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RATIONAL AG Management Reports 2010

Apr 20, 2011

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Management Reports

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RATIONAL Aktiengesellschaft

Landsberg am Lech

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr 01.01.2010 bis 31.12.2010

Lagebericht

1. Überblick

Wettbewerbsposition: Weltweiter Markt- und Technologieführer

RATIONAL ist weltweiter Markt- und Technologieführer für Lösungen zur thermischen Speisenzubereitung in Profiküchen. Das 1973 gegründete Unternehmen beschäftigt in 25 Gesellschaften rund 1.100 Mitarbeiter, davon über 600 in Deutschland. Der Weltmarktanteil beträgt 54 %.

Die Konzentration aller Ressourcen auf eine einzige Zielgruppe und die strategische Ausrichtung des Gesamtunternehmens auf die Anwendung schaffen höchste Problemlösungskompetenz. Die dauerhafte Produktführerschaft mit immer größerem Kundennutzen ist die Folge. Die Attraktivität und Anziehungskraft der Marke RATIONAL steigt so kontinuierlich. Dies drückt sich auch in nachhaltig wachsenden Absatz- und Umsatzzahlen und zahlreichen internationalen Auszeichnungen aus.

Produkte: RATIONAL-Produkte setzen weltweite Standards

Mit dem SelfCooking Center® und dem VarioCooking Center® verfügt das Unternehmen über zwei Produkte, die die gesamte Bandbreite und Vielfalt der thermischen Speisenzubereitung abdecken. In ihren jeweiligen Segmenten setzen sie weltweit den technologischen Standard mit entsprechender Alleinstellung.

Das SelfCooking Center® ist das einzige Gargerät mit intelligenten Garprozessen insbesondere für Backen, Braten, Grillen, Dämpfen, Dünsten, Blanchieren und Pochieren. Es ersetzt 40 bis 50 % aller herkömmlichen Geräte wie z. B. Heißluftgeräte oder Dämpfer. Die Wärmeübertragung erfolgt dabei durch Dampf, Heißluft oder die Kombination aus beiden.

Die ideale Ergänzung dazu ist das VarioCooking Center®, das die französische Tochtergesellschaft FRIMA 2005 auf den Markt gebracht hat. Mit diesem Komplementärgerät wird in Flüssigkeiten oder mit direkter Kontakthitze gegart. Das SelfCooking Center® und das VarioCooking Center® sind gemeinsam in der Lage praktisch alle traditionellen Gargeräte in der Profiküche zu ersetzen.

Der Nutzen für die Kunden: Das SelfCooking Center® und das VarioCooking Center® entlasten die Köche von Routine-Arbeiten. Den Köchen bleibt Zeit für das Wesentliche. Gleichzeitig bieten sie eine Vielzahl von neuen Möglichkeiten und verbessern die Speisenqualität. Alle RATIONAL-Geräte zeichnen sich durch extrem kurze Amortisationszeiten aus. Aufgrund von Einsparungen bei Rohwareneinsatz, Personal und Energie erwirtschaften sie ab dem ersten Tag positive Deckungsbeiträge und amortisieren sich durchschnittlich bereits nach fünf bis zwölf Monaten.

Weltmarkt: Großes freies Potenzial

Weltweit gibt es 2,5 Mio. Profiküchen, in denen RATIONAL-Technologie eingesetzt werden kann. Das freie Marktpotenzial einschließlich des Austauschpotenzials von älteren Combidämpfern beträgt für das SelfCooking Center® rund 95 % dieser 2,5 Mio. Profiküchen. Das VarioCooking Center® spricht die gleiche Zielgruppe wie das SelfCooking Center® an. Das freie Weltmarktpotenzial für diese neue Technologie beträgt somit praktisch nochmals 100 % der gleichen 2,5 Mio. Profiküchen.

Die den Markt beeinflussenden Megatrends sprechen zusätzlich für eine kontinuierlich steigende Nachfrage. Die Weltbevölkerung nimmt weiter zu, der Außer-Haus-Verzehr in Restaurants und Kantinen wächst. Gründe hierfür sind die Industrialisierung in den Schwellenländern und die dadurch neu entstehenden Mittelschichten, aber auch die stetig zunehmende Globalisierung und Vielfalt der Speisenangebote in den Profiküchen und den Fastfood Restaurants.

Produktionsstrategie: Geringe Fertigungstiefe, hohe Wertschöpfung

In der Fertigung wird eine schlanke eigene Fertigungstiefe mit langfristigen und zuverlässigen Partnerschaften auf der Lieferantenseite kombiniert. Das Ziel ist maximale Flexibilität und beste Qualität zu optimalen Kosten bei hoher Loyalität der Lieferanten. Eigene Kapazitäten werden nur dann gebunden, wenn etwas qualitativ besser oder preiswerter hergestellt werden kann als durch externe Dritte oder wenn ein bestimmtes System-Know-How für die Zukunftsentwicklung der Technologie besonders wichtig ist.

Vertriebsstrategie: Weltweite Potenziale nutzen

Über eigene Gesellschaften und Vertriebspartner ist RATIONAL in mehr als 100 Ländern vertreten. Die Strategie ist dabei, die Marktdurchdringung pro Land stetig zu erhöhen. Kernabsatzmarkt ist heute noch Europa. Hier werden rund 70 % der Umsatzerlöse erzielt, und dies bei einem immer noch großen freien Marktpotenzial. Zusätzlich gewinnen die außereuropäischen Märkte, allen voran China, Russland, Brasilien und Indien, zunehmend an Bedeutung.

Aber auch der amerikanische Markt nimmt nach dem krisenbedingten Umsatzrückgang im Jahr 2009 wieder Fahrt auf. Rund 40 % des gesamten Wachstums kommt aus dieser Region.

Größter Einzelmarkt gemessen am Umsatz bleibt Deutschland mit einem Anteil von 16 % (Vj. 17 %). Auch hier konnte das Geschäft weiter zulegen. Da jedoch das Wachstum in den anderen europäischen Ländern und in Amerika stärker ausgefallen ist, sank der rechnerische Umsatzanteil des Inlands. Der Auslandsanteil lag 2010 bei 84 %, nach 83 % im Vorjahr.

Das Wachstum in Deutschland und Europa zeigt, dass auch in den bereits gut entwickelten Ländern weiterhin großes freies Marktpotenzial besteht.

Wachstumsstrategie: Organische Entwicklung

Das weltweite, freie Marktpotenzial, verbunden mit der Produkt- und Weltmarktführerschaft, bietet gute Wachstumsperspektiven. Deshalb setzen wir auf organisches Wachstum ohne Akquisitionen. Durch die ständige Verbesserung des Kundennutzens mit innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie dem gezielten Ausbau des Vertriebs- und Marketingnetzwerkes wird der Weltmarkt seit Jahren erfolgreich und immer effizienter erschlossen.

2. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Konzernstruktur

Die RATIONAL AG ist die Obergesellschaft des RATIONAL-Konzerns. Gleichzeitig ist sie maßgeblich für die Leistungserbringung zuständig. Am Firmensitz in Landsberg am Lech sind die größten Produktionsstandorte der Unternehmensgruppe angesiedelt. Ein weiterer Produktionsstandort befindet sich bei unserer französischen Tochtergesellschaft FRIMA im elsässischen Wittenheim. Die zum Bilanzstichtag im Konsolidierungskreis enthaltenen 19 internationalen und fünf nationalen Tochtergesellschaften dienen überwiegend dem Vertrieb sowie dem Service vor Ort.

Steuerung: Qualität und Transparenz sind die zentralen Instrumente

Das Unternehmen verfügt über ein mehrstufiges Planungs- und Controllingsystem, das alle weltweiten Aktivitäten umfasst. Alle Unternehmensprozesse werden auf dieser Basis detailliert geplant, erfasst, berichtet, analysiert und mit einem Kennzahlensystem bewertet. Eventuell notwendige Anpassungen und Korrekturmaßnahmen werden zeitnah erarbeitet und umgesetzt.

Qualität ist bei RATIONAL ein zentrales Steuerungsinstrument. Die Qualität aller Lieferanten und Service-Partner wird nach gleichen Maßstäben wie die interne Leistungserstellung bewertet und transparent gemacht. Gemeinsam mit den Lieferanten und Service-Partnern wird fortlaufend an der Verbesserung der Produkt- und Dienstleistungsqualität gearbeitet.

In allen Unternehmensprozessen ist kontinuierliche Verbesserung gelebte Praxis. Über 3.000 im Jahr 2010 umgesetzte Verbesserungsvorschläge sind ein Beleg für die Identifizierung aller Mitarbeiter mit dem außerordentlich hohen Qualitätsanspruch.

Finanzwirtschaftliche Steuerungskennzahlen sind neben der Umsatzentwicklung, das EBIT und die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROIC). 2010 lag der ROIC bei 34 %, nach 35 % im Vorjahr. Damit überstieg der ROIC den zugrunde gelegten Kapitalkostensatz von 9 % um 25 Prozentpunkte. Das entspricht einem positiven Beitrag von 59,3 Mio. Euro zur weiteren Steigerung des Unternehmenswerts.

Der aus Gründen der Risikovorsorge bewusst hoch gehaltene Finanzmittelbestand verwässerte diese Kennzahl auch im Jahr 2010 erheblich. Bei einem im mehrjährigen Mittel üblichen Kassenbestand von 60,0 Mio. Euro würde der ROIC mit 53 % einen neuen Rekordwert erreichen.

3. Wirtschaftsbericht

Weltwirtschaft: Erholung auf breiter Basis

Die weltweite Konjunktur erholte sich 2010 sehr dynamisch und auf breiter Basis. Nur einzelne Volkswirtschaften, wie zum Beispiel Griechenland und Irland, haben den Weg aus der Krise noch nicht gefunden.

Motor des weltweiten Wirtschaftswachstums von rund 4,7 % (Quelle: Schätzung Deutsche Bank) waren 2010 insbesondere die BRIC-Staaten mit Wachstumsraten von 4,9 % in Russland bis 10,0 % in China. Mit Ausnahme von Russland konnten diese Länder auch auf einer bereits stabilen oder wachsenden Basis aus dem Jahr 2009 aufbauen.

In den Industriestaaten ist dagegen die Aufholbewegung der Verluste aus 2009 noch in vollem Gang. 2010 konnten die Industrieländer um 2,5 % wachsen und damit erst einen Teil des Minus von 3,6 % aus 2009 wieder kompensieren. Besonders erfreulich für Unternehmen wie RATIONAL mit ihrer breiten internationalen Basis war, dass diese Erholung nahezu alle Industriestaaten erfasst hat.

In Europa war die Entwicklung in Deutschland beispielhaft. Das Plus von 3,6 % (Quelle: Statistisches Bundesamt) konnte so zu Jahresbeginn nicht erwartet werden. Dieser Aufschwung wird nicht allein vom Export getragen, sondern auch durch inländische Ausrüstungsinvestitionen und den wieder anziehenden Konsum.

Der Euro zeigt sich 2010 im Verhältnis zu nahezu allen wichtigen Währungen abgeschwächt. Das Minus im Vergleich zum US-Dollar betrug im Jahresdurchschnitt rund 5 %. Verglichen mit dem kanadischen Dollar beträgt die Abwertung 14 %, zum japanischen Yen lag der Wertverlust bei rund 12 %. Gegenüber dem Schweizer Franken und dem russischen Rubel verlor der Euro etwa 9 % an Wert, zum britischen Pfund 4 % und zum brasilianischen Real sogar 16 %. Per Saldo konnten wir von dieser Entwicklung an den Devisenmärkten profitieren, da die Wertschöpfung zum größten Teil im in Euro-Raum stattfindet, aber rund ein Drittel der Umsätze in anderen Währungen vereinnahmt werden.

Aufgrund der geringen Verschuldung konnte das Unternehmen vom niedrigen Zinsniveau nicht profitieren. Die Strategie „Sicherheit vor Rendite“ hatte auch 2010 oberste Priorität.

Branchen- und Marktentwicklung: Positives Bestellverhalten

Die bereits Ende 2009 einsetzende Normalisierung im Orderverhalten der Kunden hat sich auch zu Beginn 2010 fortgesetzt. Im weiteren Jahresverlauf hat deren Investitionsneigung noch weiter zugenommen.

Insgesamt hat sich die Stimmung im Markt für Großküchentechnik deutlich aufgehellt. Rund zwei Drittel der Entscheidungsträger in der deutschen Gemeinschaftsverpflegung planen in 2011 Investitionen. Rund die Hälfte plant Investitionen in Großgeräte, wie beispielsweise in Combidämpfer. Vor diesem Hintergrund und der positiven Wachstumsaussichten für die Gesamtwirtschaft erscheint der Ausblick für die Großküchenindustrie in 2011 und in den Folgejahren positiv.

Geschäftsverlauf 2010

RATIONAL ist mit Vorsicht ins Jahr 2010 gestartet. Der Fokus lag auf gezielten Investitionen in ausgewählte, potenzialstarke Zukunftsmärkte. In allen anderen Märkten lag die Konzentration auf Wachstum durch Effizienzverbesserungen. Investiert wurde aber auch in den weiteren Ausbau des Technologievorsprungs.

Im Vertrieb bedeutete dies den Ausbau des Netzwerkes in den BRIC-Staaten, die Erschließung des wachsenden Zukunftssegments der Restaurant-Ketten sowie die Organisationserweiterung für das zweite Produktstandbein, das FRIMA VarioCooking Center®.

Als Resultat kann das Unternehmen auf einen positiven Geschäftsverlauf 2010 zurückblicken. In nahezu allen Regionen der Welt konnten deutliche Wachstumsimpulse verzeichnet werden. Die Entwicklung nahm von Quartal zu Quartal immer mehr an Fahrt auf und mündete in einem vierten Quartal mit einer Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr von 21 %. Mit der dynamischen Erholung im 2. Halbjahr ist das Wachstum des gesamten Jahres etwas höher als erwartet ausgefallen.

4. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Umsatzentwicklung: Rückkehr zu deutlichem Wachstum

Die Umsatzerlöse wurden 2010 um 11 % von 314,4 Mio. Euro auf 350,1 Mio. Euro gesteigert. Damit konnte nicht nur das Vor-Krisen-Niveau erreicht, sondern auch das bisherige Rekordjahr 2008 übertroffen werden. Diese Steigerung resultiert im Wesentlichen aus der guten Absatzentwicklung. Rund 3 Prozentpunkte des Umsatzwachstums sind auf positive Einflüsse aufgrund der Währungsentwicklungen zurückzuführen.

Ertragslage: EBIT über 100 Mio. Euro

Selbst im Krisenjahr 2009 konnte die Ertragskraft des Unternehmens deutlich gesteigert werden. Diese positive Entwicklung hat sich auch 2010 entsprechend fortgesetzt. Die Rohertragsmarge (Bruttoergebnis vom Umsatz bezogen auf die Umsatzerlöse) konnte 2010 von 61 % auf 62 % ausgebaut werden. Das EBIT stieg um 17 % von 90,5 Mio. Euro auf 105,8 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss nahm von 67,3 Mio. Euro auf 79,8 Mio. Euro zu.

5,00 Euro Dividende und 4,00 Euro Sonderdividende vorgeschlagen

Die konjunkturellen Zeichen stehen weiter auf Wachstum. Gleichzeitig ist die Liquiditätssituation des Unternehmens mit einem Finanzmittelbestand von über 163 Mio. Euro zum Jahresende außergewöhnlich gut. Aufsichtsrat und Vorstand haben daher beschlossen, der Hauptversammlung 2011 eine Dividendenerhöhung von 3,50 Euro auf 5,00 Euro pro Aktie sowie zusätzlich eine Sonderdividende von 4,00 Euro pro Aktie vorzuschlagen.

Mit einer Gesamtdividende von 9,00 Euro je Aktie erzielt der Aktionär eine Dividendenrendite von 5,4 % (bezogen auf den Jahresschlusskurs 2010). Insgesamt ist eine Ausschüttung von über 102 Mio. Euro geplant. Dennoch bleibt die Liquiditätsausstattung des Unternehmens auf sehr hohem Niveau. Man ist so für alle Eventualitäten und mögliche Krisen, die sich aus der Entwicklung des Finanzsektors ergeben könnten, gewappnet.

Kostenmanagement: Verbesserung der Margen

Trotz eines Umsatzrückgangs wurde in 2009 ein deutliches Ergebnisplus erreicht, alle relevanten Ergebnismargen konnten deutlich verbessert werden. 2010 wurde dieser Weg weiter fortgesetzt. Das Umsatz- und Ergebniswachstum ist zum überwiegenden Teil durch Effizienz- und Produktivitätssteigerungen erreicht worden.

Die Rohertragsmarge wurde trotz der um 30 % gestiegenen Edelstahlpreise um einen Prozentpunkt verbessert. Neben dem positiven Währungseffekt bewährten sich hier vor allem die geringe Fertigungstiefe und die nahezu ausschließlich auftragsbezogene Fertigung. Das gesamte Produktionssystem passt sich von der Beschaffung und Montage bis zur Logistik hochflexibel an Auftragsschwankungen an und dies sowohl nach oben als auch nach unten. Damit kann jederzeit höchstmögliche Produktivität und Effizienz gewährleistet werden.

2010 stiegen die operativen Kosten, bestehend aus den Vertriebs- und Servicekosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten und den allgemeinen Verwaltungskosten, um 10,6 Mio. Euro oder 10,4 % von 102,0 Mio. Euro auf 112,6 Mio. Euro.

Die Vertriebs- und Servicekosten legten im Vorjahresvergleich um 7,9 Mio. Euro oder 10,5 % auf 83,4 Mio. Euro (Vj. 75,5 Mio. Euro) zu. Ursache hierfür war insbesondere die Intensivierung unserer Vertriebsaktivitäten in den potenzialstarken Zukunftsmärkten. Zudem wurden durch umfassende Vorinvestitionen beste Voraussetzungen für die nachhaltige Markterschließung durch das VarioCooking Center® geschaffen.

Mit einem F&E-Budget von 13,5 Mio. Euro (Vj. 11,4 Mio. Euro) wird die hohe Bedeutung dieser Investitionen in die Zukunft untermauert. Nur so ist es möglich, die Produktführerschaft auch für die Zukunft nicht nur abzusichern sondern noch weiter auszubauen.

Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen um 3,7 % von 15,1 Mio. Euro auf 15,6 Mio. Euro und damit deutlich unterproportional zum Umsatzwachstum. Entsprechend reduzierte sich die Kostenquote für die allgemeine Verwaltung von 4,8 % auf 4,5 %.

Die Steuerquote lag 2010 im Konzern bei 24,4 % (Vj. 25,3 %). Der absolute Steueraufwand belief sich auf 25,8 Mio. Euro.

Die auf Basis des Umsatzes ermittelten Ergebnismargen konnten erneut verbessert werden. Die EBIT-Marge wuchs um 1,4 Prozentpunkte auf 30,2 % (Vj. 28,8 %). Unter Berücksichtigung des Steueraufwands hat sich die Nettomarge (Jahresüberschuss bezogen auf die Umsatzerlöse) um 1,4 Prozentpunkte auf das neue Rekordniveau von 22,8 % verbessert.

Finanzmanagement: Liquiditätssicherung als Antwort auf volatile Märkte

Das Finanzmanagement umfasst schwerpunktmäßig das Management der Kapitalstruktur, insbesondere der Finanz- und Geldanlagen, die Cash- und Liquiditätssteuerung, das Management von Marktpreisrisiken bei Zinsen und Währungen und das Forderungsmanagement.

Ziel ist es, die Kapitalbindung in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ständig weiter zu minimieren. Auch 2010 wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Außenstände ergriffen. So konnte die Außenstandsdauer (Days Sales Outstanding − DSO) erneut reduziert und die Altersstruktur der Forderungen weiter optimiert werden. 2010 wurden kaum Forderungsausfälle verzeichnet. Durch eine weltweite Warenkreditversicherung bzw. über Bankakkreditive wurde eine durchschnittliche Deckungsquote des Forderungsbestandes von über 90 % erreicht.

Finanzierungsanalyse: Ausgezeichnete Eigenkapitalausstattung

Entsprechend der positiven Ertragsentwicklung, bei gleichzeitig optimalem Einsatz aller Ressourcen, konnte die Eigenkapitalquote von 71,4 % zum Bilanzstichtag des Vorjahres auf 75,3 % weiter deutlich verbessert werden.

Größte Position in den langfristigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 19,0 Mio. Euro. Diese dienen der Finanzierung des 2008 fertig gestellten Werk III sowie der Finanzierung von Fertigungsanlagen der Komponentenfabrik. Der Großteil der Darlehenssumme hat eine Laufzeit bis 2022 und eine Zinsbindung bis 2017.

Insgesamt wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2010 deutlich reduziert. Die langfristigen Darlehen wurden entsprechend der vorgesehenen Tilgungsvereinbarungen abgebaut, die kurzfristigen Kredite betrugen zum 31. Dezember 2009 insgesamt 8 Mio. Euro, sie wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr vollständig getilgt.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente: Untergeordnete Bedeutung

Die Auslagerung von Verbindlichkeiten in entsprechende Zweckgesellschaften findet bei RATIONAL nicht statt. In sehr geringem Umfang werden Operate-Leasing-Verträge für technische Anlagen, Firmen-Pkw und EDV-Ausstattung sowie Mietverträge für Büroräume abgeschlossen. Aus diesen erwarten wir in den nächsten fünf Jahren Zahlungen in Höhe von 8,5 Mio. Euro.

Investitionsanalyse: Profitieren von erheblichen Vorinvestitionen

Ein wesentlicher Teil des Wachstums 2010 konnte durch Effizienzsteigerungen und Produktivitätsverbesserungen erzielt werden. Mittel sind in die Forschung und Entwicklung geflossen, ohne dass hier eine Aktivierung der Leistungen erfolgte, sowie in den Ausbau von Vertrieb und Marketing in potenzialstarke Zukunftsmärkte. Die Investitionen in das Anlagevermögen lagen im Geschäftsjahr 2010 bei 4,5 Mio. Euro, nach 2,4 Mio. Euro im Vorjahr und sind damit unter dem sonst üblichen Wert der Erhaltungsinvestitionen. Grund sind die umfangreichen Investitionen in den Jahren 2007 und 2008 in das Werk III am Standort Landsberg, in technische Anlagen in der Komponentenfertigung sowie in ein neues Rechenzentrum.

Cashflow: Erneut gestiegener Mittelzufluss

Im Jahr 2010 wurde ein Free-Cashflow von 82,4 Mio. Euro (Vj. 80,8 Mio. Euro) erwirtschaftet. Dieser ist im Wesentlichen für den Aufbau der Liquiditätsreserve sowie die Dividendenausschüttung verwendet worden.

Vermögenslage: Beste Bilanzstrukturen sichern Flexibilität

Die Bilanzsumme hat sich zum 31. Dezember 2010 um 15,1 % von 265,7 Mio. Euro auf 305,7 Mio. Euro erhöht. Dies resultiert in erster Linie aus der ausgezeichneten Ertragsentwicklung, die zu einem entsprechenden Anstieg der liquiden Mittel beziehungsweise des Eigenkapitals führte.

Die Struktur der Aktiva hat sich aufgrund der Zunahme der Liquiditätsreserve und des Working Capital noch weiter hin zu den kurzfristigen Vermögenswerten verschoben. Auch dies ist Ausdruck der besonderen Liquiditätsstärke.

Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

Die markt- und produktseitigen sowie finanzwirtschaftlichen Voraussetzungen sind gut. Weltweit ist ein hohes freies Marktpotenzial für die technologisch und qualitativ führenden Produkte vorhanden. RATIONAL ist bereits heute mit großem Abstand Weltmarktführer und erzielt Spitzenwerte hinsichtlich Markenbekanntheit, Kundenzufriedenheit und Wiederkaufsraten.

Mit der sehr guten Liquiditätsausstattung, hoher fortlaufender Cash-Generierung und einer intakten Ertragsentwicklung bei gleichzeitig sehr guter Eigenkapitalausstattung ist das Unternehmen bestens aufgestellt. Im Jahr 2010 konnte die Wachstumsstärke und Ertragskraft des Unternehmens einmal mehr unter Beweis gestellt werden. Gleichzeitig haben die zurückliegenden Jahre gezeigt, dass RATIONAL selbst in Krisenzeiten zu den Gewinnern zählt.

5. Bericht zu Forschung und Entwicklung

Die technologische Überlegenheit der Produkte ist eine wichtige Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg. Im Jahr 2010 wurden 13,5 Mio. Euro in neue Technologien und die Weiterentwicklung der Leistungsfähigkeit der Produkte investiert. Zum 31. Dezember 2010 verfügte das Unternehmen über 370 Patente und Gebrauchsmuster.

Die Technologieführerschaft ist neben einem optimalen Umfeld und strukturierten Prozessen insbesondere ein Ergebnis des Einsatzes unserer hoch qualifizierten Mitarbeiter im Forschungs- und Entwicklungsbereich. Neben Ingenieuren aus verschiedenen Fachrichtungen arbeiten hier Physiker in der Grundlagenforschung sowie Köche und Ökotrophologen in der Anwendungsforschung.

6. Mitarbeiter

Die gruppenweite Zahl der Mitarbeiter ist 2010 von 993 (Stichtag 31.12.2009) auf 1.092 gestiegen. Im Jahresverlauf wurden 99 neue, hoch qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.

Die Qualität der Mitarbeiter, sowohl individuell als auch in der Zusammenarbeit im Team, ist die Basis für den Erfolg des Unternehmens. Deshalb investieren wir zunehmend in die berufliche Aus- und Weiterbildung sowie in die Entwicklung unserer Führungskräfte. Rund 80 % aller Führungspositionen konnten 2010 aus den eigenen Reihen besetzt werden. Zum Stichtag 31. Dezember 2010 befanden sich 46 junge Mitarbeiter in insgesamt sechs Berufsbildern in der Ausbildung. Neben Mechatronikern und Industriemechanikern werden auch Informatiker, Industriekaufleute, Köche und Mediengestalter ausgebildet. Im Jahr 2010 haben 10 Auszubildende ihre Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen, die alle in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden konnten.

Ein Schwerpunkt im Jahr 2010 war die Intensivierung des Unternehmer-im-Unternehmen-Prinzips (U.i.U.®). Das U.i.U.-Prinzip beschreibt den ehrlichen, selbstbewussten und eigenverantwortlichen Mitarbeiter, der unabhängig von seiner Hierarchiestufe gern Entscheidungen trifft und diese auch vertritt. Dabei hat er stets den höchsten Kundennutzen und das Ganze im Blick.

Mitarbeiterbindung, der hohe Ausbildungs- und Wissensstand sowie die Erfahrung unserer Mitarbeiter sind wichtige Erfolgsfaktoren. Ein Beleg für die gute Mitarbeiterbindung ist die Zahl von 62 Jubilaren, die 2010 für ihre langjährige Firmenzugehörigkeit geehrt wurden.

Aufgrund der unverändert guten Ertragsentwicklung und der herausragenden Leistungen der Mitarbeiter wurde 2010 wieder eine freiwillige Ergebnisbeteiligung in Höhe von 3,3 Mio. Euro ausbezahlt.

7. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Qualitätsmanagement: Ständige Optimierung aller Unternehmensprozesse

Die Verbesserung der gesamten Unternehmensqualität ist eine fortlaufende zentrale Aufgabe. RATIONAL ist ganzheitlich nach Prozessen organisiert. Die Prozesse sind detailliert beschrieben, damit sie operabel und qualitativ messbar sind.

Das Qualitätsmanagement ist unternehmensübergreifend ausgelegt. In die auditierten Prozesse werden auch alle Lieferanten und Partner einbezogen. In vielen Bereichen sind tagesaktuelle Daten die Basis für Entscheidungen zur weiteren Verbesserung der Prozesse. Gemeinsam mit den vorgelagerten Stufen, also den Lieferanten, als auch den nachgelagerten Stufen, also den Service- und Handelspartnern, wird an der ständigen Verbesserung gearbeitet.

Sollte es dennoch zu Kundenbeschwerden oder Reklamationen kommen, gilt der Anspruch, aufgetretene Fehler zu überkompensieren. Ein wichtiges Instrument ist das bislang in Deutschland eingeführte IT-gestützte System „Customer Care“. Es sorgt mit höchster Transparenz für klare Verantwortung und bietet neue Analysemöglichkeiten, so dass noch schneller und besser reagiert werden kann.

Innovationen: Immer die bestmögliche Technologie

RATIONAL verspricht seinen Kunden immer die bestmögliche Technologie und Qualität zu einem angemessenen Preis. Auch 2010 wurde die Erfüllung dieses Anspruchs von den Kunden eindrucksvoll bestätigt. Beispielsweise wurde das SelfCooking Center® von 1.240 Küchenleitern aus der Gemeinschaftsverpflegung zum besten aller in Profiküchen eingesetzten Geräte gewählt. In den drei bewerteten Kategorien, Qualität, Service und Preis-Leistungsverhältnis, belegte das SelfCooking Center® mit großem Abstand den ersten Platz.

Marke: Höchste Bekanntheit der Marke

Die Marke RATIONAL besitzt weltweit einen der höchsten Bekanntheitsgrade in der Branche. Aus Kundensicht steht die Marke insbesondere für Innovations- und Marktführerschaft, für höchste Qualität, breites Nutzen- und Anwendungsspektrum, absolute Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und einfachste Bedienung.

In der führenden deutschen Fachzeitschrift KÜCHE wurde RATIONAL bereits zum wiederholten Mal zur stärksten Marke in der gesamten Profiküche gewählt. Die Jury aus 240 Küchenmanagern sahen die Überlegenheit bei Innovation und Zuverlässigkeit der Produkte.

Von einer Expertenjury aus Wissenschaft und Praxis wurde RATIONAL 2010 für die beste Kundenorientierung ausgezeichnet. Der Manufacturing Excellence Award in der Rubrik Kundenorientierung unterstreicht die konsequente und erfolgreiche Ausrichtung des gesamten Unternehmens am Kundennutzen.

CLUB RATIONAL: Enge Kundenbindung nach dem Kauf

Mit dem CLUB RATIONAL wurde eine Einrichtung geschaffen, die es ermöglicht, den Endkunden nach dem Kauf besser und enger zu binden. Die heute bereits rund 25.000 Mitglieder haben neben vielen weiteren kostenlosen Serviceleistungen immer den direkten Zugriff auf die aktuellsten Software-Updates für das SelfCooking Center®. Sie nehmen damit automatisch an den Fortschritten der RATIONAL Garforschung teil.

Im CLUB RATIONAL wird außerdem kompetente Hilfestellung von Koch zu Koch geleistet. Eine umfangreiche Rezeptdatenbank und die Möglichkeit, eigene Rezepte zu veröffentlichen, runden das Serviceangebot ab.

Umweltschutz: Ressourcenschonend und emissionsarm

Dem verantwortungsbewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen wird ein hoher Stellenwert eingeräumt. Umweltverträglichkeit und der ressourcensparende Umgang mit Rohstoffen und Materialien sind sowohl in der Produktentwicklung als auch für die Produktion, den Versand, den Einsatz der Geräte bei den Kunden, bis hin zur Entsorgung, von großer Bedeutung. Die gesetzlichen Grenzwerte und Standards werden z.B. aufgrund der besonders belastungsarmen Produktion und der beispielhaften Umweltschutzmaßnahmen in allen Bereichen erfüllt und oft sogar deutlich unterschritten.

Im Zuge des sogenannten Green-Assessment wurde das Unternehmen 2010 bezüglich seiner Energienutzung und –effizienz in allen Unternehmensbereichen durch „Lean & Green“ analysiert. Das Ergebnis wurde als vorbildlich eingestuft und RATIONAL als bestes Industrieunternehmen Europas mit dem „Lean & Green“-Siegel ausgezeichnet.

2010 wurde ebenfalls das Umweltmanagement durch den TÜV Süd nach ISO 14001 zertifiziert. Den weltweiten Kunden kann somit nachweislich garantiert werden, dass sie sich für ein nachhaltig produziertes und besonders umweltfreundliches Produkt entschieden haben.

Kapitalmarkt: Steigerung der Bekanntheit im Finanzmarkt

Die Börsennotierung und nicht zuletzt die in 2009 erfolgte und 2010 bestätigte Mitgliedschaft im MDAX sind ein wichtiger Beitrag zur Bekanntheit des Unternehmens im globalen Finanzmarkt. Die kontinuierliche konstruktive Auseinandersetzung mit externen Analysten verstärkt das unternehmensinterne Bewusstsein für effiziente Prozesse, wirksames Risikomanagement, transparente Strukturen und eine offene Kommunikation.

8. Vergütungsbericht

Gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 4 HGB haben börsennotierte Aktiengesellschaften Angaben über die Grundzüge des Vergütungssystems zu machen.

Die Vorstandsvergütung wird bei der RATIONAL AG durch den Aufsichtsrat festgelegt. Die Festsetzung der Vergütung der Vorstandsmitglieder orientiert sich an der Größe und der globalen Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung vergleichbarer Unternehmen. Das Vergütungssystem für den Vorstand wurde am 21. April 2010 durch die Hauptversammlung gebilligt.

Für das Geschäftsjahr 2010 belaufen sich die Gesamtbezüge des Vorstands für die Wahrnehmung seiner Aufgaben in der Muttergesellschaft und den Tochterunternehmen auf 3,5 Mio. Euro (Vj. 3,6 Mio. Euro). In diesem Betrag ist ein erfolgsabhängiger Gehaltsbestandteil in Höhe von 1,8 Mio. Euro (Vj. 2,1 Mio. Euro) enthalten. Hinzu kommen Einzahlungen in die Altersvorsorge für Vorstandsmitglieder, die sich auf 0,3 Mio. Euro (Vj. 0,3 Mio. Euro) belaufen.

Eine Ausgabe von Aktienoptionen hat im Jahr 2010 nicht stattgefunden. Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Mai 2006 wurde auf eine individualisierte Veröffentlichung der Vorstandsvergütung verzichtet.

Für die Bemessung der variablen Vergütungsbestandteile sind die Umsatzerlöse, der Jahresüberschuss, der Ausbau des technologischen Vorsprungs, die Mitarbeiterzufriedenheit und die Verbesserung der Unternehmensqualität insgesamt die entscheidenden Kriterien.

Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2010 beträgt 580 Tsd. Euro (Vj. 555 Tsd. Euro).

9. Übernahmerechtliche Angaben zu § 315 Abs. 4 HGB und erläuternder Bericht

Zum 31. Dezember 2010 beträgt das Grundkapital der RATIONAL AG 11.370.000 Euro und ist in 11.370.000 auf den Inhaber lautende, nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Die Stückaktien sind rechnerisch mit jeweils 1,00 Euro am gezeichneten Kapital beteiligt. Jede Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn.

Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, liegen nicht vor.

Zum 31. Dezember 2010 hält der Unternehmensgründer und Aufsichtsratsvorsitzende 7.161.411 Aktien der RATIONAL AG. Damit überschreitet er die Schwelle von 10 % der Stimmrechte.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 6. Mai 2009 wurde § 8 der Satzung der RATIONAL AG geändert und um ein Entsendungsrecht ergänzt. Der Wortlaut des Beschlusses lautet: „Solange Herr Siegfried Meister und Herr Walter Kurtz Aktionäre der Gesellschaft sind, haben sie das gemeinsame Recht, ein Mitglied in den Aufsichtsrat anstelle eines weggefallenen Aufsichtsratsmitgliedes zu entsenden. Das Entsendungsrecht kann ausgeübt werden, sobald ein Mitglied des Aufsichtsrats, welcher vollständig von der Hauptversammlung bestellt wurde, weggefallen ist. Ist einer der beiden Entsendungsberechtigten nicht mehr Aktionär der Gesellschaft, so hat der verbleibende Aktionär das alleinige Entsendungsrecht. Das Entsendungsrecht ist durch schriftliche Erklärung an den Vorstand der Gesellschaft auszuüben.“

Alle Mitarbeiter der RATIONAL AG können die ihnen aus Aktien zustehenden Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar und nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen und der Satzung der Gesellschaft ausüben.

Gemäß § 84 AktG obliegt die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands dem Aufsichtsrat. Diese Befugnis wird in § 6 Nr. 2 der Satzung der RATIONAL AG dahingehend konkretisiert, dass der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder bestellt, ihre Zahl bestimmt und die Geschäftsverteilung regelt. Der Vorstand leitet das Unternehmen und vertritt es gegenüber Dritten.

Nach § 11 Nr. 2 der Satzung der RATIONAL AG ist der Aufsichtsrat zu Änderungen und Ergänzungen der Satzung berechtigt, soweit sie nur die Fassung betreffen. Alle anderen Änderungen der Satzung werden mit einfacher Mehrheit durch Beschluss der Hauptversammlung vorgenommen, sofern das Gesetz keine höheren Mehrheiten erfordert. Die §§ 179 ff. AktG finden entsprechende Anwendung. 2010 erfolgten keine Satzungsänderungen durch den Aufsichtsrat.

Die letzten Satzungsänderungen erfolgten durch Hauptversammlungsbeschluss am 21. April 2010 und betrafen die Aufhebung des genehmigten Kapitals der Gesellschaft sowie Anpassungen der Regelungen zur Hauptversammlung, insbesondere der Hinterlegung und Anmeldung, indem die Satzung hier an die neue Gesetzeslage angepasst wurde.

Die Gesellschaft hält keine eigenen Aktien. Es besteht derzeit keine Ermächtigung durch die Hauptversammlung zum Rückkauf eigener Aktien.

Die RATIONAL AG hat keine wesentlichen Vereinbarungen abgeschlossen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen.

Es wurden keine Vereinbarungen mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen, die für den Fall des Kontrollwechsels, das heißt die Übernahme der Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschaft durch einen oder durch gemeinsam handelnde Aktionäre, eine besondere Entschädigung oder zusätzliche Vergütung vorsehen.

10. Erklärung zur Unternehmensführung

Die Prinzipien verantwortungsbewusster Unternehmensführung bestimmen das Handeln der Führungs- und Kontrollgremien der RATIONAL AG. Der Vorstand berichtet in der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a Abs. 1 HGB – zugleich auch für den Aufsichtsrat – über die Unternehmensleitung, -führung und Corporate Governance. Die Erklärung ist auf der Unternehmenswebsite www.rational-online.com in der Rubrik Investor Relations/Corporate Governance veröffentlicht.

11. Nachtragsbericht

Vorgänge, die für die Beurteilung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des RATIONAL-Konzerns von besonderer Bedeutung wären und über die hier zu berichten wäre, sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 nicht eingetreten.

12. Risikobericht

Als weltweit agierendes Unternehmen sind wir verschiedenen Risiken ausgesetzt. Um unsere strategischen Ziele zu erreichen und den Unternehmenserfolg zu sichern, ist es unerlässlich, die Risiken frühzeitig zu erkennen, ihre Ursachen und Auswirkungen zu analysieren und durch geeignete Maßnahmen nachhaltig zu vermeiden oder zu begrenzen. Hierzu werden die Prozesse und Frühwarninstrumente laufend überprüft und verbessert.

Die RATIONAL-Risikoanalyse

Das unternehmerische Risiko ist definiert als die Gefahr, finanzielle, operative oder strategische Ziele nicht wie geplant zu erreichen. Im Rahmen der Risikoanalyse bewerten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos sowie die Schadenshöhe und setzen dabei sowohl quantitative als auch qualitative Methoden ein. Diese sind unternehmensweit einheitlich definiert und ermöglichen damit eine Vergleichbarkeit über verschiedene Geschäftsbereiche hinweg.

Die Einzelrisiken werden auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und ihre Auswirkung auf Basis eines Bewertungshorizonts von drei Jahren betrachtet. In diesem Rahmen wurde die letzte Risikoinventur im September 2008 durchgeführt. Die Ergebnisse der Risikoinventur fließen in die strategische Planung ein, werden in den Geschäftsbereichen bei der Implementierung von internen Kontrollsystemen und organisatorischen Umstrukturierungen berücksichtigt und dienen der Unternehmensleitung dazu, das Augenmerk besonders auf die wesentlichen Risikobereiche und deren Risikomanagement zu richten.

Vor dem Hintergrund der weltweiten wirtschaftlichen Krise im Jahr 2009, dem dynamischen Aufschwung 2010 und der damit verbunden hohen konjunkturellen Volatilität, wurde auch 2010 der Schwerpunkt des Risikomanagements auf die flexible Anpassung der Organisations- und Kostenstruktur und die Verbesserung des Working Capital gelegt. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die sorgfältige Beobachtung der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Lieferanten, um bei einem Ausfall drohenden Produktionsunterbrechungen entgegenzuwirken.

Das RATIONAL-Risikomanagementsystem

Neben der Risikoanalyse existiert eine Vielzahl von Instrumenten, um Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen und zu analysieren.

Dies sind im Einzelnen:

• Ein unternehmensweit einheitlicher Planungsprozess, den weltweit alle Unternehmensbereiche durchlaufen, sowie ein umfassendes Berichtswesen.

• Beschreibungen von Prozessen und internen Kontrollsystemen für alle Unternehmensbereiche, deren Qualität und Einhaltung weltweit durch regelmäßige Schulungen mit entsprechenden Erfolgskontrollen sichergestellt wird. Um die Nachhaltigkeit und Ordnungsmäßigkeit von internen Kontrollen und Freigaben zu gewährleisten, bilden wir besonders sensible Abläufe, wie z. B. die Rechnungsfreigabe im Kreditorenbereich, über SAP-Workflows ab.

• Eine interne Revision, die unabhängig und objektiv die Ist-Situation der Unternehmensprozesse erfasst und durch geeignete Maßnahmen festgestellten Abweichungen entgegensteuert.

• Risikoindikatoren mit Schwellenwerten in Bezug auf Vertriebseffizienz, Forderungsmanagement, Supply-Chain-Management und die Qualität des Service Netzwerkes, die die Früherkennung von Fehlentwicklungen ermöglichen, so dass frühzeitig und angemessen gegengesteuert werden kann.

• Ein globales, integriertes Treasury-Management-System für ein optimales weltweites Cash- und Devisen-Management.

• Regelmäßig durchgeführte Kundenzufriedenheitsbefragungen in allen wesentlichen Märkten, die Aussagen zur Produktqualität, Servicequalität und zu unserer Wettbewerbsfähigkeit aus Kundensicht liefern.

• Mit Schlüssellieferanten jährlich vereinbarte Partnerpläne zur Qualitäts- und Produktivitätssteigerung. Durch die enge Zusammenarbeit unseres Einkaufs mit den Lieferanten sowie regelmäßige Auditierungen wirken wir möglichen Versorgungsengpässen und Qualitätsproblemen entgegen.

• Spezielle Prozesse um dem hohen Stellenwert, den die Informationssicherheit und der Schutz des Know-How hat, Rechnung zu tragen.

• Ein umfassendes Versicherungskonzept, das jährlich an das neue Risikoumfeld und die Organisationsstruktur angepasst wird.

• Die Zusammenarbeit mit Coface, einem der größten Warenkreditversicherer, zur Absicherung unserer Forderungen. Durch den Einsatz spezifischer Software-Systeme und die automatische Aktualisierung von Versicherungsdaten ist die Transparenz über mögliche Ausfallrisiken jederzeit und vollständig gegeben.

• Regelmäßig zwischen Aufsichtsrat und Vorstand durchgeführte Strategiegespräche, die das Risiko der strategischen Fehlentwicklung minimieren.

Neben der Risikoanalyse und dem Risikomanagementsystem sind das kontinuierliche Sensibilisieren für Risiken und Chancen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und das stark ausgeprägte unternehmerische Denken der Führungskräfte entscheidende Erfolgsfaktoren.

Wirksamkeit und Aktualität des Risikomanagementsystems werden durch die interne Revision laufend überprüft und angepasst. Zudem überprüft auch der Abschlussprüfer, ob der Vorstand die gemäß § 91 Abs. 2 AktG erforderlichen Maßnahmen ergriffen hat, um Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, rechtzeitig zu erkennen.

Risiken

Politische Krisen und Naturkatastrophen

Die Auswirkungen von politischer Instabilität und Naturkatastrophen können den Absatz von Produkten in den jeweils betroffenen Ländern negativ beeinträchtigen. Die internationale Ausrichtung und die Tatsache, dass wir unsere Produkte auf allen wesentlichen Märkten der Welt anbieten, eröffnen die Chance zum Ausgleich regionaler Schwierigkeiten durch Kompensation in anderen Märkten.

Als mögliche Folgen von politischer Instabilität sind z. B. Einfuhrbeschränkungen in einzelnen Schwellenländern denkbar. Da unser Umsatzanteil hier noch relativ gering ist, betrachten wir dieses Risiko als moderat.

Wettbewerbs- und Branchenrisiken

Die Entwicklung und die Trends der Branche sowie die Marktstrategie der Wettbewerber werden laufend beobachtet und in der Unternehmensplanung entsprechend berücksichtigt. Ein Risiko, dass durch Zusammenschlüsse und Fusionen neue Wettbewerber entstehen, ist vorhanden – den möglicherweise daraus entstehenden Schaden stufen wir als gering ein.

Ökonomische Risiken

Das internationale Wirtschaftsumfeld, in dem sich das Unternehmen bewegt, ist durch konjunkturelle Risiken gekennzeichnet. Der Kauf von RATIONAL-Geräten ist für unsere Kunden mit einer Investition verbunden und unterliegt damit einem Investitionsentscheidungsprozess und der notwendigen Finanzierung. Wie die Jahre 2008 und 2009 gezeigt haben, führen die besondere Marktposition sowie die hohen Rationalisierungseffekte der angebotenen Produkte dazu, dass sich konjunkturelle Schwankungen und Krisen auf unser Geschäft weniger stark auswirken als z. B. im klassischen Maschinenbau.

Die Beobachtung der wirtschaftlichen Entwicklung der wichtigen Märkte erfolgt mit höchster Aufmerksamkeit. Hierdurch werden auftretende Risiken frühzeitig erkannt und erforderliche Korrekturmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet. Auf die aus heutiger Sicht denkbaren gesamtwirtschaftlichen Szenarien sind wir mit entsprechend flexibler Kostenplanung und einer hohen Liquiditätsreserve, welche den erforderlichen Handlungsspielraum sowie Flexibilität und Unabhängigkeit bei allen notwendigen unternehmerischen Entscheidungen sichert, gut vorbereitet.

Finanz- und Kapitalmarktrisiken

2010 betrug der Anteil des Gesamtumsatzes in Fremdwährungen 34 % (Vj. 30 %). Da der überwiegende Teil der Herstellungskosten in Euro anfällt, beeinflusst eine Veränderung der Wechselkurse die Ertragslage des Unternehmens. Die Aufwertung des Euro im Verhältnis zu anderen Währungen wirkt sich dabei negativ, eine Abwertung des Euro positiv aus. Dementsprechend wirkt sich im Jahr 2010 die relative Schwäche des Euro im Vergleich zu Fremdwährungen wie dem US-Dollar, dem britischen Pfund, dem Schweizer Franken, dem japanischen Yen, dem brasilianischen Real, dem russischen Rubel sowie der schwedischen Krone positiv auf unser Geschäftsergebnis aus.

Zur Währungssicherung werden gängige Instrumente wie Optionen oder Termingeschäfte eingesetzt. Die Zusammenarbeit erfolgt dabei mit erstklassigen Finanzpartnern. Art und Umfang der Absicherungen werden durch interne Richtlinien vorgegeben; ihre Abwicklung erfolgt zentral in der Muttergesellschaft. Durch unser Risikomanagement in Bezug auf Währungen können wir die Auswirkungen einer mittel- und langfristig anhaltenden Aufwertung des Euro nicht vermeiden. Die Risiken von kurzfristigen Währungsschwankungen für die Zahlungsströme des operativen Geschäfts werden durch die Kurssicherungsgeschäfte erheblich reduziert.

Markt- und Forderungsausfallrisiken

Ausfallrisiken bei „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ können dadurch entstehen, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Um diese Ausfallrisiken zu vermeiden oder zu reduzieren, werden die Forderungen durch eine Warenkreditversicherung oder über Bankakkreditive gesichert. Zum Bilanzstichtag waren über 90 % des Forderungsbestandes durch entsprechende Absicherungen gedeckt. Ein erhebliches Risiko aufgrund von Forderungsausfällen ist damit weitestgehend ausgeschlossen.

Marktrisiken hingegen beziehen sich auf den Verlust von Umsatzpotenzialen als Folge des Ausfalls eines Kunden. Der Gesamtumsatz verteilt sich auf mehrere Tausend Einzelkunden. Besondere Risiken für die zukünftige konstante Umsatzentwicklung durch den Ausfall einzelner Kunden ergeben sich mithin nicht. Vor dem Hintergrund, dass sich der Vertriebsprozess auch auf den Endanwender fokussiert, führt der Ausfall eines Fachhandelskunden nicht automatisch zu einem größeren Nachfragerückgang.

Der Anteil des Geschäftsvolumens mit dem umsatzstärksten Einzelkunden am Gesamtumsatz belief sich im Berichtsjahr auf 2,99 % (Vj. 3,53 %). Es handelt sich hierbei um einen langjährigen exklusiven Handelspartner. Die Bonitätsbeurteilung dieses Partners durch unseren Kreditversicherer ist einwandfrei, so dass wir im Hinblick auf die finanzielle Stabilität keine Risiken für den weiteren kontinuierlichen Geschäftsverlauf erkennen können. Unsere Forderungen gegenüber diesem Kunden waren während des Berichtszeitraumes vollumfänglich kreditversichert.

Produktqualität

Die Produktqualität hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiter verbessert. Die unverändert niedrige Garantiekostenquote und die Kundenzufriedenheitswerte in den regelmäßig durchgeführten Kundenbefragungen bestätigen diesen Trend. Dennoch sind wir uns der möglichen Risiken, die aus Qualitätsmängeln und der fehlerhaften Bedienung der Produkte entstehen könnten, bewusst. Servicemeldungen werden weltweit qualifiziert und analysiert. Die Risiken aus Produkthaftpflicht sind aus Sicht der Unternehmensleitung über die bestehende Produkthaftpflichtversicherung ausreichend gedeckt.

Produktentwicklung und Markenschutz

RATIONAL ist seit vielen Jahren mit Abstand Produkt- und Technologieführer. Entwicklungsergebnisse werden durch eine Vielzahl gewerblicher Schutzrechte wie Patente und Patentanmeldungen geschützt. Bei möglichen Verletzungen von aktiven Patenten durch Dritte werden entsprechende Abwehrmaßnahmen bis hin zu gerichtlichen Schritten eingeleitet. Patentklagen wegen möglicher Patentverletzungen durch RATIONAL werden von erfahrenen Patentanwälten geprüft und mit Nachdruck verfolgt und abgewehrt.

Personalwirtschaftliche Risiken

Unsere qualifizierten Mitarbeiter und Führungskräfte sind die Grundlage für den Erfolg und die positive Weiterentwicklung des Unternehmens. Leistungsträger langfristig an das Unternehmen zu binden, aber auch neue hoch qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen ist daher für den nachhaltigen Unternehmenserfolg von größter Bedeutung. Eine hohe Fluktuationsquote, vor allem bei Leistungsträgern, würde die Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen. Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung sind neben der angemessenen Vergütung gezielte Personalentwicklungs- und Förderprogramme sowie die unmittelbare Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg.

Rohstoffpreise und Beschaffungsrisiken

Als produzierendes Unternehmen sind wir von der Entwicklung der Energie und Rohstoffpreise betroffen. Dies führt zu schwankenden Material- und Produktionskosten.

Für die Herstellung unserer Produkte sind der Edelstahlgrundpreis und der Nickelpreis, der sich wiederum auf den Preis des Legierungszuschlags für Edelstahl auswirkt, von besonderer Bedeutung. Die Rohstoffmärkte werden intensiv beobachtet. Das Preisrisiko beim Edelstahlgrundpreis wird durch entsprechende Verträge mit Lieferanten reduziert. Beim Legierungszuschlag ist dies so nicht möglich. Änderungen des Legierungszuschlages wirken sich daher, je nach Entwicklung, unmittelbar positiv oder negativ auf unsere Herstellungskosten aus.

Gemäß unserer Beschaffungsstrategie arbeiten wir mit Schlüssellieferanten für Komponenten und Baugruppen partnerschaftlich zusammen. Die Fokussierung auf Schlüssellieferanten führt zu kontinuierlicher Qualitäts- und Produktverbesserung und nicht zuletzt zu einem bestmöglichen Schutz unseres technologischen Vorsprungs. Dies hat aber auch eine gegenseitige Abhängigkeit zur Folge, so dass es bei einem Totalausfall eines Lieferanten kurzfristig zu Produktionsunterbrechungen kommen könnte. Wir sind uns dieses Risikos bewusst und beobachten daher die wirtschaftliche Entwicklung der Lieferanten und die für uns relevanten Produktionsprozesse besonders gründlich. Die Vorteile und Chancen dieser Strategie überwiegen aus unserer Sicht die damit verbundenen Risiken deutlich.

IT-Risiken

Risiken können insbesondere durch die immer weitergehende Vernetzung aller internen EDV-Systeme entstehen. Netzwerke könnten ausfallen, Daten könnten durch Bedien- und Programmfehler oder externe Faktoren verfälscht oder zerstört werden. Durch den Ausfall von Systemen könnte es zu Verzögerungen in der Leistungserbringung kommen. Den informationstechnischen Risiken begegnen wir durch fortlaufende Investitionen in Hard- und Software, durch den Einsatz von Virenscannern, verschlüsselten Email- und Datentransfers, Firewallsystemen sowie Zugangs- und Zugriffskontrollen und einem speziell geschützten Rechenzentrum. Zahlreiche Systeme sind redundant, um Ausfälle schnell kompensieren zu können.

Risikotransfer durch Versicherungsschutz

Ein globales Deckungskonzept, welches in Zusammenarbeit mit externen Versicherungsmaklern aufgestellt wurde, deckt die wesentlichen versicherbaren Unternehmensrisiken ab. Diese Konzernversicherungen transferieren die Risiken nach Abzug gegebenenfalls getroffener Regelungen von Selbstbehalten auf den jeweiligen Versicherer. Für den Konzern sich verändernde Risikogegebenheiten werden regelmäßig untersucht, der Versicherungsschutz wird entsprechend angepasst. In den letzten beiden Jahren wurden die vertraglich festgeschriebenen Deckungssummen und die Selbstbehalte der Vorjahre weiter verbessert oder zumindest beibehalten.

