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RATIONAL AG Annual Report 2021

Apr 4, 2022

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Annual Report

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Schnell. Präzise. Vielseitig.

Konsequent weiterentwickelt.

RATIONAL AG | Geschäft sbericht 2021

2021 Geschäftsbericht

Seit 2004 revolutionierte das SelfCookingCenter die Produktions prozesse in Profiküchen.

2005 brachte die RATIONAL-Tochter FRIMA mit dem VarioCookingCenter ein revolutionäres Komplementärprodukt auf den Markt.

Heute sind die Nachfolger iCombi und iVario – zusammen mit ConnectedCooking – die unverzichtbaren Küchenhelfer für nahezu alle Koch anwendungen. Trainings und Beratung von Profi zu Profi und ein professioneller technischer Service ergänzen das Gesamt angebot. So können unsere Kunden ihre Kochsysteme jederzeit in bester Weise nutzen.

ConnectedCooking – digitales Küchenmanagement

Rezept-Management Damit Qualitätsstandards überall umgesetzt werden

Geräte-Management Immer auf dem Laufenden, was in der Küche passiert

Hygiene-Management Immer auf der sicheren Seite

Mit ConnectedCooking bieten wir unseren Kunden ein digitales Küchenmanagement für die Profiküche. Dieses umfasst eine kostenlose, cloudbasierte Vernetzungslösung. Damit können unsere Kunden ihre Geräte vernetzen, fernsteuern, sie per Softwareupdate auf den neuesten Stand bringen und Garprogramme übertragen sowie HACCP-Daten verwalten. Mit über 80.000 Mitgliedern ist ConnectedCooking die größte Onlineplattform für Profiköche. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden seit 2020 mit Hygiene--Management Pro ein kostenpflichtiges Zusatzprodukt an. Es beinhaltet erweiterte Softwarefunktionalitäten, die passende Messtechnik (z. B. Temperatursensoren) und begleitende Beratungsleistungen, um Hygiene- und Qualitätsprozesse bei größeren Betrieben zu vereinfachen, transparenter zu gestalten und standortübergreifend zu automatisieren. Bei ersten Kunden in den Märkten Deutschland und Österreich konnte Hygiene-Management Pro so bereits für eine höhere Lebensmittelsicherheit sorgen. Die Services richten sich insbesondere an Betriebe, die mehrere Standorte haben und in einer Kettenstruktur organisiert sind. Die innovative Vernetzungslösung

ConnectedCooking

Wir sind der weltweite Markt- und Technologieführer für innovative Lösungen zur thermischen Speisenzubereitung in den Profiküchen der Welt mit einem Marktanteil von rund 50 %. Ein wichtiger Erfolgsbaustein ist die kompromisslose Kundennutzenorientierung. Unser oberstes Unternehmensziel ist: "Wir bieten den Menschen, die in den Profiküchen der Welt Speisen thermisch zubereiten, den höchstmöglichen Nutzen."

Hauptprodukt ist der im Mai 2020 neu eingeführte iCombi Pro, ein Combi-Dämpfer mit intelligenten Garpfaden. Wärme wird durch Dampf und Heißluft übertragen. Die Software steuert den Garpfad selbstständig, bis das Wunschergebnis erreicht ist. Er ersetzt herkömmliche Gargeräte wie Grill, Herd oder Backofen. Als Komplementärprodukt bietet RATIONAL den ebenfalls 2020 neu eingeführten iVario an. Dieser kocht mit Kontakthitze oder in Flüssigkeit und kann weitere traditionelle Gargeräte wie Fritteusen, Kessel oder Kippbratpfannen ersetzen.

Neben unseren leistungsstarken und qualitativ hochwertigen Produktgruppen iCombi und iVario bieten wir ein umfassendes Dienstleistungsangebot während der gesamten Geschäftsbeziehung, das unsere Kunden in die Lage versetzt, ihre Kochsysteme jederzeit in bester Weise zu nutzen. Mit unserer ConnectedCooking-Onlineplattform für Profiköche bieten wir unseren Kunden eine cloudbasierte Vernetzungslösung. Damit können sie ihre Geräte vernetzen, aus der Ferne überwachen, fernsteuern, updaten und Garprogramme übertragen. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden mit Hygiene-Management Pro weitere kostenpflichtige digitale Anwendungen für die Optimierung ihrer Küchenprozesse. Rund 71 % der Umsätze erzielen wir durch unsere multifunktionalen Kochsysteme, den Rest mit Zubehör, Pflegeprodukten, Ersatzteilen und Dienstleistungen.

Unsere Produkte sind ideal für jeden Betrieb geeignet, in dem pro Mahlzeit mindestens 20 warme Speisen zubereitet werden. Unsere Kundenbasis reicht von Restaurants und Hotels über Gemeinschaftsverpflegung, wie Betriebskantinen, Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, Militär, Gefängnisse und Seniorenheime, bis hin zu Quick--Service-Restaurants, Caterern, Supermärkten, Back- und Snackshops, Metzgereien, Tankstellen und Lieferdiensten inklusive sogenannter Ghost Kitchens.

Laut unserer Einschätzung liegt das weltweite Marktpotenzial bei rund 4,8 Millionen Kunden, von denen aktuell rund 25 % mit Combi--Dämpfern kochen. Die große Mehrheit verwendet noch herkömmliche Gartechnologie. Da der iCombi neben traditioneller Gartechnologie aufgrund seiner Kochintelligenz auch ursprüngliche Combi-Dämpfer ersetzen kann, sehen wir zusätzliche Absatzmöglichkeiten. Mit rund 1,6 Millionen potenziellen Kunden schätzen wir aktuell das Gesamtpotenzial für den iVario niedriger ein. Da er erst seit wenigen Jahren auf dem Markt ist, ist der Penetrationsgrad noch sehr niedrig. Die Möglichkeiten für den iVario sind deshalb aus unserer Sicht ähnlich hoch. Das große freie Marktpotenzial ermöglicht es uns, über tiefere Marktdurchdringung und steigenden Ersatzbedarf zu wachsen.

Die Corona-Krise hat unser Unternehmen und insbesondere unsere Kunden im Geschäftsjahr 2020 überraschend getroffen. In nahezu allen unseren Kundengruppen führte dies zu schweren Verwerfungen und Unsicherheiten, die eine kurzfristig reduzierte Investitionsbereitschaft und -möglichkeit zur Folge hatten. Im Jahr 2021 hat

Thermische Speisenzubereitung mit RATIONAL

Konsequent weiterentwickelt

Der iCombi® Der neue Maßstab

Im Mai 2020 haben wir den iCombi Pro und das Basismodel iCombi Classic auf den Markt gebracht. Der iCombi Pro ist ein Combi-Dämpfer mit intelligenten Garpfaden. Die Wärmeübertragung während des Kochens erfolgt durch Dampf, Heißluft oder in Kombination. Die verwendete Software erkennt Größe und Konsistenz der Speisen und definiert selbstständig den optimalen Garpfad. Damit wird das Wunschergebnis immer punktgenau erreicht. Der Koch kann wählen, ob der Garpfad möglichst schnell, energiesparend oder zeitlich optimiert gesteuert wird. Der iProductionManager des iCombi übernimmt dabei die Optimierung von Produktionsabläufen verschiedener Speisen. Der iCombi Pro verfügt über eine 12-minütige automatische Reinigung, die zur Kapazitätserhöhung beiträgt. Weitere Alleinstellungsmerkmale des iCombi sind die hohe Ressourceneffizienz, die einfache Bedienung, die flexible Nutzung und der minimale Reinigungs- und Pflegeaufwand. Dem Koch bleibt dadurch Zeit für das Wesentliche: Kreativität und das Wohl seiner Gäste. Mit sieben Gerätegrößen können wir für jeden Kunden das richtige Produkt anbieten. Der iCombi wird am Hauptsitz in Landsberg am Lech produziert und weltweit vermarktet.

Der iVario® Die neue Leistungsklasse

Der iVario ist ein multifunktionales Kochsystem. Er gart in Flüssigkeiten oder mit Kontakthitze und ist deutlich schneller als vergleichbare Produkte – und dies mit beträchtlich weniger Energieverbrauch. Damit kann er herkömmliche Gargeräte wie Kipper, Kessel, Fritteusen und Druckgarbraisiéren ersetzen. Die Garintelligenz steuert vollautomatisch den Garverlauf und passt diesen optimal an die jeweiligen Speisen an. Der Koch wird benachrichtigt, sobald er selbst aktiv werden muss. Nichts kocht über, nichts brennt an. Das patentierte iZoneControl ermöglicht es beim Kochen mit dem iVario Pro den Tiegelboden in bis zu vier Zonen einzuteilen, um unterschiedliche Speisen zeitgleich mit unterschiedlichen Temperaturen zuzubereiten. Die neue Höhenverstellung verbessert außerdem die Arbeitsergonomie für das Küchenpersonal. Vom Restaurantbetrieb bis zur Gemeinschaftsverpflegung bieten wir mit den vier verschiedenen Modellen des iVario die optimale Lösung für alle Märkte und Kundengruppen an. Der iVario wird in Wittenheim, Frankreich, hergestellt und seit Juni 2020 nahezu in allen Regionen der Welt vermarktet.

Unser Produktportfolio

Höchster Kundennutzen durch einfache Bedienung, beste Garqualität, höchste Effizienz und moderne Vernetzungslösung

sich die Situation trotz zahlreicher Höhen und Tiefen für unsere Kunden wieder deutlich erfreulicher entwickelt. Dennoch sehen wir eine beschleunigte Verschiebung zwischen unseren Kundengruppen (Gemeinschaftsverpflegung, Restaurant mit Service, Restaurant ohne Service, Einzelhandel). Da wir unsere Strukturen bereits vor vielen Jahren auf das Geschäft mit unterschiedlichsten Kundengruppen ausgelegt haben, sind wir heute in einer guten Position und bestens darauf vorbereitet.

Grundsätzlich sehen wir das Marktpotenzial im Hinblick auf die Corona-Krise weiterhin als intakt an. Die Anzahl an Mahlzeiten, die weltweit täglich zubereitet werden müssen, wächst weiterhin. Die Orte, an denen sie zubereitet werden, ändern sich. Viele Megatrends gelten unverändert. Das Bevölkerungswachstum, die Urbanisierung und der steigende Wohlstand in einigen Schwellenländern sind ungebrochen. Die Handelsgastronomie, das Liefergeschäft und die sogenannten Ghost Kitchens erlebten einen Zuwachs in dieser Krise.

Es ist Teil unserer Unternehmensphilosophie, diese Potenziale organisch zu erschließen. Bei der Erschließung neuer Märkte nehmen wir häufig eine Pionierrolle ein. Daraus resultiert eine steigende Markenbekanntheit. Dies trägt nachhaltig dazu bei, die Weltmarktführerschaft zu festigen und auszubauen. Über eigene Vertriebsgesellschaften und -partner sind wir inzwischen in mehr als 120 Ländern vertreten.

Ein wesentliches Fundament unseres Unternehmenserfolgs ist der Fokus auf die Profiküche, und in der Küche auf deren Herzstück, das Kochen. Durch diese Spezialisierung können wir unseren Kunden immer bessere Lösungen anbieten und ihren Nutzen kontinuierlich erhöhen. Unsere Produkte setzen Maßstäbe hinsichtlich Garintelligenz, Garqualität, Bedienerfreundlichkeit, Ressourceneffizienz und Vernetzungsmöglichkeiten. Sie können praktisch alle Kochprozesse abbilden: grillen, dämpfen, gratinieren, backen, gären, braten, schmoren, simmern, dünsten, pochieren, blanchieren, niedertemperaturgaren, frittieren und noch vieles mehr. Damit ersetzen sie nahezu alle traditionellen Gargeräte in der Profiküche und überzeugen immer mehr Kunden weltweit.

Der RATIONAL Combi-Dämpfer wird mittlerweile als eines der wichtigsten Gargeräte in der Profiküche gesehen. Wir werden als innovativer Lösungsanbieter mit qualitativ hochwertigen und zuverlässigen Produkten sowie höchster Servicequalität wahrgenommen. Gemäß unserer Philosophie genießt die Kundenzufriedenheit einen besonders hohen Stellenwert bei RATIONAL. Deshalb sind wir stolz, dass unsere jährlich durchgeführte Kundenzufriedenheitsumfrage im Jahr 2021 erneut sehr gute Ergebnisse lieferte. Mit einem Net Promoter Score von 61 verzeichnen wir eine Kundenzufriedenheit, welche deutlich über dem Industrie- und Branchenvergleich liegt. Dies verdeutlicht unsere führende Marktposition. Auch nach der Krise sind unsere Kunden unverändert hoch zufrieden und loyal. Mit unseren neuesten Produktinnovationen haben wir unseren Kunden noch mehr Nutzen geschaffen und noch mehr Gründe für den Austausch oder eine Erstbeschaffung geliefert. Gerade in diesen unsicheren Zeiten sind wir stolz, mit der weltweiten Einführung unserer komplett neuen Produktgeneration nochmals neue Maßstäbe gesetzt zu haben. Damit steigern wir erneut den Nutzen unserer Kunden

Ein weiterer wichtiger Erfolgsbaustein ist das Prinzip des "Unternehmers im Unternehmen" (U.i.U.®). Der U.i.U. arbeitet in seinem Bereich wie ein Unternehmer, trifft selbstständig die notwendigen Entscheidungen und übernimmt dafür die Verantwortung. Dabei hat der U.i.U. den Kundennutzen immer im Fokus. Auch in der Corona-Krise haben sich unsere U.i.U. sehr gut auf die neue Situation eingestellt und alles getan, um unseren Kunden in bester Weise zu helfen. Ende 2021 hatten wir rund 2.250 Beschäftigte, davon über die Hälfte in Deutschland. Die negativen Effekte der Corona-Krise auf die Weltwirtschaft und Zusatzangebote werden wir weiterhin bereitstellen, auch wenn wir uns freuen, wieder persönlich mit unseren Kunden in Kontakt zu treten. Zudem helfen die Lösungen von RATIONAL, die sich verschärfende Personalknappheit, den höheren Effizienzdruck und strengere

die Foodservice-Branche sollten größtenteils überwunden sein. Wir gehen davon aus, dass Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus, die unsere Kunden betreffen, nur noch partiell erfolgen werden. Mit Lockdown-Maßnahmen wie im Frühjahr 2020 oder im Winter 2020/2021 rechnen wir nicht mehr. Positiv für die Zukunft stimmt uns, dass in manchen Ländern über das vollständige Ende der Corona-Maßnahmen diskutiert wird oder dieses bereits eingeleitet wurde. Wir nehmen einige Lerneffekte aus den Krisenjahren mit. Unsere Vertriebs-, Service- und Marketingprozesse haben wir sukzessiv auf digitale Formate umgestellt, um unsere Kunden und Geschäftspartner unter anderem über Webinare, Live Streams und bereitgestellte Videos erreichen und informieren zu können. Diese Hygienevorschriften zu bewältigen. Ein Ergebnis der nachhaltig hohen Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit ist die positive finanzielle Performance. Unsere außerordentlich gesunde Bilanz und gute Liquiditätssituation helfen uns dabei, uns auch in Krisen gut um unsere Kunden, um Innovationen, um unsere Geschäftspartner und um Mitarbeiter zu kümmern. Unsere Unabhängigkeit, Ausdauer und der Handlungsspielraum bieten uns einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil und sind das Spiegelbild unserer hohen Leistungsbereitschaft. Wir halten weiterhin eine Rückkehr zu Wachstumsraten im hohen einstelligen Bereich bei EBIT-Margen von rund 25 % sowie eine Eigenkapitalquote über 70 % und eine Ausschüttungsquote auf Vorkrisenniveau für erreichbar.

in Mio. EUR
Umsatz nach Regionen 2021 2020 Veränderung
absolut
Veränderung
in %
Deutschland 102,5 83,9 +18,6 +22
Europa ohne Deutschland 336,8 295,0 +41,8 +14
Nordamerika 140,4 112,0 +28,4 +25
Lateinamerika 35,5 24,1 +11,4 +47
Asien 122,8 102,2 +20,6 +20
Übrige Welt 41,8 32,4 +9,4 +29
Auslandsanteil (in %) 87 87 0
Umsatz nach Produktgruppe
Combi-Dämpfer 698,4 580,6 +117,8 +20
Vario 81,4 69,0 +12,4 +18
Umsatz und Ergebnis
Umsatzerlöse 779,7 649,6 +130,1 +20
Umsatzkosten 350,5 289,5 +61,0 +21
Bruttoergebnis vom Umsatz 429,3 360,1 +69,2 +19
in % der Umsatzerlöse 55,1 55,4 –0,3
Vertriebs- und Servicekosten 187,6 166,9 +20,7 +12
Forschungs- und Entwicklungskosten 45,1 41,7 +3,4 +8
Allgemeine Verwaltungskosten 40,0 36,6 +3,4 +9
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 160,1 106,8 +53,3 +50
in % der Umsatzerlöse 20,5 16,4 +4,1
Ergebnis nach Steuern 123,7 80,1 +43,6 +54
Bilanz
Bilanzsumme 783,8 670,7 +113,1 +17
Eigenkapital 603,3 535,1 +68,2 +13
Eigenkapitalquote (in %) 77,0 79,8 –2,8
Cashflow
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 171,7 92,7 +79,0 +85
Zahlungswirksame Investitionen 23,9 33,4 –7,6 –23
Freier Cashflow1 147,9 59,3 +86,6 +146
Mitarbeiter
Mitarbeiter zum 31.12. 2.248 2.180 +68,0 +3
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 2.206 2.242 –36,0 –2
Kennzahlen zur RATIONAL-Aktie
Gewinn je Aktie (in EUR) 10,88 7,04 +3,84 +54
Aktienkurs zum Geschäftsjahresende2 (in EUR) 900,40 761,50 +138,90 +18
Marktkapitalisierung23 10.238 8.658 +1.579 +18

1 Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Investitionen

2 Xetra 3 Zum Bilanzstichtag

Wichtige Finanzkennzahlen

Seite 18 Die FRIMA-Story

Seite 20 Ein neuer Weltmarkt

entsteht

Seite 24 Aus FRIMA wird RATIONAL

06 An die Aktionärinnen und Aktionäre

83 Konzernabschluss

132 Impressum Weitere Infomationen 10-Jahres-Übersicht

Inhalt

Seite 32 RATIONAL Wittenheim auf Erfolgswelle

Hinweise: Redaktionsschluss dieses Berichts (abgesehen vom Vergütungsbericht) war der 9. März 2022.

In Tabellen kann es aufgrund von Rundungsdifferenzen vorkommen, dass die Summe der ausgewiesenen Einzelwerte nicht der dargestellten Gesamtsumme entspricht.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Bericht überwiegend die Sprachform des generischen Maskulinums angewandt. Wir weisen darauf hin, dass die ausschließliche Verwendung der männlichen Form geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

Erklärung zur Unternehmensführung

Brief des Vorstands 10 Die neue Heimat des iVario 16 Die RATIONAL-Aktie 34 40 Vorwort des Aufsichtsrats 08 08 09

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

Vergütungs-

bericht 50

Mit unseren intelligenten Kochsystemen können Küchen auch in Zeiten des Fachkräftemangels, z. B. mit un- oder angelerntem oder einfach weniger Personal, betrieben werden. Durch ein ergänzendes Dienstleistungsangebot und nicht zuletzt durch die Vernetzungsmöglichkeiten mit ConnectedCooking bieten wir unseren Kunden innovative Angebote, die sie jederzeit in die Lage versetzen, nahezu alle Speisen zuzubereiten. Und das effizient in gleichbleibend hoher Qualität. Jedes unserer Produkte sorgt dafür, dass die Küche, in der es betrieben wird, wesentlich nachhaltiger arbeitet als mit traditionellen Gargeräten.

Unsere Combi-Dämpfer sind inzwischen seit mehr als 45 Jahren auf dem Markt und beinahe in allen Ländern der Welt zu finden. Mit dem iVario fokussierten wir uns zunächst auf den europäischen Markt. Seit 2020 ist der iVario annähernd weltweit verfügbar. Die guten Zukunftsaussichten, die begeisterten Kundenstimmen nach dem Launch und die im Vergleich zum iCombi schnellere Erholung nach Corona bestätigen unsere Entscheidung, weiter in die Zukunft des iVario zu investieren. Dies geschieht mit einem Neubau in Wittenheim, Frankreich.

Sowohl der iVario als auch der iCombi waren im letzten Quartal 2021 von der weltweiten Lieferkrise betroffen. Intelligente Produkte sind auf leistungsfähige Prozessoren angewiesen und genau bei diesen traten die größten Engpässe auf. Für solche Probleme bedarf es kreativer Lösungen. RATIONAL und seine "Unternehmer im Unternehmen" (U.i.U.) haben diese Lösungen gefunden und so ist es uns gelungen, eine Unterbrechung der Produktion zu vermeiden.

Wir sind stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich möchte mich sehr herzlich bei allen bedanken. Ohne sie wäre dieser Erfolg nicht möglich. Ihre Verpflichtung, den Menschen in den gewerblichen Küchen die Arbeit zu erleichtern, ist die Grundlage unseres Erfolgs. Besonders in schnelllebigen und schwierigen Zeiten zahlt sich die hohe Motivation, die Ausdauer und die Reaktionsfähigkeit unserer U.i.U. aus. Dank ihnen konnten wir erfolgreich die Herausforderungen der letzten zwei Jahre meistern und werden gemeinsam gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Für das entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung, besonders in dieser angespannten Zeit, bedanke ich mich im Namen des Aufsichtsrats bei allen Aktionärinnen und Aktionären, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, allen Lieferanten und Geschäftspartnern und bei allen Kunden der RATIONAL AG.

Walter Kurtz Vorsitzender des Aufsichtsrats der RATIONAL AG

"Durch das konsequente Hinterfragen des Status Quo begeistern wir unsere Kunden immer wieder mit innovativen Produkten und Dienstleistungen. Der Fokus auf den größtmöglichen Kundennutzen bestimmt jede Entscheidung, die wir treffen und sichert somit den langfristigen Erfolg unseres Unternehmens."

Vorwort des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Jahr 2020 wurden wir Zeugen nie zuvor dagewesener Einschränkungen unseres Privatlebens und unserer Geschäftstätigkeit. Insbesondere unsere Kunden aus Gastronomie, Catering und der Veranstaltungsbranche waren mit am stärksten von der Pandemie und den Schutzmaßnahmen betroffen. Seit dem Frühjahr 2021 haben sich die Aussichten auf eine Normalisierung der Situation zunehmend verbessert. Dies spiegelt sich auch in den Auftragseingängen wider, die 2021 auf einem historisch hohen Niveau lagen.

Der erste und letzte Gedanke unseres unternehmerischen Tuns bei RATIONAL gilt unseren Kunden. Wir sind überzeugt davon, dass, wenn wir den Kunden mehr Wert bieten als unsere Wettbewerber, wir eine positive Kettenreaktion in Gang setzen. Diese sorgt für mehr Nachfrage und damit für eine größere Produktionsmenge. Seit über 45 Jahren konnten wir so zusammen mit unseren Kunden alle Krisen überwinden und gemeinsam an diesen wachsen. Auch bei den neuen Herausforderungen bieten wir unseren Kunden die bestmögliche Unterstützung.

11 Vorwort des Aufsichtsrats 08 Die neue Heimat des iVario 16 Die RATIONAL-Aktie 34 40 Brief des Vorstands 10

Bericht des Aufsichtsrats 46

Vergütungsbericht 50

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, verehrte Kunden und Geschäftspartner,

das Geschäftsjahr 2021 war wieder besonders und einzigartig. Die ersten beiden Monate waren geprägt von den Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie. Ab März setzte in unserer Industrie eine Erholung ein, die stärker und schneller kam, als von den meisten erwartet. Fast jeden Monat übertraf der Auftragseingang den Rekord aus dem Vormonat. Nachholeffekte, staatliche Unterstützungen und erste Anzeichen von sich verlängernden Lieferzeiten und erhöhenden Preisen waren die Ursachen. Die Nachfrage nach unseren Produkten stieg erfreulich. Ein Beweis für die Wettbewerbsfähigkeit und den Einsatz der zahlreichen Unternehmer im Unternehmen (U.i.U.), die, sobald sie wieder durften und konnten, sich um ihre Kunden gekümmert

Brief des Vorstands

haben. Und mit demselben Engagement konnten wir unsere Fertigungskapazitäten umgehend wieder hochfahren. Im Sommer betrug unser Auftragsbestand rund 150 Mio. Euro, was mehr als dem Doppelten des normalen Werts entspricht.

Materialknappheit erschwert Auflieferung seit September 2021

Seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 gelang es uns bis September 2021, alle knappen Bauteile mit hohem zeitlichen Zusatzaufwand zu besorgen. Dann erging es RATIONAL wie der Mehrheit der produzierenden Unternehmen – vom Smartphone bis zum Auto: Der Engpass an Elektronikbauteilen führte dazu, dass wir im letzten Quartal nicht die üblichen Ausliefermengen verzeichnen konnten. Da der Auftragseingang weiter auf Rekordhöhe verblieb, führte dies zu einem weiteren Anstieg des Auftragsbestands auf rund 300 Mio. Euro bis Ende des Jahres, oder ca. 35.000 iCombi und iVario-Geräte. Das bedeutete für unsere Kunden enorme Lieferzeiten, die man von RATIONAL so nicht kannte. Um uns bestmöglich vorzubereiten, den Auftragsbestand abzubauen und die Lieferzeiten zu verkürzen, lief unsere Fertigung für iCombi und iVario mit voller Kapazität weiter. Die Geräte, die nur teilfertig waren, wurden in den Werken gelagert oder bereits in die größten Überseelager verfrachtet. Sobald die fehlenden Elektronikbauteile verfügbar waren, wurden die Geräte komplettiert.

Erhöhte Einkaufspreise machen Preisanpassungen erforderlich

Zusatznachfrage und Lieferengpässe führten zu teilweise deutlichen, nachhaltigen Kostenanstiegen für Vorprodukte, Rohstoffe und Frachtraten. Deshalb sehen wir ein signifikant höheres Kostenniveau für die Herstellung unserer Produkte. Verkaufspreise ändern wir grundsätzlich nur in Ausnahmefällen. In der Regel ist dies regional begrenzt, um auf Sondersituationen in einzelnen Märkten zu reagieren. Deshalb sind die Preise in vielen Märkten seit mehr als zehn Jahren nahezu unverändert, obwohl die Produkte für den Kunden durch zahlreiche Innovationen immer besser wurden. Da sich nun ein dauerhaft stark erhöhtes Kostenniveau abzeichnet, haben wir unsere Verkaufspreise erhöht. Diese Erhöhungen traten bzw. treten zwischen November 2021 und April 2022 in Kraft.

Kundennutzen im Fokus

Unser Ziel bei RATIONAL ist es, den Kunden in Groß- und Gewerbeküchen den höchstmöglichen Nutzen zu bieten. Dies erreichen wir durch unsere intelligenten Gargeräte und ein vielfältiges Angebot an Zubehör und Dienstleistungen.

Die Mehrzahl der RATIONAL-Kunden ist sehr zufrieden und loyal. Die im dritten Quartal 2021 abgeschlossene Kundenzufriedenheitsumfrage bestätigte dies. In Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister wurden rund 2.700 Kunden aus allen Kundengruppen in 15 Ländern online befragt und der "Net Promoter Score" (NPS), ein üblicher Index für die Kundenzufriedenheit, berechnet. Mit einem NPS von 61 liegen wir im Bereich der weltweit besten Unternehmen. Die Food & Beverage-Branche (NPS von 37) und für das produzierende Gewerbe als Gesamtes (NPS von 30) übertreffen wir deutlich. Besonders wichtig war den befragten Kunden die hohe Qualität, die Zuverlässigkeit und die einfache Bedienbarkeit der Produkte.

Fachkräftemangel in der Großküchenbranche

Nach fast zwei Jahren Pandemie stehen unsere Kunden vor neuen Herausforderungen. Die unregelmäßigen Arbeitszeiten, der Stress und die Arbeit an Sonn- und Feiertagen machen den Beruf des Kochs generell sehr herausfordernd. Zudem mussten im Verlauf der Krise viele Köche einen Großteil der Zeit in Kurzarbeit verbringen oder haben gar ihre Beschäftigung verloren. Die neue Unsicherheit um den Arbeitsplatz bewog viele Mitarbeiter, die Branche dauerhaft zu verlassen.

Geboren 1959, kam Herr Wiedemann 1988 als Ingenieur zur RATIONAL GmbH. Später war er als Produktmanager tätig, unterstützte den Aufbau der amerikanischen Tochtergesellschaft und übernahm im Januar 1996 in der Geschäftsleitung den technischen Bereich. Seit September

1999 trägt er diese Verantwortung als

Vorstandsmitglied. ⁄⁄

Geboren 1965, ist Herr Dr. Stadelmann seit 2012 bei RATIONAL als Vorstand tätig. Seit Januar 2014 ist er Vorsitzender des Vorstands. Er hatte davor mehr als 20 Jahre diverse leitende Funktionen für das Malik Management St. Gallen inne.

Ab 2006 war er sechs Jahre operativer Geschäftsführer der Malik-Gruppe. ⁄⁄

Vorstandsvorsitzender

Geboren 1966, verantwortet Herr Paschmann bei RATIONAL seit Dezember 2013 als Vorstand den Bereich Vertrieb, Marketing und Service. Nach Abschluss seines Studiums

zum Wirtschaftsingenieur startete er seine Berufslaufbahn bei der Siemens AG. Anschließend leitete er unter anderem bei der Harting Technologiegruppe die Global Business Unit Electronics. Von 2006 bis

2013 war er Vorstand der Sick AG. ⁄⁄

und Marketing

Geboren 1970, kam Herr Walter 2011 zur RATIONAL AG. Er verantwortete die gruppenweiten Controlling-Aktivitäten bis er per 1. März 2021 zum kaufmännischen Vorstand berufen wurde. Herr Walter ist Diplom-Wirtschaftsingenieur und begleitete leitende Funktionen im kaufmännischen Bereich bei der RÜTGERS AG und der

ROTO Frank AG. ⁄⁄

Vorstand kaufmännischer Bereich

Erklärung zur Unternehmensführung

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

Vergütungsbericht 50

Laut Angaben der Gewerkschaft Nahrung--Genuss-Gaststätten haben sich im Verlauf der Corona-Krise allein in Deutschland in den letzten eineinhalb Jahren 275.000 Beschäftigte des Gastronomie- und Hotelgewerbes umorientiert. Dadurch leidet die gesamte Branche zunehmend unter dem Fachkräftemangel.

Diese Situation zeigt bereits jetzt deutliche Folgen. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) sehen sich rund 80 % der im September 2021 befragten Betriebe aufgrund des Fachkräftemangels vor große Herausforderungen gestellt. Aber Deutschland ist nicht das einzige Land, das über fehlende Bewerber klagt. Auch die nationale Restaurantvereinigung (NRA) in den USA meldete im November 2021, dass vier von fünf Restaurants zu wenig Personal haben.

Nach rund zwei Jahren Corona-Krise sehen wir uns nicht nur in der Pflicht, unseren Kunden weiterhin die tägliche Arbeit zu erleichtern, sondern dazu sogar noch besser in der Lage: wirtschaftlicher Druck, Personalmangel und steigende Energiepreise führen dazu, dass unsere modernen Kochsysteme im Vergleich zu herkömmlichen Apparaten wesentlich effizienter sind.

Durch die ständige Weiterentwicklung unserer intelligenten Kochsysteme versuchen wir, die Auswirkungen des Fachkräftemangels zu minimieren. Auch ungelerntes oder angelerntes Personal kann mit einem iCombi oder iVario Speisen in Spitzenqualität zubereiten. Die Garintelligenz kennt den genauen Weg zum gewünschten Garergebnis und produziert dieses wieder und wieder. Aufgrund des intuitiven Bedienkonzepts wird der Nutzer mit Bildsprache und klaren Anweisungen durch die einzelnen Schritte geführt. Der iCombi steht auch in stressigen Situationen mit Rat und Tat zur Seite. Der iProductionManager zeigt, wann welche Speisen zusammen zubereitet werden können. Das strafft die Arbeitsabläufe und spart Zeit. Zudem setzen sowohl der iCombi als auch der iVario neue Standards in Sachen Energieeffizienz und Ergonomie.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung – nichts Neues bei uns

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 12 An die Aktionärinnen und Aktionäre 13 Vorwort des Aufsichtsrats 08 Die neue Heimat des iVario 16 Die RATIONAL-Aktie 34 40 Brief des Vorstands 10

Den größten Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten wir, indem wir andere Unternehmen durch unsere Produkte und Leistungen nachhaltiger machen. Neben dem iCombi Pro sind seit November 2021 auch die meisten iCombi Classic Combi-Dämpfer mit dem international renommierten ENERGY STAR zertifiziert, den wir bereits für unsere vorherige Serie erhalten hatten. Damit unterstreichen wir den Innovationsanspruch der gesamten RATIONAL-Produktpalette und die Verpflichtung unseres Unternehmens, einen entscheidenden Beitrag möglichst aller Modelle zu mehr Nachhaltigkeit sicherzustellen.

Der Trend zur Digitalisierung und Vernetzung von Geräten beschäftigt zunehmend auch die Großküchenbranche. Um weiterhin unsere Marktführerschaft für ganzheitliche Kundenlösungen zu verteidigen, investieren wir in die Zukunft der digitalen Dienstleistungen. Mittlerweile beschäftigen wir rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserer Produktentwicklung, die die Digitalisierung vorantreiben.

Mitarbeiterstand wieder auf

Vorkrisenniveau

Neben der im Jahr 2021 wiederum im weltweiten Spitzenfeld liegenden Kundenzufriedenheit verfügt RATIONAL über weitere Stärken: Unternehmen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in der Krise zusammengehalten – jetzt können wir gemeinsam mit Einsatz und Flexibilität auch kommende Herausforderungen meistern.

Als sozial verantwortliches und langfristig orientiertes Unternehmen sind wir stolz darauf, mithilfe unserer U.i.U.das Jahr 2021 gut überstanden zu haben. Hier gilt all unseren Kolleginnen und Kollegen ein besonderer Dank, dass sie unermüdlich an außergewöhnlichen Lösungen gearbeitet haben und wir dadurch gut durch diese Krise gekommen sind.

Investitionen in die Zukunft

Dank unserer außerordentlich gesunden Bilanz und des Liquiditätspolsters sind wir gut für Herausforderungen aller Art gewappnet. Wir können trotz vorübergehend schwierigem Umfeld langfristig in die Zukunft unseres Unternehmens investieren. Von neuen Produktionsstätten bis hin zur Digitalisierung unserer Produkte entwickeln wir uns ständig für und mit unseren Kunden weiter.

Wir sind weiterhin von der Attraktivität unserer Kochsysteme und dem Nutzen, den sie unseren Kunden bieten, überzeugt. Um weiterhin Impulse im Markt zu setzen, investierten wir auch im Jahr 2021 in die Zukunft von RATIONAL.

"Im französischen Wittenheim werden wir aktuell Zeuge eines weiteren Meilensteins der nächsten Revolution in der Großküchenindustrie. Der iVario hat das Potenzial, die Profiküche, wie seinerzeit der Combi-Dämpfer, grundlegend zu verändern."

Dr. Peter Stadelmann Vorstandsvorsitzender der RATIONAL AG

Aufsichtsrats 08

Die neue Heimat des iVario 16

Die RATIONAL-Aktie 34

Erklärung zur Unternehmensführung

40

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

Vergütungsbericht 50

81 kWh pro Quadratmeter im Jahr rund ein Viertel unter dem Anforderungswert der Energieeinsparungsverordnung.

7,50 Euro Dividende und 2,50 Euro Sonderdividende vorgeschlagen

Bei der Dividendenpolitik verfolgte RATIONAL immer das Ziel, die Aktionärinnen und Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg teilhaben zu lassen. Mit rund 70 % Ausschüttungsquote liegen wir dabei im vorderen Bereich der deutschen Indexunternehmen. Als ordentliche Dividende haben Aufsichtsrat und Vorstand 7,50 Euro vorgeschlagen. Zusätzlich soll eine Sonderdividende von 2,50 Euro ausgeschüttet werden, um die Dividendenkürzung im Geschäftsjahr 2020 teilweise auszugleichen. Daraus ergibt sich auf Basis des Jahresüberschusses 2021 eine Ausschüttungsquote von 92 %.

Mit Engagement in ein herausforderndes Jahr 2022

Auch wenn die Corona-Pandemie im Jahr 2022 unter Kontrolle sein sollte, werden die Folgen unsere Kunden und uns weiterhin begleiten. Wichtig für die Zukunft wird es deshalb bleiben, flexibel auf sich ändernde Rahmenbedingungen zu reagieren.

Aufgrund der sehr erfreulichen Geschäftsentwicklung der letzten Monate sind wir mit einem gut gefüllten Auftragsbuch in das nächste Jahr gestartet. Bis zum Redaktionsschluss dieses Berichts hat es sich noch weiter erhöht. Das gibt uns eine gewisse Planungssicherheit in einem ansonsten durch viele Unsicherheiten geprägten Marktumfeld.

Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass Corona-bedingte Öffnungsverbote in der Gastronomie unwahrscheinlicher werden. Insbesondere mit umfassenden und langen Lockdown-Maßnahmen wie im Frühjahr 2020 oder im Winter 2020/2021 rechnen wir für das Jahr 2022 nicht mehr.

Als viel wahrscheinlicher schätzen wir eine weiterhin angespannte Situation der Lieferketten ein, die sich negativ auf das Geschäftsjahr 2022 auswirken könnte. Wir werden daher versuchen, diesen Risiken mit geeigneten Mitteln zu begegnen und so die Geschäftsentwicklung zu stabilisieren. Das heißt, wir würden dann versuchen, die Fertigung beider Produktgruppen aufrechtzuerhalten und Fehlteile möglichst schnell nachzurüsten.

Zudem ist zu Beginn des Jahres 2022 der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine eskaliert. Um die Sicherheit unserer Mitarbeiter und deren Familien zu gewährleisten, haben wir den Geschäftsbetrieb in der Ukraine Ende Februar 2022 vorübergehend eingestellt. Unseren Betrieb in Russland konnten wir aufrechterhalten. Der Umsatzanteil in den betroffenen Regionen beträgt rund 2 bis 3 %. Falls sich der Konflikt nicht ausweitet, ist der Geschäftseinfluss darauf beschränkt.

Prognose 2022 – Umsatzerlöse über Vorkrisenniveau erwartet

Aufgrund einer weitgehenden Normalisierung des Marktumfelds für unsere Kunden, des bestehenden Nachholbedarfs bei Küchenprojekten, der positiven Umsatzeffekte aus der Anpassung unserer Verkaufspreise und nicht zuletzt aufgrund des hohen Auftragsbestands erwarten wir für 2022 ein Umsatzwachstum von 10 bis 15%. Damit erreichen bzw. überschreiten wir das Vorkrisenumsatzniveau aus dem Jahr 2019 leicht. Die Kosten werden voraussichtlich in Summe nicht in selbem Maße ansteigen, so dass wir eine EBIT-Marge leicht über dem Vorjahr erwarten. Sollten sich die Risiken in der Versorgungslage manifes-

tieren, rechnen wir mit einem niedrigeren Umsatzwachstum und einer EBIT-Marge unter der des Vorjahres. Je nach Intensität der Versorgungsengpässe würden wir die Geschäftsentwicklung neu beurteilen.

Wir danken ganz besonders unseren Kunden und Geschäftspartnern, dass sie uns im vergangenen Jahr die Treue gehalten haben, trotz der verschärften Liefersituation, trotz langer Lieferzeiten. Wir bedanken uns für das Verständnis, dass es auch uns in diesen schwierigen Zeiten nicht möglich war, alle vereinbarten Liefertermine zu halten und wir entschuldigen uns bei allen, bei denen das zur Verzögerung von Projekten oder anderweitigen Nachteilen geführt hat. Gemäß unserer Kundennutzenphilosophie versprechen wir ihnen, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun werden, um ihnen ihren iCombi oder iVario zukünftig rechtzeitig liefern zu können. Ebenso danken wir unseren Aktionärinnen und Aktionären, dass Sie uns auch in dieser schwierigen Zeit ihr

Vertrauen geschenkt haben.

Dr. Peter Stadelmann Vorstandsvorsitzender der RATIONAL AG

Im Frühjahr 2021 weihten wir nach 18 Monaten Bauzeit unser neues Logistikzentrum am Standort in Landsberg am Lech ein. Das Bauprojekt konnte dank der sorgfältigen Planung und der Expertise des Projektteams pünktlich und mit rund 19 Mio. Euro Bausumme unterhalb der budgetierten Kosten fertiggestellt werden. Auf rund 10.000 m2 und 28 Verladerampen bietet das neue Gebäude ausreichend Platz für weiteres Wachstum.

Im französischen Wittenheim, dem Produktionsstandort des iVario, begannen wir im Juli 2021 ein neues Bauprojekt. Bis zur Einführung des iVario im Jahr 2020 konzentrierten wir uns mit diesem Gerät auf den europäischen Markt. Seit über einem Jahr bieten wir den iVario weltweit an. Insbesondere unsere größten Wachstumsmärkte USA und Asien stehen bei der internationalen Markterschließung im Fokus. Um die wachsende Nachfrage bedienen zu können, investieren wir rund 30 Mio. Euro in den Standort Wittenheim. Auf rund 10.000 m2 entsteht ein neues Produktions- und Bürogebäude inklusive Trainingscenter und Betriebsrestaurant. Die Inbetriebnahme ist für das Frühjahr 2023 geplant.

Durch die Erweiterung unserer Produktionsstandorte ergibt sich für uns nicht nur die Chance, der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Die neuen Gebäude bieten uns darüber hinaus die Möglichkeit, ergonomische und umweltfreundliche Arbeitsplätze zu schaffen. Der hohe Glasanteil in Verbindung mit der tageslichtabhängigen LED-Lichtsteuerung bietet unseren U.i.U. die Möglichkeit, in natürlichem Licht zu arbeiten. Das ist nicht nur energieeffizient, sondern sorgt auch für sehr gute Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus sind die Gebäude durch einen effizienten, schlanken und materialsparenden Stahlbau hochgedämmt und damit zusätzlich energieeffizient. Um nachhaltig zu heizen und zu kühlen, verfügen beide Gebäude über Wärmepumpen. Der Primärbedarf des Landsberger Logistikzentrums liegt mit Brief des Vorstands 10

100.000 m 2 groß ist die Grundstücksfläche.

Rund 25.000 iVario p. a. können produziert werden.

Auf 1 7.000 m 2 entstehen innovative Kundencenter, eine Fabrikhalle, zahlreiche Büros und ein modernes Betriebsrestaurant.

Für Frühjahr 2023 ist der Einzug geplant.

So wird sie aussehen

Die neue Heimat des iVario __

18
RATIONAL Geschäftsbericht 2021
An die Aktionärinnen und Aktionäre
Vorwort des
Aufsichtsrats
Brief des
Vorstands
Die neue Heimat
des iVario
Die RATIONAL
Aktie
Erklärung zur Unter
nehmensführung
Entsprechens
erklärung
Bericht des
Aufsichtsrats
Vergütungs
bericht
19
08 10 16 34 40 44 46 50

Wie alles begann Die FRIMA-Story __

Vor 84 Jahren gründete Robert Fritsch sein Unternehmen in Mulhouse. Ein Firmenname war schnell gefunden: aus FRItsch MAschinen machte er einfach FRIMA. Anfangs spezialisierte er sich auf Metzger und vertrieb unter anderem Messer, Gewürze und Gedärme sowie Tische und Regale aus Edelstahl, Wurstmaschinen und Fleischwölfe. Später erweiterte Fritsch seine Produktpalette um Spülmaschinen, Kühlschränke und andere Küchengeräte.

Mitte der 70er Jahre übernahmen seine beiden Söhne Edgar und Norbert die FRIMA. Als Kaufmann und Techniker ergänzten sie sich perfekt. Ca. 1980 lernte Edgar Fritsch Siegfried Meister kennen, der 1973 RATIONAL gegründet hatte. Sie einigten sich darauf, dass die FRIMA den Vertrieb der Combi-Dämpfer für Frankreich übernimmt.

Da FRIMA in Frankreich schon recht bekannt war, entschloss sich Edgar Fritsch, die Combi-Dämpfer unter diesem Namen zu verkaufen. Dass er sogar so weit ging und kurzerhand einen FRIMA-Aufkleber über dem RATIONAL-Logo anbrachte und das Typenschild durch sein eigenes ersetzte, fand Siegfried Meister erst heraus, als er Ende der 80er Jahre den Stand auf der Messe Equip'Hotel in Paris besuchte. Für eine Änderung war es aber zu spät, denn die Marke FRIMA hatte sich in Frankreich ebenso erfolgreich entwickelt wie RATIONAL in Deutschland.

1982 war das Unternehmen so weit gewachsen, dass es in ein neues Werk nach Wittenheim umzog. Nicht nur der Vertrieb kam in Fahrt. Parallel wurde, dem Beispiel der Idee des Combi-Dämpfers folgend, ein revolutionäres Produkt entwickelt und 1985 zum ersten Mal präsentiert: FRIMAX, das erste multifunktionale Gargerät auf Basis von Kontakthitze. Nachdem sich die Gebrüder Fritsch entschieden hatten, ihre Firma zu verkaufen, übernahm RATIONAL das Unternehmen im Jahr 1992, um den Vertrieb der Combi-Dämpfer in Frankreich erfolgreich fortsetzen zu können. Die Ingenieure von FRIMA und RATIONAL unterzogen den FRIMAX einer genauen Wertanalyse und entwickelten eine neue Produktgeneration. So fand 1999 die Premiere des ThermoJet statt. Dieser verfügte über eine einzigartige, wenngleich auch aufwendige Heiztechnik. Das Bahnbrechende daran war jedoch: Man konnte kochen, braten und frittieren in nur einem Gerät – und das elektronisch gesteuert.

1938

"Es war ein Glücksfall, dass die FRIMA zu einem Teil der RATIONAL-Familie wurde. Durch die vorherige, jahrelange Zusammenarbeit bestand ein sehr gutes Vertrauensverhältnis. Dieses und die vereinten Stärken beider Unternehmen haben es uns ermöglicht, den iVario zu dem Erfolg zu machen, der er heute ist."

Pascal Gluck Produktentwicklung Wittenheim

21 Vorwort des

Aufsichtsrats 08

Brief des Vorstands 10

Die neue Heimat des iVario 16

Die RATIONAL-Aktie 34

Erklärung zur Unternehmensführung

40

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

Vergütungsbericht 50

Das VarioCookingCenter

Ein neuer Weltmarkt entsteht __

2005

Markteinführung – das erste VarioCookingCenter 2001 der Welt Die Idee für das

VarioCookingCenter

entsteht

2006 Das 1.000ste VarioCookingCenter wird gebaut

Im Jahr 2004 revolutionierte das SelfCookingCenter die Produktionsprozesse in Profiküchen. 2005 brachte die RATIONAL-Tochter FRIMA mit dem VarioCookingCenter ein neuartiges, revolutionäres Komplementärprodukt auf den Markt. Ersetzte das SelfCookingCenter bereits rund 50 % der herkömmlichen Gargeräte, konnte das VarioCookingCenter so gut wie den Rest übernehmen. Ein komplett neuer Markt war entstanden.

Die beiden Menschen, die man als "Väter" des VarioCookingCenter bezeichnen kann, geben Einblicke in den Entstehungsprozess: Technikvorstand Peter Wiedemann und Reinhard Waßmus, CTO RATIONAL Wittenheim.

Peter Wiedemann Vorstand Technik, RATIONAL AG

______

Herr Wiedemann, können Sie uns ein paar Einblicke in die Entstehung des VarioCookingCenter geben?

Damals haben wir überlegt, was man in einem Combi--Dämpfer nicht bestmöglich garen kann. Das ist jedes Gargut, das Kontakthitze, Wasser oder Öl benötigt. Daraufhin haben wir eine Designidee entwickelt, diese mit einem innovativen Heizsystem verbunden und heraus kam das VarioCookingCenter.

Entstand diese Idee aus einem Marktdruck heraus, weil andere Hersteller gute Tiegelgeräte anboten?

Nein. Es entsteht nichts Neues, wenn man etwas macht, das es im Prinzip schon gibt. Man muss die Kundenwünsche analysieren und überlegen, welche Technologie hilft, diese zu erfüllen. Schnell haben wir festgestellt, dass wir etwas vollkommen Neues entwickeln und uns von der bisherigen Technologie verabschieden müssen.

Reinhard Waßmus Chief Technical Officer, Produktgruppe iVario

______

Herr Waßmus, haben Sie es damals für möglich gehalten, mit dem VarioCookingCenter eine Erfolgsgeschichte wie die des Combi-Dämpfers zu wiederholen? Natürlich wollten wir mit dem VarioCookingCenter an den Erfolg des Combi-Dämpfers anknüpfen. Und wir haben auch daran geglaubt. Das VarioCookingCenter sollte ein zweites Standbein für RATIONAL werden und unseren Kunden genauso helfen wie der Combi--Dämpfer. All-in-2 hieß damals das Erfolgskonzept. Die Entwicklung gibt uns Recht. Der iVario und der iCombi bilden zusammen mit ConnectedCooking eine komplette thermische Profiküche ab. Wir sind als kleine Schwester in Wittenheim sehr stolz, dass wir hierzu einen so großen Beitrag leisten können.

Erklärung zur Unternehmensführung

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

Vergütungsbericht 50

ConnectedCooking ermöglicht den digitalen Zugriff auf iVario und iCombi. So können beispielsweise per Mausklick Rezepte verteilt und Garprogramme verwaltet werden. Unabhängig davon, wo sich der Anwender gerade befindet. Damit ermöglichen wir unseren Kunden, Arbeitsabläufe zu vereinfachen.

2016

Markteinführung VarioCookingCenter

112L

2017 Einführung von ConnectedCooking

2012 Das 10.000ste VarioCookingCenter wird gebaut

2014 Markteinführung VarioCookingCenter

112T

"Die Einführung der Tischgeräte war ein echter Meilenstein für uns. Mit der gewohnten Leistung und einfach zu installieren, schaffte es das VarioCookingCenter auch in kleinere Restaurantküchen. Nach nur zwei Jahren wurde das VarioCookingCenter 112L sogar zu unserem Bestseller."

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 22 An die Aktionärinnen und Aktionäre 23 Vorwort des Aufsichtsrats 08 Brief des Vorstands 10 Die RATIONAL-Aktie 34 40 Die neue Heimat des iVario 16

Meike Stelljes Director Strategic Product Management iVario

Das VarioCookingCenter Neue Maßstäbe

Nachdem es im Jahr 2005 eingeführt wurde, setzte das VarioCookingCenter neue Maßstäbe am Markt. Es war bis zu viermal schneller, benötigt dabei bis zu 40 % weniger Energie und 70 % weniger Wasser1. Mit Kochen, Braten und Frittieren in einem einzigen Gerät wurde es zum Allrounder in der Küche. Die Garintelligenz sorgte dafür, dass die besten Garergebnisse erreicht wurden. Das VarioCooking-Center überzeugte von Beginn an auf ganzer Linie und wurde im Jahr 2011 durch die zweite Generation sogar noch verbessert.

Mit der Einführung des kleinen Tischgeräts 112T im Jahr 2014 und des größeren Tischgeräts 112L im Jahr 2016 verbesserten wir den Zugang zu kleinen Küchen, insbesondere bei Restaurants. Aber auch größere Kunden waren aufgrund des geringen Platzbedarfs, der Flexibilität und Variabilität der Tischgeräte mit zwei Tiegeln begeistert.

1 im Vergleich zu herkömmlicher Küchentechnologie

Aufsichtsrats 08

Brief des Vorstands 10 16

"In 13 Teilprojekten haben mehr als 300 Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Bereichen im sogenannten Projekt "Ahead" mitgewirkt, diskutiert, sich ausgetauscht und manchmal auch gestritten. Aber alle hatten das gleiche Ziel: Vereinigung unter einem Dach – RATIONAL."

Michael Fuchs

Global Process Owner Order-to-Cash (bis 2019 CEO FRIMA International)

"Durch die Fusion von FRIMA und RATIONAL näherten sich zwei Welten an. So etwas ist nie einfach und muss sowohl administrativ als auch menschlich begleitet werden. Wir entdeckten jeweils ein anderes Produkt, lernten neue Arbeitsmethoden und haben unser gemeinsames Interesse am Kundennutzen bestärkt. Das hat die gute Zusammenarbeit auf beiden Seiten weiter gefestigt."

Karine Albert-Marboeuf HR Director France

Ahead Aus FRIMA wird RATIONAL __

2019 Start der Tiegelfertigung in Landsberg am Lech

Als FRIMA im Jahr 2018 in die RATIONAL-Familie aufgenommen wurde, war das die logische Schlussfolgerung aus einer jahrelangen, vertrauensvollen Zusammenarbeit. Ziel war es natürlich, die Erfolgsgeschichten beider Unternehmen fortzuschreiben. Dazu wurden die beiden Spezialisten für die thermische Speisenzubereitung unter einem Markendach mit einem gemeinsamen Vertrieb vereint.

