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Renault — Audit Report / Information 2011
Jul 17, 2012
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Audit Report / Information
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Publication
Renault Deutschland AG
Brühl
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2011
Renault Deutschland AG, Brühl
Der Markt
Der deutsche Automobilmarkt hat sich 2011 kräftig erholt. Die Neuzulassungen von Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen bis fünf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht stiegen um 9,4 % oder 294.000 Einheiten auf insgesamt 3,413 Millionen Einheiten. Positiv wirkte sich insbesondere die gute gesamtwirtschaftliche Situation aus, wodurch sich vor allem die Nachfrage der gewerblichen Kunden erhöhte. Dieser Trend zeigte sich verstärkt auch bei den Pkw-Neuzulassungen: 59,9 % der Gesamtzulassungen entfielen 2011 bereits auf den gewerblichen Sektor, der damit gegenüber 2010 erneut zulegen konnte. Insgesamt wurden in 2011 mit 3,17 Millionen Einheiten 8,8 % oder 257.000 Einheiten mehr Pkw neu auf die Straßen gebracht.
Knapp die Hälfte davon (1,5 Millionen Einheiten oder 47,1 %) ist mit einem Dieselmotor ausgestattet, was einem Zuwachs um 5,2 %-Punkte gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Anteil der Elektro- und Hybridfahrzeuge war mit 2.100 beziehungsweise 12.600 Einheiten verschwindend gering. Trotz des anhaltenden Trends zu größeren Fahrzeugen, getrieben von der guten Konjunktur, ging der durchschnittliche CO2-Ausstoß auf 146,1 g/km zurück (Vorjahr: 151,7 g/km, 2009: 154,2 g/km, 2008: 165 g/km).
Das insgesamt optimistische wirtschaftliche Umfeld ist auch an den Verschiebungen nach oben in den einzelnen Segmenten zu erkennen: Mit einem Zuwachs von 30,3 % konnte sich erstmals seit vielen Jahren die Oberklasse - traditionell überwiegend von Dienstwagenfahrern genutzt - an der Spitze der Aufwärtsbewegung positionieren. Im Verfolgerfeld sind ebenfalls eher teure Fahrzeuge zu finden wie Vans mit plus 27,3 % und Geländewagen/Sport Utility Vehicles mit plus 22, 0 %. Die Kompaktklasse behauptete sich stabil, doch bei den Kleinstwagen war ein Minus von 12,4 % zu verzeichnen.
Die ausländischen Pkw-Hersteller haben leicht an Boden verloren. Ihr Anteil am Gesamtmarkt verringerte sich 2011 gegenüber dem Vorjahr von 37,0 % auf 35,3 %. Die Renault Gruppe war (einschließlich Dacia) zum 21. Mal in Folge der erfolgreichste ausländische Automobilhersteller auf dem deutschen Markt und verzeichnete einen Marktanteil von 5,3 % bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen mit fünf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Der Absatz nahm um rund 10.000 Einheiten auf insgesamt 181.000 Fahrzeuge zu. Die Marke Renault erzielte einen Marktanteil von 4,03 %, die Marke Dacia von 1,3 %.
Einen anhaltenden Boom verzeichnete 2011 auch der Gebrauchtwagenmarkt. Mit 6,809 Millionen Pkw wechselten 5,9 % mehr Fahrzeuge ihren Besitzer.
2011 stieg der Pkw-Bestand in Deutschland um 1,5 % auf 42,9 Millionen Fahrzeuge (Vorjahr: 42,3 Millionen Fahrzeuge). Mit mehr als 2,2 Millionen Automobilen führt Renault inklusive Dacia auch hier die Rangliste der Importeure an. Das Durchschnittsalter aller Fahrzeuge und Marken liegt bei 8,5 Jahren. 90,0 % der Pkw werden privat genutzt. 26,9 % der Fahrzeughalter haben das sechzigste Lebensjahr bereits überschritten.
Kompaktwagen bilden mit 27,2 % das stärkste Segment, gefolgt von Kleinwagen mit 20,5 %. Den größten Zuwachs gab es im Bestand 2011 jedoch bei den Geländewagen mit einem Plus von 16,4 % auf 2,1 Millionen Fahrzeuge. 2,6 Millionen Pkw sind mit Allradantrieb ausgestattet (plus 10,6 %). Die Zahl der Cabriolets stieg im vergangenen Jahr um 4,4 % auf 1,8 Millionen Einheiten.
Der Bestand an Pkw in der Emissionsklasse Euro 5 hat sich seit Anfang 2011 auf 5,8 Millionen Fahrzeuge fast verdoppelt. Der Anteil der Pkw mit einem CO2-Ausstoß von weniger als 120 g/km hat sich ebenfalls bemerkenswert auf 4,9 % erhöht.
Der Gesamtmarkt Personenwagen und Nutzfahrzeuge bis fünf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht in Deutschland (in Mio. Einheiten)
| 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 3,462 | 3,522 | 3,670 | 3,376 | 3,320 | 3,982 | 3,119 | 3,413 |
Gesamtmarkt Personenwagen: Die Top Ten in Deutschland
| Rang | Hersteller | Zulassungen 2010 | Marktanteil | Zulassungen 2011 | Marktanteil |
|---|---|---|---|---|---|
| (Einheiten) | (%) | (Einheiten) | (%) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. | VOLKSWAGEN | 613.817 | 21,05 | 686.835 | 21,64 |
| 2. | MERCEDES-BENZ | 281.222 | 9,64 | 285.620 | 9,00 |
| 3. | BMW | 234.980 | 8,06 | 256.652 | 8,09 |
| 4. | OPEL | 233.498 | 8,01 | 254.605 | 8,02 |
| 5. | AUDI | 226.872 | 7,78 | 250.708 | 7,90 |
| 6. | FORD | 198.154 | 6,79 | 230.939 | 7,28 |
| 7. | SKODA | 132.150 | 4,53 | 142.611 | 4,49 |
| 8. | RENAULT | 116.056 | 3,98 | 119.132 | 3,75 |
| 9. | HYUNDAI | 74.331 | 2,55 | 86.843 | 2,74 |
| 10. | PEUGEOT | 84.242 | 2,89 | 82.743 | 2,61 |
Gesamtmarkt Nutzfahrzeuge bis 5 Tonnen: Die Top Ten in Deutschland
| Rang | Hersteller | Zulassungen 2010 | Marktanteil | Zulassungen 2011 | Marktanteil |
|---|---|---|---|---|---|
| (Einheiten) | (%) | (Einheiten) | (%) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. | VOLKSWAGEN | 50.696 | 25,06 | 57.219 | 23,92 |
| 2. | MERCEDES-BENZ | 44.773 | 22,13 | 51.458 | 21,51 |
| 3. | FORD | 21.501 | 10,63 | 27.707 | 11,58 |
| 4. | FIAT | 15.681 | 7,75 | 20.082 | 8,40 |
| 5. | RENAULT | 14.923 | 7,38 | 18.445 | 7,71 |
| 6. | OPEL | 9.939 | 4,91 | 13.671 | 5,72 |
| 7. | PEUGEOT | 10.080 | 4,98 | 11.534 | 4,82 |
| 8. | CITROEN | 11.133 | 5,50 | 11.515 | 4,81 |
| 9. | IVECO | 6.883 | 3,40 | 7.688 | 3,21 |
| 10. | NISSAN | 2.650 | 1,31 | 4.707 | 1,97 |
Absatzentwicklung: Die Marken Renault und Dacia
Mit den beiden Marken Renault und Dacia hat die Renault Deutschland AG im Jahr 2011 insgesamt 181.060 (Vorjahr: 171.294 Einheiten) Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zugelassen und erzielte einen Marktanteil von 5,3 % (Vorjahr: 5,5 %). Damit belegte das Unternehmen zum 21. Mal in Folge die Position als stärkster ausländischer Automobilhersteller. Die Marke Renault erreichte bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen 137.577 Zulassungen (Vorjahr: 130.979 Zulassungen). Der Marktanteil betrug 4,03 % (Vorjahr: 4,2 %). Im reinen Pkw-Markt wurden für die Marke 119.132 Fahrzeuge zugelassen, ein Plus von rund 3.000 Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr.