Es werden grundsätzlich nur solche Versicherer ausgewählt, die von unserem Versicherungsmakler vorab auf gute Bonität (mindestens A– einer namhaften Rating-Agentur) überprüft wurden. Die Bonität wird durch den Makler laufend beobachtet. Bei nachhaltig negativer Entwicklung eines Versicherungsunternehmens erfolgt zeitnah eine Information zur Entscheidung über die weitere Vorgehensweise.

In allen versicherten Bereichen arbeiten wir kontinuierlich an Verbesserungsmaßnahmen zur Schadensverhütung oder zumindest zur Reduzierung der potenziellen Schadenshöhe. Dies erfolgt beispielsweise durch die laufende Optimierung der Versandverpackung unserer Geräte zur nachhaltigen Reduzierung von Transportschäden.

Weiterhin stellen regelmäßige koordinierte Werksbegehungen mit Spezialisten unseres Sachversicherers und unseres Versicherungsmaklers die Umsetzung und Einhaltung definierter Vorsorge- und Sicherheitsmaßnahmen zur Risikominimierung sicher.

Absicherung der Gebäude und Anlagen

Zum Schutz unserer Mitarbeiter, der Gebäude, unserer Anlagen und Maschinen sowie der Umwelt haben wir für unsere drei Werke in Landsberg einen hausinternen Werkschutz etabliert. Durch eine 24-stündige Bewachung mit eigenem Personal und durch den Einsatz einer internen professionellen Werkschutzzentrale (unter anderem mit permanenter Videoüberwachung und technischer Brandschutzbetreuung) können wir Sicherheit auf hohem Niveau gewährleisten.

Zusammenfassung

Trotz der derzeit nicht vorhersehbaren Entwicklung der Weltwirtschaft sind die vorhandenen Risiken, unter Berücksichtigung der ergriffenen Maßnahmen, der hohen Liquiditätsreserve und der soliden Bilanzstruktur des Unternehmens, weder einzeln noch in ihrer Wechselwirkung bestandsgefährdend.

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem der RATIONAL AG im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Die wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden:

• Die bei der Muttergesellschaft und ihren Töchtern eingerichteten Rechnungslegungsprozesse sind in Hinblick auf Verantwortungsbereiche und Führung klar strukturiert.

• Durch konzernweit gültige und laufend aktualisierte Richtlinien wird eine einheitliche Rechnungslegung gewährleistet.

• Die Funktionen der am Rechnungslegungsprozess wesentlich beteiligten Bereiche, Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling, sind in Bezug auf die Abschlusserstellung klar getrennt. Die Verantwortungsbereiche sind eindeutig zugeordnet.

• Die Buchführung wird, soweit möglich bzw. sofern dem keine landesrechtlichen Bestimmungen entgegenstehen, zentral in Landsberg abgewickelt. Dies gewährleistet konzernweit eine hohe Qualität in der Erfassung und Bearbeitung der rechnungslegungsrelevanten Daten.

• Bei den im Bereich Rechnungswesen eingesetzten Finanz-Systemen handelt es sich, soweit möglich, um Standardsoftware. Durch entsprechende Sicherheits- bzw. Berechtigungskonzepte sind diese Systeme gegen unbefugte Zugriffe geschützt.

• Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereiche sind den Anforderungen entsprechend ausgestattet. Die beteiligten Personen verfügen über die erforderlichen Qualifikationen und werden kontinuierlich weiterqualifiziert. In regelmäßigen konzernübergreifenden Terminen stimmen die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereiche ihr Handeln eng aufeinander ab.

• Rechnungslegungsrelevante Daten werden regelmäßig durch Stichprobenprüfungen auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft.

• Bei allen wesentlichen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird durchgängig das Vier-Augen-Prinzip angewendet.

• Um eine einheitliche und gesetzeskonforme Rechnungslegung sicherzustellen, werden die Jahresabschlüsse der Konzern-Gesellschaften durch lokal beauftragte Wirtschaftsprüfer geprüft oder einer Durchsicht unterzogen.

• Die rechnungslegungsrelevanten Prozesse des Konzerns werden regelmäßig im Rahmen der Prüfungen von Tochtergesellschaften durch die interne Revision überprüft. Daneben wird turnusmäßig eine Überprüfung der beteiligten Prozesse am Standort Landsberg durchgeführt.

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem, dessen wesentliche Merkmale oben beschrieben sind, gewährleistet einen effizienten Rechnungslegungsprozess. Durch die vorhandenen Kontrollen können Fehler weitgehend vermieden, jedenfalls aber entdeckt und somit korrigiert werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Rechnungslegung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben erfolgt. Ferner wird durch die oben beschriebenen Kontroll- und Überprüfungsmechanismen erreicht, dass Geschäftsvorfälle konzernweit einheitlich und zutreffend erfasst, ausgewiesen und bewertet werden und somit verlässliche und relevante Informationen zur Verfügung gestellt werden können.

13. Prognosebericht

Konjunktur: Fortsetzung des Aufschwungs erwartet

Die Wirtschaftsforscher gehen überwiegend davon aus, dass die Weltwirtschaft 2011 ihren Aufschwung auf breiter Basis fortsetzen wird. Insgesamt rechnen die Experten zwar mit wieder leicht abnehmenden Wachstumsraten, die aber mindestens auf Höhe des langjährigen Mittels liegen sollen. Nach einem Plus von 4,7 % im Jahr 2010 soll die Weltwirtschaft 2011 um 3,9 % wachsen (Quelle: Schätzung Deutsche Bank).

Branchenaussichten: Freies Marktpotenzial

Das vorhandene freie weltweite Marktpotenzial für RATIONAL-Produkte ist unverändert groß. Weltweit gibt es rund 2,5 Mio. Profiküchen, die für einen Einsatz des SelfCooking Center® und des VarioCooking Center® in Frage kommen. Das freie Weltmarktpotenzial für das SelfCooking Center® liegt derzeit bei rund 95 % und für das VarioCooking Center® bei rund 100 % dieser 2,5 Mio. Profiküchen.

Aufgrund der sich verbessernden Stimmung in der Großküchenbranche und der zunehmenden Investitionsbereitschaft der Entscheidungsträger im Gastronomiebereich erwarten wir für die kommenden Jahre auch ein entsprechendes Branchenwachstum. RATIONAL, als Markt- und Technologieführer, sollte von dieser positiven Entwicklung ebenfalls profitieren.

Internationalisierung: Erschließung der Marktpotenziale

Bereits 2010 wurde selektiv in den Ausbau des Vertriebs- und Marketingnetzwerks investiert. Dieses wird 2011 potenzialorientiert auf alle Regionen der Welt ausgeweitet.

Beschaffung: Moderater Anstieg der Rohstoffpreise erwartet

Die Edelstahlpreise haben mit Anspringen der Weltkonjunktur eine deutliche Aufwärtsentwicklung genommen, die dann in eine Seitwärtsbewegung mündete. Sollte die Weltkonjunktur erwartungsgemäß weiter wachsen, kann davon ausgegangen werden, dass die Stahlpreise ebenso wie die Kosten für die benötigten Legierungen moderat steigen werden. Bei den Stahlpreisen sorgen entsprechende Kontrakte für eine sichere Kalkulationsgrundlage. Möglich ist aber, dass 2011 ähnlich wie 2010 die Kosten für den Legierungszuschlag die Materialkosten erhöhen.

Investitionen: Nutzung von Vorinvestitionen

In der jüngeren Vergangenheit wurden umfangreiche Investitionen in moderne Produktionseinrichtungen und Schlüsselkompetenzen getätigt, die eine ausgezeichnete Basis für eine zukunftssichere Fertigung gelegt haben. Für 2011 sind keine wesentlichen Investitionen ins Anlagevermögen geplant. Gleichwohl wird weiter in Forschung und Entwicklung sowie in Marketing und Vertrieb investiert.

Operative Cashflows decken laufenden Liquiditätsbedarf

Der Liquiditätsbedarf bestimmt sich aus den laufenden operativen Kosten, dem wachstumsbedingten Aufbau des Working Capital, den notwendigen Anlageninvestitionen sowie der geplanten Dividendenausschüttung. Aus der Erfahrung der Vergangenheit wird erwartet, dass auch in Zukunft der Liquiditätsbedarf aus den erwarteten operativen Mittelzuflüssen sowie der aktuell verfügbaren Nettoliquidität bestritten werden kann.

Mitarbeiter: Mitarbeiterqualität ist Unternehmensqualität

Im Jahr 2010 wurden 99 neue, hoch qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. Abhängig von der weiteren Marktentwicklung, insbesondere auch unter länder- und regionalspezifischen Entwicklungen, wird es 2011 zu einem weiteren deutlichen Personalaufbau kommen.

Ein Schwerpunkt wird 2011 die Mitarbeiterbindung sowie die Mitarbeiterqualifikation und -entwicklung sein. Wie in der Vergangenheit wird in diesen Bereichen weiter investiert. Das dezentrale Führungs- und Organisationsprinzip „Unternehmer im Unternehmen“ wird weiter vorangetrieben.

Unternehmensausblick: Positive Erwartungen

Es wurden alle Voraussetzungen geschaffen, um auch 2011 erfolgreich zu sein. RATIONAL verfügt über die besten Produkte, ausgezeichnete Kundenbindung, ein intaktes Geschäftsmodell und solideste finanzwirtschaftliche Grundlagen.

Vor dem Hintergrund der zu erwartenden positiven Konjunkturentwicklung, den guten Branchenaussichten und unserer Wettbewerbsposition erwarten wir für 2011 daher ein Wachstum von rund 10 % beim Umsatz bei weiterhin guter Ergebnisentwicklung. Noch bestehende erhebliche Risiken in Bezug auf die globale Finanzwirtschaft und deren Einfluss auf die Realwirtschaft erschweren eine seriöse Mehrjahresprognose. Bei anhaltend positiver Entwicklung der Weltwirtschaft gehen wir für die Jahre nach 2011 davon aus, sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis zur Wachstumsdynamik der Vorkrisenjahre zurückzukehren.

Landsberg am Lech, den 16. Februar 2011

RATIONAL AG

Der Vorstand

Bilanz 31. Dezember 2010 und 2009

RATIONAL Konzern

AKTIVA

Angaben in TEUR

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Anhangsangabe 31.12.2010 31.12.2009
Langfristige Vermögenswerte 59.415 60.670
Immaterielle Vermögenswerte 12,13 1.155 1.259
Sachanlagen 14,15 54.155 56.321
Finanzanlagen 16 50 50
Sonstige langfristige Vermögenswerte 19 245 222
Latente Steuererstattungsansprüche 9 3.810 2.818
Kurzfristige Vermögenswerte 246.299 204.991
Vorräte 17 19.347 17.822
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18 58.726 51.434
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 19 5.089 4.106
Geldanlagen mit einer Laufzeit über drei Monate 20 115.900 96.000
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 21 47.237 35.629
Bilanzsumme 305.714 265.661

PASSIVA

Angaben in TEUR

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Anhangsangabe 31.12.2010 31.12.2009
Eigenkapital 22 230.266 189.750
Gezeichnetes Kapital 11.370 11.370
Kapitalrücklage 28.058 28.058
Gewinnrücklagen 192.394 152.396
Übriges Eigenkapital -1.556 -2.074
Langfristige Schulden 22.755 24.704
Pensionsrückstellungen 23 697 688
Sonstige langfristige Rückstellungen 25 3.076 2.267
Langfristige Darlehen 26 18.982 21.284
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 28 - 465
Kurzfristige Schulden 52.693 51.207
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 24 7.172 4.564
Kurzfristige Rückstellungen 25 17.261 16.517
Kurzfristig fälliger Anteil langfristiger Darlehen 26 2.315 2.354
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 26 - 8.000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27 9.240 6.963
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 28 16.705 12.809
Schulden 75.448 75.911
Bilanzsumme 305.714 265.661

Gesamtergebnisrechnung 2010 und 2009

RATIONAL Konzern

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Angaben in TEUR Anhangsangabe 2010 2009
Umsatzerlöse 1 350.136 314.354
Herstellungskosten der zu Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 2 -133.150 -122.788
Bruttoergebnis vom Umsatz 216.986 191.566
Vertriebs- und Servicekosten 3 -83.443 -75.534
Forschungs- und Entwicklungskosten 4 -13.515 -11.380
Allgemeine Verwaltungskosten 5 -15.639 -15.085
Sonstige betriebliche Erträge 6 9.093 8.544
Sonstige betriebliche Aufwendungen 7 -7.715 -7.629
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 105.767 90.482
Finanzergebnis 8 -156 -355
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) 105.611 90.127
Einkommen- und Ertragsteuern 9 -25.818 -22.822
Jahresüberschuss 79.793 67.305
Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung 518 258
Gesamtergebnis 80.311 67.563
Durchschnittliche Anzahl der Aktien (unverwässert/verwässert) 11.370.000 11.370.000
Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Aktie in Euro, bezogen auf den Jahresüberschuss und die Anzahl der Aktien 10 7,02 5,92

Eigenkapitalveränderungsrechnung 2010 und 2009

RATIONAL Konzern

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Angaben

in TEUR
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung Gesamt
Stand am 01.01.2009 11.370 28.058 96.461 -2.332 133.557
Dividende - - -11.370 - -11.370
Gesamtergebnis - - 67.305 258 67.563
Stand am 31.12.2009 11.370 28.058 152.396 -2.074 189.750
Dividende - - -39.795 - -39.795
Gesamtergebnis - - 79.793 518 80.311
Stand am 31.12.2010 11.370 28.058 192.394 -1.556 230.266

Kapitalflussrechnung 2010 und 2009

RATIONAL Konzern

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Angaben in TEUR 2010 2009
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 105.611 90.127
Abschreibungen auf Anlagevermögen 6.796 7.589
Ergebnis aus Anlagenabgängen 11 177
Nicht realisiertes Fremdwährungsergebnis 69 76
Wertänderung derivativer Finanzinstrumente 160 -300
Zins- und Beteiligungserträge -1.061 -1.073
Zinsaufwendungen 1.217 1.428
Betriebsergebnis vor Änderungen des Nettoumlaufvermögens 112.803 98.024
Veränderungen der
Vorräte -1.525 2.742
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und übrige Aktiva -8.395 7.837
Rückstellungen 1.562 625
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige Passiva 6.342 -5.929
Aus laufender Geschäftstätigkeit erwirtschaftete Zahlungsmittel 110.787 103.299
Gezahlte Einkommen- und Ertragsteuern -23.934 -20.110
Cashflow aus operativer Tätigkeit 86.853 83.189
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -4.476 -2.382
Erlöse Anlagenabgang 33 94
Erwerb von Festgeldern mit einer Laufzeit über drei Monate -115.900 -96.000
Abnahme von Festgeldern mit einer Laufzeit über drei Monate 96.000 25.000
Erhaltene Zinsen 852 1.081
Erhaltene Dividenden aus nicht konsolidierten Beteiligungen 46 49
Cashflow aus Investitionstätigkeit -23.445 -72.158
Dividende -39.795 -11.370
Auszahlungen im Rahmen von Finanzierungsleasingverträgen -869 -869
Aufnahme kurzfristiger Bankverbindlichkeiten - 16.000
Tilgung von Bankverbindlichkeiten -10.341 -10.146
Gezahlte Zinsen -1.163 -1.331
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -52.168 -7.716
Nettoab-/-zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11.240 3.315
Veränderung der Zahlungsmittel aus Wechselkursveränderungen 368 204
Veränderung des Finanzmittelbestandes 11.608 3.519
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 01.01. 35.629 32.110
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31.12. 47.237 35.629
Geldanlagen mit einer Laufzeit über drei Monate zum 31.12. 115.900 96.000
Finanzmittelbestand inklusive Geldanlagen zum 31.12. 163.137 131.629

Anhang des RATIONAL Konzerns für das Geschäftsjahr 2010

Grundlagen

Darstellung und Erläuterung der Geschäftstätigkeit

Die RATIONAL AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in Landsberg am Lech, Iglinger Straße 62, eingetragen im Handelsregister Augsburg unter der Nummer HRB 2001.

Der RATIONAL-Konzern (im Folgenden „RATIONAL“ sowie „Konzern“ genannt) ist ein weltweiter Markt- und Technologieführer im Bereich der thermischen Speisenzubereitung in Profiküchen. Seit der Gründung im Jahr 1973 beschäftigt sich das Unternehmen mit der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von professionellen Gargeräten für Groß- und Gewerbeküchen. Im Jahr 2004 hat RATIONAL die bestehende Combi-Dämpfer-Technologie durch die weltweit einzigartige SelfCooking Center®-Technologie abgelöst. Neben dem SelfCooking Center® wird mit dem CombiMaster zusätzlich noch ein herkömmlicher Combi-Dämpfer angeboten. Der weltweite Vertrieb erfolgt sowohl über eigene Tochtergesellschaften als auch über unabhängige Vertriebspartner.

Parallel zum SelfCooking Center® hat die Tochtergesellschaft FRIMA - T SAS ein Komplementärprodukt, das VarioCooking Center®, entwickelt. Seit 2005 wird das VarioCooking Center® in ausgewählten europäischen Märkten vertrieben. Während im SelfCooking Center® alle Speisen gegart werden, bei denen die Wärmeübertragung durch heiße, schnell fließende Gase erfolgt, werden im VarioCooking Center® die Produkte in Flüssigkeit oder mit direkter Kontakthitze gegart.

Die Aktien der seit März 2000 börsennotierten Gesellschaft sind im Prime Standard der Deutschen Börse in Frankfurt zugelassen und werden am regulierten Markt im Marktsegment MDAX gehandelt. RATIONAL wird zudem in den Auswahlindizes CDAX, Classic All Share, Prime All Share, DAXsector Industrial, DAX International Mid 100, DAXplus Export Strategy und DAXPLUS FAMILY der Deutschen Börse sowie im BayX30 der Münchner Börse geführt.

Darstellung des Abschlusses

Die funktionale Währung und die Darstellungswährung im Konzernabschluss ist der Euro. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit erfolgen die Zahlenangaben in Tausend Euro (Tsd. Euro). Die Bilanzstruktur entspricht den Gliederungsvorschriften des IAS 1. Die Darstellung für das Geschäftsjahr 2010 und das Vorjahr erfolgt hierbei nach den Fälligkeiten „innerhalb von 12 Monaten" als kurzfristig und „über 12 Monate" als langfristig.

Die Anhangsangaben zum Konzernabschluss dienen dazu, auf Basis der auch dem Management vorliegenden operativen und strategischen Entscheidungsgrundlagen ein umfassendes Urteil über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Chancen und Risiken des Unternehmens zu ermöglichen. Dabei orientiert sich RATIONAL an den Konzernabschlussbestandteilen „Gesamtergebnisrechnung", „Bilanz", „Kapitalflussrechnung" sowie der "Eigenkapitalveränderungsrechnung". Die spezifischen Erläuterungen erfolgen hierbei jeweils positionsbezogen. Grundsätzliche Angaben zur Rechnungslegung und Konsolidierung sind unter den Gliederungspunkten „Grundlagen der Rechnungslegung", „Konsolidierungsmethoden" und „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" dargestellt. Die Bedeutung von Finanzinstrumenten ist unter dem Punkt „Erläuterungen zu Finanzinstrumenten" dargelegt. Posi-tionsunabhängige Erläuterungen sind im Abschnitt „Sonstige Erläuterungen zum Konzernabschluss" enthalten.

Die Freigabe zur Veröffentlichung des Abschlusses erfolgte am 16.02.2011 durch den Vorstand der RATIONAL AG.

Grundlagen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2010 (unter Angabe der Vorjahreszahlen) erfolgte in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Accounting Standards (IAS) bzw. International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegung durch das Standing Interpretations Committee (SIC) bzw. International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs.1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Alle für das Geschäftsjahr 2010 gültigen und verpflichtend anzuwendenden Standards wurden berücksichtigt und führen zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Folgende neue oder geänderte Standards und Interpretationen wurden erstmals für das Geschäftsjahr 2010 verbindlich und vorher nicht freiwillig angewendet.

· IAS 27 „Konzern- und Einzelabschlüsse“ (Änderungen vom 10.01.2008)

· IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ (Geeignete Grundgeschäfte)

· IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards“ (Umstrukturierung des Standards)

· IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards“ (Zusätzliche Ausnahmen für erstmalige Anwender)

· IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ (anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich durch ein Unternehmen der Gruppe)

· IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ (Überarbeitete Fassung)

· IFRIC 12 „Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen“

· IFRIC 17 „Sachdividenden an Eigentümer“

· IFRIC 18 „Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden“

· Diverse Änderungen durch das „Annual Improvement Project 2007 – 2009“

Die gemäß EU Verordnung erstmalig im Geschäftsjahr 2010 verpflichtend anzuwendenden Interpretationen IFRIC 15 „Verträge über die Errichtung von Immobilien“ und IFRIC 16 „Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb“ wurden bereits im Geschäftsjahr 2009 angewendet.

Folgende neue oder geänderte Standards und Interpretationen sind noch nicht verbindlich anzuwenden und wurden auch nicht vorzeitig angewendet. Wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss sind hieraus nicht zu erwarten.

· IAS 24 „Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“ (überarbeitete Fassung); anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2011 beginnen

· IAS 32 „Finanzinstrumente: Darstellung“ (Einstufung von Bezugsrechten); anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.02.2010 beginnen

· IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards“ (Begrenzte Befreiung erstmaliger Anwender von Vergleichsangaben nach IFRS 7); anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.07.2010 beginnen

· IFRIC 14 „IAS 19 – Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung“ (Änderung - Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen); anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2011 beginnen

· IFRIC 19 „Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente“; anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.07.2010 beginnen

Folgende, bisher noch nicht von der EU übernommene neue oder angepasste Standards und Interpretationen führen voraussichtlich zu keinen Auswirkungen auf zukünftige Konzernabschlüsse von RATIONAL.

· IAS 12 „Ertragsteuern“ (Latente Steuern: Realisieren des Buchwerts); gemäß Standard anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2012 beginnen

· IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards“ (Hochinflation und Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS); gemäß Standard anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.07.2011 beginnen

· IFRS 7 „Finanzinstrumente: Angaben“ (Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte – Angabepflichten); gemäß Standard anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.07.2011 beginnen

· IFRS 9 „Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung“; gemäß Standard anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2013 beginnen

· Diverse Änderungen durch das „Annual Improvement Project 2008 – 2010“; gemäß Standard anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2011 beginnen

Das Geschäftsjahr der RATIONAL AG und aller in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen entspricht dem Kalenderjahr. Der Abschlussstichtag des Konzernabschlusses ist gemäß IAS 27 der Abschlussstichtag der Muttergesellschaft.

Konsolidierungsmethoden

In den RATIONAL-Konzernabschluss werden neben dem Mutterunternehmen alle wesentlichen in- und ausländischen Tochtergesellschaften, die unter der rechtlichen Kontrolle der RATIONAL AG stehen, einbezogen.

Die Kapitalkonsolidierung (Erstkonsolidierung) erfolgt zum Zeitpunkt des Erwerbs bzw. der Gründung der einzelnen Tochtergesellschaften. Dabei werden die Anschaffungswerte der Beteiligungen mit dem darauf entfallenden Buchwert des Eigenkapitals der jeweiligen Tochtergesellschaft zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Soweit sich daraus Unterschiedsbeträge ergeben, werden diese den Vermögenswerten und Schulden insoweit zugeordnet, als deren beizulegende Zeitwerte über dem Buchwert im Zeitpunkt der Erstkonsolidierung liegen. Nach dieser Verrechnung verbleibende Unterschiedsbeträge werden als Firmenwerte angesetzt. Diese werden gemäß IAS 36 jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen, um einen eventuellen Abschreibungsbedarf zu ermitteln.

Die Bilanzierung nicht konsolidierter Tochtergesellschaften erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten.

Die Auswirkungen wesentlicher konzerninterner Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Unternehmen werden konsolidiert, Zwischengewinne im Vorratsvermögen eliminiert und konzerninterne Erträge mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Auf temporäre Unterschiede aus Konsolidierungsmaßnahmen werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.

Die Konsolidierungsmethoden des Vorjahres wurden unverändert beibehalten.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden zum Bilanzstichtag 31.12.2010 gemäß den Vorgaben des IAS 27 neben der Muttergesellschaft fünf inländische und 19 ausländische Tochtergesellschaften einbezogen. Das Tochterunternehmen RATIONAL France SAS wurde im Geschäftsjahr 2010 umfirmiert in FRIMA RATIONAL France SAS. Das Tochterunternehmen FRIMA S.A. wurde im Geschäftsjahr 2010 umgewandelt in FRIMA - T SAS. Der Kapitalanteil wurde von 99,9 % auf 100 % erhöht. Darüber hinaus gab es im Geschäftsjahr 2010 keine Änderungen des Konsolidierungskreises. Dieser setzt sich zum 31.12.2010 wie folgt zusammen:

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Name und Sitz der Tochterunternehmen der Rational AG % Kapitalanteil/
% Stimmrechte
--- --- --- ---
LechMetall Landsberg GmbH Edelstahlerzeugnisse Landsberg am Lech Deutschland 100,0
RATIONAL Großküchentechnik GmbH Landsberg am Lech Deutschland 100,0
RATIONAL Komponenten GmbH Landsberg am Lech Deutschland 100,0
RATIONAL Technical Services GmbH Landsberg am Lech Deutschland 100,0
FRIMA - T SAS Wittenheim Frankreich 100,0
RATIONAL Canada Inc. Mississauga Kanada 100,0
RATIONAL Iberica Cooking Systems, SL Barcelona Spanien 100,0
RATIONAL Italia s.r.l Marcon Italien 100,0
RATIONAL Japan Co. Ltd. Tokio Japan 100,0
RATIONAL Scandinavia AB Malmö Schweden 100,0
RATIONAL Schweiz AG Balgach Schweiz 100,0
RATIONAL UK Limited Luton Großbritannien 100,0
RATIONAL USA, Inc. Schaumburg USA 100,0
RATIONAL International AG Balgach Schweiz 100,0
RATIONAL Austria GmbH Salzburg Österreich 100,0
RATIONAL Brasil Comércio E Distribuicão De Sistemas De Coccão LTDA Sao Paulo Brasilien 99,9
FRIMA RATIONAL France SAS Wittenheim Frankreich 100,0
RATIONAL Polen sp.zo.o Warschau Polen 100,0
RATIONAL RUS O OO Moskau Russland 100,0
RATIONAL Trading (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai China 100,0
FRIMA International AG Balgach Schweiz 100,0
FRIMA Deutschland GmbH Frankfurt a. Main Deutschland 100,0
FRIMA France SAS Wittenheim Frankreich 100,0
FRIMA UK Limited London Großbritannien 100,0

Außerdem hält die RATIONAL AG 98 % der Anteile und Stimmrechte an der MEIKU Vermögensverwaltung GmbH mit Sitz in Landsberg am Lech, die als alleinige Kommanditistin an der TAGO Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Landsberg KG beteiligt ist. Bei diesen Gesellschaften handelt es sich um grundsätzlich konsolidierungspflichtige Zweckgesellschaften gemäß IAS 27 / SIC 12. Aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wird jedoch auf eine Konsolidierung verzichtet. Zum Bilanzstichtag 31.12.2010 weist die MEIKU Vermögensverwaltung GmbH einen Jahresüberschuss in Höhe von Tsd. Euro 65 (Vj. Tsd. Euro 64) und ein Eigenkapital von Tsd. Euro 92 (Vj. Tsd. Euro 91) aus.

