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RATIONAL AG Interim / Quarterly Report 2022

Aug 3, 2022

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Interim / Quarterly Report

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Finanzbericht: 31180923

RATIONAL Aktiengesellschaft

Landsberg am Lech

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022

Konzernlagebericht

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Konjunkturelle Lage: Unsicherheiten nehmen zu

Nach einem vorsichtig optimistischen Start in das Jahr 2022 haben sich die Aussichten durch den Krieg in der Ukraine und die immer deutlicher spürbaren Versorgungsengpässe erneut verschlechtert. Der internationale Währungsfonds (IWF) geht entsprechend der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen von einem Wachstum der Weltwirtschaft in Höhe von 3,2 % für das Jahr 2022 aus. Dies liegt um 1,2 Prozentpunkte unter der Schätzung aus dem Januar 2022. Für die Wirtschaftsleistung der Eurozone wird nunmehr ein Wachstum von 2,6 % erwartet, in den Vereinigten Staaten rechnet der IWF mit einem Wachstum von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr. In den Entwicklungs- und Schwellenländern wird die Wirtschaftsleistung um 3,6 % über dem Vorjahr prognostiziert. (Quelle: IMF World Economic Outlook, Juli 2022)

Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung: große Herausforderungen trotz Ende der Corona-Einschränkungen

Im Laufe des ersten Halbjahres 2022 wurden weltweit Corona-Maßnahmen gelockert oder ganz abgeschafft. Trotz dieser positiven Entwicklungen traten auch neue Herausforderungen in den Mittelpunkt der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. Nach Beginn des Kriegs in der Ukraine zeichneten sich eklatante Preissteigerungen der Energiekosten und Lebensmittelpreise ab. Zudem wird der Fachkräftemangel zunehmend spürbar. Allein in Deutschland haben Hotels und Gaststätten einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zufolge im Jahr 2020 rund 216.000 Beschäftigte verloren. Die steigenden Faktorpreise haben einen positiven Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit unserer Kochsysteme für den Kunden.

Lieferketten: konstanter Risikofaktor

Die Unsicherheiten in der Lieferkette waren auch im ersten Halbjahr 2022 eines der bedeutenden Themen. Vor allem in den entwickelten Ländern befinden sich die Lieferzeiten für unsere Produkte noch spürbar über dem Niveau vor der Corona-Krise. Neben den Engpässen bei elektronischen Bauteilen gab es Probleme in der internationalen Logistik. (Quelle: IMF WP/​22/​31, Februar 2022)

Ertragslage

Auftragslage und Orderbuch weiterhin auf hohem Niveau

Zum 1. April 2022 traten weltweit Preiserhöhungen für RATIONAL-Kochsysteme, Reiniger und Zubehör in Kraft. Dies führte zu einem deutlichen Auftragsanstieg im März. Aufgrund dieser vorgezogenen Aufträge fielen im zweiten Quartal die eingehenden Aufträge etwas unter das Niveau der Vormonate, verblieben aber immer noch auf hohem Niveau. Insgesamt lagen im zweiten Quartal die Auftragseingänge leicht über dem Niveau der abgesetzten Stückzahlen. Daraus resultierte ein im Vergleich zum ersten Quartal 2022 leichter Anstieg des Auftragsbestands zum Ende des zweiten Quartals 2022 auf rund 400 Mio. Euro, beziehungsweise 44.000 Geräte.

Neben der zunehmenden Zuversicht bei unseren Endkunden haben zwei wesentliche Effekte zu den anhaltend hohen Auftragseingängen beigetragen. Seit Herbst 2021 zeichneten sich erkennbar längere Lieferzeiten durch die internationalen Versorgungsengpässe von elektronischen Bauteilen ab. Das führt dazu, dass der Fachhandel früher bestellt. Zudem reagierten wir mit Preiserhöhungen auf die gestiegenen Komponenten- und Logistikkosten. Diese beiden Effekte führten zu einer signifikanten Zahl an vorgezogenen Bestellungen.

Trotz Materialengpässen - Umsatz im zweiten Quartal über Vorkrisenniveau bei 232 Mio. Euro - bestes Quartal und bestes Halbjahr seit Bestehen

Wie im ersten Quartal 2022 war auch im zweiten Quartal 2022 nicht die Nachfrage oder die Produktionskapazität, sondern die Verfügbarkeit der Steuerrechner (CPUs) maßgeblich für die Umsatzrealisierung. Obwohl beide Lieferanten für Steuerrechner ihren Sitz in Europa haben, wurden diese von Materialengpässen durch die Lockdowns in Shanghai getroffen. Dies hatte zur Folge, dass im ersten Halbjahr die erhaltenen Volumen weit unter unserem Bedarf lagen.

Mit Umsatzerlösen in Höhe von 232,4 Mio. Euro im zweiten Quartal 2022 konnten wir den Umsatz des zweiten Quartals 2021 (Vj. 211,6 Mio. Euro) um 10 % übertreffen. Nach sechs Monaten 2022 lag der Umsatz mit 457,7 Mio. Euro um 21 % über Vorjahr (Vj. 379,3 Mio. Euro). Die gruppenweiten Umsatzerlöse lagen somit sowohl im zweiten Quartal als auch im ersten Halbjahr nicht nur deutlich über dem Vorjahr, sondern auch über dem Vorkrisenniveau 2019 auf einem neuen Allzeithoch.