Das Vertrauen in Qualität, Verlässlichkeit und Service der Marke RATIONAL sollte den Eintritt in neue Märkte erleichtern und dem VarioCookingCenter weltweit Zugang zu mehr Kunden eröffnen. Denn durch die Zusammenführung konnten bestehende Strukturen im Vertrieb noch effizienter genutzt werden.

Für beide Seiten war dies ein Meilenstein, der sich bezahlt gemacht hat: Das neueste Modell aus Wittenheim, der iVario, konnte sich schon wenige Monate nach Einführung am Markt behaupten und ist seither von Erfolg verwöhnt.

Effektives Energiemanagement

iVarioBoost bringt die benötigte Wärmeenergie an die Stelle, an der sie gebraucht wird.

Intuitives Bedienkonzept

Einfach, logisch und effizient. Die Arbeit mit dem iVario Pro ist mühelos und macht Spaß, von Anfang an.

Schnelligkeit

Die Druckgarfunktion ermöglicht bis zu 35 % kürzere Garzeiten und macht den iVario Pro schnell und komfortabel.

Beste Arbeitsbedingungen

Der iVario Pro macht die Küche ergonomisch, sicher und effizient. Gut für den Arbeitstag und die Gesundheit.

Hohe Flexibilität

iZoneControl kann auf vier Zonen verschiedene Speisen gleichzeitig zubereiten. Dadurch wird der iVario zu vielen iVario mit mehr Freiraum und Flexibilität.

iVario Pro

Ungewöhnlich – in jeder Hinsicht __

Er sieht aus wie ein gewöhnlicher Kipper, kann aber viel mehr: Kochen, braten, frittieren und druckgaren – der iVario Pro ersetzt Kipper, Kessel und Druckgargeräte sowie Töpfe, Grillplatten, Pfannen, Druckgarer, Fritteuse und Bain Marie. Weil er die Power hat. Seine einzigartige Heiztechnologie verbindet Leistung mit Präzision. Weil er intelligente Kochassistenten hat, die mitdenken, dazu lernen und unterstützen. Weil er bis zu viermal schneller ist, bis zu 40 % weniger Energie benötigt und deutlich Platz einspart. Oder einfach: Weil er es kann. Für herausragende Speisenqualität ohne Kontroll - und Überwachungsaufwand.

Thomas Hoch Chief Product Officer Produktgruppe iVario

______

Herr Hoch, Sie sind als Chief Product Officer maßgeblich am Erfolg des iVario beteiligt. Worauf sind Sie besonders stolz? Betrachtet man das große Bild, leisten wir mit dem iVario einen wesentlichen Beitrag, die Nachhaltigkeit in den professionellen Küchen dieser Welt zu verbessern. Wir bieten unseren Kunden mit der neuen Gerätegeneration modernste Technologie, um eine effiziente Küche zu betreiben und dabei vielfältige Speisen zu kreieren. Grundlage hierfür ist unsere Teamarbeit aus Produktmanagement und Produktentwicklung, die die Kundenanforderungen im Detail verstehen und diese in konkreten Kundennutzen umsetzen. Genau das ist uns gelungen, wie man an der sehr guten Nachfrage erkennen kann.

Was hat denn die Kunden am neuen iVario besonders begeistert? Wir haben im Jahr 2020 den iVario auch in Nordamerika und Asien eingeführt und erhalten jetzt Feedback aus der ganzen Welt. Kunden, die primär den iVario zur Produktion nutzen, z. B. in der Gemeinschaftsverpflegung, freuen sich über die deutlich gestei gerte Produktivität bei reduzierter Anschlussleistung. Der iVario ist in Sachen Geschwindigkeit ein echter Maßstab. Weil es immer weniger gelernte Köche gibt, werden insbesondere die Funktionen geschätzt, die ergonomischeres Arbeiten ermöglichen und dadurch das Leben in der Küche einfacher machen. Dazu gehört auch, dass er einfacher zu installieren und reinigen ist.

Für kleine Küchen ist der iVario zusammen mit dem iCombi das Herz der thermischen Küche, z. B. in Restaurantküchen. Konven tionelle Geräte wie Töpfe, Grillplatten, Pfannen, Druckgarer, Fritteusen und Bain Marie können einfach ersetzt werden. Wir entwickeln die Geräte kontinuierlich weiter. Sie sind jetzt sch neller, verbrauchen weniger Energie und steuern die Temperatur noch präziser. Der iVario lässt sich sehr vielfältig einsetzen und gewährleistet stets hervorragende Garergebnisse. Das begeistert natürlich die Anwender und ist der Schlüssel zum Erfolg des iVario.

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

Vergütungsbericht 50

2020 Der neue iVario – begeisterte Kunden

Der neue iVario

Begeisterte Kunden

__ Das Restaurant Lollo in Freiburg ist ein wahrer Hotspot, vor allem für junge Leute. Stylisch, bunt, ausgefallen, regional, angesagt, gemütlich, modern und persönlich, so beschreiben es die Inhaber Stefanie und Frédéric Zindler auf der Homepage. Für den kleinen Hunger, vegetarisch, zum Mitnehmen, bei wenig Zeit oder zum Verweilen, vor der Arbeit und danach oder zum Frühstück.

Mit einem breiten Speisenangebot in hoher Qualität begeistert man die Kunden zu allen Tageszeiten und verschiedenen Anlässen. Wenn es ums Kochen geht, gibt es für die Gastronomen nur eines: höchste Qualität. Das beginnt bei den Zutaten und hört in der Küche nicht auf. Dort sorgen RATIONAL-Produkte für einen reibungslosen Ablauf, für ein hohes Maß an Effizienz sowie für beste Speisenqualität.

Frédéric und Stefanie Zindler Inhaber "Lollo", Freiburg

______

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 28 An die Aktionärinnen und Aktionäre 29 Vorwort des Aufsichtsrats 08 Brief des Vorstands 10 Die RATIONAL-Aktie 34 40 Die neue Heimat des iVario 16

"Mein absoluter Kindheitstraum, während alle anderen Astronaut oder Pilot werden wollten, war Gastronom zu werden. Also das Lollo, so wie es jetzt dasteht, ist tatsächlich in Montreal geboren; Miniladen und draußen eine riesen Schlange.

Und da saßen wir und sagten: 'Lass uns einen Frühstücksladen in Deutschland aufmachen.' Wir waren 20 Monate auf Weltreise, und was wir definitiv mitgebracht haben, ist das Essen. Ich liebe es ganz einfach, Dinge aus wenigen Zutaten zusammenzusetzen und so herzustellen, dass jemand sagt: Boah, wie klasse!

Das geht am Ende nur, wenn man sich auf die Küchengeräte verlassen kann. Wenn ich den iVario jemandem beschreibe, dann sage ich immer, das ist unsere rechte und linke Hand in der Küche. Ich glaube im Nachhinein sagen zu können, dass wir uns ohne den iVario nicht so hätten entwickeln können, wie wir es getan haben. Ob es Frühstück, Mittag- oder Abendessen ist, dieses Gerät ist für uns alles. Und in siebeneinhalb Jahren hatten wir nicht einen Ausfall, das muss man einfach mal sagen."

"Mit dem iVario habe ich ein System, das mir alle Möglichkeiten offen hält und mich jeden Tag entscheiden lässt, welche Spezialitäten ich anbieten möchte. Außerdem kann ein großer Teil der Gerichte ohne Aufsicht und Kontrolle zubereitet werden, sodass mehr Zeit für die Details bleibt."

Frédéric Zindler Inhaber Café Lollo, Freiburg

Die neue Heimat des iVario 16 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 30 An die Aktionärinnen und Aktionäre 31 Vorwort des Aufsichtsrats 08 Brief des Vorstands 10 Die RATIONAL-Aktie 34 40

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

Vergütungs-

bericht 50

2021 Der 50.000ste Vario wird gebaut

Gefertigt wurde das 50.000ste Gerät von einem echten Urgestein in Wittenheim. Thonlay Khounkeomanivong ist 1992 bei FRIMA in Wittenheim eingestiegen und hat seitdem alle Entwicklungsschritte aktiv begleitet.

Im Interview stellen wir den Mann vor, der bei allen Gerätejubiläen dabei war.

Thonlay Khounkeomanivong RATIONAL Wittenheim, Montage

______

Welchen schulischen und beruflichen Hintergrund haben Sie und seit wann sind Sie bei RATIONAL?

Ich kam 1985 nach Frankreich und habe dann erst einmal im asiatischen Lebensmittelladen meiner Familie gearbeitet. 1992 stieg ich bei FRIMA als Polier ein. Parallel dazu absolvierte ich ein Abendstudium der Elektrotechnik. Nach dem erfolgreichen Abschluss meines Studiums konnte ich im Jahr 2005 als Elektroinstallateur arbeiten.

Was gefällt Ihnen an RATIONAL?

Ich liebe das Arbeitsumfeld und meine Kolleginnen und Kollegen. Besonders wertvoll ist es für mich, selbstständig arbeiten zu können, und dass man mich schätzt, so wie ich bin. Ich freue mich, dass ich jeden Tag mein Bestes geben kann.

Wann haben Sie erfahren, dass Sie den 50.000sten Vario gebaut haben?

Unser Produktionsleiter hat mir das Ende Mai erzählt. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und bin sehr froh über diese Chance. Ich war ja schon bei allen Jubiläen dabei. Und jetzt den 50.000sten Vario gefertigt zu haben, ist unbeschreiblich.

Noch zwei private Fragen zum Abschluss: Was ist Ihr Lieblingsessen und welche Hobbys pflegen Sie?

Mein Lieblingsessen ist das meiner Mutter: Laotische Spezialitäten wie Lao-Tartar und Klebreis. In meiner Freizeit engagiere ich mich für den Verein "Alsace Laos", einem Projekt, das mir sehr am Herzen liegt. Wir haben Schulen in Laos gegründet. Ich reise gern mit Freunden und meiner Familie und spiele begeistert "Seprak Takraw". Das ist eine typische asiatische Sportart. Die Regeln sind sehr ähnlich wie beim Volleyball, mit einer Ausnahme: Man darf den Ball mit allen Körperteilen, außer den Händen, spielen.

"Ich freute mich schon darauf, meinen neuen iVario das erste Mal einsetzen zu können und fühlte mich, als ob ich auf mein Weihnachtsgeschenk warten würde."

Elodie Louvet Küchenchefin, Bistro d'Elo, Verdun

Wir feiern Der 50.000ste Vario __

Ein großer Tag für RATIONAL Wittenheim: Ende Juni konnte der 50.000ste Vario ausgeliefert werden. Ein schöner Erfolg und ein Beweis für die große Beliebtheit des Alleskönners. Am 21. Juni 2021 wurde dies am Standort Wittenheim mit einem feierlichen Empfang gewürdigt.

Installiert wurde das Jubiläumsgerät im französischen Verdun im Le Bistro d'Elo. Da Küchenchefin Elodie Louvet alleine in der Küche steht, hat sie sich für eine Kombination aus iVario und iCombi Pro entschieden. Sie wusste, dass sich ihr Arbeiten grundlegend verändern wird.

Erklärung zur Unternehmensführung

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

Vergütungs-

bericht 50

Die Standorterweiterung wurde im Juni 2019 begonnen, die Generalplanung reicht bis 2045. Insgesamt wird das Unternehmen 30 Mio. Euro in den Neubau investieren und damit eine Produktionskapazität von 25.000 Geräten pro Jahr schaffen. RATIONAL nutzt die einmalige Gelegenheit und errichtet ein nachhaltiges Gebäude. So wird beispielsweise der effiziente, schlanke und materialsparende Stahlbau hochgedämmt und damit äußerst energieeffizient sein. Ergänzend dazu wird über eine Wärmepumpe gekühlt und geheizt. Die intelligente, tageslichtabhängige LED-Lichtsteuerung mit separaten Beleuchtungszonen spart Energie und der hohe Glasanteil in der Fassade sorgt für bestmögliche Arbeitsbedingungen.

Das neue Werk

RATIONAL Wittenheim auf der Erfolgswelle __

"Unsere Kunden lieben den iVario. Ich glaube, dass er eine ähnliche Erfolgsgeschichte werden wird wie der Combi-Dämpfer. Wir sind froh, dass in Wittenheim die Grundlagen geschaffen werden, um die erwartet hohe Nachfrage bedienen zu können."

Simon Lohse Area Vice President Americas

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 32 An die Aktionärinnen und Aktionäre 33 Vorwort des Aufsichtsrats 08 Brief des Vorstands 10 Die RATIONAL-Aktie 34 40 Die neue Heimat des iVario 16

"Als Projektmanagerin des Architekturbüros kam ich 2018 erstmals in Kontakt mit RATIONAL. Ich konnte schnell eigenverantwortlich arbeiten, Entscheidungen treffen und meine eigenen Vorschläge und Vorstellungen einbringen und umsetzen. Ein funktionales, optisch ansprechendes und energieeffizientes Gebäudekonzept zu entwickeln, war eine Aufgabe, die ich gern angenommen habe. Als dann das Angebot für eine Festanstellung kam, hab ich natürlich nicht lange gezögert. Ich freue mich, jetzt ein Teil der großen RATIONAL-Familie zu sein."

Anneke Schreier Leiterin Infrastrukturmanagement Wittenheim

2023

Nochmal ein großer Tag für RATIONAL in Wittenheim: Fast zeitgleich zur Auslieferung des 50.000sten Vario startete der Bau des neuen Werks.

In Wittenheim werden ab Frühjahr 2023 auf 10.000 m2 Produktion, Büros, Trainingscenter und Betriebsrestaurant in einem nachhaltigen Gebäude zu finden sein. Bereits im Jahr 2015 wurde die Produktion innerhalb des bestehenden Grundstücks erweitert. Nun muss die Kapazität erneut angepasst werden, um die wachsende Nachfrage bedienen zu können.

Nachdem die Weltwirtschaft im Jahr 2020 einen Rückgang von 3,1 % verzeichnete, blickten Ökonomen positiv in die Zukunft. Der Internationale Währungsfonds rechnete für das Jahr 2021 mit einem Wachstum von 5,9 %. Unterstützt durch die schnelle Verfügbarkeit von Impfstoffen und staatlichen Unterstützungsprogrammen konnten besonders die

Die RATIONAL-Aktie Das Börsenjahr 2021 war sowohl von positiven als auch negativen Aussichten geprägt. Unsicherheiten über die kurzund mittelfristigen Auswirkungen der Pandemie und der weltweiten Lieferengpässe machten es Anlegern schwer. resverlauf mit zunehmenden Unsicherheiten etwas ab und führte zu einer Seitwärtsbewegung des DAX und MDAX. Dennoch markierten die relevanten Vergleichsindizes 2021 neue Allzeithochs. Nachdem Ende November aufgrund der Omikron-Variante die Kapitalmärkte erneut verunsichert worden waren und die Indizes dies nachzeichneten, schlossen sie das vergangene Börsenjahr erneut unter den unterjährigen Höchstniveaus. Der DAX verzeichnete zum Jahresende 2021 ein Plus von 16 % bei 15.885 Punkten. Der MDAX konnte das Jahr 2021 mit einem Plus von 14 % bei 35.123 Punkten abschließen

Industrieländer bereits im ersten Quartal beginnen, sich von der Krise zu erholen. Die wirtschaftliche Erholung zeigte jedoch auch die negativen Folgen eines sprunghaften Aufschwungs auf. Besonders die Produktion von Vorprodukten und Komponenten konnte nicht mit der steigenden Nachfrage Schritt halten. Während der Pandemie wurden viele Werke geschlossen oder die Produktion aufgrund der Kontaktbeschränkungen deutlich gedrosselt. Zudem waren Häfen und Werke in Entwicklungsländern regelmäßig von Schließungen betroffen. Aufgrund dieser Entwicklungen klagten viele Branchen zunehmend über Materialengpässe und steigende Preise. Inflationsängste zusammen mit Angst vor weiteren Corona-Varianten und -Ausbrüchen schürten zum Jahresende zudem die Sorge vor einer wirtschaftlichen Stagflation. Die RATIONAL-Aktie hat sich 2021 deutlich volatiler als die Vergleichsindizes entwickelt, schloss jedoch zum Jahresende mit einem etwas höheren Kursaufschlag. Im ersten Quartal 2021 geriet die RATIONAL-Aktie aufgrund der schwachen Geschäftsaussichten und der damit verbundenen Ad-hoc-Meldung zunehmend unter Abgabedruck und erreichte am 19. März 2021 das Jahrestief von 654,50 Euro. Nachdem der Monat März den Wendepunkt im Auftragseingang markiert hatte und Umsatz sowie EBIT im März 2021 deutlich verbessert waren, konnte die Aktie kurzfristig profitieren und zeitweise zu den Vergleichsindizes aufholen. Am Tag der Veröffentlichung des Halbjahresberichts (5. August 2021) markierte die RATIONAL-Aktie ein neues Allzeithoch bei 1.029,50 Euro. Damit lag sie deutlich über DAX und MDAX. Unterstützt wurden diese Kursgewinne auch durch eine Ad-hoc-Meldung inklusive Prognoseanhebung im Juli 2021.

Trotz der oben beschriebenen Sachverhalte entwickelten sich die für RATIONAL relevanten deutschen Leitindizes robust. Die Euphorie des ersten Halbjahres ebbte im Jah-Nachdem sich Ende des dritten Quartals Lieferengpässe von elektronischen Komponenten immer deutlicher abzeichneten und sich aufgrund erster Schließungen der Gastronomie in einigen Ländern die Branchenaussichten wieder eintrübten, erfolgte eine weitere, deutliche Korrektur der RATIONAL-Aktie. Folgend entwickelte sich die Aktie bis zum Jahresende volatil und schloss zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2021) bei 900,40 Euro. Im Vergleich zum Jahresendkurs 2020 (761,50 Euro) stieg der Kurs der Aktie um rund 18 %. Unter Berücksichtigung der ausgeschütteten Dividende von 4,80 Euro für das Geschäftsjahr 2020 ergibt sich eine Rendite von rund 19 % für das Jahr 2021. Die Marktkapitalisierung der RATIONAL AG lag zum Bilanzstichtag bei rund 10 Mrd. Euro. 5000 Kursverlauf der RATIONAL-Aktie seit dem Börsengang im Jahr 2000 Index (Emissionskurs 23,00 EUR = 100); in % Jahresendkurs 900,40 EUR 3.400 3.800 4.200 4.600

Nachhaltige Unternehmensstrategie mündet in eine langfristig stabile Wertentwicklung der Aktie 4000

Das Vertrauen unserer Aktionäre beruht auf der langfristig und nachhaltig orientierten Strategie unseres Unternehmens, die die Basis für unser Wachstum und unsere Ertragsstärke ist. Dies drückt sich auch in der traditionell hohen Bewertung – gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) – im Vergleich zu den relevanten Referenzindizes aus. Trotz der hohen Volatilität erfreute sich die Aktie der RATIONAL AG aus diesem Grund einer großen Beliebtheit bei den Investoren. 0 1000 2000 3000

Seit dem Börsengang im März 2000 hat sich der Wert der RATIONAL-Aktie um den Faktor 391 erhöht. Die ersten RATIONAL-Aktionäre können sich somit über jährliche Kursgewinne von durchschnittlich mehr als 18 % freuen. Unter Berücksichtigung der ausgeschütteten Dividenden beträgt die Jahresdurchschnittsrendite knapp 21 %.

Durchschnittliche Jahresrendite1 für RATIONAL-Aktionäre seit dem Börsengang (inkl. Dividenden) 1Bezogen auf den Jahresendkurs 2021

Die RATIONAL Aktie __

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 34 An die Aktionärinnen und Aktionäre 35 Vorwort des Aufsichtsrats 08 Brief des Vorstands 10 Die neue Heimat des iVario 16 40 Die RATIONAL-Aktie 34

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

7,50 Euro Dividende und 2,50 Euro Sonderdividende vorgeschlagen

Traditionell möchten wir unsere Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg teilhaben lassen. Aufgrund der bestehenden Unsicherheiten durch die Corona-Krise und der krisenbedingt niedrigeren Ergebnisse im Geschäftsjahr 2020 waren die letzten beiden Ausschüttungen auf einem niedrigeren absoluten Niveau. Dank der kaufmännischen Vorsicht und der konservativen Dividendenpolitik gelang es uns, ausreichend Liquidität im Unternehmen zu halten und gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

Besonders erfreulich stimmt es den Vorstand und Aufsichtsrat, aufgrund der guten Auftragslage und der verbesserten Zukunftsaussichten unseren Aktionären eine Dividende in Höhe von 7,50 Euro je Aktie vorzuschlagen. Zusätzlich möchten wir uns mit einer Sonderdividende in Höhe von 2,50 Euro pro Aktie für die Unterstützung und das Vertrauen in dieser besonderen Zeit bei allen Aktionären bedanken.

Insgesamt sind 113,7 Mio. Euro für die Ausschüttung vorgesehen. Auch nach der Dividendenausschüttung verbleibt damit eine ausreichende Liquiditätsreserve im Unternehmen. Die Dividendenrendite beträgt 1,1 % (bezogen auf den Schlusskurs 2021).

Zum Bilanzstichtag betrug der Anteil des Aktienkapitals im Festbesitz gemäß Definition der Deutschen Börse auf 55,2 % (Vj. 55,2 %) und der Anteil im Streubesitz auf 44,8 % (Vj. 44,8 %). Es existieren keine aktiven Aktienoptionsprogramme bzw. Wandelanleihen, durch die der Aktienanteil verwässert werden könnte.

Stand: 1. März 2022

RATIONAL im MDAX

Die RATIONAL-Aktie ist seit dem Börsengang im "Prime Standard" gelistet und wird an allen deutschen Börsenplätzen gehandelt. Seit September 2019 ist die Aktie im MDAX eingestuft. Die Deutsche Börse beschloss im Jahr 2021 die Reform der DAX-Auswahlindizes. Dabei erfolgte eine Erweiterung des DAX von 30 auf 40 Titel sowie höhere Qualitätsanforderungen und ein geänderter Aufnahmeprozess. Für den Auf- und Abstieg zwischen DAX, MDAX und

Historische Wertentwicklung der RATIONAL-Aktie und relevanter Vergleichsindizes zum 30. Dezember 2021 in %

1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre Seit
Börsen
gang
RATIONAL AG (Kursentwicklung) +18 +82 +112 3.815
RATIONAL AG (inkl. Dividenden)1 +19 +88 +129 6.558
DAX 30 +16 +50 +38 100
MDAX +14 +63 +58 722

1  Annahme: Reinvestition der Dividenden zum Eröffnungskurs des jeweiligen Ex-Dividende-Tages

Das tagesdurchschnittliche Xetra-Handelsvolumen der RATIONAL-Aktie lag im Jahr 2021 bei 11.401 Stück (Vj. 29.289 Stück). Die HSBC Trinkaus & Burkhardt AG unterstützte im Berichtsjahr als "Designated Sponsor" die Liquidität der Aktie. Erweitert wird die Handelbarkeit durch ADRs (American Depositary Receipts) für Investoren am US-Kapitalmarkt. ADRs sind Hinterlegungsscheine nicht-amerikanischer Aktien, die an den US-Börsen anstelle der Originalwertpapiere über eine Depotbank gehandelt werden können. Zwischen RATIONAL und der Depotbank Citigroup besteht kein Depotvertrag ("unsponsored ADR"), für RATIONAL resultieren daraus keine Folgepflichten.

Ergebnis je Aktie

Mit 10,88 Euro Gewinn je Aktie wurde das Krisenjahr 2020 (7,04 Euro) deutlich übertroffen. Unterstützt wurde dieses Ergebnis im Wesentlichen vom starken Umsatzwachstum und dem unterproportional gestiegenen operativen Kosten. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt unverändert 11.370.000. Verwässerungseffekte gab es nicht.

36
RATIONAL Geschäftsbericht 2021
An die Aktionärinnen und Aktionäre
Vorwort des
Brief des
Die neue Heimat
Aufsichtsrats
Vorstands
des iVario
08
10
16
Die RATIONAL
Aktie
34
Erklärung zur Unter
nehmensführung
40
Entsprechens
erklärung
44
Bericht des
Aufsichtsrats
46
bericht
50
Vergütungs 37
Seit dem Börsengang im März 2000 hat sich der Kurs inzwi
schen um den Faktor 39 erhöht (+3.815 %). Das entspricht
SDAX spielt die Marktkapitalisierung grundsätzlich die
ausschlaggebende Rolle. Zudem sind unter anderem ver
Kennzahlen der RATIONAL-Aktie 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012
einer durchschnittlichen jährlichen Kurssteigerung von
18 %. Zudem wurden seit Beginn der Börsennotierung
schärfte Aufsichts- und Berichtspflichten, ein verpflichtendes
Prüfungsgremium im Aufsichtsrat und die Erfüllung einer
Anzahl Aktien1 (in Mio. Stück) 11,37 11,37 11,37 11,37 11,37 11,37 11,37 11,37 11,37 11,37
107,05 Euro Dividenden je Aktie an die Aktionäre ausge Mindestliquidität wichtige Anforderungen. Es dürfen nur Jahresendkurs2 (in EUR) 900,40 761,50 717,00 496,00 537,20 424,00 419,90 259,75 241,10 218,00
schüttet. Investoren der ersten Stunde erreichen somit eine Unternehmen in den DAX aufgenommen werden, die in den Marktkapitalisierung1 2 (in Mio. EUR) 10.238 8.658 8.152 5.640 6.108 4.821 4.774 2.953 2.741 2.479
Gesamtrendite von rund 21 % pro Jahr. letzten beiden Finanzberichten vor dem DAX-Aufstieg einen Free-Float-Marktkapitalisierung1 2 (in Mio. EUR) 4.591 3.883 2.846 1.641 2.739 1.403 1.392 861 800 723
operativen Gewinn ausweisen konnten. Unter diesen Ge Durchschnittl. Handelsvolumen2 (in Stück) 11.401 29.289 8.582 6.391 6.824 6.222 5.449 6.883 6.746 6.085
sichtspunkten halten wir einen Verbleib im MDAX für Dividende je Aktie für das Geschäftsjahr4 (in EUR) 10,00 4,80 5,70 9,50 11,00 10,00 7,50 6,80 6,00 5,70
Historische Wertentwicklung der wahrscheinlich. Dividendenrendite3 (in %) 1,1 0,6 0,8 1,9 2,0 2,4 1,8 2,6 2,5 2,6
RATIONAL-Aktie und relevanter Jahresperformance ohne Dividende (in %) 18,2 6,2 44,6 –7,7 26,7 1,0 61,7 7,7 10,6 29,6
Vergleichsindizes zum 30. Dezember 2021
in %
Das tagesdurchschnittliche Xetra-Handelsvolumen der
RATIONAL-Aktie lag im Jahr 2021 bei 11.401 Stück
Jahresperformance inkl. Dividende (in %) 19,0 7,0 46,5 –5,6 29,1 2,8 64,3 10,2 13,2 32,9
Seit
Börsen
(Vj. 29.289 Stück). Die HSBC Trinkaus & Burkhardt AG unter Kurs-Umsatz-Verhältnis1 3 13,1 13,3 9,7 7,3 8,7 7,9 8,5 5,9 5,9 5,7
1 Jahr
3 Jahre
5 Jahre
gang
stützte im Berichtsjahr als "Designated Sponsor" die Liqui Kurs-Gewinn-Verhältnis1 3 82,8 108,1 47,5 35,8 42,7 37,9 39,2 26,8 28,2 26,6
RATIONAL AG (Kursentwicklung)
+18
+82
+112
3.815
dität der Aktie. Erweitert wird die Handelbarkeit durch ADRs Kurs-Cashflow-Verhältnis1 3 59,6 93,4 41,0 39,1 41,9 37,2 33,4 26,3 26,7 22,2

1  Zum Bilanzstichtag 2 Xetra 3 In Relation zum Jahresendkurs 4 Ausschüttung im Folgejahr; Dividende 2021 vorbehaltlich Zustimmung der Hauptversammlung 2022; 2016, 2017 und 2021 enthalten eine Sonderdividende in Höhe von 2,00 Euro/2,20 Euro/2,50 Euro. Quelle: vwd, RATIONAL

Für Fragen von professionellen Investoren, Privatanlegern und allen interessierten Personen stehen die Mitarbeiter aus dem Bereich Investor Relations, aber auch der Vorstand, gerne zur Verfügung.

Basisdaten der RATIONAL-Aktie

ISIN (International
Security Identification
Number)
DE0007010803
WKN (Wertpapier
kennnummer)
701 080
Börsenkürzel RAA
Börsenplätze Frankfurt, München, Stuttgart, Berlin/Bremen,
Düsseldorf, Hamburg/Hannover
Marktsegment Regulierter Markt
Transparenzlevel Prime Standard
Zugehörigkeit zu
wichtigen Indizes
QIX Deutschland, MDAX, CDAX, Classic All Share,
DAXglobal Sarasin Sustainability Germany Index,
DAXPLUS FAMILY 30, DAXsector All Industrial,
DAXsector Industrial, DAXsubsector All Industrial
Products & Services, DAXsubsector Industrial
Products & Services, Prime All Share (Deutsche
Börse), MSCI Deutschland, DAX 50 ESG
Unsponsored ADR
(American Depositary
Receipts)
Depotführende Stelle: Citigroup Global Markets
DR Ticker: RATIY/DR ISIN: US75410B1017
Ende des Geschäftsjahres 31.12.
Rechnungslegungsart IFRS
Beginn der
Börsennotierung
03.03.2000
Designated Sponsor HSBC Trinkaus & Burkhardt AG

Umfassende Kapitalmarktkommunikation

Gerade in bewegten Börsenzeiten ist das Informationsbedürfnis der Kapitalmärkte besonders hoch, sowohl bei professionellen Investoren als auch bei Privatanlegern. Unser eigener Anspruch ist es, stets partnerschaftlich mit unseren Aktionären zusammenzuarbeiten. Es ist unser Selbstverständnis, eine transparente und offene Finanzkommunikation zu gewährleisten.

Im Jahr 2021 war das Management an 11 Tagen auf virtuellen Roadshows und Kapitalmarktkonferenzen vertreten. Sämtliche Veranstaltungen im Berichtsjahr wurden in digitalen Formaten abgehalten, da Präsenzveranstaltungen aufgrund erhöhter Sicherheits- und Hygienevorschriften abgesagt werden mussten. Im Rahmen der Veröffentlichung der Jahreszahlen wurde die Öffentlichkeit in virtuellen Bilanzpresse- und Analystenkonferenzen informiert. Darüber hinaus stand der Vorstand im Anschluss an die Bekanntgabe von Quartals- und Jahreszahlen Analysten und Investoren Rede und Antwort. In einer Vielzahl von Telefonkonferenzen wurden aktuelle Entwicklungen erläutert und Fragen beantwortet.

Nach dem positiven Feedback des ersten virtuellen Analystentags 2020 und aufgrund der besseren Planbarkeit fand der Analystentag im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder online statt. Nachdem das Logistikzentrum im Frühjahr 2021 fertiggestellt wurde, waren wir stolz darauf, Analysten und Investoren im Rahmen einer virtuellen Werksführung mit anschließender Fragerunde unseren Standort in Landsberg am Lech vorzustellen.

Aktuelle Analystenkommentare auf der RATIONAL-Unternehmenswebsite

Derzeit veröffentlichen 13 Institute detaillierte Analysen zur RATIONAL AG. Alle Aktienanalysten sind von der nachhaltigen und außerordentlichen Ertragskraft und der Qualität des Unternehmens überzeugt. Die Mehrzahl der Analysten empfiehlt auf dem aktuellen Bewertungsniveau jedoch die Aktie zu halten oder zu verkaufen. Im Mittel befinden sich die Kurzsziele aktuell bei rund 740 Euro. Insbesondere unterschiedliche Einschätzungen über die kurzfristige Entwicklung der Marktsituation, die Auswirkungen der Lieferengpässe und Risiken über weitere Einschränkungen unserer Endkunden führten zu den abweichenden Kurszielen der Analysten. Zudem notiert die Aktie trotz eines geringeren Ergebnisses nahe des Vorkrisenniveaus.

Die Einschätzungen mit Anlageempfehlung finden interessierte Anleger unter rational-online.com im Bereich Investor Relations in der Rubrik Aktie unter Analysteneinschätzungen.

Stand: 1. März 2022

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 38 An die Aktionärinnen und Aktionäre 39 Vorwort des Aufsichtsrats 08 Brief des Vorstands 10 Die neue Heimat des iVario 16 40 Die RATIONAL-Aktie 34

Erklärung zur Unternehmensführung

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

von ESG-Zielen sicherzustellen, wird dafür im Jahr 2022 eine weitere Stelle geschaffen und zuerst eine Systematik für KPIs im Bereich ESG erarbeitet. Das Team ist aufgrund der hohen Bedeutung organisatorisch beim Vorstandsvorsitzenden angesiedelt.

Organe der Gesellschaft

Die RATIONAL AG ist eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts. Ein Grundprinzip des deutschen Aktienrechts ist das duale Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die jeweils mit eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind.

Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat der RATIONAL AG arbeiten bei der Leitung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen. Details zum Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat werden ausführlich im Bericht des Aufsichtsrats erläutert.

Der Vorstand und seine Arbeitsweise

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Sie arbeiten kollegial zusammen und unterrichten sich gegenseitig über wichtige Maßnahmen und Vorgänge in ihren Ressorts. Jedes Mitglied des Vorstands führt das ihm zugewiesene Ressort im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Der Vorstand beschließt in der Regel in Sitzungen, die im zweiwöchigen Rhythmus stattfinden. Zusätzlich kann jedes Mitglied des Vorstands die Einberufung einer Sitzung unter Mitteilung des Beratungsgegenstandes verlangen. Ebenso kann jedes Mitglied verlangen, dass ein Gegenstand in die Tagesordnung einer Sitzung aufgenommen wird. Beschlüsse des Vorstands werden stets mit einfacher Mehrteilungsplan geregelt. Ferner hat der Aufsichtsrat eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder von 65 Jahren festgelegt. Die Mitglieder des Vorstands zum Bilanzstichtag waren Dr. Peter Stadelmann (Vorstandsvorsitzender), Peter Wiedemann (Vorstand technischer Bereich), Markus Paschmann (Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing) und Jörg Walter (Vorstand kaufmännischer Bereich).

Herr Walter wurde durch den Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. März 2021 für drei Jahre zum Vorstand berufen und übernahm den durch Dr. Stadelmann interimsmäßig geleiteten kaufmännischen Bereich.

Zudem wurde der Dienstvertrag als Vorstand für den Bereich Vertrieb und Marketing von Herrn Paschmann für weitere fünf Jahre ab dem 1. März 2021 durch den Aufsichtsrat verlängert.

heit der abgegebenen Stimmen aller Mitglieder getroffen. Bei Stimmengleichheit hat der Vorsitzende des Vorstands die ausschlaggebende Stimme. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend schriftlich und mündlich sowie in den turnusmäßigen Sitzungen über die Planung, die Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements. Zusammensetzung des Vorstands Der Vorstand der RATIONAL AG kann sich aus einer oder mehreren Personen zusammensetzen und bestand zum Bilanzstichtag aus vier Mitgliedern. Die Verteilung der Ressorts auf die einzelnen Mitglieder ist im Geschäftsver-Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er wird in Strategie und Planung sowie in allen Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für bedeutende Geschäftsvorgänge – wie beispielsweise die Festlegung der Jahresplanung, größere Investitionen – beinhaltet die Geschäftsordnung für den Vorstand Zustimmungsvorbehalte zugunsten des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Der Aufsichtsrat beschließt in seinen Sitzungen mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen, soweit nicht Gesetze etwas Abweichendes bestimmen. Bei Stimmengleichheit hat der Vorsitzende des Aufsichtsrats die ausschlaggebende Stimme.

Um gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung zu sorgen, berät der Aufsichtsrat über das Anforderungsprofil für Vorstandsmitglieder und beobachtet die Eignung möglicher interner Nachfolgekandidaten im Unternehmen anhand der Entwicklung von Leistungskriterien. Zudem tauscht sich der Aufsichtsrat zu anstehenden Vakanzen und möglicherweise geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten mit dem Vorstand aus.

Die Mitglieder des Vorstands üben keine Aufsichtsratstätigkeit in anderen börsennotierten Unternehmen aus.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keine Interessenkonflikte bei Vorstandsmitgliedern aufgetreten.

Der Aufsichtsrat und seine Arbeitsweise

Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB

Nachfolgend finden Sie die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f und 315d HGB. Darin berichten Vorstand und Aufsichtsrat entsprechend Grundsatz 22 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 über die Corporate Governance bei RATIONAL. Die Erklärung zur Unternehmensführung wird durch den Vergütungsbericht ergänzt. Die Erklärung zur Unternehmensführung ist gemäß §§ 289f und 315d HGB Bestandteil des Lageberichts der RATIONAL AG und des Konzernlageberichts.

Vergütungsbericht und Vergütungssystem

Der Vergütungsbericht nach § 162 AktG für das Geschäftsjahr 2021 ist auf der RATIONAL-Website (rational-online.com) im Bereich Investor Relations und im Geschäftsbericht 2021 zu finden. Der Vermerk des Abschlussprüfers gemäß § 162 AktG, das geltende Vergütungssystem gemäß § 87a Absatz 1 und 2 Satz 1 AktG und der letzte Vergütungsbeschluss gemäß § 113 Absatz 3 AktG sind ebenfalls auf der RATIONAL--Website (rational-online.com) im Bereich Investor Relations öffentlich zugänglich.

Wesentliche Unternehmensführungspraktiken und Compliance

Verantwortungsvolles, nachhaltiges und soziales Handeln ist für die RATIONAL AG seit jeher ein tragendes Element der unternehmerischen Kultur und Grundlage des Unternehmenserfolgs. Hierzu gehört die Integrität im Umgang mit Kunden, Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Aktionären und der Öffentlichkeit.

RATIONAL versteht unter Compliance die Einhaltung von Recht, Gesetz und Satzung sowie die Befolgung der zusätzlichen internen Regelwerke. Darüber hinaus entwickelte die RATIONAL AG auch im Geschäftsjahr 2021 die eigene Corporate Governance weiter. RATIONAL entspricht weitestgehend den Empfehlungen des Corporate Governance Kodex. Soweit die RATIONAL AG von den Empfehlungen des Kodex abweicht, wird hierüber in der nachstehenden Entsprechenserklärung berichtet. Weitere freiwillig eingegangene Selbstverpflichtungen bestehen in Form von Compliance-Vereinbarungen mit einigen unserer Kettenkunden. Das Unternehmen hat sich selbst ein umfassendes Leitbild gegeben und verfügt über schriftlich niedergelegte Führungsprinzipien sowie einen unternehmensweit gültigen "Code of Conduct". Das Unternehmensleitbild drückt das Selbstverständnis des Unternehmens, seiner Führungsorgane und Mitarbeiter aus. Es gibt außerdem Handlungsempfehlungen für den Umgang

mit Kunden, Partnern und Kollegen. Alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden darin geschult.

Die Compliance-Organisation wird kontinuierlich weiterentwickelt. Ausgangspunkt für die Compliance-Aktivitäten bilden die Verhaltensgrundsätze der RATIONAL AG ("Code of Conduct"). Diese sind in Form der RATIONAL-Verhaltensregeln im Geschäftsverkehr zusammengefasst und unternehmensweit kommuniziert. Es wurde ein RATIONAL-Compliance-Team gebildet und ein Compliance-Officer für die gesamte RATIONAL-Gruppe bestellt.

Alle Mitarbeiter der RATIONAL-Gruppe werden hinsichtlich Compliance-Themen geschult. Mitarbeiter, die über einen Computerzugang verfügen, haben zudem eine Prüfung erfolgreich zu absolvieren.

Auf der Grundlage der Ergebnisse von in verschiedenen Unternehmensbereichen durchgeführten Compliance-Risikoanalysen wurden Maßnahmen definiert, um allen wesentlichen Compliance-Risiken entgegenzuwirken. Diese Maßnahmen schließen neben einschlägigen internen Compliance-Vorgaben auch die Zusammenarbeit mit lokalen, qualifizierten Partnern ein. Des Weiteren werden in Ländern, in denen RATIONAL mit eigenen Tochtergesellschaften und Mitarbeitern vertreten ist, die lokalen Anforderungen an ein Compliance-Programm kontinuierlich überwacht und bei Bedarf das bestehende Compliance-Programm angepasst.

Eine Prüfung des Risikomanagementsystems und der Konzeption des Compliance-Managementsystems, entsprechend der Prüfungsstandards des Instituts der Wirtschaftsprüfer Deutschland (IDW), bestätigte die Funktionsfähigkeit beider Systeme.

Im Jahr 2021 wurden das Compliance-Managementsystem sowie das Risikomanagementsystem auf Basis der bestehenden Konzepte zielgerichtet fortgesetzt.

ESG-Organisation und -strategie

Die RATIONAL AG hat die Erreichung der ESG-Ziele in den vergangenen Jahren zunehmend konsequenter umgesetzt. Dabei lag der Schwerpunkt bei Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und natürlichen Ressourcen. Um die Aktivitäten auszubauen und weitere Maßnahmen im Bereich Soziales und Corporate Governance zu ergänzen, wurde Ende 2021 in Zusammenarbeit mit einem externen Berater eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Um eine konsequente Erreichung

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 40 An die Aktionärinnen und Aktionäre 41 Vorwort des Aufsichtsrats 08 Brief des Vorstands 10 Die neue Heimat des iVario 16 Die RATIONAL-Aktie 34 Entsprechenserklärung 44 Bericht des Aufsichtsrats 46 Vergütungsbericht 50 Erklärung zur Unternehmensführung 40

Festlegung zur Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen an Führungspositionen gemäß §§ 76 Abs. 4 und 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes

Die RATIONAL AG ist ein börsennotiertes, jedoch nicht paritätisch mitbestimmtes Unternehmen. Gemäß dem "Gesetz zur Ergänzung und Änderung der Regelungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" (Frauenquote) ist deshalb eine Einführung der 30 %-igen Frauenquote im Aufsichtsrat der RATIONAL AG nicht bindend. Aufgrund der Börsennotierung ist das Unternehmen aber verpflichtet, Zielgrößen für die Erhöhung des Frauenanteils im Aufsichtsrat, im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands sowie Fristen für die Erreichung dieser Zielgrößen festzulegen.

Vorstand und Aufsichtsrat der RATIONAL AG haben sich im Geschäftsjahr 2017 folgende Ziele für den Frauenanteil in Führungspositionen gesetzt und kommen damit den gesetzlichen Pflichten nach:

  • › Für den Aufsichtsrat wurde eine Zielgröße für den Frauenanteil von 0 % festgelegt.
  • › Für den Vorstand wurde eine Zielgröße für den Frauenanteil von 0 % festgelegt.
  • › Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands wurde eine Zielgröße für den Frauenanteil von 16,7 % bzw. drei Frauen in Führungspositionen festgelegt.
  • › Für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands wurde eine Zielgröße für den Frauenanteil von 30,0 % bzw. 11 Frauen in Führungspositionen festgelegt.
  • › Die Frist für die Erreichung dieser Zielgrößen ist der 30. Juni 2022.

Die festgelegten Zielgrößen für Vorstand, Aufsichtsrat und die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands wurden während des Berichtszeitraums eingehalten.

In der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands wurde das absolute Ziel von 11 Frauen in Führungspositionen erreicht. Aufgrund von Umstrukturierungen wurde das relative Ziel von 30,0 % leicht unterschritten (29,3 %).

Diversitätskonzept

setzung und damit die Kompetenzen und Erfahrungen in Vorstand und Aufsichtsrat kontinuierlich weiterzuentwickeln und eine ausgewogene Balance an Kontinuität und Erneuerung zu wahren. Vorstand und Aufsichtsrat müssen insgesamt jeweils über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen.

Ziel des Personalmanagements bei RATIONAL ist es, Leistungsträger zu fördern und langfristig im Unternehmen zu halten, um dadurch nachhaltig den Unternehmenserfolg zu gewährleisten. Alle offenen Stellen bei RATIONAL werden an Personen vergeben, welche die besten Qualifikationen und Kompetenzen für diese Stelle vorweisen. Weitere Eigenschaften wie das Geschlecht oder nationale Zugehörigkeit waren und sind für diese Entscheidung ohne Bedeutung.

Der Aufsichtsrat hat kein Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats beschlossen. Bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern und bei Vorschlägen für die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird allein nach Maßgabe des Kompetenzprofils des Aufsichtsrats und den Anforderungen an Vorstandsmitglieder auf die besondere Kompetenz und Qualifikation Wert gelegt. Weitere Eigenschaften wie Geschlecht, Alter, Herkunft, nationale Zugehörigkeit, Bildungs- und Berufshintergrund waren und sind für diese Entscheidungen ohne Bedeutung. Es ist beabsichtigt, daran auch in Zukunft festzuhalten. Gleichwohl verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, die personelle Zusammenfangenheitsgründe während der Prüfung unterrichtet wird. Bei einem eventuellen Auftreten wesentlicher im Rahmen der Abschlussprüfung festgestellter Schwächen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist der Wirtschaftsprüfer zusätzlich angehalten, darüber gesondert zu berichten. Leitender Prüfer des Jahresabschlusses 2021 war Herr Dirk Bässler.

Diese Grundsätze gelten auch für die Besetzung des Vorstands. Das Management besteht aus ausgewählten Experten verschiedener Fachbereiche, welche auf eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit zurückblicken können. Die Unternehmensführung ist von Kontinuität, Vertrauen und dem konsequenten Fokus auf den größtmöglichen Kundennutzen im Sinne unseres Unternehmensgründers und der Unternehmensphilosophie geprägt und wird Entscheidungen zur Besetzung des Vorstands vor diesem Hintergrund treffen.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Gemäß den gesetzlichen Vorgaben fand im Jahr 2021 ein Wechsel der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft statt. Die Hauptversammlung hat am 12. Mai 2021 die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 gewählt. Der Prüfungsauftrag wurde durch den Aufsichtsrat erteilt.

Der Wechsel des Abschlussprüfers wurde sorgfältig durch den Aufsichtsrat vorbereitet und geprüft. Bereits vor Unterbreitung des Wahlvorschlags an die Hauptversammlung hat der Aufsichtsrat vom Wirtschaftsprüfer eine Erklärung über die persönlichen und geschäftlichen Beziehungen zur Gesellschaft eingeholt. Diese gab keinen Anlass zu Beanstandungen. Der Aufsichtsrat hat mit dem Prüfer vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Be-

Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben. Der Aufsichtsrat führt regelmäßig, zuletzt im Juni 2021 eine Selbstbeurteilung durch Befragung der Aufsichtsratsmitglieder anhand eines Fragebogens und anschließende Diskussion durch, um die Wirksamkeit der Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse zu reflektieren und mögliche Verbesserungen zu identifizieren.

Detaillierte Informationen zu den Arbeits- und Beratungsschwerpunkten des Aufsichtsrats im Berichtszeitraum sind im Bericht des Aufsichtsrats erläutert.

Bildung von Ausschüssen im Aufsichtsrat

Um Sitzungsinhalte für den Gesamtaufsichtsrat vorzubereiten, wurden vom Aufsichtsrat fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet. Dem Prüfungsausschuss gehören Herr Dr. Hans Maerz (Ausschussvorsitzender), Herr Walter Kurtz und Herr Erich Baumgärtner an. Der Prüfungsausschuss bereitet insbesondere die Verhandlungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats über alle Fragen betreffend die Rechnungslegung, insbesondere die Jahresabschlüsse, vor und beschließt eine Empfehlung im Hinblick auf den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers. Zudem wurde ein Technikausschuss gebildet, der technische Themen für den gesamten Aufsichtsrat bearbeitet und aufbereitet. Mitglieder sind Herr Dr.-Ing. Georg Sick (Ausschussvorsitzender), Herr Walter Kurtz und Herr Dr. Johannes Würbser.

Die Bildung eines Nominierungsausschusses hält der Aufsichtsrat für nicht erforderlich. Bei einem siebenköpfigen Aufsichtsrat sind auch im Plenum eine effiziente Diskussion und ein intensiver Meinungsaustausch über geeignete Kandidaten für die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung möglich. Für die Bildung eines ausschließlich mit Anteilseignervertretern besetzten Nominierungsausschusses besteht zudem keine Notwendigkeit, da der Aufsichtsrat der RATIONAL AG nicht mitbestimmt ist.

Entsendungsrecht für Aufsichtsratsmitglieder

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 29. April 2015 wurde § 8 Abs. 6 Satz 1 der Satzung der RATIONAL AG geändert. Der Wortlaut des Beschlusses lautet: "Solange Herr Siegfried Meister und Herr Walter Kurtz Aktionäre der Gesellschaft sind, haben sie das gemeinsame Recht, bis zu zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Ist einer der beiden Entsendungsberechtigten nicht mehr Aktionär der Gesellschaft, so hat der verbleibende Aktionär das alleinige Entsendungsrecht. Das Entsendungsrecht ist durch schriftliche Erklärung an den Vorstand der Gesellschaft auszuüben."

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Dem Aufsichtsrat der RATIONAL AG gehören gemäß der mit Hauptversammlungsbeschluss vom 15. Mai 2019 geänderten Satzung sieben Mitglieder an, die von den Aktionären gewählt werden.

Herr Walter Kurtz ist Vorsitzender des Aufsichtsrats, Herr Dr. Hans Maerz ist Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden. Darüber hinaus gehören mit Herrn Erich Baumgärtner, Herrn Dr. Johannes Würbser, Herrn Dr. Gerd Lintz, Herrn Werner Schwind und Herrn Dr. Sick ausgewiesene Spezialisten für die Themen Finanzen, Wirtschaftsrecht, Vertrieb und Technik dem Aufsichtsrat an. Die Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder sind auf unserer Webseite veröffentlicht.

Dem Gremium gehören sechs und damit eine nach Einschätzung des Aufsichtsrats ausreichende Anzahl an Mitgliedern (Herr Dr. Hans Maerz, Herr Erich Baumgärtner, Herr Dr. Gerd Lintz, Herr Werner Schwind, Herr Dr.-Ing. Georg Sick, Herr Dr. Johannes Würbser) an, die unabhängig von der Gesellschaft und deren Vorstand sind. Der Aufsichtsrat sieht auch Herrn Erich Baumgärtner als unabhängig von der Gesellschaft und deren Vorstand an. Zwar wurde Herr Baumgärtner bereits mit Wirkung zum 1. Januar 2017 in den Aufsichtsrat gewählt und damit vor Ablauf von zwei Jahren nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand Ende des Jahres 2015, sodass ein Abhängigkeitsindikator im Sinne von Empfehlung C.7 des Kodex gegeben ist. Mittlerweile sind seit dem Ausscheiden von Herrn Baumgärtner aus dem Vorstand aber sechs Jahre vergangen, sodass ein hinreichender zeitlicher Abstand zu der vorangegangenen Tätigkeit von Herrn Baumgärtner als Vorstand besteht. Zudem hat Herr Baumgärtner während seiner Amtszeit als Aufsichtsratsmitglied ausreichend demonstriert, dass die Gefahr einer etwaigen unzulässigen Einflussnahme eines ehemaligen Vorstandsmitglieds auf den neuen Vorstand zur Verdeckung eigener Unregelmäßigkeiten, der durch die Kodex-Empfehlung begegnet werden soll, nicht gegeben ist.

Da es bei RATIONAL keinen kontrollierenden Aktionär gemäß Empfehlung C.9 des Kodex gibt, sind alle Aufsichtsratsmitglieder unabhängig in diesem Sinne.

Die gegenwärtige Besetzung des Aufsichtsrats füllt das Kompetenzprofil aus. Die Mitglieder des Aufsichtsrats ergänzen sich im Hinblick auf Alter, Bildungs- und Berufshintergrund, Erfahrung und Kenntnisse so, dass das Gesamtgremium auf einen vielfältigen Erfahrungsfundus und ein breites Kompetenzspektrum zurückgreifen kann. Der Aufsichtsrat ist insgesamt mit dem Sektor vertraut, in dem die Gesellschaft tätig ist. Eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder ist nicht festgelegt.

Die Amtsperiode der Aufsichtsratsmitglieder beträgt grundsätzlich fünf Jahre, die laufende Amtsperiode aller amtierenden Aufsichtsratsmitglieder endet mit der ordentlichen Hauptversammlung 2024.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keine Interessenkonflikte bei Aufsichtsratsmitgliedern aufgetreten.

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 42 An die Aktionärinnen und Aktionäre 43 Vorwort des Aufsichtsrats 08 Brief des Vorstands 10 Die neue Heimat des iVario 16 Die RATIONAL-Aktie 34 40

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

tern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern benennt."

Die Bildung eines Nominierungsausschusses hält der Aufsichtsrat für nicht erforderlich. Bei einem siebenköpfigen Aufsichtsrat sind auch im Plenum eine effiziente Diskussion und ein intensiver Meinungsaustausch über geeignete Kandidaten für die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung möglich. Für die Bildung eines ausschließlich mit Anteilseignervertretern besetzten Nominierungsausschusses besteht zudem keine Notwendigkeit, da der Aufsichtsrat der RATIONAL AG nicht mitbestimmt ist.

G. Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

2. Festlegung der konkreten Gesamtvergütung

Empfehlung G. 3 des Kodex: "Zur Beurteilung der Üblichkeit der konkreten Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder im Vergleich zu anderen Unternehmen soll der Aufsichtsrat eine geeignete Vergleichsgruppe anderer Unternehmen heranziehen, deren Zusammensetzung er offenlegt. Der Peer-Group-Vergleich ist mit Bedacht zu nutzen, damit es nicht zu einer automatischen Aufwärtsentwicklung kommt."

