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RATIONAL AG — Annual Report 2019
Mar 30, 2020
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Annual Report
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RATIONAL Aktiengesellschaft
Landsberg am Lech
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019
RATIONAL AG
Inhaltsübersicht:
1. Grundlagen des Konzerns
Geschäftsmodell des Konzerns
Strategie und Ziele
Steuerungssystem
Forschung und Entwicklung
Mitarbeiter und Personalentwicklung
Aktiver Umweltschutz
Nichtfinanzieller Konzernbericht in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB
2. Wichtige Ereignisse des Geschäftsjahres 2019
3. Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Geschäftsverlauf 2019 - Beurteilung der wirtschaftlichen Lage durch den Vorstand
Ertragslage
Finanz- und Vermögenslage
Prognose-Ist-Vergleich
4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht
Prognosebericht
Chancen- und Risikobericht
Chancenbericht
Risikobericht
5. Vergütungsbericht
6. Übernahmerelevante Angaben
7. Erklärung zur Unternehmensführung
1. Grundlagen des Konzerns
Geschäftsmodell des Konzerns
Organisatorische Struktur des Konzerns und Standorte
Hauptgesellschaft des Konzerns ist die RATIONAL Aktiengesellschaft (RATIONAL AG) mit Firmensitz in Landsberg am Lech. Neben der RATIONAL AG umfasst der Konzern 32 Tochtergesellschaften, davon 25 Vertriebsgesellschaften. Über die Vertriebsgesellschaften und über lokale Handelspartner vermarktet die Gesellschaft ihre Produkte in nahezu allen Regionen der Welt. Darüber hinaus verfügt die Gesellschaft über Produktionsstandorte in Deutschland (Landsberg am Lech) und Frankreich (Wittenheim, Elsass).
Produkte und Dienstleistungen
Die RATIONAL-Gruppe bietet Groß- und Gewerbeküchen weltweit Produkte und Lösungen zur thermischen Speisenzubereitung an. Rund 74 % der Umsatzerlöse werden durch den Verkauf von Gargeräten erzielt.
Den größten Anteil der Umsatzerlöse erzielen wir mit dem SelfCookingCenter (r) , einem Combi-Dämpfer mit intelligenten Garprozessen. Bei der Combi-Dämpfer-Technologie erfolgt die Wärmeübertragung während des Kochens durch Dampf, Heißluft oder durch die Kombination aus beidem. Die im SelfCookingCenter (r) eingebaute Software erkennt die Größe und Konsistenz der Speisen und steuert den Garprozess selbstständig, bis das gewünschte Garergebnis erreicht ist. Zudem bieten wir unseren Kunden ein Combi-Dämpfer-Basismodell an, den CombiMaster (r) Plus. Alle Modelle werden am Hauptsitz in Landsberg am Lech produziert und weltweit vermarktet.
Als Komplementärprodukt zur Combi-Dämpfer-Technologie bieten wir das VarioCookingCenter (r) an. Dieses kocht mit direkter Kontakthitze oder in Flüssigkeit. Es adressiert größtenteils dieselben Kundengruppen und kann weitere traditionelle Gargeräte, wie Fritteusen, Kessel oder Kippbratpfannen, ersetzen. Die Produkte werden in Wittenheim, Frankreich hergestellt. Der Vertrieb erfolgt noch vorwiegend in Europa. Über ausgewählte Partner sind wir zudem in einzelnen Überseemärkten, wie Japan oder Australien, aktiv.
Rund 26 % der Umsätze erlösen wir mit Zubehör, Serviceteilen und Dienstleistungen für unsere Combi-Dämpfer und das VarioCookingCenter (r) sowie mit Pflegeprodukten für Combi-Dämpfer.
Mit ConnectedCooking bieten wir unseren Kunden ein Onlineportal für die Profiküche. Dieses umfasst eine kostenlose, cloudbasierte Vernetzungslösung. Damit können unsere Kunden ihre Geräte vernetzen, fernsteuern, sie per Softwareupdate auf den neuesten Stand bringen und Garprogramme übertragen. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden weitere kostenpflichtige digitale Anwendungen für die Optimierung ihrer Küchenprozesse an. Diese befinden sich momentan in einem frühen Stadium mit Pilotkunden in den Märkten Deutschland und Österreich.
Unseren Kunden bieten wir eine Vielzahl an kostenlosen und kostenpflichtigen Dienstleistungen. Beispielsweise die kostenfreien SelfCookingCenter (r) - und VarioCookingCenter (r) -Live-Seminare, Academy RATIONAL und Expertenküchen. Darüber hinaus geben wir ihnen fachmännische Tipps in unserer ChefLine (r) . Kostenpflichtige Beratungsangebote sind themenspezifische Akademie-Veranstaltungen sowie intensive Prozessberatungen im Rahmen einer Betriebsbegleitung beim Kunden.
Segmente
Seit Januar 2019 wird das VarioCookingCenter (r) ausschließlich unter der Marke RATIONAL über unsere RATIONAL-Vertriebsgesellschaften verkauft. In diesem Zuge fand eine Umstellung unserer Segmentdarstellung von einer produktbezogenen Sicht auf eine regionale Betrachtung statt. Seit dem Geschäftsjahr 2019 berichten wir entsprechend der internen Steuerung der RATIONAL-Gruppe und in Einklang mit IFRS 8 die folgenden regionalen Segmente:
| • | DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) |
| • | EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) |
| • | Americas (Nord- und Lateinamerika) |
| • | Asien (Nord- und Südasien) |
Märkte, Kunden und Wettbewerbssituation
Unsere Zielgruppe sind gewerbliche Küchen und Betriebe aller Art, in denen täglich mindestens 20 warme Mahlzeiten zubereitet werden. Die Kundenbasis reicht von Restaurants und Hotels über die Gemeinschaftsverpflegung, wie Betriebskantinen, Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, Militär, Gefängnisse und Seniorenheime bis hin zu Quick-Service-Restaurants und Caterern sowie Supermärkten, Back- und Snackshops, Metzgereien und Tankstellen.
Das hierbei noch freie Weltmarktpotenzial erschließen wir organisch durch den schrittweisen Ausbau unseres globalen Vertriebs-, Marketing- und Servicenetzwerks. Neben der tieferen Marktdurchdringung in bereits gut entwickelten Märkten adressieren wir zunehmend auch das wachsende Potenzial in den aufstrebenden Schwellenländern.
Kernabsatzmärkte sind DACH und EMEA. In diesen Segmenten erzielten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 60 % der Umsatzerlöse. Die Segmente Americas und Asien gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Die Zahl der Hersteller von Wettbewerbsprodukten schätzen wir auf rund 100 weltweit. Unsere Markt- und Konkurrenzstruktur sowie die Wettbewerbssituation sehen wir von Land zu Land als sehr unterschiedlich an.
Strategie und Ziele
Unsere Erfolgsgeschichte basiert nach unserer Einschätzung auf vier wesentlichen Säulen:
| 1. Konzentration auf Groß- und Gewerbeküchen | |
| 2. Spezialisierung auf thermische Speisenzubereitung | |
| 3. Höchstmöglicher Kundennutzen als oberstes Unternehmensziel | |
| 4. Erfolgsfaktor U.i.U. (r) (Unternehmer im Unternehmen) |
Diese Erfolgsquellen sind seit vielen Jahrzehnten in unserem Leitbild festgeschrieben.
Konzentration auf Groß- und Gewerbeküchen
Wir konzentrieren uns auf eine klar definierte Zielgruppe: die Menschen, die in den Profiküchen der Welt Speisen thermisch zubereiten. Mit eigenen Küchenmeistern in kundennahen Funktionen sind wir das Unternehmen der Köche und für Köche.
Spezialisierung auf die thermische Speisenzubereitung
Wir sehen uns dabei in erster Linie als Lösungsanbieter und nicht als Maschinenbauer. Unser Ziel ist es, mit unseren innovativen Produkten und Dienstleistungen die tägliche Arbeit unserer Kunden zu erleichtern.
Höchstmöglicher Kundennutzen als oberstes Unternehmensziel
Unseren Kunden während der gesamten Geschäftsbeziehung den höchstmöglichen Nutzen zu bieten, ist unser oberstes Unternehmensziel. Neben dem Verkauf unserer Produkte bieten wir unseren Kunden ein umfassendes Dienstleistungsangebot während der gesamten Geschäftsbeziehung.
Erfolgsfaktor U.i.U. (r) (Unternehmer im Unternehmen)
Ein wichtiger Erfolgsbaustein für die hohe Motivation und Zufriedenheit unserer Mitarbeiter ist unseres Erachtens das Prinzip des "Unternehmers im Unternehmen" (U.i.U. (r)). Der U.i.U. (r) arbeitet in seinem Bereich wie ein Unternehmer.
Steuerungssystem
Zentrale finanzielle Steuerungskennzahlen
Die zentralen finanziellen Steuerungskennzahlen für alle regionalen Segmente des RATIONAL-Konzerns sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Mit diesen Kennzahlen können wir frühzeitig Ineffizienzen identifizieren und erforderliche Anpassungen vornehmen.
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| Finanzielle Steuerungskennzahlen | |
|---|---|
| Absatz-/Umsatzentwicklung | EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) /EBIT-Marge (EBIT im Verhältnis zu den Umsatzerlösen) |
| Konzernrohertragsmarge | Forderungsmanagement (Konzern-DSO) |
| Operative Kosten | Konzerneigenkapitalquote |
Zentrale nichtfinanzielle Steuerungskennzahlen
Die zentrale Steuerungskennzahl für das Interesse an unseren Produkten und die Kundenzufriedenheit war bis zum Geschäftsjahr 2019 die Anzahl der teilnehmenden Firmen an unseren Live-Seminaren, an der RATIONAL-Expertenküche sowie an der Academy RATIONAL. In der Vergangenheit stellte die Anzahl der teilnehmenden Firmen an diesen Seminaren für uns einen wichtigen Frühindikator für die zukünftige Geschäftsentwicklung dar.
In etablierten Märkten, vor allem in Europa, haben Live-Seminare mittlerweile weniger Gewicht, als dies in Märkten mit einem geringeren Bekanntheitsgrad der Technologien der Fall ist. Dementsprechend wird hier in vielen Ländern schwerpunktmäßig auch auf andere Vertriebs- und Kundenbindungsmaßnahmen zurückgegriffen und der Fokus nicht mehr so stark auf die Live-Seminare gerichtet. Vor allem Einweisungen und Betriebsbegleitungen beim Kunden gewinnen hier an Bedeutung.
In Anbetracht der Vielfältigkeit der Vertriebs- und Kundenbindungsmaßnahmen ändern wir ab dem Geschäftsjahr 2020 die Kennzahl für die Kundenzufriedenheit. Zukünftig werden wir den globalen RATIONAL-Kundenzufriedenheitsindex als steuerungsrelevante Kennzahl heranziehen. Dieser Index orientiert sich am TRIM-Index des Meinungsforschungsinstituts KANTAR. Er beinhaltet die Kriterien Leistung des Unternehmens und Präferenz des Kunden. Dieser Indexwert wird auf einer Skala von -50 bis +150 dargestellt.
Die zentrale Steuerungskennzahl für die Mitarbeiterzufriedenheit ist die monatlich ermittelte Fluktuationsquote.
Forschung und Entwicklung
Wir legen einen besonderen Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung und bringen in regelmäßigen Abständen innovative Technologien auf den Markt. Neben Ingenieuren verschiedenster Fachrichtungen arbeiten Physiker in der Grundlagenforschung sowie Küchenmeister und Ökotrophologen in der Anwendungsforschung und -entwicklung. Insgesamt beschäftigten wir zum Bilanzstichtag mehr als 170 Mitarbeiter in diesem Bereich.
Im Jahr 2019 haben wir 42,7 Mio. Euro (Vj. 38,8 Mio. Euro) oder 5 % der Umsatzerlöse (Vj. 5 %) für Forschung und die Entwicklung neuer Lösungen sowie die Verbesserung der Leistungsfähigkeit unserer Produkte und Dienstleistungen ausgegeben. 42,0 Mio. Euro (Vj. 38,1 Mio. Euro) davon wurden aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 0,7 Mio. Euro (Vj. 0,7 Mio. Euro) wurden als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, da die Voraussetzungen des IAS 38.57 für die Aktivierung erfüllt waren. Die aktivierten Entwicklungsleistungen werden nach dem Produktionsstart der jeweiligen Produkte und Dienstleistungen über die entsprechende Nutzungsdauer abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2019 betrugen die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen 0,9 Mio. Euro.
Unsere Innovationen sind durch über 600 Patente, Patentanmeldungen und Geschmacksmuster geschützt.
Mitarbeiter und Personalentwicklung
Die gruppenweite Zahl der Mitarbeiter ist 2019 um 145 von 2.113 auf 2.258 (Stichtag 31. Dezember 2019) gestiegen. Davon waren 1.232 Personen (Vj. 1.144) in Deutschland tätig.
Wir sehen die gezielte Förderung junger, talentierter Mitarbeiter als einen wichtigen Baustein für die erfolgreiche Entwicklung und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Die qualifizierte Berufsausbildung genießt deshalb bei RATIONAL einen sehr hohen Stellenwert. Aktuell beschäftigen wir 65 Auszubildende in den Fachrichtungen Industriekaufleute, Lagerlogistik, Industriemechaniker, Mechatroniker, Metalltechnik und Fachinformatiker. 19 Mitarbeiter absolvieren ein duales Studium in den Fachbereichen Mechatronik, Maschinenbau, International Business sowie LifeCycle Catering. Zudem befanden sich zum Bilanzstichtag insgesamt 31 Nachwuchskräfte in den unterschiedlichen Programmen.
Die Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit sind auf einem hohen Niveau. Ein Ergebnis daraus ist die Treue und Loyalität unserer Mitarbeiter. Die Fluktuationsrate betrug weltweit lediglich 8 % (Vj. 7 %).
Zur Vermeidung von Arbeitsunfällen und zur Gesundheitsförderung der Mitarbeiter werden regelmäßig Sicherheitsunterweisungen und -schulungen sowie Untersuchungen durch den Betriebsarzt durchgeführt.
Vergütungen und Sozialleistungen
Bei Lohn- und Gehaltsanpassungen orientieren wir uns an den Lohnsteigerungen der IG Metall oder übertreffen diese. Wir gewähren zusätzlich Weihnachts- und Urlaubsgeld, eine freiwillige Prämie sowie Zusatzleistungen, wie Essensgeld, Fahrtkostenzuschüsse, Zuschüsse zu Fitnessangeboten und Prämien für die langjährige Betriebszugehörigkeit.
Gleichstellung als Selbstverständlichkeit
Alle Mitarbeiter erfahren dieselbe Wertschätzung, den gleichen Respekt und haben vergleichbare Chancen. Jeder Mitarbeiter hat sich durch Unterzeichnung des Arbeitsvertrags schriftlich dazu verpflichtet, Diskriminierungen jeglicher Art sowie sexuelle Belästigung oder sonstige persönliche Angriffe auf einzelne Personen zu unterlassen und diesen entgegenzutreten. Sechs Vertrauenspersonen stehen den Mitarbeitern im Konzern jederzeit zur Verfügung. Etwaige Anliegen können anonym vorgebracht und gelöst werden. Bei der Besetzung von Positionen bzw. bei Beförderungen und der Vergütungshöhe sind ausschließlich die Qualifikation und die Erfahrung der betreffenden Person entscheidend.
Angaben zu Zielgrößen des Frauenanteils im Aufsichtsrat und im Vorstand der RATIONAL AG sowie in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands gemäß §§ 76 Abs. 4 und 111 Abs. 5 AktG als auch zu den Fristen für deren Erreichung werden im Bericht zur Corporate Governance und in der Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB im Geschäftsbericht 2019 sowie auf der RATIONAL-Website im Bereich Investor Relations unter der Rubrik Corporate Governance dargestellt.
Aktiver Umweltschutz
Als nachhaltig orientiertes, international tätiges Unternehmen beziehen wir ökologische Aspekte in alle unternehmerischen Entscheidungen mit ein und unterhalten ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem sowie ein nach ISO 50001 zertifiziertes Energiemanagementsystem.
Nichtfinanzieller Konzernbericht in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB
Über diesen Lagebericht hinausgehende Angaben zu Umwelt-, Mitarbeiter-, Sozial- und Kundenbelangen, Achtung der Menschenrechte (siehe Erklärung zum UK Modern Slavery Act), Bekämpfung von Korruption und Bestechlichkeit finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2019 der RATIONAL AG. Der nichtfinanzielle Konzernbericht wird einer freiwilligen betriebswirtschaftlichen Prüfung nach ISAE 3000 (Revised) mit begrenzter Sicherheit durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer unterzogen. Er wird fristgerecht bis 30. April 2020 auf der RATIONAL-Homepage unter https://www.rational-online.com/de_de/Unternehmen/ Über_uns/Nachhaltigkeit veröffentlicht.
2. Wichtige Ereignisse des Geschäftsjahres 2019
Erweiterung des Aufsichtsrats
Per Satzungsänderung wurde der Aufsichtsrat im Jahr 2019 auf sieben Mitglieder erweitert. Mit Herrn Dr. Johannes Würbser wurde von der Hauptversammlung am 15. Mai 2019 ein Mitglied aus der Erbengemeinschaft Siegfried Meister in den Aufsichtsrat berufen, der für die Kontinuität auf der Gesellschafterseite steht. Gleichzeitig konnten durch die Erweiterung des Aufsichtsrats alle Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen der bisherigen Mitglieder im Aufsichtsrat erhalten bleiben. Damit stellt sich der Aufsichtsrat zukunftsfähig auf, um seiner Aufsichts- und Steuerungsaufgabe auch in Zukunft weiterhin umfassend nachkommen zu können.
Wechsel kaufmännischer Vorstand
Nach vier Jahren als kaufmännischer Vorstand der RATIONAL AG hat Dr. Axel Kaufmann sein Mandat zum 31. Dezember 2019 niedergelegt. Herr Dr. Kaufmann schied aus eigenem Wunsch aus der Gesellschaft aus, um einer neuen beruflichen Herausforderung nachzugehen. Seit Januar 2020 verantwortet der Vorstandsvorsitzende der RATIONAL AG, Dr. Peter Stadelmann, zusätzlich zu seinem Vorstandsressort auch den kaufmännischen Bereich der Gesellschaft.
Internationale Expansion
Im Jahr 2019 haben wir das internationale Wachstum fortgesetzt. Neben dem Ausbau der Vertriebskapazitäten in allen Regionen der Welt haben wir durch die Gründung von Tochtergesellschaften in Chile und Tschechien den Grundstein für die tiefere Durchdringung der lokalen Märkte gelegt.
Abschluss der Markenzusammenführung RATIONAL und FRIMA
Seit Januar 2019 verkaufen wir das VarioCookingCenter (r) ausschließlich unter der Marke RATIONAL über unsere RATIONAL-Vertriebsgesellschaften. Im Januar und Februar 2019 wurden die entsprechenden Gesellschaften verschmolzen und umfirmiert.
Teilauseinandersetzung Erbengemeinschaft
Im Februar 2019 fand eine Teilauseinandersetzung der Erbengemeinschaft Siegfried Meister statt. Die entsprechenden Pflichtmeldungen wurden am 25. Februar 2019 veröffentlicht und stehen auf der Homepage der RATIONAL AG zur Verfügung.
3. Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Weltwirtschaft wuchs im Jahr 2019 um 2,9 %
Die Wachstumsschätzung des Internationalen Währungsfonds für die Weltwirtschaft liegt für das abgelaufene Geschäftsjahr bei 2,9 %. Für die Schwellenländer wird dabei mit einer Zunahme von 4,2 % gerechnet, für die Industrieländer mit lediglich 1,6 %. (Quelle: Warburg Research, Februar 2020)
Gute Zukunftsaussichten für die Großküchenbranche
Wichtige Trends für die Großküchenbranche sind weiterhin intakt. Diese sind unter anderem das im Durchschnitt zunehmende Wohlstandsniveau in Schwellenländern, die insgesamt steigende Nachfrage für zubereitete Speisen und die höheren Verbraucheranforderungen an Qualität, Vielfalt sowie Internationalität der Speisen und Speisendarbietung. Deshalb wird auch in den kommenden Jahren mit steigenden Ausgaben für die Außer-Haus-Verpflegung gerechnet. (Quelle: McKinsey, März 2018)
In der Gastronomie in Deutschland war die Gesamtbeurteilung der Geschäftserwartung ebenfalls optimistisch. Bei rund 78 % der befragten Gastronomie- und Hotelbetriebe in Deutschland sind 2019 die Investitionen gestiegen oder waren mindestens auf Höhe des Vorjahres. (Quelle: DEHOGA Branchenbericht Frühjahr 2019)
Vom guten Geschäft ihrer Endkunden und Handelspartner profitierten die Großküchenausrüster aus den verschiedenen Bereichen. Die Combi-Dämpfer-Branche hat sich, wie bereits im Vorjahr, gut entwickelt. Laut dem Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. (HKI) haben die Hersteller von Großkücheneinrichtungen im Jahresverlauf 2019 erneut deutlich mehr Geräte abgesetzt als im Vorjahreszeitraum. (Quelle: HKI-Statistik, Oktober 2019)
Geschäftsverlauf 2019 - Beurteilung der wirtschaftlichen Lage durch den Vorstand
Die markt- und produktseitigen sowie finanzwirtschaftlichen Voraussetzungen des Unternehmens sind unverändert gut. Neben der allgemein soliden Geschäftssituation profitierte die RATIONAL AG im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere von positiven Währungseffekten.
Wir konnten im Umsatz um 8 % wachsen und mit 843,6 Mio. Euro (Vj. 777,9 Mio. Euro) einen neuen Höchstwert erreichen. Diese Steigerung resultiert im Wesentlichen aus dem im Vorjahresvergleich höheren Absatzvolumen (+4 %), aus positiven Währungseffekten, aus dem vorteilhaften Produktmix und aus dem überproportionalen Wachstum im After-Sales-Bereich.
Die Umsatzverteilung nach Quartalen ist in der folgenden Tabelle dargestellt.
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| Umsatz in Mio. EUR |
2019 | 2018 | Wachstum in % |
|---|---|---|---|
| 1. Quartal | 194,3 | 173,5 | +12 |
| 2. Quartal | 205,1 | 193,8 | +6 |
| 3. Quartal | 213,2 | 194,9 | +9 |
| 4. Quartal | 231,1 | 215,7 | +7 |
| Geschäftsjahr | 843,6 | 777,9 | +8 |
Umsatzverteilung 2019 nach Quartalen
Die Umsatzentwicklung wurde durch Währungseffekte positiv beeinflusst. Im Geschäftsjahr 2019 erzielten wir 49 % unserer Umsatzerlöse in Fremdwährungen. Der US-Dollar (14 % Umsatzanteil), das britische Pfund (9 %), chinesische Yuan (5 %), der kanadische Dollar (4 %) und der japanische Yen (4 %) waren die bedeutendsten Währungen außerhalb des Euros. Der Euro war im Vorjahresvergleich gegenüber den für uns relevanten Währungen durchschnittlich deutlich schwächer. Daraus resultierte ein umsatzsteigernder Einfluss. Währungsneutral lag das Umsatzwachstum bei knapp 7 %.
In der Produktgruppe Combi-Dämpfer, welche die Produktion und den Vertrieb des SelfCookingCenter (r) und des CombiMaster (r) Plus repräsentiert, konnten wir im vergangenen Geschäftsjahr die Umsatzerlöse um 8 % auf 769,1 Mio. Euro steigern (Vj. 712,1 Mio. Euro).
In der Produktgruppe VarioCookingCenter (r) konnten die Umsatzerlöse im Jahr 2019 um 13 % auf 74,5 Mio. Euro (Vj. 65,8 Mio. Euro) erhöht werden.
Ertragslage
Weltweites Wachstum
Das Segment DACH wuchs um 5 % auf 134,7 Mio. Euro. Im Heimatmarkt Deutschland wurde ein Umsatzplus von 4 % verzeichnet. Das höchste Wachstum innerhalb des Segments verzeichnete die Schweiz.
Das Segment EMEA steigerte den Umsatz um knapp 8 % auf 358,6 Mio. Euro. Wesentliche Wachstumstreiber waren die Märkte Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien und der Nahe Osten.
Im Segment Americas lag der Umsatz um knapp 6 % über dem Vorjahr bei 195,3 Mio. Euro. Im größten Einzelmarkt USA verlief vor allem das Geschäft mit kleinen und mittelgroßen Kunden gut, während im Großkundengeschäft die hohe Vergleichsbasis nicht erreicht werden konnte. Größter Wachstumsmarkt innerhalb des Segments war Kanada.
Im Segment Asien stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp 11 % auf 136,0 Mio. Euro. Alle großen Märkte der Region konnten ihren Umsatz steigern, wobei sich insbesondere das Geschäft mit lokalen Kettenkunden im chinesischen Markt gut entwickelte. Neben China lagen auch die Umsätze in Indien und in Südkorea deutlich über dem Vorjahr.
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| Segmente 2019 in Mio. EUR |
DACH | EMEA | AMERICAS | ASIEN | Summe der Segmente |
|---|---|---|---|---|---|
| Segmentumsätze | 135 | 359 | 195 | 136 | 825 |
| Segmentergebnis | 34 | 100 | 40 | 34 | 208 |
| Umsatzwachstum | 5% | 8% | 6% | 11% | 7% |
| Ergebnismarge | 25% | 28% | 20% | 25% | 25% |
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| Segmente 2019 in Mio. EUR |
Überleitung | Konzern |
|---|---|---|
| Segmentumsätze | 19 | 844 |
| Segmentergebnis | 15 | 223 |
| Umsatzwachstum | 8% | |
| Ergebnismarge | 26% |
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| Segmente 2018 in Mio. EUR |
DACH | EMEA | AMERICAS | ASIEN | Summe der Segmente |
|---|---|---|---|---|---|
| Segmentumsätze | 128 | 334 | 185 | 123 | 770 |
| Segmentergebnis | 31 | 90 | 37 | 31 | 190 |
| Ergebnismarge | 24% | 27% | 20% | 25% | 25% |
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| Segmente 2018 in Mio. EUR |
Überleitung | Konzern |
|---|---|---|
| Segmentumsätze | 8 | 778 |
| Segmentergebnis | 15 | 205 |
| Ergebnismarge | 26% |
59 % Konzernrohertragsmarge
Das Bruttoergebnis vom Umsatz erhöhte sich leicht überproportional zur Umsatzsteigerung um 9 % auf 497,6 Mio. Euro (Vj. 456,9 Mio. Euro). Die Konzernrohertragsmarge lag mit 59,0 % (Vj. 58,7 %) rund 30 Basispunkte über dem Niveau des Vorjahres. Die Steigerung ist hauptsächlich auf die positiven Währungseffekte in den Umsatzerlösen zurückzuführen. Zusätzlich wirkte sich das höhere Wachstum mit größeren, margenstärkeren Geräten positiv aus. Negative Effekte resultieren aus höheren Rohstoff- und Fertigungskosten.
EBIT-Marge auf Vorjahresniveau
Im Jahr 2019 stiegen die operativen Kosten (Vertrieb und Service, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltung) proportional zu den Umsatzerlösen an.
Die Kostensteigerungen resultierten zu einem großen Teil aus den Bereichen Vertrieb und Service. Hier nahmen die Aufwendungen um 8 % auf 198,1 Mio. Euro (Vj. 184,0 Mio. Euro) zu. Insbesondere wurden die weltweiten Vertriebs- und Serviceorganisationen durch den Kapazitätsaufbau sowie die Unterstützung durch die Erweiterung zentraler Marketing- und Serviceprozesse gestärkt.
Kosten für die Weiterentwicklung unserer Technologien und Produkte im Bereich Forschung und Entwicklung sind im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von 42,0 Mio. Euro angefallen (Vj. 38,1 Mio. Euro). Dies entspricht einer Steigerung um 10 %. Darüber hinaus haben wir Entwicklungsleistungen in Höhe von 0,7 Mio. Euro (Vj. 0,7 Mio. Euro) aktiviert. Diese sind in den immateriellen Vermögenswerten enthalten.
Die allgemeinen Verwaltungskosten erhöhten sich um 12 % von 33,3 Mio. Euro auf 37,3 Mio. Euro. Der Kostenanstieg resultiert hauptsächlich aus der Modernisierung und Weiterentwicklung der IT-Landschaft und dem Aufbau dezentraler Verwaltungspositionen im Rahmen der zunehmenden Internationalisierung.
Insgesamt fielen operative Kosten in Höhe von 277,4 Mio. Euro an und damit 9 % mehr als im Vorjahr (Vj. 255,4 Mio. Euro).
Umrechnungseffekte von Fremdwährungspositionen wirkten positiv auf das EBIT. Diese sind in Höhe von 1,9 Mio. Euro in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen enthalten. Im Vorjahr erhöhte dieser Effekt das Ergebnis um 0,2 Mio. Euro.
Mit 223,4 Mio. Euro (Vj. 205,0 Mio. Euro) lag das EBIT um 9 % über dem Vorjahreswert. Die EBIT-Marge erreichte 26,5 % (Vj. 26,4 %). Währungsneutral lag die EBIT-Marge leicht unter 26 %. Die Erstanwendung von IFRS 16 (Leasingbilanzierung) hatte keinen wesentlichen Einfluss auf das EBIT und die EBIT-Marge.
Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 225,1 Mio. Euro (Vj. 204,2 Mio. Euro). Es fiel ein absoluter Steueraufwand von 53,5 Mio. Euro (Vj. 46,9 Mio. Euro) an. Die Konzernsteuerquote betrug 23,8 % (Vj. 22,9 %). Daraus resultieren ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von 171,6 Mio. Euro (Vj. 157,3 Mio. Euro) und eine Nettomarge von 20,3 % (Vj. 20,2 %).
Finanz- und Vermögenslage
Finanzstrategie: Sicherheit vor Rendite
Kern der Finanzstrategie von RATIONAL ist die finanzielle Unabhängigkeit und kurzfristige Reaktionsfähigkeit. Sicherheit geht dabei vor Rendite. Das Finanzmanagement umfasst schwerpunktmäßig die Steuerung der Kapitalstruktur, der Finanz- und Geldanlagen, das Management von Währungsrisiken, das Forderungsmanagement und die Liquiditätssteuerung der gesamten Gruppe.
Durch stets ausreichende Liquidität sind wir unabhängig von Fremdkapitalgebern. Dies ermöglicht schnelle unternehmerische Entscheidungen, auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Wir finanzieren unser Wachstum nahezu ausschließlich aus eigenen Mitteln und haben Liquiditätsreserven für unerwartet auftretende gesamtwirtschaftliche Risiken.
Bei der Anlage der liquiden Mittel steht Kapitalerhalt vor Rendite. Wir verzichten bewusst auf höhere Renditen und vermeiden Risiken bei der Geldanlage. Deshalb legen wir in kurz laufende, vorwiegend in Euro-denominierte Fest- und Tagesgelder bei Banken mit Investment-Grade-Rating an. Darüber hinaus investieren wir rund 50 Mio. Euro in einen Spezialfonds, der nach unseren Vorgaben Anleihen aus dem Investment-Grade-Bereich und Aktien mit hoher Qualität enthalten kann. Der Spezialfonds wurde als Wertsicherungsmandat aufgelegt. Das vorrangige Ziel der Anlage ist der Kapitalerhalt.
Unsere Aktionäre beteiligen wir angemessen am Erfolg des Unternehmens. In den vergangenen Jahren wurden im Schnitt mehr als 70 % des Nettoergebnisses als Dividende ausgeschüttet.
Operativer Cashflow auf hohem Niveau
Aufgrund unseres profitablen und wenig kapitalintensiven Geschäftsmodells mit geringer Fertigungstiefe und des effizienten Forderungsmanagements ist der operative Cashflow regelmäßig auf hohem Niveau.
Im Geschäftsjahr 2019 erreichte dieser 198,6 Mio. Euro und lag um 54,3 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres (144,3 Mio. Euro). Diese Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus der Ergebnissteigerung. Zusätzlich wirkten sich der im Vorjahresvergleich geringere Anstieg von Forderungen und höhere Abschreibungen, insbesondere aus Nutzungsrechten, erhöhend aus. Die Erstanwendung der neuen Regelungen zur Leasingbilanzierung (IFRS 16) hatte einen erhöhenden Effekt von 8,6 Mio. Euro auf den operativen Cashflow.