Umsatz profitiert vom After-Sales-Geschäft, Preiserhöhungen und positiven Währungseffekten

Aufgrund des Engpasses bei Elektronikkomponenten konnten nicht alle Aufträge bedient werden und die Anzahl der ausgelieferten Kochsysteme konnte im ersten Halbjahr lediglich um 4 % gesteigert werden. Sehr erfreulich entwickelte sich dagegen das Geschäft mit Reinigern, Serviceteilen und Zubehör, das im gleichen Zeitraum um rund 35 % zulegen konnte. Dies ist einerseits auf eine generell steigende Nachfrage in diesem Bereich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zurückzuführen. Andererseits wirken sich hier die schneller umsetzbaren Preiserhöhungen unmittelbar umsatzsteigernd aus. Insgesamt schätzen wir den positiven Umsatzeffekt der bereits eingeführten Preiserhöhungen in den ersten sechs Monaten auf rund 5 Prozentpunkte.

Darüber hinaus waren in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres die Wechselkursänderungen positiv für die Umsatzentwicklung. Die Abwertung des Euro gegenüber den meisten Währungen wirkte sich umsatzsteigernd aus. In Summe unterstützten diese positiven Währungseffekte das Umsatzwachstum im Vorjahresvergleich im ersten Halbjahr 2021 um mehr als 3 Prozentpunkte.

Nahezu alle Regionen mit starker Entwicklung - Lockdowns in China bremsen Asien

Aus regionaler Sicht reichten die Wachstumsraten der Segmente im Vergleich zum ersten Vorjahreshalbjahr von -7 % in Asien bis +55 % in Lateinamerika (Übrige Segmente). Neben den Lockdown-bedingten schwachen Umsätzen des zweiten Quartals in China waren in Asien vor allem das volatile OEM-Geschäft in Japan sowie schwächere Umsätze in Korea verantwortlich. In Lateinamerika erholte sich das Geschäft weiterhin dynamisch in allen Märkten von den sehr tiefen Einschnitten der Corona-Krise. EMEA und DACH übertrafen den Vergleichszeitraum des Vorjahres mit erfreulichen 23 % bzw. 26 %. In nahezu allen Ländern Europas sahen wir eine teils starke Erholungsbewegung. Lediglich Russland und die angrenzenden eurasischen Regionen lagen aufgrund der bestehenden Sanktionen erkennbar unter Vorjahr. Nordamerika lag mit einer Steigerungsrate von 15 % leicht unter dem Gruppenschnitt.

Umsatz nach Produktgruppen: iVario trotzt Versorgungsschwierigkeiten und bleibt auf Erfolgskurs

Beide Produktgruppen konnten gleichermaßen zum guten Wachstum der Gruppe beitragen. In der Produktgruppe iCombi lag der Umsatz mit einem Wachstum von 17 % in den ersten sechs Monaten bei 395,1 Mio. Euro (Vj. 337,6 Mio. Euro). Besonders erfreulich entwickelten sich die Umsätze des iVario. Mit einem Umsatzplus von 50 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 bleibt der iVario unverändert auf Erfolgskurs. Die Umsätze erreichten 62,6 Mio. Euro (Vj. 41,7 Mio. Euro). Der Absatz der verkauften Kochsysteme ist nicht im selben Maß wie der Umsatz gestiegen. Durch die bessere Verfügbarkeit von elektronischen Bauteilen gelang es uns den Absatz von iVario Kochsystemen um 39 % gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum zu steigern.

54 % Rohertragsmarge im ersten Halbjahr 2022

Die Umsatzkosten stiegen überproportional zu den Umsatzerlösen um rund 27 % auf 210,5 Mio. Euro (Vj. 165,6 Mio. Euro). Aufgrund dessen geriet die Rohertragsmarge des ersten Halbjahres 2022 unter Druck. Mit 54,0 Prozent lag sie um 2,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau (Vj. 56,3 %). Gründe hierfür waren die massiven Kostensteigerungen in der Materialbeschaffung und Logistik sowie der zeitliche Verzug der Preiserhöhungseffekte. Aufgrund des hohen Auftragsbestands, welcher zu den zur Zeit der Bestellung aktuellen Preisen gebucht ist, sehen wir einen spürbaren zeitlichen Versatz bei den Preiserhöhungen. Sobald der Auftragsbestand bei einer besseren Materialverfügbarkeit abgearbeitet wird, werden die Preiserhöhungen wirksam.

EBIT-Marge im ersten Halbjahr 2022 bei 20 %

Nach den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres lag das EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) bei 93,1 Mio. Euro und damit um rund 10 % über dem Niveau des ersten Halbjahres 2021 (Vj. 84,4 Mio. Euro). Die EBIT-Marge erreichte 20,3 % (Vj. 22,3 %).

Die letztjährige EBIT-Marge des ersten Halbjahres profitierte von der positiven Umsatzentwicklung durch die schrittweisen Öffnungen nach den Corona-Lockdowns bei einem reduzierten Kostenniveau.

Die diesjährige EBIT-Marge wurde vor allem durch die eklatant gestiegenen Material- und Komponentenpreise belastet. Während die Kosten des Materialeinsatzes überproportional zum Umsatz wuchsen, gaben uns die operativen Kosten etwas Rückenwind. Diese lagen in Summe mit 156,0 Mio. Euro um 19 % über dem Vorjahresniveau von 131,1 Mio. Euro und stiegen damit weniger stark als die Umsatzerlöse.

