Annual Report (ESEF) • Sep 7, 2022
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Download Source FileRAVENO Capital AG RAVENO Capital AG (vormals: Tuff Group AG) Frankfurt am Main Bilanz zum 31. Dezember 2021 AKTIVA PASSIVA 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 Euro Euro Euro Euro A. Anlagevermögen A. Eigenkapital Finanzanlagen I. Gezeichnetes Kapital 40.000.000,00 40.000.000,00 Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 6.000.000,00 II. Kapitalrücklage 27.816.005,30 27.815.889,00 III. Bilanzverlust -68.079.779,85 -62.525.748,06 davon nicht durch Eigenkapital gedeckt 263.774,55 0,00 B. Umlaufvermögen I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 0,00 5.290.140,94 Sonstige Vermögensgegenstände 364.638,24 52.159,34 B. Rückstellungen II. Guthaben bei Kreditinstituten 866,36 16.079,13 Sonstige Rückstellungen 274.815,00 698.244,44 365.504,60 68.238,47 C. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 247.203,65 37.971,29 C. Rechnungsabgrenzungsposten 4.500,00 1.470,00 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 43.351,80 3. Sonstige Verbindlichkeiten 111.760,50 0,00 D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 263.774,55 0,00 358.964,15 81.323,09 633.779,15 6.069.708,47 633.779,15 6.069.708,47 RAVENO Capital AG (vormals: Tuff Group AG) Frankfurt am Main Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2021 2021 2020 Euro Euro 1. Umsatzerlöse 293.841,62 302.654,67 2. Sonstige betriebliche Erträge 217.073,36 7.468,19 - davon aus Währungsumrechnung Euro 8.103,72 (2020: Euro 6.086,44) 3. Sonstige betriebliche Aufwendungen -6.064.946,77 -692.349,10 - davon aus Währungsumrechnung Euro 9.568,46 (2020: Euro 10.292,74) 4. Abschreibungen auf Finanzanlagen 0,00 -28.608.000,00 5. Ergebnis nach Steuern / Jahresfehlbetrag -5.554.031,79 -28.990.226,24 6. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -62.525.748,06 -33.535.521,82 7. Bilanzverlust -68.079.779,85 -62.525.748,06 RAVENO Capital AG (vormals: Tuff Group AG) Frankfurt am Main Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 1 Allgemeines Die Gesellschaft wurde am 20. Mai 2015 unter der Firma Aktiengesellschaft „Ad acta“ 182. Vermögensverwaltungsgesellschaft gegründet. Am 16. Juli 2018 erfolgte die Um- firmierung in Tuff Group AG. In der Hauptversammlung vom 16. Dezember 2021 wurde die Umfirmierung in RAVENO Capital AG beschlossen; die neue Firma wurde am 17. Februar 2022 im Handelsregister eingetragen. Die Gesellschaft ist im Handelsregister beim Amtsgericht Frankfurt am Main unter der Nummer HRB 113072 eingetragen. Sitz der Gesellschaft ist Frankfurt am Main. Der Jahresabschluss der RAVENO Capital AG für das Geschäftsjahr 2021 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für Kapitalgesellschaften, unter Be- achtung der ergänzenden aktienrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften, aufge- stellt worden. Seit dem 26. März 2019 sind die Aktien der der RAVENO Capital AG am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse im Segment General Standard no- tiert. Die RAVENO Capital AG hat daher die Vorschriften für große kapitalmarktorien- tierte Kapitalgesellschaften zu beachten. 2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Gliederung 2.1 Grundlagen Die Bilanzierung und die Bewertung der Vermögens- und Schuldposten ist unter Be- achtung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches für Kapitalgesellschaften und der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung erfolgt. 2.2 Unternehmensfortführung Die RAVENO Capital AG ist eine Holdinggesellschaft, die bis Ende 2021 Umsatzerlöse nur aus der Erbringung von Dienstleistungen für ihr bisheriges Tochterunternehmen Tuff Offshore Engineering Services Pte. Ltd., Singapur, erbrachte. Mit der Veräuße- rung des Tochterunternehmens sind diese Erträge entfallen. Im Zuge des im Dezember 2021 eingeleiteten und im Februar 2022 durchgeführten Eintritts eines neuen Mehrheitsaktionärs haben sowohl die bisherigen Hauptaktionäre als auch der neue Mehrheitsaktionär bis April 2022 Einlagen in Höhe von TEUR 266 in die Kapitalrücklage geleistet, wodurch auch die bilanzielle Überschuldung beseitigt wurde. Die RAVENO Capital AG befindet sich außerdem seit Dezember 2021 in der Akquise- phase für Managementberatungsaufträge. Der Vorstand rechnet für das Jahr 2022 mit einer Beauftragung und Durchführung von Beratungsaufträgen in ausreichendem Um- fang, um positive Ergebnisse und Cash Flows aus der laufenden Geschäftstätigkeit der RAVENO Capital AG zu erzielen. Ein erster Umsatz von TEUR 50 konnte im 1. Halbjahr 2022 vereinnahmt werden. Der Vorstand der RAVENO Capital AG erwartet, dass bei weiteren Projekten zeitnah ein Vertragsabschluss erreicht wird und in der Folge positive Ergebnisse und Cash Flows aus der laufenden Geschäftstätigkeit erzielt werden können. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand daher von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Da allerdings Vertragsab- schlüsse in ausreichendem Umfang noch nicht erfolgt sind, stellt dies eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Unternehmensfortführung dar. Sollten nicht ausreichende Umsatzerlöse erzielt werden können oder ausreichende liquide Mittel durch die Gesellschafter zur Verfügung gestellt werden, um die laufenden Kosten zu decken, wäre der Fortbestand des Unternehmens gefährdet. 2.3 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Zugangsbewertung der Finanzanlagen erfolgte zu Anschaffungskosten ein- schließlich Anschaffungsnebenkosten. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren Wert, der der Beteili- gung am Bilanzstichtag beizulegen ist. Ein Wertansatz zum niedrigeren beizulegenden Wert erfolgt auch bei einer nur vorübergehenden Wertminderung. Im Fall einer späte- ren Wertaufholung erfolgt eine Zuschreibung bis höchstens zu den historischen An- schaffungskosten. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu ihren Anschaffungs- kosten oder ihrem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Guthaben bei Kredit- instituten sind mit ihrem Nominalwert angesetzt. Rechnungsabgrenzungsposten werden für Ausgaben des abgelaufenen Geschäftsjahres gebildet, die auf einen Zeit- raum nach dem Abschlussstichtag entfallen; sie sind mit ihren fortgeführten Anschaf- fungskosten angesetzt. Die Rückstellungen sind in Höhe des Betrages angesetzt, der nach vernünftiger kauf- männischer Beurteilung zur Erfüllung der ihnen zugrundeliegenden Verpflichtung in der Zukunft notwendig ist. Rückstellungen, die voraussichtlich erst mehr als ein Jahr nach dem Bilanzstichtag erfüllt werden, werden mit den von der Bundesbank ermittel- ten laufzeitabhängigen durchschnittlichen Zinssätzen abgezinst. Schätzbeträge bei der Ermittlung der Rückstellungen werden auf der Grundlage vertraglicher Vereinba- rungen und der Erwartungen über den Umfang des erforderlichen Aufwands für die Erfüllung der Verpflichtungen gebildet. Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit dem Wechselkurs zum Transakti- onszeitpunkt in Euro umgerechnet. In der Bilanz werden Forderungen und Verbind- lichkeiten in fremder Währung, die innerhalb eines Jahres nach dem Abschlussstichtag fällig sind, mit dem Wechselkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Forderungen in fremder Währung, die nach mehr als einem Jahr fällig sind, werden mit dem Kurs zum Anschaffungszeitpunkt oder dem niedrigeren Kurs zum Abschlussstichtag ange- setzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten, die nach mehr als einem Jahr fällig sind, wer- den mit dem Kurs zum Anschaffungszeitpunkt oder dem höheren Kurs am Abschluss- stichtag angesetzt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Erlöse aus laufenden Dienstleistungen werden entsprechend dem im Zeitablauf ent- stehenden Vergütungsanspruch als Umsatz realisiert. Latente Steuern werden für Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und den steuerlichen Wertansätzen für Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsab- grenzungsposten angesetzt, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich ab- bauen. Steuerliche Verlustvorträge werden berücksichtigt, soweit sie voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren mit steuerpflichtigen Einkünften verrechnet werden kön- nen. Die aktiven und passiven latenten Steuern werden saldiert ausgewiesen; ein sich insgesamt ergebender aktiver Überhang wird nicht angesetzt. Änderungen der Bilanzierungs-, Bewertungs- und Gliederungsvorschriften gegenüber dem Vorjahresabschluss erfolgten nicht. 