Im Geschäftsjahr 2019 betrug der Cashflow aus Investitionstätigkeit -55,4 Mio. Euro (Vj. -55,9 Mio. Euro). Darin enthalten sind unter anderem Kapitalabflüsse für Investitionen in das Sachanlagevermögen und in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 40,7 Mio. Euro. Dies betrifft vor allem die Erweiterung und Modernisierung unseres Maschinen- und Anlagenparks. Darüber hinaus haben wir umfangreich in Immobilien investiert.
Der freie Cashflow errechnet sich aus dem operativen Cashflow abzüglich des Cashflows für Investitionen in das Anlagevermögen und erreichte 158,0 Mio. Euro (Vj. 98,2 Mio. Euro).
Daneben hatten wir im abgelaufenen Jahr netto 15,5 Mio. Euro Zahlungsmittelabflüsse aus Finanzanlagen (Vj. 10,3 Mio. Euro Zahlungsmittelabflüsse).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit reflektiert die Dividendenausschüttung, Zahlungen aus Leasingverträgen sowie Tilgungs- und Zinszahlungen für Bankdarlehen. Im Berichtsjahr haben wir für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende in Höhe von 108,0 Mio. Euro an unsere Aktionäre ausgeschüttet. Durch die Erstanwendung der neuen Regelungen zur Leasingbilanzierung (IFRS 16) verringert sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit um 8,6 Mio. Euro für Zahlungen aus Leasingverträgen für Nutzungsrechte. Daneben haben wir unsere Bankverbindlichkeiten um insgesamt 2,4 Mio. Euro reduziert und Zinsen in Höhe von 0,3 Mio. Euro bezahlt. Insgesamt belief sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit auf
-119,3 Mio. Euro (Vj. −127,6 Mio. Euro).
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| In Mio. Euro | 2019 | 2018 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus operativer Tätigkeit | +199 | +144 | +54 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -55 | -56 | 0 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -119 | -128 | +8 |
Hohe Liquidität
Der Bestand an kurzfristigen Finanzmitteln und Geldanlagen erhöhte sich im Jahresverlauf um 38,6 Mio. Euro auf 231,0 Mio. Euro (Vj. 192,4 Mio. Euro). Die liquiden Mittel und kurzfristigen Geldanlagen repräsentierten 33 % der Bilanzsumme (Vj. 32 %). Zusätzlich verfügten wir am Bilanzstichtag über freie Kreditlinien in Höhe von 91,3 Mio. Euro (Vj. 29,8 Mio. Euro).
10,70 Euro Dividende vorgeschlagen
In Anbetracht der guten Geschäftsentwicklung sowie der guten Liquiditätssituation werden Aufsichtsrat und Vorstand der Hauptversammlung 2020 die Ausschüttung einer Dividende von 10,70 Euro je Aktie (Vj. 9,50 Euro) vorschlagen. Dies entspricht einer Steigerung der Basisdividende um 13 % im Vergleich zum Vorjahr. Somit erhöhen wir die Dividende im elften Jahr in Folge. Die daraus resultierende Dividendenrendite beträgt 1,5 % (bezogen auf den Jahresschlusskurs 2019). Insgesamt ist eine Ausschüttung von 121,7 Mio. Euro (Vj. 108,0 Mio. Euro) geplant. Auch nach der Dividendenausschüttung verbleibt damit eine ausreichende Liquiditätsreserve im Unternehmen.
Langfristige Finanzierungsmaßnahmen
Investitionen in das Sachanlagevermögen finanzieren wir in der Regel aus eigenen Mitteln, aber auch durch die Aufnahme langfristiger Bankdarlehen, was allerdings die Ausnahme darstellt. Die Finanzierungsstruktur ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
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| Restlaufzeiten bis | Restverbindlichkeiten in Mio. EUR |
|---|---|
| 2020 | 4,3 |
| 2021 | 0,3 |
| 2022 | 1,2 |
| 2023 | 3,8 |
Fristigkeiten der Finanzverbindlichkeiten des RATIONAL-Konzerns
Hohe Bonitätsbewertung durch Banken und Kreditversicherer
Unser Unternehmen wird von allen kreditgebenden Banken sowie von den führenden Kreditversicherern und Auskunfteien mit sehr guten Bonitätsnoten von A− bis AAA bewertet. Da wir kein Fremdkapital am Kapitalmarkt aufgenommen haben, verfügen wir über kein externes Rating durch eine Ratingagentur.
Hohe Konzerneigenkapitalquote
Die Bilanzsumme stieg zum 31. Dezember 2019 von 604,4 Mio. Euro um 16 % auf 698,7 Mio. Euro. Dies resultierte maßgeblich aus einem Konzernjahresüberschuss von 171,6 Mio. Euro, dem eine Dividendenausschüttung von 108,0 Mio. Euro gegenüberstand. Dadurch wuchs das Eigenkapital um 14 % auf 517,4 Mio. Euro (Vj. 455,5 Mio. Euro). Die Konzerneigenkapitalquote lag zum Bilanzstichtag mit 74 % leicht unter dem Niveau des Vorjahres (Vj. 75 %). Die Erstanwendung von IFRS 16 hat einen negativen Effekt auf die Konzerneigenkapitalquote von rund 2 Prozentpunkten.
Kurzfristige Kapitalbindung
Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen 2019 um 52,9 Mio. Euro zu. Wesentlich dafür waren der Anstieg von Vorräten, Geldanlagen und liquiden Mitteln. Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte betrug zum Bilanzstichtag 71 % (Vj. 73 %).
Die Kapitalbindung in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen optimieren wir ständig. Dabei achten wir stets darauf, eine Balance zwischen bestmöglicher Händlerunterstützung und geringstmöglicher Kapitalbindung zu finden. Entgegen der Erwartung ist es uns 2019 erneut gelungen, die durchschnittliche Außenstandsdauer (DSO - Days Sales Outstanding) mit 46 Tagen (Vj. 46 Tage) auf Vorjahresniveau zu halten.
Durch eine weltweite Warenkreditversicherung sowie über bestätigte unwiderrufliche Bankakkreditive und Bankbürgschaften wurde - unter Berücksichtigung der Selbstbehalte in der Warenkreditversicherung - zum Bilanzstichtag eine Deckungsquote des Forderungsbestands von 90 % (Vj. 89 %) erreicht.
Die Sachanlagen erhöhten sich 2019 insbesondere aufgrund von Investitionen in technische Anlagen und in Immobilien um 40,6 Mio. Euro. Darin enthalten sind Aktivierungen von Nutzungsrechten an Leasinggegenständen (Erstanwendung IFRS 16) in Höhe von 17,0 Mio. Euro. Die immateriellen Vermögenswerte lagen zum Bilanzstichtag leicht unter Vorjahresniveau.
Investitionen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr investierten wir 39,5 Mio. Euro (Vj. 39,9 Mio. Euro) in das Anlagevermögen. Darin sind Investitionen in technische Anlagen und in Immobilien in Höhe von insgesamt 31,3 Mio. Euro und aktivierte Entwicklungsleistungen in Höhe von 0,7 Mio. Euro enthalten. Neben den aktivierten Entwicklungsleistungen wurden auch Aufwendungen für selbsterstellte Vermögensgegenstände in Höhe von 0,3 Mio. Euro aktiviert.
2020 erwarten wir insgesamt Erhaltungs-, Ersatz- und Neuinvestitionen von rund 50 Mio. Euro. Die vertraglich bereits vereinbarten Investitionen für das Jahr 2020 betragen rund 20,5 Mio. Euro. Darüber hinaus bestehen keine wesentlichen vertraglich fixierten oder wirtschaftlich bedingten Investitionsverpflichtungen.
Prognose-Ist-Vergleich
Im Geschäftsbericht 2018 hatten wir für 2019 eine Absatz- und Umsatzsteigerung im hohen einstelligen Prozentbereich prognostiziert. Wie unter "Geschäftsverlauf 2019" beschrieben, lagen wir mit einer Absatzsteigerung von 4 % unter der Prognose. In Anbetracht positiver Währungseffekte, eines positiven Produktmix und eines überproportionalen Wachstums im After-Sales-Bereich haben wir mit einer Umsatzsteigerung von 8 % das Wachstumsziel erreicht. Durch die positiven Währungseffekte in den Umsatzerlösen stieg der Rohertrag leicht überproportional zu den Umsatzerlösen an. Somit lag die Rohertragsmarge leicht über dem Niveau des Vorjahres. Entsprechend der Erwartung nahmen die operativen Kosten um knapp 9 % proportional zum Umsatz zu. Das EBIT wuchs um 9 % gegenüber dem Vorjahr auf 223,4 Mio. Euro. Die EBIT-Marge lag bei 26,5 %. Damit befanden sich beide Kennzahlen im Rahmen der Erwartungen. Die Konzerneigenkapitalquote lag mit 74 % im Rahmen der Prognose von rund 75 %. Die Konzern-DSO waren mit 46 Tagen ebenfalls im Rahmen der Erwartung von rund 47 Tagen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr verblieb die Mitarbeiterzufriedenheit auf dem erwartet hohen Niveau. Die Fluktuationsquote betrug weltweit 8 % (Vj. 7 %).
Auch die Kundenzufriedenheit konnten wir auf hohem Niveau halten. So hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut eine Vielzahl bestehender und potenzieller Kunden die Vorteile unserer Produkte aus erster Hand erfahren und selbst ausprobiert. Mit 1 % weniger teilnehmenden Firmen an unseren Live-Seminaren als im Vorjahr, haben wir die erwartete Steigerung jedoch deutlich verfehlt. In etablierten Märkten, vor allem in Europa, haben Live-Seminare weniger Gewicht, als dies in Märkten mit einem geringeren Bekanntheitsgrad der Technologien der Fall ist. Dementsprechend wird hier in vielen Ländern schwerpunktmäßig auch auf andere Vertriebs- und Kundenbindungsmaßnahmen zurückgegriffen und der Fokus nicht mehr so stark auf die Live-Seminare gerichtet. Vor allem Einweisungen und Betriebsbegleitungen beim Kunden gewinnen hier an Bedeutung. Darüber hinaus konnten in einigen Märkten offene Vertriebspositionen nicht so schnell wie erwartet besetzt werden.
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| Finanzielle Kennzahlen | Ist 2018 | Prognose 2019 | Ist 2019 | |
|---|---|---|---|---|
| Absatzwachstum | % | +11 | Hoch einstelliges Wachstum | +4 |
| Umsatzwachstum | % | +11 | Hoch einstelliges Wachstum | +8 |
| Konzernrohertragsmarge | % | 59 | Auf Vorjahresniveau | 59 |
| Wachstum operative Kosten | % | +12 | Proportional zum Umsatzwachstum | +9 |
| EBIT-Wachstum | % | +9 | Proportional zum Umsatzwachstum | +9 |
| EBIT-Marge | % | 26 | Rund 26 % | 26 |
| Konzern-DSO | Tage | 46 | Rund 47 Tage | 46 |
| Konzerneigenkapitalquote | % | 75 | Rund 75 | 74 |
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| Nichtfinanzielle Kennzahlen | Ist 2018 | Prognose 2019 | Ist 2019 | |
|---|---|---|---|---|
| Entwicklung GarenLive-Teilnehmer | % | +3 | +13 % | -1 |
| Fluktuationsrate weltweit | % | 7 | Auf Vorjahresniveau | 8 |
Das Segment DACH entwickelte sich wie im Geschäftsbericht 2018 prognostiziert.
Im Segment EMEA fiel das Absatzwachstum höher als auf Konzernebene aus. Da in der Segmentbetrachtung keine Fremdwährungseffekte berücksichtigt sind, lag das Umsatzwachstum im Segment EMEA niedriger als auf Konzernebene. Aufgrund des unterproportionalen Umsatzwachstums wurden aus Vorsichtsgründen weniger operative Kosten ausgegeben. Dies zog ein überproportionales EBIT-Wachstum nach sich. Speziell in etablierten Märkten in Europa haben Live-Seminare weniger Gewicht. Hier finden vermehrt alternative Vertriebsmaßnahmen statt. Daher fiel die Entwicklung der Seminarteilnehmer unterproportional aus.
Im Vergleich zur hohen Vorjahresbasis fiel das Geschäft mit Kettenkunden im Segment Americas schwächer aus als erwartet. Dementsprechend entwickelten sich Absatz und Umsatz unterproportional zum Konzern. Als Folge wurden die operativen Kosten stringenter gesteuert. Das EBIT entwickelte sich proportional zum Umsatz, was ein unterproportionales EBIT-Wachstum gegenüber dem Konzern bedeutet. Im Gesamtkontext des überdurchschnittlich erfolgreichen Straßengeschäfts entwickelte sich die Anzahl der Seminarteilnehmer überproportional zum Konzern.
Im Segment Asien entwickelte sich das EBIT proportional zum Umsatz. Somit wuchs das EBIT überproportional zum Konzern. Die EBIT-Marge lag jedoch weiterhin unter dem Konzernniveau.
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| DACH | EMEA | |||
|---|---|---|---|---|
| Prog 2019 | Ist 2019 | Prog 2019 | Ist 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Absatzwachstum (%) | ↓ | ↓ | → | ↑ |
| Umsatzwachstum (%) | ↓ | ↓ | → | ↓ |
| Wachstum operative Kosten (%) | ↓ | ↓ | → | ↓ |
| EBIT-Wachstum (%) | ↓ | ↓ | → | ↑ |
| EBIT-Marge (%) | ↓ | ↓ | ↑ | ↑ |
| Entwicklung Seminarteilnehmer | ↓ | ↓ | → | ↓ |
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| Americas | Asien | |||
|---|---|---|---|---|
| Prog 2019 | Ist 2019 | Prog 2019 | Ist 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Absatzwachstum (%) | → | ↓ | ↑ | ↑ |
| Umsatzwachstum (%) | ↑ | ↓ | ↑ | ↑ |
| Wachstum operative Kosten (%) | ↑ | ↓ | ↑ | ↑ |
| EBIT-Wachstum (%) | ↑ | ↓ | → | ↑ |
| EBIT-Marge (%) | ↓ | ↓ | → | ↓ |
| Entwicklung Seminarteilnehmer | → | ↑ | ↑ | ↑ |
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| Legende für obenstehende Tabelle | |
|---|---|
| ↓ | Leicht unterproportional/niedriger gegenüber Konzernprognose |
| → | Auf Niveau der Konzernprognose |
| ↑ | Leicht überproportional/höher gegenüber Konzernprognose |
Rechtliche Rahmenbedingungen
Im Berichtsjahr gab es keine Änderungen von rechtlichen Rahmenbedingungen, die unser Geschäft wesentlich beeinflusst haben.
4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht
Prognosebericht
Prämissen der Prognosen
Unsere Prognosen beinhalten alle bekannten Einflussfaktoren zum Zeitpunkt der Berichtserstellung. Dies betrifft allgemeine Marktindikatoren sowie branchen- und unternehmensspezifische Sachverhalte. Marktbezogene Parameter sind das Wachstum der Weltwirtschaft, die Entwicklung der Währungskurse und der Rohstoffpreise. Branchenbezogene Sachverhalte betreffen die Anwender unserer Produkte, den Fachhandel und die Wettbewerbssituation. Unternehmensspezifische Faktoren sind die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit.
Die Prognose berücksichtigt bereits implementierte Aktivitäten und geplante Maßnahmen. Dies beinhaltet die Vermarktung kostenpflichtiger Module von ConnectedCooking ab dem ersten Quartal 2020 sowie die zum Berichtstag bekannten Informationen zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus.
Coronavirus hat Weltwirtschaft im Griff
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat am 2. März 2020 eine Publikation zu den negativen Effekten der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus auf die Entwicklung der Weltwirtschaft veröffentlicht. Im besten Fall geht sie hierbei bei einer frühzeitigen Eindämmung der Ausbreitung von einem globalen Wirtschaftswachstum von nur noch 2,4 % im Jahr 2020 aus. Für den Fall eines länger andauernden und intensiveren Ausbruchs der Krankheit in Asien, Europa und Amerika rechnen die Experten sogar mit einem Rückgang des Wirtschaftswachstums auf lediglich 1,5 %. Dies ist eine deutliche Reduzierung der bisherigen Wachstumsschätzung von 2,9 %. (Quelle: OECD, März 2020)
Finanzielle Steuerungskennzahlen
Absatz-, Umsatz- und Ergebnisprognose 2020
Die für unsere Geschäftsentwicklung relevanten Trends sind unverändert intakt. Aufgrund der erwarteten Ausgabensteigerungen im Außer-Haus-Markt in den kommenden Jahren gehen wir auch von einer weiter zunehmenden Nachfrage nach innovativen Produkten zur thermischen Speisenzubereitung aus. Unsere Erhebung belegt, dass die Mehrzahl unserer Kunden so zufrieden ist, dass sie wieder ein Produkt aus unserem Haus kaufen und dies auch Kollegen empfehlen würden.
Die Entwicklung der Wechselkurse war in den letzten Jahren zunehmend volatiler. Für 2020 erwarten wir, dass der Verlauf der Fremdwährungskurse keinen wesentlichen Effekt auf unsere Umsatz- und Ergebnisentwicklung haben wird.
Die Absatz-, Umsatz- und Ergebnisprognose sah vor der Einbeziehung der inzwischen deutlich spürbaren Auswirkungen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus ein Wachstum im hohen einstelligen Bereich bei einer EBIT-Marge auf gewohnt hohem Niveau vor.
Da die negativen Auswirkungen des Coronavirus auf die Foodservice-Branche jedoch inzwischen über China hinaus deutlich spürbar sind, haben wir diese Prognose überprüft und angepasst. Fachmessen wurden bereits abgesagt oder verschoben. Öffentliche Kochveranstaltungen sind in einzelnen Ländern inzwischen verboten und es wird in vielen Ländern bereits über ein mögliches Verbot diskutiert. Viele unserer Vertriebsaktivitäten können wegen eingeschränkter Mobilität und Vorsichtsmaßnahmen unsererseits und durch unsere Partner nicht mehr wie geplant stattfinden. Aufgrund dieser Entwicklungen sind in China bereits erste negative Effekte in unseren Absatz- und Umsatzzahlen ersichtlich.
Insgesamt erwarten wir aufgrund dieser negativen Effekte für 2020 eine Absatz- und Umsatzsteigerung im unteren einstelligen Prozentbereich. Mittel- bis langfristig gehen wir jedoch unverändert von einer Wachstumsspanne im hohen einstelligen Prozentbereich aus.
Bei den gruppenweiten Herstellungskosten rechnen wir mit einem Anstieg überproportional zu den Umsatzerlösen. Selbst unter Einbeziehung unserer Sicherungsmaßnahmen rechnen wir mit einer leichten Erhöhung der Rohstoffkosten. Bei den Zukaufteilen und Fertigungskosten rechnen wir mit einer leicht zunehmenden Kostenentwicklung. In Summe gehen wir von einer leicht unterproportionalen Erhöhung des Rohertrags zu den Umsatzerlösen und demgemäß einer Rohertragsmarge leicht unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2019 aus.
Wir sind sehr zuversichtlich, mittel- und langfristig weiter erfolgreich zu wachsen. Deshalb planen wir auch im Jahr 2020 umfangreiche Erweiterungsinvestitionen zu tätigen, Mitarbeiter aufzubauen und Marketing- und Vertriebsmaßnahmen durchzuführen. In Verbindung mit dem erwarteten negativen Umsatzeffekt durch den Coronavirus, erwarten wir deshalb einen überproportionalen Anstieg der operativen Kosten gegenüber der Umsatzzunahme.
Wir gehen dementsprechend von einem EBIT-Rückgang im hohen einstelligen bis niedrig zweistelligen Prozentbereich aus. Die EBIT-Marge erwarten wir für das Geschäftsjahr 2020 aufgrund der Sondereffekte des Coronavirus folglich in einem Korridor von 20 % bis 25 %. Dieser große Korridor reflektiert die derzeit bestehenden Unsicherheiten. Mittelfristig gehen wir von einer EBIT-Marge von rund 26 % aus.
Nachhaltig solide finanzwirtschaftliche Grundlagen
Für den Verlauf des Jahres 2020 erwarten wir eine Konzerneigenkapitalquote von rund 75 %.
Bei der durchschnittlichen Außenstandsdauer (Konzern-DSO - Days Sales Outstanding) erwarten wir 2020 allenfalls einen moderaten Anstieg auf 47 - 48 Tage, da wir davon ausgehen, die Gewährung großzügigerer Zahlungsziele in Schwellenländern, neuen Märkten und gegenüber Key Accounts durch ein konsequentes Management der Zahlungsbedingungen auf breiter Basis überkompensieren zu können.
Nichtfinanzielle Steuerungskennzahlen
Die bereits hohe Mitarbeiterzufriedenheit versuchen wir auch 2020 durch gezielte Aktivitäten und Fördermaßnahmen weiter zu verbessern. Die weltweite Fluktuationsrate erwarten wir auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie im Jahr 2019.
Den globalen RATIONAL-Kundenzufriedenheitsindex erwarten wir für 2020 auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr. Im Jahr 2019 lag er bei 97.
Chancen- und Risikobericht
Die Chancen- und Risikopolitik bei RATIONAL zielt auf eine frühzeitige, systematische und fortlaufende Erfassung, Steuerung und Überwachung von potenziellen Risiken und damit auf die Bestandssicherung des Unternehmens ab. Das frühzeitige Erkennen neuer Chancen stellt zudem die nachhaltig ertragsstarke Unternehmensentwicklung sowie die Erreichung finanzieller und strategischer Ziele sicher.
Die dargestellten Chancen und Risiken betreffen die Segmente DACH, EMEA, Americas und Asien. Die Ausprägung von Risikoauswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit kann sich von Segment zu Segment unterschiedlich gestalten, entspricht jedoch hinsichtlich des Gesamtrisikos der unten dargestellten Bewertung auf Konzernebene.
Gesamtbeurteilung der Chancen und Risiken durch den Vorstand
Chancen für unsere erfolgreiche Unternehmenszukunft sind der durch Innovationen herbeigeführte Austauschbedarf bestehender Geräte, die Gewinnung neuer Kundengruppen in den etablierten Märkten sowie das zunehmende Wohlstandsniveau in Schwellenländern. Vor dem Hintergrund des großen Marktpotenzials und unserer hochwertigen Produkte beurteilt der Vorstand die Chancen positiv, die bisherige Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.
Neben den genannten Chancen bestehen Risiken, die die Erreichung der geschäftlichen Ziele negativ beeinflussen können oder negative Auswirkungen auf außerhalb des Unternehmens liegende Bereiche durch die eigene Geschäftstätigkeit haben können. Neben den versicherbaren Risiken sind dies insbesondere konjunkturelle Verwerfungen, politische und rechtliche Entwicklungen, Veränderungen im Wettbewerb, finanz- und kapitalmarktwirtschaftliche Veränderungen sowie Produktions- und Produktrisiken, sonstige operative Risiken und nichtfinanzielle Risiken.
Der Vorstand stuft diese Risiken insgesamt als beherrschbar ein. Es geht demnach keine existenzbedrohende Gefährdung für das Unternehmen von diesen Risiken aus. Dennoch könnte das einzelne oder gemeinsame Auftreten dieser Risikofaktoren dazu führen, dass die Unternehmensziele nicht erreicht werden.
Des Weiteren ging aus der Risikoanalyse hervor, dass aus der Geschäftstätigkeit der RATIONAL AG keine wesentlichen Risiken resultieren, die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die nichtfinanziellen Aspekte Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie auf Kundenbelange haben oder haben werden.
Chancenbericht
Das RATIONAL-Chancenmanagement
Chancen sind insbesondere externe Faktoren und Trends, die die Zukunftsaussichten des Unternehmens positiv beeinflussen. Das frühzeitige Erkennen, die konsequente Wahrnehmung und die Nutzung dieser Chancen bei gleichzeitiger Vermeidung unnötiger Risiken sind notwendige Voraussetzungen, um nachhaltiges und profitables Wachstum zu gewährleisten. Die folgend gezeigten Chancen sind aus unserer Sicht nicht quantifizierbar. Sie sind entsprechend ihrer Bedeutung für die zukünftige Unternehmensentwicklung dargestellt.
Vielfältige Orte
Wir konzentrieren uns auf ein menschliches Grundbedürfnis: Essen außer Haus. Dies gibt uns Sicherheit, auch in Krisenzeiten. Die Vielfalt der Orte, an denen thermisch zubereitete Speisen konsumiert werden, nimmt stetig zu. Neben den bestehenden Lokalen werden diese Speisen vermehrt in sogenannten "Schattenküchen" zubereitet und dann in zentral gelegene Lokalitäten gebracht, wo sie konsumiert werden. Zudem zeigt sich eine zunehmende Nachfrage nach Lieferdiensten, die zubereitete Speisen an unterschiedlichste Orte bringen. Dies wirkt sich positiv auf die Nachfrage nach unseren Produkten aus.
Zunehmendes Wohlstandsniveau in Schwellenländern
Die Außer-Haus-Verpflegung gewinnt mit zunehmendem Wohlstandsniveau an Bedeutung. Durch das steigende Pro-Kopf-Einkommen der wachsenden Bevölkerung in Schwellenländern verbessert sich dort die Kaufkraft spürbar. Daraus resultiert die Bildung neuer Mittelschichten und ein höherer Lebensstandard. Dies wirkt sich positiv auf die Nachfrage nach unseren Produkten in diesen Märkten aus.
Großes freies Weltmarktpotenzial
Laut unserer Einschätzung kochen aktuell lediglich rund 25 % der über vier Millionen für uns adressierbaren Endkunden bereits mit Combi-Dämpfer-Technologie. Die große Mehrheit verwendet noch herkömmliche Gartechnologie. Da das SelfCookingCenter (r) neben der traditionellen Gartechnologie aufgrund seiner Kochintelligenz auch ursprüngliche Combi-Dämpfer ersetzen kann, sehen wir zusätzliches Marktpotenzial.
Mit über zwei Millionen potenziellen Kunden schätzen wir aktuell das Gesamtpotenzial für das VarioCookingCenter (r) niedriger ein. Da es erst seit wenigen Jahren auf dem Markt ist, ist dementsprechend der Penetrationsgrad noch relativ gering. Die Möglichkeiten für das VarioCookingCenter (r) sind deshalb aus unserer Sicht ebenfalls sehr hoch.
Trend zu gesünderer Ernährung und höherer Speisenvielfalt
Insbesondere in den entwickelten Industrienationen haben sowohl die Bürger als auch die Anbieter warmer Speisen die Wichtigkeit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung erkannt. Folgen hieraus sind Initiativen für ein gesünderes Speisenangebot in öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen oder Universitäten. Auch im Gastgewerbe sind Trends hin zu gesünderen und variableren Speisenangeboten zu erkennen. Die Speisenzubereitung in unseren Produkten ist sowohl vitaminschonend als auch fettarm und damit sehr gesund.
Fachkräftemangel
Immer weniger Menschen erlernen den Kochberuf. Deshalb finden Küchen immer schwerer qualifiziertes Personal. Intelligente Garprozesse können den Küchenchefs dabei helfen, diese Engpässe zu kompensieren, da diese eine gleichbleibend hohe Garqualität auch bei ungelerntem Personal garantieren.
Steigende Ressourcenkosten
Die Kosten für die eingesetzten Ressourcen in den Profiküchen werden unserer Einschätzung nach langfristig steigen. Dies betrifft Lebensmittel, Energie, Wasser, Gehälter und Mieten. Durch eine ressourceneffiziente, platzsparende und arbeitszeitreduzierende Technologie helfen wir unseren Kunden, diesem Trend gegenzusteuern.
Risikobericht
Das RATIONAL-Risikomanagement
Um die Ziele zu erreichen und den Unternehmenserfolg zu sichern, ist es unerlässlich, Risiken frühzeitig, systematisch und fortlaufend zu erfassen, zu steuern und zu überwachen. Unter Risiko werden alle unternehmensinternen und -externen Vorgänge verstanden, die die Erreichung der geschäftlichen Ziele in einem festgelegten Betrachtungszeitraum negativ beeinflussen können oder die negativen Auswirkungen auf außerhalb des Unternehmens liegende Bereiche durch die eigene Geschäftstätigkeit haben.
Das Risikomanagement ist eine wesentliche Aufgabe des Gesamtvorstands. Der Prozess wurde durch den Gesamtvorstand an den Risikomanager delegiert. Dieser verfügt über Methoden- und Richtlinienkompetenz und koordiniert die Berichterstattung über Risiken innerhalb der RATIONAL-Gruppe. Für die Identifizierung und Bewertung von Risiken sowie für die Formulierung und Umsetzung von Maßnahmen zu Risikohandhabung sind die Unternehmenseinheiten verantwortlich.
Das RATIONAL-Risikomanagement ist so strukturiert, dass wesentliche Risiken systematisch identifiziert, bewertet, gesteuert, überwacht und an den jeweiligen Entscheidungsträger gemeldet werden. Risiken, deren Eintreten Auswirkungen auf das Erreichen der Unternehmensziele haben könnten, wird mit geeigneten Maßnahmen entgegengewirkt. Das Risikomanagementsystem wird durch den Risikomanager regelmäßig aktualisiert. Daneben prüft der Abschlussprüfer das Risikomanagementsystem auf seine Eignung, mögliche Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, zu erkennen und zu beseitigen. Um das Risikomanagement auf einem nachhaltig hohen Niveau zu halten, bestehen einheitliche Standards für den Gesamtkonzern.
Risikoidentifizierung
Im Rahmen der Chancen- und Risikoanalyse werden alle für die Aufgaben und Ziele der RATIONAL-Gruppe relevanten Risiken für einen Realisierungszeitraum von 36 Monaten erfasst und bewertet. Eine Überprüfung der Ergebnisse der Risikoinventur wurde im Jahr 2019 durchgeführt. Dabei wurden keine Risiken identifiziert, die einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken bestandsgefährdend sein können.
Risikoanalyse und -bewertung
Die in der Risikoinventur erfassten Risiken werden im Zuge der Risikoanalyse hinsichtlich der Ursache-Wirkung-Zusammenhänge untersucht sowie im Hinblick auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und ihre Auswirkungen auf die Ertrags- und Vermögenssituation des Unternehmens eingeschätzt. Folgende Klassifizierungen werden hierfür verwendet:
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| Eintrittswahrscheinlichkeit | Beschreibung |
|---|---|
| ≤ 10 % | Sehr gering |
| > 10 % bis 30 % | Gering |
| > 30 % bis 60 % | Hoch |
| > 60 % | Sehr hoch |
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| Risikoauswirkung | Beschreibung | EBIT-Risiko |
|---|---|---|
| Sehr gering | Begrenzte negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage | ≤2 % |
| Gering | Geringe negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage | >2 % bis 5 % |
| Mittel | Einige negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage | >5 % bis 10 % |
| Hoch | Beträchtliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage | >10 % bis 20 % |
| Sehr hoch | Stark negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage | >20 % |
Risikosteuerung und -überwachung
Die identifizierten Risiken werden im Sinne der RATIONAL-Risikostrategie gesteuert. Diese Steuerung kann die Risikovermeidung, die Übertragung von Risiken, die Risikoreduktion oder die bewusste Akzeptanz von Risiken zum Ziel haben. Wir haben entsprechende Maßnahmen implementiert, um die identifizierten Risiken zu steuern. Diese werden im Folgenden näher beschrieben.
Die wesentlichen versicherbaren Unternehmensrisiken werden, sofern strategisch und finanziell sinnvoll, über ein globales Deckungskonzept, das in Zusammenarbeit mit externen Versicherungsmaklern aufgestellt wurde, abgedeckt. Diese Konzernversicherungen transferieren die Risiken nach Abzug gegebenenfalls getroffener Regelungen von Selbstbehalten auf den jeweiligen Versicherer. Sich verändernde Risikogegebenheiten für den Konzern werden regelmäßig untersucht, der Versicherungsschutz wird entsprechend angepasst.
Durch Maßnahmen der Risikoüberwachung messen wir die Veränderungen der Risiken und deren Auswirkungen im Zeitablauf. Eine mögliche Anpassung der Risikobewertung und
-steuerung kann die Folge sein.