Überaus positiv entwickelten sich die leichten Nutzfahrzeuge des französischen Herstellers. Mit einem Zuwachs von 23,6 % auf 18.455 Zulassungen (Vorjahr: 14.923 Zulassungen) legte Renault deutlich stärker zu als der Gesamtmarkt. Der Marktanteil wuchs auf 7,7 % (Vorjahr: 7,4 %).
Zulassungsstärkstes Pkw-Modell auf dem deutschen Markt war im Jahr 2011 erneut der Mégane mit 28.558 Zulassungen. Im Privatmarkt steigerte das Kompaktmodell seinen Segmentanteil auf 4,34 %. Auf Platz zwei folgt der ebenfalls sehr erfolgreiche Twingo mit 21.899 Verkäufen vor dem Scénic, der 21.210 Zulassungen erreichte.
Auch die leichten Nutzfahrzeuge von Renault gehören für die deutschen Kunden weiter zur ersten Wahl. Insgesamt 7.416 Master (Vorjahr: 6.201) und 5.573 Trafic (Vorjahr: 4.281) rollten aus den Autohäusern. Auch der Kangoo Rapid behauptet sich als Trendsetter unter den Kompakttransportern nach wie vor erfolgreich auf dem Markt und erzielte 5.434 Zulassungen (Vorjahr: 4.439 Zulassungen). Mit dem batterieelektrisch betriebenen Kangoo Z.E. stellte Renault darüber hinaus den Gewinner bei der Wahl zum "International Van of the Year 2012" und erzielte damit die begehrteste Auszeichnung für leichte Nutzfahrzeuge in Europa.
Im gewerblichen Markt legte Renault 2011 um 13 % zu. Zusätzlich zum attraktiven Fahrzeugangebot ist die unverändert starke Position von Renault im gewerblichen Markt auf das maßgeschneiderte Serviceangebot zurückzuführen. In den PRO+-Business Centern bietet Renault Firmenkunden spezialisierte und branchenspezifische Dienstleistungen, die Zeit und Geld sparen.
Weiterhin positiv entwickelt sich die Produkt- und Servicequalität von Renault. So gehörten die Renault Modelle auch im Jahr 2011 zu den zuverlässigsten Fahrzeugen im Rahmen der ADAC Pannenstatistik. Hervorragend ist auch die Qualität im Kundendienst: Renault Betriebe erhielten 2011 in den Werkstättentests von Stiftung Warentest, ADAC und AvD jeweils die Bestnote. Die Dacia Servicebetriebe erzielten im Werkstättentest der Fachzeitschrift Auto Bild das beste Ergebnis seit Bestehen des Tests.
Mit 1,27 % Marktanteil (Vorjahr: 1,3 %) konnte die Marke Dacia im Jahr 2011 ihre Stellung im Markt behaupten. Dacia steigerte die Zulassungen um rund 8 % auf insgesamt 43.483 Zulassungen (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, Vorjahr: 40.315 Einheiten). Damit hat Dacia etablierte Marken auf dem deutschen Markt überholt und sich im guten Mittelfeld der Zulassungsstatistik etabliert. Meistverkauftes Modell war der vielseitige Duster mit 22.734 Einheiten, der seinen Absatz im Vergleich zum Vorjahr (11.402 Einheiten) nahezu verdoppeln konnte, gefolgt vom Sandero mit 11.633 Fahrzeugen (Vorjahr: 16.839 Einheiten).
Sechs Jahre nach der Einführung in Deutschland ist Dacia eine feste Größe auf dem Automobilmarkt. Bis Ende 2011 setzte die rumänische Renault Tochter in Deutschland bereits über 220.000 Fahrzeuge ab. Als wichtiger Grund für den Erfolg der Fahrzeuge gelten das vorbildliche Preis-/Leistungsverhältnis, die niedrigen Betriebskosten (costs of ownership) und die hohe Wertstabilität. So gewannen Logan MCV, Sandero und Duster bereits zum zweiten Mal in Folge in ihren jeweiligen Segmenten den Titel "Wertmeister" im Rahmen einer von Auto Bild und Eurotax Schwacke durchgeführten Ermittlung der Fahrzeug-Restwerte.
Für 2012 erwartet Renault eine Fortsetzung der positiven Entwicklung der Konzernmarken. Für den Gesamtmarkt rechnet Renault mit ca. 3,15 Millionen Pkw und 225.000 leichten Nutzfahrzeugen. In diesem Umfeld setzt das Unternehmen auf Kontinuität und möchte zum 22. Mal in Folge die Position als erfolgreichster ausländischer Automobilhersteller auf dem deutschen Markt halten. Das Unternehmen strebt für die Marke Renault einen Marktanteil von 4,2 % (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) an. Dies entspricht circa 142.000 Zulassungen. Der Dacia Marktanteil soll auf 1,4 % steigen. Das Zulassungsziel liegt bei 47.000 Fahrzeugen.
Renault erwartet vor allem von der Neuauflage des Kompaktmodells Clio und der umfassenden Modellpflege von Twingo, Mégane und Scénic starke Impulse für die Absatzentwicklung. Daneben steht 2012 ganz im Zeichen der erweiterten Renault Elektrofahrzeugpalette: Nach dem Debüt des Kangoo Z.E. und Fluence Z.E. folgt bereits im Frühjahr der innovative Elektro-Zweisitzer Twizy, bevor Renault im zweiten Halbjahr mit dem Kompaktmodell Zoe das bislang vielseitigste Elektrofahrzeug auf den Markt bringt.
Die Dacia Modellpalette wird 2012 durch zwei Neuheiten erweitert: den Familienvan Lodgy sowie einen vielseitigen Kombivan nach Vorbild des Renault Kangoo.