Der Aufsichtsrat überprüft regelmäßig die Vergütung des Vorstands. Hierbei wird auch die Angemessenheit der Vorstandsvergütung anhand von Vergütungsdaten anderer Unternehmen berücksichtigt. Ein direkter Vergleich mit einer definierten Peer-Group findet nicht statt. Ein solcher Vergleich ist nach Ansicht des Aufsichtsrats durch den hohen Grad der Spezialisierung der RATIONAL AG sowie aufgrund der unterschiedlichen wirtschaftlichen Situation und Ertragskraft von anderen Unternehmen im Bereich des Maschinenbaus wenig aussagekräftig.

3. Festsetzung der Höhe der variablen Vergütungsbestandteile

Empfehlung G. 8 des Kodex: "Eine nachträgliche Änderung der Zielwerte oder der Vergleichsparameter soll ausgeschlossen sein."

Das von der Hauptversammlung gebilligte Vergütungssystem für den Vorstand regelt, dass eine nachträgliche Änderung des finanziellen Leistungskriteriums der kurzfristigen variablen Vergütung und eine nachträgliche Änderung der Leitungskriterien der langfristigen variablen Vergütung ausgeschlossen sind. Der Aufsichtsrat ist jedoch berechtigt, im Fall von außergewöhnlichen Ereignissen oder Entwicklungen, z. B. bei der Akquisition oder der Veräußerung eines Unternehmensteils, die jeweiligen Planbedingungen vorübergehend nach billigem Ermessen sachgerecht anzupassen. Der Aufsichtsrat hat im Jahr 2021 vor Inkrafttreten des neuen Vergütungssystems aufgrund der Sondersituation der Corona-Pandemie beschlossen, ausnahmsweise bei der Bemessung der variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2020 von den ursprünglich festgesetzten Leistungskriterien abzuweichen, um herausragende Leistungen im Krisenmanagement zugunsten des langfristigen Unternehmenserfolgs angemessen zu honorieren.

Empfehlung G. 10 des Kodex: "Die dem Vorstandsmitglied gewährten variablen Vergütungsbeträge sollen von ihm unter Berücksichtigung der jeweiligen Steuerbelastung überwiegend in Aktien der Gesellschaft angelegt oder entsprechend aktienbasiert gewährt werden. Über die langfristig variablen Gewährungsbeträge soll das Vorstandsmitglied erst nach vier Jahren verfügen können."

Grundlage für die Vorstandsvergütung ist das Vergütungssystem, welches durch die ordentliche Hauptversammlung am 12. Mai 2021 gebilligt wurde. Dieses sieht keine Aktienvergütung und somit keine Aktienhaltevorschriften für die Vorstandsmitglieder vor. Aufgrund der guten Erfahrungen der Vergangenheit sieht der Aufsichtsrat auch ohne eine aktienbasierte Vergütung des Vorstands die langfristige Orientierung des Managements im Sinne des Unternehmenserfolgs als gegeben an.

Zudem bemisst sich die langfristige variable Vergütung der Vorstandsmitglieder anhand einer dreijährigen Performance-Periode. Da der Leistungsbeurteilung die interne Mittelfristplanung mit gleicher Laufzeit zugrunde liegt, erachtet der Aufsichtsrat diesen Zeitraum als angemessen.

Landsberg am Lech, im Januar 2022

RATIONAL AG

Walter Kurtz für den Aufsichtsrat

Dr. Peter Stadelmann für den Vorstand

Vorstand und Aufsichtsrat der RATIONAL AG, Landsberg am Lech, erklären gemäß § 161 AktG jährlich etwaige Abweichungen zu den im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten, zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellen, Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex". Nachfolgend ist die Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat vom 27. Januar 2022 abgedruckt. Diese Entsprechenserklärung ist zusammen mit allen früheren Entsprechenserklärungen auf unserer Webseite veröffentlicht. Den am 20. März 2020 im amtlichen Teil des Bundesanzeigers veröffentlichten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 16. Dezember 2019 wurde im Berichtszeitraum und wird weiterhin mit Ausnahme der nachfolgend genannten Empfehlungen aus den dort genannten Gründen entsprochen:

B. Besetzung des Vorstands

Empfehlung B.1 des Kodex: "Bei der Zusammensetzung des Vorstands soll der Aufsichtsrat auf die Diversität achten."

Aufsichtsrat und Vorstand begrüßen ausdrücklich alle Bestrebungen, die jeder Form von Diskriminierung entgegenwirken und die Vielfalt (Diversity) angemessen fördern. Bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern sind für den Aufsichtsrat allein die besondere Kompetenz und Qualifikation der Kandidatin oder des Kandidaten entscheidend. Weitere Eigenschaften wie das Geschlecht oder die nationale Zugehörigkeit waren und sind für diese Entscheidung ohne Bedeutung.

C. Zusammensetzung des Aufsichtsrats

I. Allgemeine Anforderungen

Empfehlung C.1 Satz 2 des Kodex: "Dabei soll der Aufsichtsrat auf Diversität achten."

Empfehlung C.2 des Kodex: "Für Aufsichtsratsmitglieder soll eine Altersgrenze festgelegt und in der Erklärung zur Unternehmensführung angegeben werden."

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der RATIONAL AG richtet sich am Unternehmensinteresse aus und gewährleistet die effektive Überwachung und Beratung des Vorstands. Die Kandidatinnen und Kandidaten für die Bestellung in den Aufsichtsrat werden ausschließlich nach Kenntnissen, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen ausgewählt. Weitere Eigenschaften wie Geschlecht oder nationale Zugehörigkeit

Erklärung nach § 161 AktG und Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex

waren und sind ohne Bedeutung. Eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder ist nicht festgelegt. Wahlvorschläge an die Hauptversammlung orientieren sich in Übereinstimmung mit dem Kompetenzprofil an Kenntnissen, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen der jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten. Es ist beabsichtigt, daran auch in Zukunft festzuhalten, um so Erfahrung und Kompetenz zum Wohle des Unternehmens zu sichern.

II. Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder

Empfehlung C.10 des Kodex: "Der Aufsichtsratsvorsitzende, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses sowie der Vorsitzende des mit der Vorstandsvergütung befassten Ausschusses sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein."

Herr Walter Kurtz ist seit 1998 Mitglied des Aufsichtsrats und gilt deshalb nicht als unabhängig von der Gesellschaft. Seit 11. August 2017 ist Herr Walter Kurtz Vorsitzender des Aufsichtsrats. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Unternehmen, welches er viele Jahre mit dem Firmengründer Siegfried Meister leitete, verfügt Herr Walter Kurtz nicht nur über eine unschätzbare Erfahrung, sondern unterstützt auch eine Fortführung des Unternehmens im Sinne des Unternehmensgründers.

D. Arbeitsweise des Aufsichtsrats:

I. Geschäftsordnung

Empfehlung D.1 des Kodex: "Der Aufsichtsrat soll sich eine Geschäftsordnung geben und diese auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich machen."

Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben. Von einer Veröffentlichung der Geschäftsordnung auf der Internetseite der Gesellschaft sieht der Aufsichtsrat jedoch ab. Die wesentlichen Verfahrensregeln für den Aufsichtsrat sind gesetzlich sowie durch die Satzung vorgegeben und öffentlich zugänglich. Eine darüberhinausgehende Veröffentlichung der Geschäftsordnung bringt aus seiner Sicht keinen Mehrwert.

II. Zusammenarbeit im Aufsichtsrat und mit dem Vorstand

2. Ausschüsse des Aufsichtsrats

Empfehlung D.5 des Kodex: "Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertre-

Schwerpunkte der Beratungen

Die Beratungen mit dem Vorstand und die internen Diskussionen im Aufsichtsrat standen im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem im Zeichen der Corona-Krise und deren Auswirkungen auf alle Aspekte der Geschäftsentwicklung. Gegenstand der Beratungen waren alle relevanten Aspekte der Unternehmensentwicklung, einschließlich der Finanz-, Investitions- und Personalplanung, des Geschäftsverlaufs, der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens und des Konzerns, der Risikolage, des Risikomanagements sowie nicht zuletzt der aktuellen Kosten- und Ertragssituation. Ferner standen in den Aufsichtsratssitzungen zahlreiche Einzelthemen auf der Tagesordnung, die intensiv erörtert wurden, wie zum Beispiel: 2022 waren, neben der Prüfung und Feststellung bzw. Billigung des Jahres- und Konzernabschlusses, insbesondere die der Hauptversammlung 2022 zu unterbreitenden Beschlussvorschläge ein zentrales Thema. Als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 schlägt der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Prüfungsausschusses die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, vor. Auch die übrigen Beschlussvorschläge für die ordentliche Hauptversammlung 2022 wurden vom Aufsichtsrat verabschiedet.

  • › die Anpassungen der Geschäftstätigkeit und Kostenmaßnahmen aufgrund der Corona-Krise,
  • › die Weiterentwicklung der Mittelfriststrategie, inklusive Produktportfolio, Vertriebs- und Marketingstrategie,
  • › die Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2022,
  • › die Weiterentwicklung, das Geschäftsmodell und die Struktur des Bereichs Digital Customer Solutions,
  • › die Schwerpunkte in der Produktentwicklung,
  • › die Produktbeobachtung und Produktverbesserung einschließlich der Arbeitsergebnisse des Technikausschusses,
  • › die Befassung mit technischen Problemen bei älteren Produktlinien und Austausch von Bauteilen,
  • › die Bau- und Erweiterungsprojekte weltweit,
  • › Datenschutz und IT-Sicherheit,
  • › die Gewinnverwendung mit Dividendenvorschlag,
  • › das Vergütungssystem des Vorstands und die Ziele sowie Leistungskriterien für die variablen Vergütungsbestandteile,
  • › die Durchführung der Hauptversammlung 2021 unter Corona-Bedingungen,
  • › der Beschluss zu einer U.i.U.-Sonderzahlung,
  • › die Auswahl und Ernennung eines neuen kaufmännischen Vorstandes,
  • › der Geschäftsverteilungsplan des Vorstands,
  • › die Bildung eines Technikausschusses im Januar 2021 sowie
  • › die Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats.

In der bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 2. März

Zum Schutz der Gesundheit unserer Aktionärinnen und Aktionäre und im Interesse einer möglichst reibungslosen Planung und Durchführung, haben Vorstand und Aufsichtsrat nach Abwägung aller Belange entschieden, die Hauptversammlung 2022 entsprechend den gesetzlichen Regelungen als virtuelle Hauptversammlung durchzuführen.

Im Rahmen unserer Tätigkeit im Geschäftsjahr 2021 und insbesondere auch in der bilanzfeststellenden Sitzung am 2. März 2022 befassten wir uns neben der Abschlussprüfung mit dem gesamten Rechnungslegungsprozess in der RATIONAL AG und im RATIONAL-Konzern, der Überwachung des internen Kontrollsystems sowie dem Risikomanagementsystem.

Aus- und Weiterbildung der Aufsichtsratsmitglieder Der Aufsichtsrat nimmt regelmäßig an gemeinsamen Ausund Fortbildungsmaßnahmen teil. Hierbei sind jeweils aktuell relevante Themen auf der Agenda, wie beispielsweise Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen oder Digitalisierung.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

das Jahr 2021 war geprägt von der Corona-Krise und den weltweiten Versorgungsengpässen. Noch mehr als sonst stand für die Unternehmensführung unter diesen erschwerten Bedingungen die flexible Anpassung des Unternehmens an sich schnell ändernde Markt- und Umweltbedingungen im Vordergrund. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RATIONAL haben 2021 erneut ihre besondere Leistungsstärke und Ausdauer bewiesen. Bei der Kundenzufriedenheit wurden wieder Bestwerte erreicht. Nur die Lieferengpässe bei Elektronikbauteilen haben eine noch bessere Erholung nach dem ersten Pandemiejahr 2020 verhindert.

Dialog und Kommunikation als Grundlage für Beratung und Überwachung

Die dem Aufsichtsrat nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben haben wir im Geschäftsjahr 2021 erfüllt. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Tätigkeit überwacht. In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für die RATIONAL--Gruppe war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Die Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat war gekennzeichnet von einer umfassenden, zeitnahen und regelmäßigen Kommunikation, sowohl schriftlich als auch mündlich. Über wichtige Geschäftsvorfälle berichtete der Vorstand auch außerhalb der Sitzungen. In Monatsberichten wurde der Aufsichtsrat über die Auswirkungen der Pandemie und der Schutzmaßnahmen, über Marktentwicklungen, die Wettbewerbssituation sowie die Absatz-, Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Unternehmens informiert. Darüber hinaus ließen sich der Aufsichtsrat und der Vorsitzende des Aufsichtsrats fortlaufend über den aktuellen Geschäftsverlauf, wesentliche Geschäftsvorfälle und wichtige Entscheidungen des Vorstands in Kenntnis setzen. Zu diesem Zweck stand der Aufsichtsrat mit allen Mitgliedern des Vorstands in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch.

Der Aufsichtsrat hat zu den Berichten und Beschlussvorlagen des Vorstands, soweit dies nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung gefordert war, nach eingehender Beratung und Prüfung sein Votum abgegeben. Alle zustimmungsbedürftigen Geschäftsvorfälle wurden intensiv geprüft.

Beratungen im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2021 zu zwölf Sitzungen zusammengetreten. Im Geschäftsjahr 2022 hat bis zur bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 2. März 2022 eine weitere Sitzung stattgefunden. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben sich auch schriftlich, fernmündlich und in Videokonferenzen beraten und kamen im Geschäftsjahr 2021 zu zwölf weiteren internen Sitzungen sowie zu vier Sitzungen des Prüfungsausschusses zusammen. Der Technikausschuss tagte an fünf Terminen.

Mit Ausnahme von Herrn Erich Baumgärtner und Herrn Dr. Gerd Lintz, die jeweils bei einer Sitzung verhindert waren, nahmen alle Mitglieder des Aufsichtsrats an allen Sitzungen des Aufsichtsrats teil. Der Aufsichtsrat kommt regelmäßig zu Beratungen ohne den Vorstand zusammen. Sofern erforderlich, hat der Aufsichtsrat zudem auch außerhalb der ordentlichen Sitzungen Beschlüsse gefasst. Nach eigener Prüfung des Aufsichtsrats sind die Mitglieder in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut.

Bericht des Aufsichtsrats

Aufsichtsrats 08

Brief des Vorstands 10

Die neue Heimat des iVario 16

Die RATIONAL-Aktie 34

40

Vergütungsbericht 50

Bericht des Aufsichtsrats 46

Tätigkeit der Ausschüsse

Der Prüfungsausschuss, bestehend aus Herrn Dr. Hans Maerz (Ausschussvorsitzender), Herrn Walter Kurtz, und Herrn Erich Baumgärtner, tagte im Geschäftsjahr 2021 viermal. Er befasste sich in seinen Sitzungen insbesondere mit dem Jahres- und Konzernabschluss sowie mit der Prüfung der Rechnungslegung, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems, der Compliance, der Auswahl und der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen sowie den Anpassungen des Vergütungsberichtes nach ARUG II. Alle Mitglieder des Prüfungsausschusses nahmen an allen Sitzungen des Prüfungsausschusses teil. Der Prüfungsausschuss berichtete regelmäßig an den Aufsichtsrat.

Der im Januar 2021 gebildete Technikausschuss, bestehend aus Herrn Dr.-Ing. Georg Sick (Ausschussvorsitzender), Herrn Walter Kurtz und Herrn Dr. Johannes Würbser, tagte im Geschäftsjahr 2021 fünfmal. Er befasste sich in seinen Sitzungen mit dem Produktentwicklungsprozess, Produktbeobachtung und Produktverbesserungen sowie einer zukünftigen Digitalisierungsstrategie und stand zu einzelnen produktspezifischen Fragen im engen Austausch mit dem Vorstand. Alle Mitglieder des Technikausschusses nahmen an sämtlichen Sitzungen teil. Der Technikausschuss berichtete regelmäßig an den Aufsichtsrat.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat der RATIONAL AG besteht aus sieben Mitgliedern und ist nicht mitbestimmt. Der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex, dass dem Aufsichtsrat eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl von unabhängigen Mitgliedern angehören soll, hat die Besetzung des Aufsichtsrats der RATIONAL AG im Geschäftsjahr 2021 durchgängig entsprochen.

Im Rahmen der Beratungen, Beschlussvorlagen und des Kontrollauftrags sind im Berichtsjahr 2021 keine Interessenskonflikte bei einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern aufgetreten.

Der Aufsichtsrat hat in der Sitzung am 26. Januar 2022 über die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex beschlossen. Gemeinsam mit dem Vorstand hat der Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung sodann am 27. Januar 2022 abgegeben. Die Entsprechenserklärungen der letzten Jahre sind auch auf der RATIONAL-Website (rational-online.com) im Bereich Investor Relations zu finden. Die RATIONAL AG entsprach seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 28. Januar 2021 in dem jeweils relevanten Zeitraum im Wesentlichen den Empfehlungen des Kodex in dessen gültiger Fassung. Schließlich hat der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand in der Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB Rechenschaft für das Geschäftsjahr 2021 abgelegt.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Wie vom Aufsichtsrat vorgeschlagen und von der Hauptversammlung am 12. Mai 2021 gewählt, hat die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, den Abschluss der RATIONAL AG sowie des RATIONAL-Konzerns für das Geschäftsjahr 2021 geprüft. Der Prüfungsauftrag wurde durch den Aufsichtsrat erteilt. Vor dem Wahlvorschlag hat der Aufsichtsrat eine Unabhängigkeitserklärung des Prüfers eingeholt. Es wurden keine Gründe identifiziert, die Zweifel an der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers begründen konnten. Der Abschlussprüfer war zusätzlich verpflichtet, sofort über Umstände zu informieren, die seine Befangenheit begründen könnten, und den Aufsichtsrat gegebenenfalls über Leistungen, die er zusätzlich zur Abschlussprüfung erbracht hat, zu informieren. Im Hinblick auf die Abschlussprüferreform hält der Aufsichtsrat an der bisherigen firmeninternen Regelung der strikten Trennung von Beratungs- und Prüfungsleistungen fest. Der Aufsichtsrat und der Prüfungsausschuss haben sich vor und während der Abschlussprüfung in Gesprächen mit dem Prüfer über dessen Prüfungsansatz und den Ablauf der Prüfung unterrichtet.

Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und der Lagebericht der Gesellschaft, der auch auf die Erklärung zur Unternehmensführung auf der Unternehmenswebsite der Gesellschaft verweist, wurden vom Abschlussprüfer geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Für den Konzern wurde vom Vorstand ein Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, ergänzt um die nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Darüber hinaus wurde ein Konzernlagebericht verfasst. Der Abschlussprüfer hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss, die Lageberichte, die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers sowie der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns wurden dem Prüfungsausschuss und allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur eigenen Prüfung zugeleitet. Sie waren in der Aufsichtsratssitzung am 2. März 2022 Gegenstand intensiver Beratungen. Insbesondere mit den Ergebnissen der Prüfung durch die Abschlussprüfer hat sich der Aufsichtsrat umfassend befasst.

Die Abschlussprüfer nahmen an der Beratung des Jahresabschlusses der Gesellschaft und des Konzernabschlusses teil. Sie berichteten über die Ergebnisse der Prüfungen, insbesondere auch über die festgelegten Prüfungsschwerpunkte und standen dem Aufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Ein Schwerpunkt der Erläuterungen der Abschlussprüfer war die Auswirkung der Materialknappheit auf die Rechnungslegung sowie die Beurteilung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Sowohl der Vorstand als auch die Abschlussprüfer haben dem Aufsichtsrat alle Fragen umfassend und zufriedenstellend beantwortet.

Nach seinen eigenen abschließenden Ergebnissen der Beratungen und der eigenen Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat stimmt den Ergebnissen der Abschlussprüfung zu. In seiner Sitzung vom 2. März 2022 billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der RATIONAL AG zum 31. Dezember 2021 mit Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 in seiner testierten Fassung vom 1. März 2022 sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 in seiner testierten Fassung vom 1. März 2022. Der Jahresabschluss 2021 der RATIONAL AG, einschließlich des Lageberichts, ist damit gemäß § 172 Satz 1 AktG festgestellt.

Gewinnverwendung

Nach Abwägung des operativen Umfelds, der Lage an den weltweiten Finanz- und Kapitalmärkten und der Finanzlage der Gesellschaft stimmte der Aufsichtsrat dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zu.

Vom Bilanzgewinn der RATIONAL AG für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von 412,9 Mio. Euro soll eine Dividende in Höhe von 7,50 Euro je Aktie und eine Sonderdividende von 2,50 Euro je Aktie, d.h. zusammen 10,00 Euro pro Aktie und insgesamt 113,7 Mio. Euro ausgeschüttet und der verbleibende Betrag auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Der Aufsichtsrat dankt allen Führungskräften für die gute, vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank gilt jedoch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ihnen ist es auch und insbesondere im schwierigen Umfeld des abgelaufenen Geschäftsjahres wieder gelungen, unseren Kunden mit dem hohen Mehrwert der RATIONAL-Produkte und -Dienstleistungen höchsten Nutzen zu bieten und so die sich uns bietenden Marktchancen hervorragend zu nutzen.

Landsberg am Lech, den 2. März 2022

Walter Kurtz Vorsitzender des Aufsichtsrats der RATIONAL AG

08

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 48 An die Aktionärinnen und Aktionäre 49 Vorwort des Aufsichtsrats Brief des Vorstands 10 Die neue Heimat des iVario 16 Die RATIONAL-Aktie 34 40

Vergütungsbericht 50

Bericht des Aufsichtsrats 46

Vergütungsbericht 2021 der RATIONAL AG

Gemäß § 162 AktG haben Vorstand und Aufsichtsrat von börsennotierten Gesellschaften jährlich einen klaren und verständlichen Bericht über die im letzten Geschäftsjahr jedem einzelnen gegenwärtigen oder früheren Mitglied des Vorstands und des Aufsichtsrats von der Gesellschaft und von Unternehmen desselben Konzerns gewährte und geschuldete Vergütung zu erstellen.

Der vorliegende Vergütungsbericht stellt zunächst die Grundsätze und die wesentlichen Merkmale des Vergütungssystems für den Vorstand und den Aufsichtsrat der RATIONAL AG dar. Er erläutert ferner insbesondere die individualisierte und nach Bestandteilen aufgegliederte Vergütung, die den einzelnen, gegenwärtigen und früheren Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2021 gewährt und ausbezahlt wurde.

Die ordentliche Hauptversammlung 2022 der RATIONAL AG wird gemäß § 120a AktG über die Billigung des nach § 162 AktG erstellten und geprüften Vergütungsberichts für das Geschäftsjahr 2021 beschließen.

A. Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder

Die Vorstandsvergütung wird bei der RATIONAL AG durch den Aufsichtsrat festgelegt. Der Aufsichtsrat der RATIONAL AG hat in seiner Aufsichtsratssitzung vom 26. Januar 2021 ein klares und verständliches System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder gemäß den Vorgaben des Gesetzes zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie ("ARUG II") beschlossen (das "Vergütungssystem 2021"). Die ordentliche virtuelle Hauptversammlung 2021 am 12. Mai 2021 hat mit einer Mehrheit von 82,25 % der abgegebenen Stimmen das Vergütungssystem 2021 gebilligt.

Das Vergütungssystem 2021 für Vorstandsmitglieder ist auf der RATIONAL-Homepage unter folgendem Link dargestellt: rational-online.com/media/investor-relations/rational-agvergütungssystem-vorstand.pdf

Das Vergütungssystem 2021 gilt ab dem Ablauf von zwei Monaten nach erstmaliger Billigung durch die Hauptversammlung, also ab 12. Juli 2021, für alle neu abgeschlossenen Vorstandsverträge. Für die im März 2021 verlängerten bzw. neu abgeschlossenen Vorstandsverträge der Vorstandsmitglieder Markus Paschmann und Jörg Walter sowie für die 2022 zu verlängernden Verträge des Vorstandsmitglieds Peter Wiedemann und des Vorstandsvorsitzenden Dr. Peter Stadelmann ist die Umstellung auf das Vergütungssystem 2021 mit Wirkung zum 1. Januar 2022 erfolgt.

Für das Geschäftsjahr 2021 wurde das bestehende Vergütungssystem für den Vorstand angewendet, das am 21. April 2010 durch die Hauptversammlung gebilligt wurde (das "Vergütungssystem 2010").

Im Folgenden geben wir zunächst einen Überblick über das im Geschäftsjahr 2021 geltende Vergütungssystem 2010 für die Vorstandsmitglieder und gehen anschließend auf die einzelnen Bestandteile der Vergütung im Geschäftsjahr 2021 ein.

I. Überblick über das Vergütungssystem 2010

Die Festsetzung der Vergütung der Vorstandsmitglieder orientiert sich an der Größe und der globalen Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung vergleichbarer Unternehmen. Neben einer festen Jahresvergütung (Grundgehalt, Nebenleistungen) wird den Vorstandsmitgliedern eine variable Vergütung gewährt.

Neben der kurzfristigen Ertragskraft für das jeweilige Geschäftsjahr (Jahresüberschuss) ist das Vergütungssystem insbesondere auf die langfristige Ausrichtung der Unternehmensziele, auf die zukünftigen Kundenbedürfnisse und die Weiterentwicklung des digitalen Geschäfts als maßgeblichen Zukunftstrend ausgerichtet.

Vergütungssystem 2010

Bestandteil Zielsetzung Komponente Ausgestaltung
Erfolgsunabhängige Vergütung
Grundgehalt Angemessene Vergütung Monatliche Festvergütung 12 Monatsraten
Nebenleistungen entsprechend der Funktion, Branche
und Unternehmensgröße
Dienstwagennutzung, Telefon,
Versicherungsprämien
Regelmäßige Übernahme der Kosten für die
jeweiligen Bestandteile
Einzahlungen Altersvorsorge Sicherung einer angemessenen
Altersvorsorge
Beiträge Unterstützungskasse Einzahlungen in einen beitragsorientierten
Pensionsplan durch die RATIONAL AG
Erfolgsabhängige Vergütung
Einjährige erfolgsabhängige
Vergütung
Profitables Wachstum des
Unternehmens
Jahresüberschuss des Geschäfts­
jahres (50 % Anteil der variablen
Zielvergütung)
Festsetzung eines Jahresüberschussziels
(≤ 90 % Zielerfüllung → 0 % Auszahlung;
≥110 % Zielerfüllung → 200 % Auszahlung),
dazwischen proportionaler Anstieg um
10 % Auszahlung je 1 %-Punkt höherer
Zielerreichung
Weiterentwicklung der strategischen
digitalen Geschäftsfelder
Ausbau des digitalen Geschäfts
(25 % Anteil der variablen Ziel
vergütung)
Festlegung der Zielerreichung durch den
Aufsichtsrat, Auszahlungsquote zwischen
0–100 % entsprechend der jeweiligen
Langfristige Ausrichtung des
Unternehmens an zukünftigen Kunden
bedürfnissen
Weiterentwicklung Langfrist
strategie 2025 (25 % Anteil der
variablen Zielvergütung)
Zielerreichung
Monatliche Festvergütung 12 Monatsraten
entsprechend der Funktion, Branche
und Unternehmensgröße
Versicherungsprämien Regelmäßige Übernahme der Kosten für die
jeweiligen Bestandteile
Altersvorsorge Beiträge Unterstützungskasse Einzahlungen in einen beitragsorientierten
Pensionsplan durch die RATIONAL AG
Profitables Wachstum des
Unternehmens
Jahresüberschuss des Geschäfts­
jahres (50 % Anteil der variablen
Zielvergütung)
Festsetzung eines Jahresüberschussziels
(≤ 90 % Zielerfüllung → 0 % Auszahlung;
≥110 % Zielerfüllung → 200 % Auszahlung),
dazwischen proportionaler Anstieg um
10 % Auszahlung je 1 %-Punkt höherer
Zielerreichung
Weiterentwicklung der strategischen
digitalen Geschäftsfelder
Ausbau des digitalen Geschäfts
(25 % Anteil der variablen Ziel
vergütung)
Festlegung der Zielerreichung durch den
Aufsichtsrat, Auszahlungsquote zwischen
0–100 % entsprechend der jeweiligen
Langfristige Ausrichtung des
Unternehmens an zukünftigen Kunden
bedürfnissen
Weiterentwicklung Langfrist
strategie 2025 (25 % Anteil der
variablen Zielvergütung)
Zielerreichung

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 50 An die Aktionärinnen und Aktionäre 51 Vorwort des Aufsichtsrats 08 Brief des Vorstands 10 Die neue Heimat des iVario 16 Die RATIONAL-Aktie 34 40

Erklärung zur Unternehmensführung

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

Maximalvergütung

Die rechnerische Maximalvergütung unter dem Vergütungssystem 2010 für den Vorstand ergibt sich lediglich aus der Summe der Festvergütungen und der im Fall der optimalen Zielerfüllung maximal erreichbaren Werte der vertraglich vereinbarten erfolgsabhängigen Vergütungskomponente. Für das Geschäftsjahr 2021 betrug die maximale Vorstandsvergütung für alle aktiven Vorstandsmitglieder daher insgesamt 6.013 Tsd. Euro.

Das Vergütungssystem 2021 legt künftig eine individuelle, auf jedes einzelne Vorstandsmitglied bezogene Maximalvergütung im Sinne des § 87a AktG fest.

Malus und Clawback

Malus und Clawback sind im Vergütungssystem 2010 nicht vorgesehen. Es wurden keine Vergütungsbestandteile zurückgefordert. Im Vergütungssystem 2021 sind Malus- und Clawback-Klauseln enthalten.

II. Individuelle Vergütung der im Geschäftsjahr 2021 bestellten Vorstandsmitglieder

Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2021

Im Geschäftsjahr 2021 gehörten dem Vorstand der RATIONAL AG folgende Mitglieder an:

› Dr. Peter Stadelmann, Vorstandsvorsitzender seit Januar 2014, Vorstandsmitglied seit 2012 › Peter Wiedemann, Vorstandsmitglied seit September 1999 › Markus Paschmann, Vorstandsmitglied seit Dezember 2013 › Jörg Walter, Vorstandsmitglied seit März 2021

Gewährte und geschuldete Vergütung im Geschäftsjahr 2021

Nach § 162 Abs. 1 Satz 1 AktG hat der Vergütungsbericht über die im letzten Geschäftsjahr jedem einzelnen Vorstandsmitglied gewährte und geschuldete Vergütung zu berichten. Den Begriffen liegt folgendes Verständnis zugrunde:

  • › Der Begriff "gewährt" erfasst "den faktischen Zufluss des Vergütungsbestandteils";
  • › Der Begriff "geschuldet" erfasst "alle rechtlich bestehenden Verbindlichkeiten über Vergütungsbestandteile, die fällig sind, aber noch nicht erfüllt wurden."

Gesamtbezüge des Vorstands im Geschäftsjahr 2021

Für das Geschäftsjahr 2021 beliefen sich die Gesamtbezüge des Vorstands für die Wahrnehmung seiner Aufgaben auf 6,0 Mio. Euro (Vj. 4,4 Mio. Euro). Die individualisierte Vergütung des Vorstands wird in den folgenden Tabellen dargestellt. Dabei werden alle festen und variablen Vergütungsbestandteile und deren jeweiliger relativer Anteil an der Gesamtvergütung dargestellt.

Vergütung der Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2021 in Tsd. EUR

Dr. Peter Stadelmann Peter Wiedemann Markus Paschmann Jörg Walter1 Gesamt2
Grundgehalt 1.200 51 % 770 54 % 887 55 % 350 53 % 3.207 53 %
Nebenleistungen 57 2 % 35 2 % 22 1 % 16 2 % 131 2 %
Einzahlungen Altersvorsorge 180 8 % 116 8 % 147 9 % 66 10 % 508 8 %
Fixvergütung 1.437 61 % 921 65 % 1.056 65 % 432 66 % 3.846 64 %
Erfolgsabhängige Vergütung 900 39 % 495 35 % 570 35 % 225 34 % 2.190 36 %
Summe gewährte und
geschuldete Vergütung
2.337 100 % 1.416 100 % 1.626 100 % 657 100 % 6.036 100 %

1Herr Jörg Walter wurde per 1. März 2021 in den Vorstand der RATIONAL AG berufen. Die angegebenen Werte beziehen sich auf den Zeitraum

März bis Dezember 2021.

2 Hinzu kommen 3 Tsd. Euro Erfindervergütung für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Günther Blaschke.

Erfolgsunabhängige Vergütungskomponenten

Die erfolgsunabhängigen Vergütungskomponenten (Fixvergütung) beliefen sich im Jahr 2021 insgesamt auf 3,8 Mio. Euro (Vj. 3,3 Mio. Euro) und umfassten das Grundgehalt, Einzahlungen in die Altersvorsorge sowie Nebenleistungen in Form von Sachbezügen. Diese bestehen im Wesentlichen aus der Dienstwagennutzung, Telefon sowie Versicherungsprämien. Die Nebenleistungen sind Vergütungsbestandteil und daher von den Vorstandsmitgliedern einzeln zu versteuern.

Erfolgsabhängige Vergütungskomponenten

Das Vergütungssystem 2010 sieht eine kurzfristige variable Vergütung vor. Die erfolgsabhängigen Vergütungskomponenten beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2,2 Mio. Euro (Vj. 1,1 Mio. Euro). Diese basierten auf den in der folgenden Tabelle dargestellten vom Aufsichtsrat definierten Zielerreichungsgraden für die vereinbarten Zielvorgaben für das Geschäftsjahres 2021.

Die im Hinblick auf diese Ziele erreichte Leistung wurde am Ende des Geschäftsjahres bewertet. Abhängig von der erreichten Leistung können die Auszahlungen für die variablen Vergütungskomponenten (Unternehmensziel) zwischen 0 %–100 % (Digitales Geschäft, Strategie 2025) bzw. zwischen 0 %–200 % (Betriebsergebnis 2021) des Zielbonus variieren. Mit dem Beschluss des Aufsichtsrats gilt der daraus resultierende Auszahlungsbetrag als gewährt und faktisch zugeflossen. Die Auszahlung an die Vorstandsmitglieder findet teilweise durch Abschlagszahlungen im betreffenden Geschäftsjahr bzw. als Restzahlung nach Feststellung des Jahresabschlusses statt.

Unternehmensziele, Zielerreichung und Gewährungsquote

Ziele Gewichtung Erreichung
2021
Gewährungs
quote 2021
Jahresüberschuss
20211
50 % 144 % 200 %
Ausbau des
digitalen Geschäfts
25 % 100 % 100 %
Weiterentwicklung der
Strategie 2025
25 % 100 % 100 %
Gesamt 122 % 150 %

1In der Bandbreite zwischen 90 % und 110 % Zielerfüllung steigt die Gewährungsquote um 10 %-Punkte je 1 %-Punkt steigender Zielerfüllung bis maximal 200 % an.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine variablen Vergütungsbestandteile zurückgefordert.

Im Vorjahr (Geschäftsjahr 2020) lag die Gewährungsquote für die erfolgsabhängigen Vergütungskomponenten aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise bei 90 %.

Leistungszusagen für den Fall der vorzeitigen Beendigung

Im Fall der vorzeitigen Beendigung des Vorstandsamts kann der Vorstandsvertrag mit einer Frist von sechs Monaten zum Monatsende gekündigt werden. In vertraglich vereinbarten Sonderfällen beträgt die Kündigungsfrist neun Monate. In Fällen vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund entspricht eine eventuell zu zahlende Abfindung einschließlich Nebenleistungen höchstens einem Betrag von zwei Jahresvergütungen, keinesfalls wird mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrages vergütet. Für die Berechnung des Abfindungs-Cap wird auf die Gesamtvergütung des abgelaufenen Geschäftsjahres und gegebenenfalls auch auf die voraussichtliche Gesamtvergütung für das laufende Geschäftsjahr abgestellt. Eine Zusage für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels (Change of Control) wird 150 % des Abfindungs-Caps nicht übersteigen. Ein Anspruch auf Zahlung einer Abfindung im Fall einer vorzeitigen Beendigung besteht nach den Dienstverträgen jedoch nicht.

Leistungszusagen für den Fall der regulären Beendigung

Im Fall der regulären Beendigung erhalten Vorstandsmitglieder grundsätzlich keine Leistungen von der Gesellschaft. Mit Eintritt des Leistungsfalls erhalten sie Leistungen von der Unterstützungskasse, an die während der Laufzeit ihres Dienstvertrags Beiträge von der Gesellschaft abgeführt wurden. Diese Beiträge werden bereits im jeweiligen Geschäftsjahr der Beitragszahlung als gewährte Vergütung ausgewiesen. Weitere Leistungen der Gesellschaft halten Vorstandsmitglieder nach der Beendigung von der Gesellschaft nicht, sofern diese nicht im Einzelfall bei Beendigung zugesagt werden.

III. Vergütung ehemaliger Vorstandsmitglieder

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Dr. Günter Blaschke erhielt im Jahr 2021 Erfindervergütungen in Höhe von 3 Tsd. Euro (Vj. 13 Tsd. Euro).

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 52 An die Aktionärinnen und Aktionäre 53 Vorwort des Aufsichtsrats 08 Brief des Vorstands 10 Die neue Heimat des iVario 16 Die RATIONAL-Aktie 34 40

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

B. Vergütungssystem der Aufsichtsratsmitglieder

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung der RATIONAL AG festgelegt. Der Aufsichtsrat erhält eine fixe, an den Marktgegebenheiten und an der Anregung G.18 des DCGK orientierte Vergütung. Der Aufsichtsratsvorsitzende und sein Stellvertreter erhalten für den höheren zeitlichen Aufwand entsprechend der Empfehlung G.17 des DCGK eine höhere Aufwandsentschädigung. Darüber hinaus stehen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und seinem Stellvertreter ein Dienstfahrzeug inklusive privater Nutzung zur Verfügung (Sonstige).

Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder
im Geschäftsjahr 2021 in Tsd. EUR
Fest Sonstige Gesamt
Walter Kurtz 250 18 268
Dr. Hans Maerz 200 10 210
Erich Baumgärtner 150 150
Dr. Gerd Lintz 150 150
Werner Schwind 150 150
Dr.-Ing. Georg Sick 150 150
Dr. Johannes Würbser 150 150
Gesamt 1.200 28 1.228

C. Vergleichende Darstellung der Entwicklung der Vorstandsvergütung, der Aufsichtsratsvergütung, der Arbeitnehmervergütung und der Ertragslage

Die folgende Darstellung stellt die jährliche Änderung der Vergütung der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder mit der Änderung der durchschnittlichen Vergütung der Mitarbeiter und der Ertragslage der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2021 gegenüber dem Geschäftsjahr 2020 dar.

Veränderung gegenüber Vorjahr in %
2021 vs. 2020
Entwicklung der Vorstandsvergütung
(amtierende und ehemalige Vorstandsmitglieder)
Dr. Peter Stadelmann +18
Peter Wiedemann +17
Markus Paschmann +35
Dr. Günter Blaschke –77
Entwicklung der Aufsichtsratsvergütung1
Walter Kurtz +5
Dr. Hans Maerz +5
Erich Baumgärtner +5
Dr. Gerd Lintz +5
Werner Schwind +5
Dr.-Ing. Georg Sick +5
Dr. Johannes Würbser +5
Entwicklung der Arbeitnehmervergütung
Ø Arbeitnehmer (FTEs)2 +10
Entwicklung der Ertragslage
Jahresüberschuss RATIONAL AG3 –65
Konzernjahresüberschuss +54

gen auf die Geschäftstätigkeit der RATIONAL AG. 2 Bei der Vergütung der Arbeitnehmer wird die im Konzernanhang ausgewiesene Summe der Entgelte (inkl. Sozialabgaben) abzgl. der Vorstandsvergütung durch die durchschnittlichen Full Time Equivalents (FTEs) des jeweiligen

Geschäftsjahres geteilt.

3 Aus Vorsichtsgründen und zur Liquiditätssicherung bei unseren Vertriebstöchtern wurden in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 die Gewinnausschüttung der Tochtergesellschaften deutlich reduziert. Der Jahresüberschuss 2021 der RATIONAL AG war deshalb um 65% unter Vorjahr.

D. Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über die Prüfung des Vergütungsberichts nach § 162 Abs. 3 AktG

An die RATIONAL Aktiengesellschaft, Landsberg am Lech

Prüfungsurteile

Wir haben den Vergütungsbericht der RATIONAL Aktiengesellschaft, Landsberg am Lech, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 daraufhin formell geprüft, ob die Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG im Vergütungsbericht gemacht wurden. In Einklang mit § 162 Abs. 3 AktG haben wir den Vergütungsbericht nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung sind im beigefügten Vergütungsbericht in allen wesentlichen Belangen die Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG gemacht worden. Unser Prüfungsurteil erstreckt sich nicht auf den Inhalt des Vergütungsberichts.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung des Vergütungsberichts in Übereinstimmung mit § 162 Abs. 3 AktG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Die Prüfung des Vergütungsberichts nach § 162 Abs. 3 AktG (IDW PS 870(08.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach dieser Vorschrift und diesem Standard ist im Abschnitt "Verantwortung des Wirtschaftsprüfers" unseres Vermerks weitergehend beschrieben. Wir haben als Wirtschaftsprüferpraxis die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Die Berufspflichten gemäß der Wirtschaftsprüferordnung und der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer/ vereidigte Buchprüfer einschließlich der Anforderungen an die Unabhängigkeit haben wir eingehalten.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats

Der Vorstand und der Aufsichtsrat sind verantwortlich für die Aufstellung des Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, der den Anforderungen des § 162 AktG entspricht. Ferner sind sie verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Wirtschaftsprüfers

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob im Vergütungsbericht in allen wesentlichen Belangen die Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG gemacht worden sind, und hierüber ein Prüfungsurteil in einem Vermerk abzugeben.

Wir haben unsere Prüfung so geplant und durchgeführt, dass wir durch einen Vergleich der im Vergütungsbericht gemachten Angaben mit den in § 162 Abs 1 und 2 AktG geforderten Angaben die formelle Vollständigkeit des Vergütungsberichts feststellen können. In Einklang mit § 162 Abs. 3 AktG haben wir die inhaltliche Richtigkeit der Angaben, die inhaltliche Vollständigkeit der einzelnen Angaben oder die angemessene Darstellung des Vergütungsberichts nicht geprüft.

Umgang mit etwaigen irreführenden Darstellungen

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, den Vergütungsbericht unter Berücksichtigung der Kenntnisse aus der Abschlussprüfung zu lesen und dabei für Anzeichen aufmerksam zu bleiben, ob der Vergütungsbericht irreführende Darstellungen in Bezug auf die inhaltliche Richtigkeit der Angaben, die inhaltliche Vollständigkeit der einzelnen Angaben oder die angemessene Darstellung des Vergütungsberichts enthält.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine solche irreführende Darstellung vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

München, den 23. März 2022

Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dirk Bäßler Johanna Pickl

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 54 An die Aktionärinnen und Aktionäre 55 Vorwort des Aufsichtsrats 08 Brief des Vorstands 10 Die neue Heimat des iVario 16 Die RATIONAL-Aktie 34 40

Erklärung zur Unternehmensführung

Entsprechenserklärung 44

Bericht des Aufsichtsrats 46

Lagebericht des RATIONAL-Konzerns für das Geschäftsjahr 2021

Die grafischen Darstellungen (Charts) auf den Seiten 58 bis 82 sind nicht Bestandteil des testierten Konzernlageberichts der RATIONAL AG.

Inhalt

-

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 56 Konzernlagebericht 57 Grundlagen des Konzerns 58 Wichtige Ereignisse 61 Wirtschaftsbericht 62 Prognose-, Chancenund Risikobericht 70

Zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung 82

Spezialisierung auf die thermische Speisenzubereitung Wir sehen uns dabei in erster Linie als Lösungsanbieter und nicht als Maschinenbauer. Unser Ziel ist es, mit unseren innovativen Produkten und Dienstleistungen die tägliche Arbeit unserer Kunden zu erleichtern.

Höchstmöglicher Kundennutzen als oberstes Unternehmensziel

Unseren Kunden immer den höchstmöglichen Nutzen zu bieten, ist unser oberstes Unternehmensziel. Neben dem Verkauf unserer Produkte bieten wir ihnen ein umfassendes Dienstleistungsangebot während der gesamten Geschäftsbeziehung.

Erfolgsfaktor U.i.U. (Unternehmer im Unternehmen)

Ein wichtiger Erfolgsbaustein für die hohe Motivation und Zufriedenheit unserer Mitarbeiter ist das Prinzip "Unternehmer im Unternehmen" (U.i.U.). Der U.i.U. arbeitet in seinem Bereich wie ein selbstständiger Unternehmer. Dadurch ist das Personalmanagement bei RATIONAL von einer dezentralen Führungsstruktur, hoher Eigenverantwortlichkeit und Selbstorganisation gekennzeichnet.

Steuerungssystem

Zentrale finanzielle Steuerungskennzahlen

Die zentralen finanziellen Steuerungskennzahlen für alle regionalen Segmente des RATIONAL-Konzerns sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Ab dem Geschäftsjahr 2022 ist der ROCE (Return on Capital Employed) als langfristige finanzielle Steuerungskennzahl im Vergütungssystem für den Vorstand aufgenommen worden. Mit diesen Kennzahlen können wir frühzeitig Ineffizienzen erkennen und erforderliche Anpassungen vornehmen.

Finanzielle Steuerungskennzahlen
-- ----------------------------------
Absatz-/Umsatzentwicklung EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis
und Steuern)
EBIT-Marge (EBIT im Verhältnis
zu den Umsatzerlösen)
Konzernrohertragsmarge
DSO Operative Kosten
Konzerneigenkapitalquote ROCE

Mit ConnectedCooking bieten wir unseren Kunden ein Onlineportal für die Profiküche. Dieses umfasst eine kostenlose, cloudbasierte Vernetzungslösung. Damit können unsere Kunden ihre Geräte vernetzen, fernsteuern, per Software--Update auf den neuesten Stand bringen und Garprogramme übertragen. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden unter ConnectedCooking Pro weitere kostenpflichtige digitale Anwendungen für die Optimierung ihrer Küchenprozesse an (Rezeptmanagement, Gerätemanagement und Hygienemanagement). Erste Kunden in den Märkten Deutschland und Österreich nutzen bereits ConnectedCooking Pro.

Unseren Kunden bieten wir zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige Dienstleistungen an. Dazu gehören die kostenfreien iCombi- und iVario-Live-Veranstaltungen, die Academy RATIONAL und Expertenküchen in unseren Trainingscentern, auf Messen oder bei unseren Kunden vor Ort. Digitale Formate wie Webinare, Livestreams und bereitgestellte Videos haben seit 2020 stark an Bedeutung gewonnen und wurden auch im Berichtsjahr vermehrt nachgefragt. Darüber hinaus geben wir unseren Kunden fachmännische Tipps in unserer ChefLine. Kostenpflichtige Beratungsangebote sind themenspezifische Akademie-Veranstaltungen sowie intensive Prozessberatungen im Rahmen einer Betriebsbegleitung beim Kunden.

Segmente

Entsprechend der internen Steuerung des RATIONAL-Konzerns berichten wir die folgenden regionalen Segmente:

  • › DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz)
  • › EMEA
  • › Nordamerika
  • › Asien
  • › Übrige Segmente

Märkte, Kunden und Wettbewerbssituation

Unsere Zielgruppe sind gewerbliche Küchen und Betriebe aller Art, in denen täglich mindestens 20 warme Mahlzeiten zubereitet werden. Die Kundenbasis reicht von Restaurants und Hotels über die Gemeinschaftsverpflegung, wie Betriebskantinen, Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, Militär, Gefängnisse und Seniorenheime, bis hin zu Quick--Service-Restaurants, Caterern und Lieferdiensten sowie Supermärkten, Back- und Snackshops, Metzgereien und Tankstellen.

Konzernlagebericht

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

Organisatorische Struktur des Konzerns und Standorte

Hauptgesellschaft des Konzerns ist die RATIONAL Aktiengesellschaft (RATIONAL AG) mit Firmensitz in Landsberg am Lech. Neben der RATIONAL AG umfasst der Konzern 31 Tochtergesellschaften, davon 23 Vertriebsgesellschaften. Über die Vertriebsgesellschaften und über lokale Handelspartner vermarktet der Konzern seine Produkte in nahezu allen Regionen der Welt. Dabei verfügt der Konzern über Produktionsstandorte in Deutschland (Landsberg am Lech) und Frankreich (Wittenheim, Elsass).

Produkte und Dienstleistungen

Der RATIONAL-Konzern bietet Produkte und Lösungen für die thermische Speisenzubereitung im professionellen Umfeld an. Rund 71 % (Vj. 72 %) der Umsatzerlöse wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr durch den Verkauf von Gargeräten erzielt.

Den größten Anteil der Umsatzerlöse erzielen wir mit Combi-Dämpfern mit intelligenten Garpfaden, seit Mai 2020 mit dem Modell iCombi Pro. Bei der Combi-Dämpfer-Technologie erfolgt die Wärmeübertragung während des Kochens durch Dampf, Heißluft oder durch die Kombination aus beidem. Die im iCombi Pro eingebaute Software erkennt Größe sowie Konsistenz der Speisen und steuert den Garpfad selbstständig, bis das gewünschte Garergebnis erreicht ist. Zudem bieten wir unseren Kunden ein Combi-Dämpfer-Basismodell an, seit Mai 2020 den iCombi Classic. Alle Modelle werden am Hauptsitz in Landsberg am Lech produziert und weltweit vermarktet.

Seit 2004 bieten wir eine Komplementärtechnologie zu der des Combi-Dämpfers an, seit Juni 2020 das Modell iVario. Der iVario nutzt zum Kochen, Braten, Frittieren und (Druck-) Garen direkte Kontakthitze und kann damit herkömmliche Gargeräte wie Kipper, Kessel, Fritteusen und Druckgarbraisièren ersetzen. Der iVario wird in Wittenheim, Frankreich, hergestellt und seit 2020 neben Europa auch in Amerika und Asien aktiv vermarktet.

Rund 29 % (Vj. 28 %) der Umsatzerlöse erzielten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Zubehör, Serviceteilen und Dienstleistungen für unsere Combi-Dämpfer und den iVario sowie mit Pflegeprodukten für Combi-Dämpfer.

Das freie Weltmarktpotenzial erschließen wir organisch durch den schrittweisen Ausbau unseres globalen Vertriebs-, Marketing- und Servicenetzwerks. Neben der tieferen Marktdurchdringung in bereits gut entwickelten Märkten adressieren wir auch das wachsende Potenzial in aufstrebenden Schwellenländern.

Kernabsatzmärkte sind DACH und EMEA. In diesen Segmenten erzielten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt rund 60 % der Umsatzerlöse. Die Segmente Nordamerika und Asien waren 2021 für 19 % beziehungsweise 18 % der Umsatzerlöse verantwortlich.

Die Zahl der Hersteller von Wettbewerbsprodukten schätzen wir auf rund 100 weltweit. Unsere Markt- und Konkurrenzstruktur sowie die Wettbewerbssituation sind von Land zu Land unterschiedlich.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die für uns relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen sind im Risikobericht beschrieben.

Die Folgen der Corona-Pandemie auf die Großküchenbranche wurden durch weltweite Unterstützungsprogramme begrenzt. Nach unserer Einschätzung hatten diese staatlichen Subventionen einen positiven Einfluss auf die Nachfrage nach unseren Produkten.

Es gab keine weiteren Änderungen von rechtlichen Rahmenbedingungen, die einen wesentlichen Einfluss auf unser Geschäft haben.

Strategie und Ziele

Unsere Erfolgsgeschichte basiert auf vier wesentlichen Säulen:

    1. Konzentration auf Groß- und Gewerbeküchen
    1. Spezialisierung auf thermische Speisenzubereitung
    1. Höchstmöglicher Kundennutzen als oberstes Unternehmensziel
    1. Erfolgsfaktor U.i.U. (Unternehmer im Unternehmen)

Diese Erfolgsquellen sind seit vielen Jahrzehnten in unserem Leitbild festgeschrieben.

Konzentration auf Groß- und Gewerbeküchen

Wir konzentrieren uns auf eine klar definierte Zielgruppe: die Menschen, die in den Profiküchen der Welt Speisen thermisch zubereiten. Mit eigenen Küchenmeistern in kundennahen Funktionen sind wir das Unternehmen der Köche und für Köche.