Risikoberichterstattung
Innerhalb der RATIONAL-Gruppe existiert eine vorgegebene Kommunikationsstruktur sowohl zur kontinuierlichen, als auch zur Ad-hoc-Berichterstattung über die Risikolage der einzelnen Unternehmenseinheiten. Der Risikomanager bündelt die Kommunikation, bewertet diese und gibt sie bei Bedarf an den Gesamtvorstand weiter.
Risiken
In der folgenden Tabelle werden die vom Vorstand als für RATIONAL relevant eingestuften Risikofelder hinsichtlich ihrer Risikoauswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit gemäß den unter "Risikoanalyse und -bewertung" stehenden Definitionen eingestuft. Die Sortierung erfolgt aufsteigend nach Risikoauswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit.
Die Darstellung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Risikoauswirkung beinhaltet bereits die implementierten, risikomindernden Maßnahmen (Netto-Betrachtung).
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| Unternehmensrisiken | Risikoauswirkung | Eintrittswahrscheinlichkeit |
|---|---|---|
| Markt- und Wettbewerbsrisiken | Gering | Gering |
| Produktions- und Produktrisiken | Gering | Gering |
| Operative Risiken | Gering | Gering |
| Politische und rechtliche Risiken | Gering | Hoch |
| Finanz- und Kapitalmarktrisiken | Mittel | Sehr hoch |
Nachstehend folgen Beschreibungen der jeweiligen Risiken und Gegenmaßnahmen bzw. es wird auf entsprechende Stellen innerhalb des Konzernabschlusses verwiesen, in denen die Details dargelegt werden.
Markt- und Wettbewerbsrisiken
Wettbewerbs- und Substitutionsrisiken
Es besteht das Risiko, dass durch Zusammenschlüsse und Akquisitionen von konkurrierenden Unternehmen neue, größere Wettbewerber mit hoher Innovations- und Vertriebskraft entstehen. Zusätzlich können neue Wettbewerber in den Markt eintreten, was zu einer stärkeren Wettbewerbsintensität und negativen Auswirkungen auf die Ertragskraft von RATIONAL führen kann. Daneben existiert das Risiko, dass ein Wettbewerber unseren technologischen Vorsprung aufholt bzw. eine neue, überlegene Technologie entwickelt und auf den Markt bringt.
Die Entwicklung und die Trends der Branche sowie die Marktstrategien der Wettbewerber werden laufend beobachtet und in der Unternehmensplanung berücksichtigt.
Nichtakzeptanz unserer Technologien
Es besteht grundsätzlich die Gefahr, dass unsere Produkte oder Dienstleistungen nicht die von uns erwartete Akzeptanz am Markt erlangen.
Mit unserer klaren Kundennutzenorientierung, eigenen Küchenmeistern im Vertrieb sowie der Anwendungsforschung, -entwicklung und -beratung setzen wir uns intensiv mit den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden auseinander und streben es an, optimale Lösungen für diese zu entwickeln und anzubieten.
Konjunkturbedingte Auswirkung auf die Investitionsbereitschaft unserer Kunden
Der Kauf unserer Geräte ist für die Kunden mit einer Investition verbunden. Eine schwache konjunkturelle Entwicklung oder Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Lage können die Investitionsbereitschaft unserer Endkunden negativ beeinflussen.
Wir beobachten die wirtschaftliche Entwicklung der für uns wichtigen Märkte mit großer Aufmerksamkeit. Auf die aus heutiger Sicht denkbaren gesamtwirtschaftlichen Szenarien sind wir mit situationsabhängiger Kostenplanung und einer hohen Liquiditätsreserve gut vorbereitet. Der erforderliche Handlungsspielraum sowie die Flexibilität und Unabhängigkeit bei allen notwendigen unternehmerischen Entscheidungen sind damit gewährleistet.
Das Auftreten und die Verbreitung des Coronavirus stellen in der momentanen Situation einen negativen Einfluss auf die weltweite Konjunkturdynamik dar. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Virus und die damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen kann ein Hemmnis für die Investitionsbereitschaft unserer Kunden sein. Somit stellt der Coronavirus für RATIONAL eine gewisse Planungsunsicherheit dar.
Produktions- und Produktrisiken
Beschaffungsrisiken
Gemäß unserer Beschaffungsstrategie arbeiten wir partnerschaftlich mit Schlüssellieferanten für Komponenten und Baugruppen zusammen. Dies führt zu kontinuierlichen Qualitäts- und Produktverbesserungen, hat aber auch eine gegenseitige Abhängigkeit zur Folge, so dass es bei einem Totalausfall eines Lieferanten kurzfristig zu Produktionsunterbrechungen kommen könnte. In konjunkturellen Hochphasen könnte es zu möglichen Lieferengpässen kommen.
Besondere Einflüsse, wie das Auftreten und die Verbreitung des Coronavirus können ebenfalls Lieferengpässe hervorrufen. Alle unserer Schlüssellieferanten haben ihren Sitz in Europa, der größte Teil von ihnen in Deutschland. Einige Vorlieferanten in der weiteren Lieferkette haben ihren Sitz jedoch in China. Es besteht also das Risiko, dass die weitere Verbreitung des Coronavirus und der damit verbundenen Maßnahmen zu Engpässen in der Lieferkette der RATIONAL AG führen können.
Wir beobachten die wirtschaftliche Entwicklung der Lieferanten und die für uns relevanten Produktionsprozesse besonders gründlich. Hierzu gehören unter anderem die Risikobeurteilung unserer Schlüssellieferanten und ein System zur Auditierung von Vorlieferanten. Hierzu bauen wir die Kapazitäten im Strategischen Einkauf aus und treiben die konsequente Umsetzung unserer Second-Source-Strategie voran.
Insbesondere im Zusammenhang mit Abhängigkeiten von chinesischen Vorlieferanten untersuchen wir unsere Lieferkette intensiv auf mögliche Risiken, bewerten diese laufend und arbeiten an Beschaffungsalternativen.
Produktionsunterbrechungsrisiko
Neben den Beschaffungsrisiken existiert das Risiko, dass durch höhere Gewalt Produktionsanlagen ausfallen. Das daraus resultierende finanzielle Risiko einer Produktionsunterbrechung ist durch eine angemessene Betriebsunterbrechungsversicherung abgedeckt.
Für existenziell wichtige Produktionsanlagen verfügen wir jeweils über eine zweite Ausfertigung. Diese können im Bedarfsfall in kurzer Zeit aktiviert werden.
Produktqualität
Es besteht das Risiko, dass ausgelieferte Produkte qualitativ nicht einwandfrei sind. Mögliche Folgen daraus sind Sach- und Personenschäden, aber auch Imageschäden.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, testen wir alle Geräte, bevor sie unser Haus verlassen. Neben umfangreichen Tests, die jedes Gerät durchlaufen muss, wird eine Stichprobe an Geräten zusätzlichen intensiven Prüfungen unterzogen. Dadurch stellen wir einerseits die Zuverlässigkeit unserer Produkte sicher, andererseits werden so mögliche Fehlerquellen frühzeitig identifiziert. Sollten dennoch Beanstandungen durch Kunden - oder auch intern - auftreten, werden diese im Rahmen unserer täglichen "Akuten Qualitätsverbesserung" analysiert und schnelle unmittelbare Lösungen erarbeitet. Sach- oder Personenschäden beim Kunden sind über die bestehende Produkthaftpflichtversicherung ausreichend gedeckt. Einen möglichen Imageschaden vermeiden wir durch äußerstes Bemühen, jeden Fehler und daraus entstandene Schäden überzukompensieren.
Operative Risiken
Personalwirtschaftliche Risiken
Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sowie Führungskräfte sind die Grundlage für den Erfolg des Unternehmens. Leistungsträger langfristig an das Unternehmen zu binden und neue kompetente Mitarbeiter zu gewinnen, sind für den nachhaltigen Unternehmenserfolg von größter Bedeutung. Der resultierende Schaden aus geringer Mitarbeitermotivation und einer hohen Fluktuationsrate würde die Geschäftsentwicklung nachhaltig negativ beeinflussen.
RATIONAL ist sowohl in der Region als auch international ein attraktiver Arbeitgeber. Zur Gewinnung geeigneter Mitarbeiter werden verschiedene Aktivitäten, wie beispielsweise das Hochschulmarketing oder der Besuch von Ausbildungsmessen, durchgeführt. Um Mitarbeiter zu motivieren und langfristig an das Unternehmen zu binden, bietet das Unternehmen neben einer angemessenen Vergütung gezielte Personalentwicklungs- und Fördermaßnahmen. Daneben verfügen wir mit der U.i.U.(r)-Philosophie über eine besondere Unternehmenskultur, die die Loyalität und langfristige Bindung der Mitarbeiter fördert.
Um Arbeitsunfälle und hohe Krankheitsquoten zu vermeiden, finden im Unternehmen regelmäßig Untersuchungen und Vorsorgemaßnahmen durch den Betriebsarzt statt. Jährliche Mitarbeiterunterweisungen zum Thema Arbeitssicherheit werden über die Initiative "RATIONAL Offensive Sicherheit" durchgeführt. Den Mitarbeitern werden so allgemeine Sicherheitsvorschriften und Unfallvermeidungsmaßnahmen ins Gedächtnis gerufen und nähergebracht. Seit Ende 2018 unterstützen wir die sportliche Betätigung der Mitarbeiter in Deutschland finanziell.
IT-Risiken
IT-Risiken können durch die immer stärkere Vernetzung der EDV-Systeme entstehen. Netzwerke können ausfallen, Daten können durch Bedien- und Programmfehler oder externe Faktoren verfälscht oder zerstört werden. Durch den Ausfall von Systemen könnte es zu Verzögerungen in der Leistungserbringung kommen. Durch unzureichende Sicherungssysteme könnte ein unautorisierter Zugriff von außen auf erfolgskritische Informationen erfolgen.
Den informationstechnischen Risiken begegnen wir durch fortlaufende Investitionen in Hard- und Software, durch den Einsatz von Virenscannern, verschlüsselten E-Mail- und Datentransfers, Firewallsystemen sowie Zugangs- und Zugriffskontrollen und eines speziell geschützten Rechenzentrums. Zahlreiche Systeme sind redundant ausgelegt, um Ausfälle schnell kompensieren zu können. Zur Sicherung von Unternehmensdaten werden die Mitarbeiter bei regelmäßigen Informationssicherheitstrainings auf Gefahren sensibilisiert.
Umweltrisiken
Als produzierendes Unternehmen unterliegen wir grundsätzlich dem Risiko, dass im Rahmen der Produktion durch Unfälle mit Öl, Chemikalien oder anderen Schadstoffen die Umwelt geschädigt wird. Dem treten wir durch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen, -schulungen und regelmäßige Audits entgegen.
Politische und rechtliche Risiken
Politische Instabilität oder Krisen
Die Auswirkungen von politischer Unsicherheit oder Krisen können den Absatz von Produkten in den jeweils betroffenen Ländern negativ beeinträchtigen. Als mögliche Folgen hieraus sind zum Beispiel Investitionszurückhaltung oder Einfuhrbeschränkungen denkbar.
Die internationale Ausrichtung und die Tatsache, dass wir unsere Produkte in vielen Regionen der Welt anbieten, ermöglichen jedoch, regionale Schwächen durch Wachstum in anderen Märkten zu kompensieren.
Der Brexit stellt für RATIONAL eine gewisse Planungsunsicherheit dar. Mit einem Umsatzanteil von rund 9 % ist Großbritannien einer unserer größten Einzelmärkte. Als mögliche Risiken für RATIONAL sehen wir Einschränkungen oder Verzögerungen von Lieferungen nach Großbritannien aufgrund verlängerter Zollabfertigungszeiten und höhere Logistikkosten, da die Spediteure ihr Risiko und den bürokratischen Mehraufwand in ihre Preise einkalkulieren werden. Diesem Risiko sind wir mit dem Aufbau von Lagerkapazitäten vor Ort begegnet, um dadurch Lieferengpässe im Land zu vermeiden.
Verletzung von Schutzrechten
Sowohl durch aktive als auch passive Patentverletzungen können Kosten für die Prozessführung sowie für Schadensersatzleistungen entstehen.
Ein Team von Patentspezialisten beobachtet intensiv neue Produkte unserer Wettbewerber und arbeitet eng mit unserer Produktentwicklung zusammen. Durch den Abgleich mit internationalen Patentdatenbanken können so eigene Patentverletzungen vermieden sowie Patentverletzungen unserer Wettbewerber frühzeitig erkannt und verfolgt werden.
Rechtliche Risiken aus lokalen Gesetzen und Vorschriften
Die zunehmend internationale Geschäftstätigkeit ist mit zahlreichen rechtlichen Risiken verbunden. Diese umfassen im Wesentlichen:
| • | länderspezifische Produktanforderungen oder Sicherheitsvorschriften, die den Vertrieb unserer Produkte beeinträchtigen, |
| • | Zollvorschriften bzw. Im- und Exportregelungen, die die Einfuhr von Produkten beschränken, |
| • | unterschiedliche Steuersysteme, steuerliche Hindernisse, die den Geschäftsverkehr beeinträchtigen bzw. sich ändernde Steuersysteme oder Steuersätze, die negative Auswirkungen auf die Ertragslage haben, |
| • | geschäftliche Gestaltungen, die Verstöße gegen lokal geltendes Wettbewerbs- oder Kartellrecht darstellen, |
| • | geschäftliche Gestaltungen, die Korruption und Bestechung oder die Verletzung von Menschenrechten darstellen, |
| • | Compliance-Risiken, das heißt mögliche Verstöße durch Mitarbeiter gegen lokale Gesetze. Dies umfasst auch die seit Mai 2018 gültige EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO). |
Um diese Risiken zu minimieren, arbeiten wir, sofern erforderlich, in allen für uns wichtigen Märkten mit Experten für die jeweiligen lokalen gesetzlichen Anforderungen zusammen. Mit internen Verhaltensregeln (Compliance-Managementsystem, Code of Conduct, BME-Verhaltenskodex, Antikorruptionsrichtlinie und Sanktionslistenprüfung) wirken wir Verstößen entsprechend gegen. Das in der RATIONAL-Gruppe implementierte Compliance-Managementsystem wurde im Geschäftsjahr 2015 einer Konzeptionsprüfung gemäß IDW PS 980 unterzogen und in den folgenden Geschäftsjahren entsprechend den gesetzlichen Vorschriften weiterentwickelt.
Finanz- und Kapitalmarktrisiken
Als relevante Finanz- und Kapitalmarktrisiken für die RATIONAL AG wurden Ausfall-, Liquiditäts-, Wechselkurs-, Zinsänderungs-, Preis- und Aktienkursrisiken identifiziert.
Ausfallrisiken
Ausfallrisiken können dadurch entstehen, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Um Ausfallrisiken bei Kundenforderungen - die potenzielle Bonitäts- und Liquiditätsrisiken für RATIONAL nach sich ziehen könnten - zu vermeiden oder zu reduzieren, werden die Kunden einer Bonitätsprüfung sowie permanenten -überwachung durch die Warenkreditversicherungsgesellschaft und deren lokale Partnergesellschaften unterzogen.
Ausfallrisiken bestehen bei Geld- und Finanzanlagen sowie bei derivativen Finanzinstrumenten mit positivem Marktwert durch mögliche Nichterfüllung seitens des jeweiligen Kontraktpartners.
Daher qualifizieren sich bei RATIONAL nur Kreditinstitute im Investment Grade zur Geld- und Finanzanlage. Zur Diversifizierung verteilen sich die finanziellen Vermögenswerte gegenüber Kreditinstituten zum Jahresende auf mehrere Kreditinstitute.
Liquiditätsrisiken
Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf die Möglichkeit, dass RATIONAL zu irgendeinem Zeitpunkt nicht in der Lage sein könnte, Zahlungsverpflichtungen fristgerecht und in vollem Umfang zu entsprechen. Im Corporate Treasury hat die Überwachung und Steuerung der liquiden Mittel oberste Priorität. Dies erfolgt durch tägliches Cash-Management und eine rollierende Liquiditätsplanung mit kontinuierlicher Überwachung und Steuerung der konzernweit ein- und abgehenden Zahlungsströme.
Währungsrisiken
Währungsrisiken resultieren zum einen aus Wechselkursänderungen zum Stichtag und einer daraus folgenden möglichen Veränderung der beizulegenden Zeitwerte bestehender Fremdwährungsbilanzpositionen (Translationsrisiko). Diese Risiken werden bei RATIONAL nicht durch Sicherungsgeschäfte abgesichert.
Zum anderen besteht ein Risiko, dass aus einem Finanzinstrument in einer Fremdwährung resultierende zukünftige Cashflows durch veränderte Wechselkurse deutlich von den zum Stichtagskurs erzielbaren Werten abweichen (Transaktionsrisiko). Die identifizierten Transaktionsrisiken werden bei Bedarf durch derivative Finanzinstrumente abgesichert, wobei sich die Sicherung auf gebuchte und antizipierte Geschäfte bezieht.
49 % der Umsatzerlöse werden in Fremdwährungen erlöst. Bei einem im Geschäftsjahr 2019 durchschnittlich 10 % schwächeren (stärkeren) Euro wäre der Konzernumsatz dementsprechend rund 5 % höher (5 % niedriger) ausgefallen. Das EBIT wäre bei einer Euroabwertung (Euroaufwertung) von durchschnittlich 10 % um rund 16 % erhöht (14 % reduziert).
Zinsänderungsrisiken
Zinsrisiken bezeichnen das Risiko der möglichen Veränderung von beizulegenden Zeitwerten oder künftigen Zahlungen von Finanzinstrumenten aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze. Zinsänderungsrisiken für künftige Zahlungen aufgrund von Finanzschulden werden bei RATIONAL mithilfe von Vereinbarungen zur Zinsfestschreibung entgegengewirkt. Für die ausstehenden Darlehen ist eine Zinsfestschreibung über die gesamte Laufzeit vereinbart.
Bei einer Zinsänderung von +1 % wäre das Ergebnis nach Steuern und das Eigenkapital um 0,8 Mio. Euro niedriger. Bei einer Zinsänderung von −1 % hingegen wäre das Ergebnis nach Steuern und das Eigenkapital um 0,8 Mio. Euro höher.
Preisrisiken
Preisrisiken können in erster Linie in Zusammenhang mit dem Bezug von Rohstoffen für die Fertigung der Produkte entstehen. Eine Absicherung durch derivative Finanzinstrumente besteht weder beim Stahlgrundpreis noch bei den Legierungsmetallen. Für den Stahlgrundpreis bestehen jedoch feste Verträge mit den Lieferanten, die den vereinbarten Bezugspreis für circa ein Jahr im Voraus fixieren.
Aktienkursrisiken
RATIONAL hat 2019 über einen Spezialfonds in Aktien, Aktienfonds und Aktienderivate investiert, woraus ein Aktienkursrisiko resultiert. Durch die generelle Steuerung des Spezialfonds als Wertsicherungsmandat und dem einhergehenden Einsatz von geeigneten Instrumenten ist das Aktienkursrisiko begrenzt.
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden:
| • | Die bei der Muttergesellschaft und ihren Töchtern eingerichteten Rechnungslegungsprozesse sind im Hinblick auf Verantwortungsbereiche und Führung klar strukturiert. |
| • | Durch konzernweit gültige und laufend aktualisierte Richtlinien wird eine einheitliche Rechnungslegung gewährleistet. |
| • | Die Funktionen der am Rechnungslegungsprozess wesentlich beteiligten Bereiche Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling sind in Bezug auf die Abschlusserstellung klar getrennt. Die Verantwortungsbereiche sind eindeutig zugeordnet. |
| • | Die Buchführung wird, soweit möglich, zentral in Landsberg abgewickelt. Dies gewährleistet konzernweit eine hohe Qualität in der Erfassung und Bearbeitung der rechnungslegungsrelevanten Daten. |
| • | Bei den im Bereich Rechnungswesen eingesetzten Finanzsystemen handelt es sich, soweit möglich, um Standardsoftware. Durch entsprechende Sicherheits- bzw. Berechtigungskonzepte sind diese Systeme gegen unbefugte Zugriffe geschützt. |
| • | Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereiche sind den Anforderungen entsprechend ausgestattet. Die beteiligten Personen verfügen über die erforderlichen Qualifikationen und werden kontinuierlich weitergebildet. In regelmäßigen konzernübergreifenden Terminen stimmen die involvierten Parteien ihr Handeln eng aufeinander ab. |
| • | Rechnungslegungsrelevante Daten werden regelmäßig durch Stichprobenprüfungen auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft. |
| • | Bei allen wesentlichen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird durchgängig das Vier-Augen-Prinzip angewendet. |
| • | Um eine einheitliche und gesetzeskonforme Rechnungslegung sicherzustellen, werden die Jahresabschlüsse der für den Konzernabschluss wesentlichen Gesellschaften einer Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer oder einer Durchsicht durch den Konzernprüfer unterzogen. |
| • | Die rechnungslegungsrelevanten Prozesse des Konzerns werden regelmäßig im Rahmen der Prüfungen von Tochtergesellschaften durch die Konzernrevision überprüft. Daneben werden turnusmäßig die beteiligten Prozesse am Standort Landsberg geprüft. |
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem, dessen wesentliche Merkmale oben beschrieben sind, gewährleistet einen effizienten Rechnungslegungsprozess. Durch die vorhandenen Kontrollen können Fehler weitgehend vermieden, jedenfalls aber entdeckt und korrigiert werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Rechnungslegung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben erfolgt. Ferner wird durch die oben beschriebenen Kontroll- und Überprüfungsmechanismen erreicht, dass Geschäftsvorfälle konzernweit einheitlich und zutreffend erfasst, ausgewiesen und bewertet werden sowie verlässliche und relevante Informationen zur Verfügung gestellt werden können.
5. Vergütungsbericht
Gemäß § 315a Abs. 2 HGB haben börsennotierte Aktiengesellschaften Angaben über die Grundzüge des Vergütungssystems zu machen.
Die Vorstandsvergütung wird bei der RATIONAL AG durch den Aufsichtsrat festgelegt. Die Festsetzung der Vergütung der Vorstandsmitglieder orientiert sich an der Größe und der globalen Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung vergleichbarer Unternehmen. Das Vergütungssystem für den Vorstand wurde am 21. April 2010 durch die Hauptversammlung gebilligt.
Für das Geschäftsjahr 2019 beliefen sich die Gesamtbezüge des Vorstands für die Wahrnehmung seiner Aufgaben in der Muttergesellschaft und den Tochterunternehmen auf 5,2 Mio. Euro (Vj. 5,6 Mio. Euro). In diesem Betrag waren erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile in Höhe von 1,7 Mio. Euro (Vj. 2,1 Mio. Euro) sowie Zahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder in Höhe von 12 Tsd. Euro (Vj. 11 Tsd. Euro) enthalten. Hinzu kamen Einzahlungen in die Altersvorsorge für Vorstandsmitglieder, die sich auf 0,6 Mio. Euro (Vj. 0,5 Mio. Euro) beliefen.
Für die Bemessung der variablen Vergütungsbestandteile waren neben der Geschäftsentwicklung vor allem der Ausbau des technologischen Vorsprungs, die Mitarbeiterzufriedenheit, die Effizienz der Organisation und die Verbesserung der Unternehmensqualität insgesamt die entscheidenden Kriterien.
Darüber hinaus erhalten Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen. Diese bestehen im Wesentlichen aus der Dienstwagennutzung, Telefon sowie Versicherungsprämien. Die Nebenleistungen sind Vergütungsbestandteil und daher von den Vorstandsmitgliedern einzeln zu versteuern.
Eine Ausgabe von Aktienoptionen hat im Jahr 2019 nicht stattgefunden.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 4. Mai 2016 wurde auf eine individualisierte Veröffentlichung der Vorstandsvergütung verzichtet.
Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2019 betrug 1,2 Mio. Euro (Vj. 1,1 Mio. Euro). Mit Beschluss der Hauptversammlung 2015 wurde ab dem Geschäftsjahr 2015 auf eine reine Festvergütung des Aufsichtsrats umgestellt.
6. Übernahmerelevante Angaben
Gemäß § 315a Abs. 1 HGB haben Unternehmen übernahmerechtliche Angaben zu machen und diese zu erläutern.
Das Grundkapital der RATIONAL AG beträgt zum 31. Dezember 2019 unverändert 11,37 Mio. Euro und besteht aus 11.370.000 auf den Inhaber lautenden, nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von 1,00 Euro. Jede Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Beschränkungen bezüglich Stimmrechte oder Übertragung von Aktien liegen nicht vor. Das Grundkapital ist vollständig einbezahlt. Das bedingte Kapital beträgt 200 Tsd. Euro und ist für Optionsrechte von Mitgliedern des Vorstands bis zu einer Anzahl von 200.000 Stückaktien vorgesehen.
Im Februar 2019 fand eine Teilauseinandersetzung der Erbengemeinschaft Siegfried Meister statt. Die entsprechenden Pflichtmitteilungen wurden am 25. Februar 2019 veröffentlicht und stehen auf der Homepage der RATIONAL AG zur Verfügung. Hieraus geht hervor, dass Frau Gabriella Meister und Frau Franziska Würbser im Rahmen einer Poolvereinbarung 3.581.578 Aktien halten. Gemäß der entsprechenden Mitteilung vom 25. Februar 2019 hält Frau Ulrike Meister 1.803.464 Aktien. Somit überschreiten die genannten Personen die Schwelle von 10 % der Stimmrechte.
Gemäß der Stimmrechtsmitteilung vom 10. Februar 2020 unterschritt Herr Wolfgang Meister am 5. Februar 2020 die Schwelle von 10 % der Stimmrechte.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 29. April 2015 wurde § 8 Abs. 6 Satz 1 der Satzung der RATIONAL AG
geändert. Der Wortlaut des Beschlusses lautet: "Solange Herr Siegfried Meister und Herr Walter Kurtz Aktionäre der Gesellschaft sind, haben sie das gemeinsame Recht, bis zu zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Ist einer der beiden Entsendungsberechtigten nicht mehr Aktionär der Gesellschaft, so hat der verbleibende Aktionär das alleinige Entsendungsrecht. Das Entsendungsrecht ist durch schriftliche Erklärung an den Vorstand der Gesellschaft auszuüben."
Mit Wirkung zum 15. Mai 2019 hat Herr Walter Kurtz gemäß seinem satzungsgemäßen Entsendungsrecht sich selbst bis zu den nächsten Aufsichtsratswahlen durch die Hauptversammlung 2024 entsandt.
Alle Mitarbeiter der RATIONAL AG können die ihnen aus Aktien zustehenden Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar und nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen und der Satzung der Gesellschaft ausüben.
Gemäß § 84 AktG obliegt die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands dem Aufsichtsrat. Diese Befugnis wird in § 6 Abs. 2 der Satzung der RATIONAL AG dahingehend konkretisiert, dass der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder bestellt, ihre Zahl bestimmt und die Geschäftsverteilung regelt. Der Vorstand leitet das Unternehmen und vertritt es gegenüber Dritten.
Nach § 11 Abs. 2 der Satzung der RATIONAL AG ist der Aufsichtsrat zu Änderungen und Ergänzungen der Satzung berechtigt, soweit sie nur die Fassung betreffen. Alle anderen Änderungen der Satzung werden mit einfacher Mehrheit durch Beschluss der Hauptversammlung vorgenommen, sofern das Gesetz keine höheren Mehrheiten erfordert. Die §§ 179 ff. AktG finden entsprechend Anwendung. Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 15. Mai 2019 wurde § 8 Abs. 1 der Satzung der RATIONAL AG geändert. Der Wortlaut des Beschlusses lautet: "Der Aufsichtsrat der Gesellschaft besteht aus sieben Mitgliedern."
Die Gesellschaft hält keine eigenen Aktien. Es besteht derzeit keine Ermächtigung durch die Hauptversammlung zum Rückkauf eigener Aktien bzw. zur Ausgabe neuer Aktien.
Die RATIONAL AG hat keine wesentlichen Vereinbarungen abgeschlossen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen.
Es wurden keine Vereinbarungen mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen, die für den Fall des Kontrollwechsels, das heißt die Übernahme der Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschaft durch einen oder durch gemeinsam handelnde Aktionäre, eine besondere Entschädigung oder zusätzliche Vergütung vorsehen.
7. Erklärung zur Unternehmensführung
Der Bericht zur Corporate Governance und die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB sind auf der RATIONAL-Website im Bereich Investor Relations unter der Rubrik Corporate Governance dargestellt.
Landsberg am Lech, den 10. März 2020
RATIONAL AG
Der Vorstand
Dr. Peter Stadelmann, Vorstandsvorsitzender
Peter Wiedemann, Vorstand technischer Bereich
Markus Paschmann, Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing
Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum 1. Januar - 31. Dezember
RATIONAL-Konzern
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| in TEUR | Anhang | 2019 | 2018 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1 | 843.633 | 777.859 |
| Umsatzkosten | -346.077 | -320.983 | |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 497.556 | 456.876 | |
| Vertriebs- und Servicekosten | -198.099 | -183.991 | |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -42.017 | -38.097 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | -37.295 | -33.289 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2 | 12.310 | 13.211 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 2 | -9.080 | -9.698 |
| Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) | 223.375 | 205.012 | |
| Zinserträge | 674 | 427 | |
| Zinsaufwedungen | -838 | -331 | |
| Übriges Finanzergebnis | 1.898 | -946 | |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 225.109 | 204.162 | |
| Ertragsteuern | 3 | -53.519 | -46.852 |
| Ergebnis nach Steuern | 171.590 | 157.310 | |
| Positionen, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden können: | |||
| Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung | 13 | -827 | -1.306 |
| Positionen, die nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden können: | |||
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste leistungsorientierter Versorgungspläne | 13, 14 | -894 | 308 |
| Sonstiges Ergebnis | -1.721 | -998 | |
| Gesamtergebnis | 169.869 | 156.312 | |
| Durchschnittliche Anzahl der Aktien (unverwässert/verwässert) | 11.370.000 | 11.370.000 | |
| Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Aktie in Euro, bezogen auf das Ergebnis nach Steuern und die Anzahl der Aktien | 4 | 15,09 | 13,84 |
Bilanz
RATIONAL-Konzern
AKTIVA
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| in TEUR | Anhang | 31.12.2019 | 31.12.2018 |
|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 203.606 | 162.264 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | 6 | 7.284 | 8.081 |
| Sachanlagen | 7 | 183.308 | 142.671 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 10 | 1.330 | 993 |
| Latente Steueransprüche | 3 | 11.145 | 8.943 |
| Sonstige Vermögenswerte | 11 | 539 | 1.576 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 495.084 | 442.176 | |
| Vorräte | 8 | 66.022 | 57.440 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 9 | 125.344 | 124.440 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 10 | 100.955 | 86.278 |
| Ertragsteuerforderungen | 483 | 749 | |
| Sonstige Vermögenswerte | 11 | 20.890 | 16.503 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 12 | 181.390 | 156.766 |
| Bilanzsumme | 698.690 | 604.440 | |
| PASSIVA | |||
| in TEUR | Anhang | 31.12.2019 | 31.12.2018 |
| Eigenkapital | 517.368 | 455.514 | |
| Gezeichnetes Kapital | 13 | 11.370 | 11.370 |
| Kapitalrücklage | 13 | 28.058 | 28.058 |
| Gewinnrücklagen | 13 | 485.003 | 421.428 |
| Übriges Eigenkapital | 13 | -7.063 | -5.342 |
| Langfristige Schulden | 34.556 | 26.358 | |
| Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 14 | 6.188 | 4.706 |
| Sonstige Rückstellungen | 15 | 8.613 | 8.501 |
| Finanzschulden | 16 | 3.676 | 6.306 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 17 | 13.768 | 3.214 |
| Latente Steuerschulden | 3 | 432 | 201 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | - | 1.263 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 18 | 1.879 | 2.167 |
| Kurzfristige Schulden | 146.766 | 122.568 | |
| Sonstige Rückstellungen | 15 | 50.133 | 49.383 |
| Finanzschulden | 16 | 5.908 | 5.612 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 17 | 24.977 | 26.409 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 17 | 16.306 | 6.686 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 23.388 | 11.533 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 18 | 26.054 | 22.945 |
| Schulden | 181.322 | 148.926 | |
| Bilanzsumme | 698.690 | 604.440 |
Kapitalflussrechnung für den Zeitraum 1. Januar - 31. Dezember
RATIONAL-Konzern
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| in TEUR | Anhang | 2019 | 2018 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 225.109 | 204.162 | |
| Abschreibungen auf Anlagevermögen | 6, 7, 21 | 24.983 | 13.977 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge | -2.861 | 141 | |
| Zinsergebnis | 164 | -96 | |
| Veränderungen der Vorräte | -8.582 | -11.758 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und übrigen Aktiva | -2.279 | -24.542 | |
| Rückstellungen | 1.132 | 4.687 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrigen Passiva | 5.403 | 3.463 | |
| Gezahlte Einkommen- und Ertragsteuern | -44.431 | -45.708 | |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 19 | 198.638 | 144.326 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 6, 7 | -40.674 | -46.166 |
| Erlöse Anlagenabgang | 96 | 172 | |
| Veränderung von Festgeldern | 10 | -13.873 | 37.407 |
| Veränderung aus sonstigen Finanzanlagen | 10 | -1.578 | -47.681 |
| Erhaltene Zinsen | 611 | 389 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | 19 | -55.418 | -55.879 |
| Gezahlte Dividende | 5 | -108.015 | -125.070 |
| Tilgung Bankverbindlichkeiten | 16 | -2.630 | -3.033 |
| Veränderung sonstige Bankverbindlichkeiten | 16 | 198 | 743 |
| Auszahlungen im Rahmen von Leasingverbindlichkeiten | 19 | -8.580 | - |
| Gezahlte Zinsen | -273 | -239 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 19 | -119.300 | -127.599 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 704 | -296 | |
| Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 24.624 | -39.448 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 01.01. | 12 | 156.766 | 196.214 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31.12. | 12 | 181.390 | 156.766 |
Eigenkapitalveränderungsrechnung
RATIONAL-Konzern
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| in TEUR | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen |
|---|---|---|---|
| --- | --- | --- | --- |
| Anhang | 13 | 13 | 5, 13 |
| --- | --- | --- | --- |
| Stand am 01.01.2018 | 11.370 | 28.058 | 389.188 |
| Dividende | - | - | -125.070 |
| Ergebnis nach Steuern | - | - | 157.310 |
| Sonstiges Ergebnis | - | - | - |
| Stand am 31.12.2018 | 11.370 | 28.058 | 421.428 |
| Dividende | - | - | -108.015 |
| Ergebnis nach Steuern | - | - | 171.590 |
| Sonstiges Ergebnis | - | - | - |
| Stand am 31.12.2019 | 11.370 | 28.058 | 485.003 |
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| in TEUR | Übriges Eigenkapital | Gesamt | |
|---|---|---|---|
| Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung | Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Anhang | 13 | 3, 13, 14 | |
| --- | --- | --- | --- |
| Stand am 01.01.2018 | -3.341 | -1.003 | 424.272 |
| Dividende | - | - | -125.070 |
| Ergebnis nach Steuern | - | - | 157.310 |
| Sonstiges Ergebnis | -1.306 | 308 | -998 |
| Stand am 31.12.2018 | -4.647 | -695 | 455.514 |
| Dividende | - | - | -108.015 |
| Ergebnis nach Steuern | - | - | 171.590 |
| Sonstiges Ergebnis | -827 | -894 | -1.721 |
| Stand am 31.12.2019 | -5.474 | -1.589 | 517.368 |
Anhang für das Geschäftsjahr 2019
des RATIONAL-Konzerns
Inhaltsübersicht:
Grundlagen
Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz - Aktiva
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz - Passiva
Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
Sonstige Erläuterungen zum Konzernabschluss
Grundlagen
Darstellung und Erläuterung der Geschäftstätigkeit
Die RATIONAL Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz "RATIONAL AG") ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in Landsberg am Lech, Siegfried-Meister-Straße 1, eingetragen im Handelsregister Augsburg unter der Nummer HRB 2001.