3 Angaben zur Bilanz Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im folgenden Anlagespiegel dargestellt. Euro Anteile an verbundenen Unternehmen Anschaffungskosten am 1.1.2021 67.814.102,42 Abgang -67.814.102,42 Anschaffungskosten am 31.12.2021 0,00 Aufgelaufene Abschreibungen am 1.1.2021 61.814.102,42 Abgang -61.814.102,42 Aufgelaufene Abschreibungen am 31.12.2021 0,00 Buchwert am 1.1.2021 6.000.000,00 Buchwert am 31.12.2021 0,00 Die Finanzanlagen umfassten ausschließlich die Beteiligung an der Tuff Offshore En- gineering Services Pte. Ltd., Singapur. Die Anteile an dem Tochterunternehmen wur- den als Sacheinlage im Rahmen der am 2. Oktober 2018 durch den Vorstand mit Zu- stimmung des Aufsichtsrats beschlossenen Sachkapitalerhöhung eingelegt. Die An- schaffungskosten des Jahres 2018 umfassten den Verkehrswert der Sacheinlage so- wie Anschaffungsnebenkosten. Der Verkehrswert der eingelegten Beteiligung von 67.765.889 Euro wurde durch die Kapitalerhöhungsprüfung nach § 183 Abs. 3 AktG der msw GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Berlin, bestätigt. Der Teilbetrag, der den Gesamtausgabebetrag der hierfür gewährten Anteile überstieg, wurde in die Kapitalrücklage nach § 272 Absatz 2 Nr. 1 HGB eingestellt. Zum 31. Dezember 2019 und zum 31. Dezember 2020 wurden außerplanmäßige Ab- wertungen vorgenommen. Mit den Abwertungen wurden sowohl langfristige weltwirt- schaftliche Veränderungen auf dem Sektor der Erdöl- und Erdgasförderung und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung der im Pro- jektgeschäft für diese Branche tätigen Tochtergesellschaft als auch die noch immer anhaltenden Einschränkungen und Unsicherheiten im Zuge der COVID 19 - Pandemie und die damit verbundenen Projektverschiebungen und nicht überwälzbaren Mehrkos- ten der Projekte berücksichtigt. Im Zusammenhang mit dem im Dezember 2021 eingeleiteten und Anfang Februar 2022 durchgeführten Einstieg des neuen Mehrheitsaktionärs und der damit verbunde- nen Neuausrichtung der RAVENO Capital AG wurde auch die Beteiligung an den früheren Eigentümer Ganesh Paulraj zurückveräußert. Aufgrund der inzwischen ein- getretenen weiteren Verschlechterungen bei den wirtschaftlichen Aussichten der Tuff Offshore Engineering Services Pte. Ltd. konnte nur ein Veräußerungserlös von TEUR 250 erzielt werden. Die Veräußerung wurde auf der Hauptversammlung vom 16. De- zember 2021 genehmigt; der Übergang der Anteile fand am 31. Dezember 2021 statt. Der Jahresabschluss des bisherigen Tochterunternehmens für das Geschäftsjahr 2021 weist einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von umgerechnet Euro 2.231.999 und einen Jahresfehlbetrag von umgerechnet Euro 2.322.508 auf. Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen vor allem Umsatzsteuererstat- tungsforderungen für die Geschäftsjahre 2018 bis 2021. Die Guthaben bei Kreditinstituten bestehen bei einer deutschen Geschäftsbank. Das Grundkapital besteht aus 40.000.000 auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von 1 Euro je Aktie. In der Hauptversammlung vom 16. Juli 2018 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, das Grundka- pital um bis zu Euro 39.950.000 zu erhöhen. Mit Kapitalerhöhungsbeschluss vom 2. Oktober 2018 hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital um 39.950.000 Aktien mit einem Gesamtausgabebetrag von Euro 39.950.000 erhöht. Die Einlage wurde in Form der Sacheinlage sämtlicher Anteile an der Tuff Offshore Engineering Services Pte. Ltd., Singapur, erbracht. Die Sachkapitalerhöhung wurde durch Eintragung in das Handelsregister am 4. Februar 2019 wirksam. In der Hauptversammlung vom 20. Februar 2019 wurde der Vorstand mit Genehmi- gung des Aufsichtsrats ermächtigt, das Grundkapital bis zum 19. Februar 2024 ein- oder mehrmals um bis zu Euro 20.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 20.000.000 Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019). Das Bezugsrecht der Altaktio- näre kann ausgeschlossen werden, - um eine Sachkapitalerhöhung zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmens- teilen, Unternehmensbeteiligungen oder sonstigen Vermögensgegenständen zu ermöglichen, wenn dieser Erwerb im Interesse des Unternehmens liegt; - um den Einstieg eines strategischen Investors zu ermöglichen, wenn dies im In- teresse des Unternehmens liegt, - bei einer Kapitalerhöhung bis zu 10 % des zuvor bestehenden Grundkapitals, wenn der Ausgabebetrag nicht wesentlich unter dem dann aktuellen Börsenkurs liegt, - zum Ausgleich von Spitzenbeträgen. Die Hauptversammlung vom 20. Februar 2019 hat weiterhin eine bedingte Kapitaler- höhung bis zu Euro 16.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 16.000.000 Stückaktien beschlossen (Bedingtes Kapital I/2019). Diese Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien bei der Ausübung von Wandlungs- und Optionsrechten aus Anleihen, die von der Gesellschaft bis zum 19. Februar 2024 aufgrund eines Ermächtigungsbe- schlusses derselben Hauptversammlung zur Ausgabe von Options- und Wandelanlei- hen ausgegeben werden. Die Kapitalerhöhung wird nur in dem Umfang durchgeführt, der zur Erfüllung der ausgeübten Umwandlungs- und Optionsrechte oder der erfüllten Umwandlungs- oder Optionspflichten von Anleihegläubigern erforderlich ist, oder so- weit Rückzahlungspflichten aus diesen Anleihen durch Ausgabe von Aktien erfüllt wer- den und dies nicht durch Ausgabe eigener Aktien oder Aktien aus einem genehmigten Kapital erfolgt. Die Hauptversammlung vom 20. Februar 2019 hat außerdem eine bedingte Kapitaler- höhung bis zu 2.000.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 2.000.000 Stückaktien beschlossen (Bedingtes Kapital II/2019). Dieses bedingte Kapital dient ausschließ- lich der Sicherung von Bezugsrechten von Mitgliedern der Geschäftsleitung und Be- schäftigten der RAVENO Capital AG oder ihrer verbundenen Unternehmen aus einem Aktienoptionsprogramm. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Bezugsrechte ausgegeben werden und deren Inhaber hiervon Gebrauch machen und die Gesellschaft diese Bezugsrechte nicht durch Ausgabe eigener Aktien oder durch Barausgleich erfüllt. Im Rahmen des Wechsels des Mehrheitsaktionärs hat sich der bisherige Mehrheitsak- tionär verpflichtet, die bis Ende 2021 entstandenen Schulden der AG auszugleichen, soweit dies nicht aus Mitteln der Gesellschaft selbst erfolgen kann. Eine entspre- chende bereits in 2021 angefallene Zahlung von Euro 116 wurde in die Kapitalrück- lage nach § 272 Absatz 2 Nr. 4 HGB eingestellt. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Dezember 2021 wurde der Bilanz- verlust des Geschäftsjahres 2020 in Höhe von Euro 62.525.748,06 auf neue Rech- nung vorgetragen. Die sonstigen Rückstellungen betreffen vor allem Abschluss- und Beratungskosten, Risiken aus Ordnungsgeldverfahren wegen verspäteter Offenlegung eines Jahresab- schlusses und ausstehende Rechnungen. Die Verbindlichkeiten des laufenden Jahres und des Vorjahres haben eine Restlauf- zeit bis zu einem Jahr. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultieren vor allem aus den Kosten der Hauptversammlung vom 16. Dezember 2021. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen des Vorjahres bestan- den gegenüber der Tuff Offshore Engineering Services Pte. Ltd. Sie resultierten aus Dienstleistungen sowie aus Darlehensgewährungen. Eine Verzinsung war nicht ver- einbart. 