Die Renault und Dacia Neuwagenzulassungen (Einheiten)
| 2010 | 2011 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Renault | |||
| Twingo | 19.640 | 21.899 | 2.259 |
| Clio | 23.346 | 20.362 | -2.984 |
| Wind | 960 | 2.078 | 1.118 |
| Modus | 3.696 | 4.934 | 1.238 |
| Mégane Familie | 50.164 | 49.768 | -396 |
| davon Mégane | 27.503 | 28.558 | 1.055 |
| davon Scénic | 22.661 | 21.210 | -1.451 |
| Fluence | 323 | 774 | 451 |
| Laguna | 4.993 | 4.862 | -131 |
| Espace | 1.856 | 2.004 | 148 |
| Koleos | 1.631 | 2.148 | 517 |
| Latitude | 1 | 247 | 246 |
| Kangoo | 6.843 | 7.252 | 409 |
| Trafic | 2.173 | 2.448 | 275 |
| Master | 413 | 325 | -88 |
| Sonstige | 17 | 31 | 14 |
| Gesamt Pkw Renault | 116.056 | 119.132 | 3.076 |
| Dacia | |||
| Logan einschließlich MCV | 9.258 | 6.870 | -2.388 |
| Sandero | 16.839 | 11.633 | -5.206 |
| Duster | 11.402 | 22.734 | 11.332 |
| Gesamt Pkw Dacia | 37.499 | 41.237 | 3.738 |
| Renault Pkw + Dacia Pkw | 153.555 | 160.369 | 6.814 |
| Kangoo Rapid | 4.439 | 5.434 | 995 |
| Trafic Transporter | 4.281 | 5.573 | 1.292 |
| Master Transporter | 6.201 | 7.416 | 1.215 |
| Sonstige | 2 | 22 | 20 |
| Gesamt Nfz Renault bis 5 t | 14.923 | 18.445 | 3.522 |
| Dacia Nfz | 2.816 | 2.246 | -570 |
| Renault Nfz + Dacia Nfz bis5 t | 17.739 | 20.691 | 2.952 |
| Gesamt Pkw + Transporter | 171.294 | 181.060 | 9.766 |
Ertragslage
Der Jahresüberschuss 2011 stieg gegenüber dem Vorjahr um 105,1 % von Mio. EUR 15,8 auf Mio. EUR 32,4.
Die Umsatzerlöse lagen mit Mio. EUR 1.030 über dem Vorjahresniveau (Mio. EUR 950). Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen zeigt folgendes Bild (in Mio. EUR):
| 2011 | Vorjahr | |
|---|---|---|
| Verkäufe von Neu-, Dienst- und Gebrauchtwagen | 897 | 845 |
| Ersatzteilverkäufe | 99 | 76 |
| Übrige | 34 | 29 |
| 1.030 | 950 |
Die Zulassungen der Pkw und leichten Nutzfahrzeuge Renault und Dacia stiegen um 5,7 % (9.766 Fahrzeuge). Hingegen erreichten die Zulassungen der leichten Nutzfahrzeuge (Marke Renault ) 18.445 Einheiten und legten mit 23,6 % stärker als der Markt zu.
Es handelt sich bei den ausgewiesenen Umsätzen hauptsächlich um Kommissionserlöse, da der Neuwagen- und Teilevertrieb - soweit es sich bei den Teilen nicht um Fremdbezüge handelt - auf Kommissionsbasis erfolgte. Als Umsatzerlös wird hierbei nur die Kommission, die sowohl eine fixe Provision als auch die Erstattung bestimmter Aufwendungen beinhaltet, ausgewiesen. Die Umsatzerlöse beinhalten auch die Vertriebskosten, die im Rahmen der variablen Kommission an den Kommittenten weiterbelastet wurden.
Der Materialaufwand stieg um Mio. EUR 47,4 auf Mio. EUR 217,1 (+28,0 %). Ursächlich hierfür war u.a. der im Vergleich zum Vorjahr höhere Wareneinsatz für Gebrauchtwagen (+ Mio. EUR 29,8). Gleichzeitig stiegen die Aufwendungen für bezogene Leistungen, im Wesentlichen verursacht durch den Anstieg der Aufwendungen für die Aufbereitung von Fahrzeugen und im Zusammenhang mit der Renault Plus Garantie um Mio. EUR 7,3. Parallel sind die Aufwendungen für den Einkauf von Ersatzteilen um Mio. EUR 10,6 gestiegen. Die Materialintensität verschlechterte sich von 15,0 % im Vorjahr auf 17,8 %.
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um Mio. EUR 3,8 (+2,1 %).
Im Jahr 2011 waren durchschnittlich 456 Mitarbeiter beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das sieben Beschäftigte mehr. Der Personalaufwand ist von Mio. EUR 34,7 auf nunmehr Mio. EUR 36,0 gestiegen (Mio. EUR 1,3 bzw. +3,8 %). Dabei blieben die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung nahezu unverändert.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um Mio. EUR 7,8 (+0,9 %) auf Mio. EUR 897,1.
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen stiegen von TEUR 5 auf Mio. EUR 1,3. Dies resultierte im Wesentlichen aus der deutlich verbesserten Ergebnissituation der Renault Retail Group Deutschland GmbH, Köln, als Folge der verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf dem deutschen Automobilmarkt. Aus diesem Grunde sanken auch die Aufwendungen aus Verlustübernahmen auf TEUR 69 (Vorjahr: TEUR 803).
Im Berichtsjahr entstanden keine neuen Abschreibungen auf Finanzanlagen.
Die Zinsaufwendungen stiegen von Mio. EUR 17,3 auf Mio. EUR 21,9 (Mio. EUR +4,7), während die Zinserträge um Mio. EUR 1,7 auf Mio. EUR 2,6 (Vorjahr: Mio. EUR 0,9) stiegen. Der Anstieg der Zinsaufwendungen betrifft im Wesentlichen verbundene Unternehmen und resultiert aus den gestiegenen Zinsaufwendungen im Rahmen der Vermarktung der Neufahrzeuge.
Das Finanzergebnis verschlechterte sich somit um Mio. EUR 0,6 (-3,4 %) auf Mio. EUR -18,1.
Der Aufwand aus Ertragsteuern belief sich auf Mio. EUR 15,1 und verzeichnete somit einen Anstieg um Mio. EUR 10,4. Darin enthalten sind Mio. EUR 1,5 an latentem Steueraufwand als Folge der Veränderung der aktiven latenten Steuern.
Vermögenslage
In Sachanlagen wurden Mio. EUR 0,7 investiert.
Die Summe der Vorräte erhöhte sich um Mio. EUR 2,3 (+19,8 %). Grund dafür war fast ausschließlich der Anstieg des Bestandes an Gebrauchtwagen.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um Mio. EUR 81,5 auf Mio. EUR 430,0. Während bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ein Anstieg um Mio. EUR 0,8 zu verzeichnen ist, haben sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um Mio. EUR 60,7 erhöht. Dabei ist besonders ein Anstieg der Forderungen aus dem Cash-Pooling gegen die Muttergesellschaft Renault SA als Folge der Weiterbelastung der Aufwendungen im Zusammenhang mit der Bildung der Rückstellungen für verkaufsfördernde Maßnahmen maßgeblich. Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um Mio. EUR 20,0. Dies resultiert im Wesentlichen aus den gestiegenen Erstattungsansprüchen aus der Weiterbelastung der Aufwendung im Zusammenhang mit der Bildung von Buy-back Rückstellungen (TEUR +10.464) sowie den zum Stichtag gestiegenen geleisteten Vorauszahlungen (TEUR +8.840).
Das Eigenkapital erhöhte sich um Mio. EUR 12,5 auf Mio. EUR 57,2. Ursächlich hierfür war der Anstieg des Jahresüberschusses. Darüber hinaus erfolgt eine Dividendenzahlung in Höhe von Mio. EUR 20,0. Die Eigenkapitalquote veränderte sich von 10,9 % im Vorjahr auf 11,4 %.