Der RATIONAL-Konzern (im Folgenden "RATIONAL" sowie "Konzern" genannt) ist weltweiter Markt- und Technologieführer im Bereich der thermischen Speisenzubereitung in Profiküchen. Seit der Gründung im Jahr 1973 beschäftigt sich das Unternehmen mit der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von professionellen Gargeräten für Groß- und Gewerbeküchen. Der weltweite Vertrieb erfolgt sowohl über eigene Tochtergesellschaften als auch über unabhängige Vertriebspartner. Die Produktion der Geräte erfolgt in Deutschland und Frankreich.
Darstellung des Abschlusses
Der Konzernabschluss umfasst die RATIONAL AG und ihre Tochterunternehmen. Die funktionale Währung und die Darstellungswährung im Konzernabschluss ist der Euro. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit erfolgen die Zahlenangaben in Tausend Euro (Tsd. Euro bzw. TEUR). Die Bilanzstruktur entspricht den Gliederungsvorschriften des IAS 1. Die Darstellung für das zum 31. Dezember endende Geschäftsjahr 2019 und das Vorjahr erfolgt hierbei nach den Fälligkeiten "innerhalb von zwölf Monaten" als kurzfristig und "über zwölf Monate" als langfristig.
Die Freigabe des Abschlusses erfolgte ursprünglich am 25. Februar 2020 durch den Vorstand der RATIONAL AG. Aufgrund der Entwicklungen in Zusammenhang mit dem Coronavirus wurde die Anhangangabe 28 zu den wesentlichen Ereignissen nach dem Bilanzstichtag geändert. Der geänderte Abschluss wurde am 10. März 2020 durch den Vorstand der RATIONAL AG freigegeben.
Grundlagen der Rechnungslegung
Die Erstellung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2019 (unter Angabe der Vorjahreszahlen) erfolgte in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften.
Alle für das Geschäftsjahr 2019 gültigen und verpflichtend anzuwendenden Standards wurden berücksichtigt und führen zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Die folgenden neuen oder geänderten Standards wurden erstmals für das Geschäftsjahr 2019 verbindlich angewendet:
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| Inkrafttreten | ||
|---|---|---|
| Neu | IFRS 16 "Leasingverhältnisse" | 01.01.2019 |
| Änderung | IFRS 9 "Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung" | 01.01.2019 |
| Neu | IFRIC 23 "Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung" | 01.01.2019 |
| Änderung | IAS 28 "Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures" | 01.01.2019 |
| Änderung | Jährliche Verbesserungen an den IFRS 2015 - 2017 | 01.01.2019 |
| Änderung | IAS 19 "Planänderungen, -kürzungen oder -abgeltungen" | 01.01.2019 |
Durch die erstmalige Anwendung des neuen Standards IFRS 16 "Leasingverhältnisse" kam es zu Änderungen der Rechnungslegungsmethoden des Konzerns. Als Erstanwendungsmethode hat RATIONAL den modifizierten retrospektiven Ansatz gem. IFRS 16.C5 b) gewählt, wobei keine Anpassung von Vergleichsinformationen stattfindet. Effekte auf das Eigenkapital ergaben sich zum Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 16 nicht.
Leasingverbindlichkeiten für Leasingverträge, die zuvor nach IAS 17 als Operating Lease klassifiziert worden sind, werden mit Erstanwendung des IFRS 16 zum Barwert der ausstehenden Leasingraten erfasst. Eine Bewertung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt auf Basis des Grenzfremdkapitalzinssatzes des Leasingnehmers zum 1. Januar 2019. RATIONAL macht von der Erleichterung Gebrauch, auf ein Portfolio ähnlich ausgestalteter Leasingverträge (Leasingverhältnisse mit ähnlicher Restlaufzeit in einem ähnlichen Wirtschaftsumfeld) einen einzigen Abzinsungssatz anzuwenden. Der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers, der auf die Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019 angewendet wurde, beträgt 2 %.
Überleitungsrechnung gem. IFRS 16.C12 b):
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| in TEUR | |
|---|---|
| Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen zum 31. Dezember 2018 | 16.016 |
| Mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 abgezinst | 15.359 |
| Leasingverhältnisse über Vermögenswerte mit geringem Wert, die linear als Aufwand erfasst werden | -587 |
| Anpassungen aufgrund unterschiedlicher Einschätzungen von Verlängerung- und Kündigungsoptionen | 170 |
| Verpflichtungen aus Leasingverträgen, bei denen der Leasinggegenstand zum 1. Januar 2019 noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stand | -179 |
| Sonstiges | -34 |
| Am 1. Januar 2019 bilanzierte Leasingverbindlichkeiten | 14.729 |
| Hiervon kurzfristige Leasingverbindlichkeiten | 6.290 |
| Hiervon langfristige Leasingverbindlichkeiten | 8.439 |
Die damit verbundenen Nutzungsrechte wurden in Höhe der zugehörigen Leasingverbindlichkeiten angesetzt. Zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 bestanden keine belastenden Leasingverhältnisse, so dass eine Wertberichtigung der Nutzungsrechte nicht erforderlich war.
Aus anderen neuen oder geänderten Standards, die erstmals für das Geschäftsjahr 2019 verbindlich und vorher nicht freiwillig angewendet wurden, resultieren keine wesentlichen Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss von RATIONAL.
Folgende neue oder geänderte Standards waren im Geschäftsjahr 2019 noch nicht verbindlich anzuwenden und wurden auch nicht vorzeitig angewendet:
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| Inkrafttreten | ||
|---|---|---|
| Änderung | IAS 39, IFRS 7, IFRS 9 "Reform der Referenzzinssätze" | 01.01.2020 |
| Änderung | Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in IFRS-Standards | 01.01.2020 |
| Änderung | IAS 1 und IAS 8 "Definition von Wesentlichkeit" | 01.01.2020 |
Aus den neuen oder geänderten Standards werden sich voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von RATIONAL ergeben.
Folgende neue oder geänderte Standards wurden vom IASB veröffentlicht, aber bisher noch nicht von der Europäischen Union übernommen und auch nicht im Konzernabschluss angewendet:
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| Inkrafttreten | ||
|---|---|---|
| gemäß Standard | ||
| --- | --- | --- |
| Änderung | IFRS 3 "Definition eines Geschäftsbetriebs" | 01.01.2020 |
| Neu | IFRS 17 "Versicherungsverträge" | 01.01.2021 |
| Änderung | IAS 1 "Darstellung des Abschlusses: Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig" | 01.01.2022 |
Diese Änderung und dieser neue Standard werden ab dem Zeitpunkt ihrer verpflichtenden Anwendung in der Europäischen Union im Konzern umgesetzt und haben voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf zukünftige Konzernabschlüsse von RATIONAL.
Konsolidierungsmethoden
In den RATIONAL-Konzernabschluss werden neben der RATIONAL AG als oberstes Mutterunternehmen alle wesentlichen in- und ausländischen Tochtergesellschaften, die unter der direkten oder indirekten Beherrschung der RATIONAL AG stehen, einbezogen. Die Konsolidierung eines Beteiligungsunternehmens beginnt an dem Tag, an dem die Beherrschung über das Unternehmen vorliegt, und endet, wenn die Beherrschung über das Beteiligungsunternehmen nicht mehr besteht.
Die erstmalige Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3. Verbleibende aktivische Unterschiedsbeträge werden als Firmenwert aktiviert.
Die Auswirkungen konzerninterner Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Unternehmen werden konsolidiert, Zwischengewinne im Vorratsvermögen eliminiert und konzerninterne Erträge mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Auf temporäre Unterschiede aus Konsolidierungsmaßnahmen werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.
Die Konsolidierungsmethoden des Vorjahres wurden unverändert beibehalten.
Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss werden neben der Muttergesellschaft sieben inländische (Vj. acht) und 25 ausländische (Vj. 25) Tochtergesellschaften sowie ein Spezialfonds einbezogen.
Im Geschäftsjahr 2019 wurden die FRIMA Deutschland GmbH auf die RATIONAL Großküchentechnik GmbH, die FRIMA International AG auf die RATIONAL International AG und die FRIMA France S.A.S. auf die RATIONAL France S.A.S. verschmolzen. Zudem wurden die RATIONAL Großküchentechnik umfirmiert in RATIONAL Deutschland GmbH und die FRIMA - T S.A.S. in RATIONAL Wittenheim S.A.S. Die Tochtergesellschaften RATIONAL Chile SpA und RATIONAL Czech Republic s.r.o. wurden 2019 neu gegründet.
Der Konsolidierungskreis setzt sich zum 31. Dezember 2019 wie folgt zusammen:
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| Name und Sitz | % Kapitalanteil/ % Stimmrechte | ||
|---|---|---|---|
| Deutschland | |||
| LechMetall GmbH | Landsberg am Lech | Deutschland | 100,0 |
| RATIONAL Komponenten GmbH | Landsberg am Lech | Deutschland | 100,0 |
| RATIONAL Technical Services GmbH | Landsberg am Lech | Deutschland | 100,0 |
| RATIONAL Dienstleistungsgesellschaft mbH | Landsberg am Lech | Deutschland | 100,0 |
| RATIONAL Montage GmbH | Landsberg am Lech | Deutschland | 100,0 |
| RATIONAL Deutschland GmbH | Landsberg am Lech | Deutschland | 100,0 |
| RATIONAL F & E GmbH | Landsberg am Lech | Deutschland | 100,0 |
| LBBW AM-RAT * | Landsberg am Lech | Deutschland | 0,0 |
| Europa | |||
| RATIONAL UK Ltd. | Luton | Großbritannien | 100,0 |
| FRIMA UK Ltd. (in Liquidation) | London | Großbritannien | 100,0 |
| RATIONAL France S.A.S. | Wittenheim | Frankreich | 100,0 |
| RATIONAL Wittenheim S.A.S. | Wittenheim | Frankreich | 100,0 |
| RATIONAL Italia s.r.l. | Mestre | Italien | 100,0 |
| RATIONAL Ibérica Cooking Systems S.L. | Barcelona | Spanien | 100,0 |
| RATIONAL Austria GmbH | Salzburg | Österreich | 100,0 |
| RATIONAL International AG | Balgach | Schweiz | 100,0 |
| RATIONAL Schweiz AG | Balgach | Schweiz | 100,0 |
| RATIONAL Sp. z o.o. | Warschau | Polen | 100,0 |
| RATIONAL Czech Republic s.r.o. | Prag | Tschechische Republik | 100,0 |
| RATIONAL Scandinavia AB | Malmö | Schweden | 100,0 |
| RATIONAL RUS OOO | Moskau | Russland | 100,0 |
| RATIONAL Endüstriyel Mutfak Ekipmanları Ticaret Limited Sirketi | Istanbul | Türkei | 100,0 |
| Amerika | |||
| RATIONAL Cooking Systems, Inc. | Rolling Meadows | USA | 100,0 |
| RATIONAL Canada Inc. | Mississauga | Kanada | 100,0 |
| RATIONAL México, S.A. DE C.V. | Mexico City | Mexiko | 100,0 |
| RATIONAL Brasil Comércio E Distribuição de Sistemas De Cocção Ltda. | São Paulo | Brasilien | 99,9 |
| RATIONAL Colombia - America Central SAS | Bogotá | Kolumbien | 100,0 |
| RATIONAL Chile SpA | Santiago de Chile | Chile | 100,0 |
| Asien | |||
| RATIONAL Japan Co., Ltd. | Tokio | Japan | 100,0 |
| RATIONAL Trading (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai | China | 100,0 |
| RATIONAL International India Private Ltd. | Gurgaon | Indien | 100,0 |
| RATIONAL Cooking Systems PTE. LTD. | Singapur | Singapur | 100,0 |
| RATIONAL Kitchen and Catering Equipment Trading FZCO | Dubai | Vereinigte Arabische Emirate | 100,0 |
* Einbeziehung als strukturiertes Unternehmen
Nicht im Konsolidierungskreis enthalten ist die wirtschaftlich inaktive Tochtergesellschaft der RATIONAL Wittenheim S.A.S., die TOPINOX S.A.R.L., Nantes, Frankreich. Diese ist für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung. Die Beteiligung ist wie im Vorjahr mit einem Buchwert von 0 Tsd. Euro ausgewiesen. Dieser entspricht dem Marktwert.
Das Geschäftsjahr der RATIONAL AG und der Tochterunternehmen, mit Ausnahme der RATIONAL International India Private Ltd., entspricht dem Kalenderjahr. Das indische Tochterunternehmen hat aufgrund lokaler gesetzlicher Vorschriften ein Geschäftsjahr vom 1. April bis 31. März, für Konzernzwecke werden die Zahlen jedoch auf Kalenderjahrbasis erstellt. Der Abschlussstichtag des Konzernabschlusses ist der Abschlussstichtag der Muttergesellschaft.
Die inländischen Tochtergesellschaften LechMetall GmbH, RATIONAL Deutschland GmbH, RATIONAL Technical Services GmbH, RATIONAL Dienstleistungsgesellschaft mbH, RATIONAL Montage GmbH, RATIONAL Komponenten GmbH und RATIONAL F & E GmbH nehmen für das Geschäftsjahr 2019 alle jeweils zulässigen Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch.
Fremdwährungsumrechnung
In den Einzelabschlüssen der Tochtergesellschaften werden die Fremdwährungstransaktionen mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden zum Stichtagskurs resultieren, werden ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Für den Konzernabschluss werden die Jahresabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Als funktionale Währung fungiert hierbei die jeweilige Landeswährung. Die RATIONAL International AG mit Sitz in der Schweiz sowie die RATIONAL Kitchen and Catering Equipment Trading FZCO mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben abweichend hiervon als funktionale Währung den Euro, da die Umsatzerlöse vorwiegend in Euro erzielt werden. Vermögenswerte und Schulden werden mit den Devisenkassamittelkursen am Bilanzstichtag, die Posten der Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Die in die Kapitalkonsolidierung einzubeziehenden Teile des Eigenkapitals sowie der Gewinn- oder Verlustvortrag werden mit historischen Kursen umgerechnet. Soweit sich hieraus in der Bilanz Unterschiedsbeträge ergeben, werden diese ergebnisneutral innerhalb des Eigenkapitals als "Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung" erfasst.
Die im Konzernabschluss verwendeten wichtigsten Wechselkurse im Verhältnis zum Euro sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
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| Jahresdurchschnittskurse | Stichtagskurse 31.12. | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Euro entspricht | 2019 | 2018 | 2019 | 2018 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| CAD = | kanadischer Dollar | 1,4832 | 1,5341 | 1,4620 | 1,5599 |
| CNY = | chinesischer Yuan | 7,7175 | 7,8167 | 7,8328 | 7,8600 |
| GBP = | britisches Pfund | 0,8757 | 0,8862 | 0,8501 | 0,8971 |
| JPY = | japanischer Yen | 121,98 | 130,00 | 121,93 | 125,96 |
| USD = | US-Dollar | 1,1197 | 1,1792 | 1,1228 | 1,1453 |
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten aktiviert und in der Regel über drei bis fünf Jahre linear abgeschrieben.
Entwicklungskosten werden als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn die Voraussetzungen des IAS 38.57 erfüllt sind. Für eine Aktivierung qualifizieren sich Entwicklungsaktivitäten, die in Zusammenhang mit der spezifischen Entwicklung neuer Technologien stehen. Aktivierte Entwicklungskosten beinhalten alle zurechenbaren Einzelkosten sowie anteilige Gemeinkosten. Die planmäßige Abschreibung beginnt mit der wirtschaftlichen Nutzung des Vermögenswerts und läuft linear über den geschätzten Nutzungszeitraum (in der Regel fünf Jahre). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten sind Bestandteil der Umsatzkosten in der Gesamtergebnisrechnung. Die Werthaltigkeit von aktivierten, noch nicht abgeschlossenen Entwicklungsprojekten wird jährlich überprüft.
Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung und aus sonstigen Unternehmenserwerben werden gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Liegt der beizulegende Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten oder der Nutzungswert unter dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, erfolgt eine ergebniswirksame Berücksichtigung der Wertminderung.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Die Abschreibungen erfolgen auf Basis der wirtschaftlichen Nutzungsdauer der Vermögenswerte. Verwaltungs- und Produktionsgebäude werden in der Regel über einen Zeitraum von 10 bis 36 Jahren abgeschrieben, technische Anlagen und Maschinen sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung werden über Nutzungsdauern von in der Regel 2 bis 15 Jahren abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt vorwiegend linear. Im Jahr des Zugangs erfolgt die Abschreibung "pro rata temporis".
Zu jedem Bilanzstichtag hat der Konzern einzuschätzen, ob ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der Buchwert eines immateriellen Vermögenswerts oder einer Sachanlage wertgemindert sein könnte. Wird eine Wertminderung erkannt, die über die planmäßige Abschreibung hinausgeht, wird auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert eines Vermögenswerts.
Leasing
Gemäß IFRS 16 werden Leasingverhältnisse beim Leasingnehmer zu dem Zeitpunkt, zu dem der Leasinggegenstand dem Konzern zur Nutzung zur Verfügung steht, als Nutzungsrecht und entsprechende Leasingverbindlichkeit bilanziert. Diese werden bei Erstansatz zum Barwert erfasst, die Leasingzahlungen werden hierfür mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz abgezinst. Der Grenzfremdkapitalzinssatz wird bei RATIONAL anhand eines Referenzzinssatzes und einer Finanzierungsmarge ermittelt. Das Nutzungsrecht wird über die Laufzeit der Leasingverhältnisse linear abgeschrieben.
Bei RATIONAL qualifizieren sich Immobilien (insbesondere Büro- und Lagergebäude), Fahrzeuge sowie sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung als Nutzungsrechte gem. IFRS
16. Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume bis 6 Jahren abgeschlossen, können jedoch Kündigungs- und Verlängerungsoptionen enthalten, um maximale betriebliche Flexibilität in Bezug auf den Vertragsbestand zu erhalten. Die Leasingvertragskonditionen werden in der Regel individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl von unterschiedlichen Konditionen.
Für geringwertige Leasinggegenstände (vorwiegend EDV-Ausstattung) nimmt RATIONAL die Ausnahmeregelung gem. IFRS 16.5 b) in Anspruch. Zahlungen für Vermögensgegenstände von geringem Wert werden linear als Aufwand im Gewinn oder Verlust erfasst.
Vorräte
Vermögenswerte des Vorratsvermögens werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Ermittlung der Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und Handelswaren erfolgt nach der gleitenden Durchschnittsmethode. Anschaffungspreisminderungen, wie Boni, Skonti und andere vergleichbare Beträge, werden bei der Ermittlung der Anschaffungskosten berücksichtigt. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten.
Finanzinstrumente
Im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit wird eine Vielzahl vertraglicher Vereinbarungen getroffen, die bei einem Unternehmen zur Entstehung finanzieller Vermögenswerte und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung finanzieller Verbindlichkeiten führen. Hierbei handelt es sich um Finanzinstrumente.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden am Erfüllungstag angesetzt. Der Erfüllungstag ist der Tag, an dem ein Vermögenswert an oder durch das Unternehmen geliefert wird. Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden am Handelstag erfasst.
Sämtliche finanziellen Vermögenswerte werden nach IFRS 9 entweder der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert zugeordnet. Die Zuordnung hängt dabei vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte ab sowie von den vertraglichen Zahlungsstromcharakteristika der finanziellen Vermögenswerte.
RATIONAL wendet kein Hedge-Accounting an. Die Folgebewertung für derivative Finanzinstrumente erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Änderungen der bilanziell ausgewiesenen Werte zwischen den Bilanzstichtagen sind in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen beziehungsweise im Finanzergebnis enthalten.
Die Zuordnung der jeweiligen Finanzinstrumente innerhalb der Bilanzpositionen zu den Kategorien des IFRS 9 ist zusammenfassend im Kapitel "Sonstige Erläuterungen zum Konzernabschluss" unter Textziffer 20 dargestellt.
Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn das vertragliche Recht auf Zahlungen aus dem finanziellen Vermögenswert erloschen ist oder der finanzielle Vermögenswert übertragen wurde und RATIONAL im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen hat. Eine Forderung wird auch dann ausgebucht, wenn keine realistischen Aussichten auf die Einbringlichkeit einer wertberichtigten Forderung bestehen (in der Regel definiert als Insolvenz des Schuldners oder Unmöglichkeit der Forderungsrealisierung durch einen externen, spezialisierten Inkassopartner). Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die entsprechende Verpflichtung beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen ist. Die Gewinne und Verluste, die durch die Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten bzw. finanziellen Verbindlichkeiten entstanden sind, werden erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst.
RATIONAL wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu bemessen. Demzufolge werden für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste in Form von Einzelwertberichtigungen und Portfoliowertberichtigungen herangezogen.
Einzelwertberichtigungen sind zu bilden für Forderungen, die aufgrund objektiver Kriterien als zweifelhaft zu betrachten sind und bei denen keine Erkenntnisse vorliegen, die eine andere Bewertung rechtfertigen.
Zur Bemessung der Portfoliowertberichtigungen wird folgendes Modell angewendet: Forderungen, die keinen individuellen Wertberichtigungsbedarf aufweisen, werden in regionale Teilportfolien aufgegliedert. Diese Teilportfolien werden regelmäßig auf Basis der Veränderung der Länderratings ("externer Faktor") und der Veränderung der gewichteten Portfolio-Risiko-Scores ("interner Faktor") bewertet. Dabei werden externer und interner Faktor miteinander kombiniert und unter vorheriger Eliminierung einzelwertberichtigter Forderungen und Berücksichtigung bereits eingetretener Forderungsverluste auf die historische Ausfallerfahrung der jeweiligen regionalen Teilportfolien angewendet. Bestehende Absicherungen durch die Kreditversicherung werden bei der Ermittlung der Wertberichtigungen berücksichtigt.
Für erwartete Kreditverluste auf Geldanlagen wird eine Wertberichtigung in Form einer Risikovorsorge erfasst. Auf Geldanlagen, die als "mit geringem Ausfallrisiko behaftet" gelten, ist die Risikovorsorge auf die erwarteten 12-Monats-Kreditverluste begrenzt. Der Tatbestand des "geringen Ausfallrisikos" gilt bei notierten Schuldverschreibungen als erfüllt, wenn ein Investment Grade-Rating vorliegt. Liegt kein Investment Grade-Rating vor, so sind erwartete Kreditverluste über die gesamte Restlaufzeit anzusetzen. Die zu erfassenden Wertberichtigungen werden auf Basis von korrespondierenden "Credit Default Swaps" ermittelt.
Alle Wertberichtigungen werden auf Wertberichtigungskonten erfasst.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten sowie kurzfristige Einlagen und werden zum Nennwert bewertet. Guthaben in fremder Währung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.
Tatsächliche Ertragsteuerforderungen und Ertragsteuerverbindlichkeiten
Die tatsächlichen Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten für die laufenden und die früheren Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.
Latente Steuern
Latente Steuern werden gemäß IAS 12 unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode für temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz gebildet. Latente Steueransprüche und
-schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Für die RATIONAL AG wird zur Ermittlung der latenten Steuern ein Steuersatz von 28 % (Vj. 28 %) herangezogen. Bei den ausländischen Tochtergesellschaften werden für die Berechnung der latenten Steuern die am Bilanzstichtag gültigen oder bereits rechtskräftig beschlossenen Steuersätze verwendet. Die auf Konzernebene erfassten latenten Steuerposten wurden mit dem jeweiligen landesspezifischen Ertragssteuersatz angesetzt.
Latente Steuererstattungsansprüche und latente Steuerverbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein einklagbarer Rechtsanspruch auf Anrechnung besteht und wenn die latenten Steuererstattungsansprüche und Steuerverbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die für dasselbe Steuersubjekt und von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann.
Rückstellungen
Die Bewertung der leistungsorientierten Pensionsrückstellungen beruht auf dem gemäß IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden direkt im sonstigen Ergebnis erfasst. Der Zinsaufwand wird ergebniswirksam in der Position "Zinsaufwendungen" gebucht.
Sonstige Rückstellungen werden gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die Inanspruchnahme künftig wahrscheinlich ist und sich die Höhe der Inanspruchnahme zuverlässig schätzen lässt. Der Wertansatz der Rückstellungen wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft. Ist der aus der Diskontierung resultierende Effekt wesentlich, wird die Rückstellung abgezinst.
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden mit dem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit besteht, dass RATIONAL die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden.
Öffentliche Zuwendungen, die als Kompensation für bereits angefallene Aufwendungen gezahlt werden, werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der der Anspruch dafür entsteht.
Öffentliche Zuwendungen für Vermögenswerte reduzieren die in der Bilanz ausgewiesenen Buchwerte der entsprechenden Vermögenswerte. Der Ertrag wird mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags über die Lebensdauer des Vermögenswerts erfasst.
Umsatzkosten und sonstige Funktionskosten
Die Umsatzkosten umfassen Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse, Anschaffungskosten der verkauften Handelswaren, Gewährleistungsaufwendungen, Wertminderungen auf Vorräte sowie Kosten zur Erbringung von veräußerten Dienstleistungen. In den Vertriebs- und Servicekosten sind Aufwendungen der Vertriebsorganisationen im Innen- und Außendienst, Versandkosten, Kosten des Marketings, der Anwendungsberatung und des technischen Kundendienstes enthalten. Die Forschungs- und Entwicklungskosten beinhalten die Kosten für die Grundlagen- und Anwendungsforschung und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten. Die allgemeinen Verwaltungskosten setzen sich zusammen aus Aufwendungen für die kaufmännischen Bereiche Personalwesen, Finanzen, Datenverarbeitung, Buchhaltung und Controlling sowie anteiligen Aufwendungen für die Unternehmensleitung. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sind in den Umsatzkosten sowie den sonstigen Funktionskosten verursachungsgerecht enthalten.
Ertrags- und Aufwandsrealisierung
RATIONAL erzielt Umsatzerlöse vorwiegend aus dem Verkauf von Waren an Fachhändler und Partner. Der Auftragsvorlauf ist in der Regel kurzfristig. Die Erlöse werden überwiegend mit der Lieferung erfasst, das heißt mit dem Eigentums- und Gefahrenübergang auf den Kunden. In geringem Maße erwirtschaftet RATIONAL Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen. Diese werden in der Berichtsperiode erfasst, in der die Dienstleistungen erbracht werden. Einige Verträge beinhalten mehrere Leistungskomponenten, wie etwa den Verkauf von Geräten und die zugehörige Installation der Geräte in der Küche oder verlängerte Garantieleistungen. Die Installation bzw. verlängerte Garantie wird als eigenständige Leistungsverpflichtung bilanziert und der Transaktionspreis wird auf alle Leistungsverpflichtungen anhand der relativen Einzelveräußerungspreise aufgeteilt.
Umsatzerlöse werden erfasst, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Konzern ein wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Höhe der Umsatzerlöse verlässlich bestimmt werden kann. Die Umsatzerlöse umfassen die erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistungen unter Berücksichtigung von Skonti, Preisnachlässen und Händlerboni. Händlerboni basieren in der Regel auf den Gesamtumsätzen eines Jahres und werden im Nachhinein gewährt. Die Ermittlung dieser variablen Gegenleistung basiert auf dem wahrscheinlichsten Wert. Umsatzerlöse werden nur in dem Umfang erfasst, in dem es hochwahrscheinlich ist, dass eine signifikante Stornierung der Umsatzerlöse nicht notwendig wird. Verpflichtungen aus noch zu gewährenden Händlerboni werden in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die Zahlungsbedingungen richten sich nach den lokalen Gegebenheiten. Diese liegen grundsätzlich unter einem Jahr. Signifikante Finanzierungskomponenten liegen nicht vor.
Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst. Rückstellungen für Gewährleistungen werden einzelfallbezogen bzw. bei Realisierung der entsprechenden Umsatzerlöse gebildet. Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht abgegrenzt. Forschungs- und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten werden sofort nach ihrer Entstehung ergebniswirksam berücksichtigt. Finanzierungskosten werden, soweit sie nicht dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zuzuordnen sind, in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind.
Verwendungvon Schätzungen und Annahmen sowie wesentliche Ermessens entscheidungen
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen, die die angegebenen Beträge für Vermögenswerte, Schulden und finanzielle Verpflichtungen zum Bilanzstichtag sowie die Erträge und Aufwendungen des Berichtsjahres beeinflussen können. Die Darstellung der Buchwerte der angesprochenen Positionen erfolgt einzeln in den jeweiligen Anhangangaben.