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 58 Konzernlagebericht 59 Wichtige Ereignisse 61 Wirtschaftsbericht 62 Prognose-, Chancenund Risikobericht 70 Grundlagen des Konzerns 58

Zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung 82

Zentrale nichtfinanzielle Steuerungskennzahlen

In Anbetracht der Vielfältigkeit der Vertriebs- und Kundenbindungsmaßnahmen ziehen wir die globale Kundenzufriedenheit als zentrale und steuerungsrelevante Kennzahl heran. Diese orientierte sich im Jahr 2020 am Kundenzufriedenheitsindex des Meinungsforschungsinstituts KANTAR und beinhaltete die Kriterien Leistung des Unternehmens und Präferenz des Kunden mit Blick auf angebotene Produkte und Services. Der RATIONAL-Zufriedenheitsindex wurde auf Länderebene ermittelt und zu einer globalen Sicht aggregiert. Im Jahr 2020 wurde der Wert über 15 Länder berechnet. Der Index wird auf einer Skala von –50 bis 150 dargestellt. Aus Vergleichsgründen wurde der RATIONAL-Kundenzufriedenheitsindex auch für das abgelaufene Geschäftsjahr ermittelt und dargestellt. Nach der Durchführung 2021 konnte ein aggregierter Wert über 20 Länder (2017–2021) ermittelt werden. Im Jahr 2021 haben wir uns dafür entschieden, zukünftig die Zufriedenheit unserer Kunden mit einem neuen unabhängigen Dienstleister anhand des international bekannten Net Promoter Scores zu ermitteln. Durch den Net Promoter Score wird ausgedrückt, inwiefern zufriedene Kunden bereit sind, unsere Produkte an Freunde oder Geschäftspartner weiterzuempfehlen. Hohe Punktzahlen von neun oder zehn vergeben diejenigen Kunden mit einer positiven Weiterempfehlungsabsicht. Diese werden als aktive Promotoren betrachtet. Kunden, die Werte von sieben und acht vergeben haben, sind passiv und bei Werten von sechs oder weniger werden sie als sogenannte Detraktoren bezeichnet. Der Index wird auf einer Skala von –100 bis 100 dargestellt. Durchgeführt wurde die Umfrage 2021 in 15 Ländern weltweit in allen für uns relevanten Kundengruppen.

Forschung und Entwicklung

Im Jahr 2021 haben wir 48,2 Mio. Euro (Vj. 42,3 Mio. Euro) oder 6 % der Umsatzerlöse (Vj. 7 %) für Forschung und Entwicklung neuer Lösungen sowie die Verbesserung der Leistungsfähigkeit unserer Produkte und Dienstleistungen ausgegeben. 45,1 Mio. Euro (Vj. 41,7 Mio. Euro) davon wurden aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 3,1 Mio. Euro (Vj. 0,6 Mio. Euro) wurden als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, da die Voraussetzungen des IAS 38.57 für die Aktivierung erfüllt waren. Die aktivierten Entwicklungskosten werden nach dem Produktionsstart der jeweiligen Produkte und Dienstleistungen über die entsprechende Nutzungsdauer abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2021 betrugen die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 1,2 Mio. Euro (Vj. 1,3 Mio. Euro).

Unsere Innovationen sind durch aktuell über 600 Patente, Patentanmeldungen und Geschmacksmuster geschützt.

Die zentrale Steuerungskennzahl für die Mitarbeiterzufriedenheit ist die monatlich ermittelte konzernweite Fluktuationsquote. 2500

Mitarbeiter und Personalentwicklung

Wir legen einen besonderen Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung und bringen in regelmäßigen Abständen innovative Technologien auf den Markt. Neben Ingenieuren verschiedenster Fachrichtungen arbeiten Physiker in der Grundlagenforschung sowie Küchenmeister und Ökotrophologen in der Anwendungsforschung und -entwicklung. Insgesamt beschäftigten wir zum Bilanzstichtag konzernweit 225 Mitarbeiter (Vj. 190 Mitarbeiter) in diesem Bereich. 0 500 1000 1500

Als sich die Corona-Krise im März 2020 in Europa abzeichnete, haben wir einen Einstellungsstopp ausgesprochen. Wir waren zurückhaltend in der Nachbesetzung von frei werdenden Stellen, befristete Verträge wurden nicht überall verlängert und Aushilfen nur noch in Ausnahmefällen beschäftigt.

Als sozial verantwortungsvoller Konzern hatte RATIONAL den Mitarbeiterbestand in der Krise 2020 nur minimal angepasst. Entsprechend den sich verbessernden Marktaussichten ist seit dem zweiten Quartal 2021 die Anzahl der Mitarbeiter erstmals seit Beginn der Corona-Krise wieder angestiegen.

Mit den steigenden Auftragseingängen zahlte sich das nachhaltige Personalmanagement aus, da wir, sofern externe Einflussfaktoren das zuließen, schnell unser Leistungsangebot der gestiegenen Nachfragesituation anpassen konnten.

Die Zahl der Mitarbeiter im Konzern ist im Jahr 2021 um 68 von 2.180 auf 2.248 (Stichtag 31. Dezember 2021) gestiegen. Davon waren 1.285 Personen (Vj. 1.223) in Deutschland tätig.

Wir sehen die gezielte Förderung junger, talentierter Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen als einen wichtigen Baustein für die erfolgreiche Entwicklung und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Die qualifizierte Berufsausbildung genießt bei RATIONAL einen sehr hohen Stellenwert. Deshalb galt hier selbst in der Krise kein Einstellungsstopp. Aktuell beschäftigen wir 68 Auszubildende in den Fachrichtungen

Stand: jeweils zum 31. Dezember

2000

Industriekaufleute, Lagerlogistik, Industriemechanik, Koch, Mechatronik, Metalltechnik und Fachinformatik. 16 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen absolvieren ein duales Studium in den Fachbereichen Informatik, Technische Informatik, Mechatronik, Maschinenbau, International Business sowie LifeCycle Catering. Zudem befanden sich zum Bilanzstichtag insgesamt 29 Mitarbeiter in einem technischen, kaufmännischen oder vertriebsorientierten Nachwuchskräfteprogramm.

Die Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit ist auf einem hohen Niveau. Ein Ergebnis daraus ist die Treue und Loyalität unserer Mitarbeiter. Die Fluktuationsrate betrug weltweit lediglich 8 % (Vj. 9 %).

Vergütungen und Sozialleistungen

Bei Lohn- und Gehaltsanpassungen orientieren wir uns in Deutschland grundsätzlich an den Lohnsteigerungen der IG Metall oder übertreffen diese. Wir gewähren zusätzlich Weihnachts- und Urlaubsgeld, eine freiwillige Prämie sowie Zusatzleistungen wie Essensgeld, Fahrtkostenzuschüsse, Zuschüsse zu Fitnessangeboten und Prämien für die langjährige Betriebszugehörigkeit.

Auch im Geschäftsjahr 2021 konnte unsere Belegschaft in einzelnen Bereichen aufgrund der Corona-Krise nicht oder nur eingeschränkt ihrer Tätigkeit nachgehen. Aus diesem Grund wurde vor allem zu Beginn des Geschäftsjahres flexibel das Instrument der Kurzarbeit eingesetzt. Davon betroffen waren unter anderem Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das Kurzarbeitergeld haben wir in vielen Fällen aufgestockt, um den Gehaltsausfall für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gering zu halten.

Ziel dieser Maßnahmen war es, Leistungsträger im Unternehmen zu halten, Kosten im Rahmen von Entlassungen und späteren Wiedereinstellungen zu vermeiden und nach Überwindung der Krise ohne Verzögerung mit einer schlagkräftigen Belegschaft das Zukunftspotenzial zu nutzen.

Nichtfinanzieller Konzernbericht nach §§ 315b und 315c HGB

Wichtige Ereignisse des Geschäftsjahres 2021

Wechsel kaufmännischer Vorstand

Nachdem der Vorstandsvorsitzende Dr. Peter Stadelmann zusätzlich zu seinem Vorstandsressort auch den kaufmännischen Bereich der Gesellschaft ab dem 1. Januar 2020 interimistisch verantwortete, hat der Aufsichtsrat Herrn Jörg Walter mit Wirkung zum 1. März 2021 zum kaufmännischen Vorstand berufen. Herr Walter trat im April 2011 in unser Unternehmen ein. Er hat seitdem verschiedene kaufmännische Bereiche geführt und insbesondere das Group Controlling erfolgreich auf die Anforderungen unseres zunehmend größeren und internationaleren Unternehmens ausgerichtet. Zuvor war er in ähnlichen Funktionen in anderen deutschen Konzernen tätig. Herr Dr. Stadelmann bleibt weiterhin Vorstandsvorsitzender der RATIONAL AG.

Externe Einflussfaktoren

Über diesen Konzernlagebericht hinausgehende Angaben zu Umwelt-, Mitarbeiter-, Sozial- und Kundenbelangen, Achtung der Menschenrechte (siehe Erklärung zum UK Modern Slavery Act), Bekämpfung von Korruption und Bestechlichkeit finden sich im nichtfinanziellen Konzernbericht 2021 der RATIONAL AG. Dieser wird einer freiwilligen betriebswirtschaftlichen Prüfung nach ISAE 3000 (Revised) mit begrenzter Sicherheit durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer unterzogen. Er wird fristgerecht bis 30. April 2022 auf der RATIONAL-Website im Bereich Investor Relations unter der Rubrik Corporate Governance veröffentlicht. Zusätzlich gehen wir davon aus, dass Kunden aufgrund der Öffnung der Gastronomie in den meisten Ländern und des Beginns der Tourismussaison Investitionen getätigt und bereits gestartete Projekte fertiggestellt haben. Nicht zuletzt könnte ein Teil des hohen Auftragseingangs damit begründet werden, dass Händler zum Teil Geräte auf Vorrat bestellten, um potenziellen Lieferengpässen und Preiserhöhungen zuvorzukommen. Während der Gastronomiesektor im Frühsommer durch

Die gesamte Food-Service-Branche war 2020 von den weltweiten Lockdown-Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mit am stärksten betroffen. Auch die ersten beiden Monate des Geschäftsjahres 2021 waren noch maßgeblich von der Corona-Krise geprägt. Minimal oder noch nicht gestartete Impfaktionen, fortgesetzte Lockdowns in zahlreichen Ländern und sich abzeichnende globale Versorgungsengpässe belasteten das erste Quartal.

Erfreulicherweise konnte sich die Situation unserer Kunden durch Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in vielen Märkten im Jahresverlauf deutlich verbessern. Trotz der noch anhaltenden Einschränkungen unserer Kunden konnten wir im März 2021 einen unerwartet sprunghaften Anstieg der Auftragseingänge verzeichnen. Seit diesem Zeitpunkt setzte sich diese positive Entwicklung im Jahresverlauf fort. Als einen Grund für diese erfreuliche Entwicklung sehen wir die umfassende Nutzung staatlicher Unterstützungsmaßnahmen durch unsere Kunden, insbesondere für Investitionen in moderne, netzwerkfähige und ressourcenschonende Gargeräte. Diese Hilfen wurden vor allem im ersten Halbjahr sehr umfangreich von unseren Kunden wahrgenommen.

zahlreiche Corona-Öffnungen profitieren konnte, sahen wir uns in der Folgezeit vor der Herausforderung, diese Nachfrage bedienen zu können. Aufgrund der weltweiten Erho-

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Geschäftsverlauf 2021

Ertragslage

Absatz- und Umsatzentwicklung

Wir haben im Geschäftsjahr 2021 Umsatzerlöse in Höhe von 779,7 Mio. Euro erzielt (Vj. 649,6 Mio. Euro) und damit das Vorjahr um 20 % übertroffen. Auch die Absatzzahlen überschritten die Vorjahreswerte deutlich mit 19 %, liegen aber immer noch spürbar unter dem Höchstwert von 2019. Im Umsatz liegen wir noch um rund 63,9 Mio. Euro unter dem bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2019 von 843,6 Mio. Euro.

Während die Geschäftsentwicklung im Januar und Februar 2021 erwartungsgemäß verhalten begann, konnten wir ab März einen unerwartet starken Anstieg der Verkaufszahlen verzeichnen. Die Gründe für die Erholung ab März sehen wir in der zunehmenden Zahl von Kunden, die nicht mehr beziehungsweise deutlich weniger unter Corona-Einschränkungen litten, den Nachholeffekten bei Investitionen und den teilweise massiven Konjunkturprogrammen der öffentlichen Hand. Insgesamt lag der Umsatz im ersten Quartal 2021 um 7 % unter Vorjahr.

Unserer Einschätzung zufolge wirkten mehrere Sondereffekte auf die Auftragsentwicklung im Jahr 2021. In vielen Regionen wurden staatliche Hilfsmaßnahmen für Investitionen genutzt und aufgrund der häufig begrenzten Laufzeit der Förderungen Projekte in einigen Fällen vorgezogen. Ein weiterer Grund für Vorzieheffekte war die weltweit angespannte Versorgungslage vor allem mit Elektronikkomponenten. Um einem möglichen Lieferengpass in den kommenden Monaten zu entgehen, wurden von Händlern und Kunden Geräte auf Lager gekauft. Diese Sondereffekte haben zu einer anhaltend positiven Entwicklung im Auftragseingang geführt. Mit 211,6 Mio. Euro im zweiten Quartal 2021 konnten wir Umsätze über dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 erreichen.

Trotz Auftragseingängen auf Rekordniveau wurde es schwieriger, die erfreuliche Auftragslage in Umsatzerlöse zu überführen. Während der Auftragseingang im dritten Quartal 2021 um knapp 40 % über dem Vorkrisenniveau von 2019 lag, haben wir mit einem Umsatz von 206,9 Mio. Euro das Vorkrisenniveau um 3 % leicht verfehlt.

Bedingt durch den Mangel vor allem an elektronischen Bauteilen konnte ein Teil unserer Kochsysteme nicht fertiggebaut werden. Um die Lieferbereitschaft bei Vorhandensein aller Komponenten möglichst schnell wieder sicherzustellen, wurden mehrere Tausend iCombi Pro teilfertig in Landsberg gelagert oder an unsere großen Lagerstandorte versandt.

lung der Wirtschaft war vor allem das zweite Halbjahr 2021 von Unsicherheiten bezüglich der Beschaffung von Vorprodukten, insbesondere Elektronikbauteilen, geprägt. Damit verbunden verzeichneten wir teils signifikante Preiserhöhungen bei elektronischen Bauteilen, bei Rohstoffen (beispielsweise Legierungsmetallen und chemischen Produkten) sowie steigende Transport- und Logistikkosten.

Investitionen in die Zukunft

In Wittenheim, dem Fertigungs- und Entwicklungsstandort für den iVario, wurde Mitte April 2021 mit dem Bau eines Kundencenters, Verwaltungs- und Produktionsgebäudes begonnen. Das Investitionsvolumen beträgt bis 2023 in Summe etwas mehr als 30 Mio. Euro.

Der im Jahr 2019 begonnene Bau des Logistikzentrums am Hauptstandort in Landsberg am Lech wurde nach rund 18 Monaten Bauzeit im Frühjahr 2021 fertiggestellt. Mit rund 10.000 m2 bietet das neue Gebäude rund 60 % mehr Logistikfläche. Die Gesamtinvestitionen betrugen 19 Mio. Euro.

Die genannten Investitionen wurden aus eigenen Mitteln finanziert.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Weltwirtschaft wächst im Jahr 2021 um 5,9 %

Die Wachstumsschätzung des Internationalen Währungsfonds für die Weltwirtschaft liegt für das abgelaufene Geschäftsjahr bei 5,9 %. Die Industrieländer steigerten ihre Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 um rund 5,2 %, die Schwellenländer verzeichneten ein Wachstum von 6,4 % im Vergleich zum Vorjahr. (Quelle: IWF, World Economic Outlook und Fiscal Monitor, über: M.M.Warburg & CO, Kapitalmarktperspektiven, Januar 2022.)

Zukunftsaussichten für die Großküchenbranche

Im Verlauf der Corona-Krise glich die Lage der Großküchenbranche einer Achterbahnfahrt. Von kompletten Lockdowns, denen viele Kunden mit Lieferangeboten entgegenwirkten, über Hoffnungen durch die Verfügbarkeit von Impfstoffen hin zu neuen Unsicherheiten durch Virusvarianten durchlitt die Branche in den letzten beiden Jahren zahlreiche Höhen und Tiefen.

Die geänderten Rahmenbedingungen haben die Anforderungen an die Gastronomie stark gewandelt. Zukünftig rücken besonders eine erhöhte Bequemlichkeit der Endkunden, die Konnektivität der Gastronomie und erhöhte Hygienestandards der Restaurants in den Mittelpunkt. Für die Großküchenbranche bedeutet das, dass neben dem Essen vor Ort Gerichte vermehrt zur Lieferung oder Abholung angeboten werden sollten. Zudem sollten Endkunden über digitale Kanäle intuitiv und reibungslos Bestellungen aufgeben können. Neben ausreichenden Abstandsregelungen in den Restaurants, einer sauberen Einrichtung und Sicherheitsmaßnahmen für Angestellte spielt auch die hygienische Zubereitung der Lebensmittel eine besondere Rolle für die Konsumenten (Quelle: Deloitte, The Restaurant of the Future, September 2021.)

Zudem klagen viele Restaurantbetreiber über einen Mangel an Personal. Beispielsweise verzeichnen neben Deutschland, wo rund 80 % der Gastronomen Probleme durch den Fachkräftemangel befürchten (Quelle: Dehoga Pressemitteilung vom 8. Oktober 2021), auch Gastronomen in den Vereinigten Staaten zu wenig Personal. Während im Januar 2021 lediglich 8 % der Restaurantbetreiber über zu wenig Personal klagten, waren es im Juli des gleichen Jahres bereits 75 % (Quelle: National Restaurant Association, Mid-Year Update 2021).

Beurteilung der wirtschaftlichen Lage durch den Vorstand

Trotz der aktuellen Unsicherheiten hinsichtlich einer Rückkehr der Corona-bedingten Schutzmaßnahmen und weiterer Belastungen durch angespannte Lieferketten beurteilt der Vorstand die wirtschaftliche und marktseitige Lage des Konzerns mittel- bis langfristig als sehr gut.

Wir beobachten die wirtschaftliche Entwicklung der für uns wichtigen Märkte mit großer Aufmerksamkeit. Die Art und der Ort der Speisenzubereitung und des -verzehrs ändern sich, aber es wird nach wie vor außer Haus gegessen beziehungsweise gekocht. Unsere Produkte sind sowohl bei Kundengruppen im Einsatz, die unter der Pandemie litten, als auch bei solchen, die davon profitierten. Vor allem die Restaurants mit Service, welche zu unserer wichtigsten Kundengruppe gehören, haben im Laufe des Jahres 2021 stark von den schrittweisen Lockerungen sowie staatlichen Hilfsmaßnahmen profitiert. Zudem sehen wir rückblickend, dass eine befürchtete Insolvenzwelle auch aufgrund dieser staatlichen Unterstützungsprogramme bislang ausgeblieben ist.

Ungeachtet dessen, dass die größten durch die Pandemie bedingten Einschränkungen überwunden sein sollten, wird Corona dauerhaft Folgen hinterlassen. Unter anderem zeigt sich dies in zunehmend strengeren Hygienevorschriften, höherem Effizienzdruck und immer weniger qualifiziertem Küchenpersonal. Unsere Kochsysteme zeichnen sich durch eine intuitive Bedienung und eine ständige Weiterentwicklung der Garintelligenz aus. Ziel dieser Intelligenz ist es, sowohl die Zubereitung von Speisen als auch die Reinigung der Geräte und Dokumentation für das Hygienemanagement zu erleichtern. Durch diese Technologien wollen wir unsere Kunden auch bei diesen Herausforderungen in bester Weise unterstützen.

Auf die aus heutiger Sicht denkbaren gesamtwirtschaftlichen Szenarien sind wir als Konzern mit geringer Verschuldung, einer hohen Liquiditätsreserve (einschließlich freier Kreditlinien) sowie einer flexiblen Kostenplanung und einem großen unbedienten Markt gut vorbereitet. Der erforderliche Handlungsspielraum und die Unabhängigkeit bei allen notwendigen unternehmerischen Entscheidungen sind damit gewährleistet.

dem kanadischen Dollar und dem chinesischen Yuan. Negative Effekte ergaben sich gegenüber dem US-Dollar und dem japanischen Yen. Per saldo resultiert daraus ein leicht negativer Effekt auf die Umsatzentwicklung. Währungsneutral lag das Umsatzwachstum leicht über 20 %.

In der Produktgruppe Combi-Dämpfer, die die Produktion und den Vertrieb des iCombi Pro und des iCombi Classic repräsentiert, erzielten wir im vergangenen Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 698,4 Mio. Euro (Vj. 580,6 Mio. Euro) und damit 20 % mehr als im Vorjahr.

In der Produktgruppe iVario stiegen die Umsatzerlöse im Jahr 2021 um 18 % auf 81,4 Mio. Euro (Vj. 69,0 Mio. Euro).

Der iVario setzte die erfolgreiche Wachstumsgeschichte fort und verzeichnete nach einem unterproportionalen Rückgang von 7 % im Jahr 2020 erneut Rekordumsätze im Berichtsjahr 2021. Der iCombi, der im Jahr 2020 rund ein Viertel der Umsätze einbüßte, machte mit dem Umsatzplus im abgelaufenen Geschäftsjahr einen großen Schritt in Richtung Vorkrisenniveau.

Alle Regionen weltweit gewachsen

Der Umsatz im Segment DACH nahm um 16 % auf 134,5 Mio. Euro (Vj. 116,2 Mio. Euro) zu. Im Heimatmarkt Deutschland wurde ein Umsatzplus von 22 % verzeichnet. Österreich wuchs um 9 % und die Schweiz lag um 8 % unter dem Vorjahr.

Das Segment EMEA erzielte einen Umsatz von 321,7 Mio. Euro (Vj. 282,5 Mio. Euro) und ist damit um 14 % zum Vorjahr gestiegen. Die beiden größten Einzelmärkte, Frankreich und Großbritannien, wuchsen um 20 % bzw. 25 %.

Im Segment Nordamerika lag der Umsatz um 21 % über dem Vorjahr bei 144,9 Mio. Euro (Vj. 119,8 Mio. Euro). Den größten Umsatzzuwachs verzeichneten wir im Einzelmarkt Mexiko mit 69 %. In den Vereinigten Staaten konnten wir um 24 % wachsen.

Komponenten wirkten sich im Gegenzug spürbar negativ auf den Rohertrag aus.

Die teilweise signifikant steigenden Rohstoff- und Komponentenkosten schlugen sich ab dem dritten Quartal 2021 erstmals spürbar in den Herstellkosten nieder, die folglich überproportional zu den Umsatzerlösen anstiegen.

Während wir im zweiten Quartal noch eine Rohertragsmarge von 56,6 % erreichen konnten, verschlechterte sich die Situation danach. Im dritten Quartal sank die Rohertragsmarge auf 55,3 % und im vierten Quartal auf 52,3 %. Daraus resultierte eine Konzernrohertragsmarge von 55,1 % für das Geschäftsjahr 2021 (Vj. 55,4 %).

21 % EBIT-Marge

Die EBIT-Marge des abgelaufenen Geschäftsjahres profitierte von der positiven Umsatzentwicklung in Verbindung mit einem reduzierten Kostenniveau. Während die Umsatzerlöse um 20 % gegenüber dem Vorjahr stiegen, lagen die operativen Kosten nur 11 % über dem Vorjahresniveau. In Summe bezifferten sich die operativen Kosten im Berichtsjahr auf 272,7 Mio. Euro (Vj. 245,2 Mio. Euro).

Die operativen Kosten in den Bereichen Vertrieb und Service lagen bei 187,6 Mio. Euro (Vj. 166,9 Mio. Euro) und damit um 12 % über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insbesondere bei Vertriebsveranstaltungen und Geschäftsreisen sind die Kosten aufgrund der Kontakt- und Reisebeschränkungen nach wie vor niedrig. Zudem sind die Personalkosten unterproportional zum Umsatzwachstum gestiegen.

Kosten für die Weiterentwicklung unserer Technologien und Produkte im Bereich Forschung und Entwicklung sind im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von 45,1 Mio. Euro angefallen (Vj. 41,7 Mio. Euro). Dies entspricht einem Anstieg von 8 %. Darüber hinaus haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 3,1 Mio. Euro (Vj. 0,6 Mio. Euro) aktiviert. Diese

Kosten- und Ertragsstruktur in% vom in Mio. EUR
in% vom
2021 Umsatz 2020 Umsatz
Umsatzerlöse 780 650
Herstellungskosten 350 45 289 45
Vertrieb & Service 188 24 167 26
Forschung & Entwicklung 45 6 42 6
Allgemeine Verwaltung
& Sonstiges2
36 4 45 7
EBIT 160 21 107 16

2 Enthält Währungsergebnis

Bedingt durch die weltweit gestiegenen Preise für Rohstoffe und Komponenten sahen wir uns gezwungen, die Preise unserer Produkte anzupassen. Wir gehen davon aus, dass das Preisniveau dauerhaft erhöht bleiben wird. Daher haben wir unsere Verkaufspreise beginnend ab November 2021 in Asien und Amerika erhöht und werden diese im ersten und zweiten Quartal 2022 in den europäischen Märkten ebenfalls anpassen.

Bei einem normalen Geschäftsverlauf hätten die Umsätze im vierten Quartal den höchsten Wert erreicht. Durch die eingeschränkte Materialverfügbarkeit lagen wir im Jahresendquartal mit einem Umsatz von 193,5 Mio. Euro leicht unter dem zweiten und dritten Quartal 2021.

Die Umsatzverteilung nach Quartalen ist in der folgenden Tabelle dargestellt.

Im Geschäftsjahr 2021 erzielten wir 49 % unserer Umsatzerlöse in Fremdwährung (Vj. 50 %). Der US-Dollar (14 % Umsatzanteil), das britische Pfund (7 %), der chinesische Yuan (7 %), der japanische Yen (4 %) und der kanadische Dollar (4 %) waren die bedeutendsten Währungen außerhalb des Euros. Die Währungseffekte entwickelten sich im Berichtsjahr uneinheitlich. Positive Effekte resultierten aus der Abwertung des Euro gegenüber dem britischen Pfund,

0

200

400

600

800

1000

sind in den immateriellen Vermögenswerten enthalten. Die allgemeinen Verwaltungskosten liegen mit einem Anstieg von 9 % auf 40,0 Mio. Euro (Vj. 36,6 Mio. Euro) über dem Vorjahresniveau. Während im Jahr 2020 die Arbeit in den technischen Prozessen in Landsberg und Wittenheim vor allem von der Einführung der neuen Produktgenerationen und der Bewältigung der krisenbedingten logistischen Einschränkungen dominiert war, profitierten wir 2021 im Produktionsprozess von einer verbesserten Produktivität. Hohe Kosten für Rohstoffe und

Umsatz nach Quartalen
in Mio. EUR
2021 2020 2019 Veränderung
2021/2020
in %
Veränderung
2021/2019
in %
1. Quartal 167,7 181,3 194,3 –7 –14
2. Quartal 211,6 116,8 205,1 +81 +3
3. Quartal 206,9 168,2 213,2 +23 –3
4. Quartal 193,5 183,3 231,1 +6 –16
Gesamtjahr 779,7 649,6 843,6 +20 –8

Im Segment Asien stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 22 % auf 141,6 Mio. Euro (Vj. 115,7 Mio. Euro). Die Lage in den größten Einzelmärkten der Region war uneinheitlich. Während China ein deutliches Wachstum von 44 % verzeichnen konnte, wuchs Japan lediglich um 7 %. Indien, das 2020 am schwersten betroffene Land in diesem Segment, konnte nach einem Umsatzwachstum von 179 % einen großen Teil des letztjährigen Umsatzrückgangs (–76 %) wieder gutmachen.

In den übrigen Segmenten belief sich der Umsatz im Jahr 2021 auf 27,3 Mio. Euro und liegt damit 24 % höher als im Vorjahr (Vj. 22,0 Mio. Euro). hier konnten wir zwischen 31 % in Brasilien und insgesamt rund 60 % in anderen südamerikanischen Staaten wachsen.

In unserer Produktion fertigen wir große Teile auf bestehende Kundenaufträge. In der Regel verzeichnen wir nur geringe offene Auftragsbestände. Vor der Corona-Krise hatten wir einen Auftragsbestand für drei bis vier Wochen. Im Jahr 2021 stieg der offene Auftragsbestand zum Jahresende auf 300 Mio. Euro an. Dies entspricht offenen Aufträgen für rund vier bis fünf Monate.

55 % Konzernrohertragsmarge

Segmente 2021
in Mio. EUR
DACH EMEA Nord
amerika Asien
Übrige
Seg
mente
Summe
Seg
mente
Über
leitung1
Kon
zern
Segment-
umsätze
135 322 145 142 27 770 10 780
Segment-
ergebnis
28 68 20 25 3 145 16 160
Umsatz
wachstum 16 % 14 % 21 % 22 % 24 %
17 % 20 %
Ergebnis
marge
21 % 21 % 14 % 18 % 10 % 19 % 21 %
Segmente 2020
in Mio. EUR
DACH EMEA Nord
amerika Asien
Übrige
Seg
mente
Summe
Seg
mente
Über
leitung1
Kon
zern
Segment-
umsätze
116 282 120 116 22 656 –7 650
Segment-
ergebnis
28 74 25 26 1 154 –47 107
Ergebnis
marge
24 % 26 % 21 % 22 % 6 % 23 % 16 %

1 Überleitung entspricht der Summe aus Zentralbereiche und Überleitung. Siehe Anhangangabe 25.

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 64 Konzernlagebericht 65 Grundlagen des Konzerns 58 Wichtige Ereignisse 61 Prognose-, Chancenund Risikobericht 70 Wirtschaftsbericht 62

Im Berichtsjahr konnten wir ein positives Währungsergebnis in Höhe von 1,9 Mio. Euro verzeichnen. Besonders die Abwertung des Euro gegenüber den wichtigen Währungen wie dem britischen Pfund, dem US-Dollar oder dem chinesischen Yuan wirkten im Wesentlichen aus der Stichtagsbewertung von Forderungen und Zahlungsmitteln positiv.

Mit 160,1 Mio. Euro (Vj. 106,8 Mio. Euro) lag das EBIT um 50 % deutlich über dem Vorjahreswert. Die EBIT-Marge erreichte 20,5 % (Vj. 16,4 %). Währungsneutral lag die EBIT--Marge leicht über 20 %.

Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 158,9 Mio. Euro (Vj. 102,4 Mio. Euro). Es fiel ein absoluter Steueraufwand von 35,2 Mio. Euro (Vj. 22,3 Mio. Euro) an. Die Konzernsteuerquote betrug 22,2 % (Vj. 21,8 %). Grund für den leichten Anstieg der Steuerquote waren geringere Steuererstattungen aus dem Vorjahr sowie ein Anstieg an nicht-abzugsfähigen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2021. Daraus resultieren ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von 123,7 Mio. Euro (Vj. 80,1 Mio. Euro) und eine Nettomarge von 15,9 % (Vj. 12,3 %).

Standorten in Landsberg am Lech und Wittenheim. Zudem haben wir in die Erweiterung und Modernisierung unseres Maschinen- und Anlagenparks investiert. Daneben hatten wir im abgelaufenen Jahr netto 58,8 Mio. Euro Zahlungsmittelabflüsse aus Festgeldern, im Vorjahr hatten wir Zahlungsmittelzuflüsse in Höhe von 71,3 Mio. Euro aus Festgeldern und sonstigen Finanzanlagen.

Der freie Cashflow errechnet sich aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich des Cashflows für Investitionen in das Anlagevermögen und erreichte 145,9 Mio. Euro (Vj. 59,3 Mio. Euro).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit reflektiert die Dividendenausschüttung, Zahlungen aus Leasingverträgen sowie Tilgungs- und Zinszahlungen für Bankdarlehen. Im Berichtsjahr haben wir für das Geschäftsjahr 2020 eine Dividende in Höhe von 54,6 Mio. Euro an unsere Aktionäre ausgeschüttet. Darüber hinaus haben wir Zahlungen aus Leasingverträgen (IFRS 16) in Höhe von 8,5 Mio. Euro verzeichnet, unsere Bankverbindlichkeiten um insgesamt 2,5 Mio. Euro reduziert und Zinsen in Höhe von 0,2 Mio. Euro bezahlt. Insgesamt belief sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit auf –65,9 Mio. Euro (Vj. -78,9 Mio. Euro).

Cashflow in Mio. EUR
2021 2020 Veränderung
Cashflow aus der
operativen Tätigkeit
+172 + 93 + 79
Cashflow aus
Investitionstätigkeiten
–84 + 38 –122
Cashflow aus
Finanzierungstätigkeiten
–66 –79 +13

Finanz- und Vermögenslage

Finanzstrategie: Sicherheit vor Rendite

100 150 200 Durch stets ausreichende Liquidität sind wir weitgehend unabhängig von Fremdkapitalgebern. Dies ermöglicht schnelle unternehmerische Entscheidungen, auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Wir finanzieren unser Wachstum nahezu ausschließlich aus eigenen Mitteln und haben Liquiditätsreserven für unerwartet auftretende wirtschaftliche Risiken.

Kern der Finanzstrategie von RATIONAL ist die finanzielle Unabhängigkeit und kurzfristige Reaktionsfähigkeit. Sicherheit geht dabei vor Rendite. Das Finanzmanagement umfasst schwerpunktmäßig die Steuerung der Kapitalstruktur, die Finanz- und Geldanlagen, das Management von Währungsrisiken, das Forderungsmanagement und die Liquiditätssteuerung für den gesamten Konzern.

0 50 Bei der Anlage der liquiden Mittel steht Kapitalerhalt vor Rendite. Wir verzichten bewusst auf höhere Renditen und vermeiden Risiken bei der Geldanlage. Deshalb legen wir in kurz laufende, vorwiegend in Euro-denominierte Fest- und Tagesgelder bei Banken mit Investment-Grade-Rating an.

Unsere Aktionäre beteiligen wir angemessen am Erfolg des Unternehmens. In den vergangenen Jahren wurden im Schnitt rund 70 % des Konzernjahresüberschusses als Dividende ausgeschüttet. Nachdem für 2019 die Ausschüttung krisenbedingt auf rund 38 % gesenkt wurde, konnten wir bereits für das Jahr 2020 wieder zu dieser Ausschüttungspolitik zurückkehren. Für 2021 schlagen wir vor, über die normale Ausschüttungsquote (entspricht 7,50 Euro je Aktie) hinaus eine Sonderdividende von 2,50 Euro je Aktie auszuschütten.

Kapitalflussrechnung

Aufgrund unseres profitablen und wenig kapitalintensiven Geschäftsmodells mit geringer Fertigungstiefe und des effizienten Forderungsmanagements ist der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit regelmäßig auf hohem Niveau.

Im Geschäftsjahr 2021 erreichte dieser 171,7 Mio. Euro und lag um 79,0 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres (92,7 Mio. Euro). Dieser deutliche Zuwachs resultiert im Wesentlichen aus dem stark gestiegenen Ergebnis vor Steuern. Daneben wirken Veränderungen der Rückstellungen und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen positiv auf den operativen Cashflow.

Im Geschäftsjahr 2021 betrug der Cashflow aus Investitionstätigkeit –84,3 Mio. Euro (Vj. +38,4 Mio. Euro). Darin enthalten sind unter anderem Mittelabflüsse für Investitionen in das Sachanlagevermögen und in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 25,8 Mio. Euro. Diese betreffen vor allem umfangreiche Investitionen in Gebäude an den

Hohe Liquidität

Der Bestand an kurzfristigen Finanzmitteln und Geldanlagen erhöhte sich im Jahresverlauf um 81,3 Mio. Euro auf 337,3 Mio. Euro (Vj. 256,0 Mio. Euro). Die liquiden Mittel und kurzfristigen Geldanlagen repräsentierten 43 % der Bilanzsumme (Vj. 38 %). Zusätzlich verfügten wir am Bilanzstichtag über Kreditlinien in Höhe von 98,0 Mio. Euro (Vj. 98,0 Mio. Euro), davon sind 75 Mio. Euro vertraglich fest terminiert.

7,50 Euro Dividende und 2,50 Euro Sonderdividende vorgeschlagen

Aufgrund der sich normalisierenden Geschäftsentwicklung nach der Corona-Krise und der starken Auftragslage für das Geschäftsjahr 2022 werden Aufsichtsrat und Vorstand der Hauptversammlung 2022 die Ausschüttung einer ordentlichen Dividende in Höhe von 7,50 Euro je Aktie (Vj. 4,80 Euro) und einer Sonderdividende von 2,50 Euro pro Aktie vorschlagen. Die Basisdividende entspricht unserer traditionell hohen Ausschüttungsquote von rund 70 % des Nettoergebnisses. Zusätzlich soll die Sonderdividende die Corona-bedingte Dividendenkürzung im Geschäftsjahr 2020 teilweise ausgleichen. Zusammengerechnet beträgt die Ausschüttungsquote 94 %. Im Vorjahresvergleich steigt die Dividende um 108 %. Die daraus resultierende Dividendenrendite beträgt 1,1 % (bezogen auf den Jahresschlusskurs 2021). Insgesamt ist eine Ausschüttung von 113,7 Mio. Euro (Vj. 54,6 Mio. Euro) geplant. Auch nach der Dividendenausschüttung verbleibt eine ausreichende Liquiditätsreserve im Unternehmen.

Langfristige Finanzierungsmaßnahmen

Investitionen in das Sachanlagevermögen finanzieren wir in der Regel aus eigenen Mitteln, in Ausnahmefällen aber auch durch die Aufnahme langfristiger Bankdarlehen. Die Finanzierungsstruktur ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Hohe Bonitätseinstufung durch Banken und Kreditversicherer

Unser Unternehmen wird von allen kreditgebenden Banken sowie von den führenden Kreditversicherern und Auskunfteien mit sehr guten Bonitätsnoten von AAA bis BBB+ bewertet. Da wir kein Fremdkapital am Kapitalmarkt aufgenommen haben, verfügen wir über kein externes Rating durch eine Ratingagentur.

in Mio. EUR
Restverbindlichkeiten
0,2
1,9

Fristigkeiten der Finanzverbindlichkeiten des RATIONAL-Konzerns

Entwicklung EBIT und EBIT-Marge

0 50

100

150

200

250

EBIT in Mio. EUR EBIT-Marge in%

66
RATIONAL Geschäftsbericht 2021
Konzernlagebericht
Grundlagen
des Konzerns
Wichtige
Ereignisse
Wirtschafts
bericht
Prognose-, Chancen
und Risikobericht
Übernahmerelevante
Angaben
Zusammengefasste Erklärung
zur Unternehmensführung
67
58 61 62 70 81 82

Investitionen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr investierten wir 25,8 Mio. Euro (Vj. 31,4 Mio. Euro) in das Anlagevermögen. Darin sind Investitionen in Immobilien und in technische Anlagen in Höhe von insgesamt 16,8 Mio. Euro (Vj. 23,2 Mio. Euro) und aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 3,1 Mio. Euro (Vj. 0,6 Mio. Euro) enthalten. In den Segmenten bewegten sich die Investitionen auf gewohnt niedrigem Niveau.

2022 erwarten wir insgesamt Erhaltungs-, Ersatz- und Neuinvestitionen von 40 bis 50 Mio. Euro. Dies hängt neben der Fertigstellung der Gebäudeinvestitionen in Wittenheim und Landsberg maßgeblich von der Geschäftsentwicklung im Laufe des Jahres 2022 ab. Die vertraglich bereits vereinbarten Investitionen für das Jahr 2022 betragen rund 7,9 Mio. Euro. Darüber hinaus bestehen keine wesentlichen vertraglich fixierten oder wirtschaftlich bedingten Investitionsverpflichtungen.

Beinhaltet aus IFRS 16 resultierende Abschreibungen in Höhe von 8,7 Mio. Euro im Jahr 2020 und 8,3 Mio. Euro im Jahr 2021.

Hohe Konzerneigenkapitalquote

Die Konzernbilanzsumme stieg zum 31. Dezember 2021 von 670,7 Mio. Euro um 17 % auf 783,8 Mio. Euro. Dies resultierte maßgeblich aus dem Anstieg der liquiden Mittel sowie einem Anstieg der sonstigen finanziellen Vermögenswerte aus der Anlage von kurzfristigen Festgeldern. Aufgrund eines Konzernjahresüberschusses von 123,7 Mio. Euro, dem eine Dividendenausschüttung von lediglich 54,6 Mio. Euro gegenüberstand, nahm das Eigenkapital auf 603,3 Mio. Euro (Vj. 535,1 Mio. Euro) zu. Die Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr war gut. Daraus resultierte ein Anstieg der mengenabhängigen Rückstellungen für variable Vergütungskomponenten und Kundenboni. Zudem erhöhten sich die Rückstellungen für Gewährleistungen aufgrund einer proaktiven Austauschaktion eines Bauteils bei älteren nicht mehr vertriebenen Produktlinien. Die Sonstigen Rückstellungen lagen zum Bilanzstichtag um 24,7 Mio. Euro über dem Vorjahr bei 73,8 Mio. Euro. Die Konzerneigenkapitalquote lag zum Bilanzstichtag mit 77 % unter dem Niveau des Vorjahres (Vj. 80 %).

Kurzfristige Kapitalbindung

Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen 2021 um 111,5 Mio. Euro zu. Wesentlich dafür waren die höheren Guthaben bei Kreditinstituten. Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte betrug zum Bilanzstichtag 72 % (Vj. 68 %).

Die Kapitalbindung in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen optimieren wir im Rahmen des Möglichen und Sinnvollen. Dabei achten wir stets auf eine Balance zwischen bestmöglicher Händlerunterstützung und geringstmöglicher Kapitalbindung. Das bedeutet, dass wir einerseits pandemiebedingt vorsichtiger bei der Vergabe von Zahlungszielen agierten und andererseits der Anteil von Kunden-Anzahlungen im Zusammenhang mit längeren Lieferzeiten anstieg. Dadurch konnten wir die durchschnittliche Außenstandsdauer (DSO – Days Sales Outstanding) im Jahr 2021 mit 42 Tagen (Vj. 49 Tage) im Vorjahres- und im langfristigen Vergleich reduzieren. Insbesondere in den Märkten, die im Vorjahr stark zum Anstieg der durchschnittlichen Außenstandsdauer beigetragen hatten, konnten wir diese durch geeignete Maßnahmen wieder deutlich zurückführen. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 10 Mio. Euro resultiert aus dem höheren Geschäftsvolumen.

Die Kapitalbindung im Vorratsvermögen hat sich aufgrund von Materialengpässen im zweiten Halbjahr erhöht. Unsere Produktion ist gewöhnlich von einer geringen Lagerhaltung gekennzeichnet. Der Lagerbestand lag zum Bilanzstichtag mit 97,3 Mio. Euro deutlich über dem des Vorjahres (Vj. 79,3 Mio. Euro). Grund dafür sind im Wesentlichen die höheren Vorräte an unfertigen Erzeugnissen. Der Lagerbestand an fertigen Erzeugnissen war im Vorjahresvergleich rückläufig, da Lagerbestände aufgrund der Lieferengpässe abgebaut wurden.

Durch eine weltweite Warenkreditversicherung sowie über bestätigte unwiderrufliche Bankakkreditive und Bankbürgschaften wurde – unter Berücksichtigung der Selbstbehalte in der Warenkreditversicherung – zum Bilanzstichtag eine Deckungsquote gesicherter Forderungen des Forderungsbestands von 90 % (Vj. 89 %) erreicht.

Die Sachanlagen erhöhten sich 2021 leicht aufgrund von Investitionen in technische Anlagen und in Immobilien um 1,1 Mio. Euro. Die immateriellen Vermögenswerte lagen zum Bilanzstichtag 1,8 Mio. Euro über Vorjahresniveau.

Prognose-Ist-Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt unsere Prognosen für die finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen des Geschäftsjahres 2021, die wir im Konzernlagebericht 2020 gegeben hatten.

Der Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres war geprägt von großen Unsicherheiten hinsichtlich möglicher Corona-Maßnahmen in verschiedenen Ländern. Aus diesem Grund sind wir per Ad-hoc-Mitteilung bereits am 23. Februar 2021 mit einer vorsichtigen Prognose an die Märkte gegangen. Im März 2021 gab es erstmals die Tendenz einer Entspannung der Marktlage bei einem immer noch sehr volatilen Umfeld. Dieser positive Trend konnte sich im Folgenden festigen. Die Abfrage der Markterwartungen im Juli 2021 bei unseren Vertriebsgesellschaften und die daraus resultierende verbesserte Erwartung für das Gesamtjahr bestätigte dies. Aufgrund der verbesserten Aussichten haben wir die ursprüngliche Prognose mit der Ad-hoc-Mitteilung am 22. Juli 2021 nach oben korrigiert.

Das im Februar 2021 prognostizierte niedrige einstellige Wachstum konnten wir mit 20 % Umsatzwachstum und 19 % Absatzwachstum deutlich übertreffen und lagen somit im Rahmen der im Juli 2021 aktualisierten Prognose. Die Ursache für den signifikant gestiegenen Umsatz sehen wir in drei Sondereffekten. Bei diesen Effekten handelt es sich um die zurückgekehrte Investitionstätigkeit unserer Kunden, nachdem die Einschränkungen der Gastronomie wieder gelockert wurden, die Unterstützung unserer Kunden durch staatliche Hilfsmaßnahmen und zuletzt gehen wir davon aus, dass die weltweit angespannte Situation in den Lieferketten zu Vorzieheffekten geführt hat.

Prognose-Ist-Vergleich
Ist 2020
in%
Prognose
2021
Ist 2021
in%
Finanzielle Kennzahlen
Absatzwachstum –22 Leichtes
Absatzwachstum
+19
Umsatzwachstum –23 Leichtes
Umsatzwachstum
+20
Konzernrohertragsmarge 55 Auf Vorjahresniveau 55
Wachstum operative Kosten –12 Proportional zum
Umsatzwachstum
+11
EBIT-Wachstum –52 Proportional zum
Umsatzwachstum
+50
EBIT-Marge 16 Auf Vorjahresniveau 21
Konzern-DSO (Tage) 49 Leichter Anstieg 42
Konzerneigenkapitalquote 80 Auf Vorjahresniveau 77
Nichtfinanzielle Kennzahlen
RATIONAL
Zufriedenheitsindex
98 Auf Vorjahresniveau 93
Fluktuationsrate weltweit 9 Auf Vorjahresniveau 8

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 68 Konzernlagebericht 69 Grundlagen des Konzerns 58 Wichtige Ereignisse 61 Prognose-, Chancenund Risikobericht 70 Wirtschaftsbericht 62

Die Konzernrohertragsmarge lag mit 55,1 % wie erwartet auf dem Niveau des Vorjahres.

Unterproportional zu den Umsatzerlösen gestiegene operative Kosten hatten einen positiven Einfluss auf das EBIT. Hier waren wir zunächst von proportional steigenden operativen Kosten ausgegangen.

Das EBIT und die EBIT-Marge des Vorjahres konnten wir dank der positiven Umsatzentwicklung von 106,8 Mio. Euro auf 160,1 Mio. Euro beziehungsweise von 16,4 % auf 20,5 % deutlich steigern. Damit haben wir die ursprüngliche Prognose aus dem Geschäftsbericht 2020 signifikant übertroffen und liegen im Rahmen der im Juli aktualisierten Voraussage.

Die konzernweite Außenstandsdauer, ausgedrückt durch DSOs, war deutlich niedriger als prognostiziert. Die Ursache hierin sehen wir in dem deutlich geänderten Zahlungsverhalten unserer Kunden durch die angespannte Liefersituation.

Die Konzerneigenkapitalquote ist mit 77 % etwas unter unserer Prognose, dennoch weiterhin auf einem sehr hohen Stand. Das hohe Eigenkapital lässt uns finanziell unabhängig agieren.

Bei der Kundenzufriedenheit haben wir bis einschließlich des vergangenen Jahres den RATIONAL-Kundenzufriedenheitsindex ausgewertet. Der aggregierte RATIONAL Kundenzufriedenheitsindex liegt im Jahr 2021 unter Einbezug von 20 Ländern bei 93 Punkten (2020 für 15 Länder: 98). Das leichte Abfallen des Index zum Vorjahr lässt sich auf eine Reihe von Faktoren zurückführen. Die Food-Service-Industrie wurde von der Pandemie stark getroffen und stellt somit unsere Kunden, aber auch RATIONAL vor große Herausforderungen. Die Kundenbetreuung konnte aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht wie gewohnt stattfinden. Zudem wurde das Portfolio in einer schwierigen Phase der globalen wirtschaftlichen Situation umgestellt. Darüber hinaus wurde in diesem Jahr die Erhebungsmethode von Telefonauf Online-Interviews umgestellt, was leichte Schwankungen im Index hervorrufen kann.

Die Fluktuationsquote war im Berichtsjahr wie erwartet auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie im Jahr 2020.

Prognose-, Chancenund Risikobericht

Prognosebericht

Prämissen der Prognosen

Unsere Prognosen berücksichtigen alle uns bekannten und als wesentlich eingeschätzten Einflussfaktoren zum Zeitpunkt der Berichtserstellung. Dies betrifft allgemeine Marktindikatoren sowie branchen- und unternehmensspezifische Sachverhalte. Marktbezogene Parameter sind das Wachstum der Weltwirtschaft, die Entwicklung der Währungskurse und der Rohstoffpreise. Branchenbezogene Sachverhalte betreffen die Anwender unserer Produkte, den Fachhandel und die Wettbewerbssituation. Unternehmensspezifische Faktoren sind die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit. Darüber hinaus sind die unverändert großen Unsicherheiten über die internationalen Lieferketten und Materialengpässe sowie die Anpassungen unserer Verkaufspreise berücksichtigt.

Die Prognose berücksichtigt bereits implementierte Aktivitäten und geplante Maßnahmen.

Konjunkturperspektiven

Für das Jahr 2022 rechnen Konjunkturexperten mit einem globalen Wirtschaftswachstum von rund 4,9 %. Die Dynamik der wirtschaftlichen Erholung ist etwas abgeschwächt, jedoch laut dem Internationalen Währungsfonds weiterhin intakt. Als Risiken sieht der IWF weitere Virusmutationen und eine Neubewertung der geldpolitischen Rahmenbedingungen. (Quelle: IWF, World Economic Outlook und Fiscal Monitor, über: M.M. Warburg & CO, Kapitalmarktperspektiven, Januar 2022.)

Für die Industrieländer wird ein Wachstum von rund 4,5 % prognostiziert. Die Vereinigten Staaten sollen mit rund 5,2 % im Weltdurchschnitt wachsen, die Eurozone mit 4,3 % etwas geringer und Japan dagegen nur um etwa 3,2 %. In China wird mit 5,6 % ein weiteres starkes Jahr prognostiziert. Für die Schwellenländer wird mit einem Wachstum von 5,1 % für das Jahr 2022 gerechnet. (Quelle: IWF, World Economic Outlook und Fiscal Monitor, über: M.M.Warburg & CO, Kapitalmarktperspektiven, Januar 2022.)

Einschätzung der wirtschaftlichen Perspektive

Im Dezember des abgelaufenen Geschäftsjahres, als die Schutzmaßnahmen der Regierungen größtenteils überwunden schienen, überraschte die Welt die Verbreitung der Omikron-Variante des Corona-Virus. Die Folgen hieraus waren rasant steigende Corona-Virus-Erkrankungen und damit verbunden die Sorge vor wieder auferlegten Einschränkungen.

Trotz höherer Inzidenzen in vielen Märkten konnten aufgrund der hohen Impfquote Restaurants geöffnet bleiben und Veranstaltungen durchgeführt werden. Wir gehen davon aus, dass Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus noch partiell erfolgen werden. Mit Lockdown-Maßnahmen wie im Frühjahr 2020 oder im Winter 2020/2021 rechnen wir nicht mehr. Positiv für die Zukunft stimmt uns, dass in manchen Ländern über das Ende der Corona-Maßnahmen diskutiert wird oder dieses bereits eingeleitet wurde.

Lieferengpässe und angespannte Lieferketten wurden jedoch zunehmend zu Problemen im weiteren Verlauf des Berichtsjahres. Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. Laut Goldman Sachs könnten bereits kleinere Werks- oder Hafenschließungen durch lokale Corona-Ausbrüche in China einen weltweiten Einfluss auf den Preis und die Verfügbarkeit vor allem von elektronischen Bauteilen haben. Mit einer Verbesserung dieser Situation rechnet die Bank ab dem zweiten Halbjahr 2022. (Quelle: Goldman Sachs, Macro Outlook 2022: The Long Road to Higher Rates.)

Einschätzung der geopolitischen Perspektive

Zu Beginn des Jahres 2022 eskalierte der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine in nicht möglich gehaltenem Maße. Als Reaktion hierauf wurden seitens der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten bereits weitgreifende Sanktionen angedroht, beziehungsweise verhängt.

Finanzielle Steuerungskennzahlen

Absatz-, Umsatz- und Ergebnisprognose 2022

Aufgrund der deutlich gestiegenen Preise für Rohstoffe, Komponenten und die Logistik erhöhten wir die Verkaufspreise produktgruppenspezifisch. Die Preiserhöhungen wurden regional und zeitlich versetzt kommuniziert und umgesetzt.

Wir werden weiterhin versuchen, uns bei Strukturen und Kosten der jeweiligen Geschäftsentwicklung anzupassen. Dennoch erwarten wir, dass sich vor allem die gestiegenen Preise für Rohstoffe und Vorprodukte weiter in unserer Rohertragsmarge abzeichnen werden. In Summe rechnen wir mit einer Rohertragsmarge auf dem Niveau von 2021.

