungen entsprechen einem Zuwachs von rund 27.200 Einheiten bzw. 75,5 % (2018: +43,9 %; 36.062 Einheiten). Der Marktanteil stieg ebenfalls kräftig auf 1,8 % nach 1,0 % im Vorjahr. Obwohl bei manchen angekündigten Modellneuheiten mit weiteren Verzögerungen bis zur Markteinführung zu rechnen ist, dürfte es auch dieses Jahr wieder einen kräftigen Zuwachs geben. Dazu sollten auch die beschlossenen Fördermaßnahmen in Form eines staatlichen „Elektrobonus“ beitragen. Deutschlands meistgekauftes Elektroauto war im Jahr 2019 erneut der Renault ZOE. Mit insgesamt 9.431 Einheiten steigerte Renault die Verkäufe um 48,3 % und setzte so viele ZOE wie nie zuvor in einem Jahr ab.

Über alle Antriebsformen hinweg betrugen im Jahr 2019 die durchschnittlichen CO2-Emissionen bei den Pkw 157,0 Gramm pro Kilometer.

Bei der Verteilung nach Segmenten sind SUV-Modelle und Geländewagen weiter auf Wachstumskurs und bauten ihre Topposition weiter aus. Die beiden Fahrzeugklassen knackten zusammengenommen die Millionen-Marke und erzielten mit 1.127.611 Neuzulassungen ein neues Rekordergebnis. Der kumulierte Marktanteil stieg auf 31,2 % (2018: 933.504 Fahrzeuge; 27,1 % Marktanteil). Den prozentual höchsten Zuwachs erreichten erneut die SUV mit 21,0 % auf 762.490 neu registrierten Fahrzeugen (2018: 630.005 Einheiten). Der Marktanteil stieg von 18,3 % im Vorjahr auf 21,1 %. Auf ähnlich hohem Niveau legten die Neuzulassungen bei den Geländewagen zu: 365.121 Einheiten entsprechen einem Zuwachs von 20,3 %. Der Marktanteil stieg auf 10,1 % (2018: 303.499 Einheiten; 8,8 % Marktanteil).

Die klassischen Volumensegmente Kleinwagen, Kompakt- und Mittelklasse verloren erneut an Boden. Die Kleinwagen erreichten bei den Neuzulassungen lediglich noch einen Anteil von 13,5 % bzw. 485.891 Einheiten (2018: 498.532 Einheiten, 14,5 % Marktanteil). Auch bei den Kompaktwagen registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt mit 737.985 Neuzulassungen zum wiederholten Male einen Rückgang. Der Marktanteil sank auf 20,5 % (2018: 755.498 Einheiten; 22,0 % Marktanteil). Ebenfalls leicht rückläufig entwickelte sich die Mittelklasse mit 371.300 Einheiten, was einem Marktanteil von 10,3 % entspricht (2018: 374.611 Einheiten; 10,9 % Marktanteil).

Die Neuzulassungen in der oberen Mittelklasse erreichten mit 131.286 nahezu das Vorjahresniveau, der Marktanteil sank auf 3,6 % (2018: 131.583 Fahrzeuge, 3,8 % Marktanteil). Die Neuzulassungen im Van-Segment legten minimal zu und erreichten 204.614 Einheiten, der Marktanteil ging auf 5,6 % zurück (2018: 203.171 Einheiten; 5,9 % Marktanteil). Der größere Anteil entfällt dabei unverändert auf die Großraum-Vans mit 120.727 Einheiten und einem Marktanteil von 3,3 % (2018: 125.351 Einheiten; 3,6 % Marktanteil). Mit 83.887 neu registrierten Mini-Vans erreichte das Segment rund um Renault Scenic, Mercedes B-Klasse und Peugeot 3008 ein Plus von 7,8 % beziehungsweise rund 6.000 Einheiten. Der Marktanteil stabilisierte sich mit 2,3 % auf Vorjahresniveau (2018: 77.820 Einheiten; 2,3 % Marktanteil).

Rückläufig entwickelte sich auch die Klasse der Kleinstwagen, in der das Kraftfahrt-Bundesamt im Jahr 2019 230.495 Neuzulassungen registrierte - ein Rückgang von rund 10.000 Einheiten beziehungsweise 4,1%. Der Marktanteil sank auf 6,4% (2018: 240.349 Einheiten; 7,0% Marktanteil).

Die Nischensegmente entwickelten sich 2019 unterschiedlich: Während die Sportwagen mit 43.712 neu registrierten Zulassungen leicht zulegten und einen stabilen Marktanteil von 1,2 % erzielten (2018: 40.468 Einheiten, 1,2 % Marktanteil), ging die Nachfrage in der Oberklasse mit nur noch 28.378 Neuzulassungen um 12,4 % zurück (2018: 32.392 Einheiten). Der Marktanteil sank nach 0,9 % im Vorjahr auf 0,8 %. Die Klasse der Utilities - leichte Pkw-Transporter wie VW Caddy, Ford Transit und Renault Trafic - legte hingegen deutlich zu: Die Neuzulassungen stiegen um rund 16.300 Einheiten oder 10,1 % auf 177.889 Fahrzeuge und der Marktanteil auf 4,9 % (2018: 161.611; Marktanteil 4,7 %).