Die vom Management nach bestem Wissen getroffenen Annahmen und Schätzungen hätten aus gleichermaßen nachvollziehbaren Gründen auch anders getroffen werden können. Die getroffenen Annahmen können sich im Zeitablauf ändern und somit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinflussen. Das Management geht davon aus, dass die getroffenen Annahmen und Schätzungen angemessen sind.
Insbesondere nachfolgende Sachverhalte enthalten von der Unternehmensführung getroffene Annahmen und Schätzungen.
Bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beziehen sich die Annahmen und Schätzungen des Managements insbesondere auf die Nutzungsdauer, die Einschätzung, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen sowie die Höhe des erzielbaren Betrags eines wertgeminderten Vermögenswerts. Bei den Nutzungsrechten erfolgen zusätzlich Annahmen hinsichtlich des Zinssatzes.
Bei der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts sowie bei aktivierten, noch nicht abgeschlossenen Entwicklungsprojekten müssen im Rahmen der Ermittlung des erzielbaren Betrags Annahmen zur weiteren Ertragsentwicklung und zu den daraus resultierenden zu erwarteten Cashflows der zugrunde gelegten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten getroffen werden. Für noch in der Entwicklung befindliche Projekte müssen darüber hinaus Annahmen über die noch anfallenden Kosten sowie den Zeitraum bis zur Fertigstellung getroffen werden.
Bei der Überprüfung des Geschäftsmodells zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten werden vom Management Ermessensentscheidungen ausgeübt. Die Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte beruhen auf Annahmen zum Ausfallrisiko und erwarteten Verlustraten. Das Management übt bei der Erstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Einflussfaktoren für die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus, basierend auf den Erfahrungen aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsgerichteten Schätzungen zum Ende jeder Berichtsperiode.
Die Berechnung der latenten Steueransprüche erfordert die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben. Die ausgewiesenen latenten Steuern könnten sich verringern, falls die Schätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen und die erzielbaren Steuervorteile gesenkt werden oder aktuelle Steuergesetzgebungen den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken.
Die wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich der Rückstellungen betreffen in die Zukunft gerichtete Bewertungsfaktoren, wie den zugrundeliegenden Rechnungszinsfuß inklusive der verwendeten Annahmen zur Risikosituation und zur Zinsentwicklung.
Die Gewährleistungsrückstellung umfasst die Haftung der Gesellschaften des Konzerns für die Funktionalität der Produkte. Die Ermittlung dieser Rückstellung erfordert Annahmen hinsichtlich des zukünftigen Aufwands, der uns aus Gewährleistungs- und Kulanzfällen entsteht. Im Wesentlichen basiert die Rückstellungsermittlung auf Erfahrungswerten der Vergangenheit hinsichtlich historischer Inanspruchnahmen und verkaufter Stückzahlen. Die dabei berücksichtigte Garantiezeit beträgt in der Regel zwei Jahre.
Rückstellungen für gerichtliche Verfahren sowie Prozess- und Schadensersatzrisiken werden gebildet, wenn die Voraussetzungen hierfür erfüllt sind. Die Bildung und die Höhe der Rückstellung unterliegen der Schätzung des Managements. Da sich solche Fälle meist über einen längeren Zeitraum erstrecken und es sich um komplexe Fragestellungen handelt, ist die Ermittlung von Rückstellungen für gerichtliche Verfahren sowie Prozess- und Schadensersatzrisiken mit Unsicherheiten verbunden. Das Management beurteilt den aktuellen Stand regelmäßig, zum Teil unter Hinzuziehung von externen Anwälten, um die Rückstellungen verlässlich zu schätzen.
Bei der Erfassung der Umsatzerlöse wird in der Regel davon ausgegangen, dass der Kunde mit Lieferung der Ware die Verfügungsgewalt erhält. In relativ geringem Umfang werden die Leistungsverpflichtungen aus einem Vertrag in verschiedenen Perioden erfüllt, hierzu muss der Transaktionspreis auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen aufgeteilt werden. Die Ermittlung von zu gewährenden Händlerboni und Skonti erfordert Annahmen bezüglich der Gesamtabnahmen von Händlern und des Zahlungsverhaltens.
Die tatsächlichen Entwicklungen können unter bestimmten Umständen von den vorgenommenen Schätzungen und Annahmen abweichen. Der Grundsatz des "True and Fair View" wird auch bei der Verwendung von Schätzungen uneingeschränkt gewahrt.
Über Schätzungen und Annahmen hinausgehende wesentliche Ermessensausübungen des Managements bei der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben nicht stattgefunden.
Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung
1. Umsatzerlöse
Die regionale Aufteilung der Umsatzerlöse nach dem Sitz der Kunden stellt sich wie folgt dar:
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| in TEUR | 2019 | Anteil in % |
2018 | Anteil in % |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 99.627 | 12 | 95.536 | 12 |
| Europa (ohne Deutschland) | 376.731 | 45 | 352.857 | 45 |
| Nordamerika | 158.810 | 19 | 143.422 | 18 |
| Lateinamerika | 46.730 | 5 | 44.081 | 6 |
| Asien | 119.600 | 14 | 105.233 | 14 |
| Übrige Welt * | 42.135 | 5 | 36.730 | 5 |
| Gesamt | 843.633 | 100 | 777.859 | 100 |
* Australien, Neuseeland, Naher / Mittlerer Osten, Afrika
Mit Umsatzerlösen in Höhe von 121.396 Tsd. Euro (Vj. 111.811 Tsd. Euro) in den Vereinigten Staaten von Amerika wurde ein wesentlicher Anteil der Konzernumsatzerlöse in diesem Land erzielt. Wie im Vorjahr gab es keine Kunden, mit denen ein Umsatzanteil von mehr als 10 % erzielt wurde.
Die Produkt-Gruppe Combi-Dämpfer erzielt im Berichtszeitraum Umsatzerlöse in Höhe von 769.126 Tsd. Euro (Vj. 712.069 Tsd. Euro), die Produkt-Gruppe VarioCookingCenter(r) erzielt Umsatzerlöse in Höhe von 74.507 Tsd. Euro (Vj. 65.790 Tsd. Euro). 74 % (Vj. 74 %) der Umsatzerlöse entfallen auf den Geräteabsatz. Die restlichen 26 % (Vj. 26 %) entstehen aus dem Verkauf von Zubehör, Ersatzteilen und Pflegeprodukten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen.
In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse in Höhe von 2.177 Tsd. Euro (Vj. 1.464 Tsd. Euro) realisiert, die zum Ende des Vorjahres in den Vertragsverbindlichkeiten erfasst waren. Aus der Endabrechnung von Händlerboni für das Vorjahr ergaben sich umsatzerhöhende Effekte in Höhe von 423 Tsd. Euro (Vj. 208 Tsd. Euro).
Die bilanzierten Vertragsverbindlichkeiten entstehen aus Zahlungen, die wir vor der Erfüllung unserer vertraglichen Leistung erhalten haben. Die Vertragsverbindlichkeiten werden als Umsatzerlöse erfasst, sobald wir unsere Leistungsverpflichtung erbringen.
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| in TEUR | 31.12.2019 | 31.12.2018 |
|---|---|---|
| Vertragsverbindlichkeiten langfristig | 1.879 | 2.167 |
| Vertragsverbindlichkeiten kurzfristig | 4.074 | 2.236 |
Weitere Angaben zu kurzfristigen Leistungsverpflichtungen erfolgen in Übereinstimmung mit den IFRS nicht.
Weitere Informationen zu Umsatzerlösen werden in der Segmentberichterstattung dargestellt.
2. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
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| in TEUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Kursgewinne | 8.870 | 8.579 |
| Andere Erträge | 3.440 | 4.632 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 12.310 | 13.211 |
| Kursverluste | -6.960 | -8.369 |
| Andere Aufwendungen | -2.120 | -1.329 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -9.080 | -9.698 |
Kursgewinne und -verluste entstehen im Wesentlichen aus Wechselkursveränderungen zwischen dem Entstehungszeitpunkt und dem Zahlungszeitpunkt sowie aus der Bewertung von Bilanzpositionen zum Stichtagskurs.
Erträge aus staatlichen Zuwendungen in Höhe von 1.293 Tsd. Euro (Vj. 916 Tsd. Euro) werden in den anderen Erträgen berichtet und beinhalten Zuschüsse für Forschungs- und Entwicklungsleistungen. Der Anspruch ist in der Berichtsperiode entstanden.
In den anderen Erträgen und Aufwendungen sind Erträge und Aufwendungen aus Wertminderungen und Ausbuchungen von Forderungen enthalten. Diese werden in Textziffer 9 "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" erläutert.
3. Ertragsteuern
Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand. Dieser beinhaltet sowohl tatsächliche als auch latente Steuern, die in die Ermittlung des Ergebnisses der Periode einfließen. Bei der Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird auf das Ergebnis vor Steuern ein zusammengefasster Ertragsteuersatz von 27,73 % (Vj. 27,73 %) angewendet. Er setzt sich aus der Körperschaftsteuer mit einem Steuersatz von 15,0 % und dem Solidaritätszuschlag, der in Höhe von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer erhoben wird, sowie der Gewerbesteuer mit einem Hebesatz von 340 % zusammen, die auf die Muttergesellschaft Anwendung finden.
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| in TEUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 225.109 | 204.162 |
| Erwarteter Steuersatz in % | 27,73 | 27,73 |
| Erwarteter Ertragsteueraufwand | 62.423 | 56.614 |
| Abweichung lokale Steuersätze der Tochtergesellschaften | -11.260 | -11.106 |
| Steuerertrag aus Vorjahren | -146 | -170 |
| Steueraufwand betreffend Vorjahre | 378 | 54 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen und sonstige Beträge | 2.124 | 1.460 |
| Ausgewiesener Ertragsteueraufwand | 53.519 | 46.852 |
Der dem Jahr 2019 zuzurechnende latente Steuerertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung beläuft sich auf 1.770 Tsd. Euro (Vj. 1.843 Tsd. Euro). Demnach beträgt der tatsächliche Ertragsteueraufwand ohne Berücksichtigung von latenten Steuern 55.289 Tsd. Euro (Vj. 48.695 Tsd. Euro).
Die latenten Steuerabgrenzungen entfallen auf folgende Bilanzposten:
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| in TEUR | Aktive latente Steuer | Passive latente Steuer | ||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2019 | 31.12.2018 | 31.12.2019 | 31.12.2018 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 50 | 83 | -1.002 | -1.088 |
| Vorräte | 9.121 | 7.624 | -40 | - |
| Rückstellungen | 3.363 | 3.061 | -21 | -10 |
| Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten | 4.086 | - | -4.072 | - |
| Übrige | 1.145 | 786 | -1.917 | -1.714 |
| Summe latente Steuern aktiv / passiv | 17.765 | 11.554 | -7.052 | -2.812 |
| Steuerverrechnungen | -6.620 | -2.611 | 6.620 | 2.611 |
| Bilanzansatz aktiv / passiv | 11.145 | 8.943 | -432 | -201 |
Darin enthalten sind erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste aktive latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste in Höhe von 389 Tsd. Euro (Vj. 188 Tsd. Euro).
Der Gesamtbetrag der aktiven bzw. passiven latenten Steuern ergibt sich zu 10.338 Tsd. Euro (Vj. 8.712 Tsd. Euro) aus kurzfristigen Sachverhalten. In Höhe von 375 Tsd. Euro (Vj. 30 Tsd. Euro) haben die ausgewiesenen Beträge langfristigen Charakter. Die kurzfristigen latenten Steuern resultieren aus verschiedenen temporären Unterschieden zwischen den IFRS-Werten und der Steuerbilanz sowie aus Konsolidierungsmaßnahmen, während die langfristigen latenten Steuern auf Bewertungsunterschieden von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, Rückstellungen und Nutzungsrechten sowie Leasingverbindlichkeiten basieren.
Am 31. Dezember 2019 bestanden temporäre Differenzen in Höhe von 1.821 Tsd. Euro (Vj. 1.507 Tsd. Euro) in Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, für die keine latenten Steuern angesetzt wurden, da eine Ausschüttung dieser Gewinne nicht beabsichtigt ist.
Daneben bestehen ungenutzte steuerliche Verluste in Höhe von 1.054 Tsd. Euro (Vj. 644 Tsd. Euro). Latente Steueransprüche hierauf wurden nicht erfasst, da es nicht hinreichend sicher ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der Konzern die latenten Steueransprüche verwenden kann.
4. Ergebnis je Aktie
Die Ermittlung des Ergebnisses je Aktie erfolgt nach den Vorgaben des IAS 33 mittels Division des Ergebnisses nach Steuern durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres ausstehenden Aktien.
Auf Basis eines Aktienbestands von 11.370.000 Stück (Vj. 11.370.000 Stück) und eines Ergebnisses nach Steuern in Höhe von 171.590 Tsd. Euro (Vj. 157.310 Tsd. Euro) ergibt sich für das Geschäftsjahr 2019 ein (unverwässertes und verwässertes) Ergebnis je Aktie von 15,09 Euro (Vj. 13,84 Euro).
5. Dividende je Aktie
Der das Geschäftsjahr 2018 betreffende Dividendenvorschlag des Vorstands und Aufsichtsrats der RATIONAL AG in Höhe von 9,50 Euro je Aktie, wurde von der Hauptversammlung am 15. Mai 2019 mehrheitlich beschlossen. Die Dividendenauszahlung in einer Gesamthöhe von 108.015 Tsd. Euro erfolgte im Mai 2019.
Für das Geschäftsjahr 2019 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 6. Mai 2020 vor, eine Dividende in Höhe von 10,70 Euro je Aktie, das heißt insgesamt 121.659 Tsd. Euro, auszuschütten.
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz - Aktiva
6. Immaterielle Vermögenswerte
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| in TEUR | Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | Firmenwerte | Aktivierte Entwicklungsleistungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | ||||
| Stand 01.01.2019 | 14.661 | 424 | 6.036 | 21.121 |
| Währungsdifferenzen | 1 | - | - | 1 |
| Zugänge | 1.426 | - | 720 | 2.146 |
| Abgänge | -47 | - | - | -47 |
| Stand 31.12.2019 | 16.041 | 424 | 6.756 | 23.221 |
| Abschreibungen | ||||
| Stand 01.01.2019 | 10.840 | - | 2.200 | 13.040 |
| Währungsdifferenzen | 0 | - | - | 0 |
| Zugänge | 1.994 | - | 943 | 2.937 |
| Abgänge | -40 | - | - | -40 |
| Stand 31.12.2019 | 12.794 | - | 3.143 | 15.937 |
| Buchwerte | ||||
| Stand 31.12.2019 | 3.247 | 424 | 3.613 | 7.284 |
| Anschaffungskosten | ||||
| Stand 01.01.2018 | 13.004 | 424 | 5.316 | 18.744 |
| Währungsdifferenzen | -11 | - | - | -11 |
| Zugänge | 1.755 | - | 720 | 2.475 |
| Abgänge | -87 | - | - | -87 |
| Stand 31.12.2018 | 14.661 | 424 | 6.036 | 21.121 |
| Abschreibungen | ||||
| Stand 01.01.2018 | 8.962 | - | 1.257 | 10.219 |
| Währungsdifferenzen | -9 | - | - | -9 |
| Zugänge | 1.967 | - | 943 | 2.910 |
| Abgänge | -80 | - | - | -80 |
| Stand 31.12.2018 | 10.840 | - | 2.200 | 13.040 |
| Buchwerte | ||||
| Stand 31.12.2018 | 3.821 | 424 | 3.836 | 8.081 |
Der ausgewiesene Firmenwert resultiert aus dem Erwerb der RATIONAL Wittenheim S.A.S. im Jahr 1993 und wird auf das Segment Europa allokiert.
Im Geschäftsjahr 2019 wurde wie im Vorjahr keine außerplanmäßige Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte vorgenommen. Verpfändungen oder Verfügungsbeschränkungen sind nicht vorhanden. Währungsdifferenzen entstehen aus der Umrechnung der in Fremdwährung ausgewiesenen immateriellen Vermögenswerte der Tochtergesellschaften in die funktionale Währung.
Zum 31. Dezember 2019 bestehen keine Verpflichtungen für den Kauf von immateriellen Vermögenswerten (Vj. 885 Tsd. Euro).
7. Sachanlagen
Die Bilanzposition setzt sich aus Sachanlagen gemäß IAS 16 in Höhe von 166.270 Tsd. Euro (Vj. 142.671 Tsd. Euro) und Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16 in Höhe von 17.038 Tsd. Euro zusammen.
Die Sachanlagen gemäß IAS 16 verteilen sich wie folgt:
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| in TEUR | Grundstücke und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Betriebs- und Geschäftsausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | |||||
| Stand 01.01.2019 | 123.597 | 52.370 | 35.343 | 20.816 | 232.126 |
| Währungsdifferenzen | 100 | 0 | 161 | 2 | 263 |
| Zugänge | 6.315 | 14.530 | 6.053 | 10.477 | 37.375 |
| Umgliederungen | 161 | 12.366 | 1.020 | -13.547 | 0 |
| Abgänge | 0 | -10 | -685 | - | -695 |
| Stand 31.12.2019 | 130.173 | 79.256 | 41.892 | 17.748 | 269.069 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.01.2019 | 36.932 | 30.648 | 21.875 | - | 89.455 |
| Währungsdifferenzen | 48 | 1 | 90 | - | 139 |
| Zugänge | 4.159 | 5.351 | 4.339 | - | 13.849 |
| Abgänge | 0 | -10 | -634 | - | -644 |
| Stand 31.12.2019 | 41.139 | 35.990 | 25.670 | - | 102.799 |
| Buchwerte | |||||
| Stand 31.12.2019 | 89.034 | 43.266 | 16.222 | 17.748 | 166.270 |
| Anschaffungskosten | |||||
| Stand 01.01.2018 | 95.527 | 41.761 | 29.881 | 28.517 | 195.686 |
| Währungsdifferenzen | 68 | 1 | -25 | - | 44 |
| Zugänge | 11.739 | 6.804 | 6.171 | 12.709 | 37.423 |
| Umgliederungen | 16.264 | 3.856 | 290 | -20.410 | 0 |
| Abgänge | -1 | -52 | -974 | - | -1.027 |
| Stand 31.12.2018 | 123.597 | 52.370 | 35.343 | 20.816 | 232.126 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.01.2018 | 33.212 | 26.970 | 19.091 | - | 79.273 |
| Währungsdifferenzen | 45 | -1 | -7 | - | 37 |
| Zugänge | 3.676 | 3.725 | 3.666 | - | 11.067 |
| Abgänge | -1 | -46 | -875 | - | -922 |
| Stand 31.12.2018 | 36.932 | 30.648 | 21.875 | - | 89.455 |
| Buchwerte | |||||
| Stand 31.12.2018 | 86.665 | 21.722 | 13.468 | 20.816 | 142.671 |
Im Geschäftsjahr 2019 wurde wie im Vorjahr keine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Für Grundstücke und Bauten in Landsberg ist eine Grundschuld in Höhe von 33.500 Tsd. Euro eingetragen (Vj. 33.500 Tsd. Euro). Weitere Verfügungsbeschränkungen sind nicht vorhanden. Währungsdifferenzen entstehen aus der Umrechnung des in Fremdwährung ausgewiesenen Sachanlagevermögens der Tochtergesellschaften in die funktionale Währung.
Die Verpflichtungen für den Kauf von Sachanlagevermögen betragen zum 31. Dezember 2019
20.483 Tsd. Euro (Vj. 23.648 Tsd. Euro). Hierin sind im Wesentlichen Standorterweiterungen in Deutschland sowie Investitionen in technische Anlagen und Maschinen enthalten.
Weiterführende Informationen zu den Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen werden in der Textziffer 21 "Leasing" beschrieben.
8. Vorräte
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| in TEUR | 31.12.2019 | 31.12.2018 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 16.654 | 16.063 |
| Unfertige Erzeugnisse | 1.502 | 991 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 47.866 | 40.386 |
| Gesamt | 66.022 | 57.440 |
Der Anstieg der Vorräte im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem gestiegenen Geschäftsvolumen insbesondere in Überseemärkten.
Im Geschäftsjahr 2019 wurden Wertminderungen auf Vorräte in Höhe von 1.688 Tsd. Euro (Vj. 1.307 Tsd. Euro) aufwandswirksam in den Umsatzkosten erfasst.
Insgesamt wurden in der Berichtsperiode 322.756 Tsd. Euro (Vj. 296.816 Tsd. Euro) Vorräte als Aufwand erfasst.
Wie im Vorjahr unterliegt der Vorratsbestand zum Bilanzstichtag keinerlei Verfügungsbeschränkungen oder Verpfändungen.
9. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
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| in TEUR | 31.12.2019 | 31.12.2018 |
|---|---|---|
| Bruttoforderungen aus Lieferungen und Leistungen (einzelwertberichtigt) | 1.043 | 1.299 |
| Bruttoforderungen aus Lieferungen und Leistungen (portfoliowertberichtigt) | 124.868 | 123.790 |
| Summe | 125.911 | 125.089 |
| Einzelwertberichtigung | -519 | -591 |
| Portfoliowertberichtigung | -48 | -58 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 125.344 | 124.440 |
Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besitzen eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.
Ausfallrisiken im Forderungsbestand werden durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen und Portfoliowertberichtigungen berücksichtigt. Informationen zu den Ausfallrisiken der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen befinden sich im Abschnitt "Finanzrisiken" unter Textziffer 20.
Die Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
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| in TEUR | Stand zum 01.01. | Währungseffekt | Verbrauch | Auflösung | Zuführung | Stand zum 31.12. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | 591 | 0 | -164 | -159 | 251 | 519 |
| 2018 | 565 | -15 | -51 | -143 | 235 | 591 |
Für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht bereits einzelwertberichtigt sind, wird gemäß IFRS 9 eine Portfoliowertberichtigung gebildet. Dabei wurde zum Stichtag pro Ausfallrisiko-Ratingklasse eine Portfolio-Quote von 0,00 % bis 0,41 % (Vj. 0,00 % bis 0,88 %) zu Grunde gelegt.
Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung von Forderungen ergeben im Geschäftsjahr 2019 einen Aufwand in Höhe von 565 Tsd. Euro (Vj. 235 Tsd. Euro). Bezahlte oder noch zu erwartende Kompensationsleistungen der Kreditversicherung in Höhe von 371 Tsd. Euro (Vj. 207 Tsd. Euro) sind hierbei nicht angerechnet. Aus Wertminderungsaufwendungen und -erträgen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich im Geschäftsjahr 2019 ein Ertrag in Höhe von 84 Tsd. Euro (Vj. 59 Tsd. Euro). Diese sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten.
10. Sonstige finanzielle Vermögenswerte
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| in TEUR | kurzfristig | langfristig | ||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2019 | 31.12.2018 | 31.12.2019 | 31.12.2018 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Rentenpapiere, Aktien und Fondsanteile | 50.290 | 46.862 | - | - |
| Geldanlagen inkl. Zinsforderungen | 49.596 | 35.660 | - | - |
| Derivate ohne Hedgebeziehung | 327 | 644 | - | - |
| Übrige | 742 | 3.112 | 1.330 | 993 |
| Gesamt | 100.955 | 86.278 | 1.330 | 993 |
Die Folgebewertung bei Rentenpapieren, Aktien und Fondsanteilen sowie bei Derivaten ohne Hedgebeziehung findet zum Fair Value statt. Alle anderen sonstigen finanziellen Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Bei den Rentenpapieren, Aktien und Zertifikaten bestehen keine Einschränkungen in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe.
Gemäß IFRS 9 wurde eine Risikovorsorge für Geldanlagen anhand der in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unter "Finanzinstrumente" beschriebenen Methode ermittelt. Die Risikovorsorge ist dabei auf die erwarteten 12-Monats-Kreditverluste begrenzt.
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| in TEUR | kurzfristig | langfristig | ||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2019 | 31.12.2018 | 31.12.2019 | 31.12.2018 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Geldanlagen vor Risikovorsorge | 49.661 | 35.770 | - | - |
| Risikovorsorge | -65 | -110 | - | - |
| Geldanlagen nach Risikovorsorge | 49.596 | 35.660 | - | - |
Im aktuellen Geschäftsjahr wurde eine Wertaufholung auf die Risikovorsorge für Geldanlagen in Höhe von 45 Tsd. Euro (Vj. 33 Tsd. Euro Aufwand) im übrigen Finanzergebnis erfasst.
Die zum Jahresende bestehenden Festgelder sind zum Teil durch Einlagensicherungsfonds gesichert (detaillierte Angaben zu den Ausfallrisiken werden im Abschnitt "Finanzrisiken" unter Textziffer 20 gemacht). Es bestehen keinerlei Verpfändungen dieser Geldanlagen.
11. Sonstige Vermögenswerte
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| in TEUR | kurzfristig | langfristig | ||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2019 | 31.12.2018 | 31.12.2019 | 31.12.2018 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzsteuererstattungsansprüche | 13.695 | 11.512 | - | - |
| Vorauszahlungen | 4.462 | 3.297 | 539 | 253 |
| Staatliche Zuwendungen | 1.442 | 562 | - | 1.305 |
| Übrige | 1.291 | 1.132 | - | 18 |
| Gesamt | 20.890 | 16.503 | 539 | 1.576 |
Die übrigen sonstigen Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen aus Vorschüssen an Mitarbeiter in Höhe von 673 Tsd. Euro (Vj. 557 Tsd. Euro) sowie Forderungen aus sonstigen Steuern von 466 Tsd. Euro (Vj. 258 Tsd. Euro).
12. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
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| in TEUR | Währung | 31.12.2019 | 31.12.2018 |
|---|---|---|---|
| Guthaben inkl. Tagesgelder | EUR | 140.479 | 119.267 |
| Guthaben inkl. Tagesgelder | USD | 12.485 | 7.409 |
| Guthaben | CHF | 6.290 | 4.818 |
| Guthaben | JPY | 4.146 | 3.566 |
| Guthaben inkl. Tagesgelder | GBP | 3.684 | 4.983 |
| Guthaben | SEK | 3.115 | 1.968 |
| Guthaben inkl. Tagesgelder | CAD | 2.445 | 3.772 |
| Guthaben | SGD | 1.421 | 769 |
| Guthaben | RUB | 1.097 | 2.374 |
| Guthaben sonstige Währungen und Kassenbestände | Versch. | 6.228 | 7.840 |
| Gesamt | 181.390 | 156.766 |
Guthaben in Fremdwährungen sind zum Kurs am Bilanzstichtag bewertet. Angaben zu den Ausfallrisiken werden unter Textziffer 20 im Abschnitt "Finanzrisiken" gemacht.
In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind Positionen mit Verfügungsbeschränkungen beinhaltet, die sich insgesamt auf einen Betrag von 3.917 Tsd. Euro (Vj. 4.091 Tsd. Euro) beziehen. Nähere Informationen zu Währungsrestriktionen können dem Abschnitt "Finanzrisiken" der Textziffer 20 entnommen werden.
Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden in der Kapitalflussrechnung dargestellt.
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz - Passiva
13. Eigenkapital
Die Entwicklung des Eigenkapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital der RATIONAL AG beträgt zum 31. Dezember 2019 unverändert 11.370 Tsd. Euro und besteht aus 11.370.000 auf den Inhaber lautenden, nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von 1,00 Euro. Jede Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Beschränkungen bezüglich Stimmrechte oder Übertragung von Aktien liegen nicht vor. Das Grundkapital ist vollständig einbezahlt.
Das bedingte Kapital beträgt 200 Tsd. Euro und ist für Optionsrechte von Mitgliedern des Vorstands bis zu einer Anzahl von 200.000 Stückaktien vorgesehen. Das Aktienoptionsprogramm wird in Textziffer 26 "Anteilsbasierte Vergütung" beschrieben.
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage besteht im Wesentlichen aus dem im Rahmen des Börsengangs erzielten Agio für die Ausgabe von Anteilen abzüglich der damit verbundenen Börseneinführungskosten. Außerdem sind ergebnisneutral verrechnete Aufwands- und Ertragsposten enthalten, die vor allem aus den in Vorjahren als Barabfindung ausbezahlten Ansprüchen des Vorstands aus dem Aktienoptionsprogramm vom 3. Februar 2000 resultieren.
Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse nach Steuern der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit diese nicht ausgeschüttet wurden.
Übriges Eigenkapital
Das übrige Eigenkapital setzt sich aus den Unterschiedsbeträgen aus der Währungsumrechnung, den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten sowie der darauf anfallenden Ertragsteuer (siehe Textziffer 3) zusammen.
Angaben zum Kapitalmanagement
Im Hinblick auf das Kapitalmanagement verfolgt RATIONAL das Ziel, die Unternehmensfortführung nachhaltig sicherzustellen und die Kapitalstruktur mit einer hohen Eigenkapitalbasis aufrechtzuerhalten. Zusätzlich möchte RATIONAL seine Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg beteiligen. Hierbei unterliegt RATIONAL keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen.
Die Kapitalstruktur wird im Rahmen des Berichtsprozesses insbesondere auf Basis der Eigenkapitalquote überwacht und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gesteuert. Die Eigenkapitalquote gibt an, in welchem Verhältnis das bilanzielle Eigenkapital zum Gesamtkapital des Unternehmens steht. Die Eigenkapitalquote von RATIONAL beläuft sich zum 31. Dezember 2019 auf 74 % (Vj. 75 %).
Um die Aktionäre angemessen zu beteiligen, passt der Konzern die Dividendenzahlungen an die Anteilseigner entsprechend der Ergebnissituation an.
14. Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Pensionsrückstellungen für die Mitarbeiter des RATIONAL-Konzerns umfassen Anwartschaften aktiver oder ausgeschiedener Mitarbeiter in Deutschland und in der Schweiz. Daneben ergeben sich aus gesetzlichen Regelungen in diversen Tochtergesellschaften Verpflichtungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, im Wesentlichen in Italien und Frankreich.
Die Höhe der Verpflichtung bemisst sich im Wesentlichen an der Beschäftigungsdauer, der Vergütungshöhe, der Lebenserwartung und dem aktuellen Zinsniveau.
Deutschland
Die RATIONAL AG hat für zwei ehemalige Mitarbeiter betriebliche Altersversorgungszusagen getroffen. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Pensionsrückstellungen. Beide Pensionsberechtigte beziehen bereits Zahlungen. Diese werden im Jahr 2020 voraussichtlich 51 Tsd. Euro (Vj. 51 Tsd. Euro) betragen. Die durchschnittliche Restlaufzeit der beiden Pensionsverpflichtungen beträgt 15 Jahre (Vj. 16 Jahre).
Zudem bestehen Einzelzusagen und Zusagen für Mitglieder des Vorstands und ausgewählte Mitarbeiter, die über eine Unterstützungskasse durchgeführt werden. Bei den Einzelzusagen handelt es sich um Fixrentenzusagen und beitragsorientierte Zusagen, deren Leistung sich an der versicherungsförmigen Umsetzung des Beitrags bemisst. Die Zusagen betreffen Vorstände und weitere aktive sowie im Ruhestand befindliche ehemalige Führungskräfte. Die bei der Unterstützungskasse durchgeführten Leistungszusagen sind über verpfändete Rückdeckungsversicherungen im Wesentlichen vollständig kongruent rückgedeckt. Insofern werden diese Zusagen als "DC-like DB-plan" im Gleichlauf von Verpflichtungen und Planvermögen bilanziert, wodurch sich eine Rückstellung von Null ergibt.
Schweiz
Die Altersvorsorge in der Schweiz umfasst insgesamt 57 (Vj. 61) pensionsberechtigte, aktive Mitarbeiter. Zum Bilanzstichtag bezog keine dieser Personen Zahlungen. Die Altersvorsorge, der Hinterbliebenenschutz und die Vorsorge für Erwerbsausfall in der Schweiz basieren auf einem Drei-Säulen-System mit unterschiedlicher Finanzierung. Gemäß dem Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) sichert die zweite Säule Berufstätige bzw. deren Hinterbliebene bei Invalidität oder Tod des Versorgers ab. Ab einem Alter von 25 Jahren besteht zudem eine obligatorische Altersabsicherung. Die Finanzierung dieser Absicherung erfolgt durch einkommensabhängige Einzahlungen des Arbeitgebers und Arbeitnehmers in einen Pensionsfonds, der vollständig rückversichert ist. Das Planvermögen reflektiert ausschließlich Versicherungsansprüche. Das Gesetz schreibt Minimalleistungen vor. Die Berechnung der Vorsorgeverpflichtung und der Vorsorgekosten erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren. Dies bedeutet, die projizierte erworbene Leistung basiert auf dem Vorsorgeplan und den zurückgelegten Dienstjahren, wobei künftige Lohnerhöhungen eingerechnet werden. Die Altersrente bemisst sich aufgrund der angesammelten Altersgutschriften, der Verzinsung und des Umwandlungssatzes im Rücktrittsalter. Die Risikoleistungen sind lohnabhängig. Die Arbeitgebereinzahlungen in die Pensionspläne werden im Jahr 2020 voraussichtlich 384 Tsd. Euro (Vj. 304 Tsd. Euro) betragen. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Pensionsverpflichtung beträgt 22 Jahre (Vj. 21 Jahre).