Ebenfalls nicht im Konsolidierungskreis enthalten ist die wirtschaftlich inaktive Tochtergesellschaft der FRIMA - T SAS, die Topinox Sarl, Nantes, Frankreich.

Die inländischen Tochtergesellschaften LechMetall Landsberg GmbH, RATIONAL Großküchentechnik GmbH, RATIONAL Technical Services GmbH und RATIONAL Komponenten GmbH beabsichtigen für das Geschäftsjahr 2010 die Möglichkeit zur Befreiung von der Offenlegung des Jahresabschlusses gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus nehmen die RATIONAL Großküchentechnik GmbH und die RATIONAL Komponenten GmbH die Möglichkeit zur Befreiung von der Erstellung eines Lageberichtes gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch.

Fremdwährungsumrechnung

Die Jahresabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Als funktionale Währung fungiert hierbei die jeweilige Landeswährung. Die RATIONAL International AG und die FRIMA International AG, beide mit Sitz in der Schweiz, haben abweichend hiervon als funktionale Währung den Euro. Vermögenswerte und Schulden werden mit den Devisenmittelkursen am Bilanzstichtag, die Posten der Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Die in die Kapitalkonsolidierung einzubeziehenden Teile des Eigenkapitals sowie der Gewinn- oder Verlustvortrag werden mit historischen Kursen umgerechnet. Soweit sich hieraus in der Bilanz Unterschiedsbeträge ergeben, werden diese ergebnisneutral innerhalb des Eigenkapitals als "Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung" erfasst.

Die im Konzernabschluss verwendeten Wechselkurse im Verhältnis zum Euro und deren Entwicklung im Jahresvergleich sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

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Jahresdurchschnittskurse Stichtagkurse
1 Euro entspricht 2010 2009 Änderung in % 2010 2009 Änderung in %
--- --- --- --- --- --- ---
USD = US Dollar 1,3209 1,3970 -5 1,3380 1,4405 -7
JPY = Japanischer Yen 115,29 130,66 -12 108,80 133,06 -18
GBP = Britisches Pfund 0,8560 0,8900 -4 0,8625 0,8900 -3
CHF = Schweizer Franken 1,3700 1,5085 -9 1,2525 1,4836 -16
CAD = Kanadischer Dollar 1,3652 1,5805 -14 1,3370 1,5100 -11
SEK = Schwedische Krone 9,4918 10,5966 -10 8,9752 10,2589 -13
PLN = Polnischer Zloty 4,0000 4,3434 -8 3,9604 4,1030 -3
CNY = Chinesischer Yuan 8,9289 9,5400 -6 8,8205 9,8299 -10
RUB = Russischer Rubel 40,228 44,3098 -9 40,9241 43,6469 -6
BRL = Brasilianischer Real 2,3270 2,7659 -16 2,2211 2,5097 -11

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig über drei bis fünf Jahre linear abgeschrieben. Aktivierungsfähige Entwicklungskosten gemäß IAS 38.57 liegen nicht vor.

Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung und aus sonstigen Unternehmenserwerben werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen. Liegt der beizulegende Zeitwert oder der Nutzungswert unter dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, erfolgt eine ergebniswirksame Berücksichtigung der Wertminderung. Historische Wertminderungen des Firmenwertes dürfen nicht rückgängig gemacht werden.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden gemäß IAS 23 angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen auf Basis der wirtschaftlichen Nutzungsdauer der Vermögenswerte. Ausschließlich auf steuerlichen Regelungen basierende Abschreibungen wurden nicht angesetzt. Sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von bestimmten Komponenten einer Sachanlage gemessen an den gesamten Anschaffungs- und Herstellungskosten der Sachanlage wesentlich, dann werden diese Komponenten einzeln angesetzt und abgeschrieben. Die Verwaltungs- und Produktionsgebäude werden über einen Zeitraum von 25 bis 36 Jahren linear abgeschrieben. Die Technischen Anlagen und Maschinen sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung werden sowohl linear als auch degressiv über Nutzungsdauern von 2 bis 15 Jahren abgeschrieben. Im Jahr des Zugangs erfolgt die Abschreibung "pro rata temporis". Geringwertige Wirtschaftsgüter werden unter Beachtung der jeweiligen gesetzlichen Regelungen abgeschrieben.

Zu jedem Bilanzstichtag hat der Konzern einzuschätzen, ob ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der Buchwert eines immateriellen Vermögenswertes oder einer Sachanlage wertgemindert sein könnte. Wird eine Wertminderung erkannt, die über die planmäßige Abschreibung hinausgeht, wird auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des erzielbaren Betrages sind Annahmen und Schätzungen insbesondere hinsichtlich der erwarteten Nutzungsdauern, zukünftiger Verkaufspreise und -volumina, von Kosten und Diskontierungssätzen nötig. Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Annahmen und Schätzungen angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände ein zusätzlicher Wertminderungs- oder Wertaufholungsbedarf resultieren.

Finanzierungsleasing

Trägt ein Konzernunternehmen als Leasingnehmer alle mit dem Eigentum an dem Leasinggegenstand verbundenen wesentlichen Risiken und Chancen, erfolgt gemäß IAS 17 die Aktivierung des Leasinggegenstandes beim Leasingnehmer zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum Barwert der Leasingraten. Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern entsprechen denen vergleichbarer, erworbener Anlagegüter.

Vorräte

Der Ansatz der Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und Handelswaren erfolgt zu Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen wie Boni und Skonti werden bei der Ermittlung der Anschaffungskosten berücksichtigt. Die Anschaffungskosten enthalten alle Kosten des Erwerbes sowie sonstige Kosten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen.

Der Ansatz unfertiger und fertiger Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten beinhalten Anschaffungskosten und alle dem Produktionsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt, da es sich bei den Erzeugnissen um keine qualifizierten Vermögenswerte im Sinne des IAS 23 handelt.

Vermögenswerte des Vorratsvermögens werden abgewertet, sobald ihr Nettoveräußerungswert niedriger als der Buchwert ist.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 werden in Abhängigkeit des Einzelfalls entweder als finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als Kredite und Forderungen, als bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen oder als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert.

Alle finanziellen Vermögenswerte werden am Erfüllungstag, d. h. zum Zeitpunkt des Entstehens der Forderung bzw. bei der Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums, mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Übliche Käufe und Verkäufe werden am Handelstag bilanziell erfasst.

Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte betreffen Derivate, die als zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte eingestuft werden. Sollen finanzielle Vermögenswerte bis zu ihrer Endfälligkeit gehalten werden, werden sie nach ihrer erstmaligen Erfassung zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Kredite und Forderungen werden nach ihrer erstmaligen Erfassung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertberichtigung für Wertminderungen bewertet. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden nicht gehalten.

Für sämtliche Kategorien von finanziellen Vermögenswerten ist der beizulegende Zeitwert der Wert an den für RATIONAL relevanten Märkten, insbesondere die für Over-the-Counter-Geschäfte maßgeblichen Konditionen der Banken. Sämtliche zu erfassenden Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von finanziellen Vermögenswerten werden im Periodenergebnis ausgewiesen.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden am Bilanzstichtag zu Marktwerten bewertet. Daraus resultierende Bewertungsvor- oder -nachteile werden in der Bilanz als sonstige Vermögenswerte bzw. sonstige Verbindlichkeiten erfasst. Änderungen im Marktwert sind in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen enthalten. Weitere Informationen zu derivativen Finanzinstrumenten befinden sich in den Gliederungspunkten „Erläuterungen zu Finanzinstrumenten" und „Derivative Finanzinstrumente".

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten sowie kurzfristige Einlagen mit einer Restlaufzeit – gerechnet vom Erwerbszeitpunkt – von bis zu drei Monaten und werden zum Nennwert bewertet. Guthaben in fremder Währung werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Tatsächliche Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufenden und die früheren Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Latente Steueransprüche

Latente Steuern werden gemäß IAS 12 unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode für temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz gebildet. Darüber hinaus werden steuerliche Verlustvorträge, soweit ihre künftige Nutzung wahrscheinlich ist, in Höhe des zukünftigen latenten Steueranspruchs aktiviert. Latente Steueransprüche und –schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Für den Konzernabschluss zum 31.12.2010 wurde bei der Ermittlung latenter Steuern auf Konsolidierungsbuchungen der jeweilige landesspezifische Steuersatz herangezogen. Die auf Konzernebene erfassten latenten Steuerposten des Jahres 2009 wurden einheitlich mit einem durchschnittlichen Steuersatz von rund 27 % bewertet. Die latenten Steuersätze der Tochtergesellschaften betragen zwischen 10 und 42 % (Vj. 19 und 42 %). Der latente Steuersatz der RATIONAL AG liegt wie im Vorjahr bei 27 %. Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden in der Gesamtergebnisrechnung unterhalb des Jahresüberschusses gezeigt.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Dies erfordert vom Management unter anderem die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben. Die ausgewiesenen latenten Steuern könnten sich verringern, falls die Schätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen und die erzielbaren Steuervorteile gesenkt werden oder aktuelle Steuergesetzgebungen den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken.

Rückstellungen

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen beruht auf dem gemäß IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren („Projected-Unit-Credit-Method") für leistungsorientierte Altersversorgungspläne.

Sonstige Rückstellungen werden gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die Inanspruchnahme künftig wahrscheinlich ist und sich die Höhe der Inanspruchnahme zuverlässig schätzen lässt. Der Wertansatz der Rückstellungen wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft. Ist der aus der Diskontierung resultierende Effekt wesentlich, wird die Rückstellung abgezinst.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten betreffen Derivate, die als zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten eingestuft werden. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit dem Barwert der Leasingraten angesetzt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen.

Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Umsatzerlöse werden mit Erbringung der Leistung bzw. Gefahrenübergang auf den Kunden realisiert. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst. Rückstellungen für Gewährleistungen werden einzelfallbezogen bzw. bei Realisierung der entsprechenden Umsatzerlöse gebildet. Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht abgegrenzt. Forschungs- und Entwicklungskosten werden sofort nach ihrer Entstehung ergebniswirksam berücksichtigt. Finanzierungskosten werden, soweit sie nicht direkt dem Erwerb, dem Bau oder Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zuzuordnen sind, in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind.

Verwendung von Schätzungen und Annahmen

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert grundsätzlich und insbesondere für Rückstellungen, Finanzierungsleasing sowie für die Beurteilung der Werthaltigkeit von Firmenwerten Schätzungen und Annahmen, die die angegebenen Beträge für Vermögenswerte, Schulden und finanzielle Verpflichtungen zum Bilanzstichtag sowie die Erträge und Aufwendungen des Berichtsjahres beeinflussen können. Die Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden am Bilanzstichtag sind in der Bilanz dargestellt. Die wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten betreffen hierbei in die Zukunft gerichtete Bewertungsfaktoren, wie den zugrunde liegenden Rechnungszinsfuß inklusive der verwendeten Annahmen zur Risikosituation und zur Zinsentwicklung sowie Annahmen zur weiteren Ertragsentwicklung der zugrunde gelegten „Cash Generating Units“. Die Darstellung der Buchwerte der angesprochenen Positionen erfolgt einzeln in den jeweiligen Anhangsangaben.

Die tatsächlichen Entwicklungen können unter bestimmten Umständen von den vorgenommenen Schätzungen und Annahmen abweichen. Der Grundsatz des „True-and-Fair-View" wird auch bei der Verwendung von Schätzungen uneingeschränkt gewahrt.

Über Schätzungen und Annahmen hinausgehende, wesentliche Ermessensausübungen des Managements bei der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben nicht stattgefunden.

Erläuterungen zu Finanzinstrumenten

Der weltweite Vertrieb erfolgt bei RATIONAL durch Vertriebsgesellschaften und unabhängige Vertriebspartner, jedoch nicht direkt zum Endkunden, sondern über den Fachhandel. Im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit findet eine Vielzahl vertraglicher Vereinbarungen statt, die bei einem Unternehmen zur Entstehung finanzieller Vermögenswerte und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung finanzieller Verbindlichkeiten führen. In diesen so genannten Finanzinstrumenten können – zusätzlich zu den bereits im Lagebericht beschriebenen operativen Unternehmensrisiken – spezifische Risiken verborgen sein. Die Klassifizierung dieser Risiken erfolgt nach den Kategorien Kreditrisiken, insbesondere für Forderungspositionen, Liquiditätsrisiken für Verbindlichkeitspositionen sowie nach den Marktrisiken, welche Wechselkurs-, Zins- und Preisrisiken umfassen.

RATIONAL verfügt über ein weltweit implementiertes Risikomanagementsystem, das sowohl die frühzeitige Erkennung und Analyse von Chancen und Risiken ermöglicht als auch die Ergreifung entsprechender Präventivmaßnahmen bestmöglich unterstützt. In Bezug auf die mit Finanzinstrumenten verbundenen Chancen und Risiken sind folgende Bestandteile des RATIONAL-Risikomanagementsystems (vgl. hierzu auch den Risikobericht im Konzernlagebericht) von besonderer Bedeutung:

· Der integrierte RATIONAL-Planungsprozess, den weltweit alle Gesellschaften und Unternehmensbereiche durchlaufen, definiert konkrete Absatz- und Finanzziele und legt Maßnahmen für die Zielerreichung fest.

· Im Berichtswesen wird der Grad der Zielerreichung in allen Unternehmensbereichen zuverlässig und kontinuierlich gemessen, analysiert und kommentiert. Die zeitnahe Bereitstellung der Informationen garantiert eine schnelle, flexible und frühzeitige Gegensteuerungsmöglichkeit bei Fehlentwicklungen.

· Die Ermittlung von Benchmarks und Schwellenwerten im Finanzbereich und insbesondere im Forderungsmanagement unterstützt die Führungskräfte bei der Früherkennung von Fehlentwicklungen und der angemessenen Gegensteuerung. Zur Absicherung unserer Forderungen arbeiten wir weltweit mit COFACE, einem der größten Warenkreditversicherer, zusammen.

· Alle Geschäftsprozesse und internen Kontrollsysteme sind in Prozessbeschreibungen dokumentiert. Qualität und Einhaltung werden durch regelmäßige Schulungen und Kontrollen sichergestellt. Sensible Abläufe, wie z.B. die Rechnungsfreigabe im Kreditorenbereich, werden über SAP-Workflows abgebildet.

· Die interne Revision erfasst und bewertet unabhängig und objektiv Abweichungen von Soll-Situationen. Fehlentwicklungen werden schnell, flexibel und frühzeitig behoben.

· Durch den Einsatz eines professionellen Treasury-Teams und eines globalen, integrierten Treasury-Management-Systems wird die Qualität des weltweiten Cash-Managements sichergestellt.

· Das umfassende Versicherungskonzept wird jährlich überprüft und an das neue Risikoumfeld angepasst.

Kreditrisiken

RATIONAL beliefert Kunden auf allen Kontinenten und in nahezu allen Regionen der Welt. Ausfallrisiken bei den „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" können dadurch entstehen, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Um Ausfallrisiken bei Kundenforderungen – die potentielle Bonitäts- und Liquiditätsrisiken für RATIONAL nach sich ziehen könnten – zu vermeiden oder zu reduzieren, unterziehen wir die Kunden aller Gesellschaften des Konzerns weltweit einer Bonitätsprüfung durch die Warenkreditversicherungsgesellschaft COFACE. Gemäß dem „Coface @rating Score“ wird das RATIONAL Kundenportfolio als gering risikobehaftet bewertet.

Soweit möglich werden auf dieser Grundlage die Kundenforderungen versichert. Die entsprechenden Warenkreditversicherungsverträge wurden im Berichtsjahr zu nahezu unveränderten Konditionen für weitere zwei Jahre verlängert. Die Warenkreditversicherung deckt im Rahmen der bestehenden Verträge neben dem Insolvenzrisiko der Kunden auch den so genannten Protracted Default (Nichtzahlungstatbestand als Versicherungsfall) ab. Im Versicherungsfall werden 90 % der ausgefallenen Forderung von der Warenkreditversicherung ersetzt.

Eine für die gesamte Gruppe gültige „Creditpolicy“ sieht klare Regelungen entlang des gesamten Auftragsprozesses vor, deren Umsetzung durch Schulungen, ein zeitnahes Berichtswesen und durch IT-Unterstützung sichergestellt wird. Die „Creditpolicy“ vereint die „Mindestanforderungen für das Creditmanagement“ (MaCM) des Vereins für Creditmanagement (VfCM) mit der RATIONAL-spezifischen „one-piece-flow“-Prozessorganisation.

Alternativ zur Deckung durch die Warenkreditversicherung werden in Abhängigkeit von Art und Höhe der jeweiligen Leistung andere Sicherheiten (z.B. unwiderrufliche und bestätigte Bankakkreditive, Bankbürgschaften und andere bankübliche Sicherheiten) oder Vorauszahlungen verlangt. Nur in klar definierten Ausnahmefällen wird anhand des dokumentierten Zahlungsverhaltens aus der bisherigen Geschäftsbeziehung in Verbindung mit Bonitätsauskünften von dritter Seite und den vom Kunden selbst zur Verfügung gestellten Finanzdaten (Jahresabschlüsse und betriebswirtschaftliche Auswertungen) eine Belieferung auf offenes Zahlungsziel ohne Sicherheiten in Erwägung gezogen.

Von einer Bonitätsprüfung und Absicherung unberücksichtigt bleiben Lieferungen und Leistungen an Kunden der öffentlichen Hand.

Verteilt man die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Segmenten, ergibt sich folgende Risikoverteilung:

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Angaben

in TEUR
2010 Anteil in % 2009 Anteil in %
Deutschland 3.319 6 3.190 6
Europa (ohne Deutschland) 45.120 77 40.713 80
Amerika 7.853 13 3.695 7
Asien 2.416 4 1.683 3
Muttergesellschaft 18 0 2.153 4
Gesamt 58.726 100 51.434 100

Ein für RATIONAL bedeutsames Kreditrisiko entsteht grundsätzlich auch im Rahmen der Geldanlage. Dies betrifft insbesondere die mögliche Nichterfüllung der vertraglichen Vereinbarungen seitens der Bank. Bei derivativen Finanzinstrumenten mit positivem Marktwert entsteht ein Kreditrisiko durch mögliche Nichterfüllung seitens des jeweiligen Kontraktpartners. Erläuterungen zu diesen Risikofaktoren werden in den Anhangsangaben zur Konzern-Bilanz und zu den derivativen Finanzinstrumenten gemacht.

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf die Möglichkeit, dass RATIONAL zu irgendeinem Zeitpunkt nicht in der Lage sein könnte, Zahlungsverpflichtungen fristgerecht und in vollem Umfang zu entsprechen.

Im zentralen Corporate Treasury hat die Überwachung und Versorgung mit liquiden Mitteln oberste Priorität. Dies erfolgt durch tägliches Cashmanagement und eine rollierende Liquiditätsplanung mit kontinuierlicher Überwachung und Steuerung der konzernweit ein- und abgehenden Zahlungsströme. Mit der vorgehaltenen Liquiditätsreserve kann auch auf beträchtliche Cashflow-Schwankungen oder auftretende Bedarfsspitzen flexibel reagiert und somit allen Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht nachgekommen werden.

Große Bedeutung hat bei RATIONAL die Innenfinanzierung, die im Wesentlichen zur Finanzierung unseres weltweiten Geschäftswachstums in den vergangenen Jahren eingesetzt wurde. Für den Fall, dass RATIONAL zusätzlichen Bedarf an Fremdfinanzierungen haben sollte, stehen vertraglich vereinbarte, fest zugesagte Kreditlinien bei mehreren Kreditinstituten (mit Langfrist-Ratings von A bis AA+ nach Standard & Poor's) zur Verfügung.

RATIONAL genießt bei Kreditinstituten eine erstklassige Bonität (AA bis AAA). Für die bestehenden Kreditlinien sind keine Auflagen in Form von Bedingungen und Kennziffern (Covenants) vereinbart, deren Nichteinhaltung dazu führen könnte, dass die Kreditlinien neu verhandelt werden müssten. Für die bestehenden Kreditlinienverträge wurden auch keine Sicherheiten abgetreten, stattdessen sind so genannte Negativerklärungen bzw. Bankengleichbehandlungsrevers festgelegt. Damit verpflichtet sich RATIONAL zur Gleichbehandlung aller Kreditinstitute in Bezug auf eine mögliche Besicherung von vergleichbaren Krediten.

Zum Bilanzstichtag summiert sich die Liquiditätsreserve aus Eigenmitteln (inklusive aller bestehenden Festgelder, die alle eine Restlaufzeit von maximal fünf Monaten aufweisen) auf insgesamt Tsd. Euro 163.137 (Vj. Tsd. 131.629). Darin sind auch Bestände von Währungen in Höhe von Tsd. Euro 1.430 enthalten, die nicht frei konvertierbar sind oder strengen Währungsrestriktionen unterliegen (Vj. Tsd. Euro 796). Die Höhe der vertraglich fest zugesagten Kreditlinien beträgt zum Bilanzstichtag insgesamt Tsd. Euro 35.669 (Vj. Tsd. 43.669). Davon sind nach Anrechnung von Abtretungen für Tochtergesellschaften und Avalen Tsd. Euro 31.995 (Vj. Tsd. Euro 32.291) noch nicht ausgeschöpft.

Weitere Informationen, insbesondere zur Liquiditätsreserve sowie zu bestehenden Fremdfinanzierungen und deren Fälligkeitsfristen, sind den jeweiligen Anhangsangaben zu entnehmen.

Marktrisiken

Aufgrund der internationalen Ausrichtung von RATIONAL können der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows von Finanzinstrumenten in Form verschiedener Vermögenswerte und Verbindlichkeitspositionen Marktrisiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinsen und Rohstoffpreisen ausgesetzt sein.

Die Wechselkursrisiken beziehen sich hierbei auf in Fremdwährung lautende Forderungen, Verbindlichkeiten und antizipierte Transaktionen. Die antizipierten Transaktionen beinhalten geplante Zahlungsströme, die aufgrund währungsbezogener Geldeingänge bei einer Vertriebsgesellschaft nach Abzug der Kosten und sonstigen Ausgaben in gleicher Währung zu erwarten sind. Das Zinsrisiko betrifft die in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Finanzleasingverbindlichkeiten sowie die langfristig abgeschlossenen Darlehensverträge. Preisrisiken können in erster Linie im Zusammenhang mit dem Bezug von Rohstoffen für die Fertigung der Produkte entstehen.

Ziel des in der Muttergesellschaft angesiedelten Corporate Treasury ist es, den Risiken durch geeignete Instrumente und Maßnahmen entgegenzuwirken. Diese Aktivitäten sind in Unternehmensrichtlinien schriftlich vereinbart und werden durch ein professionelles Treasury-Management-System unterstützt, gesteuert und überwacht. Identifizierten Risiken wird – falls dies sinnvoll erscheint und effektive Sicherungsinstrumente zur Verfügung stehen – durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten entgegengewirkt, wobei sich die Sicherung auf gebuchte, schwebende und antizipierte Geschäfte erstrecken kann. Vertragspartner bei derivativen Finanzinstrumenten sind ausschließlich Banken mit guter bis erstklassiger Bonität, d.h. mit einem Rating von mindestens A nach Standard & Poor’s.

Währungsrisiken

Währungsrisiken resultieren einerseits aus der möglichen Veränderung von beizulegenden Zeitwerten bestehender Fremdwährungsbilanzpositionen (in anderen Währungen als der funktionalen Währung) durch Wechselkursschwankungen (Translationsrisiko) zum Stichtag. Dies bezieht sich auf bestehende Forderungen, Verbindlichkeiten und Zahlungsmittel in Fremdwährung. Translationsrisiken werden bei RATIONAL nicht durch Sicherungsgeschäfte abgesichert.

Andererseits besteht ein Risiko, dass aus einem Finanzinstrument in einer Fremdwährung resultierende zukünftige Cashflows durch veränderte Wechselkurse deutlich von den zum Stichtagskurs erzielbaren Werten abweichen (Transaktionsrisiko). Transaktionsrisiken sind sowohl liquiditäts- als auch erfolgswirksam.

Die weltweiten Transaktionsrisiken der RATIONAL-Gruppe werden monatlich mit einem Sechs-Monats-Zukunftshorizont ermittelt, zentral gebündelt und gesteuert. Die identifizierten Transaktionsrisiken werden bei Bedarf durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. Dies gilt insbesondere für Transaktionen in den frei konvertierbaren Währungen unserer Gesellschaften in Schweden, UK, Schweiz, Polen, USA, Kanada und Japan.

Die jeweiligen Landeswährungen der Vertriebsgesellschaften in China und Brasilien unterliegen strengen Währungsrestriktionen und sind deshalb nicht frei konvertierbar. Für die Bezahlung von Warenimporten und Dividendenzahlungen muss die Landeswährung in Euro getauscht werden. Dies ist ausschließlich innerhalb des Landes und erst nach Genehmigung der entsprechenden Behörden möglich. Aufgrund des geringen Volumens finden derzeit keine Absicherungen der Fremdwährungstransaktionen dieser beiden Gesellschaften statt.

Zur Absicherung von antizipierten Fremdwährungstransaktionen in frei konvertierbaren Währungen setzt RATIONAL Devisenoptionen und Devisentermingeschäfte ein. Bei den Devisenoptionen werden sowohl einfache Put-Optionen als auch so genannte Zero-Cost-Optionen mit oder ohne Knock-In-Funktion abgeschlossen. Dabei kann jeweils eine der beiden Varianten der Knock-In-Funktionen, entweder die europäische (stichtagsbezogen), oder auch die amerikanische (laufzeitbezogen) Variante zum Einsatz kommen.

Der Kauf einer einfachen Put-Option erfolgt durch Bezahlung einer Optionsprämie bei Abschluss des Geschäftes und berechtigt RATIONAL zum Verkauf eines festgelegten Volumens der Fremdwährung zum vereinbarten Zeitpunkt und zu einem fixierten Wechselkurs in der vereinbarten Währung.

Bei der Zero-Cost-Option wird grundsätzlich die für den Kauf der Put-Option zu zahlende Optionsprämie durch den gleichzeitigen Verkauf einer Call-Option finanziert. Die verkaufte Call-Option ohne Knock-In-Funktion ist von Anfang an aktiv. Die verkaufte Call-Option mit Knock-In-Funktion (Auslöserfunktion) wird erst bei Erreichen bzw. Durchbrechen des Knock-In-Kurses aktiviert. Bei Fälligkeit der aktivierten Call-Option entscheidet der Käufer (die Bank) abhängig von der Kurssituation, ob ausgeübt wird. Im Gegensatz zum Devisentermingeschäft bietet die Zero-Cost-Option (ohne Ausgaben für Optionsprämien) neben einem garantierten Absicherungskurs die Möglichkeit, zusätzlich von einer günstigen Entwicklung des Wechselkurses profitieren zu können.

Weitere Ausführungen zum Management von Währungsrisiken sind in der Anhangsangabe zu Derivativen Finanzinstrumenten enthalten.