Im Jahr 2021 konnten wir von unterproportional gestiegenen operativen Kosten profitieren. Im Jahr 2022 werden wir bestimmte Ausgaben bewusst erhöhen. Vor allem

In Folge ist unser Geschäft in beiden Ländern wesentlich von den Auswirkungen der Krise betroffen. Wir sehen Risiken hinsichtlich der Währungsentwicklung, Logistik und Investitionsbereitschaft der Kunden in diesen Regionen. Bei der durchschnittlichen Außenstandsdauer (DSO – Days Sales Outstanding) erwarten wir 2022 einen Anstieg – abhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Krise und den daraus resultierenden Auswirkungen für unsere Zielbranchen – auf ein Niveau zwischen dem des Jahres 2021 und dem langjährigen Mittelwert.

Vertriebsveranstaltungen wie Kundenbesuche und Messen waren bereits Ende 2021 vermehrt möglich. Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen ist auch für das nächste Jahr wieder geplant. Insgesamt erwarten wir, dass die operativen Kosten im Konzern leicht unterproportional zum Umsatzwachstum steigen werden.

Daraus resultierend gehen wir von einer EBIT-Steigerung leicht über dem Umsatzwachstum aus. Die EBIT-Marge erwarten wir dementsprechend leicht über dem Wert des Jahres 2021. Den ROCE erwarten wir für das Geschäftsjahr 2022 bei rund 31 %.

Der hohe Auftragsbestand, mit dem wir in das Geschäftsjahr 2022 starten, lässt uns zuversichtlich in die Zukunft blicken. Deshalb erwarten wir bei Fortsetzung dieses Trends, dass wir 2022 im Vergleich zu 2021 die Absatzzahlen im niedrigen zweistelligen Bereich und die Umsatzerlöse um 10 bis 15 % steigern können. Den Net Promoter Score (NPS), der den globalen RATIONAL-Kundenzufriedenheitsindex ab dem Jahr 2022 ersetzen wird, erwarten wir 2022 auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Jahr 2021. Unser Ziel wird es weiterhin sein, dem Segment "Best in Class" anzugehören. Als "Best in Class" gelten Unternehmen, welche einen NPS von 60 bis 80 ausweisen. Im Jahr 2021 lag er bei RATIONAL bei 61.

Lieferengpässe und angespannte Lieferketten können sich jedoch negativ auf das Geschäftsjahr 2022 auswirken. Sollten sich die Risiken in der Versorgungslage manifestieren, rechnen wir mit einem niedrigeren Umsatzwachstum und einer EBIT-Marge unter der des Jahres 2021. Je nach Intensität der Versorgungsengpässe würden wir die Geschäftsentwicklung neu beurteilen.

Nachhaltig solide finanzwirtschaftliche Grundlagen

Für 2022 erwarten wir eine Konzerneigenkapitalquote in etwa auf dem Niveau des Jahres 2021.

Nichtfinanzielle Steuerungskennzahlen

Die bereits hohe Mitarbeiterzufriedenheit versuchen wir auch 2022 durch gezielte Aktivitäten und Fördermaßnahmen weiter zu verbessern. Die weltweite Fluktuationsrate erwarten wir auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie im Jahr 2021.

$$\begin{pmatrix} & 71 \ \end{pmatrix}$$

Wettbewerb, finanz- und kapitalmarktwirtschaftliche Veränderungen sowie Liefer-, Produktions- und Produktrisiken, sonstige operative Risiken und nichtfinanzielle Risiken.

Der Vorstand stuft diese Risiken insgesamt als beherrschbar ein. Es geht demnach keine existenzbedrohende Gefährdung für das Unternehmen oder den Konzern von diesen Risiken aus. Dennoch könnte das einzelne oder gemeinsame Auftreten dieser Risikofaktoren dazu führen, dass die Unternehmensziele nicht erreicht werden.

In Bezug auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der noch immer nicht endgültig überwundenen Corona-Pandemie beobachtet RATIONAL die aktuellen Entwicklungen sehr genau. Daraus leiteten wir geeignete Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter ab, wie auch Maßnahmen, die die wirtschaftlichen Auswirkungen auf den RATIONAL-Konzern minimieren. Besonders die angespannte Versorgungslage führte im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem größeren Handlungs- und Planungsbedarf. Dies wird sich nach den aktuell zugrunde liegenden Informationen auch im Jahr 2022 fortsetzen.

Des Weiteren ging aus der Risikoanalyse hervor, dass aus der Geschäftstätigkeit des RATIONAL-Konzerns keine wesentlichen Risiken resultieren, die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die nichtfinanziellen Aspekte Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie auf Kundenbelange haben oder haben werden.

Chancenbericht

Das RATIONAL-Chancenmanagement

Chancen sind insbesondere externe Faktoren und Trends, die die Zukunftsaussichten des Konzerns positiv beeinflussen. Das frühzeitige Erkennen, die konsequente Wahrnehmung und die Nutzung dieser Chancen bei gleichzeitiger Vermeidung unnötiger Risiken sind notwendige Voraussetzungen, um nachhaltiges und profitables Wachstum zu gewährleisten. Die im Folgenden gezeigten Chancen sind aus unserer Sicht nicht quantifizierbar. Sie sind entsprechend ihrer Bedeutung für die zukünftige Unternehmensentwicklung dargestellt.

Vielfältige Orte

Wir konzentrieren uns auf ein menschliches Grundbedürfnis: Essen außer Haus. Dies gibt uns Sicherheit, auch in Krisenzeiten. Die Vielfalt der Orte, an denen thermisch zubereitete Speisen konsumiert werden, nimmt stetig zu. Neben den bestehenden Lokalen werden diese Speisen vermehrt in sogenannten "Schattenküchen" zubereitet und dann in zentral gelegene Lokalitäten gebracht, wo sie konsumiert werden. Zudem zeigt sich eine zunehmende Nachfrage nach

Optimistischer Blick in die Zukunft

Der Vorstand der RATIONAL AG blickt trotz einiger Risiken optimistisch in die Zukunft. Dank der finanziellen Stärke erhalten wir unsere unternehmerische Freiheit und können weiterhin in die Zukunft des Konzerns investieren. Zusammen mit motivierten und zufriedenen Mitarbeitern werden wir weiterhin daran arbeiten, unseren Kunden den größtmöglichen Nutzen zu bieten. Diese Anstrengungen zeichnen sich nicht nur in der hohen Kundenzufriedenheit ab, sondern auch in den Umsatz- und Gewinnaussichten.

Wir gehen davon aus, zusammen mit unseren Mitarbeitern und Kunden wieder an den Wachstumspfad vor der Krise anzuknüpfen. Bereits im Jahr 2022 rechnen wir mit einem Umsatz über dem des Jahres 2019. Das EBIT erwarten wir im Jahr 2023 auf dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019.

Chancen- und Risikobericht

Die Chancen- und Risikopolitik bei RATIONAL zielt auf eine frühzeitige, systematische und fortlaufende Erfassung, Steuerung und Überwachung von potenziellen Risiken und damit auf die Bestandssicherung des Unternehmens bzw. des Konzerns ab. Das frühzeitige Erkennen neuer Chancen stellt zudem die nachhaltig ertragsstarke Unternehmensentwicklung sowie die Erreichung finanzieller und strategischer Ziele sicher.

Die dargestellten Chancen und Risiken betreffen die Segmente DACH, EMEA, Nordamerika, Asien und die übrigen Segmente grundsätzlich in gleicher Weise, da wir in allen Segmenten ähnliche Vertriebswege aufgebaut haben und ähnliche Kundengruppen ansprechen. Zudem werden die gleichen Produkte abgesetzt. Die Ausprägung von Risikoauswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit kann sich von Segment zu Segment leicht unterschiedlich gestalten, entspricht jedoch hinsichtlich des Gesamtrisikos der unten dargestellten Bewertung auf Konzernebene.

Gesamtbeurteilung der Chancen und Risiken durch den Vorstand

Chancen für unsere erfolgreiche Zukunft sind der durch Innovationen herbeigeführte Austauschbedarf bestehender Geräte, die Gewinnung neuer Kundengruppen sowie das zunehmende Wohlstandsniveau in Schwellenländern. Vor dem Hintergrund des großen Marktpotenzials und unserer hochwertigen Produkte beurteilt der Vorstand die Chancen positiv, die bisherige Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

Neben den genannten Chancen bestehen Risiken, die die Erreichung der geschäftlichen Ziele negativ beeinflussen können oder negative Auswirkungen auf außerhalb des Konzerns liegende Bereiche durch die eigene Geschäftstätigkeit haben können. Neben den versicherbaren Risiken sind dies insbesondere konjunkturelle Verwerfungen, politische und rechtliche Entwicklungen, Veränderungen im Lieferdiensten, die zubereitete Speisen an unterschiedlichste Orte bringen. Dies wirkt sich positiv auf die Nachfrage nach unseren Produkten aus. In Dubai beispielsweise arbeiten wir mit einem der weltweit führenden, cloudbasierten Küchenplattformanbietern zusammen.

Zunehmendes Wohlstandsniveau in Schwellenländern

Die Außer-Haus-Verpflegung gewinnt mit zunehmendem Wohlstandsniveau auch in Schwellenländern an Bedeutung. Durch das steigende Pro-Kopf-Einkommen der wachsenden Bevölkerung in vielen Schwellenländern verbesserte sich dort die Kaufkraft in den letzten Jahren spürbar. Daraus konnte sich eine neue Mittelschicht mit entsprechendem Lebensstandard entwickeln. Dies wirkt sich mittelbar positiv auf die Nachfrage nach unseren Produkten in diesen Märkten aus.

Großes freies Weltmarktpotenzial

Laut unserer Einschätzung kochen aktuell lediglich rund 25 % der rund 4,8 Millionen für uns adressierbaren Endkunden mit Combi-Dämpfer-Technologie. Die große Mehrheit verwendet noch herkömmliche Gartechnologie. Da der iCombi Pro neben der traditionellen Gartechnologie aufgrund seiner Kochintelligenz auch ältere Combi-Dämpfer ersetzen kann, sehen wir zusätzliches Marktpotenzial.

Mit rund 1,6 Millionen potenziellen Kunden schätzen wir aktuell das Gesamtpotenzial für den iVario niedriger ein. Da diese Technologie erst seit wenigen Jahren auf dem Markt ist, ist dementsprechend der Penetrationsgrad noch relativ gering. Die Möglichkeiten für den iVario sind deshalb aus unserer Sicht ebenfalls sehr hoch.

Trend zu gesünderer Ernährung und höherer Speisenvielfalt

Insbesondere in den entwickelten Industrienationen wächst die Bedeutung einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Auch öffentliche Einrichtungen, wie Schulen oder Universitäten, haben diesen Trend erkannt und bieten gesündere Speisen an. Ebenso finden sich im Gastgewerbe gesündere und variablere Speisenangebote. Die Speisenzubereitung in unseren Kochsystemen ist sowohl vitaminschonend als auch fettarm möglich und damit sehr gesund.

Fachkräftemangel

Restaurants durch mehr un- oder angelerntes Personal den Betrieb aufrechterhalten müssen.

Steigende Faktorkosten

Die Kosten für die eingesetzten Ressourcen in den Profiküchen werden unserer Einschätzung nach langfristig steigen. Diese Entwicklung zeigt sich seit Jahrzehnten in allen modernen Volkswirtschaften und wird durch die Nachhaltigkeitsbestrebungen weiter gefördert. Dies betrifft Lebensmittel, Energie, Wasser, Gehälter und Mieten. Durch eine ressourceneffiziente, platzsparende und arbeitszeitreduzierende Technologie helfen wir unseren Kunden, diesem Trend gegenzusteuern. Besonders in Krisenzeiten gewinnen Effizienzsteigerungen und Kostenersparnisse deutlich an Bedeutung. Außerdem sehen wir die durch die Corona--Krise gestiegenen Hygieneanforderungen und den höheren Effizienzdruck als Treiber für Investitionen in innovative und geschlossene Systeme wie iCombi und iVario.

Urbanisierung und Platzmangel

Immer weniger Menschen erlernen den Kochberuf. Deshalb finden Küchen immer schwerer qualifiziertes Personal. Intelligente Garpfade können den Küchenchefs dabei helfen, diese Engpässe zu kompensieren, da diese eine gleichbleibend hohe Garqualität auch bei ungelerntem Personal ermöglichen. Als Folge der Corona-Krise hat sich die Arbeitsmarktsituation für den Kochberuf in der Gastronomie- und Hotellerie-Branche deutlich verschlechtert, was aus unserer Sicht zu einer weiteren Verschärfung des Fachkräftemangels führen wird. Zudem sehen wir Trends, dass Köche bedingt durch die Pandemie dauerhaft in andere Berufe wechseln und Um Ziele zu erreichen und den Unternehmenserfolg zu sichern, ist es unerlässlich, Risiken frühzeitig, systematisch und fortlaufend zu erfassen, zu steuern und zu überwachen. Unter Risiko werden alle unternehmensinternen und -externen Vorgänge verstanden, die negative Auswirkungen auf das Unternehmen bzw. den Konzern sowie außerhalb des Unternehmens bzw. des Konzerns liegende Bereiche (Umwelt, Gesellschaft, Kunden, Mitarbeiter, Zulieferer etc.) durch die eigene Geschäftstätigkeit haben und damit auch die Erreichung der geschäftlichen Ziele in einem festgelegten Betrachtungszeitraum negativ beeinflussen können.

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 fast 70 % der Weltbevölkerung in Städten leben wird (Quelle: World Urbanization Prospects, the 2018 Revision, UN DESA, Mai 2018). Zudem klagen die meisten Städte weltweit über hohe Mieten und wenig Platz. Diese beiden Effekte führen dazu, dass Küchen in Großstädten möglichst platzsparend organisiert werden müssen. Durch die Nutzung von fortschrittlichem Equipment wie dem iCombi und dem iVario als intelligente Kochsysteme gehen wir davon aus, dass die Investition in unsere Kochsysteme für unsere Kunden eine deutliche Platzersparnis bietet.

Außergewöhnlich hohe Auftragsbestände für das Jahr 2022 Aufgrund der Lieferverzögerungen konnten wir 2021 nicht alle Aufträge wie gewohnt abarbeiten und ausliefern. Das führte dazu, dass wir das Jahr 2022 mit einem vollen Auftragsbuch von rund 300 Mio. Euro beginnen. Diese gute Auftragslage stimmt uns zuversichtlich für das neue Geschäftsjahr, da hierdurch eventuell eintretende Flauten der Auftragseingänge ausgeglichen werden können.

Risikobericht

Das RATIONAL-Risikomanagement

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 72 Konzernlagebericht 73 Grundlagen des Konzerns 58 Wichtige Ereignisse 61 Wirtschaftsbericht 62 Prognose-, Chancenund Risikobericht 70

untersucht und der Versicherungsschutz gegebenenfalls angepasst. Die Einhaltung der getroffenen Maßnahmen wird durch den Risikomanager ausgewertet und regelmäßig an den Vorstand berichtet.

Das Risikomanagementsystem des Konzerns unterliegt der kontinuierlichen Überprüfung und Verbesserung, um auf veränderte Rahmenbedingungen zeitnah zu reagieren. Durch Maßnahmen der Risikoüberwachung messen wir die Veränderungen der Risiken und deren Auswirkungen im Zeitablauf. Eine mögliche Anpassung der Risikobewertung und -steuerung kann die Folge sein.

Risikoberichterstattung

Innerhalb des RATIONAL-Konzerns existiert eine vorgegebene Kommunikationsstruktur sowohl zur kontinuierlichen als auch zur Ad-hoc-Berichterstattung über die Risikolage der definierten Risikofelder. Der Risikomanager bündelt die Kommunikation, bewertet diese und berichtet monatlich an den Vorstand.

Risiken

Im folgenden Abschnitt werden die vom Vorstand als für RATIONAL relevant eingestuften Risiken gemäß den unter "Risikoanalyse und -bewertung" stehenden Definitionen eingestuft.

Zur Beurteilung der Wesentlichkeit wurden die Risikoauswirkung und die Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Bereits implementierte, risikomindernde Maßnahmen (Netto-Betrachtung) wurden berücksichtigt. Die Grafik veranschaulicht, wann ein Risiko als wesentlich oder nicht wesentlich klassifiziert wird.

Nach der Übersicht der einzelnen Risiken folgen Beschreibungen der nichtfinanziellen Risiken. Zusätzlich wird auf Gegenmaßnahmen eingegangen bzw. auf entsprechende Stellen innerhalb des Konzernabschlusses verwiesen, in denen die Details dargelegt werden.

Risikoauswirkung/Eintrittswahrscheinlichkeit
Eintrittwahr
scheinlichkeit
sehr hoch
(>60 )
hoch
(30 – 60 )
gering
(10 – 30 )
sehr gering
(0 –10 )
EBIT-Risiko sehr gering
(≤2)
gering
(>2–5)
mittel
(>5–10)
hoch
(>10–20)
sehr hoch
(>20)

wesentlich für den RATIONAL-Konzern

nicht wesentlich für den RATIONAL-Konzern

Risikoanalyse und -bewertung

Die in der Risikoinventur erfassten Risiken werden im Zuge der Risikoanalyse hinsichtlich der Ursache-Wirkung-Zusammenhänge untersucht sowie im Hinblick auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und ihre Auswirkungen auf die Ertragsund Vermögenssituation des Unternehmens eingeschätzt. Folgende Klassifizierungen werden hierfür verwendet:

Ergänzend zur Beurteilung hinsichtlich EBIT-Wirksamkeit werden Risiken auch anhand von qualitativen Risikoäquivalenten bewertet. Dies sind beispielsweise das mögliche Ausmaß von Reputationsschäden, Haftungsrisiken oder Risiken für Gesundheit sowie Leib und Leben.

Risikosteuerung und -überwachung

Die identifizierten Risiken werden im Sinne der RATIONAL--Risikostrategie gesteuert. Diese Steuerung kann die Risikovermeidung, -beherrschung oder -reduktion durch geeignete Gegenmaßnahmen (Nettorisiko), die Übertragung von Risiken oder die bewusste Akzeptanz von Risiken zum Ziel haben. Wir haben entsprechende Maßnahmen implementiert, um die identifizierten Risiken zu steuern. Diese werden im Folgenden näher beschrieben.

Die wesentlichen versicherbaren Unternehmensrisiken werden, sofern strategisch und finanziell sinnvoll, über ein globales Deckungskonzept, das in Zusammenarbeit mit externen Versicherungsmaklern aufgestellt wurde, abgedeckt. Diese Konzernversicherungen transferieren die Risiken nach Abzug gegebenenfalls getroffener Regelungen hinsichtlich Selbstbehalten auf den jeweiligen Versicherer. Sich verändernde Risikogegebenheiten für den Konzern werden regelmäßig

Risikobewertung

Eintrittswahrscheinlichkeit Beschreibung
≤10  % Sehr gering
> 10  % bis 30  % Gering
> 30  % bis 60  % Hoch
> 60  % Sehr hoch
Risikoauswirkung Beschreibung EBIT-Risiko
Sehr gering Begrenzte negative Auswir
kungen auf die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage
≤ 2%
Gering Geringe negative Auswir
kungen auf die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage
> 2% bis 5%
Mittel Einige negative Auswir­
kungen auf die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage
> 5% bis 10%
Hoch Beträchtliche negative Auswir
kungen auf die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage
> 10  % bis 20  %
Sehr hoch Stark negative Auswir­
kungen auf die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage
> 20  %

Das Risikomanagement ist eine wesentliche Aufgabe des Gesamtvorstands. Der Prozess wurde durch den Gesamtvorstand an den Risikomanager delegiert. Dieser verfügt über Methoden- und Richtlinienkompetenz und koordiniert die Berichterstattung über Risiken innerhalb des RATIONAL--Konzerns. Für die Identifizierung und Bewertung von Risiken sowie für die Formulierung und Umsetzung von Maßnahmen zu Risikohandhabung sind die Prozessleiter und Führungskräfte verantwortlich. Dafür wird ihnen ein Leitfaden an die Hand gegeben, der sie bei der Risikoidentifikation, -analyse, -bewertung und -überwachung führt.

Risikokultur

Der RATIONAL-Konzern zeichnet sich durch eine hohe Innenfinanzierungskraft und eine hohe Eigenkapitalquote aus. Unternehmerische Entscheidungen orientieren sich daran, diese Stärken zu erhalten. Dabei ist es uns wichtig, stets vorsichtig zu agieren und mit Risiken konservativ umzugehen.

Risikoidentifizierung

Als langfristig orientiertes Unternehmen legen wir großen Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung von Risiken, das heißt eine ausgewogene Betrachtung von nichtfinanziellen und daraus resultierenden finanziellen sowie originär finanziellen Risiken.

Im Rahmen der Chancen- und Risikoanalyse werden Risiken, die für die Aufgaben und Ziele des RATIONAL-Konzerns relevant erscheinen, für 36 Monate erfasst und bewertet. Eine Überprüfung der Ergebnisse der Risikoinventur wurde im Jahr 2021 durchgeführt. Dabei wurden keine Risiken identifiziert, die einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken bestandsgefährdend sein könnten.

Die für die vom Vorstand identifizierten Risikofelder verantwortlichen Führungskräfte stellen ihre Monatsberichte dem Risikomanager zur Verfügung. Dieser bewertet diese hinsichtlich etwaiger bestandsgefährdender Risiken und berichtet darüber an den Vorstand. Dabei wird die unternehmensindividuelle Risikotragfähigkeit bzw. die definierte Risikotoleranz berücksichtigt. Darüber hinaus wird das Risiko bewertet, inwiefern das Zusammenwirken mehrerer, an sich nicht bestandsgefährdender Risiken zu bestandsgefährdenden Entwicklungen führen könnte. Quantitative bzw. stochastische Methoden der Risikoaggregation werden nicht eingesetzt. Die Bewertung wird im Rahmen von jährlichen Workshops vorgenommen, an denen die Verantwortlichen der Risikofelder teilnehmen. Die Erkenntnisse werden an den Vorstand berichtet und mit diesem diskutiert.

Um das Risikomanagement auf einem nachhaltig hohen Niveau zu halten, bestehen einheitliche Standards für den Gesamtkonzern.

Darüber hinaus wird im Vorstand regelmäßig über strategische Risiken und deren Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg diskutiert.

Die Markt- und Wettbewerbsrisiken wurden im letzten Jahr grundsätzlich durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst, weshalb wir von sehr hohen Risikoauswirkungen und einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit ausgingen. Nachdem wir Erfahrungen im Krisenmanagement sammeln konnten, erwarten wir für die Zukunft, dass pandemiebedingte Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft unserer Kunden kein wesentliches Risiko darstellen.

Das Produktionsunterbrechungsrisiko sehen wir im Gegensatz zum Vorjahr durch die sehr hohe Risikoauswirkung und durch die hohe Eintrittswahrscheinlichkeit als wesentlich an. Dieses Risiko wirkt sich unserer Ansicht nach sowohl auf die Markt- und Wettbewerbsrisiken als auch auf die Produktions- und Produktrisiken aus.

Bei den weiteren nichtfinanziellen und Nachhaltigkeitsrisiken sehen wir die bedrohte Gesundheit unserer Mitarbeiter durch die Corona-Pandemie als ein wesentliches Risiko.

Unternehmensrisiken
Risiko
auswirkung
Eintrittswahr
scheinlichkeit
Markt- und Wettbewerbsrisiken
Wettbewerbs- und Substitutionsrisiken Hoch Gering
Mangelnde Akzeptanz neuer Produkte
und unserer Technologien
Hoch Gering
Abhängigkeit von Großkunden Mittel Gering
Pandemie- und konjunkturbedingte
Auswirkung auf die Investitionsbereitschaft
unserer Kunden
Mittel Gering
Produktions- und Produktrisiken
Produktionsunterbrechungsrisiko Sehr hoch Hoch
Fachkräftemangel Hoch Gering
Produktqualität Hoch Sehr gering
Operative Risiken
IT-Risiken Sehr hoch Gering
Weitere nichtfinanzielle und
Nachhaltigkeitsrisiken
Umweltrisiken Hoch Gering
Gesundheitsrisiken der Mitarbeiter Sehr hoch Gering
Politische und rechtliche Risiken
Geopolitische Risken Mittel Sehr hoch
Patentrechtliche Risiken Hoch Gering
Rechtliche Risiken aus lokalen Gesetzen
und Vorschriften
Hoch Gering
Finanz- und Kapitalmarktrisiken nach
§ 315 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. b) HGB
Mittel Sehr hoch
74
RATIONAL Geschäftsbericht 2021
Konzernlagebericht
Grundlagen
des Konzerns
Wichtige
Ereignisse
Wirtschafts
bericht
Prognose-, Chancen
und Risikobericht
Übernahmerelevante
Angaben
Zusammengefasste Erklärung
zur Unternehmensführung
75
58 61 62 70 81 82

Mangelnde Akzeptanz neuer Produkte und unserer Technologien

Es besteht grundsätzlich die Gefahr, dass unsere Produkte oder Dienstleistungen nicht die von uns erwartete Akzeptanz am Markt erlangen. Zusätzlich besteht das Risiko, dass durch neue Technologie besondere Anforderungen an den Service entstehen, aus denen Haftungsrisiken resultieren können.

Mit unserer klaren Kundennutzenorientierung, eigenen Küchenmeistern im Vertrieb sowie der Anwendungsforschung, -entwicklung und -beratung setzen wir uns intensiv mit den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden auseinander und streben an, optimale Lösungen zu entwickeln und anzubieten.

Abhängigkeit von Großkunden

Grundsätzlich besteht das Risiko, von wenigen großen Kunden oder Händlern abhängig zu sein. Falls diese Kunden zu Wettbewerbern wechseln, oder wir Lieferverpflichtungen nicht erfüllen, kann dies zu finanziellen Einbußen führen.

Das Risiko einer Abhängigkeit von Großkunden sehen wir als nicht wesentlich an, da unser größter Endkunde aktuell für rund 3 % der Umsatzerlöse verantwortlich ist.

Pandemie- und konjunkturbedingte Auswirkung auf die Investitionsbereitschaft unserer Kunden

Der Kauf unserer Kochsysteme ist für die Kunden mit einer Investition verbunden. Eine schwache konjunkturelle Entwicklung oder Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Lage können die Investitionsbereitschaft unserer Endkunden negativ beeinflussen.

Die umfangreichen Einschränkungen im Rahmen der Corona-Krise hatten einen stark negativen Einfluss auf die weltweite Konjunkturdynamik. Verschärfte Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Krise und die damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen, wie wir sie bis in die ersten Monate des Berichtsjahres beobachten konnten, waren ein Hemmnis für die Investitionsbereitschaft unserer Kunden. Während der Corona-Pandemie konnten wir dennoch beobachten, dass durch staatliche Maßnahmen wie Überbrückungshilfen oder Investitionsanreize die wirtschaftlichen Auswirkungen für unsere Kunden begrenzt wurden. Bei den staatlichen Hilfen gab es jedoch große regionale Unterschiede. Ob in ähnlichen Konjunkturflauten ähnlich hohe staatliche Subventions- oder Transferprogramme aufgelegt werden, lässt sich nicht vorhersagen. Somit stellen Pandemien für RATIONAL und unsere Kunden ein gewisses Planungsrisiko dar.

Wir beobachten die wirtschaftliche Entwicklung der für uns wichtigen Märkte mit großer Aufmerksamkeit. Eine allgemein oder pandemiebedingt schwache Konjunktur würde sich kurzfristig negativ auf unsere Geschäfte auswirken. Hierdurch könnte der Umsatz und somit das Konzernergebnis deutlich unter Druck kommen.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Wettbewerbs- und Substitutionsrisiken

Es besteht das Risiko, dass durch Zusammenschlüsse und Akquisitionen von konkurrierenden Unternehmen neue, größere Wettbewerber mit hoher Innovations- und Vertriebskraft entstehen. Hierdurch könnte RATIONAL Teile des Innovationsvorsprungs einbüßen, was negative Auswirkungen auf unseren Marktanteil und Umsatz hätte. Zusätzlich können neue Wettbewerber in den Markt eintreten, was zu einer stärkeren Wettbewerbsintensität und negativen Auswirkungen auf unsere Marktposition und damit einhergehend die finanzielle Ertragskraft führen kann. Daneben existiert das Risiko, dass ein Wettbewerber unseren technologischen Vorsprung aufholt bzw. eine neue, überlegene Technologie entwickelt und auf den Markt bringt. Des Weiteren würde sich ein Ausfall oder die Abkehr von innovativen Mitarbeitern negativ auf unsere Innovationskraft auswirken.

Die Entwicklung und die Trends der Branche sowie die Marktstrategien der Wettbewerber werden laufend beobachtet und in der Unternehmensplanung berücksichtigt. Des Weiteren verfolgen wir einen effizienten und interdisziplinären Entwicklungsprozess, um den Marktanforderungen auch weiterhin mit unseren Produkten und ganzheitlichen Lösungen gerecht zu werden.

Um dem Ausfall oder der Abkehr von innovativen Mitarbeitern entgegenzuwirken, verfolgen wir präventive Maßnahmen. Auf diese gehen wir im Rahmen der Produktionsunterbrechungsrisiken und Gesundheitsrisiken der Mitarbeiter genauer ein.

Im Jahr 2021 kam es zu einer Konsolidierung von Mitbewerbern. Wir erwarten, dass dies mittelfristig keine Auswirkungen auf unser Geschäft haben wird. Das Geschäftsmodell der Wettbewerber unterscheidet sich von unserem dahin gehend, dass wir uns ausschließlich auf intelligente Kochsysteme zur thermischen Speisezubereitung konzentrieren und gezielt Innovationen vorantreiben. Der neu entstandene Konzern ging aus zwei Anbietern einer breiten Palette von Küchenprodukten hervor. Combi-Dämpfer stellen für beide nur einen vergleichsweise kleinen Teil des Produktportfolios dar.

Auf die aus heutiger Sicht denkbaren gesamtwirtschaftlichen Szenarien sind wir mit situationsabhängiger Kostenplanung und einer hohen Liquiditätsreserve jedoch gut vorbereitet. Der erforderliche Handlungsspielraum je nach konjunktureller Entwicklung, sowie die Flexibilität und Unabhängigkeit bei allen notwendigen unternehmerischen Entscheidungen sind damit gewährleistet.

Produktions- und Produktrisiken

Produktionsunterbrechungsrisiko

Gemäß unserer Beschaffungsstrategie arbeiten wir partnerschaftlich mit Schlüssellieferanten für Komponenten und Baugruppen zusammen. Dies führt zu kontinuierlichen Qualitäts- und Produktverbesserungen, hat aber auch eine gegenseitige Abhängigkeit zur Folge. Ein Totalausfall eines Hauptlieferanten, Lieferprobleme bei Vorlieferanten oder Beeinträchtigungen von Transportwegen könnten zu Produktionsunterbrechungen führen.

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass der Verlust der Produktions- und Lieferfähigkeit auch aufgrund einer Pandemie erfolgen kann. Restriktionen oder Infektionsausbrüche bei Zulieferern oder Transportunternehmen können zu erheblichen Einschränkungen der Lieferkette führen. Zudem besteht das Risiko eines Ausfalls unserer Mitarbeiter durch Arbeitsunfähigkeit oder Quarantänepflichten, woraus sich weitere negative Folgen für die Produktion ergäben.

Der Risikoeintritt könnte dazu führen, dass wir die Nachfrage unserer Kunden nicht bedienen können. Daraus ergäben sich negative Auswirkungen auf Umsätze und Gewinne, wie auch auf die Reputation des RATIONAL-Konzerns und die Kundenzufriedenheit. Zudem besteht das Risiko, dass unsere Kunden auf die Produkte unserer Mitbewerber umsteigen, falls diese verfügbar sind.

Wir beobachten die zunehmend angespannte Situation in den internationalen Lieferketten intensiv. Es zeichnen sich immer weitere Rückstaus an den Häfen weltweit ab, was zu deutlich längeren, schwer planbaren Lieferzeiten führt.

Alle unsere Schlüssellieferanten haben ihren Sitz in Europa, der größte Teil von ihnen in Deutschland. Einige Vorlieferanten in der weiteren Lieferkette haben ihren Sitz in China und anderen asiatischen Ländern. Es besteht also das Risiko, dass die angespannte Situation auch 2022 zu weiteren Engpässen in der Lieferkette des RATIONAL-Konzerns führen kann. Im Berichtsjahr haben sich Liefertermine von elektronischen Bauteilen, aber auch von Rohstoffen signifikant ausgeweitet. In manchen Fällen sind Lieferungen von kritischen Teilen sogar komplett ausgefallen. Durch eine Teilmontage inklusive Nachrüstung der kritischen Bauteile konnten wir einen Produktionsstopp verhindern.

Wir beobachten die wirtschaftliche Entwicklung der Lieferanten und die für uns relevanten Produktionsprozesse besonders gründlich. Hierzu gehören unter anderem die Risikobeurteilung unserer Schlüssellieferanten und ein System zur Auditierung von Vorlieferanten. Entsprechend bauen wir die Kapazitäten im Strategischen Einkauf aus und treiben, wo es sinnvoll und möglich ist, die konsequente Umsetzung unserer Second-Source-Strategie voran.

Insbesondere im Zusammenhang mit Abhängigkeiten von Vorlieferanten aus gefährdeten Regionen untersuchen wir unsere Lieferketten intensiv auf mögliche Risiken, bewerten diese laufend und arbeiten an Beschaffungsalternativen. Zudem arbeitet die Produktentwicklung bei längerfristigen Engpässen am Redesign von Elektronikkomponenten, um den Engpass zu umgehen bzw. Beschaffungsalternativen zu entwickeln.

Die Maßnahmen zum Gesundheits- und Quarantäneschutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden im Rahmen der weiteren nichtfinanziellen und Nachhaltigkeitsrisiken beschrieben.

Trotz aller präventiven Maßnahmen und Gegenmaßnahmen konnten wir 2021 nicht verhindern, dass die angespannte Beschaffungssituation negative Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg hatte.

Fachkräftemangel

Qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte sind die Grundlage für den Erfolg des Unternehmens. Leistungsträger langfristig an das Unternehmen zu binden und neue kompetente Mitarbeiter zu gewinnen, sind für den reibungslosen Ablauf der Produktion essenziell. Die Nichtverfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitern bei komplexen Geschäftsprozessen könnte zu Produktionsunterbrechungen führen und würde die Geschäftsentwicklung somit nachhaltig negativ beeinflussen.

Zur Gewinnung geeigneter Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurde eine moderne, junge Arbeitgebermarke entwickelt. Unter diesem Dach werden verschiedene Aktivitäten wie beispielsweise das Hochschulmarketing oder der Besuch von Ausbildungsmessen durchgeführt. Um Mitarbeiter zu motivieren und langfristig an das Unternehmen zu binden, bietet RATIONAL neben einer angemessenen Vergütung gezielte Personalentwicklungs- und Fördermaßnahmen. Daneben verfügen wir mit der U.i.U.-Philosophie über eine besondere Unternehmenskultur, die die Loyalität und langfristige Bindung fördert.

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 76 Konzernlagebericht 77 Grundlagen des Konzerns 58 Wichtige Ereignisse 61 Wirtschaftsbericht 62 Prognose-, Chancenund Risikobericht 70

$$
\begin{pmatrix} & \boldsymbol{7} \end{pmatrix}
$$

Operative Risiken

IT-Risiken

IT-Risiken können durch die immer stärkere Vernetzung der EDV-Systeme entstehen. Netzwerke können ausfallen, Daten können durch Bedien- und Programmfehler oder externe Faktoren verfälscht, entwendet oder zerstört werden. Durch den Ausfall von Systemen könnte es zu Verzögerungen in der Leistungserbringung kommen. Durch unzureichende Sicherungssysteme könnte ein unautorisierter Zugriff von außen auf erfolgskritische Informationen erfolgen.

Den informationstechnischen Risiken begegnen wir durch fortlaufende Investitionen in Hard- und Software, durch den Einsatz von Virenscannern, verschlüsselten E-Mail- und Datentransfers, Firewall-Systemen sowie Zugangs- und Zugriffskontrollen und eines speziell geschützten Rechenzentrums. Zahlreiche Systeme sind redundant ausgelegt, um Ausfälle schnell kompensieren zu können. Zur Sicherung von Unternehmensdaten werden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei regelmäßig vorgeschriebenen Informationssicherheitstrainings für Gefahren sensibilisiert.

Weitere nichtfinanzielle und Nachhaltigkeitsrisiken

Umweltrisiken

Als produzierendes Unternehmen unterliegen wir grundsätzlich dem Risiko, dass im Rahmen der Produktion durch Unfälle mit Öl, Chemikalien oder anderen Schadstoffen die Umwelt geschädigt wird. Bei einer Pflichtverletzung könnten hieraus rechtliche Konsequenzen wie beispielsweise Bußgelder und Schadensersatzleistungen folgen. Dem treten wir durch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen, -schulungen und regelmäßige Audits entgegen.

Gesundheitsrisiken der Mitarbeiter

Werden Gefahr- und Giftstoffe unsachgemäß verwendet und gesetzlich vorgeschriebene sicherheitstechnische Bestimmungen nicht eingehalten, besteht das Risiko, dass Menschen zu Schaden kommen. Zudem ist im Falle einer Pandemie und einer rasanten Verbreitung einer potenziell tödlichen Krankheit die Gesundheit der Mitarbeiter bei Durchführung ihrer Tätigkeit oder auf dem Weg zur Ausübung ihrer Tätigkeit durch Ansteckung potenziell gefährdet. Bei einer Ansteckung könnte mit wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der betroffenen Personen zu rechnen sein.

Diesen Risiken wirken wir durch zahlreiche Maßnahmen am Hauptstandort in Landsberg am Lech entgegen. Um Arbeitsunfälle und hohe Krankheitsquoten zu vermeiden, finden im Unternehmen regelmäßig Untersuchungen und Vorsorgemaßnahmen durch den Betriebsarzt statt. Jährliche Unterweisungen zum Thema Arbeitssicherheit werden über die Initiative "RATIONAL Offensive Sicherheit" durchgeführt. Den Mitarbeitenden werden so allgemeine Sicherheitsvor-

Produktqualität

Es besteht das Risiko, dass ausgelieferte Produkte qualitativ nicht einwandfrei sind. Mögliche Folgen daraus sind Sachund Personenschäden, finanzielle Mehraufwendungen, aber auch Imageschäden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden im Rahmen der laufenden Produktbeobachtung bei einem geringen Anteil von gasbetriebenen Combi-Dämpfern aus älteren, nicht mehr vertriebenen Produktlinien Schadensfälle im Zusammenhang mit einem thermisch stark belasteten Bauteil verfolgt. Der Vorstand hat entsprechende Untersuchungen und Risikoabschätzungen vorgenommen, auch unter Hinzuziehung externer Spezialisten. Um eine unvorhergesehene Produktionsunterbrechung bei unseren Endkunden zu verhindern, tauschen wir dieses Bauteil proaktiv und auf Kulanz bei möglichst vielen Geräten durch ein neuentwickeltes, belastbareres Bauteil aus. Hierfür wurde eine Rückstellung in Höhe von rund 12 Mio. Euro gebildet.

Um Qualitätsrisiken entgegenzuwirken, testen wir alle Geräte, bevor sie unser Haus verlassen. Neben umfangreichen Tests, die jedes Gerät durchlaufen muss, werden stichprobenartig Geräte einer zusätzlichen intensiven Prüfung unterzogen. Dadurch stellen wir einerseits die Zuverlässigkeit unserer Produkte sicher, andererseits werden so mögliche Fehlerquellen frühzeitig identifiziert. Sollten dennoch Beanstandungen durch Kunden – oder auch intern – auftreten, werden diese im Rahmen unserer täglichen "Akuten Qualitätsverbesserung" analysiert und schnelle unmittelbare Lösungen erarbeitet. Sach- oder Personenschäden beim Kunden sind über die bestehende Produkthaftpflichtversicherung ausreichend gedeckt. Einen möglichen Imageschaden vermeiden wir durch äußerstes Bemühen, jeden Fehler und daraus entstandene Schäden zu überkompensieren.

schriften und Unfallvermeidungsmaßnahmen ins Gedächtnis gerufen und nähergebracht. Seit Ende 2018 unterstützen wir die sportliche Betätigung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Deutschland finanziell.

Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden Krisenstäbe an sämtlichen Produktions-, Verwaltungs- und Vertriebsstandorten eingerichtet. Diese Krisenstäbe haben durch die enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Behörden und die stringente Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen eine Minimierung von Infektionen zum Ziel. Durch regelmäßige Newsletter wurden den Mitarbeitern die für die Standorte gültigen Maßnahmen und Vorgaben transparent mitgeteilt.

Soweit keine betriebsbedingten Gründe dagegen sprachen, ermöglichten wir unseren Mitarbeitern die Arbeit im Homeoffice. Zudem unterbreiteten wir zusammen mit dem lokalen Impfzentrum in Penzing, in der Nähe von Landsberg am Lech, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Impfangebot und die Möglichkeit einer Auffrischungsimpfung. Durch diese Maßnahmen gelang es uns, große Infektionsausbrüche und damit negative Auswirkungen auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter zu vermeiden.

Politische und rechtliche Risiken

Geopolitische Risiken

Es besteht die Gefahr geopolitischer Spannungen und militärischer Auseinandersetzungen in unseren Geschäftsregionen. Dies birgt neben der Gefährdung des Wohls unserer Mitarbeiter in den Tochtergesellschaften das Risiko, dass der Absatz unserer Produkte in den betreffenden Regionen beeinträchtigt oder unmöglich wird. Abhängig davon, welche Märkte betroffen sind, ergeben sich möglicherweise erhebliche negative Auswirkungen auf Umsatz und Gewinn.

Zu Beginn des Jahres 2022 eskalierte der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine in nicht möglich gehaltenem Maße. Als Reaktion hierauf wurden seitens der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten bereits Sanktionen angedroht, beziehungsweise verhängt.

In Folge ist unser Geschäft in beiden Ländern wesentlich von den Auswirkungen der Krise betroffen. Wir sehen Risiken hinsichtlich der Währungsentwicklung, Logistik und Investitionsbereitschaft der Kunden in diesen Regionen.

Die Umsätze in Russland und der Ukraine machten im Jahr 2021 rund 2 bis 3 % der konzernweiten Umsatzerlöse aus. Falls sich der Konflikt nicht auf andere Regionen ausweitet, sehen wir die wirtschaftlichen Folgen für unser Geschäft als gering an. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen sehen wir allerdings ein nicht unerhebliches Risiko, dass sich der Sachverhalt auf andere Bereiche unseres Geschäfts ausweitet. Dies führt zu unserer Risikoeinstufung "mittel".

Patentrechtliche Risiken

Sowohl durch aktive als auch passive Patentverletzungen können Kosten für die Prozessführung sowie für Schadensersatzleistungen entstehen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass ein mangelhafter Schutz des geistigen Eigentums dazu führt, dass Wettbewerber in einzelnen Märkten eigenen Nutzen und damit Vorteile aus von uns entwickelten Technologien ziehen.

Ein Team von Patentspezialisten beobachtet intensiv neue Produkte unserer Wettbewerber und arbeitet eng mit unserer Produktentwicklung zusammen. Durch den Abgleich mit internationalen Patentdatenbanken können so eigene Patentverletzungen vermieden sowie Patentverletzungen unserer Wettbewerber frühzeitig erkannt und verfolgt werden. Ergänzend wird durch den fortlaufenden Abstimmungsprozess frühzeitig Kenntnis über möglicherweise schützenswertes geistiges Eigentum erlangt.

Rechtliche Risiken aus lokalen Gesetzen und Vorschriften

Die zunehmend internationale Geschäftstätigkeit ist mit zahlreichen rechtlichen Risiken verbunden. Diese umfassen im Wesentlichen:

  • › länderspezifische Produktanforderungen oder Sicherheitsvorschriften, die die Zulassung und den Vertrieb unserer Produkte beeinträchtigen,
  • › Zollvorschriften bzw. Im- und Exportregelungen, die die Einfuhr von Produkten beschränken,
  • › geschäftliche Gestaltungen, die Verstöße gegen lokal geltendes Wettbewerbs- oder Kartellrecht darstellen,
  • › geschäftliche Gestaltungen, die Korruption und Bestechung oder die Verletzung von Menschenrechten darstellen,
  • › Compliance-Risiken, das heißt mögliche Verstöße durch Mitarbeiter gegen lokale Gesetze und geltende Unternehmensrichtlinien. Dies umfasst auch die seit Mai 2018 gültige EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO).
  • › die Nichterfüllung von Normen für Zulassungen in den entsprechenden Märkten

Um diese Risiken zu minimieren, arbeiten wir, sofern erforderlich, in allen für uns wichtigen Märkten mit Experten für die jeweiligen lokalen gesetzlichen Anforderungen zusammen. Mit internen Verhaltensregeln (Compliance-Management-System, Code of Conduct, BME-Verhaltenskodex, Antikorruptionsrichtlinie und Sanktionslistenprüfung) wirken wir Verstößen entgegen. Das im RATIONAL-Konzern implementierte Compliance-Management-System wurde im Geschäftsjahr 2015 einer Konzeptionsprüfung gemäß IDW PS 980 unterzogen und in den folgenden Geschäftsjahren entsprechend den gesetzlichen Vorschriften weiterentwickelt.

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 78 Konzernlagebericht 79 Grundlagen des Konzerns 58 Wichtige Ereignisse 61 Wirtschaftsbericht 62 Prognose-, Chancenund Risikobericht 70

Übernahmerelevante Angaben 81

Zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung 82

dementsprechend rund 6 % höher (5 % niedriger) ausgefallen. Das EBIT wäre bei einer Euroabwertung (Euroaufwertung) von durchschnittlich 10 % um rund 27 % erhöht (23 % reduziert).

Zinsänderungsrisiken

Zinsrisiken bezeichnen das Risiko der möglichen Veränderung von beizulegenden Zeitwerten oder künftigen Zahlungen von Finanzinstrumenten aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze. Zinsänderungsrisiken für künftige Zahlungen aufgrund von Finanzschulden werden bei RATIONAL mithilfe von Vereinbarungen zur Zinsfestschreibung entgegengewirkt. Für die ausstehenden Darlehen ist eine Zinsfestschreibung über die gesamte Laufzeit vereinbart. Darüber hinaus resultiert ein Zinsänderungsrisiko aus steigenden Verwahrgebühren, die für Bankguthaben ab einem bestimmten Schwellenwert fällig werden.

Aufgrund der zahlreichen sonstigen Parameter, die Zinsänderungsrisiken beeinflussen, und der unwesentlichen Größenordnung der Auswirkungen erfolgt keine Sensitivitätsberechnung.

Preisrisiken

Preisrisiken können in erster Linie in Zusammenhang mit dem Bezug von Komponenten und Rohstoffen für die Fertigung der Produkte entstehen. Eine Absicherung durch derivative Finanzinstrumente besteht weder beim Stahlgrundpreis noch bei den Legierungsmetallen. Für den Stahlgrundpreis bestehen jedoch feste Verträge mit den Lieferanten, die den vereinbarten Bezugspreis für circa ein Jahr im Voraus fixieren. Aufgrund der materiell steigenden und zunehmend volatilen Beschaffungskosten für Komponenten ist eine Abschätzung der weiteren Entwicklung derzeit nicht möglich. Des Weiteren stehen aktuell keine Instrumente zur Verfügung, dieses Risiko zu minimieren.

Durch unsere Marktstellung und dadurch, dass es sich hierbei um ein weltweites und branchenübergreifendes Risiko handelt, sind wir der Ansicht, die Auswirkungen durch Preisanpassungen begrenzen zu können.

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess

Die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden:

› Die bei der Muttergesellschaft und ihren Töchtern eingerichteten (Konzern-) Rechnungslegungsprozesse sind im Hinblick auf Verantwortungsbereiche und Führung klar strukturiert. › Durch konzernweit gültige und laufend aktualisierte Richtlinien sowie einen zentral gepflegten Kontenplan wird eine

  • einheitliche Rechnungslegung gewährleistet.
  • › Die Funktionen der am Rechnungslegungsprozess wesentlich beteiligten Bereiche Finanz- und Rechnungswesen,

Übernahmerelevante Angaben

Gemäß § 315a Abs. 1 HGB haben börsennotierte Aktiengesellschaften übernahmerelevante Angaben zu machen und diese zu erläutern.

Das Grundkapital der RATIONAL AG beträgt zum 31. Dezember 2021 unverändert 11,37 Mio. Euro und besteht aus 11.370.000 auf den Inhaber lautenden, nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen anteiligen Betrag am Grundkapital von jeweils 1,00 Euro. Jede Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Beschränkungen bezüglich Stimmrechten oder der Übertragung von Aktien liegen nicht vor. Das Grundkapital ist vollständig einbezahlt. Das bedingte Kapital beträgt 200 Tsd. Euro und ist für Optionsrechte von Mitgliedern des Vorstands bis zu einer Anzahl von 200.000 Stückaktien vorgesehen.

Gemäß der Pflichtmitteilung vom 25. Februar 2019 verfügen Frau Gabriella Meister und Frau Franziska Würbser über insgesamt 3.581.578 Aktien, welche im Wesentlichen im Rahmen einer Poolvereinbarung gehalten werden. Gemäß einer entsprechenden Mitteilung vom 25. Februar 2019 hält Frau Ulrike Meister 1.803.464 Aktien. Somit überschreiten die genannten Personen jeweils die Schwelle von 10 % der Stimmrechte.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 29. April 2015 wurde § 8 Abs. 6 Satz 1 der Satzung der RATIONAL AG geändert. Der Wortlaut des Beschlusses lautet: "Solange Herr Siegfried Meister und Herr Walter Kurtz Aktionäre der Gesellschaft sind, haben sie das gemeinsame Recht, bis zu zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Ist einer der beiden Entsendungsberechtigten nicht mehr Aktionär der Gesellschaft, so hat der verbleibende Aktionär das alleinige Entsendungsrecht. Das Entsendungsrecht ist durch schriftliche Erklärung an den Vorstand der Gesellschaft auszuüben."

Entsprechend den Vorgaben durch das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtline (ARUG II) wurde mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. Mai 2021 § 13 der Satzung um die Absätze 3 und 4 ergänzt. Folgende Absätze wurden hinzugefügt:

Finanz- und Kapitalmarktrisiken nach § 315 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. b) HGB

Als relevante Finanz- und Kapitalmarktrisiken für die RATIONAL-Gruppe wurden Ausfall-, Liquiditäts-, Wechselkurs-, Zinsänderungs- und Preisrisiken identifiziert.

Ausfallrisiken

Ausfallrisiken können dadurch entstehen, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Um Ausfallrisiken bei Kundenforderungen – die potenzielle Bonitätsund Liquiditätsrisiken für RATIONAL nach sich ziehen könnten – zu vermeiden oder zu reduzieren, werden die Kunden einer Bonitätsprüfung sowie einer permanenten Bonitätsüberwachung durch die Warenkreditversicherungsgesellschaft und deren lokale Partnergesellschaften unterzogen.

Ausfallrisiken bestehen bei Geld- und Finanzanlagen sowie bei derivativen Finanzinstrumenten durch mögliche Nichterfüllung seitens des jeweiligen Kontraktpartners.

Daher qualifizieren sich bei RATIONAL nur Kreditinstitute im Investment Grade zur Geld- und Finanzanlage. Zur Diversifizierung verteilen sich die finanziellen Vermögenswerte gegenüber Kreditinstituten auf mehrere Kreditinstitute.

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf die Möglichkeit, dass RATIONAL zu irgendeinem Zeitpunkt nicht in der Lage sein könnte, Zahlungsverpflichtungen fristgerecht und in vollem Umfang zu entsprechen. Im Corporate Treasury hat die Überwachung und Steuerung der liquiden Mittel oberste Priorität. Dies erfolgt durch tägliches Cash-Management und eine rollierende Liquiditätsplanung mit kontinuierlicher Überwachung und Steuerung der konzernweit ein- und abgehenden Zahlungsströme.

Währungsrisiken

Währungsrisiken resultieren zum einen aus Wechselkursänderungen zum Stichtag und einer daraus folgenden möglichen Veränderung der beizulegenden Zeitwerte bestehender Fremdwährungsbilanzpositionen (Translationsrisiko). Diese Risiken werden bei RATIONAL nicht durch Sicherungsgeschäfte abgesichert.

Zum anderen besteht ein Risiko, dass aus einem Finanzinstrument in einer Fremdwährung resultierende zukünftige Cashflows durch veränderte Wechselkurse deutlich von den zum Stichtagskurs erzielbaren Werten abweichen (Transaktionsrisiko). Die identifizierten Transaktionsrisiken werden bei Bedarf durch derivative Finanzinstrumente abgesichert, wobei sich die Sicherung auf gebuchte und antizipierte Geschäfte bezieht.

"3. Aktionäre, die an der Hauptversammlung teilnehmen oder das Stimmrecht ausüben wollen, müssen sich rechtzeitig zur Hauptversammlung anmelden. Die Anmeldung muss der Gesellschaft mindestens sechs Tage vor der Hauptversammlung entweder in Textform unter der in der Einberufung hierfür mitgeteilten Adresse oder durch Übermittlung durch Intermediäre unter den Voraussetzungen des § 67c AktG i.V.m. Art. 6 DVO (EU) 2018/1212 zugehen (Anmeldefrist). Der Vorstand ist ermächtigt, in der Einberufung der Hauptversammlung eine auf bis zu drei Tage vor der Hauptversammlung verkürzte Anmeldefrist zu bestimmen. Gleiches gilt für den Aufsichtsrat, falls die Hauptversammlung Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem, dessen wesentliche Merkmale oben beschrieben sind, gewährleistet einen effizienten (Konzern-)Rechnungslegungsprozess. Durch die vorhandenen Kontrollen können Fehler weitgehend vermieden, jedenfalls aber entdeckt und korrigiert werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Rechnungslegung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben erfolgt. Ferner wird durch die oben beschriebenen Kontroll- und Überprüfungsmechanismen erreicht, dass Geschäftsvorfälle konzernweit einheitlich und zutreffend erfasst, ausgewiesen und bewertet werden, sowie verlässliche und relevante Informationen zur Verfügung gestellt werden können.