Italien und Frankreich
Per Gesetz haben Arbeitnehmer in Italien Anspruch auf eine Abfindungszahlung unabhängig vom Grund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. In Frankreich hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf eine Grundrente aus der Sozialversicherung sowie eine Zusatzrente aus einer beitragsorientierten Versicherung. Darüber hinaus müssen per Gesetz Einmalzahlungen vom Arbeitgeber geleistet werden, wenn Arbeitnehmer in den Ruhestand treten. Die den französischen Angestellten zu zahlenden Vergütungen sind im Tarifvertrag des Großhandels bzw. der Metallindustrie festgelegt. Die Finanzierung der leistungsorientierten Verpflichtungen erfolgt über Rückstellungen. Die prognostizierten Zahlungen für das Jahr 2020 belaufen sich auf 156 Tsd. Euro (Vj. 155 Tsd. Euro).
Die Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
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| in TEUR | Leistungsorientierte Verpflichtung (DBO) | Marktwert des Planvermögens | Rückstellung | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | 2018 | 2019 | 2018 | 2019 | 2018 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Wert zum 01.01 | 7.920 | 7.123 | 3.214 | 2.581 | 4.706 | 4.542 |
| Währungsdifferenz | 189 | 180 | 114 | 98 | 75 | 82 |
| Zinsaufwand | 94 | 65 | - | - | 94 | 65 |
| Zinsertrag | - | - | 33 | 22 | -33 | -22 |
| Dienstzeitaufwand | 1.127 | 1.048 | - | - | 1.127 | 1.048 |
| Versicherungsmathematische Verluste / Gewinne aufgrund von Anpassungen finanzieller Annahmen | 1.312 | -140 | - | - | 1.312 | -140 |
| Versicherungsmathematische Verluste / Gewinne aufgrund von Anpassungen demographischer Annahmen | -72 | -204 | - | - | -72 | -204 |
| Erfahrungsbedingte versicherungsmathematische Verluste / Gewinne | -285 | -33 | - | - | -285 | -33 |
| Erträge aus Planvermögen ohne Zinserträge | - | - | -140 | -61 | 140 | 61 |
| Arbeitgeberbeiträge | - | - | 378 | 322 | -378 | -322 |
| Arbeitnehmerbeiträge | - | - | 357 | 322 | -357 | -322 |
| Eingebrachte / gezahlte Leistungen | -681 | -119 | -540 | -70 | -141 | -49 |
| Wert zum 31.12 | 9.604 | 7.920 | 3.416 | 3.214 | 6.188 | 4.706 |
| darin Deutschland (DE) | 813 | 782 | - | - | 813 | 782 |
| darin Schweiz (CH) | 6.461 | 5.164 | 3.416 | 3.214 | 3.045 | 1.950 |
| darin Italien (IT) | 985 | 813 | - | - | 985 | 813 |
| darin Frankreich (FR) | 864 | 700 | - | - | 864 | 700 |
| darin sonstige | 481 | 461 | - | - | 481 | 461 |
Den Bewertungen liegen folgende gewichtete versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:
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| DE | CH | IT | FR | Sonstige | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Rechnungszins | 2019 | 0,60 % | 0,10 % | 0,30 % | 0,70 % | 3,97 % |
| 2018 | 1,50 % | 1,00 % | 1,13 % | 1,60 % | 1,72 % | |
| Gehaltstrend | 2019 | - | 1,60 % | 1,00 % | 3,00 % | 4,60 % |
| 2018 | - | 1,60 % | 1,00 % | 3,00 % | 1,96 % | |
| Rententrend | 2019 | 1,75 % | 0,00 % | - | - | - |
| 2018 | 1,75 % | 0,00 % | - | - | - |
Als biometrische Berechnungsgrundlage wurden für Deutschland die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. K. Heubeck und für die Schweiz die BVG-2015-Generationentafel verwendet.
Die nachfolgend dargestellte Sensitivitätsanalyse zeigt, wie die leistungsorientierten Verpflichtungen durch mögliche Änderungen der maßgeblichen Annahmen zum Bilanzstichtag beeinflusst würden. In der Sensitivitätsanalyse wird nicht berücksichtigt, dass es zwischen den versicherungsmathematischen Annahmen Abhängigkeiten gibt. Es wird jeweils nur ein Parameter geändert, die anderen bleiben für die Analyse unverändert. Die Sensitivitätsanalyse dürfte daher nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sein.
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| Angaben in TEUR |
2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Rechnungszins -0,5 % | +937 | +676 |
| Rechnungszins +0,5 % | -820 | -584 |
| Gehaltstrend -0,5 % | -102 | -94 |
| Gehaltstrend +0,5 % | +98 | +87 |
| Rententrend -0,5 % | -35 | -33 |
| Rententrend +0,5 % | +399 | +295 |
| Lebenserwartung +1 Jahr | +144 | +100 |
15. Sonstige Rückstellungen
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| in TEUR | Stand 01.01. | Währungsdifferenzen | Verbrauch | Auflösung |
|---|---|---|---|---|
| Personal | 20.032 | 220 | -15.326 | -1.207 |
| Händlerboni | 14.827 | 279 | -14.659 | -444 |
| Gewährleistung | 14.933 | 14 | -10.186 | -967 |
| Sonstige | 8.092 | 75 | -6.574 | -1.063 |
| Gesamt | 57.884 | 588 | -46.745 | -3.681 |
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| in TEUR | Zuführung | Zinseffekte | Stand 31.12. | davon langfristig |
|---|---|---|---|---|
| Personal | 17.702 | 52 | 21.473 | 4.263 |
| Händlerboni | 15.795 | - | 15.798 | - |
| Gewährleistung | 9.966 | - | 13.760 | 3.756 |
| Sonstige | 7.185 | - | 7.715 | 594 |
| Gesamt | 50.648 | 52 | 58.746 | 8.613 |
Die Rückstellungen im Personalbereich enthalten im Wesentlichen erwartete Aufwendungen für variable Vergütungsanteile sowie zukünftige Zuwendungen aufgrund langjähriger Betriebszugehörigkeit. Die Rückstellung für Händlerboni wird für noch zu gewährende, am Abschlussstichtag ausstehende Preisnachlässe gebildet. Die Gewährleistungsrückstellung umfasst die Haftung der Konzerngesellschaften für die Funktionalität der Produkte und wird in der Regel innerhalb von zwei Jahren verbraucht. In der Position "Sonstige" sind Rückstellungen für verschiedene Sachverhalte enthalten, deren Wertansätze im Einzelfall von untergeordneter Bedeutung sind. Der überwiegende Teil der Rückstellungen wird innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam.
16. Finanzschulden
Die folgende Tabelle gliedert die Veränderungen der Finanzschulden in einen zahlungswirk- samen und einen zahlungsunwirksamen Teil:
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| 2019 in TEUR |
Buchwert 01.01.2019 | Zahlungswirksame Veränderungen | Zahlungsunwirksame Veränderungen (Währungseffekte und Sonstiges) | Buchwert 31.12.2019 | davon langfristig |
|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 11.918 | -2.432 | +98 | 9.584 | 3.676 |
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| 2018 in TEUR |
Buchwert 01.01.2018 | Zahlungswirksame Veränderungen | Zahlungsunwirksame Veränderungen (Währungseffekte und Sonstiges) | Buchwert 31.12.2018 | davon langfristig |
|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 14.247 | -2.290 | -39 | 11.918 | 6.306 |
Die Finanzschulden beinhalten Darlehensverträge für Immobilienfinanzierungen, welche durch Grundschulden abgesichert sind. Für alle Verträge bestehen Zinsbindungen für die gesamte Laufzeit. Eine Abtretung der Rechte an Dritte wurde vertraglich eingeschränkt.
Aus den Darlehensverträgen werden in den Folgeperioden folgende Zins- und Tilgungszahlungen fällig:
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| in TEUR | 2020 | 2021-2024 |
|---|---|---|
| Zahlungen aus Sicht des 31.12.2019 | 2.720 | 3.776 |
| in TEUR | 2019 | 2020-2023 |
| Zahlungen aus Sicht des 31.12.2018 | 2.757 | 6.497 |
Daneben bestehen sonstige kurzfristige Finanzschulden in Höhe von 3.278 Tsd. Euro (Vj. 2.982 Tsd. Euro).
17. Finanzielle Verbindlichkeiten
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| in TEUR | kurzfristig | langfristig | ||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2019 | 31.12.2018 | 31.12.2019 | 31.12.2018 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 24.977 | 26.409 | - | - |
| Leasingverbindlichkeiten | 6.550 | - | 10.554 | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber Handelspartnern | 5.857 | 5.250 | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Grundstückskauf | 1.969 | - | 3.214 | 3.214 |
| Derivate ohne Hedgebeziehung | 729 | 505 | - | - |
| Übrige | 1.201 | 931 | - | - |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 16.306 | 6.686 | 13.768 | 3.214 |
Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden im Wesentlichen innerhalb weniger Monate nach dem Bilanzstichtag beglichen. Der Ausgleich der langfristigen Verbindlichkeit aus Grundstückkauf ist voraussichtlich im Jahr 2023 fällig. Eine Fälligkeitsanalyse zu den Leasingverbindlichkeiten ist in Textziffer 21 enthalten.
Die Folgebewertung bei Derivaten ohne Hedgebeziehung findet zum Fair Value statt. Alle anderen finanziellen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
18. Sonstige Verbindlichkeiten
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| in TEUR | kurzfristig | langfristig | ||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2019 | 31.12.2018 | 31.12.2019 | 31.12.2018 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzsteuer | 10.105 | 9.046 | - | - |
| Lohnsteuer und Sozialabgaben | 5.996 | 5.583 | - | - |
| Urlaubsansprüche | 5.594 | 5.929 | - | - |
| Vertragliche Verpflichtungen | 4.074 | 2.236 | 1.879 | 2.167 |
| Übrige | 285 | 151 | - | - |
| Summe | 26.054 | 22.945 | 1.879 | 2.167 |
Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
19. Kapitalflussrechnung
Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und die Zahlungsmitteläquivalente von RATIONAL im Berichtsjahr verändert haben. Die Kapitalflussrechnung ist entsprechend IAS 7 nach der operativen Tätigkeit, die dem Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit entspricht, nach der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit gegliedert. Auszahlungen für Ertragsteuern werden dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit zugeordnet, Auszahlungen für Zinsen und Dividende werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt, Einzahlungen aus Zinsen werden als Cashflow aus Investitionstätigkeit eingestuft.
Für die Ermittlung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit wird die indirekte Methode verwendet. Dazu wird das Ergebnis vor Steuern (EBT) um nichtzahlungswirksame Positionen (wie zum Beispiel den Abschreibungen auf Anlagevermögen, Veränderungen der Vorräte, Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten) sowie dem Zinsergebnis bereinigt und die Ertragsteuerzahlungen abgezogen. Im Berichtsjahr lag der insgesamt erreichte Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit über dem Vorjahreswert. Hauptursache war neben dem höheren Ergebnis eine insgesamt niedrigere Mittelbindung bei den operativen Vermögenswerten und Schulden.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit wird zahlungsbezogen ermittelt. Er ergibt sich im Wesentlichen aus zahlungswirksamen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie dem Erwerb bzw. der Abnahme von Finanzanlagen.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wird ebenfalls zahlungsbezogen ermittelt. Darin enthalten sind größtenteils Dividendenzahlungen an Aktionäre sowie die Tilgung von Bankdarlehen (Überleitung zur Bilanzposition "Finanzschulden" siehe Textziffer 16). Ab 2019 beinhaltet diese Position auch Auszahlungen für den Zins- und Tilgungsanteil von Leasingverbindlichkeiten. Bis 2018 waren Zahlungen aus Leasingverträgen Teil des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit. Angaben zu Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten sind unter Angabe 21 zu finden.
Sonstige Erläuterungen zum Konzernabschluss
20. Finanzinstrumente
Basierend auf den Bewertungskategorien erfolgt die Folgebilanzierung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in der Bilanz grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten. Ausnahmen hiervon stellen derivative Finanzinstrumente sowie Rentenpapiere, Aktien und Fondsanteile dar, die in der Bilanz zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt werden.
Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte und die nach IFRS 7 zusätzlich anzugebenden beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten. Wird für ein Finanzinstrument kein beizulegender Zeitwert ausgewiesen, so stellt der angegebene Buchwert des Finanzinstruments einen angemessenen Näherungswert für dessen beizulegenden Zeitwert dar. Für Leasingverbindlichkeiten wird gemäß IFRS 7.29 d) kein beizulegender Zeitwert angegeben.
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| in TEUR Bewertungskategorien gem. IFRS 9 | Bemessungshierarchiestufe | Buchwert 31.12.2019 | Beizulegender Zeitwert 31.12.2019 | Buchwert 31.12.2018 | Beizulegender Zeitwert 31.12.2018 |
|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 358.402 | 320.971 | |||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte (langfristig) | Stufe 2 | 1.330 | 1.330 | 993 | 993 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 125.344 | 124.440 | |||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) | 50.338 | 38.772 | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 181.390 | 156.766 | |||
| Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis | 50.617 | 47.506 | |||
| Derivate ohne Hedgebeziehung 1) | Stufe 1 | 91 | 91 | 105 | 105 |
| Derivate ohne Hedgebeziehung 1) | Stufe 2 | 236 | 236 | 539 | 539 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) | Stufe 1 | 49.172 | 49.172 | 46.162 | 46.162 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) | Stufe 2 | 1.118 | 1.118 | 700 | 700 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 63.906 | 47.722 | |||
| Finanzschulden (langfristig) | Stufe 2 | 3.676 | 3.830 | 6.306 | 6.555 |
| Leasingverbindlichkeiten (langfristig) 2) | 10.554 | - | |||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) | Stufe 2 | 3.214 | 3.214 | 3.214 | 3.214 |
| Finanzschulden (kurzfristig) | Stufe 2 | 5.908 | 5.931 | 5.612 | 5.635 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 24.977 | 26.409 | |||
| Leasingverbindlichkeiten (kurzfristig) 3) | 6.550 | - | |||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) | 9.027 | 6.181 | |||
| Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis | 729 | 505 | |||
| Derivate ohne Hedgebeziehung 3) | Stufe 1 | - | - | 53 | 53 |
| Derivate ohne Hedgebeziehung 3) | Stufe 2 | 729 | 729 | 452 | 452 |
1) Enthalten in Bilanzposition "Sonstige finanzielle Vermögenswerte" (kurzfristig)
2) Enthalten in Bilanzposition "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" (langfristig)
3) Enthalten in Bilanzposition "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" (kurzfristig)
Die obenstehende Tabelle enthält die Bemessungshierarchiestufe gemäß IFRS 13, die für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente herangezogen wurde. Während der Berichtsperiode kam es zu keinen Umgliederungen zwischen den Bemessungshierarchiestufen. Wenn Umstände eintreten, die eine andere Einstufung erfordern, werden die Finanzinstrumente zum Ende der Berichtsperiode umgegliedert.
Die beizulegenden Zeitwerte für Finanzinstrumente der Bemessungshierarchiestufe 1, entsprechen den in aktiven Märkten notierten Preisen für identische Vermögenswerte und Schulden.
Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte für Finanzinstrumente der Bemessungshierarchiestufe 2 erfolgt anhand folgender Bewertungstechniken:
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Der beizulegende Zeitwert wird mit der Barwertmethode durch laufzeitkongruente Abzinsung der ausstehenden Beträge ermittelt. Soweit wesentlich, wird hierbei auch das Ausfallrisiko des Kontrahenten berücksichtigt. |
|
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte, zum beizulegenden Zeitwert bewertet Darunter fallen Finanzinstrumente, deren beizulegende Zeitwerte nicht direkt aus notierten Preisen an zugänglichen Märkten abgeleitet werden können. Die bewertungsrelevanten Inputfaktoren können jedoch unmittelbar oder mittelbar bezogen auf den entsprechenden Vermögenswert oder die entsprechende Verbindlichkeit am Markt beobachtet werden. Zur Bestimmung der Marktwerte werden in der Regel verschiedene Preisangaben von etablierten Brokern eingeholt und abgeglichen. |
|
| Derivative Finanzinstrumente Bei den zum Bilanzstichtag angesetzten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen sowie weitere Derivate. Bei der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts werden als Basis die stichtagsbezogenen bonitätsneutralen Bewertungen der jeweiligen Kontrahenten-Bank herangezogen. Die Banken bewerten auf Basis der für den betreffenden Stichtag gültigen Marktdaten unter Anwendung anerkannter mathematischer Verfahren. Bei der Bestimmung der bonitätsneutralen Bewertung bleiben Kompensationseffekte aus den Grundgeschäften unberücksichtigt. Neben den bonitätsneutralen Bewertungen wird außerdem das Risiko der Nichterfüllung bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts berücksichtigt. |
|
| Finanzschulden Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Finanzschulden erfolgt nach der Barwertmethode. Die Cashflows der Annuitätendarlehen zu den unterschiedlichen Zins- und Tilgungsterminen wurden hierzu mit den jeweiligen laufzeitkongruenten Abzinsungssätzen unter Berücksichtigung des eigenen Ausfallrisikos diskontiert. |
|
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Der beizulegende Zeitwert wird mit der Barwertmethode durch laufzeitkongruente Abzinsung des ausstehenden Betrags unter Berücksichtigung des eigenen Ausfallrisikos ermittelt. |
Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten
Die folgende Tabelle zeigt die Nettoergebnisse der Finanzinstrumente pro Bewertungskategorie. Das Zinsergebnis ist hierbei nicht berücksichtigt.
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| Nettogewinne oder -verluste ohne Zinsen in TEUR |
2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | +2.404 | +17 |
| Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten, bewertet zum beilzulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis | +939 | -1.489 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | -426 | +129 |
Die Nettogewinne bzw. -verluste beinhalten Beträge aus der Währungsumrechnung.
Daneben sind im Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind, Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen der Geldanlagen enthalten.
Das Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis, enthält Aufwendungen und Erträge aus der Veräußerung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.
Gesamtzinsertrag und -aufwand
Aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten ergeben sich folgende Gesamtzinserträge bzw. -aufwendungen, die im Finanzergebnis ausgewiesen werden:
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| Gesamtzinserträge bzw. -aufwendungen aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten in TEUR |
2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Gesamtzinserträge | 434 | 273 |
| Gesamtzinsaufwendungen | 613 | 211 |
Saldierung von Finanzinstrumenten
Die folgenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der Bilanz entweder saldiert ausgewiesen oder unterliegen einer rechtlich durchsetzbaren Globalnettingvereinbarung oder ähnlichen Vereinbarungen, wodurch eine Saldierung nur im Fall der Insolvenz einer der Parteien möglich ist:
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| 31.12.2019 in TEUR |
Bruttobetrag finanzielle Vermögenswerte vor Saldierung | Bruttobetrag finanzielle Verbindlichkeiten vor Saldierung | Nettobetrag nach Saldierung in der Bilanz | Potenzielle Aufrechnungsbeträge, die zu keiner Saldierung in der Bilanz geführt haben | Nettobetrag |
|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | |||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 132.169 | 6.825 | 125.344 | - | 125.344 |
| Geldanlagen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 230.986 | - | 230.986 | 6.306 | 224.680 |
| Rentenpapiere, Aktien und Fondsanteile | 50.290 | - | 50.290 | - | 50.290 |
| Derivate | 327 | - | 327 | 219 | 108 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | 2.072 | - | 2.072 | - | 2.072 |
| Summe | 415.844 | 6.825 | 409.019 | 6.525 | 402.494 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | |||||
| Finanzschulden | - | 9.584 | 9.584 | 6.306 | 3.278 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | 24.977 | 24.977 | - | 24.977 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Handelspartnern | 6.825 | 12.682 | 5.857 | - | 5.857 |
| Derivate | - | 729 | 729 | 128 | 601 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | - | 23.488 | 23.488 | 91 | 23.397 |
| Summe | 6.825 | 71.460 | 64.635 | 6.525 | 58.110 |
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| 31.12.2018 in TEUR |
Bruttobetrag finanzielle Vermögenswerte vor Saldierung | Bruttobetrag finanzielle Verbindlichkeiten vor Saldierung | Nettobetrag nach Saldierung in der Bilanz | Potenzielle Aufrechnungsbeträge, die zu keiner Saldierung in der Bilanz geführt haben | Nettobetrag |
|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | |||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 126.758 | 2.318 | 124.440 | - | 124.440 |
| Geldanlagen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 192.426 | - | 192.426 | 6.769 | 185.657 |
| Rentenpapiere, Aktien und Fondsanteile | 46.862 | - | 46.862 | - | 46.862 |
| Derivate | 644 | - | 644 | 530 | 114 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | 4.105 | - | 4.105 | 53 | 4.052 |
| Summe | 370.795 | 2.318 | 368.477 | 7.352 | 361.125 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | |||||
| Finanzschulden | - | 11.918 | 11.918 | 6.769 | 5.149 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | 26.409 | 26.409 | - | 26.409 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Handelspartnern | 2.318 | 7.568 | 5.250 | - | 5.250 |
| Derivate | - | 505 | 505 | 478 | 27 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | - | 4.145 | 4.145 | 105 | 4.040 |
| Summe | 2.318 | 50.545 | 48.227 | 7.352 | 40.875 |
Finanzrisiken
In den Finanzinstrumenten sind spezifische Risiken, wie Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken, enthalten, welche Wechselkurs-, Zins-, Preis- und Aktienkursrisiken umfassen.
RATIONAL verfügt über ein weltweit implementiertes Risikomanagementsystem, das sowohl die frühzeitige Erkennung und Analyse von Chancen und Risiken ermöglicht als auch die Ergreifung entsprechender Präventivmaßnahmen unterstützt. In Bezug auf die mit Finanzinstrumenten verbundenen Chancen und Risiken sind folgende Bestandteile des RATIONAL-Risikomanagementsystems (vgl. hierzu auch den Chancen- und Risikobericht im Konzernlagebericht) von besonderer Bedeutung:
| • | Der weltweit integrierte Planungsprozess definiert konkrete Absatz- und Finanzziele und legt Maßnahmen für die Zielerreichung fest. |
| • | Im Berichtswesen wird der Grad der Zielerreichung in allen Unternehmensbereichen zuverlässig und kontinuierlich gemessen, analysiert und kommentiert. Dadurch ist eine schnelle, flexible und frühzeitige Gegensteuerung bei Fehlentwicklungen garantiert. |
| • | Zur Absicherung der Forderungen arbeitet RATIONAL weltweit mit Kreditversicherer zusammen. |
| • | Alle Geschäftsprozesse und internen Kontrollsysteme sind klar definiert. Qualität und Einhaltung werden durch regelmäßige Schulungen und Kontrollen sichergestellt. |
| • | Die interne Revision erfasst und bewertet unabhängig und objektiv Abweichungen von Soll-Situationen. Fehlentwicklungen werden frühzeitig identifiziert. |
| • | Um die Qualität des weltweiten Cash-Managements sicherzustellen, ist ein global integriertes Treasury-Management-System im Einsatz. |
| • | Das umfassende Versicherungskonzept wird jährlich überprüft und an das neue Risikoumfeld angepasst. |
Im Folgenden werden die im RATIONAL-Konzern bestehenden spezifischen Risiken erläutert:
Ausfallrisiken
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
RATIONAL beliefert Kunden in nahezu allen Regionen der Welt. Der Vertrieb erfolgt weltweit über den Fachhandel. Endkunden kommen vorwiegend aus den Bereichen Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen in der Regel gegenüber dem Fachhandel. Ausfallrisiken können dadurch entstehen, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen.
Um Ausfallrisiken bei Kundenforderungen zu vermeiden oder zu reduzieren, werden die Kunden einer Bonitätsprüfung und permanenten -überwachung durch die Kreditversicherungsgesellschaften Coface und Atradius und deren lokale Partnergesellschaften unterzogen. Gemäß deren Einschätzung wird das RATIONAL-Kundenportfolio als "gering risikobehaftet" bewertet.
Soweit möglich werden - basierend auf dieser Bonitätsprüfung - die Kundenforderungen versichert. Die Kreditversicherung deckt im Rahmen der bestehenden Verträge neben dem Insolvenzrisiko der Kunden auch den sogenannten Protracted Default (Nichtzahlungstatbestand als Versicherungsfall) ab. Im Versicherungsfall werden in der Regel 95 % (Vj. 95 %) der ausgefallenen versicherten Forderung von der Kreditversicherung ersetzt.
Alternativ zur Deckung durch die Kreditversicherung werden in Abhängigkeit von Art und Höhe der jeweiligen Leistung andere Sicherheiten (zum Beispiel bestätigte, unwiderrufliche Akkreditive, Bankbürgschaften und andere bankübliche Sicherheiten) oder Vorauszahlungen verlangt. Nur in klar definierten Ausnahmefällen wird anhand einer Risiken-/Chancen-Abwägung eine unbesicherte Belieferung auf offenes Zahlungsziel in Betracht gezogen.
Von einer Bonitätsprüfung und Absicherung unberücksichtigt bleiben Lieferungen und Leistungen gegenüber Kunden der öffentlichen Hand mit Sitz in Ländern mit einwandfreien Länderbonitäten.
Die folgende Tabelle stellt die Ermittlung des ungedeckten Ausfallrisikos bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar:
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| in TEUR | 31.12.2019 | 31.12.2018 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 125.344 | 124.440 |
| davon erstattungsfähige Umsatzsteuer *) | 10.463 | 9.949 |
| davon potenzieller Erstattungsbetrag durch die Warenkreditversicherung | 99.947 | 97.453 |
| davon mit Bankakkreditiven / Bankbürgschaften unterlegte Forderungen | 2.683 | 3.544 |
| davon Forderungen gegen Abnehmer der öffentlichen Hand *) | - | 113 |
| Ungedecktes Ausfallrisiko | 12.251 | 13.381 |
| Risikodeckungsgrad | 90% | 89% |
* ) bei einwandfreiem Länderrating
Das nach Berücksichtigung der dargestellten Sicherheiten verbleibende ungedeckte Ausfallrisiko beinhaltet Klumpenrisiken in Höhe von 1.594 Tsd. Euro (Vj. 1.877 Tsd. Euro), die sich auf fünf (Vj. fünf) Kunden verteilen. Im Bereich der Klumpenrisiken werden die nicht abgesicherten Forderungen mit einem Nennwert von mehr als 200 Tsd. Euro (Vj. 200 Tsd. Euro) pro Einzelkunde betrachtet. Bei Kunden mit regelmäßigen Außenständen von mehr als 200 Tsd. Euro kann von Jahresumsätzen im deutlich siebenstelligen Euro-Bereich ausgegangen werden. Damit sind diese Kunden dem Segment der A-Kunden zuzurechnen und stehen - auch gemäß interner Kompetenzregelungen - im direkten Fokus des Managements.
Finanzielle Vermögenswerte gegenüber Kreditinstituten
Bei RATIONAL qualifizieren sich zur Geld- und Finanzanlage nur Kreditinstitute im Investment Grade mit einem Langfrist-Rating nach Standard & Poor´s von mindestens BBB-. Zur Diversifizierung verteilen sich die finanziellen Vermögenswerte gegenüber Kreditinstituten zum Jahresende auf mehrere Kreditinstitute.
Ein Ausfallrisiko besteht bei Geld- und Finanzanlagen sowie bei derivativen Finanzinstrumenten mit positivem Marktwert durch mögliche Nichterfüllung seitens des jeweiligen Kontraktpartners.
Die folgende Tabelle zeigt die Besicherung der Einlagen bei Banken sowie das ungedeckte Ausfallrisiko:
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| in TEUR | Buchwert nach Risikovorsorge 31.12.2019 | Besichert durch Einlagensicherungsfonds 31.12.2019 | Ungedecktes Ausfallrisiko 31.12.2019 |
|---|---|---|---|
| Geldanlagen | 49.596 | 19.655 | 29.941 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 181.390 | 121.826 | 59.564 |
| Gesamt | 230.986 | 141.481 | 89.505 |
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| in TEUR | Buchwert nach Risikovorsorge 31.12.2018 | Besichert durch Einlagensicherungsfonds 31.12.2018 | Ungedecktes Ausfallrisiko 31.12.2018 |
|---|---|---|---|
| Geldanlagen | 35.660 | 5.867 | 29.793 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 156.766 | 129.759 | 27.007 |
| Gesamt | 192.426 | 135.626 | 56.800 |
Andere finanzielle Vermögenswerte
Das maximale Ausfallrisiko bei den anderen finanziellen Vermögenswerten entspricht den in der Bilanz angesetzten Werten.
Liquiditätsrisiken
Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf die Möglichkeit, dass RATIONAL zu irgendeinem Zeitpunkt nicht in der Lage sein könnte, Zahlungsverpflichtungen fristgerecht und in vollem Umfang zu entsprechen.
Im Corporate Treasury hat die Überwachung und Versorgung mit liquiden Mitteln oberste Priorität. Dies erfolgt durch tägliches Cash-Management und eine rollierende Liquiditätsplanung mit kontinuierlicher Überwachung und Steuerung der konzernweit ein- und abgehenden Zahlungsströme. Mit der vorgehaltenen Liquiditätsreserve kann auch auf beträchtliche Cashflow-Schwankungen oder auftretende Bedarfsspitzen flexibel reagiert und somit allen Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht nachgekommen werden.
Zum Bilanzstichtag summiert sich die Liquiditätsreserve aus Eigenmitteln (inklusive aller bestehenden kurzfristigen Festgelder) auf insgesamt 231.023 Tsd. Euro (Vj. 192.526 Tsd. Euro). Zum Bilanzstichtag bestehen keine Festgelder mit einer Restlaufzeit von über zwölf Monaten.
Die Fälligkeitsanalyse für Finanzschulden und finanzielle Verbindlichkeiten sind in den Textziffern 16, 17 und 21 dargestellt.
Große Bedeutung hat bei RATIONAL die Innenfinanzierung, die im Wesentlichen zur Finanzierung des weltweiten Umsatzwachstums in den vergangenen Jahren eingesetzt wurde. Für den Fall, dass RATIONAL zusätzlichen Bedarf an Fremdfinanzierungen haben sollte, stehen vertraglich vereinbarte, fest zugesagte Kreditlinien bei mehreren Kreditinstituten (mit Langfrist-Ratings von BBB+ bis A nach Standard & Poor´s) zur Verfügung.
RATIONAL genießt bei Kreditinstituten eine erstklassige Bonität. Für die bestehenden Kreditlinien sind keine Auflagen in Form von Bedingungen und Kennziffern vereinbart, deren Nichteinhaltung dazu führen könnte, dass die Kreditlinien neu verhandelt werden müssten. Für die bestehenden Kreditlinienverträge wurden keine Sicherheiten abgetreten, stattdessen sind sogenannte Negativerklärungen bzw. Bankengleichbehandlungsreverse vereinbart worden. Damit verpflichtet sich RATIONAL zur Gleichbehandlung aller Kreditinstitute in Bezug auf eine mögliche Besicherung von vergleichbaren Krediten. Ferner beinhalten zwei der Verträge Nachbesicherungsrechte für den Fall wesentlicher Änderungen der Eigentümerstruktur der RATIONAL AG. Die Höhe der vertraglich fest zugesagten Kreditlinien beträgt zum Bilanzstichtag insgesamt 96.000 Tsd. Euro (Vj. 35.000 Tsd. Euro). Davon sind nach Anrechnung von Abtretungen für Tochtergesellschaften und Avalen 91.274 Tsd. Euro (Vj. 29.832 Tsd. Euro) noch nicht ausgeschöpft.