Die operativen Kosten in den Bereichen Vertrieb und Service lagen im ersten Halbjahr bei 111,0 Mio. Euro (Vj. 88,6 Mio. Euro). Gestiegene Marketingausgaben sind mit vermehrten Vertriebsveranstaltungen und Geschäftsreisen neben den deutlich höheren Frachtraten für diesen Anstieg verantwortlich. Die Forschungs- und Entwicklungskosten lagen im ersten Halbjahr 2022 bei 22,2 Mio. Euro und damit mit 4 % leicht unter dem Vorjahr (Vj. 23,1 Mio. Euro). Die Verwaltungskosten stiegen um 17 % von 19,4 Mio. Euro auf 22,8 Mio. Euro.

Im ersten Halbjahr 2022 hat sich das Währungsergebnis mit 0,9 Mio. Euro positiv im EBIT niedergeschlagen (Vj. 1,3 Mio. Euro).

Finanz- und Vermögenslage

33 Mio. Euro operativer Cashflow

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielten wir aus operativer Tätigkeit einen operativen Cashflow in Höhe von 33,0 Mio. Euro (Vj. 76,5 Mio. Euro). Dieser resultiert im Wesentlichen aus einem Jahresüberschuss von 70,9 Mio. Euro, Abschreibungen auf Anlagevermögen von 15,2 Mio. Euro (liquiditätserhöhend) sowie einem signifikanten Anstieg des Working Capital im Verlauf des Jahres um 55,0 Mio. Euro (liquiditätssenkend). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich aus dem stärkeren Anstieg des Vorratsvermögens und bilanziellen Stichtagseffekten bei Forderungen, sonstigen Vermögenswerten und den Rückstellungen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit enthält die Investitionen in das Sachanlage- und immaterielle Vermögen. Diese betrugen im ersten Halbjahr 2022 17,9 Mio. Euro (Vj. 10,9 Mio. Euro).

Wesentlich hierfür sind Investitionen in unseren Standort in Wittenheim. Zudem wurden Modernisierungen des Maschinenparks am Standort Landsberg am Lech durchgeführt. Aufgrund von Verzögerungen bei Projekten erwarten wir die Investitionen 2022 auf einem niedrigeren Niveau als im Geschäftsbericht 2021 ursprünglich prognostiziert. Diese erwarten wir für das aktuelle Geschäftsjahr zwischen 30 und 35 Mio. Euro.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von -118,4 Mio. Euro reflektiert im Wesentlichen die Dividendenzahlung (-113,7 Mio. Euro), Tilgung von Bankdarlehen (-0,2 Mio. Euro) sowie die Rückzahlung und Auszahlungen im Rahmen von Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 (-4,4 Mio. Euro).

Liquiditätssicherung zusammen mit angemessener Dividendenpolitik

Hohe Liquidität und die daraus resultierende Unabhängigkeit von Kapitalmärkten und Bankkrediten sowie der Erhalt der unternehmerischen Freiheit haben für RATIONAL seit jeher eine sehr große Bedeutung. Dies ist in Krisenzeiten noch wichtiger für den langfristigen Bestand und Erfolg unseres Unternehmens. Unsere Eigenkapitalquote lag per Ende Juni 2022 bei hohen 75 % und wir verfügten über rund 180 Mio. Euro Nettofinanzvermögen. Zudem hatten wir am 30. Juni 2022 Kreditlinien in Höhe von 98 Mio. Euro, davon sind 75 Mio. Euro vertraglich fest zugesagt. Zusätzlich zu unserer unternehmerischen Vorsicht lassen wir unsere Aktionäre in angemessenen Maßen am Unternehmenserfolg teilhaben und verfolgen in der Regel eine Dividendenausschüttung in Höhe von 70 % des Konzernergebnisses. Aufgrund der Coronabedingten Reduzierung der Dividende im Jahr 2020 wurde dieses Jahr neben der regulären Dividende von 7,50 Euro pro Aktie eine Sonderdividende von 2,50 Euro pro Aktie gezahlt.

RATIONAL gewinnt Auszeichnung als beste Arbeitgebermarke 2021/​2022

Als sozial verantwortliches Unternehmen strebt RATIONAL danach, ein sehr attraktiver Arbeitgeber zu sein und zu bleiben. Denn Grundlage für unseren nachhaltigen Erfolg sind unsere Mitarbeiter. Dafür erwarten wir von unseren U.i.U. hohen Einsatz, Flexibilität und höchste Kundenorientierung. In den letzten Jahren haben wir unseren Auftritt als Arbeitgeber modernisiert, um auch in Zeiten des Fachkräftemangels die richtigen Bewerber anzusprechen. Wir freuen uns sehr, dass unsere Arbeitgebermarke jetzt sogar preisgekrönt ist. Am 23. Mai 2022 wurde unser Konzept "Das Beste vereint!" im Rahmen des TalentAttract Events von einer zehnköpfigen Jury aus den Bereichen HR, Marketing und Kommunikation großer Unternehmen aus dem DACH-Raum und der Universität Salzburg ausgezeichnet. Wichtige Kriterien waren Selbstverantwortung, Sinn, Entwicklung und soziale Verantwortung, die aus Sicht der Jury den Unterschied ausmachen würden.