Bei den leichten Nutzfahrzeugen bis fünf Tonnen Gesamtgewicht setzte sich der positive Aufwärtstrend der Vorjahre weiter fort. Mit 307.931 neu registrierten Fahrzeugen legten die Neuzulassungen um 7,0 % gegenüber dem Vorjahr zu (2018: 287.682 Einheiten). Die drei größten Gewinner bei Absatzvolumen und Marktanteil waren Ford, Renault und Mercedes.

Der Markt für Gebrauchtfahrzeuge bewegte sich auf Vorjahresniveau mit leicht positiver Tendenz. Insgesamt gab es 8.206.499 Besitzumschreibungen - ein Plus von 0,3 % (2018: 8.185.356 Umschreibungen). Mit 7.195.437 Pkw-Besitzumschreibungen lagen diese auf Vorjahresniveau (2018: 7.192.411 Umschreibungen).

Gesamtmarkt Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge * in Deutschland

2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
3,307 3,170 3,271 3,447 3,615 3,714 3,723 3,915

* bis fünf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht (Neuzulassungen in Mio. Einheiten)

Gesamtmarkt Personenwagen: Die Top Ten in Deutschland

Rang Hersteller Zulassungen 2019 (Einheiten) Marktanteil in % Zulassungen 2018 (Einheiten) Marktanteil in %
1. Volkswagen 667.518 18,5 643.518 18,7
2. Mercedes-Benz 340.654 9,4 321.686 9,4
3. BMW 280.925 7,8 268.202 7,8
4. Ford 279.745 7,8 252.339 7,3
5. Audi 267.195 7,4 255.300 7,4
6. Opel 215.864 6,0 227.967 6,6
7. Skoda 208.171 5,8 196.968 5,7
8. Seat 138.670 3,8 121.724 3,5
9. Renault 131.169 3,6 130.870 3,8
10. Hyundai 129.517 3,6 114.885 3,3
13. Dacia 80.041 2,2 71.749 2,1

Gesamtmarkt leichte Nutzfahrzeuge bis 5 t: Die Top Ten in Deutschland

Rang Hersteller Zulassungen 2019 (Einheiten) Marktanteil in % Zulassungen 2018 (Einheiten) Marktanteil in %
1. Mercedes-Benz 70.859 23,0 62.995 21,9
2. Volkswagen 60.727 19,7 59.967 20,8
3. Ford 54.499 17,7 50.306 17,5
4. Renault 28.270 9,2 25.906 9,0
5. Fiat 16.433 5,3 15.210 5,3
6. Opel 13.932 4,5 13.463 4,7
7. Citroën 12.003 3,9 11.454 4,0
8. Peugeot 11.933 3,9 11.573 4,0
9. Iveco 7.226 2,4 7.089 2,5
10. Nissan 6.574 2,1 6.210 2,2
12. Dacia 3.480 1,1 2.774 1,0

Entwicklung der Marken Renault, Dacia und Alpine

Die Renault Deutschland AG ist 2019 mit den Marken Renault, Dacia und Alpine deutlich gewachsen und steigerte die Neuzulassungen um 5,1 % auf 243.284 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis fünf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht (2018: 231.517 Einheiten). Damit ist die Renault Gruppe erneut stärkster Importeur auf dem deutschen Markt und erreichte abgesehen vom Ausnahmejahr 2009 das beste Verkaufsergebnis seit 1999. Mit 6,21 % erzielte die Renault Gruppe zudem zum dritten Mal in Folge einen Marktanteil von deutlich über 6 %.

Die Pkw-Zulassungen der Renault Gruppe legten um 4,3 % oder rund 8.700 Fahrzeuge auf insgesamt 211.534 Einheiten zu (2018: 202.837 Einheiten). Bei den leichten Nutzfahrzeugen steigerte die Renault Gruppe den Absatz um 10,7 % und erreichte mit 31.750 Einheiten einen neuen Verkaufsrekord (2018: 28.680 Einheiten). Der Gesamtmarkt erzielte im gleichen Zeitraum einen Zuwachs um 7,0%. Der Marktanteil der leichten Nutzfahrzeuge stieg mit 10,31 % in den zweistelligen Bereich und übertraf nochmals das sehr gute Vorjahresergebnis von 9,97 %.

Die Marke Renault verzeichnete mit 159.439 Pkw und leichten Nutzfahrzeugen 1,7 % mehr Neuzulassungen als im Vorjahr (2018: 156.776 Zulassungen). Der Marktanteil lag mit 4,07 % erneut über der Vier-Prozent-Marke nach 4,21 % im Vorjahr.

Die Renault Pkw-Zulassungen lagen mit 131.169 Einheiten um 0,2% über dem Vorjahresniveau (2018: 130.870 Einheiten). Der Pkw-Marktanteil von Renault war leicht rückläufig und betrug 3,64 % nach 3,81 % im Jahr 2018.

Das meistgekaufte Renault Pkw-Modell 2019 war auf dem deutschen Markt erneut der Captur mit 28.143 Einheiten. Damit erzielte der City-SUV ein kräftiges Plus von 18,1 % oder rund 4.300 Einheiten gegenüber dem Vorjahr (2018: 23.834 Einheiten). Zweitstärkstes Modell war der Kleinwagen Clio, der sich trotz Modellwechsels in der zweiten Jahreshälfte mit 23.392 Einheiten auf dem hohen Vorjahresniveau behauptete (2018: 23.575 Einheiten). Auf Rang drei folgte der Twingo mit 19.221 Neuzulassungen (2018: 20.405 Einheiten).