Die Rückstellungen lagen mit Mio. EUR 359,0 um Mio. EUR 46,9 über dem Vorjahresniveau, was hauptsächlich auf eine Steigerung der sonstigen Rückstellungen zurückzuführen ist. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus höheren Zuführungen für noch auszustellende Gutschriften an die Renault-Händler.
Die Verbindlichkeiten erhöhten sich um Mio. EUR 29,8 auf Mio. EUR 83,3. Hierbei stiegen insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aufgrund zum Stichtag noch nicht erfolgter Abrechnungen um Mio. EUR 27,6 sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um Mio. EUR 7,2. Einen Rückgang um Mio. EUR 5,1 auf Mio. EUR 5,7 verzeichneten die sonstigen Verbindlichkeiten.
Finanzlage
Es bestanden wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.
Der täglich praktizierte Finanzausgleich (Cash-Pooling und Konzernverrechnung) wird weiterhin zu keiner wesentlichen Veränderung führen. Zudem garantiert er eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen. Durch diese Zentralisierung der Finanzwirtschaft übernimmt die französische Muttergesellschaft die Verpflichtung, im Rahmen der Konzernfinanzierung für eine möglichst kostengünstige und betragsmäßig stets ausreichende Deckung des Finanzbedarfs der Gesellschaft der Renault Gruppe in Deutschland zu sorgen. Von Änderungen bei den marktüblichen Kreditkonditionen (z.B. Zinsrisiko, Währungsrisiko) oder einer Einstufung der Kreditwürdigkeit durch Ratings ist die Gesellschaft daher nicht unmittelbar betroffen. Die Zinsen werden mit dem monatlichen arithmetischen Mittel des EONIA (European Overnight Index Average) zzgl. 0,15 % berechnet.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (Mio. EUR +107,0) wird im Wesentlichen durch den Jahresüberschuss von Mio. EUR 32,4, den Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen (ohne Cash-Pool-Forderungen) um Mio. EUR 17,2 sowie die Zunahme der Verbindlichkeiten um Mio. EUR 29,8 positiv beeinflusst.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ergibt sich aus den Investitionen in Sachanlagen (Mio. EUR 0,7).
Aus der Finanzierungstätigkeit ergibt sich ein Cashflow aufgrund von Dividendenzahlungen in Höhe von Mio. EUR -20,0.
Der Finanzmittelfonds nahm um Mio. EUR 86,4 auf Mio. EUR 326,4 zu. Die wesentliche Veränderung erfolgte hierbei bei den Cash-Pool-Forderungen (Mio. EUR +77,9). Die liquiden Mittel nahmen, trotz des bestehenden Cash-Poolings um Mio. EUR 8,6 zu, da eine Belastung des Bankkontos valutarisch nicht zum Stichtag, sondern erst in 2012 erfolgte.
Risikobericht
Der Vorstand ist für die Einrichtung und Wirksamkeit eines angemessenen Risikomanagementsystems verantwortlich.
Das Risikomanagement gehört zu den zentralen und alltäglichen Managementaufgaben, um Geschäftschancen bestmöglich zu nutzen und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken zu minimieren.
Das Risikomanagement hat zum Ziel, bestehende Risiken frühestmöglich zu identifizieren, durch geeignete Maßnahmen geschäftliche Einbußen zu begrenzen sowie eine Bestandsgefährdung des Unternehmens zu vermeiden.
Das Risikomanagementsystem der Renault Deutschland AG ist in die Aufbau- und Ablauforganisation integriert. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement liegt beim Vorstand. Die Abteilungsleiter der einzelnen Direktionen sind Risikomanagement-Beauftragte und für die Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung und -kommunikation in ihrem Bereich verantwortlich. Daneben gibt es einen Risikomanagement-Koordinator, dessen Aufgabe die Organisation der Prozessabläufe des Risikomanagements sowie die eines Bindegliedes zwischen Vorstand und Risikobeauftragten ist.
Zur Vermeidung von Zahlungsausfallrisiken werden wesentliche Teile der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an die RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland, Neuss, im Rahmen eines echten Factorings veräußert. Darüber hinaus werden Bonität und Zahlungsverhalten der Kunden ständig überwacht.
Bestandgefährdende Risiken oder Risiken, die geeignet sind, die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage des Unternehmens wesentlich zu beeinträchtigen, sind nicht vorhanden.
Wir gehen davon aus, dass unsere Tochtergesellschaften zukünftig zumindest ausgeglichene Ergebnisse erwirtschaften.
Aufgrund des mit der Muttergesellschaft bestehenden Cash Pooling- und Konzernverrechnungsverfahrens bestehen beträchtliche Forderungen, die 63 % (Vorjahr: 58,5 %) der Bilanzsumme ausmachen. Eine Rückzahlung ist jedoch aufgrund unserer derzeitigen Erkenntnisse nicht gefährdet.
Ausblick und Chancen
Der langfristige Erfolg steht für die Renault Deutschland AG im Vordergrund. Das Unternehmen setzt auch im Jahre 2012 und in den Folgejahren auf Kontinuität und Stabilität, um die Erfolge der vergangenen Jahre abzusichern und die Marktposition weiter zu verbessern.
Für 2012 erwartet Renault Deutschland eine Fortsetzung der positiven Entwicklung der Konzernmarken. Für den Gesamtmarkt rechnet Renault mit ca. 3,15 Millionen PKW und 225.000 leichten Nutzfahrzeugen. In diesem Umfeld setzt das Unternehmen auf Kontinuität. Die Erfolge der vergangenen Jahre sollen fortgeführt werden und die Position als erfolgreichster ausländischer Automobilhersteller auf dem deutschen Markt gehalten werden.
Für das Jahr 2012 strebt Renault auf dem weiterhin schwierigen Markt einen Marktanteil von 4,2 % (PKW und Nfz) an. Dies entspricht ca. 142.000 Zulassungen. Der Dacia Marktanteil soll auf 1,4 % steigen. Das Zulassungsziel liegt bei 47.000 Fahrzeugen.
Renault erwartet vor allem von der Neuauflage des Kompaktmodells Clio und der umfassenden Modellpflege von Twingo, Megane und Scénic starke Impulse für die Absatzentwicklung. Daneben steht 2012 ganz im Zeichen der erweiterten Renault Elektrofahrzeugpalette. Nach dem Debut des Kangoo Z.E und Fluence Z.E. folgt bereits im Frühjahr der innovative Elektro-Zweisitzer Twizzy, bevor Renault im zweiten Halbjahr mit dem Kompaktmodell Zoe das bislang vielseitigste Elektrofahrzeug auf den Markt bringt.
Die Dacia Modellpalette wird 2012 durch zwei Neuheiten erweitert: den Familienvan Lodgy sowie einen vielseitigen Kombivan nach Vorbild des Renault Kangoo.
Aufgrund des zuvor beschriebenen Absatzwachstums erwartet Renault ein positives Ergebnis in den Geschäftsjahren 2012 und 2013 sowie ein weiterhin hohes Niveau bei den Umsatzerlösen.