Zum Ende des zweiten Quartals beschäftigen wir konzernweit 2.341 Mitarbeiter (31.12.2021: 2.248 Personen), davon 1.345 (31.12.2021: 1.285 Personen) in Deutschland. Bei Gehaltserhöhungen richten wir uns nach den Entwicklungen der IG-Metall oder übertreffen diese. Die Gehälter unserer in Deutschland beschäftigten U.i.U. haben wir per 1. Juli 2022 um 5,1 % erhöht und werden die Entwicklung der Inflation weiter eng beobachten.

RATIONAL als eines der nachhaltigsten mittelständischen Unternehmen ausgezeichnet

RATIONAL macht mit seinen Produkten, die Energie einsparen, Ressourcen schonen, sichere und ergonomische Arbeitsplätze bieten sowie gesundes Essen zubereiten, seit Jahrzehnten Tausende von Kundenunternehmen nachhaltiger. Zusätzlich streben wir danach, unsere eigene Wertschöpfung so nachhaltig wie möglich zu gestalten und den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Es freut uns, dass die WirtschaftsWoche RATIONAL in ihrer Ende Juni veröffentlichten Ausgabe Nummer 26 zu den nachhaltigsten Unternehmen des deutschen Mittelstands zählt. Im Ranking, das in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Munich Strategy erarbeitet wurde, belegen wir den stolzen 32. Rang.

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognosebericht

Wie bereits beschrieben, hängt die weitere Umsatzentwicklung aktuell weniger von der Markt- und Auftragsentwicklung ab. Vielmehr wird sie von der Verfügbarkeit von Bauteilen bestimmt, insbesondere elektronischer Komponenten. Die wesentlichen Risiken bleiben bestehen und sind schwer zu prognostizieren. Sowohl die chinesischen Lockdowns als auch die Ukrainekrise betreffen uns indirekt weiterhin.

Deutliche Kostensteigerungen aufgrund der gestiegenen Energiepreise sowie Engpässe bei Komponenten könnten das Jahr negativ beeinflussen. Zudem sind die Folgen einer möglichen Gasrationierung in Deutschland auf unsere Lieferanten und uns schwer zu beurteilen. Dagegen sehen wir, dass Erhöhungen unserer Verkaufspreise zu wirken beginnen und sich im zweiten Halbjahr niederschlagen werden.

Aufgrund der Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr und unserer Erwartungen für den Rest des Geschäftsjahres bestätigen wir die Prognose für 2022. Wir gehen von einem 10-bis 15-prozentigen Umsatzwachstum im Vorjahresvergleich und einer EBIT-Marge leicht über der des Vorjahres aus. Sollten sich die genannten Risiken stärker materialisieren als sie sich in den ersten sechs Monaten abgezeichnet haben, erwarten wir ein geringeres Umsatzwachstum und eine EBIT-Marge unter der des Vorjahres. In einem freundlicheren Umfeld mit stabiler Teileverfügbarkeit und positiven Effekten aus Preiserhöhungen und Fremdwährungen ist ein Umsatzniveau am oberen Ende der Prognose oder leicht darüber realistisch. Da der anhaltende Kostendruck negativ auf die EBIT-Marge wirkt, rechnen wir auch in diesem Szenario mit einem absoluten EBIT im Rahmen der ursprünglichen Erwartungen.

Risiko- und Chancenbericht

RATIONAL setzt weltweit ein Risikomanagementsystem ein, das die frühzeitige Erkennung von Risiken sicherstellt und die Ergreifung entsprechender Korrekturmaßnahmen unterstützt. Die vorhandenen Risiken in Bezug auf die Entwicklung der Corona-Krise und damit verbundene Produktionsbereitschaft und Gesundheit der Mitarbeiter, der Weltwirtschaft, der Energieversorgung sowie der Ukrainekrise stellen auch weiterhin einen Unsicherheitsfaktor für die Geschäftsentwicklung dar. Gegenüber der Darstellung der Chancen und Risiken im letzten Konzernabschluss ergeben sich folgende Ergänzungen:

Corona- und konjunkturbedingte Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft unserer Kunden

Die konjunkturelle Entwicklung, vor allem in Europa, könnte die Investitionsbereitschaft unserer Kunden beeinträchtigen. Die allgemein gestiegene Inflation, aufgrund derer auch wir unsere Preise erhöhten, könnte zu einer Lohn-Preis-Spirale führen, worauf eine Rezession folgen könnte. Auch ohne eine Lohn-Preis-Spirale sehen Volkswirte zunehmend das Risiko einer abkühlenden Weltwirtschaft und einer Rezession in Teilen der Welt.

Produktionsunterbrechungsrisiko

Nach dem Ausrufen der Alarmstufe durch den deutschen Wirtschaftsminister befindet sich Deutschland aktuell in der zweiten Stufe des Notfallplans Gas. Neben der allgemeinen Preisentwicklung könnte sich die zukünftige Entwicklung negativ auf die Versorgungssicherheit auswirken. RATIONAL ist als montageorientiertes Unternehmen wenig abhängig von Gas. In einigen Teilen unserer Standorte in Landsberg wird Gas zum Heizen verwendet. In der Produktion benötigen wir Gas lediglich zum Testen unserer gasbetriebenen Geräte. Das größere Risiko entsteht unserer Ansicht nach durch die indirekten Folgen. Bei energieintensiven Lieferanten wie beispielsweise Edelstahl- und Glaslieferanten könnten enorm steigende Gaspreise dazu führen, dass deren Produktion nicht mehr rentabel ist. Neben diesem Risiko birgt eine Rationierung oder ein komplettes Ausbleiben der Gaslieferungen in diesen Industrien ein weiteres Versorgungsrisiko.