Der Kadjar profitierte von der ungebrochen starken Nachfrage nach SUV-Modellen und konnte sein ausgezeichnetes Vorjahresergebnis um rund 650 Einheiten auf 14.690 Neuzulassungen verbessern (+4,6%; 2018: 14.045 Einheiten). Sehr gut entwickelten sich auch die Modelle der gehobenen Mittelklasse: Der Espace kam auf 1.615 Neuzulassungen (+25,6 %; 2018: 1.286 Einheiten) und der Talisman auf 2.816 neu registrierte Fahrzeuge (+20,9 %; 2018: 2.329 Einheiten).

Bei den leichten Nutzfahrzeugen erzielte die Marke Renault einen neuen Bestwert. Mit 28.270 Einheiten steigerte die Marke ihren Absatz im hohen einstelligen Bereich und bereits das sechste Jahr in Folge (+9,1 %; 2018: 25.906 Einheiten). Auch der Marktanteil wuchs erneut und stieg um 0,18 Prozentpunkte auf 9,18 %. Damit festigt Renault seine Position als stärkster Importeur und Nummer vier auf dem deutschen Markt. Den ersten Platz im Renault Nutzfahrzeugranking eroberte der Trafic, der sich deutlich verbesserte und um 16,2 % auf 10.298 Einheiten zulegte (2018: 8.866 Einheiten). Leicht rückläufig entwickelte sich der Absatz beim Master, der mit 9.678 neu registrierten Fahrzeugen nicht ganz das hohe Vorjahresniveau erreichte (-4,8 %; 2018: 10.168 Einheiten). Deutlich zulegen konnte hingegen der Kangoo Rapid: 6.609 Neuzulassungen entsprechen einem Plus von 23,5 % gegenüber 5.352 Einheiten in 2018.

Bei den Elektrofahrzeugen baute Renault seine Topposition auf dem Markt nochmals aus und erzielte einen neuen Rekordwert: Mit 10.990 rein batteriebetriebenen Fahrzeugen steigerte die Marke die Neuzulassungen um 47,3 % gegenüber dem Vorjahr (2018: 7.462 Einheiten). Der Gesamtmarktanteil von Renault mit den Modellen Twizy, ZOE, Kangoo Z.E. und Master Z.E. erreichte 15,5 %. Deutschlands meistgekauftes Elektromodell war erneut der Renault ZOE, von dem mehr Einheiten gekauft wurden als je zuvor innerhalb eines Kalenderjahres: 9.431 Neuzulassungen entsprechen einem Zuwachs von 48,3 % gegenüber dem Vorjahr (2018: 6.361 Einheiten). Den zweiten Rang unter den Renault Elektrofahrzeugen nimmt der Kompaktransporter Kangoo Z.E. ein, der mit 1.323 Neuzulassungen ein Plus von 74,5 % gegenüber dem Vorjahr erzielte (2018: 758 Einheiten). Darüber hinaus wechselten 25 Master Z.E. in Kundenhand (2018: 15 Einheiten), sowie 211 Einheiten des Twizy und der Transporterausführung Twizy Cargo (2018: 328 Einheiten). Der als Quad eingestufte Cityflitzer mit einem oder zwei Sitzplätzen wird in der Pkw-Statistik nicht berücksichtigt und setzt als wendiges Citymobil neue Akzente in der urbanen Mobilität.

Erneut zweistellig ist die Marke Dacia gewachsen: Mit 83.521 neu registrierten Pkw und Transportern steigerte die Marke 2019 den Absatz um fast 9.000 Einheiten gegenüber dem Vorjahr (2018: 74.523 Einheiten). Dies entspricht einem Plus von 12,1 % und damit einem Zuwachs deutlich über dem Marktdurchschnitt (Gesamtmarkt 2019: +5,1 %). Der Marktanteil legte um 0,13 Prozentpunkte auf 2,13 % und erreichte damit ebenfalls eine neue Rekordmarke. Damit konnte Dacia seine Position in Deutschland festigen und erneut zahlreiche etablierte Hersteller hinter sich lassen.

Die Pkw-Verkäufe von Dacia stiegen um 11,6 % auf 80.041 Einheiten gegenüber 71.749 Fahrzeugen in 2018. Neue Nummer eins der Marke ist der Dacia Duster. Das SUV-Modell erzielte einen Zuwachs von 35,4 % auf 30.704 Neuzulassungen (2018: 22.669 Einheiten). Besonders erfolgreich war das Modell im Privatkundenmarkt, wo es sich Platz zwei in seiner Klasse sicherte. Ebenfalls sehr erfolgreich war der Fünftürer Sandero, der sein hohes Vorjahresniveau mit 25.559 Neuzulassungen nochmals leicht übertraf (+1,7 %; 2018: 25.131 Einheiten). Der Dacia Dokker verbesserte sich mit 11.257 Einheiten ebenfalls gegenüber dem Vorjahr (+5,1 %; 2018: 10.709). Der Logan MCV kam auf 7.519 Einheiten und erreichte annähernd sein Vorjahresergebnis (2018: 7.552 Einheiten), während der Lodgy mit 4.987 Einheiten etwas mehr an Boden verlor (2018: 5.669 Einheiten).