Zinsrisiken

Zinsrisiken bezeichnen das Risiko der möglichen Veränderung von beizulegenden Zeitwerten oder künftigen Zahlungen von Finanzinstrumenten aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze.

Zinsänderungsrisiken für künftige Zahlungen wird bei RATIONAL mithilfe von Vereinbarungen zur Zinsfestschreibung oder Zins-Währungs-Swaps entgegengewirkt.

Für die bestehenden Immobilienfinanzierungen ist eine Zinsbindung bis Jahresende 2017 vereinbart. Bei den laufenden Finanzierungen für Fertigungseinrichtungen ist eine Zinsbindung für die gesamte Laufzeit festgeschrieben.

Zur Ausnutzung von Vorteilen aus Zinssatzdifferenzen zwischen verschiedenen Währungsgebieten sind Zins-Währungs-Swaps mit Laufzeiten von mehreren Jahren abgeschlossen worden. Dabei wird eine feste Zins- und Tilgungsverpflichtung in einer Währung in eine feste Zins- und Tilgungsverpflichtung in einer anderen Währung getauscht. Die Zins- und Tilgungszahlungen erfolgen aus den in der anderen Währung erzielten Erträgen im Rahmen der geschäftlichen Tätigkeit der Tochtergesellschaft des betreffenden Landes. Durch die Zahlung in vorhandener Fremdwährung werden gleichzeitig die bestehenden Währungsrisiken innerhalb des Konzerns reduziert (Natural Hedge). Die Konditionen der Zins-Währungs-Swaps sind so festgelegt, dass bei Abschluss keine Prämie fällig ist.

Weitere Ausführungen sind in den Anhangsangaben, die die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute und Derivate Finanzinstrumente betreffen, enthalten

Preisrisiken

RATIONAL setzt in der Produktion pro Jahr mehrere Tausend Tonnen hochwertigen rostfreien Edelstahl ein. Das Risiko der Preisänderung für Edelstahl ist sowohl vom Stahlgrundpreis als auch von den börsenbedingten Rohstoffpreisschwankungen der Legierungsmetalle, die sich im so genannten Legierungszuschlag niederschlagen, abhängig.

Eine Absicherung durch derivative Finanzinstrumente besteht weder beim Stahlgrundpreis noch bei den Legierungsmetallen. Für den Stahlpreis bestehen jedoch feste Verträge mit den Lieferanten, die den vereinbarten Bezugspreis für zwölf Monate im Voraus fixieren.

Tabellarische Klassifizierung von Finanzinstrumenten

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte (Fair Values) von Finanzinstrumenten. Mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zu ihrem Fair Value angesetzt werden, erfolgt der Wertansatz in der Bilanz zu fortgeführten Anschaffungskosten. Basierend auf den relevanten Bilanzpositionen erfolgt eine Überleitung zu den nach IAS 39 auszuweisenden Kategorien von Finanzinstrumenten.

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Angaben

in TEUR
Bewertungskategorie Fair Value Hierarchie* Buchwert 31.12.2010 Fair Value 31.12.2010 Buchwert 31.12.2009 Fair Value 31.12.2009
Aktiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen a 58.726 58.726 51.434 51.434
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
sonstige kurzfristige Vermögenswerte a 754 754 399 399
sonstige langfristige Vermögenswerte a 245 237 222 214
Derivate ohne Hedgebeziehung c Level 2 95 95 73 73
Geldanlagen mit einer Laufzeit über drei Monaten a 115.900 115.921 96.000 95.999
Zahlungsmittel und Zahlungmitteläquivalente a 47.237 47.237 35.629 35.629
Finanzanlagen b 50 50 50 50
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen d 9.240 9.240 6.963 6.963
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten d 6.554 6.554 4.848 4.848
sonstige langfristige Verbindlichkeiten d - - - -
Derivate ohne Hedgebeziehung e Level 2 332 332 151 151
Finanzleasingverbindlichkeiten d 465 465 1.280 1.275
Verbindlichkeiten aus Darlehen d 21.297 23.399 31.638 33.508
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
a) Kredite und Forderungen 222.862 222.854 183.684 183.675
b) Finanzinvestitionen, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden 50 50 50 50
c) Finanzielle Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten werden 95 95 73 73
d) Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden 37.556 39.658 44.729 46.594
e) Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden 332 332 151 151

* gem. IFRS 7.27 B

Die Fair Values von Finanzinstrumenten wurden wie folgt ermittelt:

Bei Finanzinstrumenten mit Laufzeiten von weniger als einem Jahr wird aufgrund der kurzen Restlaufzeiten grundsätzlich vereinfachend angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen. Dies betrifft sowohl kurzfristige Vermögenswerte (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Vermögenswerte) als auch kurzfristige Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten).

Ausnahmen stellen Derivate, Geldanlagen mit einer Laufzeit von über drei Monaten sowie kurzfristige Kredite und kurzfristige Anteile langfristiger Kredite dar.

Für Derivate wird der beizulegende Zeitwert nach der Barwertmethode ermittelt. Der Fair Value von europäischen Devisenoptionen wird mit der modifizierten Black-Scholes-Formel nach dem Garman-Kohlhagen-Modell ermittelt.

Für Geldanlagen mit einer Laufzeit von über drei Monaten wurde eine Fair Value Ermittlung nach der Barwertmethode durchgeführt. Der Anteil der Zinsen, die dem abgelaufenen Geschäftsjahr zuzuordnen sind, ist in der Position sonstige kurzfristige Vermögenswerte enthalten und wird deshalb hier nicht mehr einbezogen.

Die Fair Values der sonstigen langfristigen Vermögenswerte und der Finanzleasingverbindlichkeiten werden mit der Barwertmethode ermittelt.

Die Ermittlung der Fair Values der überwiegend langfristigen Darlehensverbindlichkeiten (aber auch der kurzfristigen Darlehen und kurzfristigen Anteile langfristiger Darlehen) erfolgt nach der Barwertmethode. Die Cash Flows der Annuitätendarlehen zu den unterschiedlichen Zins- und Tilgungszeitterminen wurden hierzu mit den jeweiligen laufzeitkongruenten Abzinsungssätzen diskontiert.

Die Finanzanlagen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Weitere, vor allem quantitative Informationen zu den Finanzinstrumenten sind bei den Erläuterungen zu den jeweiligen Bilanzpositionen dargestellt.

Alle Finanzinstrumente, die gemäß IFRS 7.27 B zu ihrem Fair Value in der Bilanz anzusetzen sind, werden, wie in der Tabelle oben gezeigt, in die Fair-Value-Hierarchie 2 gemäß IFRS 7.27 A einklassifiziert. Diese Klasse enthält Finanzinstrumente, für die kein an einem öffentlichen Markt notierter Preis vorliegt, die aber anhand von Marktpreisen vergleichbarer Finanzinstrumente oder über Modelle, die auf am Markt beobachtbaren Input-Parametern basieren, bewertet werden können.

Sensitivitätsanalyse zu Finanzinstrumenten

Zur Darstellung der hypothetischen Auswirkung von Marktrisiken auf Ergebnis und Eigenkapital verlangt IFRS 7 eine Sensitivitätsanalyse. Hierbei sind Annahmen zu unternehmensspezifischen Risikovariablen im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten zu treffen.

Risiken aus Umrechnung von Währungspositionen

Zum Bilanzstichtag 31.12.2010 unterliegt RATIONAL Währungsrisiken, die auf Aktivitäten in verschiedenen Fremdwährungen zurückzuführen sind und in den Positionen „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen", „sonstige Vermögenswerte", „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" sowie „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen" und „sonstige Verbindlichkeiten" reflektiert sind. Wäre der Euro zum 31.12.2010 gegenüber den Fremdwährungen, in denen RATIONAL tätig ist, um 10 % stärker gewesen, wären der Jahresüberschuss und die Währungsrücklage und damit das Eigenkapital insgesamt um Tsd. Euro 3.242 niedriger (Vj. Tsd. Euro 2.711 niedriger). Bei einem um 10 % schwächeren Euro läge der Ausweis in funktionaler Währung um Tsd. Euro 3.242 höher (Vj. Tsd. Euro 2.711 höher). Die hypothetische Ergebnisauswirkung von Tsd. Euro +/-3.242 ergibt sich insbesondere aus den signifikanten Währungssensitivitäten EUR/GBP: Tsd. Euro +/-1.206; EUR/USD: Tsd. Euro +/-771. Wirkungen aus Derivaten, welche im folgenden Absatz behandelt werden, sind in dieser Betrachtung nicht enthalten.

Risiken aus Derivaten

Transaktionsrisiken im Bereich Währungen und Zinsen begrenzt RATIONAL durch den Einsatz von Derivaten. Die derivativen Finanzinstrumente werden bei RATIONAL in die Bewertungskategorie „zu Handelszwecken gehalten“ eingestuft und zum Marktwert bilanziert, weil die Voraussetzungen für Hedge-Accounting nach IAS 39 – trotz enger Orientierung der Absicherung am Grundgeschäft – nicht vollständig erfüllt sind. Die Veränderungen der Marktwerte werden erfolgswirksam gebucht.

Die derivativen Sicherungsgeschäfte beziehen sich auf einen Zeitpunkt, der in der Zukunft liegt, so dass zum Bilanzstichtag ein Risiko aus den bestehenden Positionen besteht.

Die gemäß IFRS 7 zu ermittelnden Auswirkungen auf das Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung werden bei RATIONAL bestimmt, indem theoretische Änderungen der Marktsituation definiert werden. Hierfür wird eine gleichzeitige, parallele Aufwertung (Abwertung) des Euro gegenüber allen anderen Fremdwährungen um 10 % angenommen. Diese Annahme fließt in die Bewertung des Bestandes aller derivativen Finanzinstrumente zum Abschlusstag und somit in die Ermittlung von Abweichungen zum tatsächlich bilanzierten Marktwert ein.

Die angewandten Bewertungsmethoden basieren auf anerkannten finanzmathematischen Modellen und entsprechen denen, die zur Bewertung derivativer Finanzinstrumente in der Bilanz zum Tragen kommen. Die Bewertung erfolgt

· für Termingeschäfte und Swaps nach der Barwertmethode,

· für europäische Devisenoptionen nach der modifizierten Black-Scholes-Formel nach dem Garman-Kohlhagen-Modell.

Das Ziel dieser Bewertung gemäß IFRS 7 zu veränderten angenommenen Marktsituationen ist es, darzustellen, welche Ergebnisauswirkungen zum Jahresabschluss aus der Bewertung entstanden wären, sofern die vorstehend beschriebenen veränderten Marktsituationen zum Jahresende zutreffend gewesen wären. Bei tatsächlichen Veränderungen der Marktsituation stehen bei RATIONAL den nachfolgend dargestellten Auswirkungen aus den Derivaten die Auswirkungen aus den entsprechenden Grundgeschäften als gegenläufiger Effekt gegenüber.

Die ermittelten und in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung stellen Abschätzungen dar und basieren auf dem möglichen Eintritt der im Rahmen der Sensitivitätsanalyse unterstellten Veränderungen der Marktsituation. Die Auswirkungen auf die spätere tatsächliche Gewinn- und Verlustrechnung können hiervon, aufgrund der real eintretenden weltweiten Marktentwicklung, deutlich abweichen.

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Angaben

in TEUR
Theoretische Ergebnisauswirkung* Euroabwertung Theoretische Ergebnisauswirkung* Euroaufwertung
2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- ---
Devisenoptionen -641 -1.423 383 481
Zins-Währungs-Swaps -145 -196 145 159
Gesamt -786 -1.619 528 640

* Positive Werte stellen eine theoretische Ergebnisverbesserung, negative eine theoretische Ergebnisverschlechterung dar.

Kapitalsteuerung

Die Kapitalstruktur von RATIONAL wird im Rahmen des Reportingprozesses überwacht und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gesteuert. Ziel der Kapitalsteuerung ist es, die Geschäfts- und Investitionstätigkeit des Unternehmens nachhaltig sicherzustellen, ein hohes Bonitätsrating zu erlangen sowie den Unternehmenswert zu steigern. Die Überwachung des Kapitals erfolgt insbesondere auf Basis der Eigenkapitalquote und der Eigenkapitalrentabilität. Die Eigenkapitalquote gibt an, in welchem Verhältnis das Eigenkapital zum Gesamtkapital des Unternehmens steht. Grundsätzlich gilt, je höher die Eigenkapitalquote, desto besser ist die Bonität und finanzielle Stabilität eines Unternehmens und desto geringer ist die Abhängigkeit des Unternehmens von externen Kreditgebern.

Die Eigenkapitalquote von RATIONAL beläuft sich zum 31.12.2010 auf 75,3 % (Vj. 71,4 %). Die Rentabilität auf das durchschnittliche Eigenkapital beträgt für das Berichtsjahr 38 % (Vj: 42 %).

Eine weitere wichtige Steuerungskennzahl ist die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROIC). In dieser Kennzahl wird das operative Ergebnis nach Steuern in Relation zum durchschnittlich investierten Kapital gesetzt. Nur wenn der ROIC die Kapitalkosten übersteigt, wird zusätzlicher Unternehmenswert geschaffen. Mit einem ROIC von 34 % (Vj. 35 %) werden die für RATIONAL zugrunde gelegten Kapitalkosten von rund 9 % deutlich überschritten und ein positiver Wertbeitrag in Höhe von Tsd. Euro 59.288 (Vj. Tsd. Euro 51.031) erzielt.

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Angaben

in TEUR
2010 2009
Jahresüberschuss 79.793 67.305
+ Fremdkapitalzinsen nach Steuern 919 1.067
Operatives Ergebnis nach Steuern 80.712 68.372
Eigenkapital * 210.008 161.654
+ Pensionsrückstellungen * 692 651
+ verzinstes Fremdkapital * 27.340 30.377
Investiertes Kapital * 238.040 192.682
ROIC 34% 35%
Wertbeitrag 59.288 51.031

* Jahresdurchschnittswerte: (Wert zum 01.01. + Wert zum 31.12) : 2

Das verzinste Fremdkapital enthält die Darlehens- sowie die Finanzierungsleasingverbindlichkeiten des Konzerns.

Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

1. Umsatzerlöse

RATIONAL erfasst Umsatzerlöse aus Produktverkäufen zu dem Zeitpunkt, an dem die mit dem Eigentum der verkauften Waren und Erzeugnisse verbundenen Risiken und Verfügungsrechte auf den Käufer übergegangen sind. Die Umsatzerlöse enthalten alle Erlöse, die auf die typische Geschäftstätigkeit von RATIONAL zurückzuführen sind.

Im Geschäftsjahr 2010 hat RATIONAL weltweit Umsatzerlöse in Höhe von Tsd. Euro 350.136 (Vj. Tsd. Euro 314.354) erzielt. 77 % (Vj. 78 %) hiervon entfallen auf den Geräteabsatz. Die restlichen 23 % (Vj. 22 %) entstehen aus dem Verkauf von Zubehör, Ersatzteilen und Pflegeprodukten.

Die regionale Aufteilung der Umsatzerlöse nach dem Sitz des Kunden stellt sich wie folgt dar:

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Angaben

in TEUR
2010 Anteil

in %
2009 Anteil

in %
Deutschland 55.832 16 53.304 17
Europa (ohne Deutschland) 181.104 51 160.128 51
Amerika 55.373 16 41.175 13
Asien 37.598 11 41.064 13
Übrige Welt * 20.229 6 18.683 6
Gesamt 350.136 100 314.354 100

* Australien, Neuseeland, Naher/Mittlerer Osten, Afrika

Mit Umsatzerlösen in Höhe von Tsd. Euro 34.869 (Vj. Tsd. Euro 32.575) wird ein wesentlicher Anteil der Konzernumsatzerlöse in Frankreich erzielt.

Der Umsatz mit OEM-Partnern beläuft sich auf Tsd. Euro 20.715 (Vj. Tsd. Euro 18.329).

Weitere Umsatzaufgliederungen werden in der Segmentrechnung dargestellt.

2. Herstellungskosten

Die Herstellungskosten setzen sich aus den Material- und Fertigungseinzelkosten, den Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie aus dem Wertverzehr des Anlagevermögens zusammen.

Die Materialkosten liegen mit Tsd. Euro 110.992 um 9 % über Vorjahr (Tsd. Euro 101.395). Neben der Erhöhung im Absatzvolumen ist dies das Ergebnis der im Vergleich zum Vorjahr höheren Rohstoffpreise für hochwertigen Edelstahl.

3. Vertriebs- und Servicekosten

Die Vertriebs- und Servicekosten beinhalten Aufwendungen der Vertriebsorganisationen im Innen- und Außendienst, Versandkosten sowie Kosten des Marketings, der Anwendungsberatung und des technischen Kundendienstes.

Nach einer Reduzierung der Vertriebskosten im Geschäftsjahr 2009, wurde im Geschäftsjahr 2010, basierend auf den positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen und der großen weltweiten Wachstumspotenziale, wieder gezielt in Vertrieb und Marketing investiert.

4. Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten finden bei RATIONAL überwiegend in Projekten statt. Schwerpunkte sind die Anwendungsforschung und die Entwicklung neuer Produkte zur Sicherung der Technologieführerschaft und damit des nachhaltigen Unternehmenserfolges. Sie sind in der Position „Forschungs- und Entwicklungskosten" in der Gewinn- und Verlustrechnung vollständig ergebniswirksam enthalten.

5. Allgemeine Verwaltungskosten

In den allgemeinen Verwaltungskosten sind Aufwendungen für die kaufmännischen Bereiche wie Buchhaltung, Personalwesen, Finanzen, Datenverarbeitung, Rechnungswesen und Controlling sowie Anteile der Unternehmensleitung enthalten.

6. Sonstige betriebliche Erträge

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Angaben

in TEUR
2010 2009
Kursgewinne 7.958 6.895
Versicherungsentschädigungen 667 1.062
Erträge aus wertberichtigten und ausgebuchten Forderungen 303 491
Übrige (jeweils < Tsd. Euro 100) 165 96
Gesamt 9.093 8.544

Die Kursgewinne entstehen im Wesentlichen aus Wechselkursveränderungen zwischen dem Entstehungszeitpunkt und dem Zahlungszeitpunkt sowie aus der Bewertung von Bilanzpositionen zum Stichtagskurs. Erträge aus Finanzinstrumenten, die daraus resultieren, dass sie erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, sind in Höhe von Tsd. Euro 1.133 (Vj. Tsd. Euro 662) in den Kursgewinnen enthalten.

Die Position „Versicherungsentschädigungen" enthält im Berichtsjahr Erträge aus der Warenkreditversicherung für Forderungsausfälle in Höhe von Tsd. Euro 490 (Vj. Tsd. Euro 635).

7. Sonstige betriebliche Aufwendungen

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Angaben

in TEUR
2010 2009
Kursverluste 6.006 5.439
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen 1.053 1.489
Sonstige Steuern 389 218
Spenden 114 105
Verluste aus Anlagenabgang 13 195
Übrige (jeweils < Tsd. Euro 100) 140 183
Gesamt 7.715 7.629

Die Kursverluste entstehen im Wesentlichen aus Wechselkursveränderungen zwischen dem Entstehungszeitpunkt und dem Zahlungszeitpunkt sowie aus der Bewertung von Bilanzpositionen zum Stichtagskurs. Aufwendungen aus Finanzinstrumenten, die daraus resultieren, dass sie erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, sind in Höhe von Tsd. Euro 1.293 (Vj. Tsd. Euro 362) in den Kursverlusten enthalten.

8. Finanzergebnis

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Angaben

in TEUR
2010 2009
Erträge aus Beteiligungen 63 66
Zinsen und ähnliche Erträge 998 1.007
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.217 -1.428
Gesamt -156 -355

In der Position „Erträge aus Beteiligungen" sind die Gewinnausschüttungen der nicht konsolidierten MEIKU Vermögensverwaltung GmbH an die RATIONAL AG dargestellt.

9. Einkommen- und Ertragsteuern

Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitung vom erwarteten zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand. Bei der Ermittlung des erwarteten Steueraufwands 2010 wird dabei auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ein durchschnittlicher Steuersatz von rund 27 % (Vj. 27 %) angewendet. Dieser Steuersatz ermittelt sich aus der Körperschaftsteuer mit einem Steuersatz von 15 % und dem Solidaritätszuschlag, der in Höhe von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer erhoben wird sowie der Gewerbeertragsteuer mit einem Hebesatz von 320 %, wie sie auf die Muttergesellschaft Anwendung finden. Die auf Konzernebene erfassten latenten Steuerposten des Jahres 2009 wurden einheitlich mit einem durchschnittlichen Steuersatz von rund 27 % bewertet. Die auf Konzernebene erfassten latenten Steuerposten des Jahres 2010 wurden mit dem jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersatz angesetzt.

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Angaben

in TEUR
2010 2009
Ergebnis vor Steuern (EBT) 105.611 90.127
Erwarteter Steuersatz in % 27,09 27,09
Erwarteter Einkommen- und Ertragsteueraufwand 28.610 24.415
Abweichung lokale Steuersätze der Tochtergesellschaften -2.620 -1.850
Steuersatzänderung latenter Steuern im Konzern -527 -
Steuererstattungen aus Vorjahren -154 -205
Steueraufwand betreffend Vorjahre 61 307
Nicht abzugsfähige Aufwendungen und sonstige Beträge 448 155
Ausgewiesener Einkommen- und Ertragsteueraufwand 25.818 22.822

Die im Geschäftsjahr 2010 gezeigten aktiven latenten Steuern belaufen sich auf Tsd. Euro 3.810 nach Tsd. Euro 2.818 zum Bilanzstichtag 2009. Der dem Jahr 2010 zuzurechnende latente Steuerertrag beläuft sich damit auf Tsd. Euro 992 nach einem Steueraufwand von Tsd. Euro 99 im Vorjahr. Demnach beträgt der tatsächliche Ertragsteueraufwand Tsd. Euro 26.810 (Vj. Tsd. Euro 22.723). Im Geschäftsjahr 2010 wurden Steuern auf Gewinnausschüttungen der Tochtergesellschaften an die RATIONAL AG in Höhe von Tsd. Euro 179 (Vj. Tsd. Euro 167) im Aufwand erfasst.

Die latenten Steuerabgrenzungen der Geschäftsjahre 2010 und 2009 entfallen auf folgende Bilanzposten:

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Ergebnisauswirkung
Angaben

in TEUR
2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- ---
Vorräte 3.717 2.528 1.189 -280
Rückstellungen 279 262 17 68
Forderungen 37 98 -61 95
Übrige -223 -70 -153 18
Gesamt 3.810 2.818 992 -99

Die aktivierten latenten Steuererstattungsansprüche haben in Höhe von Tsd. Euro 3.742 (Vj. Tsd. Euro 2.743) eine voraussichtliche Laufzeit von unter einem Jahr. In Höhe von Tsd. Euro 68 (Vj. Tsd. Euro 75) haben die ausgewiesenen Beträge langfristigen Charakter. Die kurzfristigen latenten Steuern resultieren aus verschiedenen temporären Unterschieden zwischen der Handels- und Steuerbilanz sowie aus Konsolidierungsmaßnahmen, während die langfristigen latenten Steuern auf Bewertungsunterschieden von Pensionsrückstellungen und temporären Unterschieden zwischen der Handels- und Steuerbilanz bezogen auf das Anlagevermögen basieren. Bei Vorliegen aktivischer und passivischer Steuerabgrenzungsposten gleicher Laufzeit bei einer Gesellschaft werden diese saldiert ausgewiesen. Für die voraussichtlichen Gewinnausschüttungen der Tochtergesellschaften in 2011 wurden passive latente Steuern in Höhe von Tsd. Euro 284 gebildet (Vj. Tsd. Euro 151). Aus dieser Position ergibt sich damit ein Steueraufwand im Jahr 2010 in Höhe von Tsd. Euro 133 (Vj. Ertrag Tsd. Euro 9).

10. Ergebnis je Aktie

Die Ermittlung des Ergebnisses je Aktie erfolgt nach den Vorgaben des IAS 33 (Earnings per Share) mittels Division des Jahresüberschusses durch die durchschnittlich gewichtete Anzahl der während des Geschäftsjahres ausstehenden Aktien.

Auf Basis eines Aktienbestandes von 11.370.000 Stück und eines Jahresüberschusses in Höhe von Tsd. Euro 79.793 (Vj. Tsd. Euro 67.305) ergibt sich für das Geschäftsjahr 2010 ein (unverwässertes und verwässertes) Ergebnis je Aktie von Euro 7,02 (Vj. Euro 5,92).

Das für das Geschäftsjahr 2010 nach IFRS/IAS ausgewiesene Ergebnis je Aktie entspricht zugleich dem DVFA Ergebnis.

11. Dividende je Aktie

Der Dividendenvorschlag des Aufsichtsrats und Vorstandes der RATIONAL AG in Höhe von Euro 3,50 pro Anteilsschein für das Geschäftsjahr 2009 wurde von der Hauptversammlung am 21.04.2010 mehrheitlich beschlossen. Die Dividendenauszahlung in einer Gesamthöhe von Tsd. Euro 39.795 erfolgte im April 2010.

Für das Geschäftsjahr 2010 schlagen Aufsichtsrat und Vorstand der Hauptversammlung vor, eine Dividende in Höhe von Euro 5,00 je Aktie zuzüglich einer Sonderdividende von Euro 4,00 je Aktie, d.h. Tsd. Euro 102.330 oder Euro 9,00 je Anteilsschein auszuschütten.

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz Aktiva

12. Immaterielle Vermögenswerte

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Angaben

in TEUR
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte Firmenwerte Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2010 4.497 424 4.921
Zugänge 458 - 458
Abgänge -13 - -13
Stand 31.12.2010 4.942 424 5.366
Abschreibungen
Stand 01.01.2010 3.662 - 3.662
Zugänge 562 - 562
Abgänge -13 - -13
Stand 31.12.2010 4.211 - 4.211
Buchwerte
Stand 31.12.2010 731 424 1.155
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2009 4.611 424 5.035
Zugänge 134 - 134
Abgänge -248 - -248
Stand 31.12.2009 4.497 424 4.921
Abschreibungen
Stand 01.01.2009 3.174 - 3.174
Zugänge 736 - 736
Abgänge -248 - -248
Stand 31.12.2009 3.662 - 3.662
Buchwerte
Stand 31.12.2009 835 424 1.259

Die immateriellen Vermögenswerte umfassen zu Anschaffungskosten aktivierte gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Firmenwerte. Selbstgeschaffene Vermögenswerte sind nicht enthalten. Ausschließlich auf steuerlichen Regelungen basierende Abschreibungen wurden nicht angesetzt. Wird eine Wertminderung erkannt, die über die planmäßige Abschreibung hinausgeht, wird auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2010 lag keine außerplanmäßige Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte vor. Verpfändungen oder Verfügungsbeschränkungen sind nicht vorhanden, vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten bestehen nicht.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte belaufen sich auf Tsd. Euro 562 (Vj. Tsd. Euro 736) und sind ergebniswirksam in Höhe von Tsd. Euro 34 (Vj. Tsd. Euro 46) dem Fertigungsbereich, mit Tsd. Euro 93 (Vj. Tsd. Euro 102) der Entwicklung, mit Tsd. Euro 94 (Vj. Tsd. Euro 94) dem Vertrieb- und Servicebereich und mit Tsd. Euro 341 (Vj. Tsd. Euro 494) dem Bereich der allgemeinen Verwaltung zugeordnet.