Landsberg am Lech, den 3. August 2022

RATIONAL AG

Der Vorstand

Halbjahresabschluss

RATIONAL-Konzern

Gesamtergebnisrechnung

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in TEUR 2. Quartal

2022
2. Quartal

2021
1. Halbjahr

2022
1. Halbjahr

2021
Umsatzerlöse 232.425 211.638 457.675 379.337
Umsatzkosten -108.032 -91.845 -210.491 -165.643
Bruttoergebnis vom Umsatz 124.393 119.793 247.184 213.694
Vertriebs- und Servicekosten -57.664 -46.089 -111.028 -88.617
Forschungs- und Entwicklungskosten -10.690 -11.731 -22.193 -23.101
Allgemeine Verwaltungskosten -11.347 -9.739 -22.806 -19.422
Sonstige betriebliche Erträge 9.387 2.172 16.401 6.112
Sonstige betriebliche Aufwendungen -8.712 -2.175 -14.428 -4.263
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 45.367 52.231 93.130 84.403
Zinserträge 69 74 150 127
Zinsaufwendungen -145 -155 -305 -347
Übriges Finanzergebnis -11 -144 -316 -294
Ergebnis vor Steuern (EBT) 45.280 52.006 92.659 83.889
Ertragsteuern -10.616 -12.221 -21.777 -19.714
Ergebnis nach Steuern 34.664 39.785 70.882 64.175
Positionen, die zukünftig in das Periodenergebnis

umgegliedert werden können:
Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung -671 172 -666 -879
Sonstiges Ergebnis -671 172 -666 -879
Gesamtergebnis 33.993 39.957 70.216 63.296
Durchschnittliche Anzahl der Aktien

(unverwässert /​ verwässert)
11.370.000 11.370.000 11.370.000 11.370.000
Unverwässertes /​ verwässertes Ergebnis je Aktie in Euro,

bezogen auf das Ergebnis nach Steuern und die Anzahl der Aktien
3,05 3,50 6,23 5,64

Bilanz

Aktiva

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in TEUR 30.06.2022 30.06.2021 31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte 225.683 217.252 218.569
Immaterielle Vermögenswerte 12.027 5.748 8.303
Sachanlagen 199.176 195.796 196.078
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.189 1.141 1.040
Latente Steueransprüche 11.104 12.750 9.973
Sonstige Vermögenswerte 2.187 1.817 3.175
Kurzfristige Vermögenswerte 521.942 492.775 565.269
Vorräte 103.037 77.946 97.288
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 145.728 122.342 108.787
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 57.926 20.814 84.877
Ertragsteuerforderungen 8.180 9.436 7.691
Sonstige Vermögenswerte 26.403 19.839 12.931
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 180.668 242.398 253.695
Bilanzsumme 747.625 710.027 783.838

Passiva

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in TEUR 30.06.2022 30.06.2021 31.12.2021
Eigenkapital 560.022 543.812 603.330
Gezeichnetes Kapital 11.370 11.370 11.370
Kapitalrücklage 28.058 28.058 28.058
Gewinnrücklagen 526.735 509.890 569.377
Übriges Eigenkapital -6.141 -5.506 -5.475
Langfristige Schulden 33.453 34.089 34.345
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 5.817 6.732 5.785
Sonstige Rückstellungen 10.938 10.389 10.780
Finanzschulden 472 1.416 944
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 13.264 14.426 13.963
Latente Steuerschulden 1.526 28 677
Ertragsteuerverbindlichkeiten 820 820 1.532
Sonstige Verbindlichkeiten 616 278 664
Kurzfristige Schulden 154.150 132.126 146.163
Sonstige Rückstellungen 68.807 54.003 63.041
Finanzschulden 1.469 2.173 1.181
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.832 24.720 28.440
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 12.392 9.590 15.923
Ertragsteuerverbindlichkeiten 11.014 8.948 9.077
Sonstige Verbindlichkeiten 31.636 32.692 28.501
Schulden 187.603 166.215 180.508
Bilanzsumme 747.625 710.027 783.838

Kapitalflussrechnung

für den Zeitraum 1. Januar - 30. Juni

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in TEUR 1. Halbjahr

2022
1. Halbjahr

2021
Ergebnis vor Steuern (EBT) 92.659 83.889
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 32.967 76.470
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen inklusive Erlöse Anlagenabgang -17.872 -10.873
Cashflow aus Finanzanlagen 28.795 5.104
Cashflow aus Investitionstätigkeit 10.923 -5.769
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -118.391 -60.014
Einfluss von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.474 583
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -73.027 11.270
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 01.01. 253.695 231.128
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 30.06. 180.668 242.398

Eigenkapitalveränderungsrechnung

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in TEUR Gezeichnetes

Kapital
Kapital-

rücklage
Gewinn-

rücklagen
Übriges Eigenkapital Gesamt
Unterschieds-

beträge aus der

Währungs-

umrechnung
Versicherungs-

mathematische

Gewinne und

Verluste
--- --- --- --- --- --- ---
Stand am 01.01.2021 11.370 28.058 500.290 -3.078 -1.549 535.091
Dividende - - -54.576 - - -54.576
Ergebnis nach Steuern - - 64.175 - - 64.175
Sonstige Änderungen - - - - - -
Sonstiges Ergebnis - - - -879 - -879
Stand am 30.06.2021 11.370 28.058 509.890 -3.957 -1.549 543.812
Stand am 01.01.2022 11.370 28.058 569.377 -4.630 -845 603.330
Dividende - - -113.700 - - -113.700
Ergebnis nach Steuern - - 70.882 - - 70.882
Sonstige Änderungen - - 176 - - 176
Sonstiges Ergebnis - - - -666 - -666
Stand am 30.06.2022 11.370 28.058 526.735 -5.296 -845 560.022