4 Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse wurden bis Ende 2021 durch Beratungsleistungen an das Tochter- unternehmen erzielt. Die sonstigen betrieblichen Erträge resultieren vor allem aus der Auflösung von Rück- stellungen und dem Verzicht der bisherigen Aufsichtsratsmitglieder auf noch ausste- hende Honoraransprüche. Euro 8.103,72 (2020: Euro 6.086,44) betreffen Erträge aus der Währungsumrechnung. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen: 2021 2020 Euro Euro Verlust aus der Veräußerung von Finanzanlagen 5.750.000,00 0,00 Jahresabschluss- und Prüfungskosten 136.509,58 154.260,63 Sonstige Rechts- und Beratungskosten 111.890,19 332.257,77 Laufende Aufwendungen der Börsennotierung 45.023,48 36.746,67 Aufwand aus Währungsumrechnung 9.568,46 10.292,74 Aufsichtsratsvergütung 0,00 54.000,00 Übrige 11.955,06 104.791,29 6.064.946,77 692.349,10 Der Verlust aus der Veräußerung von Finanzanlagen resultiert aus dem Verkauf der Anteile an der Tuff Offshore Engineering Services Pte. Ltd. Dies sind zugleich außer- gewöhnliche Aufwendungen. 5 Weitere Angaben Haftungsverhältnisse bestehen nicht. Die Gesellschaft hat keine Arbeitnehmer. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen Miet- und Dienstleistungsver- einbarungen im Umfang von Euro 23.440. Mitglieder des Vorstands waren bzw. sind - Natarajan Paulraj, Ingenieur, Singapur (Vorsitzender), bis 23.2.2022 - Ganesh Paulraj, Ingenieur, Singapur (stellvertretender Vorsitzender bis 16.12.2021) bis 23.3.2022 - Vinodkumar Bhaskaran Pillai, Angestellter, Bangalore / Indien, bis 23.2.2022 - Dimitri Papadopoulos, Rechtsanwalt, Hettingen / Schweiz, ab 23.3.2022 Für das Vorstandsmitglied Ganesh Paulraj war keine Vorstandsvergütung vereinbart. Er erhielt eine Vergütung als Geschäftsführer der Tuff Offshore Engineering Services Pte. Ltd. in Höhe von umgerechnet Euro 94.378. Für die Vorstandsmitglieder Natarajan Paulraj und Vinodkumar Bhaskaran Pillai be- standen Vergütungsvereinbarungen mit der RAVENO Capital AG. Hiernach erhalten diese Vorstandsmitglieder ihre Vergütung ausschließlich von der Tuff Offshore Engi- neering Services Pte. Ltd. Mit der von der Tuff Offshore Engineering Services Pte. Ltd. gezahlten Vergütung wurde auch die Vorstandstätigkeit in der RAVENO Capital AG abgegolten. Die Vergütung dieser Vorstandsmitglieder umfasste eine monatlich ausgezahlte Fest- vergütung. Außerdem wurde eine vom wirtschaftlichen Erfolg und von der persönli- chen Leistung des jeweiligen Vorstandsmitglieds abhängige erfolgsabhängige Vergü- tung gewährt. Die jährliche erfolgsabhängige Vergütung durfte den Umfang der Fest- vergütung nicht übersteigen und die Gesamtvergütung durfte nicht das Doppelte der Festvergütung übersteigen. Die Auszahlung erfolgte in drei gleichhohen jährlichen Ra- ten. Der Gesamtumfang der Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2021 war wie folgt: fest variabel gesamt Euro Euro Euro Natarajan Paulraj 151.005,00 0,00 151.005,00 Vinodkumar Bhaskaran Pillai 151.005,00 0,00 151.005,00 302.010,00 Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2021 sind bzw. waren: - Mahalakshmi d/o Mahalingam, kaufmännische Leiterin der Tuff Offshore Engi- neering Services Pte. Ltd., Singapur (Aufsichtsratsvorsitzende), bis 16.12.2021 - Govindarajan Paulraj, Rechtsanwalt, Chennai / Indien (stellvertretender Auf- sichtsratsvorsitzender), bis 16.12.2021 - Carlo Arachi, Rechtsanwalt, Köln, bis 16.12.2021 - Wolfgang Richter, Rechtsanwalt und Steuerberater, München (Aufsichtsratsvor- sitzender), ab 16.12.2021 - Dr. Ariel Sergio Davidoff, Unternehmensberater, Zürich / Schweiz (stellvertre- tender Aufsichtsratsvorsitzender), ab 16.12.2021 - Prof. Dr. Carl Heinz Daube, Hochschullehrer, Großhansdorf, ab 16.12.2021 Das Aufsichtsratsmitglied Dr. Davidoff bekleidet die folgenden weiteren Aufsichtsrats- ämter in in- und ausländischen Unternehmen: - ESG Management Group AG, Zug / Schweiz, Vorsitzender des Verwaltungsra- tes - Wealth Management Zürich AG, Zürich / Schweiz, Vorsitzender des Verwal- tungsrates - R.R.E.C. Ltd. Poulersbury / England, Deputy Chairman - Marcuard Heritage AG, Zürich / Schweiz, Mitglied des Verwaltungsrates - Carey AG, Zürich / Schweiz, Mitglied des Verwaltungsrats - VELTARION SE, Berlin, Mitglied des Verwaltungsrats - Photon Energy Group N.V. Amsterdam / Niederlande, member of the supervi- sory board - Armbusinessbank CJSC Yerevan / Armenien, member of the supervisory board. Die übrigen bisherigen und neuen Aufsichtsratsmitglieder haben keine anderen Auf- sichtsratsämter inne. Die bisherigen Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten eine jährliche Vergütung von je- weils Euro 18.000. Die Aufsichtsratsmitglieder Mahalakshmi d/o Mahalingam und Go- vindarajan Paulraj haben im Geschäftsjahr 2021 auf ihre Vergütungen insgesamt ver- zichtet. Herr Carlo Arachi hat auf seine noch ausstehenden Aufsichtsratsvergütungen der Jahre 2019 und 2021 verzichtet. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Dezember 2021 beträgt die Ver- gütung des Aufsichtsrats ab dem Geschäftsjahr 2022 Euro 7.500 p.a. für den Vorsit- zenden, Euro 5.000 p.a. für den stellvertretenden Vorsitzenden und Euro 2.500 p.a. für jedes weitere Aufsichtsratsmitglied. Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats hielten am 31. Dezember 2021 in folgendem Umfang Aktien der RAVENO Capital AG: Stimmrechtsanteile % Natarajan Paulraj 20.400.095 51,00 Ganesh Paulraj 13.598.915 34,00 Die Stimmrechtsmitteilungen sind am 27. März 2019 erfolgt. Am 10. Februar 2022 teil- ten beide Aktionäre mit, dass Ihnen keine Anteile an der Gesellschaft mehr gehören. Am 12. Februar 2022 teilte Herr Klaus Fleischer mit, dass ihm 37.914.010 Aktien (94,79 %) der RAVENO Capital AG gehören. Die Vergütung des Abschlussprüfers und Konzernabschlussprüfers für das Ge- schäftsjahr 2021 umfasst Euro 50.000,00, sie umfasst ausschließlich Abschlussprü- fungsleistungen. Die Vergütung des Abschluss- und Konzernabschlussprüfer des Vor- jahres umfasste, soweit sie über die Angabe der Vergütung im Vorjahresanhang hin- ausging, Euro 26.678,12; hiervon entfielen Euro 6.239,12 auf Abschlussprüfungsleis- tungen und Euro 20.439,00 auf andere Prüfungsleistungen. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft haben die Erklärung nach § 161 AktG zur Übereinstimmung mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und auf der Website der RAVENO Capital AG öffentlich gemacht. Die RAVENO Capital AG stellt selbst den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis der einbezogenen Unternehmen auf. Der nach internationalen Rech- nungslegungsgrundsätzen aufgestellte Konzernabschluss wird beim Bundesanzeiger elektronisch offengelegt. 6 Ereignisse nach dem Abschlussstichtag Am 12. Februar 2022 erfolgte der Eintritt des neuen Mehrheitsaktionärs. Am 23. März 2022 wurde Herr Dimitri Papadopoulos zum neuen Vorstand des Unternehmens beru- fen. Im ersten Quartal 2022 wurden vom bisherigen Mehrheitsaktionär durch Zahlung von Verbindlichkeiten der AG TEUR 166 Leistungen in die Kapitalrücklage erbracht. Der neue Mehrheitsaktionär erbrachte im April 2022 eine Bareinlage von TEUR 100 in die Kapitalrücklage. Im Juni 2022 hat die Gesellschaft erste Einnahmen aus Beratungs- leistungen in Höhe von TEUR 50 erzielt. Frankfurt am Main, den 11. August 2022 Der Vorstand Dimitri Papadopoulos RAVENO Capital AG (vormals: Tuff Group AG) Frankfurt am Main Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 Grundlagen der Gruppe I. a. Bisheriges Geschäftsmodell der RAVENO-Gruppe Die RAVENO Capital AG (im Folgenden auch "RAVENO AG" genannt), bis 17. Februar 2022 firmierend als Tuff Group AG, war bis Ende des Geschäftsjahres 2021 die Muttergesellschaft der Tuff Offshore Engineering Services Pte. Ltd. Die RAVENO AG fungierte als Holding- und Dienstleistungsgesellschaft. Die Hauptaufgaben der RAVENO AG waren das Management der RAVENO-Gruppe sowie die Beschaffung von Finanzmitteln und Eigenkapital. Bis zum 31. Dezember 2021 hielt die RAVENO AG 100% der Aktien an der Tuff Offshore Engineering