Rund die Hälfte der Umsatzerlöse wird in Fremdwährungen erlöst. Bei einem im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich 10 % schwächeren (stärkeren) Euro wäre der Konzernumsatz Konzernbilanzierung sowie Controlling sind in Bezug auf die Abschlusserstellung klar getrennt. Die Verantwortungsbereiche sind eindeutig zugeordnet.

  • › Die Buchführung wird, soweit möglich, zentral in Landsberg abgewickelt. Dies gewährleistet konzernweit eine hohe Qualität in der Erfassung und Bearbeitung der rechnungslegungsrelevanten Daten.
  • › Bei den in den Bereichen Rechnungswesen und Konsolidierung eingesetzten Finanzsystemen handelt es sich, soweit möglich, um Standardsoftware. Durch entsprechende Sicherheits- bzw. Berechtigungskonzepte sind diese Systeme gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Konsolidierungssachverhalte werden systemgestützt erfasst und abgestimmt.
  • › Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereiche sind den Anforderungen entsprechend ausgestattet. Die beteiligten Personen verfügen über die erforderlichen Qualifikationen und werden kontinuierlich weitergebildet. In regelmäßigen konzernübergreifenden Terminen stimmen die involvierten Parteien ihr Handeln eng aufeinander ab.
  • › Rechnungslegungsrelevante Daten werden regelmäßig durch Stichprobenprüfungen auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft.
  • › Bei allen wesentlichen (konzern-)rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird durchgängig das Vier-Augen-Prinzip angewendet.
  • › Der Konzernabschluss wird monatlich durch die am Erstellungsprozess beteiligten Bereiche analysiert und diskutiert.
  • › Um eine einheitliche und gesetzeskonforme Rechnungslegung sicherzustellen, werden die Jahresabschlüsse der für den Konzernabschluss wesentlichen Gesellschaften einer Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer oder einer Durchsicht durch den Konzernprüfer unterzogen.
  • › Die rechnungslegungsrelevanten Prozesse des Konzerns werden in einem Abstand von drei bis sechs Jahren regelmäßig im Rahmen der Prüfungen von Tochtergesellschaften durch die Konzernrevision überprüft. Daneben werden turnusmäßig die beteiligten Prozesse am Standort Landsberg geprüft.
  • › Der Lagebericht und der Konzernlagebericht der RATIONAL AG werden von Accounting und Investor Relations in Abstimmung mit den jeweiligen Fachverantwortlichen und dem Vorstand unter Berücksichtigung des Vier-Augen--Prinzips erstellt, geprüft und freigegeben.

RATIONAL Geschäftsbericht 2021 80 Konzernlagebericht 81 Grundlagen des Konzerns 58 Wichtige Ereignisse 61 Wirtschaftsbericht 62 Prognose-, Chancenund Risikobericht 70

durch den Aufsichtsrat einberufen wird. Der Tag des Zugangs und der Tag der Hauptversammlung sind bei der Berechnung dieser Frist nicht mitzurechnen."

"4. Die Aktionäre müssen außerdem ihre Berechtigung zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Ausübung ihres Stimmrechts nachweisen. Dafür sind ein in Textform erstellter Nachweis ihres Anteilsbesitzes durch das depotführende Institut oder ein Nachweis gemäß §§ 123 Abs. 4 Satz 1, 67c Abs. 3 AktG i.V.m. Art. 5 DVO (EU) 2018/1212 ausreichend. Der Nachweis muss sich auf den Beginn des 21. Tages vor der Hauptversammlung beziehen. Er muss der Gesellschaft mindestens sechs Tage vor der Hauptversammlung entweder in Textform unter der in der Einberufung hierfür mitgeteilten Adresse oder durch Übermittlung durch Intermediäre unter den Voraussetzungen des § 67c Abs. 3 AktG i.V.m. Art. 5 DVO (EU) 2018/1212 zugehen. Der Vorstand ist ermächtigt, in der Einberufung der Hauptversammlung eine auf bis zu drei Tage vor der Hauptversammlung verkürzte Frist zu bestimmen. Gleiches gilt für den Aufsichtsrat, falls die Hauptversammlung durch den Aufsichtsrat einberufen wird. Der Tag des Zugangs und der Tag der Hauptversammlung sind bei der Berechnung dieser Frist nicht mitzurechnen."

Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der RATIONAL AG können die ihnen aus Aktien zustehenden Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar und nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen und der Satzung der Gesellschaft ausüben.

Gemäß § 84 AktG obliegt die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands dem Aufsichtsrat. Diese Befugnis wird in § 6 Abs. 2 der Satzung der RATIONAL AG dahin gehend konkretisiert, dass der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder bestellt, ihre Zahl bestimmt und die Geschäftsverteilung regelt. Der Vorstand leitet das Unternehmen und vertritt es gegenüber Dritten.

Die Gesellschaft hält keine eigenen Aktien. Es besteht derzeit keine Ermächtigung durch die Hauptversammlung zum Rückkauf eigener Aktien bzw. zur Ausgabe neuer Aktien.

Die RATIONAL AG hat keine wesentlichen Vereinbarungen abgeschlossen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen.

Es wurden keine Vereinbarungen mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern bzw. Arbeitnehmerinnen getroffen, die für den Fall des Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots, eine besondere Entschädigung oder zusätzliche Vergütung vorsehen.

Zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung

Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex und die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB, die die Erklärung nach § 161 AktG beinhaltet, sind auf der RATIONAL-Website im Bereich Investor Relations unter der Rubrik Corporate Governance öffentlich zugänglich.

Landsberg am Lech, den 1. März 2022

RATIONAL AG Der Vorstand

Dr. Peter Stadelmann Vorstandsvorsitzender

Peter Wiedemann Vorstand technischer Bereich

Markus Paschmann Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing

Jörg Walter Vorstand kaufmännischer Bereich

Konzernabschluss

84 Gesamtergebnisrechnung

Inhalt

Gesamtergebnisrechnung 84

Bilanz 85

Kapitalflussrechnung 86

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Eigenkapitalveränderungsrechnung 87

Gesamtergebnisrechnung RATIONAL-Konzern

für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember

Bilanz RATIONAL-Konzern

Aktiva in TEUR
Anhang 31.12.2021 31.12.2020
Langfristige Vermögenswerte 218.569 217.003
Immaterielle Vermögenswerte 8 8.303 6.508
Sachanlagen 9 196.078 194.977
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 12 1.040 1.145
Latente Steueransprüche 5 9.973 12.514
Sonstige Vermögenswerte 13 3.175 1.859
Kurzfristige Vermögenswerte 565.269 453.743
Vorräte 10 97.288 79.285
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11 108.787 98.750
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 12 84.877 25.928
Ertragsteuerforderungen 7.691 8.279
Sonstige Vermögenswerte 13 12.931 10.373
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14 253.695 231.128
Bilanzsumme 783.838 670.746
Passiva
Anhang 31.12.2021 in TEUR
31.12.2020
Eigenkapital 603.330 535.091
Gezeichnetes Kapital 15 11.370 11.370
Kapitalrücklage 15 28.058 28.058
Gewinnrücklagen 15 569.377 500.290
Übriges Eigenkapital 15 –5.475 –4.627
Langfristige Schulden 34.345 34.456
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 16 5.785 6.508
Sonstige Rückstellungen 17 10.780 9.056
Finanzschulden 18 944 2.126
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19 13.963 14.524
Latente Steuerschulden 5 677 406
Ertragsteuerverbindlichkeiten 1.532 497
Sonstige Verbindlichkeiten 20 664 1.339
Kurzfristige Schulden 146.163 101.199
Sonstige Rückstellungen 17 63.041 40.044
Finanzschulden 18 1.181 2.550
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19 28.440 21.154
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19 15.923 12.236
Ertragsteuerverbindlichkeiten 9.077 7.013
Sonstige Verbindlichkeiten 20 28.501 18.202
Schulden 180.508 135.655
Bilanzsumme 783.838 670.746
in TEUR
Anhang 2021 2020
Umsatzerlöse 1 779.734 649.587
Umsatzkosten 2 –350.460 –289.468
Bruttoergebnis vom Umsatz 429.274 360.119
Vertriebs- und Servicekosten 2 –187.590 –166.888
Forschungs- und Entwicklungskosten –45.119 –41.671
Allgemeine Verwaltungskosten –39.961 –36.596
Sonstige betriebliche Erträge 3 13.885 12.740
Sonstige betriebliche Aufwendungen 3 –10.355 –20.898
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 160.134 106.806
Zinserträge 4 267 401
Zinsaufwendungen 4 –646 –739
Übriges Finanzergebnis 4 –895 –4.091
Ergebnis vor Steuern (EBT) 158.860 102.377
Ertragsteuern 5 –35.197 –22.281
Ergebnis nach Steuern 123.663 80.096
Positionen, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden können:
Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung 15 –1.552 2.396
Positionen, die nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden können:
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
leistungsorientierter Versorgungspläne 15, 16 704 40
Sonstiges Ergebnis –848 2.436
Gesamtergebnis 122.815 82.532
Durchschnittliche Anzahl der Aktien (unverwässert/verwässert) 11.370.000 11.370.000
Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Aktie in Euro, bezogen
auf das Ergebnis nach Steuern und die Anzahl der Aktien
6 10,88 7,04

84
RATIONAL Geschäftsbericht 2021
Konzernabschluss
Gesamtergebnis
rechnung
Bilanz Kapitalfluss
rechnung
Eigenkapitalverände
rungsrechnung
Anhang Versicherung der
gesetzlichen Vertreter
Bestätigungs
vermerk
85
84 85 86 87 88 124 125
Bestätigungs
vermerk

Kapitalflussrechnung RATIONAL-Konzern

für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember

in TEUR
Anhang 2021 2020
Ergebnis vor Steuern (EBT) 158.860 102.377
Abschreibungen auf Anlagevermögen 8, 9, 23 30.314 29.278
Übrige 933 3.255
Zinsergebnis 379 338
Veränderungen der
Vorräte –20.965 –7.854
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und übrigen Aktiva –13.728 36.045
Rückstellungen 24.555 –9.340
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrigen Passiva 20.154 –13.982
Gezahlte Einkommen- und Ertragsteuern –28.792 –47.427
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 21 171.710 92.690
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 8, 9 –25.820 –33.397
Erlöse Anlagenabgang 68 89
Veränderung von Festgeldern 12 –58.806 24.772
Veränderung aus sonstigen Finanzanlagen 12 0 46.527
Erhaltene Zinsen 264 401
Cashflow aus Investitionstätigkeit 21 –84.294 38.392
Gezahlte Dividende 7 –54.576 –64.809
Tilgung Bankverbindlichkeiten 18 –1.551 –2.631
Veränderung sonstige Bankverbindlichkeiten 18 –964 –2.164
Auszahlungen im Rahmen von Leasingverbindlichkeiten –8.533 –9.082
Gezahlte Zinsen –227 –243
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 21 –65.851 –78.929
Einfluss von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.002 –2.415
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 22.567 49.738
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 01.01. 14 231.128 181.390
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31.12. 14 253.695 231.128

Eigenkapitalveränderungsrechnung RATIONAL-Konzern

in TEUR
Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklagen
Übriges
Eigenkapital
Gesamt
Unterschieds
beträge aus
der Währungs
umrechnung
Versicherungs
mathematische
Gewinne
und Verluste
Anhang 15 15 7, 15 15 5, 15, 16
Stand 01.01.2020 11.370 28.058 485.003 –5.474 –1.589 517.368
Dividende –64.809 –64.809
Ergebnis nach Steuern 80.096 80.096
Sonstiges Ergebnis 2.396 40 2.436
Stand 31.12.2020 11.370 28.058 500.290 –3.078 –1.549 535.091
Dividende –54.576 –54.576
Ergebnis nach Steuern 123.663 123.663
Sonstiges Ergebnis –1.552 704 –848
Stand 31.12.2021 11.370 28.058 569.377 –4.630 –845 603.330

86 RATIONAL Geschäftsbericht 2021
Konzernabschluss
Gesamtergebnis
rechnung
Bilanz Kapitalfluss
rechnung
Eigenkapitalverände
rungsrechnung
Anhang Versicherung der
gesetzlichen Vertreter
Bestätigungs
vermerk
87
84 85 86 87 88 124 125

Anhang

Grundlagen

Darstellung und Erläuterung der Geschäftstätigkeit

Die RATIONAL Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "RATIONAL AG") ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in Landsberg am Lech, Deutschland. Die RATIONAL AG ist eingetragen im Handelsregister Augsburg, Deutschland, unter der Nummer HRB 2001 mit der Anschrift Siegfried-Meister-Straße 1, Landsberg am Lech.

Der RATIONAL-Konzern (im Folgenden "RATIONAL" sowie "Konzern" genannt) bietet weltweit Produkte und Lösungen im Bereich der thermischen Speisenzubereitung an. Seit der Gründung im Jahr 1973 beschäftigt sich das Unternehmen mit der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von professionellen Gargeräten für Groß- und Gewerbeküchen. Der weltweite Vertrieb erfolgt sowohl über eigene Tochtergesellschaften als auch über unabhängige Vertriebspartner. Die Produktion der Geräte erfolgt in Deutschland und Frankreich.

Darstellung des Abschlusses

Der Konzernabschluss umfasst die RATIONAL AG und ihre Tochterunternehmen. Die funktionale Währung und die Darstellungswährung im Konzernabschluss ist der Euro. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit erfolgen die Zahlenangaben grundsätzlich in Tausend Euro (Tsd. Euro bzw. TEUR). Bilanz und Gesamtergebnisrechnung entsprechen den Gliederungsvorschriften des IAS 1. Die Darstellung für das zum 31. Dezember endende Geschäftsjahr 2021 und das Vorjahr erfolgt hierbei in der Bilanz nach den Fälligkeiten "innerhalb von zwölf Monaten" als kurzfristig und "über zwölf Monate" als langfristig. RATIONAL stellt die Gesamtergebnisrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren auf.

Die Freigabe des Abschlusses erfolgte am 1. März 2022 durch den Vorstand der RATIONAL AG.

Grundlagen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2021 (unter Angabe der Vorjahreszahlen) erfolgte in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften.

Alle für das Geschäftsjahr 2021 gültigen und verpflichtend anzuwendenden Standards sowie Interpretationen des SIC bzw. IFRS IC wurden berücksichtigt und führen zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Die folgenden geänderten Standards wurden erstmals für das Geschäftsjahr 2021 verbindlich angewendet:

Aus den geänderten Standards, die erstmals für das Geschäftsjahr 2021 verbindlich und vorher nicht freiwillig angewendet wurden, resultieren keine wesentlichen Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss von RATIONAL.

Inkrafttreten
Änderung IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4
und IFRS 16 "Reform der Referenz
zinssätze" – Phase 2
01.01.2021
Änderung IFRS 4 "Verlängerung der vorüber
gehenden Befreiung von IFRS 9"
01.01.2021
Änderung IFRS 16 "Covid-19-bezogene Miet
konzessionen nach dem 30.06.2021"
01.04.2021

Konsolidierungsmethoden

In den RATIONAL-Konzernabschluss werden neben der RATIONAL AG als oberstes Mutterunternehmen alle wesentlichen in- und ausländischen Tochtergesellschaften, die unter der direkten oder indirekten Beherrschung der RATIONAL AG stehen, einbezogen. Die Konsolidierung eines Beteiligungsunternehmens beginnt an dem Tag, an dem die Beherrschung über das Unternehmen vorliegt, und endet, wenn die Beherrschung über das Beteiligungsunternehmen nicht mehr besteht.

Die erstmalige Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3. Verbleibende aktivische Unterschiedsbeträge werden als Firmenwert aktiviert.

Die Auswirkungen konzerninterner Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Unternehmen werden konsolidiert, Zwischengewinne eliminiert und konzerninterne Erträge mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Auf temporäre Unterschiede aus Konsolidierungsmaßnahmen werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen. Aus den Änderungen werden sich voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von RATIONAL ergeben. Folgende neue oder geänderte Standards wurden vom IASB veröffentlicht, aber bisher noch nicht von der Europäischen

Die Konsolidierungsmethoden des Vorjahres wurden unverändert beibehalten.

Die folgenden Änderungen waren im Geschäftsjahr 2021 noch nicht verbindlich anzuwenden und wurden auch nicht vorzeitig angewendet:

Union übernommen und auch nicht im Konzernabschluss angewendet:

Diese Änderungen und der neue Standard IFRS 17 werden ab dem Zeitpunkt ihrer verpflichtenden Anwendung in der Europäischen Union im Konzern umgesetzt und haben voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf zukünftige Konzernabschlüsse von RATIONAL.

Inkrafttreten
Änderung IFRS 3 "Verweis auf das Rahmen
konzept"
01.01.2022
Änderung IAS 16 "Erlöse vor der beabsichtigten
Nutzung einer Sachanlage"
01.01.2022
Änderung IAS 37 "Belastende Verträge –
Kosten der Vertragserfüllung"
01.01.2022
Änderung Jährliche Verbesserungen
an den IFRS – Zyklus 2018–2020
01.01.2022
Neu IFRS 17 "Versicherungsverträge" 01.01.2023
Inkrafttreten
gemäß Standard
Änderung IAS 1 "Darstellung des Abschlusses:
Klassifizierung von Schulden als
kurz- oder langfristig"
01.01.2023
Änderung IAS 1 und Practice Statement 2
"Angabepflichten zu Rechnungs
legungsmethoden"
01.01.2023
Änderung IAS 8 "Definition von rechnungs
legungsbezogenen Schätzungen"
01.01.2023
Änderung IAS 12 "Latente Steuern, die sich
auf Vermögenswerte und Schulden
beziehen, die aus einer einzigen
Transaktion entstehen"
01.01.2023
Änderung IFRS 17 "Erstmalige Anwendung
von IFRS 17 und IFRS 9 – Vergleichs
informationen"
01.01.2023

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 89 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 88 Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk 125

Anhang 88

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden neben dem Mutterunternehmen sieben inländische (Vj. sieben) und 24 ausländische (Vj. 25) Tochtergesellschaften einbezogen.

Die Veränderung des Konsolidierungskreises gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der Liquidation der wirtschaftlich inaktiven Tochtergesellschaft RATIONAL Chile SpA. Die Liquidation hat keine wesentliche Auswirkung auf die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ergeben.

Der Konsolidierungskreis setzt sich zum 31. Dezember 2021 wie folgt zusammen:

Konzernstruktur

Firma und Sitz % Kapitalanteil/
% Stimmrechte
Deutschland
RATIONAL AG Landsberg am Lech Deutschland 100,0
LechMetall GmbH Landsberg am Lech Deutschland 100,0
RATIONAL Komponenten GmbH Landsberg am Lech Deutschland 100,0
RATIONAL Technical
Services GmbH
Landsberg am Lech Deutschland 100,0
RATIONAL Dienst
leistungsgesellschaft mbH
Landsberg am Lech Deutschland 100,0
RATIONAL Montage GmbH Landsberg am Lech Deutschland 100,0
RATIONAL Deutschland GmbH Landsberg am Lech Deutschland 100,0
RATIONAL F & E GmbH Landsberg am Lech Deutschland 100,0
Europa
RATIONAL UK Ltd. Luton Großbritannien 100,0
RATIONAL France S.A.S. Wittenheim Frankreich 100,0
RATIONAL Wittenheim S.A.S. Wittenheim Frankreich 100,0
TOPINOX S.A.R.L. Nantes Frankreich 100,0
RATIONAL Italia s.r.l. Mestre Italien 100,0
RATIONAL Ibérica Cooking
Systems S.L.
Barcelona Spanien 100,0
RATIONAL Austria GmbH Salzburg Österreich 100,0
RATIONAL International AG Balgach Schweiz 100,0
RATIONAL Schweiz AG Balgach Schweiz 100,0
RATIONAL Sp. z o.o. Warschau Polen 100,0
RATIONAL Czech Republic s.r.o. Prag Tschechische
Republik
100,0
RATIONAL Scandinavia AB Malmö Schweden 100,0
RATIONAL RUS OOO Moskau Russland 100,0
RATIONAL Endüstriyel Mutfak
Ekipmanları Ticaret Limited Sirketi Istanbul
Türkei 100,0
Amerika
RATIONAL Cooking Systems, Inc. Rolling Meadows USA 100,0
RATIONAL Canada Inc. Mississauga Kanada 100,0
RATIONAL México, S.A. DE C.V. Mexico City Mexiko 100,0
RATIONAL Brasil Comércio
E Distribuição de Sistemas De
Cocção Ltda.
São Paulo Brasilien 99,9
RATIONAL Colombia – America
Central SAS
Bogotá Kolumbien 100,0
Asien
RATIONAL Japan Co., Ltd. Tokio Japan 100,0
RATIONAL Trading
(Shanghai) Co., Ltd.
Shanghai China 100,0
RATIONAL International India
Private Ltd.
Gurgaon Indien 100,0
RATIONAL Cooking Systems
PTE. LTD.
Singapur Singapur 100,0
RATIONAL Kitchen and Catering
Equipment Trading FZCO
Dubai Vereinigte
Arabische
Emirate
100,0

Das Geschäftsjahr der RATIONAL AG und der Tochterunter-

Fremdwährungsumrechnung

nehmen, mit Ausnahme der RATIONAL International India Private Ltd., entspricht dem Kalenderjahr. Das indische Tochterunternehmen hat aufgrund lokaler gesetzlicher Vorschriften ein Geschäftsjahr vom 1. April bis 31. März, für Konzernzwecke werden die Zahlen jedoch auf Kalenderjahrbasis erstellt. Der Abschlussstichtag des Konzernabschlusses ist der Abschlussstichtag des Mutterunternehmens. Die inländischen Tochtergesellschaften LechMetall GmbH, RATIONAL Deutschland GmbH, RATIONAL Technical Services GmbH, RATIONAL Dienstleistungsgesellschaft mbH, RATIONAL Montage GmbH, RATIONAL Komponenten GmbH und RATIONAL F & E GmbH nehmen für das Geschäftsjahr 2021 alle jeweils zulässigen Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch. In den Einzelabschlüssen der Tochtergesellschaften werden die Fremdwährungstransaktionen mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Als funktionale Währung fungiert hierbei die jeweilige Landeswährung. Die RATIONAL International AG mit Sitz in der Schweiz sowie die RATIONAL Kitchen and Catering Equipment Trading FZCO mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben abweichend hiervon als funktionale Währung den Euro, da die Umsatzerlöse vorwiegend in Euro erzielt werden. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden zum Stichtagskurs resultieren, werden ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Für den Konzernabschluss werden die Jahresabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften in Euro, die funktionale Währung für den Konzernabschluss, umgerechnet. Vermögenswerte und Schulden werden mit den Devisenkassamittelkursen am Bilanzstichtag, die Posten der Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Die in die Kapitalkonsolidierung einzubeziehenden Teile des Eigenkapitals sowie der Gewinn- oder Verlustvortrag werden mit historischen Kursen umgerechnet. Soweit sich hieraus in der Bilanz Unterschiedsbeträge ergeben, werden diese ergebnisneutral innerhalb des Eigenkapitals als "Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung" erfasst.

Die im Konzernabschluss verwendeten wichtigsten Wechselkurse im Verhältnis zum Euro sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Jahresdurchschnittskurse Stichtagskurse 31.12.
1 Euro entspricht 2021 2020 2021 2020
CAD = kanadischer Dollar 1,4788 1,5376 1,4361 1,5588
CNY = chinesischer Yuan 7,5975 7,8967 7,2284 7,9876
GBP = britisches Pfund 0,8582 0,8890 0,8396 0,8952
JPY = japanischer Yen 130,27 121,81 130,95 126,33
USD = US-Dollar 1,1802 1,1452 1,1372 1,2238

84

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 91 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 90 Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk 125

Anhang

88

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten aktiviert und in der Regel über drei bis fünf Jahre linear abgeschrieben.

Entwicklungskosten werden als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn die Voraussetzungen des IAS 38.57 erfüllt sind. Für eine Aktivierung qualifizieren sich Entwicklungsaktivitäten, die in Zusammenhang mit der spezifischen Entwicklung neuer Technologien stehen. Aktivierte Entwicklungskosten beinhalten alle zurechenbaren Einzelkosten sowie anteilige Gemeinkosten. Die planmäßige Abschreibung beginnt mit der wirtschaftlichen Nutzung des Vermögenswerts und läuft linear über den geschätzten Nutzungszeitraum (in der Regel fünf Jahre). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten sind Bestandteil der Umsatzkosten in der Gesamtergebnisrechnung. Die Werthaltigkeit von aktivierten Entwicklungskosten für noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekte wird jährlich überprüft.

Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung und aus sonstigen Unternehmenserwerben werden gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Liegt der beizulegende Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten oder der Nutzungswert unter dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, erfolgt eine ergebniswirksame Berücksichtigung der Wertminderung.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Die Abschreibungen erfolgen auf Basis der wirtschaftlichen Nutzungsdauer der Vermögenswerte. Verwaltungs- und Produktionsgebäude werden in der Regel über einen Zeitraum von 10 bis 33 Jahren abgeschrieben, technische Anlagen und Maschinen sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung werden über Nutzungsdauern von in der Regel 2 bis 15 Jahren abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt vorwiegend linear. Im Jahr des Zugangs erfolgt die Abschreibung "pro rata temporis".

Zu jedem Bilanzstichtag hat der Konzern einzuschätzen, ob ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der Buchwert eines immateriellen Vermögenswerts oder einer Sachanlage wertgemindert sein könnte. Wird eine Wertminderung erkannt, die über die planmäßige Abschreibung hinausgeht, wird auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert eines Vermögenswerts.

Finanzinstrumente

Im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit wird eine Vielzahl vertraglicher Vereinbarungen getroffen, die bei einem Unternehmen zur Entstehung finanzieller Vermögenswerte und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung finanzieller Verbindlichkeiten führen. Hierbei handelt es sich um Finanzinstrumente.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden am Erfüllungstag angesetzt. Der Erfüllungstag ist der Tag, an dem ein Vermögenswert an oder durch das Unternehmen geliefert wird. Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden am Handelstag erfasst.

Der Erstansatz von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich oder abzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten, wenn die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt. Sämtliche finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nach IFRS 9 entweder der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert zugeordnet. Die Zuordnung hängt dabei vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte ab sowie von den vertraglichen Zahlungsstromcharakteristika der finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten:

RATIONAL wendet kein Hedge-Accounting an. Änderungen der bilanziell ausgewiesenen Werte zwischen den Bilanzstichtagen sind bei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen beziehungsweise im Finanzergebnis ent-

Leasing

Gemäß IFRS 16 werden Leasingverhältnisse beim Leasingnehmer zu dem Zeitpunkt, zu dem der Leasinggegenstand dem Konzern zur Nutzung zur Verfügung steht, als Nutzungsrecht und entsprechende Leasingverbindlichkeit bilanziert. Diese werden bei Erstansatz zum Barwert erfasst, die Leasingzahlungen werden hierfür mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz abgezinst. Der Grenzfremdkapitalzinssatz wird bei RATIONAL anhand eines Referenzzinssatzes und einer Finanzierungsmarge ermittelt. Das Nutzungsrecht wird über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear abgeschrieben.

Bei RATIONAL qualifizieren sich Immobilien (insbesondere Büro- und Lagergebäude), Fahrzeuge sowie sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung als Nutzungsrechte gemäß IFRS 16. Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume bis 6 Jahren abgeschlossen, können jedoch Kündigungs- und Verlängerungsoptionen enthalten, um maximale betriebliche Flexibilität in Bezug auf den Vertragsbestand zu erhalten. Die Leasingvertragskonditionen werden in der Regel individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl von unterschiedlichen Konditionen.

Für geringwertige Leasinggegenstände (vorwiegend EDV--Ausstattung) nimmt RATIONAL die Ausnahmeregelung gemäß IFRS 16.5 b) in Anspruch. Zahlungen für Vermögensgegenstände von geringem Wert werden linear als Aufwand im Gewinn oder Verlust erfasst.

Vorräte

› Finanzielle Vermögenswerte werden der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten zugeordnet, wenn sie ausschließlich zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden (Geschäftsmodell "Halten") und die vertraglichen Zahlungen ausschließlich Zins und Tilgung betreffen. › Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert zugeordnet, wenn sie ausschließlich zu Handelszwecken und nicht zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme bzw. nicht sowohl zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme als auch zum Verkauf von finanziellen Vermögenswerten gehalten werden (Geschäftsmodell "Andere") oder wenn ihre vertraglichen Zahlungsströme nicht ausschließlich Zins und Tilgung darstellen. Alle finanziellen Verbindlichkeiten gehören der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten an, wenn sie nicht der Kategorie der Folgebewertung zu zum beizulegenden Zeitwert zugeordnet werden müssen. Die Wertberichtigung der finanziellen Vermögenswerte aus der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten berücksichtigt nicht nur bereits eingetretene Verluste, sondern auch Schätzungen bezüglich zu erwartender Kreditausfälle ("Expected-Credit-Loss-Model"). IFRS 9 unterscheidet zudem zwischen einem generellen Wertminderungsmodell (sog. Drei-Stufen-Modell) und einem vereinfachten Verfahren. Grundsätzlich wird bei der Ermittlung der Wertminderungen das generelle Wertminderungsmodell angewendet. Für erwartete Kreditverluste auf Geldanlagen wird eine Wertberichtigung in Form einer Risikovorsorge erfasst. Auf Geldanlagen, die als "mit geringem Ausfallrisiko behaftet" gelten, ist die Risikovorsorge auf die erwarteten 12-Monats--Kreditverluste begrenzt. Um beurteilen zu können, ob sich das Ausfallrisiko der Festgeldanlagen signifikant erhöht hat, wird zu jedem Abschlussstichtag das Rating der Banken überprüft, mit denen während des Berichtszeitraums ein aktives Vertragsverhältnis bestand. Der Tatbestand des "geringen Ausfallrisikos" gilt bei Geldanlagen als erfüllt, wenn beim Emittenten ein Investment Grade-Rating vorliegt. Die zu erfassenden Wertberichtigungen werden auf Basis von korrespondierenden "Credit Default Swaps" ermittelt.

Vermögenswerte des Vorratsvermögens werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Ermittlung der Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und Handelswaren erfolgt nach der gleitenden Durchschnittsmethode. Anschaffungspreisminderungen, wie Boni, Skonti und andere vergleichbare Beträge, werden bei der Ermittlung der Anschaffungskosten berücksichtigt. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten. Sie enthalten alle dem Herstellungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten.

halten. Nettogewinne und -verluste aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen dargestellt.

Die Zuordnung der jeweiligen Finanzinstrumente innerhalb der Bilanzpositionen zu den Kategorien des IFRS 9 ist zusammenfassend im Kapitel "Sonstige Erläuterungen zum Konzernabschluss" unter Textziffer 22 dargestellt.

Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn das vertragliche Recht auf Zahlungen aus dem finanziellen Vermögenswert erloschen ist oder der finanzielle Vermögenswert übertragen wurde und RATIONAL im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen hat oder übertragen bekommen hat. Eine Forderung wird auch dann ausgebucht, wenn keine realistischen Aussichten auf die Einbringlichkeit einer wertberichtigten Forderung bestehen (in der Regel definiert als Insolvenz des Schuldners oder Unmöglichkeit der Forderungsrealisierung durch einen externen, spezialisierten Inkassopartner). Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die entsprechende Verpflichtung beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen ist. Die Gewinne und Verluste, die durch die Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten bzw. finanziellen Verbindlichkeiten entstanden sind, werden erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Bestätigungsvermerk 125

Anhang 88

Würde sich das Rating eines Kontraktpartners deutlich verschlechtern (z. B. schlechter als BBB-/kein Investment-Grade) würde ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos vorliegen, was zu einem Transfer der entsprechenden Festgeldverträge in Stufe 2 führen würde. Als Folge würde die Risikovorsoge dann dem erwarteten Ausfallrisiko über die gesamte Laufzeit des Finanzinstruments entsprechen.

RATIONAL wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu bemessen. Der kurzfristige Charakter der Forderungen hat zur Folge, dass die erwarteten 12-Monats-Kreditverluste mit den über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverlusten übereinstimmt. Ein Transfer zwischen Stufe 1 und Stufe 2 ist somit überflüssig, weswegen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen grundsätzlich der Stufe 2 zuzuordnen sind. Liegt ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung vor, ist das entsprechende Finanzinstrument in Stufe 3 zu transferieren.

Zur Bemessung der Kreditverluste, die für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Stufe 2 zu erwarten sind, wird folgendes Modell angewendet: Forderungen, die keinen individuellen Wertberichtigungsbedarf aufweisen, werden in regionale Teilportfolien aufgegliedert. Diese Teilportfolien werden regelmäßig auf Basis der Veränderung der Länderratings ("externer Faktor") und der Veränderung der gewichteten Portfolio-Risiko-Scores ("interner Faktor") bewertet. Dabei werden externer und interner Faktor miteinander kombiniert und unter vorheriger Eliminierung einzelwertberichtigter Forderungen auf die historische Ausfallerfahrung der jeweiligen regionalen Teilportfolien angewendet. Bestehende Absicherungen durch die Kreditversicherung werden bei der Ermittlung der Wertberichtigungen berücksichtigt.

Einzelwertberichtigungen der Stufe 3 sind zu bilden für Forderungen, die aufgrund objektiver Kriterien als zweifelhaft zu betrachten sind und bei denen keine Erkenntnisse vorliegen, die eine andere Bewertung rechtfertigen. Ein objektiver Hinweis liegt insbesondere vor bei erheblichen finanziellen Schwierigkeiten des Kunden, Überfälligkeiten von mehr als 90 Tagen, einem beantragten oder laufenden Insolvenzverfahren oder gerichtlich angefochtenen Forderungen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten sowie kurzfristige Einlagen und werden zum Nominalwert bewertet. Guthaben in fremder Währung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Kontokorrentguthaben unterliegt den Vorschriften des allgemeinen Wertminderungsmodells. Da Kontokorrentverträge jedoch grundsätzlich jederzeit kurzfristig gekündigt werden können, wird von einem Ansatz einer Risikovorsorge auf Kontokorrentguthaben abgesehen.

Tatsächliche Ertragsteuerforderungen und Ertragsteuerverbindlichkeiten

Die tatsächlichen Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten für laufende und frühere Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Latente Steuern

Latente Steuern werden gemäß IAS 12 unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode für temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz sowie für steuerliche Verlustvorträge gebildet. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Für die RATIONAL AG wird zur Ermittlung der latenten Steuern ein Steuersatz von 28 % (Vj. 28 %) herangezogen. Bei den ausländischen Tochtergesellschaften werden für die Berechnung der latenten Steuern die am Bilanzstichtag gültigen oder bereits rechtskräftig beschlossenen Steuersätze verwendet. Die auf Konzernebene erfassten latenten Steuerposten wurden mit dem jeweiligen landesspezifischen Ertragssteuersatz angesetzt.

Latente Steuererstattungsansprüche und latente Steuerverbindlichkeiten werden nur saldiert, wenn ein einklagbarer Rechtsanspruch auf Anrechnung besteht und wenn die latenten Steuererstattungsansprüche und Steuerverbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die für dasselbe Steuersubjekt und von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch und der noch nicht genutzte steuerliche Verlust verwendet werden kann.

Rückstellungen

Die Bewertung der leistungsorientierten Pensionsrückstellungen beruht auf dem gemäß IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden direkt im sonstigen Ergebnis erfasst. Der Zinsaufwand wird ergebniswirksam in der Position "Zinsaufwendungen" gebucht.

Sonstige Rückstellungen werden gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die Inanspruchnahme künftig wahrscheinlich ist und sich die Höhe der Inanspruchnahme zuverlässig schätzen lässt. Der Wertansatz der Rückstellungen wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft. Ist der aus der Diskontierung resultierende Effekt wesentlich, wird die Rückstellung unter Zugrundelegung von Marktzinssätzen abgezinst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden mit dem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit besteht, dass RATIONAL die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden.

Öffentliche Zuwendungen, die als Kompensation für bereits angefallene Aufwendungen gezahlt werden, werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der der Anspruch dafür entsteht. Diese Zuwendungen werden in der Regel von den entsprechenden Aufwendungen abgezogen. Zuwendungen für Forschung und nicht-aktivierungsfähige Entwicklung werden als sonstige betriebliche Erträge ausgewiesen.

Öffentliche Zuwendungen für Vermögenswerte reduzieren die in der Bilanz ausgewiesenen Buchwerte der entsprechenden Vermögenswerte. Der Ertrag wird mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags über die Lebensdauer des Vermögenswerts erfasst.

Umsatzkosten und sonstige Funktionskosten

Ertrags- und Aufwandsrealisierung

leistungen erbracht werden. Einige Verträge beinhalten mehrere Leistungskomponenten, wie etwa den Verkauf von Geräten und die zugehörige Installation der Geräte in der Küche oder verlängerte Garantieleistungen. Die Installation bzw. verlängerte Garantie wird als eigenständige Leistungsverpflichtung bilanziert und der Transaktionspreis wird auf alle Leistungsverpflichtungen anhand der relativen Einzelveräußerungspreise aufgeteilt.

Die Umsatzkosten umfassen Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse, Anschaffungskosten der verkauften Handelswaren, Gewährleistungsaufwendungen, Wertminderungen auf Vorräte sowie Kosten zur Erbringung von veräußerten Dienstleistungen. In den Vertriebs- und Servicekosten sind Aufwendungen der Vertriebsorganisationen im Innen- und Außendienst, Versandkosten, Kosten des Marketings, der Anwendungsberatung und des technischen Kundendienstes enthalten. Die Forschungs- und Entwicklungskosten beinhalten die Kosten für die Grundlagen- und Anwendungsforschung und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten. Die allgemeinen Verwaltungskosten setzen sich zusammen aus Aufwendungen für die kaufmännischen Bereiche Finanzen, Datenverarbeitung, Buchhaltung und Controlling sowie Kosten für das Personalwesen, zentrale Dienste und anteiligen Aufwendungen für die Unternehmensleitung. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sind in den Umsatzkosten sowie den sonstigen Funktionskosten verursachungsgerecht enthalten. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst. Die Bildung von Rückstellungen für Gewährleistungen erfolgt einzelfallbezogen bzw. bei Realisierung der entsprechenden Umsatzerlöse. Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht abgegrenzt. Forschungs- und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten werden sofort nach ihrer Entstehung ergebniswirksam berücksichtigt. Finanzierungskosten werden, soweit sie nicht dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zuzuordnen sind, in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Übriges Finanzergebnis Aufgrund der aktuellen Zinspolitik der Europäischen Zentralbank erheben zahlreiche Banken Verwahrgebühren für Guthabenkonten. RATIONAL weist diese als Aufwand im übrigen Finanzergebnis aus.

Die Umsatzerlöse umfassen die erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistungen unter Berücksichtigung von Skonti, Preisnachlässen und Händlerboni. Händlerboni basieren in der Regel auf den Gesamtumsätzen eines Jahres und werden im Nachhinein gewährt. Die Ermittlung dieser variablen Gegenleistung basiert auf dem wahrscheinlichsten Wert. Umsatzerlöse werden nur in dem Umfang erfasst, in dem es hochwahrscheinlich ist, dass eine signifikante Stornierung der Umsatzerlöse nicht notwendig wird. In der Höhe ungewisse Verpflichtungen aus noch zu gewährenden Händlerboni werden in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Steht die Höhe der zu gewährenden Händlerboni fest, erfolgt der Ausweis in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Die Zahlungsbedingungen richten sich nach den lokalen Gegebenheiten. Diese liegen grundsätzlich unter einem Jahr. Signifikante Finanzierungskomponenten liegen nicht vor.

RATIONAL erzielt Umsatzerlöse vorwiegend aus dem Verkauf von Waren an Fachhändler und Partner. Der Auftragsvorlauf ist in der Regel kurzfristig. Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die zugrunde liegende Leistungsverpflichtung durch Übertragung der Verfügungsmacht an den Kunden erfüllt ist. Dies geschieht überwiegend mit Lieferung der Güter. In geringem Maße erwirtschaftet RATIONAL Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen. Diese werden in der Berichtsperiode erfasst, in der die Dienstwesentliche Ermessensentscheidungen Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen, die die angegebenen Beträge für Vermögenswerte, Schulden und finanzielle Verpflichtungen zum Bilanzstichtag sowie die Erträge und Aufwendungen des Berichtsjahres beeinflussen können. Die Darstellung der Buchwerte der angesprochenen Positionen erfolgt einzeln in den jeweiligen Anhangangaben.

Verwendung von Schätzungen und Annahmen sowie

84

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 95 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 94 Konzernabschluss

Die vom Vorstand nach bestem Wissen getroffenen Annahmen und Schätzungen hätten aus gleichermaßen nachvollziehbaren Gründen auch anders getroffen werden können. Die getroffenen Annahmen können sich im Zeitablauf ändern und somit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinflussen. Der Vorstand geht davon aus, dass die getroffenen Annahmen und Schätzungen angemessen sind.

Insbesondere nachfolgende Sachverhalte enthalten von der Unternehmensführung getroffene Annahmen und Schätzungen.

Bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beziehen sich die Annahmen und Schätzungen insbesondere auf die Nutzungsdauer, die Einschätzung, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, sowie die Höhe des erzielbaren Betrags eines wertgeminderten Vermögenswerts. Bei den Nutzungsrechten erfolgen zusätzlich Annahmen hinsichtlich des Zinssatzes.

Bei der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung des Geschäftsoder Firmenwerts sowie bei aktivierten Entwicklungskosten für noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekte müssen im Rahmen der Ermittlung des erzielbaren Betrags Annahmen zur weiteren Ertragsentwicklung und zu den daraus resultierenden zu erwarteten Cashflows der zugrunde gelegten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten getroffen werden. Für noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekte müssen darüber hinaus Annahmen über die noch anfallenden Kosten sowie den Zeitraum bis zur Fertigstellung getroffen werden.

Bei der Überprüfung des Geschäftsmodells zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten werden vom Vorstand Ermessensentscheidungen ausgeübt. Die Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte beruhen auf Annahmen zum Ausfallrisiko und erwarteten Verlustraten. Der Vorstand übt bei der Erstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Einflussfaktoren für die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus, basierend auf den Erfahrungen aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsgerichteten Schätzungen zum Ende jeder Berichtsperiode.

Die Berechnung der latenten Steueransprüche erfordert die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben. Die ausgewiesenen latenten Steuern könnten sich verringern, falls die Schätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen und die erzielbaren Steuervorteile gesenkt werden oder aktuelle Steuergesetzgebungen den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken.

Die wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich der Rückstellungen betreffen in die Zukunft gerichtete Bewertungsfaktoren, wie den zugrundeliegenden Rechnungszinsfuß inklusive der verwendeten Annahmen zur Risikosituation und zur Zinsentwicklung.

Die Gewährleistungsrückstellung umfasst die Haftung der Gesellschaften des Konzerns für die Funktionalität der Produkte. Die Ermittlung dieser Rückstellung erfordert Annahmen hinsichtlich des zukünftigen Aufwands, welcher aus Gewährleistungs- und Kulanzfällen entsteht. Im Wesentlichen basiert die Rückstellungsermittlung auf Erfahrungswerten der Vergangenheit hinsichtlich historischer Inanspruchnahmen und verkaufter Stückzahlen. Die dabei berücksichtigte Garantiezeit beträgt in der Regel zwei Jahre.

Rückstellungen für gerichtliche Verfahren sowie Prozess- und Schadensersatzrisiken werden gebildet, wenn die Voraussetzungen von IAS 37 hierfür erfüllt sind. Die Bildung und die Höhe der Rückstellung unterliegen der Schätzung des Vorstands. Da sich solche Fälle meist über einen längeren Zeitraum erstrecken und es sich um komplexe Fragestellungen handelt, ist die Ermittlung von Rückstellungen für gerichtliche Verfahren sowie Prozess- und Schadensersatzrisiken mit Unsicherheiten verbunden. Der Vorstand beurteilt den Stand regelmäßig, zum Teil unter Hinzuziehung von externen Anwälten, um die Rückstellungen verlässlich zu schätzen.

Bei der Erfassung der Umsatzerlöse wird in der Regel davon ausgegangen, dass der Kunde mit Lieferung der Ware die Verfügungsgewalt erhält. In relativ geringem Umfang werden die Leistungsverpflichtungen aus einem Vertrag in verschiedenen Perioden erfüllt, hierzu muss der Transaktionspreis auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen aufgeteilt werden. Die Ermittlung von zu gewährenden Händlerboni und Skonti erfordert Annahmen bezüglich der Gesamtabnahmen von Händlern und des Zahlungsverhaltens.

Die tatsächlichen Entwicklungen können unter bestimmten Umständen von den vorgenommenen Schätzungen und Annahmen abweichen. Der Grundsatz des "True and Fair View" wird auch bei der Verwendung von Schätzungen uneingeschränkt gewahrt.

Über Schätzungen und Annahmen hinausgehende wesentliche Ermessensausübungen des Vorstands bei der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben nicht stattgefunden.

Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

1. Umsatzerlöse

Der Umsatzanstieg in Höhe von 130.147 Tsd. Euro oder 20 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 ist im Wesentlichen auf die weltweite Erholung der wirtschaftlichen Entwicklung nach der Corona-Krise im Vorjahr und der daraus resultierenden erhöhten Nachfrage zurückzuführen. Die weltweit angespannte Liefersituation hat im vierten Quartal der Berichtsperiode zu einem reduzierten Wachstum im Vergleich zum Umsatzwachstum nach neun Monaten geführt.

Die regionale Aufteilung der Umsatzerlöse nach dem Sitz der Kunden stellt sich wie folgt dar:

Mit Umsatzerlösen in Höhe von 110.189 Tsd. Euro (Vj. 88.564 Tsd. Euro) in den Vereinigten Staaten von Amerika und 102.528 Tsd. Euro (Vj. 83.889 Tsd. Euro) in Deutschland wurde ein wesentlicher Anteil der Konzernumsatzerlöse in diesen Ländern erzielt. Wie im Vorjahr gab es keinen Kunden, mit dem ein Umsatzanteil von mehr als 10 % erzielt wurde.

Die Produktgruppe iCombi erzielte im Berichtszeitraum Umsatzerlöse in Höhe von 698.383 Tsd. Euro (Vj. 580.603 Tsd. Euro), die Produktgruppe iVario erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 81.351 Tsd. Euro (Vj. 68.984 Tsd. Euro). 71 % (Vj. 72 %) der Umsatzerlöse entfielen auf den Geräteabsatz. Die restlichen 29 % (Vj. 28 %) entstanden aus dem Verkauf von Zubehör, Ersatzteilen und Pflegeprodukten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen.

In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse in Höhe von 3.505 Tsd. Euro (Vj. 3.969 Tsd. Euro) realisiert, die zum Ende des Vorjahres in den Vertragsverbindlichkeiten erfasst waren. Aus der Endabrechnung von Händlerboni für das Vorjahr ergaben sich umsatzerhöhende Effekte in Höhe von 488 Tsd. Euro (Vj. 135 Tsd. Euro).

Umsatzerlöse nach Regionen
in TEUR
2021 Anteil
in%
2020 Anteil
in%
Deutschland 102.528 13 83.889 13
Europa (ohne Deutschland) 336.757 43 295.031 45
Nordamerika 140.415 18 111.977 17
Lateinamerika 35.452 5 24.083 4
Asien 122.777 16 102.210 16
Übrige Welt 1 41.805 5 32.397 5
Gesamt 779.734 100 649.587 100

1Australien, Neuseeland, Naher/Mittlerer Osten, Afrika

Die bilanzierten Vertragsverbindlichkeiten (siehe Textziffer 20 "Sonstige Verbindlichkeiten") entstehen aus Zahlungen, die vor der Erfüllung der vertraglichen Leistung eingegangen sind. Die Vertragsverbindlichkeiten werden als Umsatzerlöse erfasst, sobald die jeweilige Leistungsverpflichtung erbracht ist.

Die Laufzeit der verbleibenden Leistungsverpflichtungen liegt in der Regel unter einem Jahr. Dies gilt auch für den aufgrund der weltweit angespannten Liefersituation zum Jahresende angestiegenen Auftragsbestand. Weitere Angaben zu kurzfristigen Leistungsverpflichtungen erfolgen daher in Übereinstimmung mit den IFRS nicht.

Weitere Informationen zu Umsatzerlösen werden in der Segmentberichterstattung (siehe Textziffer 25) dargestellt.

2. Umsatz- und Funktionskosten

Der Anstieg der Umsatzkosten entwickelte sich mit 21 % nahezu proportional zum Umsatzwachstum. Neben dem Umsatzanstieg wirken im Vergleich zum Vorjahr mit der Einführung der neuen Gerätegeneration eine verbesserte Produktivität sowie Einsparungen in den Personalkosten der Fertigung positiv auf die Rohertragsmarge. Zudem waren im Vorjahr erhöhte Aufwendungen für die Einführung der neuen Produktgeneration enthalten. Dem gegenüber stehen in diesem Jahr gestiegene Einkaufspreise aufgrund der weltweit angespannten Liefersituation, insbesondere im vierten Quartal der Berichtsperiode, sowie erhöhte Gewährleistungsrückstellungen. Die Vertriebs- und Servicekosten steigen im Vergleich zum Umsatzwachstum unterproportional um 12 %, was insbesondere auf weiterhin niedrige Kosten für Vertriebsveranstaltungen und Geschäftsreisen aufgrund von Kontakt- und Reisebeschränkungen sowie unterproportional zum Umsatzwachstum angestiegene Personalkosten zurückzuführen ist.

Im Jahr 2021 hat RATIONAL Zuwendungen der öffentlichen Hand in Form von Personalkosten- und Mietaufwandzuschüssen in Höhe von 1.055 Tsd. Euro (Vj. 2.188 Tsd. Euro) erfasst. Die Ansprüche sind in der Berichtsperiode entstanden. Die an diese Zuwendungen geknüpften Bedingungen wurden vollständig erfüllt, etwaige Unsicherheiten bestehen nicht. Außerdem hat RATIONAL staatliche Beihilfen in Form von reduzierten Sozialabgaben erhalten.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 97 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 96 Konzernabschluss

3. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Kursgewinne und -verluste entstehen im Wesentlichen aus Wechselkursveränderungen zwischen dem Entstehungszeitpunkt und dem Zahlungszeitpunkt sowie aus der Bewertung von Bilanzpositionen zum Stichtagskurs.

Erträge aus staatlichen Zuwendungen in Höhe von 1.447 Tsd. Euro (Vj. 1.386 Tsd. Euro) werden in den anderen Erträgen ausgewiesen und beinhalten Zuschüsse für Forschungs- und Entwicklungsleistungen. Der Anspruch ist in der Berichtsperiode entstanden.

In den anderen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Wertminderungen und Ausbuchungen von Forderungen enthalten. Diese werden in Textziffer 11 "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" erläutert.

4. Finanzergebnis

Die größten Posten innerhalb des Finanzergebnisses sind Verwahrgebühren und Zinsaufwendungen in Zusammenhang mit Leasingverträgen. Das hohe übrige Finanzergebnis im Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus dem finanziellen Engagement im Rahmen eines Spezialfonds, der im Geschäftsjahr 2020 aufgelöst wurde.

in TEUR
2021 2020
Kursgewinne 10.962 9.037
Andere Erträge 2.923 3.703
Sonstige betriebliche Erträge 13.885 12.740
Kursverluste –9.073 –18.395
Andere Aufwendungen –1.282 –2.503
Sonstige betriebliche Aufwendungen –10.355 –20.898

5. Ertragsteuern

Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand. Dieser beinhaltet sowohl tatsächliche als auch latente Steuern, die in die Ermittlung des Ergebnisses der Periode einfließen. Bei der Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird auf das Ergebnis vor Steuern ein zusammengefasster Ertragsteuersatz von 27,73 % (Vj. 27,73 %) angewendet. Er setzt sich aus der Körperschaftsteuer von 15,0 % und dem Solidaritätszuschlag, der in Höhe von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer erhoben wird, sowie der Gewerbesteuer mit einem Hebesatz von 340 % zusammen, die auf das Mutterunternehmen Anwendung finden.

Der dem Jahr 2021 zuzurechnende latente Steueraufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung beläuft sich auf 2.720 Tsd. Euro (Vj. Steuerertrag 1.399 Tsd. Euro). Demnach beträgt der tatsächliche Ertragsteueraufwand ohne Berücksichtigung von latenten Steuern 32.477 Tsd. Euro (Vj. 23.680 Tsd. Euro).

in TEUR
2021 2020
Ergebnis vor Steuern (EBT) 158.860 102.377
Erwarteter Steuersatz in% 27,73 27,73
Erwarteter Ertragsteueraufwand 44.052 28.389
Abweichung lokale Steuersätze der
Tochtergesellschaften
–10.236 –4.223
Steuerertrag aus Vorjahren –123 –1.217
Steueraufwand betreffend Vorjahre 838 439
Nicht abzugsfähige Aufwendungen
und sonstige Beträge
666 –1.107
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 35.197 22.281

Die latenten Steuerabgrenzungen entfallen auf folgende Bilanzposten:

Die latenten Steuerabgrenzungen in den Rückstellungen enthalten erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste aktive latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste in Höhe von 293 Tsd. Euro (Vj. 385 Tsd. Euro).