Das Jahr 2012 wird für Renault ein weiterer Schritt des mehrstufigen Unternehmensplans "Renault Mission 6 %" sein, mit dem Ziel, bis zum Jahr 2015 einen Marktanteil von 6 % zu erreichen.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im März 2012 wurden Teilbereiche der Administration des Rechnungswesens der RDAG, die bisher in einem Shared Service Center (Genpact) in Rumänien durchgeführt wurden, in ein sich in Indien befindliches Shared Service Center (RNTBCI) der Renault Gruppe ausgelagert.
Beziehungen zu verbundenen Unternehmen
Der Vorstand hat den gemäß § 312 Aktiengesetz erforderlichen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt und mit folgender Schlusserklärung versehen:
"Unsere Gesellschaft hat nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäfte vorgenommen und die Maßnahmen getroffen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und wurde dadurch, dass die genannten Maßnahmen getroffen wurden, nicht benachteiligt."
Brühl, den 11. Mai 2012
Achim Schaible
Martha Figel
Patrick Fourniol
Michael Borner
Reinhard Zirpel
Christophe Mittelberger
Anhang für das Geschäftsjahr 2011
Renault Deutschland AG, Brühl
Allgemeine Hinweise
Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Realisations- und Imparitätsprinzip wurden beachtet, Vermögensgegenstände bewerteten wir grundsätzlich höchstens zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.
Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer über drei Jahre um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Dabei werden die Abschreibungen grundsätzlich zeitanteilig nach der linearen Methode vorgenommen. Die Nutzungsdauern liegen zwischen drei und zehn Jahren. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Anschaffungspreis von EUR 150,00 werden sofort als Aufwand erfasst und von EUR 150,01 bis EUR 1.000,00 im Zugangsjahr in einem Sammelposten über fünf Jahre abgeschrieben.
Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten bzw. mit ihrem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Die Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen sind zu den vom Versicherer mitgeteilten Werten zum Bilanzstichtag angesetzt.
Hilfs- und Betriebsstoffe werden nach der FiFo-Methode unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Waren (Dienst- und Gebrauchtwagen, Ersatzteile) werden grundsätzlich mit den einzelnen Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Unter Berücksichtigung der Verkaufserlöse der Vergangenheit sowie der Marktwerte zum Bilanzstichtag wurden Wertberichtigungen für Fahrzeuge in angemessener Höhe gebildet.
Bestandsrisiken der Teile, die sich aus verminderter Verkaufsfähigkeit und aus der Lagerdauer ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Positionen ist durch die Bildung angemessener Wertberichtigungen Rechnung getragen.
Liquide Mittel sind mit dem Nennwert angesetzt.
Latente Steuern
Nach dem bilanzorientierten Temporary-Konzept wurden auf sämtliche Bewertungsdifferenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz latente Steuern berechnet. Gemäß dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 3 HGB werden die latenten Steuern saldiert ausgewiesen.
Das Gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt.
Pensionsrückstellungen
Es wurden Rückstellungen für unmittelbare und mittelbare Pensionsverpflichtungen bilanziert. Es wird das Ansatzwahlrecht der Bilanzierung mittelbarer Pensionsverpflichtungen in Anspruch genommen. Das bedeutet, dass in den Rückstellungen auch der Unterschiedsbetrag zwischen den Versorgungsverpflichtungen und dem vorhandenen Kassenvermögen bei der Konzern-Unterstützungskasse der Renault Deutschland AG enthalten ist. Die Berechnungsmethodik der Pensionsrückstellungen berücksichtigt alle Mitarbeiter unabhängig vom Erreichen der Altersgrenze von 30 Jahren oder mit einer unter fünf Jahren liegenden Dienstzeit. Die pensionsfähigen Bezüge werden mit dem voraussichtlichen Stand am Bilanzstichtag kalkuliert.
Die Pensionsrückstellungen werden nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Als Rechnungszinsfuß wird gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB ein Zinssatz von 5,13 % zugrunde gelegt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgte nach dem PUC-Verfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) unter Berücksichtigung einer Finanzierung ab Beginn des Dienstverhältnisses, das sich bei Annahme einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.
Beim PUC-Verfahren wird der Barwert erwarteter künftigen Zahlungen ermittelt, die erforderlich sind, um die aufgrund von Arbeitnehmerleistungen bis zum Bilanzstichtag entstandenen Verpflichtungen abgelten zu können.
Außerdem wurden der Bewertung folgende Annahmen zugrunde gelegt:
| Gehaltserhöhungen | 2,80 % p.a. |
| Rentenanpassungen | 1,60 % p.a. |
| Erhöhungen der Beitragsbemessungsgrenze | 2,80 % p.a. |
| Fluktuationsrate | 6,00 % p.a. |
Ferner dienten für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen als biometrische Rechnungsgrundlagen die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck.
Die Veränderung der Pensionsrückstellung sowie der ATZ-Rückstellung wurde in einen Zins- und einen Personalaufwand aufgeteilt und entsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht.
Die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Für erwartete Verluste aus Rücknahmeverpflichtungen sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet.
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden Marktzinssatz von 4,09 % bis 5,13 % abgezinst.
Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Forderungen und Verbindlichkeiten in fremden Währungen werden im Rahmen der Zugangsbewertung zum aktuellen Tageskurs umgerechnet. Zum Bilanzstichtag werden die Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.
Die Umsatzerlöse enthalten im Wesentlichen Kommissionserlöse sowie Erlöse aus dem Verkauf von Fahrzeugen. Die Umsatzerlöse werden zum Zeitpunkt der Veräußerung an den Kunden periodengerecht nach dem Realisationsprinzip erfasst.
Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.
Zinsaufwendungen und -erträge werden entsprechend ihrer Entstehung erfasst. Gemäß § 277 Abs. 5 HGB wurden Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen und der ATZ-Rückstellung unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" erfasst.
Kommissionsgeschäft
Die Renault Deutschland AG wickelt die Neuwagen- und Ersatzteilverkäufe der Marken Renault und Dacia als Kommissionär für die Renault s.a.s., Boulogne-Billancourt/Frankreich, ab. Die Kommission, die als Vergütung für diese Tätigkeit gewährt wird, beinhaltet neben einem fixen Teil auch einen variablen Teil, der zur Abdeckung der Kosten von Verkaufsförderaktionen dient.
Erläuterungen zur Bilanz
Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt, der dem Anhang als Anlage beigefügt ist.
Vorräte
Die Warenbestände der Renault Deutschland AG haben sich gegenüber dem Vorjahr (TEUR 11.308) auf TEUR 13.578 erhöht. Der Fahrzeugbestand beträgt TEUR 11.121 (Vorjahr: TEUR 8.282). Im Übrigen handelt es sich um Teile in Höhe von TEUR 568 (Vorjahr: TEUR 951) sowie um sonstige Warenbestände wie Werbematerial, Kfz-Briefe etc. in Höhe von TEUR 1.889 (Vorjahr: TEUR 2.075).
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit TEUR 379.726 (Vorjahr: TEUR 319.038) bestehen TEUR 317.774 (Vorjahr: TEUR 239.924) gegen den Cash-Pool-Führer Renault s.a.s. bei dem Kreditinstitut BNP PARIBAS, Paris/Frankreich. Die restlichen Forderungen gegen verbundene Unternehmen von TEUR 61.952 (Vorjahr: TEUR 79.114) resultieren aus dem Liefer- und Leistungsverkehr sowie aus der Ergebnisübernahme der Tochtergesellschaften und betreffen mit TEUR 61.898 (Vorjahr: TEUR 76.646) den Gesellschafter Renault s.a.s.
Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 47.700 (Vorjahr: TEUR 27.704) enthalten im Wesentlichen Forderungen gegen den Gesellschafter Renault s.a.s aus Buy-Back-Geschäften von TEUR 31.661 (Vorjahr: TEUR 21.197). Da diese rechtlich noch nicht entstanden sind, werden sie unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen. Bei den restlichen Vermögensgegenständen handelt es sich im Wesentlichen um geleistete Vorauszahlungen (TEUR 14.936, Vorjahr: TEUR 6.096).
Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.
Aktive Latente Steuern
Es wurde ein aktiver latenter Steuerüberhang in Höhe von TEUR 9.069 (Vorjahr: TEUR 10.592), der auf Bewertungsdifferenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz ermittelt wurde, aktiviert. Es handelt sich hierbei insbesondere um Unterschiede bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen sowie um Rückstellungen für Werbebeteiligungen. Dabei werden bei der Renault Deutschland AG nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten einbezogen, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen. Die Berechnung erfolgte mit einem Steuersatz von 31,23 %.
Die latenten Steuern beruhen auf folgenden Sachverhalten:
| Sachverhalt | Differenz zur Steuerbilanz | Aktive latente Steuern (+) / passive latente Steuern (-) |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | -495 | -155 |
| Vorratsvermögen | 22 | 7 |
| Pensionsrückstellung/ATZ | 10.768 | 3.363 |
| Sonstige Rückstellungen | 16.020 | 5.003 |
| Differenzen der Organgesellschaften | 2.723 | 851 |
| Total | 29.038 | 9.069 |
Die in der Bilanz ausgewiesenen aktiven latenten Steuern unterliegen gemäß § 268 Abs. 8 HGB einer Ausschüttungssperre.
Eigenkapital
Das Grundkapital der Renault Deutschland AG beträgt TEUR 10.655 und ist in 20.840 Stückaktien aufgeteilt. Bei den Aktien handelt es sich um Namensaktien.
Aus den Anderen Gewinnrücklagen wurden im Geschäftsjahr 2011 TEUR 2.459 entnommen.
Mit dem BilMoG wurde § 301 AktG dahingehend geändert, dass eine Ausschüttungssperre eingeführt wurde. Danach ist der Höchstbetrag der Gewinnabführung um den nach § 268 Abs. 8 des Handelsgesetzbuchs ausschüttungsgesperrten Betrag zu vermindern.
Ausschüttungssperre:
| TEUR | |
|---|---|
| Aktive latente Steuern | 9.069 |
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betragen TEUR 28.592 (Vorjahr: TEUR 28.376). Die Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 52.433 wurden mit dem Kassenvermögen der Unterstützungskasse Deutsche Renault AG e.V., Brühl, von TEUR 23.841 saldiert.
Die Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 7.416 (Vorjahr: TEUR 2.745) betreffen im Wesentlichen Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag sowie Gewerbesteuer für das Jahr 2011.
Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 323.037 (Vorjahr: TEUR 280.983) betreffen überwiegend Rückstellungen für Werbebeteiligungen an Renault-Händler, Boni für Fahrzeuge im Netz, Verluste aus Buy-Back-Geschäften, Rückstellungen aus Service-Verträgen und Garantieaufwendungen sowie für Restrukturierungskosten für das Händlernetz.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeitenspiegel
| Restlaufzeit bis zu einem Jahr | Gesamtbetrag | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- |
| 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 42.626 | 42.626 |
| (Vorjahr) | (35.381) | (35.381) |
| 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 34.977 | 34.977 |
| (Vorjahr) | (7.405) | (7.405) |
| 3. Sonstige Verbindlichkeiten | 5.658 | 5.658 |
| (Vorjahr) | (10.760) | (10.760) |
| davon aus Steuern | 5.269 | 5.269 |
| (Vorjahr) | (10.371) | (10.371) |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 67 | 67 |
| (Vorjahr) | (65) | (65) |
| 83.261 | 83.261 | |
| (53.546) | (53.546) |
Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte aus der Lieferung von Hilfs- und Betriebsstoffen sowie von Waren.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren zum einen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr (TEUR 30.265; Vorjahr: TEUR 2.533) und betreffen mit TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 180) den Gesellschafter Renault s.a.s.
Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 5.658 (Vorjahr: TEUR 10.760) enthalten hauptsächlich Umsatzsteuerverbindlichkeiten.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse
Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen zeigt folgendes Bild (in Mio. EUR):
| 2011 | Vorjahr | |
|---|---|---|
| Verkäufe von Neu-, Dienst- und Gebrauchtwagen | 897 | 845 |
| Ersatzteilverkäufe | 99 | 76 |
| Übrige | 34 | 29 |
| 1.030 | 950 |
Die Umsatzerlöse entfallen wie im Vorjahr nahezu ausschließlich auf die Bundesrepublik Deutschland.
Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 187.509 (Vorjahr: TEUR 183.679) setzen sich hauptsächlich aus weiterberechneten Aufwendungen für Garantieleistungen und Aufwendungen für Transportleistungen sowie sonstigen Nebenkosten, Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen und sonstigen betrieblichen Erträgen zusammen.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 897.085 (Vorjahr: TEUR 889.247) sind im Wesentlichen Aufwendungen für Beihilfen und Zuschüsse an Händler, Garantieaufwendungen, Werbeaufwendungen, Frachtkosten, Fremdarbeiten, Zuführungen zu sonstigen Rückstellungen, Mietaufwendungen und Beratungskosten zusammengefasst. Von dem Gesamtbetrag wurden TEUR 864.218 (Vorjahr: TEUR 791.436) im Rahmen der Kommissionärsverträge an Renault s.a.s., Boulogne-Billancourt/Frankreich, weiterbelastet. Der entsprechende Ertrag ist als Kommissionsprovision in den Umsatzerlösen enthalten.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
In 2011 wurden insgesamt TEUR 15.080 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag gebucht, davon TEUR 13.557 Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer und TEUR 1.523 (Vorjahr: TEUR 1.727 Ertrag) als Aufwand aus der Veränderung der aktiven latenten Steuern.
Sonstige Steuern
In den sonstigen Steuern sind Erstattungen aufgrund geänderter Grundsteuerbescheide für Vorjahre in Höhe von TEUR 182 (Vorjahr: TEUR 0) enthalten.
Sonstige Angaben
Außerbilanzielle Geschäfte
Es bestehen zum 31. Dezember 2011 Rücknahmeverpflichtungen aus Buy-Back-Geschäften für Kraftfahrzeuge gegenüber Autovermietern und anderen Großabnehmern in Höhe von TEUR 106.692 (Vorjahr: TEUR 68.420) sowie Rücknahmeverpflichtungen für Dienstwagen und Mitarbeiter-Leasingfahrzeuge gegenüber den Tochterunternehmen mit TEUR 14.904 (Vorjahr: TEUR 14.313).
Das Buy-Back-Geschäft dient der mittelfristigen Verbesserung des Cashflows. Weitere Vorteile bestehen in der kurzen Vertragsbindung. Risiken bestehen in der Weitervermarktung, die nicht an den Käufer übergeht, und dem festgelegten Rückkaufswert.