13. Firmenwerte

In der Position „Immaterielle Vermögenswerte" ist zum Bilanzstichtag ein Restbuchwert aus Geschäfts- und Firmenwerten in Höhe von Tsd. Euro 424 ausgewiesen, welcher aus dem Erwerb der RATIONAL Tochtergesellschaft FRIMA - T SAS, Wittenheim, im Jahr 1993 stammt.

Gemäß IFRS 3 ist ein Geschäfts- oder Firmenwert nicht planmäßig über die Nutzungsdauer abzuschreiben, sondern mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit gemäß IAS 36 zu testen.

Im Dezember 2010 wurde für den Firmenwert der FRIMA - T SAS. ein so genannter „Impairment-Test" auf Basis der „Discounted-Cashflow-Methode" durchgeführt. Hierzu wurde wie im Vorjahr die legale Einheit FRIMA - T SAS als kleinstmögliche „Cash Generating Unit" identifiziert, deren erzielbarer Betrag auf Basis des Nutzungswerts ermittelt wird. Die Schätzung des zukünftigen Cashflow erfolgte auf der Annahme der fortgeführten Nutzung der Vermögenswerte und unter Einbeziehung aktueller Finanz- und Geschäftspläne des Managements für die nächsten vier Jahre, beruhend auf Erfahrungswerten der Vergangenheit. Auf der gleichen Basis und unter Verwendung eines Deckungsbeitragsmodells wird die Ergebnisentwicklung ermittelt. Für die Modellrechnung wird ab dem fünften Jahr ein theoretisches Ergebniswachstum von 0 % unterstellt (ewige Rente). Zukünftige Restrukturierungen und damit verbundene Ertragskraftsteigerungen wurden gemäß IAS 36 nicht berücksichtigt. Mit dem verwendeten Abzinsungssatz von 7,2 % nach Steuern bzw. 10,2 % vor Steuern (Vj. 8,9 % nach Steuern und 12,7 % vor Steuern) wurden die gegenwärtige Markteinschätzung des Zinseffektes und die Risikoerwartung hinsichtlich der Vermögenswerte angemessen berücksichtigt. Der so ermittelte Kapitalwert liegt deutlich über dem Buchwert der "Cash Generating Unit" FRIMA - T SAS. Eine Wertminderung wurde somit nicht festgestellt, die Notwendigkeit einer Firmenwertabschreibung liegt nicht vor.

Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrages verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen würde.

14. Sachanlagen

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Angaben

in TEUR
Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2010 58.191 20.658 14.931 93.780
Währungsdifferenzen 40 4 255 299
Zugänge 317 2.327 1.374 4.018
Abgänge -88 -61 -660 -809
Stand 31.12.2010 58.460 22.928 15.900 97.288
Abschreibungen
Stand 01.01.2010 17.840 10.043 9.576 37.459
Währungsdifferenzen 25 2 183 210
Zugänge 1.752 2.294 2.188 6.234
Abgänge -88 -48 -634 -770
Stand 31.12.2010 19.529 12.291 11.313 43.133
Buchwerte
Stand 31.12.2010 38.931 10.637 4.587 54.155
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2009 57.905 20.209 16.231 94.345
Währungsdifferenzen 10 -2 -5 3
Zugänge 455 1.297 496 2.248
Abgänge -179 -846 -1.791 -2.816
Stand 31.12.2009 58.191 20.658 14.931 93.780
Abschreibungen
Stand 01.01.2009 15.810 8.314 9.026 33.150
Währungsdifferenzen 7 -1 0 6
Zugänge 2.193 2.420 2.240 6.853
Abgänge -170 -690 -1.690 -2.550
Stand 31.12.2009 17.840 10.043 9.576 37.459
Buchwerte
Stand 31.12.2009 40.351 10.615 5.355 56.321

Die Position "Sachanlagen" umfasst zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten ausgewiesene, um die regelmäßigen Abschreibungen verminderte Grundstücke und Bauten, technische Anlagen und Maschinen sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Wird eine Wertminderung erkannt, die über die planmäßige Abschreibung hinausgeht, wird auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2010 lag keine außerplanmäßige Abschreibung auf Sachanlagevermögen vor. Für das neue Werk in Landsberg ist eine Grundschuld über Tsd. Euro 23.000 eingetragen. Verfügungsbeschränkungen sind nicht vorhanden. Währungsdifferenzen entstehen aus der Umrechnung des in Fremdwährung ausgewiesenen Sachanlagevermögens der Tochtergesellschaften in die funktionale Währung.

Die Abschreibungen auf Sachanlagevermögen belaufen sich in Summe auf Tsd. Euro 6.234 (Vj. Tsd. Euro 6.853) und sind ergebniswirksam in Höhe von Tsd. Euro 3.800 (Vj. Tsd. Euro 4.154) dem Fertigungsbereich, mit Tsd. Euro 1.228 (Vj. Tsd. Euro 1.265) dem Vertrieb- und Servicebereich, mit Tsd. Euro 866 (Vj. Tsd. Euro 876) der Entwicklung und mit Tsd. Euro 340 (Vj. Tsd. Euro 558) dem Bereich der allgemeinen Verwaltung zugeordnet.

15. Finanzierungsleasing

In der Position „Sachanlagevermögen" sind Grundstücke und Gebäude enthalten, die gemäß IAS 17 als Finanzierungsleasing dem wirtschaftlichen, nicht aber dem juristischen Eigentum des Konzerns zugerechnet werden.

Die Nettobuchwerte dieser Grundstücke und Gebäude betragen zum 31.12.2010 Tsd. Euro 8.283 nach Tsd. Euro 8.761 im Vorjahr. Die kumulierten Abschreibungen belaufen sich nach einer Erhöhung um Tsd. Euro 478 (Vj. Tsd. Euro 478) auf Tsd. Euro 5.282 (Vj. Tsd. Euro 4.804). Die erwartete Nutzungsdauer der Gebäude beträgt 25 Jahre.

Die entsprechenden Verbindlichkeiten aus den gemäß IAS 17 aktivierten Sachanlagen sind in der Position „sonstige Verbindlichkeiten" dargestellt und werden dort näher erläutert.

16. Finanzanlagen

Die ausgewiesenen Finanzanlagen in Höhe von Tsd. Euro 50 (Vj. Tsd. Euro 50) reflektieren wie in den Vorjahren den Beteiligungsbuchwert an der MEIKU Vermögensverwaltung GmbH. Aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von RATIONAL wird diese nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Der ursprüngliche Anschaffungswert der Finanzanlagen beträgt Tsd. Euro 2.725 (Vj. Tsd. Euro 2.725), die aufgelaufenen, ausschüttungsbedingten Teilwertabschreibungen belaufen sich auf Tsd. Euro 2.675 (Vj. Tsd. Euro 2.675).

17. Vorräte

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Angabe

in TEUR
2010 2009
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 7.835 7.255
Unfertige Erzeugnisse 438 427
Fertige Erzeugnisse und Waren 11.074 10.140
Gesamt 19.347 17.822

Der dargestellte Vorratsbestand ist zu Herstellungskosten angesetzt und beinhaltet Anschaffungskosten, alle dem Produktionsprozess direkt zuordenbaren Kosten sowie angemessene Fertigungsgemeinkosten.

Die Wertminderungen auf Vorräte wurden in der Berichtsperiode von Tsd. Euro 871 auf Tsd. Euro 1.572 erhöht (Vj. Erhöhung von Tsd. Euro 843 auf Tsd. Euro 871).

Der Vorratsbestand zum Bilanzstichtag 31.12.2010 unterliegt keinerlei Verfügungsbeschränkungen oder Verpfändungen.

18. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

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Angaben

in TEUR
2010 2009
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Nennbetrag 59.360 52.017
Wertberichtigungen auf Forderungen -634 -583
Gesamt 58.726 51.434

Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Zum Bilanzstichtag waren 8 % (Vj. 10 %) der Forderungen überfällig, 84 % (Vj. 81 %) davon im Laufzeitband „1-60 Tage".

Die folgende Tabelle zeigt die Struktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Fälligkeit:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Nennbetrag

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Angaben

in TEUR
Gesamt Nicht fällig Überfälligkeiten
1 - 60 Tage 61 - 90 Tage 91 - 120 Tage > 120 Tage
--- --- --- --- --- --- ---
Stand 31.12.2010 59.360 54.569 4.017 417 137 220
Stand 31.12.2009 52.017 47.007 4.066 215 150 579

Auf die nicht fälligen Forderungen in Höhe von 54.569 Tsd. Euro (Vj. 47.007 Tsd. Euro) entfallen zum Bilanzstichtag Wertberichtigungen in Höhe von 302 Tsd. Euro (Vj. 274 Tsd. Euro). Die Wertberichtigungen, die auf die bereits überfälligen Forderungen in Höhe von insgesamt 4.791 Tsd. Euro (Vj. 5.010 Tsd. Euro) entfallen, betragen 332 Tsd. Euro (Vj. 309 Tsd. Euro).

Bei nachhaltigen Zahlungsschwierigkeiten von Kunden werden nach Möglichkeit Ratenzahlungsvereinbarungen getroffen oder das Inkasso über den Warenkreditversicherer oder externe Inkassoinstitute eingeleitet. Forderungen, für die Ratenzahlungsvereinbarungen getroffen wurden, werden weiterhin mit den ursprünglichen Fälligkeiten angesetzt und somit als überfällig betrachtet. Zum Bilanzstichtag bestehen Ratenzahlungsvereinbarungen für ein Forderungsvolumen von weniger als 100 Tsd. Euro.

Vom Bestand der offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Jahresende 2010 sind 80 % (Vj. 80 %) über die Warenkreditversicherung versichert. Zusätzlich bestehen Sicherheiten in Form von unwiderruflichen, bestätigten Bankakkreditiven in Höhe von Tsd. Euro 3.323 (Vj. Tsd. Euro 2.259) und ein Forderungsvolumen von Tsd. Euro 75 (Vj. Tsd. Euro 264) gegenüber Kunden der öffentlichen Hand. Insgesamt ergibt sich damit eine Deckungsquote der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 86 % (Vj. 85 %). Berücksichtigt man weiterhin, dass die bereits abgeführte Umsatzsteuer im Falle eines Forderungsausfalles von den Finanzbehörden zurückerstattet wird, beläuft sich die Deckungsquote auf 96 % (Vj. 94 %). Unter Berücksichtigung der erstattungsfähigen Umsatzsteuer beträgt das wirtschaftliche Risiko von Forderungsausfällen somit zum Bilanzstichtag Tsd. Euro 2.354 (Vj. Tsd. Euro 3.260).

Das nach Berücksichtigung dieser Sicherheiten verbleibende Kreditrisiko beinhaltet keine Klumpenrisiken in nennenswertem Umfang. Im Bereich der Klumpenrisiken werden die nicht abgesicherten Forderungen mit einem Nennwert von mehr als Tsd. Euro 100 pro Einzelkunde betrachtet. Die Gesamtsumme in dieser Kategorie beträgt Tsd. Euro 429 (Vj. Tsd. Euro 341) und verteilt sich auf drei (Vj. zwei) Kunden. Dies entspricht einem Anteil von 0,73 % (Vj. 0,66 %) der bilanzierten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Dabei macht der Einzelkunde mit dem größten ungesicherten Forderungsbestand mit Tsd. Euro 185 (Vj. Tsd. Euro 237) lediglich 0,32 % (Vj. 0,46 %) des bilanzierten Forderungsvolumens aus.

Wertberichtigungen auf Forderungen

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Angaben

in TEUR
Stand zum 01.01. Währungseffekt Verbrauch Auflösung Zuführung Stand zum 31.12.
2010 583 17 -408 -182 624 634
2009 493 3 -280 -204 571 583

Erkennbare Ausfallrisiken im Forderungsbestand werden grundsätzlich durch die Bildung von Wertberichtigungen in ausreichender Höhe berücksichtigt. Die ausgebuchten Forderungen im Geschäftsjahr 2010 betragen Tsd. Euro 752 oder 0,21 % des Jahresumsatzes (Vj. Tsd. Euro 945 oder 0,30 %) bzw. 1,3 % des Forderungsbestandes zum Bilanzstichtag (Vj. 1,8 %). Bezahlte oder noch zu erwartende Kompensationsleistungen der Warenkreditversicherung sind hierbei nicht angerechnet. Diese belaufen sich 2010 auf Tsd. Euro 490 (Vj. Tsd. Euro 635).

19. Sonstige Vermögenswerte

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Angaben

in TEUR
2010 2009
Umsatzsteuererstattungsansprüche 2.474 1.844
Forderungen gegen Lieferanten 1.492 1.057
Kautionen 408 355
Zinsforderungen 258 112
Reisekostenvorschüsse 207 181
Körperschaftsteuererstattungsansprüche 154 422
Versicherungen 110 145
Zeitwert derivative Finanzinstrumente 95 73
Übrige (jeweils < Tsd. Euro 100) 136 139
Gesamt 5.334 4.328

Von den dargestellten sonstigen Vermögenswerten sind Tsd. Euro 5.089 (Vj. Tsd. Euro 4.106) als kurzfristig klassifiziert.

In der Position "Kautionen" sind Forderungen in Höhe von Tsd. Euro 245 (Vj. Tsd. Euro 222) enthalten, deren Restlaufzeit mehr als ein Jahr betragen. Diese langfristigen Vermögenswerte reflektieren einen Zeitwert von Tsd. Euro 237 (Vj. Tsd. Euro 214). In der Bilanz wurden die langfristigen Vermögenswerte aus Wesentlichkeitsgründen nicht zu ihrem abgezinsten Zeitwert sondern zu Anschaffungskosten angesetzt.

20. Geldanlagen mit einer Laufzeit über drei Monate

Zum Bilanzstichtag wird ein Bestand von Tsd. Euro 115.900 (Vj. Tsd. Euro 96.000) in Form von deutschen Festgeldern mit Gesamtlaufzeiten von bis zu neun Monaten ausgewiesen. Die längste Fälligkeit liegt im Mai 2011. Es bestehen keinerlei Verpfändungen dieser Geldanlagen.

RATIONAL stellt den Werterhalt vor die Rendite, deshalb ist eine ausreichende Sicherung zwingend erforderlich. Bei den deutschen Festgeldern ist dies über den deutschen Einlagensicherungsfond gewährleistet. Bei RATIONAL qualifizieren sich zur Geldanlage nur Kreditinstitute mit einem Langfrist-Rating nach Standard & Poor's von mindestens A. Zur Diversifizierung verteilen sich alle Festgelder zum Jahresende auf fünf Kreditinstitute, wobei der Anteil jeder einzelnen Bank unter 34 % liegt.

21. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Das Corporate Treasury steuert die Bestände an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten des Konzerns weltweit, sofern dem keine Einschränkungen des Kapitalverkehrs in einzelnen Ländern, wie beispielsweise in Russland, Brasilien, China oder Indien entgegenstehen.

Der größte Anteil an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten konzentriert sich bei der Muttergesellschaft in Deutschland. Der Bestand verteilt sich auf mehrere Kreditinstitute (Diversifizierung). Durch den Einlagensicherungsfond sind Einlagen bei Banken in Deutschland vor dem Kapitalausfall geschützt. Dazu gehören bei RATIONAL neben Kontokorrentguthaben in Deutschland auch alle Festgelder und sämtliche Tagesgelder.

Zum Bilanzstichtag wird ein Bestand von Tsd. Euro 47.237 (Vj. Tsd. Euro 35.629) ausgewiesen. Guthaben in Fremdwährungen sind zum Kurs am Bilanzstichtag bewertet. Es bestehen keine Verpfändungen.

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Angaben

in TEUR
Währung 2010 2009
Festgelder mit Laufzeiten bis zu drei Monaten EUR 9.900 9.000
Guthaben inkl. Tagesgelder EUR 23.644 13.134
Guthaben inkl. Tagesgelder GBP 6.088 2.602
Guthaben inkl. Tagesgelder USD 2.800 5.888
Guthaben inkl. Tagesgelder SEK 829 1.615
Guthaben inkl. Tagesgelder CAD 813 454
Guthaben inkl. Tagesgelder CHF 624 785
Guthaben inkl. Tagesgelder PLN 164 439
Guthaben BRL 820 207
Guthaben JPY 758 524
Guthaben RUB 519 808
Guthaben CNY 204 103
Guthaben sonstige Währungen und Kassenbestände versch. 74 70
Gesamt 47.237 35.629

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz - Passiva

22. Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung als Bestandteil des Konzernabschlusses dargestellt.

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der RATIONAL AG beträgt zum 31.12.2010 unverändert Tsd. Euro 11.370 und besteht aus 11.370.000 auf den Inhaber lautenden, nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von Euro 1,00.

Das bedingte Kapital beträgt Tsd. Euro 200 und ist für Optionsrechte von Mitgliedern des Vorstands bis zu einer Anzahl von 200.000 Aktien vorgesehen. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, als die Inhaber der ausgegebenen Optionsrechte von ihrem Optionsrecht Gebrauch machen. Die Beschreibung des Aktienoptionsprogramms ist in der Anhangsangabe „Aktienoptionspläne" dargestellt.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage besteht im Wesentlichen aus dem im Rahmen des Börsengangs erzielten Agio für die Ausgabe von Anteilen abzüglich der damit verbundenen Börseneinführungskosten. Außerdem sind ergebnisneutral verrechnete Aufwands- und Ertragsposten enthalten, die vor allem aus den in Vorjahren als Barabfindung ausbezahlten Ansprüchen des Vorstandes aus der zweiten Tranche des Aktienoptionsprogramms vom 03.02.2000 resultieren.

Gewinnrücklagen

Die in den Gewinnrücklagen enthaltenen, gemäß §150 AktG gebildeten gesetzlichen Rücklagen belaufen sich wie im Vorjahr auf Tsd. Euro 514. Weiterhin sind in den Gewinnrücklagen die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen enthalten, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden.

23. Pensionsrückstellungen

Die RATIONAL AG hat für einen ehemaligen Geschäftsführer und einen ehemaligen Prokuristen betriebliche Alterversorgungszusagen getroffen. Es handelt sich hierbei um einen Endgehaltsplan. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Pensionsrückstellungen, die im Geschäftsjahr 2010 auf Tsd. Euro 697 (Vj. Tsd. Euro 688) erhöht wurden.

Die zugesagten Leistungen werden gemäß IAS 19 jährlich unter Anwendung des Verfahrens der laufenden Einmalprämie („Projected-Unit-Credit-Method") versicherungsmathematisch bewertet. Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen und der Ermittlung der Pensionskosten wurden gemäß IAS 19 die versicherungsmathematischen Verluste/Gewinne in voller Höhe sofort erfolgswirksam erfasst. Der auf dem Unterschied zwischen der erwarteten und der tatsächlichen Entwicklung der Pensionsverpflichtung beruhende versicherungsmathematische Gewinn lag im Geschäftsjahr 2010 bei Tsd. Euro 6 (Vj. Tsd. Euro 22 Verlust). Die Pensionsverpflichtungen werden in Höhe der leistungsorientierten Verpflichtung in der Bilanz ausgewiesen.

In den Verwaltungs- und Vertriebskosten enthaltene Aufwendungen für Versorgungsleistungen:

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Angaben

in TEUR
2010 2009
Zinsaufwand 35 37
Erfasste versicherungsmathematische Verluste 21 71
Gesamt 56 108

Die Änderungen des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

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Angaben

in TEUR
2010 2009
Leistungsorientierte Verpflichtung zum 01.01. 688 614
Zinsaufwand 35 37
Gezahlte Leistungen -47 -34
Erfasste versicherungsmathematische Verluste 21 71
Leistungsorientierte Verpflichtung zum 31.12. 697 688

Die gezahlten Leistungen betreffen im Jahr 2009 Zahlungen an einen und im Jahr 2010 Zahlungen an beide Pensionsempfänger.

Den Bewertungen liegen folgende Annahmen zugrunde:

Rechnungszins: 4,80 % (Vj. 5,25 %)

Rententrend: 1,75 % (Vj. 1,75 %)

Als biometrische Berechnungsgrundlage wurden die Richttafeln 2005 G von K. Heubeck verwendet.

Die leistungsorientierten Verpflichtungen der laufenden und vorangegangenen vier Berichtsperioden stellen sich wie folgt dar:

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Angaben

in TEUR
2010 2009 2008 2007 2006
Leistungsorientierte Verpflichtung zum 31.12. 697 688 614 617 672

24. Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten

2010

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Angaben

in TEUR
Stand 01.01.2010 Währungsdifferenzen Verbrauch Zuführung Stand 31.12.2010
Einkommen- und Ertragsteuern 4.564 138 -4.702 7.172 7.172

2009

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Angaben

in TEUR
Stand 01.01.2009 Währungsdifferenzen Verbrauch Zuführung Stand 31.12.2009
Einkommen- und Ertragsteuern 3.264 28 -3.292 4.564 4.564

25. Sonstige Rückstellungen

2010

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Angaben

in TEUR
Stand 01.01.2010 Währungsdifferenzen Verbrauch Zuführung Stand 31.12.2010 Davon langfristig
Personal 8.482 189 -8.341 8.254 8.584 490
Händlerboni 3.072 177 -3.249 2.710 2.710 -
Gewährleistung 4.980 8 -3.512 4.829 6.305 2.536
Sonstige 2.250 51 -2.301 2.738 2.738 50
Gesamt 18.784 425 -17.403 18.531 20.337 3.076

2009

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Angaben in TEUR Stand 01.01.2009 Währungsdiffernezen Verbrauch Zuführung Stand 31.12.2009 Davon langfristig
Personal 7.033 13 -7.041 8.477 8.482 469
Händlerboni 3.527 82 -3.559 3.022 3.072 -
Gewährleistung 4.181 -7 -4.070 4.876 4.980 1.798
Sonstige 3.492 1 -3.493 2.250 2.250 -
Gesamt 18.233 89 -18.163 18.625 18.784 2.267

Rückstellungen für Verpflichtungen im Personalbereich enthalten im Wesentlichen erwartete Aufwendungen für die variablen Vergütungsanteile sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Die Rückstellung für Händlerboni wird für noch zu gewährende, am Abschlussstichtag ausstehende Preisnachlässe gebildet.

Die Gewährleistungsrückstellung umfasst die Haftung des Konzerns für die Funktionalität der Produkte. Die Ermittlung dieser Rückstellung erfordert Annahmen hinsichtlich des zukünftigen Aufwandes, der uns aus Gewährleistungsfällen entsteht. Im Wesentlichen basiert die Rückstellungsermittlung auf Erfahrungswerten der Vergangenheit.

In der Position „Sonstige“ sind Rückstellungen für Fracht, Beitragsverpflichtungen, Marketingkosten sowie eine Vielzahl weiterer Sachverhalte mit Wertansätzen von im Einzelfall nur untergeordneter Bedeutung enthalten.

Zum Bilanzstichtag ergibt sich ein langfristiger Anteil an sonstigen Rückstellungen über insgesamt Tsd. Euro 3.076 (Vj. Tsd. Euro 2.267). Die langfristigen Rückstellungen werden im vorliegenden Abschluss erstmalig als eigenständige Position in der Konzernbilanz berichtet. Sie waren bislang in den kurzfristigen Rückstellungen enthalten. Zum 31.12.2008 belief sich der langfristige Anteil an sonstigen Rückstellungen auf Tsd. Euro 838. Auf die Darstellung einer angepassten Konzern-Bilanz zum 31.12.2008 wird aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet. Ebenfalls aus Wesentlichkeitsgründen werden die landesspezifischen Regelungen zur Abzinsung von Rückstellungen im Konzernabschluss beibehalten.

26. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Verteilt auf mehrere Kreditinstitute bestehen zum Jahresabschluss Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von insgesamt Tsd. Euro 21.297 (Vj. Tsd. Euro 31.638).

Zum Jahresabschluss 2010 sind darin keine kurzfristigen Darlehen mehr beinhaltet. Die im Vorjahr als kurzfristige Darlehen ausgewiesenen Tsd. Euro 8.000 wurden wie geplant im Jahr 2010 getilgt.

Bei den langfristigen Verträgen wurde eine Abtretung der Rechte an Dritte vertraglich ausgeschlossen.

Im Geschäftsjahr 2008 wurden zur Anschaffung von Fertigungseinrichtungen Annuitätendarlehensverträge mit Laufzeiten von mehreren Jahren abgeschlossenen. Die Zinsbindung hierfür läuft jeweils bis zum Ende der Vertragslaufzeit. Die letzte Tilgungsrate wird im Jahr 2013 erfolgen. Zum Jahresabschluss betragen die Restverbindlichkeiten dafür Tsd. Euro 1.613 (Vj. Tsd Euro 2.757).

Bei den darüber hinaus bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich um zwei durch Grundschuld abgesicherte Annuitätendarlehensverträge zur Finanzierung des im Jahr 2008 fertiggestellten Montage- und Versandgebäudes in Landsberg. Für die beiden Verträge ist eine Zinsbindung bis Jahresende 2017 und das Vertragsende zum Ende des Jahres 2022 vereinbart. Zum Jahresabschluss belaufen sich die Restverbindlichkeiten daraus auf Tsd. Euro 19.684 (Vj. Tsd. Euro 20.881).

Aus den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden in den Folgeperioden folgende Zahlungen fällig:

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Angaben

in TEUR
2011 2012 - 2015 Ab 2016
Angaben

in TEUR
2010 2011 - 2014 Ab 2015
Zahlungen aus Sicht des 31.12.2009 11.442 10.240 17.150

Für die Zahlungen nach der Zinsbindungsfrist wurden unveränderte Konditionen unterstellt.

27. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Aufgrund der hervorragenden Liquiditätssituation werden Lieferantenverbindlichkeiten unter Ausnutzung von Lieferantenskonti beglichen. Basierend auf den Zahlungsvereinbarungen mit unseren Lieferanten stellen sich die Fälligkeiten und damit der erwartete Mittelabfluss wie folgt dar:

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Angaben

in TEUR
Fälligkeiten
Gesamt bis 30 Tage 30 - 60 Tage >60 Tage
--- --- --- --- ---
2010 9.240 8.940 294 6
2009 6.963 6.609 350 4

28. Sonstige Verbindlichkeiten

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Angaben

in TEUR
2010 2009
Umsatzsteuerverbindlichkeiten 4.742 3.094
Verbindlichkeiten an Handelspartner 4.060 3.360
Verbindlichkeiten aus Löhnen, Gehältern und sonstigen Personalkosten 3.773 2.719
Verbindlichkeiten aus Lohn-/Kirchensteuer 1.824 1.723
Verbindlichkeiten für Beratungs- und Prüfungsleistungen 1.346 781
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen 465 1.280
Zeitwert derivativer Finanzinstrumente 332 151
Sonstige Steuern 137 76
Übrige (jeweils < Tsd. Euro 100) 26 90
Gesamt 16.705 13.274

Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen gemäß IAS 17 reduzieren sich im Geschäftsjahr 2010 in Höhe der regelmäßigen Tilgungen der Finanzierungsleasingverbindlichkeiten um Tsd. Euro 815 (Vj. Tsd. Euro 772).

Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

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Laufzeit; Zins 2010 2009
Gesamt Restlaufzeit Gesamt Restlaufzeit
--- --- --- --- --- --- ---
Angaben

in TEUR
bis ein Jahr > ein Jahr bis ein Jahr > ein Jahr
--- --- --- --- --- --- ---
a) bis 2011; 6,65 % 278 278 - 737 459 278
b) bis 2011; 6,05 % 35 35 - 95 60 35
c) bis 2011; 3,50 % 152 152 - 448 296 152
Gesamt 465 465 - 1.280 815 465

Die ausgewiesenen Vertragsmodule a), b) und c) sind Bestandteil eines Finanzierungsleasingvertrages. Über die gesamte Laufzeit sind feste Zinssätze vereinbart sowie feste Leasingraten, die linear über die Laufzeit der Vertragsmodule verteilt sind. Es bestehen weder Verlängerungsoptionen für die Vertragsmodule noch auferlegte Beschränkungen. Es wurde vertraglich vereinbart, dass ein Mieterdarlehen abzuschließen ist, das bei Laufzeitende des Leasingvertrags den fixierten Verkaufswert (Kaufoption der RATIONAL AG) des Leasinggegenstands erreichen wird.

Aus dem Finanzierungsleasingvertrag werden im Geschäftsjahr 2011 Leasingzahlungen in Höhe von Tsd. Euro 475 fällig. Diese setzen sich aus dem Barwert von Tsd. Euro 465 und einem Abzinsungsbetrag von Tsd. Euro 10 zusammen. Aus Sicht des 31.12.2009 beliefen sich die Zahlungen für die Jahre 2010 und 2011 auf insgesamt Tsd. Euro 1.344.

Zum Stichtag 31.12.2010 haben alle sonstigen Verbindlichkeiten einen kurzfristigen Charakter.

Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

29. Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und die Zahlungsmitteläquivalente von RATIONAL im Berichtsjahr verändert haben. Die Kapitalflussrechnung ist entsprechend IAS 7 nach der operativen Tätigkeit, die dem Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit entspricht, nach der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit gegliedert.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Positionen, die Verfügungsbeschränkungen unterworfen sind. Die Verfügungsbeschränkungen beziehen sich auf einen Betrag von Tsd. Euro 1.430 (Vj. Tsd. Euro 796). Der Finanzmittelbestand erhöht sich von Tsd. Euro 35.629 am Geschäftsjahresbeginn auf Tsd. Euro 47.237 zum 31.12.2010. Zusätzlich verfügt RATIONAL zum Bilanzstichtag über Anlagen in Festgelder in Höhe von Tsd. Euro 115.900 (Vj. Tsd. Euro 96.000), welche eine Laufzeit ab Erwerbszeitpunkt von mehr als drei Monaten haben und daher nicht den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zugeordnet werden.

Sonstige Erläuterungen zum Konzernabschluss

30. Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten stellen zum einen mögliche Verpflichtungen dar, deren Existenz aber erst noch durch das Eintreten eines oder mehrerer unsicherer zukünftiger Ereignisse, die nicht vollständig durch das Unternehmen beeinflusst werden können, bestätigt werden muss. Zum anderen sind darunter bestehende Verpflichtungen zu verstehen, bei denen ein Vermögensabfluss durch die Erfüllung der Verpflichtung nicht wahrscheinlich ist oder bei denen die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend zuverlässig bestimmt werden kann.

Als Eventualverbindlichkeiten kommen bei RATIONAL Gewährleistungsverpflichtungen in Betracht, die jedoch über entsprechende Rückstellungen abgedeckt sind. Die sonstigen Rückstellungen werden in der entsprechenden Anhangsangabe detailliert aufgegliedert.

31. Mitarbeiter und Personalaufwand

Nach 1.031 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2009 hat die durchschnittliche Anzahl von Mitarbeiter auf 1.058 im Geschäftsjahr 2010 zugenommen. Die durchschnittliche Anzahl der im Ausland Beschäftigten ist hierbei um 37 Mitarbeiter auf 446 Mitarbeiter gestiegen (Vj. 409 Mitarbeiter).

Der größte Personalaufbau hat im Bereich Vertrieb und Marketing stattgefunden und reflektiert den Ausbau der internationalen Vertriebsorganisationen.

Die Mitarbeiter verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Bereiche:

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Mitarbeiter nach Bereichen 2010 Anteil in % 2009 Anteil in %
Produktions- und Lieferprozess 285 27 285 27
Vertrieb und Marketing 423 40 400 39
Technischer Kundendienst 120 11 120 12
Forschung und Entwicklung 74 7 70 7
Verwaltung 156 15 156 15
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 1.058 1.031
Davon im Ausland 446 42 409 40

Zum Bilanzstichtag 31.12.2010 beträgt die Mitarbeiterzahl 1.092 Mitarbeiter nach 993 Mitarbeitern zum selben Zeitpunkt des Vorjahres. Der Aufbau von 99 Mitarbeitern verteilt sich wie folgt auf die Bereiche: Produktions- und Lieferprozess 4, Vertrieb und Marketing 68, Technischer Kundendienst 2, Forschung und Entwicklung 14, Verwaltung 11.

Die Personalkosten des Jahres 2010 belaufen sich auf Tsd. Euro 74.284 (Vj. Tsd. Euro 71.067).

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Angaben

in TEUR
2010 2009
Löhne und Gehälter 62.800 59.902
Sozialabgaben 11.484 11.165
Gesamt 74.284 71.067

32. Derivative Finanzinstrumente

Aufgrund der internationalen Ausrichtung ist RATIONAL Finanzmarktrisiken ausgesetzt. Das in der Muttergesellschaft angesiedelte Corporate Treasury ist für sämtliche Absicherungs- und Finanzierungsaktivitäten aller RATIONAL-Gesellschaften zuständig. Bezüglich der Tätigkeit des Corporate Treasury wurden im Unternehmen Richtlinien schriftlich vereinbart, die unter anderem das Vier-Augen-Prinzip für Treasury-Tätigkeiten festlegen. Die erforderlichen Treasury-Aktivitäten werden durch ein professionelles Treasury-Management-System unterstützt, gesteuert und überwacht.

Den identifizierten Transaktionsrisiken wird durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten entgegengewirkt. Die intern hierzu zugelassenen Finanzinstrumente umfassen Termingeschäfte, Swaps, einfache Optionen sowie Zero-Cost-Optionen. Die Sicherung durch Finanzderivate erstreckt sich auf gebuchte, schwebende und antizipierte Transaktionen. Ein Teil der ermittelten Risiken wird für einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten gesichert. RATIONAL geht ohne angemessene sachliche, wertmäßige und zeitliche Orientierung an einem Grundgeschäft generell keine derivativen Kontraktverpflichtungen ein. Die Vertragspartner bei derivativen Finanzinstrumenten sind ausschließlich Banken mit guter bis erstklassiger Bonität, d. h. mit einem Rating von mindestens A nach Standard & Poor’s.

Bewertung derivativer Finanzinstrumente

Die derivativen Kontrakte werden in die Bewertungskategorie „zu Handelszwecken gehalten“ eingestuft und zum Marktwert bilanziert, da die Voraussetzungen für Hedge-Accounting nach IAS 39 (trotz enger Orientierung der Absicherung am Grundgeschäft) nicht vollständig erfüllt sind. Derivative Finanzinstrumente werden am Handelstag zum Kauf- bzw. zum Verkaufspreis erfasst und in der Bilanz in den sonstigen Vermögenswerten bzw. sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Veränderungen der Marktwerte werden erfolgswirksam gebucht.

Für die Bilanzierung zum Marktwert werden die stichtagsbezogenen Bewertungen der jeweiligen Kontrahenten-Bank herangezogen. Die Banken bewerten auf Basis der für den betreffenden Stichtag gültigen Marktdaten unter Anwendung anerkannter mathematischer Verfahren (Barwertmethode für Termingeschäfte und Swaps bzw. Black-Scholes-Methode für Optionen). Anhand der zusätzlich mit unserem internen Treasury-Management-System durchgeführten Bewertungen überprüfen wir die von den Banken ermittelten Werte und stellen somit sicher, dass die wesentlichen Annahmen, die bei den Banken der Berechnung zugrunde gelegt werden, zum jeweiligen Stichtag tatsächlich marktgerecht sind.

Der Marktwert (nach der Barwertmethode) von Devisentermingeschäften und Swaps errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge bzw. -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum abgeschlossenen Devisenterminkurs.

Bei den Devisenoptionen entspricht der Marktwert (nach der modifizierten Black-Scholes-Formel nach dem Garman-Kohlhagen-Modell) dem Wert, der im Geschäftsverkehr zwischen vertragswilligen und unabhängigen Vertragsparteien aus dem Verkauf der Rechte und/oder Pflichten aus dem Finanzinstrument unter aktuellen Marktbedingungen erzielt werden kann (Fair Value). Bei der Bestimmung des Marktwertes bleiben Kompensationseffekte aus den Grundgeschäften unberücksichtigt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt Kontraktwerte und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente per 31.12.2010 und 31.12.2009, aufgeteilt nach Kategorien. Die Kontraktwerte stellen nicht das Marktrisiko dar, sondern geben Auskunft über das ausstehende Transaktionsvolumen per Bilanzstichtag. Die Restlaufzeit der offenen Devisensicherungsgeschäfte (Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen) liegt in allen Fällen unter einem Jahr. Die Zins-Währungs-Swaps besitzen alle Restlaufzeiten von über einem Jahr. Aus Wesentlichkeitsgründen werden deren Marktwerte in den kurzfristigen Vermögenswerten bzw. den kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

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Kontraktwert Positiver Marktwert
Angaben

in TEUR
Währung 2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- --- ---
Devisenoptionen GBP 5.332 9.908 24 29
Devisenoptionen USD 7.035 7.213 32 6
Devisenoptionen JPY 2.936 3.102 39 38
Zins-Währungs-Swaps JPY 1.105 1.634 - -
Gesamt 16.408 21.857 95 73
Negativer Marktwert
Angaben

in TEUR
Währung 2010 2009
Devisenoptionen USD 3 19
Devisenoptionen JPY 21 62
Devisenoptionen CAD 11 20
Zins-Währungs-Swaps JPY 297 50
Gesamt 332 151

33. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen zum 31.12.2010 in Höhe von Tsd. Euro 9.619 (Vj. Tsd. Euro 7.498). Dabei handelt es sich vorwiegend um künftige Zahlungen aufgrund von Leasing- und Wartungsverträgen.

Die Leasingverträge, die entsprechend IAS 17 als operatives Leasing behandelt werden, sind überwiegend für Miete von Büroräumen, Fertigungseinrichtungen, Fahrzeuge, EDV-Ausstattung und sonstige Büromaschinen abgeschlossen worden. Die Verträge haben zum Teil feste Laufzeiten oder sind unbefristet und beinhalten folgende künftige Mindestleasingzahlungen:

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Künftige Miet- und Leasingverpflichtungen

in TEUR
31.12.2010 31.12.2009
Bis 1 Jahr 3.853 3.044
1 bis 5 Jahre 4.689 3.103
Über 5 Jahre 1 -
Gesamt 8.543 6.147

Die Versicherung gegen Verlust bzw. Untergang der Leasinggegenstände erfolgt generell über Versicherungsverträge. In den Leasingverträgen sind keine auferlegten Beschränkungen enthalten. Die im Geschäftsjahr 2010 ergebniswirksam erfassten Leasingaufwendungen belaufen sich auf Tsd. Euro 4.494 (Vj. Tsd. Euro 4.618).

Ferner bestehen Verpflichtungen über Tsd. Euro 944 (Vj. Tsd. Euro 1.034) für Wartungsverträge im Zusammenhang mit Grund und Gebäude, für Produktionsmaschinen sowie für die Informationstechnologie.

34. Geschäftssegmente

In den Geschäftssegmenten fasst RATIONAL die in den verschiedenen Regionen ansässigen Gesellschaften zusammen. Dies entspricht der internen Berichtsstruktur und damit dem gemäß IFRS 8 vorgeschriebenen Management-Ansatz. Geschäftssegmente sind organisatorische Einheiten, für die Informationen an das Management zum Zweck der Erfolgsmessung und der Ressourcenallokation weitergeleitet werden.

Es werden die folgenden fünf Segmente unterschieden:

a) Tochtergesellschaften in Deutschland

b) Tochtergesellschaften in Europa ohne Deutschland

c) Tochtergesellschaften in Amerika

d) Tochtergesellschaften in Asien

e) die Tätigkeiten der Muttergesellschaft.

Neben der RATIONAL Großküchentechnik GmbH wird die FRIMA Deutschland GmbH in das Segment Deutschland einbezogen. Aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung werden die Investitionen der RATIONAL Großküchentechnik GmbH durch die RATIONAL AG getätigt. Im Segmentergebnis von Deutschland sind die hierauf entfallenden Abschreibungen enthalten.

Das Segment Europa ohne Deutschland beinhaltet die Gesellschaften in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, der Schweiz, Polen, Schweden und Russland.

Im Segment Amerika werden die Tätigkeiten der Gesellschaften in den USA, Kanada und Brasilien zusammengefasst.

Die Aktivitäten der Tochtergesellschaften in Japan und China werden im Segment Asien gezeigt.

Daneben wird im fünften Segment die Tätigkeit der Muttergesellschaft RATIONAL AG (einschließlich der LechMetall Landsberg GmbH, der RATIONAL Technical Services GmbH und der RATIONAL Komponenten GmbH) abgebildet. Dieses Segment repräsentiert die Entwicklung, Herstellung und Lieferung der Produkte an die Tochtergesellschaften sowie die Erbringung von Serviceleistungen. Die Belieferung der OEM-Kunden wurde im Verlauf des Geschäftsjahres sukzessive an die RATIONAL International AG übertragen.

Die Segmentumsätze enthalten sowohl die Umsätze mit Dritten als auch die Innenumsätze der Konzerngesellschaften zwischen den Segmenten. Verkäufe und Erlöse im Innenverhältnis werden grundsätzlich zu Preisen erbracht, wie sie vergleichbar auch mit Dritten vereinbart werden.

Weitere Umsatzaufgliederungen werden in der Anhangsangabe zu den Umsatzerlösen dargestellt.

Die in den Segmenten ausgewiesenen Abschreibungen betreffen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Sonstige nach IFRS 8.23 angabepflichtige wesentliche nicht zahlungswirksame Aufwendungen sind weder 2010 noch im Vorjahr entstanden.

Das Segmentvermögen beinhaltet alle einem Segment zugeordneten Vermögenswerte.

Tsd. Euro 51.861 Mio. Euro (Vj. Tsd. Euro 54.316) aller langfristigen Vermögenswerte (Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) werden in Deutschland ausgewiesen. Tsd. Euro 3.449 Euro (Vj. Tsd. Euro 3.264) sind Drittländern zuzuordnen.

Die Segmentschulden errechnen sich aus der Differenz zwischen dem Segmentvermögen und dem Segmenteigenkapital.

Die Überleitungsspalte enthält die aus konsolidierungsvorgängen resultierenden Effekte.

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Geschäftssegmente Tätigkeiten der Tochtergesellschaften in:
2010 Deutschland Europa ohne Deutschland Amerika Asien
--- --- --- --- ---
Angaben

in TEUR
--- --- --- --- ---
Außenumsätze 54.848 223.756 46.809 14.953
Innenumsätze 330 15.315 - 87
Segmentumsätze 55.178 239.071 46.809 15.040
Segmentergebnis +95 +24.593 +3.944 +748
Geschäftssegmente Tätigkeiten der Muttergesellschaft Summe der Segmente Überleitung Konzern
2010
Angabe

in TEUR
Außenumsätze 9.770 350.136 - 350.136
Innenumsätze 230.203 245.935 -245.935 -
Segmentumsätze 239.973 596.071 -245.935 350.136
Segmentergebnis +78.966 +108.346 -2.579 +105.767
Deutschland Europa ohne Deutschland Amerika Asien
Finanzergebnis - - - -
Ergebnis vor Steuern - - - -
Tätigkeiten der Muttergesellschaft Summe der Segmente Überleitung Konzern
Finanzergebnis - - - -156
Ergebnis vor Steuern - - - 105.611
Deutschland Europa ohne Deutschland Amerika Asien
Segmentvermögen 5.222 80.960 19.235 7.739
Segmentschulden 5.129 47.716 15.553 6.803
Segmentinvestitionen 33 972 85 39
Segmentabschreibungen 25 736 188 49
Tätigkeiten der Muttergesellschaft Summe der Segmente Überleitung Konzern
Segmentvermögen 252.181 365.337 -59.622 305.715
Segmentschulden 47.095 122.296 -46.848 75.448
Segmentinvestitionen 3.348 4.477 - 4.477
Segmentabschreibungen 5.798 6.796 - 6.796

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Geschäftssegmente Tätigkeiten der Tochtergesellschaften in:
2009 Deutschland Europa ohne Deutschland Amerika Asien
--- --- --- --- ---
Angaben

in TEUR
--- --- --- --- ---
Außenumsätze 52.638 196.245 33.371 13.301
Innenumsätze 200 4.674 - -
Segmentumsätze 52.838 200.919 33.371 13.301
Segmentergebnis +1.316 +16.246 +1.256 +650
Geschäftssegmente Tätigkeiten der Muttergesellschaft Summe der Segmente Überleitung Konzern
2009
Angaben

in TEUR
Außenumsätze 18.799 314.345 - 314.345
Innenumsätze 199.376 204.250 -204.250 -
Segmentumsätze 218.175 518.604 -204.250 314.345
Segmentergebnis +69.456 +88.924 +1.558 +90.482
Deutschland Europa ohne Deutschland Amerika Asien
Finanzergebnis - - - -
Ergebnis vor Steuern - - - -
Tätigkeiten der Muttergesellschaft Summe der Segmente Überleitung Konzern
Finanzergebnis - - - -355
Ergebnis vor Steuern - - - 90.127
Deutschland Europa ohne Deutschland Amerika Asien
Segmentvermögen 4.965 62.237 12.659 5.686
Segmentschulden 4.980 37.695 11.800 5.001
Segmentinvestitionen 2 143 90 25
Segmentabschreibungen 26 844 208 43
Tätigkeiten der Muttergesellschaft Summe der Segmente Überleitung Konzern
Segmentvermögen 229.396 314.943 -49.282 265.661
Segmentschulden 54.549 114.025 -38.114 75.911
Segmentinvestitionen 2.122 2.382 - 2.382
Segmentabschreibungen 6.468 7.589 - 7.589

35. Rechtstreitigkeiten

RATIONAL ist im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit in eine Reihe kleinerer gerichtlicher Verfahren und Ansprüche im Zusammenhang mit Bestandsfragen im Patentrecht (Patente Dritter und eigene Patente) involviert sowie mit dem Einklagen von ausgefallenen Forderungen befasst.

36. Nahestehende Unternehmen und Personen

Im Berichtsjahr 2010 liegen Transaktionen mit den nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommenen Tochtergesellschaften MEIKU Vermögensverwaltung GmbH und TAGO Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Landsberg KG vor. Einzige dem Konzern nahestehende Person, bei der ein Beherrschungsverhältnis vorliegt, ist Herr Siegfried Meister, der als Mehrheitsaktionär 62,99 % der Aktien an der RATIONAL AG hält.

In der Berichtsperiode wurden Rechnungen der MEIKU Vermögensverwaltung GmbH an die RATIONAL AG, im Wesentlichen für die Verwaltung der Grundstücke und Gebäude in der Siemensstraße 5 in Landsberg am Lech, in Höhe von Tsd. Euro 120 (Vj. Tsd. Euro 122) im Aufwand erfasst. Die Umsätze der RATIONAL AG mit der MEIKU Vermögensverwaltung GmbH belaufen sich auf Tsd. Euro 24 (Vj. Tsd. Euro 24). Daneben wurden Erträge aus der Beteiligung an der MEIKU Vermögensverwaltung GmbH in Höhe von Tsd. Euro 63 (Vj. Tsd. Euro 66) erzielt. Zum 31.12.2010 lagen in der RATIONAL AG, wie im Vorjahr, weder Verbindlichkeiten gegenüber noch Forderungen gegen die MEIKU Vermögensverwaltung GmbH vor.

Die RATIONAL AG least von der TAGO Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Landsberg KG Gebäude an der Siemensstraße 5 in Landsberg am Lech. Die Belastungen hierfür belaufen sich in der Berichtsperiode auf Tsd. Euro 603 (Vj. Tsd. Euro 641). Zum Bilanzstichtag 31.12.2010 belaufen sich die Verbindlichkeiten der RATIONAL AG gegenüber der TAGO Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Landsberg KG auf Tsd. Euro 17 (Vj. Tsd. Euro 16). Die RATIONAL AG gewährt der TAGO Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Landsberg KG ein Mieterdarlehen, welches sich zum 31.12.2010 auf Tsd. Euro 7.775 (Vj. Tsd. Euro 7.446) beläuft und dazu dient, die Gebäude nach Ablauf der Leasingzeit ohne zusätzlich benötigte Liquidität erwerben zu können. Da das Finanzierungsleasing gemäß IAS 17 dargestellt wird, sind im vorliegenden Konzernabschluss weder die Leasingaufwendungen noch das Mieterdarlehen enthalten. Eine Einbeziehung der TAGO Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Landsberg KG in den Konsolidierungskreis hätte keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss.

Weiterführende Informationen zu den Gesellschaften MEIKU Vermögensverwaltung GmbH und TAGO Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Landsberg KG finden sich im Konzernanhang unter den Erläuterungen zum Konsolidierungskreis und zu den Finanzanlagen.

Mitglieder des Aufsichtsrates halten Anteile an Gesellschaften mit denen eine Liefer- oder Leistungsbeziehung besteht. Der Aufwand für diese Lieferungen und Leistungen beläuft sich in 2010 auf Tsd. Euro 1.449 (Vj. Tsd. Euro 1.251). Zum 31.12.2010 waren gegenüber diesen Gesellschaften Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Tsd. Euro 2 (Vj. Tsd. Euro 27) zu verzeichnen.

Über die genannten Geschäfte hinaus lagen keine weiteren wesentlichen Transaktionen mit Unternehmen oder Personen vor, die der RATIONAL AG in irgendeiner Weise nahestehen.

37. Aufsichtsrat und Vorstand

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats hat sich im Geschäftsjahr 2010 nicht verändert. Mitglieder des Aufsichtsrates sind die Herren:

Siegfried Meister, Kaufmann Vorsitzender des Aufsichtsrates

Walter Kurtz, Kaufmann Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates

Roland Poczka, Kaufmann Mitglied des Aufsichtsrates

Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrates beträgt für das Geschäftsjahr 2010 Tsd. Euro 580 (Vj. Tsd. Euro 555) und verteilt sich auf die Aufsichtsratsmitglieder wie folgt:

2010

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Angaben

in TEUR
Fest Erfolgsorientiert Sonstige Gesamt
Siegfried Meister 150 53 27 230
Walter Kurtz 125 53 19 197
Roland Poczka 100 53 - 153
Gesamt 375 159 46 580

2009

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Angaben

in TEUR
Fest Erfolgsorientiert Sonstige Gesamt
Siegfried Meister 150 45 27 222
Walter Kurtz 125 45 18 188
Roland Poczka 100 45 - 145
Gesamt 375 135 45 555

Die Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr 2010 ist zum Bilanzstichtag in Höhe von Tsd. Euro 533 (Vj. Tsd. Euro 234) in den sonstigen Verbindlichkeiten enthalten.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates halten per 31.12.2010 insgesamt 8.120.935 Aktien der RATIONAL AG (Vj. 8.120.935 Aktien), davon Herr Siegfried Meister 7.161.411 Aktien (Vj. 7.161.411 Aktien). Herr Siegfried Meister und Herr Walter Kurtz halten zudem jeweils 1 % des Stammkapitals der MEIKU Vermögensverwaltung GmbH.

Herr Roland Poczka hat neben seiner Aufsichtsratstätigkeit bei der RATIONAL AG ein Beiratsmandat bei der Glatz Gruppe, Neidenfels, Deutschland.

Der Vorstand setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

Dr. Günter Blaschke, Dipl. Kaufmann Vorstandsvorsitzender

Erich Baumgärtner, Dipl. Betriebswirt Vorstand kaufmännischer Bereich

Peter Wiedemann, Dipl. Ingenieur Vorstand technischer Bereich

Reinhard Banasch, Dipl. Betriebswirt Vorstand Vertrieb und Marketing

In der Hauptversammlung am 17.05.2006 wurde in Übereinstimmung mit § 314 Abs. 2 Satz 2 HGB beschlossen, auf die individualisierte Veröffentlichung der Vorstandsbezüge zu verzichten.

Die Gesamtbezüge des Vorstandes für die Wahrnehmung seiner Aufgaben in der Muttergesellschaft und den Tochterunternehmen belaufen sich für das Geschäftsjahr 2010 auf Tsd. Euro 3.460 (Vj. Tsd. Euro 3.642). In diesem Betrag ist ein erfolgsabhängiger Gehaltsbestandteil in Höhe von Tsd. Euro 1.826 (Vj. Tsd. Euro 2.082) enthalten. Hinzu kommen Einzahlungen in die Altersvorsorge, die sich auf Tsd. Euro 303 belaufen (Vj. Tsd. Euro 279).

Die Mitglieder des Vorstandes halten zum Bilanzstichtag zusammen 14.793 Aktien der RATIONAL AG (Vj. 15.293 Aktien).

Die Mitglieder des Vorstandes sind in keinen Aufsichtsratsgremien konzernfremder Unternehmen tätig.

38. Aktienoptionspläne

Die RATIONAL AG hat am 03.02.2000 ein Aktienoptionsprogramm für die Beteiligung der Vorstandsmitglieder der Gesellschaft aufgelegt. Das Aktienoptionsprogramm soll den Vorstandsmitgliedern zusätzliche Anreize geben, auch mittel- und langfristig den wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft sicherzustellen und im Aktionärsinteresse auf eine Steigerung des Unternehmenswertes hinzuwirken.

Es wurde beschlossen, den Bezugsberechtigten zunächst in bis zu fünf Tranchen Optionsrechte auf maximal 200.000 Stückaktien der Gesellschaft mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von insgesamt Tsd. Euro 200 zuzuteilen. Für den Abschluss der Optionsvereinbarungen ist ausschließlich der Aufsichtsrat zuständig, der auch den genauen Kreis der Bezugsberechtigten aus den Mitgliedern des Vorstandes bestimmt.

Die Laufzeit der Optionsrechte kann bis zu fünf Jahre ab Begebung der einzelnen Tranchen betragen. Nach Ablauf der jeweiligen Sperrfristen ist die Ausübung der Optionsrechte nur innerhalb bestimmter Ausübungsfristen zulässig. Die Ausübungsfristen beginnen jeweils am 2. und enden am 6. Handelstag im Anschluss an eine ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft oder die Vorlage eines Quartalsberichtes.

Der Ausübungspreis entspricht bei Optionsrechten, die vor Aufnahme der ersten Notierung der Aktien der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse im Rahmen der Börseneinführung 2000 begeben werden, dem im Rahmen der Börseneinführung festgelegten Platzierungspreis je Aktie. Bei später begebenen Optionsrechten ist der Durchschnitt (arithmetisches Mittel) der an der Frankfurter Wertpapierbörse festgelegten Schlusskurse der Aktie der Gesellschaft der letzten fünf Handelstage vor der Beschlussfassung des Aufsichtsrates über die entsprechende Begebung von Optionsrechten maßgeblich.