Einen deutlich über dem Marktdurchschnitt liegenden Zuwachs erzielte Dacia auch bei den leichten Nutzfahrzeugen mit 3.480 neu registrierten Fahrzeugen - ein Plus von 25,5 % (2018: 2.774 Neuzulassungen).

Die jüngste Marke der Renault Gruppe - Alpine - hat sich in 2019 hervorragend entwickelt: Die Neuzulassungen des exklusiven Sportwagens Alpine A110 stiegen um 48,6 % auf 324 Exemplare.

Die Renault, Dacia und Alpine Neuwagenzulassungen (Einheiten) *

2019 2018 Veränderung in %
Renault
Twizy * 211 328 -35,7%
Twingo 19.221 20.405 -5,8%
Clio 23.392 23.575 -0,8%
Captur 28.143 23.834 18,1%
ZOE 9.431 6.361 48,3%
Mégane Familie
davon Megane 15.855 16.650 -4,8%
davon Scenic/Grand Scenic 9.341 12.276 -23,9%
Espace 1.615 1.286 25,6%
Talisman 2.816 2.329 20,9%
Koleos 2.305 2.799 -17,6%
Kadjar 14.690 14.045 4,6%
Kangoo 1.434 4.013 -64,3%
Trafic 2.597 2.720 -4,5%
Master 321 562 -42,9%
Sonstige 8 15 -46,7%
Gesamt Pkw Renault (ohne Twizy) 131.169 130.870 0,2%
Dacia
Logan MCV 7.519 7.552 -0,4%
Sandero 25.559 25.131 1,7%
Lodgy 4.987 5.669 -12%
Dokker 11.257 10.709 5,1%
Duster 30.704 22.669 35,4%
Sonstige Pkw Dacia 15 19 -21,1%
Gesamt Pkw Dacia 80.041 71.749 11,6%
Alpine
Alpine Al10 324 218 48,6%
Gesamt Pkw Alpine 324 218 48,6%
Renault Pkw + Dacia Pkw + Alpine Pkw 211.534 202.837 4,3%
Renault NFZ bis 5t
Kangoo Rapid 6.609 5.352 23,5%
Kangoo Z.E. 1.323 758 74,5%
Trafic Transporter 10.298 8.866 16,2%
Master Transporter 9.678 10.168 -4,8%
Master Z.E. 25 15 66,7%
Alaskan 265 459 -42,3%
Clio Cargo 39 280 -86,1%
Sonstige 33 8 312,5%
Gesamt Nfz Renault bis 5 t 28.270 25.906 9,1%
Dacia Nfz bis 5 t
Dacia NFZ (Dokker Express) 3.426 2.703 26,7%
Sonstige 54 71 -23,9%
Gesamt Nfz Dacia bis 5 t 3.480 2.774 25,5%
Renault Nfz + Dacia Nfz bis 5 t 31.750 28.680 10,7%
Gesamt Pkw (ohne Twizy) + Transporter 243.284 231.517 5,1%

* Bei allen Angaben handelt es sich um aufbereitete Zahlen der Dataforce Verlagsgesellschaft, Frankfurt/Main, auf Basis der veröffentlichten KBA-Zahlen; die Zulassungen für den Twizy sind nicht in der offiziellen Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) enthalten.

Ertragslage

Der Jahresüberschuss 2019 stieg gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Mio. EUR auf 25,0 Mio. EUR.

Die Umsatzerlöse lagen mit 1.783,2 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau (1.711,8 Mio. EUR). Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen zeigt folgendes Bild (in Mio. EUR):

2019 Vorjahr
Verkäufe von Neuwagen 1.183 1.121
Verkäufe von Dienst- und Gebrauchtwagen 119 140
Ersatzteilverkäufe 137 133
Übrige 344 317
1.783 1.711

Diese Entwicklung ist insbesondere auf gestiegene Fahrzeugverkäufe und eine damit einhergehende Steigerung der Kommissionserlöse zurückzuführen.

Die Zulassungen der Pkw und leichten Nutzfahrzeuge der Renault Gruppe in Deutschland stiegen um 5,1 % bzw. 11.767 Einheiten. Der Marktanteil der Gruppe hat sich mit 6,21 % (2018: 6,22 %) stabil entwickelt.

Es handelt sich bei den ausgewiesenen Umsätzen hauptsächlich um Kommissionserlöse, da der Neuwagen- und Teilevertrieb, soweit es sich bei den Teilen nicht um Fremdbezüge handelt, auf Kommissionsbasis erfolgte. Als Umsatzerlöse wird hierbei nur die Kommission, die sowohl eine fixe Provision als auch die Erstattung bestimmter Aufwendungen beinhaltet, ausgewiesen. Die Umsatzerlöse beinhalten auch die Vertriebskosten, die im Rahmen der variablen Kommission an den Kommittenten weiterbelastet wurden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 1,8 Mio. EUR auf 7,6 Mio. EUR (Vorjahr: 5,7 Mio. EUR).

Der Materialaufwand verringerte sich um 4,4 Mio. EUR auf 519,1 Mio. EUR. Ursächlich hierfür ist der Rückgang der Aufwendungen für Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren um 24,0 Mio. EUR, welcher durch den Anstieg der Aufwendungen für bezogene Leistungen um 19,6 Mio. EUR kompensiert wurde.