Services Pte. Ltd. mit Sitz in Singapur (im Folgenden "Tuff Offshore Ltd." ge- nannt). Die Tuff Offshore Ltd. wurde am 2. Oktober 2018 durch Einbringung gegen Gewährung neuer Aktien der damaligen Tuff Group AG zur Tochtergesellschaft. Die Kernkompetenzen des 2012 gegründeten Unternehmens umfassen im Wesentlichen Engineering-, Beschaf- fungs-, Bau-, Installations- und Inbetriebnahmedienstleistungen (EPCIC) in den Bereichen der erneuerbaren Energien, Öl & Gas und Infrastruktur. Die Hauptgeschäftstätigkeiten des Kon- zerns umfassten somit bis Ende 2021 Engineeringleistungen und die Tätigkeit als Generalun- ternehmer für Infrastrukturprojekte, die durch das bisherige Tochterunternehmen Tuff Offshore Ltd. erbracht wurden. Neben dem bisherigen Hauptgeschäftsfeld in der maritimen Öl- und Gasförderung mit dem Bau bzw. Umbau von schwimmenden Produktions-, Lager- und Um- schlageinheiten wurde die Tätigkeit des Konzerns in den vergangenen Jahren auf landgebun- dene Infrastrukturprojekte erweitert. Der Hauptsitz der Geschäftstätigkeit war bis Ende 2021 in Singapur. Auf der Hauptversammlung am 16. Dezember 2021 wurde die Veräußerung der einzigen Tochtergesellschaft beschlossen und zum 31. Dezember 2021 vollzogen. b. Ziele und Strategien Die Unternehmensstrategie zielt auf eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes ab. 1 Eine der wichtigen übergreifenden Strategien war es bisher, die richtige Anzahl von Schlüs- selpersonen zu finden, die die verschiedenen Regionen leiten und die Umsetzung von Projek- ten und geplanten Einnahmen sicherstellen. Die Anreize für die Mitarbeiter der Gruppe war eine wichtige HR-Strategie, um sicherzustellen, dass die Motivation und Unterstützung der Mitarbeiter immer auf dem richtigen Niveau sind. Daher wurden in diesem Zusammenhang Anreizsysteme eingesetzt. Nach der Entkonsolidierung der Tuff Offshore Ltd. und dem Wechsel im Vorstand ist es Ziel der RAVENO AG, ihre Neuausrichtung auf eine Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft zu vollenden, im Geschäftsfeld Beratung nachhaltige Erträge zu generieren und im Geschäftsfeld Beteiligung geeignete Beteiligungsunternehmen zu identifizieren und zu erwerben. c. Steuerungssystem Die Gruppe war eine mittelständische Unternehmensgruppe. Daher waren die Abläufe und die Organisationsstruktur, wie es für mittelständische Unternehmen typisch ist, nicht komplex. Aus diesem Grund war der bisherige Vorstand auch direkt in das Tagesgeschäft und in viele Ent- scheidungen direkt eingebunden. Die Tuff Offshore Ltd. war die einzige operative Einheit der Gruppe. Die RAVENO AG hatte als geschäftsleitende Holding in der bisherigen Struktur keine Außenumsätze. Das Management stützte sich bei der Steuerung des operativen Geschäfts auf Finanzkenn- zahlen. Die beiden wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren (KPIs), die zur Leistungsmes- sung verwendet wurden, waren Umsatz und Bruttomarge. Die Bruttomarge ist die Differenz zwischen dem Umsatz und den Kosten der erbrachten Leistungen, geteilt durch den Umsatz. Der Umsatz ist das Einkommen, das die Gruppe aus der Erbringung von Dienstleistungen während des Geschäftsjahres erzielt. Aus Sicht des Managements war die Bruttomarge die am besten geeignete Kennzahl für die Bewertung der operativen Leistung von Projekten in allen Geschäftsbereichen. Sie stellte das Kernbetriebsergebnis eines Unternehmens dar, unabhängig von Verwaltungskosten, anderen Betriebseinnahmen, die nicht aus dem Kerngeschäft stammten, und nicht-operativen Faktoren wie Zinsen, Abschreibungen und Steuern. Das Ziel des Managements für die Bruttomarge lag bei mindestens 50%. Bei dem Umsatzni- veau war dies notwendig, um die allgemeinen und administrativen Kosten zu decken und einen ausreichenden Nettogewinn zu erzielen. 2 Ab dem Geschäftsjahr 2022 werden Umsatz und EBIT (Jahresergebnis vor Steuern und Zins- erträgen und -aufwendungen) für die operative Steuerung des Unternehmens verwendet. Die Wahl des EBIT berücksichtigt die mit der Ausrichtung als Beratungs- und Beteiligungsunter- nehmern dauerhaft veränderte Kostenstruktur der RAVENO Capital AG. Derzeit werden keine nicht-finanziellen Leistungsindikatoren verwendet. Die RAVENO AG steuert ihre Kapitalstruktur hauptsächlich über die Eigenkapitalquote (siehe Abschnitt Vermögenslage - Kapitalstruktur). Die Eigenkapitalquote entspricht dem Eigenkapital geteilt durch die Summe der Verbindlichkeiten. II. Wirtschaftsbericht a. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung Die Kerntätigkeiten der Gruppe in ihrer bisherigen Struktur wurden von globalen wirtschaftli- chen Schwankungen und der relativen Stärke der lokalen Volkswirtschaften, in denen die Gruppe tätig ist, beeinflusst. Da die Gruppe in den Sektoren Öl und Gas sowie Infrastruktur tätig war, sind die Auswirkungen des makroökonomischen Umfelds auf das Geschäft erheblich und ein Verständnis des makroökonomischen Umfelds war für das Geschäft und das Wachs- tum der Gruppe von wesentlicher Bedeutung. In 2021 bestimmte wie auch schon im Vorjahr die COVID 19-Pandemie die Weltwirtschaft. Der Ölpreis bewegte sich in 2021 zwischen 48 und 77 USD/Barrel WTI (Vorjahr: 12 - 61 USD); mit deutlichen Ausreißern zur Jahresmitte. Geopolitische Einflüsse und Auswirkungen aufgrund der Entscheidung der USA, im Mai 2018 einseitige Sanktionen gegen den Iran zu verhängen, führten unverändert zu Unruhen im Geschäft mit Öl- und Gasprojekten. Darüber hinaus hat der Handelskrieg zwischen den USA und China, einschließlich der kritischen Beziehungen der USA zu Nordkorea und der Spannungen der USA mit anderen Ländern wie Russland, Indien und Venezuela, zu allgemeinen Spannungen im globalen Wirtschaftswachstum beigetra- gen. Auf europäischer Ebene trugen die durch den Brexit und die signifikant gestiegenen Ener- 3 giepreise verursachte Unsicherheit und der zunehmende Protektionismus in den meisten Län- dern, einschließlich der USA, zur anhaltenden Trägheit und zum langsamen Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2021 bei, neben der COVID 19-Pandemie. Branchenspezifisches Umfeld: Öl und Gas Die Ölfelddienstleistungs- und -ausrüstungsbranche besteht aus einer Reihe erfahrener Un- ternehmen, deren Rentabilität von den Bohr- und Förderausgaben der Öl- und Gasproduzen- ten abhängt. Da die Nachfrage nach solchen Brennstoffen mit der wirtschaftlichen Entwicklung schwankt, gelten Ölfeldservice-Aktien als zyklisch. Die Unternehmen in dieser Branche unterscheiden sich in zwei Haupttypen: diejenigen, die Bohr- oder Förderanlagen vermieten, und diejenigen, die die verschiedenen Dienstleistungen anbieten, die für die Projektplanung/-bewertung, den Bau und die notwendige Wartung von Öl- und Gasbohrungen verantwortlich sind. Die führenden Dienstleister und Zulieferer bieten die breiteste Palette von Dienstleistungen an. Kleinere Unternehmen konzentrieren sich in der Regel auf einen Nischenmarkt, wie der Bau und der Betrieb von FPSO-Anlagen. Wichtigste Einflussfaktoren Die Höhe und Entwicklung der Öl- und Gaspreise sind wichtige Leistungsindikatoren für die Branche. Die Energienachfrage, einer der Hauptfaktoren für die Erstellung des Angebots, wird durch das weltweite Bevölkerungswachstum und die wirtschaftliche Entwicklung beeinflusst und bestimmt die allgemeinen Bedingungen und Konditionen. Im Falle von Erdöl kommt die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ins Spiel. Sie kann über die geförderten Mengen den Preis erheblich beeinflussen. Andere Faktoren, die sich auf die Preise auswirken, sind die Produktion aus Nicht-OPEC-Ländern, die Explorations- und Produktionskosten sowie die Wetterbedingungen. Höhere Preise für Öl und Gas bedeuten, dass die Kunden mehr Geld für Projekte und Exploration ausgeben können. Die Ausgaben der Kunden sind in gewissem Maße auch von der Verfügbarkeit von Krediten abhängig. b. Geschäftsverlauf Im Vergleich zu 2020 waren die Projekte und Ingenieurarbeiten, die 2021 in Angriff genommen wurden, profitabler für das Unternehmen, da die