Bislang wurden zwei Tranchen über zusammen 69.000 Optionsrechte begeben, welche in den Jahren 2002 und 2006 durch Barzahlungen im Gegenwert von 100 % des Wertes einer Aktie der Gesellschaft abzüglich des Ausübungspreises bedient wurden. Im Aktienoptionsprogramm verbleiben zum Bilanzstichtag 31.12.2010 noch Bezugsrechte auf maximal 131.000 Stückaktien der RATIONAL AG.

39. Altersversorgung der Geschäftsleitung

Die RATIONAL AG hat im Jahr 2001 für den Vorstand und weitere Geschäftsleitungsmitglieder eine Altersversorgung bei einer externen, rückgedeckten Unterstützungskasse eingerichtet. Im Geschäftsjahr 2010 wurde der beitragsorientierte Versorgungsplan mit Tsd. Euro 441 (Vj. Tsd. Euro 412) bedient.

40. Erklärung zum Corporate Governance Kodex

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der RATIONAL AG haben eine Erklärung gemäß § 161 AktG abgegeben und dargelegt, welchen Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird. Zugrunde gelegt wurde hierbei der Deutsche Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26.05.2010. Die Erklärung ist dauerhaft auf der Internetseite der RATIONAL AG unter www.rational-online.com zugänglich.

41. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2010 sind keine Vorgänge eingetreten, die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der RATIONAL AG und des Konzerns laut IAS 10 von besonderer Bedeutung wären.

42. Abschlussprüfer

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 21.04.2010 wurde die Rölfs WP Partner AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2010 gewählt.

Das Abschlussprüferhonorar einschließlich Auslagenersatz beläuft sich gesamt auf Tsd. Euro 378 (Vj. Tsd. Euro 339) und beinhaltet folgende Leistungen:

Abschlussprüfungs-/Konzernabschlussprüfungsleistungen Tsd. Euro 230 (Vj. Tsd. Euro 207), andere Bestätigungsleistungen Tsd. Euro 28 (Vj. Tsd. Euro 41), Steuerberatungsleistungen Tsd. Euro 115 (Vj. Tsd. Euro 81), Sonstige Leistungen Tsd. Euro 5 (Vj. Tsd. Euro 10).

Landsberg am Lech, den 16. Februar 2011

RATIONAL AG

Der Vorstand

Bestätigungsvermerk

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der RATIONAL Aktiengesellschaft aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2010 geprüft.

Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

München, den 16. Februar 2011

**Rölfs WP Partner AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Dr. Wenk, Wirtschaftsprüfer

Weissinger, Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Landsberg am Lech, den 16. Februar 2011

RATIONAL AG

Der Vorstand

Dr. Günter Blaschke, Vorstandsvorsitzender

Erich Baumgärtner, Vorstand kaufmännischer Bereich

Peter Wiedemann, Vorstand technischer Bereich

Reinhard Banasch, Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

die RATIONAL AG blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 zurück. Den unerwarteten Einbrüchen infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise Ende 2008 und 2009 konnte sich auch die RATIONAL AG nicht entziehen. Erfreulicherweise ist es jedoch bereits in 2010 gelungen, die Trendwende zu schaffen. Mit 11% Umsatzwachstum auf rund 350 Mio. Euro, bei gleichzeitig überproportionaler Ergebnisverbesserung, konnte das Vorkrisenniveau nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen werden.

Dialog und Kommunikation als Grundlage für Beratung und Überwachung

Die dem Aufsichtsrat nach Gesetz, Satzung und Corporate Governance Kodex obliegenden Aufgaben haben wir 2010 erfüllt. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Tätigkeit überwacht. In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für die RATIONAL-Gruppe war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Die Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat war gekennzeichnet von einer umfassenden, zeitnahen und regelmäßigen Kommunikation, sowohl schriftlich als auch mündlich. Der Vorstand berichtete auch außerhalb der Sitzungen über wichtige Geschäftsvorfälle. In Monats- und Quartalsberichten wurde der Aufsichtsrat über Marktentwicklungen, die Wettbewerbssituation, Preisentwicklungen und die Absatz-, Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Unternehmens informiert. Darüber hinaus ließen sich der Aufsichtsrat und der Vorsitzende des Aufsichtsrats fortlaufend über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage, wesentliche Geschäftsvorfälle und wichtige Entscheidungen des Vorstands in Kenntnis setzen. Zu diesem Zweck stand der Aufsichtsrat mit allen Mitgliedern des Vorstands, insbesondere mit dem Vorsitzenden, in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch.

Der Aufsichtsrat hat zu den Berichten und Beschlussvorlagen des Vorstands, soweit dies nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung gefordert war, nach eingehender Beratung und Prüfung sein Votum abgegeben. Sämtliche zustimmungsbedürftigen Geschäfte wurden positiv beschieden. Hier handelte es sich 2010 und im bisherigen Verlauf 2011 insbesondere um Entscheidungen in den Bereichen Ausbau des weltweiten Vertriebs- und Marketingnetzwerks, die RATIONAL-Führungskultur, die internationale Mitarbeiterförderung und die Schwerpunkte in der Produktentwicklung.

Intensive Arbeit im Plenum

Der Aufsichtsrat ist in 2010 zu acht Sitzungen zusammengetreten. 2011 hat bis zur bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 23. Februar 2011 eine weitere Sitzung stattgefunden. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben sich auch schriftlich und fernmündlich beraten. Sofern erforderlich, hat der Aufsichtsrat auch außerhalb der ordentlichen Sitzungen Beschlüsse gefasst. Der Aufsichtsrat hat während des vergangenen Geschäftsjahres die Effizienz seiner Tätigkeit, insbesondere die Verfahrensabläufe sowie die rechtzeitige und ausreichende Informationsversorgung fortlaufend geprüft.

Da der Aufsichtsrat der RATIONAL AG nur aus drei Mitgliedern besteht, konnte auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet werden. Der gesetzlichen Forderung, dass wenigstens ein Aufsichtsratsmitglied ein unabhängiger Finanzexperte ist, hat die Besetzung des Aufsichtsrats der RATIONAL AG entsprochen.

An allen Sitzungen haben die Mitglieder des Aufsichtsrats vollzählig teilgenommen. Im Rahmen der Beratungen, Beschlussvorlagen und des Kontrollauftrags sind im Berichtsjahr 2010 keine Interessenkonflikte bei einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern aufgetreten.

Schwerpunkte der Beratungen

Gegenstand der Beratungen mit dem Vorstand und der internen Diskussionen waren alle relevanten Aspekte der Unternehmensentwicklung, einschließlich der Finanz-, Investitions- und Personalplanung, des Geschäftsverlaufs, der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens und des Konzerns, der Risikolage, des Risikomanagements sowie nicht zuletzt die aktuelle Kosten- und Ertragssituation. Ferner standen in den Aufsichtsratssitzungen zahlreiche Einzelthemen auf der Tagesordnung, die intensiv erörtert wurden, wie z. B.:

-die Entwicklung der Ertragsstruktur des Unternehmens

-die Sicherstellung der Liquidität,

-die Gewinnverwendung mit Dividendenvorschlag,

-die Personalentwicklung und Führungskultur,

-neue Führungsstrukturen in Produktion und Vertrieb,

-die Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2011,

-die Markterschließungsstrategie für neue Märkte,

-die Forschungs- und Entwicklungsstrategie.

In der bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 23. Februar 2011 waren neben der Prüfung und Feststellung des Jahres- und Konzernabschlusses, insbesondere die der Hauptversammlung 2011 zu unterbreitenden Beschlussvorlagen, ein zentrales Thema.

Für die Abschlussprüfung 2011 wird die PricewaterhouseCoopers AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, vorgeschlagen. Auch die übrigen Beschlussvorschläge für die ordentliche Hauptversammlung wurden von uns verabschiedet.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Beratungen wie auch der Kontrollen und Prüfungen waren 2010, insbesondere aber auch in der bilanzfeststellenden Sitzung 2011, der gesamte Rechnungslegungsprozess in der AG und im Konzern, die Überwachung des internen Kontrollsystems sowie die Wirksamkeit der internen Revision und des Risikomanagementsystems. Auch die Angemessenheit der Vorstandsvergütung wurde von uns für jedes einzelne Vorstandsmitglied kritisch geprüft und bestätigt. Dies erfolgte auch vor dem Hintergrund des 2010 durch die Hauptversammlung gefassten Beschlusses über die Billigung des Systems zur Vergütung der Mitglieder des Vorstands.

Corporate Governance

Innerhalb von Vorstand und Aufsichtsrat kam es 2010 zu keinen Veränderungen. Mit den neuen Empfehlungen des Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 26. Mai 2010 haben sich Aufsichtsrat und Vorstand intensiv befasst. Vorstand und Aufsichtsrat haben auch gemeinsam über die neu abgegebene Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG in der Sitzung am 31. Januar 2011 beschlossen. Die Entsprechenserklärung wurde im Februar 2011 auf der Unternehmenswebsite der RATIONAL AG veröffentlicht.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Wie vom Aufsichtsrat vorgeschlagen und von der Hauptversammlung am 21. April 2010 gewählt, hat die Rölfs WP Partner AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, den Abschluss der AG sowie des Konzerns für das Geschäftsjahr 2010 geprüft. Der Prüfungsauftrag wurde durch den Aufsichtsrat erteilt. Vor dem Wahlvorschlag hat der Aufsichtsrat eine Unabhängigkeitserklärung des Prüfers eingeholt. Es konnten keine Gründe erkannt werden, die Zweifel an der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers begründen könnten. Der Abschlussprüfer war zusätzlich verpflichtet, uns sofort über Umstände zu informieren, die seine Befangenheit begründen könnten, und uns gegebenenfalls über Leistungen, die er zusätzlich zur Abschlussprüfung erbracht hat, zu informieren. Als Schwerpunktthemen für die Prüfung 2010 wurden die Umsatzrealisierung und Umsatzabgrenzung, die Bewertung der Vorräte, das interne Kontrollsystem sowie die Einbuchung der Ergebnisse aus der Betriebsprüfung und die Auswirkungen des BilMoG festgelegt.

Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2010 und der Lagebericht der Gesellschaft, der auch auf die Erklärung zur Unternehmensführung auf der Unternehmenswebsite der Gesellschaft verweist, wurden vom Abschlussprüfer geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Für den Konzern wurde vom Vorstand ein Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, ergänzt um die nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Darüber hinaus wurde ein Konzernlagebericht erstellt. Der Abschlussprüfer hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Jahresabschluss, der Konzernjahresabschluss, die Lageberichte, die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers sowie der Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur eigenen Prüfung zugeleitet. Sie waren in der Aufsichtsratssitzung am 23. Februar 2011 Gegenstand intensiver Beratungen. Insbesondere mit den Ergebnissen der Prüfung durch die Abschlussprüfer hat sich der Aufsichtsrat umfassend befasst.

Die Abschlussprüfer nahmen an der Beratung des Jahresabschlusses der Gesellschaft und des Konzernabschlusses teil. Sie berichteten über die Ergebnisse der Prüfungen, insbesondere auch bei den für 2010 festgelegten Prüfungsschwerpunkten, und standen dem Aufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Ein Schwerpunkt der Erläuterungen des Abschlussprüfers war die Beurteilung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Wesentliche Schwächen in diesem System konnten durch den Abschlussprüfer nicht festgestellt werden. Sowohl Vorstand als auch die Abschlussprüfer haben uns alle Fragen umfassend und zu unserer Zufriedenheit beantwortet.

Nach seinen eigenen abschließenden Ergebnissen der Beratungen und der eigenen Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat stimmt den Ergebnissen der Abschlussprüfung zu. In der Sitzung vom 23. Februar 2011 billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der RATIONAL AG zum 31. Dezember 2010 mit Lagebericht für das Geschäftsjahr 2010 in seiner testierten Fassung vom 16. Februar 2011 sowie den Konzernjahresabschluss zum 31. Dezember 2010 und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2010 in seiner testierten Fassung vom 16. Februar 2011. Der Jahresabschluss 2010 der RATIONAL AG, einschließlich des Lageberichts, ist damit gemäß § 172 Satz 1 AktG festgestellt.

Abhängigkeitsbericht

Der vom Vorstand gemäß § 312 AktG aufgestellte Abhängigkeitsbericht über die Beziehungen der RATIONAL AG zu verbundenen Unternehmen wurde vom Abschlussprüfer geprüft. Der Abschlussprüfer hat folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

„Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Der Bericht des Abschlussprüfers zum Abhängigkeitsbericht lag allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor der Bilanzsitzung vor und wurde von uns geprüft sowie mit den anwesenden Abschlussprüfern eingehend besprochen. Der Aufsichtsrat kam nach seiner Prüfung zu dem abschließenden Ergebnis, dass keine Einwendungen gegen den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und die darin enthaltene Schlusserklärung des Vorstands zu erheben sind.

Gewinnverwendung

Nach Abwägung des operativen Umfelds, der Lage an den weltweiten Finanz- und Kapitalmärkten, der Finanzlage der Gesellschaft und der Erwartungen der Aktionäre stimmen wir dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zu.

Vom Bilanzgewinn der RATIONAL AG in Höhe von 164,7 Mio. Euro soll eine Dividende in Höhe von 5,00 Euro je Aktie zuzüglich einer Sonderdividende in Höhe von 4,00 Euro je Aktie oder insgesamt 102,3 Mio. Euro ausgeschüttet und im Übrigen auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Der Aufsichtsrat dankt dem Management für die gute, vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Ein ganz besonderer Dank gilt allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, denen es 2010 wiederum gelungen ist, unsere bestehenden und neuen Kunden vom Nutzen und Mehrwert der RATIONAL-Produkte zu überzeugen und so die sich weltweit bietenden Marktchancen hervorragend zu nutzen.

Landsberg am Lech, 07. März 2011

Siegfried Meister, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Bericht zur Corporate Governance

Neue Entsprechungen 2010

Den durch die Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 26. Mai 2010 erstmalig aufgenommenen Empfehlungen und Anregungen folgt die RATIONAL AG weitgehend. Als Ergebnis konnte die Entsprechenserklärung vom Februar 2011 abgegeben werden. Diese ist im Geschäftsbericht und auf der RATIONAL-Website (www.rational-online.com) im Bereich Investor Relations veröffentlicht.

Die D&O Versicherungen für die Mitglieder des Vorstands wurden seit dem letzten Bericht an die neue Gesetzeslage und die bisherigen Empfehlungen des Kodex dahingehend angepasst, dass ab dem Geschäftsjahr 2010 ein Selbstbehalt von 10 % für Vorstandsmitglieder vereinbart wurde. Der Selbstbehalt beträgt maximal das 1,5fache der festen jährlichen Vergütung des betreffenden Vorstandsmitglieds. Der Selbstbehalt in Höhe von 10 % des Schadens bis zum 1,5fachen der festen jährlichen Vergütung gilt ab 2011 auch für die Mitglieder des Aufsichtsrats.

Die Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat blieben im Berichtszeitraum unverändert. Die Satzung der Gesellschaft wurde durch Hauptversammlungsbeschluss in zwei Punkten geändert. Dies betrifft die Anpassung der aktienrechtlichen Anmeldefristen für die Hauptversammlung an die neuen gesetzlichen Vorgaben. Zudem wurden Passagen, die das – inzwischen abgelaufene – zeitlich befristete genehmigte Kapital anbelangt, ersatzlos gestrichen.

Aktionäre und Hauptversammlung

An der Hauptversammlung am 21. April 2010 in Augsburg haben 700 Aktionäre, Pressevertreter und Gäste teilgenommen. Die rechnerische Präsenz lag bei 89,11 %. Alle sieben zur Beschlussfassung stehenden Tagesordnungspunkte wurden mit großer Mehrheit durch die Hauptversammlung angenommen.

Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat

Details zum Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat werden ausführlich im Bericht des Aufsichtsrats sowie in der Erklärung zur Unternehmensführung auf der RATIONAL-Website erläutert.

Vorstand

Interessenskonflikte sind im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht aufgetreten. Die Mitglieder des Vorstands, Dr. Günter Blaschke (Vorstandsvorsitzender), Peter Wiedemann (Vorstand technischer Bereich), Erich Baumgärtner (Vorstand kaufmännischer Bereich) und Reinhard Banasch (Vorstand Vertrieb und Marketing) üben keine Aufsichtsratstätigkeit in anderen börsennotierten Unternehmen aus.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der RATIONAL AG besteht unverändert aus drei Mitgliedern und verzichtet daher auf die Bildung von Ausschüssen. Die detaillierten Informationen zu den Arbeits- und Beratungsschwerpunkten des Aufsichtsrats im Berichtszeitraum sind im Bericht des Aufsichtsrats erläutert. Dem Aufsichtsrat gehört nach eigener Einschätzung eine ausreichende Zahl an unabhängigen Mitgliedern an, die über erforderliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben verfügen. Interessenskonflikte sind im Geschäftsjahr nicht aufgetreten.

Vergütung der Organe

Die Gesamtvergütung des Vorstands belief sich für das Geschäftsjahr 2010 auf 3.460 Tsd. Euro. In diesem Betrag ist ein erfolgsabhängiger Gehaltsbestandteil in Höhe von 1.826 Tsd. Euro enthalten. Die variablen Vergütungsteile orientieren sich unter anderem an der Ertragsentwicklung des Konzerns. Damit wird gleichzeitig sowohl positiven als auch möglichen negativen Entwicklungen Rechnung getragen. Das System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder wurde im Berichtszeitraum nicht geändert.

Der Aufwand des Aufsichtsrats für dessen Beratungs- und Kontrolltätigkeiten wird für 2010 mit einer Vergütung in Höhe von 580 Tsd. Euro honoriert. Die Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats setzt sich aus fixen und erfolgsabhängigen Bestandteilen zusammen.

Die Vergütung verteilt sich auf die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats wie folgt:

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Angaben

in Tausend €
fix erfolgsorientiert sonstige gesamt
Siegfried Meister 150 53 27 230
Walter Kurtz 125 53 19 197
Roland Poczka 100 53 - 153
Gesamt 375 159 46 580

Aktienoptionsprogramm

Die RATIONAL AG hat am 3. Februar 2000 für die Vorstandsmitglieder ein Aktienoptionsprogramm über maximal 200.000 Stückaktien der Gesellschaft aufgelegt. Die Aktienoptionen sind mit Sperr- und Ausübungsfristen versehen, die vom Aufsichtsrat festgelegt und beschlossen wurden. Die Ausübung ist an eine bestimmte Steigerung des Unternehmenswertes in Verbindung mit der Wertentwicklung des SMAX-Performance-Index (ab 1. Januar 2004 ersetzt durch SDAX-Performance-Index) geknüpft. In den Jahren 2000 und 2004 wurden Tranchen im Gesamtumfang von 69.000 Stückaktien begeben, die nach Ablauf der jeweiligen Sperr- und Ausübungsfristen durch Barabfindung bedient wurden.

Transparenz

Die RATIONAL AG hat im Berichtszeitraum insgesamt vier Ad-hoc-Mitteilungen nach §15 WpHG veröffentlich, um alle Aktionäre unmittelbar über die aktuelle, wirtschaftliche Entwicklung zu informieren.

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Datum Inhalt
11.03.2010 Geschäftsjahr 2009 - RATIONAL kommt gut durch die Krise
12.05.2010 Bodenbildung weiter gefestigt, Wachstumserwartung bestätigt
10.08.2010 RATIONAL auf Erfolgskurs
10.11.2010 RATIONAL auf Wachstumskurs

Folgende Stimmrechtsschwellenmitteilung ist der RATIONAL AG im Berichtszeitraum zugegangen und wurde umgehend veröffentlicht:

Stimmrechtsschwellenmitteilungen gem. § 26 Abs. 1 WpHG

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Datum Inhalt
11.01.2011 The Royce Fund, New York, USA, überschreitet 3 % der Stimmrechte

Folgende Directors´ Dealings Mitteilungen nach § 15a WpHG wurden der RATIONAL AG im Berichtszeitraum zugeleitet.

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Datum Art Stück Käufer/Verkäufer
30.08.2010 Verkauf 200 Franziska Meister
02.09.2010 Verkauf 10.510 Gabriella Meister
11.11.2010 Verkauf 500 Jutta Wiedemann
11.01.2011 Kauf 500 Peter Wiedemann

Alle Ad-hoc Mitteilungen und Pflichtveröffentlichungen wurden im Berichtszeitraum auf der Unternehmenswebsite eingestellt und sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache veröffentlicht.

Der Aktienbesitz des Vorstands liegt deutlich unter 1 % des Grundkapitals. Der addierte mittelbare und unmittelbare Aktienbesitz des Aufsichtsrats liegt entsprechend der letzten Stimmrechtsmitteilungen bei 72,14 %.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die Hauptversammlung hat am 21. April 2010 die Rölfs WP Partner AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2010 gewählt. Der Prüfungsauftrag wurde durch den Aufsichtsrat erteilt. Bereits vor Unterbreitung des Wahlvorschlags an die Hauptversammlung hatte sich der Aufsichtsrat vom Wirtschaftsprüfer eine Erklärung über die persönlichen und geschäftlichen Beziehungen zur Gesellschaft eingeholt. Diese gab zu keinen Beanstandungen Anlass. Der Aufsichtsrat hat mit dem Prüfer – wie auch in den Vorjahren – vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss und Befangenheitsgründe während der Prüfung unterrichtet wird.

Der Wirtschaftsprüfer ist zusätzlich angehalten, bei einem eventuellen Auftreten wesentlicher, im Rahmen der Abschlussprüfung festgestellter Schwächen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems darüber gesondert zu berichten.

Abhängigkeitsbericht

Der Vorstand hat einen Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 AktG erstellt. Der Abschlussprüfer hat nach dessen Prüfung keine Einwendungen gegen den Abhängigkeitsbericht erhoben. Ebenso hat der Aufsichtsrat nach seiner Prüfung des Abhängigkeitsberichts erklärt, dass keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts zu erheben sind.

Entsprechenserklärung

Vorstand und Aufsichtsrat der RATIONAL AG, Landsberg am Lech, erklären gemäß § 161 AktG:

Die RATIONAL AG hat seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im Februar 2010 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 18. Juni 2009 im Zeitraum bis zum 1. Juli 2010 und überdies sämtlichen am 2. Juli 2010 im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 im Zeitraum ab 2. Juli 2010 („Kodex“) mit den folgenden Ausnahmen entsprochen und beabsichtigt den Empfehlungen des Kodex zukünftig mit den nachfolgend genannten Ausnahmen zu entsprechen:

Ziffern 4.2.4 und 4.2.5 des Kodex:

„Die Gesamtvergütung eines jeden Vorstandsmitglieds wird, aufgeteilt nach fixen und variablen Vergütungsteilen, unter Namensnennung offen gelegt. Gleiches gilt für Zusagen auf Leistungen, die einem Vorstandsmitglied für den Fall der vorzeitigen oder regulären Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied gewährt oder die während des Geschäftsjahres geändert worden sind. Die Offenlegung kann unterbleiben, wenn die Hauptversammlung dies mit Dreiviertelmehrheit anderweitig beschlossen hat. Die Offenlegung soll in einem Vergütungsbericht erfolgen, der als Teil des Corporate Governance Berichts auch das Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder in allgemein verständlicher Form erläutert“.

Auf Grundlage eines Hauptversammlungsbeschlusses vom 17.05.2006 verzichtet die RATIONAL AG auf eine individualisierte Veröffentlichung der Vorstandsvergütung. Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, der ordentlichen Hauptversammlung 2011 erneut vorzuschlagen, einen Beschluss nach § 286 Abs. 5 HGB zum Verzicht auf die individualisierte Offenlegung der Vorstandsgehälter zu fassen. Den weiteren Bestimmungen wird vollständig entsprochen.

Ziffer 5.1.2 Satz 2 des Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010:

„Bei der Zusammensetzung des Vorstands soll der Aufsichtsrat auch auf Vielfalt (Diversity) achten und dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen anstreben.“

Die derzeitigen Mitglieder des Vorstands wurden vor der Veröffentlichung der neu gefassten Empfehlung in Ziffer 5.1.2 des Kodex bestellt. Aufsichtsrat und Vorstand begrüßen ausdrücklich alle Bestrebungen, die einer geschlechtlichen wie auch jeder anderen Form von Diskriminierung entgegenwirken und die Vielfalt (Diversity) angemessen fördern. Bei der Besetzung der Positionen von Vorstandsmitgliedern legt der Aufsichtsrat allein Wert auf die besondere Kompetenz und Qualifikation, weitere Eigenschaften wie das Geschlecht oder nationale Zugehörigkeit waren und sind für diese Entscheidung deshalb ohne Bedeutung.

Ziffer 5.3 des Kodex:

„Bildung von Ausschüssen“

Der Aufsichtsrat der RATIONAL AG hat keine Ausschüsse gebildet. Die Bildung von Ausschüssen des Aufsichtsrats, etwa eines Prüfungsausschusses, ist für die RATIONAL AG nicht sachgerecht, da der Aufsichtsrat aus nur drei Mitgliedern besteht. Es ist daher auch in Zukunft nicht beabsichtigt, Aufsichtsratsausschüsse zu bilden.

Ziffer 5.4.1 Abs. 2 und Abs. 3 des Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010:

„Der Aufsichtsrat soll für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potentielle Interessenskonflikte, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Die konkreten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen vorsehen.

Vorschläge des Aufsichtsrats an die zuständigen Wahlgremien sollen diese Ziele berücksichtigen. Die Zielsetzung des Aufsichtsrats und der Stand der Umsetzung sollen im Corporate Governance Bericht veröffentlicht werden.“

Nach dem Willen der Aktionäre der RATIONAL AG besteht der Aufsichtsrat in der aktuellen Form bereits seit vielen Jahren. Aufgrund der erfolgreichen Arbeit des Aufsichtsrats und des wirtschaftlichen Erfolgs des Unternehmens ist eine kurzfristige Änderung im Aufsichtsrat nicht beabsichtigt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der RATIONAL AG hat sich am Unternehmensinteresse auszurichten und muss die effektive Überwachung und Beratung des Vorstands gewährleisten. Die Kandidaten und Kandidatinnen für Wahlvorschläge an die Hauptversammlung wird der Aufsichtsrat daher ausschließlich nach Kenntnissen, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen auswählen, weitere Eigenschaften wie das Geschlecht oder nationale Zugehörigkeit waren und sind für diese Wahlempfehlungen ohne Bedeutung. Dementsprechend wird der Aufsichtsrat der RATIONAL AG keine konkreten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats gemäß Ziffer 5.4.1 Abs. 2 des Kodex benennen und darüber auch nicht im Corporate Governance Bericht berichten.

Eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder ist nicht festgelegt. Wahlvorschläge an die Hauptversammlung orientieren sich ausschließlich an Kenntnissen, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen der jeweiligen Kandidatinnen bzw. Kandidaten. Es ist beabsichtigt, daran auch in Zukunft festzuhalten, um Erfahrung und Kompetenz zum Wohle des Unternehmens zu sichern.

Landsberg, im Februar 2011

RATIONAL Aktiengesellschaft

Der Aufsichtsrat

Der Vorstand