Der Personalaufwand sank trotz eines leichten Anstiegs der Löhne und Gehälter um 2,7 Mio. EUR auf 40,6 Mio. EUR (Vorjahr: 43,2 Mio. EUR). Ursächlich für den Rückgang sind die im Vorjahr deutlich höheren Aufwendungen für Altersversorgung, die einen Einmaleffekt aus Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen durch die erstmalige Anwendung der neuen biometrischen Rechnungsgrundlagen „Richttafeln 2018 G“ (Vorjahre: Richttafeln 2005 G) von Prof. Dr. Klaus Heubeck enthielten.

Im Jahr 2019 waren durchschnittlich 411 Mitarbeiter beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das acht Beschäftigte weniger.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 79,6 Mio. EUR und belaufen sich nun auf 1.162,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1.083,1 Mio. EUR). Im Wesentlichen ist hierfür der gestiegene Aufwand für Verkaufsförderungsmaßnahmen verantwortlich. Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen wird der überwiegende Teil (1.060,9 Mio. EUR) im Rahmen der Kommission für Neuwagen an Renault s.a.s. weiterbelastet.

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen beliefen sich auf 15 TEUR.

Die Zinsaufwendungen stiegen um 803 TEUR auf 29,4 Mio. EUR. Die Zinserträge betrugen 88 TEUR.

Das Finanzergebnis (Saldo aus Zinsaufwendungen und Zinserträgen sowie Aufwendungen und Erträgen aus Ergebnisabführung) beträgt -29,2 Mio. EUR (Vorjahr -30,2 Mio. EUR).

Der Aufwand aus Ertragsteuern belief sich auf 12,9 Mio. EUR und sank somit um 8,2 Mio. EUR. Dieser Rückgang resultiert hauptsächlich aus der Zuführung einer Rückstellung für steuerliche Risiken im Vorjahr. Ebenfalls enthalten sind 2,5 Mio. EUR an latentem Steuerertrag als Folge der Veränderung der aktiven latenten Steuern.

Vermögenslage

In Sachanlagen wurden 1,6 Mio. EUR investiert.

Die Summe der Vorräte reduzierte sich um 1,1 Mio. EUR (9,7 %) auf 10,6 Mio. EUR. Der Grund dafür war im Wesentlichen die Senkung des Bestandes an Gebrauchtwagen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um 58,3 Mio. EUR auf 737,4 Mio. EUR. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sanken um 0,3 Mio. EUR. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen um 34,6 Mio. EUR. Dabei ist besonders ein Anstieg der Forderungen gegen die Muttergesellschaft Renault s.a.s. aus Kommissionserlösen (+ 20,6 Mio. EUR) und aus Cash-Pooling (+17,0 Mio. EUR) maßgeblich.

Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um 24,0 Mio. EUR. Dies resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Forderungen gegen den Gesellschafter Renault s.a.s. aus Buy-Back-Geschäften, die rechtlich noch nicht entstanden sind und deshalb unter den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von 32,7 Mio. EUR (Vorjahr: 20,4 Mio. EUR) ausgewiesen werden sowie einer Forderung gegen das Finanzamt aus Vorsteuer in Höhe von 49,7 Mio. EUR (Vorjahr: 36,0 Mio. EUR).

Das Eigenkapital erhöhte sich um 17,2 Mio. EUR. Ursächlich hierfür waren der höhere Gewinnvortrag und der höhere Jahresüberschuss. Die Eigenkapitalquote veränderte sich von 6,3 % auf 8,0 %.

Die Rückstellungen lagen mit 562,5 Mio. EUR um 30,9 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau, was größtenteils auf einen Anstieg der sonstigen Rückstellungen zurückzuführen ist. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus höheren Zuführungen für noch auszustellende Gutschriften an Renault Händler im Rahmen der Verkaufsförderung.

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich zum Bilanzstichtag um 11,1 Mio. EUR auf 167,6 Mio. EUR. Während sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 1,8 Mio. EUR reduziert haben, sind die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 9,6 Mio. EUR und die sonstigen Verbindlichkeiten um 3,4 Mio. EUR gestiegen. Der Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus Werbekostenzuschüssen zurückzuführen.

Finanzlage

Es bestanden wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Der täglich praktizierte Finanzausgleich (Cash-Pooling und Konzernverrechnung) garantiert eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen. Durch die Zentralisierung der Finanzwirtschaft übernimmt die französische Muttergesellschaft die Verpflichtung, im Rahmen der Konzernfinanzierung für eine möglichst kostengünstige und betragsmäßig stets ausreichende Deckung des Finanzbedarfs der Gesellschaften der Renault-Gruppe in Deutschland zu sorgen. Von Änderungen bei den marktüblichen Kreditkonditionen (z.B. Währungsrisiko) oder einer Einstufung der Kreditwürdigkeit durch Ratings ist die Gesellschaft daher nicht unmittelbar betroffen. Die Zinsen werden aufgrund des positiven monatlichen arithmetischen Mittels des EONIA (European Overnight Index Average) zzgl. 1,25 % berechnet. Bei negativem EONIA-Zinssatz wird auf eine negative Zinsbelastung jedoch verzichtet. Da der EONIA-Zinssatz im gesamten Kalenderjahr 2019 negativ war, resultierte aus der Position der Renault Deutschland AG im Cash-Pool ein Zinsergebnis von 0 Mio. EUR.