Ingenieurarbeiten intern von Ingenieuren der Tuff Offshore Ltd. durchgeführt werden können und man insoweit nicht so stark auf teurere Sub- Unternehmer / Freelancer angewiesen war. Allerdings ist in 2021 der Druck auf die An- gebotspreise so stark gestiegen, dass dieser Vorteil nicht genutzt werden konnte. Die Infra- 4 strukturarbeiten des Jahres 2020 und die ausbleibenden Zahlungen der maledivischen Regie- rung haben dazu geführt, dass der Cash-Flow in 2021 aufgrund der Belastung durch Rechts- kosten und Zahlungen an Lieferanten, die aus dem Maafaru-Projekt des Jahres 2019 noch of- fen waren, stark belastet wurde. Im Infrastrukturbereich hat Tuff den internationalen Flughafen Maafaru auf den Malediven in 2019 fertiggestellt. Allerdings wurden Leistungen bemängelt. Die endgültige Einigung mit der maledivischen Regierung befindet sich in einem Schiedsverfahren, das voraussichtlich 2022 abgeschlossen sein wird. Die Tuff Offshore Ltd. schloss in diesem Zusammenhang einen au- ßergerichtlichen Vergleich mit dem Subunternehmer GKD, der an der Entwicklung des Maafaru-Flughafenprojekts beteiligt war, die Arbeit aber abrupt einstellte. Die Tuff Offshore Ltd. wurde überdies auf die Zahlung angeblicher Provisionsansprüche verklagt, diese Klage wurde im letzten Quartal 2021 abgewiesen. Der Kläger hat auf eine Fortsetzung des Rechts- streits verzichtet. Die Gruppe hat auch 2021 ihr Risikomanagementsystem aufrechterhalten, um sicherzustellen, dass die wichtigsten operativen, kommerziellen und finanziellen Risiken, denen das Unterneh- men ausgesetzt ist, wirksam überwacht und gesteuert werden. c. Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns Bei der Bewertung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Tuff-Gruppe ist zu beachten, dass die Tuff Offshore Ltd. bis Ende 2021 das einzige Konzernunternehmen war, das mit Au- ßenumsätzen operativ tätig war. Darüber hinaus ist bei der Analyse der Bilanz zu beachten, dass die Tuff Offshore Ltd. die wirtschaftliche Muttergesellschaft (accounting parent) war und daher bei der Erstkonsolidierung in 2018 kein Geschäftswert entstanden ist, sondern ein Kor- rekturposten zum Eigenkapital. Eine weitere Besonderheit ist. dass im Zusammenhang mit der Veräußerung der Tuff Offshore Ltd. die Erträge und Aufwendungen dieses Konzernunterneh- mens für das laufende Jahr und das Vorjahr als „nicht fortgeführte Geschäftsbereiche“ in der Gesamtergebnisrechnung in einer Zeile gesondert ausgewiesen werden; im Konzernanhang werden diese Erträge und Aufwendungen detailliert angegeben. Ertragslage Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2021 ein Jahresergebnis von 0,9 Mio. EUR (2020: - 1,3 Mio. EUR). Davon entfallen - 0,1 Mio. EUR auf den fortgeführten Bereich (2020: - 0,7 Mio. EUR) und 1,0 Mio. EUR auf den aufgegebenen Geschäftsbereich (2020: - 0,6 Mio. EUR). 5 Das Ergebnis des fortgeführten Bereichs betrifft die Holdinggesellschaft und ergibt sich im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 0,2 Mio. EUR und sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 0,3 Mio. EUR. Die Auflösung von Rückstellungen resultiert vor allem aus der Herabsetzung eines Bußgelds und aus dem Verzicht aller Aufsichtsratsmit- glieder auf die noch ausstehenden Verpflichtungen aus ihren Vergütungen. Bei den sonstigen Erträgen der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche konnten infolge des Eingangs von Kun- denzahlungen die Forderungsabwertungen reduziert werden. Das Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs ergibt sich wie folgt: 2021 2020 EUR EUR Laufendes Ergebnis der nicht fortgeführten Bereiche Umsatzerlöse 135.567 3.766.847 Auflösung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten 11.665 2.180.975 Sonstige Erträge 180.484 169.335 Aufwendungen für Fremdleistungen - 75.794 - 2.035.046 Personalaufwendungen - 786.586 - 995.403 Abschreibungen auf Sachanlagen - 90.695 - 117.218 Abwertungen auf Forderungen - 293.676 - 2.752.553 Sonstige betriebliche Aufwendungen - 308.646 - 666.614 Zinsaufwendungen - 7.915 - 61.686 Laufendes Ergebnis vor Ertragsteuern der nicht fortgeführten Bereiche - 1.235.596 - 511.363 Ertragsteuern - - 76.073 Laufendes Ergebnis nach Ertragsteuern der nicht fortgeführten Bereiche - 1.235.596 - 587.436 Ergebnis aus der Veräußerung der nicht fortgeführten Bereiche 2.261.933 - Ergebnis nach Ertragsteuern aus den nicht fortgeführten Bereichen 1.026.337 - 587.436 Für 2021 wurde ein Umsatz von 0,1 Mio. EUR erzielt, gegenüber 3,8 Mio. EUR im Jahr 2020. Die Umsätze des Jahres 2021 stammen ausschließlich aus den von der Tuff Offshore Ltd. durchgeführten Ingenieurarbeiten (Dienstleistungen). Der Rückgang ist auf die im Abschnitt „Wirtschaftsbericht“ dargestellte unsichere wirtschaftliche Lage zurückzuführen, die eine ge- ringere Nachfrage nach Öl und Projekten auf dem Öl- und Gasmarkt zur Folge hatte. Die Umsätze betreffen ausschließlich die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche. Die Aufwendungen für Fremdleistungen beinhalten hauptsächlich Ingenieurleistungen. Die Aufwendungen des Vorjahres betrafen vor allem die Projekte Saipem und NOC, im laufenden Jahr sind vor allem vorbereitende Aufwendungen für ein Projekt in der Volksrepublik China entstanden. Das laufende Ergebnis der Tuff Offshore Ltd. hat sich gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Mio. EUR auf - 1,2 Mio. EUR verschlechtert. Durch die Entkonsolidierung der Tuff Offshore Ltd., 6 die zum Entkonsolidierungszeitpunkt ein negatives konsolidiertes Eigenkapital von 2,1 Mio. EUR auswies, ist in 2021 ein außergewöhnlicher Ertrag von 2,3 Mio. EUR entstanden. Infolge dieses Ertrags schloss das Jahr 2021 mit einem Gewinn nach Steuern in Höhe von 0,9 Mio. EUR, verglichen mit einem Verlust nach Steuern in Höhe von 1,3 Mio. EUR im Vorjahr. Die Bruttomarge sank auf 44%, verglichen mit 46% im Vorjahr. Aufgrund des geringen reali- sierten Umsatzes im Jahr 2021 und der unterschiedlichen Auftragsstruktur in den beiden Jah- ren können die Margen nur bedingt verglichen werden. Die Auftragslage gegen Ende des Jahres 2021 war für die nicht fortgeführten Geschäftsberei- che aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht zufriedenstellend, da viele Pro- jekte verschoben wurden. Für ein neues Projekt wurde eine Anzahlung vereinnahmt. Die Gruppe erzielte ihre Einnahmen hauptsächlich in USD und hatte Ausgaben in Singapur- Dollar (SGD) und EUR. Trotz der Volatilität zwischen diesen Währungen hatten die Wechsel- kursentwicklungen insgesamt keine wesentlichen Auswirkungen auf das Ergebnis der Gruppe. Durch die Entkonsolidierung wurde die kumulierte Währungsumrechnungsrücklage aus der bisherigen Einbeziehung der Tuff Offshore Ltd. ergebniswirksam aufgelöst; der Effekt von 46.469 EUR Aufwand ist im Ertrag aus der Entkonsolidierung enthalten. Vermögenslage Insgesamt verringert sich die Bilanzsumme von 2020 auf 2021 um 2,4 Mio. EUR auf 0,4 Mio. EUR. Der Rückgang resultiert aus der Entkonsolidierung der Tuff Offshore Ltd. Die langfristi- gen Vermögenswerte sind hierdurch insgesamt abgegangen. Die Verbindlichkeiten sind durch die Entkonsolidierung um 3,3 Mio. EUR auf 0,6 Mio. EUR gesunken. Kurzfristige Vermögenswerte Das nach der Entkonsolidierung verbliebene Umlaufvermögen umfasst vor allem den im Feb- ruar 2022 gezahlten Veräußerungspreis für die Anteile an der Tuff Offshore Ltd. in Höhe von 250.000 EUR sowie Umsatzsteuererstattungsansprüche. Langfristige Vermögenswerte Zu den langfristigen Vermögenswerten gehörte bis zur Entkonsolidierung im Wesentlichen das Betriebsgrundstück in Singapur, das im Erbbaurechtseigentum steht. 