Außerdem bestehen Sicherheiten bei Darlehensverträgen für Immobilienfinanzierungen. Diese werden in Textziffer 7 beschrieben.
Marktrisiken
Aufgrund der internationalen Ausrichtung von RATIONAL können der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows von Finanzinstrumenten in Form verschiedener Vermögenswerte und Verbindlichkeitspositionen Marktrisiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinsen, Rohstoffpreisen sowie Aktien- und Anleihenkursen ausgesetzt sein.
Währungsrisiken
Währungsrisiken resultieren zum einen aus Wechselkursänderungen zum Stichtag und einer daraus folgenden möglichen Veränderung der beizulegenden Zeitwerte bestehender Fremdwährungsbilanzpositionen (Translationsrisiko). Davon sind zum Stichtag die Positionen "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen", "Sonstige finanzielle Vermögenswerte", "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" sowie "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen" und "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" betroffen. Translationsrisiken werden bei RATIONAL nicht durch Sicherungsgeschäfte abgesichert. Andererseits besteht ein Risiko, dass aus einem Finanzinstrument in einer Fremdwährung resultierende zukünftige Cashflows durch veränderte Wechselkurse deutlich von den zum Stichtagskurs erzielbaren Werten abweichen (Transaktionsrisiko). Transaktionsrisiken sind sowohl liquiditäts- als auch erfolgswirksam.
Die weltweiten Transaktionsrisiken des Konzerns werden monatlich mit einem Sechs-Monats-Zukunftshorizont ermittelt, zentral gebündelt und gesteuert. Die identifizierten Transaktionsrisiken werden bei Bedarf durch derivative Finanzinstrumente abgesichert, wobei sich die Sicherung auf gebuchte und antizipierte Geschäfte bezieht. Dies gilt insbesondere für Transaktionen in den frei konvertierbaren Währungen unserer Gesellschaften. Zur Absicherung von Fremdwährungstransaktionen in frei konvertierbaren Währungen setzt RATIONAL Devisenoptionen sowie Devisentermingeschäfte ein. Vertragspartner bei derivativen Finanzinstrumenten sind ausschließlich Banken im Investment Grade mit einem Rating von mindestens BBB+ nach Standard & Poor´s.
Landeswährungen von Gesellschaften, die strengen Währungsrestriktionen unterliegen, sind entweder nicht frei konvertierbar (zum Beispiel Brasilien und Indien) oder stehen ausschließlich für nachgewiesene Handelsgeschäfte (zum Beispiel China und Russland) zur Verfügung. Das Volumen dieser Verfügungsbeschränkungen ist in Textziffer 12 aufgeführt. Für die Bezahlung von Verbindlichkeiten, die gemäß den Restriktionen nicht in Landeswährung bezahlt werden dürfen, muss die Landeswährung in Euro getauscht werden. Aufgrund des geringen Volumens und den vergleichsweise hohen Kosten finden derzeit keine Absicherungen von Fremdwährungstransaktionen in nicht frei konvertierbaren oder nur bedingt konvertierbaren Währungen statt.
Durch die teilweise Zahlung von Lieferantenverbindlichkeiten in Fremdwährungen, in denen auch Umsatzerlöse bei ausländischen Vertriebsgesellschaften erzielt werden, können die bestehenden Währungsrisiken innerhalb des Konzerns reduziert werden (Natural Hedge).
Im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten ergäben sich bei geänderten Wechselkursen die im Folgenden dargestellten hypothetischen Auswirkungen auf das Ergebnis nach Steuern und das Eigenkapital:
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| in TEUR | Hypothetische Ergebnis-/Eigenkapitalauswirkung 2019 | |
|---|---|---|
| Euroaufwertung +10 % |
Euroabwertung -10 % |
|
| --- | --- | --- |
| EUR/USD | -4.446 | 4.909 |
| EUR/GBP | -2.890 | 2.416 |
| EUR/SEK | -912 | 773 |
| EUR/JPY | -746 | 826 |
| EUR/CNY | -658 | 805 |
| EUR/CAD | -486 | 455 |
| Übrige | -2.246 | 2.618 |
| Summe | -12.384 | 12.802 |
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| in TEUR | Hypothetische Ergebnis-/Eigenkapitalauswirkung 2018 | |
|---|---|---|
| Euroaufwertung +10 % |
Euroabwertung -10 % |
|
| --- | --- | --- |
| EUR/USD | -968 | 346 |
| EUR/JPY | -794 | 878 |
| EUR/CHF | -549 | 671 |
| EUR/BRL | -482 | 589 |
| EUR/CAD | -480 | 459 |
| EUR/MXN | -452 | 526 |
| Übrige | -2.078 | 1.425 |
| Summe | -5.802 | 4.895 |
Die Sensitivitätsanalyse unterstellt, dass alle anderen wertbeeinflussenden Faktoren konstant bleiben und dass der Bestand am Bilanzstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.
Investitionen in Fremdwährungen sind im Spezialfonds begrenzt. Das Währungsrisiko wird zusätzlich durch geeignete Instrumente abgesichert.
Zinsrisiken
Zinsrisiken bezeichnen das Risiko der möglichen Veränderung von beizulegenden Zeitwerten oder künftigen Zahlungen von Finanzinstrumenten aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze.
Zinsänderungsrisiken für künftige Zahlungen aufgrund von Finanzschulden werden bei RATIONAL mithilfe von Vereinbarungen zur Zinsfestschreibung entgegengewirkt. Für die ausstehenden Darlehen ist eine Zinsfestschreibung über die gesamte Laufzeit vereinbart.
Das Zinsänderungsrisiko für finanzielle Vermögenswerte im Spezialfonds ist durch geeignete Instrumente begrenzt. Bei einer Zinsänderung von +1 % wäre das Ergebnis nach Steuern und Eigenkapital um 750 Tsd. Euro (Vj. 439 Tsd. Euro) niedriger. Bei einer Zinsänderung von -1 % hingegen wäre das Ergebnis nach Steuern und Eigenkapital um 808 Tsd. Euro (Vj. 478 Tsd. Euro) höher.
Preisrisiken
RATIONAL setzt in der Produktion pro Jahr mehrere Tausend Tonnen hochwertigen rostfreien Edelstahl ein. Das Risiko der Preisänderung für Edelstahl ist sowohl vom Stahlgrundpreis als auch von den börsenbedingten Rohstoffpreisschwankungen der Legierungsmetalle abhängig, die sich im sogenannten Legierungszuschlag niederschlagen. Preisrisiken können in erster Linie in Zusammenhang mit dem Bezug von Rohstoffen für die Fertigung der Produkte entstehen. Eine Absicherung durch derivative Finanzinstrumente besteht weder beim Stahlgrundpreis noch bei den Legierungsmetallen.
Aktienkursrisiken
RATIONAL investiert über einen Spezialfonds in Aktien, Investmentfonds und Aktienderivate, woraus ein Aktienkursrisiko resultiert. Der Buchwert dieser Finanzinstrumente beträgt zum 31. Dezember 2019 9.523 Tsd. Euro (Vj. 8.215 Tsd. Euro). Durch die generelle Steuerung des Spezialfonds als Wertsicherungsmandat und dem einhergehenden Einsatz von geeigneten Instrumenten ist das Aktienkursrisiko begrenzt. Vertraglich vereinbarte Richtlinien des Spezialfonds regeln den Umgang mit Anlagerisiken sowie die zulässigen Asset-Klassen und Bonitätsanforderungen.
Sofern das Aktienkursniveau am 31.12.2019 um 10 % höher gewesen wäre, wäre das Ergebnis nach Steuern und Eigenkapital um 485 Tsd. Euro (Vj. 209 Tsd. Euro) höher gewesen. Bei einem Aktienkursniveau am 31.12.2019 um 10 % niedriger, wäre das Ergebnis nach Steuern und Eigenkapital um 502 Tsd. Euro (Vj. 209 Tsd. Euro) niedriger gewesen.
21. Leasing
Angaben zur Erstanwendung des IFRS 16 werden im Abschnitt "Grundlagen der Rechnungslegung" beschrieben. Im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" finden sich unter "Leasing" grundsätzliche Informationen zur Leasingbilanzierung sowie zu Leasingaktivitäten bei RATIONAL.
Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen werden in den Sachanlagen ausgewiesen. Die Leasingverbindlichkeiten sind in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten, welche in Textziffer 17 erläutert werden.
Aus den Leasingverbindlichkeiten werden in den Folgeperioden folgende Zahlungen fällig:
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| in TEUR | 2020 | 2021-2024 | ab 2025 |
|---|---|---|---|
| Zahlungen aus Sicht des 31.12.2019 | 7.007 | 9.905 | 1.772 |
Weitere Angaben zu Leasingverhältnissen:
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| in TEUR | 2019 |
|---|---|
| Abschreibungen auf Nutzungsrechte | 8.197 |
| darin Immobilien | 3.446 |
| darin Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4.751 |
| Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten | 448 |
| Aufwand für geringwertige Leasinggegenstände | 347 |
| Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse | 8.927 |
| Zugänge zu Nutzungsrechten | 10.445 |
| Buchwerte der Nutzungsrechte zum 31.12. | 17.038 |
| darin Immobilien | 9.600 |
| darin Betriebs- und Geschäftsausstattung | 7.438 |
22. Mitarbeiter und Personalaufwand
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| Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl | 2019 | Anteil in % |
2018 | Anteil in % |
|---|---|---|---|---|
| Produktions- und Lieferprozess | 524 | 24 | 478 | 23 |
| Vertrieb und Marketing | 973 | 44 | 901 | 44 |
| Technischer Kundendienst | 229 | 10 | 210 | 10 |
| Forschung und Entwicklung | 175 | 8 | 156 | 8 |
| Verwaltung | 320 | 14 | 297 | 15 |
| Gesamt | 2.221 | 100 | 2.042 | 100 |
| davon im Ausland | 1.020 | 46 | 935 | 46 |
Die Personalaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
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| in TEUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Entgelt | 152.717 | 137.821 |
| Sozialabgaben | 29.855 | 26.371 |
| davon Aufwand für beitragsorientierte Pensionspläne | 12.593 | 10.844 |
| Gesamt | 182.572 | 164.192 |
23. Geschäftssegmente
Die interne Steuerung und Berichterstattung an den Vorstand richtete sich bis 2018 primär an Produktgruppen aus. Mit Beginn des Geschäftsjahres 2019 wurde die interne Steuerung und die Berichterstattung an den Vorstand, der als Hauptentscheidungsträger identifiziert wurde, auf geographische Regionen umgestellt. Die vorliegende Berichterstattung zu den Geschäftssegmenten reflektiert diese Umstellung in der die Geschäftssegmente DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz), EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika), Americas und Asien berichtet werden. Die Werte für das Vorjahr werden vergleichbar in dieser Struktur dargestellt.
Die Geschäftssegmente EMEA, Americas und Asien sind jeweils zusammengefasste Segmente. Das zusammengefasste Segment EMEA beinhaltet die Geschäftssegmente in Europa Naher Osten und Afrika. Americas beinhaltet die Geschäftssegmente Nord- und Lateinamerika und Asien beinhaltet die Geschäftssegmente Asien Nord und Asien Süd. Die zusammengefassten Geschäftssegmente sind hinsichtlich der verkauften Produkte und Dienstleistungen, der Kundengruppen sowie der Vertriebsmethode vergleichbar, erzielen vergleichbare Margen und es wird erwartet, dass das zukünftige Umsatzwachstum vergleichbar sein wird.
Ein regionales Segment reflektiert die Vertriebsaktivität des Konzerns in einer Region und ist nicht an den Sitz einzelner Konzerngesellschaften gebunden. Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente entsprechen grundsätzlich denen des Konzerns. Unterschiede ergeben sich im Wesentlichen aus abweichenden Wechselkursen sowie dem Ansatz kalkulatorischer Erfolgsbestandteile. Alle Segmente erzielen Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Geräten, Zubehör, Ersatzteilen und Pflegeprodukten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen. Umsatzerlöse zwischen den Segmenten liegen nicht vor. Das Segmentergebnis beinhaltet die Segmentumsätze, die direkt zuordenbaren Erträge und Aufwendungen sowie kalkulatorische Ergebnisanteile zentraler Funktionen, nicht jedoch das Finanzergebnis sowie den Ertragsteueraufwand. Die Segmentvermögenswerte beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte. Nur diese Vermögenswerte werden regelmäßig an den Vorstand berichtet. Vermögenswerte der zentralen Funktionen werden, anders als beim Ergebnis, nicht auf die Segmente allokiert. Schulden werden auf Segmentebene nicht berichtet. Die in den Segmenten ausgewiesenen Abschreibungen betreffen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
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| Geschäftssegmente 2019 in TEUR |
DACH | EMEA | AMERICAS | ASIEN | Summe der Segmente |
|---|---|---|---|---|---|
| Segmentumsätze | 134.705 | 358.611 | 195.302 | 135.954 | 824.572 |
| Segmentergebnis | 34.085 | 100.249 | 39.611 | 34.325 | 208.270 |
| Finanzergebnis | |||||
| Ergebnis vor Steuern | |||||
| Segmentabschreibungen | 3.841 | 11.586 | 5.162 | 4.175 | 24.764 |
| Segmentvermögenswerte | 4.810 | 72.932 | 69.582 | 48.199 | 195.523 |
| Geschäftssegmente 2018 in TEUR |
DACH | EMEA | AMERICAS | ASIEN | Summe der Segmente |
| Segmentumsätze | 127.995 | 333.518 | 184.979 | 123.029 | 769.521 |
| Segmentergebnis | 31.354 | 90.102 | 37.291 | 31.097 | 189.844 |
| Finanzergebnis | |||||
| Ergebnis vor Steuern | |||||
| Segmentabschreibungen | 2.123 | 6.349 | 3.151 | 2.333 | 13.956 |
| Segmentvermögenswerte | 5.969 | 65.735 | 64.555 | 44.499 | 180.758 |
Die Überleitung resultiert bei den Umsatzerlösen und dem Ergebnis insbesondere aus der Währungsumrechnung sowie aus Positionen, die nicht den Segmenten zugeordnet werden. Bei den Vermögenswerten beinhaltet die Spalte im Wesentlichen Vermögenswerte die nicht den Geschäftssegmenten zugeordnet sind sowie Konsolidierungseffekte.
158.770 Tsd. Euro (Vj. 138.348 Tsd. Euro) der Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerte und sonstigen langfristigen Vermögenswerte werden in Deutschland ausgewiesen. 32.361 Tsd. Euro (Vj. 13.980 Tsd. Euro) sind Drittländern zuzuordnen.
Weitere Umsatzaufgliederungen werden in den Anhangangaben zu den Umsatzerlösen dargestellt.
24. Nahestehende Unternehmen und Personen
Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen der RATIONAL AG zählen die Tochtergesellschaften, wesentliche Anteilseigner, die Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats und deren nahestehende Personen sowie Gesellschaften, an denen dieser Personenkreis beteiligt ist.
Die Geschäftsvorfälle mit den im Konsolidierungskreis enthaltenen Tochtergesellschaften werden im Rahmen der Vollkonsolidierung eliminiert.
Mitglieder des Aufsichtsrats halten Anteile an Gesellschaften, mit denen eine Liefer- oder Leistungsbeziehung besteht. Der Aufwand für diese Lieferungen und Leistungen beläuft sich 2019 auf 3.129 Tsd. Euro (Vj. 3.219 Tsd. Euro). Zum 31. Dezember 2019 waren gegenüber diesen Gesellschaften 87 Tsd. Euro an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen offen (Vj. 62 Tsd. Euro).
Alle genannten Geschäfte wurden zu marktüblichen Konditionen, wie sie auch mit fremden Dritten vereinbart worden wären, abgeschlossen. Darüber hinaus lagen im Berichtsjahr keine weiteren wesentlichen Transaktionen mit Unternehmen oder Personen vor, die der RATIONAL AG in irgendeiner Weise nahestehen.
25. Aufsichtsrat und Vorstand
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 15. Mai 2019 wurde der Aufsichtsrat der RATIONAL AG auf sieben Mitglieder erweitert. Mitglieder des Aufsichtsrats sind:
| Walter Kurtz, Vorsitzender Kaufmann |
|
| Dr. Hans Maerz, Stellvertretender Vorsitzender Wirtschaftsprüfer |
|
| Erich Baumgärtner, Kaufmann |
|
| Dr. Gerd Lintz, Notar a.D., selbständiger Rechtsanwalt |
|
| Werner Schwind, Kaufmann |
|
| Dr.-Ing. Georg Sick, Kaufmann |
|
| Dr. Johannes Würbser, Kaufmann |
Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder verteilt sich wie folgt:
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| 2019 in TEUR |
Fest | Sonstige | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Walter Kurtz | 250 | 18 | 268 |
| Dr. Hans Maerz | 200 | 12 | 212 |
| Erich Baumgärtner | 150 | - | 150 |
| Dr. Gerd Lintz | 150 | - | 150 |
| Werner Schwind | 150 | - | 150 |
| Dr.-Ing. Georg Sick | 150 | - | 150 |
| Dr. Johannes Würbser | 93 | - | 93 |
| Gesamt | 1.143 | 30 | 1.173 |
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| 2018 in TEUR |
Fest | Sonstige | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Walter Kurtz | 250 | 18 | 268 |
| Dr. Hans Maerz | 200 | 12 | 212 |
| Erich Baumgärtner | 150 | - | 150 |
| Dr. Gerd Lintz | 150 | - | 150 |
| Werner Schwind | 150 | - | 150 |
| Dr.-Ing. Georg Sick | 150 | - | 150 |
| Gesamt | 1.050 | 30 | 1.080 |
Die Aufsichtsratsvergütung ist zum Bilanzstichtag in Höhe von 1.143 Tsd. Euro (Vj. 1.050 Tsd. Euro) in den kurzfristigen Schulden enthalten.
Der Vorstand besteht zum Stichtag 31. Dezember 2019 aus folgenden Mitgliedern:
| Dr. Peter Stadelmann, Vorstandsvorsitzender Dipl.-Volkswirt |
|
| Peter Wiedemann, Vorstand technischer Bereich Dipl.-Ingenieur |
|
| Markus Paschmann, Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing Dipl.-Wirtschaftsingenieur |
|
| Dr. Axel Kaufmann, Vorstand kaufmännischer Bereich Dipl.-Kaufmann (bis 31. Dezember 2019) |
In der Hauptversammlung am 4. Mai 2016 wurde in Übereinstimmung mit § 314 Abs. 3 Satz 1 HGB beschlossen, auf die individualisierte Veröffentlichung der Vorstandsbezüge zu verzichten.
Die Gesamtbezüge des Vorstands für die Wahrnehmung seiner Aufgaben in der Muttergesellschaft und den Tochterunternehmen belaufen sich für das Geschäftsjahr 2019 auf 5.211 Tsd. Euro (Vj. 5.569 Tsd. Euro). In diesem Betrag sind erfolgsabhängige Bestandteile in Höhe von 1.660 Tsd. Euro (Vj. 2.121 Tsd. Euro) enthalten, die kurzfristig fällige Leistungen darstellen. Die genannten Bezüge beinhalten Vergütungen an ehemalige Vorstandsmitglieder in Höhe von 12 Tsd. Euro (Vj. 11 Tsd. Euro). Hinzu kommen Einzahlungen in die Altersvorsorge, die sich auf 583 Tsd. Euro belaufen (Vj. 474 Tsd. Euro).
26. Anteilsbasierte Vergütung
Die RATIONAL AG hat am 3. Februar 2000 ein Aktienoptionsprogramm über 200.000 Stückaktien für die Vorstandsmitglieder der Gesellschaft aufgelegt. Das Aktienoptionsprogramm soll den Vorstandsmitgliedern zusätzliche Anreize geben, den wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft mittel- und langfristig sicherzustellen und im Aktionärsinteresse auf eine Steigerung des Unternehmenswerts hinzuwirken.
Bislang wurden zwei Tranchen über insgesamt 69.000 Optionsrechte begeben, die in den Jahren 2002 und 2006 durch Barzahlungen im Gegenwert von 100 % des Werts einer Aktie der Gesellschaft abzüglich des Ausübungspreises bedient wurden.
2019 gab es keine Vereinbarung einer anteilsbasierten Vergütung, somit verbleiben zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 noch Bezugsrechte auf maximal 131.000 Stückaktien der RATIONAL AG im Aktienoptionsprogramm.
27. Erklärung zum Corporate Governance Kodex
Vorstand und Aufsichtsrat der RATIONAL AG haben eine Erklärung gemäß § 161 AktG abgegeben und dargelegt, welchen Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird. Zugrunde gelegt wurde hierbei der Deutsche Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017. Die Erklärung ist dauerhaft auf der Internetseite der RATIONAL AG unter www.rational-online.com zugänglich.
28. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Die Ausbreitung des Coronavirus wirkt sich auf die Geschäftstätigkeit von RATIONAL negativ aus. Die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind zum aktuellen Zeitpunkt nicht konkret abschätzbar, wir erwarten jedoch für 2020 ein reduziertes Absatz- und Umsatzwachstum im unteren einstelligen Prozentbereich sowie einen Rückgang des Ergebnisses im hohen einstelligen bis niedrig zweistelligen Prozentbereich.
29. Abschlussprüferhonorar
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 15. Mai 2019 wurde die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2019 gewählt.
Das Abschlussprüferhonorar einschließlich Auslagenersatz beläuft sich insgesamt auf 467 Tsd. Euro (Vj. 428 Tsd. Euro) und beinhaltet Abschlussprüfungs- und Konzernabschlussprüfungsleistungen. Im Geschäftsjahr 2019 wurden im Rahmen einer freiwilligen Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts andere Bestätigungsleistungen in Höhe von 27 Tsd. Euro (Vj. 34 Tsd. Euro) inklusive Auslagen erbracht. Die sonstigen Leistungen betragen 0 Tsd. Euro (Vj. 1 Tsd. Euro).
Landsberg am Lech, den 10. März 2020
RATIONAL AG
Der Vorstand
Dr. Peter Stadelmann, Vorstandsvorsitzender
Peter Wiedemann, Vorstand technischer Bereich
Markus Paschmann, Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Landsberg am Lech, den 10. März 2020
RATIONAL AG
Der Vorstand
Dr. Peter Stadelmann, Vorstandsvorsitzender
Peter Wiedemann, Vorstand technischer Bereich
Markus Paschmann, Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die RATIONAL Aktiengesellschaft, Landsberg am Lech
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der RATIONAL Aktiengesellschaft, Landsberg am Lech, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung und der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der RATIONAL Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| • | entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und |
| • | vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
(1) Aktivierung von Entwicklungskosten
(2) Rückstellungen für Gewährleistungen
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:
① Sachverhalt und Problemstellung
② Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
③ Verweis auf weitergehende Informationen
Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
(1) Aktivierung von Entwicklungskosten
① In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden zum 31. Dezember 2019 unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" aus Entwicklungsaktivitäten resultierende selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 3,6 Mio. EUR ausgewiesen. Hiervon entfallen 0,7 Mio. EUR auf neu in 2019 aktivierte Entwicklungskosten. Die gesamten Forschungs- und Entwicklungsausgaben einschließlich der aktivierten Beträge belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf 42,7 Mio. EUR. Entwicklungskosten für Innovationen neuer Produkte werden als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn die Voraussetzungen des IAS 38.57 erfüllt sind. Diese sind neben der technischen Realisierbarkeit der Fertigstellung unter anderem die voraussichtliche Erzielung eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens aus dem immateriellen Vermögenswert, die Verfügbarkeit technischer und finanzieller Ressourcen für den Abschluss der Entwicklung, die Nutzung oder der Verkauf des immateriellen Vermögenswerts sowie die Fähigkeit zur verlässlichen Bewertung der der Entwicklung zurechenbaren Ausgaben. Die aktivierten Entwicklungskosten beinhalten direkt zurechenbare Einzelkosten unter Einbeziehung unechter Gemeinkosten. Die Folgebewertung erfolgt nach dem Anschaffungskostenmodell. Ab der Nutzungsmöglichkeit des Vermögenswerts erfolgt die planmäßige Abschreibung über fünf Jahre. Aus unserer Sicht war dieser Sachverhalt von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung, da die Aktivierung von Entwicklungskosten in einem hohen Maß auf Einschätzungen und Annahmen des Vorstands hinsichtlich der Ansatzkriterien beruht und damit mit entsprechenden Unsicherheiten behaftet ist.
② Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem gewürdigt, ob die Ansatzkriterien des IAS 38.57 erfüllt sind. Dabei haben wir die Annahmen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Erfüllung der Ansatzkriterien beurteilt, indem wir Einsicht in Projekthandbücher und interne Aufzeichnungen der Entwicklungsabteilung genommen haben. Wir haben zudem das methodische Vorgehen zur Ermittlung der aktivierungsfähigen Kosten nachvollzogen und die Höhe der aktivierten Entwicklungskosten, deren planmäßige Nutzungsdauer und deren Werthaltigkeit anhand geeigneter Nachweise, wie Projektkostenübersichten und zukünftigen Planzahlen, beurteilt. Dabei haben wir auch durch Gespräche mit Projektleitern und Einsichtnahme in Projektunterlagen den jeweiligen Projektfortschritt beurteilt. Das von der Gesellschaft angewandte methodische Vorgehen zur Aktivierung von Entwicklungskosten ist aus unserer Sicht sachgerecht und die Projektfortschritte und aktivierten Entwicklungskosten sind nachvollziehbar dokumentiert.
③ Die Angaben der Gesellschaft zur Aktivierung von Entwicklungskosten sind in Textziffer 6 und den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzernanhangs enthalten.
(2) Rückstellung für Gewährleistungen
① In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden unter den Bilanzposten "Sonstige Rückstellungen" jeweils unter "Langfristige Schulden" und "Kurzfristige Schulden" zum 31. Dezember 2019 Rückstellungen für Gewährleistungen in Höhe von 13,8 Mio. EUR ausgewiesen. Die Gesellschaft bildet für erwartete Inanspruchnahmen aus der Haftung für die Mängelfreiheit der verkauften Produkte Rückstellungen. In diesem Zusammenhang werden vom Vorstand Annahmen hinsichtlich der künftigen Inanspruchnahme getroffen. Ansatz und Bewertung erfolgen auf Grundlage von Erfahrungswerten der Vergangenheit und verkaufter Stückzahlen im Geschäftsjahr. Aufgrund der vor diesem Hintergrund bestehenden Schätzunsicherheiten und der Höhe dieser betragsmäßig wesentlichen Posten waren diese Sachverhalte aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung.
② Mit der Kenntnis, dass bei geschätzten Werten ein erhöhtes Fehlerrisiko in der Rechnungslegung besteht und dass die Bewertungsentscheidungen der gesetzlichen Vertreter eine direkte und deutliche Auswirkung auf das Konzernergebnis haben, haben wir die Angemessenheit der Wertansätze unter anderem anhand uns vorgelegter Berechnungsgrundlagen beurteilt. Hinsichtlich des Ansatzes und der Bewertung der Rückstellungen haben wir unter anderem die vorliegenden Verträge, Kostenschätzungen sowie die ermittelten Vergangenheitswerte der Absatzzahlen und Garantiefälle gewürdigt. Zudem haben wir das Berechnungsschema der Rückstellungen nachvollzogen und die erwarteten Zeitpunkte der Inanspruchnahme aus den Rückstellungen gewürdigt. Hierbei konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um den Ansatz und die Bewertung der betragsmäßig bedeutsamen Rückstellungen für Gewährleistungen zu rechtfertigen.
③ Die Angaben der Gesellschaft zu den betreffenden Rückstellungen sind im Abschnitt 15 und den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzernanhangs enthalten.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden von uns vor Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
| • | die im Konzernlagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB |
| • | den Corporate Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex |
Der gesonderte nichtfinanzielle Bericht nach § 289b Abs. 3 HGB und § 315b Abs. 3 HGB und die übrigen Teile des Geschäftsberichts werden uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| • | wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| • | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Kozerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| • | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| • | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
| • | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| • | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| • | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
| • | holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
| • | beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
| • | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 15. Mai 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 24. Juli 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2011 als Konzernabschlussprüfer der RATIONAL Aktiengesellschaft, Landsberg am Lech, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
HINWEIS ZUR NACHTRAGSPRÜFUNG
Diesen Bestätigungsvermerk erteilen wir zu dem geänderten Konzernabschluss und geänderten Konzernlagebericht aufgrund unserer pflichtgemäßen, am 25. Februar 2020 abgeschlossenen Prüfung und unserer am 10. März 2020 abgeschlossenen Nachtragsprüfung, die sich auf die Änderungen von Angaben im Konzernanhang und Konzernlagebericht aufgrund einer unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Coronavirus aktualisierten Prognose bezog.
Auf die Darstellung der Änderungen durch die gesetzlichen Vertreter im geänderten Konzernanhang, Abschnitt "Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag", sowie im geänderten Konzernlagebericht, Abschnitt "Prognose-, Chancen- und Risikobericht", wird verwiesen.
VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Jürgen Schumann.
München, den 25. Februar 2020 / begrenzt auf die im Hinweis zur Nachtragsprüfung genannte Änderung: 10. März 2020
**PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Jürgen Schumann, Wirtschaftsprüfer
ppa. Patrick Konhäuser, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
wie auch in den vergangenen Jahren schon konnte die RATIONAL Aktiengesellschaft auch im Geschäftsjahr 2019 ihren Wachstumskurs fortsetzen. Dabei standen im Berichtsjahr weiterhin die Stabilität des Gesamtunternehmens und die nachhaltige Verbesserung der Unternehmensqualität im Vordergrund.
Dialog und Kommunikation als Grundlage für Beratung und Überwachung
Die dem Aufsichtsrat nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben haben wir im Geschäftsjahr 2019 erfüllt. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Tätigkeit überwacht. In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für die RATIONAL-Gruppe war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Die Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat war gekennzeichnet von einer umfassenden, zeitnahen und regelmäßigen Kommunikation, sowohl schriftlich als auch mündlich. Über wichtige Geschäftsvorfälle berichtete der Vorstand auch außerhalb der Sitzungen. In Monats- und Quartalsberichten wurde der Aufsichtsrat über Marktentwicklungen, die Wettbewerbssituation sowie die Absatz-, Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Unternehmens informiert. Darüber hinaus ließen sich der Aufsichtsrat und der Vorsitzende des Aufsichtsrats fortlaufend über den aktuellen Geschäftsverlauf, wesentliche Geschäftsvorfälle und wichtige Entscheidungen des Vorstands in Kenntnis setzen. Zu diesem Zweck stand der Aufsichtsrat mit allen Mitgliedern des Vorstands in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch.
Der Aufsichtsrat hat zu den Berichten und Beschlussvorlagen des Vorstands, soweit dies nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung gefordert war, nach eingehender Beratung und Prüfung sein Votum abgegeben. Alle zustimmungsbedürftigen Geschäfte wurden positiv beschieden. Hier handelte es sich im Geschäftsjahr 2019 und im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2020 insbesondere um Entscheidungen in den Bereichen Produktentwicklung, Ausbau und Optimierung der Vertriebs- und Marketingorganisation, Weiterentwicklung der Führungsstruktur, weltweite Personalentwicklung, Risikomanagement sowie Planung und Freigabe von Investitionen und Baumaßnahmen an den Standorten Landsberg am Lech und Wittenheim.
Beratungen im Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2019 zu zwölf Sitzungen zusammengetreten. Im Geschäftsjahr 2020 hat bis zur bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 26. Februar 2020 eine weitere Sitzung stattgefunden. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben sich auch schriftlich und fernmündlich beraten und kamen im Geschäftsjahr 2019 zu elf weiteren internen Sitzungen sowie zu vier Sitzungen des Prüfungsausschusses zusammen. An diesen Sitzungen nahmen alle Mitglieder des Aufsichtsrats bzw. des Prüfungsausschusses teil. Sofern erforderlich, hat der Aufsichtsrat auch außerhalb der ordentlichen Sitzungen Beschlüsse gefasst. Der Aufsichtsrat hat während des vergangenen Geschäftsjahres die Effizienz seiner Tätigkeit, insbesondere die Verfahrensabläufe sowie die rechtzeitige und ausreichende Informationsversorgung, fortlaufend geprüft und weiter verbessert. Nach eigener Prüfung des Aufsichtsrats sind die Mitglieder in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut.