Im Rahmen des Factorings mit der RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland, Neuss, und der Deutschen Bank AG, Köln, wurden wesentliche Teile der Forderungen aus Fahrzeug- und Ersatzteilverkäufen zum Zwecke der Risikominimierung und Liquiditätsverbesserung veräußert.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 26,5 Mio. EUR (Vorjahr: 11,7 Mio. EUR) setzt sich im Wesentlichen aus dem Jahresüberschuss (25,0 Mio. EUR), der Zunahme der Rückstellungen (30,9 Mio. EUR) und der Zunahme der Verbindlichkeiten (11,1 Mio. EUR) zusammen, deren Effekt wiederum durch die Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und gegen verbundene Unternehmen (-17,3 Mio. EUR) sowie die Zunahme der Sonstigen Vermögensgegenstände (-24,0 Mio. EUR) gemildert wird.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von -1,6 Mio. EUR ergibt sich aus den Investitionen in Sachanlagen (2018: -1,0 Mio. EUR).

Aus der Finanzierungstätigkeit ergibt sich ein Cashflow aufgrund von Dividendenzahlungen in Höhe von -7,9 Mio. EUR (Vorjahr: -12,9 Mio. EUR).

Der Finanzmittelfond stieg um 17,1 Mio. EUR auf 484,6 Mio. EUR und setzt sich wie im Vorjahr aus den liquiden Mitteln und den Forderungen aus dem Cash-Pool zusammen. Die wesentlichen Veränderungen erfolgten hierbei bei den Cash-Pool-Forderungen (+17,0 Mio. EUR).

Risikobericht

Der Vorstand ist für die Einrichtung und Wirksamkeit eines angemessenen Risikomanagementsystems verantwortlich.

Das Risikomanagementsystem der Renault Deutschland AG ist in die Aufbau- und Ablauforganisation integriert. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement liegt beim Vorstand. Die Abteilungsleiter der einzelnen Direktionen sind Risikomanagement-Beauftragte und für die Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung und -kommunikation in ihrem Bereich verantwortlich.

Als wesentliche mögliche Risiken hat die Gesellschaft das Risiko des Zahlungsausfalles im Händlernetz, Sicherheitsrisiken im IT-Bereich sowie das Risiko der Mitarbeiter-Fluktuation identifiziert und entsprechende Maßnahmen getroffen.

Zur Vermeidung von Zahlungsausfallrisiken werden wesentliche Teile der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an die RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland, Neuss, und an die Deutsche Bank AG, Köln, im Rahmen eines echten Factorings veräußert. Darüber hinaus werden Bonität und Zahlungsverhalten der Kunden ständig überwacht.

Im Bereich Informationstechnik hat die Gesellschaft Sicherungskonzepte entwickelt, die sich auf Mitarbeiter, Organisation, Anwendungen, Systeme und Netzwerk beziehen.

Es gibt für die Mitarbeiter unternehmensweite Richtlinien für den Umgang mit elektronischen Informationen sowie Regelungen zur sicheren Nutzung von Informationssystemen. Dies wird durch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter vertieft. Technische Schutzmaßnahmen wie der Einsatz von Virenscannern, Firewall-Systemen, Zugangs- und Zugriffskontrollen dienen ebenfalls der Verminderung von IT-Risiken.

Aufgrund des mit der Muttergesellschaft bestehenden Cash-Pooling- und Konzernverrechnungsverfahrens bestehen beträchtliche Forderungen, die 61,0 % (Vorjahr: 63,6 %) der Bilanzsumme ausmachen. Da unsere Gesellschaft nicht über eigene externe Kreditlinien z. B. bei Banken verfügt, ist die Aufrechterhaltung ihrer jederzeitigen Zahlungsfähigkeit in besonderem Maße von der Funktionsfähigkeit des beschriebenen Konzern-Cash-Pools und damit im Bedarfsfall von der schnellen Realisierbarkeit der hieraus akkumulierten Cash-Pool-Forderungen abhängig. Nach Ausbruch der globalen Pandemie des Coronavirus (Covid-19) im Geschäftsjahr 2020 wurde daher die Belastbarkeit des Konzern-Cash-Pools vor dem Hintergrund der dem Mutterunternehmen zur Verfügung stehenden Kreditlinien unter Zugrundelegung eines Zwölf-Monats-Zeitraums nach dem Abschussstichtag 2019 hinterfragt. Auf Basis dieser Abstimmung mit dem Mutterunternehmen gehen wir davon aus, dass die jederzeitige Zahlungsfähigkeit unserer Gesellschaft für fällige Verbindlichkeiten auch zukünftig gegeben ist.

Ausblick und Chancen

Tatsächliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2019 im Vergleich zum Ausblick

Für das Jahr 2019 hatten wir vor dem Hintergrund der Einführung unserer überarbeiteten und neuen Modelle eine Stabilisierung des Renault-Marktanteils auf Vorjahresniveau erwartet. Außerdem gingen wir davon aus, dass der Dacia-Marktanteil im Gesamtmarkt weiterhin leicht steigen würde. Ferner rechneten wir auch aufgrund der öffentlichen Förderung der Elektromobilität und unserer Aufstockung der gesetzlichen Mindestbeteiligung mit einem weiteren Anstieg des Volumens bei den Elektrofahrzeugen.