7 Kurzfristige Schulden Die nach der Entkonsolidierung verbliebenen kurzfristigen Schulden umfassten zum 31. De- zember 2021 vor allem Verbindlichkeiten und abgegrenzte Verbindlichkeiten für Beratungs- und Prüfungsleistungen sowie die im Jahr 2020 wirtschaftlich verursachten und erst Anfang des Jahres 2022 nach Eintritt der Fälligkeit bezahlten Ordnungs- und Bußgelder für verspätete Finanz- und Kapitalmarktberichterstattung. Kapitalstruktur Als Beratungs- und Ingenieurunternehmen hatte die RAVENO Gruppe bisher die klassische Kapitalstruktur eines Anlagenbauunternehmens. Finanzierungen wurden nur für große lang- fristige Projekte benötigt, die an einen Kunden erbracht wurden. Die durch die operativen Ver- luste in den letzten beiden Jahren entstandenen Defizite wurden durch Darlehensgewährung der beiden Großaktionäre Ganesh und Natarajan Paulraj finanziert. Aufgrund des neuen Geschäftsmodells der RAVENO AG als Beratungsunternehmen gibt es auch derzeit keine Betriebsmittelfinanzierung für Investitionen. Das Ziel der RAVENO AG ist es, sich nach den im ersten Halbjahr 2022 erfolgten Einzahlun- gen in die Kapitalrücklage zukünftig aus dem eigenen operativen Cashflow zu finanzieren. Finanzlage Liquide Mittel Im Jahr 2021 lag der operative Cashflow bei 0,4 Mio. EUR Zahlungsmittelabfluss (2020: 1,1 Mio EUR Zufluss). Dies resultiert aus den geringen Einzahlungen von Kunden, während zu- gleich operative Verbindlichkeiten, die im laufenden Jahr und in den Vorjahren entstanden waren, getilgt werden konnten. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrifft im Jahr 2021 nur den Effekt aus der Entkon- solidierung. Durch die Aufnahme weiterer Darlehen von den beiden bisherigen Großaktionären konnte der Abbau der operativen Verpflichtungen des Konzerns sowie die Tilgung des verbliebenen Bank- darlehens finanziert werden. Die liquiden Mittel entsprechen den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten haben sich von 129 TEUR zum 31. Dezember 2020 auf 1 TEUR zum 31. Dezember 2021 verringert. Der Cashflow für das Geschäftsjahr 2021 ist daher insgesamt negativ. Dank des Cash-Managements der Gruppe und der gewährten Darlehen der Aktionäre war die Gruppe im Geschäftsjahr 2021 jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzu- 8 kommen. Finanzielle Leistungsindikatoren Die beiden wichtigsten Leistungsindikatoren (KPIs), die wir zur Leistungsmessung verwenden, sind Umsatz und Bruttomarge. Die Umsatzerlöse sind die Einnahmen, die das Unternehmen im Laufe des Geschäftsjahres aus der Erbringung von Dienstleistungen erhält. Die Bruttoge- winnspanne spiegelt die Kernrentabilität des Unternehmens wider und wird berechnet, indem der Bruttogewinn durch den Umsatz des Zeitraums geteilt wird. Das Management strebt eine Bruttomarge von mindestens 50% an. Bei dem derzeitigen Um- satzniveau ist dies notwendig, um die allgemeinen, administrativen und finanziellen Kosten zu decken und ein ausreichendes Nettoergebnis zu erzielen. Das KPI-Ziel wurde im Jahr 2021 mit 44% wiederum fast erreicht, während 2020 eine Marge von 46% erzielt wurde. Aufgrund des geringen realisierten Umsatzes im Jahr 2021 hat die Kennziffer für 2021 nur eine eingeschränkte Aussagekraft, die Margen der beiden Jahre kön- nen wegen der unterschiedlichen Auftragsstruktur nur bedingt verglichen werden. Derzeit gibt es keine nicht-finanziellen Leistungsindikatoren, die für das Verständnis des Ge- schäftsverlaufs oder der Lage wichtig sind. d. Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der RAVENO Ca- pital AG Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der RAVENO Capital AG hat sich im Jahr 2021 wie folgt entwickelt: Ertragslage Im Jahr 2021 war die Gesellschaft unverändert eine Holding. Die Gesellschaft war daher auf die Finanzierung durch ihre operative Tochtergesellschaft in Singapur angewiesen. Im Jahr 2021 sank der Umsatz auf 294 TEUR gegenüber 303 TEUR im Jahr 2020. Die Um- satzerlöse wurden in vollem Umfang aus Managementdienstleistungen für die Tuff Offshore Ltd. erzielt. 9 Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf 6.065 TEUR für 2021 und 692 TEUR für 2020. Die Aufwendungen des Jahres 2020 waren in erster Linie durch die Kos- ten für die verspätete Veröffentlichung von Finanzberichten erhöht. Aus der Veräußerung der Anteile an der Tuff Offshore Ltd. wurde im Jahr 2021 ein Verlust von 5.750 TEUR erzielt. Im Jahr 2021 wurde ein Verlust von 5,6 Mio. EUR verzeichnet, verglichen mit einem Verlust von 28,99 Mio. EUR im Vorjahr. Der Vorjahresverlust resultiert im Wesentlichen aus den Ab- schreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 28.608 TEUR. Vermögenslage Anlagevermögen Durch die Veräußerung der Anteile an der Tuff Offshore Ltd. zum Jahresende 2021 hat sich das Anlagevermögen auf Null reduziert. Umlaufvermögen Das Umlaufvermögen erhöhte sich im Wesentlichen durch die Kaufpreisforderung in Höhe von 250 TEUR für die Anteile an der Tuff Offshore Ltd. von 68 TEUR auf 365 TEUR. Kapitalstruktur Die Eigenkapitalquote lag zum 31. Dezember 2021 bei minus 41,62 %. Die Verbindlichkeiten umfassen Lieferungs- und Leistungsverbindlichkeiten sowie noch nicht bezahlte Buß- und Ordnungsgeldverpflichtungen. Finanzlage Liquide Mittel Die liquiden Mittel bestehen aus Bankguthaben; sie haben sich von 16 TEUR zum 31. Dezem- ber 2020 auf 1 TEUR zum 31. Dezember 2021 verringert. Der Cashflow für das Geschäftsjahr 2021 ist daher insgesamt negativ. Es bestehen keine wesentlichen Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten oder aus in der Bilanz nicht ausgewiesenen Geschäften. Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mietverträgen und Dienstleistungsvereinbarungen. 10 Das Unternehmen war jederzeit in der Lage, seine fälligen Verbindlichkeiten zu begleichen. III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht a. Prognosebericht Die folgende Darstellung der Aktivitäten der RAVENO AG und die Prognoseinformationen sind "zukunftsgerichtete Aussagen", die Risiken und Ungewissheiten beinhalten. Die tatsächlichen Ergebnisse können erheblich von der Prognose abweichen. Derzeit befindet sich die RAVENO Capital AG unverändert in der Phase ihrer Neuausrichtung auf eine Beratungs- und Unternehmensbeteiligungsgesellschaft. Der Vorstand erwartet, Bera- tungsumsätze in einem Umfang von rund 100 TEUR akquirieren und durchführen zu können, so dass im Geschäftsjahr 2022 ein leicht negatives EBIT erzielt wird. Eine genauere Einschät- zung ist derzeit jedoch nicht möglich, da der Geschäftsverlauf von der zeitlichen Entwicklung der Einwerbung und Ausführung einzelner Beratungsprojekte abhängig ist. Zudem ist durch die Ukrainekrise und die Abschwächung der Weltwirtschaft ein hohes Unsicherheitspotential im Markt zu verzeichnen. b. Risikobericht Risikomanagementsystem Risikomanagement und -kontrolle sind für die RAVENO AG wichtig. Das Risikomanagement ist darauf ausgerichtet, Risiken so früh wie möglich zu erkennen. Es werden geeignete Maß- nahmen ergriffen, um betriebliche Verluste gering zu halten und Risiken abzuwenden, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. Die RAVENO AG ist ein kleines Unterneh- men. Da der Vorstand in das Tagesgeschäft eingebunden ist, brauchen wir keine komplexen Kommunikations- und Berichtsstrukturen, um den Vorstand auf Risiken aufmerksam zu ma- chen. Unser Risikomanagementsystem im weiteren Sinne umfasst ein internes Überwachungssys- tem, ein Managementinformationssystem, Präventivmaßnahmen und ein Risikomanagement- system im engeren Sinne. Das interne Kontrollsystem dient der Sicherstellung des ordnungs- 11 gemäßen Ablaufs der Geschäftsprozesse. Es besteht aus organisatorischen Präventivmaß- nahmen (z.B. als Richtlinien und Arbeitsanweisungen) und internen Kontrollen. Das interne Managementinformationssystem von der RAVENO AG identifiziert Risiken so früh wie mög- lich, damit aktiv gegengesteuert werden kann. Von besonderer Bedeutung für die Früherken- nung von Risiken sind die Berichte aus Controlling, Finanz- und Rechnungswesen. Darüber hinaus versucht die RAVENO AG, bestimmte Risiken durch Versicherungsverträge abzusi- chern, wenn dies sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar ist. Während in diesem Abschnitt allgemeine geschäftliche, rechtliche, regulatorische, politische, wirtschaftliche, wettbewerbsbezogene und operative Risiken beschrieben werden, wird im nächsten Abschnitt speziell