Schwerpunkte der Beratungen
Gegenstand der Beratungen mit dem Vorstand und der internen Diskussionen im Aufsichtsrat waren alle relevanten Aspekte der Unternehmensentwicklung, einschließlich der Finanz-, Investitions- und Personalplanung, des Geschäftsverlaufs, der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens und des Konzerns, der Risikolage, des Risikomanagements sowie nicht zuletzt der aktuellen Kosten- und Ertragssituation. Ferner standen in den Aufsichtsratssitzungen zahlreiche Einzelthemen auf der Tagesordnung, die intensiv erörtert wurden, wie zum Beispiel:
| ― | die Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2020 |
| ― | die weitere Vernetzung der Vertriebsaktivitäten für Combi-Dämpfer und VarioCookingCenter (r) |
| ― | Weiterentwicklung, Geschäftsmodell und Struktur des Bereichs Service weltweit |
| ― | die Schwerpunkte in der Produktentwicklung |
| ― | die Bau- und Erweiterungsprojekte an den Standorten Landsberg und Wittenheim |
| ― | die Erschließungsstrategie für neue Märkte |
| ― | die Festlegung der Zielgröße für den Frauenanteil im Aufsichtsrat |
| ― | die Weiterentwicklung der Mittelfriststrategie, inklusive Produktportfolio, Vertriebs- und Marketingstrategie |
| ― | die Auswahl der Kandidaten für die Erweiterung des Aufsichtsrats |
| ― | die Wahl des Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seines Stellvertreters |
| ― | die Gewinnverwendung mit Dividendenvorschlag |
| ― | das Ausscheiden des bisherigen Finanzvorstands Herrn Dr. Axel Kaufmann zum Jahresende 2019 |
| ― | der Beschluss zu einer U.i.U.-Sonderzahlung |
In der bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 26. Februar 2020 waren, neben der Prüfung und Feststellung bzw. Billigung des Jahres- und Konzernabschlusses, insbesondere die der Hauptversammlung 2020 zu unterbreitenden Beschlussvorschläge ein zentrales Thema.
Als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 wird PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, vorgeschlagen. Auch die übrigen Beschlussvorschläge für die ordentliche Hauptversammlung wurden von uns verabschiedet.
Im Rahmen unserer Tätigkeit im Geschäftsjahr 2019 und insbesondere auch in der bilanzfeststellenden Sitzung am 26. Februar 2020 befassten wir uns neben der Abschlussprüfung mit dem gesamten Rechnungslegungsprozess in der AG und im Konzern, der Überwachung des internen Kontrollsystems sowie mit der Wirksamkeit der internen Revision und des Risikomanagementsystems.
Tätigkeit der Ausschüsse
Der Prüfungsausschuss, bestehend aus Herrn Walter Kurtz, Herrn Dr. Hans Maerz und Herrn Erich Baumgärtner, tagte im Geschäftsjahr 2019 viermal. Er befasste sich in seinen Sitzungen insbesondere mit dem Halbjahresabschluss und dem Jahres- und Konzernabschluss sowie mit der Überwachung der Rechnungslegung, des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems, der Auswahl und der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen sowie den Änderungen hinsichtlich der nichtfinanziellen Erklärung. Der Prüfungsausschuss berichtete regelmäßig an den Aufsichtsrat.
Änderung im Vorstand
Herr Dr. Axel Kaufmann hat, in gegenseitigem Einvernehmen, sein Vorstandsmandat zum 31. Dezember 2019 niedergelegt. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Dr. Kaufmann für seine erfolgreiche Tätigkeit während der letzten vier Jahre. Die Verantwortung für den Finanzbereich hat ab Januar 2020 Herr Dr. Peter Stadelmann übernommen.
Corporate Governance
Der Aufsichtsrat der RATIONAL AG wurde im Geschäftsjahr 2019 von sechs auf sieben Mitglieder vergrößert. Der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex, dass dem Aufsichtsrat eine nach seiner Einschätzung angemessene Zahl von unabhängigen Mitgliedern angehören soll, hat die Besetzung des Aufsichtsrats der RATIONAL AG im Geschäftsjahr 2019 durchgängig entsprochen.
Im Rahmen der Beratungen, Beschlussvorlagen und des Kontrollauftrags sind im Berichtsjahr 2019 keine Interessenkonflikte bei einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern aufgetreten.
Am 9. März 2017 verabschiedete der Bundestag das Umsetzungsgesetz, das die europäische CSR-Richtlinie (2014/95/EU) in nationales Recht bringt und rückwirkend zum 1. Januar 2017 wirkt. Die nichtfinanzielle Berichterstattung gemäß §§ 289b bzw. 315d HGB ist damit seit dem Geschäftsjahr 2017 Pflicht. Die RATIONAL AG wird den Nachhaltigkeitsbericht 2019, einschließlich der diesbezüglichen Angaben, fristgerecht bis Ende April 2020 veröffentlichen.
Die letzte Änderung des Deutschen Corporate Governance Kodex trat am 24. April 2017 in Kraft. Gemeinsam mit dem Vorstand wurde im Bericht zur Corporate Governance und Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB Rechenschaft für das Geschäftsjahr 2019 abgelegt. Den Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex folgt die RATIONAL AG weitestgehend. Als Ergebnis konnte eine Entsprechenserklärung mit Stand Februar 2020 abgegeben werden. Diese wurde gemäß § 161 AktG in der Sitzung des Aufsichtsrats am 29. Januar 2020 beschlossen und im Geschäftsbericht 2019 veröffentlicht. Die Entsprechenserklärungen der letzten Jahre sind auch auf der RATIONAL-Website (www.rational-online.com) im Bereich Investor Relations zu finden.
Jahres- und Konzernabschlussprüfung
Wie vom Aufsichtsrat vorgeschlagen und von der Hauptversammlung am 15. Mai 2019 gewählt, hat die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, den Abschluss der RATIONAL AG sowie des RATIONAL-Konzerns für das Geschäftsjahr 2019 geprüft. Der Prüfungsauftrag wurde durch den Aufsichtsrat erteilt. Vor dem Wahlvorschlag hat der Aufsichtsrat eine Unabhängigkeitserklärung des Prüfers eingeholt. Es wurden keine Gründe erkannt, die Zweifel an der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers begründen könnten. Der Abschlussprüfer war zusätzlich verpflichtet, sofort über Umstände zu informieren, die seine Befangenheit begründen könnten, und uns gegebenenfalls über Leistungen, die er zusätzlich zur Abschlussprüfung erbracht hat, zu informieren. Im Hinblick auf die Abschlussprüferreform hält der Aufsichtsrat an der bisherigen firmeninternen Regelung der strikten Trennung von Beratungs- und Prüfungsleistungen fest. Der Aufsichtsrat und der Prüfungsausschuss haben sich vor und während der Abschlussprüfung in Gesprächen mit dem Prüfer über dessen Prüfungsansatz und den Ablauf der Prüfung unterrichtet.
Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und der Lagebericht der Gesellschaft, der auch auf die Erklärung zur Unternehmensführung auf der Unternehmenswebsite der Gesellschaft verweist, wurden vom Abschlussprüfer geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Für den Konzern wurde vom Vorstand ein Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, ergänzt um die nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Darüber hinaus wurde ein Konzernlagebericht verfasst. Der Abschlussprüfer hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss, die Lageberichte, die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers sowie der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns wurden dem Prüfungsausschuss und allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur eigenen Prüfung zugeleitet. Sie waren in der Aufsichtsratssitzung am 26. Februar 2020 Gegenstand intensiver Beratungen. Insbesondere mit den Ergebnissen der Prüfung durch die Abschlussprüfer hat sich der Aufsichtsrat umfassend befasst.
Die Abschlussprüfer nahmen an der Beratung des Jahresabschlusses der Gesellschaft und des Konzernabschlusses teil. Sie berichteten über die Ergebnisse der Prüfungen, insbesondere auch über die festgelegten Prüfungsschwerpunkte, und standen dem Aufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Ein Schwerpunkt der Erläuterungen der Abschlussprüfer war die Beurteilung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Sowohl der Vorstand als auch die Abschlussprüfer haben uns alle Fragen umfassend und zufriedenstellend beantwortet.
Nach seinen eigenen abschließenden Ergebnissen der Beratungen und der eigenen Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen.
Der Aufsichtsrat stimmt den Ergebnissen der Abschlussprüfung zu. In seiner Sitzung vom 26. Februar 2020 billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der RATIONAL AG zum 31. Dezember 2019 mit Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 in seiner testierten Fassung vom 25. Februar 2020 sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019 in seiner testierten Fassung vom 25. Februar 2020.
Nach dem 26. Februar 2020 entschied der Vorstand der RATIONAL AG, die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 aufgrund der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus und der immer deutlicher spürbaren negativen Auswirkungen auf die Foodservice-Branchen zu überprüfen. Die starke Eintrübung der Konjunkturaussichten führten Anfang März zu einer Anpassung der Umsatz- und Ergebnisprognose im Lagebericht und Konzernlagebericht der RATIONAL AG des Geschäftsjahres 2019. Dementsprechend musste der Anhang des Jahresabschlusses bei den Angaben zu den Ereignissen nach dem Bilanzstichtag aktualisiert werden.
Der Abschlussprüfer erteilte für den veränderten Jahresabschluss und Lagebericht sowie Konzernabschluss und Konzernlagebericht den Bestätigungsvermerk am 10. März 2020 nach Abschluss der Nachtragsprüfung, die sich auf die Änderung der Prognoseberichterstattung und des Anhangs bezog.
Der Aufsichtsrat prüfte den veränderten Jahresabschluss und Konzernabschluss sowie den geänderten Lagebericht und Konzernlagebericht. Mit Beschluss vom 13. März 2020 hob der Aufsichtsrat die Beschlüsse zu Jahresabschluss und Konzernabschluss vom 25. Februar 2020 auf und billigte den Jahresabschluss und Konzernabschluss in ihrer jeweils testierten Fassung vom 10. März 2020. Nach Prüfung stimmte der Aufsichtsrat auch den Änderungen im Prognosebericht des Lageberichts und Konzernlageberichts zu.
Der Jahresabschluss 2019 der RATIONAL AG, einschließlich des Lageberichts, ist damit gemäß § 172 Satz 1 AktG festgestellt.
Abhängigkeitsbericht
Der vom Vorstand gemäß § 312 AktG aufgestellte Abhängigkeitsbericht über die Beziehungen der RATIONAL AG zu verbundenen Unternehmen wurde vom Abschlussprüfer geprüft. Der Abschlussprüfer hat folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:
"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."
Der Bericht des Abschlussprüfers zum Abhängigkeitsbericht lag allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor der Bilanzsitzung vor und wurde vom Aufsichtsrat geprüft sowie mit den anwesenden Abschlussprüfern eingehend besprochen. Der Aufsichtsrat kam nach seiner Prüfung zu dem abschließenden Ergebnis, dass keine Einwendungen gegen den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und die darin enthaltene Schlusserklärung des Vorstands zu erheben sind.
Gewinnverwendung
Nach Abwägung des operativen Umfelds, der Lage an den weltweiten Finanz- und Kapitalmärkten und der Finanzlage der Gesellschaft stimmten wir dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zu.
Vom Bilanzgewinn der RATIONAL AG in Höhe von 377,9 Mio. Euro soll eine Dividende in Höhe von 10,70 Euro je Aktie oder insgesamt 121,7 Mio. Euro ausgeschüttet und der verbleibende Betrag auf neue Rechnung vorgetragen werden.
Der Aufsichtsrat dankt allen Führungskräften für die gute, vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Ein ganz besonderer Dank gilt jedoch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ihnen ist es auch im Geschäftsjahr 2019 wieder gelungen, unsere Kunden vom hohen Mehrwert der RATIONAL-Produkte und -Dienstleistungen zu überzeugen und so die sich uns bietenden Marktchancen hervorragend zu nutzen.
Landsberg am Lech, den 13. März 2020
Walter Kurtz, Vorsitzender des Aufsichtsrats der RATIONAL AG
Bericht zur Corporate Governance und Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB
Verantwortungsvolle und auf nachhaltige Wertschaffung und -erhaltung ausgerichtete Unternehmensführung ist der Maßstab allen Handelns des Vorstands und Aufsichtsrats der RATIONAL AG und Grundlage des Unternehmenserfolgs. Im Folgenden berichten Vorstand und Aufsichtsrat entsprechend unserer Corporate-Governance-Grundsätze, Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex und gemäß §§ 289f und 315d HGB über die Corporate Governance bei RATIONAL. Der Bericht wird durch den Vergütungsbericht ergänzt. Dieser ist Bestandteil des Lageberichts der Gesellschaft.
Wesentliche Unternehmensführungspraktiken und Compliance
Verantwortungsvolles, nachhaltiges und soziales Handeln ist für die RATIONAL AG seit jeher ein tragendes Element der unternehmerischen Kultur. Hierzu gehört auch die Integrität im Umgang mit Kunden, Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Aktionären und der Öffentlichkeit.
RATIONAL versteht unter Compliance die Einhaltung von Recht, Gesetz und Satzung sowie die Befolgung der zusätzlichen internen Regelwerke. Darüber hinaus entwickelte die RATIONAL AG auch im Geschäftsjahr 2019 die eigene Corporate Governance weiter und folgt weitestgehend den Regelungen des Kodex in der aktuell gültigen, im Bundesanzeiger am 24. April 2017 veröffentlichten, Fassung. Weitere freiwillig eingegangene Selbstverpflichtungen bestehen in Form von Compliance-Vereinbarungen mit einigen unserer Kettenkunden. Das Unternehmen hat sich selbst ein umfassendes Leitbild gegeben und verfügt über schriftlich niedergelegte Führungsprinzipien sowie einen unternehmensweit gültigen "Code of Conduct". Das Unternehmensleitbild drückt das Selbstverständnis des Unternehmens, seiner Führungsorgane und Mitarbeiter aus. Es gibt außerdem Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Kunden, Partnern und Kollegen.
Seit dem Jahr 2012 wurde die Compliance-Organisation kontinuierlich weiterentwickelt. Ausgangspunkt für die Compliance-Aktivitäten bilden die Verhaltensgrundsätze der RATIONAL AG ("Code of Conduct"). Diese sind in Form der RATIONAL-Verhaltensregeln im Geschäftsverkehr zusammengefasst und unternehmensweit kommuniziert. Es wurde ein RATIONAL-Compliance-Team gebildet und ein Compliance-Officer für die gesamte RATIONAL-Gruppe bestellt.
Auf Grundlage der Ergebnisse von Compliance-Risikoanalysen wurden Maßnahmen definiert, um allen wesentlichen Compliance-Risiken entgegenzuwirken. Diese Maßnahmen schließen neben einschlägigen internen Compliance-Vorgaben auch die Zusammenarbeit mit lokalen, qualifizierten Partnern ein. Des Weiteren werden in Ländern, in denen RATIONAL mit eigenen Tochtergesellschaften und Mitarbeitern vertreten ist, die lokalen Anforderungen an ein Compliance-Programm kontinuierlich überwacht und bei Bedarf das bestehende Compliance-Programm angepasst.
Alle Mitarbeiter der RATIONAL-Gruppe werden hinsichtlich Compliance-Themen geschult. Mitarbeiter, die über einen Computerzugang verfügen, haben zudem eine Prüfung erfolgreich zu absolvieren.
Eine Prüfung des Risikomanagementsystems und der Konzeption des Compliance-Managementsystems, entsprechend der Prüfungsstandards des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW), bestätigte die Funktionsfähigkeit beider Systeme.
Im Jahr 2019 wurden das Compliance-Managementsystem sowie das Risikomanagementsystem auf Basis der bestehenden Konzepte zielgerichtet fortgesetzt.
Aktionäre und Hauptversammlung
Den Vorsitz in der Hauptversammlung führt der Vorsitzende des Aufsichtsrats oder ein von ihm bestimmtes Aufsichtsratsmitglied.
An der Hauptversammlung am 15. Mai 2019 in Augsburg haben rund 750 Aktionäre, Pressevertreter und Gäste teilgenommen. Die rechnerische Präsenz lag bei knapp 91 % des Grundkapitals. Alle zur Beschlussfassung stehenden Tagesordnungspunkte wurden durch die Hauptversammlung mit großer Mehrheit angenommen.
Organe der Gesellschaft
Die RATIONAL AG ist eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts. Ein Grundprinzip des deutschen Aktienrechts ist das duale Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die jeweils mit eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind.
Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat
Vorstand und Aufsichtsrat der RATIONAL AG arbeiten bei der Leitung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen. Details zum Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat werden ausführlich im Bericht des Aufsichtsrats erläutert.
Der Vorstand und seine Arbeitsweise
Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Sie arbeiten kollegial zusammen und unterrichten sich gegenseitig über wichtige Maßnahmen und Vorgänge in ihren Ressorts. Jedes Mitglied des Vorstands führt das ihm zugewiesene Ressort im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Der Vorstand beschließt in der Regel in Sitzungen, die im dreiwöchigen Rhythmus stattfinden. Zusätzlich kann jedes Mitglied des Vorstands die Einberufung einer Sitzung unter Mitteilung des Beratungsgegenstands verlangen. Ebenso kann jedes Mitglied verlangen, dass ein Gegenstand in die Tagesordnung einer Sitzung aufgenommen wird. Beschlüsse des Vorstands werden stets mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen aller Mitglieder getroffen.
Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend schriftlich und mündlich sowie in den turnusmäßigen Sitzungen über die Planung, die Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements.
Zusammensetzung des Vorstands
Der Vorstand der RATIONAL AG kann sich aus einer oder mehreren Personen zusammensetzen und bestand zum Bilanzstichtag aus vier Mitgliedern. Die Verteilung der Ressorts auf die einzelnen Mitglieder ist im Geschäftsverteilungsplan geregelt. Die Mitglieder des Vorstands zum Bilanzstichtag waren Dr. Peter Stadelmann (Vorstandsvorsitzender, Personal, Recht und Geschäftsbereich Digital Customer Solutions), Peter Wiedemann (Vorstand technischer Bereich), Dr. Axel Kaufmann (Vorstand kaufmännischer Bereich) und Markus Paschmann (Vorstand Bereich Vertrieb und Marketing). Dr. Axel Kaufmann schied mit Ablauf des 31. Dezember 2019 aus dem Vorstand der RATIONAL AG aus. Eine externe Nachbesetzung für das kaufmännische Vorstandsressort fand nicht statt. Ab dem 1. Januar 2020 übernahm Herr Dr. Stadelmann, neben seinen bisherigen Ressorts, zusätzlich den kaufmännischen Bereich. Er ist weiterhin Vorsitzender des Vorstands.
Die Mitglieder des Vorstands üben keine Aufsichtsratstätigkeit in anderen börsennotierten Unternehmen aus.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keine Interessenkonflikte aufgetreten.
Der Aufsichtsrat und seine Arbeitsweise
Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er wird in Strategie und Planung sowie in allen Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für bedeutende Geschäftsvorgänge - wie beispielsweise die Festlegung der Jahresplanung, größere Investitionen - beinhaltet die Geschäftsordnung für den Vorstand Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr.
Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben.
Detaillierte Informationen zu den Arbeits- und Beratungsschwerpunkten des Aufsichtsrats im Berichtszeitraum sind im Bericht des Aufsichtsrats erläutert.
Bildung von Ausschüssen im Aufsichtsrat
Im Jahr 2015 hat der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss gebildet. Die Mitglieder sind Herr Dr. Hans Maerz (Ausschussvorsitzender), Herr Walter Kurtz und Herr Erich Baumgärtner. Die Bildung eines Nominierungsausschusses hält der Aufsichtsrat für nicht erforderlich. Bei einem siebenköpfigen Aufsichtsrat sind auch im Plenum eine effiziente Diskussion und ein intensiver Meinungsaustausch über geeignete Kandidaten für die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung möglich. Für die Bildung eines ausschließlich mit Anteilseignervertretern besetzten Nominierungsausschusses besteht zudem keine Notwendigkeit, da der Aufsichtsrat der RATIONAL AG nicht mitbestimmt ist.
Entsendungsrecht für Aufsichtsratsmitglieder
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 29. April 2015 wurde § 8 Abs. 6 Satz 1 der Satzung der RATIONAL AG geändert. Der Wortlaut des Beschlusses lautet: "Solange Herr Siegfried Meister und Herr Walter Kurtz Aktionäre der Gesellschaft sind, haben sie das gemeinsame Recht, bis zu zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Ist einer der beiden Entsendungsberechtigten nicht mehr Aktionär der Gesellschaft, so hat der verbleibende Aktionär das alleinige Entsendungsrecht. Das Entsendungsrecht ist durch schriftliche Erklärung an den Vorstand der Gesellschaft auszuüben."
Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Dem Aufsichtsrat der RATIONAL AG gehören gemäß der mit Hauptversammlungsbeschluss vom 15. Mai 2019 geänderten Satzung sieben Mitglieder an, die von den Aktionären gewählt werden.
Herr Walter Kurtz ist Vorsitzender des Aufsichtsrats, Herr Dr. Hans Maerz ist Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden. Darüber hinaus gehören mit Herrn Erich Baumgärtner, Herrn Dr. Johannes Würbser, Herrn Dr. Gerd Lintz und Herrn Werner Schwind ausgewiesene Spezialisten für die Themen Finanzen, Wirtschaftsrecht und Vertrieb dem Aufsichtsrat an. Als ausgewiesener Technikexperte rundet Herr Dr.-Ing. Georg Sick das Kompetenzprofil des Aufsichtsrats der RATIONAL AG ab.
Dem Gremium gehören fünf - und damit eine nach Einschätzung des Aufsichtsrats ausreichende Anzahl - unabhängige Mitglieder (Herr Dr. Hans Maerz, Herr Erich Baumgärtner, Herr Dr. Gerd Lintz, Herr Werner Schwind und Herr Dr.-Ing. Georg Sick) an, die in keiner wesentlichen geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur Gesellschaft oder zu deren Vorstand stehen. Die laufende Amtsperiode aller amtierenden Aufsichtsratsmitglieder endet mit der ordentlichen Hauptversammlung 2024.
Bei Vorschlägen für die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird allein auf die besondere Kompetenz und Qualifikation Wert gelegt. Weitere Eigenschaften, wie Geschlecht, Alter, nationale Zugehörigkeit oder Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat der RATIONAL AG, waren und sind für diese Entscheidung ohne Bedeutung. Der Aufsichtsrat der RATIONAL AG hat sich ein Ziel für den Frauenanteil im Aufsichtsrat im Sinne des "Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst (Frauenquote)" gesetzt und in diesem Bericht veröffentlicht (siehe unten). Darüber hinaus wird der Aufsichtsrat der RATIONAL AG keine konkreten Ziele für seine Zusammensetzung gemäß Ziffer 5.4.1 Abs. 2 des Kodex benennen und diese auch nicht im Corporate Governance Bericht gemäß Ziffer 5.4.1 Abs. 3 des Kodex veröffentlichen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keine Interessenkonflikte aufgetreten.
Festlegung zur Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen gemäß §§ 76 Abs. 4 und 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes
Die RATIONAL AG ist ein börsennotiertes, jedoch nicht paritätisch mitbestimmtes Unternehmen. Gemäß dem "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" (Frauenquote) ist deshalb eine Einführung der 30%-igen Frauenquote im Aufsichtsrat der RATIONAL AG nicht bindend. Aufgrund der Börsennotierung ist das Unternehmen aber verpflichtet, Zielgrößen für die Erhöhung des Frauenanteils im Aufsichtsrat, im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands sowie Fristen für die Erreichung dieser Zielgrößen festzulegen.
Vorstand und Aufsichtsrat der RATIONAL AG haben sich folgende neue Ziele für den Frauenanteil in Führungspositionen gesetzt und kommen damit den gesetzlichen Pflichten nach:
| ― | Für den Aufsichtsrat wurde eine Zielgröße für den Frauenanteil von 0 % festgelegt. |
| ― | Für den Vorstand wurde eine Zielgröße für den Frauenanteil von 0 % festgelegt. |
| ― | Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands wurde eine Zielgröße für den Frauenanteil von 16,7% festgelegt. |
| ― | Für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands wurde eine Zielgröße für den Frauenanteil von 30,0% festgelegt. |
| ― | Die Frist für die Erreichung dieser Zielgrößen ist der 30. Juni 2022. |
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Die Hauptversammlung hat am 15. Mai 2019 die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2019 gewählt. Der Prüfungsauftrag wurde durch den Aufsichtsrat erteilt.
Bereits vor Unterbreitung des Wahlvorschlags an die Hauptversammlung hat der Aufsichtsrat vom Wirtschaftsprüfer eine Erklärung über die persönlichen und geschäftlichen Beziehungen zur Gesellschaft eingeholt. Diese gab keinen Anlass zu Beanstandungen. Der Aufsichtsrat hat mit dem Prüfer vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung unterrichtet wird.
Bei einem eventuellen Auftreten wesentlicher im Rahmen der Abschlussprüfung festgestellter Schwächen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist der Wirtschaftsprüfer zusätzlich angehalten, darüber gesondert zu berichten.
Leitender Prüfer des Jahresabschlusses 2019 war Herr Jürgen Schumann.
Abhängigkeitsbericht
Der Vorstand hat einen Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 AktG erstellt. Der Abschlussprüfer hat nach dessen Prüfung keine Einwendungen gegen den Abhängigkeitsbericht erhoben. Ebenso hat der Aufsichtsrat nach seiner Prüfung des Abhängigkeitsberichts dargelegt, dass keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts zu erheben sind.
Erklärung nach § 161 AktG und Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex
Vorstand und Aufsichtsrat der RATIONAL AG, Landsberg am Lech, erklären gemäß § 161 AktG, dass seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im Februar 2019 den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" (zuletzt in der im Bundesanzeiger am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung) mit den nachstehenden Ausnahmen entsprochen wurde und wird:
Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 3 des Kodex:
Ziffer 4.2.3: "Variable Vergütungsbestandteile haben grundsätzlich eine mehrjährige Bemessungsgrundlage, die im Wesentlichen zukunftsbezogen sein soll."
Die variablen Elemente der Vorstandsvergütung in den bestehenden Vorstandsdienstverträgen umfassen verschiedene Elemente des langfristigen Unternehmenserfolgs, jedoch keine ausdrückliche mehrjährige Bemessungsgrundlage. Eine nachhaltige Unternehmensentwicklung sieht der Aufsichtsrat der RATIONAL AG als Selbstverständnis an. In einem stetigen Prozess werden aus der Unternehmensstrategie Meilensteine für die jährlichen variablen Vergütungsbestandteile der Vorstandsmitglieder abgeleitet.
Ziffer 4.2.4 und 4.2.5 des Kodex:
Ziffer 4.2.4: "Die Gesamtvergütung eines jeden Vorstandsmitglieds wird, aufgeteilt nach fixen und variablen Vergütungsteilen, unter Namensnennung offengelegt. Gleiches gilt für Zusagen auf Leistungen, die einem Vorstandsmitglied für den Fall der vorzeitigen oder regulären Beendigung der Tätigkeit als Vorstandsmitglied gewährt oder die während des Geschäftsjahres geändert worden sind. Die Offenlegung unterbleibt, wenn die Hauptversammlung dies mit Dreiviertelmehrheit anderweitig beschlossen hat."
Ziffer 4.2.5: "Die Offenlegung erfolgt im Anhang oder im Lagebericht. In einem Vergütungsbericht als Teil des Lageberichtes werden die Grundzüge des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder dargestellt. Die Darstellung soll in allgemein verständlicher Form erfolgen.
Der Vergütungsbericht soll auch Angaben zur Art der von der Gesellschaft erbrachten Nebenleistungen enthalten.
Ferner sollen im Vergütungsbericht für jedes Vorstandsmitglied dargestellt werden:
| ― | die für das Berichtsjahr gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen, bei variablen Vergütungsteilen ergänzt um die erreichbare Maximal- und Minimalvergütung, |
| ― | der Zufluss für das Berichtsjahr aus Fixvergütung, kurzfristiger variabler Vergütung und langfristiger variabler Vergütung mit Differenzierung nach den jeweiligen Bezugsjahren, |
| ― | bei der Altersversorgung und sonstigen Versorgungsleistungen der Versorgungsaufwand im bzw. für das Berichtsjahr. |
Für diese Informationen sollen die als Anlage beigefügten Mustertabellen verwandt werden."
Die Hauptversammlung der RATIONAL AG hat am 4. Mai 2016 beschlossen, dass eine individualisierte Offenlegung der Vorstandsvergütung gemäß § 286 Abs. 5 HGB unterbleibt. Dieser Hauptversammlungsbeschluss wurde für fünf Jahre gefasst. Auf eine differenzierte Angabe der variablen Vergütung nach kurzfristigen und langfristigen Komponenten wird verzichtet.
Ziffer 5.1.2 Abs. 1 Satz 2 und Satz 3 des Kodex:
Ziffer 5.1.2 Abs. 1 Satz 2: "Bei der Zusammensetzung des Vorstands soll der Aufsichtsrat auch auf Vielfalt (Diversity) achten."
Ziffer 5.1.2 Abs. 2 Satz 3: "Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder soll festgelegt werden."
Aufsichtsrat und Vorstand begrüßen ausdrücklich alle Bestrebungen, die jeder Form von Diskriminierung entgegenwirken und die Vielfalt (Diversity) angemessen fördern. Bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern ist für den Aufsichtsrat allein die besondere Kompetenz und Qualifikation des Kandidaten entscheidend. Weitere Eigenschaften, wie das Geschlecht oder nationale Zugehörigkeit, waren und sind für diese Entscheidung ohne Bedeutung.
Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder ist nicht festgelegt und liegt aus Sicht des Aufsichtsrats auch nicht im Interesse des Unternehmens. Die Bestellung richtet sich ausschließlich nach der Fähigkeit von Vorstandsmitgliedern, das Unternehmen erfolgreich zu führen. Diese Fähigkeit entfällt nicht generell bei Erreichen eines bestimmten Alters. Darüber hinaus könnte sich eine starre Altersgrenze diskriminierend auswirken.
Ziffer 5.3.3 des Kodex (Bildung von Ausschüssen):
"Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern geeignete Kandidaten benennt."
Im Jahr 2015 hat der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss gebildet. Die Bildung eines Nominierungsausschusses hält der Aufsichtsrat nicht für erforderlich. Bei einem siebenköpfigen Aufsichtsrat sind auch im Plenum effiziente Diskussionen und ein intensiver Meinungsaustausch über geeignete Kandidaten für die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung möglich. Für die Bildung eines ausschließlich mit Anteilseignervertretern besetzten Nominierungsausschusses besteht zudem keine Notwendigkeit, da der Aufsichtsrat der RATIONAL AG nicht mitbestimmt ist.
Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 1 und Satz 2 und Abs. 4 Satz 1 und Satz 2 des Kodex:
Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 1: "Der Aufsichtsrat soll für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeiten."
Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 2: "Für seine Zusammensetzung soll er im Rahmen der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, die Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder im Sinn von Nummer 5.4.2, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und eine festzulegende Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat sowie Vielfalt (Diversity) angemessen berücksichtigen."
Ziffer 5.4.1 Abs. 4 Satz 1: "Vorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sollen diese Ziele berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben.
Ziffer 5.4.1 Abs. 4 Satz 2: "Der Stand der Umsetzung soll im Corporate Governance Bericht veröffentlicht werden."
Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der RATIONAL AG richtet sich am Unternehmensinteresse aus und gewährleistet die effektive Überwachung und Beratung des Vorstands. Die Kandidatinnen und Kandidaten für die Bestellung in den Aufsichtsrat werden ausschließlich nach Kenntnissen, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen ausgewählt. Weitere Eigenschaften, wie Geschlecht oder nationale Zugehörigkeit, waren und sind ohne Bedeutung. Eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder bzw. eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat sind nicht festgelegt. Wahlvorschläge an die Hauptversammlung orientieren sich ausschließlich an Kenntnissen, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen der jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten. Es ist beabsichtigt, daran auch in Zukunft festzuhalten, um so Erfahrung und Kompetenz zum Wohle des Unternehmens zu sichern.
Landsberg am Lech, den 29. Januar 2020
RATIONAL AG
Walter Kurtz für den Aufsichtsrat
Dr. Peter Stadelmann für den Vorstand
Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde am 13. März 2020 gebilligt.