Der Gesamtbetrag der aktiven bzw. passiven latenten Steuern ergibt sich zu 8.737 Tsd. Euro (Vj. 11.085 Tsd. Euro) aus kurzfristigen Sachverhalten. In Höhe von 559 Tsd. Euro (Vj. 1.023 Tsd. Euro) haben die ausgewiesenen Beträge langfristigen Charakter. Die kurzfristigen latenten Steuern resultieren aus verschiedenen temporären Unterschieden zwischen den IFRS-Werten und der Steuerbilanz sowie aus Konsolidierungsmaßnahmen, während die langfristigen latenten Steuern auf Bewertungsunterschieden von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, Rückstellungen und Nutzungsrechten sowie Leasingverbindlichkeiten basieren.

Am 31. Dezember 2021 bestanden temporäre Differenzen in Höhe von 6.047 Tsd. Euro (Vj. 3.355 Tsd. Euro) in Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, für die keine latenten Steuerschulden angesetzt wurden, da eine Ausschüttung dieser Gewinne nicht beabsichtigt ist.

Daneben bestehen ungenutzte steuerliche Verluste in Höhe von 856 Tsd. Euro (Vj. 1.265 Tsd. Euro). Latente Steueransprüche hierauf wurden nicht erfasst, da es nicht hinreichend sicher ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der Konzern die latenten Steueransprüche verwenden kann.

in TEUR
Aktive latente Steuer Passive latente Steuer
31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
Immaterielle
Vermögenswerte
44 27 –1.329 –977
Vorräte 7.436 9.685 –105 –78
Rückstellungen 3.568 3.347 –57 –50
Nutzungsrechte
und Leasingverbind
lichkeiten
4.147 4.301 –4.048 –4.256
Übrige 698 862 –1.058 –753
Summe latente
Steuern aktiv/passiv
15.893 18.222 –6.597 –6.114
Steuerverrechnungen –5.920 –5.708 5.920 5.708
Bilanzansatz
aktiv/passiv
9.973 12.514 –677 –406

6. Ergebnis je Aktie

Die Ermittlung des Ergebnisses je Aktie erfolgt nach den Vorgaben des IAS 33 mittels Division des Ergebnisses nach Steuern durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres ausstehenden Aktien.

Auf Basis eines Aktienbestands von 11.370.000 Stück (Vj. 11.370.000 Stück) und eines Ergebnisses nach Steuern in Höhe von 123.663 Tsd. Euro (Vj. 80.096 Tsd. Euro) ergibt sich für das Geschäftsjahr 2021 ein (unverwässertes und verwässertes) Ergebnis je Aktie von 10,88 Euro (Vj. 7,04 Euro).

7. Dividende je Aktie

Der das Geschäftsjahr 2020 betreffende Dividendenvorschlag des Vorstands und Aufsichtsrats der RATIONAL AG in Höhe von 4,80 Euro je Aktie wurde von der Hauptversammlung am 12. Mai 2021 mehrheitlich beschlossen. Die Dividendenauszahlung in einer Gesamthöhe von 54.576 Tsd. Euro (Vj. 64.809 Tsd. Euro) erfolgte im Mai 2021.

Für das Geschäftsjahr 2021 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 4. Mai 2022 vor, eine Dividende in Höhe von 10,00 Euro je Aktie (7,50 Euro plus eine Sonderdividende von 2,50 Euro je Aktie), das heißt insgesamt 113.700 Tsd. Euro, auszuschütten.

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 99 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 98 Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk 125

88

Der ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus dem Erwerb der RATIONAL Wittenheim S.A.S. im Jahr 1993 und wird auf das Segment EMEA allokiert. Der jährliche Werthaltigkeitstest hat keinen Wertminderungsbedarf ergeben, da der erzielbare Betrag den Buchwert übersteigt.

Die aktivierten Entwicklungskosten betreffen die Entwicklung neuer Lösungen sowie die Verbesserung der Leistungsfähigkeit unserer Produkte und Dienstleistungen. Die gesamten Forschungs- und Entwicklungsausgaben einschließlich der aktivierten Beträge belaufen sich im Geschäftsjahr 2021 auf 48.207 Tsd. Euro.

Im Geschäftsjahr 2021 lagen wie im Vorjahr keine Anhaltspunkte auf Wertminderungen vor. Verpfändungen oder Verfügungsbeschränkungen sind nicht vorhanden. Währungsdifferenzen entstehen aus der Umrechnung der in Fremdwährung bilanzierten immateriellen Vermögenswerte der Tochtergesellschaften in die funktionale Währung des Konzerns, den Euro.

Die Verpflichtungen für den Kauf von immateriellen Vermögenswerten betragen zum 31. Dezember 2021 374 Tsd. Euro (Vj. 0 Tsd. Euro).

9. Sachanlagen

Die Bilanzposition setzt sich aus Sachanlagen gemäß IAS 16 in Höhe von 178.964 Tsd. Euro (Vj. 177.020 Tsd. Euro) und Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16 in Höhe von 17.114 Tsd. Euro (Vj. 17.957 Tsd. Euro) zusammen.

Im Geschäftsjahr 2021 lagen wie im Vorjahr keine Anhaltspunkte auf Wertminderungen vor.

Die Sachanlagen gemäß IAS 16 verteilen sich wie folgt:

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz – Aktiva

8. Immaterielle Vermögenswerte

Gewerbliche
Schutzrechte
und ähnliche
Rechte
Geschäfts
oder
Firmenwerte
Aktivierte
Entwick
lungskosten
in TEUR
Gesamt
Anschaffungs
kosten
Stand 01.01.2021 15.784 424 7.336 23.544
Währungs
differenzen
1 1
Zugänge 1.127 3.088 4.215
Abgänge –35 –35
Stand 31.12.2021 16.877 424 10.424 27.725

Abschreibungen

Stand 01.01.2021 12.557 4.479 17.036
Währungs
differenzen
Zugänge 1.267 1.154 2.421
Abgänge –35 –35
Stand 31.12.2021 13.789 5.633 19.422

Buchwerte

Stand 31.12.2021 3.088 424 4.791 8.303

Anschaffungs-

kosten
Stand 01.01.2020 16.041 424 6.756 23.221
Währungs
differenzen
–39 –39
Zugänge 1.447 580 2.027
Abgänge –1.665 –1.665
Stand 31.12.2020 15.784 424 7.336 23.544

Abschreibungen

Stand 01.01.2020 12.794 3.143 15.937
Währungs
differenzen
–36 –36
Zugänge 1.462 1.336 2.798
Abgänge –1.663 –1.663
Stand 31.12.2020 12.557 4.479 17.036

Buchwerte

Stand 31.12.2020 3.227 424 2.857 6.508
in TEUR
Grundstücke und Technische Anlagen Betriebs- und Geleistete
Anzahlungen und
Bauten und Maschinen Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2021 131.437 93.479 44.971 21.049 290.936
Währungsdifferenzen 225 1 208 434
Zugänge 5.466 3.265 4.798 8.076 21.605
Umgliederungen 13.405 5.831 234 –19.470
Abgänge –158 –106 –1.356 –20 –1.640
Stand 31.12.2021 150.375 102.470 48.855 9.635 311.335
Abschreibungen
Stand 01.01.2021
Währungsdifferenzen 45.395 40.880 27.641 113.916
Umgliederungen 156 1 170 327
Zugänge 4.584
9.518
5.488

19.590
Abgänge –155 –75 –1.232 –1.462
Stand 31.12.2021 49.980 50.324 32.067 132.371
Stand 31.12.2021 100.395 52.146 16.788 9.635 178.964
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2020 130.173 79.256 41.892 17.748 269.069
Währungsdifferenzen –354 –1 –525 –2 –882
Zugänge 1.195 5.981 6.215 16.010 29.401
Umgliederungen 899 11.932 –124 –12.707
Abgänge –476 –3.689 –2.487 –6.652
Stand 31.12.2020 131.437 93.479 44.971 21.049 290.936
Abschreibungen
Stand 01.01.2020 41.139 35.990 25.670 102.799
Währungsdifferenzen –206 –1 –351 –558
Umgliederungen 4.677 8.299 4.763 17.739
Zugänge 112 –112
Abgänge –327 –3.408 –2.329 –6.064
Stand 31.12.2020 45.395 40.880 27.641 113.916

Buchwerte

in TEUR
Geleistete
Grundstücke und
Bauten
Technische Anlagen
und Maschinen
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
Anzahlungen und
Anlagen im Bau
Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2021 131.437 93.479 44.971 21.049 290.936
Währungsdifferenzen 225 1 208 434
Zugänge 5.466 3.265 4.798 8.076 21.605
Umgliederungen 13.405 5.831 234 –19.470
Abgänge –158 –106 –1.356 –20 –1.640
Stand 31.12.2021 150.375 102.470 48.855 9.635 311.335
Abschreibungen
Stand 01.01.2021 45.395 40.880 27.641 113.916
Währungsdifferenzen 156 1 170 327
Umgliederungen 4.584 9.518 5.488 19.590
Zugänge
Abgänge –155 –75 –1.232 –1.462
Stand 31.12.2021 49.980 50.324 32.067 132.371
Buchwerte
Stand 31.12.2021 100.395 52.146 16.788 9.635 178.964
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2020 130.173 79.256 41.892 17.748 269.069
Währungsdifferenzen –354 –1 –525 –2 –882
Zugänge 1.195 5.981 6.215 16.010 29.401
Umgliederungen 899 11.932 –124 –12.707
Abgänge
Stand 31.12.2020
–476 –3.689 –2.487 –6.652
131.437 93.479 44.971 21.049 290.936
Abschreibungen
Stand 01.01.2020 41.139 35.990 25.670 102.799
Währungsdifferenzen –206 –1 –351 –558
Umgliederungen 4.677 8.299 4.763 17.739
Zugänge 112 –112
Abgänge –327 –3.408 –2.329 –6.064
Stand 31.12.2020 45.395 40.880 27.641 113.916
in TEUR
Geleistete
Grundstücke und
Bauten
Technische Anlagen
und Maschinen
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
Anzahlungen und
Anlagen im Bau
Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2021 131.437 93.479 44.971 21.049 290.936
Währungsdifferenzen 225 1 208 434
Zugänge 5.466 3.265 4.798 8.076 21.605
Umgliederungen 13.405 5.831 234 –19.470
Abgänge –158 –106 –1.356 –20 –1.640
Stand 31.12.2021 150.375 102.470 48.855 9.635 311.335
Abschreibungen
Stand 01.01.2021 45.395 40.880 27.641 113.916
Währungsdifferenzen 156 1 170 327
Umgliederungen 4.584 9.518 5.488 19.590
Zugänge
Abgänge –155 –75 –1.232 –1.462
Stand 31.12.2021 49.980 50.324 32.067 132.371
Buchwerte
Stand 31.12.2021
100.395 52.146 16.788 9.635 178.964
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2020 130.173 79.256 41.892 17.748 269.069
Währungsdifferenzen –354 –1 –525 –2 –882
Zugänge 1.195 5.981 6.215 16.010 29.401
Umgliederungen 899 11.932 –124 –12.707
Abgänge –476 –3.689 –2.487 –6.652
Stand 31.12.2020 131.437 93.479 44.971 21.049 290.936
Abschreibungen
Stand 01.01.2020 41.139 35.990 25.670 102.799
Währungsdifferenzen –206 –1 –351 –558
Umgliederungen 4.677 8.299 4.763 17.739
Zugänge 112 –112
Abgänge –327 –3.408 –2.329 –6.064
Stand 31.12.2020 45.395 40.880 27.641 113.916
in TEUR
Geleistete
Grundstücke und
Bauten
Technische Anlagen
und Maschinen
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
Anzahlungen und
Anlagen im Bau
Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2021 131.437 93.479 44.971 21.049 290.936
Währungsdifferenzen 225 1 208 434
Zugänge 5.466 3.265 4.798 8.076 21.605
Umgliederungen 13.405 5.831 234 –19.470
Abgänge –158 –106 –1.356 –20 –1.640
Stand 31.12.2021 150.375 102.470 48.855 9.635 311.335
Abschreibungen
Stand 01.01.2021 45.395 40.880 27.641 113.916
Währungsdifferenzen 156 1 170 327
Umgliederungen 4.584 9.518 5.488 19.590
Zugänge
Abgänge –155 –75 –1.232 –1.462
Stand 31.12.2021 49.980 50.324 32.067 132.371
Buchwerte
Stand 31.12.2021
100.395 52.146 16.788 9.635 178.964
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2020 130.173 79.256 41.892 17.748 269.069
Währungsdifferenzen –354 –1 –525 –2 –882
Zugänge 1.195 5.981 6.215 16.010 29.401
Umgliederungen 899 11.932 –124 –12.707
Abgänge –476 –3.689 –2.487 –6.652
Stand 31.12.2020 131.437 93.479 44.971 21.049 290.936
Abschreibungen
Stand 01.01.2020 41.139 35.990 25.670 102.799
Währungsdifferenzen –206 –1 –351 –558
Umgliederungen 4.677 8.299 4.763 17.739
Zugänge 112 –112
Abgänge –327 –3.408 –2.329 –6.064
Stand 31.12.2020 45.395 40.880 27.641 113.916

Buchwerte

Stand 31.12.2020 86.042 52.599 17.330 21.049 177.020

100
RATIONAL Geschäftsbericht 2021
Konzernabschluss
Gesamtergebnis
rechnung
Bilanz Kapitalfluss
rechnung
Eigenkapitalverände
rungsrechnung
Anhang Versicherung der
gesetzlichen Vertreter
Bestätigungs
vermerk
101
84 85 86 87 88 124 125
Versicherung der
gesetzlichen Vertreter
Bestätigungs
vermerk
124 125

Anhang
88 124

Für Grundstücke und Bauten in Landsberg ist eine Grundschuld in Höhe von 33.500 Tsd. Euro eingetragen (Vj. 33.500 Tsd. Euro). Weitere Verfügungsbeschränkungen sind nicht vorhanden. Währungsdifferenzen entstehen aus der Umrechnung des in Fremdwährung bilanzierten Sachanlagevermögens der Tochtergesellschaften in die funktionale Währung des Konzerns.

Die Verpflichtungen für den Kauf von Sachanlagevermögen betragen zum 31. Dezember 2021 7.500 Tsd. Euro (Vj. 6.020 Tsd. Euro).

Weiterführende Informationen zu den Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen werden in der Textziffer 23 "Leasing" beschrieben.

10. Vorräte

Der deutliche Anstieg des Vorratsvermögens ist auf das reduzierte Absatzvolumen im vierten Quartal der Berichtsperiode zurückzuführen. Hauptgrund hierfür war eine geringere Materialverfügbarkeit aufgrund der weltweit angespannten Liefersituation. Da damit einhergehend Geräte vermehrt nur teilweise fertiggestellt werden konnten, ist der Bestand an unfertigen Erzeugnissen zum Jahresende signifikant angestiegen, der Bestand an Fertigerzeugnissen jedoch zurückgegangen.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden Wertminderungen auf Vorräte in Höhe von 3.615 Tsd. Euro (Vj. 5.376 Tsd. Euro) aufwandswirksam in den Umsatzkosten erfasst.

Insgesamt wurden in der Berichtsperiode 319.678 Tsd. Euro Vorräte (Vj. 271.803 Tsd. Euro) als Aufwand erfasst.

Wie im Vorjahr unterliegt der Vorratsbestand zum Bilanzstichtag keinerlei Verfügungsbeschränkungen oder Verpfändungen.

in TEUR
31.12.2021 31.12.2020
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 25.850 23.785
Unfertige Erzeugnisse 32.559 2.599
Fertige Erzeugnisse und Waren 38.879 52.901
Gesamt 97.288 79.285

11. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem 31. Dezember 2020 resultiert im Wesentlichen aus dem im Vorjahresvergleich gestiegenen Umsatz innerhalb der letzten beiden Monate der Berichtsperiode.

Die zu Beginn des Geschäftsjahres offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus dem Vorjahr sind im Wesentlichem in der Berichtsperiode beglichen worden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen per 31. Dezember 2021 beinhalten somit überwiegend neu entstandene Forderungen.

Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besitzen eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Ausfallrisiken im Forderungsbestand werden durch die Bildung von Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste berücksichtigt. Informationen zu den Ausfallrisiken der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen befinden sich im Abschnitt "Finanzrisiken" unter Textziffer 22.

in TEUR
31.12.2021 31.12.2020
311 917
108.871 98.430
109.182 99.347
–238 –535
–157 –62
108.787 98.750

Die Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

Für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht bereits einzelwertberichtigt sind, wird gemäß IFRS 9 eine Portfoliowertberichtigung gebildet. Dabei wurde zum Stichtag pro Ausfallrisiko-Ratingklasse eine Portfolio-Quote von 0,00 % bis 4,33 % (Vj. 0,00 % bis 0,63 %) zu Grunde gelegt.

Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung von Forderungen ergaben im Geschäftsjahr 2021 einen Aufwand in Höhe von 592 Tsd. Euro (Vj. 837 Tsd. Euro). Bezahlte oder noch zu erwartende Kompensationsleistungen der Kreditversicherung in Höhe von 375 Tsd. Euro (Vj. 669 Tsd. Euro) sind hierbei nicht angerechnet. Aus Wertminderungsaufwendungen und -erträgen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergab sich im Geschäftsjahr 2021 ein Ertrag in Höhe von 186 Tsd. Euro (Vj. Aufwand in Höhe von 77 Tsd. Euro). Dieser ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten.

12. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Der Anstieg der sonstigen finanziellen Vermögenswerte gegenüber dem 31. Dezember 2020 resultiert im Wesentlichen aus der Anlage von kurzfristigen Festgeldern.

in TEUR
Langfristig
31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
83.611 24.851
595 329
671 748 1.040 1.145
84.877 25.928 1.040 1.145
Kurzfristig

Einzelwertberichtigungen auf Forderungen

2021
2020
aus Lieferungen und Leistungen in TEUR
Stand zum
01.01.
Währungs effekt Verbrauch Auflösung Zuführung Stand zum
31.12.
2021 535 10 –192 –151 36 238
2020 519 –41 –102 –56 215 535
Gesamtergebnis
rechnung
Bilanz Kapitalfluss
rechnung
Eigenkapitalverände
rungsrechnung
84 85 86 87
102
RATIONAL Geschäftsbericht 2021
Konzernabschluss
Gesamtergebnis
rechnung
Bilanz Kapitalfluss
rechnung
Eigenkapitalverände
rungsrechnung
Anhang Versicherung der
gesetzlichen Vertreter
Bestätigungs
vermerk
103
84 85 86 87 88 124 125

Gemäß IFRS 9 wurde eine Risikovorsorge für Geldanlagen anhand der in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unter "Finanzinstrumente" beschriebenen Methode ermittelt. Die Risikovorsorge ist dabei auf die erwarteten 12-Monats--Kreditverluste begrenzt.

Im aktuellen Geschäftsjahr wurde eine Erhöhung der Risikovorsorge für Geldanlagen als Aufwand in Höhe von 50 Tsd. Euro (Vj. Ertrag 51 Tsd. Euro) im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Die zum Jahresende bestehenden Festgelder sind zum Teil durch Einlagensicherungsfonds gesichert (detaillierte Angaben zu den Ausfallrisiken werden im Abschnitt "Finanzrisiken" unter Textziffer 22 gemacht). Es bestehen keinerlei Verpfändungen dieser Geldanlagen.

13. Sonstige Vermögenswerte

Die übrigen sonstigen Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen aus Vorschüssen an Mitarbeiter in Höhe von 640 Tsd. Euro (Vj. 590 Tsd. Euro).

in TEUR
Kurzfristig Langfristig
Geldanlagen inkl. Zinsforderungen 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
Geldanlagen vor Risikovorsorge 83.675 24.865
Risikovorsorge –64 –14
Geldanlagen nach Risikovorsorge 83.611 24.851
in TEUR
Kurzfristig Langfristig
Sonstige Vermögenswerte 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
Umsatzsteuererstattungsansprüche 7.601 6.069
Vorauszahlungen 4.378 3.143 1.278 810
Staatliche Zuwendungen 1.897 1.049
Übrige 952 1.161
Gesamt 12.931 10.373 3.175 1.859

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz – Passiva

15. Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der RATIONAL AG beträgt zum 31. Dezember 2021 unverändert 11.370 Tsd. Euro und besteht aus 11.370.000 auf den Inhaber lautenden, nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von 1,00 Euro. Jede Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Beschränkungen bezüglich Stimmrechte oder Übertragung von Aktien liegen nicht vor. Das Grundkapital ist vollständig einbezahlt.

Das bedingte Kapital beträgt 200 Tsd. Euro und ist für Optionsrechte von Mitgliedern des Vorstands bis zu einer Anzahl von 200.000 Stückaktien vorgesehen. Das Aktienoptionsprogramm wird in Textziffer 28 "Anteilsbasierte Vergütung" beschrieben.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage besteht im Wesentlichen aus dem im Rahmen des Börsengangs erzielten Agio für die Ausgabe von Anteilen abzüglich der damit verbundenen Börseneinführungskosten.

Gewinnrücklagen

Übriges Eigenkapital

Das übrige Eigenkapital setzt sich aus den Unterschiedsbeträgen aus der Währungsumrechnung, den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten sowie der darauf anfallenden Ertragsteuer (siehe Textziffer 5) zusammen.

Angaben zum Kapitalmanagement

Im Hinblick auf das Kapitalmanagement verfolgt RATIONAL das Ziel, die Unternehmensfortführung nachhaltig sicherzustellen und die Kapitalstruktur mit einer hohen Eigenkapitalbasis aufrechtzuerhalten. Zusätzlich möchte RATIONAL seine Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg beteiligen. Hierbei unterliegt RATIONAL keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen.

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse nach Steuern der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit diese nicht ausgeschüttet wurden. In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind Währungspositionen mit Kapitalverkehrskontrollen beinhaltet, die sich insgesamt auf einen Betrag von 7.981 Tsd. Euro (Vj. 5.270 Tsd. Euro) beziehen. Nähere Informationen zu Währungsrestriktionen können dem Abschnitt "Finanzrisiken" der Textziffer 22 entnommen werden.

14. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Guthaben in Fremdwährungen sind zum Kurs am Bilanzstichtag bewertet. Angaben zu den Ausfallrisiken werden unter Textziffer 22 im Abschnitt "Finanzrisiken" gemacht.

in TEUR
Währung 31.12.2021 31.12.2020
Guthaben EUR 197.000 177.614
Guthaben USD 9.945 10.523
Guthaben JPY 7.485 3.886
Guthaben GBP 6.561 9.118
Guthaben CHF 5.533 7.238
Guthaben CNY 5.257 4.790
Guthaben CAD 3.737 4.282
Guthaben INR 2.927 931
Guthaben PLN 2.649 603
Guthaben CZK 2.267 794
Guthaben SEK 1.976 3.397
Guthaben RUB 1.967 1.649
Guthaben MXN 1.855 713
Guthaben SGD 1.522 2.510
Guthaben TRY 1.420 1.339
Guthaben sonstige Währungen
und Kassenbestände
Versch. 1.594 1.741
Gesamt 253.695 231.128

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 105 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 104 Konzernabschluss

Schweiz

Die Altersvorsorge in der Schweiz umfasst insgesamt 54 (Vj. 53) pensionsberechtigte, aktive Mitarbeiter. Zum Bilanzstichtag bezog keine dieser Personen Zahlungen. Die Altersvorsorge, der Hinterbliebenenschutz und die Vorsorge für Erwerbsausfall in der Schweiz basieren auf einem Drei-Säulen-System mit unterschiedlicher Finanzierung. Gemäß dem Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) sichert die zweite Säule Berufstätige bzw. deren Hinterbliebene bei Invalidität oder Tod des Versorgers ab. Ab einem Alter von 25 Jahren besteht zudem eine obligatorische Altersabsicherung. Die Finanzierung dieser Absicherung erfolgt durch einkommensabhängige Einzahlungen des Arbeitgebers und Arbeitnehmers in einen Pensionsfonds, der vollständig rückversichert ist. Das Planvermögen reflektiert ausschließlich Versicherungsansprüche. Das Gesetz schreibt Minimalleistungen vor. Die Berechnung der Vorsorgeverpflichtung und der Vorsorgekosten erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren. Dies bedeutet, die projizierte erworbene Leistung basiert auf dem Vorsorgeplan und den zurückgelegten Dienstjahren, wobei künftige Lohnerhöhungen eingerechnet werden. Die Altersrente bemisst sich aufgrund der angesammelten Altersgutschriften, der Verzinsung und des Umwandlungssatzes im Rücktrittsalter. Die Risikoleistungen sind lohnabhängig. Die Arbeitgebereinzahlungen in die Pensionspläne werden im Jahr 2022 voraussichtlich 341 Tsd. Euro (Vj. 360 Tsd. Euro) betragen. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Pensionsverpflichtungen beträgt 19 Jahre (Vj. 22 Jahre).

Italien und Frankreich

Per Gesetz haben Arbeitnehmer in Italien unabhängig vom Grund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf eine Abfindungszahlung. In Frankreich hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf eine Grundrente aus der Sozialversicherung sowie eine Zusatzrente aus einer beitragsorientierten Versicherung. Darüber hinaus müssen per Gesetz Einmalzahlungen vom Arbeitgeber geleistet werden, wenn Arbeitnehmer in den Ruhestand treten. Die den französischen Angestellten zu zahlenden Vergütungen sind im Tarifvertrag des Großhandels bzw. der Metallindustrie festgelegt. Die Finanzierung der leistungsorientierten Verpflichtungen erfolgt über Rückstellungen. Die prognostizierten Zahlungen für das Jahr 2022 belaufen sich auf 164 Tsd. Euro (Vj. 149 Tsd. Euro).

Die Kapitalstruktur wird im Rahmen des Berichtsprozesses insbesondere auf Basis der Eigenkapitalquote überwacht und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedin-gungen gesteuert. Die Eigenkapitalquote gibt an, in welchem Verhältnis das bilanzielle Eigenkapital zum Gesamtkapital des Konzerns steht. Die Eigenkapitalquote von RATIONAL beläuft sich zum 31. Dezember 2021 auf 77 % (Vj. 80 %).

Um die Aktionäre angemessen zu beteiligen, passt die RATIONAL AG die Dividendenzahlungen an die Anteilseigner entsprechend der Ergebnissituation an.

16. Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Pensionsrückstellungen für die Mitarbeiter des RATIONAL-Konzerns umfassen Anwartschaften aktiver oder ausgeschiedener Mitarbeiter in Deutschland und in der Schweiz. Daneben ergeben sich aus gesetzlichen Regelungen in diversen Tochtergesellschaften Verpflichtungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, im Wesentlichen in Italien und Frankreich.

Die Höhe der Verpflichtung bemisst sich im Wesentlichen an der Beschäftigungsdauer, der Vergütungshöhe, der Lebenserwartung und dem aktuellen Zinsniveau.

Deutschland

Die RATIONAL AG hat für zwei ehemalige Mitarbeiter betriebliche Altersversorgungszusagen getroffen. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Pensionsrückstellungen. Beide Pensionsberechtigte beziehen bereits Zahlungen. Diese werden im Jahr 2022 voraussichtlich 51 Tsd. Euro (Vj. 51 Tsd. Euro) betragen. Die durchschnittliche Restlaufzeit der beiden Pensionsverpflichtungen beträgt 13 Jahre (Vj. 14 Jahre).

Zudem bestehen Einzelzusagen und Zusagen für Mitglieder des Vorstands und ausgewählte Mitarbeiter, die über eine Unterstützungskasse durchgeführt werden. Bei den Einzelzusagen handelt es sich um Fixrentenzusagen und beitragsorientierte Zusagen, deren Leistung sich an der versicherungsförmigen Umsetzung des Beitrags bemisst. Die Zusagen betreffen Vorstände und weitere aktive sowie im Ruhestand befindliche ehemalige Führungskräfte. Die bei der Unterstützungskasse durchgeführten Leistungszusagen sind über verpfändete Rückdeckungsversicherungen im Wesentlichen vollständig kongruent rückgedeckt. Insofern werden diese Zusagen als "DC-like DB-plan" im Gleichlauf von Verpflichtungen und Planvermögen bilanziert, wodurch sich eine Rückstellung von Null ergibt.

Die Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

Den Bewertungen liegen folgende gewichtete versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:

Als biometrische Berechnungsgrundlagen wurden für Deutschland die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. K. Heubeck und für die Schweiz die BVG-2020-Generationentafel (Vj. BVG-2015--Generationentafel) verwendet.

in TEUR
Leistungsorientierte
Verpflichtung (DBO)
Marktwert des Planvermögens Rückstellung
2021 2020 2021 2020 2021 2020
Wert zum 01.01. 10.961 9.604 4.453 3.416 6.508 6.188
Währungsdifferenz 348 –32 198 11 150 –43
Zinsaufwand 20 31 20 31
Zinsertrag 2 4 –2 –4
Dienstzeitaufwand 1.190 1.300 1.190 1.300
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand –311 –311
Versicherungsmathematische Verluste/
Gewinne aufgrund von Anpassungen
finanzieller Annahmen
–408 104 –408 104
Versicherungsmathematische Verluste/
Gewinne aufgrund von Anpassungen
demographischer Annahmen
–525 –525
Erfahrungsbedingte versicherungs
mathematische Verluste/Gewinne
–215 640 –215 640
Erträge aus Planvermögen ohne Zinserträge –180 789 180 -789
Arbeitgeberbeiträge 353 355 –353 -355
Arbeitnehmerbeiträge 325 332 –325 -332
Eingebrachte/gezahlte Leistungen –589 –686 –465 –454 –124 -232
Wert zum 31.12. 10.471 10.961 4.686 4.453 5.785 6.508
darin Deutschland (DE) 712 773 712 773
darin Schweiz (CH) 7.123 7.591 4.686 4.453 2.437 3.138
darin Italien (IT) 1.197 1.094 1.197 1.094
darin Frankreich (FR) 939 1.048 939 1.048
500 455 500 455
in %
DE CH IT FR Sonstige
2021 0,80 0,15 0,35 0,80 3,54
Rechnungszins 2020 0,30 0,05 –0,03 0,40 2,80
2021 1,40 1,00 3,00 4,28
Gehaltstrend 2020 1,40 1,00 3,00 4,39
2021 1,75 0,00
Rententrend 2020 1,50 0,00

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 107 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 106 Konzernabschluss

Die nachfolgend dargestellte Sensitivitätsanalyse zeigt, wie die leistungsorientierten Verpflichtungen durch mögliche Änderungen der maßgeblichen Annahmen zum Bilanzstichtag beeinflusst würden. In der Sensitivitätsanalyse wird nicht berücksichtigt, dass es zwischen den versicherungsmathematischen Annahmen Abhängigkeiten gibt. Es wird jeweils nur ein Parameter geändert, die anderen bleiben für die Analyse unverändert. Die Sensitivitätsanalyse dürfte daher nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sein.

17. Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen im Personalbereich enthalten im Wesentlichen erwartete Aufwendungen für variable Vergütungsanteile sowie zukünftige Zuwendungen aufgrund langjähriger Betriebszugehörigkeit.

Die Rückstellung für Händlerboni wird für noch zu gewährende, am Abschlussstichtag ausstehende Preisnachlässe gebildet.

Die Gewährleistungsrückstellung umfasst die Haftung der Konzerngesellschaften für die Funktionalität der Produkte und wird in der Regel innerhalb von zwei Jahren verbraucht. Im Geschäftsjahr 2021 wurden im Zusammenhang mit vermehrt beobachteten Schadensfällen eines Bauteils in gasbetriebenen Combi-Dämpfern aus älteren, nicht mehr vertriebenen Produktlinien, für die 2021 eine Austauschaktion begonnen wurde, Rückstellungen für Gewährleistungen von 11,8 Mio. Euro gebildet. Der Austausch der Bauteile erfolgt bei möglichst vielen betroffenen Geräten proaktiv und auf Kulanz.

in TEUR
2021 2020
Rechnungszins –0,5 % +898 +1.071
Rechnungszins +0,5 % –782 –940
Gehaltstrend –0,5 % –182 –208
Gehaltstrend +0,5 % +184 +211
Rententrend –0,5 % –28 –32
Rententrend +0,5 % +428 +507
Lebenserwartung +1 Jahr +164 +178
2021 in TEUR
Stand
01.01.2021
Währungs
differenzen
Verbrauch Auflösung Zuführung Zinseffekte Stand
31.12.2021
Davon
langfristig
Personal 19.599 175 –12.978 –1.549 23.149 15 28.411 5.189
Händlerboni 10.408 501 –10.391 –518 14.323 14.323
Gewährleistung 12.551 23 –7.699 –426 18.971 23.420 4.887
Sonstige 6.542 204 –5.403 –634 6.958 7.667 704
Gesamt 49.100 903 –36.471 –3.127 63.401 15 73.821 10.780

In der Position "Sonstige" sind Rückstellungen für verschiedene Sachverhalte enthalten, deren Wertansätze im Einzelfall von untergeordneter Bedeutung sind. Der überwiegende Teil der Rückstellungen wird innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam. Der Anstieg der Rückstellungen resultiert aus der im Vorjahresvergleich verbesserten Geschäftsentwicklung und daraus steigenden Rückstellungen für Händlerboni und variable Mitarbeitervergütung sowie der oben genannten Erhöhung der Gewährleistungsrückstellung aufgrund einer laufenden Produktbeobachtung.

18. Finanzschulden

Die folgende Tabelle gliedert die Veränderungen der Finanzschulden in einen zahlungswirksamen und einen zahlungsunwirksamen Teil:

Die Finanzschulden beinhalten Darlehensverträge für Immobilienfinanzierungen, welche durch Grundschulden abgesichert sind. Für alle Verträge bestehen Zinsbindungen für die gesamte Laufzeit. Eine Abtretung der Rechte an Dritte wurde vertraglich eingeschränkt.

2021 Zahlungs
unwirksame
Veränderungen
in TEUR
Buchwert
01.01.2021
Zahlungs
wirksame
Veränderungen
(Währungs
effekte und
Sonstiges)
Buchwert
31.12.2021
Davon
langfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.676 –2.515 –36 2.125 944
2020
Zahlungs Zahlungs
unwirksame
Veränderungen
(Währungs
in TEUR

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.584 –4.795 –113 4.676 2.126

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 109 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 108 Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk 125

Anhang 88

Aus den Darlehensverträgen werden in den Folgeperioden folgende Zins- und Tilgungszahlungen fällig:

Daneben bestehen am Ende des Geschäftsjahres keine sonstigen kurzfristigen Finanzschulden (Vj. 999 Tsd. Euro).

19. Finanzielle Verbindlichkeiten

Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden im Wesentlichen innerhalb weniger Monate nach dem Bilanzstichtag beglichen. Der Ausgleich der langfristigen Verbindlichkeit aus Grundstückskauf ist voraussichtlich im Jahr 2023 fällig. Eine Fälligkeitsanalyse zu den Leasingverbindlichkeiten ist in Textziffer 23 enthalten.

20. Sonstige Verbindlichkeiten

in TEUR
2022 2023
Zahlungen aus Sicht
des 31.12.2021
1.213 956
in TEUR
2021 2022–2023
Zahlungen aus Sicht
des 31.12.2020 1.608 2.168
in TEUR
Kurzfristig Langfristig
31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.440 21.154
Verbindlichkeiten gegenüber Handelspartnern 7.285 4.743
Leasingverbindlichkeiten 6.719 6.766 10.749 11.310
Verbindlichkeiten aus Grundstückskauf 3.214 3.214
Derivate ohne Hedgebeziehung 965 266
Übrige 954 461
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15.923 12.236 13.963 14.524
Sonstige Verbindlichkeiten in TEUR
Kurzfristig Langfristig
31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
Umsatzsteuer 9.460 6.403
Vertragliche Verpflichtungen 8.851 3.523 664 1.339
Lohnsteuer und Sozialabgaben 5.856 4.539
Urlaubsansprüche 4.032 3.423
Übrige 302 314
Summe 28.501 18.202 664 1.339

Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

21. Kapitalflussrechnung

Für die Ermittlung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit wird die indirekte Methode verwendet. Dazu wird das Ergebnis vor Steuern (EBT) um nichtzahlungswirksame Positionen (wie zum Beispiel den Abschreibungen auf Anlagevermögen), Veränderungen der Vorräte, Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten sowie dem Zinsergebnis bereinigt und die Ertragsteuerzahlungen abgezogen. Der Anstieg des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit gegenüber dem Vorjahr resultiert vor allem aus dem höheren Ergebnis vor Steuern. Daneben wirken die Veränderungen der Rückstellungen und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen positiv auf den operativen Cashflow.

Die Kapitalflussrechnung ist entsprechend IAS 7 nach der operativen Tätigkeit, die dem Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit entspricht, nach der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit gegliedert. Auszahlungen für Ertragsteuern und Verwahrgebühren werden dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit zugeordnet, Auszahlungen für Zinsen und Dividenden werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt, Einzahlungen aus Zinsen werden dem Cashflow aus Investitionstätigkeit zugeordnet. Basierend auf den Bewertungskategorien erfolgt die Folgebilanzierung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in der Bilanz grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten. Ausnahmen hiervon stellen derivative Finanzinstrumente dar, welche in der Bilanz zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt werden.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit wird zahlungsbezogen ermittelt. Er ergibt sich im Wesentlichen aus Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie dem Erwerb bzw. der Abnahme von Finanzanlagen. Die Veränderung des Cashflows aus Investitionstätigkeit im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 ist insbesondere auf die Erhöhung von Festgeldanlagen sowie die Liquidierung des Spezialfonds im Vorjahr zurückzuführen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wird ebenfalls zahlungsbezogen ermittelt. Darin enthalten sind größtenteils Dividendenzahlungen an Aktionäre in Höhe von 54.576 Tsd. Euro (Vj. 64.809 Tsd. Euro) sowie die Tilgung von Bankdarlehen (Überleitung zur Bilanzposition "Finanzschulden" siehe Textziffer 18) und Auszahlungen für den Zins und Tilgungsanteil von Leasingverbindlichkeiten. Die Veränderung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 resultiert im Wesentlichen aus der geringeren Dividendenzahlung. Angaben zu Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten sind unter Textziffer 23 zu finden.

Sonstige Erläuterungen zum Konzernabschluss

22. Finanzinstrumente

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte und die nach IFRS 7 zusätzlich anzugebenden beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten. Wird für ein Finanzinstrument kein beizulegender Zeitwert ausgewiesen, so stellt der angegebene Buchwert des Finanzinstruments einen angemessenen Näherungswert für dessen beizulegenden Zeitwert dar. Für Leasingverbindlichkeiten wird gemäß IFRS 7.29 d) kein beizulegender Zeitwert angegeben.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 111 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 110 Konzernabschluss

Die obenstehende Tabelle enthält die Bemessungshierarchiestufen gemäß IFRS 13, die für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente herangezogen wurden. Während der Berichtsperiode kam es zu keinen Umgliederungen zwischen den Bemessungshierarchiestufen. Wenn Umstände eintreten, die eine andere Einstufung erfordern, werden die Finanzinstrumente zum Ende der Berichtsperiode umgegliedert.

Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 in TEUR
Bemessungs
hierarchiestufe
Buchwert
31.12.2021
Beizulegender
Zeitwert
31.12.2021
Buchwert
31.12.2020
Beizulegender
Zeitwert
31.12.2020
Finanzielle Vermögenswerte, zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet
447.804 356.622
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (langfristig) Stufe 2 1.040 1.036 1.145 1.138
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 108.787 98.750
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) 84.282 25.599
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 253.695 231.128
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zum beizulegenden
Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis
595 329
Derivate ohne Hedgebeziehung1 Stufe 2 595 595 329 329
Finanzielle Verbindlichkeiten, zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet
59.486 52.324
Finanzschulden (langfristig) Stufe 2 944 972 2.126 2.194
Leasingverbindlichkeiten (langfristig)2 10.749 11.310
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) Stufe 2 3.214 3.202 3.214 3.169
Finanzschulden (kurzfristig) Stufe 2 1.181 1.193 2.550 2.565
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.440 21.154
Leasingverbindlichkeiten (kurzfristig)3 6.719 6.766
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) 8.239 5.204
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden
Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis
965 266
Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis 965 266
Derivate ohne Hedgebeziehung3 Stufe 2 965 965 266 266

1 Enthalten in Bilanzposition "Sonstige finanzielle Vermögenswerte" (kurzfristig)

2 Enthalten in Bilanzposition "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" (langfristig) 3 Enthalten in Bilanzposition "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" (kurzfristig) Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte für Finanzinstrumente der Bemessungshierarchiestufe 2 erfolgt anhand folgender Bewertungstechniken:

Sonstige finanzielle Vermögenswerte,

zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet

Der beizulegende Zeitwert wird mit der Barwertmethode durch laufzeitkongruente Abzinsung der ausstehenden Beträge ermittelt. Soweit wesentlich, wird hierbei auch das Ausfallrisiko des Kontrahenten berücksichtigt.

Derivative Finanzinstrumente

Finanzschulden

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Finanzschulden erfolgt nach der Barwertmethode. Die Cashflows der Annuitätendarlehen zu den unterschiedlichen Zins- und Tilgungsterminen wurden hierzu mit den jeweiligen laufzeitkongruenten Abzinsungssätzen unter Berücksichtigung des eigenen Ausfallrisikos diskontiert.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten,

zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet

Der beizulegende Zeitwert wird mit der Barwertmethode durch laufzeitkongruente Abzinsung des ausstehenden Betrags unter Berücksichtigung des eigenen Ausfallrisikos ermittelt.

Bei den zum Bilanzstichtag angesetzten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen sowie ggfs. weitere Derivate. Bei der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts werden als Basis die stichtagsbezogenen bonitätsneutralen Bewertungen des im Einsatz befindlichen Treasury Management Systems herangezogen. Das System bewertet auf Basis der für den betreffenden Stichtag gültigen Marktdaten unter Anwendung anerkannter mathematischer Verfahren wie beispielweise dem Garman-Kohlhagen- oder dem Discounted-Cashflow--Modell. Bei der Bestimmung der bonitätsneutralen Bewertung bleiben Kompensationseffekte aus den Grundgeschäften unberücksichtigt. Neben den bonitätsneutralen Bewertungen wird außerdem das Risiko der Nichterfüllung bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts berücksichtigt. Die Nettogewinne bzw. -verluste beinhalten Beträge aus der Währungsumrechnung. Daneben sind im Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind, Aufwendungen aus Wertberichtigungen, Ausbuchungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Aufwendungen aus Wertberichtigungen der Geldanlagen enthalten. Finanzielle Vermögenswerte/ Verbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis –2.217 –2.499 Finanzielle Verbindlichkeiten, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet +280 –835

Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten

Die folgende Tabelle zeigt die Nettoergebnisse der Finanzinstrumente pro Bewertungskategorie. Das Zinsergebnis und Verwahrgebühren auf Geldanlagen sind hierbei nicht berücksichtigt.

Das Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis, enthält Aufwendungen und Erträge aus der Veräußerung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

Gesamtzinsertrag und -aufwand

Aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten ergeben sich folgende Gesamtzinserträge bzw. -aufwendungen, die im Finanzergebnis ausgewiesen werden.

Nettogewinne oder
-verluste ohne Zinsen
in TEUR
2021 2020
Finanzielle Vermögenswerte, zu fort
geführten Anschaffungskosten bewertet
+3.900 –12.545
Finanzielle Vermögenswerte/
Verbindlichkeiten, bewertet zum bei
zulegenden Zeitwert mit Wertänderungen
im Periodenergebnis
–2.217 –2.499
Finanzielle Verbindlichkeiten, zu fort
geführten Anschaffungskosten bewertet
+280 –835

Gesamtzinserträge bzw. -aufwendungen aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten

in TEUR
2021 2020
Gesamtzinserträge 247 326
Gesamtzinsaufwendungen 451 793

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 113 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 112 Konzernabschluss

Saldierung von Finanzinstrumenten

Die folgenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der Bilanz entweder saldiert ausgewiesen oder unterliegen einer rechtlich durchsetzbaren Globalnettingvereinbarung oder ähnlichen Vereinbarungen, wodurch eine Saldierung nur im Fall der Insolvenz einer der Parteien möglich ist:

31.12.2021 Bruttobetrag
finanzielle Ver
mögenswerte
vor Saldierung
Bruttobetrag
finanzielle Ver
bindlichkeiten
vor Saldierung
Nettobetrag
nach Saldierung
in der Bilanz
Potenzielle
Aufrechnungs
beträge, die zu
keiner Saldie
rung in der
Bilanz geführt
haben
in TEUR
Nettobetrag
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 114.645 5.858 108.787 108.787
Geldanlagen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 337.306 337.306 2.125 335.181
Derivate 595 595 311 284
Übrige finanzielle Vermögenswerte 1.711 1.711 1.711
Summe 454.257 5.858 448.399 2.436 445.963

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzschulden 2.125 2.125 2.125 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.440 28.440 28.440
Verbindlichkeiten gegenüber Handelspartnern 5.858 7.441 1.582 1.582
Derivate 965 965 311 654
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 27.339 27.339 27.339
Summe 5.858 66.310 60.451 2.436 58.015
31.12.2020 Bruttobetrag Bruttobetrag Potenzielle
Aufrechnungs
beträge, die zu
keiner Saldie
in TEUR
finanzielle Ver
mögenswerte
vor Saldierung
finanzielle Ver
bindlichkeiten
vor Saldierung
Nettobetrag
nach Saldierung
in der Bilanz
rung in der
Bilanz geführt
haben
Nettobetrag
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 102.355 3.605 98.750 98.750
Geldanlagen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 255.979 255.979 3.676 252.303
Derivate 329 329 189 140
Übrige finanzielle Vermögenswerte 1.893 1.893 1.893
Summe 360.556 3.605 356.951 3.865 353.086
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzschulden 4.676 4.676 3.676 1.000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 21.154 21.154 21.154
Verbindlichkeiten gegenüber Handelspartnern 3.605 8.348 4.743 4.743
Derivate 266 266 189 77
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 21.751 21.751 21.751
Summe 3.605 56.195 52.590 3.865 48.725

Finanzrisiken

In den Finanzinstrumenten sind spezifische Risiken, wie Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken enthalten, welche Wechselkurs-, Zins- und Preisrisiken umfassen.

RATIONAL verfügt über ein weltweit implementiertes Risikomanagementsystem, das sowohl die frühzeitige Erkennung und Analyse von Chancen und Risiken ermöglicht als auch die Ergreifung entsprechender Präventivmaßnahmen unterstützt. In Bezug auf die mit Finanzinstrumenten verbundenen Chancen und Risiken sind folgende Bestandteile des RATIONAL-Risikomanagementsystems (vgl. hierzu auch den Chancen- und Risikobericht im Konzernlagebericht) von besonderer Bedeutung:

  • › Der weltweit integrierte Planungsprozess definiert konkrete Absatz- und Finanzziele und legt Maßnahmen für die Zielerreichung fest.
  • › Im Berichtswesen wird der Grad der Zielerreichung in allen Unternehmensbereichen zuverlässig und kontinuierlich gemessen, analysiert und kommentiert. Dadurch ist eine schnelle, flexible und frühzeitige Gegensteuerung bei Fehlentwicklungen möglich.
  • › Zur Absicherung der Forderungen arbeitet RATIONAL weltweit mit Kreditversicherern zusammen.
  • › Alle Geschäftsprozesse und internen Kontrollsysteme sind klar definiert. Qualität und Einhaltung werden durch regelmäßige Schulungen und Kontrollen sichergestellt.
  • › Die interne Revision erfasst und bewertet unabhängig und objektiv Abweichungen von Soll-Situationen. Fehlentwicklungen können frühzeitig identifiziert werden.
  • › Um die Qualität des weltweiten Cash-Managements sicherzustellen, ist ein global integriertes Treasury-Management--System im Einsatz.
  • › Das umfassende Versicherungskonzept wird jährlich überprüft und an das neue Risikoumfeld angepasst.

Im Folgenden werden die im RATIONAL-Konzern bestehenden spezifischen Risiken erläutert:

Ausfallrisiken

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

RATIONAL beliefert Kunden in nahezu allen Regionen der Welt. Der Vertrieb erfolgt weltweit über den Fachhandel. Endkunden kommen vorwiegend aus den Bereichen Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen überwiegend gegenüber dem Fachhandel. Ausfallrisiken können dadurch entstehen, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen.

Um Ausfallrisiken bei Kundenforderungen zu vermeiden oder zu reduzieren, werden die Kunden einer Bonitätsprüfung und permanenten -überwachung durch die Kreditversicherungsgesellschaften Coface und Atradius sowie deren lokale Partnergesellschaften unterzogen. Gemäß deren Einschätzung wird das RATIONAL-Kundenportfolio als "gering risikobehaftet" bewertet.

Soweit möglich werden – basierend auf dieser Bonitätsprüfung – die Kundenforderungen versichert. Die Kreditversicherung deckt im Rahmen der bestehenden Verträge neben dem Insolvenzrisiko der Kunden auch den sogenannten Protracted Default (Nichtzahlungstatbestand als Versicherungsfall) ab. Im Versicherungsfall werden in der Regel 95 % (Vj. 95 %) der ausgefallenen versicherten Forderungen von der Kreditversicherung ersetzt.

Alternativ zur Deckung durch die Kreditversicherung werden in Abhängigkeit von Art und Höhe der jeweiligen Leistung andere Sicherheiten (zum Beispiel bestätigte, unwiderrufliche Akkreditive, Bankbürgschaften und andere bankübliche Sicherheiten) oder Vorauszahlungen verlangt. Nur in klar definierten Ausnahmefällen wird anhand einer Risiken-/Chancen--Abwägung eine unbesicherte Belieferung auf offenes Zahlungsziel in Betracht gezogen.

Von einer Bonitätsprüfung und Absicherung unberücksichtigt bleiben Lieferungen und Leistungen gegenüber Kunden der öffentlichen Hand mit Sitz in Ländern mit einwandfreien Länderbonitäten.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 115 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 114 Konzernabschluss

Die folgende Tabelle stellt die Ermittlung des ungedeckten Ausfallrisikos bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar:

Das nach Berücksichtigung der dargestellten Sicherheiten verbleibende ungedeckte Ausfallrisiko beinhaltet Klumpenrisiken in Höhe von 2.354 Tsd. Euro (Vj. 887 Tsd. Euro), die sich auf sechs (Vj. drei) Kunden verteilen. Im Bereich der Klumpenrisiken werden die nicht abgesicherten Forderungen mit einem Nennwert von mehr als 200 Tsd. Euro (Vj. 200 Tsd. Euro) pro Einzelkunde betrachtet. Bei Kunden mit regelmäßigen Außenständen von mehr als 200 Tsd. Euro kann von Jahresumsätzen im deutlich siebenstelligen Euro--Bereich ausgegangen werden. Damit sind diese Kunden dem Segment der A-Kunden zuzurechnen und stehen – auch gemäß internen Kompetenzregelungen – im direkten Fokus des Managements.

Finanzielle Vermögenswerte gegenüber Kreditinstituten

Bei RATIONAL qualifizieren sich zur Geld- und Finanzanlage nur Kreditinstitute mit Investment Grade, d.h. mit einem Langfrist-Rating nach Standard & Poor's von mindestens BBB–. Zur Diversifizierung verteilen sich die finanziellen Vermögenswerte gegenüber Kreditinstituten zum Jahresende auf mehrere Kreditinstitute.

Ein Ausfallrisiko besteht bei Geld- und Finanzanlagen sowie bei derivativen Finanzinstrumenten mit positivem Marktwert durch mögliche Nichterfüllung seitens des jeweiligen Kontraktpartners.

in TEUR
31.12.2021 31.12.2020
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
108.787 98.750
davon erstattungsfähige Umsatzsteuer1 8.184 8.781
davon potenzieller Erstattungsbetrag
durch die Warenkreditversicherung
87.829 77.978
davon mit Bankakkreditiven/Bank
bürgschaften unterlegte Forderungen
906 1.360
davon Forderungen gegen Abnehmer
der öffentlichen Hand1
1.072 0
Ungedecktes Ausfallrisiko 10.796 10.631
Risikodeckungsgrad 90 % 89 %

1bei einwandfreiem Länderrating

Die folgende Tabelle zeigt die Besicherung der Einlagen bei Banken sowie das ungedeckte Ausfallrisiko:

Andere finanzielle Vermögenswerte

Das maximale Ausfallrisiko bei den anderen finanziellen Vermögenswerten entspricht den in der Bilanz angesetzten Werten.