Anhang

Grundlagen der Rechnungslegung

Der Konzernhalbjahresbericht wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Dabei kamen die Regelungen des IAS 34 für einen verkürzten Abschluss zur Anwendung. Der Konzernhalbjahresbericht ist in Zusammenhang mit dem Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres 2021 zu lesen. Mit Ausnahme der beschriebenen Änderungen wurden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Konsolidierungsmethoden des letzten Konzernabschlusses angewandt.

Zu Beginn des Geschäftsjahres traten folgende geänderte Standards in Kraft:

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Änderungen an IFRS 3 "Verweis auf das Rahmenkonzept"
Änderungen an IAS 16 "Erlöse vor der beabsichtigten Nutzung einer Sachanlage"
Änderungen an IAS 37 "Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung"
Jährliche Verbesserungen an den IFRS - Zyklus 2018-2020

Aus geänderten Standards, die zu Beginn des Geschäftsjahres in Kraft traten und nicht vorher freiwillig angewendet wurden, resultieren keine wesentlichen Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernzwischenabschluss.

Dieser Konzernhalbjahresbericht wurde weder entsprechend § 317 HGB geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis der RATIONAL AG umfasst zum 30. Juni 2022 neben der RATIONAL AG als Muttergesellschaft sieben inländische (31.12.2021: sieben) und 24 ausländische (31.12.2021: 24) Tochtergesellschaften.

Es gab keine Veränderung des Konsolidierungskreises gegenüber dem 31. Dezember 2021.

Erläuterungen zur

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Der Umsatzanstieg in Höhe von 78.338 Tsd. Euro oder 21 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 ist auf eine Normalisierung der Situation nach der Corona-bedingt weltweit geringeren Nachfrage zu Beginn der Vergleichsperiode sowie positive Währungseffekte zurückzuführen. Zudem führten Preisanpassungen infolge der allgemeinen, weltweiten Inflation zu einer Umsatzerhöhung im zweiten Quartal. Der Anstieg der Umsatzkosten entwickelte sich mit 27 % überproportional im Vergleich zum Umsatz. Dies ist vor allem auf stark steigende Materialkosten aufgrund des global angespannten Beschaffungsmarktes zurückzuführen. Die Vertriebs- und Servicekosten wachsen mit 25 % stärker als die Umsatzerlöse, was insbesondere auf deutliche Kostensteigerungen bei Logistikkosten sowie gestiegene Ausgaben für Vertriebsveranstaltungen und Geschäftsreisen aufgrund gelockerter Kontakt- und Reisebeschränkungen zurückzuführen ist. Der Rückgang der Forschungs- und Entwicklungskosten resultiert aus der Aktivierung von Entwicklungskosten. Bereinigt um diese steigen die Forschungs- und Entwicklungskosten um 13 %. Die Währungsentwicklungen im ersten Halbjahr 2022 führten zu einem Währungsergebnis in Höhe von 874 Tsd. Euro (Vj. 1.294 Tsd. Euro). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Kursgewinne in Höhe von 14.525 Tsd. Euro (Vj. 4.731 Tsd. Euro), in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen Kursverluste in Höhe von 13.651 Tsd. Euro (Vj. 3.437 Tsd. Euro) enthalten. Insgesamt wurde ein um 8.770 Tsd. Euro bzw. 10 % höheres Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 erwirtschaftet.

Die regionale Aufteilung der Umsatzerlöse nach dem Sitz der Kunden ist in der nachstehenden Tabelle dargestellt. Die Produktgruppe iCombi erzielt im Berichtszeitraum Umsatzerlöse in Höhe von 395.059 Tsd. Euro (Vj. 337.641 Tsd. Euro), die Produktgruppe iVario erzielt Umsatzerlöse in Höhe von 62.616 Tsd. Euro (Vj. 41.696 Tsd. Euro). 70 % (Vj. 74 %) der Umsatzerlöse entfallen auf den Geräteabsatz. Die restlichen 30 % (Vj. 26 %) entstehen aus dem Verkauf von Zubehör, Ersatzteilen und Pflegeprodukten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen. Weitere Informationen zu Umsatzerlösen werden in der Segmentberichterstattung dargestellt.