Der Gesamtmarkt 2019 für Pkw ist stärker gewachsen als erwartet und lag mit 3,61 Millionen Neuzulassungen 5,0 % über dem Vorjahresniveau. Der Gesamtmarkt der leichten Nutzfahrzeuge (bis 5 t) schloss mit einem Plus von 7,0 % bei 307.931 Einheiten ab.

Die Verkäufe der Renault Gruppe in Deutschland entwickelten sich parallel zu diesem positiven Umfeld. Die Neuzulassungen der Gruppe stiegen um 5,1 % auf 243.284 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Der Marktanteil der Renault Gruppe blieb wie erwartet stabil bei 6,21 % (2018: 6,22 %).

Für die Marke Renault sind die Pkw-Neuzulassungen um 0,2 % auf 131.169 Pkw und die leichten Nutzfahrzeug-Zulassungen (bis 5 t) um 9,1% auf 28.270 Nutzfahrzeuge gestiegen. Trotz der Einführung erneuerter Modelle zum Jahresende (neuer Clio und neuer Zoe) verlor die Marke Renault 0,14 Prozentpunkte Marktanteil. Dagegen gewann die Marke Dacia insbesondere durch den Erfolg des Dusters 0,13 Prozentpunkte Marktanteil. Mit 83.521 neu zugelassenen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen (bis 5 t) erreichte sie eine Steigerung um 12,1%, was einem Marktanteil von 2,13 % entspricht.

Auch das Ziel, mehr Elektrofahrzeuge als im Jahr 2018 abzusetzen, wurde mit einer Erhöhung der Verkaufszahlen um 47,3 % auf 10.990 Neuzulassungen (2018: 7.462 Einheiten) der Modelle Twizy, ZOE, Kangoo Z.E sowie Master Z.E. äußerst erfolgreich umgesetzt. Deutschlands bestverkauftes Elektromodell war 2019 erneut der Renault ZOE.

Vor dem Hintergrund der ab 2020 innerhalb der EU einzuhaltenden CAFE (Corporate Average Fuel Economy) Grenzwerte trieben die Verkäufe von Modellen mit hoher CO2 Emission aller Hersteller das Wachstum des Gesamtmarktes zum Jahresende.

Die Umsatzerlöse haben aufgrund gestiegener Fahrzeugverkäufe und damit einhergehend gestiegenen Kommissionserlösen unsere Erwartungen übertroffen (Steigerung um 4,2 % gegenüber Vorjahr). Auch der Jahresüberschuss vor Steuern konnte mit einem Wachstum von 7,6 % durch die positive Marktlage verbessert werden.

Ausblick 2020

Vor dem Ausbruch der Pandemie des Coronavirus (Covid-19) erwartete die Renault Deutschland AG für den deutschen Pkw-Markt im Jahr 2020 einen leichten Rückgang.

Dank des Angebots einer jungen Modelpalette vom Jahresanfang an (neuer Clio, neuer Zoe, neuer Captur) und der weiteren Nachfrage nach der Marke Dacia, erwarten wir dennoch eine leichte Steigerung unseres Marktanteils.

Das Europäische Parlament hat seine Umweltverschmutzungsregulierung mit einem Gesetz verschärft, das den fixierten Grenzwert der durchschnittlichen CO2 Emissionen senkt (CAFE). Mit ihren neuen Modellen und ihrem Angebot an Elektrofahrzeugen verfügt die Renault Deutschland AG über zahlreiche emissionsarme Fahrzeuge, die den Einhalt dieses Grenzwertes ermöglichen.

Wir erwarten im Jahr 2020 eine starke Steigerung der Renault Zoe Verkäufe. Die Renault Gruppe wird mit den E-TECH Versionen (Clio Hybrid, Captur/Megane Plug-In Hybrid) und dem Twingo Z.E. am Jahresende ihre Elektro-Offensive fortsetzen.

Auf Basis dieser Annahmen gingen wir - vor dem Ausbruch der Pandemie des Coronavirus (Covid-19) - für 2020 bei einem Rückgang des deutschen Pkw-Gesamtmarktes von einer leichten Senkung der Umsätze im Vergleich zum Vorjahr und einem stabilen Jahresüberschuss vor Steuern aus.

Wie auch bereits im Anhang im Abschnitt „Nachtragsbericht: Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag“ dargelegt wurde, wurde der Jahresabschluss der Renault Deutschland AG bis zum 22. April 2020 auf Basis der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen im Zusammenhang mit der sich seit etwa Ende Februar 2020 auch in Deutschland entwickelnden Gesundheitskrise im Zusammenhang mit Covid-19 aufgestellt.

Bei dieser globalen Gesundheitskrise handelt es sich um ein Ereignis, das nach dem Abschlussstichtag des Berichtsjahres 2019 eintrat und das nach dem Stichtagsprinzip im Zahlenwerk des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2019 noch nicht zu berücksichtigen war.