31.12.2021 in TEUR
Buchwert nach
Risikovorsorge
Besichert durch
Einlagen
sicherungsfonds
Ungedecktes
Ausfallrisiko
Geldanlagen 83.611 33.675 49.936
Zahlungsmittel
und Zahlungsmittel
äquivalente
253.695 198.477 55.218
Gesamt 337.306 232.152 105.154
31.12.2020 Buchwert nach
Risikovorsorge
Besichert durch
Einlagen
sicherungsfonds
in TEUR
Ungedecktes
Ausfallrisiko
Geldanlagen 24.851 19.863
Zahlungsmittel
und Zahlungsmittel
äquivalente
231.128 180.726 4.988
50.402

Liquiditätsrisiken

Im Corporate Treasury hat die Überwachung und Versorgung mit liquiden Mitteln oberste Priorität. Dies erfolgt durch tägliches Cash-Management und eine rollierende Liquiditätsplanung mit kontinuierlicher Überwachung und Steuerung der konzernweiten ein- und abgehenden Zahlungsströme. Mit der vorgehaltenen Liquiditätsreserve kann auch auf beträchtliche Cashflow-Schwankungen oder auftretende Bedarfsspitzen flexibel reagiert und somit allen Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht nachgekommen werden.

Zum Bilanzstichtag summiert sich die Liquiditätsreserve aus Eigenmitteln (inklusive aller bestehenden kurzfristigen Festgelder) auf insgesamt 337.361 Tsd. Euro (Vj. 255.988 Tsd.

Große Bedeutung hat bei RATIONAL die Innenfinanzierung, die im Wesentlichen zur Finanzierung des weltweiten Umsatzwachstums in den vergangenen Jahren eingesetzt wurde. Für den Fall, dass RATIONAL zusätzlichen Bedarf an Fremdfinanzierungen haben sollte, stehen vertraglich vereinbarte, fest zugesagte Kreditlinien bei mehreren Kreditinstituten (mit Langfrist-Ratings von BBB+ bis A+ nach Standard & Poor's) zur Verfügung.

Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf die Möglichkeit, dass RATIONAL zu irgendeinem Zeitpunkt nicht in der Lage sein könnte, Zahlungsverpflichtungen fristgerecht und in vollem Umfang zu entsprechen. Aufgrund der internationalen Ausrichtung von RATIONAL können der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows von Finanzinstrumenten in Form verschiedener Vermögenswerte und Verbindlichkeitspositionen Marktrisiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinsen sowie Rohstoffpreisen ausgesetzt sein.

RATIONAL genießt bei Kreditinstituten eine erstklassige Bonität. Für die bestehenden Kreditlinien sind keine Auflagen in Form von Bedingungen und Kennziffern vereinbart, deren Nichteinhaltung dazu führen könnte, dass die Kreditlinien neu verhandelt werden müssten. Für die bestehenden Kreditlinienverträge wurden keine Sicherheiten gestellt, stattdessen sind sogenannte Negativerklärungen bzw. Bankengleichbehandlungsreverse vereinbart worden. Damit verpflichtet sich RATIONAL zur Gleichbehandlung aller Kreditinstitute in Bezug auf eine mögliche Besicherung von vergleichbaren Krediten. Ferner beinhalten zwei der Verträge Nachbesicherungsrechte für den Fall wesentlicher Änderungen der Eigentümerstruktur der RATIONAL AG. Die Kreditlinien betragen zum Bilanzstichtag insgesamt 98.000 Tsd. Euro (Vj. 98.000 Tsd. Euro). Davon sind nach Anrechnung von Abtretungen für Tochtergesellschaften und Avalen 94.909 Tsd. Euro (Vj. 95.373 Tsd. Euro) noch nicht ausgeschöpft.

Euro). Zum Bilanzstichtag bestehen keine Festgelder mit einer Restlaufzeit von über zwölf Monaten. Die Fälligkeitsanalysen für Finanzschulden und finanzielle Verbindlichkeiten sind in den Textziffern 18, 19 und 23 dargestellt. Auf Basis einer definierten Währungssicherungsstrategie werden Währungsrisiken rollierend, für einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten, mit gängigen Sicherungsinstrumenten abgesichert. Hierfür werden sowohl Devisentermingeschäfte als auch Devisenoptionen eingesetzt. Vertragspartner bei derivativen Finanzinstrumenten sind ausschließlich Banken im Investment Grade mit einem Rating von mindestens BBB+ nach Standard & Poor's.

Außerdem bestehen Sicherheiten bei Darlehensverträgen für Immobilienfinanzierungen. Diese werden in Textziffer 9 beschrieben.

Marktrisiken

Währungsrisiken

Währungsrisiken resultieren zum einen aus Wechselkursänderungen zum Stichtag und einer daraus folgenden möglichen Veränderung der beizulegenden Zeitwerte bestehender Fremdwährungsbilanzpositionen (Translationsrisiko). Andererseits besteht ein Risiko, dass aus einem Finanzinstrument in einer Fremdwährung resultierende zukünftige Cashflows durch veränderte Wechselkurse deutlich von den zum Stichtagskurs erzielbaren Werten abweichen (Transaktionsrisiko).

Landeswährungen von Gesellschaften, die strengen Währungsrestriktionen unterliegen, sind entweder nicht frei konvertierbar (zum Beispiel Brasilien und Indien) oder stehen ausschließlich für nachgewiesene Handelsgeschäfte (zum Beispiel China und Russland) zur Verfügung. Das Volumen dieser Verfügungsbeschränkungen ist in Textziffer 14 aufgeführt. Aufgrund des geringen Volumens und der vergleichsweise hohen Kosten finden derzeit nur in ausgewählten, nicht frei konvertierbaren oder nur bedingt konvertierbaren Währungen Absicherungen von Fremdwährungstransaktionen statt.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 117 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 116 Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk 125

Anhang

88

Betriebs- und in TEUR
Grundstücke
und Bauten
Geschäfts
ausstattung
Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2021 16.474 13.911 30.385
Währungsdifferenzen 549 48 597
Zugänge 2.788 4.454 7.242
Abgänge –1.907 –3.277 –5.184
Stand 31.12.2021 17.904 15.136 33.040
Abschreibungen
Stand 01.01.2021 5.638 6.790 12.428
Währungsdifferenzen 224 46 270
Zugänge 3.689 4.614 8.303
Abgänge –1.907 –3.168 –5.075
Stand 31.12.2021 7.644 8.282 15.926
Buchwerte
Stand 31.12.2021
10.260 6.854 17.114
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2020 12.944 11.550 24.494
Währungsdifferenzen –743 –315 –1.058
Zugänge 5.582 5.036 10.618
Abgänge –1.309 –2.360 –3.669
Stand 31.12.2020 16.474 13.911 30.385
Abschreibungen
Stand 01.01.2020 3.344 4.112 7.456
Währungsdifferenzen –324 –136 –460
Zugänge 3.876 4.864 8.740
Abgänge –1.258 –2.050 –3.308
Stand 31.12.2020 5.638 6.790 12.428
Buchwerte
Stand 31.12.2020 10.836 7.121 17.957

Durch die teilweise Zahlung von Lieferantenverbindlichkeiten

in Fremdwährungen, in denen auch Umsatzerlöse bei ausländischen Vertriebsgesellschaften erzielt werden, können die bestehenden Währungsrisiken innerhalb des Konzerns reduziert werden (sog. "Natural Hedge").

Im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten ergäben sich bei geänderten Wechselkursen die im Folgenden dargestellten hypothetischen Auswirkungen auf das Ergebnis nach Steuern und das Eigenkapital (dargestellt sind die Wechselkurse mit den größten absoluten Auswirkungen):

Die Sensitivitätsanalyse unterstellt, dass alle anderen wertbeeinflussenden Faktoren konstant bleiben und der Bestand am Bilanzstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.

Die hypothetische Ergebnisauswirkung von Wechselkursänderungen reduziert sich im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist im Wesentlichen auf das erhöhte Volumen sowie die längere Laufzeit der Derivate zur Absicherung von Wechselkursänderungen zurückzuführen.

Hypothetische Ergebnis-/
Eigenkapitalauswirkung 2021
in TEUR
Euroaufwertung
+10%
Euroabwertung
−10%
EUR/USD – 93 1.066
EUR/JPY – 347 674
EUR/SEK 561 – 260
EUR/CNY 350 – 632
EUR/GBP 600 – 469
Übrige –1.005 972
Summe 66 1.351

Hypothetische Ergebnis-/ Eigenkapitalauswirkung 2020 in TEUR

Euroaufwertung
+10%
Euroabwertung
−10%
EUR/USD –1.781 2.466
EUR/GBP –1.213 1.311
EUR/SEK –1.078 1.318
EUR/JPY –883 1.100
EUR/CNY –602 97
Übrige –1.147 990
Summe –6.704 7.282

Zinsrisiken

Zinsrisiken bezeichnen das Risiko der möglichen Veränderung von beizulegenden Zeitwerten oder künftigen Zahlungen von Finanzinstrumenten aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze. Darüber hinaus resultiert ein Zinsänderungsrisiko aus steigenden Verwahrgebühren, welche für Bankguthaben ab einem bestimmten Schwellenwert fällig werden.

Zinsänderungsrisiken für künftige Zahlungen aufgrund von Finanzschulden werden bei RATIONAL mithilfe von Vereinbarungen zur Zinsfestschreibung entgegengewirkt. Für die ausstehenden Darlehen ist eine Zinsfestschreibung über die gesamte Laufzeit vereinbart, weshalb RATIONAL hieraus keine Zinsänderungsrisiken entstehen.

Preisrisiken

RATIONAL setzt in der Produktion pro Jahr mehrere Tausend Tonnen hochwertigen rostfreien Edelstahl ein. Das Risiko der Preisänderung für Edelstahl ist sowohl vom Stahlgrundpreis als auch von den börsenbedingten Rohstoffpreisschwankungen der Legierungsmetalle abhängig, die sich im sogenannten Legierungszuschlag niederschlagen. Preisrisiken können in erster Linie in Zusammenhang mit dem Bezug von Rohstoffen für die Fertigung der Produkte entstehen. Weiterhin bestehen Preisrisiken aufgrund steigender und zunehmend volatiler Beschaffungskosten für Bauteilkomponenten. Eine Absicherung durch derivative Finanzinstrumente besteht weder beim Stahlgrundpreis, bei Legierungsmetallen noch bei Bauteilkomponenten. Für den Stahlgrundpreis bestehen jedoch feste Verträge mit den Lieferanten, die den vereinbarten Bezugspreis für circa ein Jahr im Voraus fixieren.

Die Schwankungen des Legierungszuschlags wirken sich direkt auf die Herstellkosten und damit auf das Gesamtergebnis aus. Wäre der Legierungszuschlag im Jahr 2021 durchschnittlich um 10 % höher (geringer) gewesen, so hätten sich das Ergebnis 2021 sowie das Eigenkapital um circa 481 Tsd. Euro (Vj. 292 Tsd. Euro) verringert (erhöht). Hierfür besteht ebenfalls keine Absicherung durch derivative Finanzinstrumente.

23. Leasing

Im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" finden sich unter "Leasing" grundsätzliche Informationen zur Leasingbilanzierung sowie zu Leasingaktivitäten bei RATIONAL.

Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen werden in den Sachanlagen ausgewiesen. Die Leasingverbindlichkeiten sind in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten, welche in Textziffer 19 erläutert werden.

Die Nutzungsrechte gemäß IFRS 16 verteilen sich wie folgt:

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 119 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 118 Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk 125

Anhang

88

Aus den Leasingverbindlichkeiten werden in den Folgeperioden folgende Zahlungen fällig:

Weitere Angaben zu Leasingverhältnissen:

24. Mitarbeiter und Personalaufwand

Die Personalaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

Fälligkeitsanalyse
Leasing
in TEUR
2022 2023–2026 ab 2027
Zahlungen aus Sicht des
31.12.2021
7.125 9.751 1.459
Fälligkeitsanalyse
Leasing
in TEUR
2021 2022–2025 ab 2026
Zahlungen aus Sicht des
31.12.2020
7.247 10.284 1.827
in TEUR
2021 2020
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 389 437
Aufwand für geringwertige Leasinggegenstände 163 282
Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse 8.697 9.364

Durchschnittliche Mitarbeiterzahl

2021 2020
Produktions- und Lieferprozess 543 529
Vertrieb und Marketing 887 952
Technischer Kundendienst 236 241
Forschung und Entwicklung 212 184
Verwaltung 328 336
Gesamt 2.206 2.242
davon im Ausland 955 1.004
in TEUR
2021 2020
Entgelt 158.935 143.079
Sozialabgaben 32.219 29.491
davon Aufwand für beitragsorientierte
Pensionspläne
12.828 12.573
Gesamt 191.154 172.570

25. Geschäftssegmente

Die interne Steuerung und die Berichterstattung an den Vorstand, der als Hauptentscheidungsträger identifiziert wurde, richtet sich an geographischen Regionen aus. Neben dem Segment DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) werden die Geschäftssegmente EMEA, Nordamerika, Asien sowie übrige Segmente berichtet. Das Segment Südamerika wird seit diesem Geschäftsjahr nicht mehr im zusammengefassten Geschäftssegment Americas, sondern unter "Übrige Segmente" berichtet.

Ein regionales Segment reflektiert die Vertriebsaktivität des Konzerns in einer Region und ist nicht an den Sitz einzelner Konzerngesellschaften gebunden. Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente entsprechen grundsätzlich denen des Konzerns. Unterschiede ergeben sich im Wesentlichen aus abweichenden Wechselkursen sowie dem Ansatz kalkulatorischer Erfolgsbestandteile. Alle Segmente erzielen Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Geräten, Zubehör, Ersatzteilen und Pflegeprodukten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen. Umsatzerlöse zwischen den Segmenten liegen nicht vor. Segmentkosten bestehen aus direkt zurechenbaren Aufwendungen, beispielsweise Personal-, Marketing- oder Reisekosten sowie allokierten Gemeinkosten zentraler Funktionen. Das Segmentergebnis beinhaltet die Segmentumsätze, die direkt zuordenbaren Erträge und Aufwendungen sowie kalkulatorische Ergebnisanteile zentraler Funktionen, nicht jedoch das Finanzergebnis sowie den Ertragsteueraufwand. Die Segmentinvestitionen beinhalten Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und zum Sachanlagevermögen in den jeweiligen Regionen. Dies betrifft vor allem Investitionen in Büroeinbauten sowie in Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die in den Segmenten ausgewiesenen Abschreibungen betreffen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Segmentvermögenswerte beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte. Nur diese Vermögenswerte werden regelmäßig an den Vorstand berichtet. Vermögenswerte der zentralen Funktionen werden, anders als beim Ergebnis, nicht auf die Segmente allokiert. Schulden werden auf Segmentebene nicht berichtet.

Die Überleitung resultiert bei den Umsatzerlösen und dem Segmentergebnis aus der Währungsumrechnung sowie aus Positionen, die nicht den Segmenten zugeordnet werden. Aufgrund des Umsatzwachstums sind dies im Geschäftsjahr 2021 insbesondere Gemeinkosten, die überproportional auf die Segmente allokiert wurden. In der Vergleichsperiode des Vorjahres ergab sich ein negatives Resultat in der Überleitung der Segmentergebnisse zum Konzernergebnis wegen des damaligen Umsatzrückgangs und demzufolge nicht auf die Geschäftssegmente allokierten Gemeinkosten. Bei den weiteren Kennzahlen beinhaltet die Überleitung im Wesentlichen Konsolidierungseffekte.

Unterschiede zwischen der regionalen Darstellung der Umsatzerlöse nach Sitz des Kunden (vgl. Textziffer 1) und der Darstellung nach Geschäftssegmenten resultieren im Wesentlichen aus der Zusammenfassung von geographischen Regionen zu Geschäftssegmenten sowie aus Wechselkursdifferenzen.

166.400 Tsd. Euro (Vj. 168.318 Tsd. Euro) der Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerte und sonstigen langfristigen Vermögenswerte werden in Deutschland ausgewiesen. 41.156 Tsd. Euro (Vj. 35.026 Tsd. Euro) sind Drittländern zuzuordnen.

Weitere Umsatzaufgliederungen werden in Textziffer 1 dargestellt.

Geschäftssegmente 2021 in TEUR
DACH EMEA Nord
Amerika
Asien Übrige
Segmente
Summe der
Segmente
Zentral bereiche Überleitung Konzern
Segmentumsätze 134.539 321.693 144.920 141.553 27.329 770.034 2.193 7.507 779.734
Segmentkosten 20.100 45.364 26.769 22.706 5.274 120.213 221.767 –8.757 333.223
Segmentergebnis / EBIT 28.199 68.075 20.077 25.334 2.843 144.528 15.606 160.134
Finanzergebnis –1.274
Ergebnis vor Steuern 158.860
Segmentinvestitionen 60 367 245 159 113 944 21.985 2.891 25.820
Segmentabschreibungen 124 455 343 391 149 1.462 20.602 –53 22.011
Segmentvermögenswerte 10.226 58.269 40.833 37.568 11.256 158.152 65.284 –17.361 206.075

Geschäftssegmente 2020 in TEUR

DACH EMEA Nord
Amerika
Asien Übrige
Segmente
Summe der
Segmente
Zentral bereiche Überleitung Konzern
Segmentumsätze 116.151 282.496 119.830 115.675 21.980 656.132 1.393 –7.938 649.587
Segmentkosten 20.312 41.160 24.103 20.792 7.389 113.756 191.149 –7.809 297.096
Segmentergebnis / EBIT 27.882 73.747 25.322 25.703 1.274 153.928 –47.122 106.806
Finanzergebnis –4.429
Ergebnis vor Steuern 102.377
Segmentinvestitionen 459 192 189 537 94 1.471 29.967 –10 31.428
Segmentabschreibungen 136 655 733 432 91 2.047 20.584 –2.094 20.537
Segmentvermögenswerte 9.195 61.363 45.383 51.190 8.629 175.760 32.254 –29.979 178.035

Gesamtergebnisrechnung 84

Bilanz 85

Kapitalflussrechnung 86

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Eigenkapitalveränderungsrechnung 87

Bestätigungsvermerk 125

Anhang 88

27. Aufsichtsrat und Vorstand

Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind:

Walter Kurtz, Vorsitzender Kaufmann

Dr. Hans Maerz, Stellvertretender Vorsitzender Wirtschaftsprüfer

Erich Baumgärtner, Kaufmann

Dr. Gerd Lintz, Notar a.D., selbständiger Rechtsanwalt

Werner Schwind, Kaufmann

Dr.-Ing. Georg Sick, Kaufmann

Dr. Johannes Würbser, Kaufmann

Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten für die Ausübung des Mandats eine Fixvergütung. Zusätzlich stellt man dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dessen Stellvertreter einen Dienstwagen zur Verfügung. Die Gesamtvergütung inklusive der Auslagen für Dienstwagen beläuft sich für das Geschäftsjahr 2021 auf 1.228 Tsd. Euro (Vj. 1.171 Tsd. Euro).

Die Festvergütung ist zum Bilanzstichtag in den kurzfristigen Schulden enthalten.

Der Vorstand besteht zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses aus folgenden Mitgliedern:

Dr. Peter Stadelmann, Vorstandsvorsitzender Dipl.-Volkswirt

Peter Wiedemann, Vorstand technischer Bereich Dipl.-Ingenieur

Markus Paschmann, Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing Dipl.-Wirtschaftsingenieur

Jörg Walter, Vorstand kaufmännischer Bereich (seit 1. März 2021) Dipl.-Wirtschaftsingenieur

Die Gesamtbezüge des Vorstands für die Wahrnehmung seiner Aufgaben im Mutterunternehmen belaufen sich für das Geschäftsjahr 2021 auf 6.016 Tsd. Euro (Vj. 3.976 Tsd. Euro). In diesem Betrag sind erfolgsabhängige Bestandteile in Höhe von 2.190 Tsd. Euro (Vj. 1.134 Tsd. Euro) enthalten,

26. Nahestehende Unternehmen und Personen

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen der RATIONAL AG zählen die Tochtergesellschaften, Anteilseigner mit maßgeblichem Einfluss, die Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats und deren nahestehende Personen sowie Gesellschaften, an denen dieser Personenkreis beteiligt ist.

Die Geschäftsvorfälle mit den im Konsolidierungskreis enthaltenen Tochtergesellschaften werden im Rahmen der Vollkonsolidierung eliminiert.

Ein Mitglied des Aufsichtsrats hält Anteile an Gesellschaften, mit denen eine Liefer- oder Leistungsbeziehung besteht. Der Aufwand für diese Lieferungen und Leistungen beläuft sich im Jahr 2021 auf 2.019 Tsd. Euro (Vj. 1.802 Tsd. Euro). Zum 31. Dezember 2021 waren gegenüber diesen Gesellschaften 63 Tsd. Euro an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen offen (Vj. 45 Tsd. Euro).

Im Berichtsjahr wurde eine, das Geschäftsjahr 2020 betreffende, Dividende in Höhe von 17.188 Tsd. Euro (Vj. 20.411 Tsd. Euro) an Anteilseigner mit maßgeblichem Einfluss gezahlt. Zudem erhielten Mitglieder des Aufsichtsrats und Vorstands aufgrund ihrer Aktienanteile an der RATIONAL AG Dividenden von insgesamt 4.262 Tsd. Euro (Vj. 5.061 Tsd. Euro).

Alle genannten Geschäfte wurden zu marktüblichen Konditionen, wie sie auch mit fremden Dritten vereinbart worden wären, abgeschlossen. Darüber hinaus lagen im Berichtsjahr keine weiteren wesentlichen Transaktionen mit Unternehmen oder Personen vor, die der RATIONAL AG in irgendeiner Weise nahestehen.

die kurzfristig fällige Leistungen darstellen. Zusätzlich beinhaltet sind Einzahlungen in die Altersvorsorge, die sich auf 486 Tsd. Euro belaufen (Vj. 388 Tsd. Euro) und Vergütungen an ehemalige Vorstandsmitglieder in Höhe von 3 Tsd. Euro (Vj. 13 Tsd. Euro).

Die Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen beträgt insgesamt 7.244 Tsd. Euro (Vj. 5.147 Tsd. Euro). Diese setzt sich aus kurzfristig fälligen Leistungen in Höhe von 7.241 Tsd. Euro (Vj. 5.134 Tsd. Euro) sowie Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Höhe von 3 Tsd. Euro (Vj. 13 Tsd. Euro) zusammen.

28. Anteilsbasierte Vergütung

Die RATIONAL AG hat am 3. Februar 2000 ein Aktienoptionsprogramm über 200.000 Stückaktien für die Vorstandsmitglieder der Gesellschaft aufgelegt. Das Aktienoptionsprogramm soll den Vorstandsmitgliedern zusätzliche Anreize geben, den wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft mittel- und langfristig sicherzustellen und im Aktionärsinteresse auf eine Steigerung des Unternehmenswerts hinzuwirken.

Bislang wurden zwei Tranchen über insgesamt 69.000 Optionsrechte begeben, die in den Jahren 2002 und 2006 durch Barzahlungen im Gegenwert von 100 % des Werts einer Aktie der Gesellschaft abzüglich des Ausübungspreises bedient wurden.

2021 gab es keine Vereinbarung einer anteilsbasierten Vergütung, somit verbleiben zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 noch Bezugsrechte auf maximal 131.000 Stückaktien der RATIONAL AG im Aktienoptionsprogramm.

29. Erklärung zur Unternehmensführung

Vorstand und Aufsichtsrat der RATIONAL AG haben im Januar 2022 die Erklärung nach § 161 AktG abgegeben und dargelegt, welchen Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird. Zugrunde gelegt wurde hierbei der Deutsche Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019. Die Erklärung ist dauerhaft auf der Internetseite der RATIONAL AG unter rational-online.com zugänglich.

30. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zu Beginn des Jahres 2022 eskalierte der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine in nicht möglich gehaltenem Maße. Als Reaktion hierauf wurden seitens der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten bereits Sanktionen angedroht, beziehungsweise verhängt. Die Umsätze in Russland und der Ukraine machten im Geschäftsjahr 2021 rund 2 bis 3 % der konzernweiten Umsatzerlöse aus. Falls sich der Konflikt nicht auf andere Regionen ausweitet, erwarten wir keine wesentlichen Auswirkungen hieraus auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage der RATIONAL AG und des Konzerns.

31. Abschlussprüferhonorar

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. Mai 2021 wurde die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 gewählt.

Das Abschlussprüferhonorar einschließlich Auslagenersatz beläuft sich insgesamt auf 394 Tsd. Euro (Vj. 456 Tsd. Euro) und beinhaltet Jahres- und Konzernabschlussprüfungsleistungen. Zusätzlich dazu wurden im Geschäftsjahr 2021 im Rahmen einer freiwilligen Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts andere Bestätigungsleistungen in Höhe von 23 Tsd. Euro (Vj. 27 Tsd. Euro) inklusive Auslagen erbracht. Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine Steuerberatungsleistungen durch den Abschlussprüfer erbracht (Vj. 70 Tsd. Euro). Die sonstigen Leistungen betragen wie im Vorjahr 0 Tsd. Euro.

Landsberg am Lech, den 1. März 2022

RATIONAL AG Der Vorstand

Dr. Peter Stadelmann Vorstandsvorsitzender

Peter Wiedemann Vorstand technischer Bereich

Markus Paschmann Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing

Jörg Walter Vorstand kaufmännischer Bereich

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 123 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 122 Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk 125

Anhang 88

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die RATIONAL Aktiengesellschaft, Landsberg am Lech

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der RATIONAL Aktiengesellschaft, Landsberg am Lech, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der RATIONAL Aktiengesellschaft, Landsberg am Lech, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB, auf die in Abschnitt 6 des Konzernlageberichts Bezug genommen wird, sowie den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht nach §§ 315b und 315c HGB, auf den in Abschnitt 1 des Konzernlageberichts Bezug genommen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

  • › entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und
  • › vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf die Inhalte der oben genannten zusammengefassten Erklärung zur Unternehmensführung und des oben genannten gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Landsberg am Lech, den 1. März 2022

RATIONAL AG Der Vorstand

Dr. Peter Stadelmann Vorstandsvorsitzender

Peter Wiedemann Vorstand technischer Bereich

Markus Paschmann Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing

Jörg Walter Vorstand kaufmännischer Bereich

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 125 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 124 Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk 125

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1. Rückstellungen für Gewährleistungen 2. Aktivierung von Entwicklungskosten

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

  • a) Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich Verweis auf zugehörige Angaben im Konzernabschluss)
  • b) Prüferisches Vorgehen

1. Bilanzierung der Rückstellungen für Gewährleistungen

a) Sachverhaltsbeschreibung

Im Konzernabschluss werden unter dem Bilanzposten "Sonstige Rückstellungen" zum 31. Dezember 2021 lang- und kurzfristige Rückstellungen für Gewährleistungen in Höhe von 23,4 Mio. EUR ausgewiesen. Der Konzern bildet für erwartete Inanspruchnahmen aus der Gewährleistung der Funktion der verkauften Produkte Rückstellungen. Berücksichtigt werden dabei die gesetzliche Gewährleistungsfrist von zwei Jahren sowie einzelfallbezogen zusätzlich vereinbarte Gewährleistungsfristen, die darüber hinausgehen. Zudem werden Rückstellungen gebildet für Austauschaktionen, für welche die Konzernunternehmen – ohne bestehende rechtliche Verpflichtung – die Kosten übernehmen, sofern durch externe Kommunikation eine Erwartungshaltung bei den Kunden erzeugt wurde, die zu einer faktischen Verpflichtung des Konzerns und einem wahrscheinlichen Abfluss von Ressourcen führt.

In diesem Zusammenhang werden von den gesetzlichen Vertretern des Mutterunternehmens Annahmen hinsichtlich der künftigen Inanspruchnahme von Gewährleistungsrechten bzw. des künftigen eventuellen Kulanzbedarfs getroffen und auf Grundlage von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit (Mängelhistorie, angefallene Kosten) und verkaufter Stückzahlen bzw. einzelfallbezogen entsprechende Rückstellungen gebildet. Für die Zukunft geschätzte Kostensteigerungen werden dabei pauschal berücksichtigt.

2. Aktivierung von Entwicklungskosten

a) Sachverhaltsbeschreibung

Im Konzernabschluss werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" zum 31. Dezember 2021 "Aktivierte Entwicklungskosten" in Höhe von insgesamt 4,8 Mio. EUR ausgewiesen. Hiervon entfallen 3,1 Mio. EUR auf 2021 neu aktivierte Kosten. Die gesamten Forschungsund Entwicklungsausgaben einschließlich der aktivierten Beträge belaufen sich im Geschäftsjahr 2021 auf 48,2 Mio. EUR. Entwicklungskosten für neue Produkte werden als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn die Voraussetzungen des IAS 38.57 erfüllt sind. Die Herstellungskosten der aktivierten Entwicklungsleistungen beinhalten direkt zurechenbare Einzelkosten sowie variable Gemeinkosten. Die Folgebewertung erfolgt zu Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen und etwaiger Wertminderungen. Ab der Nutzungsmöglichkeit des jeweiligen Vermögenswerts erfolgt die planmäßige Abschreibung über die geschätzte Nutzungsdauer.

Aus unserer Sicht war der Sachverhalt von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung, da die Aktivierung von Entwicklungskosten in einem hohen Maß auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich technischer und wirtschaftlicher Realisierbarkeit, noch anfallender Kosten sowie des Zeitraums bis zum Abschluss der Entwicklungsphase beruht und damit mit entsprechenden Unsicherheiten behaftet ist.

Die Angaben der gesetzlichen Vertreter zu den aktivierten Entwicklungskosten sind in den Kapiteln "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen" und "Sonstige Erläuterungen zum Konzernabschluss" (dort Textziffer 8.) des Konzernanhangs enthalten.

Aus unserer Sicht war der Sachverhalt von besonderer Bedeutung, da im Rahmen der Bewertung der Rückstellungen für Gewährleistungen Schätzunsicherheiten und, insbesondere in Zusammenhang mit gegebenenfalls zu erbringenden Kulanzleistungen, grundsätzlich auch beim Ansatz Ermessensspielräume für die gesetzlichen Vertreter bestehen.

Die Angaben der gesetzlichen Vertreter zu den Rückstellungen für Gewährleistungen sind in den Kapiteln "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – Rückstellungen", "Verwendung von Schätzungen und Annahmen sowie wesentliche Ermessensentscheidungen" und "Sonstige Erläuterungen zum Konzernabschluss" (dort Textziffer 17.) des Konzernanhangs enthalten.

b) Prüferisches Vorgehen

Bei unserer Prüfung der Rückstellungen für Gewährleistungen haben wir uns zunächst ein Verständnis über den Prozess der Ermittlung der Rückstellungen verschafft. Zum Zwecke unserer Risikobeurteilung haben wir uns in diesem Zusammenhang ein Bild von der Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr gemacht und beurteilt, ob und inwieweit die Rückstellungsbildung durch Subjektivität, Komplexität oder sonstige inhärente Risikofaktoren beeinflusst wurde. Weiterhin haben wir geprüft, ob die Bildung der Rückstellungen für Gewährleistungen auf Basis der einschlägigen Gesetzesnormen und der vertraglichen Grundlagen sowie in Übereinstimmung mit IAS 37 erfolgte. Insbesondere in Bezug auf Kulanzleistungen haben wir uns mit der entsprechenden Kommunikation an Kunden und der zugehörigen Dokumentation auseinandergesetzt. Die uns vorgelegten Berechnungsgrundlagen haben wir überwiegend anhand von ausgewählten Elementen durch Einsichtnahme in Verträge, dokumentierte Einzelfallentscheidungen sowie Kostenschätzungen geprüft. Die ermittelten Vergangenheitswerte für Absatzzahlen und Garantiefälle bzw. Kulanzfälle haben wir anhand von uns zur Verfügung gestellten Daten aus Buchhaltung und Controlling untersucht. Zudem haben wir das Berechnungsschema der Rückstellungsbewertung insgesamt nachvollzogen und gewürdigt. Schließlich haben wir die Angaben der gesetzlichen Vertreter im Konzernanhang zu den Rückstellungen für Gewährleistungen auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft.

b) Prüferisches Vorgehen

Zunächst haben wir uns einen Überblick über den Prozess der Aktivierung von Entwicklungskosten und die einzelnen Forschungs- und Entwicklungsprojekte verschafft und aus Risikogesichtspunkten haben wir unter Berücksichtigung der Entwicklungstätigkeiten im Berichtsjahr beurteilt, ob und inwieweit die Bilanzierung von Entwicklungskosten durch Subjektivität, Komplexität oder sonstige inhärente Risikofaktoren beeinflusst wurde. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir untersucht, ob die Ansatzkriterien des IAS 38.57 für die aktivierten Entwicklungskosten erfüllt sind. Dabei haben wir die Annahmen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Erfüllung der Ansatzkriterien für die ausgewählten Projekte gewürdigt, indem wir Einsicht in die Projektunterlagen und sonstige interne Aufzeichnungen der Entwicklungsabteilung genommen haben. Zudem haben wir durch Gespräche mit Projektleitern und die Einsichtnahme in Projektunterlagen den dokumentierten jeweiligen Projektfortschritt kritisch hinterfragt.

Wir haben hierbei auch das methodische Vorgehen zur Ermittlung der aktivierungsfähigen Kosten und die Höhe der aktivierten Entwicklungskosten anhand von Projektkostenübersichten und Stundenaufzeichnungen überprüft und die Werthaltigkeit der aktivierten Kosten anhand von vorgelegten Planungsrechnungen und weiteren Nachweisen geprüft. Für abgeschlossene Projekte haben wir die Planungstreue untersucht. Die Planungsrechnungen haben wir plausibilisiert und rechnerisch nachvollzogen. Schließlich haben wir die Angaben der gesetzlichen Vertreter im Konzernanhang zur Aktivierung von Entwicklungskosten auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

  • › den Bericht des Aufsichtsrats,
  • › den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht nach §§ 315b und 315c HGB, auf den im Konzernlagebericht in Abschnitt 1 Bezug genommen und der uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt wird,
  • › die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB, auf die im Konzernlagebericht in Abschnitt 6 Bezug genommen wird,
  • › die Versicherung der gesetzlichen Vertreter nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB bzw. nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht und
  • › alle übrigen Teile des Geschäftsberichts, der voraussichtlich nach der Erteilung dieses Bestätigungsvermerks veröffentlicht wird,
  • › aber nicht den Konzernabschluss, nicht die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

84

Anhang

88

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 127 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 126 Konzernabschluss

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der im Abschnitt 6 des Konzernlageberichts genannten zusammengefassten Erklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

  • › wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
  • › anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs, oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • › gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
  • › beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
  • › ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
  • › beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

› identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. fungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabunsere Prüfungsurteile. › beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. › führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei ins-

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

  • › holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für
  • besondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Anhang 88

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 129 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 128 Konzernabschluss

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei, die den SHA-256-Wert 80D8C0F0A88EA69 E78ADB20D3BF5EFC9019BF6D7D96E5DD8B81090CBC 995D632 aufweist, enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF--Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

  • › identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
  • › gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.
  • › beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende bereitgestellte Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
  • › beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.
  • › beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL--Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 12. Mai 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 13. August 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2021 als Konzernabschlussprüfer der RATIONAL Aktiengesellschaft, Landsberg am Lech, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus beabsichtigter oder unbeabsichtigter – Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht – auch die im Bundesanzeiger bekanntzumachenden Fassungen – sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (10.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Sonstiger Sachverhalt – Verwendung des Bestätigungsvermerks

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dirk Bäßler.

München, den 1. März 2022

Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dirk Bäßler Johanna Pickl Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Versicherung der gesetzlichen Vertreter 124

Gesamtergebnisrechnung 84 Bilanz 85 Kapitalflussrechnung 86 Eigenkapitalveränderungsrechnung 87 131 RATIONAL Geschäftsbericht 2021 130 Konzernabschluss

Impressum

Herausgeber

RATIONAL AG Siegfried-Meister-Straße 1 86899 Landsberg am Lech Deutschland

Tel. +49 8191 3270 E-mail: [email protected]

Konzept und Design RATIONAL Design and Production Regine Hemmrich Grafikdesign, Landsberg am Lech

Druckerei F&W Druck- und Mediencenter GmbH, Kienberg

Dieser Bericht wurde am 24. März 2022 veröffentlicht.

Vorstand

Dr. Peter Stadelmann, CEO
-- --------------------------- --

Peter Wiedemann, CTO

Markus Paschmann, CSO

Jörg Walter, CFO

Aufsichtsrat

Walter Kurtz, Vorsitzender
Dr. Hans Maerz, Stellvertreter
Dr. Gerd Lintz
Werner Schwind
Erich Baumgärtner
Dr.-Ing. Georg Sick
Dr. Johannes Würbser

Ansprechpartner

Dr. Peter Stadelmann
Vorstandsvorsitzender
Tel. +49 8191 327 3309
[email protected]

Stefan Arnold Leiter Investor Relations Tel. +49 8191 327 2209 [email protected]

Globale Präsenz

Umsatz nach Regionen 2021

13% 43% 18% 5% 16% 5%
Deutschland Europa ohne Deutschland Nord Latein Asien Übrige Welt
(Vj. 13 %) (Vj. 45 %) amerika amerika (Vj. 16 %) (Vj. 5 %)
(Vj. 17 %) (Vj. 4 %)

Kennzahlen

Ertragslage 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012
Umsatzerlöse Konzern Mio. EUR 780 650 844 778 702 613 564 497 461 435
Auslandsanteil Umsatzerlöse % 87 87 88 88 87 87 87 87 87 86
Umsatzerlöse Combi­Dämpfer Mio. EUR 698 581 769 712 646 567 529 467 436 413
Umsatzerlöse Vario Mio. EUR 81 69 75 66 58 47 39 33 28 26
Bruttoergebnis vom Umsatz1 Mio. EUR 429 360 498 457 421 379 349 304 281 262
in % der Umsatzerlöse 55 55 59 59 60 62 62 61 61 60
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA) Mio. EUR 190 136 248 219 199 176 169 154 136 130
in % der Umsatzerlöse 24 21 29 28 28 29 30 31 30 30
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) Mio. EUR 160 107 223 205 188 167 160 145 128 123
in % der Umsatzerlöse 21 16 26 26 27 27 28 29 28 28
Ergebnis nach Steuern Mio. EUR 124 80 172 157 143 127 122 110 97 93
in % der Umsatzerlöse 16 12 20 20 20 21 22 22 21 21
Ergebnis je Aktie (unverwässert) EUR 10,88 7,04 15,09 13,84 12,58 11,18 10,71 9,68 8,55 8,20
Eigenkapitalrentabilität (nach Steuern)2 % 22 15 35 36 35 34 37 38 38 42
Rendite auf eingesetzte Kapital (ROIC)3 % 21 15 34 34 33 31 34 34 35 38
Vermögenslage
Bilanzsumme Mio. EUR 784 671 699 604 571 540 483 423 377 326
Eigenkapital Mio. EUR 603 535 517 456 425 397 356 311 269 237
Eigenkapitalquote % 77 80 74 75 74 74 74 73 71 73
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Mio. EUR 2 5 10 12 14 28 28 33 34 25
Liquide Mittel Mio. EUR 254 256 231 192 267 278 267 225 200 166
Nettofinanzposition4 Mio. EUR 252 251 222 180 253 250 239 193 166 141
Anlagevermögen Mio. EUR 208 203 191 152 127 102 79 69 61 56
Investitionen in das Anlagevermögen Mio. EUR 26 31 40 40 43 25 19 17 12 9
Working Capital5 Mio. EUR 170 152 161 150 118 108 99 93 84 75
in % der Umsatzerlöse 22 23 19 19 17 18 17 19 18 17
Cashflow/Investitionen
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio. EUR 172 93 199 144 146 130 143 113 103 111
Cashflow aus Investitionstätigkeit Mio. EUR – 84 38 –55 –56 77 –97 –11 –39 –28 –38
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Mio. EUR – 66 – 79 –119 –128 –128 –87 –83 –71 –57 –57
Mitarbeiter
Anzahl Mitarbeiter zum Geschäftsjahresende 2.248 2.180 2.258 2.113 1.884 1.713 1.530 1.424 1.341 1.263
Aktien
Aktienkurs zum Geschäftsjahresende6 EUR 900,40 761,50 717,00 496,00 537,20 424,00 419,90 259,75 241,10 218,00
Marktkapitalisierung zum Geschäftsjahresende Mio. EUR 10.238 8.658 8.152 5.640 6.108 4.821 4.774 2.953 2.741 2.479
Ausschüttung7 Mio. EUR 114 55 65 108 125 114 85 77 68 65
Dividende je Aktie7 EUR 7,50 4,80 5,70 9,50 8,80 8,00 7,50 6,80 6,00 5,70
Sonderdividende je Aktie7 EUR 2,50 2,20 2,00
Ertragslage 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012
Umsatzerlöse Konzern Mio. EUR 780 650 844 778 702 613 564 497 461 435
Auslandsanteil Umsatzerlöse % 87 87 88 88 87 87 87 87 87 86
Umsatzerlöse Combi­Dämpfer Mio. EUR 698 581 769 712 646 567 529 467 436 413
Umsatzerlöse Vario Mio. EUR 81 69 75 66 58 47 39 33 28 26
Bruttoergebnis vom Umsatz1 Mio. EUR 429 360 498 457 421 379 349 304 281 262
in % der Umsatzerlöse 55 55 59 59 60 62 62 61 61 60
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA)
Mio. EUR 190 136 248 219 199 176 169 154 136 130
in % der Umsatzerlöse 24 21 29 28 28 29 30 31 30 30
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) Mio. EUR 160 107 223 205 188 167 160 145 128 123
in % der Umsatzerlöse 21 16 26 26 27 27 28 29 28 28
Ergebnis nach Steuern Mio. EUR 124 80 172 157 143 127 122 110 97 93
in % der Umsatzerlöse 16 12 20 20 20 21 22 22 21 21
Ergebnis je Aktie (unverwässert) EUR 10,88 7,04 15,09 13,84 12,58 11,18 10,71 9,68 8,55 8,20
Eigenkapitalrentabilität (nach Steuern)2 % 22 15 35 36 35 34 37 38 38 42
Rendite auf eingesetzte Kapital (ROIC)3 % 21 15 34 34 33 31 34 34 35 38
Vermögenslage
Bilanzsumme Mio. EUR 784 671 699 604 571 540 483 423 377 326
Eigenkapital Mio. EUR 603 535 517 456 425 397 356 311 269 237
Eigenkapitalquote % 77 80 74 75 74 74 74 73 71 73
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Mio. EUR 2 5 10 12 14 28 28 33 34 25
Liquide Mittel Mio. EUR 254 256 231 192 267 278 267 225 200 166
Nettofinanzposition4 Mio. EUR 252 251 222 180 253 250 239 193 166 141
Anlagevermögen Mio. EUR 208 203 191 152 127 102 79 69 61 56
Investitionen in das Anlagevermögen Mio. EUR 26 31 40 40 43 25 19 17 12 9
Working Capital5 Mio. EUR 170 152 161 150 118 108 99 93 84 75
in % der Umsatzerlöse 22 23 19 19 17 18 17 19 18 17
Cashflow/Investitionen
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio. EUR 172 93 199 144 146 130 143 113 103 111
Cashflow aus Investitionstätigkeit Mio. EUR – 84 38 –55 –56 77 –97 –11 –39 –28 –38
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Mio. EUR – 66 – 79 –119 –128 –128 –87 –83 –71 –57 –57
Mitarbeiter
Anzahl Mitarbeiter zum Geschäftsjahresende 2.248 2.180 2.258 2.113 1.884 1.713 1.530 1.424 1.341 1.263
Aktien
Aktienkurs zum Geschäftsjahresende6 EUR 900,40 761,50 717,00 496,00 537,20 424,00 419,90 259,75 241,10 218,00
Marktkapitalisierung zum Geschäftsjahresende Mio. EUR 10.238 8.658 8.152 5.640 6.108 4.821 4.774 2.953 2.741 2.479
Ausschüttung7 Mio. EUR 114 55 65 108 125 114 85 77 68 65
Dividende je Aktie7 EUR 7,50 4,80 5,70 9,50 8,80 8,00 7,50 6,80 6,00 5,70
Sonderdividende je Aktie7 EUR 2,50 2,20 2,00

1 Seit 2018 Ausweis von Kosten in Zusammenhang mit der Aufstellung und Installation von Geräten in Umsatzkosten, 2017 wurde entsprechend angepasst, bis 2016 in Vertriebs und Servicekosten

2 Ergebnis nach Steuern im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital des jeweiligen Geschäftsjahres 3 Um Finanzierungskosten bereinigtes Ergebnis nach Steuern in Relation zum investierten Kapital (Eigenkapital + verzinstes Fremdkapital) 4 Liquide Mittel abzüglich Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

5 Summe der Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und erhaltene Anzahlungen 6 Xetra

7 Ausschüttung jeweils im Folgejahr, Dividende 2021 vorbehaltlich der Zustimmung durch die Hauptversammlung 2022

10-Jahres-Übersicht

Basisdaten der RATIONAL-Aktie

Anzahl der zugelassenen Aktien5 11.370.000
Aktionärsstruktur Festbesitz 55,2%, Streubesitz 44,8%
ISIN DE0007010803
WKN (Wertpapierkennnummer) 701 080
Börsenkürzel RAA
5 Stand: 1. März 2022

Finanzkalender 2022

Finanzzahlen Geschäftsjahr 2021 Virtuell 24.03.22
Hauptversammlung 2022 Virtuell 04.05.22
Finanzzahlen Q1 2022 Virtuell 11.05.22
Finanzzahlen Halbjahr 2022 Virtuell 04.08.22
Finanzzahlen 9 Monate 2022 Virtuell 03.11.22
RATIONAL-Analystentag 2022 TBD TBD

Wichtige Daten zur RATIONAL-Aktie

Kennzahlen
-- ------------ --
2021 2020
Höchstkurs der letzten 12 Monate2 EUR 1.029,50 792,50
Tiefstkurs der letzten 12 Monate2 EUR 654,50 377,20
Jahresendkurs2 EUR 900,40 761,50
Marktkapitalisierung1 2 Mio. EUR 10.238 8.658
Dividendenrendite3 % 1,1 0,6
Beta-Faktor (1 Jahr) zum 30.12.4 1,34 0,95
Umsatz je Aktie EUR 68,58 57,13
Kurs-Umsatz-Verhältnis1 3 13,1 13,3
Ergebnis je Aktie EUR 10,88 7,04
Kurs-Gewinn-Verhältnis1 3 82,8 108,1
Cashflow je Aktie EUR 15,10 8,15
Kurs-Cashflow-Verhältnis1 3 59,6 93,4

1 Zum Bilanzstichtag 2 Xetra 3In Relation zum Jahresendkurs

4In Relation zum MDAX

RATIONAL AG (Xetra) DAX MDAX

0

1000

2000

3000

4000

5000

Ertragslage 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012
Umsatzerlöse Konzern Mio. EUR 780 650 844 778 702 613 564 497 461 435
Auslandsanteil Umsatzerlöse % 87 87 88 88 87 87 87 87 87 86
Umsatzerlöse Combi­Dämpfer Mio. EUR 698 581 769 712 646 567 529 467 436 413
Umsatzerlöse Vario Mio. EUR 81 69 75 66 58 47 39 33 28 26
Bruttoergebnis vom Umsatz1 Mio. EUR 429 360 498 457 421 379 349 304 281 262
in % der Umsatzerlöse 55 55 59 59 60 62 62 61 61 60
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA)
Mio. EUR 190 136 248 219 199 176 169 154 136 130
in % der Umsatzerlöse 24 21 29 28 28 29 30 31 30 30
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) Mio. EUR 160 107 223 205 188 167 160 145 128 123
in % der Umsatzerlöse 21 16 26 26 27 27 28 29 28 28
Ergebnis nach Steuern Mio. EUR 124 80 172 157 143 127 122 110 97 93
in % der Umsatzerlöse 16 12 20 20 20 21 22 22 21 21
Ergebnis je Aktie (unverwässert) EUR 10,88 7,04 15,09 13,84 12,58 11,18 10,71 9,68 8,55 8,20
Eigenkapitalrentabilität (nach Steuern)2 % 22 15 35 36 35 34 37 38 38 42
Rendite auf eingesetzte Kapital (ROIC)3 % 21 15 34 34 33 31 34 34 35 38
Vermögenslage
Bilanzsumme Mio. EUR 784 671 699 604 571 540 483 423 377 326
Eigenkapital Mio. EUR 603 535 517 456 425 397 356 311 269 237
Eigenkapitalquote % 77 80 74 75 74 74 74 73 71 73
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Mio. EUR 2 5 10 12 14 28 28 33 34 25
Liquide Mittel Mio. EUR 254 256 231 192 267 278 267 225 200 166
Nettofinanzposition4 Mio. EUR 252 251 222 180 253 250 239 193 166 141
Anlagevermögen Mio. EUR 208 203 191 152 127 102 79 69 61 56
Investitionen in das Anlagevermögen Mio. EUR 26 31 40 40 43 25 19 17 12 9
Working Capital5 Mio. EUR 170 152 161 150 118 108 99 93 84 75
in % der Umsatzerlöse 22 23 19 19 17 18 17 19 18 17
Cashflow/Investitionen
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio. EUR 172 93 199 144 146 130 143 113 103 111
Cashflow aus Investitionstätigkeit Mio. EUR – 84 38 –55 –56 77 –97 –11 –39 –28 –38
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Mio. EUR – 66 – 79 –119 –128 –128 –87 –83 –71 –57 –57
Mitarbeiter
Anzahl Mitarbeiter zum Geschäftsjahresende 2.248 2.180 2.258 2.113 1.884 1.713 1.530 1.424 1.341 1.263
Aktien
Aktienkurs zum Geschäftsjahresende6 EUR 900,40 761,50 717,00 496,00 537,20 424,00 419,90 259,75 241,10 218,00
Marktkapitalisierung zum Geschäftsjahresende Mio. EUR 10.238 8.658 8.152 5.640 6.108 4.821 4.774 2.953 2.741 2.479
Ausschüttung7 Mio. EUR 114 55 65 108 125 114 85 77 68 65
Dividende je Aktie7 EUR 7,50 4,80 5,70 9,50 8,80 8,00 7,50 6,80 6,00 5,70
Sonderdividende je Aktie7 EUR 2,50 2,20 2,00
Ertragslage 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012
Umsatzerlöse Konzern Mio. EUR 780 650 844 778 702 613 564 497 461 435
Auslandsanteil Umsatzerlöse % 87 87 88 88 87 87 87 87 87 86
Umsatzerlöse Combi­Dämpfer Mio. EUR 698 581 769 712 646 567 529 467 436 413
Umsatzerlöse Vario Mio. EUR 81 69 75 66 58 47 39 33 28 26
Bruttoergebnis vom Umsatz1 Mio. EUR 429 360 498 457 421 379 349 304 281 262
in % der Umsatzerlöse 55 55 59 59 60 62 62 61 61 60
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA)
Mio. EUR 190 136 248 219 199 176 169 154 136 130
in % der Umsatzerlöse 24 21 29 28 28 29 30 31 30 30
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) Mio. EUR 160 107 223 205 188 167 160 145 128 123
in % der Umsatzerlöse 21 16 26 26 27 27 28 29 28 28
Ergebnis nach Steuern Mio. EUR 124 80 172 157 143 127 122 110 97 93
in % der Umsatzerlöse 16 12 20 20 20 21 22 22 21 21
Ergebnis je Aktie (unverwässert) EUR 10,88 7,04 15,09 13,84 12,58 11,18 10,71 9,68 8,55 8,20
Eigenkapitalrentabilität (nach Steuern)2 % 22 15 35 36 35 34 37 38 38 42
Rendite auf eingesetzte Kapital (ROIC)3 % 21 15 34 34 33 31 34 34 35 38
Vermögenslage
Bilanzsumme Mio. EUR 784 671 699 604 571 540 483 423 377 326
Eigenkapital Mio. EUR 603 535 517 456 425 397 356 311 269 237
Eigenkapitalquote % 77 80 74 75 74 74 74 73 71 73
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Mio. EUR 2 5 10 12 14 28 28 33 34 25
Liquide Mittel Mio. EUR 254 256 231 192 267 278 267 225 200 166
Nettofinanzposition4 Mio. EUR 252 251 222 180 253 250 239 193 166 141
Anlagevermögen Mio. EUR 208 203 191 152 127 102 79 69 61 56
Investitionen in das Anlagevermögen Mio. EUR 26 31 40 40 43 25 19 17 12 9
Working Capital5 Mio. EUR 170 152 161 150 118 108 99 93 84 75
in % der Umsatzerlöse 22 23 19 19 17 18 17 19 18 17
Cashflow/Investitionen
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio. EUR 172 93 199 144 146 130 143 113 103 111
Cashflow aus Investitionstätigkeit Mio. EUR – 84 38 –55 –56 77 –97 –11 –39 –28 –38
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Mio. EUR – 66 – 79 –119 –128 –128 –87 –83 –71 –57 –57
Mitarbeiter
Anzahl Mitarbeiter zum Geschäftsjahresende 2.248 2.180 2.258 2.113 1.884 1.713 1.530 1.424 1.341 1.263
Aktien
Aktienkurs zum Geschäftsjahresende6 EUR 900,40 761,50 717,00 496,00 537,20 424,00 419,90 259,75 241,10 218,00
Marktkapitalisierung zum Geschäftsjahresende Mio. EUR 10.238 8.658 8.152 5.640 6.108 4.821 4.774 2.953 2.741 2.479
Ausschüttung7 Mio. EUR 114 55 65 108 125 114 85 77 68 65
Dividende je Aktie7 EUR 7,50 4,80 5,70 9,50 8,80 8,00 7,50 6,80 6,00 5,70

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