Das Factoring mit der RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland, Neuss, dient im Wesentlichen der Liquiditätsverbesserung. Dem Vorteil des frühzeitigen Geldeingangs steht der Nachteil der Factoringaufwendungen gegenüber. Risiken werden aus dem echten Factoring derzeit nicht gesehen.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von TEUR 94 (Vorjahr: TEUR 122) für erteilte Investitionsaufträge und mit TEUR 9.176 (Vorjahr: 10.737) für finanzielle Verpflichtungen aus diversen Miet- und Pachtverträgen, deren Kündigungstermine zwischen 2012 und 2020 liegen.
Angaben zum Prüfungshonorar
Das Abschlussprüfungshonorar in Höhe von TEUR 164 (Vorjahr: TEUR 155) betrifft ausschließlich Aufwendungen für die Jahresabschlussprüfung.
Aufgliederung der Arbeitnehmerzahl nach Gruppen
| 2011 | Vorjahr | |
|---|---|---|
| Leitende Angestellte | 9 | 12 |
| Angestellte | 361 | 350 |
| Gewerbliche Arbeitnehmer | 86 | 87 |
| 456 | 449 |
Gesamtbezüge des Vorstands und Aufsichtsrats sowie ehemaliger Vorstandsmitglieder und ehemaliger Geschäftsführer
Die Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2011 betrugen TEUR 1.288. Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder beliefen sich auf TEUR 136. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sowie gegenüber ehemaligen Geschäftsführern und ihren Hinterbliebenen sind TEUR 603 zurückgestellt.
Die Vergütung an den Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2011 beträgt TEUR 4.
Aufsichtsrat und Vorstand
der Renault Deutschland AG
| Aufsichtsrat | ||
|---|---|---|
| Aufsichtsrat | ||
| --- | --- | --- |
| Michel Kuperminc | Vorsitzender | Directeur Contröle de Gestion Europe, Renault s.a.s/ Frankreich |
| Laurent David | stellvertretender Vorsitzender | Directeur Adjoit Contröle de Gestion - G4, Renault s.a.s/ Frankreich |
| Patric Cabrier | Mitglied des Aufsichtsrats | Directeur Europe, RCI Banque s.a., Noisy-le-Grand Cedex/Frankreich |
| Patrick Claude | Mitglied des Aufsichtsrats | Directeur DTF, Renault s.a., Paris/Frankreich |
| Uwe Schäfgens | Arbeitnehmervertreter | Betriebsratsvorsitzender, Renault Deutschland AG |
| Reiner Kierdorf | Arbeitnehmervertreter | Verkauf NW |
| RRG Deutschland GmbH |
| Vorstand | ||
|---|---|---|
| Achim Schaible | Vorsitzender | |
| Martha Figel | Vorstand Finanzen | |
| Michael Borner | Vorstand Vertrieb | |
| Christophe Mittelberger | Vorstand Qualität und Kundendienst | |
| Francois Thuilleur | bis 31. Januar 2011 | Vorstand Marketing |
| Patrick Fourniol | ab 1. Februar 2011 | Vorstand Marketing |
| Reinhard Zirpel | Vorstand Öffentlichkeitsarbeit |
Bis auf Herrn Thuilleur sind alle Mitglieder des Vorstands bei der Renault Deutschland AG angestellt. Herr Thuilleur ist bei der Global Renault Management s.a., Genf/Schweiz, angestellt.
Anteilsbesitz der Renault Deutschland AG (Stand 31. Dezember 2011)
| Anteil am Kapital | Eigenkapital 31.12.2011 | Ergebnis 2011 | |
|---|---|---|---|
| % | TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| Renault Retail Group Deutschland GmbH, Köln | 100 | 16.456 | 0 |
| Renault Retail Group | |||
| Spezial-Liegenschaften GmbH, Köln | 100 | 25 | 0 |
| SODICAM Vertriebs GmbH, Brühl | 100 | 25 | 0 |
Mit allen aufgeführten Tochtergesellschaften bestehen Gewinnabführungsverträge.
Angaben zum Mutterunternehmen
Es wird die Befreiung von der Verpflichtung zur Erstellung eines eigenen Konzernabschlusses gemäß § 291 HGB in Anspruch genommen. Die Renault Deutschland AG wird in den Konzernabschluss der Renault S.A., Boulogne-Billancourt/Frankreich, einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Konsolidierungskreis aufstellt.
Der Konzernabschluss wird in deutscher Sprache beim elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.
Dividendenzahlung der Renault Deutschland AG
In 2012 ist eine Dividendenausschüttung i.H.v. EUR 36.407.480,00 geplant.
Brühl, den 11. Mai 2012
Renault Deutschland AG
Achim Schaible
Martha Figel
Patrick Fourniol
Michale Borner
Reinhard Zirpel
Christophe Mittelberger
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Renault Deutschland AG, Brühl, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung gemäß § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss der Renault Deutschland AG, Brühl, den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Düsseldorf, den 11. Mai 2012
**Deloitte & Touche GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
gez. Kalvelage, Wirtschaftsprüfer
gez. Mangliers, Wirtschaftsprüfer
Bilanz zum 31. Dezember 2011
Renault Deutschland AG, Brühl
Aktiva
| 31.12.2011 | Vorjahr | |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| --- | --- | --- |
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene Software | 0,00 | 1.994,71 |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 22.441.102,57 | 23.667.183,05 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 512.067,32 | 579.429,17 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 873.942,43 | 944.265,48 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0,00 | 0,01 |
| 23.827.112,32 | 25.190.877,71 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 11.961.987,87 | 11.961.987,87 |
| 2. Aktivwert aus Rückdeckungsversicherungen | 2.289.835,04 | 2.431.623,04 |
| 14.251.822,91 | 14.393.610,91 | |
| 38.078.935,23 | 39.586.483,33 | |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Vorräte | ||
| 1. Hilfs- und Betriebsstoffe | 129.829,77 | 134.460,79 |
| 2. Waren | 13.578.336,40 | 11.308.237,00 |
| 13.708.166,17 | 11.442.697,79 | |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 2.614.097,88 | 1.800.423,17 |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 379.725.886,84 | 319.038.368,23 |
| 3. Sonstige Vermögensgegenstände | 47.700.473,14 | 27.704.449,76 |
| 430.040.457,86 | 348.543.241,16 | |
| III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 8.647.647,70 | 97.611,95 |
| 452.396.271,73 | 360.083.550,90 | |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 0,00 | 164.445,44 |
| D. Aktive latente Steuern | 9.068.781,19 | 10.591.781,00 |
| 499.543.988,15 | 410.426.260,67 | |
| Passiva | ||
| 31.12.2011 | Vorjahr | |
| EUR | EUR | |
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 10.655.322,80 | 10.655.322,80 |
| II. Gewinnrücklagen | ||
| 1. Gesetzliche Rücklage | 1.065.532,28 | 1.065.532,28 |
| 2. Andere Gewinnrücklagen | 20.742,80 | 2.479.862,80 |
| III. Bilanzgewinn | 45.496.675,88 | 30.575.428,01 |
| 57.238.273,76 | 44.776.145,89 | |
| B. Rückstellungen | ||
| 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 28.591.517,00 | 28.376.255,00 |
| 2. Steuerrückstellungen | 7.416.077,44 | 2.744.595,33 |
| 3. Sonstige Rückstellungen | 323.037.142,32 | 280.982.861,42 |
| 359.044.736,76 | 312.103.711,75 | |
| C. Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 42.626.450,30 | 35.380.640,43 |
| 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 34.976.958,24 | 7.405.233,99 |
| 3. Sonstige Verbindlichkeiten | 5.657.569,09 | 10.760.528,61 |
| davon aus Steuern: EUR 5.268.771,33 (Vorjahr: TEUR 10.371) | ||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 66.788,52 (Vorjahr: TEUR 65) | ||