Umsatzerlöse nach Regionen

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in TEUR 1. Halbjahr

2022
Anteil

in %
1. Halbjahr

2021
Anteil

in %
Deutschland 61.676 13 48.053 13
Europa (ohne Deutschland) 208.138 46 169.007 44
Nordamerika 84.185 18 67.373 18
Lateinamerika 23.854 5 14.790 4
Asien 54.589 12 59.730 16
Übrige Welt 1 25.233 6 20.384 5
Gesamt 457.675 100 379.337 100

1 Australien, Neuseeland, Mittlerer Osten, Afrika

Ertragsteuern

Die Ermittlung des Ertragsteueraufwands im Konzernzwischenabschluss erfolgt gemäß IAS 34 auf Basis des erwarteten gewichteten durchschnittlichen jährlichen Steuersatzes für das Geschäftsjahr 2022.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Der Anstieg der langfristigen Vermögenswerte um 7.114 Tsd. Euro gegenüber dem 31. Dezember 2021 resultiert aus aktivierten Entwicklungsleistungen in den immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 3.817 Tsd. Euro sowie erhöhten geleisteten Anzahlungen auf Sachanlagen in Höhe von 8.032 Tsd. Euro als Folge von Bauprojekten, vor allem am Produktionsstandort in Wittenheim. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 36.941 Tsd. Euro gegenüber dem 31. Dezember 2021 ist auf das Umsatzwachstum, insbesondere zum Ende der Berichtsperiode, zurückzuführen. Der Rückgang der kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte um 26.951 Tsd. Euro im Vergleich zum 31. Dezember 2021 resultiert im Wesentlichen aus einer Reduzierung der Festgeldanlagen um 28.589 Tsd. Euro. Der Anstieg der sonstigen Vermögenswerte um 13.472 Tsd. Euro im Vergleich zum 31. Dezember 2021 ist vor allem auf die um 6.704 Tsd. Euro gestiegenen Umsatzsteuerforderungen sowie um 5.936 Tsd. Euro erhöhte Vorauszahlungen zurückzuführen. Die Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird in den Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung beschrieben.

Die Zunahme der kurzfristigen sonstigen Rückstellungen um 5.766 Tsd. Euro resultiert im Wesentlichen aus der unterjährigen Zunahme der personalbezogenen Rückstellungen. Die Reduzierung der kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 3.531 Tsd. Euro ist hauptsächlich in der Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Handelspartnern in Höhe von 5.708 Tsd. Euro begründet. Das Wachstum der kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten um 3.135 Tsd. Euro wird durch den Anstieg der erhaltenen Anzahlungen in Höhe von 1.648 Tsd. Euro, der Umsatzsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 665 Tsd. Euro sowie der um 653 Tsd. Euro höheren vertraglichen Verpflichtungen erklärt.

Erläuterungen zur

Konzernkapitalflussrechnung

Der Rückgang des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit im ersten Halbjahr 2022 im Vorjahresvergleich resultiert aus dem Anstieg des Nettoumlaufvermögens. Dies ist insbesondere auf den Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den Bestandsaufbau im Vergleich zum 31. Dezember 2021 zurückzuführen. Der höhere Cashflow aus Investitionstätigkeit ergibt sich aus dem Rückgang von Festgeldanlagen im Vergleich zum Vorjahr. Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit entsteht insbesondere aus der Dividendenzahlung in Höhe von 113.700 Tsd. Euro (Vj. 54.576 Tsd. Euro).

Sonstige Erläuterungen zum

Konzernabschluss

Finanzinstrumente

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte und die nach IFRS 7 zusätzlich anzugebenden beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten. Wird für ein Finanzinstrument kein beizulegender Zeitwert ausgewiesen, so stellt der angegebene Buchwert des Finanzinstruments einen angemessenen Näherungswert für dessen beizulegenden Zeitwert dar. Für Leasingverbindlichkeiten wird gemäß IFRS 7.29 d) kein beizulegender Zeitwert angegeben.

Während der Berichtsperiode kam es zu keinen Umgliederungen zwischen den Bemessungshierarchiestufen gemäß IFRS 13. Wenn Umstände eintreten, die eine andere Einstufung erfordern, werden die Finanzinstrumente zum Ende der Berichtsperiode umgegliedert.

Bewertungskategorien gem. IFRS 9

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in TEUR Bemessungs-

hierarchiestufe
Buchwert

30.06.2022
Beizulegender

Zeitwert

30.06.2022
Buchwert

31.12.2021
Beizulegender

Zeitwert

31.12.2021
Finanzielle Vermögenswerte, zu fortgeführten

Anschaffungskosten bewertet
384.339 447.804
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (langfristig) Stufe 2 1.189 1.146 1.040 1.036
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 145.728 108.787
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) 56.754 84.282
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 180.668 253.695
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zum beizulegenden

Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis
1.172 595
Derivate ohne Hedgebeziehung 1 Stufe 2 1.172 1.172 595 595
Finanzielle Verbindlichkeiten, zu fortgeführten

Anschaffungskosten bewertet
54.111 59.486
Finanzschulden (langfristig) Stufe 2 472 473 944 972
Leasingverbindlichkeiten (langfristig) 2 10.050 10.749
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) Stufe 2 3.214 3.159 3.214 3.202
Finanzschulden (kurzfristig) Stufe 2 1.469 1.470 1.181 1.193
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.832 28.440
Leasingverbindlichkeiten (kurzfristig) 3 7.187 6.719
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) 2.887 8.239
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden

Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis
2.318 965
Derivate ohne Hedgebeziehung 3 Stufe 2 2.318 2.318 965 965

1 Enthalten in Bilanzposition "Sonstige finanzielle Vermögenswerte" (kurzfristig)

2 Enthalten in Bilanzposition "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" (langfristig)

3 Enthalten in Bilanzposition "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" (kurzfristig)

Geschäftssegmente

Die Berichterstattungsstruktur des Konzerns folgt der internen Steuerung und Berichterstattung an den Vorstand und richtet sich an geographischen Regionen aus. Es werden die Geschäftssegmente DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz), EMEA, Nordamerika, Asien sowie übrige Segmente berichtet. Das Segment Südamerika wird seit dem Geschäftsjahr 2021 nicht mehr im zusammengefassten Geschäftssegment Americas, sondern unter "Übrige Segmente" berichtet.