auf Risiken im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten eingegan- gen. Risiken Going Concern Die RAVENO Capital AG war bisher eine Holdinggesellschaft, die bis Ende 2021 Umsatzer- löse nur aus der Erbringung von Dienstleistungen für ihr bisheriges Tochterunternehmen Tuff Offshore Ltd. erbrachte. Mit der Veräußerung des Tochterunternehmens sind diese Erträge entfallen. Im Zuge des im Dezember 2021 eingeleiteten und im Februar 2022 durchgeführten Eintritts eines neuen Mehrheitsaktionärs haben sowohl die bisherigen Hauptaktionäre als auch der neue Mehrheitsaktionär bis April 2022 Einlagen in Höhe von 266 TEUR in die Kapitalrücklage geleistet, wodurch auch die bilanzielle Überschuldung beseitigt wurde. Die RAVENO Capital AG befindet sich außerdem seit Dezember 2021 in der Akquisephase für Managementberatungsaufträge. Der Vorstand rechnet für das Jahr 2022 mit einer Beauf- tragung und Durchführung von Beratungsaufträgen in ausreichendem Umfang, um positive Ergebnisse und Cash Flows aus der laufenden Geschäftstätigkeit der RAVENO Capital AG zu erzielen. Ein erster Umsatz von 50 TEUR konnte im 1. Halbjahr 2022 vereinnahmt werden. Der Vorstand der RAVENO Capital AG erwartet, dass bei weiteren Projekten zeitnah ein Ver- tragsabschluss erreicht wird und in der Folge positive Ergebnisse und Cash Flows aus der laufenden Geschäftstätigkeit erzielen werden können. Bei der Aufstellung des Konzernab- schlusses ist der Vorstand daher von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Da allerdings Vertragsabschlüsse in ausreichendem Umfang noch nicht erfolgt sind, stellt dies eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Unternehmensfortführung dar. Soll- ten nicht ausreichende Umsatzerlöse erzielt werden können oder ausreichende liquide Mittel 12 durch die Gesellschafter zur Verfügung gestellt werden, um die laufenden Kosten zu decken, wäre der Fortbestand des Unternehmens gefährdet. Das Risikomanagement der RAVENO AG ermöglicht dem Vorstand eine faire und realistische Einschätzung der Risiken und Chancen, die sich aus den geplanten Geschäftsaktivitäten er- geben. Qualifiziertes Personal Der Erfolg der RAVENO AG hängt bei der weiteren Ausdehnung des Beratungsgeschäfts in hohem Maße von qualifizierten Führungskräften und Mitarbeitern, einschließlich der Mitglieder des Vorstands und anderer Schlüsselpersonen, ab. Die Gesellschaft steht in einem intensiven Wettbewerb mit anderen Unternehmensberatungsunternehmen um qualifiziertes Personal. c. Chancenbericht Aufgrund der Erfahrungen des Managements und der seit der Neuausrichtung für die RAVENO AG tätigen Berater, einschließlich ihrer Netzwerke, steht die Gesellschaft bei ver- schiedenen Unternehmensberatungsprojekten in Diskussionen mit den potentiellen Auftrag- gebern. Wir sehen uns akquisitorisch gut aufgestellt, um daraus ein positives Ergebnis zu er- zielen. Aufgrund der sich ständig verändernden Rahmenbedingungen, die auf die Ukraine-Krise und die COVID 19-Pandemie zurückzuführen sind, haben sich allerdings die Vergabeentschei- dungen verzögert. d. Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung der RAVENO AG Nach der Einschätzung des Managements überwiegen trotz der aktuellen politischen und wirt- schaftlichen Unsicherheiten und Risiken die Potentiale und Chancen für eine nachhaltige po- sitive Entwicklung der Gesellschaft. IV. Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezo- gen auf den Konzernrechnungslegungsprozess Die RAVENO Gruppe war in 2021 ein aus nur zwei Unternehmen bestehender Konzern und ist nach der Entkonsolidierung ein Einzelunternehmen. Der kapitalmarktbezogene Rech- nungslegungsprozess ist daher nicht sehr komplex und wird unverändert über Excel abgebil- det. 13 Die Konzernunternehmen verfügen über ein lokales Rechnungswesen. Die Buchhaltung der RAVENO AG wird extern von einer auf IFRS spezialisierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geführt. Der Konzernabschluss nach IFRS (International Financial Reporting Standards) wird ebenfalls von dieser Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellt. Alle rechnungslegungsrelevanten Informationen stehen dem Vorstand direkt zur Verfügung, da er in das Tagesgeschäft eingebunden ist. Der Vorstand überwacht durch seine Einbindung in das Tagesgeschäft aktiv die Auswirkungen auf die Rechnungslegung. Auf diese Weise kön- nen wir mit hinreichender Sicherheit gewährleisten, dass der Jahresabschluss der Mutterge- sellschaft und der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften erstellt werden. V. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finan- zinstrumenten Management von Finanz- und Vermögensrisiken Dieser Abschnitt befasst sich mit den Risiken und Chancen des Kredit-, Zins-, Währungs- und Steuermanagements. Wir nutzen ein systematisches Risikomanagement, um unsere Zins- und Währungsrisiken zu überwachen und zu steuern und sie aktiv mit Hilfe von nicht- deriva- tiven Finanzinstrumenten zu verwalten. Die RAVENO-Gruppe hat im Jahr 2021 keine deriva- tiven Finanzinstrumente eingesetzt. Die Geschäftsleitung könnte jedoch in zukünftigen Perio- den derivative Finanzinstrumente zur Deckung des Währungs- und Zinsrisikos einsetzen, wenn dies angemessen und wirtschaftlich effizient ist. Mit einem konzernweiten Kreditrisikomanagement und Managementinformationssystem mes- sen und überwachen wir systematisch die Bonität unserer Geschäftspartner auf der Grundlage konzernweiter Mindeststandards. Die RAVENO AG verfügt nicht über Absicherungsinstrumente und hat nur Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf das Risiko, dass die Gruppe bzw. ab 2022 die RAVENO 14 AG aufgrund eines Mangels an Mitteln Schwierigkeiten bei der Erfüllung ihrer kurzfristigen Verpflichtungen hat. Das Liquiditätsrisiko ergibt sich in erster Linie aus der Inkongruenz zwi- schen den Laufzeiten der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Es wird durch die Koordinierung der Zahlungs- und Zahlungseingangszyklen gesteuert. Ziel der Gruppe ist es, ein Gleichgewicht zwischen der Kontinuität der Finanzierung und der Flexibilität durch die Nutzung von Stand-by-Kreditfazilitäten zu wahren. Die Geschäftsaktivitäten der Gruppe wur- den bisher hauptsächlich durch Eigenkapital und Darlehen von Vorstandsmitgliedern und na- hestehenden Personen finanziert. Der Vorstand ist davon überzeugt, dass auch in Zukunft ausreichende Mittel zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit zur Verfügung stehen. Liquiditätsmanagement Vorrangige Ziele des Liquiditätsmanagements sind die Sicherstellung der jederzeitigen Zah- lungsfähigkeit, die rechtzeitige Erfüllung vertraglicher Zahlungsverpflichtungen und die Opti- mierung der Kosten. Die RAVENO AG ermittelt ihren Finanzierungsbedarf auf Basis einer kurz- und mittelfristigen Liquiditätsplanung. Entsprechend dem geplanten Liquiditätsbedarf bzw. - überschuss wird die Finanzierung des Konzerns zukunftsorientiert gesteuert und umgesetzt. Zu den relevanten Planungsfaktoren, die dabei berücksichtigt werden, gehören die Entwicklung des Working Ca- pital und der Investitionen. VI. Übernahmerelevante Informationen Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2021 unverändert EUR 40.000.000,00. Das Grundkapital ist eingeteilt in 40.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag von 1,00 EUR je Aktie. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil der Aktionäre am Gewinn der Gesellschaft. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Nach der Satzung gibt es keine Beschränkungen der Stimmrechte oder der Übertragung von 15 Aktien. Uns ist auch nicht bekannt, dass es solche Vereinbarungen zwischen Aktionären gibt. Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten Zum 31. Dezember 2021 bestanden folgende direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital der RAVENO Capital AG, die die Schwelle von 10% der Stimmrechte überschritten haben: Herr Natarajan Paulraj und Herr Ganesh Paulraj Prof. Dr. Klaus Fleischer Die Stimmrechtsmitteilung von Prof. Dr. Klaus Fleischer resultiert aus dem zwischen den Her- ren Paulraj und Herrn Prof. Dr. Klaus Fleischer geschlossenen Aktienkaufvertrag dessen Voll- zug zum 31. Dezember 2021 noch ausstand. Weitere direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die zum 31. Dezem- ber 2021 10 % der Stimmrechte erreichen oder überschreiten, wurden uns nicht mitgeteilt. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen Es gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Art der Stimmrechtskontrolle, wenn die Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben Soweit die RAVENO Capital AG im Rahmen eines Belegschaftsaktienprogramms Aktien an Mitarbeiter ausgibt, werden die Aktien unmittelbar auf die Mitarbeiter übertragen. Die begüns- tigten Mitarbeiter können die ihnen aus den Belegschaftsaktien zustehenden Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Bestimmungen der Satzung ausüben. Derzeit gibt es kein Aktienprogramm für Mitarbeiter. Gesetzliche und satzungsmäßige Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Aufsichtsrats und über Satzungsänderungen Die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern ist im deutschen Aktiengesetz und in § 7 der Satzung geregelt. Demnach werden Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat für eine Amtszeit von höchstens fünf Jahren bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Über die Bestellung und Abberu- fung von Vorstandsmitgliedern entscheidet der Aufsichtsrat. 16 Der Vorstand besteht aus einer oder mehreren Personen, wobei die Zahl der Vorstandsmit- glieder vom Aufsichtsrat festgelegt wird. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vor- stands und einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernennen. Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so wird es in dringenden Fällen auf Antrag eines Beteiligten gerichtlich bestellt. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Mitglied des Vor- stands und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Eine Satzungsänderung bedarf eines Beschlusses der Hauptversammlung. Satzungsän- dernde Beschlüsse der Hauptversammlung bedürfen nach den §§ 133 und 179 der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfas- sung vertretenen Grundkapitals, soweit nicht das Gesetz zwingend eine größere Mehrheit vor- schreibt. Befugnisse des Verwaltungsrats zur Ausgabe oder zum Rückkauf von Aktien Auf der Hauptversammlung am 20. Februar 2019 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grund- kapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 19. Februar 2024 einmalig oder mehrmals um bis zu 20.000.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 20.000.000 Aktien zu erhöhen (Ge- nehmigtes Kapital 2019). Das Bezugsrecht der Altaktionäre kann ausgeschlossen werden, um eine Sachkapitalerhö- hung zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Unternehmensbeteiligungen oder sonstigen Vermögensgegenständen zu ermöglichen, wenn dieser Erwerb im Interesse der Gesellschaft liegt, den Einstieg eines strategischen Investors zu ermöglichen, wenn dies im Interesse des Unternehmens ist, bei einer Kapitalerhöhung um bis zu 10% des bisherigen Grundkapitals, wenn der Ausgabepreis den dann aktuellen Börsenkurs nicht wesentlich unter- schreitet, oder zum Ausgleich von Spitzenbeträgen. Die Hauptversammlung vom 20. Februar 2019 hat außerdem eine bedingte Kapitalerhöhung um bis zu 16.000.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 16.000.000 Aktien beschlossen (Be- dingtes Kapital I / 2019). Die Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien bei Ausübung von Wandlungs- und Optionsrechten aus Schuldverschreibungen, die die Gesellschaft bis zum 17 19. Februar 2024 aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses derselben Hauptversammlung zur Ausgabe von Options- und Wandelschuldverschreibungen begibt. Die Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie es zur Erfüllung der Wandlungs- und Optionsrechte bzw. der erfüllten Wandlungs- oder Optionspflichten von Anleihegläubigern erforderlich ist oder soweit Rückzahlungsverpflichtungen aus diesen Schuldverschreibungen durch Ausgabe von Aktien erfüllt werden und dies nicht durch Ausgabe eigener Aktien oder von Aktien aus genehmigtem Kapital geschieht. Die Hauptversammlung vom 20. Februar 2019 hat zudem eine bedingte Kapitalerhöhung um bis zu 2.000.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 2.000.000 Aktien (Bedingtes Kapital II / 2019) beschlossen. Dieses bedingte Kapital dient ausschließlich der Sicherung von Bezugs- rechten für Mitglieder der Geschäftsführung und Mitarbeiter der RAVENO Capital AG oder mit ihr verbundener Unternehmen aus einem Aktienoptionsprogramm. Die bedingte Kapitalerhö- hung wird nur insoweit durchgeführt, wie Bezugsrechte ausgegeben werden und deren Inha- ber von diesen Gebrauch macht und die Gesellschaft die Bezugsrechte nicht durch Ausgabe eigener Aktien oder im Wege des Barausgleichs erfüllt. Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontroll- wechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen Es bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen der RAVENO Capital AG, die unter der Be- dingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmean- gebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind In den Anstellungsverträgen aller drei im Geschäftsjahr 2021 amtierenden Vorstandsmitglieder ist eine Change-of-Control-Klausel enthalten, die ein Sonderkündigungsrecht mit entsprechen- den Abfindungszahlungen vorsieht, wenn die Vorstandstätigkeit aufgrund eines Kontrollwech- sels vorzeitig beendet wird. Alle Arbeitsverträge der Vorstandsmitglieder sehen vor, dass im Falle eines Kontrollerwerbs und der Beendigung des Arbeitsvertrags 50% des Grundgehalts für die Restlaufzeit des Ver- trags gezahlt werden. Darüber hinaus werden im Falle des Kontrollerwerbs und der vertraglichen Beendigung des 18 Anstellungsverhältnisses die Regelungen zum Verfall von Aktienoptionen für das Vorstands- mitglied aufgehoben, d.h. alle bis zum möglichen Ausscheiden an den Vorstand ausgegebe- nen Aktienoptionen verbleiben dem Vorstandsmitglied - unabhängig von der Beendigung des Anstellungsverhältnisses. Darüber hinaus gibt es keine Zahlungen an das Vorstandsmitglied nach Beendigung des Vertragsverhältnisses oder nach Beendigung des Vertragsverhältnisses. VII. Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB Die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung einschließlich der Entsprechens- erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex wurde von Vorstand und Aufsichtsrat im August 2022 abgegeben und ist den Aktionären auf unserer Website www.ravenocapital.de im Bereich Corporate Governance zugänglich. VIII. Nachtragsbericht Der von der ordentlichen Hauptversammlung am 16. Dezember 2021 beschlossene Verkauf der einzigen Tochtergesellschaft Tuff Offshore Ltd. konnte im Dezember 2021 erfolgreich ab- geschlossen werden. Die letzte Kaufpreisrate wurde von der RAVENO AG im Februar 2022 vereinnahmt. In diesem Zusammenhang kam es auch zu Veränderungen im Aktionärskreis. So haben beide bisherige Großaktionäre, die Herren Paulraj, ihre Aktien im Februar 2022 an einen strategischen Privatinvestor veräußert. Im ersten Quartal 2022 wurden vom bisherigen Mehrheitsaktionär durch Zahlung von Verbind- lichkeiten der AG 166 TEUR Leistungen in die Kapitalrücklage erbracht. Der neue Mehrheits- aktionär erbrachte im April 2022 eine Bareinlage von 100 TEUR in die Kapitalrücklage. Im Juni 2022 hat die Gesellschaft erste Einnahmen aus Beratungsleistungen in Höhe von 50 TEUR erzielt. Weitere wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag liegen nicht vor. 19 IX. Erklärung zum Abhängigkeitsbericht Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhal- ten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden. Frankfurt am Main, 11. August 2022 Der Vorstand Dimitri Papadopoulos 20
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