| 83.260.977,63 | 53.546.403,03 | |
| 499.543.988,15 | 410.426.260,67 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011
Renault Deutschland AG, Brühl
| 2011 | Vorjahr | |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 1.030.226.649,82 | 950.102.966,08 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 187.508.722,85 | 183.679.202,31 |
| 3. Materialaufwand | ||
| a) Aufwendungen für Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 183.513.863,97 | 143.362.928,82 |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | 33.536.270,67 | 26.247.099,67 |
| 4. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | 30.925.894,28 | 29.585.457,34 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 5.119.893,05 | 5.125.616,68 |
| davon für Altersversorgung: EUR 650.721,28 (Vorjahr: TEUR 839) | ||
| 5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 2.032.028,15 | 2.095.964,64 |
| 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 897.085.208,60 | 889.246.901,19 |
| 7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 1.342.277,03 | 5.000,00 |
| 8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 2.564.230,94 | 901.378,29 |
| davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 2.554.366,55 (Vorjahr: TEUR 901) | ||
| 9. Abschreibungen auf Finanzanlagen | 0,00 | 364.540,84 |
| 10. Aufwendungen aus Verlustübernahme | 69.166,03 | 802.536,19 |
| 11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 21.942.869,25 | 17.268.390,39 |
| davon an verbundene Unternehmen: EUR 19.236.672,60 (Vorjahr: TEUR 14.227) | ||
| davon aus der Aufzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: EUR 2.642.282,00 (Vorjahr: TEUR 2.607) | ||
| davon aus der Aufzinsung der sonstigen Rückstellungen: EUR 55.717,00 (Vorjahr: TEUR 86) | ||
| 12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 47.416.686,64 | 20.589.110,92 |
| 13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 15.079.701,00 | 4.671.620,00 |
| 14. Sonstige Steuern | -89.862,23 | 84.025,50 |
| 15. Jahresüberschuss | 32.426.847,87 | 15.833.465,42 |
| 16. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 10.610.708,01 | 14.741.962,59 |
| 17. Entnahmen aus anderen Gewinnrücklagen | 2.459.120,00 | 0,00 |
| 18. Bilanzgewinn | 45.496.675,88 | 30.575.428,01 |
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2011
Renault Deutschland AG, Brühl
| Bruttobuchwerte | ||||
|---|---|---|---|---|
| Stand am 1.1.2011 | Zugänge | Abgänge | Stand am 31.12.2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | EUR | EUR | EUR | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Entgeltlich erworbene Software | 264.725,65 | 0,00 | 32.225,12 | 232.500,53 |
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich | 67.610.245,78 | 320.371,92 | 378.401,79 | 67.552.215,91 |
| der Bauten auf fremden Grundstücken | ||||
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 3.239.039,29 | 143.539,76 | 38.316,15 | 3.344.262,90 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und | 9.310.758,23 | 211.650,33 | 1.408.646,06 | 8.113.762,50 |
| Geschäftsausstattung | ||||
| 4. Geleistete Anzahlungen und | 0,01 | 0,00 | 0,01 | 0,00 |
| Anlagen im Bau | ||||
| 80.160.043,31 | 675.562,01 | 1.825.364,01 | 79.010.241,31 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 16.505.885,00 | 0,00 | 0,00 | 16.505.885,00 |
| 2. Aktivwert aus Rückdeckungs- | 2.431.623,04 | 0,00 | 141.788,00 | 2.289.835,04 |
| versicherungen | ||||
| 18.937.508,04 | 0,00 | 141.788,00 | 18.795.720,04 | |
| 99.362.277,00 | 675.562,01 | 1.999.377,13 | 98.038.461,88 |
| kumulierte Abschreibungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| Stand am 1.1.2011 | Zugänge | Abgänge | Stand am 31.12.2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | EUR | EUR | EUR | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Entgeltlich erworbene Software | 262.730,94 | 1.994,71 | 32.225,12 | 232.500,53 |
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich | 43.943.062,73 | 1.545.265,70 | 377.215,09 | 45.111.113,34 |
| der Bauten auf fremden Grundstücken | ||||
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 2.659.610,12 | 210.339,37 | 37.753,91 | 2.832.195,58 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und | 8.366.492,75 | 274.428,37 | 1.401.101,05 | 7.239.820,07 |
| Geschäftsausstattung | ||||
| 4. Geleistete Anzahlungen und | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Anlagen im Bau | ||||
| 54.969.165,60 | 2.030.033,44 | 1.816.070,05 | 55.183.128,99 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 4.543.897,13 | 0,00 | 0,00 | 4.543.897,13 |
| 2. Aktivwert aus Rückdeckungs- | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| versicherungen | ||||
| 4.543.897,13 | 0,00 | 0,00 | 4.543.897,13 | |
| 59.775.793,67 | 2.032.028,15 | 1.848.295,17 | 59.959.526,65 |
| Nettobuchwerte | ||
|---|---|---|
| Stand am 31.12.2011 | Vorjahr | |
| --- | --- | --- |
| EUR | TEUR | |
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene Software | 0,00 | 2 |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich | 22.441.102,57 | 23.667 |
| der Bauten auf fremden Grundstücken | ||
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 512.067,32 | 579 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und | 873.942,43 | 944 |
| Geschäftsausstattung | ||
| 4. Geleistete Anzahlungen und | 0,00 | 0 |
| Anlagen im Bau | ||
| 23.827.112,32 | 25.190 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 11.961.987,87 | 11.962 |
| 2. Aktivwert aus Rückdeckungs- | 2.289.835,04 | 2.432 |
| versicherungen | ||
| 14.251.822,91 | 14.394 | |
| 38.078.935,23 | 39.586 |
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat laufend über die Entwicklung und die Lage des Unternehmens sowie über wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichtet.
Die Berichte waren Gegenstand eingehender Beratungen in den Aufsichtsratssitzungen und bildeten die Grundlage für die durchgeführte Überwachung der Geschäftsführung. Anlass zu Beanstandungen hat es nicht gegeben.
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 und der Lagebericht sind unter Einbeziehung der Buchführung von der durch die letzte ordentliche Hauptversammlung zum Abschlussprüfer gewählten Deloitte & Touche, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Düsseldorf, geprüft worden. Sie hat den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.
Im Falle des Berichtes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen trägt der Vermerk folgenden Wortlaut:
“Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
1. die tatsächlichen Angaben des Berichtes richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“
Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Er schließt sich dem Ergebnis der Abschlussprüfung an und erhebt auch nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen.
Der Aufsichtsrat billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, der nach § 172 Aktiengesetz festgestellt ist.
Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließt sich der Aufsichtsrat an.
Brühl, im Juni 2012
Der Aufsichtsrat