Geschäftssegmente 1. Halbjahr 2022

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in TEUR DACH EMEA Nord-

Amerika
Asien Übrige

Segmente
Summe der

Segmente
Segmentumsätze 80.102 199.358 81.548 65.127 17.314 443.449
Segmentergebnis /​ EBIT 17.845 48.598 12.513 11.753 3.028 93.737
Finanzergebnis
Ergebnis vor Steuern
Segmentvermögenswerte 12.221 79.486 57.416 44.655 12.951 206.729

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in TEUR Zentral-

bereiche
Überleitung Konzern
Segmentumsätze 1.703 12.523 457.675
Segmentergebnis /​ EBIT -607 93.130
Finanzergebnis -471
Ergebnis vor Steuern 92.659
Segmentvermögenswerte 67.717 -25.681 248.765

Geschäftssegmente 1. Halbjahr 2021

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in TEUR DACH EMEA Nord-

Amerika
Asien Übrige

Segmente
Summe der

Segmente
Segmentumsätze 63.726 161.669 71.067 70.164 11.192 377.818
Segmentergebnis /​ EBIT 13.734 35.900 11.462 13.397 694 75.187
Finanzergebnis
Ergebnis vor Steuern
Segmentvermögenswerte 12.517 69.999 50.999 52.658 8.627 194.800

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in TEUR Zentral-

bereiche
Überleitung Konzern
Segmentumsätze 925 594 379.337
Segmentergebnis /​ EBIT 9.216 84.403
Finanzergebnis -514
Ergebnis vor Steuern 83.889
Segmentvermögenswerte 33.313 -27.825 200.288

Die Überleitung resultiert bei den Umsatzerlösen und dem Segmentergebnis aus der Währungsumrechnung sowie aus Positionen, die nicht den Segmenten zugeordnet werden. Bei den Vermögenswerten beinhaltet die Spalte im Wesentlichen Konsolidierungseffekte.

Hochinflation

Im ersten Halbjahr 2022 wurde die Türkei vom Internationalen Währungsfonds (IWF) als Hochinflationsland eingestuft. Daher ist gemäß IAS 29 eine Inflationsanpassung auf nicht-monetäre Posten der türkischen Tochtergesellschaft durchzuführen. Dies geschieht gemäß IAS 29 retrospektiv. Basis hierfür sind die fortgeführten historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten. Die Inflationsanpassung erfolgt anhand des TÜIK CPI-Verbraucherpreisindex. Dieser betrug am 30. Juni 2022 977,90 (31.12.2021: 686,95) und ist in den letzten zwölf Monaten (30.06.2021: 547,48) mit zunehmender Intensität angestiegen.

Per 30. Juni 2022 betrug der Nettoeffekt aus Inflationsanpassungen auf nicht-monetäre Vermögenswerte 284 Tsd. Euro und setzt sich aus Effekten in den immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 4 Tsd. Euro, im Sachanlagevermögen in Höhe von 169 Tsd. Euro sowie im Vorratsvermögen in Höhe von 111 Tsd. Euro zusammen. Effekte aus der Anpassung der Gesamtergebnisrechnung an den CPI-Verbraucherpreisindex werden im Finanzergebnis erfasst. Diese betrugen im ersten Halbjahr 2022 108 Tsd. Euro. Das Residuum dieser Inflationsanpassungen wurde in den Gewinnrücklagen erfasst.

Vorjahresvergleichszahlen im Konzernabschluss wurden nicht angepasst, da sie in einer stabilen Währung dargestellt sind.

Auswirkungen des Russland-/​Ukrainekonflikts

Im zweiten Quartal 2022 hat sich RATIONAL aus wirtschaftlichen und politischen Gründen dazu entschlossen den Geschäftsbetrieb in Russland einzustellen und die Schließung der dortigen Tochtergesellschaft bis zum Jahresende zu vollziehen. Für Aufwendungen in diesem Zusammenhang sind Kosten zwischen einer und zwei Millionen Euro in der Gesamtergebnisrechnung zum Halbjahr 2022 enthalten. Die Umsatzerlöse in Russland machen im ersten Halbjahr in etwa ein Prozent der weltweiten Umsatzerlöse aus, weshalb aus dieser Entscheidung heraus keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet werden.

Im Zuge der Betrachtung von weiteren Auswirkungen des Russland-/​Ukraine-Konflikts wurden Wertminderungen von Vermögenswerten geprüft. Daraus resultierte ein Aufwand von 333 Tsd. Euro aus Wertminderungen auf ausstehende Forderungen gegenüber unseren ukrainischen Kunden. Weiterer Wertminderungsbedarf bestand nicht.

Wesentliche Ereignisse nach dem Stichtag

Es sind nach dem 30. Juni 2022 keine Vorgänge eingetreten, die die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der RATIONAL AG und des Konzerns wesentlich ändern würden.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Landsberg am Lech, den 3. August 2022

RATIONAL AG

Der Vorstand

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Dr. Peter Stadelmann

Vorstandsvorsitzender
Peter Wiedemann

Vorstand technischer Bereich
Markus Paschmann

Vorstand Bereich

Vertrieb und Marketing
Jörg Walter

Vorstand kaufmännischer

Bereich