Im Kontext der Gesundheitskrise besteht Ungewissheit hinsichtlich der Dauer der Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit unserer Gesellschaft. Die Gesellschaft gehört zum Renault-Konzern, der einige seiner Niederlassungen und Werke in den von der Coronavirus-Pandemie (Covid- 19) betroffenen Ländern vorübergehend geschlossen hat, aber weiterhin voll aktiv bleibt, um seine Kerntätigkeiten aufrechtzuerhalten. Der Konzern plant die Wiederaufnahme der Produktionstätigkeiten, sobald die Bedingungen es erlauben, und wird alle geeigneten Maßnahmen ergreifen, um wirksam auf die kommerzielle Nachfrage zu reagieren.

Aktuell führt die Covid-19-Pandemie in Deutschland zu starken gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Restriktionen (z. B. Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, temporäre Geschäftsschließungen, Umsatzeinbußen). Im Laufe des Monats März 2020 - und zwar überwiegend seit dem 17. März 2020 - wurden die Aktivitäten der Verkaufshäuser unseres Tochterunternehmens Renault Retail Group GmbH und die Verkaufshäuser unseres landesweiten Händlernetzes vorübergehend stark eingeschränkt. Notdienste werden weiterhin angeboten. Die Wirksamkeit der landesweit und global getroffenen Maßnahmen kann momentan noch nicht abschließend beurteilt werden. Die Auswirkungen werden im Laufe der weiteren Entwicklung der Situation laufend bewertet.

Die finanziellen Auswirkungen, die nach dem Stichtagsprinzip im Zahlenwerk des Jahresabschlusses 2019 noch nicht zu berücksichtigen waren, werden aller Voraussicht nach, die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft beeinträchtigen. In der Gesamtsicht sind derzeit die finanziellen Auswirkungen jedoch kaum seriös quantifizierbar, weil der weitere Verlauf und die Dauer der Pandemie ebenso wie die Wirksamkeit der landesweit und global getroffenen Maßnahmen momentan noch nicht abschließend beurteilt werden können. Aus diesem Grunde müssen wir derzeit auf die Darlegung einer aktualisierten Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2020 verzichten.

Zu der nach unserer Gesamteinschätzung weiterhin zutreffenden Anwendung der Going-Concern-Prämisse gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB bei der Bilanzierung im Jahresabschluss 2019 verweisen wir auf unsere Ausführungen auf Seite 1 des Anhangs.

Erklärung zur Unternehmensführung

Mit Aufsichtsratsbeschluss vom 23. April 2018 wurden die Zielgrößen gemäß § 111 Abs. 5 Satz 1 AktG für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und im Vorstand der Gesellschaft auf jeweils 17 % festgelegt. Darüber hinaus legte der Vorstand mit Beschlussfassung vom 8. März 2018 die Zielgrößen gemäß § 76 Abs. 4 AktG für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands auf 25 % und für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands auf 19 % fest. Diese Angaben gelten für die Zeit bis zum 30. Juni 2022.

Mit Stand 31. Dezember 2019 ergab sich für den Aufsichtsrat ein Frauenanteil von 17 %. Mithin wurde das gesetzte Ziel im Aufsichtsrat erreicht. Der Frauenanteil im Vorstand betrug zum 31. Dezember 2019 0%. Da es keine geeigneten Kandidatinnen gab, um vakante Positionen zu besetzen, konnte das Ziel im Geschäftsjahr 2019 noch nicht erreicht werden.

Die Zielgröße für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands in Höhe von 25 % wurde mit Stand 31. Dezember 2019 nicht erreicht, da es keine passenden Kandidatinnen gab.

Zum 31. Dezember 2019 betrug der Frauenanteil für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands 41 %. Das gesetzte Ziel wurde somit erfüllt.

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Der Vorstand hat den gemäß § 312 Aktiengesetz erforderlichen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt und mit folgender Schlusserklärung versehen:

"Mit der Ausnahme einer unentgeltlichen Nutzungsüberlassung an ein 100%iges Tochterunternehmen, mit dem ein Gewinnabführungsvertrag besteht, hat unsere Gesellschaft nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und wurde dadurch nicht benachteiligt. Bei der vorstehend umschriebenen unentgeltlichen Leistung erfolgt der Nachteilsausgleich im Wege der um die fehlende Gegenleistung erhöhten Gewinnabführung."

Brühl, den 22. April 2020

Renault Deutschland AG

Der Vorstand

Uwe Hochgeschurtz

Didier Richard

Christophe Mittelberger

Martin Zimmermann

Frank Niewöhner

Ralf Benecke

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat laufend über die Entwicklung und die Lage des Unternehmens sowie über wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichtet.

Die Berichte waren Gegenstand eingehender Beratungen in den Aufsichtsratssitzungen und bildeten die Grundlage für die durchgeführte Überwachung der Geschäftsführung. Anlass zu Beanstandungen hat es nicht gegeben.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 und der Lagebericht sind unter Einbeziehung der Buchführung von der durch die letzte ordentliche Hauptversammlung zum Abschlussprüfer gewählten Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Düsseldorf, geprüft worden. Sie hat den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Im Falle des Berichtes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen trägt der Vermerk folgenden Wortlaut:

“Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichtes richtig sind,

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Er schließt sich dem Ergebnis der Abschlussprüfung an und erhebt auch nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen.

Der Aufsichtsrat billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, der nach § 172 Aktiengesetz festgestellt ist.

Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließt sich der Aufsichtsrat an.

Brühl, 29. Juni 2020

V. Piquet, Vorsitzender des Aufsichtsrats